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ARCHIV
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lATTJE&ESCIICSTE.
I
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL
UND E. VON HÄRTENS.
HERAUSGEGEBEN
Dr. F. HILGENDORP,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
FÜNFlJNDFtNFZIGSTJER JAHRGANG.
II. BAND.
Berlin 1889.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
E. STRICKER.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
Seite
Dr. Ernst Schaff. Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säagethiere während des Jahres 1888.
Allgemeines 1
Anatomie und Physiologie 4
Entwickhing 34
Biologie (Land- und Forstwirthschaft) 52
Geographische Verbreitung und Faunen 62
Fossile Säugethiere 67
Systematik 82
Aiit. Reichenow. Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1888.
1. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxiderniie 102
2. Anatomie, Embryologie 104
3. Hautbedeckung, Pterylographie, Flugvermögen 108
4. Mauser, Abänderungen, Bastarde 110
5. Palaeontologie 111
6. Geographische Verbreitung, Wanderung, Faunistik 111
7. Lebensweise 133
8. Jagd, Schutz, Pflege, Hausgeflügel 137
9. Systematik 143
Dr. Oskar Boettger. Bericht über die Leistungen in der Herpeto-
logie während des Jahres 1888.
Reptilia. Allgemeines 163
Anatomisches, Ontogenie, Biologie, Palaeontologisches(vergl.
auch die einz. syst, Abth.) 166
Faunistisches (desgl.) 179
Systematisches (Lacertilia, Rhiptoglossa, Pythonomorpha,
Ophidia, Ornithosauria, Dinosauria, Crocodilia, Chelonia,
Sauropterygia, Ichthyopterygia,Rhynchocephalia, Protero-
sauria, Proganosauria, Theromorpha 192
IV
Batracliia. Allgemeines 239
Anatomie, Ontogenie, Biologie und Palaeontologie (vergl.
auch die einz. syst. Abth.) 240
Faunistisches (desgl.) 246
Systematisches (Ecaudata, Caudata Stegocephala) . . . 251
Dr. F. Hilgendorf. Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1887.
Allgemeines 273
Anatomie und Physiologie 273
Entwicklung (incl. Phylogenie) 300
Biologie 310
Nutzen und Schaden. Fischzucht 312
Faunen 315
Fossile Fische 326
Systematik 328
Dr. Joh. Thiele und Dr. W. Kobelt. Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen im Gebiete der üalakologie während des Jahres 1888.
L Bericht über AUg., Physiol., Anat. u. Entwickl. v. Dr. Thiele.
Zeitschr., Jahresberichte, Sammelwerke, Lehrbücher und
Vermischtes 378
Vermischte Mollusken 380
Amphineura 385
Scaphopoda 387
Cephalopoda 387
Lamellibranchiata 395
Gastropoda 406
IL Ber. über die geogr. Verbreitung, System, und Biologie von
Dr. Kobelt.
Verzeichniss der Publikationen 429
1. Geographische Verbreitung 443
2. Systematik 452
3. Biologie, Verwendung. Zucht etc , . 469
Zweites Heft.
Dr. Ph. Bertkaii. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888.
Allgemeines 1
Arachnoidea 29
Linguatulina 31
Acarina 31
Tardigrada 39
Opiliones 40
Chernetina 41
Pedipalpi 42
Scorpiones 43
Seite
Araneae 43
Solifugae 57
Myriapoda 57
Peripatina 57
Chilognatha 58
Chilopoda 60
Insecta 62
Thysanura 62
Rhynchota 64
Orthoptera (Genuina, Physopoda u. Pseudoneuroptera) .... 80
Neuroptera , . . . . 105
Diptera 107
Lepidoptera , . 127
Hymenoptera 170
Coleoptera 199
Dr. (t. Herbert Fowler. Bericht über die Leistungen in der Carcino-
logie während des Jahres 1887 (Uebersetz. v. Dr. F. Hilgeudorf.)
Verzeichniss der Publicatiouen (mit Besprechung der Anatomie,
Physiologie, Entwicklung, Faunistik) 265
Uebersicht nach dem Stoff (zu vorstehendem Verzeichniss) . . . 277
Systematik 279
Drittes Heft.
Prof. Dr. M. Braun. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der freilebeuden Wärmer während
des Jahres 1888.
1. Vermes im Allgemeinen 1
2. Ringelwürmer 7
3. Aberrante Formen 37
4. Freilebende Plathelminthes 39
Anhang (Dicyemidae u. Orthouectidae ; Trichoplax; Haplodiscus) . 44
Dr. von Liustow. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888,
Allgemeines . . : 46
Nematoden 49
Gordien 72
Acanthocephalen 75
Trematoden 76
Cestoden 84
Dr. W, Michaelsen. Jahresbericht über die JBryozoen für 1888.
Anatomie, Physiologie, Biologie 93
Systematik, Faunen 97
Palaeontologie 106
VI
Seite
Dr. A. CoUin. Bericht über die Brachiopodenliteratnr des
Jahres 1888.
Litteraturverzeichniss 108
Allgemeines, Anatomie, Biologie 109
Faimistik, Systematik 110
Dr. Maximilian Meissner. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der Hchmodermen im Jahre 1888.
Verzeichniss der Publicationen (mit Besprechung der Anatomie,
Physiologie, Entwicklung, Faunistik) 111
Uebersicht dazu nach dem Stoff 128
Systematik 129
Dr. E. Vanhöffeu. Jahresbericht für 1888 über die Coelenteraten
mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen.
Verzeichniss der Publicationen 135
Allgemeines 139
Hydromeduseu 143
Hydrocorallinae 147
Siponophoren 147
Scyphomedusen 158
Otenophorae 162
Fossilia 163
Dr. A. Ortmauu. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Anthoxoen während des Jalires 1888.
Ontogenie 167
Morphologie, Anatomie, Histologie 168
Systematik und Faunistik 172
Palaeontologie 173
Riffbildung 175
Bericht
ül)er die Leistungen in der Naturgeschichte der Säugetiere
während des Jahres 1888.
Von
Dr. Ernst Sehäff.
Berlin.
Allgemeines.
Allsten, E. E., Natural History in Southern Germany. — Rep.
Rugby School Nat. Hist. Soc. 1887, p. -29—40 (Erschienen 1888).
Ball, V., Further Notes on the Identification of the Animals
and Plants of India which were known to early Greek Authors. —
Proc. R. Irish Acad. III S. T. I, p. 1—9.
Bolau, Heinrich, Waltiere, in Neumayr's Anleitg. z. wissensch.
Beob. auf Reisen. 2. Aufl. Bd. II, p. 363—372.
Anleitung zur Untersuchung und Präparation toter Wale und
ihrer Teile, Masssehema, Beobachtung lebender Wale.
Brass, A., Kurzes Lehrbuch der normalen Histologie des
Menschen und typischer Tierformen. Mit 210 Abbldgn. Leipzig
1888.
Büchner, Eugen, Instruktion zum Sammeln von Säugetieren.
St. Petersburg 1888. Leider russisch!
Chauveau, Ad., Trattato di anatomia comparata degli animali
domestici, riveduto e aumentato colla collaborazione di S. Arloing.
Prima traducione italiana nella terza edizione francese a cura dei
dottori Frederico Boschetti e Vittorio Collucci, coli' aggiunta di un
appendice d'istologia generale del dott. Tommaso Longo. Torino 1888.
Davis, J. R. Ainsworth, A Text-book of Biology: comprising
vegetable and animal Morphoiogy and Physiology. Philadelphia 1888.
Ellen berger, W., Grundriss der vergleichenden Histologie der
Haussäugetiere. Mit 373 Abbildgn. und einem Anhang: Anleitung
zu histologischen Untersuchungen. Berlin 1888.
Flower, W. H., Einleitung in die Osteologie der Säugetiere.
Nach der 3. unter Mitwirkung von Hans Gadow durchgesehenen
Original- Ausgabe. Mit 134 Figg Leipzig 1888.
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. IgSO. Bd. H. H. 1. 1
2 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Deutsche Uebersetzung der 1885 erschienenen III. Aufl. des
bekannten englischen Werkes.
Gill, Theod., Eutheria and Prototheria. — Auieric. Naturalist
Vol. 22., p. 258—259.
Verf. betont, dass er die Ausdrücke Prototheria uud Eutheria
in einem andern Sinn brauche als es Huxley thut, bei dem die Be-
zeichnungen lediglich Synonyme für Ornithodelphia oder Monotrenien
und Monodelphia oder Placentalier seien (hierzu kommt noch Meta-
theria=:Didelphia oderMarsupiaha). Diese Anwendung der erwähnten
Namen hält Gill für überflüssig. Er selbst fasst Placentalier und
Marsupialier als Eutheria zusannnen, während er die Monotremen
Prototheria nennt; in dieser Art gebraucht sind nach G. die Namen
,,expressions of a higher generalization."
Guida del R. Istituto Geologico di Bologna. Bologna 1888.
12". Mit Illustr.
Enthält Angaben über fossile Säugetiere.
II artmann, R., Die Säugetiere. In Neumayr's Anleitung zu
wissensch. Beob, auf Reisen 2. Aufl. II, p. 528—562. Berlin 1888.
Allgemeine Winke für Reisende, welche, ohne Fachzoologen zu
sein, Säugetiere beobachten wollen. 1. Einsammeln von Nachrichten
über die in einem Lande vorkommenden Säugetiere, Beachtung der
Reste und Teile von solchen, Beobachtung lebender Tiere. 2. Be-
schreibungen, Messungen, Zeichnungen, photographische Aufnahmen,
Verbreitungskarten. 3. Sammeln, Conserviren, Versenden von Säuge-
tieren oder Teilen derselben.
Hertwig, 0., Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen
und der Wirbeltiere. Jena 1888. 507 S. mit vielen Abbildgn.
Jackson, W. H., Rolleston's Forms of Animal Life. A Manual
of Comparative Anatomy with Descriptions of Selective Types,
Oxford 1888. S^. Illustr.
Jentink, F. A., Catalogue systematique des Mammiferes
(Rongeurs, Insectivores , Cheiropteres , Edentes et Marsupiaux).
Leiden 1888.
Enthält die im Musee d'hist. nat. des Pays-Bas befindlichen Arten
der angegebenen Ordnungen.
Jordan, D. S., A Manual of the Vertebrate Animals of the
Northern United States, including the district north and east of the
Ozark Mountains, south of the Laurentian Hills, north of the southern
boundary of Virginia, and east of the Missouri River. Inclusive
marine species. V. Ed. Chicago 1888. 12'^.
Die vorliegende (seit 1876 die 5.) Auflage ist wiederum neu
bearbeitet und mit dem jetzigen Stande der Wissenschaft in Ein-
klang gebracht worden. P. 314 — 344 enthält die Säugetiere des im
Titel angegebenen Gebietes, im Allgemeinen nach Gill's „Arrangement
of the Families of Mammals" angeordnet, 116 Arten. Bei den Ord-
nungen findet sich ein analytischer Schlüssel zum Bestimmen der
Familien, ebenso bei den grösseren Familien ein solcher für die
Gattungen. Kurze prägnante Angabe der Merkmale ermöglicht trotz
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 3
der Kürze ein sicheres Bestimmen. Von Phociden ist nur Ph. vitulina
angegeben (keine weitere Art? Ref.). Aehnliclie Werke für grössere
Gebiete wären sehr wünschenswert.
Katalog der von N. M. Przewalski während seiner Reise in
Centralasien zusammengebrachten Zool. Sammhmg. 34 S. Text mit
Atlas von 11 Tfln. St. Petersburg 1887 (!) In russischer Sprache.
Lydekker, R., Mammalia. — Zoolog. Record for 1888, p. (35)
1—64.
Uebersicht über die Säugetier-Litteratur des Jahres 1888. Im
vor. Ber. nachzutragen dasselbe für 1887.
M'Fadyean, J. , The Comparative Anatomy of Domesticated
Animals. Part. I, Osteology. With Figg. London 1888.
Moreno, F. P., Informe Preliminar de los Progresos del Museo
La Plata, durante el Primer Semestre de 1888. — Boll. Mus. La
Plata 1888, p. 1—35.
Munk, J., Physiologie des Menschen und der Säugetiere.
2. verb. und verm. Aufl. Mit 90 Holzschn. Berlin 1888.
Natural History Plates for Schools, with füll Description
of each Plate. London 1888.
Von Säugetieren die Giraffe.
Perrier, Edmond, Elements d'anatomie et de physiologie
animales. Annees V et VI. Paris 1888 (?) Illustr.
Reichenow, Ant., Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Säugetiere während des Jahres 1886. — Arch. f.
Naturgesch. 53. Jahrg. 1887 (1) Bd. IL, p. 1—48.
Derselbe, Handwörterbuch der Zoologie, Anthropologie und
Ethnologie. Bd. V. Breslau 1888. 8 «.
Enthält „Landschaf ' bis „Nervenleiste"; die nicht domestizirten
Säugetiere behandelt A.v.Mojsisovics, die Haussäugetier-Rassen Roeckl.
Renooz, C, L'evolution de l'homme et des animaux. Histoire
positive du developpement primitif demontree par le developpement
embryonnaire. Fase. I. Paris 1888. Illustr.
Schaff, Ernst, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. — Arch. i.
Naturgesch. 54. Jahrg. 1888. Bd. II., p. 1—90.
Derselbe, Leitfaden der Zoologie für Studirende der Natur-
wissenschaften und der Medizin. Mit 101 Abbildungen. Stuttgart 1888.
S. 186—214 behandelt die Säugetiere. Die Sirenia müssten
richtiger als besondere Ordnung, nicht als Unterordnung der Cetaceen
aufgefasst werden.
Schlosser, Max, Zoologie. Litteraturbericht in Beziehung zur
Anthropologie mit Einschluss der fossilen und recenten Säugetiere
für 1884. — Arch. f Anthropol. Bd. XVH, p. 118-194.
Settegast, H. , die Tierzucht. 1. Bd. Die Züchtungslehre.
Mit 198 Abbildgn. und 5 Tfln. Rassetieren. 5. neu bearb. Aufl.
Breslau 1888.
Steffahny, Emil, Zur Untersuchungsmethode über die Topo-
graphie der motorischen Innervationswege im Rückenmark der Säuge-
1*
4 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
tiere, mit besonderer Rücksicht auf das Halsmark der Kaninchen.
— Beitr. z. Anat. u. Physiol., hersg. von Eckhard, Bd. XII, p. 41 — 217.
Struthers berichtet über seine Methoden zur Darstelkmg und
Conservirung von Gehirnen und Gehirnpräparaten. Proc. Anat. Soc.
Great Brit. (in Journal of Anat. and Phys. New S. Vol. IL, p. 309 ff.)
Sükhia, N. Hormasji Edalji, A Manual of Comparative
Anatomy of Domesticated Quadrupeds. Bombay 18871
Thomas, Oldfield, vergl. unter Systematik, Marsup.!
Wächter, C, Methodischer Leitfaden für den Unterricht in der
Zoologie. Mit besonderer Berücksichtigung der Leutemann-Brass-
Schumann'schen zoologischen und zootomischen Wandtafeln. 2. verb.
Auti. I. Die Wirbeltiere. Braunschweig 1888. Mit 157 Abbildgn.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeiues. Albrecht, Paul, Schemata zu Veranschaulichung
Albrecht'scher vergleichend-anatomischer Theorien. Serie I, Bl. 4:
Der rechtsseitige vordere und hintere Zwischenkiefer eines mit
doppelseitiger Hasenschartenkieferspalte behafteten, jederseits tetre-
piprotodonten jungen Pferdes. 1 kolor. Tfl. in Gr. Folio. Serie I,
Bl. 5. Der rechtsseitige Gesamtzwischenkiefer eines normalen jeder-
seits triepiprotodonten jungen Pferdes. 1 kolor. Tfl. in Gr. Folio.
Serie III, Blatt 6: Quadratum, Metapterygoid, Ectopterygoid, Praeo-
perculum und Mandibula des Menschen. 1 kolor. Tfl. in Gr. Folio.
Hamburg 1888. P. Albrecht's Selbstverlag.
Vergl. Brass Unter Allgem., Chauveau ebenda.
Cohnstein, J., und Zuntz, N., Weitere Untersuchungen zur
Physiologie des Säugetierfoetus. (Aus dem thierphysiol. Laborat. der
landw. Hochschule zu Berlin). — Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. XLIL,
p. 393—408.
Daremberg, G., Les injections sous-cutanees d'huile chez les
cobayes et les lapins. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V.,
p. 702—704.
Verf. untersucht die Wirkung subcutaner Einspritzungen von
Leberthran, Oelsäure, Petroleum etc. auf MeerscliAveinchen und
Kaninchen und constatirt, nach welcher Zeit resp. bei welchen Gaben
der Tod eintritt.
Vergl. Ellenberg er unter Allgem., Flow er ebenda.
Galtier, V., Nouvelles experiences tendant ä demontrer
l'efficacite des injections intra-veineuses de virus rabique en vue de
preserver de la rage les animaux mordus par des chiens enrages.
— Comptes rend. hebd. Acad. des sciences T. CVII, p. 798 — 799.
Verf. führt Beispiele an für die Richtigkeit seiner früheren
Mittheilungen, dass man Wiederkäuer und Schweine, welche von
tollen Hunden gebissen wurden, durch Impfen von Wutgift in die
Venen gegen die Folgen des Bisses schützen kann.
in der Naturgeschichte fler Säugetiere während des Jahres 1888. 5
Gegenbaur s. unter Anat. u. Phys., Skel.
Klaatsch, H., lieber den Arcus cruralis. — Anatom. Anz.
III. Jahrg., p. 679—686. Mit 3 Abbildgn. (Ref. Verb. Anat. Gesellscb.
Versammlg. Würzburg 1888).
Durch Untersuchungen an Aifen und am Menschen gelangt Verf.
zu dem Ergebniss, dass sich die etwas complizirteren Zustände der
Schenkelbeuge beim Menschen auf einfache Weise aus mehr in-
differenten Verhältnissen ableiten lassen und dass Henle's Beschreibung
des Arcus crur. durchaus richtig ist, während der Name von andern
Autoren in verschiedenem Sinn gebraucht wird.
Lebouq, H., Recherches sur la Morphologie de la Main chez
les Pinnipedes. — Stud. Mus. Zool. Dundee I, p. 1 — 8.
Vergi. auch Lebouq unter Entwickig.
Mc Bride, J. A., Anatomical Outhnes of the Horse. III Ed.
London 1888.
Vergl. auch M'Fadyean unter Allgem., Munk ebenda.
Nehring, A., Die Altersbestimmung des Schwarzwildes nach
dem Gebiss und nach dem Gewicht. — Deutsche Jägerzeitg.
Bd. X, p. 721 ff., 741 ff., 757 ff".
Verf giebt eine Darstellung des Zahnwechsels des Wildschweins
und weist nach, dass das Gebiss sichere Anhaltspunkte zur Be-
stimmung des Alters bietet, während das früher bisweilen diesem
Zweck dienende G »wicht sehr unzuverlässig ist.
Vergl. Perrier unter Allgem.
Rosenthal, J., Calorimetrische Untersuchungen an Säuge-
tieren. — Sitzungsber. Kgl. Preuss. Akad. Wissensch. Berlin. Jahrg.
1888, p. 1309—1319.
Verf. stellt fest, dass ein im Ernährungsgleichgewicht befindliches
Tier entgegen der bisherigen Annahme nicht stets die gleiche
Anzahl von Calorien in 24 Stunden produzirt. Es folgt daraus,
,,dass eine Berechnung der wirklich erfolgten Wärmeproduktion aus
der Nahrung ebensowenig möglich ist, wie die aus den Aus-
scheidungen". Die Verbrennung der Nahrungsstoffe im Tierkörper
liefert nicht mehr, wie Dulong und Despretz gefunden hatten, sondern
höchstens so viel Energie als den Verbrennungswärmen der Stoffe
zukommt, meistens aber weniger. Es ist dies sehr natürlich, da
nur unter ganz besonders günstigen Umständen die Verbrennung der
zugeführten Nahrungsstoffe eine ganz vollständige ist.
Roussel, J., Des effets d'huile sur les animaux. — Comptes
rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 749—750.
Mineralöle wirken schädlich resp. töthch bei subkutaner Ein-
spritzung, Pflanzenöle dagegen nicht. (Vergl. oben Daremberg).
Struthers, John, On some points in the Anatomy of a
Megaptera longimana. — The Journ. of Anat. and Physiol. New. S.
Vol. 11, p. 109—125. Mit 2 Tfln. 1887 erschienen!
Verf. untersuchte ein etwa 40 Fuss (engl.) langes, männliches
Exemplar von Meg. longim., welches 1884 in der Gegend von Dundee
erbeutet wurde. Zunächst werden Maasse und Beschreibungen der
Q Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistuugeu
äusseren Teile gegeben, zum Teil unter vergleichender Berücksichtigung
verwandter Arten und Gattungen. Von besonderem Interesse sind die
beiden in einer Art Marsupium liegen den rudimentären Zitzen, 2 Fuss
vor dem After befindlich. Weiter werden behandelt die Hautfurchen,
Hauthöcker, Haare, Barten, Augen, Farbe etc. etc.
Derselbe, Forts, der obigen Arbeit a. a. 0., p. 240—282.
Mit 3 Tun.
A. Beschreibung der Brustflosse in toto nebst Masstabellen; ferner
genaue Untersuchung der Knochen und Knorpelteile der Vorder-
extremität, sowie der Muskeln des Unterarms und der Finger. B.
Rudimentäre Hinterextremität, Knochen, Muskeln, Bänder, Funktion.
Derselbe, Forts, ebenda p. 441 — 460.
Wirbelsäule: Zahl und Maasse der Wirbel verglichen mit denen
von B. musctdus und B. borealis. Genauere Darstellung der Dorsal-
und Lumbar-, sowie der Schwanzwirbel.
Derselbe, Forts, ebenda p. 629 — 654.
Rückenmark; Gelenk-, Quer- und Dornfortsätze.
Derselbe, Forts. Ebenda Vol HI, p. 124- 163. Mit 1 Tfl.
Behandelt werden die Halswirbel, Rippen, Brustbein und
„chevronbones".
Vergi. Siikhia unter Allgem.
Young, Alfred H., and Robinson, Arthur, On the Anatomy
of Hyaena striata. Part I. — The Journal o/ Anat. and Phys.
New. S. Vol. m, p. 90—105. Mit 1 Fig.
Beschrieben werden, mit steter Berücksichtigung der verwandten
Formen, die Verdauungsorgane, Respirationsorgane, Harn- und
Geschlechtsorgane einer weiblichen gestreiften Hyäne. Die letzteren
Teile sind äusserlich betrachtet am lebenden Tier bei H. striata im
männhchen und weiblichen Geschlecht nicht ganz so ähnlich wie
bei der gefleckten Hyäne.
Haut, van Bambeke, Gh., Sur les follicules rencontres dans
l'epiderme de la machoire superieure chez le Tursiops tursio. —
Bull. Acad. R. Belgique, 3. Serie T. XV., p. 503—514. Mit 1 Holzsch.
u. 1 Tfl.
Verf. fand bei T. tursio am Oberkiefer eigentümliche Erhebungen
der Haut, welche hohl sind und im Innern einen räthselhaften Kegel
aus kohlens. Kalk oder eine stellenweise granulöse, bräunliche Masse
enthalten. Die von M. Weber geäusserte Ansicht, dass diese Gebilde
Beziehungen zu rudimentären Haaren böten, teilt Verf. nicht.
Vergl. Fjelstrup w. u.
Batelli, A., Delle glandule anile di alcuni Carnivori. — Atti
della Sog. Toscan. Sc. Nat. Pisa. Mem. Vol IX., p. 174— 189. Mit 1 Tfl.
Verf. untersucht die Analdrüsen des Fuchses und der Katze.
Er unterscheidet zusammengesetzte und einfache Drüsen, deren
letztere besonders Stinkdrüsen darstellen.
Beddard, Frank E., Note on the Sternal Gland ofDidelphys
dimidiata. — Proc. Zool Soc. London 1888, p. 353—355. Mit
2. Holzschn.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 7
Verf. beschreibt bei Dkl. dimidiata Wagn. ein am vorderen
Ende des Sternums gelegenes Drüsenorgan, welches dem an der
gleichen Stelle bei Myrmecohius befindlichen gleicht. (Vergl. Bericht
f. 1887, p. 7).
Duclert, L., Determinisme de la frisure des productions pileuses.
— Journ. Anat. Physiol. XXIV., p. 103-111. Mit 1 Tfl.
Verf. bestätigt im Wesentlichen die Ansichten v. Nathusiiis'
über die Kräuselung der Wollhaare des Schafes.
Fjelstrup, A., lieber den Bau der Haut bei Globiocephalus
melas. — Zool. Anzeiger XL, p. 11 — 15.
Es scheinen weder Muskeln noch Nerven noch Drüsen in der
Haut von Gloh. mel. vorzukommen. Die Meinung Eschrichts, dass
die Zahl und Anordnung der im Foetalzustande vieler Wale vor-
kommenden Haare constant und daher zur Unterscheidung der Arten
geeignet sei, wird für die genannte Art widerlegt. Die meisten von
etwa 370 auf den Färöern erlegten und vom Verf. untersuchten
Expl. zeigten in der Unter- und Oberkieferregion kreisförmig an-
geordnete Poren von etwa 0,10 mm Durchni., während derjenige der
ganzen Kreise etwa 0,5 — 1 cm betrug. Den Poren entsprechen auf
der Unterseite des Stratum corneum befindliche, in das Str. mucosum
hineinragende, kegelförmige Erhebungen. Bennett und W^eber fanden
Aehnliches, doch ist eine Erklärung dieser Gebilde noch nicht gegeben.
Krause, Rieh., Beiträge zur Kenntniss der Haut der AÖen.
— Diss. Berlin 1888.
Verf. untersucht die Haut von Gorilla, Gibbon, Orang, Macacui^
rhesiis, Cynocepludus s})., Ci/nocep/ialus ph/fo, ferner von Lcmvr ftp.
und Stenops graciUs. Sowohl hinsichtlich der gröberen Struktur-
verhältnisse als auch der histologischen Einzelheiten finden sich in
der Haut der Affen Verhältnisse, die den menschlichen sehr ähnlich,
jedoch einfacher und klarer als letztere sind. Die Aufstellung
zweier Typen des Baues des Stratum corneum, wie sie von Zander
ausging, ist ungerechtfertigt. Stratum granulosum und lucidum
sind sehr deutlich an Vola, Planta und Gefässsch\nele. Im Stratum
mucosum ist der Reichthum an Merkerschen Tastzellen auf der Höhe
der Tastballen bemerkenswert. An den Tastballen des Gibbons ist
eine höchst gesetzmässige Verbindung zwischen Epithel und Binde-
gewebe festzusteUen. In der Lippenhaut der Affen inseriren sich
quergestreifte Muskelfasern an der Epidermis. Die verästelten
Pigmentzellen der Affenhaut (Melanocyten) bieten eine ausser-
ordentlich grosse Mannigfaltigkeit der Form dar. Zu untersuchen
ist noch, ob, besonders in der Cutis, die Pigmentgranula in Zellen
liegen oder ob sie auch frei im Bindegewebe vorkommen.
Leclerc, A., Sur la secretion cutanee de l'albumine chez le
cheval. — Comptes rend. hebd. Acad. des sciences T. CVII, p. 123 — 126.
Verf. untersucht den Sclnveiss des Pferdes und berechnet die
Menge des Eiweisses, welches darin abgeschieden wird.
8 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Smith, Fred, The Histology of the Skm of the Horse. —
The Journ. of Anat. and Phys. New S. Vol. IL, p. 142—153.
Mit 1 Tfl.
In de Einleitung wird u. A. gesagt, dass das Pferd sowohl im
Frühjahr als auch im Herbst die Haare wechselt. Eingehende Be-
schreibung der einzelnen Teile der Haut. Meissnersche Körperchen
wurden nicht gefunden, Pacinische nur ein Mal ein einziges. Talg-
drüsen sind überall auf der äusseren Körperoberfläche zu finden,
besonders gross an den Mähnenhaaren, sehr zahlreich in den Lippen,
wo dagegen Schweissdrüsen fehlen. Ganz vereinzelt stehen letztere
in der Haut der Gliedmaasen. Die Haare lassen sich in 3 Gruppen
teilen: Tasthaare, an den Lippen etc.; wechselnde Haare, auf dem
Körper im Allgemeinen; Dauerhaare, in Schweif und Mähne. Die
Wechselhaare werden zu bestimmten Zeiten 2 Mal jährlich ab-
gestossen, dadurch dass sich unter ihnen ein neues Haar entwickelt,
wodurch das alte absterbende Haar allmählich nach der Oberfläche
der Haut gedrängt wird, um schliesslich auszufallen.
Struthers s. unter Anat. u. Phys. Allgem.
Variot, G., Note sur la nigritie du chien comparee a celle de
l'homme. — Bull. Soc. d'Anthrop. de Paris 4. S., T. 11, p. 183—185.
Verf untersucht die durch Pigment schwarz gefärbten Teile der
Lippe, sowie die Conjunctiva von Hunden und vergleicht das Auf-
treten schwarzen Pigmentes mit dessen gelegentlichem Vorkommen
beim Menschen, wobei sich analoge Verhältnisse ergeben.
Skelet. Allen, Harris on, The Occipito-Temporal Region in
the Crania of Carnivora. — Science, Vol. XI, p. 71.
Verf bemerkt, dass sich bei Am.phicrjon, Dinictis und Arcliae-
htnis ähnliche Bildungen finden wie das sogen. Post-l'ympanicum bei
Ursus und dass diese Genera durch die Beschaffenheit der post-
tympanischen Schädelgegend unterschieden werden können.
Brandt, Ed., Vergleichend -anatomische Untersuchungen über
die Griffelbeine (Ossa calamiformia) der Wiederkäuer (Ruminantia).
— Zool. Anz. XL, p. 542—548. Mit 2 Figg.
Die Arbeit enthält nichts Neues. Der Satz: Bei den Hirschen
erhalten sich von den beiden seitlichen Mittelhand- resp.
Mittelfussknochen nur mehr oder weniger starke untere Stücke
dieser Knochen, während die mittleren und oberen Stücke derselben
schwinden, dürfte falsch sein. (Nach Brooke sind von den 39 Hirsch-
arten der alten Welt 36 plesiometacarp, d. h. mit am pi'oximalen
(also oberen) Ende des Kanonenbeins sitzenden Rudimenten der
zweiten und fünften Metacarp. versehen. Bei den amerikanischen
Hirschen dagegen sitzen die rudim. IMetacarp. 2 und 5 am distalen
Ende des Kanonenbeins, ausser beim Wapiti. Ref ).
Chudzinski, Th., Sur le sacrum d'un chimpanzp. — Bull. Soc.
d'Anthropol. de Paris. 4. S., T. 11., p. 483—485.
Verf beschreibt ein aus 7 Wirbeln bestehendes Sacrum eines
Chimpansen: der letzte (7.) Wirbel desselben ist nicht etwa der erste
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahi-es 1888. 9
Scliwanzwirbel, da der auf ihn folgende Wirbel genau die Beschaffenheit
eines normalen ersten Schwanz wirbeis zeigt.
Cornet, J., Note sur le pretendu pro-atlas des Mammiferes et
de Hatteria punctata. — Bull. Acad. R. Belgique 3. Serie T. XV.,
p. 406—420. Mit 1 Tfl.
Verf. untersucht eine Reihe von Säugetieren, insbesondere
Erinaceus eiirop., Cfocid. ara/i., Mac. sinlc. (ausserdem Hatteria) auf
das Vorkommen des Albrecht'schen Proatlas und zeigt, dass derselbe
ein Zwickelbein, üs wormianum ist, welches sich in den das Hinter-
haupt an den ersten Halswirbeln befestigenden Bändern bildet. Das
Vorkommen desselben ist sehr unbeständig. Vergl. unten Dollo.
Cuenod, Aug., L'articidation du coude. — Internat. Monats-
schr. f. Anat. u. Phys. Bd. V. p. 385—340. Mit 3 Tfln.
Verf. behandelt vergleichend anatomisch das Ellbogengelenk
der Vertebraten im Allgemeinen. Marsupialier, Raubtiere etc.
stellen einen primitiven Typus dar, weil bei ihnen die „flexion
batracienne" , wie der Verf. es nennt, noch erhalten ist und
Pronation und Supination mehr oder minder ausgeprägt sind. Beim
Pferd und bei den Wiederkäuern mit reduzirter Ulna ist die Be-
wegung im Ellbogengelenk eine spiralige, ohne Pronation und
Supination. Beim Schwein endlich verläuft die Bewegung in einer
Ebene.
Dollo, L., Sur le Proatlas. — Zool. Jahrb. Abtlg. f. Anat. HI.,
p. 433—446.
Der Inhalt dieser Arbeit wird durch die Schlussworte des Verf.
gekennzeichnet: ,,J'espere avoir demontre que: ni au point de vue
de la methode, ni au point de vue de Tobservation, ni meme au
point de vue de l'historique le travail de M. Cornet (Bull. Acad. R.
Belg. 1888, T. XV, p. 406 ft". vergl. oben. Ref.) n'est satisfaisant. La
seule chose qu'on peut en tirer — et dont l'auteur ne 's'est pas
aperyu — c'est une confirmation des vues de M. Albrecht qu'on
s'etait proposer de combattre."
Gegenbaur, C, lieber Polydactvlie. — • Morphol. Jahrb. Bd. 14.
p. 394—406.
Verf. erörtert im Anschluss an die Unters, von Rijkebusch und
Spronk die Polydactylie, wendet sich gegen Bardeleben's Auffassung
der ,, Nähte" in den Elementen des Carpus, sowie gegen die An-
sichten dieses Forschers über das Verhalten des Abductor poll. longus,
und kommt zu dem Schluss, dass das Auftreten überzähliger Finger
oder Skelet-Elemente in den Extremitäten überhaupt als Missbildung
aufzufassen sei.
Herve, G., Cräne de gorille. — Bull. Soc. d'Anthropol. de Paris.
4. S., T. 11, p. 181.
Verf. bespricht einen erwachsenen Gorillaschädel, bei welchem
ausnahmsweise die Nasenbeine noch nicht mit einander ver-
wachsen sind.
10 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Hittcher, K., Untersuchungen von Schädeln der Gattung Bos,
unter besonderer Berücksichtigung einiger in ostpreussischen Torf-
mooren gefundenen Rinderschädel. Inaug. Diss. Königsberg i. Pr. 1888.
Verf. untersucht eine Anzahl in ostpreussischen Mooren ge-
fundener Schädel von Bos primigenius und vergleicht dieselben mit
recenten Rinderschädeln. Er gelangt zu dem Resultat, dass sich
die Unterschiede, welche zwischen Ur und Hausrind zu konstatiren
sind, durchweg auf solche beschränken, welche als eine Folge des
wilden Zustandes und der späteren Reife des ersteren oder auch
umgekehrt als eine Folge der Domestikation und früheren Reife des
letzteren angesehen werden können, so dass mithin die Hypothese
der Abstammung des Hausrindes von Bos primig. an Wahrscheinlickeit
gewinnen muss.
Kükenthal, W., Ueber die Hand der Cetaceen. — Anatom,
Anz. HI. Jahrg., p. 638—646. Mit 4 Abbüdgn.
Verf. constatirt an Embryonen von Beluga leucas, dass die bei
jüngeren Stadien vorhandenen 2 Centralia mit dem Intermedium
verschmelzen, nicht mit Carpale 2, wie Lebouq behauptete. Das
Ulnare des erwachsenen Tieres besteht aus Ulnare + Carpale distale 5.
Später verwachsen Carpale 3 und 4 miteinander. „In früher
embryonaler Zeit ist also der Carpus von BeInga leucas voll-
kommener als später." Bezüglich der Phalangen wird gezeigt, dass
ihre Zahl in früher embryonaler Zeit grösser ist als später und
dass die Verminderung der Phalangenzahl zu Stande kommt durch
das jedesmalige Verschmelzen der Endphalange mit der vorher-
gehenden. Für (jlobiocepluilus weist Verf. im Gegensatz zu M. Weber
nach, dass der fötale Carpus in Bezug auf Zahl und Lage seiner
Elemente mit dem erwachsenen genau übereinstimmt, dass ferner
die Phalangenzahl in den embryonalen Stadien grösser oder mindestens
ebenso gross ist als in den postembryonalen, und dass endlich das
Pisiforme von der Ulna herstammt. Die Ansicht Ryder's, Baur's
und Weber s, dass die Hyperphalangie der Cetaceen eine adaptive,
phalangenartige Segmentation eines über die dritte Phalanx hinaus
verlängerten Knorpelstrahls sei, ist mit den Resultaten des Verf.
unvereinbar.
Derselbe, Ueber die Hand der Cetaceen (Zweite Mitteilung)
— Anatom. Anz. HI. Jahrg., p. 912—916. Mit 2 Abbildgn.
Verf. zeigt zunächst an einem Embryo von Lagcnorhynchus acutns
Grai/, dass die Phalangen gleichwertig sind und nicht morphologisch
verschiedenwertig, wie dies Ryder annimmt. Bei Beluga leucas wird
constatirt, dass bisweilen sich zunächst ein Centrale mit dem Inter-
medium verbindet, während das andere noch frei bleibt. Frühere
Untersuchungen ergaben, dass vor der Verschmelzung mit dem Inter-
medium die beiden Centralia unter einander verwachsen. Der früher
aufgestellte Satz, dass in fi-üher embryonaler Zeit der Carpus von
Beluga vollkommener ist als in späterer, wird dahin erweitert: der
Carpus von Embryonen von Beluga leucas ist vollkommener als der
von Erwachsenen. Aehnliches gilt für die Phalangenzahl, welche
in der Naturgeschiclite der Säugetiere während des Jahres 1888. 1 1
bei Erwachsenen geringer ist als bei Embryonen. Ferner wird fest-
gestellt, dass die bei einem Embryo beobachtete Abspaltung einer
neuen Phalangenreihe am 5. Finger bei einem grösseren Embryo
weiter vorgeschritten ist. Hieraus folgt, „dass innerhalb der Cetaceen,
Avenigstens bei Beluc/a, eine weitere Ausbildung der Vorderextremität
durch Vermehrung der Fingerstrahlen sich einstellt." Besonders
hervorgehoben wird, dass dies in der gesamten Reihe der Säuge-
tiere der einzige Fall einer derartigen Vermehrung der Phalangen-
reihen ist und dass nur bei fossilen Reptilien (Ichthyosauren)
Analoga sich finden.
Leser, E., lieber histologische Vorgänge an der Ossifikations-
grenze mit besonderer Berücksichtigung des Verhaltens der Knorpel-
zellen. — Arch. f. mikr. Anat. Bd. 32, p. 214—222. Mit 1 Til.
Im epiphysären Knorpelgewebe bildet sich durch Zellteilung
eine Reihe eigentümhch platter Zellen, welche durch ihre Anordnung
in langen Säulen das Längswachstum des Knochens bedingen. In
der Nähe der Markräume wird das Protoplasma dieser Zellen blass
und sieht hy dropisch aus; der Kern verliert seine Gerüstsubstanz
und wird blasenartig. Ganz in der Nähe der Verkalkungslinie, zum
Teil auch inmitten derselben, sind viele der oft sehr geräumigen
Knorpelhöhlen ganz leer, einzelne auch mit Resten protoplasmatischer
Zellsubstanz angefüllt. Mitosen fehlen hier gänzlich. In die er-
wähnten Knorpelhöhlen dringen durch die Wände hindurch Gefässe,
die sich mit roten Blutkörperchen füllen. Unmittelbar nach den
Gefässen — räumlich und zeitlich — bemerkt man relativ grosse,
granulirte Zellen von verschiedener Gestalt, welche die von den
Gefässen frei gelassenen Räume ausfüllen. Sie stammen aus dem
Mark und scheinen identisch zu sein mit den Osteoblasten Gegenbaurs.
Mazzarelli, G. F., Su di alcune anomalie osteologiche in un
cranio di Erinaceus europaeus L. — Bollett. Soc. Naturalisti in Napoli
Ser. I, Vol. II, Anno II, Fase. II, p. 111— 114.
Verf. beschreibt den Schädel eines Igels, welcher folgende Ab-
normitäten zeigt: 1) völlige Verschmelzung des Basioccipitale mit
dem Basisphenoid ; 2) Verschmelzung des Ethmoids, Vomers, des
rechten Nasale und des entsprechenden Ober- und Zwischenkiefers;
3) Höhle mit spongiösem Boden im rechten Frontale, und im Ober-
und Zwischenkiefer.
Nehring, A., macht kurze Mittheilungen über einen Schädel
von Canis jubatus. — Sitzgsber. Ges. naturf. Freunde i888, p. 4 — 7.
Schwink, F, lieber den Zwischenkiefer und seine Nachbar-
organe bei den Säugetieren. München 1888. Mit 5 Tfln.
Slade, D. D., On certain vacuities or deficiencies in the crania
of Mammals. — Bull. Mus. Harvard Coli. Vol. 13., p. 241—246.
Mit 2 Tfln.
Struthers s. unter Anat. u. Phys., AUgem.
Weithofer, K. Anton, Einige Bemerkungen über den Carpus
der Proboscidier. — Morphol Jahrb. Bd. 14., p. 507—516.
12 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. zeigt, dass bei allen fossilen Proboscidiern, soweit bekannt,
das Lunatum sich weit über das Trapezoid binüberschiebt, während
bei E. afrkan. dieses Uebergreifen nur in der Jugend so weit geht,
später sich vermindert und bei E. md. im erwachsenen Zustand fast
stets völlig verschwindet. Man muss dies jedoch wahrscheinhch nur
als secundäre Taxeopodie bezeichnen. Im Verlauf seiner Unter-
snchungen bemerkt Verf., dass der Gegensatz zwischen Cope und
Schlosser in Betreff der Amblypoden als Vorläufer der Diplarthra
sich doch wohl ausgleiche, da Cope's hypothetische „Amblypoda
hyodonta" im Wesentlichen mit den von Schlosser als Vorfahren
der Perissod. u. Artiod. angenommenen Formen übereinstimmen.
Muskelsystem. Adametz, L., Untersuchungen über den Bau
und die Zusammensetzung der Muskeln bei verschiedenen Rinder-
rassen, — ThieFs Landw. Jahrb. XVIL, p. 377—606. Mit 1 Tfl.
Verf. fand u. a., dass das intermuskuläre Bindegewebe bei den
Niederungsrassen des Rindes im allgemeinen sehr reichlich, beim
Steppenvieh dagegen spärHch entwickelt ist. Die untersuchten
Höhenschläge nehmen eine Zwischenstufe ein. Auch die Durch-
messer der Fibrillen (wie der Muskelbündel) sind ausser vom
Geschlecht und Alter von der Rasse abhängig.
Baraban, L., Sur l'existence de fibres elastiques dans l'epiploon
humain et leurs modifications sous l'influence de l'äge. — Journ.
Anat. Physiol. XXIV. p. 90—102. Mit 1 Tfl.
Bardeleben, Karl, Die morphologische Bedeutung des Mus-
culus „sternaHs". — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 324 — 333. Mit
2 Abbildungen.
Unter dem Namen „Sternalis" werden verschiedene Bildungen
zusammengeworfen. Abgesehen von den Platysma- und Pectoralis-
Varietäten handelt es sich entweder um eine tiefere Fortsetzung des
Rectus abdominis, dem Transversus costarum vieler Säugetiere ent-
sprechend — oder um den typischen ,,Sternahs". Dieser gehört in
das System der ventralen Längsmuskulatur, in das System des Rectus
abdominis oder Pubo-hyoideus und ist eine atavistische, keine neue
Bildung. Die Nerven stammen von den vorderen medialen per-
forirenden Aesten der Intercostales II — IV.
Debierre, Des anomalies des musclcs coexistantes et corre-
latives des anomalies des nerfs. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol.
8. S. T. V. p. 86—90.
Behandelt zur Hauptsache 2 Fälle beim Menschen und giebt
Bemerkungen allgemeineren Inhalts über Säugetiere.
Eichbaum, F., Die Fascien des Pferdes. — Arch. f. wissensch.
und prakt. Tierheilk. Bd. XIV. p. 280—309.
Gage, Susann aP., Form, Endings, and Relations of striated
Muscular Fibres in the Muscles of minute Animals (Mouse, Shrew,
Bat, and Enghsh Sparrow). — The Microscope, (Detroit). Vol. VIII.
p. 225—237. Mit 3 Tfln. Ebenda p. 257—272. Mit 2 Tfln.
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 13
Grub er, W., Anatomische Notizen (Fortsetzung). — Virchow's
Arch. Bd. 114, p. 363—374.
Behandelt vorwiegend menschliche Anatomie. No. IV (CCLXXII)
(a. a. 0. p. 369 fF.) wird beschrieben eine Vagina propria im Liga-
mentum carpi dorsale für den Bauch des Extensor digitorum longus
manus für den Zeigefinger beim Menschen — und dieselbe analoge
Vagina für den Bauch desselben Muskels für die 2. Zehe des Vorder-
fusses bei Phascolardos cineretfs. In No. V (CCLXXIII) (a. a. 0.
p. 371 ff.) erörtert Verf. die Teilung der Vagina am Ligamentum der
Fascia cruraHs in der Fussb'euge in zwei secundäre Vaginae für den
Musculus extensor digitorum longus pedis bei dem Älenschen und bei
Säugetieren (DideJpliys, Phascolarcf. ein., Phascolom. icombat).
Gruenhagen, A., lieber die Muskulatur und die Bruch'sche
Membran der Iris. — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 27 — 32. Mit
1 Abbildung.
Verf. weist nach, dass weder in der Iris des Menschen noch in
derjenigen eines Säuge- oder Wirbeltieres überhaupt ein glatter
Dilatator pupillae vorkommt; der muskuläre Bewegungsapparat be-
steht nur aus dem Sphincter pupillae und der Gefässmuskulatur.
Kelley, Edwin A., Notes on the myology of Ursus maritimus.
— Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1888. p. 141 — 154.
Behandelt hauptsächHch die iMuskeln der Gliedmassen.
Kerschner, Ludw., Bemerkungen über ein besonderes Muskel-
system im willkürlichen Muskel. — Anat. Anz. III. Jahrg. p. 126 — 132.
Verf. entwickelt die Ansicht, dass die „Muskelspindeln" Külm's,
welche identisch sind mit den „umschnürten Bündeln" Fränkels,
complizirte sensible Endorgane seien, welche dem Muskelsinne dienen
dürften.
Ranvier, L. , Des muscles de la vie animale a contraction
brusque et ä contraction lente, chez le lievre. — Comptes rend.
hebd. Acad. des sciences. T. CVII. p. 971—972.
Verf. bestätigt durch einen Versuch seine früher geäusserte An-
nahme (a. a. 0. T. CIV, 1887), dass beim Hasen diejenigen Muskeln,
welche beim Kaninchen weiss sind, bei Reizen sich schnell contrahiren
und nach Aufhören des Reizes ebenso schnell wieder ausdehnen, dass
dagegen Muskeln, welche roten Muskeln des Kaninchens entsprechen
langsam auf Reize reagiren.
Struthers s. unter Anat. u. Phys., Allgem.
Sutton, J. B., On the nature of Ligaments. Part. V. — The
Journal of Anat. and Phys. New S., Vol. II, p. 542—553. Mit
3 Abbildungen.
Forts, früherer Mitteilungen. Behandelt werden die Extensoren
des menschlichen Unterarms im Vergleich zu denen der Affen, ferner
der Pyramidalis und der Scansorius (Gluteus quartus).
Windle, Bertram C. A., The Pectoral Group of Muscles. Ab-
stract. — Proc. R. Soc. London. Vol. 45, p. 99—101.
14 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. giebt kurz die Resultate einer auf der Untersuchung von
mehr als 50 Säugetieren beruhenden Arbeit über die Morphologie
der Pectoralmuskelgruppe.
Windle, Bertram C. A., Notes on the Limb Myology of Procyon
cancrivorus and of the Ursidae. — The Journal of Anat. and Phys.
New S., Vol. III, p. 81—89.
Vergleichende Beschreibung der Muskulatur des Rückens, der
Schulter, der Vorder- und Hinterextremität von Proc. cancriv., Cer-
coleptes, Nasua, Ursus.
Derselbe, On the Myology of Erethizon epixanthus. — The
Journ. of Anat. and Phys. New S. Vol. II, p. 126—1-32. 1887!
Es werden einige wichtigere Verhältnisse der Muskulatur hervor-
gehoben, darunter einige Abweichungen von der durch Mivart be-
schriebenen Musk. von Eretlikon dorsatus (P. Z. S. 1882). Hierher
gehört das Vorhandensein eines Pectoralis minor, der bei E. dors.
angeblich fehlt. Auch derFlexor sublimis digitorum zeigt Abweichungen.
Nervensystem. Beevor, Charles E., and Horsley, Victor,
Note on some of the Motor Functions of certain Cranial Nerves (V, VII,
IX, X, XI, XII) and of the three first Cervical Nerves, in the Monkey
(Macacus sinicus). — Proc. R. Soc. London. Vol. 44, p. 269 — 277.
Verschiedene Abweichungen von den bisherigen Anschauungen,
so in Bezug auf den Facialis, Vagus, Hypoglossus. Tabellarische
Uebersicht.
Dieselben, Afurther minute Analysis by Electric Stimulation,
of the so called Motor Region of the Cortex Cerebri in the Monkey
(Macacus sinicus). — Philos. Transactious CLXXIX. p. 205 — 256 X.
Diese Arbeit erschien 1887 (?). Vergl. Ber. f. 1887 p. 16.
Bellonci, J., Ueber die centrale Endigung des Ner\ais opticus
bei den Vertebraten. — Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. 47, p. 1 — 46.
Mit 8 Tfln. und 4 Holzschn.
Nach einer Einleitung (Principien der Unters., Untersuchungs-
methoden) untersucht Verf. zunächst den Tractus opticus der Verte-
braten, wobei folgende Säugetiere behandelt werden: Mvs musc,
M. decuman. var. alba, Cavia cob., Erinacevs eiirop., Rhinolophus
f. equin.j Lepus ctmic. Im Allgemeinen steht der Typus, welcher sich
bei den Säugetieren findet, demjenigen der Reptilien am nächsten,
entfernt sich dagegen weit von dem der Vögel. Von letzterem unter-
scheidet er sich durch die starke Entwicklung des Thalamus, durch
die verhältnissmässig geringe Ausbildung des Corpus opticum und die
starke Entwicklung des Corpus posterius (Corp. quadrigemina post.).
Bei den Chiropteren ist das Auge und das Corp. opt. wenig ent-
wickelt. Im II., Morphologie (im engeren Sinne) überschriebenen
Kap. kommt Verf. zu dem Schluss, dass die Corpora quadrigimena
posteriora der Säugetiere den Corp. posteriora der übrigen Verte-
braten entsprechen; sie sind daher mit demselben Namen zu belegen.
Seinen Ursprung und seinen histologisch-physiologischen Beziehungen
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 15
nach ist das paarige Corpus posterius eine vom ebenfalls paarigen
Corpus opticum verschiedene Bildung; es steht viel mehr mit dem
Hinterhirn als mit dem Mittelhirn in Verbindung. Kap. III behandelt
in grossen Zügen die Struktur des Corp. opticum. Dieselbe ist bei
den Säugetieren im Wesentlichen die gleiche wie bei den anderen
Vertebraten, doch ist die radiäre und konzentrische Anordnung der
anatomischen Elemente weniger deuthch erkennbar. Das letzte Kap.
ist eine Zusammenfassung der gewonnenen Resultate, von denen her-
vorzuheben ist, dass kein Opticusbündel, sehr wahrscheinlich sogar
keine einzige Opticusfaser in andern Gehirnteilen als in dem Corpus
opticum endet.
Below E., Die Ganglienzellen des Gehirns bei verschiedenen
neugeborenen Tieren. — Arch. f. Anat. und Phys., Physiol. Abtlg.
Jahrg. 1888, p. 187—188. (Briefl. Mitteilung).
Verf. stellt fest, dass bei hilflos zur Welt kommenden Tieren
(Mensch, Hund, Katze, Ratte, Maus, Kaninchen) die Ganglienzellen
des Gehirns noch nicht fertig entwickelt sind, während die Gehirne
der Foeten von Pferd, Kalb, Schwein, Schaf, Meerschweinchen schon
in früheren Perioden, stets aber vor der Geburt in allen be-
züglichen Gehirnpartien (Medulla, Kleinhirnrinde, Mittelhirn, auch
schon in der Grosshirnrinde) fertige Ganglienzellenbildung zeigen.
Die Entwicklung der Ganglienzellen schreitet im Gehirn von der
Med. oblong., der Ausbreitung der Rückenmarkstränge folgend, von
hinten nach vorn bis zum Grosshirn fort.
Broca, P., Memoires sur le Cerveau de l'Homme et des Primates.
Publie par S. Pozzi, Paris 1888. Mit 94 Abbildungen.
Brown, Sanger, and Schäfer, E. A., An Investigation into
the Functions of the Occipital and Temporal Lobes of the Monkey's
Brain. — Philos. Trans CLXXIX, p. 303—328. Mit 3 Tfln.
Cattaneo, A., Organes nerveux terminaux musculo-tendineux,
leurs conditions normales et la fagon, dont ils se comportent apres
la section des racines nerveuses et des nerfs spinaux. — Arch. Ital.
de Biol. Tome 10, p. 337—357. Mit 2 Tfln.
Dogiel, Alex., Ueber das Verhalten der nervösen Elemente in
der Retina der Ganoiden, Reptilien, Vögel und Säugetiere. — Anatom.
Anz. m. Jahrg. p. 133-143.
Von Säugetieren werden Affe, Kaninchen und Katze untersucht.
In der Netzhaut der angeführten Tiere sind 2 Arten von Nerven-
zellen vorhanden. Bei der einen Art teilen sich alle Zellfortsätze
und gehen Netzbildungen ein, während die andere Art von Zellen
nicht nur sich teilende (protoplasmatische) Fortsätze besitzt, sondern
auch einen ungeteilt verlaufenden Axencylinderfortsatz, der in eine
Nervenfaser übergeht.
Derselbe, Zur Frage des Verhaltens der Nervenelemente
in der Retina der Störarten, Reptilien, Vögel und Säugetiere. —
Wratsch 1888, Nr. 24 (Russisch).
Vergl. vorher.
16 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Dupuy, Eugene, Obsei-vation de destruction spontanee des
centres moteurs chez un chien, sans paralyse consecutive. — Comptes
rend. liebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 309—310.
Verf. demonstrirt das Gehirn eines Hundes, bei welchem die
rechte Hemisphäre Missbildungen zeigte, ohne dass irgend welche
Störungen im Organismus bemerkt wui'den.
Flesch, Max, lieber die Deutung der Zirbel bei den Säuge-
tieren. — Anatom. Anz. HI. Jahrg., p. 173 — 176.
Verf. sucht darzuthun, dass die Zirbel der Säugetiere und des
Menschen wahrscheinlich kein rudimentäres Organ sei. Für eine
physiologische Bedeutung derselben spricht das Eintretan von Nerven
und das Vorkommen eigenartigor Abscheidungen in der Zirbel, sowie
die Existenz eigenartiger, epithelialer Strukturen auf der der Hirn-
höhle zugekehrten Seite.
Gaupp, E., Anatom. Untersuchungen über die Nervenversorgung
der Mund- und Nasenhöhlendrüsen der Wirbeltiere. — Morphol. Jahrb.
Bd. 14. p. 436—489. Mit 1 Tfl.
Verf. giebt zum Schluss eine Zusammenstellung der bisher
bekannt gewordenen Verhältnisse bei den Säugern, ohne eigene
Untersuchungen.
Gotch, Francis, and Horsley, Victor, Observations upon
the Electromotive Changes in the Mammalian Spinal Cord foUowing
Electrical Excitation of the Cortex Cerebri. — Proc. R. Soc. London.
Vol. 45, p. 18-26. Mit 1 Tfl.
Herve, G., La circonvolution de Broca chez les Primates. —
BuU. Soc. d'Anthropol. de Paris. 4. S., T. 11, p. 275— 314. Mit
4 Holzschn.
Verf. weist eingehend nach, dass sich normaler Weise beim
Menschen und bei den anthropoiden Affen vier Stirnwindungen am
Gehirn finden und dasss sich dieser Typus durch Verdoppelung des
binären Typus bei den niederen Primaten gebildet hat.
Jakimovitch, J., Sur la structure du cylindre-axe et des
cellules nerveuses. — Journ. Anat. Physich XXIV, p. 142 — 168.
Mit 1 Tfl.
Verf stellt seine Untersuchungen unter Anwendung von Silber-
nitrat z. T. an Säugetieren an (Rind, Schaf, Katze, Hund, Kaninchen,
Ratte, Maus). Er findet, das Axencylinder uud Nervenzelle nach
demselben Typus gebaut sind; letztere ist nur eine mit einem Kern
versehene Vergrösserung des Axency linders. Beide bestehen aus
sehr feinen Fibrillen mit einer nicht genau erforschten Zwischen-
substanz; jede Fibrille besteht aus 2 verschiedenen Substanzen,
welche sich verschieden gegen Silber verhalten. Die Querstreifung
von Axencylinder und Nervenzelle sind die Folge der Struktur der
letzteren und nicht künstlich entstanden.
Kerschner, Ludwig, Bemerkungen über ein besonderes
Muskelsystem im willkürlichen Muskel. — Anat. Anz. Jahrg. HI,
p. 126—132.
in der Naturgescliichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 17
Verf. fand auf Querschnitten von kindlichen und foetalen Muskehi
im intrafascicuhiren Bindegewebe kleine Bindegewebsringe von der
Struktur einer geschichteten Perineuralscheide. Innerhalb derselben
wurden einige Querschnitte dünner Aluskelfasern mit centralen Kernen,
ferner vereinzelt Querschnitte von Blutgefässen und Nervenstämmchen
oder Nervenfasern bemerkt. Nach einer historischen Uebersicht über
die bisherigen Angaben über diese schon mehrfach als neu beschriebenen
Gebilde entwickelt Verf. seine Ansicht, dass es sich um komplizirte
sensible Endorgane handelt, welche dem Muskelsinn dienen.
Derselbe, Beitrag zur Kenntniss der sensiblen Endorgane.
— Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 288— 20G.
Fortsetzung der vorigen Arbeit. Verf. bezeichnet die erwähnten
Bildungen als ,,Kölliker'sche Organe" und die dieselben enthaltenden
Muskelfasern als „Weismann'sche Muskelbündel".
Lannegrace, Influence des lesions corticales sur la vue chez
le cliien. — Comtes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 708—714.
Grösstenteils ophthalmologischen Inhalts.
Lussana, Ph., Circumvolutionum cerebralium anatomes humana
et comparata, quam ex vero XXX tabulis exaravit. Ed. II. correcta
et aucta. Patavii, 1888.
Molt, F., Microscopical examination of Clarke's Column in Man,
the Monkey, and the Dog. — 'J'he Journal of Anat. and Phys. New. S.,
Vol. IL, p. 479—496. Mit 9 Abbildgn.
Untersuchungen der Clarke'schen Säule ergaben, dass sieh
dieselbe nur auf ganz bestimmte Gegenden des Rückenmarks
beschränkt, dass ihre Zellen mit Eingeweidefasern in Verbindung
stehen, Verletzungen der Säule Störungen in den Eingeweiden
verursachen und dass sie endlich im Zusammenhang steht zur auf-
rechten Haltung des Menschen. Sie zeigt bei letzterem besondere
Eigentümlichkeiten gegenüber dem Aflen und dem Hunde.
von Monakow, Role des diverses couches de cellules ganglion-
naires dans le gyrus sigmoide du chat. — Arch. des sciences phys.
et nat. Periode HI. Vol. XX, p. 358—360.
Dasselbe deutsch in Corresp.-Bl. f. Schweiz. Aerzte. Jahrg. 18,
p. 605.
Pansini, S., Delle terminazioni dei nervi sui tendini nei
vertebrati. — Boll. Soc. Natural, in Napoli S. I, T. II, p. 135—160.
Mit 2. Tfln.
Säugetiere p. 154 — 155. Die Golgrschen Nervenkörperchen sind
bei den S. am complizirtesten gebaut und entsprechen in jedem ihrer
Abschnitte einem ganzen Körperchen der Reptilien. Der Achsen-
cylinder eines Nerven bildet durch Verzweigung mehrere Gruppen
netzförmiger Nervenkörperchen, deren jedes Kerne enthält und von
einer Henle'schen Scheide umgeben ist. Vergi. oben Cattaneo.
Petrone, Louis M., Sur la structure des nerfs cerebro-rachi-
diens. — Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Phys. Bd. V, p. 39 — 47,
Mit 2 Tfln.
Archiv f. Natuigescli. Jahrg. 1889. Bd.U. H. 1. 2
13 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. beschreibt Neurogliazellen im intracranialen Teil einer
Anzahl von Gehirnnerven und in den Wurzeln einiger Rückenmarks-
nerven.
Derselbe, Sulla struttura del tessuto interstitiale normale dei
centri nervosi cerebro-spinali e dei nervi periferici cerebro-rachidiani.
— Gazetta Ospitali Milano Nr. 4, 11.
Saint Remy, G., Recherches sur la portion terminale du canal
de l'ependyme chez lez vertebres. — Internat. Monatsschr. f. Anat.
u. Phys. V. Bd. p. 17—38 u. 49—63. Mit 1. Tii.
Verf. untersucht den Bau des hintersten Teils des Rücken-
marks, besonders den ,, Terminalventrikel" (fünfter Ventr.) Krause's,
bei einer Anzahl von Vertebraten, worunter folgende Säugetiere:
Ratte, Meerschw., Kaninchen, Katze, Hund, Spitzmaus. Es sind
ausserordentliche Verschiedenheiten in der Form des Rückenmark-
kanals vorhanden. Nur bei der Spitzmaus verjüngt sich der Kanal
allmählich, in dem Maasse wie das Mark an Dicke abnimmt; bei
allen andern Säugetieren erweitert er sich vor seinem Ende in ver-
schiedener Weise, bei jungen Tieren deutlicher als bei alten. Verf
schlägt vor, statt der Krause'schen Bezeichnung ,,ventriculus termi-
nalis" zu sagen „sinus terminalis", da die Ventrikeln ganz andere
Bildungen sind als das erwähnte Organ. Jene sind das Resultat
einer Ausdehnung des embryonalen Rückenmarkkanals, diese das
Ergebniss einer Verzögerung bei der Rückbildung des Kanals.
Schäfer, E. A., A Comparison of tlie Latency Periods of the
Ocular Muscles on Excitation of the Frontal and Occipito-Temporal
Regions of the Brain. — Proc. R. Soc. London. Vol. 43, p. 411— 412.
Verf. untersucht an Affen die Periode latenter Reizung der
Augenmuskeln für die frontale und die hintere (temporale und
occipitale) Area und fand dieselbe um einige Hundertstel einer
Sekunde länger für die temporale und occipitale Area.
Derselbe, On Electrical Excitation of the Occipital Lobe
and adjacent Parts of the Monkeys Brain. — Proc. R. Soc. London,
Vol. 43, p. 408—410.
Verf schliesst aus den durch Reizung des Occipitallobus und
der angrenzenden Teile des Affengehirns erzeugten Augenbewegungen
(subjektive Gesichtsempfindungen) auf einen Connex der gesamten
Seh -Area jeder Hemisphäre mit der entsprechenden seitlichen Hälfte
jeder Retina, sowie gewisser Teile des genannten Bezirks zu be-
stimmten Partien der Retinae.
Derselbe, On the Temporal and Occipital Lobes. —
Brain 1888, p. 13-16.
Ein Affe reagirte nach Abtragung der oberen Schläfenwindungen
noch auf Gehöreindrücke.
Stowell, T. B., The Glosso-pharyngeal Nerve in the Domestic
Cat. — Proc. Americ. Philos. Soc. Vol. XXV, p. 89—94. Mit 1 Tfl.
Derselbe, The Accessory Nerve in the Domestic Cat. —
Ebenda p. 94—99. Mit 1 Tfl.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 19
Derselbe, The Hypogiossal Nerve in the Domestic Cat. —
Ebenda p. 99—104. Mit 1 Tfl.
Turner, W., The Pineal Body (Epiphysis Cerebri) in the Brains
of the Walrus and Seals. — The Journ. of Anat. and Phys. New S.,
Vol. IL, p. 300—303.
Das Walross besitzt eine ungewöhnlich grosse Epiphyse; etwas
kleiner, aber immer noch verhältmssmässig grösser als sonst bei
den Säugetieren ist das genannte Organ bei den Seehunden. Verf.
entwickelt die Ansicht, dass bei den Säugern, gegenüber den Lacer-
tiliern, das bedeutende Wachstum des Tentorium und der Hemi-
sphären des Grosshirns die Entwicklung der Epiphyse (und des
Scheitelauges) gehemmt habe.
Turner, W., Comparison of the Convolutions of the Seals and
Walrus with those of the Carnivora, and of Apes and Man. — The
Journal of Anat. and Phys. New S., Vol. II, p. 554 — 581.
Vergl. Zool. Rep. ChaUenger Part LXVIII.
Virchow, Hans, Ueber das Rückenmark der Anthropoiden.
— Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 509 — 510. (Ref. Verb. Anat. Gesellsch.
Versammig. Würzburg 1888).
Bei Individuen verschiedenen Alters treten innerhalb derselben
Spezies grössere Verschiedenheiten auf als bei verschiedenen nahe-
stehenden Spezies. Orang und Chimpanse zeigen im Allgemeinen
viele Aehnlichkeiten, während beim Gibbon stärkere Abweichungen,
besonders vom Orang, sich geltend machen.
Derselbe, üeber grosse Granula in Nervenzellen des
Kaninchenrückenmarks. — Centralbl. f. Nervenheilk. Jahrg. XI, Nr. 2.
Vitzou, A.-N., L'entre-croisement incomplet des fibres nerveuses
dans le chiasma optique chez le chien. — Comtes rend. hebd. de
l'Acad. des sciences. T. CVII, p. 531-533.
Verf. zeigt an mit Hunden angestellten Versuchen, dass sich
die von den Occipitallappen ausgehenden Nervenfasern im Chiasma
nicht alle kreuzen, sondern dass etwa ein Viertel der von einem
0. Lappen ausgehenden Fasern direkt zu dem Auge der entsprechenden
Seite verlaufen.
Derselbe, Contribution ä l'etude du centre cerebro-sensitif
visuel chez le chien. — Ebenda p. 279 — 282.
Verf kommt nach einer Reihe von Versuchen zu dem Ergebniss,
(in üebereinstimmung mit den Resultaten Munk"s), dass das Seh-
centrum des Hundes in der hinteren Hälfte der ersten, zweiten und
dritten Windung der Occipitallappen liegt.
Waszkiewicz, Ph., Zur Frage über die Beziehungen zwischen
der Zahl der Fasern in den Nervenstämmen und dem Körpergewicht
bei Säugetieren. — Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 206 — 208.
Kurze Zusammenfassung der Resultate einer später erschienenen
grösseren Arbeit. S. dieselbe später.
Weinreich, Max, Ueber Nerven und Ganglienzellen im Säuge-
tierherzen. — Diss. (Halle) Merseburg 1888.
2*
20 Dr- Ernst Schaff: Bericht, über die Leistungen
Verf. untersucht Maus, Maulwurf und Mensch und gelangt zu
folgenden Ergebnissen: „Die Nerven des Säugetierherzens stammen
vom N. sympathicus und vom N. vagus; mit ihnen stehen Ganglien-
zellen in Verbindung. Dieselben scheinen nie apolar, wohl aber
uni- und multipolar zu sein. Sie können sich zu Ganglien ver-
einigen und liegen als solche an der Vena cava ascendens, der
Vorhofsscheidewand, der Grenze zwischen Vorhof und Ventrikel und
am Ventrikel. Die Ganglienzellen gehören anscheinend am Vorhof
vorwiegend zum N. sympathicus, die in den tiefer gelegenen Teilen
des Herzens zum cerebro-spinalen System."
Zuckerkandl, E., Das Riechbündel des Ammonshorns. —
Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 425 — 434.
Verf beschreibt als ,,Rieclibündel des Ammonshorns" ein Ver-
bindungsstück zwischen dem Lobus olfact. und dem Cornu Amm.
Untersucht werden besonders Primaten, incl. Mensch.
Siiinesorgane. Alzheimer, A., Ueber die Ohrenschmnlzdrüsen.
— Verh.phys.medizin.Gesellsch. Würzburg. Bd. XXII Nr. 8. Mit2Tfln.
Bück, A. H., A contribution to the Anatomy of the Elephant's
Ear. — Medical News Vol. LIII, p. 107.
Duval, Math., Le troisieme oeil des Vertebres. Le^ons faites
k l'Ecole d' Anthropologie, recueillies par P.-G. Mahondeau. — Journ.
de Micrographie T. 12, p. 250, 273, 308, 336, 368, 401, 429, 459,
500, 523.
Behandelt zusammenfassend in sehr eingehender Weise die
bisherigen Untersuchungen über das dritte Auge der Wirbeltiere,
wobei auch die Säugetiere, wenn auch nur in geringerem Masse,
berücksichtigt werden.
Herzfeld, P., Ueber das Jacobson'sche Organ des Menschen
und der Säugetiere. — Zool. Jahrb. Abtlg. f. Anat. HL, p. 551 — 574.
Mit 2 Tun.
Verf giebt zunächst eine allgemein gehaltene Beschreibung des
Jacobson'sche Ganges mit besondererer Berücksichtigung des Schafes,
sowie des Menschen, erörtert dann das Vorhandensein oder Fehlen
des Jac. G. und des Nasengaumenganges bei einer Reihe von Säuge-
tieren und untersucht endlich den speziellen Bau des Jac. Organs
(die beteiligten Knochen, die Knorpel und die Weichteile, als Epithel,
Drüsen etc.). Die Frage nach der Function des genannten Organs
zu lösen, gelang dem Verf nicht.
Hönigschmied, Job., Kleine Beiträge betreffend die Anordnung
der Geschmacksknospen bei den Säugetieren. — Zeitschr. f wissensch.
Zool. Bd. 47, p. 190—200.
Untersucht werden Luchs, Bär, Esel, Eber, Hamster, Waldmaus,
Haselmaus. Berücksichtigt werden fast nur die äusseren Ver-
hältnisse, dagegen weniger die feinere Struktur, bezüglich welcher
auf die Arbeiten von Loven und Schwalbe verwiesen wird.
Klaatsch, H., Zur Morphologie der Tastballen der Säugetiere.
Morphol. Jahrb. Bd. 14, p. 407 ff". Mit 2 Tfln.
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 21
Das Liniensystem der Hand tritt zuerst in beschränkter Weise
bei den Beuteltieren auf, zunächst auf den Ballen, später auf den
intermediären Flächen, wobei dann häufig auf der Höhe der Ballen
eine Komplizirung der Linien eintritt. Die Carnivoren stehen auf
einer primitiven Stufe, da bei ihnen sich die bei niederen Marsup.
vorhandenen Warzen noch finden, manchmal jedoch in linien-
ähulichen Bildungen angeordnet. Die Nager stellen einen be-
sonderen Typus dar durch die zapfenartige Entwicklung der Ballen,
lassen aber ebenso wenig wie die Insektenfresser eine einheitliche
Beurteilung zu. Zum Menschen führen von den Beuteltieren
(Phalangista) die Prosimiae und die Affen.
Klingberg, Beiträge zur Dioptrik des Auges einiger Haus-
tiere. 1. T. — Programm der Domschule zu Güstrow. Ostern 1888,
p. 1—22.
Paulsen, E., Ueber die Schleimhaut, besonders die Drüsen,
der Oberkieferhöhle. — Arch. f. mikr. Anat. Bd. 32, p. 222— 23-2.
Mit 1 Tfl.
Uiitersucht wurden Kaninchen, Hund, Katze, Ochse, Kalb, Pferd,
und Hammel. Das die Obertiäche bedeckende Epithel enthält \del-
fach Becherzellen, die früher nicht bemerkt worden waren. Eine
Membrana hyaloidea Avurde entgegen den Angaben Scheff's nicht
gefunden. In einem menschlichen Sinus maxillaris, sowie in den
betr. Höhlen der genannten Tiere vermisste Verf. nie Drüsen, doch
waren diese von verschiedener Ausbildung. Oft zeigten die Aus-
führungsgänge blasenförmige Erweiterungen. Die Mehrzahl der
Drüsen ist den Eiweissdrüsen zuzurechnen.
Rampoldi, R., Sulla fina anatomia della retina dei Mammiieri.
Nota preventiva. — Estr. dagli Ann. di Ottalmologia Ann. 17, Fase. 1.
Derselbe, Süll' anatomia della regione interna della retina
dei Mammiferi. Nota istologia. — Ebenda Fase, 2.
Retter er. Ed., Note sur la structure de l'iris chez les mammi-
feres. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 319—323.
Verf. kommt zu folgenden Resultaten: Faserzellen finden sich
nur im Sphinkter der Iris; die Bruch'sche Membran ist (bei den
untersuchten Säugern) nicht aus Faserzellen zusammengesetzt; dila-
torische Muskelbündel sind in der Iris nicht vorhanden.
Sardemann, E., Beiträge zur Anatomie der Thränendrüse. —
Ber. naturf. Gesellsch. Freiburg. Bd. III, p. 95 — 125.
Tuckermann, Fred., Note on the Papilla foliata and other
Taste Areas of the Pig. — Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 69 — 73.
Verf. beschreibt die Pap. foliatae, die Pap. circumvallatae und
die Pap. fungiformes des Schweines.
Derselbe, Observations on the Structure of the Gustatory
Organs of the Bat (Vespertilio subulatus). — Journ. of Morphology
Vol. II, p. 1 6. Mit 1 Tfl.
Derselbe, On the Gustatory Organs of Putorius vison. —
Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 941—842.
22 Dl'- Erust Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. beschreibt zunächst die Zunge des amerikanischen Nörzes,
darauf die eigentlichen Geschmacksorgane. Papulae cicumvall.
wurden in 2 Paaren angetroffen, während in der Regel 3 Paar vor-
handen sind. Tastkörperchen sind nicht sehr zahlreich.
Derselbe, The Tongue and Gustatory Organs of Fiber zibe-
thicus. — The Journ of Anat. and Phys. New S. Vol. II, p. 135 — 141.
Mit 1 Tfl.
Zunächst Beschreibung der Zunge in toto, dann der Papilla
circumvallata, der 2 Pap. foliatae und der Pap. fungiformes. Im
unteren Teil der Pap. circumv. liegt ein grosses Ganglion in einer
bindegewebigen Hülle, von ihm aus gehen Nerven zu den Geschmacks-
knospen.
Willach, P., Ueber die Kristalllinse bei Säugetieren. Osterwieck
1888 (1887?). Dissertation, Erlangen.
Gefässsystem. Form ad, H. F., Comparative studies of
Mammalian Blood. — The Journ. of. Comp. Med. and Surg. Vol. IX.
p. 254-312. Mit 6 Tfln. und 15 Textfig.
Zunächst allgemeine Bemerkungen über das Blut; dann Ver-
gleich und Unterscheidung von frischem menschlichem und Säugetier-
blut; Erkennung und Nachweis von menschlichem Blut in Criminal-
fällen, nebst Bemerkungen hierzu.
Fredericq, L., La pulsation du coeur chez le chien. — Arch.
de Biol. Tom VIII, p. 493—622. Mit Figg.
1. Sur le trace cardiographique des ventricules. 2. Sur le tr.
card. des oreillettes. 3, Sur les phenomenes electriques de la Systole
ventriculaire.
Gosse, H., Dimensions des globules du sang chez differents
animaux. — Arch. des sciences phys. et nat. III. Periode, T. XXX,
p. 311—312.
Verf. teilt kurz mit, dass Messungen von Blutkörperchen aus-
geführt an Photographien, welche mit starken Vergrösserungen
erzeugt sind, das beste Mittel zur Unterscheidung von Blut ver-
schiedener Herkunft ist. Bei einer und derselben Tierart zeigen
sich Grössenverschiedenheiten je nach dem Alter des Tieres (Rind,
Kalb). Auch Castration beeinflusst die Blutkörperchen.
Gutraann, G., Ueber die Lymphbahnen der Cornea. — Arch.
f. mikr. Anat. Bd. 32, p. 593— Mit 3 Tfln.
Verf. untersuchte mit Asphaltinjectionen die Lymphbahnen in
der Cornea von Rindern, Kaninchen, Schweinen und Menschen und
stellte so Bilder der Saftlücken her.
Halliburton, W. D., On the Coagulation of the Blood.
Preliminary Communication. — Proc. R. Soc. London. Vol. 44,
p. 255—268.
Verf. fand durch Untersuchungen am Blut von Katzen folgendes:
1. Lymphzellen liefern als eins ihrer Zersetzungsprodukte ein Globulin,
welches man Zellglobulin nennen kann. Dasselbe besitzt die bisher
dem Fibrinferment zugeschriebenen Eigenschaften. 2. Fibrinferment,
Avie es aus dem getrockneten alkoholischen Niederschlaii' von Blut-
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 23
serum gewonnen wird, erweist sich concentrirt als Globulin mit den
Eigenschaften von Zellglobulin. 3. Das durch Salzlösungen aus dem
gewaschenen Blutgerinsel („blood clot") ausgezogene Fibrinferment
ist ein ebenfalls mit Zellglobuhn identisches Globulin. 4. Serum-
globulin aus Wasserbruch- („hydrocele") Flüssigkeit präparirt, hat keine
fibrinoplastischen Eigenschaften; esist\äelleichtbesserPlasmaglobulinzu
nennen. 5. Aus Serum gewonnenes Serumglobulin hat ausgeprägte
fibrinoplastische Fähigkeiten. Dies rührt daher, weil es aus Plasma-
globulin und Zellglobulin, entstanden bei der Zersetzung der weissen
Blutkörperchen, besteht. 6. Der Grund der Gerinnung des Blutes
ist zunächst die Zersetzung der weissen Blutkörperchen; diese setzen
Zellglobulin iu Freiheit, welches als Ferment wirkt und Fibrinogen
in Fibrin umsetzt. — Bestätigung und Erweiterung von Hammarsten's
Ansichten, Gegensatz zu Wooldridge, welcher a. a. 0. p. 28"2 — •28-4
eine Erwiederung veröffentlicht, wesentUch chemisch-physiologischen
Inhalts.
Hochstetter, Ferd., Zur Morphologie der Vena cava inferior.
— Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 867-872.
Vorwiegend polemischen Inhalts, gegen die Angriffe Kerschner's
gerichtet.
Derselbe, Ueber das Gekröse der hinteren Hohlvene.
— Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 9G5 974. Mit 3 Abbildgn.
Wahrscheinlich existirt bei allen Wirbeltieren, welche eine
hintere Hohlvene haben, in der Anlage wenigstens, ausser dem
dorsalen und ventralen Darmgekröse ein drittes Längsgekröse,
welches den rechten dorsalen Rand der Leber mit der Wurzel des
dorsalen Darmgekröses verbindet und sich bei den Säugetieren (und
Vögeln) auch noch über die Leber hinaus nach vorn erstrecken
kann. Dies Gekröse wird zum Träger des selbständig entstehenden
Hohlvenenabschnittes.
Keibel, Franz, Netzbeutelbildungen in der Brusthöhle. —
Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 234 — 237. Mit 1 Abbildg.
Verf beschreibt eine eigentümliche Netzbeutelbildung in der
Brusthöhle eines gemeinen Bären, gebildet von einer die Vena cava
inf. einscliliessenden Pleuraduplikatur. Von einer Reihe auf diese
Befunde untersuchter anderer Säugetiere zeigte nur ein Murmeltier
eine ähnliche Bildung. Verf. vermutet, dass diese Netzbeutelbildungen
durch Fetteinlagerungen bedingt seien, welche für die winterliche
Schlaf- und Fastenzeit von Wichtigkeit sind.
Kerschner, Ludw., Zur .Morphologie der Vena cava inferior.
— Anatom. Anz. IIL Jahrg., p. 808—823.
Eine Arbeit allgemeineren Inhalts, in der auf Säugetiere im
Besonderen nicht eingegangen wird.
Derselbe, Nochmals zur Morphologie der Vena cava inferior.
— Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 943 — 947.
Wesentlich polemischen Inhalts.
Mc William, J. A., On the Rhythm of the Mammalian Heart.
— Proc. R. Soc. London. Vol. 44, p. 206—208.
24 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Untersucht werden Katze, Hund, Kaninchen, Ratte, Meer-
schweinchen, Igel.
Derselbe, 'Inhibition of the Mammalian Heart. — Ebenda
p. 208—213.
Verf. beschreibt folgende Versuche resp. deren Resultate : Durch-
schneidung der Vagi, Reizung des Vagus, Wirkung derselben auf
die Auriculae cordis, sowie auf die Ventrikeln. Ferner erörtert er
die Wirkungen, welche eine auf eine bestimmte Stelle („inhibitory
area") an der dorsalen Seite der Aurikel- Oberfläche gerichteter
elektr. Strom erzeugt: rapide, zuckende Bewegung der Auriculae,
Verlangsamung oder Stillstand der Ventrikelbewegung. Zum Schluss
einige Mitteilungen über den Effekt von Reizungen der Mündungs-
stellen der grossen Gefässe bei abnormen Zuständen, wie Asyphyxie etc.
Munk, H., Weitere Untersuchungen über die Schilddrüse. —
Sitzungsber. Kgl. Preuss. Akad. Wissensch. Berlin. Jahrg. 1888,
p. 1059—1093.
Verf. erörtert eingehend die bei Hunden nach Exstirpation der
Schilddrüse auftretenden Kraiddieitserscheinungen, die nach ihm aus
Reizungen entspringen, welche die in der Umgebung der Drüse
befindlichen Nerven erfahren. Lediglich die entzündliche Schwellung
der Schilddrüsenlappen wird dem Tier verhängnissvoll, was auch der
Fall sein würde, wenn keine Exstirpation der Drüse erfolgte. Beim
Affen treten dieselben wesentlichen Krankheitserscheinungen nach
der erwähnten Exstirpation auf wie beim Hunde, während bei anderen
Tieren Verschiedenheiten wahrzunehmen sind. Diese beruhen wohl
weniger auf verschiedenartiger Funktion als auf verschiedenartiger
Empfindlichkeit der betr. Tierarten.
Rojecki, F., Note sur la disposition des troncs arteriels des
membres chez les singes du genre Macaque consideres par rapport
ä ceux des singes antropomorphes et de Thomme. — Comptes rend.
hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 281—284.
Tauber, A. S,, Ueber die Topographie der Schilddrüse bei
den Haustieren. Eine anatomisch - physiologische Studie. Wratsch
1888, No. 8 ff. (Russisch).
Virchow, H., Ueber Augengefässe der Carnivoren nach Unter-
suchungen des Herrn Bellarminow. — Arch. f. Anat. u. Phys.
Physiol. Abtlg. Jahrg. 1888, p. 552—556.
Referat mit sehr vielem Detail. Von Carnivoren werden nur
Hund und Katze genannt.
Waller, Aug. D., On the Electrornotive Charges connected
with the Beat of the Mammahan Heart, and of Human Heart in
particular. — Proc. R. Soc. London. Vol. 44, p. 331.
Nur ein ganz kurzer Auszug.
Yerdaiiuiigsorgane. von Brunn, Ueber Membrana prae-
formativa und Cuticula dentis. — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 506
bis 508. (Rev. Verh. Anat. Gesellsch. Versammig. Würzburg 1888).
Verf. teilt mit, dass er die Membr. praef. genau so gefunden,
wie sie zuerst von Raschkow beschrieben wurde. Da man nach
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 95
Beginn der Dentinbildung zwischen ihr und dem Rande des jungen
Elfenbeins keine deutliehe Grenze erkennen kann, so muss man
daraus schliessen, dass die Membran verkalkt und die äusserste
Dentinlage bildet. Die Cutic. dent. lässt sich leicht an Zähnen, welche
dem Durchbruch nahe sind, nachweisen, besonders schön am Eckzahn
eines IG — 18 Tage alten Kätzchens. Deutlich sieht man, dass sie
sich zwischen dem Schmelz und dem inneren Schmelzepithel befindet.
Sie muss daher nach Beendigung der Schmelzbildung vom Schmelz-
epithel abgesondert sein.
Cope, E. D., weist kurz auf die Entdeckung von Zähnen bei
Ornifh. anatimis (vergl. unten Poulton) hin und schliesst hieraus,
dass die Multituberkulata wahrscheinlich Monotremen und nicht
Marsupialier seien. (Am. Nat. XXII., p. 259.)
Döbner, Merkwürdiges Vorkommen im Gebiss eines Luchses.
— Zool. Garten Jahrg. 1888, p. 346.
Der Schädel enthält in beiden Ünterkieferhälften M 2.
Edelmann, R., Die Fortschritte auf dem Gebiet der Ver-
dauungslehre unserer Haussäugetiere im letzten Dezennium. — Tier-
medizin. Vortr. Bd. 1, Hft. 2. Halle 1888.
Ellen berger, lieber das Vorkommen der Hakenzähne (dentes
canini) bei Pferden. — Ber. üb. d. Veterinärwesen im Kgr. Sachsen
für d. Jahr. 1887, p. 2—18.
Flesch, Max, Ueber Beziehungen zwischen Lymphfollikeln
und secernierenden Drüsen im Oesophagus. — Anatom. Anz.
III. Jahrg. p. 283—286. Mit einer Abbüdung
Im oberen Teil des Oesophagus des Menschen und einiger
Säugetiere stehen acinöse Drüsen mit Lymphfollikeln in direkter
Verbindung, bei anderen Säugetieren dagegen nicht, z. B. beim
Hunde, wo in der Speiseröhre Lymphfollikel fast ganz fehlen. Verf.
meint, dass das Drüsensekret durch die von den Follikeln ab-
gegebenen Lymphzellen chemisch verändert werde.
Galippe, Note sur les alterations des dents sous l'infiuence
d'un sejour prolonge dans le sol. — Comtes rend. hebd. Soc. Biol.
8. S. T.V., p. 572—574.
Verf. beschreibt die durch Mikroorganismen verursachten Ver-
änderungen der Struktur von Zähnen, welche läuGere Zeit in der
Erde lagen. (Vergl. Ber. f. 1887, p. 13, Roux.)
Kaufmann, Application de la methode graphique k Tetude de
la spcretion parotidienne chez le cheval Comjjtes rend. hebd. Soc.
Biol. 8. S. T. V., p. 815—816.
Verf. untersucht die Speichelabsonderung der Parotiden ver-
mittelst einer Fistel im Ductus Stensonianus, welche mit einem
Registrirmanometer verbunden wird. Beim Kauen der Nahrung
findet an der Seite, wo das Pferd gerade kaut, eine stärkere Speichel-
absonderung statt als an der entgegengesetzten. Ebenso tritt bei
jedem einzelnen Biss ein stärkerer Speichelfluss ein als in der
Zwischenzeit, in der sich die Kinnladen von einander entfernen.
26 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Killian, G., Ueber die Bursa und Tonsilla pharyngea. —
Morphol. Jahrb. Bd. 14., p. 618—711. Mit 2 Tfln. und 43 Textfig.
Verf. untersuchte ein reiches Material vom Menschen, sowie
eine Reihe von Wirbeltieren, meistens Säugern. Bei den meisten
untersuchten Säugern fehlt die als Rachentasche bezeichnete Aus-
stülpung der Rachenschleimhaut gegen das Hinterhauptbein. Sie
wurde gefunden bei A. marmota, Sus scrofa, C. capreol, Ursns (nach
anderen Autoren). Verf. schliesst sich an Schwabach an, welcher
die als Rachentaschen bezeichneten Bildungen bei Erwachsenen als
sekundär und als meist pathol. Erzeugnisse der Rachentonsille auffasst,
und empfiehlt bei Erwachsenen statt Bursa pharyng. „Recessus"
oder ,,Pseudobursa" zu sagen.
Betreffs der Rochentonsille wird constatirt, dass sie beim
Menschen vom 6. Embryonalmonat bis zum Ende des 2. Dezenniums
aus der Basisphenoidalgegend in die Basioccipitalgegend rückt. Sie ist
bei den Säugern nicht so constant wie die Gaumen-, doch ebenso
häufig wie die Zungentonsille. Ausser dem Menschen besitzen die
Haustiere besonders grosse Rachentonsillen, was vielleicht auf die
Lebensweise, den langen Aufenthalt in geschlossenen (staubigen)
Räumen zurückzuführen wäre, möglicherweise auch mit Ernährungs-
verhältnissen in Zusammenhang steht.
In einem Nachwort erklärt sich Verf. gegen die Ansicht
Schwabach's das der „Recessus pharyngeus med. embryonaüs" resp.
die Bursa pharyngea embryonalis zur Rachentonsille gehöre und ihre
Entwicklung einleite.
Lataste, Fernand, Des dents exceptionnellement mono-
physaires chez les mammiferes cliphyodontes. — Comptes rend. hebd.
Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 37—41.
Verf. zählt die Fälle auf, in denen bei diphyodonten Säuge-
tieren einzelne Zähne nicht gewechselt werden. Den ersten Pm. von
Schwein, Robbe und Hund, welcher nicht gewechselt wird, sieht
Verf. als zur zweiten Dentition gehörig an.
Loder, E. G., macht einige Angaben über einen ausserordentlich
grossen Stosszahn eines afrikan. Elefanten. Derselbe hatte eine Länge
von 9 Fuss 5 Zoll (engl.). (Proc. Zool. Soc. London 1888, p. 87.)
Mo US SU, Nerf moteur ou secreteur de la glande parotide chez
le boeuf. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 280—281.
Verf weist liin auf einen zur Parotis gehenden Zweig des Buccal-
nerven, ,,nerf parotidien", welcher besonders geeignet ist zum Studium
am lebenden Tier.
Nehring, A., lieber die Form der unteren Eckzähne bei den
Wildschweinen, sowie über das sogen. Torfschwein (Sus palustris
Rütimeyer). — Sitzgsber. Ges. naturf. Freunde. 1888, p. 9 — 16.
Verf. erläutert zunächst, dass bei den verschiedenen Arten der
Wildschweine die Querschnitte der unteren Eckzähne männlicher
Individuen charakteristische Conturen zeigen. Sodann entwickelt er
die Ansicht, ,,dass die Charaktere, durch welche sich Sics palustris
Ruf. von Sus scrofa ferus unterscheiden soll, keine specifischen sind,
in der Natuigeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 27
sonderu als Folgen einer primitiven Domestikation in Verbindung
mit knapper Nahrung und rauher Lebensweise erscheinen."
Poulton, Edw. B., True Teeth in the young Ornithorliynclws
jximdoxus. — Proc. R. Soc. London. Vol. 43, p. 353 — 356. Mit
1 Holzschn.
Verf. fand bei der Untersuchung einer Schnittserie durch den
Kopf eines jungen Schnabeltiers echte Säugetierzähne in den sub-
epithelialen Geweben des Daches der Mundhöhle. Später wurden
sie auch im Unterkiefer festgestellt. Wahrscheinlich finden sich in
jeder Kieferhälfte 3 Zähne. Der vorderste weicht in der Form von
den andern ab und ist von ihnen durch ein Diastema getrennt. Er ist
einspitzig, während die beiden hinteren mehrspitzig sind, im Ober-
kiefer mit 2 inneren, im Unterkiefer mit 2 äusseren Hauptspitzen.
Die histologischen Befunde stimmen mit dem für Säugetierzähne
typischen Verhalten. Diese Uebereinstimmung spricht dafür, dass
die Zähne der höheren Säuger einen mehr ursprünglichen Typus
bewahrt haben als die übrigen Organe.
Ranvier, L., Le mecanisme de la secretion. — Journ. de
Micrographie. T. 12. p.3— 11, 33-41, 65—73, 104—111, 165—173,
212—218, 243—250, 298—303, 329—335, 364—368, 389—393.
Vorlesungen R.'s am College de France, stenographirt von
J. Pelletan. Forts. — Behandelt im Wesentlichen die Speichel-
drüsen und zwar zur Hauptsache von Säugetieren. P. 3—6 wird
erörtert, dass bei den simplicidenten Nagern 3 Paar sublinguale
Speicheldrüsen vorhanden sind (submaxillaris , retrolingualis und
subungualis), bei den duplicidenten dagegen nur zwei (submax. u.
subling.). Es ist dies ein gutes Unterscheidungsmerkmal der beiden
Gruppen. Weiter werden eingehend behandelt die Speicheldrüsen
von Igel, Maulwurf und mehreren Fledermäusen.
Sanson, Andre, Puissance digestive des mulets. — Comptes
rend. hebd. Soc. BioL 8. S. T. V., p. 316—318.
Verf zeigt, dass Maultiere besser das Futter verdauen als Pferde.
Seeley, H. G., On the Nature and Limits of Reptilian Character
in Mammalian Teeth. — Proc. R. Soc. Vol. XLIV p. 129—141.
Verf. setzt auseinander, dass die morphologischen Verhältnisse
der Zähne bei den Säugetieren sich so vereinfachen können, dass
die Säugetierzähne sonst für die Reptilien typische Charaktere an-
nehmen. Umgekehrt können auch Reptilienzähne die Merkmale von
Säugetierzähnen tragen (Empedias-Chrysochloris).
Verardini, F., Intorno la chirurgia del Pancreas sostcnuto
da esperimenti sopra animali vivi e da fatti clinici. — Mem. R.
Accad. Sc. Istit. de Bologna. S. IV. T. IX., p. 245—250.
Grösstenteils Zusammenstellung der bisherigen Ergebnisse.
Wilckens, M., Beitrag zur Kenntniss des Pferdegebisses mit
Rücksicht auf die fossilen Equiden von Maragha in Persien. —
Nova Acta Leop. Bd. 52, Nr. 5. Mit 8 Tfln.
28 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
In der Einleitimg giebt Verf. eine tabellarische Uebersicht über
die Backenzalmgebisse von Ilipparion med it., Eqnus foss. und Eqims
caball. nach den Angaben Rütimeyer's und erläutert dann die Rassen-
unterschiede am Backenzahngebiss der lebenden Pferde unter Be-
rücksichtigung der Angaben von Franck (Oberkieferbackenz.). Beim
orientalischen Pferde ist der Breitendurchm. der oberen Backen-
zähne grösser oder mindestens so gross wie der Längsdurchmesser,
beim occidentalischen ist er kleiner. Ferner ist beim abend-
ländischen Pferde die Kräuselung der Schmelzfalten stärker als bei
den morgenländ. Schlägen und dadurch bedingt ragt bei ersterem
das Vorderhorn der Hintermarke weiter über das Hinterhorn der
Vordermarke als bei den Orientalen, wie auch bei letzterem der
sogen. ,, Sporn" (eine kleine Falte an der Hinterbucht des Innen-
randes der ob. Backenz.) weniger entwickelt ist oder gar fehlt.
Ebenfalls durch die stärkere Schmelzkräuselung verursacht ist die
stärkere Zweilappung des Pfeilers an der Innenwand des Vorderjochs
beim abendländischen Pferd. Endhch zeigen auch die beiden Aussen-
falten Verschiedenheiten je nach der Ptasse. Auch die von Franck
nicht berücksichtigten unteren Backenz. sind bei den beiden Pferde-
gruppen verschieden. Ein Mittelstellung zwischen abendländischen
und morgenländischen Pferden nimmt das aus der Kreuzung beider
hervorgegangene englische Rennpferd ein. Sodann wird erörtert, dass
die Geschlechsfolge von Hipparion durch Equus foss. zu E. asm.
und den beiden Gruppen des lebenden E. caball. nicht angenommen
werden darf, sondern für die beiden recenten Gruppen verschiedene
Stammformen existirt haben. Wichtig für diese Frage sind die bei
Maragha in Nordwest-Persien aufgefundenen Equidenreste. Dieselben
gehören überwiegend zu Hipparion., während ein kleiner Teil einem
echten Equus entstammt, welcher als E. foss. persicus bezeichnet
wird. Es folgt dann eine eingehende Untersuchung und Vergleichung
der Hipparionzähne gegenüber Pferdezähnen, wobei eine Auseinander-
setzung über die Schneidezähne der Equiden eingefügt wird. (Unter-
schiede von „Fohlenzähnen" = Milchschneidez. des Pferdes, „Pferde-
zähnen" = Ersatzschneidez. des Pferdes, und Eselszähnen durch die
Form der Zähne und ihre Schmelzfalten). Interessant ist der Um-
stand, dass die Milchschneidez. der recenten Pferde die Form der
Ersatzschneidez. von Hipparion wiederholen. Verf. kommt auf Grund
der angedeuteten Untersuchungen der Fossilreste von Maragha zu
dem Resultat, dass das Hipparion uud das fossile Pferd Persiens als
Stammform der morgenländischen Pferde, das pikermische bezw.
europäische Hipparion und dessen fossile Equus -Nachkommen als
Stammform der abendländischen Pferde zu betrachten sind.
Atliinuiigsorgane. Brown-Sequard et d'Arsonval, Nouvelles
recherches demontrant que les poumons secretent un poison extreme-
ment violent qui en sort avec l'air expire. — Comptes rend. hebd.
Soc. Biol. 8. S. T V., p. 33—37.
Mit der ausgeathmeten Luft wird aus den Lungen des Menschen
und der Säugetiere ein Gift ausgeschieden, welches nach den Unters.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 29
der Verf. zu den flüchtigen organischen Älkaloiden gehört. Versuche
an Kaninchen mit Einspritzung einer flüssigen Lösung des Giftes in
das Blut und unter die Haut.
Bemerkungen hierzu von R. Wurtz ebenda p. 4i — 42, ferner
von Dastre ebenda p. 43 — 44.
Dieselben, Nouvelles remarques ä l'egard du poison pulmo-
naire. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 54 — 56.
Dieselben, Toxicite de l'air expirc, nouvelles recherches. —
ebenda p. 90—91.
Dieselben, Remarques sur la valeur des faits qui nous ont
servi a demontrer la toxicite de l'air expire. — Comptes rend. hebd.
Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 99—104.
Weitere Mitteilungen von Brown-Sequard und d'Arsonval über
das Gift der Atemluft ebenda p. 108 — 110, 151 — 153.
Dastre, Note au sujet de la toxicite des produits de
condensation pulmonaire. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S.
T. V., p. 43—44.
Verf. zeigt, dass das in der ausgeathmeten Luft enthaltene
Gift nicht immer gleich wirkt.
Dastre, A., et Loye, P., Recherches sur la toxicite de l'air
expire. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 91 —
Verf. suchen nachzuweisen, dass das von Brown-Sequard u. A.
in der ausgeatmeten Luft gefundene Gift entweder nicht constant
oder normaler Weise quantitativ nicht genügend ist, um schädlich
zu wirken.
Dubois, Raphael, Sur le mecanisme respiratoire chez la
Marmotte pendant le sommeil hibernal et pendant le sommeil
anesthesique. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 841 — 842.
Verf. constatirt Verschiedenheit des Athmungsmeclianismus beim
murmeltier im Winterschlaf und im wachen Zustand.
Spoon, W. L., veröftentlicht eine Beobachtung über das Athmeu
von Fiber zihethicus unter dem Eise zugefrorener Gewässer. (Am
Nat. XXIL, p. 539—540).
Exkretionsorgane. Guamieri e Magini, Studi sulla Ana
struttura delle capsule soprarenali. Nota preventiva. — Atti della
R. Accad. di Lincei S. 4. Rendiconti Vol. IV, p. 844—847.
Vergl. u.
Dieselben, Etudes sur la fine structure des capsules surre-
nales. — Arch. ital. de Biol. T. X, p. 379—384.
Studien über die Nebennieren von Kaninchen, Meerschw., Ratte,
Hund, Rind und Mensch.
Hochstetter, Ferd., Ueber den Einfluss der Entwicklung der
bleibenden Nieren auf die Lage des Urnierenabschnittes der hinteren
Cardinal venen. — Anatom. Anz. HL Jahrg. p. 938-940. Mit
2. Abbildgn.
Innerhalb eines Tages drängen die in der Entwicklung begriffenen
bleibenden Nieren die Endabschnitte der Urnieren samt den ent-
sprechenden Abschnitten der hinteren Cardinal venen von der Aorta
30 Dr. Ernst Schaff: Bericht iiher die Leistungen
und der Wirbelsäule ab. Veranlasst durch den Druck der Nieren-
anlagen entwickelt sich aus der hinteren Cardinalvene eine neue,
anfangs schwache Vene, welche sich über die dorsale Fläche der
Nierenanlage erstreckt und dann wieder in die hintere Cardinalvene
mündet. Später weitere Veränderungen.
Rex, Hugo, Beiträge zur Morphologie der Säugerleber. —
Morphol. Jahrb. Bd. 14, p, 517—617. Mit^5. Tlln.
Verf. untersucht die allgem. Formverhältnisse der Säugerleber,
die allgem. und die speziellen Formverhältnisse des Portalbaumes
und der Lappung der Säugerl., die Gallengangsverästelung, die-
selben Verhältnisse beim Menschen und endlich die Venae hepat. bei
Säugern und Menschen.
Tizzoni, G., Sugli effetti dell' asportazione delle capsule
surrenali nel cane. — Mem. R. Accad. Sc. Istit. die Bologna S. IV
T. IX, p. 73—78.
Vergl. u.
Tizzoni, G., Ablation des capsules surrenales chez le chien.
— Arch. ital. de Biol. T. X, p. 372—378.
Exstirpation der Nebennieren bewirkt beim Hunde den Tod des
Tieres unter denselben Todes-Erscheinungen und denselben Ver-
änderungen des Nervensystems, wie beim Kaninchen. Diese
Wirkungen werden auch erzielt durch die Abtragung nur einer
Nebenniere. Der Tod tritt erst mehrere Monate nach der Operation
ein, so dass er nicht als Folge der Verwundung bei dem operativen
Eingriff anzusehen ist. Die Veränderungen des Nervensystems
zeigen den Zusammenhang der Nebennieren mit gewissen Regionen
des Rückenmarks.
Fortpflauzungsorgane Albrecht, M., Zu den Anomalien
der Geschlechtsorgane beim Pferde. — Wochenschr. f. Tierheilkunde
u. Viehz. Augsburg, Bd. XXXI, 18871 p. 309-312.
van Beneden, Ed., De la fixation du blastocyste a la
muqueuse uterine chez le Murin (Vespertilio murinus). — Bull.
Acad. R. Belgique. 4. Serie, T, XV, p. 17—27. Mit einer Tafel-
erklärung ohne Tafel!
Nach den Unters, des Verf. geht bei Vesj). murin, das Epithel
des Uterus während der Placentation zu Grunde und nimmt daher
nicht an der Bildung der Placenta teil. Die Uterindrüsen stehen
in keiner Beziehung zur Placenta, wodurch die Existenz von ,, Uterin-
milch" hinfällig wird. Schon vor der Entstehung der Primitivrinne,
wenn der Embryo nur zwei Keimblätter aufweist, ist die Verbindung
embryonalen Epiblastes mit der Mucosa des Uterus so innig, dass
man die einzelnen Elemente nicht trennen kann.
Derselbe, De la formation et de la Constitution du
placenta chez le Murin (Vespertilio murinus). — BuU. Acad. R.
Belgique p. 351—364.
Ausser den oben erwähnten Resultaten der vorigen Arbeit
weist Verf. nach, dass sowohl das Epiblast des Embryos als auch
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 31
die umgewandelte Uterinmucosa die epithelartige und kernhaltige
äussere Schicht der Placentarzotten bilden und dass nicht nur das
Bindegewebe, sondern auch die Gefässwände jene Schicht bilden
helfen. In Folge der Umwandlung der Gefässendothelien circulirt
das mütterliche Blut in Lacunen, welche ein aus anastomosirenden
Kanälen bestehendes Netz bilden. Die erwähnte äussere Schicht der
Zotten hat keine sekretorische Funktion; sie trennt das mütterliche
und das foetale Blut, deren Austausch osmotisch vor sich geht.
Bimar, Recherches sur la distribution des vaisseaux sperma-
tiques chez les mammiferes et chez l'homme. — Journ. Anat. Physiol.
XXIX, p. 265—273. Mit 1 'J'fl.
Verf. untersucht die Ai'terien und Venen des Hodens bei einer
Anzahl von Säugetieren und findet dass hinsichtlich der Gefässe
und ihres Verlaufes bei allen sich analoge Verhältnisse finden vde
beim Menschen.
Derselbe, Recherches sur la distribution des vaisseaux sperma-
tiques chez divers Mammiferes. — Comptes rend. hebd. Acad. des
sciences. T. CV, p. 80—83.
Verf. beschreibt den Verlauf der Arterien und Venen des Penis
von Rind^ Schaf, Pferd, Esel, Hund, Katze, Kaninchen.
Borde, Lu., Sul modo di distribuirsi di terminare deUe fibre
nervöse nell' utero di alcuni mammiferi: nota preventiva (Laboratorio
di anatomia microscopica e di embriologia della R. universita di
Bologna). — Estr. dalla Riforma medica, Anno IV Nr. 70. Modenal888.
Boulart, R., Note sur le placenta du Cervus mexicanus. —
Comptes rend hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 422.
Die Untersuchung der Placenta eines Weibchens von C. mexü.
ergab die Richtigkeit der folgenden Einteilung der Wiederkäuer:
1. Placenta diffus: Camelidae, Tragul.
2. Placenta mit wenig Kotyledonen: Moschid., Cervid.
3. Placenta mit zahlreichen Kotyl.: Giraf, Antilop., Caprid,,
Bovid.
Brazzola, F., Ricerche suU' istologia normale e patologica del
testicolo. Nota IL La cariocinesa nel testicolo normale. — Mem.
R. Accad. Sc. Istit. di Bologna. S. IV. T. IX, p. 79—95. Mit 1 Tfl.
Dasselbe in: Rendic. Accad. Sc. Istit. di Bologna 1887—88,
p. 42—44.
Verf. unterscheidet in den Samenkanälchen der Säugetiere
spermatozoenbildende runde Zellen (cellule spermatichi) und Fuss-
oder Stützellen.
Chapman, Henry C, Observations on the female generative
apparatus of Hyaena crocuta. — Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia
1888 p. 189—91. Mit 3 Ttin.
Eine eingehende Beschreibung wird nicht gegeben, da die
Befunde mit den von Watson bekannt gemachten übereinstimmen.
Hervorgehoben wird der gänzliche Mangel einer Vagina und die
32 DJ'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Durchbohrung der Clitoris durch die Uretlira. Entwicklungs-
hemmung ist der Grund der eigentümHchen Beschaffenheit der
weibl. Geschlechtsorg, von IL crocuta.
Du sing, Ueber die Regulirung des Geschlechtsverhältnisses
bei den Pferden. IL Mitteilung. — Thiel's Landw. Jahrb. XVII,
p. 373—386.
Vergl. Ber. für 1887 p. 30.
Duval, Mathias, Les placentas discoides en general, a propos
du placenta des rongeurs. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S.
T. V. p. 675—676.
Bemerkungen allgemeinerer Natur, z. T. in Beziehung auf die
Arbeit Frommers (vergl. u.)
Lataste, Fernand, Matiere du bouchon vaginal des ronü;eurs.
— Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 817—821.
Die Substanz des „Vaginalpfropfes" entstammt den Samen-
blasen; sie zeigt gleiche Reaktionen wie das Sekret der letzteren.
Derselbe, Enveloppe vaginale et vaginite exfoliante
des rongeurs. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S, T. V. p. 705
bis 707.
Verf. zeigt, dass die von ihm beschriebene „enveloppe vaginale"
kein Sekretionsprodukt ist, sondern in Folge rapider Desquamation
der Vaginalschleimhaut ensteht. Diese Erscheinung ist analog der
in der Gynäkologie als Vaginitis exfolians bekannten Krankheit.
Derselbe, Enveloppe du bouchon vaginal des rongeurs.
— Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 732—733.
Mikroskopische Untersuchungen bestätigten die auf makros-
kopischem Wege gewonnenen Ansichten des Verf. betreffs des
,, bouchon vaginal".
Morau, H., Des transformations periodiques de l'epithelium de
la muqueuse vaginale de quelques rongeurs. ■ — Comptes rend. hebd.
Soc. BioL 8. S. T. V, p. 831—832.
Verf. beschreibt die Veränderungen, welche die Mucosa der
Vagina von Mäusen eingeht während der sogen, „periode genitale"
d. h. in dem Zeitraum zwischen zwei ,,^poques genitales", wie Verf.
mit Lataste den Moment der Begattung nennt. Dieser Zeitraum
beträgt bei Mäusen 10 Tage. Das anfänglich vorhandene Pflaster-
epithel verwandelt sich in mehrere Schichten hoher Cylinderzellen.
Nicolas, A., Sur quelques details relatifs a la morphologie
des Clements epitheliaux des canalicules du Corps deWolff. — Comptes
rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 337—339.
Bürstenbesätze an den Zellen des sekretorischen Abschnitts der
WolfTschen Gänge; Bildung heller Tröpfchen zmschen dem Kern
und der Oberfläche der Zellen in der ganzen Länge der Wolff^schen
Gänge. Diese Tröpfchen treten aus den Zellen aus. Erklärung
nicht gegeben.
Prenant, A., Note sur la structure des spermatozoides chez
l'homme. - Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 288-290.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 33
Verf. zeigt, dass die von Jensen (vergi. Ber. f. 1887. p. 27)
bei einigen Säugern beschriebenen Knöpfchen, sowie der Spiralfaden
auch bei Spermatozoen des Menschen vorkommen,
Retter er, Ed., et Roger, G. H., Structure des organes
genitaux d'un chien hypospade. — Comptes rend, hebd. Soc. Biol.
8. S. T. V. p. 574—575.
Sanfelice, F., Spermatogenesi dei vertebrati. — BoU. Soc.
Naturalisti in Napoli. S. I. Vol. II, p. 43—98. Mit 2 Tfln.
S. 49 — 66 werden Säugetiere behandelt und zwar untersuchte
Verf. Mus decuman. Fall., M. decum. Fall. oar. alhina^ M. musctdus
L., Canis familiaris L., Cavia cobaya Schreb., Myoxus quercinus L.,
Erinaceus europ. L. , Lepus cunicidus L. , Felis domestdca L. , Talpa
europ. L. Im Allgemeinen geht die Entwicklung der Spermatozoen
in allen Klassen der Vertebr. gleichartig vor sich. Bei den Säuget, (ferner
Vögeln, Reptilien) produziren die Spermatoblasten zuerst Spermato-
zoen, dann Elemente, welche letztere einerseits ernähren, andrerseits
ausstossen. Die Ausstossung der Sperm. wird begünstigt durch die
Umwandlung eines Teils der Elemente des Samenkanälchens in ein
Sekret. Die Sperm. sind nicht Zellen, sondern Zellkernen gleich-
wertig. Die färbbaren Teile der Sperm. stammen von der chro-
matischen Substanz des Kernes, die nicht färbbaren von der achro-
matischen. Nur bei den Säugetieren fand Verf. 2 verschiedene
Formen von Spermat., die sich auch durch ihr V^erhalten gegen
Farbstoffe unterscheiden.
Sibley, Walter K., Undescended Right Testicle, Hypertrophy
of the Left One in a Monkey. — Froc. Anat. Soc. of Great Britain,
1888, p. XXIV— XXVI. Mit 2 Abbildgii.
Verf. beschreibt ein Exemplar von Macacus sinicus mit hypertro-
phirtem linken, in der Leibeshöhle zurückgebliebenem rechten Hoden
und giebt allgemeine Bemerkungen über Hypertrophie der Hoden.
Sussdorf, Die Eihäute eines Fohlenzwillingspaares. — Deutsche
Zeitschr. f. Tiermedizin. Bd. 14, p. 240 — 242.
Tourneux, F., L'organe de Rosenmüller (epoophore) et le
parovarium (paroophore) chez les mammiferes. — Journ. Anat.
Fhysiol. XXIV, p. 169—192. Mit 1 Tfl.
Verf. untersucht das Rosenmüller'sche Organ und das Far-
ovarium bei folgenden Tieren: Schaf, Ziege, Cervus fro7italis, Ursus
malayaniis, Hund, Katze, Delphin, Walfisch, Kuh, und beim Weibe.
Er findet, dass das Ros. Org. im Ganzen betrachtet und auch hin-
sichtlich der Beschafienheit seiner Teile dem Körper der Epididymis
homolog ist. Je nach der Art des Tieres finden sich gewisse Ver-
schiedenheiten im Bau des Ros. Org. Vom Farovarium (Faroophor)
finden sich Reste in dem grossen Ligament unter dem Ovarium
(Schaf, Kuh, Delphin etc.)
Turner, Wm., An Additional Contribution to the Flacentation
of the Lemurs. — Froc. R. Soc. London Vol. 44, p. 277 — 282.
Verl beschreibt einen graviden Uterus von Lemiir xanthomystax.
Derselbe stimmt im Wesentlichen überein mit den Befunden, welche
Arcli. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H, 1. 3
34 Dj*- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
T. an Propifhecns diadema, Lemur rußpes, Indr'is hrevicaudaUis fest-
stellte (Philos. Trans. R. Soc. London 1876). Es bestätigt sich, dass
die Placenta der Lemuren diifus, dass keine Decidua vorhanden und
dass die Allantois als grosser Sack erhalten bleibt bis zur Zeit der
Geburt. In den placentalen Charakteren finden sich also tief greifende
Unterschiede zwischen Lemuren einerseits, Afi'en und Menschen
andererseits, weshalb man erstere im System von letzteren trennen
muss. In einer Nachschrift wird erwähnt, dass sich bei den unter-
suchten Arten, sowie bei Propith. diadema ein Epitrichium findet.
Woodward, M. F., Rabbit with an Undescended Testis, with
Notes on the Descent of the Testis in the same Animal. — Proc.
Anat. Soc. of Great Britain, 1888, p. XXI— XXIII. Ait 1 Abbildg.
Verf. beschreibt an einem 5 — 6 Monate alten Kaninchen, dass
der rechte Hode im Skrotum sich befand, während der linke
in der Leibeshöhle, dicht hinter der linken Niere lag. Allgemeinere
Bemerkungen über Lage und Wanderung der Hoden bei den Säugetieren,
Entwicklung.
Allgemeines. Beard, J., A contribution to the morphology
and development of the nervous System of Vertebrata. — Anatom.
Anz. III. Jahrg. p. 874—884 und 899—905.
Säugetiere nur nebensächlich behandelt.
Czermak, Nie, Vergleichende Studien über die Entwicklung
des Knochen- und Knorpelgewebes. — Anatom. Anz. III. Jahrg.
p, 470—480,
Verf. giebt in 41 Sätzen die Resultate einer eingehenden Arbeit.
Drew, J., Notes on a Difficulty in Evolution. — Proc. Cottes-
wold Nat. Field Club 1888, p. 285— 288.
Durand, J. P., La genese naturelle des formes animales. —
Rev. Sc. Nat. XLI, 741—752.
Gadow, H., On the Modifications of the First and Second
Visceral Arches, with especial reference to the Homologies of the
Auditory Ossicles. — Philos. Trans. CLXXIX, p. 451— 486. "Mit 4Tfln.
Es werden vorzugsweise niedere Wirbeltiere untersucht, doch
auch Säuger berücksichtigt. Verf. kommt zu dem Schluss, dass die
Gehörknöchelchen, welche alle dieselbe Funktion haben, als ein
einziges Organ angesehen werden müssen, welches einen Ursprung
hat, nämlich den Zungenbeinbogen. Das Quadratum entspricht bei
den Säugetieren dem Annulus tympanicus,
Ontogenie. Aswadouroff, K., Comparaison du developpement
des muscles chez l'embryon humain et chez les animaux ä l'etat
adulte. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p 677—678.
Verl findet bei der Vergleichung der Muskelgruppen eines
fünfmonatlichen menschlichen Embryos mit den entsprechenden
erwachsener Kaninchen und Meerschweine, dass die am höchsten
entwickelten Muskeln des menschlichen Embryos den weissen Muskeln
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 35
der genannten erwachsenen Tiere entsprechen. Diese weissen Muskeln
sind höher entwickelt als die roten.
Behrends, G. J., Beiträge zur Kenntniss der Entwicklung des
Nervus opticus und des Glaskörpers bei den Säugetieren. — Diss.,
Erlangen 1888. Mit 1 Tfl.
Verf. stellte seine Untersuchungen an Embryonen von Mus
musc, Didelphys virg., Lepus cunic, Talpa ei/rop. und Felis dorn.
an und gelangte zu folgenden Resultaten: 1) Bei der Einbuchtung
der primären Augenblase stülpt sich zugleich auch der Augenblasen-
stiel ein. 2) Der Nervus opticus bildet sich aus zwei verschiedenen
Anlagen, dem Opticusstiel und dem Retinastiel. 3) Die Sehnerv-
fasern entstehen gleichzeitig in der ganzen Länge des Opticus. Der
Augenblasenstiel ist also „kein" blosses Leitgebilde, sondern bildet
direkt Nervenfasern. 4) Der Glaskörper bildet sich aus Mesoderm-
zellen, welche durch den Augenbecherspalt einwachsen. (Retinastiel
nennt Verf denjenigen Teil des bei der Einstülpung der primären
Augenblase zugleich eingebuchteten Augenblasenstiels, welcher mit
der Retina in direktem Zusammenhang steht, Opticusstiel den nicht
eingestülpten Teil des Augenblasenstiels, welcher sich direkt in die
Pigmentschicht des Augenbechers fortsetzt).
Bergonzini, C, Contributo allo studio della spermatogenesi
nei vertebrati. — La Rassegna di science mediche. Anno III,
p. 337-344. Modena 1888.
Biehringer, Joachim, lieber die Umkehrung der Keimblätter
bei der Scheermaus (Arvicola amphibius Desm.). — Arch. f. Anat.
u. Phys. Anat. Abtlg., Jahrg. 1888, p. 279—286. Mit 1 Tfl.
Verf konstatirt, dass die Umkehrung der Keimblätter bei
Arvicola aniphib. in gleicher Weise wie bei den bisher untersuchten
Nagern durch Einwachsen eines aus den ,, Räuberischen Zellen der
Deckschicht" (Kölliker) sich entwickelnden soliden Zapfens (Träger
Selenka's) in die Keimblase vor sich geht. In Bezug auf spezifische
Besonderheiten schliesst sich in der genannten Beziehung Arv.
ampliih. am nächsten an Art\ arvcdis an (Untersuchungen von Kupffer).
Biondi, Ueber Zwischenkiefer. — Anatom. Anz. III, Jahrg.
p. 577 — 578. (Ref. aus den Verhandl. Anat. Gesellsch. Versammig.
Würzburg 1888.)
Verf. zeigt an Präparaten von Schweins-, Schaf- und mensch-
lichen Embryonen zwei Ossifikationspunkte für jeden Zwischenkiefer.
(Vergl. unten Kölliker).
Bizzozero, G., Ueber die Regeneration der Elemente der
schlauchförmigen Drüsen und des Epithels des Magendarmkanals.
— Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 781—784.
Nach den Untersuchungen des Verf spielen die sogen. Ersatz-
zellen bei der Regeneration des Magendarmepithels keine Rolle.
Die schlauchförmigen Drüsen des Darmes unterscheiden sich dadurch
von den wahren Drüsen, dass bei ersteren das Epithel eine direkte
Fortsetzung des Ueberzugsepithels ist, zu welchem ihr Ausführungs-
3*
36 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
gang in Beziehung steht und an dessen Funktion das Darmdrüsen-
epithel teil nimmt.
Bonnet, R., Ueber die Entwicklung der Allantois und die
Bildung des Afters bei den Wiederkäuern und über die Bedeutung
der Primitivrinne und des Primitifstreifs bei den Embryonen der
Säugetiere. — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 105 — 126. Mit OAbbildgn.
An Schafembryonen fand Verf., dass noch vor dem Verschluss
des Amnions die erste Anlage der Allantois als ein im Keimblasen-
Coelom am Caudalende des Embryos gelegener Höcker auftritt.
Dieser AUantoishöcker kann als caudale Darmausstülpung betrachtet
werden, da er eine mit dem Hinterdarm communicirende Höhle ent-
hält. Bald nach der ersten Anlage zeigt die Allantois der Wieder-
käuer die Neigung zur Annahme der Sichelform, nicht derjenigen
einer kugeligen Blase, wie bei andern Säugern. Bezüglich der
Entstehung des Primitivknotens und der Primitivgrube schliesst
sich Verf. den Ansichten Kupffer's an und betrachtet diese
Vorgänge als Gastrulation. In der Primitivrinne sieht er
den spaltförmig ausgezogenen Urmund, in den Primitivfalten die
Urmundlippen und in dem ursprünglich rein epithehalen Primitiv-
streifen, von dessen Flanken, während er sich noch nach hinten
verlängert, die Mesenchymproduktion beginnt, die aus invaginirtem
Ektoblast bestehende, verdickte Wand der Gastrulahöhle.
Derselbe gab auf der Würzburger Anatomen- Versammlung Er-
läuterungen zur Entwicklungsgeschichte des Schafes unter Vorlegung
von Präparaten und Zeichnungen. Er behandelte die erste Anlage
des Mesoblasts, die Bildung der Aftermembran und Allantois,
die erste Anlage der ürniere und des Wolff'schen Ganges. Anatom.
Anz. III. Jahrg., p. 714—717.
Born, G., Ueber die Bildung der Klappen, Ostien und Scheide-
wände im Säugetierherzen. — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 606 — 612.
Mit 3Abbildgn. (Verh. Anat. Gesellsch. Versammig. Würzburg 1888).
Verf. beschreibt Entwicklungsvorgänge am Herzen von Kaninchen-
embryonen unter Berücksichtigung einiger anderer Säuger.
Carius, Friedr., Ueber die Entwicklung der Chorda und der
primitiven Rachenhaut bei Meerschweinchen und Kaninchen. —
Dissert, Marburg 1888. Mit 1 Ttl.
Beim Embryo des Meerschweinchens von etwa 13 Tagen wächst
der Kopffortsatz des Primitivstreifens frei zwischen Ektoblast und
Entoblast nach vorn. — Eine Anlagerung desselben an den Entoblast
kommt für gewöhnlich nur an der äussersten Spitze und im Anschluss
an die Eröffnung des Chordakanals vor. — Erst nach Eröffnung
des Chordakanals erscheint die Chorda trotz ihres mesoblastischen
Ursprungs in den Entoblast eingeschaltet. — Beim Kaninchen (ebenso
wohl beim Maulwurf und beim Schaf) ist das Verhalten der Chorda-
anlage zum Entoblast anders als beim Meerschwein. Es besteht dort
bereits vor Bildung des Chordakanals ein sehr enger Zusammenhang
der Chordaanlage und des neben ihr gelegenen Mesoblast mit dem
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 37
Entoblast. Doch lassen auch diese Objekte die Erklärung zu, dass
die vom Primitivstreifen gebildete mesoblastische Chorda sich secundär
an den Entoblast angelagert hat. — Die primitive Rachenhaut
besteht von ihrer ersten Anlage an bei Embryonen des Meer-
schweins und Kaninchens nur aus Ektoblast und Entoblast. Sie
ist bei Embryonen des Meerschweins, welche noch keinen Urwirbel
besitzen, also lange vor der Bildung des Kopfdarms als solche
kenntlich und liegt bei diesen nach vorn von dem späteren Kopf-
ende des Embryonalkörpers.
Cuenot, L., Sur le developpement des globules rouges du sang.
— Comptes rend. T. 106, p. 673—675.
Die Arbeit berücksichtigt Ichthyopsiden und Sauropsideu. Es
entwickeln sich im Gegensatz zu diesen bei den Säugetieren die
roten Blutkörperchen in der Milz. Sie entstehen aus Zellen mit
,, kleinen Kernen" von 8 — 10,u Durchm., deren Kern sich ganz aullöst
und in Hämoglobin verwandelt.
Duval, Mathias, Les placentas discoides. Lettre du professeur
Edouard von Beneden. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V.
p. 729—732.
Briefliche Mitteilung E. van Beneden's, in welcher sich derselbe
betreffs der Entwicklung der Placenta von Nagern etc. mit den An-
sichten Duval's für übereinstimmend erklärt.
Falchi, F., Sur l'Histogenese de la Retine et du Nerf Optique.
— Arch. Biol. Ital. Vol. IX, p. 382-391). Mit 1 Tfl.
Frommel, Rieh., Ueber die Entmcklung der Placenta von
Myotus murinus. Wiesbaden 1888.
Giacomini, C, Sul canale neurenterico e sul canale anale
nelle vescicole blastodermiche cü coniglio (Estr. dal Giorn d. R. Accad,
di Med. 1888 Nr. 4 u. 5). Mit 1 Tfl.
Vergl. unten.
Derselbe, Sur le canal neurenterique et sur le canal
anal dans les vesicules blastodermiques du lapin. — Arch. ital. de
Biol. T. X, p. 273 - 294. Mit 1 Tfl.
Zwischen Ekto- und Entoderm büden sich an der Keimscheibe
des Kaninchens an zwei Stellen Verbindungen, nämlich der neur-
enterische und der Analkanal. Sie entstehen zu verschiedenen
Zeiten und sind nur von kurzer Dauer. Der Canalis neurentericus
entsteht schon, wenn der Hensen'sche Knoten eben sichtbar wird,
während der Analkanal nach völliger Entwicklung des Primitiv-
streifens auftritt und nach der Bildung des Mesoderms.
Hubrecht, Keimblätterbildung und Placentation des Igels. —
Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 510—514 (Ref. Verhandl. Anat. Gesellsch.
Versammig. Würzburg 1888).
Verf. bezeichnet als „Trophoblast" die äusserste, epiblastische
Schicht der Keimblasenwandung, welche beim Igel verdickt und mit
wabigen Lacunen versehen ist. Von dem primitiven Trophoblast
spaltet sich ein Teil nach innen ab, indem er peripherisch im ganzen
38 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Umkreise mit dem Trophoblast noch in Zusammenhang bleibt, und
wird zur Epiblastscheibe des Blastoderms. In der sich anschliessenden
Diskussion Einwände von Beneden's (ebenda p. 514). Weitere Mit-
teilungen über die Entstehung von Mesoblast, Amnion, AUantois,
Ernährvmg der Embryos. Schon in den frühsten Embryonalstadien
dringt mütterliches Blut in die tiefsten, dem Dottersack unmittelbar
anliegenden Lacunen. Verf. nimmt ein ,, aktives Einfressen" in die
Decidua von Seiten gewisser als „Deciduofracten" bezeichneter Zellen
an. Zum Schluss Vergleiche mit der Entwicklung des Menschen.
Derselbe, Die erste Anlage des Hypoblastes bei den Säuge-
tieren. — Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 906 — 912. Mit 4 Abbildgn.
Verf. bringt neues Beweismaterial bei für die Richtigkeit seiner
auf der Würzburger Anatomen -Versammlung gegebenen Darstellung
der Entwicklung des Igels und betont, dass in der Keimblasen-
entwicklung der Säugetiere grosse Verschiedenheiten sich geltend
machen, so dass von der Untersuchung einer einzelnen Art nicht
auf die Gesamtheit geschlossen werden dürfe.
Humphreys, J., The Suppression and Specialization of Teeth.
— Proc. Birmingham. Phü. Soc. Vol. VI, p. 137 — 161.
Keibel, Franz, Die Entwicklungsvorgänge am hinteren Ende
des Meerschweinchenembryos. — Arch. f. Anat. u. Phvs., Anat. Abtlg.
Jahrg. 1888, p. 407-430. Mit 2 Tfln.
Bezüglich des Afters weist Verf. nach, dass derselbe beim Meer-
schweinchen aus dem hinteren Teil des Primitivstreifens hervorgeht, und
zwar entsteht er ungefähr in der Gegend, wo sich, ebenso wie bei
Kaninchen, Hund und Schaf, ein ektoblastischer Strang entwickelt,
der, gegen den Mesoblast scharf abgegrenzt, vom Ektoderm zum
Entoderm zieht. Verf. entwickelt weiter die Ansicht, dass diese
Beziehung zwischen Primitivstreifen und After wohl bei allen Säugern
die gleiche sei und dass, da bei den Amphibien der After aus dem
Blastoporus hervorgeht, der Primitivstreifen der Säuger dem Blasto-
porus der Amphibien entspräche. Die Vergleiche, welche His und
KölHker z-wdschen Mund und After aufgestellt, seien daher wesentlich
einzuschränken, ebenso Dohrn's Ansichten von der Entstehung des
Mundes und des Afters der Vertebraten aus verschmolzenen Segmental-
spalten. Endlich sprechen die angeführten Befunde gegen die Ab-
stammung der Vertebraten von den Anneliden, da bei diesen der
Blastoporus zum Munde wird.
Weiter weist Verf. nach, dass im Gegensatz zu den bisherigen
Ansichten der AUantois des Meerschweinchens, wenn auch nur
vorübergehend, eine nicht unbeträchtliche entodermale Höhle zu-
komme. Die Bildung der Harnblase ähnelt am meisten den betr.
Vorgängen beim Mensehen. Zum Schluss geht Verf. auf die Ent-
wicklung des Wolff'schen Ganges ein und erörtert von ihm be-
obachtete Befunde, welche es zweifelhaft machen, dass der Wolffsche
Gang aus dem Mesoderm entsteht und nachträglich eine Verbindung
mit dem Ektoderm eingeht.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 39
Derselbe, Zur Entwicklungsgeschichte des Igels (Erinaceus
europaeus). — Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 631—637. Mit 1 Abbildg.
Vorläufige Mitteilung
Kölliker^ Th., Ueber die einfache Anlage des Zwischenkiefers
mit Demonstrationen contra Biondi. — Anat. Anz. III. Jahr«-,
p. 572 — 576. (Ref. aus den Verhandl. Anat. Gesellsch. Versammig
Würzburg 1888.)
Verf. berücksichtigt hauptsächhch den Menschen, geht aber
auch auf Säugetiere ein, bes. auf das Schwein, für welches nachgewiesen
wird, dass das Os intermaxillare von einem Ossifikationspunkt aus
entsteht.
Kolossow, A., Beitrag zur Lehre von der Entwicklung der
Samenfäden bei Säugetieren. — Centralbl. £ d. med. Wissensch
1888 Nr. 30.
Laulanie, Sur l'origine commune et le role variable de l'epi-
thehum germinatif et des cordons sexuels dans l'ovaire. — Comptes
rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 4—8.
„Les cordons de Pfluger et l'epithelium dit germinatif resultent
primitivement de la specialisation corticale des cordons sexuels qui
se differencient sur place dans toute l'etendue du stroma.
Ces deux formations de meme valeur et de meme origine ont dans
l'ovogenese une part respective qui varie avec les especes animales."
Verf. stellt seine Unters, besonders an der Katze an.
Lockwood, C. B., Development and transition of the testis,
normal and abnormal. — The Journal of Anat. and Phys New S
Vol. II, p. 38—77 (1887) und p. 461—478 mit 1 Tfl., p. 505—541
mit 6 Abbildgn.
Vergl. diesen Ber. für 1887, p. 27.
Derselbe, The early development of the pericardium, dia-
phragma and great veins. — Proc. R. Soc. London. Vol. 43 1887'
p. 273—276.
Loewenthal, Nat., Zur Kenntniss des Keimfleckes im üreie
einiger Säuger. — Anatom. Anz. III. Jahrg., p. 363 — 373. Mit
7 Abbildgn.
Verf. fand, dass die Keimflecke von Ureiern der Katze, des
Hundes und des Schweines amöboide Bewegungen zeigen und zwar
nur bei den jüngsten Ureiern, also nur auf einer gewissen Ent-
wicklungsstufe. Der Keimfleck kann sehr verschiedene Lagen ein-
nehmen, sogar ausserhalb des Keimbläschens erscheinen, woraus
Verf auf Wanderungen des Keimfleckes schhesst. Er constatirt
ferner gewisse Beziehungen zwischen der Formgestaltung des Keim-
fleckes und der Anordnung des Kerngerüstes. Endlich macht er
aufmerksam, auf einige auffallende Färbungserscheinungen in den
Keimflecken, sowie im ZelUeibe einiger Ureier.
Mall, F., The branchial clefts of the Dog, with special reference
to the origin of the thymus gland. — Stud. Biol. Lab. J. Hopkins
Univ. Vol. IV., p. 193—216. Mit 3 Tfln.
40 Dl". Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Derselbe, The Branchial Region of the Dog. — Circulars
from the Johns Hopkins University, Baltimore Vol. VII. Nr. 63, 64,
Martin, E., Ueber die Anlage der Urniere beim Kaninchen.
— Arch. f. Anat. u. Phys. Anat. Abtlg. Jahrg. 1888, p. 109—122.
Mit .1 Tfl.
Bei Embryonen von 12 — 13 ürwirbeln besteht zeitweise ein
nach hinten frei endigender Wolff' scher Gang, dessen hinteres Ende
bald darauf mit dem Ektoblast verschmilzt. Es lässt sich dies kaum
anders als durch eine secundäre Verschmelzung der beiden Gebilde
erklären. Auch die Untersuchung jüngerer Embryonen zeigte, dass
der Wolff'sche Gang nicht ektodermalen Ursprungs ist. Die
Urnierenanlage trennt sich bei Embryonen von 10 — 11 Ürwirbeln
im Gebiet des 9. — 11. (höchstens 13.) in 2 Abteilungen, von denen
die untere die Anlage der Querkanäle, die obere die des Wolffschen
Ganges darstellt. Der Wolff'sche Gang wächst dann frei nach hinten,
um, wie vorher erwähnt, zeitweise sich mit dem Ektoblast zu ver-
binden. Ein Lumen entwickelt sich gleichzeitig in den Querkanälen
und im WolfTschen Gang bei Embryonen von 17 Ürwirbeln in der
Gegend des 14. Urwirbels. Bei Embryonen von 9 Tagen 19 Stunden
finden sich Urnierenbläschen, deren Lumen stellenweise mit dem des
WolfPschen Ganges communizirt. Embryonen von 11 Tagen 2 Stunden
zeigen die Bläschen zu geschlängelten Querkanälen entwickelt; der
WolfPsche Gang mündet dann in Sinus urogenitalis.
Masius, J,, De la genese du placenta chez le Lapin. — Bull.
Acad. R. Belgique 3. Serie T. XVI. p. 317—325.
Verf teilt die Resultate einer grösseren Arbeit mit, welche ein-
gehend die Veränderung der Uterinmukosa während der Schwanger-
schaft und das Verhältniss, in welchem Embryo und Uterus zur
Bildung der Placenta beitragen, behandelt. Vor der Fixirung des
Embryos im Uterus geht die Mukosa des letzteren eigentümliche
Veränderungen ein. Weder die Drüsen noch das Epithel des Uterus
nehmen teil an der Bildung der Placenta. Die Gefässe der Mukosa
umgeben sich mit Zellschichten, welche durch mitotische Teilung
sehr umfangreich werden, während das Endothel degenerirt und
verschwindet. In jugendlichen Stadien enthält die Mukosa viele
Leucocyten, welche sich zu einer gewissen Zeit in eigentümliche,
nicht klar erkannte Körperchen umwandeln. Vordem sich der
Embryo an die Schleimhaut anlegt, kann man an seinem Epiblast
2 Schichten unterscheiden, deren äussere sich sehr stark entwickelt
und die Verbindung mit der Mukosa vermittelt. Im Lauf der Ent-
wicklung der Placenta füllen sich die Hohlräume der bei der Um-
wandlung der Uterinmukosa sich bildenden Krypten bisweilen mit
mütterlichem Blut, welches sich alsdann zwischen dem Epiblast des
Embryos und der modifizirten Mukosa befindet.
Mazzarelli, Giuseppe F., Sur l'influence du male dans la
production de quelques anomalies on monstruosites. — Journ. de
Micrographie. T. 12, p. 380—382.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 41
Verf. schildert einen Fall, in welchem zwei von demselben
Kater befruchtete Katzen, nachdem sie früher stets normale Junge
gehabt, gleichzeitig Junge warfen, welche eigentümliche Missbildungen
zeigten. Es wird hieraus der Schluss gezogen, dass dies durch den
Einfluss des Männchens und zwar in Folge von abnorm entwickelten
Spermatozoen verursacht worden sei, wie dies in andern Fällen schon
beobachtet. Unter den erwähnten Abnormitäten ist Schwanzlosigkeit,
resp. Verkrümmung des Schwanzes hervorzuheben.
Müller, Ueberzähliger Huf an der Innern Seite beider Vorder-'
füsse bei einem Pferde (Megalomelus perissodactylus). — Oesterr.
Zeitschr. f. wissensch. Veterinärkunde. Bd. II, p. 26. Mit 3 Abbildgn.
N eh ring, A., lieber die Gebissentwicklung der Schweine, ins-
besondere üljer Verfrühung und Verspätung derselben. — Thiel's
Landw. Jahrb. XVII, p. 31—82. Mit 15 Textfig.
Verf. untersucht, gestützt auf ein sehr reiches, sorgfältig ge-
sammeltes Material, die Gebissentwicklung der Haus- und Wild-
schweine und berichtigt verschiedene bisher verbreitete Unrichtig-
keiten z. B, betreffs der bei der Geburt des Ferkels schon vor-
handenen Zähne, sowie betreffs der Durchbruchzeiten verschiedener
Zähne. Im Allgemeinen beeinflusst die Lebensweise, reichliche oder
knappe Nahrungszufuhr etc. einigermassen die Entwicklung des
Gebisses, aber bei weitem nicht so sehr, wie dies nach Angaben
früherer Forscher der Fall sein müsste. Die Gebissentwicklung
normaler "Wildschweine geht in derselben Weise vor sich wie bei
den primitiven Hausschweinrassen (Gegensatz zu Nitsche). In einem
die aussereuropäischen Wildschweine behandelnden Abschnitt zeigt
Verf., dass bei diesen die Entwicklung des Gebisses im Allgemeinen
sich in derselben Weise vollzieht wie beim europäischen Wildschwein,
abgesehen davon, dass bei gewissen Arten einige Zähne überhaupt
fehlen. Fhacoehoems und vielleicht auch Potamochoen/fi (hier das
Milchgebiss) nehmen eine besondere Stellung ein. Im Schlusskapitel
erörtert. Verf den Einfluss der Ernährung auf die Schädelbildung.
— Eingehende Tabellen hefern Beläge für die dargelegten Ansichten
über die Gebissentwicldung.
Niessing, Georg, Untersuchungen über die Entvsdcklung und
den feinsten Bau der Samenfäden einiger Säugetiere. (Von der med.
Fakulität der Univ. Würzburg gekrönte Preisschr.) — Verh. physik.
medizin. Gesellsch. zu Würzburg. N. F. Bd. XXII, Nr. 2.
Osborn, H. F., Observations upon the Foetal Membranes of
the Opossum. — Proc. Americ. Assoc. for the Advancement of Science
for 1887. *Vol XXXVI (1888), p. 261.
Piersol, G. A., Ueber die Entwicldung der embryonalen Schlund-
spalten und ihre Derivate bei Säugetieren. — Sitzungsber. physik.
medizin. Gesellsch. zu Würzburg. Jahrg. 1888, p. 85 — 86.
Derselbe, Ueber die Entwicklung der embryonalen Schlund-
spalten und ihre Derivate bei den Säugetieren. — Zoitschr. £
wissensch. Zool. Bd. 47, p. 155—189. Mit 2 Tfln.
42 Dl'- Ernst Schaff: Bericlit über die Leistungen
Verf. kommt zu folgenden Schlüssen: „1) Die inneren Schlund-
taschen sind früher angelegt und entwickelt als die entsprechenden
äusseren Kiemenfurchen und Kiemenbogen ; ihre Entwicklung schreitet
in der Ordnung ihrer Lage vor (von vorn nach hinten. Ref.)
2) Bei den Säugetieren bleiben die inneren und äusseren Taschen
in der Regel immer durch die Verschlussplatten getrennt; möglicher-
weise kann ein Durchbruch an der zweiten Schlundtasche stattfinden.
3) Bei den ersten drei Schlundtaschen sind 2 Abteilungen zu unter-
scheiden, ein ventraler J'lügel und ein dorsaler Schenkel (die Spitze);
auch an der vierten Tasche ist eine Andeutung dieser Teile wahr-
zunehmen; von dem ventralen Flügel (denjenigen der ersten Tasche
ausgenommen) wächst ein schlauchartiges epitheliales Gebilde aus.
4) Das mittlere Ohr entwickelt sich aus 3 Teilen: 1) aus der
Rachenrinne; 2) aus der dorsalen Spitze der ersten Schlundtasche;
3) aus der seithchen Schlunderweiterung. Die Paukenhöhle entsteht
als sekundärer Auswuchs der Rachenrinne und der ersten Schlund-
tasche. Die Tuba Eustachii wird gebildet von dem verengerten
gemeinsamen Räume der ersten Schlundtasche und der Schlund-
erweiterung. 5) Die Thymusanlage zeigt Abweichungen in ihrem
Ursprünge bei verschiedenen Säugetieren, jedoch entstammt die
Hauptthymusanlage der inneren 3. Schlundtasche; rudimentäre An-
lagen können an anderen Schlundtaschen vorkommon (bei Kaninchen
an der 2.); ein ektodermaler Ursprung der Thymus ist nicht be-
wiesen und aus phylogenetischen Gründen zu bezweifeln. 6) Die
eigenthche Schilddrüse entspricht der mittleren Anlage, die untere
seitliche paarige, von der 4. Schlundtasche ausgehende Anlage ist
das Homologen besonderer Organe der niederen Wirbeltiere; ihr
Schicksal bei den Säugetieren ist abweichend.
Podwyssozki, Ueber die Entwicklung des Graafschen Bläschens
bei Säugetieren. Kiew. 1888. (Aus den Verh. d. gynäkol. Gesellsch.
in Kiew.) Russisch!
Pouchet, G., Sur Tevolution des dents du cachalot. — Comptes
rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 503—504.
Verf. beschreibt die Entwicklung der Zähne bei einem 0,30'"
langen Embryo von Phi/seter. Verschiedenheiten im Ober- und
Unterkiefer.
Derselbe, Sur un kyste dentaire observe chez le cachalot. —
Ebenda p. 505—506.
Verf. fand an einem äusserlich noch nicht sichtbaren hinteren
Zahn eines Physeter eine eigentümliche Geschwulst, welche der Spitze
des jungen Zahns aufsass und dieselbe stark angegriffen hatte.
Hierdurch sieht Verf. die Thatsache erklärt, das oft die letzten Zähne
bei Cachelots auffallend abgenutzt erscheinen, während die übrigen
noch intact sind.
Vergi. auch Renooz unter Allgemeines.
Retterer, Ed., Origine et evolution des Amygdales chez les
Mammiferes. — Journ. Anat. PhysioL XXIV. p. 1—80, 274—360.
Mit 4 Tfln.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 43
Verf. untersucht eingehend Ursprung und Entwicklung der
Mandeln beim Menschen, ferner beim Rind, Schaf, Delphin, Hund,
Katze, Pferd, Sch^^ein, Kaninchen und kommt zu folgenden Resultaten.
Die Bestandtteile der Mandeln sind von zweierlei Ursprung, die
eigentlichen Drüsenelemente entstammen dem Ento- oder Ektoderm,
das Bindgewebe nebst Blut- und wahrscheinlich Lymphgefässen dem
Mesoderm. Die Mandeln entwickeln sich wie die Drüsen im All-
gemeinen. Die Mandeln der Säugetiere und die Bursa Fabricii der
Vögel sind homologe Organe. Bei allen Säugetieren haben die
Mandeln eine ähnliche Entwicklung.
Sanfelice, F., Spermatogenesi dei vertebrati. — Boll. Soc.
Nat. Napoli. Vol. 2 p. 42—98. Mit 2 Tfln.
Vergl. hierzu Sanfelice unter Geschlechtsorgane.
Derselbe, Spermatogenese de Vertebres. — Arch. ital. de Biol.
T. X., p. 69—122. Mit 2 Tfln.
Nach einer histor. Einleitung und Notizen über die Untersuchuugs-
methode behandelt Verf. die Spermatogenese der Vertebraten und
zwar 1) Die Elemente des Samenkanals und ihre Anordnung;
2) Die Karyokinese bei der Spermatogenese; 3) Die Bildung der
Spermatozoiden (aus ,,GerminalzeIlen" entstehen Spermatoblasten,
deren Kerne die Spermatoz. liefern); 4) Die physiol. Regeneration
des Samenkanal-Epithels und die Degeneration der Spermatoz. Von
Säuget, werden untersucht Mus decuni, J\L decum. var. alhina, M.
mtisctd., Canis fam., Cavia coh.y Myoxus quere, Erinac. europ., L.
cunicul., Felis dornest., Taljya euro'p.
Schaff er, Josef, Die Verknöcherung des Unterkiefers und
die Metaplasiefrage. — Arch. £ mikr. Anat. Bd. 32, p. 266—377.
Mit 4 Tfln.
Durch eingehende Untersuchungen von Schafeml)ryonen kam
Verf. zu dem Schluss, dass eine wirkliche metaplastische Ossification
am Unterkiefer nicht nachzuweisen sei. Ein genetischer Zusammen-
hang zwischen Knorpel und Knochen wird aber vielfach vorgetäuscht
durch verschiedene Umstände, unter denen der am meisten hervor-
tretende die morphologische und ,, färberische" Aehnlichkeit zwischen
chondroidem Knochen und osteoidem Knorpel ist. Die Formgestaltung
des Unterkiefers wird hinreichend durch die Vorgänge der Apposition
und Resorption erklärt.
Spee, Ferd. Graf, Ueber die Entwicklungsvorgänge vom Knoten
aus in Säugetierkeimscheiben. — Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 314
—323. Mit 7 Abbildgn.
Verf. untersucht an Meerschweinchen und Kaninchen die am
Hensen'schen Knoten sich abspielenden Entwicklungsvorgänge, be-
sonders die Entstehung des Canalis neurentericus.
Strahl, H., Beiträge zur Kenntniss der Entwicklung von
Säugetierembryonen. — Sitzungsber. d. Ges. z. B. d. ges. Naturwiss.
zu Marburg 1888 p. 54—61.
44 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Derselbe demonstrirt auf der Würzburger Anatoni en -Ver-
sammlung an einer Reihe von Durchschnitten, wie bei Säugetier-
embryonen die Area embryonalis ursprünglich vor dem Primitiv-
streifen in der Mitte zweiblättrig ist, dann durch Einwachsen des
Kopffortsatzes dreiblätterig wird, um weiterhin durch die Eröffnung
des Chordakanals an gleicher Stelle noch einmal zweiblätterig zu
erscheinen. (Anatom. Anz. III. Jahrg. p 740 — 743.) Mit 8 Abbildgn.
Tourneux, F., Sur les premiers developpements du tubercule
genital et sur le mode de formation de l'anus chez l'embryon de
mouton. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 633—636.
Derselbe, Sur les premiers developpements du cloaque, du
tubercule genital et de l'anus chez l'embryon de mouton. — Journ.
Anat. Physiol. XXIV, p. 503—517. Mit 3 Tfln.
Derselbe, Sur la participation des canaux de Wolff a la
Constitution de l'extremite inferieure (ou posterieure) du vagin chez
le foetus de cheval. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V.
p. 379—381.
Verf. entwickelt die Ansicht, dass beim Pferde- wie beim
Menschenfoetus der zwischen dem Sinus urogen. einerseits und dem
WolfPschen und Müller'schen Gang andrerseits befindliche Kanal
durch Verschmelzung der unteren Enden jener beiden Gänge entsteht,
welches anfangs getrennt direkt in das Vestibulum mündeten.
Vassaux, Gustave, Eecherches sur les premieres phases du
developpement de l'oeil chez le lapin. Le Havi'e 1888. Mit 2 Tfln.
Vignal, W., Recherches sur le developpement des Clements
des couches corticales du cerveau et du cervelet chez l'homme et
les mammiferes Avec 2 PI. — Arch. de Physiol. Annee XX,
p. 228—255.
Willach, P., Beiträge zur Entwicklung der Lunge bei Säuge-
tieren. — Rundschau auf d. Gebiete der Tiermed. Jahrg. IV, p. 65
— ee, 73—75, 81—82.
Wolff, Julius, lieber das Wachstum des Unterkiefers. Zweiter
Beitrag zu den experimentellen Untersuchungen des Knochen-
wachstums. — Virchow's Arch. Bd. 114, p. 493-547. Mit ITA.
Verf. stellte seine Untersuchungen vermittelst der Markir-
methode an Ziegen und Kaninchen an. Aus denselben ergiebt sich,
dass die Lehre vom ausschliesslich appositionellen Wachstum des
Unterkiefers eine ganz und gar verkehrte ist, dass vielmehr der
Expansion eine Hauptrolle zukommt, weniger stark in dem die
vorderen Backenzähne tragenden Teil der Pars buccalis, mächtig
am Ramus. Damit ist die Unhaltbarkeit der Flourens'schen Lehre
von der Apposition und Resorption für den Unterkiefer bewiesen.
— Aus den Verhältnissen der inneren Architektur der Knochen
ergiebt sich nach dem Verf. das Vorhandensein einer ausser-
ordentlichen Aktivität und funktionellen Anpassungsfähigkeit aller
Partikelchen der fertigen Tela ossea, nicht nur während des Wachs-
tums, sondern während der ganzen Lebensdauer des Individuums.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 45
Pliylog'euie. Auld, R, C. , The derivation of the domestic
polled breeds. — Am. Nat. XXII, p. 784—802. Mit 2 Abbildg.
Verf. weist nach, dass eine Anzahl der jetzt hornlosen Rinder-
schläge Grossbritanniens früher gehörnt waren und dass die Hörner
erst allmählich „herausgezüchtet" wurden. Das Wildvieh war seit
langer Zeit grossenteils hornlos und hat z. T. die Entstehung der
hornlosen domestizirten Schläge beeinfiusst.
Beauregard, H., Considerations sur les deux dentitions des
mammiferes. — Comptes rend. bebd. Soc. Biol. 8 S. T. V, p. 230 — 233.
Verf. wendet sich gegen die Ansicht von Lataste, dass die
Molaren zur zweiten Dentition gehören. (Die eigentlichen Molaren
entstehen auf die gleiche Weise wie die Zähne der ersten Dentition,
also wie das Milchgebiss.) Er betont ferner, dass die Entwicklungs-
geschichte, nicht aber der Zeitpunkt ihres Erscheinens massgebend
für die Einteilung der Zähne seien. Man dürfe nicht einfach ,, zweite
Dentition" und „bleibendes Gebiss" identifiziren.
Derselbe, Deuxieme note sur les deux dentitions des mammi-
feres- — Ebenda p. 259 — 261.
Verf. bekämpft die von Lataste geäusserte Meinung, dass nicht
nur die Molaren, sondern überhaupt alle nicht gewechselten Zähne
(„dents monophysaires") zur zweiten Dentition gehören. Er führt
als Beispiel die Cetaceen an, bei welchen die Entwicklung der Zähne
mit der typischen Milchzahn-Entw. übereinstimmt.
Vergl. unten Lataste.
Cope, E. D., The mechanical causes of the origin of the
dentition of the Rodentia. — Am. Nat. XXII, p. 3—13. Mit Holzschn.
Verf zeigt zunächst, dass der Schneidezahn des Unterkiefers
der Nager der zweite der Incisiven-Reihe ist, wie sich bei der Be-
trachtung der Gattungen Calamodon^ Tillotlierwm, Esthonyx etc.
ergiebt. Sodann wird nachgewiesen, dass alle Eigentümlichkeiten
des Nagerschädels (Fehlen des Postglenoidfortsatzes, Form des Unter-
kiefer-Gelenkkopfes, Insertion der Temporalmuskeln, Reduktion des
Kronfortsatzes, Entwicklung innerer Pterygoid- und Masseter-Muskeln,
Lage und Stellung der Molaren und Struktur derselben) mechanische
Folgen des Längenwachstums der Incisivi sind. Das Gleiche ergiebt
sich bei der Betrachtung der Marsupiaha multituberculata.
Dareste, C, Recherches sur les Veaux Natos ou ä Tete de
Bouledogue et sur les origines des animaux domestiques. — Bull.
Soc. Nat. d'Acclimat. de France 4. Serie, Tome V p. 5 — 11.
Verf bespricht verschiedene Exemplare der Niatos-Rasse und
constatirt Verschiedenheiten im Schädelbau. Bei einem in Frankreich
gebornen Kalb nahm das Lacrimale teil an der Begrenzung der
Nasenöffnung. Weiter wird erwähnt, das Mopskopf-Bildungen auch
in Europa relativ häufig auftauchen; da aber die betr. Tiere fast
immer sofort getötet werden, so können sie sich nicht fortpflanzen.
Verf betont die Wichtigkeit derartiger Züchtungsversuche für das
Studium der Entstehung der Haustierrassen, Vergl, Ber. 1887.
46 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Gaudry, A. , Les Ancetres de nos Animaux dans les temps
geologiques. Mit 49 Abbidgen. Paris 1888.
Nach einer allgemeiner gehaltenen Einleitung (Hist. des progres
de la paleontologie ; evolution et darwinisme) schildert Verf. die
Faunen von Pikermi und Mont Leberon, wobei er genauer auf das
Verhältniss der fossilen zu den jetzigen Säugetieren eingeht und
einen besonderen Abschnitt den durch die Geologie bezüglich der
alten Geschichte des grieschischen Volkes gelieferten Aufschlüssen
widmet. S. 94 ff., wo auseinandergesetzt wird, dass eine ,, Klein-
fauna" in Pikermi fehlt, wird bei der Aufzählung der wenigen auf-
gefundenen Kleinsäuger Acomys Gaudryi Dames nicht erwähnt (Ref.)
Haacke, W., lieber die Entstehung des Säugetiers. — Biol.
Centralbl. 8. Bd. p. 8—16. Mit 2 Abbildgn.
Nach den Ansichten des Verf. entwickelten sich die ersten
Säugetiere aus Formen, welche zwischen Amphibien und Reptilien,
in Anbetracht der Eibeschaffenheit der Monotremen aber wohl näher
zu den Reptilien zu stellen sind. Der erste Schritt war die Er-
werbung eigener Blutwärme, welche die Entstehung eines Haarkleides
bedingt. Dieses hatte sodann des Auftreten von Talgdrüsen und
Schweissdrüsen zur Folge. Sehr wahrscheinlich legte das so be-
schaffene „ürhaartier" Eier, ähnlich denen der Monotremen und der
Reptilien. Da Verf. voraussetzt, dass die Entstehung der Eigen-
wärme in die Zeit eines kühlen Klimas fiel, so musste eine Be-
brutung der Eier von grösster Wichtigkeit sein und da war bei der
sonstigen Lebensweise des Tieres eine Einrichtung nothwendig, w^elche
ein beständiges Mittragen der Eier gestattete. So bildete sich der
Brutbeutel, wie er noch jetzt bei Echidna vorhanden ist und wie
er bei den Beuteltieren sich von den Urhaartieren her vererbt hat.
Die in dem Brutbeutel ausschlüpfenden Jungen leckten das Sekret
der Schweisdrüsen der Mutter. Es bildete sich das Mammarorgan
der Monotremen, aus welchem erst später durch Inanspruchnahme
und schliessliches Ueberwiegen resp. alleiniges Funktioniren der
Talgdrüsen die Milchorgane der eigentlichen Säugetiere entstanden.
Der Ansicht Gegenbaur's, dass die Monotremen durch die Be-
schaffenheit ihres Mammarorgans von den übrigen Säugern schärfer
getrennt wären, widerspricht Verf., da schon bei den Monotremen
zwischen den Schweissdrüsen im Mammarorgan Talgdrüsen sich
befinden.
Kollmann, J., Handskelett und Hyperdaktylie. — Anatom.
Anz. in. Jahrg., p. 515—530. Mit 1 Tfl. (Ref. Verhandig. Anat.
Gesellsch. Versammig. Würzburg 1888.)
Ver£ erörtert auf Grund der bisherigen Forschungen über das
genannte Thema mittelt seiner „Rudiment -Theorie" die Hyperdaktylie
(statt „Polydaktylie") des Menschen. ,,Es giebt keine Stapedifera mit
mehr als fünf Fingern, aber solche mit fünf Fingern und mit Spuren
eines ulnaren und radialen Strahles (Mensch, viele Säuger, Reptilien
und Batrachier). Diese Spuren liegen als oft schwer erkennbare
Rudimente unter der Haut. In Fällen von Hyperdaktylie des
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 47
Menschen vergrössern sich diese Rudimente und treten verschieden
entwickelt aus der Haut hervor. Der Rückschlag aus diesen Rudi-
menten liefert wahrscheinlich stets nur Rudimente, d. i. verkümmerte
Finger. Hyperdaktylie ist keine pathologische, sondern eine thero-
morphe Erscheinung und weist auf eine Reduktion von Strahlen hin,
welche bei der Umformung der Fiscliüosse in eine Batrachierhand
mit aufgenommen wurden. Hyperdaktylie des Menschen ist demnach
eine besondere Form des Atavismus."
Lataste, Fernand, Des deux dentitions, de lait on permanente,
des mammiferes, quelle est la dentition primitive? — Comptes rend.
hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 59-61.
Verf. entwickelt die Ansicht, dass weder das Milchgebiss noch
das definitive Gebiss (Flower, Oldfield Thomas) das primitive sei,
sondern dass beide gleichalterig seien, dass also schon die ersten
Säugetiere diphyodont waren.
Derselbe, Considerations positives sur les deux dentitions des
mammiferes. — p. 203—206.
Verf. erörtert, dass die typische Bezahnung der Säuger die
5 1
diphyodonte ist. Als typische Zahnformel nimmt er an v- + ^ +
0 J.
4+4
~[" , (womit sich jedoch kaum alle Zoologen für einverstanden
erklären werden).
Derselbe, Encore sur les deux dentitions des mammiferes.
— p. 475— 480, 496—501, 537—540.
Entgegnungen auf die Aeusserungen Beauregards (vergl. oben).
Leboucq, H., lieber das Fingerskelett der Pinnipedier und der
Cetaceen. — Anatom. Anz. HI. Jahrg. p. 530 — 534. (Ber. Verhandig.
Anat. Gesellsch. Versammig. Würzburg 1888).
Verf constatirt, dass die zur Stütze der Schwimmhaut dienende
Verlängerung des Pinnipedierfingers der modifizirte Fingerballen,
nicht aber ein das Fingerskelett modifizirendes Knochengebilde ist.
Die Phalangen des Cetaceenfingers sind einander gleichwertig, die
überschüssigen also nicht dem Fortsatz des Pinnipedierfingers homolog.
Es ist also die Phalangenzahl der Cetaceen nicht eine Folge der An-
passung. Bei den Embryonen einiger Arten finden sich mehr
Phalangen als bei erwachsenen Individuen. Hieraus schhesst der
Verf., dass die Ahnen der Cet. noch mehr Phal. besassen als die
jetzigen Arten, dass sich die Phalangenzahl während der phylo-
genetischen Entwicklung der jetzigen Cet. verminderte und somit
die noch bestehende Hyperphalangie vererbt worden, nicht durch An-
passsung entstanden sei.
Magitot, Sur les deux dentitions des mammiferes. — Comptes
rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V., p. 261—263.
Verf betont, dass bei manchen Säugern der Zahnwechsel
4:8 Dr- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
äusserst früh eintritt und zwar in der Regel bei solchen mit kurzer
Lebensdauer (Pinnipedier?! Ref.). Sodann wendet er sich gegen
Beauregard (vergl. oben), indem er erklärt, dass (im Gegensatz zu
Pouchet und Chabry) gerade die embryologische Entwicklung der
echten Molaren beim Menschen diese Zähne der zweiten Dentition
zuwiese.
Mivart, St. George, On the possibly Dual Origin of the
Mammalia. — Proc. R. Soc. London. Vol. 43, p. 372—379.
Verf. entwickelt die Hypothese, dass die Monotremen von einem
Stamme sich ableiten, welcher gänzlich verschieden ist von dem-
jenigen, welcher den Ursprung der übrigen Säugetiere darstellt.
Sie bilden eine in der Entwicklung begriffene Parallelreihe zu den
höheren Säugern (incl. Marsupiaha). Während diese sich nach
Huxley von amphibienartigen Vorfahren ableiten, entstammen die
Monotremen sauropsidenartigen Formen. Für einen zweifachen
Ursprung ist ein gewichtiger Grund die Verschiedenheit der Milch-
drüsen bei den Monotremen gegenüber denen der übrigen Säugetiere.
Ihre Zähne, welche keinerlei Beziehungen zu denen der Sauropsiden
bieten, erhielten die Monotr. erst, nachdem sie sich von dem Reptilien-
stamm abgezweigt hatten.
Nehring, A., Ueber die Abstammung des Meerschweinchens.
— Humboldt Bd. VHI, Hft. 4.
Es wird nachgewiesen, dass Peru wahrscheinlich die Heimat
und Cavia Cutleri Kmg resp. Tschndi die Stammart des Haus-
meerschweinchens ist.
Osborn, H. F., The evolution of Mammalian Molars to and
from the tritubercular type. — Am. Nat. XXH, p. 1067—1079. Mit
Abbildg.
Verf. zeigt, dass der trituberkuläre Molar der Ausgangspunkt
war für die Mehrzahl der übrigen Backenzahnformen. Nur wenige
aberrante Formen schliessen sich aus. In der mesozoischen Zeit
überwog der trituberkuläre Typus bei weitem; ähnlich war es im
unteren Eocän und erst im mittleren Eocän begann die weitere
Entwicklung uud Umwandlung. Die Trituberkularität gliedert sich
in 3 Stufen oder Typen: 1. Haplodonter Typus. Einfache konische
Krone, einfache Wurzel, nicht von jener abgesetzt. Dieser T. noch
nicht bekannt. Hieran könnte man einen Zwischentypus anfügen
mit seitlichen kleinen Nebenspitzen an der Krone. Beispiel Dromo-
thcriu7n. 2. Triconodonter Typus: Krone dreiteilig, mit einem
mittleren und zwei deutlichen Seitenkegeln. Wurzel doppelt. Bei-
spiel Triconodon. 3. Trituberkulärer Typus: Krone dreieckig mit
3 Hauptspitzen, die mittlere bei den oberen Molaren innen, bei den
unteren aussen liegend. Hiervon leiten sich weitere Subtypen ab.
Für die verschiedenen Spitzen schlägt Verf. eine neue Nomenldatur
vor, nämlich folgende:
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 49
Upper Molars. Lower Molars.
Antero-internal cusp = Protocone Antero-external cusp = Protoconid
Postero- „ ,, =Hypocone Postero- „ „ = Hypoconid
Antero-external ,, = Paracone Antero-internal ,, = Paraconid
Postero- ,, ,, = Metacone Intermediate or an-
Anterior inter- tero-internal cusp (in
mediate „ = Protoco- quadritubercularmo-
nule lars) = Metaconid
Posterior inter- Postero-internal cusp = Entoconid.
mediate = Metaco-
nule
Es folgt dann eine Uebersicht über die Entwdcklung der Spitzen
bei den mesozoischen und tertiären Säugetiergattungen.
Rütimeyer, L., Ueber einige Beziehungen zwischen den Säuge-
tierstämmen Alter und Neuer Welt. Erster Nachtrag zu der eocänen
Fauna von Egerkingen. — Abb. Schweiz, paläont. Ges. V. XV. p. 1
bis 63. Mit i Tfl.
Im 1. Kap. „Einige Bemerkungen über Classification, insbesondere
bei Huftieren" wendet sich Verf. gegen die Cope'sche Einteilung
der Huftiere auf Grund des Baues der Extremitäten. Besonders
„kann der sogenannten Condylarthrie nur eine höchst relative Be-
deutung beigelegt werden und zwischen ihr und der sogenannten
Diplarthrie bestehen keine festen Grenzen." Obwolil das gewaltige
Material der Amerikaner gewissermassen zu dieser Classifizirung
aufforderte, so sind doch Vorder- und Hinterfuss zu verschieden-
wertig, als dass sie neben einander gleichmässig für die systemat.
Einteilung der Huftiere zu verwenden wären. Es dürfte sich mit
der Zeit ,,die in Amerika eingeführte Sprache als undurchführbar
erweisen", während die weitere Arbeit an der Hand der von Cmaer
und Owen aufgestellten Principien auf sicheren und zweckmässigeren
Fundamenten ruht und sehr wohl auch das amerikanische Material
umfassen kann.
Das H. Kap. ,, Einige neue Bindeglieder für die Säugetierstämme
Alter und Neuer Welt" behandelt eine Anzahl neuer Funde aus dem
Eocän von Egerkingen und bildet daher eine Fortsetzung zu den
eocänen Säugetieren aus dem Gebiet des schweizerischen Jura
(Denkschr. Schweiz, naturf. Ges. 1862). Caenopithecns Jemuroides ist
nicht zur Gattung Adapis zu rechnen, wie dies nach dem Fund
von 186'2 den Anschein hatte. Der Bau der Zähne, besonders der
des letzten Pm., ferner die Beschafi"enheit der an dem neuen Eger-
kinger Fund erhaltenen Reste des Oberkiefers und des Jochbogens
deuten auf durchgreifende Verschiedenheit von Ädai.is. Dagegen
werden 3 weitere Gebissreste zu der eben genannten Gattung ge-
zogen und zwar zu A. Ducernoyi. Ueberraschend ist der Fund
einer Anzahl von Oberkieferzahnreihen, welche sich direkt an die
bisher auf die neue Welt beschränken Phenacodonten anschliessen.
Verf. bezeichnet sie als Phenacodus eicropaeus. Damit wäre zuerst
ArcL. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.n. H. 1. 4
50 Di\ Ernst Schaff: Bericht üher die Leistungen
das Vorkommen von Condylarthren in Europa nachgewiesen. Ein
einzelner, wie die eben erwähnten Zähne trigonodonter Molar wird
ebenfalls zu den Phenacod. gerechnet, aber der Gattg. Protogonia zu-
gewiesen als P. Cartien. Ein weiterer vereinzelt gefundener Ober-
kieferzahn, ebenfalls trigonodont, Hess sich in keiner europäischen
Gattung unterbringen, zeigt aber deutliche Anklänge an Cope's
Meniscotherivm. Zum Schluss giebt Verf. einen Ueberblick über die
Beziehungen der Trigonodontie zu der bei der Mehrzahl der Huftiere
herrschenden Zygodontie, wobei besonders Phenacodns und Propa-
laeotherium zum Vergleich herangezogen werden.
(Erwiederung und Kritik von Cope in American Nat. XXII,
p. 831 — 835.) Vergl. ferner unten Schlosser.
Sanson, Andre, Sur l'origine des cochons domestiques (Reponse
ä un memoire de Nehring). — Journ. Anat. Phys. XXIV p. 201 — 213.
Verf. sucht gegenüber den Ansichten Nehring's seine Ideen über
die Abstammung der jetzigen Hausschweine von zwei besonderen,
nicht mehr wild vorhandenen Arten, Sus celticus und Sus ibericus,
aufrecht zu halten und bekämpft die Abstammung des Hausschweins
vom Wildschwein. Dass er den Einfluss der Nahrung und der
Lebensweise auf die Schädelbildung, sowie die Wirkungen des Muskel-
zuges und -Druckes leugnet, genügt, um seinen Ausführungen von
vornherein einen zweifelhaften Wert zu verleihen.
Schlosser, M., Ueber die Beziehungen der ausgestorbenen
Säugetierfaunen und ihr Verhältniss zur Säugetierfauna der Gegenwart.
— Biol. Centralbl. Bd. VIII, p. 582-631.
Verf. giebt eine anschauliche Uebersicht über die verschiedenen
Säugetierfaunen vom ältesten Tertiär an. Bei Besprechung des
Puercobeds etc. bemerkt er, dass die von Rütimeyer den Gattungen
Phenacodus und Protogonia zugeschriebenen Funde aus den Bohn-
erzen von Oberbuchsitten in Wirklichkeit den Periptyckiden oder gar
primitiven Artiodaktylen zuzurechnen seien. Sodann erörtert Verf.
die Beziehungen der geschilderten Faunen zu einander, sowie zu
denen der Gegenwart.
Tornier, G., Die Phylogenese des terminalen Segmentes der
Säugetier- Hintergliedmaassen. — Morphol. Jahrb. Bd. 14, p, 223 — 328.
Mit 2 Tfln.
Verf. hat sich die Aufgabe gestellt, vorwiegend auf vergl. anatom.
Wege, unter Berücksichtigung aller dabei in Betracht kommenden
Faktoren die Phylogenese des Säugethierfusses zu ergründen. Er
weist gestützt auf ausführliche osteologische und Ligament -Unter-
suchungen nach, dass Astragalus und Calcaneus der Krokodilinen
homolog sind den entspr. Knochen der Säugetiere, und wendet sich
dann der Anatomie des Calc.-Astr.-Gelenks der Krokodilinen und der
Säugetiere zu, wobei er unter Berücksichtigung der Gelenk-Mechanik
zu folgendem Resultat kommt: Die untersuchten Calc.-Astrag.-Gelenke
bilden wahre phylogenetische Entwicklungsreihen. Die eine Reihe
steigt von den Krokodilinen zum Menschen auf — gelenkfortbildende
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 51
Reihe — und zwar dadurch, dass in allen hierher gehörigen Gelenken
die ursprüngliche Streckfäliigkeit erhalten bleibt, während die Beuge-
fähigkeit phylogenetisch aufwärts allmählich erlischt. Von den einzelnen
dieser Reihe angehörigen Gelenken zweigen sich nun „gelenkum-
bildende" Reihen ab, die eine Seitenentwickelung einschlagen imd
als parallele Entwicklungsreihen angesehen werden können. Diese
Gelenke ersetzen die verloren gegangene Beugefähigkeit durch Aus-
bildung neuer Gelenkcharaktere und können als Gelenke mit Hyper-
beugung bezeichnet werden. Je stärker in ihnen die Befähigung
zur Hyperbeugung ausgebildet ist, desto weiter haben sie sich von
der „gelenkfortbildenden" Reihe entfernt. Solche phylogenetische
Parallelreihen mit Hyperbeugungscharakter bilden die Calc.-Astrag.-
Gelenke der Artiodaktylen, Perissodaktylen und Caniden. Die andern
Formen der Calc.-Astrag.-Gelenke sollen in der Fortsetzung der Arbeit
besprochen werden.
Yererbung. B o n n e t , die stummelschwänzigen Hunde im
Hinblick auf die Vererbung erworbener Eigenschaften. — Anatom.
Anz. HL Jahrg. p. 584 — GOß (Verh. Anat. Gesellsch. Versammig.
Würzburg 1888).
Verf. weist in eingehender und überzeugender Weise nach, dass
man ,,die Stummelschwänzigkeit der Hunde und der Haussäugetiere
überhaupt als die Folge exzessiven Vorgreifens eines normalen
Reduktionsvorganges an der Schwanzwirbelsäule" auffassen muss
und dass Haustiere, besonders der Hund, durchaus ungeeignet sind,
um an ihnen die Frage zu studiren, ob das Koupiren der Schwänze
durch Vererbung stummelschwänzige Nachkommen veranlasst.
Crampe, die Farben der Pferde von Trakehnen. H. Teil: Die
Ergebnisse der Farben-Reinzucht. — Thiel's Landw. Jahrb. XVH.
p. 755—885.
Verf. kommt nach eingehenden Untersuchungen zu dem Resultat,
dass bei den Trakehner Pferden Farbe und Vererbung in bestimmter
Beziehung stehen. Füchse Hefern ausschliesslich Nachkommen dieser
Farbe, darunter stichelhaarige Füchse und Fuchsschimmel. Von den
Rappen werden ausser Rappen auch Füchse, sowie Stichelhaarige und
Schimmel dieser Farben hervorgebracht. Aus den Braunen fallen
Pferde von allen Farben. Entgegen der sonst herrschenden Ansicht
hält Verf. braun für die Urfarbe des Pferdes und er sieht in
Schimmeln, Rappen, Füchsen die weissen, schwarzen und roten
Farbenvarietäten der Stammform (entsprechend den bei ^delen Arten
auftretenden derartigen Farbenvarietäten).
Wilckens, M., lieber die Vererbung der Haarfarbe und deren
Beziehung zur Formveränderung bei Pferden. — Thiel's Landw.
Jahrb. XVH. p. 555—576.
„In der Mehrzahl der Fälle vererbt einer der ungleichfarbigen
Eltern mit seiner Haarfarbe auch seine Körperform."
Zacharias, Otto, Zur Frage der Vererbung von Trauma tismen,
— Anatom. Anz. III. Jahrg. p. 373—379.
4*
52 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. berichtet bei Gelegenheit einer allgemeinen Erörterung
einige zu obiger Frage in Beziehung stehende Fälle von Menschen
und Säugetieren.
Bastarde. Hu et spricht über Leporiden und bezweifelt das
Vorkommen derselben — Bull. Soc. Nat. d'Acclimat. de France
4. Serie, T. V. p. 240—241 (Extr. des Proces-Verbaux.).
Jenner Weir giebt einen kurzen Bericht über verschiedenartige
Equidenbastarde in Jardin d'Acclimatation resp. Jardin des
Plantes (Zoologist III. Series, Vol. XII p. 102—103).
Derselbe erwähnt (ebenda p. 104) Bastarde von Schafen und
Ziegen, welche dem Jardin des Plantes aus Chile zugingen. In einem
Zusatz zu diesem Artikel wird bemerkt, dass derartige Bastarde
„Chabins" genannt in Chili, Peru und Argentinien sehr verbreitet
und vollkommen fruchtbar (!!!) seien!
Biologie.
Allgemeines. Ca ton, J. D., The California Gray Whale
( Rhachianectes glaucus Cope). — Am. Nat. XXII. p. 509 — 514.
Mitteilungen biologischen Inhalts: Lebensweise, Vorkommen,
Fang. Die Art ist dem Aussterben nahe.
Vergl. auch Cockerell unter Biol., Feinde.
Geoffroy Saint-Hilaire, A., Renseignements sur les Castors
du Rhone (Castor fiber). — Bull. Soc. Nat. d'Acclimat. de France.
4. Serie, T. V. p. 321—324. Mit 1 Fig.
Die im Gebiet der Rhone vorkommenden Biber haben eine von
der sonstigen abweichende Lebensweise angenommen, hervorgerufen
durch die veränderte Lebensbedingungen, unter denen sie jetzt leben.
Sie errichten keine „Burgen" mehr, sondern graben Baue in den die
Camargue gegen Überschwemmungen schützenden Rhonedeicheu. Sie
werden dadurch sehr gefährhch und gehen in Folge davon ihrer
baldigen Ausrottung entgegen.
Karting, J. E., The Badger, Meles taxua. — Zoologist, III. Series
Vol. XII p. 1—13. Mit 1 Tfl.
Biologisches, Historisches, Linguistisches. Verf. constatirt, dass
der Dachs in vielen Teilen der Britischen Inseln nicht nur recht
häufig ist, sondern stellenweise auch immer zahlreicher wird. Inter-
essante Notizen über die Trächtigkeitsdauer, welche unter Umständen
15 Mon. soll betragen können!
Inglis, J., Tent Life in Tigerland. IL Ed. London 1888. S».
Enthält jagdliche und biologische Mitteilungen über indische Säuget.
Inverarity, J. D., Unscientific Notes on the Tiger. — Journ.
Bombay Nat. Hist. Soc. III, p. 143—154. Mit 3 Tfln.
Lataste, F., Notes prises aujourlejour sur differentes especes
de l'ordre des Rongeurs observees en captivite. — Extr. des Actes de
la Soc. Linneene de Bordeaux Vol. XL. Mit 7 Tfln. 18871
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 53
Verf. giebt eine Fülle biologischer Notizen und Mitteilungen,
welche er durch tägliche Beobachtung einer grossen Zahl von in der
Gefangenschaft gehaltenen kleineren Nagern machte.
von Lenden feld, R., Bilder aus dem australischen Urwald, —
Zool. Garten Jahrg. XXIX.
1. Das Schnabeltier loc. cit. p. 14 — 18; 2. Der Wombat,
Phascolomys wombat p. 65 — 68 ; 3. Das grosse Känguruh Macropus
giganteus p. 225—231.
Durchgehends Schilderungen des Lebens der genannten Tiere
mit eingestreuten Bemerkungen über ihre Organisation.
Monges, Joseph, Ausdauer eines Leoparden. — Zool. Garten
Jahrg. XXLX, p, 231—233.
Mitteilungen über Widerstandsfähigkeit gegen Hunger und Durst.
Nehring, A., spricht über ein im Berliner Aquarium befind-
liches Exemplar von Halichoerus grypns. — Sitzungsber. Ges. naturf.
Freunde. 1888, p. 7—8.
Parker, H. W., Cat Phenomena. — Science Vol. XI, p. 96.
Bemerkungen üJaer geistige Fähigkeiten bei einer Katze.
T. Southwell bezweifelt, dass der Maulwurf Wintervorräte von
Würmern anlegt und giebt einige biologische Bemerkungen über das
Tier. (Zoologist, III. Series, Vol. XII, p. 21 - 22.
S teere, J. B., Observations made in the Central PhiHppines. —
Am. Nat. XXII, p. 622—626 und 779—784.
Enthält einige biologische Notizen über Fledermäuse, ohne
Angabe der Art.
Derselbe, Six weeks in southern Mindanao. — Am. Nat.
XXII, p. 289—294.
Enthält kurze Notizen über einige Säugetiere.
lieber Kinder ernährende Wölfe bringt der Zoologist, III. Series
Vol. XII, p. 87- — 98 einen Abdruck einer 1852 unter folgendem Titel
erschienenen Schrift: „An Account on Wolves nurturing Children
in their Dens. By an Indian Official." Eine von Hamilton Smith
herrührende handschriftliche Notiz bezeichnet einen in Indien
stationirten englischen Colonel als Autor des etwas abenteuerlich
klingenden Artikels.
Nahrung. Vergl. Southwell unter Biol., Allgem.
Bewegimg. Shufeldt, R. W., stellte fest, dass ein
amerikanischer Hase (L. caUotis) bei eiligem Lauf Sprünge von
12—13 Fuss macht (Zoologist, III Ser. Vol.^XII, p. 259).
Färbung. Allen, Harrison, The distribution of the color-
marks of the Mammalia. — Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1888,
p. 84—105.
Wenn Tiere stellenweise Abweichungen von gleichartiger Färbung
annehmen, so treten diese an bestimmten Stellen auf. Bei im all-
gemeinen unbehaarten Tieren finden sich in der Regel an ent-
sprechenden Stellen Reste von Behaarung. Diese Stellen sind ent-
weder Flecke an gewissen Körperteilen oder Streifen über den
54 ^^'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Rumpf etc. Besonders gefärbte Abzeichen, bisweilen stärkerer Haar-
wuchs, treten auf in der Mittellinie des Rückens, auf der Dorsalfläche
des Halses, in der Mitte der Scheitel- und Stirnpartie, am Bauch
und an der Innenseite der Extremitäten, am Ulnarrand des Unter-
arms, in der Achselhöhle und der Schamgegend, als weisses Hals-
band, oft in der Gegend der Sinnesorgane, sowie an Nervenendigungen,
nicht selten als Streifen an den Körperseiten, ferner in den Zwischen-
räumen zwischen Muskelmassen und endlich an Stellen, welche reich
an feuchten Absonderungen sind. Nicht selten treten in Folge von
Alter Umfärbungen an den erwähnten Stellen ein. In manchen
FäUen ist die Färbung nicht symmetrisch auf der rechten und
linken Körperhälfte, ebenso zeigt die vordere Körperhälfte oft einen
anderen Färbungscharakter als die hintere. Alle einzelnen Fälle
werden durch Beispiele erläutert.
Aplin, Oliver V., On the Assumption of the Ermine Dress
in Stoats. — Zoologist, III Series Vol. XII, p. 141.
Verf. vertritt die Ansicht, dass beim Farbenwechsel des Hermelins
im Frühjahr kein Haarwechsel stattfindet, sondern dass sich das
weisse Haar in braunes verwandelt. Dabei soll die Umfärbung des
einzelnen Haares von der Spitze her beginnen (wie dies vor sich
gehen soU, ist unverständhch. Ref.)
Eckstein, K., berichtet kurz über eigentümliche Färbung von
Lepics timidi<s und über Käfer fressende Katzen. — Zool. Garten
Jahrg. XXIX p. 345—346.
Eimer, G. H. Th., Ueber die Zeichnung der Tiere. — Humboldt
7. Jahrg. p. 173—181. Mit 11 AbbUdgn. und 1 Tfl.
In diesem VI. Kap. giebt Verf. allgemeine Bemerkungen über
die Anpassung von Farbe und Zeichnung bei den Tieren und er-
örtert dann die Zeichnung der marder- und bärenartigen Raubtiere.
van Kempen, Gh., Sur une serie de Mammiferes et d'Oiseaux
d'Europe presentant des anomalies on des varietes de coloration. —
Bull. Soc. Zool. de France XIII, p. 103 (104).
Verf. zählt 9 Säugetiere auf mit abnormer Färbung, meistens
Albinos, einige anders gefärbt.
H. Scheinpflug berichtet kurz über ein weisses Reh. —
Zoologist III. Series, Vol. XII, p. 298.
Taylor, W. E., giebt Bemerkungen über lokales Abändern der
Färbung bei fliegenden Eichhörnchen aus Nebraska. (Am. Nat. XXII.
p. 744—745).
Watson, W. H., berichtet über eine weisse Varietät des Maul-
wurfs im Zoologist, III. Series Vol. XII p. 387.
Wiepken, C. F., giebt eine kurze Notiz über einen Steinmarder
mit gelber und einen Baummarder mit weisser Kehle. — Zool. Garten
Jahrg. XXIX, p. 313.
Zipperlen, A., veröfientlicht kurze Notizen über die Färbung
schwarzer Wölfe aus Nordamerika und von Präriewölfen. — Zool.
Garten XXIX, p. 60.
in der Naturgesschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 55
Schlaf. Müller, Adolf, Beobachtungen über die Gewichts-
abnahme der kleinen Haselmaus (Miiscardinus avellanarius) während
des Winterschlafs. — Zool. Garten Jahrg. XXIX p. 247—248.
Ein Expl. verlor während einer fast fünf Monate dauernden
Winterruhe etwa Vi2) ein zweites Vg seines ursprünglichen Gewichtes.
Brunst, Brutpflege etc. Hu et, Note sur les Naissances, Dons
et Acquisitions de la Menagerie du Mus. d'Hist. Nat. — Bull. Soc.
Nat. d'Acclimat. de France, 4. Serie, T. V. p. 97 — 100.
Bemerkenswert ist, dass am 11. Dez. ein junges Gnu geboren
wurde, welches im Alter von 3 Tagen eine Kälte von — 13" ohne
Nachtheil ertrug.
Vergi. ferner ebenda p. 865—866.
Lütken, Chr., Was die Grönländer von der Geburt der Wale
wissen wollen. — Zool. Jahrb. HI. p. 802—804.
Verf. teilt mit, dass nach den Beobachtungen der Grönländer
bei den Walen das Junge mit dem Schwanz voran geboren werde
und dass zwischen dem Anfang und dem Ende des Geburtsaktes
mehrere Wochen vergingen. Eschricht berichtet dasselbe für die
Braunfische, während nach Turner's und van Beneden's Ansicht der
Kopf zuerst heraustritt.
Southwell, Th., On the winter breeding of the Otter. —
Zoologist ni. Ser. Vol. XH. p. 248-251.
Es wird statistisch nachgewiesen, dass der Fischotter meistens
im Herbst oder (häufiger) im Winter wirft, höchst selten im Frühjahr.
Grefangenschaft. Blaauw, F. E., Resultate und Beobachtungn
aus der Tierpflege. — Zool. Garten Jahrg. XXIX p. 3—5, 68—71,
130-132.
Behandelt von Säugetieren Gnu, Hyrax capensis und Cervuhis
Reevesii, Gefangenschaft und Zucht,
Coester, C, Der Siebenschläfer (Myoxus ghs) in der Ge-
fangenschaft. — Zool. Garten Jahrg. XXIX, p. 359—364.
Haacke, Wilhelm, Aus dem Leben des Präriehundes. —
Zool. Garten Jahrg. XXIX, p. 321—329.
Beobachtungen in der Gefangenschaft.
Vergi. Huet unter Biol., Brutpflege.
Landois, H., Zur Pflege der Affen in der Gefangenschaft. —
Zool. Garten Jahrg. XXIX, p. 129—130.
Gewisse Affenarten vertragen gut die Winterkälte Deutschlands.
Sclater berichtet über den Zuwachs an Tieren im Garten der
Londoner Zoologischen Gesellschaft. — Proc. Zool. Soc. London 1888,
p. Iff, p. 87, p. 140, p. 219, p. 265, p. 291, p. 413, p. 564.
DersellDe giebt ebenda p. 1 — 2 eine Liste der im Londoner
Zool. Garten lebenden Caniden.
Feinde. Cockerell, T. D. A., führt einen Fall an, dass J7ms
mvscul. eine andere Muridenart, Uesperomys sonoriensis verdrängte,
gerade es bei Mus decum. und M. rattus bekannt ist. — Zoologist,
III. Series Vol. XII, p. 223.
56 Dl'- Erust Schaff: Bericht über die Leistungen
Gottheil, W. S., Note on Taenia eUiptica (Cat). — The Joiirn,
of Comp. Med. and Surg. Vol. IX, p. 126—127. Mit 1 Tfl.
Verf. zählt die Cestoden der Katze auf (5 Arten) und beschreibt
kurz Taenia eUiptica.
Gros, H,, Les Rats et les Mangoustes. — Bull. Soc. Nat,
d'AccHmat. de France. 4. Serie, T. V, p. 539—542.
Verf. schildert den durch die Ratten angerichteten Schaden
auf den Antillen und die Wirksamkeit der als Gegenmittel ein-
geführten Mangusten.
Pouchet, G., Sur un nouveau Cyamus parasite du Cachalot.
— Comptes rend. Acad. des sciences T. CVII. p. 698 — 699.
Kurze Beschreibung eines als Cyatnus physeferi bezeichneten
bisher unbekannten Parasiten des Potwales.
Pouchet et Beauregard, Note sur les parasites du cachalot.
— Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 744—745.
Verf. fand auf einem Cachelot Cyamus physeteri sp. n., einen
Trematoden, wahrscheinHch zu Monostomum gehörig, und eine
nicht bestimmte Ascaris.
Railliet, A., Les Parasites du Chabin et l'Oesophagostome des
petits Ruminants. — Bull. Soc. Zool. de France XIII, p. 216 — 218.
Verf. führt die Parasiten der durch Kreuzung von Schaf und
Ziege entstandenen Bastarde („Chabins oder ,,Carneros linudos") an
und erörtert das Vorkommen dieser Parasiten auf den betr. Stamm-
arten.
Krankheiten und Missbildungen. Alsbery, M., Ein milch-
gebender Ziegenbock. — Humboldt, 7. Jahrg., p. 158,
Verf. teilt einen durch behördHche Dokumente sicher beglaubigten
FaU mit, dass ein zur Zucht benutzter Ziegenbock aus zwei etwa
4 cm langen, an den Seiten der Hoden befindUchen Strichen Milch
gab. Dieselbe war reicher an Fett und Kasein als gewöhnliche
Ziegenmilch.
Babes, V., Sur l'hemoglobinurie bacterienne du boeuf. —
Comptes rend. hebd. Acad. des sciences. T. CVII, p. 692—694.
Verf. beschreibt eine in Rumänien endemische, oft mit der
Rinderpest verwechselte Krankheit, bei welcher stets ein Gonococcus-
ähnliches Bacterium auftritt, das wahrscheinlich die Hämoglobinurie
verursacht.
Derselbe, Sur l'hemoglobinurie bacterienne du boeuf. —
Journ. de Micrographie. T. 12, p. 448—449.
Beschreibung der Krankheitserscheinungen (Symptome, Verlauf)
und der Mikroben.
Burke, Rieh. W., Some rare forms of Eye-disease in
veterinary practice. — The Journ. of Compt. Med. and Surg. Vol. IX,
p. 18—19. Mit 1 Tfl.
Behandelt interstitielle Keratitis, Glaucoma und Granulomata
der Cornea beim Pferde.
iu der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 57
Cornil, M. V., et Cbantemesse, A., La pneumo-enterite des
porcs. ~ Journ. Anat. Physiol. XXIV, p. 618—655. Mit 3 Tfln.
Eingehende Untersuchimgen über Geschichte und Etiologie,
Darstellung besonders heftiger " Fälle der Seuche in GentiUy und
Marseille, pathologische Anatomie, Symptome und Diagnose, Pro-
phylaxis.
Eckmeyer, Situs inversus viscerum beim Ochsen. — Berliner
tierärztl. Wochenschr. Jahrg. VI, Nr. 48.
Ehlers, T., Verwachsener Muttermund (Harms) oder Verschluss
des Gebärmutterhalses (Franck) bei der KuIi. — Rundschau auf d.
Gebiete d. Tiermedizin, Jahrg. IV, p. 193—195, 201—204.
Galippe, V., Note sur l'existence d'une maladie analogue ä
la gingivite arthrodentaire infectieuse chez Folephant d'Asie. —
Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 443—447.
Verf. beschreibt einen Fall der von ihm und Malassez beim
Menschen als „Gingivite arthro-dentaire infectieuse" bezeichneten
Zahnerkrankung eines indischen Elefanten.
Körner, 0., giebt Mitteilungen über Rhachitis bei jungen
Löwen, z. T. nach Brit. Med. Journal, 24. Nov. 1888. — Zool. Garten,
Jahrg. XXIX, p. 376—377.
Lee, Daniel D., A common Lesion of the Horse. — The
Journ. of Comp. Med. and Surg. Vol. IX, p. 389—392.
Behandelt eine Verletzung des Ellbogens des Pferdes, welche
beim Liegen des Pferdes durch den Druck eines Hufeisens entsteht.
Lungwitz, Beitrag zur Verknöcherung der Hufknorpel beim
Pferde. — Deutsche Zeitsch. f. Tiermed. Bd. XIV, p. 21-45.
Mit 1 Tfl.
Lutze, G., berichtet kurz über einen Fall von Kloakenbildung
beim Hausschwein. — Zool. Garten, Jahrg. XXIX, p. 92.
Megnin, Note relative a l'inoculation de la phtisie coccidienne
aux lapins d'Australie. — Bull. Soc. d'Acclim. IV. Serie, T. V. p. 155 — 156.
Verf. warnt vor Einführung der von Pasteur zur Vertilgung der
Kaninchen empfohlenen Hühner-Cholera nach Australien, glaubt da-
gegen, die Uebertragung der bei uns bei Hasen und Kaninchen
vorkommenden Leberfäule (phtisie de foie oder cocc.) für un-
gefährlicher und besser halten zu dürfen.
Derselbe, La Phtisie hcpatique coccidienne du lapin et son
inoculation aux lapins d'Australie. — Bull. Soc. Nat. d'Acclimat. de
France. 4. Serie, T. V, p. 385—395. Mit Figuren.
Verf. beschreibt eine in Frankreich unter den Kaninchen
wütende und als „gros ventre" bezeichnete Krankheit. Dieselbe
rührt nicht von zu nasser Nahrung her, sondern ist zweifacher Art,
entweder durch Taenia pectinata oder durch Coccidium oviforme
hervorgerufen. Als Heilmittel wird Salicylsäure empfohlen, sowie
Weidenrinde. Verf rät, die durch Cocc. ovif. erzeugte Leberkrankheit
auf die Kaninchen in Australien zu übertragen, um diese zu ver-
58 Dl'- Ernst Schaff: Bericht üher die Leistungen
nichten. Das Mittel sei weniger gefährlicli als das von Pasteur vor-
geschlagene der Hühnercholera.
Müller, Hypertrophie des linken Hernes bei einem Ochsen
ungarischer Rasse. — Oesterr. Zeitschr. f. wissensch. Veterinärk, Bd. H
p. 24—26. Mit 2 Abbildgn.
Nicolas, A., etPrenant, A., Observations d'une monstruosite
rare (Absence du maxillaire inferieur. Defaut de communication
entre la bouche et les fosses nasales d'une part, le pharynx et le
larynx d'autre part.). — Journ. Anat. Physiol. XXIV, p. 113 — 141.
Mit 2. Tfln.
Eingehende Beschreibung und Darstellung eines mit den an-
gegebenen Missbildungen behafteten, fast ausgetragenen Schafembryos,
Nocard, Sur Timmunite naturelle des moutons bretones a
l'egard de la clavellee. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V.
p. 824—825.
Angeblich sind die bretonischen Schafe immun gegen die Schaf-
pocken („clavellee").
Phisalix, C, Note sur la cyclopie chez les Mammiferes. —
Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V, p. 667—669.
Verf. erörtert die Befunde des Gehirns bei unvollständiger und
vollständiger Cyclopie bei Mensch, Hund und Hammel.
Rietsch, Jobert et Martinand, Sur l'epidemie des pores
ä Marseille en 1887. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V.
p. 66—68.
Salmon, D. E., Hog Cholera. — The Journ. of Comp. Med.
and Surg, Vol. IX, p. 136-151.
Verf. behandelt die in Amerika durch ein besonderes Bakterium
verursachte Schweinecholera, welche verchieden ist von der in
Deutschland auftretenden Schweineseuche (Rotlauf, „rouget" der
Franzosen).
Schweizer, Fr., lieber ein Cystoadenoma papilliferum in
einer Kaninchenleber. — Virchows Arch. Bd. 113, p. 209 — 221.
Mit 1 Tfl.
Genauere Schilderung der sehr selten beobachteten angeführten
pathologischen Erscheinung bei zwei achtwöchentlichen Kaninchen.
Semmer, E., Zur Frage über das Vorkommen des Typhus bei
Tieren. — Virchows Arch. Bd. 112, p. 203—208.
Verf. schildert einige Fälle typhusartiger Krankheiten bei Pferden
und Hunden, aus welchen sich jedoch nicht mit Sicherheit ergiebt,
dass wirklicher Typhus bei Tieren vorkommt.
Walley, Thomas, The Colon of the Horse — its Diseases
and Derangements. — The Journal of Comp. Med. and Surg. Vol. IX,
p. 1—17.
Fortsetzung des ebenso betitelten Aufsatzes im vorherg. Bd.
Derselbe, Malpositions of the Colon and Coecum. — Ebenda,
p. 113—156.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 59
Verf. erörtert Fälle von unrichtiger Lagerung (malposition) des
Colon und Coecum, welche er als Hauptursache der Verdauungs-
störungen beim Pferde ansieht.
Windle, Bertram C. A. , Account of a Teratoma springing
from the sphenoid of a Calf, with the results produced by the
tumor. — The Journal of Anat. and Phys. New S., Vol. II, p. 423
bis 434. Mit 1 Abbildg.
Genaue Beschreibung des missgebildeten Kopfes eines Kalbes
mit gespaltenem Gaumen, zweispaltiger Zunge etc.
Pion, E. , Note sur la Rage chez les Herbivores (Boeuf,
Mouton, Chevre, Daim). — Bull. Soc. Nat. d'Acchmat. de France.
4. Serie, T. V, p. 845—850.
Verf. beschreibt das Auftreten der W^utkrankheit bei Wieder-
käuern, besonders beim Rinde und giebt eine Darstellung der
Krankheit bei dem Damwild des Richmond Parkes bei London im
Jahre 1886.
Nutzen und Schadeu. Berthoule, Am., Une plaie en Australie.
- Bull. Soc. d'Acclim. IV. Serie, T. V, p. 145—154.
Behandelt die Kaninchenplage in Australien.
Vergl. hierzu ferner Zoologist, III. Ser. Vol. XII, p. 321—328.
Gronen, Damian, Der Wolf in Russland. — Zool. Garten,
Jahrg. XXIX, p. 237— 241.
Meistens statistische Angaben über Schaden, Mitteilungen über
Jagd u. s. w.
Hinckelmann, Schädigungen der Fischerei in der Ostsee
durch Seehunde. — Mitteilungen des Deutschen Fischerei -Vereins
1886 (!)
(NB.!) Uebersetzungen in Bull. U. S. Fish Comnnssion 1887 und
in Zoologist 1888 p. 128—130.
The wild animals of British India. — Zoologist, III. Series
Vol. XII, p. 361-367.
Bericht über die Zahl der durch wilde Tiere in Indien ge-
töteten Menschen und Haustiere, sowie über diejenige der erlegten
wilden Tiere.
Land- und Forstwirtschaft, Jagd etc. Adametz s. unter
Anat. u. Phys., Muskelsyst.
Auld, R. C, The wild cattle of Great Britain. — Am. Nat.
XXn, p. 498—509. Mit 2 Holzschn.
Verf. giebt zunächst einige Erörterungen über die Herkunft der
britischen Wildrinder und zählt alsdann die einzelnen gehörnten und
die weit zahlreicheren hornlosen (polled) Heerden auf. Zu jeder
der hornlosen Heerden folgen erläuternde Bemerkungen.
Vergl. auch Auld unter Phylogenie.
Bungartz, Jean, Kaninchenrassen. Illustr. Handbuch.
Magdeburg 1888.
Dalziel, H. , British Dogs : Describing the History,
Characteristics , Breeding, Management, and Exhibition of the
60 Dr. Erust Schaff: Bericht üher die Leistimgen
various breeds of Dogs established in Great Britain. II. Ed. Vol. I.
London 1888 (?).
Fankhauser, Die volkswirtschaftliche und forstliche Bedeutung
der Ziege in der Schweiz. Dissert. Bern 1887.
Geruzey, P., Le cheval moderne. — Bull. Soc. Nat. d'Acclimat.
de France. 4. Serie, T. V, p. 413 — 448. Mit vielen Abbildungen.
Erörterungen besonders über das moderne Reit- resp. Militär-
pferd, Behandlung desselben, Bewegungen etc.
Hittcher s. unter Anat. u. Phys., Skel.
Huidekoper, R. S., Origin of the Domestication of the Horse.
— The Journ. of Comp. Med. and Surg. Vol. IX, p. 377—389.
Nach einer paläontologischen Einleitung behandelt Verl speziell
das Vorkommen von prähistorischen Pferderesten, schildert die
Domestikation, deren erste Anfänge nach ihm in die Bronzezeit
fallen, und erörtert die Geschichte des Pferdes in den früheren
historischen Perioden. Nehriug's Arbeit über die foss. Pferde wird
nicht citirt, doch ist Verf der Ansicht, dass neben den aus dem
Orient stammenden Pferden auch die in Europa einheimischen Rassen
domestizirt wurden.
Kaiser, lieber die sogenannten doppellendigen Rinder. —
Thiel's Landw. Jahrb., p. 386-403.
Landrin, A., Traite sur le chien. Paris 1888.
Lavalard, E., Le cheval dans ses rapports avec l'Economie rurale
et les industries de transports (Alimentation, ecuries, marechalerie).
T. L Paris 1888.
Leseble, L., Du Chien Militaire. — Bull. Soc. Nat. d'Acclimat.
de France 4. Serie, T. V, p. •209—225.
Verf behandelt eingehend die Frage der Benutzung des Hundes
zu militärischen, speziell Kriegs-Zwecken, und empfiehlt die französ-
Schäferhunde.
Derselbe, La chasse ou loup en Russie. — Ebenda, p. 914 —
917. Mit 1 Fig.
Lie, Les chiens de chasse en Norvege. — Bull. Soc. Nat.
d'Acclimat. de France. 4 Serie, T. V, p. 617—624.
Es werden die verschiedenen in Norwegen zur Jagd benutzten
Hunde beschrieben und die betr. Jagdarten geschildert.
V. Middendorff, A., Ueber die Rindviehrasse des nördlichen
Russlands und ihre Veredelung. — Thiel's Landw. Jahrb. XVII,
p. 267—328. Mit 7 Tfln.
Uebersetzung aus dem Russischen von B. Bajohr. Enthält Be-
merkungen allgemeinen Inhalts.
Nehring, A., Ueber den Schädel eines Franqueiro- Ochsen
aus BrasiUen. — Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1888, p. 91 — 99.
Mit 2 Abbüdg.
Verf beschreibt und bildet ab den Schädel eines Ochsen der
durch überaus stark entwickelte Hörner und einige andere Eigen-
tümlichkeiten ausgezeichneten Franqueiro-Rasse aus der brasilianischen
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 61
Provinz S. Paulo. Der Schädel zeigt im AUgem. den Frontosus-Typus.
Verf. äussert die Ansicht dass die Eigentümlichkeiten der F.-Rasse
sich in Brasilien heraugebildet haben.
Derselbe, Ueber den Einfluss der Domestikation auf die
Grösse der Tiere, namentlich über Grössenunterschiede zwischen
wilden und zahmen Grunzochsen (Poephagus grunniens). — .Ebenda,
p. 133—141.
Verf zeigt an Schädeln von Poephagus gnmniens, dass Domesti-
kation zunächst die Grösse der Tiere herabsetzt. Zum Schluss
wird auseinandergesetzt, dass sich in der Form und Bildung der
Schambeinsymphyse Geschlechtsunterschiede bei den Wiederkäuern
und Pferden ausprägen.
d'Orcet, Notes pour servir ä l'histoire du cheval en Amerique.
— Bull. Soc. Nat. d'Acclimat de France. 4. Serie, T. V, p. 877—893,
950—964, 1036—1049, 1109—
Verf giebt einen Abriss über die Abstammung des Pferdes,
eine Darstellung der Einführung desselben in Amerika, der weiteren
Schicksale, Veränderungen, Lebensweise, Verwilderung, amerikanische
Rassen.
Pietrement, C.-A. , Korigine et l'evolution intellectuelle du
chien d'arret. — Bull. Soc. d'Anthropol. de Paris 3. S., T. 11,
p. 320—365 (Discussion 365-373).
Verf leitet die heutigen Vorstehhunde, welche sich unter
einander nach ihm nur durch die Behaarung unterscheiden, von
den Jagdhunden ab, welche um das 15. Jahrhundert zur Falken-
jagd gebraucht wurden.
Placzek, B., Wiesel und Katze, ein Beitrag zur Geschichte
der Haustiere. — Verh. naturhist. Ver. Brunn. XXVI, p. 124 — 191.
Sehr eingehende Arbeit, hauptsächlich historischen Inhaltes.
Die modernere Verhältnisse betreffenden Angaben, insbesondere die
Angaben über Haus- uvd Wildkatze, entsprechen nicht ganz dem
jetzigen Stande der Forschung.
Sanders, J. H., Die Pferdezucht unter Anwendung der all-
gemeinen Vererbungsgesetze auf die praktische Züchtung. Breslau
1888.
Schlotfeld, E., Jagd-, Hof- und Schäferhunde. Mit 21 Ab-
bildgn. Berlin 1888.
Behandelt die zur -lagd-, zur Bewachung der Heerden, des
Hauses und Hofes verwendeten Hunderassen, sowie die Krankheiten
des Hundes. Das Werk bildet einen Band der Thaer-Bibliothek.
Schulze, Beruh., Die Ernährung der landwirtschaftlichen
Nutztiere übersichtlich dargestellt und durch zahlreiche Beispiele
von Futterrationen erläutert. Breslau 1888.
Derselbe, Ratgeber bei der Fütterung der landwirtschaftlichen
Nutztiere. Breslau 1888.
Southwell, Th., Notes on the Seal and Whale Fishery of 1887,
— Zoologist III. Ser. Vol. XII, p. 121—128.
62 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Cooks, A, H., The Finwhale Fishery off the Lapland Coast.
— Zoologist III. Series Vol. XII, p 201—208.
Spigardi, P., Studi suUe razze degli animali domestici della
valle del Taro, sotto il rapporto zoologico, zootecnico ed industriale.
Borgotaro 18871
Behandelt Pferde, Rinder, Schafe und Schweine.
Werner, Die Rindviehschläge der Schweiz und die fünfte
schweizerische landwirtschaftliche Ausstellung zu Neuenburg. —
Thiel's Landw. Jahrb. XVII, p. 177—237.
Geographische Verbreitung und Faunen.
Allgemeines. Balkwill, F. H., On the geographica! distri-
bution of Seals. — Zoologist, III. Series Vol. XII p. 401—411.
Allgemeines über die Pinnipedia, Angaben über Verbreituung,
Bemerkungen über Lebensweise etc.
Vergi. auch Jentink unter Syst., AUgem.
Rodler, A., Verbreitung und Geschichte der Seesäugetiere.
Wien 1888.
Verf bespricht in grossen Zügen die Stammesgeschichte der
drei Grupen von Seesäugetieren (Pinnipedier, Sirenen, Wale), sowie
ihre einstige und jetzige Verbreitung, ohne jedoch auf die Systematik
oder auf einzelne Gattungen und Arten einzugehen.
True, F. W., Guide to a Collection iUustrating the Families
of Mammals in the Ohio Valley Exposition, 1888. — Proc. U. S.
Nat. Mus. Vol. XI, Appendix, p. 1 — 26.
Tyrell, J. B., Catalogue of the Mammalia of Canada, exclusive
the Cetacea. — Proc. Canad. Instit. Vol. XXIV, p. 66—91.
A. Win ch eil giebt eine oberflächliche Uebersicht über die
gelegentlich geologischer Untersuchungen im nördlichen Minnesota
beobachteten Säugetiere (und andere Vertebr.). — Geol. and Nat.
Eist. Survey of Minnesota 1888 p. 138.
Mustela Pennanti führt die Bezeichnung ,,fisher".
Oestliche gemässigte Region. Bailey berichtet über die
Strandung eines Hyperoodon rostratus bei Flamborough. — Naturalist
1888 p. 114.
Balkwill, F. H., beschreibt und bildet ab ein bei den Scilly-
Inseln gefangenes Expl. von BaJaenoptera rostrata. — Annual Rep.
and Trans. Plym. Inst. X, p. 120-122.
Bielz, E. A., Die Fauna der Wirbeltiere Siebenbürgens —
Verh. u. Mittig. siebenbürg. Ver. f. Naturw. Bd. XXXVIII p. 15— 120.
Einschliesslich der Haustiere werden 75 Arten von Säugetieren
aufgezählt.
Blagg, E. W. H. , berichtet über Vesj). Bechsteinii und V.
mystacinus in Hampshire und Staffordshire. — Zoologist, III. Ser,
Vol. XII, p. 260.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 63
Büchner Eug., Mammalia Przewalskiana, Wissenschaftliclie
Resultate der von N. M. Przewalski nach Central-Asien unter-
nommenen Reisen. Zoologischer Teil. Bd. 1. Säugetiere, bearb.
von Eug. Büchner. Liefg. 1. St. Petersburg 1888. Mit 5 Tfln.
Verf. bearbeitet die von Przewalski gesammelten Säugetiere in
einem grossen, in russischer und deutscher Sprache gedruckten Werk
mit zahlreichen hervorragend schönen Farbentafeln, sowie photo-
graphischen Abbildungen. In Liefg. 1 werden behandelt: Pteromy.s
volans (L.), Tamias Pallad Baird, Spermoph. erythrogenys Brandt,
Sp. alaschanicus Büchner, Sp. moiiogolicus Milne Edw., Sp. obscuru.'i
Büchner, Sp. Eversmanni Brandt, Arctomys himalayauus Hodgs., A.
rohustus Milne Edw., A. sp. und A. dichrous Anderson. Vergl. an
den betr. Stellen unter Systematik!
Carlini, A. de, Vertebrati della Valtellina. — Ann. Soc. Ital.
XXXI, p. 17-90.
Gadeau de Kerville, H., Faune de la Normandie. I. Mammi-
feres. Paris 1888. Exstr. du Bull. Soc. Amis Sc. Nat. Rouen 1887,
p. 147—246.
Harting, J. E., The Whiskered Bat, Vespert ilio mystacüms. —
Zoologist, III. Series Vol. XII p. 161—166. Mit 1 Tfl.
Enthält hauptsächhch Mitteilungen über das Vorkommen in
Grossbritannien.
Huth, E., Beiträge zur Kenntniss der märkischen Fauna.
1. Die wildlebenden Säugetiere. — Sammig. naturwiss. Vortr.
herausgeg. von E. Huth. 2. Bd. 5. Hft. Berlin 1888.
Laver, H. , berichtet über ein am Fluss Crouch in Essex
gestrandetes Exemplar von (rrampiis griseus. — Zoologist, III. Ser.
Vol. XII, p. 260—261.
Monaco, Albert Prince de, Sur un Cachalot des A<;ores.
— Comptes rend. hebd. Acad. des sciences, T. CVII, p. 923 — 926.
Mit 2 Abbildgn.
Kurze Mitteilungen über einen bei den Azoren gestrandeten
weiblichen Potwal, nebst 2 nach Photographien hergestellten Ansichten
des Kopfes.
Pouch et et Beauregard, Sur la presence de deux Baleines
franches dans les eaux d' Alger. — Comptes rend. hebd. Acad. des
sciences, T. CVI, p. 875 - 876.
Verf. berichten über zwei an der Küste von Algier beobachtete
Exemplare von Balaena hiscayensis.
Seefeld, A., macht Mitteilungen über ein bei Wladiwostock
gefangenes Expl. von F. tigris. — Zool. Garten Jahrg. XXIX, p. 28.
Service, R., constatirt einen Fall des Vorkommens von Delphinus
tursio im Solway Firth. — Zoologist, III. Series Vol. XII p. 346—347.
Simroth, H., Zur Kenntniss der Azorenfauna. — Arch. f. Nat.
1888 I, p. 179—234.
Säugetiere incl. Haustiere werden p. 180 — 184 erwähnt.
Southwell, T., berichtet über das Vorkommen von Hyperoodon
64 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
rostr. an der Küste von Norfolk. (Zoologist, III. Series Vol. XII,
p.387).
Ueber das Vorkommen von Ärvicola glareolus in Grosbritannien
wird berichtet im Zoologist, III. Series, Vol. XII, p. 23 — 24, p. 65
—66, p. 105, p. 298, p. 346.
AetMopisclie Region. Giglioli, E. H., Note intorno agli
animali vertebrati raccolti dal Conte Augusto Boutourline e dal
Dr. Leopold Traversi ad Assab e nello Seioa negli anni 1884 — 87.
Ann. Mus. Civ. di St. nat. Genova S. 2. Vol. VI, p. 1—73.
Behandelt werden 5 Affen, 8 Raubtiere, 6 Artiodact., 2 Hyra-
coidea 6 Nager, 1 Fledermaus. Eingehende Notizen bei Colohus
guereza Rüpp. (Die von Thomas 1885 geschaffene Subspez. „caudatus"
nicht aufrecht zu halten), Cercopith. alhigularis Syhes (Verbreitung);
ferner bei Canis variegatus Cretzsch., Ictonyx zorüla (Thunb.), Hyrax
scioanus Giglioli.
Vergl. auch Jentink unter Syst., AUgem.
Thomas, Oldfield, On a collection of Mammals obtained by
Emin Pasha in Equatorial Africa and presented by him to the
Natural History Museum.- — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 3 — 17.
Mit 2 color. Tfln.
Verf. behandelt 39 Arten und zwar: Primates 3, Carniv. 8,
Insectiv. 1, Chiropt. 3, Ungul. 1, Edent. 1, Rod. 22. Die Exemplare
sind gesammelt in Monbuttu im Congobecken; alle tragen einen
spezifisch westafrikan. Charakter. Die Wasserscheide zwischen Congo
und Nil bildet eine scharf abschneidende Grenze zwischen der west-
afrikanischen Waldfauna und dem Gebiet des oberen Nil, und zwar
so scharf, wie kaum je 2 Faunen getrennt sind. 2 neue Arten
werden beschrieben und auf farbigen Tafeln abgebildet: Anomulurus
pKSÜh/s 8p. n. und Dendrohyrax Emini (Diagnosen beider Arten
in Ann. Mag. Nat. Hist. 1887; vergl. Bericht f. 1887 p. 72 u. 78).
Malayisclie Region. Blanford, W. T., The Fauna of British
India, including Ceylon and Burma. Part I. Mammaha. London 1888.
Behandelt Primates, wozu auch die Lemuroidea gerechnet werden,
die Carnivora und Insectivora einschliesslich der Dermoptera. Abbild,
von Schädeln, Gebissen und ganzen Tieren.
Lister, J. J., On the Natural History of Christmas Island, in
the Indian Ocean. — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 512 — 591.
Enthält u. a. eine kurze Aufzählung der Säugetiere, welche ein-
gehender von 0. Thomas behandelt werden. Vergl. u.
S teere, J. B., A month in Palawan. — Am. Nat. XXII,
p. 142—145.
Verf. weist nach, dass die Insel Palawan zoologisch sich näher
an Borneo anschhesst als an die andern Philippinen, und stützt sich
dabei besonders auf die Säugetierfauna. Anwesenheit von Manis,
Arctictis etc., Fehlen von Hirschen, Galeopithecus.
Thomas, Oldfield, Diagnoses of four new Mammals from
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 65
the Malayan Region. — Ann. Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. II p. 407
bis 409.
Vergl. unter System. Hylomys siiillus dorsalis var. nov., Sciurus
concinnus sp. n., Mus alticola sp. «., M. infralufeus sp. n.
Derselbe, On the Mammals of Christmas Islands. — Proc.
Zool. Sog. London. 1888 p. 532—534.
Behandelt werden: Crocidura fuliginosa var. trichura Dohs. var.
nov., welche durch einen längeren, mit langen, dünnen Haaren be-
setzten Schwanz von der typischen Croc. fuUg. abweicht; ferner
Pteropus natalis Tkos., Mus Madeari Thos. und M. nativitatis sp. n.
Letztere Art ist ausgezeichnet durch ihre Grösse, kleinen, feinen
Kopf, kurzen, einfarbigen Schwanz, grosse Hände und Füsse, mächtige
Grabkrallen. Kopf und Körper bei den beiden untersuchten Expl.
254 resp. 264 mm, Schwanz 176 resp. 175 mm. Das Vorkommen
von 2 Rattenarten auf einer kleinen Insel mit nur ganz wenigen
Säugern ist bemerkenswert.
Australisclie Region. Campbell, A. J., Fauna of Kings
Islands. — Mammalia. — Victorian Naturalist, Vol. IV, p. 135 — 136.
Ramsay, E. P., Notes on the Fauna of the Bellenden-Ker
Ranges. — Proc. Linnean Soc. N. S. Wales. II. Ser. Vol. III,
p. 1295—1299.
Verf führt folgende Arten von den Bellenden-Ker Ranges von
Queensland an; 1) Hxjpsiprymnodon moschatus Ramsay, von den
dortigen Ansiedlern „Musk Rat" genannt; selten. 2) Dasyurus
4 1 2 4
gracüis n. sp. Zahnf i. -^ c — pm — m ^, die typische Formel der
Gattg. Dasyurus. Totallänge etwa 23 engl. Zoll, wovon 10 auf den
mit Endquaste versehenen Schwanz kommen. Farbe tief dunkel-
braun mit weissen Flecken. Vielleicht ein nördlicher Vertreter des
Das. maculatifs von N. Südwales. 3) Fhahuu/ista johnstoni sp. it.
Beschreibung und Maasse des Schädels. Farbe schön kastanienbraun
mit dunklerer Schattirung längs des Rückens und schw^arzem Schwanz,
welcher auf der Unterseite an der äussersten Spitze gänzlich nackt
ist. 4) Flial. lemuroides Collett; selten. 5) Ph. archeri Collet;
häufig. 6. PJial. sp. juv. (entweder Phal. cookii oder Phal. her-
bertensis Collett.).
Thomas, Oldfield, The Mammals of the Solomons Islands,
based on the CoUections made by Mr. C. M. Woodford during bis
Second Expedition to the Archipelago. — Proc. Zool. Soc. London
1888 p. 470—484. Mit 3 Tfln.
Als neu beschrieben wird Pteropus coronatus sp. n. Diese Art
ähnelt Pt. ocidaris Pef., hat aber einen viel längeren Oberarm
(156 mm gegen 137 mm) und viel stärkeres Gebiss. Hab, Mioko
(Insel der Herzog-von-York-Gruppe). Abbildg. der Zahm-eihen. Im
Uebrigen werden 17 Chiropt., 4 Rod. und 1 Marsup. behandelt.
Genauere Angaben über Pteropus Woodfordi Thos., Pteralopex atrafa
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 1. 5
66 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Thos., Anthops ornatus Thos., Mus imperator Thos., M. rex Thos.,
M. praetor Thos. (Vergl. unten)
Derselbe, Diagnoses of six new Mammals from the Solomon
Islands. — Ann. Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. I, p. 155—158.
Vergl. unter System. Pteralopex atrata n. g. n. sp., Pteropus
Woodfordi sp. n., Anthops ornatus g. n. sp. n., Mus tmperator sp. n.,
M. rex sp. n., M. praetor sp. n.
Westliche gemässigte Region. Ev ermann, B. W., weist
das Vorkommen von Condylura cristata L. in Indiana nach. (Am.
Nat. XXII, p. 359.)
Vergl. auch Jordan unter Allgem, p. 2.
Langkavel, B., Nordamerikanische Wölfe. — Zool. Garten
Jahrg. XXIX, p. 364—373.
Genaue Zusammenstellung der Verbreitung von Canis latrans
und C. occidentalis nebst ihren Varietäten.
Merriam, C. H., Remarks on the Fauna of the Great Smoky
Mountains, with Description of a new species of Red-Backed Mouse
(Evotomys Carolinensis). — Americ. Journ. of Science. III. S.,
Vol. XXXVI, p. 458—460.
Kurze Notizen über die Fauna der höheren Teile der südlichen
AUeghanies. Beschreibung einer neuen Mäuse-Art, Evotomys Caroli-
nensis sp. nov. Grösser als alle andern Arten der Gattung, Total-
länge 164 mm, Kopf und Rumpf 111 mm. Der kastanienbraune
Rückenstreif sehr breit, fast unmerklich in die rötlich gelbe
Farbe der Seiten übergehend (bei allen andern Arten scharf begrenzt).
Thomas, Oldfield, On the Small Mammals of Duval County,
South Texas. — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 443—450.
Verf. führt 17 Arten an, nämlich Insectivora 4, Chiroptera 3,
Rodentia 10. Bei den meisten Notizen über Vorkommen etc.,
sowie Maasse; bei den selteneren Arten ausführliche Angaben und
Beschreibungen, so besonders bei Cricetus (Vesperimus) Taylori Thos.
(Vergl. Ber. f. 1887, p. 74). Der Gattungsname Hespero7nys ist
ersetzt durch Cricetus (resp. Subgenus-Bezeichnungen). Vergl. hierzu
Thomas unter System., Muridae.
Südamerikanische Region. Armas, J. A. de, La Zoologia
de Colon y de los Primeros Exploradores de America. Havanna
1888. 80."
Behandelt die Fauna von Colon in Uruguay, p. 14 — 100 die
Säugetiere.
Branner, John C, Notes on the Fauna of the islands of
Fernando de Noronha. — Am. Nat. XXII, p. 861—871.
Enthält Mitteilungen über massenhaftes Auftreten von Ratten
und Mäusen, ohne Angabe der Arten.
Burmeister, C. V., Relacion de un Viaje a la Gubernacion
del Chubut. — An. Mus. Buenos Aires Vol. III p. 175—252.
Enthält eine Liste patagonischer Säugetiere.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 67
Nach H. W. Feil den kommt der Damhirsch in etwa 500 Exem-
plaren auf Barbados vor, wo er von England aus eingeführt wurde.
(Zoologist III. Series Vol. XII, p. 386—387).
Thomas, Oldfield, List of Mammals obtained by Mr. G.
F. Gaumer on Cozumel and Ruatan Islands. Gulf of Honduras. —
Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 129.
Aufzählung von 5 resp. 6 Arten ohne weitere Angaben.
Arktische Region. Brauer, Aug., Die arktische Subregion.
Ein Beitrag zur geographischen Verbreitung der Tiere. Mit 1 Karte.
— Zool. Jahrb. III. p. 189—308.
Im speziellen Teil schildert Verf. auf Grund sorgfältiger
Litteraturstudien die Verbreitung folgender Arten: Rangif. tarand.,
Omb. mosch., Lepus variab., Myodes obensis und M. torquat.,
U. maritimns , Canis lag., Gvlo hör., Miist. ermin., C. hipus. Als-
dann folgen allgemeine Erörterungen über die Fauna der subark-
tischen Region: Abhängigkeit der Tierarten von einander, sowie von
der Beschaffenheit des Gebietes, Ursachen und Hindernisse der
Verbreitung der Tiere, Anpassung der Tiere an das KUma (dichter
Pelz, rasch vor sich gehender Wechsel von Winter- und Sommerpelz
bei gew. Arten, etc.) Bei dem Kapitel „Wanderungen" werden be-
sonders das Rentier und der Lemming genauer behandelt und es
wird betreffs der viel genannten Lemmingswanderzüge wahrscheinlich
gemacht, dass dieselben grossenteils in das Reich der Fabel gehören
und nur von höchst untergeordneter Bedeutung sind; gerade aus
den letzten Jahrzehnten fehlen jegliche Nachrichten.
Hinsichtlich der weissen Farbe der weissen arktischen Tiere
vertritt Verf. den Standpunkt, dass dieselbe auf Anpassung beruhe,
also erworben ist. Im Schlusskapitel erörtert Verf. die Begrenzung
der arktischen Subregion, wobei er sich im Allgemeinen an Wagner
anschliesst (zwischen Südgrenze des Eisfuchses und des Rentiers).
Das geschilderte Gebiet gehört als Subregion zur paläarktischen
Region.
Rae J., Notes on some of the Birds and Mammals of the
Hudson's Bay Company's. Territory, and of the Arctic Coast of
America. — Journ. Linn. Soc. London Vol. XX, p. 136 — 145.
Enthält biologische Notizen über Lepus americanus (periodisches
Wachsen und Abnehmen der Individuenzahl), Fiher zibethicus (be-
sondere Baue), Myodes hudsomcits (Wanderungen etc.) Lepus glacialis
(Gewohnheiten).
Fossile Säugetiere.
Vergl. Guida . . unter Allgem.
Almera et Bofill, Descubriemento de grandes Mamiferos fosiles en
Catahma. — Cronica cientifica de Barcelona. Afio X. Nr. 220. (Jan. 1887!)
Bertkau, Ph., Fund des Höhleubären unweit Stromberg bei Bingen. —
Verh. nat. Ver. d. preuss, Rheinlande . . . Folge 5, Jahrg. 4. Corr. Bl. p. 159 bis
160. 1887
5*
68 ^^- Erust Sehäff: Bericht über die Leistungen
Boule, M., L'Elasmotherium. — Le Naturaliste 1888, p. 139-142. Mit
Abbildg.
Populärer Aufsatz über das E., mit einer restaurirten Abbildung.
Bouvier, E. S., Nouveaux Mammiferes fossiles de Sansan et du Quercy.
- Ebenda, p. 149—150, p. 168—169.
Bebandelt Filhol's Arbeiten über die genannten Lokalitäten.
Brown, J. Allen, Discovery of Elephas primigenius associated with
Flint Implements at Southall. — The Geol. Magazine, New Series, Decade LEI,
Vol. V, p. 317—319.
Bucbenau, F., Mammutstosszahn aus der Weser bei Nienburg. — Abb.
herausg. v. nat. Ver. Bremen Bd. X, p. 159—160.
Burmeister, H., Ein vollständiger Schädel des Megatherium. —
Sitzungsber. Kgl. Preuss. Akad. Wissensch. Berlin. Jahrg. 1888, p. 1291—1295.
Verf. coustatirt an einem von ihm restaurirten MegatheriumSchääel einige
bisher unbekannt gebliebene Eigentümlichkeiten. Am oberen Endrande der
Zwischenkiefer befindet sich ein 4 Zoll hoher, kammförmiger Ansatz, der als
Verknöcherung des Nasenkuorpels anzusehen ist. Ferner findet sich vor den
Nasenbeinen eine einfache Knochenplatte, welche, in der Jugend offenbar ohne
Verbindung mit den Nasalien, im Alter fest mit diesen verwächst. Die Textur
und Oberfläche dieser Knochenplatte zeigt, dass sie nicht eine Verknöcherung
des Nasenknorpels ist. Sie ist etwa 12 cm lang, zunächst parallelrandig, etwa
7 cm hreit. Auf der Hälfte ihrer Länge wird durch einen tiefen Einschnitt in
jedem Rand ein vorderes herzförmiges Stück abgeschnürt, welches nicht wie
der hintere Teil der Platte vom verknöcherten Nasenseptum gestützt wird. Im
Uebrigen zeigt der Schädel noch verschiedene geringere Abweichungen von den
von Owen u. A. abgebildeten.
Derselbe, Bericht über Mastodon Antium. — Ebenda, p. 717— 729.
Verf. erörtert zunächst die an den Unterkiefern zu Tage tretenden
Unterschiede zwischen Mastodon Humboldtn und M. Antium: „M. Humholdtü
hat eine längere Zahnstrecke, aber eine kürzere Kinnspitze als M. Antium und
letztere Art in ihr eine viel breitere Zungenfurche." Alsdann folgt auf Grund
neuen Materials des National -Museums zu Buenos Aires eine eingehendere
Beschreibung des Zahnsystems. Die Stosszähue unterscheiden sich von denen
der G-attg. Elephas durch die Anwesenheit einer Schmelzbinde auf der äusseren
Oberfläche, Diese Schraelzbinde oder Leiste ist bei M. ohioticum und M. Hum-
boldtn ziemlich versteckt, bei M. Antium, und M. angustidens sehr deutlich.
Bei jungen Tieren von M. Antium liegt sie auf der Innenseite des Zahnes, rückt
aber allmählich, indem sie beim Wachsen des Zahnes die Drehung desselben
mitmacht, an die Ober- und dann an die Aussenseite. Vom Zahnbein hebt sie
sich durch eine deutliche Furche scharf ab. Die Krümmung der Stosszähne ist
bei M. Antium und 31. Humboldtii ganz verschieden, bei ersterer Art etwas
sclu'aubenf örmig , bei letzterer in einer Ebene schwach gekrümmt oder selbst
gerade. Eine Schmelzbinde zeigt auch M. Humb. Zwei grosse Höhlungen im
Unterkiefer eines jimgen Expl. von M. Antium deutet Verf. als Alveolen unterer
Stosszähne. Die Backenzähne unterscheiden sich von denen des M. Humb. durch
geringere Grösse und dunklere, abweichende Färbung. Die Anzahl der Quer-
joche ist an Zähnen gleichen Alters bei den Arten dieselbe. Die von Gervais
gemachte Beobachtung, dass die abgekauten grossen Höcker jedes Querjochs bei
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. G9
M. Äntium nur eine, die von M. Humb. dagegen zwei Falten an jeder Seite im
Schmelzüberzuge haben, ist nicht immer zutreffend. Die Zahnwurzeln, theoretisch
so viele wie die Kronenhöcker, verwachsen oft mit einander, bei alten Zähnen
oft zu einem vorderen und einem hinteren "Wurzelstock. Schliesslich giebt
Verf. Form, Grösse und Bildung jeder der 6 Backenz. von Ä/. Äntiiim an, sowie
endlich noch einige Mitteilungen über den Schädel des Tieres nebst Maassen.
Capellini, Giov., Sui resti di Mastodon aveniensis recentemente scoperti
a Spoleto, Pontremoli e Castrocaro. — Mem. R, Accad. Sc. Istit. di Bologna
S. 4. T. IX p. 251-258, Mit 2 Tfln.
Verf. beschreibt und bildet ab einen in den Ligniten von Spoleto gefundenen
linksseitigen sechsten oberen Molaren eines Mastodon, den er Mast, avern. zu-
schreibt; ebenso den entsprechenden ersten Zahn, welcher bei Castrocaro gefunden
wurde. Endlich wird ein bei Pontremoli ausgegrabener Zahn nebst einem rechten
Cond. occipit. beschrieben.
Derselbe bestätigt die Existenz einer durch Kleinheit unterschiedenen
Rasse des Ursus spelaeiis, deren Reste er in der Höhle von Cassana in Ligurien
vor längerer Zeit fand (Bull. Soc. geol. de France, 3. S., T. XVn p. 21—22).
Derselbe, Sur un petit ours de la grotte de Cassana. — Materiaux poui-
l'histoire de Thomme. Vol. XXII. (S. III. T. V.) p. 305.
Ciofalvo, S., und Ant. Battaglia, Süll' Ippopotamus Peutlandi delle
contrade d'Imera. — Termini Imeresse, fortelli Amore. 1888. Mit 1 Tfl.
üestlich von Palermo wurden zahlreiche Reste von Hipj). Pentlandi in allen
Altersstufen gefunden. Die jugendlichen Expl. zeigen deutlich, dass Hipp.
juvenis nur ein junger Hipp. Pentl. ist.
Clerici, E., Sopra i resti di Castoro önora rinvenuti nei dintorni di
Roma. - Boll. Comit. geol. dltalia 1887 p. 278—284. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt Biberknochen, welche neben Resten anderer Säugetiere in
einer Höhle des Monte Sacro bei Rom gefunden wurden, und giebt eine Uebersicht
der bisher bekannten Funde von Biberresten.
Derselbe, Sopra alcune specie di Feiini della Caverna al Monte della
Gioie presso Roma. — Boll. R. Comit. geol. dltalia (2) EX, p. 149-167. Mit
1 Tafel.
Beschreibung von Resten (Unterk.) zweier Feliden, welche auf F. leo und
F. catus gedeutet werden.
Cope, E. D., On two new Species of three toed Horses from the Upper
Miocene, with Notes ou the Fauna of the Ticholeptusbed. — Proc. Americ.
Philos. Soc. 1887 p. ?
Derselbe, The Marsupial Genus Chirox. — Amer. Naturalist 1887,
p. 566—567. Mit 1 Holzschn.
Verf. beschreibt die oberen Prämolaren und Molaren.
Derselbe, The Mesozoic and Caenozoic Realms of the Interior of North
America. — Americ. Naturalist. 1887 p. 445—462.
Behandelt die gesamten Wirbeltiere.
Derselbe, giebt eine kurze Beschreibung eines Segmentes vom Carapax
eines im südlichen Texas gefundenen Glyptodon, welches er als neue Art ansieht
und Gl. petaliferus benennt. (Am. Nat. XXII p. 345—346).
Derselbe, Synopsis of the Vertebrate Fauna of the Puerco Series. —
Trans. Americ. Philos. Soc. Vol. XVI, p. 298-361. Mit 2 Tfln.
70 Dl". Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. giebt eine revidirte Liste der Vertebraten der Puerco Beds, unter
denen sich 91 Säugetiere befinden. Neu beschrieben werden von Creodonten:
Onychodectes tisonensis g.nov. sp.nov., Mioclaenus pentaeus sp.nov., M.gaudricmus
sp. nov., M. lyclekkerianus sp. nov., M. filholianus sp. nov., M. floverianus sp. nov.,
M. zittelianus sp. nov., A/. turgidunculus sp. nov., Chriacus priscus sp. nov., Chr.
schlosserianus sp. nov., Chr. rütimeyerianus sp. nov., Chr. stenops sp. nov., Chr.
inversiis sp. nov., Triisodon hiculminatus sp. nov. ; von Condylarthren Haploconus
coi-niculatus sp. nov., Periptychus brabensis sp. nov.
Derselbe, On the Mechanical Origin of the Teeth of the Amblypoda. —
Proc. Americ. Phil. Soc. XXV, p. 80-88. Mit Abbildgn.
Derselbe, Ou the Dicotylinae of the John Day Miocen of North
America. — Ebenda, p. 62—79.
Verf. untersucht die Beziehungen der z. T. schon früher beschriebenen
miocänen Dikotylinen zu einander :und zu den lebenden Schweinen. Er be-
handelt Chaenohyus decedens Cope, Bothrolabis subaequans Cape, B. pristinus
Leidy, B. trichaenus Cope, B. rostratus Cope sp. nov. Das Genus Bothrolabis ist
neu aufgestellt; es umfasst früher zu Palaeochoerus und Thinohyus gezählte
Formen.
Dawkins, W. Boyd, On Ailurus anglicus, a new Carnivore from the
Ked Crag. - Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 44. p. 228—230. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt und bildet ab ein Stück einer rechten Unterkieferhälfte
eines Carnivoren, welcher auffallend mit Äüurus übereinstimmt und der daher
als Ailurus anglicus bezeichnet wird. In der sich anschliessenden Diskussion
p. 231 betont Seeley, dass Vorsicht bei der generischen Bestimmung am Platze
sei, da der Molar gewisse Besonderheiten aufweise.
De per et, Sur la presence dun Macaque fossile dans le terrain pliocene
moyen de Perpignan. — Bull. Soc, d'Anthropol de Lyon. T. VI, p. 40-43. 1887!
Filhol, Description d'uue nouvelle espece d'Adapis. — Bull. Soc. Philomat.
7. S., T. 12, p. 10-12.
Verf. beschreibt ein aus den Phosphoriten von Quercy stammendes TJnter-
kieferfragment einer Ädapis-Art, die er als A. angustidens bezeichnet. Dieselbe
ist ausgezeichnet durch die sehr bedeutende Grösse des 3. Prämol., durch die
Reduction der beiden ersten Molaren und durch die Bildung der übrigen.
Derselbe, Description dune nouvelle espece d'Amphitragulus. — Ebenda
p, 12—14.
Verf. beschreibt als Amphüragulus Quercyi n. sp. ein in den Phosphoriten
von Quercy gefundenes Unterkieferstück mit den 3 hintersten Prämol. und den
3 Molaren.
Derselbe beschreibt ebenda p. 14 — 16 ein weiteres Unterkieferstück von
dem gleichen Fundort wie vorher unter dem Namen Amphitragulus crassus n.
sp. Dasselbe ist ausgezeichnet dui'ch die im Verhältnis zum Kieferknochen
auffallend starken, besonders dicken Zähne.
Derselbe, Description d'une nouvelle espece d'Hyracotherium. — Ebenda
p. 16-17.
Es wird ein Oberkieferstück mit dem letzten und dem vorletzten Prä-
molaren, gefunden in den Phosphoriten von Quercy, beschrieben und mit dem
Namen Hyracotherium Cayluxi n. sp. belegt.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 71
Derselbe, Description dun genre nouveau de Ruminant. — Ebenda
p. 17—18.
Verf. beschreibt ein Unterkieferstück eines Wiederkäuers aus den Phos-
phoriten von Quercy. Dasselbe ist bemerkenswert durch die Struktur des 4.
Prämol., welcher aus zwei Abteilungen besteht, einer vorderen mit einem zwei-
spitzigen Höcker und einer hinteren, die eine Art von Talon bildet und weit
einfacher gebaut ist als die complizirtere vordere Hälfte des Zahnes. Verf.
bildet eine neue Gattung Choilodon mit der Art Ch. elegans.
Derselbe, Sur un nouveau genre d'Insectivore. — Ebenda p. 24—25.
Verf. beschreibt als Lantanotherium sansaniensis n. g., n. sp. Unterkiefer
von Sansan, welche im Allgem. denen von Cladobates sehr nahe stehen, jedoch
durch die Bildung der drei letzten Backenzähne sich von diesem unterscheiden
Derselbe, Sur une nouvelle espece de Mustela. — Ebenda p. 25—30.
Verf. beschreibt als Mustela Larteti ein Uukes Unterkieferfragment mit
der Alveole des Canius und des Höckerzahns und mit dem 3. Prämol. und
dem Reisszahn.
Derselbe, Description d'un nouveau geni-e de Ruminant. — Ebenda
p. 30—32.
Verf. beschreibt als Platuprosopus sansaniensis n. g. n. sp. ein Unterkiefer-
fragment, welches durch die enorme Entwicklung seiner hinteren Partie im
Vergleich zu der verjüngten vorderen, sowie durch die Struktur des dritten
Lappens des letzten Molaren von den entsprechenden Teilen aller übrigen
Wiederkäuer abweicht. Die übrigen Zähne ähneln denen von Dicroceras.
Derselbe, Description dune nouvelle espece de Lophiodon (Loph. lepto-
rhynchus. — Ebenda p. 33—34.
Die Art unterscheidet sich von den übrigen durch die Länge und geringere
Höhe der Unterkiefersymphyse , sowie durch die Reduktion des vorderen Quer-
joches der Prämol.
Derselbe, Observations concernant la faune des Mammiferes fossiles
d'Argenton (Indre). — Ebenda p. 41—49.
Verf. constatirt das Vorkommen von Hyrachius in den Schichten von
Argenton. Ein Teil der von Cuvier, Blaiuville u. A. Lophiodon zugeschriebenen
Reste {Loph. minus et minimus) gehört zu Hyr. intermedius Filh. Ferner wurden
gefunden Anchilophus Desmarestei, Dichohune sp., Ämphimeryx, Pachynolophus
(argentonicus n. sp. und isselanus) und Hyracotherium argentonicum n. sp.
Derselbe, Description d'un nouveau genre de Mammifere fossile. —
Ebenda p. 55—58.
Es wird ein Oberkieferfragment eines den Tapiren sehr nahe stehenden
Tieres beschrieben, welches in den mit dem oberen Pariser Grobkalk gleich-
altrigen Schichten von Buschwiller (Bas-Rhin) gefunden wurde. Es unterscheidet
sich in gleichem Maasse von Lophiodon wie von Hyrachius, zeigt aber sehr nahe
Beziehungen zu den Tapü-en, die hiernach ungefähr schon gleichzeitig mit
Loph. u. Hyr. gelebt hätten. Verf. schlägt den Namen Palaeotapirus Bouvillei
für das neue Fossil vor.
Derselbe, Description d'un nouveau genre de Mammifere trouve ä Cesseras
(Herault). — Ebenda p. 58—59.
Cesserassictis antiquus n. g. n. sp. ist eine neue Pachydermenform, welche sich
durch die Höcker ihren Molaren an Lophiodon, durch die Einfachheit des letzten
72 Dr. Ernst Schaff: Bericht über ilie Leistungen
Zahnes an Hyrachius anschliesst, jedoch von beiden durch die Bildung der
letzten Prämolaren gänzlich abweicht.
Derselbe, Caractöres de la face du Machairodus bidentatus. — Ebenda
p. 129-134.
Verf. beschreibt den bisher noch nicht bekannten Gesichtsteil eines Schädels
von Mach, bident. aus den Phosphoriten von Quercy. Bemerkensvrerth ist die
Bildung des oberen Reisszahnes. Der kleine Höcker an der Basis des vorderen
Lappens ist bedeutend schwächer als bei den recenten Katzen. Der zweite
Lappen bildete einen ziemlich langen Talon, an der Innenseite des vorderen
fehlt der Innenhöcker. Der knöcherne Gaumen zeigt ebenfalls Besonderheiten.
Auffallend ist ferner die Anwesenheit eines Alisphenoidalkanals , .welcher den
Katzen fehlt, dagegen den Hunden zukommt.
Derselbe, Description dun nouveau genre de Pachyderme provenant des
depots de Phosphate de chaux de Quercy. — Ebenda p. 143—147.
Uphelognatos Qiierciji unterscheidet sich von Anoplotherium und Diplobune
durch starkes Atrophiren der Nebenspitzen an den Molaren, wogegen die
Hauptspitzen in eigenartiger Weise entwickelt sind.
Fisher, 0., On the Occurrence of Elephas meridionalis at Dewlish, Dorset.
— Quart. Journ. Geol. See. Vol. 44, p. 818-824. Mit 3 Holzschn.
Gaudry, A., La grotte de Montgaudier. — Materiaux pour l'hist. prim.
rhomme 1887, p. 57—61.
Neben Artefakten fanden sich zahlreiche Reste diluvialer Säuger.
Derselbe, Les vertebres fossiles des environs d'Autun. — Mem. Soc.
d'hist. nat. dAutnn T. 1, p. 1-90. Mit 11 Tfln.
Derselbe, Sur les diraensions gigantesques des quelques Mammiferes
fossiles. — Comptes rend. hebd. de l'Acad. des sciences de Paris, T. CVII,
S. 309-311.
Mittheilungen über die Grösse von Dinotherium, Mastodon und von fossilen
Ele2)has-A.YteVi.
Gaudry, Albert, etBoule, Marcelin, L'Elasmotherium. — Mat. pour
l'hist. des temps quat. Vol. m p. 83-104. Mit 4 Tfln.
Historischer Ueberblick, Vergleich mit Rhinoceros, Beschreibung von
Schädel und Gebiss, phylogenetische Betrachtungen über die prismatischen
Herbivorenzähne etc.
Hamy, T., Notice sur les fouilles executees dans le lit de Liane en 1887
pour l'etablissement du nouveau viaduc du chemin de fer. — Revue d'Anthropol.
1888 p. 257—271.
Neben Menschenresten und Artefakten wurden Knochen von Haustieren
und vom Wolf gefunden, z. T. aus historischer Zeit, z. T. älter.
Hardmann, Edw. F., On the Discovery of Diprotodon australis in
tropica! Western Australia, Kimberley District. — Rep. Brit. Assoc. Advancement
of Science, 1887, p. 671-672.
Hicks, Henry, The Fauna of the Ffynnon Bueno Caves and of the
Norfolk forestbed. — The Geol. Mag. 1887, p. 105-107.
Hofmann, A., Beiträge zur Kenntniss der Säugetiere aus den Miocän-
schichten von Vordersdorf bei Wies in Steiennark. — Jahrb. k. k. geol.
Reichsanst. Bd. 38, p. 77—82. Mit 1 Tfl.
in der Natui-geschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 73
Es werden behandelt: Lutra Valetoni Oeoffr., Mastod. amjustidens Cuv..
Palaeomeryx eminens U. ti M , Amphitragulus Boulangeri, HyaemoseJms crassus
Lart. und Bhinoceros sp.
Derselbe, Beiträge zur Säugetierfauna der Braunkohle des Lebitsch-
berges bei Gamlitz in Steiermark. — Ebenda p. 547 — 561. Mit 3 Tfln.
Verf. beschreibt Reste von Mustela Gamlitzensis H. v. 31., Antilope cristata
Biederm., Palaeomeryx Bojani H. v. M., Pal. furcatus Hensel, Hyaemoschus
crassus Lart., Hyaem. sp., Ilyotherium Soemmeringi JH. v. M. Abgebildet werden
Zähne und Gebisse der genannten Arten, sowie die Hornzapfen der Antilope.
Holder, J. B., Le Mastodonte americain. — Le Monde de la Science et
de l'industrie. 1888 Nr. 7.
Jaccard, A., Sur les animaux vert^bres fossiles de l'etage oeningien du
Locle. — Biall, Soc. Neuchatel. Vol. XVI p. 52—57.
Keilhack, K., lieber einen Damhirsch aus dem deutschen Diluvium. —
Jahrb. Kgl. Preuss. geol. Landesanst. u. Bergakad. für 1887, p. 283—290. Mit
1 Tfl. Berlin 1888.
In den unterdiluvialen Süsswasserkalken von Beizig in der Mark wurde
ein vollständiges Damhirsch-Geweih gefunden, ein unwiderleglicher Beweis für
das Vorkommen von C. dama im deutschen Diluvium. Das Geweih weicht von
dem der jetzigen deutscheu Damhirsche ziemlich ab, steht dagegen denen der
südeuropäischen völlig freilebenden sehr nahe.
Koken, E., Eleutherocercus, ein neuer vorweltlicher Glyptodont aus
Uruguay. — Abhandl. Kgl. Preuss. Akad. d. Wiss. Berlin 1888. Mit 2 Tfln.
Verf. beschreibt den durch Verschmelzung der ringförmig angeordneten
Knochenplatten des Schwanzendes gebildeten Schwauztubus eines von den bisher
beschriebenen abweichenden Glyptodonten, und giebt eine kritische Uebersicht
der bisherigen Funde und ihrer Erläuterungen.
Derselbe, Ueber die miocänen Säugetier- Reste von Kieferstädtl in
Oberschlesien und über Hyaenarctos minutus Schlosser. — Sitzungsber. Ges.
naturf. Fr. Berlin 1888 p. 44—49. Mit 2 Fig.
Nach allgemeineren Bemerkungen beschreibt Verf. ausführlich zwei obere
Molaren (m' und m-) und die beiden unteren Caniuen eines kleinen Hyaenarctos,
den Schlosser „minutus" benannte. Bei der Frage, ob die Gattg. U. näher zu
den Ursiden oder zu den Caniden zu stellen sei, neigt sich Verf. der letzteren
Ansicht zu.
Ladriere, Decouverte dun silex taille et dune defense de Mammouth
ä Vitry - en - Artois. — Coniptes rend. hebd. Acad. des sciences. T. CVI,
p. 513-514.
Vorwiegend geologischen Inhalts.
Lemoine, V., Siu' quelques Mammiferes carnassiers recueillis dans l'eoceue
inferieur des environs de Reims. — Ebenda, p. 511-512.
Kurze Notizen über 5 Oarnivorentypen. Eine JDissacus Cape ähnlich; die
zweite ähnlich, doch kleiner; die dixiite Proviverra sehr nahe stehend; die vierte,
als Tricuspiodon bezeichnet, erinnert an Spalacotha-iiim; für die fünfte wird
der Name Procynictis vorgeschlagen, sie schliesst sich Ämblotherium nndPeramus an.
Lumplugh, Y. W., Mammaliferous Gravel at Elloughton in the Humber
Valley. — Nature Vol. 36 p. 153 (18871).
74 Dr- -Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Verf. fand in einer Sandschicht einen Mammuthstosszahn und einige
Knochen; von ersteren nimmt er an, dass derselbe im Eise eingefroren trans-
portirt worden sei.
Lydekker, R, Note on the Nomenclature of three Genera of Fossil
Mammalia. — Ann. Mag. Nat. Hist. 6 Ser. Vol. I. p. 384.
Verf. bemerkt, dass in seinem Oat. Foss. Mam .... statt Aelurogale der
Gattungsname Aelurictis, statt Stylodon Stylacodon stehen müsste. Schlosser's
Vorschlag, statt Äeluropsis Haplogale zu sagen, wird nicht angenommen.
Major, Forsyth, Faune Mammalogiche dell' isole di Kos e [di Samos.
— Proc. verb. Soc. Toscan. Sc. nat. 1888, p. 272—275.
Vergl. unten.
Derselbe, Sur un gisement d'ossements fossiles dans l'ile de Samos,
contemporains de Tage de Pikermi. — Comptes rend. hebd. Acad. des sciences
T. CVII. p. 1178—1181.
Verf. fand auf Samos eine interessante fossile Fauna von etwa 40 Arten
von Säugetieren (nebst 1 Vogel, Struthio). Viele der Säugetiere stimmen mit
entsprechenden Arten von Pikermi überein. Neu sind etwa 6 Antilopen von
afrikanischem Typus, ferner Orycteroj)us Gaudryi Major und Palaeomanis Neas
Major, die ersten fossilen Edentaten der alten Welt. 0. Gaudryi ist kleiner
als die jetzigen Erdferkel, weicht im Schädelbau wenig ab, hat aber verhältnismässig
längere 1. u. 5. Metatarsalia, so dass vielleicht eine Reduktion der Finger bei
der genannten Gattung vor sich geht. Der unvollständige Schädel von Pal.
Neas ist etwa 3 Mal so gross wie der von Manis gigantea und zeigt verschiedene
Diiferenzen, w^elche eine generische Trennung erheischen. Samotherium Boissieri
Major, ein giraffenartigar Wiederkäuer, in etwa 12 Individuen vertreten, trägt
nur im männlichen Geschlecht Hörner, welche direkt über den Augenhöhlen sich
erheben. Das unpaare Hörn der recenten Giraffe fehlt bei Sam. B. gänzlich ;
der Hals ist kürzer als die Beine.
Bemerkungen hierzu (Bestätigung der Annahme einer Landverbindung
zwischen Griechenland und Asien) von Gaudry ebenda p. 1181 — 1182.
Makowsky, A., Der Löss von Brunn und seine Einschlüsse an diluvialen
Tieren und Menschen. — Verh. naturf. Ver. Brunn XXIV, p. 207—243. Mit
7 Tfln.
Von Säugetieren werden behandelt: Elephas primigenius , EJiinoceros anti-
quitatis {tichorhinus) , Equus cahallus , Bison priscus, Alces machlis (palmatus),
Cervus (Megaceros) giganteus (Jiibernicus) , C. elephas, Capreolus capraea, Ursus
spelaeus, Hyaena striata (prisca), Canis (Lupus) spelaeus, Canis (Vulpes) lagopus
Meles taxus, Castor fiber.
Marsh, 0. C, Notice of a new fossil Sirenian from California (Des-
raostylus hesperus n. g. n. sp.,). — Americ. Joum. Science m. S. Vol. 35,
p. 94-96. Mit 3 Abbildgn.
Sehr sonderbare Zähne aus dem Plicän von Galifornien werden einer mit
Metaxytherium und Halicore verwandten Sirenenart zugeschrieben.
Martin, K., Neue Wirbeltierreste vom Pati- Ajam auf Java. — Samm.
Geol. Mus. Leiden. Vol. IV, p. 87—116. Mit 2 Tfln.
Nehring, A., Ueber die Diluvialfaunen von Westeregeln und Thiede. —
Sitzungsber. Ges. natur. Fr. Berlin 1888, p. 39—44.
in der Naturgescliiclite der Säugetiere während des Jahres 1888.
(0
Verf. wendet sich gegen die von Pohlig und Wollemann im Sitzungsber.
Niederrhein. Gesellsch, vom 5. Dez. 1887 gemachten Bemerkxangen über die
Diluvialfaunen von Thiede und Westeregeln.
Derselbe, Vorläufige Entgegnung auf Wollemann's Abhandlung über die
Diluvialsteppe. — Ebenda p. 155—166.
Zurückweisung der WoUemann'schen Einwände gegen die Annahme einer
Steppenzeit für Mittelem'opa.
Derselbe, Ueber das Skelet eines weiblichen Bos primigenius aus einem
Torfmoore der Provinz Brandenburg. — Ebenda p. 54—62. Mit 1 Holzschu.
Beschreibung eines bei Guhlen am Schwielochsee in der Niederlausitz
gefundenen, fast vollständigen Skelettes eines B. immig. $, nebst vergleichenden
Maasstabellen. Abbild, des Schädels.
Derselbe, Ueber das Vorkommen von Arvicola oeconomus Pall. sp. im
Diluvium von Thiede und Westeregeln. — Ebenda p. 80 — 85.
Die vom Verf. früher als Arvicola ratticeps Keys, und Blas, bestimmten
Reste dürften besser auf Ärvic. oeconomus Fall, bezogen werden. Im Anschluss
hieran bemerkt Verf., dass er Myodes lemmus und M. schisticolor nur für „Ab-
zweigungen" von M. dbensis hält. Stellt man M. lern, und M. schist. als selb-
ständige Arten auf, so müsste man M. torquatus generisch von jenen trennen
als Misothermus torquatus Hensel.
Derselbe, Ueber das Urrind (Bos primigenius Bojan.) — De\;tsche
landw. Presse. XV. Jahrg. Nr. 61 und 62. Mit 4 Holzschn.
Beschreibung eines in der Niederlausitz gefundenen Skelettes (vergl. oben)
nebst Erörterung der Beziehungen des B. jyrimig. zu den Rassen des Hausrindes.
Derselbe, Ueber Bos primigenius, insbesondere über seine Coexistenz
mit dem Menschen. — Verb. Berlin, anthropol. Ges. 1888 p. 222—231. Mit 3
Holzschn.
Angaben über ein Skelett von B.iwimig. aus der Niederlausitz (vergl.
oben), sowie Mitteilungen über einen starke Spuren von Bearbeitung zeigenden
Metatarsus derselben Rinderart, welcher zusammen mit Thongefässen aus dem
frühen Mittelalter, Haustierresten etc. gefunden wurde und daher einen Beweis
für das Vorkommen des B. primig. in historischer Zeit liefert.
Derselbe, Ueber vereinzelt gefundene Hornkerne des Bos primigenius.
— Verb. Berlin, anthropol. Ges. 1888 p. 341—343.
Osborn,H. F., The structure und Classification of the mesozoic Mammalia.
— Journal Acad. Nat. Sc. Philadelphia Vol. IX p. 186—265. Mit 2 Tfln. und
30 Holzschn.
Verf. erörtert eingehend den Bau und die Verwandtschaftsbeziehungen der
mesozoischen Säugetiere und gelangt zu folgenden System.
A. Erste Gruppe.
Subord. Multituberculata.
Fam. Plagiaulacidae : Microlestes, Flagiaulax, Ctenacodon, Pti-
lodus, Neoplagiaulax, Meniscoessus und vieleicht Tliylacoleo
Farn. Bolodontidae : Bolodon, AUodon und vielleicht Chirox.
Farn. Tritylodontidae : Tritylodon, Triglyphus.
Farn. Polymastodontidae; Polymastodon.
Incertae sedis: Stereognathus.
76 Dl'- Erust Schaff: Bericht über die Leistungen
B. Zweite Gruppe.
Ordnung Protodonta.
Farn. Dromotheriidae : Dromotheriwn, Microconodon.
Subord. Prodidelphia.
Farn. Triconodontidae : AmphilesUs, Amphitylus, Triconodon,
Priacodon. Fhascolotherium , Tinodon. Spalacotherium,
Menacodon.
Farn. Amphitheriidae : Ämphitherium , Dicrocynodon , Docodon,
Enneodon. Peramus.
Farn. Peralestidae : Peralestes, Peraspalax, Paurodon.
Farn. Kurtodontidae : Kurtodon.
Subord. Insectivora primitiva.
Farn. Amblotheriidae : Amblother ium, Achyrodon.
Farn. Stylacodontidae : Stylacodon, Phascolestes , Dryolestes,
Asthenodon.
Incertae sedis: Laodon.
Derselbe, Additional observations upon the structure and Classification
of the mesozoic mammalia. — Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1888 p. 292 —
301. Mit Holzschn.
Bemerkungen über Amphüestes (Zahl der Zähne), Phascolotherium (Form
der Zähne), Amphitylus (Gebiss). Peramus, Leptocladus dubius und Spalacotherium
minus fallen zusammen und bilden nur 1 Genus. Am 1. und 2. Molar von
Ämphitherium wurde ein kleiner Aussenhöcker entdeckt, wodurch eine Annäherung
an Peramus zu Stande kommt. An den oberen Molaren von Peralestes fand
Verf. einen niedrigen, den antero-internen mit dem antero-externen Höcker ver-
bindenden Kamm; Per. ist daher mit Spalacotherium zu vereinigen. Endlich ist
es wahrscheinlich, dass aus Peraspalax, Amhlotherium , Achyrodon., Phascolestes,
Stylodon und Kurtodon nur zwei oder drei Genera gebildet werden müssen.
Derselbe untersucht die Mylohyoidgrube bei den mesozoischen und receuten
Säugetieren und kommt zu dem Schluss, dass auf ihr Fehlen oder Vorhandensein
kein grosser systematischer Wert zu legen ist. (Am. Nat. XXII, p. 75—76).
Pavlow, Marie, Etudes sur l'histoire paleontologique des Ongules. II.
Le developpement des Equides. — Bull. Soc. Imp. des Natur, de Moscou 1888,
p. 33—80. Mit 2 Tfln.
Nach einer historischen Einleitung (bei Cuvier beginnend) entwickelt Verf.
ihre Ansichten, nach denen die Vorfahren des Pferdes folgende Reihe bilden:
(Phenacodus) Hyracotherium, Pachynolophus, Anchilophus, Anchitherium, Proto-
hippus, Hippidium, Ecßius. Hipparion bildet einen Seitenausläufer der Pferdereihe.
Es folgt dann der III. Abschnitt, welcher Rhinoceridae und Tapiridae
behandelt. Systemodon dürfte den gemeinsamen Ausgangspunkt darstellen, auf
welchen Hyrachyus folgt. Von H. eximius gehen vielleicht die Tapire, von H,
agrestis die Rhinoceroten aus; die Aceratherien sind eine Nebenreihe.
Piedbeouf, L., Decouverte dun Ursus spelaeus dans une caverne du
calcaire eifelien ä Neanderthal. — Annales Soc. Geol. Belgique. Tome XV.
1888. p. XCIV-XCVI.
Piette Ed., Equides de la periode quaternaire. — Materiaux pour Ihist.
prim. de l'homme 1887, p. 359—366. Mit Holzschn.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 77
Verf. beschreibt die Equiden, welche ai:s menschlichen Artefakten der
Quaternärzeit zu erkennen sind. Man kann Hemionus, Zebra und echte Pferde
unterscheiden; letztere haben alle eine aufrecht stehende Mähne.
Pohlig, Hans, Dentition und Kranologie des Elephas antiquus Falc. mit
Beiträgen über Elephas primigenius Blum, und Elephas meridioualis Nesti.
Erster Abschnitt. Mit 10 Tfln. und 110 Textfig. - Nova Acta Leop. Card.
Bd. 53 Nr. 1. (p. 1-280).
Vorf. giebt in der umfangreichen Arbeit eine eingehende Beschreibung
des E. antiquus und eine Vergleichuug desselben mit E. meridionalis und E.
primigenius, unter Berücksichtigung der odontologischen und kranologischen,
sowie der sonstigen osteologischen Verhältnisse, auf Grund der Untersuchung
eines ausserordentlich reichen Materials zahlreicher deutscher und ausländischer
Museen. Der erste Abschnitt behandelt nach einleitenden Bemerkungen die
Dentition (p. 39 — 259) in eingehendster Weise: „Der wesentliche Fortschritt und
der leitende Gesichtspunkt des vorliegenden odontographischen Teiles liegt in
der Betonung der allgemeineren Verhältnisse der Krouenform und der Dimensionen,
gegenüber der mehr einseitig nach den Lamellenformeln schematisirenden
englischen Richtung." Die Resultate der Untersuchung werden in einer ver-
gleichenden Tabelle über die Dentition der drei bekannten fossilen Elephanten
Europas zusammengefasst. Weiter ergiebt sich aus den Gebissverhältuissen
folgendes: 1) die Aufstellung von vier distincten selbständigen Molareuformen •
E. trogontherii, E. Leith-Ädamsi oder Zwergmammuth, (E. priscus {von Golclf).
und E. Falconeri {non Bush.), — von welchen die erstgenannte in der Lamelleu-
formel dem E. antiquus, in Abrasionsfoi'men, Kronenform und sonstigem E. meri-
dionalis und E. primigenius am meisten ähnlich ist, und sonach zwischen den
beiden letzteren Arten eine direkte Brücke zu bilden scheint ; diese Molarenform
ist in Deutschland geologisch etwas älter als E. antiquus und in der Lagerstätte
von letzterem scharf geschieden. 2) Die von Falconer und L. Adams proponirte
Annahme eines „Präantepänultimus" oder 4 M. M. in der Milchmolarenserie der
Proboscidier ist unbegründet. 3) Auf die Dentition lässt sich eine spezifische
Abtrennung der sivalischen, von Falconer als E. hysudricus bezeichneten Molaren
von E. meridionalis nicht begründen. 4) In den 3 von Falconer und Busk für
die Malteser Elefantenreste vorgeschlagenen Arten hat man, da dieselben nur
in den Dimensionen, nicht aber in der Form unter einander und von E. antiquus
typus abweichen, nichts Anderes zu suchen, als 3 verschiedene Degeuerations-
Stadien einer offenbar durch insulare Abschliessung entstandenen, allmählich
immer mehr reducirten Ponyrasse des Urelefanten, für welche die Bezeichnung
„E. (antiquus) Melitae Falc' zu wählen wäre. 5) Ebenso hat eine Diminutiv-
rasse des Mammuths, E. {primigenius) Leith-Adamsi, existirt, allerdings weniger
reduzirt als jene des E. antiquus von Malta.
Derselbe, Jugendlicher Stosszahn von Elephas primigenius. — Verh.
naturhist. Ver. preuss. Rheinlande etc. . . . Folge 5, Bd. 4 p. 254.
Derselbe macht eine kurze Mitteilung über einen fossilen Elefanten-
molaren von Sevilla, den er zu der von ihm festgestellten Rasse E. {meridionalis)
trogontherii stellt. — Sitzungsber. niederrhein. Gesellsch. f. Nat. und Heilk. Bonn
1888 p. 19.
Derselbe beschreibt ebenda p 20 ein Stück eines in Deutschland gefundeneu
diluvialen Ovibos moschatus.
78 Dr- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Derselbe bespricht ebenda p. 20 sicilianische Elefantenmolaren und
constatirt das Vorkommen einer zweiten mediterran - insularen Zwergelefanten-
rasse, Elephas (priscus) Falconeri Pohl, {non Bush).
Derselbe macht ebenda p. 56 Bemerkungen über einen dem Breslauer
Museum gehörigen, angeblich aus Mexiko stammenden fossilen Elefantenmolaren.
Probst, J., Ueber die Ohrenknochen fossiler Cetodonten aus der Molasse
von Baltringen. 0. A. Laupheim. — Jahresh. Ver. f. Vaterland. Naturk. "Würtem-
berg. Jahrg. 44, p. 46-64. Mit 2 Tfln.
Riviere, Emile, Sur la Station quaternaire de la Quina (Charente). —
Mat. pour l'hist. primit. de Fhomme. Vol. XXII, p. 145 — 147.
Zahlreiche Säugetierreste (Bär, Dachs, Schakal, Fuchs, Wildkatze, Pferd,
Reu, Edelhirsch, Reh, Ziege, Urrind).
Derselbe, La Grotte de St. Martin (Alpes maintimes). — Ebenda p. 145
—147.
Derselbe, Grottes dites les Baumas des Baus (Alpes maritimes). —
Ebenda p. 218.
Derselbe, Sur la Faune et les ossements humains des Baumas de
Bails et de la Grotte St. Martin (Alpes Maritimes). — Ebenda p. 556—558.
Derselbe, Etüde sur les Vertebres fossiles d'Issel (Aude). — Mem. Soc.
geol. de France. XIH. S., T. V. Mit 21 Tfln.
Eingehende Beschreibung und Abbildung der in Frankreich gefundenen
Reste von Lophiodon und Pachynolophus.
Rodler, A., Ueber Urmiatherium nov. gen. — Anz. k. Akad. d. Wiss.
Wien. 1888, Nr. 12.
Vorläufige Mitteilung über ein in der Gegend des Urmiasees in Persien
gefundenes, durch eine ganz singulare Occipitalpartie ausgezeichnetes fossiles
Säugetier.
Römer, F., berichtet kurz üher das Yorkommen von BMnoceros tichorhinus
in der Nähe von Trebnitz in Schlesien
Rütimeyer giebt kurze Mitteilungen über die Funde von Egerkingen. —
Arch. des sciences phys. et nat. Periode IIT. T. 20. p. 341—343.
Vergl. auch Rütimeyer unter Phylogenie, S. 49.
Derselbe, Zur Frage über das Torfschwein und das Torfrind. — Verb.
Berliner anthropol. Gesellsch. 1888, p. 550—556.
Verf. wendet sich gegen die Ansicht Nehring's, dass das Torfschwein eine
verkümmerte, domestizirte Form des Wildschweins sei. Ferner betont er, dass
Bos primigenius nicht der Stammvater der Brachyceros-Rassen sein könne.
Scha äff hausen macht kurze Bemerkungen über Schädelfragmente vom
Riesenhirsch. — Verb, naturhist. Ver. preuss. Rheinlande ... 45. Jahrg. p. 86
(Korr. Bl.)
Derselbe spricht etwas ausführlicher über C. megacen-os ebenda p. 4—6
(Sitzungsber.)
Schlosser, M., Die Affen, Lemui'en, Chiropteren, Insectivoren, Marsupialier,
Creodonten uud Carnivoren des europäischen Tertiärs. Theil II. Carnivora. —
Beitr. Pal. Oestr.-Ung. u. d. Orients. Bd. VII p. 1-164. 4 Tfln.
Fortsetzung der im vorigen Bericht (p. 37— 39) citirten umfassenden Arbeit.
In dem einleitenden Teil äussert sich Verf. über die Systematik der Carnivoren.
Er verwirft die Cope'schen Hypomycteri und Epimycteri, obgleich sie scheinbar
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 79
durch die Einteilung Lydekker's in Arctoidea und Ailuroidea eine Bestätigung
erfahren. Allein auch diese Gruppirung ist nach Schi, ungenügend begründet.
Besser lassen sich die verwandtschaftlichen Verhältnisse in folgendem Schema
veranschaulichen:
Ursidae Oanidae Suhursidae Mustelidae Viverridae Hyaenidae Fdidae Maubbeutier
Miocän
Oligocän
Eocän
Kreide
* I und selbst | M, nur mehr einer als Reisszahn entwickelt, obere M
trituberculär.
** Noch placental, aber mit gleichartigen und gleich grossen M versehen,
I J, also Creodonten.
*** Eplacentalier mit mindestens f Pr | M und f oder | J.
Es folgt dann eine genaue Untersuchung der einzelnen Familien, zunächst
der Caniden und ürsiden, sodann der Musteliden. Alle bisher aus dem
europäischen Tertiär beschriebenen Arten werden behandelt und bezüglich ihrer
Stellung und Verwandtschaft untersucht, soweit genügende Reste bekannt sind.
Unter den Caniden wird neu aufgestellt die Gattg. Pachijcynodon , welche
von Cynodictis abgetrennt wird auf Grund von Gebissdetails. 2 Arten, P. crassi-
rostris Füll. sp. und P. Filholi n. sp. (Abbildg.). Cynodictis leptorhynchus wird
zur Gattg. Cynodon gezogen, welche übrigens von zweifelhaftem Wert ist. —
Unter den Amphicyoniden wird Pseudamphicyon lupinus als neue Art beschrieben.
Ein weiteres Stadium auf dem Wege von den Hunden zu den Bären bildet die
Gattg. Binocyon, unter welcher eine Anzahl bisher in anderen Gattungen unter-
gebrachter Arten vereinigt wird. Dann folgt Hyaenarctos, Ursus, Cephaloyale,
Simocyon. — Die Musteliden werden um ein neues Genus Plesiocyon bereichert,
welches durch | M ausgezeichnet ist, die einzige Mustelidenform mit dieser Zahl
von M. Der rilhol'sche Cynodictis dubius wird als Plesiocyon typicus n. sp. hierher
gezogen. Ferner ist neu Plesictis pygmaeus, der sich ausschliesslich durch geringere
Grösse von PI. robustus Filh. unterscheidet {!), und Palaeoprionodon minutus,
ebenfalls nur auf Grössenunterschiede begründet. Die beiden von Filhol auf-
gestellten Arten von Pseudailurus sind nach Schi, nicht nur in verschiedene
Genera, sondern sogar in verschiedene Familien zu stellen. Während Ps. inter-
medius zur Gruppe der Viverra-Musteliden gehört, ist Ps. Edwardsii eine echte
Katze. Für ersteren wird der Gattungsname Stenogale vorgeschlagen. Ferner
soll Proailurus in Haplogale n. g. umgewandelt werden. In der Gattg. Stenogale
wird eine neue Form als St. aurelianensis beschrieben. Unterkiefer, deren Mi
demjenigen von Palaeoprionodon, M^ dem von Palaeogale gleicht, werden als
Pseudictis nov. gen. beschrieben, mit Ps. guntianus n. sp. und einer unbenannten
gQ Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Art. Unter Palaeogale E. v. M. ist P. Gervaisi n. sp. zu bemerken. Unter
Proailurus Filh. werden nur P. levianensis Filh. \;nd P. Julieni Füh. belassen-
Derselbe, Ueber Höhlenfnnde von Feldmühle bei Eichstädt. — Corre-
spondenzbl. Deutsch. Gesellsch f. Anthropol., Ethnol. u. Urgesch. 1888 p. 10.
Seeley, H.G-., (Researches on the Structure, Organization and Classification
of the Fossil Reptilia.) — III. On Parts of the Skeleton of a Mammal from
Triassic Rocks of Klipfontein, Fraserberg, South Africa (Theriodesmus phylarchus,
Seeley). — Philos. Trans. CLXXIX p. 141—155. Mit 1 Tfl. und mehreren Holzschn,
Verf. beschreibt Humerus, Ulna, Radius , Carpus , Metacarpus , Phalangen
Tibia, Fibula und Schwanzwirbel eines Wirbeltiers, welches als Säuger anzusehn
ist, sich aber von allen anderen durch Besonderheiten der Organisation unter-
scheidet. Theriodesmus phylarchus war stärker als eine Fischotter. Der Humerus
deutet auf ein fleischfressendes, vielleicht Beutel-Tier, Ulna und Radius im
AUgem. u. im proximalen Ende auf Carnivora u. Lemuroidea, am distalen Ende
jedoch auf Rodentia und Monotremata. Abgesehen von 3 Centralen ist der
Carpus raubtierartig. Verf. meint, Ther. phyl sei zu den Bunotheria zu stellen,
wenn auch zu einer neuen Ordnung derselben, höher als die Creodonten.
Vielleicht haben sieh die höheren Placentalier von dieser neuen Ordnung ab-
gezweigt.
S t u d e r , T h., Ueber Säugetierreste aus glacialen Ablagerungen des
bernischen Mittellandes. — Mittig. Naturf. Ges. Bern 1888 (S. Abdr.)
Kurze Aufzählung der Arten mit etwas eingehenderen Mitteilungen über
Bhin. tichorrh. und Eang. tarand. aus dem berner Mittelland.
Derselbe, Ueber die Arctomysreste aus dem Diluvium der Umgegend von
Bern. — Mittig. Naturf. Ges. Beni 1888. (S. Abdr.)
Verf. schreibt die Reste der A. marmotta zu, doch zeigen dieselben einige
Abweichungen von der lebenden Art, so dass die Bezeichnung A. marm. var.
primigenia Kaup angemessen erscheint. Zum Schluss Bemerkungen über die
Abnahme der Körpergrösse bei Säugetieren von der Diluvialzeit bis zur Gegenwart.
Teller, F., Ein pliocäner Tapir aus Steiermark. — Jahrb. k. geol. Reichs-
anst. Bd. 38, p. 729-772. Mit 2 Tfln.
Eingehende Beschreibung eines Tapirskelettes aus dem Hangenden des
Lignites von Schönstein. Dasselbe wird mit Tap. hungaricus H v. M. identifizirt.
Vacek, M., Ueber neue Funde von Säugetierresten aus dem Wies-Eibis-
walder Kohlenrevier. — Verh. geol. Reichsanst. 1888, p. 308-313.
Verf. bespricht Reste von Bhinoceros sansaniensis Lartet, Hyothe)-ium
Soemmeringi H. v. Mey. und Viveira miocenica Peters; im Anschluss hieran noch
bei Vordersdorf (bei Wies) gefundene Fragmente von Mastodon angustidens Cuv.
De Vis, C. V., On an extinct genus of the Marsupiais allied to Hypsi-
prymnodon. - Proc. Linnean Soc. N. S. Wales. IL Ser. Vol. IIL p. 5-8. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt und bildet ab die linke Unterkieferhälfte eines fossilen
Marsupialiers, welcher Beziehungen zu Hypsipi-ijmnodon , in etwas geringerem
Grade auch zu Hypsip-ymnus und Phalangista zeigt. Als Name wird Tridis
oscillans vorgeschlagen.
Weithofer, A., Ueber ein Vorkommen von Eselsresten in der Höhle
Pytina jama bei Gabrowitza nächst Prosecco im Küstenlande. — Ann. k. k.
Hofmus. Bd. IIL p. 7—14. Mit 1 Tfl.
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 81
Verf. beschreibt ein Schulterblatt und ein Metacarpale nebst den zu-
gehörigen Phalangen eines Esels, den er zu den asiatischen Formen rechnet, da
die afrikanischen durchweg grösser seien. Auch sind diluviale Eselreste (über
die eine Uebersicht gegeben wird), stets mit nordischen und asiatischen Tieren
zusammen gefiinden worden.
Derselbe, Beiträge zur Kenntniss der Fauna von Pikermi bei Athen.
— Beitr. z. Pal. Oestr. Ung. u. d. Orients. Bd. VI, Hft. 3. Mit 10 Tfln.
Verf. bearbeitete neues Material von Pikermi, wobei eine Anzahl neuer
Arten sich ergaben. Mustela palaeattica n. sp., stärker als der Edelmarder, mit
auffallend breitem oberem Molar und sehr starker Entwicklung des hinteren
Anhanges des unteren Reisszahnes und des unteren Molaren. Machairodus
Schlössen n. sp. unterscheidet sich durch die Zähne des Unterkiefers hinlänglich
von den bisher beschriebenen Arten, um als neu gelten zu können. Felis leiodon
n. sp. nähert sich durch den schlanken glatten Eckzahn und durch die ziemlich
deutliche Kinnleiste dem Machairodus, steht aber in der allgemeinen Form des
Kiefers und in dem kurzen Diastema der Gattg. Felis nahe. Grösse des
Jaguars. CamelopardaUs parva n. sp., ähnelt im Gebiss sehr der recenten
Giraffe, unterscheidet sich aber durch gewisse Eigentümlichkeiten und durch die
geringe Grösse von allen bekannten Formen. Helicoceras rotundicorne n. g. n. sp.
ist auf 2 Paare gazellenartiger Hornzapfen mit minimalen Schädelfragmenten
gegründet. Ausser den eben genannten neuen werden noch folgende Arten
behandelt : Hyaenarctos atticus Barnes M. S., Machairodus leoninus Wagn., Felis
sp. non det., Dinotherium {?), Hipparion gracile Kaup. (eingehende Erörterung
über das Gebiss, die Fussknochen, das Verhältniss zu den übrigen Equiden),
Rhinoceros, Protragelaphus Skonzesi Barnes, sowie einige andere Wirbeltiere.
Derselbe beschreibt Antilope gracillima n. sp. in Boll. R. Comit. Geol.
d'Italia (2) Vol. IX p. 366.
Wilckens, M.. Alcuni osservazioue su Ha Fauna degli Ligniti di Casteani
e die Montebamboli (Toscana). — Boll. R. Comit. geol. 2. S. Vol. IX, p. 263
bis 368.
Woldrich, J. N., Beziehungen der diluvialen europäisch-nordasiatischen
Säugetierfauna zum Menschen. — Mittig. der Anthropol. Gesellsch. Wien,
Sitzungsber. Nr. 3, 1888, p. 52-53.
Wollemann, A., Ueber die Diluvialsteppe. — Verh. naturhist. Ver.
preuss. Rheinlande 45. Jahrg. p. 239-191 (Verhdl.).
Verf. polemisirt gegen die Nehring sehe Steppentheorie und berührt dabei
auch die Säugetiere. Ansichten, wie diejenige, dass die grösseien Diluvialtiere
Waldbewohner gewesen sein müssen, oder dass die Vorfahren gewisser extremer
Steppentiere der Jetztzeit ihre Lebensweise geändert und früher |Waldbewohner
gewesen sind, dürften auf Widerspruch stossen.
Woodman beschreibt einen Backenzahn von Elephas americanus in Trans.
N. York Acad. Sc. Vol. VI, p. 59.
Woodward, A. Smith, Notes on some Vertebrate Fossils from the
Province of Bahia, Brazil, collected by Joseph Mawson Esq. — Ann. Mag. Nat.
Hist. 6. Ser. Vol. II. p. 132 ff.
Säugetiere nur vertreten durch ein linkes Scaphoid, welches von einem
Megatherium zu stammen scheint.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. 11. H. 1. 6
82 Dl"- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Systematik.
Allgemeines. Vergl. Jentink unter Allgem., ebenda Jordan.
Jentink, F. A., Zoological researches in Liberia. A list of Mammals,
collected by J. Büttikofer, C. F. Sala and F. X. Stampfli. — Notes Leyden
Mus. X. p. 1 - 58. Mit 4 Tfln.
Angeführt werden 90 Arten , davon Simiae 13, Oarniv. 11, Kumin. 11,
Pachyderm 5, Sireu. 1, Rod. 23, Insectiv. 4, Cbiropt. 17, Bruta 3. Bei den meisten
Arten Notizen über Vorkommen und Lebensweise (z. T. sehr bemerkenswert),
sowie bei den seltneren Angaben über Grösse, Farbe, Osteologie etc. Neu sind
folgende Arten:
Cercopitliecus stampflü: Hairs of forebead, cbeeks, back, sides of back and
basal half of tail of a raore or less rufous-green tinge, each hair riuged with
black and rufous-yellow; crown of head, nape of neck, legs and terminal half of
tail black; a ditto coloured patch ou the middle of the lower lip; cbin, breast,
fore-most part of belly and upper part of inside of fore-legs white. — Length
of the type-specimen, an adult male: head and body 638 mm, tail 980 mm, bind
foot 160 mm.
Gh-aphiurus nagtglasii n. sp.: All the hairs are of a slaty black, on the
head, upperparts and sides of the body and outsides of legs tipped with reddish
brown, on the underparts of head and body and inside of legs tipped with white.
The distichous tail very hairy; hairs somewhat longer towards its tip, they are
of a liver-color with shining tips. Hauds aud feet white; whiskers numerous,
black and long. A more oi' less dark reddish coloured line from mouth round
eyes. Length of head and body: 165 mm, of tail with hairy tip: 120 mm, of
bind foot 30 mm, of ear 15 mm.
Clavicjlis crassicaudatus n. g. et n. sp.: upperparts ashy brown, underparts
white with a reddish-brown shade: the basal part of the hairs is slaty black
coloured; a black stripe from nose to and round eyes. The tail is club-shaped:
at the base of the tail are the hairs very short, abruptedly they are followed by
very long hairs to its tip, forming a broad club; the hairs round the base of
the tail and above are coloured like the back, underparts for the rest and tip
of tail black. Whiskers black, whitish towards their tips. Length of head and
body 100 mm, of tau with tuft 50 mm, of bind foot 15 mm, of ear 7 mm. . . .
Claviglis is a genus-name for Myoxine species which are cbarakterized by a
club-shaped, not distichous tail.
Crocidura bättikoferi n. sp.: Differs from schweitzeri (Peters. Ref.) by its
mucb shorter tail, by haviug the upperparts of the body brownish black coloiu-ed
and the underparts with silverly tips to the slaty hairs, finally by having a
denticulation on the flrst lower incisors. Like in schweitzeri all the teeth are
white. — Head and body 76 mm, tail 40 mm, bind foot 15 mm, ear 7,5 mm.
Orocidura stampflü n. sp.: Distinguished from the other species by the nearly
uniform color of upper- and lowerparts of head aud body , a color exactly like
that of young specimens of Mus rattus; the upperparts have a slightly darker
tinge; with that color contrasts the color of tail and extremities which parts
have a whitish tinge and are clothed with widely spread short and blackish
in der Naturgeschichte der Säi^^etiere während des Jahres 1888. 83
hairs, the basal half of the tail is furnished with some elongated and lighter
colored hairs.
Pachyura megalura n. sp. : All the hairs have slaty black bases ; upperparts
of head and hody of a beautiful light chocolate-brown , lower parts pure white,
feet and tail with short browuish red hairs. Head and body of the type in
spirits: 62 mm, tail 75 mm, bind foot 15 mm, ear 8,5 mm.
Epomopharus veldkampii n. sp. „It is of the size of Epomophorus pusillus
and is very difficult to distiiiguish externally from this species, but the palate
ridges are so different from the peculiar Y shapei groove in Ep. pusillus, that
it cau never be confounded with this species."
Vesperugo stampflii n. sp. : „The smallest Vesperugo - species hitherto
recorded". „Für above black with brownisch red tips, beneath black with light
brown tips. Ears and membranes black. ' Measurements of the adult male, in
alcohol : Length of head and body 38 mm, tail 24 mm, ear 8 mm etc.
Die Tafeln stellen dar: Terpone*) longiceps Gray, Hörner; CephalopJms
doria Ogilhy , ganze Expl. (farbig) und Schädel; Hyrax {Bendrohyrax) stampflii
Jentitik, ganzes Tier.
L a n k e s t e r , E. R., „Zoology" in Eucyclopaedia Britaunica 9 th. ed.
Vol. XXIV p. 799-820.
Enthält folgende Uebersicht über die Ordnungen der Säugetiere:
Grade 1. Monotrema.
„ 2. Ditrema.
Branch a. Marsupialia.
Orders. — 1. Baryopoda; 2. Rhizophaga; 3. Macropoda; 4. Carpo-
phaga; 5. Pedimana; 6. Cantharophaga; 7. Edentula.
Branch b. Placentalia.
Sub-branch a. Typidentata.
Orders.— l.Proinsectivora; 2. Insectivora ; 3. Carnivora; 4.Ungulata;
5. Amblypoda; 6. Sirenia; 7. Toxodontia; 8. Rodentia; 9. Probos-
cidea; 10. Hyracoidea; 11. Chiroptera; 12. Prosimiae; 13. Siniiae.
Sub-branch b. Edentata.
Orders. — 1. Bradypoda; 2. Effodientia.
Simiae.
Vergl. Beevor and Horsley unter Anat. und Phys., Nervensyst.;
Broca ebenda; Herve ebenda; Blanford unter geogr. Verbr., malay. Reg.;
Krause unter Anat. u. Phys , Haut; L a n d o i s unter Biol, Gefangensch.;
Rojecki unter Anat. u. Phys., Gefässsystem ; Schäfer unter Anat. u. Phys.,
Nervensystem; Sibley unter Anat. u. Phys., Geschlechtsorg.
Anthropomorphae. Gibbon, s. Krause unter Anat. u. Phys., Haut.
Anthropoiden, Rückenmark, s. H. Virchow unter Anat. u. Phys., Nervensyst.
Gorilla, Schädel, s. Herve unter Anat. u. Phys., O.steol. Krause unter
Anat. u. Phys., Haut.
Chimpanse, Sacrum, s. Chudzinski ebenda.
Orang, Haut, s. Krause unter Anat. u. Phys., Haut.
Gray schreibt Terphone (Handlist of Ed. etc. 1873). Ref.
6*
34 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Cereopitheeidae. Macacus sinicus Nerven s. Beevor and Horsley
unter Anat. u. Phys., Nervensystem.
Macacus rhesus vergl. Krause unter Anat. u, Phys., Haut.
Colobus guereza s. Giglioli unter äthiop. Reg.
Cercopitliecus albigularis ebenda.
C. stampflü s. Jentink unter Syst., Allgeni.
Cynocephalus pluto s. Krause unter Anat. u. Phys., Haut.
Cyn. sp., ebenda.
Fossile Affen s. Deperet unter foss. Säuget.
Prosimii.
Allgemeines s. Blanford unter malay. Reg., Turner unter Anat. und
Phys., 'Geschlechtsorg.
Lemur xanthomystax ebenda.
L. rufipes ebenda.
Propithecus diadema ebenda.
Indris brevicaudatus ebenda.
Stenops gracilis s. Krause unter Anat. u. Phys., Haut.
Caenopitheeus lemuroides s. Rütimeyer unter Phylogenie.
Adapis Duvernoyi ebenda.
A. angustidens s. Filhol unter foss. Säugetiere.
Dermoptera,
Vergl. Blanford unter Geogr. Verbr., malay. Reg.
Chirojitera.
Allgemeines. Vergl. Jentink unter Allgem., Jordan ebenda.
Blanford, W. T. Notes on Indian Chiroptera — Journal Asiat. Soc^
Bengal. Vol. LVII, p. 260 - 272.
Verf. giebt kurze Bemerkungen über Syuonymie und dergl. von folgenden
Arten indischer Fledermäuse: Rhinolophus affinis, Bh. Petersi, Eh. minor, Rh.
tragatus, Hipposiderus diadema, H. bicolor , Coelops Frithi, Meyaderma spasma,
Nyctop)hiliis Geoffroyi, Vesperugo nasutus, V. imbricatus, V. mordax, V.ceylonicus
V. ah'amus, V. pipistrellus , V. Kuhli, Scotophüus Kuhli, S.ornatus, Harpyio-
cephalus leucogaster, Vespertilio Hasselti, V. longipes V. megalopus, Myotis Berd-
morei Blyth, Vespertilio Bobsoni, Kerivoula Hardwickii, K. papulosa, Miniopteris
Schreibersi. Zum Schluss folgt eine Liste mit Berichtigungen der in Jerdon's
Mammals of India falsch gebrauchten Namen für Chiropteren (66 Arten).
Pteropodidae. Pteropus coronatus sp.n., s. Thomas unter austral. Reg.
Pt. Wuodfurdi sp. n. wird beschrieben von Thomas in Ann. Mag. Nat. Hist.
6. Ser. Vol. I. p. 155 158. Die Art steht Pt. mollossinus Tem. sehr nahe, weicht
aber durch Färbungsunterschiede und schwächere Bezahnung ab. Vergl. ferner
Thomas unter austral. Reg.
Pteropus natalis vergl. Thomas ebenda.
Pteralopex gen. n. s, Thomas ebenda. Die Gattung steht Pteropus nahe
unterscheidet sich jedoch durch das sehr vielspitzige Gebiss. Besonders sind
die oberen Eckzähne vierspitzig; die unteren sind unverhältnissmässig klein.
Die einzige bis jetzt bekannte Art ist Pt. atrata. Sie ist tief schwarz, nur an
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 85
der Unterseite der Flughäute unregelmässig weiss gesprenkelt. Kopf und Körper
zusammen 240 mm lang, Basallänge des Schädels 63 mm.
EpomopJwrus veldkampi n. sp. s. Jentink unter System., Allgem.
Rhinolophidae. Anthops g.n. wird beschrieben von Thomas in Ann.
Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. I. p. 155—158.
Die Gattg. schliesst sich an Hipposiderus an, untei'scheidet sich aber von
dieser durch den rudimentären, in der Interfemoralhaut verborgenen Schwanz,
welcher demjenigen von Coelops gleicht. Nasenaufsatz sehi- complizirt gebaut.
Einzige bekannte Art A. ornatus mit langem, weichem Pelz, graubräunlich melirt.
Kopf und Körper des typ. Expl. 51 mm, Ohr 17 mm, Oberarm 51 mm. Heimat
Salomons-Inseln.
Nyctophilus microtis n. sp. wird bechrieben von Thomas in Ann. Mag. Nat.
Hist. 6. Ser. Vol. II, p. 226.
Steht N. timorensis sehr nahe , ist aber abweichend durch kleinere, anders
geformte Ohren, welche angelegt nicht über die Schnauzenspitze hinausragen.
Heimat Sogere, Südost Neuguinea.
Vespertilionidae. Vespertilio murinus, Vlacewia, s. van Beneden unter
Anat. u. Phys., Geschlechtsorg.
Ferner Frommel unter Ontog. (Myotus m.)
V. Bechsteinn s. Blag.g unter geogr. Verbr., östl. gem. Reg
V. mystacinus ebenda ; s. ferner Harting daselbst.
F. suhulatus s. Tuckermann unter Anat. u. Phys., Allgem.
V. ciliolcibrum n. sp. wird beschrieben von Merriam, C. Hart, in Proc.
Biol. Soc. Washington IV, p. 1—4.
Versperugo stampflü n. sp. vergl. Jentink unter Syst., Allgem.
Insectivora.
Allgemeines. Vergl. Jentink unter Allgem.; Jordan ebenda.
Talpidae. Talpa europaea s. Southwell unter Biol., Allgem., ferner
Watson unter Biol., Färbg.
Condylura cristata s. Evermann unter westl. gem. Reg.
Erinaceidae. Erinaceus europaeus s. Mazzarelli unter Anat. u. Phys.,
Osteol.; ferner Hubrecht unter Ontog., Keibel ebenda.
Soricidae. Dobson, G. E. , Description of two new Species of Indian
Soricidae. - Ann. Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. I. p. 427—429.
Crocidura leucogenys sp. n. Der kurze Pelz oben hell zimmtbraun mit
rötlichem, grau gemischtem Schimmer; Kopfseiten zwischen Mundwinkel und
Ohr, Kinn und ein Teil der Brust schmutzig weiss; übrige Unterseite graulich-
Schädel und Gebiss sehr ähnlich wie bei C. murina, aber viel kleiner. Seiten-
drüsen sehr gross. Kopf und Körper (typ. Expl.) 75 mm , Schwanz 47 mm
Hab. Indien.
Crocidura Dayi sp. n. ist kleiner als C. rubicunda, hat aber einen längereu
Schwanz und ebenso grosse Füsse. Pelz dunkelbraun, unten etwas heller.
Keine Seitendrüse. Schädel kleiner als der von C. nibic, im Gebiss verschiedene
Abweichungen. Hab. Präsidentschaft Madras.
Jentink, F. A., On the Shrews from the Malayan Archipelago. — Notes
Leyden Mus. X p. 161—167.
86 i)!"- JErnst Schaff; Beucht über die Leistungen
Verf. giebt eine Uebersicht über die Spitzmäuse des Malayischen Archipels
und beschreibt Crocidura tenuis S. Müller, sowie 6 neue Arten.
Crocidura macklotü n.sp.: Base of the hairs mouse-color, upperparts and
lowerparts of head and body of a light shining brown. Tail bairy, scales in-
visible; tail aud upperparts of feet brown. Muzzle swolleu. Hab. Timor.
Croc. brunnea n sp.: Base of hairs black, upperparts reddish brown, lower
parts somewhat lighter colored. Tail with very short brown haires, scales visible ;
basal part of tail with a few longer hairs. Muzzle pointed. Hab. Java and
Sumatra.
Croc. neylecta n. sjj. ; Base of hairs black ; hairs of upperparts tipped with
brownish red, underparts somewhat yellower. Tail and feet very hairy, brownish
red; scales of tail entirely covered by the hairs: a few long fine hairs on the
basal part of the tail. Tail much shorter than in the other species. Muzzle
pointed. Hab. Sumatra.
Croc? vosmaeri n.sp.: Upperparts of a beautiful velvet brownish black;
lowerparts of the same color, but the tips of the hairs have a lighter tinge.
Tail and feet thickly covered with hairs colored like those of the back: basal
part of the tail with a few longer fine hairs. Muzzle swollen Hab. Banka.
Pachyura muelleri n. sp. : Base of the hairs mouse-color, upperparts light
brown, underparts yellowish tipped. Scales of tail visible; a few short hairs
are widely set on the tail, the basal half with several very long hairs. Muzzle
swollen. Hab. Timor.
Pachyura unicolor n. sp.: All the hairs of a uniform bluish black color
with a soft brownish tinge along the back. Tail with very few hairs, no
elongated ones. Muzzle pointed. Hab. Ternate.
Zum Schluss Maasstabelle; bei jeder Beschreibung Angaben über d. Gebiss.
Crocidura fulkjinosa var. trichiura s. Thomas unter malay. Reg.
Croc. büttikoferi n. sp. s. Jentink imter Syst., AUgem.
Croc. stampflü n. sp. ebenda.
Pachyura rneyalura n. sp. ebenda.
Tupajidae. Hylomys suillus dorsalis var. nov. ist ausgezeichnet durch
ein mehr odar minder deutliches, schwarzes Band, welches von der Stirn über
den Hals bis zur Mitte des Rückens verläuft. (Thomas, Oldfield, Diagnoses
of four new Mammals from the Malayan Region, in Ann. Mag. Hist. 6 Ser.
Vol. n, p. 408-409.)
Fossile Insektivoren. Lantanotherium sansaniense n. sp. s. Filhol unter
foss. Säuget.
Itodentia.
Allgemeines. Vergl. Cope unter Entw. Ferner Lataste unter Anat.
u. Phys. Geschlechtsorg., Moreau ebenda, Ranvier unter Anat. u. Phys.,
Verdauungsorg, ferner Jentink unter Allgem., Jordan ebenda.
Seiuridae. Sciurus concinnus sp. n. gehört nach Oldfield Thomas
(Ann. Mag. I^at. Hist. 6 Ser. Vol. 11 , p. 407 — 409.) zu der Gruppe kleiner
malayischer Eichhörnchen, welcher ausser der genannten noch die Arten S.melanotis
Müll, et Schleg., S. Whiteheadi Thom. und S. exilis Müll, umschliesst. Von der
ersten dieser drei Arten unterscheidet sich S. concinnus durch den einfarbigen
Kopf und den rostroten Rücken, von der zweiten durch den Mangel der Ohren-
in der Naturgeschichte der Säugetieie während des Jahres 1888. 87
pinse), von der dritten durch abweichende Färbung, ovalen statt runden hinteren
Sohlenwulst, längeren Schwanz u. s. w., von allen durch den Mangel des kleinen
vorderen Stiftzahns im Oberkiefer. Vaterland: Isabella, Basüan, Philippinen.
Sciuropterus, s. Watson unter Biol., Färbg.
Pteromys volans (L), Mitteilungen giebt Büchner in Mammalia Przewals-
kiana. Zool. Teil. Bd. I, Liefg. 1.
Thomas, Oldfild, Ou Bupetaurus, a new fonn of Flying Squirrel from
Kashmir. — Journal Asiat. Soc. Bengal Vol. LVII, p. 256-260. Mit 1 Farbentfl.
und 1 Tfl. Schädelabbildgn.
Eupetaurus ist ein neues Genus, welches äusserlich Pteromys nahe steht,
aber von allen andern Sciuriden durch die hypsodonte Bezahnung scharf ge-
schieden. Etip. cinereus n. sp. übertriift an Grösse die grössten Pteromys-Arten,
ist graulichbraun melirt und hat einen langen, cylindrischen, sehr buschigen
Schwanz. Heimat: Gilgit in Kaschmir.
Tamias Pallasi Baird s. Büchner, Mammalia Przewalskiana Lfg.l, p.5ff.
Spermophüus erythrogenys Brandt s. ebenda p. 8; mit Abbild, (farbig).
Sp. alaschänicus sp. n., s. ebenda p. 11 — 13; mit Abbildung i farbig).
Diese Art ist Sp. mugosaricus (Liclitst.) sehr ähnlich, aber durch behaarte
Sohlen der Hinterfüsse, läDgeren Schwanz und Fehlen scharf begrenzter Flecke
auf der Oberseite des Körpers verschieden. Das einzige Expl. wurde im
südlichen Ala-schan erbeutet.
Sp. mongoUcus Milne Edw. s. ebenda p. 13—17.
Sp. obscurus sp. n. s. ebenda p. 17 — 21. Mit Abbildgn. Die Art steht
zwischen Sp. mongoUcus Milne Edw. und Sp. dauricus Brandt einerseits und
Sp. alaschänicus Büchner andreiseits. Von den ersten beiden Arten ist sie
sofort durch die dunkle Färbung der Oberseite zu unterscheiden, von Sp. alasch.
durch Länge und Färbung des Schwanzes. Wie bei den drei genannten Arten
ist die Sohle des Hinterfusses dicht behaart. Der Schädel ist, abgesehen von
der geringeren Grösse, demjenigen von Sp. Eversmanni sehr ähnlich. Vaterland:
das hohe Steppenplateau nördlich vom Flusse Tscha-giya-gol.
Sp. Eversmanni Brandt s. ebenda p. 21—25.
Arctomys himalayanus Hodg. s. ebenda p. 25-31.
Ä. robustus Milne Edto. s. ebenda p. 31 — 39.
Ä. dichrous Anderson s. ebenda p. 40—48. Mit Farbentafel u. Lichtdr,
Arctomys sp. kurze Notizen über eine Murmeltier- Art aus der nördlichen
Gobi s. ebenda p. 39—40.
Arctomys fossil s. Studer unter foss. Säuget.
Murmeltier, s. ferner Dubois unter Anat. u. Phys., Respir.
Cynomys ludovicianus s. Haacke unter Biol., Gefangensch.
Anomaluridae. Anomalurus pusillus s. Thomas unter Geogr. Verbr.,
äthiop. ßeg.
Anomalurus chrysophaenus sp. nov steht im Allgem. A. Pelii Tem. nahe,
unterscheidet sich aber durch den viel kürzeren Schwanz, kiü'zere Behaarung
und abweichende Färbung. Totallänge 0,54 m, Schwanz 0,11 m. Hab. Laudana,
"Westafrika, 3" 12' s. Br. Vergl. Dubois. A., Description d'un Rongeur nouveau
du genre Anomalurus. — Bull. Soc. Zool. de France XIII. p. 23—24.
Myoxidae. Claviglis crassieaudatus n. gen. n. sp. vergl. Jentink unter
System., Allgem.
88 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Graphiurus nagtglasi n. sp. s. ehenda.
Myoxus glis s. Coester unter Biol., Gefangensch.
Muscardinus avellanarms s. Müller unter Biol, Schlaf.
Castoridae. Castor fiber s. Geoffroy St. Hilaire unter Biologie
All gem.
Muridae. Cricetus (Vesperimus) Taylori s. Thomas unter westl. gem.
Region.
Thomas, Oldfield, On a new and interesting Annectant Genus of
Muridae with Remarks on the Relations of the Old- and New-World Members
of the Family. — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 130-135. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt Beomys ferrugineus g. n. sp. n. als eigentümliche Zwischen-
form zwischen Hamstern und eigentlichen Mäusen. Besonders auffallend ist im
Gebiss der erste obere Backenz.; er ist siebenhöckerig; die Höcker sind nach
dem Schema 2—3 — 2 angeordnet. Die übrigen Zähne sind denen von Mus
ähnlich, doch sind alle Höcker oben und unten auserordentlich hoch und scharf
von einander geschieden. Der Schädel ist sehr lang gestreckt, besonders im
Schnauzenteil ; das Infraorbitalloch ist dreieckig, Körperform mäuseartig. Farbe
rötlich fahl, auf dem Rücken mit Schwarz gemischt, an Wangen, Schultern,
Seiten und Hüften rein rötlich. Augen undeutlich schwarz umrandet. Kopf
und Körper 125 mm, Schwanz (lädirt) 172 mm. Basallänge des Schädels 29,0 mm;
grösste Breite 16,0 mm; Länge der oberen Backenzahnreihe 5,6 mm, der unteren
ebenso. Hab. Unteres Congogebiet.
Wegen der eigentümlichen Bezahnung bildet Beomys nach Verf. eine
eigene Gruppe Deomyes zwischen Mures und Criceti; sie führt auch phylo-
genetisch von den primitiveren Hamstern zu den höher spezialisirten Mäusen.
Zum Schluss sucht Verf. nachzuweisen, dass die vermeintlichen generischen
Unterschiede zwischen Cricetus und Hesperorays hinfällig sind und dass es an-
gemessen wäre, die beiden Gruppen unter Cricetus zusammenzufassen. Nach
dem Prioritätsgesetz ist ohnehin der Name Hesperomys zu verwerfen.
Mus musculus s. Cockerell unter Biol, Feinde.
Ratten s. Gros ebenda.
Mus imperatw sp. n. wird beschrieben von Oldfield Thomas (Ann. Mag.
Nat Hist. 6. Ser. Vol. I, p. 155 — 158). Ausgezeichnet durch die Körpergrösse
von 340 — 350 mm, wozu ein kurzer Schwanz von 250— 258 mm kommt. Die
Ohren reichen nicht zum Auge; Fussballen wenig vorragend. Schwanz nackt,
nicht auffallend rauh.
M. rex sp. n. s. ebenda. Schliesst sich der vorigen Art eng an , ist aber
kleiner und hat einen viel längeren Schwanz, welcher ausserordentlich rauh ist.
Kopf und Körper 270—290 mm, Schwanz 285—296 mm.
M. praetor sp. n. s. ebenda. Aehnelt im Allgem. sehr der Mus terrae-reginae
Älst., von der sie aber durch kürzere Hiuterfüsse, kürzeren Schwanz und
2 Paare von Brustzitzen (anstatt 1) abweicht. Kopf und Körper 168—188 mm,
Schwanz 118— 134 mm, Hinterfuss 33,5— 35,5 m.
AI. alticola sp. n. schliesst sich an M. niveiventer Hodg. aus Nepal an,
unterscheidet sich aber von dieser Art durch einfarbigen Rücken, allmählichen
Uebergang zwischen der Färbung der Ober- und Unterseite und durch bedeutendere
Grösse. Hab. Kina Balu, Nord-Borneo. (Thomas, Oldfield in: Ann. Mag. Nat.
Hist. 6. Ser. Vol. II. p. 407-409).
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 89
M. infraluteus sp. n. s. ebenda. Lebt in derselben Gegend wie die vorige
Art, zeichnet sich durch die Dimensionen aus : Kopf und Rumpf 285 mm, Schwanz
ohne äusserste Spitze 235 mm. Dunkel graubraun , Unterseite schmutzig gelb-
braun, Hände und Füsse braun. Schwanz dünn behaart, schwarzbraun oder
schwarz. Gebiss sehr kräftig.
M.nativitatis sp. n. s. Thomas, Oldfield, unter Malayische Reg.
M. Macleari Thos. ebenda.
M. Bmtoni n. sp. wird beschrieben von Ramsay in Proc. Lin. Soc. N. S.
"Wales n. Ser. Vol. II p. 551—553 (1887 1 Im vorigen Bericht versehentlich
unter Marsup. geraten).
Thomas, Oldfield, Description of a new Genus and Species of Rat from
New Guinea. — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 237—240. Mit 2 Holzschn.
CJiiruromys g. ti. aus Neuguinea ist ausgezeichnet durch einen Greifschwanz
mit aufwärts gekiiimmtem Ende und ein hoch specialisirtes Gebiss. Aeusserlich
mäuseartig. Chir.Forhesi sp.n. ist im Allgem. Uromys cervinipes Gould sehr ähnlich,
aber durch die oben angegebenen Merkmale unterschieden. Kopf und Körper
(typ. Expl.) 156 mm, Schwanz 222 mm; Basallänge des Schädels 34 mm, Länge
der Backenzahnreiche 5,5 mm.
Merriani, C. Hart, beschreibt Evotomys Daiosoni sp. nov., eine rotrückige
Maus von Finlayson River in Canada. Die Art steht zwischen E. rutüus und
E. Gapperi. (Am. Nat. XXII. p. 649—651.) Mit Abbildg. der Backenzähne.
Evotomys carolinensis sp. n. s. Merriam unter westl. gem. Reg.
Derselbe, Description of a new Prairie Meadow Mouse (Arvicola austerus
minor) from Dakota and Minnesota. — Am. Nat. XXII. p. 598—601. Mit
Abbildg. (Schädel).
„Description of Type. — Similar to Arvicola austerus, but much smaller;
length from end of nose to tip of tail vertebrae (measured in the flesh) 133 mm;
tail vertebrae 36 mm; bind foot 16,5 mm; ears rather prominent, slightly over-
topping the für."
Derselbe, Description of a new species oi¥\t]^'Kovi^Q (Arvicola pallidus)
from Dakota. — Am. Nat. XXII. p. 702-705. Mit Abbildg. Schädel.
Die Art unterscheidet sich von allen Verwandten durch äusserst blasse
Färbung und auffallend kurzen Schwanz. Nach Schädel- und Zahnbildung
gehört sie zum Subgen. Chilotus Baird. Biologische Notizen; Maasstabelle.
Derselbe, Description of a new species of Meadow Mouse from the
Black Hills of Dakota. — Am. Nat. XXII. p. 934-935. Mit Abbildg. der Backenz.
Arvicola (Myonomes) longicaudus sp. nov. ähnelt in Grösse und Färbung
A. riparius, hat aber viel längeren Schwanz und längere Ohren. Die Bildung
des letzten oberen Molars weist auf das subgen. Myonomes hin, der mittlere
ob. M. zeigt einige Abweichungen, ebenso die unteren M.
Arvicola amphibius s. Bi ehrint er unter Ontogen.
A. (jlareoliis s. unter östl. gem. Reg.
A. oeconomus s. Ne bring unter foss. Säuget.
Myodes hudsonicus s. Rae unter arkt. Reg.
Fiber zibethicus ebenda; vergl, ferner Spoon unter Anat. u. Phys., Respir.
und Tuckermann unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.
Octodontidae. Thomas, Oldfield, On a new Species af Loncheres
from British Guiana. — Ann. Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. II. p. 326.
90 Dl"- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Loncheres guianae sp. n. unterscheidet sich von allen anderen Arten durch
eigentümliche Färbung, worin sie nur Wagner s „Isothrix" pagurus nahe steht.
Von dieser Art ist sie jedoch durch das Stachelkleid verschieden, vs^elches bei
I. pag. völlig fehlt.
Hystrichidae. Erethizon epixanthus s. Windle unter Anat. u. Phys.
Muskel syst.
Caviidae. Cavla cobaya s. C a r i u s unter Ontog., K e i b e 1 ebenda. N e h r i n g
unter Phylog.
Leporidae. Lepus timidus s. Ran vier unter Anat. u. Phys., Muskelsyst.
ferner Shufeldt unter Biol., Beweg., Eckstein unter Biol , Färbg.
L. americanus s. Rae unter arkt. Reg.
L. glacialis ebenda.
L. üunicvluss. Ca r ins unter Ontog., Giacomini, Martin, Masius ebenda,
Megnin unter Biol., Krankh , Schweizer ebenda, Vassaux unter Ontog.,
H. Virchow unter Anat. u. Phys., Nervens., Woodward unter Anat. u. Phys.,
Geschlechtsorg.
Leporiden s. Huet unter Entwickl., Bastarde.
Carnivora.
Allgemeines. Verg. Allen unter Anat. u. Phys., Skelet, Batelli ebenda.
Haut, H. Virchow ebenda, Gefässsyst.
Ursidae. Urms maritimus s. Kelley unter Anat. u. Phys., Muskelsyst.
Procyon cancrivorus s. Windle ebenda.
Fossile Ursiden: Ursus s. Schlosser unter foss. Säuget.
Ursus spelaeus s. Bertkau, Capellini, Piedboeuf ebenda.
Cephalogale ebenda.
Simocyon ebenda. ^
Hyaenarctos minutus s. Koken unter foss. Säuget., ferner Schlosser
ebenda.
H. atticus s. Weithofer ebenda.
Ailurus anglicus s. Dawkins ebenda.
Mustelidae. Mustela martes und M. foina s. W i e p k e n unter Biol. , Färbg.
Putorius vison s. Tuckermann unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.
Foetorius vulgaris s. Aplin unter Biol., Färbg.
Ictonyx zorilla s. Giglioli unter äthiop. Reg.
Lutra vulgaris s. Southwell unter Biol., Brunst.
Meles taxus s. Harting nnter Biol, Allgem.
Fossile Musteliden: Mustela palaeattica s. Weithofer unter foss. Säuget.
M. Larteti s. Filhol ebenda.
M. gamlitzensis s. Hofmann ebenda.
Lutra Valetoni desgl.
Plesiocyon typicus n. gen. n. sp. s. Schlosser unter foss. Säuget.
Plesictis pygmaeus n. sp. desgl.
Palaeoprionodon minutus n. sp. desgl.
Stenogale aurelianensis n. sp. (n. gen.) desgl.
Pseudictis guntianus n. gen. n. sp. desgl.
Palaeogale Gervaisi n. sp. desgl.
Viverridae. Manguste s. Gros unter Biol., Feinde.
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 91
Viverra miocenica s. Vacek unter foss. Säuget.
Canidae. Canis jubatus s. Nehring unter Anat. u. Phys., Skelet.
C. varieyatus s. Giglioli unter äthiop. Reg.
C.occidentalis und C. latrans s. Zipperlen unter Biol., Färbg., ferner
Laugkavel unter westl. gem. Reg.
C.lupus s. unter Biol., AUgem., ferner Glronen unter Biol., Nntzen etc.
Caniden im Londoner Zool. Garten s. Sclater unter Biol., Gefangensch.
Haushund s. Dalziel, Landriu, Leseble, Lie, Pietrement
und Schlotfeldt unter Landwirtsch. etc.
Ferner Bonnet unter Ontog., Mall ebenda; Tizzoni unter Anat. u. Phys.,
Exkret. ; Variot unter Anat. u. Phys. , Haut; Vitzou unter Anat. u. Phys.,
Nervensyst.
Fossile Caniden: Fachycynodon crassirostris s. Schlosser unter foss. Säuget.
P. Filholi n. sp. ebenda.
Cynodictis leptorhynchus ebenda.
Pseudamphicyon lupinus n. sp. ebenda.
Dinocyon ebenda.
Hyaenidae. Hyaena crocuta s. Chapman unter Anat. und Phys.,
Geschlechtsorg.
H. striata s, Young. u. Robinson unter Anat. u. Phys., Allgem.
Felidae. Felis domestica s. Gottheil unter Biol., Krankh.; feraer von
Monakow xmter Anat. u. Phys., Nervensyst. Parker unter Biol., Allgem.,
Placzek unter Landwirtsch. etc. Stowell ebenda.
Felis leo, Rhachitis bei Jungen, s. Koerner unter Biol., Krankh.
F.pardus s. M enges unter Biol., Allgem.
F.tigris s. Inverarity ebenda. Ferner Seefeld unter östl. gem. Reg.
Nehring, A., Ueber Haus- und Wildkatzen. — Humboldt 7. Jahrg. p. 139
— 141. Mit 1 Abbildg.
Verf. betont die Abstammung der Hauskatze von mehreren Stammarten,
von denen besonders in Betracht kämen; F. maniculata, F. caligata, F. caffra.
Bezüglich der Unterschiede zwischen Haus- und Wildkatze ist zu bemerken,
dass bei typischen Exemplaren der letzteren unten an der Sohle sich nur ein
rundlicher schwarzer Fleck findet, während bei wildfarbigen Hauskatzen (und
bei den genannten wilden Arten) die ganze Sohle bis zum Fersenbein hinauf
schwarz gefärbt ist.
Fossile Feliden: Felis leiodon s. Weithofer unter foss. Säuget.
Machairodus bidentatus s. Filhol ebenda.
M. Schlössen s. Weithofer ebenda.
M. leoninus derselbe ebenda.
PtHnipedia.
Allgemeines. Vergl. Balkwill unter geogr. Verbr., Allgem.
Ferner Harri son, A. J., Remarks about Seals. — Proc. Bristol Nat. Soc.
(2) Vol. X, p. 290-297; Jordan unter Allgem., Lebouq unter Anat. u. Phys.,
Skelet.
Philippi, R. A., Berechtigung der Synonymie von Otaria philippii Peters.
— Arch. f. Naturgesch. 1887, p. IIG— 118.
92 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Burmeister's Angaben über die Synonymie der genannten Arten werden
verbessert.
Derselbe macht Bemerkungen zu Burmeister's Angaben über den See-
Elefanten und über die Synonymie von Otaria philippü, „welche eine selbst-
ständige Art ist, die gar keine Synonymie hat." (Zool. Garten Jahrg. XXIX
p. 310 313).
Derselbe, Kurze Mitteilung zum Vorkommen des See-Elefanten, in Zool.
Garten Jahrg. XXIX. p. 345.
Halichoerus grypus s. Nehring imter Biol., Gefangensch.
Turner, W„ Report ou the Seals collected during the Voyage of H. M.
S. Challenger in the Years 1873—76. — Report Voyage Challenger. Zoology
Vol. XXVI, P. II. 240 S. nebst 10 Tfln.
Eine sehr wichtige und eingehende Arbeit. Der 1. Teil derselben enthält
Beschreibungen der während der Challenger- Expedition gesammelten Genera und
Species, nämlich von Macrorhinus leoninus, Leptonychotes weddelli, Otaria
jubata, Ardocephalus gazella (nur Schädel). Ä. australis, A. sp. incerta von
Juan Fernandez. Die Tafeln geben die vordere Körperhälfte und die Hinter-
extremitäten, ferner mehrere Schädel und Skeletteile von Macrorh. leon; Schädel
und Skeletteile von Lept. iveddelli; Schädel der Ärctoceph. - Arten; Skeletteile
von Arctoceph. australis. — Der 2. Teil bringt eine Classification der Pinnipedier,
bei welcher neben den herkömmlichen eine Reihe neuer, vom Verf. aufgefundener
anatomischer Charaktere verwendet werden. Die Gattungen und Arten werden
in folgender Weise angeordnet.
Phocidae.
Phocinae.
Phoca vitulina L., Common Harbour Seal,
groenlandica Fabr., Harp Seal,
hispida Schreb., Ringed S. or Floe-Rat.
barbata Fabc. Bearded S.
Halichoerus grypus (Fabr.1, Grey S.
Ogmorhininae.
Ograorhinus leptonyx (Blainv.) Leopard S.
carcinophagus (Hombron and Jacqinot), Crab-eating or
Saw-toothed S.
Leptonychotes weddelli (Lesson) "WeddeH's S.
Ommatophoca rossi Gray, Ross's S.
Monachus monachus (Hermann), Monk S.
Cystophorina e.
Cystophora cristata (Erxleb.) Crested S.
Macrorhinus leoninns (L.) Elephant S.
Tricheehidae.
Trichechus (Odobaenus) rosmarus L., Morse, Walrus or Sea Horse.
Otariidae.
Otaria jubata (Forster), Southern Sea Lion.
Eumetopias stelleri (Lessoni, Steller's Seal or Sea Lion.
» californianus (Lesson), Californ. Sea Lion.
» hookeri Gray, The Auckland Island Hair-Seal.
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 93
Eumetopias cinereus (Peron>, Grey Sea Lton of New Zealand and
Australia.
Arctocephalus australis (Zimmerm.), South Americain Fur-Seal.
gazella (Peters), Kerguelen Island Fur-S.
» pusillus (Schreb.), Fur-S. of Cape of Grood Hope and
of Crozet Islands.
» ursinus (Linn.), Fur-S. of North Pacific.
forsteri (Lesson), F.-S. of New Zealand and Australia.
philippii (Peters), F.-S. of Juan Fernandez.
Der 3. Teil enthält eine eingehende Beschreibung des Gehtras vom See-
Elefanten und vom Walross, sowie eine Vergleichung der Hirnwindungen der
Seehunde und Walrosse mit denjenigen der Carnivoren, der Affen und des
Menschen (dieser Abschnitt abgedruckt in Journ. Anat. Phys. N. S. Vol H, p. 300
—303). Zu diesem Teil 3 Tafeln. Der 4. Teil behandelt kurz die Eingeweide
des See-Elefanten. Ein Appendix bringt eine eingehende Abhandlung von
Wm. C. Strettel Miller über die Myologie der Pinnipedier.
Hyracoiflea.
Langkavel, B., Hyrax. — Zool. Jahrb. IH. p. 336-347.
Verf. stellt die bisher bekannten Angaben über die Verbreitung der Hyrax-
Arten zusammen, fügt Bemerkungen biologischen Inhaltes hinzu und giebt eine
Zusammenstellung der verschiedenen Namen der Tiere. Sodann Beschreibung
von H. syr., H. cap., H. abessin., und H. arbor., nebst osteologischen Mitteilungen.
H. scioanus s. Giglioli unter äthiop. Reg.
Dendrohyrax Erriini s. Thomas ebenda.
D. stampflü s. Jentink unter System., Allgem.
Vnfftilata.
Vergl. Pawlow unter foss. Säuget.
Froboscidea.
Allgemeines. Vergl. Weithof er unter Anat. u. Phys., Skelet; Gaudry
unter foss. Säuget.
Elefant, Ohr, s. Bück unter Anat. u. Phys., Sinnesorg.
0 „ Stosszahn, s. Loder unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.
„ Krankheit s. Galippe unter Biol., Krankh.
Elei^has primigenius s. Brown iinter foss. Säuget., Buchenau ebenda,
Ladriere ebenda, Po hl ig ebenda.
E.meridionalis s. Fischer unter foss. Säuget., Pohlig ebenda.
E. antiquus s, Pohl ig unter foss. Säuget.
E. trogontherii ebenda.
E. (priscus) Falconeri ebenda.
E. americanus s. Wood man ebenda.
Mastodon s. Gaudry unter foss. Säuget., Holder ebenda.
M. Antium s. Burmeister ebenda.
M. avernensis s. Capellini ebenda.
M. angustidens s. Hof mann unter foss. Säuget., Vaceck ebenda.
94 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Amblypoda.
Vergl. Cope unter foss. Säuget.
Perissodactyla.
Tapiridae. Tapirus hungaricus s. Teller unter foss. Säuget.
Palaeotapirus Douvillei n. g. n. sp. s. Filhol ebenda.
Lophiodontidae. Vergl. Filhol unter foss. Säuget.
Lophiodon leptorhyyiehus n. sp. ebenda.
Hyracotherimn Cayluxi n. sp. s. Filhol unter foss. Säuget.
H. argentonicmn n. sp. ebenda.
PacJiynolophus argentonicus n. sp. ebenda.
P. issdanus ebenda.
Hyrachyus intermedius n. sp. s. Filhol unter foss. Säuget.
Cesserassictis antiguus n. g. n. sp. ebenda.
Equidae. Bastarde s. Jenner Weir unter Entw., Bast.
Pferd, s. Albrecht unter Anat. u. Phys., Allgem.
„ s. Bureke unter Biol., Krankb.
,, Haarfarbe, s. Crampe unter Entw., Allgem.
„ Geschlechtsverhältniss, s. Düsing unter Anat. u. Phys., Ge-
schlechtsorg.
„ s. Kaufmann ebenda, Verdauuugsorg.
„ Hautsekret, s. Leclerc ebenda, Haut.
„ Anatomie s. Mc. Bride ebenda, Allgem.; vergl. ebenda Ellen-
berger, ferner M'Fadyean.
„ s. Müller unter Anat. u. Phys., Allgem.
„ Histologie der Haut, s. Smith ebenda. Haut.
„ s. Lee unter Biol,, Krankh.
„ modernes, s. Gueruzey unter Landwirtsch. etc.
„ Domestikation, Ursprung s. Huidekoper ebenda.
„ Beziehung zur Landw. s. Lavalard ebenda.
„ Geschichte in Amerika, s. d'Orcet ebenda.
„ s. Tourneux unter Ontogen.
„ Darm, s. Walley unter Biol., Krankh.
„ Gebiss, s, Wilckens unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.»
„ Haarfarbe s. denselben unter Eutwickl., Allgem.
Maultier s. Sanson unter Verdauuugsorg.
Hipparion gracile s. Weithof er unter foss. Säuget.
Rhinoeerotidae. Bhinoceros sp. foss. s. Hof mann unter foss. Säuget.
Eh. tichorhinus s. Römer ebenda, Studer ebenda.
Rh. sansaniensis s. Vacek ebenda.
Elasmotherium sibiricum s. Gaudry, A., et Beule, M., ebenda, ferner
Boule ebenda.
Artiodactyla,
Allgemeines. Vergl. Bonnet unter Ontog., Brandt unter Anat. u.
Phys., Skelet.
iu der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1888. 95
Flow er, Horns and Antlers. — Trans. Middlesex Nat. Hist. and Science
Soc. 1887-88 p. 21-27. Mit Abbildgn.
Cope E. D., The Artiodactyla. — Am. Nat. Xn. p. 1079—1095. 1. Teil;
mit Holzschn.
Giebt in einer Umarbeitung des in den Proc. Am. Philos. Soc. 1887 er-
schienenen Aufsatzes eine Synopsis der Familien, an welche sich bei jeder
einzelnen foss. und rec. Familie eine Erörterung der Phylogenie schliesst.
Huet, Liste des Especes connues et decrites jusquä ce jour dans les
Farailles des Cervides, Cervulides, Tiagulides et Moscbides. — Bull. Soc. Nat.
d'Acclimat. de France. 4. Serie, T. V. p. 274-284; 497—508; 545-555; 721-737;
Verf. giebt iu geographischer Anordnung eine Uebersicht über die an-
geführten Wiederkäuer; kurze Beschreibungen nebst einigen Abbildungen von
Tieren und Geweihen, welche letzteren z. T. recht mangelhaft sind.
Hippopotamidae. Hippopotamus Pentelici s. Ciofalvo u. Battaglio
unter foss. Säuget.
Suidae. Sus scrofa fer. Altersbestimmuug s. N eh ring unter Anat. u.
Phys., Allgem.
Gebissentwickelung, derselbe unter Ontog.
Wilde Schweine-Arten, Eckz. s. Nehring unter Verdauungsorg.
Schwein, Geschmacksorg., s. Tuckermann unter Anat. u. Phys., Ver-
dauungsorg.
Ursprung, s. Sanson unter Phylog.
Vergl. femer Rietsch u. Martinand unter Biol., Krankh., Cornil et
Chantemesse ebenda, Salmon ebenda, Lutze ebenda.
Sus palustris s. Nehring unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.
Hyotherium Soemmeringi s, Hof mann unter foss. Säuget., Vacek ebenda.
Heude, Pere, Eine Arbeit über Schweine (Titel dem Ref. unbekannt)
— Memoires concernant Thist. nat. de l'Empire chinois 1888.
Verf. unterscheidet in Ostasien 11 vei'schiedene neue Arten der Gattung
Sus. nämlich Sus ussuricus, dicrurus, taininensis, calamianensis, cehifrons, minutus,
effrenus, conchi/vorus , jalaensis, microtis, frenatus — ein Seitenstück zu den
37 Hirschen desselben Verf.
Camelidae. Vacat.
Tragulidae. Vergl, oben Huet.
Hyaemoschus crassus s. Hof mann unter fossil. Säuget.
Cervidae. Roger, Ueber die Hirsche. — Ber. naturw. Ver. Regens-
burg f. d. Jahre 1886-87. Heft I. p. 51-93. (Erschienen 1888.)
Systematische Stellung der Cerviden, zu denen auch die Giraffen gezählt
werden, Gruppirung dersesben, Uebersicht über die Gattungen, Verbreitung,
Stammesgeschichte. Einige Unrichtigkeiten , so z. B., dass die Endenzahl des
neuen Geweihes stets eins mehr betrage als des vorhergehenden (man denke an
Coassus, Furcifer, Blastocerus, Axis, Rusa!), ferner dass die Jungen ein weiss
geflecktes Haarkleid haben (nicht alle! Ref.), dass Blastocerus in der Regel
ein Gablergeweih habe (erwachsene sind durchweg Sechsender. Ref.)
Vergl. ferner Huet unter Artiodact., Allgem.
Cervus eapreolus s. Seh ein pflüg unter Biol., Färbg.
C. megaceros s. Schaaff hausen unter foss. Säuget.
C. dama s. Keilhack ebenda, ferner Feil den unter südam. Reg.
96 r>r. Ernst Schaff: Bericht üher die Leistungen
C. mexicanus s. Boulart unter Anat. u. Phys., Geschlechtsorg.
Sambur s. Gilbert, K., in Journ. Bombay Nat. Hist. Soc. IX, p. 224—232.
Rangifer tarandus s. Studer unter foss. Säuget.
fleude, P., Problema Philippinense seu cervinorum craniorum in Philippin.
insulis hucusque detectorum (100) praeviae icones. 11 tabb. cum Interpret, et
indice. Zi-ka-wei 1887 (!).
Palaeomeryx eminens s. Hof mann unter foss. Säuget.
P. Bojani ebenda.
P. furcatus ebenda.
Amphitragulus Boulangeri ebenda.
A. Quercyi s. Filhol ebenda.
A. crassus ebenda.
Choüodon elegans ebenda.
Platuprosojjos sansaniensis ebenda.
Camelopardalidae. Camelopardalis parva s. Weithofer unter foss.
Säuget.
Samotherium Boissieri s. Mayor, Forsyth, ebenda.
Urmiatherium s, Rodler ebenda.
Cavieornia. Rind, vergl. H i 1 1 c h e r unter Anat. u. Phys., Skelet,
Moussu unter Anat. u. Phys. Nervens. , Auld unter Phylog., Babes unter
Biol., Krankh., Windle ebenda, Müller ebenda, Kaiser unter Landw. etc,
V. Middendorff ebenda, Auld, Werner ebenda, Eckmeyer unter Biol.,
Krankh., Ehlers ebenda.
Niatosrind s. Dareste unter Entwickig. Allgem.
Franqueiro-Rasse s. N eh ring unter Landw. etc.
Parkrind s. Auld ebenda.
Bos primigenius s. Ne bring unter foss. Säuget.
Poephagus grunniens s. Ne bring unter Landw.
S teere, J. B., berichtet brieflich über den „Tamaron" von Mindoro.
Aeussere Beschreibung, Lebensweise. — Proc. Zool. Soc. London 1888 p. 413—415,
Pechuel-Loesche, Afrikanische Büffel. — Zool. Jahrb. HI. p. 705— 723.
Mit 2 Tfln.
Verf. teilt die afrikan. Büffel in 2 Gruppen : A. Schwarze Büffel, B. Rote B.
Erstere gruppiren sich um B. caffer, letztere um B. pumilus Turton. Die schw.
B. finden sich im südlichen, östlichen und nordöstl. Afrika, die roten im west-
lichen. Neben B. caffo- kommt wohl noch eine etwas abweichende Art vor, die
Blyth als B. caffer var. aequinoctialis , Gray als B. centralis bezeichnete. Ob
unter den viel kleineren roten Büffeln mehrere Arten zu trennen sind, ist noch
unentschieden; die Gehörne zeigen mehrfache Differenzen. Uebrigens hat B.
pumilus Turton die Priorität vor B. brachycerus Gi-ay. Erwähnt wird ferner
ein „Zwergbüffel", angeblich kleiner als die Anoa und ein ,.grauer Büffel".
Ueber beide fehlt es noch an genügender Kenntniss. Zum Schluss berichtet
Verf. über schlapphörnige Rinder, deren Hörner beweglich in der Haut stecken
und herabhängen; sie kommen im Hererolande i;nd nach Haacke auf Mauritius vor.
Ovibos moschatus s. Pohl ig unter foss. Säuget.
Ovis aries vergl. Nicolas u. Prenant unter Biol., Krankh., Nocard
ebenda, Tourneux unter Ontog.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 97
Schaf- u. Ziegen - Bastarde s. W e i r unter Entw. Bast.; vergl. ferner
Railliet imter Biol., Feinde.
Reichen ow, A., veröffentlicht eine vorläufige Notiz über eine neue
Wildziege Capra dai-cas n. sp. von der Insel Joura. — Zool. Garten Jahrg. XXIX,
p. 29-30.
Derselbe, Die Wildziege der Insel Joura. — Zool. Jahrb. m. p. 591-596,
Mit 1 färb. Tafel.
Verf. beschreibt als Cajjra clorcas n. sp. eine in den Besitz des Berliner
Zool. Gartens gelangte Ziege von der Insel Joura nördl. von Euböa. Das Tier
unterscheidet sich von C. aeyagrus durch die Hörner, die Behaarung und die
Farbe, sowie durch die Körperforni.
Ziege, s. Aisberg unter Biol. Allgem., Fankhauser unterLandw. etc.
Terpone longiceps s. Jentink unter System., Allgem.
Cephalophus doriae ebenda.
Gnu s. Huet unter Biol., Gefangensch.
Antilope cristata s. Hofmann unter foss. Säuget.
Antilope gracillima s. Weithofer ebenda.
Helicocefus rotundicorne ebenda.
Protragelaphus Slconsesi ebenda.
Stricker. W., Sprachwissenschaft und Naturwissenschaft. — Zool. Garten
Jahrg. XXIX p. 23—26.
Behandelt wird in etjTnologischer Hinsicht die Gemse.
Anoplotheriidae. Upheloynatus Qu&rcyi n. g. n. sp. s. Filhol unter
foss. Säuget.
Cetacea.
Allgemeines. Veigl. Bolau unter Allgem., Lebouq., Kükenthal
unter Anat. u. Phys., Skelet., Lütken unter Biol., Allgem., Rodler unter
Faunen, Allgem.
Delphinidae. Lütken, Chr., Critical studies upon .some Odontoceti of
the Genera Tursiops, Orca, and Lagenorhynchus. — Ann Mag. Nat. Hist. 6. Ser.
Vol. II, p. 179-186.
lieber tragi;ng aus dem Dänischen. Vergl. Bericht für 1887 p. 84.
Tursiops tursio s. van Bambeke unter Anat. u. Phys., Haut; ferner
Service unter östl. gem. Reg.
Globiocephalus melas s. Fjellstrup unter Anat. u. Phys., Haut.
Grampus griseus s. Laver unter östl. gem. Reg.
Bachianectes glaucus s. Caton unter Biol. Allgem.
Hyperoodontidae. Hyperoodon rostratus s. South well unter östl.
gem. Reg. ; ferner Bailey ebenda.
Physeteridae. Pouchet, G. , Note accompagnant la presentation de
photographies de cachalot. — Comptes rend. hebd. Soc. Biol. 8. S. T. V. p. 558
— 559.
Bemerkungen über die Form der Schnauze etc.
Cachelot s. ferner Pouchet unter Ontogenie und unter Biol., Krankh.,
Monaco unter östl. gem. Reg.
Balaenopteridae. Ueber ein im Medway-Flusse nahe der Küste von
Essex gestrandetes Exemplar von Balaenoptera bwealis Lesson wird berichtet
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.II. H. 1. 7
98 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
im Zoologist HI. Series Vol. XII. p. 466—468. — Beschreibung, Maasse,
Bemerkungen über einige andere Wale.
Balaenoptera rostrata s. Balkewill unter östl. gem. Reg.
Megaptera longimana s. Struthers unter Anat. u. Phys., AUgem.
. Balaenidae. Balaena Uscayensis s. Pouch et und Beauregard unter
östl. gem. Reg.
Walfischerei s. Southwell unter Landwirtsch. etc. C eck es ebenda.
Sirenia.
Besmostylus hesperus s. Marsh unter foss. Säuget.
Edentata.
Orycteropodidae. Orycteropus Gaudryi s. Major unter foss. Säuget.
Manidae. Palaeomanis Neas s. ebenda.
Bradypodidae. Langkavel, B., Aphorismen über Faultiere. — Zool.
Garten Jahrg. XXIX, p. 18 - 23.
Mitteilungen osteologischen Inhalts, besonders über die Halswirbel, z. T.
nach handschriftlichen Notizen R. Hensel's.
Megratheriidae. Megatherium s. Burmeister unter foss. Säuget,,
Wo od ward ebenda.
Glyptodontidae. Glyptodon petaliferus s. Cope unter foss. Säuget.
Eleutherocerciis setifer n.g. n. sp s. Koken ebenda.
Marsupialia.
Allgemeines. S. Lendenfeld unter ßiol., Allgem., Ramsay unter
austral. Reg.
Thomas, Oldfield, Catalogue of the Marsupialia and Monotremata in
the Collection of the British Museum (Natural History). London 1888. Mit
28 Tfln.
Das vorliegende Werk ist seit 1843 der erste Catalog der Beuteltiere des
Britischen Museums. Seitdem verdreifachte sich fast die Zahl der
Exemplare. Der „Catalogue . . ." enthält die Beschreibungen aller bekannten
Arten, eine genaue Synonymie jeder Art, sowie eine Liste der im Brit. Mus.
vorhandenen Exemplare. Ausser den Beuteltieren werden auch die Monotremen
behandelt. Bei jeder Familie und Gattung giebt Verf eine Uebersichtstabelle
auf Grund der äusseren und eine zweite nach den Schädel- und Gebiss-Charak-
teren ; ebenso findet man bei jeder Art neben dem Aeusseren des Tieres (Farbe,
Grösse etc.) Schädel und Gebiss genau beschrieben. Das reichhaltige, dem
Verf. zu Gebote stehende Material hat z. T. überraschende Resultate ergeben.
So werden z. B. Bidelphis eancrivora Gmel., und Bid. Azarae Teinm. als eine Art
{Did. Az. als Subspec.) unter Bid. marsupialis L. zusammengefasst, da sich
zwischen allen Uebergänge finden, welche die Aufrechterhaltung der bisherigen
„Arten" unmöglich machen. Die systematische Einteilung ist in ihren Haupt-
zügen folgende:
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888.
99
Ordnung Marsupialia.
Subord. I. Diprotodontia.
Farn. I. Macropodidae.
Subf. I, Macropodinae.
1. Macropus Shaiv, 23 Arten nebst 4 U.-A.
2. Petrogale Gh-ay, 6 Arten.
3. Onychogale Gh-ay, 3 Arten,
4. Lagorchestes Gould, 3 Arten.
5. Dorcopsis Schleg. u. Müll, 3 Arten.
6. Bend/rolacjus Schleg. u. Müll., 4 Arten.
7. Lagostrophus Thos., 1 Art.
Subf. II. Potoroinae.
8. Äepyprgmnus Garrod, 1 Art.
9. Bettongia Gray, 4 Arten.
10. Caloprymnus Thos., 1 Art.
11. Potorous Desni., 3 Arten.
Subf. III. Hypsiprymnodontinae.
12. Hypsiprymnodon Barns., 1 Art.
Farn. 11. Phalangeridae.
Subf. I. Tarsipedinae.
1. Tarsipes Gerv. u. Ve>r., 1 Art.
Subf. II. Phalangerinae.
2. Äcrobates Desm., 1 Art.
3. Distoechurus Peters, 1 Art.
4. Dromida Gray, 4 Arten.
5. Gymnobelideus Mc Coy, 1 Art.
6. Petaurus Shaiv, 3 Arten, 1 U.-A.
7. Dactylopsila Gray, 1 Art.
8. Petauroides Thos., 1 Art mit 2 U.-A.
9. Pseudochirus Oyilb., 10 Arten.
10. Trichosurus Less., 2 Arten, 1 U.-A.
11. Phalanger Storr., 5 Arten, 1 U.-A.
Subf. III. Phascolarctinae.
12. Phascolarctus Blainv., 1 Art.
Farn. III. Phascolomyidae.
1. Phascolomijs E. Geoff., 3 Arten
Subord. II. Polyprotodontia.
Fam. IV. Peramelidae.
1. Peragale Gray, 2 Arten.
2. Perameles E. Geoff., 11 Arten, 1 U.-A.
3. Choeropus Ogilh., 1 Art.
Fam. V. Dasyuridae.
Subf. I. Dasyurinae.
1. Thylacinus Temm., 1 Art.
2. Sarcophilus F. Cuv., 1 Art.
3. Basyurus E. Geoff., 5 Arten.
4. Phascologale Temm., 13 Arten, 1 U.-A.
7*
IQQ Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
5. Sminthopsis Thos., 4 Arten.
6. Antechinomys Krefft, 1 Art.
Subf. n. Myrmecobiinae.
7. Myrmecobius Waterh., 1 Art.
Farn. VI. Didelphyidae.
1. Bidelphys Linn., 23 Arten, 1 U.-A.
2. Chirunectes IlL, 1 Art.
Ord. Monotremata.
Farn. I. Echidnidae.
1. Echidna G. Cuv., 1 Art, 2 U.-A.
2. Proechidna Gerv., 1 Art.
Fam. II. Ornithorhynchidae.
1. Ornithor-hynchus Blumenb.
Vergl. ferner Osborn unter foss. Säuget.
Maeropodidae. Triclis oscillans s. de Vis unter foss. Säuget.
Vergl. ferner Lendenfeld unter Biol., AUgm.
Hypsiprymnodontidae. Hypsiprymnodon moschatus s. Rarasay unter
australische Reg.
Phalangistidae. Phalanyista johnstoni n. sp. s. Ramsay ebenda, Ph. lemu-
roides ebenda, Ph. archeri ebenda.
Dromicia lepida n. sp. wird beschrieben in Thomas, Cat. Marsup. p. 142.
Phalanger orientalis n. sp., ebenda p, 204.
Petaurus hreviceps var. papuanus n. var. ebenda p. 158.
Pseudochirus occidentalis n. sp. ebenda p, 174.
Phascolomyidae. Vergl. L enden feld unter Biol. Allgem.
Phascolaretidae. Phascolarctos cineretis s. Gruber unter Anat. u. Phys.,
Muskelsyst.
Peramelidae. Peragale leucura wird abgebildet (farbig) in Thomas,
Cat. Marsup. Tfl. 2.
Didelphyidae. Vergl. Osborn unter Ontog.
Thomas, Oldfield, Diagnoses of four new Species of Didelphys. —
Lnn. Mag. Nat. Hist. 6. Ser. Vol. I p. 158-159
Bidelphijs {Micraureus) lepida sp.n. unterscheidet sich von D. murina I/. durch
die viel geringere Grösse und kürzere Ohren, welche angelegt kaum die Mitte
des Auges erreichen. Kopf und Körper 105 mm. Hab. Peru.
B. (Peramys) scalops sp. n. hat die Grösse von B. hrevicaudata Erxl. Kopf,
Rumpf und Schwanz sind schön rostrot, Vorderrücken, Schultern und Bauch
olivengrünlich melirt. Zähne sehr klein. Hab. Brasilien.
B. [Peramys) Iheringü sp. n. gleicht in Farbe und Proportionen genau B.
americana Müll. (= tristriata auct.) , ist aber nur halb so gross. Hab. Rio
Grande do Sul.
D. (Peramys) Henselü sp. n. ist nach dem Verf. die von Hensel beschriebene,
aber nicht benannte intermediäre Art. Farbe auf der Oberseite dunkel grau
melirt, tief rostrot an den Seiten und am Bauch. Hab. Rio Grande do Sul.
B. dimidiata s. Beddard unter Anat. u. Phys. Drüsen.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 101
Monotremata.
Allgemeines. Vergl. Thomas, Cat. Marsup. Monotr. Brit. Mus.
Ferner Cope unter Anat. u. Phys., Verdauungsorg.
OrnithOrhynchidae. Ornühorhynchus paradoxus s. P o u 1 1 o n unter Anat.
u. Phys. Verdauixngsorg.
Vergl. auch Lendenfeld unter Biol., Allgem.
Echidnidae. Weber, Max, Ben nieuwe Soort van Proechidna. — Bijdr.
tot de Dierk., 1888 Feest Nummer. Art. 5, pl. I.
Verf. beschreibt ein Exemplar von Proechidna mit fünf vorderen und vier
hinteren Kiallen, welches er für eine neue Art hält. Oldf. Thomas ist jedoch
der Ansicht, dass es sich um ein abnormes Individuum von Proechidna bruijni
Pet. u. Doria handle, welches auf atavistischem Wege die sonst für die Gattung
typische Zahl der Zehen resp. Krallen (rudimentär sind 1. u. 5. Zehe unter der
Haut auch bei typischen Expl. vorhanden) überschritten hat. (Cat. Marsup.
Monotr. p. 383).
Bericht
über
die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1888,
Von
Ant. Reichenow^.
I. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
J. A. Allen, Visitors Guide to the Collection of Birds in tlie
American Museum of Natural History. New York 1888. 8^.
American Museum of Natural History of New York City.
Bericht über die Sammlung von E. A. Mearns; Auk 5. p. 222—223.
American Ornithologist's Union. — Statuten der Gesell-
schaft und Mitgliederverzeichniss ; Auk. 5. No. 2 Anhang. — Bericht
über die fünfte Versammlung der Gesellschaft; Auk 5. p. 95 — 100.
Sp. F. Baird. — Proceedings at a Meeting commemorative of
the Life and Scientific Work of Sp. F. Baird; held Jan. 11 1888,
under the Joint auspices of the Anthrop., Biolog. and Philos. Societies
of Washington. 8*^ Washington 1888. — s. auch R. Ridgway.
Ch. W. Beckham f; Auk 5. p. 445—446.
H. V. Berlepsch, über Arten des United States National Museum,
s. unten unter Südamerika.
M. N. Bogdanow — . Todesanzeige; Ibis (5) 6. p. 381, s. auch
Auk 5. p. 333—334.
L. Bonaparte, s. T. Salvadori.
M. Bräss, Ornithologisches aus alter Zeit; Mntschr. Ver. Schutze
Vogelw. 13. p. 301—305, 335 - 338.
British Ornithologist's Union: Anniversary Meeting: Ibis
(5) 6. p. 496—497.
A. Carruccio Guida del Museo dei Zoologia della Uiv. di Roma.
Fauna locale specie animali della provinzia di Roma esistenti nella
nuova collezione. Aves; Boll. Mus. Zoöl. Roma 1. p. 19—33.
R. Eder theilt Stellen aus alter Litteratur über den Auerhahn
mit; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 31—33, 50—51.
Ant. ßeichenow. 103
A. H. Evans hat den Bericht über die Fortschritte in der
Ornithologie während des Jahres 1887 geliefert in: Zoological Record
for 1887. Ed. by F. E. Beddard. London 1888.
Ph.H. Gosse f; Auk 5. p. 446.
C. Greve, Zoologischer Aberglauben in Russland; Zool. Gart. 29.
p. 273-277.
F. P. Hardy führt Nachrichten älterer Reisenden über Alca
impennis an; Auk 5 p. 380—384.
G. Hartlaub, s. G. Neumayer.
R. 0. Karlsb erger f ; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 165.
F. Kriso, das Präpariren und Conserviren der Vögel und ihrer
Eier. Nach der Methode des Pastor Blasius Hanf; Mitth. Nat. Ver.
Steiermark 1888. Ber. p. 93—102.
E. Lear — Todesanzeige; Ibis (5) 6. p. 286.
L. V. Lorenz, s. A. v. Pelzeln.
E. A. Mearns, s. oben American Museum.
G. Neumayer, Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen
auf Reisen (Vögel von G. Hartlaub). 2. Aufl. Berlin 1888.
A. V. Pelzeln und L. v. Lorenz besprechen die Typen der
ornithologischen Sammlung des K. K. naturhistorischen Hofmuseums
in Wien, Theil 4. (Schluss); Ann. k. k. naturhist. Hofinus. Wien 1888
p. 37—62.
J. Pietsch, Herleitung und Aussprache der wissenschaftlichen
Namen in dem E. F. v. Homeyer'schen Verzeichniss der Vögel
Deutschlands. Wien 1888. 8« 57 p.
Derselbe, die Vögel Taurus und Anthus des Plinius Secundus;
Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 248- -250.
H. Pryer — Todesanzeige; Ibis (5) 6. p. 381, s. auch Auk 5.
p. 332—333.
0. Reiser, Katalog des bosnisch -herzegovinischen Landes-
museums in Sarajevo. 2. Vögel, p. 80—91. Quarto.
R. Ridgway liefert eine Erinnerungsschrift für Spencer Pullerton
Baird; Auk 5. p. 1 — 14.
C. B. H. v. Rosenberg f; Zool Gart. 29. p. 352.
T. Salvadori giebt die Daten der Publication von Bonaparte's
Iconografia della Fauna Italia an und liefert einen Index der in
diesem Werke abgebildeten Arten; Boll. Mus. Zool. ed Anat. comp.
R. Un. Torino 1888 3. p. 1—25. s. auch: Ibis (5) 6. p. 320—325.
Ernst Schauer f ; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 455.
R. B. Sharp e berichtet über die Vogelsammlung des British
Museum. Die Sammlung umfasst 200000 Exemplare und wird mit
den bereits in Aussicht stehenden Vermehrungen demnächst auf
250000 kommen; Auk. 5. p. 124—125.
104 An t. Reichen ow: Bericht über die Leistungen
H. Stevenson — Todesanzeige; Ibis (5) 6. p. 498, s. auch
Zoologist (3.) 12. p. 345—346.
J, Talsky berichtet über die ornithologische Sammlung des
Landesmuseums in Klagenfurt; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 6—7.
Derselbe berichtet über die ornithologische Sammlung des steier-
märkisch- landschaftlichen Joanneums in Graz; ebenda p. 64 — 65.
Turati- Sammlung im Museum in Mailand — Notiz über den
Umfang derselben; Ibis (5) 6. p. 150.
Ein Ei von Alca impennis wurde auf einer Auction in London
am 13. December 1887 für 3360 Mark verkauft, ein anderes am
12. März 1888 für 4600 Mark; Zoologist (3.) 12 p. 28 u. 143; Ibis
(5) 6. p. 152.
Verzeichniss sämmtlicher Schriften über Geflügelzucht, Stuben-,
Zier- und Singvögel, Nutzen und Schaden der Vögel, Vogelschutz,
Naturgeschichte der Vögel und ihrer Eier, Kaninchenzucht, welche
in den Jahren 1850—1888 im deutschen Buchhandel erschienen
sind. Leipzig, Gracklauer. 1888. 12^ 36 p.
n. Anatomie. Embryologie.
A. b.itelli e E.Giacomini, Sülle glaudule salivari degli uccelli;
Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa Proc. verb. Vol. 6, p. 106-110.
J. Beard, Morphological Studies. II. The Development of the
Peripheral Nervous System of Vertebrates (Pt.) Elasmobranchii and
Ä.Yes; Qu. Journ. Micr. Sc. London 1888 p. 153-227. T. 16—21.
F. E. Beddard theilt Untersuchungen über die Respirations-
organe von Fratercula und SpJienisais mit; Proc. Z. S. London
p. 252—255.
Derselbe beschreibt einige innere Organe von Balaenkeps rex,
danach scheint die Form zunächst an die Reiher sich anzuschliessen ;
Proc. Z. S. London p. 284—290. Mit Holzschn.
Derselbe erörtert die Anatomie der Strtgidae^ wonach systematisch
zwei Gruppen, Striginae und Bi/bonmae unterschieden werden
müssen; Ibis (5) 6. p. 335—344.
J. Bellonci, Ueber die centrale Endigung des Nervus opticus
bei den Vertebraten; Zeitschr. Wiss. Zool. 47. p. 1 — 46, T. 1 — 8.
J. F. van Bemmelen, über einen Rhea-Emhrjo; Tijdschr. Nederl.
Dierk. Ver. (2.) D. 1. Afl. 3—4 Versl. p. 205—206.
A. V. Beneden, s. G. Corin.
F. Bignon fand cervico-cephaline Luftsäcke bei den Papageien;
Bull. Soc. Zool. France 13. p. 180—181.
Derselbe, Recherches sur les rapports du Systeme pneumatique
de la tete des Oiseaux avec le Systeme dependant de l'appareil
pulmonaire; Compt. Rend. Soc. Bioh Paris 1888 p. 357—360.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 105
H. G.Bronn, Klassen und Ordnungen des Thierreichs. 6. Bd.
4. Äbth. Vögel, von H. Gadow. Lief. 18 — 22 erschienen (Gehirnnerven,
Rückenmarksnerven, Sehorgan, Geruchsorgan, Diffuse Sinnesorgane,
Integument).
G. Brook, Note on the Epihlastic Origin of the Segmental
Duct in Teleostean Fishes and in Birds; Proc. Soc. Edinb. 14.
p. 368—370.
G. Buchet, Premiere note sur Pappareil tenseur de la membrane
anterieure de l'aile des Oiseaux; Compt. Rend. Soc. Biol. 1888
p. 328—332.
R. Burckhardt, Doppel anlaoe des Primitivstreifens bei einem
Hühnerei; Arch. Anat. Phys. 1888 Anat. Th. p. 431—432.
A. Cazin, Structure et le mecanisme du gesier Oiseaux; Bull.
Soc. Philom. (7.) 12. p. 19—22.
Derselbe, Recherches anatomiques, histologiques et embryo-
logiques sur l'appareil gastrique des Oiseaux, Av. 5 pl. Paris
1888. 8«.
E. D. Cope theilt Untersuchungen über das Gewicht des Ge-
hirns im Verhältniss zum Körpergewicht bei verschiedenen Vogel-
arten mit; Amer. Nat. 22. p. 537 — 539.
G. Corin u. A. v. Beneden, Recherches sur la regulation de
la temperature chez les Pigeons prives d'hemispheres cerebeaux;
Archives de Biologie. Gent 1888 p. 265—276.
E. Coues, über die Nomenclatur der Muskeln am Vogelflügel;
Auk 5. p. 435—437.
A. Dogiel, über die nervösen Elemente in der Netzhaut der
Amphibien und Vögel; Anat. Anz. 3. p. 342 — -347.
E. Fatzacappa, Genesi della cellula specifica e intima struttura
del sistema centrale nervoso degli uccelli; BoU. Soc. Nat. Napoh (1.)
2. Ann. 2. Fase. 2 p. 185—193.
G. J. Fischer berichtet über Polydactylie bei Vögeln; .\uk 5.
p. 218—219.
M. F ü r b r i n g e r , Untersuchungen zur Morphologie und
Systematik der Vögel, zugleich ein Beitrag zur Anatomie der Stütz-
und Bewegungsorgane. Amsterdam u. Jena 1888. 2. Theil. Gross 4".
(Bijdragen tot de Dierkunde Afl. 15. 1 u. 2). — In dem ersten Theil
dieses umfassenden Werkes giebt Verf. eine Beschreibung der
Sceletttheile sowie Nerven und Muskeln der Schulter und des Ober-
arms und deren Entwickelung. In dem zweiten Theile wird der
taxonomische Werth der einzelnen Organe des Vogelkörpers einer
eingehenden Prüfung unterzogen; sodann werden die einzelnen
Familien unter Berücksichtigung der bisherigen diesbezüglichen
systematischen Arbeiten und Abwägung der bestimmenden Charaktere
in Hinsicht auf ihre Stellung in einem natürlichen System besprochen ;
und auf Grund dieser Darstellungen wird ein Vogelsystem entworfen,
welches auf den beigegebenen Tafeln in Form eines Stammbaums
106 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
in vertikaler Ansicht und horizontaler Projection dargestellt ist.
Am Schlüsse des Bandes ist eine umfassende Litteraturüb ersieht
gegeben. — [Referent beschränkt sich auf die vorstehende kurze
Notiz, da für ein nur einigermassen eingehendes Referat der ver-
fügbare Raum dieses Jahresberichtes nicht ausreicht, zudem jeder
systematisch arbeitende Ornithologe dieses bedeutsame Werk, welches
eine erstaunliche Fülle von Material verarbeitet, zahlreiche neue
Gesichtspunkte für die Systematik der Vögel eröffnet und die viel-
seitigste Anregung bietet, studieren muss.] Einen Auszug giebt:
H. Gadow, Nature 38. p. 150—152, 177—181.
H. Gadow, s. H. G. Bronn u. M. Fürbringer.
F. R. G a s c h , Beiträge zur vergleichenden Anatomie des
Herzens der Vögel und Reptilien; Arch. Naturg. 1888 p. 119 — 152
T. 11—12.
E. G a u p p , Anatomische Untersuchungen über die Nerven-
versorgung der Mund- und Nasenhöhlendrüsen der Wirbelthiere ;
Morphol. Jahrb. 14. p. 436—489. T. 19.
J. A. Jeffries, Note on the Epidermal System ofBirds; Proc.
Boston Soc. 23. p. 358—360.
F. Koenike berichtet über einen Tausendfuss im Hühnerei;
Abb. nat. Ver. Bremen 10. p. 294.
E. Lahousse, Recherches sur l'ontogenese du cervelet. ; Arch.
Biol. T. 8. Fase. 1. p. 43—110.
L. Liebermann, Embryochemische Untersuchungen. I. Weniger
bekannte Bestandtheile des Hühnereies. Fett der Hühnereier. Über
Nuclein. II. Stoffwechsel des bebrüteten Eies bis zur völligen Ent-
wickelung des Hühnchens. III. Arbeiten zur speciellen Chemie des
Embryonalleibes; Math. Nath. Ber. Ungarn (Budapest) 1887 — 88
p. 224-295.
Derselbe, Embryochemische Untersuchungen; Pflüg. Arch.
ges. Phys. 43. p. 71—151. — Auszug in: Naturf. 21. p. 221—222.
E. Li n ton fand Distomnm ovatum in einem Hühnerei; Amer.
Nat. 22. p. 74.
F. A. Lucas bespricht osteologische Unterschiede der Turdinae,
Miminae und Trorßodytinae und hebt besonders die Verschiedenheiten
zwischen den letzteren beiden Gruppen hervor; Proc. U. St. N. M. 11.
p. 173-180. Taf. 37.
Derselbe bespricht annormale Rippenzahl bei Vögeln; Auk 5.
p. 329—330.
J. Y. Mackay, The Development qf the Branchial Arterial
Arches in Birds, ^äth special reference to the origin of the Sub-
clavians and Carotids; Philos. Trans. London 179. (B) p. 111 — 139
T. 22-25.
F. C. Mall, The First Branchial Cleft of the Chick; Johns
Hopkins Univ. Circulars 7. 63. p. 38.
iu der Natmgeschichte der Vögel wähi-end des Jahres 1888. 107
Derselbe, Development of the Eustachian Tube, Middle Ear,
Tympanic Membrane and Meatus of the Chick ; Stud. Biol. Labor. J.
Hopkins Univ. 4. p. 185—192. T. 18—19.
R. Marage, Contribution ä l'anatomie descriptive du sympathique
thoracique et abdominal chez les Oiseaux. These. Paris, Davy 1888.
80, 69 p.
A. Marcacci, De quelques anomalies obtenues dans les oeufs
de poule en les soumettant au mouvement; Archiv Ital. Biol. 9. p. 58.
G. F. Mazzarelli, Su di alcune gravi anomalie anatomofisio-
logiche, riscontratesi in un piccione domestico: Boll. Soc. Nat.
NapoH 1888 p. 20—24.
E. Mehnert, Untersuchungen über das os pelvis der Vögel;
Sitzungsb. Naturf. Ges. Dorpat 8. p. 212—213.
A. B. Meyer, Abbildungen von Vogelskeletten. Bd. I mit
121 Tafeln in Lichtdruck. Dresden 1879—1888.
T. J. Parker, Preliminary note on the development of the
skeleton of the Apteryx; Proc. R. Soc. London 43 p. 391—397 6 Fig.
Derselbe, second preliminary note ou the development of
Apteryx; ebenda p. 482 — 487 8 Fig.
W. K. Parker, On the Structure and Development of the Wing
in the Common Fowl; Philos. Trans. London 179. (B) p. 385 — 398.
T. 62—65.
Derselbe, On the secondary Carpals, Metacarpals and Digital
Rays in the Wings of existing Carinate Birds; Proc. R. Soc. London
43. p. 322—325.
Derselbe, On Remnants or Vestiges of Amphibian and Reptilian
Structures found in the Skull of Birds, both Carinatae and Ratitae;
ebenda p. 397—402.
Derselbe, On the Vertebral Chain in Birds: ebenda p. 465 — 482.
Derselbe hält die Watvögel mit gestrecktem Gesichtstheil des
Schädels für die älteren, entgegengesetzt bei den Kolibris; Ibis
p. 217.
E. Retter er. Des Phaneres chez les Vertebres et de leur Tissus
Producteurs; Bibl. de l'ecole des Lautes etudes (Paris) 33. (1887).
R.W. Shufeldt beschreibt die nordamerikanischen LameUirostres
in osteologischer Beziehung; Proc. U. St. N. M. 11. p. 215 — 251.
Derselbe bespricht die Osteologie der Tiibinares und Ster/anopodes;
ebenda p. 253 — 315.
Derselbe beschreibt das Skelet von Alca torda und zieht die
osteologischen Verhältnisse anderer Wasservögel zum Vergleich
heran; Journ. Anat. Phys. London 23 p. 1 — 39.
Derselbe, über die Beziehungen von Aphriza virgata zu
anderen Vogelformen; Journ. Morph. Boston 2 p. 311 — 340 T. 25.
108 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Osteologische Notiz über Lunda cirrhata und Corvus
sinuatus; Auk 5. p. 328—329.
Derselbe, Bemerkungen über das Sternum einiger Scolopaciden;
ebenda p. 330—332.
Derselbe über die Osteologie von Habia melmiocejjhala mit Ver-
gleichungen der Skelette verschiedener Finken und Tangaren, ebenda
p. 438 - 444.
Derselbe beschreibt das Skelet von Porzana carolina\ Journ.
Comp. Medic. Surg. July 1888.
Derselbe liefert eine eingehende Beschreibung des Skelets von
Gallns bankn-a; Journ. Comp. Med. Surg. Philadelphia 9. p. 343 — 376.
Derselbe behandelt die Osteologie von Stur^iella nebst Vergleichen
der osteologischen Verhältnisse der Icteridae und Corvidae; Journ.
Anat. Phys. 21. p. 309—350 T. 14—15.
L. Stejneger über Shufeldt's „Dermo -tensor patagii"
(propatagialis cucullaris); Auk 5. p. 120 — 123.
G. A. Stockwell; Physiological relations of gular vocalization in
Grouse; Journ. Comp. Med. and Surg. 9. p. 127 — 135.
H. Teuscher, Einige Beobachtungen am lebenden Hühner-
embryo; Fortschr. Med. p. 1 — 5.
H. Virchow, lieber die physikalisch zu erklärenden Er-
scheinungen, welche am Dotter des Hühnereies bei der mikros-
kopischen Untersuchung sichtbar werden : Sitz. Ak. Wiss. Berlin 37
p. 977—981.
M. L. Walker, On the Form of the Quadrate Bone in Birds;
Studies from Mus. Zool. Univ. Coli.. Dundee 1. No. 1. p. 1—18.
K. F. Wenckebach, De ontwikkeling en de bouw de Bursa
Fabricii. Met. 4 pl.; Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. (2.) 2. p. 19—138.
Sep. Leiden (Brill) 1888. Deutscher Auszug: Tijdschr. etc. p. 139—142.
C. G. Young beschreibt Ojnsfhocomus cristafns äusserüch und
anatomisch und giebt einige biologische Notizen über die Art. An
Daumen und Mittelfinger befindet sich eine Kralle. Die Jungen
kriechen mit Zuhilfenahme ihrer Flügel, indem sie die beiden Finger
zum Festhalten und Anklammern gebrauchen (hierzu Figur); Notes
Leyden Mus. 10. p. 169—173, T. 8.
J. Zumstein, Ueber das Mesoderm der Vogelkeimscheibe,
Inaug. Diss. Bern 1887. 8», 56 p.
III. Hautbedeckung, Pterylographie, Flugvermögen.
J. A. Allen, On the Structure of Birds in Relation to Fliglit
with Special - Reference to Recent Alleged Discoveries in the
Mechanism of the wing; Trans. N. Y. Acad. Sc. 1888 p. 89—100.
E. C, On Emargination of the Primaries [Referat]; Auk 5.
p. 418—421.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 109
Da vi es Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Feder; Morphol.
Jahrb. 14. 1888 p. 369—371. — Die Dune stellt ein Horngebilde vor,
welches sich räuniHch und seitlich vor der Federanlage bildet, aber
mit dieser sowohl durch die gemeinsame Papille als auch durch ge-
meinsame Strahlen zusammenhängt.
H. Gadow bespricht die Zahl der Schwingen der verschiedenen
Vogelordnungen und Familien und erörtert hypothetisch die phylo-
genetische Entwicklung derselben; Proc. Z. S. London p. 655 — 667.
J. H. Gurney jun. führt Beispiele auf, in welchen weibliche
Vögel das Gefieder der Männchen trugen; Ibis (5) 6. p. 226 — 230.
V. Hacker hat die Veränderungen in der Zeichnung der
Feder bei fortschreitender Entwicklung der letzteren insonderheit bei
Drosselvögeln untersucht und gefunden, dass dieselben nach einem
bestimmten Princip vor sich gehen. Mit erläuternden Abbildungen;
Zool. Jahrb. 3. p. 309—316 T. 8.
J. B. Holder, Discussion of the Mechanics of Bird Flioht; Trans.
N. Y. Acad. Sc. 1888. p. 80-87.
L. Kerschner, Ueber die Zeichnung der Vogelfedern. Eine
Erwiderung auf Prof. Th. Eimers gleichnamigen Aufsatz; Humboldt
7. p. 50—54.
H. Landois weist darauf hin, dass die ErstUngsdunen der
Vögel nur Strahlenspitzen der ersten Deckfedern sind; Zool. Anz. 11.
p. 703.
F. A. Lucas, The Flight of Birds; Science 11. p. 58—59.
E. J. Marey, Valeurs relatives des deux composantes de la
force deployee dans le coup d'aile de l'oiseau, deduites de la direction
et de l'insertion des fibre du muscle grand pectoral; Compt. Rend.
107. 1888. p. 549—551.
Derselbe, Le probleme mecanique du vol: Revue de Paris 42.
p. 289—300. Fig. 43-58.
J. S. Newberry, The Flight of Birds; Science 1888. p. 9—10.
W. K. Parker beschreibt die Krallen au den Flügeln (Daumen
oder Mittelfinger) der Ratiten; Ibis (5) 6. p. 124—128.
E, Regalia führt diejenigen italienischen Vogelarten auf, welche
nach des Verf. Untersuchungen eine Kralle am Daumen oder an
Daumen und Zeigefinger besitzen; Proc. verb. Soc. Toscana Sc. Nat. 6.
Maggio 1888. p. 86—94.
R. W. Shufeldt behandelt die Pterylose einiger Spechte ;
Auk 5. p. 212—218. Mit Holzschnitten.
W. P. Trowbridge, The Flight of Birds; Science 1888. p. 16.
Derselbe, The Mechanism of the Flight in Soaring Birds;
Trans. N. York Ac. Sc. 7. p. 75—78.
Vgl. auch G. Buchet oben S. 105.
wo Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
IV. Mauser, Abänderungen, Bastarde.
Mauser: B. AI tum bespricht die Mauser und Federkleider
einiger Vogelarten, besonders die mehrfache Mauser junger Hühner-
vögel; Journ. Ornith. 36. p. 109—111.
C. R. Gawen widerlegt die Ansicht, dass die Gesiclitsfedern
bei jungen Saatkrähen mit der ersten Mauser ausfallen; Zoologist
(3.) 12. p. 224—225, s. auch M. Christy, ebenda p. 302.
E. Rüdiger, über Mauser und Verfärbung des Papstfink; Zool.
Gart. 29. p. 315—316.
S. auch W. H. St. Quintin, weiter unten unter Einbürgerung etc.
Abänderungen, Missbildungen: S. Bonjour bespricht
Varietäten einiger europäischen Vogelarten; Bull. Soc. Zool.
France 13. p. 193—199.
A. W. Butler, über Fälle von Albinismus; Journ. Cincinnati
Soc. N. H. 1888 p. 214—216.
K. W. V. Dalla Torre, über schwarzkehlige [Kinn Ref.] Ab-
weichung der Fringüla montijringiUa in Tirol; Mitth. Orn. Ver.
Wien 12. p. 106—107.
C. Dury, Die Albinos der ,,Cuvier Club Collection"; Journ.
Cincinnati Soc. N. H. 1888 p. 216, 217.
K. Eckstein beschreibt einige Drosselvarietäten der Eberswalder
Sammlung; Zool. Gart. 29. p. 30—31.
A. Girtanner berichtet über eine Farbenabweichung der
Tichodroma muraria; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 46.
Ch. van Kempen zählt eine Anzahl von Farbenvarietäten
europäischer Arten auf; Bull. Soc. Zool. France 13. p. 104 — 108.
F. V. K r a u s s beschreibt bräunlichgraue Abänderung des
Corvus corone; Jahresb. Ver. Vaterl. Naturk. Württ 44. p. 305.
J. H. Reed beschreibt einen Albino von Dendroica striata;
Auk 5. p. 432.
W. Robinson bespricht einige Albinos des United States
National Museum; Proc. U. St. N. Mus. 11. p. 413—416.
H. Schalow berichtet über eine semmelgelbe Abart von
Scolopojc rusticula; Journ. Ornith. 36. p. 102.
W. Stone beschreibt eine Ausartung der Scharlachtangare;
Aük 5. p. 322.
P. M. Thorne beschreibt eine Spielart von Xanthocephalus
xanihoce'phalus; Auk 5. p. 112.
St. V. Washington berichtet über Farbenabweichungen von
Lycos monedvla, Garrulus glandarms und Nucifraga caryocatactes
(rostfarbene Tropfenflecke am Schnabel und Vorderhals, vermuthlich
durch Genuss von Haselnüssen hervorgerufen); Mitth. Orn. Ver.
Wien 12. p. 47-48, 61-62.
in der Naturgescbichte der Vögel während des Jahres 1888. m
Abänderungen verschiedener Arten sind beschrieben in: Zoologist
(3.) 12. p. 68, 108, 185, 352.
Bastarde: A. Pichle r beschreibt einen Bastard von Anas
boschas domestica 3 u. Cairina moschata ?; Mitth. Orn. Ver. Wien 12.
p. 84—86.
E. Rüdiger, über Kanarien -Buchfink-Bastarde; Zool. Gart. 29.
p. 304—306.
A. Suchetet, Note sur les hybrides des anatides. Ronen 1888.
Derselbe, L'hybridite dans la nature; Revue quest. scient.
Juli 1888.
V. V. Tschusi-Schmidhoffen beschreibt einen Rakelhahn,
welchen Verf. für ein Kreuzungsprodukt von Tetrao tetrix S und
(T. tetriw S X T. vrogallns ?; $ hält; Ornis 4. p. 517—526. T. 2.
S. auch J. H. Gurney jun. oben S. 109.
V. Palaeontologie.
E. Schaff berichtet über die Arbeit 0. Winges ,, Vögel aus
den Knochenhöhlen in Brasilien" [vergl. Bericht 1887 S. 97]; Journ.
Ornith. 36. p. 5—8.
C. W. de Vis beschreibt neue fossile Arten aus dem Post-
Tertiär von Queensland: Nyroca rohusta, Anas elapsa, Dendrocygna
validipinnis , Porjjhyrio (?) repeiia, Gallinula strenutpes, Fulica
prior, Plotus parvus, Xenoi'hynchus nanus, Otts?, Dromaeus patricius;
Proc. Lin. Soc. N.-S.-Wales (2.) 3. p. 1277—1294 T. 33—36.
VI. Geographische Verbreitung, Wanderung, Paunistik.
Allgemeines.
A. Brauer, Die arktische Subregion. Ein Beitrag zur geogra-
phischen Verbreitung der Tiere; Zool. Jahrb. 3. p. 189—308 T. 7.
— Tritt auf Grund der Verbreitung der Säugetiere für die Sonderung
einer arktischen Zone ein.
F. M. Chapman berichtet über Beobachtungen des Nachtzuges
der Vögel vermittelst eines Telescops; Auk 5. p. 37 — 39.
C. L. Edward, über Winter-Rastplätze der Krähen; Zoologist
(3) 12. p. 292—297, 334—345 aus: Amer. Journ. Psychol. 1888
p. 436-459.
F. C. Keller, Der Zug der Vögel. Biologische Skizze; Jahrb.
naturh. Landesmus. von Kärnten 19. Hft. 36 Jahrg. p. 121 — 138.
A. Reichenow, Die Begrenzung zoogeograpbischer Regionen
vom ornithologischen Standpunkt; Zool. Jahrb. 3. p. 671 — 704. —
Auf Grund der in der Arbeit dargelegten Untersuchungen unter-
1]2 Ant. Reicbenow: Bericht über die Leistuugen
scheidet Verf. 6 Tierzonen: 1. Arktische Zone, umfassend die
Nordpolargebiete südwärts bis zur Grenze des Baumwuchses, mit
welcher ungefähr die Nordgrenze der Verbreitung der Gattung
Tetrao zusammenfällt. — 2. Westliche Zone, umfassend ganz
Amerika von der Nordgrenze des Baumwuchses bis zum Kap Hörn
und Falklandsinseln , nebst zugehörigen Inselgruppen. Zerfällt in:
a) Westlich -gemässigte Region, Nordamerika bis Nordmexico
(Wendekreis des Krebses), ganz Kalifornien eingeschlossen, Südspitze
von Florida aber, etwa vom 28. Breitengrade an, ausgeschlossen.
b) Südamerikanische Region, Mittel- und Südamerika, West-
indien, Südspitze von Florida, Falklands Inseln, Galapagos, Tristan
d'Acunha etc. — 3. Oestliche Zone, umfassend ganz Europa und
Asien von der Grenze des Baumwuchses südwärts, einschliesslich
Philippinen und Sundainseln ausser Celebes, Lombock, Sumbawa
und den östlich davon gelegenen kleinen Sundainseln, ferner um-
fassend Afrika nebst den westafrikanischen Inseln und St. Helena,
Kapverden, Azoren, im Norden auch Island, Zerfällt in: a) Oest-
lich - gemässigte Region. Europa von der Baumgrenze südwärts
nebst Island, Azoren, Kanaren, Kapverden, Nordafrika südwärts
bis an das Senegalgebiet, weiter östlich bis zum 15. Grad, Arabien mit
Ausnahme des südlichen Küstensaumes; Asien von der Grenze des
Baumwuchses südlich bis zu den Bergketten südlich des Yangt-
sekiang, dem Himalaja und den das Thal des Sind im Westen be-
grenzenden Gebirgszügen, ferner die Japanischen Inseln, b) Aethio-
pische Region. Afrika vom Senegal bez. dem 15. Breitengrad
(im Osten) südwärts, die Südküste von Arabien, Sokotra, Sansibar,
die westafrikanischen Inseln, St. Helena, c) Malayische Region.
Indien und Süd-China, Sundainseln ostwärts bis Borneo, Java,
Formosa, Philippinen, Chagos-Inseln. — 4. Südliche Zone, um-
fassend Australien nebst den papuasischen und polynesischen Inseln,
Neu-Seeland, Auckland- und Macquarie-Inseln, die östlichen ma-
layischen Inseln westlich bis einschliesslich Celebes und Lombock.
Zerfällt in: a) Australische Region. Australien, die papuasischen
un d polynesischen Inseln, b) Neuseeländische Region. Neu-
Seeland nebst Chatam-, Auckland-, Campbell-, Macquarie-Inseln,
Norfolk und Lord-Howe. — 5. Madagassische Zone, umfassend
Madagaskar, Maskarenen, Comoren und Seychellen. 6. Antarktische
Zone, umfassend die südpolaren Inseln: Süd-Georgien, Prinz Edwards-,
Croset-, Kerguelen, Macdonald-Inseln, St. Paul, N. Amsterdam etc.
R. B. Sharpe, Birds in Nature. With 39 col. pl. and other
illustr. by P. Robert. London, Low 1888. 4».
H. B. Tristram setzt seine Erörterungen über den polaren Ur-
sprung des Vogellebens, in Bezug auf die Verbreitung und
Wanderung betrachtet, fort [vergl Bericht 1887 S. 97] ; Ibis (5) 6.
p. 204—216.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 113
Oestluhe gemässigte Begion.
Europa: R. Blasius giebt eine Skizze des Wanderzuges der
Steppenhühner (Si/rrhaptes paradoxiis) durch Europa i. J. 1888;
Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 373—377. Mit Abbildung. —
s. auch. Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 86—87.
L. Holtz berichtet über die Einwanderung der Steppenhühner
in Europa im Jahre 1863 und 1888, über deren Lebensweise in
Freiheit und Gefangenschaft: „lieber das Steppenhuhn" (Greifswald,
Bamberg 1888).
E. Noll, über Auftreten von Syrrhaptes paradoxiis ausserhalb
Deutschlands; Zool. Garten 29. p. 233—237.
P. C. Reimers, 0. E. Eiffe und A. Senoner berichten über
Auftreten von Syrrhaptes poradoxiis in Europa; Zool. Gart. 29. p. 315.
A. B. Meyer u. F. Helm, über Syrrhapfes paradoxus, s. unten
S. 114.
W. B. Tegetmeier, Pallas's Sand Grouse (Syrrhaptes paradoxus),
its history, habits, food and migrations, with hints as to its Utility,
and a plea for its preservation. With a coloured plate and three
woodcuts. 8". 24 p. London: Horace Cox. 1888.
V. V. Tschusi zu Schmidhoffen, Die Verbreitung und der
Zug des Tannenhehers (Nucifraga caryocatacfes) mit besonderer
Berücksichtigung seines Auftretens im Herbst und Winter 1885 und
Bemerkungen über seine beiden Varietäten; Ver. Zool. Bot. Ges.
Wien 1888 p. 407—506. Mit Tafel.
B. Vi an, Monographie des Poussins des oiseaux d'Europe qui
naissent vetus de duvet; Mem. Soc. Zool. France 1. 1888 p. 52 — 115.
Deutschland: E. Baldamus zählt die in Coburg vorkommenden
Vogelarten auf nebst Angaben über Zug und Brutzeit; Erster
Bericht d. Thier- u. Pflanzenschutz- Ver. f. d. Herzogth. Coburg 1888
p. 58—69.
H. V. Basedow theilt Beobachtungen aus Thüringen mit; Mitth.
Orn. Ver. Wien 12. p. 65—66.
R. Blasius u. Gen. liefern den 11. Jahresbericht (1886) des
Ausschusses für Beobachtungsstationen der Vögel Deutschlands.
[Hervorzuheben ist, dass nach Matschie mehrere Chrysomitris
citrinella bei Andreasberg a. Harz gefangen wurden. Ardea imrpurea
ist in Bayern und Oldenburg beobachtet. Totanus glottis soll am
23. August am Lech geschossen worden sein. Dass Pyrrhula ruhicilla
Pall. in Hannover Standvogel sei, ist offenbar irrthümlich.]; Journ.
Ornith. 36. p. 313—571.
C. Bolle, über Haematopus ostrüegus und Aquila fidva in der
Mark Brandenburg; Journ. Ornith. 36. p. 113 u. 114.
H. Bünger berichtet über Auftreten von Nucifraga 7nacro-
rhyncha bei Berlin; Mntsch. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 453.
Derselbe, s. 0. v. Riesenthal.
Arcli. f. Natuvgescli. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 1. 8
114 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
L. B u X b a u m berichtet über den Zug der Kraniche bei
Raunheim a, M. im Frühjahr 1888; Mntsch. Schutze Vogelw. 13.
p. 152—154.
J. Cordeaux, über Erscheinen von Syrrhcq)tes paradoxus auf
Helgoland; Naturalist 1888 p. 197—198.
Derselbe liefert Notixen über die Vogelfauna von Helgoland;
Naturahst 1888 p. 1—12.
G. Clodius berichtet über Erscheinen von Loxia curvirostra
und Nvcifraga macrorhyncha in Mecklenhiirg. Herbst 1888; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 38 i— 382.
Derselbe berichtet über eine Sammlung mecklenburgischer
Vögel; Ärch. Ver. Mecklenb. 42. p. 107—118. — S. auch J. F. Soldat,
ebenda p. 184.
J. G. Fleig, über zahlreiches Erscheinen von Lo.via curvirostra
im Schwarzwald; ebenda p. 394.
R. Fresenius, über zahlreiches Erscheinen von Loxia curvirostra
im Harz; ebenda p. 286 — 287.
Ch. Grad, Notice sur la Canardipre de Guemar et les oiseaux
aquatiques d'Alsace; Bull. Soc. Hist. Nat. Colmar 1886/1888 p. 343
—356.
F. Helm, s. A. B. Meyer.
H. Hill er, über Auftreten des Tannenhehers bei Badersleben;
Prov. Sachsen; ebenda p. 383—384 u. 454.
A. V. Homeyer berichtet über zwei Brutplätze der Muscicapa
parva bei Greifswald; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 48—50.
K. Junghans, über zahlreiches Auftreten von Loxia curvirostra
bei Kassel; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 407 — 408.
K. K n a u t h e liefert eine Uebersicht der auf dem Zobten
(Sclilesien) vorkommenden Arten nebst Bemerkungen über Lebens-
weise. Auch Panurus hiarmicus als einmal beobachtet aufgeführt;
Journ. Ornith. 36. p. 9—38.
Kühne, über Brüten von Limosa melanura bei Anklam; Journ.
Ornith. 36. p. 103.
F. Kumpf, Notizen von Angermund, Rheinpreussen ; Mitth. Orn.
Wien 12 p. 107—108.
F. Lindner, Die zweite Einwanderung des Steppenhuhns in
Deutschland; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 172—178, 298—299.
J. A. Link führt 181 Arten als Bewohner der Hassberge (Franken)
auf; Ber. naturf Ges. Bamberg 14. p. 1 — 33.
Derselbe vermutet, dass Nuci/raga caryocatactes im Franken-
walde brüte; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 22-23.
F. Menzel, H. Schacht, F. Lindner, E. Zech u. Köpert
berichten über Erscheinen des Tannenhehers in Deutschland ; ebenda
p. 393—394.
A. B. Meyer u. F. Helm, HI. Jahresbericht (1887) der
ornithologischen Beobachtungsstationen im Königreich Sachsen. Nebst
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 115
einem Anhange über das Vorkommen des Steppenhuhns in Europa
im Jahre 1888. Berlin (Friedländer) 1888.
J. Michel berichtet über Colymhis septentrionalis, Cardicus und
Mergus merganaer im Iser- und Lausitzergebirge ; Mitth. Orn. Ver.
Wien 12. p. 169-170.
Derselbe, über Auftreten des Tannenhehers im Isergebirge
1888; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 171—172.
E. NoU berichtet über die Lummen-Kolonie auf Helgoland;
Zool. Gart. 29. p. 257—265.
H. Panzner theilt Beobachtungen aus Oberschlesien (1887)
mit; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 29—31, 52—54.
E. Pfannenschmid, über Wanderung des Steppenhuhns durch
Ostfriesland; Monatsschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 296 — 297.
J. Pietsch, über Si/rrhaptes paradoxKS in Deutschland; ebenda
p. 178-183.
Derselbe, über Erscheinen von Nncifraga macrorhyncha im
Herbst 1888 in Deutschland; ebenda p. 368-369, 384-385.
W. V. Reichenau führt 199 Arten aus der Umgegend von
Mainz auf; Ornis 4. p. 647—666.
Derselbe, Die Verschiebungen der Frühlingsperioden und die
Ankunft der Zugvögel am Mitteh'hein; Humboldt 7. p. 459 — 463,
A. Reichenow, über Auftreten der Steppenhühner in Deutsch-
land; Journ. Ornith. 36; p. 119—120, 307.
0. V. Riesenthal, Die Ornis des Berliner Thiergartens ; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 93-96. S. auch H. Bünger, ebenda
p. 315—319 u. E. Schaff, ebenda p. 468.
C. Sachse, Loxia curcirosfru im Westerw-ald; Mntschr. Ver.
Schutze Vogelw. 13. p. 455.
E. Schaff berichtet über den Wanderzug des Steppenhuhnes
im Jahre 1888; Zool. Gart. 29. p. 168 — 177. — Siehe auch
0. V. Riesenthal.
H. Schalow berichtet über Limosa melanura in der Mark
Brandenburg; Journ. Ornith. 36. p. 102.
Derselbe berichtet über Larus minutus, Bufeo tachardus,
Haematoptis ostrilegiis und Bernicla hrenta in der Mark Brandenburg;
ebenda p. 111 — 112.
W. Seemann führt die Vogelarten der Umgegend von Osnabrück
auf; Jahresb. naturw^ Ver. Osnabrück 1885 — 88 p. 77 — 117.
J. F. Soldat, s. G. Clodius.
H. Stoot berichtet über Auftreten von Loxia ci/rvirostra und
Nucifraga macrorhyncha bei Salzgitter; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw.
13. p. 370 u. 454.
C. Struck berichtet über Erscheinen von Syrrhaptes paradoxus
in Mecklenburg; Arch.Ver. Fr. Naturg. Mecklenburg 42. p. 175 — 184.
R. Tancre, über Auftreten von Syrrhaptes paradoxus bei
Anklam.; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 108—109.
\\Q Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
A. Walter, Sprosser und Nachtigal bei Reiersdorf (Pommern)
brütend; Mntschr. Ver. Schutze Vögeln. 13. p. 359.
P. Wessner giebt einige Notizen über die Vogelwelt der Um-
gegend von Jena; ebenda p. 45 — 49.
E. Ziemer, Si/rrhaptes paradoxes in Ponmiern; ebenda
p. 231—236.
Derselbe, über Totamis ochropns, Carpodacvs erythynnns und
Nudfracia macrorhyncha in Pommern; ebenda p. 20 — ^2.
Oesterreich- Ungarn: F. S. Bauer, über Falco lanarivs in
Mittel-Steiermark; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 62.
S. Brusina, Die croatisch-serbischen Vögel mit Berücksichtigung
des gesammten slavischen Südens. Vorbereitung für eine croatisch-
serbische Ornithologie. Belgrad 1888. [In kroatischer Sprache.]
Enthält einleitende Bemerkungen und eine Uebersicht der ein-
schlägigen Litteratur.
Derselbe berichtet über Syrrhaptes paradoxus, Fratercida arctica
und AJca torda in Kroatien; Soc. Hist. Nat. Croat. 3. Agram 1888.
V. Capek, Normal-Tage der Ankunft der ZugTÖgel in Oslawan
in Mähren; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 111.
St. Chernel von Chernelhaza berichtet über seltene Durch-
zügler und Wintevgäste in Ungarn; ebenda p. 8 — 9.
Derselbe berichtet über Erscheinen von Syrrhaptes paradoxus
in Ungarn 1888; ebenda p. 157—158.
K. V. Dalla-Torre, s. V. v. Tschusi.
R. Eder liefert einen Nachtrag zu seiner Uebersicht der bei
Friedland in Böhmen vorkommenden Arten; ebenda p. 68 — 69,
81 82, 115—116. Vergl. Ber. 1887 S. 100.
B. Hanf berichtet über das Vogelleben auf dem Furtteiche 1887;
Mitth. Naturw. Ver. Steiermark 1887 p. 101 — 116.
A. Hauptvogel theilt Beobachtungen von Aussig in Böhmen mit;
Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 110.
E. Hodek Sen., Aus Niederösterreich zwischen der Ybbs und
Donau; ebenda p. 82—84, 96—100.
E. Hodek jun. erhielt Cygnns 7ninor am 29. October 88 von
Wittingau; ebenda p. 177.
H. V. Kadich giebt einige Berichtigungen zu seinen Mittheilungen
über die Vögel der Herzegowina [vergl. Ber. 1887 S. 101]; ebenda
p. 18—19.
R. 0. Karls berger beobachtete Colymbus septentrionalis im
November auf der Donau bei Linz; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 5 — 6.
Derselbe liefert Notizen aus Oberösterreich; Mntschr. Ver.
Schutze Vogelw. 13. p. 74—76, 116—118.
Derselbe, Syrrhaptes paradoxus in Ober- Oesterreich; ebenda
p. 250.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 117
Derselbe, Vulgärnamen der Vögel Oberösterreichs; Mitth. Orn,
Ver. Wien 12. p. 27—28, 54, 66-67.
G. Kolombatovic theilt Beobachtungen aus Dalmatien mit;
ebenda p. 50.
L. V, Lorenz berichtet über Picus lilfordt in Bosnien; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 38. p. 19.
A. V. Mojsisovics, Zoogeographische Notizen über Süd-Ungarn
aus den Jahren 1886 — 88. Zugleich ein dritter Nachtrag zur Fauna
von Bellye und Darda; Mitth. Nat. Ver. Steiermark. Graz 1888. —
Das Verzeichniss der für die Umgebung des Drau-Eckes nachgewiesenen
Vögel zählt 243 Arten auf.
H. Panzner, Nucifraga caryocatactes im böhmischen Mittel-
gebirge; Mitth. Orn. Ver. Wien' 12. p. 140. S. auch W. Peiter,
ebenda p. 120—121.
0. Reiser liefert eine Liste der für Bosnien und die Herzegowina
nachgewiesenen Arten; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 35.
Derselbe theilt Beobachtungen über einige Vögel Bosniens mit,
besonders über Verbreitung und Lebensweise. Hervorzuheben sind:
Picus leuconotus lüfordi, Picus tridactylus alpinus, Pants horealis
alpestris, Parus lvqi(hr4s, Schoenicola intermedia; Journ. Ornith. 36.
p. 38—58.
Derselbe, über Anthi/s cen^invs bei Sarajevo; Mitth. Orn. Ver.
Wien 12. p. 116—117.
B. Schiavuzzi, Materiali per un' avifauna del Litorale austro-
ungarico; Boll. Soc. Adriatica Sc. Nat. (Trieste) 10. 1887. p. 154— -183.
W. Schi er. Die Verbreitung der mövenartigen Vögel in Böhmen;
Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 9—10.
Derselbe, Verbreitung der Dickschnäbler (Finkenvögel) in
Böhmen; ebenda p. 124 — 125.
R. Schlegel, Ornithologische Mitteilungen aus dem Ober-
Erzgebirge; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 323 326.
J. Talsky, Reiseerinnerungen aus Steiermark und Kärnthen;
Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 77—78, 100—106.
Derselbe, über Syrrhaptes paradoxus und Nucifraga in
Mähren 1888; ebenda p.'l70— 171.
V. V. Tschusi-Schmidhoffen berichtet über seltene Arten
in Salzburg 1887; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 10—11.
Derselbe berichtet über das Auftreten seltener Vogelarten in
Oesterreich- Ungarn; ebenda p. 63 — 64, 78—81.
Derselbe referirt über die ornithologische Litteratur Oesterreich-
Ungarns im Jahre 1887; ebenda p. 111 — 115.
Derselbe, über den Herbstzug des Tannenhehers 1888;
ebenda p. 142.
Derselbe, über zahlreiches Erscheinen von Loxia curvirostra
in Salzburg; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 368.
118 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistungen
V.v. Tschusi-Schmidli offen und K. v. Dalla-Torre, 4. Jahr.-
Bericht (1885) des Comitcs für ornithologische Beobachtungsstationen
in Oesterreich- Ungarn; Ornis 4. p. 1 - 272, 321 u. f
Dieselben, 5. Bericht 1886; ebenda Supplementheft. 346 p.
St. F. V. Washington berichtet über Vorkommen von Pelecanus
sharpei in Oesterreich-Ungarn; Ann. naturh. Hofmus. Wien 3. p. 63
—72 u. sep. Holder, Wien 1888.
J. Zelisko, Verzeichnis der bisher in österr. Schlesien be-
obachteten Vögel. Ein Beitrag zur Kenntnis der heimatlichen
Vogelfauna. Teschen, Feitzinger 1888. 8*^. 13 p.
Schweiz: A. Girtanner behandelt in einer eingehenden
Monographie die verschiedenen Entwicklungsstadien, Lebensweise
und Verbreitung des Bartgeiers. In der Schweiz scheint der Vogel
nunmehr, (1887) ausgestorben zu sein; Der Weidmann 19. No. 33,
35 u. 36.
V. V. Tschusi, PhyUopneuste honeUii in der Schweiz; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 306.
Russland: V. Bianchi liefert Notizen über Vorkommen, Brut-
zeit, Lebensweise der von ihm im Sommer 1884 bei Uschaki, Gouv.
Nowgorod beobachteten Vögel; Beitr. Kenntn. Russ. Reiches (3.) 4.
p. 189—275.
C. Greve theilt einige Beobachtungen über die Vogelwelt der
Umgegend Moskaus mit; Zool. Gart. 29. p. 343 — 344.
E. V. Middendorff, 2. Ornithologischer Jahresbericht (1886)
aus den Russischen Ostsee-Provinzen; Ornis 4. p. 273 — 367.
G. Sund mann, Finska Fogelägg. Helsingfors. — Heft 8 u. 9
erschienen.
L. Taczanowski liefert eine Uebersicht der während eines
Zeitraumes von 50 Jahren in Polen beobachteten Vogelarten (303);
ebenda p. 441—516.
A. V. Wulf, Angabe, wann in Schloss Leunewaden (Livland)
die Zugvögel im Frühjahr 1887 zuerst gesehen wurden; Corre-
spondbl. Natur. Ver. Riga 30. p. 56—57.
N. Zarudnoi liefert Notizen über die Vogelfauna des Oren-
burger Districts. Hypolais icterina mollessoni n. subsp. ; Bull. Soc. Imp.
Nat. Moscou 1888 p. 658 — 681. [In russischer Sprache.]
Dänemark: J. Collin, Bidrag tili Kundskaben om Danmarks
Fuglefauna. Kjobenhavn. 1888. 8« 120 p.
0. Winge liefert den 4. Jahresbericht der Ornithologischen
Beobachtungsstationen in Dänemark (1886); Ornis 4. p. 369-444
Mit einer Uebersichtskarte der Beobachtungsstationen.
Scandinavien : G. 0. Börjesson, Sällskapet Smäfogiarnas
Vänner. Göteborg 1888.
L. Stejneger beschreibt Parus colleti n. sp. von West-Norwegen;
Proc. U. St. N. M. 11. p. 71—76.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 119
Derselbe weist darauf hin, dass die skandinavische Haubenmeise
(F. cristatus h.) von der mitteleuropäischen (P. mitratus BrehmJ sich
subspecifisch unterscheide: ebenda p. 113 — 114.
C. R. Sundström, Mittheilungen des Ornithologischen Komitees
der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften. 1.; Bih.
Sv. Akad. Handl. 13. No. 3. [Liste der schwedischen Vögel mit
deutschen und wissenschafthchen Namen].
Eugland: 0. V. Aplin, Notizen von Norfolk; Zoologist (3.) 12.
p. 131—135.
J. Backhouse giebt einige Beiträge zur Vogelfauna von Upper
Teesdale; Naturalist 1888 p. 79—80.
W. E. Beckwith, Notes on Shropshire Birds; Trans. Shropshire
Sog. 11. p. 223—238, 387—402.
C. Brazenor berichtet über Nisten von Linota cannahina im
October in Brighton (England); Zoologist (3.) 12. p. 105.
T. E. Buckley s. Harvie-Brown.
H. G. Bull, Notes on the Birds of Herefordshire : constributed
by Members of the Woolhope Club. 8° 274 p. London: Hamilton,
Adams & Co Hereford : Jakem.an & Carver.
J. W. P. Campbell-Orde berichtet über ISyrrliaptes paradoxus
auf den äusseren Hebriden; Ibis (5.) 6. p. 492—493.
J. Cordeaux liefert Notizen zur Vogelfauna von North Lincoln-
shire; Zoologist (3.) 12. p. 59—63, 242—247.
C. Dixon, Our Rarer Birds: being Studies in Ornithology and
Oology. London 1888. 8» 373 p.
H. M. Drummond-Hay berichtet über eine am 28. Dec. 1887 in
Schottland erlegte Saaicola deseHi; Proc. Z. S. London p. 140 u. Ibis
(5.) 6. p. 283—285.
Derselbe, Additional Notes on the Report of the Ornithology of
the East of Scotland. from Fife to Aberdeen inclusive (1885);
Scot. Nat. 1888 p. 345 350.
Derselbe, Notes on some Rare Perthshire Birds lately placed in
the Museum; Trans. Perthsh. Soc. 1. p. 1 — 15.
E. Ellison berichtet über den Herbstzug der Vögel in Irland;
Zoologist (3.) 12. p. 16—19.
H. W. Feilden berichtet über Erlegen von Sterna caspia auf
den Faeroer-Inseln ; ebenda p. 108.
T. E. Gunn, Ornithologische Notizen aus Norfolk und Suffolk;
ebenda p. 281—289.
J. H. Gurney jun. theilt Beobachtungen aus Norfolk mit;
ebenda p. 81 -S6.
Derselbe giebt Notizen von St. Leonards; ebenda p. 332 — 333.
J. A. Harvie-Brown, and T. E. Buckley, A Vertebrate
Fauna of the outer Hebrides. Edinburgh 1888. 8«. 279 p. 6 pl.,
6 maps, 4 cuts.
]^20 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
J, A. Harvie-Brown, J. Cordeaiix, R. M. Barrington,
A. G. More u. W. Eagle Clarke, Ninth Report on the Migration
of Birds in the Spring and Autumn. Edinburgh 1888.
L. H. Irby, British Birds: Key List. London, Porter 1888.
Eine Aufzählung der britischen Vögel mit kurzen Characteren 58 p.
Lilford, Coloured. Figures of the Birds of the British Islands.
London. Th. 6 bis 9 erschienen.
Derselbe liefert Notizen von Northhamptonshire; Zoologist (3.)
12. p. 456-466 u. Journ. Northh. Sc. 5. p. 41—53.
J. E. Littleboy liefert Notizen von Hertfordshire , gesammelt
1887; Trans. Hertf. Soc. 1888 p. 76—88.
H. A. Macpherson, Report on Pallas' Sand Grouse in the
North-West of England; Trans. Cumberl. and Westmorel. Assoc. Adv.
Lit. and Sc. No. 13 1888 p. 59—75.
Derselbe berichtet über ein am 11. Nov. 1887 in Cumberland
erlegtes Stück der Saxicola isabeUina; Ibis (5) 6. p. 149 — 150.
Derselbe liefert Notizen zur Avifauna von Cumberland; Zoologist
(3.) 12. p. 328—331.
A. H. und H. A. Macpherson besprechen die Vogelwelt der
Insel Eigg; ebenda p. 412 — 419.
J. C. Mansel-Pleydell, The Birds of Dorsetshire, a Contribution
to the Natural History of the County. London and Dorchester
1888. 8».
M. A. Mathew, Zusätze zu C. Smith's Liste der Vögel von
Somersetshire ; Zoologist (3.) 12. p. 219 — 221.
F. S. Mitchell berichtet über Vanellus gregarivs in Lancashire;
ebenda p. 389.
T. H. Nelson liefert Notizen von Redcar; ebenda p. 135 — 138.
A. Newton berichtet über ein Exemplar von Procellaria
hulweri, welches in Yorkshire am 8. Mai 1837 bei Tanfield tot
gefunden wurde; ebenda p. 230 — 231.
F. H. Parrott berichtet über Nisten von Staren im November
in Aylesbury (England); ebenda p. 33.
H. Peek, A Collection of British Birds at Rousdon. London
1888. 40. 27 p. 6 T.
E. C. Phillips schildert einen Besuch des Vogelberges
(Kormoran-Kolonie) bei Towyn, North Wales (England); Zoologist
(3.) 12. p. 380-382.
H. Raeburn, The Summer Birds of Shetland, with Notes on
their distribution, Nesting and Numbers; Proc. Phys. Soc. Edinb. 1887
—88 p. 542—562.
H. Saunders, An Illustrated Manual of British Birds. London.
8^ — Th. 1—9 erschienen.
Derselbe berichtet über eine im December 1879 in England
erlegte Querquedula carolinensis; Proc. Z. S. London p. 469.
H. Seebohm berichtet über ein vor 25 Jahren in England er-
legtes Stück des Vanellus gregarius; ebenda p. 416.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 121
C. Smith liefert Nachträge zu seiner Liste der Vögel von
Somersetshire ; Zoologist (3.) 12. p. 174 — 176.
J. Swinburne, An Ornithological Visit to the Ascrib Islands,
Loch Snizort, Skye; Proc. Phys. Soc. Edinb. 1887—88 p. 402—407.
R. Warren theilt Notizen aus Mayo und Sligo mit; Zoologist
(3.) 12. p. 289—292.
Notizen über lokales Vorkommen verschiedener Vogelarten in
England finden sich in: Zoologist (3.) 12. p. 27, 31—33, 66 — 68,
105-108, 143—148, 185—189, 225 235, 267 270, 302—310,
348—352, 390—394, 425—432.
Ueber das Erscheinen von Syrrhaptes paradoxus in England
siehe: Zoologist (3.) 12. p. 233—235, 261—267, 298-301. 347—348,
388 (Nisten), 419 - 423, 425, 442-456, 468—469.
Niederlande: H. Albarda, Ornithologie van Nederland.
Waarnemingen in 1886; Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. (2.) 2. p. 10 — 17.
H. Koller, Naamlist van in Nederland in den vrijen natuur-
staat waargenomen Vogels; Bijdr. t. d. Dierkunde. Feest-numm.
Amsterdam 1888.
H. V. Rosenberg, Das Sandhuhn in Holland; Mitth. Orn. Ver.
Wien 1888 p. 150.
Belgien: A. Dubois, Compte rendu des observations ornitho-
logiques faites en Belgique pendant l'annee 1886; Bull. Mus. Roy.
d'hist. nat. Belgique 5. p. 99—158.
Frankreich: L. Bureau, über Wanderung der Steppenhühner
durch das westliche Frankreich; Mem. Soc. Zool. France L 1888
p. 245-252.
L. Ducloy, Syn-haptes paradod'ifx in Frankreich; Bull. Soc.
Acclim. France 1888 p. 665.
Ch. van Kempen berichtet über Erscheinen des Syn-haptes
paradoxus im Norden Frankreichs; Bull. Soc. Zool. France 13.
p. 145—146.
L. Magaud d'Aubusson, über BomhycäJa garrula im Dep.
de la Somme; Bull. Soc. AccUm. France (4.) 5. p. 945 — 949.
Derselbe bespricht die in Frankreich vorkommenden See-
schwalben; Naturaliste 10. p. 224 — 226.
L. Olphe-Galliard, Contributions ä la Faune Ornithologique
de l'Europe Occidentale. Bordeaux. Berlin. — Erschienen Th. 23
Temiirostres, 24 Scansores, 25 SyndactyH, 3 u. 4 Fidifful/nae, Anatinae.
J. Vi an, über Si/rrhaptes paradoxus in Frankreich; Bull. Soc.
Zool. France 13. p. 154—156.
Italien: A. de Carlini liefert Notizen über die Vögel des
Ober Engadin von Trent bis Brescia; Atti Soc. Italiana Sc. nat.
Milano 31. p. 35—80.
P. Döderlein, über eine Sida hassana bei Palermo; Natur.
Sicil. Ann. 2 No. 6 p. 138—140.
122 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, über Tnrdvs forquahis in Sicilien; ebenda No. 10.
p. 217—220.
Siehe auch A. Carruccio oben S. 102.
M. Faustino berichtet über Uriatroüa in Italien; Spallanzani,
Rivista Sc. med. e natur. Fase. 7 — 8, anno 15 Ser. 2 1886.
E. H. Giglioli u. A. Manzella, Iconografia dell' Avifaima
Italica, ovvero tavole illustrati le specie di uccelli che trovansi in
Italia con brevi descrizioni e note. Toscana 1888. Th. 38 — 43.
C- Lepori erwähnt Perms apivorus für Sardinien; Atti See.
Med. Mem. (3.) 7. p. 73—80.
A. Manzella s. E. H. Giglioli.
F. Minä-Palumbo, über Turdus torqiiatus in Sicilien; Naturl.
Sicil. Ann. 2. No. 8 p. \lh—\ll.
A. P. Ninni, Sul passaggio straordinario della Querquedida
circia avvenuto in Marzo 1886 nell' Estuario Veneto; Soc. Ital. Sc.
Nat. Vol. 30 Fase. 1. 12. p. 97—98.
L. Picaglia, Elenco degli Uccelli del Modenese: Atti Soc. Nat.
Med. (3.) 7. p. 145—211.
Derselbe berichtet v^ier Syrrhajites paradoxvs mlioXien] ebenda
p. 119—121.
T. Salvadori über das Auftreten von Syrrhaptes paradoxus in
Italien 1888; Boll. Mus. Zool. Anat. Torino Vol. 3 No. 47 u. 52.
Derselbe berichtet über eine am 15. Nov. 1887 in Italien er-
legte Aegialitis asiatica (Pall.); Atti R. Acc. Sc. Torino 23. p. 44.
A. Senoner, Somateria spedahüis am 2. August bei Venedig
erlegt, Zool. Gart. 29. p. 345.
G. Whitaker, Sulla migrazione degli Uccelli specialmente in
Sicilia; Natural. Sicil. Ann. 1. No. 6. 121-127.
Pyrenäisclie Halbinsel: J. ArevaloyBaca, Aves de Espana;
Memorias de la real acad. cienc. exact., fisic. y nat. Madrid Tom. 11.
1887. — Zählt 315 Arten für Spanien auf
A. Chapman theilt die während eines Winters in Spanien
gesammelten Beobachtungen mit: Ibis (5) 6. p. 444 — 461.
Lilford berichtet über Aqiiila rapax in Süd-Spanien; Proc. Z.
S. London p. 248.
Siehe auch H. R. Rabbets unter Westl. gemäss. Region.
Kanaren u. Azoren: S. G. Reid liefert den Schluss seines
Artikels über das Vogelleben Teneriffas; Ibis (5) 6. p. 73—83
[vergl. Ber. 1887 S. 108].
H. Simroth führt 92 Arten für die Azoren an, auf Grund der
im Museum zu Ponta Delgada, S. Miguel, vorhandenen Stücke;
Archiv, f. Naturg. 1888 p. 179—201.
Mittelmeer- Inseln: F. H. Guillemard theilt die Beobachtungen
mit, welche er während eines Aufenthaltes auf Cypern 1887 gesammelt;
Ibis (5) 6. p. 94—124.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 123
Nord- Afi'ika : L. Bureau bericlitet über den Zug der Wander-
vögel durch Algier; Compt. Rend. Ass. Franc. Sc. 1888 p. 195.
A, Kaiser giebt Notizen über die Vogelwelt Aegyptens; Mntscbr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. '273—276.
Derselbe giebt einige Notizen über die Vögel der aegyptischen
Wüstengegenden; ebenda p. 411- — 418.
A. Koenig liefert eine Avifauna von Tunis. 200 Arten sind
in Bezug auf Verbreitung und Lebensweise besprochen ; bei einzelnen
Beschreibung und Masse. Neu beschrieben: Alaemon margaritac.
Die in dem Katalog von Loche für Algier aufgeführten Arten sind
zum Vergleiche nebenher angegeben. Eine Characteristik des Landes
und seiner Vogelfauna im allgemeinen ist dem speciellen Theile
vorausgeschickt; Journ. Ornith. 36, p. 121 — 298.
Sibirien: F. Dörries bespricht 133 Arten von Ostsibirien,
besonders Beobachtungen über Lebensweise (Mitth. von Th. Noack);
Journ. Ornith. 36. p. 58—97.
Südwest- Asien : H. E. Dresser bespricht Lanms raddei n. sp.
von Transcaspien ; Proc. Z. S. London p. 291.
l'h. Lorenz beschreibt Phcmauvs i^ersiais talischensis u. colchicus
septentrionalis aus dem Gebiet des Kaspischen Meeres; Journ. Ornith.
36. p. 571—572.
M. A. Menzbier, Ornithologie du Turkestan et des pays
adjacents. Lief 1. Moscou 1888. — Enthält die Vultundae, Gypaäidae
u. Falconidae. Abgebildet: Astur cenchroides, Ilierofalco hendersoni,
Falco hahylonicus, Cymiistes ßacipedus.
T h. P 1 e s k e führt nach den Sammlungen V. R u s s o w ' s
419 Arten für Turkestan auf, mit kritischen Bemerkungen über
einzelne Arten; Mem. Acad. Sc. St. Petersbourg. 7. Ser. Tome 36.
No. 3 1888.
Mandschurisclies Gebiet: H. Seebohm berichtet über eine
neue Sammlung von den Lutschu-Inseln (vergl. Bericht 1887 S. 109);
Ibis (5) 6. p. 232—236.
L. Stejneger giebt an, dass der in Japan heimische Nussheher
der N. caryocatades macrorhyncha sei und hält letztere für die
östliche Form; Proc. U. St. Nat. Mus. 11. p. 425—432. [Vergl. auch
H. Seebohm unter Nucifraga im System. Theil.]
Derselbe hes])richt Troglodyfes fumigafvs Tem. von Japan und
7\ fumigattis kurüensis n. subsp. von den Kurilen; Proc. V. St. N.
Mus. 11. p. 547—548.
L. Taczanowski beschreibt E^nhenza jankoicskii n. sp. von
Sidemi, Grenze von Corea und der Chines. Mantschurei; Ibis (5.) 6.
p. 317-319.
Derselbe liefert einen Nachtrag zu seinem Bericht über die
Sammlungen J. Kalinowski's von Korea [vergl. Bericht 1887
S. 109]. Neu beschrieben: Ilaliaetvs hranickii; Proc. Z. S. London
p. 450—469.
124 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Mongolisches Oebiet: Th. Pleske beschreibt Pliasiajius
tarimensis Przw. n. sp. von Central- Asien; Proc. Z. S. London p. 415.
[vergl. Journ. Ornith. 1886 S. 528].
Aethiopische Region.
G. E. Shelley liefert eine Uebersicht der afrikanischen Buce-
rotiden. Vergl. imter Systematik, Bucerotidae.
Nordost- Afrika: E. H. Giglioli beschreibt Vogelsammlungen
von Assab und Schoa, NO.-Afrika, neu: Poliospiza isabellina u.
Bradyornis traversi [vergl. daselbst]; Ann. Mus. Civ. Genova (2.) 6.
(26.) p. 27—65.
T. Salvadori beschreibt eine von V. Ragazzi in Schoa zu-
sammen gebrachte Sammlung, 276 Arten, darunter neu: Cypselus
shelleyi u. myoptilus, Ehocerthia ragazzi, Chalcomitra scioana, Cisfi-
cola cinereola, Fringillaria poliopleura, Sermus ßavigula u. retche-
nowi, Estrelda nigrimentum , Urohrachia traversi; Ann. Mus. Civ.
Genova (2) 6. p. 185—326.
Derselbe führt 11 weitere Arten für Schoa auf, Asimntev Franc olinus
spilogaster und castaneicoUis nn. spsp.; ebenda 26. p. 525 — 544.
G. E. Shelley berichtet über eine Vogelsammlung Emin
Paschas von Aequatorial-Afrika, 179 Arten, darunter neu: Spermo-
spiza rußcapilla , Floceus castanops, Indicator emini; Proc. Z. S.
London p. 17 — 50.
Ost-Afrika: G. E. Shelley berichtet über eine Vogelsammlung
F. J. Jackson's aus der Kilimandjaro-Gegend und von Lamu, 31
und 99 Arten , darunter Floceus jacksoni n. sp. ; Ibis (5) 6.
p. 287—307. [s. auch vorher unter Nordost- Afrika].
H. B. Tristram giebt einige Notizen über Vögel von Newala
nördlich des Rovuma-Flusses (Ost- Afrika); ebenda p. 265 — 266.
Süd- Afrika E. W. Clifton führt die von ihm in Keiskama
Hoek, bei King Wilham's Town, Kapland, beobachteten Arten (73)
auf; Ornis 4. p. 147 — 154.
West- Afrika: J. Büttikofer liefert eine Uebersicht der von
ihm und F.X. Stampfli 1886 - 1887 in Liberia gesammelten 151 Arten.
Die Gesammtzahl cler bis jezt von Liberia bekannten Arten beträgt
231; Notes Leyden Mus. 10. p. 59 -106, T. 5 (Karte).
Derselbe bespricht eine von J. v. d. Kellen am Kongo und in
Südwest -Afrika (oberer Kunene, Kubango-, und Umbellafluss) zu-
sammen gebrachte Sammlung. Als neu wird beschrieben: Neocichla
kelleni und Flocepasser riifoscapidatus; ebenda p. 209.
R. B. Sharpe beschreibt Accipiter hüttikoferi n. sp. von Liberia;
ebenda p. 199-200.
J. A. de Sousa bespricht 49 von Anchieta in Angola ge-
sammelte Arten; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa No. 48, 1888
p. 216—228.
iu der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 125
Derselbe beschreibt Monticola angolensis von Angola; ebenda
p. 233—235.
Westafrikanisclie Inselu: B.- du Bocage beschreibt Phaeo-
spiza thomensis n. g. et sp. von St. Thome und zählt 10 weitere Arten
von der Insel auf; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa No. 47 1888
p. 148—150.
Derselbe bespricht 12 Arten von St. Thome; ebenda No. 48
p. 211—215.
Derselbe beschreibt Scops scapulatus, Ämhlyospiza concolor und
Columba arquatrix var. thomensis von St. Thome; ebenda No. 48
1888 p. 231—232.
J. A. de Sousa führt 24 auf der Insel St. Thome vorkommende
Arten auf, welche im Lissaboner Museum sich befinden, und erwähnt
fernere auf der Insel seither beobachtete Species. Neu ist be-
schrieben: Estrelda thomensis; ebenda No. 47 1888 p. 151 — 159.
Madagassische Region.
A. Milne Edwards et E, Oustalet, fitudes sur les mammi-
feres et les oiseaux des lies Comores; Nouv. Arch. Mus. (2.) 10.
1887—88 p. 226 297. — 79 Arten sind aufgezählt. Ein Schluss-
wort behandelt die Verteilung der Arten auf die einzelnen Inseln,
welche auch tabellarisch dargestellt ist. Nur Merops madagascariensis
bewohnt sämmtliche Inseln des Archipels. Es sei darauf aufmerksam
gemacht, dass die von den Verfassern als Cinnyris notata aufgeführte
Nectarinie vom Referenten als C. mohii artlich gesondert ist. S.
vorj. Bericht S. 137. — Abgebildet sind: Cinnyris humhloti T. 4,
Zoster ops kirki u. mouroniensis T. 5, Hypsipetes parvirostris u.
Turdus comorensis T. 6, GratccaJus suljhureus u. cucullatvs T. 7,
Terpsiphone comorensis u. Hnmdlotia ßavirostris T. 8, Plocens (Foudia)
consohrina T. 9.
E. Newton giebt eine Liste der Vögel der Maskarenen und
Seychellen; Trans. Norfolk Norwich Nat. Soc. 4. p. 548—554.
Malayische Region.
Yorder-Indien: E. F. Becher liefert Notizen über die Vogel-
fauna Indiens; Journ. Bomb. N. H. Soc. 3. p. 114—117, 134-137.
S. Bligh berichtet über Hirundo rustica und MotaciUa meJa-
nope auf Ceylon; Ibis (5) 6. p. 316-317.
V^. Cordeaux liefert Notizen über die Vögel von Caschmir
und dem Dras-District ; ebenda p. 218 — 226.
W. Davison berichtet über einige Arten in Travancore: ebenda
p. 146—147.
J. A. Murray, The Avifauna of British India and its depen-
dencies. Systematic account with descriptions of all the known
species of Birds inbabiting British India, their habits, nidification
etc. (in 2 vols.) Vol. 1 (3 pt.), IL P. 1, Bombay 1887, 1888. Roy. 8«.
126 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen
Hinter -Indien: A. 0. Hume, The Birds of Manipur, Assara,
Sylhet and Cachar; Stray Feath. 11. p, 1 — 353.
E. W. Oates führt 34 Arten von Bhamo, Ober-Birma, auf,
darunter Acndofheres alhocindus, welcher abgebildet wird; Ibis (5)
6. p. 70-73 T. 1.
Sunda- Inseln: W. Blasius bespricht die Vogelfauna von
Palawan nach den Ergebnissen der von Herrn und Frau Dr. Platen
bei Puerto -Princesa im Sommer 1887 ausgeführten Forschungen.
138 Arten sind für die Insel nachgewiesen. Neu Cm-popliaga aenea
var. palawanensis u. Turnix liaytialdi; Ornis 4, p. 301 — 320, s. auch
Ibis (5.) 6. p. 372 — 375 und ferner unter Philippinen.
A. Everett liefert einige Notizen über den faunistischen
Charakter der Mantanani-Inseln, welcher sich an denjenigen von
Palawan anschliesst; Ibis (5) 6. p. 282 -283.
W. R. Ogilvie Grant beschreibt Carpophaga everetti n, sp.
und Treron nasica Schi, von Nordwest-Borneo; Ann. Mag. N. H. (6.)
2. p. 351 352.
Platen, s. W. Blasius.
R. B. Sharp e beschreibt eine Sammlung. L, Wray's von Perak
(Malacca), darunter neu: Ferkrocotus crocevs u. ivrayi, Mvscicapula
westermanni , Cryptolopha damsoni, Gampsorhynchus saturatior,
Melanocichla peninsularis, Siva sordidior, Cutia cerviniscrissa u.
Chrysophlegma wrayi; Proc. Z. S. London p. 268 — 281.
Derselbe beschreibt neue Arten vom Kina-Balu, Nord-Borneo
(Sammlung von J. Whitehead): Ctssa jeß'eryt, Rhinomyius gularis,
Merida seebohm Cettia oreop/nia, Oreoctistes leucops, Allocotops
calvus, Bracliypteryx erytlirogyna, AndrojAzlus accentor, Corytho-
cichla ci^assa, Chlorocharis emiliae, Megalaema pulcherrima, Harpactes
whiteheadi; Ibis (5) 6. p. 383—396.
Derselbe beschreibt folgende, von J. Whitehead auf dem
Kina-Balu gesammelte neue Arten: Scops luciae, Geocichla aurata,
Orthnociclda ichiteheadi, Phyllergates cinereicolUs, Garrulax schisto-
chJamys, Turdinulvs exsul, Z oster ops clara, Dendrophila corallipes;
Ibis (5) 6. p. 478—479.
Derselbe bespricht eine von J. Whitehead auf Palawan
zusammengebrachte Sammlung von 129 Arten, darunter neu: Prio-
nituriis cyaneiceps, Baza leucopias, Syrnium ivkiteheadi, Scops fuli-
ginosa, Hyloterpe ivliiteheadi, ISiphia erithacus, Jole striaticeps, Prio-
nochilus johannae, [vergl. W. Blasius, vorher]; Ibis (5) 6.
p. 193—204.
J. B. Steere weist nach, dass Palawan in faunistischer Be-
ziehung Borneo näher steht als den Philippinen; Amer. Nat. 22.
p. 142—145. — Trotzdem nimmt Prof. Steere (Nature 1888, p. 37
bis 38) an, dass der Grundcharacter der Fauna deijenige der
PhiHppinen sei. Verf. teilt die Philippinen -Provinz in 6 Unter-
provinzen, deren westlichste die Inseln Balabac, Palawan und viel-
leicht Calamianes umfasst.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 127
J. Whitebead, s. R. B. Sharpe.
L. Wray, s. R. B. Sharpe.
Vergl. ferner J. List er unter Neu-Guinea.
PMlippineii: W. Blasius beschreibt neue Arten von Gross-
Sangir und Palawan: Ninox mao-optera, Ouilcophaps indica var.
sanghirensis , Zosterops tiehrkorni , Criniger platenae^ Prionochilu^s
plateni^ Prioniturus pJatenae, Syi'nium wiepkeni, Siphia ramsayi,
Siphia platenae, Hyloterpe plcäeni, Braunschw. Anzeigen 1888 No. 9
11. Jan., No. 37, 12. Febr. und No. 52, 1. März.
Derselbe führt 71 Arten von Gross -Sangir auf; Synonymie
und kritische Bemerkungen über die einzelnen Species sowie eine
Uebersicht über die bisherige ornithologische Durchforschung der
Sangir-Inseln nebst einem Anhang: Vögel von Siao. Neu: Eudy-
namis mindanensis var. sanghirensis; Ornis 4. p. 527-646 T. 3 u. 4.
S. auch oben W. Blasius unter Sunda-Inseln.
J. H. Gurney erhielt Polioaetus ichthyaetus fHorsf.) von den
Philippinen; Ibis (5) 6. p. 145.
S. ferner: Everett und S teere unter Sunda-Inseln.
Neu Guinea, Molucken: J. Cabanis beschreibt Pamdisea
guilieJmi n. sp. u. P. augustae-victoriae n. sp. von Kaiser Wilhelms-
land (Neu Guinea); Journ. Ornith. 36. p. 119.
J. Lister schildert die Christmas-Insel im Indischen Ocean und
deren Vogelleben. 7 Landvogelarten bewohnen die Insel, alle sind
derselben eigenthümlich : Merula erythropleura Sharpe, Zosterops
natalis n. sp., Collocalia natalis n. sp., Carpophaga ivhartoni Sharpe,
Chalcophaps natalis n. sp. , ürospizias natalis n. sp. , Ninox ?iatalis
n. sp., der Character der Vogelfauna ist austro-malayisch ; Proc. Z.
S. London p. 512 -531.
W. R. Ogilvie-Grant bespricht eine zweite von C. M. Woodford
auf den Salomons- Inseln zusammengebrachte Sammlung, GQ Arten,
darunter 11 neue: Nasiterna aolae, Myzomela sharpei, Phlogoenas
solomonensis, Ärdeiralla looodfordi, Nycticorax mandibularis, die
übrigen von R. B. Sharpe (s. d.) beschrieben; Proc. Z. S. London
p. 185-204.
R. B. Sharpe beschreibt Astur holomelas, shebae u. ivood/o?'di,
Ninox granti, Grauealus holopolius, Edoliisoma erythropygium,
Pomarea erythrosticta von Guadalcanar (Salomon-Inseln) ; Proc. Z.
S. London p. 182-185.
C. M. Woodford, s. Ogilvie-Grant und Sharpe.
Australien: K. Broadbent, Birds of the Central Part of
Queensland; Proc. Soc. Queensl. 5. p. 14 — 31.
A. J. C hampbell berichtet über eine Expedition nach King
Island; Vict. Natur. 5 p. 129—164.
Derselbe giebt Bemerkungen zu E. P. Ramsay's Liste austra-
lischer Vögel; ebenda p. 78 — 85. — s. auch unter „Nisten u. Eier".
128 An t. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Th. Carter giebt einige Notizen über das Vogelleben in
West- Australien; Zoologist (3.) 12. p. 28—30, 191—194.
C. Frensh, Notes on the Zoology of Lake Albacutya District;
Victor. Nat. 5. p. 35-42.
J. Gould, Birds of New Guinea. London. — Th. 24 u. 25
erschienen. Enthaltend: Lophorina minor, Podargus ocellatus, Tany-
siptera microrhyncka, Charmosyna stellae, Lorius flavo-palliatus,
Microdyyiamis -parva, Lycocorax obiensis, Ephthianura crocea, Dona-
cicola hvnsteini, Melidectes emilii, Geocichla schistacea, Gymnocrex
plumheiventris, Aeluroedus mela?iocephalus ; Harpyopsis novae guineae,
Baza gurneyi, Lorius tibialis, Nesocentor müo, Rectes aruensis,
Janthoenas alhigularis, Carpophaga subßavescens u. va?i-wyckn, Piezo-
rhynchus axillaris u. medius.
A. J. North führt die bei Cumberland, N. S. -Wales, vorkom-
menden Vogelarten auf; Proc. L. S. NS. Wales (2.) 3. p. 1773-1780.
E. P. Ramsay, Tabular List of all the AustraHan Birds at
present known to the author, showing the distribution of the species
over the continent of Australia and adjacent islands. Sydney 1888.
— Zählt 761 Arten auf. Neu beschrieben: Philenion occidentalis,
Pachycephala occidentalis, Platycercus pennanti var. nigrescens, Ninox
alharia, Oedicnemus longipes. Am Schlüsse eine Liste der Vögel von
Lord Howe und Norfolk.
Derselbe beschreibt Philemon occidentalis von Nordwest-
Australien; Proc. Lin. Soc. N. S. Wales (2.) 2. p. 676.
Polynesien: E. L. Layard liefert einige Notizen von Neu-
Caledonien; Ibis (5) 6. p. 491-492.
E. P. Ramsay beschreibt Piezorhytichus sericeus n. sp. von den
Neu-Hebriden; Proc. L. S. N. S. Wales (2.) 3. p. 1293-1294.
L. Stejneger liefert einen ferneren Beitrag zur Vogelfauna
von Hawai [vergl. Ber. 1887 S. 115J. Neu: Puffinus kmidseni; Proc.
U. St. N. M. 11. p. 93—103.
S. B. Wilson beschreibt Chloridops kona n. sp. von Hawai;
Proc. Z. S. London p. 218.
Keuseeländische Begion.
W. L. Bull er, A History of the Birds of New Zealand. Second
Edition. London 1888. 2 Teile mit zahlreichen Tafeln. [Das
fertige Werk trägt auf dem Titel die Jahreszahl l888. Die Angabe
im Bericht 1887 S. 115 ist dementsprechend zu berichtigen. Ref.].
Derselbe, A Classified List of Mr. S. W. Silver's Collection
of New Zealand Birds, with short descriptive Notes. London 1888.
80 96 p.
0. Ein seh berichtet über einige Arten von den Snares-Inseln
bei Neu-Seeland; Ibis (5) 6. 307—309.
T. W. Kirk giebt Notizen über einige Arten Neu - Seelands,
Eingeborennamen, Neigung zur Abänderung, Vorkommen australischer
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 129
Arten {Lohivanellus personatus L. lohatus nach Buller, Ibis (5) 6.
p. 283, Hirimdo nigricans, Platalea regia, Eurystomiis pacificus,
Charadrius rußcapiUus) auf Neuseeland; Ibis (5) 6, p. 42 — 46. —
S. auch Trans. N. Zeal. Hist. 20, p. 29—31.
E. P. Ramsay, beschreibt Gerygone thorpei von Lord Howe's
Insel; Proc. Lin. Soc. N. S. Wales (2.) 2 p. 677.
Westliche geinässigte Region.
A List of birds taken by steamer Albatross ou the Bahama
Islands during March and April 1886; Un. St. Comm. of Fish and
Fisheries Pt. 14, p. 673—677.
J. A. Allen beschreibt Ammodramus maritimus peninsulae n.
subsp. von Südwest-Florida u. A. m. sennetti n. subsp. von der Golf-
küste von Texas; Auk 5. p. 284—287.
Derselbe referirt über kleinere ornithologische Arbeiten, die
nordamerikanische Ornis betreffend; ebenda p. 312 — 317. —
S. auch W. E. D. Scott.
W. Brewster beschreibt Ardea virescens frazari n. subsp. von
Unter-Californien, Ardea halmmensis n. sp. von den Bahamas, Haema-
topns frazari n. sp. u. Columha fasciata vioscae n. subsp. von Unter-
Californien, Megascops aspersus n. sp., M. vinaceus n. sp., Otophanes
mdeodii n. g. et sp., Icterus wagleri castaneopectus n. subsp.,
Aimophila mcleodii n. sp., Aimophila cahooni n. sp. und Troglodytes
cahoo7ii n. sp. von Mexico, Empidonax cineritius n. sp. von Unter-
Californien; Auk 5. p. 82 — 85.
Derselbe zählt die Brutvögel von Winchendon, Worcester
County, Massachusetts, auf; ebenda p. 386 — 393.
S. auch J. C. Merrill, femer W. Brewster unter Mittel -Amerika.
M. Chamberlain, A Systematic Table of Canadian Birds. St.
John, N. B. 1888. Fol. 14 p.
F. M. Chapman giebt eine Liste derjenigen Arten, welche zur
nordamerikanischen Fauna hinzugekommen oder deren Namen seit
Erscheinen der „Check-List" verändert worden sind; Auk 5. p. 393
bis 402.
Derselbe liefert eine Liste der Vögel von Gainesville, Florida;
ebenda p. 267 — 277.
W. Cooke, Report on Bird Migration in the Mississippi
Valley in the years 1884 and 1885. Edited and revised by
C. H. Merriam; U. S. Dep. Agricult. Div. Econ. Ornith. Bulletin 2
Washington 1888.
Ch. B. Cory berichtet über Vorkommen von Falco tinnunculvs
in Massachusetts; Auk 5. p. HO.
E. Coues beschreibt Chordües chapmani Senn. n. sp. von
Florida; ebenda p. 37.
A. Downs, Birds of Nova Scotia; Proc. N. Scot. Inst, 7.
p. 142—178.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 1. 9
130 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
W. Dutcher bespricht die Vögel von Long Island, N. Y.;
Auk 5. p. 169-183.
B. W. Evermann bespricht die Vögel von CarroU County,
Indiana; ebenda p. 344 — 351.
W. Faxon und J. A. Allen zählen die bei Holderness, Bethlehem,
und Franeonia, N. H., vorkommenden Sommervögel auf; ebenda
p. 149-155.
N. S. Goss beschreibt Sula gossi Ridgw. Ms. n. sp. und Sula
hrewsteri n. sp. von der Insel San Pedro Martir im Golf von
Californien; ebenda p. 240—244,
Derselbe, Additions to the Catalogue of Kansas Birds; Trans.
Kansas Acad. 10. p. 28—31, 77—80.
J. A. Jeffries beschreibt Trochäus violajugulum n. sp. von
Californien; Auk 5. p. 168—169.
A. H. Jennings, List of Birds observed at New Providence,
Bahama Island, March-June 1887, Johns Hopkins Univ. Circulars,
Baltimore 17. p. 39.
D. S. Jordan, A Manual of the Vertebrate Animals of the
Northern United States. Fifth Edition. Chicago 1888. — S. 212—313.
Vögel.
A. Koch schildert einen Jagdausflug nach Minesota; Mitth.Orn.
Ver. Wien 12.. p. 93-96.
Derselbe schildert einen mehrmonatlichen Aufenthalt in West-
Florida; ebenda p. 1 — 4, 25 — 26.
F. A. Lucas schildert die Vogelklippen am Golf von St. Law-
rence; Auk 5. p. 129 — 135.
J. C. Merrill bespricht die Vögel von Fort Klamath, Oregon.
Mit Bemerkungen von W. Brewster; ebenda p. 139—146, 251 - 262,
357—366.
G. S. Miller jr. beschreibt Poocaetes gramineus affinis n. subsp.
von Oregon; ebenda p. 404- 405.
H. Nehrling, Nordamerikas gefiederte Gartenbewohner; Mnt-
schr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 159 166, 183-190.
H. R. Rabbets berichtet, dass in der Biscaya-Bay 47 '^ 22'
N. L., 18" 50' W., ein Siurus novehoraceiisis an Bord seines Schiffes
flog; Ibis (5) 6. p. 494—495.
Ch. W. Richmond giebt eine Liste der Brutvögel vom Columbia;
Auk 5. p. 18—25.
R. Ridgway beschreibt Accipiter velox rußlatiis n. subsp. vom
westhchen Nordamerika; Proc. U. St. N. M. 11. p. 92.
W. E. D. Scott setzt seine Bemerkungen über die Vogelfauna
von Pinal County, nebst Notizen über einige Vögel von Pima und
Gila Counties (Arizona) fort. Mit Noten von J. A. Allen; Auk 5.
p. 29—36, 159—168, [vergl. Ber. 1887 S. 120].
in der Naturgeschichte der Yögel während des Jahres 1888. 131
Derselbe liefert Ergänzungen zur Vogelfauua der Golfküste von
Florida und beschreibt Cistothonts marianae n. sp. ; ebenda p. 183—188.
Derselbe theilt Beobachtungen von der Golfküste Floridas mit;
ebenda p. 373—379.
G. B. Sennett beschreibt Peucaea ruficeps scottii n. subsp.,
Psaltriparvs lloydi n. sp., Nyctidromus alhicdlis merrilli n. subsp.
u. Favus carolinensis agilis n. subsp. vom westlichen Nord-Amerika ;
Auk 5. p. 40—46.
Derselbe beschreibt Rallus longirostris scottii n. subsp. von der
Westküste Floridas; ebenda p. 305 — 306.
H, M. Smith und W. Palm er geben einige Notizen zur Avi-
fauna von Washington und Umgegend; ebenda p. 147 — 148.
R. S. Williams schildert das Vogelleben am oberen Missuri;
ebenda p. 14—18.
Notizen über Verbreitung verschiedener Arten in den Ver-
einigten Staaten; Auk 5. p. 107—119, 201—212, 318—328,
424-432.
Südamerikanische Region.
H. V. Berlepsch beschreibt neue Arten und Unterarten der
Südamerikanischen Region; Auk 5. p. 449 — 460.
Derselbe bespricht einige südamerikanische Arten des United
States National-Museums ; Proe. U St. Nat. Mus. 11. p. 559—566.
Mittel -Amerika: W. Brewster beschreibt Glaucidium gnoma
hoskinsii n. subsp. von Unter-Californien , Mitrephanes phaeocercus
tenuirostris n. subsp. und Dendroica aestioa sonorana n. subsp. von
West-Mexico; Auk 5. p. 136-139.
A. W. Butler beschreibt Ammodramus sandwichensis hnmjiescens
n. subsp. von Mexico; ebenda p. 264 -266.
G, F. Gaumer, s. 0. Salvin.
R. Ridgway beschreibt Tityra perso7iata griseiceps n. subsp.
von West-Mexico; ebenda p. 263.
Derselbe bespricht einige Costa Rica- Vögel und beschreibt
folgende neue Arten: Zeledonia n. g. coronata, Microcerculus orpheus,
(jeothlypis caninucha icterotis, Xiphocolaptes emigrans costaricensis,
Picolaptes gracilis, Sderurus canigularis, Picumnns ßavotinctus,
Dendrornis pundigula , Dendrocolaptes variegatus; Proc. U. St. N.
Mus. 11. p. 537—546.
F. D. Godman u. 0. Salvin, Biologia Centrali-A.mericana.
Erschien: Bd. 2 p. 1 — 40., T. 36. — Behandelt: Oxyrhamphidae u,
Tyrannidae (Myiopagis n. gj, abgebildet: Tyrannulus semißavus,
Leptotriccus superciliaris u. Elainea arenanim.
A. L. Herrera, Apuntes de Ornitologia. La Migracion en el
Valle de Mexico; Naturaleza (Mexico) (2.) 1. p. 165—189.
9*
132 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
0. Salvin bespricht eine Sammlung G. F. Gaumer's von den
Inseln an der Küste Yucatans und in der Bai von Honduras, darunter
Plioenicothraupis insularis n. sp. ; Ibis (5) 6 p. 241- 265.
J. C. Zeledon liefert ein Verzeichniss der Vögel von Costa Rica
(708 Arten^ mit Aufzählung der im National-Museum von San Jose
befindlichen Exemplare ; Anales del Museo Nacional Tomo I Parte II,
1887, p. 103—133.
Derselbe beschreibt Aramides plumheicollis n. sp. von Costa
Rica; Anales Mus. Nacion. 1888 p. 3 — 4.
Columbisclies Gebiet: J. A. Allen beschreibt Tityra nigriceps
n. sp. von Ecuador; Auk 5. p. 287 — 288.
H. V. Berlepsch beschreibt Buarremon simplex n. sp. und
Myrmeciza boucardi n. sp. von Bogota; Ibis (5) 6. p. 128 — 130
D. G. Elliot beschreibt Agyrtria allem n. sp. von BoKvien;
Auk 5. p. 263—264.
R. A. Philippi führt 80 Arten auf, welche von F. Philippi
und K. Rahmer in der Wüste Atakama beobachtet wurden;
Ornis 4. p. 155—160.
R. Ridgway beschreibt Columbia guayaquilensis n. sp. von
Guayaquil, Ecuador; Proc. U. St. N. M. 11. p. 112.
Guiana, Nord-Brasilien: G. N. Lawrence beschreibt Troglo-
dytes tobagensis n. sp. von Tobago ; Auk 5. p. 404.
Süd-Hrasilien, Argentinien: H. N. Ridley, A Visit to
Fernando do Noronha; Zoologist 1888, p. 41—49.
R. B. Sharpe beschreibt Elainea ridleyana n. sp. von der Insel
Fernando Noronha; Proc. Z. S. London p. 107.
P. L. Sclater, Argentine Ornithology. A descriptive catalogue
of the birds of the Argentine Republic. With notes on their habits
by W. H. Hudson. London 1888. Vol. I. Der vorliegende erste
Teil umfasst die Sing- und Schreivögel und behandelt 229 Arten.
Mit 10 Tafeln.
F. Wi thington bespricht 92 Arten von Lomas de Zamora,
Buenos Aires (mit Noten von P. L. Sclater); Ibis (5) 6. p. 461
bis 473.
Patagonieii; C. V. Burmeister, Relacion di un viaje ä la
gobernacion del Chubut, Ayudante del Museo Nicional, Apendice.
Algunas noticias sobre la Fauna de la Patagonia; Anales Mus. Nac.
Buenos Ayres Entr. decimaquinta. 1888. — Zählt 190 Arten für
Patagonien und die Falklands-Inseln auf.
Westindien: Ch. B. Cory setzt seine Uebersicht der Vögel
Westindiens, einschhesslich Bahamainseln, grosse und kleine Antillen,
doch unter Ausschluss von Tobago und Trinidad, fort ; Auk 5. p. 48
bis 82, 155-159 [vergl. Ber. 1887, S. 180].
Derselbe beschreibt Margarops montanus rufus n. subsp. von
Dominica und Elainea barbadensis n. sp. von Barbadoes, West-Indien ;
Auk 5. p. 47.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 133
Derselbe beschreibt Mytarclius hedepschii n. sp. von St. Kitts,
West-Indien; ebenda p. 266.
H. W. Feil den berichtet über einen Vanellus cristatus, welcher
1886 auf Barbados (Westindien) erlegt wurde; Zoologist (3.) 12.
p. 301.
D. Sharp, Zoological Bibliography of the Lesser Antilles,
Caribbee Islands, or Windward and Leeward Islands, West Indies
(Tobago eingeschlossen); Rep. Brit. Assoc. 1888, p. 438 — 464.
ThiseltonDy er, Newton, Flow er, Carruthers und Sclater,
Report of the Commitee appointed for the purpose of reporting on
the present state of our knowledge of the Zoology and Botany of
the West India Islands and taking steps to investigate ascertained
deficiencies in the Fauna and Flora; Rep. Brit. Assoc. 1888
p. 437-464.
Arktische Region.
H. Seebohm giebt eine Liste der von Dr. Bunge auf der
LiakofF-Insel [vergl. Bericht 1887 S. 124] beobachteten Arten; Ibis
(5) 6. p. 344-351.
Antarktische Region.
J. Cabanis beschreibt Querquedula antarctica n. sp. von Süd-
Georgien; Journ. Ornith. 36. p. 118.
VII. Lebensweise.
Lebensweise im Allgemeinen. C. K. Averill, Biologisches
über Sitta canadensis; Auk 5. p. 118.
R. M. Barrington und H. A. Macpherson schildern die Lebens-
weise des P^ifßmis anqlorum: Zoologist (3.) 12. p. 367 — 368 und
372—375.
H. V. Basedow, Psychologische Bilder aus der Vogelwelt; Mitth.
Orn. Ver. Wien 12. p. 4—5.
Ch. E. Bendire beschreibt Lebenweise, Nistweise und Eier der
Sphy rapicus- Arten -^ Auk 5. p. 225 — 240.
Derselbe schildert die Lebensweise von Glcnicidmm fjnoma.,
californicum und phalaenotdes- ebenda p. 366 — 372.
W. Beste teilt Beobachtungen über Vorkommen und Lebensweise
einiger Arten aus der Kapkolonie mit. Ciconia alba hält sich vom
November bis April daselbst auf und stellt den Wanderheuschrecken
nach; Ornis 4. p. 667—670.
V. Bianchi s. oben S. 118.
Emin schildert die Lebensweise, Nest u. Eier von AmUi/osjnza
melanotis Heugi. (mitgeteilt von G. Hartlaub); Journ. Ornith. 36.
p. 1-4.
134 Aüt. Reichenow: Bericht über die Leistungen
A. Göring giebt einige biologische Notizen über Harpytü
destructor; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 44—46. MitHolzschn.
A. Girtanner über die Lebensweise des Bartgeiers, s. oben
S. 118.
N. S. Goss beschreibt das Fischen der Pelikane (P. erythro-
rhynchus); Auk 5. p. 25 — 27.
G. Hartlaub, s. Emin.
F. Holle, Das Seelenleben der Vögel. Altena 1888.
L. Holtz, lieber das Steppenhuhn, Syrrhaptes imradoxus, und
dessen Einwanderung in Europa. Greifswald 1888. 8" 31 p. [Auch
über Lebensweise].
R. 0. Karlsberger, Eine Rauchschwalbe als Pflegemutter
von jungen Hausrotschwänzchen; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13.
p. 54 — 55.
A. Kerner v. Marilaun, Ueber die Verbreitung von Quarz-
geschiebe durch wilde Hühnervögel; Stzb. Ak. Wiss. Wien Math. Nat.
Gl. 97. 1. Abth.
A. König liefert zahlreiche Notizen über die Lebensweise der
Vögel in Tunis, insbesondere über Phoenicopterus ; Journ. Ornith. 36.
p. 121—298.
T. G. Laidlaw sah einen Ckaradrius auratus sein Junges in
den Zehen tragend davonfliegen; Zoologist (3.) 12. p. 301.
K. Th. Liebe schildert die Lebensweise des Fluss- und Sand-
regenpfeifers (Charadrins curonicus u. hiaticola) in Freiheit und Ge-
fangenschaft; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 59-68 u. 91 93.
Mit Tafeln.
F. Lindner schildert die Lebensweise der Strandläufer (Tringa);
ebenda p. 461 — 466. Mit Abbild, v. T. minuta u. temmincki.
A. Ludwig, Das Birkwild etc. s. unter Jagd, Schutz etc.
H. Nehrling schildert die Lebensweise von PetrocheUdon luni-
frons; Zool. Gart. 29. p. 214—220.
A. C. Ou dem ans, Eine Möve als Krankenwärterin; Zool. Gart.
29. p. 243—244.
Schaff berichtet über einen Wasserläufer (Totanns calidris),
welcher an einem Bein von einer grossen Anodonta festgehalten wird;
Stzb.Ges. Nat. Fr. Berlin 1888 p. 121—122.
Gr. Stamati, Ueber das Vorhandensein einer Umhüllung an
den Extremitäten der Vögel; Bull. Soc. Zoll. France 13. p. 187—188.
A. Walter, Das Vogelgemüth; Mntschr. Schutze Vogelw. 13.
p. 142—149.
Derselbe, Ueber Zerstören der Nester kleiner Vögel durch Heher
und Dohlen; ebenda p. 49 — 52.
A. T. Wayne beschreibt Lebensweise, Nest und Eier von
Jonornis martinica; Auk 5. p. 109 — 110.
in der Natuigeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 135
J. Whitehead theilt biologische Notizen über Eudynamis
orientalis, Megupodius cumingi und Plotus melanogaster mit; Ibis
(5) 6. p. 409—413.
C. G. Young, Biologisches über Opisthocomvs cristatus; Notes
Leyden Mus. 10. p. 169—173.
E. Ziemer teilt seine Beobachtungen über das Meckern der
Bekassine mit; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 35 — 43.
Stimme: A. v. Homeyer beschreibt den Gesang von Muscicapa
parva; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 48 — 50.
S. auch vorher E. Ziemer.
Sinne: L. Hopkins führt Beispiele für den Geruchssinn der
Raubvögel an; Auk 5. p. 248 — 251.
Nisten, Eier: H. E. Barnes beschreibt Nester und Eier
indischer Vogelarten (Dendrochelidon coronata, Elam/s caeruleus,
Spüornis melanotis u. a.); Journ. Bombay N. H. Soc. 3. p. 43 — 48,
205—224.
Ch. E. Bendire beschreibt Nest und Eier von Peucaea aesti-
valis bachmani Aud. ; Auk 5. p. 351 — 356.
Derselbe beschreibt die Eier von Gavia alba; ebenda p. 202. —
S. auch oben S. 133.
H. Benson fand Sitfa cae-va wie Erdschwalben am Abhang
eines Sandhügels nistend; Zoologist (3.) 12. p. 309—310.
H. A. Blake beschreibt die Nistweise von Phoenicopterus ruber
auf den Bahamas; Ibis (5) 6. p. 150 — 152.
R. Bos, Aenderungen im Nestbau der Vögel in baumlosen
Gegenden; Biol. Centralbl. 8. p. 320.
W. Brewster beschreibt Nest und Eier von Regulus satrapa;
Auk 5. p. 337—344.
W. E. Bryant, Birds and Eggs from the Farallon Islands;
BuU. Cal. Ac. Sc. (2.) 1. p. 25-50.
E. A. Butler fand eine Hohltaube auf 3 Eiern brütend;
Zoologist (3.) 12. p. 393.
A. J. Campbell, Oology of Australian Birds; Victorian
Naturalist (Melbourne) 4. p. 182—188.
R. CoUet beschreibt Nistweise, Nest, Eier und Dunenjunge
von Larus eburneus; Ibis (5) 6. p. 440 — 443, T. 13.
E. B. Coues beschreibt die Nistweise von Dendroica discolor;
Auk 5. p. 405-^408.
M. Christy, Birds-Nesting and Bird - Skinning: a complete
description of the Nests and Eggs of Birds which breed in Britain.
Second Edition. Revised and rewritten, with Direction for their
Collection and Preservation ; and a Chapter on Bird - Skinning.
London 1888, 8« 138 p.
D. D aly berichtet über die Höhlen Nord Borneos, welche die
essbaren Vogelnester (der Collocalia fuciphaga) liefern; als Bestand-
theil der Nester nimmt Verf. ausschliesslich den Speichel der Vögel
an; Proc. Z. S. p. 108—116.
136 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
J. L. Davison beschreibt Nistweise und Eier von Dendroica
caerulea; Auk 5. p. 430 — 431.
C. Dixon, s. oben S. 119.
Emin, s. vorher S. 133.
R. D. Fitzgerald beschreibt die Nistweise und Eier von
Sphecotheres Tnaxillaris und Campephaga leucomelaena; Proc. Lin.
Soc. N. S. Wales (2.) 2. p. 970—971.
M. H. Gormley beschreibt Nest und Eier von Cypseloides
mger; Auk 5. p. 424 — 425.
N. S. Goss beschreibt Nistweise und Eier von Gymnostinops
montezumae; Auk 5. p. 27 — 29.
Derselbe beschreibt die Eier von Sula brewsteri und Fhaeton
aethereus; ebenda p. 243 — 244.
d'Hamonville beschreibt die vier im Pariser Museum befind-
lichen Eier von Aka impennis. Mit Abbildung; Mem. Soc. Zool.
France 1. p. 224—227, T. 5—6.
H. W, Hunt, The Coloration of Birds Eggs; Victor. Natur. 4.
p. 189-195.
G. Hurst beschreibt ein vermutlich dem Cacomantis insperatus
gehöriges Ei, welches in einem Neste von Mahirus cyaneus gefunden
wurde; Proc. L. S. N. S.Wales (2.) 3. 421—422.
F. Kutter, Ueber die wissenchafthche Bedeutung der Oologie;
Bericht naturw. Ver. Cassel 1886 -88 p. 67—85.
A. Müller will Selbstbrüten des Kukuks beobachtet haben;
Zool. Gart 29. p. 193—201.
Mützel sah aus weissem Kreideschlamm gefertigte Schwalben-
nester auf Rügen; Journ. Ornith. 36. p. 100.
A. J. North beschreibt Nester und Eier von Eopsaltria captto,
Sticfoptera annvlosa, Aeluroedus macidosus, Phaps Idstrionica und
Alcyone ptdchra, Rhipidura preissi, Malurus pulclierriTnus; Proc. L.
S. N. S. Wales (2.) 3. p. 146-149 und 269—270, 414—415.
Derselbe beschreibt Nistweise und Eier von Platycercus harnardi,
Fsephotus haemafogaste/% TrichogJossvs chlorolejndotus, Xenorhynchus
australis; ebenda (2.) 2. 986—988.
E. C. Phillips schildert einen Besuch des Vogelberges
(Kormoran -Kolonie) bei Towyn, North Wales (England); Zoologist
(3.) 12. p. 380—382.
W. W. Price beschreibt Nistweise und Eier von Cardellina
ruhrifrons; Auk 5. p. 385- 386.
H. Pryer findet seine frühere Angabe bestätigt, dass die ess-
baren Schwalbennester vorzugsweise aus dem Stoö" einer Alge, ver-
mischt mit dem Speichel der Vögel, bestehen; Auk 5. p. 335.
E. P. Ramsay beschreibt die Eier von Onychoprion fuliginosa,
Anous cinereiis und Sula cyanops; Proc. Lin. Soc. N. S. Wales (2.)
2. p. 678—679.
X. Raspail beschreibt ein rothbraun und schwärzlich geflecktes
Ei von Upupa epops; Bull. Soc. Zool. France 13. p. 81 — 82.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 137
Derselbe, sur le nid de la pie et la destruction des ses oeufs
par la Corneille; ebenda p. 126 — 129.
G. Rooper fand ein Nest von Cindiis aquaticus in einem
Baume; Zoologist (3.) 12. p. 309—310, s. auch H. A. Macplierson,
ebenda p. 351 — 352 u. J. Whitaker ebenda p. 392.
H. Schal ow referirt über die Nistweise von Phoenicopterus
ruher nach H. A. Blake; Journ. Ornith. 36. p. 302.
G. Sun dm an, Finnische Vogeleier, s. oben S. 118.
L. Taczanowski beschreibt Nest und Eier von Halci/on pileatus;
Proc. Z. S. London 1888 p. 462—463.
A. Walter fand ein Nest von Certhia familiär is in einem
Wachhoiderstrauch und theilt andere biologische Beobachtungen über
Zaunkönig u. Kukuk mit; Journ. Ornith. 36, p. 100—101 u. Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 29.
Derselbe, Sonderbare Nistplätze und Nistweisen; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 194—214.
A. T. Wayne, s. vorher S. 134.
R. S. Williams beschreibt Eier von Parus gambeli; Auk 5.
p. 118.
C. M. Woodford berichtet über die Art, wie Megapodius
hrencliUyi seine Eier behufs deren Entwicklung verscharrt; Proc. Z.
S. London p. 249—250, — s. auch Whitehead vorher S. 135.
Notiz über Brüten des Eiidyptes chrysocome auf den Falklands-
inseln; Zool. Gart. 29, p. 223-224.
Lieber ein in London verkauftes Ei von Alca impennis vergl.
oben S. 104.
Nahrung: K. W. v. Dalla-Torre, L^ntersuchungen über den
Mageninhalt verschiedener Vögel; Biol. Centralbl 8. p. 473 — 480.
Derselbe, Weitere Untersuchungen über die Nahrung des
Tannnenhehers ; ebenda 7. p. 695 — 699.
A. K. Fish er berichtet auf Grund zahlreicher Untersuchungen
über die Nahrung der Tagraubvögel und Eulen; Ann. Rep. of the
Depart. of Agricult. 1887 Washington. Report of the Ornithologist
p. 402—422.
F. Lataste theilt Untersuchungen über Eulengewölle mit;
Compt. Rend. Ass. Fr. 1888 p. 194; Ann. Mus. Genov. 26. p. 471—518.
VIII. Jagd, Schutz, Pflege, Hausgeflügel.
Vogelschutz, Jagd, Fang: B. Altum, Ueber den wirthschaft-
lichen Werth der Krähen und Bussarde; Zeitschr. Forst- und Jagd-
wesen 5. Heft Mai 1888.
Beyer, Einbürgerung von Nachtigallen bei Greiz; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 159.
B. Borggreve, Die Vogelschutzfrage. Leipzig 1888 (Voigt).
138 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, üeber die Entstellung, die Bedeutung und den vor-
läufigen reichsgesetzlichen Abschluss der sogen. Vogelschutzfrage;
Humboldt 7. p. 237—243.
R. Dann in, Ueber Züchtung von Rephühnern zum Zwecke der
Wiederbevölkerung der Jagdreviere mit denselben; Bull. Soc. Acclim.
France (4.) 5. p. 165—173.
G. Duclos, Ueber Züchtung von Rephühnern zum Zwecke der
Bevölkerung der Jagdreviere; ebenda p. 343 — 346.
H.Gadeau de Kerville, Faut-il detruire nosRapaces Nocturnes?;
Bull. Soc. Ronen 1888 p. 247—260.
F. Grässner, Der Spatz ein Bienenfeind; Mntschr. Ver. Schutze
Vogelw. 13. p. 289—290 u. 454.
Derselbe, Die Böhämmerjagd [FringiUa montifringüla] in
Bergzabern; ebenda p. 330 — 333.
A. V. Krüdener, Zur Naturgeschichte des BirkwiJdes. Ein
Beitrag zur Jagdzoologie; Jagd-Zeitung No. 17 u. 18 Wien 1888 u.
sep. Wien, WaUishausser. 8^. 16 p.
K. Th. Liebe, Zum Vogelschutz; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw.
13. p. 6—8.
A. Ludwig, Das Birkwild, dessen Naturgeschichte, Jagd und
Hege. Wien, Gerold 1889. — Behandelt die Eigenschaften, Hege
und Jagd des Birkwildes sowie Pflege in Gefangenschaft.
T. J. Mann, Modern Falconry; Essex Naturalist 1888 p. 209
bis 217.
L. Magaud d'Aubusson über den Nutzen der Stare; Bull,
Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 1146—1152.
A. Le Messurier, Game, Shore and Water Birds of India.
Calcutta u. London 1888. 8». 153 p.. 121 Illustr.
H. Neweklowski, Zum Schutze der Lachmöwe: Mitth. Orn.
Ver. Wien 12. p. 172—173.
J. Rangei berichtet über den Stand der Fasanenjagden in
ItaHen; BuU. Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 930—933.
F. Rudow, Ueber Schädlichkeit der Dohlen; Mntschr. Ver.
Schutze Vogelw. 13. p. 126—127.
H. Simroth, Ueber die Behandlung der Vögel bei den Portu-
giesen; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 236 — 242.
C. H. Thompson, Indian Hawks and Hawking; Essex Natural.
1888 p. 217—221.
A.Walter, Wenig beachtete Vogelfeinde ; Mntschr. Ver. Schutze
Vogelw. 13. p. 106—112.
Ueber das Fangen von Raubvögeln; Mitth. Orn. Ver. Wien 12.
p. 12—14.
Deutsches Reichsgesetz betreffend den Schutz von Vögeln, vom
22. März 1888; Zool. Gart. 29. p. 182—184, Mitth. Orn. Ver. Wien
12. p. 54-55, 69—70, Mntschr. Schutze Vogelw. 13. p. 137—140.
Vogelschutzgesetz für Niederösterreich; Mitth. Orn. Ver. Wien
12. p. 37—38.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 139
Einbürgerung, Pflege, Zuclit: H. D. Astley schildert die
Lebensweise von Turdus ci/aneus und Betragen in Gefangenschaft;
Zoologist (3.) 12. p. 353—355.
Derselbe, über Regenpfeifer in Gefangenschaft; ebenda p. 145
bis 146.
H. V. Basedow berichtet über Züchtung von Sitta caesia in
Gefangenschaft; Zool. Gart. 29. p. 119—122.
Beyer, s. vorher S. 137.
G. v. Bikkessy, Der Grünling in Gefangenschaft; Mitth. Orn.
Ver. Wien 12. p. 16—17.
F. E. Blaauw theilt Beobachtungen und Resultate aus der
Tierpflege mit und zwar über Rlcea americana, Rhea darwiiii,
Bernida magellanica und ntbidiceps] Zool. Gart. 29. p. 68 — 71,
130—132.
H. Bolau beschreibt das neue Vogelhaus im zoologischen Garten
zu Hamburg; Zool. Gart. 29. p. 161—168.
Derselbe berichtet über Erwerbungen und Züchtungen des
zoologischen Gartens in Hamburg; ebenda p. 316 — 317.
M. Brcäss berichtet über die Vogelwelt des zoologischen Gartens
in Dresden; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 437—453.
Mq. de Brisay, Aviculture. Colombes exotiques: description,
entretien, elevage. Vichy, Wallon 1888. 16''. 355 p.
Cornil u. Toupet beschreiben eine neue Krankheit der Haus-
enten (Enten-Cholera); Bull. Soc Acclim. France (4.) 5. p. 625 — 640.
R. D annin, s. vorher S. 138.
A. Delaurier berichtet über Zucht von Ortalida aracuan u. a. ;
Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 1137 — 1145.
Destree, Sur la maladie du perroquet gris; Bull. Soc. Belg.
Microsc. Bruxelles 14. p. 159—162.
G. Duclos, s. vorher S. 138.
A. Frenz el, (royiiaphea nigra, Bolhorhynchus lineolatus Psitta-
cula pullaria und Gomaphea cyanm in Gefangenschaft; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 220—222, 359-367.
E. Godry berichtet über Züchtung von Tragopan- Fasanen u.
a. ; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 49—57.
Derselbe berichtet über Zucht von Polyplectron- Fasanen; ebenda
p. 983—989.
C. Greve berichtet über den Vogelbestand des Zoologischen
Gartens in Moskau; Zool. Gart. 29. p. 292—300.
Derselbe, Der Vogelmarkt in Moskau; ebenda p. 151 — 155.
R. Hubbard, Ornamental Waterfowl: a practical Manual on
the acclimatization of the Swimming Birds, with description of a
hundred and thirty species. London u. Walsall. 1888. 16° 209 p.
Hu et berichtet über Erwerbungen und Züchtungen der Menagerie
des Museum d'histoire naturelle in Paris; Bull, Soc. Acclim. Farnce
(4.J 5. p. 97—100, 866—868.
140 Atit. Reichenow: Bericht über die Leistiingeii
C. Ilse, Züchtung von Dompfaffen in Gefangenschaft; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 277—279.
K. Knauer, Das Kaspische Königshuhn ( Megaloperdix caspia)
in Gefangenschaft; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 15—16.
E. Leroy beschreibt ein für die Pflege und Zucht der ver-
schiedensten Vogelarten dienendes Vogelhaus; Bull. Soc. Acclira.
France (4.) 5. p. 1089-1093.
P. Leverkühn, Sections- und Krankheitsberichte; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 432—437.
Liebe, über Einbürgerung von Cardinalis virginianus in der
Freiheit in Ostthüringen; Zool. Gart. 29. p. 318.
A. de Montlezun setzt seine Uebersicht der Enten vögel fort
[vergl. Bericht 1887 s. 132] und behandelt Cereopsü, Plectropterus,
ßarcidiomis, Uunalopex^ Anseranas; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5.
p. 830-844, 1014—1027.
F. Nagel, Chloehia mirabilis in Gefangenschaft; Mntschr. Ver.
Schutze Vogelw. 13. p. 98—100.
A. Newton berichtet über eine Brut zahmer Höckerschwäne, in
welcher drei Junge die gewöhnliche Farbe hatten, vier dagegen weiss
waren; Zoologist (3.) 12. p. 470.
A. u. G. Ortleb, Der Vogelfreund und Geflügelzüchter. An-
leitung zur Pflege und Züchtung der beliebtesten und bekanntesten
Stuben- und Hausvögel nebst Angabe der einfachsten Fangmethoden.
Mit 52 Orig. Abbild. F. Bartholomäus, Erfurt.
J. V. Pleyel, Die Eingewöhnung und Pflege unserer einhei-
mischen Sing- und Stubenvögel. 8 " Wien, Pest, Leipzig (A. Hartleben).
A. Porte berichtet über Erwerbungen und Züchtungen des
Jardin d'Acchmatation in Paris; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5.
p. 24 28, 78—81, 133-137, 191—195, 242 247, 305—308,
360-364, 406 409, 482—488, 595-599, 703—708, 805—809,
894—897, 999—1000, 1081, 1128, 1162—1163.
W. H. St. Quintin schildert das Betragen gefangener Eider-
enten und deren Mauser; Zoologist (3.) 12. p. 26 — 27.
H. J. Roddy berichtet über einige Raubvogelarten in Ge-
fangenschaft; Auk 5. p. 244— 248.
G. Rogeron berichtet über Pflege von Magellangänsen in
Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 12 — 21, 101 — 111.
Derselbe, Ueber Enten-Züchtungen; ebenda p. 918 — 923.
Roth, Ueber Erkrankung von Schwimmvögeln in Gefangenschaft
an Dünndarmentzündung, verursacht durch Hakenwürmer (Echino-
rhy^iclws poli/morphvs); Zool. Gart. 29. p. 222.
E. Rüdiger berichtet über Betragen des Paradiessittichs
(Euphema puleherrimaj in Gefangenschaft; Zool. Gart. 29. p. 57 — 59.
Derselbe, Ueber Coceothraustes vulgaris in Gefangenschaft;
ebenda p. 87—89.
in der J^aturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 141
Derselbe, Der Grünling als Käfigbild; ebenda p. 155 — 156.
Derselbe, Nützlichkeit überzähliger Wellensittichmännchen bei
der Zucht; ebenda p. 208—210.
Derselbe, Ungewöhnliche Ueberwinterung verschiedener Sittich-
arten und anderer Exoten; ebenda p. 341 — 342.
E. Schaff, Was haben wir von der Einbürgerung der Steppen-
hühner zu erwarten?; ebenda p. 353 — 359.
F. Schlag, Der Dompfaff. 2. verb. Auflage. Creutz, Magdeburg.
1888.
F. Schmidt, Ueber Brüten von Stria; scops in Gefangenschaft;
Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 117.
G. Scheidemantel, Mästung der Drosseln bei den alten
Römern; Mntschr. Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 419—423.
0. Schneider berichtet über den Tierbestand des zoologischen
Gartens in Strassburg; Zool. Gart. 29. p. 280 — 281.
P. L. Sclater berichtet über Zuwachs der Menagerie der Zoolog.
Ges. in London: Eudyptes chrysocome u. Sjnzaetus nipalensis; Proc.
Z. S. London p. 265.
Derselbe liefert ein Verzeichniss des Zuwachses der Menagerie
der Zoolog. Gesellsch. in London während 1888; ebenda p. 668 — 686.
K. N. Swierstra, Systemat. naamlijst van gewervelde Dieren;
voor de Diergaarde levend ingekomen van 1 Mei 1838 tot 30 April
1888; Bijdr. Dierk. (Amsterdam) 1888 No. 3.
Wurm berichtet über die Wiederbesiedelung Schottlands mit
Auerwild; Zool. Gart. 29 p. 33—42.
Ueber eine Anzahl von Vögel, welche seit 25 Jahren im
zoologischen Garten in Hamburg leben, wird berichtet: ebenda p. 254.
Straussenzucht in Californien. Mit Holzschnitt; Bull. Soc.
Acclim. France (4.) 5. p. 994—998.
Den Zwecken der Vogelpflege, Vogel- und Geflügelzucht dienen
noch u. a. folgende Blätter:
Geflügelbörse. Wochenblatt für Geflügel-, Singvögel- und
Kaninchenzucht, Brieftauben-, Hunde und Jagdsport. Red. R. Freese.
Leipzig.
Geflügelmarkt. Organ für zool. Gärten, Thierhändler, Thier-
schausteller, Geflügel- und Vogelzüchter. Red. A. Richter. Leipzig.
Die Gefiederte Welt. Zeitschrift für Vogelliebhaber, Züchter
und Händler. Herausg. R. Russ. Berlin.
Thierbörse, Centralblatt f. Vermittelung des Kaufs-, Verkaufs-
und Tauschgeschäfts unter Thierhändlern etc. Red. Dr. Langmann.
Berlin.
Hausgeflügel, Brieftauben: H. Brezol, Rationelle Ernährung
der Haushühner; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 5. p. 942 — 943.
J. Bungartz, Kalender für Hunde-, Kaninchen-, Geflügel- und
Singvögel-Liebhaber und Züchter. Augsburg, Reichel 1888.
142 Aüt. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Modell-Brieftauben- Album. Mit einem Vorwort von
J. C. Hösch. M. lOTaf. Leipzig, Twietmeyer 1888. Fol.
C. Cornevin, Essai sur les moyens de connaitre Tage des
Oiseaux de basse-cour; Journ. Anat. Phys. 24. p. 400 — 412.
R. Eder berichtet über Brieftaubenabrichtung zum Hin- und
Rückflug; Mitth. Om. Ver. Wien 12. p. 17.
M. Fries, Die Geflügelzucht. Stuttgart 1888. M. 20 Tafeln.
G. de Guerard, Eine militärische Brieftaubenstation auf dem
Meere; Bull. Soc. Acclim. FrancQ (4.) 5. p. 309-310.
J. A. Karting berichtet über Taubendressur in Persien und
Indien; Zoologist (3.) 12. p. 167—174, 209—219, 252—258.
F. Knauer, Die wichtigsten Racen des Haushuhnes in flüchtiger
Rundschau; Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 38—39.
Fr. Maar, Illustrirtes Muster -Enten -Buch. Enthaltend das
gesammte der Zucht und Pflege der domestizirten und der zur Domesti-
cation geeigneten wilden Entenarten. Mit c. 40 Taf. Hamburg,
Richter 1888. 4«. Lief. 11—13.
B. A. Mumb, Ueber Orientirungssinn der Brieftauben und
einige Einrichtungen der Station in Tönnring; Mitth. Orn. Ver.
Wien 12. p. 72.
E. Noll, Der zweifarbige Speckkäfer, Dermesfes hicolor, als
Feind der jungen Haustauben; Zool. Gart. 29. p. 307 — 309.
A. u. G. Ortleb, s. vorher S. 140.
L. Pribyl, Bemerkungen über einige Hühnerrassen; Mitth. Orn.
Ver. Wien 12. p. 70—71.
E. Rey, Ueber den Luftröhrenwurm des Haus-Geflügels; Mntschr.
Ver. Schutze Vogelw. 13. p. 166.
F. Routilliet, Anleitung zur rationellen und gewinnbringenden
Hühnerzucht. Praktische Rathschläge für die Anzucht, Aufzucht
und Mästung etc. 2. Auflage. Leipzig, Voigt 1888. 8^. 44 p.
H. H. Scott, Bird Pests of the Farm; Zoologist (3.) 12.
p. 375—379.
W. K. Sibley, Tuberculosis in Fowls; Trans. Pathol. Soc.
London 1888.
Fr. V. Ulm-Erbach beschreibt einige Hühnerrassen; Mitth.
Orn. Ver. Wien 12. p. 89-90.
Dieselbe, Zur Verbesserung der Hühnerzucht auf dem Lande;
ebenda p. 162—164.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 143
IX. Systematik.
Vergl. M. Fürhringer oben S. 103 u. F. Kutter S. 136.
H. Seebohm bildet auf Grund osteologischer Merkmale eine Ordnung,
welche die folgenden Gruppen als Unterordnungen umfasst: Crypturi, GalUnae,
Pterocletes, Columhae, Hemipoclii, Grallae, Tubinares, Gavio-Limicolae, Colymbo-
Podicipes, Impennes; Ibis (5) 6. p. 415—435,
Familie Sylviidae.
Vergl. F. A. Lucas oben S. 106.
Acanthornis, Äcanthüa und Sericornis, Unterschiede der drei Gattungen;
W. V. Legge, Ibis (5) 6. p. 93-94.
Cettia oreophüa n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, nahe C. fortipes;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 388.
Cinelus schulzi abgebildet; P. L. Sclater. Argent. Orn. 1. T. 2.
Ephthianura crocea abgebildet; Gould., New Guinea 24.
Geocichla aurata n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich G. eitrina;
R. B. Shaipe, Ibis (5) 6. p. 478. — G. schistacea abgeb. Gould, New Guinea 24.
Hypolais icterina mollessoni n. subsp. von Orenbarg; N. Zarudnoi, Bull.
Soc. Imp. Nat. Moscou 1888 p. 675—676.
Icoturus, s. unter Timeliidae.
Merula seebohmi n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, sehr ähnlich M. java-
nica; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 386. — M. torquata orientalis n. subsp. vom
Kaukasus und Persien, Charaktere von M. torquata imd M. torquata alpestris;
H. Seebohm, Ibis (5) 6. p. 309-312.
Monticola angolensis n. sp. von Angola; J. A. de Sousa, Journ. Sc. Math.
Phys. Nat. Lisboa No. 48, 1888 p. 233-235.
Phyllopneuste honellii vnarde von C. v. Baldenstein unter dem Namen Sylvia
albicans in „Neu-Alpina" 2. Bd. p. 87 1827 kenntlich beschrieben und für die
Schweiz nachgewiesen; V. v. T^chusi, Mutschr. Ver. Schutze Vogelw. 13 p. 306.
Tiirdus comorensis abgebildet; Nouv. Arch. Mus. (2.) 10. T. 6.
Zeledonia n. g.: Somewhat like Catharus , but wiug still more rounded
(primaries very little louger than secondaries), first quill about four-fifths as
long as second, tail very shoi t (much shorter than tarsus and middle toe together),
rictal bristles very weak, and loral feathers well developed and closely appressed.
Coloration (of type): Dark olive-green above, deep slate-gray beneatb, the crown
brownish orange, with a black stripe along each side. Typus: Z. coronata n. sp.
von Costa Rica; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 11. p. 537-538.
Familie Timeliidae.
Allocotops n. g. Timeliidarum. Simile generi Melanocichla dicto, sed pileo
et genis nudis facile distingueudum. Typus: A. calmis n. sp. vom Kina-Balu,
Nord-Borneo; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 389.
Androp/nlus n. g. Timeliidarum. Simile generi Elaphrornis dicto, sed
plumulis nuchalibus absentibus distingueudum. Typus: A. accentor n. sp. vom
Kina-Balu, Nord-Borneo; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p 390.
144 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Brachypteryx eri/throgyna n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich B.
cruralis; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 389 T. 10.
CampylorJiynchus curvirostris n. sp. von Neu-Granada; R. Ridgway, Proc.
Bost. Soc. 23. p. 385. — C. zonatus costaricensis n. subsp.; H. v. Berlepsch,
Auk 5. p. 449.
Chlorocharis n. g. Timeliidarum. Simile generi Cyanoderma dicto, sed
cauda magis quadrata nee rotundata. Typus : Ch. emiliae n. sp. vom Kina-Balu,
Nord-Borneo; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 392 T. 11.
Cisticola cinereola n. sp. von Schoa; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Grenova
(2) 6. p. 254.
Cistothorus marianae n. sp. von HiUsboro County, Florida, ähnlich C. pa-
lustris; W. E. D. Scott, Auk 5. p. 188.
Corythocichla crassa n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich C. epi-
lepidota; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6 p, 391.
Cutia cervinicrissa n. sp. von Perak, Malacca, nahe C. nipalensis; R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. London p 276.
Ephthianura crocea s. unter Sylviidae.
Gampsorhynchus saturatior n. sp. von Perak, Malacca, nahe G. twquatus
Hume; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 273.
Garrulax schistochlamys n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich G.
palUatus; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 479.
Icoturus Stejn. nicht zu den Timeliidae zu rechnen, sondern zu den Turdidae;
nach H. Seebohm, Ibis 6. p. 233.
Margarops montanus rufus n. subsp. von Dominica, West-Indien ; Ch. B. Cory,
Auk 5. p. 47.
Melanocichla peninsularis n. sp. von Perak, Malacca, nahe M. luguh-is;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 274.
Microcerculus wpheus n. sp. von Costa Rica, ähnlich M. philomela (Salv.);
R. Ridgway, Proc. U. St. N. Mus. 11. p. 539.
Miminae, s. F. A. Lucas, oben S. 106.
Mimus triurus abgebildet; P. L Sclater, Argent. Orn. 1. T. 1.
Neocichla kelleni n. sp. vom Umbella Fluss, Südwest-Afrika; J. Büttikofer,
Notes Leyden Mus. 10. p. 229 T. 9 F. 1. [Ist Jugendkleid von N. gutturalis Ref.]
Orthnocichla whüeheadi n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo ; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6. p. 478.
Phyllergates cinereicollis n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich Ph.
cucullatus; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 479.
Siva sordidior n. sp. von Perak, Malacca, nahe S. sordida Hume ; R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. London p. 276.
Stiphrornis alboterminata Rchw. nach Büttikofer $ von Anthreptes rec-
tirostris; Notes Leyden Mus. 10 p. 212. [Referent kann dieser Ansicht nicht
beipflichten.]
Troglodytes cahooni n. sp. von Sonora, Mexico, nahe T. brunneicollis;
W. Brewster, Auk 5. p. 94. — T. fumigatus kurüensis n. subsp. von den
Kurilen; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 11 p. 548. — T. tobagensis n. sp.
von Tobago, nahe T. striatulus ; G. N. Lawrence, Auk 5. p. 404.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 145
Trocßodytinae . s. F. A. Lucas oheu S. 106. — Ueber eiuige Typen der
Lafresnaye collection berichtet R Ridgway, Proc. Boston See. N. H. 23. p, 383—388.
Turdinulus exsul n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich T. roberti;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 479.
Familie Paridae.
Cyanistes flavipectus abgebildet: A. Menzbier, Turkestan T. 10.
Panurus biarmicus, am 1. April am Zobten in Schlesien beobachtet
K. Knauthe, Journ. Ornith. 36. p. 35.
Parus borealis, palustris und P. colleti n. sp. von West-Norwegen beschrieben:
L. Stejneger, Proc. U. St. N. M. 11. p. 71 — 76. — P. caroUnensis agüis n. subsp
von Texas; G. B. Sennett, Auk 5. p. 46. — P. cypriotes abgebildet; Ibis (5) 6
T. 2, — P. mitratus Brehm 1831 von Mittel-Europa subspecifisch unterschieden
von P. cristatus L. von Scandinavien ; L. Stejneger, Proc. U. St. N. M. 11,
p. 113-114.
Psaltriparus lloydi n. sp. von West-Texas; Gr. B. Sennett, Auk 5. p. 43.
Familie Certhiidae.
Certhia mexicana albescens n. subsp. von N.W.-Mexico; H. v. Berlepsch,
Auk 5. p. 450.
Bencl/rophila corcdlipes n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo, ähnlich D . /row
talis; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 479.
Familie Dacnididae.
Prionochüus plateni n. sp. von Palawau, ähnlich P. xanthopygius Salvad.;
W. Blasius, Braunschw. Anzeigen 1888, No. 37, 12. Febr., p. 335. — P. johannae
n. sp. von Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 201 T. 4. [Identisch mit P.
plateni.]
Familie Nectariniidae.
'hcdcomitra scioana n. sp. von Schoa, nahe Ch. cruentata; T. Salvador!
Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 247.
Cinnyris humbloti abgebildet; Nouv. Arch. Mus. (2) 10. T. 4.
Eleocerthia ragazzi n. sp. von Schoa, nahe E. obscura; T. Salvadori, Ann.
Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 247.
Familie Meliphagidae.
Änthornis melanura abgebildet; W. Buller, B. New. Zeal. Vol. 1.
Melidectes emilii abgebildet; Gould, New Guinea 24.
Myzomela sharpei n. sp. von Guadalcanar, Salomousinseln; Ogilvie-Grant,
Proc. Z. S. London, p 197, T. 10.
Philemon ocdd "ntalis n. sp. von N.W.- Australien, nahe P. sordidus; G. P.
Ramsay, Proc. Lin. Soc. NS. Wales (2) 2. p. 676.
Pogonornis cincta abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 1.
Prosthemadera novae zealandiae abgebildet; ebenda.
Zosterops caendescens abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 1. —
Z. Clara n. sp. vom Kiua-Balu, Nord-Borneo; ähnlich Z. atrifrons; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6. p. 479. — Z. TdrJci u. mouroniensis abgebildet; Nouv. Arch. Mus. (2)
10. T. 5. — Z. natalis n. sp. von Christmas-Insel (Indisch. Ocean), nahe Z. my-
Arch. f. Naturgesch. .lahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 10
]46 Aut. Reichenow: Bericht über die Leistamgeu
soriensis Meyer; J. Lister, Proc. Z. S. London p. 518, T. 27. — Z. nehrkorni
n. sp. von Gross-Sangir, nahe Z. chrysolaema S&\\a.ä.; W. Blasius, Braunschweig
Anzeigen No. 9, 11. Jan. 1888, p. 86; abgebildet Ornis 4. T. 4. — Z. neivtoni.
verschieden von horhonica; A. u. S. Newton, Ibis (5) 6. p. 475. — Z. praetermissa
identisch mit Z. anjuanensis; A, u. E. Newton, Ibis (5) 6. p. 474—475.
Familie Pycnonotidae.
Criniger platenaen.SY). von Gross-Sangir, nahe C. aureus W&lden; "W. Blasius,
Braunschweig. Anzeigen No. 9, 11. Jan. 1888, p. 86; abgebildet Ornis 4. T. 4.
Ht/psipetes parvirostris abgebildet ; Nouv. Arch. Mus. (2) 10. T. 6.
Bypsipetes pryeri Stejn. identisch mit Oriolus squmniceps Kittl.; nach
H. Seebohm, Ibis (5) 6. p. 233.
Jole striaticeps n. sp. von Palawan, ähnlich J. viridescens; R. B. Sliarpe,
Ibis (5) 6. p. 200.
Oreoctistes n. g. Pycnonotidarum. Simile generi Kelaartia dicto, sed rostro
breviore et crassiore, cauda magis rotundata, et fasciis auricularibus absentibus
distinguendum. Typus: 0. leucops n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6. p. 388, T. 9.
Familie Alaudidae.
E. Coues begi-eift die Familie unter dem Namen Coryäomwphae als Super-
familie; Auk 5. p. 207.
Alaemon margaritae n. sp von Tunis, nahe Ä. duponti; A. König, Journ.
Ornith. 36. p. 230—232, T. 2.
Familie Mniotiltidae.
Basileuterus godmani n. sp. von Veragua, nahe B. culicivwus; H. v. Berlepsch,
Auk 5. p. 450.
Bendroica aestiva sonorana n. subsp. von Süd Arizona, West Texas und
Sonora, Mexico; W. Brewster, Auk 5. p. 137.
Geothlypis caninucha icterotis n. subsp. von Costa Rica; R. Ridgway, Proc.
U. St. N. Mus. 11. p. 539.
Familie Tanagridae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 108.
Buarremon simplex n. sp. von Bogota, sehr ähnlich B. elaeoprorus;
H. V. Berlepsch, Ibis (5) 6. p. 128.
Eucometis cristata affinis n. subsp. von Venezuela, E. spodoeephala pallida
n. subsp. von Yucatan und E. spodoceph(d<c stictothorax n. subsp. von Veragua;
H. V. Berlepsch, Auk 5. p. 451.
Phoenicothraupis insidaris n. sp. von den Inseln Meco und Mgeres bei
Yucatan, nahe P. salvini; 0. Salvin, Ibis (5) 6. p. 259.
Stephanophorus leucocephalus abgebildet; P. L. Sclater, Argent. 1. T. 4.
Familie Fringillidae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 108 und E. Bartlett unter Ploceidae.
R. B. Sharpe, Catalogue of the Birds in the British Museum Vol. XII.
Fringillidae. London 1888. — Verf. unterscheidet nach der Form des Schädels
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 147
und Schnabels 3 Unterfamilien; Coccotlmmstinae, Frigülinae und Emberizinae,
umfassend 99 Gattungen und 559 Arten.
Acanthidvps bairdi, Beschreibung des alten ^■, R. Ridgway, Proc. U. St.
N. M. 11. p. 196.
Aimophüa cahooni u. sp. von Sonora, Mexico, nahe A. sumichrasti;
W. Brewster, Auk 5. p. 93. — A. mcleodii n. sp. von Chihuahua, Mexico, nahe
A. rufescens; ebenda p. 92.
Amaurospiza aequatorialis n. sp. von Ecuador, ähnlich A. concolor; R. B.
Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12. p. 157. — A. axillaris n. sp. von Brasilien; ebenda.
Ammodramus maritimus peninsulae n. subsp. von Südwest -Florida und
A. m. sennetti n. subsp. von der Golfküste von Texas; J. A. Allen, Auk 5.
p. 284 u. 286. — A. sandwichensis hrimnescens n. subsp. von Mexico ; A. W. Butler,
Auk 5. p. 265.
Carpodacus ambiguus ^, $ abgebildet; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12.
T. 10. — C. roseipectus n. sp. von Süd-Mexico; R. B. Sharpe, ebenda p. 424.
Chloridops n. g. Fringillidarum; Bill short and very thick, with culmen
and gonys much arched; maxilla and mandible nearly equal in heigbt, tomia of
the former doubly sinuated and overhanging those of the latter, which are
inflected. Nostrils basal, supernal, nearly covered by the frontal feathers, and
be set with a few hairs. Wings moderate, first primary wanting, fourth slightly
longer than third and fifth, which again exceed the second and sixth. Tail short,
slightly forked, rectrices acuminate. Feet moderate. Typus: Ch. kona n. sp.
von Kona auf Hawai, von dem allgemeinen Aussehen des Fringilla clüoris L.;
Proc. Z. S. London p. 218.
Chrysomüris bolmana n. sp. von Bolivien, ähnlich Ch. icterica; R. B. Sharpe,
Cat. Brit. Mus. 12. p. 220. — Ch. longirostris n. sp. von Guiaua, ähnlich Ch.
icterica; ebenda p. 220. — Cli. sclateri n. sp. von Ecuador; ebenda. — Ch. stejnegeri
n. sp von Bolivien, ähnlich Ch. xanthogaster ; ebenda p. 210. — Ch. thibetana
abgebildet; ebenda T. 3.
Coccothraustes humü abgebildet; R. B. Sharpe, ebenda T. 1.
Crithagra burtoni, crocojnjgia und leueoptera abgebildet; R. B. Sharpe, ebenda
T. 7-9.
Emberiza godlewslcii abgebildet; R. B. Sharpe, ebenda T. 12. — E jankoivskii
n. sp. von Sidemi, Grenze von Corea und der Mantschurei, ähnlich E. cioides;
L. Taczanowski, Ibis (5) 6. p. 317. T. 8.
Euethia canora in Florida; C. H. Merriam, Auk 5. p. 322.
Fringilla maderensis n. sp. von Madeira, nahe moreleti; R. B. Sharpe, Cat.
Brit. M. 12. p. 175. — F. monti fringilla var. atrogidaris in Tirol; K. W. von
Dalla Torre, Mitth. Orn. Ver. Wien 12. p. 106-107.
Fringillaria poliopleura n. sp. von Schoa, nahe i^. flavigaster; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 269.
Geospiza difficilis n. sp. von den Galapagos-Inseln, nahe G. fortis; R. B. Sharpe,
Cat. Brit. Mus. 12. p 12.
Guiraca argentina n. sp. von Argentinien, nahe G. cyanea; R. B. Sharpe,
ebenda p. 73.
Loxia curvirostra, Zug in Deutschland und Oesterreich. 1888: s. G. Clodius
oben S. 114, J. G. Fleig S. 114, R. Fresenius S. 114, K. Junghans S. 114,
C. Sachse S. 115, H. Stoot S. 115, V. v. Tschusi S. 117.
10*
148 Aut. Reiclieiiow: Beiicht über die Leistungen
MonUfringilla blanfordi abgebildet; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12. T. 4.
Paruaria capitata, cervicalis, cucuUata, dominicana, gularis, nigrigenis,
Köpfe abgebildet; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12. T. 16.
Passei- griseigularis n. sp. von Candahar; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12.
p. 313. — P. pyrrhonotus abgebildet; ebenda T. 5. — P. yatii sp. n. von West-
Afganistan, nahe P. moabiticus; ebenda p. 322.
Peucaea homochlamys n. sp. von Süd-Neu-Mexico und Arizona, ähnlich P.
ruficeps; R. B. Sharpe, ebenda p. 713. — P. ruficeps Cass., houcardi (Sei.) und
scottii n. subsp. von Arizona, Neu -Mexico und West -Texas characterisirt ;
G-. B. Seunett; Auk 5. p. 40-42.
Phaeospiza thomensis n. g. et sp. von St. Thome; B. du Bocage, Journ. Sc.
Math. Phys. Nat. Lisboa lS\o. 47 1888 p. 148—149. — Ph. thomensis identisch
mit Ligurnus rufobrunneus Gray und Buserinus rufilatus Hartl.; ebenda p. 192.
Phrygüus punensis n. sp. von Peru, ähnlich P. caniceps; R. B. Shaipe,
1. c. p. 785. — P. saturatus n. sp. von Bolivia und West-Peru, nahe P. punensis;
ebenda.
Poliospiza isabellina vevmuthlich n. sp. von Schoa; E. H. Giglioli, Ann.
Mus. Civ. Genova ser. (2) 6. p. 33. — Identisch mit P. tristriata; T. Salvadori,
ebenda p. 188. — P. ruftbrunnea abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. .6.
Pooeaetes gramineus affinis n. subsp. von Oregon; G. S. Miller jr., Auk 5.
p. 404-405.
Poospiza boliviana n. sp. von Bolivia, nahe P. thoracica; R. B. Sharpe,
1. c. p. 634 T. 14.
Purpliy^-ospiza pulchra nom. uov. pro Cyanospiza cyanella Pelz. v.. a.;
R. B. Sharps, Cat. Biit. Mus. 12. p. 625.
Pseudochloris n. g. Typus: Emberiza lutea d'Orb et Lafr. ; R. B. Sharpe,
Cat. Brit. Mus. 12. p. 774. — P. mendozae n. sp. von Argentinien, ähnlich P.
aureiventris ; ebenda p. 778.
Pyrrhospiza humü n.sp. vomN.W.-Himalaya, Ähnlich P. punicea; R.B.Shai-pe,
1. c. p. 433.
Pyrrhula kurilensis abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 11.
Bhodospingus n. g. Typus: Tiaris cruenta Less.; R. B. Sharpe, Cat. Brit.
Mus. 12. p. 808. — Eh. cruentus abgeb.; ebenda T. 15. — Eh. mentalis n. sp.
von der Insel Puna im Golf von Guayaquil, ähnlich E. cruentus; ebenda p. 809. T. 15.
Ehodospiza n. g. Typus; Fringilla obsoleta Lebt,; R. B. Sharpe, Cat. Brit
Mus. 12. p. 282.
Saltatricula midticolor abgebildet; P. L. Sclater, Argent. 1. T. 5.
Schistospisa n. g. Typus : Emberiza griseocristata d'Orb. et Lafr. ; R. B. Sharpe,
Cat. Brit. Mus. 12. p. 806.
Serinus flavigula n. sp. von Schoa, nahe S. xanthopygius ; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 272. — S. reichenowi n. sp. nahe S. xanthopy-
gius; ebenda.
Spermophila whiteleyana n. sp. von Guiana, nahe S. plumbea-, R. B. Sharpe,
Cat. Brit. Mus. 12. p, 98. — S. colombiana n. sp. von Columbia; ebenda p. 99.
— S. polionota u. sp. von Brasilien, ähnlich S. cucuUata; ebenda p. 118. — S.
alUtorquis n. sp. von Mexico, nahe S. torqueola; ebenda p. 120. — S. amazonica
n. sp. vom Amazonenstrom, nahe S. lineola; ebenda p 132. — S. trinitatis n. sp.
von Trinidad, nahe S. lineola; ebenda p. 132. — S. palustris abgebildet; ebenda T. 2.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 140
Spizella arenacea, Beschreibung des Brutkleides; C. H. Merriam. Auk 5.
p. 402-403.
Sycalis jamaicae n. sp. von Jamaica, nahe S. flaveola; R. B. Sharpe, Cat.
Brit. Mus. 12. p. 379. — S. taczanowskii n. sp. von Peru und Ecuador, ebenda p. 385.
Zonotrichia widtii n. sp. von Argentinien; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. 12.
p. 608. T. 13.
Familie Ploceidae.
E. Bartlett, A Monograph of the Weaver-Birds, Ploceidae, and arboreal
and terrestrial Finches, Fringillidae. Maidstone. — Erschien: Pt. 1. enthaltend
Abbildungen, Beschreibungen etc. von Textw dinemelli u. böhmi, C/irijsomitris
atrata, Puroaria cucullata, Pyrrhula nipalensis, Munia oryzivora. Part. 2: Car-
clinalis mrginianus, Chrysomitris uropycjialis, Passer domesticus, Textor panicivora
und albirostris.
Amhlijospiia comolor n. sp. von St. Thome; B. du Bocage, Jörn. Sc. Math.
Phys. Nat. Lisboa No. 48 1888 p. 229—230. — A. melanotis Heugl.; Lebensweise,
Nest, Eier u. Masse des Vogels; Ct. Hartlaub (nach Emiu Pascha); Journ.
Ornitb. 36. p. 1 - 4. '
Bonacicola hunsteini abgebildet; Gould, New Guinea 24.
Estrelda nigrimentum n. sp. von Schoa, nahe E. chcmnosynu; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 281. -- E. thomensis n. sp. von der Insel St.
Thome (West -Afrika); J. A. de Sousa, Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa
No. 47 p. 155.
Phüetaerus cahanisi (Nigrita cahanisi) abgebildet; Ibis (5) 6. T. 6.
Plocepasstr rufoscapulatus u. sp. vom Kasingafluss, Südwest- Afrika ; J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. 10. p. 238 T 9 F. 2.
Ploceus castanops n. sp. vou Aequatorial- Afrika, nahe PI. xanthoptera;
G. E. Shelley, Proc. Z. S. London p. 35. — P. jacksoni n. sp. aus der Gegend
des Kilimandjaro, sehr nahe P. dimidiatus; G. E. Shelley, Ibis (5) 6. p. 293 T. 7.
— P. (Foudia) madagascariensis abgebildet; Nouv. Arch. Mus. 2. 10. T. 9.
Spermospiza ruflcapilla n. sp. von Aequatorial- Afrika; G. E. Shelley, Proc.
Z. S. London p. 30.
Urohrachia traversü n. sp von Sclioa, nahe U. phoenkea; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 287.
Familie Icteridae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 108.
Icterus gularis yuccdanensis n. subsp.; H. v. Berlepsch, Auk 5 p. 454. —
I. toagleri castaneopectus n. subsp. von Mexico; W. Brewster, Auk 5. p. 91.
Molotliriis hadius u. rufo-axlllaris abgebildet; P. L. Sclater, Argent.
Orn. 1. T. 6.
Familie Sturnidae.
Acridotheres cdhocinctus abgebildet; Ibis (5) 6. T. 1.
Poliopsar n. g. Anterior plumelets of the forehead coutinued over the
nasal membrane and bill much more acute and narrow [than in gen. Sturuus].
Hierzu die Arten: sericeus G^m , cineraceus Tem., burmanicus Jerd , leucocephalus
Gigl. et Salv., andamanensis Beav., erythropygius BJyth., vialabariciis Gm.,
nemoricola tferd., blythi Jerd. , cambodianus u. sp. von Cambodscha, ähnlich P.
150 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistimgen
leucocephalus und eoUetti n. sp., ähnlich P. cineraceus, Vorkommen unbekannt;
R. B. Shai-pe, Ibis (5) 6. p. 476-477.
Sturnus: Uebersicht der Arten dieser Gattung und deren Unterscheidungs-
merkmale, neu: St. menzbieri von Süd- und Südwest- Asien, ähnlich St. vulgaris,
und St. porphyronotus von Afganistan, ähnlich St. purpurascens ; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6. p. 438—440.
Familie Paradiseidae.
Äeluroedus melanocephalus abgebildet; Gould, New Guinea 24.
Lophorina minor abgebildet; ebenda 24.
Paradisea guilielmi n. sp. u. P. augustae-victoriae n. sp. von Kaiser-Wilhelms-
land (Neu Guinea); J. Cabanis, Journ. Ornith. 36. p. 119.
Familie Corvidae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 108.
Cissa jefferyi n. sp. vom Kina Balu, Nord Bonieo, nahe C. minor;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 383-385.
Lycocorax obiensis abgebildet; Gould, New Guinea 24.
Nucifraga caryocataetes. V. v. Tschusi bespricht die Verbreitung und
den Zug des Tannenbehers mit besonderer Berücksichtigung seines Auftretens
im Herbst und Winter 1885 und Bemerkungen über seine beiden Varietäten;
Verhandl Zool. Bot. Ges. Wien 38. 1888 p. 407-506. Mit Tafel. - Ueber den
Zug im Jahre 1888 s. V. v. Tschusi oben S. 117, H. Bünger S. 113,
G. Clodius S. 114, H. Hiller S. 114, J. A. Link S. 114, J. Michel S. 115,
H. Panzner S. 117, Pietsch S. 115, H. Stoot S. 115, E. Ziemer S. 116,
ferner F. Knauer, Mitth. 0. Ver. Wien 12. p. 142, 158-159. — H. Seebohm
ist der Ansicht, dass nicht eine westliche und östliche Form des Nusshehers
zu unterscheiden sei, sondern eine arktische und eine gemässigte; der in Japan
heimische Nussheher sei identisch mit dem europäischen ; Ibis (5) 6. p. 236 — 241
— Nucifraga caryocataetes macrorhyncha die in Japan heimische Form ; L. Stej-
neger, Proc. U. St. Nat. Mus. 11. p. 425-432.
Familie Laniidae.
CoUuricincla sibila n. sp. von Nord-Queensland, nahe C. rufiventris; C. W.
de Vis, Proc. Soc. Queensl. 5. p. 161.
Cyclorhis, kritische Bemerkungen über die Arten der Gattung, 11 Species
und 3 Subspecies werden unterschieden; Schlüssel zur Bestimmung derselben;
H. V. Berlepsch, Ibis (5) 6. p. 83—92. — C. altirostris und ochrocephala abgebildet;
P. L. Sclater, Argent. Orn. 1. T. 3.
Hyloterpe plateni n. sp. von Palawan, nahe H. grisola; W. Blasius, Braunschw.
Anzeigen 1888 No. 52 1. März p. 467 u. Mitth. Orn. Ver. Wien 12 p. 75. —
H. whiteheadi n. sp. von Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 198. [Identisch
mit H. plateni.']
Lanius raddei n. sp. von Transcaspien, am nächsten L. vittatus ; pl. E. Dresser,
Proc. Z. S. London p. 291. — L. rutilans Tem. abgebildet; Journ. Ornith. 36. T. 3.
PachycepJiala occidentalis n. sp. von West- Australien, nahe P. gutturalis;
E. P. Ramsay, Tab. List. Austr. Bird p. 32.
Pterythrius cameranoi verglichen mit Pt. aeralatus; R. B. Sharpe, Proc
Z. S. London p. 277.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888, 151
Beetes. Critische Bemerkungen über die Arten der Gattung, neu: B. me-
ridionalis von den Astrolab- Bergen, Neu Guinea, ähnlich B. uropijgialis;
E. B. Sharpe, Ibis (5) 6. p. 435-437. — B. aruensis abgebildet; Gould, New
Guinea 25.
Vireo cinereus identisch mit V. magister; 0. Salvin, Ibis 6. p. 254.
Familie Campophagidae.
Edöliisoma erythropygium n. sp. von Guadalcanar, Salomon- Inseln, nahe
E. remotum; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 184.
Graucalus Iwloxjolhis n. sp. von Guadalcanar, nahe G. pusillus; R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. London p. 184. — G. (Ceblepyris) sulphureus u. cucullatus abgebildet;
Nouv. Arch. Mus. (2) 10. T. 7.
Pericrocotus croceus n. sp. und P. wrayi n. sp. von Perak, Malacca;
P. rubrolimbatus Salvad. identisch mit P. solaris und P. pulcherrimus Salvad.
identisch mit P. neglectus Hume ; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 269. —
P. wrayi abgebildet; T. 15.
Familie Muscicapidae.
Bradyornis traversi vermuthlich n. sp. von Schoa; E. H. Giglioli, Ann.
Mus. Civ. Genova (2) 6. p. 44. — Identisch mit Lioptilus chocolatinus; T. Salvadori,
ebenda p. 188.
Cryptolopha davisoni n, sp. von Perak, Malacca, nahe C. montis; R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. London p. 271.
Digenea leueops n. sp. von Indien u. D. malayana n. sp. von Perak, Unter-
schiede dieser und der Arten: submonilige); albifrons und solitaria; R. B. Sharpe,
Proc. Z. S. London p. 246-247.
Gerygone flcwiventris abgebildet; W. Buller, New Zeal. Vol 1 p. 126. —
thorpei n. sp. von Lord Howe-Insel ; E. P. Ramsay, Proc. Linn. Soc. NS. "Wales 2
(1887) p. 677.
Humblotia flavirostris abgebildet; Nouv. Arch. Mus. 2. 10. T. 8.
Monarcha castaneiventris (Verr.) auf Guadalcanar, M. rufocastanea Rams.
auf San Christoval und M. erytlirosticta Sh. auf Fauro (Salomonsinseln) ; Ogilvie-
Grant, Proc. Z. S. London p. 195.
Muscicapula westermanni n. sp. von Perak, Malacca; R.B. Sharpe, Proc. Z. S.
London p. 270.
P/iilentuma intermedium Hume identisch mit P. pyrrhopterum (Tem.); R. B.
Sharpe, Proc. Z. S. London p. 271.
Piezorhynchus sericeus n. sp. von den Neu-Hebriden, nahe P. verticalis; E. P.
Ramsay, Proc. L. S. NS. Wales (2) 3 p. 1293. — P. axillaris u. meditis abgebildet;
Gould New-Guinen 25.
Pomarea erythrosticta n. sp. von Fauro, Salomon - Inseln , nahe P. castanei-
ventris; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 185.
Bhinomyias gularis n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe B. pectoralis;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 6 p. 385.
Siphia platenae n. sp. und S. ramsayi n. sp. von Palawan; "W. Blasius,
Braunschw. Anzeigen 1888 No. 52 1. März p. 467 und Mitth. Orn. Ver. Wien 12
p. 75 u. 74. — S erithacus n. sp. von Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6 p. 199
T. 4 [identisch mit S. platenae].
Terpsiphone comorensis abgebildet; Noiiv. Arch. Mus. (2) 10 T. 8.
1^2 Aut. Reicbenow: Bericht über die Leistungen
Familie Hirundinidae.
E. B. Sharpe und C. W. Wyatt, A Monograph of the Hirundinidae or
Familie of Swallows. London. — Theil 7—8 erschienen, nebst einer Kaite der
Verbreitung der PMlidopt-ocne- Arten. Behandelt sind : Psalidoprocne petiti, albiceps,
fuliginosa, nitens, Chelidon lagopus, Hirundo sclateri, G. smithii, Atticora melano-
leuca, A. fucata, Pteroehelidon sivainsoni, P. fluvicola, Stelgidoptenjx ruficollis.
Familie Eriodoridae.
P. L. Sclater, Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. 14
London 1888. — Enthält die: Tyramiidae mit 4 Unterfamilien: Taeniopterinae,
Platyrliyncliinae, Elaineinae und Tyranninae, 78 Gattungen und 412 Arten, die
Oxyrhamphidae (3 Arten, 1 Gattung), die Pipridae mit 2 Unterfamilien: Piprinae
und Piilochlorinae (19 Gattungen und 70 Arten), die Cotingidae mit 6 Unter-
familien: Tltyrinae, Lipauginae, Attilinne, Rupicolinae, Cotinginae und Gymno-
derinae (29 Gattungen und 110 Arten), die Phytutomidae (1 Gattung, 4 Arten),
die Philepittidae (1 Gattung, 2 Arten), die Pittidae (4 Gattungen, 50 Arten), die
Xeniddae (2 Gattungen^ 3 Arten), die Eurylaemidae mit 2 Unterfamilien: Calyp-
tomeninae und Eurylaeminae (7 Gattungen und 11 Arten).
AcanthidosiUa chloris abgebildet; W. Buller, B. !New-Zeal. Vol. 1.
Coracopüta g.n. Typus: Pitta luguhris Rosenb.; P. L. Sclater, Cat. Brit.
Mus. 14 p. 449.
Dichrozona im Bericht 1887 s. 145 verstellt, gehört unter Familie Eriodoridae.
Myrmeciza houcardi n. sp. von Bogota, ähnlich M. longipes; H. v. Berlepsch,
Ibis (5) 6 p. 129.
Phlogopsis im Bericht 1887 s. 145 verstellt, gehört unter Familie Eriodoridae.
Bhegmatorhina desgl.
Xenicus güviventris u. longipes abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Familie Anabatidae.
Dendrocolaptes variegatus n. sp. von Costa Rica, ähnlich D. puncticoUis Sei.;
R. Ridgway, Proc. U. St. N. Mus. 11. p. 546.
Dendrornis punctigula n. sp. von Costa Rica, ähnlich D. triangularis (Lafr.);
R. Ridgway, Proc. U. St. N. Mus. 11 p. 544.
Drymornis bridgesi abgebildet; P. L. Sclater, Argent. Orn. 1 T. 10.
Furnarius cristatus n. sp. von Cordoba, Argentinien, verschieden von F.
p-icolor von Bolivien; H. Burmeister, Ibis (5) 6 p. 495.
Homwus hphotes abgebildet; P. L. Sclater, Argent. Orn. 1 T. 9.
Phacellodomus striaticollis (d'Orb. et Lafr.), nicht P. ruher d'Orb. in Argen-
tinien; P. L. Sclater, Ibis (5) 6 p. 467.
Pmlaptes gracilis n. sp. von Corta Rica, ähnlich P. lacrymigcr Bp. ; R.
Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 11 p. 542.
Sclerurus canigularis n. sp. von Costa Rica, ähnlich S. alhogularis Sws.;
R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 11 p. 542.
Synallaods coryi n. sp. von Venezuela, nahe S. fuliginosa Lafr. ; H. v. Ber-
lepsch, Auk 5 p. 458.
Xiphocolaptes emigrnns costaricensis n. subsp von Costa Rica ; R. Ridgway,
Proc. U. St. Nat. Mus. 11 p. 541.
in der ISlaturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 153
Familie Tyrannidae.
Vergl. P. L. Sclater, Cat. Brit. Mus. 14 unter Eriodoridae.
Agriornis pollens, insolens und soUtaria abgebildet; P. L. Sclater, Cat. Brit.
Mus. 14 T. 1-3.
Caenotriccus n. g. Typus: Muscicapa (Todirostrum) ruficeps Lafr.; P. L.
Sclater, ebenda p. 86.
Camptostoma flaviventre Sei. Salv., identisch mit Ornithion pusillum (Gab.
Heine); Godmau u Salvin, Centr. Araer. Avers. 2 p. 30—31.
Ceratopipra iracunda abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 19.
Cldoropipo holochlora n. sp. von Columbia und Amazonia, nahe Ch. uniformis;
P. L. Sclater, Cat. Brit. Mus. 14 p. 287.
Cnipodectes suhbrunneus abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 16.
Elainea bnrbadensis n. sp. von Barbadoes, West-Indien, nahe E. martinica;
Ch. B. Cory, Auk 5 p. 47. — E. olivina abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 12. —
E. arenarum abgebildet ; Godman u. Salviu, Centr. Amer. T. 36. — E. ridleyana
n. sp. von der Insel Fernando iSlorohna, nahe E. payana; R. B. Sharpe, Proc. Z. S.
London p. 107.
Empidochanes salvini n. sp. von Venezuela und Brit. Guiana, nahe E. poeci-
Iwus; P. L. Sclater, Cat. Brit. Mus. 14 p. 218.
Empidonax cineritius n. sp. von Unter Califoraien, nahe E. difßcüis; W.
Brewster, Auk 5 p. 90.
Euscarthmus impiger u. russatus abgebildet; P. L. Sclater, 1. c. T. 9.
Heterocercus aurantiivertex abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 23.
Heteropelma flavicapillum, igniceps und ivallacii abgebildet; P. L. Sclater 1. c.
T. 22, 21 u. 20.
Leptopogon erythrops abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 10.
Leptotriccus supeixiliarls abgebildet; Godmau u. Salvin, Centr. Amer. T. 36.
Mitrephanes phaeocercus tenuirostris n. subsp. von Sonora. West. Mexico;
W. Brewster, Auk 5 p. 137.
Muscivora occidentcdis abgebildet ; P. L. Sclater 1. c. T. 15.
Myiarchus berlepschii n. sp. von St. Kitts, West -Indien, ähnlich 31. oberi;
Ch. B. Cory, Auk 5 p. 266.
Myiobius flavicans u. roraimae abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 17 u. 18. —
M.ridgioayi n. sp. von Rio Janeiro, nahe M. xanthopygus; H. v. Berlepsch,
Auk 5 p. 457.
Myiopagis n. g. Typus: Elainea placens Sei.; Godman und Salvin, Centr.
Amer. Aves. 2 p. 26.
Ochthodiaeta fusco-rufus abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 5.
Ochthoeca leucometopa , citrinifrons und pulchella abgebildet; P. L. Sclater
1. c. T. 6-7.
Ochthornis g. n. Typus: Elainea littoralis Pelz.; P. L. Sclater, Cat, Brit.
Mus. 14 p. 31.
Plutyrhynchus flavigularis u. alhigidaris abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 8.
Bhynchocyclus fulvipectus abgebildet; ebenda T. 13.
Sirystes albocinereus abgebildet ; P. L. Sclater 1. c. T. 14.
Sublegatus glaber Sei. Salv. identisch mit Elainea arenarum Salv.; God-
man und Salvin, Centr. Amer. Aves 2 p. 37.
154 Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Taenioptera holospodia abgebildet; P. L. Sclater 1. c T. 4. — T. rubetra
abgebildet; P. L. Sclater, Argent. Orn. 1 T. 7.
Tyranniscus cinereiceps und gracilipes abgebildet; P. L. Sclater, Cat. Brit.
Mus. 14 T. 11.
Tyrannuluis semiflavus abgebildet; Godman u. Salvin, Centr. Amer. T. 36.
Familie Ampelidae.
Vergl. P. L. Sclater unter Eriodoridae.
Hadrostomus homochrous abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 24.
Jodopleura leucopygia abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 26.
Pachyramphus spodiurus abgebildet; P. L. Sclater 1. c. T. 25.
Phytotoma rutila abgebildet; P. L. Sclater, Argent. Orn. 1 T. 8.
Tüijra nigriceps n. sp. von Ecuador, ähnlich T. personata; J. A. Allen,
Auk 5 p. 287. — T. personata griseiceps n. subsp. von West-Mexico ; R. Ridgway,
Auk 5 p. 263.
Familie Trochilidae.
Agyrtria alleni u. sp. von Yungas, Bolivien, ähnlich Thaumatias caeruleiceps
Gould ; G. EUiot, Auk 5 p. 263.
Trochüus violajugulum n. sp. von Santa Barbara, Cal., ähnlich T. anna,
J. A. Jeffries, Auk 5 p. 168-169.
Uranomitra ellioti Berlp. identisch mit U. quadricölor (Vieill.); H. v.
Berlepsch, Proc. U. St. Nat. Mus. 11. p. 561.
Familie Micropodidae.
Collocalia nutalis n. sp. von Christmas - Insel (Indischer Ocean), nahe C.
neglecta Gray; J. Lister, Proc. Z. S. London p. 520.
Cypseliis shelleyi n. sp. von Schoa, nahe C. apus; T. Salvadori, Ann. Mus.
Civ. Genova (2) 6 p. 227. — C. myopiilus n. sp. von Schoa; ebenda p. 228.
Familie Caprimulgidae.
Chordiles chapmani n. sp. von Florida , Charactere der drei Arten popetue,
sennetti und henryi; E. Coues, Auk 5 p. 37.
Nyctidromus, Dichromatie in der Gattung; G. B. Sennett, Auk 5 p. 205. —
iV. albicollis merrilli n. subsp. von Süd-Texas; G. B. Sennett, Auk 5 p. 44.
Otophanes n. g. : Bill long, narrow, slender, vpith tubulär nostrils opening
forvpard and outward, not upw^ard; the gape with long, stiff, naked bristles cur-
ving downvpard and inward, meeting and overlapping under the chin; tarsus
naked, about equal to middle toe; tail long and slightly rounded, wing comparati-
vely short and rounded, the secoud and third quills equal and longest, the fourth
slightly shorter, the first and fifth decidedly shorter than the fourth and equal.
Plumage peculiaily soft and velvety; eyes bordered in front and above by semi-
circlets of radiating feathers, the tips directed upvrard and outward forming
distinct superciliary ruffs or shields which extend from the gape along the sides
of the crown to the occiput where they terminate in tufts of elongated feathers,
erectile in life and precisely similar in form and position to the ear tufts of
Megascops. The genus nearest allies Äntrosfomus and P/ialaenoptüus. Typus:
0. mcleodii n. sp. von Mexico; W. Brewster, Auk 5 p. 88 90.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1888. 155
Familie Coraciidae.
Vergl. P. L. Sclater, Cat. Brit. Mus. 14, unter Eriodoridae.
Calyptomena whiteheadi abgebildet, Beschreibung des jungen $ ; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6 p. 231 T. 5.
Podargus ocellatus abgebildet; Gould, New-Gruinea 24.
Familie Alcedinidae.
Halcyon vagans abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Tanysiptera microrhyncha abgebildet; Gould, New-Guinea 24.
Familie Bucerotidae.
G. E. Shelley liefert eine Uebersicht der afrikanischen Bucerotiden,
Synonymie, Vorkommen, Schlüssel zum Bestimmen der Arten. Es werden die
Gattungen Bucorvus, Cercitogymna, Buceros, Lophoceros und Berenicornis mit
30 Arten unterschieden; Ibis (5) 6 p. 47—70.
Lophoceros damarensis n. sp. von Damaraland, nahe L. erythrorhynchus;
ebenda p. 66.
Familie Picidae.
Siehe R. W. Shufeldt oben S. 109.
Chloropicus mentalis u. miniatus in die Gattung Chrysophlegma zu stellen;
E.Hargitt, Ibis (5) 6 p. 2.
Chrysophlegma ivrayi n. sp. von Perak, Malacca, nahe Ch. flavinucha, R. B.
Sharpe, Proc. Z. S. London p. 279.
Gecinus , E.Hargitt liefert eine Uebersicht der Gattung; ausführliche
Synonymie, Beschreibung und eingehende Besprechung der Verbreitung der
Arten. 16 Species werden unterschieden; viridicanus M. W., jessoensis u. per-
palUdus Stejn. werden mit G. canus vereinigt; Ibis (5) 6 p. 1— 42, 153—193.
Picoides albidior Stejn. von Kamtschatka, Diagnose und Synonymie; Proc.
U. St. N. M. 11 p. 168.
Picumnus flavotinctus n. sp. von Costa Rica, ähnlich P. oUvaceus Lafr.;
R. Ridgway, Proc. U. St. N. Mus. 11 p. 543.
Familie Capitonidae.
Megalaema pulcherrima n. sp. vom Kina-Balu, Nord-Borneo; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6. p. 393 T. 11.
Familie Trogontidae.
Harpactes tvhiteheadi n. Sil. vom Kina-Baln, Nord-Bonieo; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6 p. 395 T. 12.
Familie Indicatoridae.
Indicator emini n. sp. von Acquatorial- Afrika; G.E.Shelley, Proc. Z. S.
London p. 43 T. 3.
Familie Cuculidae.
Chrysococcyx lucidus abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Coccystes: Geographische Verbreitung der (7) Arten, neu: C. caroli von
Gabun, nahe C.jacobinus; G. C. Norman, Ibis (5) 6 p. 396—409.
156 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Eudynamis mindanensis var. sanghirensis n. snbsp. von Sangir; W. Blasius,
Ornis 4 p. 566. — E. orientalis, Jiigendkleid ; J. Whitehead, Ibis (5) 6 p. 410. —
E.taüensis abgebildet; W. Buller, New-Zeal. Vol. 1.
Microdynamis parva abgebildet; Gould, !New- Guinea 24.
Nesocentor milo desgl.
Ordnung Psittaci.
Vergl. F. Bignon oben S. 104.
Charmosyna stellae abgebildet; Gould, New-Guinea 24.
Lorius flavo-palliatus desgl. — L. tibialis desgl. 25.
Nasiterna aolae n. sp. von Guadalcanar, Salomonsinseln, nahe N. finschi;
Ogilvie-Grant, Proc. Z. S. London p. 189, T. 10.
Nestor meridionalis u. notahilis abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Platycercus auriceps, novae zealandiae und alpinus abgebildet; AV. Buller,
B. New-Zeal. Vol.l. — F.pennanti Yar.niyrescens n.subsp. von Queensland; E. P.
Eamsay, Tab. List. Austr. Birds p. 34.
Prioniturus platenae n. sp. von Palawan, ähnlich P. discurus Vieill.; W.
Blasius, Braunschw. Anzeigen 1888 No. 37 12. Febr. p. 335. — P. cyaneiceps n. sp.
von Palawan [identisch mit P. platenae] ; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6 p. 194.
Psittaciüa : Bemerkungen zu R. Ridgway's Monographie der Gattung [vergl.
Ber. 1887 p.l50]; G. Hartlaub, Ibis (5) 6 p. 493. — P. spengeli Hartl. vielleicht
identisch mit P. exquisita Ridgw. und P. cyanocMora Natt. Mns., Hartl. mit
P. deliciosa Ridgw. ; R. Ridgway, Auk 5 p. 460 - 462.
Stringops hdbroptüus abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Familie Strigidae.
Vergl. F. E. Beddard oben S. 104.
Glaucidium gnoma Jioskinsü n. subsp. von Unter-Californien ; W. Brewster,
Auk 5 p. 136.
Megascops aspersus n. sp. von Chihuahua, Mexico, nahe Scops harharus Sei. ;
W. Brewster, Auk 5 p. 87. — M. vinaceus n. sp. von Chihuahua, Mexico, nahe
M. cooperi ; ebenda p. 88.
Ninox albaria n. sp. von Lord-Howe-Insel , nahe N. novae-zealandiae ; E. P.
Ramsay, Tab List Austr. Birds p. 36. — N. granti n. sp. von Guadalcanar, Sa-
lomon-Inseln , nahe N. pimetulata; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 183. —
N. macroptera n. sp. von Gross Sanghir; "W. Blasius, Braunschw. Anzeigen No. 9
11. Jan. 1888 p. 86. — N. natalis n. sp. von Christmas -Insel (Indischer Ocean),
nahe N. forhesi Sei.; J. Lister, Proc. Z. S. London p. 527.
Sceloglaiix novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Scops fuliginosa n. sp. von Palawan, ähnlich S. umbratilis; R B. Sharpe,
Ibis (5) 6 p. 197. — S. luciae n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, ähnlich
S. rufescens; R. B. Sharpe, Ibis (5) 6 p. 478. — S. ohsoletus Cab. identisch mit
S. brucei (Hume) ; J. H. Gurney, Ibis (5) 6 p. 145. — S. scapulatus n sp. von
St. Thome, kleiner als S. capensis, ähnlich S.rutilus; B. du Bocage, Jörn. Sc.
Math. Phys. Nat. Lisboa No. 48 1888 p. 229.
Spiloglaux novae zealandiae abgebildet; "VV. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
in der Naturgescliichte der Vögel während des Jahres 1888. 157
Syrnium wiepkeni n. sp. von Palawan, nahe S. seloputa; W. Blasius,
Braunschw. Anzeigen 1888 No. 52 1. März p. 467 und Mitth. Orn. Ver. Wien 12
p. 74. — S. ivhiteheadi n. sp. von Palawan, E. B. Sharpe , Ibis (5) 6 p. 196 T. 3
[identisch mit S. wiepkeni].
Familie Falconidae.
Acdpiter hüttikoferi n. sp. von Liberia, nahe A. hartlauhi ; R. B. Sharpe,
Notes Leyden Mus. 10 p. 199—200. — Ä. velox rufilatus n. sp. vom westlichen
Nordameriiia und A. cooperi mexicanus Sws. beschrieben ; R. Ridgway, Proc. U.
St. N. M. 11 p. 92.
Aquila rapax in Süd-Spanien ; Lilford, Proc. Z. S. London p. 248.
Astur ccnchroides abgebildet; M. Menzbier, Orn. Turke.«tan Lf. 1 T. 3. —
A. holomelas n. sp. (vielleicht Melanismus des folgenden), A. ivoodforcU n. sp. und
A. shebae n. sp., ähnlich A. dampiei-i, alle drei von Guadalcanar, Saloraon-Inseln ;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 182-183.
Baza leucopias n. sp. von Palawan, ähnlich B. sumatrensis jr.; R. B. Sharpe,
Ibis (5) 6 p. 195. — B. gurneyi abgebildet; Gould, ?^ew-Guinea 25.
Circus gouldi abgebildet; W. ßuller. B. New-Zeal. Vol. 1.
Falco habylonicus abgebildet; M. Menzbier, Orn. Turkestan L. 1 T. 7. —
F. tinnunculus in Massachusetts erlegt; Ch. B. Cory, Auk5 p. 110 u. 205.
Gypaetus harhatus, s. Girtanner oben S. 118.
Hallaetus hraniclni n. sp. von Korea, nahe H. pelagicus (Pall.); L. Tacza-
nowski Proc. Z. S. London p. 451.
Harpijopsis novae yuineae abgebildet; Gould, New-Guinea 25.
Helutarsus leuconotus hält H. B. Tristram nur für den älteren Vogel von
H. ecaudatus; Ibis (5) 6 p. 266.
Hieracidea novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 1.
Hiero falco hendersoni abgebildet; M Menzbier, Orn. Turkestan Lf. 1 T. 6.
Urospizias natalis n. sp. von Christmas- Insel (Indischer Ocean), nahe U.
griseigularis; J. Lister, Proc. Z. S. London p. 523.
Familie Tetraonidae.
P. de la Llave soll neue Tetraoniden von Mexico beschrieben haben (T.
marmorata, cristata n. guttata); La Naturaleza (Mexico) J. 1885—86 [vom Ref.
nicht gesehen].
Tetrao medius ^ X {Tetrao tetrix ^ X T. wogallus $) $ beschrieben und abge-
bildet; V. v. Tschusi, Ornis 4 p. 517-526 T. 2. — T. urogallus, über die Zahl
der Schwanzfedern; 0. v. Löwis, Zool. Gart. 29 p. 156—157.
Familie Perdicidae.
Coturnix novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. NeAV-Zeal. Vol. 1.
Francolinus spilogaster n. sp. von Harar, Ost -Afrika und F. castaneicollis
n. sp. von Schoa; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2) 6 p. 541 u. 542.
Familie Phasianidae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 108.
Lohiophasis hulweri, Verbreitung und Lebensweise; W. H. Treacher,
Ibis (5) 6 p. 413-415.
158 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Fhasianus insignis unrl satcJienensis identisch mit P/?. sJimvi; H. Seebohm,
Proc. Z. S. London p. 415. — Ph. persicus talischensis n. subsp. von Lenkoran und
Ph. colchicus septentrionalis u. subsp. von der Nordseite des Kaukasus zwischen
schwarzem und kaspischem Meer; Th. Lorenz, Journ. Ornith. 36 p. 571—572. —
Ph. tarimensis Przw. n. sp. von Tarim, Lob-Nor (Central-Asien), nahe P. shawi;
Th. Pleske, Proc. Z. S. London p. 415. — Ph. torquatus und Verwandte: Ph. ver-
sicolor, formosanus, decollatus, strauchi, vlangali, elegans; Unterschiede dieser
Arten; H. Seebohm, Ibis (5) 6 p. 312-316.
Familie Opisthocomidae.
Verg-l. C. G-. Young- oben S. 108 u. S. 135
Ordnung G y r a n te s.
Carpophaga aenea var. palmcanensis n. subsp. von Palawan; W. Blasius,
Ornis 4. p. 316. — C. everetti n. sp. von Nordwest-Borneo, nahe C. piciieringi; W. R.
Ogilvie-Grant, Ann. Mag. N. H. (6.) 2 p. 351. — C. novae zealandiae abgebildet;
W. ßuller, B. New Zeal. Vol. 1. — C. subflavescens u. C. van-wyekii abgebildet;
Gould, New Guinea 25.
Chalcophaps indiea var, sanghirensis n. subsp. von Sangir; AV. Blasius Braun-
schweig. Anzeigen No. 9 11. Jan. 1888 p. 86. — Ch. natalis n. sp. von Christmas-
Insel (Indischer Ocean), zwischen Ch. indiea u. Ch. stephani; J. Lister, Proc. Z.
S. London p. 522.
Columha arquatrix var. thomensis n. subsp. von St. Thome; B. du Bocage,
Jörn. Sc. Math. Phys, Nat. Lisboa No. 48 1888 p. 230—231. — C. fasciata vioseae
n. subsp. von Unter-Californien ; W. Brewster, Auk 5. p. 86 — C. guaya-
quilensis n. sp. von Guayaquil, Ecuador, nahe C. albilinea R. Ridgway, Proc. U. St.
N. M. 11. p. 112.
Janthoenas alhigularis abgebildet; Gould, New Guinea 25.
Macropygia sanghirensis abgebildet ; Ornis 4. T. 3.
Phlogoenas solomonensis n. sp. von Guadalcanar, Salomoninseln, nahe
P.johannae Sei. von Neu Britannien; Ogilvie-Grant, Proc. Z. S. London p. 200.
Treron nasica, griscieauda und nipalensis, Unterschiede ; W. R. Ogilvie-Grant,
Ann. Mag. N. H. (6.) 2. p 352. — T. permagna Stejn. hält H. Seebohm für nicht
verschieden von T. formosa Swiuh.; Ibis (5)6. p. 235.
Familie Ardeidae.
Ärdea bahamensis n. sp. von den Bahamainseln, nahe Ä.virescens; W. Brewster,
Auk 5. p. 83. — A. Sacra u. egretfa abgebildet; B. New Zeal. Vol. 2. — A. vires-
cens frazani n. subsp. von Unter-Californien; "W. Brewster, Auk 5. p. 83
ArdeiraVa woodfordi n. sp. Guadalcanar, Salomoninseln, nahe A. flavicollis;
Ogilvie-Grant, Proc. Z. S. London p. 202.
Nycticorax mandibularis n. sp. von Guadalcanar, Salomoninseln, zwischen
N. manillensis u. caledonicus; Ogilvie-Grant, Proc. Z. S. London p. 203.
Familie Balaenicipidae.
Vergl. F. E. Beddard oben S. 134.
iu der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1888. 159
Familie Ciconiidae.
Vergl. C W. de Vis oben unter Palaeontologie.
Ciconia alba vom November bis April in der Kapkolonie; W. Beste Ornis4.
p. 667.
Familie Ibididae.
Ibis propinqua Swinh.; Identität mit /. melatiocephala bestätigt; H. Seebohm,
Ibis (5) 6. p. 473-474 [vergl. Reichenow, Journ. Ornith. 1877 p. 152].
Familie Pteroclidae.
Syrrhaptes paradoxus, Auftreten 1888 in Europa: Vergl. R. Blasius oben
S. 113, L. Holtz S. 113, A. B. Meyer und F. Helm S. 114, E. Noll, S. 113,
P. C. Reimers, 0. E. Eiffe, A. Senoner S. 113, W. B. Tegetmeier S. 113,
ferner: Ibis (5.) 6. p. 375—378 u. 379. — Auftreten in Deutschland: J. Cordeaux
S. 114, F. Lind n er S. 114, F. Menzel u. A. S. 114, A. Reichenow S. 115,
E. Schaff S. 115, C.Struck S. 115, E. Pfaunenschmid S 115, Pietsch
S. 115, Tancre S. 115. E. Ziemer S. 116, ferner Monatsschr. Ver. Schutze
Vogelw. 13. p. 170—172. — In Oesterreich - Ungarn : S. Brusina S. 116,
V. Chernelhaza S. 116, J. Talsky S. 117. — In England: Zoologist (3.) 12.
p. 233-235, 261—267, 298-301, 347-348, 388 (Nisten), 419—423, 425, 442
bis 456, 468-469. — S. auch: J. W. P. Campbell-Orde. S. 119. In Holland:
H. V. Rosenberg S. 121. In Frankreich: Ch. v. Kempen S. 121, J. Viaa
S. 121, L.Bureau S. 121, L. Ducloy S. 121. — In Italien: L. Picaglia S. 122,
Salvadori S. 122. — P. Leverkühn hat die Litteratur über die Wanderung
der Steppenhühner zusammengestellt; Monatsschr. Ver. Schutze Vogelw. 1888
p. 377-381.
Familie Turnicidae.
Turnix haynaldi n. sp. von Palawan, am nächsten T. rußata Wall.;
W. Blasius, Ornis 4. p. 317.
Familie Parridae.
D. G. Elliot liefert eine Monographie der Familie Jacanidae. Gattg.
Jacana mit den Arten jacawa, nigra, und spinosa; Äfetopidius mit den Arten:
indicus, alhinucha und afrieanus; Aphalus g. n. für Parva capcnsis (Verf. hat
übersehen, dass Cabanis für diese Art die Gattung Microparra aufgestellt hat),
Hydralector, Art: gallinaceus; Hydrophasianus , Art: chirurgus; Auk 5.
p. 288-305.
Familie Rallidae.
Vergl. R. W. S hu fehlt oben S. 108, und C. W. de Vis unter Palae-
ontologie S. 111.
Aramides p>lumbeicollis n. sp. von Costa Rica; J. C. Zeledon, Anales
Mus. Naciou. Costa Rica 1887 p. 131 u. 2. 1888 p. 3.
Gymnocrex plumbeiventris abgebildet; Gould, New Guinea 24.
Nutornis mantelli abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2.
Ocydromus greyi, fuscus, australis u. brachypterus abgebildet; W. Buller, B.
New Zeal. Vol. 2.
Ortygometra tahuensis abgebildet ; W. Buller, B. New. Zeal. Vol. 2.
Porphyrio melanonotus abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2.
160 Ant. R eichen ow: Bericht über die Leistungen
Porzana spilo-ptera (Burm.) identisch mit Ballus salinasi Phil.; H. Bur-
meister, Ibis (5.) 6. p. 285.
Ballus longirostris scottii n. subsp. von der Westküste Floridas; G. B. Senuett,
Aiik 5. p. 305. — B. phüippensis abgebildet; W. Buller, B. New Zeal, Vol. 2.
Familie Otididae.
Vergl. C. "W. de Vis oben unter Palaeontologie S. 111.
Otis dyhoicskii, Beschreibung des $; L. Taczanowski, Proc. Z. S. London
p. 456.
Familie Scolopacidae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 107.
H. Seebohm, The Geographical Distribution of the Family Charadriidae
er the Plovers, Sandpipers, Snipes and their ^-llies. London, Sotheran & Co.
[ohne Jahreszahl, 1888 ?J Quarto. — Behandelt in den Kapiteln 1—9 allgemeine
Fragen der Klassilication, geographischen Verbreitung, Wanderung, zoologische
Regionen, Subspecies etc. Die arktische Zone wird als Verbreitungscentrum
der Familie angesehen. In den folgenden Kapiteln 9—30 werden die einzelneu
Gattungen und Arten characterisirt nebst Angabe der Syuonymie und Verbreitung.
Verf. unterscheidet: Charadriinae mit den Gattungen: Oedicnemus, Charadrius,
Lohivanellus , Vanellus, Cursorius u. Olareola mit 110 Arten u. Unterarten;
Totaninae mit den Gattungen: Himantopus, Haematopus, IbidorJiyncJms,
Numenius, Phalaropus , Totanus, Limosa u. Ereunetes, mit 68 Arten u. Unter-
arten ; Scolopacinae mit den Gattungen : Strepsüas, Tringa, Phecjornis, Bhynchaea,
Scolopax, mit 57 Arten und Unterarten. Mit zahlreichen Holzschnitten und
colorirten Tafeln.
Gallinago pusilla abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2.
Himantopus le-ucocephalus u. novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. New
Zeal. Vol. 2. — H. pectoralis abgebildet; H. Seebohm, Charadi'. T. 14.
Limosa novae zealandiae; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2. Phegornis
mitchelli, cancellatus, leucopterus abgebildet; H. Seebohm. Charadr. T. 16—18.
Becurvirostra novae hollandiae abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2.
Bhynchaea semicollaris abgebildet; H. Seebohm, Charadr. T. 19.
Symphemia semipalmata speculifera (Cuv.) für S. s. inornata Brewst. ;
J. A. Allen, Auk 5. p. 423-424.
Bostratula Vieill. 1816 älter als Bhynchaea; E. Coues, Auk 5. p. 204.
Scolopax frenata chilensis noin. nov. pro. Gallinago paraguayae Vieill; kommt
nur westlich der Anden vor ; H. Seebohm, Charadr. p. 496. —
S. rochusseni u. saturata abgebildet; ebenda T. 20—21.
Tringa ruficollis abgebildet; ebenda T. 15.
Familie Charadriidae.
Vergl. H. Seebohm unter Scolopacidae.
Anarhynchus frontalis abgebildet; W. Buller, B. New Zeal. Vol. 2.
Charadrius bicinetus und obscurus abgebildet; W. Buller, B. New Zeal.
Vol. 2. — Ch. rubecola, sociabilis, rufwenter, totanirostris , monachus, obscurus
. tenellus abgebildet ; H. Seebohm,. Charadr. T. 1—7.
:.^Curs(yrius somalensis, cinctus u. bitorquatus abgebildet; H. Seebohm,
Charadr. T. 11—13.
iu der Naturgescliichte der Vögel während des Jahres 1888. 161
Glareola emini u. sp. von Aequatorial- Afrika , nahe G. megapoda Gray;
G. E. Shelley, Proc. Z. S. London p. 49.
Haematopus frasari n. sp. von Unter Californien, nahe H. palUatus; W.
Brewster, Auk 5. p. 84.
Lobivanellus alhiceps u. supercüiosus abgebildet; H. Seebohm, Charadr.
T. 8—9.
Oedicnemus longipes vermutlich n. sp. von N.W. -Australien; E. P. Ramsay,
Tab. List Austr. B. p. 35.
Thinornis novae zealcmdiac abgebildet; W. Biüler, B. New Zeal. Vol. 2.
Vanellus cayanus abgebildet; H. Seebohm, Charadr. T. 10.
Ordnung L a m e 1 1 i r o s t r e s.
Vergl. R.W. Shufeldt oben S. 107.
Familie Cygnidae.
Cygnus dawidi u. bewicki abgebildet; Proc. Z. S. London 1887 T. 52,
Familie Anseridae.
Casarca variegata abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Familie Anatidae.
Vergl. C. W. de Vis unter Palaeontologie oben S. 111.
Anas cJilurotis abgebildet ; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Fuligida novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Hymenolaemus malacorhynchus abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Nesonetta aucklandica abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Querquedida antardica n. sp. von Süd-Georgien, selu' ähnlich. Qu. eatoni;
J. Cabanis, Journ. Ornith. 36 p. 118 T. 1.
Bhynchaspis variegata abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Ordnung Stegauopodes.
Vergl. R.W. Shufeldt oben S. 107.
Familie Phalacrocoracidae.
Vergl. C. W. de Vis oben S. 111 unter Palaeontologie.
Phalacivcorax varius, imperialis, punctatus und featherstoni abgebildet; W.
Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Sula gossi Ridgw. Ms., n. sp. und S. brewsteri n. sp. von San Pedro Martir
im Golf von Californien; N.S.Goss, Auk 5 p.241 u. 242.
Familie Sternidae.
Sterna frontalis u. antardica abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Familie Laridae.
Larus bulleri und scopulinus abgebildet ; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2. —
L. eburneus, Nest, Eier und Dunenjnnge beschrieben; R. CoUett, Ibis (5) 6
p. 440-443 T. 13.
Arch. f. Naturgescli. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. H
162 Anton Reichenow: Bericht etc.
Familie Procellariitlae.
Vergl. RW. Shufeldt oben S. 107.
0. Salvin, kritische Bemerkungen über Arten der Gattungen Puffimis und
Oestrelata; Ibis (5) 6 p. 351—360.
Aestrelata sandioichensis ßidgw. identisch mit Ae. phaeopygia Salv. ; R.
Ridgway, Proc. ü. St. Nat. Mus. 11 p. 104.
Diomedea exulans abgebildet ; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2.
Oceanodroma leucorhoa u. ynaa-odactijla n. subsp. von Guadelupe Ins., Unter-
Californien; W. E. Bryant, Bull., Calif. Ac. Sc. 2 p. 450-451.
Oestrelata affinis abgebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2. — Oe. heraldica
n. sp. von Chesterfield- Island (W. Pacifik), ähnlich Oe. mollis (Grould) und Qe.
hypoleuca n. sp. von der Krusenstern-Insel (Nord-Pacifik) , ähnlich Oe. torquata-^
0. Salvin, Ibis (5) 6 p. 357 u. 359.
Puffmus hulleri n. sp. von Neu-Seeland ; 0. Salvin, Ibis (5) 6 p. 354 — ab-
gebildet; W. Buller, B. New-Zeal. Vol. 2. — P. cuneatus n. sp. von den Krusen-
stern- Inseln, ähnlich P. creatopus; 0. Salvin, Ibis (5) 6 p. 353. — P knudseni
n. sp. von Hawai (vielleicht identisch mit P. cuneatus Salv.) ; L. Stejneger, Proc.
IT. St. Nat. Mus. 11 p. 93.
Thyellodroma n. g. Typus: Puffimis sphenurus; L. Stejneger, ebenda p. 93
Note.
Familie Alcidae.
Vergl. R. W. Shufeldt oben S. 107 u. 108 und F. E. Beddard S. 104.
Alca impennis, Notizen über frühere Verbreitung; F. A. Lucas, Auk 5.
p. 278—283. - A. impennis. s. F. P. Hardjy, oben S. 102 u. S. 104.
Familie Spheniscidae.
Vergl. F. E. Beddard oben S. 104.
Apitenodytes forsten, Monographie der Art, scheint nur den antarctischen
Continent, Victoria -Land, zu bewohnen; P. L. Sclater, Ibis (5.) 6. p. 325
bis 334.
Eudyptes antipodum und atratus abgebildet; W. Buller B. New Zeal.
Vol. 2.
Ordnung Brevipennes.
Vergl. C. W. de Vis oben unter Palaeontologie S. 111.
W. K. Parker bespricht das Vorkommen von Krallen an den Fingern der
Ratitae; Ibis (5.) 6. p. 124—128. Mit Holzschnitten; vergl. auch oben S. 109.
Apteryx hulleri n. sp. von Nord- Insel; R. B. Sharpe, Trans. N. Z. Instit. 21.
p. 224, abgebildet; AV. Buller, B. New Zeal. Vol. 2. — A. oweni abgebildet; ebenda.
Binornis elephantopus, giganteus, maximus, Abbildungen von Sceletteilen;
W. Buller, B. New Zealand 1. u. 2.
Dromaeus patricius n. sp. foss. aus dem Posttertiär von Queensland;
C. W= de Vis, Proc. L. Soc. N. S. Wales 3. p. 1290-1292 T. 36.
Bericht
über
die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1888.
Von
Dr. Oskar Boettg-er
in Frankfurt am Main.
Reptilia.
Literatur. Die Berichte über Vertebrata im „Zool. Jahres-Be-
richt für 1886 und 1887, herausgegeben von der Zooh Station in
Neapel. Berhn, R. Friedländer & Sohn" 170 und 182 pag. heferten
M. V. Davidoff & C. Emery ; den Bericht für F. E. Beddard's Zoolog.
Record for 1887. London, 8*^: Bd. 24 des Record of Zoolog. Litera-
ture (Reptilia pag. 1 — 28, Batrachia pag. 28 — 34) erstattete wie seit-
her G. A. Boulenger. Letzterer gibt darin zahlreiche synomTnische
Bemerkungen, die Ref. schon im vorjährigen Bericht benutzen konnte.
E. L. Trouessart stellt in seiner „Analyse des Travaux relatifs
aux Vertebres fossiles, publies en 1885—87. Paris 1888, 8». 126 pag."
aus: Annuaire Geol. Univ. Bd. 3, 1887 die in den Jahren 1885—87
neu beschriebenen fossilen Reptilien und Batrachier zusammen.
P. P. C. Hoek. Bibliographie der Fauna van Nederland. Leiden
1888, 80. 96 pag.
Geschichte, Sage. T. Salvadori gibt die Publicationsdaten von
Bonaparte's „Jconografia della Fauna Italiana" und eine Liste aller
in den 30 Heften (1832— 41) dieses Werkes abgebildeten Arten. Der
alphabetische Index für die Reptilien und Batrachier findet sich auf
pag. 18—21. BoU. Mus. Zool. Anat. comp. Torino Bd. 3, No. 48.
25 pag.
Mittheiluugen über die Schlange im Mythus und Kultus der
Völker macht M. Winternitz. Mitth. Anthrop. Ges. Wien Bd. 18,
Heft 1. — Ref. in Naturforscher 21. Jahrg. pag. 316—318.
C. Greve bringt kurze Notizen über Aberglauben der Russen,
welcher sich an Kröten, Frösche und Ringelnatter anknüpft. Zool.
Garten 29. Jahrg. pag. 277,
11*
164 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
L. L. Frost tlieilt eine indianische Eidechsensage mit. Amer.
NaturaUst Bd. 22 pag. 477—478.
Notizen über die Bis-Cobra, die Geschichte des Namens und
die Giftigkeit, die man dieser Eidechse (Eubkpharis) in Indien zu-
schreibt, bringt G. A. Da Gama. Journ. Bombay Nat. Hist. Soc.
Bd. 3, No. 3.^— Ref. in Nature Bd. 38 pag. 624—625. — Vergh
auch unten unter Eublepharidae.
Museen, lieber das neue ReptiHenhaus im Hamburger Zool.
Garten berichtet E. Fried eh Seine Einrichtung wird beschrieben
und die Insassen erwähnt. Von Crocodihern werden aufgezählt
Crocodüvs vulcjurk^ Jucare latirostris aus Argentinien und Alligator
lucius; von Eidechsen sind Varanus nü oticus, Tejus teguexin, Iguana
tuherculata und Cydodus gigas, von Schildkröten Emys orhicularis,
Chrysemys picta, Hydraspis wagleri, Cydanosteus Senegal ensis, Sterno-
thaerus nigricans und sinuatus, Testiido graeca, radiata, tahidata und
Cinixys helliana, "von Schlangen Boa constrictör, Morelia argus, Python
molurus und sehae, Heterodon 7nadagascariensis , Crotalus rhomhifer,
Vipera mtsicornis und ammodytes vertreten. Von Batrachiern ist bis
jetzt nur Ceratophrys ornata vorhanden. Im Aquarium befanden
sich ausserdem u. a. noch Megalohatrachus maximus und ein gelblich-
weisser Axolotl-Blendling. Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 46 — 49 und
52 — 53. — lieber denselben Gegenstand macht auch H. Bolau Mit-
theilungen. Die Gesammtkosten des Gebäudes, das eingehend be-
schrieben und abgebildet wird, betrugen 17 800 Mark. Sein Inhalt,
der aufgezählt wird, besteht aus 105 Reptihen und 3 Batrachiern.
Ebenda pag. 201—208, 3 Figg.
Von Kriechthieren erwähnt E. Friedel aus dem Kölner Zool.
Garten nur Alligator li/cius und Chelydra serpentina. Ebenda pag. 87.
Bei einem Besuche der Museen von Brüssel, Bonn, Berlin, Leip-
zig, Dresden, Prag, Wien, München, Stuttgart, Tübingen, Darmstadt,
Strassburg, Paris und Boulogne hat A. Smith Woodward den Fossil-
resten von Wirbelthieren seine Aufmerksamkeit gewidmet und kurz
darüber referiert. Von Reptilien und Bati-achiern werden aus Brüssel
erwähnt die Iguanodonten des Wealden und Psephophon/s rupelie^vsis,
von Bonn Pterodactylus crassirostris Goldf., von Berlin Weissia bava-
rica Branco, von Leipzig und Dresden die Sammlungen sächsischer,
von Prag die böhmischer Stegocephalen und Reptilien des unteren
Perm, von Wien der miocaene Psephophorus polygonits See\. und die
Reptilien der Gosaukreide, von München der Camps ognatlms Wagn.
und zahlreiche Pterodactylen und Lacertilier, Ichthyosauren von Banz
und Lariosaurus aus der italienischen Trias, von Stuttgart die Ba-
trachier und Reptilien aus dem Keuper und der Lettenkohle Wih^ttem-
bergs, Belodon, der Dinosaurier Zanclodon, Aetosaurus ferratus und
grosse Stegocephalen, sowie schöne Ichthyosauren aus dem Lias, von
Tübingen Zanclodon und Chelythermm ohscurum v. Mey. aus der Trias,
Teleosauren und Ichthyosauren, sowie Pterodactylus suevicus und
Rhacheosaurus, von Darmstadt die Crocodilreste von Messel und
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 165
namentlicli ein vermuthlich zu Rhamphosuchus gehöriges Stück, von
Strassburg eine schöne Ichthyoscmrvs-Ylosse. und von Paris u. a. die
Reptilien und Batrachier aus dem Perm von Autun. Geol. Magaz. (3)
Bd. 5 pag. 395—404.
Im Jahresbericht für 1887 macht Fr. von Hauer Mittheilungen
über den Zuwachs der Sammlungen des Naturhist. Hofmuseums in
Wien. Danach kamen in diesem Jahre hinzu 130 Arten von Kriech-
thieren in 341 Exemplaren, u. a. Zamenis geinonensis von Mehadia
(Banat), Ophisaiirus apus von Ragusa und Liopliif^ merremi und Diplo-
glossus fasciatus vom Corcovodo bei Rio de Janeiro. Ann. Naturh.
Hofmus. Wien Bd. 3.
A. M. Kulagin bringt Beschreibung und Listen der Reptil- und
Batrachiersammlung des Museums der Ksl. Moskauer Universität.
Nachr. (Iswest.) Ksl. Ges. Freunde Naturw., Anthr. u. Ethn. Moskau
Bd. 56, Lief 2, 4«. 39 pag. (russ.)
Technische Hilfsmittel, Methoden. In ,,G. Neumayer's An-
leitung zu wdssenschaftl. Beobachtungen auf Reisen Bd. 2, Berlin,
R. Oppenheim, 2. Aufl. 1888, 8°" behandelt A. Guenther auf pag. 405
bis 418 das Sannnein von Kriechthieren. Methylisierter Spiritus sei
nicht zu empfehlen. Durch faulende Exemplare könne der Inhalt
einer ganzen sonst guten Kiste verdorben werden: bereits angefaulte
Stücke eigneten sich nur noch zum Abbalgen oder zum Skelett. Als
besonders sammelwerth werden bezeichnet die grossen Landschild-
kröten der Maskarenen, aUe Trionychiden , Sp)hargis, zahlreiche
Crocodiliden , llattcria, Ilelodermu, Tradtycepltahis, Oreocepliahis,
Metopoceros und Seeschlangen. Die Rathsclüäge des Altmeisters der
Herpetologie sind in hohem Grade beachtenswerth.
Die besten Methoden, Nervenendigungen für die mikroskopische
Untersuchung mit Goldchlorid zu färben, stellt W. Kühne zusammen.
Zeitschr. f. Biologie Bd. 23 (1887) pag. 1—148, Taf. A — Q. — Ref.
in Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 673 — 674.
Werke allgemeineren Inhalts. Von ,, Bronns Klassen und Ord-
nungen des Thierreichs Bd. 6, Abth. 3: Reptilien, bearbeitet von C.
K. Hoffmann", erschienen 1888 die Lieferungen 57 — 64 mit pag.
1825—1920 und Taf. 138—144. Sie enthalten den Schluss des bio-
logischen Theiles und das Register zum dritten Abschnitt: Schlangen,
sowie den Anfang der Entwicklungsgeschichte der Reptilien. Nach
den nöthigen Literaturangaben folgen allgemeine Bemerkungen zur
Entwicklungsgeschichte und sodann Abschnitte über Furchung, An-
lage des Canahs neurentericus, Entwicklung des Mesoblasts und der
Chorda dorsalis, über die ersten Leistungen der Keimblätter, über
Canalis neurentericus und den Primitivstreif bei den Eidechsen und
Schlangen, über Abschnürung und Krümmungen des Embryo, über
die weiteren Leistungen der Keimblätter und über die Allantois. Die
Tafeln 141 — 144 bringen durchweg Originalzeichnungen, welche
jüngere Entwicklungsstadien von Lacerta muralis und agilü und von
Tropidonotus natrix darstellen. Leipzig, C. F. Winter, 8''.
166 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Künstlerische lebenswahre Abbildungen u. a. von 10 Reptilien
bringt „Der Zoologische Garten. Leipzig, J. J. Weber, 1888." Diese
Tafeln in Folio sind von Specht, Mützel, Beckmann, Leutemann u. a.
nach der Natur gezeichnet.
H. Lachmann. Das Terrarium, seine Einrichtung, Bepflanzung
und Bevölkerung. Magdeburg, Creutz 1888, S^. 8, 120 pag., Figg.
Allgemein Anatomisches. G. Rolleston. Forms of Animal Life.
A Manual of Comparative Anatomy, with descriptions of selected
types. 2nd. Edit., revised by W. H. Jackson. Oxford 1888, 8«.
938 pag., 14 Taf. Ein Handbuch der vergleichenden Anatomie
wesentlich zum Gebrauch für Studierende.
In einer morphologischen Studie über den ehemaligen und den
neueren Mund der Wirbelthiere bringt J. Beard weitere Beweise für
die Ansicht, dass der jetzige Mund der Vertebraten eine verhcältniss-
mässig neue Anpassung ist, und bemerkt, dass sich im Parietalauge
der Reptilien und Batrachier und in den Rudimenten der Kiemen-
sinnesorgane und der dazu gehörigen Ganghen bei den Reptilien
Reste finden, welche die Existenz einer älteren Lageform der Mund-
öffimng wahrscheinlich machen. Verf. betrachtet die Hypophyse als
dabei in erster Linie betheiligt. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 1 5 — 24
und Nature Bd. 37 pag. 224—227, Fig.
W. K. Parker macht in seiner Arbeit über Reste und Spuren
von batrachier- und reptilartigem Bau bei den Vögeln eingehend
auf das Jacobson' sehe Organ und Reste einer Knorpelkapsel bei gewissen
Reptilordnungen aufmerksam und bespricht den Palato-Pterygoid-
bogen und das Parasphenoid bei Batrachiern und Reptilien und das
praenasale Rostrum bei Batrachiern und Ichthyopterygiern. Der
Kopf der Vögel zeige Anklänge an den der Ichthyosauren, Nacken
und Gliedmassen an die der Plesiosaurier und die Extremitäten auch
an die der Pterosaurier. Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 397 — 402.
— Ref. in Nature Bd. 37 pag. 501—502.
Integumentalgebilde. In einer Mittheilung „Altes und Neues
über Zellen und Gewebe" fasst Fr. Leydig seine früher gewonnenen
Resultate über Schichtung des Protoplasmas zusammen. Er fand
u. a. längsstreifige Sonderung des Protoplasmas in den Epidermiszellen
von Hyla arhorea, querstreifige in den Epithelzellen der Oberlippen-
drüse der Schlangen und der Daumendrüse der Batrachier, durch
die ganze Zelle radiärstreifige bei jungen Eierstockseiern von Rana
arvalis, durch die Rindenschicht der Zelle radiärstreifige bei Eier-
stockseiern von Reptilien und netzartige Sonderung des Protoplasmas
in Zellkernen und Blutkörperchen von Molge und Schleimzellen von
Anguis. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 255.
Nach G. Wolff haben alle Batrachierlarven — Salamandra,
Molge — zweierlei Epidermis, flimmernde und nichtflimmernde. Bei
allen ist eine ächte Cuticula vorhanden, die besonders bei Sala-
mandra atra sehr deutlich ist. Nur die Epidermis der Perenni-
branchiaten behält den Larvenzustand dauernd; bei den Batrachiern
in der Herpetologie während des Jahres 1888, 167
mit Verwandlung ist die sich häutende Cornea die einzige Stelle,
wo die Verhältnisse mit denen der Larve übereinstimmen. Auch bei
den lungenathmenden Batrachiern fand Verf. eine Cuticula und ebenso
bei Embryonen und bei erwachsenen Lacerten, bei den beiden letzteren
auf der Epitrichialschicht. Bei Vögeln und Säugern konnte sie da-
gegen nicht nachgewiesen werden. Die Cuticula scheint eine wesent-
liche Bedingung für den Häutungsprozess zu sein; die Häutung ist
eine nothgedrungene Anpassung an eine vorhandene Cuticula. Die
Cuticula der Wirbelthierepidermis. Inaug.-Diss. Heidelberg 1888, 8".
22 pag., 1 Taf. und Jena. Zeitschr. Naturw. Bd. 23 (1889) pag. 567
—584, Taf. 28.
Mittheilungen über die verschiedenen Arten der Häutung im
Allgemeinen und bei Lucerta, Vipern und Megalobatm.chis im Spe-
ciellen macht M. Bartels. Er unterscheidet eine Desquamatio
foliacea bei Eidechsen von der Desq. totalis bei gewissen Eidechsen
und den Schlangen. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berhn pag. 67 — 69.
In seiner Arbeit über die „Pigmente der Hautdecke und der
Iris" beschreibt Fr. Leydig einen Blendling von Coronellu anstriaca,
dem, im Leben durchaus hell rosenroth, alles dunkle Pigment fehlte ;
nur an der unteren Hälfte der Iris war eine schwache Spur von
dunklem Pigment zu entdecken. Das mit der Lupe sichtbare weiss-
liche „Pigment" dieses Blendlings bestand, netzartig vertheilt, aus
Guanin. Das Fehlen des dunklen, aber das Auftreten des Guanin-
pigmentes spricht dafür, dass letzteres in nothwendigerem Zusammen-
hang mit den Bedürfnissen des Lebens steht als ersteres. Weitere
Mittheilungen pag. 247 beziehen sich auf Kalkablagerungen und
harnsaure Concremente in der Haut von Reptilien und Batrachiern;
pag. 252 auf das feinkörnige metallglänzende Pigment in der Iris
von Bufo und Bomhinator, auf das harnsäurehaltige Pigment in der
Iris der Schlangen und auf den individuellen Wechsel von dessen
Färbungsintensität. Endhch berichtet Verfasser zusammenfassend
über das schwärzliche Pigment der Hautdecke, welches in Form ver-
ästigter Zellen auftritt, die auch pigmentlos vorkommen können, mit
Bindehautzellen zusammenhängen und mit Endausläufern der Haut-
nerven zusammenfliessen. Auch über die Mechanik des Farbenwech-
sels der Haut wird pag. 255 Licht verbreitet und über die grössere
Constanz der Frenalbinde und die Zwischenaugenbinde Mittheilung
gemacht. Verh. Phys.-med. Ges. Würzburg N. F. Bd. 22 pag. 241 — 265,
— Auch separ.: Würzburg 1888, 8*^. 25 pag.
Skelettsystem, lieber Reste oder Anklänge an reptihschen
und amphibischen Bau im Schädel der Vögel vergl. W, K. Parker.
Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 p. 397—402.
Ueber die Veränderungen in der phylogenetischen Entwicklung
des ersten und zweiten Visceralbogens, ihren Functionswechsel bei
den verschiedenen Wirbelthierklassen und ihre Homologien mit den
Gehörknochen macht H. Gadow Mittheilungen. Verf. nimmt sieben
Stadien dieser Entwicklung an; auf dem dritten Stadium bleiben
168 Dr. Oskar Boettg-er: Bericht über die Leistungen
stehen die Caudaten, auf dem vierten die Anuren; auf dem fünften,
das in drei Unterabtheilungen zerfällt, stehen die ReptiHen. Der
ersten dieser Unterabtheilungen gehören die Geckoniden und die
Rhynchocephalen an, der zweiten die übrigen Eidechsen, die Schild-
kröten, Crocodile und einzelne Schlangen, der dritten die übrigen
Schlangen und die Chamaeleonten. Proc. Roy. Soc. London Bd. 44
p. 143—145 und Phil. Trans. Bd. 179B p. 451—485, Taf. 71—74.
In seiner Arbeit über die Anatomie der Stütz- und Bewegungs-
organe der Vögel behandelt M. Für bring er vergleichsweise auch
den Brustgürtel und die Vorderextremität der Reptilien. Bijdr. Dierk.
Amsterdam Bd. 15. 49, 1751 pag., 30 Taf.
A. Cuenod bespricht vergleichend die anatomischen und
mechanischen Verhältnisse des EUenbogengelenks auch bei den
Reptilien und Batrachiern. Internat. Monatschr. Anat. Phys. Bd. 5
pag. 385—430, Taf. 25—27.
Ueber Reste oder Anklänge an reptilischen Bau in der Hand
der Säugethiere macht H. Gr. Seeley bei Gelegenheit seiner Be-
schreibung des triassischen Säugers Theriodesmiis Mittheilungen.
Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 p. 172.
In einem Vortrag über Handskelett und Hyperdactylie be-
handelt J. Kollmann eingehend auch die Organisation der Hand
der Kriechthiere. Hyperdactylie sei atavistisch, nicht pathologisch;
bei dem Uebergange der Fischflosse in die Batrachierhand seien
einige Strahlen als Rudimente in letztere aufgenommen und von
dort in die Hand der Reptilien und der höheren Wirbelthiere ver-
erbt worden. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. p. 515 — 529, Taf. 2, Fig. 5 und
(mit Nachtrag) Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 8 p. 604—634. — Discus-
sion dieses Gegenstandes von Bardeleben, Fürbringer, Leboucq
u. a. vergl. Anat. Anzeiger 1. c. p. 529 — 530. — Auch H, Leboucq
berührt in seiner Notiz über das Fingerskelett der Pinnipedier und
der Cetaceen die analogen Verhältnisse bei Ichthyosanrus cornaliamis
und bei den Batrachiern. Ebenda p. 530 — 534.
Muskelsystem. In seiner gi'ossen Arbeit über die Anatomie
der Stütz- und Bewegungsorgane der Vögel bespricht M. Fürbringer
vergleichsweise auch die Muskulatur der Schulter und des Ober-
arms bei Crocodiliern , LacertiHern, Rhiptoglossen, Cheloniern und
Batrachiern. Bijdr. Dierk. Amsterdam Bd. 15. 49, 1751 pag., 30 Taf.
A. van Gebuchten hat den feineren Bau der gestreiften
Muskelfaser einer Untersuchung unterzogen. Er bespricht die
Muskeln von Rana tempomria und Molgc crkiata vergleichend mit
denen der Reptihen und constatiert die Abweichungen der letzteren
vom Froschtypus. Hauptresultat ist, dass die gestreifte Muskelzelle
bei allen Wirbelthieren im Grossen und Ganzen von gleichem Bau
ist. La Cellule (Louväin) Bd.4 p. 245— 316, 3 Taf.
L. Kerschner macht auf die sogen. Muskelspindeln u. a. beim
Gecko und Frosch aufmerksam, welche speciale Nervenendigungen
enthielten und deshalb als Specialsinnesorgane, vielleicht als Sitz
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 169
des Muskelsinns, aufzufassen seien. Anat. Anzeiger 3. Jahrg.
pag. 126—132 und 288—296.
Nervensystem. L. Edinger hat das Vorderhirn der Wirbel-
thiere einer vergleichenden Betrachtung unterzogen, um gemeinsame
und trennende Merkmale bei den verschiedenen Thierklassen zu
finden. Er untersucht mehr den Bauplan im Grossen, als die feinere
histiologische 1'extur. Als Beispiele unter den Batrachiern werden
Embryonen und erwachsene Thiere von ßaJamandru, Molge, Am-
hlystoma, Rana und Bnfo , unter den Reptilien LaceHa agilis und
viridis, Anguis, Emys und Tropidonotvs in Schnittserien vorgeführt,
die nach der Weigert'schen Haematoxylinmethode gefärbt wurden.
Das Batrachiergehirn ist das einfachste in der Wirbelthierreihe: bei
ihm zuerst tritt ein Lobus occipitalis an jeder Hemisphaere auf.
Seine Grundformen sind im Reptilgehirn noch nachzuweisen, aber
hier tritt zum ersten Mal eine Hirnrinde auf, sowie die ersten mark-
haltigen Stabkranzfasern in der inneren Neurogliaschicht, die
Ammonsformation und der aus ihr entspringende Fornix. Während
der Hirnmantel wesentliche Veränderungen erfährt, bleibt das
Stammgknglion nach Lage und Bau in der ganzen Wirbelthierreihe
im Wesentlichen gleich. Verf. beschreibt mehr oder weniger ein-
gehend 1. ein basales Vorderhirnbündel [vergl. Ber. f. 1887 pag. 162],
2. und 3. ein Medianbündel und ein Mantelbündel bei den Selachiern,
4. ein Bündel der sagittalen Scheidewand bei den Reptilien,
5. Fornix und Commissura fornicis, 6. die vordere Commissur mit
der Portio olfactoria und 7. Corpus callosum. Abb. Senckenberg.
Nat. Ges. Frankfort Bd. 15 pag. 89—121, Taf 1—4. — Ref in Arch.
f Psychiatr. Bd. 20 pag. 18 — 20 und München. Med. Wochenschr.
Jahrg. 35, No. 27.
Beiträge zur Morphologie und Entwicklungsgeschichte des
Nervensystem der Wirbelthiere hat J. Beard gegeben. Untersucht
wurde auch Lacerta, sowie Salamundra, Molgc und Rana. Ein-
gehend beschreibt Verf die Kopfganglien des Frosches. Die Lateral-
ganglien bilden sich aus der inneren Lage des Epiblasts und
trennen sich von ihm, bevor die Neuralganglien sie erreichen.
Diese Lateralganglien existieren also, ja ihre Anlagen übertreffen
an Grösse sogar bei weitem die Neuralganglien. Das wichtigste all-
gemeine Resultat der Untersuchung ist, dass der Zwischenstrang grade
der Theil des Epiblasts oder Ectoderms ist, der nicht an der
Bildung der Cranial- oder Spinalganglien theilnimmt, dass eine
Zwischenrinne im Sinne von His nicht existiert, dass aber im Gegen-
theil im Kopf wie im Rumpf ein Zwischenstrang vorhanden ist.
Anat. Anzeiger 3. Jahrg. p. 874—875 und 899--901. — Ref in
Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1132—1134.
Vergleichende Untersuchungen über die centrale Endigung des
Nervus opticus bei den Wirbelthieren hat J. Bellonci angestellt.
Zu seinem ersten Typus gehören Batrachier und Reptilien, von denen
er einerseits Siredon, Molge, Bnfo und Rana., andererseits Lacerta,
170 Dr, Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Tropidonotus, Emys und Testndo geprüft hat. Verf. bestreitet die
Nothwendigkeit, mit Bechterew das Vorhandensein eigener optischer
Fasern anzunehmen, welche direct zum motorischen Centrum der
Pupille führen; wahrscheinlich endige keine einzige Opticusfaser in
anderen Gehirntheilen als im Corpus opticum. Zeitschr. Wiss. Zool.
Bd. 47 pag. 6—13, 4 Figg., Taf 1—8.
Eingehende anatomische Untersuchungen über die Nervenver-
sorgung der Mund- und Nasenhöhlendrüsen bei den Kriechthieren
hat E. Gaupp veröffentlicht. Die Beobachtungen wurden gemacht
an Salamundru maadosa; Rana escidenta und temporaria, Bomhinator
igneus und Btifo vulgaris; Testudo graeca und Trionyx; Chamaeleon
vulgaris; Gecko guttatus und Lacerta agilis\ Crocodilus tndgaris;
Pijthon, Tropidonotus natrix und Vipera berus. Maxillare Oberhppen-
drüsen liegen nach dem Verf. im Bereich des Os maxillare bei
Sauriern und Schlangen ; zu ihnen gehört die Giftdrüse der Ophidier.
Ihre Nerven erhalten sie vom R. maxillaris superior N. trigemini,
Praemaxillare Oberlippendrüsen finden sich, scharf von ihnen ge-
sondert, bei Eidechsen und Schlangen und werden vom R. superior
desselben Nerven versorgt. Vomerale Gaumendrüsen, vom *N. pala-
tinus unmittelbar versorgt, finden sich bei Sauriern — hierher auch
die „Rachendrüschen" der Anuren und die Intermaxillardrüschen
der Batrachier — , praemaxillare Gaumendrüsen, vom R. primus N.
trigemini versorgt, bei Schildkröten, maxillare Gaumendrüsen, ge-
wöhnlich aus dem Plexus sphenopalatinus versorgt, bei Sauriern und
Cheloniern, und Gaumenbeindrüsen, vom R. palatinus des N. facialis
innerviert, bei Anuren. Die ünterlippendrüsen der Eidechsen und
Schlangen stehen sämmtlich mit dem N. alveolaris inferior in Be-
ziehung. Drüsen des Mundhöhlenbodens, welche vom N. glosso-
pharyngeus versorgt werden, finden sich als Zungendrüsen bei Ba-
trachiern und Reptilien, solche, welche im Bereich des N. trigeminus
und des N. facialis liegen, wahrscheinlich als Unterzungendrüsen, bei
Schildkröten, Eidechsen und Schlangen. Vermuthlich ebendahin ge-
hören auch die lateralen Zungendrüschen bei Cheloniern und Sauriern.
Im Bereiche der Nasenhöhle finden sich ziemlich constant eine äussere,
vom N. externus narium versorgte Drüse bei Batrachiern und Rep-
tilien und eine septale, vom N. septi narium innervierte Drüse bei
ersteren und einigen Schildkröten. Morpliol. Jahrb. Bd. 14 pag. 436
—489, Taf. 19, Fig. 1—6.
G. Saint-Remy hat den Bau des Filum terminale des Rücken-
marks auch bei Kriechthieren geprüft und an ihm embryonale Kenn-
zeichen gefunden. Ein Sinus terminalis fehlte den untersuchten
Reptilien und Batrachiern. Internat. Monatsschr. Anat. Phys. Bd. 5
pag. 17—38 und 49—63, Taf. 1. — Ref. in Bull. Soc. Sc. Nancy (2)
Bd. 9 pag. 20—21.
Vergleichende histiologische Untersuchungen über den Bau des
Achsencylinders und der Nervenzellen hat J. Ja kimo witsch auch
an Reptilien und Batrachiern angestellt. Er erkennt den fibrillären
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 171
Bau des Achsencylinders und der Ganglienzelle an, glaubt aber, dass
die Fibrillen aus einer Reihe von Nervenkörperchen bestehen. Journ.
Anat. et Phys. 24. Jahrg. pag. 142 — 168, Taf. 7. — Ref. in Journ.
Roy. Micr. Soc. London pag. 556.
Nach S. Pansini kommen die Golgi'schen Nervenkörperchen
auch bei den Kriechthieren vor, erreichen aber erst bei den Säugern
ihre höchste Complication. Boll. Soc. Nat. NapoH (1) Bd. 2 pag. 135
—160, Taf. 4—7 und Riforma Medica, Roma Bd. 4 pag. 752—758.
Sinnesorgane. P. Francotte's ausführliche Mittheilungen über
die Entwicklung der Epiphyse bei Anqvis und Lacerta [vergl. Ber.
f. 1887 pag. 163] finden sich in Arch. de Biol. Bd. 8 pag. 757—821,
Taf. 39 — 40. — Vergl. auch unten Strahl & Martin unter Lacer-
tilia, Sinnesorgane.
Aus Ph. Owsiannikow's Arbeit über das dritte Auge von
Petromyzon ist für uns der Nachweis von Interesse, dass das Parie-
talorgan kein Wärmesinnesapparat gewesen sein kann. Verf. erklärt
es nach Bau und Stellung für ein richtiges, wenn auch verkümmertes
Sehorgan. Er untersuchte dasselbe übrigens auch bei Phrynocephalus,
Stellzo, Ophismirus, Angids, Lacerta und ('hamaeleon, sowie bei
Rana. Mem. Acad. Sc. St.-Petersbourg (7) Bd. 36, No. 9. 26 pag.,
1 Taf
R. Hanitch findet das Pinealauge bei der erwachsenen Angids
mehr entwickelt als beim reifen Embryo. Er hält dasselbe für ein
noch functionierendes Wärmesinnesorgan. Auch bei der jungen
Vipera ben/s hat Verf. ein Pinealauge beobachtet. Proc. Biol. Soc.
Liverpool Bd. 3 pag. 87—95, Taf. 1.
Hierher noch A. Cionini in Rivista Speriment. Freniatr. ecc.
Bd. 14 pag. 65 und J. Th. Cattie in Handel. L Ned. Nat. en Geneesk.
Congr. Amsterdam v. 30. Sept. und l.Oct. 1887. Haarlem 1888 pag. 133.
Nach ersterem ist die Epiphyse nicht dem ganzen Parietalauge, son-
dern blos dem Opticus desselben homolog.
Die Arbeit von M. Duval über das dritte Auge der Wirbelthiere
ist eine wesentlich compilatorische und bietet nichts Neues. Journ.
de Microgr. Paris 12. Jahrg. pag. 250 ff. und 13. Jahrgang (1889),
Figg.
lieber das Verhalten der nervösen Elemente in der Retina der
Reptilien bei Behandlung mit Methylenblau berichtet A. S. Dogiel,
wesentlich nach Versuchen an der Schildkröte. Danach sind in der
Netzhaut zwei Arten von Nervenzellen anzunehmen. Die eine Art
zeichnet sich dadurch aus, dass alle Zellfortsätze sich theilen und
Netzbüdungen eingehen; die andere Form besitzt nicht blos sich
theilende, protoplasmatische Fortsätze, sondern auch einen ungetheilt
verlaufenden Achsencyhnderfortsatz , der in eine Nervenfaser über-
geht. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 133 — 143, Fig. 2 und Wratsch
1888, No. 24 (russ.).
172 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
P. Lachi hat die Chorioidea und ihre Plexus anatomisch und
entwicklungsgeschichtlich einer vergleichenden Betrachtung unter-
zogen. Von Reptilien wurden Schildkröte, Lacerta, Zamenis, von
Batrachiern Rana untersucht. Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa. Mem.
Bd. 9 pag. 1—96, 1 Taf.
lieber Pigmente der Iris vergl. oben Fr. Leydig pag. 167.
Eingehende anatomische und histiologische Beobachtungen am
Augenlidapparat der Schlangen und Geckonen theilt E. Ficalbi mit.
Die uhrglasförmige Augendecke derselben ist eine modificierte Schuppe ;
die Falten, welche diesen Meniscus begränzen, entsprechen den Inter-
squamalfalten. Ihrer Epidermis fehlt die ,,Pellicula" bei Zamenis
in der Mitte, bei Turentola in ihrer ganzen Ausdehnung; ihr Derma
enthält ein Gefässnetz. Bei Tarentola ist ausserdem eine palpe-
broide Falte zu bemerken, die aber nicht als der Anfang eines
Augenlids aufzufassen ist. Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Mem. Bd. 9
pag. 335—355, Taf 7.
Verdauungsorgane. G. Killian hat -die Bursa und Tonsilla
pharyngea entwicklungsgeschichtlich und vergleichend - anatomisch
untersucht. Eine Bursa fehlte sämmtlichen untersuchten Reptilien
und Batrachiern; vorhanden sind Rachentonsillen bei Crocodilus
vulgaris (Fig. 50) und LaceHa agilis, und Spuren derselben bei
Rana temporaria und Salamcmdra. Morphol. Jahrb. Bd. 14 pag. 618
—711, Fig. 50, Taf 25, Fig. 49.
Kurze Notizen über die Form der Zähne bei den Reptilien gibt
bei Gelegenheit seiner Besprechung des möglicherweise dualistischen
Ursprungs der Säugethiere St. George Mivart. Proc. Roy. Soc.
London Bd. 43 p. 373 — 374. — Ueber Reptilcharaktere an den
Zähnen der Säugethiere macht auch H, G. Seeley interessante
Mitheilungen. Namentlich werden bei dieser Gelegenheit auch
Form und Bau der Zähne von CJilamydosaurus , Amhlyrhynchus
(Fig. 8a), Iguana, Ameiva (Fig. 8b)j Cnemiclophorus , Tejus
(Fig. 6 — 7), Dimorphodon, Placodus, Ichthyosaurtis, Polyptychodon,
Hyperodapedon und der Theromoren Cynodraco, Lycosaurus,
Deuter osaurus (Fig. 1), Glaridodon (Fig. 2), Galesuurus (Fig. 3) und
Empedias (Fig. 4 — 5) besprochen. Die grösste Differenzierung der
Reptilzähne findet sich nach Verf bei den geologisch ältesten
Formen, den Theromoren ; doch auch neuere Gruppen, wie Crocodile
und Eidechsen, zeigten auch jetzt noch erhebliche Differenzierungen.
Ebenda Bd. 44 pag. 129—141, 8 Figg.
R.Boulart l)estätigt die plexusartige Anordnung der Gallengänge
bei Schlangen der Gattungen Crotalus, Bothrops, CoeJopcltis,
Zamenis, Tropidonohis, Boa und Python; bei Varanus arenariiis,
hengalensis und hioittatus und bei Ophisaurus, Gecko, Eumeces und
LaceHa fand er eine wechselnde Anzahl von sehr feinen Gallen-
canälchen. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (8) Bd. 5 pag. 224 — 225.
— Vergl. unten auch Beddard unter Lacertilia, Verdamm gsorgane.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 173
Mittheilungeu über die Form der Kloakenöffnung bei den
Schlangen — Pelamis — und bei den Eidechsen — Lacerta, Anguw,
Chalcides und Tarentola — und über die Kloakentaschen der
Schlangen und von Tarentola bringt E. Ficalbi. Er unterscheidet
eine innere und eine äussere Kloakenöffnung, die nicht immer mit
einander zusammenfallen. Die Kloakentaschen sind extracloacale
Hautsäcke ohne eigentlichen Drüsenbelag, deren Epiderm aber eine
Substanz abscheidet, die sich aus der Degeneration seiner Zellen
bildet; bei Tarentola öffnen sich diese Taschen nach aussen. Atti
Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Proc. Verb. Bd. 6 p. 142—154.
Respirationsorgane. Notizen über die Entwicklung der Thy-
mus bei Reptilien bringt J. F. van Bemmelen. Tijdschr. Ned.
Dierk. Ver. (2) Bd. 1, Versl. pag. 140—142.
Circulationsorgane. „Beiträge zur vergleichenden Anatomie
des Herzens der Reptilien" brachte F. R. Gas eh. Untersucht
wurden Troiyidonotus natrix; Chamaeleon vulgaris; Ophisavrtis apus,
LaceHa viridis und agilis; Alligator lucius; Emys orhicidarü,
Chelydra serpentina und Chelonia mydas, und namentlich dem
Septum ventriculorum , dem Septum atriorum, der Mündung der
Vena pulmonalis und den Venenmündungen im rechten Vorhofe wird
Beachtung geschenkt. Verf. kommt zu dem Schlüsse, dass, wenn
man aus physiologischen Gründen auch vielleicht berechtigt sein
mag, die ,, Muskelleiste" der Eidechsen, Schlangen und Schildkröten
mit dem Septum ventriculorum der Crocodile und Vögel zu ver-
gleichen, man sie doch anatomisch nach Lage und Ausbildung nur
einem Theile jener Scheidewand gleichstellen dürfe. Die übrigen
zahlreichen Details sind einer kurzen Berichterstattung nicht fähig.
Die Abbildungen beziehen sich auf das Herz von Alligator und
Tropidonotus. Arch. f. Naturg. 54. Jahrg. Bd. 1 pag. 119 — 152,
Taf. 11—12. — Auch separ.: Berlin, Nicolai 1888, 8o. 32 pag.,
2 Taf. Inaug.-Dissert. Leipzig.
Ueber die Lageveränderungen des Herzens bei Reptilien und
Batrachiern stellt M. Fürbring er theoretische Betrachtungen an.
Eine hintere Gränze für solche Verschiebungen ist dem Herzen ge-
setzt durch die Arterien, welche die Vordergliedmaassen speisen;
wenn diese Gliedmaassen fehlen, wie bei den apoden Lacertiliern,
Schlangen und CaeciHen kann das Herz viel weiter nach hinten
rücken. Bijdr. Dierk. Amsterdam Bd. 15. 49,1751 pag., 30 Taf.
Ueber die Bedeutung und Verwandtschaft der gTossen Arterien,
welche bei den ReptiHen vom Herzen nach dem Kopf aufsteigen,
macht J. F. van Bemmelen Mittheilungen. Tijdschr. Ned. Dierk.
Ver. (2) Bd. 1, Versl pag. 206—208.
In einer Besprechung der Morphologie der Vena cava inferior
erörtert L. Kerschner auch die einschlägigen Verhältnisse bei Rep-
tilien und Batrachiern. Er erklärt das Nierenpfortadersystem der
Batrachier als morphologisch gleichwerthig mit dem der Reptilien
und betrachtet die Venae renales advehentes als bei beiden Thier-
174 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
klassen homologe Gefässe. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 815 — 816.
— Dem widerspricht F. Hochs tetter auf das Entschiedenste. Ebenda
pag. 872. — Dagegen repliciert L. K ersehn er. Ebenda pag. 943 — 947.
F. Hochstetter fand bei Lacerta agilis und viridis und bei
Chamaeleon vulgaris am entwickelten Thier ein Gekröse der hinteren
Hohlvene, wie es den vom Verf. früher nachgewiesenen Verhältnissen
bei Vogel- und Säugerembryonen entspricht. Aehnliches zeigt sich
bei Emi/s orhicularis , während bei Tropidonotus nur im Embryo
sich die Anlage eines solchen Gekröses nachweisen Hess. Die unter-
suchten Arten von Salamandra, Molge, Proteus und Rana besassen
ebenfalls ein Hohlvenengekröse , das aber, abweichend von dem der
Reptilien, mit dem dorsalen Darmgekröse verwachsen ist. Ebenda
pag. 965—974, Fig. 3.
W. N. Parker hat Modelle hergestellt, welche die Verschieden-
heit der Arterienbögen bei den verschiedenen Wirbelthierklassen im
Wesentlichen nach Baur's Zeichnungen [vergl. Ber. f. 1887 pag. 165]
veranschaulichen. Nature Bd. 37 pag. 499.
In seiner Mittheilung über die Entwicklung der Arterienbögen
bei den Vögeln und über ihre Beziehungen zu den Subclavien und
zu den Carotiden bespricht J. Y. Mackay eingehend auch die ein-
schlägigen Verhältnisse bei den Crocodiliern, Cheloniern, Lacertiliern
und Batrachiern. Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 179B pag. 111
—139, 4 Taf.
Nach ihren Untersuchungen über den feineren Bau der rothen
Blutkörperchen stimmen C. Cianci und G. Angiolella besser mit
Brücke als mit Rollet überein. Sie finden durch die ganze Wirbel-
thierreihe zwei Stoffe in den Blutkörperchen, einen, der ein Netz-
werk bildet, und einen zweiten amorphen. Boll. Soc. Nat. NapoU (1)
Bd. 1 (1887) pag. 67—74. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London
1888 pag. 928.
Ueber Ursprung und Entwicklung der rothen Blutkörperchen
hat L. Cuenot neue Beobachtungen an LaceHa agilis, Tropidonotus
natrix, Rana esculenta, Bufo vulgaris und Molge marmorata, cristata
und vulgaris angestellt. Die Milz der Kriechthiere enthält nach dem
Verf. zwei Formen von Zellen, kleinere, welche die Kerne der späteren
rothen Blutkörperchen sind und die Milz in einem unentwickelten
Zustande verlassen, und grössere, welche bereits als fertig gebildete
weisse Blutkörperchen in den Blutstrom übergehen. Die Entwicklung
der rothen Blutzellen, die somit nicht in der Milz, sondern erst
später in den Gefässen geschieht und in diesen beobachtet werden
muss, wird w^eiter vom Verf. eingehend geschildert. Compt. Rend,
Acad. Paris Bd. 106 pag. 673—675. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
London pag. 395.
Urogenitalsystem. M. Sacchi's Beitrag zur Histiologie des
Oviducts der Sauropsiden [vergl. Ber. f. 1887 pag. 165] ist auch in
Arch. Ital. Biolog. Bd. 9 pag. 267—285 abgedruckt.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 175
Ontogenie. Vergleichende Untersuchungen über Spermatogenese
der Wirbelthiere, mit besonderer Berücksichtigung der ReptiHen und
Batrachier, hat F. Sanfelice angestellt. Die Batrachier nehmen
zwischen Fischen und Amnioten eine vermittlende Stellung ein. Die
Zellart, welche der Spermatogenese zu Grunde liegt, wird Germinal-
zelle genannt. Aus diesen Germinalzellen entstehen die Spermato-
blasten. Die Spermatozoon stammen direct von den Kernen der
letzteren ab. Die bei den Batrachiern beschriebenen polymorphen
Kerne sind bei allen Wirbelthieren vorhanden. Boll. Soc. Nat. Napoli
(1) Bd. 2 pag. 42—98, Taf. 2—3 und Arch. Ital. Biolog. Bd. 10
pag. 69—123, 2 Taf. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1888
pag. 923-924.
A. Prenant veröffentlicht Beobachtungen über die Sperma-
togenese von Tarcntola, Anguis, Lacertu agüis und Vipera aspi^s. Er
fand an den Spermatocyten einen Nebenkern, der in den Sperma-
tiden am Vorderende des Kerns in Gestalt eines Halbmonds liegt.
Aus ihm entsteht die Kopf kappe, die schliesslich abgeworfen wird.
Eingehend wird die Bildung des Spermatozoenkopfs und des Mittel-
stücks, das schliesslich jede Andeutung von Segmentierung verliert,
verfolgt und beschrieben. La Cellule (Louvain) Bd. 4 pag. 183 — 195,
Taf. 3. — Ref. in Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (8) Bd. 5 pag. 3—4
und Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 924 — 925.
Vergleichende Mittheilungen über die Bildung und Differenzierung
des Mesoderms bei den Wirbelthieren macht C. Rabl. Holoblnstische
und meroblastische Eier sind nach dem Verf. von sehr verschiedenem
"Werthe. Je nach der Menge des Nahrungsdotters ist die Gestaltung
des Gastrulationsprocesses, mit dem die Mesodermbildung in engstem
Zusammenhang steht, eine verschiedene. Die Homologien der Meso-
dermbildung bei Batrachiern und Reptilien werden schhesslich vom
Verf. ausführlich erörtert. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 654 — 661,
3Figg. und pag. 667-673.
Bemerkungen über die Epithelderivate der ventralen Darmwand
hinter den Kiemenspalten bei Embryonen von Reptilien und Ba-
trachiern und speciell über die sogen. Suprapericardialkörper bei
Schlangen, Eidechsen und Batrachiern und über die Carotis externa
bei Schlangen, Crocodilen und Schildkröten macht J. F. van Bem-
melen. Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. (2) Bd. 2, Versl. pag. 37—39.
E. Selen ka hat die Gaumentasche, die er am Vorderende der
Chorda dorsalis von Diddphis entdeckt hatte, auch bei Reptilien
und Batrachiern gefunden. Biol. Centr. -Blatt Bd. 7 pag. 679 — 683.
Notizen über den Ursprung der Gliedmassen- und Zungen-
muskulatur bei Eidechsen und Schlangen bringt J. F. van Bem-
melen. Untersucht wurden Stadien mit vier und fünf Kiemen-
taschen. Versl. Akad. Wet. Amsterdam (3) Bd. 5 pag. 202 — 205.
Nach Versuchen F. Sanfelice 's an Amnioten und Batrachiern
erfolgt die Regeneration des theilweise exstirpierten Hodens immer
von praeexistierenden Geweben aus und zwar hauptsächlich ver-
]^76 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
mittelst der Tunicae propriae des Hodencanälchens und der Sertoli-
schen Zellen. Arch. Ital. Biolog. Bd. 10 pag. 232—245, Taf. 8.
Biologisches. Nach R. Schneider neigen viele Gewebe der
Thiere unter geeigneten Bedingungen zu einer natürlichen Resorp-
tion von Eisen. Verf. hat auch Kriechthiere in dieser Hinsicht ge-
prüft und den Gehalt in Knorpelzellen, Knochensubstanz und Binde-
gewebe, in Leber, Milz und Darm von Frotetts, in Zellkernen der
Lymphkörperchen bei den Larven von Pelohates und Biifo und in
den Zähnen von Batrachiern bestimmt. Der Eisengehalt mag eine
gewisse Festigung der Organe bewirken und bei den Zahngebilden
eine Schutzhülle darstellen. Abh. Akad. Wiss. Berlin 1888. 68 pag.^,
5 Taf. — Ref. in Humboldt 8. Jahrg. (1889) pag. 337—345, 1 Taf.
0. Boettger bringt, überall mit Belegen aus der transkaspischen
Reptilwelt, Kapitel über den Einfluss von Klima und Boden auf die
Körperbeschafienheit und speciell Mittheilungen über Locomotions-
fähigkeit, Schutzvorrichtungen gegen Temperaturwechsel und Trocken-
heit, Anpassungen an das Sandleben und Schutzvorrichtungen gegen
Sand und Staui), Anpassungen in Färbung und Zeichnung und zum
Zwecke des Nahrungserwerbs und über Sorge für die Nachkommen
beim Leben in der Hungersteppe. Von besonderem Interesse dürften
die vom Ref. gegebenen Erklärungen der sogenannten Ohren bei
Phrynocephulus mystaceus pag. 969 und die Notizen über das Schrill-
organ am Schwänze von Teratoscincns pag. 971 sein. Zool. Jahrb.,
Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 871—972.
G. Carlet gibt eine Notiz über die terrestre Ortsbewegung —
Kriechen und Springen — der vierfüssigen Reptilien und Batrachier
im Vergleich mit der der landbewohnenden Säugethiere. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 107 pag. 562—564.
P. C. Am ans bespricht dagegen vergleichend die Organe und
die anatomischen und mechanischen Verhältnisse der aquatilen Orts-
bewegung, namentlich auch von Rana^ MoJge und ihren Larven,
sowie das Schwimmen von Scincus im Sande. Ann. Sc. Nat. (7)
Bd. 6 pag. 1—164, Taf. 1—6.
üeber Fang und Handel mit Süsswasserschildkröten und Frö-
schen in der Provinz Venezia macht A. P. Ninni Mittheilungen. Boll.
Sog. Ven.-Trent. Sc. Nat. Padova, Bd. 4 pag. 108—113.
Palaeontologisclies. R. Lydekker beschenkt vms mit dem
ersten der vier Thoile des „Catalogue of the Fossil Reptilia and
Amphibia in the British Museum (N. H.). London 1888. 28, 309 pag.,
Figg.", welcher die Reste der Ordnungen Ornithosauria , Crocodilia,
Dinosauria, Squamata, Rhynchocephalia und Proterosauria der Lon-
doner Sammlung behandelt und mehr oder minder kurz beschreibt
und abbildet. Die systematische Anordnung ist im Wesentlichen
nach Baur's neuestem Schema 1887. Von grösseren deutschen Samm-
lungen enthält das Museum die Häberlein'sche 1862 von Solenhofen
und die Soemmerring'sche 1827; auch die CoUection Van Breda 1871
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1888. 177
brachte viel deutsches Material. — Ref. und Zusätze s. in Geol.
Magaz. (3) Bd. 5 pag. 451—453.
In einer Notiz über das Parietalauge der erloschenen Wirbel-
thiere [vergi.Ber.f. 1887 pag.215] sucht E. D. Cope den Nachweis zu
führen, dass die Organisation gewisser Fische aus der Kohle darauf
hindeute, dass der Ursprung seitlich stehender, paariger Augen auf
ein einzelnes medianes Auge zurückzuführen sei. Bei den alten
nordamerikanischen Batrachiergattungen fehle das Parietalloch bei
Eryops und Zatrachys; nicht beobachtet sei es bei Trimerorhachis, gut
entwickelt bei Cricotus. Unter den Reptilien ist es bei Diadectes
sehr gross, bei Belodon fehlt es. Weitere Notizen des Verf.'s bringen
die Beschreibung eines Hirnabgusses von Diadectes (Taf. 16), einer
Gattung, die wahrscheinlich nur das Parietalauge, keine paarigen
Seitenaugen, zum Sehen benutzte. Diese Gattung lebte vermuthlich
unterirdisch wie ein Maulwurf. Der Hirnabguss eines Belodon buceros
Cope (Taf. J7 — 18) wird im Vergleich zu dem von Alligator schliesslich
ebenfalls abgebildet und eingehend beschrieben. Auch hier ist die
Epiphyse auffallend gross, aber ein Pinealauge ist nicht mehr in
Thätigkeit gewesen. Amer. Naturalist Bd. '22 pag. 914 — 918,
Taf. 16—18.
Eine Liste der fossilen Reptilien von Dorsetshire, England,
hat J. C. Mansel-Pleydell zusammengestellt. Proc. Dorset Field
Club Bd. 9 p. 1—40, Figg.
G. Smets macht in seinen „Notices paleontologiques" Mit-
theilungen über Palaeophis typhoeus Ow. , Trionyx hrtixelliemis
Winkl. und Gavialis dixoni Ow. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles Bd. 12.
— Auch separ.: Bruxelles 1888, 8*^. 6 und 5 pag.
T. Brenn an gibt eine Notiz über fossile Reptilien. Trans.
Liverpool Geol. Assoc. Bd. 6 (1886) p. 32—38.
A. Gaudry bringt, wesentlich seine früheren 12 Arbeiten über
denselben Gegenstand zusammenfassend, die Literatur (pag. 1 — 3)
und die Beschreibung der fossilen Wirbelthiere des Unt. Perms von
Autun. Eingehender behandelt er die sämmtlich zuerst von ihm
beschriebenen Batrachier Protriton petrolei (pag. 8 — 20, Fig. 2 — 3,
Taf. 9, Fig. 2-3), Pleuronura pellati (pag. 20—23, Fig. 4, Taf. 9,
Fig. 1), Actinodoti frossardi (pag. 23 — 30, 47-48 und 55 — 56,
Fig. 5—8, Taf. 2, 8 und 11, Fig. 10), A. hrevis (pag. 40, Fig. 13)
und Euchirosaurus roehei (pag. 45 — 47 u. 60 -70, Fig. 14 — 25, Taf. 9,
Fig. 4 und Taf. 11, Fig. 1 — 9) und die Reptilien Stereorhachis domi-
nans (pag. 50 — 52 und 70 — 75, Fig. 26 — 30) und Haptodus haylei
(pag. 56—60, Taf. 1). Den Schluss bilden bereits veröffentlichte
allgemeine Betrachtungen über die Wirbelthierfauna des Perm-
systems und ihre Organisation und Entwicklung (pag. 76 — 90). Bull.
Soc. Hist. Nat. Autun Bd. 1. — Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5
pag. 164 — 168, 4 Figg., wo Haptodus mit grosser Wahrscheinlichkeit
den Proterosauriern, Stereorlmcliis den Clepsydropiden unter den
Theromoren zugewiesen wird.
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd. l\. H. 1. 12
178 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Mittheilungen über die Reptilfauna des oberen Portlandien
(Ob. Jura) von Boulogne-sur-Mer macht H. E. Sauvage. Lagerung
und Petrefactenfdhrung werden beschrieben und dann die einzelnen
gefundenen Formen aufgezählt (s. Dinosauria, Crocodilia, Chelonia,
Sauropterygia und Ichthyopterygia). Bull. Soc, Geol. France (3)
Bd. 16 pag. 623—632, Taf. 11—12.
Aus dem Ob. Jura von Fritzow bei Cammin erwähnt W. Dam es
Zähne eines Maclmnoscmrus^ kleiner als M. hngii, Plesiocheli/s- ähn-
liche Schildkrötenreste und einen Zahn YonMegalosaurus n.sTp.Zeitschr.
D. G eol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 777—778.
A, Smith Wood ward giebt eine Aufzählung aller aus der
englischen Kreide bekannten Wirbelthiere. Die Schildkröten sind
vertreten durch zwei Gattungen mit je einer Art, die Sauropterygier
durch zwei Gattungen mit 4, resp. 5 Arten, die Ichthyopterygier
durch eine Gattung mit einer Art, die Pythonomorphen durch
eine Gattung mit einer Art (Alosasaurus anceps Ow.J, die Ei-
dechsen durch drei Gattungen mit 3 Arten, die Ornithosaurier
durch eine Gattung (Ornitliochirus) mit 3 Arten und die Dinosaurier
durch eine Gattung mit einer Art (Acanthopholis horrida Huxl.^.
Alle Synonyme und ein analytischer Schlüssel zur Auffindung der
Gattung sind beigegeben. Die sogen. Emys henstedti Mant. , die
Rütimeyer für eine junge Süsswasserschildkröte hielt, wird mit
Owen als erwachsene marine Schildkröte unter dem Namen Cimo-
liochdys aufgeführt. Proc. Geol. Assoc. Bd. 10 pag. 274 — 285, 1 Taf
— Ref in N. Jahrb. f Min. 1888 II pag. 474—475. — Eine etwas
modificierte, verbesserte Liste, in der die obengenannte Dinosaurier-
gattung fehlt, findet sich in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 139 — 142.
Croizier's Notiz über einen seltenen Saurier der Kreide von
Südwest-Frankreich hat mir nicht vorgelegen. Act. Soc. Linn.
Bordeaux Bd. 40, Act. pag. 30.
Die Puerco-Epoche in Nordwest- Neumexico und Südwest-
Colorado hat nach E. D. Cope bis jetzt Reste von 3 Crocodiliern,
5 Cheloniern 3 Rhynchocephalen und einer Schlange geliefert. Alle
sind specifisch von Arten tieferer oder höherer Schichten verschieden.
Von Gattungen reicht dagegen Qiampsosavrus und Compsemijs bis
in die Laramie-Kreide zurück, und wahrscheinlich auch Dermutemys^
die durch das Wasatch- und Bridger-Eocaen bis in die Jetztzeit
geht. Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 161 — 163.
Derselbe zählt in seiner Synonymie der Wirbelthierfauna der
untereocaenen Puerco-Schichten Neumexicos und Colorados p. 301 —
302 von Crocodiliern auf 3 Crocodilvs sp., von Schildkröten Plasto-
menusf communis Cope, Clich/dra crassa n. sp., Compsemys, Emys
und Trionyx sp., von Rhynchocephaliern Champsosaurus austndis,
puei'censis und saponensis Cope und von Schlangen Heiagras prisci-
formis Cope. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16 pag. '298 — 361,
Taf. 4—5.
In H. Filhol's Studie über die Wirbelthiere aus dem Mittel-
eocaen von Issel, Dep. Aube, findet sich die kurze Beschreibung
in der Herpetologie wäbrend des Jahres 1888. 179
der von dort früher angezeigten [vergl. Ber. f. 1886 pag. 153]. Schild-
kröten- und Krokodilreste. Mem. Soc. Geol. France (3) Bd. 5
pag. 173—174.
K. A. Weithofe r erwähnt aus tertiaeren Braunkohlen von
Casteani in Toscana kurz Reste von Emys und Crocodihfs, aus
Montebamboh Knochen von zwei fraghchen Triotiyx- Arten und einem
Saurier. Boll. R. Com. Geol. Ital. (2) Bd. 9 pag. 366 und 367.
In seiner Arbeit über die Entstehung und das Alter der
Pampasformation in Argentinien bespricht Santiago Roth auch die
pliocaenen Schichten von Entre Rios, aus denen pag. 415 E»iys pa-
ranensis Brav., Crocodüits australis Brav, und eine Schlange an-
geführt werden. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 375 — 464.
Paunistisclies. Die Menagerie der Zool. Society in London er-
hielt 1888 von Cradock, Capcolonie, Testudo tentoria und fiski
pag. 674, aus Marocco Vipera arletans und Naja haje p. 684, aus
Mattogrosso, Brasilien, Testtido carhonariu und von Durban, Natal,
Pya-.is araclmoides pag. 686. Proc. Zool. Soc. London 1888,
Ueber die geographische Verbreitung von Reptilien macht
H. W. Feil den eine Mittheilung, die mir nicht zugänglich gewesen
ist. Zoologist (3) Bd. 12 pag. 236—237.
Palaearktische Region. A. König gibt als Anhang seiner
Avifauna von Tunis auch eine Liste der von ihm gesammelten
Kriechthiere. Es sind von Reptilien aus Tunis: TeMudo ibera Pall.,
Clemmys leprosa Schwgg. ; Lacerta ocellata Daud. var. pater Lat.,
Psammodi'omus algirus L., Oplnops occidentalis Blgr., Eremias guttu-
häa Licht., auch in der Oase Gabes, Acanthodactylus wlgans D.
B. neu für Tunis, pardalis Licht. Gabes und boskianm var. aspera
Aud. Gabes, SejJs chalcides Bon., Chalcides ocellafm Forsk., Hemi-
dactyh/s verruculatus Cuv., Tarentola mauritanica L.; Chamaeleon
vulgaris L,; Naja Iiaje Merr., Codopeltis mompessulana Herm. typ.
und var. neumayeri Fitz., Zumenis Idppocrepn Wgl, Tropidonotus
viperinns Boie und Fsammophylax cucullatus Geoffr. und aus Tri-
p oli tanien : Varatms arenarms D. B., Acanthodactylus pardalis Licht,
und scutellatus Aud., sowie Chamaeleoti vulgaris Daud. Allen auf-
gezählten Arten sind kurze Bemerkungen über Art des Aufenthalts,
Lebensweise und vielfach auch genaue Fundorte beigegeben.
Calanis' Journ. f Ornith. 36. Jahrg. pag. 299 — 304.
F. Lataste's Notiz über ein für die algerische Fauna
interessantes Reptil ist dem Ref nicht zugänglich gewesen. Bull.
Assoc. Frang. Adv. Sc. Congres d'Oran d. 30. mars 1888.
H. Simroth bringt Mittheilungen über die Kriechthiere der
Azoren. Ursprünglich fehlten den oceanischen Liseln alle Land-
reptilien. Dass Seeschildkröten vorkommen, ist sicher; Drouet gibt
Ckelonia mydas an. Verf. fand Lacerta dugesi M.-Edw. auf Graciosa,
Terceira und S. Miguel; die Ausbreitung derselben, sei es von Ma-
deira, sei es von Graciosa aus, scheint auf die anderen Inseln erst
in den letzten Jahren oder Jahrzehnten vor sich gegangen zu sein.
12*
;[80 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistimgen
Eine zweite Laceiia auf Graciosa, von Walker als viridis bezeichnetj
bleibt unaufgeklärt. Arch. f. Naturg. Jahrg. 1888 I pag. 201—202.
C. C. Hopley. British Reptiles and Batrachians. Young
Collector Series. London 1888, 8». 94 pag.
J. Chalande. Faune des Reptiles de la region sous-pyre-
neenne. Toulouse 1888, 8«. 13 pag.
Fr. Borcherding nennt aus der nordwestdeutschen Tief-
ebene vom Zwischen aliner See, Grossh. Oldenburg, hucerta agilis und
vivipara, Anguis, Tropidonotus mit rix und Vipera. Abh. Nat. Ver.
Bremen Bd. iO pag. 335—367.
W. Wolter stör ff gibt ein Verzeichniss, sowie die Anleitung zur
Bestimmung der Reptilien und Batrachier der preuss. Prov. Sachsen.
Von ersteren werden aufgezählt Lacerta viridis, angeblich bei Helm-
stedt und Quenstedt, L. agilis mit var. rvhra und L. vivtpara, Anguis,
Tropidonotus natrix und Coro?ieUa verbreitet, und Vipera herus im
Gebirge am Thüringer Wald, Kyffhäuser und Harz. Zeitschr. Ges.
Naturw. (HaUe) Bd. 61 pag. 1—38.
In seiner Wirbelthierfauna von Kreuznach bietet uns L.
Geisenheyner eine lehrreiche Skizze der Kriechthierwelt des Nahe-
thals. Sehr gute Bestimmungstabellen aller verzeichneten Arten sind
beigegeben; den deutschen Localnamen ist besondere Aufmerksam-
keit gewidmet. Die Reptilien sind pag. 46 — 72 abgehandelt, 2 Figg.
Aus der Gegend werden beschrieben Laceiia viridis, deren letzte
Stationen im Nahethal die Berge um Kreuznach und Münster sind,
und für die die Form des Occipitalschildes als diagnostisches Merk-
mal herbeigezogen wird, L. agilis, vivipara und mnralis im Nahethal
bis Kirn aufwärts, Anguis fragilis mit zwei neuen Varietäten, Coro-
nella austriaca, Tropidonotus natrix selten, tesselatus häufig, aber
Naheaufwärts nur bis Niederhausen. Wird meterlang und fast 5 cm
im Durchmesser. Die var. hydrus wird nach eingehenden Beob-
achtungen verworfen. Ueber die Lebensweise dieser Art wird aus-
führlich berichtet. Vipera fehlt; wirklich constatiert sei V. herus in
der Rheinprovinz nur bei Neschen an der Wied, Buchholz (Bürger-
meisterei Neustadt und Asbach), Trier [mir am letzterem Orte ver-
dächtig! Ref] und Pfaffendorf oberhallD Ehrenbreitstein. Wirbel-
tliierfauna von Kreuznach I. Th.: Fische, Amphibien, ReptiHen.
Progr. No. 418 Gymn. Kreuznach 1888. 73 pag.
A. von Mojsisovics behandelt in einer Studie über „die geo-
graphische Verbreitung einiger westpalaearktischer Schlangen" unter
besonderer Berücksichtigung ihres Vorkommens in Oesterreich-
Ungarn eingehend das Wohngebiet von T/jp/dops vermicularis, Eri/.c
jacvlus, Tropidonotus natrix (im Alpengebiet, so bei Graz, auch eine
einfarbig schwarze Form; ys,v. pcrsa Pall. bei Mohäcs) , viperim/s
und tesselatus var. hydrus (in Oesterreich allgemein verbreitet und
vielleicht nur in einem Theil von Galizien und der Bukowina fehlend),
Zamenis gemonensis mit ihren vars. carhonaria Fitz., trabalis Pall.
und viridi flava Laur., Z. daJdi und hippocrepis, Elaphis cervone (Vor-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 181
kommen bei Mehadia fraglich), savromates und dione, Coh/ber qiiadn-
lineatvs, aescnlapii (Verf. tritt für active Wanderung dieser Art ein;
in Steiermark hauptsächlich im Murthale), Rlnnechis scalaris, Coro-
nella cmstriaca (für Notthaft's Angabe, dass Vipern berns und Coro-
nella in einem und demselben Terrain sich ausschliessen, werden
bestätigende Beobachtungen aus den Sannthaler Alpen und dem
mittleren Murthale beigebracht), r/irondica [Ref. hat diese von Brusina
für Norddalmatien erwähnte Schlange als jungen Colnber qiiatermdi-
atus Gmel. erkannt] und cucullata, Coelojjeltis monspesstdana, Tarbo-
phis vivax, Trkionocephahis halys, Vt'pera berus (überall in Oester-
reich-Ungarn mit Ausnahme des istro -dalmatischen Gebietes; Verf
fing sie nächst Baden bei Wien, im oberösterr. Hochgebirge, im
Salzkammergut und an vielen Punkten in Steiermark und Kärnthen)
und berus seoanei Lat. , aspis L. (Trebinje in Bosnien), ummodytes
(fehlt der südungarischen Ebene), latmtei Bosc. und eiiphratka. Als
innerhalb Oesterreich-Üngarns vorkommend werden bezeichnet Tro-
pidonotus natrix und tesselatus, Zamenis gemonensis mit var. frabalis,
Z. dahh\ Elaphis sauromates und cervone, Coluber quadrüineahis und
aesatlapii, CoroneUa austriaca und girondica [letzteres sicher falsch!
Ref.], CoelopeUü monspessidana, Tarbophis vivax, Vipern, benis^ aspis
[bedarf der Bestätigung. Ref.] und ammodytes. Mitth. Nat. Ver.
Steiermark Jahrg. 1887 pag. 223 — 287. — Auch separ.: Graz 1888,
8». 67 pag.
Eine neue Fauna der Wirbelthiere Siebenbürgens bringt E.
A. Bielz. Von Reptilien werden aufgezählt Emys orbicukiris, Lacertu
viridis typ. und var. nov. (s. Lacertidae), agilis, miiralis und vioipara,
Änguis fragilis typ. und var. c/'^.f, Viper a ammodytes und berus, Co-
roneUa, Coluber aesculapii, Elaphis quaferradiatus aus den Vorbergen
des Burzenlandes, im Brenndorfer Wald und Tömöscherpass, Zamenis
gemonensis in den südlichen Vorbergen bei Zaison, Tropidonotus
natrix und tesselatus var. hydrus mit zahlreichen Fundorten inner-
halb des Landes. Verh. u. Mitth. Siebenbürg. Ver, Naturw. Hermann-
stadt Jahrg. 38 pag. 106—110.
G. Entz' Beiträge zur Herpetologie Siebenbürgens beschäf-
tigen sich mit Vipera berus und ammodytes, Lacerta vicipara und
muralis, A7ignis und der alpinen Form von Rana temporaria. Orvos
Termesz. Ertesitö Klausenburg 13. Jahrg. pag. 39 — 51, Taf. 4 und
Revue Siebenbürg. Mus. Ver. Klausenburg Bd. 10 pag. 123 — 135,
Taf. 4.
A. De Carlini zählt aus dem Val teilin, Oberitalien, auf Emys
orbicularis L. (eingeschleppt); Lacerta viridis und muralis Laur. und
Angiiis; CoroneUa austriaca, Zamenis gemonensis, Coluber aescidapii,
Tropidonotus natrix und tesftelatus, Vipera berus von Sondrio, von
Val Fontana und von Val Furva in 2000 m und V. aspis häufig aus
dem Val Malenco. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 31 pag. 80—83.
Von G. Kolombatowitsch erschien ein Catalogus Vertebrato-
rum Dalmaticorum. Spalati, A. Zannoni 1888, 8°. 29 pag. [vergl.
Ber. f. 1886 pag. 156].
182 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
0. Boettger zählt aus den v. Oertzen'schen und v. Maltzan'schen
Reisen 11 Batrachier und 32 Reptilien von Griechenland, von
den griechischen und kleinasiatischen Inseln und von Kleinasien
auf und gibt eine Uebersicht über alle das griechisch-kleinasiatische
Gebiet betreffende Fundpunkte dieser Arten. Von besonderem
Interesse dürfte sein das Vorkommen von Tropidonotus tcsselatus
Laur. auf Greta, von A/if/m'-^ bei Brussa, von Lacerta danfordi Gthr.
auf Rhodos, Symi, Samos und Nikaria, von Algiroides nigropvnctatus
D. B. auf Kefallonia, von Ophiops auf allen kleinasiatischen Küsten-
inseln, von Mabuia septemtaeniata Rss. auf Rhodos, von Chaniacleon
vulgaris Daud. auf Samos, von Coluber quadrilineatus Fall, und
Coelopeltts in Thessalien, letztere auch aus Kleinasien, und von
Testudo iheni Fall, auf Kos. Ein neuer Gymnodactylus (s. Gecko-
nidae). Alle aufgezählten Arten werden nach ihrer Provenienz, ob
aus dem Norden, Süden, Westen oder Osten stammend, geprüft und
nachgewiesen, dass z. B. Greta nur Tarentola aus dem Süden er-
halten haben kann, während auch die meisten von Norden vor-
dringenden Arten diese Insel nicht zu erreichen im Stande waren.
Hauptresultat ist, dass die Wanderungen der griechisch -klein-
asiatischen Reptilien von Westen nach Osten nahezu um das
Doppelte erfolgreicher gewesen zu sein scheinen als in umge-
kehrter Richtung. Sitz. Ber. Akad. Wiss. Berlin pag. 139—186. —
Ref. in Amer. Naturahst Bd. 22 pag. 543 — 544.
G. A. Boulenger gibt eine Liste aller bis jetzt aus Cypern
erwähnten Kriechthiere [vergl. Ber. f. 1887 pag. 171]. Es sind mit
Clemmys caspia var. rimdata Val., die als neu für die Insel be-
zeichnet wird, 2 Schildkröten, 17 Eidechsen, 10 Schlangen und
5 Anuren, doch wird das Vorkommen von Testudo marginata Schoepff,
Tarentola matirltanica L., Anguis fragäis L., Blanus strauchi Bedr.,
Lacerta muralis Laur. und Tropidonotus tesselatus Laur. als fraglich,
das von Lacerta vivipara Jacq. und Chalcides tridactylus Laur. als
sehr fraglich bezeichnet. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 505 — 506.
L. Krulikowski's Aufzählung der Kriechthiere der Umgegend
von Sarapone ist dem Ref. unzugänglich geblieben. Bull. Soc.
Oural. Jekaterinbourg Bd. 11 pag. 233 — 236.
0. Boettger gibt eine vorläufige Mittheilung über die Kriech-
thiere Transkaspiens. Aufgezählt werden ausser 2 Anuren
44 Reptilien, von denen als sicher nachgewiesen bezeichnet werden:
Testudo horsfieldi Gray und Emys orbicularis L, ; Teratoscincus
scincus Schlg., Crossohamon eversmanni Wgm., Gymnodactylus caspius
Fitz., fedtschenkoi und russoivi Str., Agama sanguinolenta Fall, und
caucasia Eichw., Phrynocephalus helioscopus Fall., interscapularis
Licht, und mystacems Fall., Opkisaurus apus Fall., Varanus griseus
Daud., Eremias intermedius Str. und velox Fall., Scapteira grammica
Licht, und scripta Str., Mabuia septemtaeniata Rss., Eumeces schnei-
deri Daud.; Typhlops vermicularis Merr. , Cyclophis fasciatus Jan,
Lytorhynckus ridgewayi Blgr. , Zamenis diadema Schlg. var. schira-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 183
zana Jan, Z. ravergieri Men. var. fedtschenkoi Str. und Z. ventt't-
maculutus Gray var. harelini Br., Ptyas mucosus L. , Tropidonotus
nutrix L. var. persa Fall, und Tr. tesselutus Laur. var. hi/drvs Fall.,
Taphrometopon lineolatum Br., ^'y^/A' jacuhis L. var. miliaris Fall.,
iVa;'a tripndinns Merr., Vipera ohtusa Dwig. , EcJtis arenicola Boie
und je ein neuer Phrynocephalus und eine Colubrinengattung (s. Aga-
midae, Colubrinae). Sieben Arten davon sind neu für das russische
Reich. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 259—263.
Desselben ausführliche Arbeit über die Reptilien und Batrachier
Transkaspiens findet sich in Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3
pag. 871 — 972, Taf. 34. Das Material stammt von der Radde-
Walter'schen Expedition 1886 — 87; vier von 0. Herz in Chorassan
gesammelte Arten sind beigefügt. Die Artenliste ist oben schon
mitgetheilt. Angeschlossen sind Schlussfolgerungen in Bezug auf
geographische Verbreitung und Wanderungslinien. Eine transkas-
pische Frovinz (mit Westturkestan) wird vorgeschlagen; nur mit
dem Süden (Nordpersien) bestand ein lebhafter Artenaustausch.
A. M. Nikolskij zählt aus der Balkasch-Depression 21 Rep-
tilien und 3 Batrachier auf. Arbeit. (Trudi) St. Fetersburg. Naturf.
Ges. Bd. 19, Beü. II pag. 150—161 (russ.) [vergl. Ber. f. 1887 p. 172].
Nordamerikanische Region. D. S. Jordan. A Manual of the
Vertebrate Animals of the Northern United States, including
the District North and East of the Ozark Mts., South of the
Laurentian Hills, North of the Southern Boundary of Virginia, and
East of the Missouri River; inclusive of marine species. 5. Edit.,
entirely rewritten and much enlarged. Chicago, A. G. McClury&Co.
1888, 8". 375 pag. Die Batrachier sind auf pag. 174— 186, die
Reptilien auf pag. 187 — 211 aufgezählt.
A. W. Butler fügt in seinen Bemerkungen zu Reptilien und
Batrachiern von Indiana der Fauna dieses Staates zwei neueEutaenien
zu, die Cope neu beschrieben hat, und 0. F. Hay in Nachträgen
zur Liste der Reptilien von Indiana [vergl. Ber. f. 1887 pag. 172]
CinosUrnum p^nnsylvanicum^ Tropidonotus rigidus und Cnemidophorus
sexlineatus ^ alle auf die Gewährschaft von R. Ridgway hin. Amer.
Naturalist Bd. 22 pag. 94. — Vergl. auch A. W. Butler in Journ.
Cincinn. Soc. Nat. Hist. 1887 und betreffs der neuen Eutaenien unten
E. D. Cope unter Colubrinae.
Eine systematische und synonymische Aufzählung der Schlangen
von Florida gibt E. D. Cope (s. unten Ophidia). Free. U. S. Nat.
Mus. Bd. 11 pag. 381—394.
Derselbe verzeichnet die von W. Taylor in San Diego,
Südwest- Texas, gesammelten Reptilien. Es sind die 4 Schildkröten
Cinostei'num flavescens Ag., Pseudemys ornata Gray (neu für Texas),
Cistudo ornata Ag. und Xerohates berlandieri kg.; die 14 Eidechsen
Oligosoma laternle Say, Etmieces ohsoletus B, G., Cnemidophorus sex-
Uneatus h. und. tesselatiis, Sceloporusf scalaris Wgm., variabtlis Y^gm.,
spinosus Wgm., eine sp. indet. und torquatus Green, das neue Genus
184 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Lysoptychvs (s. Iguanidae), Holhrookia propinqua D, B. und texana
Trosch., Crotaphytiis coUans Say und Phrynosoma cornutum Harl,
und die 17 Schlangen Tantilla gracilis B. G. und nigricans Kenn.,
Contiu episcopifs Kenn., Ophibolvs myi Holbr., Rhinochilus lecontei
B. G. , Hypsiglena ochrorhynchvs Cope, Cohiher ohsoletus Say und
emoryi B. G. , Pityopliis sayi Schlg. , Spilotes corais var. erebenna
Cope, Cycloph/s aestivus L. , Bascanium flugeUiforme Cat., Heterodon
platyrliinvs Latr., Eidaenia marciana B. G., Natrix rhombifera Hall.,
Elaps fvlvius L. und Crotalus adamanteus var. atrox B. G. Ebenda
pag. 397—398, Taf. 36, Fig. 1.
Eine Herpetologie der Umgebung von Mexico (Valle de Mexico)
veröffentlicht A. Duges. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 p. 97 — 145,
Taf. 11—13.
Indische Region. Nach H. M. Phipson beherbergt die Prae-
sidentschaft Bombay von Giftschlangen Ophiophagus elaps, Naja
triptulians^ Bxmgurus arcuatns^ CalJopliis trimaculatus und nigrescens,
Dahoia elegans, Echis carinata, Trimeresurus unamallensis und Hyp-
nale nepa. An der Küste finden sich Ilydrophis diadema, robustus,
curtus, aurifasciatus, phipsoni, guentheri, lindsayi und chloris, sowie
Enhydrina bengalensis und Pelamis bicolor. Nature Bd. 38 pag. 284.
Haly beschreibt 2 neue Schlangen von Ceylon (s. Colubrinae).
Taprobanian (Colombo) Bd. 3 pag. 51.
G. A. Boulenger gibt ein Verzeichniss der von L. Fea in
Burma nördlich von Tenasserim gesammelten Ptcptilien. Er nennt,
unter Angabe genauer Fundorte, 6 Schildkröten: Testudo elonguta
Blyth, Nicoria trijuga Schwgg. , Batugur bashu Gray, Kachuga
triüittata D. B., Emyda scutata Pts. und Trionyx formosus Gray;
24 Eidechsen: Ilemidactylus frenatus D. B., gleadowi Murr., bowringi
Gray, garnoti D. B. und platyurus Schnd., Gehyra mutilata Wgm.,
Gecko verticiUatus Laur., Draco macu latus Gray, Calotes versicolor
Daud. und salvator Laur., Tachydromits sexlineatus Daud. , Mabuia
multifasciata Kühl, macularia Blyth und quadricarinata Blgr., Lygo-
somu indicum Gray, 'niuculatwm Blyth, doriae, kakhienense und feae
Blgr. und cyaneUum Stol, Tropidophorus yunnanensis Blgr.;
43 Schlangen: Typldops horsfieldi Gray und braminus Daud.,
Cylindrophis rufus Laur., Xenopeltis unicolor Reinw., Python molurus
L., Simotes bicafenatus und theobaldi Gthr., Ablabes collaris Gray,
Coluber porpltyraceus Gray, Compsosoma radiatum Schlg., Ptyas
mucosus L. und korros Reinw., Zaocys nigromarginatus Blyth, Tro-
pidonottis quincunciatiis Schlg. , macrophthalmus Gthr. , platyceps
Blyth, submin/atus Schlg., liimalayanus Gthr., stolatus L. und dipsds
Blyth, Hypsirliina enhydris Schnd. Psnmmodynastes pidverulentus
Boie, Gonyosoma gramineum Gthr., Dendrophis pictus Gmel. , Chry-
sopelea ornata Shaw, Trugops prasinus Boie, Passerita mycterizans
L., Dipsas multimaculata Schlg., und ochracea Theob., Ophites fasciatus
And., Lycodon aulicus L., Naja tripudians Merr., Ophiophagus elaps
Schlg., Bungarus fasciatus Schnd. und semifasciatus Kühl, Callophis
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 185
macdellandi Reinh., Bothrops monticola Gray und f/rami/teus Shaw,
sowie 2 neue Gattungen und G neue Arten von Schlangen (s. Colu-
brinae, AmblycephaKdae, Viperinae). Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova
(2) Bd. 6 pag. 593—604, Taf. 5—7.
0. Boettger nennt aus Bangkok, Slam, u. a. Calotes versicolor
Daud., Liolepis belli Gray, XenopeUis unicolor Reinw., Tropidonotus
quincunciatus Schlg., Ilonudopsis huccata L., Chrysopelea ornata Shaw
und Ulupe davkoni Blfd. 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Naturk. 1888
pag. 54.
G. Doria beschreibt 3 neue Eidechsen der Gattungen llarpe-
saiirus^ Dendragama n. gen. und I^ygoHoma (s. Agamidae, Scincidae)
aus Sumatra und nennt Lophocalotes luedekingi Bleek. vom Berg
Singalang, West-Sumatra. Ann. Mus. Civ. St. Nat, Genova (2) Bd. 6
pag. 646—652, 2 Figg., Taf. 8.
J. Gogorza y Gonzalez gibt Beiträge zu einer Wirbelthier-
fauna der Philippinen. Aus den Museen von Madrid und von
der Philippinen-Ausstellung in Madrid v/erden 87 Reptilien als aus
dem Archipel stammend namhaft gemacht. Neu für die Fauna sind
nach des Ref. Ansicht pag. 28 Sep.-Abdr. Draco dussumieri D. B.,
Dr. quifiquefasciattis Gray (Sämar), pag. 29 Egeniia cunninghami
Gray, Lygosoma chalcides L., pag. 30 Calamaria cermiformis D. B.
(Sämar), Coryphodon korros Reinw. (Manila) [= Zaocys luzonensis
Gthr. Ref.], pag. 32 Dipsas drapiezi D. B. (Mindanao) und pag. 34
Ilydrophis schistosns Daud. (Mindanao). [Der grösste Theil dieser
Identificationen beruht sicher auf falscher Bestimmung. Ref.] Anal.
Soc. Espan. Eist. Nat. Bd. 17 pag. 272—281 (Sep. Abdr. pag. 26
bis 34).
0. Boettger bringt in seinen Materialien zur herpetologischen
Fauna von China II [vergl. Ber. f. 1885 pag. 254] eine Liste der
zweiten v. Moellendorff'schen , der Herz'schen und der Schmacker'
sehen Sendungen von Reptilien aus China. Aufgezählt und mehr
oder weniger eingehend beschrieben werden Henu'dadylus frenatKs
D. B., Gecko japonievs D. B., swinhoei Gthr. und L'crticüJahi>i Laur.,
Calotes versicolor Daud., Liolepis belli Gray, Tacliydromus sexlineatvs
Daud,, Eremias argtis Pts. typ. und var. brenchleyi Gthr., Lygosoma
laterale Say und chinense Gray, Tropidophorus sinicus Bttg., Eicmeccs
chinens'is Gray; Typhlops braminus Daud., Simotes swinhoei Gthr.,
Cyclophis major Gthr., Coluber rufodorsatus Cant., Elaphis taenmrus
Cope und virgatus Schlg., letztere von Korea, Compsosoma radiatum
Schlg., Cynophis moellendorffi Bttg., Ftyas korros Schlg. und mucosus
L., Tropidonotus quincunciatus Schlg., stolafus L. und subminiatus
Schlg., Hypsirhina bennetti Gray, chinensis Gray und plumbea Boie,
Ilomalopsis buccata L., Chrysopelea ornata Shaw, Dipsas midti-
maculata Schlg., Lycodon aulicus L., Pareas mocllendo)-ffi Bttg.,
Python retütdatus Schnd., Naja tripudians Merr., Ophioph<(gi(s elaps
Schlg., Bungarus fasciatus Schnd. und multicinctus Blyth, Ilydrophis
cyanocinctus Daud., gracilis Shaw und viperinus Schm., Pelamis
186 Dl". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
bicolor Schnd., Trimeresiirus erythrurxiH Cant. und graniineus Shaw.
Zum Schluss wird eine Aufzählung aller Reptilien und Batrachier
Chinas mit Angabe der Literatur und Fundorte pag. 103—169
gegeben, auf die Verwandtschaft dieser Fauna mit der Nordamerikas
aufmerksam gemacht, erwähnt, dass die Insel Hainan bis jetzt kein
einziges ihr eigenthümliches Kriechthier geliefert habe, und ein
Vergleich der herpetologischen Fauna Chinas mit der der Philippinen
angestellt. Ein genavies Register aller Arten und Synonyma ist der
Arbeit beigegeben. 26. /28. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. pag. 53
bis 191, Taf. 1—2.
G. A. Boulenger beschreibt von Hongkong, Südchina, 2
neue Schlangen (s. Colubrinae). Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 43
bis 44.
A, Günther gibt Bemerkungen zu einer Sammlung Reptilien,
die A. E. Pratt in dem Gebirge nördlich von Kiukiang, üstchina,
zusammengebracht hat. Die Arten, bei welchen eingehendere
systematische Mittheilungen gemacht werden, sind in der folgenden
Liste mit * bezeichnet. Es sind '^Emys reevesi Gray , Trionyx
sinensis W gm.] Tachydronins septemtriojialis Gthr. und w ölte ri Fisch.,
^Lygosoma reevesi Gray, Eumeces elegans Blgr. , Gecko japo^iicns D.
B. ; *Calamaria quadrimacvlataJ). B. (auch von Hongkong), Coluher
rufodorsatus Cant., Elaphis dione und sauromates Pall., Zaocys
dhumnades Cant., Ptyas korros Reinw., *Phyllophis curinatus Gthr.,
Cyclophis major Gthr. , Tropidonotus annularis Hall, und tigrinus
Boie, Ophites septemtrionalis Gthr., Lycodon rufozonatus Cant.,
Bvngarus semifasciatus Kühl, Callopkis anmdaris Gthr., Halys blom-
hoffi Boie und 2 neue Sclilangen (s. Colubrinae und Crotalinae).
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 165—172, Taf. 12.
0. Boettger bringt eine kleine Liste ostasiatischer Reptilien.
Es sind: Japulnru polygonata Hall, und Eumeces marginatus Hall,
von 0-sima, Liukiu-Insein, Lygosoma laterale Say von Napier Island
nördlich von Ningpo, Pareus moellendorffi Bttg. vom Lofoushan-
Gebirge bei Canton und Trimeremirus gramineus Shaw von Süd-
Formosa. Ber. Senckenberg. Nat. Ges. Frankfurt pag. 187—190.
Afrikanische Region. G. A. Boulenger verzeichnet weiter
von Maskat, Arabien, [vergl. Ber. f. 1887 pag. 174] Dermoclielys
coriacea L., Rhagerrhis producta Pts. und eine neue Eryx (s. Boinae).
Ann. Mag. N. H.' (6) Bd. 2 pag. 508—509.
E. H. Giglioli zählt von der Reise des Grafen A. Buturlin
und des Dr. L. Traversi aus Assab auf Tlemidactyhcs verriiculatus
Cuv., aus Schoa Agama atricollis Smith von Entotto, Mabuia striata
Pts. von Let Marefia und Boodon lemniscatus D. B. Ann. Mus. Civ.
St. Nat. Genova (2) Bd. 6 pag. 65—67.
F. Mocquard berichtet über die Sammlung G. Revoil's in
Somaliland und Sansibar. Aufgezählt und mit systematischen
Anmerkungen versehen werden 20 Eidechsen, darunter Chamaeleon
gracilis Hall., Uemidactylus mabuia Mor. und frenatns Schlg., Agama
in der Herpetologie währenfl des Jahres 1888. 187
rueppeUi Vaill., Latastia longicaudata Rss., Gongylus ocellatus Gmel.,
Eumeces sundewaUi Smith, Enprepcs punctatissimus Smith, comorensls
und Inklebrandti Pts., Ablepharm houtoni var. peroni Coct. und
Ägamodon anguUceps Pts. aus Somaliland, Chamaeleon dilepis Leach,
Varanus niloticus D. B. und alhigtdari^ Daud. , sowie Gerrhosuurus
major D. B. aus Sansibar, Lygoddctylns picturatus Pts. aus Somali-
land und Sansibar, und 3 neue Arten von Hemidactylus, Eremias
und Ägamodon; 12 Schlangen, darunter Eryx thehaicus Geoffr.,
Coronella olivacea Pts., Psammophis hiseriatus Pts., Crotaphopeltis
rufescens Gmel., Dasypeltis scabra var. medicii Bianc. und Telescopiis
obtusus D. B. aus Somaliland, LeptopJus ptmctatus Pts. und Psamm-
ophis sibilans L. aus Sansibar und Boodon quadrilineatus D. B. aus
Somaliland und Sansibar, sowie 2 neue Gattungen von Calamarien
und eine neue Dasypdtis (s. Geckonidae, Ämphisbaenidae, Lacertidae;
Colubrinae, Dipsadinae). Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888
pag. 109—134, Taf. 11—12.
Fr. Stuhl mann erwähnt beiläufig von Sansibar Varanus
nüottcus, Crocodih/s nil oticus nnd Larven von Dactylethra. Sitz.-Ber.
Preuss. Akad. Wiss. Berlin pag. 1255 ff.
A. Günther nennt von Monbuttu im Obercongogebiet Pelo-
medusa subrufa Lac; Varanvs niloticus L. , Hemidactylus brookei
Gray, Lygodactylus gidturalis Boc. ; Chamaeleon senegalensis var.
laevigata Gray; Typhi ops eschrichti Schlg, und liberiensis Hall., Neu-
sterophis atratus Pts., Dasypeltis scabra L. , Psavimophis sibilans L.,
Atractaspis aterrima Gthr. und irregularis Reinh. und eine neue
Ahaetulla (s. Colubrinae), sowie 4 Frösche (s. Ecaudata). Von diesen
17 Arten sind 9 in Afrika weit verbreitet, 7 westafrikanisch, aber
keine einzige typisch ostafrikaniseh. Danach wäre die Fauna des
oberen Congo in ihrem Charakter mehr west-, als ostafrikanisch.
Proc. Zool. Soc. London 1888 pag. 50—51.
In seinem Beitrag zur Kenntniss der tropisch-afrikanischen
Schlangen beschreibt derselbe eine grössere Anzahl von neuen
Gattungen und Arten, von denen unten (s. Colubrinae, Dipsadinae,
Elapinae) speciell die Rede sein soll. Er vergleicht die Formen
der Seen-Districte von Centralafrika eingehend mit denen West-
afrikas und des Sansibar- und Mossambique-Districts. Danach
kommen von 46 centralafrikanischen Arten, deren Fundorte genau
verzeichnet werden, 22 an der Westküste, 17 im Gebiet von Sansibar
und 18 in Mossambique vor. lieber ganz Tropisch -Afrika sind
verbreitet die folgenden 11: Typhlops schlegeli Bianc, Coronella
olii-acea Pts., Psammopliis sibilans L., Dasypeltis scabra L., Bucephalus
capensis Smith, Lejriodira rufescens Gmel. und semiannxdata Gthr.,
Boodon lineatus D. B. , Python sebae Gmel., Naja nigricollis Rhdt.
und Clotlio arietans Merr. Von den übrigbleibenden 35 Arten haben
nur 11 nicht den Weg nach West- oder Ostafrika gefunden und
müssen als specifisch centralafrikanisch aufgefasst werden. Von
diesen 35 Species kennt man 3 von Lado und dem Nyanzasee (2
188 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
davon ostafrikanisch), 7 von Monbuttu und Semmio (6 davon west-
afrikauisch), 11 vom Kilima-ndjaro (3 davon west-, 4 ostafrikanisch),
4 von Mpwapwa und Ugogo (1 west-, 2 ostafrikanisch), 11 vom
Tanganyikasee (1 west-, 8 ostafrikanisch) und 6 vom Nyassasee (1
west-, 3 ostafrikanisch). Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 322—335,
Taf. 18—19.
G. A. Boulenger beschreibt aus Madagaskar 2 neue
Eidechsen, ein Chamaeleon und 4 Schlangen, von Nossibe 2 neue
Chamaeleonten (s. Uroplatidae, Scincidae, Chamaeleontidae , Coki-
brinae und Dipsadinae). Ebenda pag. 101 — 107, Taf. 5 — 6 und
pag. 22—23, Taf. 2.
Derselbe nennt Ilomopuf< signatus Walb. von O'Kiep, 2500',
in Namaland, Agama planiceps Pts., sowie je einen neuen Pachy-
daciyhis und Mabuia aus Namaland, Pythonodipsas carhiata Gthr.
und eine neue Oednra aus Damaraland, eine neue Vipera aus
Walfischbai, Damaraland, und Typldops schlegdi Bianc, Ilomalosoma
variegatum Pts. und eine neue ^lapsoidea aus Delagoa-Bai (s.Gecko-
nidae, Scincidae, Elapinae und Viperinae). Ebenda ?(6) Bd. 2
pag. 136—141.
J. G. Fischer zählt aus Deutsch-Südwestafrika und speciell
von Angra Pequena, | Aus, Suibes und Bethanien 8 Arten Schlangen
und (abgesehen von einigen noch unbeschriebenen Eremias-krien)
26 Species Eidechsen auf, von denen die ihres Fundorts wegen
interessantesten hier erwähnt werden sollen. Coronella cana Schlg.
I Aus, Fsammophis sihüans L. var. furcata Pts. | Aus und Route
I Aus -Bethanien, Boodon geometricus L. | Aus, Naja haje L. | Aus-
Bethanien; Chondrodactylus angulifer Pts. | Aus-Bethanien, Agama
armata Daud. | Aus und | Aus - Bethanien , aculeata Daud. und
hi'acliyvra Blgr. | Aus, Mahuia sidcata Pts. var. sexviftata J. G. Fisch,
und M. occidentalis Pts. | Aus-Bethanien, M. caria Pts | Aus und
I Aus -Bethanien, Ni/cras tessdata und Scelotes capensis Smith | Aus-
Bethanien, Eremias suborbitalis Pts. j Aus und | Aus -Bethanien,
und ata Smith Angra Pequena, ] Aus und j Aus-Bethanien, capensis
Smith j Aus-Bethanien und Scaptcira hnoxi M.-Edw. | Aus. Jahrb.
Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 11.
0. Boettger gibt in Materialien zur Fauna des unteren
Congo II [vergl. Ber. f. 1885 pag. 256] pag. 5—11 die Literatur
über die Kriechthiere des genannten Gebietes und beschreibt sodann
mehr oder weniger eingehend 5 Schildkröten: Cinyxis erosa Schwgg.,
Felomedvsu galeata Schpff., Stern othaerus derhyanvs Gray, Chelone
viridis Schnd. und Thalassochelys olivacea Eschsch.; ein Crocodil:
Crocodihis vvlgaris Cuv. ; 12 Eidechsen: Hemidactylns malmia Mor.,
Agama colonorum congica Pts., Varanus niloticus L. , Monopeltis
houlengeri Bttg., Gerrhosaurus nigi'olinexdus Hall., Mahuia maculilahris
und raddoni Gray, Lygosoma fernandi Burt. , Ahlepkan/s cabindae
Boc, Sep)sina liessei 'Qtig., Feylim'a currori Gr&y und macrolepis Bttg.;
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 189
3 Rhiptoglossen : ChamaeJeon gmcilis Hall., parmlobus Blgr. und
dilepis Leach; 34 Schlangen: Typldops esch rieht i Schlg. und congicus
Bttg., Xenocalamus mechowi Pts., Coronella olivacea Pts., Bothroph-
thalmus Imeatt^s Fts., GrayiatrianguJarifi Hall., Psammophis sibilansh.,
Dromophis angoJensis Boc, Phüothamnns dorsalis Boc, heterodermtfs
Hall, heteroleptdotus Gthr. und irregidaris Leach, Hapsidophrys
smaragdma Boie, Thrasops flavigidaris Hall. typ. und var. ptistvlata
B. P., Crypsidomvs aethiops Gthr., Bucephalus capensis Smith, Dryo-
phis kirtlandi Hall. , Lycopkidium capense Smith vars. , Boodon
lineatus D. B. typ. und vars., Leptodini rufescens Gmel., Dipsas
hlandingi Hall, und pidveruJenta Fisch., Dasypeltis scabra L. und
vars., Python sebae Gmel., Naja haje L. var. und ntgricoUis Reinh.,
Elapsoidea guentheri Boc. und hessei Bttg., Dendraspis jamesojii
Traill., Atractaspis irregularis Reinh. typ. und var. congica Pts.,
Causus rhombeatus Licht., Viperu urietans Merr., Atheris squamigera
Hall, und laevicepf< Bttg., sowie 7 Anuren. Das Verhältniss von
Giftschlangen zu nichtgiftigen beträgi in Niederguinea 27 — 30 : 100,
im Untercongogebiet aber 48 : 100. Eine Vergleichstabelle zeigt,
dass von den unmittelbar nördlich am Unterlaufe des Congo ge-
sammelten Arten den Congo nach Süden 567o überschreiten, von
den südlich desselben gefundenen aber 80% über den Fluss nach
Norden hin gewandert sind. Der Congo hat somit, ähnlich wie der
Oranje, den Werth einer secundären Trennungslinie und scheidet
zwei geogTaphische Provinzen. Mit Ostafrika hat das Untercongo-
gebiet 50, mit dem nördlicheren Westafrika aber 70% Arten
gemeinsam. Ein Register ist beigegeben. Ber. Senckenberg. Nat.
Ges. Frankfurt pag. 3—108, Taf. 1—2.
Nach 0, Baumann findet sich auf Fernando Pöo der Varan,
doch sind Crocodile unbekannt. 3 Chamaeleons; Python ist häufig.
Eine grüne giftige Baumschlange (Dendraspis oder Atheris f) wird
erwähnt. Auch Seeschildkröten sind zahlreich und legen ihre Eier
am Strande. P'ernando Pöo und die Bube. Wien & Olmütz,
Ed. Hölzel 1888, 8o. 140 pag., 16 Figg.
Von Kamerun beschreibt J. G. Fischer 2 neue Schlangen und
einen neuen Laubfrosch (s. Colubrinae, Viperinae und Ranidae).
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 3 10.
Bemerkungen über einige Reptilien des Oberen Senegal
macht F. Mocquard (s. Eublepharidae). Le Naturaliste 10. Jahrg.
pag. 282—283.
Tropisch-amerikanische Region. J. M. Dow gibt einen kurzen
Bericht über Landung des U. S. Steaniers Albatross auf den Galä-
pagos-Inseln. Die grossen Landschildkröten wurden noch in An-
zahl gefunden und anscheinend 2 oder 3 neue Eidechsenarten.
Nature Bd. 38 pag. 569.
Von G. Bo Court erschien die 11. Lieferung [vergi. Ber. f. 1886
pag. 162] der Mission Scientifique au Mexique et dans l'Amerique
centrale. 3. Partie: fitudes sur les RejDtiles et les Batraciens. Paris,
190 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
fol. pag. 657—696, Taf. 42—47. Sie enthält Abbildung, Besehreibung
und Synonymie zahlreicher Colubrinen und einiger Boinen Mexicos
und Centralamerikas, deren wichtigste unten aufgezählt werden sollen.
S. Gar man bringt eine Liste der Kriechthiere von den
Caymans [vergl.auch Ber.f. 1887pag. 178] und den Bahamas. Die
Verwandtschaft der Cayman-Inselgruppe ist theils cubanisch, theils
jamaicanisch. Auf Cayman Brac wurden gefunden Aristelliger
praesignis Hall., Liocephahis carinatus Gray, Cyclura niibila Gray,
Ahophis angidifer var. nov. und 3 neue Eidechsen, auf Little
Cayman 2 Crocodilvs, DennoclicJys, ThaJassocheJys etc., CyeJura
nuhila, 2 neue Eidechsen und Hyla septemtriotialis Tsch. Auf Inagua
(Bahamas) leben Liocephalus schreibersi Gray und 2 neue Eidechsen,
auf Rum Gay (Bahamas) Liocephaivs loxogrammus Cope, 2 neue
Eidechsen und Hyla septemtrionalis^ sowie auf Andros Island
(Bahamas) ein neuer Spliaerodactylus (s. Geckonidae, Iguanidae,
Anguidae, Tejidae und Colubrinae). Bull. Essex Instit. Bd. 20
pag. 1 — 13,
J. G. Fischer beschreibt pag. 23 eine Collection Kriechthiere
von Haiti, die Herrn. Rolle gesammelt hat. Es sind, abgesehen
von den unten zu erwähnenden neuen Schlangen (3) und Eidechsen
(1) — s. Boinae und Tejidae — , von Schildkröten Clemmys deciissata
Bell und /'«(/o.?« Shaw; von Eidechsen SphaerodactyJvs piinctatissimus
D. B., ulopex Cope und oxyrJiinus Gosse, sämmtlich Cap Haitien,
A)'iste(ltger praesigms Hall, und (ionatodes cdhogularis D. B. Gonaives,
AnoUs cldorocycmus D. B. und semüinexdus Cope Cap Haitien, cyhotes
Cope Cap Haitien und Sanssouci, distichifsCo'pe Cap Haitien, Marmelade
und Plaisance, Ameiva chrysoiaema Cope, Liocephaivs vittatus Hall.
(mit Beschreibung der Färbung pag. 27) Cape Haitien und schreihersi
Grav. (mit desgl. pag. 29) Gonaives, Metopoceros cormdtiH Wgl. Cap
Haitien, Diploglossus striatvs Gray (mit systematischer Bemerkung
pag. 29) Gonaives; Homalochdus striatus Fisch. Gonaives und Cap
Haitien, Tropidoykis macidatus D. B. Cap Haitien und Milo, Flypsi-
rliynchus ferox Gthr. (mit systematischer Bemerkung pag. 41) Cap
Haitien und Gonaives, Ahaettdla cateshyi Sclilg. Cap Haitien, Uro-
macer oxyrhynchm D. B. Cap Haitien und Gonaives, Dromicus
antillensis Schlg. und parvifrons Cope Cap Haitien, Dr. {Ahophis)
anomalus Cope Cap Haitien und Grande Riviere, Typhi ops lumbricalis
D. B. Gonaives und richardi D. B. Cap Haitien. Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5.
A. Günther macht Mittheilungen über eine Sammlung von
Kriechthieren aus Dominica, Westindien. Es sind die 5 Eidechsen
Thecadacfyhts rapicanda Houtt., Sphaerodactylus cope/ Stdchr., Ameiva
fiiscata Garm., Anolis alUaceus Cope und Mahuia agilis Raddi, die
3 Schlangen Liophis jidiae Cope, Dromicus leucomelas D. B. und Boa
divinüoquaa; Laur. , sowie 2 Frösche. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2
pag. 362—366.
in de/ Herpetologie während des Jahres 1888. 191
A. Ernst gibt eine Aufzählung der 41 bekannten Arten von
Lacertiliern aus Venezuela. Revista Cientif. Mus. Univ. Centr.
Venezuela Bd. 1 pag. 213 — 218.
G. A. Boulenger zählt von Iguarasse, Prov. Pernambuco,
Brasilien auf: Hemidactyhis mahuia Mor. , Enyalms catenatuH Wied,
Strohilunis torquutus Wgm., Micrablepharus maximüiani R. L.,
Amphisbaena suhocularis Pts., Anolis fuscoauratus D'Orb., Stenolepis
rldleyi Blgr. und Xenodon rhabd ocephcdvs Wied, sowie einen neuen
Geckoniden, der als erster brasilischer Sphaerodactylns von besonderem
Interesse ist. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 40—43, Taf. 3.
0. Boettger bringt einen Beitrag zur Reptilfauna des oberen
Beni, Bolivia, und beschreibt kurz vom Mapiri, einem Nebenfluss
des Beni: Anoli-t fuscoauratus D'Orb.; Stenostoma alhifrons Wgl,
Geophis budnts Boie, Coronellu taenioJata Jan, Erythrolamprus venvs-
tissimus Schlg. var. tetrazona Jan, Leptodira unnulata L., Dipsas
cenchoa L., Leptognat/ms cateshyi Weig., Oxyrrliopus petalurius L. var.
sehae D. B. und 0. immaculatus D. B., Elaps corallimis L. und einen
neuen Geophis (s. Colubrinae). Im Ganzen sind bis jetzt 22 Reptilien,
und zwar 4 Eidechsen und 18 Schlangen, vom oberen Beni bekannt,
die pag. 198 aufgezählt werden. Ber. Senckenberg. Nat. Ges. 1888
pag. 191—199, 3 Figg.
C. V. Burmeister zählt Reptilien und Batrachier aus
Patagonien auf und beschreibt eine neue Eidechse (s. Iguanidae).
Ann. Mus. Buenos Aires Bd. 3 pag. 250 — 252.
Australische Region. In seiner Arbeit über die Naturgeschichte
der Christmas-Insel (Ind. Ocean) bemerkt J. J. Lister, dass da-
selbst 4 Eidechsen Gymnodactylvs marmoratus Kühl, Lygosoma nati-
vitatis Blgr. und je ein neuer Ablepharus und Gecko (s. Geckonidae
und Scineidae), eine Schlange Typldops exocoeti Blgr. und eine
Schildkröte Chelom'a i-irgataf, aber kein Batrachier leben. Proc.
Zool. Soc. London pag. 529, Taf. 26. — Vergh auch G. A. Boulenger,
ebenda pag. 534 — 536.
Derselbe gibt einen Dritten Beitrag [vergl. Ber. f. 1886
pag. 166 und 1887 pag. 180] zur Herpetologie der Salomons-
inseln. Die von C. M. Woodford gesammelten Thiere fügen der
Fauna der Salomonsinseln, abgesehen von einem Anuren, hinzu
Dendrophis calligaster Gthr. und 2 neue Hoplocephalus (s. Elapinae).
Guadalcanar ergab GrocodUus porosus Schnd., Gehyra oceanica
Less., Varanus indicKs Daud., Lygosoma cyamirum Less. , nigrum
H, J. und albofasciatum Gthr., Corucia zebrata Gray (mit Greif-
schwanz!), Enygriis carinahis Schnd., Dendrophis calligaster Gthr.,
Dipsas irregularis Merr. und eine der Hoplocephalus-Axi&n.. Rubiana
auf Neu-Georgien ergab Lygosoma cyaniirum, cyanogaster Less.
und nigrum, Enygrus carinatus, Dendrophis salomonis Gthr., Dipsas
irregularis und einen zweiten neuen Hoplocephalus. Eine Tabelle
pag. 90 zeigt den Bestand der Kriechthiere auf den verschiedenen
Inseln der Salomonsgruppe und namentlich den grossen Abstand in
192 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
der Fauna von Faro, welche nordwestlichste Insel in Häufigkeit und
Mannigfaltigkeit besonders des Batrachierlebens einen mehr papu-
asischen Charakter zeigt, während die äusserste Insel nach Südosten,
San Cristoval, einen mehr polynesischen Habitus hat. Ein Krokodil
zeigt sich auf Shortland, Neu-Georgia, Guadalcanar und auf San
Cristoval und den Nachbarinseln; Lacertilier finden sich auf Faro
14, auf Shortland 6, Treasury 6, Neu-Georgia 3, Guadalcanar 5,
San Cristoval etc. 8; Schlangen auf Faro 3, Shortland 4, Treasury 2,
Neu-Georgia 4, Guadalcanar 4 und San Cristoval und Nachbar-
inseln 3. Auf die Salomonsinseln ausschhesslich beschränkt aber
sind 7 Eidechsen und 4 Schlangen. Proc. Zool. Soc. London
pag. 88—90.
W. Macleay nennt von King's Sound, Nordwest-Australien,
Narcloa giJherti Gray, Bracliysoma .nmile Mach, Pseudechis darwi-
niensis Mach, Acunthoiikis antardiea Wgl., sowie je eine neue Dipsas
und Diemenia (s. Dipsadinae und Elapinae). Proc. Linn. Soc. N.-S.-
Wales (2) Bd. 3 pag. 416—418.
Im Jahre 1888 erschienen von F. Mc Coy's Prodromus of the
Zoology of Victoria. Melbourne, S** die Decaden 15 — 17. Die Ab-
bildungen der 7 darin geschilderten Eidechsen sind unten ver-
zeichnet (s. Pygopodidae, Varanidae und Scincidae).
Systematisches. Ray Lankester gibt in seinem Artikel
„Zoology" folgende Eintheilung der Reptilien:
Unterklasse 1. Chelonia.
,, 2. Lacertilia mit den Ordn. Rhynchocephala,
Chamaeleonina und Lacertilia.
„ 3. Ophidia mit den Ordn. Opoterodonta, Colu-
briformia, Proteroglypha und Sole-
noglypha.
„ 4. Crocodilia mit den Ordn. Amphicoelia, Opis-
thocoelia und Procoelia.
„ 5. Pterosauria.
„ 6. Dinosauria mit den Ordn. Sauropoda, Stego-
sauria, Ornithopoda, Theriopoda,
Coeluria, Compsognatha und HaUo-
poda.
,, 7. Anomodontia.
„ 8. Plesiosauria.
„ 9. Ichthyosauria.
Encyclopaedia Britannica Bd. 24 pag. 812.
M. Für bringer discutiert in einem besonderen Kapitel die
Aehnlichkeiten und die Verschiedenheiten zwischen den einzelnen
Reptilordnungen und den Vögeln und die Phylogenie der Sauropsiden.
Verf. hält namentlich die Lacertilier wegen des Baus ihrer Clavicula
und des beweglichen Quadratbeins trotz ihres relativ späten geo-
logischen Auftretens für einen primitiven Typ. Nur Dinosaurier,
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 193
Crocodilier und Lacertilier zeigten eine gewisse Stammesverwandtschaffc
mit den Vögeln. Bijdr. Dierk. Amsterdam Bd. 15. 49, 1751 pag.,
30 Taf.
J. G. Fischer beschreibt in seinen herpetologischen Mit-
theilungen zahlreiche neue Arten von Pachydactylus, Ameim, Mabuia,
Iropidophis, Cliilahothrus , Boodon und Athens (s. Geckonidae,
Tejidae, Scincidae, Boinae, Colubrinae und Viperinae). Jahrb.
Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 1— 5'2, Taf. 1 — 4.
Lacei'tilia.
Integumentalgebilde. G. A. Boulenger hat die interessante Beobachtung
gemacht, dass gewisse Eidechsen, wenn sie ihren abgebrochenen Schwanz re-
producieren, ein anderes Schuppengesetz und andere Schuppenform an diesem
Körpertheil annehmen. Während nämlich Hatteria den Schwanz in ziemlich
analoger Weise reproduciert, wie er vorher war, und ähnlich auch die Lacertiden,
Gerrhosauriden und scincoiden Anguiden, zeigen sich bei den Geckoniden bereits
sehr wesentliche Abweichungen von der ursprünglichen Form. Eine besonders
abweichende Beschuppung aber zeigt der mit Cycloidschuppen bedeckte Gymnoph-
thalmus, dessen reproducierter Schwanz die Beschuppung eines Cercoscmra-
ähnlichen Tejiden, etwa wie von Heterodactylus, annimmt. Umgekehrt zeigt der
neue Schwanz eines mit gekielten Wirtelschuppen bedeckten Ophisaurus die
cycloide Beschuppung etwa eines Biplocjlossiis. Verf. macht mit Recht darauf
aufmerksam, dass diese Neubildungen als atavistische Rückfälle aufzufassen
sind, und dass sie nicht blos einen sicheren Schluss auf die systematische
Stellung aberranter Gattungen und Formen ziehen lassen, sondern auch den
Lauf der Entwicklung dieser Genera aufs Schärfste anzeigen. Proc. Zool. Soc-
London pag. 351-353, 2 Figg.
Sinnesorgane. W. J. McKay hat die Entwicklung und den Bau des
Piuealauges bei zwei Arten von Hinulia, darunter H. taeniolata, und bei
Grammatophora muricata in den verschiedenen Stadien untersucht. Von Hinulia
kamen die früh estenEntwicklungs formen nicht zur Beobachtung ; bei Gh-ammatophwa
zeigte sich die Entwicklung ähnlich, wie sie Hoffmanu bei Lacerta beschrieben
hat. In einem l^achtrage führt Verf. 35 australische Eidechsen auf, bei denen
Whitelegge ein Pinealauge beobachtet hat. Proc. Liun. Soc. !N.-S.- Wales (2)
Bd. 3 pag. 876-889, Taf. 22-24.
H. Strahl & E. Martin haben die Entwicklung des Parietalauges bei
Anguis und Lacerta vivipara verfolgt. Das durch Abtrennung der Epiphysen-
anlage entstandene Parietalauge besteht anfänglich ans einer Blase von Zellen,
die denen des Centralnervenrohrs in entsprechender Zeit durchaus gleichen.
Durch Differenzierung wnrd die vordere Abtheilung dieser Blase zur Linse, die
hintere zur Retina. An der Retina bilden sich zwei Schichten; die innere ist
so gut wie kernlos. Weiterhin tritt ein Nervenstrang auf, der das Parietal-
auge mit dem Dach des Centralnervenrohrs vor der Wurzel der Epiphyse ver-
bindet. Durch Hinzutreten dieser Nervenfasern sind sodann drei Schichten an
der Retina vorhanden; in noch weiteren Entwicklungsstadien lassen sie vier
Schichten erkennen. An der Aussenfläche des Parietalauges entwickelt sich
Aldi , f. Naturgescli. Jalirg. 1889. Bd. U. H. 1 . 13
194 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
gleichzeitig eine Cornea; der Nerv desselben ist in mittleren Entwicklungs-
stadien stärker als in späteren. Arch. f. Anat. u. Phys., Anat. Abth. 1888
pag. 146—163, Taf. 10.
Verdauungsorgane. Betr. der Anatomie der Mundhöhle vergl. unten
M. Ho 11 unter Lacertidae pag. 201.
E. Graupp beschreibt das Vorkommen ächter Zungendrüsen bei Embryonen
von Eidechsen. Morph. Jahrb. Bd. 14 pag. 436 if.
Fr. E. Beddard untersuchte die Beziehungen des Zwerchfells zu den von
ihm eingeschlossenen Eingeweiden bei Uromastix, Iguana, Cyclura, Tejus, Lacerta,
Cyclodus, Plestiodon und Trachysaurus einerseits, die kein ausgesprochenes Dia-
phragma besitzen, und bei Monitor andererseits, wo eine Peritonealfalte die
Baucheingeweide bedeckt und von den Lungen abschliesst. Verf. hält deshalb
eine Zusammenfassung der Varaniden mit den Lacertiden zu einer Unterordnung
Fissilinguer ebenso für verfehlt, wie eine Annäherung der Varaniden an die
Iguaniden. Eine ganz analoge Bildung des Zwerchfelles bei den Crocodiliern
wird eingehend besprochen und die in verschiedener Hinsicht nähere Ver-
wandtschaft der Varaniden mit den Crocodiliern betont. Schliesslich werden
die sehr complicierten, ein Netzwerk bildenden Gallengänge bei Varanus sahator
eingehender untersucht und auch hierbei die Nothweudigkeit erörtert, die
Varaniden von den Lacertiliern als selbständige Gruppe abzutrennen. Proc.
Zool. Soc. London pag. 98—107, 4 Figg.
Urogenitalsystem. F. Schoof untersuchte ^^ von Lacertiliern auf
etwaige Reste einer Tube, $$ auf Reste der Urniere und des Wolff'schen
Ganges ; bei letzteren wurde auch den Ureierlagern der Ovarien Aufmerksamkeit
geschenkt. Bei Lacerta viridis und Stcllio vulgaris konnte mitunter eine voll-
kommen entwickelte männliche Tube gefunden werden, bei Chalcides, Agama,
Uromastix und Chamaeleon nicht. Von der Urniere bleiben beim $ von Lacerta
und Äcanthodactylus nur wenige Canäle übrig, grössere Reste finden sich bei
Chalcides, wo in einem Falle der Urnierengang bis zui' Niere verfolgt werden
konnte und Braun'sche Segmentalstränge gefunden wurden. Eine noch
functionierende Urniere fand Verf. beim $ von Uromastix und Chamaeleon. Ur-
eierlager zeigten sich bei allen untersuchten erwachsenen 5^. Ein Theil der
genannten Formen muss, wenigstens in Bezug auf die Ausführungsgänge der
Geschlechtsapparate, als Zwitter bezeichnet werden. Zool. Anzeiger 11. Jahrg.
pag. 189—190 und Arch. f. Naturgesch. 54. Jahrg. Bd. 1 pag. 62—80, Taf. 3. —
Auch separ.: Zur Kenntniss des Urogenitalsystems der Saurier. Berlin,
Nicolai'scher Verlag 1888, 8". 18 pag., 1 Taf. Inaug.-Diss. Rostock. — Ref. in
Arch. Ver. Fr. Nat. Mecklenburg Bd. 42 (1889), Sitz. Ber. Nat. Ges. Rostock
pag. 17—18.
OntOgenie. Nachzutragen ist, dass H. Orr [s. Ber. f. 1887 pag. 182] in
seinem Beitrag zur Embryologie der Eidechse auch einige spätere Stadien von
Embryonen des Sphaerodactylus notatus und des Lioeephalus carinatus untersucht
hat. Der Wolff'sche Gang stammt nach dem Verf. vom Ectoblast ab; die
Urnierencanälchen entstehen zwischen Urwirbel und Seitenplatte, in der sogen.
Mittelplatte. Bei Embryonen mit 4—9 Urwirbeln hängen die Kopfhöhlen mit
der Chorda zusammen; am vorderen Ende des Embryo ist die letztere mit dem
Epiblast verschmolzen. Joui-n. of Morph. Bd. 1 (1887) pag. 311—363, Taf. 12—16.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 195
Neue Untersuchungen über Entwicklung des Amnion, des Wolff'sehen
Ganges und der Allantois hat J. v. Perenyi an Lacerta viridis, muralis und
agilis angestellt. Der Amnionsack entwickelt sich nicht aus dem Körper des
Embryo, sondern aus der Keimscheibe. Die Zellen des Wolff'sehen Urnieren-
ganges sind ectodermalen, die Tubuli Wolffii mesodermalen Ursprungs. Die Al-
lantois entsteht nicht als Ausstülpung des Canalis neureutericus (Kupffer), weder
als dichte indifferente Zellmasse, in welcher Höhlungen entstehen (Stahl, Erdös),
noch tritt sie als Spalte auf (Hoffmaun), sondern sie schnürt sich einfach vom
Endentoderm (Allantoisentoderm) der Sichel ebenso ah, wie das Darmrohr. Das
Primitiventoderm theilt sich in drei Theile: 1. in das mittlere Chordaentoderm,
2. in seitliche Platten, Darmentoderm, und 3. in den Endtheil Allantoisentodenn.
M.Tud. Akadem.Ertesitö 1888 (ungar.) und Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag.138— 141.
In einer vorläufigen Mittheilung zur Entwicklungsgeschichte der Eidechsen
theilt A. Ostroumoff Beobachtungen mit über den directen Uebergang der
Chorda sammt dem Hypoblast in das hypoblastische Amnion, über die Hypophyse,
über die Entwicklung des Afters, Wolff'sehen Ganges und Herzens, über die
Kiemenspalten und die branchialen Sinnesorgane und über die definitive An-
ordnung dieser Ganglien bei Fhrynocephalus helioseopus Pall. Zool. Anzeiger
11. Jahrg. pag. 620—622.
In seiner grösseren Arbeit sucht derselbe u. a. die Beziehungen der aus
der Nervenleiste hervorgehenden Bildungen in der Occipitalregion zu den Nerven
Hypoglossus und Accessorius Willisii bei den Embryonen von Fhrymcephalus
klarzustellen. Die erste Andeutung des Embryonalafters fand Verf. bei Em-
bryonen mit 6—7 Somiten in Form eines Grübchens über der Allantoisanlage
im hinteren Theil des Primitivstreifens. Arbeiten (Trudi) d. Naturf.-Ges. Univ.
Kasan Bd. 19, Heft 3. 123 pag., 3 Taf. (russ.).
Einen „Beitrag zur Kenntniss der Kiemenspalten und ihrer Anlagen bei
amnioten Wirbelthieren" gibt E. Liessner [vergl. Ber. f. 1887 pag. 182]. Verf.
constatiert, dass bei Lacerta vivipara das erste und zweite Kiemenpaar sich in
der Regel öffnet, das dritte nur selten und in .späteren Stadien durchbricht, die
Anlage zum vierten aber nur ausnahmsweise eine Oeffnung zeigt, und dass sich
die sehr spät erst auftretende Anlage zu einem fünften Kiemenspalteupaar
höchstwahrscheinlich nie zu einer offenen Spalte ausbildet, zumal an derselben
schon relativ früh Rückbildungen erkannt werden können. Morph. Jahrb. Bd. 13
pag. 402-416, Taf. 16. — Auch separ.: luaug.-Diss. Dorpat 1889, 8". 33 pag.
Ueber Kiemenspalten und Kiemenspaltenreste bei Lacerta macht auch
J. F. van Be mm eleu [vergl. Ber. f. 1887 pag. 150] neue Mittheilungen. Verf.
betont namentlich die Verschiedenheit zwischen den epitheloiden Kiementaschen-
derivaten (Carotiskörperchen) und den lymphoiden (Thymus) und zwischen der
medianen Thyreoidea und den lateralen Darmwandderivaten (accessorischen
Thyreoideen). Feestbundel a. F. 0. Douders-Jubileum, Amsterdam 1888 pag. 434
bis 464, Taf. 11—12.
Ueber ein lebendes gabelschwänziges Exemplar von Lacerta agilis macht
M.Bartels Mittheilungen. Jedes der beiden Schwänzenden war der Bewegung
fähig. Die vorliegende Bildung wird als angeborene Missbildung angesprochen.
Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 69—72.
Biologisches. Job. von Fischer zählt die Eidechsen auf, bei denen
Pflanzennahrung beobachtet werden konnte. Es sind Uromastix spinipes, acan-
13*
i96 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistuugeu
thinurus und hardwickei, Iguana tuberculata und nudicolUs, Cyclura acantkura,
Lophiura amboinensis, Amblyrhynchus cristatus, Conolophus subcristatus, Trachy-
saurus asper und rugosus, Plestiodon aldrovandii, Hatteria punctata, Stellio
vulgaris, Lacerta viridis, ocellata und pater. Alle Lacei-ten und Tropidosaura,
sowie die Geckonen, lieben Zucker; nur Uromastix imä Conolophus ziehen bitter
schmeckende Stoffe den süssen vor. Humboldt 7. Jahrg. pag. 425—426.
Palaeontologisches. Ueber die fossilen Keste von Lacertiliern im British
Museum macht R. Lydekker eingehende Mittheilungen. Abgebildet werden
Fig. 61 Wirbel von Iguana europaea Filh. aus dem Oligocaen von Hordwell,
Fig. 62 von Placosaurus margariticeps Gerv. aus dem oligocaenen Phosphorit von
Caylux, Fig. 63 Kiefer eines Anguiden von ebenda und Fig. 66 ein hinterer
Rückenwirbel von Varanus priscus Ow. aus dem Plistocaen von Queensland.
• Cat. Foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1 pag. 275—290. — Weitere
Notizen über denselben Gegenstand bringt derselbe. Er hat Reste von dem
Oligocaen von Hordwell untersucht, die sich nicht von der amerikanischen Gattung
Iguana trennen lassen und setzt diese Thatsache in Beziehung zu den Funden
von Chelydra in Oeningen und Latonia (verwandt der lebenden Ceratophrys), die
gleichfalls amerikanisches Gepräge haben. Sodann bespricht Verf. Flacosaurus
rugosus Gerv. und Varanus margariticeps Gerv. = Plestiodon cadurcensis Filh.,
den er als Placosaurus margariticeps Gerv. zu den Anguiden stellt, sowie Palae-
ovaranus cayluxi Filh., eine ächte Varanide. Placosaurus hatte wolentwickelte
Gliedmaassen wie der lebende Diploglossus, und auch die eocaenen amerikanischen
Gattungen Saniva Leidy und Glyptosaurus Marsh sind wahrscheinlich nahe
verwandt mit ihm. Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 110—112.
FaunistiSChes. A. Heilprin kommt auf seine Anschauungen betreffs der
Verwandtschaft der nordamerikanischen Eidechsenfauna [vergl. Ber. f. 1887
pag. 183] zurück, indem er nachzuweisen versucht, dass die nearktische Region
in Bezug auf ihre Fauna gegenüber der neotropischen den Werth einer selb-
ständigen, primären zoologischen Region habe. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1
pag. 24—27. — G. A. Boulenger hält seine Auffassung über die central-
amerikanische Verwandtschaft und Herkunft der nordamerikanischen Eidechsen-
fauna Heilprin gegenüber voll und ganz aufrecht und unterstützt seine Ansicht
noch durch die Aufzählung aller 12 Eidechsenarten, die östlich des Mississippi,
und der 3 Arten, die nördlich des 40." N. Br. vorkommen. Die nahezu völlige
Uebereinstimmung auch in den Gattungen springt in die Augen. Ebenda
pag. 107—109.
A. Ernst gibt eine Liste der 41 bekannten Arten von Lacertiliern aus
Venezuela. Revista Cientif. Mus. Centr. Venezuela Bd. 1 pag. 213-218.
Systematisches. Ueber die Verwandtschaft und Stellung der Familie
Varanidae vergl. oben Fr. E. Beddard pag. 194.
Geokonidae. Sinnesorgane. Mittheilungen über die angebliche wahre
Natur der sogen. Halsdrüsen von Phyllodactyliis europaeus und über die
Wichtigkeit der Kalksalze für den thierischen Organismus macht C. Lepori.
Lo Spallanzani, Giorn. Scientif. Roma (2) Jahrg. 18 pag. 143—165, 1 Taf. —
L. Camerano weist nach, dass die Halsdrüsen von Phyllodactijlus bereits von
Wiedersheim anatomisch und physiologisch erschöpfend erklärt worden seien.
Boll. Mus. Zool. Auat. Comp. Torino Bd. 3, No. 45. 3 pag.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 197
Faunistisches. G. A. Boulenger hat einen südafrikanischen Vertreter
der Gattung Oeäura (s. unten) beschrieben, wäkrend alle bis jetzt bekannten
Arten dieses Genus in Australien leben. Aehnlich zeigt auch Phyllodaciylus
zwei nahverwandte Formen, die eine in Südafrika (jyorphyreus), die andre in
Australien {marmoratus). Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 137—138.
F. Mocquard verzeichnet Hemidactylus frenatus D. B. auch von Capland.
Mem. Cent. Soc. Philoniath. Paris 1888 pag. 113.
Systematisches. 0. Boettger macht Notizen zu Teratoscincus scincus
Schleg. pag. 878, Crossobamon eversmanni Wgm. pag. 880, Gymnodactylus caspius
Eichw. pag. 883, G. fedtsclmikoi Strauch, der vielleicht nur Localvarietät des
vorigen ist , pag. 884 und G. russoivi Strauch pag. 885. Zool. Jahrb. Abth. f.
Syst. Bd. 3.
J. G. Fischer gibt systematische Bemerkungen zw. Hemidactylus richardsoni
Gi'ay (bisher unbek. Vaterlands), den er aus Gabun erhielt. Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 49, Taf. 4, Fig. 10.
Crossobamon n. nom. für Ftenodactylus Strauch, non Gray; Boettger, Zool.
Anzeiger 11. Jahrg. pag. 260.
Gecko listeri n. sp. verwandt pumüiis Blgr. Christmas - Insel (Ind. Ocean);
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 53.5.
Gymnodactylus oertzeni n, sp. verwandt kotschyi Stdchr. Karpathos-Gruppe
(Süd-Sporaden); Boettger, Sitz.-Ber. Akad. Berlin pag. 152.
Hemidactylus piumilus Hall. = frenatus D. B. ; Boettger, 26./28. Ber. Offen-
bach, Ver. Nat. pag. 60. — H. richardsoni Gray. Gabun. Abgeb.; J. G. Fischer,
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5, Taf. 4, Fig. 10. — H. tropidolepis n. sp. verwandt
homoeolepis. Somaliland; Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philom. Paris pag. 113.
Oedura africana n. sp. Damaraland ; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2
pag. 137.
Pachydactylus fasciatus n. sp. verwandt feiöront Smith. Namaland; Boulenger,
1. c. pag. 138. — P. laeviyatus n. sp. verwandt bibroni Smith. Namaland; J.
G. Fischer, Jahrb. Hamburg. TViss. Anst. Bd. 5 pag. 15, Taf. 2, Fig. 3.
Sphaerodactylus argivus n. sp. verwandt argus. Cayman Brac. pag. 3. —
Sph. asper n. sp. verwandt picturatus. Andros Island, Bahamas, pag. 13. — Sph.
corticolus n. sp. verwandt notatus und argivus. Rum Cay, Bahamas, p. 11. — »Sp/?.
decoratus n. sp. Rum Cay. pag. 12; Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 20. — ÄjV?.
meridionalis TU. s]}. Igimr&sse , Prov. Pernambuco; Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2 pag. 40.
Eublepharidae. Biologisches. Nach F. Mocquard wird Psilodactylus
caudicinctus A. Dum. von den Eingeborenen des Niger als höchst giftig betrachtet.
Le Naturaliste Bd. 10 pag. 282. — Dieselbe Ansicht findet sich nach J. W. Vidal
über den Biss der nordindischen Bis-Cobra, Eublepharis, verbreitet. Journ.
Bombay Nat. Hist. Soc. Bd. 3 pag. 75.
Uroplatidae. Systematisches. TJroplates phantasticus n. sp. Madagaskar ;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 101, Taf. 5, Fig. 1.
Pygopodidae. Faunistisches. S. C. Burneil nennt Pygopus lepidopus
Lac. von Wentworthville bei Parramatta. Proc. Linn. Soc. N.-S.- Wales (2)
Bd. 3 pag. 336.
Systematisches. Aprasia pulchella Gray. Lake Wallace und Portland,
Victoria. Abgeb.; Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 161, Fig. 1.
198 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Delma frazeri Gray. Melbourne und Newington Station, Wimmera-District.
Abgeb.; Mc Coy, ]. c, Taf. 152, Fig. 1.
Lialis hurtoni Gray. Mallee Scrub, Vict., und Insel Duke of York. Abgeb. ;
Mc Coy, 1. c, Taf. 162.
Pseudodelma impar Fisch. Melbourne und Vereinigung von Yarra und
Merri Creek. Abgeb.; Mc Coy, 1. c, Taf. 161, Fig. 2.
Pjipoims lepidopus Lac. abgeb.; Mc Coy, 1. c, Taf. 151 und 152, Fig. 2.
Agamidae. Biologisches. Job. von Fischer gibt einen Nachtrag
zur Naturgeschichte von Uromastix acanthinurus Bell [vergl. Ber. f. 1885
pag. 287]. Er fand, dass nur die im Winter oder im Vorfrühling bezogenen
Exemplare zur Fortpflanzung schritten. Die Art der Begattung wird beschrieben.
Die Abweichungen in der Färbung von Stücken aus Tunis und aus der Oase
Laghouat, aus der Prov. Beni-Mzab-Mzab und den Deps. Oran und Constantine
werden eingehend behandelt. Auffallend ist die grosse Sterblichkeit, aber auch
die Zahmheit der östlichen Formen gegenüber der Lebenszähigkeit und Wildheit
der westlichen (Tunis, Biskra). Maasse von überwinterten Jungen werden gegeben, ein
ganz junges Thier sehr charakteristisch in Holzschnitt vorgeführt. Fleisch frisst der
Schleuderschwanz freiwillig nicht, dagegen ist Insectennahrung namentlich in
der Jugend nothwendig. Eingehend wird schliesslich der Kennzeichen gedacht,
nach denen man lebenskräftige, abgemagerte und kranke Thiere dieser Art mit
Sicherheit unterscheiden kann. U. hardwickei trinkt im Gegensatz zu seinem
afrikanischen Verwandten oft und ziemlich viel; auch über seine Haltung imd
Pflege werden Angaben gemacht. Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 97 — 108, 1 Fig.
Nach demselben frisst Uromadix hardwickei GYa,y rohen Reis, Mais iind
Hirse, auch Heu, Stroh und Heuschrecken. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 115.
Derselbe beschreibt sehr anschaulich das Kleid und Gebahren des Uromastix
hardwickei Gray in der Gefangenschaft im Vergleich zu U. acanthinurus. Er
bedarf eines Triukgefässes und weniger hoher Wärmegrade. Er gräbt viel. In
Gefangenschaft ist er harmlos und verträglich uud wird sehr zahm. Für sein
gutes Gedächtniss werden Beispiele gegeben. Gesicht, Geschmack und Gehör
sind vortrefflich entwickelt. Neben Getreidekörnern fressen sie auch Blätter,
Blüten und Mehlwürmer und gedeihen ausgezeichnet. Zool. Garten 29. Jahrg.
pag. 135-142.
Systematisches. Notizen über Atjama sanguinolmta 'Pall. pag. 887 und
A. caucasia Eichw. pag. 890, über Phrijnocephalus helioscopus Pall. pag. 892, Ph.
interscapularis Licht, pag. 898 und Ph. mystaceus Pall., der sich durch eine
eigenthümliche, noch unerklärte Tuberkelschuppe in der Achselhöhle auszeichnet,
pag. 899 bringt 0. Boettger. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3.
G. A. Bou lenger beschreibt die Färbung von Acjama planiceps Pts. aus
Namaland. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 139.
Dendragama n. gen. verwandt mit Acanthosaura Gray und Gonyocephalus
Kaup, verschieden von ersterer Gattung durch die Anwesenheit eines Kehlsacks,
von letzterer durch das Fehlen einer Gularfalte. — Mit B. boulengeri n. sp.
Berg Singalang, West-Sumatra; Doria, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 6 p. 649,
Fig., Taf. 8, Fig. 1.
Ilarpesauriis heccarü n. sp. Lubu Selassi bei Padang, Sumatra; Doria 1. c,
pag. 646, Fig., Taf. 8, Fig. 2.
Phrynocephalus raddei n. sp, ver'wandt helioscopus Pall. Perewalnaja, Trans-
in der Herpetologie -währencl des Jahres 1888. 199
kaspien; Boettger, Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 262 und Zool. Jahrb., Abth. f.
Syst. Bd. 3 pag. 894, Taf. 34, Fig. 2.
Iguanidae. Palaeontologisches. Ueber Proiguana (== Iguana) europaea
Filh. macht R. Lydekker Mittheilungen. Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 110.
Systematisches. A. Guenther bringt systematische Bemerkungen zu
Anolis alliaceus Cope von Dominica und beleuchtet seine specifische Unter-
scheidung von A. leachi D. B. von Guadeloupe. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2
pag. 363.
Notizen über Anolis cJdorocyanus D. B. pag. 30 und zu Liocephalus vittatus
Hall. pag. 27 macht J. G. Fischer. Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5.
Eingehende Beschreibungen von Sceloporus melanogaster Cope pag. 114,
Sc. microlepidotus Wgm. pag. 112, Sc. scalaris "Wgm. pag. 111, Sc. spinosus Wgm.
pag. 205 und Sc. torquatus Wgm. pag. 113 bringt A. Duges. Naturaleza
Mexicana (2) Bd. 1.
Anolis leachi Blgr. part., lividus, oculatus und sabanus Garm. ^= alliaceus
Cope ; Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 363. — A. leucophaeus n. sp.
Inagaa, Bahamas, pag. 9. — A. luteosignifer n. sp. verwandt sagrae [nach
Boulenger vermuthlich =: sagrae. Ref.]. Cayman ßrac und Little Cayman,
pag. 4, 8. — A. maynardi n. sp. verwandt porcatus. Little Cayman, pag. 7 ;
Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 20.
Liolaemus melanops n. sp. Quele-curä, Patagonien; Burmei.ster, Anal. Mus.
Buenos Aires Bd. 3 pag. 252.
Lysoptychus n. gen. zwischen Sceloporus und Uta, verschieden von ei'sterer
Gattung durch das Auftreten einer losen queren, wie bei Ctenosaura gebildeten
Kehlfalte. — Hierher L. lateralis n. sp. San Diego, Südwest-Texas; Cope, Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 397, Taf. 36, Fig. 1.
Sceloporus melanogaster Cope abgeb. Taf. 12, Fig. 1 und Sc. microlepidotus
Wgm. abgeb. Taf. 11, Fig. 5; Duges, Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1.
Xiphosurus ferreus Cope = Anolis leachi D. B., Boct. pag. 363. — X.
oculatus Cope = Anolis alliaceus Cope. pag. 363; Günther, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2.
Anguidae. Palaeontologisches. R. Lydekker führt den sehr in-
teressanten Nachweis, dass ein Stück von Ophisaurus moguntinus Bttg. aus
dem Oberoligocän von Rott, welches das Schwanzende regeneriert zeigt, dessen
Pholidose während des Lebens nach Art der Beschuppung von Anguis repro-
duciert hat. Cat. Foss. Rept. a. Batr. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1 pag. 278. —
Vergl. auch oben G. A. Boulenger pag. 193.
Notizen über PlacosaurusGi^ry. und Palaeovaranus Filh. bringt R. Lydekker.
Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 110—111.
Faunistisches. G. Entz fand bei Klausenburg nicht selten Anguis in
der Farbenvarietät, bei welcher der Rücken mit zwei Längsreihen von pracht-
voll blauen Flecken geschmückt ist. Rev. Siebenbürg. Mus. Ver. Klausenburg
Bd. 10 pag. 133—134.
Systematisches. Notizen über Anguis fragilis var. coZcA/ca Dem. bringt
O. Boettger. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 902.
Anguis fragilis L. var. caeruleoventris n. pag. 57 und var. cyanopunctata
n. pag. 56 Haardt bei Kreuznach, Rheinpr. ; Geisenheyner, Progr. No. 418 Gymn.
Kreuznach.
200 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Diplofjlossus macidatus n. sp. verwandt crusculus nnd occiduus [nach Bou-
lenger = striat US Gray] Cayman Brac; Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 20 pag. 5.
— D. striatus Gray = occiduus (Shaw) Blgr.?; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 29.
Gerffionotus imbricatus Wgm. beschr. u. abgeb. ; Duges, Naturaleza Mexi-
cana (2) Bd. 1 pag. 119, Taf. 12, Fig. 9.
Helodermatidae. Biologisches. C. E. Bendire beschreibt die Eier,
die er einem Heloderma ausgeschnitten hat. Forest and Stream (New York)
Bd. 29 (1887) pag. 64-65.
Ueber einen weiteren — den dritten oder vierten bekannten — Fall von
tödlichem Biss des Heloderma suspectum Cope, der sich in Fairbanks bei Tomb-
stone im Territorium Arizona zutrug, berichtet G. A. Treadwell. Proc. Zool.
Soc. London pag. 266. — Ref. im Zoolog. Garten 30. Jahrg. (1889) pag. 60. —
Ueber Heloderma suspectum Cope und die giftige Wirkung seines Bisses vergl.
auch K W. Shufeldt in Forest a. Stream (New York) Bd. 29 (1887) pag. 24,
Fig. — Weitere Mittheilungen über den Biss von Heloderma bringt H. C.
Yarrow. Ebenda Bd. 30 pag. 412—413 und A. H. Buck's Reference Handbook
of the Medical Sciences. New York, Will. Wood & Co. Bd. 6 pag. 171, Taf. 28.
Varanidae. Biologisches. 0. Boettger gibt Notizen über die Nahrung
von Varanus griseus Daud. in Transkaspien. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3
pag. 904.
Palaeontologisches. A. Weithofer beschreibt in seinen Beiträgen
zur Fauna von Pikermi einen Varanus marathonensis n. Beitr. z. Palaeont.
Oesterr.-Ung. Bd. 6, Wien 1888 pag. 225-292, Taf. 10—19.
Eine Notiz über Megcdania prisca Ow. = ? Varanus bringt A. S. Wood-
ward. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 85.
Systematisches. Ueber Verwandtschaft und Stellung dieser Familie
macht Fr. E. Beddard interessante Mittheilungen. Neben anderen erheblichen
Abweichungen im Bau von den übrigen Eidechsenfamilien constatiert Verf., dass
eine Peritonealfalte die Baucheingeweide sammt der Leber vollständig uraschliesst.
Dieselbe ist ventralwärts frei, dorsalwärts aber in der Mittellinie angeheftet
und trennt die Eingeweide von Herz und Lungen. Diese Einrichtung ist durchaus
homolog der bei den Crocodiliden beobachteten und lässt die letzteren eventuell
von FamwMS- ähnlichen Vorfahren ableiten. Verf. schlägt vor, die Monitores
neben die Lacertilia Vera und die Rhiptoglossa als gleichwerthige Unterordnung
zu stellen. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 204—206. — Ref. in Amer. Naturalist
Bd. 22 pag. 467. — Vergl. auch oben Fr. E. Beddard pag. 194.
Varanus (jouldi Gray. Kewell bei Horsham, Nordwest- Victoria. Abgeb.;
Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 151.
Tejidae. Systematisches. Bemerkungen über Ameiva fuscata Garm.,
die als Art neben A. surinamensis anerkannt wird, bringt A. Günther. Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 363.
Notizen zu Ameiva chrysolaema Cope hat J. G. Fischer. Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 24.
Ameiva maynardi m. sp. Liagua, Bahamas; Garman, Bull. Essex Inst.
Bd. 20 pag. 10. — A. regularis n. sp. verwandt chrysolaema Cope. Sanssouci,
Haiti ; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 26.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 901
Amphisbaenidae. Systematisches. Agamodon covipressus n. sp. Somali-
land; Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 121, Taf. 11, Fig. 2.
Monopeltis boulengeri Bttg. abgeb. ; Boettger, Ber, Senckenberg. Nat.
Ges. Taf. 1, Fig. 1.
Lacertidae. Allgemeines. F. La taste's Bemerkungen über Lacerta
perspicillata sind dem Kef. unzugänglich gewesen. Bull. Assoc. Frang. Adv. Sc.
Congres d'Orau du 30. mars 1888.
Verdauungsorgaue. M. Holl behandelt die makroskopischen und mi-
kroskopischen Verhältnisse der Mundhöhle von Lacerta agilis und bespricht
besonders den Sulcus Jacobsonii, die Schleimhaut des Muudhöhleudaches, Cutis,
Epithel, Krypteubildungen, lymphoides Gewebe, Pharynxtonsillen, Pterygoidton-
sillen und Suprapterygoidtonsillen , Geschmacksorgane, sowie den Boden der
Mundhöhle, das Epithel und die Geschmacksorganc der Zunge. Sitz.-Ber. Akad.
"Wien, Math.-nat. Gl. Bd. 96 pag. 161—169, 1 Taf.
Biologisches. Joh. von Fischer unterscheidet zwei verschieden ge-
färbte Formen von Eremias pardalis D. B. [=: guttulata Licht. ; Ref.] ; die eine
robuster gebaute fand er bei Boghar, Biskra, El-Kantarah und A'in Sefra in
Algerien und bei Sfax in Tunesien, die andere schlankere, mehr der Wüsten-
fauua angehörige bei Maskara (Prov. Oran), Laghouat, Wargla und Selama
(Prov. Alger), Tuggurth CProv. Constantine) und bei Gafra in Tunesien. Zur
Haltung der Art in Gefangenschaft gehört Sand, hohe Wanne (30" R.) und viel
Licht. Sie ist äusserst rasch in ihren Bewegungen ; bei Erregung nickt sie wie
Ägama und Uromastix. Solange der Tag dauert, gräbt sie. Frisst Insekten,
bedarf des Trinkwassers und wird schnell zahm. Im Uebrigen hat sie das Be-
nehmen von Acanthodactylus. Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 5-8.
Derselbe bespricht Lacerta pater Lat. und ihre Verwandtschaft mit L.
ocellata und viridis. Er hält L. pater für gute Art, wie ocellata und viridis,
alle drei aber von einer einzigen, ausgestorbenen Fonn abstammend. L. pater
sei die jüngste, in ihren Charakteren noch besonders schwankende Form. Verf.
kennt sie nur aus Algerien und Tunis und gibt die Farbenunterschiede aus ver-
schiedenen Oertlichkeiten in Algerien. Ueber Lebensgewohnheiten und Nahrung,
die wenig von denen der L. ocellata abweichen, wird eingehend berichtet. Im
April erfolgt die Paarung; nach 14—18 Tagen legt das $ 15 — 22 Eier, die
21 mm lang und 13 mm breit sind. Ebenda pag. 265 — 273.
Faunistisches. Nach M. Ramos Medina fanden sich auf einer Ex-
cursion nach Tomares iind S. Juan de Aznalfarache in der Umgebung von
Sevilla Lacerta muralis Laur. und Psammodromus hispanicus Fitz, Anal, Soc.
Esp. Hist. Nat. Bd. 17, Actas pag. 122.
Literarische Angaben über das Vorkommen von Lacerta viridis in der
Mark Brandenburg bringt E. von Martens. Schon 1845 war die Art bei
Rüdersdorf bekannt; ihre erste Erwähnung aus der Mark geschah 1823. Bei
Rüdersdorf ist sie jetzt sehr selten geworden oder wol schon ausgerottet; da-
gegen kommt sie noch bei Oderberg und Teupitz vor. Auf Rügen und bei
Greifswald fehlt die Art jetzt bestimmt, ebenso in Pommern und Mecklenburg.
Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 118—120.
L. Picaglia & P. Parona stellen fest, dass im Modenesischen Lacerta
viridis allgemein verbreitet ist, dass L. muralis dagegen ausschliesslfth den
hohen Apennin bewohnt (Fiumalbo, Sestola und Serrabassa), während die var.
202 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
serpa Raf. auf die Ebene und die Hügelregion (Sassuolo) angewiesen ist. Atti
Soc. Nat. Modena, Rendic. (3) Bd. 3 (1887) pag. 64.
Gr. Entz verzeichnet Lacerta vivipara Jacq. aus Siebenbürgen vom Re-
tyezät-Gebirge, Hunyader Comitat, aus dem Bihar nächst der Oncsäszaer Höhle,
aus Mezöhavas, Görgenyer Gebirge, und aus den Bergen um Hermannstadt. Die
sehr lebhafte Lokalfärbung und Zeichnung und auch die Tracht der Jugendform
wird beschrieben. Die var. nigra Wolf ist aus Siebenbürgen noch nicht bekannt.
L. muralis Laur. fand Verf. nur bei Vajda-Hunyad und Deva, Hunyader Co
mitat. Rev. Siebenbürg. Mus. Ver. Klausenburg Bd. 10 pag. 128—133.
Systematisches. Mittheilungen über Lacerta danfordi Gthr. pag, 163,
L. muralis Laur. pag. 159 und L. viridis var. major Blgr. pag. 157 aus Griechen
land und Kleinasien macht 0. Boettger. Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin 1888
Notizen zu Eremias intermedia Strauch pag. 908, Scapteira grammica Licht,
pag. 912 und Sc. scripta Strauch pag. 914 gibt derselbe. Zool. Jahrb., Abth
f. Syst. Bd. 3.
A. Günther behandelt eingehend die Unterschiede der 9 von ihm aner
kannten Tachydromus-Arten tmd gibt einen Schlüssel zur Bestimmung derselben
Neu eine Art. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 166—169.
0. Boettger hält Eremias brenchleyi Gthr. für wahrscheinlich specifisch
verschieden von E. argus Pts. 26./28, Ber. Offenbach. Ver. £ Nat. pag. 63. —
Dieselbe Ansicht spricht J. G. Fischer nach Stücken von Chikiang aus. Jahrb.
Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 46.
Eremias brenchleyi Gthi-. abgeb. ; J. G. Fischer, 1. c, Taf. 4, Fig. 9. — E.
edwardsi n. sp. verwandt brenneri Pts. Somaliland; Mocquard, Mem. Cent. Soc.
Philomath. Paris 1888 pag. 115, Taf. 11, Fig. 1.
Lacerta viridis var. transsylvanica n. Siebenbürgen; v. Kimakowicz, Verb,
u. Mitth. Siebenbürg. Ver. Nat. 38. Jahrg. pag. 107.
Ophiops schlueteri Bttg. = elegans Men. var. mit 38—49 Längsschuppen-
reihen und 10—16 Schenkelporen jederseits; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 2 pag. 505.
Tachydromus sikkimensis n. sp. für sexlineatus Stol. Sikkim; Günther, 1. c,
Bd. 1 pag. 166-168.
Scincidae. Biologisches. Notizen über die Lebensweise von Mabuia
punctata auf Fernando Norouha [vergl. Ber. f. 1887 pag. 179] bringt J. C. Brann er.
Americ. Naturalist Bd. 22 pag. 866-867.
Auch Lygosoma (Homolepida) casuarinae erwies sich nach Palmer als
lebendiggebärend; es brachte an zwei aufeinander folgenden Tagen je drei Junge
zur Welt. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3 pag. 401.
Faunistische s. W. Hartwig sammelte Chalddes viridanus Grav. in
Anzahl bei Icod de los vinos auf Tenerife; er heisst dort Lhssa. Zool. Garten
29. Jahrg. pag. 159—160.
A. Günther kennt 3Iabuia agilis'RaMi von Mexico, Yucatan, Guatemala,
Vera Paz, S. Salvador, Panama, Veragua, Venezuela, Ecuador, British Guayana,
Rio, Martinique, Dominica und Grenada. Er zeigt, dass sich zwischen M. agilis
und dominicana Garm. absolut keine Trennung ziehen lasse. Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2 pag. 364-365.
Systematisches. Beim jungen Tropidophorus yunnanensis Blgr. sind die
in der Herpetologie wäbi-end des Jahres 1888. 203
Eückenschuppeu nach G. A. Bou lenger zwei- oder dreikielig. Ann. Mus. Civ.
Genova (2) Bd. 6 pag. 596.
J. G. Fischer macht Mittheiliingen über Mahuia wahlbenji Pts. und
striata Pts. Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 13, Taf. 2, Fig. 4.
Bemerkungen zu 3Iabuia agilis Raddi von Dominica bringt A. Günther.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 264.
G. A. Boul enger hat eine Notiz über Pholidose und Schwanzlänge von
Lygosoma nativitatis Blgr. von Ohristmas-Insel (Ind. Ocean). Proc. Zool. Soc.
London pag. 536.
Ablepharus aeneus Blgr. = cabindae Boc. ; Boettger, Ber. Senckenbg. Nat.
Ges. pag. 30. — A. egeriae n. sp. verwandt boutoni Desj. Christmas-Iusel (Ind.
Oc.) ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 535.
Cydodus occipitalis Pts. Horsham, West- Victoria, und Süd- und West-
australien. Abgeb.; Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 171.
Euprepes aureogularis F. Müll. = Mabuia raddoni Gray; Boettger, Ber.
Senckenbg. Nat. Ges. pag. 28. — Eu. chaperi Vaill. gute Art neben sundewalli
Smith; Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 119.
Lygosoma chinense Gray. Neu beschrieben ; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach
Ver. Nat. pag. 66. — L. (Homolcpida) forbesi n. sp. Sogere, inneres Neuguinea
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 343. — L. (Hinulia) malayanum n. sp
Berg Singalang, West-Sumatra ; Doria, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 6 pag. 652
Mabuia dominicana Garm. = ayilis Raddi; Günther, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 2 pag. 364. — M. peringueyi n. sp. verwandt homalocephala. Namaland
Boulenger, 1. c, pag. 139. — M. tvahlbergi Pts. = striata Pts. var. abgeb.
J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 14, Taf. 2, Fig. 4.
Panaspis aeneus Cope = Ablepharus cabindae Boc. ; Boettger, Ber. Senck.
Nat. Ges. pag. 30.
Scelotes macrolepis n. sp. Madagascar; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 1 pag. 102.
Sepsina hessei Bttg. abgeb.; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. Taf. 1, Fig. 3
und Taf. 2, Fig. 2.
Tropidophorus sinicus Bttg. abgeb.; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver.
Nat. Taf. 2 Fig. 2.
Anelytropidae. Systematisches. Feylinia macrolepis Bttg. abgeb.;
Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. Taf. 2, Fig. 4.
Rhiptoglossa.
Chamaeleontidae. Faunistisches. Nach O. Boettger fand Forsyth
Major 1887 Chamaeleon vulgaris Daud. auf der Insel Samos. Sitz. -Ber. Akad.
Berlin pag. 169.
Systematisches. A. Günther hält Chamaeleon laevigatus Gray aus
dem Sudan und aus dem Monbuttugebiet (Obercongo) als Varietät von Ch.
senegalensis Daud. aufrecht. Proc. Zool. Soc. London pag. 50.
Chamaeleon boettgeri n. sp. verwandt nasutus. Nossibe. pag. 23, Taf. 2,
Fig. 3. — Ch. gastrotaenla n. sp. Madagascar. pag. 103, Taf. 5, Fig. 2. —
Ch. guentheri n. sp. Nossibe. pag. 22, Taf. 2, Fig. 1 — 2; Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 1.
204 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Pythonom orpha
(nur fossil).
Systematisches. TJeher die Reste von Pythonomorphen im British
Museum macht R. Lydekker Mittheilungen. Abgebildet werden Fig. 57 ein
Zahn von Liodon aus der Ob. Kreide von Maestricht und Fig. 58 ein vorderer
Schwanzwirbel derselben Gattung aus der Kreide von Alabama. Cat. Foss. Rept.
a. Amph. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1 pag. 261—274. — Zusätze dazu gibt derselbe
in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 452. Danach ist Geosaurus kein Pythonomorphe,
sondern ein Crocodilier, der neben die Metriorhynchinae zu den Teleosauriden
zu stellen sei (s. Crocodilia).
KOSasauridae. In seiner Arbeit über den Schädel der Mosasaurier
beschreibt L. Dollo das Quadratum, behandelt besonders eingehend die Bedeutung
der Suprastapedialgrube in demselben und gibt die Abbildungen des Schädels
von Mosasaurus camperi Cuv. und von Halnosaurus hernaräi Dollo, letztere ohne
eingehendere Beschreibung, aber mit Erklärung ihrer osteologischen Einzelheiten.
Bull. Scientif. France et Belg. (3) Jahrg. 1 pag. 1—11, 8Figg., Taf. 1. — Ref.
in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 519—520 und in N. Jahrb. f. Min, 1889 U.
pag. 182—183.
Ophidia.
Allgemeines. Referate von R.Franz über seine Arbeit „Deutschlands
Schlangen" [vergl. Ber. f. 1887 pag. 209] und Kritik von Grunnert s. in Forstl.
Blätter Bd. 11 (1887) pag. 370—372 und Bd. 12 pag. 106—108.
Integumentalgebilde. Eingehende histiologische Untersuchungen an
der Haut der Schlangen hat E. Ficalbi [vergl. Ber. f. 1887 pag. 200] angestellt.
Er unterscheidet fünf Schichten in der Epidermis, sechs Schichten in der Leder-
haut und drei Schichten im Unterhautgewebe. Eine ächte Cuticula ist nach
dem Verf. nicht vorhanden; der feine Ueberzug, den er Pellicula nennt, und
der als Cuticula gedeutet werden könnte, ist ursprünglich zelliger Natur, wenn
er auch späterhin keine Structur mehr erkennen lässt. Bei Zamenis gemonensis,
Tropidonotiis und Elaphis werden drei Arten von Chromatophoren beschrieben,
gelbe, gelbgrüne und schwarze. Nur die Bauchhaut und überhaupt die Haut
der ventralen Theile zeigt Hautmuskeln. Zum Schluss werden die Blutgefässe
und Nerven, welche die Haut versorgen, geschildert und die Häutung kurz
besprochen. Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Mem. Bd. 9 pag. 220-333, Taf. 6. —
Ref. in Arch. Ital. Biol. Bd. 10 pag. 401-418.
Nervensystem. E. Berger macht Mittheilungen über mitten im Rücken-
mark der Schlangen befindliche Ganglienzellen. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris
(8j Bd. 5 pag. 217.
Sinnesorgane. Aus Beobachtungen an Naja schliesst G. Pore, dass die
Schlangen Schallwellen der Luft überhaupt nicht empfinden, sondern nur die
Vibrationen des Bodens. Journ. Bombay N. H. Soc. Bd. 3 pag. 65. — Dasselbe
bemerkt H. M. Phipson für Naja und Baboia. Nature Bd. 38 pag. 284.
Ontogenie. J. F. vanBemmelen will bei Embryonen von Tropidonotus
natrix, bei denen die vierte Kiemenspalte schon angelegt, die fünfte aber noch
nicht sichtbar ist, eine Anlage von Vordergliedmaassen gefunden haben [Beruht
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 205
nach späteren Mittheilungen des Verf.'s auf einer Verwechslung von Objecten.
Ref.]. Tijdsch. Ned. Dierk. Ver. (2) Bd. 2, Versl. pag. 40.
Biologisches. Mittheilungen über Schlangen in der Gefangenschaft
bringt C. Brongniart. La Naturaliste Jahrg. 10 pag. 101—103.
lieber das Ergreifen und Verschlingen der Beute und die ersten Acte der
Verdauungsarbeit bei den Schlaugen macht L. Vaillant Mittheiluugen. Mem.
Cent. Soc. Philom. Paris 1888 pag. 35-46.
Fr. A.Lucas erklärt die Fähigkeit der Schlangen, Thiere oder Menschen
zu fascinieren, in der Weise, dass der ganze Effect in der erschreckten Person
liege und nicht in einer besonderen Eigenschaft oder Fähigkeit der Schlange.
Journ. Trenton Nat. Hist. Soc. No. 3 pag. 356—358.
Dass auch die Anwesenheit eines Frenalschildes kein sicheres Kennzeichen
für Nichtgiftigkeit einer Schlange sei, beweist G. A. Bou lenger an dem
Beispiel von Äsemiops, einer neuen Giftschlaugengattung von den Kakhien Hills
in Ob. Burma, die den Habitus einer lycodonten Colubriue mit dem Giftapparat
einer Viperine verbindet. Proc. Zool. Soc. London pag. 266.
A. E. Feoktistow bringt vorläufige Mittheilungen über die Wirkungen
des Schlangengiftes auf den thierischen Organismus. Geprüft wurde das Gift
von Vipera ammodytes und berus und von Crotalus durissus. In phj'siologischer
Beziehung konnte Verf. keinen Unterschied in der Wirkung des Giftes dieser
drei Arten finden. Besprochen werden die Grösse der Giftproduction , die
physikalischen und chemischen Eigenschaften des Giftes und seine Einwirkung
auf verschiedene Thiere, sowie namentlich auf die verschiedenen Organe und
Thätigkeitscentren der höheren Thiere. Den Schluss bilden Notizen über tödlich
wirkende Dosen und die Therapie. Annnoniakpraeparate, Alkohol und Kalium-
permanganat verwirft Verf. als Gegenmittel. Mem. Acad. Sc. St,-Petersbourg
(7) Bd. 36, No. 4, 22 pag. — Auch separ.: Experimentelle Untersuchungen
über Schlangengift. Dorpat 1888, 8". 45 pag. Liaug.-Diss. St. Petersburg.
J.H. Garnier macht interessante Mittheihmgen über Schlangenbiss —
die einzige Giftschlange um Ontario ist Caudisona trigemina B. G. und selten
— imd gibt als Gegenmittel verdünntes Jodkalium und dann nach einiger Zeit
„sweet spirit of nitre" innerlich, ein Mittel, das er in einem leichteren
Vergiftungsfalle selbst an sich erproben konnte und in drei schweren Fällen von
Klapperschlangenbiss beAVährt fand. Schliesslich befürwortet Verf. in dringenden
Fällen auch die sofortige Anwendung von Schlangensteinen und von Ligaturen.
Proc. Canad. Inst. Toronto (3) Bd. 5 pag. 255—261.
O. Katz bringt einige allgemeine Bemerkungen über das Gift xon Hoplo-
cephalus curtus Schlg. und erwähnt sodann, dass seine Versuche fehlgeschlagen
seien, die zur Lösung der Frage angestellt worden waren, ob das Blut von der
Schlange tödlich gebissener Thiere auf andere Thiere tödlich wirke. Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3 pag. 400-401.
Ueber Wiederholung von Vergiftungssymptomen nach Schlangenbiss macht
H. C. Yarrow Mittheilungen. Medical News Bd. 1 (1887) pag. 623.
Palaeontologisches. Ueber die fossilen Schlangenreste im British
Museum gibt R. Lydekker eingehend Aufschluss. Abgebildet werden Wirbel
Fig. 55 von Palmyx rhombifer Ow. aus den Phosphoriten von Caylux, Fig. 56
von Palaeophis typhoeus Ow. Catal. Foss. Rept. a. Batr. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1
pag. 249—260.
206 ^^'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Ueber die Frage der Valenz und Stellung der Palaeophiden macht der-
selbe Bemerkungen. Zu den Hydrophiden oder zu den Pythoniden gehören sie
nicht; wahrscheinlich sind es aber ächte Meeresschlangen gewesen, die wol den
Rang einer eigenen Fam. Palaeophidae verdienen. Nach dem Verf. ist überdies
Palaeopython Rochebr. auf Wirbel begründet, die in keiner Weise von Paleryx
Ow. abweichen, die aber allerdings zu den Pythoninen gehören. Geol. Magaz. (3)
Bd. 5 pag. 112-113.
A. N eh ring nennt aus dem Quartär von Thiede bei Braunschweig Reste
einer Schlange von der Grösse der Vipei-a herus. N. Jahrb. f. Min. 1889 I pag. 81.
Faunistisches. E. D. Cope verzeichnet aus Florida Tantilla cwonata
B. G., Contia pygaea Cope, Osceola elapsoidea Holbr., Cemophora coccinea Blum.,
Ophibolus doliatus var. syspila n. und var. parallela n., 0. getulus var. getula L.,
Dromicus flavilatus Cope, Coluber quadrivittatus Daud., Coluber guttatus var.
guttata L. und var. sellata n., C. rosaceus n. sp., Pityophis melanoleucus Holbr.,
Spilotes corais var. erebenna Cope, Cyclophis aestivus L., Baseanium constrictor
L. und flagelliforme Catesb., Heterodon platyrhinus Latr. und simus, Storeria oc-
ciintomaculata Holbr., Natrix taxispilota Holbr., N. fasciata var. fasciata L. ixnd
var. erythrogastra Shaw, N. nota Cope, N. compressicauda var. ivalken-i YaiT.,
var. compsolaema Cope, var. compressicauda Kenn, und var. bivittata n., Eutaenia
sirtalis L. und sacl'eni Kenn., Liodytes alleni Garm., Ancistrodon piscivorus L.,
Crotalophm-us miliarius L. und Crotalus adamanteus var. adamantea Beauv. ; aus
Virginia Ophibolus rliombomaculatus von Alexandria und aus Alabama und
Georgia Coluber obsoletus var. lemniscata n. Von 35 Arten und Varietäten
floridanischer Schlangen sind 5 Species und 6 Varietäten dem Lande eigen-
thümlich, aber nur 6 Formen überschreiten die östliche Küstenprovinz. Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 381-394, Taf. 36, Fig. 3—4.
Systematisches. G. A. Boulenger spricht sich dagegen aus, bei den
Schlangen getheiltes oder ungetheiltes Anale und getheilte oder ungetheilte Sub-
caudalen bei sonstiger Uebereinstimmung als generische Charaktere zu verwerthen,
Proc. Zool. Soc. London pag. 89.
Typhlopidae. Faunistisches. Burneil neTunt Typhlops nifjrescens Schlg.
von AVentworthville bei Parramatta. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3
pag. 1096.
Systematisches. Typhlops schlegeli Bianc wird nach G. A. Boulenger
69 cm lang und hat einen Durchmesser von 28 mm. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2
pag. 140.
Ophthalmidium tenue Hall. = Typhlops braminus Daud. ; Boettger, 26./28. Ber.
Offenbach. Ver. Nat. pag. 70.
Typhlops (Onychocephalus) congims Bttg. abgeb.; Boettger, Ber. Senck.
Nat. Ges. Taf. 1, Fig. 5. — T. inornatus n. sp. Sogere, inneres Neuguinea;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag, 344. — T. intermedius, hraiissi und
lineolatus Jan imd punctatus Gray = eschrichti Schlg.; Boettger, Ber. Senck.
Nat. Ges. pag. 42.
Boidae. a. Pythonlnae. Palaeontologisches. Nach R. Lydekker
ist Palaeopython Rochebr. identisch mit Paleryx Ow. Geol. Magaz. (3) Bd. 5
pag. 112.
b. Boinae. Ontogenie. F. Mocquard macht Mittheüungen über die
Lage des Embryos von Pelophilus madagascariensis im Ei und gibt Beschreibung
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1888. 207
der Embryonen der Eathke'schen ersten, zweiten und dritten Periode. Zu be-
achten ist, dass beide Oviduete je 12 Eier bargen, dass die embryonale Ent-
wicklung sehr weit vorschreitet und die Schlange deshalb wahrscheinlich zu den
ovoviviparen gehört, und dass die zahlreichen Embryoneu auffallend ungleich
entwickelt sind. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 12 pag. 34—41.
Systematisches. Notizen über Eryx jaculus var. miliaris Pall. bringt
0. ßoettger. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 938.
Charina brachyops n. sp. Point Reyes, California, pag. 88, Taf. 36, Fig. 2.
— Gh. plumhea B. Gr. = hottae Blainv. pag. 88; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11.
Chilabothrus gracilis n. sp. verwandt maculatus Fisch. Cap Haytien. pag. 35,
Taf. 3, Fig. 8. — Ch. maculatus n. sp. verwandt inornatus Rhdt. Cap Haytien
und Gonaives. pag. 33, Taf. 3, Fig. 7; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss.
Anst. Bd. 5.
Eryx jaculus var. miliaris Pall. neu diagnosticiert; Boettger, Zool. Jahrb.,
Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 942. — E. jayakari n. sp. Maskat, Arabien; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 508.
Tropidophis conjunctus n. sp. verwandt maculatus Bibr. Cap Haytien;
J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 31, Taf. 3, Fig. 5.
Ungalia moreleti Boc. abgeb. ; Bocourt, Miss. Scientif. Mex. Rept. Taf. 42,
Fig. 5.
Uropeltidae. Systematisches. G. E. Mason beschreibt eine neue
Silyhura und macht Bemerkungen übei' Färbung und Pholidose von Silybura
nilgerrhiensis var. pri'CtO' Bedd., sowie über Bhinophis sangiiineus Bedd. var. von
den Wullingy-Bergwäldern bei Palghat und über Melanophidium punctatum Bedd.
von Peermaad in Nord-Travancore. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 184—186.
Silybura phipsoni n. sp. verwandt myhcndrae Bedd. Bombay Ghats; Mason,
1. c, pag. 184.
Palaeophidae (foss.). Betr. dieser Familie vergl. R. Lydekker in Geol.
Magaz. (3) Bd. 5 pag. 112—113.
Colubridae. a. Colubrinae. Biologisches. A. Lendl macht Mit-
theilungen über die Begattung von Zamenis gemonensis. Termesz. Füzetek
Budapest Bd. 11 pag. 59-60, Fig. und pag. 87—89, Fig.
Ueber das laute Zischgeräusch von Pityophis deppei Jan berichtet Herrera.
Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 281, Fig.
Faunistisches. F. C. Noll erhielt Tropidonofus tesselatus Laur. von
Garden und Pommern im Moselthal und erwähnt ihn auch von Bertrich an der
Mosel. Zoolog. Garten 29. Jahrg. pag. 242—243.
Systematisches. Bemerkungen zu Cyclophis fasciatus Jau bringt
0. Boettger pag. 920, zu Lytorhynchus ridgewayi Blgr. aus Durun, Trans-
kaspien, pag. 924. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3.
A. Duges beschreibt eingehend Tropidonotus (Eutaenia) collaris Jan
pag. 125 und insigniarum Cope pag. 127, Tr. mesomelanus Jan pag. 129, Tr.
(Eutaenia) pulchrilatus Cope pag. 126 und scalaris Cope pag. 128. Naturaleza
Mexicana (2) Bd. 1,
E. D. Cope zählt die Eutaenien von Südost-Indiana auf und beschreibt
zwei neue Varietäten und eine neue Art. Die Arten sind Eutaenia sirtalis L.
typ. und var. ordinata L., var. graminea u. und var. obscura Cope, Eu. butleri
208 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
u. sp., Eu. radix var. melanotaenia n. und Eu. saurita L. Proc. U. S. Nat. Mus.
Bd. 11 pag. 399—401.
Mittheilungen über die Unterscheidung der nordamerikanischen Ophiholus-
Formen, speciell über 0. doliatus L., triangulum, coccineus, rhombomaculatus,
calUgaster, annulatus, genUlis wüA amaurus wmcht derselbe pag. 381. Er stellt
zu 0. doliatus 11 Unterarten und gibt eine Unterscheidungstabelle, sowie die
nach ihren Färbungscharakteren wahrscheinlichste phylogenetische Anordnung
derselben. Auf pag. 389 erörtert Verf. die Geschichte des Gattungsnamens
Colaher Opp. und betrachtet danach C. aesciilapii als Typus der Gattung mit
dem Vermerk Günther 1858 und gibt pag. 391 Notizen über die Gattung Trojn-
doelonium Cope. Ebenda Bd. 11.
Notiz zu Phyllopliis carinatus Gthr. von Kiukiang gibt A. Günther. Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 170.
Derselbe bringt auch Bemerkungen über Färbung und Pholidose von
Elapomorphus acanthias Kroey. pag. 323, über Stücke von Uriechis capensis
Smith aus Sansibar und vom Nyassasee, von U. lunulatus Pts. vom Nyassasee
xmd von U. concolor Fisch, aus Lado und über ihre Unterschiede pag. 324—325
und über Färbung von Ch-ayia triangularis Hall, vom Congo und Gabun pag. 325.
In einer Notiz über Boodon geometricus Boie, der möglicherweise mit B. mentalis
Gthr. zusammenfalle, bemerkt Verf. pag. 328, dass er die Boie'sche Art nicht
kenne, gibt aber einen Schlüssel für 5 neue, nächstverwandte Formen.
Ebenda Bd. 1.
Mittheilungen über Färbung von Homalosoma variegatum Pts. bringt G.
A. Bouleuger. Ebenda Bd. 2 pag. 140.
J.G.Fischer gibt systematische Bemerkungen pag. 40 zu Dromicus an-
tillensis Schlg. und parvifrons Cope und eingehende Beschreibung pag. 37 von
Br. (Alsopliis) anomalus Pts. und pag. 41 von Uromacer oxyrrhynehiis D. B.
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5.
Ahlabes homeyeri Pts. = Dromophis angolensis Boc. ; Boettger, Ber. Seuck.
Nat. Ges. 1888 pag. 55,
Achalinus rufescens n. sp. augebl. Hongkong; Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2 pag. 43.
Acrophis juliae Cope = Liophis, neu diagnosticiert; Günther, 1. c, pag. 365.
Ahaetidla bocagei n. sp. Angola; Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1
pag. 326. — A. emini n. sp. Monbuttu, Ob. Congo ; Günther , Proc. Zool. Soc.
London pag. 51 und Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 325. — A. gracillima n. sp.
Unt. Congo; Günther, 1. c, pag. 326. — A. shirana n. sp. Shirefluss, Trop. Afr.;
Günther, 1. c, pag. 326.
Alopecion als Subgen. von Boodon wieder aufgenommen für die Arten
mit 15—17 Schuppenreihen, mit einer Verticalreihe grösserer sechseckiger
Schuppen und mit sehr schlanker Körperform; J.G.Fischer, Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 3.
Alsopliis angidifer var. fuscicauda n. Cayman Brac; Garman, Bull.
Essex Instit. Bd. 20 pag. 6. — A. sibonius Cope = Dromicus leucomelas T). B.
Marie Galante, Dominica, Guadeloupe und S. Domingo; Günther, Ann. Mag. N.
H. (6) Bd. 2 pag. 366.
Amphiardis n. gen, verwandt Storeria. Kopf nicht scharf vom Halse ab-
gesetzt; Zähne gleich gross; 2 Nasalen, 2 Internasalen , kein Praeoculare, statt
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 209
dessen ein Frenale; Anale einfach; Schuppen gekielt. — Für Virginia inornata
Garm.; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 391.
Boodon hijyraeocularis n. sp. Tanganyika und Momhas; Günther, Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 330, Taf. 18, Fig. B. — B. capensis D. B., geometricus
Pts. und quadrivittatus Hall. = lineatus D. B. var. capensis; Boettger, Ber.
Senck. Nat. Ges. pag. 70. — B. mentalis n. sp. Damaraland; Günther, Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 1 pag. 331, Taf. 19, Fig. A. — B. niger Fisch., quadrivirgatus Hall,
und virgatus Cope = lineatus D. B. var. nigra; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges.
pag. 71. — B. poensis n. sp. Fernando Pöo. pag. 330. — B. seychellensis n. sp.
Seychellen, pag. 330, Taf. 18, Fig. C. — B. ventralis n. sp. Alt-Calabar und
Ashanti. pag. 329, Taf. 18, Fig. A; Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1. — B.
(Alopecion) vossi n. sp. Kamerun; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst.
Bd. 5 pag. 3, Taf. 1, Fig. 1.
Bothrophthalmus melanozostus Jan = Zmeofi<s Pts. ; Boettger, Ber. Senck.
;Nat. Ges. pag. 50.
Brachyopsis n. gen. verwandt Ämblyodipsas , aber mit grossem Occipitale
hinter den Parietalen; das erste Supralabiale in Contact mit dem Internasale;
Anale getheilt; Subcaudalen einfach. — Mit Br. revoili n. sp. Somaliland;
Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 125, Taf. 11, Fig. 3.
Calamelaps miolepis n. sp. verwandt unicolor. Cap Maclear, Nyassasee;
Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 323.
Calamoh)/drus n. gen. Kiefer- und Gaumenzähue klein, von gleicher Grösse.
Kopf ziemlich verlängert, leicht vom Halse abgesetzt; Augen sehr klein mit
runder Pupille, durch Infraocularen von den Labialen getrennt. Naslöcher
nach oben gerichtet, im oberen Theile eines Nasale eingestochen. 2 Internasalen,
ein unpaares Praefrontale ; Rostrale klein, nicht vorgezogen ; Frenale, Prae- und
Postocularen vorhanden. Schuppen fein gestreift und schwach gekielt, in
17 Reihen. Schwanz massig lang mit fein ausgezogener Spitze. Anale und
Subcaudalen getheilt. Verbindet die Calamarinen mit den Homalopsinen. —
Mit C. andersoni n. sp. augebl. Hongkong; Boulenger, 1. c. , (6) Bd. 2 pag. 43.
Clonophis n. gen. verwandt Storeria. Zähne gleich gross ; Kopf vom Halse
nicht abgesetzt; Nasale theilweise getheilt, Frenale vorhanden; Anale getheilt;
Schuppen gekielt. — Für Regina kirtlandi Kenn.; Cope, Proc. ü. S. Nat. Mus.
Bd. 11 pag. 391.
Coluber guttatus var. sellata n. Florida, pag. 387. — C. ohsoletus var. lemnis-
cata n. Mobile, Alabama und Whitfield Cty., N. Georgia, pag. 386. — C. rosaceus
n. sp. zwischen guttatus und quadrivittatus. Key West, Florida, pag. 388,
Taf. 36, Fig. 3; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11.
Coronella microps n. sp. Madagascar. pag. 104, Taf. 5, Fig. 4. — C. torquata
n. sp, Madagaskar, pag. 103, Taf. 5, Fig. 3; Boulenger, Ann. Mag. N. B. (6) Bd. 1.
Coryphodon adumbratus Jan = Dromicus (Alsophis) anomalus Pts.?; J.
G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 39.
Cyclophiops n. gen. nächstverwandt Cyclophis, aber mit getheiltem Nasale;
mit 15 Schuppenreihen, Schuppen ohne Apicalporen, Anale einfach. — Mit C.
doriae n. sp. Kakhien Hills, Burma; Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 6 pag. 599, Taf. 6, Fig. 1.
Gynophis moellendorffi Bttg. abgeb. ; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver.
Nat. Taf. 1, Fig. 1.
Aich. f. Naturgescli. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 14
210 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
BendropUs gregorü n. sp. Ceylon; Haly, Taprobanian Bd. 3 pag. 51. —
D. subocularis n. sp. Bhamö, Burma; Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 6 pag. 600, Taf. 6, Fig. 2.
Ih-omicus haroni n. sp. Madagascar; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1
pag. 104, Taf. 5, Fig. 5. — Dr.juliae Garm. = LiopMs; Günther, 1. c, Bd. 2
pag. 365.
Elapomorphus coecutiens n. sp. verwandt gabonicus. Kamerun; Günther,
1. c, Bd. 1, pag. 323, Taf. 19, Fig. B.
Elaposehema n. gen. verwandt Elapomorphus, aber ohne Praeoculare und
Frenale [nach Boulenger =: Cdlamelaps Gthr.]. — Mit E. vaillanti n. sp. Somali-
land; Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 123, Taf. 12, Fig. 1.
Eh-ythrolamprus grammophrys n. sp. Tengohecho in Michoacän, Mexico;
Duges, Proc. Amer. Phil. Soc. Philadelphia Bd. 25 pag. 181, Fig. 1.
Eutaenia butleri n. sp. Richmond, Südost-Indiana, pag. 399. — Eu. radix
var. melanotaeniä n. Südost-Indiana, pag. 400. — Eu. sirtalis var. graminea n.
ebenda, pag. 399; Cope, Proc. U. S. INat. Mus. Bd. 11.
Geophis emnieli n. sp. verwandt occipitoalbus Jan. Oberer Beni, Bolivia;
Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. 1888 pag. 192, 3 Figg.
Gh'ayia silurophaga Gthr. = triangularis Hall.; Boettger, 1. c, pag. 51.
Helicops alleni Garm. = Liodytes Cope ; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11
pag. 393.
Hemigenius variabilis n. sp. Guadalajara und Guanajuato, Mexico; Duges,
Proc. Amer. Phil. Soc. Philadelphia Bd. 25 pag. 182, Fig. 2.
Leptophis trifrenatus Hall. = Zamenis mucosus L.; Boettger, 26./28. Ber.
Offenbach. Ver. Nat. pag. 75.
Liophis juliae Cope neu diagnosticiert; Günther, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 2 pag. 365.
Lycophidium capense Smith mut. muUimaculata n. Banana, Congo;
Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. pag. 67. — L. laterale Hall. = capense Smith
var.; Boettger, 1. c, pag. 68.
Natrix compressicauda var. bivittata n. zwischen dem Typus und N. sipedon
var. fasciata. Florida; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 392, Taf. 36,
Fig. 4.
Neustei-ophis atratus Pts. = Coronella olivacea Pts.; Boettger, Ber. Senck.
Nat. Ges. pag. 48.
Odontomus fergusoni n. sp. Ceylon; Haly, Taprobanian Bd. 3 pag. 51.
Ophibolus doliatus var. parallela n. Gainesville, Florida, pag. 885 und var.
syspila n. Südl. Ver. Staaten, pag. 381; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11.
Periops dorrt n. sp. verwandt parallelus. Fort Bakel, Ob. Senegal ; Lataste,
Le Naturaliste 10. Jahrg. pag. 227—228.
Pityophis deppei Jan beschr. und abgeb.; Duges, Naturaleza Mexicana (2)
Bd. 1 pag. 123, Taf. 13, Fig. 15.
Pseudocyclophis n. gen. verschieden von Cyclophis Gthr. durch verticale
Pupille, längeren und schlankeren Rumpf, 194—231 (nicht 125—175) Schuppen-
reihen, mitunter fehlendes Fi'enale und einfaches Prae- und Postoculare. Trans-
kaspien, Persien. — Hierher Ps. persicus Anders, und Ps. walteri n. sp. Neu-
Serachs, Transkaspien ; Boettger, Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 262 und Zool.
Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 922, Taf 34, Fig. 1.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 211
Rhinocalamus n. gen. Körper verlängert, cylindrisch, überall gleich dick;
Kopf klein, nicht abgesetzt, schmal und zugespitzt; Schwanz ziemlich lang und
stumpf; Auge sehr klein; Maulspalte eng mit schwachen Kiefeni; Schuppen
glatt in 17 Reihen; Subcaudalen doppelt. Rostrale keilförmig zugeschärft; 2 Paar
Frontalen, die hinteren auch noch das Frenale und Praeoculare ersetzend;
Nasale einfach, aber mit einer Grube unter dem engen Nasloch. Oberkiefer mit
wenigen, verhältnissmässig kräftigen Zähnen, die beiden hintersten grösser und
gefurcht. — JVIit Rh. dimidiatus n. sp. Mpwapwa, Centr.- Afrika ; Günther, Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 322, Taf. 19, Fig. C.
Bhinochilus antonii Dug. abgeb. ; Duges, Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1,
Taf. 7.
Simocephalus nyassae n. sp. Nyassasee; Günther, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 1 pag. 328.
Simotes chinensis n. sp. Kiukiang; Günther, 1. c, pag. 169. — S. herzi
Bttg. = Coluber rufodorsatus Gant.; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat.
pag. 70. — S. planiceps n. sp. Minhlä, Bunna. pag. 598, Taf. 5, Fig. 2. —
S. torquatus n. sp. Bhamö, Burma, pag. 597, Taf, 5, Fig. 1 ; Boulenger, Ann.
Mus. Civ. Genova (2) Bd. 6.
Spilotes aryus n. sp. verwandt poecilonotus. Mexico ; Bocoiu't, Miss. Scient.
Mex. Eept. pag. 692, Taf. 48, Fig. 10 und Le Naturaliste 10. Jahrg. pag. 234—235,
7 Figg. — Sp. pullatus L. var. anomalolepis n. Brasilien; Bocourt, Miss. Scient.
1. c, Taf. 44, Fig. 2.
Stweria delcai/i vai". anomala n. Orizaba, Mexico; Dugös, Proc. U. S. Nat.
Mus. Bd. 11 pag. 9, Figg.
Tropidonium storerioides Cope = Natrix; Cope, 1. c, pag. 392.
Tropidonotus Kühl 1S2Q =^ Natrix Laurent! 1789; Cope, 1. c, pag. 392. —
Tr. (Eutaenia) collaris Jan abgeb. Fig. 16 und Tr. (Eutaenia) Scolaris Cope
abgeb. Fig. 17 ; Duges, Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1, Taf. 13.
Ulupe davisoni Blfd. Zusätze zur Diagnose nach einem Stück von Siam;
Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat. pag. 55.
Uriechis jacksoni n. sp. verwandt capensis. Kilimandjaro, O.-Afr. ; Günther,
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 325, Taf. 19, Fig. E.
Uromacer oxyrrhynchus D. B. abgeb.; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg.
Wiss. Anst. Bd. 5, Taf. 3, Fig. 6.
Zamenis anomalus Pts. = Ih'omicus (Alsophis) anomalus Pts. von Haiti;
J. G. Fischer, 1. c, pag. 37.
b. Dipsadinae. Biologisches. Ueber die giftige Wirkung des Bisses
von Dryophis auf seine Opfer macht L. Vaillant Mittheilungen. Mem. Cent.
Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 44.
Systematisches. F. Mocquard gibt einen Zweiten Beitrag [vergl. Ber.
f. 1887 pag. 205] zur Kenntniss der Gattung Psammodynastes Gthr. Er zieht
Ps. conjunctus Pts. und pictus Gthr. zusammen und weist nach, dass Ps. pictus
bis jetzt nur von Billiton nnd Borneo bekannt sei, dass er aber als eine von
Ps. pulverulentus Boie hinreichend verschiedene Species aufgefasst werden dürfe.
Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 12 pag. 104—107.
Ampkiophis angolensis Boc. = Dromophis; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges.
pag. 55.
14*
212 I^i"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Coelopeltis oxyrhynclms und porrectus Jan = Bhagerrhis oxyrrhynchus Rhdt. ;
Günther, Ann. Mag. N. H. (6) ßd. 1 pag. 327.
Dasypeltis elongata n. sp. Sansibar; Mocquard, Mem. Cent. Soc. Philomath.
Paris 1888 pag. 131, Taf. 12, Fig. 2. — B. scabra vars. fasciolata und mecUcii
Pts. = D. scabra fasciata A. Smith; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. pag. 76.
Dipsas carinata Hall. = Dasypeltis scabra fasciata A. Smith; Boettger,
1. c, pag. 76. — D. ornata n. sp. Kings Sound, Nordwest- Australien; Macleay,
Proc. Linn. Soc. N.-S.- Wales (2) Bd. 3 pag. 416. — D. regalis F. Müll, und
valida Fisch. = blandinyi Hall. ; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. pag. 74.
Bipsina rubropunctata Fisch. = Rhayeirhis ; Günther, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 1 pag. 327.
Langaha intermedia u. sp. Nossibe; Boulenger, 1. c, pag. 105, Taf. 5, Fig. 6.
Psammodynastes conjunctus Pts. = pietus Gthr.; Mocquard, Bull. Soc.
Philomath. Paris (7) Bd. 12 pag. 105.
PsammopMs acutus n. sp. Pungo Andongo, Angola, pag. 327, Taf. 19, Fig. D.
— Ps. oxyrhynchus Rhdt. = Bhagerrhis. pag. 327; Günther, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 1.
Pythonodipsas carinata Gthr. neu diagnosticiert; Boulenger, 1. c. (6) ßd. 2
pag. 140.
Bhagerrhis unguiculata Gthr. = oxyrrhynchus Rhdt. ; Günther, 1. c. (6)
Bd. 1 pag. 327.
Bhamphiophis rostratus Pts. = Bhagerrhis oxyrrhynchus Rhdt. ; Günther, 1. c.
Toxicodryas blandingiHeLW. = Bipsas; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. pag. 74.
Triglyphodon fuscus D. B. = Bipsas blandingi Hall. ; Boettger, 1. c.
c. Homalopsinae. Systematisches. HtjpsirJiina maculata D. B. \md
H. enhydris var. maculata Jan =: bennetti Gray; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach.
Ver. Nat. pag. 81.
d. Elapinae. Biologisches. Naja tripudians Merr. ist nach H. M.
Phipson ovipar und legt 12—20 Eier; Bungarus arcuatus frisst Schlangen
(Bipsas gdkool und Zamenis mucosus). Natura Bd. 38 pag. 284.
Systematisches. Notizen zu Naja tripudians Merr. var. oxiana Eichw.
gibt 0. Boettger. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst., Bd. 3 pag. 943.
G. A. Boulenger beschreibt eine Farbeuvarietät von Callophis macclellandi
Reinh. von den Kakhien Hills, Burma. Ann. Mus. Civ. Geuova (2) Bd. 6 pag. 602.
0. Boettger vervollständigt die Diagnose von Bungarus multicinctus Blyth.
26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat. pag. 86.
A. Günther gibt systematische Notizen zu Ätractaspis irregularis Reinh.
und zu A. aterrima Gthr. von Monbuttu, Ober-Congo. Proc. Zool. Soc. London
pag. 51.
Derselbe erwähnt Ätractaspis microlepidota Gthr. vom Tanganyika und
gibt Notizen über ihre Pholidose. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 332.
J. V. Barboza du Bocage bespricht die 7 bekannten Formen von Ben-
draspis und zieht sie zu vier Arten zusammen, für deren Bestimmung er pag. 146
einen Schlüssel gibt. Eine neue Art. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa
Bd. 12 pag. 138-147, 11 Fig.
Bemerkungen zu Vermicella bertholdi Jan und Biemenia superciliosa Fisch.
macht A. Zietz. Trans. Roy. Soc. S.-Austr. Bd. 10 pag. 300.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 213
Douglas-Ogilby erwähnt eine neue Schlange von South Solitary Island,
ohne ihr einen Namen zu geben. Sie unterscheidet sich von der nahe verwandten
Gattung Pseudeehis durch einfaches Nasale. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2)
Bd. 3 pag. 337.
Azemi023s n. gen. s. unten unter Viperinae pag. 217.
Bimgarus semifasciatus Gthr. & Boettg. ex parte =: multicinctus Blyth;
Boettger, 26./28. Ber. Offenhach. Ver. Nat. pag. 86.
Causus jacJcsoni n. sp. Tanganyika und Lamu, O.-Afr.; Günther, Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 1 pag. 331.
Dendrasiyis angusticeps Smith, typ. ahgeb. Fig. 9 und var. polylepis Gthr.
abgeb. Fig. 10. — D. antinorü Pts. abgeb. Fig. 11. — D. jamesoni Traill, typ.
Bissau abgeb. Fig. 1, var. von Ssibange (Gabun) abgeb. Fig. 2—8 (Westafrika
nördlich des Aequators!). — D. neglecta n. sp. für anr/usticeps aut. non Smith,
für fasciolatus Fisch, und loelwitschi Gthr., typ. abgeb. Fig. 4, var. fasciolata
Fisch. Gabun abgeb. Fig. 5—6, var. 2 Gabun und Congo abgeb. Fig. 7 und var.
welwitschi Gthr. Gabun abgeb. Fig. 8 (Westafrika vom Senegal bis Quanza!);
Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 12 pag. 138—147.
Diemenia angusticeps n. sp. King's Sound, Nordwest- Austr. ; Macleay, Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3 pag. 417.
Dinophis fasciolatus Fisch. = Dendraspis jamesoni Traill; Boettger, Ber.
Senck. Nat. Ges. pag. 85.
Elapsoidea decosteri n. sp. verwandt sundeivalli Smith. Delagoa-Bai;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 141. — E. hessei Bttg. abgeb ;
Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. Taf. 2, Fig. 6. — E. nigra n. sp. Ushambola,
Trop. Afr.; Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 332.
Hoflocephalus melanurus n. sp. Guadalcanar, Salomonsins. pag. 88. — H.
woodfordl n. sp. dem vorigen verwandt. Neu-Georgia, Salomonsins. pag. 89;
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1888.
Naja haje var. leucosticta Fisch. ^= var. mclanoleuca Hall.; Boettger, Ber.
Senck. Nat. Ges. pag. 80.
e. Hydrophiinae. Faunistisches. A. W. Buckland führt das ver-
einzelte Vorkommen von Pelamis am Cap im Jahre 1885 [vergl. Ber. f. 1885
pag. 279] auf Meeresströmungen infolge des Krakatau-Ausbruchs 1883 in der
Javasee zurück. Nature Bd. 38 pag. 245.
J. G. Fischer beschreibt Platurus coliibrinus Schnd. von der Insel Oki-
nawa, Liukiu-Gruppe, imd berichtet über die von Doederlein wie von Warburg
verbüigte Harmlosigkeit dieser Seeschlange, die trotz ihrer Giftzähne den
Menschen niemals beisst. Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 18.
Systematisches. G.A. Boulenger fand bei Hydrophis viperinus Schm.
einen neuen Typus der Bezahnung, nämlich eine Reihe von vier gleichweit von
einander abstehenden, gleichgrossen Furchenzähnen ohne hintere solide Zähne.
Bis jetzt war der Calamaria-ähnliche Ogmodon Pts. die einzige Schlange, welche
eine Reihe von Grubenzähnen trägt. Auch eine grosse Giftdrüse konnte nach-
gewiesen werden. Wahrscheinlich wird demnach der Gattungsname Bistira Lac.
für diese und ähnlich gezahnte Hydrophideu aufrecht erhalten werden können.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 44-45.
In einer Notiz über äussere Geschlechtscharaktere bei den Seeschlangen
constatiert 0. Boettger an zahlreichen Stücken von Hydrophis cyanocinctus
214 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Daud., loreatus Gray und ornatus Gray von den Philippinen, dass beim ^ der-
selben die Anzahl der Schuppen in der Ventrallinie und die der Schuppen um
den Nacken kleiner, die Zahl der Praeanalschuppen aber grösser ist als beim §.
Die stacheligen Protuberanzen der Schuppen sind ein Geschlechtscharakter
wesentlich des ^ und dienen zur Fixierung beim Begattungsact. Acht Arten
Hydrophiden werden von den Philippinen namhaft gemacht. Zool. Anzeiger
11. Jahrg. pag. 395-398.
Bistira iwaescutata D. B. ^= viperina Schm.; Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2 pag. 44.
Hydrophis ahbreviatus Jan und H. brevis Jan = loreatus Gray; Boettger,
Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 396. — H. rappi Jan = cyanocinctus Daud.;
Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat. pag. 88. — H. westermanni Jan =
cyanocinctus Daud.; Boettger, Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 396.
Platurus schistorhynchus Gthr. = colubrinus Schnd.; J. G. Fischer, Jahrb.
Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 19.
Amblycephalidae. Systematisches. Parea's ander soni n. sp. verwandt
modestus und moellendorffi. Bhamo und Kakhien Hills, Burma; Boulenger, Ann.
Mus. Civ. Genova (2) Bd. 6 pag. 601, Taf. 5, Fig. 3. — P. moellendorffi Bttg.
abgeb. ; Boettger, 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat. Taf. 2, Fig. 1.
Viperidae. Allgemeines. H. Lachmann's „Giftschlangen Europas.
Magdeburg 1888, Ci'eutz'sche Verlagsbuchh. 105 pag., 9 Figg." ist eine fleissige,
aber dem Verf. nicht in Fleisch und Blut übergegangene Compilation. Im Ver-
zeichniss der benutzten Literatur wird Streubel statt Strauch geschrieben ; auch
dass Verf. Gray's Synops. Vipers benutzt habe, ist unwahrscheinlich. Wo und
wann Verf. Trigonocephalus halys in Gefangenschaft beobachten konnte (pag. 19,
55), wäre zu hören interessant. Was pag. 37 über das Abschneiden gebissener
erster Phalangen sagt, dürfte doch über das Ziel hinausschiessen; auch die
äussere Beschreibnng der Giftschlangen ist zu langathraig und für ein Laien-
publikum viel zu gelehrt abgeschrieben. Die Beschreibung der nordafrikauischen
Vipera cerastes war jedenfalls ganz überflüssig. Die besondere Lebhaftigkeit
der Otter beim Nachtfang wird entgegen den meisten neueren Beobachtungen
(pag. 90) besonders betont. Die eigenen Beobachtungen des Verf.'s dürften mit
Vorsicht aufzunehmen sein.
a. Viperinae. Biologisches. Nach Bleyer vergiftet und verschlingt
die Kreuzotter auch in der Gefangenschaft ihre Beute. Verh. Zool. -Bot. Ges.
Wien Bd. 38, Sitz.- Ber. pag. 53—54.
Ueber Krankheitserscheinungen nach dem Biss der Kreuzotter vergl. Wien.
Med. Wochenschr. Bd. 26 (1886) pag. 10. — Ref. in Jahresh. Ver. Vaterl. Naturk.
Württ. Jahrg. 44 pag. 233—234.
Vergl. auch G. St. Mivart's Artikel „Viper" in Encyclopaedia Britannica
Bd. 24 pag. 247—248, Figg.
Faunistisches. Mit Hilfe von Fragebogen hat J. Blum die grosse
Aufgabe, eine Karte der Verbreitung von Vipera berus L. in Deutschland zu
geben, in musterhafter Weise gelöst. In einem allgemeinen Theile werden die
6 deutschen Schlangenarten in Bezug auf ihr Verbreitungsgebiet kurz erwähnt,
dann die Kreuzotter eingehend beschrieben. Die schwarze Varietät (var.
prester) fehlt im Thüringerwald, Harz und Fichtelgebirge. Weiter werden über
Geschlechtsunterschied, Giftzähne, Verschlingen der Beute, Fortbewegung,
in der Herpetologie währeiicl des Jahres 1888. 215
Schwimmen, Häutung, Nahrung, nächtliche Lebensweise oder Tagesaufenthalt,
Fascinierung , Verhalten in -der Gefangenschaft, Fortpflanzung, allgemeine
Verbreitung, Zusammenvorkommen mit Coronella austriaca, Aufenthaltsorte, Ver-
schleppung, Versteck, Winterschlaf, Verhalten im Sommer, Biss und dessen
Folgen bei Mensch und Thier, Krankheitserscheinungen und Therapie, Vorsichts-
maassregeln und Schutzmittel, Prämien, Unterricht, Feinde in der Thierwelt
und Nutzen der Kreuzotter^ wichtige und z. Th. neue Mittheilungen gemacht.
Den Haupttheil der umfangreichen Arbeit macht die Angabe der Fundorte aus,
die nach Ländern, Provinzen, Bezirken und Kreisen geordnet, aufs Genaueste
auch nach geologischer Beschaffenheit, Höhenlage und Culturverhältnissen
behandelt werden. Ein Schlusswort fasst die auf einer Karte angemerkten
Einzelresultate übersichtlich zusammen. Ganz frei von Vipera sind in Deutsch-
land das nördliche Baden und Württemberg, der gi'össere Theil von Unterfranken
— das Rhöngebiet ausgenommen — , das ganze Grossherzogtum Hessen, der
Eeg.-Bezirk Wiesbaden, die "Rheinprovinz mit Ausnahme von wenigen Fund-
orten, das Fürstenthum Birkenfeld, die ganze Pfalz und Ober- und Unterelsass.
Auch in den Fürsteuthümern Schaumburg-Lippe und Lippe, in Waldeck und
Sachsen-Coburg fehlt sie, überhaupt also in den wärmsten Gegenden Deutsch-
lands und so ziemlich in allen Weinlagen. Auch in Ueberschwemmungsgebieten
mangelt sie. Verf. constatiert aus den letzten zehn Jahren mindestens 17 Fälle
von tödlichem Biss; die Verletzungen von Menschen innerhalb dieses Zeitraums
schätzt er auf 600. In einem Anhang ist ein übersichtlicher Schlüssel zur
Unterscheidung der Otter von den ungiftigen Schlangen mit 8 correspondierenden
Abbildungen gegeben. Die überaus fleissige Arbeit bringt ein statistisches
Material über ganz Deutschland, wie wir es bis jetzt noch von keinem einzigen
wildlebenden Thiere besassen. Abh. Senckenberg. Nat. Ges. Bd. 15 pag. 123
bis 278, mit 9 Figg. und Karte. — Ref. in Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 300
bis 304.
0. Krimmel macht Mittbeilungeu über die Verbreitung der Kreuzotter
in Württemberg. Verf. kennt aus dem Lande keine Verwundung durch Ottem-
biss mit tödlichem Ausgange. Sie bewohnt zahlreich das Plateau des weissen
Juras und steigt nur an einzelnen Orten, wie bei Aalen, in die Thäler des
brauneu Juras hinab. Auf der schwäbischen Alb ist sie nahezu überall zu
finden. Ebenso ist sie in den Rieden von Oberscbwaben eine häufige Erscheinung.
Auf dem württembergischeu Schwarzwald ist die Kreuzotter nur an einzelnen
Orten mit Sicherheit nachgewiesen. Das Vorkommen im Unterlande, im
Gebiet des Muschelkalkes und Keupers, bedarf vielfach noch der Bestätigung.
Zahlreiche genaue Fundorte, die z. Th. noch neuerdings bestätigt werden konnten,
werden angeführt. Jahresh. Ver. Vaterl. Naturk. Württ. Jahrg. 44 pag. 232
bis 239.
Mittheilungen über das Vorkommen von Vipera berus L. im Herzogthum
Sachsen-Altenburg bringt C. Wezel. Mitth. Nat. Ges. Osterlande. Altenbui'g
N. F. Bd. 4 pag. 81—87.
Zahlreiche Fundorte für V. berus in der preuss. Provinz Sachsen gibt
W. Wolterstorf f. Zeitschr. Ges. Naturw. (Halle) Bd. 61 pag. 1-38.
C. G. A. Brischke fand V. berus var. prester häufig auf der Landzunge
Heia, Westpreussen. Schrift. Nat. Ges. Danzig. N. F. Bd. 7 Heft 1 pag. 45,
216 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistimgen
Bemerkungen über V. berus bringt auch C. F. von Homeyer. Die Natur
Jahrg. 36 (1887) pag. 428-433.
G. Entz macht Mittheilungen über die in Siebenbürgen allgemein ver-
verbreitete Vipera berus L. , die im Hunyader Comitat mit V. ammodytes L.
zusammentreffe. Er kennt Stücke der letzteren von Kolczvär am Fusse des
Retyezät, während er selbst erstere auf dem Retyezät sammelte, beschreibt
die Färbung von V. berus aus Klausenburg und Eszteny im Szoluok - Dobokaer
Comitat und lenkt dann die Aufmerksamkeit auf zwei Rassen derselben, eine
lang- und eine breitköpfige, die .sich auch [unwesentlich; Ref.] in der Kopfpholi-
dose und im Aufenthaltsort von einander unterscheiden. Bei Klausenburg lebt
Vipera mit Coronella auf denselben Heuwiesen. Rev. Siebenbürg. Mus. Ver.
Klausenburg Bd. 10 pag. 123—128, Taf. 4.
J. Blum erhielt Vipera aspis L. von den Rochers de la Phrase zwischen
Noveant und Dornet in Deutsch -Lothringen [vergl. Ber. f. 1887 pag. 209] und
erwähnt sie auch von Waldshiit im südlichen Schwarzwalde. Der Weidmann
Bd. 19 pag. 134. — Eine Notiz über das Vorkommen bei Noveant -Domot und
über die Färbung der Schwanzspitze der europäischen Ottern bringt auch
0. Boettger. Ber. Senckenberg. Nat. Ges. 1888, Anhang pag. 64—65.
G. A. Pirona entdeckte Vipera ammodytes L. auf den Bergen Flagello
und Corno im Friaul. Atti Istit. Veneto Sc. (6) Bd. 6 pag. 1165—1172.
M. Bartels nennt Vipera arietans Merr. von der Mündung des Olifant-
River in Transvaal. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin 1888 pag. 69.
Systematisches. In einem I. Theil seiner Monographie der Schlangen
Italiens behandelt L. Camerano systematisch und geographisch die Viperideu
Italiens. Auf ein sehr umfangreiches Vergleichsmaterial gestützt sucht er
nachzuweisen, dass in ganz Europa nur zwei Vipera- Arteia. — V. ammodtjtes und
V. berus — existieren; von letzterer sei F. aspis L. nur eine südliche Sub-
species, und von dieser wieder sei V. latastei Bosc. eine Varietät. F. latastei
und F. seoanei Lat. seien nur wenig stabile Zwischenformen zwischen F. berus
und F. berus subsp. aspis. In Italien finden sich F. ammodytes, berus und berus
suhs^. aspis. Monografia d. Ofidi Italiani. Pt. I : Viperidi. Torino, E. Löscher, 4".
51 pag., Taf. 1—2 und in Mem. R. Accad. Sc. Torino (2) Bd. 39. — Ref. in
Atti R. Accad. Sc. Torino Bd. 23 pag. 622—624 und in BoU. Mus. Zool. Anat.
comp. Torino Bd. 3, No. 49. 2 pag.
Notizen über die unterscheidenden Merkmale von Vipera obtiisa Dwig. und
xanthina Gray pag. 946 und Bemerkungen über Echis arenicola Boie pag. 949
bringt 0. Boettger. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst., Bd. 3.
Derselbe gibt die Unterscheidungscharactere der 3 bekannten Ätheris-
Arten. Ber. Senck. Nat. Ges. pag. 93.
J. G. Fischer macht ebenfalls Bemerkungen über die specifische Ver-
schiedenheit der bis jetzt beschriebenen Baumvipern (Ätheris). "Weder die
Färbimg, noch die Anzahl der Bauch- und Schwanzschilder oder der Schuppen-
reihen, noch auch die Anzahl der Schuppenreihen zwischen Auge und Lippen-
schildern und die Kielung der Scheitelschuppen scheine specifischen Werth zu
haben; höchstens vielleicht die Form der Schuppen der äussersten Seitenreihe.
Verf. kommt zu dem Resultate, dass entweder alle ^^//eris-Formen in eine
einzige Art zusammenzuziehen sind, oder dass höchstens A. chloroechis Schlg.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 217
und Ä. squamigera Hall, als solche zu betrachten sind. Jahrb. Hamburg. Wiss.
Anst. Bd. 5 pag. 7.
Atheris anisolepis Mocq. = chloroechis Schlg. ; Boulenger, Ber. Senck. Nat.
Ges. pag. 93. — A. laeviceps Bttg. abgeb. ; Boettger, 1. c, Taf. 2, Fig. 7. — A.
subocularis n. sp. Kamerun ; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5
pag. 5, Taf. 1, Fig. 2 und Taf. 2, Fig. 11.
Azemiopn n. gen. Maxillare kurz, grade, mit einem einzigen grossen, durch-
bohrten Zahn; Palatin- und Pterygoidzähne zahlreich, klein. Kopf abgesetzt;
Nasale einfach; Auge klein mit senkrechter Pupille ; 2 Prae- und 2 Postocularen ;
Frenale vorhanden. Rumpf und Schwanz von massiger Länge, cylindrisch;
Schuppen glatt; Anale einfach; Subcaudalen doppelt. — Wahrscheinlich nächst-
verwandt Dinodipsas Pts.: verbindet die äusseren Charactere einer lycodonten
Colubrine mit dem Giftapparat einer Viperide. — Mit A. feae n. sp. Kakhien
Hills, Burma; Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 6 pag. 602, Taf. 7. —
Vergl. auch Proc. Zool. Soc. London pag. 266.
Vipera ammodytes L. zahlreiche Abbild, des Nasenaufsatzes und der
Stractur der Schuppen. Taf. 2. — V. aspis L. typ. zahlr. Abbild, der Zeichniing,
der Kopfschilder, der Schnauze, der Structur der Schuppen etc. Taf. 1 — 2 und
F. aspis subsp. herus L. desgl. Taf. 1—2 ; Camerano, Mem. R. Accad. Sc. Torino
(2) Bd. 39. — V. peringueyi n. sp. Oestl. von Walfischbai, Damaraland; Boulenger,
Ann. Mag N. H. (6) Bd. 2 pag. 141.
b. Crotalinae. Integumentalgebilde. S. Garman bespricht die
Häutung der Schlangen und bemerkt, dass die Klapper der Crotalineu als das
Relict von Häutungsresten aufzufassen sei. Er schildert die Art des Wachs-
thums der Klapper bei Sistrurus und Crotalus und sucht den Ursprung des
Gebildes unter Zugrundelegung der mannigfachen Schwanzstachelformen der
übrigen Crotalinen zu ei'klären. Die verschiedeneu Arten von beobachteten
Klappern lassen sich jedoch wahrscheinlich nicht von einer einzigen, noch
lebenden, nicht klappertragenden Urform ableiten, sondern von zweien. Bull.
Mus. Comp. Zool. Cambridge Bd. 13 pag. 259—268, Taf. 1-2 und Bull. Essex
Instit. Bd. 19 pag. 119-121. — Ref. in Nature Bd. 39 (1889) pag. 569.
Systematisches. J. G. Fischer beschreibt Trimeresurus rmkianus
Hilgdf. von Okinawa, Liukiu-Gruppe, und vergleicht ihn mit dem verwandten
Tr. mucrosquamatus Cant. Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 20.
A. Duges gibt Beschreibungen von Crotalus basiliscus Cope und von Cr.
polystictus Cope. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 132—133.
Halys acutus n. sp. Kiukiang, China; Günther, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1
pag. 171, Taf. 12.
Ornithosauria
(nur fossil).
Allgemeines. Zusammenfassende Mittheilungen über unsere heutige
Kenntniss der Ornithosauria bringt E. T. Newton. Er theilt dieselben ein:
1. Ohne Zähne: Pteranodontia mit Pteranodon und Nyctodactylus.
2. Mit Zähnen: Pterosauria.
a. 2 Phalangen im Flugfinger: Ornithopterus.
b. 4 Phalangen im Flugfinger: alle übrigen Gattungen.
Verf. unterscheidet 14 Gattungen (ausser den obigen noch Pterodactylus^ Cycno-
218 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistimgen
rhampJms, Ptenodraeon, Scaphognathus, Dimorphodon, Bhamphorhynchus, Bhampho-
cephalus, Dorygnathus, Ornithochirus, Ornithostovia und Dermodactylus) mit in
allem 86 Arten. Proc. Geologist's Assoc. Bd. 10 pag. 406—424, 13 Figg. —
Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1889 II pag. 179—180.
Systematisches. Ueber Diagnose der Ordnung, der Unterordnungen,
Gattungen und Arten von Ornithosauriern im British Museum macht R. Lydekker
pag. 2—42 ausführliche Mittheilungen. Er theilt dieselben ein in Pteranodontier
und Pterosaurier und letztere wiederum in die Familien Pterodactylidae und
Rhamphorhynchidae. Für Omithocephalus brevirostris Sömm. schlägt er pag. 3
den Namen Ptenodraeon n. gen. vor und bildet ab Fig. 2 Pterodactylus antiquus
Sömm., Fig. 3 Pt. spectabilis v. Meyr. und Fig. 4 Scaphognathus crassirostris
Goldf. Cat. Foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1.
Pterodactylidae. Gf. de la Moussaye beschreibt und bildet ab einen von
einem Caual durchbohrten gigantischen Zahn aus dem Füllers von Leulinghen,
den er einem Pterodactylus leulingMnensis n. zuschreibt. Danach hätten die
Pterodactyleu Giftzähne gehabt. [Natürlich eine ganz unbewiesene Behauptung.
Ref.] Le Naturaliste 10. Jahrg. pag. 239—240, 4 Figg.
Rhamphorhynchidae. Mittheilungen über Schädel, Gehirn und Gehörorgan
eines neuen Ornithosauriers Scaphognathus purdoni n. aus dem Ob. Lias von
Lofthouse bei Whitby in Yorkshire bringt E. T. Newton. Der Schädelbau
und namentlich die Schädelbasis liegt klarer vor, als bei irgend einem der früher
beschriebenen Pterodactylier. Jederseits zeigen sich fünf Oeffnungen: die Augen-
höhle, die Anteorbitalgrube, die Nasenöffnung und je eine Supra- und eine In-
fraorbitalgrube. Ungewöhnlich ist die Form des Jugale und des Quadratojugale,
ebenso der Bau der Schädelbasis. Die Basipterygoidfortsätze des Sphenoids und
überhaupt die Schädelbasis erinnern nämlich an gleiche Bildungen beim Cha-
maeleon. Der hintere Theil des Schädels hat eidechsenartigeu Bau. Das vogel-
ähnliche Gehirn zeigt nur den achten Theil der Schädellänge; das Gehörorgan
hat Aehnlichkeit mit dem des Chamaeleons, ein Trommelfell fehlte wahrscheinlich.
Die Ornithosaurier sind nach diesen Befunden aber nicht vermittelnde Zwischen-
glieder zwischen Vögeln und Eidechsen, sondern alle drei Formengruppen, Aves,
Ornithosauria und Reptilia leiten sich divergierend von einem gemeinsamen
älteren Stamme ab. Der Arbeit folgt eine Aufzählung der Gattungen und
Arten der bekannten Ornithosaurier mit ihren Synonymen. Phil. Trans. Roy.
Soc. London Bd. 179 B (1889) pag. 503-537, 4 Figg., Taf. 77—78. — Ref. in
Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 436—440, in N. Jahrb. f. Min. 1889 II pag. 180—
181 und in Nature Bd. 37 pag. 598—599. — G. Baur macht in einer Notiz
dazu einige Bemerkungen über die Beziehungen einzelner Knochen zu einander.
Geol. Magaz. (3) Bd. 6 pag. 171-174.
Dinosauria
(nur fossil).
Allgemeines. G. de la Moussaye. Les Dinosauriens et le Trans-
formisme. Paris 1888, 8". 8 pag.
Ueber Diagnose der Ordnung, der Unterordnungen, Gattungen und Arten
fossiler Dinosaurier im British Museum macht R. Lydekker eingehende Mit-
theilungen. Verf. theilt die ihm näher bekannten Arten ein in:
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 219
I. Unterordn. Sauropoda.
1. Farn. Cetiosauridae mit Titanosaurus , Dinodocus und Cetiosaurus.
2. Farn. At\njitos?i\xrk\ae mit Ätlantosaurus, Pelorosaurus und Ornithopsis.
Unsichere Gattungen: Thecospondylus und Macrurosaurus.
II. Unterordn. Theropoda.
1. Fam. Coeluridae mit Coelurus.
2. Fam. Compsognathidae mit Gompsognathus.
3. Fam. Megalosauridae mit Aristosuchus, Megalosaurus, Dryptosaurus,
Bothrrjospondylus und Zanclodon.
4. Fam. Anchisauridae mit Thecodontosaurus.
III. Unterordn. Ornithopoda.
1. Fam. Omosauridae mit Omosaurus.
2. Fam. Scelidosauridae mit Scelidosaiirus, Acanthopholis, Rerjnosatirus)
Hylaeosaurus xmH Polacanthus.
3. Fam. Iguanodontidae mit Hypsilophodon , Iguanodon und Spheno-
spondyluii.
4. Fam. Trachodontidae mit Orthomerus und Trachodon.
Unsicherer Ordnung: Nuthetes und Echinodon.
Für die Familie Morosauridae wird pag. 133 der Name Cetiosauridae wegen der
Identität von Morosauncs Marsh mit Cetiosaurus vorgeschlagen. Verf. rechnet
auch Pleurocoelus Marsh pag. 134 zu den Cetiosauriden ; OrnitJiopsis leedsi HLke.
pag. 151 sei wahrscheinlich = humerocristatus Hlke. Abgebildet werden Zähne
Fig. 20 von Morosaurus grandis 'K?(X?\\, Fig. 24 von Ornithopsis Jmlkei Seel.,
Fig. 28 von Zanclodon sp. aus dem Unt. Lias von Lime-Regis, Fig. 30 von
Thecodontosaurus platyodon ~R,. ^. aus der Ob. Trias von Bristol, Fig. 33 von
Scelidosaurus harrisoni Ow. aus der Unt. Trias von Dorsetshire und Fig. 37 von
Iguanodon sp. aus englischem Wealden. Catal. Foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus.
(N. H.) Bd. 1 pag. 131—248. — Berichtigungen zu seiner Auffassung ver-
schiedener Dinosaurierreste in diesem Catalog bringt derselbe in Geol. Magaz.
(3) Bd. 5 pag. 452—453, wo zu den Gattungen Iguanodon, Hylaeosaurus, Biplo-
docus, Begnosaurus, Polacanthus, Vectisaurus, Cetiosaurus, Ornithopsis, Lao-
saurus, Camptonotus, Omosaurus und Stegosaurus Zusätze gemacht werden.
Systematisches. H. G. Seeley ersetzt die Ordnungsnamen Omosauria
und Cetiosauria [vergl. Ber. f. 1887 pag. 212] jetzt durch die Benennungen
Ornithischia und Saurischia. Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 45—46 und Rep. 57.
Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. pag. 698—699.
R. Lydekker macht Mittheilungen über verschiedene Dinosaurier-Reste
im British Museum. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 46—60, 3 Figg.,
Taf. 3. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 58.
Weitere, namentlich geschichtliche Mittheilungen über Classification der
Dinosaurier bringt H. G. Seeley. Die Cetiosaurier vnW er von den Sauropoden
getrennt wissen; Sauropoden und Theropoden vereinigt er zu einer Ordnung
Saurischia. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 85—86.
0. C. Marsh beschreibt zwei neue Gattungen und 5 neue Arten von
Dinosamiern ans der oberjurassischen Potomac - Gruppe Nordamerikas. Amer.
Journ. Sc. Arts (3) Bd. 35 pag. 89-94, 9 Figg.
H.E. Sauvage zählt aus dem Ober-Portlandien von Boulogne-sur-Mer
220 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
von Dinosauriern auf Megalosaurus insüj-nis Desl. (Taf. 12, Fig. 6), Iguanodon
prestioiciii Hlke. (Zahn Taf. 12, Fig. 5), Caulodon praecursor Svge. (Taf. 12,
Fig. 1—4 = Neosodon Mouss.) und Eeste eines sauropoden Dinosauriers. Bull.
Soc. Geol. France (3) Bd. 16 pag. 625—627, Taf. 12. — G. de la Moussaye
hält seinen Neosodon praecursor für verschieden von Caulodon jyraecursor. Ebenda
pag. 692. — R. Lydekker erklärt Caiäodon praecursor Svge. für nächst-
verM^andt mit Pelorosaurus humerocristatus Hlke. Qu. Journ. Geol. Soc. London
Bd. 45 (1889) pag. 244-245.
Sauropoda. R. Lydekker kann sich mit der Ansicht Seeley's, dass
Sauropoden und Theropoden zu einer Unterordnung verschmolzen werden sollten,
nicht befreunden. Er beleuchtet sodann eingehend die Verwandtschaften der
beiden bestbekannten englischen Gattungen Cetiosaurus und Ornithopsis. Qu.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 53—59.
Getiosauridae. Derselbe fand, dass Cetiosaurus humerocristatus Hlke.
ohne Frage zu Ornithopsis gehört; auch Gigantosaurus megalonyx Seel. und
Ornithopsis leedsi Hlke. seien vermuthlich mit diesem Ornithopsis humerocristatus
(Hlke.) identisch. Cetiosaurus sei mit dem nordamerikanischen Morosaurus
überaus nahe verwandt, was eingehend dargelegt wird. Ebenso finden sich
Bemerkungen über Cetiosaurus hrevis, Titanosaurus und Bothryospondylus
Magnus. Ebenda pag. 58—59.
Ueber die Wirbel von ^Bothryospondylus suffossus Lyd., die zu Ornithopsis
gehören dürften, und von B. robustus, die zu Cetiosaurus zu stellen sein mögen,
vergl. denselben. Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 452.
PleurOCOelidae. 0. C. Marsh errichtet für die neue Gattung Pleurocoelus
(mit nanus n. pag. 90, Fig. 1—6 und altus n. pag. 92) aus der oberjurassischen
Potomac-Gruppe von Prince George Co., Maryland, eine neue Familie mit
folgenden Kennzeichen: Verwandt Morosaurus, aber die Zähne mit zusammen-
gedrückter Krone, die Dorsalwirbel mit langer, tiefer Längsgrube auf jeder
Seite des Centrums, die Sacralwirbel solid, ebenfalls mit Aushöhlung auf jeder
Seite und davor eine Rückenfacette, die vorderen Schwanzwirbel mit flachen
Gelenkflächen und quer zusammengedrückten Neuraldornen, die hinteren Schwanz-
wirbel mit dem Neuralbogen auf der vorderen Hälfte des Centrums. Amer.
Journ. Sc. Arts (3) Bd. 35 pag. 90—92, 6 Figg.
AtlantOSauridae. R. Lydekker behandelt die Verwandtschaften der Reste
von Ornithopsis aus England mit dem nordaraerikanischen Brontosaurus und
beschreibt die Scapula und einen vermuthlich zu 0. hulkei zu stellenden Zahn
(Fig. 4), sowie die Maxiila (Fig. 1 — 3) dieses Thieres aus dem Wealden von
Wight. Auch der Humerus von Felorosaurus könnte zu Ornithopsis gehören,
und Cetiosaurus humerocristatus Seel. sei sicher eine Ornithopsis. Qu. Journ.
Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 54—58, Taf. 3.
Theropoda. Derselbe beschreibt Theropodenreste aus dem Karroosystem
des Basutolandes, Südafrika, als Wlassospondylus n. gen. {carinatus Ow.), die zum
mindesten generisch mit solchen aus den indischen Maleri-Schichten überein-
stimmen, Rec. Geol. Survey India Bd. 21 pag. 147, Figg.
Coeluridae. H. G. Seeley beschreibt den unvollständigen vorderen Theil
eines Halswirbels von CoeZwMs- ähnlichem Bau aus dem Wealden von Wight als
Thecospondylus daviesi n. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 79—86,
5 Figg. — Hulke stellt denselben provisorisch zu Coelurus Marsh. Ebenda
in der Herpetologie Wcährend des Jahres 1888. 221
pag, 87. — Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 45. — R. Lydekker bringt den-
selben ebenfalls zu Coelurus. Cat. Foss. Rept. a. Batr. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1
pag. 156.
0. C. Marsh gibt kurze Diagnose eines neuen kleinen Coelurus (gracilis n.)
nach Gliedmaassenresten aus der oberjurassischen Potomac-Gruppe von Prince
George Co., Maryland. Amer. Journ. Sc. Arts (3) Bd. 35 pag. 94.
negalosauridae. R. Lydekker gibt Notizen über die Vex-wandtscbaft der
Wirbel von Bothryosimidylus Ow. mit denen des amerikanischen Creosaurus
Marsh und sucht den Nachweis zu führen, dass Megalosaurus dunkeri Kok. nur
auf abgekaute Zähne begründet ist; nichtsdestoweniger sei diese Species wegen
der feinen und bald schwindenden Zähnelung aufrecht zu erhalten. Qu. Journ.
Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 59—60.
0. C. Marsh beschreibt kurz nach Zähnen und Gliedmaassenknochen einen
Allosaurus (medius n.) aus der oberjurassischen Potomac-Gruppe von Prince
George Co., Maryland. Amer. Journ. Sc. Arts (3) Bd. 35 pag. 93.
Anchisauridae. R. Lydekker emendiert die Gattung Massospondylus Owen
und gibt Notizen über den Wirheibau von M. carinatus Ow. Rec. Geol. Survey
India Bd. 21 pag. 146—147, Fig. 3.
Ornithopoda. 0. C. Marsh beschreibt den Zahn eines herbivoren Dino-
sauriers aus der oberjurassischen Potomac-Gruppe von Prince George Co., Mary-
land, als Priconodon crassus n. gen. et sp. Amer. Journ. Sc. Arts (3) Bd. 35
pag. 93, Fig. 7 — 9. — Ueber das geologische Alter dieser Lagerstätte vergl.
W. J. McGee. Ebenda pag. 126-143, Taf. 2.
L. Dollo characterisiert eingehend die Familien Camptonotidae [besser
Camptosauridae ; vergl. Ber. f. 1885 pag. 269] und Iguanodontidae Marsh. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 106 pag. 775—777. — Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5
pag. 520 und in N. Jahrb. f. Min. 1889 I pag. 145-146.
StegOSauridae. Omosaurus ist durch Leidy praeoccupiert; da nach R.
Lydekker Stcgosüurus wahrscheinlich mit Omosaurus synonym ist, wird Stego-
saurus und Stegosauridae für die Zukunft zu setzen sein. Geol. Magaz. (3) Bd. 5
pag. 453.
Ceratopsidae. 0. C. Marsh beschreibt einen gehörnten Dinosaurier als
Ceratops montanus n. gen. n. sp. aus den obercretaceischen Laramieschichten von
Montana, der mit dem jurassischen Stegosaurus verwandt erscheint, und gründet
darauf eine neue Familie. Die paarigen Hornzapfen, die in Form und Stellung
sehr denen ungulater Säugethiere ähneln, sind mit dem Hinterhauptskamm durch
Knochensubstanz verschmolzen. Das 25—30' lange Thier scheint mit Horn-
schildern wie eine Schildkröte bedeckt gewesen zu sein. Amer. Journ. Sc. Arts
(3) Bd. 36 pag. 477-478, Taf. 11. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1889 U pag. 353.
— E. D. Cope spricht in seinem Referat darüber die Ansicht aus, dass, die
Verwandtschaft von Ceratops mit Hijpsirhophus (Stegosaurus) vorausgesetzt, die
Gattung vielleicht zu Polyouax Cope gehören könne. Amer. Natural. Bd. 22
pag. 1108-1109.
ScelidOSauridae. R. Lydekker beschreibt und bildet ab ein Ilium aus
dem Wealden von Cuckfield, das zu Hylaeosaurus zu stellen sein dürfte, von
dem ein solches noch nicht bekannt war. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44
pag. 52—53.
Camptosauridae. L. Dollo characterisiert diese Familie jetzt in folgender
222 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Weise: Praemaxillaren mit Zähnen. Sternum unpaarig, rhomboidisch. Hand
morphologisch fünffingerig und am Cubitalrand in centripetalem Sinne reduciert.
Daumen normal. Pubis im Knochenzustand die Spitze des Ischiums erreichend.
Ein vierter „hangender" Trochanter. Vier functionierende Zehen im Fusse. —
Hierher die Gattungen Camptosaurus Mrsh. und Hypsüophodon Huxl. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 106 pag. 775—777.
Iguanodontidae. Derselbe gibt jetzt folgende Kennzeichen für diese
Familie : Praemaxillaren zahnlos. Sternumknochen paarig. Hand morphologisch
fünffingerig und am Radialrand in centrifugalem Sinne reduciert. Fünfter
Finger normal. Pubis nur im ligamentösen Zustand das distale Ende des Ischiums
erreichend. Vierter Trochanter mit Kamm. Drei functionierende Zehen im
Fuss. — Hierher mir die Gattung Iguanodon Mant. Ebenda pag. 775—777.
Derselbe macht Mittheilungen über die verknöcherten Ligamente der
Dinosaurier von Bernissart. Arch. Biol. Gand Bd. 7 pag. 240—265, 2 Taf.
lieber die neueren Funde von Iguanodon bei Bernissart in Belgien machen
auch L. C. Miall in Trans. Geol. Assoc. Leeds 1886/87 pag. 104—107 und J.
Wohlgemuth in Bull. Soc. Sc. Nancy (2) Bd. 7 pag. 46-56, 1 Taf. Mit-
theilungen.
Auch R. Lydekker hält Iguanodon seeleyi für identisch mit I. bernissartensis
Blgr. Sphenospondylus verbindet vsrahrscheinlich Iguanodon mit TracJiodon, dürfte
aber noch zu den Iguanodontiden gehören. Die typische Art nennt Verf. pag. 47
Sph. gracüis n. ; sie stammt aus dem Wealden der Insel Wight. Sodann werden
als Iguanodon daiosoni n. Wirbel (Fig. 1) und Becken (Fig. 2) aus dem Wadhurst
Clay im Unt.-Wealden von Hastings beschrieben und diese Form in eine proi-
guanodonte Gruppe gestellt, vpährend die ächten Iguanodonten Euiguanodonten
genannt werden. Eine Scapula und andre einzeln gefundene Knochen mögen
demselben Thier angehört haben. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 46—
52, 2 Figg. — Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 40-41. — Weitere Mitthei-
lungen über Iguanodon dawsoni gibt derselbe in Cat. Foss. Rept. a. Amph.
Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1 pag. 196-200, Fig. 39 (Ischium).
H. G. Seeley errichtet für Iguanodon p)'estivichi Hlke. die neue Gattung
Cumnoria. Rep. 57. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. for 1887 pag. 698. — Nach R.
Lydekker ist sie von Iguanodon nicht zu trennen oder kann höchstens als
Untergattung Geltung behalten. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 47 und
Cat. Foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus. (H. N.) Bd. 1 pag. 195.
Trachodontidae. G. Smets hat nach vermeintlichen Knochenfragmenten
eine neue Gattung Aachenosaurus (multidens n.) aus den Kreidesanden von Aix-
la-Chapelle [vergl. Ber. f. 1887 pag. 213] aufgestellt. Aachenosaurus multidens,
Reptile fossile des Sables d'Aix-la-Chapelle. Hasselt 1888, 8". 23 pag., 1 Taf. —
L. Dollo erklärt diese Reste nach Autopsie für Stücke von Kieselholz. Bull.
Soc. Belg. G^ol. Bd. 2 pag. 300. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1889 I pag. 349.
Crocodilia.
Palaeontologisches. Eingebende Mittheilungen über Diagnose der
Ordnung, der Unterordnungen, Gattungen und Arten fossiler Crocodilier im
British Museum macht R. Lydekker. Er gibt folgende feinere Eintheilung:
I. Unterordn. Eusuchia.
A. Procoele Gruppe.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 223
1. Fam. Crocodilidae.
a. Kurzschnäuzige Section mit Alligator, Diplocynodon und
Crocodilus.
b. Langschnäuzige Section mit Tomistoma, Gavialis, Thoraeo-
saurus und RJiampJiosuchus.
c. Unsichere Gattungen: Pristicharnpsa und Heterosuchus.
B. Amphicoele Gruppe.
2. Fam. Goniopholididae.
Suhfam. 1. Bernissartiinae mit Hylaeochampsa.
Subfam. 2. Goniopholidinae.
a. Kurzschnäuzige Section mit Theriosuchus , Goniopholis,
Nannosuchus und Oioeniasuchus.
b. Langschnäuzige Section mit Pholidosaurus.
Subfam. 3. Pterosuchinae mit Pterosuehus.
Unsichere Gattungen: Suchosaurus und Petrostichus.
3. Fam. Teleosauridae.
Subfam. 1. Metriorhynchinae mit Dacosaurus und Metrio-
rhynchus.
Unsichere Gattiing: Aeolodon.
Subfam. 2. Teleosaurinae mit Teleidosaurus , MacJiimosaurus,
Pelagosaurus, Steneosaurus und Teleosaurus.
TL. Unterordn. Parasuchia.
4. Fam. Phytosauridae mit Phytosaurus und Stagonolepis.
5. Fam. Parasuchidae mit Parasuchus.
Abgebildet werden Fig. 9 Schädel von Crocodilus spenceri Buckl., Fig. 15
von Pelagosaurus typus Bronn, Fig. 16 von Steneosaurus heherti Mor. d. Gl. und
Fig. 17—18 von Phytosaurus cylindricodon Jag. Für die Farn. Belodontidae wird
der Name Phytosauridae pag. 123 vorgeschlagen. Cat. Foss. Rept. a. Amph. Brit
Mus. (N. H.) Bd.l pag. 42-130.
E. Koken schlägt vor, die Para.suchia ganz von den Crocodilia zu trennen
und beide als gleichwerthige Unterordnungen neben einander zu stellen; der
Schädel der ersteren stehe dem der Lacertilier näher als dem der Crocodilier,
namentlich sei eine mittlere eustacbische Röhre überhaupt nicht vorhanden.
Eine besonders grosse Aehnlichkeit der Parasuchia mit den Rhynchocephaliern
existiere nicht. Verf. theilt demnach die Ordn. Crocodiloidea in die Unterordn.
Parasuchia und Crocodilia und schaltet sie im System zwischen die Lacertilia
und die Dinosauria ein. Schliesslich kritisiert er die neueste Lydekker'sche Ein-
theilung der Eusuchia (s. oben). Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 754
-773.
H. E. Sauvage beschreibt mehr oder weniger ausführlich von Crocodiliern
aus dem oberen Portlandien von Boulogne-sur-Mer Reste von Machimosaurus
interruptus Svge. und von Goniopholis unidetis Mouss. (Zahn, Halswirbel und
Panzerreste Taf. 11, Fig. 7—9 und Taf. 12, Fig. 7—12). Bull. Soc. Geol. France
(3) Bd. 16 pag. 628—629.
J. W. Hulke bringt Mittheilungen über den Skelettbau der Mesosuchia
nach Fossjlresten aus den Oxfordmergeln von Peterborough. Die Untersuchung
war sehr schwierig wegen unserer geringen Kenntniss der Unterschiede am
Skelett lebender Crocodile und mehr noch der fossilen, namentlich betreffs des
224 ßr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
taxinomischen AVerthes gewisser gefundener Merkmale. Die zwei Familien der
Teleosauriden und der Metriorhynchiden werden sodann nach ihren Skelettver-
schiedenheiten beleuchtet und mit dem Skelett der Eusuchia verglichen, und die
Morphologie gewisser Knochen wird schliesslich discutiert. Von Metriorhynchus
werden Atlas, Bpistropheus, Rückenwirbel, Kreuzbein und Schwanzwirbel, dann
vom Schultergürtel Scapula, Coracoid und Humerus und vom Beckengürtel Ilium,
Ischium und Pubis beschrieben, von Steneosaurus die von der ersteren Gattung-
wesentlich abweichenden Theile, nämlich Epistropheus, Sacrum und vom Becken-
gürtel Ilium und Pubis, Femur und Tibia eingehend besprochen. Ein Schluss-
kapitel behandelt den äusseren Panzer von Steneosaurus. Die Hauptunterschiede
der Mesosuchia von den Eusuchia liegen nach dem Verf. in dem amphicoelen Bau
aller Wirbel mit Ausnahme der beiden ersten und der beiden Sacralwirbel , in
der Abwesenhoit des bei den Eusuchiern so stark entwickelten Kiels der Hals-
wirbel und in sehr wesentlichen Verschiedenheiten im Bau des Atlas und des
Epistropheus. Proc. Zool. Soc. London pag. 417—442, 6 Figg., Taf. 18—19.
A. S. Woodward erwähnt Zähne und einen Schwanzwirbel aus Unter-
kreide-Sandstein von Bahia, Brasilien, beschreibt sie mit einigen Worten und
stellt sie zu Hijiiosaurus derbianus Cope. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 133—134.
Crocodilidae. Integumetalgebilde. A. Duges, Bolsas glandulosas de
los Crocodilos. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 206—207, Taf. 18.
Skelettsystem. Gr. Tornier behandelt in seiner Phylogenese des ter-
minalen Segmentes der Säugethier-Hintergliedmaassen sehr eingehend auch die
Gelenkverbindung zwischen Astragalus und Calcaneum bei den Crocodilen im
Vergleich mit der der Säuger. Morphol. Jahrb. Bd. 14 pag. 223—328, Taf. 11—12.
Respirations Organe. Untersuchungen über die Athmung des Caimans
hat E. Couvreur angestellt. Compt. Rend. Soc. Biolog. Paris Bd. 5, Abb.
pag. 51—52.
Biologisches. S. F. Clarke berichtet über den Bau zweier Nester von
Alligator lucius Cuv. , die er am 9. und 10. Juni mit 29 und 30 Eiern belegt in
Florida fand. Auch Ei und Inhalt werden beschrieben; die ersten Stadien
der Embryonal -Anlage konnten noch nicht studiert werden. Zool. Anzeiger
11. Jahrg. pag. 568—570 und Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 509-511. — Ref.
in Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1032—1033.
Palaeontologisches. E. Koken beschreibt den prachtvoll erhaltenen
Schädel von Thoracosaurtts macrorhynchus Blv. aus der Tuffkreide von Maestricht.
Nur der Vordertheil der Schnauze und das eigentliche Schädeldach fehlen; die
Choanenraündung ist beschädigt. Einerseits schliesst sich die Gattung an Ga-
•vialis, andererseits an Tomistoma an. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40
pag. 754—773, Taf. 32.
H. Filhol errichtet für den eocaenen Crocodilus dodiini Cuv. die Gattung
Isselosaurus. Mem. Soc. Geol. France (3) Bd. 5 pag. 174.
Bemerkungen über Gavialis dixoni Ow. macht G. Smets. Ann. Soc.
Scientif. Bruxelles Bd. 12 pag. 191.
Systematisches., Die grosse Aehnlichkeit mit Alligator, die J. W,
Hulke in verschiedenen Theilen des Skeletts der Mesosuchier fand, und die
fast völlige Uebereinstimmung der Hautpanzerung dieser alten Crocodilier mit
Jacare lassen den Verf. vermuthen, dass die Alligatoren keine Abkömmlinge
der Gaviale oder der ächten Crocodüe sind. Diese drei lebenden Gattungen
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 225
fasst er somit nicht als successive Eutwicklungsphasen einer Thierform auf,
sondern als die Ausläufer von drei verschiedenen Descendenzreihen, trotzdem
dass das angebliche Auftreten dieser Gattungen im Laufe der geologischen Zeiten
mit dieser Ansicht in gewissem Widerspruch zu stehen scheine. Proc. Zool.
Soc. London pag. 440.
Goniopholididae (foss.). E. D. Cope beschreibt nach Schädel und Skelett-
resten eine Goniopholis (lucasi) aus dem Jura von Cauyon City, Colorado, die
er früher Amphkotylus genannt hatte. Sie stammt aus den Camarosaurus-Beds
und war kleiner als G. crassidentata. Amer. Natui'alist Bd. 22 pag. 1106—1107.
TeleOSauridae (foss.). R. Lydekker stellt für die Gattung Geosaiirus, die
er mit Cricosaurus vereinigt, die weitere ünterfam. Cricosaurinae auf, welche
er im Schädelbau den Metriorhynchinae verwandt nennt, von denen sie sich aber
durch den Mangel einer Bepanzerung und durch das Vorhandensein eines knö-
chernen Scleroticalrings unterscheide. Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 452 und Qu.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 45 (1889) pag. 41. — Nach E. Koken war auch
Cricosaurus bepanzert. Zeitschr, D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 767, Anm.
Clielonia.
Skelett System. G. Baur schlägt zur Bezeichnung der knöchernen
Schilder der Chelonier (im Gegensatz zu den äusseren Hautschildern) folgende
Termini vor: Rückenschild mit den Neuralia, Postneuralia (die hinter dem letzten
Neurale und dem Pygale liegenden Elemente) und Pleuralia; Rand mit den
Peripherialia (Nuchale, Pygale); Bauchschild mit Epiplastron, Endoplastron, Hyo-
plastron, Mesoplastron, Hypoplastron und Xiphiplastron. Zool. Anz. 11. Jahi'g.
pag 418.
Derselbe bespricht eingehend die Schädelcharactere und die verschieden-
artige Entwicklung des zehnten Rückenwirbels bei den Trionychiden, das
Quadratojugale von Terrapene Carolina L. und den Mangel des Foramen carotico-
temporale im Schädel seiner Staurotypiden , Cinosterniden und Dematemydiden.
Ebenda pag. 736—740.
Nervensystem. In einem weiteren Beitrag zur Innnervation des Her-
zens [vergl. Ber. f. 1885 pag. 263] beschreibt A. Kazem-Beck eingehend Lage
und Verlauf des Nervus depressor cordis, sowie die Herzzweige des Vagus und
des Sympathicus bei Emtjs caspia und Testudo ihera. Ai-ch. f. Anat. u. Phys.,
Anat. Abtheil. 1888 pag. 338-345, Taf. 19, Fig. 3, 5—10 und Pam. Tow. L.
Bd. 84 (russ.).
Sinnesorgane. lieber das Verhalten der nervösen Elemente in der
Retina der Schildkröten vergl. A. Dogiel. Anat. Anzeiger Bd. 3 pag. 137
-138, Figg.
Ontogenie. K. Mitsukuri hat an Embryonen von Clemmys japonica
Gray und von Trionyx japonica Schlg. den ectoblastischen Ursprung des Wolff-
schen Ganges nachgewiesen. Zool. Anz. 11. Jahrg. pag. 111.
Mittheilung über eine junge Chrysemys picta 'mit zwei Köpfen macht E.
H. Barbour. Das Thier mochte beim Fange 2—3 Tage alt gewesen sein und
konnte bis zum Abdruck der Notiz — 3 Monate — lebend beobachtet werden.
Die beiden Köpfe und Hälse sind vollständig normal entwickelt, auch in Bezug
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. IL H. 1. 15
226 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
auf die Sinnesorgane. Die Köpfe zeigen von einander unabhängige Functionen;
jeder beherrscht die Bewegung seiner Eumpfseite, aber der eine Kopf hat ge-
lernt, sich dem andern anziipassen, sodass eine gemeinsame Bewegung möglich,
wenn auch schwierig, ist. Die einzige Schwäche des Doppelthiers scheint zu
sein, dass jede Mundöffnung von Zeit zu Zeit nach Luft schnappt, als ob es
ihm daran fehle. Amer. Journ. Sc. Arts (3) Bd. 36 pag. 227—230, 1 Taf. — Ref.
in Zool. Garten 30. Jahrg. pag. 61—62.
Palaeontologisches. H. E. Sauvage beschreibt von Cheloniern aus
dem oberen Portlandien von Boulogne-sur-Mer Hautknochen, die er zwei Arten
von Plesiochelys (Taf. 11, Fig. 1—4) zutheilt, und ein Panzerfragment, das er zu
Tropidemys (Taf. 11, Fig. 5—6) stellt. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 16 pag. 627
—628, Taf. 11.
üeber Lagerung und Alter der eocäneu Schildkrötenschichten von Melsbroek^
nordöstlich von Brüssel, macht M. Mourlon Mittheilungen. Sie gehören zum
Bruxellien und enthalten Chelonia, Triomjx brabantica, Pseudotrionyx delheidi
und Emys camperi. Auch Fundstellen anderer Schildkröten werden kurz be-
sprochen. Bull. Acad. Roy. Belg. (3) Bd. 17 pag. 80-101.
Systematisches. In seinem Artikel „Tortoise" der Bucyclopaedia Bri-
tannica Bd. 23 pag. 455— 460, Figg. stellt A. Günther folgende Anordnung der
Schildkröten auf:
Unterordn. I. Athecae.
Fam. Sphargidae.
Unterordn. IL Testudinata.
Reihe 1. Cryptodira.
Gruppe a. Digitata.
Fam. Testudinidae, Platystemidae, Baenidae, Chelydridae, Stauro-
typidae, Cinosternidae und Pseudotrionychidae.
Gruppe b. Pinnata.
Fam. Chelonidae.
Reihe 2. Pleurodira.
Fam. Chelydidae, Pelomedusidae, Carettochelydidae und Miola-
niidae.
Unterordn. ni. Trionychoidea.
Fam. Trionychidae.
G. A. Boulenger weist Baur's Widerspruch gegen einige diagnostische
Merkmale zurück, die Verf. für die pleurodiren Schildkröten aufgestellt hatte.
Ebenso wendet er sich entschieden gegen die Stellung, welche Baur den Sphar-
giden in nächster Nähe der Chelonideu anweisen will, und verbessert einige An-
sichten desselben über die Classification der Pleurodiren. Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 2 pag. 352 - 354.
Athecae. Palaeontologisches. Mittheilungen über die fossilen Schild-
kröten des belgischen mitteloligocaenen Rupelthons [vergl. Ber. f. 1887 pag. 218]
macht G. Smets. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles Bd. 12. Sep.-Abdr. 24 pag.,
9 Figg.
Sphargidae. Systematisches. G. B a u r verficht mit gewichtigen Grün-
den philologisch und historisch die Annahme des Namens Bermochehjs Blainv.
für Siihanjis Mei'r. Die Sphargiden sind nach ihm nur eine specialisierte Gruppe
der Chelonii Oppel. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 44.
in der Herpetologie währeiicl des Jahres 1888. 227
In einer Notiz über ungewöhnliche Hautverknöcherungeu wendet sich
derselbe neuerdings gegen die Ansicht, die Dermochelyden von den Chelo-
niiden abzutrennen. Auch betrachtet Verf. die Protostegiden nicht als Athecen,
d. h. als Dermochelys-SihnUche Formen. Science (New- York) 1888 pag. 144.
Sphanjis Merr. = Dermochelys Blv.; Baur, Zool. Anzeiger 11. Jahrgang
pag. 44.
Theeophora. Systematisches. Mittheilungen über die Unterschiede
der Familien Pelomedusidae und Chelydidae macht Gr. A. Boulenger, Keine
Trennung der typischen Chelonier (mit Ausnahme der Athecen und der Triony-
choideer) ist natürlicher als die Scheidung in Cryptodira und Pleurodira. Ausser
den bekannten Unterschieden gibt Verf. noch folgende für die Pleurodira: Der
Unterkiefer artikuliert mit dem Schädel vermittelst eines Condylus, welcher in
eine Höhlung des Quadratbeins einpasst; der Aussenrand der Tympanalvertiefung
wird vom Quadratum vollständig umschlossen; die Flügelbeine sind in ihrer
ganzen Ausdehnung ausserordentlich breit und bilden flügelähnliche seitliche Aus-
breitungen; die Halswirbel haben kräftige Querfortsätze und ihre coucav-con-
vexen Gelenke sind durchweg einfach. Die lebenden Pleurodiren lassen sich in
drei Familien eintheilen:
1. P e 1 0 m e d u s i d a e (= Pelomedusidae + Peltocephalidae Gray).
2. Chelydidae (= Chelydidae -|- Hydraspididae Gray).
3. Carettochelydidae.
Die weitere Eintheilung der beiden erstgenannten Familien s. unten pag. 231
unter Pelomedusidae und Chelydidae. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 346—347.
G. Baur gibt folgende Eintheilung der typischen Pleurodira:
Pleurodira. Intergulare vorhanden, Plastron mehr oder weniger auf
den Carapax übergreifend, Becken mit Rücken- und Bauchschild durch Sutur
verbunden. Schon im Wealden in zwei Gruppen auftretend.
a. Mesoplastralia.
1. Fam. Pleurosternidae mit Pleurosternum Ow.
2. Fam. Sternothaeridae mit Sternothaerus Bell.
3. Fam. Pelomedusidae mit Podocnemis V^^gl., PeltocephalusT). B., Pelo-
meclusa Wgl., TapJirosphys Cope. DumeriUa Grand, sei viel-
leicht = Podocnemis Wgl.
b. Amesoplastralia.
4. Fam. Plesiochelydidae mit Plesiochehjs Rüt. und G-aspedochelys Rüt.
5. Fam. Chelydidae mit Chelys Dum., Platemys Wgl., Hydromedusa
Wgl., Chelodina Fitz., Emydura Bon., Elseya Gray und
Euchelymys Gray.
Alle genannten Familien werden characterisiert und einige osteologische Eigen-
thümlichkeiten der lebenden Pleurodiren namhaft gemacht. Bei allen ist das
Kreuzbein um einen bis drei Wirbel nach vorn gerückt, so dass also ein oder
zwei Sacralwirbel, ja sogar der letzte Dorsalwirbel zu Schwauzwirbeln geworden
sind; bei Chelodina und Chelymys kommen wie bei den Trionychiden in der
fünften Zehe mehr als drei Phalangen vor. Verf. sucht im Uebrigen zu zeigen,
dass — entgegen Boulenger's Anschauiingen — Cryptodira und Pleurodira durch
eine Menge (namentlich fossiler) Uebergangsformen zusammenhängen. Zool.
Anzeiger 11. Jahrg. pag. 419 — 424.
15*
228 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Derselbe macht Mittheilungen über osteologische Eigenthünilichkeiten der
lebenden Pleurodira. Beim Schädel macht er auf die Verwachsung der hinteren
Elemente des Unterkiefers zu einem Stück bei älteren Thieren aufmerksam.
Sodann bespricht er den Hinterhauptscondylus von Pelomedusa, der uur von den
beiden Exoccipitalien gebildet werde. Was die systematische Stellung von
Dermutemys Gray anlangt, so gehört diese Schildkröte nach Form der Hals-
wirbel, Phalangenzahl und wegen der vollkommenen Reihe der Inframarginalen
nicht zu den Testudiniden oder Emydiden, sondern zu einer eigenen Familie
neben die Chelydriden, Staurotypiden, Cinosterniden, Cheloniiden und Dermoche-
lydiden. Ebenda pag.592— 595.
Derselbe bringt weiter Notizen über den Schädel vou Chelymys, Felome-
dusa und Chelodina. Er fasst die Pleurodira jetzt anders (als oben) und gibt
osteologische und systematische Definitionen der
Farn. Sternothaeridae mit Sternothaerus und Pelomedusa, und der
Fam. Podocnemidae mit Podocnemis, Erymnochelys und Peltocephalus.
Erymnochelys (= Dumerilia Grand.) hält er entgegen Boulenger für gute Gattung
neben Podocnemis. Sodann verbreitet sich Verf. über die Sattelgelenke der
Halswirbel von Podocnemis und das Sattelgelenk am Bogen zwischen dem zehn-
ten Dorsal- und ersten Sacralwirbel von Chelydra serpentina L. Ebenda
pag. 736 -740.
Chelydridae. Palaeontologisches. E. D. Cope beschreibt nach Panzer-
resten eine Chelydra crassa n. sp. aus den untereocaenen Puerco-Schichten Neu-
mexicos und Colorados und vergleicht sie mit der lebenden C7i. sefrpentina. Sie
ist die älteste Ait der Gattung. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16 pag. 306.
Dermatemydidae. Palaeontologisches. Nach G. Baur ist die fossile
Ämphiemys Cope = Agomphus Cope und gehört zu Cope's Fam. Adocidae. Zool.
Anzeiger 11. Jahrg. pag. 595.
Systematisches. Diese Familie definiert derselbe in folgender Weise :
Neun Pastraleleraente ; Nuchale mit seitlichen Fortsätzen ; Hornschilder vorhan-
den. Schwanzwirbel procoel; nur ein biconvexer Halswirbel, der zweite; der
achte Halswirbel procoel, hintere Halswirbel mit doppelten Gelenkflächen. Drei
Phalangen im fünften Finger der Hand, Inframarginalschilder wol entwickelt.
— Hierher die Gattung Bermatemys Gray. Ebenda pag. 595.
Chloremys Gray = Bermatemys Gray; Baur, 1. c, pag. 595.
Dermatemys ahnormis Cope und B. herardi = mawi Gray; Baur, 1. c,
pag. 595.
CinOSternidae. Systematisches. Cinosternum integrum Lee. abgeb. [als
G. pennsylvanicum; Ref.]; Duges, Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1, Taf. 11,
Fig. 1-4.
Testudinidae. Integumentalgebilde. In einer Notiz über ungewöhn-
liche Hautknochenbildungen lenkt G. Baur die Aufmerksamkeit auf die starken
Tuberkelschuppen an den Vordergliedmaassen von Testudo leitJd Gthr. Science
(New York) Bd. 11 pag. 144.
Palaeontologisches. F. Foerster u. H.Becker beschreiben aus dem
Unteroligocaen von Rixheim und Brunnstadt im Elsass nach Panzerresten eine
Testudo laurae n. sp. und vergleichen sie mit T. escheri P. H. und T. antiqiia
Bronn. Die nächsten lebenden Verwandten sind die drei circummediterranen
Arten von Testudo, von denen sich die alte Tertiärart nur durch einige unter-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 229
geordnete primitive Charaktere — E'm^/s-Merkmale — unterscheidet. Mitth.
Geol. Landesunters. Strasshurg Bd. 1 pag. 215—228, Taf. 4—5.
P.Fischer bringt eine Mittheilung über Hautpanzer und Verwandtschaft
der Testudo perpiniana aus dem Pliocaen von Pei"pignan. Sie nähert sich in den
verknöcherten Tuberkeln der Gliedmaassen den lebenden T. pardalis i;nd sulcata,
kann also als Riesenform einer jetzt afrikanischen Gruppe betrachtet werden.
Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 107 pag. 458—460.
Faunistisches. K. Moebius hat Funde von Eniys orhicularis Jj.
zusammengestellt. 1888 wurde ein Stück im Herrensee bei Straussberg,
30 Kilom. östlich von Berlin, gefangen. Noch anfangs der fünfziger Jahre war
sie um Berlin häufig; jetzt ist sie eine Seltenheit. Bei Schwansen zwischen
der Eckernf Order Bucht und der Schlei, Schleswig, wurde sie 1859 erbeutet.
Fossile Stücke aus holsteinischen Mooren liegen im Kieler Museum. Sitz.-Ber.
Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 177. — Aschersou nennt sie 1855 von der Jungfern-
haide, P. Magnus vom Tegelsee. Ebenda pag. 177.
H. Danneel hat sie bei Möllenbeck, Mecklenburg-Strelitz, gefangen; das
Stück legte in Gefangenschaft 13 Eier. Arch. Fr. Nat. Meckl. 41. Jahrg. pag. 232.
C. Greve fand sie bei Moskau und constatierte, dass die Art zwar sicher
eingeschleppt ist, dass sie sich aber in den warmen Abwässern einer Färberei
daselbst erhalten und fortgepflanzt habe. Beim Fressen von Fischen soll die
Fischblase seltsamerweise stets unverletzt bleiben, nach oben treiben und so den
Aufenthalt dieser Schildkröte verrathen. Zool. Garten 29. Jahrg. p. 54—57.
G. A. Boulenger nennt Clemmys caspia var. rividata Val. aus Cypem.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 505.
Systematisches. Was die systematische Stellung von Manouria anlangt,
so ist nach G. Baur diese Gattung von den ächten Testudiniden durch die
starken Rippenköpfe, die getheilten Analen, die Fontanellen zwischen Costalen
und Marginalen und durch das emydidenähnliche Coracoid verschieden, im
Uebrigen aber dieser Familie doch am nächsten verwandt, so dass es sich
empfiehlt, sie als Unterfamilie zu betrachten. Wir hätten dann folgende feinere
Eintheilung der Testudiniden:
1. Subfam. Testudinina. Rippenköpfe rudimentär werdend; Zahl der
Phalangen in Hand und Fuss zwei. Hautossificationen an den Extremitäten,
namentlich an den vorderen.
2. Subfam. Manouriina. Rippenköpfe wolentwickelt; Analia getheilt,
sonst wie bei den vorigen. — Hierher wahrscheinlich auch Scapia Gray und
Hadrianus Cope.
3. Subfam. Emydiua. Rippenköpfe wolentwickelt; Zahl der Phalangen
in Hand und Fuss (digit. 2 — 4) mehr als zwei. Pleuralia sich nicht in der
Mittellinie begegnend. Keine Hautossificationen an den Extremitäten.
4. Subfam. Terrapinina. Rippenköpfe wolentwickelt; Zahl der Phalangen
(digit. 2—4) zwei oder mehr als zwei. Pleuralia 8, sich in der Mittellinie be-
rührend. Neuralia und Pleuralia im Alter meist unter einander verschmelzend.
Keine Hautossificationen an den Extremitäten.
Zoolog. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 595 — 597.
G. A. Boulenger bringt die ersten Notizen über das Thier von Homopus
signatus Walb. aus O'Kiep, 2500', in Namaland. Obgleich sonst ein ächter
Homopus, hat die Art fünf Nägel an der Hand und zeigt hierin wiederum
230 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
einmal, wie wenig taxonomischen Werth die Zahl der Zehen bei den Reptilien
hat. Auf der Hinterseite des Oberschenkels steht ein grosser conischer Tuberkel.
Ann. Mag. N. fl. (6) Bd. 2 pag. 136-137. — Vergl. auch Proc. Zool. Soc. London
pag. 251.
F. Lataste beschreibt Homopus nogueyi Lat. [vergl. Ber. f. 1886 pag. 172]
nochmals. Act. Soc. Linu. Bordeaux Bd. 40, Compt. Rend. pag. 22—24.
Bemerkungen über Testudo berlandieri Ag. und T. xwlyphemus Daud. bringt
A. Dugfes. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 144—145.
Cinixys dorri n. sp. Bakel, Ob. Senegal, pag. 164—166, Fig. 1—3 = belUana
Gray. pag. 228; Lataste, Le Naturaliste 10. Jahrg.
Oistuda Flem. 1822 = Terrapene Merr. 1820; Baur, Zool. Anzeiger 11. Jahrg.
pag. 597.
Cistudo (Omjchotria) mexicana Gray, gute Art; Duges, Naturaleza Mexi-
cana (2) Bd. 1 pag. 107.
Homopus femoralis n. sp. Cradock, S.-Afr.; Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 251, Taf. 14.
Ghelonidae. Integumentalgebilde. Korscheit hat verzweigte Zell-
kerne in den Hautdrüsen von Chelone gefunden. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin
1887 pag. 126-136.
Skelettsystem. Unter den Reptilien hat W. K. Parker nur bei
Chelone mydas das Rudiment des Postpalatale der Oaudaten gefunden. Proc.
Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 397—402.
Eingehend schildert G. Baur osteologisch die Gattung Colpochehjs Garm.;
die Untersuchung soll des Verf.'s Ansicht stützen, dass Dermochelys die am
höchsten specialisierte Seeschildkröte sei. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 423.
Palaeontologisches. 0. Ubaghs beschreibt aus der Ob. Kreide von
Maestricht und bildet ab den Schädel von Chelone hoffmanni Gray. Bull. Soc.
Belg. Geol., Pal. et Hydr. Bruxelles Bd. 2 pag. 383—392, Figg., Taf. 10—13. —
G. Baur errichtet dafür die neue Gattung Allopleuron [nach R. Lydekker 1889
= Chelone]. Science (New York) Bd. 11 pag. 144. — Ref. in Geol. Magaz. (3)
Bd. 5 pag. 373.
G. Smets beschreibt die fossilen Chelone vanbenedeni Smets und Ch. water-
keyni Van Ben. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles Bd. 12 pag. 125 und 209, Figg.
Propleuridae (foss.). Eine Mittheilung über den Humerus und über Ver-
wandtschaft und systematische Stellung von Euclastes Cope (= Lytoloma Cope,
= Puppigerus Cope, = Glossochelys Seel., = Pachyrhynchiis Dollo, = Erque-
linnesia Dollo) bringt L. Dollo [vergl. Ber. f. 1886 pag. 173 und 1887 pag. 218].
Verf. stellt die Gattung delinitiv in die Fam. Propleuridae Cope, die er nach
Bau des Schädels und der procoelen Schwanzwirbel den Cheloniden als Unter-
familie einfügen würde, wenn nicht der Chelydra-iA\m\\Qh% Hvimerus derselben
eine solche Eintheilung unmöglich machte. Der betreffende Humerus von Eu-
clastes gosseleti Dollo aus dem Unt. Eocaen von Erquelinnes wird eingehend be-
schrieben, mit dem von Chelone und Chelydra verglichen und abgebildet. Die
Form soll eine wesentlich litoral lebende Meeresschildkröte gewesen sein. Geol.
Magaz. (3) Bd. 5 pag. 261-267, 3 Figg. und Bull. Soc. Geol. Nord Bd. 15 pag.
114 — 122. — R. Lydekker weist nach, dass auch der Name Euclastes prae-
occupiert ist und schlägt dafür Lytoloma Cope 1870 vor. Qu. Journ. Geol. Soc.
London Bd. 45 (1889) pag. 233 und Proc. Zool. Soc. London 1889 pag. 62.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 231
PelomedUSidae. Systematisches. G. A. Bon lenger charakterisiert
diese Familie in folgender Weise: 11 Plastralia, Mesoplastra vorhanden. Ein
knöcherner Temporalbogen ; Quadrate- Jngale vorhanden; Praefrontalen in Be-
rührung mit einander; keine Nasalen; Palatinen in Contact; Zahnbein einfach.
Zweiter Halswirbel biconvex. Nacken vollkommen in den Panzer zurückziehbar.
— Afrika, Madagascar, Südamerika.
a. Keine knöcherne Temporaldecke; Mesoplastra quer über das Plastron:
Sternothaerus.
b. Ebenso, aber die Mesoplastra klein und seitlich: Pelomeclusa.
c. Eine knöcherne Temporaldecke; das Quadrato-Jugale mit dem Parietale
Sultur bildend; Mesoplastra klein und seitlich: Podocnemis (Bmnerilia)
und Peltocephalus. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 346—347.
Bmnerilia Grand. = Podocnemis; Boulenger, 1. c, Bd. 2 pag. 854.
Efymnochelys n. gen. für Dicmerilia Grand., non Boc. ; Baur, Zool. Anzeiger
11. Jahrg. pag. 421 — Podocnemis; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2
pag. 354.
Pelomedusa galeata Schöpff 11^2 =: subnifa Lacep. 1788; Baur, Zool. An-
zeiger 11. Jahrg. pag. 593.
Chelydidae. Skelettsystem. Derselbe glaubt die Existenz von Ossa
transversa am Schädel von Hydraspis hilairei Sehw. nachgewiesen zu haben,
nimmt aber diese Ansicht später wieder zurück. Die auf diese Beobachtung
hin aufgestellten Schlussfolgerungen müssen infolgedessen ebenfalls fallen. Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 452—453, Fig. und Bd. 2 pag. 122.
Systematisches. Derselbe diagnosticiert diese Familie so: 9 Plastralia.
Kein knöcherner Temporalbogen; Quadrato-Jugale fehlend; Praefrontalen ge-
trennt; Nasalen vorhanden, mit Ausnahme von Chelys; Palatinen durch den
Vomer getrennt, Zahnbeine deutlich. Fünfter und achter Halswirbel biconvex.
Nacken sich unter den Rand des Panzers legend, immer exponiert. — Süd-
amerika, Australien und Papuasien.
a. Hals länger als die RückenwirbeLreihe : Clielys, Hydromedusa und
CJielodina.
b. Hals kürzer als dieselbe: Hydraspis, Platemys, Elseya und Chelymys.
Ebenda Bd. 1 pag. 346-347.
Bis jetzt waren nach demselben drei endemische Süsswasserschildkröten
aus Neuguinea in der Literatur erwähnt gewesen: Platemys novaeguineae A. B.
Mey., Euchelymys subglobosa Krefft und Carettochelys insculpta Rams. Verf.
gibt Neubeschreibungen der beiden ersteren und Diagnosen je einer neuen Art
von Emydura und Chelodina. Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2) Bd. 6 pag.
449-452.
Chelodina novaeguineae n. sp. verwandt longicolUs und expansa. Südost-
Neuguinea; Boulenger, 1. c, pag. 450 und 452.
Chelymys Gr&y = Emydura Bp.; Boulenger, I.e., pag. 449.
Emydura albertisi n. sp, Südost-Neuguinea; Boulenger, 1. c, pag. 449
und 451.
Euchelymys Gray = Emydura Bp.; Boulenger, 1. c, pag. 449.
Platemys novaeguineae Meyr. = Emydura; Boulenger, 1. c, pag. 450.
Bliolaniidae (foss.). Nachdem sich herausgestellt hat, dass die als Megalania
und »\?, Miolania beschriebenen australischen plistocaenen Knochenreste nicht zu
232 I^i"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
den Eidechsen, sondern in der Hauptsache zu den pleurodiren Schildkröten ge-
hören, und dass anfangs dazu gestellte Fussknochen zu den Beutelthieren zu
stellen sind, bleibt A. S. Woodward noch übrig, einen Theil der "Wirbel und
Hinterhauptsfragmente systematisch festzulegen. Ob dieselben zu Varanus oder
zu einer davon verschiedenen, aber verwandten Gattung gehören, lässt Verf.
unentschieden. Der von Huxley gegebene Name Ceratochelys sthenurus muss
demnach gegenüber Miolania platycejis Ow. fallen; eine zweite aus Queensland
stammende, von OwenMegalania prisca genannte, von Huxley mit seiner Cera-
tochelys sthenurus vereinigte Art benennt Verf. Miolania 07veni (n.). 3Iiolania
minor Ow. aber dürfte mit M. platyceps Ow. zusammenfallen. Die verwickelte
Synonymie aller dieser Formen ist beigegeben, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1
pag. 85—89.
ProganOChelydidae (foss.). Rücken- und Bauchpanzer vollkommen ver-
knöchert, ohne Fontanellen. Plastron nur mit den Peripherialien suturös ver-
bunden, die Pleuralia nicht berührend. Ilium suturös mit Rückenschild, Pubis
mit Bauchschild in Verbindung. Zu dieser neuen Familie stellt Gr. Baur die
neue Gattung Proganochelys (mit quenstedti n.) aus dem Ob. Keuper Württem-
bergs. Zoolog. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 419. -=- Notiz über diesen Fund gibt
auch Zakrszewski. Das Stück wurde im Stubensandstein des Keupers —
Horizont von Phytosaurus und Aetosaurus — im Schonbuch bei Häfner-Neu-
hausen gefunden. Es ist ein Ausguss der Schale und zeigt in negativem Bilde
Wirbelsäule, Schulter- und Beckengürtel. Jahresh. Ver. Vat. Nat. Württ.
Jahrg. 44 pag. 38. — Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 373.
Trionyehoidea. Trionychidae. Allgemein Anatomisches. Notizen
über Triouychiden und anatomische Absonderlichkeiten speciell von Äspidonectes
spinifer Les. bringt G. A. Stockwell. Journ. Comp. Medic. a. Surg. Bd. 9
pag. 28-42.
Systematisches. In einer vorläufigen Notiz über die amerikanischen
Trionychiden zählt G. Baur 6 Arten auf: Flatypeltis agassizi n. sp., Äspi-
donectes ferox Schnd., asper Ag., spinifer Les., emoryi Ag. und mtiticus Les.
Verf. macht auf die grossen sexuellen Unterschiede bei A, muticus aufmerksam;
das $ ist ähnlich wie bei Podocnemis expansa doppelt so gross als das (^. Amer.
Naturalist Bd. 22 pag. 1121-1122.
Äspidonectes nuchalis Ag. = spinifer Les. ; Baur, 1. c, pag. 1122.
CalUnia microcephala Gray = Amyda mutica Les.; Baur, 1. c, pag. 1121.
Platypeltis ferox Ag. = agassizi n. sp. ; Baur, 1. c, pag. 1121.
Testudo ferox Schnd. typ. = Äspidonectes; Baur, 1. c, pag. 1121.
Trionyx pcguensis Gray = formosus Gray; Boulenger, Ann. Mus. Civ.
Genova (2) Bd. 6 pag. 594.
Sauropterpgia
(nur fossil).
PleSiOSauridae. Allgemein Anatomisches. W. K. Parker macht auf
Aehnlichkeiten im Bau der Embryonen der Vogelgattungen Phalacrocorax und
Plotus mit Plesiosaurus aufmerksam. Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 397
bis 402 und 465^482.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 233
Systematisches. R. Lydekker erwähnt aus dem Oxfordthon von
Kempston Ober- und Unterkieferzähne, einen Theil des Unterkiefers, Brust-
uud Rückenwirbel, Brust- und Beckengiirtel und Theile der Grliedmaassen eines
Sauropteryg-iers, den er zu Plesiosaurus phüarchus Seel. stellt. Die Art zeigt
eine Mittelstellung zwischen Plesiosaurus und Fliosaurus, kann aber nicht als
Vorfahre von Fliosaurus angesehen werden, da sich ächte Pliosaurus - Zähne
bereits im Corallrag finden. Nichtsdestoweniger genüge der vorliegende Rest,
den Beweis zu führen, dass eine selbständige Familie Pliosaiuidae sich nicht
mehr halten lasse, und dass beide Gattungen künftig in eine und dieselbe
Familie gestellt werden müssen. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 44, Proc.
pag. 89—90. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 119-120 und in Geol.
Magaz. (3) Bd. 5 pag. 330—331.
Eingehende Mittheilungen über die Sauropterygier der englischen Oxford-
und Kimeridgethone macht derselbe. Muraenosaurus leedsi Seel. wird mit
Plesiosaurus plicatus Phill. vereinigt und gezeigt, dass der Bau seines Schulter-
gürtels mit dem von Colyrtibosaurus, resp. von Elasmosaurus Cope übereinstimmt,
den Verf. nur als Untergattung von Plesiosaurus gelten lässt. Eine zweite
Species von Plesiosaurus aus dem Oxford von Weymouth soll später beschrieben
werden. Die dritte Art ist PI. oxoniensis Phill., von Seeley als Untergattung
zu Muraenosaurus gestellt, und zu ihr gehört als SjTionym auch PI. eurymerus
Phill. Weitere Notizen beziehen sich auf eine vierte Art, den (bereits oben
genannten) PI. philurchus Seel., der dem württembergischen Thaumatosaurus
oolithicus und dem englischen PI. (Ehomaleosaurus) cramptoni nahe verwandt ist.
Für diese drei Arten und PI. megaccphalus nimmt Verf. jetzt die Gatt. Thaumato-
saurus an ; bei ihr ist ein kleines Omosternum vorhanden. Zähne von Pliosaurus
lassen sich nicht von Liopleurodon ferox Svge. trennen; er nennt die Art PI.
ferox Svge. und vermuthet, dass auch PI. pachydirus Seel. zu derselben gehört.
Ausführlich wird sodann die Geschichte und Synonymie einer dem PI. oxoniensis
Phill. verwandten grossen Art aus dem Kimeridge von Cambridgeshire behandelt.
PI. manseli, trochanterius , brachistospondylus , brachyspondylus , validus und
megadirus sind ein und dieselbe Art und müssen PI. trochanterius Ow.
heissen. Der Schultergürtel, auf den Colymbosaurus gegründet wurde, gehört
sehr wahrscheinlich ebenfalls zu dieser Species. Sodann geisselt Verf. die
curiose Restauration Cope's von Elasmosaurus platyurus (s. auch pag. 453) und
trennt alle supraliassischen Plesiosaurier als Gatt. Cimoliosaurus Leidy ab, die
einfache Costalfacetten und einen Schultergürtel ohne Omosternum besitzen und
deren Coracoide durch ein mittleres Verbindungsstück mit den Praecoracoiden
verbunden sind. Elasmosaurus Cope sei mit Cimoliosaurus synonym. Geol.
Magaz. (3) Bd. 5 pag. 350—356, 2 Figg. — Weitere Notizen desselben lassen
doch einen Plesiosaurus eurymerus Phill. neben PI. oxoniensis Phill. als wahr-
scheinlicher erscheinen ; für Thaumatosaurus philarchus Seel. hält er jetzt die
Aufstellung einer neuen Gattung geboten, die Thaumatosaurus mit Pliosaurus
verbinde. Ebenda pag. 453. — E. D. Cope referiert über diese Arbeiten und
bemerkt, dass er Seeley's Eintheilung der Sauropterygier doch für besser
begründet halte als die Lydekker'sche, mit Ausnahme von Muraenosaurus, der
ein Synonym von Colymbosaurus sei. Polycotylus sei in erster Linie nach dem
Flossenbau, nicht auf den Wirbelbau begriindet. Verf. wendet sich sodann gegen
den Angriff betreffs Elasmosaurus (s. oben) und führt aus, dass Cimoliosaurus
234 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
von ihm nie regelrecht diagnosticiert worden sei. Amer. Naturalist Bd. 22
pag. 724—726.
Mansel-Pleydell diagnosticiert einen neuen Plesiosaurus QpUcatus n.)
aus jurassischem Oxfordthon von Weymouth [Name vergriffen; R. Lydekker nennt
die Art 1889 PI. richardsoni; Ref.]. Proc. Dorset Nat. Hist. Club Bd. 9 pag. 40,
Taf.
H.E.Sau vage beschreibt aus dem Ober-Portlandien von Boulogne-sur-
Mer und Buckinghamshire Wirbel von Plesiosaurus philippsi Svge. (= carinatus
Phillips, non Ouv.) und von PI. äff. ellijysospondylus Ow. Bull. Soc. Geol. France
(3) Bd. 16 pag. 630—632.
H. Conwentz nennt einen mittleren Halswirbel von Plesiosaurus helmer-
seni Kipr. (Ob. Kreide) als Geschiebefund von Scheipnitz bei Danzig. Schrift.
Nat. Ges. Danzig N. F. Bd. 7 Heft 1 pag. 41.
F. W. Cragin gibt die Beschreibung einer neuen Saui'opterygiergattung
Trinacromerum (bentonianum) aus der nordamerikanischen Kreide. Amer. Geol.
Bd. 2 pag. 405. — Nach R. Lydekker gehört diese Art wahrscheinlich zu
Cimoliosaurus Leidy. Cat. Foss. Rept. a, Amph. Brit. Mus. (N. H.) Bd. 2 (1889)
pag. 180 und 247.
R. Etheridge jun. beschreibt und bildet ab Reste von vier Rückenwirbeln
und Rippenreste von Plesiosaurus aus der mesozoischen Rolling-Downs-Gruppe
vom Walsh River in Nord- Queensland. Er vergleicht sie mit den aus Queens-
land und Neuseeland bis jetzt beschriebenen PZe.s«osa«<rMS-Resten, ohne zu einem
sicheren Resultat betreffs ihrer specifischen Selbständigkeit zu gelangen. Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3 pag. 410-413, Taf. 8.
Nothosauridae. H. Kunisch beschreibt eine Saurierplatte aus dem Muschel-
kalk von Gogolin in Oberschlesien, welche Rückenwirbelsäule, Rippen, Bauch-
rippen, Theile der hinteren Extremität und Schwanzwirbelsäule eines Nothosaurus-
artigen Reptils enthält. Die Form wird mit einiger Reserve dem Nothosaurus
venustus Mstr. zugewiesen und abgebildet. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40
pag. 671—693, Taf. 29—30.
G. Gürich bespricht einen Kiefer aus dem Chorzower Muschelkalk von
Königshütte, Oberschlesien, der wahrscheinlich zu Nothosaurus latifrons Gür.
gehört, und einen zweiten von Gogolin, der ebenfalls auf diese Art bezogen
werden kann. 66. Jahr.-Ber. Schles. Ges. Vat. Cult. Breslau 1888 pag. 89—90.
Ichthyopteryf/ia
(nur fossil).
Allgemeines. Mittheilungen über die Flosse von Ichthyosaurus triscissus
und quadriseissus Qu. bringt E. Fr aas. Die Weichtheile der Vorderflosse
des letzteren legen sich auf dem Hinterrande bedeutend breiter als auf dem
Vorderrande um das Knochenskelett herum, während sie nach unten in stumpfem
Bogen nur 1 cm von den letzten Carpalplatten endigen. Auf der nach rückwärts
gekehrten Seite, sowie auf dem erhaltenen Rumpfstück sieht man ungemein
zarte Falten, welche auf eine weiche, lederartige Haut schliessen lassen. Mi-
kroskopisch untersucht zeigte diese Haut drei Schichten, eine farblose innere
Fleischmasse, eine stark gefärbte Cutis und eine schmale farblose Epidermis. Die
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 235
Pigmentzellen der Cutis sind rundliche Körper, die in der Rumpfbaut regellos
zerstreut, in der Flosse selbst aber in Längsreihen angeordnet liegen. Der
Vorderrand der Flosse wird durch eine Lage starker Schuppen gebildet, die
einen den Hornschuppen der Epidermis vollständig analogen Bau zeigen. Nach
dem Bau dieser plumpen Flosse war also eine Bewegung auf dem Lande ganz
ausgeschlossen, und die Thiere waren sicher vivipar. Württ. Jahresh. Bd. 44
pag. 280—303, Taf. 7. — Ref. in Ber. 21. Vers. Oberrhein. Geol. Ver. pag. 31—32.
— Eine Bemerkung dazu von R. Lydekker s. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5 pag. 314.
Systematisches. Eingehende Mittheilungen über die Classification der
Ichthyopterygier bringt R. Lydekker. Abgesehen von Cetarthrosaurus, der
von Hulke zu den Mosasauriden gestellt worden ist, wird die Ordnung von vier
Gattungen gebildet, Ophthalmosaurus Seel., Baptanodon Marsh, Ichthyosaurus
Koen. und Mixosaurus Baur. Baptanodon erklärt Verf. für identisch mit
Ophthalmosaurus ; in der Gattung Ichthyosaurus kann er sich nicht entschliessen
Untergattungen anzuerkennen, und alle drei genannten fossilen Genera stellt
er entgegen Baur's Ansiclit [vergl. Ber. f. 1887 pag. 223] zu einer einzigen Fam.
Ichthyosauridae. Nach dem Verf. ist der älteste Typus von Ichthyosaurus vier-
fingerig; er theilt die Gattung daher in primärer Weise nach dem einfacheren
oder mehr complicierten Bau der Vorderextremität ein. Eine systematische
Aufzählung aller von ihm gutgeheissenen Arten bringt 4 Species Ophthalmosaurus,
22 Ichthyosaurus und einen Mixosaurus; von 19 weiteren, ebenfalls verzeichneten
Formen ist die Stellung unsicher. Weiter folgen synonymische Bemerkungen.
Als neu werden beschrieben und kiu'z characterisiert Ophthalmosaurus canta-
brigiensis n. nach einem Humerus aus dem Grünsand von Cambridge und
Ichthyosaurus conybeari n. nach dem unvollständigen Skelett aus dem Unt. Lias
von Lyme-Regis. Interessant ist die Mittheilung, dass I. acutirostris Ow.
(= microdon Wagn. , = quadriscissus Qu.) die häufigste Form bei Banz und
überhaupt aus dem bayrischen und württembergischen Ob. Lias ist. Ebenda
pag. 309—314. — In einer weiteren Notiz nimmt derselbe zurück, dass
Baptanodon mit Ophthalmosaurus identisch sei. Ebenda pag. 453. — Ref. in
Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 724—725 und 730—731.
Von Ichthyopterygiern nennt S. E. Sau vage aus dem oberen Portlandien
von Boulogne-sur-Mer nur Reste von Ichthyosaurus äff. thyreospondylus Ow.
Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 16 pag. 629-630.
K. Martin beschreibt das Schnauzenfragment eines Ichthyosaurus cera-
mensis (n.) von gewaltiger Grösse aus fraglichen Kreideschichten von der Insel
Ceram. Samml. Geol. Reichsmus. Leiden (1) Bd. 4 pag. 69-80, Taf. 10; auch
unter d. Titel: Beitr. z. Geol. O.-Asiens No. 16. 1.
R. Etheridge jun. gibt Abbildung und Beschreibung von Schnauzenende
und Zahn eines vielleicht zweiten australischen Ichthtjosaurus aus der meso-
zoischen Rolliug-Downs-Gruppe von Marathon Station in Nord-Queensland, Die
Art wird I. marathonensis (u.) genannt und mit I. australis Mc Coy und I.
campylodon Cart. verglichen. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 3 pag. 405
bis 409, Taf. 7. — Vergl. auch Journ. a. Proc. Roy. Soc. N.-S.-Wales Bd. 21
pag. 57.
236 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
JRhytichocephalia.
Palaeontologisches. Ueber die fossilen Reste von Rhynchocephaliem
im British Museum macht R. Lydekker eingehende Mittheilungen. Er theilt
die Arten des Londoner Museums ein in:
L Unterordn. Homoeosauria.
1. Fam. Homoeosauridae mit Homoeosaurus, Ardeosaurus, Sapheosaurus
und Äphelosaurus.
2. Fam. Pleurosauridae mit Pleurosaiirus.
3. Fam. Telerpetidae mit Telerpeton und Saurosternum.
n. Unterordn. Sphenodontia.
4. Fam. Rhynchosauridae mit Bhynchosaurus und Hyperodaiiedon.
Abgebildet wird Fig. 69 die rechte Palato-Maxilla von Hyperodapedon
huxleyi Lyd. aus den Maleri- Schichten Centralindiens. Cat. Foss. Rept. a. Amph.
Brit. Mus. (N. H.) Bd. 1 pag. 290-301.
Hatteriidae. Allgemein Anatomisches. Die Arbeit J. F. van Bem-
raelen's über die anatomischen Verhältnisse des Halstheiles von SpJienodon
[vergl. Ber. f. 1887 pag. 159] findet sich in Tijdschr. Ned. Dierk. Yer. (2) Bd. 1,
Versl. pag. 148—151.
Skelettsystem. J. Cornet, wie früher G. Smets [vergl. Ber. f. 1887
pag. 225] behauptet, bei Sphenodon pmidatus keinen Proatlas gefunden zu haben.
Bull. Acad. Roy. Belg. (3) Bd. 15 pag. 406-420, 1 Taf. — Ref. ebenda pag. 260.
— L. Dollo gibt eine Kritik dieser Arbeit und behauptet, dass der Proatlas
bei Sphenodon immer vorhanden sei, auch bei Champsosaurus und Bhynchosaurus
nicht fehle und überhaupt bei allen Rhynchocephaliem wie bei allen Croco-
diliern constant aufzutreten scheine. Zool. Jahrb., Abth. f. Anat. Bd. 3 pag. 433
bis 446.
Bei Gelegenheit seiner Untersuchungen über Palaeohatteria gibt H.
Credner Fig. 4 auch Abbildungen der Intercentra und der unteren Bögen von
6 Schwanzwirbeln, Fig. 6 der Anheftung der Rumpfrippen, Fig. 10 des Schädel-
umrisses, Fig. 14 des Basisphenoids und Fig. 16 des Episternums und der Clavi-
culae von Sphenodon punctatus Gray. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40
pag. 490 ff.
PalaeobatterÜdae (foss.). H. Credner gibt in einem VII. Theil [vergl.
Ber. f. 1886 pag. 235] seiner Stegocephalen und Saurier aus dem Rothliegenden
des Plauen sehen Grundes bei Dresden ausführliche Beschreibung und Abbildung
der neuen, überaus merkwürdigen und in fast allen Skeletttheilen vortrefflich
erhaltenen Gattung PaZaeo/mWena (longicaudatan.) von Niederhässlich. Abweichend
von Sphenodon ist die Gestalt des Beckens und namentlich des Ileums. Die
kammartige, z. Th. auch nach vorn gerichtete Ausbreitung seines costalen
Randes, sowie die Gabelung seines acetabularen Endes sind Merkmale, welche
nicht den Sauriern, sondern den Crocodiliern und in noch höherem Maasse den
Dinosauriern eigenthümlich sind. An letztere erinnert auch die plattenförmige
Ausbreitung der Pubica, sowie die starke Verlängerung der Ischia nach rück-
wärts. Auf der anderen Seite ist das Auftreten von 5 Tarsalien der zweiten
Reihe und eines getrennten Tibiales und Fibulares im Tarsus ein Verhältniss,
das sich bei lebenden Reptilien nur im Embryonalzustand der Lacertilier wieder-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 237
findet, aber mit Palaeohatteria auch dem palaeozoischen Stereosternum Cope
[vergl. Ber. f. 1885 pag. 279] gemeinsam ist. Palaeohatteria repraesentieit bei
naher Verwandtschaft mit Sphenodon einen noch mehr verallgemeinerten Typus
als dieser und beweist uns, dass schon in palaeozoischer Zeit der Typus der
Reptilien fix und fertig neben dem der Batrachier (Stegocephalen) bestanden
hat. Eingehend wird sodann die Organisation mit der von Dendrerpeton Ow.,
Haptodus und Stereorhachis Gaudry und mit Proterosaurus speiieri v. Meyr. ver-
glichen; namentlich auch in Bezug auf Episternum, Clavicula und Abdominal-
rippen. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 490-558, 24 Figg., Taf. 24
bis 26. — Ref. in Nature Bd. 39 (1889) pag. 562-564.
RhynchOSauridae. Eine literarische Notiz über den Theilrest einer Prae-
maxilla von Hyperodapedon aus englischer Trias bringt A. S. Wo od ward. Qu.
Jouni. Geol. Soc. London Bd. 44 pag. 163.
Proterosauria
(nur fossil).
Systematisches. Notizen über die Proterosaurierreste des British
Museums bringt R. Lydekker. Cat Foss. Rept. a. Amph. Brit. Mus. (N. H.)
Bd. 1 pag. 301—303.
Bei Gelegenheit seiner Untersuchungen über Palaeohatteria hat H. Credner
auch Proterosaurus speneri v. Meyr. einer eingehenden Prüfung unterzogen. Er
fand pag. 519 ein hammerförmiges Episternum und die Clavicula, die Fig. 19
gezeichnet werden, sowie pag. 528, Fig. 21 neun Carpalelemente. Auch der
Tarsus wird pag. 534, die Bauchrippen pag. 538, Fig. 24 nach Autopsie be-
schrieben. Ein Theil der von H. v. Meyer als Abdominalrippen gedeuteten Hart-
gebilde wird wol als Schuppen des Bauchpanzers anzusprechen sein. Weitere
Notizen pag. 553—555 suchen zu beweisen, dass ein innigeres Verwandtschafts-
verhältniss von Proterosaurus mit den Rhynchocephaliern nicht bestand. Zeitschr.
D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40. — In einem Referat darüber spricht sich G. A.
Boulenger dahin aus, dass ihm die Stellung der Proterosaurier innerhalb der
Rhynchocephalier kaum mehr zweifelhaft erscheine. Nature Bd. 39 (1889)
pag. 564.
Prof/anosaui^iei
(nur fossil).
Systematisches. Ueberraschend gross ist nach H. Credner die Ueber-
einstimmung des Tarsus von Stereosternum tumidum Cope [vergl. Ber. f. 1885
pag. 249] mit dem von Palaeohatteria. Beide zeigen 7 Tarsalelemente. [Wir
dürfen nach diesem Nachweise wohl Baur's Proganosauria beanstanden und
Stereosternum provisorisch unter die Rhynchocephalier stellen. Ref.] Zeitschr.
D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 525.
J. W. Matthews bildet den Hinterfuss und einen Theil des Schwanzes
eines Mesosauriers aus den Schiefern der Diamantminen von Kiuiberlej^, Süd-
afrika, ab. Incwadi Yami er Tweuty years personal Experience in South Africa,
New York 1887, Taf. 2.
238 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Theroniora
(nur fossil).
Systematisches. H. G. Seeley theilt die Ordnung in 3 Gruppen:
Pariasauria und Procolophonia ; Dicynodontia, Gennetotheria und Pelecysauria;
Theriodontia, Cotylosauria und Placodontia. Das eine Ende der Reihe verbinde
die Reptilien mit den Batrachieru, das andre mit den Säugethieren. Proc.
Roy. Soc. London Bd. 44 pag. 383.
Derselbe macht weitere vorläufige Mittheilungen über den Schädel von
Galesaurus und über Schädel, Gaumen und Schultergürtel von Procolophoti.
Letztere Gattung hatte Zähne am Vomer und au den Flügelbeinen. Nach
allen Anzeichen gehören demnach die Procolophonia nicht zu den Rhyncho-
cephaliern, wohin sie früher gestellt worden waren, sondern zu den anomodonteu
Theromoren. Ebenda pag. 382—383.
Anomodontia. Vorläufige Mittheilungen über diese Unterordnung und
die hierhergehörigen Gattungen und Familien bringt derselbe. Er bespricht
die Schädelorganisatiou und den Gehirnausguss der Dicynodontiden und beschreibt
einen neuen Tyi)us des Quadratunis von einem Anomodonteu. Weitere Notizen
beziehen sich auf den Wirbelbau der Dicynodontiden und den Schwanzwirbelbau
von Platypodosaurus im Speciellen, und auf Pubis und Gliedmaasseuknochen von
Titanosuchus ferox Ow. Ebenda pag. 381—382.
Procolophonidae. H. G. Seeley stellt die Procolophonia, die früher bei
den Rhynchocephaliern gestanden hatten, zu den Anomodontiern. Ebenda pag. 383.
Dicynodontidae. Der [Ber. f. 1887 pag. 226] bereits erwähnte Theromore
aus der Karrooformation Südafrikas wird von A. Weithofer als Dieijnodon
simocephalus n. ausführlich beschrieben und abgebildet. Erhalten ist nur die
rechte Schädelhälfte ohne die Knochen der Untei'seite und ohne den Unterkiefer.
Der Schädel zeichnet sich besonders aus diu'ch das ausserordentlich hohe Parietale,
die eingesenkte Stirn und die tiefliegenden Orbitae, die weit nach vorn ver-
legten Nasenöffnungen, den Kamm auf den Nasalen und dem Praemaxillare, sowie
durch die eigenthümlich gestalteten Maxiilaren. Ann. Nat. Hofmus. Wien Bd. 3
pag. 1-5, Taf. 1. — Ref. in Amer. Natiu'alist Bd. 22 pag. 638—639.
H. G. Seeley beschreibt pag. 487 — 501, Taf. 75 — 76 als Cirognathus cordylus
n. gen. n. sp. Reste des Schädels und der Halswirbelsäule, Scapula und Vorder-
gliedmaassen eines Anomodontiers aus dem Karroosystem von Klipfontein, Cap-
land, und pag. 500 als Eurycarpus oiveni n. gen. n. sp. Reste der Wirbelsäule
und der Gliedmaasseu einer zweiten Anomodontierform aus analogen Schichten
der Sneewberg-Kette. Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 179 B. — Ref. in Proc.
Roy. Soc. London Bd. 44 pag. 142—143.
Theriodontia. Tapinocephalidae. H. G. Seeley stellt eine Gattung
Phocosaurus megischion n. gen. n. sp. aus dem südafrikanischen Karroosystem
auf [,die nach Lydekker, Cat. Foss. Rept. Brit. Mus. Bd. 4 pag. 83 mit Tapino-
cepJmlus atherstonei Ow. zusammenfällt]. Phil. Trans. Roy. Soc. London for 1888
pag. 91.
Derselbe begründet die neue Gattung Glaridoäon, verwandt Titanosuchus
Ow., auf einen Schneidezahn aus dem Karroosystem von Beaufort West, Süd-
afrika. Proc. Roy. Soc. London Bd. 44 pag. 135—136, Fig. 2.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 239
Diadectldae. Weitere Mittheiluugen über Parietalforamen , Pinealauge
und Gehirn von Diadectes [vergl. Ber. f. 1887 pag. 215] bringt E. D. Cope
Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 916, Taf. 16.
H. G. Seeley bildet den Backenzahn von Empedias molaris Cope aus dem
Perm von Texas ab. Proc. Roy. Soc. London Bd. 44 pag. 137, Fig. 4.
Clepsydropidae. In diese Familie gehört nach E. D. Cope die Gattung
Stereorhachis Gaudry aus dem Perm von Autun. Amer. Naturalist Bd. 22
pag. 1019.
Pariosauria. Pariosauridae. H. G. S e e 1 e y begründet auf einen Humerus
die neue Gattung Propappus (omocratus n.) aus dem Karroosystem von Beaufort
West, Südafrika. Verf. findet Aehulichkeiten im Bau einerseits mit Saurischiern,
Ornithosauriem und Anomodontiern , andererseits mit den Monotremen und
schlägt vor, die Gattung mit Stereorhachis (s. oben) in eine Ordnung Genneto-
theria zu stellen. Bei Stereorhachis sei der Humerus ganz monotremenartig, aber
der Schultergürtel mit Echidna und Cirognathus verwandt und das Gehirn das
von Lycosaurus. Proc. Roy. Soc. London Bd. 44 pag. 142. — Vergl. auch
R. Lydekker in Proc. Zool. Soc. London 1889 pag. 573, Anm.
Batrachia.
Geschichte, Sage. Ueber einen Frosch, der angeblich \ier
Jahre in einem Menschen gelebt hat, berichtet Genserich. Rev.
Med. - Nat. Sect. Siebenbürg. Mus. - Ver. Klausenbiirg Bd. 10
pag. 203—204.
Museen. E. Thurston gibt in seinem „Catalogue oftheBatr.
Salientia and Apoda of Southern India. Madras 1888, 8"^. 54 pag.,
13 Taf." Beschreibung und Abbildung aller 58 Batracbier Südindiens,
im Westlichen nach den British Museums-Catalogen. Ueber Färbung
der Thiere im Leben, Lebensweise u. s. w. werden nach allen, bei
uns z. Th. schwierig aufzutreibenden Quellenarbeiten von Jerdon,
Beddome u. a. eingehende Mittheilungen bei den einzelnen Arten
gemacht. Das faunistisch für uns Wichtigste ist unten pag. 248 unter
„Indische Region" verzeichnet.
M. A. Kulagin bringt Beschreibung und Liste der Batrachier-
sammlung des Museums d. Ksl. Moskauer Universität. Nachr. Ksl.
Ges. Fr. Natw., Anthr. u. Ethn. Moskau Bd. 56, Lief. 2. 39 pag. (russ.).
Technische Hilfsmittel, Methoden. Ueber Herstellung guter
Knorpelskelette ganzer Batrachierlarven mit Hilfe der Fressthätigkeit
lebender Batrachierlarven macht Fr. E. Schulze eine kurze Mit-
theilung. Sitz.-Ber. Ges. Fr. Nat. Berlin pag. 122.
C. 0. Whitman empfielilt Natriumhypochlorid als ausgezeichnetes
Lösungsmittel für die gelatinöse Hülle des Batrachiereies. Erprobt
wurde das Mittel bei Necfi/rus und Ra?ia. Amer. Naturahst Bd. 22
pag. 857. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. 1889 pag. 138.
Ueber Fixierung des Blutes von Fröschen und Molchen und
über die Herstellung von Blutpraeparaten macht G. Boccardi Mit-
theilungen. Estr. Rendic. R. Accad. Sc. Fis. e Mat. Napoli Heft 4/5.
240 Dr- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Ueber Färbung von Zellen und Geweben mit Methylenblau im
lebenden Thier vergl. 0. Schnitze in Anat. Anzeiger Bd. 2 (1887)
pag. 684—688 und über zweifarbige Tingierung mit demselben Mittel
A. Pilliet in St. Louis Med. a. Surg. Journ. Bd. 55 pag. 28—29
und Journ. de Microgr. Bd. 12 pag. 285—290.
Aehnliche Versuche über Absorption von Anilinpigmenten —
namenthch von Bismarckbraun und Methylenblau — durch lebende
Zellen von Froschlarven hat G. Marti notti angestellt. Zeitschr.
Wiss. Mikrosk. Bd. 5 pag. 505—513 und Giorn. R. Accad. Med. 1888
No. 6/7.
Nach H. Griesbach erleidet bei der Tinction intra vitam und
am todten Gewebe das Metanilgelb, in den Lymphsack von Fröschen
eingespritzt, bestimmte Veränderungen. Zeitschr. Wiss. Mikrosk.
Bd. 4 pag. 439—463.
Ueber Färbung mikroskopischer Objecto durch Osmiumsäure
in Verbindung mit Uransalzen vergl. A. Kolossow. Ebenda Bd. 5
pag. 50—53.
Nachträglich sei auch noch auf die verschiedenen Methoden
aufmerksam gemacht, mittelst deren A. Kotlarewsky [vergl. Ber.
i. 1887 pag. 238] Nervenzellen und peripherische GangUen prae-
parierte. Mitth. Nat. Ges. Bern (1887) pag. 3—23.
Integumentalgebilde. Ueber Pigmente der Hautdecke vergl.
oben Fr. Leydig pag. 167.
Skelettsystem. In seiner Arbeit über die Gehörknochen und
die Beziehungen der hyoiden zu den otischen Elementen im Schädel
der Batrachier beschreibt E. D. Cope und bildet ab Quadratum,
Stapedial- und Hyoid - Apparat der Ganocephalen , Rhachitomen,
Proteiden und besonders eingehend der Urodelen (Trematodera,
Amphiumoidea, Apoda und Pseudosauria), dann der Trachystomata
und der Anuren. Die Resultate der Untersuchung sind, dass die
Beziehungen von Stapes zu Quadratum bei den Urodelen sich nach
zwei Typen gebildet zeigen, einem niederen, der den Pseudosauriern
und Trachystomaten zukommt, und einem höheren Typus, der den
übrigen Gruppen eigen ist. Zwischen Ceratohyalbogen und Schädel
lassen sich bei den verschiedenen Ordnungen dreierlei Arten von
Beziehungen erkennen. Für die weiteren ausgedehnten Schluss-
folgerungen, die sich in Kürze nicht wiedergeben lassen, muss auf
die wichtige Arbeit selbst verwiesen werden. Journ. of Morph. Bd. 2
pag. 297—310, Taf 22—24. — Ref in Amer. Naturahst Bd. 22
pag. 464—467, Taf 6.
R. Wiedersheim bespricht in seiner Notiz zur Urgeschichte
des Beckens auch die Bauchrippen der Stegocephalen und das sogen.
Sternum der Batrachier. Ber. Nat. Ges. Freiburg i. Br. Bd. 4 Heft 3.
4 pag.
G. Baur behandelt eingehend die Elemente des Carpus und
Tarsus der lebenden und der fossilen Batrachier mit Ausschluss der
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 241
Anuren in anatomischer, embryologischer und palaeontologischer
Richtung. Neue Mittheilungen enthalten die Kapitel über den Carpus
und Tarsus des Ganocephalen Archegosaurus pag. 6 und 81, des
Rhachitomen Eryops, der Embolomeren und Stegocephalen , des
Proteiden Ncctun/s und der Urodelen. Von letzteren werden ein-
gehend abgehandelt die Cryptobranchiden Cryptohranchns maximus
pag. 22 und 81 und aUeghaniensis, die Sireniden Siren laceithia und
Pseudohnmclnis stnattts, die Amphiumide Amphiuma tridactyla^ die
Caeciliide Hypogeophis rostratus, die Amblystomiden OnychodactyJus,
Amblystoma jejfersomanum , opactim, punctatum und tigrinum, Hy-
nohius und SalamandreUa pag. 41 und 82 und Batrachyperus, die Pletho-
dontiden Phthodon glutinosus, Batrachoseps scutatus, Spelerpes hili-
neatus, fvsciis und vniformis, die Desmognathide Desmognuthus fuscus
und die Salamandriden Salamandra und Diemyctylus. Auf pag. 53 — 57
werden die gewonnenen Resultate zusammengefasst und pag. 58 — 62
eine Tabelle der Carpal- und Tarsalelemeute der lebenden ge-
schwänzten Batrachier gegeben. Ein weiteres Kapitel pag. 63 — 65
behandelt die Anzahl der Phalangen in Hand und Fuss der
Batrachier. Interessant ist, dass bei keinem lebenden Batrachier bis
jetzt mehr als 4 Phalangen an einer Zehe (in der vierten Zehe der
Amblystomatiden) , bei keinem mehr als 3 Phalangen an einem
Finger gefunden worden sind; ein Theil der Salamandriden, die
Pleurodeliden, Plethodontiden und Desmognathiden (ob alle'?) besitzen
nur eine Phalange im ersten Finger der Hand, lieber die Anzahl
der Finger in Hand und Fuss handeln sodann pag. 65 — &Q^ über
die Entstehung des Chiropterygiums pag. 60 — 80. Nach dem Verf.
spricht das konstante Vorkommen von einem Strahl (Humerus,
Femur) in der ersten Serie, von zwei Strahlen (Radius und Ulna,
Tibia und Fibula) in der zweiten Serie, sowie von „ursprünglich"
nur 2 Phalangen im ersten Finger oder in der ersten Zehe bei allen
über den Fischen stehenden Wirbelthieren, wenn ihre Gliedmaassen
nicht stark modifiziert sind, dafür, dass ihre Ahnen bereits einerseits
Humerus und Femur, andererseits Radius und Ulna, Tibia und
Fibula gehabt haben und erkennen lassen müssen. Endigten aber
die beiden Strahlen der zweiten Serie in nur 2 Strahlen, wofür
manches spricht, so sind der dritte, vierte, fünfte u. s. w. Strahl
der Urodelen als durch Neubildung entstanden aufzufassen. Von
den 49 beigegebenen Abbildungen sind alle bis auf zwei Origiual-
zeichnungen. Beiträge zur Morphogenie des Carpus und Tarsus der
Vertebraten. I. Theil: Batrachia. Jena, G. Fischer, 8*^. 88 pag.,
1 Fig., 3 Taf. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 435—437.
Beobachtungen über die Morphologie und Genese der überzähhgen
Phalangen, mit besonderer Berücksichtigung der Batrachier, haben
G. B. Howes und A. M. Davies angestellt. Sie zeigen, dass das
Vorkommen einer überzähligen Phalanx zwischen dem letzten und
vorletzten Zehenglied bei gewissen Anuren identisch ist mit dem
Auftreten von interphalangealen Syndesmosen, und dass dieselben
den Zweck haben, den fallenden Körper beim Sprunge aufeuhalten
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.U. H.l. 16
242 I^i'- Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungen
und so die Fallwirkung abzuscliwäclien. Nur die Discoglossiden
hätten nicht differenzierte Syndesmosen auf Lebenszeit behalten, ein
Charakter, der einen weiteren Beweis liefere für den alterthümlichen
Typus dieser Familie. Auch die Verwandtschaft des Baues solcher
modifizierter Syndesmosen gewisser Anuren mit dem Kniegelenk der
Säugethiere wird betont, Proc. Zool. Soc. London pag. 495 — 511,
Taf. 24—25.
Nervensystem. Einen sehr eingehenden descriptiven Beitrag
zum feineren Bau des Batrachiergehirns gibt H. F. Osborn, Seine
Untersuchungen beziehen sich in erster Linie auf Cryptohranchvs^
aber auch auf Ämphiuma, Necturus, Siredon, Proteus, Siren und
Rana. Nach dem Verf. ist das kleine Gehirn nicht den übrigen
Hirnbläschen gieichwerthig, sondern intersegmental angelegt und in
seiner primitiven Gestalt eine Querbrücke sich kreuzender Commis-
surenfasern. In Betreff der Faserung der Hirncommissuren nimmt
er jetzt allgemein an, dass dieselben sowohl Kreuzungsfasern als
reine Commissurenfasern enthalten. Nach ihrem Ursprung theilt er
die Cranialnerven in drei grosse Gruppen, in deren feinere Ein-
theilung hier nicht näher eingegangen werden kann. Journ. of
Morphol. Bd. 2 pag. 51—96, Taf. 4—6.
Bei vergleichender Untersuchung der sensiblen Endorgane be-
merkt L. Kerschner, dass er an den Sehnen von Frosch und
Salamander keine Kolbenkörperchen, sondern nur die RoUett'schen
Endschollen habe finden können, in der Ausbildung, wde sie Gempt
beschrieben habe. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 291 — 292,
P. Mitrophanow untersuchte die Entwicklung der motorischen
Nervenenden an dem Musculus submaxillaris der Larven von Molge
und Amhlystoma. Er findet, dass die ursprüngliche Verbindung des
Nerven mit einer Muskelfaser ein einfacher Contact des verbreiterten
Nervenendes ist, welches sich mittelst einer feinkörnigen Substanz
an der Muskelsubstanz festheftet. Anlagerung und Befestigung des
über mehrere Muskelfasern hinziehenden Nervenfadens sind weitere
Wachsthumserscheinungen ; die Bildung der Endplatten ist ein Product
späterer Differenzierung. Sodann spricht Verf. über die einfachere
Nervenendigung bei jungen, die compHciertere bei alten Fröschen.
Von aus der Muskelsubstanz hervorragenden Neurococcen ist nichts
wahrzunehmen; die Nervenenden gehen aus der Nervenfaser selbst
hervor, und die körnige Substanz des Muskels betheiligt sich
höchstens an der Bildung der Keraplatte. Bull, Acad. Sc. St.-Peters-
bourg Bd. 59, Beil. No. 7. St. Petersburg 1888. 34 pag., 1 Taf.
Eigene Untersuchungen auch an Batrachiern führten M. Für-
bringer zu der Annahme, dass die Achsencylinder aus dem Ectoderm
entstehen und zwar als Ausläufer der Ganglienzellen des Rücken-
marks. Wahrscheinlich sei, dass Muskel und Nerv ursprüngHch aus
einer einzigen Zelle hervorgingen. Bijdr. Dierk. Amsterdam Bd. 15.
49, 1751 pag., 30 Taf.
Sinnesorgane. Ueber Pigmente der Iris vergl. oben Fr.
Leydig pag. 167.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 243
Verdauungsorgane. M. Ho 11 macht Zusätze zu seinen An-
gaben über das Epithel an der oberen Fläche der Zunge bei Sala-
mandra maculosa [vergl. Ber. f. 1885 pag. 321] und bei Rana
temporaria [vergl. Ber. f. 1887 pag. 239]. Die Leydig'sche Angabe
bezüglich des Vorkommens der Flimmerzellen bei Rana ist die
richtige; bei Salamandra konnte sich Verf. von der Existenz der
Flimmerzellen an den Papillen nicht überzeugen. Sitz.- Ber. Akad.
Wiss. Wien, Math.-nat. Cl. Bd. 96 pag. 168—169.
In seinen Beiträgen zur Histiologie und Physiologie der Dünn-
darmschleimhaut berücksichtigt R. Heidenhain auch die ein-
schlagenden Verhältnisse bei Rana, Salamandra, Molge, Spelerpes
und Siredo?i. Pflüger's Arch. Pliys. Bd. 43, Suppl. 103 pag., 4 Ta£.
Heron-Royer hat bei allen europäischen Batrachiern eine
sackartige Umhüllung der Excremente beobachtet, die eine spirale
Drehung erkennen lässt. Genauere Untersuchung des Rectums hat
ergeben, dass diese Faecalhülle sich ununterbrochen erzeugt, jeder-
zeit den Sphincter des Dickdarms abschliesst und so verhindert, dass
die Excremente den Fortpflanzungsorganen und ihren Producten
schädlich werden können. Bull. Sog. Zool. France pag. 55 — 57, Fig.
Respirationsorgane. F. Maurer ergänzt in seiner Abhandlung
über die Kiemen und ihre Gefässe bei den anuren und caudaten
Betrachiern die Arbeiten von Boas [vergl. Ber. f. 1882 pag. 535] in
Bezug auf die erste Entwicklung der Kiemengefässe bei den Batra-
chiern überhaupt und speciell bei den Anurenlarven. Die Anuren
besitzen in früher Larvenperiode einen Kiemenapparat, der dem bis
zur Metamorphose bestehen bleibenden der Caudaten homolog ist.
Da aus diesem Apparat sich bei den Anuren ein anderer secundärer
entwickelt, so stellen die Caudatenkiemen im Vergleich mit den
inneren Anurenkiemen einen primitiven Zustand dar. Der ganze
Apparat der inneren Kiemen der Anuren kommt an einer inter-
mediären Zone der Caudatenkieme zur Entwicklung, d. h. zwischen
äusserer Kieme und Kiemenplatte. Auch für den vierten Kiemen-
bogen werden die Homologieen zwischen Anuren und Caudaten
erörtert, und schliesslich das Kiemensystem der ersteren mit dem
der Fische verglichen; jenes ist ectodermaler, letzteres entodermaler
Natur. Die Athmung der Batrachier ist somit als eine localisierte
Hautathmung aufzufassen, und auch die inneren Kiemen der Anuren-
larven sind als Hautkiemen zu betrachten. Aber diese inneren
Kiemen stellen einen höheren Zustand dar als die ersten äusseren
Kiemen und als die äusseren Kiemen der Caudatenlarven , weil sie
durch die Ausbildung eines Kiemensackes secundär mit dem Vorder-
darm in Beziehung getreten sind. Morph. Jahrb. Bd. 14 pag. 175
bis 208, 4 Figg., Taf. 9 und 10, Fig. 1—19.
Von Fr. E. Schulze 's Arbeit über die inneren Kiemen und
ihre Gefässe bei den Batrachiern in Abh. Preuss. Akad. Wiss. ist bis
jetzt nur der erste Theil erschienen, der das Epithel der Lippen und
16*
244 ßr- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
der Mund-, Rachen- und Kiemenhöhle der Larve von Pelohates
fuscus behandelt. Vergl. unten unter Ecaudata pag. 255.
S. Mayer stimmt in Bezug auf die Lehre von der Schilddrüse und
Thymus der Batrachier vielfach mit Maurer [yergi. Ber. f. 1887 pag, 228]
überein, macht aber nach der histiologischen und physiologischen Seite
einige Zusätze. Eine Schilddrüse ist vorhanden. In der Pseudothyreoidea
hat Verf. mitotische Vorgcänge beobachtet. Die grossen Zellen der
Thymus hat er als Sarcolyten erkannt, myogene Körper, die nur
secundär in das Organ gelangen konnten. Somit zeigt die Thymus
mit der Pseudothyreoidea die beachtenswerthe Aehnlichkeit, dass sich
in beiden mitotische Processe und Erscheinungen des Austrittes ge-
färbter Blutkörperchen und nachträglicher Veränderungen der
letzteren nachweisen lassen. Die Pseudothyreoidea und die Thymus
sind nach dem Verf. dazu bestimmt, im Organismus der Batrachier
für diejenigen Functionen aufzukommen, die bei den höheren Wirbel-
thieren an die den Batrachiern in typischer Ausbildung fehlenden
Lymphdrüsen geknüpft sind. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 97 — 103.
Circulationsorgane. Ueber die Veränderungen der Blutplättchen
von Rana und Scdamandra bei und nach der Gerinnung machen
C. Mondino & L. Sala Mittheilungen. Atti R. Accad. Lincei Roma
(4) Bd. 4 pag. 377 und Giorn. Sc. Nat. Econom. Palermo Bd. 19
pag. 113—124, 1 Taf.
Urogenitalsystem. In seinen Beiträgen zur Kenntniss des
thierischen Eies im unbefruchteten Zustand behandelt Fr. Leydig
auch pag. 340 — 357 und Fig. 91 — 108 das Ei der Batrachier und
speciell das von Molge taeniata, Salamandra maculosa (mit Notiz über
ihr Vorkommen bei Bonn pag. 348), Bufo vulgaris und Rana
escvlenta und erörtert in besonderen Kapiteln Herkommen der Ei-
zellen, Keimbläschen, Dotter, Dotterhaut und Dotterschale, Membrana
granulosa, Kapsel- oder Follikelzellen und Eizelle und Gewebszellen.
Zool. Jahrb., Abth. £ Anat. Bd. 3 pag. 287—432, Taf. 11—17.
Ontogenie. Heron-Royer theilt mit, dass sich bei ihm Bufo
arabims Gerv. c^ mit B. vulgaris Laur. $ gepaart habe, und dass
die Embryonen sich bis jetzt normal entwickelt hätten. Bull. Soc.
Zool. France Bd. 13 pag. 103.
Auch Ch. Mailles paarte, wie frühere Forscher vor ihm,
Rana arvalis Nilss. 3^ mit R. /\fsca Rös. $ mit negativem Erfolg.
Nach BuU. Soc. Acclimat. Paris 1888 in Le Naturaliste 10. Jahrg.
pag. 184.
Die Arbeit von Fr. Schanz [vergl. Ber. f. 1887 pag. 231] ist
als Inaug.-Dissert. auch selbständig erschienen. Das Schicksal des
Blastoporus bei den Amphibien. Jena 1888, 8<^. 12 pag., 1 Taf. —
Ref. in Journ. Micr. Soc. London pag. 189.
Eingehende Untersuchungen über die Entwicklung der Batra-
chier, besonders betreffs des Centralnervensystems , aber auch mit
beiläufigen Mittheilungen über Hypophyse, Mund, Kopfanhänge und
Kopfskelett, bringt H. Orr. kn Amhlystoma, Molge und i?a/«a findet
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 245
er im Wesentlichen die Hauptresultate, die er bei den Lacertiliern
beobachtet hat, bestätigt, und auch diese Batrachiertypen zeigen
unter einander in der Entwicklung ihres Centralnervensystems keine
fundamentalen Unterschiede. Bei Embryonen von Amhlystoma und
Molge sah Verf. [die von Maurer bereits erwähnte] Bildung eines
mandibularen Arterienbogens. Qu, Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 29
pag. 295—324, Taf. 27-29. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. 1889
pag. 188.
Nach C. Bergonzini spielen die Sertoli'schen Zellen des Säuge-
thierhodens bei der Speimatogenese keine Rolle. Im Batrachierhoden
werden sie nur durch die den Spermatogonien angelagerten Kerne
repräsentiert. Ein Vergleich der Spermatogenese mit der Oogenese
führt den Verf. zu der Annahme, dass die passive Sertoli'sche Zelle
des Hodens im Ovarium zum Ei wird, während die Generation der
activen Zellen des Hodens im Ovarium das Follikelepithel liefert.
Rassegna Sc. Med. Modena Jahrg. 3 pag. 337—344, Taf.
Versuche über Regeneration des Schwanzes hat D. Barfurth
an den Larven unserer einheimischen Batrachier angestellt. Liegt
bei einer Amputation der Schwanzspitze die Schnittebene senkrecht
zur Längsachse des Schwanzes, so erfolgt die Regeneration genau in
der Richtung derselben Achse; fällt die Schnittebene schief nach
oben oder unten, so steht auch die Achse des regenerierten Stückes
schief nach oben oder unten. Erst später streckt sich im letzteren
Falle das schiefgewachsene Stück, nachweislich infolge der Wirkung
der Schwimmfunction des Schwanzes. Die Schnelligkeit der
Regeneration ist durchaus abhängig von der Temperatur. Mikros-
kopisch Hess sich nachweisen, dass bei der Regeneration die erst-
malige Entwicklung in der Hauptsache wiederholt wird. Anat.
Anzeiger 3. Jahrg. pag. 403—405.
In seinen Mittheilungen über Zwitterbildung gibt A. Suchetet
auch eingehende Notizen über hybride Batrachier. Rev. Quest.
Scientif. Bd. 12 pag. 197—205.
L. Camerano beschreibt eine abnorme Larve von Rana
escule.nta L. von Chivasso, deren Vorderextremität vollständig ent-
wickelt ist, während die Hinterextremität im Wachsthum ausser-
ordentlich zurückblieb. Vermuthlich handelt es sich um eine Neu-
bildung nach gewaltsamem Verlust der normalen Hintergliedmaassen.
Boll. Mus. Zool. Anat. Comp. Torino Bd. 3, No. 36. 2 pag.
Unter Bezugnahme auf ähnliche in der Literatur erwähnte Fälle
von Polymelie macht M. Cazurro y Ruiz auf einen sechsbeinigen
PUiirodeles waltli aufinerksam. Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. Bd. 17,
Actas pag. 87 — 89.
F. Mazza beschreibt einen Fall von Polymelie bei Rana escvlenta.
Das interessante Thier zeigt 3 freie, von nahezu einem Punkt aus-
strahlende, linke Vordergliedmaassen mit fast gleich entwickeltem
Oberarm, Unterarm, Carpus und 4, 4 und 1 entwickelten Fingern
246 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Abbildung der abnormen Skeletttheile ist beigegeben. Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. Milano Bd. 31 pag. U5— 150, Taf. 1.
Biologisches. Betr. der Locomotion der vierfüssigen Batracbier
vergl. oben G. Carl et pag. 176.
Palaeontologisches. Eingehend behandelt K. Zittel die fossilen
Batracbier in seinem wichtigen Werke „Handbuch der Palaeontologie
I. Abth., Bd. 3, Lief. 2" auf pag. 337—436, Fig. 324—421. Die
ältesten fossilen Batracbier finden sich nach dem Verf. in der pro-
ductiven Steinkohlengruppe und zwar als Stegocephalen der Unter-
ordnungen Lepospondyli , Temnospondyli und Stereospondyli. Die
Stegocephalen sterben mit der Gruppe Stereospondyli in der Trias
aus. Aechte Caudaten erscheinen erst in der Unt. Kreide, Anuren
erst im Eocaen. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1018
bis 1019.
Palaearktische Region. A. Koenig gibt als Anhang seiner
Avifauna von Tunis auch eine Liste der von ihm gesammelten
Kriechthiere. Von Batrachiern werden aufgezählt aus Tunis: Rana
esculenta L. var. ridihunda Fall. Tunis und Gabes, Discoglossvs pictus
Otth, Bufo mauritanicus Schlg. imd vanahilis Fall., aus Tripolitanien
nur die letztgenannte Art. Cabanis' Journ. f. Ornith. 36. Jahrg.
pag. 299—304.
Von Batrachiern der Azoren nennt H. Simroth Rana esculenta
L. von allen Inselgruppen, aber wohl nicht von allen Inseln. Ein
einmaliger Import dieser nachweislich eingeführten Art scheint aber
doch zweifelhaft, da nach W. Wolterstorff auf S. Miguel zwei ver-
schiedene Varietäten des Wasserfroschs vorkommen , eine mit
grösseren Augen, die blos in Nordspanien lebt, und eine mit kleineren
Augen, die mit R. esculenta latastei Cam. aus Nordafrika übereinstimmen
dürfte. Ein von Nordamerika nach Fayal eingeführter Bufo hat
sich nicht halten können. Arch. f. Naturg. 1888 I pag. 202 — 203.
Auf einer Excursion, welche die Spanische Ges. f. Natur-
geschichte von San Ildefonso nach Penalara gemacht hat, wurden an
der Laguna de los Päjaros Salamandra maculosa und Alytes
ohstetricans Laur. erbeutet. Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. Bd. 17, Actas
pag, 65.
Fr. Borcherding nennt aus der nordwestdeutschen Tiefebene
vom Zwischenahner See, Grossh. Oldenburg, Hyla, Rana tempo-
raria und escidenta ridihunda, Pelohates, Bufo vulgaris, Salamandra,
Molge cristata, alpestris und taeniata, vom Dümmer See, Kreis Diep-
holz, Hannover, Rana esculenta ridihunda, Bufo vulgaris und
calamita, Molge cristata und taeniata, und vom Steinhuder Meer,
Grenze von Hannover und Lippe -Schaumburg, Rana esculenta
ridihunda. Abb. Nat. Ver. Bremen Bd. 10 pag. 335—367.
K. M. Heller fand Rana arvalis Nilss. und Bomhinator hom-
hinus L. bei Braunschweig; Alytes ohstetricans finde sich bei Grund
am Harz. Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 177 — 181.
in der Hei-petologie ■während des Jahres 1888. 247
W. Wolterstorff verzeichnet aus der preussischen Prov.
Sachsen: Rana esculen-fa typ. und war. ridtbnnda von vielen Fund-
orten, R. temporar ia und armlis, beide gleich häufig, Bk/o vidgaris,
viridis und calamita , letztere selten, Ilyla, Pelohates, Bomhinator
homhinus von Suiza im Ihnthal und Osterfeld bei Goslar, igneus
verbreitet, aber nicht überall häufig. Der südlichste Fundpunkt für
B. ignexis bei Ammendorf in der Saalaue liege nur 45 Kilom. nördlich
vom ersten sicheren Fundort für B. hombimts bei Suiza, Thüringer
Hochebene. Alytes angeblich vom Hohenstein bei Nordhausen und
vom Stöckey bei Walkenried am Südfuss des Harzes. Salamandra
nur im Gebirge, MoJge crif<taf((, alpestris, tacniata und palmata,
letztere auch bei Gernrode, Mägdesprung, Lauterberg undWernigerode.
Zeitschr. Ges. Naturw. (Halle) Bd. 61 pag.l— 38.
F. Leydig erhielt Molge palmata aus dem Spessart zwischen
Lichtenau und Weibersbrunn , Rana ogilis Tho. von Höchberg bei
Würzburg in Franken. Verf macht für beide Arten Angaben über
ihre Entdeckung und über alle deutschen Fundorte mit Beifügung
der Literaturnachweise und glaubt, dass R. agilis in Deutschland
im Aussterben begriffen sei, da bis jetzt nur 3 oder 4 Exemplare
von 3 oder 4 Fundorten bekannt geworden seien. Beiläufig erwähnt
er aus den Hassbergen noch Molge cristata, al2)estris und tacniata,
von Lichtenau alpestris und aus dem Spessart überdies noch
taeniata. Verh. Phys.-Med. Ges. Würzburg N. F. Bd. 22 pag. 191
bis 206.
In seiner Wirbelthierfauna von Kreuznach gibt L. Geisen-
heyner eine Skizze auch der Batrachierwelt des Nahethals. Er
verzeichnet von dort Pelohates fnscxs (Larve), Bomhinator homhimts,
Älytes ohstetricans, über den Mittheilungen betr. Brunstzeit, Eierzahl
und Larvenentwicldung gemacht werden, Ilyla, Rana esctdenta typ.
im oberen Nahethal, bei Kreuznach nur die var. ridibunda Fall.,
R. fusca Rös. und zwar Formen mit glatter und solche mit warziger
Haut, sowie eine schlankere Varietät, die aber nicht mit R. acntirostris
Fat. übereinstimme. Notizen über Laichzeit und Entwicklung werden
beigefügt. Weiter Bufo vidgaris, calamita in zwei Farbenspielarten
und variahilis, Molge taeniata, palmat((. nur bei Waldalgesheim,
alpestris, cristata und Salamandra. Wirbelthierfauna von Kreuznach
I.Theil. Fische, Amph. u. Reptilien. Progr. Nr. 418. Gymn. Kreuz-
nach pag. 25 — 45.
In Siebenbürgen kommen nach E. A. Bielz an Batrachiern
vor: Salcünandra macidosa, Molge cristata, alpestris und cidgaris L.,
Rana escidenta typ. und var. ridibunda von Szamofalva nächst
Klausenburg und (?) vom Hammersdorfer Berge, R. temporar ia
und var. platyrrhinvs Steenstr., letztere im Gebirge verbreitet, R.
agilis von Hermannstadt, Ilyla arhorea, Pelohates fiisciis von
Hermannstadt, Hammersdorf und Klausenburg, Bomhinator igneus
Ijaur. (verus) und Bnfo vidqaris und variahilis. Verh. und Mitth.
Siebenbürg. Ver. Nat. Jahrg. 38 pag. 110—113.
248 I^i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
A. De Carlini zählt aus dem Valtellin, Oberitalien , auf
Hyla arborea L., Rana esculenta L. var. lessonae ^ Cam. und R.
temporaria L., Bufo vulgaris und viridis von Sondrio; Salamandra
maculosa, Molge cristata und alpestris aus dem Val Fraele in 2000 m.
Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 31 pag. 83—85.
0. Boettger verzeichnet von den v. Oertzen'schen und
V. Maltzan' sehen Reisen 11 Batrachier aus Griechenland, von den
griechischen und kleinasiatischen Inseln und aus Kleinasien und
gibt eine Uebersicht über alle das griechisch-kleinasiatische Gebiet
betreffenden Fundpunkte dieser Arten. Von besonderem Interesse
dürfte sein das Vorkommen von Älolge alpestris im phokischen
Parnass, von Rana latastei Blgr. an der Grenze von Aetoüen und
Doris und aus Bosnien, von R. agilis Tho. bei Avlona in Albanien,
von Bufo vulgaris Laur. auf Samos und bei Smyrna und von Byla
auf Greta [s. auch oben pag. 182]. Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin
pag. 139—186.
G. A. Boulenger gibt eine Liste der 5 bis jetzt von Cypern
erwähnten Batrachier. Es sind sämmtlich Anuren; das Vorkommen
von Bufo vulgaris Laur. Avird als fraglich, das von Rana temporaria
L. als sehr fraglich bezeichnet. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag 505
bis 506.
0. Boettger zählt von Batrachiern aus Transkaspien nur
auf die Anuren Rana esculenta var. ridibunda Fall, und Bufo viridis
Laur. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 259—263. — Ueber die
Batrachier Transkaspiens berichtet auch A. Walter. Die beiden
ebengenannten Anuren sind die einzigen Batrachierformen des Landes,
aber sie finden sich im ganzen Gebiete und in erstaunlicher In-
dividuenmenge. Rana esculenta, die Verf. von var. foHis Blgr. für
verschieden erklärt, ist direct aus Persien eingewandert, Bufo durch
Verschleppung ihrer Eischnüre durch Vögel, Reichliche und sehr
interessante biologische Beobachtungen werden für beide Arten bei-
gebracht. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 973—986.
A. M. Nikolskij nennt aus der Balkasch -Depression nur
3 Arten von Batrachiern. Arbeit. (Trudi) St. Petersburg. Naturf.-Ges.
Bd. 19, Beil. II pag. 59—188.
Nordamerikanische Region. A. W. Butler fügt in seinen
Bemerkungen über Reptilien und Batrachier von Indiana der Fauna
dieses Staates Plethodon cinereus und Ili/la squirilla zu. Amer.
Naturalist Bd. 22 pag. 94.
E. D. Cope zählt die von W. Taylor in San Diego, Südwest-
Texas, gesammelten Batrachier auf Es sind Siren lacertina L.;
Diemyctylus viridescens var. meridionalis Cope ; Bufo punctatus B. G.,
insidior Gir. und valliceps Wgm., Hypopaclius cuneus n. sp. (s.
Engystomatidae), Engystoma carolinense Holbr. und Rana virescens
Kalm. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 395—396.
Indische Region. In oder bei Stadt Madras finden sich nach
E. Th urston nur Rana hexadactyla und tigrina, Rhacopliorus
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 249
maculatus, Microhyla rubra, Callula olwacea, Bufo melanostictus und
Cacopus systoma [denen Ref. noch Rana limnocharis Wgm. beifügen
kann]. Ausserdem erwähnt Verf. Rana hreviceps Sehnd. und heddomei
Blgr, und Microhyla ornatu D. B. von Tinevelly, Rana curtipes Jerd.
von Wynaad, R. temporalis Blgr. von Coonoor, Nilgiris, Rhacophorus
pleurostictus Blgr., Ixalus opisthorhodus Gthr. und c/Iandtdosus Jerd.
von Kotagiri, Nilgiris, Rhacophorus mac^datus Gray von den Shevaroys,
Ixalus variahüis Gthr. von Ootacamund und Kotagiri und signatus
Blgr. von Pycara und Coonoor, Microhyla rubra Jerd. von den
Nilgiris und Tinevelly, Callula triangularis Gthr. von Ootacamund,
Cacopus systoma Sehn, von den Nilgiris, Bufo mehmostictus Sehn, von
Cochin, Ootacamund, Kotagiri und Coonoor und B. microtympatium
Blgr. von Kodaikanal in den Palni Hills und Coonoor. Cat. Batr.
Sal. a. Apod. S. India. Madras 1888. 54 pag., 13 Taf.
G. A. Boulenger beschreibt zwei neue Rana (s. Ranidae) aus
Indien. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 506—508.
0. Boettger nennt aus Bangkok, Siam, IcJdhyophis glutinosus
L. und (fälschhch) einen neuen Ixalus (s. Rainidae). 26./28. Ber.
Offenbach. Ver. Nat. pag. 57.
Derselbe gibt in seinen Materialien zur herpetologischen Fauna
von China II [s. oben pag. 185] eine zweite Liste von Batrachiern
aus China. Aufgezählt und mehr oder weniger eingehend beschrieben
werden Oxyglossus lima Tsch., Rana esculenta var. japonica Blgr.,
R. gracilis Wgm., guentheri Blgr., japonica Blgr., macrodactyla Gthr.
und tigrina Daud., Rhacophorus macxdatus Gray, Microhyla ornata
D. B. und pulchra Hall., Bufo melanostictus Schnd. und Molge sinensis
Gray. Zum Schluss wird eine Aufzählung aller Batrachier Chiüas
mit Angabe der Literatur und der bekannten Fundorte gegeben.
Ebenda pag. 53 — 191.
Derselbe bringt eine kleine Liste ost asiatischer Batrachier.
Es sind Oxyglossus lima Tsch. vom Lofoushan bei Canton und Rana
esculenta japonica Blgr., gracüis Wgm. und plancyi Lat., sowie Bufo
vulgaris Laur. und eine neue Varietät von Hyla (s. Hylidae) von
Shanghai. Ber. Senck. Nat. Ges. 1888 pag. 187—190.
J. Gogorza y Gonzalez zählt in seinen Beiträgen zu einer
Wirbelthierfauna der Philippinen 10 Batrachier von dort auf.
Neu für die Philippinen wären pag. 35 Rana chulconota Gthr.
(Bulacän) und Bufo biporcatus ,Scblg. [ = p>hil'ippinicus Blgr.; Ref],
wenn nicht diese Identificationen sehr wahrscheinlich auf falscher
Bestimmung beruhten. Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. Bd. 17 pag. 34 — 35.
Afrikanische Region. F. Mocquard verzeichnet Rana ma-s-
careniensis D. B. und Chiromantis petersi Blgr. aus Somaliland.
Mem. Cent. Soc. Philomath. Paris 1888 pag. 109—134.
G. A. Boulenger beschreibt 4 neue Frösche (s. Ranidae,
Dendrobatidae und Dyscophidae) aus Madagascar. Ann. Mag. N.
H. (6) Bd. 1 pag. 105—107, Taf. 6.
250 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
A. Günther nennt aus Monbuttu, Obercongogebiet, Rana
occipitalis Gthr. und mascareniensis D. B., Rcqypia cinctiventris Cope
und Bufo recßdaris Rss. Die Fauna ist näher mit der West-, als
mit der Ostafrikas verwandt [s. auch oben pag. 187]. Proc. Zool.
Sog. London pag. 51.
0. Boettger gibt in Materialien zur Fauna des Unteren
Congo II pag. 5 — 11 die Literatur auch über die Batrachier des
dortigen Gebietes und beschreibt sodann mehr oder weniger ein-
gehend die 7 Anuren Rana alhoJahris Hall., Rappia marmorata
paraUela Gthr., R. fvscigula Boc, cinctiventris Cope und fimbriolata
B. P., IlijJambates auhryi A. Dum. und Bufo regularis Rss. var.
spinosa BÖc. Ber. Senck. Nat. Ges. 1888 pag. 3—108.
Tropisch-amerikanische Region. J. G. Fischer erwähnt von
Haiti nur Bufo gutturosus Laur. und Hyla (Trachycephalvs) omta
Cope aus Cap Haytien, letztere auch aus Grande Riviere und
Sanssouci (mit Beschreibung der Färbung und der Larve auf pag. 44).
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5.
A. Günther ferzeichnet aus Dominica, Westindien, nur
Cystiqnathi(S pentaclactylus Laur. und Hylodes martinicensis Tsch.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 366.
G. A. Boulenger beschreibt 4 neue Batrachier aus den
Gattungen Leptodactylus , Eupemphix , Hyla und Siphonops (s.
Cystignathidae, Bufonidae, Hylidae und Caecilüdae) aus Brasilien.
Ebenda Bd. 1 pag. 187—189.
Derselbe zählt von Iguarasse, Prov. Pernambuco, Brasilien
auf: Larven von Rana palmipes Spix, sowie Falvdicola hiligonigera
Cope, Hyla rtihva Daud. und 3 neue Anuren (s. Cystignathidae und
Hyhdae). Besonders interessant ist der erste Nachweis eines Noto-
trema so weit östlich von den Anden. Ebenda Bd. 2 pag. 40 — 43,
Taf. 3.
Derselbe gibt eine Liste von Batrachiern der brasilianischen
Provinz St. Catharina. Folgende 21 Arten wurden in der Sierra
do Catharina von Hrn. Michaelis gesammelt: Engystoma ovale var.
bicolor Val., Pseudis mantidactyla Cope, Elosia nasus Licht., Hylodes
gollmeri Pts., Ceratoplirys hoiei Wied, Paludicola ol ferst Mts. und
hiligonigera Cope, Leptodactylus gaudichaudi D. B., Eupemphix nana
Blgr., Bufo arenarum Hens., Hyla faber Wied, marginata Blgr.,
pulchella D. B., bischoffi Blgr., bivittata Blgr., nasica Cope, senicula
Burm., avrantiaca Daud., Fhyllomedusa iheringi Blgr., sowie je eine
neue Engystoma und Flyla (s. Engystomatidae und Hylidae). Ebenda
Bd. 1 pag. 415—417.
Australische Region. G. A. Boulenger beschreibt aus Neu-
guinea eine neue Rana und ein neues Anurengeschlecht (s. Ranidae
und Engystomatidae), welche H. 0. Forbes daselbst gesammelt hat.
Ebenda Bd. 1 pag. 345—346.
in der Heri)etologie während des Jahres 1888. 251
In einem Dritten Beitrag zur Herpetologie der Salomons-
inseln fügt derselbe der dortigen Fauna noch Cormifer corru-
gatus A. Dum hinzu. Die Insel Guadalcanar ergab von Anuren
Rana giiirpyi (S 21, S 10 cm von Schnauze zu After; frisst grosse
Krebse I) und hreffti Blgr.^ Cormifer salomonis Blgr. und corrngutus,
Gerat obatracJnis guentheri und Hyla macrops Blgr. Von Rubiana auf
Neu-Georgia stammen Rana guppyi, Cormifer corrvgatiis und Cera-
tohatraclms giientheri. Es finden sich auf den einzelnen Inseln auf
Faro 9, auf Shortland 4, auf Treasury 8, auf Neu-Georgia 3, auf
Guadalcanar 6 und auf San Cristoval und den Nachbarinseln eine
Froschart, und ausschliesslich auf die Salomonsinseln beschränkt
sind 11 Species Anuren. Proc. Zool. Soc. London pag. 88 — 90.
Derselbe beschreibt einen neuen Limnodynastes aus N.-S.-
Wales und eine neue Crinia aus Victoria (s, Cystignathidae).
Proc. Linn. Soc. N.-S,-Wales (2) Bd. 3 pag. 1258.
Systematisches. G. Baur gibt folgende neue Eintheilung der
Batrachier nach E. D. Cope:
Ordn. 1. Ganocephala.
Ordn. 2. Rhachitomi.
Ordn. 3. Embolomeri.
Ordn. 4. Stegocephali.
Ordn. 5. Proteida mit Fam. Proteidae.
Ordn. 6. Urodela mit den Fam. Gry ptobranchidae , Sirenidae,
Amphiumidae, Caeciliidae, Amblystomatidae , Pletho-
dontidae, Desmognathidae, Salamandridae und Pleuro-
delidae.
Ordn. 7. Anura.
Beitr. z. Morphogenie d. Carpus und Tsirsus d. Vertebraten I. Th. :
Batrachia. Jena, G. Fischer 1888, 8».
Ecmidata.
Allgemein Anatomisches. Von A. M. Marshall's ,,The Frog. Introduction
to Anatomy, Histology aud Embryology. Manchester 1888, 8". 154 pag., Figg."
erschien eine dritte diu'chgesehene Auflage, welche anch ein neues Kapitel über
Entwicklungsgeschichte enthält.
L. Ranvier zeigt, dass an Fleischen, die er in wannes "Wasser brachte,
Unterschiede in der Zusanimensetziuig des Bindegewebes in den verschiedenen
Organen desselben Thieres sowol wie bei verschiedenen Thieren zu bemerken
waren. Journ. de Microgr. No. 16 pag. 491—499.
Skelettsystem. H er on -Royer vergleicht die osteologischen Merkmale
des Schädels verschiedener Peto&ak'5-Formen und gedenkt namentlich eingehend
der Gestalt des Ethmoideums bei Pelobates und Bana und des Hy.oideums bei
den drei europäischen Pelohates-'Form&D.. Bull Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 85
bis 91, 10 Figg.
252 Dl*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
G. B. Howes & W. Ridewood haben in eingehendster "Weise Carpus und
Tarsus der Anuren untersucht. Ihre Beobachtungen basieren auf der Vergleichung
von 37 Gattungen und 60 Arten in allen Entwicklungsstufen aus sämmtlichen,
bis auf vier weniger wichtigen Familien. Die interessantesten Schlüsse, die sie
ziehen, sind, dass in den Vordergliedmaassen das Pyramidale das Ulnare dar-
stellt, dass das Naviculare ein praeaxiales Centrale und dass seine Verbindung
mit dem Radius immer secundär ist, dass ferner die Andeutung eines fünften
Carpale bei den erwachsenen Discoglossideu und Pelobatiden vorhanden ist, dass
das bisherige fünfte Carpale ein postaxiales Centrale darstellt, und dass die
lebenden Anuren die einzige Wirbelthierordnung mit doppeltem Centrale carpi
sind. In den Hintergliedmaassen fehlt ebenfalls jedes dritte proximale Tarsal-
element, und, während die Tarsalen der vierten und fünften Zehe öfters als
Bänder vertreten sind, zeigen sich Skelettspuren eines vierten nur bei den
Discoglossiden. Das Naviculare des Tarsus ist ein Centrale und nicht ein
basales Segment des Praehallux, der nie aus mehr als vier Stücken besteht.
Auch die morphologische Bedeutung von Pollux und Praehallux wird in Betracht
gezogen. Ein zweiter Theil beschäftigt sich mit den Verschiedenheiten von
Carpus und Tarsus bei den einzelnen Anurenfamilien und ihrem Werth und
Einfluss auf die Classification. Schliesslich wird nachgewiesen, dass die Disco-
glossiden augenscheinlich die am wenigsten modificierten Knochenelemente in
beiden Extremitäten aufzuweisen haben. Proc. Zool. See. London pag. 141 — 182,
3 Figg., Taf. 7—9.
Kurze Mittheilungen über sesamoi'de Knochen der Achillessehne des
Frosches bringt M. Fürbringer. Bijdr. Dierk. Amsterdam Bd. 15. 49, 1751
pag., 30 Taf.
lllUSkelsystem. C. v. Lucowicz. Versuche über die Anatomie des Frosch-
herzens. Inaug.-Diss. Halle 1888, 8». 29 pag.
In einer Mittheilung über den feineren Bau der gestreiften Muskelzellen
macht A. V. Gebuchten auch Notizen über die Muskelkerne des Frosches.
Diese Kerne sind immer als ovale Körperchen mit ein oder zwei Kernchen
beschrieben worden, aber ihr Bau ist ein bei weitem complicierterer. Das
Knäuelstadium ist nicht das erste Stadium der Kerntheilung, sondern der normale
Bau des Kernes in der Ruhe. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. 1888 pag. 563
bis 564. — Weitere Notizen über die Muskelkerne der erwachsenen Eana
temporaria bringt derselbe. Tagebl. 61. Vers. D. Naturf. u. Aerzte Köln 1888
pag. 46—47.
Nervensystem. Eine eingehende Darstellung des anatomischen Baues des
Froschgehirns bringt M. Koeppen. Die einfachen Verhältnisse des Rücken-
marks finden sich in allen höheren Gehirntheileu wieder; Medulla oblongata,
Lobus opticus, Thalamus und Vorderhirn behalten den Bauplan des Rückenmarks
im grossen Ganzen bei. Das Einzige, was man im Thalamus-Grosshirnabschnitt
vermisst, sind motorische Ganglienzellen und motorische Wiu'zeln. Das Central-
nervensystem des Frosches wird aus sensiblen und aus motorischen Elementen
gebildet. Eine ausgesprochene Gliederung der sensiblen Bestandtheile fehlt;
nur wegen der Formverhältnisse machen wir Eintheilungen. Dagegen zeigen
eine vollkommene Gliederung die motorischen Bestandtheile. Vermittelt wird
der Nervenreiz aus den sensiblen Elementen in die motorischen durch eine
dritte Art von Nervenbahnen, die sogen. Reflexfasern. Verf. beobachtete nun
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 253
beim Frosche die Eigenthümlichkeit, dass entferntere sensible Centren nicht in
dem Maasse verbunden sind, wie bei höheren Thieren; dadurch erkläre sich
eine gewisse Selbständigkeit der einzelnen Abschnitte des Centralorgans des-
selben auch anatomisch, und vor allem die grosse Selbständigkeit der tiefereu
Centren gegenüber dem Grosshirn. Schliesslich wird die Bedeutung des G-ross-
hirns im Gesammtbau des Centralnervensystems geschildert. Arch. für Anat. u.
Phys., Anat. Abth. 1888 pag. 1—34, Taf. 1—3.
A. C. Wightman macht Mittheiluugen über die Epithelzellen der
Ventriculi cerebri des Frosches und ihre Anastomosen mit den Nervenzellen.
Johns Hopkins Univ. Baltimore Circul. Bd. 7 pag. 84—85.
M. Koeppen hat die Bildung einer vorderen und einer hinteren Wurzel,
welche getrennt aus dem Lobus opticus entspringen, im Froschgehirn gefunden.
Neurolog. Centralbl. Jahrg. 7 pag. 10—12.
Eine Notiz über die Hemmungscentren der Kröte bringt P. Alber toni.
Centr.-Blatt f. Pliysiol. No. 26a v. 17. März 1888.
Die hintere Grenze für „das Centrum des reflectorischen Lidschlusses"
liegt nach Versuchen von "R. Nick eil beim Frosch genau in der Mitte der
Rautengrube. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 42 pag. 547 — 557. — Auch separ. :
Inaug.-Diss. Königsberg i. Pr. 1888, 8". 40 pag.
Mittheilungen über die feinere Structur der Nervenfaser beim Frosche
macht M. Joseph. Er fand im Achsenraum ein Netzwerk, ein wirkliches
Achsengerüst, in dessen Maschen die Nervenfibrillen liegen. Dieses Maschen-
werk übertrifft an Feinheit bei weitem das sogenannte Neurokeratingerüst
Ewald & Kühne's in der Markscheide. In einer normalen Nervenfaser macht
der Achsenraum das grösste Contingent der Faser aus und übertrifft die Mark-
scheide um das Fünf- bis Mehrfache au Durchmesser. Die Bezeichnung Neuro-
keratiu für die in der Markscheide enthaltene Substanz sei nicht angebracht.
Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin 1888 pag. 1321—1330, 3 Figg. und Arch. f. Anat.
und Phys., Phys. Abth. 1888 pag. 184-187.
W. Krause hat die Nervenendigungen im Froschmuskel ebenfalls ein-
gehend untersucht. Er findet 93 "/o der Muskelfasern im Froschsartorius nur
an einer einzigen Stelle mit Nervenfasern in Verbindung. Die motorischen
Endplatten lägen ausserhalb des Sarcolemms. Intern. Mouatsschr. Anat. Phys.
Bd. 5 pag. 64-80 und pag. 97—106, Taf. 4—6.
Aus Versuchen an der Froschzunge schliesst G. N. Durdufi, dass im N.
glossopharyngeus Vasodilatatoren vorhanden sind. Die Geschmackspapillen be-
sitzen wahrscheinlich eine gemischte Nerven Versorgung; die in der Mittellinie
der Zunge liegenden Papillen werden von beiden Glossopharyngei versorgt.
Deutsch. Med. Wochenschr. 1888 pag. 518—519.
Mittheilungen über die Nervenendigungen in den Bauchmuskeln von Bana
temporar ia und esculenta bringt Q. Cuccati. Er findet vier Typen der Endigung,
bandförmige, netzförmige, unvollkommen netzförmige und traubenförmige Eud-
platten; Kerne sind kein integrierender Bestandtheil der Nervenendigung.
Intern. Monatsschr. f. Anat. u. Phys. Bd. 5 pag. 337—343, Taf. 24.
A. Smirnow hat die Nerveneudknäuel in der Froschlunge untersucht und
bringt den Nachweis, dass die von Arnstein als Endplatteu bezeichneten Gebilde
mit demselben Rechte, wie die Eudkolben der Coujunctiva, als Nerveuendorgane
254 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
gelten dürfen. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 258—261, 2 Figg. und 100. Beil.
z. d. Protok. Naturf.-Ges. Kasan 1888 pag. 1—6 (russ.).
Ueber die Verbreitung und die Endigung der Nervenfasern in der Lunge
von Mana temporaria hat auch G. Ouccati Untersuchungen angestellt. Er
beschreibt dieselben, ebenfalls nach der Methyleublaumethode gefärbten Endknäuel.
Intern. Monatsschr. f. Anat. u. Phys. Bd. 5 pag. 194—204, Taf. 18. — Ref. in
Rend. Accad. Istit. Bologna 1887/88 pag. 44.
Weitere Mittheilungen [vergl. Ber. f. 1887 pag. 238] über „die Natur der
peripherischen Nervenendigungen" im Froschlarvenschwanze bringt P. Mitro-
phanow. Der morphologische Charakter der verschiedenartigen peripheren
Nervenendigungen trägt den Stempel der Einfachheit an sich; er lässt sich aus-
drücken als ursprünglicher Contact des freien Nervenendes mit dem peripheren
Endapparate. Rede v. 13. März 1888 Mag. Zool. Univ. St. Petersburg, Warschau
1888. 9 pag. (russ.).
A. A d a m k i e w i cz hat seine „Nervenkörperchen" des erwachsenen Menschen,
die er Vigual gegenüber aufrecht erhält, beim Frosche vergebens gesucht. Sitz.-
Ber. Akad. Wien 97. Bd. 3. Abth. pag. 24—42, Taf. 1—3. — N. Cybulski macht
einige Bemerkungen über die Adamkiewicz'scheu NervenköiTperchen, wobei er
auch die Verhältnisse beim Frosche berücksichtigt. Dieselben seien nichts
anderes als die an der Innenfläche der Schwann'schen Scheide gelagerten, all-
gemein bekannten Körpei-, welche aus einem ovalen Kern und Protoplasma
beständen. Med. Rundschau (Przeglad lekarski) Krakau 1888, No. 46, 47 und 49.
21 pag., 1 Taf. (poln.).
Sinnesorgane. AVegen Zunge und Geschmacksorganen der Larven von
Pelohates vergl. unten F. E. Schulze unter Respirationsorgane pag. 255.
T. Schottländer hat Untersuchungen über Kern- und Zelltheilung am
Endothelium der Froschcornea angestellt. Archiv microsk. Anat. Bd. 31 pag. 426
bis 482, 1 Taf. — Ref. in Journ. Micr. Soc. London pag. 554.
In seinen Mittheilungen über Muskulatur' und Bruch'sche Membran der
Iris geht A. Grünhagen auch auf das Auge des Fro.sches ein und erwähnt
das Vorkommen der sogen. Kittsubstanz an zwei Stellen der Iris und die An-
wesenheit des Sphincters auch beim Frosche. Der Pupillartheil der Froschiris
enthält zwei Arten von Spindelzellen und zwar ächte glatte Muskelzellen und
Pigmentzellen von eigenthümlichem Bau (Chromatophoren). Anat. Anzeiger
3. Jahrg. pag. 27—32, Fig.
A. Dogiel hat die nervösen Elemente in der Netzhaut des Frosches einer
erneuten Prüfung unterzogen. Die Stäbchen und Zapfen färben sich in Methylen-
blau nicht. In der Körnerschicht müssen drei Arten von Nervenelementen unter-
schieden werden, nämlich sternförmige Zellen, bipolare Zellen und Spongio-
blasten. Einer der varicösen Fäden der bipolaren Zellen dringt direct in die
Schicht der Sehzellen ein, wo er bis an die M. 1. externa zu verfolgen ist. Hier
endet er häufig mit einer kleinen Verdickung, die an die Landolt'schen Kolben
der Reptilien erinnert. Unter den Spongioblasten sind zwei Formen zu unter-
scheiden. Die Zellen der gangliösen Schicht unterscheiden sich nicht wesentlich
von denen der Reptilien. Ebenda pag. 342—344, 2 Figg. und Wratsch 1888,
No. 30 (russ.).
Verdauungsorgane. Ueber ein reichentwickeltes System vielzelliger Drüsen
der hinteren Partie des Pharynx bei den Larven von Pelohates berichtet F.
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1888. 255
E. Schulze. Diese Drüsen sind dadurch besonders bemerkenswerth, dass sie
nicht im Bindegewebe eingelagert sind, sondern ausschliesslich dem Epithel an-
gehören. Abb. Akad. Wiss. Berlin 1888 pag. 46—49. — Ref. in Biol. Centr.-Blatt
Bd. 8 pag. 580-582.
Mikroskopische Beobachtungen über den Glycogenansatz in der Froschleber
hat 0. JVIoszeit angestellt. Die Unter.suchung zerfiel in drei Theile. Erstlich
musste der vorhandene Glycogengehalt aus der Leber entfernt werden, zweitens
wurden verschiedene Substanzen bei Dunkelheit und niederer Temperatur ver-
füttert, und drittens erst konnte das neu angesetzte Glycogen chemisch mul
mikroskopisch geprüft werden. Frösche, welche glycogenfreie Leber hatten,
setzten bei Fütterung mit reinen Kohlehydraten beträchtliche Mengen von
Glycogen an, solche, die mit reinen Eiweisskörpern gefüttert wm-deu, nicht oder
nur spurweise. Gemischtes Futter verursacht den bedeutendsten Glycogenansatz.
Morphologische Veränderungen der Leberzelle gehen mit der chemischen Hand
in Hand. Nach allen Versuchen des Verf.'s erklärt sich der Mangel an auf-
gespeichertem Glycogen in der Leber des freilebenden Frosches zur Sommerszeit
dadurch, dass dasselbe gleichzeitig mit der Bildung durch die Muskelthätigkeit
verbraucht wird. Bei niedriger Temperatur und beim Aufhören der Muskelaktion
im Herbste kommt es nach reichlicher Nahrungsaufnahme zu einer Anhäufung
von Glycogen. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 42 pag. 556—581, Taf. 9.
Mittheilungen über die Bildung des Gallenfarbstoffes in der Froschleber
macht M. Löwit. Beitr. z. Pathol. Anat. (Ziegler u. Nauwerck) Bd. 4 pag. 223
bis 264, 1 Taf.
S. auch im folgenden unter Hespirationsorgane.
Respirationsorgane. Versuche über die Exspirationsbewegungen von Rana
eseulenta hat 0. Langendorff angestellt. Er gelangte dabei, ähnlich wie
KnoU [vergl. Ber. f. 1887 pag. 237], zu der Ueberzeugung, dass bei der normalen
Athnumg exspiratorische Muskelkräfte nicht zur Verwendung kommen, dass wir
es bei der Ausathmung vielmehr mit einem durchaus passiven Vorgang, mit dem
Spiel der elastischen Kräfte der Lungen, zu thun haben. Arch. f. Anat. u. Phys.,
Phys. Abth. 1888 pag. 304-310, 3 Figg
P. Jordan giebt auch eine Beschreibung der Entwicklung und des Baues
des Kiemendeckels der Anuren und des die beiden Kiemenhöhlen verbindenden
Kanals. Entwicklung der vorderen Extremität der anuren Batrachier. Inaug.-
Diss. Leipzig, G. Fock 1888, 8». 55 pag., 2 Taf.
Eingehende anatomische und histiologische Mittheilungen über die inneren
Kiemen der Batrachierlarven und speciell über das Epithel der Lippen, der
Mund-, Rachen- und Kiemenhöhle und über die Stiftzähnchen erwachsener
Larven von Pelobates fuscus macht Fr. E. Schulze. Untersucht wurden die
Larven in dem Stadium, in welchem die Hinterextremität bereits frei vorragt,
während die Vorderextremität die äussere Haut noch nicht durchbrochen hat.
Nach dem Verf. ist der Unterschied zwischen Cuticulavbildung und Verhornung
ein fundamentaler, denn im ersteren Fall bleibt der Haupttheil des Zellkörpers
selbst und besonders dessen Kern lebenskräftig und im Wesentlichen unverändert,
im letzteren Fall aber handelt es sich um einen tiefgreifenden Umwaudlungs-
process des ganzen Zellleibes mit Einschluss des Kerns. Phys. Abb. Akad.
Wiss. Berlin 1888, Abb. I pag. 1—59, Taf. 1—4. — Ref. daraus: Ueber mehr-
256 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
zellige epitheliale Drüsen bei Batrachierlarven vergl. in Biol. Centr.-Blatt Bd. 8
pag. 580-582.
S. auch Ct. Cuccati oben unter Nervensystem pag. 254.
Circulationsorgane. C. v. Lucowicz. Versuche über die Anatomie des
Froschherzens. luaug.-Diss. Halle a. S. 1888, 8». 29 pag.
T. Tigerstedt u. C. A. Strömberg haben den Venensinus des Herzens
von Bana temporaria physiologisch untersucht. Sie finden, dass, ebenso wie die
Herzcontraction selbst von dem Sinus ausgeht, sie auch in den mannigfaltigsten
Hinsichten von ihm beeinflusst und geregelt -wird. Bihang tili Handl. Svensk.
Vet.-Akad. Bd. 13 Abth. 4. 67 pag., 3 Taf.
G. B. Howes macht Mittheilungen über die Azygos -Venen der Anuren.
Ausnahmsweise fand er bei einem Stück von Bana temporaria, dass die Azygos-
Vene (praerenaler Theil der Vena cardinalis posterior) einseitig erhalten geblieben
war, dass aber ihre Verhältnisse in wesentlichen Punkten sich von denen unter-
schieden, welche Hochstetter bei Bombinator gefunden hatte. Auch bei Disco-
glossus nnd bei einem unter 5 Stücken von Ahßes obstetricans sah er diese
Venen und stützt mit diesen Beobachtungen Cope's und Boulenger's Ansicht von
der wenig nahen Verwandtschaft der Discoglossiden mit den übrigen Anuren.
Bei den Aglossen fehlen Azygos -Venen, ebenso bei Pelobates und Pelodytes, so
dass eine Abtrennung der Pelobatiden von den Discoglossiden auch nach dieser
Seite hin Unterstützung erfährt. Proc. Zool. Soc. London pag. 122—126, Fig.
Notizen über das Verhalten der morphologischen Bestandtheile der Frosch-
lymphe und des Froschblutes zu Methylenblau bringt N. Kowalewsky. Die
amoeboiden Leucocyten nehmen intra vitam den Farbstoff auf, anfangs in diffuser
Form, später aber mit allmählicher Concentration desselben in einem central-
gelegenen Körnerhaufen bei gleichzeitiger Entfärbung der peripheren contractilen
Substanz. Auch das Stroma der rothen Blutzellen fäibt sich post mortem.
Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 53 — 56.
Bei Gelegenheit seiner Untersuchungen der Beschaffenheit und Um-
wandlungen der Membran, des Protoplasmas und des Kerns von Pflanzenzellen
hat C. Fromm an n auch die Leucocyten des Froschblutes studiert. Jena.
Zeitschr. f. Naturw. Bd. 22 pag. 47-174, 5 Taf.
Ueber Blutplättchen iind Thrombose beim Frosch macht M. Löwit Mit-
theilungen. Danach sind die Spindelzellen der Batrachier verschieden von den
Blutplättchen der Säuger und zwar eine besondere jugendliche Form von haemi-
globinfreien Zellen , aus welcher sie in die bekannte Ruudform übergeführt
werden können. Fortschr. d. Medicin Bd. 6 pag. 369—374.
Urogenitalsystem, in einem Beitrag zur Histiologie der Vorniere hat
A. E. Giles die Entwicklung des Fettkörpers bei Bana temporaria einer Prüfung
unterzogen. Derselbe entsteht durch fettige Degeneration der Vorniere. Qu.
Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 29 pag. 133—142, Taf. 14.
Mittheilung über ein durch das Auftreten von Bidder'schem Organ und
Eileiter abnormes Genitalsystem bei einer einjährigen männlichen Bana tempo-
raria macht W. G. Eid ^ wo od. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 333—336, Fig.
J. Massart gibt vorläufige Notizen über Versuche betreffs der Reizbarkeit
der Spermatozoiden des Frosches und über die primäre Ursache, welche die-
selben zum Eintritt in die Eielemente bewegt. Die einzigen bisherigen Resultate
des Verf. 's sind, dass das Ei keine chemisch wirkende Substanz secerniert, die
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 257
auf die Spermatozoiden Einfluss hat, dass aber die Reizbarkeit der letzteren
eine augenblickliche ist, sobald eine Berührung derselben mit den Eielementen
stattfindet. Bull. Acad. Roy. Belg. (3) Bd. 15 pag. 750-754. — Ref. in Jom-n.
Roy. Micr. Soc. London 1888 pag. 707.
C. O. "Whitman's Betrachtungen über kinetische Erscheinungen am Ei
während der Reifung und Befruchtung stützen sich auf Untersuchungen am
Froschei. Eingehend werden namentlich die Anziehungserscheinuugen an den
Vorkernen besprochen. Journ. of Morph. Bd. 1 (1887) pag. 227—252.
OntOgenie. J. W. Gatehouse gibt eine Darstellung der Entwicklung und
der Lebensgeschichte der Kaulquappe. Journ. Micr. a. Nat. Sc. N. S. Bd. 1
pag. 33—38, 2 Taf.
Eine weitere Replik auf 0. Schultze's Mittheilungen über die Achsen-
bestimmung beim Froschembryo [vergl. Ber. f. 1887 pag. 241] bringt W. Roux.
Biol. Centr.-Blatt Bd. 8 pag. 399-413.
0. Schnitze hält nach seinen Untersuchungen über die Keimblattbildung
der Batrachier eine Anwendung der Coelomtheorie auf die Anuren nicht für
möglich. Das mittlere Blatt entwickele sich nicht aus paarigen Anlagen von
der Wand des Urdannes aus neben dem Chordaentoblast, es stelle vielmehr eine
einheitliche Anlage dar, und die Bildung des Ento- und des Mesoblast erfolge
gleichzeitig von dem Urmund aus durch Invagination. Eine zweiblättrige
Gastrula fehle den Anuren; durch das Vorhandensein eines Primitivstreifs
schlössen sich dieselben mehr den höheren Wirbel thieren an. Anat. Anzeiger
3. Jahrg. pag. 678.
Mittheilungen über die Lagerung des Medullarrohres im gefurchten Froschei
und über Versuche, um einen Einblick in die Massenverschiebuugeu zu gewinnen,
welche bei der Gastrulation vor sich gehen, macht W. Roux. Verf. fand, dass
sich die Gastrulation des Froscheies wesentlich durch Ueberwachsung der
weissen unteren Hälfte des Eies von den beiden Seitenhälften des Aequators
aus vollzieht, also durch bilaterale Epibolie. Die schwarze, am Eiaequator an-
gelegte Urmundslippe des Froscheies entspreche dem Randwulste der Knochen-
fische. Ebenda pag. 697—705, 4 Figg.
Weitere eingehende Untersuchungen über die Entwicklung der Keimblätter
und der Chorda dorsalis von Bana temporaria bringt 0. Schnitze. Nach vorn
von dem Primitivstreif bildet sich als erste Anlage der Chorda eine Verdickung
des Mittelblatts, der Kopffortsatz. Die Chorda dorsalis stammt in ihrer ganzen
Länge vom Mesoblast ab. Die Spinalgauglien bilden sich aus den peripheren
Theilen der Medullarplatte. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 47 pag. 325 — 353,
Taf. 28-29. — Ref. in Journ. Micr. Soc. 1889 pag. 30—31.
J. Perenyi's ISotiz über den Blastoporus beim Frosche [vergl. Ber. f.
1886 pag. 218] findet sich auch in Math. Nat. Ber. Ungarn Budapest Bd. 5
pag. 253-258.
Ueber das Schicksal des Blastoporus bei Bana tempwaria macht auch
K. Sidebotham nach der Untersuchung von mehr als 60 Embryonen Mit-
theilung. Er stimmt mit den ältei-en Ansichten von Balfour überein, findet
aber, dass die Neuralfalten den Blastoporus nicht einschliessen, und dass der
letztere erst nach dem Zusammentreffen der Neuralfalten sich schliesst. Der
After sei nicht von einem persistenten Blastopor herzuleiten , wie Spencer will,
sondern bilde sich als von demselben unabhängige Einstülpung. Qu. Journ. Micr.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 17
258 E>i'- Üskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Sc. (2) Bd. 29 pag. 49—54, Taf. 5. — Ref. in Journ. Boy. Micr. Soc. London,
1888 pag. 925.
P. Jordan hat „die Entwicklung der vorderen Extremität der anuren
Batrachier" einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Inaug.-Diss. Leipzig,
a. Fock 1888, 8". 55 pag., 2 Taf.
C. Bergonzini beschreibt die Mitosen in den La Valette'schen Follikel-
zellen der Samencanälchen von Sana esculenta und glaubt, dass dieselben die
übrigen zelligen Generationen des Samencanälchen s aus sich hervorgehen lassen,
also wohl die Rolle von Spermatogonien spielen. Atti Soc. ISat. Modena, Mem.
(3) Bd. 7 pag. 62-68, 5 Figg.
A. Looss, der die Degeneratiouserscheinungen im Frosclilarvenschwanze
[vergl. Ber. f. 1887 pag. 241] bei der Verwandlung der Larven studierte , fand,
dass bei der Auflösung der Gewebe die Leucocyten, wenn überhaupt, eine viel
weniger active und aggressive Rolle .spielen als bei den wirbellosen Thieren.
Die Degeneration erfolgt durch einen selbständigen Zerfall der Gewebe, der
Schwanz wird infolge mangelhafter Ernährung atrophisch, seine Bestandtheile
lösen sich auf und gehen in die Körperflüssigkeit über. Tagebl. 61. Vers. D.
Naturf. u. Aerzte Köln 1888 pag. 50 - 54.
W. Roux's künstliche Hei-vorb ringung halber Embryonen durch Zerstörung
einer der beiden ersten Furchungskugeln , sowie seine Beobachtungen über
Nachentwicklung (Postregeneration) der fehlenden Körperhälfte stützen sich auf
Versuche am Froschei. Arch. Path. Anat. Bd. 114 pag. 113 — 154 und pag. 246
bis 291, Taf. 2—3. — Ref. in 66. Jahr. Ber. Schles. Ges. Vat. Cult. Breslau 1888,
pag. 267.
L. Griffini hat nach theilweiser Exstirpation des Hodens beim Frosche
die Regeneration des Drüseuparenchyms und die Neubildung von Spermatogonien
beobachtet. Arch. Sc. Mediche Bd. 11 (1887) pag. 367-384, 1 Taf.
Biologisches. Mittheilungen über die Entwicklung albiner Larven von
Rana temporaria und über Albinismus überhaupt macht H. Fischer-Sigwart.
Die Augen der Larven waren schwarz; die jungen Frösche, die sieb daraus
entwickelten, zeigten sich nicht albin, sondern nur etwas heller gefärbt als
normale Stücke. Albinismus tritt nach dem Verf. besonders dann auf, wenn
in ihrer Lidividuenzahl stark reducierte Arten plötzlich wieder für sie günstige
Lebensbedingungen erhalten. Arch. Sc. Phys. Nat. Geneve (3) Bd. 20 pag. 350
bis 352 und Verh. 71. Jahr.-Vers. Schweiz. Nat. Ges. Solothurn 1888 pag. 59-61.
PalaeontolOgiSClies. A. Nehring nennt aus dem Quartär von Thiede bei
Braunschweig Reste von Bana temporaria häufig, vielleicht auch B. arvalis,
Bufo sp. ziemlich häufig und Pelobates fuscus selten. N. Jahrb. f. Min. 1889 I
pag. 81.
Systematisches. In einer Notiz über die Classification der Anuren nimmt
F. Lataste Blanchard gegenüber das Verdienst in Anspruch, dass er nicht nur
zuerst auf die verschiedene Lage der Athemröhre bei den Anurenlarven hin-
gewiesen, sondern dass er auch die Bedeutung dieser Entdeckung für die
Systematik betont habe. Dass die Laevogyriniden mit lateralem Spiraculum
procoele und rippenlose, die Mediogyriniden opisthocoele und vom zweiten bis
vierten rippentragende Wirbel besitzen, war ebenfalls schon 1878 vom Verf. vor
Blanchard nachgewiesen worden. Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 236 — 240. —
R. Blanchard giebt alles dies gerne zu. Ebenda pag. 358—359. — Eine
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 259
weitere Replik F. Lataste's darauf ist polemischer Natur. Ebenda pag. 540
bis 542.
Betr. der Verwandtschaft der Fam. Pelobatidae und Discoglossidae vergl.
auch G. B. Howes oben pag. 256.
In historischer wie in synonymischer Beziehung beachten swerth ist
S. Garman's Arbeit über die Batrachier in Kalm's „Resa til Norra America".
Die einzigen Frösche, die mit einiger Wahrscheinlichkeit identificiert werden
können, sind Bana catesbyana Shaw (= boans Kalm, non L.) und B. pipiens
Schreb. {= halecina aut.). Bull. Essex Instit. Bd. 20. 11 pag.
Ranidae. Skelettsystem. Bei einer Bana esculenta L. fand K. M. Heller
nur 9 Rückenwirbel; es handelte sich um eine Synostose des achten Wirbels
mit dem Sacrale, was eingehend beschrieben wird. Zoo). Garten 29. Jahrg. pag. 181.
Biologisches. H. Fischer-Sigwart widerlegt die Ansicht, dass Eana
temporaria im Hochgebirge nahezu ihre ganze Lebenszeit im Wasser verbringe.
Dass sie dort in späterer Jahreszeit laiche, und dass sich auch die Entwicklung
verzögere, sei natürlich, und wird direct nachgewiesen; aber nach der Ent-
wicklung verlasse auch der Bergfrosch, wie die Form der Ebene, das Wasser,
wenn auch sein späteres Sommerleben naturgemäss kürzer ausfalle. Aus-
gewachsene Larven fand Verf. in 2231 m Höhe noch am 2. September. Weitere
Daten über Entwicklung und Verwandlung im Terrarium sind angeschlossen.
Humboldt 7. Jahrg. pag. 426-427.
Ueber die Nahrung von Bana esculenta perezi Seoane auf S. Miguel,
Azoren, berichtet J. de Guerne pag. 24—27. Die vom Ref. beschriebenen
Riesenlarven aus dem See von Sete Citades [s. Ber. f. 1887 pag. 169] erklärt
Verf. nicht für aus Nahrungsmangel entstanden, sondern aus Mangel an Wasser-
und Ellenbogenraum. Bana esculenta wird pag. 37 auch vom Krater von Fayal
angegeben. Campagnes Scientif. du Yacht Monegasque L'Hiroudelle 1887:
Excursions Zool. dans les lies de Fayal et de S. Miguel, A^ores. Paris, Gauthier-
Villars et Fils 1888. 111 pag.
Levi-Morenos fand, dass die Larven von Bana esculenta L. am besten
das Plasma von Diatomeen verdauen, am schlechtesten aber die grünen, von
Cellulosemembran umgebenen Algen. Rendic. R. Accad. Lincei Bd. 4, Fase. 8,
2. Sem. und Veneto Agricolo (1889) No. 1/2.
Mittheilungen über die Ueberwinterung von Bana temporaria und esculenta
im Freien macht Ch. Mailles. Er kommt zu dem Schlüsse, dass nur die er-
wachsenen Frösche im Wasser und Schlamm überwintern, dass dagegen die Jungen
im Winter geschütztere Zufluchtsorte in Erdlöchern, unter Moos und Steinen
aufsuchen. Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 231—233.
Faunistisches. Nach G. Entz soll Bana temporaria L. var. platyrrhinus
Steenstr. am Zenoga-See im Retyezät-Gebirge, Siebenbürgen, vorkommen [, was
L. V. Mehely, Zool. Anzeiger, 13. Jahrg. pag. 447 bestreitet]. Orv. term. tud.
Ertesitö Klausenburg 13. Jahrg. pag. 51 und Rev. Siebenbürg. Mus. - Ver.
Klausenburg Bd. 10 pag. 134.
Nach L. Picaglia fehlt Bana latastei Blgr. im Modenesischen; B. agilis
Tho. lebt hauptsächlich im Tiefland, B. temporaria im Gebirge des Modenese.
Um Modena selbst kommen beide vor, aber B. agilis ist häufiger. Atti Soc. Nat.
Modeua, Mem. (3) Bd. 7 pag. 220.
17*
260 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungeu
Systematisches. Gl. A. Boul enger macht Mittheiluugen über die Classi-
fication der Raniden. Auch heute ist nach dem Verf. eine Theilung der Gattung
Bana in Raninae und Polypedatinae unmöglich. Peters' Charakter einer kleineu
überzähligen Phalanx zwischen letztem und vorletztem Fingerglied in allen
Fingern und Zehen bei Bhacophorus ist dagegen constant. Infolgedessen müssen
auch Hyla bürgeri Schlg. und Theloderma leprosum Tsch., trotz ihrer freien
Finger, zu E/iacophorus gestellt werden. Auch Cassina hat die überzählige
Phalanx wie Hylambates. Die Gattung Ixalus ist unnatürlich; ein Theil der
Arten nur hat normale Phalangenzahlen. Verf. theilt danach die Raniden in
zwei Gruppen:
a. mit überzähliger Phalanx in allen Fingern und Zehen, enthaltend die
Gattungen Cassina Gir,, Hylambates A. Dum., Rappia Gthr., Megalixalus Gthr.,
Bhacophorus Kühl, Chiromantis Pts., Ixalus Tsch. und Nyctixalus Blgr.
b. mit normaler Phalangenzahl: alle übrigen Ranidengattungen.
Auch Phyllobates Bibr. gehört nach des Verf.'s Untersuchung zu den
Raniden, steht zwischen Hylixalus Esp. und Prostherains Cope und unterscheidet
sich von ersterer Gattung durch freie Zehen, von letzterer durch den Zungen-
einschnitt. Hierher Ph. bicolor Bibr., Umbatus Cope, melanorhinus Berth.,
trinitatis Garm. und trilineatus Blgr. Proc. Zool. Soc. London pag. 204 — 206,
2 Figg.
K. M. Heller macht auf die Variationsbreite in Länge der Hinter-
extremität, Zuspitzung der Schnauze und Färbung und namentlich auf die
3/4-Sch wimmhaut des (^ von Bana arvalis Nilss. in der Brunstzeit aufmerksam,
die überdies abweichend von R. temporaria lappig erweitert erscheint. Die
Copulationsbürste ist schwarz. Die Laichzeit beider Arten fiel 1888 bei Braun-
schweig zusammen. Zool. Garten 29. Jahrg. pag. 177—181, Fig.
Verschiedene Notizen über deutsche Stücke von Bana agilis Tho. gibt
Fr. Leydig. Ver. Phys.-med. Ges. Würzburg N. F. Bd. 22 pag. 191.
Notizen über griechische und kleinasiatische Stücke der Bana esculenta L.
var. ridibunda Pall. giebt 0. Boettger. Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin 1888
pag. 145.
Mittheilungen über transkaspische Stücke derselben Art bringt derselbe
pag. 953 und A. Walter pag. 973. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3.
G. A. Boulenger gibt einen Schlüssel für die 4 bei Darjiling vor-
kommenden, einander nahe verwandten Arten Bana livida Blyth, latopalmata
Blgr., himalayana Blgr. und formosa Gthr. und beschreibt 2 neue Bana aus
Indien. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 506-508.
A. Duges gibt Beschreibungen von Bana halecina Kalm und B. monte-
zumae Baird. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 136—137.
Hylarana malabarica Stdchr. = Ba7ta guentheri Blgr.; Boettger, 26. /28.
Ber. Offenbach. Ver. Nat. 1888 pag. 95.
Hyperolius finibriolatus B. Pts. = Bappia; gute Art; Boettger, Ber.
Senckenberg. Nat. Ges. 1888 pag. 98.
Ixalus granulatus -a. s]^. [fälschlich von] Siam [= natator Gthr. Borneo;
Ref.] ; Boettger 26./28. Ber. Offenbach. Ver. Nat. pag. 57.
Micrixalus n. gen. verschieden von Ixalus durch normale Anzahl der
Phalangen an allen Fingern und Zehen. S. Indien und Ceylon. — Mit M.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 261
opisthorodus Gthr., sylvaticus Blgr., fuscusB]gr., saxicola Jerü. \m(l sarasinorum
F. Müll. ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 205.
Eana haleclna aut. = virescens Kalm; Cope, Proc. TJ. S. !Nat. Mus. Bd. 11
pag. 396. — R. himalayana n. sp. zwischen latopalmata Blgr. und formosa Gthr.
Daxjiling. pag. 507. — B. leithi n. sp. verwandt heddomei Gthr. Matheran,
Bombay, pag. 506; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 2. — B. macroscelis n. sp.
verwandt guppyi. Sogere, inneres Neuguinea; Boulenger, 1. c. Bd. 1 pag. 345.
— B. trivittata Hall. = macrodactyla Gthr.; Boettger, 26./28. Ber. Offenbacb.
Ver. Nat. pag. 93.
Bappia sordida n. sp. verwandt marmorata Gthr. und cinctiventris Cope.
Kamerun ; J. G. Fischer, Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 10.
Bhacophwus alhüabris n. sp. 0. Imerina, Madagascar; Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 1 pag. 105, Taf. 6, Fig. 1. — Bh. cruciger Blyth. gute Art neben
maciüatus Gray; H. Nevill, Taprobanian Bd. 3 pag. 6. — Bh. opisthodon n. sp.
Madagascar; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 105.
Tomopterna porosa Cope = Bana esculenta japonica Blgr.; Boettger,
26./28. Ber. Oifenbach. Ver. Nat. pag. 93.
Dendrobatidae. Biologisches. Notizen über die Brutpflege von Dendro-
bates nach Cope & H. S. Smith [vergl. Ber. f. 1887 pag. 246], Wilder und Kappler
[vergl. Ber. f. 1885 pag. 309] bringt G. A. Boulenger. Die Thatsache ist
bereits 1857 von Wyman in Surinam beobachtet und auch publiciert worden.
Das Geschlecht des Thieres, welches die Larven trägt, ist noch unaufgeklärt.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag 454-455 iind Bd. 2 pag. 122-123.
Systematisches. Mantella baroni tu. s]^. verwandt &ei*t7eo. Madagascar;
Boulenger, 1. c. Bd. 1 pag. 106, Taf. 6, Fig. 2.
Engystomatidae. Biologisches. G. B. Howes beschreibt eingehend die
Art und Weise der Befestigung der Bruttasche von Bhinoderma darioini und
der Lage der Embryonen in derselben. Zu diesem Zwecke ist der Kehlsack
des (^ modificiert und nimmt schliesslich den Raum der ganzen Baucbfläche
ein. Verf. bestreitet schliesslich die Ansicht Espada's, dass die Ernährangs-
functionen des Nährvaters während der Entwicklung der Embiyonen in irgend
einer Weise gestört seien. Proc. Zool. Soc. London pag. 231 — 237, 5 Figg.
Systematisches. E. D. Cope gibt einen Schlüssel für die Unterscheidung
der drei ihm bekannten Hypopachus -Formen. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 1]
pag. 395.
Callulops n. gen. zwischen Callula und Xenobatrachus, von ersterer Gattung
abweichend durch das deutliche Trommelfell, durch eine einzige quere Haut-
falte am Gaumen und durch einfache distale Phalangen, von letzterer durch
oblonge, hinten nicht eingeschnittene Zunge und durch das Fehlen besonders
grosser Zähne auf den Gaumenbeinen. — Mit C. doriae n. sp. Milne-Golf, Neu-
guinea; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 345.
Engystoma leucostictum n. &i^. Sta. Catharina, Brasilien; Boulenger, 1. c,
pag. 416.
Hypopachus cuneus n. sp. San Diego, Texas [nach Boulenger = oxyrhynchus
Blgr.]; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 395.
DySGOphidae. Systematisches. Platypelis pollicaris n. sp. Madagascar ;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 106, Taf. 6, Fig. 3.
262 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Cystignathidae. Faunistisches. A. G-ünther nennt Hylodes martini-
censis Tsch. auch von S. Domingo, St. Vincent, Dominica und Barbadoes.
Ebenda Bd. 2 pag. 366.
Systematisches. Nach G.A.Bou lenger existiert wahrscheinlich eine
Gruppe der Cystignathiden , die Cope's Definition von Phyllobates entspricht.
Es sind Hylodes ohne Vomerzähne, die den Namen Syrrhopus Cope führen
müssen und die Cope'schen Gattungen Malachylodes und JSypodictyon einschliessen.
Hierher Syrr. marnocki, le]y>-us, cystignathoides, verrucipes, guttidatus, hyliformis
und ridens Cope und chalceus und verruculatus Pts. Proc. Zool. Soc. London,
pag. 206.
Orinia victoriana n. sp. Warragul, Gippsland (Victoria); Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (6) Bd. 2 pag. 142.
Hylodes guentheri Stdchr. = goUmeri Pts. ; Boulenger, 1. c, Bd. 1 pag. 416.
— H. pUcifera n. sp. und H. ramagei n. sp. Iguarasse, Prov. Pemambuco;
Boulenger, 1. c, Bd. 2 pag. 41.
Leptodactylus glandulosus Cope = diptyx Bttg. pag. 187. — L. prognathus
n. sp. verwandt typhonius Daud. Rio Grande do Sul, Brasilien, pag. 187;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1.
Limnodynastes fletcheri n. sp. verwandt tasmaniensis und platycephalus.
Guntawang bei Mudgee, N.-S.-Wales; Boulenger, 1. c, Bd. 2 pag. 142.
Phyllobates Bibr. s. oben unter Ranidae pag. 260.
Bufonidae. Biologisches. Heron-Royer beschreibt die Stellung des
(J von Bufo viridis bei der Begattung und bespricht eingehend die Lage-
veränderungen, welchen die Eier dieser Art in den Eischnüren im Verlaufe
der Entwicklung der Embryonen unterworfen sind, Thatsachen, welche theil-
weise schon vorher veröffentlicht worden sind. Verf. vergleicht weiter die
Unterschiede der Eischnüre der drei mitteleuropäischen -Bw/b- Arten. Bull. Soc.
Zool. France Bd. 13 pag. 26—31, 4 Figg. und pag. 84.
Die Begattung von Bufo intermedius Gthr. aus Guanajuato, Mexico, ist
nach A. Duges und Heron-Royer analog der unseres B. vulgaris, das Gift
von B. marinus wirkt auch noch nach Jahren, innerlich gegeben, tödlich auf
Reptilien. Ebenda pag. 73 -74.
Heber Schädlichkeit von B. vidgaris in Fischteichen berichtet K. Knauthe.
Jahr.-Ber. 1884/88 Ges. Fr. Naturw. Gera pag. 231-232.
Faunistisches. Nach M. Ramos Medina fand sich auf einer Excursiou
nach Tomares und S. Juan de Aznalfarache in der Umgegend von Sevilla Bufo
calamita Laur. Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. Bd. 17, Actas pag. 122.
R. Blanchard will Bufo viridis Laur. zum ersten Mal für Frankreich
bei Bourget, Dep. Hts. Alpes, an der Gränze Piemonts in 1900 m nachgewiesen
haben. Weiter erwähnt er die Art von Belgrad imd Ravanitza nächst Tschupria
in Serbien. Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 66—67. — Bemerkungen über
Fuude von Bufo viridis in Frankreich macht F. Lataste. Bull. Assoc. Franj.
Adv. Sc. Congres d'Oran d. 30. mars 1888.
Ueber Vorkommen von Bufo calamita in Oheshire und Laucashire macht
L. Greening Mittheiluugen. The Naturalist (Yorkshire) 1888 pag. 357.
Systematisches. Einen Beitrag zur Diagnose von Bufo calamita und
viridis, wesentlich sich stützend auf die relative Länge von Fingern und Zehen,
bringt J. v. Bedriaga. Nur der portugiesische Bufo calamita biete kleinere.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 263
der algerische viridis grössere Abweichungen betreffs der Zehenlänge von der
Regel. Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 220—222.
Ueber transkaspische Exemplare von Bufo viridis Laiir. macht A.AValter
eingebende Mittbeilungen. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. Bd. 3 pag. 983.
A. Duges giebt Beschreibung von Bufo compactilis Wgm. pag. 139 und
Notizen zu Bhinophrynus dorsalis D. B. pag. 156. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1.
Gr. A. Boulenger bringt einen Schlüssel zur Bestimmung der 4 bis jetzt
bekannten Arten der Gattung Eupemphix Stdchr. [Eu. nattereri Stdr., nana Blgr.,
pustulosa Cope und stentor Esp.). Er bemerkt, dass Eupemphix in allen Punkten
mit Ausnahme des Mangels der Zähne mit Paludicola übereinstimme und sich
zu dieser Cystignathidengattung verhalte, wie Pseudophryne zu Crinia. Diese
Thatsache zeige, dass auf die Anwesenheit oder das Fehlen von Vomerzäbnen
basierte Froschfamilien künstliche Gruppierungen seien. Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 1 pag. 188.
Bufo aduncus n. sp. Texas; Cope, Bull. U. S. Nat. Mus. Bd. 11 pag. 317—318.
— B.griseus Ii?i\\. = melanostidus Schnd. ; Boettger, 26./28 Ber. Offenbach. Ver.
Nat. pag. 99. — B. speciosus Gir. gute Art neben compactilis'^ gm. \ Garman,
Bull. Essex Instit. Bd. 19 pag. 136.
Eupemphix nana n. sp. Lages, Prov. Sta. Catharina ; Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 1 pag. 187.
Bhinophrynus dorsalis D. B. abgeb. ; Duges, Naturaleza Mexicana (2)
Bd. 1, Taf. 15.
Hylidae. Biologisches. G. A. Boulenger fand bei Nototrema fissipes
Blgr. $ die Rückentasche gefüllt mit 16 sehr grossen, 10 mm im Durchmesser
zeigenden Eiern; die Jungen vollenden also höchstwahrscheinlich wie bei N.
oviferum die ganze Metamorphose innerhalb der Bruttasche. Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 2 pag. 42, Taf. 3.
Fauuistische s. Ueber die Entdeckung eines Nototrema in Brasilien
östlich und weit entfernt von den Anden vergl. auch denselben in Proc. Zool.
Soc. London pag. 219.
Systematisches. Bemerkungen zw Hyla owatoCope macht J. G. Fischer.
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. Bd. 5 pag. 44.
Hijla bivittata n. sp. Lages, Prov. Sta. Catharina. pag. 188. — H. catharinae
n. sp. Sta. Catharina. pag. 417; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd.l. — H. cJiinensis
Gthr. var. immaculata n. Shanghai [gehört nach neuerer Untersuchung weiterer
Exemplare als gute Var. zu arhorea L. ; Ref.]; Boettger, Ber. Senckenberg.
Nat. Ges. pag. 189. — H. copei Blgr. = arenicolor Cope; Cope, Amer. Naturalist
Bd. 22 pag. 80 = gute Art; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 189.
Nototrema fissipes n. sp. Iguarasse, Prov. Pernambuco; Boulenger, 1. c, Bd. 2
pag. 42, Taf. 3.
Pelobatidae. Skelettsystem. Ueber die osteologischen Merkmale des
Schädels der verschiedenen europäischen Pelobates-YoTm%n vergl. Heron-Royer
in Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 85—91, 10 Figg.
Respirationsorgane. Betr. Fr. E. Schulze's Untersuchungen über das
Epithel der Lippen, der Mund-, Rachen- und Kiemenhöhlen erwachsener Larven
von Pelobates fuscus s. oben pag. 255.
Biologisches. C. W. Hargitt bringt eine Notiz über das plötzliche
Erscheinen von Scaphiopus holbrooki in Anzahl bei heftigem Regen nächst
264 Dr. O.skar Boettger: Bericht über die Leistungen
Marthas Vineyard, Indiana, seinen Kuf, den späten Act seines Laichens in der
ersten Angnsthälfte und seine grabende und nächtliche Lebensweise. Amer.
Naturalist Bd. 22 pag. 95 und 535-537.
Faunistisches. Ueber Knoblauchskröten aus Ungarn vei'gl. A. Nehring.
Corr.-Blatt. Ges. f. Anthrop. 18. Jahrg. (1887) No. 6.
C. Hennig's Bemerkungen zu dem Funde von Pelobates bei Cröbern sind
mir ebenfalls nicht zugänglich gewesen. Ebenda 19. Jahrg. pag. 9—10.
H. G ade au de Kerville hat Pelodytes punctatus Daud. im Dep. Seine-
Inferieure nachgewiesen. Bull. Soc. Amis Sc. Nat. Ronen 1888, 2e. sem.
Systematisches. Betreffs weiterer Gründe für die Trennung der
Pelobatiden von den Discoglossiden vergl. oben G. B. Howes pag. 256.
In einer Berichtigung hebt Heron-Royer hervor, dass der Metatarsal-
tuberkel bei Pelobates fusciis grade so kräftig ist als bei seinem P. latifrons,
und giebt eine tabellarische Zusammenstellung der Hauptunterschiede beider
Formen. Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 108—110. — G. A. Boulenger
weist nach, dass die Form des Pelobates von Turin (latifrons Her.-Roy.) dem
typischen fuscus von Berlin entspricht, und dass, wenn für die französische
Form ein Name nöthig wäre, derselbe minor J. Müll, heissen müsste. Doch
seien alle diese Unterschiede nicht specifischer Natur. Uebrigens sei die Breite
der Frontoparietalen in der That im Verhältniss zur Breite des Schädels bei
den Stücken aus Deutschland und Oberitalien grösser als bei denen aus
Frankreich und aus dem Elsass. Ebenda pag. 115—116. — Darauf entgegnet
Heron-Royer, dass er den Pelobates von Berlin nicht als zu seinem latifrons
gehörig betrachten könne, und dass er den latifrons auch nach gewissen Unter-
schieden in den Weichtheilen und im Bau der Larve aufrecht erhalten müsse.
Ebenda pag. 117 — 121. — G. A. Boulenger macht dagegen geltend, dass auch
die relative Länge von Testikel und Niere bei Pelobates ebenso wechselnd sei,
wie die Entfernung der Nasenöffnungen von einander und wie die Bauchfärbung.
Ebenda pag, 163. — Auch M. G. Peracca verwirft nach eingehendem Vergleich
der äusseren und der Skelettcharaktere den Pelobates latifrons als Species.
Bull. Mus. Zool. Anat. comp. Torino Bd. 3, No. 46. 6 pag. — Dagegen hält
Ch. Mailles den Pelobates von Turin für verschieden von dem fuscus Frankreichs
und Deutschlands. Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 165. — W. Wolterstorff
sucht nachzuweisen, dass in den Charakteren der "Wirbelsäule, in den Maass-
verhältnissen des Vomers, der Frontonasalen und der Frontoparietalen allerdings
Unterschiede zwischen dem Turiner und dem nordfranzösisch -norddeutschen
Pelobates bestehen, die zur Abtrennung der norditalischen Form als Varietät
berechtigten. P. fuscus typ. besitze durchschnittlich schmäleres Schädeldach,
breitere Wirbelsäule, var. insubrica Corn. umgekehrt. Zool. Anzeiger 11. Jahrg.
pag. 672-679.
Pelobates latifrons n. sp. verwandt fuscus. Turin; Heron-Royer, Bull. Soc.
Zool. France Bd. 13 pag. 85, Fig. und pag. 108—110 := fuscus var. insubrica
Corn.; Boulenger bei Wolterstorff, Zool. Anzeiger 11. Jahrg. pag. 678.
DiSCOglOSSidae. Respirationsorgane. J. W. Spengel bemerkt, dass
zuerst Goette 1885 di6 mediane Lage des Spiraculuras bei der Larve von
Bombinatw entdeckt habe, und dass dem medianen Spiraculnm ein medianer
After, dem linksgerichteten Spiraculum aber ein rechtsgelegener After ent-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. '265
spreche. Ebenda pag. 338—339. — Kritik dieser Notiz von F. Lataste vergl.
ebenda pag. 427 — 428, der die Richtigkeit der von Goette aufgestellten
Correlation zwischen der Lage des unpaaren Kiemenlochs und der Stellung des
Hautafters mit Boulenger bestreitet.
Biologisches. Heron-Royer hat Versuche über die Uebertragung von
Färbung und Zeichnung bei Biscoglossus und Alytes angestellt und gefunden,
dass die grössere Zahl der Jungen die Tracht der Mutter annahm, dass die
weiblichen Charactere sich also leichter vererben als die männlichen. Bull. Soc.
Zool. France Bd. 13 pag. 205—206.
Faunistische s. In einer Notiz über Synonymie und geographische
Verbreitung der beiden europäischen J5o»i&t«rtfo/-- Arten führt G. A. Boulenger
den Nachweis, dass Bana homhina L. nicht die Art mit pomeranzgelbem Bauch
ist, welche in Schweden fehlt, sondern dass die Linne'sche Art mit B. igneus
Laixr. zusammenfällt. Die Art mit pomeranzgelbem Bauch muss daher B.
pachyptis Bonap. heissen. B. igyieus Laur. mit orangerothem Bauch ist eine
östliche Species und geht von Schweden und Dänemark bis Ungarn, Moskau
und Charkow. Verf. gibt eingehende Synonymie beider Arten. Ebenda,
pag. 173—176.
Nach J. V. Bedriaga kommt die algerische Form von Biscoglossus (auritus
Her.-Roy.) auch in ganz Südspanien vor, während in Galicia, Nordwest-Spanien,
nur die typische Form anzutreffen sei. Auch habe er dieselben Färbungs-
unterschiede bei den Larven beider Formen beobachtet wie Heron-Royer.
Ebenda pag. 220.
Systematisches. Betr. weiterer Gründe für die Trennung der Disco-
glossiden von den Pelobatiden vergl. oben G. B. Howes jiag. 256.
Biscoglossus auritus n. sp. verwandt inctus [= pictus Otth var. Ref.] für
die algerische Form; Heron-Royer, Bull. Soc. Zool. France Bd. 13 pag. 205
und 220.
Caudata.
Sinnesorgane. Ueber die Organe eines sechsten Sinnes [vergl. auch
Ber. f 1887 pag. 250] bei den Caudaten macht P. Mitrophanow eingehende
Mittheilungen. Es sind die Fr. E. Schulze'schen Nervenhügel. Die erste sich
deutlicher manifestierende einheitliche Angabe für diese „Sinnesorgane" fand
Verf. zu beiden Seiten des Kopfes dorsahvärts von der Anlage der Kiemen-
bogen in Form länglicher, in spitze Ausläufer sich fortsetzender Entoderm-
verdickungen. Bis in diese Verdickung reicht eine Fortsetzung des embryonalen
Nervenrohrs als Anlage des Nervus lateralis. Durch Aussendung von Fort-
sätzen aus dieser primären Anlage, sowie durch Theilung und Sonderung dieser
Fortsätze in kleinere Gruppen entstehen allmählich die Reihen der gesonderten
Nervenhügel am Kopf und in der Seitenlinie. Ueber die Organe einer sechsten
Sinnesthätigkeit bei Amphibien. Eine histogenetische Studie. Warschauer
Univ.-Nachr. Warschau 1888, 8«. 80 pag., 3 Taf. (russ.).
Salamandridae. a. Salamandrinae. Integumentalgebilde. In seiner
Arbeit über den Schichtenbau von Ämphioxus bemerkt B. Hatschek, dass
2 66 -Dr- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
die Cutis der Salamanderlarven ebenfalls mit einem G-ränzepitbel versehen sei.
Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 662—667, 4 Figg.
0. Schnitze beobachtete an Molge-IjaiYen, dass unter dem Einfluss des
Hungers die Kerne der Epithelien des Schwanzflossensaums eingeschnürt und
gelappt vi'erden, und dass die färbbare Substanz der Kerne stark an Masse
abnimmt. Sitz.-Ber. Phys.-med. Ges. Würzburg v. 17. Nov. 1888. .7 pag.
Verdauungsorgane. Ueber regressive Metamorphosen des Zellkerns
in den einzelligen Drüsen des Mundepithels von Salamanderlarven macht
F. Hermann MittheiJungen. Anat. Anzeiger 3. Jahrg. pag. 59-61.
S. M. Lukjauow fand in der Magenschleimhaut von Salamandra maculosa
Kernkörpercheu von eigenthümlicher Kolbenform, nennt sie Nucleoli claviformes
und betrachtet sie als Elemente sui generis. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 32
pag. 474 — 478, Taf. 19. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London, 1889,
pag. 36.
Mittheilungen über die Becherzellen im Dünndarmepithel von Salamandra
maculosa macht J. Steinhaus. Dieselben sind w^eder ausschliesslich schleimig
degenerierte Epithelzellen, noch ausschliesslich in einzellige Schleimdrüsen
verwandelte Zellen. Sie sind z. Th. das eine, z. Th. das andere , denn, ist kein
zweiter Kern in der Zelle vorhanden, so degeneriert die Zelle vollständig, ist
ein solcher vorhanden, so fungiert die Zelle wie eine Drüse ; nach der Secretion
kann sie dank der Anwesenheit eines zweiten Kernes sich regenerieren und
wieder zum secernierenden Becher werden. Jede Cylinderzelle des Darmes kann
sich in eine Becherzelle umwandeln, doch sind Ursachen und Bedingungen
dieser Becherbildung noch nicht genügend klargestellt. Nur so viel lässt sich
sagen, dass je energischer die physiologischen Processe im Darm vor sich gehen,
desto grösser die Anzahl der Becher ist. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth.
1888 pag. 311—322, Taf. 6—8. - Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London,
pag. 712.
Derselbe macht weitere Mittheilungen über die Metamorphosen und über
die „indirecte Knospuug" der Kerne im Darmepithel von Salamandra maculosa.
Die durch die indirecte Knospuug entstehenden Kerne ersetzen die alten Zell-
kerne, welche während ihrer Entwicklung zu Grrunde gehen. Arch. de Physiol.
(4) Bd. 2 pag. 60-78, 2 Taf.
Eine eingehende histiologische Untersuchung der secernierenden Zellen
der Dünndarmschleimhaut hei Molge hat auch J. Paneth angestellt. Nach ihm
gehen die Becherzellen im Dünndarm aus gewöhnlichen Epithelzellen hervor,
und nach Entleerung ihres Secrets wird aus der Becherzelle wieder eine
Epithelzelle. Weitere Beobachtungen des Verf.'s beziehen sich auf die sogen.
Bourrelets bei Molge im Hunger Stadium. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 31 pag. 113
bis 191, 3 Taf. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 556.
Respirationsorgane. Fr. Legge fand in der Lunge von Molge
cristata, dass die Epithelzellen im August einen Vermehrungsprozess erleiden.
Diese Vermehrung geschieht manchmal durch directe Theilung, noch öfter aber
erleidet das Kernnetz vor der Segmentierung eine Ausziehung, oder wird auch
durch das Erscheinen einer Art von rudimentärer achromatischer Spindel
ersetzt. Verf. glaubt daraus schliessen zu dürfen, dass zwischen der directen
und der indirecten Theilung Uebergangsformen bestehen. Est. Bull. R. Accad.
Med. Roma Jahrg. 13 (1886/87) Heft 4.
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 267
Circulationsorgane. L. Török hat an Blut und Milz \on Salamandra
und ihrer Larve Untersuchungen über die Theilung der rothen Blutzellen an-
gestellt. Die rothe Blutzelle nimmt während der Kerntheilung eine mehr
rundliche Fonn an, welche im Laufe des Diasterstadiums einer mehr oblongen
weicht. In der letzteren Phase beginnt auch die Theilung der Zellsubstanz
und kommt auch gewöhnlich noch während derselben zu Ende. Der Theilungs-
process der Zellsubstanz geht also ziemlich rasch, rascher als bei sonstigen
Zellen, von statten. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 32 pag. 603—612, Tat'. 23. —
Kef. in Journ. Roy. Micr. See. London 1889 pag. 191—192.
Mittheih;ngen über pathologischen Bau des Kerns der Blutzellen von
Salamandra und ihrer Larve hat auch W. Pfitzner gemacht. Virchow's
Arch. f. Path. u. Hist. Anat. Bd. 103 (1886) pag. 275—300, 1 Taf. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 391—392.
Urogenitalsystem. Eine weitere Notiz über ein feines Häkchen am
Kopfe des Spermatozoon von Molge bringt Dowdeswell. Journ. Roy. Micr.
Soc. London 1888 pag. 1065-1066.
Ontogenie. Kurze vorläufige Mittheilungen über Vorgänge bei der
Spermatogenese des Salamanders macht F. Hermann. Sitz.-Ber. Phys.-nied.
Ges. Erlangen 1888 pag. 47—48.
Biologisches. In einer Notitz über die Befruchtumg bei den Tritonen
theilt J. Chalande seine Beobachtungen an Molge palmata mit. Bull. Soc.
Hist. Nat. Toulouse Bd. 21 pag. 12—14.
Kirchhoff berichtet über eine Larve von Salamandra maculosa, welche er
seit einem Jahre künstlich verhindert hatte, aus Land zu gehen. Kiemen,
Larvenform und Larvenfärbung waren noch erhalten. Zeitschr. f. Naturw. (Halle)
Bd. 61 pag. 645.
Nach G. Riehm waren in Gefangenschaft geborene Larven von Salamandra
dreimal grösser (32—35 mm) als in der Freiheit geborene. Ebenda pag. 641.
Joh. V. Fischer beobachtete, dass im September alle seine Pleurodeles
waltli das "Wasser fi'eiwillig verliessen und aufs Land gingen. 5 Rippenmolche,
die das Wasser nicht verlassen konnten, froren ein, wurden aber sämmtlich
durch vorsichtiges Aufthauen vom Tode gerettet. Humboldt 7. Jahrg. pag. 138
bis 139.
Palaeontologisches. K. Zittel beschreibt eine neue Gattxmg Megalo-
triton {filholi n.) aus dem Oligocaen von Quercy, Frankreich, nach Wirbeln,
Oberarm und Oberschenkel. Haudb. d. Palaeont. L Abth. Bd. 3 pag. 420, Fig. 410.
Faunistisches. Eine Notiz über die Molche der Umgebung von Warrington,
England bringt L. Greening. The Naturalist (Yorkshire) 1888 pag. 243.
Notizen über locale Abweichungen in Grösse, Färbung und Kammform bei
Süd- und norddeutschen Molge palmata bringt Fr. Leydig. Verb. Phys.-med.
Ges. Würzburg N. F. Bd. 22 pag. 200-201.
Bemerkungen über 3Iolge sinensis Gray macht 0. Boettger. 26.;28. Ber.
Offenbach. Ver. Nat. 1888 pag. 100.
Systematisches. G. A. Boulenger hält Diemxjctylus miniatus Raf.
subsp. meridionalis Cope von San Diego, Texas, für gute Art und vergleicht sie
unter dem Namen Molge meridionalis Cope eingehend mit 31. viridescens. Die
drei Temporalgruben der amerikanischen Molge -A.\i&a. kommen allein dem ^ zu;
268 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
es sind Oeffnungen secretabscheidender Driisen von unbekannter Bedeutung.
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 24.
Molge 1820 und Triton 1768, non L. 1748 = Triturus Eaf. 1819; Baur,
Beitr. z. Morphogenie d. Carpus u. Tarsus 1. Jena, G. Fischer, pag. 49.
b. Amblystomatinae. Skelettsystem. H. Orr beschreibt das Knorpel-
skelett des Kopfes von jungen Larven von Ambhjstoma. Qu. Journ. Micr. Sc. (2)
Bd. 29 pag. 295 i¥.
Respirationsorgane. F. R. M. Hitchcock macht eine Mittheilung über
die sogen. Balancierorgane junger Larven von Amblystoma punctatum. Sie sind,
wie die Saugfortsätze anderer Caudaten und die Saugscheiben der Anurenlarven,
als modificierte Kiemenreste aufzufassen, die ihre frühere Thätigkeit eingestellt
haben. Auch die Reihenfolge des Auftretens anderer äusserer Organe an den
ersten Tagen nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei wird beschrieben. Trans.
New York Acad. Sc. Bd. 7 pag. 255 — 258. — lieber den Bau derselben macht
auch H. Orr Mittheilungeu. Sie sind Aequivaleute einer äusseren Kieme und
werden von einem Zweige des Unterkiefer -Arterienbogens ernährt. Auch er hält
die Saugorgane der Anuren für homologe Bildungen. Qu. Journ. Micr. Sc. (2)
Bd. 29 pag. 295 ff.
Ontogenie. In einer Notiz über Segmentierung des Eies und Schicksal
des Blastoporus beim Axolotl stellen F. Houssay u. Bataillon fest, dass die
Segmentierung des Eies in 2, 4, 8, 24 und 32 Zellen beobachtet werden konnte;
weitere Zählung war unmöglich. Der Blastoporus bleibt beim Axolotl immer
offen und wird zum definitiven After; ein Canalis neurentericus fehlt. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 107 pag. 282-284. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
London pag. 708.
Weitere Mittheilungen derselben beziehen sich auf die Bildung der
Gastnala, des Mesoblasts und der Chorda dorsalis beim Axolotl. Der Urdarm
entsteht nicht durch Invagination, sondern durch ein Auseinanderweichen der
vegetativen Zellen. Die Verf. stimmen mit Goette darin überein, dass die Noto-
chorda mesoblastischen Ursprungs ist. Ebenda pag. 134—136. — Ref. in Journ.
Roy. Micr. Soc. London pag. 707—708.
Faunis tisch es. E. D. Cope nennt als einzigen Molch der Cascade Mts.
von Oregon Amblystoma macrodactylum. Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1000.
Systematisches. Ueber Amblystoma carolinae (= tigrinum Green) und
seine Kiemenform Siredon edulis Hern, macht A. Duges Mittheilungen.
Naturaleza Mexicana (2) Bd. 1 pag. 140—143.
AmphiUinidae. Allgemeines. Mittheilungen über den japanischen Riesen-
salamander bringen K. W. Struve und Geerts. Nachr. Ksl. Ges. Fr. Naturw.
Moskau Bd. 50, Prot. Zool. Abth. pag 32-33 und 33—37.
Physiologische Bemerkungen über Megalohatruchus maximus Schlg. macht
N. F. Bjeletzkij. Arbeit. Naturf.-Ges. Univ. Charkow Bd. 15 pag. 173—206,
1 Taf. (russ.).
Biologisches. O. P. Hay beobachtete Amphiuma means L. im Brut-
geschäft. Das $ lag spiralförmig um die Eier geringelt, welche in zwei
rosenkranzähnlichen Strängen angeordnet sind. Während das Ei 9 mm Durch-
messer zeigt, hat der noch nicht ausgeschlüpfte Embryo eine Länge von 45 mm.
Der Embryo wird eingehend makroskopisch geschildert, und sodann die Ver-
in der Herpetologie während des Jahres 1888. 269
hältnisse von Schädel, Schultergürtel, vorderen Wirbeln und Gehirn der Larve
mit denen des jungen Axolotl verglichen. Verf. konnte bei Amphiuma eine
Stimme beobachten. Die Möglichkeit des Grabens im Schlamme wird durch
Einrichtungen an den Kiemen und durch die Form der Schnauze und der
Lippen ermöglicht. Ämer. Naturalist Bd. 22 pag. 95 und 315—321, Fig. —
Ryder betont die Aehnlichkeit dieser Brntpflege mit der von Ichthyophis.
Ebenda pag. 182.
Proteidae. Biologisches. Mittheilungen über die Larve von Proteus
anguineus macht E. Zell er. Die Olme hatten vom 14. bis 16. April 76 Eier
gelegt ; nach 90 Tagen schlüpften 2 Larven aus, die, in der Entwicklung weiter
als andere Caudatenlarven vorgeschritten, anfangs 22 mm in der Länge maassen,
wovon nur 5 mm auf den Schwanz kommen. Ihre Gestalt ist der des er-
wachsenen Thieres schon sehr ähnlich, doch erstreckt sich der Flossensaum über
% der Rückenlänge nach vorn. Die Kiemenbüschel sind nicht mehr entwickelt
als beim erwachsenen 01m. Die Vordergliedmaassen haben schon 3 Zehen, die
hinteren sind noch stummeiförmig. Angefügt werden Beobachtungen über die
späteren Stadien der Entwicklung im Ei von der neunten Woche an. Zool.
Anzeiger 11. Jahrg. pag. 570—572. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1031
bis 1032.
Faunistisches. J. H. G-arnier nennt Necturus maculatus Raf. vom
Don und St. Clair-See, Canada, und beschreibt eine neue Varietät desselben. Proc.
Canad. Inst. Toronto (3) Bd. 5 pag. 218-219.
Systematisches. Necturus maculatus Raf. 1819 = maculosus Raf. 1818,
1820; Baur, Beiträge z. Morphogenie d. Carpus u. Tarsus I. Jena, G.Fischer,
pag. 16, 17 Anm. — N. maculatus var. latastei n. Maitland River, Canada;
Garnier, Proc. Canad. Inst. Toronto (3) Bd. 5 pag. 218-219.
Apoda.
Sinnesorgane. C. R. Greeff. lieber das Auge von Siphonops thomemis.
Ein Beitrag zur Kenntniss der Gymnophiouen. Inaug.-Diss. Freiburg i. Br. 1888,
8». 22 pag.
Systematisches. Siphonops hardyi n. sp. Porto Real, Prov. Rio Janeiro;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 1 pag. 189.
Stegocephala
(mu' fossil).
Skelettsystem. Wegen des Auftretens von Parietallöchern und des
Pinealauges bei den alten amerikanischen Batrachiern vergl. oben E. D. Cope,
pag. 177.
H. Credner weist pag. 520 nach, dass die mittlere Thoracalplatte ge-
wisser ächter Stegocephalen, z. B. von Melanerpeton ^ ein ähnliches Episternum
ist, wie es den palaeozoischen Reptilien Palaeohatteria und Proterosaurus zu-
270 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
kommt, ein Character, der den Urodeien gänzlich fehlt, für die Stegocephalen
aber sehr bezeichnend ist. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40.
Systematisches. K. Zittel theilt im Handbuch d. Palaeontologie I.
Abth., Bd. 3 pag. 370 ff. die Ordn. Stegocephala ein in:
I. Unterordn. Lepospondyli. Wirbelkörper aus einheitlichen Knochen-
hülsen bestehend, welche Reste der Chorda umschliessen. Hinterhaupt knorpelig
oder verknöchert. Zähne einfach, mit grosser Pulpa.
Fam. 1. Branchiosauridae.
Farn. 2. Microsauria (mit Hylonomidae, Microbrachidae , Limnerpetidae,
Nectridea und Heleothrepta).
Fam. 3. Aistopoda.
n. Unterordn. Temnospondyli (= Ganocephala Ow. pp., Rhachitomi
und Embolomeri Cope). Wirbelkörper aus mehreren getrennten Knochenstücken
bestehend, meist rhachitom, selten embolomer. Hinterhaupt knorpelig oder ver-
knöchert. Zahnsubstanz im Innern meist radial gefaltet.
a) Gattungen mit rhachitomen Wirbeln.
b) Gattungen mit embolomeren Wirbeln.
ni. Unterordn. Stereospondyli. Wirbelkörper aus einer vorn und
hinten etwas ausgehöhlten, im Centrum zuweilen durchbohrten Knochenscheibe
bestehend. Hinterhaupt verknöchert. Dentinsubstanz der Zähne labyriuthisch
gefaltet. Schleimcanäle zwischen den Augenhöhlen und den Nasenlöchern eine
Lyra bildend.
Fam. 1. Gastrolepidoti. Bauch bedeckt mit knöchernen Schuppen von
länglicher Form; radiale Ausbuchtungen der Zahnpulpa nur
massig verzweigt. — Mit den Gattungen Baphetes Ow., Stereo-
rhachis Gaudry,? PhoUderpeton Huxl., Platyops Twelv., Macro-
merion Fritsch, Anthracosaurus Huxl., Eosaurus Msh.,? Megaler-
peton Young und Loxomma Huxl.
Fam. 2. Labyrinthodonta (= Euglypta Miall). Bauchschuppen und Sclero-
tica-Ring fehlen. Kehlbrustplatten gross, rauh sculptiert.
Labyrinthstructur der Zähne stark entwickelt. Auf dem
Gaumen, Vomer und in der Symphyse des Unterkiefers ver-
einzelte gewaltige Fangzähne. — Mit den Gattungen Tremato-
saurus Braun, Metopias v. Mey. , Capitosaurus Mstr. , Mastodon-
saurus Jaeg., Labyrinthodon Ow.,? Diadethognathus Miall, Bhyti-
dosteus Ow., Xestorrhytias v. Mey. u. a.
E. D. Cope wendet gegen die primäre Eintheiluug in drei Gruppen ein,
dass sich zwischen Zittel's Lepospondyli und Temnospondyli keine scharfe
Gränze ziehen lasse, da die Form eines röhreuartigen Wirbelcentrums durch
alle Uebergänge mit dem eines amphicoelen Wirbelcentrums verknüpft sei. Die
Temnospondyli seien deshalb keine natürliche, scharfabgegränzte Gruppe. Auch
das Auftreten oder Fehlen von zwei Occipitalcondylen sei bei einer primären
Eintheilung nicht zu vernachlässigen. Amer. Naturalist Bd. 22 pag. 1019.
in der Herpetologie wäbrend des Jahres 1888. 271
H. Credner gibt eine Uebersicht der bis jetzt beschriebenen Stegocephalen
aus dem Mittel-Rothliegenden von I^ieder-Hässlich. Er theilt sie ein in:
I. Kranzwirbier (Ehachitomi). Der Wirbelkörper besteht aus einem
Kranze von getrennten Knochenstücken. — Hierher 1. Archegosaurus, 2. Bisco-
saurus und 3. Sparagmites.
IL Hülsen wir hier. Der Wirbelkörper besteht aus einer einheitlichen
Knochenhülse.
a. Tonnenwirbler. Die Wirbelhülsen tonnenförmig, also inter-
vertebral erweitert; Rippen kurz und gerade; Schädel stumpf;
Carpus und Tarsus nicht verknöchert; keine Ossa pubica; Schwanz
kurz, stummeiförmig. — Hierher 4. Branchiosaurus, 5. Pelosaurus,
6. Melanerpeton und 7. Äcanthostoma.
b. Sanduhrwirbier. Die Wirbelhülsen sanduhrförmig, also beiderseits
erweitert; Rippen lang und gebogen, mit Capitulum und Tuberculum;
Schädel zugespitzt; Carpus und Tarsus theilweise schwach ver-
knöchert; secrete Ossa pubica; Schwanz lang. — Hierher 8. Hy-
lonomus.
Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 40 pag. 555—556.
A. Fritsch's Palaeontological Researches in Nature Bd. 37 pag. 244— 245
sind ein Referat über Fritsch's Fauna der Gaskohle Bd. 2, Heft 1, 1885 [vergl.
Ber. f. 1885 pag. 325]. — Dazu bemerkt J. W. Dawson, dass er Dendrerpetum
zu den Labyrinthodonten und nicht zu den Microsaurieru gestellt habe, welch'
letztere einfache und nicht gefaltete Zähne besitzen. Die Microsauria, obgleich
in gewisser Hinsicht niedriger stehend als die Labyrinthodonten, zeigten in
ihrer Organisation doch bereits Anklänge an die Reptilien. Ebenda pag. 393.
Branchiosauridae. M. Lohest kündigt aus dem Ober-Fammenien des
belgischen Devons Reste eines Stegocephalen an, der, dem Branchiosaurus ver-
wandt, der älteste bis jetzt bekannte Rest eines Batrachiers sei. Ann. Soc. Geol.
Belg. Bd. 15, Proc. verb. pag. 120—127, 2 Figg.
ArchegOSauridae. M. Boule gibt im Wesentlichen nach A. Gaudry [vergl.
Ber. f. 1887 pag. 256] in Holzschnitt das vollständige Skelett und die Restauration
von Actinodon frossardi Gaud. aus -dem Unt. Perm von Muse bei Autun. Die
Supratemporalia und die Postorbitalia sind auffallend stark entwickelt. Jeder
Wirbelkörper besteht aus drei isoliert bleibenden Theilen. Der Bauch zeigt
eine Bedeckung mit Ganoidschuppen Le Naturaliste 10. Jahrg. pag. 41—42,
2 Figg.
A. Gaudry hält Actinodon für identisch mit Sclerocephalus Goldf. [was
aber R. Lydekker, Cat. Foss. Rept. Br. Mus. Bd. 4 pag. 184 bestreitet,
der mit Zittel Weissia Branco mit Sclerocephalus identificiert]. Mem. Soc. Hist.
Nat. Autun Bd. 1 pag. 29.
Eingehende Mittheilungen über den Schultergürtel und den Bau der
Extremitäten von Eryops macht E. D. Cope. Trans. Amer. Phil. Soc. (2) Bd. 16
pag. 362—367, 1 Taf.
Labyrinthodontidae. K. v. Zittel bezweifelt die Batrachiernatur des
Lahyrinthodon ruetimeyeri Wiedersh. und hält diesen Rest für ein Reptil.
R. Wiedersheim schliesst sich jetzt dieser Ansicht an und erinnert an
272 1^1'- Oskar Boettger: Bericht üb. d. Leistungen etc.
Aehnlichkeiten mit Phrynosoma und mit Geckouen. N. Jahrb. f. Min. 1888 II
pag. 257—258.
In einer Notiz über Wirbelthierreste in den Triasschichten der Südküste
von Devonshire zwischen Budleigh Salterton und Sidmouth bemerkt H. J. Carter
bei Besprechung von Coprolithen, dass die Nahrung der triassischen Labyrintho-
donten wie die der liassischen Ichthyosauren aus Ganoidfischen bestand. Qu.
Journ. Geol. See. London Bd. 44 pag. 318-319. - Ref. in Geol. Magaz. (3) Bd. 5
pag. 182.
H. Kunisch beschreibt ein Kieferfragment \on 3Iastodonsaurus silesiaciis
Kun. [vergl. Ber. f. 1885 pag. 330] aus dem Muschelkalk von Sacrau bei Gogoliu,
Oberschlesien, das die Kenntniss dieses Thieres nicht unwesentlich vervollständigt.
66. Jahr. Ber. Schles. Ges. Vat. Cult. Breslau 1888 pag. 90-91.
Bericht
über
die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1887.
Von
Dr. F. Hilgendorf.
Allgemeines.
A. Günther [u. Boulenger], Guide to the galleries of Reptiles
and Fishes in the dep. of zool. of the British Museum (Nat. History),
101 Xyl. London S». Pisces S. 47— 113.
B. G, Wilder , „Classification of Vertebrata". Die Fische kommen
nach dem Vf. in die Abth. der „Megaulica", nur die Dipnoi zu den
„Micraiüica" (d. h. den Amphib.-j- Amniota) u. Branchiostoma bildet
die „Monocoelia"; Megaul. u. Micraul. zusammen bilden die Abth.
„Polycoelia" , Polyc. und Monoc. zus. die „Phenocoelia" (= Verte-
brata), Phenoc. u. „CryptocoeHa" (= Tunicata) zus. die „CoelonemV,
die Coelon. u. „Stereoneura" zus. die Metazoa. Innerhalb der Megaul.
bilden Ganoiden u. Teleostier zus. die „Pisces". Die Höhlungen
des Centralnervensystems sind von hervorragendstem taxon. Werthe.
— Amer. Natur. XXI 913—7, 1033.
D. S. Jordan, Science sketches. Chicago 1887. 8". 276 S.
Darin ein Kapitel über Ausbreitung der Süsswasserfische, eine vollst.
Liste der Werke des Vf.
Vergleiche ferner: Günther, über Präparation von Regalecus
unter Systematik; Jordan, Nomenclaturprincipien unter geogr.
Verbreit. (Westindien); Hub recht, Abstamm. der Chordaten bei
Entwickl. (Phylog.); Schneider, Ausscheidung der Dipnoi u. Myxin.
von den Fischen bei Syst.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. L. Brieger, Unters, üb. Ptomaine, stellte aus
faulendem Dorschfleisch dar: 1. Neuridin, 2. ein Aethylidendiamin?,
3. Muscarin, 4. Gadinin, 5. ein unerforschtes Pt. u. Triäthylamin.
Biol. Centralbl. VI 690, 742.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 1. 18
274 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Haut (Seitenorgane, Leuchtorgane). Günther erwähnt von
Lycodes reticulatus ein dickes Stratum von „coagulated mucus", das
sich in grossen Fetzen ablöst. Die ist wohl nur die ältere Be-
zeichnung für das Epithel selbst. Ghali. XXII 78.
J. Brock, „üb. Terminalkörperchen-ähnliche Organe in der
Haut von Knochenf." Bei e. Lophobranchier, Gastrotokeus biacul.,
beschreibt Vf. ein schon von Kaup [und Day] erwähntes Tastkissen
vor dem Anus. Dessen Papillen enthalten beim Weibchen häufig
entweder ein Tastkörperchen, d. h. eine aus platten, sternf. Zellen
mit homogen. Zwsubst. aufgeschichtete Säule, oder einen Endkolben,
d. h. e. homogenen ovalen Körper, zu dem V£ e. Nerv gehen sah;
da aber e. wirkl. Eintreten von N. weder in die Endk. noch Tastk.
beobachtet wurde, bleibt die Natur der Termkp. unsicher. Eine
Kapsel von Pigmentz. umgiebt diese Körper. Beim Männchen sehr
selten Endk. aber die Tastk. sehr lang (bis 400 ^u). Bisher ähnliche
Gebilde bei Fischen kaum bekannt. Intern. Monschr. Anat. PhysioL,
IV 301—311, Taf. 12.
M. Sacchi, sulla struttura del tegumento negli embrioni e
avannotti del Salmo lacustris; Rendic. Istit. Lombardo (2) XX
642—9, Taf.
Solger, „üb. d. Cupula terminalis der Seitenorg. der Fische,
(Demonstration an Chimaera u. Notopterus). Die C. t. ist ein Schutz-
apparat epithelialer Herkunft, nicht etwa das Kunstproduct einer
Quellung od. sonstigen Veränd. der Sinneshaare. Die C., im frischen
Zust. gallertartig u. glashell, besteht aus langgestreckten cylindr. Seg-
menten, die ausserhalb des Gebietes der haartragenden Sinnesz.
deutlicher erkennbar sind. Bei Chim. findet sich Cupulasubstanz
auch entfernter vom Sinneshügel, indem sie als dünne Cuticula auch
die freie Fläche des die Seitenwandungen der Rinne auskleidenden
Epithels deckt. Schleimzellen kommen nicht in Frage. . . F. Eilh.
Schulze bemerkt dazu, dass die Gallertcylinder der Knochenf, aus
einer festeren Rinden- und einer weichen Innen schiebt bestehen.
Tagebl. 60. Vers. D. Natf. u. Ae. Wiesbaden, S. 93 u. 111.
R. V. Lendenfeld, Rep. on the structure of the phosphorescent
Organs of fishes. = Appendix B zu Günther's Tiefseef. im Ghali.
Rep., Zool. XXII, S. 277— 329, Tf. 69— 73. Vf. untersuchte 5 Farn.:
Stomiatidae, (Opostomias, Echiostoma, Pachystomias Malacosteus,
Astronesthes), Sternoptychidae (Argyrop. u. Sternoptyx), Scopelidae
(Scopelus benoiti), Alepoceph. (Xenodermichthys) u. Halosaur.
(Halosaurus) , in welchem Material alle bisher beschriebenen Typen
von Leuchtorg. der F. vertreten sind [excl. Ipnops]. Er unter-
scheidet unter seinen 12 Formen 2 Hptgruppen : I. „regelmässige ocellare
phosphorescirende Org.", weil Gestalt u. Vertheilung üb. d. Körper
regelm., meist segmental, erscheint; sie sind entw. A, „einfach", von
Sack- oder Kugelform (= drüsenartige Org. Ussow's u. augenähnl. Org.
Leydig's z. Th.), sie kommen mit (No. 3) u. ohne (No. 2) Pigment-
mantel vor u. haben nie einen Reflektor, oder B. ,, zusammengesetzt",
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 275
d.h. mit abgeschnürtem becherförm. distalem Theile (= äugen- u. glas-
perlenähnl. 0. früherer Autt.), Pigmentmantel stets vorhanden, ein
aus nadelf. Elementen gebildeter silberglänz. Reflektor (modific.
Schuppe) fehlt der einen Abth. (Nr. 4), die Org. bleiben hier immer
isolirt u. stehen senkrecht zur Haut, die Org. der Abth, mit Refl.
(Nr. 5) stehen schief und können in ihren proxim. Theilen ver-
schmelzen sie sind die auffallendsten (glasp. Org. Lejdigs). IL „Un-
regelm. drüsenf. Org." (Leuchtorg. Leydig), sie kommen vor zer-
streut (Nr. 7), auf dem Untkfr. (Nr. 8), an Barteln u. Flossenstr.
(Nr. 9), unter dem Kiemendeckel (Nr. 10), und in hoher Ausbildung
als „Suborbitalorgane" entw. ohne (Nr. 11) od. mit Reflektor (Nr. 12).
Zu den regelm. oc. Org., einf. ohne Pigmentm. , gehören noch die
Leuchtorg. von Kalos., die (1 mm br., 3 mm hoch) auf den Schuppen
der Seitenlinie, am Schuppenloch gelegen sind (Nr. 1); auf einer
basalen Schicht von Kapillaren, Nerven u. multipol. Ganglienz.
(Leuchtzellen ?) stehen spindelf. Z. mit hyal. Zwischensubstanz, darüber
eine Membran, daher „regelm. oc. bedeckte Org."^ genannt; die
Schuppen besitzen eine reflektirende Membran. Zwischen Schuppen
u. Schleimkanal liegen in einem Fasergewebe gelbe, feste, linsenf.
Körperchen (Sekretion?). Gestielte, an der Körperfläche herab-
hängende Leuchtorg. besitzt Xenoderm. , sie sind reg. oc. Org. mit
Pigment, u. mit einer einseitigen Einschnürung (also unvollkommen
zusammengesetzt) (Nr. 6). — Vf. betrachtet alle Abth. als Leucht-
org., weil einige direkt als solche beobachtet wurden (auch von
Willemoes-Suhm) u. die übrigen in ihrer Structur ähnl. sind. Der
Zweck des Leuchtens ist für die der Sehrichtung parallel leuchtenden
Org. (vorn am Kopfe) Beleuchtung des Jagdfeldes, also ein agressiver,
für die nach hinten blitzenden Abschreckung der Feinde, ein defen-
siver. [Sollte nicht vielleicht eine Anlockung der beiden Geschlechter
in Frage kommen? Ref.] Die Org. an Barteln u. Flossen sollen die
Beute anlocken. — Ihren morphol. Ausgang haben sie von den ge-
wöhnlichen Schleimdrüsen des Schleimkanalsystems, die zunächst
leuchtenden Schleim producirten; dann bildeten sich in der Ober-
flächl. Schicht einige Zellen zu Leuchtzellen aus, die bei starker
Innervation unter den Einfluss des Willens traten, zunächst Spindel-
zellen, dann die vom Vf. entdeckten kolbenf. Leuchtz., deren an-
geschwollener Aussentheil einen secernirten Leuchttropfen enthält.
Die tubulösen Drüsen in der distalen Hälfte liefern in ihrem Sekret
dann nur das Feuerungsmaterial für die Leuchtschicht. Leydig's u.
Emery's Angaben werden bestätigt; das Material des Vf. war oft
ungenügend conservirt. — Die stets ergiebige Nervenversorgung liegt
für die grossen Suborbitalorg. einem modific. Trigeminus-Ast, für
die übr. Org. den gewöhnl. oberflächlichen Nerven ob. Ein eigner
Lobus phosphorius am Trig. bei Echiostoma (Abb.). Einen eingehenden
Ausz. liefert Vf. im Biol. Centralbl. VII G09 — 21, woraus die obige An-
ordnung der Abth. der Leuchtorg. entnommen wurde; sie weicht im
Chall. Rep. etwas ab. Eine Beziehung zu dem Parietalauge der
Reptilien leugnet Vf.
18*
276 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
H. N. Moseley, Report on the struct. of tlie peculiar organs
on the head of Ipnops. Die fühere Ansicht, dass das 0. ein immens
verbreitertes Auge sei (hervorgerufen durch ein zufäUig eingeschlichenes
mikr. Präp. vom Auge irgend eines Teleostiers), wird aufgeben, zieml
sicher wird es jetzt als Leuchtorgan bezeichnet. Es liegt als dünne
Platte unter einer freien, durchsichtigen Knochendecke (enorme
Praefront.?, Gth.), und erstreckt sich nach hinten über d. Gehirn,
von demselben aber durch Knochen getrennt. Die Struktur der
Platte ist allerorts die gleiche, ihre Dicke nur 40 fx; sie zerfällt in
hexagonale Fächer von 40 ,u Dm., deren jedes auf einer grossen hex.
Pigmentzelle ruht (wie in Ussows „Tapetum" bei Stomias, bei Ipn.
aber braun, ohne irisirende FHtterchen, die dem ganzen Organ bei
I. mangeln). Jedes Fach enthält ca. 40 hexag., unten nicht
verdünnte, senkrechte Stäbchen (hyalin, schwach färbbar u. meist
ohne Kern), jedes Stäbchen wird oben von einer Zelle mit grossem
Kern (stark färbbar) gekrönt; die Schicht dieser Zellen löst sich
leicht von der Stäbchenmasse ab, und bildet eine Abweichung gegen-
über allen andern bekannten Leuchtorganen. Unterlagert wird das
Organ von einer entwickelten Bindegewebschicht, die anscheinend
vom Trigem. innervirt u. von den Carotiden reichhch mit Blut
gespeist wird, auch reichlich verästelte Pigmentz. enthält, die mit
Nerven u. Gefässen in das phosph. Org. eindringen. Weder eine
Spur von Augen oder Sehnerv noch e. N. olfact. oder eine Ptiechhaut
wurden in der Schnittserie entdeckt, der N. acust. war dagegen wohl
entwickelt. — Gegen Deutung als Sehorgan (ebenso wie als Riecho.)
spricht der Mangel des betreff. Nerven, gegen die als elektr. 0. das
Fehlen isolirender Bindegewebs -Wände zwischen den hexag. Fächern,
für ein Leuchtorgan dagegen die Blutfülle u. die Durchsichtigkeit
des Daches. Zwischen den Muskelfasern sah Vf. überall massenhafte
pseudonavicellare Psorospermien. — Challenger Report, Zool. Vol. XXII,
p. 269—76, Tf. 67, 68 (als Appendix A zu Günth. Tiefseef.)
Vergleiche über Haut ferner: Brock, Hautdrüse des Plotosus,
bei Generationsorg.; Ryder, bei Entwickl. (I Gadus, IX Gastr.);
Dünn, Chromat. Funktion u. Epithelverstärkung bei Gadus poU. in
d. Systematik; Günther, Tastorg. an der Brustfl. von Bathypterois,
unter Syst. (Scopelidae) ; Vaillant, desg. ebd.; Fritsch, Haut u.
Haut-Sinnesorg. des Malapterurus unt. Syst.; Sm. Woodward,
Seitenlinie der Pteraspiden, s. fossile Fische; Guitel, Seitl. von
Lepadogaster bei Syst. (Gobies.); Wenckebach, Entw. der Haut-
sinnesorg. unt. System. (Engraulis); Günther, Leuchtorgane, unt.
geogr. Verbreit. (Tiefseefische).
Skelett (und allgemeine Morphologie) G. Mivart, Artikel
,Skeleton" in Encyclopaedia britannica Vol. 22, S. 105 — 119.
W. Roux, ,,üb. e. im Knochen lebende Gruppe von Fadenpilzen
(Mycelites ossifragus)." Zuerst vom Vf. in Kn. von Rhytina, dann
aber im Knorpel und Knochen fossiler Plagiostomen bez. Teleost.
häufig nachgewiesen; bildet Canäle von 3 — 12 f/ Durchra. Früher
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 277
ähnKclies von Kölliker in Schuppen von Beryx beobachtet. Zeitschr.
f. wiss. Zool., Bd. 45, Heft 2, S. 227—54, Tf. 14.
C. B. Brühl, Beitr. z. Osteologie der Knochenf. Berlin 130 S.,
1 1 Tf. (Eine unveränd. Ausg. des älteren Werks : Osteologisches aus
d. Pariser Pflanzengarten.)
C. Gegenbaur, „die Metamerie des Kopfes u. die Wirbeltheorie
des Kopfskeletes, im Lichte der neueren Untersuch, geprüft." Die
Metam. des Kopfes ist das Endziel der Forschung, die Wirbeltheorie
des Schädels ist eine, die historisch älteste Seite des Problems. Die
Metamerie, von Ggb. durch Prüfung der Kiemenb. u. Nerven wahr-
scheinlich gemacht, ist durch den embr. Nachweis von (9) Kopf-
somiten jetzt unzweifelhaft dargethan. Die Kiemenbögen hatten ur-
sprünghch dieselbe Metamerie wie die dorsalen Kopfteile (gegen
Ahlborn). Schon in der Ontogenie der Selachier (des günstigsten
Objekts) ist aber die phylog. früheste Form des Kopfbaues grossen-
theils geschwunden u. verändert, so ist die Zahl der Urwirbel, 9 (6),
sicher zu gering für die Urwirbelthiere ; Beweis, die zahlreichen
Kiemen bei Heptanchus. Eine Vorstellung des phyl. ältesten Zustandes
giebt der Kopf von Amphioxus mit seinen Myotomen, doch ist hier
durch Entwickl. der Peribranchialhöhle die Kiemenpartie stark um-
gebildet). Durch Ausbildung der Sinnesorgane u. des Gehirns wurde
die Beweglichkeit des Kopfes beeinflusst, dadurch die Musculatur
zum Schwund gebracht. So sind denn das 4. — 6. Myotom Wijhe's
von der ontog. Weiterentwicklung ausgeschlossen, sie liefern keine
Muskeln mehr. Die 3 letzten Som. W.'s Hefern nicht nur dorsale,
sondern auch ventrale Muskeln u. gehörten wahrsch. ursprüngHch
nicht zum Kopf; zw. ihnen u. den 3 mittleren Som. sind aber eine
Zahl Kopfsom. nebst deren Kiembg. verloren gegangen u. selbst im
Embryo nicht mehr sichtbar. — Auch der Schädel hatte wahrsch.
(innerhalb der Parachordalknorpel) urspr. eine metamere Gliederung,
wenngleich (selbst ontogenetisch) nicht mehr nachweisbar; eine An-
gliederung weiterer Wirbel von der Wirbelsäule her fand nicht statt;
erst secundär erfolgen später (Selachier) Verwachsungen derart,
welche aber dem morphol. Bestand, der von jeher mit dem Vagus-
bereich endete, nichts zufügen. Wie die Kiemenbögen zum Cranium,
so gehören die Rippen als ventrale Anhänge zur Wirbelsäule. —
In 5 Kapiteln werden Einzelheiten beleuchtet. I. Urwirbel: Das
1. Somit ist viell. urspr. erst vom 2. aus gebildet worden, ihm fehlt
die ventrale Mesodermabtheilung (Seitenpl.), seine Höhle erscheint
später. Es Hefert Augenmusk. (obl. inf., rct. sup., r. inf., r. int.), so
auch das 2. (obl. sup.) u. 3. (r. ext.). Das 4., 5., 6. verkümmern;
das 7. bis 9. Hefern (mit Rumpfmyot.) den M. coraco-hyo. Dieser
ungleiche Werth der Somite mindert ihren Werth als Zeugen für die
Phylogenese. H. Kiemen spalten: Sie sind wesentlich Entoderm-
bildungen, daher giebt es keine präorale Ksp. ; weder Nase noch
Lacrymalspalte, noch Mund, noch Thyreoidea, noch After, noch die
van Bemmelen'schen Ksp. - Spuren, ausg. vieU. der Suprapericardial-
körper, werden als Ksp. anerkannt. HL Verhalten der dors. u.
278 Dl". F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
ventr. Metamerenbild. zu einander: Die nrspr. Uebereinstimmung
wurde nur durch Verkümmern der dors.Metam. vernichtet. Dass auf die
Kiemenbg. Mesoderm von den Kopfsomiten her sich erstreckt, u. dass
bei Mand. u. Hyoid. das Coelom dieser Kbg. mit dem der zugehörigen
Kopfsom. zusammenhängt, ist sicherer Beweis für das Entsprechen
beider Metamerien. IV. Nerven. Der Olfact. u. Opt. sind keine
segmentalen Nerven. Der Oculomot. ist viell. als selbständig vom
Trig. anzuerkennen; es tritt, wie der Ram. ophth. prof. mit dem
1. Somit zusammen, u. bildet einen vorderen Kopfabschnitt, der aber,
weil des ventralen Theils entbehrend, kein echtes Metamer ist. Von
dem Trigem. kann wohl selbständig entstanden sein auch der Ram.
ophth. prof, zumal er durch ein Ganglion (ciliare) als segm. Nerv
charakterisirt wird; er gehört dann zum präor. Abschnitt; der
Ram. III u. sein Spross, Ram. II, zu denen sich (ob als ventr.
Wurzel??) der Trochl. gesellt, sind die dem 1. echten Metamer (dem
des 2. Somits oder dem Kiefbg.) zukommenden Nerven. Der Acust.
u. Facialis gehören einem u. demselben (2.) Met. zu (Hyoidbg.,
3. Somit), zu welchem auch der Abducens (als ventr. Wurzel??) zu
rechnen ist. Der Glossoph. ist der Nerv des 1. definitiven Kbgs.
(5. Somit., 3. Met.). Der Vagus wurde früher vom Vf. u. nach ihm
von vielen Autt. als polymerer Nerv aufgefasst; die Sonderung der
Wurzeln tritt aber ont. erst später auf, und von den 4 ehedem als
ihm zugehörig betrachteten Somiten (6. — 9.) sind das 7. — 9. Rumpf-
somiten, daher ist der X, trotz der Länge seiner Basis ein einfacher
Nerv. In den sog. ventr. (oder untern) Wurzeln des X hatte Vf.
früher den Hypogl. angenommen. Diese W. sind aber dem Metamer
des Vagus fremd u. erst secundär vom Rumpf her dem Kopf an-
geschlossen. Ihre Zahl variirt, sie verbinden sich mit (1 — 11) Spinal-
nerven und versorgen dann die Muskeln der Blustflosse u. die ventr.
Längsmuskeln, Uebrigens hat weder der Kopf noch das Cranium
durch Zutritt jener Portion eine Zahl echter, primitiver Metameren
gewonnen; in diesem Material fand vor der Zuführung eine Ein-
schmelzung der Metameren statt. Der sog. Hypoglossus der Fische
enthält ausser den sog. ,,unt. Vaguswurzeln" sicher noch Spinalnerven
in sich; sein Verbreitungsgebiet entspricht nicht dem bei den
Amnioten; der Hypogl. dieser hat sich erst aus jenem Nerven-
complex der Fische gesondert durch Entfernung des Schultergürtels
vom Kopfe, oder ist viell. erst aus Spinalnerven neugebildet worden
ganz unabhängig von den ,,unt. Vagwz." Der Access. Will, tritt
sicher erst bei den höh. Vertebraten auf, er sondert sich wohl vom
Vagus ab; für die Metamerie ist er bedeutungslos. V. Kopfskelett.
Die Chorda zeigt bei niederen Vertebraten im Kopfe nie Metamerie;
ihre Einschnürungen bei Säugern deuten auch wohl nicht auf
Metamerie. Das Cranium bis zur Vagusregion incl. wird nie meta-
merisch angelegt. Ueber später eintretende Concrescenz mit Rücken-
wirbeln s. Gegenbaur S. 279. Zu den Kiemenbögen gehören nicht die
vorderen Schädelbalken (axiale Skelettheile), fraglich ist dies für die
Labialknorpel (die Nasalknorpel, Differenzirungen der Nasenkapsel,
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 979
sind dem dorsalen Sk. zuzurechnen u. haben mit Labialkn. oder gar
mit Kiembg. nichts zu schaffen). An seiner früheren Theorie, dass
das obere Stück des Hyoidbogens zum Kfrbg. hinüberrücke, um als
Hyomandib. dessen Suspensorium zu bilden, hält Ggb. fest; Wijhe,
der den Hyobg. doppelt sein lässt, fusst nur auf irrthüml. Angaben
Parkers (Lachs-Entwickl.); die Embryologie hat hier nur dasselbe
Bild geliefert wie die vergl. Anat. ; Dohrn's Polemik gegen Ggb.
beruht auf einer Verwechselung von Hyoidbogen mit Myoid (= unt.
Theil des Hybg.) — Bez. Blaue's Theorie der Riechmembran bemerkt
Ggb,, dass die Aehnlichkeit der Rmbr. mit Endknospenbildungen
sich bei den höheren Fischtypen findet, mithin kein primärer, sondern
ein später erworbener Zustand ist. — Morph. Jahrb., XIII, 1 — 144.
A. Froriep, Bem. z, Wirbeltheorie des Kopfskeletts. Vf. resumirt
seine Auffassung der früheren und neueren Gegenbaur's gegenüber;
die Hauptabtheilungen des Schädels haben ihre Grenze zw. spinalem
(Hypoglossusgebiet) u. praespinalem Schädel, nicht zw. chordalem u.
praechord., wie Ggb. will. Wirbeltheorie sei mit Metamerentheorie
nicht zu verwechseln. Anat. Anz. II 815 — 835.
C. Gegenbaur, „üb. d. Occipitalregion u. die ihr benachbarten
Wirbel der Fische". Selachier: Die Verschmelzung des Knorpels
von Wirbelsäule u. Schädel bei Hexanchus u. Centroph. ist wohl
Verwachsung, aber nicht ohne weiteres Wirbelassimilation. Die von
Rosenberg als ontogenetische Angliederung aufgefasste Verschiedenheit
zwischen alten und jungen Carcharias findet eine andre Erklärung;
der 1. Wirb, ist in beiden Fällen frei. Bei Umwachsung der ersten
W. durch einen Fortsatz des Occip.-Knorpels (bei einem andern
Carch.) besteht niclit Verschmelzung, sondern nur äussere Auflagerung,
was Ggb. durch Querschnitte beweist. Bei Mustelus scheint aber
Rsbg. wirklich einen Wirbelanschluss entdeckt zu haben. Die Mor-
phol. des eigentl. Schädels und die Natur der Hirnnerven wird dadurch
nicht berührt. (Fig. 1; 2 Xyl.) Ganoiden: Acipenser (Fig. 2, 3) hat
wahrsch. 6 mit dem Cranium verschmolzene u. durch das Parasph.
gleichfalls unterstützte Knorpelwirbel; das elast. Band, das ihren
Bogentheil noch durchzieht, zeigt, dass es echte Wirbel sind'; ein
primitiver Zustand Hegt auch in dieser Verschmelzung nicht vor.
Bei Amia sind die Bögen von 2 Wirbeln dem Occ. bas. aufgesetzt,
bei Lepidosteus (Fig. 4, 5) 1 Bgn. Bei Polypt. ist ein ob. Bg. mit
rudimentärem Wkörp. zw. Occ. u. 1. vollständ. Wirb, eingeklemmt;
dies Verhalten (Fig. 6) macht es fragHch, ob bei Am. u. Lep. nicht
vielleicht auch die Wbkp. nur geschwunden sind, währ. Bridge u.
Sagemehl sie als existirend, aber mit dem Occ. bas. verschmolzen
betrachten. Teleostier: Die mit Weber'schem Apparat versehen
Physostomi bieten vielfache, aber durch diesen App. secundär beein-
flusste, daher schwer zu beurtheilende Modificationen dar. Esox
(Fig. 7, 8) hat 1 ob. Bogen, der dem Occ. bas. ähnlich aufsitzt, wie
bei Lepidosteus; da das Knorpelkreuz des 0. b. sich nicht in den
access. Bogen, sondern in das 0. lat. fortsetzt, so kann bei E. der
Wrbkörp. des Bogens nicht im 0. bas. stecken. Salmo salar hat einen
280 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
freien Bogen von schwankender Breite, der sich bald dem 0. lat.
bald dem 1. vollst. Wrb. anheftet. Bei S. lacustris (Fig. 9—11) sitzt
der Bogen dem 0. later. auf, kann also seinen Körper schwerlich
im 0. bas. haben, der Wbkp. ist eher als verloren zu betrachten;
der Dornforts, ist in diesen Fällen immer sehr zurückgebildet. In toto
schliesst sich der 1. Wb. an den Schädel bei Ostracion, Thynnus,
Xiphias. Aehnl. auch bei Gadus (Fig. 12, 13), bei welchem der sog.
Hypoglossus entweder zw. dem 1. Wb. u. dem 0. lat., oder m. o. w.
innerhalb des 0. lat. durchbricht; aus dieser Variabilität kann man
schHessen, dass eine Kuochenbrücke zw. Hypgl.-Loch u. Hinthptsl.
nicht ein Wrbbg. sei, wie Sagemehl will. Eine Verkümmerung der
vordersten Wb. ist bei Tele, häufig; bei Pagrus arg. der 1. sehr
kurz, bei Chromis nil. mit 2 Bögen. Dafür, dass es bei Fischen eine
„vertebrale Schädelregion" giebt, Hefert die vergl. Anat. mithin nur
bei Mustelus, Lepid. u. Amia einen Fingerzeig, wenn auch noch nicht
einen völlig klaren Beweis. Festschrift, A. v. Kölliker gew. von
s. Schülern, Leipzig 1887, 4«; S. 1—33, Tf. I.
C. Strecker, „üb. die Condylen des Hinterhaupts", behandelt
Fische S. 301-3 (Lepidost. u. Polypt., Teleost.), 324, 326 (geringe
Bewegungen in 3 Richtungen durch das Occip.- Atlas- Gelenk beim
Lachs möglich). Arch. für Anat. u. Physiol., Abth. Anat. Jg. 87,
S. 301—338.
A. Lavocat, ,,des tiges jugale et pterygoide chez les Vertebres".
Die Fische haben keine Jugale. C. r. ac. Paris, T. 104, p. 303.
E. D. Cope, „Zittel's manual of Palaeontology". Als Anhänger
der Theorie, welche die paarigen Flossen gleich den unpaar. aus
epiblastischen Längsfalten entstehen lässt, hat Vf. auch die morphol.
Nomenklatur einheitlich durchgeführt. Jeder einzelne Stütztheil der
Flosse besteht theoretisch aus 3 Abtheilungen, die von der Wirbels,
aus so folgen: 1. Dornfortsatz (Hämal-, Neural -Dorn, Diapophyse),
2. Äxonost (interneuraler, interhaemaler Knochen; 1877: axiales
SegToent), 3. Baseost (1870 basilares Segm. , = Actinost Gill, Acti-
nophor Ry.); auf dem Baseost ruht der Flossenstrahl. Die Brustfl.
lässt allerdings nur bei Tristichopterus (foss.) die 3 Theile erkennen,
dann weicht die Caud. u. danach die V. am stärksten vom Urtyp ab.
Die Teleostomi werden nach Entw. obiger Theile classificirt (s. bei
Systematik). — Die verticalen Stacheln, welche bei Polyterus die
Flösschen [der D.] tragen, werden jetzt nicht mehr als ,,basilars"
angesehen. In der Wirbelsäule der Fische scheinen mit Ausn. d.
Amia.-ähnl. immer nur Intercentra, wie bei den Batrachiern, aber
keine Centra vorzukommen. Amer. Naturalist XXI 1014 — 19.
B. N. Lvoff, „vergl.- anatom. Studien üb. die Chorda u. d.
Chordascheide." Die Ch. dors. u. ihre Scheide ist bei aUen Fischen
nach demselben Typus gebaut. Die Chorda besteht aus isolirbaren
Zellen ohne Zwischensubstanz, also Epithelz.; die meisten sind vacu-
olisirt u. enthalten etwas Luft, nur an der Peripherie sind sie
proto plasmahaltig u. bilden das sog. Chordaepithel; jede Zelle hat
hier einen peripherischen Saum (Cuticula chordae Hasse). Die Chorda-
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 281
scheide hängt weder durch Fasern mit diesem Chordaepithel zu-
sammen, noch wird sie von ihm abgesondert ; vielmehr ist sie immer
nur Bindegewebe, das stets noch Zellreste und Ringfibrillen erkennen
lässt ; nur ein gradueller Unterschied besteht zw. sog. zellfreien (früher
als Cuticularbüd. betrachteten) Chsch. u. stärker zellhaltigen (Haie,
Chimaeren, Dipnoer). Die Z. der Chsch. stammen von der perichor-
dalen Zellschicht. Die Elastica externa besitzt isolirbare elast.
Fasern (die „elastica interna" ist nur die Cuticula des Chordaepithels)
u. bei zahlreichen Chsch., die einem Faserknorpel gleichen können,
zahlreichere Durchbrechungen. Unters.: Acip. ruth. u. huso, Petro-
myzon, Lota, Esox, Salmo, Protopt., Chim., Acanthias. — Bull. soc.
nat. Moscou 87 No. 2. p. 442—482, Taf. 4—6 u. ausführl. (russisch):
ebd. p. 227—342.
G. Baur, Morphology of Ribs. Nach Beobacht. am Amia ge-
hören die Rippen zum hinteren Theil des Wirbels, dem öfters noch
selbständigen Intercentrum; die untern Bogen am Schwanz von Amia
sind wirkliche Rippen; dies ist die ursprüngl. Anordnung (Ganoidei,
Dipnoi). Bei Teleost. (u. den Stapedifera) werden die Haemapophysen
aber nur von den Processus des Intercentrum gebildet, an welchen
bei Amia die R. sitzen, die Rippen selbst wandern nach oben. Owens
Neurapophysis u. Pleurap. sind keine Apophysen, sondern selbständige
Stücke „Neuroid" u. „Fleuroid". Amer. Natur. XXI 942 — 5 (Amer.
Ass. Adv. Sc. 1887).
G. B. Howes, ,,üb. d. Skelett U.Verwandtschaften der paarigen
Flossen von Ceratodus, mit Bemerk, über die der Elasmobr." Verf.
resümirt: 1. Das Sk. der Flossen von Cer. ist in seinem Bau variabel,
mit Ausn. des Baues der dorsalen Seitenstrahlen („der praeaxialen
Parameren") der Brustfl. und des 1. Gliedes des Axenstrahls („des
basalen Mesomers") der Brust- u. Bauchfl. 2. Ein Metapterygium
ist in der Pect, immer vorhanden, aber in reducirtem Zustande und
meist mit dem 2. Gliede des Axstr. („dem 2. Mesomer") verschmolzen.
3. Spuren eines Repräsentanten des Metapt. werden zuweilen ge-
troffen an der Bauchfl. derart, dass man an Atavismus denken darf.
4. Das 1. Gl. des Axstr. ist bei Ceratodus denkbarer Weise vom
Metapt. abzuleiten. 5. Bei Chimaeriden ist der Bau der beiden
paarigen Fl. identisch u. durch Mangel des Mesopt. ausgezeichnet.
6. Die paar. Fl. der Plagiost. u. Dipnoer sind wahrsch. unabhängig
von einander entstanden von einem Typus, ähnlich dem der lebenden
Chimaeriden. 7, Beiläufig wird festgestellt, dass der Basalknorpel
der Brustfl. von Cestracion, der meist als Mesopt. gilt, als e. Ver-
wachsung des Pro. u. Mesopt. der anderen Plagiost. anzusehen ist. —
Verf. unters. 6 Expl. von Ceratodus; Abb. der Brustfl. v. Cestracion
u. Polypt., der Bauchfl. v. Chimaera, u. mehrerer Expl. der Fl. von
Gerat. — Proc. Zool. Soc. London, 1887, S. 3—26, Tf. 1—3.
C. Emery, „Beziehungen des Cheiropterygiums zum Ichthyop-
terygium." Verwirft die Ableitung der Fischgliedmaassen v. Kiemen-
bögen u, die des Cheiropt. von e. Archipterygium. Nicht nur das
Metapter. der Selachierflosse, sondern auch das Pro- u. Mesopt. bleiben
282 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
im Chiropt. erhalten; das Propt. bildet den Radius nebst Radiale
carpi (bez. Tibia nebst Tibiale tarsi) das Metapt. die Ulna nebst U. c.
(bez. Fibula nebst Fib. t.), das prox. Stück von Propt. u. Metapt.
zusammen den Humerus (bez. Femur). Das Mesopt. dient zum
Aufbau des Intermeditim u. der Centralia, währ, die CarpaHa (bez.
Tars.) distalia nebst Metacarp. (Metatars.) und Phalangen aus den
Knorpelstrahlen (Basalia) entspringen. Polypterus ist e. Zwischen-
form; die Ceratodusflosse stammt wohl von e. Crossopterygium ab,
in welchem d. Humerus (Femur) schon difterenzirt war. Zool. Anz.
87, p. 185—9, Xyl
J. A. Ryder, homologies and early history of the limbs of
Vertebrates. Die phylog. Entstehung der Wirbelthier- Extremitäten
schildert Verf. ganz nach Dohrn's Auffassung. Die Selachier u. be-
sonders die Rochen bilden den Ausgangspunkt für die Weiter-
entwicklung. Die seriale Homologie zw. vorderen u. hint. Extr. ist
unvollkommen. Die Vorderextremitäten bei versch. Typen, sind nicht
exact homolog, ebensowenig die hinteren. Verf. betont dabei die
Anzahl u. die Ordnungszahl der Somiten, welche den betreffenden
Flossen zugehören ; die Som. bestimmt er nach den den Nervenplexus
bildenden N. spinales. So ist die Hinterextr. von Cottus scorpius
dem 5. bis 7. Rumpfsomit zugehörig, bei Esox 18. — 25., bei Raja
eglanteria 33.-46. (bei Schlangen gar dem 275.-278.). Phylog.
Verschiebungen der Plexus rück- oder vorwärts sind unwahrsch.,
weil ontogenetisch nicht nachweisbar. Bei den Lyomeri (Gastro-
stomus u. Ophiogn.) nimmt er e. Rückwanderung der Brustfl. um
13 Metameren an, welche veranlasst wird durch den weit nach
hinten drängenden Kiefer. Die entgegengesetzte Verschiebung tritt
bei den Bauchfl. der Kehlflosser auf, ohne dass deren Plexus (Post-
plexus im Gegensatz zum Proplexm der vord. Extr.) die Wirbel-
gegend änderte. Ob Vf. überhaupt noch die Bauchfl. von Esox u.
Scorp. für homolog hält, oder ob er hier mehr als 2 typ. Extremitäten-
paare annimmt, wird nicht klar; bei der Kopffl. der Torpedinidae
ist er für Selbständigkeit derselben. Bei monströsen Goldfischen
spricht er von einem 3. und 4. Paare, welche durch Spaltung der
Anal-, bez. Caudalflosse entstehen. Die Hervorbildung des Chiropte-
rygiums aus dem Ichthyopter. hat wahrsch. polyplyletisch in ver-
schiedener Weise stattgefunden. — Proc. ac. nat. scienc. Philad. 1887;
part 3, p. 344—68.
Edw. E. Prince, Devel. of pectoral fin and girdle in Teleost.,
hält den Schultergürtel für homolog mit Rippen (geg. Dohrn u. Gegb.),
weil er aus der Somatopleura gebildet wird (Kiemenb. aus d.
Splanchnopl.). Die Flosse selbst entsteht aus der longit. Seitenfalte
u. rückt erst spät nach vorn, um sich mit dem Schulterg. zu ver-
binden. Rep. 56 meet. Brit. ass. adv. sc. (86), 697.
Albrecht, Entstehung der freien Gliedmaassen aus Radii
branchiostegi der Extremitätengürtelrippen des Schädels. Bei Diodon
hystrix zeigt der am meisten ventral gelegene R. br. eine Verbreiterung
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 283
älinl. der V. oder P. eines Teleostiers, woraus die Entstehung der
paar, Fl. aus Extrgürtrpp. gefolgert wird. Zool. Anz. II, 406.
Watase, „Caudal and Anal Fins of Gold-Fishes". Dies Werk
wird unter der Ueberschrift „Die Entwicklung eines Vertebraten mit
8 Gliedmaassen" von Ryder besprochen in: Amer. Natur. XXXI, 862.
Fanny Hitchcock, „vorl. Notiz zur Osteol. v. Alosa sapid."
Der Muskel der Seitenlinie entwickelt im Bindegew. zw. den Seg-
menten des Msk. 1 Reihe Knorpelplättchen. Bemerk, über Homo-
logien der Flossen und ihren Zusammenhang mit Seitenorganen.
Amer. natur. XXI, 1032.
Vergleiche über Skelett ferner (Anordnung systematisch):
Eigenmann u. H., Schädeldach v. Spariden, bei Systematik;
Günther, Skel. von Beryx, s. Syst.; Lütken, Skel. v, Himantol.,
s. Syst. (Pediculati) ; Cornish, Saugscheibe des Cyclopt. im Alter
zurückgebildet, s. Syst. (Discob.); Guitel, Extremitäten von Lepado-
gaster, s. Syst. (Gobies.); Günther, Osteol. v. Notacanthus, s. Syst.;
Ryder, Knorpelanlage des Schädels u. Drehung der Brustfl. bei
Amiurus, s. Entwickl.; Watase, monströse Flossen bei Goldfischen,
s. Biologie (Krankheiten); Lidth de J., Analis als Copulationsorg.
bei Poecilia, s. Syst. (Cyprinodont.); Günther, Brustfl. v. Omosudis
u, Bathypterois, s. Syst. (Scopel.); Vaillant, Bathypt. desgl., ebd.;
Günther, Sk. der Halosauridae, s. Syst.; Ryder, Neuralbogen u.
Schwanzfl. von Siphostoma, s. Entwickl.; Iwanzow, Skelett v.
Scaphirhynchus, s. Syst.; Zograff, Acipenser (Rückenschilder sind
Flossenstrahlen), s. Syst.; Schneider, Flossen der Dipnoi, s. Syst.;
Parker, Sk. v. Carcharodon, s. Syst. ; Günther, desgl. ebd. ; Günther,
Pterygopod. von Chlamydoselache, s. Syst.
Muskeln und elektrische Organe. C. F. Marshall findet bei
Fischen (Myxine, Scyllium, Gastrosteus) die gestreiften Muskeln mit
demselben Netzwerk ausgestattet (Goldpräparate) wie bei andern
Vertebr. u. bei Invertebr. Q. Journ. Micr. Science (2) Vol. 28, S. 90.
E. Bornand, Game de sarcolemme chez les poissons. Die
Scheide ist zweischichtig; die innere Schicht entsteht aus amöboiden
Z., sie bildet die Sohle der motorischen Platte. Bull. soc. Vaudoise
sc. nat. (Lausanne), Bd. 23, S. 1 — 6, Taf. 1.
C. Fr. W. Krukenberg, „Fortgesetzte Untersuch, zur vergl.
Muskelphysiologie". Nicht nur Harnstofi' (bei Elasmobranchiern,
vergl. unten bei Niere) und Kreatinin (in den meerblauen Muskeln
von Luvarus) fand Vf., sondern noch einen andern, leicht zersetz-
baren Stofi", der mit Nitroprussidnatrium u. Ammoniak purpurrothe
Farbe, am ähnlichsten wie Aceton u. Aldehyd reagirend, giebt;
Muskeln von Mustelus, Torpedo u. Tinea, sowie das elektr. Org. von
Torp. enthalten ihn. Indol, Indican u. Rhodankalium fehlen. Vf.
berichtet über Hewitt Brown's Unters, am Lachs, wonach Einwirkung
von warmem Alkohol und selbst Glycerin, sowohl bei rothen (haemo-
globin-haltigen) wie blassen (rodophan-h.) M., den Stoff, der die
Doppelbrechung bedingt, Myosin, weit schwieriger zerstört als bei
284 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Arthropoden-Muskeln ; die dunkeln Lachs-M. leiden aber etwas stärker.
Höhe der Muskelfächer der dimkl. M.: 1,6—1,9/*, Breite 81,6— 106,
der hellen: 1,9 bez. 23,3 — 67. Die blassen M. besitzen gekrümmte
Kerne (11,6 |W. 1., 4,6 br.), bei dunklen werden diese durch andre,
runde (7 1, 4,5 — 5,5 br.) fast ganz verdrängt. — Vergl.-phys. Studien,
2. Reihe, 4. Abth., S. 143—170.
J. C. Ewart, „Rigor mortis bei Fischen und dessen Bezieh, zur
Fäulniss". Die Starre kann physiologisch sein, wenn nämhch das
Myosin gleichzeitig mit dem Tode der Nerven coagulirt; in diesem
Falle nimmt der Fisch Contractionsstellungen an. Erfolgt der
Nerventod einige Stunden vorher, so ist die Starre pathologisch und
die Stellung des F. beliebig. Der Grad der Starre hängt von der
Lebenskraft der Fischmuskel ab; ein erschöpfter M. hat unvoll-
kommene Starre. Der M. wird aber erschöpft durch den Reiz der
lebenden Nerven. Die Zerstörung des Centralnervensystems, verlängert
und verstärkt daher die Starre. Verschiedene Arten sind abweichend.
Perca fluv. stirbt, wenn 35 Min. ausser Wasser, die Starre beginnt
2 V4 St. nach dem Tode, ist in den nächsten 25 Min. vollständig, u.
verschwindet 21 St. nach dem Tode. Anguüla wurde durch einen
Schlag auf den Kopf getödtet. Nach 24 St. noch schwache Erreg-
barkeit auf mechan. Reize, starke auf electrische; 52 St. nach d. T.
wird das vordere Drittel starr, erst später die hintern Theile; 82 St.
n. d. T. erst hört der Rigor auf, wobei alkalische Reaction und
Bacterien auftreten. Wenn der Aal nach dem Tode (elektr. Schlag) so-
fort sterilisirt wird, hält der Rigor sehr lange an (mindestens 6 Wochen).
Bei hoher Temperatur tritt der Rigor schnell nach dem Tode ein
(90 c.: 1— 3V, St. n. d. T., bei 25«: 15—25 Min., bei 35 « sofort),
er schwindet aber auch schneller; bei — 7° bis — 20" tritt selbst nach
Tagen noch kein Rigor auf. Junge Fische haben schwachen Rigor.
Nach Tod durch starke elektrische Schläge tritt ebenfalls Rigor ein;
ein auf der Haut einer Seite verlaufender el. Schlag bringt inten-
sivere Färbung der Haut u. Muskelstarre dieser Seite hervor. Wenn
ein elektrischer Fisch einen Fisch tödtet, so tritt dessen Starre
später ein als bei künstl. Elektr., der Gymnotus etc. wird daher beim
Verschlingen der Beute nicht durch deren Steifheit gestört. Schnell
einsetzende Starre dauert nicht lange. Alle Muskeln contrahiren sich
dabei, die Extensoren haben aber das üebergewicht , meist auch
krümmt sich der Fisch nach einer Seite. Die verschied. Musk.
scheinen in bestimmter Zeitfolge nach einander sich zu contrahiren.
Vernichtet kann die Starre werden durch mechanische Bewegung
(Krümmen des F.), Erhöhung der Temperatur, Frieren, Säuren u.
Alkalien, Organismen; unter gewöhnl. Umständen sind stets die
letzteren als Fäulnisserreger die Vernichter. Als praktisches Ergebniss
resultirt: Die todten Fische sollen bei — 1° bis 2*^0. aufbewahrt
werden, sofort beim Fang ist das Gehirn zu tödten u. der Fisch
auszuweiden, die Fische sollen vor dem Aufhören der Starre con-
servirt werden (in Eis, oder Salz, dieses mit oder ohne Compression);
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 285
alles, was den Eintritt des Rigor nach dem Tode schwächt ist
schädlich. — Proc. Roy. Soc. of London, Vol. 42, p. 438—459.
R. Wiedersheim, „das Geruchsorgan der Tetrodonten nebst
Bern. üb. d. Hautmusknlatur derselben", (üb. die Nase s. bei Sinnes-
organ). Die Hautmusk. ist von der zähen Haut durch einen Lymph-
raum gesondert, sie umzieht mit transversaler Faserung den Körper.
Dazu gesellen sich noch Sphincteren für Mund-, Kiemenöffnung u.
Augenlid, radiale Diktatoren finden sich gleichfalls. Abb. des
Gehirns v. T. immacul. (Fig. 4). Festschrift, A. v. Kölliker gew. von
s. Schülern, Leipz. 1887. 4«, S. 74-84, Tf. VI.
Fr. Gotch, „the electromotive properties of the electrical organ
of Torpedo marm.". Vf. schliesst aus seinen Versuchen, dass die
physiol. Effecte, welche an dem Organ durch Verletzungen, durch
Ströme u. durch Stimulirung der electr. Nerven erzeugt werden,
ungeachtet der Verschiedenheit in Verbreitung, Dauer u. Intensität,
doch alle Excitationsphänomene sind. — Proc. r. soc. London, Vol. 42,
357 (Abstract).
Gotch, dieselbe Arbeit ausführl. in: R. Soc. London, Philosoph.
Trans., Bd. 178 B, S. 487—537.
E. du Bois-R., Lebende Zitterrochen; Abdruck von 1885 (s.
Ber. S. 340) in Arch. für Physiol. Jg. 87, 51—110.
W.Krause, Resekt. el. Nerv. Zittrr.; Abdr. von 1886 (s. B. 86.
S. 248), A. für Phys. 1887, 148-153.
Vergleiche über Muskeln: Stuhlmann (p. 32), Lähmung der
M. durch Curare bei Fischen unsicher (s. Generationsorg.): Mitro-
phanow, M. von Cobitis (s. Sy^stematik) ; Schneider, M. der Flossen
u. Kehle bei Dipnoi (System.); Mc William, Kiemenmuskeln;
Günther, M. des Schultergürtels v. Bathypterois (Scopel.) u. ein
medianer M. zw. Mandib. u. Myoid, bei Malacosteus (Stomiat.) s. Syst. ;
Shipley, Entw. der M. bei Petromyzon (s. Entwickl.): Charbonnel,
Compression d. Schwimmbl. (s. Darmk.). Bez. der elektr. Org. vergl.:
Fritsch, Malopterurus (Syst.); Krukenberg, Harnstoffgehalt der
el. 0. (s. Niere).
Nervensystem H. F. Osborn, „Beziehung der dorsalen Hirn-
Commissuren zum Entstehen der Hirnbläschen". Die Einschnürungen
des Hirndachs, durch welche die 4 Bläschen gebildet werden,
dienen zur Herbeiführung von 3 dorsal decussirenden Nervenfaser-
zügen, der Com. sup , C. post. u. des Cerebellums, welche 3 ur-
sprüngl. eine seriale Homology^ besitzen (Abb. nach Frosch-Hirn).
Amer. Natur. XXI 940.
A. Sanders, Contr. anat, centr. nervous syst, in vertebrate
animals, I. Ichtyops., 1. Pisces, b. Plagiostomi (Forts, zu: Ph. Tr.
Vol. 169, 1878). Vorl. Mitth. s. Ber. 86, S. 253. Die Rabl-R.'sche
Anschauung üb. das Cerebrum ist für Plag, nicht anwendbar, da
hier deutl. Ventrikel im Cer. vorhanden (die nach vorn zeigenden
Aeste des Gabelf. Hohlraums, dessen einf. Stiel den beiden For.
Monroi entspricht). Auch bez. der Teleost. ist Vf. nicht ganz für
286 Dr- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
R/s Theorie, eher als R.'s Ventr. comm. kommt die von v. Baer bei
Tel.-Embr. iDeob. Höhle nebst Höcker als Ventr. lat. bezw. Corp. str.
in Betracht. In der Deutung des mittleren Hirntheils geht Vf. mit
R. gegen Fritsch u. Rohon. — R. Soc. London, Phil. Trans. Vol. 177,
part 2, S. 733—766, Tf. 38—41.
R. Fusari ,, Unters, üb. d. fein. Anat. des Gehirnes der Teleostier".
Tinea, Carassius, S. salar u. fario präp. mit MüUer'scher Lösung, wo-
nach Osmium u. Silber. An den Nervenzellen ist stets der Nerven-
fortsatz deutlich von den protoplasmat. Forts, unterschieden. Die
Forts, der Epithelzellen hängen mit denen der Neurogliaz. innig zus.,
u. beide Zellen sind auch sonst so ähnlich, dass für beide der gleiche
(ektodermale) Ursprung wahrsch. ist. Vf. unters. Kleinhirn, Valvula
cerebelli u. Opticusdach; letzteres ist homolog dem vordem Paare
der Corp. quadr. der Säuger. Die histol. Struktur des Hirns der
nied. Vertebr. weicht im Allgemeinen nicht von der der höheren ab.
(Vorl. Notiz: Ber. 86 p. 250). Mem. Accad. dei Lincei (4) IV 18—35,
3 Taf.; Uebers.: Intern. Monsschr. f. Anat. u. Phys. IV, 275—300,
Taf. 9 (als XI!), 10 (IX), 11 (IX).
J. Waldschmidt, „B. z. Anat. des Zentralnervensystems u. d.
Geruchso. v. Polypterus bichir". Der als secund. Vorderhirn (Hemis-
phären) betrachtete Abschnitt stellt nur die Basalganglien (C. striat.)
dar, die Rindenpartie (Pallium) ist (wie es bei Knochenf. Rabl-R.
fand) vorhanden, aber zu e. einschichtigen Epithel reducirt. Nach
oben wird das Pallium durch ein Gewebe bedeckt, das der Kopfniere
Teleostier gleicht u. als veränderter Vordertheil der Zirbeldrüse zu
deuten ist. Diese besteht aus einer Schicht von Epithelzellen wie
das Pallium, entspricht ganz der der Teleost. , sie ist nach hinten
u. vorn stark entwickelt und durch Lymphe gespannt. Die Hypo-
physe verlängert sich in einer eignen Höhlung der Schädelbasis (wie
eine röhrige Sella turcica) weit hinterwärts u. ist an einem Punkte
nur durch die Schleimhaut der Mundhöhle von letzterer getrennt, auch
bei Pol. zeigt sie drüsigen Bau. Das Gehirn, obwohl durch Grösse
der Zirbel u. Hypophysis als primitiv gekennzeichnet, steht doch dem
der Knochenf. in mehrfache Bezieh, näher, als man bis jetzt, durch
mangelhaftes Material getäuscht, annahm. Anatom. Anzeiger II
S. 311—322, 11 Xyl.
H. Rabl-Rückhard, „Zur onto- u. phylog. Entwickl. des Torus
longitudinalis im Mittelhirn der Knochenf." Zuerst ist die Median-
partie des Daches am Mittelh. der Knf. (bei Salmo) sehr dünn,
später entwickelt sich aber eine vom Dach herabhängende Längs-
leiste, die median durch einen Längsspalt in 2 bilaterale Hälften ge-
schieden wird ; dies ist die Anlage des Torus long. ; die innere Zellenlage
des Tectum liefert das Material zu dessen Aufbau. AlsTheil des Mittelh.
kann der T. 1. natürhch nicht als Fornix gedeutet werden (Carus,
Gottsche, Fritsch); ein wirkl. Homologon bei höheren Vertebr. war
bisher unbekannt; Vf. findet ein solches in Epithelfranzen der be-
treffenden Stelle bei Amph. u. Rept. (besonders bei Chelonia), an-
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 287
deutuTigsweise bei Vögeln u. auch an Embr. von Säugern. Anat.
Anz. II, 549—51.
J. Beard, the parietal eye in fislies. Während bei den Fischen
sonst die Epiphysis keine Ausbildung als Auge erkennen lässt, sah
Vf. bei Petromyzon (planeri) u. Myxine Structuren, die einer Retina
vergleichbar sind; bei der Larve (Ammocoetes) sind sie wenig ent~
wickelt. Bei Ptr. ist eine Pigmentschicht u. e. Aveisser Fleck der
Haut vorhanden, bei Myx. nicht; eine Linse fehlt beiden. Das Organ
ist also auch hier schon rückgebildet. Nature (London) Vol. 36,
246—8, (1 Xyl.) u. 340— L
C. Julin, de la signification morphol. de epiphyse (glande
pineale) des vertebres, I. L'epiph. des poissons. Bull, scient. de la
France et Belg. (2) X 55—65.
M. Leger ,,anomalie du cervelet d'un Alopias vulpes". Ein
Expl. von 4 m zeigte gestielte unsymmetr. Fortsätze des Kleinhirns,
die Verf. für abnorm hält, weil einem Ex. von 3 ni diese fehlten;
unsymm. war dessen Klh. indess (wie oft bei Selachiern) auch, der
Haupteinschnitt diagonal. Bull. soc. philom. Paris (7) XI 160.
Onodi, „Neurolog. Mitth." Nach Verf. trennen sich im Kopf-
theil der Vertebraten [meistens] keine sympath. Ganglien mehr ab,
sie sind aber morphologisch bei den Selachiern in den Ganglien der
Kiemennerven zugleich mit den Spinalganglien enthalten. DerTrigeminus
u. der Oculomot. enthalten [gesonderte] symp. Ggl. ; der Trg. führt
im Stamm von allen drei Aesten ansehnliche Ganglienmasse (bei
Mustelus); makrosk. erkennbar werden diese als GangHon an der
Abgangsstelle der R. ophth. prof. (Wijhe hält dies mit Unrecht für
ein Spinaig.). Ebenso erscheint eines am Oculomot. (auch dieses
symp. G.); letzteres variirt bei Must. laevis ausserordentlich, kann
einfach od. doppelt sein, in oder ausserhalb des 0cm. liegen, auch
auf den Ast des j\I. obl. inf. übergehen. Bei Galeus u. A. gehen von
ihm Aeste zu den Gefässen, was bestimmt für seine symp. Natur
spricht. Verf. untersuchte 26 Selechier-Species (vergl. Bericht 1886,
S. 253), das G. ciliare (d. h. G. des Oculomot.) war makrosk. nur
bei 3 Sp. nachweisbar. Die Ergebnisse über ventr. Vaguswurzeln
(1886) werden resumirt. Arch. für Physiol. Jg. 87, 357—63.
J. Beard, ,,Cihary or motoroculi ganglion and ganglion of the
opthalmicus profundus in sharks". In der bisherigen embryol.
Litteratur sind 2 Ganglien nicht auseinander gehalten worden, 1, das
G. des ophthalmicus profundus, welches an der Haut als Supra-
branchialgangl. entsteht, später aber dem G. Gasseri sich dicht anlegt,
vom Vf. jetzt als G. mesocephaUcicm bezeichnet (= G. ophthalmicum
HfPm. der Name ophth. ist aber synonym mit ciliare; G. eil. Remak,
Schwalbe, Marschall, His, Wij., Beard, Dohrn) und 2, das G. ciliare
(= oculonotorii Wijhe, ciliare Hoffm.), welches \iel später sich ent-
wickelt als das G. mesoc. , u. wohl mit Recht dem Sympathicus zu-
gerechnet wird. Hoffm. lässt (bei Reptilien) das G. eil. nach Art
symp. GangHen vom G. mesoc. aussprossen, doch sind seine Abb.
288 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
nicht beweisend; bei Acanthias wurde es zuerst am untern Ast des
Oculomot., nahe dem M, obliq. inf. beobachtet. Untersucht wurden
Torpedo oc. u. Acanthias. Anat. Anz. II 565 — 75, 5 Xyl.
A. Froriep, ,,Homologon der Chorda tympani bei niederen
"Wirbelth." Bei Torpedo ocell. (embr. Stad. L nach Blfr.) erkennt
Vf. dies Homol. in dem von Stannius als R. mandib. ext. bezeichneten
Ast des Facialis der Plagiost. Von den 3 Aesten des Fac. : Portio
fac. des R. ophth. supf., R. buccaHs u. einem hinteren (mit dem sog.
Stamm des Fac, dem R. hyoid, gemeinsam entspringenden), dem R.
mand. ext., die jeder aus e. besonderen Portion des Gangl. ent-
springen, versorgt jeder e. bestimmte Partie als Hautsinnesast,
nämHch bezw. die Orbitalregion, den Obkfr. u. den Untkfr. Da der
R. m. ext. genau wie die Ch. t. bei Säugethembr. unterhalb der
1. Visceralspalte (Spritzloch) vom 2. Viscbog. auf dem 1. (Untkf.)
hinüberzieht, und auch gleichen Ursprung wie jene hat, so ist er
zweifellos der Ch. tymp. homolog, nicht aber der Ram. praetrema-
ticus des Fac. (Balf.). Die ursprüngl. Bedeutung der Chorda wäre
mithin die gewesen, als Hautsinnesnerv zu fungiren (bei Torp. ver-
sorgt der R, m. ext. den sog. Schleimkanal des Untkf.). Anat. Anz. II
486-93, Xyl.
Ch. Julin, le Systeme nerveux grand sympathique de l'Ammo-
coetes (P. planeri). 1, Die versch. Eingeweide bergen in ihrer
Wand zahlreiche Ganghenzellen, öfter zu GangUen verschmolzen (G.
sympathica profunda). Diese Nervenelemente sind zu einem Plexus
vereinigt, der (bei Darmcanal u. Herz) in Verbindung steht sowohl
mit den Endästen des Vagus als mit d. Spinalnerven; dies sind
Langerhans u. Owsj.'s Herz- u. Dannplx., die ihnen als ausschliessl.
Repräsentanten des symp. Nervensystems gelten. Die Nplx. der
andern Eingeweide sind nur mit dors. u, ventr. Spinnalnerven ver-
knüpft. Embryol. Untersuch, müssen zeigen, ob diese viscer. Nplx.
wirklich unabhängig vom Centralnervensystem entstehen (Onodi 1886);
sicher giebt es für PI. card. u. intest, bei Ammoc. noch weitere Ver-
bind, mit dem Cnsyst. (geg. Ows.). — 2, Mit den Spinalnv. treten
diese visc. Nplx. mittelst sympathischer GangUen (G. superficialia),
welche rechts u. links von der Aorta, zw. Aorta u. Vena card.,
liegen, und von denen je 1 Paar für jeden dors. u. ventr. Spinnv.
existirt, in Verbindung. Für die G. symp. supf. einer Seite unter
sich giebt es keine Längsbrücken, u. für Ammoc. also keinen symp.
Nrvstrang. Da nach Balf. u. Onodi dieser Strang bei allen Wirbelth.
sich secundär entwickelt, so folgt, dass die Anordnung des symp.
Nrvsyst. bei Amm. eine primordiale ist. — 3, Da die Elemente
des symp. Syst. bei Amm. Verknüpfung haben ebenso wohl mit den
dors. als den ventr. N. spin., so ist es sehr wahrsch., dass die mo-
torischen u. die sensiblen Elem. dieses Systems bei Amm. getrennt
sind, wie es sehr wahrsch. auch bei den N. spin. der Fall, indem die
N. sp. dors. ausschliesslich sens. , die N. sp. v. aber mot. sind. —
Anat, Anz. II. 192— 20L
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 289
Vergleiche üb. Nervensystem: Wilder, Benutz, des Nvs. zur
Classification, s. Allgemeines (S. 27-3); Fritsch, Gehirn, u. Nerven
bei Malopter. (s. Systematik); Zograff, Gehirn d. Acipens. (Syst.);
Wieder sheim. Geh. v. Tetroclon(Syst.); v. Lenden feld, Innervirung
der Leuchtorg., Geh. u. Trigem. des Echiost. (Stomiat.) mit e. Lobus
phosphorius (s. Haut, S. 274); Parker, Abb. des Geh. v. Carcha-
rodon (Syst.); Wilder, Geh. v. Ceratodus (Syst.); Ryder (Fig. 174)
Längsschnitt des Geh. eines 10-täg. Ictalurus (s.Entwickl); Vaillant,
Medulla oblong, bei Bathypterois mit Knoten (s. Syst., Scopelidae);
Shipley, Entwickl. d. Nerven bei Petromyzon (s. Entwickl.); G e gen-
ta ur, Metamerie der Kopfn. (s. S. 277); Dohrn, ein Ast des
Facialis, der später mit dem Glossoph. communicirt, geht anfangs
bei der Petromyzon-Larve statt dessen an die Haut (s. Entwickl.);
Gegenbau r, Austrittsloch des Hypogl. (s. S. 280); Ryder, Pro-
plexus und Postpl. d. Gliedm. (s. S. 282); Guitel, Nerven der Extr.
von Lepad. (s. Syst., Gobiesoc).
Sinnesorgane. J. Waldschmidt, Zentralnervensyst. u. Geruchs-
organ von Polypterus bichir. Das Geruchsorgan ist von Wiedersheim
(Lb. vergl. Anat., 2. Aufl. 380) und von Wehmer (nicht publicirt)
untersucht worden. Die Höhlungen sind allerdings (wie auch der
Nerv ungewöhnl. entwickelt ist) complicirt, aber alle stehen im
Zusammenhang, einschliesslich das „ Nebenriechorgan " , das auch
eines besondern Nerven ermangelt; da es ausserdem nicht mit der
Mundhöhle communicirt, kann es nicht als Jacobson'sches Organ ge-
deutet werden. Blaue'sche Geruchsknospen sind vorhanden. Der
Riechnerv hat 3 Wurzeln. Anat. Anz. H 308 — 11, 2 Xyl (vergl.
S. 286).
R. Wiedersheim, ,,Ueber rudimentäre Fischnasen". Beschreibt
zunächst Tetroden- Arten mit gespaltenem Nasententakel (hispidus,
immac, nigrop.) [diese Sp. gehören nach Gth. zum Subg. Arothron,
mit ungeschlitztem Tent., während e. geschlitzter nur beim Subg.
Crayracion vorkommen sollte]. Die einander zugekehrten Flächen der
2 Zipfel sind mit netzförmig verbundenen Leisten besetzt; Vf. sah
ganze Nester von Nervenhügeln, wie sie aus der Haut der Fische
hinlängl. bekannt sind und wie sie von Blaue auch im Geruchorg.
vieler F. nachgewiesen wurden. Bei T. pardalis [subg. Gastrophysus]
fand Vf. in der Höhlung des Tent. klappenartige Hautbildungen
ebenfalls mit Nervenhügeln, ebenso bei Diodon macul. Bei Tetr.
papua [sub. Anosmius, ohne sichtbare Nasentent. od. Grube], zeigt
ein schwarzes Fleckchen die Stelle an, wo der hier sehr verkümmerte
Nerv endet, anscheinend ohne specifische Geruchsorganisation. Bei
allen Sp. fehlt eine eigenthche im Schädel versenkte Riechgrube u.
der Riechnerv ist durch die starke Entw. der Kiefermuskulatur in
die Höhe gedrängt dicht bis an die Haut. Anat. Anz. H 652 — 7,
4 Xyl; auch in: Festschrift für v. Kölliker, mit Tafel (s. bei
Muskulatur S. 285).
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 1. 19
290 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Vergleiche über Nase: Gegenbau r, Blaue's Ansicht kritisirt
(s, S. 279); Moseley, N. olf. u. Riechhaut fehlt bei Ipnops
(s. S. 276).
. Sjchiefferdecker, „üb. d. Fischauge". Findet bei Leuciscus
(„Plötze"), Esox u. (?) Clupea alosa („Maischolle") die Retina im
obern Theil besser entwickelt, \dell. wegen besserer Ernährung durch
die benachbarte Chorioidealdrüse. Bei Leuc. wird das Pigment-
epithel glänzend. Bei Esox u. Cypr. carpio liegt im ob. Theil der
Cornea eine Zahl gelber Pigmentz., welche die Farbenwahrnehmung
beeinflussen dürften. Anat. Anz. II 381 (11 Zeilen).
H. Virchow bemerkt hierzu, dass eine Fovea centr. von Syn-
gnathus bekannt sei, u. dass die Chordr. die Ernähr, der Stelle nicht
vermehre. Ebd. S. 382.
J. P. Nuel, developp. phylogenetique de l'organe visuel des
vertebres. Die geringere Ausbildung der Kopf beuge lässt bei Embry-
onen von Petromyzoon planeri erkennen, dass der Ursprung des N.
opt. ursprüngl. hinter dem Infundibulum liegt u. somit ist der N.
opt. einem Spinalnerven homolog u. der 1. Cerebralnerv , das zuge-
hörige Intervertebralganglion ist die Retina, die Linse entspricht dem
Sinnesepithel. Arch. de Biol. VII 389—409, 3 Xyl.
Vergleiche über f'Auge: Beard, Parietalauge (s. S. 287);
Smith, am Auge des Lepadogaster ein ?Schutzorgan oder ?Reflektor
(s. Syst., Gobiesoc); über das Fehlen des Au. bei Ipnops, s.
Moseley (S. .279), Lendenfeld (S. 274) u. Günther (Tiefseef.,
geogr. Verbr.).
Gefässsystem (nebst Thymus u. Thyreoidea). H. J. Ham-
burger, durch Salz- u. Rohrzucker -Lös. bewirkte Veränder. der
Blutkörp. Vf. findet bei Tinea, dass das Serum gleichwirkend mit
einer Na Cl-Lösung von 0,936 Proc. ist; beide müssen mit 145 V. Pr.
Wasser verdünnt werden, um Haemoglobin ausziehen zu können;
die Plasmolyse ist ähnl. wie bei Vogel- u. Amphibien-Blut und der
Pflanzenzelle; bei Säugerblut bewirkt weder Verdünn, noch Concen-
tration Plsml. Arch. für Physiol. (A. f. A. u. Ph., Abth. Phys.) Jg. 87,
S. 42, Tf. 1, Fig. 39—50.
C. J. Eberth, „z. K. der Blutplättchen bei d. nied. Wirbth."
Auch bei Fischen (die bisher nur Loewit 85 hierauf untersuchte)
gibt es Blutk. der 3. Sorte, die sich durch Farblosigkeit von den
farbigen, durch nichtamöboide Form von den weissen Bltkp. unter-
scheiden; sie sind leicht veränderlich und bilden durch Klebrigkeit
gern Zellhäufchen und Thromben. Herkunft unsicher. Sind nicht
(Hayem) werdende farbige Bltk. Abb. des Blutes mit diesen kern-
haltigen Spindeln aus Leuciscus, Tfl. II f. 1, 2, 3. Festschrift, A. v.
Kölliker gew. von s. Schülern, Leipzig, 1887, S. 35 — 48.
D'Arcy W. Thompson, „Blutkörper der Cyclostomata''. Die
rothen von Myxine sind 26 /f lang, 10 br., 3 dick, der Kern leicht
färbbar, rundl. od. stabf. (also ähnl. anderen Fischen), die weissen so
gross wie die menschlichen, fast ebenso zahlreich wie die rothen,
in dei' Ichthyologie während des Jahres 1887. 291
mit grossem Nucleus. Die r. von Petrom. mar. sind kreisf., 12 — 14 fi
Durchra., Kern klein, excentrisch, schwer färbbar; die w. Bltk. sind
3—4 mal so zablr. als die r., Nucl. klein; Uebergänge zu den rothen
scheinen vorzukommen. Merkwürdig ist, dass (nach Shipley) die
Ammocoetes noch ovale r. Blkp. besitzen wie Myx. Weisse Bltk. sind
bei Fischen sonst sehr gering an Zahl. Ann. Mag. N, H. (5) XX,
231—3; auch in Anat. Anz. II, 630.
J. C. Ewart, Presence of Bacteria in the lymph etc. of living
fish and other Vertebr, Vf. beschränkt die Angaben von Olivier u.
Riebet (C. r. 1883, Febr., Sept.), wonach nicht nur die Lymphe,
sondern auch Blut u. alle Muskeln etc. u. zwar bei allen Species
Bact. enthalten, dahin, dass normal höchstens die Bauchhöhle u. die
benachbarten Theile inficirt seien, bei der Forelle und einigen Seef.
(Raja, Acanthias, Lophius) fand Verf. selbst die Bauchh. frei. Die
Bact. stammen aus dem Darminhalt. In wärmerem Wasser lebende
F. haben mehr Bact. Viell. veranlasst diese UnbequemUchkeit das
period. Wandern in kälteres Wasser. Die Bact. scheinen nicht zu
den Fäulnissb. zu gehören. Bei gesunden Amphibien, Rept., Vögeln
u. Säugern, fand Vf. weder Micrococcen noch Bact. in den Bauchh.
Die Fische zeichnen sich also hierin aus. — Pr. r. soc. Edinb. XIV,
262 — 70. Vf. citirt: Ichthyopathologischer Jahresber. d. Münchener
Thierarznei-Schule 82/83. Auszug: Nature, Vol. 36, 251,
J. E. V. Boas, ,,Ueb. d. Arterienbogen der Wirbelthiere". Bei
allen Classen sind 6 Artbg. anzunehmen, der 5. ist nur bei Säugern
noch nicht nachgewiesen; das 3. Paar liefert die Carotiden, das 4.
die Aorta, das 6. die Lungenarterien. Morph. Jahrb. XIII, 115 — 8,
Taf. I (Fig. 1 : Ceratodus).
P. Mayer, ,,über d. Entw. des Herzens u. der gross. Gefässstämme
bei den Selachiern'-. Unters. Pristiur., Scyll, Mustelus, Torp., Raja.
Die Vena subintestinalis legt sich doppelt an (geg. Balf.), vne die
Aorta. Da bei niederen Würmern die Gefässe auch doppelt sind,
so entsteht damit für d. Ableit. der Vertebr. von Würmern kein
Hinderniss. Die Auffindung von metamerischen Anastomosen zw.
Venen u. Aorten im Embryo der Sei. stützt sie sogar. Das Herz tritt
zwar bei Sei. ontogen. als einfaches Organ auf, wenigstens für das
theoret. wichtigere Endocardium; indess ist, da dicht vor u. hinter
dem H. die Gefässe typisch doppelt sind, wohl auch das Herz urspr.
doppelt gewesen (wie bei höh. Vertebr.). Das erste ont. Auftreten
des Gefsyst. erfolgt am hinteren Rumpf, und zwar erscheinen zuerst
die dem Darm anliegenden Gef,, die V. card. viel später. Mitth.
zool. Stat. Neapel, VII, 338—370, Tfl. 11, 12.
Ch. Julin, „des origines de l'aorte et des carotides chez les
Cyclostomes. " Aei Ammocoetes tritt die Gar. interna jederseits aus
der 1. V. branchialis hervor, kurz vorher ehe diese sich mit der
gegenseitigen V. br. zur Bildung des Aorten -Anfangs vereinigt; die
C. int. versorgt die dorsale Hälfte der Kopfregion. Die C. externa
entspringt jederseits schon unten aus dem Anfang der 2., 3. u.
19*
292 Dl'- F. Hilgendoi-f: Bericht über die Leistungen
4. Kiemenvene ; sie lagert, von der gegenseitigen C. ext. getrennt,
am Boden der Kiemenhöhle; die 2 C. ext. versorgen die ventrale
Kopfregion. Die Aorta entsteht aus dem Rest der 1. — 4. V. br. u.
aus der ganzen 5. — 8. V. br., sie ist von vorn (Ohrkapsel) bis zur
Schwanzspitze einfach. — Die Art. br. und die V. br. schliessen sich
bei den Petromyzontidae an die Kiemenbögen an, d. h. sind 8, bei
den Myxin. dagegen an die Kiemen- Säcke u. entsprechen hier der
Zahl der Säcke Bei Petr. fluv. vereinigen sich die 2 Car. int. auf
eine kurze, bei Bdellost. u. Myxine auf e. lange Strecke u. bilden
dann (aber nur scheinbar) e. Fortsetzung der Aorta. Die C. externae
beim erwachs. Petrom. sind noch unbekannt (viell. ähnl. wie bei
Amm.), was J. Mülller u. Rathke dafür hielten, sind nur Zweige der
C. int. ; bei Bd. u. Myx. entspringt die C. ext. ähnlich wie bei Amm.
von der Basis der Venae brauch. Anat. Anz., II, 228 — 38 (4 Xyl.).
F. Hochstetter, „Beitr. zur vergl. Anat. u. Entwicklgesch. des
Venensystems der Amphibien u. Fische". Injicirte mit Teichmann's
kalter Kittmasse; Forellenembr. lebend beobachtet, zuweilen auch
Schnittserien. Untersuchte Selachier (beiTriest): Acanthias, Mustelus,
Scyllium, Squatina, Raja (schulzii, miral., clav.), Trygon past., Myliob.
aq., Torp. mann. Ferner: Acip. sturio u. Teleostei : Anguilla, Esox,
Salmo, Tinea, C. carpio, Chondr. nasus, Phrynorhombus, Platessa,
Solea, Crenilabrus, Serranus, Uranosc, Scomber, Cepola, Lophius,
Mugil. — Ein Nierenpfortadersyst. , zu dessen Bildung auch die
Caudalvene sich auflösst, ist bei allen Sei. u. vielen Tel. vorhanden.
Die Sei. zeichnen sich durch Sinusbildungen u. Communicationen an
den grossen Venenstämmen vor den Tel. aus, am einfachsten ist
hierin Acanth. u. Sqat. Eine Verbindung zw. Lebervenensinus u.
Cardinalvenen (Raja) ist der erste Anfang zur Bild, einer Vena
Cava. Für die Tel. kommen Jacobson's Angaben (von Cuv. u. Owen
verworfen, von Hyrtl u. Jourdain aber bestätigt) voll zur Geltung.
Für dessen 3. Fall, Verb, der Caudv. mit Pfortader, giebt Tinea ein
Extrem, indem diese Communicationsvene schon hinten im Schwanz
selbständig wird; die Caudv. geht mit dem Hauptast direkt in die
Cardv. über, ein 3. Ast löst sich in der Niere auf. Asymmetr.
Bildung der 2 hint. Cardinalv. ist bei Tel. die Regel. — Entw. bei
Selach. : Zuerst erscheint die Subintestinalvene, hinten als Caudalvene
beginnend , die Caudv. verliert dann diesen Zusammenhang u. geht
gabelförmig in die 2 neugebildeten Cardinalv. über, anfangs direkt ;
später beim Andrängen des Mesonephros bildet sich in diesem das
Capillarnetz zw. Caudal- und Cardv. Die Subintestv. ist inzwischen
zum Lebercapillarnetz zerfallen. Sinus u. Communicationen im Vorder-
leibe entwickeln sich später. Entw. bei Tel.: Bei S. salvelinus fand
Vf. in manchen Brüten fast jeden Embryo mit 2 symmetr. Dotter-
venen, bei den andern Brüten dagegen fast jeden (Tf. IV, Fig. 10)
nur mit einer (linken) Dottv. versehen, das Gefässnetz schiebt sich
in letzterem Falle ventral über die Mittellinie nach der rechten
Dotteroberfläche hinüber. Arterien treten nicht in die Dottersack-
circulation ein (gegen Vogt, dessen Angaben üb. Coregonus sonst
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 293
meist bestätigt werden), während bei Selach. ein Aorta -Ast zum
Dotter geht. — Die Vertretung der schwindenden Subintestv. durch
die Cardv. ist bei den Tel. am vollständigsten, bei Sei. bleiben Spuren
der Sbintv., bei Petromyzon bleibt dieselbe ganz bestehen. Amphioxus
(mit bleibender Sbintv. u. ohne Cardv.) und andererseits Lepidosiren
(ohne Subintv, u. ohne Cardv. aber schon mit V. cava inf.) weichen
ganz von den typ. Fischen ab. Morph. Jahrb. XIII, 119 — 172 (auf
Fische bez.: Xyl. 1—4, Tf. II, 1—3, IV, 10).
T.Jeff. Parker, Blood-vessels of Mustelus antarcticus; a contr.
to the morph. of the vasc. System in the Vertebr. Behandelt auch
Scymnus lichia u. Callorhynchus. Zahlr. Communicationen zwischen
Arterien: zw. link. vord. u. r. hint. Carotis u. entsprechend symmetrisch,
ferner zw. den 2 Art. brauch, effer. jeder Vollkieme, sodann zw. der
von der A. subcl. abzweigenden und dann ganz ventral, unter dem
Truncus arter. liegenden A. hypobranch. u. den Artt. brauch, effer.
Noch zahlreicher sind die Comm. zw. Venen, die überdies reiche
Sinus erzeugen : Hyoidsinus communicirt mit V. jugularis, der jug. inf.
u. mit dem Sinus der Gegenseite; die 2 Venae card. mit einander u.
mit der V. portae; die lateralen V. mit einander, die Cloakalvenen
desgl.; die vordere ventrale Hautv. geht vorn in die laterale V.,
hinten in die V. iliacae; die laterale Hautv. comm. vorn mit der V.
subscap. u. hinten mit den caudalen u. dors. Hautvenen. Ein Nieren-
pfortader-System besteht auch bei den Selachiern. Die Entwickl. der
Kiemenarterien, die Derivate der embr. Subintestinalvene, die Homo-
logie der Lateralvene mit der V. epigastr. der Amphibien etc. werden
behandelt. Philos. trans. roy. soc. Vol. 177, part 2, p. 685 — 732,
Taf. 34-37, Xyl.
T. J. Parker, Bem. zu: „Blood-vessels of Mustelus antarct.
(Phil. Trans. 86)". Auch bei M. ant. existirt die Anastomose zw.
den 2 Orbitasinus, der Interorbitalsinus, wie bei Scyllium, er ist
aber nur 1 mm dick (bei e. Expl. v. 1 m). Proc. r. soc. Lond.,
Vol. 42, 437.
G. E. Laguesse, developp. de la rate des poiss. oss. ; C. r.
soc. de Biol. (Paris) (8) IV 458—60.
Vergleiche über Gefässsystem: Coggi, Gef. u. ro the Körper
der Schwimmbl. (bei Darmcanal); Ryder, Dottergef. v. Gastrosteus
(Entwickl.); Stuhlmann, Uterusgef. des Zoarces (Generationsorg.);
Günther, Gef. an Darm u. Schwimmbl. v. Neobythites (Syst.,
Ophidiidae); Zograff, Klappen des Con. art. von Acipenser (Syst.);
Parker, Herz v. Carcharodon (Syst., Squali); Günther, Con. art.
von Chlamydosel. u. Centroph. (Syst., Squali); Dohrn, Gef. u.
Thyreoidea v. Petromyzon (bei Entwickl.).
Darmkanal u. Schwimmblase. Fr. Decker, „zur Physiologie
des Fischdarms", unters. Esox, Perca, S. fario, Anguilla, Luciop.,
Tinea, Leuc. ceph., Abr. brama, C. carpio, Barbus, Cob. foss. Vf.
findet: 1, Nicht nur die Magenschleimhaut, sondern auch der Oeso-
phagus, der Mittel- u. Enddarm, die Cloake u. die App. pylor. geben
294 I5i'- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
mit 0,1% Salzsäure ein Extract, das auf Fibrin verdauend wirkt,
also ein dem Pepsin ähnliclies Ferment enthält. 2. Bei Fischen ist
die Absonderung dieses Ferments nicht an eine cubische oder conische
od. polyedrische, als Haupt- oder Belegzellen anzusprechende Zell-
form gebunden, sondern kann ebenso von schmalen, cyUndrischen,
vi^ährend der Sekretion möglicherweise Becherzellenform annehmenden
Zellen der Oberfl. einer drüsenlosen Schleimhaut vollzogen werden.
3. Das Fibrin wird nicht nur gelöst, sondern auch in Peptone über-
geführt. — Festschr., A. v. Kolliker gew. von s. Schülern, Leipz.
1887, 40, S. 387—411.
E. Bornand, et. histol. des nerfs et de la muqueuse buccale
chez les poissons. Die Mucosa buccalis enthält ausser gewöhnl.
Epithelz. u. Schleimz. (offenen u. becherf.) auch Stäbchenzellen, die
aus e. epithelialen Nervennetz her versorgt werden. Bull. sog. Vaudoise
(Lausanne) 2, Vol. 23, p. 6-19, Taf. 2.
A. Coggi, „corpi rossi della vescica natatoria di alc. Teleostei".
Vf. untersuchte das Epithel, welches die „rothen Körper" der
Schwimmblase an der Innenfläche der Schwbl. überzieht. Dasselbe
ist ein gleichmässiger dünner Belag bei Cyprinus, Esox, den Murae-
nidae u. den Verwandten (d. h. dem 1., 2., 4. Typus MüUer's):
„nichtepitheliale r. K."; es erscheint dagegen in der Umgebung der
r. K. verdickt, gefaltet u. mit den auf die Wundernetze folgenden
Gefässen durchsetzt bei den Formen vom (3.) Perca-Typus M.'s.:
„epitheliale r. K." Anfangsstadien dieser stärkeren Ausbild, des Ep.
zeigen die Scombresoc, Mugil, Gobiidae, mittlere Stadien die Trig-
Hdae, Gadidae, Scopel. , Plectognathi u. Lophobr., höchste die
Labridae, Perc. , Dentex. Letzterer hat im mehrschichtigen Epth.
Riesenzellen (üb. 100 // Durchm.). Mitth. zool. Stat. Neapel VII,
381-400, Taf. 14.
L. Charbonnel-Salle, Recherches experim. sur les fonctions
hydrostatiques de la vessie natatoire. Vf. bestätigt die Ergebnisse
A. Moreau's (1876), wonach Borelli's Theorie, die noch immer in
Lehrbüchern sich hält, falsch ist. Vf. befestigt am Rücken des
Fisches eine ihn hebende Blase mit Luft u. am Bauche ein Gegen-
gewicht, das entweder zu leicht oder zu schwer ist, so dass der Fisch
sich gezwungen sieht, nach Kräften bezw. abwärts oder aufwärts zu
streben. Wird der Luftdruck innerhalb der Blase durch ein nach
aussen geleitetes Rohr (Trocart u. Gummischlauch) manometrisch
(mit Registrirapparat) gemessen, so findet sich, dass der Fisch weder
durch Compression noch durch Druckminderung das Volum der
Blase zu ändern trachtet. Dieses V. ändert sich allerdings bei ver-
schiedenem Niveau je nach der Höhe der Wassersäule, aber genau
so, wie es in der Blase über dem Rücken, deren Druck auch mano-
metrisch registrirt wurde, sich ändert, d. h. also nur passiv, nicht
durch Muskeldruck. Scharfe Biegungen des Körpers können die
Blase comprimiren, haben aber wegen kurzer Dauer der Compression
keinen Einfluss auf Steigen und Fallen des Thieres. Bei Fischen mit
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 295
getheilter Blase (Tinea) finden Druckveränderimgen in beiden Ab-
theüungen gleichzeitig statt (mit 2 Trocarts constatirt), sodass ein
Heben oder Senken des Vorderkörpers durch diese Theilung (J.
Müller) nicht erzielt wird, Unters, an Perca, Esox, Anguilla;
Schwimmblasen mit besonderen Muskeln viell. physiol. verschieden.
Annales des sc. nat. (7) II 303—331 (6 Xyl., Curven).
M. Traube-Mengarini: Gase der Schwimmblase der F., I. Nur
üebersicht. d, Litteratur. Atti r. acc. dei Lincei, Jg. 2(S4. (4) Rendic.
III. 2. Sem., p. 55—6-2.
Günther, Tiefseefische, ChaU.-Rep„ Zool. Vol. XXII 172. Die
Schwimmblase von Gonostoma denud. hat keine Communication mit
dem Darm, obgleich die Gatt, zu einer Physostomenfam. (Sternopt.)
gehört, ist sehr entwickelt, mehrere Muskeln setzen sich an sie;
Magen lang, bHndsackartig; Coec. pyl. 7, kurz. Aehnl. Muskelapparat
zur Gascompression auch an der Schwbl. von Photichthys (Fam.
Sternopt.), p. 178.
H. Corblin, Rech, sur la locomotion du poisson et sur la
fonction hydrostatique de la vessie natatoire. Vf. kommt zu ähnl,
Resultaten wie Charb.-SaUe. C. r. soc. de biol. (Paris), (8) IV
652—4.
Vergleiche üb. Darmk. u. Schwimmbl: Krukenberg, Harn-
stoff in der Leber (bei Niere); Günther, After (abnorm?) weit
vorn bei Trachichthys trailli (Systematik, Berycidae); Günther,
Abb. des Darmk. v. Scombrops (Syst., Percidae); Stuhlmann,
Darmk. des Fötus v. Zoarces (s. Generationsorg.); Guitel, Schwimmbl.
wird bei Lepadog. anfangs zwar angelegt, fehlt aber später (Syst.,
Gobiesoc); Günther, Darm u. Schwimmbl. der Notacanthini (s. Syst.),
desgleichen v. Neobyth. (Syst., Ophidiidae), ferner von Bathysaurus
ferox u. Bathypterois (bei Scopelidae), von Bathytroctes (bei Alepo-
cephalidae), von Halosaurus (bei Halosaur.); Cunningham, die
Schwimmbl. v. Clupea sprattus öfthet sich hinten nach aussen (s.
Genarationsorg.); Iwanzow, Darmk. u. Schwbl. von Scaphirh. mit
Abb. (Syst., Acipens.); Zograff, Zähne der Knorpelganoiden (ebd.);
Parker, Darmk. von Charcharodon (Syst., Squali); Günther,
Darmk. v. Chlamydoselachus u. Centrophor. (ebd.).
Athmungsorgane. Metamerie d. Kiemenbögen u. Zurückweisung
der zahlreichen hypothetischen Kiemenspalten, s. Gegenbaur (Skelett,
S. 277). — Athmung des Protopterus in seiner Cyste, s. Wieders-
heim (Systematik). — Athm. des Fötus von Zoarces, s. Stuhlmann
(Generationsorgane). — Verkümmerung der Kiemenblättchen bei
Tiefseef, s. Günther (Geogr. Verbreit.).
Niere, Nebenniere. C. Fr. W. Krukenberg. „Die Harnstoff-
retention in den Organen der Rochen und Haie". Die Menge des
Harnstoff" ist in den Muskeln meist grösser als in den Nieren, die
rothen Muskeln sind kaum ärmer daran als die weissen; die Leber
hält nur wenig Hst. zurück, die elektr. Organe sehr viel, z. Th. in leicht-
296 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
gebundener Form. Schon der Dotter der Eier u. junge Embryonen
zeigen hoben Gehalt. Centralbl. f. d. mediz. Wiss. 1887, No. 25, 5 S.
Vergleiche über Niere: Günther, einzelnes üb. die äussere
Erscheinung in Challenger Report. Zool. XXII; Iwanzow, Abb. der
Niere etc. von Scaphirh. (s. System. Acipenser.); Ryder, Spinndrüse
V. Gatrosteus (s. Entwickl.); Hochstetter, Blutlauf der Niere (s.
Gefässsyst.); Beard, ektod. Entwickl. des Vornierengangs (s. Entw.);
Brook, desgl. bei Salme fario (ebd.).
Generationsorgane (Hermaphroditismus, sekundäre Geschlechts-
charaktere). F. Stuhlmann, „z. K. des Ovariums der Aalmutter
(Zoarces vivip.)" stellt an Embr. von 3,4 — 5,8 mm fest, dass das
Ovarium (mit Rathke) als ein aus 2 seitl. einzelnen Ov. ver-
schmolzenes zu betrachten ist, u. dass der Hoden sogar noch deut-
lich die Trennung in 2 Theile zeigt (p. 9). Das Hinterende des
Ov. geht histologisch so allmählich in den Oviduct über, dass eine
gesonderte Entstehung beiden unwahrscheinlich ist (p. 10). — Die
Granulosazellen sind keine Wanderz., sondern Z. des Keimepithels.
Die jüngsten Eizellen sind bei Pikrokarmin-Haematoxylinf. als solche
schon durch röthliche Färbung des Kerns, während die Kerne des
Keimepithels blau sind, erkennbar (p. 12). Festere, stark färbbare
Partikel des Dotters („Dotterkern" Schütz) werden weder vom Keim-
bläschen noch von der Granulosaz. geliefert, sondern büden sich im
Dotter selbst dicht neben dem Keimbl. ; die eigenthchen Dotter-
partikel erscheinen viel später. Die kleineren Nucleoli sind abge-
löste Stücke des grossen. Zwei verschiedene Zonen des Eiplasmas
(v. Bambeke, Ransom, His) sind bei Zoarces nicht vorhanden, wenn
man nicht die Dotterkernlage als Grenze ansehen will (p. 17). Das
Keimbläschen erhält (durch amöboide Bewegungen) Protuberanzen,
die je einen der kleinen Nucleoli enthalten (p. 18). Auch die Dotter-
bildung geht im Innern des Eies (dicht neben der schwindenden
Dotterkernzone) ohne Betheiligung des Follikelepithels vor sich (p. 23).
Ob die Zona rad. von letzterem oder vom Ei stammt, bleibt zweifel-
haft. Die Eier bilden sich beim embryonalen Z. auf Längsleisten des
Ovars, bei den späteren Nachschüben aber nur in der Nähe der
früheren Eier (p. 25). Die Zotten enthalten nur Gefässe, keine
Capillaren, sind also Wundernetze (p. 26); die Gef. der Achse sind
arteriell, die peripherischen venös (p. 30, gegen Rathke). Die Zotten
des Ovariums sind entleerte Eifollikel, die nunmehr stark mit Blut
durchströmt für die Ernährung der aus ihnen in die Ovarialhöhle ge-
tretenen Embryonen zu sorgen haben (p. 29). Die hier stark
wachsenden Foetus verschlucken die Flüssigkeit der Ovarialhöhle;
deren Serum wird im Mitteldarm verdaut, die zahlreichen Blut-
körperchen aber erst in dem sehr entwickelten Enddarm (p. 40).
Der zur Athmung des Fötus nothwendige SauerstoÖ' wird durch diese
Blutk. geschafft (p. 41); die sehr geringe Menge der Ovarialfiüssigkeit
könnte für eine Kiemen- oder Hautathmung nicht genügen. Der
Koth bleibt im Darm angehäuft. Das Verhalten der Harnsekretion
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 297
bleibt unaufgeklärt. Ein besonderer, hinterer Ovarialtheil , der für
die Ernährung der Fötus secernirte, existirt nicht. — Abhdl. aus d.
Gebiete d. Natw. v. Natw. Verein in Hamburg, Bd. X, 48 S., 4 Tfln., 4^.
J. T. Cunningham, „Development of the Oviduct in Teleosteans".
Bei Clupea sprattus 5 cm 1. entsteht neben dem Mesenterium ein
Band; von dessen medianer Fläche entwickelt sich eine Falte, die
auf der later. Fläche Eier ausbildet ; eine Falte von der later. Fläche
des Bandes wächst der Keimfalte entgegen, um die Höhlung des
Ovars zu schliessen. Nach hinten zu verschwinden zuerst die Falten,
dann auch die Bänder. Die Schwimmblase öffnet sich hinten links
vom Anus. Bern, über unreifes Ovar von Zoarces. Pr. r. phys. soc.
Edinb., sess. 116 (86/7), p. 342—5.
J. T. Cunningham, „The eggs and larvae of Teleosteans."
11 Sp. sicher bestimmbarer Arten beschrieben, wobei mehr der
Systematik als der Histologie Rechnung getragen wird: Clupea
harengus, Salmo levenensis, Osm. eperlanus (die äussere Schicht der
Z. rad. stülpt sich um und wird zu einem haftenden Stiel), Pleuron.
platessa, flesus, limanda, cynoglossus (die Entwickl. eingehender
verfolgt), microceph., Gadus aeglef., Cottus scorpius, Liparis mont.,
Cyclopterus lumpus. Ferner 3 pelag. Eier u. Larven beschr., deren
Species unbekannt (wie vorige 11 von der schottischen Küste): Ei
mit Perivitellarraum fast so dick als der Radius des Dotters, Dotter
ganz homogen u. durchsichtig, Durchm. 2,1 mm.; Ei von 0,84 mm
Dm. mit 1 Oelkugel (nahe am Schwanzende), wahrsch. Motella sp.;
Ei etwas oval 0,97 mm 1., Dotter ganz pellucid mit polyedr. Zer-
klüftung, ein ähnliches von Agassiz fälschlich als Osmerus-Ei beschr.,
nach Hensen (briefl.) viell. Cl. sprattus, nach Vf. viell. Anguilla.
Endlich Eier (30 Fd., Golf von Guinea) 1,5 mm Dm. mit je 1 Schopf
von Fäden, durch welche die Eier sich verbinden, am Gegenpol ein
Büschel kurzer Fäden. Alle diese Objekte abgebildet. — Vf. giebt
dann p. 108 — 130 e. Uebersicht über die bisher bekannten Eier u.
Larven nach den FamiHen [Owsjannikow (85) nicht berücks.]. Bez.
der Scombresocidae weist Vf. darauf hin, dass anscheinend der Anus
der Larve dicht am Dottersack anhegt u. danach die Fam. nicht zu
den Physostomen gehöre, sondern (mit Claus 1882) eher zu den
Anacanthini. Bei Esox entwickeln sich die Bauchfl. nicht aus den
ventr. Flossenfalten, welche noch lange nach dem Auftreten der beiden
V. zwischen diesen fortbestehen [gegen die Thacher'sche Theorie].
Kein Physostome hat pelagische Eier, der Anus der Larve immer
weit vom Dotter entfernt. Unter den Anacanthinen hat allein Lota
sinkende Eier, aber deren Struktur u. die Larvenform stimmt mit
denen der Gadiden. Bei den Labridae hat nur 1 Genus (Creni-
labrus) adhaesive, die andere alle pelag. Eier; der Anus der Larve
ist ein wenig von dem Dotter entfernt (Avie auch bei Temnodon),
aber lange nicht so weit wie bei den Physostomen; die Chorda ist
immer bei ihnen multicolumnar. [Im Ganzen kennt man etwas über
die Fortpflanz, nur bei 35 Familien.]. — Der Schlussabschnitt,
298 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
„Reifung u. Befruchtung des Teleostier-Eies" (p. 130 — 3). Die
erste Theihmgsebene bei der Furchung geht nicht der Eioberfl.
parallel (Hoffm.), sondern entspricht einer Meridianebene; Hffm.
wahrsch. optisch getäuscht. Der Austritt vom (1) Polkörper an
Pleuren, limanda u, cynogl. beob. ; er findet auch ohne vorherige
Befruchtung statt, aber langsamer, dagegen aber keine Furchung
ohne Befr. — Trans, roy. soc. Edinb., Vol. 33 p. 97—136, Taf 1—7.
Mcintosh, „The eggs of fishes." Eine Vorlesung, nichts neues.
Abdr.: Buü. U. S. Fish C. VII, 58—62.
Fr. Raffaele, Uova e larve di Teleostei. I. Vf. Hess pelag.
Eier (Winter) sich entwickeln u. erhielt 30 mm 1. Brut, Clupea pil-
chardus? IL Ei (oval, Sommer) u. Larve von Engraulis. BoU. Soc,
di natur. in Napoli (1) I fasc. 1, p. 53—8 bez. fasc. 2, p. 83 — 84.
Bob. Scharf f, Ueb. das intra-ovariale Ei einiger Knochenfische.
Untersuchte Gadus vir., aegl., lusc, merl, Lophius, Salmo salar,
Anarrhichas, Conger, Blennius pholis, Hippoglossoides, haupts. Trigla
gurn., weil diese im Ov. gleichzeitig alle Eistadien enthält, im St.
Andrew's Marine Laboratory. Der Dotter lässt eine innere, dichter
gekörnte Zone erkennen. Die Zone selbst wird wahrsch. auch durch
Zutritt von Substanz aus dem Nucleus erzeugt, später wird diese Z.
absorbirt u. der N. wird kleiner u. lässt jetzt keine Membran er-
kennen. In diese innere Z. treten Nucleoli aus dem Kern, die viell.
bis zur Peripherie des Eies dringen, um die Nuclei des Follikel-
epithels zu bilden ; sie nehmen meist noch eine Hüllschicht aus dem
Kern mit und täuschen dann Zellen vor [vgl. Owsiannikow, Bericht
85, S. 349]. Diese Bläschen mit ihrem Nucleolarinhalt sind die
,,Dotterkügelchen" ; bei der Reifung des Eies werden sie erst fein-
körnig, dann durchsichtig (nun als ,,Oelkugeln" bezeichnet?); in
andern Fällen scheinen sie freilich von aussen her aus dem Follikel-
epithel zu stammen (Protopterus, Beddard). Von Eimembranen beob.
Vf. (am intraov. Ei) zwei, eine stärkere, festere, die Zona radiata
(= Dotterhaut Aubert, Bedd.?, Cunn., Häckel, Eikapsel His etc.,
[äuss.] Yolk-sac Ransom, Z. pelluc. Eimer, Chorion Leuck.,
Rathke, Eischale Oell., Vogt), ihre Streifung ist in Präparaten
nicht immer deutlich, wohl aber an frischen Obj.; bei Tr. gurn. ist
sie 8 fi dick ; zweitens eine gleichfalls gestreifte, halbfiüss. schwächer
färbbare, die Zonoid-Schicht (helle Randschicht Ggb.), die bisher
als äussere Seh. des Dotters gegolten hat. Sie ist bei Tr. 25 fj. dick,
tritt vor den Z. r. auf u. verschwindet bei reifen Eiern, bei Blennius
fehlt sie stets. Eine wirkl. äussere Dotterschicht kann ausserdem
existiren (Trigla), viell. ist die Zona ihr Sekret. Die Nahrung des
nachwachsenden Eies stammt von den Granulosazellen, sie geht zu-
nächst zum Nucleus, dann modifizirt zum Dotter. Fortsätze von
Granz. zur Z. r. sah Vf. nie. Bei Blennius strecken sich die Zellen
der Granulosa auf einer Seite des Eies (statt 7 ,u 32 // dick) u.
secerniren Schleim in eine dem Ei ringf. aufliegende Höhle. Die
Folnkelzellen einstehen schon ehe die Eimembran sich bildet^ ob vom
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 299
Innern des Eies her oder ans Bindegewebe, ist zweifelhaft. Q. Joiirn.
Micr. Sc. Vol. 28, p. 53—74, Tf. 5; Ansz. Pr. R. Soc. Vol. 41, Nr. 250,
p. 447—9.
R. Scharff, Egg-membranes of oss. f., sieht bei Trigla gurn.
innerhalb der Zona rad. eine deutliche Dotterhaut, welche die proto-
plasmatische Rinde des Eies (Periblast) überdeckt; viell. verhalten
sich alle Tel. so. Die Z. rad. ist dann nicht als „vitelHne mem-
brane" (Balf.) zu bezeichnen, sondern als Cuticularbildung zu be-
trachten. Die Z. r. von Anarrhichas spaltet leicht; die von Gadus
morrhua ist zart u. scheinbar nicht porös. Rep. 56. meet. Brit. ass.
adv. sc. (86), 698.
C. Benda, ,,zur Spermatogenese der Wirbth.". In allen Wrbth.-
Classen (incl. Selachii) finden sich im Hoden 2 morphol. u. funk-
tionell verschiedene Zellarten, bei den Knochenfischen allein giebt es
nur 1 Art. Mit Swaen u. Msq. nimmt Vf. an, dass die Samenfäden
in dem „runden Z." entstehen u. durch „Kopulation" mit den
„Stützzellen" oder „verästigten Z." zur Weiterentwickl. sich ver-
binden. Anat. Anz. II 369 (u. 358).
J. Brock, „üb. Anhangsgebilde des Urogenitalapp. von Knochenf."
Nur bei Plotosus anguillaris u. Copidoglanis albilabris ist der den-
dritische Anhang zw. Urogenitalpapille u. After bisher gefunden worden.
[Day bildet ihn aber auch bei PL canius, der andern bek. Art, ab;
Cop. zieht Day mit PI. zus.] Vf. findet (an jung. Ex.) als Haupt-
masse Blutgefässe (Venen-Erweiterungen), daneben glatte Muskfas.,
spärUches Bindegewebe; an der Oberfl. liegt Plattenepithel, das an
dem Grunde der Grübchen einschichtig wird, u. unter dem eine
Schicht Cylinderz. liegt, die Vf. als Drüsenz. ansieht. Das Organ ist
ihm ein neuer, merkw. Typus von Hautdrüsen, mit typisch caver-
nösem Gewebe, das ErektiHtät besitzen muss. Es steht wahrsch.
zur Geschlechtsfunktion in Beziehung, das Nähere aber unbekannt.
Zeitschr. f. wiss. ZooL, Bd. 45, S. 532—41. Taf. 25.
Vergleiche über Generationsorg.: Guitel, Eischale v. Lepadog.
(s. System., Gobiesoc); Ryder, Ei von Gastrosteus u. Perca (s.
Entwickl.); Günther, Gener.-Org. der Notacanthini (s. Syst); List,
Ei u. Sperma von Crenilabrus (s. Entw.); Ryder, Eischale v. Icta-
lurus(Entw.); Günther, Gen.-Org. von Bathytroctes (Alepocephalidae)
u. Halosaurus (s. System.); Eierstock u. Ei von Engraulis (s. Syst.);
Möbius, Reifung des Ovar. u. der Testes bei Anguilla (Syst.):
Günther, Gener.-Org. v. Chlamydosel. u. Centroph. (Syst., Squali);
Weber, Fortpfl. v. Myxine (Syst.).
M. Weber, üb. Hermaphroditismus bei Fischen, 2. Mitth.; betrifft
Gadus morrhua, Scomber sc, Clupea har. (s. System.). Vf. findet,
dass bei derselben Gatt, die Form des Herm. eine Gleichartigkeit
erkennen lässt. Tijdschr. Nederl. dierk. Vereen. (2) I 128 — 134.
Secundäre Sexualcharaktere, vergleiche: Steindachner,
bei Dules (Systematik, Perc); Facciola, Ruder der Bauchscheibe
300 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
bei Leptopterygins (Syst., Gobiesoc); Hay, Verringerung der Zahl
der Schlimdzähne bei alten Männchen v. Notropis lutr (Syst., Cypri-
nidae); Lidth, Copulationsorg. (Anahs) bei PoeciHa (Syst., Cypri-
nodont.); Mob ins, Paarungsfarbe bei Anguilla (Syst.).
Entwicklung.
Ontogenie. A. A. Böhm, „üb. d. Befruchtung des Neun-
augeneies". „1, Während der Reifung des Eies rückt das Keimbläschen,
indem es grösser wird, gegen die Oberfläche empor, verbreitet sich
am animalen Pole um das Pol-Plasma zu bilden (gegen Calb.), das
während der Befr. eine aktive Rolle spielt. Die Membran des Keimbl.
schwindet; der Keimfleck wird sehr chromatinarm. — 2, Nach der
Imprägnation wird ein zweites Richtungskörp. gebildet. — 3, Während
der Impr., Hand in Hand mit der Bildung der Dotter- (Befruchtungs-)
Membran, umgiebt sich das Polpl. mit e. neuen, dicken, gefalteten
Membran; sie scheint e. wesentl. Rolle zu spielen, indem sie den
Copulationsact auf e. geringen Raum concentrirt. Sie schwindet nach
der gescheh. Copul. der Vorkerne. — 4, Das Polpl, mit den die Befr.
bewerkstelligenden Elementen, rückt in die Tiefe des Eies, wobei
ein dünner protoplasm. Strang die Hauptmasse des Polpl. mit der
Oberfl. des Eies verbindet. Dieser Verbindungsstrang Hegt in der
Axe des Eies u. kommt in die Ebene der später einschneidenden,
1. Meridionalfurche zu liegen. — 5, Die Befr. wird dadurch ein-
geleitet, dass zuerst der männliche u. dann der w. Vorkern in Stücke
zerfallen, die man mit dem Namen Spermato- resp. KaryoyiuriUn
belegen kann. — 6, Eine Zeitlang kann man die Sp.- u. die
Karmer. mikrochemisch bequem von einander unterscheiden. 7, Die
Meriten mengen sich zunächst nicht mit einander, sondern bilden 2
eng anliegende Gruppen (provisor. Furchungskern). Die Trennungs-
ebene der genannten Gr. fällt mit e. meridionalen Ebene des Eies
zusammen. 8, Ein Merit besteht aus e. chromatinarmen Körper u.
e. chr.-reichen Korn, dem Microsom. 9, Der defin. Furchungskern
entsteht dadurch, dass die Körper der Karyo- u. Sp. -Meriten zu e.
gleichartigen Masse verschmelzen, in welcher die Mikrosomen, die
man nun nicht mehr ihrer Abkunft nach auseinander halten kann,
zu liegen kommen. 10, Aus diesen Mikros. baut sich der Chromat,
Antheil der karyokinetischen Figur auf." Sitzb. Ges. f. Morph, u.
Physiol. München, HI 9—11.
G. Brook; „relation of yolk to blastoderm in teleost. f." Neue
Unters, des Vf. stützen seine Ansicht (Ber. 85, S. 357), dass der
Hypoblast aus dem Parablast sich forme. Die Dottermasse des reifen
Eies wird entw. ungetheilt von einem Protoplasmamantel eingehüllt
(pelag. Eier), oder in einzelne Stücke, zerfällt mit Scheidewänden
von Prtpl. (Clupea), oder steht in einer Weise, die zw. diesen Ver-
theilungsarten (Salmo) liegt, mit d. Prpl. in Berührung. Auch nach
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 301
der Befruchtimg bleibt, selbst bei pelag. E., stets eine Prplhülle be-
stehen, die bei Salmo (nach Oell.) besonders dick ist u. den Dotter
gegen die coagulirende Einwirkung des Wassers schützt. (Genau
genommen sind also alle diese Eier centro-, nicht telolecithal.)
Weil die Dottersubstanz nicht wie bei holoblast. Eiern in die ein-
zelnen Furchungszellen übergeht, sondern e. abgesonderte Masse
darstellt, so ist eine Einrichtung zur Ueberführung des D. in den
aktivem Theil des Eies nöthig; dem Parablast ist diese Aufgabe
zugetheilt. Da bei pel. E. eine peri-^dtelline Blutcirkulation, die (nach
Gensch) ihm entstammen könnte, fehlt, die Parablastzellen aber
ebenso, oft besser, sich entwickeln, als bei Eiern mit priv. Circ,
dürften sie für den Aufbau des Embryo selbst bestimmt sein. Pr.
roy. phys. soc. Edinb. 85/86, p. 186—193.
G. Brook, ,,The formation of germinal layers in Teleostei", ist
die Ausführung seiner vorjährigen Mitth. (Ber. 86, S. 273). Die
Beob. u. Abb. beziehen sich nur auf Clupea harengus; jedem Kapitel
geht e. histor. Einleit. vorauf: Reifes unbefr. Ei, Bildung der Keim-
scheibe, Furchung, die Rolle des Parablast, theor. Betrachtungen.
Die 1. aequat. Furche tritt bei Teleost. wahrsch. früher auf, als man
annimmt; bei Trachinus z. B. ist es wie bei Clupea (u. Rana) die 3.
Trans, roy. soc Edinburgh, Vol. 33, S. 199—239, col. Taf. 13—15.
R. Fusari, ,,la segmentation des oeufs des teleostiens". Unter-
sucht e. Blenniiden: Cristiceps argentatus. Durch 1, dann 1, dann
meist 2 Meridianfurchen werden häufig 8 dreieckige Theile gebildet,
die sich darauf in 4 Paare ordnen. Im Stad. von 32 Blastomeren
sind die 16 centralen von der intermediären Schicht abgelöst u.
anscheinend von den 16 äuss. durch eine Aequatorialfurche ge-
schieden; darauf findet die Trennung in eine oberflächHche u. e.
tiefere Zelllage statt. Die peripher. Blastom. steuern aus ihrer oberfl.
Lage Zellen zur centralen Masse, in der unteren vereinigen sie sich
mit der intermed. Schicht, um den Parablast zu bilden. C. rendus
12. Congres de l'assoc. med. ital., Pavia, Sept. 87.) Arch. ital. de
Biologie IX p. 22—4.
Edw. E. Prince, ,,signific. of the Yolk in the eggs of osseous f."
Bezügl. der Gastrulation vertritt Vf. Häckel's Ansicht, dass der ganze
Rand der Keimscheibe Urmundrand sei. Der Nahrungsdotter, der
bei Teleost. schärfer als bei allen anderen Vertbr. sich functionell
von dem keimbereitenden Theil des Eies sondert, ist weder eine
grosse veget. Furchungszelle , noch ein Syncytium kleinerer, sondern
verhält sich nach Ausströmung der Protoplasmas zur Keimscheibe,
protoplasmat. Corticalschicht, u. zum Periblast, völlig passiv; er dient
erst, nachdem der Embryo weit entwickelt, diesem als Nahrung. Die
Figg. geben mehrere Stad. von Gadus aeglef. — Ann. Mg. N. Hist. (5)
XX, p. 1-8, Tf. 2.
E. Ziegler, ,, Gastrulation der Teleosteer". Die G. der Tel. ist
insofern für das Verständniss der Gastr. der Amnioten von Bedeut.,
als bei solidem Medullarrohr die Mesoderm- Streifen von Anfang an
302 Dl*- F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
hinter dem soliden Can. neurent. sich zur Schwanzknospe vereinigen
können. Rückt diese in das Innere des Blastoderms, so ist das
Homologon des Primitivstreifens gegeben u. es kann dann secundär
wieder zur Entstehung eines offenen C. neur. kommen. Tagebl.
60. Vers. D. Natf. u. Ae., Wiesb., S. 258.
A. Swaen, etudes sur le devel. de la Torpille (T. ocell.), 1. Theil,
Bild, der Gastrula, des Mesoblast u. der Ch. dorsalis. Die im Bericht
f. 1885 S. 358 referirten Untersuchungen werden ausführl. gegeben.
— Arch. de Biologie (E. van Ben. et van Bamb.) VII, 537—585,
Tf. 14—16.
J. H. List [gestorben 1891] „z. Entw. der Knochenf. (Labriden)",
I. morphol. Ergebnisse. Vf. unters. Crenilabrus 5-mac., rostr., ocell. u.
besonders tinca u. pavo, jedoch nur an ungeschnittenen Eiern, und be-
tont die Uebereinstimmung mit der Entw. von Clupea (Kupffer). Die
Eihülle (Zona pell.) im äusseren Drittel mit prismat. Hohlräumen. Ein-
dringen von ISpermatoz. U.Austritt desRichtgkörp.beob.; Keimfortsätze
aus der Rindenlage der Keimsüb stanz ins Innere fehlen. Nach der Befr.
bildet sich ein Eiraum, der aber auch schon durch blosse Einwirk,
von Wasser sich erzeugt. Kernspindeln treten während der Furchung
nicht auf. Zeitweilig wird die Keimscheibe (vom Pol gesehen) ellip-
tisch u. entsprechend plattet sich auch der Dotter von 2 Seiten ab.
Die Kerne der intermediären Schicht werden von den Zellen des
Blastodiskrandes geliefert (die K. wurden früher vom Vf. für abge-
schnürte Zellen gehalten, Biol. Cbl. VIII). Die Ausbildung des Em-
bryonalwulstes, d. h. der ersten Anlage des Embryo, erfolgt nicht
von dem Blastodiskrande aus [d. h. von einer Stelle allmähUg polwärts
fortschreitend], sondern fast gleichzeitig in dem ganzen Meridianstück,
und zwar durch Material, zu welchem alle Theile des Bldsk., nicht
nur der Rand, beisteuern [also keine ,,Concrescenz"]. Von einzelnen
Org. behandelt Vf.: die Augenblasen, Gehörbl., Gehirn, Chorda und
Urwirbel, Herz, Pigmentz., Analblase (aus ihr bildet sich der Darm
hervor). Die Harnblase tritt erst nach Entw. des Darms auf, als
ein Spalt, von dem dann der Ureter nach vorn sich abzweigt ; zuerst
öffnet sie sich in den Darm selbst, später selbständig weiter hinten,
— Zeitschr. f. wiss. ZooL, Bd. 45, S. 595—645, Tf. 31—33, 9 Xyl.
J. H. List, „Periblast bei Knochenf. (Labriden)", Biol. Centralbl.
VII 81—88. Vergl. oben.
J. Rückert, üb. d. Anlage des mittleren Keimblattes u. die erste
Blutbildung bei Torpedo." Balfour Hess noch das mittlere Keimblatt
der Selachier durch Spaltung vom untern her sich entwickeln. Aber
0. Hertwig verrauthete bereits nach B.'s eignen Abbild., dass es hier
durch paarige Auswüchse des untern entstehe. R.'s Untersuch, zeigen
nun, dass in der That am Hintertheil des Embryo, neben der An-
lage der Chorda jederseits eine Einwucherung der hier sich ver-
mehrenden Entoblastz. auftritt, die zuerst ohne Höhle, später m. od.
w. deutlich e. Spaltung in eine parietale u. viscerale Platte zeigt u.
somit eine Coelombildung, sehr ähnlich wie bei Amphioxus, ergiebt;
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 303
die Unterschiede werden durch Mehrschichtigkeit des Entobl. bei
Torp. bedingt. Der bei der Coelombildung im Entoblast entstandene
Defect schliesst sich darauf wieder, der Entobl. grenzt sich von dem
darüberliegenden Mesoblast ab, er wird zum sekundären Entoblast,
nur die caudalwärts davon gelegene Entoblastpartie bleibt noch mit
dem Mesbl. im Zusammenhang. Die Uebergangszone zw, Ekto- u.
Entoblast am Umschlagsrand spielt im weiteren Verlauf durch
Bildung neuer Mesoblastsomiten eine KoUe, sodass nicht der Ento-
blast allein an der Mesoblastbilduug betheiligt ist. Am Vordertheil
des Embryo legt sich später der Mesoblast so an, dass durch den
Zusammenhang des parietalen Blattes mit dem Chordaentoblast u.
des visc. Bl. mit dem lateralen Darmentoblast, besonders beim Auf-
treten einer Spalte zw. visc. u. par. Blatt, das Bild eines Coeloms
sich deutlich ausprägt, obgleich die untere Schicht des Entbl. intakt
bleibt. — Die Chorda entwickelt sich später, aber ähnl. wie der
Mesbl; hinten nimmt auch hier die untere Lage des Entbl. an der
Bildung Theil u. auch eine rinnenf. Einstülpung tritt auf, vom
steuert nur die obere Schicht zum Chordamaterial bei. Wie beim
Mesbl. wächst auch die Chorda hinten am Umschlagsrand nachträglich
in die Länge. — Lateralwärts lässt sich die Coelom- u. Mesoblast-
bildung längs des Umschlagsrandes zwar noch verfolgen, aber sie
modificirt sich mehr u. mehr, so dass der Mesoblast schliesslich durch
eine einfache Abspaltung vom Entoblast sich zu bilden scheint. Dass
die Msbl. -Bildung ringsum vom Rande der Keimscheibe ausgeht,
spricht für die Häckel'sche Auflassung, wonach dieser Rand dem
Urmundrand einer Gastrula entspricht. — Ein Theil des Umschlag-
randes wird zur Bildung der axialen Anlage verwandt; wenn auch
an der Oberfl. keine Naht das Zusammenwachsen der Hälften des
Randes verräth, so wird es doch (im Querschnitt) durch die radiale
Richtung der Zellen, die jederseits neben der Medianlinie das Um-
schlagen des Ecto- in den Entoblast noch erkennen lässt, bewiesen.
Doch entsteht nicht die ganze Embryo-Anlage aus dieser Concrescenz
(gegen His). Diese Concr. stellt die Schliessung des Blastoporus dar,
sie ist bei Selach. indess nur auf eine kleinere Strecke beschränkt.
Bald erfolgt das Weiterwachsen des Randes nur noch in einer
reducirten Weise als dünnes ausserembryonaJes oder Dotterperistotn.
Vf. schildert die Bild, des Can. neurentericus. Hinter dem Embryo
verschmelzen die Ränder des Dottperist., ebenfalls in die jNIedianlinie.
— Die erste Anlage des Blutes erfolgt nahe am Rande des
Dttper., zuerst vorn an der Keimscheibe, als Blutinseln, die zu
Streifen confluiren. Eine Zona pellucida mit hinterer Einbuchtung
unterhalb des Kopfes bleibt blutfrei. Am hintern Theile des Dttper.
entstehen diese Inseln sicher nur aus Häufchen von Mesblz. (diese
lösen sich von der am Umschlagrand entstehenden u. mit diesem
peripher vorrückenden Mesoblastplatte ab); denn dieFurchungselemente
des unterliegenden Dotters sind hier hinten längst verbraucht. An
den seithchen u. vordem Partien des Dttp. dagegen ergänzt sich das
Material für die Blutbildung durch frisch abgefurchte Z. vom Dotter
304 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
aus. In der Blastulaböhle sind es lediglich die zahllosen Mega-
sphären, die zu Blut werden, u. zwar liefern sie nur Blutzellen; die
Höhle stülpt dabei den Ectoblast als Blastode rmhnopf nach aussen
vor. Bei den Umwandl. der Mgsph. an anderen Stellen sind die
Tochterzellen, die an der Peripherie der Zelle entstehen, meist den
Entoblastz. ähnlich u. werden wohl zu solchen u. zu Gefässwandungen,
während die centralen, rundlichen einer Blutinsel gleichen. Die
Mgsph. bilden aber nicht bloss Blut, sondern ausser den Ento-
blastzll. sogar Ectoblz., sie ergänzen eben als Producte einer ver-
späteten Furchung das vorhandene Zellenmaterial des Blastoderms
überhaupt. Die Anlage des Mesoderms erfolgt bei Torp. nur an
einem kleinen Abschnitt des Coeloms so, dass die Zellen im epithelialen
Zusammenhang bleiben u. mithin einen echten Mesoblast darstellen,
meist hat das lockere Gewebe zuerst eher den histolog. Charakter
eines Mesenchyms u. wird erst später epithelial. Dennoch dürfte das
ganze Mesoderm v. Torpedo, so wie das aller Wirbelth. als eine ein-
heitliche Anlage zu bezeichnen sein. Anat. Anz. II, 97 — 112 u.
154—176, 1 Xyl.
A. E. Shipley, ,,üb. ein. Punkte in d. Entw. des Petromyzon
fluv." Der Mesoblast wird ventral gebildet durch Herabwachsen der
Mesoblast-Platten (von hypobl. Dotterz. nach Scott). Der Blasto-
porus wird nicht geschlossen, sondern verbleibt als Anus. Ein neu-
renterischer Canal ist nicht vorh., es gehen solide Stränge von
Darm, Mesoblast u. Rückenmark rückwärts zu einer gemeinsch.
undiffer. Zellmasse. Das Darmlumen ist identisch mit dem Mesen-
teronl., es schliesst sich während des Larvenlebens nicht. In seinem
vorderen Ende bleibt der Hypoblast in Verbind, mit d. Epibl. an den
Punkten, wo die Kiemenspalten entstehen wollen. Zw. den Kmsp.
tritt der Mesoblast herab als Kiemenbögen. Beschreib, der Entw. v.
Wimperring u. Hypopharyngealrinne u. -Balken. Die Platten der
Leibesmuskulatur entwickeln sich jede aus nur 1 Zelle eines Mesoblast-
somiten; die Musk. für Kiemen, Lippe, Auge, welche andrer Struktur
sind, kommen vom ventralen, unsegm. Teile. Die Blutkrp. stammen
V. den freien ventr. Rändern des Mesobl., sie sammeln sich in einem
Sinus, der mit dem Herzen anfangs communicirt und später zur
subintest. Vene wird. Der Segmentalgang legt sich (vorn) als offne
Rinne an, 4 — 5 Stellen bleiben ungeschlossen, es sind die Wimper-
trichter (diese werden also nicht als blinde Zweige des Sgmg. ent-
wickelt); von Anfang an hat der Pronephros doppelte Blutzufuhr:
reines Blut der Aorta zum Glomer., unr. der V. card. zu den Tubuli.
Beschr. der frühesten Stadien des Skeletts. Der Centralcanal der
Medulla entwickelt sich erst nach Abtrenn, des Neuralstrangs ; hat
wohl keine Auskleidung von invag. Epidermis (geg. Calb. u. Scott).
Vom Gehirn erscheinen zuerst (16. Tag) Augenblasen u. Zirbeldr., dann
Trennung zw. Hinter- u. Mittelliirn u. schwache zw. M.- u. Vorder-
hirn. Eine Quercomm. (obere Comm. Osborn) vor dem Stiel der
Zbdr., als erste; um sie häufen sich Ganglienz. als Ggl. habenulae.
Die Ganglien des V, VII, IX u. X kommen von Epiblastverdickungen,
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 305
ihre Wurzeln wahrsch. von der Neuralleiste ; das G. des V zerfällt
in 2 : Gg. ophthalm. u. mandib., welche e. gemeinsame Wurzel haben.
Der N. VII versorgt schon anfangs die 1. od. Spiracularspalte ; auch
wenn diese zum Wimperring wird, bleibt ihr der VII. Eine Ver-
bindung zw. den Ggl. der N. V, VII u. X existirt nicht, sie muss
späteren Ursprungs sein. Der X hat an d. Wurzel e. grosses Ggi.
u. je 1 Ggi. über den 6 letzten Kiemsp. ; vom Ram. later. keine Spur
sichtbar. Der Ursprung der Hirnnervenggl. hat keine Beziehung zu
den Hautsinnesorganen, welche auch in Sh.'s ältesten Larven noch
nicht erschienen waren. Q. Journ. micr. science, Vol. 27, 325 — 370,
Tf. 26—29.
Scott, spricht über Entw. von Petromyzon; 36. meet. Amer.
ass. adv. sc, N. York, Aug. 87. (Amer. NaturaHst XXI 871.)
L. F. Henneguy, „sur le mode d'accroissement de l'embryon
des poiss. osseux". Der Embryo (von S. fario) wächst in die Länge
an der Strecke zwischen dem Kupff. Bläschen u. dem hintersten
(jüngsten) Urwirbel; die Bildung neuer Urwirbel hält fast gleichen
Schritt mit dieser Vergrösserung. Dies ergiebt sich aus mikro-
metrischen Messungen. Danach ist His' Concrescenztheorie nicht
annehmbar; es müsste die Vereinigung der beiden Randseiten schon
vor dem KpfF. Bl. statt finden, um den Henn. 'sehen Berechnungen zu
genügen, während sie sich hinter dem Bl. verbinden. C. r. acad.
Paris, T. 104 p. 85—87.
C. Kupff er, „üb. d. Canalis neurentericus der Wirbelt." Wo
die Anlage des Nervensystems sich nicht über den Blastoporus aus-
dehnt, bleibt dieser als After auch bei Vertrebraten bestehen; so bei
Petromyzon (geg. Benecke) u. einigen Amphibien. Es bildet sich
dann weder ein C. neur. noch ein postanalcr Darm, noch ein
secundärer After. Dies Verhalten ist das ursprünglichste, später
erst kam es zunächst zur gemeinsamen Ausmündung von Darm u.
Rückenmarkskanal in den Blastoneuroporus Wijhe's u. noch später
zur Bild, des C. neurent., welcher das Rudiment des überwachsenen
Afterdarms ist. Sitzb. Ges. Morph. Physiol. München III, S. 1 — 5.
J. A. Ryder. On the development of osseous fishes. I. Gadus
morrhua. Auch hier wird nun eine ,,Nuclearzone" erkannt (Kranz
flacher Zellen am Rande des Blastoderms nach Beendigung der
Furchung). Vf. erkennt jetzt ebenfalls die Gastrulation bei Knochenf.
an als ein ,,centripetales Hineinw^achsen von Zellen vom Rande des
Blastodisks aus". Die grossen integumentären Sinus am Kopf eines
5 mm 1. Jungen abgebildet (Fig. 1, 2); bei andern Species fälschlich
als Flossenfalte gedeutet; sind Lymphräume, welche den Kopf beim
Flottiren nach oben richten (S. 496, 499). Asymmetrie der segment.
Sinnesorg. am Schwanztheil. Drehung des schwimmenden Eies bei
Ausbild, des Embryo, welcher stets unten. Beschreib, des Chester'schen
Bruttrogs. Junge in der Entwickl. bekannt bis 10 T. nach dem Aus-
schlüpfen (5 mm.), dann erst wieder von 20 mm. L. II [Labrax]
lineatus. Xyl. eines 16 T. alten (5 mm.) Expl., wonach A. Ag.'s
Avch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 20
306 Dl'- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Fisch 1882 einer andern Gatt, zugehörig; Bastard von Clupea sapid.
§ u. Lab. Un. ^ Abb. Tf. 2; ähnl. Angabe von Roosevelt 1885 citirt
(S. 505). III. Clupea vernalis, Ei kleiner, Zona rad. dicker als
bei Cl. sapid., Athemkammer fehlt; Abb. der 2 Tage alten Brut
(5 mm), Fig. 8. IV. Idus melanotus. Bem. üb. Ei u. Abb. des
ausschlüpfenden Fischchens (6, 6 mm) Fig. 9. V. Carassius auratus
S. 506. 3 embr. Stadien u. Junges 5 T. alt (5,75 mm) abgebildet,
Fig. 16, 17, 18, 10. VI. Elacate canada, Morulastadium des Eies
u. das Stad., in welchem die Concrescenz des Embryo aus zwei
halben Somitreihen klar ersichtlich ist (vergl. Ber. 85 S. 358), ab-
gebildet, Fig. 14, 15. VIT. Siphostoma fusca (S. 508), 3 Stad. der
Entwickl. abgebildet (Fig. 20, 19, 21, 12), mehrere Correkturen der
Arb. von Mc. Murrich (Ber. 83, S. 451) u. der Ryders 1881; die
Caudalis wird nicht heterocercal, sondern archic. angelegt. Die
Neuralbogen der Wirbel bei den Lophobranchiern sehr auffälHg.
VIII. Monacanthus broccus, Abb. des unbefr. Eies, Fig. 15, mit
sehr kräftiger Keimscheibe. IX. [Gastrosteus] quadracus (S. 511),
Ei mit echter Z. rad., hat knopff. Fortsätze an einer Stelle wie
leiurus, beim Austritt aus dem Ovarium noch ohne Keimscheibe.
Das Bläschen für das Vorderhirn sehr gross aber dünnwandig. Die
Brustfl. entwickelt sich schon im Ei. Gegen die Zeit des Aus-
schlüpfens treten zu dem schwarzen Pigmentz. 3 Längsreihen grosser
brauner Zellen. Die Anlage der Gefässe ausführlicher beschrieben,
auffällig eine (vorübergehende) Asymmetrie der Dottergefässe (Abb.
Taf. 5), der Sinus venosus wird nach rechts gedrängt; diese seitl.
Lage u. einseitige Ausbild, der Aeste bringt Aehnhchk. mit der Area
vasculosa der Vögel hervor. Die segm. Sinnesorgane der Seitenlinie
abweichend von denen bei Gadus angelegt. Macht auf seine früheren
Beobachtungen über den Nestbau u. die Spinndrüsen (publicirt 1881)
aufmerksam. X. Esox reticulatus, Bem. üb. 2 Junge 9 und
11,5 mm. 1. (Fig. 28 u. 29) u. üb. d. Entwickl. der P. (nach Swirski).
X. (b) ,,Species No. 1". Unbestimmbarer Süsswf. ('? Centrarchide) ;
Eier (an Leder) klebend, mit 1 gross. Oeltropfen; dieser tritt nebst
wenigem Dotter zw. Kopf- u. Schwanzende des Embryo als ab-
geschnürter Buckel nach aussen hervor; bis 3 T. alt beobachtet.
Fig. 30 — 34. XI. Perca americana, Ei 3,5 mm, mit sehr dicker
Schale, haupts. aus der elastischen Schicht mit Porenkanälen ge-
bildet (Fig. 35). XII. [Labrax] amer. Schlüpft zieml. unent-
wickelt aus, noch ohne Flossen, Abb. (Fig. 36—44) von 4 Stad. vor
u. 5 nach dem Ausschl. XIII. [Lucioperca] vitrea, Bem. üb. Ei
u. Junge, Fig. 45. XIV. [Cybium] maculatum (S. 520). Schnitte
durch einen 1 Tag alten Fisch nebst kurzen Bem., Fig. 46 — 56.
XV. [Ephippus] faber, laicht im Juni u. Juli, 1 Million Eier;
Furchung schnell, in 1 Stunde bis zum Stadium von 32 Zellen;
Kranz der Marginalz. sehr deutlich; nach 24 St. schlüpft d. Embryo
aus, 2,5 mm 1., 53 St. alt schon Wölbung der Stirn ähnl. den Alten,
Abb. F. 57 — 66; das Larvenstad. wahrsch. leuchtend, Junge V2 — IV4
Zoll 1. mit lebhaften Qbd. XVI. Gadus tomcod(S. 523), Bem. üb.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 307
Ei u. Brut (Abb. Fig. 67), letztere ohne die Kopf blase des G.
morrhua. XVII. Clupea sapidissima (S. 523—533, Fig. 68—153),
1 $ legt 200 000 Eier. April- Juli, in die Flüsse aufsteigend ; 50 bis
70 000 000 Eier jährlich künstlich befruchtet. Skizze der Ent-
wicklung von der Befruchtung bis zur 28 Tage alten Brut. Die
Richtungskörper lösen sich ab und zerfliessen im Wasser der Athem-
kammer. 5 St. nach d. Befrucht. beginnt die Theilung der Morula
in 2 Zellschichten, jetzt Kerne im Periblast deutlich, darauf Er-
scheinen der Furchungshöhle. Nach Umwachsung des ganzen Dotters
durch das Blastoderm, ist der D. zunächst vom Periblast bedeckt,
dann folgt die Furchungshöhle, schliesslich eine dünne Epiblast-
Membran; da die Furchungsh. sich direkt in die Leibeshöhle fort-
setzt, so entspricht die Epmbr. der Somatopleure, das Periblast der
Splanchnopleure. Unter der Normaltemperatur (55 — SO*' F.) treten
regelmässig Verzerrungen am Embryo oder schon an der Keimscheibe
auf (Fig. 122—4). XVIII. (Amiurus albidus) (S. 533-544,
Fig. 154 — 174). Vervollständigte Skizze der Entw. dieses Siluriden,
welche 1883 beob. u. beschr. (s. Ber. 83, S. 501) wurde. Die Ei-
schale ist eigenthümlich, die äussere sehr elastische Schicht ruht mit
säulenf. Fortsätzen auf der Innern (Z. rad.), dadurch vermag das Ei
das athmungsfördernde Schütteln des Männchens zu ertragen. Früh
legt sich das cavernöse Organ oberhalb der Brustfl. an (am 3. Tag).
Ausschlüpfen erfolgt am 6. Tag, am 20. gleicht die Brut mehr der
Gatt. Noturus. Wenn das ^ die an der Nahrung hängende Brut
mit erfasst, speit es die Jungen unbeschädigt wieder aus. Die
Schwimmblase erhält erst nachträglich die hintere Einkerbung, sie
bringt die Muskulatur der Leibeswand zum Schwund u. tritt so
hinter dem Schultergürtel in unmittelbare Berührung mit der Haut,
die sie blasig vortreibt. Der Knorpelschädel eines 10 T. alten
Fisches, nach Schnitten reconstruirt (Tf. XXX), zeigt das Pala-
topterygoid aus 2 Stücken bestehend, das Tegmen cranii ist breiter
als sonst (bei Salmo), die 3 Paar Barteln haben Knorpelanlagen,
das Supraoccip. hat eine abgesonderte Knorpelanlage, die Epipha-
ryngiaha tragen schon Zähne; ob der sog. Maxillarbartel wirklich
einer Maxiila, welche sonst stets häutig angelegt wird entspricht,
bleibt zweifelhaft, viell. ist das Adnasale von Mc. Murrich nicht ein
Knochen des Suborbitah^ings, sondern Vertreter des Max. Unter-
halb der Insertion der Brustfl. entwickelt sich ein langer Knorpel
(Coracoid Hxl.), der von dem Scapular-Knorpel nicht getrennt ist.
U. S. Commission of fish aud fisheries, Report (XIII) for 1885,
Wash. 87. 8«. S. 489-544, Taf. 1—30.
G. Brook, Epiblastic origin of the segmental duct in Teleostean
f. and in birds. Bei Salmo fario zeigt der Embryo von 27 Tg. den
Segmentalgang deutlich entwickelt in der Rumpfmitte, vorn und
hinten verliert er sich. Vorn erscheint er als eine Epiblastverdickung,
dorsal von der Stelle, wo man ihn früher im Mesoblast entstehen
Hess; weiter hinten wird diese Verdick, noch kräftiger, rund, bleibt
aber überall noch mehr od. w. in Zusammenhang mit d. Epibl.; er
20*
308 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
lagert zw. der Wirbelplatte u. dem lateralen Mesoblast. Sein Lumen
tritt zuerst als unregelm. Höhlung auf; später schwindet die Ver-
bindung mit d. Epbl. — Pr. R. sog. Edinburgh (86/87) XIV, 368 -370
(16 Zeilen).
J. Beard, „origin of the segmental duct in Elasmobranchs."
Vf. beobachtet an Scyllium (? canic.) u. Torp. ocell, ganz wie Wijhe,
1. den mesoblastischen Ursprung des Pronephros, 2. die epiblastische
Natur des Segmentalganges (gegen Balfour) u. dessen Zusammenhang
mit dem Epiblast auf die gleiche Ausdehnung. Vf. nimmt an, dass
die annelidenartigen Vorfahren der Vert. eine Reihe segmentaler
Nephridien besassen, welche sich jederseits in eine longitudinale
Grube öffnete, u. dass (wegen Vergrösserung der Cloake?, und weil
jede Grube röhrig zu werden strebt) diese Grube, die sich mit den
Nephr. bis zur Cloake ausdehnte, zu einem Canal eingefaltet wurde.
Bekämpft von Wijhe's und Cunningham's phylog. Ansichten. Amphioxus
steht mit den Tunicaten u. Balanogi. den Vertebraten fern. — Zool.
Anz. II, 646—52.
A. C. Haddon, „Epiblastic origin of the segmental duct." Verf.
hält das Abstammen des Excretionsapparats der Vertebraten von dem
der Anneliden immerhin für denkbar, wenn die Anlage des Segmental-
gangs auch epiblastischer Natur ist. Die Aussenmündungen der
Nephridien versenkten sich in eine gemeinsch. Längsgrube, die sich
zum Canal schloss u. ihre Mündung nach hinten verlegte. Bei der
Invagination des Proctodaeum gelangte dann die Mündung in ihre
definitive Lage. Pr. R. Dublin Soc. V., part. 6, 1887, S. 463-72, Tf. 10.
Ryder, (Notiz bei Besprechung von Haddon's Arbeit) fand auch
bei Amiurus den Segmgang. in Verbindung mit dem Epiblast. Amer.
Natur. XXI, 587.
A. Dohrn, ,,Stud. z, Urgesch. des Wirbthkörp. XII: Thyreoidea
und Hypobranchialrinne, Spritzlochsack und Pseudobranchialrinne bei
Fischen, Ammocoetes u. Tunicaten". Vf. bekämpft E. van Beneden
u. Julin, welche die Homologie zw. Ascidien u. Amphioxus (u. höheren
Fischen) bezüglich der Kiemen, des Herzens, des Darms, der Pseudo-
u. Hypobranchialrinne leugnen, indem sie die zahlreichen hinteren
Segmente, welche die Asc. einst in der That besassen, als verloren
betrachten u. alles neu aus der nie metamerisch angelegt gewesenen
„vesicule prechordale, hypoblastique" hervorgehen lassen, während bei
Amphioxus etc. ein hinterer, segmentirter Abschnitt diese Organe
liefert. Dohrn hält daran fest, dass die Pseudobr.-R. des Ammo-
coetes dem Sillon pericoronal der Tun. homolog sei, dass sie ferner
deutlich als Kiementasche sich anlege u. dem Spritzloch der Selachier
u. der Pseudobr. der Tel. entspreche (vergl. Ber. 85) u. betont, dass
die nächste Kiementasche (die L definitive) des Amm. schon zw. dem
N. facialis u. glossoph. liege u. daher nicht, wie Ben. will, mit dem
Sprl. der Sei. zu homologisiren sei, dass ferner bei jungen Stadien
des Amm. noch ein Aortenbogen vorn vor der Anlage der Pseudobr.-R.
aufsteige, ein Homologon der Sprl. -Arterie. Wenn Ben. bei e. Acan-
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 309
thias von 250 mm die Thyr. longitudinal weit verlängert findet und
von mehreren Nerven versorgt, so sind das secund. Erscheinungen
im älteren Emhryo. Dass eine Kiementasche ganz zur Schleimdrüse
wurde, lag an der Lebensweise des Amm., der beim Schlammfressen
gegen Laesionen des Darmes (durch Steinchen verursacht) mittelst
Schleim geschützt werden musste. — In e. „Nachtrag" giebt Verf.
Bemerk, über Shipley's Arbeit (Entw. v. Petromyzon): Die sogen,
äusseren Kiembg. der Selachier sind nicht homolog mit den Kiem-
knorp. von Petr. (Dohrn 1884). Das Verbindungsstück zw. den
beiderseitigen ersten Kopf höhlen ist mit Wijhe als dorsal anzusehen,
weil die Carotis unter ihm verläuft (von Dohrn, Stud. X, als ventral
genommen) den Muse, levator labii sup. ist nicht von der 1. Kopf-
höhle abzuleiten (wie es D. früher glaubte). Da das wahre, d. h.
Augenmusk. bildende Homologen der vordersten Kopfhöhle der Sei.
Shipley bei Petr. entgangen ist (zwei seitliche Zellenmassen, die sehr
lange embryonalen Charakter behalten u. mit Dotterplättchen gefüllt
sind), so ist die Homologisirung seiner vordersten (er nimmt vor der
Hyomdbspalte deren 2 an) Kopf höhle des Petr. mit der 1. Kpfhl. der
Sei. unrichtig.— Mitth. zool. Stat. Neapel, VII, 301—337; Taf. 4, 5
(Entw. V. Amm. u. Acip. ruth.). [NB.! Im Ber. für 1885 ist p. 360,
Z. 3 V. 0. der Titel von Studie X einzufügen vergessen worden.]
Vergleiche über Ontogenie: Scharff, intraovar. Entw. des
Eies (Generationsorg.); List, Unregelmässigkeit der Furchung bei
Bastarden (s. unten); Cunningham, Polkörper, Furchung (s.
Generationsorg,); Gegenbau r. Entw. von Schädel, Kiemen, Nerven
(s. Skelett); Watase, Entw. der Flossen bei monst. Goldfischen (s.
Krankheiten): Rabl-R., Entw. des Gehirns (s. Nervsyst.); Froriep,
Entw. des N. facialis (ebd.); Beard, Nervenentw. (ebd.); Laguesse,
Entw. der Milz (s. Gefässsyst.) ; Hochs tetter, Entw. der Venen
(ebd.); Mayer, Entw. der Gef. bei Selachiern (ebd.); M' Intosh,
die Leber dringt in den Dotter v. Gunellus (s. bei Britische Inseln);
Cunningham, Entw. des Ovidukts (Generat.-Org.); Wenckebach,
Entw. von Engraulis (s. System.); Stuhlmann, Entw. v. Zoarces
(s. Gener.-Org.).
Eiablage vergleiche: Ryder, Ictalurus (bei Enwickl.); Smith,
Lepadogaster (bei System., Gobiesoc).
Jugendformen. Die Larven zahlr. Arten bei Ryder s, S. 305
Antigonia, Höhe des Körpers ändernd, Günther(s.Cyttidae, Systematik).
Junge Zoarces, Stuhlmann, S. 296 Lepadogaster, jung ohne Saug-
napf, Smith (s. Systematik). Labrus, M' Intosh (s. Syst.), Liparis
u. Gadus M' Intosh (s. Faunistik, England). Engraulis, Hoffmann
(Syst.), Engr. u. Clupea, Raffaele (s. S. 298); Ausbild. d. Flossen bei
Ceratodus, Schneider (Syst.), Chimaera, Günther (Syst.). Fötus
V. Carcharodon, Parker (System.)
Cunningham beschreibt die Jugendf. mehrerer schottischen
Küstenfische und Hefert eine Uebersicht aller bekannten Larven
(vergl. bei Generationsorg. S. 297).
310 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Alterserscheinungen. Rückbildung des Saugnapfes bei Cyclop-
terus (s. Systematik).
Phvlogenie. A. A. W. Hubrecht, Relation of Nemertea to
Vertebrata. Verf. zählt als Aehnlichkeiten auf: a) die Bildung des
Nervensystems im Allgemeinen; b) ein Homologon der Hypophysis
cerebri in Gestalt eines wohlentwickelten und wichtigen Organs
(Rüssel); c) ein Homol. der Chorda dors. (das Gewebe der Rüssel-
scheide); d) der vordere Darmtractus ist Athemorgan. Aus den
Nem. entstanden die urspüngl. Chordaten. Q. joum. micr. sience,
Bd. 27, 605—644.
Variabilität. Gilbert, Variab. in Zeichnung, Beschuppung etc.
bei Etheostoma (s. Systematik, Percidae); Hay, Var. der Schlund-
zähne bei Hybognathus (ebd., Cyprinidae); Howes, Var. des Flossen-
skeletts bei Ceratodus (ebd., Dipnoi); Onodi, Var. des Gangl. ciliare
bei Mustelus (s. Nervensyst.) ; Hochstetter, Var. der Dottervenen
(s. Gefässsystem.).
Bastarde. J. H. List, „Barstardierungsversuche bei Knochenf.
(Labridae)." 11 verschiedene Combinationen zw. 4 Crenilabrus-Species
ergaben stets ausschlüpfende Junge. Die Entwickl. bei Barstarden
scheint kürzere Zeit zu erfordern als die ohne Kreuzung; die
Furchung zeigt häufige Unregelmässigk., der Embryonaivmist abnorme
Verdickungen, was aber später sich wieder ausgleicht. — Biol. Centrbl.
VII 20—21.
Vergleiche über Bastarde: Selys Longch. (bei Mitteleuropa) ;
Ryder, Labrax u. Clupea (s. S. 306); Day, Salmoniden (bei Brit.
Inseln); Day, Clupea pilch. (bei System.).
Biologie.
Allgemeines, lieber das Leben der Fische in Burmah bringt
der Gazetteer of Brit. Burmah Notizen (Nestbau des Ophiocephalus,
Arius burman. brütet d. Eier im Munde aus etc.). [Nach Amer,
Natur. XXI, 190.]
Vergleiche: Cornish, widriger Geruch des Crenüabrus (bei
Systematik); Wiedersheim, Biol. des Protopterus (ebd.); Fritsch,
Biol. des Malapterurus (ebd.); Lockwood, Biol. des Hippocampus
(ebd.).
Nahrung. M' Intosh, ,,Die pelagische Fauna unserer Küsten
in ihrer Bezieh, als Nahrung der jungen Nutzfische." Nach e. Vor-
lesung, gekürzt. — Ann. Mag. N. H. (5) XIX 137—145.
Vergleiche: Weber, Engraulis (bei Syst.); Pouchet u. de
Guerne, Clupea pilchardus (ebd.); Monticelli, desgh (ebd.).
Bewegung. Charbonnel, Steigen u. Sinken nur durch Flossen,
nicht durch Schwimmbl. (s. S. 294). — Wanderung: Ewart:
Wand, viell. durch Bacterien veranlasst (s. S. 291); Pavesi, Orc.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 31 j
thynnus wandert nicht weit (s. System., Scombr.); Weber, W. von
Engraulis (s. Syst.); Pölsam, W. der Heringe des Kaspi-See (ebd.);
Rice, Stizostediiim wandert in fremdes Gebiet (?) (ebd., Percidae)-
Bund (bei Wärme S. 311).
Stimme. Schlaf. Ueber Leuchten vergl. bei Haut (S. 274).
Töne. W. R. Hamilton, ,,Croaking of the perch", ahmt am
todten Fisch („perch" ist der Haploidonotus grunniens, ein Süss-
wasser-Sciaenicle) durch Bewegungen der Schlundzähne das Knurren
so gut nach, dass die Fischer den Ton sofort erkennen. Bull. ü. S.
Fish. Comm. VH 63.
Mimicry. J. Seh edel, Schutzfärbung der Tiere (Ostsee) Pleuro-
nectes platessa u. flesus, Raja, Syngnathus typhle, Nerophis oph.,
Gobius ruth. erwähnt. Zool. Gart. Jg. 28, S. 141.
Vergleiche: Dünn, Farbenwechsel v. Gadus poll. (bei Syste-
matik); Günther, dass der Brustflossenstrahl v. Bathypterois e. Mim.
nach Umbellularia darstelle, ist unwahrsch. (s. Syst., Scopel.).
Zusammenleben. Vergl. Fewkes, ein Hydroidpolyp auf Seriola
(bei System., Carang.).
Salzgehalt. Kerbert, „zalmeieren in zeewater," Versuche Eier
V. Salmo salar in Salzw. od. Brackw. zu entwickeln misslangen;
Tijdschr. nederl. dierk. vereen., (2) I Afl. 3, 4, Versl., S. röm. 217.
Druck. Licht. Trockenheit (siehe Anguilla bei System.).
Wärme. W. A. Carter, Temperature in relation of fish. Vf.
notirt die höchsten u. tiefsten Temp., bei denen Süss- u. Salzwasserf.
im Aquarium abstarben. Nature, Vol. 36 p. 213.
J. W. Bund, Influence of weather on the migration of fish.
Journ. nation. fish-cult. assoc. I, p. 26 — 34.
Vergleiche: Hoffmann, Wärme vermehrt die Fruchtbarkeit,
(s. Syst., Engraulis); Ryder beob., dass Kälte Verzerrungen der
Embryonen von Clupea hervorbringt (s. Entwickl.).
Sexualdimorphismus und Bastarde s. S. 299 bez. 310.
Laichen. J. H. List, ,, Variation der Laichzeit bei Labriden."
Schwankt nach der Temperatur der Jahre um 7 Wochen. Biol.
Centrbl. VH 64 (23 Zeilen).
Brutpflege. Stuhl mann, Zoarces (s. Generationsorg. S. 296);
Ryder, Ictalurus u. Gastrosteus (bei Entw., S. 307, 306); Vaillant,
Nest von Antennarius (s. Syst., Pediculati); Smith, Lepadogaster
(Syst. Gobiesoc); Lockwood, Hippocampus (Syst.); vergl. auch
Cunningham S. 297.
Gefangenleben. Zwitter (s. Generationsorgane).
Feinde. G. Dimmock, Belostomidae etc. (s. Ber. 86, 285),
Ausz. in: Zoologist XI 101 — 5.
R. R. Wright, ,,Argulus and mortality of fishes." Washburn's
Crustaceum (Ber. 86, S. 287) ist Arg. spec."— Amer. Nat. XXI 188.
312 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Krankheiten. S. Watase, Schwanz- u. Analflosse der Gold-
fische, untersucht die Monstrositäten dieser Flossen, deren Verdopplung
mit der Thacher'schen Theorie in Verbindung gebracht wird; auch
die präanale Fl. der Embryonen kann doppelt werden, sie erstreckt
sich nur bis zur Vertikalen der Bauchfl. [geht bei Verdoppl. aber
nicht zur V. hinauf], am Anus wird sie einfach. Abb. des Endes
der Wirbelsäule, der sog. japanischen u. koreanischen Rasse, etc.
Journ. Coli, of Sc. Univ. Japan (Tokyo) I, 247-267, Tf. 18—20 u.Xyl.
PlötzHches massenhaftes Absterben der Fische in den öffentl.
Wasserläufen Berlins. Nach heftigen Gewitterregen, wahrsch. ver-
ursacht durch Oeifnen der Nothausläufe der Canalisation, schwerlich
durch Blitzwirkungen. Als Gegenmittel schnelle Erneuerung des
Spreewassers durch Aufziehen der Schleusen. Circ. Deutsch. Fisch. Ver.
1887, S. 16—
Giglioli berichtet, dass einige Tage nach einem Erdbeben (23. Feb.
87) Tiefseefische in grosser Zahl bei Nizza halbtodt oder todt auf-
getrieben, Alepoceph., Tetragonurus, Dentex macrophth., Scopelus
elong., Spinax. Nature, Vol. 36 p. 4 (referirt im Zool. Garten
Jg. 28, S. 322).
Smiley. Grosse Massen todter Fische (meist Clupea manhaden)
Ende Dec. 86 in Süd-Carolina an den Strand getrieben. Bull. Fish
Comm. VI 413.
Vergleiche üb. Krankh.: Günther, Albino von Macrurus u.
Synaphobranchus (Muraenidae) Macrurus serr. u. crassic. erzeugen
nach Verstümmelung der Schwanzfl. lange Strahlen, After abnorm
(?) weit vorgerückt bei Trachichthys trailli (Berycidae) siehe bei
Systematik; Stuhlmann, unsichere Wirkung der Curare auf Fische
(s. S. 296); Mott, Seuche bei Leuciscus (s. Syst); Monticelli,
Parasiten v. Clupea (Syst.); Moseley, Psorospermien bei Ipnops
(s. Haut, S. 276); Ewart, Bacterien in der Bauchöhle etc. (s. S. 291).
Monstra, hierüber Notizen bei: Browne, Perca (s. System.);
Dünn, Gadus poll. (desgl.); Ryder, bei Clupea durch Kälte erzeugt
(s. S. 307); Day, von Salmo (bei Geogr. Verbr., England).
Riesen u. Zwerge.
Nutzen und Schaden.
Smiley, grossartig, fabrikmässige Ausnutzung des Fischmaterials
in England nach allen Richtungen (auch Leder [von Seesäugethieren?]
gewonnen); Bull. Fish. Comm. VI 414.
A. Carruccio, „üb. Vergiftung durch Fischgenuss". In Cagliari
erkrankten 3 Personen nach Genuss einer Gobius-Species ; als Ursache
wird Vergiftung dieser Fische (durch „lua", eine Euphorbiacee)
behufs des Fanges angenommen. Fälle der Vergiftung durch Barbus
barbus citirt. Boll. R. Accad. Medica di Roma, Anno 13 (86/87), fasc. 6.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 313
Alex Layet, Hygiene experimentale. Note sur le rouge de la
Morue. Nach Brieger (1884/5) enthält das roth gewordene Fleisch
des gesalzenen Kabeljaus ein Ptomain; den betreffenden Organismus
hält Vf. für eine Alge (Beggiatoa?). Revue sanitaire de Bordeaux
April 86. Uebers: Bull. Fish Comm. VII 90—95.
Vergleiche auch: Wilcox, Unfall durch Xiphias (bei System.)
Fischzucht.
A. Metzger, Fischerei u. Fischzucht in den Binnengewässern.
(Abdruck aus Lorey's Handbuch der Forstwirthschaft, Bd. 1, Abth. 2.)
Tübingen 8<^. 94 S. Giebt zu Anfang eine System. Uebersicht der
mitteleurop. Süsswasserfische und danach einen Abschnitt über bio-
logisches Verhalten und wirthschaftl. Bedeutung. Kurz, aber fleissig
gearbeitet (S. 1—46).
Circulare des Deutschen Fischerei -Vereins i. J. 1887, (Nr. 1 — 5.)
Die einheimische u. internationale Vertheilung von Laich u. Brut wird
wie alljährHch durch v. d. Borne in ausführl. Listen publicirt. Alle
wichtigeren Verhältnisse werden fortlaufend besprochen. Einzelnes
8. auch bei Systematik.
0. Hermann, A Magyar Holäszat Könyoe, Budapest 1887,
2 Theile, Betrifft die ungarische volksthümliche Fischerei; Notiz
(von E. Friedel) darüber in Zeitschr. f. EthnoL, Berlin 1887 S. (814).
5. Annual Report of the Fishery Board for Scotland (for 86)
enthält: Ewart, Artificial hatching and rearing of sea fish. Duncan,
Clupea, Bau, schottische Varietäten; Nahrung des Whiting (Gadus
merl); Eier, Brut u. Nest des Ballan Wrasse (Labrus mac.) R. D.
Clarkson, Nährwerth der Weissfische. Brook, Futter der jungen
Gadiden, Laichen des Hechtes.
Ertrag der norwegischen Seefischerei 1881 — 5: G. morrhua
jährl. 33—59 Million Stück, Scomber 5—6 Million, S. salar 3 bis
600 000 kg, Gl. harengus 503 000 bis 1131000 hl. Zool. Garten
Jg. 28, S. 222.
Bull. soc. d'acclimatat. France. (4) IV (Jahrg. 87). Enthält:
Raveret-Wattel: Ber. üb. d. internat. Fischerei - Ausstellungen zu
Edinburg u. London p. 9 (betrifft Lachs u. Forelle). Berthoule,
migrations sous- marines. (Betrifft Clupea pilchardus) p. 97. J. de
Guerne, Ber. üb. die Ministerial Comm. für Unters, d. deutschen
Meere in Kiel, p. 210 — 224. Ferner verschiedene kürzere Bemerk,
über Fischzucht, Einbürgerung fremder Arten etc. (Auch die früheren
Jahrgänge enthalten mehrfach hierher gehöriges.)
Seefischerei Frankreichs u. Algeriens: ,,Statistique des peches
maritimes et de l'ostreiculture pour 1885, Paris 1887", im Bericht
des Minist, der Marine u. Colonien , Abdr. : Bull. U. S. Fish. Comm.
Vn 51—55.
314 Dr. F. Hilgendoif: Bericht über die Leistungen
Journal National Fish Cultiuists Assoc, London, Vol. I.
J. R. G. Maitland. The history of Howietoim. Part. I. (Vergl.
Referat in: Nature, London, Vol. 35.)
Arbeiten der ichthyol. Section d. k. russ. Akkhmationsges.,
herausg. von Zograff n. Zolonitzky. (In : Mitth. der Ges. von Freunden
der Natw., Anthrop. u. Ethnogr.) Moskau 1887, 4 Taf., 3 Karten,
Xyl. Die Notizen beziehen sich auf Vorträge von Oct. 82 bis
März 87. Auszug in: Bull. sog. d'accl. France (4) V 1086 (1888).
C. Rogenern d, Künstliche Zucht des Kabliau in Norwegen.
Bericht der Kabliau-Brutanstalt bei Flodevig für 1886. Die kältere
Temperatur verlängerte die Brutzeit auf 42 Tage u. damit die Ge-
fahren, sodass ein geringerer Procentsatz ausschlüpfte. Andererseits
war beobachtet worden, dass Fische des tieferen, salzigeren Wassers
(dunklere) in dem nur 1,024 wiegenden W. der Anstalt unbrauch-
baren Rogen gaben, u. erst nach Akklimatisation sich dies änderte,
so dass weniger Stammfische nöthig wurden. In einem grossen
Bassin, in das Wasser aus der See gepumpt wurde, wurde die Brut
versuchsweise bis zu 115 (selbst 157) mm Länge aufgezogen, 1884,
85 u. 86 wurden bez. 5, 29 u. 32 MilHonen Junge in die See ge-
setzt. (Uebers. in: Bull. U. S. Fish C. VII 113—119.
B. S. Thorarinsson, Nachrichten üb. die Brutanstalten und
Süsswfischerei Islands. Im Winter 84/85 wurden zuerst 3400 ge-
züchtete S. salar u. 7000 S. alpinus in den grössten See Islands
gesetzt (worin auch S. trutta lebt). Züchtung u. sonstige Verhältnisse
aber noch sehr unvollkommen. Ausgeführt wird der Lachs meist
gesalzen. Bull. U. S. Fish Comm. VII 120—6.
U. S. Commission of fish and fisheries, Report for 1885.
(Part. XIII), Wash. 87, 8». CXII u. 1099 S., zahlr. Taf. u. Xyl. —
In der 1. Abth. werden die officiellen Angelegenheiten erörtert und
über die Arbeiten der 4 Schiffe (Albatross, Fish Hawk, Lookout u.
Grampus) der Comm. berichtet; die künstl. Zucht erstreckt sich auf
22 Sp., wobei 7 nichtamerikanische. Die 25 Abhandl. der 2. Abth.
betreffen meist Fischerei; ichthyol. Interesse haben: Ryder, Ent-
wickl, von Knochenfischen (s. oben S. 305); Jordan, Cat. Fish.
N. Am. (Separatausg. s. Ber. für 85, S. 379), S. 791—973.
Dieselbe, BuUetin. Im J. 1887 erschien Vol. VI (for 86)
Nr. 26-30, VII (87) S. 1—128.
Sav. Kent, Bericht über die Fischerei Tasmaniens für 1885.
Auszug in: Nature, Vol. 35 p. 233. Von einheim. essb. Fischen
wurden künsthch gezüchtet: Arripis salar, Chilodactylus allporti,
macropt. u. gibbosus, Latris hekateia u. forsten, Sebastes percoides,
Platycephalus bassensis, Sillago ciliata, Neptonemus brama, Agon-
stoma forsten, Pseudophycis barb. , Genypterus blacodes, Rhom-
bosolex monopus.
P. Ascher so n üb. ägyptischen Caviar (Butargh), Fischart noch
unbestimmt. Zeitschr. f. Ethnol., Berlin 1887, S. (315). [Ist Mugil
cephalus u. Labrax lupus nach Bestimmung des Ref.]
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 315
Die Conservirung der Fische durch Borsäure ermöglicht es den
norwegischen Fischern, den brittischen in London Concurrenz zu
machen; aber, wenn auch ungefährUch, sind diese Fische doch un-
schmackhaft. Journ. Nat. Fish Cult. Ass. Engl. I, Jan. u. Apr. 87.
(Abdr.: BuU. F. C. VII 41, 44).
Ein Aquarium wurde in Rom erbaut. Bull, del Natur. Siena,
Juli 87, ref. im Zool. Gart., Jg. 28. S. 322.
D. Vinciguerra. Per la solenne inaugurazione dello Acquario
Romano, 29. Maggio 87. Roma 1887, 8». 13 S.
J. König, Die Verunreinigung der Gewässer, Berlin 1887.
(Preisgekrönt.) — Notitz darüber, Circ. Deutsch. Fisch.- Ver., S. 121.
M. V. d. Borne, Das Wasser für Fischerei u. Fischzucht, Neu-
damm 1887, 57 S., 4 Xyl.
Smiley berichtet (nach Norsk Fiskeritidende Oct.86), dass Salicyl-
säure in Vs procentiger Lösung, wovon 4 Tropfen auf 100 Gr. Wasser,
Aquarien -Wasser monatelang frisch erhält. Bull. U. S. Fish Comm.
VI 401.
Th. J. Moore sandte in hängenden kugelf. Glasaquarien („Mor-
timer"-Aquar.) im J. 1886 61 junge Solea glücklich nach Nord-
amerika. Je 4 Stück wurden mit Sand in 1 Aq. gethan. Proc.
Liter. Philos. Soc. Liverpool Nr. 40, p. 185., Abdr. in: Bull. U. S. Fish
C. VII S. 1—7.
Vergleiche ferner über Fischerei: Grimm, Fischerei Russlands
(s. Faunen); Jordan u. Ev., Speisefische von Indiana (ebd., Nordam.);
Day, Salmoniden (ebd., Brit. Inseln); Chambers, Salmoniden
(s. System.); Hoffmann u. andere, Engraulis (ebd.); van Bemmelen,
Belone u. Raja (ebd.); Glupea har. nach Neuseeland (ebd.); Ryder,
Brutapparat von Chester beschr. u. über künstl. Züchtungen (s. S. 305).
Faunen.
Allgemeines. W. Marshall, Atlas der Thierverbreitung (=
Berghaus, phys. Atl. VI), Gotha 1887. Auf Karte 6 wird durch
6 Kärtchen Verbr. d. Süss- u. Salzwasserf. gleichzeitig wiedergegeben.
Eine Uebersicht der Meeresregionen fehlt übrigens im Atlas (ebenso
wie in Wallace Werk), die Grundlage d. Darstellung sind die Familien ;
die des Süssw. sind durch Umrisslinien dargestellt, öfters zu eng
begrenzt, weil die neuere Specialliteratur nicht verwerthet wurde.
Die Verbr. der Fam. im Salzw. ist nach der gewählten Methode nicht
leicht erkennbar; der Zwang, auf kleinem Raum viel zu geben, hat
offenbar der Deutlichkeit Abbruch gethan. Als erster Versuch einer
graphischen Zoogeogr. der Fische anerkennenswerth und nützlich.
A. Günther, Report on the deep-sea fi[shes coli, by H. M. S.
Challenger 1873 — 1876. — Als obere Grenze des Vorkommens der
Tiefseef. wird jetzt 100 Fd. angenommen (früher 300), p. II. Ausser
den 610 Expl. des Chall. wurde noch Material vom „Knight Errant",
316 Dl'- J". Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
„Triton" u. a. m. im ganzen 794 Ex. , welclie 266 Species repräsen-
tiren, untersucht; der Ch. lieferte dabei 144 sp. n. — Kurze Ge-
scliichte der Forsch, üb. Tiefseefische (Risso, Lowe, Johnson, Günther,
Collett, Goode u. Bean, „Knight Errant" u. „Triton", „Travailleur"
u. „Talisman", italienische Exp. „Washington"). — Charakteristik
d. Tiefseef. (S. XXIV): Die Schwimmblase der Tiefseef. ist nicht
wesenthch modificirt, jedoch communicirt sie nie, selbst bei Phy-
sostomen nicht, mit dem Darm. Das Vorkommen von stark er-
weiterten Schleimkanälen u. von s. g. Leuchtorganen schliessen sich
aus, nur die Halosauri vereinigen beides; die starke Ausbildung des
Schleimkanalsystems bei vielen Tiefseef. macht eine besondere Funktion
oder Nebenfunktion wahrscheinhch , Verf. denkt an die Produktion
von Leuchtschleim. Die s. g. p o sph o res cir enden Organe oder Leucht-
körper sind nur zwei mal wirklich (bei Scopelus) in der Lichter-
zeugung beobachtet worden. Sie kommen an Tiefseefischen bei
folgenden Farn, vor: Bei Beryc, Gadidae, Carang. und Alepoceph.
selten, bei Pediculati, Sternopt., Scopel. u. Stomiat. häufig. Dagegen
scheinen sie bei den Macrur. , Ophidiidae u. einigen Muraen. durch
das Schleimsystem ersetzt zu werden. Nach der Vertheilung am
Körper u. der Ausbildung unterscheidet Vf. 9 Haupttypen: 1. Ueber
den ganzen Leib in metamerischen Gruppen zusammengehäufte
winzige Höcker (Echiostoma, Opostomias, Pachystomias, Photonectes,
Malacosteus u. V Ceratias). 2. Grösser u. stark vorspringend u. am
Kopf den Schleimkanälen folgend (Xenodermichthys). 3. Augen-
ähnliche weisse Org. in regelm. Längsreihen am Bauche (Gonostoma,
Chauliodus, Astronesthes, Stomias, Echiost., Opost. , Pachyst. und
Idiacanthus). 4. Aehnlich, aber mit Silberglanz, nur bei den 2 Farn.
Sternopt. und Scopel. (Gonost., Argyopel., Sternoptyx, PoHpnus,
Photichthys, Scopelus, Nannobrachium). 5. Ausgedehntere weisse
Flecken von drüsiger Masse, a) an der Seite des Leibes (Astron.),
b) am Schwanzstiel (Gonost., Nannobr.), c) an der Kiemenspalte
(Sternoptyx, Opost., Halosaurus), d) infraorbital (Photichthys), e) auf
der Schnauze (Melamphaes, Melanonus, Scopelus), f) an Barteln
(Linophryne, Stomias, Opost., Idia.), g) an Flossenstacheln (Melanoc,
Chaunax, Himontolophus). 6. In einer infraorbitalen Höhlung, drüsige
Massen (Anomalops, Echiost., Opost., Pachyst,, Photon., Malacosteus,
Idia., Astron.). 7. Leuchtapparat an der Pinna dors., eine Höhlung,
aus der ein Tentakel hervortreten kann, nur bei Pediculaten (Himant.,
Aegaeon., Ceratias, Oneir., Linophr.). 8. Leuchtorgane in einfacher
Reihe auf der Lin. lat. (Halosaurus). 9. Das Stirnorgan von Ipnops.
Der Zweck der Leuchtorg. ist die Beleuchtung der LTmgebung oder
die Anlockung von Beutethieren, nicht aber das Abschrecken der
Feinde durch Lichtblitze. Verf. glaubt, dass die vollendeteren Org.
nach dem Willen der Thiere leuchten. Tastorgane sind bei Tiefseef.
nur selten besonders entwickelt (fadenförm. Ventralen der Ophidiidae,
Pectoralstrahlen bei Pteroidonus, Microlene, Mixonus und besonders
bei Bathypterois), was beweist, dass die Augen viel zu leisten haben.
in der Ichthyologie wälirend des Jahres 1887. 317
Die Kiemenblättchen sind häufig an Zahl und Grösse reducirt. Bei
einigen Tiefseef. entwickelt sich der Laich an der Oberfläche des
Meeres, vielleicht grade bei den Formen, die noch den hochlebenden
Fischen ähnlich geblieben sind. Die Farbe der Tiefseef. ist meist
schwarz (frisch oft nur blau), fleischfarben oder silbrig, dunkle Punkte
der Flossen od. Querbinden des Körpers sind selten, ebenso Scharlach-
roth (an Filamenten od. Flossenstrahlen). Albinismus bei schwarzen
Tiefseef. öfter beobachtet. — Vertikale u. horiz. Verbreit. d. Tiefseef.
S. XXXIII. Fische, die unter 100 Fd. hinabgehen, sind jetzt ca. 370
bekannt. Verf. fügt zu den bisherigen Kategorien (Uferf., pelag. F.,
Tiefseef.) noch eine neue: F. des Mittelwassers, ,,mid-water fishes",
die für das Süssw. in der Schwebforelle (Salmo lac.) ein Analogon
haben. Die Abgrenzung nach Tiefenzonen ist schwer, weil viele F.
in sehr verschiedenen Tiefen leben können, Uferfische gehen bis
700 Fd., einige Tiefsf. von 300-2000 Fd.; die F., welche in 2900 Fd.
(der grössten für F. constatirten Tiefe) leben, können es sicher auch
in jeder noch grösseren Tiefe. Von Familien gehen abwärts bis nur
400 Fd.: Gobiidae, Trachin. (Ausn. Bathydraco), Blenn., Perc., Scorp.,
Trieb., Cyttidae, Cataphr., Bathythriss. ; bis 500: Haie, Rochen und
(mit 1 Ausn.) Pleuron.; bis 700: Gott., Discob., Lycod. (1 Ausn.),
Trachypt., Myxine; 1200: Holoceph, ; 2000: Gadidae, Salm., Notac. ;
am tiefsten kommen: Beryc. , Pedic, Ophid., Macrur., Sternopt.,
Scop., Stom., Muraen. ; auch Alepoceph. u. Ilalosaur., die nie über
100 Fd. hinaufgehen. Die Specieszahl mindert sich in den tieferen
Zonen (auch abgesehen von dem schwierigen Fang) offenbar erheblich;
die Zone zw. 100 300 Fd. zählt 232 Sp. , 3—500: 142, 5—700:
76, 7—1500: 56, 15—2000: 24, 20-2900: 23; von den 232 Sp.
der 1. Z. erheben sich 108 noch in die Z. zw. 0 — 100 Fd. Sicher
sind unsere bisherigen Daten, aber noch sehr unvollständig. — Die
Zusammensetzung der Fischfauna der Tiefsee unterhalb 300 Fd.
(S. XXXVII). Es liefern dazu: Chondropterygii 8 Sp. (= 3V2 7o);
Holoceph. 2 (17o); Acanthopt. 64 (;2i)^/o), nämhch Beryc. 24 Sp.,
Pedic. 7, Trachypt. 7, Scorp. 5, Disc. 5, Perc. 4, Tricbiur. 4, Gott. 3,
Cataphr. 2, Cytt. 1, Trachin. 1, Lophot. 1; Anacanth. 91 (40%),
näml. Lyc. 13, Gad. 19, Ophid. 20, Macr. 37, Pleur. 4; Physostomi
63 (26 7o), näml. Scop. 17, Muraen. 13, Stom. 10, Alepoc. 9, Halos. 3,
Sternopt. 4, Salm. 2, Notac. 2, Bathythr. 1; Cyclost. 2 (1 7o). An
Individuenzahl stehen obenan die Macrur., dann folgen Ophid. und
Gadidae, weiter Scop. u. Stom., Beryc. Eine tabellarische Uebersicht
der Verbreit, der Tiefsf. nach 8 Tiefenzonen schliesst die Einleitung,
einige Sp. scheinen ausgelassen zu sein wegen unsicherer Tiefe-
angaben (z. B. Chlamydoselache). Den Haupttheil des Werks (p. 1
bis 268, Tf. 1—66) füllt die Aufzählung aller bekannten Tiefsee-
Arten (unter 100 Fd.) nebst Syn. u. Fundortsangaben, meisst auch
Noten u. Beschreibungen (auch Splanchnologie u. Osteologie). Die
Mehrzahl der gen. et spec. nn. wurden schon 1877 u. 78 vorläufig
in Ann. Mg. N. H., andere 1880 in Ghali. Zool. Vol. I (Küstenfische)
publicirt, jetzt werden weiter als neu beschrieben 13 Gen., ferner
318 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
2 Gen. neu benannt, 8 neue Subg. ; die Zahl der neuen Sp. beträgt
43, als neue Farn, werden die Lyconidae betrachtet. Die neuen Gen.
u. Subg. vertheilen sich nach Fam. auf die Percidae: 1, Beryc: 1,
Pedic: 2, Gadidae: 1, Ophid.: 5, Macrur. : 6, Lycon.: 1, Sternopt.: 1,
Scopel: 2', Stomiat.: 3. Eine sehr reiche Nachlese! Die nach G.
als Tiefsf. zu betrachtenden Spec. sind sämmtHch (unter Systematik)
vom Ref. berücksichtigt worden. Berichtigt mag werden, dass der
Name V. Storm's durchgehends versehentlich vom Verf. als
„Strom" citirt wird. — Rep. of scient. results Ghali., Zool., Vol. XXII
(= ChaU. Zool. Report Nr. 57).
L. Vaillant, „consider. sur les poiss. des grandes profondeurs,"
2. Note. Vf. betont das Vorherrschen der Anacanthini (Pleuronectidae
indess höchstens 560m tief); grösste nachgewiesene Tiefe von Fischen
4255 m (Coryphaenoides gigas) u. 5005 m (Alexeterion parfaiti). Am
häufigsten wurde Macrurus sclerorh. gefangen (640—3655 m). Die
Tiefseef der trop. u. gemäss. Zone gleichen australen u. noch mehr
borealen Typen; ihre Verbreitung ist ausgedehnter als die der
Küstenf. und die ganze Fauna daher überall ziemlich gleichartig.
C. r. acad. Paris, Tome 104, p. 123—6.
Vergleiche über Tiefseefische Palacky bei Mittelmeer, über
Verpflanzungen von Nutzfischen bei Fischzucht u. im System. Theil.
Nordeuropa. Vergleiche: Günther, die Tiefseef. des Gebiets,
Ghali. Rep. Zool. XXII (s. oben); Collett, Aphanopus (s. System.,
Trichiur.); Lütken, Himantol. (ebd., Pediculati); Grieg, Regalecus
(ebd., Trachypt.); McDonald, Salvelinus fönt, in Norwegen (ebd.,
Salmon.).
Mitteleuropa. B. Benecke, Die Westpreussischen Fische-
5 Tafeln. Im Auftr. des Westpr. Fisch. -Ver. zusammengestellt.
Danzig, gross FoHo 1887. Profilfigur für jede Art nebst kurzen Be-
merkungen. (Sehr wohlfeil.)
E. de Selys Longchamps, Revision des poissons d'eau douce
de la faune beige. Verbreitung, wallonische u. flämische Namen;
durch Erkennung mehrerer Arten als Varietäten oder Bastarde sinkt
die Zahl gegenüber der früheren Liste des Vf. (1842) von 53 auf 41.
Sabno trutta ist als nicht sicher constatirt gestrichen worden, Leu-
caspius delin. hinzugekommen; 14 versch. Bastarde von Cypriniden
behandelt, von denen 11 in B. nachgewiesen, 3 möghcherw. vorkommen.
Uebers. ü. d. einschlägige neuere Literatur. — Bulletins de l'Ac. r.
sc. de Belgique (16. Dec. 87) S. 1021-98, 57. Jg.
K. Möbius, Thiere des Plankton, westl. Ostsee u. atl. Oc. bis
jenseit d. Hebriden. — Nur 3 sp.: 1 Cyclopt., (24 mm) Mot. cimbria
(28 — 36 mm), Scop. glac. (am Grunde) gefunden; [keine Eier]. —
V. Bericht Comm. Z. wiss. Unts. deutsch. Meere, Kiel 2°, S. 113.
A. E. Jurinac, Liste der Fische Kroatiens; Rad jugoslavenske
akad. znanosti i umjetnosti (Zagreb), Bd. 83, S. 114 — 121.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 319
Vergleiche auch: Novicki, Weichselfische (bei Osteuropa);
über eingebürgerte Fische in der System, bei Stizostedium (Percidae),
Grystes, Salmo, Amiurus, Anguilla, Acipenser.
Für die Niederlande vergl. : Bamps, Leucaspius (Syst.,
Cyprin.); Hoffmann, van Bemmelen u. a., Engraulis, Belone u.
Raja (bei System.).
Britische Inseln. J. C. Howden, Report on the fishes of the
north-east of Scotland. Unter Zugrundelegung von Day's Werk
werden 187 Sp. u. Var. aufgezählt. Auch die Expl. der Localmuseen
u. die Localnamen verzeichnet. Es fehlen an der Ostküste von
Day's Sp. bez. Gatt.: Acerina, Serranus, Polyprion, Box, Pagi'us,
Pag. bogar., Cottus gobio, Orcynus germo, Echeneis, Centrol. brit.,
Sched., Luv., Pamm., Lichia, Trieb, u. Lepid., Gobius minutus, pictus
u. quadrim., Aphya, Call, mac, Lepad. decand., Ath. boy., Gastr. acul.
var. semil. u. traehyc, Centriscus, Crenil. mel. var. rone, couchi u.
penn., Acanthol., Ammod. cic, Arnogl. lat., Sol. varieg., Argyrop.;
Salmo trutta var. cambr., Var. a — h von S. fario, S. alp., fontin.,
alle Coreg , Argent., Exoc, Cyprinidae sämmtl. ausgen. L. phoxinus
u. Nem. barbat., Balistes, Centrina, Torp. marm., Cephaloptera.
Angehängt sind: Bibliographie der Ichth. Ostschottlands u. eine
Beschr. des von Day benutzten Ex. von Trachypterus arct. — The
Scottish NaturaHst (n. ser.) Nr. 14.
M' Intosh, Notes from the St. Andrews Mar. Lab. VlIL
1. Ein postlarvaler Labrus nebst Bem. üb. Farbe derlarvalen Bauch-
flosse. (Motella, Gadus, Lophius; Pleuronectiden, Calhonymus, Cottus
wegen Färb, des Körpers erwähnt; s. bei Labrus) 2. Postlarv. Ver-
halten von Liparis mont. (10 mm 1. hat L. eine vorn erhöhte D., die
P. hat dagegen keine verläng. Str.) 3. Eigenthüml. Dottersack eines
Knochenf. (Bei ?Centronotus geht die Leber in den Ds. hinab).
4. AUg. Bem. über postlarvale Nutzfische. (Gadus morrhua, merl. u.
aegl. gleichen sich in der Lebensweise, grade wie bez. ihrer Eier u.
(bis 15 mm) ihrer Gestalt; die Jungen wandern nicht, sondern
wohnen da, wo die flottirenden Eier hingelangen, meist in der Nähe
der Alten; Wanderungen der J. in Sars' Sinne kommen nicht vor.)
Ann, Mg. N. Hist. (2) XX 300-4.
Mont. Browne, Vertebr. animals of Leicestershire, führt auf:
Acip. sturio, Perca (stumpfschnauzige persistirende Monströs.), Cottus
gobio, Gastr. acul. u. pung., Lota, Cypr. carpio, Barbus, Gobio, Leuc.
rut., ceph., vulg., erythr., phox., Tinea, Abr. brama, blicca, Alb. lue,
N. barb., Cob. taenia, Esox, S. salar. u. fario, Thymallus, Ang.
latir. u. vulg., Petrom. fl. u. plan. — Zoologist (3) XI 57 — 61.
W. And. Smith, notes ou the sucker fishes, Liparis and Lepado-
gaster." Biologische Notizen, Eiablage von Lep. Proc. roy. physic.
soc. Edinburgh, Sess. 85/6, p. 143—151, Tf. 7.
W. H. Bath, Thresher Shark [Alopecias] at Cornwall, 10 F. 1;
Zoologist XI 393.
320 I^i'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Th. Cornish, Ray's Bream at Scilly [ßrama], ebd. 393. —
F. Day. British and Irish Salmonidae. London 1887, 8''.
298 S., 12 meist col. Taf., Xyl. Enthält Salmo u. ThymaUus, be-
rücksichtigt die praktische Seite. Bastarde, p.254 — 270, Monstrositäten
(p. 271-7).
H. J. Charbonnier, Notes on the reptiles, amph. and fish of
the Bristol district; Proc. Bristol naturahsts soc. (2) V 133 — 142.
Vergleiche über England ferner: M' Intosh (bei Biologie,
S. 310); Cunningham (bei Gener.-Org.), S. 297); Cornish, Creni-
labrus, Lepidopus, Cyclopt., Orcynus, Pagrus (bei System.) ; Elliott,
Mullus (ebd.); Matthews, Sebastes (ebd.); Day, Scorpaena (ebd.) ;
Haigh, Cyclopt. (ebd.); Dünn, Gadus poll. (ebd.); Brook, Zeugopt.
(ebd., Pleuronect.) ; Day, Salmo purp, (ebd.); Chambers, Salmo
u. Coreg. von Amerika (ebd.); Day, Clupea pilch. (ebd.).
Frankreich. Vergleiche bei System. (Salmo irideus) u. bei
Mittelmeer.
Südeuropa. G. B. Torossi, i pesci e i molluschi fluviatili della
prov. diVicenza. Vicenca 1887 8», 32 S. 4 Taf.
Mittelmeer. J. Palacky, „üb. d. Tiefseefische des westl. Mittel-
meeres," zählt 69 Sp. auf u. bespricht ihre Verbreitimg ausserhalb
dieses Meeres u. die paläontol. Verhältnisse. Sitzb. k. böhm. Ges. d.
Wiss. 1887, (25. Febr.) S. 329—33.
A. F. Marion, les Faunes des etangs saumätres des Bouches
du Rhone. Das nach Salzgehalt u. Temperatur sehr schwankende
"Wasser des Etang de Berre enthält ausser Fischen des Mittelmeers
(Trabacos, Tons, Bordigues, Muges, Loups, Daurades, Anguilles,
Atherines) auch solche aus d. Schwarzen Meer, Syngnathus bucculentus
u. Siphonostoma argentatum S. 13, was durch den ehemaligen Zu-
sammenhang der Ostsee mit dem Rhone-Thal einer u. dem Schw. M.
andrerseits erklärt wird (S. 16). — Discours (Ac. sc. Marseille),
MarseiUe 1886, 8o. (Vergl. Ber. 86 S. 338.)
L. Facciolä, üb. 2 Lepadogastrini und 1 n. Nettastoma von
Sicilien. Naturalista siciliano VI 163 — 7, Tf. 3. — 2 versch. Formen
V. Microstoma bei Messina; ebd. 193—7.
Vergleiche über Mittelmeer: Günther, sämmt. Tiefseef. auf-
geführt, Chall. Rep., Zool. XXII (s. oben); Facciolä, Rhomboi-
dichthys, Arnoglossus (s. Syst., Pleuren., auch in Ber. f. 1886);
Trois, Dentex u. Trygon (ebd.); Raffaele, Eier u. Larve von
Clupea u. Engraulis (s. Entw., S. 298); Monticelli, Nähr. u. Hel-
minthen V Clupea pilch. (s. Syst.)
Osteuropa. Nowicki, M. Die Fische des Weichsel-, Styr-
Dniester- und Pruthgebietes in Galizien. Krakau 1887. Quer 2^.
4 chromolith. Taf. ohne Text. — Perca fl., Luc. s., Aspro z. u. str.,
Ac. cern. u. tanaicensis Güld., Gott. gob. u. poecilopus H., Gaster.
acul., Gobius kessleri Gth. , fluv., gymnotrachelus Kss., trautv. Kss.,
Lota V., Sil. gl., Cypr. carpio, Carass. v., Tinea v., Gobio fluv. und
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 321
uranosc, Barbus petenyi u. fluv., Rliod. am., Leiic. wyrozub Güld. u.
rut., Scard. erythr., Squal. leuc. u. ceph., Idus mel., Phox. laev.,
Pelecus cultr., Alb. bipunct., lue. u. delin., Asp. rap., Blicca bj.,
Abr. brama, sapa P. u. vimba, Chondr. nas., Thym. v., Salmo liucho,
Tr. fario, u. salar, Es. lue, Cob. foss., barb. u. taen., Ang. vulg.,
Acip. schypa, ruth., stell, u. sturio, Petr. plan. Zus. 54 Sp., Maximal-
grösse, einheim. Namen. (Eine Verbreitungskarte der galiz. F. von
demselben Vf. erschien 1883).
0. Grimm, „Fishing and bunting on Russian waters", Peters-
burg 1883 8^, 55 S. — Erschien (englisch) gelegentlich die intern.
Fisch.-Ausst. zu London im Auftrag d. russ. Minist, d. Domänen.
Enthält: I Uebers. u. Charakter der Wasserbecken des eur. Russl.
II Liste der Fische (auch Seef.) des eur. R. mit ihrer geogr. Verbr.
(286 Sp.). III Ueberblick üb. d. wichtigeren Arten. IV— IX Statistik
u. Praktisches. X u. XI betrifft, Säugethiere, Krebse etc.
M. Ruzsky, Fische des Flusses Swijaga; Trudui obsch. estestvoisp.
imp. Kasansk. Univ., Bd. 17, 4. Theil, 67 S. (russ.).
Vergleiche üb. Russland: Pölsam, Clupea des Kaspi-See
(s. System.); Zograff, Acipenser ruth. (ebd.); Iwanzow, Acip. (ebd.).
Africa. G. A. Boulenger, new fishes from the lower Congo.
Neu für dies Gebiet: Chromis dumerili Std., Channallabes apus Gth.
u, Polypterus palmas Ay. ; 3 sp. n.: Ctenopoma, Ciarias, Mormyrus.
Ann. Mg. N. Eist., Febr. 87, S. 148—9.
A. Günther, Descr. of 2 n. sp. of fishes from Mauritius, Pr.
Zool. S. London, 87, 550—1, Taf. 48, 49. (Latilus u. Platycephalus.)
Vergleiche ferner für Afrika: Günther, Tiefseef von Mauritius
u. westl. V. Sierra Leone, Chall. Rep. Z. XXII; Steindachner,
Hemichromis (Goldküste), Glyphidodon (Cap-Verd.-I.), Pseudoscarus
(Madag.), s. System.; Vaillant, Neopercis atl. (ebd., Trachinidae) ;
Schneider, Protopterus (ebd.); Fritsch, Malapterurus (ebd.).
Asien. G. A. Boulenger, Fishes obt. by Surg.-M. Jayakar at
Muscat, Arabia. 172 Arten (1 Gobius, 1 Scaphiodon, 1 Cyprinodon
aus Süsswasser), 14 sp. n. ; Gatt. Trigla neu für östl. Ind. Ocean;
nur 1 Selachier (Trygon). Das Wichtigere wird in d. Systematik
referirt. Proc. Zool. Soc. London, 87, p. 653—667; Taf. 54.
A. Haly (s. Ber. 86 S. 298), die von Ceylon erw. Sp. sind:
Serranus sp., Pogonoperca ocell., Genyoroge macolor, Peristethus sp.,
Malacanthus latovitt., Tetradrachmum trimac, Cheilinus undul. [var.]
(51/3 Fuss 1.), Xiphochilus rob., Platyglossus jav., Cossyphus bilun.,
Coris sp., Syngnathus conspic, BaHstes buuiva, Diodon mac, Orthagor.
sp., Galeocerdo rayn., Zyg. mall., Lamna spalL, Alop. vulpes, Rhi-
nodon typ. (23'), Stegost. tigr. (6'), Chilosc. ind. (9'), Pristis perr. u.
cusp., Rhinob. ancyl., djedd. u. granul., Trygon uarnak (5'6" br.),
Pteropl. micrura (6' br.), Aetob. nar., Dicerob. kuhli (18' br.),
Amphioxus. Taprob. I 165.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889, Bd. H. H. 1. 21
322 ßr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
A. A. W. Hub recht. Kruipende dieren enVisschen, systematische
Lijst [des gesammelten Materials], in: Midden-Sumatra , von P. J.
Veth, IV Natiiurlijke Historie 1. Fauna, 1. Hälfte, 2. Ab-
theilung. Leyden 1887. — 32 bekannte Sp.: 1 Periophth., 1 Eleotris,
1 Pristolepis (Nandidae), 1 Osphrom., 2 Ophioceph., 2 Mastacemb.,
5 Siluridae, 17 Cyprinidae, 1 Monopterus, 1 Tetrodom. — (S. 9 — 14,
nur Fundort u. einheim. Namen; kurze Notiz von Snelleman
über die Sammlung, S. 20.)
Sclater erwähnt, dass nach Mitth. Strauch's Preczewalski
von seiner 4. Expedition 643 Fische mitgebracht; ein (russ.) Katalog
der Ausstellung in Petersb. giebt einige der Namen. Pr. Zool. Soc.
London, 87 p. 362.
E. Thurston, Prel. report on the marine fauna of Rameswaram
and the neighb. isl. Government central museum, Madras; science
series Nr. 1, Madras 1887. 8°, 41 S, 6 Taf.; Liste der Fische
S. 22—27.
S. Herzenstein u. Warpachowski, „Notizen üb. d. Fisch-
fauna des Amur-Beckens u. der angrenz. Gebiete". Gepräge wesentlich
das der mantschurischen Subregion mit geringen Beimischnngen von
nördl. (Salmon.), ostsibir. (Phox. lagowski) u. eigenthüml. Formen
(Pseudaspius) ; als noch südlichere kommen dazu: Eleotris u.
Ophioceph. Bekannt 40 Sp.: Gastrosteus bussei (sp. n.) u. pung.,
Sinip. chu., Cottus szananga u. haitej, Eleotris pleskei (sp. n.), dyb.
(sp. n.), giehni, Ophioc. pekin., Lota vulg., Silur, as., Macrones fulvi-dr.
u. ussur., Cypr. carpio, Carass. vulg., Barbus labeo, Gobio fluv.,
Pseudogobio amur., Sarcochil. lac, Ladisl. tacz., Pseudorasb. parva,
Xenoc. arg., Idus wal., Pseudasp. leptoc, Phox. lag., czekan. u. laevis,
Ctenophar. idellus, Rhodeus amarus, Hypophthalmi. dybowski (sp. n.) ;
Elopi. bamb., Chanodi. mong., Parabramis bramula u. pekin., Culter
erythropt. , alburnus, mong., Hemic. lucidus u. schrencki (sp. n.),
Cobitis taenia, Octonema pleskei (n. g., n. sp., Cobitide). Russ, mit
deutschem Ausz., 1 Taf. Arbeiten der St. Petersb. natw.-Ges., Tom. 18,
Zool. Abth., 58 p.
H. H. Giglioli andTh. Salvadori, Brief notes Fauna of Corea;
zählen auf 4 [japanische] Spec. von Gensan: Sebastes inermis, Clupea
zunasi, Tetrodon porphyreus, Ostr. cubicus. Pr. Z. Soc. London 87,
p. 595—6. Ersch. 1888.
F. Steindachner u. L. Döderlein, Beitr. z. K. d. Fische
Japan'sIV, (Vergl. Ber. 85 S. 377) umfasst die No. 166—234 u. die
Farn. Cottidae (Schluss), Chiridae, Mugilidae, Atherinidae, Fistularidae,
Centrisc., Cepol., Gobiesoc, Labridae, Gadidae, Ophidiidae (Myxoce-
phalus g. n.), Macrur., Ateleop., Silur., Scopel., Stomiat., Scom-
bresocidae. Im Nachtrag wird Pathysebastes Död. eingezogen, Abb.
nachträglich zu Setarches, Sebastes, Scorpaena, Cottus, Centriderm.
16 Sp. n. Denkschr. Ak. W. Wien, m.-n. GL, Bd. 53, S. 257—96,
Tf. 1—4.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 323
Edw. Nyström, Ber. ü. die japanische Fischsammlung im zool.
Mus. der Universität Upsala. 177 Sp. [Meeresfische], welche von
Petersen u. Smitt aus Nagasaki eingesandt wurden. Durchgehends
werden Längenmaas, sehr häufig Abweich, von früheren Aut., meist
die Flossenformel betreff"end, gegeben (oft ist diese dann niedriger als
bei Steind., der nach nördl. Expl. arbeitete, klimat. Einfluss? oder
Verschiedh. des Zählmodus?). 7 Sp. n. in den Gatt. Hapalogenys,
Lepidotrigla, Dactylopt., Bembras, Ditrema, Raja, Urolophus. Bihang
tiU svenska Vet.-Ak. Handlingar, Bd. 13, Afd. IV, Nr. 4, 54 S. 8».
(Schwedisch.)
Vergleiche für Asien: Günther, Tiefseef. des Ind. Archipels
u. von Japan, Ghali. Rep. Z. XXII; Murray, Day, Indien (s. Sstem.
bei Zygaena u. Lamna); Warpachowski, Hemiculturella, von China
(System., Cyprinidae); Hilgendorf, Pterothrissus (System., Clupeidae);
Murray, Pseudochromis, vSalarias (Syst.).
Australien. E. P. Ramsay and J..Douglas-Ogilby, Notes on
the genera of Australian Fishes, Part. L Es werden Diagnosen von
6 Perciden-Gattungen (Percalates g. n.) gegeben. Pr. Linn. Soc. N.
S. Wales (2) II 181—4.
Dieselben: „Descript. of n. Australian f.", ebd. 241 — 3 (Choe-
rops, Labrichthys), 561 — 4 (Opisthogn., Trichiurus, Neopempheris,
Cossyphus), ,,Undescr. Dules" ebd., S. 4. „Undescr. shark" S. 163,
Apogon roseigaster, ebd. I 1061 (Ogilby) u. 1101.
J. Douglas-Ogilby, n. g. et sp. of. Australian Mugilidae, Pr.
Z. S. London, 87, S. 614—5 (Trachy Stoma). Ersch. 1888. On a n.
g. of Percidae. Ebd. 616—8 (Chthamalopterys), 1 Xyl. Ersch. 1888.
J. Palacky, „Ueber die Fische Neuseelands." Süsswasserf.
15 Sp. entweder antarktischen Charakters oder uneigentl. Swf.;
Meeresfische 175 Sp.: 67 endemisch, 70 auch in Australien u. Tas-
manien, 13 cosmopol. bez. aus d. Mittelmeer, 9 Gap u. Südamerika,
6 Polynesien, 5 Südam., 4 (trop.) Afr., Austr., Südam., 3 ind. Arch,,
2 Austr. u. Polynes., 1 Kerguelen u. Aukland, 1 Austr. u. Aukl,
1 Madeira. — Sitzb. k. böhm. Ges. d. Wiss., 1886. 29 Oct., 7 S.
Smiley. Vom California salmon (Oncorh. tchaw.) in Australien
(Victoria) schon Expl. von 7 Pfund, dorthin auch Eier von Salmo
fario u. trutta importirt; Bull. Fish Comm. VI 409. In Neuseeland
Oncorh. quinnat u. S. fontinahs mit zweifelh. Erfolg, S. fario mit
grossem eingeführt; letzterer geht hier in Brackwasser u. ähnelt dann
der S. trutta, wird 20 Pfund schwer. Ebd. S. 463.
Fr. McCoy, Prodromus of the Zoology of Victoria, Decas 14—15.
(Scombresox, Hemirhamphus , Labrichthys, Brama, Monacanthus,
Echinorhinus, Regalecus).
Vergleiche über Australien ferner: Günther, Tiefseefische,
Chall. Rep. Z. XXII, u. bei System. (Beryx u. Polyprion); Douglas-
Og., Girella (Sparidae) u. Prionurus (Acronur.) bei System.; Stein-
dachner, Dules (Syst., Percidae); Parker, Carcharodon (Syst.,
SquaH); Sauvage, Notothenia (Syst. Trachinid.); Schneider,
21*
324 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ceratodus (Syst.); Clupea harengus übersiedelt (Syst.); Kent,
Fischerei Tasmaniens (s, S. 314).
Amerika. Günther, Tiefseef., Chall. Rep. Z. XXIL
Arktisches America. C. Lütken, „Körte Bidrag til nordisk
Ichthyographi VI. Eine für Grönland neue Rochen-Art (R. fyllae)",
Vidensk. Meddelelser fra nat. Foren, i Kjoeb. for 87, S. 1 — 4. Taf. 1.
(s. Raja 11. Acanthias.).
C. H. Townsend fand im sehr fischreichen Kowak-Fliiss (Alaska)
18 Sp., 450 engl. M. von der Mündung viele grosse Salvelinus
namaycush; Rep. U. S. Fish-Comm. XIII, S. röm. 69. Im gleichen
Werke zahlreiche Notizen über Fischzucht etc. nordam. Fische. (Idus
melanotus dort eingeführt).
Vergl. bez. des arct. Amer. : Collett, Trichiuridae (System).
Nordamerika. C. H. Eigenmann and Eliz. G. Hughes, rev.
of N. Amer. Species of Lagodon, Archosargus and Diplodus, Proc.
U. S. nation. mus. X 65 — 74. (Nur atlantisch, vergl. Sparidae.)
Ch. H. Gilbert, „Descr. of new and little known Etheostomoids".
Behandelt die Ausbeute (1884) in Indiana, Kentucky, Tennessee,
Alabama, S.W.-Missouri, Arkansas, Texas. Die hier als Sp. nn. bez.
Arten sind fast sämmtlich schon in Jordans Cat. als nom. nuda auf-
geführt (vergl. Ber. 85, S. 389) u. einige 1886 charakterisirt, wofür
aber keine Citate gegeben werden. In der Zusammenfass. vieler
Gatt, weicht G. von J. ab. Pr. U. S. Nation. Mus X (1887) p. 47—64.
Jordan u. C. H. Eigenmann, Coli, of f. sent by Leslie from
Charleston, S. C. Bern. üb. 18 interessantere Sp., wovon 10 neu für
Charl, d. h. nach J. u. G's Liste 1882, hier mit * bez.:
Serranus bras.*, Epineph. drumm.*, Pseudopriac. altus*, Rhom-
bopl. auror.*, Lobotes, Scorp. bras.*, Eques acum.*, Trachynotus
falc.*, Eleotris ambl., Dormit. mac, Cithari. (Aram.) paet.*, Cypri-
nodon varieg.*, Siphost. louis. , Hippoc. punct.* Pr. n. mus. X
269—70.
0. P. Hay, ,,contr. knowl. fishes of Kansas." Sammelte an
6 Orten JuH 85 in N.W.-Kansas 29 [30] Sp. (Notropis 2 (3?) sp. n.).
Percidae 4 sp., Cyprinidae 18, Catastom. 2, Silur. 3, Cyprinodont. 1,
Hyodont. 1, Lepidost. 1. Vielfache krit. Bemerk. Proc. n, mus. X
242—253.
Carl H. Eigenmann, „specific names of certain N. Amer. fishes."
Pr. ac. nat. sc. Philad., 87 II 295 — 6. Perca, Morone (= Labrax),
Etrumeus (Clupea).
J. F. James, Catalogue of mammals, birds, rept., batr. and fishes
in the coli, of Cincin. soc. n. h. ; Journ. Cincinnati soc. nat. bist. X,
Fische S. 36-48.
Jordan and Ev er mann, über die Speisefische von Indiana;
von 150 dortigen Arten kommen 50 als Marktfische vor. Amer.
Natur. XXI 1034 (urspr. im Agricult. Report of Indiana).
0. P. Jenkins, list of fishes of Beaufort Harbour, N. Carol.;
zählt 134 Sp. auf, darunter 23 neu für die Lokalität. Studies
biol. lab. Johns Hopkins Univ., IV 83—94.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887, 325
Vergleiche weiter be?. Nordam.: Ryder, Entwickl. verschied,
nordam. Süss- ii. Salzwasserf. (S. 305); Rice, Stizostedium in Conn.
(s. System., Perc); Eigenmann u. Horning, Chaetodontidae, auch
mittelamer., CSystem.); Moore, Solea von England importirt (s.
S. 315); Smiley, Salmo levenensis desgl., S. fario u. S. salvelinus,
sowie Tinea ans Deutschland (s. System.); Heilprin, Ictakirus sp. n.
(ebd.); Jordan, Polynemus (ebd.).
Mittelamerika. D. S. Jordan, ,,a preliminary list of the fishes
of the West In dies." Schliesst ein den Golf von Mexico u. das Caraib.
M., auch Bermudas-J., ausgeschlossen Südküste der U. S. u. Brasilien.
Günth. Cat. u. Poey fortlaufend berücksichtigt. 875 Sp., wozu ein
Nachtrag von 51 Sp. von den Florida Keys, welche trop. Charakters,
aber noch nicht in obigem Gebiet nachgewiesen sind. Nominale Sp.
wurde möglichst ausgeschlossen. Nomenklatur nach den Canons der
Amer. Ornith. Union (nur Canon 17 u. 18 werden verworfen), daher
zahlreiche Aenderung von Gatt.-Namen (s. diese in der System.).
1 Gen. nov. Amiichthys (Apogoninae) ; auch einige neue Familien
abgezweigt. Proc. U. S. nat. mus. IX 554 — 608.
Th. W. van Lidth de Jeude, ,,Coll. of Rept. and Fishes from
the West-Indies." Enthält marine F.: [Tetrodon] Cheil. psitt. von
Surinam, die übr. Sp., Myripr. jacobus, Serranus tigrinus, Pomac. paru,
Gobius sopor., Blennius crinitus u. Muraena catenata von Curagao;
Süsswf. : Poecilia vandepoUi sp. n. (nach d. Sammler ben.) von Cur.
u. P. vand. var. arubensis von Aruba, — Notes Leyden Mus., IX
135—9.
T. H. Bean, „Descr. 5 n. sp. fishes sent by Duges from Prov.
Guanajuato, Mexiko." 4 Cyprinodontidae (Charac. u. Fund.) u.
I Petromyz. (Lampetra), Westabhang. Proc. U. S. nat. mus. X 370 — 5.
Jordan u. Gilbert, „Descr. n, sp. of Thalassophryne (Th. dowi)."
Pr. n. m. X 388 (s. Batrachidae).
Vergleiche bez. Mittelamer.: Eigenm. u. Hörn., Chaetodontidae
(s. System.); Smiley, Cyprinus carpio in Mexico (ebd.).
Südamerika. G. A. Beule nger, Fishes coli, by C. Buckley
in eastern Ecuador. Gesammelt 1880 bei Canelos, Sarayacu u.
Pallatanga: 2 Chromides, 16 Silur. (6 sp. n., 1. n. g. Nannoglanis)
II Charac. (n. g. Leptagoniates, 3 sp. n.), 4 Gymnotidae (1 sp. n.).
Ein Theil dieser Samml. schon von Steind. beschrieben. Proc. Zool.
Soc. London, 1887, S. 274—83, Tf. 20—24.
G. A. Boulenger, Descr. of new South -American Characinoid
Fishes. 1 Curimatus, 2 Tetragonopt., Schlüssel für 5 Tetr.-sp. von
Rio Grande do Sul; Ann. Mag. Nat. H., März 87, S. 172—4.
R. A. Philippi, „Vorl. Nachr. über einige Fische der
chilenischen Küste." 10 Sp. Haie, 1 Xiphias, 1 Histiophorus werden
erwähnt. Zoolog. Garten, Jg. 28, S. 85 — 88.
Derselbe, sobre los tiburones y algunos otros peces de Chile.
Ausführung der vorigen Publication. Vf. kennt 19 Sp. Haie (= tibu-
326 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
rones) aus dem chilenischen Meer, die er im Museum von Santiago
(13 Sp.) u. Valparaiso studierte (s. Systematik, Squali). In Appendix
werden beschrieben: 1 Xiphias, 1 Histiophorus u. 2Labridae: Trocho-
copus u. Graus (n. g.). Es ist sehr verdienstlich, dass Vf. die schwer
zugänghchen grossen Arten beschrieben und abgebildet hat; die
Zahl der von Chile bekannnten SquaH betrug bisher nur 7, wie die
historische Einleitung ergiebt (Vergl. unten: Perez.). Ob die zahl-
reichen sp. n. sämmlich haltbar sind, wünscht Vf. nach seinen Dar-
stellungen geprüft zu sehen. Anales de la Universidad de Chile,
tomo 71. Santiago 42 S. 8«, 8 Taf.
C. Perez Canto, Estudios sobre algunos Escualos de la costa
de Chile. (Valparaiso 1887?) Die Perez'sche Arbeit wird von PhiKppi
citirt ; dem Ref. unbekannt.
D, S. Jordan, ,,Descr. of two n. sp. of fishes from S. Amer.",
Proc. ac. nat. sciences Philad., 1887 III, p. 387 — 8. Cristiceps u.
Mycteroperca (Percidae).
D. S. Jordan, Note on Achirus lorentzi. Ebd. p. 389—391
(Süsswasser).
A. Kappler, Fische von holländisch Guiana; Ausland 1885,
S. 879, 896, 918, 936.
Vergleiche weiter über Südamer.: Günther, Tiefseef. [gegen-
über der Laplata- Mündung u. Pernambuco, sowie bei Chile u. an
der Südspitze], Chall. Rep. Z. XXII; Schneider, Lepidosiren (s.
Syst.); Baur, desgl. (ebd.); Giglioli, desgl. (ebd.); Günther,
Polyprion (ebd.); Steindachner, Dules u. Elopomorphus (ebd. Perc.
u. Characin.); Boulenger, Siluridae v. Columbien (ebd.); Smith,
Tetrodon (ebd.).
Anhang. Systematische Arbeiten ohne faunistische
Begrenzung: Günther, Siluridae (s. System.); Steindachner,
vermischte sp. n. n., Anzeig. Akad. Wiss. Wien, Bd. 27. S. 230—1.
Fossile Fisclie.
W. Anderson, Notes on the fish remains from the bonebed at Abden,
near Kinghorn, Fife; Trans. Edinburgh Geol. Soc. V 310—4.
H. Böckleu, „die Gattung Ceratodus"; Jahresh. Ver. vat. Natk. Württ.,
Jg. 43, S. 76—81. (In der Lettenkohle von Hoheneck niu- 2 Sp.: kaupi und
runcinatus.)
P. B. Brodie, Discovery of foss. fish in the New Red Sandstone (upper
Keuper) in Warwickshire. Rep. 56. meet. Brit. Ass. Advauc. Science 86, 629.
E. D. Cope. System, catalogue of sp. of Vertebrata found in the beds of
the Permian epoch in N. Am. Trans. Amer. philos. soc. XVI 285-297, Tfl. 2—3.
— Crossophilus magnicaudatus, Priscacara sp. n., Notogoneus ose. Mera.
ac. Washington III (1886) 162, 164, Taf.
W. Dam es, die Gattung Saurodon Hays. Sitzb. Ges. naturf. Fr, Berlin,
87, S. 72-78.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 327
— Ueh. Titanichthys pharao n. g., n. sp. aus der Kreideform. Aegyptens.
Ebd. S. 69. Bemerk, dazu, S. 137. (Der Name Tit. in Gigantichthys n. g. um-
gewandelt).
J. W. Davis, Note on a fossil sp. of Chlamydoselachus (Chi, lawleyi sp. n.;
die Zähne wurden 1876 von Toscana beschriehen). Pr. Zool. soc. London, 87
p. 542-44.
— The fossil fishes of the chalk of Mount Lebanon. Trans, roy. Dublin
soc. (2) m 457 — 636, Taf. 14— 38 ; n. gen. : Centrophoroides, Bhinognathus
(geändert in: ScapanorhynchusSm.Wooäw.)Spathiurus,Äm2)7iilap7iurus,
Xenopholis, Pantopholis, Eurygnathus, Phylactocephalus.
— Chondrosteus äcipenseroides. Q. journ. geol. soc. Vol. 43, 605 — 616,
Taf. 23.
— n. sp. of Pholidophorus (piu'beckensis) Geol. mag. (3) IV 338, Taf. 10,
Fig. 2.
Dollo, ein restaurirtes Skelett von Carcharodon heterodon, Revue des
quest. scientif. (Brüssel), XXn 81—91.
E. Dupont. Sur les ossements de la faune maestrichtienne places
recemment dans les galleries du Musee r. h Bruxelles. Bull. Ac. Belg. (3) XIII
706-710.
D. Gorjanovic-Kramberger. Palaeichthyol. Beiträge. Glasnik Narav.
Bruztva Band I (1886) pag. 123—137. Deutscher Auszug aus der frühereu
Publ. 1884.
P. Hitchcock, Edestus wird auf Intermandibularzähne zurückgeführt.
Amer. Nat. XXI, 847.
R. Lydekker. The fossil Vertebrata of India. Rec. Geol. Survey Ind.
XX 69-71.
C. Malaise, poissons devoniens dans le bord nord du bassiu de Namur.
Bull. Ac. r. sc. de Belgique, Jg. 57, S. 771—2.
C.F.Matthew. Pteraspis? acadia sp. n. Canadian Record, II 251, 323.
F. K. Mixner und H. U. Williams, Fish-remains in the Carbouiferous
near Buffalo. Bull. Buffalo soc. V p. 84, Taf. (1886).
E. T. Newton, Remains of f. from the Keuper of Warwick and Nottingham.
Q. journ. geol. soc. Vol. 43, p. 537-540, Taf. 22.
J. Riess, Ueber einige Chimaeriden- Reste im Münchener palaeonto-
logischen Museum. Palaeontographica, Bd. 34, S. 1—27, Taf. 1—3.
Romano vsky, Lyrolepis caucasicus g. n. Mem. soc. min. XXII (1886),
vergl. Bull. com. geol. St. Petersb. VI, Suppl. p. 52.
E. Ri viere, Faune des oiseaux, des reptiles et des poissons des grottes
de Menton. Comptes rend. assoc. frang. av. sc. XV 450—7.
R. Storms, Platylates g. n. Mem. soc. belg. geol. I 98, Xyl.
Struckmann, Eugnathus nienstedtensis sp. n. Zeitschr. D. geol. Ges.,
Bd. 39, S. 67.
Traquair, „Notes on Chondrosteus äcipenseroides Ag." Pr. r. phys. soc.
Edinburgh, Sess. 116, p. 349—361, 5. Xyl. u. Geol. mag. (3) IV 248—257.
— , Fossils of the bone bed of Abden ; Trans. Edinb. geol. soc. V 310—4.
J. F. Whiteaves, Illustrations of foss. f. of the devonian rocks of Canada,
Part I; Proc. Trans, r. soc. Canada IV, 101—110, Taf. 6-10.
328 I^i'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
H. TJ. Williams, Palaeoniscus reticulatus u. antiquus. Bull. Buff. soc. (86)
V p. 83, 84.
A. S. Woodward. Post. Liassic species of Acrodus Geol. mag. (3) IV
101-5, Xyl.
— Liste der fossilen bisher beschrieb. Berycidae. Ebd. 357—8.
— Holocentrum melitense sp. n. Ebd. 355.
— Arius egertoni n. A. (?) bartonensis. Ebd 304.
— On deutition and affinities of Ptychodus. Q. joiu-n. geol. soc. Vol. 43,
121—130, Taf. 10.
— On the so-called Microdon Jiuchalis Dixon, from the Chalk of Sussex, a n
sp. of Platax. Ann. Mg. N. H (2) XX 342. — Auch Micr. pulchellus Davis vom
Libanon ist kein Pycnodout, sondern e. Teleostier.
— , On the affinities of the so-calied Torpedo (Cyclobatis, Egerton) from
the Cretaceous of Mt Libanon. Ann. Mg, (2) XX 389 (Ai;sz. aus: Sect. C, Brit.
Assoc, Manchester 1887). Ist ein Trygonide. Vergl. Geol. mag. (3) IV 508.
— , On a n. sp. of Semionotus [joassi], from the lower Oolite of Brora. Ann.
Mag. N. H. (5) XX 175, 320. Tf. 7.
— , Canal - System, evidently sensory, in the shields of Pteraspidian f.
[Pteraspis, Holaspis]; Pr. Zoo). S. London, p. 478-81, 1 Xyl.
— , Note on the „Lateral Line" of Squaloraja. Ebd. p. 481.
— On the fossil teleostean g. Rhacolepis Ag. Ebd. p. 535—542, Tf. 46, 47.
Steht nahe Elops (Clupeidae), nicht Pereide.
K. A. Zittel, Handbuch der Palaeontologie, 1. Abth., in. Bd., Liefr. 1
(S. 1—156) enthält die Fische mit Ausn. der Teleostei (diese ersch. 1889). Die
Hauptgruppeu nach J. Müller's System. 266 treffliche Xyl., z. Th. Original-
zeichn., sehr vollst, u. klare Darstellung. (Gen. nov.: Chalcodus [Cochliodontidae]
S. 72, Metopacanthus [Chimaeridae] S. 110, Chimaeropsis [desgl.] S. 113.) Im
Inhaltsverz. (1890 erschienen) sind die Familiennamen mehrfach philologisch
verändert.
Systematili.
Vorbemerkung: Die in dieser Abth. referirten Arbeiten sind im Vorher-
gehenden (besonders unter „Faunen") schon aufgeführt und dort meist aus-
führlicher citirt. — Die Namen neuer Gatt, und Arten sind schräg gedruckt.
Allgemeines. E. D. Cope (vergl. S. 280) ergänzt sein System: 1. Die
Agnatha Hack, ohne Mandibel und Schultergürtel sind eine eigne Classe (dazu
Marsipobranchi , ferner die foss. Pterichth. , Bothriolep., Pterasp., Cephalasp.,
2. Die Fische zerfallen nach dem Schädelbau in Holoceph., Dipnoi, Selachii,
Teleostomi Ow. (= Ganoid. e. p. und Teleostei). 3. Die Superordnungen der
Teleostomi vperden durch die fundamentalen Modificationen des Flossenbaus an-
gezeigt. 4. Die Ordn. nach unwichtigeren Skelettverschiedenh. als die unter 2
u. 3. — Die 4 Superordn. des Teleostomi:
D., A., P. u. V.-Axonosten vorhanden, für jede Fl. durch 1 eiuz. Element
repräsentirt Rhipidopterygia.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 329
D, A, P n. V-Ax. vorh. ; die der D. u. A. zahlreich, jedes, wenn überhaupt,
mit 1 Baseost artikulirend ; P-Ax. in variab. Zahl, mit zahlr. wohlentw. Bas.
artic; V-Ax. einzeln, mit zahlr. Bas. art Crossopterygia
D u. A.-Ax. wie vorige; P-Ax. 0, Bas. rudim.; 1 V-Ax. mit zahlr. B.
Podopterygia
Du, A-Ax. wie vor.; P-Ax. 0, Bas. wenige, klein; V-Ax. vorh., mit kleinen
od. ohne B Actinopterygia
Die Superordn. werden nach folgendem Schlüssel in Ordn. zerlegt:
Rhipidopterygia. Baseosten vorh. in D u. A. . . Ordn: Bhipidistia.
Bas. 0 in D. u. A. ; Axonosten in der C^srorh.; jedes mit einem Neuraldorn
artikulirend Äctinistia Cp. 70.
Crossopterygia. A. Dorsale Baseosten vorhanden.
Dermale Strahlen (Actinotrichia Rd.) zahlreicher als Bas.; jedes Axonost
artik. mit einem Neuraldorn Haplistla.
Derma Istr. gleichzahlig mit Bas. u. mit diesen art Taxistia-
Kk. Dorsale Baseosten fehlen.
Dstr. gleichz, m. Bas. u. damit art,; Ax. nicht mit Nd, art. . Cladistia.
[Podopterygia. Enthält nur die Chondrostei Ow., Cope olim.]
Actinopterygia (Actinopteri Cp. ol.). I. Dermstr, mehr als Bas. u. Axon.
Intercentra deutlich, klein (Heterocerci Ztt. 87) Ly-
sopteri Cp. 80.
II. Dermstr. gleichzahlig mit Bas. u. Ax.
Wirbel mit deutl. Intercentris auf der Chorda dors. . . . Merospondyli.
W. mit vollständigen Inte, welche amphicoel od. annulär. . Isospondyli.
"W. mit vollst. Inte, welche opisthocoel Ginrjlymodi.
W.-Säule mit vollst. Inte. u. Centris, beide amphicoel , . Halecomorphi.
[Zu den Actinopterygii würden ferner noch gehören die Teleostier, welche
Cp. hier nicht behandelt.]
Diesen Ordnungen entsprechen folgende Familien: Rhip. = Fam. Tristi-
chopteridae; Act. = F. Coelacanthidae; Hapl. = Phaneropleur. ; Tax. = Cyclo-
dipterini (besser: Holoptychiidae) u. Glyptodipt. (besser: Osteolepidae) ; Clad. =
Polypter. ; [Chondro, = Acipens., Spatular.]; Lys. = Palaeonisc. nebst Platysora. ;
Merosp. =F. Sauropsidae (Microlep. u. Cyclolep, Ztt.), Pycnodont. u. andre Fam.
(Stylodont, Sphaerodont., Saurodont. Ztt ); Isosp. = Aspidorhynch. (Rhynchodont.
Ztt.), u. a. ; [Ginglym. = Lepidosteidae; Halecom. = Amiadae], — Ob die Ordn.
Placodermi (excl. Pteraspidae u. andre Agnatha, s. oben!) zu den Actinopte-
rygia gehört od. zu Isosp., ist unsicher. — Amer. Naturalist XXI 1014—9.
J. V. Carus, mehrere Artikel in Ersch u. Gruber, Allg. Encyclop. 2. Sekt.,
41. Theil (Labrax, Labrus, Labyrinthfische),
Vergleiche über Stellung der Notacanthini bei dieser Fam.
Acanthopteri.
Percidae. Perca, Diagnose der Gatt, (in Australien eingeführt), Ramsay
u. Dg., Pr. L. S. N,-S.-Wales (2) II S, 182.
Perca fluviatilis, rothe Körper der Schwimmblase, Coggi, s. S. 294;
Rigor mortis, E wart, s. S. 284; Monstrosität, Browne, s. S. 319; P. amer., Ei
Ryder, s. S. 306.
330 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Perca flavescens (Mitcb.. 1814 Jan., als Morone fl.) hat Prior, vor Centro-
pomus luteus Kaf. 1814. C. H. Eigen mann, Pr. ac. n. sc. Philad. 87 11, p. 295.
Siniperca chuatsi, syn: Actenolepis dittmari Dyb., Herz. u. War p., Fischf.
Amur., S. 16 u. 54.
Morone hat Prior vor Roccus; Morone mississippiensis Jord. u. Eig. statt
R. interruptus Gill. (praeocc. durch Perca mitch. var. interr. Mitch. 1815);
C. H. Eigenmann, Pr. ac. nat. sc. Philad., 87 II, p. 295. — Ein Bastard zw.
Roccus u. Clupea sp., Ryder, s. S 306. —
Labrax lineatus in Californien eingeführt (1887 Expl. von 25 Pf. gefangen);
Smiley, Bull. U. S. F. Comm. VH 48 u. Dünn, der auch das Gedeihen des
Micropterus in Calif. erwähnt, ebd. 49.
Lates = Pseudolates All. et Mcl. 75, s. Percalates.
Percalates g. n. für L. colonorum Gthr., von Lates abw. durch: Br. 6 (Lates
7), Psdbr. entwickelt, Op. mit 2 (statt 1) Stach., Zunge glatt, D I 9 (st. 6-8),
Occiput ohne Schuppen; Ramsay u. Douglas-Og., Pr. L. S. N. S.Wales, (2)
II S. 182.
Psammoperca (syn.: Cnidon M. Tr.), Diagnose (D. 8, Schpp. bis zur Schnauze);
Ramsay u. D-Og., Pr. L. S. N. S. W. (2) II 183.
Ctenolates Gth. 71, Diagnose; Ramsay u. D. Og., Pr. L. S. NSW. 11 183.
Stizostedion lucioperca, künstliche Aufzucht, Hühner, Circ. D. Fisch. Ver.
1887, S. 9. Gedeiht jetzt im Rhein; ebd., S. 48. u. 71. —
H. Lanz, „Vermehr, der Fischfauna des Bodensees" Jahres. Ver. vat.
ISIaturk. Württ., Jg. 43, S. 446—8. Der Zander 1882—84 im Bodensee ausgesetzt,
1887 ein 59 cm grosses Expl. gefangen.
„Stiz. vitreum im Becken des Connecticut", wo das Genus fehlt, ange-
troffen. Durch Vögel (als Ei) oder durch Angler vom St, Lorenz-Becken ver-
schleppt? W. N. Rice, Amer. Natur. XXI 938. — Stiz. amer., Entwicklung,
Ryder, s. S. 306.
Etheostoma (Ulocentra) kistrio J. et Gilb. (86), Arkansas; [in Jord. Cat. ist
Ul. selbst. Gatt.]; Gilbert, Pr. n. m. X. 47; Ul. blennius s. bei E. (Rhot).
E. (Cottogaster) uranidea [um] J. et Gilb. 85, nahe shumardi, Arkansas;
[Gott, in Jord. Cat. selbst. G.]; Gilbert, Pr. n. m. X 48.
E. (Hadropt.) [in Jord. Cat. selbst. Gatt] ouachitae J. etG. 85, Arkansas,
p. 49; squamatus [um] Gib. et Swain 85, Tennessee, p. 50; cymatotaenia Gib. et
Meek 85, Missouri, pag. 51; nianguae G. et M. 85, Missouri, u. nianguae sbsp.
spilotum Gilb., Kentucky pag. 53; Gilbert, Pr. nat. mus. X 49—53.
Etheostoma (Rhothoeca) zonale, sehr variabel D. 10/11 bis 12/13, A 2/7
oder 8, L. 1.41—43, Zeichn., Brust u. Kopf nackt oder beschuppt; daher sbsp.
arcans. (85) u. ? E. lynceum viell. nur var.; Gilbert, Pr. n. m. X 54. E. (Roth.)
blennius Gilb, et Swain (85 als Uloc.) Alabama; nahe inscriptum, aber Auge
kleiner u. Zeichn. versch. , p. 55 ; rupestre G. et Sw. (85 als E. Poecili. rup.),
Alabama,? sbsp. zu thalass., aber schlanker, düsterere Färb., Sq. kleiner u. auch
auf Operc, Gilbert, ebd. 57.
E. (Etheostoma) saxatile, weit verbreitet, Beschr. [in Jord. Cat. wie die
folgenden 5 Sp. beim Subg. Poecilichthys], p. 57 ; luteouinctum Gib. et Swain 85,
Tennessee, p. 58; parvipinne G. Sw. 85, 1 Expl., Alamba, p. 59; E. punctul.,
whipplei, cragini. Beschreibung p. 60—62, E. whipplei sbsp. alabamae p. 62;
tuscumbia, nur 1 Analdoru, nach Auffass. andrer Autt. viell. selbstständiges
Genus, häufig bei Tuscumbia (Ala.) p. 63. Gilbert, Pr. n. m. X 57—63.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 331
Eth. (Alvarius [in Jord. Cat. selbst. Gatt.]) fonticola J. et G. (vergl. Ber.
85 u. 86) als sp. n. beschr., viell. syn. zu lateralis, p. 63; piinctatus (früher
Microp. punct. Putn.) wird, weil der Name punct. beim Gen. Eth. praeoecnpirt,
„Eth. (Alv.) microperca J. et Gilb." p, 64, Anmerk.; Gilbert, Pr. n. m. X 63, 64.
Etheostoma (Poecili.) lepidum, Bern ; Hay, Pr. n. m. X 248, 252.
Boleosoma olmst., Bern.; Hay, ebd. 249.
Centropomus, als westind. aufgezählt 5 Sp. (als Farn. Centrop.); Jordan,
pr. n. m. IX 578.
Polyprion prognathus Forster, von cernium versch. : syn.: Epin. oxygen.
ßl. Sehn. , Centropr. gigas Ow. (für e. Skelett), Oligorus gigas Gth. (für dasselbe
Sk.) u. Hutton (n. indigen. Hapuku), Hectoria Castelnau 73; P. kneri Std. 75 von
Juan Fernandez, Gth. 80. Günther, ,.Notes on the Hapuku (P. progn.)", Ann.
Mg. N. H (5) XX. 286.
Polyprion cern. als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXH 268.
Anthias megalepis als Tiefsf. erw., Günther Chall. XXII 13.
Centropristis pleurospilus als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 13.
(Centropristis Gth.) lO-j-l Sp. von Westind. aufgezählt (1 als Centropr., 2 als
Diplectr., 7 als Serranu.s), Jordan, Pr. n. m. IX 579, 607.
Epinephelus brasiliensis, n. f. Charleston; Jordan u. E., Pr. n. m. X 269.
Serranus scriba, die rothen Körper d. Schwirambl. (Abb.), Coggi, s. S. 294
— Serranus sp. n.?, 9/18, 3/9, 92; Mx. bis Hinterrand des Au.; Präop. sehr
fein gesägt, C. wenig convex, braun, D. u. A. schwärzlich, weiss gesäumt, P.
schwärzl. mit gelbl. Binde, C. schwärzl. mit weiss, mondf. Kand; Ceylon, klein;
Haly, Taprobanian I 166 [nicht in Day's Nachträgen erw.].
Serranus brunneiis, awoara u. tsirimenara; Nyström, Jap. Fisks. , Bih.
svenska V.-A. Handl., Bd. 13, IV. Nr. 4, S. 6.
Serranus tigrinus. Färb, etwas abweich., Curagao; Lidth de Jeude,
Not. Leyd. Mus. IX 135.
Serranus pmeojjercMZans, 11/14-15, 3/8, 100—110, 13-14/45-50 (unterh. des 6.
D-Stach.), nahe morrhua, 65 cm 1., Arabien (Maskat); S.cjibhosus, nahe striolatus
Playf., 11/19,3/10,110,22/65 ; Maskat, 40 cm; ebendaher noch S. angularis (celebicus
Blk.), geoffr. Klz., morrhua, hemistictus, gigas, stoliczkae, Boulenger, Pr. z.
soc. Lond., 87, 654.
Mycteroperca xenarcha; nahe bonaci u. falcata: 11/16, 3/11, Sq. 110-115;
Kopfl. 273 in Krpl. (0. C), Höhe 3 mal; James-I, (Galapagos) u. Payta (Peru);
D. S. Jordan, Pr. ac. nat. sc. Philad., 87 III, 387.
Serranus. Von Jordan, Westind., werden 25 Sp. (als Paranthias, Mycterop.,
Promicrops, Epineph., Enneacentrus, Dermatolepis aufgeführt, Pr. n. m. IX 580 -1.
(Plectropoma) 12 -|- 1 westind. Sp. aufgezählt (als Hypoplectrus, Goniopl.
u. Alphestes), Jordan, P. n. m. IX 579, 607.
Rhypticus, 5 westind. Sp.; Jordan, ebd. 581.
Mesoprion bohar. rangus, fulvifl., ehrenb., chirtah (annul.), quinquel., lineol.
bei Maskat, Boulenger, Pr. zool. s. L., 87, 655.
Rhomboplites aurorub., n. f. Charleston, Jordan u. E., Pr. n. m. X 270.
Genyoroge 5-linearis, beng. u. rivul. bei Maskat, Boulenger, Pr. z. s. 87,
p. 655.
Pseudopriacanthus altus, neu f. Charleston, grosses Exp. (11 Zoll), Form
u. Praeopstacheln etc. von juv. versch.; Jordan u. E. Pr. n. m. X 270.
332 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Cheilodipteridae als Name für die Farn. Apogonidae, weil (mit Blkr.)
Amia Gron. statt Apogon, angenommen; Jordan, Pr. n. m. IX. 586 (u. 542), 607.
Apogon roseigaster , 6 1/10, 2 9—10, Innenkante des Praeop. auf beiden
Räudern crenulirt, mit einigen schwachen Zähnchen am Winkel, Aussenkante
und das Praeorb. glatt; Z. auf Vomer, aber Palz. 0, Zunge mit 2 schwarzen
Lappen; blassgelb, D. I oben schwarz, D. II u. A. mit schwarzer Lb. Häufig
im Parramatta- River. 65 mm, laicht Oct. u. Nov. Ramsay u. Dougl., Pr. Lin.
S. N. S. W. (2) I 1101 (u. 1061, als Apogon ichthys).
Apogon maximus, 7 1/9, 2/7; 26-27, 2/6; jede Schuppe mit 1—3 schwarzen
Fl., P.-basis schwärzlich; Maskat, 25 cm.; ebd. noch A. annularis u. Chilodipt.
lin. u, octovitt.; Boulenger, Pr. z. s. 87, p. 655.
Ämiichthys g. n. (Poey M. S.!) für eine zu der Fam. der Cheilodipteridae
[= Apogonidae] gerechnete u. als diapterus (Synops. pisc. cub. p. 305) beschr.
Art; ohne Diagnose; Jordan, Pr. n. m. IX 586.
Scombrops chilod. 345 Fd. bei Enosima (Japan); Xyl. der Eingeweide,
Gallenblasse sehr lang, Coeca pyl. 17+1 langes; ?ob = Latebrus ocul. Poey 58.
Latebrus Poey 1858, s. Scombrops.
Acropoma philipp. Gthr. 80, erw. als Tiefsf., Günther, Ghali. XXII 15.
Malacichthys griseus Död. Tiefsf., Diagn. copirt, Günther, Chall. XXII 15.
Synagrops nom. n. für Melanostoma Död. praeocc, S. jap. Död. , Tiefsf.,
Diagn. copirt, Günther, Chall. XXII 16.
Ei eines Centrarchiden ?, Ryder, s. S. 306.
Grystes. Ueber gelungene Fortpflanzung des Schwarz- u. Forellenbarsches
in Deutschland u. deren ökon. Werth, v. d. Borne, Circ. Deutsch. Fisch- Ver,
1887 S. 103—8. Desgl. F. E. Schulze, Sitzb. Ges. natf. Fr. Berlin 87, S. 15.
Lepomis humilis, Männchen lebhafter gefärbt, Hay, Pr. n. m. X 243.
Odontonectes erythrog., 65 cm 1., bei Maskat, Boulenger, Pr. z. soc. 87,
p. 656.
Oligorus, s. oben bei Polyprion.
Hectoria, desgl.
Dules nitens, 10/11, 3/11, 52, 5/13, einfarbig silberig, Rücken grünlich;
S. 0-Küste Neu-Guineas, E. P. Ramsay u. J. Douglas- Ogilby, Pr. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) II S. 4.
Dules flaviventris = auriga fem., Rad. brauch, einseitig abnorm 7; Stein-
dachner, Anz. Ak. Wiss., Jg. 27, S. 231,
Monoropsis sandviciensis , 10/11, 3/11, Sq. 51, 7V2/13; Kpfl. S'/,, Körphöh.
276 ^° Krpl.; Augd. 3 in Kpfl.; einförmig silberweiss, C. schmal schwarz ge-
säumt, Bd. auf D, A, C 0; Sandw.-L; Steindachner, Anz. Ak. Wiss. Wien,
Jg. 27, S. 230.
Pristip omatidae. Macquaria C. V., Diagnose, dazu syn. (mit Klz.):
Murrayia u. Riverina Gast. 72; Ramsay u. Dg.- Gg., Pr. L. S. N.-S.-W. II
181—184.
Pristipoma, 14 Sp. von Westind. aufgezählt (als Orthopsistis , Pomadasys,
Anisotremus, Genyatremus) ; Jordan, Pr. n. m. IX 583—4. — Pr. japonicum
Expl. von 11 cm mit 3 hellen Lbd.; Nyström, Japanska F., 9. — Pr. hasta,
duss., Stridens, bei Maskat, Boulenger, Pr. z. soc. 87, 656.
Hapalogenys aculeatus, von uigripinnis Pet. 1880 durch einen horiz.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 333
Stachel vor der D. abw.; viell. acul. als ad. zu mucron.; nigrip. Pet. wohl nicht
ident. mit nigr. Schlg. u. Std.; Nyström, Jap. F. 10.
Diagi-amma jayaJcari, 13/22, 3/8; 100, 13/20; Maskat (Arabien), 27 cm;
ebenda noch: griseum, gater., punct. ; Boulenger; Pr. z. soc. 87, 656.
Dentex gibbosus, von vulg. als Sp. zu trennen, weil die Kiemendornen
schlanker, auch Eingeweide versch. etc. E. F. Trois, „consider. sul D. gibb.", Atti
istit. Veneto (6) V, 35—40. — Die^r. Körp. d. Schwimmbl. von Dentex (Abb.),
Coggi, s. S. 294. — Dentex maculatus cf. Trochocopus (Labridae).
Scolopsis, bei Maskat (Arabien) Sc. auratus, ghanam, bimac, inermis;
Boulenger, Pr. z. soc. p. 656.
Propoma roseum Gthr. 80, erw. als Tiefsf., Günther, Ghali. XXII 15.
Synagris tolu u. bleek. bei Maskat, desgl. Caesio chrysoz., Boul., Pr.
z. s. 657.
Aphareus rutilans, 11/11, 3/11, 63, 6/16., Bemerk., bei Maskat, Boulenger,
Pr. z. soc. 657.
Cypselichthys Std. = Cubiceps, nicht zu den Maenini, sondern zu Nomeidae
gehörig. Günther, Ghali. XXII p. 16 Anm..
Gerres acinaces bei Maskat, Boul., Pr. z. s. 657. —
Gerres japonicus, bei 3 Expl. D. 10/9 (statt 9/10 bei allen Gerres- Sp.);
Nyström, Jap. F., 12.
Chthamalopteryx n. g. für Gerres melboumensis Gast. 72 ; wie Gerres,
aber mehr weiche Str. in D. u. A. (9/17, 3/17); Douglas-Ogilby, Pr. Z. Soc.
Lond., 87 p. 616, Xyl.
Lobotes surin., Bem.; Jordan u. E., Pr. n. m. X 270.
Gramma loreto Poey, als besondere Farn. Grammidae zw. Lobotidae u.
Sparidae aufgeführt, Jordan Pr. n. m. IX 582.
Sparidae. Als westind. werden aufgezählt: 7-4-1 Calamus, 1+1 Sparus,
2 Diplodus, 3 Archos , 1 Lag., 1 Boops; Jordan, Pr. n. m. X 584. 607.
Girella cyanea, Beschr. , Lebensweise etc.; Douglas-Ogilby, Descr. of
1. kn. Australian f., Pr. Zool. Soc. London, p. 393.
Schlüssel der 6. nordaraer. Gatt, der Sargina: Sparus (= Chrys., Pagrus
u. Pagellus), Lagodon, Archosargus, Diplodus, Stenotomus (diese 4 zus. = Sargus
autt.) u. Calamus (= Chrys. u. Pagell.). Sten. u. Cal. durch federf. 2. Inter-
haemaldorn von den 4 andern G. versch.; breit meisself. Zähne haben: Lag.
Arch., Di., schmal meissf.: Sten., conische: Spar u. Cal.; e. horiz. Dorn vor der
D.: Lag., Arch., Sten., er fehlt allen europ. Spec; die Leisteubildungen und An-
schwell, auf dem Schädel werden zur Gattdiagn. verwandt, bei Sten. fehlen die
Parietalleisten, bei Lag. verwachsen sie nicht mit der Occipl. , sie thun es da-
gegen (vorn) bei den andern 4 G.). Eigenmann u. Hughes, Pr. n. mus. X 65.
(Sargus.) Als nordamer. werden folg. Spec. anerkannt u. beschr. (vergl.
oben!): 1, Lagodon rhomboides (L.); 2. Archosargus probatoc. (Walb.) (= ovis
autt.), wozu als südl. Var. A. pr. aries (C. V.); 3. A. unimac, wozu caribaeus
P. u. als höhere Var. flavolin., nahe steht pourtalesi Std. 81 von Galopagos;
4. A. tridens (Poey),? abnormer unimac; 5. Diplodus holbrooki (ßean) 78, juv. =
caudimacula Jord. (uec Poey); 6. D. argenteus (C. V.), syn. caudim. P.; 7 D.
sargus (L.), Europa, nur bis Bermudas. Eigenmann u. Hughes, Pr. n. m.
X 65—74.
334 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sargus rondel. var. capensis Sm., dazu syn. kotschyi Std., bei Maskat;
Boulenger, Pr. z. soc. 87, S. 658.
Lethrinus longir., mashena, ramak bei Maskat, Boul., Pr. z. s., 658.
[Pagrus vulgaris,] „Becker or Braise in Cornwall", durch Form, Bezahnung,
Farbe u. gutes Fleisch versch. vom „Spanish Bream" [bogaraveo], nicht selten;
meist für Sea Bream [centrod.] gehalten; Th. Cornish, Zoologist XI 353.
Pagrus tumifrons u. major, Bemerk.; Ny ström, Jap. F., 14.
Pagrus ruber, 1. u. 2. Dstach. sehr kurz, 3. am längsten; Protuberanz vor
der Stirn; 6— 7 Sqr. aufPräop.; Maskat., 50cm; Boulenger, Pr. z. s. London,
87 p. 658.
Pagellus a/)?Mis, A. Vio» Rücken mit Punktreihen; erythrinus var? Günth.
Cat. 475; Maskat, 36 cm; auch am Cap; Boulenger, ebd. 659.
Chrysophrys sarba, bifasc, hasta bei Maskat, Boul., Pr. z. s. 659.
Hoplognathidae.
Squamipinnes. Ch. H. Eigenmann und Jenuie E. Horning, „a
review of the Chaetodontidae of North America,'' enthält nach Ausschluss der
Ephippidae nur 3 amerik. Genera: Prognath., Chaetodon, Pomacanthus mit 14 Sp.;
Centralamerica u. Westindien scheint dabei inbegriffen. Ausführl. Schlüssel,
Synonyme, chrouolog. u. geogr. Uebersichten. Ann. New York Acad. of sci-
ences, IV 1—18.
Chaetodon bleibt der Name für die Gattung, in America 3 Subg.: Chaeto-
dontops (5 Sp.) Tetragonoptrus (1 Sp.) u. Hemichaetodon (1 Sp): Ch. nigrirostris
(Cap. S. Lucas), ocell. (Westind. syn.: bimac. , maculocinctus jung 61, araplexi-
collis Larve 63), aya 86 (Pensacola), sedentarius Poey 58 (syn: gracilis, Westi.),
humer. (Pacif.), Ch. (Tetrag.) striatus (West- u. Ostindien), Ch. (Hemich, oder
Chaetodon s. s.) capistratus (W.- u. Ostind.). Eigenmann u. Horning, p. 3— 9.
Chaetodon obscurus, 13/22, 3/18, 38, 5/17—18; Schnauze länger alsAugd.;
braun, vorn gelb, jede Schuppe mit 1 sclivs^arzen FL, C. u. Saum der D., A.,
V. seh vv^arz; Maskat (Arabien), 14 cm.; ebd. auch collaris, selene, melanopt.;
Boulenger, Pr. z. soc. London, 87 p. 657.
Prognathodes, viell. mit Chelmon zu vereinigen; einz. amer. Sp. : Pr. acu-
leatus Poey, Juli 60 (syn.: Ch. pelta Gth., Sept. 60); Eigenm. u. Hörn., 1. c, p. 2.
Heniochus macrol., Holac. macul. u. imper., Drep. punct., bei Maskat;
Boul., Pr. z. s. 657.
Pomacanthus, hierzu wird Holacanthus gezogen mangels einer scharfen
Grenze; von Pom. im alten, engern Sinne (D. 8—11/23—32, Sq. nach Grösse u.
Anordnung unregelmässig) werden 3 Sp. anerkannt: aureus BL, L. 1. 50—55,
D. 9/32, A. 3/24 (syn.: arcuatus Bl., halt., paru Gth. part), westind. u. nördl.;
arcuatusL., L. 1. 85—90, D. 10/29-30, A. 3/23-24 (syn: lutesc, paru Bl., Gth.
part., C. V., 5-cinctus, littoricola 68), westind. u. südl. ; zonipectus, L. 1. 70, D.11/23,
A. 3/20— 22 (.syn. als juv: crescentalis), Westamer., Eig. u. Hörn., 1. c, S. 9— 14.
Holacanthus. Vgl. Pomacanthus. Eigenm. u. Hörn. p. 14—16 zählen als
amerik. : P. passer (syn. als juv. : strigatus), pacif. ; tricolor, westind. ; ciliaris (syn.
parrae, squamulosus, acul, formosus), westind.
Ephippus, Bern. üb. Entwickl., Larve leuchtend? Ryder, s. S. 306.
Mullidae. Upenoides sulph. u. japon., Bem. ; Nyström, Jap. F., 16.
Upeueus dubius, hat auch im Vomer u. Palat. Zähne, daher zu MuUus
gestellt; U. barb., 1 Stachel in A. vorh,; Nyström, Jap. F., S. 16, 17.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 335
Mullus barbatus, „Piain SurmuUet on the Devonshire Coast" 1885—1887
häufiger; E. Elliot, Zoologist XI 155.
Mullus grandis Gast, nur älteres Ex. von dobula Gth., Douglas-Og., Pr.
Z. S. Lond. 87, 615.
Mulloides zeylonicus, Bern., von flavolin. versch. durch längl. Körper,
breiteren Scheitel, rotbe Färb.; beide bei Maskat, wo auch Upeneus macron.,
cyclost., dispil. ; Boul enger, Pr. z. soc. 87, 658.
Cirritidae. Chilodactylus zon. u. gibb., Bern.; Ny ström, Jap. F., 18.
Seorpaenidae. Sebastes, zu den Tiefseef. gehören: S. marinus u. vivip.
aus Nordeuropa, macrochir (Grth. 1880, Japan), hexanema (80, Ki-I.), ocul.
(Magellan-Str. bis 345 Fd.); Günther, Ghali. XXII 18. — Seb, marm., oblongus,
ventric. (jung, mit läng. P.), Bem.; Ny ström, Jap. F. 20. — Seb. vulpes Dd.,
Abb.; Steind. u. Död., F. Jap. lY, Tf. 2.
„Sebastes norvegicus" von J. D. Matthews, 5 Expl., bei 90—100 Fd. östl.
von Schottland geangelt, zeigen statt D. 15/15, A. 3/8-9 mar 12/12-14, 3/6 [also
ähnlich dactylopt.]. 1 Expl. v. Shetland-I. 15/13, 3/7. Ann. Mag. (2) XX 445.
Bathysebastes Död. 1885 wird Setarches Lowe (62) ; B. albescens nur durch
Fehlen der schwarzen Fleckchen u. durch andre Länge der D. -Stach, von S.
güntheri versch.; Steind. in Steind. u. Död., F. Japan IV 295, Abb. von Set.
albesc. Tf. 1. —
Setarches, dazu Bathysebastes, s. oben. Auch Lioscorpius viell. mit Set. zu
vereinigen; L. lonciceps als Tiefsf. erw,, ebenso Bathys. alb.; Günther, Ghali.
XXII 20.
Setarches fidßensis, D. 101/10, A. 3/5, P. 23; Kopf unbeschuppt; Matuku,
315 Fd.; 1 Expl. 3 Zoll 1., jetzt verloren; Set. ist ein Tiefsee-Sebastes, 1 Sp, bei
Madeira, 1 Sp. bei Neu-England; Günther Ghali XXII 19, Tf. 1, Fg. G.
Scorpaena scrofa neu f. Brit., Day, „Occurr. of Sc. scr. off the south coast
of England", Pr. z. Soc. London, 87, S. 342 — Sc. kagoshimana Dd., Abb.;
Steind. u. Död. F. Jap. IV, Tf. 3, F. 1. — Sc. percoides Sol. syn.: barathri
Hector 75, Südaustralien bis Fidji-J., bis 400 Fd. tief; Vert. 10/14-15; Sc. dactyL
u. kuhlii als Tiefsf. erw.; Günther, Ghali. XXII 17. — Sc. brasil., neu f.
Charleston; Jordan u. E., Pr. n. m. X 270.
Pterois vol., lun. u. miles bei Maskat; Boulenger, Pr. z. s., 659.
Synancidium erosum, Bern.; Ny ström. Jap. F. 19.
Nandidae. Polycentridae.
Teuthidae. Teuthis fuscescens, bei 1 Expl. D. 13/9; Nyström, Jap.
F. 37. — T. javus u. orarain bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 659.
Berycidae. Als westind. aufgezählt: 1 Polymixia, 1 Beryx, 1 Anoplog.,
u. (als Farn. Holoc.) 8 Holocentrus, 1 Plectrypops, 2 Myripr.; Jordan, Pr. n. m.
IX 577.
Hoplostethus medit., syn.: japon., als Tiefsf. erw., Günther, Ghali. XXII 21.
Trachichthys, trotz der Vomerz. wohl mit Hoplost, zu vereinigen ; bekannte
Sp.: austr., jacks. 79, elong. (Abb. Tf. IV Fig. G.). fernandezianus (D. 5/14,
A. 3/12, L. 1. 85, Scut. abd. 10, Juan Fern., 5 Zoll 1.), trailli 75 (Abb. Tf. 55,
Fg. A; der After abnormer? Weise vor der Ventralis), macl. 80, intermedius
(Abb. Tf. 5 Fig. D), darwini (Madeira, damit syn.: japon. 83); alle sind wohl
Tiefseef.; Günther, Ghali. XXII 21-25.
336 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Anoplogaster cornutus, Gatt. - Diagn. , Bern., Tiefsf., Günther, Chall.
XXII, 25.
Caulolepis longidens, Tiefsf., Günther, Chall. XXII, 26.
Beryx gerrardi, nahe affinis; 6; 13, 4/12; 37, 6/12; hint. Nasenloch kleiner
u. weiter vom vord. als bei äff.; die 2 Leisten auf der Stirnmitte hinten con-
vergirend (statt parallel), Adelaide, 34 cm 1. (Xyl.). B. affinis, Diagn. u. Xyl.
B. lineatus C. V., syn.: mülleri Klz. 80. — Günther, „Australian f. of the
genus Beryx", Ann. Mg. N. H. (5) XX 237—9.
Beryx, Bern. üb. das Skelett, von 5 Sp. nur 2 in der Tiefsee: B. decad.
(Abb. d. Skeletts Tf. 6) und splendens; Günther, Chall. XXII 31—33.
Melamphaes, die 8 bekannten Sp., alle Tiefsf., sind: microps Gth. 78, typh-
lops Lowe 43 (Abb. Taf. 5), megalops Ltk. 77 (Abb. Taf. 5), crassiceps Gth. 78
(Abb. Taf. 8), mizolepis Gth. 78, robustus (SW. v. Sierra Leone, 1850 Fd.), beani
(crassic. Bean nee G.), suborbitalis Gill84.; Günther, Chall. XXII 26— 30.
Malacosarcus g. n. ein verkümmerter Melamphaes. Kopf gross u. dick,
dünnknochig, mit grossen Schleimhöhlen, auch Kanal der L. 1. weit. Maul gross,
aufwärts gerichtet, Kiefer fast gleich, mit schmaler Zahnbinde, Palatinz. 0.
Branch. 8, Psdbr. vorh. ; Praeop. u. Mandb. (unten) mit Dornen. Sq. dünn, glatt,
abfallend, mittelgross, unregelm. Eine Dors. , C. ausgerandet, ob. u. unt. mit
breiter Basalfalte; A.- Stacheln schwach; V. 5, klein, etwas hinter der P.; Kiemen
4, mit kurzen Blättchen u. langen Dornen. — M. macrostoma (= Scopelus macro-
stoma Günther 1878), Pacifisch 2350 und 2425 Faden Günther, Chall.,
xxn3i.
Stephanoberyx monae 84, als Tiefsf. erw., Günther, Chall XXII 31.
Polymixia nur 1 Sp., nobilis (syn.: lowei, japonica, Dinemus venustus
Poey 60), Abb. eines Ex. von Enosima (Japan) 345 Fd. (Taf. 1), auch bei Mau-
ritius; Günther, Chall. XXII 34.
Poromitra capito G. B. 83, als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 34.
Myripristis kaianus80, als Tiefsf. erw., 140 Fd.; Günther, Chall. XXII
35. — M. mui'djan u. Holocentrum rubrum bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 659.
Kurtidae. Pempheris schomb. u. poeyi als westind. aufgezählt; Jordan,
Pr. n. m. IX 577.
Neopempheris peetoralis, 4/17, 3/26, 74, 11/10 (vom Anf. der D bis zur
A-Basis), ähnl. ramsayi, aber ohne schwarz. Dorsalfleck, P. etwas kürzer als
Kopf, L. 1. bogig bis zur Afterverticale, dahinter grade; Aird- River (Neu-
Guinea) 40 km von der Mund.; Eamsay u. Dg.-Og., Pr. L. S. NSW. (2)
II 563.
Polynemidae. Polyn. pleb. bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 660. — „Note of
Polyn. californ. of Thorainot", ist wohl P. approximans Lay et B. juv.; Jordan,
Pr. n. mus. X 322.
Sciaenidae. Umbrina striata, 19 1/28, 2/7, 50, 8/13; Längsr. der Sq. mit
dunklen Streifen, Bartf. sehr kurz, Präop. gezähnelt, C. abgestuzt, nur Sammet-
zähne; Maskat (Arabien), 40 cm; Boulenger, Pr. z. soc. L., 87 p. 660.
Corvina nigra, rothe Körp. d. Schwimmbl.; Coggi, s. S. 294.
Haploidonotus grunniens, Töne; Hamilton, s. S. 311.
Eques acuminatus, neu f. Charleston, sonst erst mex. Golf., Beschr.;
Jordan u. E., Pr. n. mus. X 270.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 337
Xiphiidae. 1 Xiphias, 2 Tetrapt., 1 Istioph. als westind. bez. ; Jordan,
Pr. n. m. IX 573.
Xiphias gladins. An der Küste von Massachusetts wird ein Mann, der in
einem Boot liegt, durch einen harpunirten, das Boot durchbohrenden Schwert-
fisch tödtlich verletzt. Wilcox, Bull. N. S. Fish Comm. VI, 411, 417 (u. Zoologist
XI 307).
Xiphias gladius?, nom. indig. : pez espada oder missbräuchlich albacora.
Durch Flossen-Dimensionen u. dunklere Färb, vom europ. abweichend, Philippi,
Tib. de Chile, Appendice, p. 33, Tf. VIII 1 u. Zool. Gart. Bd. 28, p. 87.
Histiophorus audax, nom. ind. : pez-aguja. D. etwa so hoch (44 cm) als
der Leib, Schnabel bis zum Mundwinkel (beim (^) 72 cm (Totall. 272 cm) ; DI
38, n 5; Hautossificationen 25 cm 1., 2 br., ungegabelt; 5 silberne Schrägstr.
unter der D I. Das $ 283 cm 1., seine Flossen verhältnissm. länger, A 2 (ver-
stümmelt?), statt 12. Philippi, Tib. p. 35, Tf. VID 2, 3 u. Zool. G, Bd. 28,
p. 88. — Hist. gladius u. brevir. bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 660.
Trichiuridae. 8. Sp. in 7 Gatt, als westind. bez.; Jordan, Pr, n. m.
IX 573.
!Nealotus tripes Johnson 65, wohl kein Tiefseefisch; der Typus verloren,
Günther, Ghali. XXII 35.
?Aphanopus minor, R. br. 7, D. 41, Kopfl. 2^5 in Krpl. bis Anus (352 mm),
Augd. 4^/5 in Kpfl., 2 Cauinen -f 6 grosse Z. im Intmx., 8 kürzere Z. in Mndb.,
Vomerz. u. Palz. 0; Pinna ventr. 0, dolchf. Stachel hinter d. Anus; Schwimmbl.
vorhanden. App. pyl. 7; östl. Grönland, 65" N., 1 unvollst. Expl. R. CoUet,
„Aph. m., en ny Dybvandsfisk af Trichiur. Fam." Forhandl. i Videnskabs-Selsk. i
Christiania, Aar 86, Nr. 19. (7 S., 1 Xyl.). —
Aphanopus carbo, als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 36, Tf. 7.
Nesiarchus nasutus Johns. 62 (syn. Prometheus paradoxus Cap.), Tiefsf.;
Günther, Chall. XXII 37.
Lepidopus caudatus, Verbreitung, Xyl. des Beckens; L. tenuis 77, Beschr.
u. Abb. (Tf. 7); L. elongatus (syn. Benthod. elong. G. B. 82), in Neuseeland u.
Neufundland, sehr ähnl. tenuis, nur Flossenformel verschieden; sind Tiefsf.;
Günther, Chall. XXII 37, 38. — L. argyreus, „Scabbard fish on the cornish
coast", bei Marazion (Mount's Bay); Th. Cornish, Zoologist XI 114.
Trichiurus coxii, D. 140 Kpfl. 8, Krph. 16^4 mal in Krpl. ; 1 schwarzer Fl.
zw. 1. u. 4. Dst., P. schwärzl.; Broken Bay (Austr.), 100 cm; Ramsay u.
Dg.-Og., Pr. L. S. NSW. (2) II 562.
Trichiurus lepturus, bei Enosima (Japan) als Tiefsf. (345 Fd.); Günther,
Chall. XXII 39.
Euoxymetopon taeniatus Poey, wahrsch. Tiefsf.; E. poeyi, ein enormer
vorderer D.- Stachel (viell. verloren bei taen.?) u. kein postanaler Dorn, sondern
eine Schuppe, sonst gleich taen., Mauritius, 70 Fd., 78 Zoll 1.; Günther, Chall.,
39, Tf. 43.
Thyi-sites pretiosus u. prometheus als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 268.
Gempylus serpeus, wahrsch. Tiefsf., Günther, Chall. XXII 41.
Acronuridae. Acanthurus sohal, nigrof., xanth. bei Maskat; Boul,
Pr. z. s. 660.
Prionurus maculatus, 9/24, 3/23, Schnauze wie scalprum, auch dem laticl.
Avch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 22
338 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
ähnl.; hell gefleckt; Port Jackson, 40 cm. Douglas-Ogilby, undescr. f. of the
g. Prion.; Proc. Zool. S. London, p. 395.
Carangidae. Als westind. werden aufgezählt; 2 Decapt., 2 Trachurus,
1 Trachurops, 10 Caranx, 2 Vomer, 1 Selene 1 Chlorose, 5 Trachinotus, 1 Naucr.
8 Seriola, 1 Elagatis, 2 Oligopl., 1 Pomatomus; Jordan, Pr. n. m. IX 575.
Caranx jayaJcari, 8 V2i> 2 Vis; Sc. lat. klein, 30, Sammetz. in Kfr., V., Pal.
u. Zunge; Kpfl. 4 mal , Krph. 3 V3 in Ttl.; Augd. 4 V2 in Kpfl., 1 % in Snzl.;
kein Fettlid; llx. bis unter Vorderr. des Au.; Untkfr. länger; weiche D. u. A.
vorn verläng.; Brust nackt, L. 1. wird grade unterh. der Mitte der w. D.;
schwarzer Achsel- u. Opercfleck; Maskat (Ar.) 33 cm. Ausserdem noch dort:
C. russelli (kurra), crumen., djedd. ferdau, fulvogutt. F., aui'ogutt. O.V. (fulvg. Rp.)
helv., speciosus, hippos, chrysophrys (— oides Blk.), gallus (1 m 1.). Boulenger,
Pr. z. soc. L., 87 p. 661. — C. delicatissimus, A. 2+1/21 (statt 11 bei Steind. u. D.,
Druckfehler?), ausserdem (von Nagasaki) genannt: equula, flavocoer., rauroadsi,
trachurus; Ny ström. Jap. F., 34.
Seriola quinquerad. (D. 6, 1/30) u. purpurascens (A. 2, 1/21); Nyström,
Jap. F., 35.
Seriola zonata C. trug auf der Haut einen Hydroidpolypen (Hydrichthys
g. n.) als Parasiten oder Commensalen, bei Newi^ort Mass.; J.W. Fewkes,
Nature Vol. 36, 604.
Trachynotns falcatus, n. f. Charleston, beschr.; Jordan u. Eig., Pr. n. m,
X 269.
Seriolichthys bipinn. (1 m 1.), Chorin. lysan u. moad., Trachyn. baill. u. obl.,
Platax vesp. u. teira, Equ. fasc. u. edent. bei Maskat (Arab.), Boul. , Pr. z. s.
87, 661.
Anomalops palpebratus, als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 41.
Antigonia capros, in der Jugend nehmen sie an Höhe zu, später wieder ab ;
lebt in massiger Tiefe (129 Fd.), Günther, Chall. XXII 44.
Diretmus Johns. 63 (== Discus Campb. 79) provisorisch in die Nähe von
Brama gestellt; D. argenteus nur durch die verbreiterten V.-Stacheln von aureus
verschieden (Altersunterschied?); Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 45.
Cyttidae. Cyttus abbreviatus 75 (syn. Antigonia müUeri Klz. 80), Beschr.
u. Abb. (Tf. 10), ein Tiefsf. (400 Fd.); Günther, Chall. XXII 42.
Stromateidae.
Zur Farn. Coryphaenidae gehört die Fam. Icosteidae. Günther, Chall.
XXn46.
Schedophilus medusoph. und lockingtoni (syn.: Icichthys lock.) als Tiefsf.
erw., enigmaticus (syn.: Icosteus enigm. u. Schedophilopsis splnosus Std. 81)
desgl., Beschr., u. Abb. (Taf. 44) nach Ex. v. Californien; Günther, Chall.
XXII 46.
Als westind. werden aufgezählt: 1 Lampris, 3 Brama (1 Steinegeria S. 607),
2 Coryph.; Jordan, Pr. n. m. IX 577.
Brama japonica Bemerk.; Nyström, Jap. F., 30. — Brama raji, Abb. u.
Beschr.; Mc Coy, Prodr. zool. Victoriae, Taf. 133.
Nomeidae. Als eigne Familie Grammicolepidae (mit einem?) wird Gramm,
brach. Poey u. ausserdem !Nom. gron. ferner 2 Psenes u. 1 Antigonia (als Farn.
Psenidae?) als westind. aufgezählt; Jordan, Pr. n. m. IX 576.
Cubiceps, dazu synonym Cypselichthys (s. Pristipomatidae).
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 339
Scombridae. 1 Scomber, 1 Anx., 2 Cyb., 1 Acathocyb., 3 Orcynus, 2 Eu-
thynnus als westind. bez., Jordan, Pr. n. m, IX 574.
Scomber scombrus, ein Zwitter (von Christiania) zeigt einseitige Zwittrig-
keit mit überwiegendem Hodentheil, wie bei Malm's Expl. 1876; "Weber, s.
S. 299. —
Scomber kanag. u. janes. bei Maskat, Boul., Pr. z. s. 87 p. 662.
Thynnus thynnus, 120 cm, mit 10 Flösschen bei Maskat, ebd. auch thunnina
n. pelamys (auch Cybium comm. u. Elacate), Boul enger, Pr. z. s. 87 p. 662. —
Orcynus thynnus. Dass die Thune nicht grosse Wandrungen vom Atl. Oc. bis
Italien und Griechenl. machen, sondern nur aus den tiefen Stellen des Mittel-
meers zu den benachbarten Küsten aufsteigen wird durch die regellose Zeit
ihres Erscheinens an den verschiedeneu Faugplätzen bewiesen. O. germo u.
pelamys haben eher pelagischen Charakter. Pavesi, R. istit. Lomb., Rendic.
(ser. 2) XX, fasc. 8, p. 311 (Ausz.: Biol. Centrbl. VII 493-7; desgl. S.Calloni
in: Arch. soc. phys. nat. Geneve (3) XVII 536—42). — „Tunny at Penzance"
11. Juli junges Ex. gestrandet, Pilchard im Magen, Fleisch trefflich; Th. Cornish ,
Zoologist XI 307. — Thynnus pelamys, Bern.; Nyström, Japan. F., 31.
Cybium, Enwicklung; Ryder, s. S. 306.
Elacata, Entwicklung (Concrescenztheorie), Ryder, s. S. 806.
Trachinidae. Uranoscopus kaianus Gth. 80, Tiefsf. (140 Fd.), Günther,
Chall. XXII 49.
Neopercis atlantica, sehr nahe multifasc. Död., aber P. kaum den Anf. der
A. überragend, Stirn kaum '/s Augd., Max. nur bis unter Vorderraud des Auges,
Qb. vollständiger; Cap-Verd. Ins. 80 mtr., Gatt. (incl. Percis) neu f. Atl. Oc;
Vaillant, C. rend., T. 105 p. 1032 („Pres, de Neopercis dans l'Atlantique") u.
Bull. soc. phil. Paris, (7) XII 7—9 („genre nouv. pour l'Atl.").
Bathydraco, nahe Chaenichthys ; B. antarcticus 78, Beschr. u. Abb. (Tf. 8);
Günther, Chall. XXII 48.
Aphritis gobio Gth. 80, als Tiefsf. (140 Fd.) erw., Günther, Chall. XXII 48.
Acanthaphritis grandisquamis Gth. 80, Tiefsf. (140 Fd.), Günther, Chall.
XXII 49.
Champsodon vorax Gth. 80, Tiefsf. (115 -152 Fd.) , G ü n th e r , Chall. XXII, 49.
Hoplolatilus g. n.?; Latilus fronticmdus, 10,13!, 2/12, L. 1. 125; Praeop.
u. Op. stark bedornt, Infraorb. sehr schmal, Kehlbrücke sehr breit; Mauritius,
20 cm; Günther, Pr. Z. Soc. Lond., p. 550, Tf. 48.
Pseudochromis persicus. Persischer Golf, J. A. Murray, Journ. Bombay
n. h. Soc. n p. 49 u. Ind. Ann. N. H. I p. 24.
Opisthognathus muscatensis, 25—27, 15—17; Mx. bis Mitte zw. Auge u.
Pbasis ; braun mit dunklen Flecken, grosse ovale Ocelle zw. 3. u. 7. Dstr., Arabien
(Maskat) 30 cm, Boul enger, Pr. z. s. 87, 662, Taf. 54; (Ebd. auch Percis nebul
u. albog. sowie Sill. sihama erw.)
Opisthognathus inornatiis, 12/16, 2/14, Sq. sehr klein, L. 1. nur bis 9. D-
Stach., Mx. 2/3 der Kpfl.; einfarbig braun; Derby (Austr.), 28 cm; Ramsay
u. Dg.-Og. Pr. L. S. NSW. (2) II 561.
Opisthognathus, 3 westind. Sp.; megastoma syn. zu macrognatha Poey;
Jordan, Pr. n. m. IX 598, 608.
Gnathypops (viell. fem. zu Opisthogn.), ebd.
22*
340 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Notothenia mizops 80, als Tiefsf. erw. (120 Fd.), Günther, Chall. XXII
268. — Not. filholi, Campbell-I. Sau vage in: Filhol, Miss. Campbell, Mem,
Passage de Venus III, pt. 2, p. 345 (1885).
Malacanthidae. Psyohrolutidae.
Batrachidae. Batr. grunniens L. (trisp. Gthr.) bei Maskat, Boul.,
Pr. z. s., 87, 662.
Thalassophryne chivi, durch zahlr. Str. (D. 2/33, A. 30) von den 5 bek.
Sp. versch., Panama u. Puuta Arenas; Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. nat. mus.
X 388.
Pediculati. Lophius, Bauchhöhle frei von Bacterien, Ewart, s. S. 291. —
Mit Lophius viell. generisch zu vereinigen: Melanocoetes, Oneirodes u. Ceratias;
L. pisc. als Tiefsf. (bei Neuengland 120-365 Fd.) erw., L. naresi Gth. 80 ist
stets Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 49.
Himantolophus reinhardti, jung. Ex. (Island, 207 mm lang) hat einfachem
Schopf am Stirntentakel (Xyl.). Das Skelett des erwachsenen beschr. u. ab-
gebildet; "Wirbel 10/9, Knochen am Kranium gut entwickelt; mit dem Schädel
von Ceratias verglichen. Lütken, Fortgesetzte Beitr. z. K. d. arkt. Tiefsee-
Pediculaten, insbes. des Gen. Himantol., Kong. Danske vidensk. selskabs Skrifter
(7) Natur.-math. Afd., IV S. 323—334, 1 Taf. (dänisch m. Franz. Ausz.). — Him.
groenl. u. reinh. als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 51.
Aegaeonichthys appeli Clarke 78, Neuseeland, desgl., ebd. 52.
Ceratias. Günther, Chall. XXII 52—55, giebt Bemerk, üb. 6 Sp. u. folg.
Schlüssel :
I. Zwei Stachelstrahlen auf dem Kopfe . . . . C. {Diceratias sg. n) bi-
spinosus.
II. Ein Stachelstrahl auf d. Kopfe.
A. Ein 2. Stach, auf d. Rücken, mit seitl. Karunkeln, Vomerz, 0 . . . C.
(Ceratias) holböUi.
B. Kein Stach, a. d. Rücken; mit Karunkeln.
1. Kar. von der weichen Dors. entfernt.
a) Nur 2 Kar.; Vomerz. 0 C. (Mancalias) uranoscopus.
b) 3 Kar. ; Vomerz. ? C. (Typhlopsaras) shufeldti.
2. Kar. unmittelbar vor der w. D.
a) Terminales Kopfglied sehr kurz . . . . C. (— ) carunculatus.
b) Term. Kopfgl. lang C. (Cryptopsaras) couesi.
Cer. bispinosus, ähnl. johnsoni, ab. Haut sammetartig durch feine Stacheln,
Vomzbinde in der Mitte unterbrochen; Bauda-I., 360 Fd., 8 cm; Taf. 11 Fg B.
C. carunculatus,'^ = couesii, Südl. v. Tokio, 345 Fd., 4 cm; Taf. 11 Fg. D.; C. uranosc.
Beschr. u. Abb. (Tf. 11, C), Atl. Oc. 2400 Fad.
Oneirodes, vergl. Lophius ; 0. eschrichti, Bemerk., Tiefsf.; Günther, Chall.
XXn 56.
Melanocetus (Lyocetus ?,g.n.) murrayi, D. 1/13, A. 4, P. 14, sehr ähnl.
ohnsoni, aber ohne Vomz.; mittlerer Atl. Oc, 1850 u. 2450 Fd., 13 Zoll 1.;
Günther, Chall. XXII 57, Tf. 11 Fg. A.
Linophryne lucifer, Tiefsf., Günther, ebd. 57.
Antennarius marm., über dessen Nest, Vaillant, C. r. .soc. biologique
(Paris), (8) IV 732. — A. nummifer bei Maskat, Boul., Pr. z. s. 663.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 341
(Antennarius.) Pterophrynoides histrio (L.), syn. : A. marm. Gthr. ; A. scaber
C, syn.: histrio G.; multiocell., syn.: annul. Gill; Jordan, Pr. n. m. IX 603.
Channax, nur 1 Sp.: pictus (syn. fimbriatus), bek. von Madeira, Japan,
Viti-I., Neu-England; Günther, Ghali. XXII 58, Expl. v. Viti (315 Fd.) Abb.
Tf. X Fg. A.
Halieutaea senticosa 81, als Tiefsf. erw., Günther, ebd. 59.
Dibranchus atlanticus 75, desgl. (360! Fd.), Günther, ebd.
Cottidae. Cottus scorpius, Entwickl., Cunningham, s. S. 297. — Cottus
szanaga Dyb. von poecilopus nur durch kürzeren u. niedrig. Schwanzstiel versch.,
viell. nur var.; C. haitej Dyb. zur Gatt. Uranidea, hat aber stärkere Kopf-
bewaffnung u. die freie Kiemenhautfalte angedeutet, daher Ur. nicht als Gatt,
abzutrennen; Herzst. u. Warpach, Fischf. Amurb., S. 17 u. 54. — C. hilgen-
dorfi, Abb.; Steind. u. Död., F. Jap. IV, Taf. 4, f. 3.
Cottus, dazu als Subg. Cottunculus (s. uut.). C. hathyhius, D. 5/10, A. 7,
P. 17, V. 3; durch stark entwick. Schleimkanäle als Tiefsf. charakterisirt;
graubraun, Kehle u. Flossen schwarz; Südl. v. Tokio, 565 Fd., 6 cm 1.; Günther,
Ghali. XXII 62, Tf. 10, 0.
Cottunculus, charakterisirt durch Verschmelz. der 1. u. 2. D. u. durch
Theilung der Vom z. in 2 Gmppen; nur ein Subg. von Cottus. C. microps, als
Tiefsf. erw.. Bemerk, u. Abb. (Tf. 9, A); Cottunc. thomsoni (Cottus th. Gth. 82,
syn.: Cottunc. torvus 83) verbindet beide Gattungen, Beschr. u. Abb. (Tf. 9, B);
Günther, Chall. XXII 60, 61.
Centridermichthys affinis St. u. D., Tango (Westküste) u. Kanagawa, 10/19,
17, Orbitaltent. vorh., P. ungefleckt, Schnauze = Augd.; argenteiis D. (? =
schlegelii D. juv.), Tokio; elegans St. juv.?; nudus D., Tokio; Schlüssel der
10 jap. Sp., Abb. von C. schlegelii Tf. 3, f. 2; Steind. u. Död., Fische
Jap. VI, 257—9. — Centr. uncinatus als Tiefsf. (223 Fd.) erw.; Günther,
Chall. XXII 62.
Icelus hamatus (syn. furc. 65), als Tiefsf. (250 Fd ) erw.; ebd. 63.
Triglops pingelii als Tiefsf. (263 Fd.) ei-w.; Günther, ebd. 63.
Platycephalus subfasciatus, 1/8/12, 11, L. 1. 74; Mauritius, 25 cm; Günther,
Pr. Z. Soc. London, p. 551, Taf. 49. — Platyc. insid , punct. macrolepis, rudis,
jap., asper, Notizen; Steind. u. Död., F. Jap. IV, 259—61. — Platyc. punct.,
Bem.; PL macrolepis 1/8/11, 11, 50; Nyström, Jap. F. 25, 26.
Bembras laevis, Körph. 10 mal in Ttl., obere Kopffläche gänzlich ohne
Dornen u. Kiele, 6/14, 15, 40; [Nagasaki] 135 cm; Nyström, Jap. Fisk., 26.
— B. japon., Tiefsee; Steind. u. D., 261.
Hoplichthys langsd., Notizen, Steind. u. Död., F. Jap. IV 261.
Prionotus jap., s. Lepidotrigla.
Lepidotrigla serridens, 9/17, 17; L. 1. 65., L. güntheri (Beschreib.); L
japonica (präocc. vergl. unten!), 8/15, 15, 55, die Knochenplatten neben der D,
ähnl. günth., sonst ähnlicher serridens; Nyström, Jap. Fisk., 21—3. — Lepido
trigla longispinis St. u. D. 8-9/15, 15, L. 1. 58— 60, 2 D.-Stach. IV3 in Kpfl.
Tokio, Tf. 4, F. 1; L. microptera Gth., wozu als ad. L. strauchii Std., Abb,
Tfl. 4, F. 2.; microptera Gth. juv., an L. maculosa Död.?, 7 cm, Tango, jap. West
küste; japonica Blk. hat keine Gaumenz., daher zu Lepidotr. statt Prion.; L
bürgeri, Bern.; Steind. u. Död., F. Japans IV 261—5,
342 ^^- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Trigla kumu, jung mit 4 Qb. von Flecken; P.-Länge bei ad. u. juv. ca.
VsTotl.; Steind. u. D., ebd. 265. — Trigla leptacantha u. spiloptera (80), als
Tiefsf. (140 Fd.) erw.; Günther, Chall. XXII 63. — Trigla arabica, 7/12, 12;
nahe hemisticta; 1 Ex. 23 cm bei Maskat; die Gattung bisher in Indien u.
Ostafr. unbekannt. Boulenger, Pr. z. s. L., 87 p. 663. (Ebendort auch Platy-
ceph. insid.). — Tr. gurnardus, Ei; Scharff, s. S. 298; rothe Körper der Schwimm-
blase, Coggi, s. S. 294.
Cataphracti. Agonus decagonus, als Tiefsf. (260 Fd.) erw.; Günther,
Chall. XXn 65.
Peristethus, wahrsch. alle Sp. bis in die Tiefsee gehend; P. miniatum
(sehr nahe brevirostre), molucc, murrayi, liorhynchus, micronema, truncatum als
Tiefsf. erwähnt; Günther, Chall. XXII 64. — Peristethus sp., 7/15, 15, L. 1.
24 [34 Day]. Präorb. Fortsätze kurz, S'/j in Schnzl. Ein Paar Dornen auf dem
Occiput., das jederseits eine niedrige, in 1 Stachel endende Leiste trägt, vordere
verticale Platten länger als breit. Die Opercularleiste bildet e. kräft Dorn.
Untkfr. mit Barteln, der äussere länger; einfarbig roth; tieferes Wasser bei
Galle (Ceylon); Genus neu f. Indien; Haly, Taprob. I 166. [1888 von Day
P. halei genannt.]
Dactylopterus peterseni, nur 1 freier Str. vor D., C. pyl. 13, Occipital-
fortsätze bis zum 2. D.-Stachel, Abstand ihrer Spitzen l'/a Mal in der Länge
des Einschnitts zwischen ihnen; Nyström, Jap. Fisk., 24.
Pegasidae.
Diseoboli. „Cyclopteras lumpus at Scilly" bei 2 ^ (16 Zoll) war der Saugnapf
deutlich von den Brustfl. geschieden, hart u. anscheinend für Adhaesion un-
brauchbar (Alterszeichen?); Th. Cornish, Zoologist XI 196. — „On the Welsh
Coast" ebenso wie Anarrhichas selten. G. H. C. Haigh, ebd. 273. — Cycl.
spinosus als Tiefsf. erw. (129 Fd.), C. orbis viell. synon.; Günther, Chall. XXII
66. — Entwickl. von Cycl., Cunningham, s. S. 297.
Liparis C. wird Cyclogaster Gron. 1763; Jordan, Pr. z. m. 1X542 (1886).
— L. vulg. u. mont. , einige kurze biolog. Noten, W. A. Smith, Pr. r. phys. s.
Edinb. 85/6, pag. 143. — Entwickl. von Lip., M'Intosh, s. S. 319 u. Cunning-
ham, s. S. 297.
Liparis micropus, D. 35— 37, A. 35—36; Schwanz dünn, wie Careproctus;
Kopfl. V4 der Körperl, (mit C), Ventralscheibe '/4 <ier Kopfl.; hellgrau oder
pm-purn; Färöe-Canal, 608 Fd., 5— 9 cm. Günther, Chall. XXII 66, Tf. 12, B.
Als Tiefsf. werden noch erw. L. fahr. (106 Fd.), liparis? (Shetland, 180 Fd.),
gelat. (263- 658 Fd.); ebd.
Paraliparis membranaceus, D. u. A. ca. 70; Kopf gross u. hoch, Bauchhöhle
kurz; eine Medianfalte von der Schnauze bis zur C, im hintern Theil mit
Strahlen, A. gleichfalls vorn als Falte entwickelt bis zum After (gegenüber dem
hint. Augenrand) reichend, P. sehr gross, die untere Abth. mit (8) freien Str.
nicht von der ob. getrennt; Kiemenspalte unten geschlossen; Cap. St, Vincent,
400 Fd., 6 cm 1. Ob Jugendform? Günther, Chall. XXII 69, Taf. 12, D. —
P. bathybius, nach e. Exp. vom Färöe-Canal beschrieben (640 Fd.) ; die Saugsch.
fehlt völlig, der untere Theil der P. (3 Strahlen) von der obern abgetrennt, ebd.
S. 68, Taf. 12, C. — Monomitra wahrsch. syn. zu Paral.; P. liparina ebenfalls
Tiefsf. (487 Fd.) Günther, ebd.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 343
Monomitra liparina Goode, zu Paraliparis (s. oben).
Gobiidae. Gobius capito, rothe Körper der Schwimmblase, Abb.; Coggi,
s. S. 294. — Eine Mittelmeerart durch Aufnahme v. Pflanzengiften giftig;
Carruccio, s. S. 312. — Gohms jayakari, 6Vio, 1/10, Sq. 65— 67, 16 zw. D. II
u. A.; keine Caninen; Kpfl. Vg Krpl. (o. C), Augd. V? Kpfl., Au. fast in Kopf-
mitte; hellbraun mit undeutl. Querb., D. u. A. mit Fleckchen; Maskat, Süssw.,
16 cm; Boul enger, Pr. z. soc. L. 87 p. 663, Taf. 54.
Eleotris plesM Warp., D. 6, 1/10, A. 1/9; L. 1. 40—43, tr. 18—19, Kopf
u, Körp. zieml, comprimirt. Form cyprinoiden-artig; Fluss Lefu; Herzenst. u.
Warpach., Fischf. Amurb., S. 19 u. 54, Fig. 2. — E. dyboivJcü H. et W.; 7,
1/11, 2/8; 40—42, 18—19, Sumpf bei Chingan; E. (Percottus) glehni Dyb.,
beschr.; Herzst. "Warp., ebd. S. 21 u. 54,
Callionymus kaianus (140 Fd.) u. calaui'opomus (115) als Tiefsf. erw.;
Günther, Chall. XXII 70.
Cepolidae. Cepola schlegelii u. krusenstemii (hierzu syn. : marg. u. limb.
C. V., mesoprion Blk. als jnv., abbrev. C. V.), Bem.; Steind. u. Död., F. Japan's
IV 268-70.
Heterolepidotidae. Hexagrammus asper Stell. (Chirus hexagr. Pall.),
Bern., Steind. u. Död. F. Japan's IV 266.
Agrammus schlegelii, desgl. ebd.
Anoplopoma fimbria, Fischfang, u. Verwerthung, Rep. XIII U. S. Fish.
Comm., S. röm. 67.
Blenniidae. Anarrchichas , Ei; Scharff, s. S. 298. — Anarrh. minor
(200 Fd.) u. latifrons (280) als Tiefsf. erw.; Günther, Chall. XXII 70.
Blennius crinitus, Curagao, Bemerk., Lidth de Jeude, Not. Leyd. Mus.,
IX 136. — Ei von Blennius; Scharff, s. S. 298.
Salarias tridact. bei Maskat (als einz. Bleunioid); Boul., Pr. z. s. 664. —
S.pulcher u. opercularis, Kurrachee, J.A. Murray, Journ. Bombay soc. 11 u.
Ind. Ann. N. H. I.
(Salarias.) Salariichthys textilis, dazu syn.: vomerinus; Jordan, Pr. n. m.
IX 599.
Cremnobates, hierzu Clinus nigripinnis Std.; 44-1 westind. Sp. aufgezählt,
Jordan, Pr. n. m. IX 599, 608.
(Clinus.) Labrisomus buccifer Poey, syn.: bigutt. Cp.; Jordan, Pr. n. m.
IX 599. — Vergl. Cremnobates.
Cristiceps eigenmanni, D. 3, 29/2, A. 27—28, L. 1. 80, Kopfl. 4 in Krpl.
(o. C); ähnl. Auchenopt. marm., ab. Sq. viel kleiner; N.O.-Patagonien, 41» 17' S;
D. S. Jordan, Pr. acad. nat. sc. Philad., 87 III, 387. — Entwickl. von Cr.,
Fusari, s. S. 301.
Blenniops ascanii (180 Fd.) als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 71.
(Centronotus.) Muraenoides Lac. wird Pholis Gron. 1763, Jordan. Pr. n. m.
IX 542, Anm. (1886). — Entwickl. von Centr., M'Intosh, s. S. 319.
Zoarces C. wird Enchelyopus Gron. 1763 [nee Klein nee Bl. Sehn.];
Jordan, Pr. n. m. IX 542 (1886). — Entwickl. von Z., Stuhlmann, s. S. 296
u. Cunningham, s. S. 297.
Aeanthoclinidae. Mastacembelidae.
Sphyraenidae. Sphyraena, 4 Sp. westindisch; Jordan, Pr. n. m. IX
344 I^r. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
572. — Sph. obtusata. Bern.; Nyström, Japan. Fisk., 29. — Sph. jello, kenie,
obtus., chrysotaenia Klz. bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 87 p. 664.
Atherinidae. 3 -f 1 Sp. Atherina u. 2 Meuidia als westind. aufgeführt;
Jordan, Pr. n. m. IX 571, 607. —
Atherina bleekeri, Bern.; St sind. u. Död., Fische Jap., 267. — Ath.
valenciennesii, Bern.; Nyström, Jap. F., 38. — A. pinguis bei Maskat, Boul.,
Pr. z. s. 664.
Mugilidae. 3 Sp. von Mugil, 3 Agonost., 1 Joturus (1 Querim.) als
westind. aufgeführt; Jordan, Pr. n. m. IX 571, 607.
Mugil öur Forsk. (cephalotus C. V.) u. M. haematochilus Schi, (nee Gth.),
wozu syn. joineri Gth., Bern.; Steind. u. Död., F. Japans IV 266. — Mugil
scheli (axill.) u. ceylon, bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 664.
Trachy Stoma g. n. Br. 6, Psbr. vorhanden, kein Fettlid, Vom. u. Pal.
mit deutl. Binden von Samnietz., Kiefer zahnlos, Sq. zieml. klein, fein ctenoid.
Tr. muUidens, D. 4, 1/8, A. 3/9, Sq. 48—51, 16; von der Mündung des Keruah-R.
3 Ex. im Febr. auf dem Markt in Sidney, 40 cm. Douglas-Ogilby, Pr. Zool.
S. Loud. 87, p. 614.
Gastrosteidae. Gastrosteus bussei Warp., 9 — 8/8—9, ^/i—S, L. 1. 33 — 34,
näher dem stenurus Kss. als dem sinensis Guich., Lefu Fluss; Herzenstein
u. Warpachowski, Fischf. Amurb., S. 13 u. 54, Fig. 1. — Ueber Muskelstruktur
von Gastrosteus s. Mars hall (S. 283); üb. Spinndrüse, Ei u. Entw. von G. quadr.,
Ryder, s. S. 306; üb. rothe Körper der Schwimmblase, Coggi, s. S. 294.
Fistularidae. Fistularia serrata u. depressa, Bem. ; Steind. u. Död.,
F. Jap. IV 267.
Centriscidae. Centriscus scolopax, Bem.; Steind. u. Död. ebd.
Gobiesoeidae. Sicyases als Subg. zu Gobiesox, 5 westind. Sp., Jordan,
Pr. u. m. IX 597.
Gobiesox (vergl. Sicyases), 4 westind. Sp., virgat. (82) viell. zu G. nudus
autt. nee L., Jordan, Pr. n. m. 597.
Lepadogaster dentatus, ähnl. desfont., aber D. weiter vor der A., Kopf
oben etwas convex, Zähne gleich, der vordere Theil der Bauchscheibe convex,
ein glattes Viereck in der Mitte der Bschb., Entfern, des Anus von der A.
grösser als Länge der D., einfache Genitalpapille statt e. Schopfes, ein Fleck unter P. ;
Messina; Facciolä, Natur, sicil. VI 165 — 6, Tf. III Fig. 2 (dabei Not. üb. gracilis
u. ottaviani). — Lepad. minimus Död. D. 7, A. 5; C. von D. u. A. getrennt.
23 mm l, Sagami 100 Fd. ; Steind. u. Död., F. Japans IV 270.
Lepadogaster gouani, „Systeme de la ligue laterale de Lep." Der longitud.
Canal fehlt gänzlich. Gobiesox hat gleichen Typus; Beschr. der mikr. Baues der
Nervenendigungen; Fr. Guitel, 0. r. acad. Paris, Tome 105, p. 687. — Guitel :
„Coque de l'oeuf des Lepadogaster." Die Eier sind niedergedrückt, die Unterseite
ist mit strahlenförmig gestellten, am Ende zweizipfligeu Cylindern versehen,
mittelst deren die Eier an Steinen etc. haften; die Stäbchen werden vom Ei-
follikel gebildet. Ebd. p. 876. „Embryogeuie et Systeme nerveux des Lep."
Schilderung der allgemeinen Entwicklung. Die Schwimmblase bildet sich, ver-
schwindet aber bald wieder völlig. Die Deutung der Stücke des Saugnapfes
betreffend, so würde allerdings die Nervenvertheilung eher für die Stannius'sche
Auffass., die Entwickl, aber mehr für die Günther'sche sprechen, wonach der
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 345
vordere Saugnapf der Ventralis zugehört, der hintere aber vom Postclavicnlare
gebildet wird. Ebd. 1270.
Lepadogaster decandolli, Laichen, Brnt, Untsch. zw. Männchen u. W.,
Farbenwechsel, eigenth. Schutz (?) -Organ des Anges; W. A. Smith, Pr. r. phys.
soc. Edinb. 85/6, p. 143, Taf. 7.
Leptopterygius piger, 2 Paar Ruder zur Seite der Bauchscheibe scheinen
einen secundären Sexualcharakter der Art darzustellen (für Beschleunigung der
Fortbewegung u. für die Anheftung des Thieres von Bedeutung); Facciolä,,
Naturalista sicil. VI 163—4, Tf. III F. 1.
Ophiocephalidae. Ophiocephalus pekinensis, beschr., von der Mündung
des Muren; Herzenst. u. Warpach., Fischf. Amurb., S. 23 u. 54.
Labyrinthici. Ctenopoma comjicum, 17/8, 11/10, Sq. 27, 3/8; n. indig.
Kouende, in Lagunen der Inseln des untern Congo; Bon lenger, Ann. Mg.
Febr. 87, S. 148.
Luciocephalidae.
Lophotidae. Lophotes als Tiefsf. erwähnt, Günther, Chall. XXII 76.
Trachypteridae. Th. Gill; Char. u. Relations of the Ribbon-Fishes,
hält Regal, u. Trachypt. für Repräsentanten zweier Fam., welche zus. einen
Subordo „Taeniosomi" der Teliocephali bilden (cf. Standard Nat. Hist. III 265,
1885), Parker's osteol. Angaben (Ber. f. 86, S. 241) stützen seine Ansicht. Von
den Taeniosomi könnten die Heterosomata [Plemonect.] abstammen. Amer.
Natur. XXI S. 86.
Trachypterus, Bemerk, üb. bekannte Sp. u. Schwierigkeiten der Unter-
scheidung; Tr. sp. juv., sehr ähnl. repandus bei den Philippinen (in 700 Fd.
oder im obern Wasser?) gedrescht, 4 cm 1. Alle Sp. wohl Tiefseef., wenn auch
öfter in höherem Niveau. Günther, Chall. XXII 72. — Trach. arct. beschr.;
Howden, s. S. 319.
Stylophorus chord., das einz. bek. Expl. in schlechten Zustand gerathen;
als Tiefsf. erw.; Günther, Chall. XXU 73.
Regalecus. Artunterscheidung wegen Seltenheit u. schlechter Coservirung
der Expl. unmöglich; man soll die frischen Expl. in einzelne Stücke geschnitten,
jedes in Musselin gewickelt, mit stärkstem Spiritus conserviren. Aufzählung-
aller genauer bekannten Funde: Skandinavien 14, Brit. Meere 19 (letzter 1884),
Mittelmeer 1, Bermudas 1, Cap 3, Indien 1, Neuseeland 5; scheinen in den
stürmischen Jahreszeiten in die Höhe zu kommen. Günther, Chall. XXII
73-76.
Regalecus glesne, Grieg's Arbeit (s. Ber. 86 S. 319) übers, in Ann. Mag.
N. H. (5) XIX 246. — R. banksi, ein Expl. v. Tasmanien beschr. u. abgeb. ;
Mc Coy, Prodr. zool. of Victoria, Decas 15, Taf. 145.
Notacanthi. Schwimmblase hat keinen offenen Gang zum Darm, trotz-
dem u. trotz der D.-, A.- u. V.- Stacheln keine Acauthoptergier, weil die mehr-
strahlige (7 — 10) V. durchaus abdominal gelegen, jedoch eigentlich auch nicht
den Physostomi einzureihen u. nicht besonders den Holosaur. od. Muraen.
(zwischen welchen in der Reihenfolge eingeschoben) verwandt, sondern wahrsch.
e. eigne Ordnung darstellend; die mangelhafte Kenntniss allein hindert deren
Begründung. Günther; Chall. XXII 242.
Notacanthus, Diagn. d. Gatt.; 2 Subg.: I.Not, (s. s.) mit weniger (6—11)
D. -Stacheln, Zähne des Obkf. comprimirt schräg dreieckig, 2. Polyacanthonotus,
346 Dl'- I^^ Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Dst. mehr als 30, Z. im Obk. wenig compr,, auft'echt (hierzu nur rissoanus). —
N. sexspinis Beschr. u. Abb. (Tf. 61, A.); Splauchnologie (Schwimmbl. s. oben,
Coeca pyl. 5. Ausführliche Osteologie (Tf. 60); Knochen kräftig (nicht nach Art
echter Tiefsf.), am Schädel z. Tb. verschmolzen, Knorpel nur im Vorderschädel
entwickelt, Intmax. fast den ganzen Mundrand bildend, mit ^em Schädel, und
dem Max. unbewegl. verbunden, Max. einen suborbitalen Dorn tragend. Vomer
[u. Metapter.] fehlen ; der Gaumenbogen ist beweglich u. die Palz. treffen auf
die Mandbzähne (wie bei Haifischen); vor dem Palatinum ein kleiner Knorpel;
Mandb. hoch ohne deutl. Angulare ; Op. u. Subop. häutig u. zerfasert, mit den
9 R. br. in e. gemeinsch. Haut. Infraorbitalia fehlen. Nur 1 Supraclav. [d. h.
Omolita u. Scapulare Stann. verschmolzen], welches lose mit d. Occiput ver-
bunden; Postclav. 0. Wirbel am Schwanz comprimirt u. die hintern sehr ver-
längert, schliesslich rudimentär; vert. abd. 49. Zwischen je 2 Analstacheln ein
horizontaler, basaler Knochen. Tiefsf. (?Fd.). — N. nasus, Diagn. (?syu. analis
Gill 84), Tiefsf. (?rd.); phasganorus 81, Diagn. cop., Tiefsf. (?Fd.); bonaparti,
Beschr., Abb. (Tf. 61, C), auch an Westküste v. Südamer , Tiefsf. (400 Fd.);
? rissoanus, Beschr. eines Ex. von Japan, Splauchnologie, Tiefsf. (1875 Fd.) Tf.61, B.
Günther, Chall. XXH 243-251.
Acanth. Pharyngognathi,
Pomacentridae. Amphiprion sebae u. clarki, Glyph. coelest. u. sord.,
Dasc. trimac, Hell, opercul. von Maskat erw.; Boulenger, Pr. z. s. 87 p. 664.
Glyphidodon (Parma) hermani, 13/18, 2/14; Sq. stark gezähnt, 31 — 32,
4'/2/12; schwarz, 0. schwefelgelb; Capverd.-I.; Steindachner, Anz. Ak. Wiss.
Wien., Ig. 27, S. 230.
Heliastes roseus (1880) als einz. Tiefseef. (140 Fd.) unter den Pharyngogn.
erwähnt, Günther, Chall. XXII 76.
Labridae. Labrus, Färbung eines postlarvalen (11 mm) Exp. v. L. macul.?;
Weiss, Silber u. Braun bilden die Zeichnungen, Blau, Gelb u. Orange fehlt
noch; die P. ist in schneller vibrirender Bewegung. M'Intosh, Ann. Mag. (2)
XX 300 (vergl. S. 319). Labrus maculatus, Eier, Brut u. Nest, Duncan, 5.
ann. report Fish. Board Scotl. — Labrus merula, rothe Körper d. Schwimmblase;
Coggi, s. S. 294.
„Crenilabrus exoletus at Penzance", Lebensfärbung eines (^ im Mai; riecht
schlecht; Th. Cornish, Zoologist XI 308. — Cr. tinca u. pavo u. 3. «andre Sp.,
Entwickl., List, s. S. 302; Bastarde, List, S. 310; Laichzeit, List, S. 311.
Choerops macleayi, A. 3/10, 29, 4/10, einfarbig rothbraun, 14 cm, Port
Jackson; Ramsay u. Dg.-C, Pr. Linn. S. N. S. Wales (2) II S. 241. —
Choerops jap. Beschr.; Steind. u. Död., F. Jap. lY 276.
Semicossyphus retic., beschr.; Steind. u. Död., F. Jap. IV 270; S. robecchii
St. u. Bellotti, 12/10, 3/12, Sq. 8/18, 49; Kpfl. = Krph., üb. 3^^ in Totl; silbriges
Längsb., 1 viol. Fleck auf weich. D. u. A., Yokohama; ebd. S. 15. S. unimac. in
Japan, Beschr., ebd. 271.
Trochocopus canis, n. indig. „peje-perro." D. 12/9, A. 3/12, L. 1. 45—50,
dunkel mit orange Fleck oberhalb der P. ; = Dentex maculatus Perez , estud.
p, 11.; Philipp i, Tib. de Chile p. 38, Tf. VII 3.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 347
Graus gen. nov. Br. 6, D. 13/ [A. 3/ ]; aussen 1 Reihe grosser, dann
1 R. kleinerer Zähne, u. innen eine Binde kleinster, kein hinterer Caninus;
V. hinter P.; 4 vollständige Kiemen n. 1 rudimentäre [Pseiidohrachie]; Praeop.
ganzrandig, Wangen, Vorderkopf u. Basis der D. u. A. nackt, Schuppen mittel-
gross, die des Operc. klein. Gr. nigra; n. indig. „Vieja negra"; Krpl. 58 cm,
H. 12, Dicke 10,5, Kpfl. 13,5.; Chile; Philippi, Tiburones de Chile, p. 40.
Cossyphus bellis, 2/11, 3/12, hlassroth, Bauch gelblich, dunkle Lstr. nach
Schpplin., 2 unterbroch. hellrothe Lbd.; Shoalhaven (Ostaustr.), 28 cm; Ramsay
u. Dg.-Og., Pr. L. S. N. S. W. (2) II 561. — C. unimac, beschr. Steind. u.
Död., F. Jap. IV 271.
Labrichthys rubig., 3 Färbvar. (affinis D. var. n.); L. gracüis L. tr. 2/9, 3R.
Wangensch., Basis der C. schuppenfrei, Tokio Steind. u. Död., F. Jap. IV
272—3. — L. rubrigiiiosa, ^ u. ^ beschr.; Ny ström, Jap. F., 40. — Lahrich-
thys cyanogenys. Sq. 25, 3/9, Wangen mit 2 R. Schpp. ; rothhraun mit 2 viol. Qb.,
Kopf oben grünblau, seitlich viol., unten indigo, D. viol. vorn gelhlich, C. bräunl.
mit Purpur u. Gelb, P. mit blauem Basalband; Broken Bay (Austr.), 45 cm.
frisst Mollusken; Ramsay u. Dg.-Og., Pr. L. S. N. S. Wales (2) II 242.
Duymaeria japonica Blk., dazu syn.: flagell. Schi, (nee flag. C. V., welche
L. 1. 20 statt 25) u. spilog. (viell. als $); Steind. u. Död., F. Jap. IV 273.
Platyglossus Meekeri, 9/12, 3/12, 28, 2/8, dunkler Fl. im Anf. der D., Kopf
mit 4 gelben Lbd.; Tokio, jap. N.: Hombera; Bem. üb. PI. pyrrh. u. poecilopt.;
St. u. D., ebd. S. 275.
Julis cupido, Färbung, St. u. D., ebd. S. 276. — Julis vulg., rothe Körper
der Schwimmbl. ; Coggi, s. S. 294.
Coris sp. 9/12, 3/12; 75, 3/27; Kpfl. 4 in Krpl., 1. D stach. = Krph. roth
mit 11 Qb., jede Sq. mit 1 grün Fl., Kopf orange mit viol. Radien vom Auge;
Ceylon; Haly, Taprob. I 166 (Ebd. noch 4 andre Lahr. erw.). [Wird Coris
halei Day, nahe C. bleekeri Hubr. 76, 1888].
Pseudoscarus madagascaricnsis , 2 Schppr. auf der Wange, 1 auf Präop-
rand; Kiefer grün, nur halb von der Lippe bedeckt; Sq. der L. 1. wenig ver-
zweigt; hellbraun mit hreiten, dunkl. Lgstrf., die am Kopfe, netzförmig, Lippen
gelb, obere mit 1, unt. 2 viol. Qb.; C. hinten wellenf. mit schwach vorgezog.
Ecken; Madag., Steindachner, Anzeiger Ak. Wiss. Wien, math. nat. Cl.,
Jg. 24, S. 230. Ps, aerug. Kner (Novara) von Auckland wird Ps. Jcneri; von aer.
Blk. versch. durch Einbucht, der C. u. Zeichnung; ehd. 231. — Ps. ovifrons
(? an Ps. schlegelii St.), auf dem Praeop. 5 Schuppen (statt 1 bei ov.); Steind.
u. Död., F. Jap. IV 277. Ps. globiceps bei Oshima; ebd. — Ps. duss. u. iantho-
chir bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 664.
Embiotocidae. Ditrema smitti, Krph. 1/3 Ttl. hinterer Theil der A. hoch,
ihr 17. bis 20. Strahl fadeuf. verlängert, Spitze der P. bis zur A.; 11/21, 3/27,
78, 11/18; [Nagasaki] 18 cm.; Nyström, Jap. Fisk., 32.
Chromides. Remichromh voltae., 16-17/9—10, 3/6—7; Sq. 4 auf Wange,
28, 3V2/9; Krph. 2-/5— 2 V2, Kpfl. 23/5—73 mal in Krpl.; dunkle Qb. stark ver-
schwommen; Voltafluss, Goldküste; Steindachner, Anz. Ak. W. Wien,
Jg. 27, 230.
Aeara syspilos Cp. 72, bei (Canelos); Boulenger, Pr. Z. S. 87, S. 275.
Crenicichla saxat,, bei Canelos (Ecuador); Boulenger, Pr. Z. S. 87, S, 275.
348 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
Anacanthini.
Gadopsidae. Cerdalidae.
Lyoodidae. Lycodes, wahrsch. gehen alle Sp. unter die 100 -Fadenlinie
hinab; von folg. ist dies constatirt: L. esmarki (im Färöe-C. 608 Fd., viell.
syn. zu vahlii), reticul. (nach einem Ex., 22 Zoll 1., v. Färöe-C. beschr. u. abgeb.
[Tf. 13]; syn.: lütkeni), frigidus (variirt! in Ausdehnung der Beschuppung u.
Länge der L. 1., Färöer-C. 540—640 Fd.), pallidus, seminudus, muraena (Färöe-C.
540-640 Fd., A. 87—100, Beschupp, unregelmässig, Tf. 12, A.), sarsi (1 Ex.,
85 mm, ]^. Atl., 180 Fd. Beschr. u Xyl.), verilli, paxillus, paxilloides ; Grünther,
Chall. XXII 76—81.
Lycodonus mirab, als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 81.
Gymnelis viridis, als Tiefsf. erw.; nur noch eine andre Sp,: G. picta
durch Flossenformel versch., die Färbung nach dem Alter ändernd; Günther,
Chall. XXn 81.
Melanostigma gelatinosum als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 82.
Gadidae. Gadus, Wandrungen der jungen Gadus; M' Intosh, s. S. 319.
Eier von 4 Species; Scharff, s. S. 298. Entwicklung, (G. morrhua u. tomc),
Ryder, s. S. 305, Entw. (G. aegl.) Prince, s. S. 301 u. Cunningham, s. S. 297.
Bau der Occiput (G. morrhua u. aegl.); Gegenbaur, s. S. 280. Zersetzung
des gesalzenen Fleisches; Layet, s. S. 313 u. Brieger, S. 273. Von Gadusarten
geht morrhua im Sommer unter 100 Fd. hinab ; poutassou u. argenteus als Tiefsf.
erw.; Günther, Chall. XXII p. 82 u. minutus desgl. p. XIX.
Gadus morrhua (vergl. oben). Ein Zwitter von den Lofoten, bei beiden
Geschlechtsdrüsen die vordere (grössere) Hälfte $, die hint. ^\ Weber (s.
S. 299.). — Künstliche Zucht in Norwegen; Rogen erud, s. S. 314.
Gadus pollachius, „facts in the life-history of the Pollack": Wechselt die
Farbe nach der Umgebung ; Laichzeit März, 4 Millionen Eier, wächst bis Herbst
zu 6 Zoll, während des Winters kaum ; die Haut in der kalten Jahreszeit mit
dickem (Vis Z.), transparentem Schleim [Epithel] bedeckt; öfters Rückgrat-
verkrümmung. M. Dünn, Zoologist XI 241—8. —
Gadus minor Dd., D. 11/12/19, A. 19/19, Untkfr. länger als Obkfr., Bartel?,
Tokio-Bai; Steiud. u. Död., F. Jap. IV 277.
Mora mediterranea als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 83.
Halargyreus johnsoni, als Tiefsf. erw., 3 Expl. aus Neuseeland: D. 7,
47-57, A. 41—46; Günther, Chall. XXH 83.
Strinsia tinca wahrsch. Tiefseef. ; Günther, Chall. XXII 85.
Melanonus, von Strinsia nur in Zähnen u. Flossen abweichend, M. gracilis
(1878) 1975 Fd., antarctisch. Beschr. u. Abb., Günther, Chall. XXQ 84, Tf. 14, B.
Merluccius vulg. als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXn 85.
Hypsicometes gobioides 81, als Tiefsf. (115 Fd.) erw., Günther, Chall.
XXII 86.
Lotella marginata 78, Beschr. u. Abb., Magellan-Str. 345 Fd.; Günther
Chall. XXn 86, Taf. 14, A. — (?Lot.) maxillaris 85, als Tiefsf. erw.; ebd. — Lot.
phycis, Beschr., Steind. u. Döderl. Fische Jap. IV 278.
Uraleptus maraldi, als Tiefsf. (massig tief) erw., Günther, Chall. XXH 87.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 349
Physiculus Kp. (dazu Pseudophycis Gth.); Ph. dalwigki (dazu bacchus),
kaupi (syn: japonicus 79; von Ouba, St. Helena u. Jap.; Bern., Abb. Tf. 17, A)
und peregrinns als Tiefsf. erw.; die Tiefe von breviusc. Rieh. = bacchus Forst.
u. von barbatus Gth. = palm. Klz. nicht bekannt; Günther, Ghali. XXII 87.
— Phys. dalwigkii (?), D. 7/52?, A. 65, R. br. 7. 1. D. hintere P -Wurzel,
Tokio-Bay, 6 cm; Steind. u. Döderl., F. Japans IV 279.
Phycis, wohl alle Sp. gehen tiefer als 100 Fd., sicher: blennioides, ehesten
(79), regius 81, americ. (syn.: chuss G. B. 83), tenuis 83; Günther, Chall.
XXn 89.
Laemonema, kaum von Phycis generisch verschieden; barbatulum (83) ein
Tiefsf. (312 Fd.), robustum u. yarr. wahrsch. auch unter 100 Fd., brasil. (syn
brevifile) aber Küstenfisch; Günther, Chall. XXII 90.
Haloporphyrus, alle Sp. Tiefsf. ; H. gueutheri Gigl. 80 (lepid. G. nee. R.)
Beschr. u. Abb. (Tf. 18, A); lepidion R., Bern.; eques, D. 4, 56-62, A. 49-54,
L. 1. 180, Auge u. Kopf grösser als bei guenth., Färöe-C. 530 Fd., 13 Zoll 1.
(Tf. 18, B); inosimae, D. 5, 60, A. 52, sehr ähnl. lepid., ab. Sq. kleiner, Enosima
(Japan) 345 Fd., 12 Zoll 1. (Tf. 20, B); ensiferus, D. 5, 52 A. 46, der 1. Dorsal-
strahl sehr breit u. comprimirt, weisser Fleck auf Ende der D. u. A., Mündung
des Rio Plata, 600 Fd., 14 Zoll 1. (Tf. 19, A). Günther. Chall. XXII p. 90-92.
— Hai. austr. siehe Salilota.
Antimora rostrata (78) u. viola 79, Tiefsf., Beschr. u. Abb.; Günther,
Chall. XXII 93, 94, Tf. 16, A. u. 15.
Salilota g. n. für Haloporphyrus australis Gth. 78. Länglich, Schuppen
sehr klein, Kopf dick, aber etwas comprimirt. C. abgetrennt; 2D. u. lA; V.
mit breiter Basis, mit mehreren- (8) Str. Bauchhöhle reicht weit hinter den
After hinaus. Sammetz. gleicher Länge in Kiefern u. Vomer, Palz. 0. D I
ca. 9. Partei am Kinn. Coec. pyl. sehr lang, in massiger Zahl. Bildet e. Ueber-
gang zu Lota, aber Kopfform versch. Kein Tiefseefisch. — S. austr., Magellanstr.,
55—70 Fd., Beschr. Abb.; Günther, Chall. XXII p. 95, Tf. 17, B.
Lota, Chorda dorsalis; Lvoff, s. S. 280.
Molva molva (150 Fd.) u. abyss. (300 Fd.), Tiefsf.; Günther, Chall.XXII96.
(Motella.) Onus macropbth. Gth. 67, nur 1 Ex. von den Hebriden (90 Fd.)
bek., nicht = mediterr. juv. (gegen Ltk. u. Collett); 0. carpenteri, D. 49, A. 45,
P. 23, V. 6 (= M. macropbth. Gth. 74 nee 67), nördl. Shetland-I. 180 Fd., Tf. 42,
D.; reinhardti 12 Zoll 1., (640 Fd.) Färöe-C, Beschr., Abb. (Tf. 19, B); septen-
trionalis (150 Fd.); ensis (1106 Fd.); cimbrius (178 Fd.); alle als Tiefsf. auf-
geführt. Günther, Chall. XXII 98. — Entwickl. von Motella; Cunningham,
s. S. 297. Die rothen Körper der Schwimmbl. ; Coggi, s. S. 294.
Brosmius brosme, Färöe-C. 530 Fd., Tiefsf., Günther, Chall. XXII 98.
Chiasmodus niger, grösstes bek. Ex. 67^ Zoll, bis 1500 Fd., Günther,
Chall. XXII 99.
Ophidiidae. Brotula japonica, D + C + A 235—8, Kpfl. Vs der Ttl.
(statt 186 bez. Vs bei multib.), Tokio, 37 cm; Steindachner u. Död., F. Jap.
IV 279.
Sirembo armatus, ausf. Beschr.; Steind. u. D., ebd. 280.
Myxoeephalus g. n. Gestreckt (H. in Ttl. 41/2), spitz endend; Rumpf
stark comprimirt, kleinschuppig, Kopf schwach compr., nackt, Kopfknochen
grubig, Dp. oben mit langem Stachel; Zähne bürstenf, auf Kiefern, Vomer u.
350 I^i"- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gmb.; vert. Flossen vereinigt, V. kehlständig, einstrahlig, R. br. 8; Pseudobr. u.
App. pyi. 0; Schwimmblase zieml. gross. M.ja2Wmcus, 128, 92, C. 8 cm, P. 31,
L, 1. ca 90; kupferfarbig, Flossen dunkler; Tiefsee bei Tokio, 37 cm, Steind.
u. Döderlein, Fische Japans IV 281.
Barathrodemus manatinus, als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII 100.
Neobythites, syn. Tetrauematopus Gth.; N. grandis (Sirembo gr. Gth. 77),
Beschr. u. Abb. (Taf. 21, A), Eingeweide beschr., Darm mit sehr grossen Zotten
u. starken Gefässen, die Schwimmblase gioss, quer getheilt mit e. grossen Rete
mirabile, Japan 1875 Fd. ; N. macrops, Augd. = Schnauzl. u. Stirnbr., Praeop mit
2 Dornen unten am Hinterrand, 8— 9 Längsr. von Schuppen zw. Anfang der D.
u. L. 1. braungrau mit braunen Fl., 6—7 schwarze auf der D. Philippinen
875 Fd., 20 cm, nach Knochenstruktur, Augengrösse u. Zeichnung eher Ober-
flächenfisch (Taf. 20, A.); N. ocellatus, Stirn concav, 6 — 7 Längsr. v. Seh. zw. D.
u. L. 1., 2—3 schwarze weissrandige Fl. auf D., Pernambuco 350 Fd., 9 cm. 1.
(Tf. 21, B); N. gilli. Tiefsf. (111 Fd.). Copie d. Beschr. Günther, ebd. 100-3.
Cataetyx g. n. (für Sirembo messieri Gth. 78). Gestreckt, comprimirt,
Schpp. sehr klein, L. 1. undeutlich u. unterbrochen, Kopf länglich u. mit Ausn.
des Vorderendes der etwas spitzen Schnauze beschuppt. Kopfknochen fest,
Schleimkanäle wohl entwickelt. Auge zieml. klein; vord. Nasenloch auf der
Schnauzenspitze, hint. etwas vor dem Auge. Kein Bartel. Dornen nur 1,
am Op.; Maul weit, Obkfr. etwas länger als Ukfr., Sammetz. in Binden am
Vomer u. Pal., an der Seite des Ukfrs. eine Reihe grösserer Z. Schwanz
massig verdünnt, D., C. u. A. verschmolzen, beide V. genähert, einfache Fäden,
unter der Mitte des Op. inserirt. Kiemen 4, Blättcheu entwickelt , Kdornen kurz
u. breit. Psdbr. 0, Br. 8, C. pyl. vorh. — C. mess., 20 cm., Messier Str., 345 Fd.
Günther, Chall. XXII 104, Taf. 23, B.
Pteridium atrum, als Tiefsf. erw., Beschr., Günther, Chall. XXII 105.
Pteroidonus n. g. Die unt. (5) P.-Str. frei und verlängert, Körper com-
primirt, verlängert, kleinschuppig, L. 1. unvollständig nahe der Rückenhöhe.
Kopf längl., dick, beschuppt. Auge klein. A. etwas verlängert, mit D. u. A.
verschmolzen, V. einfacher Faden hinter der Symphyse des Schultergürtels
inserirt, beide von einander etwas abstehend. Schnauze breit. Maul unterständig,
weit, Ukfr. kürzer; Sammetz. auf Kfr., Vom. u. Pal. Bartel 0. Op. mit 1, Präop.
mit (3) Dornen. Br. 8, Kiemenijlättchen zieml. kurz, Kdorn. zieml. lang, lanzettf.
weitgestellt, Psbr. 0. — Pt. quinquarius, 99, 87, L. tr. (über Anus) ca. 35.
Fleischfarben, vertik. Flossen u. Mundhöhle schwarz; Japan 565 Fd., 36 cm. 1.
Günther, Chall. XXII 106, Tf. 22, B.
Dicrolene intronigra (83», als Tiefsf. erw., beschr.; Günther, Chall. XXI 107.
Mixomis g. n. Von Pteroidonus u. Dicrolene durch Kopfform versch. ;
Kopf etwas compr. , breit, oben flach, vorn deprimirt, nur zw. den Mandibeln
(u. ? auf den Wangen) beschuppt. Für Bathynectes laticeps Gth. 78. Nur 1 Ex.
13 cm. 1., schlecht erhalten, bekannt, Mittelatl. 2500 Fd., Günther, Chall.
XXII 108, Tf. 25, B.
Bathyonus (= Bath. G. partim u. Bathynectes Gth. partim) Diagnose; B.
compressus 78, Beschr., Abb. (Taf. 22, A.); B. taenia, D. 138, A. 115, P. 30, V.
1, hell, Kopf. U.Abdomen schwarz, Mittelatl. 2500 Fd., 26 cm. (Taf. 23, A);
B. catena (86) alsTiefsf. erw.; Günther, Chall. XXII 109-111.
Porogadus gracilis Gth. 78, 1400 Fd. Beschr. (Taf. 16, B); P. miles (86) als
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 351
Tiefsf. erw. (1168 Fd.); :P. rostratus, ß. 8, D. 120, P. 21, V. 2, Krph. 2/5 der
Riimpfl.; Schnauze über das Maul hinausragend, in der Mitte vorspringend,
nördl. Celebes 2150 Fd., 28 cm. Günther, Chall. XXII 111-4, Tf. 24, B.
Nematonus g. n. Von Porogadus nur durch den Mangel der Kopfdorneu
verschieden. N. pectoralis G. B. 86, Tiefsf. Günther, Chall. XXII 114.
Diplacanthopo7na g. n. Körper comprimirt, verlängert, kleinschuppig,
L. 1. undeutlich. Kopf etwas deprimirt, nackt, dünnknochig mit weiten Schleim-
kanälen. Auge massig. Vord. Nasenloch im Schnauzenrande, hint. dicht vorm
Auge. Am Op. 2 Dornen, der untere am Winkel, abwärts gerichtet, keine am
Praeop. Schnauze breit, deprimirt, Obkfr. länger als Ukf. Kein Bartel. Maul
massig weit, Hechelz. in Kfrn. Vom. u. Pal. Schwanz spitz ausgezogen. D., C. u.
A. verschmolzen, V. 1 einf. Faden, beide nahe zusammen, unter der Mitte des
Op. inserirt. Kiemen 4, mit weitstehenden, lanzettf. Kdonien, Blättchen ent-
wickelt; Psdbr. 0. — D. hrachysoma, oben hellbraun, unten u. Fl. farblos; Per-
nambi;co, 350 Fd., HC. Günther, Chall. XXII 115, Tf. 23, C.
Acanthonus arnatus Gth. 78., Beschr., Abb., Günther, Chall. XXII 116,
Tf. 24, A.
Typhlonus nasus Gth. 78, Beschr., das Augenrudiment kleiner als ein
Stecknadelkopf, im Innern des Kopfes; Günther, Chall. XXII 118, Tf. 25, A.
Aphyonus gelatinosus Gth. 78. Chorda dors. persistirt, nur Andeutungen
von Wirbelsegmentirungen ihrer Oberfläche, Eierstöcke des einz. Ex. entwickelt,
sonst könnte diese Sp. leicht für ein Entwicklungsstadium des Typhlonus ge-
halten werden, mit dem es Mangel äusserer Augen, u. Beschaffenheit der Ein-
geweide theilt. „Der niedrigste aller Anacanthini." Beschr., Abb.; Günther,
Chall. XXII 120, Tf. 26, A.
Ehodichthys regina Coli., als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII, 121.
Ophidium muraenolepis Gth. 80, als Tiefsf. erw. (140 Fd.), Günther,
Chall. XXII 268.
Fierasfer kacjoshimanus , Kopfl. 1^^ in Ttl.; Zähne klein in Kfr. Gmb., im
Vomer etwas grösser als kurzes Längsband; P. 2V3 in Kpfl.; Südjapan, 11 cm.;
Steind. u.Död., F. Japan IV 283.
Macruridae. Macrurus. Mit dieser Gatt, vereinigt Günther, Chall.
XXII 122—152, die Gatt.Coryphaenoides u. Malacoceph. Dagegen scheidet er als
3 Gattungen diejenigen Formen aus, denen die häutige Verbreiterung an der
Peripherie des l.Kiemenbogens fehlt (Trachyrhynchus, Bathygadus u.Macruronus).
Die 11 Subg. von Macrurus werden in erster Linie nach der sehr constanten
Bezahnung unterschieden. Die Schuppen erhalten erst spät Dornen (bei 8 Zoll
Länge), die Zähnelung des D.-Stachels ist e. constanter Char., nur im Alter
verschwindet sie in einigen Fällen. Nackenlöcher fehlen, die D 11 ist vorn sehr
kurz. Schlüssel für die neuen Subgenera, von denen 7 neu sind (p. 124):
I. Hechelzähne, im Ukfr. die Zahnbinde am breitesten an der Symphyse,
manchmal an der Seite einreihig werdend.
A. Schuppen deutlich dachziegelf., keine vergrösserten Rückenschuppen.
1. Schuppen gedornt.
a) Maul ganz unterständig, longitudinale Crista auf der Infraorbital-
gegend, D stach, glatt Coelorchynchus.
b) Maul Unterst., Infraorb. Cr. mehr od. w. deutlich, Dst. gesägt
Macrurus.
352 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
c) Manl weit und lateral, Dst. gesägt Coiyphaenoides.
d) Maul weit u. lateral, Dst. glatt Mystaconurus.
2. Schuppen glatt Lionurus.
B. Schuppen undeutlich, die ganze Haut mit Dörnchen . Trachonurus.
C. Eine Reihe grosser Seh. längs der Basis die D. u. A. . . Cetonurus.
Tl. Zwischenkfr. heterodont, innen mit Hechelz. aussen eine Reihe grosser
weitläuftiger Z.
A. Dorsalstachel gesägt, Chalinurus.
B. Dorsalstachel glatt Optonurus.
in. Zwischkfrz. ein- od. zweireihig, Ukfrzähne einreihig.
A. Dorsalstachel glatt Malacocephalus.
B. Dorsalstachel gesägt Nematonurus.
Alle Arten sind Tiefseef. Als ursprüngl. Ausgangsform gilt der Gadus-
ähnl. Nem. longifilis, als höchst differenzirt Coelorh. Nicht einzureihen ver-
mochte Vf. Macrurus macroleph. Kp. , acrolepis Bean, carrib. G. B. occa G. B.
u. Malacoc. occid. G. B. Trotz der enormen Häufigkeit der Macruren hat die
Chall.-Exp. keine Larvenformen (Krohnius) gesammelt.
M. (Coelorhynchus) parallelus Gth. 77, Beschr., Abb. (Taf. 29, A), japon.
(Abb. d. Schuppe Tfl. 29 C), australis, coelorh. (syn. atlant.), carminatus 81
(Tf. 50, B, von den Bahama-I.) fasciatus 78 (Tf. 28, A). M. (Macrur) fabricii,
rudis 78, (Tf. 27), nasutus 77 (Tf. 30, B), serrulatus 78 (Tf. 30, A), nach Ab-
brechen der Schwanzspitze hat ein Expl. verlängerte Strahlen erzeugt, einer
besonderen Schwanzfl. ähnlich, sclerorchynchus (Tf. 32, A.), aequalis 78 ('? serratus
Lowe, Tf. 32, C), bairdi 77 (Tf. 32, B), goodi (p. 136 asper Goode nee Gth.),
holotrachys 78 (Tf. 28, B), asper 77 (Tf. 36, A.), carinatus 78 (Tf. 33, A).
M, (Coryph.) rupestris Gunner (? carapinus G. B. 83), altipinnis 77 (Tf. 39, A).
M. (Mystaconurus) longibarbis, Viti-L 316 Ed., 14 cm 1. (p. 139, Tf. 18, C),
italicus Gigl. (ähnl. laevis, aber Bezahn. versch). M. (Lionurus) filicauda 78
(Tf. 34, B), microlepis 78. M. (Trachonurus) villosus 77 (Tf. 36, B). M.
(Cetonurus) crassiceps 78 (? globiceps Yaill. 84, Tf. 37; eine Pseudocaudalis
wie bei serruL). M. (Chalinurus G. B.) leptolepis 77 (Tf. 31), simulus G. B.,
fernandezianus , Juan Fern. 1375 Ed. (p. 145, Taf. 38, B), liocephalus Japan u.
mittl. Pacif. Oc. 1875 u. 2050 Ed., 40 cm. (p. 145, Tf. 38, A). M. (Optonurus)
denticulatus Rieh., Neuseeland u. Kermadek-I. M. (llalacoceph.) laevis
(Tf. 39, B), macrochir 77 (Tf. 29, B), sulcatus 86. M. (Nematonurus) armatus
75 (Tf. 40, A; ein Albino mit schwächeren Schuppen), affinis 78 (Tf. 40, B),
longifilis 77 (Tf. 35). — Alle 37 Sp. sind beschrieben, auch Synom. u. Ver-
breitung.
Macrurus tokiensis 11/119, 119, V. 7, L. 1. 130, tr. 5/15 (bis zur V.);
Unterseite des Kopfes nur am Praeop. beschuppt, Rumpfsch. mit 6—9 Leisten;
Zähne schwächer als bei jap.; Tokio, 80 cm. Steind. u. Död., F. Japan IV 283.
M. japonicus, Bern., ebd.
Coryphaenoides marginatus, 10/116, 120, L. 1. 150, tr. 7/23; Schnauze breit,
eckig mit tuberkelartiger Spitze, Tokio, 53cm. Steind. u. Död., F. Jap. IV
284. — Steind. lässt Coryph. nur als Subg. von Macr. gelten; ebd. 285.
Trachyi'hynchus Giorna (syn. Lepidoleprus), 1. Kiemenbog. frei, 4 Kiemen
mit entwick. Blättchen; Schnauze zu einem langen Fortsatz ausgezogen, Maul
hufeisenf. an der Unters, des Kopfes, Hechelz. im Obkfr. u. Ukf, ein Bartel,
in der Ichthyologie währeud des Jahres 1887. 353
eine schuppenlose Grube jederseits am Nacken; D II vorn gut entwick. ; Schuppen
mittelgross, dornig, grosse gekielte Seh. vorn neben der D. u. A. ; Op. sehr klein.
Tr. trachyi-h., Beschr., Abb.d. Schuppen (p. 152, Tf.41 C); Tr. longirostris Gth. 78,
Beschr. (p. 153, Abb. Schuppe Tf. 41, B.); Tr. murratji, D. 9, P. 23, V. 7, hell-
gelb, vertik. Flossen, der verläng. Strahl der V. u. Mundhöhle schwarz, Färöe-C.
555 Fd., 15 Zoll 1. (p. 153, Tf. 41, A). Günther, Chall. XXII p. 152—5.
Bathygadus cottoides Gth. 78, Beschr. Abb. (Tf, 42, A); B. multifilis D. 8,
P. 15, südl. V. den Philippinen, 500 Fd., 12 cm 1. (p. 155, Tf. 42, B); B. caver-
nosus 86, macrops 86, longifilis 86, Diagn. copirt. Alle Sp. Tiefseef., Günther,
Chall. XXII 154-7.
Macruronus Gth., Zool. Record VIII 1873 p. 103, Diagnose, M. novae-
zelandiae, Bemerk., Günther, Chall. XXII 157.
Lyconidae, fam.nov. Ein mehr generalisirter Typus als die Macruridae.
Körper in e. laugen, compr., spitzen Schwanz auslaufend, kleinschuppig. Eine
continuirl. D. vom Nacken (üb. der Basis des P.) bis zur Schwanzspitze (die
3—4 vord. Str. verlängert); A. vom After bis zur Schwsp.; CO; V. thoracisch
mit mehreren (10) Str. Pseudobr. vorhanden; Kiemen 4; R. brauch. 7. Günther,
Chall. XXII p. 158.
Ly Conus g. n. Kopf u. Körper comprimirt, dünnknochig, aber mit engen
Schleimkauäleu (ausg. auf der Stirn); Mittelkörper („trunk") so lang oder länger
als d. Kopf; Auge gross; Schnauze kurz; Maul weit, endständig, beide Kfr.
mit 1 Reihe weitstehender, ungleicher Z., Obk. voi'n mit 2 Caninen, Vomer mit
2 Z. Sq. sehr klein, cycloid, abfallend. Kiemenhäute nicht vereinigt. Bartel 0.
— L. pinnatus, 1 Ex. 12 cm 1. (juv.) auf d. südl. atl. Oc. treibend gefunden (1876
vom Mus. Godeffroy erhalten), Tiefseefisch. Günther ebd.
Ateleopidae. Ateleopus, Diagnose; A. jap., Diagn. nach e. Expl. von
9 Zoll, Form der Flossen abweich, v. Schlegel's Fig.; Günther, Chall. XXII
159, Tf. 50, A. — Atel, japon., Beschr. e. Expl. von Tokio; Steind. \i. Döderl.
F. Jap. IV 286.
Xenoeephalidae.
Pleuronectidae. Die Fam. enthält 19 Tiefsf. (unterhalb 100 Fd.), wobei
4 zugleich Küstenf. sind; keine Sp. bisher tiefer als 732 Fd. Die als Lai-ven-
form beschr. Delothyris pell. (115 Fd.) würde als 20. Sp. hinzukommen; Günther,
Chall. XXn 160. — Abstammung der Pleuronectiden von den Trachypteriden,
s. Gill, S.345.
Psettodes erumei, Pseudorh. russelli, Pardachirus marmor. bei Maskat;
Boul, Pr. z. s. 87 p. 665.
Hippoglossus hippoglossus, 41 Zoll 1., ausnahmsweise im Süssw. (Potomac-R.);
Nature, Vol. 35 p. 569 (nach Science). — Hipp, pinguis als Tiefsf. erw. (447 Fd.) ;
Günther, Chall. XXII 161.
Hippoglossoides platess., Tiefsf. (220 Fd.); Günther, Chall. XXJI 161. —
Ei von Hipp, plat; Scharf f, s. S. 298.
(Rhombus) Zeugopterus papülosus, D. 94 — 95, A 68—69 (also zw. Z. punct.
u. unimac), V. mit A vereinigt (wie punct.), Westschottland, nur 11 cm; Abb.
der 3 Sp.; G. Brook, „The British sp. of Zeug.", Pr. roy. phys. soc. Edinb.,
sess. 116 (86/7) p. 362-9, Taf. 14-16.
Arnoglossus lophotes Gthr., 2 Ex. im März 86 bei Messina, der erste be-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 1. 23
354 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
stimmte Fundort der Sp., Besclir.; L. Facciolä, „rinvenim. dell' Arn. lopli. nel
mar di Mess.", Atti soc. nat. Modeua, Eeudic. (3) III p. 91—94.
Monolene sessilicauda 81, Tiefst (155 Fd.), Güntlier, Chall. XXII 165.
Samaris macul. 80, Tiefsf. (140 Fd.); Günther, Chall. XXII 162.
Lepidopsetta macul. 80, Tiefsf. (310 Fd.); Günther, Chall. XXII 162.
Poecilopsetta colorata 80, Tiefsf. (129 Fd.); Günther, Chall. XXII 162.
Anticitharus polysp. 80, Tiefsf. (140 Fd.); Günther, Chall. XXII 162.
(Hemirhombus.) Aramaca papulosa (L.), syn.: ?Cithari. ocell. Poey u.
Hemirh. aram. Gth.; Jordan, Pr. n. m. IX 602. — Aram. patula, weit nördlich
(Charleston); Jordan u. E., ebd. X 270.
Citharichthys spilopt., syn.: Hemirh. fuscus P., Jordan ebd. IX 602. —
Cith. arctifrons 81 (197 Fd.) u. unicornis 81 (155 Fd.), Tiefst.; Günther, Chall.
XXII 165.
(Pseudorhombus.) Paralichthys brasil. (Ranz.), .syn.: vorax Gth.; Jordan,
Pr. n. m. IX 602.
Pseudorhombus hectoris für Ps. boops Gth. 1880 nee Hct. , Neuseeland
150 Fd., 16 cm 1.: D. 117, A. 89, L. 1. 78., bräunlich (statt gelblich). Sq. deutlicher
ciliirt, Xyl. (Kopf v. hect. u. boops), Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 163;
Beschr. des Typus von boops Hct. (400 Fd.) ebd. S. 164. Ps. oblongus G. B.
(100 Fd.) u. ocellatus Gth. 80 (152 Fd.) als Tiefsf. erw., ebd.
Rhomboidichthys cornutus 80, Tiefsf. (32—350 Fd.); Günther, Chall. XXII
165. — Vergl. üb. Jugendform v. Platophrys unten bei Plagusia.
Pleuronectes, die Entwickl. von plat. flesus, lim., cynogl., microc; Cunning-
ham, s. S. 297. — PI. beani 80 (126 Fd.) u. cynoglos.sus (littoral u. bis 732 Fd.!),
Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 166.
Parophrys cornuta, Bem.; Nyström, Jap. F. 42.
Nematops microstoma 80 (152 Fd.), Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 166.
Solea, nur 1 Sp. Tiefsf. (S. kaiana 1880, 140 Fd.), Günther, Chall. XXII
166. — S. solea nach Nordamerika; Moore, s. S. 315. — S. hartzfeldi, Bem.;
Nyström. Jap. F. 41.
(Solea.) Achirus lorentzi, Weyenbergh's Beschreib, reproducirt; wohl nicht
syn. zu mentalis (geg. Gthr.), Süssw. (Parana); Jordan, Pr. ac. nat. sc. Philad.
87 III p. 389. ~ Achirus inscriptus, syn.; reticul. P. ; A. achirus (L.), syn.:
browni Gthr., ?apoda Mtch., ?lineatus L. Jordan, Pr. n. ra. 1X602.
Synaptura quagga, D. 74, A. 61, L. 1. 90; Nyström, Jap. F. 41.
Aphoristia nebulosa 83, Tiefsf. (229 Fd.); Günther, Chall. XXII 167.
Plagusia, die von Agass. 1878 beschrieb. Jugendform ist nicht PL, sondern
wahrsch. Platophrys ocell., Jordan, Pr. ac. nat. sc. Philad. 87 III, p. 391.
Phi/sostomi.
Allgemeines. Günther, der Schwimmblasengang kann abortiv werden,
s. Halosauridae ; vergl. auch Notacanthi (S. 345).
Siluridae. A.Günther, ein kurzer Artikel „Siluridae" mit einigen Xyl.
in Encyclopaedia britaunica Vol. 22, S. 67-9.
Ciarias melas, 105, 88, P. 1/7, e. Uebergangsform zw, Ciarias u. Gymnallabes ;
n. indig. Fouca; Lagunen u. Schlammhöhlen des untern Congo; Boulenger,
Ann. Mg., Febr. 87, S. 119.
in der Ichthyologie währeiKl des Jahres 1887. 355
Plotosus, das Anhangsorg-an der Geiiitalpapille; Brock, s. S. 299.
Silurus asotus, Albinos nicht selten; Steind. u. Död., F. Jap. IV 287.
Pseudobagrus ransonnettii St. 1/7, 22; nahe fulvidraco (von welcher
calvarias schon durch gedrungene Körperform versch.), aber P.-stachel un-
gezähnt, Kopf schlanker u. mit gleichmässig schwacher Krümmung des ob. Profils
bis zur D., Kopfliaut zart u. ohne Papillen, Zahnbinde des Vomer schmäler; 0-
saka 10 cm. Ps.toldensis sp. n. ? Dd. 1/7, 20; von aurant. durch viel niedrigere
D. u. viel kürz. Fettfl. untersch.; Tokio, 16 cm. Steind. u. Död., F. Jap. IV
287, 288.
Macrones ussuriensis, beschr.; Herz. u. Warp., Amurbecken, S. 24, 55.
Amiurus nebulosus, in Deutschland gezüchtet, v. d. Borne, Circ. d. Deutsch.
Fisch. -V., 1887 S. 102. — Epiblastischer Ursprung des Segmentalgangs; Ryder,
s. S. 308.
Ictalurus okeechoheensis, nahe lacustris; Florida im Ok.-See, 50 cm; A. Heil -
prin, „a n. sp. of Catfish", Pr. ac. nat. sc. Philad., 1887 I, p. 9. — Entwickl. und
Brutpflege; Ryder, s. S. 307.
Pimelodus &McA7e2/i, = lateristrigaCp.72 necM.Tr.,bei Canelos; Boulenger,
Pr. Z. S. Lond. 87, S. 275, Tfl. XX 1. P. longicauda u. 2Julchcr, Canelos; ebd.
S. 275 bez. 276, Tf. XX 2, XXI 1.
Arius thalassinus, bei Maskat 75 cm lang; durch kürz. Schnauze, läng.
Mxbart. u. Mangel der Granulationen von nasutus versch., keine Alters- aber
viell. Geschlechtsunterschiede; Boulenger, Pr. z. s. 87 p. 665. (Ebd. auch
Plotosus anguill.)
Galeichthys, hiermit wird vereinigt Arius; 27 Sp. als westindisch auf-
geführt; zu G. felis syn.: A. milberti u. equestris, Jordan, Pr. n. m. IX 558.
Cetopsis plumbeus Std. 83, bei Sarayacu (Eciwlor), Boulenger, Pr. Z. S.,
87 S. 276.
Malopterus electricus. G. Fritsch, „die elektr. Fische, nach neuen Unters,
anat.-zool. dargestellt, 1. Abth. Mal. electr.", Leipzig 4». 12 Taf., 3 Xyl. — Arab.
Name u. Darstell, dui'ch die alten Egypter. Lebensweise u. Vorkommen (im
Nildelta zahlreich). Ob der Mal. lebende Junge hat, oder laicht, ist unsicher,
wie die Entwickl. überhaupt noch e. Desiderium; die Laichzeit wäre wahrsch.
der Juli. Vom Dec. bis März verschwindet der Fisch (in Schlupfwinkel am
Grunde?). Verf. will e. „orthognathe, hypsikephale" westafr. u. e. „progn. platyk."
ostafr. Rasse unterscheiden, aber mit Peters nur 1 Sp. (Abb. nach d. Leben
p. 1 u. 6). Das elektr. Organ ist bei Jüngern Ex. einheitlich rings um den Körper
ausgebreitet, bei alt. Ex. in der Medianlinie durch Bindegewebe in 2 Hälften
getheilt. Das Gewicht des Organs ist mehr (bei alt, Ex.) oder weniger (jung.)
als '/g des Körpergewichts. Die Cloake zeigt nur beim (^ ein äusserlich erkennb.
Orificium uro-gen. Die Verbreitung der peripher. Nerven anlangend, so gilt der
N. electr. trotz seines Ursprunges neben dem 3. Spinalnerv dem Vf. für einen
Theil des Vagus u. zwar als Ast N. later. ; dieser Zweig hat nur eine Um-
lagerung erfahren u. entspricht dem Ast des N. lateralis vagi, welcher bei
andern Siluriden zur Schultergegend u. Brustflosse u. mit eiuem stärkern Durch-
messer u. reichlicherer Vertheilung zur Bauchhaut zieht. Die Seitenlinie wird
von dem eigentlichen, nicht dislocirten N. lat. vagi aus innervirt; ein Ast des-
selben biegt nämlich vor dem el. Org. nach aussen u. zieht zw. dem el. 0. u.
dem Corium, unterhalb des Canals der L. 1. zum Schwänze. Die Lage der
23*
356 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Organe wird (Taf. 4) in 5 Querschnitten dargestellt. Der mikrosk. Bau wird
erörtert von der Haut, den Seiteuorganeu, haupts. aber vom el. Organ u. dessen
Nerv nebst der dazugehörigen Riesenganglienzelle in der MeduUa. Abb. des
Gehirns u. mehrerer periph. Nerven. (Vergl. die vorl. Mitth. Ber. 1886. S. 239,
247, 265, 326).
Stygogones guentheri, nahe cyclopum, aber Kopflänger, Columbia, 83 mm;
Boul enger, Ann. Mg. N. H. (5) XIX 348. — St. humboldti Gth. (= ? P. cy-
clopum Hrab.), bei Pallatanga (Ecu). Bouleng er, Pr. Z. S. 87, 276, Tf. XXI 2.
Plecostomus bicirrosus, bei Canelos, Bou lenger, ebd. S. 277.
Chaetostomus setosus, 1/7—8, '/g, P. '/s? D. 1. 25, Augd. '/j Stirnbr.,
Schnauzr. granulirt, beim W. mit feinen, b. M. mit grossen Borsten; Schilder
mit Dornenreihen, ungekielt, 4 — 5 Seh. zw. Diu. II, Floss. schwarz gefleckt;
Columbia, Bou lenger, Ann. Mg. N. H. (5) XIX 349. — Chaet. dermorhynchus;
Vg, Vs L. I. 25, nahe microps u. nudirostris, Canelos (Ecuador); Boulenger, Pr.
Z. S. 87, S. 277, Tf. 22; bei Canelos auch Ch. cirrosus u. microps.
Loricaria filamentosa Std. 79 u. L. lanceol. Gth. 68 bei Canelos;
Boulenger, ebd. 277. — Acestra kneri hier u. bei Sarayacu; ebd.
Trichomycterus nigromaculatus , 8, 6, A ganz hinter der D., C. nicht ge-
gabelt, ob. Mxlbart. bis P-basis, Columbia, 135 mm; Boulenger, Ann. Mg. N.
H. (5) XIX 349.
Nannoglanis g. n. Trichomycterinorum ; Fettfl. gross, D. kurz (7), ohne
Stachel, fast in Körpermitte, hinter V., A. kurz (8), C. abgestutzt; hechelf. Z.
in breiten Binden, Gaumz. 0. ; Maul massig gross. 1 Maxillar-, 2 seitl. Kinn-,
0 Nasen-Bartel. Augen aufwärts gerichtet. Kopfhaut weich, Op. u. Intop. un-
bewaffnet. Kieraenöffn. weit, über die Kehle hinüberziehend. V 6. N. fasciatus,
4 Qb. u. 1 seitl. Schnzstr. braun. Ecuador. Boulenger, Pr. Z. S. Lond. 87,
S. 278, Tf. XXI 3.
Stegophilus punctatiis; 8, 7; nahe macrops Std.; oben braun punktirt,
D. u. C. gefleckt, 1 Längsreihe von runden purpurbraunen El. ; Canelos (Ecu.).
Boulenger, Pr. Z. S. Lond. 87, S. 279, Tf. XXI 4.
Seopelidae. Saurus varius u. tumbu bei Mascat, Boul., Pr. z. s. 665. —
S. varius, myops u. tumbu. Bemerk.; Steiud. u. Död, F. Jap. IV 289. —
S. kaianus 1880, Tiefsf. (140 Fd.), viell. auch andre Sp. unter 100 Ed.; Günther,
Chall. XXII 179.
Saurida argyrophanes, Bemerk.; Steiud. u. Död. E. J. IV 289.
Harpodon microchir 1878, wahrsch. Tiefsf., Beschr. , Abb.; Günther,
Chall. XXII 180, Tf. 47, A.
Aulopus japonicus, Beschr., selten bei Tokio; Steind. u. Död., F. J.
IV 289.
Bathysaurus, Diagn. der Gatt.; B. ferox 78 (wahrsch. syn.: B. agassizi 83),
Beschr. auch des Eingeweides, Abb. (Tf. 46, A.); B. mollis 78, Beschr., Abb.
(Tf. 46, B); beide in sehr tiefen Zonen; Günther, Chall. XXII 181—4.
Bathypterois, Diagn. der Gatt.; der lange oberste P.-Strahl, der für sich
beweglich u. grade aufwärts gerichtet ist (so auch bei dem toten, eben gefangenen
Fisch), wird durch eine eigene Musculatur versorgt [für die Aufrichtung scheint,
nach der Fig. zu urtheileu nicht die Muskulatur, sondern viell. ein elastisches
Band wirksam zu sein], auch osteologisch erscheint der Schultergürtel etwas
modificirt. (Abb. Tf. 48, B). Dass dieser Strahl eine Mimicry nach Umbellula
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 357
darstelle, zur Anlockung von Beutethieren glauht Vf. nicht, weil man keine
Umb. -fiessenden Thiere kennt, er ist geneigt sie für Tastorgane anzusehen. ■—
B. longifilis 78, Beschr. Abb. (Tf. 47, B; 48, B), Schultergürtel u. Eingeweide
beschr.; 630 Fd.; B. longipes 78, Beschr. (Tf. 48, A), 2650 Fd.; B. lougicauda
78, Beschr. (Tf. 26 B), 2550 Fd.; viell. nur e. Jugendstadium; B. quadrifilis 78,
Beschr, Abb. (Tf. 33, B), 770 Fd.; Günther, Chall. XXII 185-9.
Bathypterois. L. Vaillant, „les rayons tactiles des Bathypt." Beschreibt
das Gelenk der Pectoralis-Fäden ; auch die ersten Strahlen d. V. sind modificirt
u. besitzen „aiguilles osteoides" in Spindeln 1041 ,u laug 17 dick, wie die Fühl-
strahlen bei Trigla; auch die Knoten an der Medulla oblong, hat B. mit Tr.
gemein C. rendus, 105 p. 619.
Ipnops, nahe Bathypt, Diagnose d. Gatt.; die Ansicht, dass das (Leucht-)
Organ auf der Oberseite des Kopfes ein modif, riesiges Auge sei, ist nach
Moseley's Untersuch, aufzugeben ; der Fisch besitzt weder Seh- noch Tastorgane,
das enorme Leuchtorgan, durch welches die Nährtiere angelockt werden, ent-
schädigt dafür. B. murrayi 78, Beschr., 2150 Fd.; Günther, Chall. XXII 190,
Tf. 49, B. Die Anat. des Leuchtorg., s. Moseley, S. 276.
Chlorophthalmus, syn. : Hyphalonedrus Goode 81, die von Goode vermissteu
Zungenzähne wohl nur übersehen, ihr Maugel würde aber noch keine Abtrennung
erfordern; 4 Sp. bekannt. Chi. agassizi, Beschr. Abb. (Tf 50. C); C. prodtictus,
nahe agass., aber Schnauze länger u. Sq. 58, 8-9., Viti-I. 315 Fd., 13 cm (Tf.50
D); C. nigripinnis 78, Beschr., Abb. (Tf. 51, A); C. gracilis 78, Beschr. (anch
Eingeweide), Abb. (Tf. 49, A). Günther, Chall. XXII 192-5.
Scopelus, einige Arten (macrolep. u. glac.) gehören sicher zur bathybischen
Fauna, andre mögen erst beim Aufziehen des Schleppnetzes in geringen Tiefen
gefangen worden sein. Sc. macrolepidotus bei den Kermadek-I., 630 Fd.; S.
glacialis, Synonymie; S. antarcticus 78, Beschr. Abb. (Tf. 51, D); S. encjrauUs,
14, 14-15, Sq. 38, 3/5, nahe dumerili, aber die 4 lateralen Leuchtorg. weiter
von der L. 1. hinabgerückt, Auge kleiner, Philippinen, 200 Fd., 16 cm (Tf. 51,
C); S. dumer., 1 Ex. von Viti-1. 315 Fd. beschr. Günther, Chall. XXII 198.
Scopelus macrost. wird Malacosarcus (s. Berycidae). — Sc. benoiti, die
rothen Körper der Schwimmbl. beschrieben (Abb.); Coggi, s. S. 294.
Nannobrachiiim g. n. Nahe Scopelus, aber P. rudimentär (3 — 4 feine
Fädchen), Augen massig gross, ein drüsenartiges Leuchtorg. an der ob. u.
untern Seite des Schwanzstiels; N. nigrum, 14, 19, L. 1. 34, HabitiTS ähnl. Sc.
engraulis, Kiembl. sehr kurz; schwarz; Philippinen, 500 Fd , 12 cm. Günther;
Chall. XXII 199, Tf. 52, B.
Odontostoraus, Diagn. d. Gatt. ; 0. hyalinus, Beschr. nach e. Ex. von Nizza,
Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 200, Tfl. 52, A.
Omosudis g. n. Körper länglich, compr., nackt; Kopf, compr., Schnauze
massig lang, Maul sehr weit, Intrax. u. Maxill. schlank, Intmx. mit 1 Reihe
sehr kleiner Z. u. 1 — 2 gross. Z. vorn, Mndb., Vomer u. Pal. mit wenigen aber
sehr grossen lanzenf. Z., Mndb. breit, aber wie die andern Kopfkuochen sehr
dünn. Supraclavicula und Postcl. (Xyl.) bilden zus. eine lange Euthe vom
Occipiit bis zur Unterkante des Abdomen, z. Th, unbedeckt von Haut. D.
hinter d. Körpermitte, V. unter d. Anfang der D., Fettfl. sehr klein, A. lang.
Magen sehr ausdehnbar. R. br. 8; Psdbr. gut entwickelt; Kiemen 4, Kmbl.
358 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
breit, Kmd. sehr kurz. — 0. loivi, 9, 14. Madeira n. Philippinen, 500 Fd., 8cm;
Günther, Chall. XXII, 201, Tf. 52, C, C
Alepidosaurus ferox, bei Tokio sehr selten, Beschr. ; Steiud. u. Död.,
F. J. IV 290. — Plagyodus, 4 Sp. bek., alle Tiefsf.: ferox, aesculapius 83,
altivelis, borealis; Günther, Chall. XXII 203.
Cyprinidae. I. Catostomina. Ictiobus velifer, Beni., Hay, Pr. n. ra.
X 242.
Moxostoma macrolep., Bern., Hay, Pr. n. m. X 247.
11. Oyprinina. Cypriuus carpio, nach Mexico eingeführt, Smiley, Bull.
U. S. F. Comm. VII 43. — Auge; Schieff erdecker, s. S. 290.
Carassius, Gehirn; Fusari, s. S. 286. C. auratus, Unters, üb. die mon-
strösen Flossen; Watase, s. S 312 u. 283. Entwickl.; ßyder, s. S. 306
(u. 283).
Scaphiodon muscatensis , 3/10-11, 2/7, 38—39, 4 Sq. zw. L. 1. und V.;
1 Bartel jederseits, 3/5 Augd.; Arabien, 11 cm.; Boulenger, Pr. z. soc. L. 87
p. 665.
Barbus, Giftigkeit; Carruccio, s. S. 312.
Sarcochcilichthys , dazu syn. Barbodon Dyb. ; Herzst. u. Warpach.,
Amurb. S. 29, 55.
Ladislavia Dyb. gehört zu Gthr.'s Abtheilung II A. Ib*; ebd. 30, 55.
Pimephales, damit ist Cliola (vigilax) zu vereinigen, Länge des Darms
bei P. notatixs variabel, öfter kürzer als 2 Körperl.; Hay, Pr. n. m. X 246, 249.
Hyboguathus nuchalis, abnorme Vermehr, der Schluudz, 3, 1, 4 — 4, 2; das
Gen. Tirodon 82 auf ähnliche H. nuch. gegründet; Hay, Pr. n. m. X 251; vergl.
Notropis (Alb.) germanus.
Phenacobius mirab., Bem. Hay, Pr. n. m. X 243, 249, 252.
Micraspius syn. zu Pseudorasbora. M. miauowski Dyb. = Ps. parva,
Herzst. u. Warp., Amur, S. 32, 55.
HI. Rhoteichthyina. IV. Leptobarbina. V. Rasborina. VI. Semi-
plotina.
VII. Xenocypridiua. Xenocypris, dazu Plagiognathus; PI. jelski
Dyb. nur durch L. 1. u. Augd. von X. microlepis versch.; Herzst. u. Warp,
Amur, S. 32, 55.
VIII. Leuciscina. Leuciscus, Auge; Schiefferdecker, s.S. 290. Blut,
Eberth, s. S. 290. — Zur Gatt. Leuciscus ist viell. auch Pseudaspius zu ziehen;
s. unten ! — [L. rutilus] „Roach" sterben aus unbekannter Ursache massenweise
in einem Teiche, während andre Fischarten gesund bleiben; Mott, Nature,
Vol. 36, 222. — L. rut., Rigor mortis; Ewart, s. S. 284. — L. idus nach
Nordamer. übersiedelt, Report U. S. Fisch Comm. XIII, S. röm. 98. — Ent-
wickl. von L. idus, Ryder, s. S. 306.
Idus walecki von melauotus nur durch hinten niedriger verlaufende L. 1.
versch.; Herzst. u. Warp., Amur, S. 33, 55.
Notropis (Moniana) lutrensis, dazu syn. (ausser gibbos., billings., u. forbesi
mit Jord. Cat.) auch noch bubalinus (mit umbrosa) u. lepidus, welche beim Subg.
Cyprinella standen, Weibch. u. Jungen scheinen 1. 4 — 4. 1 Z. (Formel von
Moniana) zu haben, alte M. aber 4—4 (Cyprinella); Krph. in Krpl. schwankt
von 2V2 bis 4! Hay, Pr. n. m. X. 243, 249, 250, 253.
in der Ichthyologie wähieud des Jahres 1887. 359
N. (Cyprinella) macrostoma, oder sp. u. mnbrifer?, Unterschiede von N. (Alb.)
topeka, N. W. Kansas, Beloit (98" W, 39Vo Nj, Z.: 1, 4-4, 1. Hay, Pr. n. m.
X 245.
N. (Mouiaua?) aeneolus, Z. 4—4 mit Kaufläche, viell. = Mon. aurata [nach
Jord. Cat. = proserpina], aber Sq. 35, 6,5, kaum höher als lang, Kansas (bei
Beloit, Kirwin, Wa Keeney; Hay, Pr. n. m. X 245, 248, 251, 252.
N. (Alburnops) delic. u. topeka, Bern., Hay, Pr. n. m. X 246, 252.
N. (Alb.) germanus, Darm kürzer als Krpl. sonst wie Hybognathus
(Dionda) nubila, 2'/2 Zoll, Wallace (Westgreuze von Kansas); Hay, ebd. 252.
Cliola kommt zu Pimephales, s. oben.
Phoxinus, 3 sp. im Amur, Herzenst. u. Warp., Amur, 36.
Ctenopharyngodon idellus, syn.: Pristiodon seminowi Dyb., 1 Expl. 92 cm 1.;
Herz. u. Warpach., Amurb., S. 36, 56.
Tinea tinca, gedeiht in Nordaraer.; [Smiley], Bull. U. S. Fi,sh-Comm. VII
44. — Blut von Tinca; Hamburger, s. S. 290. — Venen; Hochstetter, s.
S. 292. — Gehirn; Fusari, s. S. 286. — Muskelphysiologie; Krukeuberg,
s. S. 283.
Semotilus atrom.. Sq. 65; Hay, Pr. u. m. X 249.
IX Rhode ina. Devario asmussi Dyb. ist syuon. zu Rhodeus amarus; als
var. dazu gilt sericeus Pall., schlanker mit kürz. Kopf; Herzst. u. Warp.,
Amur, S. 37, 56.
X. Danionina.
XI. H y p 0 p h t h a 1 m i c h t h y i n a. Hypophthalmichthys dyhowski viell. =
Onychodon mautschuricus D., welche Art aber die D. näher der Schnauze hat.
Futschau; Schlüssel für die 8 Species; Herzenst. u. Warp., Amurbecken,
S. 38—41, 56.
XII. Abr amidi na. Pseudaspius durch kleine Sq. u. Zähne 2.4—4.2
charakt., danach also zu Leuciscus Gthr. passend; viell. aber die Zahnformel
variabel u. eher zu Aspius führend. Ps. leptoceph. (Pall.), Abb., Fig. 3; Herzenst.
u. Warp., Amur S. 33, 56.
Leucaspius delineatus im Frühj. 86 bei Hasselt in e. völlig abgeschlossenen
Teiche entdeckt; C. Bamps, „especes rares faune des vertebres de la Belgique"
Bulletins Ac. r. sc. Belg., Jg. 57, S. 372—3 (% 87).
Culter erythr. Bas., dazu syn.: sieboldi Dyb., charakt. durch kleine Sq.
L. 1. 95) bei subvertik. Maul; C. alburuus, Bemerk.; C. mongol. B., syn.: rutilus
Dyb.; Herzenst. u. Warp., Amur, S. 42— 46, 57.
Hemiculter schrenckiW&x^. von Futschau; ^Z,, Viu Sq. 48, 9 — 10/2; Herz,
u. Warpachowski, Amur, S. 46, Fig. 4.
Hemiculter Blkr., von Culter u. Chanodi. durch niedrige Lage der stark
gebogenen L. 1., durch kurze A., durch D. etwas hinter A. beginnend, durch
nüttelgr. Sq. u. dreireih. Zähne versch. ; dazu 7 Sp: leucisculus Bas., kneri Wrp.
(0. leucisc. Kn., Chan. 1. Gth.), scbrencki Wrp., balnei Svg. 84, bleekeri Wrp.
(leucisc. Blk.), dispar Pt. 80, lucidus Dyb. 77; alle im östl. Asien; Schlüssel u.
Beschreib. N. Warpachowski „üb. d. Gatt. Hemic. u. üb. e. n. Gatt. Heraicul-
turella", Bull, ac sc. Petersb., T. 32, p. 13-23.
Hemiculturella g. n., ähnl. Hemiciilter, aber 2. Str. der D. nicht verdickt,
Bauch vor der V. ungekielt, A. nicht üb. 13 getheilte Str., Z. zweireihig (5.3/2.4).
360 ^^- F- Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
H. sauvagei, %, V,o; 50, '1^; Krph. 4,8 mal in L. (o. C), Kpfl. i'/, mal; silbrig
mit Lb. anf 5. Sq.-reihe; westl. Sse-Tschuan, 12 cm; Warpachowski ebd. 23.
XIII. Homalopterina.
XIV. Cobitidina. Cobitis fossilis. Die Muskeln v. C. foss. besitzen zw.
Sarcolemm u. Muskelfaser eine mehr o. w. dicke Protoplasmascheide mit zahl-
reichen runden Kernen, also ähnlich wie die Muskeln v. Arthropoden; Mitro-
phanow, „Musk. v. Cob. f." Bull. soc. des amis des sc. nat. de Moscou, T. 50,
fasc. 1, p. 87, Ausz.: Arch. slaves Biol. IV 375.
Octonema Herzst. g. n. nahe Oreonectes; Kopf sehr depress, Mund fast
terminal, Suborbitaldorn 0; vordere Nasenlöcher mit zieml. langem Bartel, Barteln
der Schnauze 4, supramax. 2; D. hinter V. beginnend. Hinterer Theil der
Schwimmblase in der Bauchhöhle frei; 0. pleskei Herz , von 0. costatum Kssl.
durch schwächere Vertiefungen zw. den Muskelsegmenten etc. versch., D. 8, A. 7;
Fluss Lefu; Herzenstein u. Warpach., Amurbecken, S. 47, 57, Fig. 5.
Kneriidae.
Charaeinidae. Als westind. werden nur Gill's Spec. aufgeführt, 6 Ery-
tbrinidae u. 5 Charaeinidae; Jordan, P. n. m. IX 560.
Curimatus hypostoma; Vioi Vs^ ^l- 49—52, 8/8; ähul. asper u. trachyst.,
aber höher u. Schnauze weit vorragend; Ucayali-Fl. ; Boulenger, Ann. Mg.,
März 87, S. 172. — Cur. nasus Stdchn. = dobiila Gth.; Boul., Pr. z. s. 279.
Elopomorphus orinocensis, D. 11, A. 12, P. 18; Sq. 103, 20/11-12; Kpfl. 3
in Krph.; schwarzbrauner Fleck auf L. 1. hinter D.; C. mit langen, schmalen
Lappen, die innen violett; Orinoco; Steinda ebner, Anz. Ak. W. Wien,
Jg. 27, 231.
Parodon hucMeyi, 12, 9, P. 17 (16?), L. 1. 37, Mndbz. 3-3, Intmxz. mit
ca 20 Spitzen; Krph. kaum y^ der L. (ohue C); Canelos (Ecu.). Schlüssel der
5 bek. Sp.; Boulenger, Pr. Z. S. Lond. 87, S. 279, Tf. 23 Fig. 1.
Characidium fasciatum Rhdt. 66, Beschr. ; Boulenger, ebd. 280.
Piabucina elongata =tdiema,ta, Std. 83 nee Gth.; Beschr. ix. Abb.; Boulenger,
ebd., S. 280, Tf. 23, F. 2.
Tetragonopterus iheringi; 2/8, 3/16-18, Sq. 35— 37, 5— 5'/2/3-4; Form u.
Färb, wie rntilus juv.; San Lorenzo (Rio Gr. Sul); Boulenger, Ann. Mg.
März 87, S. 172-3. T. lütkeni; ^j^, 3/21-22 Sq. 33—35, 10-11; L. 1. hört vor
d. Schwänze auf; Sau Lorenzo; Schlüssel für T. ih., lütk., maculatus (L.) =
microst. Hensel nee Gth., rutilus u. obscurus; ebd. S. 173—4.
Leptagoniates , g. n. Krp. gestreckt, stark compr. ; D. kurz (10), hint.
Krpmitte. A. weit vor D. (70), fast -/s Krpl., Maul klein, Mx., Intmx. u. Mndb.
mit einf. Reihe dreispitziger Z.; Kiemenöifn. weit; Sq. (7/7) mittelgross, L 1.
vollst. (47). Zunächst Paragouiates Std., bei dem aber Maul gross, A. kaum
vor D. u. L. 1. unterbrochen. L. steindachneri, farblos mit silb. Lb , 95 mm;
Sarayacu (Ecuador). Boulenger, Pr. Z. S. London, 87, S. 281, Tf. 23, F. 3.
Cyprinodontidae. Als westind. aufgeführt: 4 Heterandria, 1 Lebistes,
5 Poec, 2 Anableps, 4 Gambusia, 1 Belonesox, 4 Riv., 2 Fund., 3 Cyprin.: Jordan
Pr. n. m. IX 563.
Cyprinodon calar., rothe Körp. d. Schwimmblase, Coggi, s. S. 294. — C-
dispar bei Maskat, Boulenger, Pr. z. s. 666. — C. variegatus, n. f. Charleston;
Jordan u. Ei g., Pr. n. mus. X 269.
Goodea wird syn. zu Characodon, s. unten.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 361
Characodon, dazii syn. : Goodea (atripinnis), da diese auch Sammetz. hinter
den meisself. Z. besitzt. Ch. variatus, ähnl. later., aber D. weiter vorn (Auf.
gleichweit v. Auge u. hinterer Schuppengrenze), D. 13—14, A. 15— 16, V. länger,
dunkle Punktflecken, Fig. 1 ; Ch. hilineatus 16, 18, Sq. 32, 11., Augd. 4 in Kpfl.
1 Ex., 4 cm 1., Fig. 2; Ch, ferrugineus, 13, 15 - 16, Sq. 35, 14; Auge grösser als
bei vor., ^ mit unreg. Lgb., $ mit Punktfl., Fig. 3, 4 ; alle 3 von Guanajato,
Mex.; Bean, Pr. u. mus. X, 370-2.
Fundulus dugesii, 15, 11, Sq. 30, 11, A.-Basis nur '/, der D.-Basis!, 5—6
dunkle Qb., Mexico; Bean, Pr. n raus. X 373, Tf. XX 5. — F. zebrinus, 4 Zoll 1.,
D. beim Wb. weiter rückwärts, Hay, Pr. n. ra. X 252.
Poecilia vandepolli, 8, 9; 25—7, 9; Zähne 4-reihig, eiuspitzig; schwarzes
Schuppennetz, Nackenband u. Seitenlinie; Curagao, u. var. arubensis, Vorderkörp.
niedriger, Schwanz höher als bei voriger, Aruba. Abb. auch d. Zähne u. des
Copulationsorg. Lidth de Jeude, Not. Leyd. Mus. IX 137-8, Tfl 2, F. 4—10.
Heteropygii. Dalliidae. Umbridae.
Scombresocidae. Belone choram, Hemirh. duss. u. commers., Exoc.
evolans u. brachysoma bei Maskat, Boul., Pr. z. s. 666.
Belone. Rothe Körper d. Schwimmbl.; Coggi, s. S. 294. — 12 westind.
Sp. von Tylosurus aufgeführt; Jordan, pr. n. m. IX 568. - B. belone, von
April bis Juli in der Zuidersee um zu laichen, Fang etc., frisst junge Fische;
J. F. van Bemraelen, Bijdr. tot Ansjovis, S. 44—45 (vergl. bei Engraulis). —
B. anastomella, Tokio, ?abw. durch V. näher der C. als dem Kopf (wegen zufäll.
Zerrung?); Steind. u. Död., F. Jap. IV 293, — B. gracilis, Bem.; Nyströra,
Jap. F. 44.
Scombresox saurus, Bern.; Ny ström. Jap. F. 44. — Sc. saurus, var. forsteri,
Mc Coy, Prodr. zool. Vict., Decas 14, Tf. 135, F. 2.
Hemiramphus, 3 westind. Sp., Jordan, Pr. n. m. IX 568. — Hem. inter-
medius, Abb. u. Beschr., Mc Coy, Pr. zool. Vict., Tf. 135, F. 1.
Exocoetus, 12 westind. Sp., Jordan, Pr. n. m. IX 569. — Ex. döderlemü
St. (an agoo Schi.?), P. bis zur Basismitte oder bis üb. d. Ende der D. hinaus-
reichend (in der Zeichn. bei Schi, nur bis Anus); häufig bei Tokio; Steind. u.
Död., F. Jap. IV 38.
Esooidae. Esox lucius, Laichen, Brook, 5. ann. rep. Fish. Board Scotl.
— Occiput,Gegenbaurs.S.279; Chorda dors., Lvoff s.S.280; Auge, Schieffer-
d eck er s. S. 290. — E. reticulatus, Entwickl.; Ryder, s. S. 306.
Galaxidae. Galaxias campbdU von der Campbell-L; Sau vage in: Filhol,
Miss. Campb., Mem. passage de Venus III, pt. 2, p. 345 (1885).
Mormyridae. Mormyrus (Petroceph.) sauvagi; 29, 36; L. 1. 40; ähnl.
baue, aber kürz. Schnauze, gross. Maul u. stärk. Zähne; n. ind. Tenibe; Zuflüsse
des unt. Congo; Boul enger, Ann. Mg., Febr. 87, S. 149.
Sternoptyehidae. Argyropelecus olfersi zwar in e. Netze, welches auf
1125 Fd. schleppte, gefunden, aber wahrscheinlich aus viel geringerer Tiefe; A.
hemigymnus, Tiefsf. (245 Fd.), bei Nacht an der Oberfläche; Günther, Chall.
XXII 167.
Sternoptyx, ausf. Charakteristik d. Gatt.; St. diaph. D. 10—12, A. 12; eine
grossäugige u. kleinäug. Fonii unterschieden (Abb.), beide im atl. u. indo-pac. 0.;
Expl. von 15 mm schon ausgebildet; wenn auch viell. tiefer als 100 Fd. hinab-
gehend, doch wohl bei tiefen Netzzügen (2500 Fd.) nur zufällig erst beim Auf-
362 Dr- F. Hilgeuclorf: Bericht über die Leistiiugen
holen gefangen. Günther, Chall. XXII 168, Tf. 45, D. ii. D'. — Vergl. üb.
Leuchtorgane ebd. v. Lendenfeld, Taf. 70, s. auch oben S. 274.
Polyipnus g. n. Von Sternoptyx abw. durch Auftreten von Schuppen
und Mangel der dornartigen Platte vor der D. — P. spinosus, die Leuchtorgane
sind noch grösser und zahlreicher als bei Stei'n., Sq. sehr dünn u. lose; A. 15;
Philippinen, 250 Fd., 6 cm; Günther, Chall, XXII 170, Tf. 51, B. —
Gonostoma denudatum, Bern., als Tiefsf. (Nachts Oberfläche) erw., (Schwimmbl.
u. Darm s. S. 295); G. elongatum 78, Beschr., Abb. (Tf. 45, B), Tiefsf. (360 Fd.);
G. gracile 78, . Japan, Tiefsf. (345 u. 2425 Fd.), Beschr., Abb. (Tf 45, C); G.
microdon 78 (syn.: Cyclothone lusca G. B. 83) als Tiefsf. (bis 2900 Fd.) weit
verbreitet u. zahlreich, Beschr. Günther, Chall. XXU 172. — G. deuud., die
rothen Körp. d. Schwimmbl.; Coggi, s. S. 294.
Neostoma bathyphillum Vaill. 84, Oestl. atl. Oc. 2220 m, scheint ein Gono-
stoma zu sein u.
Sigmops stigmaticus 84, Tiefsf., nahe Gonostoma?, ungenügend beschrieben;
Günther, Chall. XXII 172.
Photichthys argenteus Hct. (als Phosi.), Beschr. der Gatt. u. Sp. (Schwimmbl.
einfach u. dickwandig mit Muskelapparat), Tiefsf.; Günther, Chall. XXII 177,
Tf. 45, A.
Chauliodus sloani vom Chall. auch bei Bermudas, Neuguinea, Japan
gesammelt, Tiefsee 565-2575 Fd.; Günther, Chall. XXH 179.
Stomiatidae. Astronesthes niger, 2 Expl. wohl erst in höherm Wasser
beim Aufholen des Schleppnetzes (aus 2500 Fd.) in dieses gerathen, wahrsch. aber
zur Tageszeit unter 100 Fd. hinabsinkend; uubek. ist die Tiefe der 4 andern
bek. Sp. : rieh., barb. (= St. leucopterus Eyd. Soul.), martensi Klz., chrysophek.
Blk. ; zu Astr. scheint Vf. auch (nach der Fig.) zu stellen : Eustomias obscurus
Vaill. 2700 m, publ. in la Nature 1884 p. 185>. Günther, Chall. XXII 203.
Stomias boa?, 1 Ex. aus südl. Pacif. Oc, 1800 Fd. beschr.; St. affinis, D. 17,
A. 20, Leuchtorg. der abdom. Reihe jederseits 43 + 6+15, Sombrero-I., 4.50 Fd.,
13 cm (Tf. 54, A); St. ferox, als Tiefsf. (524 Fd.) erw.; Günther, Chall. XXII 205.
Echiostoma barbatum, ausf. Beschr., als Tiefsf. aufgezählt (?300 Fd.). Zu
Ech. scheint syn.: Hyperchoristus Gill 84, welcher Fisch, weil noch sehr lebhaft
nach dem Fang, schwerlich aus 956 Fd. stammt. Günther, Chall. XXII 206,
Tf. 53, B. — Histologie der Leuchtorg. s. v. Lendenfeld, S. 274.
Hyperchoristus tanneri vergl. Echiostoma.
Opostomias g. n. Durch Bezahnung abw. von Echiostoma: Die laugen
Z. sind nicht zurückklappbar sondern werden in Giuben des gegenüberstehenden
Kiefers aufgenommen, Maxillar- u. Palatz. fehlen. Ein Bartfaden. — 0. micripnus
(Echiost. micr. Gthr. 78), ausf. Beschr., Tiefsf. 2150 Fd., Südaustralieu. Günther,
Chall. XXII 208, Tf. 53, A. — Histol. d. Leuchtorg., s. v. Lendenfeld, S.277.
Pachystomias g. n. Von Echiostoma versch. durch Mangel eines ab-
gesonderten Strahls der Brustflosse, u. der Zähne auf Vomer u. Palatinum. —
P. microdon (= Echiost. micr. Gth. 78), ausf. Beschr., nordw. v. Australien
(?2440 Fd.), Günther, Chall. XXII 210, Tf. 53, C. — Histol. d. Leuchtorg., s.
V. Lendenfeld, S. 274.
Photonectes n. nom. für Lucifer Död. 82, praeocc. ; Ph. albipinnis, als
Tiefsf. erw. (?F.): Günther, Chall. XXH 212.
Lucifer (s. Photon.) albipinnis Död., Beschr.; Steind. u. D., F. Jap. IV 291.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 3^3
Malacosteus, eine der auffälligsten Tiefseeformen, die Kopfknochen von
sehr geringer Grösse u. Festigkeit, nur die Kiefer enorm verlängert. Von der
Symphyse der Mandibeln zur Spitze des Hyoids ein Muskelband, von Ayres
richtig so gedeutet, später irrth. für einen Bartfaden erklärt ein solcher kommt
bei Mal. nicht vor. Dieser Muskel ist aus den 2 seitlichen zu 1 mittleren ver-
w^achsen zu denken u. dient zur Sicherung des Kieferapparats hei Bewältigung
grosser Thiere — M. niger, Bem. u. Abb. der Kiefer (Tf. 54, C) nach Ayres,
Tiefsf. (?Fd.). M. indicus Gth. 78, D. 18, A. 20, P. 2, der Zahn an der Spitze
der Mandb. so gross als die hinteren Fangz., hinter ihm 4 kleine, gedrängte Z.,
Schwauzstiel breiter als hei niger, welchem sehr ähnl., Philippinen, Tiefsf.
500 Fd.; Günther, Chall. XXII 214, Tfl. 54, B. — Histol. d. Leuchtorg., s.
V. Lendenfeld, S. 274. [Da Malac. keinen Bartfäden besitzt, so würde diese
Gatt, wohl zu den Sternoptychidae zu bringen sein. Eef.]
Bathophilus nigerrimus Gigl., Tiefsf. (?Fd.); Günther, Chall. XXII 215.
Idiacanthus Peters 76, dazu syn.: Bathyophis Gth. 78; Gattungsdiagn. ;
I. fasciola P. als Tiefsf. (?Fd.) erw.; I. ferox (B. ferox Gth. 78), Beschr., Abb.
(Tf. 52, D.), Atl. Oc. 2750 Fd.; Günther, Chall. XXII 215.
Salmonidae. Salmo. Haut (von jungen lacustris), Sacchi, s. S. 274;
Osteologie (Occiput), von lacustris u. salar, Gegenbaur, s. S. 279; Chorda
dorsalis Lvoff, s. S. 280; Occipitalgeleuk, Strecker, s. S. 280; Muskeli^hysiol.,
Krukenberg, s. S. 283; Todtenstarre (S. fario), Ewart, s. S. 284; Gehirn,
Fusari, s. S 286; Entw. des Gehirns (torus longitud.), Rabl-Rückh., s.
S. 286; Entw. der Venen (S. salvelinus), Hochstetter, s. S. 292; Bauchhöhle
bei S. fario frei von Bacterieu, Ewart, s. S. 291; Ei (v. S. salar), Scharff,
s. S. 298; Entwickl. (v. S. levenensis), Cunningham, s. S. 297; Entw. d.
Segmentalgangs, Brook, s. S. 307; Entwickl., Henneguy, s. S. 305; Eier (v.
S. salar) entwickeln sich nicht in Salzwasser, Kerbert, s. S. 311.
F. Day, British and Irish Salmonidae, behandelt sehr ausführlich Salmo
salar, p. 51—142, Schädel Taf. 1, Altersstufen (col.) Tf. 3, 4, ausserdem Xyl;
S. trutta 149—181, Xyl., ^ (col.) Tf. 5 (auch S. cambricus); S. fario S. 182—236,
Xyl., Skelett Tf. 2, col. Abb. mehrerer brit. Varietäten Tf. 5-8, 10; S. alpinus
S. 237, col. Abb. Tf. 9; S. fontinalis 247, Tf. 9; Coeca pyl. (passim); Bastarde,
S. 254, col. Abb. Tf. 10, 11 ; Monstrositäten, S. 271, Tf. 12.
S. Salar, weit südlich (im Potomac-E.) gefangen, Smiley, Bull. TJ. S.
Fish Comm. VI 453. — S. salar u. trutta fressen im Meere haupts. Heringe;
AV. Anderson Smith, Journ. Nat. Fish Cult. Ass. Engl., I Nr. 1 (87), Abdr.:
Bull. F. C. VII 41. — S. salar sebago, s. iiuten bei S. purp. — S. salar u. alpinus
künstl. gezüchtet in Island, Thorar., s. S. 314. —
Der Name „Lachsforelle" in Deutschi, missbräuchlich für alte S. fario au-
gewandt, „Seelachs" im Handel für Gadus -Arten, „Silberlachs" für Coregonus;
Circul. des D. Fisch. Vereins, S. 115.
S. trutta, scheint in Belgien zu fehlen, Selys L., s. S. 318; in Australien,
Smiley s. S. 323.
S. fario in Australien, Smiley, s. S. 323. — Nach Nordamerika (als Eier
von Deutschi.); McDonald, Bull. U. S. Fish Comm. VII 34. — S. levenensis,
das Gedeihen der Anf. 85 in Nordam. eingeführten Eier festgestellt; Smiley,
ebd. 28-32. — S. fario, Notizen, J. W. W. Bund, J. Nat. Fish Cult. Ass., London,
I 129, 289, 483.
364 Dl'- F. Hilgeudoif: Bericht über die Leistungen
S. iridens, gedeit (seit 83) in Virginia, [Smiley], Bull. F. C. VH 39; desgl.
in Missouri (seit 82) Maynard, ebd. S. 55; in Missouri (Ozark-Geb.), McDonald,
ebd. VI 447. — Eingewöhnuag in Deutschland (Elsass, Thüringen, Harz); Giro.
Deutsch. Fisch.- Ver. 1887, S. 73; sehr passend für Teichbesatz u. Mästung, hat
eine tiefere Flussregion als S. fario, C. Arens, Circ. d. Deutsch. Fisch.- Ver. 87.
S. 115. — Im Depart. Seine inferieure erfolgreich accliniatisirt. Smiley, Bull.
Fish Comm. VI 408. Salmo irideus u. fontinalis, sowie Coregonus albus 1887
erneut nach England importirt. S. fönt, scheint wegen seiner Neigung zu ent-
fliehen wenig günstig. W. 0. Chambers, Journ. Nation. Fish Culture Ass.
London, April 87, p. 137. S. irideus gedeiht in England; ders,, ebd., Jan. 87
Abdr. in: Bull. U. S. F. Comm. VII S. 17 bez. 39.
Salmo purpuratus. Ursprünglich als S. salar var. sebago (als Laich) aus
Canada eingeführte und in die Themse gebrachte Fische waren S. purp; Day,
Pr. Zool. Soc. London, 87, S. 130 (On a supposed Hybrid betw. Pilchard and
Herring, and on a spec. of S. purp.).
S. salvelinus, Eier in N.Amerika aus Deutschi, eingeführt; Mc Donald,
Bull. U. S. F. Comm. VII 34.
S. (Salvel.) fontinalis nach Norwegen 1882 importirt, sind gut gediehen;
Smiley (nach „Nature"), Bull. U. S. Fish Comm. VI 453. — In Neuseeland in
geschützten Teichen; Smiley, ebd. 464. — S. fönt, gedeiht in Baiern u. Böhmen;
Circ. D. Fisch. -V. 1887, S. 47 u. 73; ist eher laichreif, fressgewandter, in
ruhigerem Wasser mit schlechteren Verstecken erziehbar, zeigt sich (als Zierfisch)
mehr- als S. fario, künstliche Mästung aber schwierig, C. Arens ebd. 113.
— Ueb. Einführ, in Engl., s. bei S. irideus.
Oncorhynchus quinat. Am 17. Nov. 87 wurden 6 Jahre vorher in den
AVürmsee gesetzte calif. Lachse zum ersten Male im Laichaufstieg beobachtet.
Circ. Deutsch. Fisch. -V. 1887. p. 183. — 0. tschawytscha (= quinnat) in
Australien; Smiley, s. S. 323.
Osmerus, Entwickl.; Cunningham, s. S. 297.
Coregonus, künstl. Zucht. V. C. oxyrh.; Wiederauftauchen grosser Mengen
von C. albula nach 70jähriger Seltenheit im Werbelliu-See [nördl. v. Berlin]
Circ. D. Fisch.-Verein, 1887 S. 134.
C. wartmanni der 1881 nach Holstein verpflanzt war (Plöner- u. Schöh-
See), dort 1887 in 14 Expl. gefangen; ist in den Obingersee eingeführt; C.
maraena nach Böhmen (Wittingen) verpflanzt, ebd. S. 71. — Fütterung von
Coregonen-Brut, Pancritius, ebd. S. 111. — C.albus in Engl., s. bei S. irideus.
Thymallus thymallus, Day, brit. Salm. S. 278—86. col. Abb. Tf. 10.
Argentina silus (syn: syrtensium 79) 200 Fd. , sphyraena (syn: hebrid. u.
decagon 79 v. Neuseeland) 200 Fd., lioglossa ? Fd , elongata 79 (Beschr. u. Abb.
Tf. 55, B), ?Fd., alle als Tiefsf. erwähnt; Günther, Ghali. XXn. 217.
Microstoma arg. C. V., in 2 subsp. zerlegt: 1. rotundatum Risso, 2. ohlitum
n. sbsp., letztere nur 70 mm 1., dicker, V. unter d. Hinterende der D. (bei rot.
vor D.), eine Fettfl. (fehlt bei rot.), Op. schliesst oben die Kiemenspalte (bei r.
nicht); es wurden Expl. gleicher Grösse von beiden verglichen (22— 72 mm),
Facciolä, Nat. sie. VI 193. — Microst. rotund. u. groenl. wohl keine Tiefsf.;
Günther, Ghali. XXII 218.
Bathylagus, nahe Microstoma, Diagnose; B. atlanticus 78 (? 2000 Fd.) u.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 365
antarcticus 78 (1950 Fd.), Beschreib., als Tiefsf. erw.; Günther, Chall.
XXII 219.
Percopsidae. Haplochitonidae. Gonorhynchidae. Hyodontidae.
Pantodontidae. Osteoglossidae.
Clupeidae. Von Maskat (Arabien) werden aufgezählt: Engraulis commers,
Chatoe. nasus, Clupea venenosa, Elops saurus u. Chanos salmoneus; Boulenger^
Pr. z. s. 1887, S. 666.
Eiigranlis. Als westind. 9 Stoleph., 1 Pterengr., 1 Lycengr. aufgeführt;
Jordan, Pr. nat. mus. IX 562 — Entwickl. v. Eugr.; Raffaele, s. S. 298.
Engraulis encrasicholus. — Bijdragen tot de kennis der levenswijze en
der voortplanting van de Ansjovis etc. (Verslag van den staat der Nederlandsche
Zeevisscherijen over 1886) 4". Enthält S. 12—15: C. K. Hoff mann, Anschovis-
Fischerei im Sommer 86, ein warmer Sommer liefert reiche Ernte für das
nächste Jahr. — S. 16— 17: Hoffm., das Larvenstadium der Anschovis. (Ende
Juli gefischte Larven, 10-36 mm 1., wixrden nach Wirbelzahl, 48, und Laichzeit
als E. encr. erkannt; Abb. von Larve u. adult.). — S. 18—41: Bericht üb. die
auf Anchovis bezügl. Arbeiten der zool. Station der JSIederl. Dierk. Vereeniging.
1. Wenckebach mu\ Hubrecht, Unters, der frischen Ovarien mit Tf. 2.
(Jedes Ei hat ein Gefässnetz, das beim Reifen schwindet; gleichzeitig wird der
Dotter durchsichtig.) 2. Weber, Unts. d. präpar. Ovar. Die Lamellen des
Keimepithels laufen quer, der Ovarialcanal liegt seitlich, während bei Clupea
central; das Ovar des abgelaichten Wb. zeichnet sich durch weiten, schlaffen
Canal aus, es wird kleiner, vom uureifen Ov. unterscheidet es sich durch Vor-
kommen einzelner reifer Eier u. Corpora lutea, das reife ist an den ovalen,
durchsichtigen Eiern kenntlich. Der Laich scheint successive abgelegt zu
werden. 3. Wenckebach, Fortpfl. u. Entw. S. 27 mit Taf. 1. Laichen, im
südl. Zuider-See, bis 19. Juli; Eier mit Schwebnetz gefischt, 1,1 mm 1., 0,7 br.,
schon unbefruchtet mit durchgehend segmentirtem Dotter. Erste Entw. nur
am Morgen, am untern Eipol. Am Abend schon Hypoblast und Furchungshöhle
entw., das Blastoderm bis zum Aequator. Am nächsten Morgen Kuppf. Blase,
Segmeute, Augen u. Ohr sichtbar, auch am Kopfe e. Embryonalsaum, von dem
amöboide Z. auf die Dotteroberfläche wandern. Am Mittag des 2. T. im Kupff.
Bl. öfter ein crystallinisches Concrement in rotirender Bewegung; ca. 20 Somiten
gebildet. Am Anf. des 3. Tages schon Herz, Nase, Urnierengänge u. Seiten-
organe geformt, aber Pigmentflecke fehlen noch; am Ende des 3. T. schlüpft der
Embryo aus, 4 mm 1., sehr durchsichtig. Den 2. u. 3. Tag darauf die Chorda-
spitze rechtwinklig abwärts gebogen , auf die Hypophysis treffend. Am 5. Tg.
Auge mit Pigment, noch keine Blutkörperchen., Dotter ist resorbirt; alle todt.
Nebenbei 2 andere Eier beschrieben, Rhombus max.? und sp. indet. 4. Weber
u. Hoek, S. 34. Allg. Naturgesch. 5. Weber, S. 38. Nahrung. Ausser
kleinen Crust. auch Mysis, Cuma, Tellina u. Gastropoden, in der Nordsee aber
Fischbrut. Auch währ. d. Laichzeit wird gefressen, daher die Wanderung viell.
mit der Nahrung in Zusammenhang. (Van Bemmelen, Wahrnehmungen üb.
Raja u. Belone S. 42 s. unten) .
Clupea. Es wurden die in den Karpfenteichen der Verein. St. N. Am.
während Nov. u. Dec. gefangeneu Arten untersucht, ebenso „White bait" (Mai)
von New York; aestivalis, vernalis, sapidissima gefunden. Es zeigte sich, dass
die Zeit, zu welcher sapid. im Salzw. zu treffen, sehr variirt. Bean, Bull. U. S.
366 Dr. P. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Fish Comm. VI 441—2. — 8 Clupea -Arten als westind. mit einigen Synon.
genannt; Jordan, Pr. n. in. IX 561.
Olupea harengus. Bastard mit Cl. pilchardus, Day, siehe unten; Ent-
wicklung, Cunningham, s. S. 297; Brook, s. S. 301. — Ein Zwitter von Kiel
ist eine pathol. Doppelniissbildung, wo im ^ ein rudim. Ovarium ohne Aus-
führungsgang sich entwickelt hat. Weber (nach Mitth. von Möbius), s. S. 299.
— Bau des Herings u. Varietäten in Schottland, Duncan, 5. ann. rep. Fish.
Board Scotl. — Laich von Cl. har. im März 86 von Schottland nach Neu-See-
land trausportirt unter Kühlung auf 33 » F. — The Field, 15 Jan. 87, Zool. Gart.
Jg. 28, S. 31.
Clupea sprattus. Entw. des Oviducts, Cunningham, s. S. 297.
Clupea pilchardus, Bastarde mit Cl. harengus, Sept. 86 bei Cornwall ge-
fangen; der Kopf ähnl. pilch., die Schuppen ähnl. har., auf der linken Seite
(L. 1. 51, tr. 10) mehr als auf der rechten (32, 8)! Day, Proc. Zool. Soc. London,
87, p. 50 u. 129, Tf. 15.
Die Nahrung der Sardine variirt sehr, auch mikroskop. Pflanzen u. einige
Male fast ausschliesslich Peridinium wurden im Darm beobachtet; sonst Cope-
poden häufig. Das Ausbleiben der S. an den französ. Küsten daher wohl nicht
auf Mangel bestimmter Thierarten zurückzuführen. G. Pouchet et J. de
Guerne, „uourriture de la Sardine" C. r. ac. Paris, T. 104 p. 712—5; üebers.
in Ann. Mg. (5) XIX 323. — Cl. pilch., Nahrung im Mittelmeer pelagische kleine
Thiere ohne Wahl, auch Peteropoden u. Heterop., aber Peridinium vermisst.
Distoma ocreatum im Magen, Larven v. Phyllobothrium? im Darm; Monti-
celli, BoU. soc. natur. Napoli (1) I, fasc. 2, 85—88. — Entwickl. von Cl. p.;
Raffaele s. S. 298.
Clupea vernalis u. sapidissima, Entwickl.; Ryder, s. S. 306, 307. Cl. sap.,
Knorpelplättchen in den Muskeln der Seitenlinie; Hitchcock, s. S. 283. Cl.
alosa, Auge; Schiefferd., s. S. 290.
Clupea melanosticta, Zähne fehlen auf Vom., Pal. u. Zunge; Ny ström.
Jap. F. 45.
Clupea. Von den 4 Heringen des Kaspi- Meeres gehen Cl. delicatula u.
sapozschnikowi nie in die Flüsse, dagegen bilden die anderen, Cl. pontica u. Alosa
caspia (beide auch im Schwarzen M. gefunden), die bekannten grossen Züge
in der Wolga, in der sie zw. Sarepta u. Kazan laichen; sie hungern während
des Aufstiegs und kommen später grossentheils um, ebenso wie die erbrüteten
Jungen. Die weitaus grösste Masse der Individuen bleibt aber auch von pont.
u. caspia im Meer; jene Wanderungen sind nicht als normale biol. Erscheinungen
aufzufassen. E. Pols am, „Biol. Skizze der caspischen Heringe", Trudui Kazan
obsch. lest, XV, fasc. 5, 1886, 43 S. (russisch); Ausz.: Deniker, Arch. .slaves
biol. IV 103-7.
Clupea sapozschnikowi Grimm, Kaspi See; ebd. S. 15.
Etrumeus teres (De Kay) wird E. sadina (Mitch. 1815 als Clupea); C.
H. Eigenmann, Pr. ac. nat. sc. Phil ad., 87 II, p. 295.
Bathythrissidae. „Unterscheiden sich von den Clupeidae u. den ver-
wandten Formen hauptsächlich durch die Entwicklung der Rückenflosse."
Günther, Chall XXII 221.
Pterothrissus. Günther, ebd., versucht die Priorität des Namens Bathy-
thrissa aufrecht zu erhalten; B. dorsalis Beschr., Abb. Tfl. 56, A. — Hilgen-
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 367
dorf, Sitzb. Ges. uatf. Fr. Berlin 1887, S. 187, stellt fest, dass der Name Ptero-
thrissus 2 Monate vor Bathythrissa publicirt wurde; die Sp. heisst demnach:
Pter. gissu Hf. Die Rückenf. varriirt von 65 bis 56 Strahlen.
Chiroeentridae. Chir. dorab bei Ma.skat; Boul., Pr. s. z. 666.
Alepocephalidae. Alepocephalus, alle 5 bek. Sp. sind Tiefsf. : rostr.
(300 Fd.), agass. 83 (922 Fd.), productns 84 (1362), bairdi 80 (200), niger Gth. 78
1400), Beschr. u. Abb. (Tf. 56, B); Günther, Ghali. XXn 222.
Bathytroctes, Tiefseegatt., Diagu. d. Gatt.; B. macrolepis, 15, 11, L. 1. 42,
Mxll. reicht bis unter das hint. Drittel der Orbita, Celebes 2150 Fd., 24 cm
(ohne C.), (Taf. 57 B, Kopf); B. microlepis 78, 1090 Fd., Beschr. (auch Ein-
geweide) u. Abb. (Tf. 57, A); rostratus 78, Beschr. u. Abb. (Tf. 48, B), 675 Fd.;
Günther, Ghali. XXII 225-^8.
Platytroctes, Diagn. d. Gatt; PI. apus 78, Tiefseef. (1500 Fd.), Beschr. Abb.,
Günther, Chall. XXII 229, Tf. 58, A.
Xenodermichthys , Gattdiagu. ; X. nodulosus 78, Tiefsf. 345 Fd., Beschr.,
Abb.; Günther, Chall. XXn 230, Tf. 58, C. — Histol. der leuchtenden Haut-
knötchen, s. v. Lendeufeld, S. 274.
Notopteridae.
Halosauridae. Die Ovarien sind nicht geschlossen (vergl. Gthr., Cat. VII
482 u. Introd. study f.), sondern bandförmig mit Eiern auf der lateralen Fläche ;
die Eier fallen in die Bauchhöhle. Günther, Chall. XXII 232.
Halosaurus, auch die Diagn. d. Gatt, wird etwas modificirt: Nicht das
Praeop. (dieses ist rudimentär, wie auch das membrauöse Intop.), sondern das
Subop. ist vergrössert; P. nicht immer hoch am Körper. Beschr. der Eingeweide
(H. macrochir): statt des Schwimmblasengangs ein anscheinend undurchbohrter
Strang zum Oesoph. ; Schwbl. aussen mit Muskelapparat. Ovarien (s. oben),
das rechte in einen vord. u. hinteren Theil weit getrennt. Osteologie ausführlich
mit Abb. (Tf. 60) ; üb. die Kiemendeckel s. oben. Der Knorpel tritt am Hirn-
theil sehr zurück, die Knochen dünn, aber ziemlich fest; zur Stütze der langen
Schnauze ein knöchernes Rostrale, Palatinum sehr kleiii, Intmax. ohne die
aufsteig. Fortsätze, Max. mit einem einfachen, lanzettf. Supramaxillare, An-
gulare nicht abgetrennt. Die 2 Parietalia zusammenstossend; die Beschreibung,
der hinteren Schädelpartie unklar. Chorda dors. auf Kosten der (60) Wirbelkörper
sehr entwickelt, mit schwachen Fortsätzen und Rippen, die Wrb. am Schwanzende
gestreckt ohne Forts.; das 1. Interneurale eine breite Platte, dem 31.— 33. Wirbel
aufsitzend. Becken u. Schultergürtel schwach, Postclav. fehlt. — Hai. oweni,
Beschr. (nur 1 Ex. bek.), Tiefsf. ('? Fd.); H. macrochir 78 (syn. goodei 81), Beschr.,
Abb. (Tf. 59, A), im Atl. Oc. sehr verbreitet (647—1730 Fd.), die Leuchtorg. am
besten entwickelt, mit der L. 1. in enger Verbindung, nach ihrer Lage u.
makrosk. Verhalten geschildert; H. mediorostris, Br. 11, D. 11, L. tr. 11/?, nahe
macr., aber P. kürzer, Philippinen 700 Fd., 47 cm (Tf. 59, C); H. rostratus 78,
Beschr., Abb. (Tf. 49, D), 2750 Ed., affinis 78, Beschr., Abb. (Tf. 49, B).
Günther, Chall. XXII 236—242. — Die Histol. der Leuchtorg. v. H. macrochir
s. V. Lendenfeld, S. 274.
Gymnotidae. Sternarchus (Rhamphost.) curvirostris, A. 185 — 8, beginnt
vor dem Auge; Krph. Vj^ mal in Kpfl. u. 5 in Krpl.; 125 mm.; Canelos
(Ecuador). Boulenger, Pr. Z. S. Lond., 87, p. 282, Tf. 24. Derselbe erwähnt von
Canelos: Sterna. albifr. u. Sternopygus carapus, von Ecuador: Carapus fasc, ebd.
368 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Giton (Kaup) Dum. statt Carapus autt. nee Raf., Jordan Pr. n. m. IX 565,
Gymnotus electr., Wirkung der el. Schläge auf andere Fische; Ewart,
s. S. 284.
Symbranchidae.
Muraenidae. lieber Verwandtschaft mit den Notacanthi; Günther,
s. S. 345.
Leptocephali, sind keine abnormen, sondern normale Larven, Gad. pollachius
frisst sie; Yves Belage, Amer. Natur. XXI 92 (6 Zeilen.)
Von Muraeuiden werden als westindisch aufgeführt (mehrfache Bern, zur
Synon.): 1 Enchelycore, 1 Channom., 1 Echidna, 1 Pythoni., 17 Sidera, 1 Muraena,
1 Ichthyapus, 1 Caecula, 3 Ophisurus, 13 Ophichthys, (1 Letharchus, 4 Callechelys),
1 Chilorh., 1 (+1) Myro., 1 Hoplunnis, 1 Leptoconger, 1 Muraenes., 2 Congrom.,
3 (+ 1) Conger, (1 Neoc), 1 Anguilla; Jordan, Pr. n. m. IX 565, 606.
1. Memichthyina. Nemichthys scolopacea, Diagn., Tiefsf. 304— 1047 Fd.;
avocetta (? =: scol.), Diagn. cop., ob Tiefsf.??; infans 78, Beschr. nach 3 Expl.,
Ost- Amer. 500-2500 Fd. (Tf. 63, B); Günther, Ghali. XXII 263.
Cyema, Diagnose; C. atrum Gth. 78, Beschr., Abb. (Tf. 54, D), Tiefsf.
1800 Fd., sehr e. Leptocephalus ähnl., ob. viell. Jugendzust. von Nem. infans?,
aber Augen sehr klein; Günther, Ghali. XXII 265.
Serrivomer, Spinivoraer u, Labichthys, weil ungenügend bekannt, in die
Liste der Tiefseef. noch nicht aufgenommen; Günther, Chall. XXII 263.
2. Saccopharyngina. Saccopharynx (syn. Euryphar. u. Gastrostomus),
Charakteristik d. Gatt. — S. ampullaceus, Beschr. u. Abb. (Tf. 66) des John-
son'schen Expls. (1862) und eines Jüngern, sowohl Mitchell's (1824) als Harwood's
Expl. dürften zur gleichen Sp. gehören; S. pelecanoides (Eui\ pelec. Vaill. 82,
Abb. in: La Nature 83), ein 2. Expl. 1886 entdeckt, Beschr., 2300m tief; S.
bairdi (S. flag. Goode u. Gastr. bairdii G. et E,.), viell. syn. zu pelec, 4 Expl. bek.,
389-1467 Fd. Günther, Chall. XXII 255-62.
3. Synaphobranchina. Synaphohranchus pinnatus (syn.: affinis Gth. 77),
Beschr., Abb. (Tf. 62, A), Tiefsf. (200-740 Fd.), Madeira, Brasil., Japan, Philipp.;
bathybius 77, Beschr., Abb. (Tf. 62, B), Tiefsf. 1875 Fd., 1 Albino ; infernalis
(? = bathyb.; syn. Histiobr. infern. 84), Tiefsf.?; brevidorsalis, (Tf. 63, C.) Maul
u. Zähne wie i)iun., D. beginnt 1 Kpfl. hinter d. Anus, Neuguinea, Japan,
1070 Fd., 23 Zoll; Günther, Chall. XXII 255.
Histiobranchus, s. Synaphobr.
4. Anguillina. Anguilla anguilla. K. Möbius untersucht möglichst
reife Aale, die zum Meere wanderten, andre Wanderaale wurden in Seewasser-
aquarien versetzt u. später untersucht, ferner in der Ostsee gefangene in der
Tiefe des Kieler Hafens in Fischkasten gehalten, endl. wurden zahlr. Expl., die
im Winter (bis 5. März) in der Nordsee gefangen waren, studiert. Es zeigte
sich, dass auch im Meerwasser gefangen gehaltene Aale nicht reif werden. Die
Eier aller Ex. kamen nicht über 0,227 mm hinaus, Spermatozoen fanden sich
nicht. — Unter 21 kleinen Aalen (bis 50 cm), in der Windau (Schleswig) am
20. Oct. 84 gef., waren 18 ^ (36-41 cm) u. 3 $ (49-50 cm 1.). — Beim Reifen
erhalten die $ eine Paarungsfarhe : graue verwaschene Flecken. V. Ber. d. Comm.
z. wiss. Unts. deutscher M., Kiel, S. 127 — 134. — Rothe Körper d. Schwimmbl.;
Ooggi, s. S. 294, — Rigor mortis beim Aal; Ewart, s. S. 284. — „On the
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 369
mode of propagation of the Common Eel", F. Day, Proc. of the Cotteswold
Naturalists' Field Club (Gloiicester) 1885/6, p. 44—51.
A. anguilla, haben 18 Tage im Trocknen zugebracht nach Abreissen eines
Behälters im South Kensiugton -Aquarium; Nature 24. Febr. 87, ref. im Zool.
Gart. Jg. 28, S. 221. — Zur Einführung des Aals in die Donau wird Brut bei
Budapest etc. eingesetzt, männliche Aale bei Galatz; Cii'c. Deutsch. Fisch. -Ver.
1887, S. 13, 51, 72, 108. — Aufstieg des Aals in Baden, ebd. 52.
Conger marginatus, Bem. ; Ny ström, Jap. F. 46. — C. conger, Ei;
Scharf f s. S. 298.
Congromuraena guUulata, ähnl. habenata, aber Krpl. IVa mal in Schwanz-
länge; weisslich, 1 Reihe schwarzer Punkte über u. 1 R. unter derL. I. ; Viti-I.
315 Fd.; Günther, Chall. XXII 252.
Simenchelys parasiticus 79, Tiefsf. (200 Fd.); Günther, Chall. XXII 252.
5. Heterocongrina.
6. Muraenesocina. Nettastoma, alle 3 bek. Sp. Tiefsf.: melan. (?Fd.);
parviceps 77 (Abb., Tf. 63, A), Japan 345 Fd.; procerum 83, 647 Fd., Günther,
Chall. XXII 253. — Nett, brevirostre, Schnauze dick [nach d. Abb. '/^ der Kpfl.],
2 Zähne vorn oben, 3 Vomz., jederseits 2 Mandibz., alle lang; Kopfl. 12 mal
in Totall.; 17 cm., Messina; Facciolä, Natur, sicil. VI 166, Tf. 3, Fig. 3.
7. Myrina, 8. Ophichthyina, 9. Ptyobranchina.
10. Muraenina. Muraena undulata von Maskat (einzige Art der Farn.)
ei-w., Boul enger, Pr. z. s. 666. — Muraena, rothe Körp. d. Schwimmbl.; Coggi,
s. S. 294.
Leptocephalus, siehe oben Ives Delage.
Eurypharyngidae s. oben bei Saccopharynx.
Lophobranchii.
Solenostomidae.
Syngnathidae. Siphonostoma typhle, rothe K. der Schwimmbl.; Coggi,
s. S. 294.
(Syugnathus.) 15 westind. Sp. (als Siphostoma) aufgeführt, Jordan, Pr. n.m.
IX 569. — Syngn. fuscus, Entwickl.; Ryder, s. S. 306.
(Nerophis.) 2 westind. Sp. (als Syngnathus L. nee Raf.), Jordan, Pr. u. m.
IX 270.
Gastrotokeus, ein Tastkissen am After, Brock, s. S. 274.
Hippocampus, als westind. bez..: punctul. Guich., margin. Hck., fascicul.
Hck., stylifer J. G. 82; Jordan. Pr. n. m. IX 570. — H. punctul. Gui., n. f.
Charleston, Beschr.; Jord. u. Eig, Pr. n. mus. X 269. — H. hexagonus, Lebens-
weise in d. Gefangsch., Zusammenhang des Fehlens der A. beim ^ mit der Brut-
pflege, S. Lockwood, „More about the Sea-horse", Amer. Natur. XXI 111—4.
— H, guttul. als einzige Species der Lophobr. von Maskat erw.; Boul enger,
P. z. s. 666.
Plectognathi.
Sclerodermi. Triacanthodes anomalus, diese Sp. scheint der einzige
sichere Tiefsf. unter den Plectogn. zu sein, indess auch sie als Tiefsf. nicht be-
sonders charakteristisch orgauisirt; 140 Fd. bei den Ki-L; Günther, Chall.
XXII 266.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 24
370 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Balistes capr, rothe K. der Schwimiubl.; Coggi, s. S. 294.
Balistes macrolepis, 3/26, 23; Sq. 38 — 40, 24 zw. D. II u. Anus; Z. weiss,
ungleich, gekerbt; Grube vor Au.; Schwanz compr., ohne Dornen; keine gross.
Scuta hinter Kiemöff. ; D. II u. A. vorn stark erhöht; braun, Schuppentuberkel
weiss; Maskat, wo auch B. niger, mitis, assasi (u. Triac. strigilifer, Monac,
setifer, Ostracion gibb., cub., cyanurus, cormitus); Boulenger, Pr. z. soc. L.,
87 p. 666.
(Balistes.) Canthidermis sufflamen Mtch., syn.: B. sobaco P.; C. longus
(Gron.), syn.: B. macrops P., ?macul. Bl., Gth.; Xanthichthys ringens, syn.: X.
cicatr. P.; Meli, piceus P., syn.: buniva Gth., ?bun. Lac; 9 westiud Sp.; Jordan,
Pr. n. m. IX 604.
Monacanthus broccus, das Ei; Ryder, s. S. 306. — Mon. irror. P., syn.:
punet. P., aber pullus Rz. versch.; ciUatus Mtch., syn.: occidentalis Gth., pii-aaca
Kn., davidsoni Cp.; hispidus (L.), syn. setifer Gth., Poey; 13 westind. Sp. auf-
geführt; Jordan, Pr. n. m. IX 604. — Mon. peronii, Abb., Beschr. ; Mc Coy,
Prod. zool. Vict., Decas 15, Taf. 143 (2 Expl. mit abnorm verdopp. Dorsalstachel
erw.). — Mon. tesselatus Gth. 80, 1 Ex. in einem Netz, welches in 115 Ed.
schleppte, bei den Philippinen gefangen, wohl aber erst in den oberen Schichten
zufällig hineingerathen, u. die Sp. viell. keinTiefsf.; Günther. Chall. XXII 267.
Ostracion tricorne L., syn.: quadric. L. u. Acanthostr. polygonius P.; 0.
trigonum, syn : undul. P. u. expansum Cope; 4 westind. Sp.; Jordan, Pr. n. m.
IX 604. — Ostr. stictonotus, juv. (33 mm) dornenlos, Körper u. C. kürzer, als
ad. (82 mm.); Nyström, Jap. F., 48.
Gymnodontes. Geruchsorgan von Tetrodon u. Diodon, auch Gehirn u.
Muskulatur; Wiedersheim, s. S. 289, 285. — Die verbreiterten Rad. branchiost.
theoretisch wichtig; Albrecht, s. S. 282.
Tetrodon setosus, nach e trocknen Haut von Mexico, -Rosa Smith,
„Tetraodon set., a new sp. allied to T. meleagris". Bull. Calif. Ac. Sc. II Nr. 6,
S. 155—6, u. Amer. Natur. XXI 861. — Bem. über T. pardalis, xanthopt.,
rubripes, porph., stictonotus, lunaris; Nyström, Jap. F. 48. — T. stellatus u.
hisp. bei Maskat; Boul., Pr. z. s. 667. — T. (Cheilichthys) psittacus, Surinam,
Färb.; Lidth de J., Not. Leyd. Mus. IX 138.
Diodon, 2 westind. Sp. : hystrix L. (atinga Bl. nee L., ?holac. L. = spinosiss.
C. = macul. Gth.) u. maculifer Kp.; Jordan; Pr. n. m. IX 606.
Chiloniycterus, 4 westind. Sp,: schoepfi Walb., syn. geometr. autt. nee Bl.
Sehn, ; spinosus L., syn. cornutus Kp., orbitosus P. u. geometr. var. 3 Gthr. ;
antenn. C, syn. puncticul. P.; reticul. L. ; Jordan, ebd.
Ganoidei.
Ueber die Systematik der Ganoiden vergl. Cope, S. 328.
Amiidae. Osteologie, Rippen; Baur s. S. 281; Wirbelsäule, Cope, s.
S. 280.
Amia L. 1766 nee Gron. 1763 wird Amiatus Raf., Jordan, Pr. n. m. IX
542 (1886.).
Polypteridae. Occiput, Gegenbaur, s. S. 279; Bau der Dors., Zograff,
s. unten bei Acip.; Flossen, Cope, s. S. 280; Skel. der paar. Flossen, Howes,
s. S. 281; desgl. Emery, ebd.; Geruchsorg. u. Gehirn, Waldschmidt, S. 289.
Lepidosteidae. Occiput, Gegenbaur, s. S. 279.
in der Ichthyologie wählend des Jahres 1887. 371
Acipenseridae. Acipenser, Occiput, Gegenbaur, s. S. 279; Venen,
Hochstetter, s. S. 292; Chorda, Lvoff, s. S. 280.
Nik. Zograff, „Zähne der Knorpelganoiden". Bei Polyodon ist die Pulpa-
höhle weit, die Zahnwandung dünn; Schmelzschicht sehr dünn, Dentin innen
mit gröbern, aussen mit sehr feinen Zahncanälen. Schm. u. Dent. wies Vf. auch
bei den Z. von jungen Ac. ruth. nach. Auch andre Acip.- Arten u. Scaphirhynchus
besitzen Z., um so länger u. dauerhafter je mehr sie (durch Schnauzenform)
dem Polyo. ähnlich sind. Der Hinterrand ■ des Gaumen hat sie deutlicher u.
öfter als die Kiefer. Bei Sc. kaufm. von 728 cm noch da (0,2 mm 1.). Bei Ac.
stell. (152 mm 1.) die Z. mit e. basalen Zahuplatte. Biol. Centrbl. VII 178—183
u. 224. Vergl. auch: „On some of the affinities between the Ganoidei chondrostei
and other fishes", Nature (London) Vol. 37 p. 70 (Nov. 87): Formen mit be-
ständigeren Zähnen sind die älteren. Die Acip. scheinen auch nach Entwickl.
des Herzens (bei Jungen zahlreichere Klappen) u. des Gehirns (Scaphirh.) den
Polypterus, Lepidosteus u. den Dipnoi näher zu stehen, als sonst angenommen.
N. Zograff, „die embryonale Rückenflosse des Sterlet (Ac. ruth.)". Die
Vermuthung Salensky's (1877), dass die Eückenschilder transformirte Strahlen
der embr. D. seien bestätigt Vf. durch Beob. eines A. ruth. 2 Monate alt, wo die
Stacheln in der Flossenhaut liegen u. noch meist knorplig sind u. e. grosse Central-
höhle besitzen; die Hornfäden der Flosseuhaut drängen sich gegen die Hinter-
seite der Stacheln. Auch bei erwachs. Ac. u. Scaphirh. fand Vf. in den Schildern
noch den Centralcanal der embr. Stach, wieder. Selbst Muskeln für die Strahlen
finden sich bei jungen Ac. noch. Die D. von Polypterus wird verglichen u. als
einheitliche Flosse erklärt (schon früher von Stdchn. so angenommen]. Biol.
Centrbl. VII 517—521. — Eine russische Arbeit desselben Vf.'s üb. anatom.
Verhältnisse u. äussere Charaktere des Ac. ruthenus in: Tr. soc. nat. Moscou,
Bd. 52, Theil 3, 72 Seiten, 2 Taf , Xyl.
Acip. ruthenus, ein missglückter Versuch durch Brut aus der Wolga den
Sterlett nach Deutschi, zu verpflanzen; v.d. Borne, Circ. Deutsch. Fisch.- Ver.
1887, S. 49 u. 73.
„Der Scaphirhynchus. Vergleichend-anat. Beschreib." Schlüssel der 4 bek.
Sp,, Schnauzeniänge variabel. Die Kopfschilder sind nicht als Fortsetzung der
5 Schilderreihen des Rumpfes zu betrachten, sondern als Quergürtel, von denen
die hintersten 3 den 3 Hiruabtheilung., aber nicht der neuern Wirbeltheorie des
Schädels entsprechen. Die Beschr. des Skeletts bezieht sich meist auf Sc.
rafinesci, die der Eingeweide auf fetschenkoi, Rippen hat raf. 10, fed. aber 25.
Die Schwimmblase ist bei Fedsch. rudimentär, mehr entwickelt bei hermanni,
noch mehr bei kaufm., am stärksten bei rafin. ; Kiitik über die phylog. Skizze,
die auf Grund der Schwbl.-Entw. für Vertebrata von Bridge (79) aufgestellt
wurde. (Musk., Nervens., Sinnesorg., Gefässe nicht berücks.) N. Iwanzow,
Bull. soc. natur. Moscou, 87 Nr. 1, p. 1—41, Taf. 1, 2.
Polyodontidae. Zähne von Polyodon; Zograff, s. oben (Ac. rixth.).
Dijmoi.
Sirenidae. Aortenbogen von Ceratodus, Boas, s. S. 291; Skelett d. paar.
Flossen, Howes, s. S. 281, desgl. Emery, ebd.; Chorda, Lvoff, s. S. 280.
„Die Speciesunterschiede der Dipneumones" siehe Ber. 86 S. 340 (Protopt.
ann. hat an der V. keinen Flossensaum); [bez. der Rippenzahl u. Ausbild, der
24*
372 Dl'- P- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
paar. Flossen entspricht die geogr. Reihenfolge, Austr., Ostafr., Westafr., Am.
auch der morpholog. Folge; Gerat, hat die wenigsten (27) R. u. grössten FL,
Lepid. die meisten R. u. kleinsten Fl.]. „Die Flossen der Dipnoi"; sie stehen
wie die Extremitäten der luftathmenden Wirbelth., d. h. der Humerus ist um
180" torquirt, bei echten Fischen ist die Stellung der P. u. V. eine parallele.
Vf. unterscheidet bei Gerat, humerus, femur (das 1. Glied des Axenstrahls),
ulna nebst radius u. tibia nebst fibula (das mehr oder weniger deutl. getheilte
2. Gl. des Axstr.). Beschr. u. Abb. der Muskulatur der Fl. „Die Stellung der
Dipnoi im System", sie gehören, weil sie eine Lunge (d. h. ein mit venösem
Blut gespeistes Organ) besitzen, u. haupts. weil der Nasengang den Gaumen
durchbohrt, zu den Amphibien ; aus letzterem Grunde ist auch Myxine (nicht aber
Petromyzon) den Amphibien zuzuordnen. Hand und Fuss kommen dann allen
lungenathm. Wirbelth., aber keinem Fische zu. „Ueb. d. Wachsthum der Cera-
todus- u. Protoptenisflosse", ontogen. Umformungen werden aus den Angaben
von Howes (s. unten) für Gerat, hergeleitet, der jüngere Flossen untersuchte als
Vf. u. als Günther. — Die Abb. erläutern Skelett u. Musk. der Flossen von Ger.
u. Prot., sodann aber auch (nur mit Tafelerklärung) die Musk. von Kehle u.
Bauch des Gerat. Ant. Schneider, Zool. Beitr. herausg. von Schneider, Bd. 2,
Heft 1, S. 97—105, Tf. 11. (A. Schneider f 1890.) [Dass bei Protop. der
Flossensaum an der P. ventralwärts (dabei etwas nach hinten), an der V.
dagegen dorsalw, (u. etwas nach vom) gerichtet wird, beobachtete Ref. an
lebenden Expl.]
R. Wie der s heim, „zur Biologie von Protopterus". Vf. sah den Schwanz
eines im Sommerschlafe befindl., eingekapselten Pr. zuerst nach vorn gebogen
u. dem Rumpf angelegt, dann über die Stirn fortgeschlagen und auf die andere
Körperseite zurücklaufend. Das Maul bleibt unbedeckt und ist der Schlussplatte
der Hülle zugewandt, durch deren Porus ein Gasaustausch stattfinden kann.
Zw. der Hülle u. der Haut findet sich eine zähe Flüssigkeit, nahe am Kapsel-
deckel aber eine weissliche breiige Masse, in der Vf. eine Ausscheidung des Pr.
sieht, u. für die der Porus ein Ausweg sein könnte. Die Athmung wird nach
Vf. durch den Ruderschwanz bewirkt, dessen Oberfläche durch stark gefüllte
Hautgefässe eine rothe Farbe zeigte, ähnl.wie bei Amphib. (Hylodes) die Schwanz-
flosse der Respiration dient. [Näher noch liegt der Vergleich mit d. Flossen der
Embiotociden-Larven Ref.]. Anat. Anz. II 707- 13, 1 Xyl.
„lieber Lepidosiren paradoxa Fitz.", km-ze Uebersicht der Litteratur;
bekannt sind nur 2 Ex. in Wien, 2 in Paris; G. Baur, Zool. Jahrb. v. Spengel,
II 575 — 583. — Lep. paradoxa, ein Weibchen in der Nähe von Manaos, Prov.
Amazonas, im Aug. 86 gefangen, u. von dem Finder (Dr. J. Barbosa Rodriguez)
in e. wiss. Zeitschrift zu Rio als L. giglioUna publicirt, wahrsch. aber nicht ab-
weichend von parad.; die Ghar. d. Gatt. Lep. gegenüber Protopt. sind vorhanden;
H. H. Giglioli, Nature (London) Vol. 35, 343,
Geratodus, vergl. Bö eklen, S. 326; Flossen, Howes, s. S. 281.
Burt G. Wilder, „The Dipnoan Brain". Beschreibt das Gehirn von
Geratodus ; dieses stimmt mit Protopt. darin, dass das Prosencephalon wesentlich
aus einem Paar grosser Lobi besteht, deren Höhlen (Procoelen od. Seitenventr.)
nur diu'ch e. verhältnissm. kleine Aula (wie bei Amphib. u. höh. Vert.) verbunden
sind. Es weicht aber darin von Pr. ab, dass es zw. den dorsalen Theilen dieser
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 373
Lobi einen langen u. dicken Snpraplexns besitzt, der dnrch eine nur bei Cer.
vorkommende vordere Verlängerung (Praerima) der Fissui-a transversa magna
(rima) in beide Procoelen eindringt (von Hxl., Pr. zool. soc. 76 übersehen u. für
e. Tela vasc, d. i. die Aulatela W.'s, gehalten). Von unten sind die Lobi durch
e. tiefen Spalt, in welchem eine „Quasifalx" aufsteigt, getrennt. Eine , Prae-
commissur" u. eine Valvula (zw. Epi- u. Mesocoele) sind bislang unbeschi-ieben.
Vf. hält die Lobi olf. für den Hai;pttheil des Vorderhirns, dessen Anhängsel,
die Hemisphären, sind bei Cer. noch ventral, drehen sich aber bei höh. Vert. nach
der Dorsalseite. Cer. gehört eher zu den Amphibien als zu den Fischen. —
Amer. NaturaUst, XXI 544-8, 3 Xyl.
Selachii.
Allgemeines. Skelett d. paar. Flossen, Howes, s. S. 281; Gehirn,
Sanders, s. S. 285; Harnstoff in verschied. Organen, Krukenberg, s. S. 295.
Chlmaeridae. Skelett, Howes, s. S. 281; Chorda, Lvoff, s, S. 280;
Histologie der Seiteuorg., Solger, s. S. 274; Blutgefässe (von Callorh.), Parker,
s. S. 293.
Chimaera monstrosa, junges (^, Körper l'/j, Schwanz nur 3 Zoll, Stirn-
haken hier (u. auch bei grösseren) noch unter der Haut, wohl erst bei reifen
(J frei; Pterygop. nur 2 mm 1., gabiig; 505 Fd., Fortpflanz, wohl in der Tiefe,
daher Ei noch unbekannt; Ch. affinis ebenfalls Tiefseefisch; Günther, Chall.
XXn p. 12, 13.
Squali. Gehirnganglieu, Beard, s. S. 287.
Carchariidae. Carcharias, Occiput, Gegen baur, s. S. 279; Ganglion
ciliare, Onodi, s. S. 287.
Carcharias C. nee Raf. wird Carcharhinus Blainv. (schon 85 im Cat.);
17 westind. Sp.; Jordan, Pr. n. m. IX 555.
Carcharias macrurus, bei N. S. Wales wohl bekannt als „Whaler", von C.
brachyurus, womit verwechselt, durch Mundform u. stumpfere Schnauze versch.;
E. P. Ramsay u. Douglas-Og., Pr. Linn. Soc. N. S.Wales (2) II S. 163.
[ibid. S. 1024 (1888)]. — C. valbeehmii, Bern., Nyström, Jap. F. 50. - Carch.
tricuspid. , vergl. unten bei Lamua güntheri. — Carch. leucas, siehe bei
Carcharodon. —
Carcharias (Prionodon) pugae Percz, estudios p. 2; [=? C. glaucus Gay
nee autt.]; „Azulejo" der Fischer (cf. Lamna), Beschr. bei Philippi, Tiburones
de Chile, An. Univ. Chile, T. 71, p. 6 u. Abb. Taf. 1, Fg. 2. C. cjracilis Phil,
nach Perez's Auffassung = pugae juv., aber C. kürzer, P. schmaler, die Zähne
des Untkf. verschieden [u. die D. I der P. sehr genähert]; Philippi ebd. p. 7,
Tf. 2, F. 1. C. brachijrrhynchus Ph., breitschnauzig, oben bräunlich grau, unten
weisslich, Zähne unbekannt; ebd. p. 8, Tf. 1, F. 1. — „Hypoprion? Hemigaleus?
heterodus u. isodus", Philippi ebd. p. 9 bez. 10, Tf. 2, F. 6 bez. 5, beide nach
Gebissen charakterisirt.
Hemigaleus, vergl. Carcharias!
Galeus, Ganglion ciliare, Onodi, s. S. 287.
Galeus chilensis, Perez, estudios p. 3; Beschr. bei Philippi Tibur. p. 11,
Tf. 4, Fig. 1. 2, nom. indig.: Pejecalzon; von G. canis durch die Zahnform versch.,
Zool. Gart. S. 86. —
Galeus japonicus, Bem.; Nyström, Jap. F. 50.
374 Dl'- F- Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
(Sphyrna.). Zygaena peruana, Gestalt des Kopfes wie tudes, aber mit
lauter spitzen Ecken; in Peru häufig. Philippi, Tiburones p. 12, Tf. 2, Fig. 2;
Zool. Gr. S. 86. — Zygaena dissimilis, wegen der gesägten Z. u. Mangels der Grube
am Vorderrand des Kopfes von allen bek. Sp. versch., Kurrachee, üb. 10 Fuss 1.;
J. A. Murray, „n. sp. of Zygaena from Kurr. Harbour', Ann. Mg. N. H. (2)
XX 304 (Abdr. aus: Indian Ann. Mag. N. Sc. Juni 87, p. 90 u. Journ. Bombay
Nat. Hist. Soc). Z. diss. Murr, ist Z. mokarran Rüpp., diese Sp. aber neu für
Indien; F. Day ebd. S. 389 (kui'ze briefliche Notiz).
Mustelus, Occiput, Gegenbaur, s. S. 279; Muskelphysiol., Krukenberg,
s. S. 283; Gefässsystem, Parker, s. S. 293 u. Hochstetter, S. 292; Ganglion
ciliare, Onodi, S. 287.
Mustelus edulis, Perez, estudios p. 4. Ungefleckt; ob vom europ. versch.?
„tollo" der Fischer; Philippi, Tiburones chil., p. 15, Tb. 6, Fg. 5.
Lamuidae. Lamna cornub., Schädel s. Parker, unten bei Carcharodon.
Lamna güntheri Mui'ray (84), ist Carcharias tricuspidatus, Day, Ann.
Mg. (2) XX 389 (kurze briefl. Mitth.).
Lamna huidobrii, ohne Nebenzacke an den Zähnen, ob von spallanzani
versch.?, 3 m lang; Philippi, Tiburones chil., p. 16, Tf 3, F. 1 und Zool. G.,
S_ 86. — L. philippü Perez, estudio p. 1; „azulejo" der Fischer (cf. Carchar,
pugae), von huidobri versch. durch viel dickern Körper, concave Frontalregion,
längern u. dünnern Schwanz, breitere D. u. P., Philippi, ebd. p. 17, Tf. 3, F. 2.
Oxyrhina Ag. wird Ismus Raf. (schon in Synopsis 83); westind. ist I.
dekayi; Jordan, Pr. n. m. IX 556.
Carcharodon rondeleti, synon.: Carcharias leucas Benn. 59; Dougl.-Og.,
Pr. Z. Soc. Lond. 87, p. 615, Anm. — Ein Oberkfr. von Südchile hat 110 cm
Umfang. Philippi, Tibur. chil., p. 18, Tfl. IV F. 4 (Zähne). — Abb. des
Skeletts; Günther, Guide Brit. Mus. p. 55, 56. — Bei Neuseeland constatirte
T. J. Parker von 1881—6 den Fang von 5 Expl., 10— 30 Fuss 1. Maasse und
Aeusseres von e.Ex. 577 cm 1., Schwanz stark deprimirt. Ergänz, der Beschreibung
des Skeletts (Hasse 79 u. Haswell 84), meist mit Lamna com. verglichen, die
Schädel beider Gatt, deutlich verschieden, in die Basis des Seh. von Carch.
treten 2 Wirbelkörper ein, das Neuralrohr sehr unregelm. segmentirt, Zahl d.
Wirbelkörp. 182, der 107. ist der 1. Wrb. der Schwanzfl. An dem Beckengüi-tel
ein Knorpelstück, entsprechend einem Propterygiiim, abgesondert; D. II u. A.
besitzen eine basale Knorpelplatte (geg. Hasw.), d. h. verwachsene Pterygiophoren ;
alles mit reichl. Abb. Ferner Abb. u. Beschr. vom Darmstractus, (Herz (3x3
Klappen im Con. art.), Gehirn u. dessen Nerven. Ein Ex. von 15 Fuss hatte noch
keine entwick. Ovarien. Auch ein Fötus 55 cm 1. untersucht, die Spitze des
dreischenkligen Rostralknorpels ist hier durch eine Oeffnung gefenstert; am
Hirntheü ein Spiracular (?)- Knorpel ; am Gehirn der Tractus olf. u. Nachhirn
noch ganz kurz. Proc. Zool. Soc. London, 1887, S. 27—40, Tf. 4-8.
Alopecias, Gehirn, Leger, s. S. 287. — Alopias in Chile „peje-zorro"
genannt, A. vulpes?, ob vom europ. verschieden?; A. barrae Perez, estud. p. 6,
rait spitzem Kopfe, alle Zähne d. Obkf. von verschiedener Grösse; Philippi,
Tiburones p. 19 bez. 21, Tf. 5, Fg. 1, la, Ib, bez. 2. — AI. vulpes, Bem. über
Expl. V. Sardinien; Parona, Atti soc. Modena, Rend. (3) I p. 99.
Bhinodontidae.
in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 375
Notidanidae. Occiput von Notid., Gegeubaur, s. S. 279.
Notidanus [Hex.] vulgaris Perez, estudios p. 8, u. N. [Hept.J /erox Perez
est. p. 7. — N. vulg. hat im Untkf . nur 6 Spitzen an den Zähnen ; N. ferox hat
längern Schwanz u. grösseren Abstand zwischen P. u.V. als indicus, Philippi,
Tib. de Chile p. 22 bez. 23, Taf. 6, Fig. 1 bez. 2.
Chlamydoselachidae. Chlamydoselache anguiuea, 1 $ 2 (^ aus der Yedo-
Bay [angebl. Tiefsee gegenüber Tokio, wo aber kein tiefes "Wasser ; stammt also
wohl aus dem Ocean weiter südlich, woher die Tiefseef. des Fischmarkts in
Tokio überhaupt kommen]. Die Pterygopodien ähnl. wie Aeanthias, die Ventralis
heftet sich aussen weit an das Pt. an, wie bei I^otidanus (Abb.); während bei
einem ^ die Urogenitalgänge symmetrisch sind, ist bei d. audem der linke
stark, der r. schwach entwickelt u. der r. Porus abd. fehlt ganz (Abb.). Abb.
der Darmspiralklappe, der Zähne u. des Herzens, in dem Conus arter. 3 Längs-
reihen jede zu 5— 6 Klappen, regelmässiger als bei Garman. Günther, Chall.
XXII 2—4, Tf. 64, 65. - Referat üb. Garman's Arbeit (85); Fr. Eilh. Schulze,
Sitzb. G. natf. Fr. Berlin 87 S. 59. — Fossile Zähne von Chlam., Davis, siehe
S. 327.
Soylliidae. Scyllium, Venen, Hochstetter, s. S. 292; Gefässentwickl.,
P. Mayer, S. 291; Muskelstruktur, Marshall, S. 283.
Scyllium canescens Gth. 78, einz. Tiefsee -Art, Günther, Chall. XXII
p. 1, Tf. 1. — Sc. laticeps u. indicum, Bem.; Ny ström. Jap. F. 49.
Scyllium chilense Gay nee Gth., nom. ind. „pintaroja", mit bräunlichen
Flecken wie Sc. catulus. Philippi, Tib. p. 24 Tf. 7, Fg. 4, Sc. brevicolle =
chil. Gth., Perez, nee Gay, mit schwärzlichen Qbd. über den Rücken, Zähne
unten kaum kleiner als oben, Genitalanhänge die V. nicht überragend, Kopf
breiter u. runder als bei chil. ; ebd. p. 26, Fig. 5, im Zool. Gart. p. 86 als S. Gayi Ph.
Pristiurus, Gefässentw., P. Mayer, s. S. 291. — Pr. melan. als Tiefsf.
erw., Günther, Chall. XXII p. 2.
Cestraciontidae. Skelett d. paar. Flossen, Howes, s. S. 281.
Spinacidae. Aeanthias, Chorda, Lvoff, s. S. 280; Entw. des Ganglion
ciliare, Beard, S. 287 ; Venensystem, Hochstetter, S. 292; Bauchhöhle frei
von Bacterien, Ewart, S. 291.
Aeanthias vulg., 66" N. bei Westgrönland; Lütken, Vid. Medd. n. For.
Kjoeb. 1887. S. 4.
Aeanthias femandezianus, Abb. u. Beschr., viell. doch versch. von A. vulg' ;
Philippi, Tib. p. 27, Tf. 4, F. 3, u. Zool. Gart., Bd. 28, S. 87.
Spinax C. wird Etmopterus Raf., Jordan, W. Ind., Pr. n. m. IX 555.
Spinax granulosus u. spinax als Tiefsf. erw., Günther, Chall. XXII p. 4.
Centrophorus, alle Sp. Tiefsf., bisherige Fundorte Japan, Ostind. Archip.,
Mittelmeer, Portugal, Massachusetts. C. foliaceus, Maul näher der 1. Kiemen-
spalte als der Schnauzsp., Schuppen gross, einkielig; grau; Enosima (Japan),
345 Fd., 1 mas juv., 16 Zoll; C. squamulosus, Maul fast mitten zw. 1. Ksp, u.
Schnsp., Schuppen klein; schwarz; mit vorigem, 27 Z., 1. fem. ad.; Beschr. von
Darmkanal, Generationsorg., Herz. C. coelol. als Tfsf. erw., Günther, Chall.
XXII, 5, Tf. II, Fg. A (foliac.) u. B. (squam.)
Centroscyllium granulatum , ähnl. fabricii, Chagrin gröber, Falklaud-I.,
245 Fd., 11 Zoll 1. Günther, Chall. XXII p, 7.
Scymnus lichia, Blutgefässe Parker, s. S. 293.
3Y6 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Laemargus bor. als Tiefst erw., Günther, Chall. XXII 7.
Echinorhinus spinosus, Abb., Beschr., Zähne „ ^ ^^ ; Mc Coy, Prod.
zool. Victoriae, Tf. 144.
Rhinidae. Rhina, Venensystem, Hochstetter, s. S. 292.
Rhina armata, nom. indig. „Anjel de mar", Körperform von der einer
brasilianischen Rh. squat. versch., die Medianlinie des Rückens mit Stacheln,
noch grössere, 4 mm 1. [nicht cm!], in einer Binde anf dem Rande der F.;
1,03 m 1.; Philip pi, Tib. de Chile p. 29, Tf. VII 1 (wo in Fig. 2 auch das bras.
Expl.) u. Zool. Gart. Bd. 28, S. 87.
Pristiophoridae.
Rajae. Pristidae. Rhinobatidae,
Torpedinidae. Torpedo, Muskelphysiol. , Krukenberg, s, S. 283;
Physiol. d. elektr. Org., Gotch, S. 285; Nervus fac, Proriep, S. 288; Entw.
des Gangl. ciliare, Bear d, S. 287; Venen, Hochstetter, S. 292; Gefässsystem,
Mayer, S. 291; Entw. des Vornierengangs, Beard, S. 308; Entwickl, Swaen
302 u. Rückert 302.
Rajidae. Raja, Venen, Hochstetter, s. S. 292; R. batis, selbst die
Bauchöhle frei von Bacterien, Ewart, S. 291.
[Raja clavata]. Zieht im Frühl. u. Sommer in die Zuiderzee, wahrsch.
des Laichens halber; Entw. ausserhalb d. Mutter dauert über 1 Woche; J.
F. van Bemmelen, Bijdragen tot Ansjovis, S. 42 (siehe bei Engraulis).
Raja fyllae, Scheibe fast kreisförmig, von erinac. u. ocell. versch. durch
nur 30 Zahnreihen in jedem Kiefer (statt 50 bez. 90), von plutonia durch Mund-
breite IV2 mal in dem Abstand v. der Schnauzsp. (statt V2), kürzeren Schwanz,
weniger Schulterdornen; Davis-Str., 80 Fd., 1 $ juv. 101 mm br. vom Schiff
„Fylla", eine unbekannte Eikapsel viell. dazugehörig; Lütken, Vid. Medd. nat.
Por. Kjoeb. 1887, S. 1—4, Taf. 1.
Raja isotracJiys, Rostrum rechtwinklig, P. gerundet-rechtw. ; Oberseite
durchweg rauh, die Schüppchen mit 4— 5 strahliger Basis, Stacheln nur mediane,
1 am Schultergürte], 18 stärk, auf d. Schwanz; oben braungrau, unten braun-
schwarz; südl. V. Japan, 365 Fd., 1$, 13 Zoll br. Günther, Chall. XZII 8,
Tf. 3. R. circularis im Faröe-Canal, 516 Fd.: R. radiata, batis, vomer, füll., als
Tiefsf. erw. ; R. hyperborea, desgl., Bemerk., Abb. Tf. 4 ; R. plutonia, granul. u.
nidrosiensis, Tiefsf., Beschreib, copirt; Günther, ebd, p. 8-11.
Raja japonica, Schnauze (bis zur Augenmitte) kürzer als halbe Kopfbreite
(ebenda), Stirnbreite = Augd. (bei undul. grösser); Enferu. d. äuss. Nasenloch-
ränder etwas kleiner, als deren Abstand von der Schnauzenspitze (wodurch von
maderensis versch., welche sonst nahe); Dornen nur 1 starker hinter dem Kopf
u. 1 Reihe auf dem Schwanz; dunkelbraun, gelblich gefleckt, 21 cm [Nagasaki];
Nyström, Jap. F. 52. Bem. üb. R. kenojei, ebd.
Trygonidae. Die Fam. als Dasyatidae, u. die Gatt.
Trygon als Dasyatis Raf., sayi, hast. u. tuberc. westind., Jordan, Pr. n. m.
IX 557. — Tr. uarnak als einz. Rochenart von Maskat erw.: Boulenger, Pr
z. s. 667 — Tr. violacea, n. für d. Adriat.-Meer, Aug. 86 bei Venedig gef. ; kurze
Bem. üb. Färb. u. Eingeweide; E. F. Trois, „annot. sopra Tr. viel, preso nel
Adr.", Atti r. istit. Veneto (6) V 31—33.
■ in der Ichthyologie während des Jahres 1887. 377
Urolophus tullbergi, hat zwei mit Widerhaken versehene Stacheln auf d.
Schwanz, Rtickenfl. fehlt, Körper ohne Dornen, hraungraii; [Nagasaki] 22 cm;
Nyström, Jap. F. 53. — Ur. kaianns als Tiefsf. (140 Fd.) erw.; Günther,
Chall. XXII 12.
Myliobatidae. Mobula Raf. statt Dicerobatis ; M. hypost. westindisch;
Jordan, Pr. n. m. IX 558.
Ct/clostomi.
Petromyzontidae. Petromyzou, Chorda dorsalis, Lvoff, s. S. 280;
Parietalange, Baird, S. 287 (oben); sympath. Nervensystem, Julin, S. 288;
Entw. d. Auges, Nuel, S. 290; Gefässe, Julin 291; Blut, Thompson 290;
Entwicklung, Böhm, s. S. 300, Shipley S. 304, Kupffer S. 305, Dohrn
S. 308, Scott S.305.
Petr. fluviat u. planeri für dieselbe Art erklärt von Shipley, s. S. 304,
- Petr. (Bathym.) bairdi, als Tiefsf.? (547) erw., Günther, Chall. XXn 267.
Lampetra spadicea ähul. plumbea, aber Mandz. 9 (plb. 8), laterale zwei-
spitz. Z. 4 (plb. 3) kastanienbraun, Guanajuato, Mex.; die dem Aequ. (21 ON.)
nächste Art der Subclasse. Hay, Pr. n. mus. X 374, Tf. XX 6.
Myxinidae. Myxine, Muskelstructur , Marschall, s. S. 283 ; Parietal-
auge, Beard,S.287 (oben); Gefässe, Julin, S. 291; Blut, Thompson, S. 290.
[M.] Weber, „bouw der geslachtsorganen van Myxine glut.," fand, dass die
Reife der Eier im Süden früher eintritt; reife Weibchen u. noch weniger reife
Männchen, hat er unter Hunderten von Exp. nicht erhalten. Tijdscbr. nederl.
dierk. veeren. (2) I, Aä. 3, 4. Verslag v. d. vergad., p. CCXIU— Vn.
Myxine gh;t., Tiefsf. (70— 524 Fd.); M. australis Jen. aus dem antarct.
Amer. auch in Japan (= Hepatr. cirr.), die hinteren Oeffn. wahrsch. nur Poren
der Seitenlinie), Tiefsf. 345 Fd.; Günther, Chall. XXII 267. Bdellostoma, Ge-
fässe, Julin, s. S. 291.
Leptocardii.
Cirrostomi. Amphioxus, gehört nicht zu den Vertebraten, Beard, s.
S. 308; morphol. Vergleichung mit den Tunicateu, Dohrn, S. 308,
Bericht
über die
wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Malakologie
während des Jahres 1888.
Von
Dr. Joh. Thiele und Dr. W. Kobelt.
I. Bericht über Allgemeines, Physiologie, Anatomie
and Entwicklungsgeschichte.
Von
Dp. Joh. Thiele,
Assistent am Zoolog. Museum in Dresden.
Zeitschriften, Jahresherichte, Sammelwerke, Lehrbücher
und Vermischtes.
Nachrichtsblatt der deutschen inalakozoologischen Gesellschaft,
redigirt von W. Kobelt. Jahrgang XX, Frankfurt a. M.
Malakozoologische Blätter, herausgegeben von S. Gl es sin. Neue
Folge Band X, Cassel.
Journal of Conchology. Established in 1874 as the Quarterly
Journal of Conchology. Conduct. by John W. Taylor. Vol. V, No. 9
bis 12. Leeds.
Conchologists Exchange I, II. Philadelphia.
Annales de la Societe Royale Malacologique de Belgique. Tome
XXII (4. Ser., Tome II) annee 1887. Bruxelles.
Proces verbaux des seances de la Societe Royale Malacologique
de Belgique. Tome XVII Annee 1888. Bruxelles.
Journal de Conchyliologie, herausgegeben von H. Crosse und
P. Fischer. Vol. 36 (3. Ser., Tome 28). Paris.
Bulletins de la Societe Malacologique de France sous la direction
de C. F. Ancey, J. R. Bourguignat etc. Tome V. Paris.
Bullettino della societä malacologica Italiana. Vol. XIII. Pisa.
Dr. Joh. Thiele. 379
Hoyle, W. E. Mollusca in: The Zoological Record for 1888.
London 1889.
Schiemenz, P. Mollusca in: Zoologischer Jahresbericht für
1888. Herausgegeben von der zoolog. Station zu Neapel. Berlin 1890.
C ollin, A. und Kobelt, W. Bericht über die wissenschaft-
lichen Leistungen im Gebiete der Malakologie während des Jahres
1887. Archiv für Naturgeschichte Jahrg. 1888 Band IL Berlin.
Kobelt, W. Iconographie der schalentragenden europäischen
Meeresconchyhen. 8. Heft, p. 1 — 16.
Derselbe. Rossraässlers Iconographie der europäischen Land-
und Süsswasser-Mollusken. Neue Folge, Band HI Lief. 5, 6 und
Band IV Lief. 1, 2. Wiesbaden.
Martini-Chemnitz, Systematisches Conchylien-Cabinet heraus-
gegeben von W. Kobelt. Lief. 356—367. 4». Nürnberg
Tryon, G. W. Manual of Conchology structural and systematic
with Illustrations of the Species. Vol. X Pt. 37 — 40. Second series:
Pulmonata. Helicidae II, Part 13—16. Philadelphia.
Brühl, C. B. Zootomie aller Thierklassen für Lernende nach
Autopsieen skizzirt. Schnecken -Anatomie 1. Heft mit 5Taf. 4". Wien.
Vogt, C. und E. Yung. Lehrbuch der praktischen vergleichenden
Anatomie. Lief. 13 — 14. Mollusken p. 734—906 Fig. 337—425.
Braunschweig.
Dieselben. Traite d'anatomie comparee pratique. Paris.
Mollusca p. 724 — 897. Monographieen von Anodonta anatina, Helix
pomatia, Hyalaea tridentata und Sepia officinalis.
Graber, V. Leitfaden der Zoologie. Leipzig. 8".
Rolleston, G. Forms of Animal Life. A. Manual of comparat.
Anatomy with descriptions of selected Types. Second edition. Oxford
8». Mollusca p. 107—138 und 448—499.
W. Marshall: Die Tiefsee und ihr Leben. Nach den neuesten
Quellen gemeinf asslich dargestellt. Leipzig. Mollusken p. 283 — 296.
F. Richters: Die Tiefsee und ihr Leben. Zoolog. Garten 29.
p. 333 — 341, Auszug des vorigen,
Arnold Lang: lieber den Einfluss der festsitzenden Lebens-
weise auf die Thiere und über den Ursprung der ungeschlechtlichen
Fortpflanzung dui-ch Theilung und Knospung. Jena.
Die Mollusken sind an zalilreichen Stellen bei den Erörterungen
über die Anpassung an festsitzende Lebensweise erwähnt.
380 Dr. Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lobianco, Salv. Notizie biologiche riguardanti specialmente
il periodo di maturita sessuale degli animali del golfo di Napoli.
Mittheilungen aus der zoolog. Station zu Neapel Bd. 8. Mollusken
p. 414—424.
Lacaze-Duthiers: Sur les avantages de l'emploi de la lumiere
electrique dans les observations de Zoologie marine. Comptes rendus
hebdom. des seances de l'Acad. des Scienzes 107 p. 718 — 20.
Die Cephalopodon verlieren in den Aquarien allmählich ihre
Reizbarkeit. Bei electrischer Beleuchtung werden sie dunkler, ihre
Hauttuberkeln, namentlich am Kopfe, deutlicher.
Suchet et, A. L'hybridite dans la nature. Rev. Quest. Sc. 24,
Mollusken p. 178—80.
Verschiedene Mollusken.
Leydig: Altes und Neues über Zellen und Gewebe. Zool.
Anzeiger No. 279 ff.
Leydig macht unter Anderem Angaben über histiologische Ver-
hältnisse einiger Mollusken : p. 259 über Cuticularisirung des ganzen
Zellkörpers der die Kiefer zusammensetzenden Zellen von Paludina,
Ancylus, Lymnaeus, p. 277 über Inhalt von Hautdrüsen, ,,Duft"
der Schalen, p. 278, 79 über Byssus, p, 314 über Struktur der
Ganglien von Limax, doch beziehen sich diese Angaben nur auf
frühere Untersuchungen des Verfassers.
Frenzel, J. Zum feineren Bau des Wimperapparates. Arch.
mikr. Anat. 28 p. 53 — 80, 1886. Abbildungen von flimmernden
Darmepithelzellen verschiedener Mollusken.
Chatin, J. Sur les myelocytes chez les Invertebres. Mem. Soc.
philom. Cent. p. 100 — 102. Bei Cephalopoden zeigt der Theil der
Cerebralganglien, von welchem die höheren Sinnesnerven abgehen,
eine Zusammensetzung aus kleinen Zellen, vermischt mit Myelocyten;
diese haben einen sehr dünnen Protoplasmamantel um die grossen
(9 — 15 /i) Kerne, gewöhnlich mit nur einem Fortsatze. Entsprechende
Elemente wurden auch bei Pulmonaten und Cyclostomen beobachtet;
dieselben fehlen in den Eingeweideganglien.
F ol , H. Sur la structure microscopique des muscles des Mollusques.
Comptes rend. 106, p. 306—8, auch in Journ. Micr. 12, p. 91, 92.
Ref.: Le Naturaliste 10, p. 63; Journ. R. M. S. 88, p. 199; Amer.
Natur. 22, p. 356.
Gegen Blanchard und Paneth behauptet Fol, dass wahre
Querstreifung der Muskelfasern bei Mollusken nicht vorkomme; die
Herzmuskeln und Siphomuskeln der Cephalopoden, die Buccalmuskeln
der Cephalophoren, die der Flossen von Ptero- und Heteropoden,
ebenso die Schliessmuskeln der Lamellibranchier bestehen vielmehr
aus glatten Fasern mit spiraligen Fibrillen. Diese Art von Fasern
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 381
ist bei Mollusken mindestens ebenso häufig wie die mit geraden
Fibrillen (vgl. später).
Krukenberg, C. F. W. Fortgesetzte Untersuchungen zur ver-
gleichenden Muskelphysiologie. Vergi. physiolog. Studien, IL Reihe
4. Abth. p. 143—71, i887.
Krukenberg erhielt bei der Prüfung kalt bereiteter Extracte
aus dem Muskelfleisch oder der Leber von Fischen und Wirbellosen,
darunter Eledone moschata, Doris tuberculata, Fissurella costaria,
auf Indol und Indican negative Resultate; dagegen zeigten die
Auszüge der Leber und Venenanhänge von Eledone bei Zusatz von
Nitroprussidnatrium typische Purpurfärbung. Der dieselbe ver-
ursachende Stoff war aber nicht festzustellen. — Ebenda p. 93, 94
Anm. Hautstücke und ein abgetrennter Arm von Octopus wurden
in Wasser erwärmt; dabei zeigten die Chromatophoren mittlere Aus-
dehnung. Bei 41 '^ C. trat der Tod ein.
Griffiths. Researches on the problematical organs of the
Invertebrata — especially those of the Cephalopoda, Gasteropoda,
Lamellibranchiata, Crustaeea, Insecta and Oligochaeta. Proc. R.
Soc. Edinburgh. 14. Ed. Nov. 86 bis Juli 87, p. 230 fi'.
Die Nephridien der Cephalopoden sind echte Nieren, ihre Ab-
scheidungen enthalten Harnsäure und Calciumphosphat. Aus den
Excreten der Bojanusschen Organe von Anodonta cygnea Avurde Harn-
säure und Harnstoff gewonnen, von Helix aspersa und Limax flavus
wurde die Nierennatur der Nephridien nachgewiesen; die von Mya
arenaria enthielten Harnsäure, Harnstoff und etwas Calciumphosphat.
Die Speicheldrüsen von Helix aspersa enthielten ein lössliches
Ferment, das Stärke in Zucker umwandelt, sowie Calcium und Chlor,
während Phosphate und Carbonate zu fehlen schienen; diese Drüsen
sind in physiologischer Hinsieht denen höherer Thiere ähnlich. Die
sog. Leber von Cephalopoden ist ein richtiges Pancreas, auch die von
Gastropoden und Lamellibranchiern liefern pancreasähnHche Secrete.
Griffiths, Further researches on the physiology of the Inverte-
brata. Proc. R. Soc. London 44, p. 327, 28. Das Secret der Speichel-
drüsen von Sepia officinalis entliält lössliches diastatisches Ferment,
Mucin, Sulphocyanate und phosphorsauren Kalk, ganz ähnlich die
Speicheldrüsen von Patella vulgata.
Mac Munn, C. A. Further observations on some of the appli-
cations of the spectroscope in Biology, with special reference to the
presence of Chlorophyll in animals. Proc. Birmingh. Soc. 5, 1887.
Mollusken Taf 9 Fig. 4.
Schiemenz, P. Ueber die Wasseraufnahme bei Lamelli-
branchiaten und Gastropoden (einschliesslich der Pteropoden),
IL Mitth. zool. Stat. Neapel 7 p. 423—72 (s. Ber. f. 1887 p. 278).
Schiemenz macht zunächst einige Bemerkungen über die
doppelte Niere einiger Prosobranchier und bestätigt das Vorhanden-
sein eines Sphinkters im Fusse nicht nur bei Lamellibranchiern,
sondern auch bei Gastropoden. Es folgt eine eingehende Be-
382 Dl"- Joh- Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Schreibung der Wassergefässe von Natica. Diese stehen mit dem
Blute in keiner Verbindung, sondern sind gegen die Gewebe durch
eine Grenzmembran abgeschlossen. Mehrere Längskanäle, die in
einen Querkanal münden, durchziehen den Vorder- und Hinterfuss,
sowie die der Schale aufliegenden Lappen. Sodann geht Verf. auf
das Blutgefässsystem des Fusses ein. Die Schwellung des letzteren
wird durch Abschluss der Venen und Einpumpen von Blut in das
Adernetz des Fusses hervorgebracht; indem die Muskeln aus-
einanderrücken, strömt durch die Wasserspalte zwischen diese
Meerwasser ein ; nach Abschluss der Spalte wird der Verschluss der
Vene aufgehoben, sodass das Blut in gewöhnlicher Weise circulieren
kann. — Die meisten Mollusken, welche keine Venen, sondern nur
Lacunen im Fusse haben, können keine Wassergefässe besitzen.
Fleischmann, A. Die Wasseraufnahme bei Mollusken. Biolog.
Centralblatt 7, p. 713—17. Ausz.: J. R. M. S. 88, p. 563.
Bericht über Schiern enz' Arbeit über die Schwellung des Fusses
von Natica mit einigen Bemerkungen über die Schwellung bei Lamelli-
branchiern (gegen Roule).
Lankester, E. Ray. The coelum and the vascular System of
Mollusca and Arthropoda. Nature Vol. 37, p. 498. Ausz.: Journ.
R. Micr. Soc. 1888 p. 395, 96.
Das Blutgefässsystem der Mollusken ist nicht ein Coelom, es
wird als Haemocoel bezeichnet; das Coelom wird hauptsächlich
durch das Pericard dargestellt, das ursprünghch mit der Höhle der
Keimdrüse zusammenhing. Lankester nimmt an, dass das Haemocoel
ursprünglich mehr röhrenförmig war und aus richtigen Gefässen
bestand, während das Coelom grössere Dimensionen zeigte als bei
den später lebenden Mollusken.
Kalide, G. Beitrag zur Kenntniss der Muskulatur der Hetero-
poden und Pteropoden, zugleich ein Beitrag zur Morphologie des
MoUuskenfusses. Zeitschr. f. wiss. Zool. 46, p. 337— 77. Sep. Inaug.-
Diss. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 88, p. 560, 61.
Kalide beschreibt die Muskulatur von Pterotrachea und Cari-
naria. Dieselbe beseht aus zwei über einander gelegenen Schichten,
welche sich in den Rüssel, den Eingeweidesack und den Schwanz-
theil in Längsrichtung fortsetzt, während eine äussere Ringmuskel-
schicht bald mehr bald weniger entwickelt ist. Die Muskulatur der
Flosse ist von der des Körpers ganz getrennt und steht zum Spindel-
muskel in enger Beziehung, Bei Carinaria sind die einzelnen Bänder
meist getrennt, bei Pterotrachea mehr in Bündeln, namentlich
2 dorsalen und 2 ventralen Längszügen, vereinigt. Sodann wird
die Muskulatur von Pteropoden beschrieben, im Ganzen überein-
stimmend mit den älteren Angaben Eschrichts. Die Muskulatur
der Flossen ist sehr ähnlich wie bei Heteropoden und ganz von der
Leibesmuskulatur getrennt, steht aber mit dem Spindelmuskel in
Zusammenhang. Indem Kalide die Flossenmuskulatur von Hetero-
poden und Pteropoden vergleicht, kommt er zu dem Schlüsse, dass
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 383
die Flossen beider Gruppen homolog sind. Dem Protopodium der
Gastropoden soll nur der Schwanztheil der Heteropoden und der
zipfelförmige Theil der Pteropoden homolog sein, während die Flossen
als Hervorsprossung des Spindelmuskels entstanden sind unter Durch-
brechung der Körperwand, von der nur die Epidermis und die
gallertige Cuticula sich auf das neue Gebilde fortsetzen. — In
einem Nachtrage wird Grobbens Homologisirung — der Saugnapf
der Heteropoden entspr. der Kriechsohle von Gastropoden (s. später)
— theilweise anerkannt.
Kalide, G. Vorläufige Mittheilungen über Studien am Gastro-
poden- und am Pectenauge. Zool. Anz. p. 679—83 und 698—703,
Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1889 p. 38, 39.
Die Retinazellen sind fast durchweg mehr oder weniger pig-
mentirt, die keulenförmigen Pigmentzellen sitzen mittels eines faden-
förmigen Stiels der Basalmembran auf. Die Stäbchen, welche von
den Retinazellen ausgehen, sind am inneren Ende abgerundete, poly-
gonale Säulen von einer wasserhellen, zähflüssigen, mit Pigment-
körnchen untermischten Substanz, in deren Centrum eine Nerven-
faser verläuft. Zwischen den Epithelzellen sind sternförmige Zellen
eingeschaltet, deren Fortsätze jene umspinnen; mit diesen Elementen
hängen Fasern mit eingestreuten Kernen zusammen, Avelche den
Glaskörper sowie die Linse durchziehen, daher sind diese Gebilde
bindegewebiger Natur. In ähnlicher Weise wurde auch am Fühler
von Tritonium ein Netzwerk zwischen den Epithelzellen beobachtet,
das bis in die Cuticula reicht, in welcher zahlreiche Kerne wahr-
genommen wurden. Die Augen der Heteropoden und Pectiniden
zeigen entsprechende Verhältnisse, nur ist bei den letzteren wegen
der vor der Augenblase aufgetretenen Linse die Retina an der
Vorderseite des Auges entwickelt.
Beard, J. Morphological Studies. — 1. The parietal eye of
the Cyclostome fishes. Quart. Journ. Micr. Sc. II 29. p. 68. Beard
hat die Augen von Onchidium untersucht und bestätigt Sempers
Angabe, dass dieselben nach dem Vertebratentypus gebaut sind.
Der Nerv ist doppelt und tritt an 2 Stellen zum Auge. Beard
glaubt, dass ursprünglich wie beim Pecten-Auge der Nerv an der
Vorderwand ins Auge getreten und dass die Durchbohrung der
Hinterwand erst später durch Abkürzung des Verlaufes zu Stande
gekommen sei.
Pelseneer, P. Report on the anatomy of the deep-sea Mollusca
collected by H. M. S. Challenger during the years 1873 — 76.
Ausz.: J. R. M. S. 89. p. 369.
Pelseneer beschreibt zunächst einige Eigenthümlichkeiten von
Tief seegastropo den und Muscheln, so die rudimentären Augen von
Guivillea, die Lippententakel von Trochus infundibulum Watson etc.
Sodann wird die Frage erörtert, ob das Rudimentärwerden der
Augen für die Tiefseeschnecken characteristisch sei; diese Frage
wird im Ganzen verneint, weil einerseits gewisse dieser Thiere völlig
384 Dr- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ausgebildete Augen besitzen, andererseits bei anderen Schnecken
gleichfalls rudimentäre oder fehlende Augen bekannt sind (lanthina
etc.), wenn auch nicht geleugnet werden kann, dass die Augen stark
zum Atrophieren neigen. Kiemen sind öfters rückgebildet (Poro-
myidae, Cuspidariidae, Cryptodon) oder auf einem niederen Zustande
stehen geblieben (Malletia). Pelseneer hat die Kiemen der Muscheln
vergleichend untersucht und basirt auf ihre Verhältnisse einen
Stammbaum, welcher mit Malletia, der sich Nucula zunächst an-
schliesst, beginnt.
Pelseneer, P. Sur la valeur morphologique de l'epipodium des
gastropodes rhipidogiosses (Streptoneura aspidobranchia). Bull,
scientif. France Belg. III 1. p. 107 — 9. Vorl. Mitth. z. Folgenden.
Pelseneer. Sur l'epipodium des MoUusques. ibid. p. 182 — 200.
Die Pedalstränge von Haliotis, Fissurella und Trochus sind zwar
mit einer lateralen Furche versehen, aber nicht in zwei getrennte
Theile gespalten, wie Lacaze-Duthiers behauptet hat; daraus glaubt
Pelseneer schliessen zu dürfen, dass das Epipodium zum Fusse
gehört. Eine homologe Bildung findet sich auch bei lanthina und
Litiopa, sowie einer grossen Zahl von Rissoiden; bei lanthina wird
dieselbe von den Pedalganglien innervirt. Was Fischer bei
Hipponyx für ein Epipodium gehalten hat, ist vielmehr der eigentliche
Fuss, dessen Ränder mit denen des Mantels verwachsen sind. Bei
einigen niederen Tänioglossen (Lacuna, Fossarus, Paludina, Am-
puUaria, Calyptraea, Narica) finden sich auch Reste des Epipodiums
erhalten, namentlich sind es die sog. Cervicallappen , die allerdings
von den Pleuralganglien (Ampullaria) innervirt werden, woraus je-
doch nicht geschlossen werden darf, dass sie zum Mantel gehören
(Bouvier).
Sodann wird der Trichter der Cephalopoden als Homologon des
Epipodiums angesehen, indem Pelseneer die Umgebung des Mundes
für die Ventralseite und die Fläche, welche Trichter und Enddarm
trägt, für die Hinterseite nimmt; es sollen dann die Pedalganglien
der Cephalopoden der oberen Hälfte der Pedalstränge von Rhipido-
glossen, die Brachialganglien der unteren Hälfte der letzteren, d. h.
den eigentlichen Pedalganglien entsprechen.
Pelseneer. Sur le pied et la position systematique des Ptero-
podes. Mem. Soc. R. Malacol. Belg. 23. 7 pp. Die Flossen der
Pteropoden entsprechen vollkommen den „Parapodien" von Tecti-
branchiern (vgl. Kalide), keineswegs einem Epipodium (Grobben).
Bei Pectunculus will Pelseneer eine Falte gefunden haben, welche
dem Epipodium homolog sein soll (Ref. bestreitet das Vorhandensein
einer solchen). Gegen v. Jhering hebt Pelseneer das Vorhanden-
sein von Pleuropedalconnectiven bei Cephalopoden hervor.
Ihering, H. v. Die Stellung der Pteropoden. Nachrbl. mal.
Ges. 20. p. 30—32.
Enthält nichts Neues von Bedeutung.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 385
Agassiz, A. The cruises of the Un. St. coast and geodetic
survey steamer „Blake". Bull.Mus.Harv. Coli. 14, 15. Mollusken 15,
p. 58 — 75. Allgememes über Tiefseemollusken.
Call, R. Ellsworth. Sixth Contribution to a Knowledge of
tlie Fresh- water Mollusca of Kansas. Bull. Washb. Coli. Labor.
Nat. Hist. 2, No. 8 p. 11 — 25, 1887. Ausser faunistischen Angaben
Notiz über die zur Bruttasehe umgebildete Kieme von Unio aberti
Conr. (vgl. vor. Ber. p. 277).
Locard, Arn. Histoire des Mollusques dans l'antiquite. Mem.
Acad. Sc. Lyon 1885 vol. 27. p. 75—312. Ref. von W. Stricker.
Zool. Garten 29. p. 329—33.
Beauchamp, W. M. Erosion of Freshwater Shells. Conchol.
Exch. 1 p. 49.
Ford, J. Some Remarks on the Migration of Mollusks. ibid 2.
p. 71, 72.
Jackson, R. T. Catching fixed forms of animal life on
transparent media for study. Scienze 11. p. 230. Bericht über
Versuche, junge Thiere (Ostrea, Anomia, Crepidula etc.) aus dem
Meere zur Beobachtung auf Glasstücken festgeheftet und in mög-
lichst reinem Zustande zu erhalten.
Jukes-Browne, A. J. Rock-boring Mollusca: a subject for
leaside Study. Life Lore L p. 34 — 35 und 53 — 55.
Amphineura.
A. A. W. Hubrecht: Dondersia festiva, gen. et sp. nov. Feest-
bundel aan Donders door het Nederlandsch Tijdschrift voor Genees-
kunde, p. 324—339.
Das aus Neapel stammende Thier hat eine Länge von 10 mm,
eine Breite von ungefähr 1mm; es zeigt eine violette Färbung mit
einem Silberglanz. Aehnlich wie bei Proneomenia ist eine ventrale
Furche vorhanden, mit einer längsverlaufenden Falte darin, und am
Vorderende derselben eine Drüse. Die Spicula haben verschiedene
Form : die einen sind an dem Ende , mit welchem sie nach aussen
gerichtet sind, stark verbreitert, die anderen nadeiförmig, oft etwas
gebogen; in der Mundspalte und an der ventralen Furche sind die
Spicula merklich grösser. Der Enddarm ist im dorsalen Theile be-
wimpert, seine ventrale Wandung stark verdickt; der Mitteldarm
zeigt seitliche Ausbuchtungen und in der dorsalen Medianlinie
starke Cilien, vorn entsendet er einen dorsalen Blindsack.
In den Vorderdarm münden zwei Speicheldrüsen durch einen
gemeinsamen Gang aus, die Radula kommt in der ventralen Darm-
wand zum Vorschein. (Hubrecht hat auch bei Chaetoderma eine
äusserst kleine Radula wahrgenommen). Vorn findet sich eine dor-
somediane zweilappige Drüse, und ausserdem wurden noch andere
Buccaldrüsen beobachtet. Das Nervensystem ist ähnlich wie bei
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 1. 25
386 I5i'- Joli. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Proneomenia, doch zeigen die Pedalstränge deutliche Anschwellungen,
von denen die Commissuren abgehn. Das Circulationssystem be-
steht aus einem ventralen und einem dorsalen Stamme; das Herz,
vom Pericard umgeben, bildet einen dickwandigen Theil des letzteren ;
zwei Erweiterungen werden als Vorhöfe angesehn. Die zwittrige
Keimdrüse ist ein langgestreckter paariger Sack, hinten mit Oeff-
nungen ins Pericardium; in diesem wurden Eier angetroffen.
Aus dem Pericard führen zwei nach vorn gerichtete und mit je
einem gebogenen, nach vorn gerichteten Blindsack versehene Gänge
in einen grossen, nach vorn zweitheiligen Raum, der in die Kloake
mündet; in diesen Raum führen auch die stark bewimperten Aus-
führungsgänge zweier Blasen, die mit hohem Epithel bekleidet sind.
In die Kloake öffnet sieh eine dreilappige (Byssus?) Drüse.
Marion u. Kowalevsky: Sur les especes de Proneomenia
des cotes de Provence. Comptes rend. hebd. Ac. Sc. Paris. T. 106
p. 529-32.
Die Arten der Gattung, welche an den Küsten der Provence
gefunden wurden, sind klein, kaum 1 5 mm lang. Es wurden 4 Arten
beobachtet, Proneomenia vagans auf Rhizomen von Posidonia
caulini, in 25 — 30 m Tiefe, Pron. desiderata (ohne Analröhren) von
demselben Fundorte, Pron.aglaopheniae auf Aglaophenia myriophyllum
aus 70 — 100 m Tiefe; ein Exemplar von Pron. gorgonophila wurde
an der algerischen Küste auf einer Muricea gefunden. Ihre Be-
kleidung besteht aus einer dicken cuticuhiren Schicht, welche die
Spicula enthält, wälirend von der Hypodermis mehrzellige Fortsätze
in sie eindringen, welche drüsiger Natur zu sein scheinen, mit der Er-
zeugung der Spicula indessen nichts zu thun haben; die letzteren
wurden in jungem Zustande in Berührung mit der eigentlichen
Hypodermis gesehen.
Eine weite Buccalhöhle mit epithelialen Papillen, durch Muskeln
an der Dorsalwand befestigt, bildet den Anfang des Verdauungs-
tractes; weiter verengert sich der Pharynx; durch eine musculöse
Verdickung wird der Theil abgegrenzt , in welchem die Radula auf
einem hyalinen knorpligen Stück liegt; die Radulascheide ist klein,
die Zähne sehr stark, lieber den Cerebralgan glien zieht ein Blind-
sack nach vorn. Hinter diesen Ganglien liegt eine Masse von
grossen Zellen; die mit der vorderen Fussdrüse zusammenzuhängen
scheinen. Die Blindsäcke des Darmes sind gross und regelmässig,
durch Muskelzüge getrennt; im Enddarm flimmert das Epithel. Die
Nephridien münden in die Kloake; Pron. vagans hat zwei starke
Analtuben (Copulationsorgane). Das Herz besteht aus zwei hinter
einander gelegenen Taschen im Pericardium; in diesem wurden reife
Eier gefunden. Das Nervensystem enthält je zwei Cerebral-, Buccal-,
vordere und hintere Pedalganglien und unter dem Pericard ein
hinteres Ganglion, zu welchem die Lateralstränge ziehen. Die Com-
missuren sind ähnlich wie bei Proneomenia Sluiteri,
im Gebiete der Malakologie währeud des Jahres 1888. 387
Garnault: Recherclies sur la structure et le developpement
de l'oeuf et de son follicule chez les Chitonides. Arch. Zool. exp.
et gpn. II 6, p. 83-116. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1888 p. 933.
Die Eier entwickeln sich im Epithel des Eierstockes und sind
anfangs von den umgebenden Zellen wenig verschieden ; diese bilden
um jedes Ei einen Follikel. Dass die Kerne des letzteren aus den
Chromatintheilen des Eies entstehen, ist unrichtig. Der Nucleolus
enthält zuerst mehrere Chromatinkörper, später ist er gleichmässig
gefärbt. In gewissen Stadien zeigen die Eier starke Vorbuchtungen
(amöboide Fortsätze), und zwar so, dass jede an ihrem Ende den
Kern einer Follikelzelle trägt. Später ziehen sich diese Fortsätze
zurück, wodurch die foUiculäre Hülle faltig wird.
Scaphopoda.
Plate: Bemerkungen zur Organisation der Dentalien. Zoolog.
Anzeiger p. 509 — 15. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1888 p. 933 — 35.
Am vorderen Mantelrande sind 2 Arten von Drüsen in einem
gallertigen Bindegewebe gelegen. Neben den Cerebralganglien
liegen gesonderte Pleuralganglien , mit den Pedalganglien durch
Connective verbunden, die sich bald mit den Cerebropedalcon-
nectiven vereinigen. Die Ganglienzellen sind meist multipolar.
Der Tentakelapparat soll aus eigentlichen und rudimentären
Tentakeln bestehen; die ersteren sollen am Ende, in der Nähe
eines Ganglions, eigenthümliche grosse Sinneszellen enthalten.
Die Nieren entbehren einer inneren Oeffnung, hinten hängen
sie unter einander zusammen. Die Keimdrüse hat keinen Aus-
führungsgang, sondern entleert sich durch Platzen der Wandung
in die "rechte Niere. Bluträume mit eigener Wandung sollen fehlen.
Die neben dem After gelegenen Oefthungen sind wirklich vorhanden.
Am nächsten verwandt sind die Dentalien mit den Gastropoden.
Gephalopoda.
Lendeufeld, R. von. Bemerkungen zu Riefstahls Wachs-
thumstheorie der Cephalopodenschalen. Zoolog. Jahrb. Systemat.
3. p. 317, 18.
Verf hat sich überzeugt, dass gegen Rief Stahls Annahme bei
jungen Schalen von Nautilus die letzte Kammer nicht kleiner ist
als die vorhergehende. Bei grossen Thieren sind die letzten Septen
oft einander mehr genähert als die früheren, weil ihr Wachsthum
überhaupt geringer geworden ist. Eine Intussusception braucht
man nicht anzunehmen.
25*
388 -Dl". Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Bat her, F. A. Shell -growtli in Cephalopoda (Siphonopoda).
Ann. Mag. nat. hist. VI, 1. p. 298 — 310. Ausz.: Journ. R. Micr. Sog,
1888, p. 397.
Die dorsal von der Schale gelegenen Zellen des secernirenden
Epithels von Sepia sind deutlich, dagegen ist ventral nur eine
Schicht langgestreckter Kerne in einem Syncytium wahrzunehmen;
dieselben rufen den Eindruck hervor, als stammten sie aus dem
darunter befindhchen Bindegewebe. Die äusserste Lage dieses Zell-
stratums scheint zu verwachsen und als Chitinmembran abgestossen
zu werden; eine Intussusception der Schale findet nicht statt. Bei
allen Cephalopoden werden zuerst Chitinmembranen abgeschieden;
diese bilden ein Gerüstwerk, in welchem Kalk abgelagert werden
kann, und von dessen Anordnung die Schalenstructur abhängt. Die
Membranen des äusseren Theiles, welche durch die Mantellappen
secernirt werden und welche den Kalk als Calcit enthalten, sind
von den inneren, die durch den Eingeweidehöcker abgeschieden werden
und auf welchen der Kalk als Aragonit niedergeschlagen wird, ver-
schieden. Die Secretion an der Innenseite beginnt vorn und schreitet
nach hinten vor; die Membranen der Septen hängen mit denen der
Schalenwand zusammen, und jede vollständige Membran ist trichter-
förmig.
Blake, J. F. Remarks on Shell -growth in Cephalopoda.
Ann. Mag. nat. hist. VI, 1. p. 376 — 80. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc.
1888, p. 559.
Blake, der schon früher die Structur der Nautilus-Schale be-
schrieben, bestreitet, dass die inneren Lagen der Sejjienschale den
Septen von Nautilus entsprechen, da dort keine Durchbohrung, kein
Sipho und keine Protoconcha vorhanden sei; dieselben entsprechen
vielmehr der mittleren Perlmutterschicht der Nautilus-Schale.
Bather: Professor Blake and Shell-growth in Cephalopoda.
Ann. Mag. nat. hist. VI, 1. p. 421 — 27. B. behauptet gegen Blake
den organischen Zusammenhang zwischen Septum und Schale und
hält an seiner früheren Auffassung bezügl. der Homologisirung der
Schalentheile von Nautilus und Sepia fest, da die von Blake an-
gegebenen Unterschiede nicht stichhaltig seien.
Brooks, H. Preliminarj remarks on the structure of the
siphon and funnel of Nautilus pompilius. Proc. Boston Soc. Nat.
Hist. 23. p. 380—82.
Der Trichter der Nautilus-Schale besteht aus mehreren Lagen
von verschiedenartigem Bau. Die Scheide enthält grosse Kalkspicula,
welche aus kleinen Nädelchen zusammengesetzt sind, und welche
locker zusammenschliessen, sodass sie Poren zwischen sich freilassen.
Die älteren Trichter bestehen aus 5 übereinander gelegenen Schichten,
von denen die äussersten zum hinteren, die inneren zum vorderen
Trichter gehören.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 389
Hyatt, A. Values in Classification of the stages of growth and
decline, with 2'ropositions for a new nomenclature. Proc. Boston
Soc. Nat. Hist. 23. p. 396—407 und Amer. Natur. 22, p. 872-84.
Die Protoconcha der Cephalopodenembryonen ist nicht völlig
den Schalen anderer Mollusken äquivalent. Bei fossilen Nautiloiden
scheint dieselbe hornig gewesen zu sein; sie mag vorsilurisch ihr
Aequivalent bei erwachsenen Thieren gehabt haben, von denen sie
auf die Cephalopoden sowie die Pteropoden, die eine ähnliche Proto-
concha haben, übergegangen ist. Mit der Entstehung der ersten
Wohnkammer entsteht die Asiphonula, ein ,,siIphologisches"' Stadium,
welches einige Characteristica des Veligerstadium und der Scapho-
poden zeigt. Die weiteren Stadien mit einem Septum und mit zwei
solchen werden Caecosiphonula und Macrosiphonula genannt. Bei
Ammoniten und Belemniten ist die Caecosiphonula an die Stelle
der Asiphonula getreten. Nach der Bildung des dritten Septums
und eines engeren Trichters begann das Microsiphonulastadium.
Eine entsprechende Gestaltung haben die fossilen Formen erworben,
und sie ging dann allmählich auf die silphologischen Stadien über.
Die Beziehung der erwachsenen Thiere wird als Ephebologie, die
von aberranten und degenerirenden Formen als Geratologie be-
zeichnet; in dieser wird noch ein früheres Stadium (Clinologie)
von dem letzten (Nostologie) auseinandergehalten.
Laurie, Malcolm. The organ of Verrill in Loligo. Quart.
Journ. Micr. Sc. II, 29. p. 97 — 99. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc.
1888 p. 932.
Bei jungen, etwa 6 mm langen Individuen von Loligo ist das
Verrillsche Organ vorhanden und besteht, ähnlich wie es durch
Verrill bei Desmoteuthis beschrieben ist, aus einem medianen
Theile, der an der oberen Wand des Sipho liest und der vorn
eine Papille trägt, während er nach hinten in 2 Fortsätze ausläuft,
und aus 2 lateralen Theilen, welche in der unteren Wand des
Sipho gelegen sind. Dieses Organ producirt mukösen Schleim.
Ausser demselben ist eine gut entwickelte Klappe vorhanden. Bei
erwachsenen Exemplaren soll das Organ fehlen. Bei 8 mm langen
Thieren von Ommastrephes wurzle es auch gefunden, nicht bei den
erwachsenen. Verrills Annahme, dass der dorsale Theil dem Fusse
der Gastropoden entspricht, ist nicht genügend begründet.
Brock, J. lieber das sogenannte Verrill'sche Organ der Cepha-
lopoden. Nachr. Koen. Ges. tl. Wissensch. z. Göttingen. 1888,
p. 476—78.
Brock zeigt, dass bereits 1853 von Heinr. Müller das Trichter-
organ, welches Verrill angeblich neu entdeckt hat, beschrieben
worden ist. Lauries Angabe, dass es bei dem erwachsenen Loligo
fehle, ist unrichtig und dadurch zu erklären, dass es durch die
Conservirung leicht zerstört wird. Es kommt wahrscheinlich allen
Cephalopoden zu. H. Müller hatte in ihnen den Nesselfäden ähn-
liche Körper gefunden; Lauries Ansicht von der Schleimnatur des
390 Dl". Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Secr^es mag dadurch zu erklären sein, dass die Zellen durch die
Conservirung verändert worden sind.
Joubin, L. Recherches sur les glandes salivaires des Cepha-
lopodes. Assoc. frang. pour l'avanc. des sciences. Compte rendu 16.
sess. 1887. p. 258—59.
Das obere Paar von Speicheldrüsen ist ebenso wie die Sublin-
gualdrüse nicht nur bei Octopoden, sondern auch bei Decapoden
vorhanden. Die Abdominaldrüse der Octopoden zeigt tubulösen Bau
und ist muköser Natur. Das Blut gelangt von den Drüsen bei
Octopoden durch zahlreiche Oeffnungen in den Perivisceralsinus,
während es bei Decapoden durch ein Venennetz gesammelt wird.
J. hat auch die Entwicklung der Speicheldrüsen untersucht.
Carrieu. Note sur le developpement des cellules ramifiees du
cartilage des Cephalopodes et de leur rapports avec certains Clements
des chondromes. Comptes rend. Soc. Biol. VIII 5 p. 181 — 88.
Die Knorpelzellen der Cephalopoden entwickeln sich aus eckinen,
unregelmässig geformten Elementen durch Verlängerung und Ver-
zweigung der Fortsätze, die mit einander Anastomosen bilden.
Pelseneer, P. Sur la valeur morphologique des bras et la
composition du Systeme nerveux central des Cephalopodes. Archives
de Biologie 8 p. 723—56.
Die Brachialganglien der Cephalopoden sind bei den älterenFormen
vollkommen mit den Pedalganglien vereinigt und trennen sich von
diesen erst allmählich. Die Connective zu den Cerebral ganglien sind
secundär entstanden und sie beweisen nicht, dass die Brachialganglien
ursprünglich ein Theil der Cerebralganglien waren : auch die über dem
Schlünde gelegene Coramissur ist von gerinn;er morphologischer Be-
deutung, sie ist mit dem Zusammenwachsen der Arme über dem Kopfe
entstanden und sie spricht ebensowenig für eine ursprünglich dorsale
Lage der Brachialoanglien wie die untere Schlundcommissur vieler
Gastropoden ein Beweis dafür ist, dass die Cerebralganglien ur-
sprünglich unter dem Schlünde lagen. Aus diesen Gründen stellen
die Arme ein Aequivalent eines Fusstheiles von Gastropoden dar,
und zwar glaubt Pelseneer, dass sie fast dem ganzen Fusse zu
homologisiren sind, während der Trichter dem Epipodium von Rhi-
pidoglossen entspricht. Auch ontogenetisch liegen die Arme ur-
sprünglich hinter und neben dem Munde, über dem sie sich erst
später vereinigen, und die Brachialganglien trennen sich von den
Pedalganglien, ähnlich wie die oberen Buccalganglien von den Cere-
bralganglien. Endlich giebt Pelseneer eine Beschreibung der
Ganglienmasse von Octopus, hauptsächlich bezüglich der Pleural-
ganghen, welche deuthch von den Visceralganglien getrennt sind;
von den „vorderen Visceralganglien" gehen die Mantelnerven, von
den hinteren die Eingeweidenerven ab. Durch Connective sind die
Pleuralganglien mit aUen anderen Ganglien, auch den Brachial-
ganglien, verbunden (vgl. p. 384).
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 391
Bather, F. A. Pre-cambrian Cephalopods: an essay in recon-
structive palaeontolooy. (Discuss, von Blake, Woodward, Gregory,
Hardy). Proc. Metrop. Sc. Assoc. London Nr. 30.
Der Urcephalode mag einen gelappten, mit Tentakeln besetzten
Ring um den Mund gehabt haben, der von den Cerebralgangiien
innervirt wurde und zum Kriechen diente, während der Trichter
aus 2 Lappen gebildet wurde. Genital- und Nierenöffnungen paarig,
2 Vorhöfe am Herzen und 2 Kiemen mit Spen gel 'sehen Organen
in der noch unvollkommen abgeschlossenen Mantelhöhle. Der dorsale
nach hinten verlängerte Visceralsack war von einer konischen Schale
bedeckt mit schwach entwickelten Septen; in dem weiten Sipho
lagen noch Eingeweide.
Weiss, F. E. On some Oigopsid Cuttle Fishes. Quart, Journ.
Micr. Sc 11 29. p. 75 — 96. Aus den Beschreibungen sei Folgendes
hervorgehoben. Chiroteuthis Veranyi d'Orb. zeigt zwischen den Augen
und dem Trichter zwei gestielte Geruchsorgane. Der kurze Tinten-
beutel trägt auf seiner Oberfläche zwei accessorische Nidamental-
driisen. Zwei Renalpapillen sind stark entwickelt. Die Oviducte
haben in der Mitte eine Drüse und münden mit kleinen Oeftnungen
in die Leibeshöhle; der rechte Oviduct ist vorhanden (gegen Brock).
Weiter hinten liegen 2 lange und schmale Nidamentaldrüsen (gegen
Brooks Angabe, das sie fehlen). Der Mantelnerv entspringt aus
dem Ganglion stellatum. Doratopsis vermicularis de Rochebrune.
Veranys Abbildungen sind nicht genau. Das 4. Armpaar ist be-
deutend länger als die 3 anderen mit nur einer Reihe von Saug-
näpfen besetzt (gegen Pfeffer). Die Geruchsorgane haben kurze
Stiele. Die durchscheinende Nackenregion sieht wie segmentirt aus.
Im Nacken liegt eine schmale Knorpelplatte. Der Trichter ist mit
einer Klappe und 2 drüsigen Wülsten (Verrills Organ) versehen.
Renalpapiilen sehr kurz. Die Genitalorgane des untersuchten Thieres
waren erst wenig entwickelt. Der hintere dünne Theil zeigt mehrere
vermuthlich drüsige Anschwellungen. — Histioteuthis Rüppelli
V p r a n y. Beschreibung der Arme mit ihren Saugnäpfen.
Die Geruchsorgane haben die Form von Läppchen. Der Sipho
zeigt eine starke Klappe, die Kiemen sind mächtig entwickelt;
zwischen ihnen liegen die Nidamentaldrüsen. Die Eileiter haben
terminale Drüsen, ferner eine Drüse, welche der Nidamentaldrüse
ähnlich gebaut ist, und sind auch im Anfange drüsig. Die Nieren-
kammer ist lang, durch sehr deutliche membranöse Trichter mit der
Leibeshöhle verbunden. — Tracheloteuthis Behnii Steenstrup. Die
Gattung ist wahrscheinlich identisch mit Verrilliola. Das zweite
Armpaar ist am längsten; die Keule der Tentakelarme trägt eine
laterale Falte und am Ende 4 Reihen grösserer Saugnäpfe, welche
proximal kleiner und zahlreicher werden. Geruchsorgane ähnlich
wie bei Sepiola. Im Trichter findet sich eine kleine Klappe und das
VerriH'sche Organ. Die Kiemen sind dünn und mit wenigen
Blättchen versehen. — Verania sicula Krohn. Die Tentakelarme
392 Dr. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sind sehr schwach entwickelt, mit wenigen Saugnäpfen, die Geruchs-
organe klein. Kurze Beschreibung des Epithels und vergleichende
Angaben über die Geruchsorgane der Cephalopoden ; aus ähnHchen
Verhältnissen wie bei Verania haben sich einerseits die tentakel-
artigen Organe von Chiroteuthis, andererseits die Einstülpungen von
Sepia und Octopus entwickelt. — Weiss will Steenstrups FamiUe
Taonoteuthidae nicht annehmen, sondern die Chiroteuthidae neben
den Thysanoteuthidae, Ommastrephidae und Mastigoteuthidae als
Unterfamilie der Ommastrephini ansehen.
Orthmann, A. Japanische Cephalopoden. Zool. Jahrb. Syst. 3.
p. 639—70.
Beschreibung und Abbildung japanischer Cephalopoden, darunter
9 neue Arten.
Robson, C. W. On a new species of giant cuttlefish, stranded
at cape Campbell, June 30. 1886. (Architeuthis Kirkii). Trans.
N. Zeal. Inst. Wellington 1887, 19. p. 155—57.
Beschreibung eines riesigen Decapoden, der gestrandet war,
derselbe hatte eine Länge von 29 Fuss. Robson vermuthet, dass
alle gestrandete Cephalopoden Decapoden sind, weil diese nicht im
Stande sind, ins Wasser zurückzukriechen.
Kirk, T., W. Brief description of a new species of large
Decapod (Architeuthis longimanus). Trans. N. Zeal. Inst. Wellington
20. p. 34—39.
Beschreibung eines mit den Armen 57 enghsche Fuss langen
Decapoden; Abbildun^ien der Saugnäpfe, Mundtheile u. dergl.
Anonymus. Ueber riesenhafte Tintenfische. Naturforscher
21. p. 231—33. Ausz.: J. R. Micr. S. 88, p. 930.
Varigny, H, de. Contribution ä l'etude de l'influence exercee
par l'ergotine sur les fibres musculaires lisses. Mem. Accad. Bologna
IV 8. p. 105-6.
Ergotin wirkt auf die Muskeln des Kropfes von Eledone
Stimuliren d.
Hoyle, W. E. Note on the Hectocotylisation of the Cephalo-
poda. Rep. 57. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc'. 1887. p. 768—69. Ein
weibliches Exemplar von Rossia Oweni zeigte eine Anzahl von
Spermatophoren unter dem linken Auge befestigt; dieselben waren
etwa 5 mm lang, mit dem verdickten Theile, der einen eigenthüm-
lichen Klappenapparat zeigte, in die Haut eingesenkt; der Samen
muss daher aus dem dünnen Ende hervordringen, um die Eier
während der Ablage zu befruchten.
Sabatier, A. Sur les formes de spermatozoides de l'Eledone
musquee. Comptes rend. 106. p. 954—56. Ref Le Naturaliste
10. p. 111. Jüurn. R. M. Soc. 1888, p. 560.
Es sind bei Eledone zwei Formen von Spermatozoen vorhanden,
die einen mit einem spirahgen Kopfe, die anderen mit einem geraden
Faden; beide haben sehr lange Schwänze. Ihre Entwicklung ist
verschieden; die Köpfe der ersteren entstehen durch Streckung aus
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 393
dem Chromatin des Kernes, das sich in der Mitte verdichtet, die
letzteren in der Peripherie an der Kernmemhran, wo sie sich auf-
rollen. Erst später werden sie frei und strecken sich gerade,
Sabatier hat grosse Köpfe mit 3 — 4 Schwänzen gefunden, welche
den wurmförmigen Spermatozoen von Paludina sehr ähnlich sind,
und glaubt daher, dass diese letzteren Cormen von Spermatozoen
darstellen.
Joubin, L. Sur la ponte de l'illedone et de la Seche. Arch.
zool. exp. et gen. 11 6. p. 155 — 63. Die Thiere konnten bei der
Eiablage beobachtet werden. Eledone legt die weissen Eier, etwa
15, in kleinen Trauben ab, welche an einen festen Körper an-
geheftet werden, was durch die kleinen Saugnäpfe am Grunde der
Arme bewirkt wird. Sepia legt die Eier, welche von schwarzer
Farbe sind, in grösseren Häufchen ab, die Spitzen der Arme heften
sie fest. Bei Reizung verliess das Thier nicht die Stelle, an welcher
es mit dem Ablegen beschäftigt war.
Vialleton, L. Recherches sur les premieres phases du
developpement de la seiche. Ann. Sc. nat. Zool. VII 6. p. 165 — 280.
Ausz.: Arch. Zool. exp. et gen. II 6 und Journ. R. M. S. 89, p. 370
bis 71. Nach Angaben über Präparationsmethoden berichtet Verf.
zunächst über die Eier vor der Ablage. Sie zeigen ursprünglich
deutliche Kerne und sind von abgeplatteten Zellen umgeben, welche
einen Follikel bilden. Dieser besteht weiterhin aus einer inneren
epithelialen und einer äusseren bindegewebigen Lage; die erstere
bildet Falten und scheidet Nahrungsdotter ab, der das Eiplasma
nach dem spitzen Pol hindrängt. Während das Ei wächst, theilen
sich die Chromatinkörper des Kerns, welcher sich rasch vergrössert
und nur noch feine Körnchen enthält. Nachdem die Follikelzellen
noch eine Schutzmembran (Chorion) erzeugt, verschwindet die Keim-
blase und die Chromatinkörper ordnen sich zu einer Theilungsfigur
an. Jetzt wird das Ei frei. Die Bildung von Richtungskörpern
wurde nicht beobachtet. — Die Befruchtung erfolgt nach der Ablage,
und dann werden die Eier an feste Körper angeheftet. Soeben
gelegte Eier zeigen die Richtungskörper und die beiden Vorkerne,
die gegen einander rücken. Diese haben nur feine Hüllen von
Chromatin, der kleinere von ihnen liegt immer den Richtungskörpern
zunächst; im Zusammenrücken vergrössern sie sich. Sie verschmelzen
dann zum ersten Theilungskern. — Das Protoplasma bildet eine Keim-
scheibe, an deren Rande die zwei Polkörper liegen. Die erste
Furche, welche zur Axe des Blastoderms wird, ist meridian und theilt
die Keimscheibe in 2 gleiche Theile, darauf folgen zwei weitere
meridiane Furchen symmetrisch zur ersten. Die dadurch ent-
standenen 8 ungleichen Stücke werden als Macromeren bezeichnet.
Die 6 grösseren Theile zerfallen durch meridiane Furchen in je zwei,
die zwei unteren durch äquatoriale Furchen, wodurch 2 innere
Micromeren entstehen. Im nächsten Stadium schnüren sich von den
8 „Blastoconen" ebensoviele Micromeren ab, während die zwei vor-
394 Dl'- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leisti\ngen
handenen sich theilen, so sind 12 Micromeren entstanden, während
die Macromeren sich auf 20 vermehrt haben. Durch weitere
Theilungen wächst die Zahl, namentlich der Micromeren (Blasto-
meren), welche in der Mitte eine Scheibe bilden, die inneren sind
kleiner als die äusseren, und an diese schliessen sich aussen die
Blastoconen an. — Aus diesen Elementen entstehen die Keimblätter:
das Ectoderm, das in der Mitte einschichtig ist, am Rande dagegen
mehrschichtig wird, das Mesoderm, durch die tieferen Schichten des
Randes dargestellt, und die Dottermembran als primitives Entoderm.
Von den Organen zeigt sich sehr frühzeitig die Anlage der Schalen-
tasche in dem mittelsten bellen Theile, der von einer symmetrischen
dunkeln Zone umgeben wird. Die Axe der Embryonalanlage fällt
wahrscheinlich mit der des Blastoderms zusammen. Die Arme ent-
stehen nicht aus gesonderten Anlagen, sondern aus dem unteren
Rande der Keimscheibe, die seitlichen Theile des Kopfes, mit den
Augen aus 2 Verdickungen im oberen Theile der einheitlichen An-
lage, daneben zeigen sich Andeutungen des Trichters und Mantels
mehr nach der Mitte hin. Die Anordnung der einzelnen Arme ist
dieselbe wie im erwachsenen Thiere. Das Stomodäum tritt erst
spät auf. Die Otocysten gehen Beziehungen zum Trichter ein.
Unterhalb der Mitte findet sich schon frühzeitig eine kleine
Verdickung, welche durch eigenthümlich differente Mesodermzellen
hervorgerufen wird; Verf. glaubt, dass aus dieser Anlage die inneren
Organe ( Verdau ungstract ('?Ref.), Nieren, Herz) entstehen (vielleicht
hauptsächlich auch die Keimdrüsen. Ref) Das Ectoderm geht an
manchen Stellen ohne Grenze in das Mesoderm über, die tieferen
Lagen, welche durch Delamination des Randes der mittleren Zone
entstanden, bilden nur einen Theil des Mesoderms, Nerven- und
Muskelgewebe entstehen durch secundäre Wucherungen des Ecto-
derms. Ob das ,, definitive Entoderm" aus dem Mesoderm ensteht,
wie meist angenommen wurde, oder aus der Dottermerabran, konnte
nicht entschieden werden.
Watase, S. Homology of the germinal layers of Cephalopods.
John Hopk. Univ. Circ. 7. p. 33, 34. Ausz.: Journ. R. Micr. S. 88,
p. 396—97 und Amer. Natur. 22. p. 256.
Vorläufige Mittheilung zum Folgenden.
Watase, S. Observations on the development of Cephalopods;
homology of the germ layers. Stud. Biol. Lab. J. Hopk. Univ. 4
p. 163—83. Ausz.: J. R. M. S. 88 p. 931.
Watase findet schon im Anfange der Furchung, dass die Zellen
in der Mitte der Keimscheibe dünner sind als in einiger Entfernung
von derselben, nach aussen werden sie wieder dünner. Das Meso-
derm entsteht an der dicken Stelle durch tangentiale Theilungen,
und aus ihm gehen wahrscheinlich auch die Zellen hervor, welche
die Dottermembran bilden, jedenfalls entstehen diese nicht aus dem
Dotter. Die Dottermembran stellt das primäre Entoderm dar, das
zu dem Verdauungstract in gar keine Beziehung tritt; dieser ent-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 395
steht vollständig aus den beiden Einstülpungen des Ectoderms, dem
Stomodäum und dem Proctodäum. Mit der Aufsaugung des Dotters
verschwindet die Dottermembran. So ist das Verdauungssystem der
Cepbalopoden dem der anderen Mollusken, bei denen das Entoderm
persistirt, nicht homolog, jedenfalls eine Folge des reichlichen
Nahrungsdotters.
Lamellibranchiata.
Rawitz, B. Das zentrale Nervensystem der Acephalen. Jen.
Zeitschr. Naturw. 20. 1887, (s. vor. Ber. p. 274). Rawitz macht
zunächst Angaben über die macroscop. Verhältnisse des Central-
nervensystems, über Form, Lage und die Hauptnerven, welche aus
den Ganglien abtreten (leider wird p. 2 und 8 nicht mitgetheilt, bei
welchem Thiere sich die Nerven der Cerebral- resp. Visceralganglien
so verhalten, wie es angegeben ist). Das Visceralganghon von Pecten
zeigt eine Sonderung mehrerer Abschnitte, welche mit Namen belegt
werden. Bei den dunkelgeßirbten Asiphonia sind die Ganglien
orangefarbig, bei Siphoniaten pigmentlos; bei ersteren enthalten die
Zellen das Pigment concentrisch um den Kern oder an einem der
Pole. Die Zellen sind membranlos und bestehen aus einem Netz-
werk und einer darin suspendirten zähen Flüssigkeit. Die Kerne
haben eine deutliche Membran. Apolave Ganglienzellen kommen
nicht vor, dagegen wurden unipolare, deren Fortsatz ungetheilt in
den aus dem Ganglion entspringenden peripheren Nervenstamm
übergeht, unzweifelhaft beobachtet. Bipolare Zellen sind am seltensten;
die multipolaren haben einen Hauptfortsatz und zahlreiche Neben-
fortsätze, während die „Schaltzellen^' nur Nebenfortsätze zeigen.
Kernkörperfortsätze wurden nie beobachtet. Zellen mit Stamm-
fortsatz, stets unipolar, sind selten. Alle andern Zellen haben Mark-
fortsätze, und zwar jede nur einen. In der Rinde der Ganglien
liegen zu äusserst unipolare Zellen, deren Fortsätze zu multipolaren
Zellen, die sich weiter nach innen hin finden, begeben; von den
ersteren geht die Erregung aus, während die letzteren „Sammelorte
für die Reize sind, die oppositipolen nur als Faseranschwellungen
betrachtet werden können." Das Centrum der Ganglien besteht
aus einem Netzwerke, das durch die Fortsätze der Zellen gebildet
wird und eine myelinartige Masse enthält. Die Fasern (Stamm-
fortsätze), welche in die peripheren Nerven eintreten, ziehen durch
die Maschen des Netzes hindurch; die Hauptmasse der Nerven-
stämme besteht aber aus den Producten des centralen Nervennetzes.
Die Ganglien sind von einer inneren membranösen und einer äusseren
zelligen Hülle umgeben. Sodann giebt Verf. eine Topographie der
Ganglien, deren Einzelheiten nicht referirt werden können. Die
Pedalganglien von Unioniden sind durch 12 — 18 Commissuren ver-
bunden (innere Strickleiterform), bei denselben biegt der äussere
Theil des Cerebrovisceralconnectivs in den Kiemennerv um. Es
396 Dr- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
folgen specielle Angaben über Pecten jacobaeus und zum Schlüsse
Betrachtungen über die Bedeutung der Visceralganglien. Diese
stehen in keinem Zusammenhang mit der Kiemenausbildung, sondern
mit der Ausbildung des Mantelrandes, daher sind sie bei Pectiniden
am höchsten entwickelt.
Rawitz, B. Der Mantelrand der Acephalen. I. Ostreacea.
Jen. Zeitschr. Nat. 22. p. 415—556.
R. beschreibt das Nervensystem von Pecten Jacobaeus; dasselbe
zeigt in der ganzen Gruppe keine wesentliche Differenz. Zum
Mantelringnerven ziehen jederseits 2 Nerven vom Visceralganglion
und einer vom Cerebralganglion. Sodann wird die Anordnung der
Tentakel beschrieben, sowie deren feinerer Bau. An der Spitze
dieser Fühler sollen die Sinneszellen häufig ohne Stützzellen neben
einander liegen, was sonst bei Mollusken nie beobachtet ist. Die
Sinneszellen zeigen 2 verschiedene Formen, die einen hängen nur
an der Nervenfaser, die anderen stecken mit einem kurzen Fortsatze
im subepithelialen Gewebe, während der Nerv seitlich zum Kern
tritt. Die Drüsenzellen sind auch verschieden, die eine Art (Ostrea)
ist epithelial, die andere subepithelial, mehrzellig, mit kleinen runden
Kernen. Rawitz sieht die Gesammtheit der Drüsen am Mantel-
rande als ein Vertheidigungsorgan an, indem Fremdkörper von
ihrem Sekret umhüllt werden ; die Becherzellen an der Aussenseite
des Mantelrandes sollen den Zwischenraum zwischen Mantel und
Schale schlüpfrig erhalten. Die Drüsenzellen in den Fäden von
Lima werden von besonderen Zellen als Stielen getragen. Die
Zöttchen der Tentakel von Pecten bestehen aus 3 Zellen, einer
Sinneszelle und 2 Stützzellen, die von einer gemeinsamen Membran
umhüllt werden. Die Oberfläche zeigt eine Felderung mit sehr
kleinen runden Kernen; Rawitz glaubt, dass diese Organe zum
Tasten dienen. Verf. beschreibt bei Pecten einen „Seitenwulst", den
er merkwürdiger Weise für ein Sinnesorgan ansieht, während er von
anderen Forschern für den Erzeuger des Periostracums gehalten
wird. Auf der Mitte der Mantelklappe (Pecten flexuosus) befinden
sich neben einander zwei Sinneshügel (Haupt- und Nebenhügel), die
vermuthlich in grosser Zahl auf einander folgen; Rawitz hält sie
für analog den Seitenorganen von Rhipidoglossen, Würmern und
Fischen und bezeichnet sie als Seitenhügel. Geruchsorgane sind
wahrscheinlich am Mantelrande vorhanden (Tentakel der vorletzten
Reihe), dagegen kann das von Spengel beschriebene Organ nicht
dem Gerüche dienen, es mag den abdominalen Sinnesorganen analog
sein (Rawitz scheint nicht zu wissen, dass diese beiden Sinnesorgane
neben einander vorkommen, auch kann von einer „Aehnlichkeit des
Baues" keine Rede sein). Bei der Beschreibung der Augen von
Pecten sind mehrere Abweichungen von Pattens Darstellung hervor-
gehoben. Meist folgt auf ein grösseres Auge ein kleineres. Ein
Ciliarmuskel existirt nicht, die äussere Pigmenthülle des Auges
wird daher nicht als Iris bezeichnet. Die in der Mitte der Vorder-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 397
Seite befindlichen durchsichtigen Zellen werden Pellucida genannt;
diese ist bei den Arten verschieden hoch. Die darunter gelegene
dünne Bindegewebsschicht ist eine Fortsetzung des Bindegewebes im
Stiele. Hinter der Linse ist ein queres Septum vorhanden, das gleich-
falls mit dem umgebenden Bindegewebe zusammenhängt. Der Bau
der Retina ist von Patten im Ganzen richtig beschiüeben; die
Stäbchenzellen werden von einem feinen Canal durchzogen, der eine
Faser enthält, welche in das Stäbchen hineinragt; dieses besteht
aus einer stark lichtbrechenden Substanz und wird von einem
schwächer brechenden Mantel umgeben. Die Ganglienzellen werden
von dem äusseren Nerv, die Stäbchenzellen vom inneren Nerv ver-
sorgt. Das Tapetum ist eine einfache Lage und wird aussen von
einer Pigmenthaut umgeben, Avelche direct in die Nebenzellen der
Retina übergeht. Das Tapetum vermehrt die Lichtempfindlichkeit
des Auges, welches grosse Gegenstände auch in der Entfernung,
kleine nur bei Bewegung wahrnimmt. Jedes Auge hat nur ein
centrales Gesichtsfeld, daher müssen ihrer viele vorhanden sein,
deren Einzelbilder sich summiren, wodurch eine Art „linear musi-
vischen Sehens" zu Stande kommt.
Brock, J. Ueber die sogenannten Augen von Tridacna und
das Vorkommen von Pseudochlorophyllkörpern im Gefässsystem der
Muscheln. Zeitschr. f. wiss. Zool. 46. p. 270 — 88. Am Mantelrande
von Tridacna befinden sich zahlreiche Hügel, die an der ventralen
Seite von einer halbkreisförmigen Furche umgeben sind. Diese
Warzen sind keine Augen, wie es L. Vaillant angegeben hatte, sie
enthalten indessen eine Anzahl eigenthümlicher flaschenförmiger
Organe. Diese sind von einer dünnen Membran umgeben, die
stellenweise spindelförmige Kerne enthält. Die Hauptmasse bilden
grosse, rundliche, transparente Zellen mit kleinem, runden, ex-
centrischen Kern; diese werden, namentlich im unteren Theile, von
einer unregelmässigen Schicht kleinerer polygonaler Zellen mit grob-
körnigem Protoplasma und medianem Kern umgeben. Nerven zu
diesen Organen wurden nie beobachtet, daher ist ihre Deutung als
Augen ausgeschlossen ; ob sie Leuchtorgane darstellen, ist zweifelhaft.
— Brock beschreibt ferner chlorophyllhaltige Zellen in den Blut-
räumen des Mantelrandes; der Farbstoff ist nicht diffus im Proto-
plasma vertheilt, sondern in runden Körpern enthalten. Die Blut-
körperchen zeigten in den Schnitten ein eigenthümliches Ansehn,
der Kern lag in einem vollkommen hyalinen Theil, während der
Rest der Zelle eine ausgesprochen fasrige Gerinnung aufwies;
ausserdem wurden Zellen beobachtet, welche mit fettähnlich
glänzenden, stark lichtbrechenden Körnchen vollgepfropft waren.
Chatin, J. Nerfs qui naissent du ganglion posterieur chez
les Anodontes. C. rend. Soc. Biol. VÜI 3, 1886. p. 57 - 60. Aus
den hinteren Ganglien von Anodonta anatina entspringt jederseits
der Nerv des hinteren Adductors, das Connectiv zum Cerebral-
ganglion, welches kleine Ganglien enthält, zwei kleine und ein
398 Dl"- Joh- Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
grosser, sowie ein accessorischer Kieraennerv mit Zweigen zum
Bojanus'schen Organ, zwei hintere Mantelnerven, ein Nerv, dessen
einer Zweig das Herz, dessen anderer das Rectum versorgt, endlich
ein accessorischer Rectalnerv. Bei Anodonta cygnea feilt der letzte.
Chatin. Nerfs qui naissent du ganglion posterieur chez les
Unios. ibid. p. 242 — 43. Bei Unionen tritt der Nerv des hinteren
Adductors, sodann das Connectiv aus dem hinteren Ganglion hervor;
es ist nur ein kleiner und der grosse Kiemennerv vorhanden, sodann
zwei Mantelnerven und der Cardiorectalnerv, während der accessorische
Nerv zum Enddarm fehlt.
Reichel, L. lieber die Bildung des Byssus der Lamelli-
branchiaten. Zoolog. Beiträge A. Schneider, 2. p. 107—32 (vgl.
vor. Bericht p. 271). Verf. beschreibt die Epithelzellen im halbmond-
förmigen Canal und in der Byssushöhle von Dreissensia, nach seiner
Ansicht die Erzeuger des Byssus. Die Anwesenheit von Byssus-
drüsen wird geleugnet, weil der Byssus kein Secret, sondern eine
Cuticularbildung sei. Ein Thier, dessen Byssushöhle verletzt war,
erzeugte trotzdem in der Fussrinne Fäden, ohne sich indessen mit
diesen befestigen zu können. Nach dem Abwerfen des Byssus, was
bei Dreissensia wahrscheinlich zweimal im Jahre geschieht, nimmt
die Byssushöhle eine einfachere Gestalt an durch Reduction der
vorspringenden Falten, welche sich erst allmählich wieder neubilden
— Reichel wirft der Secretionstheorie mit Recht vor, dass sie die
Befestigung des Byssus in der Höhle nicht erklären könne.
M 'Alpine, D. Observations on the movements of the entire
detached animal, and of detached ciliated parts of bivalve molluscs,
viz. gills, mantle-lobes, labial palps and foot. Proc. R. Soc. Fdinb.
15. p. 173 — 204. Das ganze aus der Schale genommene Thier
(Mytilus) zeigt auf einer Platte ebenso eine Weiterbeweguug durch
die Cilien, wie die Mantellappen, Kiemen und Mundlappen, meist
ist die Bewegung eine rotirende. Durch directe mechanische Reizung
und durch Erhöhung der Temperatur bis auf ca. 20*^ C. wird die
Cilienbewegung beschleunigt. Verf sucht die Bewegung der Fremd-
körper und Nahrungstheile festzustehen ; er meint, dass diese durch
die Mundlappen nicht zum Munde geführt werden, sondern dass die
Mundlippen die Nahrung aufnehmen (diese sind indessen bei vielen
Lamellibranchiern so beschaffen, dass von einer directen Nahrungs-
aufnahme gar keine Rede sein kann, so ist bei Lima die vordere
mit der hinteren zu einer queren Röhre verwachsen. Ref). Die
Mundlappen dienen als ,,guards", nicht als ,,guides" zum Munde.
Durch Schliessen und Oeffnen des Mundes kann das Thier die
Nahrungsaufnahme reguliren. Diatomeen bilden hauptsächlich die
Nahrung; es wurden aber unter Anderem auch Eier desselben Thieres
im Magen gefunden.
Vvedenskii, N. E. Ueber den Einfluss des Nervensystems
auf die Cihenbewegung bei Anodonta. Trudui St. Petersb. Nat.,
Zool. 19, Protok 112.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 399
Pelseneer, P. Les Pelecypodes (ou Lamellibranches) sans
branchies. C. rend. 106 p. 1029—31. Ref.: Le Naturaliste X
p. 112, J. R. M. S. 88, p. 564.
Cuspidaria besitzt keine Kieme, an ihrer Stelle findet sich eine
muskulöse Scheidewand, welche einen dorsalen Raum von dem
ventralen Mantelraume trennt. Cuspidaria stellt das Ende einer
phylogenetischen Reihe dar, in der sich die Kiemen rückbilden.
Lyonsieila zeigt die Kiemen noch gut entwickelt, bei Poromya und
Silenia bilden sie sich zurück, während die muskulöse Scheidewand,
welche Gruppen von Durchbohrungen aufweist, sich ausbildet; hier
schliesst sich Cuspidaria an. Pelseneer will unter dem Namen
Septibranchia die 3 letzten Gattungen von den übrigen Lamelli-
branchiern absondern und schlägt für dieselben die Eintheilung in
die 2 Familien Poromyidae (Poromya und Silenia) und Cuspidariidae
(Cuspidaria) vor.
Dali. Lamellibranches sans branchies. Bull. Soc. zool. France
13. p. 207—9.
Dali hebt hervor, dass er schon früher die von Pelseneer
beschriebenen Thatsachen mitgetheilt habe. Das von diesem Autor
als Lyonsieila beschriebene Thier gehört wahrscheinlich zu den
Anatinidae. Das Septum findet sich in einigen Fällen (Verticordia)
wohlentwickelt neben den Kiemen, es kann daher nicht aus diesen
entstanden sein. Dali hat keine Dvirchbohrungen des Septums
wahrgenommen und hält solche für Kunstprodukte.
Blanchard, R. De la presence des muscles stries chez les
Mollusques. C. rend. 106. p. 425—27. Ref.: Le Naturaliste X
p. 76, J. R. M. Soc. 88, p. 402.
Blanchard hält Fol gegenüber (s. p. 380) daran fest, dass
die Fasern, welche den grösseren Theil des Adductormuskels von
Pecten, zusammensetzen, wahre Querstreifung zeigen.
Ders. Sur les muscles strii's des Mollusques. C. rend. Soc.
Biol. Paris VIII 5. p. 125 — 27. Aehnlich wie das Vorige.
Roule, L. Sur la structure des fibres musculaires appartenant
aux muscles retracteurs des valves des Mollusques lamellibranches.
ibid. p. 872-74. Ausz.: Journ. R. M. Soc. 88 p. 402, Centralbl.
Physiol. II p. 175. Roule findet, dass die Muskeln mit grosser
Amplitude im Zustande der Contraction eine spiralige Anordnung
der Fibrillen zeigen, dass diese aber im Zustande der Ausdehnung
parallel sind; echte Querstreifung sollen nur die Muskeln der
Arthropoden und Vertebraten zeigen.
Fol, H. Sur la repartition du tissu musculaire strie chez divers
Invertebres. ibid. p. 1178 — 80. Ref.: Le Naturaliste X p. 123, Journ.
R. M. S. 88 p. 714, Centralbl. Phys. II p. 175. Fol hat erkannt,
dass die Fasern des Schliessmuskels von Pecten und Lima, wie
Blanchard angegeben, wirklich quergestreift sind, für die anderen
Fälle hält er an seiner früheren Auffassung fest.
400 Dr. Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Blanchard, R. A propos des muscles stries des Mollusques
lamellibranches. Bull. Soc. zool. France 13. p. 48 — 55. Aufzählung
früherer Arbeiten über quergestreifte Muskelfasern von Mollusken.
Derselbe. Sur la structure des muscles des Mollusques
lamellibranches. ibid. p 74 — 81.
Blanchard hat die Muskeln verschiedener Lamellibranchier
untersucht und findet, dass das Element eine Faserzelle von 1 — 2 mm
Länge und 4 — 38 ,a Breite ist, mit oberflächlich gelegenem Kern,
ohne Hüllmembran. Häufig ist Längsstreifung, die mehr oder
weniger ausgeprägt sein kann. In einigen Fällen (Ostreaceen) zeigten
sich oberflächHche schräge, zickzackförmige oder gekreuzte Linien,
die mit Querstreifung nichts zu thun haben. Fols Angabe, dass
die Muskelfasern eine granulöse Axe und centralen Kern haben, ist
unrichtig.
Tourneux, F. u. Barrois, Th. Sur l'existence de fibres
musculaires striees dans le muscle adducteur des valves chez les
Pectinides, et sur les mouvements natatoires qu'engendre leur con-
traction. C. rend. Soc. Biol. VH! 5. p. 181—88. Ref.: Centralbl.
Physiol. 2, p. 118.
Verf. geben zuerst eine historische Uebersicht. Pecten und
Lima haben im Adductormuskel, durch dessen Contractionen sie
schwimmen, einen aus glatten Fasern bestehenden und einen quer-
gestreiften Theil. Die glatten Fasern sind 1,3 — 1,5 mm lang und
abgeplattet, ihre Fibrillen je nach dem Grade der Contraction
parallel oder gekreuzt; die quergestreiften sind bandförmig, 1,5 bis
2 mm lang, in der Mitte mit einem Kern. Ein Lacunensystem durch-
zieht das Bindegewebe zwischen den Faserbündeln.
Galeazzi, R. Des Clements nerveux des muscles de fermeture
ou adducteurs des bivalves. Atti R. Acc. Sc. Torino. 23 p. 556 — 61
und Arch. ital. Biol. 10. p. 388—93.
Galeazzi betrachtet die Muskelfasern der Schalenschliesser
von Mytilus und Ostrea als Uebergangsformen zwischen glatten
und quergestreiften Fasern. Sie zeigen feine Längsstreifung; meist
liegt in der Mitte der Faser der ovale Kern, von dessen Enden
granulirte Plasmastränge ausgehen. Das Bindegewebe zwischen den
Faserbündeln ist reich an Nerven, welche sich vielfach verzweigen.
Feinste Nervenfibrillen stehen mit den Plasmasträngen und dem
Kern der Muskelfasern in Verbindung. In Folge des grossen Nerven-
reichthums glaubt Galeazzi, dass jede Muskelfaser von einem be-
sonderen Nervenast versorgt wird. Die grosse Anzahl von uni- und
bipolaren Ganglienzellen im Bindegewebe berechtigen zu der An-
nahme, dass die Schalenschliesser eigene automatische Nervencentra
besitzen.
G r 0 b b e n , C. Ueber die Pericardialdrüse der Lamellibranchiaten.
Verh. zool.-botan. Ges. Wien 38. Sitzb. p. 18. Auszug der folgenden
Arbeit.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 401
Derselbe. Die Pericardialdrüse der Lamellibranchiaten. Ein
Beitrag zur Kenntniss der Anatomie dieser Molluskenklasse. Arb. zool.
Inst. Wien 7. p. 355—444. Ausz.: J. R. M. S. 88, p. 720—21.
Grobben geht bei der Beschreibung der Pericardialdrüse von
den einfachsten Verhältnissen, wie er sie bei Area Noae findet, aus;
trotzdem glaubt er die Duplicität des Herzens nicht als phyletisch
alten Zustand ansehen zu dürfen, sondern als ein ontogenetisches
Stadium, welches durch „Bildungshemmung" erhalten ist in Folge
der mächtigen Entwickelung der hinteren Fussretractoren. Dagegen
soll die Paarigkeit des Pericardiums als ursprünglich anzusehen sein.
Die Vorhofswand zeigt eine rostrothe, zuweilen mehr rothgelbe
Färbung und eine geringe Faltenbildung; das Epithel ist drüsig,
die einzelnen Zellen springen buckeiförmig vor und tragen meist
eine Geissei; ihr Inhalt zeigt gelbliche Körner und einen runden
Kern. Aehnliche Zellen wurden auch in den Muskelschläuchen des
Vorhofs gefunden, theilweise in Zusammenhang mit dem Epithel;
von diesen Zellen nimmt Verf. an, dass sie vom Pericardialepithel
herstammen. Bei Pectunculus ist die Vorhofswand mit höcker-
förmigen Vorsprüngen besetzt, die gruppenweise angeordnet sind
und ähnlichen Bau zeigen wie bei Area. Die Anhänge des Vorhofs
von Mytilus sind mächtig entwickelt, von braungrüner oder schwärz-
licher Farbe; die Epithelzellen stossen nur mit ihren basalen Theilen
an einander, ihre Kerne liegen gewöhnlich nahe dem oberen Ende,
Abgestossene Zellen trifft man häufig in den eingestülpten Schläuchen.
Bei Lithodomus ist der Vorhof von parallelen Furchen durchzogen,
die Wandung zeigt ähnliche Schläuche wie bei Area. Die Vorhofs-
anhänge von Dreissensia sind schwach ausgebildet, dagegen finden
sich an der Unterseite einer queren Falte im vorderen Theile des
Pericardiums zahlreiche Oefihungen, welche in baumförmig verästelte
Drüsenschläuche führen; die Epithelzellen der letzteren sind niedrig,
meist mit einem gelbbraunen Concrementkörper. Pinna besitzt
keine Pericardialdrüse. Bei Pecten zeigt die Vorhofswand, be-
sonders zunächst der Herzkammer, zottenförmige Aussackungen.
Die Epithelzellen schliessen an einander, sie enthalten im oberen
Theile kleine Körnchen. Im Innern des Vorhofs an den Muskeln
liegen blasse Zellen, welche Vacuolen und eine gelbe Concretion
enthalten; ein Zusammenhang mit dem Epithel wurde nicht beo-
bachtet. Bei Spondylus ist die Vorhofswand wellig und zeigt eine
Vergrösserung durch Einstülpungen; das Epithel enthält vereinzelte
Schleimdrüsen und im Innern hegen Zellen mit grossen Concrementen.
Die Vorhofsanhänge von Lima sind schwach entwickelt. Bei Ostrea
zeigen die dunkel gefärbten Vorhöfe eine Beldeidung mit kleineren
und grösseren körnchenführenden Zellen, von denen die letzteren
Aehnlichkeit mit den an den Muskeln gelegenen Elementen zeigen,
ohne doch nach Grobbens Auffassung mit ihnen von gleicher Natur
zu sein. Bei Meleagrina, die ein ventral vom Darm gelegenes un-
durchbohrtes Herz besitzt, enthalten die Vorhöfe reichliche Concrement-
zellen, ausserdem finden sich gelappte Krausen, welche von der ventralen
Aich. f. Naturgescli. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 1. 26
402 JDr. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Wandung in den Pericardialraum vorspringen und welche möglicher-
weise mit der Niere in Verbindung stehen. Eine andere Ausbildung
zeigt die Pericardialdrüse von Unio und Anodonta (Kebersches
rothbraunes Organ), wo sie eine reich verzweigte Drüsenmasse vor
dem Pericard, mit welchem die Hohlräume in Zusammenhang stehen,
darstellt. Die Auskleidung derselben bilden concrementhaltige Zellen,
und zwischen den Läppchen ist ein Netz von lacunären Blutbahnen.
Reste der Drüse am Vorhofe sind als Fältchen wahrnehmbar. Aehn-
liche Verhältnisse finden sich bei Venus, Solen, Scrobicularia. Bei
Pholas ist die im Mantel gelegene Drüse vom Pericard abgeschnürt,
die an den Vorhöfen deutlich ausgebildet. Teredo endlich zeigt
einen Belag secernirender Zellen auf den langgestreckten Vorhöfen,
während eine Drüse im Mantel fehlt; es wird die eigenartige Lage
unter dem Adductor und die langgestreckte Form des Herzens be-
schrieben, von welchen die beiden Aorten als ein nach vorn ge-
richteter Stamm abgehen. — Die Pericardialdrüse mag zunächst
das dem Blute reichlich beigemischte Wasser und damit dann auch
Excretstofi'e abscheiden, welche durch das Pericardium und die Niere
entleert werden.
Ha sei off, B. Ueber den Krystallstiel der Muscheln nach
Untersuchungen verschiedener Arten der Kieler Bucht. Biolog.
Centralbl.7. p. 683— 84. (Vorlauf. Mitth.).
Dasselbe. Inaug.-Diss. Kiel. Ausz.: Journ. R.Micr. S.88, p.566
und Amer. Natur. 22. p. 936.
Der Krystallstiel besteht aus einer eiweissartigen Substanz. Es
wurden Versuche angestellt, um über die Function des Krystallstiels
ins Reine zu kommen; Thiere, welche mehrere Tage lang ohne
Nahrung gehalten waren, hatten ihn verloren, während andere mit
Nahrungsstofi"en versehene ihn behielten. Exemplare, denen nach
einer Hungerperiode wiederum Nahrung gegeben wurde, zeigten
dünne KrystaUstiele. Dadurch dürfte nachgewiesen sein, dass der
Krystallstiel der Muscheln ein Reservematerial repräsentirt.
Lindner. Ueber giftige Miesmuscheln. Centralbl. Bakteriol.
Parasitenk. 3. p. 352 — 58. Verf. kommt zu der Annahme, dass die
Giftbildung in den Muscheln auf einer durch gestörte Ernährung
— in Folge der im stagnirenden Seewassser enthaltenen naturwidrigen
Stoffe — herbeigeführten Krankheit ihrer Leber beruhe. Die Atrophie
und Farben Veränderung der Schale scheint ein gleichfalls durch die
parasitischen Protozoen veranlasster Schwächezustand zu sein.
Lustig, A. Les Microorganismes du Mytilus edulis. Arch.
Scienze med. 12. p. 323 und Arch. ital. Biol. 10 p. 393—400.
Lustig züchtete aus der Leber giftiger Miesmuscheln Reinculturen
zweier Bacterienarten, deren eine pathogen wirkt, die andere sich
indifferent verhält. Fütterungsversuche mit der ersteren hatten den
baldigen Tod der Versuchsthiere (Kaninchen und Meerschweinchen)
unter starkem Durchfall zur Folge. In ungiftigen Muscheln konnte
dieser Bacillus nicht aufgefunden werden.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 403
Permewan, W. B. Fatal case of poisoning by mussels, with
remarks on the action of the poison. Lancet No. 3395, Ref.:
Centralbl. med. Wiss. 26. p. 856—57.
Ein Mann, der rohe Muscheln in grösserer Anzahl gegessen,
zeigte hauptsächlich Paralyse der willkürlichen Muskulatur und völlige
Bewusstlosigkeit ; er starb trotz künstlicher Respiration. Das Gift
wirkt direct auf das Gehirn, womit auch die Lähmung des Athmungs-
centrums zusammenhängt.
Dubois, R. Sur la production de la lumiere chez le Pholas
dactylus. C. rend. Soc. Biol. VIII 5. p. 451—53. Ausz.: Centralbl.
Physiol. 2., p. 355.
Derselbe. Sur le role de la Symbiose chez certains animaux
marins lumineux. C. rend. 107. p. 502 — 4. In den Wänden des
Sipho von Pholas leben symbiotisch Bacterien (Bacterium Pholas),
welche das Leuchten bewirken. Dieselben können auch in Ab-
kochungen der phosphorescirenden Theile gezüchtet werden.
Derselbe. Mensuration, par la methode graphique, des im-
pressions lumineuses produites sur certains mollusques lamelli-
branches par des sources d'intensite et de longueurs d'onde differentes.
C. rend. Soc. Biol. VIII 5. p. 714—16. Ausz.: J. R. M. Soc. 89
p. 39—40.
Beschreibung einer Vorrichtung, um den Einfluss von Licht-
strahlen, welche auf den lichtempfindlichen Sipho von Pholas dactylus
fallen, durch die Muskelcontraction graphisch darzustellen.
Schröder, H, lieber die Bourguignat'sche Methode der Messung
der Acephalen. Sehr. Ver. Harz 3. p. 11—18. Schröder zeigt
durch Nebeinanderstellung der Maasse verschiedener Muscheln, dass
Bourguignats Behauptung, durch seine Messungsweise würden die
Arten ,,mit fast mathematischer Genauigkeit" fixirt, nicht zutreffe;
es kommen immer individuelle Verschiedenheiten vor, auch sei die
Messungsmethode verbesserungsfähig.
Germain, R. Les perles en Nouvelle-Caledonie. Bull. Mens.
Acclim. Paris IV 5. p. 710 — 11. Berichtet haupsächlich über den
Fund einer werthvoUen schwarzen Perle bei einer Pinna.
Harley, G, und Harald S. The chemical composition of
pearls. Proc. R. Soc. London 43. p. 461—65. Die Perlen enthalten
91,72% kohlensauren Kalk, 5,94 7o organische Bestandtheile und
2,23Vo Wasser. Sie lösen sich in Essig sehr schwer auf
Möbius K. Die Schwellung des Fusses der Muschel Solen
pellucidus Penn. Sitzb. Ges. nat. Fr. p. 34. Ref.: J. R. M. S. 89,
p. 201. Bei einem kleinen Thiere wurde unter dem Microscop das
Einströmen des Blutes in den sich ausstreckenden Fuss beobachtet.
Letellier, A. La fonction urinaire chez les Mollusques
acephales. These. Ref : Le Naturaliste 10, p. 78—79. Letellier
findet im Bojanus'schen Organ von Mytilus eine Eiweissverbindung,
die im Blute nicht vorkommt, ferner Fette (Stearin, Margarin, Olein
26*
404 Dj^"- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und ein in Alkohol und Wasser lösliches Fett), Säuren spurenweise,
endlich, was am wichtigsten ist, keine Harnsäure oder Hippursäure,
auch kein Guanin, dagegen Harnstoff, Creatin und Creatinin mit
Spuren von laurin, Leucin und Tyrosin. Jedes Thier dürfte im
Mittel 0,00045 Gr. Harnstoff in den Bojanus'schen Organen ent-
halten. Daher ist dieses Organ eine wahre Niere, der der höheren
Thiere vergleichbar. Auch bei anderen Lamellibranchiern wurde
Harnstoff gefunden, Harnsäure vermisst. — Das Secret bildet im
Anfange eine Vacuole in der Zelle, sodann schlägt sich ein fester
Körper nieder, der allmählich bedeutende Grösse erlangen kann;
namentlich bei Cytherea chione wurden Körner bis zu 3,5 mm Durch-
messer aufgefunden, diese gelangen in die Mantelhöhle oder unter
die Schale, wo sie nach Entfernung der letzteren sogleich bemerk-
bar sind.
Durand, W. F. Internal parasites of Teredo navalis. Amer.
Monthl. Micr. Journ. 8. p. 224-26.
Nassonoff, N. W. 0. lieber Bohrschwämme aus der Familie
Clionidae. Nachr. Kön. Ges. Moskau. I. p. 236 — 48. Ausz. : Arch.
slav. biol 4. p. 362 — 66. Clionis stationis bohrt in Ostrea- und
Mytilus-Schalen,
Pidgeon, W. R. A mussei living in the branchiae of a Grab.
Nature 39. p. 127—28.
Kew, H. W. Sphaerium corneum upon the tarsus of Dytiscus
marginalis. Journ. Conch. 5. p. 363.
Westgate, W. Notes on Teredo. Conch. Exch. IL. p. 84.
Sharp, Benj. Remarks on the Phylogeny of the Lamelli-
branchiata. Ann. Mag. nat. bist. VI, 2. p, 125 — 28 und Proc. Acad.
nat. sc. Philad. 88. p. 121—24.
Die Lamellibranchier haben sich von Formen wie Nucula und
Trigonia aus nach 2 Seiten entwickelt; in der einen Reihe, welche
zu Ostrea hinführt, sind die Wirbel nach vorn gerückt, wodurch
der vordere Adductor seine Bedeutung verlor und verschwunden ist;
die Thiere sind an festsitzende Lebensweise gewöhnt (Anheftung
durch Byssus oder die Schale). In der anderen Reihe verwachsen
die Mantelränder und bilden hinten die allmählich sich mächtig
entwckelnden Siphonen, das Ligament verschwindet schliesslich, es
entstehen accessorische Schalen stücke und die beiden ursprünglichen
Schalen werden in eine einheitliche Kalkmasse eingeschlossen;
Aspergillum ist die extremste Form dieser Reihe.
Mac Intosh, W. C. Notes from the St. Andrews Marine
Laboratory. IX 2. On the development of Mytilus edulis. Ann.
Mag. nat. hist. VI 2. p. 467—69. Ausz.: J. R. M. S. 89, p. 40.
Verf. berichtet über die Festsetzung der jungen Thiere an den
Schalen der erwachsenen, an Obelia und Gonothyraea, auch An-
heftung an Carcinus und den Kiemen von Dorschen wurde beob-
achtet. Die grösseren Thiere können ihren Byssus abwerfen und
sich an anderer Stelle (z. B. an Schiffen) anheften.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 405
Jackson, R. T. The development of the oyster with remarks
on allied genera. Proc. Boston Soc. Nat. Hist. 23. p. 531 — 56.
Ausz: J. R. M. S. 89, p, 375.
Es wurde zunächst ein Stadium mit einem Adductormuskel,
welcher dem vorderen der Dimyarier entspricht (vgL die folg. Arbeit),
sodann ein solches mit 2 ungefähr gleichgrossen Schalenschliessern
beobachtet ; der erstere verschwindet bald, während der letztere sich
vom Schlosse entfernt und vergrössert. Die jugendliche Schale
(Prodissoconcha) hat nach hinten gewendete Wirbel, die linke Klappe
ist etwas grösser und tiefer als die rechte; der Bau dieser jungen
Schale ist prismatisch, die weisse Blätterschicht legt sich später an
die Innenseite derselben an. Es werden 5 „silphologische" Stadien
nach dem Schalenwachstum unterschieden; der Theil, welcher bis
zum Ende dieser Stadien gebildet wird,' ist an allen Schalen durch
die glatte convexe Oberfläche kenntlich.
Schier holz, C. lieber Entwickelung der Unioniden, Anz.
Akad. Wien 25. p. 126 — 27. Auszug der folgenden Arbeit.
Derselbe. lieber Entwicklung der Unioniden. Denkschr.
math.-nat. Kl.K. Akad. Wien 55. p. 183 — 216. Nach einigen Angaben
über die Zeit und Dauer der Brut von Unioniden berichtet Verf.,
dass die Eier gewöhnlich einzeln ausgestossen werden, die Hüllen
platzen beim Niederfallen und darauf verflechten sich mehrere der
jungen Thiere mit ihren Fäden, wodurch sie besser gegen das
Verschwinden in kleinen Unebenheiten des Bodens geschützt sind,
bei Anodonta complanata fehlen indessen die Fäden. Die Anodonten-
Larven heften sich meist an die Flossen, die der Unionen nur an
die Kiemen der Fische. Die Dauer der parasitischen Lebensweise
ist nach den Temperaturgraden verschieden. — Von Anodonta pis-
cinalis wird die Eifurchung beschrieben; das Entoderm stülpt sich
ein und wird später abgeschnürt, das Ectoderm bildet ein hinteres
Wimperschild. Jederseits fällt eine Zelle auf, aus der die sog.
Seitenzellen hervorgehen. Die Sinnesorgane, welche die Anheftung
an den Fisch reguliren, zeigen bei den Arten verschiedene Stellung,
eins steht jederseits isolirt nach der INIitte hin, die 3 anderen in der
Nähe des Schalenhakens. Verf. unterscheidet ausser dem hinteren
bewimperten Wulst noch einen vor und einen hinter der Mund-
einstülpung. Das Entoderm erhält erst spät die vordere und hintere
Oeffnung. Anlagen der Niere, der Leber und der hinteren Ganglien
wurden schon frühe wahrgenommen. Der embryonale Adductor
lässt aus seinem dorsalen Theile den vorderen definitiven Schalen-
schliesser hervorgehen. Die Gehörbläschen will Schierholz früh-
zeitig in 2 auffallenden Zellen wahrgenommen haben. Die Pedal-
ganglien entstehen wahrscheinlich aus den vorderen Seitenzellen.
Im Fusse ist eine rudimentäre Byssusdrüse vorhanden, während der
Larvenfaden wegen seiner Lage vor dem Munde nicht den Byssus-
organen homolog sein kann, zumal c>a er eine ganz andere Aus-
bildung zeigt und sich gewöhnlich dreimal um den larvalen Adductor
herumschlingt.
406 Dl"- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gastropoda.
Willem, V. Note sur le procede employe par les Gasteropodes
d'eau douce pour glisser ä la surface du liquide. Bull. Acad. r. sc,
lettr. beaux-arts Belg. Brux. III 15, p. 421 — 30. Ausz.: Journ. R.
M. Soc. 88, p. 718. Die Schnecken scheiden während ihres Kriechens
an der Oberfläche ein Band von Schleim ab ; die meisten sind, wenn
sie in der Lungenhöhle Luft bei sich führen, leichter als Wasser,
indessen genügt auch bei anderen die Anheftung an dem
schwimmenden Schleimbande und die Capillarität, um sie an der
Oberfläche zu halten. Um aber an derselben Fuss fassen zu können,
muss diese, Avie es in der Natur immer der Fall ist, von einem aus
kleinen festen Körpern bestehenden Häutchen bedeckt sein.
Lacaze-Duthiers, H. de. La Classification des Gasteropodes,
basee sur les dispositions du Systeme nerveux. C. rend. 106 p. 716
bis 24. Ausz.: Journ. R. M. S. 88. p. 401. Nach den Unterschieden,
welche die Visceralcommissur zeigt, unterscheidet Lacaze-Duthiers
1. Gastroneuren (Pulmonaten und Verwandte), 2. Notoneuren (Tri-
tonium, Doris, Umbrella, Aeolidier, Tethys), 3. Pleuroneuren (Aplysia,
Bulla, Philine), 4 .Strepsineuren = Pectinibranchier, welche in 2 Ab-
theilungen zerfallen, die Aponotoneuren (Cyclostoma etc.) und Epipo-
doneuren (Haliotis, Fissurella, Trochus).
Pelseneer, P. Sur la Classification des Gastropodes d'apres le
Systeme nerveux. Bull. Soc. zool. France. 13. p. 113 — 15, auch in
Proc. verb. Soc. mal. Belg. 17. p. 48-51 und Bull. Sc. Fr. Belg.
III 1. p. 293-95. Ausz.: J. R. M. S. 88, p. 933. Lacaze-Duthiers'
Namen Astrepsineuren, Strepsineuren und Gastroneuren sind gleich-
bedeutend mit den älteren Euthyneura, Streptoneura (Spengel) und
Pulmonata. Notarchus und Dolabella, welche zu den Pleuroneuren
Lacaze-Duthiers gehören sollen, müssten zu den Gastroneuren ge-
stellt werden. Auch die Eintheilung der Streptoneuren in Epipodo-
und Aponotoneuren lässt sich mit mehreren Thatsachen nicht in
Einklang bringen, die Namen Aspidobranchia und Ctenobranchia
sind besser passend. Die Vereinigung der Nudibranchier und Um-
brellen (Notoneuren) ist unnatürlich. Die Pleuralganglien gehören
nicht zu dem unsymmetrischen Theile des Nervensystems (Visceral-
commissur), sondern zu der symmetrischen Gangliengruppe, daher
sind sie auch öfters mit den Cerebral- oder Pedalganglien ver-
schmolzen.
Schiemenz, P. Die Entwicklung der Genitalorgane bei den
Gastropoden. Biol. Centralbl. 7. p. 748 — 61. Verf. vergleicht die
sehr verschiedenen Ansichten über die Entwicklung der Genital-
organe, hauptsächlich bei Pulmonaten, und gelangt aus phylogene-
tischen Gründen zu der Anschauung, dass das Keimorgan meso-
dermalen Ursprungs sei, während der Penis und die ausführenden
Organe aus dem Ectoderm stammen dürften.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 407
Voigt, W. Entocolax Ludwigii, ein neuer seltsamer Parasit aus
einer Holothurie. Zeitschr. f. wiss. Zool. 47. p. 658 — 88. Ausz.: J.
R. M. S. 89. p. 197. In Myriotrochus Rinkii wurde innen an der
Leibeswand befestigt ein Thier gefunden von schlaucbförroiger Ge-
stalt, hinter dem Vorderende mit einer kuglichen Auftreibung. An
der Oberfläche desselben wurde kein Epithel w^ahrgenommen , viel-
leicht war dasselbe abmacerirt. Die Leibeswand besteht aus dünnen
Muskellagen mit Bindegewebe untermischt. In der kuglichen Auf-
treibung wurde eine kleine Oeffnung, umgeben von Ringmuskeln,
wahrgenommen. Der vordere Theil enthält eine Mundöffnung und
einen Oesophagus, von "Wimper epithel bekleidet; an der kuglichen
Auftreibung endet der Kanal mit weiter Oeffnung. Im hinteren
Theile findet sich ein Sack, dessen Epithel ringförmig ver-
laufende Falten bildet, durch einen enddarmartigen Kanal
mündet derselbe am hinteren Körperende nach aussen. In den
hintern Theil des Raumes, der vorn in die Höhlung der kuglichen
Auftreibung übergeht, mündet eine Tasche von zweifelhafter Be-
deutung. Etwas weiter vorn öffnet sich der Uterus, an dessen
Grunde die Oeffnungen der gewundenen Samentasche und des Ei-
leiters wahrnehmbar sind. Der Eierstock besteht aus einer Anzahl
von Schläuchen, deren Epithelzellen sich in die Eier umwandeln.
Die Hüllen des Ovariums Averden durch die reifen Eier gesprengt
und diese erfüllen das Innere der kuglichen Auftreibung, von wo
sie jedenfalls durch Platzen der Leibeswand entleert werden.
Bis auf die Fortpflanzungsorgane ist die Deutung der meisten
Organe zweifelhaft. Verf hält den Brutraum für eine Mantelhöhle,
indessen konnten der am Hinterende ausmündende Sack und die in
den Brutraum führende Tasche nicht mit einiger Sicherheit gedeutet
werden. — Dieser Parasit soll sich den Prosobranchiern anschliessen,
und Verf. will ihn in eine Unterordnung: Cochlosyringia einschieben,
während die hermaphroditische Entoconcha zu den Opistobranchiern
(Unterordnung Cochlosolenia) gehören dürfte.
Derselbe. Ueber parasitische Schnecken und Entocolax Lud-
wigii. S. B. niederrhein. Ges. 88. p. 53 — 55. Kurzer vergleichender
Bericht (Thyca und Stilifer, Entoconcha, Entocolax).
Beecher, C. E. A method of preparing, for microscop. study,
the radulae of small species of Mollusca. J. New- York Micr. Soc. 4.
p. 7—12, auch J. Micr. and Nat. Sc. L p. 123—31.
a) Prosobranchiata.
Bouvier, E. L. Systeme nerveux, morphologie generale et
Classification des Gasteropodes prosobranches. Ann. Sc. nat. VII 3.
1887 p. 1 — 510. (s. vor. Ber. p. 269). Verf hat die Gestaltung des
Nervensystems durch die Reihe der Prosobranchier verfolgt und ge-
legentlich auch über einige andere Organe Angaben gemacht. Es
ist unmöglich, über die zahlreichen Einzelheiten zu berichten, es
sollen nur die allgemeineren Gesichtspunkte, zu denen Bouvier ge-
408 JDr. Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
langt ist, kurz mitgetheilt werden. Alle Prosobranchier mit Aus-
nahme der Neriten und deren Verwandten (Orthoneuroiden) haben
eine gedrehte Visceralcommissur und zwei Anastomosen derselben
mit den Mantelnerven. Wenn der rechte Mantelnerv das Subintes-
tinalganglion berührt, so ist eine rechte Zygoneurie vorhanden,
welche am häufigsten vorkommt, die entsprechende linke ist selten.
In den anderen Fälleji ohne Zygoneurie wird das Nervensystem als
dialyneur bezeichnet, ein solches kommt bei den niederen Formen
vor. In den Familien der Cerithiiden, Melaniiden und Cypraeiden
findet man verschiedene Stadien der Entstehung von Zygoneurie.
Durch diese wird der rechte Mantelnerv zum Connectiv zwischen
dem rechten Pleuralganglien (Mantelganglion Bouv.) und dem
Subintestinalganglion, und dieses Connectiv verkürzt sich bei den
höheren Formen bis aufs Aeusserste. Die niedersten Prosobranchier
haben ein diffuses Nervensystem, besonders gekennzeichnet durch
die Länge der Cerebralcomraissur , eine Labialcommissur und die
Verschmelzung der Pleuralganglien mit den leiterförmigen Pedal-
strängen. Uebergänge zu den höheren Formen zeigen hauptsächhch
die älteren Taenioglossen, von denen einige noch leiterförmige Pedal-
ganglien haben (Cypraea, Paludina), während andere an den Pedal-
ganglien zwei kleine Knoten zeigen, die bei den höchsten Typen
noch ontogenetisch nachweisbar sind. Die Cerebralganglien und mit
ihnen die vorderen Eingeweide- (Buccal)ganglien concentriren sich
mehr und mehr rückwärts von dem Schlundkopfe. Bei den primi-
tiven Formen wird der Vordertheil des Mantels fast allein von den
Pleuralganglien annähernd symmetrisch innervirt, während die Sub-
und Supraintestinalganghen hauptsächlich die Kiemen mit den
Spengel'schen Organen versorgen; höher hinauf gewinnt, nament-
lich auf der rechten Seite, die Innervirung des Mantels von der
Visceralcommissur aus an Bedeutung. Die Nebenkieme (Sp eng eis
Organ) entwickelt sich gleichfalls von den Rhipidoglossen hinauf zu
der Ausdehnung, die sie bei Stenoglossen (Rhachiglossen und Toxi-
glossen) erreicht. Die Docoglossen haben 2 rudimentäre Neben-
kiemen; die Kieme der Acmaeiden ist eine Hnke, da sie vom Supra-
intestinalganglion innervirt wird. Die Zahl der Visceralgangiien ist
schwankend, bei den niederen Formen kommt eins vor, bei den
höheren finden sich meist 2, seltener 3. Die Schnauze wird immer
von den Cerebralganglien, der Schlund von den Buccal- (vord. Ein-
geweide-)ganglien versorgt. Die Otocysten haben bei niederen Formen
Otoconien, bei höheren je einen Otolithen; bei vielen Stenoglossen
sind die beiden Otocysten verschieden weit von den Ganglien ent-
fernt. Der Penis ist auf verschiedene Weise entstanden; man kann
unterscheiden: Penis, der zum Fusse gehört (die höchsten Formen),
Penis am Kopfe (Nerita, Paludina, Calyptraea), Dorsalpenis vom
Subintestinalganglion innervirt (Cyclostoma, Bitliynia), Mantelpenis
(Ampullaria). Die Drehung des Körpers ist bei Prosobranchiern
ohne Einfluss auf die Lage der Organe, da rechts- und links-
gewundene Formen ein in demselben Sinne gedrehtes Nervensystem
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 409
zeigen (Ampullariiden). Die Schnauze verlängert sich in der Ent-
wickhin gsreihe und wird retractil, die Bnccalmasse reducirt sich in-
dessen. Die Speicheldrüsen haben bei den niederen Formen kurze
Ausführungsgänge; bei Taenioglossen sind diese länger und durch-
setzen den Schlundring, bei den Stenoglossen ist das nicht mehr
der Fall wegen der Verlängerung des Rüssels, mit der die Länge
der Ausführungsgänge nicht gleichen Schritt hält. Die Toxiglossen
haben die gewöhnlich vorkommenden Speicheldrüsen, die sog. Gift-
drüse ist stark muskulös geworden. — Die Ptenoglossen werden zu
den Taenioglossen gestellt; die Gattungen Scalaria und Solarium
nähern sich den Pyramidelliden. Die Docoglossen werden mit den
Haliotiden und Fissurelliden zu den zygobranchiaten Diotocardia
gestellt; die Bezeichnung Diotocardia wird übrigens für die Rhipido-
glossen gebraucht, entsprechend den Monotocardia, welche in die
Taenioglossen und Stenoglossen eingetheilt werden.
Haller, B. Die Morphologie der Prosobranchier, gesammelt
auf einer Erdumsegelung durch die Kön. italienische Korvette „Vettor
Pisani". Morph. Jahrb. 14. p. 54 — 169.
Eingehende Beschreibung der Morphologie mehrerer Rhachi-
glossen. — Concholepas hat statt des Spindelmuskels ähnlich den
niederen Prosobranchiern einen Schalenmuskel erhalten; der letztere
ist kein einheitlicher Muskel, er ist hervorgegangen aus den Bündeln,
die bei Amphineuren vorkommen, während der Spindelmuskel aus
dem rechten Schalenmuskel entstanden sein soll. Das Nerven-
system ist sehr concentrirt, Sub- und Supraintestinalganglien sind
mit den angrenzenden Theilen zu einem einheitlichen Halbringe
verschmolzen. Die Spindelmuskelnerven, entstanden aus den vordersten
Lateralnerveu der Pedalganglien, sollen sich in der Subintestinal-
commissur kreuzen. Die Connective der vorderen Eingeweideganglicn
entspringen aus den Pleuralganglien. Die Otocysten liegen vor den
Cerebralganglien. — ■ Die Buccaldrüsen bilden zwei compacte Massen
von acinösem Bau. Das secernirende Epithel ist kubisch, die Zellen in
den verschiedenen Phasen ihrer Thätigkeit von verschiedenem Aus-
sehen (allgemeine Bemerkungen über Drüsenzellen). Der langeVorder-
darm zeigt eine birnförmige Erweiterung (vielleicht ein Saugorgan)
mit einer kleinen ventralen Drüse, dahinter findet sich eine grössere
unpaare Drüse, endlich die compacte ,, grosse Vorderdarmdrüse".
Der Mitteldarm zeigt eine Erweiterung mit dicker drüsiger Wandung ;
in diesen Raum ergiesst sich die kurze und sehr breite Mitteldarm-
drüse durch einen sehr kurzen Gang. Weiterhin erweitert sich der
Darm, um erst kurz vor seinem Ende enger zu werden. Im Vorder-
darm ist Verdauung und Stoffaufnahme nachweisbar. Die Niere ist
wie gewöhnlich aus zwei Lappen von verschiedenem Bau zusammen-
gesetzt, der vordere Lappen ist im Verhältnis zum hinteren klein.
— Die männliche Keimdrüse besteht aus einem centralen vielfach
gewundenen Sammelgange und radiären Tubuli, die weibliche hat
410 Dl'- Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dendritisch verzweigte Sammelgänge; der Eileiter zeigt eine ovoide
Aussackung, der Uterus ist ein sehr mächtiges Gebilde mit dicker
Wandung, welche zwei Arten von Drüsen enthält. Die Herzkammer
nimmt die Kiemenvene, die einen muskulösen Abschnitt enthält, und
die Körpervene getrennt auf. Das Herz wird auf doppelte Weise
innervirt (accelerirender und retartirender Nerv). — Es folgen ver-
gleichende Angaben über Monoceros, Purpura und Muriciden (Murex,
Fusus, Pyrula.)
Bouvier. Sur les glandes salivaires annexes des Muricides.
Bull. soc. philom. VH 12. p.ll8 — 25. Auszug der folgenden Arbeit.
Derselbe. Observations anatomiques et systematiques sur
quelques familles de mollusques stenoglosses. Bull. Soc. malac.
France t. 5 p. 251—86.
Die von B. Ha 11 er bei Murex als Otocysten gedeuteten birn-
förmigen Gebilde sind kleine Drüsen, deren Ausführungsgänge sich
mit einander vereinigen und in der Unterlippe ausmünden, während
die Otocysten wie gewöhnlich an den Pedalganglien gelegen sind.
Solche Nebenspeicheldrüsen wurden bei anderen Gattungen (Purpura,
Concholepas) in stärkerer Ausbildung gefunden, fehlen aber den
Bucciniden. Bouvier erwähnt sodann die Anschwellung des Oeso-
phagus (= birnförmige Erweiterung), sowie die grosse Vorderdarm-
drlise, welcher die sog. Giftdrüse der Toxiglossen entspricht, während
sie bei Taenioglossen noch fehlt und bei Fusiden schwach entwickelt
ist. Bei Magilus zeigt diese Drüse einen blättrigen Bau; die Ge-
schlechter sind getrennt, beim Männchen findet sich ein kleiner Penis,
der durch eine Rinne mit der Ausmündung des Hodens zusammen-
hängt wie bei Taenioglossen. Halia hat ziemlich grosse Neben-
speicheldrüsen mit getrennten Mündungen.
Derselbe. Sur l'anatomie de l'Ampullaire. Bull. Soc. philom,
VH 12. p. 5—7.
Derselbe. Sur l'anatomie et les affinites zoologiques des
Ampullaires. C. rend. 106. p. 370—72. Beide Arbeiten sind Vor-
lauf. Mitth. zur folgenden.
Derselbe. Etüde sur l'organisation des Ampullaires. Mem.
soc. philom. Cent. p. 63 — 85.
Die Ampullarien haben zwei verschiedene Nierenkammern, eine
vordere dreieckige (rechte) von blättrigem Bau und eine hintere
(linke), deren Wandung ein Gefässnetz enthält; die letztere hängt
durch einen Gang mit der ersteren zusammen und diese öffnet sich
allein in den Mantelraum durch eine weite Mündung, an die sich
eine Furche anschliesst, welche rechts durch den Genitalgang, links
durch einen dorsalen Wulst begrenzt ist. Ein Zusammenhang mit
dem Pericardium wurde nicht gefunden. Der Oesophagus erweitert
sich dicht hinter dem Schlundkopfe bedeutend, wird dann allmählich
enger und führt in den Magen, in welchen weite Gallengänge aus-
münden; am Uebergange in den gewundenen Darm befindet sich
ein Blindsack. Wie Bouvier schon früher ausgesprochen hat, ist
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 411
die sog, linke Kieme das Spengel'sche Organ, während die rechts-
gelegene der linken anderer Prosobranchier entspricht, welche durch
die Ausbildung der Lunge verschoben ist. Die Circulation in den
Nieren ist wie bei Haliotis: aus der einen Kammer geht das Blut
in die Kiemen, aus der anderen direct ins Herz. Aus der Herzkammer
entspringt ein Stamm, der sich in die hintere und die vordere Aorta
theilt; am Anfange der letzteren findet sich eine starke Erweiterung.
Die vordere Aorta zieht über den OesojDhagus nach rechts und kreuzt
die Hauptschlundringe. Die männlichen Fortpflanzungsorgane be-
stehen aus dem Hoden, einem engen Ausfiihrungsgange, der sich zu
einem Samenbehälter erweitert; in einiger Entfernung von deren
äusserer Mündung ist ein aus einem Penis und einer scheidenartigen
Bildung bestehendes Copulationsorgan gelegen, das vom Mantel aus
gebildet ist. Das Ovarium ist mit der grossen Eiweissdrüse in die
Höhlung der linken Nierenkammer eingebettet. Das vom Verf.
schon fi'üher beschriebene Nervensystem ist durch eine lange
Cerebralcommissur, eine Labial- (untere Schlund-)commissur und
die doppelte Zygoneurie ausgezeichnet, indem das rechte Pleural-
ganglion mit dem Subintestinalganglion verschmolzen, während das
linke mit dem Supraintestinalganghon durch den linken Mantelnerv
verbunden ist.
Pelseneer, P. Giebt es Orthoneuren? Bull, scient. Fr. Belg.
m 1. p. 46—52.
V. Ihering hat bei Cerithium sowie bei Ampullaria nicht die
ganze Visceralcommissur richtig verfolgt, beide Gattungen sind
chiastoneur, und die Neritiden zeigen auch nur eine falsche Ortho-
neurie, wahre Orthoneuren giebt es unter den Prosobranchiern nicht.
B out an, L. Contribution ä Petude de la masse nerveuse ven-
trale (cordons palleaux-viscöraux) et de la collerette de la Fissurelle.
Arch. Zool. exp. gen. H, 6. p. 375—421.
Gegen B. Hall er hält B out an an seiner Ansicht fest, dass die
ventrale Nervenmasse von Fissurella aus der Verschmelzung zweier
verschiedener Theile hervorgegangen sei, Pedalganglien und erste
asymmetrische Ganglien. Es werden, um das zu beweisen, Quer-
schnitte durch Jugendstadien von Fissurella gibba abgebildet. Die
Krause (Epipodium) soll hier so nahe Beziehungen zum Mantel
zeigen, dass man sie als einen Theil des letzteren ansehen könne,
und sie ist daher als ,, unterer Mantel" zu bezeichnen (vgl.
Pelseneer p. 384 dieses Berichtes).
Derselbe. Reponse k Mr. Pelseneer. Lille 88. 6 pp. (Polemisch).
Haller, B. und Pelseneer, P. Replique ä Mr. Boutan.
Bull. sc. Fr. Belg. HI 1 p. 514. (Polemisch).
Garnault, P. Reeherches anatomiques et histologiques sur le
Cyclostoma elegans. Act. Soc. Linn. Bordeaux 41, 1887. p. 11 — 158
(s. vor. Ber. p. 268). Eine Kieme ist noch spurweise vorhanden;
Athmung findet auch in retrahirtem Zustande durch die Schale hin-
durch statt. Die Schnauze und Mundhöhle enthalten SinneszeUen;
412 Dl'- Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
an den Seiten der Mundhöhle ist das Epithel drüsig. Der Magen
wird durch Falten in 2 Abschnitte getheilt, sein Ejjithel trägt keine
Cilien. Im Anfange des Darmes steckt ein gelatinöser Pfropf. Das
Epithel des Darmes ist im Anfange bewimpert, weiterhin körnig,
ohne Cilien und durch verschiedene Höhe faltig, am Ende körnig,
bewimpert und enthält Becberzellen. Die Leber besteht aus ZAvei
Lappen; das Epithel der Läppchen ist mehrschichtig und wimperlos.
Die Muskeln des Herzens sind pigmentirt, eine Klappe zwischen
Vorhof und Herzkammer ist nicht vorhanden, sondern mehrere mus-
kulöse Fortsätze. Die Arterien sind von einem Endothel bekleidet,
sie münden in Lacunen aus. Einzelheiten über den Verlauf der
Gefässe. Das Epithel des Pericardiums ist excretorisch , das
der Niere mehrschichtig, nur zum kleineren Theil bewimpert.
Eine Concrementdrüse, welche eine specielle Eigenthümlichkeit von
Cyclostoma ist, dient zeitweise zur Ablagerung von Harnsäure.
Die obere Fussdrüse ist ein Sack, dessen Wandung Drüsen-
zellen enthält und in welchen Canäle führen, die mit den Blut-
räumen in Verbindung stehen sollen; die untere Fussdrüse zeigt
tubulösen Bau. Die Mantelnerven der Pleuralganglien, die indessen —
namentlich auf der rechten Seite — den grössten Theil ihrer Fasern
aus den Pedalganglien erhalten, verbinden sich mit denen aus den
Sub- und Supraintestinalganglien. Die Ganglienzellen zerfallen in
grössere, wahrscheinlich motorische an der Peripherie der Ganglien,
und kleinere, wohl sensibler Natur, mehr im Innern gelegen. Ver-
bindung der Fortsätze mit dem Kerne kommt nicht vor.
Die motorische Endigung der Nervenfasern ist baumförmig ver-
zweigt. Die Fühler sind fähig, Gerüche wahrzunehmen. Eingehende
Beschreibung des Baues der Augen, die Stäbchen- und Pigmentzellen
sollen sensibel sein. Das Pigment der Haut ist bindegewebigen
Ursprungs. Die Zellen, welche die Geschlechtsprodukte liefern, zeigen
embryonale Eigenschaften. Der Eierstock ist ziemlich klein, ein-
fach oder wenig verzweigt. Am Eileiter findet sich eine Samenblase,
der Uterus besteht aus zwei verschieden gefärbten Theilen. Der
Hoden zeigt eine Zusammensetzung aus Schläuchen; der Endtheil
des Vas deferens ist stark muskulös. Im Penis liegt ein Nerven-
plexus. Aus den Kernen der männlichen Keimzellen entstehen durch
Theilung die Köpfe der Spermatozoon.
Derselbe. Rectification. Zool. Anz. Nr. 292. p. 623, 24. Die
vordere Aorta von Cyclostoma verläuft unter dem Connectiv zwischen
Supraintestinal- und Abdominalganglion.
Derselbe. Note sur l'organisation de la Valvata piscinalis. C.
r. Soc. Linn. Bord. 1888. p. 22—25.
Derselbe. Sur l'organisation de la Valvata piscinahs. Comptes
rend. 106, p. 1813—15. Ref.: Le Naturaliste 10. p. 171. Die Niere
besteht aus einem langen Gange, der durch einen Vorsprung in
zwei Räume getrennt ist, der rechte hängt mit dem Pericard durch
einen weiten Kanal zusammen, der von einem Epithel mit langen
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 413
Cilien bekleidet ist, während der Ausführungsgang vom unteren
Ende der Niere entspringt. Das Epithel der letzteren besteht aus
einer Art von Zellen, welche bei der Secretion im Ganzen ab-
gestossen werden sollen. Das Pericard ist nicht drüsig, wohl aber
die Wandung des Vorhofes. Vom Kiemennerv wird das wenig
hervortretende Spen gel' sehe Organ versorgt. Das Filament am
Mantel soll den Gebilden, welche bei jungen Paludinen vorkommen,
homolog sein.
Bernard, F. Recherches anatomiques sur la Valvata piscinalis.
C. rend. 107. p. 191—94.
Angaben über das Circulationssystem — im Venensystem wird
ein vorderer Abdominalsinus, ein querer Mantelsinus und ein Mantel-
randsinus beschrieben, — die Kieme, die Niere, welche durch einen
links vom Rectum zwischen Mantelrand und Kieme gelegenen Aus-
führungsgang ausmündet; rechts von diesem liegt ein Blindsack mit
der Oeffnung ins Pericard. Das Nervensystem ist ähnlich wie bei
Bithynia. Die Zwitterdrüse liefert peripher Eier, in der Mitte den
Samen; das Vas deferens folgt dem Eileiter, es zeigt eine kleine Er-
weiterung und eine Anhangsdrüse; nahe dem Auge tritt es zum
Penis. Der Eileiter nimmt die Erzeugnisse zweier Eiweissdrüsen auf
und zeigt ein kleines Divertikel.
Derselbe. Sur le manteau des Gasteropodes prosobranches et
les organes qui en dependent. C. rend. 106. p. 681 — 83. Ausz. :
Journ. R. Micr. S.88, p. 399. In der Nebenkieme der Monotocardier
verbinden sich die letzten Verzweigungen der Nerven ausserhalb der
Basalmembran mit einem Netze multipolarer Zellen mit granulirten
Kernen, die fast die ganzen Zellen erfüllen. Die äussersten dieser
Zellen tragen Stäbchen, die oft auf kleine Köpfchen reducirt sind
und die zwischen die pigmentirten , wimperlosen Epithelzellen ein-
dringen. Bei einigen Formen (Vermetus, Littorina, Bithynia) findet
sich ein Ganglion, das zahlreiche Nerven zum Epithel entsendet.
Die Nebenkieme von Paludina zeigt etwa 20 schräge Blindsäcke, die
sich an der Seite der Kieme öffnen ; ihr Epithel ruht direkt auf dem
Ganglion, von dem sie eine kleine Zahl von Fasern erhalten. Bei
Diotocardiern verhält sicli das Ganglion sowie die Nerven vollkommen
wie bei Littorina. An den sensiblen Zellen der Nebenkieme wurden
keine Borsten wahrgenommen. Die Mucusdrüse enthält ein reiches
Netz von Nervenfasern und Sinneszellen. — Das Epithel besteht
durchweg aus indifferenten, pigmentirten, sensiblen und secretorischen
Zellen, von denen bald die eine, bald die andere Art überwiegen
kann, wodurch dann bald Sinnesorgane, bald Drüsen entstehen.
Perrier, R. Sur le rein des Gasteropodes prosobranches
monotocardes. C. rend. l06. p. 766—68. Ausz.: J. R. M. S. 88 p. 399
bis 400 und Centralbl. Physiol. 2 p. 100.
Die Niere von Littorina ist eine weite Tasche rechts vom Peri-
card und hinter der Mantelhöhle, mit beiden in Zusammenhang.
414 Dr. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Verzweigte Lamellen springen ins Innere vor, in denen Gefässe mit
deutlichen Wandungen verlaufen. Das Epithel, welches diese Lamellen
bekleidet, ist einschichtig und besteht aus secernirenden und Wimper-
zellen, von denen die letzteren auf den Rändern, die ersteren in den
Vertiefungen stehen. Die secernirenden Zellen verbleiben an ihrem
Orte und stossen nur Bläschen aus, welche man früher für Zellen
gehalten hat (B. Haller). Am Pericardium liegt ein von der Niere
verschiedenes und getrenntes Organ, das B. Haller als Nierenlappen
angesehen hat; grosse verzweigte Kanäle, welche in die Niere
münden, dringen in diesen Kanal ein, der mit dem Vorhofe in Ver-
bindung steht.
Derselbe. Sur l'histologie comparee de l'epithelium glandulaire
du rein des Gasteropodes prosobranches. C. rend. 107. p. 188 — 91,
Die Nierenzellen von Fissurella sind von einer Art, gross, mit rundem,
mehr oder weniger basalen Kern; sie schliessen keine Excretions-
blasen ein, aber können Concremente enthalten, die wahrscheinlich
durch Osmose abgegeben werden. Dagegen besteht die Niere höherer
Taenioglossen (Cassidaria) aus einem complicirten Netzwerk von
Bindegewebsbalken, welche Blutlakunen enthalten und mit Epithel
bekleidet sind, das aus Wimperzellen und Drüsenzellen besteht, die
in den tieferen Theilen von geAvöhnlicher Art sind; ausserdem aber
finden sich noch andere mit einer Vacuole und Granulationen
ähnlich den mukösen Drüsen. Garnault gegenüber hält Perrier
an seiner Behauptung fest, dass bei der Secretion die Epithelzellen
erhalten bleiben.
Derselbe. Sur un organe nouveau des Prosobranches. C. rend.
Soc. Biol. Vm 5 p. 569-71.
Der „vordere Nierenlappen" B. Hallers ist ein besonderes
Organ, vielleicht eine „Blutdrüse", das bei vielen Taenioglossen (s.
oben V. Littorina) und bei allen Stenoglossen vorhanden ist. Bei
Paludina, Vermetus und Cerithium wird es wahrscheinlich durch die
verdickte W^and des Vorhofs ersetzt, die ähnliehe Structur zeigt.
Vermuthlich ist es durch Divertikelbildung des Vorhofes entstanden.
Die Pericardialdrüse (Grobben) der Rhipidoglossen ist eine andere
Bildung. Cuenots ,, Blutdrüse" bei Paludina (s. vor. Ber. p. 277)
ist keine solche, vielmehr die mit Wimperepithel bekleidete äussere
Wandung der Kiemenarterie.
Fischer, P. Note sur l'animal du genre Cyclosuriis Morelet.
Journ. Conchyl. III 28. p. 293—96. Beschreibung des Aeusseren
und der Radula, sowie Abbildung der letzteren, welche durch die
grössere Zahl der Zähne an den Seitenplatten von anderen Gattungen
der Cyclophoriden verschieden ist.
Call, R. E. On the gross anatomy of Campeloma. Amer.
Natur. 22 p. 491-97.
Zabriskie, J. L. The Radula of the Conch, Sycotypus canali-
culatus. Journ. N. Y. Micr. Soc. 4 p. 1 — 7.
Smith, Edg. A. Notice of an abnormal growth in a species of
Haliotis. Ann. Mag. nat. bist. VI 1 p. 419 — 21. Ausz.: J. R. M. S.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 41 5
88 p. 59. lieber das abnorme Vorkommen einer zweiten Reibe von
Schalenlöchern bei einer Haliotis gigantea. — Bei Haliotis tuber-
culata sind nicht soviel Tentakel am Mantelschlitz vorhanden, wie
in Fischers Manuel de ConchyHologie gezeichnet sind, sondern
nur drei, einer über dem After, einer am linken und einer am
rechten Mantellappen.
Amans, P. C. Comparaisons des organes de la locomotion
aquatique. Ann. Sc. nat. VII. 6. p. 130 — 32.
Beschreibung der Bauchfiosse und des Schwanzes von Ptero-
trachea, mit den bewegenden Muskeln, Die Bauchflosse, welche das
Thier nach oben Avendet, wird der Rückenflosse von Hippocampus
verglichen. Die Schwanzflosse ist zum grössten Theil vertical, eine
herzförmige Flosse am Ende horizontal, dadurch entspricht sie dem
Schwanz der Fische ebensowohl wie dem der Cetaceen,
Maltzan, Gr. von. Ovula acicularis Lam. an Gorgonia flabellum
L. lebend. Sitzb. Ges. nat. Fr. p. 53. Anpassung in der Färbung.
B., L. Les balayeurs de la plage: la Nasse. Rev. biol. Nord
France. 1. p. 34 — 38. lieber die Lebensgewohnheiten, besonders das
Fressen, von Nassa reticulata.
Giard, A. Fragments biologiques. 12. Castration parasitaire
probable chez les Pterotrachea. Bull. sc. Fr. Belg. III 1. p. 309, 10.
Barrois hat unter 30 Exemplaren 2 — 3 mit Hoden und Saugnapf
gefunden, die keinen Penis besassen. Dieser mag durch Crustaceen
abgebissen oder durch innere Parasiten unterdrückt sein, ähnlich
wie Giard bei Paludinen, die mit Distomum militare inficirt waren,
den Penis oft sehr reducirt gefunden bat.
Köhler, S. Sur la double forme des spermatozoides chez les
Murex brandaris et trunculus et le developpement de ces sperma-
tozoides. C. rend. 106. p. 299—301. Ref. Le Naturaliste 10 Nro. 24
p. 63, Journ. R. M. S. 88 p. 200. Vorlauf. Mitth. zur folg. Arbeit.
Derselbe. Recherches sur la double forme des spermatozoides
chez le Murex brandaris et le Murex truchculus. Rec. Zool. Suisse
5. p. 101—50. Ausz.: J. R. M. S. 89 p. 371—72.
Köhler findet bei Murex ähnlich wie bei Pulmonaten die
Schicht, welche den Hoden auskleidet, aus einer Protoplasmalage
mit eingestreuten Kernen gebildet. Aus diesen entstehen zwei von
ihrem ersten Erscheinen an deutlich verschiedene Elemente: grosse
Zellen mit bestimmten Umrissen, die Mutterzellen der wurmförmigen
Spermatozoen, und kleinere membranlose Zellen, die Mutterzellen
der fadenförmigen Spermatozoen. Die ersteren gehen in grosse viel-
kernige Zellen über; aus einem Kerne entsteht sodann ein Faser-
bündel, dessen eines Ende ein Cilienbüschel, dessen anderes das
Kopfende des wurmförmigen Spermatozoons aus sich hervorgehen
lässt. Die anderen Kerne verschwinden alsdann grösstentheils und
gehen in Körnchen über. Während die wurmförmigen Spermatozoen
bei Murex brandaris spindelförmig und fast unbeweglich sind, sind
416 I^f- JoIj. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die von M. trunciilus wurmförmig und sehr beweglich, worin sich
ein ursprünglicherer Zustand ausspricht. Sie haben weder terminale
CiHen noch einen centralen Faden wie bei Paludina. — Eine
physiologische Bedeutung haben diese Gebilde der Prosobranchier
nicht, morphologisch sind sie Eiern gleichwertig, sodass sie dem
Hoden den Charakter einer Zwitterdrüse verleihen.
Herdmann, W. A. Egg masses on Hydrobia ulvae. Nature 38.
p. 197. Auf den Schalen der Schnecken wurden Eierhäufchen ge-
funden, die wahrscheinlich von anderen Exemplaren der Art her-
rührten.
Osborn, H. L. On the early history of the foot in Proso-
branch Gasteropods. Proc. Amer. Ass. Advanc. Sc. 36, Meeting 1887.
An Fasciolaria und Fulgur wurde die Entstehung des Fusses als
paarige Erhebung des Ectoderms beobachtet, deren Hälften früh-
zeitig mit einander verwachsen. Verf. ist unsicher, ob dieser That-
sache phylogenetische Bedeutung zukommt.
Grobben, C. Zur Morphologie des Fusses der Heteropoden.
Arb Inst. Wien 7. 1887 p. 221—32. (vgl. vor. Ber. p. 266). Grobben
schliesst sich ebenso, wie es bereits Gegenbau r gethan, an die
von Souleyet vertretene Auffassung bezügl. des Heteropodenfusses
an; er nimmt Oxygyrus Keraudrenii zum Ausgangspunkte, wo der
Saugnapf von bedeutender Grösse und mit dem vorderen flossen-
förmigen Abschnitte mit gemeinsamem Stamme am Körper entspringt.
Bei Atlanta Peronii ist der Saugnapf mehr reducirt und erscheint
mehr als ein Anhang der breiter gewordenen Flosse; in beiden
Gattungen findet sich auf einem hinteren Abschnitte ein Deckel.
Bei Carinaria ist die Flosse sehr vergrössert und der Saugnapf an
ihrem Hinterrande herabgerückt; der Deckel ist verloren gegangen
und der ihn früher tragende Abschnitt bildet das schwanzartige
Hinterende des Körpers. Aehnlich verhält sich Pterotrachea, wo
der Saugnapf gewöhnlich nur den Männchen zukommt. — Der
Saugnapf der Heteropoden ist ein „Homologon des söhligen Fusses
der Prosobranchier", der Kielfuss dagegen ursprünglich ein Schwimm-
lappen, der am vorderen Rande des Protopodiums entstand und
sich allmählich zwischen Körper und Sohle hineingrängte. Die
Strombiden zeigen ähnliche Verhältnisse wie die älteren Heteropoden
— Der Schwimmlappen wird als Pterygopodium bezeichnet (vgl
Kalide p. 383 d. Ref.).
Fewkes, W. The sucker on the fin of Pterotrachea. Zool
Anz. Nr. 271. p. 64—65. Ref.: Journ. R. M. S. 88. p. 205. Verf.
bestätigt das Verkommen des Saugnapfes auch am Fusse der Weibchen
was er bereits vor Paneth und Grobben beschrieben hat (vgl
Giard p. 415 d. Ret).
Joseph, M. Die vitale Methylenblau-Nervenfärbungsmethode bei
Heteropoden. Anatom. Anz. 3. p. 420 — 24. An den grösseren Nerven-
stämmen sieht man tiefblau gefärbte Fasern, umgeben von einem
heileren Mantel, der dem Neurilemm angehört und dunkelblau ge-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 417
färbte Kerne enthält. Die Varicositäten sind wahrscheinlich als
Zeichen beginnenden Absterbens anzusehen. Beim Eintritt der
Nerven in ein Muskelbündel ist eine kernhaltige protoplasmatische
Anschwellung vorhanden, im weiteren Verlauf durch den Muskel
war ein Netzwerk wahrnehmbar, von welchem feine Stränge ab-
gingen, die mit dem Muskelprotoplasma in Zusammenhang standen.
h) Opisthohranchiata,
Bergh, R. Malacologische Untersuchungen. Nudibranchien
vom Meere der Insel Mauritius. Semper, Reisen im Archipel der
Philippinen. Bd. 2, Heft 16, erste Hälfte p. 755—814.
Beschreibung der Morphologie zahlreicher neuer Arten, welche
durch Mo ebi US gesammelt sind; dieselben gehören zu den Familien
der Plakobranchidae, Phyllobranchidae , Hermaeidae; Aeolidiadae
(Baeolidia n, g.), Melibidae, Dotonidae, Tritoniadae ; Dorididae.
Derselbe. Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. IX. Ver-
handl. zoolog.-botan. Ges. Wien 38. p. 673—706. Aehnliche Be-
schreibungen von Arten der Gattungen Aeolidiella, Glaucus, Hervia,
Moridilla, Cerberilla, Melibe, Doto, Hero.
Derselbe. Die Pleuroleuriden, eine Familie der nudibranchiaten
Gastraeopoden. Zool. Jahrb. Ab th. System. 3. p. 348— 64. Bergh
weist auf die Unterschiede zwischen Phyllidiaden und Pleurophyllidien
hin, von denen die ersteren mit Dorididen (Doriopsen), die letzteren
mit Aeolidiaden stammverwandt sind. Den Pleurophyllidien steht
die Gruppe der Pleuroleuriden sehr nahe, der Hauptunterschied be-
steht im Mangel an Kiemen und Seitenlamellen bei diesen. Sodann
giebt Verf. eine Besehreibung der bekannten Arten.
Vayssiere, A. Recherches zoologiques et anatomiques sur les
Mollusques opisthobranches du golfe de Marseille. II. Nudibranches
(Cirrobranches) et Ascoglosses. Ann. Mus. Hist. Nat. Marseille 3,
Mem. 4. 160 pp. Berghs Cladohepatica werden in Dendrobranchia
mit compacter Leber und Cirrobranchia, bei denen die Leber in
die Girren sich fortsetzt, eingetheilt. Facelina marioni hat ein
eigenthümliches Copulationsorgan. Beschreibung der Nesselapparate
von Doto cinerea. Die Ascoglossen theilt Verf. in Cirrobranchia,
Pterobranchia, Abranchia und Steganobranchia. Specielle Be-
schreibungen der Thiere.
Derselbe. Sur la position systematique du genre Hero. C.
rend. 107. p. 136—38. Ref.: Le Naturaliste 10 Nr. 34 p. 183. Ann.
Mag. Nat. Hist. VI 2 p. 196—97. Die Gattung Hero ist nicht in
die Nähe der Dendronotidae, sondern zu den Aeolididae zu stellen,
wofür schon die Form der Kiefer und der Radula spricht. Vor den
Rhinophorien steht jederseits eine Gruppe von Anhängen mit deut-
lichen Cii-ren, während die hinteren nur mit 2 — 3 rudimentären
Girren versehen sind.
Arch. f. Naturgescli. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 1. 27
418 Dr. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fischer, P. Note sur une monstruosite du Triopa clavigera
Loven. Journ. Conchyl. 28. p. 131—32.
Fischer beobachtete einen dreiästigen rechten Rhinophor,
während der linke normal war.
Trinchese, S. Ricerche anatomiche sul genere Govia. Mem.
Accad. Bologna IV 7, 1886. p. 183 — 191. Beschreibung des Aeusseren
sowie der Anatomie, besonders Angaben über den Darmtract, das
Nervensystem und die Genitalorgane.
Saint-Loup. R. Observations anatomiques sur les Aplysies.
C. rend. 107, p. 1010—12. Ausz.: Journ. R. Micr. S. 89. p. 195—96.
Die männnlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane sind nicht
gleichzeitig functionsfähig. Das venöse Blut aus dem linken seit-
lichen Venensinus und aus dem Bojanus' sehen Organ mischt sich
mit dem arteriellen Blute aus der Kieme, die sich häufig contrahirt,
um das Blut ins Herz zu treiben. Die Purpurdrüse hat eine nieren-
ähnüche Function (Excretion).
Robert, fid. Sur la Spermatogenese chez les Aplysies. C.
rend. 106. p. 422—25. Ausz.: Rev. scient. 41 p. 218—19 und Journ.
R. M. S. 88 p. 397 — 98. Die Spermatoblasten haben einen runden,
stark färbbaren Kern, dieselben theilen sieh karyokinetisch. Später
wird das Protoplasma der Zelle vom Kern resorbirt, während dieser
in eine grosse Zahl von Stücken zerfällt, die sich verlängern und
Spiralform annehmen, bis sie durch Platzen der Membran frei
werden; in anderen Fällen theilen sich die Kerne nicht, sondern
erzeugen nur ein Spermatozoon. Robert sieht diesen Fall nicht als
principiell vom andern verschieden an.
Lacaze-Duthiers et Pruvot. Sur le developpement de la
Philine aperta. C. rend. 16 sess. Assoc. Frang. avanc. sc. 1887.
p. 260. Der Blastoporus bildet eine Spalte, er lässt den Mund und
die Schalendrüse aus sich hervorgehn. Während Augen am Kopfe
fehlen, wurde ein unpaares Auge an der rechten Seite in der Nähe
des Afters beobachtet (vgl. vor. Ber. p. 282). Das Mesoderm entsteht
aus der untersten der 4 grossen Dotterzellen. Der Embryo ver-
ändert sich nach dem Ausschlüpfen nur wenig. Fuss und Velum
atrophiren, während die Schale wächst. Wenn das Thier anfängt zu
kriechen, wird wahrscheinlich die Larvenschale abgeworfen.
Rho, Fil. Studii sullo svilnppo della Chromodoris elegans.
Atti Acc. Napoli II 1, App. No. 3. 7 pp. Der Blastoporus schliesst
sich, während die Mundöffnung am entgegengesetzten Pole entsteht.
Aus dem Entoderm entsteht der Magen und zwei ursprünglich
dorsal gelegene Säcke. An der rechten Seite entsteht eine Larven-
niere, während eine entsprechende linke fehlt. Ausserdem wurde
eine birnförmige Kapsel beobachtet, die neben dem After ausmündet
und die wahrscheinlich auch eine innere Oeffnung besitzt; sie ist
jedenfalls ein Excretionsorgan. Das Nervensystem entsteht aus
einer hufeisenförmigen ectodermalen Anlage, von der aus die Nerven
wahrscheinlich durch Auswachsen hervorgehen.
im Gebiete clei- Malakologie während des Jahres 1888. 419
Pelseneer, P, Report on the Pteropoda collected by H. M.
S. Cballenger during tlie years 1873 — 76. Pt. 2. Thecosomata,
Rep. Chall. Part 65. 132 pp. Part 3. Anatomy. ibid. Part 56. 97 pp.
Ref.: Amer. Natur. 22, p. 841. Anatomiscbe Details von den einzelnen
Formen. — Die Thecosomen sind ausgezeichnet durch ein paar
Kopftentakel, eine grosse Manteldrüse, die Flossen umgeben den
Kopf, die Radula zeigt in jedem Gliede 3 Zahnplatten (bis auf
Gleba und Cjonbuliopsis), zwei seitliehe Kiefer und kurze Speichel-
drüsen; der Kaumagen enthält 4 symmetrische und eine hintere
Kauplatte und gewöhnlich 8 kleine vordere Platten; die Leber er-
giesst sich durch wenige Oeffnungen in den vorderen Theil des
Magens. Gewöhnlich ist eine Analdrüse vorhanden. Ein Copulations-
organ findet sich am Kopfe in der Nähe der Tentakel. Die Cerebral-
ganglien liegen seitlich vom Oesophagus, die Pleuralganglien dicht
neben denselben. Dagegen haben die Gymnosomen 2 paar Tentakel,
die Flossen sind vom Mittelfusse getrennt und umgeben nicht den
Kopf; Mantel und Schale fehlen. Am vorderen Theile des ausstülp-
baren Rüssels finden sich Anhänge mit Drüsen und Sinnesorganen.
Ausstülpbare Säcke mit hornigen Haken, ventral vereinigte Kiefer,
lange Speicheldrüsen, unbewaffneter Magen umgeben von der Leber,
die zahlreiche Oeffnungen besitzt, kurzer gestreckter Darm mit
rechtsseitigem After kennzeichnen den Verdauungstractus. Penis
rechts vom Fusse. Das Nervensystem besteht aus 8 GangUen; die
Cerebralganglien liegen über dem Schlünde dicht zusammen, die
Pleuralganglien befinden sich in der Nähe der Pedalganglien. —
Unter den Thecosomen sind die Cavoliniiden und Cyml)uliiden, jede
Gruppe für sich, mit den Limaciniden verwandt. Bei den ge-
streckten Formen zeigt der vordere Theil der Körpers eine Drehung
von 180^ um die Axe, verglichen mit den Limaciniden. Li der
Entwickelung der Cymbuliiden giebt es Stadien, welche den er-
wachsenen Limaciniden ähnlich sind, daher stehen die letzteren der
Urform nahe, besonders Peraclis. An die Stelle der äusseren Kalk-
schale ist die Knorpelschale getreten. Aus den Limaciniden haben
sich auch die Cavoliniiden mit symmetrischer Schale entwickelt. —
Zwischen Pteropoden und Cephalopoden existirt kein verwandt-
schaftlicher Zusammenhang, die ersteren schliessen sich vielmehr an
die Tectibranchier an. Der Deckel von Limacina ist dem von
Actaeon sehr ähnlich, das ,, Schild" der Thecosomen entspricht voll-
kommen der Hypobranchialdrüse von Actaeon. Die Radula, die
Speicheldrüsen, Magenplatten, Gallengänge sind bei Thecosomen und
Tectibranchiern sehr ähnlich; in beiden Gruppen findet sich eine
Analdrüse, die bei Actaeon langgestreckt ist; die Pleuralganglien
sind bei Actaeon wie bei den Thecosomen mit den Cerebralganglien
verschmolzen. In ähnlicher Weise zeigen die Gymnosomen Be-
ziehungen zu den Tectibranchiern, besonders zu Notarchus (Haken-
bildung in der Mundhöhle entsprechend den Hakensäcken der
Gymnosomen, Kieme auf der rechten Seite, Fortpflanzungsorgane,
Nervensystem). Die Pteropoden sind nicht primitive Formen, sondern
27*
420 Dr. Job. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
V on geringem Alter, sie leiten sich von den Tectibranchiern ab, und
zwar die Thecosomen von Thieren, die zwischen Actaeon und Bulla
standen und eine linksgewundene Schale besassen, die Gymnosomen
von Notarchus ähnlichen Thieren, deren Fussränder noch frei waren.
Grobben, C. Zur Morphologie des Pteropodenkörpers. Arb.
zooL Inst. Wien 8 p. 155—57. Ausz: J. R. M. S. 89. p. 194.
Die Pteropoden sind pelagische Gastropoden (Opisthobranchier).
Das Protopodium ist bei Gymnosomen deuthch erhalten und kann
zur Festheftung verwendet werden; die ,,Epipodien" (Flügel) sind
am Protopodium ,,in beschränktem Sinne neugebildet." — Eine miss-
verstandene Stelle einer früheren Arbeit des Verf. über die ,, Rück-
drehung des Eingeweidesackes" wird erklärt.
c) Ptihnonata.
Poirier, J. Observations anatomiques sur le genre ürocyclus.
Bull. Soc. malac. France 4. 1887. p. 195—232 (s. vor. Ber. p. 269).
Von mehreren Arten wird die Anatomie beschrieben. Der Kiefer
hat einen medianen Zahn, die Radulaplatten sind dreispitzig, der
langgestreckte Magen empfängt das Sekret der Leber durch 2 weit
von einander entfernte Mündungen. Die Fussdrüse ist ziemlich kurz;,
die Schwanzdrüse hat einen verschieden geformten Vorderrand, ihre
Höhlung zeigt runzlige Wandungen. Die Semp er 'sehen Drüsen
werden von einer Abzweigung des kleinen Tentakelnervs versorgt.
Die Niere ist gut entwickelt, die Lunge ziemlich klein. Die Vagina
ist mit einer grossen Samentasche versehen, während der männliche
Ausführungsgang eine kleine Kalkdrüse trägt und in das lange
Flagellum mündet, welches einen Anhang des Penis darstellt; eine
grosse muköse Drüse ist besonders auffällig. Die Cerebralganglien
haben eine kurze starke Commissur, die Connective zur ventralen
Ganglienmasse sind beiderseits verschieden lang; den vorderen Theil
der letzteren nehmen die Visceralganglien ein mit einer mittleren
und zwei seitlichen Anschwellungen, während hinter der Durch-
bohrung für die vordere Aorta die grossen Pedalganglien liegen.
Derselbe. Description de l'Estria alluaudi, nouveau genre de
limacien. Bull. Soc. philom. VII 11, p. 181— 82. 1887. Vorlauf.
Mitth. zur folg. Arbeit.
Derselbe. Etüde anatomique de l'Estria alluaudi, nouveUe
espece de limacien africain. Mem. Soc. philom. Cent. p. 135 — 53.
Die äussere Schale ist vorn und seitlich durch Mantellappen bedeckt;
das Athemloch liegt etwas hinter der Mitte des rechten Mantel-
randes, Die Fussdrüse ist langgestreckt; die Mündung der starken
Schwanzdrüse bildet eine verticale Spalte, deren Vordergrenze stark
vorspringt. Die Radula ist limaxartig, der Kiefer mit einem mitt-
leren Vorsprunge versehen. Die vordere Lage der Zwitterdrüse, die
Form der Vaginaltasche, der Kalkdrüse und eine muköse Drüse, die
in den Penis mündet, unterscheiden die Gattung von ihren Ver-
wandten.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 421
Simroth, H. Ueber die azorisch-portugiesische Nacktschnecken-
fauna imcl ihre Bezeichnungen. Vorlauf. Mitth. Zool. Anz, p. 66
bis 70, 86 — 90. Bezüglich der thiergeographischen Angaben sei
auf die Arbeit selbst verwiesen. Die palaearkti sehen Raublungen-
schnecken werden in 4 Familien getheilt : a) vitrinenähnliche
(Plutonia), b) hyalinenähnliche (Daudebardia, Testacella), c) Glan-
diniden (Glandina), d) limaxähnliche (Trigonochlamys). Angaben
über die Morphologie dieser Gruppen. Die Vitrinen sind an die
Wurzel eines sehr grossen Theiles der Pulmonaten zu stellen.
Derselbe. Ueber einige Themata aus der Malakologie. I. Ueber
die Vitrinen. Sitzungsber. naturf. Ges. Leipzig 13, 14. p. 40 — 45.
Simroth giebt eine vergleichende Beschreibung der Pfeildrüse und
der benachbarten Organe bei verschiedenen Vitrinen und hält gegen
Wiegmann daran fest, dass die letzteren primitive Zustände zeigen
(Fussdrüse einfach, diffus, Fussohle dreitheilig, der die Schale be-
deckende Mantel). An sie schliessen sich die Hyalinen und Limaeiden,
die Parmacellen und Zonitiden; die Heliceen stehen am höchsten.
Derselbe, ibid. IV. Ueber das Alter ui^d die Verwandtschaft
der Lungenschnecken, p. 48 — 50. Aehnliche Entwickelungsreihe —
die Arioniden zeigen sehr alterthümliche Züge.
Derselbe, ibid. IL Ueber afrikanische Nacktschnecken, p. 45
bis 48. Die untersuchten gehören fast alle zu den Zonitiden und
zeigen nur in den Genitalorganen tiefgreifende Unterschiede.
Hanitsch, R. Contributions to the anatomy and histology of
Limax agrestis. Proc. biol. Soc. Liverpool 2, p. 152 — 70. Die Niere
besitzt kein Flimmerepithel; indem die Falten mit der gegenüber
liegenden Wand verwachsen, können sie zu Scheidewänden werden.
Das L a c a z e ' sehe Organ wurde nicht aufgefunden. Das
Semper'sche Organ ist nicht ein Sinnesorgan, sondern eine
Anhäufung grosser Drüsenzellen, welche in die Lippen ausmünden;
die Nerven, welche scheinbar in das Organ treten, gehen vielmehr
durch dasselbe hindurch zu den Lippen. Die letzteren sind von sehr
hohem Epithel bekleidet. In der Fussdrüse wurden nur wenig
DrüsenzeUen, und in den seitlichen Theilen einige Sinneszellen wahr-
genommen.
Ulicny, Jos. Ueber die Mundwerkzeuge von Ancylus fluviatilis
und Velletia lacustris. Verh. naturf. Vereines Brunn 26, 1887 p. 120
bis 23. Ausz.: J. R. M. S. 89 p. 197.
Der Kiefer von Ancylus besteht aus etwa 100 rechteckigen,
völlig getrennten Stücken, die einen tiefen Bogen bilden; an den
Seiten liegen sie zu 4 — 6 neben einander, während eine schmale
Brücke beide Hälften verbindet. Auch der Kiefer von Velletia be-
steht aus zahlreichen Stücken, die mehr in die Länge gestreckt sind
und eine einfache bogenförmige Reihe bilden. Es werden auch die
Reibplatten beschrieben; die von Velletia zeigt an den Seiten eine
Anzahl hakenloser Platten, hierdurch und durch die geringere An-
zahl von Platten unterscheidet sich die Radula von derjenigen von
422 Dr. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ancylus, Wegen der Verschiedenheiten des Kiefers sowie der Radiila
glaubt Verf., dass die Familie der Limnäiden in mehrere selbständige
FamiHen zu trennen sein wird.
Pollonera, C. Molluschi della Scioa e della valle dell'Havash.
Bull. Soc. mal. Ital. 13. p. 49—86. Die übrigens systematische
Arbeit bringt Abbildungen der Geschlechtsorgane, Kiefer und Radula-
zähne von Fruticicola lejeaniana Bourg., F. scioana Poll. und Sitala
trochulus Poll.
Petit, L. Sur les mouvements de rotation provoques par la
lesion des ganglions susösophagiens chez les escargots. C. rend 106
p. 1809-11. Hei: Le Naturaliste 10 No. 33 p. 171 und J. R. M.
S. 88 p. 717—18, sowie Centralbl. Phys. 2 p. 402—03. Abtragung
eines oberen SchlundgangHons von Helix aspersa bewirkt, dass das
Thier in Spiralen nach der verletzten Seite hin kriecht; bei Durch-
schneidung der Pleuropedalconnective einer Seite beschrieb das
Thier gekrümmte Linien, die durch Schleifen verbunden waren, all-
mählich aber nahm es mehr seine normale Bewegung an.
Die Zerschneidung der Cerebralcommissur bewirkte eine ähn-
liche Bewegungsart. Bei Zerstörung der oberen Schlundganglien
war das Thier nicht im Stande, aus der Schale herauszukommen,
wogegen die Abtragung der Pleuropedalganglien das Zurückziehn
verhinderte und in kurzer Zeit den Tod herbeiführte. Limax-Arten
zeigen bei einseitiger Verletzung eine entgegengesetzte Bewegung als
Helix; vielleicht liegt der Grund darin, dass die ersteren gleich nach
der Operation, die letzteren erst nach längerer Zeit beobachtet
wurden.
Biedermann, W. Beiträge zur allgemeinen Nerven- und
Muskelphysiologie. 14. Ueber das Herz von Helix pomatia. Sitzber.
Akad. Wien. Bd. 89, 3. Abth. 1884. p. 19-55. Verf. berichtet über
das Verhalten des Herzens bei mechanischer und electrischer Reizung
(vgl. dazu B. Haller).
Folin, de. A propos du Rumina decollata. Naturaliste 10 p. 79.
Ausz.: Nachrichtsbl. mal. Ges. 20. p. 120. Die Poren des Septums,
welches Rumina nach dem Abbrechen der obersten Windungen an
der Bruchstelle bildet, vermitteln die Athmung, während das Thier
sich bei der Eiablage mit der Mündung und den letzten Windungen
in die Erde eingräbt. Bei einem Versuche mit der Luftpumpe an
einem Thier, dessen Mündung durch Wachs fest verschlossen war,
strömten unter Wasser Luftbläschen durch das Septum aus.
Gain, W. A. Respiration of Ancylus fluviatilis. Journ. Conchol.
5. p. 331. Bei Ancylus findet die Athmung durch Aufnahme der
von den Nährpflanzen producirten Luftbläschen statt, welche fünfmal
soviel Sauerstoff enthalten als die athmosphärische Luft.
Williams, J. W. The red fluid emitted by Planorbis corneus.
ibid. p. 363. Verf. schliesst aus dem Vorhandensein von Haemoglobin
in der von Planorbis corneus beim Abtödten aus der Lunge ab-
geschiedenen rothen Flüssigkeit, dass letztere Hämolymphe sei, welche
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 423
durch Bruch der Venenwandungen infolge heftiger Muskelcontractionen
in die Lunge gelangt.
Bretonniere, J. Perforation de roches calcaires par des es-
cargots. C. rend. 107. p. 566—67. Ref.: Le Natural. 10 No. 39. p. 243.
Berichtet über Löcher in den Felsen, in denen die Schnecken an
den Wänden sitzen; es ist anzunehmen, dass die Thiere die Löcher
selbst gemacht haben.
Forel, F. A. Calcaire perfore par l'Helix aspersa. Arch. Sc.
nat. III 20. p. 576. Sehr harter Kalk aus Algier zeigte bis 12 cm.
tiefe Löcher, in denen Thiere der genannten Art sich aufhielten.
Stahl, E. Pflanzen und Schnecken. Biologische Studie über
die Schutzmittel der Pflanzen gegen Schneckenfrass. Jen. Zeitschr.
Nat. 22. p. 557 — 684. Viele Pflanzen sind durch chemische oder
mechanische Schutzmittel (Raphiden, Behaarung) gegen Schnecken-
frass geschützt, und manche dieser Mittel mögen durch die Schnecken
gezüchtet sein.
Braun, M. Ueber den Harnleiter bei Helix. Nachrichtsblatt
malak. Ges. 20. p. 109—13.
Braun fand nur bei einem vielleicht kleineren Theile der Helix-
Arten einen geschlossenen Harnleiter, während derselbe bei anderen
eine ganz offene Rinne bildet; auch wurden bei noch anderen
einzelne Stadien des successiven Verschlusses der Harnleiterrinne
beobachtet. Vielleicht ist der Verschluss der primären Rinne zum
secundären Rohr innerhalb einzelner Helix- Gruppen selbständig auf-
getreten.
Derselbe. Ueber die Entwicklung des Harnleiters bei Helix
pomatia L. Ebenda p. 129—33.
Die Niere stellt in einem sehr frühen Stadium einen kleinen
Blindsack mit spaltförmigen Lumen dar, der in die Lungenhöhle
neben der rechten Urniere mündet. Später besteht der Harnapparat
aus zwei Abschnitten, einem einfachen Drüsenkörper (Niere) und
einem kurzen Ausführungsgange (primärer Harnleiter v. Ihering).
Letzterer setzt sich in eine breite mit Cyhnderepithel bekleidete
Rinne fort, welche fast die Hälfte der Lungenhöhlenwandung ein-
nimmt und durch Längsfalten jederseits begrenzt ist. Bei der nun
erfolgenden Knickung der bisher geradlinigen Anlage legt sich der
primäre Harnleiter über den Drüsenkörper und wendet sich nach
hinten; der Hohlraum des Drüsenkörpers vergrössert sich und tritt
mit dem Herzbeutel in Verbindung, während in den Zellen die ersten
Concretionen auftreten. In einem späteren Stadium legen sich die
Ränder der Rinne zu einem geschlossenen Rohr zusammen (secun-
därer Harnleiter), welches neben dem After ausmündet. Dadurch
ist V. I h e r i n g s Annahme bestätigt. Bei den Süsswasser-
pulmonaten erhält sich der Harnapparat auf dem primären
Stadium ohne secundären Harnleiter. — Trotzdem ist von
I bering s hierauf basirte Theilung der Pulmonaten in Nephro-
pneusten und Branchiopneusten nicht haltbar, da bei 2 dieser
424 1^1*. Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nephropneusten (Bulimus pupa und Pupa aveiiacea) von Behme ein
den Branchiopneusten entsprechenden Harnapparat gefunden wurde;
hier verläuft nämlich von der vorderen Nierenspritze ab in der Ent-
fernung von 2 — 3 mm. vom Enddarm ein geschlossener Harnleiter
und mündet vorn in die Lungenhöhle etwas hinter dem After. Dieser
Harnleiter dürfte nur dem primären von Helix und dem von Limnäus
entsprechen, während ein secundärer fehlt.
Williams, J. W. Limnaea auricularis tioating. Journ. Conchol.
5. p. 369.
Märten s, E. v. Schnecken an Nadelhölzern. Sitzb. naturf Fr.
An Nadelholz sind Schnecken selten, es sind Clausilia abietina und
dubia, Pupa secale und Helix ciliata gefunden.
Maltzan, H. v. Helix Rossmaessleri und Clausilia rupestris an
Nadelholz, ebenda, 63.
Kobelt, W. Schnecken an Nadelhölzern. Nachrichtsbl. malak.
Ges. 20. p. 120 — 21. Kobelt fügt den genannten Schnecken einige
hinzu, er fand Helix Juileti auf nadelbedecktem Boden, Helix
punica an Wachholderbüschen.
Schröder, H. Schnecken an Nadelhölzern. Sehr. Ver. Harz 3.
p. 18 — 19. Unter der Borke gefällter Fichten wurden Hyalina
alHaria Millet und Patula ruderata Studer, die sonst nicht in der
Nähe vorkamen, gesammelt; einige Helix- und Clausilia- Arten werden
nur zufällig an Nadelhölzer gerathen sein.
Grassi, B. u. Rovelli, G. Bandwurmentwicklung. I. Centralbl.
Bacteriol. Paras. 3. p. 173. In Limax cinereus entwickeln sich die
Eier von Taenia proglottidina Dav. aus Hühnern zu Cysticerkoiden;
durch Fressen der so inficirten Schnecken werden die Hühner an-
gesteckt.
Semper, C. Ueber Brocks Ansichten über Entwicklung des
Molluskengenitalsystems. Arb. zool. Inst. Würzb. 8. p. 213 — 22 (vgl.
vor. Ber. p. 280). Semper hebt hervor, dass Brocks „männlicher
Gang" nach seinen Zeichnungen zum Receptaculum seminis wird,
während das sog. Receptaculum seminis Brocks den büschelförmigen
Drüsen und dem Pfeilsack homolog ist. Eine Helix pomatia zeigte
abnormer Weise eine Verbindung des Receptaculum seminis mit dem
Zwittergange, wie sie bei Vaginulus und Onchidium normal vor-
handen ist. Brocks Anschauungen sind daher unhaltbar.
Simroth, H, Ueber die Genitalentwicklung der Pulmonaten
und die Fortpflanzung des Agriolimax laevis. Zeitschr. wiss. Zool.
45. p. 646—63 (vgl. vor. Ber. p. 280). Simroth bestreitet Brocks
Auffassung bezügl. des sog. männlichen Ganges, dieser wird zum
Receptaculum seminis. Penis und Vas deferens sind erst in der
Reihe der Pulmonaten aufgetreten, ursprünglich waren die Fort-
pflanzungsorgane einfach. Agriolimax soll der Urfonn nahe stehen.
Klotz, J. Beitrag zur Entwickelungsgeschichte und Anatomie
des Geschlechtsapparates von Limnaeus. Inaug.-Diss. 40 pp.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 425
Der Penis von Limnaeus entsteht aus einer besonderen Anlage
hinter dem Tentakel als eine hohle Einstülpung des Ectoderms.
Für Uterus und Prostata ist eine weitere selbständige Anlage vor-
handen, die hohl ist und jedenfalls dem Mesoderm entstammt. Der
Penis wird mit der Uterus- und Prostata-Anlage secundär durch
den cyhndrischen Theil des Vas deferens verbunden; dieser entsteht
vielleicht aus einer ectodermalen Rinne zwischen den Geschlechts-
öffnungen. Die Anlage der Zwitterdrüse ist mesodermal; der Zwitter-
gang entsteht theils von dieser, theils von der mittleren Anlage
aus. Durch Faltungen trennen sich zunächst Uterus und Prostata,
sodann der birnförmige Körper und das Receptaculum seminis.
Durch Ausstülpung des Eileiters entsteht die Eiweissdrüse. Die
Drüsenzellen im Uterus und in der Eiweissdrüse sind epithelial, in
der Prostata dagegen nicht. Zum Schlüsse giebt Klotz noch
einige Notizen über gegenseitige Begattung von Limnaeen und über
Eiablage von Helix-Arten in Gefangenschaft.
Williams, J, W. On the Morphology of the Gonads in
Lymnaea stagnalis (L.) und L. peregra (MüU.). Jouru. Conchol. 5.
p. 364—69.
Bei Limnaea stagnalis ist die Zwitterdrüse eine Anhäufung von
Follikeln, in der Mitteldarmdrüse gelegen, die Eiweissdrüse zungen-
förmig; es finden sich 2, selten 3 accessorische Eiweissdrüsen und
an der Vagina eine Samentasche. Der Penis ist ein flaschenförmiger
Sack, die Prostata eine kugelige Erweiterung vom Anfange des Vas
deferens. Limnaea peregra hat einen langen dünnen Penis, eine
viereckige Eiweissdrüse und nur eine accessorische Eiweissdrüse.
Von den Fortpflanzungsorganen der Helix-Arten unterscheiden sich
die der Limnaeen durch die starke Trennung der männlichen und
weiblichen Theile, das Vorhandensein einer deutlichen Prostata und
der accessorischen Eiweissdrüsen, während die Mukusdrüsen, der
Pfeilsack und das Flagellum fehlen.
Garnault, P. Sur la structure des organes genitaux, l'ovo-
genese et les premiers Stades de la fecondation chez l'Helix aspersa.
C. rend. Soc. Linn. Bordeaux 88 p. 18 — 22. Vorlauf. Mittheilung zur
folg. Arbeit.
Derselbe. Dasselbe. C. rend. 106 p. 675—78. Ref.: Le
Naturaliste 10 No. 27 p. 100, Journ. R. M. S. 88 p. 398—99. Abstr.
Rev. scient. 41 p. 315. Der Genitalgang zeigt eine Aussackung mit
mehreren Blindsäcken, die während der Eiablage Eier und Samen-
fäden enthält. Die Eifollikel werden vom Keimepithel erzeugt. Zur
Zeit der Ablage zeigen die Eier Fortsätze, hauptsächlich an der
Seite, welche den Spermatozoon ausgesetzt ist. Bei der Auflösung
des Keimbläschens werden die feinen chromatischen Theile desselben
in das Eiplasma aufgenommen. Die männlichen Vorkerne, deren
bis 3 in demselben Ei gefunden wurden, wachsen durch Anfügung
von chromatischen Bestandtheilen des Eies und werden sternförmig,
jedoch wurde in solchem Zustande stets nur einer beobachtet.
426 Dr- Joh. Thiele: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Prenant, A. Observations cytologiques sur les elements
seminaux des Gasteropodes pulmones. La cellule, Rec. Cytologie
Histol. gen. 4. p. 137 — 77. Vorlauf. Notiz dazu: Bull. Soc. Nancy II
9 p. 23— 24. Ausz.: J.R.M.S.88, p.932. Das Protoplasma der Sperma-
togonien enthält Cytomicrosomen, die Rudimente des Nebenkerns,
oder einen ausgebildeten Nebenkern. Bei den Theilungen entstehen
wahrscheinlich aus den Resten der Spindel Cytomicrosomen und aus
diesen der Nebenkern.
Bei der Entstehung der Spermatiden giebt ein äusserer faden-
förmiger Fortsatz und ein intracellulärer Strang dem Schwanztheil
seine Entstehung. Derjenige Abschnitt, welcher aus diesem inneren
Strange hervorgeht und welcher in fertigem Zustande mit Spiral-
bändern ausgestattet ist, stellt ein Mittelstück dar. Der Nebenkern
spielt nur eine untergeordnete Rolle bei der Bildung der Spiral-
fäden. Der Axenfaden zeigt am Vorderende, wo er sich mit dem
Kerne verbindet, zwei über einander gelegene Knöpfchen, die aber
später verschwinden. Der Kern nimmt in gewissen Stadien eine
querovale Form an, während er sich weiterhin in die Länge
streckt; er bleibt manchmal von einer geringen Protoplasmamenge
eingehüllt.
Braun, M. Zur Frage der Selbstbefruchtung bei Zwitter-
schnecken. Nachrichtsbl. malak. Ges. 20. p. 146 — 48. Frisch aus-
geschlüpte Junge von Limnaeus ' wurden isolirt aufgezogen und
legten nach 14 Monaten Laich ab, aus dem sich wieder Junge
entwickelten; dadurch ist die Möglichkeit der Selbstbefruchtung
erwiesen. Die Thiere gediehen auch in einer 0,3 7o Seesalzlösung,
ohne ihre Gestalt zu ändern. Die Zuchtversuche bestätigten auch
Sempers Ansicht von der Abhängigkeit des Grössenwachsthums von
dem vorhandenen Räume.
Hartwig, W. Zur Fortpflanzung einiger Landschnecken, Helix
lactea L. und Helix nemoralis L. Zoolog. Garten 29. p. 148 — 51.
Sehr bald nach dem Erwachen aus der Erstarrung im Winter copu-
lirten sich zwei Exemplare von Helix lactea wiederholt und legten
Eier. Junge von Helix nemoralis, und zwar von einem gelben
Exemplar mit einer schwarzen Binde und von einem einfarbig rot-
braunen, zeigten nach einem Vierteljahre mehr oder weniger zahl-
reiche dunkle Flecke, die bei einigen schon anfingen, sich zu Binden
anzuordnen. Durch Entziehen resp. reichliches Verabfolgen von
Kalk kann man Deformitäten im Gehäuse der Schnecken hervor-
bringen.
Brockmeier, H. Zur Fortpflanzung von Helix nemorahs und
Helix hortensis, nach Beobachtungen in der Gefangenschaft. Nach-
richtsbl. malak. Ges. 20 p. 113—16 und 158. Brockmeyer stellte,
um über die Art der Vererbung der Bänder Aufschluss zu erhalten,
mit den gen. Arten Züchtungsversuche an, aus denen sich ergab,
dass stets mehrere von den Jungen eine von der der Eltern ab-
weichende Bändercombination zeigten, — Einmal befruchtete Indi-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 427
viduen von beiden Arten können mehrere Jahre hintereinander ohne
weitere Befruchtung Eier legen.
Gr edler, P. V. Beobachtungen im Terrarium. Nachrichtsbl.
malak. Ges. 20 p. 133-37.
Bei Zuchtversuchen mit chinesischen und tiroler Landpulmonaten
verloren die Farben der Gehäuse allmählich an Frische und die
nachfolgende Generation wurde schwächlich und krüppelhaft.
Die Thiere begaben sich meist an der Schattenseite zu längerer
Ruhe oder wandten wenigstens die Mündung vom Tageslicht ab.
Gr edler beobachtete auch, dass dieselben wiederholt an ihren
früheren Aufenthaltsort zurückkehrten, so dass ihnen Ortsgedächtnis
zuerkannt werden muss.
Hele, F. M. Bulimus decollatus in captivity. Journ. Conchol.
5 p. 362.
Acht Exemplare haben sich in Jahresfrist auf etwa 1000 ver-
mehrt.
Garnaul t, P. Un cas de castration parasitaire chez l'Helix
aspersa. C. rend. Soc. Linn. Bordeaux 88. p. 54—57.
Sara sin, P. und F. Aus der Entwicklungsgeschichte der
Helix Waltoni Rv. Ergebnisse naturwiss. Forsch. Ceylon. I, 2. p. 35
bis 69. vgl. vor. Ber. p. 281. Obwohl Helix Waltoni nur wenig
grösser ist, als Helix pomatia, legt sie sehr viel grössere kalk-
schalige Eier (22mm lang). Zusammenstellung der Angaben über
grosse Schneckeneier. Die eigentliche Eizelle ist im Vergleich zu
der umgebenden Eiweissmasse sehr klein, welche ein Secret des Ei-
leiters ist. — Der Embryo von 1mm Länge besitzt eine Kopf- und
Schwanzblase, an den Seiten des Kopfes die Sinnesplatten, die
Urnieren und die Anlagen der Lungenhöhle und Schale. Das
nächste beobachtete Stadium zeigt die Anlagen der Sinnesorgane,
welche aus den Sinnesplatten entstehen, und eine sehr mächtige
Schwanzblase (Podocyste), die weiterhin sich noch mehr vergrössert.
Sie stellt dann eine Haut dar, welche sich über die Schale legt;
dieselbe ist als embryonale Kieme aufzufassen, welche durch pumpende
Bewegungen die Circulation des Blutes unterstützt. Später, wenn
die Lunge in Thätigkeit tritt, bildet sich die Podocyste ähnlich dem
Schwänze der Froschlarven zurück. Mit ihr gleichzeitig entsteht
und vergeht ein anderes Larvenorgan, das Urnierenpaar. Dieses
stellt ursprünglich einen gebogenen Schlauch dar, dessen innerer
Theil allmählich durch Vacuolenbildung des Epithels anschwillt.
Innere Oeffuungen in die Leibeshöhle wurden wahrgenommen.
Sodann bildet sich der Ausführungsgang zurück und das ganze
Organ verschwindet, während die definitive Niere zu voller Ent-
wicklung gelangt ist. Die Urnieren werden von d. Verf als ein
erstes Paar von Segmentalorganen angesehen, während die definitive
Niere den einen mächtig entwickelten Schleifenkanal eines zweiten
Paares darstellt. Larvenorgane sind auch die ,, Seitenorgane", welche
hauptsächlich auf den sog. Sinnesplatten liegen und von hier sich
428 Dr. Joh. Thiel e: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen etc.
gegen den Mund hin und auf den Fuss, besonders die Sohle, ver-
breiten. Für die Bezeichnung als Seitenorgane war den Verf. die
Aehnlichkeit mit den Seitenorganen der niederen Vertebraten be-
stimmend. — Die Cerebralganglien entstehen einestheils aus
Wucherungen von den Anlagen der Sinnesorgane am Kopfe aus
(Tentakel, Augen), anderentheils aus Einstülpungen der Sinnes-
platten. Diese zeigen zwei vielleicht aus Seitenorganen entstandene
über einander gelegene tiefe Gruben, die sog. Cerebraltubeu, die in
ihrem tiefsten Theile Wucherungen bilden und die später ab-
geschnürt werden, um die Lobi accessorii der Cerebralganglien zu
bilden, die bei Pulmonaten schon früher (Böhmig) beschrieben sind.
Bezüglich der Cerebraltubeu sprechen Verf. die Vermuthung aus,
dass sie den Geruchsorganen von Anneliden entsprechen,
Schimkewitz, W. Sur le developpement du coeur des MoUus-
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p. 204-5.
Das Pericardium entsteht aus einer anfangs soliden Masse von
Mesodermzellen durch Delamination; in der unteren Wandung dieser
Blase springt eine Wulst vor, aus welchem das Herz hervorgeht,
das nur vorn und hinten mit dem Perieard in Zusammenhang bleibt.
Von der dorsalen Wand des letzteren erhebt sich eine Falte,
wodurch rechts der Drüsentheil des Bojanus 'sehen Organs ent-
steht, während der Ausführungsgang ectodermalen Ursprungs ist
(Vergleich mit den symmetrischen Acephaleu und den Anneliden).
Bericht über die geographische Verbreitung, die Systematik
und die Biologie etc. der Mollusken.
Von
Dr. W. Kobelt.
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The Conchologists Exchange. A Publication designed for Concho-
logists and Scientists generally. By Wm. D. Averell, Editor and
Publisher, Vol. I and II. Philadelphia 1887/1888. 16 o.
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Journal de Conchyliologie, publie soiis la direction de H. Crosse
et P. Fischer. Vol. 36 (Ser. 3 Vol. 28) Paris 1888.
Journal of Conchology established in 1874 as the Quarterly Journal
of Conchology. Vol. V No. 9—12. Leeds 1888.
Malakozoologische Blätter, herausgegeben von S. Clessin. Neue
Folge Bd. 10.
Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft,
herausgegeben von Dr. W. Kobelt. Vol. 20. Frankfurt a. Main.
Proces-verbaux des Seances de la Societe royale Malacologique
Belgique XVII (1888). Bruxelles 8«.
1. Greographische Yerbreitung.
A. Binnenconchylien.
Allgemeines.
Simroth (4) erörtert eingehend die geographische (und geolo-
gische) Verbreitung der Pulmonaten und besonders der Nacktschnecken.
Palaearhtisches Reich.
Arktische Region. Holm berichtet über die von der Fylla
1884 gesammelten Mollusken. (Mir nicht zugänglich geworden).
Grossbritannien. Von Williams sind zwei grössere Arbeiten
über die englische Fauna erschienen, beide, anscheinend für das
grössere Publikum bestimmt, sind dem Referenten nicht zugänglich
geworden ; das eine enthält eine Uebersicht der geographischen Ver-
breitung der englischen Mollusken von den Herrn Taylor und
Roebuck. — Diese beiden Autoren geben auch eine Zusammen-
stellung der aus Irland bekannt gewordenen sicheren Fundorts-
angaben, durch welche die Fauna der Insel um drei Arten ver-
mehrt wird. — Woodward hat die Fauna von England durch die
Entdeckung von Claus, pumila Zgl. bereichert. — Ashford gibt
eine 93 Arten umfassende Fauna von Yorkshire.
Kleinere Beiträge zur Kenntniss der engHschen Fauna, sowie
einzelne Fundortsangaben heferten Ashford, Collier, Cooke,
Donald, Fitzgerald, Hele, Madison, Milne, Nelson, Quilter,
Roberts, Rogers, Saunders, Scott, Taylor, Tomlin, Soppit
and Carter, Wolker, Williams, Wotton.
Frankreich. Co ck er eil zählt 37 von ihm in der Picardie ge-
sammelte Arten auf (keine n. sp.). — Drouet beschreibt 6 n, sp.
Unio und 4 n. sp. Anodonta aus Frankreich. — Beaudouin zählt
die Fauna der Cote d'or auf, Bergevin eine Anzahl Arten von
Caudebec-en-Caux. — Einzelne neue Arten beschreiben Folin und
Servain. — Ancey macht einige unwichtige Bemerkungen über
bekannte Arten.
Deutschland. Borcherding gibt einen dritten Nachtrag zur
Fauna der norddeutschen Tiefebene, welcher sich besonders mit den
444 Dr. AV. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Bivalven einiger norddeutschen Seen beschäftigt. Servain be-
reichert die Fauna von Hamburg um 22 neue Arten, welche den
dortigen Sammlern unbekannt geblieben sind. Gehrs gibt einige
kleine Nachträge zur Fauna der Gegend von Hannover. Zacharias
behandelt die Faunen der beiden Mansf eider Seen. Fischer be-
spricht das Vorkommen der Flussperlenmuschel in der Gegend von
Trier. — Kobelt erlässt einen Aufruf zur gemeinsamen, nach Fluss-
gebieten geordneten Bearbeitung der deutschen Najadeen. Martens
erörtert das Vorkommen von Helix pomatia L. in Norddeutschland
und Nordeuropa überhaupt; Nehring fügt einige Notizen über
deren Vorkommen im Diluvium hinzu. Reinhardt berichtet über
das isolirte Vorkommen von Helix cingulata Stud. am Staffelstein in
Oberfranken, wo diese Art entweder von den Mönchen des Klosters
Banz , oder von Prof. Küster angesiedelt worden sein dürfte. —
Reuleaux beschreibt einige neue Formen aus der Gegend von
München.
Schweiz. Taylor und Craven besprechen die Entdeckung der
seither für ausschliesslich hochnordisch geltenden Helix harpa Say
auf der Riffelalp, ein für die Lehre von der Eiszeit sehr wichtiges
Vorkommen. — Schar dt hat Unio batavus lebend im Genfer See
gefunden. — Imhof erwähnt bei der Behandlung der Tiefseefauna
der Alpen Seen auch die Mollusken. — Die im Berichtsjahr er-
schienene Lieferung von Clessin behandelt die Clausilien.
Oesterreich-Ungarn. Ulicny beschreibt eine neue Hyalina aus
Mähren. Sandor gibt zahlreiche Nachträge zu Slaviks Mollusken-
fauna von Böhmen. — Clessin zählt die Clausilien der Monarchie
auf. — Bourguignat erhebt Helix Pouzolzi zu einer eignen Gruppe
Dinarica und beschreibt aus dieser Gruppe 13 neue Arten.
Letourneux beschreibt zwei neue Arten Hydrocaena aus Dalmatien,
Blum zählt einige Funde aus dem istrischen Küstenlande auf. —
Westerlund beschreibt eine neue Helix aus Steyermark.
Brancsik schildert einen Sammelausflug nach Bosnien.
Iberische Halbinsel. — Salvana zählt die Fauna der Gegend
von Olot in den Ostpyrenäen auf, im allgemeinen den Grundsätzen
der Nouvelle Ecole folgend, doch mit erheblichem Zweifel gegen die
Berechtigung vieler Arten. Es werden 116 Einschaler und 7 Zwei-
schaler aufgeführt.
Kobelt behandelt die Zweischaler Niederandalusiens nach dem
von Prof. Calderon in Sevilla gesammelten Material (6 sp. 5 n. sp.).
Simroth (1) behandelt das Verhältniss zwischen der portu-
giesischen und der azorischen Nacktschneckenfauna.
Hierher die mir unbekannt gebHebenen Arbeiten von Fagot
über die Faunen des Valle de Essera in Arragonien und des Valle
de Aran in Catalonien.
Zwei neue Testacella von Barcelona beschreibt Pollonera.
Girard bespricht einige Arten der pisana-Gruppe aus Portugal.
D reuet beschreibt einen neuen Unio aus Spanien.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 445
Italien. Hagenmüller vermehrt den Formenkreis der Helix
Raspailii um acht neue Arten. — Pollonera beschreibt einen
neuen Limax und zwei Testacella aus Italien. — Einzelne italienische
Arten beschreiben Westerlund und Kobelt.
Nordafrika. Ancey beschreibt vier neue Arten aus Tunis.
Neue Arten aus Nordafrika beschreiben auch Westerlund, Sowerby
und Kobelt.
Balkanhalbinsel. Zwei neue Arten aus Griechenland beschreibt
Böttger.
Neumayer erörtert das Vorkommen der fossilen Paludina
diluviana Kunth an der Donaumündung; sie fällt wahrscheinlich
mit einer der von Bourguignat beschriebenen neuen Vivipara-Arten
zusammen. — Balea fragilis kommt nach Böttger p. 56 bei Steni
auf Euböa vor; der Autor nimmt nach der geographischen Ver-
breituug der Art an, dass sie zu den ältesten europäischen Land-
schnecken gehört und besonders schon vor der allgemeinen Aus-
breitung der Clausilien verbreitet war.
Vorderasien. Westerlund beschreibt zwei neue Helix von
dort, Pollonera eine neue Nacktschneckengattung (Mesolimax).
Caucasus. Böttger zählt 11 neue Arten und Varietäten auf.
Die Arbeiten von Retowski und Faussek sind ihrem wesentlichen
Inhalte noch schon früher veröffentlicht und besprochen.
Innerasien. Kobelt (2) beginnt die Bearbeitung der turkes-
tanischen Buliminus. — Auch Ancey gibt ein Verzeichniss der
Arten dieser Gruppe.
China. Heude beschreibt 26 n. sp. und ein n. gen. aus China
(Clausilia, Helix Nanina, Buliminus, Funiculus, Myxostoma und
Cyclophorus); Derselbe ferner 14 n. sp. Melania. — Auch Möllen-
dorff hat seine Arbeiten über die chinesische Fauna fortgesetzt und
behandelt Bythinia (2 n. sp.) Fossarulus, Stenothyra, Hydrobia,
Lithoglyphus und Prososthenia. — Das Vorkommen von Bythinien,
welche zu der von Brusina auf Formen aus den slavonischen
Paludinenschichten errichteten Gattung Tylopoma gehört, sowie eines
echten Fossarulus und zweier Prososthenia ist in hohem Grade inter-
essant für die Lehre von der Abstammung der tertiären Binnen-
mollusken.— Ancey beschreibt drei neue Buliminus.
Japan. Mabille beschreibt eine neue Helix.
Atlantische Inseln. Guerne zählt einige Arten aus der Caldera
von Fayal auf. Simroth behandelt die Nacktschnecken der Azoren,
besonders in Beziehung auf ihre Herkunft.
Afrikanisches Reich.
Centralafrika. Smith zählt gelegentlich der Besprechung
einiger von Emin Pascha eingesendeten Arten aus dem Albert Nyanza
alle bis jetzt von dort bekannten Arten auf (15 sp., 5 n. sp.). Sieben
Arten erscheinen bis jetzt eigenthümlich. —
446 Dl'- "W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Simroth gibt eine Uebersiclit über die Verbreitimg der inner-
afrikanischen Nacktschnecken und stellt vier neue Gattungen auf.
Stuhlmann erwähnt nur flüchtig die von ihm in Ostafrika und
auf dem Weg nach den Seen gesammelten Arten.
Pollonera gibt nach den Sammlungen von Dr. Ragazzi einen
wichtigen Beitrag zur Fauna von Schoa, zusammen 32 Arten, davon
19 neu. Der Charakter der Fauna ist, obschon die Arten meist
verschieden sind, ein vorwiegend abessynischer mit zahlreichen
Vitrinen, Buliminus und zwei sich an Fruticicola anschHessenden
HeHces. —
Westafrika. Vignon zählt 104 an der Westküste gesammelte
Arten auf. — Eine Uebersicht der Fauna von Liberia gibt Schepman
(27 sp., 4 n. sp.). — Eine neue Achatina von Assinie beschreibt
Morelet.
Guinea -Inseln. Die Fauna von San Thome zählt nach der
neuesten Zusammenstellung von Crosse 22 Arten Landschnecken;
Süsswasserschnecken sind eigenthümlicher Weise noch nicht bekannt.
Vier Arten sind mit der Ilha do Principe gemeinsam, die übrigen
eigenthümhch, darunter die Gattungen Pyrgina Greeff und Thyro-
phorella Greeff, welche aber nicht zu den Operculaten, sondern zu
den Pulmonaten gehört, und die für den eigenthümlichen BuKmus
exaratus Müll, bei Perideris neu errichtete Untergattung Atopocochlis
Crosse et Fischer. Die beiden winzigen Cyclophoriden haben ihre
nächsten Verwandten am Gabun und in Sierra Leone. Der Ge-
sammtcharakter der Fauna ist tropisch afrikanisch; besonders
charakteristisch sind die Homorus und die Naninen aus der Gruppe
der hepatizon.
Auch für Ilha do Principe gibt Crosse eine neue Zusammen-
stellung. Die Molluskenfauna zählt demnach einschliesslich zweier
Brak- und zweier Süsswasserarten 26 Arten, wobei allerdings
Columna mit drei Arten gezählt ist. Diese Gattung, sowie die
Testacelhdengattung Streptostele sind der Insel wahrscheinlich eigen-
thümhch, zwei Ennea und eine echte Perideris lassen die Fauna
noch ausgesprochener afrikanisch erscheinen. Mit dem Festland
gemeinsam sind nur eine kleine Stenogyra und eine auch auf S.
Thome vorkommende Succinea.
Südafrika. Ancey beschreibt zwei neue Arten vom Cap und
eine aus Damaraland. —
Madagascar, Ein neues Cyclostoma beschreiben Crosse et
Fischer.
Tropisches Asien.
Englisches Indien. Godwin-Austen behandelt die indischen
Arten der Gattungen Macrochlamys, Girasia, Africarion, Oxytes und
beschreibt zahlreiche neue Formen aus Vorderindien, Burmah, den
Shanstaaten, Slam sowie von den Andamanen und Nicobaren.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 447
Sunda-Inseln. Smith beschreibt drei neue Arten und bespricht
einige ältere von Sumatra, Java und Borneo. Schepman beschreibt
eine neue Pakidina von Borneo.
Philippinen. Hidalgo setzt seine Bearbeitung der Quadras'schen
Ausbeute fort und behandelt in diesem Abschnitt die Gattungen
Amphidromus (5 sp,), Stenogyra (3 sp.), Pupa, Clausilia, Succinea,
Vaginula, Oncidium, Melampus (9 sp.), Laimodonta, Marinula, Sca-
rabus (5 sp.), Plecotrema (4 sp,), Cassidula (7 sp., 2 n. sp.), Auricula
(4 sp.), Cyathopoma (1 sp.) Cyclotus (5 sp.), Opisthoporus (1 n. sp.),
Diplommatina (5 sp., 1 n. sp.), Cyclophorus (23 sp., 6 n. sp.), Lepto-
poma (15 sp.). — Ausserdem beschreibt Derselbe noch eine neue
Obba und 3 neue Cochlostyla.
Möllendorff gibt eine eingehende Revision der Hidalgo'schen
Arbeiten. — Derselbe gibt Nachträge zu seiner ersten Veröffent-
lichung über Cebu, wo durch einen einheimischen Sammler be-
sonders am Berge Mangilao 8 n. sp. gefunden wurden.
Sowerby beschreibt eine neue HeHx von Mindanao.
Christmas -Island. Smith (3) bringt nach den Sammlungen
von Lister, welcher dem Schiff Egeria als Naturforscher beigegeben
war, die Binnenconchylienfauna dieser einsamen Insel auf 11 Arten,
davon 6 eigenthümlich , 4 weit verbreitete Strandarten und ein
Leptopoma, angeblich mit einer hinterindischen Art gemeinsam.
Atistralien.
Melanesien. Hartmann beschreibt von Aura Island, zur
Gruppe der Neuen Hebriden gehörend, und im Malo Pass in der
Nähe von Espiritu Santo gelegen (wohl Aragh der deutschen Karten)
4 Partula, 1 Trochomorpha und 1 Helicina, sowie von Vati in der-
selben Gruppe eine neue Melania. — Cox beschreibt eine Cochlo-
styla (?) von Neu-Irland. —
Neu Caledonien. Ancey (4) bespricht die systematische Stellung
einiger Gattungen von dieser Insel.
Tasmanien. Petterd beschreibt 14 neue Arten Süsswasser-
conchylien und errichtet zwei neue Gattungen Brazieria und Beddomeia.
Neuseeland. Clessin gibt einen Abdruck des Hutton'schen
Verzeichnisses der neuseeländischen Binnenconchylien.
Sandwichs -Inseln. Hartmann beschreibt eine neue Amastra
von Molokai und vier neue Achatinella.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Dali beschreibt eine neue Hyalina aus
Ohio. — Sterki untersucht die amerikanischen Vertigo genauer
und vergleicht sie sorgfältig mit den altweltlichen. — Simpson zählt
die bei Fort Gibson und Enfaula im Indianerterritorium gesammelten
Arten auf (1 n. sp.).
448 Dl"- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Grant führt 32 Arten aus Minnesota auf, Holzinger 89 aus
Winona Cty., Marsh 96 Arten aus Illinois:
B. H. Wright beschreibt 11 neue Unioniden aus Florida.
Call zwei aus der Ozark-Region. Hinckley zählt 14 Strepomatiden
aus Illinois auf. — Kleine Beiträge zur nordamerikanischen Mollusken-
fauna lieferten Cockerell, Simpson, Shimek, Walker, Ford,
Beauchamp.
Eine für das grössere Publikum berechnete Aufzählung der
westlich der Felsengebirge lebenden Mollusken von Keep ist dem
Referenten nicht zugänglich geworden.
Bermudas. Die anatomische Untersuchung der den Bermudas
eigenthümlichen helixartigen Landschnecken (nach Ausschluss der
eingeschleppten Europäer und Westindier) durch Pilsbry hat das
überraschende Resultat ergeben, dass die fünf Arten (Helix bermu-
densis, Nelsoni, Reiniana, circumfirmata und discrepans) welche der
verschiedenen Schalen wegen seither in zwei verschiedene Familien
gestellt und in den verschiedensten Untergattungen und Gattungen
herumgeworfen wurden, zu einer einzigen Gattung gehören, für
welche der Autor den Namen Poecüozonites Böttger, der auf Helix
bermudensis Pfr. einerseits, die tertiäre Helix imbricata AI. Braun
andererseits begründet ist, annimmt. Die sämmtlichen Arten haben einen
glatten Kiefer und keine Schwanzpore. Ihre grosse Verschiedenheit
im Gehäuse beweist, dass die Absonderung der Bermudas schon sehr
alt ist. Die Einwanderung kann nur von Westindien her durch den
Golfstrom erfolgt sein, doch sind bis jetzt Arten von Poecilozonites
aus Westindien noch nicht bekannt.
Jones gibt einen Sammelbericht, ohne über die Binnencon-
chylien Neues beizubringen.
Centralamerika. Die zehnte Lieferung des grossen Werkes
von Fischer und Crosse über die Mollusken von Mexiko und
Centralamerika behandelt die Deckelschnecken, Huhropomu n. =; Cyr-
totoma Mörch. für Cycl. mexicanus und Salleanus; — Amphicydotus n.
gen. für die neuweltlichen Cyelophorus (5 sp.); — Neocyclotvs n.
gen. für die neuweltlichen Cyclotus und Aperostoma (4 sp.); und
Ädamsiella (2sp.). Die genaue Anatomie spaltet auch hier wie überall
die über die ganze Erde verbreiteten Gattungen in geographisch
scharf umgränzte Gattungen oder Untergattungen.
Ancey beschreibt eine neue Art aus Mexiko (Helix).
Westindien. Crosse und Fischer trennen die westindischen,
von Pfeiffer zu Cyclostoma im engeren Sinne gerechneten Arten von
dieser Gattung und errichten für sie eine eigene Gattung Colo-
hostylus; damit schwindet wieder ein geographisches Räthsel aus der
Welt. Die neue Gattung hat ihren Hauptsitz mit 14 Arten auf
Jamaica ; dann folgen Haiti mit 5, Cuba mit 4, einzelne Arten finden
sich auf Bahama und Trinidad. Sie steht Diplopoma und Chon-
dropoma näher, als den altweltlichen Cyclostoma.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 449
Smith zählt die Fauna der Insel Dominica auf, nach den
Sammlungen von Ramage. Die Artenzahl steigt dadurch auf 33
(1 n. sp.?), davon 10 der Insel eigenthümKch, 5 auch auf Portorico,
8 — 10 auf den Nachbarinseln vorkommend, die übrigen weiter ver-
breitet. Charakteristisch sind unter Helix die Dentellaria (4 sp.),
unter Bulimulus die Leiostracus (4 sp.), Amphibulina (3 sp.) und die
zalilreichen Helicina (9 sp.).
Maltzan beschreibt 12 n. sp. von Haiti.
Brasilien. Clessin zählt eine grössere Anzahl von Ihering theils
bei Bahia, theils bei Taguara del mondo nuovo und im Auswurf
des Guahyba gesammelte Arten auf (49 sp., 5 n. sp.)
Martens beschreibt ebenfalls zwei neue Arten aus Rio grande.
B. Marine Gonchylien.
Allgemeines.
Pilsbry hält die Existenz einer Atlantis zur Eocän- und frühen
Miocänzeit für sehr unwahrscheinlich; er nimmt an, dass zur Miocän-
zeit in Folge der anderen Vertheilung von Land und Wasser der
Aequatorialstrom des indischen Oceans quer durch Nordafrika (?)
ging, sich mit dem nördlichen Zweig des atlantischen Aequatorial-
stromes vereinigte und so eine mächtige Strömung bildete, welche
die Ueberführung der europäischen ]\liocänfauna nach Westindien
und von da noch Zentralamerika bewirken konnte. Der Strom
drang wahrscheinlich auch durch den damals offenen Isthmus von
Panama in den stillen Ocean und die heute an der Westküste
Amerikas lebenden, mit westindischen identischen oder ihnen sehr
nahe verwandten Arten wären somit alle atlantischen Ursprungs.
Agassiz und Dali erörtern ausführlich die Tiefseefauna be-
sonders die der amerikanischen Küste. — Eine ähnHche, aber um-
fassendere, deutsche Arbeit gab Marshall.
Munthe und in geringerem Massstab Pelseneer behandeln die
Verbreitung der Pteropoden durch die verschiedenen Oceane.
Arctisches Seich.
Holm zählt die von der Fylla an Grönland gesammelten Arten
auf (keine n. sp.), Ganong ebenso die Fauna von Neu-Braunschweig,
und Winckley die auf den Austerbänken von Neu-Braunschweig
vorkommenden Arten.
Ostatlantisches Reich.
Von Kobelt's Iconographie der europäischen Meeresmollusken
ist das achte Heft (das erste des zweiten Bandes) erschienen; es
enthält die Gattungen Cymbium, Volutomitra, Halia und den Anfang
der Tritoniidae. —
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 1. 29
450 Dl'- W". Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Normann hat (zu Tauschzwecken) einen Catalog seiner reichen
Sammhmg nordatlantischer MeeresconchyHen drucken lassen.
Celtische Provinz. Kleinere faunistische Aufzählungen und
einzelnen Bemerkungen zur Fauna von England gaben Robertson,
Somerville, Heap, Galway. —
Petersen zählt aus dem Kattegat 113 Gastropoden und
86 Pelecypoden auf und erörtert ausführlich deren geographische
Verbreitung.
Ostsee. Braun hat die Bucht von Wismar auf das Genaueste
untersucht; die Mollusken sind lauter schon von der Mecklen-
burgischen Küste bekannte Arten.
Nordfrankreich. Servain zäht die Fauna von Concarneau auf,
Dollfus die von Croisic.
Lusitanische Provinz. Simroth gibt Verzeichnisse der von
ihm bei Porto in Portugal und an der Mündung des Guadiana ge-
sammelten MeeresconchyHen.
Fischer hat eine Corambe in der Bucht von Arcachon gefunden.
Mittelmeer. Monterosato gibt eine detaillirte Aufzählung der
in der Bucht von Palermo vorkommenden Mollusken, mit zahl-
reichen neuen Varietäten.
Bucquoy, Dautzenberg und Dollfus haben ihre Fauna von
Roussillon fortgesetzt; die erschienene Lieferung enthält Pelecypoden.
— Locard bringt die Zahl der französischen Pecten auf 35 und
beschreibt drei neue Modiola. — Vavssiere beschreibt zwei neue
Nudibranchien aus dem Golf von Marseille, Marion und Kowa-
lewsky zwei neue Proneomenia von dort, Hub recht eine neue
Nacktschneckengattung von Neapel.
Azoren. Simroth gibt ein Verzeichniss der von ihm selbst ge-
sammelten, sowie der im Museum von Punta Delgada auf San
Miguel befindhchen marinen Mollusken nach Bestimmungen von
Ed. von Martens. Der Grundzug ist lusitanisch; nicht zur europäischen
Fauna gehören Litorina striata, Janthina balteata, HaHotis coccinea,
Pecten corallinoides, ferner Olivella mutica und eine Narica, die
aber nur in schlechten Exemplaren vorliegen und wohl mit Ballast
eingeschleppt sind. Die einer südlicheren Fauna angehörende Strand-
schnecke Pedipes afer hat sich, durch warme Quellen im Meere
begünstigt, hier ansiedeln können.
Westatlantisches Reich.
Vereinigte Staaten. Leidy zählt die in Beach Haven, N. J.
gesammelten Arten auf. (Keine n. sp.) — Carpenter bringt die
Fauna von Rhode Island auf 169 sp, (1 n. sp.).
Simpson liefert einige Beiträge zur Fauna von Florida (1 n, sp.).
Bermudas. Heilprin hat 110 — 120 Arten dort gesammelt,
von denen die meisten, abgerechnet die kosmopolitischen Tritoniden,
westindisch sind; ostamerikanische Arten kommen überhaupt nicht
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 451
vor, da der Golfstrom eine Ueberwandening unmöglich macht, da-
gegen zwei westamerikanische, Chama exogyra und Tellina Gouldii,
in von den californischen ununterscheidbaren Exemplaren. Die
eigentliche Bearbeitung der Bermudenfauna soll später in einem
selbständigen Werke erfolgen. — Auch Jones zählt einige Arten
von den Bermudas auf.
Westafrikanisches Reich.
Schepman zählt 17 bekannte Arten von Liberia auf; Martens
erwähnt Conus Prometheus und Strombus fasciatus von Kamerun.
Indischer Ocean.
Jousseaume zählt 218 Arten auf, die Dr. Faurot im rothen
Meer und im Golf von Aden gesammelt hat (17 n. sp., 4 n. g.) —
Caramagna zählt die von ihm im Golf von Assab gesammelten
Arten auf (10 n. sp.). — Krukenberg erörtert nach eigenen Beob-
achtungen sorgfältigst den Einfluss des Kanals von Suez.
Bergh beschreibt von Mauritius 13 n. sp. und 3 n. gen. Nudi-
branchien, sowie eine Anzahl anderer Arten von weiteren Fundorten
des indischeu Ocens.
Tenison Woods zählt ca. 400 Arten aus der malayischen
Region auf (keine n. sp.).
Ortmann beschreibt von Japan neun neue Cephalopoden und
eine neue Gattung. —
Australisches Gebiet.
Tenison Woods erörtert ausführlich die Fauna vou Süd-
austraHen und Neuseeland und ihr Verhältniss zu anderen Faunen.
Mit Europa gemeinsam sind 5 Arten. —
Brazier sammelte an Norfolk Island 36 Arten, davon keine
Verbreitung einzelner Ch'uppen etc.
Melvill erörtert eingehend die Verbreitung der Cypraeen. Er
findet in der nearktischen Region 8 sp., in der neotropischen 28, in
der paläarktischen 32, in der äthiopischen, zu der er aber auch das
Cap und die maskarenischen Gebiete rechnet, 32, in der australischen
(Australien, Tasmanien, Neuseeland und die Viti-Inseln) 48, in der
orientalischen Region einschliesslich Polynesien 105 Arten. Die
reichste einzelne Lokalität ist das Gebiet der polynesischen Inseln,
wo Garret 75 Arten zusammenbrachte.
29*
452 Dl'' W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
2. Systematik,
a. Cephalopoda.
a. Octopoda.
Octopodidae.
Octopns (L.) chromatus n. Bermudas; Heilprin p. 324 t. 16 fig. 1; —
kagosbimensis n. p. 644 t. 21 fig. 2; — Brocki n. p. 645 t. 21 fig. 4 t. 22 fig. 1,
beide aus Japan; Ortmann.
Tremoctopodidae.
Tremoctopns (delle Ch.) Döderleini n. Tokio, Japan; Ortmann p. 642Jt. 20.
b. Dekapoda.
«. Myopsidae.
Sepiolini.
IVIicroteuthis n. gen., zunächst mit Rossia verwandt, aber ohne Innenschale,
die Flossen nierenförmig und hinter der Körpennitte stehend; der ebenfalls auf
der Rückseite liegende Mantel in andere Weise befestigt, für M. paradoxa n.
von Kadysiyama, Japan; Ortmann p. 648 t. 22 fig. 4.
Sepiarii.
Sepia (L) Hoylei n. Ortmann p. 650 t. 22 fig. 5, t. 23 fig. 1; — torosa
n. id. p. 652 t. 23 fig. 2; — tokioensis n. id. p. 653 t. 23 fig. 3, sämmtlich
von Japan.
Loliginei.
Loligo (L.) tetradynamia n. Ortmann p. 659 t. 23 fig. 4, t. 25 fig. 1; —
aspera n. id. p. 661 t. 25 fig. 1, beide von Japan,
b. Aegopsidae.
Ommastrephini.
Ommastrephes (d'Arb.) Gouldi n. Victoria; 31. Coy.
b. Pteropoda.
I herin g resümirt kurz die Frage nach der systematischen Stellung der
Pteropoden und beansprucht die Priorität für die Erkennung der Gastropoden-
natur derselben.
Pelseneer schliesst sich dem Vorschlage von Boas (cfr. Bericht 1886 p. 411)
diese Klasse ganz aufzugeben an, stellt aber die Gymmosomata nicht wie dies,
Boas vorschlägt, zu den Bulliden, sondern neben Aplysia. Er reduzirt sämmtliche
für die Thecosomata vorgeschlagenen Gattungen (34) auf 8 und vertheilt diese
in drei Familien.
«. Thecosomata.
Limacinidae.
Peraclis (Fbs.) bispinosa n., mittlerer atlantischer Ocean; Pelseneer p. 36
t. 1 fig. 9, 10.
Agadina (Gould) ist nach Pelseneer p. 37 auf eine Gastropodenlarve
gegründet.
Cavoliniidae.
Clio (L.) polita n. atlantischer Ocean; Pelseneer p. 60 t. 2 fig. 4—6.
Cleodora (Per.) Scheelei u. Westküste von Patagonien; Munthe p. 18
fig. 15-19.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 453
Cymhuliidae.
Cymbulia (Per. et Les.) parvidentata n. Neuseeland; Pelseneer p. 99
t. 2 flg. 12, 13.
Cymbuliopsis n. gen. füi* Cymbulia ovata Quoy und calceola Yerrill;
Pelseneer p. 100.
c. Gastropoda.
I. Prosobranchia.
A. Pectinibranchia.
a. Proboscidifera.
Muricidae.
Ocinebra (Leach) Michaeli n. Südkalifornien; Ford p. 188 (flg.). —
Murex (Homalocantha) Fauroti n. Rothes Meer, Jousseaume p. 180.
Buccinidae.
Lachesis (Risso). Die seither zu den Pleurotomiden gestellte Gattung ge-
hört nach der Untersuchung der Zungenbewaffnung durch Fischer zu den
Bucciniden.
Siphonalia (Ad.) mikado n. und pseudobuccinum n., beide von Japan;
Melvill p. 348, mit Holzschnitten.
Tritonidea (Sw.) rufina n. Rothes Meer; Jousseaume p. 178. —
Nassidae.
Na.ssa (Phrontis) obockensis n. rothes Meer; Jousseaume p. 184. —
(Tritia) Fauroti n. id. p. 186, ibid. —
Oolumbellidae.
Columbella (Atilia) Fauroti u. rothes Meer; Jousseaume p. 177; —
Filbyi n. Südsee; Sowerby p. 208 t. 11 fig, 8, 9.
Engina (Gray) angulata n. Hongkong; Sowerby p. 210 t. 11 fig. 10.
Purpuridae.
Cooke gibt eine eingehende Kritik der Tryou'schen Bearbeitung der
Gattung Purpura Lam. und verwirft zahlreiche von diesem Autor auf ungefähre
Aehnlichkeiten hin vorgenommene Zusammenziehungen.
Concholepas (Lam.) gehört nach Hai 1er nicht zu den Purpuriden, sondern
zu den Buccinidae.
Coralliophilidae.
Coralliophila (Ad.) turrita n. Mauritius; Sowerby p. 209 t. 11 fig. 11.
Mitridae.
Mitra (L ) Marionae n. unbekannten Fundortes; Melvill p. 281 t. 2 fig. 11;
aernmnosa n. Algoabai; id. p. 282 t. 2 fig. 12; — astyridiformis n. unbekannten
Fundortes, id. p. 282 t. 2 fig. 13; — caloxesta n. Andamanen; id. p. 283 t. 2
fig. 14; — chariessa n. unbekannten Fundortes, id. p. 283 t. 2 fig. 15; — tran-
senna n. Ostindien; id. p. 283 t. 2 fig. 16; — Sybillae n. Andamanen; id. p. 284
t. 2 fig. 17; — percnodictya n. ?Philippinen ; id. p. 284 t. 2 fig. 18; — cerithina
n. unbekannten Fundortes; id. p. 285 t. 2 fig. 19; — bela n. desgleichen; id.
p. 285 t. 2 flg. 20; — tensa n. desgleichen; id. p. 286 t. 2 fig. 21; — abacophora
n. desgleichen; id. p. 286 t. 2 fig. 22; — rhodinosphaera n. Mauritius; id. p. 286
t. 2 fig. 23; — zythochroa n. unbekannten Fundortes; id. p. 287 t. 2 fig. 24; —
fulvosulcata n. Mauritius; id. p. 287 t. 2 fig. 25. —
454 Dr- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Synonymie und Verwandtschaft der immer noch auf einem einzigen
Exemplar beruhenden Mitra (Costellaria) rugosa Swainson erörtert Melvill
p. 332; wegen der älteren M. rugosa Gmelin wird sie in Tankervillei um-
getauft.
b. Toxoglossa.
Pleurotomidae.
Bela (Leach) incondita n. unbekannten Fundortes; Smith (9) p. 316.
Clathurella (Carp.) scabrata n., crassilirata n., pachychila n., sämmtlich un-
bekannten Fundortes; Smith (9) p. 314, 315; — munda n. persischer Meerbusen,
China, id. p. 316.
Crassispira (Sw.) bifurca n. unbekannten Fundortes; Smith (9) p. 308.
Drillia (Gray) unifasciata n. Ceylon, China; Smith (9) p. 300; — crassa
n. Bombay; id. p. 300; — roseobasis n. imbekannten Fundortes; id. p. 301; —
ventricosa n. Queensland; id. p. 301; — granularis n. unbekannten Fundorts;
id. p. 301; — simata n. ebenso, id. p. 302; — essingtoniensis n. Port Essington;
id. p. 302; — parva n. Suez, id. p. 302, — jucunda n. unbekannten Fundortes,
id. p. 303 ; — consanguinea n. desgleichen , id. p. 303 ; — rubrofusca n. China,
id. p. 303; — bilirata n unbekannten Fundortes, id. p. 304; — suavis n. Sydney,
id. p.304; — cretata n. Panama, id. p. 305; — miilticostellata n. Philippinen,
id. p 305; — fijiensis n. Ovalau, Viti; id. p. 305; — dejecta u. Philippinen,
id. p. 306; — semipellucida n. unbekannten Fundortes, id. p. 306; — persica
n. persischer Golf; id. p. 307. — paucistriata n. Kalifornien, id. p. 307 ; —
disjecta n. indischer Ocean; id. p. 307; — Cookei n. Jamaica; id. p. 308.
Lienardia (Ad.) obockiensis n. Rothes Meer; Jousseaume p. 183.
Mangilia (Risso) fulgens n., notabilis n. beide unbekannten Fundortes;
Smith (9) p. 309; — recta n. persischer Meerbusen, id. p. 310; — Fordii n.
unbekannten Fundortes, id. p. 310; — parilis n. Kalifornien, id. p. 310; — lata
n. China, id. p. 311, — decipiens n. unbekannten Fundortes; id. p. 311, —
Lischkei n. Japan, id. p. 311, — costellata n. unbekannten Fundortes, id. p. 312;
fortistriata n. Bombay, id. p. 312; - mamillata n. unbekannten Fundortes; id.
p, 313; — subquadrata n. St. Helena, id. p. 313; — granilirata n. unbekannten
Fundortes; id. p. 314.
Pleurotoma (Lam.) Fultoni n. Port Elisabeth; Sowerby p. 210 t. 11 fig. 17;
— Bulowi n. China id. p. 211 t. 11 fig. 16. — contempta? n. unbekannten Fund-
ortes; Smith (9) p. 316.
Surcula (Ad.) fuegensis n. Magellansstrasse ; Smith (9) p. 300. —
c. Rostrifera.
Cypraeidae.
Cypraea (L) Rashleighana n. unbekannten Fundortes; Melvill p. 283 t. 2
fig. 26. — Hiingerfordi n. Japan? Sowerby p. 208 t. 11 fig. 1 — 3; — caput
draconis n. Hongkong; Melvill (6) p. 33 fig. 1; — amphithales n. Port Elisabeth ;
id. p. 40 fig. 19.
Melvill (6) gibt einen Catalog der Gattung, in dem er zahlreiche Be-
merkimgen, besonders über die seltenerneu Formen, und die geographische Ver-
breitung macht, er erkennt 184 Arten an.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 455
Cassidide.
Cassis (L.) cernica n. Mauritius, Sowerby p. 211 t. 11 flg. 19.
Faurotis n. gen., zunächst mit Semicassis verwandt, aber mit gefaltetem
Mundrand, für F. faurotis n. aus dem rothen Meer; Jousseaume p. 188.
Cerithiidae.
Clypeomorus n. gen, für Cl. clypeomorus n. aus dem rothen Meer;
Jousseaume p. 172.
Turritellidae.
Turritella (Lam.) robusta n. unbekannten Fundortes; Sowerby p. 211
t. 11 fig. 18.
Melaniidae.
Melania (Lam.) pacificans n., aristarchorum n., textrix n„ leprosa n., telo-
naria n., theaepotes n., Oreadarum n., resinacea n. , friniana n., Toucheana n.,
Aubryana n., Soriniana n., Delavayana n., erythrozona n., alle aus China; Heude
p. 305—309; — liricincta n. Albert Nyanza; Smith p. 52 (flg.); — aberrans n.
Brot mss. Vati, Neue Hebriden; Hartmann p. 252 t. 13 fig. 8 (= costata
Quoy et Gaym. teste Hoyle; — Sancti Pauli n. p. 248 t. 10 fig. 2; — liberiensis
n. p. 248 t. 10 fig. 3, 4, — Büttikoferi n. p. 249 1. 10 fig. 5, sämmtlich von Liberia;
Schepman.
Paludinidae.
Bythinia (Leach) grandis n. Hunan, China; Möllendorff p. 132; —
Fuchsiana n. ibid., id. p. 134; — robusta v. minor n. Lo-fou-shan bei Canton; id.
p. 134; — Shuttleworthi Ffid. = longicornis Benson prior, id. p. 185; — Alberti
n. Albert Nyanza; Smith p. 54; — Walleri n. ibid., id. p. 54 (fig.); — ammoecia
n. Hamburg; Servain p. 304.
Cleopatra (Troschel) Emini n. Albert Nyanza; Smith (2) p. 54 (fig.).
Paludina (Lam.) Semmelinki n. Tabamo auf Borneo, Schepmann; —
liberiana n. Liberia; id. p. 247 t. 10 fig. 1.
Hydrobiidae.
Amnicola (Gould) alsteriana n. Hamburg; Servain p. 306 pl. 8 fig. 11;
— hochburica n. ibid., id. p. 306 t. 8 fig. 10a; — mulierum n. ibid.; id. p. 307
t. 8 fig. 12.
Beddomeia n. subg. von Potamopyryus (der Name schon vergeben) für
Amnicola launcestonensis Johnst., Petterd p. 15; — Belli n. id. p. 16 t. 5 fig. 7;
— Lodderae n. id. p. 16 t. 3 fig. 1; — Hulli n. id. p. 17 t. 1 fig. 8, sämmtlich
aus Tasmanien.
Brazieria n. gen. für Ampullaria tasmancia Ten. Woods (der Name gleich-
zeitig von Ancey für eine Untergattung von Helix verwandt); Petterd p. 17.
(Der Typus Taf. 1 fig. 1. abgebildet).
Bythiuella Clessini n. Mähren; Rzehak p. 95 fig. 3.
Fossarulus (Neum.) sinensis n. Neumayr mss. Möllendorff p. 136 t. 4
fig. 3, die erste lebende Art eine seither nur aus dem Tertiär bekannten
Gattung.
Frauenfeldia (Cless.) Lacheineri v. Apfelbecki n. Bosnien; Brancsik
(3) p. 168.
Hydrobia (Hartm.) turbinata n. Tasmanien; Petterd p. 18 t. 2 fig. 3.
Lithoglyphus (Mühlf.) viridulus n. Hunan; Möllendorff p. 141 t. 4 fig. 6;
— Fuchsianus Moll, ebenda t. 4 fig. 5 zum erstenmal abgebildet.
456 D^'- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Liogyrus (Gill) Lehnerti n. Washington, D. C, Ancey p. 79.
Potamopyrgus (Crosse) Woodsii n. Tasmanien; Petterd p. 12 t. 1 fig. 12
— Smithi n. ibid., id. p. 13 t. 1 fig. 10; — Browni n. ibid., id. p. 13 t. 3 flg. 14,
— ? marginata n. ibid., id. p. 14 t, 1 fig. 9.
Prososthenia (Neum.). Oncomelania Gredler gehört nach Möllendorff
p. 142 zu dieser auf slavonische Tertiärformen errichteten Gattung, kann aber
als Sektion vielleicht beibehalten werden. — Schmackeri n. Shanghai, id. p. 143
t. 4 fig. 4. —
Pyrgophorus n. subg. Pyrgulopsidis , für die bythinienartigen Formen;
Ancey p. 187.
Pyrgulopsis (Ancey) nicaraguanus n. Nicaragua; Ancey p. 194; — coro-
natus n. Vera Cruz ; id. p. 197 ; — Wrighti n. Coatepeka, id. p. 199 ; — hydro-
bioides n. ibid., id. p. 201.
Valvatidae.
Valvata (Drp.) mergella Westerl. = sincera Say teste Pilsbry.
B. Scutibranchia.
a. Rhipidoglossa.
Turbinidae.
Collonia (Gray) Gestroi n. Assab am rothen Meer, Caramagna p. 132
t. 8 fig. 10 (nach Pilsbry p. 262 zu Leptothyra zu stellen).
Leptothyra (Migh.) Carpenteri n. Californien; Pilsbry- Tryon p. 247
t. 39a fig. 26—29; — Folini nom. nov. für L. sanguinea de Foliu n. L.
Turbo (L. ) °subcastaneus n. unbekannten Fundortes; Pilsbry - Tryon
p. 204 t. 46 fig. 10,' 11; — heterocheilus n. desgl., id. p. 209 t. 49 fig. 22, 23.
Phasianellidae.
Pilsbry-Tryon vereinigen diese Familie als Unterfamilie mit den Tur-
binidae und errichten für Ph. variegata Lam, und Verwandte, welche im Gebiss
verschieden sind, die Untergattung Orthomesus n.
Phasianella (Lam.) Deaniana n. Corisco, "Westafrika; id. p. 169 t. 65
fig. 40 — 43. — Fordiana n. Singapore; id. p. 173 t. 40 fig. 5; — Peroni n.
Australien; Mabille p. 77; — Marchei n. Philippinen; id. p. 77. —
Trochidae.
Clanculus (Mtf.) assabensis n. Assab; Caramagna p. 131 t. 8 fig. 8.
Euchelus (Phil.) Delpretei n. Assab; Caramagna p. 131 t 8 fig. 9.
Gibbula (Mtft.)? Ponsonbyi n. Port Elisabeth, Sowerby p. 209 t. 11 fig. 5;
— Doriae n. Assab; Caramagna p. 127 t. 8 fig. 3; — Pantanellii n. ibid., id.
p. 128 t. 8 fig. 4, — Tapparonei n. ibid., id. p. 129 t. 8 fig. 5; — Isselii n. ibid.,
id. p. 129 t. 8 fig. 6; — Degregorii n. ibid., id. p. 130 t 8 fig. 7.
Gibbulastra n. subg. für Trochus divaricatus L.; Monterosato p. 177.
Minolia (Ad.) Caifassii n. Assab.; Caramagna p. 126 t. 8 fig. 1. —
Zizyphinus (Leach) exquisitus n. unbekannten Fundortes ; Sowerby p. 210
t. 11 fig. 6, 7.
Cyclostremidae.
Cyclostrema (Marr.) Archeri n. Singapore; Tryon p. 89 t. 33 fig. 84, 85;
~ Verrilli nom. nov. für C. cingulatum Verrill, id.; Dunkeri nom. nov. für cin-
gulatum Dki., id.; — Watsoni nom. nov. für sulcatum Watson nee. A. Ad., id-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 457
— subexcavatum nom. nov. füi' excavatum "Wats. nee Carp.; — proximum.
nom. Lov. für affinis Verrill nee Jeffr. id.
Vitrinella (Ad.) Meneghinii u. Assab. ; Caramagna p. 127 t. 8 fig. 2.
Haliotidae.
Haliotis (L.) Jousseaumei n. unbekannten Fundortes; Mabille p. 81.
b. Dokoglossa.
Patellidae.
Mabille beschreibt von der atlantischen Küste Frankreichs und den
atlantischen Inseln folgende Foimen als neue Arten: Taslei n. p. 78, — ordinaria
n. Canareu p. 79, — Goudoti n. Tanger p. 79, — teneriffae n. Teneriffa p. 80,
— Servaini n. Nordfrankreich, p. 80.
Monte rosato schlägt für P. lusitanica Gmel. eine eigene Untergattung
Patellastra vor.
II. Opisthobranchia.
a. Tectibranchiata.
Aplysiidae.
Aplysia (L.) aequorea n. Bermudas; Heilprin p. 325 t. 16 fig. 2.
b. Nudibranchiata.
Dorididae.
Baptodoris (Bergh) tuberculata n. Mauritius; Bergh p. 812 t. 84 fig. 1—4.
Chromodoris (Aid.) zebra n. Bermudas; Heilprin p. 327 t. 16 fig. 3.
Discodoris (Bgh.) coerulescens n. Mauritius; Bergh p. 805 t. 83 fig. 6—12;
concinniformis n. ibid., id. p. 807 t. 83 fig. 1—5.
Phyllobranchidae.
Cyerce (Bgh.) pavonina n. Mauritius; Bergh p. 764 t. 77 fig. 3-5, t. 78
fig. 10-18, t. 79 fig. 22-25.
Hermaeidae.
Hermaea (Lov.) minor n. Mauritius: Bergh p. 774 t. 78 fig. 4—7,
t. 79 fig. 21. —
Plakobranchidae.
Plakobranchus (v. Hass.) virgatus n. Mauritius; Bergh p. 758 t. 77 fig. 8,
t. 78 fig. 20-22; — ?Moebii n. ibid., id. p. 759 t. 78 fig. 19. —
Aeolidiadae.
Aeolidiella (Bgh.) indica n. Mauritius; Bergh p. 781 t. 78 fig. 1. 2; —
orientalis n. Indischer Ocean ; id. p. 673 t. 16 fig. 8—13.
Coryphella (Gray) Berghii n. Golfe du Lion; Vayssiere p. 128 t. 7 fig. 4. 5.
Faceliua (Aid.) Marioni n. Golfe du Lion; Vayssiere p. 126 t. 7 fig. 1 — 3.
Hervia (Bergh) rosea n. Indischer Ocean; Bergh p. 677 t. 16 fig. 1—7,
t. 17 fig. 1-3.
Bergh stellt aus dieser Familie folgende neue Gattungen auf:
Boeolidia n. gen. „Forma corporis minus depressa quam in Aeolidiis
propriis; rhinophoria annulata moriformia, tentacula digitiformia; papillae dor-
sales non numerosae, compressae, sat breves; margo anterior podarii profunde
sulcatus; angulis fortiter productis. Penis inermis. Mandibulae applanatae;
margo masticatorius sublaevis. Radula uniseriata, dentibus simpliciter pectinatis."
Typus B. Moebii n. p. 777 t. 79 fig. 10-16, t. 80 fig. 1-4.
458 Di"- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Facalana n.gen. „Forma corporis fere ut in Facelinis, elongata, gracilis;
tentacnla elongata, rhinophoria perfoliata; papillae dorsales sat facile caducae,
elongatae, teretes, ut plurimum pulvinaribns hippocrepidiformibus insertae; po-
darium antice angulis tentaculatim productis. Mandibulae fere ut in Glaucis,
lamina horizontali supera, convexitate superiori et breviori, convexitate inferior!
et longiori; margo masticatorius serie denticulorum minorum armatus. Eadula
non paucidentata ; dentibus uniseriatis, cuspidatis, denticulatis. Glans penis
foliacea, margiue glandulis majoribus peculiaribus armata." Typus: F. pallida
n. Mauritius p. 784 t. 78 fig. 3, t. 79 fig. 1—3.
Fenrisia n.gen. „Forma corporis subelongata; rhinophoria lateralia per-
foliata; tentacula nulla; papillae dorsales pedamentis humilibus impositae, non
caducae; podarium sat latum, margine antico sulco exaratum et angulis tenta-
culatim productis. Margo masticatorius mandibularum laevis. Radula dentibus
uniseriatis paucis; dentes depressi, acie pectiniformi, dentibus longioribus iterum
denticulatis. Glandulae ptyalinae. Penis inermis." — Typus: F. Moebii n. Mau-
ritius, p. 788 t. 77 fig. 1, t. 79 fig. 17—20, t. 80 fig. 5-12.
Moridella n.gen. „Corpus gracilius, elongatum, subcompressum ; rhi-
nophoria quasi moriformia ; tentacula sat elongata. Papillae (dorsales) vix caducae,
elongatae, seriebus obliquis dispositäe, antice areis confertis. Podarium sat
angustum, antice angulis tentaculatim productis. Mandibulae non elongatae ; Pro-
cessus masticatorius nonnihil curvatus, sine denticulorum grossiorum singula.
Dentes linguae uniseriati, fere ut in Facelinis. Penis inermis." Typus:
M. Brockii n. aus dem indischen Ocean; p. 680 t. 17 fig. 4. 5, t. 18 fig. 1-5.
Dotonidae.
Doto (Oken) indica n. Mauritius; Bergh p. 795 t. 78 fig. 23—27.
Melibidae.
Melibe (Rang) ocellata u. Indischer Ocean; Bergh p. 689 t. 17 fig. 13. 14,
t. 19 fig. 3. 4.
Pleuroleuridae.
Pleuroleura (Bergh) fortunata n. Indischer Ocean; Bergh p. 353 t. 10. 1. 11
fig. 1—9. Bergh gibt 1. c. eine Monographie der Gattung.
Tritoniadae.
Candiella (Gray) dubia n. Mauritius; Bergh p. 797 t. 80 fig. 13—21.
Cochlosyringia.
Voigt errichtet eine neue Unterordnung für ein seltsames Geschöpf, das
er auf Myriotrochus Rinkii aus dem Beringsmeer schmarotzend gefunden hat,
Entocolax Ludwigi n. gen. et spec, und für ein verkümmertes Mollusk hält.
Die Organisation des Thieres ist aber so rudimentär, dass die Zugehörigkeit zu
den Mollusken durchaus nicht erwiesen ist; Radula, Kiefer, Circulations- und
Respirationsorgane fehlen gänzlich, es ist nur eine Röhre übrig geblieben, die
am vorderen Ende knopfartig verdickt ist und damit in den Wirth eindringt.
Heteropoda.
Smith hält in der Bearbeitung der Ausbeute der Challenger diese Ord-
nung aufrecht und theilt sie in die Unterabtheilungen Pterotrachaeidae mit den
Gattungen Pterotrachaea, Firoloida, Cardiopoda und Oarinaria; und Atlantidae
mit den Gattungen Atlanta und Oxygyra. Je eine neue Ai't von Pterotrachaea
und Oarinaria werden beschrieben und abgebildet, aber nicht benannt.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 459
III. Neurobranchia.
Assimineidae.
Assiminea (Gray) bicincta n. Tasmanien; Petterd p. 18 t. 2 fig. 4.
Cyclotidae.
Cyclotus (Guildg.) ?Martensi n. Haiti; Maltzan p. 179.
Myxostoma (Troschel) Delavayanum n. China, Heude p. 243.
Cyathopoma (Blfd.) meridionale n. Cebu; Möllendorff p. 146.
Alycaeus (Gray) Spratti n. Shan Hills; Godwin-Austen p. 245.
Opisthoporus(Bens.) Quadrasi n. Crosse mss., Balabak, Philippinen; Hidalgo
p. 59 t. 5 fig. 6.
Diplommatinidae.
Diplommatina (Bens.) gracilis n. Cebu; Möllendorff p. 148 t.4 fig. 9.
— Tablasensis n. Tablas; Hidalgo p. 62 t. 5 fig. 7. — Schmackeri n. Guang-
dung, China; Möllendorff (4) p. 38; — palatalis n. Morong; Möllendorff
(6) p. 77; — fimbriosa n. ibid., id. p. 77. — Schadenbergi n. Luzon; id. p. 141.
Cyclophoridae.
Cyclophorus (Montf.) Vandellii Nobre, S. Thome, zum ersten Mal abgebildet
von Crosse J. C. p. 27 t. 1 fig. 2; — daraganicus n. Luzon, Philippinen; Hidalgo,
p. 68 t. 4 fig. 2; — benguetensis u. Nordluzon id. p. 69 t. 4 fig. 3; — Quadrasi
n. Paragua; id. p. 70 t.4 fig. 4; — Prietoi n. Catanduanes; id. p. 71 t. 4 fig, 5;
— Fernandezi n. Calapan, Mindoro; id. p. 72 t 4 fig. 6; — Bustoi n. Balaguan
bei Miudanao; id. p. 78 t. 5 fig. 4; — Sowerbyi n. Jolo, Masbate, Marinduque
Cebu; id. p. 80; — coopertus n. Tag - ninh, Cochiuchina; Heude p. 243; —
aurantiacus Schum.; eine Reihe hübscher Varietäten abgebildet bei Martens;
— sericatus n. Sangirinsein; Ancey p. 213. —
Cyclosurus (Morelet). Fischer gibt die Anatomie dieser seltsamen
Gattung ; sie kann den Cyclophorideu zugerechnet werden, ist aber generisch
gut verschieden.
Amphicyclotus n. gen. für die centralamerikanischen Cyclophoriden mit
nicht zurückgeschlagenem Mundsaum und dünnem, vielgewundenem Deckel;
Crosse et F/scher
Habropoma n. gen. (= Cyrtotoma Mörch) für Cyclophorus mexicanus Mke.
und Salleanus Mts. ; Crosse et Fischer.
Neocyclotus n. gen. für die amerikanischen Cyclophoriden mit Kalkdeckel
mit Ausnahme der Jamaicauer Platystoma; Crosse et Fischer.
Lagochilus (Theob.) mucronatus n. Bulakan, Philippinen, Möllendorff
(6) p. 76.
Leptopoma (Pfr.) cuticulare n, Manila; Möllendorff (6) p, 75; — roseum
n, Manila; id. p. (5) p. 142.
Cyclostomidae.
Cyclostoma (Tropidophora) eustolum Crosse et Fischer zuerst abgebildet
J. C. t. 1. Fig. 1.
Colobostylus n. g für die seither zu Cyclostoma gerechneten Westindier;
Crosse et Fischer p. 233. Der Deckel unterscheidet sich von dem der euro-
päischen Cyclostoma durch die Trennung der äusseren und der inneren Lage
und gleicht mehr dem von Diplopoma ; auch die Zungenbewaffnung, besonders die
Bildung des Ausseuzahnes, gleicht der der übrigen westindischen Cyclostomiden-
460 Dr- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Choanopoma (Pfr.) Kobelti n., Bertini n., strictecostatum n., säramlich von
Haiti; Maltzan p. 180. 181.
Chondropoma (Pfr.) subreticulatum n. Haiti; Maltzan p. 181.
Licina? (Gray) RoUei n. Haiti, Maltzan p, 179.
Pomatiidae.
Pomatias (Stud.) bolosianus n. Catalonien; Salvana p. 118; — euconus n.
et var. platygyrus n. Dschebel Ischkeul bei Bizerta, Tunis, Ancey p. 214.
Helicinidae.
Helicina (Lam.) Layardi n. Aura Island, Neue Hebriden; Hartmann
p. 251 t. 13 fig. 6; — haitensis n. Haiti; Maltzan p. 182. — siquijorica n.
Siquijor, Philippinen; Möllendorff p. 142. —
Hydrocenidae.
Hydrocena (Parr.) Bourguignati n. und Tanousi n., Dalmatien, Letourneux
p. 247.
IV. Pulmonata.
I. Stylommatophora.
a. Agnatha.
Ennea (Ad.) Kochiana (Diaphora) n. Cebu; Möllendorff (6) p. 79. —
(Huttonella) Hidalgoi n. Bulakan; Ancey p. 78. — Derselbe erklärt E.
perakensis Nev. für auf eine unausgewachsene Schale gegründet.
Oleacina (Bolteu) MüUeri n. Haiti; Maltzan p. 179.
Streptaxis (Gray) Thebawi n. Shan Hills; Godwin Austen p. 243.
Testacella (Cuv.) dubia n. Turin; Pollonera p. 2 t. 2 fig. 4— 6; sub-
trigona n. ibid., id. p. 3 t. 2 fig. 1 — 3; — barcinonensis n. Barcelona; id. p. 4 t. 2
fig. 13—16; — catalonia n. ibid., id. p. 5 t. 2 flg. 7—9, 17. — Die Unterschiede
zwischen T. scutulum und haliotidea und deren Verbreitung in England erörtert
ausführlich Taylor.
b. Vitrinidae.
Africarion (Nev.) ater n. Travancore, Tinnevally Hills, Godwin -Austen
p. 244 t. 57 fig. 1. 2.
Austenia (Bedd.) ?khyoungensis n. und ?erratica n. aus den Shan-Staaten;
Godwin-Austen p. 241.
Euplecta (Pfr.) carinaria n. Manila, Möllendorff (5) p. 143. — prin-
gangensis n. Schan-Staateu; Godwin-Austen p. 342.
Girasia (Gray) Dalhousiae n. Chamba Hills; Godwin-Austen p. 224 t. 61
fig. 1, t. 62 fig. 4. — pankabariensis n. Darjiling; id. p. 237 t. 52 fig. 4; —
(Austenia?) Theobaldi n. Tschinabthal; id. p. 236 t. 52 fig. 5 G.-(A.) serahanensis
n. Suttletschthal id. p. 237 t. 52 fig. 4; — (Dekhania) Beddomei n. Travancore;
id. p. 243 t. 58 fig. 1, t. 62 fig. 7; — (Ibycus) sikkimensis n. Sikkim; id. p. 239
t. 59 fig. 2; — (Ib.) cacharica n. Kaschar; id. p. 62 fig. 5.
Helicariou (Fer.) Ragazzii n. Schoa; Pollonera p. 55 t. 2 fig. 12-15.
Hemiplecta (Alb.) Hidalgoi n. — xanthotricha Seinper nee Pfr., Luzon;
Möllendorff p. 119 (velntina Hid. = Mörchii Pfr., xanthotricha Pfr. = velutina
Sow. (fide Moll.); — ?rimmayensis n. Siam; Godwin-Austen p. 241; —
(Plectopylis) Ponsonbyi n. Mandalay; id. p. 243.
Hemitrichia n. gen. für die behaarten Arten aus der Gruppe der Nauina
velutina Sow.; Möllendorff (6) p. 81; - Hidalgoi n. Manila, id. p. 85.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 461
Hyalina (Alb.) ischnusae n. Sardinien; Westerland p. 55; — Tschapeki
n. Steyermark; id. p. 56; — misella n. Algerien, id. p. 56; — oxystoma n.
Algerien; id. p. 57; — inopinata n. Mähren; Ulicny p. 112; — Sterkii n. Ver-
einigte Staaten; Dali p. 214; — Iheringi u. Taguaro, Brasilien; Clessin p. 166;
— (Polita) subsuturalis n. Kaukasus; Böttger p. 149; — (P.) oschtenica n.
ibid., id. p. 150, — (Retinella) difficilis n. ibid., id. p. 150.
Kaliella (Blfd.) pseudositala n. Cebu; Möllendorff p. 151 t. 4 fig. 12.
Lamprocystis (MöU.) goniogyra n. Siquijor, Philippinen; Möllendorff (5)
p. 143.
Limax (L.) polypiinctatus n. Monte Castello; Pollonera p. 2 t. 3 fig. 5;
montanus Ingers. und castaneus Ing. nur Farbenvarietäten von campestris Binney;
Cockerell; — queenslandicus n. Queen-sland; Hedley.
Macrochlamys (Benson) apex n. Guang-dung, China; Möllendorff (4)
p. 89; — subcarinata u. Bulacan, Philippinen; id. (6) p. 80; — (Macroceras)
fasciata n. ibid., id. p, 80; — ?Woodmasoni n. Kokosinsel; Godwin Austen
p. 209 t. 53 fig. 2; — ? latus n. Khasi Hills; id. p. 209 t. 53 fig. 8; — hepatizon
n. Habiang-Garo und Daflahills; id. p. 209 t. 53 fig. 3. 4; — subpetasus n. Dafla-
hills, id. p. 210 t. 53 fig. 6; — Fordiana n. Audamanen; Derselbe p. 56; —
?pseudaulacopsis n. ibid., id. p. 57; — perinconspicua n. ibid., id. p. 57; — batti-
malvensis n. Battemalve Island, id. p. 58.
Mesolimax n. gen. Genitalapparat wie bei Limax, Radula wie bei Agriolimax
Schale wie bei Amalia, Fuss mit einer schrägen Fuiche. Typus: M. Brauni n.
Kleinasien; Pollonera p. 8 t. 2 fig. 19—23.
Microcystina (Mörch) Hochstetteri n. Nicobaren; Godwin Austen p. 57.
Microcystis (Beck) Normani n., Mabelae n., Mildredae n., Christnias-Tsland ;
Smith p. 557.
Nanina (Beck) fellea n. Talifu in Yünnan; Heude p. 240.
Paralimax (Bttg.) multirugatus n. Kaukasus; Böttger p. 149.
Rhysota (Alb.) nigrescens n. Luzon; Möllendorff (6) p. 86.
Selenites (Fischer) Vancouverensis var. hybrida n. Oregon; Ancey p. 188.
Sitala (H. Ad.) trochulus n. Schoa; Pollonera p. 62 t. 2 fig. 32, t. 3
fig. 19-21.
Vitrina (Drp.) Licatae n. Schoa; Pollonera p. 56 t. 2 fig. 23, 24; —
Ragazzii n. ibid., id. p. 56 t. 2 fig. 20—22; — . Bianchii n. ibid., id. p. 57 t. 2
fig. 1—3, 17; — Giulettii n. ibid., id. p. 58 t. 2 fig. 4-6; - Martina, n. ibid.,
id. p. 59 t. 2 fig. 5—9; — Antonellii n. ibid., id. p. 61 t. 2 fig. 11.
Vitrinopsis (Semper) cebuana n. Cebu; Möllendorff p. 152 t. 4 fig. 10.
Es sind gegenwärtig 5 Arten der Gattung bekannt, sämmtlich philippinisch^
3 davon auf die Anatomie geprüft.
Simroth (3) stellt aus Afrika folgende neue Nacktschneckengattungen auf
anatomische Unterschiede auf, ohne die neuen Arten vorläufig zu beschreiben:
Trichotoxon, n. gen. mit 2—3 Pfeilsäcken, von denen jeder zwei Pfeile enthält,
für Tr. Heynemanni n. und Tr. Martensi n.; — Atoxon n. gen., ähnlich, doch
ohne Pfeile, für At. Hildebrandti und At. Schulzei, — Büttneria n. gen. mit
einer mit dem Penis verwachsenen Pfeildrüse, für B. Lenckarti; — und
Phaneroporus n. gen. mit aussen sichtbarer Schale und ohne Kalkdi'üse am vas
deferens, für Ph. Reinhardts
462 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ancey schlägt eine neue Untergattung Bertia vor für Nanina cambod-
gensis, und Chalepotaxis für N. infantilis Gredler.
Helicidae.
Ancey errichtet auf einzelne Arten und ohne besondere Begründung
folgende neue Gattungen od. Untergattungen:
Acanthoptjrx für flelix acanthinula Crosse.
Atlantica für Helix semiplicata Pfr.
Bathyaxis für Caeliaxis Layardi Ad. et Ang.
Bermudia für Helix bermudensis Pfr. (deren Zugehörigkeit zu Poeci-
lozonites gleichzeitig durch Pilsbry nachgewiesen worden ist);
Brazieria für Helix velata Hombron et Jacq.
Calostropha für Helix Raffrayi Tapp.
Cavicola für Streptaxis cavicola Gredl.
Chrysodon für Helix auridens Rang.
Coliolus für Helix arfakensis Tapp.
Crystallopsis für Helix Hunteri und Helix Allasteri Cos.
Entodina für Helix Reyrei Sow.
Eurystyla für Helix cerina Morel, und Helix viridis Desh.
Möllendorffia für Helix trisinuata und Verwandte.
Nesübia für Bulimus Helenae Quoy,
Oligospira für Helix Waltoni Reeve und Helix Skinneri Rve.
OphiospiJa für Helix andicola Pfr. und Verwandte.
Rhysotina für Helix hepatizon Gld. und Welwitchii Morel.
Rhysotopsis für Helix Haughtoni Bens.
Sheldonia für Helix trotteriana Benson.
Sphincterochila für Leucochroa filia Mouss. und Boissieri Charp.
Tetrodontina für Helix yantaiensis und tetrodon.
Traumatophora für Helix triscalpta Mts.
Trichelix für Helix horrida Pfr.
Pilsbry errichtet für die balearische Helix Grateloupi Graells ihrer ab-
weichenden Radulabildung und ihres glatten Kiefers wegen die neue Sektion
Allognathus.
Tryon-Pilsbry setzen die Monographie von Helix fort und behandeln
folgende Untergattungen. XII. Helicella mit den Sektionen. 2. Xerophila mit
Candidula, Lemniscia, Xeroleuca, Turricula und Cochlicella; — 3. Ochthephila
mit Geomitra, Heterostoma, Irus, Placentula; — 4. Actinella; — 5. Tectula;
6. Craspedaria ; — 7. Discula; - 8. Callina: — 9. Acusta. — VIII. Plectotropis
mit den Sektionen. 1. Plectotropis mit Pseudiberus. — 2. Aegista; 3. Trachia
mit Angasella (welche letztere Gruppe von Ancey p. 38 in Pleuroxia umgetauft
wird). — IX. Ariouta mit den Sectionen: 1 Lysinoe mit Helminthoglypta, Odon-
tura, Leptarionta, Praticola, Micrarionta, Poecilostyla , Epiphragmophora, Eury-
campta; — 2. Campylaea mit Xerocampylaea, Fruticocampylaea, Eucampylaea,
Tacheocampylaea, Pseudocampylaea, Chilotrema; — 3 Arionta; — 4. Eurystoma.
X. Pentataenia mit den Sectionen l.Tachea; — 2 Eremina; — 3. Macularia; —
4. Allognathus n.; — 5. Hemicycla; — 6. Plebicula; — 7. Leptaxis; —
8. Iberus; — 9. Pomatia.
Bulimus (Borus) Iheringi n. Taguara, Südbrasilien; Cle ssin p. 167; —
(Rhinus) Koseritzi n. Brasilien, id. p. 108.
im Gebiete der Malakologie wähi'end des Jahres 1888. 463
Buliminus (Ehrbg.) daucopsis n. Talifu, Yiinnan; Heu de p. 240, — imbri-
catus n. ibid., id. p. 241, — gossypiuus n. Tscben-keou, id p. 241; — Schiede-
anus Pfr., Mooreanus Pir. und alternatus Say = dealbatus Say var.; Simpson
p. 452; — (Ena) Krüpeii n. Velucbi in Aetolien; Böttger p. 54; — Vigonii n.
Schoa; Pollonera p. 65 t. 3 fig. 7, — Sacconii n. ibid., id. p. 66 t. 3 fig. 8; —
scioanus n. ibid., id. p. 67 t. 3 fig. 9; — Antinorii n. ibid., id. p. 68 t. 3 fig. 4—6;
Meneliki n. ibid , id. p. 69 t. 3 fig. 1—3; — Aristidis n. und Lecouffei n. Tunis;
Ancey p. 188.
Cocblostyla (Fer.) mainitensis n. Mainit auf Mindan ao; Hidalgo p. 310;
— Luengoi n. Philippinen; id. p. 311, — Codoensis n., Codon auf Oatanduanes;
id. p. 312; — (Corasia) coerulea n. Bulacan und Moroug Prov. Manila; MöUen-
dorff p. 98; — (Callicochlias) lignicolor n. Mainit, Mindanao, id. p. 100; —
(Helicostyla) Boettgeriana n. Bulacan, id. p. 101; — fuliginata var. nigrolabiata
n. Matuli, id. p. 104: — juglans var. olivacea n. Montalban, id. p. 107; var. roseo
labiata n. Cuyapo id. p. 108; — Hindei n. Neu Irland, Cox p. 1003 t. 21
fig. 1, 2.
Für die zu Cocblostyla gehörende Helix cepoides Lea errichtet Möllen-
dorff (6) p. 74 eine Untergattung Ptychostylus: t. globsoa, turbinata, multi-
spira, anfractus sensim accrescentes, ultinms sat angustus; apertura coarctata,
columella valde spiraliter torta, plica valida raunita.
Funiculus n. gen. vel subg. Bulimini, ausgezeichnet durch cylindrische
Gestalt und zahlreiche fast gleiche Umgänge; bis jetzt auf das Kalkgebiet von
Ta-li-fu in Yünnan beschränkt, Typus Buliminus Delavayauus Heude; Heude
p. 241. Als neu beschrieben werden: probatus n. p. 241; — asbestinus n.,
coriaceus n., debilis n., rudens n. p. 242. —
Euryptyxis (Fischer). Fischer gibt J. C. pl. 13 die Abbildung der Spindel
von E. Candida Lam. und labiosus Müll., und zur Vergleichung die von Petraeus
labrosus, Zebrina Tournefortiana und Leptobyrsus spirifer. Er ist nicht ab-
geneigt, Euryptyxis mit den fossilen Rillia aus dem Pariser Becken in Beziehung
zu bringen, obwohl deren Spindelfalte einigermassen abweicht.
Helix (L.).
Palaearctisches Gebiet. — abludens n. England, Nordfrankreich, Locard
p, 30; — coelomphala n. Frankreich, Schweiz; id. p. 48; — caelatina n. Frank-
reich, Schweiz, id. p. 51; — plebicola n. Frankreich; id. p. 62 (alle von rufescens
abgetrennt); — (Xeroph.) Bolosii n. Fagot mss. Catalonien; Salvafia p. 100;
— pomatia var. lednicensis n. Nordwestungarn; Brancsik p. 117; — (Xeroph.)
Caruanae n. Malta; Kobelt p. 119; Icon. fig. 672. — (Xeroph.) canina n. Nähr
el Kalb, Syrien; Ancey p. 188; — segalaunica n. Drome, Frankreich; Sayn
p. 142; — lentiaca n. ibid., id. p. 152; — cyclostremoides n. Marocco; Sowerby
p. 212 t. 11 fig. 14; — Lobethana Deb. abgeb. bei Kobelt (2) fig. 468. 469; —
subjobaeana n. Sahara, id. p. 47, fig. 472. — Bailloni Deb. abgeb. fig. 474; —
Denansi n. Nordafrika, id. p. 50 fig. 477; — Ghazouana n. Nemours, id. p. 50
fig. 478. — Bourguignat erhebt Helix Pouzolzi zum Rang einer Gruppe
Dinarica und beschreibt aus derselben folgende neue Arten: dinarica p. 217
t. 2 fig. 1—3; - Kuzmici p. 219 t. 2 fig. 4—6; — pellanica n. p. 222 t. 2 fig. 7
bis 9; — adriatica n p 226; — tschernagorica n. p. 232 t. 3 fig. 3. 4; — Dio-
cletiana n. p. 234; — Sabljari n. p. 237 t. 4 fig. 1. 2; — Horatii n. p. 238 t. 4
464 I^r- W. Kobelt: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
fig. 3. 4., — Biagoi n. p. 240 t. 4 fig. 5. 6., — breuoica n. p. 242; — Daniloi
n. p. 243. ~
Ponsonbyi n. Tanger; Westerland p. 57; — taeniata n. Mogador; id.
p. 58; — invasa n. Nordafrika, id. p. 59; — hiericontina n. Jericho, p. 60;
barmeyana n. Algerien, id. p. 61, — eminens n. Syra, id. p. 61. —
Hagen müller beschreibt aus der Gruppe der Hei. Raspaili von Corsika
und Sardinien: Garciae u. p. 27. — Deschampsiana n. p. 30, — Molliniana n-
p. 52, — sciaphila n. p. 36, — montigena n. p. 40; — donata n. p. 42; — faucicola
n. p. 44, — aurusalensis n. p. 47. —
(Trichia) chrysotricha n. Caucasus; Boettger p. 151. Salvana erhebt
Helix barcinonensis zur Gruppe Barciuonensia und beschreibt aus derselben als
neu: pallaraesica n., salvanica n., chiae n., Moresi n., sämmtlich aus Catalonien;
— ferner Hei. Bolosi n. Olot p. 100.
Nordostafrika.
(Fruticicola) scioana n. Schoa; Pollouera p. 76 t. 2 fig. 28—30; — (Fr.)
strigelloides n. ibid., id. p. 77 t. 2 fig. 25—27. —
Philippinen. — (Plectotropis) visayana n. Cebu; MöUendorff p. 157, —
scalatella n. Luzon; id. p. 145; — bulacanensis n. Bulakan, Philippinen; Hidalgo
p. 310; — (Chloraea) geotrochus n. Morong; Möllendorff (6) p. 89; —
(Dorcasia) Schadenbergi n. Ilocos, id. (5) p. 144; — (Obbina) Kochiana n. Cebu;
id. (6) p. 88. —
China. — haesitans n. Yunnan; Heu de p. 237; — samarella n. ibid., id.
p. 237; — subcincta n. ibid., id. p. 238; — subgriseola n. ibid., id. p. 238; —
peraeruginosa n. ibid., id. p. 238; — mensalis n. ibid., id. p. 239; — talifouensis
n, ibid., id. p. 239; — radulina n. ibid., id. p. 239; — mimicula n. Tschenkeou,
id. p. 239, — subparasitica n. Talifu, Yüunan; id. p. 240; — Taberiana n.
Sytshuan, China; Möllendorff (4) p. 40; — (Plectotropis) subconella n.
Guaugdung, id. p. 40; — (Plect.) lofouana n., ibid., id. p. 41 — Herziana n.
Hunau, id. p. 41; — (Hadra) Leonhardti n. Guangdung; id. p. 42; — (H.)
Schmackeri n. ibid., id. p. 42; — (H.) granulifera n. Hubei, id. p. 43. —
Vereinigte Staaten, - (Mesodon) kiowaensis n. Indianerterritorium; Simpson
p. 450.
Mexico. — Verrilli n. Mexiko; Ancey p. 63. — armigera n. ibid., id. p. 64;
— commutanda nom. nov. für Harfordiana Binney nee Cooper (schon früher
von Pilsbiy in Helix salmonensis umgetauft).
Partula (Fer.) auraniana n., carnicolor n., fraterna n., albescens n., sämmtlich
von Aura Island, Neue Hebriden; Hartmann p. 250. 251 t. 13 fig. 1—4.
Patula (Held) aperta n. Manila; Möllendorff (6) p. 89.
Trochomorpha (Alb.) rubens n. Aura Island, Neue Hebriden; Hartmann
p. 251 t. 13 fig. 5; — borealis n Sytschuen, China; Möllendorff (4 j p. 39.
Achatinidae.
Achatina (Lam.) Bayoli n. Assiuie, Westafrika; Morel et p. 97 t. 1 fig. 4
Atopocochlis n. subg. Perideridis für Bulimus exaratus Müll., durch den
kantigen letzten Umgang und den umgeschlagenen Mundsaum erheblich von
Perideris verschieden, aber in der Zungenbewaifnung ganz damit über-
einstimmend; Crosse et Fischer p. 11. Die Anatomie gibt Arruda Furtado
ibid. p. 5.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1888. 465
Homorus (Alb.) Massonianus n., Sau Thome; Crosse p. 22 t. 1 fig. 3; —
Ragazzii n. Schoa; Po 1 Ion er a p. 74 t. 2 fig. 10.
Limicolaria (Shuttl.) praetexta n. Kamerun; Martens p. 148.
Cylindrellidae.
Macroceramns (Guildg.) costatus n. und nitidulus n., Haiti; Maltzan p. 178.
Cylindrella (Pf.) Strobmi u. und Dohrni n. Haiti; Maltzan p. 177.
Cionellidae.
Tornatellina (Beck) Kocbiana n. Cebu; Möllendorff p. 163 t. 4 fig. 11.
Caecilianella (Bgt.) advena n. Lüderitzland ; Ancey p. 182.
Stenogyridae.
Stenogyra (Shuttl.) superba (Opeas?) n. Hunan, China, Möllendorff (4)
p. 44; — (Subulina) Chiarinii n. Schoa; Pollonera p. 74 t. 2 fig. 31. — Quadrasi
n. Philippinen; Hidalgo p. 35 t. 6 fig. 2. — Semperi n. ibid., id. p. 36
t. 6 fig. 3.
Achatinellidae.
Hartmann gibt einen systematischen Katalog der Achatinellen und be-
schreibt als neu: Achatinellastri;m Nattii p. 34 t. 1 fig. 3; — Amastra uniplicata
p. 50 t. 1 fig. 7 ; — A. simularis p. 252 t. 13 fig. 7 ; — Leptachatina corruscans
p. 52 t. 1 fig. 16; — L. saccula p. 55 t. 1 fig. 15.
Angustula n. subg. für Vertigo Venetzii und milium; Sterki p. 378.
Clausilia (Drp.) lunatica n. Tschen-Keou, China; Heude p. 235; — phyl-
lostoma n. ibid., id. p. 236; — Meroniana n. Nord-Tschensi; id. p. 236; — Pag-
nucciana n. Thal des Yüho, id. p. 237; — (Papillifera) parnassia n. Parnass;
Böttger p. 55; — dacica var. neglecta n. Bosnien; Brancsik (3) p. 102; —
bosnensis var. unipalatalis, var. Plivae n. und var. multiplicata n. ibid., id. p. 164;
— travnica var. unipalatalis n., ibid., id. p. 165; — decipiens var. nodulifera n.
ibid., id. p. 167; — ptychodon n. China; Ancey p. 253; — (Euxina) climax n.
Kaukasus; Böttger p. 153; — (Euxinastra n. subg.) hamata n. Batum; id. p. 152;
(Eux.) novorossica n. Kax;kasus; Retowski p. 204; — (Micropontica) circassica
n. Kausasus; Böttger p. 154; — (M.) Retowskii n. ibid., id. p. 154; — shanica
n. Shangebiet; Godwin Austen p. 244.
Cl. delphica Westerlund = sericata Pfr. fide Böttger p. 55.
Hypselostoma (Bens.) luzonicum n. Luzon; Möllendorff (6) p. 108.
Pupisoma (Stol.) philippinicum n. Moutalban bei Manila; Möllendorff
p. 108. Kann nach M. nicht als Untergattung bei Pupa bleiben, sondern muss
als eigene zwischen Buliminus und Pupa stehende Gattung betrachtet werden;
der Typus (P. orcella Stol.) ist von Pinang.
Succineidae.
Succinea (Drp.) Listeri n. Christraas Island; Smith p. 537.
Onchidiidae.
Onchidium (Onchidiella) transatlanticum n. Bermuda; Heilprin p. 327
t. 16 fig. 4.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H.l. 30
466 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
IL Basommatophora.
a. Geophila.
Auriculacea.
Cassidiila (Fer.) Quadrasi n. Philippinen; Hidalgo p. 51 t. 6 fig. 6; —
Philippinarum n. ibid., id. p. 53 t. 6 fig. 7.
b. Hygrophila.
Limnaeidae.
Ancylus (Guett.) vivinae n. Tasmanien; Petterd p. 40.
Gundlachia (Pfr.) Beddomei n. Tasmanien; Petterd p. 4L
Limnaea (Lam.) peregrina v. lougispirata n. Taguara, Südbrasilien,
Clessin p. 169; — Gunni n. Tasmanien, Petterd p. 7 t. 2 fig. 10, — lutosa n.
ibid., id. p. 8 t. 2 fig. 13; — Bernardiana n. Hamburg; Servain p. 291; —
neldyana n. ibid., id. p. 293.
Planorbis (Guett.) Stanleyi n. Albert Nyanza; Smith p. 55; — Cecchii n.
Schoa; Polion era p. 79 t. 3 fig. 11 — 13; — hypocyrtus n. Hamburg; Servain
p. 299 t. 8 fig. 6 — 9; — Jenskei n. Rhode Island; Carpenter p. 2; — umbili-
catellus nom. nov. für umbilicatus Taylor nee Müller.
V. Lamellibranchiata.
L Dibranchia.
Anatinacea.
Clavagellidae.
Aspergillum (Lam.) giganteum n. Japan, Sowerby p. 290.
Ciavagella (Lam.) adenensis n. Aden, Jousseaume p. 197.
2. Tetrabranchia.
Adesmacea.
Pholadidae.
Pholadidea (Good.) Fauroti u. Rothes Meer; Jousseaume p. 196.
Myacea.
Mesodesmatidae.
Mesodesma (Desh.) Savignyi n. (= Savigny Descr. Egypte t. 8 fig. 5) Rothes
Meer; Jousseaume p. 206.
Mactridae.
Mactra (L.) isthmia n. Rothes Meer; Jousseaume p. 199; — Fauroti n
ibid., id. 200.
Conchacea.
Sphaeridae.
Pisidium (C. Pfr.) globulus n. Taguara, Südbrasilien; Clessin p. 173. —
Sphaerium (Scop.) Briandianum n. Hamburg; Servain p. 310.
im Gebiete der Malakologie wälneud des Jahres 1888. 467
Veneridae.
Cytherea (Lam.) Isseliana n. Rothes Meer; Jousseaume p. 306; —
(Caryatis) Hungerfordi n. Hongkong, Sowerby, p. 212 t. 11 flg. 4.
Solenidae.
Solen (L.) incertus n. Japan; Clessin p. 31 t. 12 fig. 8; — nitidus n.
Mexiko; id. p. 84 t. 13 fig. 2; — goreensis n. Goree, id. p. 34 t. 13 fig. 4; —
pictus n. Australien, id. p. 35 t. 12 fig. 5; — Dunkerianus n. Südsee, id. p. 35
t. 8 fig. 5.
Tagelus (Gray) Dunkerianus n. unbekannten Fundortes; Clessin p. 82
t. 25 fig. 5; — obtusatus n. Malacca, id. 83 t. 25 fig. 6.
Cardiacea.
Cardiidae.
Trachycardium (Mörch) peregrinum n. Rothes Meer; Jousseaume p. 212.
Erycinacea.
Galeommidae.
Jousseaume errichtet auf Scintilla- Arten zwei neue Gattungen, Lionelita
für Sc. Cumingii Desh. und L. lionelita n. sp., und Scintillulla für Sc. scin-
tillula, beide aus dem rothen Meer.
Scintilla (Desh.) obockensis n. Obock, Jousseaume p. 202.
Najadea.
Anodonta (Lam.) Brandti n. Tschaldyrsee in Armenien, D reuet p. 108;
— formosa n. Rhone, id. p. 109; — tremula n. Saone, id. p. 109; — convexa n.
Saone, id. p. 110; — amnica n, Saonegebiet id. p. 110; — Calderoni n. Guadaira
bei Sevilla, Kobelt Nachr. Bl. p. 27, Icon fig. 497; — baetica n. ibid., id. p. 28
Icon. fig. 498, — legumen n. Rio Grande, Brasilien; Märten s p. 65; — nefaria
n., nocturna n., quadrangulata n., germanica n., visurgisiana n., moctera n.,
alsterica n., Elbe bei Hamburg; Servain, — fusiformis n., raicroptera n.,
pachyprocta n., norddeutsche Tiefebene, Borcherding.
ünio (Retz.) Koseritzi n. Guahyba, Südbrasilien; Clessin p. 172; —
Gandiensis n. Gandia bei Valencia; Drouet p. 103, — occidaneus n. Süd-
frankreich; id. p. 104; — plebeius n. Saone, Seine; id. p. 105; — Charpyi n.
Savoyen; id. p. 105, — crassulus n. Saone, Garonne; id. p, 106; — lacustris n. Lac
de Bourget, id. p. 106 , — suborbicularis n. Seine bei Troyes, id. p. 107 ; — ba-
diellus n. Annecy, id. p. 107; — hispalensis n. Guadalquivir bei Sevilla: Kobelt
Nachr. Bl. p. 19, Icon. fig. 492; — Calderoni n. Guadalquivir bei Sevilla, id.
p. 21, Icon. fig. 497; — baeticus n. ibid., id. p. 22, Icon. fig. 495; — Sevillensis n.
ibid., id. p. 24, Icon. fig. 496; — Traversii n. Hawasch in Schoa; Pollonera
p 85 t. 3 fig. 14, 15; — Baudoui n. Südfrankreich; Folin; — hamburgiensis n.,
visurgisiuus n., peracutus n., hammoniensis n., mulierum n., anabaeuus n.
Hamburg; Servain p. 315—324; — Legrandi n. Tasmanien; Petterd p. 22, —
ozarkensis n. und breviculus n. Ozark - Gebiet , Missouri; Call p. 498—500,
30*
468 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pl. 27. 28; — Fryanus n. Florida; Wright (R. H.) p. 113 t. 2 flg. 1; - Web-
steril n. ibid., id. p. 113 t. 2 flg. 2; — Waltoni n. ibid., id. p. 114 t. 2 fig. 3,
— Dorei n. ibid., id. p. 115 t. 3 fig. 1 ; — Averellii n. ibid., id. p. 115 t. 3 fig. 3
— Nolani n. ibid., id. p. 116 t. 4 fig. 1 ; — Hinkleyi n. ibid,, id. p. 117 t. 4 fig. 2
~ Simpsoni n. ibid., id. p. 117 t. 5 fig. 1 ; - Marshii n. ibid., id. p. 118 t. 5 fig. 2
— Dallii n. ibid., id. p. 119 t. 6 fig. 1; — Tryoni n. ibid., id. p. 120 t. 6 fig. 2
— Orcuttii n. Manatee River, Westflorida; Wright (S. H.) p. 60; — macro-
rhynchus n. Dümmer See; Bor eher ding.
Mytilacea.
Mytilidae.
Dactylus (Lang) Fauroti n. Rothes Meer; Jousseaume p. 217; — ery-
thraeensis n. ibid., id. p. 218. —
Modiola (Lam.) ovalis n. Chila; Clessin, p. 128 t. 33 fig. 4, 5; — myti-
loides n. französische Küste; Locard p. 92 t. 1 fig. 2; — pterota n. ibid. id
p. 95 t. 1 fig. 5; — brachytera n. ibid., id. p. 116 t. 1 flg. 9.
Mytilus (L.) irisans n. Rothes Meer; Jousseaume p. 215. —
Arcidae.
Area (L.) d'Orbignyi (Anomalocardia) n. = bicors d'Orb. nee Jon. [= an-
tillarum Dkr. = Chemnitzii Phil.] Westindien; Kobelt p. 176. Der Name
Chemnitzii hat die Priorität; — (Paralellepipedum) Fauroti n. Aden; Jous-
seaume p. 214.
Nuculidae.
Malletia (Desh.) angulata n. Meerbusen von Bengalen, Sowerby p. 208
t. 11 flg. 15.
Carditidae.
Cardita (Brug.), Paeteliana n. Iquique; Clessin p. 20 t. 6 fig, 7. 8; —
Lamarckiana n. unbekannten Fundortes, id. p. 20 t. 6 fig. 1. 2, — Reveaua n.
desgleichen , id. p. 37 t. 5 fig. 6. 7 ; — picta n. desgleichen id. p. 40 1. 13 fig. 8,
— oblonga u. Sansibar, id. p. 43, t. 8 fig. 1. 2; — philippinarum n. Philippinen,
id. p. 46 t. 10 fig. 10. 11; — irregularis n. Tikao; id. p. 46 t. 10 fig. 1—3; —
inflata n. iinbekannten Fundortes id. p. 47 t. 7 fig. 6. 7, t. 10 fig. 8. 9; — rubida
n. Australien, id. p. 47 t. 11 flg. 9, 10; — pallida n. Sansibar; id. p. 48 t. 9
flg. 1. 2, — incerta n. unbekannten Fundortes; id. p. 40 t. 7 fig. 4.5; — albida
n. Malacca; id. p. 49 t. 7 fig. 14, — Broderipi n. Puerto Cabello; id. p. 50 t. 11
flg. 7. 8, — ovata n. unbekannten Fundortes, id. p. 52 t. 6 flg. 12. 13; — subqua
drata n. desgleichen id. p. 55 t. 11 fig. 3. 4; — Bruguieriana n. desgleichen, id.
p. 54 t. 6 fig. 5. 6. -
Pectinacea.
Pectinidae.
Pecten (L.) Gladisiae n. unbekannten Fundortes: Melvill p. 279 t. 2 fig. 5;
— Guendolenae n. Mauritius; id. p. 279 t. 2 fig. 6; — Hastingsii n. Japan; id.
p. 279 t. 2 fig. 7; — hysginodes n. unbekannten Fundortes; id. p. 280 t. 2 fig. 8;
im Gebiete der Malakologie währenc des Jahres 1888. 469
— psanis n. Japan; id. p. 280 t. 2 fig. 9; — valdecostatus n. Hongkong; id. p. 281
t. 2 fig. 10; — anisopleurus n. = glaber Reeve nee Linne; Locard p. 214; am-
phicyrti;s n. = polymorphiis Cailland nee Bronn, id. p. 224. —
Die von Küster begonnene Monographie der Gattung Pecten ist von
Kobelt zu Ende geführt und enthält im Ganzen 257 Arten.
Limidae.
Lima (L.) Smithi n. Japan; Sowerby p. 207 t. 11 fig. 12; — concentrica
n. Hongkong; id. p. 207 1. 11 fig. 20.
Spondylidae.
Spondylus (L.) Eauroti n. Rothes Meer; Jousseaume p. 221. —
3. Biologie, Verwendung, Zucht etc.
Biologie. Salvana führt eine ganze Anzahl Beobachtungen
an, welche den Einfluss von Boden, Nahrung und Umgebung auf
Farbe und Beschaffenheit der Schale beweisen. Rumina decoUata
färbt sich dunkler, wenn sie sich von Gerbereiabfällen nährt und in
der Lohe herumtreibt; — Helix variabilis und alluvionum wird
dunkler, wenn sie Pflanzen frisst, die mit Eisenvitriol gedüngt sind,
ebenso wenn man sie in einem eisernen Gefäss hält und zeitweise
in Wasser taucht; — Helix splendida wird sehr lebhaft gefärbt,
wenn man sie mit Paste füttert, der Krapp zugesetzt ist.
Beauchamp erörtert die Ursachen der Erosion der Muscheln
und Süsswasserschnecken, ohne wesentlich Neues beizubringen.
Brancsik hat Daudebardia rufa sich in mitgebrachtem Mulm
aus zufälHg eingeschleppten Eiern entwickeln sehen.
Brockmeyer theilt Beobachtungen über die Fortpflanzung von
Helix nemoralis und hortensis in der Gefangenschaft mit. Ebenso
veröffentlicht Gr edler einige Beobachtungen über die Zucht von
Schnecken im Terrarium, Miss Hele über Stenogyra decollata in
der Gefangenschaft.
Verschleppung. Nach einer Mittheilung von Layard ist
Stenogyra octona in 1887 plötzlich massenhaft auf einer Kaffee-
plantage bei Kanala in Neucaledonien aufgetreten, die Bäume waren
theilweise aus Bourbon bezogen, nicht aus Westindien, die Art muss
demnach auch auf den Maskarenen eingebürgert sein.
Kew hat Sphaerium corneum am Fussglied eines Wasserkäfers
(Dytiscus marginatus) festgeklammert gefunden und bestätigt somit
wieder einmal das Vorkommen der Verschleppung von Süsswasser-
mollusken durch Wasserkäfer. — Dass auch grosse Muscheln durch
Wasservögel verschleppt werden können beweist eine Beobachtung
von Schaff (in Sitz. Ber. Ges. naturf Freunde Berlin 1888 p. 121),
470 Dr. W. Kobelt: Bericht etc.
der einen Wasserläufer (Totanus calidris) vorlegte, an dessen Fuss
eine grosse Anodonta festgeklammert war.
Pilgermuschel. Locard hat die Pügermuschel des Mittel-
alters einer genaueren Nachforschung unterzogen; es war fast stets
Pecten maximus oder jacobaeus, nur die Pilger von Mont Saint
Michel bevorzugten den P. varius. Der Autor glaubt, dass die
Kammuscheln gewissermassen als Symbol der vollzogenen Seelen-
reinigung gedient hätten.
Nutzen und Schaden. Stahl erörtert sehr eingehend die ver-
schiedenen Mittel, durch welche Pflanzen gegen Schneckenfrass ge-
schützt sind, sowie überhaupt das Verhältniss zwischen Pflanzen und
Schnecken auch deren Nutzen durch Bewirkung der Befruchtung.
Zweiter Band. Zweites Heft
Bericht
über die wissen scliaftlichen Leistungen
im Gebiete der Entomologie.
Bericht
über
die wissenschaftlielieii Leistungen im Gebiete der
Entomologie während des Jalires 1888.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
Die Ergebnisse der bisherigen und neuerdings angestellten
Forschungen fasst B. Grassi in der VII. Mem.: J. Progenitori dei
Miriapodi e degli Insetti zusammen zu einer Anatomia com-
parata dei Tisanuri e considerazioni generali suU' organizzazione
degli insetti; Mem. R. Accad. dei Lincei (Classe di sei. fisiche, mate-
matiche e naturali) Ser. 4., vol. IV. S. 54:3 — 606, Tav. I — V. — Die
Angaben über die Hautbedeckung enthalten nichts von Bedeutung,
nur dass bei Machilis zu jeder Schuppe die zugehörige Hypodermis-
zelle nachgewiesen wird. Auch die Angaben über die Muskulatur
decken sich im wesenthchen mit den im vorigen Bericht (S. 63) mit-
getheilten. — Die Athmungsorgane sind sehr verschieden entwickelt.
Bei Gampodea sind 3 StigmenpaaL*e vorhanden: eins am Vorderrande
und eins nahe dem Hinterrande des zweiten Brustsegments, an der
Einlenkung des zweiten Beinpaares; das dritte befindet sich am dritten
Segment am dritten Beinpaare. Bei Japyx solifugus finden sich
11 Stigmenpaare. Das erste (entspricht dem ersten von Gampodea,)
ist (aber) vor den Hinterrand des ersten Brustsegmentes gerückt;
das zweite entspricht auch in seiner Lage dem zweiten von Gampodea,
das dritte (in Gampodea fehlende) hegt „benachbart dem Vorder-
rande des dritten Brustsegments"; das 4. entspricht genau dem dritten
bei Compodea. Die 7 übrigen liegen am Hinterrande der 7 ersten
Hinterleibssegmente. Bei J. Isabellae fehlen die dem 2. und 4. von
J. solifugus entsprechenden Stigmen. — Machilis hat 9 Stigmenpaare,
ein seitliches zwischen dem ersten und zweiten Brustring, ein ventro-
laterales zwischen dem zweiten und dritten Brustring und 7 ventro-
laterale am 2. — 8. Hinterleibsringe. — Bei Nicoletia sind 10 Stigmen-
paare vorhanden. Das erste befindet sich im vorderen Theile des
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 2. A
2 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zweiten, das zweite des dritten Brustringes; die 8 folgenden liegen
zwischen dem dritten Brust- und ersten Hinterleibsringe und zwischen
den folgenden Hinterleibsringen. Die 7 letzten entsprechen den
7 hinteren von Japyx und Machilis, das dritte dem 4. von Jap. soli-
fugus und dem 3. von Campodea; das zweite dem 3. von Jap. solif.
und dem 2. von J. Isabellae und Machilis, das erste dem ersten der
genannten. Lepisma und Lepismina verhalten sich wie Nicoletia.
Die Zahl und Anordnung der Stigmen bei Japyx solif. hält Grassi
für die primitivste (4 thorakale, 7 abdominale), und die ursprüng-
liche Anordnung der Thorakalstigmen ist nicht die rein segmentale
gewesen. Bei Japyx, Nicoletia, Lepisma und Lepismina verbinden
sich die von den Stigmen derselben Seite ausgehenden Stämme zu
einem Längsstamme, der bei Japyx der Bauchseite, bei den übrigen
genannten "der Rückenseite genähert ist. Eine (dorsale) Quer -Ver-
bindung findet sich bei Japyx auf der Grenze zwischen dem 8. und
9. Hinterleibssegment; bei den Lepismiden tritt eine (ventral gelegene)
Queranastomose in jedem SegTQent auf. Bemerkenswerth ist dabei,
dass in der Ontoganie der Thysanuren das Tracheensystem spät zur
Entwickelung kommt, während es sich sonst sehr früh zeigt.
In dem Nervensystem herrscht grosse Uebereinstimmung: ausser
einem g. supraoesoph. und infraoesoph. sind überall 3 thorakale und 8,
nur bei Campodea 7, abdominale GangHen vorhanden; die Ganglien der
Bauchkette sind durch doppelte Kommissuren verbunden. Ein Ein-
geweidenervensystem liess sich i»berall nachweisen. Dasselbe ent-
springt aus dem Gehirn mit je einer Wurzel, die in ein g. frontale
eintreten, aus welchem der rücklaufende Nerv seinen Ursprung nimmt ;
ausserdem kommen (mit Ausnahme von Campodea) paarige Ein-
geweidenerven mit paarigen Ganglien vor. — Chordotonalorgane
wurden nicht aufgefunden. Augen kommen bei Lepisma und Machilis
vor ; sie sind durch den Mangel des gangl. periopticum ausgezeichnet,
was sich auch bei Periplaneta, Foriicula und Nepa wiederholt. Die
von Oudemans (in dem mir nicht zugänghch gewesenen Bijdr. tot de
Kennis etc., s. den vor. Ber. S. 63) ohne genügenden Beweis für Ocellen
in Anspruch genommenen 3 Flecke vor den zusammengesetzten
Augen sind nach Grassi's erneuten Untersuchungen wirklich Augen
mit Zellen des Glaskörpers, Retina- und Pigmentzellen. Die Retina-
zellen schliessen ein 4theiHges Rhabdom ein, so dass diese Ocellen
zu den zusammengesetzten Augen zu rechnen sind.
Der Verdauungsapparat zeigt von Campodea, durch Japyx,
Machilis bis zu Lepisma eine fortschreitende Entwickelung. Die
Anwesenheit der sog. Rektaldrüsen ist der Ansicht, dass die-
selben degenerirte Kiemen seien, nicht günstig. Bei sämmtlichen
untersuchten Thysanuren wurden 2 schlauchförmige Speicheldrüsen
beobachtet, deren Ausführungsgänge bei Japyx getrennt zu bleiben
scheinen, während sie sich bei den übrigen zu einem unpaaren mitt-
leren Gang vereinigen. Bei Lepisma treten an der Vereinigungs-
stelle zwei Ausstülpungen auf, die als das Homologon der Speichel-
behälter der höheren Insekten anzusehen sind.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 3
Die Zahl der Malpighi'schen Gefässe schwankt sehr. Bei Japyx
fehlen sie gänzhch; bei Campodea sind ihrer 16, bei Machilis 6 zwei-
ästige, bei Nicoletia und Lepisniina G einfache, bei verschiedenen
Lepisma-Arten 4 — 8 vorhanden. Diese Verschiedenheit der Zahl der
Malpighi'schen Gefässe verträgt sich im Zusammenhang mit der ver-
schiedenen Zahl der Abdominalstigmen sehr gut mit der Hypothese,
dass die M. Gefässe den Tracheen homologe Organe sind.
Das Herz erstreckt sich bis zum Hinterrande des zweiten Brust-
ringes nach vorn, so dass die Aorta sehr kurz ist. Es sind 9 Paar
venöser Ostien vorhanden, zwischen dem 2. und 3. Brustsegment und
an den folgenden Zwischensegmenten. Flügelmuskeln fehlen, dagegen
ist das perikardiale Diaphragma, wenn auch in unvollkommenem
Zustande, vorhanden. — Die Geschlechtsorgane werden in Ueber-
einstimmung mit den früheren Mittheilungen beschrieben (vgl dies.
Ber. 1884 S. 79, 1886 S. 6); Grassi besteht darauf, dass die Ge-
schlechtsdrüsen am 8. Hinterleibssegment münden.
In dem Abschnitt über die Körperanhänge werden zunächst die
Mundtheile besprochen, an denen das Vorkommen eines äusseren
Lappens (galea) der Maxillen beachtenswerth ist; diese galea kommt
noch bei den Orthopteren, und einigen Neuropteren vor, fehlt aber
den übrigen Insekten. Bei Japyx Isabellae fehlen die Lippentaster.
Die Mundtheile von Campodea und Japyx sind der Aufnahme von
pflanzlichem Detritus angepasst, die der übrigen rein kauend. Danach
unterscheidet Grassi die ersteren als Entotrophi von den Ectotrophi.
— Die Abdominalfüsse und ausstülpbaren Bläschen am Hinterleibe
werden als Reste von ursprünghch funktionirenden Füssen angesehen.
Diese Füsse w^aren zweiästig; der eine Ast, der jetzt durch das
Bläschen dargestellt wird, fungirte als Kieme.
Die jetzige Funktion der Füsschen ist nur in wenigen Fällen
und in untergeordneter Weise die der Ortsbewegung; in erster Linie
sind es Tastorgane. Für die Insekten ist demnach der Besitz von
18 Gliedmassenpaaren anzunehmen: 10 am Hinterleib, 3 an der
Brust, 4 am Munde (das 4., vielleicht dem zweiten Fühlerpaar der
Krebse entsprechend, ist nur beim Embryo vorhanden), und eins auf
der dorsalen Seite des Kopfes, die Fühler; die 17 zuerst genannten
sind sämmtlich ventral.
Die seitlichen und hinteren Ecken der Rückenschilder, die an
den einzelnen Ringen bei verschiedenen Arten in verschiedener Stärke
entwickelt sind, sieht Grassi als die Anfänge der Flügel an.
Homolog mit ihnen sind die dorsalen Kiemen, insofern sie
gleichen Ursprung haben, ohne dass man deshalb annehmen müsste,
die Flügel hätten sich aus Kiemen entwickelt. Die drei Stadien sind:
1. einfache Fortsätze an den 3 Rückenschienen des Thorax; 2. diese
Fortsätze w^achsen und gliedern sich ab; 3. sie werden zu echten
Flügeln an den beiden hinteren Brustringen.
Die Ordnung der Thysanuren beschränkt Grassi auf die
Gattungen Campodea, Japyx, Machilis, Nicoletia, Lepismina und
A*
4 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lepisma, so dass Scolopendrella bei den Myriapoden bleibt. Die
beiden ersten Gattungen bilden je eine Familie der Entotrophi;
Machilis bildet eine Familie für sich, und die drei zuletzt genannten
Gattungen die Familie der Lepismidae, welche mit Machilis die
Ectotrophi zusammensetzen.
Die Scheidung der Thysanuren in diese beiden Unterordnungen
rechtfertigt Grassi durch die Gegenüberstellung der zahlreichen
Unterschiede.
Für die Stellung der Thysanuren unter den Insekten zieht Grassi
zunächst die Orth. genuin., namentlich die Blattiden in Betracht und
zeigt die nahe Verwandtschaft beider. Die Abtrennung der Dermaptera
und Corrodentia von den Orth. genuin, findet er nicht gerechtfertigt ; und
die AehnHchkeiten sind zu gross und die Verschiedenheiten zu gering,
um aus Dermaptera und Corrodentia eigene Ordnungen zu machen.
Selbst die Ephemeriden, Odonaten und Perlarien möchte Grassi mit
den oben genannten in einer Superordo Orthoptera s. 1. vereinigt
lassen, so dass dann die Thysanuren die tiefste Ordnung der
Orthoptera s. 1. bilden; die Ectotrophi stehen den Orth. s. str. näher
als die Entotrophi, und von Insekten, die den Thysanuren sehr
nahe standen, haben sich als divergente Zweige die übrigen
Orthopteren entwickelt (Perlariae, Odonata, Ephemeridae, Orthoptera
s. Str., Corrodentia und Dermaptera).
Die CoUembola sind Thysanuren (Entotrophi), die eine besondere
Anpassung eingeschlagen, haben: Der Ventraltubus und die Spring-
gabel sind Vervollkommnungen, die Athemorgane, Segmentierung
des Hinterleibes, Ganglienkette, Abdominalbläschen haben eine Rück-
bildung erlitten.
Ein Vergleich dieser Orth. s. 1., die Grassi auch Protentoma
nennt, mit den höheren Ordnungen (Metentoma) zeigt bei den Imagines
nur w^enige Punkte der Uebereinstimmung oder Aehnlichkeit ; nur die
Rhynchoten haben, wie schon Meinert bemerkte, Mundtheile, die sich
ohne besondere Schwierigkeiten von denen der Thysanuren ableiten
lassen. Dagegen haben die Jugendzustände zahlreicher Metentoma
Aehnlichkeit mit Campodea oder Japyx.
Nach der anderen Seite haben die Thysanuren eine nahe Ver-
wandtschaft mit den Symphylen und Chilopoden, selbst den Arachniden
(Arthrogastra) und Crustaceen (Branchiopoda); dagegen sind die Be-
ziehungen zu Peripatus entfernterer Natur. — Zum Schluss behandelt
der \'erfasser die Frage, ob die Thysanuren degenerierte oder ur-
sprüngHche Insekten seien, mit mehr Ausführlichkeit und bejaht die
zweite Frage mit mehr Rückhalt als nöthig ist, wie mir wenigstens
scheint. — S. auch unter Oudemans, bei den Thysanuren.
Brauer macht Bemerkungen zur Abhandlung des Herrn
Prof, Grassi über die Vorfahren der Insekten etc., die den
Zweck haben, einige Punkte, in denen Brauer von Grassi falsch ver-
standen ist und Brauer ungerechtfertigter Weise irrige Ansichten zu-
geschrieben werden, richtig zu stellen; Zool. Anz., 1888, S. 598 — 600.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 5
W. H. Ashmead möchte die Insekten, d. h. die durch Tracheen
athmenden Arthropoden, in 2 Reihen, Cerata und Acerata, bringen,
je nach dem Besitz oder Mangel von Fühlern. Die Cerata sind von
Krustern abzuleiten und zerfallen in die Myriapoden, Thysanuren,
Orthopteren, Neuropteren, Lepidopteren , Coleopteren, Hemipteren,
Dipteren und Hymenopteren ; die Aceraten sind auf einen wurm-
ähnlichen Vorfahren zurückzuführen und enthalten die Linguatuhnen,
Tardigraden, Acarinen, Pedipalpen und Arachniden. Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 65 f.
Entomologische Miszellen von Ph. Bertkau handeln über
Mermis in Tarentula inquilina und die durch den Parasiten
bedingte Sterilität des Wirthes und ein Japyx bei Bonn;
Korrespbl. d. naturh. Ver. d. preuss. Rheinlande, Westfalens u. d. Reg.-
Bez. Osnabrück, 1888, S. 91—93.
Von dem U. S. Department of Agriculture, division of Entomology,
ist eine neue in monatlichen Heften von 2 Bogen erscheinende Zeit-
schrift, Insect life, herausgegeben, die hauptsächlich die Lebensweise
land- und forstwirthschaftlich schädlicher und nützhcher Insekten zum
Gegenstand hat. Bis jetzt sind 6 Hefte (Juli — Dezember) erschienen.
An Introduction to Entomology: by J. H. Comstock, . . .
Part I, 8 vo., 234 Ss.
Acariens, Crustaces, Myriapodes de France, par P. Groult;
250 Ss., 18 Taff. (15. Theil der Histoire naturelle de la France);
Paris, 1888.
Entomology for Beginners, for the use of Young Folks,
Fruit Grovers, Farmers and Gardeners; by A. S. Packard; New-
York 1888; 12 mo, 366 Ss.
Opuscula entomologica edidit C. G. Thomson. Fascic. duodec. ;
S. 1185—1318, Cap. XXXVI: Öfversigt af de i Sverige finina arter
af Ophion och Paniscus; XXXVII: Bidrag tili Sveriges insectfauna;
XXXVIII: Försök tili gruppering af slägtet Plectiscus Grav.
A. Otto theilt seine Beobachtungen über Alpenwanderungen
von Insekten mit; Societ. Entom., III., S. 3f., 13, 20f., 26.
C. Fowler stellt die Aufzeichnungen von Beobachtern auf Leucht-
thürmen über grosse Schwärme von Insekten zusammen: Migration
of insects, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 204 f.
In einem Vortrag ,,Der Chamsin und sein P]influss auf die
niedere Thierwelt" theilt 0. Schneider die Erfahrungen mit, die
er über den Chamsin in Aegypten gemacht hat. Während die Wirbel-
thiere durch den Chamsin erschlafft werden und bei Herannahen
desselben sichere Verstecke zu gewinnen suchen, reizt namentlich der
warme Chamsin die Insektemvelt zu gesteigerter Thätigkeit, und
Massen von Ameisen, SchmetterHngen und Käfern zeigen sich beim
Chamsin an Orten, wo man sonst vergeblich nach ihnen gesucht
hatte, in voller Lebenskraft. Schneider vermuthet, dass die Wärme
des Windes die Entwickelung der Puppen zur Imago gezeitigt habe,
6 Ph. Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
was dadurch wahrscheinlich wird, dass das Massenauftreten gewöhnlich
am zweiten Tage des Chamsin zu beobachten ist. Festschr. z. Jubel-
feier des 25jährigen Bestehens des Vereins f. Erdkunde zu Dresden,
S. 1—21 (Sonderabdr.).
Zu den über die Insekten (Coleopteren und Lepidopteren) han-
delnden Karten in W. Marsh alTs ,, Atlas der Thierverbreitung"
macht Kolbe einige berichtigende Zusätze und Bemerkungen; Entom.
Nachr., 1888, S. 124—128.
Florida gehört nach Ausweis seiner Wanzen-, SchmetterHngs-
und Käferfauna mehr zu Westindien und Mittel-, als zu Nordamerika ;
C. Heidemann, Smith und Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washington,
I, S. 137.
Schwarz führt die Einwanderung der westindischen Bestand-
theile der Käferfauna Floridas auf die Wirkung des Golfstromes
zurück; so erklärt es sich auch, dass Familien, die den Seetransport
nicht vertragen, wie Carabiden, Scarabaeiden, Lampyriden, Chry-
someliden, nicht vertreten sind, wohl aber die Curculioniden, Ceram-
byciden, Ptiniden u. a., die unter Rinde oder am Holze leben; ebenda
S. 145f. -
Derselbe handelt on a coUection of Coleoptera from St.
August ine, Florida; die Zahl der bekannten Arten Florida's be-
läuft sich jetzt ungefähr auf 2400; ebenda S. 169 — 171.
Kolbe schreibt über lokale Abänderungen weit ver-
breiteter Thiere, dabei von Insekten Aphodius lividus Oliv.,
granarius L. ; Taeniotes scalaris F. ; Gibbium psylloides Czenpinski
(= scotias) in Betracht ziehend; Entom. Nachr., 1888, S. 177—186.
Als a commencement of a study of the parasites of cos-
mopolitan insects stellt L. 0. Howard ein Verzeichniss der in
Europa und Amerika beobachteten Parasiten von Insekten zusammen,
die beiden Erdtheilen gemeinsam sind. Proc. Entom. Soc. Washington,
I, S. 118-135.
Die Parasiten der Hessenfliege in England -sind dieselben wie
in Russland, und mit einer Ausnahme, die einen Russland und
Amerika gemeinsamen Parasiten betrifft, verschieden von den Ameri-
kanischen Parasiten; die Hessenfliege ist nach England demnach aus
Russland und nicht aus Amerika eingeschleppt; L. 0. Howard,
a. a. 0., S. 119.
In die Beschreibung seiner Reise in das Territorium der Missionen,
Bolet. Acad. Nacion. Ciencias en Cördoba, T. X, S. 145 — 288, streut
Holmberg auch Bemerkungen über die Thierwelt ein. Von einer
Nephila-Art wird die Begattung und die Vorkehrungen dazu be-
schrieben; eine von den Bewohnern Ura genannte und auf einen
Sphingiden ( — Ura ist der Name der dortigen Bevölkerung für die
Schwärmer — ) zurückgeführte Hautkrankheit, die sich in Geschwüren
zeigt, wird durch die Made einer Oestride, wahrscheinHch einer
Dermatobia veranlasst. Die Gattungen der Argentinischen Apiden
sind S. 225 — 227 aufgezählt, und die gesellig lebenden einheimischen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 7
Apiden, Melipona, Trigona imd Tetragona, sind auf S. 252 — 288 aus-
führlicher behandelt.
M. Cuni y Martorell zählt Insectos observados en los
alrededores de Barcelona auf; An. Soc. Espaü. Hist. Natur. XVII,
S. 133 — 191. (Coleoptera S. 138, Orthoptera S. 161, Neuroptera
S. 163, Hymenoptera S. 163, Lepidoptera S. 166, Rhynchota S. 184,
Diptera S.' 167, Arachnoidea S. 189, 191.)
A. Costa lässt Mem. 2 — 8 seiner Notizie ed osservazioni
sullaGeo-Fauna Sarda erscheinen; Atti d. R. Accad. d. sei. fisiche
e matematiche, Napoli, (S. 2) Vol. I, No. 2, 9, 13; II, No. 7, 8; die-
selben waren bereits früher separat erschienen.
Derselbe. Miscellanea entomologica; ebenda I No. 10 mit
I Taf. — Die Diagnosen der in diesen Mise, beschriebenen (10)
Arten sind zuerst in den Rendic. derselben Akademie (S. 2) Vol. I
(1887) S. 242—244 erschienen.
F. Mazza: Note faunistiche sulla Val Staffora (Pavia):
II e III Imenotteri e Aracnide. Genova, 1888. — Ist mir nur aus dem
kurzen Referat in Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 235 bekannt
geworden.
Sven Lampa macht Bemerkungen über das Auftreten von
Insekten aus verschiedenen Ordnungen in Norwegen i. J. 1887.
Entomol. Tidskr., 1888, S. 41—49.
Sparre-Schneider schildert das Thierleben, wie er es bei
einem Zoologischen Ausflug nach Hillesoe im letzten Drittel des Juni
1887 kennen lernte und stellt ein Verzeichniss der gefundenen (64)
Käfer und (11) Schmetterlinge zusammen; Tromsoe Museum's Aars-
beretning for 1887 S. 17—34.
Brischke erstattet Bericht über eine Excursion nach Heia
während des Juli 1887 und stellt ein Verzeichniss der dort beob-
achteten Insekten zusammen, das manche für Westpreussen neue
Arten aufweist und im Ganzen eine Aehnlichkeit mit der schwedischen
und Finnischen Fauna erkennen lässt; Schrift. Naturf. Gesellsch.
Danzig, N. F. VII. 1. S. 42—64.
Kraatz' kurzes Referat über Käfer und Schmetterlinge
der Mossigkauer Haide in der deutsch. Pmtom. Zeitschr. 1888.
S. 193 f. zieht den Wertli dieser Verzeichnisse in Zweifel, da weder
die Lokalität interessant, noch die Verzeichnisse vollständig und
zuverlässig sind; einige wahrscheinlich irrige Benennungen werden
berichtigt; vgl. d. vor. Ber. S. 111, 174.
Eine fünftägige zoologische Excursion auf den kahlen
Astenberg ergab nachLandois von Gliederthieren keine bemerkens-
werthen Formen; Jahresber. zool. Sekt, westf. Prov.-Ver. 1887—88,
S. 60 f.
0. Zacharias berichtet über faunistische Untersuchungen
in den Maaren der Eifel; Zool. Anz., 1888, S. 705f.
8 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlicheu Leistungen
In G. Beck 's „Fauna von Hernstein in Niederösterreich" sind
die Lepidoptera von A. Rogenhofer, die Hymenoptera von A. Rogen-
hofer und F. Kohl zuzammengestellt, S. 77 — 153, 183^228. Das
Gebiet mit seiner weiteren Umgebung hat 2398 Schmetterlinge bekannt
werden lassen, unter denen sich 195 alpine befinden. Die Microlepi-
doptera sind mit Unterstützung von J. Mann bearbeitet. Von Setina
roscida und Gnophos serotinaria sind die Raupen abgebildet. — Von
Hymenopteren sind 2016 Arten aus dem Gebiet bekannt geworden,
die sich auf 390 Gattungen und 20 Familien vertheilen. Ein solches
Resultat ist natürlich, neben einem grossen Reichthum der Fauna,
nur aus einer fleissigen Durchforschung des Gebietes zu erklären,
der sich Tschek, Mayr, Mann und Rogenhofer in erster Linie unter-
zogen haben.
A. Becker setzt seine Mittheilungen über bei Sarepta
vorkommende Insek'ten fort, indem er 86 Spinnenarten namhaft
macht und Bemerkungen über Schmetterlinge, Käfer und FHegen
beifügt; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou 1888 S. 373 — 379.
Hess stellt eine Tabelle zum Bestimmen der dem Rettig
.. und dem Radieschen .. schädlichen Insekten ... auf;
34.-37. Jahresb. der Naturhist. Gesellsch. Hannover S. 66—68.
Lindem an behandelt die schädlichsten Insekten des Tabak
in Bessarabien ausführlicher; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1888
No. 1 S. 10 — 77; vgl. den vor. Ber. S. 3. Die Krankheiten sind drei-
fach: Schwindsucht, verursacht durch den Frass der Larven von
Opatrum intermedium,Pedinus femorahs, Platyscelis gages und Opatrum
pusillum; Thripskrankheit, veranlasst durch Thrips Tabaci, und die
in Holland schon längst unter dem Namen Mosaikkrankheit bekannte
Krankheit, die nicht durch Insekten thätigkeit verursacht ist. Neben-
her schädigen auch noch andere Insekten den Tabak: Die Raupe
von Agrotis segetum, die Larve der Melolontha vulgaris, von fünf
Elateriden, nemlich Agriotes lineatus, pilosus; Melanotus rufipes;
Athous niger und scrutator, endlich Haltica sinuata und Botis sticti-
calis. Die Naturgeschichte der wichtigsten dieser SchädHnge ist ein-
gehend behandelt, am ausführHchsten die von Opatrum intermedium.
0. Penzig beschäftigt sich in seinen Studi botanici sugli
Agrumi e sulle plante affine auf mehr als 100 Seiten und
9 Tafeln mit den Feinden (hauptsächHch SchmetterHnge, FHegen,
Raupen); Ann. di Agricolt., Roma, 1887. (Nach Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 252).
F. B. Greenough handelt über die Statistik und Therapie der
durch Läuse verursachten menschlichen Hautkrankheiten in Boston;
5V2 7o der Krankheiten stellen sich nach der Anschauungsweise der
Bostoner Aerzte als Pediculosis dar. Boston medical and surgical
Journal, CXVII No. 20.
Laboulbene erwähnt, dass ein junges Mädchen, das Blut
spuckte, eine halbwüchsige Raupe von Cossus ligniperda von sich
')en habe; Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CG VI.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 9
W. M. Schoeyen: Eine Schmeissfliege, Liicilia nobilis,
parasitirend beim Menschen; Centralbl. f. Bakteriologie und
Parasitenkimde, IV. Bd., S. -274 f. Ein Mann hatte am 17. Ang. 1887
bei Kronberg (Dänemark) ein Bad genommen und sich darnach in
die Sonne schlafen gelegt. Beim Erwachen spürte er starkes Ohren-
sausen; bald stellten sich heftige Schmerzen ein und ein Ausfluss
von Blut und Eiter aus Ohr und Nase. Er wurde am 21. in das
Spital aufgenommen, und ein Ausspülen des linken Ohres brachte
wiederholt einige lebende Maden zum Vorschein, bis die letzte und
grösste am 23. August entleert wurde. Von jetzt an hörten
die Schmerzen und der Ausfluss vollkommen auf; etwas Ohrensausen
blieb noch, und das Gehör war sehr geschwächt, als der Patient am
31. August aus dem Spital entlassen wurde. Die Zucht der Maden
lieferte die in der Ueberschrift genannte Fliege.
Buddeberg verzeichnet die von ihm bei Nassau beobachteten
Blumenbesucher von Thlaspi alpestre (27 A.); Korrespbl. d.
naturh. Ver. d. preuss. Rheinlande, Westf. u. d. Reg.-Bez. Osnabrück,
1888, S. 30.
P. Bargagli: Ricerche sulle relazioni piü caratteristiche
tra gli insetti e le plante; Atti R. Accad. dei Georgofih, XI, Firenze,
1888. (Ist mir nicht zugängKch gewesen.)
The origin of floral structures trough insects and
other agencies; by the Rev. Geo. Henslow; London 1888, 8vo,
S. I— XI, 1—349, mit 88 Abbildungen.
Claes Grill hielt auf der Zusammenkunft der Schwedischen
Ent. Gesellsch. am 2. März 1888 einen Vortrag über die Svamp-
bildningar hos Insekter; Pmtom. Tidskr., 1888, S. 4, 8, 19—27.
R. Thaxter behandelt The Entomopthoreae of the United
States; Memoirs Boston Society Vol. IV, No. VI, S. 133 — 201,
PI. XIV— XXI.
Im Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CI— CIV, CXXIX bis
CXXXI finden sich Bemerkungen von Laboulbene und Gazagnaire
über die künstliche Infektion von schädlichen Insekten mit Microben.
A. Targioni-Tozzetti e A. Berlese: intorno ad alcuni in-
setticidi, alle loro mescolanze ed alla attivitä relativa di qualü e
di questi contro gH insettti; Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 148 — 158.
R. Dittrich: Ueber das Leuchten der Thiere; Programm
des Realgymnasiums am Zwinger zu Breslau, 1888; S. 1 — 70. —
Der Verfasser giebt eine übersichtliche, kritische und geordnete Zu-
sammenstellung der über das Leuchten der Thiere bekannten That-
sachen, über die Leuchtorgane, die Eigenschaften des Lichtes, Ab-
hängigkeit des Leuchtens von äusseren Einflüssen oder vom Willen
des Thieres, Entstehungsursache und Nutzen des Leuchtens, Ver-
zeichniss der leuchtenden Thiere.
F. Henneguy fand, dass „Glühwürmer" aus dem Tageslicht in
die Dunkelheit gebracht, nicht sofort leuchten, sondern erst nach
10 Ph. Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlicben Leistungen
V2 — % Stunden langem Verweilen in der dunkelen Kammer anfangen
zu leuchten. Damit ist in Uebereinstimmung, dass in der Natur das
Leuchten erst etwa 2 Stunden nach Sonnenuntergang ein vollständiges
ist. Compt. rend. de la Soc. de Biologie, 1888 (Ser. 8, T. V) S. 707.
(Nach dem Referat in der naturwissenschaftl. Rundschau, IV, S, 66 f.)
Latzel hielt im Verein z. Verbr. naturw. Kenntnisse in Wien
einen Vortrag über die Brutpflege bei den Arthropoden, der
in den Schriften des genannten Vereins, XXVIII. Bd., S. 329 — 381,
abgedruckt und mit 18 Figuren im Text illustriert ist.
Brauer führt Beispiele über Fehlschlüsse und Wahrheiten
aus der Biologie an, die zumeist der Literatur der Arthropoden
entlehnt sind; Schrift Ver. z. Verbreit, naturw. Kenntnisse, XXVIII,
S. 695—727.
G, Carlet: De la marche d'un Insecte rendu tetrapode
par la suppression d'une paire de pattes; C. R. Acad. Sei. Paris,
CVII, S. 565 f. Insekten, denen etwa das mittlere Beinpaar aus-
gerissen ist, ruhen beim langsamen Gang auf drei Füssen, wobei
zuerst das rechte Vorderbein, dann das linke Hinterbein, rechte Hinter-
bein und linke Vorderbein vorgesetzt wird. Beim schnellen Gang
bewegt sich das Insekt ähnlich wie ein kriechendes Reptil oder Am-
phibium, indem es gleichzeitig 2 in einer Diagonale stehende Bein-
paare vorsetzt und wenn diese den Boden berühren, das andere. Vom
Trabe unterscheidet sich diese Gangart dadurch, dass der Körper
stets durch 2 Beine unterstützt ist, und nie ein Augenblick der Schwebe
eintritt. Da der starre Chitinpanzer der Insekten eine Krümmung
des Leibes fast unmöglich macht, so folgt aus dieser Bewegungsart
ein starkes Schaukeln, das bei zu schnellem Gang das Thier sogar in
die Rückenlage bringen kann. Der Erfolg ist ein ähnlicher, wenn
eines der anderen Beinpaare beseitigt ist.
In einem Wettfliegen zwischen Bienen und Brieftauben, bei dem
es sich um die Zurücklegung einer kleinen Strecke (von nicht ganz
einer Wegestunde) handelte, siegten die Bienen. Eine Drohne kam
4 Sekunden vor der 1. Taube, die 3 anderen Drohnen gleichzeitig
mit der 2. Taube und der Rest (8 Arbeitsbienen) mit den übrigen
Tauben an; Entom. Nachr., 1888, S. 285f.
J. Tosquinet hielt auf der Generalversammlung der Soc. Ent.
Belg., 26. Dez. 1888, einen Vortrag über schützende Aehnlich-
keit unter den Insekten, der seinen Inhalt den Aufsätzen Pavesi's,
M. Weales' und namentlich Trimen's entlehnte; Bullet., 1888, S. CHI
bis CXI.
Der Einfluss des Lichtes auf die Oxydationsvorgänge
in thierischen Organismen lässt sich bei Schmetterlingspuppen
wegen deren UnbewegHchkeit leicht studieren. Durch die Belichtung
wird aber bei diesen Geschöpfen, bei denen die Muskelthätigkeit
wegfällt, die Oxydationsthätigkeit und die dadurch bedingte Gewichts-
abnahme nicht gesteigert; dieselbe ist vielmehr im Dunkeln eher
grösser als im Lichte. Die Untersuchungen wurden angestellt mit
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. H
Puppen von Papilio Podal. und Machaon; Sphinx Ligustri und Eu-
phorbiae von J. Loeb; Archiv f. d. ges. Physiologie, 42. Bd., S. 393
bis 407.
Derselbe untersuchte die Orientierung der Insekten gegen
eine Lichtquelle (Heliotropismus), sowie gegen die Schwer-
kraft der Erde (Geotropismus) vornehmlich bei den Maden der
Brummtliege. Dieselben sind negativ -hello tropisch, indem sie die
ventrale Seite und den aboralen Pol der Lichtquelle zukehren und
sich von derselben zu entfernen suchen; letzteres fcäUt bei den frisch
ausgekrochenen Maden fort. Gegen die Schwerkraft verhalten sie
sich ähnUch, indem sie auf einer senkrechten Fläche den aboralen
Pol, auf einer horizontalen Fläche die Bauchseite dem Mittelpunkt
der Erde zukehren. Die Orientierung der Insekten gegen die Schwer-
kraft wird durch die Chordotonalorgane erleichtert, Sitzgsber. Phys.-
mediz. Gesellsch. Würzburg, 1888.
Im Verfolg früherer Untersuchungen stellte L, Luciani unter
Mitwirkung von A. Puitti neue Forschungen sui fenomeni respi-
ratori delle uova del Bombice del gelso an; Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 67—1112 mit 10 Tabellen und Tav. XIV. Die wesent-
lichsten Ergebnisse dieser neuen Beobachtungen sind folgende. Wäh-
rend des Winters ist die Athmung der Eier eine geringe , indem ein
Kilogramm Eier während 24 Stunden bei einer Temperatur von 8 — 10^
18 Centigramm Kohlensäure abgibt. Bei niedrigerer Temperatur ist
auch die Athmung niedriger; ein Kilogramm Eier gibt z. B. bei einer
Temperatur von 0^' nur 5 Centigramm Kohlensäure ab. Trockene
Luft entzieht den Eiern Wasser, während dieselben aus feuchter Luft
Wasser aufnehmen und zwar proportional der Durchlüftung (vgl. den
Ber. für 1885, S. 28 — 30). Im Zusammenhang mit dieser Wasser-
abgabe bezw. -aufnähme steht eine Verminderung oder Erhöhung
der Athemthätigkeit. Mittels einer bei gewöhnlicher Temperatur
langsam ausgeführten Austrocknung lässt sich das Ei in einen Zu-
stand latenten Lebens bringen, bei welchem die Athmung ganz
aufgehoben ist, aber unter geeigneten Verhältnissen wieder eintreten
kann. Die Menge der ausgeathmeten Kohlensäure ist ferner um so
grösser, je reichlicher der Sauerstoff in der umgebenden Atmosphäre
ist. Bei einer künstlichen Beschleunigung der Entwickelung (durch
Erhöhung der Temperatur) steigt auch die Athmung und unmittelbar
vor dem Ausschlüpfen der Larve ist die Menge ausgeathmeter Kohlen-
säure 259 mal so gross als während der Winterruhe bei 0". Während
der lebhaften Entwickelung beeinflusst die Trockenheit oder Feuch-
tigkeit der Luft weit mehr als während der Winterruhe die Athem-
thätigkeit. — Der aus der ausgeathmeten Kohlensäure und dem auf-
genommenen Sauerstoff gebildete Quotient (Respirationsquotient) ist
keine konstante Grösse, sondern wächst während der Entwickelung
von einem echten Bruch über die Einheit hinaus (0,9749 bis 1,3047).
Dieser Umstand macht es wahrscheinlich, dass bei der Entwickelung
später chemische Molekelen einer immer niedrigeren Oxydationsstufe
12 Ph. Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und daher von einer stets wachsenden Summe von potentieller Energie
gebildet werden.
A. B. Griffiths' researches on the problematical organs of
the Invertebrata in Proc. R. Societ. of Edinburgh, 16. May 1887,
S. 230 — 237 theilen einige Versuche über die Speicheldrüsen der
Periplaneta Orientalis mit, aus denen hervorgeht, dass der Speichel
dieser Thiere alkalisch reagirt und ein diastatisches Ferment enthält.
Die übrigen Mittheilungen über die exkretorische Funktion der
Malpighi'schen Gefässe und die pankreatische der sog. ,, Leber" bei
Periplaneta sind älteren Beobachtungen anderer Forscher entnommen.
G. Carlet lässt in den Compt. Rend. CVII, S. 755—757 mit
2 Holzschn. eine Note sur un nouveau mode de fermeture des
trachees, „fermeture operculaire", chez les Insectes ver-
öffentlichen. Der neue Verschlussmodus findet sich bei Hymenopteren,
an dem letzten Stigma, das eine dreieckige Schuppe zwischen der
von Lacaze Duthiers ,,ecaille anale" genannten Platte und
der Genitalbewafiiiung durchbohrt; diese Schuppe wird von Carlet
,,ecaille trouee" genannt. Der auf das Stigma folgende Theil der
Trachee hat in seinem unteren Theile Aehnlichkeit mit einem der
Körbe mit schiefem Deckel, den die Fischer an einem Bande tragen.
An den Deckel setzt sich ein Muskel, ,,muscle tracheen" an, der von
einer Ecke der durchbohrten Schuppe entspringt. Ist dieser Muskel
erschlafft, so senkt sich der Deckel und die Füllung und Entleerung
der Trachee geht in der ,,gewohnetn Weise" vor sich. Kontrahirt sich
aber der Muskel, so schliesst der Deckel die Trachee, indem er gegen
die gegenüberliegende Wand gedrückt wird, und der Inhalt der Trachee
ist demnach von der äusseren Luft abgesperrt. (Wenn ich Carlet
recht verstanden habe, so soll sich ausser dem äusseren Stigma im
Inneren, unterhalb des Deckels, ein Spalt befinden, eine Angabe,
die wohl sehr auf ihre Richtigkeit zu prüfen wäre. Refer.).
Derselbe desgl. sur une nouvelle piece, ,,le coussinet",
Organe annexe de l'aiguillon, chez les Hymenopteres; ebenda
S. 955 f. Dieses Organ hat eine plan- konvexe Gestalt; die obere
Oberfläche ist an der Analschuppe befestigt, w^ihrend die gewölbte
Oberfläche sich gegen den Theil der durchbohrten Schuppe legt, der
nicht von dem Tracheenapparat eingenommen ist; dadurch wird dieser
Theil von einer Berührung mit der Analschuppe und einer Beschädigung
durch diese oder einen anderen Theil des Stachelapparates ausge-
schlossen, und der Deckel an dem vorher beschriebenen Tracheen-
verschluss kann sich ungehindert heben und senken, je nach der
Thätigkeit des Tracheenmuskels. Das „Polster" besteht aus kugeligen
Zellen mit körnigen Plasern, die durch eine zarte, durchsichtige
Chitinsubstanz zusammengehalten werden. '(Ich habe dieses ,, Polster"
stark im Verdacht, das zu sein, was man bisher als die Schmierdrüse
des Stachelapparates bezeichnete; Refer.).
A. V. Gebuchten untersuchte die gestreiften Muskeln der Arthro-
poden; Archiv f. Anat. u. Physiol. (Physiol. Abth.), 1888, S. 560—564.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 13
G. V. Ciaccio: Dell 'anatoiuia miniita di quei muscoli che
negli insetti muovono le ali; nuove osservazioni ; Mem. d. R. Accad.
delle Scienze etc. di Bologna, ser. 4., conio VIII. (Ist mir nicht zu-
gekommen).
A. M. Fielde macht Notes on an aqiiatic Insect, or Insect-
larva, having jointed dorsal appendages; Proc. Acad. Nat,
Sei. Philad., 1888, S. 129 f., Fl. VIII. — Die Verfasserin fand in
Wassertümpeln bei Seratow (China) eine Insektenlarve, deren sämmt-
liche Körpersegmente mit Ausnahme des Kopfes und letzten Segments
auf dem Rücken je 4 borstenförmige, aus 12—17 Gliedern bestehende,
über körperlange Anhänge trugen, in die ein Tracheenast hineintritt
und welche niedergelegt und aufgerichtet werden können. Das letzte
Körpersegment trägt nur 2 ähnliche Anhänge, welche aber nicht auf-
gerichtet sind, sondern nach hinten horizontal abstehen. — Die
Larve gehört nach der Zeichnung wohl einem netzflügeligen
Insekt an.
F. Müller schreibt über Larven von Mücken und Haar-
flüglern mit zweierlei abwechselnd thätigen Athem-
.werkzeugen. Larven brasilianischer Psychodiden haben am Körper-
ende zwei Stigmen, in die die beiden Luftröhrenstämme ausmünden
und athmen durch diese, wenn sie sich, was bisweilen geschieht,
ausserhalb des Wassers begeben. Am After finden sich jederseits
3 (2) fingerförmige Schläuche, die ausgestreckt und eingezogen werden
können; in dieselben hinein verzweigt sich je ein Luftröhren-Ast, der
kurz vor dem Stigma sich vom Hauptstamm abzweigt. Unter Wasser
nun sind diese Schläuche ausgestreckt und dienen der Athmung; in
der Luft sind sie eingezogen, und die Athmung geht durch die
Stigmen vor sich. — Aehnliche Afterschläuche finden sich bei
Haarflüglerlarven, die durch Tracheenkiemen athmen. In diese After-
schläuche tritt aber, abgesehen von einem Falle, keine Trachee ein;
sie sind dagegen von Blut geschwellt, und dienen, wie aus ihrem
Verhalten unter gewissen Umständen hervorgeht, als echte Blut-
kiemen, die also hier neben Luftröhrenkiemen vorkommen. Entom.
Nachr., 1888, S. 273—277 mit 3 Holzschn.
In F. Leydig's Bemerkungen über die Pigmente der Haut-
decke und der Iris, Verhandl. d. physikal.-medicin. Gesellsch. zu
Würzburg; (N. F.) XXII, S. 241 — 265, finden sich auch viele Angaben
über die Hautdecke von Arthropoden, z. Th. Wiederholungen früherer
Mittheilungen. (Die weissen und gelben Zeichnungen mancher
Syrphiden, Syrphus, Chrysotoxum, sind wahrscheinlich Urate; gleich
wie bei Cetonia, Lixus wird auch bei Larinus, Liophloeus nubilus
die Färbung durch nach aussen getretene Sekrete beeinflusst, die
wolil auch „Harnkörper" sind).
A. Berge handelt des couleurs metalliques chez les
Insectes et specialement chez les Coleopteres; Ann. Soc.
Entom. Belg. XXXI S. 315 — 325. Er kommt zu dem Schlüsse, dass
die metallischen Farben wie alle anderen ihren Sitz in der Kutikula
14 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
haben und nicht auf Interferenzerscheinungen zurückzuführen sind.
Sie stehen in Zusammenhang mit dem Hautpigment, indem sie ver-
schwinden, wenn letzteres (durch langsame Oxydation an der Luft)
zerstört ist, ohne dass die Kutikula sichtbare Aenderungen erlitten
hat, und es ist Avahrscheinlich , obwohl nicht erwiesen, dass es ein
metallisches Pigment in der Haut giebt.
E. B. Poulton untersuchte das von den Raupen von Cerura
aus der an der Unterseite des Prothorax mündenden Drüse abge-
schiedene Sekret und fand in demselben 33 % freier Ameisen-
säure. Eine vorher nicht gereizte ausgewachsene Raupe scheidet
ungefähr 0,05 Gr. einer wässerigen Flüssigkeit ab , die 40 7o Säure
enthält. Fasten verringert die Menge des Sekretes. Dasselbe war
gleich, wenn die Raupe mit Pappel- oder Weidenblättern gefüttert
wurde. Report British Assoc. f. Advenc. of Science 1887 S. 765 f.;
Nature, No. 938, S. 593 f.
Ein Beitrag zur Entwicklung des Flügelgeäders der
Insekten von Brauer und Redtenbacher zeigt, dass die von
den holometabolen Insekten (Lepidopteren und Hymenopteren) her
gemachte Verallgemeinerung, dass nur die Konkavadern durch
Tracheen vorgebildet sind, die Konvexadern aber als Zellstränge an-
gelegt werden, in die später Tracheen hineinwachsen können, nicht
richtig ist. Bei Aeschna werden alle Adern (mit Ausnahme der
Vorderrandader) als Tracheen angelegt, und es können Aeste von
diesen Tracheen über andere hinweggehen, wodurch weiter nach
hinten gelegene Aderverzweigungen ihren Ursprung aus vorderen
Längsstämmen nehmen und vor sich ein Geäder haben können,
welches einem hinteren Längsstamm angehört. Es hat aber die
Ansicht viel Wahrscheinlichkeit für sich, dass bei den Holometabolen
die Zellstränge, welche der Flügelrippe vorausgehen, die Anlage von
Tracheen sind, welche aber darum sich nicht zu Tracheen entwickeln,
weil zugleich die Kutikularbildung am äusseren Umfang derselben beginnt
und dieselben sich sofort zu Flügelrippen umwandeln. Zool. Anz., 1888,
S. 443—447.
Saint -Remy ergänzt seine früheren Mittheilungen über den
Bau des Gehirns bei Scorpionen und Myriapoden; Bull. Soc. d. Sciences
de Nancy (S. II) T. IX Fase. XXI, 20 e annee, 1887, Proc. — Verb.
S. XXXI f. — Bei Scol. morsitans sind zweierlei Nervenzellen vor-
handen, plasmareiche und solche mit keinem sehr chromatischen Kern.
Diese letzteren linden sich nur in einer kleinen Insel am lob. opticus.
Eine eigenthümliche Bildung an der oberen Fläche des Gehirns wird
wiegen ihrer Beziehung zu den Ganglienkernen den pilzhutförmigen
Körpern des Insektengehirns verglichen.
Das Gehirn der Scolopendra ist reich an Bindegewebe, und in
dem des Skorpions Hess sich eine Menge von feinen Blutgefässen
durch Injektion nachweisen. Bei denselben sind ausserdem in den
Kernen der grossen Ganglienzellen ein grosser achromatischer Nucle-
olus neben 2 kleineren chromatischen; bei der Doppelfärbung mit
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 15
Eosin und Hämatoxylin färbt sich ersterer durch das Eosin, während
die letzteren das Hämotoxylin zurückhalten.
In seinem Werke: On the senses, instincts, and intelligence
of animals with special reference to Insects, London, 1888,
S. I— XXX, 1—292, stellt J. Lubbock in trefflicher Weise unsere
Kenntnisse von den Sinnesorganen und von dem Seelenleben der
Insekten dar; Lubbock selbst hat ja in hervorragender Weise sich
an der Erweiterung dieser Kenntnisse betheihgt. Zahlreiche Holz-
schnitte sind dem Text zur Erläuterung beigefügt.
0. vom Rath hat seiner vorjährigen vorläufigen Mittheilung
(s. diesen Ber. S. 13) eine ausführliche Abhandlung folgen lassen:
Ueber die Hautsinnesorgane der Insekten; Zeitschr. f. wiss.
Zoolog., 46, S. 4L3— 454, Ta^f. XXX, XXXI.
Auch F. Ruland bringt Beiträge zur Kenntnis s der an-
tennalen Sinnesorgane der Insekten; ebenda S. 602 — 628,
Taf. XXVII. — An den Fühlern der Insekten glaubt der Verfasser
dreierlei Sinnesorgane: Tastborsten, Geruchskegel und Platten, die
zur Wahrnehmung von Tönen dienen, nachweisen zu können.
Die Tastborsten sind stets lang, stark chitinisiert und beweghch
eingelenkt; ihr Ende ist nicht durchbrochen. — Die Geruchskegel
ragen dagegen nur wenig (wenn überhaupt) über die Fläche hervor
und sind am Ende von einer Oeffnung durchbohrt. Nach aussen
vorragende Geruchskegel fand Ruland bei allen untersuchten
Hymenopteren (Apiden, Vespiden, Mutilliden, Ichneumoniden und
Cynipiden); unter den Käfern bei Dytisciden, Hydrophiliden,
Carabiden, Cerambyciden , LameUicorniern und Silphiden; Geruchs-
kegel in der von Leydig angegebenen Form finden sich ferner bei
allen Schmetterlingen mit Ausnahme der Rhopalocera (hier sind sie
vielleicht vertreten durch die von 0. vom Rath beschriebenen Gruben
der Palpen; vgl. vorhin und vor. Ber. S. 13; Refer.); und da von
anderen Autoren ähnliche Kegel bei anderen Insektenordnungen, den
Myriapoden und Crustaceen beschrieben sind, so sind sie als die
unter den Arthropoden am weitesten verbreiteten Geruchsorgane an-
zusehen. Hinsichtlich des zu ihnen gehörigen Nervenapparates führten
die Untersuchungen R u 1 a n d ' s im Gegensatz zu H a u s e r zu einer LTeber-
einstimmung mit der von Sazepin gegebenen Schilderung: Zu jedem
Kegel gehört eine Mehrzahl von Nervenfasern, die eine grössere Zahl
von Ganglienkugeln aufnehmen, von denen dann ein Bündel von
Fasern (bei Dyticus einfacher Achsenstrang) ausgeht, welche sich
weiter nach dem Ende hin vereinigen zu einem einzigen hyalinen
Faden, der bis in das letzte Drittel des Kegels verfolgt werden kann.
An diese F lachen kegel schliessen sich die Grubenkegel an, die
sich von ihnen nur dadurch unterscheiden, dass sie nicht über die
Fläche hervorragen. Alle als Geruchsorgane zu deutenden
Gruben besitzen aber die am Ende durchbohrten Kegel.
Diese Grubenkegel sind entweder einfach (mit einem Kegel) oder
zusammengesetzt (mit mehreren Kegeln).
16 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Einfache Grubenkegel fand Ruland bei Tagschmetterlingen,
Spannern nnd Kleinschmetterlingen; ferner bei Käfern (Lamelli-
comiern). (Bei letzteren kommen auch geschlossene Gruben, ohne
Kegel, vor, die aus der Reihe der hier zu betrachtenden Organe aus-
zuschliessen sind.) Eine Reihe von Grubenkegeln, die tiefer und
tiefer in die Haut, bezw. in das Innere der Fühler einsinken und
sich bei Tabanus, Eristalis, Vespiden, Ammophila und Mutilla vor-
fanden, führen zuletzt zu den zuerst von den Ameisen bekannt ge-
wordenen flaschenförmigen und champagnerpfropfenähnlichen Organen.
Die zusammengesetzten Gruben sind eingesenkte grössere Stücke der
Haut mit mehreren Kegeln.
Die sog. Porenplatten der Haut haben mit den bisher be-
trachteten Organen nichts zu thun, da hier eine vollständig geschlossene
Chitinplatte den Hohlraum in der Chitinhaut nach aussen vollständig
abschhesst, so dass das Plasma des Nervs nicht in unmittelbare Be-
rührung mit der Luft kommt. Diese Porenplatten werden von Ru-
land als Gehörorgane in Anspruch genommen. Bei den als die
vollkommensten Gehörorgane anzusehenden Porenplatten sind die-
selben mittels einer zarten Verbindungshaut an einem in das Lumen
des Porenkanals vorspringenden Ring befestigt und somit leicht
vibratiohsfähig. Solche Platten finden sich bei Apiden, Vespiden,
Ammophila, Mutilla und Chrysis; unter den Käfern bei Necrophorus,
während bei Cynipiden und Formiciden sich schwer auf jene zurück-
zuführende Platten, die jedenfalls keine elastische Einfügung be-
sassen, vorfanden. Der zugehörige Nervenapparat wurde bei Vespa
in seinen Grundzügen erkannt. Aehnlich wie bei den Geruchskegeln
findet sich in der Tiefe ein vielzelliges Ganglion, während die Seiten
des Porenkanals von langgestreckten Epithelzellen ausgekleidet sind.
Aus dem basalen Ganglion zieht sich durch diese epitheliale Masse
ein centraler Nervenstrang, der sich aber jedenfalls nicht direkt an
die Platte inserirt. — Drüsenartige Organe hat Ruland in den Li-
sektenfühlern nicht gefunden.
W. Patten setzt seine Untersuchungen über die Augen der
Arthropoden fort mit der Entwickelungsgeschichte des Auges von
Acilius; Journal of morphology, H, S. 97 — 190, mit 7 Tafeln. ,,Er
findet, dass das larvale optische Ganglion aus 3 Theilen (? ,,segments")
besteht, deren jeder einerseits mit einem Theil ('? ,,segment") des
Gehirns, anderseits mit einem solchen der optischen Platte verbunden
ist. Jeder Theil der optischen Platte hat ein Paar von Augen. Die
Ozellen sind aus 4 oder mehr sensorischen Gruben gebildet, deren jede mit
einer besonderen kutikularen Verdickung und einem Nerv versehen
ist; in der Mitte jeder Gruppe der \'ier sensorischen Einsenkungen
ist ein einziger, grosser Nukleus, dessen Bedeutung noch nicht auf-
geklärt ist. Die Gruben jedes Auges vereinigen sich schliesslich zur
Bildung einer Lisel verdickten Ektoderms mit einer medianen doppelten
Reihe riesiger Zellen und einer gemeinsamen kutikularen Verdickung.
Das verdickte Ektoderm wird invaginiert zur Bildung einer Augen-
blase, deren inneren Wandungen die Retina bilden, während der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 17
umgebende indifterente Ektoderm eine dicke Schiebt über jede Blase
bildet; auf diese Weise entsteht das typische dreischichtige Auge.
In den embryonalen Augen I. — IV., deren Retina invaginiert
sind ohne Bildung einer Höhle in der optischen Blase (abgesehen
von dem Raum zwischen der medianen Reihe der riesigen Zellen),
sind alle Stäbchen horizontal; bei den ausgewachsenen Larven richten
sich die kleineren, äussersten Stäbchen auf, während die grösseren
und tiefer gelegenen ihre horizontale Lage beibehalten. In Auge V.
besteht anfangs eine starke Neigung, horizontale Stäbchen zu bilden,
aber die seitlich abgeflachte iVugenblase dehnt sich aus und bildet
eine geräumige Höhle in der Blase ; alle Stäbchen mit Ausnahme derer
der medianen Reihe der riesigen Zellen werden aufgerichtet. Im
Auge VI., das keine mediane Reihe von Riesenzellen hat, werden
keine horizontale Stäbchen gebildet.
In den Augen I. — IV. scheint die äussere Wand zu fehlen, indem
ihre Anwesenheit im Embryo nur durch wenige charakteristische
Kerne zwischen der Retina und dem Korneagen angedeutet wird.
Im Auge V. ist dieselbe durch 2 grosse Massen umgekehrter, stäbchen-
tragender Zellen dargestellt, welche wahrscheinlich von 2 entsprechen-
den sensorischen Gruben sich herleiten. Im Auge VI. ist die äussere
Schicht von einer dünnen gekernten Haut und einem Klumpen von
umgekehrten Retinazellen gebildet.
Auge I. setzt sich aus mindestens 9 sensorischen Flecken zu-
sammen, von denen 4 nebst ihrem zentralen Nukleus und der medianen
Reihe von Riesenzellen die horizontale Retina entstehen lassen; \ier
andere, ganz gleich den ersteren, geben der vertikalen Retina und
der 9. dem Anhang den Ursprung. Alle diese einzelnen Flecken
verschmelzen, um ein einheitliches Organ zu bilden; aber während
der späteren Stadien modifizieren sich die 3 Gruppen der Sinnes-
flecken stark, so dass im erwachsenen Auge die Theile, die aus
ihnen entstanden sind, sehr verschieden sind. Alle Retina sind aus
Retinophoren zusammengesetzt, deren jede aus der Verschmelzung
zweier Zellen entsteht; sie enthalten 2 Kerne und 2 Stäbchen und
sind mit axialen und peripheren Nervenfasern ausgestattet. Ganglien-
zellen finden sich spärlich in der Retina von Acilius. Die Stäbchen
sind paarweise angeordnet und bilden aufgerichtet ein Mosaik von
sechseckigen, horizontal gestellt dagegen gerade vertikale Linien. In
beiden Fällen sind die Nervenfasern unter einem rechten Winkel gegen
die Lichtstrahlen.
Alle Larvenaugen von Acihus und Dyticus enthalten mehr oder
weniger deutlich dimorphe Retinazellen. Die RiesenzeUen bilden
immer eine doppelte Reihe längs des Grundes der Furche; ihre
freien Enden sind unter einem rechten Winkel gebogen und tragen
kurze, breite, horizontale Stäbchen. Die Enden der kleineren Retina-
zellen und demzufolge auch ihre Stäbchen können horizontal, auf-
gerichtet oder umgekehrt sein. Zwischen den 2 Reihen von Riesen-
zellen sind 2 Streifen starker, vertikaler Nervenfasern und eine
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. ß
18 Ph. Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Schicht von einer markähnlichen Substanz. Die Pigmentkörnchen
sind an der Oberfläche der Retinophorä und um die äusseren Nerven-
fasern gelagert.
Alle Augen werden von der Augenplatte, dem verdickten distalen
Ende der Kopflappen, entwickelt. An dem proximalen Ende dieser
Augenplatte ist eine halbkreisförmige Furche, welche dem gangl.
opt. seinen Ursprung gibt. Die Furche ist zu zwei Taschen vertieft,
aus denen der erste und 2te Abschnitt das gangl. opt. entsteht.
Der dritte Abschnitt wird von einer nach innen gerichteten Wucherung
an der proximalen Seite des dritten Abschnittes der Augenplatte ge-
bildet. Die innersten Schichten der Ganghonabschnitte hängen von
Anfang an mit der Innenseite der Augenplatte zusammen. Zahlreiche
Ganglienzellen entstehen an der Augenverdickung und wandern die
Augennerven entlang in das gangl. opt. ein. Gegen Ende dieses
Vorganges, ungefähr zu der Zeit, wo die Invagination der sensorischen
Flecken beginnt, entstehen in jedem Auge ungeheure tripolare Zellen,
wandern längs dem nerv. opt. in das gangl. optic, unterwegs sich leb-
haft theilend, und lassen so kleine tripolare Ganglienzellen entstehen.
Nur eine von den Zellen behält ihre bedeutende Grösse und lagert
sich an die Seite der Marksubstanz, welche zu dem Auge gehört,
von dem sie entstand.
Das Augenganglion des konvexen Auges der Arthropoden ist
aus 3 Lappen zusammengesetzt; der erste verschwindet immer, der
dritte bisweilen; der zweite lässt das eigentliche Augenganglion ent-
stehen. Das retinale Ganglion ist sekundärer Herkunft, und nicht
durch Invagination entstanden. Das dreilappige Augenganglion
leitet sich von einem dreitheiligen larvalen Ganglion ab, dessen
einzelne Abschnitte zu je einem Paar von Larvenzellen gehören.
Der L, 2. und 3. Abschnitt des Augenganghons der Acilius- Larven
sind homolog dem 2., 1. und 3. Lappen des Augenganglions des zu-
sammengesetzten Imago-Auges, und daraus folgt, dass das eigentliche
gangl. opt. des zusammengesetzten Auges von dem ersten Abschnitt
des Larvengangiions, oder dem sich ableitet, welcher mit dem grossen
hinteren dorsalen Ozellus verbunden ist. Das gangl. opt. enthält
6 Markballen, deren jeder in seinem Bau dem des zugehörigen
Ganglions entspricht, und dies beweist, dass die Anordnung der
Markfasern nahezu der der Retinafasern gleich ist.
Der Bau der Netzhaut in den Larvenaugen der Insekten ist
sehr ähnlich dem der ■ Myriapoden , und das ganze Auge ist nach
demselben Plane gebaut wie das von Peripatus und den meisten
Mollusken. Patten glaubt, dass die primitiven Ganglienzellen
tripolar sind und sich von tripolaren Neuro-epithelialzellen ableiten.
Die äusseren Enden dieser Zellen reduzieren sich zu interzellularen
Nervenenden, deren Basis bei Acilius die protoplasmatischen Ver-
längerungen der Ganglienzellen werden und wahrscheinlich den
Achsenzylindern der Wierbelthiere homolog sind. (Uebersetzt aus
Journ. R. Microsc. Soc, 1888, S. 938—940).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 19
Appendices a mon memoire sur les sens ations des Insectes
(vergl. den vor. Ber. S. 20) von A. Forel in Reciieil zoolog. Sinsse IV,
S. 515 — 523 behandeln einige Versuche mit Formica pratensis, nm
über die Rolle der Fühler imd Augen bei der Orientierung Aufschluss
zu erhalten. Der Fühler beraubte Exemplare waren ganz hülflos
und machten nicht einmal den Versuch, den Rückweg nach ihrem
Stock aufzufinden. Exemplare dagegen, deren Augen und Ozellen
mit einer Schicht von dunkelem Firniss überzogen waren, suchten und
fanden den richtigen Weg, auf dem aber nur ein Exemplar ins Nest
gelangte ; bei diesem waren einige Fazetten unbedeckt geblieben ; aber
Forel meint, dass dieser Umstand nicht entscheidend gewesen sei.
Jedenfalls aber dient bei dieser Art das Auge in höherem Grade
zur Orientierung, als es nach den Versuchen mit Camponotus bei
diesem der Fall zu sein scheint. Es erklärt sich dies vielleicht aus
dem Umstände, dass F. pratensis (und die Gattung Formica überhaupt)
einen hoch entwickelten Gesichts-, aber einen schwach entwickelten
Geruchssinn hat.
F. Plate au hat seinem vorjährigen Programm (s. d. Ber. S. l<Sf) ent-
sprechend Part. III, IV und V seiner Recherches experimentales
sur la Vision chez les Arthropodes erscheinen lassen; Bull, de
l'Acad. royale de Belgique, (3. Ser.) t. XV No. 1, S. 1—66; Mem.
couronnes et autres memoires publ. par l'Acad. royale de Belgique
t. XLIII, S. 1—91. PI. III, IV; Bull, de l'Acad. royale de Belgique
(3. Ser.) t. XVI No. 11, S. 1—65, PI. V.
Der dritte Theil ist dem Sehen mittels Ozellen gewidmet, und
zwar sowohl bei Raupen, wo Ozellen die einzigen Augen sind, als
auch bei Imagines, bei denen sie neben den Fazettenaugen vorkommen.
Bei den Raupen zeigte es sich, was aus den bisherigen Untersuchungen
über den Bau ihrer Ozellen nicht zu erwarten war, dass sie nicht
nur Licht und Dunkelheit unterscheiden, sondern auch sehen können,
freilich nur auf geringe Entfernungen, die in der Nachbarschaft eines
Centimeters liegen; auf grössere Entfernungen nehmen sie nur noch
die Gegenwart grösserer blassen Avahr, ohne dieselben deuthch zu
sehen. Auch Bewegungen werden von den Raupen nur innerhalb
der Grenze wahrgenommen. Behaarte Raupen haben auf ihren
vorderen Körperringen Tasthaare, die sie zur Auskundschaftung ihrer
Umgebung benutzen, und alle erkunden mittels ihrer Fühler die
Unterlage, auf der sie kriechen und die Gegenstände, denen sie bei
ihrem Vorwärtskriechen begegnen.
Die Versuche mit Imagines, die gleichzeitig mit Ozellen und Fa-
zettenaugen ausgerüstet sind, ergaben das bemerkenswerthe Resultat,
dass die ersteren sozusagen nutzlos sind. Das Benehmen von ge-
blendeten flugfähigen Insekten ist bekannt: sie erheben sich senk-
recht in die Höhe, dem Blicke entschwindend. Dieses thun auch
solche, denen die Ozellen funktionsfähig belassen sind, während eine
Unbrauchbarmachung dieser allein keinen bemerkbaren Einfluss aus-
übt ; die so behandelten Insekten benahmen sich ganz wie normale. —
B*
20 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Dieses Gebahren ist auf die clermatoptische Fähigkeit zurückzuführen ;
die geblendeten Insekten bewegen sich nach der Richtung der grössten
Helligkeit. Dass diese Erklärung die richtige ist, beweisen Versuche,
die als Nachtrag im 5. Theile mitgetheilt werden. Geblendete nächt-
liche Insekten (Nachtschmetterlinge) fliegen (bei dunkelem Himmel)
nicht senkrecht in die Höhe. Es lässt sich aber annehmen, dass
diese Insekten, wenn der Himmel klar ist, sich ebenso wie Tag-
insekten benehmen würden. In der That flogen geblendete Schmetter-
linge, die im erleuchteten Zimmer entwischten, entweder gegen die
Lampe oder gegen die helle Decke, oder Hessen sich, wenn sie in
einen nicht direkt vom Licht getroffenen Theil des Zimmers gerathen
waren, an dem ersten besten Gegenstand, an den sie stiessen, nieder.
Der 4. Theil enthält nach einem Resume anatomo-physiologique
vergleichende Untersuchungen über Insekten und Wirbelthiere.
Diese waren veranlasst durch die von verschiedenen Seiten gegen
die Beweiskraft der früheren Untersuchungen erhobenen Einwände,
die ein mangelndes Urtheil da annahmen, wo Plateau auf unvoll-
vollkommenes Sehen geschlossen hatte. Diese Einwände erwiesen
sich als berechtigt ; aber die anatomische Beschaffenheit der Insekten-
augen macht es wahrscheinHch , dass die Insekten die Gestalt
der sie umgebenden Gegenstände gar nicht oder unvollkommen sehen,
und die Versuche stehen mit dieser Annahme nicht im Widerspruch.
Der 5. Theil theilt Versuche mit über die Wahrnehmung von
Bewegungen von Seiten der Insekten. Dieselben bestätigten die
Behauptungen, die zuerst Exner auf Grund theoretischer Be-
trachtungen ausgesprochen hatte. Am besten sind in dieser Hinsicht
die Hymenopteren, Lepidopteren, Dipteren und Odonaten begabt.
Doch übersteigt die Entfernung, auf welche Bewegungen wahr-
genommen werden, "2 Meter nicht, und beträgt im Mittel für die
Schmetterlinge 1,5, für die Dipteren 0,ü8 und für die Hymenopteren
0,58 m. — Ein Resume general über alle in den 5 Theilen angestellten
Versuche und die daraus zu ziehenden Folgerungen bildet den Schluss
dieser interessanten und mühsamen Arbeit, über deren 2. und 3. Theil
Tiebe im Biolog. Centralblatt , VIII, S. 179 — 185 und 276 — 282
referirt hat.
E. Gilson schliesst seine vergleichenden Untersuchungen über
die Spermatogenese der Arthropoden mit den Gamasiden und
Ixodiden und mit vergleichenden Betrachtungen; La cellule, IV.
S. 351-446, mit 1 Taf.
Leydig's Beiträge zur Kenntniss des thierischen Eies
im unbefruchteten Zustande, Zool. Jahrb., Abth. f. Anatomie u.
Ontogenie, III, enthalten auf S. 302 — 336 Angaben über die Eier
der Arachniden, Tausendfüssler und Insekten. — An den Ovarien
mancher Spinnenarten lassen sich die Eikeime und die Matrixelemente
schon früh unterscheiden, indem die Kerne der letzteren kleiner sind
und das sie umgebende Plasma mit dem der benachbarten Elemente
zu einer zusammenhängenden Masse zusammenfliessen kann. An den
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1888. 21
Ovarien mancher Arten (Tetragnatha ; Teraphoside; Opilione) bemerkt
man ein Muskulatur, bestehend aus inneren Ring- und äusseren
Längsmuskeln; bei Phalangium setzt sich diese Muskulatur auf den
Stiel des Eiersäckchens fort. Der Keimstock ist von sehr ver-
schiedenem Aussehen; bei einer Theridium- (?, wahrscheinlich
Dictyna-) Art finden sich im Keimfleck Anhäufungen kleiner, in
Strängen angeordneter Kügelchen, welche sich aus dem Keimbläschen
hinaus in den Dotter hinein erstrecken. — Der Anfangs homogene
Dotter lässt später allgemein eine Sonderuug in Spongioplasma und
Hyaloplasma erkennen, wozu sich Dotterkugeln und Granula ge-
sellen. Bei einer Lycosa ordneten sich die Dotterkugeln in einer
Rindenschicht des Dotters an, so dass der Schein erweckt wurde,
als habe die Blastodermbildung begonnen. Bisweilen hat der sonst
kugehge Dotter des Phalangiumeies einen kegelförmigen Fortsatz,
der sich in den Stiel des Eisäckchens erstreckt. Wie schon oben
bei den Eiern von Theridium erwähnt wurde, dass Körperchen aus
dem Keimbläschen in den Dotter übertreten, so erhielt Leydig auch
Bilder, av eiche darauf hindeuten, dass der Dotterkern so mancher
Arachnideneier aus dem Keimbläschen stamme. — In der Folhkel-
haut von Tetragnatha beobachtete Leydig einige Kerne, während
diese in den meisten Fällen fehlen.
Die äusserlich unpaare Eierstocksröhre von Lithobius und
Geophüus hat in ihrem Innern zwei Keimstränge, deren Matrix-
elemente sich auch hier von den Eikeimen leicht unterscheiden
lassen, indem die Kerne der ersteren länglich und kleiner, die der
letzteren rund, bläschenförmig mit mittlerem Punkt sind. Der
wachsende Eikeim kommt in ein gestieltes Beutelchen zu liegen,
dessen Haut und Kerne die Fortsetzung der Matrix des Keim-
stranges sind. Hinsichtlich des Austretens von Theilen des Keim-
bläschens in den Dotter nimmt Leydig auf Grund seiner Be-
obachtungen an, dass Stücke des Keimbläschens sich in feine
Granula auflösen, durch die Poren in der Membran des Keim-
bläschens auswandern und sich dann wieder zu grösseren Ballen
vereinigen.
Der Dotter zeigt in manchen Fällen eine radiäre Struktur des
Spongioplasmas.
Auch die intravitellinen Körper im Ei der ^Myriapoden haben,
wie schon Balbiani annahm, ihren Ursprung wahrscheinlich im Keim-
bläschen; dagegen weicht Leydig hinsichtlich der diesen Körpern
weiterhin zugeschriebenen Rolle von Balbiani ab, der sie aus dem
Ei austreten und zu FoUikelzellen M^erdcn Hess. Nach Leydig sind
aber, wie schon oben bemerkt, die FoUikelzellen nichts anderes als die
Matrixzellen des Keimstranges, und die Zellen, welche man zwischen
Folhkelhaut und Ei bemerkt, sind Blutzellen, Leukozyten, welche
durch den Stiel des Follikels eingedrungen sind, dessen Lichtung mit
einem Blutraum zusammenhängt.
Unter den Insekten dienten hauptsächlich Stenobothrus- Arten
zur LTntersuchung, die die vom Verfasser schon vor mehr als 20 Jahren
22 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gelieferte Beschreibimg als richtig bestätigten und ergänzten. Es sind
also die Eikeime und Epithelzellen des Keimfaches ursprünglich eins,
indem sich beide aus den gleichen Elementen des Endfadens heraus-
diiferenzieren. Während in den Kernen des Endfadens eine feine
netzartige Struktur zu erkennen ist, lässt der Keimfleck kleine blasse
Klümpchen sichtbar werden, die durch feine Ausläufer kettenartig
mit einander verbunden sind. Endlich treten auch bei den Insekten
Erscheinungen auf, die ein Auswandern von Körpern des Keim-
bläschens in den Dotter wahrscheinlich machen.
Henkln g macht eine vorläufige Mittheilung über die Bildung
von Richtungskörpern in den Eiern der Insekten und deren
Schicksal; Nachr. d. Königl. Gesellsch. d. Wissenschaften zu Göttingen,
1888, S. 1 — 6. Aus den Eiern von Pyrrhocoris apterus wird 3 bis
4 Stunden nach der Ablage der eine und bald darauf auch der zweite
Richtungskörper ausgestossen, und beide liegen in einer Grube, die
sich an der Eioberfläche gebildet hat. An 4 — 5 Stunden alten Eiern
ist die Grube tiefer geworden, später senkt sie sich noch tiefer ein,
ihre Ränder wölben sich zusammen und verschmelzen, so dass nun
die Richtungskörper wieder vom Ei aufgenommen sind. Noch später
rücken sie noch mehr ins Innere und hegen bei 20 Stunden alten
Eiern an der Oberfläche des centralen Dottermaterials; hier waren
sie noch an Eiern aufzufinden, die bereits 78 Stunden alt waren.
Während also hier die ausgestossenen Richtungskörper wieder
aufgenommen werden, gelangen sie bei Fliegen, hinsichtlich deren
Henk in g jetzt seinen Widerspruch gegen Blochmann aufgibt,
ferner bei Lepidopteren (Pieris), Bombyx Mori; Leucoma Salicis;
Hymenopteren (Formica, Apis) überhaupt nicht nach aussen, sondern
bleiben in der Zone randständigen Plasmas liegen.
Bei Tenebrio molitor und Lampyris splendidula wird ein Rich-
tungskörper völlig ausgestossen; das Schicksal des zweiten ist noch
unbekannt. Auch bei Donacia und Agelastica Alni gelangte der Ver-
fasser zu keiner Gewissheit hinsichtlich der Zahl und der etwaigen
Ablösung der Richtungskörper, bezw. der Richtungsspindel.
Henking behandelt die ersten Entwickelungsvorgänge im
Fliegenei und freie Kernbildung; Zeitschr. wiss. Zool. XLVI.
S. 289—336, Taf. XXIII— XXVI. Die Spermatozoen dringen durch
die am spitzen Eipole befindliche Chorion- und Dotterhautmikropyle
ein und gehen im Eiplasma zunächst aus der fadenförmigen Gestalt
in die eines rundhchen Kerns über. Eine Richtungsspindel wurde in
mehreren Fällen beobachtet, allerdings einmal eine von den anderen
nicht zu unterscheidende Bildung am stumpfen Eipole und zu einer
Zeit, als am spitzen bereits die Entwickelung begonnen hatte. Es
gibt ein Stadium, in welchem kein Chromatinrest des Eikerns mehr
zu beobachten war; bei der nach Ausstossung der Richtungskörperchen
übrig bleibenden geringen Masse ist aber auch ein Uebersehen möghch.
In der Nähe der sog. Schalenrinne fanden sich nun aber, ziemhch
nahe der Oberfläche, in einem späteren Stadium 3 kernartige Ge-
im Gebiete der Eutoniologie während des Jahres 1888. 23
bilde, von denen der am meisten oberflächlich gelagerte als der weib-
liche Kern, die beiden anderen, einander stets nahe liegende, als
zwei männliche Kerne angesehen wurden; eine Kopulation dieser
Kerne wurde nicht beobachtet. Später lösen auch sie sich auf, und dann
tritt in der durch ihre Auflösung entstandenen Plasmawolke Chromatin
auf, das sich später in eine Spindel auseinanderzieht; nach Henking
hat Blochmann diese Spindel für die Richtungsspindel angesehen,
vgl. dazu die vorherige Mittheilung. Die Chromatinhälften dieser
Spindel rücken weiter auseinander; die zu äusserst liegende lässt
sich noch längere Zeit hernach an derselben Stelle beobachten,
ohne dass ihr endliches Schicksal ermittelt wurde; die innere Hälfte
giebt Theile ins Innere ab, die sich allmählich ganz verlieren.
Die beiden anderen Kerne haben sich inzwischen ebenfalls auf-
gelöst, und in den hierdurch entstandenen Plasmamassen treten
durch freie Kernbildung die beiden ersten Kerne der Dotter-
zellen auf, die sich durch Theilung rasch vermehren, während zu-
gleich wahrscheinlich auch noch später sich die freie Kernbiidung
wiederholt.
Weismann und Ischikawa stellen weitere Untersuchungen
zum Zahlengesetz der Richtungskörper an. Zook Jahrb., Abth.
f. Anatomie u. Ontogenie, III, S. 575—610, Taf. XXV.— XXVIII. Die
meisten dieser Untersuchungen beziehen sich auf Crustaceen; von
Insekten wurde Spathegaster tricolor untersucht, welche bekanntlich
die Geschlechtsgeneration zu dem agamen Neuroterus fumipennis ist.
Die Eier von Späth tricol. stossen 2 Richtungskörper ab, die in der
Randzone des Eies liegen bleiben und noch unverändert zu sehen
sind, wenn bereits eine Kopulation des Sperma- und Eikerns Statt
gefunden hat. Insofern also bei diesen der Befruchtung bedürftigen
Eiern 2 Richtungskörper gebildet werden, ist der eine Theil des Zahlen-
gesetzes in diesem Falle bestätigt; zur Prüfung des anderen Theiles
müssten noch die Eier des agamen Neuroterus untersucht werden,
wozu vorläufig die Gelegenheit fehlte.
F. Blochmann macht Bemerkungen zu den Publikationen
über die Richtungskörper bei parthenogenetisch sich ent-
wickelnden Eiern; Morphol. Jahrb., XIII, S. 654 — 663. Diese
Bemerkungen suchen zu beweisen, dass Blochmann der erste ge-
wesen sei, der auf den Umstand ausdrückhch hingewiesen habe, dass
bei parthenogenetischen Eiern nur ein Richtungskörper gebildet werde;
vgl. dies. Ber. für 1887, S. 23.
In einer ,,das Zahlengesetz der Richtungskörper und
seine Entdeckung" betitelten Entgegnung Aveist Weismann nach,
dass der erste, der die Bedeutung von der Einzahl der Richtungs-
körper bei parthenogenetischen Eiern, nicht als unverständliches
Kuriosum, sondern für die Vererbungstheorie erkannt und ausge-
sprochen habe, nicht Blochmann, sondern Weismann gewesen sei.
Ebenda S. 490—506.
G. Platner macht eine vorläufige Mittheilung über die erste
Entwicklung befruchteter und parthenogenetischer Eier
24 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von Liparis clispar; Biolog. Centralbl., VIII, S. 521 — 524. Die
Eier bilden ausnahmslos zweimal 2 Richtungsspindeln aus; von den
aus der doppelten Theilung entstandenen 4 Kernen treten 3 als Ricli-
tungskerne an die Peripherie; der \ierte rückt als weiblicher Pro-
nukleus an den animalen Pol unter der Mikropyle, um hier mit dem
Spermakern zu kopulieren, wenn eine Befruchtung Statt gefunden hat;
die Wanderung des weiblichen Pronukleus ist also von der Gegen-
wart des Spermakerns unabhängig. Das eingedrungene Spermatosom
lässt von der Spitze seines Kopfes bei der Bildung des Spermakerns
ein kleines, rundes, dunkeles Körperchen sich ablösen. Die drei an
die Peripherie gerückten Richtungskerne verschmelzen gewöhnlich
mit einander. Die 3 ersten Furchungsspindeln stehen senkrecht
auf der Kopulationsrichtung; später lässt sich keine Regel mehr
erkennen.
V. Graber stellt über die Polypodie bei Insekten-Em-
bryonen die älteren Literaturangaben zusammen und vermehrt die-
selben um die Ergebnisse eigener Untersuchungen, die er namentlich
am Maikäfer angestellt hatte; Morpholog. Jahrb., XIII, S. 586 — 615,
Taf. XXV, XXVI. Ihrer Lage und Bildungsweise nach rudimentäre
Hinterleibsbeine wmrden bei Orthopteren (Gryllotalpa, Mantis, Blatta
u. a.), Neuropteren (Neophalax!) und Coleopteren (Hydrophilus und Melo-
lontha) sicher beobachtet und sollen auch bei Rhynchoten, Lepidopteren
und Hymenopteren vorkommen. Am häufigsten finden sie sich am
ersten, selten auch am zweiten, gar dritten Hinterleibssegment; bei
Melolontha fand sie Graber an allen mit Ausnahme der 2 — 3 letzten.
Die des ersten Segmentes erscheinen ganz oder fast ganz gleichzeitig
mit dem Auftreten der Brustbeine und erhalten sich bis zum Aus-
schlüpfen der Larve, während die übrigen später erscheinen und bald
wieder verschwinden. Sie können als Beweis dienen dafür, dass
Insekten und Arachniden von Vorfahren abstammen, die auch am
Hinterleib Gliedmassen besassen, und zwar ist es wahrscheinlich, dass
diese Hinterleibsgliedmassen nicht, wie bei Tausendfüssem, denen der
Brust glichen, sondern kiemenblattartig waren wie bei den Crusta-
ceen. — S. auch das Referat von Matzdorff in den Monatl. Mitth. a.
d. Gesammtgeb. d. Naturw., 6. Jahrg., S. 91 f.
0. Bütschli macht Bemerkungen über die Entwickelungs-
geschichte von Musca, die sich auf die Anlage der Keimblätter
beziehen und im wesentlichen mit Kowalevsky's Angaben (s. d.
Ber. für 1886 S. 141 f.) übereinstimmen. Die mediane von vorn
nach hinten fortschreitende Einstülpung des Keirastreifens fasst auch
Bütschli als Gastrulationsvorgang auf, bei dem der Gastrulamund
nicht rund, sondern ein langer Spalt ist, der sich hinten zuletzt
schliesst. Das untersuchte Stadium wies nur noch an dem hinteren
Ende eine noch nicht geschlossene Oeffnung auf. An diesem Ende
entspringen aus den! Stiel der Einstülpung rechts und links eine
Ausstülpung, die weiter nach vorn abgelöst erscheinen und durch
Zusammenfliessen einen unpaaren Sack zwischen dem tiefer ge-
legenen, ein geschlossenes Rohr darstellenden Theil der Einstülpung
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 25
und dem Ektoderm des Keimstreifens, bilden. Jenes tiefer gelegene
Rohr stellt wahrscheinlich das Entoderm, oder vielmehr dessen
hinteren Theil, dar, während nach Kowalevsky, dessen Darstellung
Bütschli in diesem Punkte nicht kontrolieren konnte, der vordere
Theil des Entoderms einem ähnlichen Vorgang am vorderen Ende
des Gastrulamunds seine Entstehung verdankt. Die abgeschnürten
Seitenausstülpungen bilden das Mesoderm, das also als Divertikel
an den beiden Enden des Urdarmes entsteht. Von jenem hinteren
Ende erhebt sich auch eine nach vorn ziehende und hier allmählich
verflachende Ammionfalte. Die Bezeichnung hinten und vorn sind
mit Rücksicht auf den Keimstreif zu verstehen; thatsächlich ent-
springt die Ammionfalte ungefähr in der Mitte des Rückens (so weit
reicht auch der Gastrulaspalt) und erreicht am hinteren Eipol ihr
Ende. Morphol. Jahrb., XIV, S. 170—174 mit 3 Holzschn; vgl. dazu
unten F. Schmidt, bei Dipteren.
V. Graber schreibt über die primäre Segmentierung des
Keimstreifs der Insekten; Morphol. Jahrb., XIV, S. 345 — 368,
Taf. XIV, XV, 4 Holzschn. Nachdem schon Metschnikoff (beim
Skorpion) und Ayres (bei Oecanthus) eine Gliederung des Keimstreifs
in 3 Hauptabschnitte angedeutet hatten, zeigt Graber, dass dies bei
Insekten (Stenobothrus, Lina) die Regel ist. Der Keimstreif der-
selben zerfällt, abgesehen vom Fühlertragenden vordersten Abschnitt,
in drei Ursegmente, (Makrosomiten), von denen das erste dem
kiefertragenden Theil des Kopfes, das zweite der Brust und das
dritte dem Hinterleib entspricht, und diese Gliederung ist nicht nur
äusserlich durch Furchen angedeutet, sondern auch in der Zerlegung
des inneren Blattes ausgesprochen. Die weitere Segmentierung, (in
Mikrosomite) , die zu der Bildung der bleibenden Matameren führt,
geht nicht von vorn nach hinten fortschreitend vor sich, sondern
gelangt zuerst an dem Thorax zur Ausbildung. Gegen die Annahme,
dass in jener primären Segmentierung die Zerlegung des Insekten-
körpers in die drei Hauptabschnitte, Kopf, Brust und Hinterleib,
vorgebildet sei, spricht neben der Verschmelzung der zwei Makro-
somiten der Umstand, dass die sekundäre Segmentierung zunächst
jene primäre Segmentierung vollkommen verwischt, und das End-
stadium durch Verschmelzung gewisser Mikrosomitengruppen sich
ausbilden muss.
Desselben Vergleichende Studien über die Keimhüllen
und die Rückenbildung der Insekten, Dcnkschr. d. kais. Akad. d.
Wissenschaft., Wien, 1888, sind mir bisher nur aus einer Anzeige
bekannt geworden.
Die Freunde des verstorbenen A. T. Bruce haben dessen embryo-
logische Untersuchungen über Arthropoden (Thyridopteryx, Chrysopa,
Meloe, Mantis, Heuschrecke, Musca, und eine unbenannte Spinne)
herausgegeben; Baltimore, 1887. 4to; 9x 31 x 17pp., 7 plates. Ich
habe dieses Werk nicht eingesehen; ein kurzes Referat von Kingsley
findet sich im Americ. NaturaHst, 1888, S. 470 f.; über eine vorläufige
Mittheilung ist referirt in dies. Ber. für 1886, S. 48—51.
26 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Verson glaubt hervorheben zu sollen, dass die durch mechanische
Reize veranlasste sog. künstliche Parthenogenesis bei den Eiern von
Bombyx Mori die Entwickelung nur bis zur Bildung der serösen Haut
veranlasse und bestreitet, dass beim Seidenspinner eine wirkHche
parthenogenetische Entwicklung bis zum Ausschlüpfen der Raupe
vorkomme; Zool. Anz., 1888, S. 263f. (Ueber Parthenogenesis
bei Bombyx Mori). — Tichomiro ff dagegen, ebenda, 8.342 — 344,
(Nochmals über Parthenogenesis bei Bombyx Mori) weist
auf die zahlreichen gegentheiligen Angaben (von Boursier, Barthclemy,
V. Siebold, Tichomiroff, Gondatti, hin, die durchaus Vertrauen ver-
dienen.
H. Fockeu beginnt in Revue biologique du Nord de la France, I,
S. 116 — 120 eine premiere liste des galles observees dans le
nord de la France, die von Käfergallen nur Ceuthorrhynchus
contractus Seh., von Hymenopteren eine grössere, der wirklich vor-
handenen sich wohl mehr nähernde Zahl angibt.
F. Low macht Norwegische Phytopto- und Entomocecidien
bekannt, die vom 8. Juli bis 3. August 1886 im mittleren und nörd-
lichen Norwegen gesammelt wurden. Es sind 41 Gallen, von denen
21 Phytoptus, 2 Hemipteren, 11 Dipteren, 1 Coleopteren, 6 Hymeno-
pteren zum Erzeuger haben. 8 Gallen wurden auf neuen Substraten
gefunden, nämlich von PhytoptenCephaloneonartige Blattgallen auf Salix
hastata, und Ausstülpungen der Blattspreite an S. pentandra; an
Gahum boreale die Galle der Cecid. gahicola, an Salix hastata die
Zweiggallen der C. Salicis, an Rosa careHca die Gallen der C. rosarum
und an Phaca astragalina hülsenförmige Rollungen der Fiederblättchen ;
an Salix hastata 2 Gallen, eine ähnhch denen des Nematus Salicis
cinereae und eine andere ähnlich denen des N. bellus.
Ph. Bertkau berichtet über die Geschlechtsorgane eines
halbierten Zwitters von Gastropacha Quercus. Die Geschlechts-
organe waren rein nach dem weiblichen Typus gebaut, aber die Ge-
schlechtsdrüsen ganz verkümmert, dagegen waren die beiden Eileiter,
die gemeinsame Scheide, die bursa copulatrix, der diese mit der
Scheide verbindende Gang und das recept. seminis wohl ausgebildet ; aber
die Scheide endete hinten blind. Dieser Befund legte den Gedanken
nahe, dass ,,der Einfluss der Geschlechtsdrüsen auf die sekundären
Geschlechtsmerkmale nicht in einer Ausbildung der dem betreffenden
Geschlecht zukommenden, sondern in der Unterdrückung der
sekundären Geschlechtsmerkmale des anderen Geschlechtes zu sehen
ist." Sitzgsber. d. Niederrh. Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde. Bonn,
1888, S. 67f.
Mit der Frage: Des lois sur l'hermaphrodisme-? wendet sich
P. Chretien gegen Lefebvre, der aus den wenigen in der Societe
entomologique de France zur Sprache gekommenen Fällen von hal-
bierten Zwittern das Zahlenverhältniss der rechtsseitigen männlichen
zu den rechtsseitigen w^eiblichen Zwittern =4:1 abgeleitet hatte;
Le Naturaliste, 1888, S. 55 f.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 27
Andrena praecox ? und Astacus fluviatilis ? mit theil-
weise männKchen Kennzeichen; R. Dittrich, Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau (N. F.) 13, S. 4— G.
Ph. Bertkau erwähnt eine Diaea dorsata, deren Cephalo-
thorax nebst Tastern männlich ist, während der Hinterleib den Um-
fang und die Färbung des Weibchens hat; Sitzgsber. d. Niederrh.
Ges. f. Natur- u. Heilkunde, Bonn, 1888, S. 68.
Th. Becker macht eine zwitterähnliche Missbildung von
Syrphus lunu latus Meig. bekannt, die darin besteht, dass bei
3 Männchen der genannten Art die Augen auf der Stirn nicht zu-
sammenstossen, sondern durch einen verschieden breiten Zwischen-
raum getrennt sind. Becker hält dafür, dass man von Zwittern nur
dann sprechen dürfe, wenn auch die Geschlechtswerkzeuge zwitterig
gebildet sind. Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 71—74 m. 13 Holzschn.
Osten-Sacken verweist auf eine Notiz Zetterstedt's in dessen
Dipt. Scand., wo ein halbierter Zwitter von Dilophus femoratus
erwähnt ist; ebenda S. 94; vgl. Mik ebenda S. 141, 182, der noch
auf Scaeva peltata und Dilophus vulgaris verweist.
Zwitter von Lycaena Icarus; S. Webb, The Entomologist,
XXI, S. 132—135.
Lucas erhielt von Bordeaux 2 Exemplare der Apis mellifica,
die nach der Grösse der Augen halbierte Zwitter (das eine
rechts, das andere links c^) waren; Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. LXXXIV.
Zwitter von Lasiocampa Pini; Sitzgsber. Berl. Entom. Ver.,
1888, S. 21.
Zwitter von Li paris dispar; Goossens, Bull Soc. Entom. France
1887, S. CLXVI; Beliier de la Chavignerie ebenda S. CLXXXHI;
Demaison ebenda S. CCIVf.; Gleissner, Sitzgsber. Berl. Entom.
Ver., 1888, S. 23.
2 Halbierte Zwitter von Argynnis Paphia; eine rechts S, die
andere Hnks c^ ; die äusseren Geschlechtsorgane sind nicht ganz regel-
mässig seitlich getheilt zwitterhaft. A. Speyer, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 200—202.
Zwitter von Saturnia Gar pini; P. B. Mason, Proc. Entom.
Soc. London, 1888, S. XV; ein anderes Exemplar, zu Tenby erzogen,
hatte 5 Flügel.
Krause berichtet über einen Prionus coriarius mit 3 Hinter-
beinen der rechten Seite, die einer gemeinsamen Hüfte angefügt
waren ; die letztere trug 2 Oberschenkel, von denen der eine sich in
eine einfache Tibia mit 3 Tarsengliedern (das Klauenglied fehlte)
fortsetzte; der andere trug 2 Schienen; eine mit einem vollkommen
entwickelten Fuss, die andere mit nur einem Tarsenglied; Sitzgsber.
Gesellsch. naturf. Freunde Berlin, 1888, S. 145—148 mit Holzschn.
Gadeau de Kerville beschreibt monströse Phyllopertha horti-
cola; Cicindela sylvatica; Stenopterus rufus; Telephorus nigricans;
28 Ph. ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ranatra linearis; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXXXII bis
LXXXIV.
Callidiiim violaceum mit 3 Fühlern; V. v. Röder, Entom.
Nachr., 1888, S. 219. Bombyx Rubi mit 2 Unterflügeln linker-
seits; A. Speyer, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 206 f. B. Querciis
mit 2 Oberflügeln linkerseits; Lycaena Jcarus ebenfalls mit 2 Ober-
flügeln. E. G. Honrath, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 498,
Taf. VIT, Fig. 10 und 9.
Kr a atz berichtet von einem Weibchen von Dictyoptera san-
guinea, mit dem 5 Männchen gleichzeitig in copula waren; Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 222.
Cazurro beobachtete eine Kopulation zwischen Stauronotus
Maroccanus Thunh. ^ und Acryptera Tornosi Bol. 5; die Männchen
letzterer Art waren selten, die Weibchen dagegen häufig; Act. Soc.
Espaii. Hist. Natural XVII S. 4.
Löffler fing Lasiocampa Pini ^ in copula mit Psilura monacha 5 ;
Sitzbr. Berl. Entom. Ver., 1888, S. 24.
C. Massa lernte Parto verginale nella Sphinx Atropos
kennen; Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 64 f.
V. Bock beobachtete Parthenogenesis bei Ocneria dispar;
Entom. Nachr., 1888, S. 56 f.; vgl. oben S. 23f.
Nachdem im vorigen Jahre Deichmüller die im Dresdener
Museum befindhchen Insekten des lithographischen Schiefers be-
handelt hat, erhalten wir nun eine Bearbeitung der im Münchener
Museum aufbewahrten Reste von P. Oppenheim: Die Insecten-
welt des lithographischen Schiefers in Bayern; Palaeonto-
graphica, 34. Bd., S. 215—247, Taf. XXX, XXXI. Die von Deich-
müller für einen Acridier erklärte Chresmoda obscura Germ., die
eines der häufigsten Fossilien des lithogi-aphischen Schiefers ist, hält
Oppenheim für einen Hydrometriden, obwohl er zugibt, dass die
Fühlerbildung „durchaus den Orthopteren- (richtiger Acridier-)
Charakter" repräsentiert. Hinsichtlich der Rhipidorrhabdi schliesst
sich Oppenheim nunmehr den Ansichten Deichmüller's in so fern an,
als er sie jetzt für Verwandte von Sirex hält, aber nach dem
Flügelgeäder sie den Siriciden nicht unterordnen, sondern in ihnen
eine den Siriciden gleichwerthige Abtheilung, für die der Name
Rhipidorrhabdi beizubehalten ist, erkennen will. — Die Reste der
Münchener Sammlung gehören an Blattiden (2), Locustiden (3),
Ephemeriden (4), Hemerobiaden (2), Sialiden (1), Fulgoriden (1),
Cicadiden (1), Geocoriden (1), Hydrometriden (2), Belostomiden (1),
Naucoriden (3) , Corisiden (2) , Carabiden (3) , Dyticiden (2) , Scara-
baei'den (2), Silphiden (2), Buprestiden (3), Elateriden (2), Curcu-
lioniden (2), Chrysomeliden (4), Rhipidorrhabden (1); letztere sind
auch die einzigen mit Sicherheit erkennbaren Hymenopteren des
lithographischen Schiefers.
Zur Kenntniss von Insektenbohrgängen in fossilen
Hölzern bringt Kolbe in der Zeitschr. deutsch, geol. GeseUsch. XL,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 29
S. 131—137 Taf. XI einen Beitrag. Ein Stück von einem (Pinus?-)
Stamme aus der Braunkohle von Zschipkaii in der Nieder -Lausitz
Hess dreierlei Arten von Bohrgängen erkennen, die einem Anthribiden,
Anthribites Rechenhergi, einem Cerambyciden, Astjaiomus teHiariuH,
und einem Tomiciden oder Anobiaden zugeschrieben werden. In
einem verkieselten Holz aus dem Fischschiefer des Libanon (Senon)
waren Frassgänge, die sich mit denen des MagdaHnus vergleichen
lassen; sie werden auf Curculionites (!) senonicus zurückgeführt.
Zum Schluss stellt der Verfasser die aus den Frassstücken bekannten
holzbohrenden Insekten zusammen und gibt ihre Vertheilung auf
die verschiedenen geologischen Perioden an.
Der Oeninger Stinkschiefer und seine Insektenreste von
E. Schöberlin; Societ. Entomol., III, S. 42, 51, 61, 68f.
Araehnoidea.
Das 20. Mem. von E. Simon's Etudes arachnologiques enthält
(XXVIII) Arachnides recueillis dans le sud de l'Afrique . . . .;
Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 369—384 PI. 6. — Die Arten wurden
auf der Reise des Dr. Schinz im südlichen Afrika (Angra Pequena,
Namaqua, Herero, Damara, Kahari bis Ngami) gesammelt und gehören
zu den echten Spinnen (10), Solifugen (2) und Skorpionen (7).
Das 21. Memoire XXIX: Descriptions d'especes et de genres
nouveaux de l'Amerique centrale et des Antilles, S. 203 — 216;
XXX: Description de quelques Arachnides du Chili et remar-
ques synonymiques sur quelques-unes des especes decrites par Nicolet
S. 217— 222; XXXI: Descriptions d'especes et de genres nou-
veaux de Madagascar et de Mayotte S. 223 — 236; XXXII:
Descriptions d'especes et de genres nouveaux de Nouvelle
Caledonie S. 237 — 247; XXXIII: Descriptions de quelques
especes recueillies au Japon . . .; S. 248 — 252; Ann. Soc. Entom.
France, 1888.
Thoreil behandelt die Pedipalpie Scorpioni dell'Arcipelago
Malese conservati nel Museo Ci\ico di Storia Naturale di Genova.
Ann. Mus. Civ. Genov. VI S. 327 — 428. Aus einer Uebersicht der
Literatur ergibt sich, dass bis jetzt 37 Arten der genannten Ord-
nungen vom Malayischen Archipel beschrieben waren, und zwar
11 Pedipalpi, 26 Skorpione; dazu beschreibt Thor eil 8 Pedipalpi
und 5 Skorpione. Von diesen 50 Arten kommen 14 Pedipalpi und
25 Skorpione in Indo-Malesia, 6 Pedipalpi und 9 Skorpione in Austro-
Malesia vor; nur 4 Arten, nämlich Thelyphonus (?) PhiHppensis, Iso-
metrus maculatus, armillatus und Hormurus Australasiae sind in
beiden Gebieten gefunden.
G. Canestrini: Intorno alcuni Acari ed Opilionidi dell'
America; Atti della Societo veneto-trentina di Sei. natur. etc.. Vol. XL
Padova, 1888. (Ist mir nur durch das Referat im Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 225f., bekannt gew.)
30 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In den Act. Soc. Esp. Hist. Natnr., XVII, S. 37—41 sind nach
der Bestimmimg E. Simon 's die Arachniden des naturhistorischen
Kabinets der Universität Sevilla namhaft gemacht; dieselben sind bei
Sevilla gesammelt.
Loman theilt Altes und Neues über das Nephridium (die
Coxaldrüse) der Arachniden mit. Bijdr. tot de Dierkunde,
U. Aflev., S. 91—97, Taf. I, Fig. 1—4. — Bei den Opihonen finden
sich die Coxaldrüsen ebenfalls vor; sie wurden hier von Plateau für
Harngefässe gehalten, die sich in den Darm öffiien sollten. Nach
Loman stellen sie jederseits ein vielfach verschlungenes Rohr dar,
das kurz vor seiner Mündung nach aussen (zwischen der Hüfte des
3. und 4. Beinpaares) mit einer umfangreichen, sich nach hinten
erstreckenden Tasche in Verbindung tritt. Diese Tasche dient als
Sammelblase für das von der Drüse abgeschiedene Sekret. Der Bau
der Drüsenzellen ist derselbe, wie er von anderen Arachniden be-
kannt ist, und obwohl sich die exkretorische Natur des Organs auf
chemischem Wege nicht bew^eisen Hess, so ist an derselben doch
nicht zu zweifeln. Und bei den Opilionen bleibt dieses Organ auch im
späteren Leben in Thätigkeit, ohne, wie bei den meisten anderen
x4rachniden, durch andere Exkretionsorgane vertreten zu werden. —
Ob die Coxaldrüse auch das Homologen der Schalendrüse der En-
tomostraca ist, bleibt noch zweifelhaft; vielleicht ist die Giftdrüse
von Galeodes ein solches Homologon.
G. Saint-Piemy dehnte seine Untersuchungen über das Gehirn
bei Myriapoden und Arachniden auch auf Opilionen (Phal. opilio
und parietinum) aus; Compt. Rend. hebd. Acad. Sei., Paris, CVI,
S. 1429—1431; auf Dipneumones; ebenda, CVII, S. 926—929 (Lycosa
Narbonensis ; Pardosa saccata ; Thomisus ; I^peira diademata ; Tegenaria ;
Drassus; Segestria; Pholcus; Eresus).
Ph. Bertkau berichtet über Mermis in Tarentula in-
quilina und die durch den Parasiten bedingte Sterilität
des Wirthes. Bertkau hatte mehrere Male aus überwinterten
geschlechtsreifen Tarent. inquilina einen Eingeweidewurm erhalten,
der für M. albicans erklärt wird. Während sonst die Männchen
von Tar. inq. nach Ausübung der Kopulation (im September und
Oktober) verschwinden, wurden im Mai auch 2 Männchen ge-
fangen, die den Wurm beherbergten; die Taster derselben erwiesen
sich gefüllt mit Sperma. Der Schmarotzer hatte also zunächst die
Begattung verhindert, und hieraus ist zu schliessen, dass dieselbe
nicht ausschliesslich durch den Zustand der Palpen veranlasst wird;
die unterlassene Begattung hatte aber dem Männchen um mehr als
ein halbes Jahr das Leben verlängert. Korrespbl. naturh. Ver. d.
preuss. Rheinlande, Westf. u. d. Reg. Bez. Osnabrück, 1888, S. 91 f.
Marx zeigte in der Sitzung vom 3 Mai 1888 der Entomol. Soc.
Washington die Abbildung eines Skorpions, der nur ein Glied am
Metatarsus hatte, und einer Lycosa, der die mittlere Augenreihe
fehlte; Proceed., I, S. 148.
im Gebiete der Eiitomologie während des Jahres 1888, 31
LinguatuHna.
Pentastoma monili forme, a rare parasite, (aus Python) with remarks
on the Pentastomidae; W. S. Glotthei], Journal of comparat. medic. and sur-
gery, X, S. 42—46 mit 4 Holzschn.
J. Csokor: lieber Pentastomen und P. denticulatum aus der
Leber des Pferdes; Zeitschr. f. Veterinärkunde, I, 1887, mit 1 Taf.; Ausz. von
Th. Kitt, im Central bl. f. Bakteriologie und Parasitenkunde, 1. Jahrg, 1. Bd.,
S. 151—154.
Acarina.
G. Canestrini's „Prospetto dell' Acarofauna Italiana"
ist mit der Familie Tyroglyphini fortgesetzt; Atti d. R. Istituto
Veneto di Sei., Lettere ed Arti (S. VI.) T. VI, S. 1187 — 1262,
Tav. 19 — 32. Nach der Zahl der Genitalsaugnäpfe ordnet der Ver-
fasser die Gattungen in die Abtheilimgen der Bidisci (Histiogaster,
Chortoglyphus, Aleiirobiiis, Tyroglyphus, Rhizoglyphiis), Tetra disci
(Histiostoma), A disci (Homopus, Glycyphagiis , Phycobiiis, Hericia,
Trichotarsns) ; nach dem Besitz oder Mangel einer Thorako-abdominal-
furche kann man Merophori (Ilomopus, Histiogaster, Histiostoma,
Aleurobius, Tyroglyphus, Rhizoglyphus) und Ameri (Glycyphagus,
Phycobius, Hericia, Trichotarsus, Chortoglyphus) unterscheiden.
G. Gilson: The spermatogenesis of the Acarians and the
law of spermatogenesis in general; Rep. 57. meet. Brit. ass.
adv. sei., S. 758 f. ^
Derselbe: Etüde comparee de la Spermatogenese chez
les Arthropodes; 3. part., Acariens; apergu synthetique; conclu-
sions; La Cellule, IV; X und 93 Sf., 1 Taf.
Augenlose Milben (Phytoptus) können nach Versuchen, die West-
hoff mit ihnen anstellte, zwischen Licht und Dunkelheit unterscheiden
und bevorzugen letztere; Jahresber. zool. Sekt. d. westf. Prov.-Ver.
1887—88 S. 34f.
Acari Austro-Americani, quos . . . illustravit A. Berlese;
Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 171—222, Tav. V— XIII. (50 neue
Arten und mehrere neue Gattungen).
Von A.D. Michael's „British Oribatida" ist Vol. II erschienen; Ray's
Soc. for 1887, London, 1888, S. I— XI, 337—657, pls. XXV— LIV;
vgl. den Bericht für 1884, S. 37.
G. Rovelli und B. Grassi handeln diun singolare Acaride
„Podapolipxis reco7idiius , nobis;" Bull. Soc. Entom Ital, 1888,
S. 59—63, Tav. XV. Diese Milbe fand sich in ziemlich grosser Anzahl
unter den Flügeldecken der Acis spinosa und erweist sich als zu den
Tarsonemiden gehörig. In der Jugend ist ihr Körper in 4 Segmente
getheilt; die Mandibeln sind stiletförmig, die Palpen sehr kurz, zwei-
32 Pli. Bei'tkau: Bericht über die wisseiiscbaftliclien Leistungen
gliederig; das 3. und 4. Beinpaar endet mit einer gestielten Haftsclieibe ;
das erste ist auf eine kurze Papille reduzirt, das zweite endet mit
einer verkümmerten Kralle; das Weibchen hat am Körperende zwei
neben einander entspringende lange, nach liinten gerichtete Borsten.
Die Tracheen münden auf der Bauchseite neben dem Rostrum. Bei
dem geschlechtsreifen Weibchen ist der Körper stark aufgebläht,
eiförmig, ohne Spur einer Gliederung; die beiden Borsten am Hinter-
leibsende und sämmtliche Beinpaare bis auf das erste (?) sind ver-
loren gegangen; dieses ist jetzt fünfgliedrig ; nach aussen von dem-
selben findet sich je ein lappenförmiger Anhang, der vielleicht als
Haftorgan dient. Der Leib ist mit Eiern, Embryonen und Jungen
angefüllt.
H. E. Quilter: Note on a parasitic mite of Testacella
scutulum; Journ. of Conchology, V, S. 314.
S. A. Poppe schreibt über parasitische Milben; Abhandl.
naturw. Verein Bremen X S. 205 — 240 Taf. H. Der Verfasser stellt
ein systematisches Verzeichniss derjenigen Vögel auf, auf denen
Analgesinen gefunden sind und erwähnt dann seine Funde von
Listrophoren auf Nagethieren. Myocoptes musculinus fand er bei
Vegesack fast auf jedem Exemplar der Hausmaus; Listrophorus
Leuckarti auf Arvicola amphibius, L. Pagenstecheri auf einem aus
Oldenburg stammenden Eichhörnchen; den L. gibbus dagegen suchte
er vergebens. Auf dem Hamster fand er Criniscansor n. g. ; s.
unten. Von Cheyletiden fand er Älyobia musculi auch auf Mus
silvaticus; M. chiropteralis Midi, auf Plecotus auritus; Syringophilus
bipectinatus ausser auf Gallus domesticus und Anas boschas auf
Larus argentatus ; Picus viridis ; Hirundo riparia ; Garrulus glandarius ;
Parus caudatus; Troglodytes parvulus; Turdus pilaris; Fringilla
coelebs; Passer domesticus, montanus. Die Gattung Picobia Hall, ist
synonym mit Syringophilus und wenn auch älter als letztere, so doch
aus praktischen Gründen, da sie nicht nur auf Picus lebt, nicht bei-
zubehalten. — Syringophilus uncinatus Heller ist besser in die
Gattung Cheyletus zu stellen, da er gut entwickelte Palpen hat;
eine nahe verwandte neue Art fand Poppe in den Spulen der
Flügelfedern von Sterna hirundo.
E. L. Trouessart veröffentlicht in den Compt. Rend. CVII,
S. 753 — 758 eine Note sur les Acariens marins recueillis par
M. Giard au laboratoire maritime de Wimereux. Die 9 er-
beuteten Arten vertheilen sich auf die Familien der Gamasidae,
Bdellidae, Trombidiadae und Halacaridae. Die erste Familie ist ver-
treten durch einen Kommensalen von Baianus balanoides, den Gamasus
Giardi. Von Bdelliden fand sich Eupalus sanf/itinei/s, in Gesellschaft
mit dem vorigen. Auch der Trombidiade, Rhyncholophus rubipes!
lebt auf dem Baianus. Von Halacariden wurde Halacarus ctenopus
Gosse, inermis; Leptognathus falcatus ßvady; Rhombognathus
longirostris\ Copidognatlius glyptoderina; Jjeptüj)salis longipes
erbeutet.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 33
Phytoptidae. Da sich nach den winterlichen Ueherschwemmungen Gall-
milben an verschiedenen Weidenarten immer nur an den von der Ueberschwemmuug
verschont gebliebenen Zweigspitzen zeigen, so ist daraus zu folgern, dass die
Ueberwinterung der Gallmilben an den Zweigen erfolgt; Westhoff, Jahresb
zool. Sekt. d. westf. Prov.-Ver. f. 1887—88, S. 32.
T. de Stefani macht eine Nota sopra una galla di Phytoptus sule
Vitex agnus castus bekannt; II Natural. Siciliano, VIII, S. 66— 69.
Sareoptidae. E. L. Trouessart et G. Neumann: Types nouveaux
de Sarcoptides epidermicoles et psoriques; Bull. Soc. Etud. Scient.
Angers, 1887, S. 121 — 150, 3 Taff. (Habe ich nicht einsehen können; enthält
nach Zool. Anz. 2 n. A. und die n. G. Heteropsorus).
Giov. Canestrini: J. Tiroglifidi (Tyroglyphidae). Studio critico.
Con 2 taw. Padova, 1888, Fol. (32 Ss., spieg. d. tav.), Estr. dal Vol. ni, degli
Studi offerti dalla Univers, padovana alla bolognese uell' VIII. centenario. —
Habe ich nicht gesehen; enthält nach Zool. Anz. die n. G. Aleurobius, Hericia ,
Phyeobius, Trichotarsus; vgl. unten.
Criniscansor (n. g. Listrophorin.) Criceti (Wunstorf und Hildesheim,
auf Cricetus frumentarius) ; Poppe a. a. 0. S. 234, Taf II, Fig. 1—3.
Aleurobius n g. Tyroglyphin. ; im Männchen 2 Saugnäpfe neben dem
After, und Genitalsaugnäpfe in beiden Geschlechteni ; die Beine des ersten Paares
beim Männchen verdickt und mit Stacheln bewehrt, die des 4. tragen auf den
Tarsen Haftscheibchen (dischetti a ventosa); Tarsen mit einer Haftscheibe und
einer wohl entwickelten Kralle endend; Vulva und Penis zwischen den Epimeren
des 4. Paares; Furche zwischen Thorax und Hinterleib vorhanden; die wandernden
Nymphen sind hypopial; für (Tyr.) farinae de Geer, S. 1193;
Hericia u. g. Tyroglyphin.; Saugnäpfe in beiden Geschlechtern fehlend,
sowohl neben dem After Avie neben der Geschlechtsüffnung; Tarsen mit einer
rudimentären Haftscheibe und einer wohl ausgebildeten Kralle; die Epimeren
des 2. Paares sind beim Weibchen von einander entfernt und stossen beim
Männchen mit ihrem vorderen Ende an die des ersten Paares; Vulva zwischen
den Epimeren des 2., Penis zwischen denen des 4. Paares: Geschlechtsdimor-
phismus in der Entwickelung der Beine: Beine mit Stacheln bewehrt; Haut
von Dornen und kurzen kegelförmigen Höckern rauh ; Furche zwischen Thorax
und Hinterleib fehlt; wandernde Nymphen nicht bekannt; für (Glyciph.) hericus
Bob., S. 1191;
Phyeobius n. g. Tyroglyphin.; Aftersaugnäpfe in beiden Geschlechtern
fehlend; Genitalsaugnäpfe vorhanden; Tarsen mit wohl entwickelter Haftscheibe
und Kralle endend; Epimeren des 2. Paares mit denen des 1. verbunden; Beine
in beiden Geschlechtern lang und dünn, ohne Geschlechtsunterschied; Vulva,
Penis, Thorako- Abdominalfurche und Nymphe wie bei Hericia; für (Glyciph.)
anonymus Hall., S. 1191;
Trichotarsus n. g. Tyroglyphin.; Aftersaugnäpfe in beiden Geschlechtern
fehlend; Geschlechtssaugnäpfe nur beim Weibchen vorhanden; Tarsen mit einer
Haftscheibe und schwachen Kralle endend; die Epimeren des 2. Paares in beiden
Geschlechtern von einander getrennt; Vulva innerhalb der Epimeren des 1. Paares,
kein Geschlechtsdimorphismus in der Entwickelung der Beine ; Furche zwischen
Thorax und Hinterleib fehlend; die wandernden Nymphen sind trichodaktyloid,
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. C
34 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
für (Trichod.) Xylocopae Dorm, und Osmiae Duf., S. 1192; G. Canestrini,
Prospetto deir Acarofauna Italiana.
Glycyphagus Canestrinü (Padua); (G. Armanelli, Acari del fieno della
provincia di Padova, Cefalü, 1887, S. 7 und) G. Canestrini, Prospetto etc.,
S. 1225, Tav. 26, Fig. 1, intermedius (ibid.); derselbe, ebenda S. 1222, Tav. 23
Fig. 2 (und I Tiroglifidi, Stud. crit. S. 20).
Tyroglyphus cujilis (Padua, in modernden Vegetabilien); G. Canestrini,
(I Tiroglifidi, Stud. crit., S. 30, Tav. I, Fig. 11—13, und) Prospetto etc., S. 1244,
Tav. 30, Fig. 2.
Trombidiadae. Caeculisoma{n. g. Rhyncholophin.) tuherculatum (Buenos
Aires; Asuncion); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital , 1888, S.186, Tab. VI, Fig. 1.
Pseudocheylus (n. g. Cheyletin.?; soll nach der angegebenen Etymologie
Pseudochilus heissen) biscalatus (Rio-A'pa, Matto-grosso) ; A. Berlese, Bull. Soc.
Entom. Ital., 1888, S. 189, Tab. VII, Fig. 3.
Cheyletus Noerneri (in den Spulen der Flügelfedern von Sterna hirundo);
Poppe a. a. 0. S. 239, Taf. II, Fig. 4, 5.
Geckobia oblonga (auf Scoleporus spinosus ; bemerkenswerth durch die ober
der Basis des Bostrums entspringenden, am Grunde vereinigten, am Ende in je
eine gezähnte Zange auslaufenden Anhangsorgane); Duges, Bull. Soc. Zool.
France, 1888, S. 14— 19 mit Abbild, (nach Americ. Naturalist, 1888, S. 360f.)
Rhyncholophus fdijies {Matto- grosso, Bras.) S. 181, Tab. VII, Fig. 2, impectus
(Bras.; Paraguay; Argentin.) S. 182, Fig. 1, gloriosus (Paraguay) Tab. V, Fig. 1,
pedestris (Buenos Aires) Tab. VIII, Fig. 1, S. 183, calvescens {Bras.; Parag. ; Ar-
gent.) S. 184, Tab. VI, Fig. 3 ; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital, 1888, ruhipes!
(Kanal; nicht beschrieben); E. L. Trouessart, Compt. Rend., CVII, S. 754;
vgl. oben S. 32.
Scirus (taurus Kram. var. hison Tab. VII, Fig. 4), cwtipalpis (Buenos Aires)
Fig. 5; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital, 1888, S. 188.
Smaridia depilata (Matto-grosso); A. Berlese, Biall. Soc. Ent. Ital., 1888,
S. 185, Tab VI, Fig. 4.
Trombella nothroides (Matto-grosso) Bras.); A. Berlese, Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 180, Tab. VI, Fig. 2, VII. Fig. 6, 7.
Trombidium (gymnopterum L. var. brevitarsum) , perligerum (Paraguay),
S. 177, Tab. V, Fig. 3), modestum (Brasilien) S. 178, Fig. 2, coarctatum (Buenos
Aires; Rio Apa) Fig. 5, ophthahnicum (Rio Apa) Fig. 4, S. 179; A. Berlese,
Bull. Soc. Ent. Ital., 1888, americanum ; G. Canestrini, Atti Soc. veneto-trent.
di Sei. natur., XI.
Oribatidae. Von A. D. Michael's „British Oribatidae" ist Vol. II.
erschienen; London, 1888, Ray Society. — Der Band ist mir noch nicht zu-
gekommen; eine Besprechung desselben s. Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 115.
Podapolipus (n. g. Tarsonemin.) reconditus (Italien, unter den- Flügel-
decken von Acis spinosa); G. Rovelli & B. Grassi, Bull. Soc. Entom., Ital.,
1888, S. 59—63, Tav. XV; vgl. oben S. 31.
Belba concolor K. var. vacua (Matto-grosso); A. Berlese, Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 218.
Damaeus ornatissimus (Matto-grosso); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital.,
1888, S.217, Tab. XIII, Fig. 1.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 35
Eremaeus car inulatus (Matto-gvosso); A. Berlese, Bull. Soc. Entern., Ital.,
1888, S. 217, Tab. XIII; Fig. 2.
Hoplophora variolosa (Matto-grosso) ; A. Berlese, Bull. Soc. Entom., Ital.,
1888, S. 218, Tab. Xni, Fig. 6.
Neoliodes theleproctus Herrn, var. porcellus (Rio-Apa); A. Berlese, Bull.
Soc. Entom. Ital, 1888, S. 217.
Nothrus flagellatus (Rio-Apa); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888,
S. 216, Tab. XIII, Fig. 4.
OribatespeZo^jtoiVZes.' (Matto-grosso, Rio-Apa); A. Berlese, Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 215, Tab. XIH, Fig. 3.
Bdellidae. Eupalus sanguineus (Kanal, auf Baianus balano'ides); E. L.
Trouessart, Compt. Rend., CVII, S. 753; vgl. oben S. 32.
Gamasidae. W. "Winkler: Anatomie der Gamasiden; Arb. Zool.
Instit. d. Univers. Wien, VII, S. 317 — 354, 5 Taff. — Habe ich noch nicht er-
halten.
Diplogijnium (u. g.; nach A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital.* 1888,
S. 199 synonym mit Celaenopsis 5eW.) acuminatum (Amerika); G. Canestrini,
Atti Soc. veneto-trentina di Sei. natur., Padova, XI. S. 101.
Euzercon (n. g. inter Celaenopsim et Megistanum) Balzani (Rio-Apa);
A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 203, Tab. IX, Fig. 2.
Heterozercon (n. g. Antennophorin.) degeneratus (Matto-grosso); A. Ber-
lese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 207, Tab. XI, Fig. 1.
Podolaelaps (n. g.) amhulacralis (Matto-grosso); A. Berlese, Bull. Soc.
Entom, Ital., 1888, S. 208, Tab. IX. Fig. 3.
Uropodella (n. g. Uropodin.) laciniata (Matto-grosso; Rio-Apa); A. Ber-
lese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 214, Tab. XII, Fig. 6; XIII, Fig. 10.
Antennophorus caputcarabi! (Matto-grosso) S. 205, Tab. XI, Fig. 2, viduus
(Rio-Apa) S. 206, Fig. 3; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888.
Celaeno truncata (Matto-grosso); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888,
S. 212, Tab. XI, Fig. 4.
Celaenopsis ovata (Asuncion) S. 199, Tab. X, Fig. 1, suhincisa (Buenos-Aires)
S. 200, Fig. 2, lunulata (Südamerika) Fig. 3, S. 201, amhigua (Rio-Apa) S. 202,
Taf.XI, Fig. 5; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888.
Discopoma modesta (Rio-Apa); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888,
S. 212, Tab. Xn, Fig. 5.
Gamasus aberrans (Matto-grosso); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital.,
1888, S. 194, Tab. Vni, Fig. 5, fortis (Amerika); G. Canestrini, Atti Soc.
veneto-trent. di Sei. natur. etc., XI, Giardi (Kanal; Kommensale von Baianus
balano'ides; nicht beschrieben); E. L. Trouessart, Compt. Rend., CVII, S. 753;
vgl. oben S. 32.
Holostaspis (marginatus Herrn, var. americanus), cordiger (Paraguay) S. 195,
Tab. Vm, Fig. 4; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888.
Hypoaspis coleoptratus (Buenos-Aires); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital.,
1888, S. 198, Tab. IX, Fig. 5, Co/fe«e (Amerika); G. Canestrini; Atti Soc.
veneto-trentin. di Sei. natur. etc., XI (nach dem Referat im Bull. Soc. Entom.
Ital., 1888, S. 225, ein junger Laelaps).
C*
36 Pli. Bert kau: Bericht über die wisseuschaftliclien Leistungen
Laelaps glahratus (|lio-Apa); A. B erlese, Bull. Soc. Entoni. Ital, 1888,
S. 198, Tab. IX, Fig. 4.
L[e]iogTiatlius bursa (Buenos-Aire.s; auf Hühnern); A. B erlese, Bull. Soc.
Entom. Ital., 1888, S. 208, Tab. IX, Fig. 6.
Megistanus armiger (Rio-Apa); A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital, 1888,
S. 204, Tab. IX, Fig. 1.
Pacbylaelaps h[a]eros (Matto - grosso) S. 196, Tab. Vm, Fig. 2, athUicus
(A.suncion) S. 197, Fig. 3; A. Berlese, Bull. Soc. Entom. Ital., 1888.
Uropoda festiva (Rio-Apa) Tab. XII, Fig. 7, longiseta (ibid.) Fig. 4, S. 209,
hypopoides! (ibid.) Fig. 9, j^'^siUa (ibid.) Fig. 3, S. 210, elimata (Matto - grosso),
vulpina (Rio-Apa), Fig. 1, S. 211, crih-aria (Asuncion) Fig. 8, S. 212; A. Berlese,
Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, davipilis, bipilis {Ameriksi); G. Canestrini, Atti
Soc. veneto-trentin. di Sei. natur., XI.
Ixodidae. Arablyomma complanatum (Rio-Apa) S. 191, Tab. XIII, Fig. 7,
auronitens (Rio-Apa) Fig. 9, sculptum (Matto-grosso) Fig. 8, S 192; A. Berlese,
Bull. Soc. Entom. Ital., 1888.
Haemaphysalis micropla (Amerika); G. Canestrini, Atti Soc. veneto-
trentina di Sei. natur., XI.
Ixodes (Gonixodes subg. nov.) rostralis; A. Duges, Bull. Soc. Zool.
France, Xni, S. 129—132, mit Abbild.
Hydrachnidae. H. Lohmann behandelt die Unterfamilie
der Halacaridae Murr, und die Meeresmilben der Ostsee;
Inaugural-Dissertat. Kiel, S. 1—140, Taf. I — III. Nach einer histo-
rischen Einleitung, welche die schwankenden und z. Th. der Be-
gründung entbehrenden Ansichten der Autoren aufdeckt, geht der
Verfasser dazu über, die morphologischen und anatomischen Ver-
hältnisse zu schildern. Am Integument ist der Besitz von Panzer-
platten hervorzuheben, deren auf dem Rücken konstant 4 vorkommen :
in der Mittellinie liegen der vordere und hintere Dorsalschild, an
den Seiten, zwischen 2. und 3. Beinpaare je eine Okularplatte, welche
die Doppelaugen trägt. Die Bauchseite enthält zunächst die Hüft-
platten, welche meist auf die Rückenseite übergreifen; ferner, hinter
den Hüftplatten des 4. Paares gelegen, die Genital- und die Analplatte ;
bei stark gepanzerten Formen verschmelzen beide zur Genito- Anal-
platte. Grössere Hautporen sind sehr spärlich vorhanden; eine Spalte
an der Bauchseite hinter der Hüfte des ersten Beinpaares wird von
Lohmann als rudimentäre Bildung aufgefasst und der ,,Urtrachee"
Henking's, ,,stigmate" Megnin s homologisiert ; nach der Beschreibung
und Abbildung wäre auch ein Vergleich mit den spaltförmigen Haut-
sinnesorganen der Arachniden gerechtfertigt. — Die Beine sind an
den Seiten des Körpers, zwischen Rücken und Bauchfläche eingelenkt,
und zwar so, dass 2 Paar nach vorn, 2 nach hinten gerichtet sind;
sie eignen sich nicht zu Schwimmbewegungen, desto besser aber zum
Klettern. Sie sind sechsgliederig und tragen am Ende 2 gewöhnHch
sichelförmig gekrümmte Krallen, welche den Seiten eines fünfseitigen
Mittelstücks eingelenkt sind. Die Beborstung der Beine ist eine ver-
schiedenartige, aber eigentliche Schwimmborsten fehlen.
^^
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 37
An dem Capituhim ist ein kugeliger Basaltheil deutlich von den
Tastern und dem Schnabel zu unterscheiden. Auf der hinteren Hälfte
der dorsalen Decke des Capitulums verlaufen die Ausführungsgänge
der Speicheldrüsen. Die Mandibeln sind 2-, die Taster 4 -gliederig.
Eine ausführliche Darstellung des inneren Baues ist einem 2. Theil
der Arbeit vorbehalten; aus den hier gemachten Angaben hebe ich
nur den völligen , Mangel der Tracheen hervor.
Nach allen Merkmalen gehören die Halacariden zu den Prostig-
mata Kramer's und zwar in die Nähe der Hydrachniden, aber als
selbständige UnterfamiUe. Durch die Panzerung, die laterale Ein-
lenkung der Beine, die Tracheenlosigkeit und ein vorderes, medianes
unpaares Auge (neben den seitlichen Augenpaaren) unterscheiden sie
sich leicht von den übrigen. Die 26 Arten sind auf 4 Gattungen zu
vertheilen, von denen Aletes ausser den neuen auch die fälschlich zu
Pachygnathus Dug. gestellten Arten umfasst. Diese 4 Gattungen sind
in folgender Weise auseinanderzuhalten.
A. Maxillartaster seitHch am Capitulum eingelenkt ; die Speichel-
kanäle weit von einander getrennt auf dem breiten Epistom.
I. Maxilllartaster kurz, dem Capitulum eng anHegend, zwischen
dem 6. BeingUed und dem Krallenmittelstück ein stabförmiges GHed
eingeschoben .... Aletes n. g. (Aletes-Gruppe).
II. Maxillartaster lang, frei beweglich am Capitulum eingelenkt;
das Krallenmittelstück ist unmittelbar dem 6. Glied angefügt (Hala-
carus-Gruppe).
1. 3. TastergHed mehrmals kürzer als das EndgHed, welches an
der dicken Basis sich stark und plötzlich verschmälert und auf ihr
drei divergirende lange Borsten trägt . . . Halacarus Hodge.
2. 3. Tasterglied nur wenig kürzer als das Endglied, welches aus
breiter Basis sicli ganz allmählich spindelförmig zuspitzt und wenige
kurze Borsten trägt . . . . Agaue n. g.
B. Maxillartaster dorsal neben der Medianlinie eingelenkt, mit
dem pfriemenförmigen, langen Schnabel eine Scheere bildend, _ deren
beweglicher Arm in vertikaler Richtung bewegt wird; bereits die
2. Glieder der ganzen Länge nach einander berührend. Epistom
durch die Maxillarladen verdrängt; Speichelkanäle fehlen . . . Lepto-
gnathus Ilodge (Leptognathus-Gruppe).
Zu den bekannten 16 Arten fand nun Lohmann in der Ostsee
10 neue auf, die auf den folgenden Seiten der Abhandlung sehr
genau beschrieben sind; es sind dies Aletes ■pascens S. 54 Taf. II.
Fig. 64, 69, setosm S. 58 Fig. 79, 80; Halacarus Mi.rrayi S. 70
Fig. 83, 86, Floridearnm S. 72 Taf. III Fig. 111, 115 halticus S. 73
Fig. 108, 120, striatm S. 74 Fig. 117, spinifer S. 75 Fig. 101, 102,
Fahricii S. 79 Taf. II Fig. 81, 82, loricatm S. 81; Leptognathus war//^w.s
S. 88 Taf. III Fig. 121, 122; die Gattung Agave ist auf Hai. parvus
Chilton gegründet.
Die Arten der Ostsee leben vorzugsweise in der Region der
Florideen, zwischen denen sie oft in grosser Menge umherkriechen;
38 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auch benutzen sie Idotheen als Transportmittel. Gegen Kälte sind
sie sehr wenig empfindlich; Eintrocknen oder kurzer Aufenthalt im
süssen Wasser tödtet sie dagegen.
t^opidognathns (n. g.) glypto derma ; nur angedeutet von E.
L Trouessart a. a. 0. S. 754f.;
Leptopsalis (n. g.) longipes ; ebenso, S. 755;
Rhoinbognathus (n. g.) longirostris\ ebenso S. 754; vergl. oben
S. 32.
R. Mouiez beschreibt in einer Note sur une Hydrachnide marine
Naiitarachna asperrimum! n. g., n. sp.; Revue biologique du Nord de la France,
I, S. t)4 — 68 mit 3 Holzschn. Die Gattung wird mit Pontarachna verglichen, von
der sie sich durch den regelmässig kurz elliptischen Körperumriss, sowie ferner
dadurch unterscheidet, dass die Hüftplatten nur das vordere Drittel der Körper-
unterseite einnehmen und dass die ungefähr in der Bauchmitte gelegene Ge-
schlechtsöffnung von 2 Platten umgehen ist, die mit den bekannten Haftnäpfen
besetzt sind. Von der Art wurde nur ein weibliches, noch nicht ganz ent-
wickeltes Exemplar gefangen, in dessen Beschreibung der Verfasser vielfach eine
eigene Nomenklatur anwendet. So spricht er von fünfgliedrigen, mit einer
Scheere endenden Lipp entastern und von einem Mandibeltaster. An der
Basis der Mandiheln befinden sich 2 Stigmenplatten; ob Tracheen vorhanden
sind, konnte nicht entschieden werden. Auf jeder Seite ist ein Auge vor-
handen. Das Exemplar wurde bei Cayeux - sur - Mer (Somme) mit dem feinen
Netz gefangen.
In seinen Beiträgen zur Kenutniss der Fauna des Süssen und
Salzigen Sees bei Halle a. S. in Zeitschr. f. wissensch. Zool., 46, führt
Zacharias auf S. 227—229 8 Hydrachniden auf.
Derselbe zählt die von ihm in einigen Seen in der Umgebung Frank-
furt's a. O. gefundenen Arten auf; Huth's monatl. Mitth. a. d. Gesammtgebiete
der Naturw., VI, S. 180.
Gadeau de Kerville zählt 12 Arten auf, die er in 2 Teichen des Eure
gesammelt hat; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXXVI.
R. V. Schaub, Ueber die Anatomie von Hydrodroma C. L. Koch,
ein Beitrag zur Kenntniss der Hydrachniden; Sitzher. kais. Akad. Wissensch.
Wien, 97. Bd., 1. Abth., S. 98—151, 6 Taff. — Ist mir noch nicht zugekommen.
Eine neue Hydrachnide aus schwach salzhaltigem Wasser ist
Nesaea uncata, die sich in einem Graben in Oberneuland und in der Mitte des
sog. Süss-Sees bei Mannsfeld fand; Koenike, Abhaudl. Naturw. Verein Bremen
X, S. 273 — 293, Taf, III. Die Art ist sehr genau beschiieben und einzelne
Theile sind zur Erläuterung abgebildet. Die Tracheen haben ihre Stigmen auf
der Vorderseite der Oberkiefer und ihr Hauptstamm steckt in einem Chitin-
sacke, der mit dem der anderen Seite durch einen Gang kommuniziert; nach dem
Vorgange Michael's, der dieselbe Bildung bei Nothrus theleproctus auffand,
nennt Könike diesen Sack Luftsack; die weitere Verzweigung der Tracheen-
hauptstämme, die in diesem Sacke anscheinend blind enden, konnte nicht er-
mittelt werden.
Landois fand 9 Stück der 9 mm. langen Larven von Hydrachna cruenta
unter den Flügeln eines Dyticus raarginalis; Jahresber. zool. Sekt, westf. Prov.-
Ver. 1887—88, S. 36.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 39
Arrheniirus affinis (Karasch-See bei Deutsch-Eylaii); Könike, Schriften
d. Naturforsch. Gesellsch. Danzig, N. F. VII. Bd., 1. Heft, S. 1—4, Taf. I.
Eylais exten dens ilf»^. var. protendens (Buenos Aires); A. Berlese, Bull.
Soc. Entom. Ital., 1888, S. 219.
Hydrachna globosa de Geer. var. miliaria (Südamerika); A. Berlese, Bull,
Soc. Entom. Ital., 1888, S. 219.
Tardigrada.
Plate bringt Beiträge zur Naturgeschichte der Tardi-
graden, die sich auf die Anatomie, Biologie und Systematik dieser
Thierchen beziehen; ZooL Jahrb., Abth. f. Anatomie und Ontog., III,
S. 487 — 550, Taf. XX — XXII. Aus den Ausführungen Plate's hebe
ich folgende Angaben hervor: Das Nervensystem besteht aus Ge-
hirn, Unterschlundganglion und 4 Bauchganglien. Gehirn und
UnterschlundgangHon haben ziemlich dieselbe Gestalt; aber ersteres
besitzt einen mittleren und je 2 seitliche Anhangslappen, von denen
namentlich der äussere stark entwickelt ist. Letzterer steht durch
einen Faden mit dem ersten Bauchganglion in Verbindung und
enthält das Augenpigment, wenn solches vorhanden ist. Die En-
digung der Nerven an den Muskeln geschieht mittels einer zackigen
Platte, die dem körnigen ,,Doyere'schen" Hügel aufgelagert ist; die
körnige Masse gehört zum Muskel, nicht zum Nerv. — Der Ver-
dauungsapparat besteht aus INIundhöhle, j\Iundröhre, zwei Stosszähnen,
Schlundkopf, Oesophagus, Magen- und Enddarm, und alle diese Theile
Hegen in gerader Linie hinter einander. Der Schlundkopf dient als
Saugmagen. Der Enddarm wird durch Aufnahme zweier Malpighi'scher
Gefässe und der Geschlechtsorgane zur Kloake. In der Leibes-
flüssigkeit befinden sich bei den meisten Arten die grossen Blut-
körper, die wahrscheinKch zur Aufspeicherung der Assimilations-
produkte dienen. Besondere Cirkulations- und Athemorgane fehlen.
— Während die Bärthierchen bisher für Zwitter galten, sind dieselben
nach Plate getrennten Geschlechts, die ]\Iännchen aber weit seltener
als die Weibchen. Die Geschlechtsdrüse hat in beiden Geschlechtern
eine übereinstimmende Lage und Gestalt. Die Spermatozoen haben
einen langen und einen kurzen Faden. An derselben Stelle mit
der Geschlechtsdrüse mündet die dorsal von dem Darm gelegene
rundliche Anhangsdrüse in den Enddarm; auch diese ist in beiden
Geschlechtern gleich. Ihre Bedeutung ist noch nicht ermittelt;
ebenso wenig ist die Begattung beobachtet.
Die systematische Stellung der Bärthierchen ist nach dem Ver-
fasser bisher nicht richtig aufgefasst worden. Was sie vor allen
Klassen der Arthropoden auszeichnet, ist der Mangel (einer äusseren
Segmentierung und) paariger Sinnes- und Mundwerkzeuge am Kopf.
Demnach müssten sie an die Spitze der Tracheaten, noch vor die
Onychophoren, gesetzt werden, indem sie den Uebergang von den
Gliederwürmern zu den luftathmenden Arthropoden am reinsten zum
Ausdruck bringen.
40 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eine Uebersicht der Gattungen und Arten weist 6 Gattungen,
26 Arten auf, mit folgenden neuen: Echiniscoides subg. nov. von Echi-
niscus, Beine mit 7 — 9 Krallen, für (Echiniscus) Sigismundi; Echiniscus
filmnentosus, muscicolo , acideatus, similis S. 530; (Lydella Dujardini
S. 833); Macrobiotus iniermedius (Marburg) S. 535, tuber cidatus (ibid.)
S. 536; Doycria (n. g.; zwei kleine Stifte in der Mundröhre; Mund-
höhle zu einem langen Rohr ausgezogen; Speicheldrüsen fehlen; sonst
Macrobiotus Hufelandii ähnlich) simplex (Marburg) S. 537; DipJiascon
(n. g., ähnlich ]\Iacrob. Oberhäuseri, aber der kleine runde Schlund-
kopf sitzt in der Mitte des Oesophagus) cldlenense (Ch.) S. 538.
Opilioiies.
Henking theilt Biologische Beobachtungen an Phalan-
giden mit; Zool. Jahrb. III, Abth. f. Systemat., S. 319—335, mit
Holzschnitt. — Die Nahrung der Opilionen besteht nach Henking,
der hiermit die Beobachtungen Menge's bestätigt, in todten Thieren
oder vegetabilischen Stoffen; lebende Insekten wurden von ihnen stets
verschmäht oder gar gemieden. Im Freien wurden sie dabei be-
troffen, wie sie kleine Flüssigkeitströpfchen auf Blättern aufleckten.
Einen Schutz des Fichtenwaldes gegen Chermes, den Keller sich von
ihnen verspricht (s. dies. Ber. f. 1885 S. 83 f.) beweifelt Henking ganz
und gar. — Begattung und Eiablage sind auch hier beschrieben.
Eine Ueberwinterung erwachsener Thiere beobachtete Henking
nicht; es überwintern nur die Eier, aus denen etwa ein halbes Jahr,
nachdem sie gelegt sind, die Jungen ausschlüpfen. Mehrere der
Jungen wurden bis zur vollen Geschlechtsreife in der Gefangenschaft
gezüchtet. Eine Regeneration verletzter Beine beobachtete der Ver-
fasser nicht. War ein Bein am Schenkeltheil verletzt oder abge-
schnitten, so wurde der Stumpf im Hüftgelenk freiwillig abgeworfen.
War das Bein in der Reihe der Metatarsalglieder verkürzt, so schien
die Wunde einfach zu vernarben. — Vgl. auch das Referat von
Matzdorff in Monatl. Mitth. a. d. Gesammtgeb. d. Naturw., 6. Jahrg.,
S. 123 f.
Ueber die embryonale Entwickelung der Geschlechts-
organe bei der Afterspinne, (Phalangium) macht Faussek
im Biolog. Centralbl., VIII, S. 359 — 363 mit 2 Holzschn. die vor-
läufige Mittheilung, dass die erste beobachtete Anlage der Geschlechts-
organe sich zu einer Zeit, wo die Segmentierung der Bauchplatte beginnt,
als ein Haufen specifischer Zellen am Ende des Hinterleibes zeigt;
später ist derselbe vom Mesoderm umschlossen, behält aber den
früheren Charakter im übrigen bei. Der Verfasser hält es für wahr-
scheinlich, dass diese Keimzellen unmittelbar von den Dotterzellen
abstammen,
Geraeocormobius (n. g. Gonylept. Opisthoplitae Sörens. affine) sylvarum
(Missiones); Holmberg, Bolet. Acacl. Nacion. Ciencias en Cordoba, T. X.
S. 211-213 mit Holzschnitt.
Opilio paraxjuaijensis ; G. Canestrini, Atti Soc. veneto-trentina di.Sci.
natur., Padova, XI.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 41
Pachylus gradlipes, spivosus; G. Canestrini, Atti Soc. veneto-trentin.
di Sei. natur., Padova, XI.
Chernetina.
A. Croneberg hat auf seine vorjährige vorläufige Mittheilung
(Ber. S. 34) die ausführlichere Darstellung folgen lassen: Beitrag
zur Kenntniss des Baues der Pseudoscorpione, Bull. Soc.
Imp. Nat. Moscou, 1888 No. 3, S. 416—461, Taf. X, XI, Xla, und
russich, ebenda S. 494 — 544. Ich trage daraus folgende Punkte
nach. Die Oberlippe und Unterlippe, die zusammen das für die
Arachniden charakteristische Rostrum bilden, sieht Croneberg
als die Aequivalente je zweier Gliedmassenpaare an, und zwar die Ober-
lippe als präorales, dem 1 Antennenpaar der Crustaceen, der Ober-
lippe der Insekten homologes Gliedmassenpaar; die Oberkiefer der
Arachniden sind dem 2ten Fühlerpaar der Krebse (!), dem einzigen der
Insekten homolog. Die Unterlippe ist den Oberkiefern (!) der Krebse
und Insekten, die Unterkiefer dem 1 , Maxillenpaar (!) der Krebse und
Insekten, das 1. Beinpaar dem 2. Maxillenpaar der Krebse und
Insekten (Unterlippe der letzteren) homolog. — Die Genitalöffiiung
befindet sich zwischen einer vorderen und hinteren Genitalplatte; vor
der vorderen liegt noch eine kleine dreieckige Platte. Letztere sieht
Croneberg als die Bauchschiene des ersten Segments, und die beiden
Genitalplatten als die Bauchschienen des zweiten und dritten Segments
an. Die beiden Stigmenpaare liegen auf der Grenze des 3. und 4.
und 4. und 5. Segments. Ausser den Packeten einzelHger Drüsen
münden auch zwei schlauchförmige Drüsen vereint in die Scheide
aus; diese Drüsen und ihr Aequivalent bei den Männchen, die
Widderhomähnlich gekrümmten Kanäle, entsprechen nach Croneberg
einem vorderen Tracheenpaar. — Der Verfasser erkennt nur eine
geringe Verwandtschaft der Pseudoscorpione mit den echten Scorpionen,
dagegen eine grössere mit den Opilionen. Von diesen letzteren
schliesst er aber .Gibbocellum aus, das von den Pseudoscorpionen
abzuleiten ist.
E. V. Daday giebt eine Uebersicht der Chernetiden des
ungarischen Nationalmuseums in Budapest; Termcsz. Füzet.,
XI, S. 111 — 136 (ungar.) und 165—192 (deutsch) Taf. IX. — Der
Verfasser fand auch auf dem inneren, unbeweglichen Glied der
Mandibeln aller Chernetiden eine Serrula.
Chernetidaenonnullaesud-americanaedelin.et de Script;
. . . . ab A. Balz an; pugillus I, II, III. Asuncion Paraguay, 1887.
26 Ss., 23 Taff. (Habe ich nicht erhalten).
Garypinus (n. g.; Mandibnlarnm digitus mobilis galea instructus; cephalo-
thoracis margo anticus epistomate millo; omnes pedes trochautinis, articulis
tarsorum binis; cephalothorax sulco transversali distincto, anteriora versus paul-
latim angustatus; oculis 4; zugleich Vertreterin der neuen subf. Garypininae),
für Olpiuni diniidiatum L. Koch = semivittatum Tömösv.\ Daday a. a. 0. S. 179-
ehernes cyrneus Tömusv. var. hunyaricus (Szent- Märton, Com. Baranya),
42 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 171, Taf. IV, Fig. 4, 6, hunyarims (Paulis, Com. Arad) S. 174, Fig. 1, 2;
Daday a. a. O.
Chthonius diopUhalmus (Mehadia); Daday a. a. 0. S. 191, Taf.IV, Fig.21, 27.
Ohhmm Cephalonicum (C) S. 186, Taf.IV, Fig. 22, dumicola C. L. Koch
var. nitidum (Sinnaikö) S. 187, Fig. 24, macrodactylum n. sp. (Mehadia) S. 189,
Fig. 26; Daday a. a. 0.
Pedipalpi.
Diese Ordnung theilt Thoreil in den Ann. Mus. Civ. Genov.
(2) VI S. 340 ff. in die Unterordnungen Amblypygi mit Familie
Phrynoi'dae und Unterordnung Uropygi mit den beiden Tribus
Oxopoei, Familie Thelyphonidae, und Tartarides, FamiKe
Schizoii oto'idae. Den Namen Schizonotus nimmt Thor eil statt
(des bereits bei den Vögeln vergebenen) Nyctalops Cambr. an. Die
„Microthelyphonidae" Grasa. hält T h o r e 1 1 für eine eigene Ordnung,
die mit den Thelyphoniden nur den geghederten Schwanzfaden ge-
meinsam hat, und für die der Name Palpigradi in Vorschlag ge-
bracht wird. — In Charon Papuanus n. sp. fand der Verfasser Em-
bryonen von 3 mm Länge, wodurch eine Angabe Gerstäcker' s,
dass die Phryniden lebendig gebärend seien, Bestätigung findet. Die
Hüften des 2. Paares büden bei diesen Embryonen eine grosse
quere Scheibe, der ringsum die zerrissenen Theile einer feinen
Membran anhaften, mit der der Embryo umhüllt war.
Phrynidae. Charon Beccarü (Amboina) S. 340, Papuanus (Fly river;
Yule) S. 345, suhterraneus (Amboina) S. 349, Saraivakensis (S., Borneo) S. 364;
Thorell a. a. 0.
Thelyphonidae. Als Merkmale, die in erster Linie zur Artunterschei-
dung zu verwenden sind, gibt Thorell a. a. 0. S. 359 an: Gestalt und Grösse
der Tarsenglieder des ersten Fusspaares; Bewaffnung der Palpen, Gestalt und
Grösse des Tibial- und Tarsaltheiles dieser und des beweglichen Fingers der-
selben und dessen Skulptur; Färbung des Schwanzfadens; Gestalt des Höckers
der Rückenaugen; Gestalt und Grösse der Ommatoiden (so nennt Thorell
die hellen augenähnlichen Flecke au der Spitze des letzten Hinterleibs-
segmentes). Neben Thelyphonus, in welcher Gattung bisher alle lebenden Arten
vereinigt wurden, unterscheidet Thorell 2 neue Gattungen nach folgender
Tabelle:
A. Cephalothorax carinis cephalicis carens; ommatoidae duae. . . Hypoctonus.
B. Cep. carinis cephalicis praeditus:
a) Ommatoidae duae Thelyphonus.
b) Ommat. quattuor Tetrabalius.
Type von Hypoctonus ist H. formosus (Biitl.) , von Tetrabalius T. seticauda
(Bolesch.); von letzterer Gattung wird ausserdem eine neue Art, T. nasutus
(Borneo) beschrieben, S. 401. Die meisten der von anderen Autoren beschriebenen
Arten (rufimanus Luc, sepiaris Butl., Manilanus G. L. Koch, puguator Butl.,
Philippensis Butl.) werden vorläufig bei Thelyphonus belassen, da die Be-
schreibungen nicht gestatten, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Als neue
Arten werden beschrieben Thel. Doriae (Sarawak, Borneo) S. 361 , asper atus
(Java) S. 382, Papuanus (Ramoi, Neu-Guinea) S. 385.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 43
Scorpiones.
Scorpione mit kreisförmigen Stigmen sind nur die
neotropischen Gattungen Chactas und Teuthraustes; Ray-Lankester
kam nur durch eine falsche Determinirung, die ihn in Chactas einen
Brotheas sehen Hess, dazu, der Gattung Brotheas kreisförmige Stigmen
zuzuschreiben. Karsch, Zool. Anz., 1888, S. 15 f.
Mossamedes (n. g. inter Opisthophthalnium et Heterometrum intermedium)
opinahis (Kalahari); Simon, Ann. See. Entern. Erance 1887, S. 381.
E. J. Pocock schlägt als Ausweg aus der Verwirrung, die dadurch ent-
standen ist, dass Thorell, Karsch und Simon die Gattungen Scorpio, Pandinus,
Heterometrus und Palamnaeus in verschiedenem Sinne anwenden, vor, die Gattung
Scorpio (= Pandinus llior.) für africanus L. anzunehmen, davon aber maurus L.
nicht generisch zu trennen, und Heterometrus für spinifer zu reservieren; es
würde danach Pandinus mit Scorpio und Palamnaeus mit Heterometrus zusammen-
fallen und eingehen müssen. — Als neue Arten aus Afrika beschreibt derselbe
Sc. cavimanus (Kilimandscharo) S. 247, exitialis (Schoa) S. 249, dictator (Fernando
Po ; Westafrika) S. 251 : On the african specimens of the genus Scorpio
(Linn.) contained in the coUection of the British Museum; Ann. a. Mag. N. H.
(6), II, S. 245-255.
Buthus ra«tZM6- S. 377, fulvqyes S.dlS, liievi frans S. 379 (Kalahari); Simon,
Ann. Soc. Entern. France 1887.
Die Gattung Hormurus Thor, ist nicht synonym mit Liocheles Sund.,
da die Type von Liocheles, L. Australasiae Sund., eine andere Art ist als die
Type von Hormurus, H. Australasiae Fabr.; Thorell a.a.O. S. 419.
H. Australasiae F. var. suspectus (Birma) S. 420, insculptus (Andai, Neu-
Guinea) S. 422; Thorell a. a. 0.
Ischnurus Tüyrus (Kalahari); Simon, Ann. Soc. Entora. France, 1887, S.383.
Isometrus flavimanus (Ajer Mancior, Sumatra) S. 409; Thorell a.a.O.
Lepreus lunulifer (Kalahari); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 375.
Palamnaeus liophysa (Ajer Mancior, Sumatra); Thorell a. a. 0. S. 415.
Petrovicus furcatus (Kalahari) ; S i m 0 n , Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 380.
R. J. Pocock behandelt the (4) species of the genus Urodacus in
the collection of the British Museum, und beschreibt U. excellens (Port Essingtou)
S. 170, Fig. 2, armutus (Port Lincoln) S. 172, Fig. 3, abruptus (Adelaide) S. 174,
Fig. 4; Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 169—175, PI. VHL
Araneae.
J. H. Em er ton setzt seine Bearbeitung der Spinnen Neu-Englands
mit New England spiders of the family Ciniflonidae fort; Trans.
Connecticut Academy of arts and sciences, VII, S. 443 — 458 PL IX — XL
Der Verfasser nimmt die ,, Ciniflonidae" prinzipiell in dem Sinne Black-
walFs und sieht sie als eine Familie an, mit den Gattungen Dictyna,
Amaurobius, Titanoeca, Uloborus und Ilyptiotes; die beiden letzteren
bilden die Unterfamilie Uloborinae. Wie man sieht, ist die Gattung
Filistata nicht darunter. Von Dictyna sind 9, Amaurobius 3, Titan-
oeca 2 Arten, Uloborus und Hyptiotes je eine Art beschrieben.
44 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
van Hasselt zählt auf (16) Araneae exoticae . . coli. . . in
Guyana Hollandica (Surinam); Tijdschr. v. Entomol. XXXI
S. 165 — 200, PL 5, 6.
Die IL der Etudes sur les Arachnides de l'Asie mcridionale . . .
von E. Simon behandelt die Arachnides rec. aux lies Andaman;
Journ. of the Asiatic Society of Bengal, Vol. LVII, Part. II, S. 282—287.
Es sind neben einer Anzahl j unger Spinnen aus verschiedenen Familien,
die eine nähere Bestimmung nicht gestatten, 7 Arten.
van Hasselt sprach über die Bedeutung der einzelnen Theile
des Tasters der Spinnenmännchen, erkannte der bei der Begattung
hervortretenden Blase die Hauptrolle bei der Begattung zu und spricht
noch einmal ausdrücklich aus, dass sie von dem sog. Spiralmuskel
Menge's, elastischen Polster Lebert's gebildet werde; Tijdschr. v. Entom.
XXXI, Versl., S. LXXXVI— LXXXVIII.
Des poils nommes auditifs chez les araignees par W.
Wagner; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1888 No. 1 S. 119—134 mit
6 Holzschnitten. — Der Verfasser beschreibt zuerst die von ihm
Tasthaare genannten Kutikularanhänge, die durch eine Ausstülpung
der innersten Chitinlage der Kutikula entstehen soUen. Diese Aus-
stülpung bildet noch innerhalb des Hauptporus einen nach innen
gerichteten Kegel, ,, Papille", und setzt sich dann in das frei in die
Luft ragende Haar fort. Dieses hat eine yerhältnissmässig dicke
Wandung, ist im Endtheil mit Luft angefüllt und in Folge dessen
durchscheinend; in seinen Grund ragt das Ende einer Nervenfaser
hinein. — Unter den sog. ,, Hörhaaren" sind zweierlei Formen zu
unterscheiden, zu denen Wagner noch eine dritte beschreibt. Ge-
meinsam, ist diesen allen der verw^ickelte Bau des Hautporus, in
dem sie stecken. Auch hier soll nur die innerste (unterste) Chitin-
lage der Kutikula die Auskleidung des Hautporus besorgen. Diese
besteht zunächst in zwei Bechern, die denselben Boden haben, deren
Oefthung aber das eine Mal nach aussen, das andere Mal nach innen
gerichtet ist. Innerhalb des äusseren Bechers erhebt sich ein dritter
kleinerer. Der gemeinsame Boden dieser 3 Becher ist durchbohrt, und
in der Durchbohrung steckt das Haar, das im Vergleich zu den ge-
wöhnlichen Tasthaaren viel feiner ist. Neben diesen, wegen des Aus-
sehens ihres Endtheiles „rosenkranzförmige" genannnten ist eine zweite
Form, „feine Tasthaare", namenthch dadurch ausgezeichnet, dass das
Haar innerhalb des äusseren Bechers eine Verdickung zeigt. Eine
dritte Form, wegen ihrer kurzen keulenförmigen Gestalt ,,kürbis-
förmige" genannt, fand; sich nur an dem Tarsus der Beine und Palpen
einer ,,Mygale" von Neu-Guinea.
Der Verfasser konnte sich nicht durch das Experiment davon
überzeugen, dass diese Haare auf irgend w^elche Töne reagirten; er
hält sie sammt und sonders für Organe des Gefühls. Während aber
die gewöhnlichen Tasthaare die gröberen Berührungen dem Thiere
bemerkbar machen, dienen die drei zuletzt beschriebenen Formen
dazu, Bewegungen der Luft, und vielleicht auch die Beschaffenheit
des Wetters w^ahrzunehmen.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 45
G. W. & E. H. Peckham tlieilen some observations on the
mental powers of spiders mit; Journal of morphology, I,
S. 383 — 419. Da ich die Abhandlung nicht im Original erhalten
habe, so referire ich nach Americ. NaturaHst, 1888, S. 654 — 656.
— Mit riechenden Stoffen Avurden im ganzen 220 Versuche an-
gestellt, 3 Arten (Argyroepeira hortorum, Dolomedes tenebrosus und
Herpyllus ecclesiasticus) veniethen nicht, dass sie durch den Geruch
beeinflusst wurden; in allen übrigen Fällen zeigten die Arten durch
ihr Gebahren, dass sie den Geruch wahrnahmen. Von tönenden
Gegenständen wirkte am meisten eine Stimmgabel; wo der Gehörsinn
seinen Sitz hat, Hess sich nicht ermitteln; wahrscheinhch ist er über
einen grossen Theil der Haut verbreitet.
Interessant sind die Versuche, um zu ermitteln, wie lange das
Gedächtniss weiblicher Spinnen, die ihr Eiersäckchen bewachen,
reicht. Eine 48 Stunden lang von ihren Eiern getrennt gewesene
Clubiona pallens Hentz nahm sich ihrer sofort wieder an, ein
Theridium globosum erinnerte sich derselben sogar noch nach
51 Stunden, Avährend Attiden und Thomisiden im Allgemeinen nach
24 stündiger Trennung sich um ihre Eier nicht mehr kümmerten.
Nach der Beobachtung Peckham's sind die Augen mancher
Arten schärfer, als die bisherigen Mittheilungen vermuthen Hessen.
Die Attide Astia vittata sieht auf 10" deutlich, wie aus dem Ver-
halten eines Pärchens hervorgeht: Das verfolgte Weibchen verbarg
sich, wenn das Männchen in dieser Entfernung zu sehen war, be-
wegte sich dagegen ohne Vorsicht, wenn das Männchen durch andere
Gegenstände verdeckt war. Hatte dieses seinerseits das Weibcheu
aus den Augen verloren, so erstieg es einen erhöhten Punkt, von
dem aus es Umschau hielt; hatte es das Weibchen erbhckt, was oft
auf eine Entfernung von 10" geschah, so begab es sich geraden
Wegs auf die Verfolgung. Auch das Vermögen, die Farben zu
unterscheiden, scheint den Spinnen nicht zu fehlen; die meisten
Arten suchten rothes Licht auf.
V. Wagner untersuchte das Blut der Spinnen. Arch. Slav.
BioL, IV, S. 297 — 336. Dasselbe besteht aus einer farblosen Flüssig-
keit, in der bei erwachsenen Spinnen viererlei Zellen schwimmen.
Von diesen sind nur 2, die amöboiden und die gefärbten, konstant.
Sie haben gewisse Eigenschaften in ihrem Bau gemeinsamen, unter-
scheiden sich aber in anderen von einander, so auch namentlich in
der Art ihrer Vermehrung und in ihrer Herkunft, indem die ersteren
mesodermal, die letzteren entodermal sind. Die beiden anderen
ZeUen sind nur vorbereitende Stadien der konstanten Formen und
können als das Resultat der Vermehrung betrachtet werden. Die
Grösse der Blutkörperchen wächst mit dem Alter des Thieres. Bei
der erwachsenen Spinne ist das Verhältniss der verschiedenen Formen
der Körperchen in den verschiedenen Körpertheilen streng bestimmt.
Während des Wachsthums variiert das Verhältniss konstant (in den
verschiedenen Stadien) und periodisch (in Verbindung mit der Häutung).
46 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Das Verhältniss ist periodisch beeinflusst durch das plötzHche Auf-
treten der kugeligen Formen, deren Zahl nach der Häutung ungeheuer
zunimmt. Da diese Kugeln das Vermehrungsstadium in den konstanten
Formen darstellen, so zeigen sie die Intensität dieses Vorganges zu
dieser Zeit an. Diese Intensität erklärt sich bis zu einem gewissen
Grad aus der Langsamkeit der Zirkulation während und unmittelbar
nach der Häutung. Da nur 2 Formen konstant sind, so müssen wir
diesen die grösste Wichtigkeit zusprechen. Der Unterschied in der
Reaktion zwischen den amöboiden und den gefärbten Zellen und die
Aehnlichkeit zwischen den amöboiden Zellen und den Leukozyten der
höheren Thiere gestatten bis zu einem gewissen Grade von Wahr-
scheinKchkeit, wenn nicht Gewissheit, die Rolle dieser Bestandtheile
zu bestimmen. (Nach Journ. R. Micr. Soc, 1888, S. 946 f.).
Mc Cook gibt in den Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 1888, S. 172
bis 176 Notes on the relations of structure and function to
color changes in spiders. Dieselben weisen einmal auf die That-
sache hin, dass, während junge Spinnen durchweg hell gefärbt
sind, mit vorschreitendem Alter erst die charakteristischen Zeich-
nungen sich mehr und mehr ausbilden; ferner auf einige überein-
stimmende Fälle von Färbung bei Arten, die in gleicher Umgebung
vorkommen. Arten, die durch die Färbung und Grösse sehr augen-
fälUg sind, besitzen Lebensgewohnheiten, die sie schützen.
Geo. F. Atkinson macht New instances of protective
resemblance in spiders bekannt; Journ. Elisha Mitchell scient.
societ., V, S. 28—30. und Americ. Naturalist, 1888, S. 545f.
Thomisus aleatorius Hentz, die auf Gras sehr gemein ist,
hält sich mit den beiden hinteren Fusspaaren an dem Halme fest
und streckt die kräftigen, langen vorderen Fusspaare unter einem
Winkel vom Grashalme ab, der genau dem von den Aehrchen gebildeten
Winkel gleich ist. — Eine neue Cyrtarachne-Art, die C. multilineata
genannt ist, sieht in der Ruhe dem Gehäuse einer Schnecke täuschend
ähnlich, welche sehr häufig auf Blättern lebt. Die Eiersäckchen dieser
Art ähneln den Gallen, welche am Stamm gewisser Pflanzen nicht
selten sind.
Nach einer Beobachtung v. Dietfurth's ,,schoss" eine an einem
Faden herabhängende Kreuzspinne eine grosse Anzahl Fäden, die
in der Luft umherflatterten. Von Zeit zu Zeit tastete die Spinne
mit ihren Hinterbeinen, ob nicht ein Fädchen sich festgehäkelt hätte.
Bei einigen war dies der Fall, und nun benutzte die Spinne diesen
Weg, um, einen festen Faden nachziehend, den ersten Querfaden an-
zulegen, worauf die Fertigstellung des ganzen Netzes keine Schwierig-
keit mehr machte. Landois, Jahresber. Zool. Sekt. west. Prov.-Ver.
f. 1887—88 S. 28.
In einer Note on the tube-inhabiting spider, Lycosa
fatifera Hentz, spricht G. F. Atkinson aus, dass die landläufige
Meinung, alle röhrenbewohnenden Lycosiden bedienten sich ihrer
Wohnung als Schlupfwinkels nur bei der ungünstigen Jahreszeit oder
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 47
zum Zwecke der Häutung, nicht genügend durch Beobachtungen
gerechtfertigt sei. Die Gewohnheit der Arten könne zudem durch
die geographische Breite beeinflusst werden, insofern die nördhchen
Arten ihre Schlupfwinkel unter Steinen haben, die südhchen dagegen
sich Röhren graben. Eine Art, die wie die röhrenbewohnenden
Teraphosiden sich ständig in ihrer Röhre aufhält und dieselbe nie
oder äusserst selten verlässt, um draussen auf Beute auszugehen, ist
die L. fatifera Hentz. Journ. Elisha Mitchell scientif. societ., V.
S. 30 f.
Robert sprach in der Naturforschenden Gesellschaft zu Dorpat
über die giftigen Spinnen Russlands, Galeodes araneoides,
Trochosa singoriensis und Lathrodectus 13 guttatus. Während die
Giftigkeit der ersteren neuerdings wieder in Frage gestellt ist und
die zweite Art nur in demselben geringen Grade wie ihre mit Un-
recht verschrieene italienische Verwandte giftig ist, ist die Malmignatte,
die in einer bunten und schwarzen Varietät (letztere schwarzer Wolf
oder schwarze Witwe genannt; es ist das wohl die var. lugubris TJnf.),
vorkommt, in hohem Grade giftig; an ihrem Bisse sollen in manchen
Gegenden 33 7o der Kameele zu Grunde gehen. Die Wirkung des
Giftes, selbst in millionenfacher Verdünnung, besteht in einer Lähmung
des Herzens und vielleicht des Zentralnervensystems; innerlich ge-
nommen ist es unwii'ksam. Es ist eine Eiweisssubstanz, und zwar
ein sog. Ferment; durch Kochen wird es zerstört. Es findet sich
nicht nur in der Giftdrüse, sondern in dem ganzen Körper,
selbst in den Eiern. S. Biolog. Centralbl., VHI, S. 2871; Sitzgsber.
Naturf. Gesellsch. Dorpat, 1888, S. 362—364, 440 f.
C. V. Riley berichtete in der Sitzung der Entom. Soc. Washington,
1. März 1888, über einen durch den Biss von Latrodectus mactans
herbeigeführten Todesfall, woran sich allgemeinere Betrachtungen und
Mittheilungen anderer Fälle anschlössen; s. Entomol. Americana, IV,
S. 40; Insect life, I, S. 204 — 211; Lugger erwähnt einen Fall, wo
sein Töchterchen in Folge des Bisses von Phidippus trisguttatus i.
3 Tage lang krank war; Proceed. Entom. Soc. Washington, I, S. 139 f.;
Bemerkungen über den von Riley vorgetragenen Fall, die ihn als
zweifelhaft erscheinen lassen, über die Natur des Spinnengiftes und
über Gegenmittel s. ebenda S. 140f.
L. 0. Howard erwähnt eine Notiz aus Hardwicke's Science
Gossip, Juli 1888, die eine Polysphincta-Larve als äusseren Parasiten
einer Spinne von Ceylon kennen lehrt; Insect life, I, S. 42 f.
Derselbe meldet ebenda S. 106 andere ähnliche Fälle und be-
schreibt eine auf Dictyna volupis schmarotzende Polysphincta.
Mc Cook sprach am 21. Febr. 1888 vor der Acad. Nat. Sei.
Philadelphia über die necessity for revising the nomenclature
of american spiders. Diese Nothwendigkeit ergibt sich aus dem
Umstand, dass Hentz, dessen Benennungen in Amerika allgemein
in Gebrauch sind, keine Rücksicht auf frühere Autoren, namentlich
nicht auf Walckenaer, genommen hat, welcher letztere durch
Abbot eine grössere Zahl amerikanischer Spinnen kennen lernte.
48 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Von 16 Hentz'schen Arten, meist Epeiriden, ist die richtige Benennung
angegeben.
Simon möchte die Mimetinae zum Rang einer Familie er-
heben, die die Gattungen Ero, Mimetes, Gelanor (= Eurymachus
Keys.), Arcys, Grolus und Oarces umfassen würde; Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 240 Anm.
Unter der Ueberschrift „On a new and interesting spider"
macht Geo. Marx eine interessante neue Gattung bekannt, die zu-
gleich Vertreterin einer neuen Familie ist, die nach der Ansicht des
Verfassers Merkmale der Territelarien, Dysderiden, Filistatiden, Phol-
ciden und Scytodiden vereinigt. Indessen sind die Eigenschaften,
welche die Gattung mit den Dysderiden und Scytodiden gemeinsam
haben soll, keine anderen, als welche auch bei den Filistatiden vor-
kommen, und so fallen diese beiden Famihen weg. Der auffallendste
Charakter besteht in dem Vorhandensein eines zweiten Paares von
Fächertracheen mit gemeinsamer Eingangsöffnung, die sich ungefähr
in der Mitte des Bauches eben da befinden, wo bei Hyptiotes und
Uloborus der Eingang zu den Röhrentracheen ist. Von den Tetra-
pneumones, zu denen der Verfasser die Gattung stellen will, unter-
scheidet sie sich, ausser durch den Mangel aller anderen Merkmale,
die diesen zukommen, durch die in der Mitte zusammengeflossenen
Stigmen des zweiten Paares der Fächertracheen, Die langen Beine
und Augenstellung erinnern an Pholcus; die männlichen und weib-
lichen Begattungsorgane an Filistata, mit der sie auch durch den
Besitz eines (allerdings anders gestalteten) Cribellum und Calamistrum
übereinstimmt. Die Gattung ist Hypochilus genannt; vgl. unten.
Entomol. Americana, IV, No. 8, S. 160—162 mit einer Tafel.
Simon äussert seine Ansicht über die systematische Stellung
dieser Familie dahin, dass sie in die Nähe der Dinopiden und Fili-
statiden gehöre und beschreibt eine neue Art von Peking, die durch
ihre bedeutende Grösse (dieselbe ist aber nur auf 9 — 10 mm. an-
gegeben) und die aussergewöhnliche Länge des männlichen Tasters
bemerkenswerth ist. Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CG VIII.
Tetrasticta.
Teraphosidae. Barychelus (n. g. Dionych. Idiommatae affine) badius
(Koue, Neu-Caled.), Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 246.
Encyocrypta (n. g. Dionych. Barychelo affine) meleagris (Canala; Numea,
Neu-Caled.); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 247.
Entomothele (n. g. Ti'ionych. für Mygale gnyonensis Walclc. und) strintipes
(Nossi-Be); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 236.
Entychides (n. g. Trionych. Cyrtauchenio affine) aurantiacus S. 213, Dugesi
^Mexiko), Guadelupensis (Gr.) S. 214; Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Fiifius (n. g. Trionych. Anamae L. Koch affine) atramentarius (Gruntemidsi)
Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 213.
Genysa (n. g. Trionych. Arbaniti L. Koch affine) hicalcarata (Madagaskar);
Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 235.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1888. 49
Für Ixalus L. Koch (praeocc.) führt Simon den Na"inen Icamatas ein;
Bull. Soc. Entom. France. 1887, S GXCV.
Simon ersetzt seinen Namen Mit ura (praeocc.) durch Mithntlielei'QwW.
Soc. Entom. France 1887, S. CXCV.
Für Phrictus L. Koch (praeocc.) schlägt Simon den Namen Phlogiiis
vor; Bull Soc. Entom. France 1887, S. CXCV.
Simon ersetzt den (bereits andei'weitig- vergebenen) Namen Orthotrichus
Knrsch durch Fhrixotrichus; die Myg. rubiginosa Nie. ist ein Phrixotrichus
nnd vielleicht synonym mit Oith. vulpinus Karsch; Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 222.
Sarpedon Cntmör. kann wegen der gleichnamigen Bonvouloir sehen Käfer-
Gattung nicht bleiben; Simon bringt als Ersatz den Namen Sason in Vor-
schlag; die Gattung, von Cambridge mit Moggridgea verglichen, scheint näher
mit Leptopelma verwandt zu sein; Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CXCV;
vgl. Journ. Asiat. Soc. Bengal, LVII Part II, S. 286f.
Satzicus (n. g. Sasoni affine) Andamanicus (Port Blair, Andaman-Ins.);
derselbe a. 1. 0. S. 287.
Trichoi^elma (n. g. Diouych. Leptopelmati affine) nitida (San Domingo)
S. 215, illetahili.'i (Teffe, Amazon.) S. 216; Simon, Ann. Soc. Entom. France 1888.
H. C. Mc Cook schildert die Nesting habits of the american pur-
seweb spider, A typus (Sphodros) Khh oi\{ [Walck.). Von unserem Atypus
unterscheidet sich die Wohnung dieser amerikanischen Art dadurch, dass der
oberirdische Theil nicht dem Boden aufliegt, sondern an Baumstämmen (Palmen)
senkrecht in die Höhe geführt wird. Das Ende des unterirdischen Theiles ist
erweitert mit Seitenzweigen. Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 1888. S. 203—220
mit 9 Holzschn.
Brachythele (subcalpetana Nie), Pissd (Chili); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S.221.
Crypsidromus ^ewte7om (Verapaz, Guatemala); Simon, Ann. Soc. Entom,
France, 1888, S.216.
Eoatypus Woodwardii (Eocän von Garnet Bay, Isle of Wight); H. C. Mc
Cook, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 1888, S. 200—202 mit 2 Holzschn.; Ann.
a. Mag. N. H. (6) II, S. 366—369.
Hexathele cinereo-j^ilosa (Valdivia); Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S.222.
Idiops BonaparUi (Surinam); van Hasse It, Tijdschr. v. Entomol. XXXI,
S. 166.
Macrothele nilvicola (Neu-Caledonien); Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 245.
Dysderidae. Simon ersetzt den Namen Colophon Camhr. (praeocc.)
durch Caponia. Die Gattung ist trotz ihrer 8 Augen sehr nahe mit Nops
verwandt; Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXCIV.
Simon ersetzt den Namen Phaedima Thor, (praeocc.) durch Paculla;
Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CXCIV.
Polyaspis (n. g. Gamasomorphae affine) acuminata (Numea); Simon, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 245.
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. 11. H. 2. D
50 Pli. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tristicta.
Attidae. Geo. W. &Eliz. G. Beckham beschreiben North American
Spielers of the familj' Attidae; Trans. Wisc. Acad. Sciences, Arts and Letters,
Yol. Vn, S. 1—104, PI. I— VI. — Auf eine systematische Tabelle zum Be-
stimmen der (32) Gattungen lassen die Verfasser die Beschreibungen von 79 Arten
folgen, von denen 45 mit Hentz'schen sich identifiziren liessen; 10 der letzteren
waren unbestimmbar; von den von Walckenaer beschriebenen 64 Arten konnten nur 4
identifizirt werden. Die Tafeln enthalten z. Tb. die Abbildung des Hinterleibes
mit seinen Zeichnungen, z. Tb. die Darstellung der Taster der Männchen und
Epigynen der Weibchen, in einzelnen Fällen auch anderer zur Erkennung der
Art wichtiger Körpertbeile
G. AV. & E. G. Beckham und Wm. H. Wheeler beschreiben Spiders
of the subfamily Lyssomanae; ebenda S 222—256, PI. XL XLE. — Die
TJnterfamilie wird nach folgendem Schema in drei Gruppen getheilt:
I. Lyssomanii. Cephalothorax niedrig oder massig hoch, verlängert, länger
als breit, mit Lyssomanes (Utg. Maroussa und Jelskia) und Asamonea.
II. Athamii. Cephalothorax hoch, kurz, quadratisch, mit Athamas und
Epeus.
IIL Simonellii. Cephalothorax knotig; Spinne ameisenähnlich, mit Simonella.
Adm,estina (n. g.) Whederii (Wisconsin); G. W. & E. G. Beckham a. a. O.
S. 78, PI. L V, Fig. 58.
Dynamius (n. g., für Jotus opimus Peckh. und) elegantissimus (San -Do-
mingo); Simon, Ann. Soc. Eutom. France. 1888, S. 205.
Laufeia (n. g. Hasario affine) aenea (Yokohama); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 249.
Sadala (n. g. Icio affine, quadrangulo oculorum piope du])lo latioie quam
longiore . . .) distinda (Mexico); G. W. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 53, PI. I,
Fig. 70, VI, Fig. 76.
Simon ersetzt den Namen Scaea L. Kocli (praeocc.) durch Servaea;
Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CLXXXVI.
Siler (n. g. Tritae affine) cupreus (Yokohama); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 250.
Stergusa (n. g.) improbula (Numea); Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S.239.
Asamonea punctata Fig. 20, ornatissima Fig. 22 (Madagaskar) S. 244, flava
(Mittelamerika) Fig. 18, S.246; Peckham & W^heeler a. a. 0. PI. XIL
Astia (?) morosa (Californien) -. G. W. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 71,
PI. I, V, Fig. 53.
Attus Albertisi T/tor. gehört zu Synnamora Kei/serl.; Simon, Bull.
Soc. Entom. France 1887, S. CLXXXVI.
„Attus" Croesus (Surinam); van Hasselt, Tijdschr. v. Entomol. XXXI,
S. 196, PI. 6, Fig. 3, 4.
A. imperialis (Californien) S. 44, PI. III, Fig. 31, cautus (Mexiko) S. 92;
Ge. W. & E. G. Peckham a. a. 0.
Ballus Yoimgii (Bennsylvanien); G. W. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 87,
PI. L VL Fig. 66.
Cytaea (?) minuta (Californien); G. W. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 73,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 51
PI. I, V, Fig. 00, albolimhata (Andamaiil.); Simon, Jourii. Asiat. Soc. Beiigal,
LVII, Part'll, S. 282.
G-^\\o\)(t\\x^ miniaceomkans (Port Blair, Andamaii-1.)-. Simon, Journ.
Asiat. Soc. Bengal, LVII, Part II, S. 283.
Dendi'j'phantes flams (New- York) S. 39, PI. I, Fig. 27, III Fig. 27, fluvipeicWls
(Canada) S. 42, PI. III, Fig. 29a; G. W. & E. G. Peckham a. a. 0.
Eris (?) harbipes (Mexiko) S. 55, PI. IV, Fig. 38, nervosus (New- York) S. 56,
PI. I, ni. Fig. 39; G. W. & E. G. Peckham a. a. 0.
Ergane dispar (Numea); Simon, Ann. Soc. Entora. France, 1888, S. 238.
Enophrys hngipalpis (ß\\m(i?C): Simon , Ann. Soc. Entom. France, 1888, S.237.
Habrocestum Schimi (Kalahari); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 369, locuples (San Domingo); derselbe ebenda 1888, S. 203, hirmtum (Oregon)
S. 64, PI. IV, Fig. 47, Oregonense (0.) S. 66, PI. V, Fig. 49; G. W. & E. G. Peck-
ham a. a. 0.
Homalattns pltoeniceus (Mexiko); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 203.
Hyctia Pi^ei (New- York; S.-Karolina; Georgia; Florida); G. AV. & E. G.
Peckham a. a 0. S. 79, PI. I, IV, V, Fig. 59.
Icins piraticus (Texas); G. AV. & E. G. Peckham a.a.O. S. 49, PI. I,
Fig. 35, ni Fig. 35.
Lyssoraanes [Maroussa) antiUanus (S. Domingo) S. 226, PI. XI, Fig. 1,
hitaeniatus (Venezuela) Fig. 4, \)lacidus (Mexiko) Fig. 5. S. 229, miniaceus (Rio
de Janeiro) S. 230, Fig. 6, austerus (Rio de Janeiro) Fig. 7, PI. XII, Fig. 17,
modestus (Madagaskar), PI. XII, Fig. 10, ii.2S\,tristis (Brasil.) S. 232, Fig. 12,
(Jelskia) tenuis (Rio de Janeiro) S. 233, PI. XI, Fig. 8, jemineus (Südamerika)
PI. XI, Fig. 9, XII Fig. 14, S. 234, nigropictus (Amazon.) S. 235, PI. XII, Fig. 10,
parallelus (Südamerika) S. 236, PI. XII, Fig. 15, velox (Brasilien) S. 237, PI. XI,
Fig. 11, amazonims (A.) S. 240, PI. XI, Fig. 1, XII, Fig. 16, Nandus (Guatemala)
S. 241, PI. XII. Fig. 13; Peckham & AVheeler a.a.O.
Maevia Californica (C); G. AV. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 73, PI. V,
Fig. 54, iYt'o-CaZetZomca (N,-C.) S.237, Mellottei (Yokohama) S. 248; Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Marptusa Californica (K.); G. AV. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 81, PI. I,
V, VI Fig. 61.
Mogrus cephalotes (Haiti): Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 204
Neon Nellii (Pennsylvania; Kanada); G. AA'. & E. G. Peckham a. a. 0.^
S. 88, PI. I, VI, Fig. 65.
Opisthoncus aurantiacus Sim. ist eine Epocilla Thor.; Simon,
Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CLXXVI.
Pellenes tripunctatus (crucigerus) Wald-, in England (Folkestonc);
Enock, Proc. Entom. Soc. London, 1888, S. XXII.
Phidippus obscitriis (Texas) S. 16, PI. I Fig. 5, II Fig. 5, Eanterhergu (ibid.)
S. 22, PI. l, Fig. 8, II Fig. 8; G. W. & E. G. Peckham a. a. O.
Philaeus farneus (Texas) S. 26, PI. II, Fig. 16, fartiUs (Mexiko) S. 27,
Fig. 17, Mexicamts (M.) S. 28, PI. l, Fig. 18, II Fig. 18; G. AV. & E. G. Peck-
ham a. a. 0.
Prostheclina Camhridgü (Florida); G. AV. & E. G. Peckham a. a. 0. S. 69,
PI. I, V, Fig. 51.
D*
52 PI). Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pseudicius Harfordii (Oalifornien) ; G. W. & E. G. Peckham a.a.O. S. 51,
PI. I, IIL IV, Fig. 3ß.
Zygoballns Bettini (Wisconsin; Missouri; Georgia; Florida); G. W. & E. G.
Peckham a. a. 0. S. 89, PI. I, VI, Fig. 68.
Thomisidae. Simon ersetzt den Namen Charis Keyserl. (praeocc.)
durch Deltoclita; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVn.
Philodromus funebris Nicol. gehört in die Gattung Petrichus Siin.;
Simon, Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CLXVII.
Sparassidae. Lauricius(n.g. HemidAein.) /lemidaeimis (CiudaA, Mexiko);
Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S, 208.
Staianus (n. g. Sparianthin.) acuminatus (Madagaskar); Simon, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 224.
Bradystiehidae. Geraesta (n. g.) Jnrta (Madagaskai); Simon, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 225.
Drassidae. Asemestes (n. g. Pythonissae affine; proportione et dis-
positione oculorum eximie distinctum) subnubilus (Kalahari); Simon, Ann. Soc.
Entom. France, 1887, S. 373.
Cluilius n. g. Clubionin. für (Ol.) elegans Mc. und chilensis Nie; Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S, 220.
Miturgina (n. g. Miturgae affine) vittata (Numea); Simon, Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S. 244.
Strotarchus (n. g. Clubionin. Clubionae affine; mamillae superiores longe
biarticulatae) nebulosus (Presidio, Mexico); Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 211.
Simon ersetzt den Namen Microctenus Keyserl. (praeocc.) durch Oli-
goctenus; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVI.
Viridasius (n. g. Ctenin.) j9M?c7/ri2Jes(Nossi-Be); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 233.
Vulsor (n. g. Ctenin) Z/irfe??« (Mayotte) ; Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 233.
Creugas cinnamius (Mexiko); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 210, cetratus (Numea; Koue); derselbe ebenda S. 243.
van Hasselt hält die Ctenidae als besondere Familie nicht für gerecht-
fertigt, sondern vereinigt sämmtliche Arten mit den Lycosiden; die ver-
schiedenen Gattungen möchte er nur als Untergattungen von Ctenus angesehen
wissen; als neu beschreibt er (Leptoctenus) ten Katei (Surinam); Tijdschr. v.
Entom. XXXI, S. 192.
Leptoctenus hyrrhus (Mexiko); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 210.
Megamyrmecium velox (Kalaha)'i); Simon,'Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 372.
Trachelas Madagascariensis (M.); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 232.
Xeropigo scutulatus (Guadeloupe); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 209.
Lycosidae. Simon erkennt den wesentlichsten Charakter der Unter-
familie Dolomedinae in dem Besitze von 4 Zähnen am unteren Falzrande der
im Gebiete ücr Entomologie während des Jaliies 1888. 53
Klaue; die Lycosinae haben 2 oder 3 und die Pisauriuae (mit Podophthalma)
immer 3; Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 206.
Saltuinus (n. g. für Dolom. marginelius V.L. Kuch und) xcoparius (Orinoco);
Simon, Ami. Soc. Entom. France, 1888, S. 207.
Sosippus (n. g. für Dolomedes oblongus C. L. Koch und) me^cicanus [M..);
Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 206.
Tallonia (n. g. Pisaurae valde affine) picta (Nossi-Be); Simon, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 223.
Tricca (n. g. . a Lycosa linea oculorum ant. recurva et pedibus ant. fere
mnticis divevsmn) Jcqxmica (Yokohama); Simon, Ann. Soc. Entom. Fi'ance, 1888,
S. 250.
Simon möchte Aulonia micarioide.s I^. Koch zu Artoria Thor, ver-
setzen; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVI.
Baebe Camhr. ist .synonym mit Evippa Sim.; Simon, Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CLXXXVI.
Dolomedes Borbonicus Vins. gehört in die Gattung Dendrolycosa
Dolesch.; Simon, Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXVII.
lieber die Unterschiede von Hippasa Sim. und Diapontia Keys. s.
Simon, Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVI.
The tube-inhabiting spider, Lycosa fatifera Hentz, benutzt ihre
Röhre das ganze Jahr hindurch als Wohnung; G. F. Atkinson, American
Naturalist, 1888, S. 546 f.
Perenethis L. Koch ist synonym mit T e t r a g o n o p h t h a 1 m a Karsch;
Simon, Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVL
Sphedanus marginatus (Port Blair, Andaman-I.): Simon, Jouru. Asiat.
Soc. Bengal, LVII, Part IL S. 284.
van Hasselt erhielt Tarentula laeta L. Koch ? (bisher aus Neuholland
und Papua bekannt), aus Surinam und liefert eine Abbildung der Epigyne;
Tijdschr. v. Entom. XXXI. S. 188, PI. 5, Fig. 8.
Agalenidae. Cyrioctea n. g. für (Drassus) spiniter Kicol.; Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 219.
Simon ersetzt den Namen Centropelma L.Koch (piaeocc.) durch Nico-
damus; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CXCIV.
Ch. V. Riley hat eine Agalena-Art im Verdacht des Vegetarianismus;
dieselbe „bricht Blätter und kleine Zweige ab und macht grosse Nester;" Proc.
Entom. Soc. Washington, I, S. 174.
Cydrela rutilans S. 370, PI. 6, Fig. 1, crassimana S 371 (Kalahari); Simon,
Ann. Soc. Entom. de France, 1887. (Mit dieser Gattung ist Tristichops Tacz.
wahrscheinlich synonym.)
Myro Chilensis (Valdivia); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S 218,
Tegenaria toiva Camhr., für welche Karsch die Gattung Lancaria ge-
bildet hatte, gehört in die Gattung Psechrus Thor.: Simon, Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CXCIV.
Uroeteadae. UrocteaS'cAmī; (Kalahari; der erste Vertreter dieser Gattung
auf der südlichen Halbkugel); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1887, S. 370.
Hersiliadae. Rhadine Americana (Paraguay), vittata [Oyiwoco): Simon,
Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXVI.
54 Ph. Bertkau: Bericht übei' die wissenschaftlichen Leistungen
Argyronetidae. G. A. Poujade theilt ISlouvelles observations snr
las moeurs de TArgyronete, Argyroneta aquatica Clerck . . . mit;
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 69—76, PI. 3.
Zoropsididae. Zorocrates (n. g. a Zoropside linea oculoram postica
haud reciiiva sed procurva et oculis anticis subaequalibus diversum) fusca
(Mexiko); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 212.
Amaurobiadae. Simon führt für Mezentia T/wr. (praeocc.) den Namen
Fecenia ein; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CXOIV.
Amaurobius sylvestris (Neu -England) S. 451, PI. X, Fig.l, tibialis (Mt.
Washington, gleich dem vorigen auf Bäumen) S. 452, Fig. 3: Emerton a.a.O.
Titanoeca americana (New-Haven und Meriden, Conn.) PI. X, Fig. 4,
hnmnea (New-Haven) Fig. 5, S. 453; Emerton a. a. O.
Hypochilidae nov. fam. gegründet auf HypochUus n. g. (2. Paar
Athmungsorgane als Fächertracheen ausgebildet, aber die Eingangsöffnung zu
dem zweiten Paar ein gemeinsamer medianer Spalt. Cribellum und Cala-
mistrum vorhanden; ersteres ungetheilt , rundlich, letzteres aus zwei längeren
Reihen von Haaren gebildet. Cephalothorax im hinteren Theile flach, mit tiefer
Rückengrube; Kopftheil etwas erhoben; Augenstellung wie bei Pholcus, die in
den seitlichen Gruppen stehenden Augen gross. Mandibeln senkrecht, kräftig,
beide Klauenfalzränder mit Zähnchen. Unterlippe nicht mit dem Sternum ver-
schmolzen, breiter als läng. Beine lang und dünn. Palpus des ^ mit Ueber-
tragungsorganen wie bei Filistata; Samentaschen des $, wie ich an einem von
Thor eil mir gütigst zur Ansicht eingesandten Stück sehen konnte, ebenfalls
ähnlich wie bei Filistata, Scytodes, oder den Territelarien angebracht, ohne
Epigyne, jederseits aus zwei Säckchen mit gemeinsamer Mündung bestehend).
Die Art, H. ThoreUii, wurde in der Nähe des Lookout Mountain, Tenn. , ge-
funden, wo sie zwischen Felsen grosse, weisse, tellerähnliche Gewebe anfertigt,
in denen sie in umgekehrter Stellung sich aufhält und welche sie bei Störungen
in Schwingung versetzt; vgl. oben S. 48; Entom. Americana IV No. 8, S. 160
bis 162 mit einer Tafel; vgl. Proc. Entom. Soc. AVashington, I, S. 166f.; 178—180.
H. Davidi (Berge nördlich von Peking); Simon, Bull. Soc. Entom. France,
1888, s. ccvm.
Dinopididae. Avella neo-caledonica (^wm^a); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 242.
Uloboridae. Die Gattung Sylvia Nicol. ist synonym mit Uloborus,
und S. abdominalis Nie, von der similis, atra, rubiginosa, vittata nur Farben-
varietäteu sind, steht U. productus Sim. nahe; Simon, Bull. Soc. Entom. France,
1887, S. CXCV.
Dictynidae. Dictyna muraria (Neu-England) S. 445, PI. IX, Fig. 1, lon-
^ispma (Meriden. Conn.) S. 446, Fig. 4, Bostoniensis [Bo&ton; Beverly; Brookline)
Fig. 3, minuta (Hamden,Conu, ; Providence, R. J.) Fig. 5, S. 447, rubra (Massachus.;
New-Haven, Conn.) Fig. 7, cruciata (ibid.) Fig., 6, S. 448, frondea (Neu-England)
S. 449, Fig. 9; Emerton a. a. 0.
Micryphantidaö. Thyreobaeus{a.. g. Araeonco Sim. affine) scutiger (Ma-
dagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 228.
Zodariadae. Simon verweist seine Gattung Storenomorpha unter
vorstehende Familie, in der sie eine durch den Besitz einer Skopula charakterisierte
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1888. 55
Unterfamilie zu bilden hat; eine neue Art ist St. anfjusta (Madagaskar): Ann.
See. Eutom. France, 1888, S. 231.
Storena rugosa (Numea); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 242.
Theridiadae. Exechocentru.s (n. g. Mimetin. Gelanori Thor, affine)
lanceariiis (Madagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 227.
Ma stostig m u s (n. g. Eviryopidi affine) decempedutus (Madagaskar) ; Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 230.
Simon ersetzt den (bereits bei Rhynchoten vergebenen) Namen Phyciis
Chr. durch Phylarchus und beschreibt Ph. sulendidus (^umes) S. 241 ; die
(Euryopis) aeneocincta gehört ebenfalls hierbei'; Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 241 f.
Trigonobothrys (n. g. Euryopidi affine) cxcisiis (Madagaskar); Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 231.
Arcys perlaius (Numea); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 240.
Fox beobachtete eine Art von Argyrodes als Inquilinen des Gewebes
von Hypochilus; Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 173.
Ariamnes cylindrogasttr (Yokohama); Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 251.
Asagena phalerata bei Troou, Ayrshire, gefangen; W. R. Baxter,
Proc. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) II, S. XIX.
Crustulina ambigiia (Madagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 229.
Euryopis ??i»Ate^/na (Yokohama) S. 251, 7(it?;/'Zrt (Pondichery) S. 252; Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Lathrodectus geographicus (Surinam); van Hasselt, Tijd.schr. v. Entom.
.XXXI, S. 176, PI. "5, Fig. 1-4.
C. Warburton: On a new species of spidcr (Linyphia), with some
observations on the babits of certain Araueina; abstr. in: Proc. Cambridge
Philosoph. Soc, VI, S. 128 f.
Moneta triquetra (Numea); Sinniii, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 211.
Theridula peW«i« (Madagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 228; „Chrysso" nivipictus und cordiformis Bull, geliören in die Gattung
Theridula.
Tetragnathidae. 6^Ze»o^;;(<</^(/ (n. g. Pachygnathae valde affine, differt
ventre in parte secunda plica stigmatica coriacea evidentissima transversim
secta . . .) £>«e/-to«t (Arizona); Simon, Bull. Soc. Entonr France, 1887, S. CXCIV.
Epeiridae. H. C. Mc Cook gibt descriptive notes of new American
species of orbweaving Spiders; Proc. Acad. Nat. Sei Phihul., 1888, S. l'J3
bis 199 mit Holzschn.
Simon ersetzt den Namen Inca Tacz. (piaeocc.) durch Äf^pidulasius;
Bull. Soc. Entom. France, l>f87, S. CLXXXVII.
Clitaetra (n. g, Nephilin.) episinoidi'f^ (Mayotte); Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 226.
Hypophthalnia Tacs. (praeocc.) wird von Simon durch Scoloderus
ersetzt; nur H. cordata gehört in diese Gattung; die übrigen von Taczanowski
beschriebenen Arten sind zu Eui'vcoi'ina Tlior. zu stellen; Bull. Soc Entcmi.
France, 1887, S. CLXXXVII.
56 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lucas beschreibt den Cocon von Argiope lobata; Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S.LXIf.
F. Kar seh macht das Männchen der Cyclosa Sierrae Sim. bekannt;
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 483 Anm.
Cyclosa tubicola (Angra-Pequena ; hängt in ihr kreisförmiges Fanggewebe
ein einem Füllhorn ähnliches AVohngewebe auf); Simon, Ann. Soc. Entom.
France. 1887, S. 373, PI. 6, Fig. 5, alhisternis (Port Blair; Havelock, Audaman-I.);
derselbe, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LVII, Part IL S. 285.
Cyrtarachne multilineata {C\\^i^Q\Ii\\\, N. C, Mime von Schneckenhäusern);
G. F. Atkinson, Journ. Elisha Mitchell scientif. societ., V., S. 29 und Americ.
Naturalist, 1888, S. 54«.
Cyrtophora biftirca (Florida; ähnlich C. caudata Hentz und gleich dieser
ihr einem unregelmässigen Oktogon ähnliches Eiersäckchen in ihr Fangnetz auf-
hängend); Mc Cook, Proc. Acad. J^at. Sei. Philad., 1887, Part IIL S.342f.
Diphj^a pumila (Madagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. Fi'ance, 1888,
S. 226.
Epeira ectypa Walde, gehört zu Vixia Canihr.; Simon, Bull. Soc.
Entom. France, 1887, S. CLXXXVII.
Epeira heptagon Henfz gehört zu Ebaea L. Koch, (welche letztere
nach Thorell mit Gea C. L. Koch synonym ist; vgl. den vor. Ber. S. 54).
Simon, Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXVIL
E. Messalma S. 151, PI. 6, Fig. 1, 2, musivu S. 184, PI. 5, Fig. 5—7 (Surinam);
van Hasselt, Tijdschr. v. Entomol. XXXL
E. </emjKa. (San Diego; Victoria, Brit.-Columb.) S. 193, Fig, 1, 2J, bicenten-
naria (Ohio; Alleghany-Geb.) S. 194, Fig. 3, 5, vertebrata (San Diego, Calif.)
S. 196, Fig. 6, 7, 9, 10, imd var. pullus S. 198, Fig. 8, balaustina (Florida; Swan
Isl., S. Domingo) S. 198, parvula var. conchlea! (Wisconsin; Calif.) S. 199;
H. C. Mc Cook a. a. 0.
Lipocrea Thor, ist wahrscheinlich synonym mit Larinia Sim.; Simon,
Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXVII.
Meta Menardi in Schottland; W. R. Baxter, Proc. Nat. Hist. Soc.
Glasgow (N. S ) II, S. XIX.
Poltys vesicularis (Madagaskar); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 225.
Simon hält Pycnacantha Meadi Blachv. und Daturina hystrix
Thor, für synonym mit P. (Aranea) tribulus F.; die Art würde dann vom
Cap bis zum Tanganjika verbreitet sein; Bull. Soc. Entom. France, 1887,
S. CLXVIL
Tholia X. Koch ist synonym mit Dolophones Walck., bei welcher letzteren
aber der Analhöcker als eine Art Schnabel und die Abdominaleindrücke für
Augen genommen sind; die Diagnose wurde nach einer Zeichnung im Atlas
von Quoy & Gainiard angefertigt; Simon, Bull. Soc. Entom. France, 1887,
S. CLXVn.
Eine verkannte deutsche Spinne ist Zilla Thorellii Äuss., die
von Bertkau in seinem Verzeichuiss für Z. Kochii Thor, gehalten war; die Unter-
schiede beider Arten sind einander gegenübergestellt; F. Karsch, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 483—486. — Z. Kochii ist demnach noch nicht in Deutschland
gefunden; Z. Thorellii bei Wien, im Mosel- und Lahnthal,
im Gebiete der Entomologie wäbrend des Jahres 1888. 57
Solifugae.
Datames magna (Laredo, Texas); J. L. Hancock, Proc. Anier. Philos.
See. Vol. XXV, No. 127, S. 107—110 mit 1 Taf.
Hexisopus fodiens (Kalahari); Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 374, PI. 6, Fig. 6, 7.
M y r i a p 0 d a.
The Classification of Myriapoda ist nach J. S. Kingsley
nicht natürlich. Die Aehnlichkeit der beiden grössten Ordnungen,
Chilopoden und Chilognathen ist eine mehr oberflächKche und äusser-
liche, als auf eine innere Verwandtschaft hindeutende, und in allen
den Punkten, in denen die Chilopoden sich von den Chilognathen
unterscheiden, stimmen sie mit den Hexapoden überein. American.
Naturalist, 1888, S. 1118—1121.
Ch. H. Bollman stellt auf a preliminary list of the Myriapoda
of Arkansas with descriptions of new species; Entomol. Americana,
IV. S. 1—8.
Ch. H. Bolman macht Notes upon a collection of Myriapoda
from East Tennessee, with description of a new genus and six
new species; Ann. New- York Akad. Sei. Vol. IV. S. 106 — 112. — Die
Arten stammten von 3 Lokalitäten: Knoxnlle (11 A.), Beaver creek
(21 A.), Mossy creek (7 A.).
In seinen Contributions to our Knowledge of the Myrio-
poda of Dominica führt R. J. Pocock 9 Arten mit Beschreibung
und Abbildung der neuen auf; Ann. a. Mag. N. H. (6) IL S. 472—483,
PL XVI.
Karsch beschreibt Zwei neue Myriopoden von Ecuador;
Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, S. 29—31.
Addenda ä la faune des Myriopodes de la Normandie
sind Polyxenus lagurus und Julus albolineatus var. confnnden.^;
Gadeau de Kerville, Bull. Soc. d. Amis d. Sei. nat. d. Ronen (1887),
proces-verbal de la Seance du 3 fevrier, S. 14.
Dalla Torre verzeichnet die Myriopoden Tirols mit Angabe
ihrer Verbreitung in Tirol ; es sind (ungerechnet 3 zweifelhafte Arten)
100 Arten in 24 Gattungen, und zwar 49 Chilopoden, 1 Symphyle,
50 Diplopoden; 17. Bericht naturw.-mediz. Ver. Innsbruck S. 73 — 102.
R. Latzel zählt die ... in Bosnien, der Herzegowina
und in Novibazar gesammelten Myriopoden (48 A.) auf; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien, Abb., 1888, S. 91—94.
Karsch stellt ein Verzeichniss der von Herrn E. von
Oertzen i. d. J. 1884 und 1885 in Griechenland und auf Kreta
gesammelten Myriopoden zusammen; Berhn. Entom. Zeitschr.
1888, S. 220—224. Es sind 17 Arten, darunter drei neue.
Peripatina.
Peripatus (juliformis?) auf Dominica; H. A. A. Nicholls,
Nature, 38, S. 566.
58 P'i- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
P. Leiickartii (?) in Viktoria (Gippsland und Warbnrton),
J. J. Fletcher, Proceed. Linn. Soc. New-South Wales (2) II, Part I;
A. Dendy, Nature, 39, S. 366.
A forgotten species of Peripatus ist nach F. J. Bell im
Rep. 57. Meet. Brit. Assoc. Advanc. Sei., S. 769f. P. Qnitensis
Schmarda.
Note on a specimen of Peripatus found at Cassilis,
N. S. W., A. S. Olliff, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2), II, S. 981.
A. Sedgwick beschreibt die Entwickelung des P. capensis vom
Stadium G an bis zur Geburt; Quart. Journ. Microsc. Sei., XXVIII,
S. 373—396, mit 4 Tafeln.
Derselbe giebt eine Monograph of the genus Peripatus;
ebenda S. 431—493 mit 7 Taff. (2 n. A.).
W. L. Sclater schildert die ersten Entwickelungsvorgänge einer
südamerikanischen Art (von Demerara), die er P. Indhurmi zu
nennen vorschlägt; ebenda S. 343 — 362 mit 1 Taf.
L. Sheldon gibt einige Unterschiede in der Anatomie des
P. capensis, Novae-Zealandiae und Edwardsii an; ebenda S. 495 — 499.
Dieselbe macht Bemerkungen über die ersten Entwickelungs-
vorgänge des P. Novae-Zealandiae; ebenda XXIX, S. 283—293, 2 Tatf.
CMlognatha.
G. Saint-Remy untersuchte das Gehirn von lulus sabulosus
und maritimus, und findet dasselbe komplizierter gebaut als bei
irgend einem anderen Myriapoden; es nähert sich am meisten dem
der Insekten; Compt. Reiid. hebd. Acad. Sei., Paris, CVI, S. 618—620.
F. G.Heatheote setzt seine Untersuchungen über die Entwickelung
der Myriapoden mit der nachembryonalen Entwickelung von
lulus terrestris fort; Philosoph. Transact., CLXXIX, B., S. 157
bis 1.79, mit 4 Taff.
Die Somiten entwickeln sich im wesentlichen auf dieselbe Weise
wie bei Peripatus. Die Cölomräume haben mit der bleibenden Leibes-
höhle oder dem Gefässsystem von lulus nichts zu thun. Die Leibes-
höhle ist ein Pseudocöl und besteht aus einer Reihe von Höhlen
zwischen Darm und Körperwandung. Hinter dem dritten Körper-
segment gehen die Somiten z. Th. in die Gliedmassen, z. Th. in den
Körper; die letzteren rücken an den Nervenstrang und nicht an die
Rückenseite wie bei Peripatus. Der in die Beine getretene Theil,
der bei Peripatus das Segmentalorgan und dessen Blase bildet, liefert
bei lulus die Beinmuskulatur.
Balfour's Ansicht, dass die Segmente mit 2 Beinpaaren ein-
fache Segmente mit einem zweiten Beinpaar seien, ist wohl nicht
haltbar, da diese Segmente je 2 mesoblastische Segmente haben.
An dem Gehirn tritt ein später verschwindendes Paar von Gruben
auf, das denen von Peripatus gleicht; zeitweilig treten solche Gruben
auch an den Ganglien auf, verschwinden aber, wenn die beiden
Stränge sich vereinigen.
Die Stinkdrüsen entstehen als Einstülpungen der Haut. Auch
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 59
die Tracheen bilden sich als Einstülpimgen hinter je einem Glied-
massenpaar. Indem die erste grnbenförmige Einstülpung tiefer ein-
sinkt, nimmt sie die Gestalt einer im Körper liegenden Blase an,
die zwei kurze, dicke Divertikula aiissendet; diese werden iinter Um-
wandelung der auseinanderM^eichenden Zellen zu den Tracheenröhren.
Das Herz von lulus hat in jedem Segment 2 Paare von Ostien;
die in das Innere des Herzschlauches hineinragenden Lippen dieser
Ostien sind aus 4 eigenthümlich gestalteten Muskelzellen gebildet.
Jedem Segment kommen ferner 2 Paar von Arterien zu, die direkt
in die Zwischenräume des Fettkörpers führen. Die innerste Wand
des Herzschlauches ist strukturlos; sie ist ein Sekret der mittleren
Schicht, die ihrerseits aus Reifen von Muskelzellen gebildet ist, wobei
ein breiter und schmaler Reifen abwechseln. Feine Muskelfasern be-
festigen das Herz an die Hypodermis und an den Fettkörper. Der
Raum, in dem das Herz liegt, ist von der übrigen Leibeshöhle durch
eine Perikardialmembran abgeschlossen, die aus einem Netzwerk von
Zellen besteht, die auch dem Herzen den Ursprung gaben und mit
dem Fettkörper in Verbindung stehen.
Die Augen erscheinen zuerst als ein einzelner Ocellus jederseits,
dem sich dann nach und nach je 1 weiterer Ocellus anfügt, bis die
normale Zahl erreicht ist. Die Bildung des einzelnen Ocellus lässt
sich mit Patten's Ansicht von der Entstehung des einfachen Auges aus
einer von der Hypodermis abgeschnürten Augenblase vereinigen.
Die wesentlichen Züge, welche die Myriapoden mit Peripatus
gemeinsam haben, sind solche, welche auch bei manchen anderen
Tracheaten vorkommen. Nach Scudder s Beschreibung hat Euphoberia
aus der Kohlenformation Merkmale, die sich bei lulus im Laufe der
Entwickelung vorübergehend finden. Die Archipolypoda haben den
Rückentheil eines Doppelsegmentes, der jetzt einfach ist, noch getheilt.
Chilopoden und Diplopoden zweigten sich vermuthlich von einem
gemeinsamen Vorfahren zu einer Zeit ab , die nicht weit vor . das
Erscheinen der Archipolypoda zu setzen ist, und beide sind entfernte
Abkömmlinge eines Peripatus-ähnlichen Stammvaters.
Julidae. Auch Plateau machte die Beobachtung, dass Blaniulus guttu-
latus nicht ausschliesslich pflanzenfressend ist; obwohl er keine Augen hat, so
vermag er doch Licht und Finsterniss zu unterscheiden und bevorzugt die letztere,
wenn auch in geringerem Grade als die blinden Chilopoden; Bull. Soc. Entom.
Belg XXX. S. LXXXI— LXXXV.
Julus podabrus var. bosnensis (B.); Latzel, Abhandl. Zool. Bot. Ges. Wien,
1888, S. 94, (Ommatoiulus, Pachiulus) atticus (Attika) S. 222, (Allaiulus) impartitas
(Attika) S. 223; Kar seh, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888.
J. albolineatus Luc. var. confimdtns (Rouen); Latzel, Bull. Soc. Amis
Sei. natur. Rouen, 1887, proc. verb. du 3. feviier S. U.
Spirobolus (Rhinocricus) spinipodex (Ecuador); Kar seh, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 29, Dominime (Dominica); R. J. Pocock, Ann. a. Mag, X. H.
(6) IL S.481, PI. XVL Fig. f.
F. E. Schulze erhielt 20 — 24 cm. lange lebende Exemplare von Spiro-
streptus aus Sansibar, die aus ihren Hautdrüsen ein gelbliches Sekret mit
60 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
stechendem, au unterchlorige Säure erinnenidem Geruch entleerten. Die Unter-
suchung ergab jedoch die Abwesenheit dieser und anderer Mineralsäuien ; Sitzgsber.
Gesellsch. naturf. Freunde Berlin, 1888, S. llOf.
Sp. (Nodopyge) dominicanus (Domimcn); R. J Pocock, Ann. a. Mag. N. H.
(6) II, S. 478, PI. XVI, Fig. e.
Chordeumidae. Striaria (n. g., scutis dorsalibus, ultimo excepto, carinis
in utioque latere senis instructis) granulosa (Beaver creek); Bollman, Ann.
New-Yoi'k Acad. Sei. Vol. IV, S. 108.
Atractosoma augustum (Ligui'ien, Grotta de) Poggio, gr. della Gisetta, gr.
superiore delle Grae); Latze 1, Ann. Mus. Civico Genova (2) V, S. 507 mit
Holzschn. und vai-. hebescens (gr. della Gisetta), var. caecum (gr. Lubea) S. 508
Craspedosoma earinatum (Beaver Creek); Bollman, Ann. New- York Acad.
Sei. Vol. IV, S. 109, flavidiim (Okolona, Arkansas); derselbe, Entomol. Ameri-
caua, IV, S. 2.
Polydesmidae. Polydesmus minor (Little Rock, Arkansas) S. 2, pinetarum
(ibid.; Arkadelphia; Okolona, etc.) S. 3; Ch. H. Bolman, Entomol. Americana, IV.
Sphaeriodesmus pudieus (Little Rock; Okolona, Arkansas); Ch. H. Boll-
man, Entomol. Americana, IV, S. 3.
Strongylosoma semirugosum (Dominica); R, J. Pocock, Ann. a. Mag. N. H.
(6) II, S. 477, Fig. d.
Chilopoda.
B. Schaufler: Beiträge zur Kenntniss der Chilopoden;
Anzeig. Kais. Akad. Wissensch. Wien, 1888, No. V, S. 44^-46. (Habe
ich nicht gesehen.)
Prenaiit macht eine vorläufige Mittheilung über seine Ob-
servations cytologiques sur les Clements seminaux de la
Scolopendre nach Untersuchungen an Scol. morsitans und Lithobius;
Bull. Soc. d. Sciences de Nancy (Ser. II), T. IX, Fase. XXI, 20 e annee
(1887), Proc.-Verb. S. XXX f. In den Spermatogonien und Sperma-
tocyten können mehrere Fadenenden sich vereinigen und einen Körper
von bestimmter Gestalt erzeugen, ,,der den Werth eines Nebenkerns"
hat. Für die Entstehung der Spindel aus Theilen des Kerns spiicht
der Umstand, dass noch bei vollständig intakter Kernmembran schon
eine bipolare Anordnung der Zwischenräume des Kernnetzes er-
kennbar ist; die Spindelfasern sind auf dem Niveau der Aequatorial-
platte durch ein achromatisches Netzwerk verbunden. Bei Beginn
der Mitose kann das Chromatin längs der Spindelfäden angeordnet
sein und zerfällt später in ovoide Körner, nicht in Stäbchen. Die
Rückbildung der Spindel zu Ende der Theilung geht in sehr ver-
schiedener Weise vor sich: sie streckt sich und vereinigt wie ein Schlauch
die beiden Tochterzellen, oder die getrennt bleibenden Fasern bilden
jede für sich eben so viele Brücken zwischen denselben, oder sie
bildet sich zu einem Stiel um, der, anfangs geringelt, späterhin glatt,
die beiden Tochterzellen verbindet, oder endlich sie theilt sich in
2 Hälften, deren jede einer der Tochterzellen verbleibt; die direkte
Umwandlung in einen „Nebenkern" wurde auch im letzteren Falle
nicht beobachtet. S. auch in „La Cellule," T. 3, Fase. 3, S. 413
bis 442, mit 2 Taff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. ßl
J. Gazagnaire fand, dass die ganze Unterseite von Orya bar-
barica leuchtet; Druck allein genügt, um das Leuchten hervor-
zurufen, und dieses ist entweder total oder auf einen oder mehrere
Ringe beschränkt. Das Licht zeigt sich auf den Sternalplatten und
den vorderen und hinteren Episternen; mit Hülfe einer guten Lupe
entdeckt man zahlreiche Hautporen auf diesen Platten, die an den
Sternen in elliptische, an den Epimeren in kreisrunde Gruppen ver-
einigt sind. Auf Berührung tritt aus denselben ein in Alkohol un-
löshches Sekret von eigenthümlichem Geruch, das an der Luft rasch
trocknet; es hat eine saure Reaktion. Dieses Sekret leuchtet mit
einem bläulich-grünen Licht, und dieses Licht dauert auch eine Zeit
lang fort, wenn das Sekret an andere Gegenstände abgestreift ist;
Bull. Soc. Zool. France, XHI, S. 182—186. R. Blanchard bestätigt
einige der vorstehenden Angaben; ebenda S. 186 und Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. XCHI— XCV; CXVin.
Könike macht den Fund eines Geophilus sodalis Bergs. 4'
Mein, in einem Hühnerei bekannt; Abhandl. Naturw. Verein Bremen
X, S. 294.
Geophilidae. Geophüus ttnuiiursis (Dominica); R. J. Poe eck, Ann. a.
Mag. N. H. (6) II, S.47Ö, PI. XVI, Fig. c, Okolonae (Arkansas); Ch. H. Boll-
man, Entomol. Americana, IV, S. 5.
Linotaenia Branner i (Little Rock, Arkansas); Ch. H. BoUman, Entomol.
Americana, IV, S. 4.
Scolioplanes gracilis (ßeaver Creek); Bollman, Ann. New- York Acad. Sei.
Vol. IV, S. 110.
Scolopendridae. Kar seh beschreibt Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, S 29,
Otostigma KtrviUei (Ecuador), erkennt in der früher für inerme gehaltenen Art
von S. Thome eine neue, produdum , S. 30, und stellt eine Tabelle der Arten
mit dornlosen Schenkeln der Analbeine auf, S. 30 f., mit O. muticum (Peru) S. 31;
vielleicht lassen sich aber die unterschiedenen 6 Formen inerme, Kervillei, lim-
batuni, Brasiliense, sulcatum und muticum nicht als selbständige Arten auf-
recht halten.
0. cormocephalinum (Dominica); R. J. Pocock, Ann. a. Mag. N. H. (6) II,
S. 473, PI. XVI, Fig. a.
A. Duges schildert die Lebensweise einer mexikanischen Scolopendra,
wahrscheinlich S. Azteca Sauss.; Bull. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. Gl — CIII.
R. J. Pocock beschieibt Sc. valida Imc. ausführlich und macht Be-
merkungen über die verwandten Arten Sc. prasina C. L. Koch, viridicornis Newp.,
gigas Leach; Ann. a. Mag. N. H. (6), I, S. 335—340.
Scolopociyptops Meinerti (Dominica); R. J. Pocock, Ann. a. Mag. N. H.
(6) II, S. 474, PI. XVI, Fig. b.
Die halb verschollene Gattung Theatops A'^tifp. ist synonym mit Opisthe-
raega Wood, und die typische Art, Th. (Cryptops) postica Sai/ = 0. crassipes
Meinert; R. J. Pocock, Ann. a. Mag. N. H. (6), I, S. 283—290, PI. XVI, Fig. 6
bis 10.
Lithobiadae. Lithobius scotophUus (Ligurien, Grotta del Poggio); Latzel,
Ann. Mus. Civico Genova (2) V, S. 507, (Archilithobius) Branneri (Knoxville,
Teunessee) S. 107, caecus (ßeaver creek) S. 111, simüis (Mossy creek); Bell-
62 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
man, Ann. New -York Acad. Sei. Yol. IV. grossipes C. Koch var. bosnensis
(Bosnien), sinniger n. sp. (Bosnien); Latze 1, Abb. Zooh Bot. Ges. Wien 1888,
S. 93, (Archilithobius) macrops (Athen; Nauplia); Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr.
1888, S. 221, xoinguis (Little Rock, Arkansas), celer (Arkansas) S. 7, cedipes!
(Little Rock) S, 8; Ch. H. BoUman, Entomol. Americana, IV. .
I n s e e t a.
Thysanura.
C. Parona's Note I e II sulle Collembole e sui Tisa-
nuri in den Ann. Mus. Civico Genova (2) IV, S. 475 — 482 be-
ziehen sich auf einige Arten der Gattung Achorutes Tempi et.,
s. diese, und auf die im Trentino von Doria gesammelten (14) Arten
(Orchesilla 2 , Tomocerus 2 , Beckia 1 , Lepidocyrtus 3 , Anura 1 ,
Campodea 1, Lepisma 1, Machilis 3).
Desselben weiteren Note III e IV, ebenda VI, S. 78 — 86 ent-
halten die Beschreibung und Abbildung einer neuen Japyx-Art aus
Guatemala und eines Smynthurus aus Sardinien.
Derselbe zählt auf (^50) Collembole e (17) Tisanuri finora
riscontrate in Liguria, ebenda S. 133 — 154, Tav. I, II (Smyn-
thurus 6, Papirius 5, Orchesella 2, Templetonia 1, Macrotoma 1,
Tomocerus 5, Lepidocyrtus 4, Beckia 1, Seira 3, Entomobrya 3 nebst
5 Varr., Isotoma 7, Achorutes 3, Lipura 3, Anura 1, Campodea 1,
Nicoletia 2, Japyx 1, Lepisma 5, Lepismina 3, Machilis 5).
Dalla Torre verzeichnet die (52) Thysanuren Tirols mit An-
gabe ihrer Fundpunkte; Zeitschr. d. Ferdinandeums (3 F.) 32. Heft,
S. 145—160.
J. Th. Oudemans' Bijdr. tot des kennis etc. (s. den vor, Ber. S. 63)
sind nun auch (in deutscher Sprache) unter dem Titel Beiträge
zur Kenntniss der Thysanura und CoUembola in den Bijdr.
tot de Dierkunde, uitgeg. d. h. K. Zoolog. Genootsc]i. Natura artis
magistra, 16. Aflev., S. 147 — 226 mit 3 Taft", erschienen. Ich hebe
aus der umfang- und inhaltreichen Abhandlung folgende der Er-
wähnung besonders werthe Punkte hervor. — Am EndgHede der
Lippentaster von Lepisma finden sich 5 Erhöhungen von streifigem
Ansehen, die an ihrem Ende von zahlreichen Oeffinungen durchbohrt
zu sein scheinen; da zu dieser Stelle Nerven hinziehen, so liegt hier
wahrscheinlich ein Sinnesorgan vor. — Die Bläschen am Bauche von
Machihs werden durch den Druck der Blutflüssigkeit ausgestülpt und
durch die Thätigkeit eines Muskels wieder eingezogen. Beim letjenden
Thiere findet das Ausstülpen nur im Zustande der Ruhe Statt; be-
unruhigt zieht es die Bläschen sofort ein. Wahrscheinlich dienen
sie in untergeordneter V^eise (durch ihre dünne Wandung besonders
dazu befähigt) der Athmung. Der Ventraltubus der CoUembola ist
als das Homologen des ersten Bläschenpaares der Thysanuren an-
zusehen. — Die beinartigen Anhänge an den Bauchringen haben
viel Aehnlichkeit mit dem Hüftanhang der Beine, unterscheiden sich
aber dadurch, dass sie durch einen Streckmuskel bewegt werden
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 63
können, dem Hiiftanhang der Streckmuskel dagegen fehlt. — Das
Nervensystem der Tliysanuren zeigt (mit Ausnahme von Campodea)
8 Hinterleibsganglien, von denen das letzte aus 3 verschmolzen ist;
bei den Collembola ist die Zahl der Hinterleibsganglien eine geringere
in Folge von Verschmelzung, die bei den gedrungenen Formen
(Sminthuren) am weitesten vorgeschritten ist. — Die Einzelaugen
der zusammengesetzten Augen von Machilis haben je 4 Hypo-
dermiszellen, 4 Krystallkegelzellen, 2 Hauptpigmentzellen und Q Reti-
nulazellen mit einem sechstheiligen Rhabdom; die Retinulazellen sind
noch von Nebenpigmentzellen umgeben. Vor den zusammengesetzten
Augen finden sich 3 Nebenaugen, deren Bau mit dem der Ocellen
der übrigen Insekten übereinstimmt.
Machilis hat ein Paar röhrenförmiger Speicheldrüsen, die zwischen
Unterlippe und Ligula ausmünden. Am Mitteldarm, der vorn G Blind-
säcke nach dem Kopfe zu entsendet, findet sich Avahrscheinlich eine
chitinige Intima und daneben \äelleicht noch ein Härchensaum der
Epithelzellen. Vertiefte Stellen in dem Darmepithel deutet Oudemans
als Regenerationsmittelpunkte für das Epithel. Die Zahl der Mal-
pighi'schen Gefässe beträgt 20. — Das Herz hat 9 Ostienpaare und
schwach entwickelte Flügelmuskeln.
Machihs hat 9 Stigmenpaare an Meso- und ]\letathorax und 2.
bis 8. Hinterleibsring; die Tracheen gehen keine Anastanose ein.
Bei M. maritima sind 3 Paare von quergestellten Hoden vor-
handen, deren jeder sein vas efferens hat. Die v. eft". entspringen an
dem der Mittellinie des Körpers zugewendeten Ende des Hodens, und
wenden sich nach aussen und später nach hinten. Dabei mündet
das V. eff. des zweiten Hodens in das vom ersten her herabkommenden
und das des dritten in das vereinigte v. elf. der beiden vorhergehenden.
Das aus der Vereinigung hervorgehende vas deferens läuft nach hinten,
•spaltet sich in zwei Schenkel, die sich dann wieder vereinigen, so
dass ein Ring entsteht; solcher Ringe folgen 5 aufeinander. Im
9. Hinterleibsring findet die Vereinigung der beiderseitigen v. def. zu
dem unpaaren duct. ejac. Statt, an welchem ein kleiner Blindsack
sitzt. — Die Zahl der Eierstöcke ist konstant 7 (nicht 6, wie es auf
S. 221 heisst) auf jeder Seite; die Eileiter der beiden Seiten münden
dicht neben einander an derselben Stelle aus, jedoch ohne dass es
zu der Bildung eines gemeinsamen Endabschnittes käme; ein recept.
seminis fehlt.
Die Nahrung von M. maritima besteht in pflanzKchen Stoffen,
die sich in Zersetzung befinden. Obwohl die Art auch zur Nachtzeit
munter sein mag, so ist sie doch kein Nachtthier, sondern liebt im
Gegentheil die Sonnenwärme.
Die eigenen Untersuchungen des Verfassers erstreckten sich vor-
zugsweise auf diese Art (und Lepisma saccharina); der Vergleich mit
anderen Tliysanuren und Collembola gründet sich auf die Unter-
suchungen Sommer's, Grassi's, Rovelli's u. a.
S. Jourdain macht eine vorläufige Mittheilung über Machilis
maritima, die sich auf die Anhänge und die ausstülpbaren Bläschen
64: Ph- Bevtkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bezieht. Er vergleicht den Anhang an den Hüften mit dem Exopodit
der Crustaceen, so dass das Bein aus einem basalen Stück mit
Endopodit und ungegliedertem Exopodit bestehen würde. Der Hinter-
leib besteht nach ihm aus 11 Ringen, von denen der erste keine
Anhänge besitzt; der letzte Ring hat nur einen langen fadenförmigen
Anhang, der vermuthlich aus zweien verschmolzen ist. Compt. Rend.
hebd. Acad. Sei., Paris, CVI, S. 623—625.
cte Bormans regte in der Soc. Entom. de Belg. die Frage an, ob Japyx
zu den Orthopteren oder Thysanuren gehöre; Lameere weist auf die über-
einstimmende Ansicht der neueren Autoren hin, die diese Gattung den Thysanuren
zuweisen; Bull. XXXI, S. XCVf.
Japyx Goliath (Guatemala; 34 mm. lang); Paroua, Ann. Mus. Civico
Genova (2) VI, S. 78-83, mit 5 Holzschn.
Ph. Bertkau fand bei Bonn einen Japyx, der um die Hälfte kleiner ist,
als der bei Bingen gefundene J. solifugus; welcher Art die Bonner Exemplare
angehören, lässt Bertkau unentschieden. Koi-rspbl. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl.,
Westf. u. d. R.-B. Osnabrück, 1888, S. 92 f.
Parona zieht Achorutes similis Nicol., affinis Nicol., similatus iVücoZ. und
dubius Tempi, zu viaticus [L.) Tempi., welche Art eine weite, fast kosmopolitische,
Verbreitung hat, indem sie aus Grönland, Nova Sembla, Spitzbergen, Bären-
insel, Sibirien, Schweden, Irland, England, Helgoland , Frankreich, Schweiz,
Oesterreich, Italien, Algier, Chili und Patagonien nachgewiesen ist. Ann. Mus,
Civico Genova (2) IV, S. 475-480.
Seira Ferrarii (Genua); Parona, Ann. Mus. Civico Genova (2) VI, S. 141,
Tav. I, Fig. 7.
Smynthurus Doderii (Sardinien); Parona, Ann. Mus. Civico Genova (2)
VI, S. 84 mit 5 Holzschn.
Tomocerus Doderii (Ligurien; Grotta di Suja); Parona, Ann. Mus. Civico'
Genova (2) VI, S. 139, Tav. I, Fig. 5.
Rhyiichota.
A proposed Classification of the Hemiptera von W. H.
Ashmead in Entomol. Americana, IV, S. 65 — 69 eignet sich nicht
zu einem Auszuge.
Pissot beobachtete das Auskriechen einer grossen Larve aus
Pentatoma dissimilis, die eine Dipterenlarve zu sein schien. Da die-
selbe aber zu Boden fiel und entkam, so lässt sich nichts bestimmtes
darüber sagen. Die Larve verliess ihren Wirth durch den After.
(Ocyptera und Gymnosoma sind als Schmarotzer von Pentatomidea
bekannt; Refer.). — Ein in copula befindliches Paar von P. grisen
wurde von zwei anderen Artgenossen längere Zeit belästigt; endlich
kroch das eine Exemplar unter das Paar und hielt dasselbe längere
Zeit auf seinem Rücken. Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXCVf.
Vol. ni von L. Provancher's Petite faune entomologique du
Canada enthält die Hemiptera. Der Verfasser erläutert in der Ein-
leitung den äusseren Bau und die von demselben hergenommenen
Kunstausdrücke und stellt dann in analytischer Weise die Systematik
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1888. G5
der Unterordnungen und Familien dar. Während die Parasitica aus-
geschlossen sind, sind die Thysanoptera zu den Rhynchoten gezogen.
Abbildungen auf den beigefügten Tafeln und im Text dienen theils
zur Erläuterung der Terminologie, theils sollen sie das Erkennen
der Arten unterstützen. Bis jetzt (vom 31. Aug. 1885 bis 31. Juli
1888) sind S. 1 — 204 nebst 4 Taf. erschienen und die Heteroptera,
abgesehen von noch herauszugebenden Ergänzungen, beendet. —
Dass ich erst jetzt auch über die in früheren Jahren erschienenen
Lieferungen berichte, hat darin seinen Grund, dass mir erst kürzlich
durch die Freundlichkeit Bergroth 's eine Einsicht in dieses Werk
mögKch wurde.
P. R. Uhler macht Observations upon tlie Heteroptera
collect, in southern Florida . . .; Proc. Entom. Soc. W^ashington,
I, S. 1421; vgl. oben S. 6.
Enumeration of the van Volxem collection of Rhynchota
contained in the Brüssels' museum; by W. L. Distant; Bull.
Soc. Entom. Belg., 1887, S. LVI— LXVI; 1888, S. VII— XII, LXXVIII
bis LXXXIII. — Südamerikanische Arten.
J. Edwards bringt Part II seiner Synopsis of British
Homoptera-Cicadina; Trans. Entom, Soc. London, 1888, S. 13
bis 108, PI. III.
Derselbe macht als additional species zudenBritish Hemiptera
Chlamydatus flaveolus Reut.; 2 bisher mit pellucida vermengte neue
Liburnia- Arten, L. Rq^i Fiel, und L. punctulum Khm. bekannt, die
von pallidula Boh. verschieden ist. Entom. Monthl. Mag., XXIV,
S. 196—198.
Notes additionelles sur les Hemipteres-Heteropteres
des environs de Gorice par 0. M. Reuter; Revue d'entomolog.,
1888, S. 57—61.
G. Horvath Uefert Materiaux pour servir ä Tetude des He-
mipteres de la faune palearctique; ebenda, S. 168 — 189, PI. I.
Auf S. 186 — 189 gibt derselbe folgende Notes synonymiques:
Sternodontus obtusus Mids.-R. = (Trigonosoma) affinis \Vestu\;
Brachynema (Pentatoma) anabasis Beck. = (Cimex) virens Klvg;
Pentatoma decoratum H.-Srh. ist keine selbständige Art, sondern =
Eurydema festivum var. decoratum; Centrosceliocoris (Centroscelis)
spinosus Jak. = (Redmdus) desertus Beck; Deraeocoris trifasciatus
var. ultramontanus Gredl. = (Capsus) var. annulatus Germ.; Poecilo-
scytus (Systratiotes) diversipes Horv. = Psallus ambiguus Fall. var.
diversipes77o/'y.; Heleocoris tabidulus Stkl = (Naucoris) minusculus
Walk.; Notonecta nanuta Walk. = Anisops varia Fieb.
Hemiptera Amurensia enumerant E. Autran et 0. M.
Reuter; Revue d'entomol., 1888, S. 199—202.
Description de quatre Homopteres nouveaux d'Irkoutsk;
par L. Lethierry; ebenda, S. 252 — 254.
Arch. f. Natuvgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. E
66 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cl. Rey gibt Notes siir quelques Hemipteres-Heteropteres
et descriptions d'especes nouvelles ou peu connues; ebenda,
S. 189—198.
Heteropteranovain Graecia . . . lecta descripsit O.M.Reuter;
ebenda, S. 223—228.
Zur Entwickelungsgeschichte der viviparen Apliiden hat
Will an 3 Stellen seine Beobachtungen veröffentlicht, nämlich in den
Sitzgsber. naturf. Gesellsch. Rostock, 24. Mai 1887, S. XII— XVIII (im
Arch. d. Ver. d. Freunde der Naturgesch. in Mecklenburg, 41. Jahr),
Biolog. Centralbl., VIII, S. 148 — 155 und ausführlicher in Zool. Jahrb.,
Abth. f. Anat. u. Ontog., III, S. 201 — 286, Taf. VI — X. — Die Ver-
mehrung der Zellen zur Bildung des Blastoderms geschieht durchaus
mittels indirekter Kerntheilung. Das Blastoderm lässt den unteren
Eipol frei; am Rande dieser Stelle tritt eine lebhafte Zellwucherung
ein, die Zellen lösen sich ab und wandern in den Dotter ein, somit
das Entoderm einer echten Gastrula mit Blastoporus bildend. Der
bis dahin reguläre Bau der Gastrula wird durch die an einer Seite
des Scheitelpols auftretende Verdickung, die zur Bildung der Scheitel-
platte führt, symmetrisch; aus der Scheitelplatte geht das Geliirn
hervor, und sie ist demnach nach Entstehung und fernerem Schicksal
der Scheitelplatte der Würmer völlig homolog. Das übrige, in die
Bildung der Scheitelplatte nicht eingehende Blastoderm wird dünner
und dünner und entwickelt sich zu der einen embryonalen Hülle,
der Serosa.
Indem die Zellen der BlastoporusHppen sich lebhaft durch Theilung
vermehren, wird zugleich der Verschluss des Blastoporus in einer
Längsnath angebahnt, über welche sich der Keimstreif erheben würde.
Dieser Vorgang, zu dem es in einigen abnormen Fällen kommt, wird
zunächst noch vereitelt durch das Einwandern des „sekundären"
Dotters, der von dem FolHkelepithel stammt und die Maschen in dem
Plasmanetz der Entodermzellen ausfüllt; letztere werden aber keines-
wegs von ihm verdrängt. „Der Ringwulst (um den Blastoporus)
wächst zu einem Zylinder aus, der an seiner Spitze die Oefihung für
den einströmenden Dotter zeigt, an seinem Grunde aber ebenso wie
bei anderen Hemipteren allseitig in das Blastoderm übergeht. Die
obere Oeftnung ist nichts anderes als der durch den wachsenden
Keimzylinder emporgehobene, für den einwandernden Dotter offen
gehaltene Rest des Blastoporus."
Unmittelbar nach dem Auftreten des Keimstreifens, stets aber
noch vor der Anlage des mittleren Keimblattes, nehmen von den
noch indifferenten Zellen der der Scheitelplatte anliegenden verdickten
Seite des eingestülpten Keimzylinders einige ganz bedeutend an Grösse
zu, vermehren sich lebhaft durch Theilung und stellen alsdann einen
rundlichen Zellenhaufen, die erste Anlage der Geschlechtsorgane dar,
die ihrer Entstehung nach keinem bestimmten Keimblatte zugerechnet
werden kann. Hieran schliesst sich die Bildung des Mesoderms an,
welches durch einen Invaginationsprozess innerhalb einer Furche ent-
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1888. (37
steht, die sich Längs der Medianhnie der verdickten (der Scheitelplatte
zugewendeten) Seite des Keimzylinders hinzieht; das ist die Stelle,
an welcher der Blastoporus zum Verschluss gekommen ist. Die Bil-
dung von Entoderm und oMesoderm dokumentiert sich demnach bei
Aphis als zwei aufeinander folgende Stadien der Gastrulation. Bei
den übrigen Insekten sind diese Vorgänge so w^eit auseinander gezogen,
dass es scheinbar zu einer zweimaligen Gastrulation kommt.
Während nur der der Scheitelplatte zugewendete Theil der Ein-
stülpung sich zum definitiven Keimstreif entwickelt, verdünnt sich die
gegenüberliegende Wandung der Einstülpung in ähnlicher Weise zur
Bildung einer inneren Embryonalhülle, des Amnion, wie es vorher
mit einem grossen Theil des Blastoderm zur Bildung der Serosa
geschehen war. Die Scheitelplatten sind anfänglich noch frei von
einer Umhüllung; aber durch je eine sich an beiden Enden erhebende
Falte, die einander entgegenwachsen und verschmelzen, kommt es
auch hier zur Bildung einer Hülle. Die Falten erheben sich da,
wo die Scheitelplatte mit der Serosa zusammenhängt, und wo diese
und das Amnion sich begegnen. Die Invagination des Keimstreifens
bei Insekten mit einem Keimstreif hat nicht den Zweck, die Em-
bryonalhüllen zu bilden, sondern ist bedingt durch das Längen-
wachsthum eines Anfangs kurzen Keimstreifens.
Die Segmentierung beginnt mit dem Auftreten von Furchen in
der Mesodermplatte an den Stellen, wo die Segmentgrenzen liegen.
Dann theilt sich die unpaare Mesodermplatte in zwei laterale Stränge,
welche die Mittellinie vollständig frei machen und nur in der Gegend
des zukünftigen Mundes zusammenfliessen; hier bleibt das Mesoderm
stets unpaar. Der präorale Theil des Kopfes ist ursprünglich frei
von Mesoderm; er erhält solches, indem von der vorderen unpaaren
Masse zwei Mesodermfortsätze in ihn hineinwachsen.
Mit dem Auftreten der Extremitätenanlagen rücken die Meso-
dermstränge des Rumpfes in diese hinein; die Kopffortsätze des
Mesoderm rücken in die Antennen. Sämmtliche Segmenthöhlen ent-
stehen als Faltungen einer einschichtigen Mesodermlamelle, nicht
als ein Spalt in einem mehrschichtigen Mesoderm. Die Segment-
höhlen sind demnach gegen die Medianebene des Körpers zu often, und
der vollständige Abschluss der Leibeshöhle wird dadurch hergestellt,
dass das Mesoderm aus den Extremitäten herauswächst, indem die
ventrale Lamelle die Bauchseite, die dorsale die Rückenseite über-
zieht. Ursprünglich sind die Mund- und Enddarmeinstülpung frei
von Mesoderm; der Darm wird erst später von IMund und After her
von Mesoderm überzogen. Indem P^ntodermzellen sich znsammen-
schliessen und an die Mund- und Enddarmeinstülpung anlegen, wird
der Mitteldarm gebildet. Alle hierzu nicht aufgebrauchten Entoderm-
zellen werden, soweit sie nicht im sekundären Dotter zurückbleiben,
zur Bildung des Fettkörpers und der Blutzellen verwandt. Das
Mesoderm liefert die Peritonealhülle des Darmes, das Herz und die
Muskulatur. Das Ektoderm bildet die Tracheen, das Epithel von
E*
68 Ph. ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mund- und Enddarm, die Haut mit ihren Sinnesorganen und das
Nervensystem.
0. M. Reuter nimmt eine Synonymisclie Revision der von
den älteren Autoren (Linne 1758 — Latreille 1806) beschriebenen
Paläarktischen Heteropteren vor; Acta Soc. Scient. Fennicae
T. XVI, S. 243—313, 445—812. Der Zweck dieser mühevollen Arbeit
ist, eine feste Nomenklatur der Wanzen einzuführen, und so ist der
erste Theil ausschliesslich der Darlegung der Regeln gewidmet, welche
in der wissenschaftlichen Nomenklatur nach den Ansichten des Ver-
fassers zur Anwendung kommen sollten. Die Regeln sind so ziemlich
dieselben, wie die von Staudinger in seinem Schmetterlings-Kataloge
ausgesprochenen und fliessen aus einer vernunftgemässen, konsequenten
Anwendung des Prioritäts-Prinzips. Nur in einem Falle ist Reuter
geneigt, das Prioritäts- Prinzip zu opfern, wenn nämlich der (un-
berechtigte) jüngere Name in andere wissenschaftliche oder gar ge-
werbliche Kreise Eingang gefunden hat. Die eigentliche Revision ent-
hält (einschliesslich mehrerer nicht zu deutender älterer Arten) die
Synonymie von 396 Arten. Bei folgenden Arten ist in Ausführung
der aufgestellten Regeln eine Aenderung in der Benennung eingeführt:
Eurygaster nigro-cucullatus (Goeze) S. 452 (= hottentotus Fieb. etc.),
hottentotus (F.) S. 453 (=maroccanus (ierm., Fieb. etc.); Trigonosoma
rusticum (F.) S. 457 (= nigellae Burm.); Ancyrosoma leucogrammes
(GmeJ.) S. 459 (= albolineata F., ai/t.); Dyroderes umbraculatus (F.)
S. 476 (= marginatus Fz., auf.); Stagonomus Italiens ((iinel.) S. 481
(= bipunctatus F., auf.); Eusarcoris venustissimus (Schrank) S. 482
(= melanocephalus F.); Rhaphigaster sagittifer (Goeze) S. 499 (=griseus
Fet.; aiit.); Mesoeerus (n. g.) marginatus S. 528 (= Syrom. marg.;
der Name Syrom astes wird für quadratus, rhombeus, sulcicornis an
Stelle von Verlusia angenommen); Gonocerus acutangulatus (Goeze)
S. 532 (= venator F.); Megalotomus junceus (Scop.) S. 534 (= lim-
batus H.-Scli.); Rhopalus subrufus (Gmel.) S. 543 (= capitatus F.);
Eulygaevs (n.g.) S. 550 (= Lygaeus equestris, pandurus, saxatihs etc. ;
die Gattung Lygaeus wird für leucopterus zurückbehalten, für welchen
erst vor kurzem die Gattung Melanospilus errichtet war) ; Stygnocoris
fuligineus (Geofr. in Fourcr.) S. 565 (= arenarius Halm); Pachymerus
confusus S. 575 (= pineti Fieb. nee Il.-ScJt.); Beosus quadripunctatus
(Müll.) S. 576 (= erythropterus Brüll. , pulcher H.-Sch.); Gastrodes
grossipes (De Geer) S. 583 (= ferrugineus L.); Heterogaster catariae
(Geofr. in Fourcr.) S. 588 (= Nepetae Fieb.); Dictyonota tricornis
(Sckranh) S. 591 (= crassicornis Fall.); Catoplatus carthusianus (Goeze)
S. 596 (= Eryngii Latr.); Monanthia Echii Schrank S. 597 (= Humuli
Fall, WoMiFieb.), M. rotundata Il.-Sch. S. 599 (= Echii Burm., auf.);
Megaloceraea recticornis ((reo fr. in Fourcr.) S. 611 (= longicornis
Il.-Sch., auf.); Calocoris ochromelas (Gmel.) S. 622 (= strictelhis F.),
C. biclavatus//.-»SVA. S.624 (= bifasciatus Flalin), C. Hispanicus (Gmel.)
S. 626 (= sexpunctatus F.), C. Salviae Hahn S. 627 (= affinis H.-Sch.),
C. Norveqicus (Gmel.) S. 629 (= bipunctatus F.), C. lineolatus (Goeze)
S. 632 (= Chenopodii Fall); Homodemus M.-flavum (Goeze) S. 633
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 69
=)marginellusi^.J; Lygiis (Orthops) cainpestris('L.J) S.641 (=Pastmacae
Fall., auf.); Deraeocoris segusinus (Muell.) S. 649 (= capillaris F.;
Acanthia (= Salda) Muelleri (Gmel.) S. 690 (= fiavipes F.); Leptopiis
marmoratiis (Goeze) S. 695 (= boopis (Jeafr.), L. spinosiis (Rossi)
S. 696 (= echiiiops Du f.); Ploun-iola (= Ploearia olim, für vaga-
bimda, culiciformis ; der Name Ploiaria wird für Emesodema do-
mesticiim beibehalten) S. 711.
Parasitica.
Piaget beschreibt Quelques nouvelles Pediculines (d.h. Mallo-
phagen); Tijdschr. v. Entom. XXXI, S. 147-164, PI. 3, 4.
Colpocephalum eurygaster (auf Leptoptilus argala) S. 162, PI. 4, Fig. 5,
tibiale (auf Tantalus senegalensis) S. 163, Fig. 6; Piaget a. a. 0.
Docophorus acuminatus (auf Turacus purpureus) S. 147, PI. 3, Fig. 1, sulcatus
(auf Ardea minuta) S. 148, Fig. 2, truncatus (auf Aulacorrhynchus rubrogularis)
S. 149, Fig. 3-, Piaget a. a. O.
Echiuophthirius microchir (Auckland, auf Phocarctos Hookeri); Trouessart
& G. Neumann, Le Naturaliste, 1888, S. 80 mit Holzschn, — Dieselben er-
wähnen auch einen 1886 von Becker beschriebenen 'E. groenlandicus \on Fhoca.-
groenlandica bei Jan Mayen.
Goniocotes crassipes (auf Talegalla Cuvieri) ; P i a ge t a. a. S. 154, PI. 3, Fig. 7,
Lipeurus (monilis Nitzsch S. 155, PI. 3, Fig. 8), quadripustulatus (auf
Hydrornis maxima) S. 156, Fig. 9, hieolor (auf Tantalus senegalensis, vielleicht
Varietät von L. versicolor vom Storch) S. 157, PI. 4, Fig. 1, rotundatus (auf Podoa
senegalensis) S. 159, Fig 2, &revice|w (auf Camptolaemus cinereus) S. 160, Fig. 3;
Piaget a. a. 0.
Ueber Menopon perale Leidy (vielleicht = titan oder consanguineum
Piag.) s. Leidy, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad , 1888, S. 167f.
M. pachypus (auf Sterna hirundo); Piaget a. a. 0. S. 161, PI. 4, Fig. 4.
Nirmus grandiceps (auf Penelopides Manillae) S. 150, PI. 3, Fig. 4, laticeps
(auf Aulacorrhynchus rubrogularis) S. 162, Fig. 5; Piaget a. a. 0.
Oncophorus majw (auf Ocydromus La Fresnayauus) ; Piaget a.a.O.
S. 153, PI. 3, Fig. 6.
PhytophtMres.
Coocidae. A. C. F. Morgan theilt Observations ou Coccidae mit;
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 42— 48, PI. I, 118—120, PI. H.
J. W. Douglas macht Notes on some British and Exotic Coccidae
(No. 9— 12) ebenda, S. 57-60, 86—89, 124-125, 150 — 153. (Lecanium Lauri
verschieden von hesperidum; L. bitiiberculatum Targ.-Tozz.; Vinonia stellifera
Westw. — ])w\c\ie\\&. Sign.; die übrigen sind Beschreibungen neuer Arten.
Kraatz ersetzt den Namen Westwoodia Sign., da er bereits 1873 für eine
Cetonidengattung eingeführt sei (thatsächlich ist er ausserdem noch vier Mal
angewendet) durch Signoretia und übersieht dabei, dass auch dieser Name
bereits 1860 von Stäl für eine ßhynchoten- Gattung angewendet ist;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 176. Hierauf durch Bergroth aufmerksam
gemacht, schlägt er für Westwoodia Sign. Bergrothia vor; ebenda S. 360.
70 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aleurodes xylostei Westh. (s. d. vor. Ber. S. 66) ist wohl sicher — A. Loni-
cerae WalJc; F. Karsch, Entora. Nachr., 1888, S. 31.
A. Bibium (England, auf R. nibrura und nigrum); J. W. Douglas, Entom.
Monthl. Mag. XXIV, S. 265 mit Holzschn.
Aspidiotus zonatus Frauenf., by A. C. F. Morgan; Entoni. Monthl.
Mag., XXIV, S. 205—208.
Coccus Agavium (auf einer nordamerikanischen Agave; Weibchen mit
1, Männchen mit 10 Fühlergliedern); Douglas a. a. O. S. 150 mit 4 Holzschn.
Dactylopius destructor Comst. = Lecanium phyllococcus Ashm. = (Coccus)
Citri Boisd.; Insect life, 1, S. 118.
Icerya Purchasi in ihren Entwickelungszuständen beschrieben und ab-
gebildet, mit Aufzählung der natürlichen Feinde, von Riley, Insect life I, S. 126
bis 131 mit 6 Holzschn.
F. Westhoff: Die Männchen der Schildlaus (Lecanium hesperidnm); Referat
nach Moniez ; s. d. vor. Ber. S. 65.
L. dypeatum (auf Adianthum capillus Veneris); Douglas a. a. 0. S. 58.
Ortonia Natalensis (IST.); Douglas a. a. 0. S. 86 mit Holzschn.
Pseudococeus ülicis (Blackheath, auf U. europaeus); Douglas a. a. 0.,
S. 88, mit 2 Holzschn., Uhni (Brockley, auf U. camp.) S. 124 mit 2 Holzschn.;
derselbe ebenda.
Orthezia insignis (Kew, aixf der chinesischen Strobilanthes); Douglas,
Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 169 mit 4 Holzschn.
„Westwoodia" jffonfei n.sp.Lindeman; s.Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1888, S. 176;; vgl. oben S. 69.
Aphididae. 0. W. Oestlund stellt eine Synopsis of the Aphididae
of Minnesota zusammen; Bulletin geol. and nat. bist, survey of Minnesota,
No. 4, S. 1—100. Anf eine morphologische Einleitung folgt eine Uebersicht der
amerikanischen Literatur über die Blattläuse und dann die eigentliche Synopsis
der Aphiden, die in die Unterfarailien Rhizobiinae, Chermesinae, Pempbiginae,
Schizoneurinae, Lachninae, Aphidinae (letztere mit den Tribus Callipterini,
Aphidiui, Nectarophorini) getheilt werden. Der Beschreibung der Arten aus
Minnesota ist am Schluss jeder Unterfamilie ein Verzeichniss der übrigen nord-
amerikanischen Aphiden angeschlossen. Eine Aufzählung nordamerikanischer
Pflanzen mit Angabe der von ihnen heimgesuchten ßlattlausarten bildet den
Schluss dieser Synopsis, die aus Minnesota 99 Arten namhaft macht.
Von mehreren Siphonophora- Arten beobachtete Oestlund ungeflügelte
Männchen.
D. M. P. Graells. — Teorias, suposiciones, discordancias,
misterios, comprobaciones eignorancia sobre cuestiones biolögico-
ontogeneticas y fisiologicas de los Afidios; Mem. de la R. Acad. de
Ciencias exactas, fisicas etc., XIII, Madrid, 1887. — Die Arbeit enthält die
Beschreibung einer auf Daucus carota lebenden Aphide, wahrscheinlich der Forda
Dauci Goureau, die später zur Gattung Aphis gerechnet wurde. Die un-
geflügelten parthenogenetisierenden Exemplare leben an der Wui'zel, die ge-
flügelten, aus Nymphen der Wurzelform sich entwickelnden, ebenfalls partheno-
genetisch sich fortpflanzenden ai;f den oberirdischen Pflanzentheilen ; eine ge-
schlechtliche Form fehlt in dem Entwickelungskreis dieser Art.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 71
Der Verfasser beschäftigt sich dann weiter mit der Frage der Wanderung
gewisser Aphiden und bekämpft die Annahme der Verjüngung durch die Ge-
schlechtsformen und der praktischen Bedeutung des Wintereies von Phylloxera
vastatrix. Eine schöne kolorierte Tafel illustriert die Beschreibung. (Nach dem
Keferat im Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S.243f.)
Mieren eu bladluizen, door Dr. H. Bos; Tijdschr. v. Entomologie, 31,
S. 235— 242. Bos kam auf den Gedanken, dass die von Ameisen „gemolkenen"
Blattläuse sich durch Aufnahme neuen Pflanzensaftes schadlos halten und also
der Pflanze mehr Schaden zufügen würden. Er prüfte diese Ansicht, indem er
von einer Anzahl mit Aphis Papaveris besetzten Pflanzen von Vicia Faba die
Ameisen fern hielt, zu einer anderen Anzahl ein Nest von Lasius niger setzte.
Die ersteren brachten reichlicher und schwereren Samen zur Reife, und die
Anwesenheit von Ameisen auf Pflanzen, die mit Aphiden besetzt sind, ist daher
den Pflanzen nachtheilig.
Mastopoda (u. g. Aphidin. ; antennae 6-artic. ; tarsi atrophi) Pteridis (Minne-
sota, auf Pt. aquilina); Oestlund, 14 th. annual report geol. a. nat. hist. survey
of Minnesota S. 53 und a. a. 0. S. 49.
Macrosiphum! (n. g. Nectarophorin. ; tubuli melliferi incrassati; pro-
thorax tuberculo laterali; alae apice infuscatae) ruhicola (Minnesota; auf Rubus
strigosus); Oestlund, 14th. annual rep. geol. a. nat. hist. survey of Minnesota
S. 27 und a. a. 0. S. 78.
Mo nellia n. g. Callipterin. für (Aphis) caryella Fitch ; 0 e s tlu n d a. a. 0. S. 44.
Aphis albipes (auf Symphoricarpus vulgaris) S. 52, Trifolii (an den Wurzeln
von Tr. repens) S. 55, Mimuli (auf M. Jamesii) S. 57, Monardae (auf M. fistulosa),
Thaspii (auf Th. aureum) S. 58, NeiUiae (auf N. opulifolia) S. 59, ruhicola (auf
Rubus strigosus) S. 60, maculatae (auf Cornus paniculata) S. 61, Oxybaphi (auf
0. angustifolius), Oenotherae (auf Oenothera) S. 62, Spiraeae (auf Sp. salicifolia)
S. 68; Oestlund a. a. 0., Marutae (auf M. cotula) S. 40, Eupatorii (auf E. per-
foliatum) S. 39, ripariae (auf Vitis riparia) S. 41, frigidae (auf Artemisia frigida)
S. 46, Adianthi (auf A. pedatum) S. 26, annuae (auf Poa annua) S. 43, frondosae
(auf Bidens frondosa) S. 38, Polanisiae (auf P. graveolens) S. 42, ageratoidis (auf
Eupatorium ageratoides); derselbe, 14 th. annual report geol. and nat. hist.
survey of Minnesota.
Chaetophorus spinosus (auf Eiche), nigrae (auf Salix nigra); Oestlund,
14 th. ann. rep. geol. a. nat. hist. survey of Minnesota S. 49 und a. a. 0. S. 38, 40.
Cholodkovsky schreibt über einige Chermes- Arten, deren Be-
zeichnung der Einfachheit halber nach ihren Nährpflanzen Ch. cembrae und
pectinatae sind; Zool. Anz. , 1888, S. 45 — 48. Unter Wollflocken überwintern
an Pinus cembra ungeflügelte AVeibchen der ersteren Art, die in der zweiten
Hälfte des April gestielte Eier ablegen. Mitte Mai sind schon geflügelte In-
dividuen da, die ihre Eier an die Nadeln absetzen. Aus denselben entwickeln
sich gelbbraune ungeflügelte Individuen, die Cholodkovsky für die Geschlechts-
generation ansieht. — An Abies pectinata fand der Verfasser im Winter auf
der Unterseite der Nadeln AVoUhäufchen, in denen sich neben Häuten der Läuse
einige Eier befinden. Aus diesen kommen im Frühjahr ungeflügelte Läuse zum
Vorschein, die an der Stelle bleiben und Ende Mai geflügelten Individuen Platz
machen. In den überwinternden Eiern der letzteren Art vermuthet der Ver-
die befruchteten Eier.
72 Ph- Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hormaphis painjraceae (Minnesota, auf Betula papyracea); Oestlund a,
a. 0. S. 19.
Melanoxanthus Ucolor (Minnesota, auf Weiden und Pappeln), Oestlund
a. a. 0. S. 36.
Nectarophora fulvae (auf Impatieus fulva), Geranii (auf G. inaculatum)
S. 80, Cynosbati (auf Ribes cynosbati), purpurascens (auf Thalictrura purpurascens)
S. 81, Potentillae (auf P. anserina) S. 83, pallida (auf der wilden Rose) S. 84;
Oestlund a. a. 0. , ludomcianae (auf Artemisia ludovic.) S. 23, Corydalis (auf
C. aurea) S. 25, frkjidae (auf Artemisia frigida) S. 20, Chrysanthemi (auf Bidens
chrysanthemoides) S. 22; derselbe, 14 th. aunual rep. geol. a. nat. bist, survey
of Minnesota.
Bei Münster kommen an Pappeln die Gallen von 4 Pemphigus -Arten (P.
spirothecae , bursarius, marsupialis und affinis) vor; Jahresb. zool. Sekt, westf.
Prov.-Ver. 1887—88, S. 38.
Further notes on the hop plant-louse (Phorodou Humuli) s. in
Insect life, II, S. 70—74; 133—136 mit 5 Holzschn.
0. Geise: Die Reblausgefahr; Samml. gemeinverst. wissensch. Vor-
träge, herausg. von Virchow und v. Holtzendorff, N. F., 3. Ser., Heft 57.
E. Haase: Über den Einfluss des Hungerns auf die Entwickeluug
der Thiere, mit Berücksichtigung der Reblausfrage; Sitzgsber. in
Abhandl. d. naturw. Ges. „Isis" in Dresden; 1888, Sitzgsber. S. 3— 5.
G.Wilhelm: Die Reblaus (Vortrag); Mitth. natui-w. Ver. f. Steiermark,
Jahrg. 1887, S. 127—149.
Weg euer hielt gleichfalls einen Vortrag über die Reblaus; Schrift, d.
naturwiss. Vereins des Harzes iji Wernigerode, III, S. 61f.
H. F. Kessler: Weitere Beobachtungen und Untersuchungen über die
Reblaus . . .; Cassel, 1888; S. 1—58.
In Fortsetzung seiner Untersuchungen beschreibt V. Lemoine das Ge-
hirn etc. der geflügelten Form von Ph. punctata; Compt. Rend. hebd. Acad.
Sei., Paris, CVI, S. 678-680.
Phylloxera proUfera (Minnesota, in Gallen von Pemphigus populicaulis Fitch
auf Populus monilifera); Oestlund a. a. 0. S. 16.
Chr. Aurivillius fand auf Tannen im Roslagen die seltene und fast ver-
schollene Physo che rmes hemicryphus Balm. wieder; Entom. Tidskr., 1888,
S. 124.
Rhopalosipho serotinae (Minnesota, auf Solidago serotina); Oestlund a.a.O.
S. 76, Nabali (auf N. albus); derselbe, 14th. ann. rep. geol. a. nat. bist, survey
of Minnesota S. 34 und a. a. 0. S. 77.
Rh. maidis wird von 3 Ameisenarten gepflegt: Lasius flavus; Formica
Schaufussii und fusca; Americ. Naturalist, 1888, S. 753.
Schizoneura Crataegi (Minnesota, auf Cr. punctata); Oestlund a. a. 0. S. 27.
C. M. Weed beobachtete ungeflügelte Männchen bei Seh. cornicola, ferner
bei der Wurzelform von Aphis Maidis und bei einer auf Amaranthus albus
lebenden Aphis-Art; Americ. Naturalist, 1888, S. 70.
Seh. compressa Koch (verschieden von Tetraneura alba Eatzeb) bei Halle
auf Ulmus effusa); v. Schlechtendal, Zeitschr. f. Naturwisseusch., Halle, LXI.
(4. F. Vn), S.436f.
Siphocoryne Archangelicae (Minnesota, auf A. atropurpurea) , Xanthii (auf
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 73
X. canadeuse); Oesthind, 14 th. ann. rep. geol. a. nat. hist. siirvey of Minnesota
S. 36 und a. a. 0. S. 70, 71.
Tychea radicola (an den Wurzeln von Ambrosia trifida); Oestlund, 14th.
ann. rep. geol. a. nat. hist. survey of Minnesota S. 56 und a. a. 0. S. 14.
Psyllidae. F. Loew gibt eine Übersicht derPsylliden von Öster-
reich-Ungarn mit Einschluss von Bosnien und der Herzegowina,
nebst Beschreibung neuer Arten; Abb. Zool. Bot. Gesellsch. Wien 1888. S. 5— 40.
Diese Aufzählung enthält (einschliesslich 6 nicht genau benannter) 123 Ai-ten,
also mehr als 70 "/„ der aus der paläarktischen Region bisher überhaupt be-
kannten (167) Arten. Bei den einzelnen Arten ist Erscheinungszeit, Nähr-
pflanze, Verbreitung, ob sie überwintern u. s. w. angegeben.
P. M. Ferrari. Psillide raccolte in Liguria: Res ligusticae V. Ann. Mus.
Civ. Genova (2) VI, 7 Marzo 1888.
Aphalara conspersa (Langenfeld, Südungarn); F. Low a. a. 0. S. 31.
Psylla colorata (Görz) S. 32, intermedia (ibid.) S. 33; F. Low a. a. 0.
Trioza (alpestris Lw. = acutipennis Zett), versicolor (Südungarn), S. 34,
öö'/'opA»7a (Niederösterreich, in BlattrandroUungen von Cirsium arvense) S. 35,
Saxifragae (Steiermark, auf S. a'izoon) S. 36, Thomasii (Tirol, auf Homogyne
alpina) S. 37 (acutipennis Zeit. Larve) S. 39; F. Loew a.a.O.
Über Tr. Gen trän thi s. Dalla Torre, 17. Ber. naturw.-mediz.Ver. Inns-
bruck, Vereinsnachr., S. 4.
Homoptera.
Jaasidae. Aconura sibirica (Irkutsk); L. Lethierry, Revue d"entomol.,
1888, S. 252.
Aphrophora similis (Irkutsk); L. Lethierry, Revue d'entomol., 1888, S.252.
Athysanus Jakowleffi (Irkutsk); L. Lethierry, Revue d'entomol, 1888,
S. 253.
Deltocei)halus-rtm/vyi?r (Irkutsk); L. Lethierry, Revue d'entomol., 1888,
S. 253.
Typhlocyba Hippocastani (Lewisham), avellcmae (ibid.) S. 157, 02Jaca (ibid.,
auf Aesc. Hippocast.), Pruni (Norwich, auf P. domestica) ; J. Edwards, Entom.
Monthl. Mag., XXV.
Fulgoridae. Prolystra lithographica (lithogr. Schiefer); Oppenheim,
Palaeontogr. 34, S. 228, Taf. XXXI, Fig. 1.
J. Edwards gibt eine Übersicht der Englischen Cixius-Arten, wobei
er das frühere Scott'sche Verzeichniss zu Grunde legt; die von Scott irriger
Weise für simplex H.-Sch. und similis Kschhm. gehaltenen Alten sind Scotti und
remotus genannt, S. 100; Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 100 f.
Die Addotional notes on the lantern-fly of Brazil von J. C.
Branner bestehen in der Übersetzung eines in dem Liberal Mineiro, Ouro Preto,
Prov. Minas Geraes, 19. Dec. 1885 erschienenen Artikels, der ebenfalls ausführt,
dass die Bevölkerung Brasiliens vor dem Laternenträger eine abergläubische
Furcht hat; vergl. dies. Bericht für 1885, S. 115; Trans. New- York Acad. Sei.,
VII, S. 66—68.
Liburnia difficilis, discreta (England, bisher unter pellucida vereinigt, aber
an der Gestalt des Penis leicht zu unterscheiden); J.Edwards, Entom. Monthl,
Mag., XXIV, S. 197 mit Holzschn.
74 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Orgerius eonsperms (Batna) S. 107, alhofasciatus (Algier) S. 108; A. Puton,
Kevue d'entomol., 1888.
Tettigoraetra sulphurea Muls.-B. var. mendax (Ungarn; Serbien);
G. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 186.
Cicadidae. W. L. Distant liefert Descriptions of new species of
Oriental Homoptera belonging to the family Cicadidae; Ann. a. Mag.
N. H. (6), I, S. 291—298, 370-376; II, S. 323-325.
P. R. Uhler gibt eine preliminary survey of the Cica daea, of the
United States; Entomol. Americana, IV, S. 21— 23, 81—85.
W. H. Ashmead stellt a generic Synopsis of the Cicadidae auf;
ebenda S. 140 f.
Eocicada miCTocep/zaZa (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34,
S. 229, Taf. XXXI, Fig. 30.
Piatypedia! n.g.(voxhybrida!) für (Oicada) areolata f/M und Putnami Uhl.;
P. R. Uhler, a. a. 0., S. 23, und PI. minor (S. Kalif.) S. 81.
Notes on the oviposition of the Buffalo tree-hopper von C. L.
Marlatt schildern das Eierlegen von Ceresa bubalus, die ihre Eier in
Packeten von 6 — 12 Stück unter die Rinde von Apfelbäumen bringt. Je zwei
Packete werden so neben einander gelegt, dass zwischen ihnen ein Raum von
etwa der Dicke eines Eies bleibt. Transact. Kansas Academy of Science, X,
S. 84 f. mit Abbild, auf S. 83.
The periodical Cicada in 1888; in Wisconsin, Iowa, Illinois, Indiana,
Michigan, Pennsylvania ist die 17jährige Brut (1854, 1871, 1888), in Texas die
13jährige (1849, 1862, 1875, 1888) aufgetreten; Insect life, I, S. 31.
C, elopurina (Borneo) S. 297, pontiancdicc (ibid.) S. 298; W. L. Distant,
a. a. 0. 1.
Cicadetta continuata (Quetta), lita-ata (Kaschmirthal); W. L. Distant
a. a. O., I, S. 375.
Cosmopsaltria nigra (Philippinen) S. 292, umbrata (Sikkira), laiita (Pontianak)
S. 293, Minahasae (Celebes; Ceram; Menado) S. 294, silhetana (S.), jacoona
(Johore) S. 295, Figafeitae (Ternate) S. 371 ; W. L. Di staut, a. a. 0. 1, albostriata
(Philippinen); derselbe, ebenda, II, S. 324.
Cryptotympana Limborgi (Tenasserim); W. L. Distant, a. a. 0. I, S. 296,
epithesia (Borneo); derselbe, ebenda, II, S. 325.
Dundubia aerata (Elopura), tavoyana (Tavoy), similis (Sikkim) ; W. L. D i s t a n t ,
a. a. 0., I, S. 292.
Goeana delinenda (Cochin); W. L. Distant, a. a. 0., I, S. 291.
Fumouze erwähnt, dass Huechys sanguinea in ihrer Heimath (China) als
Mittel gegen Tollwuth angewendet werde. Während aber der Erfolg in dieser
Hinsicht zweifelhaft ist, besitzt die Art einen auf den Urogenitalapparat wirkenden
Stoff. Die Versuche, diesen rein darzustellen, misslangen bis jetzt; dagegen
lässt sich der rothe Farbstoff (Huechys-Roth), der dem Hinterleib dieser Thiere
die prächtige Farbe verleiht, ausziehen. Bull. Soc. Entom. France, 1888, S.XXUf.
H. suffusa (Java); W. L. Distant, a. a. 0. I, S. 291.
Leptopsaltria |«ci(tra.'« (Nilgirri H.), andamanensis {K.-l.)\ W. L. Distant,
a. a. 0., I, S. 370.
Pomponia solitaria (Andaman-I.) S. 295, obnuhila (Simla) S. 296, collinü
'Nilgirri H.) S. 371, Hansonneü (Colombo) S. 372; W. L. Distant, a. a, 0., I.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 75
Prasia princeps (Nordöstl. Celebes); W. L. Distant, a. a. 0., 11, S. 325.
Proarna valvata (Texas; Arizona); P. R. Uhler, Entomol. Americana,
IV, S. 84.
Prunasis venosa (Texas); P. R. U-hler, Entomol. Americana, IV, S. 82.
Tibicen amussitatm (Darjiling), Äcberi (Kaschmirthal) S. 373, reticulatus
(Gilgit), casyapae (Kaschmirthal) S. 374; W. L. Distant, a. a. O. I , tüjrinus
(Kullmir); derselbe, ebenda, II, S. 325.
Tosena deincta (Borneo); W. L. Distant, a. a. 0., II, S. 323.
Heteroptera.
Nepidae. E.v. Ferrari bearbeitete die Hemipteren-Gattung Nepa
Latr. in monographischer Weise ; Ann. K. K. Naturhist. Hofmuseums III. S. 161
bis 194, Taf. VIII, IX. Der Verfasser nimmt die Gattung in dem Umfange
an, den Latreille ihr gab, also mit Einschluss der von Stal aufgestellten
Gattungen Telmatotrephes, Curicta, Borborophilus, Laccotrephes, Borborophyes
und der Gattung Helotenthes Berg. Diese „Gattungen" kann nämlich der Ver-
fasser nicht mit Nepa und Ranatra als gleich werthig erachten, und die zu ihrer
Unterscheidung angegebenen Merkmale reichen manchmal noch nicht zur Fest-
stellung von Artengruppen aus; bei Borborophyes Mayri und Telmatotrephes
bezweifelt er sogar, ob diese Formen Iraaginet sind.
Von dem Körperbau der Gattung wird nun eine genaue Beschreibung ge-
geben, wobei diejenigen Theile, welche für die Artunterscheidung besonders
wichtig sind, ausführlicher behandelt werden.
Ein Conspectus specierum weist 35 Arten auf, darunter folgende neue:
N. spinigera (Malacca), S. 175, Eogenhoferi (Comoren), rapax (Chartum, Mada-
gaskar) S. 178, eusoma (Kalkutta) S. 179, Steindachneri (Wadai) S. 180, dubia
(Indien; China) S. 181, ingens (Brasilien?), ^;-cÄyje%t (Batavia; Sumatra; Borneo;
Indien) S. 183, anonyma {Java.; Sumatra) S. 184, Pfeiferiae (Indien) S. 187, St&lü
(Südafrika) S. 188, Gredleri (Port Natal) S. 189. Die dem Verfasser unbekannt
gebliebenen Arten anderer Autoren sind mit den Worten des ersten Beschreibers
aufgeführt; Ferrari selbst hält die eine oder andere der von ihm als neu
beschriebenen Arten vielleicht für synonym mit einer der letzteren.
Hydrometridae. Halometra n. g. für (Pygolampis, Chresmoda) obscura
Germar; Oppenheim, Palaeontogr. 34, S. 230 und ? minor S. 233, Taf. XXXI,
Fig. 4.
Aepophilus Bonnairii lebt wahrscheinlich von unterseeischen thierischen
Stoffen; die Art wurde auch bei Plymouth gefangen; Entom. Monthl. Mag.,
XXIV, S. 174.
Naucoridae. N aucoris carinata (lithogr. Schiefer) ; 0 p p e n h e i m , Palaeon-
togr. 34, S. 235, Taf. XXX, Fig. 14.
Sphaerodema jurassicum (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34,
S. 235, Taf. XXXI, Fig. 10.
Saldi dae. Acanthia (d. h. Salda) hirsuta (Illyrien); 0. M. Reuter, Revue
d"entomol., 1888, S. 60, variabilis H.-Sch. var. connedens (Zilah, Ung.); G. Hor-
vath, Revue d'entomol., 1888, S. 179, melanoscela F<e&. var. paUidipennis
(Elis); O.M.Reuter, ebenda S, 226.
76 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Reduviadae. Goraims ruf/osicoUis (Biskra.); A. Puton, Revue d'entomol.,
1888, S. 105.
Darbanus palliatus (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 182.
Euagoras manjinata (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 182.
F. Pascoe beobachtete bei Parä eine Ghilianella- Art, die ihre Jungen
auf dem Rücken trug; der lange, dünne Hinterleib der letzteren war dabei um
den Thorax gewickelt (coiled round the thorax); Proc. Entom. Soc. London,
1888, S. I.
Harpactor sanguineus var. albiventer, iracundus var. rubricus Germ.;
Gl. Rey, Revue d'entomol, 1888, S. 194.
Oncocephalus simillimus (Chabarofka); 0. M. Reuter, Revue d'entomol.,
1888, S. 201.
Pygolampis bidentata var. ohscuripes (Bresse); Gl. Rey, Revue dentom.,
1888, S. 194.
Stenolemus Novaki (Lesina ; der erste Vertreter dieser Gattung in Europa) ;
G. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 178, PI. I, Fig. 7.
Ceratocombidae. Henschiella (n. g)peUucida (Herzegowina); G. Hor-
vath, Revue d'entomol., 1888, S. 170, PI. I, Fig. 1.
Cryptostemma medium (Frejus); Gl. Rey. Revue d'entomol., 1888, S. 195.
Anthocoridae. 3Iontandonielln(\i.g. prope Ectemnum) dacica (Bukarest) ;
A. Puton, Revue d'entomolog., 1888, S. 256.
Brachysteles dubius Beut, ist eine kurzflügelige Form von parvi-
cornis Costa; Gl. Rey, Revue d'entomol., 1888, S. 197.
Cardiastethus nazarenus Heut, in Frankreich (Frejus; St. Raphael);
Gl. Rey, Revue d'entomol., 1888, S. 197.
Temuostethus tihialis (Kisamos, Kreta); 0. M. Reuter, Revue d'entomol.,
1888, S. 226.
Tetraphlebs Canadensis (Cap rouge); L. Provancher. a.a.O., S. 90.
Triphiebs brevicollis (Lyon; Bugey; Huyeres); Gl. Rey, Revue d'entom.,
1888, S. 196.
Microphysidae. Myrmedobia distinguenda var. pupalis (Lyon), coleo-
pterata var. subtruncata (Mont-Dore), antican. sp. (Crest; Frejus); Gl. Rey, Revue
d'entomol., 1888, S. 197.
Tingitidae. Acalypta hellenica ( Attika ; Taygetus ; Korfu) ; 0. M. R e u t e r ,
Revue d'entomol., 1888, S. 224.
Acanthochila exqiiisita (Gape Florida, der erste Vertreter dieser süd-
amerikanischen Gattung in Nordamerika); P. R. Uhler, Proc. Entomol. Soc.
Washington, 1, S. 143.
Derephysia brevicornis (Mittelgriechenland) ; 0. M. Reuter, Revue d'entom.,
1888, S. 224.
Gl. Rey unterscheidet in analytischer Tabelle Eurycera clavicornis L.,
Teucrii Fieb., brevicornis Ja/f. und intermedia (Korsika; Sardinien), magnicornis
(Rouen), welche beiden letzteren bisher unter clavicornis vereinigt waren, und
bildet die letzten Fühlerglieder ab; Revue d'entomol., 1888, S. 190 f.
Galeat[h]us multiseriatus (Attika); O.M.Reuter, Revue d'entomol., 1888,
S. 225.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 77
Monanthia aiigiistata H.-Sch. in England; E. Saunders, Entom.
Monthl. Mag., XXV, S. 34; Proc. Entom. Soc. London, 1888, S, XIX.
M. cucuUifera (Sarepta); A. Puton, Revue d'entomol , 1888, S. 105, parmata
(Botafogo), loricata (Entre Rios); W. L. Distant, Bull. Soc. Ent. ßelg., 1888,
s. xxxin.
Monost[eJira lobulifera (Attika); 0. M. Reuter, Revue d'entomol., 1888,
S. 225.
Piesma quadrata ya.r. rotunäicollis, variabilis vay. hi:evicornis (Lyon);
Gl. Ray, Revue d'entomoL, 1888, S. 189.
Zosmenus Silemis (Kecskemet, Ung.); G. Horvath, Revue d'entomol.,
1888, S. 176.
Aradidae. Aradus Serbiens (Negotin); G. Horvath, Revue d'entomol.,
1888, S. \11, notatus (Soreze); Gl. Rey, ebenda S. 192.
Capsidae. In A. P. Fedtschenko's resa i Turkestan sind die Hemiptera,
Gapsidae, 1887 von 0. M. Reuter bearbeitet; 39 Seiten (nach E. Bergroth,
Entom. Tidskrift, 1888, S. 28).
Euderon (n. g. Oncotyl.) Martini (Biskra); A. Puton, Revue d'entomol.,
1888, S. 107.
Alloeouotusfulvipes Scoj). var. se2oar andus (Bosinen; Krim; Kleinasien);
G. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 179.
Amblytylus delicatus Perr. in England; E. Saunders, Entom. Monthl.
Mag., XXV, S. 78; Proc. Entom. Soc. London, 1888, S. XXVII.
A. sexguttatus (Sherbrooke) ; L. Provancher, a a. 0 , S. 150.
Byrsoptera (cylindricollis Costa ^), pontica (Friedentha], Krim); G. Hor-
'vath, Revue d'entomol., 1888, S. 182.
Galocoris Costae (Armenien); 0. M. Reuter, AVien. Entom. Zeitg; 1888,
S. 99 mit TJebersicht der ähnlich gezeichneten Arten, Putoni (Gaiffa, Syrien);
G. Horvath, Revue d'entomol,, 1888, S. 180, teyidaris; A. Puton ebenda S. 3t)4.
Gampylomma Oertzenü (Attika); 0. M. Reuter , Revue d'entom., 1888, S. 228-
Ghlamydatus luctuosus (Gap rouge); L. Provaucher, a. a. 0., S. 137.
Deraeocoris schach F. var. cunealis (Sporaden); 0. M. Reuter, Revue
d'entomol., 1888, S. 227.
Dicyphus Montandoni (Rumänien); 0. M. Reuter, Revue d'entomol,
1888, S. 62.
Eccritotarsus incusus (Entre -Rios) S. LXXXl, magnificus (Tres Xhos)
S. LXXXII; W. L. Distant, Bull. Soc. Entom. Belg., 1888.
Excentricus singularis (Friedenthal, Krim) PI. I. Fig. 8, oophorus (Brussa,
Kleinas.) Fig. 10, (punctipes Fieb. Fig. 9); G. Horvath, Rervue d'entomol., 1888,
S. 184 mit analytischer Tabelle der 3 Arten auf S. 185.
Fundauius bicolor (Petropolis, Brasil.); W. L. Distant, Bull. Soc. Ent. Belg.,
1888, S. LXXXn.
Globiceps fulvicollis Jak. (^; G. Horvath, Revue d'entomol., 1888,
S. 181.
Halticus Henschii (Görz); O.M.Reuter, Revue d'entomol., 1888, S. 58.
Helopeltis Bumimdei (Java, auf Theepflanzen) ; G. 0. Waterhouse, Trans.
Entom. Soc. London, 1888, S. 207.
Liocoris glah-atus M. S. (Entre Rios); W. L. Distant, Bull. Soc. Ent. Belg.,
1888, S. LXXXII.
78 Ph. Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lopus Graeseri (Cliabaroflia); 0. M. Reuter, Revue d'entomolog. , 1888,
S. 201.
Lygns rutüans (Innsbruck); G. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 181.
Malacocoris Provandieri Burque i. 1. (Cap rouge, Ste. Byaciuthe); L.
Provancher, a. a. 0., S. 144.
Orthothylus palustris (Görz); 0. M. Reuter, Revue d'entomol,, 1888, S. 59.
Paredrocoris pectoralis Beut. ^■, Gr. Horvath, Revue dentom., 1888,
S. 186.
Pilophorus angiistulus (Kumani, Morea); 0. M. Reuter, Revue d'entomolog.,
1888, S. 227.
Plagiognathus tomentosus (Sizilien); 0. M. Reuter, II Naturalista Siciliano,
VII, S. 236, rubricans (Ste. Gertrude), L. Provancher, a. a. 0., S. 154.
Psallus Henschii (Görz); 0. M. Reuter, Revue d'entomol., 1888, S. 59,
carduellus (Lesina; Herzegowina); G. Horvath, ebenda, S. 183.
Pycnopterna amoena (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 114.
Resthenia designata (Petropolis; Therezopolis , Brasil.), majuscula (Rio
Janeiro); W. L. Distant, Bull. Soc. Entom. Belg., 1888, S. LXXXL
Sthenarus carbonarius (Rumänien); G. Horvath, Revi\e d'entom., 1888,
S. 185, nigripilis (Attika); 0. M. Reuter, ebenda, S. 228.
Systellonotus venustissimus (Abruzzen); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e
mat. di Napoli (2) I, No. 10, S. 10, Tav. l, Fig. 10.
Lygaeadae. Ischyopteron (n. g. „Geocorid.") suprajurense (lithogr.
Schiefer; vielleicht zu den Lygaeiden gehörig); Oppenheim, Palaeontogr. 34,
S. 230, Taf. XXX, Fig. 7.
Liabaris (n. g. Plinthisomo simile) Reuteri; G. Horvath, Revue d'entom.,
1888, S. 75.
Aphanus Pini var. intermedius (Batna; Mahadid); A. Puton, Revue d'entom.,
1888, S. 104.
In U. S. Depart. of agriculture, divis. of entomology, erschien in Bullet.
No. 17 eine ausführliche Abhandlung von L. 0. Howard über the chinch bug;
a general suramary of its history, habits, ennemies, and of the remedies and
preventives to be used against it; Washington, 1888, S. 1 — 48 mit zahlreichen
Holzschn.
The chinch-bug in California; Insectlife, I, S. 26; — in 1888;
ebenda S. 31.
Blissus Doriae Ferr. var. obscurus (Attika); 0. M. Reuter, Revue d'entom.,
1888, S. 223.
"Während bisher die Gattung Cymus nur 3 Arten in Europa hatte, clavi-
culus Fall., melanocephalus Fieh. und glandicolor Hahn, überzeugte sich Hor-
vath neuerdings, dass die Gattung mindestens mit 5 Arten in Europa vertreten
ist, indem die glandicolor var. simplex eine selbständige Art ist, und unter
glandicolor 2 Arten vereinigt waren, von denen die eine den Namen C. obliquus
erhält (kürzer; der braune Längsstrich des Corium schief von aussen nach hinten
und innen gestellt . . .) ; die Unterschiede dieser 5 Arten sind in einer analytischen
Tabelle sichtlich gemacht; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 309f.
Emblethis denticollis Horv. var. anodon; G. Horvath, Revue d'entom.,
1888, S. 176.
Geocoris düoroticus {^o\U\g-ä.\)\ A. Puton, Revue d'entomol., 1888, S. 103.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 79
Langflügelige Form des Ischnocoris hemipterus; E. Saunders,
Entora. Monthl. Mag., XXV, S. 35; die Art ist aber nicht hemipterus Schill, die
in England noch nicht gefunden ist, sondern angustulus Boh.; derselbe
ebenda S. 149.
Macropterna convexa var. conica (Huyeres); Cl. Rey, Revue d'entomol.,
1888, S. 99.
Notochilus obscurior (Wien; Dalmatien); Cl. Rey, Revue d'entomol., 1888,
S. 102.
Nysius Volxemi (St. Theresa, Brasil.); AY. L. Distant, Bull. Soc. Ent,
Belg., 1888, S.LXXIX.
Peritrechus amhkjuus (Kalocsa); Gr. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 175.
Plinthisus hicolor (?); Cl. Rey, Revue d'entomol, 1888, S. 101.
Pterotmetus Canadensis (Caprouge); L. Provancher, a. a, 0., S. 84 mit
Holzschn.
Pyrrhocoris niger (Kreta, auf dem Berg Barithi); C.M.Reuter, Revue
d'entomol., 1888, S. 223.
Rhyparochromus chiragra F. var. emarginatus, sabulicola Th. var. incertus;
Cl. Rey, Revue d'entomol., 1888, S. 101.
In England kommen die 3 Scolopostethus- Arten, Sc. pictus Schill., affinis
Schill, (oder adjunctus D. & Sc), decoratus Hahn var. ericetorum Leth. vor; E,
Saunders, Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 148 f.
Styguocoris famtus (Ungarn; Fiume; Lesina); G. Horvath, Ruvue d'entom.,
1888, S. 174.
Tropistethusholosericeus Schltz. var. albidipennis (Dalmatien ; Korsika ;
Griechenland); G. Horvath, Revue d'entomol., 1888, S. 173 PI. I Fig. 5, gmcilis
n. sp. (Dalmatien-, Herzegowina); derselbe, S. 174, Fig. 6.
Coreadae. Curupira (n. g. Leptocoris.) illustrata (Rio Janeiro); W. L.
Distant, Bull. Soc. Entom. Belg., 1888, S. XI.
Peruda (n. g. Leptocoris.) typica (Rio Janeiro); W. L. Distant, Bull. Soc.
Entom. Belg.. 1888, S. X.
Borthrostethus (elevatus Fieb. var.?) suhinermis (Smyrna); A. Puton, Revue
d'entomol, 1888, S. 257.
Colobathristes saccharicida (Jnv.i; durch Anstechen der Blätter das Zucker-
rohr schädigend); Karsch, Entom. Nachr., 188^, S. (205 — ) 207.
Megalotomus castancus {Peking); O.M. Reuter, Revue d'entomol, 1888, S. 66.
Mictis Fallout (Peking); 0. M. Reuter, Revue d'entomol, 1888, S. 65.
Rhopalus (Aeschynteles) angularis (Peking); O.M.Reuter, Revue d'entom.,
1888, S. 67.
Stenocephalus femoralis S. 66, Eorvathi S. 67 (Peking); 0. M.Reuter,
Revue d'entomologie, 1888.
Pentatomidae. Anhang a (n. g. 'Discocephalin.) modesta (Rio Gründe);
Distant, Bull Soc. Entom. Belg. XXXI S. LX.
Peribyssus (n. g. Byrsino et Cydno affine) scutellaris (Laghouat, südl
Algier); A. Puton, Revue d'entomol, 188S, S. 364.
Bisibia (n. g. Cnephosae Jak. affine) xanthochila (Sibirien); G. Horvath,
Revue d'entomol, 1888, S. 169.
Adia, notata (Saint-Raphael; St.-Paul); Cl.Rey, Revue d'entom., 1888, S. 92.
80 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Apodiphus intecjrkeps Oshanin i. 1. (Turkestan); G. Horvath, Revue
d'entoraol., 1888, S. 172.
Edessa ansata (Brasilien) S. LXIII, macraspis (Rio Janeiro), complicata
(Brasilien), S. LXIV; Distant, Bull. Soc. Entom. Belg. XXXI.
Eurydema decoratum H.-Sch. var. simplicissima Put. i. 1., simplex,
completa Put. i. 1.; cognatum var. aeneiventer (Arcachon); Gl. Rey, Revue
d'entomol., 1888, S. 96.
Eurygaster maura var. grisescens (Freiburg); Gl. Rey, Revue d'entomol.,
1888, S. 91.
Euschistus boviUus (Botafogo) S. LXI, quadrimaculatus (Sao Joao del Re)
S. LXII; Distant, Bull. Soc. Entom. Belg. XX.XI, jugalis; L. Provancher,
a. a. 0. S. 204.
Menida Scotti Jak. var. sinensis (Peking); 0. M. Reuter, Revue d'eutom.,
1888, S. 64.
G. Horvath gibt eine Paralleldiagnose zur Unterscheidung der einander
sehr ähnlichen Nezara Heegeri Fieh. und Millieri il/iife-i?. ; Reviae d'entom ,
1888, S. 173, PI. I, Fig. 34.
N. amurensis (Ghabarofka) ; 0, M.Reuter, ebenda, S. 200.
Peribalus sphacelatus var. stiboblongus (Huyeres); Gl. Re y, Revue d'entom.,
1888, S. 95.
Phimodera hufonia (Südfraukreich ; = galgulina Muls.-R., Put., nee H.-
Sch.); A. Puton, Revue d'entomol., 1888, S. 362.
Podisus Volxemi (Therezopolis, Brasil.); Distant, Bull. Soc. Entom. Belg.
XXXI, S. LVIII.
Prionosoma villosum (Vancouver); L. Provancher, a. a.D., S. 204.
Sehirus bicolor L. var. DeZc/t/ran^ei (Smyrna) ; A. Puton, Revue d'entom.,
1888, S.256.
Urochela Falloui (Peking); O.M.Reuter, Revue d'entomol, 1888, S 65.
Urolabidina sinensis (Peking); 0. M. Reuter, Revue d'entomol., 1888, S.64.
Urostylis virescens (Ghabarofka); 0. M. Reuter, Revue d'entomol., 1888,
S. 199 mit Holzschn.
Orthoptera.
Ueber die Bildung des Entoderms bei Blatta germanica
macht Cholodkovsky eine vorläufige Mittheilung ; Zool. Anz., 1888,
S. 163—166 mit 2 Holzschn.
Hiernach bildet sich durch Invagination der Primitivrinne neben
dem Ektoderm ein inneres Keimblatt, das aus mehreren Schichten
besteht. Indem in demselben eine Höhle entsteht, zerfällt es in zwei
Blätter, ein äusseres, das mesodermale Hautmuskelblatt, und ein
inneres, das bald in zwei Schichten zerfällt. Die äus^^ere besteht aus
grösseren Zellen und bildet das Darmfaserblatt, die andere aus
kleineren, dünneren Zellen und bildet das echte Entoderm, welches
später den Dotter vollständig umwächst. Die Dotterzellen nehmen
gar keinen Antheil an der Bildung des Entoderms und dienen wahr-
scheinlich bloss zur Assimilierung des Dotters. Die beschriebene
Diffirenzierung des Entoderms findet erst Statt, nachdem die Primi-
tivrinne sich geschlossen, der Embryo seine 18 Gliedmassenpaare
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. gl
(4 Kopf-, 3 Brust- und 11 Abdominalgliedmassen incl. cerci) angelegt,
und die zwei Nervenstämme sich vom Ektoderm abzutrennen be-
gonnen haben. Die Bildung des Entoderms geht ziemlich gleich-
zeitig in der ganzen Länge des Keimstreifens vor sich.
Nachdem durch Gers tack er schon vor nahezu 30 Jahren bei
Corydia ausstülpbare Hautanhänge beschrieben sind, macht E. A.
Minchin solche auch von Periplaneta orientalis bekannt. Sie
liegen hier nicht wie dort zwischen der 1. und 2., sondern zwischen
der 5. und 6. Rückenschiene, der Mittellinie genähert. Die Wand
dieser Säckchen ist aussen mit steifen, stark verästelten Haaren be-
kleidet; darunter findet sich ein Beleg von drüsigen Epithelzellen.
Besondere Muskeln fehlen. Die Bedeutung dieser Säckchen ist wahr-
scheinlich die eines Stinkorganes. Die Hypodermis besteht nach
Minchin nicht aus einer, sondern aus 2 Zellenlagen, von denen die
untere nur an den Artikulationsstellen der Segmente fehlt. An manchen
Stellen werden die Zellen dieser unteren Schicht sehr gross und sind
„unzweifelhaft" Ganglienzellen ; besonders zahlreich sind sie am vorderen
Theile der Rückenschienen. Wo die letzteren frei (d. h. von der Gelenk-
haut zwischen den einzelnen Schienen unbedeckt) sind, da ist wahr-
scheinlich jede Nervenendzelle mit einem Haare in Verbindung, an
den bedeckten Theilen mit einer kleinen Papille. Quart. Journ. Micr.
Sei., XXIX, S. 229 — 233, PI. (Note on a new organ, and on the
structure of Hypodermis, in Periplaneta orientalis).
A. Gerstäcker gibt die Charakteristik einer Reihe (50)
bemerkenswerther Orthopteren; Mitth. a. d. naturw. Verein f.
Neu -Vorpommern und Rügen, 20, S. 1 — 58.
Orthop terologische Beiträge No. III von F. Karsch in
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 415— 463, Taf. IV enthalten:
1. Das Weibchen des Corycus Jurinei Sauss.; 2. eine neue Prochilide
oder Mecopodidae; 3. Beiträge zur Kenntniss der Phaneropteriden-
Fauna Afrikas, der Seychellen und Madagaskars; 4. Eugaster spinu-
losus (L.) und Guyonii Serc.
The Orthoptera of New England; Fernald, in 25th annual
report of the Mass. Agri. College; s. Americ. Naturalist, 1888, S. 469.
H. J. Kolbe gibt die geographische Verbreitung der Neu-
roptera und Pseudoneuroptera der Antillen, nebst einer
Uebersicht über die von Herrn Konsul Krug auf Portoriko ge-
sammelten Arten; dieses Archiv, 1888, I, S. 153 — 178, Taf. XIII.
Die Neuropteren- und Peudoneuropterenfauna der Antillen hat theils
nordamerikanische, theils südamerikanische und zentralamerikanische
Bestandtheile ; die beiden letzteren überwiegen, indem von den 73
Odonaten der Antillen, von denen 36 endemisch sind, nur 15 auch in
Nordamerika, 22 in Südamerika und 21 in Zentralamerika vorkommen;
ausser auf den Antillen kommen von diesen Arten nur in Nord-
amerika bloss 6, in Südamerika 10, in Zentralamerika 4 Arten vor.
Die Corduhinen und Calopteryginen fehlen auf den Antillen gänzlich.
— Die übrigen Pseudoneuropteren und Neuropteren der Antillen zeigen
Avch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd.H. H. 2. F
82 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
hinsichtlich ihrer Verbreitimg über das übrige Amerika ähnhche Ver-
hältnisse, wie die Odonaten; von den Trichopteren ist nur wenig
bekannt. 7 Karten auf der Tafel XIII zeigen die Verbreitung theils
der Familien, theils einzelner Gattungen und Arten der Odonaten
über Amerika.
In den Act. Soc. Esp. Hist. Natur., XVII, S. 42 — 46 sind eine
Exkursion nach den Bergen von Toledo und Cercedilla und Siete Picos
beschrieben und die erbeuteten Orthopteren aufgezählt.
Die Enumeraciön de los Ortopteros de Espaiia y Portu-
gal von M. Cazurro y Ruiz enthält 243 Arten, von denen 80 der
Spanischen Fauna eigenthümlich sind; An. Soc. Esp. Hist. Natur., XVII,
S. 435—511.
Bolivar macht 19 im September bei Bordeaux gesammelte
Arten namhaft; Act. Soc. Esp. Hist. Natur., XVII, S. 35.
P, Mabille führt (40) Orthopteren aus der Umgegend von S enlis
auf; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXXHIf.
Die weiteren Appunti e note di Ortotterologia Siciliana
von G. Riggio behandeln Cyrtaspis scutata Charp. (variopicta Costa)]
Trigonidium cicindeloides Scn\; Gryllus burdigalensis Lafr. var. ar-
vensis Ramh., algericus ISauss.; Gryllodes Brunneri n. sp.; Ephippigera
latipennis Fisch.; Leptophyes punctatissima Bosc; II Naturalista Sicili-
ano, VII, S. 95—101, 110—113, Tav. I Fig. 1, 2.; VIII, S. 69—71,
308—311.
F. Pajno zählt Ortotteri raccolti nel territorio di Sclafani
auf; ebenda, VIII, S. 18 f. (22 A.).
Primo cenno sulla fauna dell'isola Lesina in Dalmazia.
Dermoptera et Orthoptera; di G. B. Novak; Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 119—132 (G8 A.).
0. Retowski bringt Beiträge zur Orthopteren-Kunde der
Krim; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou, 1888, No. 3, S. 402—415.
(4 Forficulid., 8 Blattid., 5 Mantid., 18 Acridiad., 11 Locustid., 7
Gryllid.).
Der II. der Beiträge zur Orthopteren-Kvmde von H. Krauss
behandelt Blattiden aus der Krim und aus West-Kaukasien;
Ochrilidia (Opomala) tryxalicera Fisch. Fr.; Stenobothrus
Saulcyi n. sp.; das Zirporgan von Cyrtaspis scutata Charp.;
Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S.' 567— 576 Taf. XV.
H. de Saussure gibt eine Synopsis de la tribu des Sagiens;
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 127—155, PI. 5.
Beiträge zu Ign. Bolivar's Monografia de los Pirgomor-
finos von F. Karsch in Entom. Nachr., 1888, S. 326 — 335,
340 — 346, 355—361 führen die Pyrgomorphiden des Berliner Museums
mit Beschreibung der neuen Arten auf. Als allgemein bemerkens-
werth ist hervorzuheben die Verbreitung dieser Gruppe mit einer
Pyrgomorpha-Art auf Neu-Guinea und das Vorkommen flugunfähiger
Poecilocerae (n. G. Cawendia) auf dem Festlande (Tanganjika-See),
welches auf innige Beziehungen des afrikanischen Ostens mit
im Gebiete der Entomologie wäbrend des Jahres 1888. 33
Madagaskar (durch Rubellia) und Australien (durch Monistria) deutet.
Ferner ist die durch Pigmente hervorgerufene verschiedene Färbung
bei Jungen und Alten beachtenswerth , namentlich bei Zonocerus,
Phymateus und Petasia. Als Felderverwüstende Wanderheuschrecke
Ostafrikas ist eine Phymateus-Art durch Hildebrandt bezeichnet.
J. Bolivar lässt in den Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI S. 175 — 313
PI. IV, V einen Essai sur les Acridiens de la tribu des
Tettigidae erscheinen. Diese durch das stark entwickelte Pronotum
und die kleinen, schuppenförmigen Oberflügel charakterisierte Gruppe
theilt Bolivar in die 7 Sektionen der Cleostratae (vorderes Ocellum
zwischen, nicht vor den Punktaugen), Cladonotae (Stirnkiel ver-
breitert, Fühler kurz und fadenförmig), Scelimenae (Pronotum lang
pfriemenförmig , vorn beiderseitig bedornt, Hinterschienen gegen
die Spitze hin erweitert), Metrodorae (erstes Tarsenglied der Hinter-
füsse so lang (oder kürzer) als das dritte), Tettigiae (erstes Tarsen-
glied länger als das dritte), Batrachideae (Vorderschenkel oben ge-
furcht; Fühler mit zahlreichen Gliedern), Tripetalocerae (Fühler von
ungewöhnlicher, bizarrer Gestalt). Von manchen Arten ist eine
aquatische, bezw. amphibische Lebensweise bekannt; andere sind
hinsichthch ihrer Lebensweise noch ganz unbekannt. An das Ver-
zeichniss, das 222 Arten enthält, schliesst sich ein Conspectus der
Sektionen und Gattungen, und an diesen die spezielle Beschreibung;
die gTÖsste Zahl der Gattungen ist neu aufgestellt. — Ich werde
diese Arbeit zitiren: Bolivar, Essai.
Seinem 1884 erschienenen Prodromus (Bericht S. 94) lässt
Saussure nun Additamenta folgen; Mem. Soc. de Physique et
d'Histoire naturelle de Geneve, XXX, No. 1, S. 1—180 PI. 2. Diese
Additamenta enthalten zum grössten Theile die Beschreibungen neuer
Gattungen und Arten und Ergänzungen zu früher beschriebenen.
Um die neuen Gattungen in ihren Beziehungen zu den übrigen
leichter kenntlich zu machen, hat der Verfasser eine Synopsis sämmt-
licher Gattungen vorangestellt, womit er sich gewiss den Dank aller
diese Gruppe Studierenden erworben hat. Der speziellen Behandlung
der ganzen Gruppe und der drei in ihr unterschiedenen Abtheilungen
(Oedipoda, Thrincus, Eremobia) sind allgemeine Bemerkungen vor-
angeschickt, aus denen hier ein Auszug wiedergegeben wird.
Die Oedipodier sind auf der nördlichen Halbkugel zahlreicher
als auf der südlichen und erreichen ihre Hauptentfaltung in dem
wärmeren Theile der gemässigten Zone (40 — 25"). Während eine
europäische Art (Sphingonotus coerulans) sich (wahrscheinlich ein-
geschleppt) auf Cuba findet, sind sonst fast alle amerikanischen
Gattungen von den paläarktischen verschieden, aber mit diesen
nahe verwandt, und manche können als die amerikanischen Ver-
treter der letzteren gelten, so Tropidolophus und Pyrgodera; Heliastus,
Oedocara und Sphingonotus; Dissosteira und Conistica; Tomonotus,
Lactista und Oedipoda; Psinidia und Trilophidia.
Einen sehr grossen Verbreitungsbezirk haben die Gattungen
Sphingonotus und Acrotylus. Erstere verbreitet sich von Schweden
84 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bis zur Sahara, von Sibirien bis nach Indien, von den Küsten des
Atlantisclien Oceans bis nach Japan, und hat sich sogar in Amerika
wiedergefunden. Acrotylus ist über das mediterrane Gebiet und die
diesem entsprechenden Länderstrecken Asiens, ausserdem aber über
ganz Afrika verbreitet. In der neuen Welt hat Trimerotropis eine
Verbreitung von Neu -England bis nach Patagonien. Die wenigen
Oedipodier Australiens sind asiatischen Charakters.
Auch diese Gruppe bestätigt die nahen Beziehungen zwischen
der indischen und südafrikanischen Fauna; weiterhin sind aber auch
einige südafrikanische Gattungen die nahen Verwandten von mittel-
meerländischen. Merkwürdiger Weise finden sich zwei Arten an den
Küsten des Rothen Meeres und am Cap verde und auf den Kanaren;
es sind dies Sphingonotus Savignyi und Quiroguesia Brullei.
Einzelne Arten leben gesellig, vermehren sich gelegentlich sehr
stark und wandern dann in grossen Zügen nach Nahrung umher,
eine wahre Plage für den Ackerbau. Namentlich Nordamerika ist
reich an solchen Arten, die den Gattungen Pachytylus und Oedalea
angehören. Unser Pachytylus cinerascens hat sich über die ganze
östliche Halbkugel verbreitet: Europa, Asien, Afrika, Indischer Archipel,
Neu -Seeland, Inseln Polynesiens werden von dieser Art heimgesucht,
die weit eher als der mehr auf Osteuropa und Turkestan beschränkte
P. migi'atorius den Namen der Wanderheuschrecke verdiente.
Ein besonderer Abschnitt ist den Eremobien mit Rücksicht auf
ihre geographische Verbreitung, Anpassung an die Wüste und Ton-
apparate gewidmet. Die Eremobien bewohnen auf der östlichen Halb-
kugel zwei getrennte Bezirke: die Mittelmeerländer und die Südspitze
Afrikas; die beiden amerikanischen Gattungen, HaldmaneUa und
Brachystola, leben ungefähr unter den Breiten der Mittelmeerregion,
vgl. den vor. Bericht S. 74 f.
Durch ihre Farbe, die bald grob, bald feiner gekörnelte Haut-
bedeckung ähneln diese Thiere sehr der Erde, dem Sande, auf dem
sie leben. Ihr Flug- und Sprungvermögen ist z. Th. gering, z. Th.
ganz unterdrückt, und sie verlassen sich mehr darauf, durch ihr Aus-
sehen nicht in Gefahr zu kommen, als sich dieser durch die Flucht
zu entziehen.
Die Eremobien haben zweierlei Tonapparate. Der eine befindet
sich am Hinterleibe, und besteht in einer gerieften Platte zu beiden
Seiten des 2. Ringes, über welche die Oberschenkel des letzten Bein-
paares reiben. Dieser Apparat ist bei Batrachotettix und Methone
am stärksten entwickelt, fehlt den Gattungen Eneremius und Brachy-
stola vollständig, und ist bei anderen Gattungen unvollkommen,
während er sich ausserhalb der Eremobien bei Thrincus und einigen
Pamphaginen (auch sogar bei einigen Locustiden) wiederfindet. Er
kommt beiden Geschlechtem zu, wenn er auch im männlichen stärker
entwickelt ist. — Der andere Thonapparat ist erst vor zwei Jahren
von J. Pantel entdeckt worden, kommt allen geflügelten und selbst
den kurzflügeligen Arten zu, ist beim Weibchen aber in höherem
im Gebiete der Entomologie währeiul des Jahres 1888. 85
Grade verkümmert als der abdominale. Er besteht in der stark auf
der Unterseite hervortretenden nnd von ihrem gewöhnlichen Verlaufe
abgelenkten hinteren Axillarader, auf der sich eine Leiste erhebt.
Die Schienen der Mittelbeine besitzen auf ihrer Oberseite eine Reihe
von Zähnchen, durch welche jene Ader in Schwingung versetzt wird.
Dies geschieht (bei den fliegenden Arten) während des Fluges, je
nach der Wilkür des Thieres, namentlich wenn es sich zur Erde
niederlassen will. — Die Zähnchon der Tibia fehlen den kurzgeflügelten
und ungeflügelten Arten vollständig, von denen doch die ersteren den
einen Theil des Tonapparates (an den Flügeln) haben.
In seiner Monographie der Stenopelmatiden und Gryll-
acriden, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien 1888, S. 247— 39-t, Taf. V— IX,
weist Brunn er von Watten wyl den Stenopelmatiden ihren Platz unter
den Locustiden an, wofür die ^dergliederigen Tarsen, die Bildung der
Legescheide und der Flügel sprechen, während die Aehnlichkeit mit
den Grylliden Anpassungserscheinungen sind. Wie in dem Besitz
zusammengedrückter TarsengHeder ohne alle seitliche Ansätze das
Hauptmerkmal der Zunft liegt, so gibt der Besitz oder der Mangel
von Sohlenballen an den Tarsen, namentlich dem Metatarsus, ein
Unterscheidungsmerkmal der beiden Sektionen der Zunft ab. Weiter-
hin ist für die Systematik wichtig die Anwesenheit oder der Mangel
der Gehörorgane und die Bedornung der Füsse, während die Bildung
der Mundwerkzeuge nicht geeignet ist, in der Systematik Verwendung
zu finden. Tuberkeln, crenelirte Kanten und Querleisten am ersten
und zweiten Hinterleibssegment, die sich bei beiden Geschlechtern
und auch bei Formen ohne Gehörorgan finden, sieht der Verfasser
als Zirporgane an. Die versteckte, nächtliche Lebensweise dieser Thiere
macht es wahrscheinlich, dass erst ein kleiner Theil derselben bekannt
ist, obwohl die Zahl der bekannten Arten sich auf 93 beläuft, die vom
Verfasser in 36 Gattungen, darunter 21 neue, gebracht werden.
Die Gryllacriden sind durch die Bildung der Flügel, die gegliedert
eingesetzten Dornen der Vorder- und Mittelschienen und durch die
starke Verbreiterung der TarsengHeder ausgezeichnet. Der Bau des
8. und 9. Hinterleibssegmentes im männlichen Geschlecht ist ebenfalls
eigenthümlich und nimmt 8 verschiedene Formen an, die aber zur
Gattungsbildung nicht geeignet erscheinen. Brunner unterscheidet
12 Gattungen, .darunter 10 neue; die Zahl der hier aufgeführten
Arten beträgt 131, von denen 95 der Gattung Gryllacris angehören.
A. Pictet beschreibt Locustides nouveaux ou peu connus
du musee de Geneve; Mem. d. 1. Soc. de physique et d'histoire
naturelle de Geneve, T. XXX No. 6, S. 1—84, PI. 1—3.
Als Contributo allo studio delle forme larvali degli
Odonati gibt A. Roster imBuU. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 159—170,
Tav. I — IV, die Beschreibung und Abbildung der Nymphen folgender
Agrioniden: Calopteryx haemorrhoidahs , splendens; Lestes viridis,
virens, barbara; Sympycna fusca; Platycnemis pennipes; Agrion
viridulum, puella, Lindeni, scitulum.
86 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(16) Odonates rec. aux lies Loo-Choo; par de Selys-
Longchamps; Bull. Soc. Ent. Belg., 1888, S. XL VIII— LEI.
Als I der Beiträge zur Insektenfauna der Umgebung von
Tübingen zählt H. Kisslingdie (31) beiTübingen vorkommenden
Wasserjungfern (Odonaten) auf; Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk.
i. Württemberg, 44, S. 209—231.
lieber eine Sammlung südafrikanischer Libellen s. Kirby in den
Proc. Entom. Soc. London, 1888, S. XIII f.
de Selys-Longchamps: Odonates de l'Asie Mineure
et revision de ceux des autres parties de la faune dite
Europeenne; Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 1 — 85. — Diese
Arbeit zerfällt in 3 Theile: I. Odonates de FAsie Mineure. IL Revision
des Odonatus de l'Asie septentrionale , du Japon et de l'Afrique
septentrionale. III. Liste des Odonates de l'Europe geographique.
Ein geschichtlicher Rückblick lässt am besten die Fortschritte er-
kennen, die unsere Kenntniss der Odonatenfauna der genannten Ge-
biete gemacht hat: während aus Kleinasien 1845 erst 27 Arten be-
kannt waren, werden deren hier 83 namhaft gemacht, die zu drei
Vierteln (54) identisch sind mit denen aus dem eigenthchen Europa
bekannten; vom Rest sind 22 Kleinasien und den angrenzenden Ge-
bieten eigenthümlich , unter diesen aber 5 Lokalrassen europäischer
Arten; 7 Arten gehören der Afrikanischen Fauna an und kommen
mit Ausnahme von Pseudagrion praetextatum sämmtlich im Norden
Afrikas vor. ■ — Aus dem nördlichen Asien und Japan sind hier
30 Arten behandelt, wozu noch 5 Arten von den Loo-Choo -Inseln
(zwischen Formosa und Japan) kommen. — Den aus Algier, Tunis
und Marocco bekannten Arten werden 4 hinzugefügt; Madeira und
die Canaren haben nur Arten (13), die auch in Algier vorkommen.
— Aus dem nur unvollkommen durchforschten unteren Aegypten
sind 25 Arten bekannt, von denen eine bisher auf dieses Gebiet be-
schränkt erscheint: Onychogomphus pumilio. — Das Verzeichniss der
Europäischen Arten enthält 103 Namen.
Genuina.
Blattidae. Neue und wenig bekannte Blattiden beschrieben von
H. Dohrn; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 129—132.
Ueber (Stiuk-)Driisen in der Rückenhaut der Blattiden s. oben S. 81.
Kr au SS beschreibt die verschollene, von L. H. Fischer irrthümlich zu
marginata, \mä von Brunn er zu infumata gezogene Aphlebia adusta Fincher.
V. W., S. 568, Tat; XV, Fig. 1, sowie A. polita (Novorossisk> S. 569, Fig. 2, Ee-
toivskii (Krim) S. 570, Fig. 3; Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888.
Gyna centurio (Kamerun); H. Dohrn, a. a. O., S. 129.
Heterogamia Saussurei (Taschkent) S. 131, (Homoeogamia) Sinensis Sauss. $
S. 132; H. Dohrn, a. a. O.
Nyctibora humeralis (Fonteboa); H. Dohrn, a. a. 0., S. 129.
Panchlora Najas (Fonteboa); H. Dohrn, a. a. 0., S. 130.
im Gebiete der Eiitoniolugie während des Jahres 1888. 87
Forfl.eulid.ae. Chelidura albipeimis 3Ieg. och Ch. acanthopygia
Gene tvänne for Sveriges fauna iiya Forficulina; B. Haij, Entoniol.
Tidskr., 1888, S. 119— 122, mit 5 Holzschii.
Forficula Lesnei (St. Arnoiilt; Beuerville, Calvados); Finot, Bull. Soc. Eutom.
France 1887 S. CLXXXIX. — Lesue fand sie auch im J. 1888 wieder, und
zwar auch noch in den Sümpfen von Villers-sur-Mer und gibt weitere Merkmale,
namentlich zur Unterscheidiing von F.pubescens an. — Chelidura acanthopygia fand
derselbe an drei weitereu Lokalitäten (Calvados; Fourqueux; Foret de Normal);
ebenda, 1888, S. CCVII.
Mantidae. Acanthops contorta (Iquitos, Amaz.) S. 56, adusta (ibid.) S. 57;
A. G e r s t ä c k e r , a. a. 0.
Acontista amoenula (Pebas, Amaz.); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 51.
Ameles Heldreichi f. minor (Krim); Retowski, Bull. Soc. Imp. Natur.
Moscou, 1888 No. 3, S. 405.
Liturgusa liclienalis (Jurimaguas, Peru) S. 52, superba (ibid.) S. 53,
nuheculosa (Ega; Fonteboa, Amaz.) S. 54; A. Gerstäcker, a. a. 0.
G. W. Alexander beobachtete eine Mantis einen Kolibri verzehrend;
Proceed. EUiot Societ. und daraus angeblich in Nature, 26. Juli 1888; s. Zool-
Garten, 1888, S. 287.
^\hy\\?i{l) xiolyacantha (Stanley-Pool, Congo); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 49,
Acridiadae. Acidacris (n. g. Acridio affine, für amethystinum Gerst.
und) viulacea (Olivenga; Fonteboa, Amaz), miniacea (Jurimaguas, Peru); A. Ger-
stäcker, a. a. 0., S. 31.
Anahlysis (n. g. Ommatolampin.) pantherina {¥o\\ie\)o&. Amaz); A. Ger-
stäcker, a, a 0., S. 15.
Brunnerella (n. g. Oedipodin.) miruhilis (Ordubad); Saussure, a.a.O.,
S. 31, Fig. 1.
Callirrhipis! (n, g.; bei Käfern vergeben) Bavidkina (Mongolei); Saus-
su]-e, a. a. 0., S. 67,
Caivendia (n. g. Pyrgomorphiu. inter Ruhelliam et Monistriam) fjranulata
(Tanganjika) S. 344, glabrata (ibid.) S. 345; Kar seh, Entom. Nachr., 1888.
Charora (n. g. oder Egnatii subgen.) crassivenosa (Elbrus); Saussure,
a. a. O,, S. 71 und 175.
ChtJionius! n. g. (Scelimen.; Name bei Arachniden vergeben) für (Tettix)
palpatus Stkl; Bolivar, Essai S, 221.
Cox)totettix (n. g. Tettig.) fossulatus (Ceylon) S. 288, flavus (Nordaustr.),
capitatm (Java), fuscus (Sibul) S. 289, rufipes (Somali), Maesoi (Nueva Caceres),
asperatus (CochiüchmA) PL V, Fig. 25, S. 290, iuberculatits (Borneo) , testaceus
(Ceylon), interruptus (Java) S. 291 , nodulosus (Dolores, Philipp.), fulüjinosus
(Indien), fernußneus (Philippinen), S. 292, Mazarredo'i (Dolores) S. 293; Bolivar,
Essai.
Cota (n. g. Cladonot; für Tettix bispina Sanss.? und) strumosa (Hoch-
amazonas) S. 206, saxosa (Peru) S. 207, PI. IV, Fig. 8; Bolivar, Essai.
Cotys (n. g. Metrodor.) antemmtus (Peru); Bolivar, Essai S. 247.
Crimisius (n. g. Metrodor.) patruus (Hochamazouas), contractus (Peru),
Bolivar, Essai S. 246.
Criotettix (n. g. Scelimen.) tricarinatus [Geyloii) , tiexuosus {Bovneo) S. 224,
Borrei (Cochinchina), niyellus (Gabon), saginatus (Java) S. 225, miliarius (Ceylon)
88 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 226, Baeri (Philippinen), subulatus (Indien), Vidali (Philippinen), perminutus
(Sibul) S. 227, riKjosus (Borneo), insidiosus (Malacca), pulcher (Queensland) S. 228,
pullus (Irocin), clavitarsis (Borneo) S. 230; Bolivar, Essai.
Crypsiarus (n. g. Thrincin.) cubicus (Namaqua); Saussure, a.a.S., S. 100.
Cyphacris (n. g. Rhomaleae affine) decorata (Olivenga, Amazon.); A. Ger-
stäcker, a. a. O., S. 4.
Eleleus (n. g. Cladonot.) curtus (Brasilien); Bolivar, Essai S. 206, PI. IV,
Fig. 7.
Eneremiiis (n. g. Eremobiin.) miitiis (Angra Pequena); Saussure, a. a. 0.,
S. 161.
Epiprora (n. g. Copiocerae proximum) hüaris {Itahnhn, Amaz.); A. Ger-
stäcker, a. a. 0., S. 33.
Eremotettix n. g. Eremobiin. für Trachypetra bufo Walk, nee White;
Saussure, a. a. O., S. 136.
Haldmanella n. g. Eremobiin. für Ephippigera Tschivavensis Haldm.;
Saussure, a. a. O., S. 153.
Haplotropis (n. g. Eremobiin.) Brunneriana (Amurland); Saussure,
a. a. 0., S. 126, Fig. 10.
Hedotettix (n. g. Tettig. für gracilis de Haan, exsultans .S^äZ und) a/7ims
(Philippinen; Sidney), Guibelondoi (Sibul), coac^ws (Sumatra) S. 285, sohrinus
(Nueva Caceres), rusticus (Philippinen), festivus (Ceylon) PI. V, Fig. 24, S. 286,
angustifrons (Congo; Madagaskar) S. 287; Bolivar, Essai.
Hirrius n. g. Tripetalocer. , für (Arulenus) validispinus Stkl; Bolivar,
Essai S. 308.
Hypsaeus (n, g. Cladonot.) Westivoodi (Luzon); Bolivar, Essai S. 200,
PI. IV, Fig. 3.
Hypsipages (n. g. Ommatolampin.) dives (Olivenga, Amaz.); A. Ger-
stäcker, a. a. 0., S. 17.
LatJiicerus (n.g. Thrincin.) ciwex (Angra Pequena); Saussure, a.a.O.,
S. 103.
Leptoscirtiis (n.g.Oedipodin.) aviculus (Aegypten), unguiculatus (Senegal);
Saussure, a. a. 0., S. 73.
Masarredia (n. g. Metrodor.) scidpta (Indien), remissa (Kambodscha),
Semperi (Philippinen), S. 238, abbi-eviata (Viti-I.), insiüaris (Ceylon) S. 239, atyjpa
(Philippinen), laida („Monts d'Angat") S. 240, gemella (Ii-ocin) PI. V, Fig. 17,
Celebica (Minahassa), S. 241, centrosa (Borneo) S. 242; Bolivar, Essai.
Meristopteryx n.g. Oedipodin. für (Oedipoda) votumlata Walk. ; Saus-
sure, a. a. 0., S. 52.
Metrodor a (n. g. Metrodor.) rana (Oberamazonas), lutosa (Brasil.) S. 248,
Amazonica (Oberamazonas), concinna (Pai'amaribo) S. 249; Bolivar, Essai.
Mioscirtus n. g. Oedipodin. für (Scintharista) Wagiieri Ev. und veuusta
Fieb.; Saussure, a a. 0., S. 36 und 175.
Mitrar ia! (n.g. Metrodor.; Name bei Mollusken vergeben) j>;-orf«cto (Ober-
Amazonas); Bolivar, Essai S. 253.
Nephele! (n.g. Metrodor.; Name bei Lepidopt. vei'gebeu) turgida (Ober-
Amazonas); Bolivar, Essai S. 252.
Ostracina (n.g. Oedipodin.) terrea (Caj)); Saussure, a. a. 0., S. 27.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 89
Pantclia (n. g. Cladonot.) cristulata (Sierra Leona); Bolivar, Essai S. 214,
PI. IV, Fig. 12.
Paratettix (n. g. Tettig., für toltecus Sauss., nigosus Scudd., cuemidotus
Burm. etc. und) Peruviunus (Pumaniaria) S. 272, Cayennensis (C.) S. 273, Schochü
(Guatemala; Mexiko) S. 274, Frey-Gessnerii (Cuha), variabiUs (Madure; Borneo;
Philippinen) S. 276 , femoralis (Sidney) , obesiis (?) , cinereus (Nossibe) S. 277,
personatus (Ceylon), miwus (Philippinen) S. 278, variegatus (Ceylon), fbictuans
(Nordaustralien), sagittat us (Phi\ii}])meu) S. 280, Indiens (J.), contractus (Borneo;
Philippinen), pullus (Viti) S. 281, tricarinatus (Philippinen), similis (Nordaustr.),
fallax (Guatemala) S. 282; Bolivar, Essai.
Paxilla n. g. Batrachid. , für (Tettigidea) obesa Scudd.; Bolivar, Essai
S. 294.
Phaestus n. g. Tripetalocer. , für (Tettix) Mallerborgi ,StAl; Bolivar,
Essai S. 309.
Phanerocerus {\\. g. Thrincin.) te<«rfo (Südaustralien) ; Saussure, a. a.O.,
S. 97, Fig. 9.
Phloeonotus (n. g. Batrachid., für Hymeuotes humilis Gerst. und) Natalensis
(N.); Bolivar, Essai S. 304, PI. V, Fig. 27.
Piezotettix n. g. Cladonot. für (Hymenotes) cultratus, sulcatus, arcuatns;
Bolivar, Essai S. 200.
Poi«a (n. g. Cladonot.) coromtto (Borneo; Malacca); Bolivar, Essai S. 208,
PI. IV, Fig. 9.
Prorachthes (n. g. Leguae Walk, affine) insignis (Oliven^a, Amaz.; Juri-
maguas, Peru); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 40.
Prototettix (n. g. Tettig., für T. impressus Stkl, lobulatus Stid und)
fossulatus (Apiahj^, Brasil.); Bolivar, Essai S. 256.
Pterotettix (n. g. Metrodor.) Andrei (Nossibe); Bolivar, Essai S. 245.
Puiygaria (n. g. Batrachid.) antertnrti« (Apiahy, Brasil.); Bolivar, Essai
S. 302, PI. V, Fig. 26.
Bhicnoderma (n. g., zu den ganz flügellosen der Ophthahnolanipis- Gruppe
gehörend) olivacea (Chiriqui); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 29.
Saussurella n. g. Batrachid. , für (Acrid.) cornutum de Haan; Bolivar,
Essai S. 303.
Scaria (n. g. Batrachid., für (Acridium) haraata de Geer und) lineata (Ober-
amazonas); Bolivar, Essai S. 302.
Stegastris (n.g.Ommatolampin.) volucris (Ega, Amaz.), corallipes (Fonteboa,
Amazon.); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 20,
Systolederus (n. g. Metrodor.) ophthalmicus (Minahassa), Haani (Philip-
pinen) PI. V, Fig. 16, S. 235, langtiidus (Philippinen) S. 236; Bolivar, Essai.
Tetramerotropis (n. g. Oedipodiu.) crwcirtte (Torres-Strasse) ; Saussure,
a. a. 0., S. 26, Fig. 2.
Threciscus (n. g. Metrodor. , für (Spartolus) pugionatus Stkl; Bolivar,
Essai S. 232.
Thyrsus (n. g. Metrodor.) tiaratus (Viti Levu); Bolivar, Essai S. 254,
PI, V, Fig. 21.
Xistra (u. g. Metrodor.) Gogorzae (Camarines) S. 243, PI. V, Fig. 18,
sagittaria (Philippinen), impressa (ibid.), lurida (ibid ) S. 244, similis, ochracea
(ibid.) S. 245; Bolivar, Essai.
90 Ph. Bertkau: Bericbt über die wissenschaftlichen Leistungen
Acrotylus furcifer (Cap); Saussure, a. a. O., S. 69.
Amorphopus cunctatus (Neu-Caleaonien), S. 250, antennatus (Oberaraazonas)
Pl.V, Fig. 19, phyllocer US (Gabon), griseus (Oberaraazonas) S. 251; Bolivar, Essai.
Arphia ovaticeps (Colorado); Saussure, a. a. 0., S. 165.
Atractomorpha rhodoptera Hagenb. i. 1. (Java) S. 332, amjusta (Bintang),
aberrans (S. Salvador) S. 333; Karsch, Entom. Nachr. 1888.
Batrachidea flavomtata (Neu-Granada); Bolivar, Essai S. 300.
Batrachornis Perinf/ueyi (Namaqua) S. 140, namaqmnsis (ibid.) S. 141;
Saussure, a. a. 0.
Batrachotettix cantans (Namaqua) S. 145, Peringueyi (Griqua) S. 146, Whiti
(Südafrika; = Trachypetra bufo White) S. 148, acutus (Namaqua) S. 151 ;
Saussure, a. a. 0.
Chloebora Grandidieri (Madagaskar); Saussure, a. a. O., S. 34.
Chorophyllum Saussurei (Cuba); Bolivar, Essai S. 203, PI. IV, Fig. 5.
Circotettix lobatus (Colorado) Fig. 5, (undulatus T/iom. Fig. 6); Saussure
a. a 0 , S. 6.5.
Colpolopha praemorsa (Jurimaguas, Peru); A. Gerstäcker, a. a. 0. S. 9.
Copiocera lepida (Ega; Fonteboa, Amaz.) S. 34, specularis (Chiriqui), laeta
(Fonteboa) S, 35, erythrogastra Perty, austera (Iquitos, Amaz.) S. 36; A. Ger-
stäcker, a. a. O.
Conozoa rebeUis (Kalifornien) S. 61, Eogerilwferi (Bagdad? Amerika?) S. 62,
Fig. 4; Saussure, a. a. 0.
Cosmorrhyssa costata (Cap); Saussure, a. a. 0., S. 37.
Diotarus Brunnen (SUlaej), galeatus (PluM^T^men), pupus (ibid.), Bolivar,
Essai S. 212.
Discotettix Selysi (Sumatra); Bolivar, Essai S. 307.
Dittopternis cruciata (Gawlertown, Austr.); Saussure, a. a. 0., S. 44.
Elaeochlora kilaris (Peru); A. Gerstäcker, a. a. O., S. 10.
Eremobia persa (P.); Saussure a. a. 0., S. 128.
Eremocharis {Eremopeza) gramilosa (Beludschistan) ; Saussure a.a.O.,
S. 134.
Gavialidium tuberculatmn (Minahassa), Philippinmn (Philippinen) S. 219,
Aurivillii (ibid.), Celelncum (Minahassa) S. 220, Kraussi (Philippinen) S. 221 ;
Bolivar, Essai.
Heteropternis hyalina (Senegal; Natal; Transvaal; Sansibar); Saussure,
a. a. 0., S. 47.
Heliastus Guatemalae (G.); Saussure, a a. O., S. 91.
Leptopternis canescens (Aegypten); Saussure, a. a. O., S. 89.
Leptysma cyanoptera (Iquitos, Amaz.); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 37.
Mastax tipularia (Saracayon; Jurimaguas, Peru) S. 41, militaris (Olivenga;
Fonteboa, Amaz.) S. 42, imitatrix (ibid.) S. 43, laeta (Fonteboa) S. 44, coUaris
(Saracayon) S. 45, tenuis Perty (Fonteboa; Saracayon) S. 46, plebeja (Fonteboa)
S. 47; A. Gerstäcker, a. a. 0.
Mestra celebesia (C.) S. 334, concolor (Salanga) S. 335; Karsch, Entom.
Nachr., 1888.
Methone fallax (Namaqua; in der Tabelle S. 156 rana genannt); Saussure,
a. a. 0., S. 158.
Monachidinm opulentum (Amazonas); A. Gerstäcker, a. a. S., S.S.
im Gebiete der Entomologie wälirencl des Jahres 1888. 91
K r aus s erhielt die halb verschollene Ochrilidia tryxalicera FiscJi. W.
von Taormina, erkennt in ihr seinen Brachycrotapbus, der demnach ein-
zuziehen ist, und ihre Zusammengehörigkeit zu den Tryxaliden und nicht Opoma-
liden, und gibt endlich die Vei'breitung dieser Art (Sizilien; Türkei; Nubien;
Senegal) an; Verh, Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 571 f.
Ochrophlebia jj?/^»naea (Delagoabai); Karsch, Entom. Nachr., 1888, S. 342.
Oedaleus (Gastrimargus) vitrixiennis (Gap); Saussure, a. a. 0., S. 38,
Bohrnianus (Transvaal), S. 166; derselbe ebenda, (Humbella) proceriis (Aburi,
Goldküste); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 48.
Oedipoda Ledereri (Syrien); Saussure, a.a.O., S. 51.
Ophthalmolampis inüchripes (Jquitos, Amaz.) S. 23, moäesta (Itaituba, Amaz.)
S. 24, pwnicea (Cambase, Peru) S. 25, sj)eciosissima (Fonteboa, Amaz.) S. 26,
dichroa (Ega) S. 27; A. Gerstäcker, a. a. 0.
Zur Gattung Pachytylus bemerkt RetoAVski iu Berichtigung der Bruu-
n er 'sehen Charakteristik, dass der Kiel des Pronotum fast immer durch die
typische Querfurche und ausserdem bisweilen in der vorderen Hälfte durch eine
oder zwei kleine Furchen leicht eingekerbt ist. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou,
1888, No. 3, S. 407.
Eine Nota sulla Cavalletta nomade o Pachytylus migratorius
(L.) von A. P. Ninni spricht aus, dass diese Art in Italien entweder ganz fehlt
oder nur ausnahmsweise vorkommt; Venezia, Antonelli, 1887.
Parapleurus a 11 i a ceus ö'erm. in verheerender Menge aufgetreten (Ver-
dalle, Arrondissement Castres); A. Giard, Le Naturaliste, 1888, S. 203f.
Petasia MHjfJOteHS (Usegna) ; Karsch, Entom. Nachr., 1888, S. 360, monacha
(Delagoa-B.); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 2.
Phrynotettix (rana Saiiss. Fig. 7,) peruviana (Peru); Saussure, a. a. O.,
S. 30, Fig. 8.
Phymateus madagassas (nordwestl. M.); Karsch, Entom. Nachr., 1888,
S. 357.
Poecilocerus calotropidis Barnum i. 1. (Dahela, Sennar); Karsch, Entom.
Nachr., 1888, S. 346.
Procolpia (Prorrhachis) gonayra (Fonteboa, Amaz.) S. 6, nuptialis (Olivenga;
Ega; Fonteboa) S. 7; A. Gerstäcker, a. a. 0.
Pycnodictya citripennis (Sierra-Leone); Saussure, a.a.O., S, 167.
Pyrgomorpha pidurata (S. Salvador) S. 340, explicata (Neu-Guinea) S. 341 ;
Karsch, Entom. Nachr., 1888.
Quiroguesia ßrullei var. Blanchardiana (Bombay; Aden); Saussure,
a. a. 0., S. 35.
Rhomalea opulenta (Oliveuga; Iquitos, Amazon.); A. Gerstäcker, a. a.
0., S. 32.
Scelimena sanguinolenta Krauss (Java, = Tett. productus Stkl nee De Haan);
Bolivar, Essai S. 216.
Spartolus tricostatus (Philippinen); Bolivar, Essai S. 233.
Sphingonotus bengalensis (B.), nüoticus (Aegypten) S. 80, brasiUanus (Br.)
S. 81, mongolicus (M.) S. 82, japonicus (J.) S. 84, intutus (Schahrud, Persien) S. 87;
Saussure, a. a. 0.
Tallavignes und Lucas fanden in Eierhäufchen des Stauronotus
maroccanus in Algier zweierlei Larven, die Lucas einem Hautfüigler und
92 Pli- ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
einem Käfer zuschreibt; letztere erinnert etwas an die von Trichodes; Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. CXCIVf.
Stenobothrus parallelus und Stetheophyma grossum sind im Sommer 1 887 in
Belgien verheerend auf Ackerfeldern aufgetreten; de Borre, Bull. Soc. Entom.
Belg. XXXI, S. LXXVlIf.
Stenobothrus Saulcyi (Vernet-les-Bains, Pyrenäen); Krauss, Verh. Zool.
Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 573, Taf. XV, Fig. 4, lesinensis (L); derselbe,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 117, (/«-«/«»kzcm* (Navacerrada; Peiialara; Escorial);
M. Cazurro y Kuiz, Au. Soc. Esp. Hist. Natur., XVII, S. 4.57.
Taphronota yahonica (Gabun); Kar seh, Entom. Nachr., 1888, S. 358.
Tetrataenia hrachyptera (Fonteboa, Amaz.) S. 19 (?) virgata (ibid.) S. 20;
A. Gerstäcker, a.a.O.
Tettigidea Guatemalteca (Guatemala) S. 298, Scudderi (Oberamazonas), multi-
costata (Brasilien) S. 299; Bolivar, Essai.
Tettix as'perulus (Apiahy, Brasil.) S. 260, priscus (Nordaustral.), dubiosus
(Kaffrarien) S. 261, irruptus (Sidney), tartarus (Turkestan) S. 262, Japonicus (J.)
S.263, Ä&jncMS (Ostsibirien) S. 265, Bnmnerii (Hudsous-Bai) S. 266, PI. V, Fig. 22,
signatits (Dolores, Philippinen) S. 268; Bolivar, Essai, Kram.si (Frankreich,
Deutschland, Österreich); F. de Saulcy, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. CXXXV.
Thericles ^e^yra (Victoria, Abo; Kamerun); A. Gerstäcker, a.a.O., S. 47.
Tmetonota (charact. emeud.) tubcrculosa (Südafrika), verrucosa (Cap) S. 56,
scabra (Cap), terrosa (Cap) S. 57; Saussure, a. a. 0.
Vilerna tibialis (Fonteboa; Oliven^a; Amaz.), flavipennis (Fonteboa); A. Ger-
stäcker, a. a. 0., S. 13.
Xerophyllum fusciim (Sierra Leona) S. 204, simile (Angola) S. 205, PI. IV,
Fig. 6; Bolivar, Essai.
H. de Saussure theilt (nach Periuguey) mit, dass (in der Gefangenschaft)
eine Xiphocera carinata L. ^ sich mit einer X. canescens $ gepaart habe und
beschreibt X. (Bradyana Sauss. S. 156, Fig. 3), Peringueyi (Namaqua) S. 157,
Fig. 4, (Bolivariana Suuss. S. 158, Fig. 5); Ann. Soc. Entom. de France, 1888, PI. 5.
Xiphophora (soll Xiphocera heissen) cyanoptera (Oliveuga, Amaz.; Juri-
maguas, Peru); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 11.
Locustidae. H. Dohrn schreibt über einige merkwürdige Pseu-
dophylliden; Stett. Ent. Zeit., 1888, S. 353— 362.
A'istus (n. g. Stenopelmat.) gracilis (Neu-Caledonien); Brunner, a. a. 0.,
S. 278, Fig. 10.
Ametrus (n. g. Gryllacrid.) tibialis (Melbourne); Brunner, a a. 0., S. 385,
Fig. 50.
Amytta (n. g. Meconem., ^ mit ^iivamoYg?i\\) pellucida (Bondei; Usambara) ;
Kar seh, Wien. Entom. Zeitg. , 1888, S. 161, der ebenda S. 159 f. die Gruppe
der Meconemiden schildert; vgl. unten, Krauss, bei Cyrtaspis.
Anisotochra (n. g. Acrometop.) gracilipes (Kuako-Kimpoko, W^estafr.);
F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 431.
Apopetamenus (n. g. Stenopelmat.) Amazonae (Ober- Amaz.) Fig. 16,
clipeatus! (Brasilien); Brunner, a. a. 0., S. 283.
Apotrechus (n. g. Gryllacrid., für Gryll. ambulans Erichs, und) unicolor
(PortDenison); Brunner, a.a.O., S. 384. Fig. 49.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 93
Aprosphylus (n g. Decticin.) hijhridus (Angra); A. Pietet, a. a. 0., S. 67,
Fig. 22.
Borhorothis (n. g. Stenopelmat.) opaca (Cap); Brunner, a. a. 0., S. 280,
Fig. 12.
Brachyporus (n. g. Stenopelmat.) personatus (Madagaskar); Brunner,
a. a. 0., S. 272, Fig. 7.
Bucjajus n. g. (soll Bugaeus heissen) für (Anostostoma) Couloni Sauss. ;
Brunn er, a. a. O., S. 264.
Butleria n. g. Stenopelniat. für (Anostost.) alata Butt.; Brunuer, a. a. 0.,
S. 289.
Büttner ia (n. g. Phaneropterin,, Gruppe Phlaurocentr.) maculipes
(Kuako-Kimpoko, Westafrika); F. Karsch, Berlin. Entern. Zeitschr , 1888, S. 445.
Carcinopsis (n. g. Stenopelmat.) unicolor (Neu-Caledonien), signata {ihiA.)
S. 276, m-nata (Nossibe), femoralis (Natal) S. 77, fusca (Natal) S. 278; Brunner,
a. a. 0.
Chlorophylla (n. g. Pterochrozin.) latifolia (Cayenne); A. Pietet, a. a. 0.,
S. 43, Fig. 14.
Choeroparyiops (n. g. Pseudophyllid.) Hahneli, Garleppi, platythm-ax, fulims
(Aniazonenstrom) ; H. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 360, Taf. II, Fig. 3.
Comicus{\\.g. Gryllacrid.)C«-pe/?sJs(Cap); Brunner, a. a. 0., S. 387,Fig.52.
Cosmozoma! (n. g. Stirodont.) Doenitzi (Süd -Zentral -Madagaskar); F.
Karsch, Berlin. Entora. Zeitschr., 1888, S. 461, Taf. IV. Fig. 12.
Cyrtophyllites (n. g. Maxillartaster auffallend stark entwickelt) Rogeri
(lithogr. Sciiiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34, S. 223, Taf. XXX, Fig. 5.
Dapanera (n g. Psyr.) (/enM^eres(Accra); F. Karsch, Berlin. Ent. Zeitschr.
1888, S. 441.
Dibelona (n. g. Gryllacrid. für Gryll. rubrinervosa Serv. und) Brasiliensis
(Santo Paulo), S. 36ö, Cubensis (C.) S. 367; Bruuner, a. a. 0.
Dicranostomus (n. g. Mecroncidio affine; mandibulae basi dente longo,
cylindrico, antrorsum porrecto, apice incurvato, acuto armatae; fastigium frontis in
processum conicum, acutum prolongatum) wowoceroA' (Cumbasi, Peru); H. Dohrn,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 862, Taf. II, Fig. 2.
Diestrammena (n, g. Stenopelmat. für Rhaphidoph. marmorata de Haan
und) unicolor (Wladiwostok; Peking; Tenasserim), upicalis (Japan); Brunner,
a. a. O., S. 299.
Byscapna (n. g. Stenopelmat.) atra (Angola); Brunner, a. a. 0., S. 279,
Fig. 11.
Echinacris (n.g. Pseudophyllin.) hispida (Ober- Amazon.); A. Pietet, a. a.
0., S. 20, Fig. 5.
Emptera (n. g. Sugin.; uterque sexus alatns, elyttis alisque longioribus) für
(Saga) Indica Hefrhst\ H. de Saussure, Ann. Soc. Entom. de Frauce, 1888, S. 148.
Epacra (n. g. Gryllacrid.) aenea i Rockhampton) Fig. 48, modesta (Cap York);
Brunner, a. a. O., S. 382.
Eremus (n. g. Gryllacrid. für Gr. sphinx Gerst., glomerinus Gerst. und)
nigrifrons (Indien?) S. 37ö, rugosifrons (China) Fig. 46, geniculatiis (Indien) S. 376,
atrotectus (Himalaia), spinulosus (Viti-I.) S. 377, Muelleri (Queens!), fusco-tei-mi-
natus (China) S. 378, Irevifalcatus (Kameiun), marginatus (Sambesi) S. 379,
exiguus (Madagaskar) S. 380; Brunn er, a. a. 0.
94 Ph. Bert kau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
Eacatopta (n. g. Phaneropteriu., Vertreterin der neuen Gruppe Eucatopt.)
Heringi (Süd-Zentral-Madagaskar) ; F. Kar seh, Berlin. Entora. Zeitschr., 1888,
S. 448, Taf. IV, Fig. 8.
Eumenymus (u. g. Decticin.) Vaucherianus (Marocco; Tanger); A Pictet,
a. a. 0., S. 59, Fig. 36.
Gammarotettix (n. g. Stenopelmat.) Californicus (C); Brunner, a. a. 0.,
S. 305, Fig. 32.
Glaphyrosoma (n. g. Stenopelmat. für Daihinia Mexicana Sauss. und)
gracile (Mexiko; Guatemala); Brunner, a.a.O., S. 284, Fig. 17.
Gonatoxia (n. g. Psyr.) immaculata (Usambara), maculata (Somali);
F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 442.
Gryllacropsis (n. g. Stenopelmat.) perturbans (Madras); Brunn er, a. a.
0., S. 279, Fig. 10,2.
Hemihetrodes (n. g. Hetrodin.) Peringiieyi (Südafrika); A. Pictet, a. a.
S. 74, Fig. 30.
Remisaga (n. g. Sagin.; Pronoti sulcus typicus obliteratus; tibiae inter-
mediae superne spinulis nonnuUis armatae ; meso = et metastei-ni spinae invicem
remotae, in lougitudinem compressae, eiectae) hastata (Afrika); H. de Saussure,
Ann. Soc. Entom. de France, 1888, S. 149.
Heteromallus (n. g Stenopelmat.) notabilis (Chili), Fig. 35, sjnna (ibid.);
Brunner, a. a. 0., S. 311.
Hyperbaenus (n. g. Gryllacrid.) virgo (Penx), juvenis (Brasilien; Pernara-
buco) S. 368, ensifer (Pernambuco), Fig. 43, S. 369; Brunn er, a.a.O.
Hypocox>hus (n. g. Stenopelmat.) fortior (Madagaskar); Brunner, a. a.
O., S. 281, Fig. 14.
Idiostatus (n.g. Decticin.) californicus (K.); A. Pictet, a.a.O., S. 64,
Fig. 35.
Macroscirtus (n. g. Mecopodin.) langwoo (Gabon); A. Pictet, a. a. O.,
S. 14, Fig. 38.
Macroxiphus (n.g. Conocephalin.) vaginatus (Java) S. 53, Fig. 27, nasi-
cornis (ibid.) S. 54, Fig. 26; A. Pictet, a.a.O.
Magrettia (n. g. Stenopelmat.) abominata (Suakini; Dongola), mutica
(Aschabad) Fig. 18: Brunner, a.a.O., S. 285.
Megotoessa (u. g. Stirodont.) insidana (Süd-Zentral-Madagaskar);
F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S.461, Taf. IV, Fig. 11.
Mimetica (n.g. Pterochrozin.) mortuifuUa (Mittelamerika); A. Pictet,
a. a. 0., S. 30, Fig. 13.
Monteiroa (n. g. Amblycoryph.) latlfrons (Delagoabai) ; F. Karsch,
Berlin. Entora. Zeitschr., 1888, S. 458.
Neanias (n. g. Gryllacrid.) Zok^^Ms (Neu-Guinea) Fig. 45, S 373, squmnosus
(Ceylon) S. 874; Brunner, a.a.O.
Neonetus (n.g. Stenopelmat.) variegatus (Neu-Seeland); Brunner, a. a. 0.,
S. 300, Fig. 27.
Neortus (n. g. Gryllacrid. für Gr. Cai'olinensis Gerst. und) Jamaicensis (J.);
Brunner, a.a.O., S. 381, Fig. 47.
Ommatoptera (n. g. Pterochrozin.) laiirifolia (Brasilien?); A. Pictet,
a. a. 0., S. 34, Fig. 15.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 95
Oryctopiis (n. g. Stenopelmat.) BoUvari (Madura*; Brunner, a. a. 0.,
S. 267, Fig. 4.
Otiaphysa (n. g. Phaneropterin., Gn\^^& Otiaphys., ausgezeichnet durch
kurze Legescheide, muschelförmige foram. tymp. , Vorderhüftendorn) hebetuta
(Usambara); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 454, Taf. IV, Fig. 10.
Pachyr{r)hamma (n.g. Stenopelmat. für Hadenoecus Edwardsii Sauss. und)
Novae- Seelandiae (N. S ); Brunuer, a. a. 0., S. 302, Fig. 29. *"
Pantolepta (n. g. Acrometop.) heteromorpjha (Mombassa); F. Karsch,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 430, Taf. IV, Fig. 5.
ParcKjryllacris (n.g Clryllacr. für combusta Gierst und) t«/»scö^a (Adelaide),
callosa (Sidney), Fig. 44 B, S. 371, latelineolata (Melbourne) Fig. 44 C, exserta
(Queens!), lobafa (Rockhampton) S. 372, modesta (Port Adelaide) S. 373; Brunner,
a. a. O.
Paura (n. g. Phaneropterin., Vertreter der neuen Gruppe Paurae) hiramosa
(Usambara) S. 439, Fig. 6, reticulosa (Mombassa) S. 440, Fig. 7; F. Karsch,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, Taf. IV.
Peringueyella (n.g. Sagin.; Corpus gracillimum, bacillare; caput apice
longe anguste productum; prosteinum muticuni, meso = et metasternum spinulis 2
armata ; pedes gracillimi; femora 1, 2 subtus spinis utrinque 9, tibiae 8, 7 armat. ;
für Saga macrocephala Schaum und) jfocos« (Südafrika); H. de Sanssure, Ann.
Soc. Entom. de France, 1888, S. 152, PI. 5, Fig. 1, 2.
Peronura (n. g. Acrometop.) clavigera (Mombassa) Fig. 2, Hildebrandtiana
(ibid.) Fig. 3; F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, Taf. IV.
Pherterus (n. g. Stenopelm. für Rhaphidoph. Cubaensis de Haan und)
Brasiliensis (There-sopolis); Brunner, a. a. 0., S. 282.
Phlaurocentrum (n. g. Phaneropterin., Gruppe P/ilanrocentr.) latevittatum
(Kuako-Kirapoko, AVestafr.); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 445.
Phyrama (n.g.; eine Vereinigung der Merkmale der Prochiliden und Meco-
podiden zeigend) interjectum (Süd -Zentral -Madagaskar); F. Karsch, Berlin.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 417, Taf. IV, Fig. 1.
Planyiopsis (n. g. Stirodont.) sew«co«c//ate (Kamerun) ; F. Karsch, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 460.
Platenia (n. g. Pseudophyllid. Sathrophylliae affine, alar. post. campo axil-
lario rudimentario distinctuni) semialata (Palawan); H. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 3.54., Taf. II, Fig. 4.
Platysiagon \\. g. Stenopelmat.) siynatiis (Tabora); Brunner, a. a. 0.,
S. 292, Fig. 23.
Plegmatoptera (n. g. Acrometop.) reticnhita (Tanganjika-See); F. Kars ch,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 429, Taf. IV, Fig. 4.
Bhodopteryx (n. g. Pterochrozin. , Name bei Schmetterlingen vergeben)
pidchripennis (Neu-Granada) ; A. Pictet, a. a. 0 , S. 32, Fig. 7.
Stilpnothorax (n. g. Phaneropter.) loricutas (Südafrika); A. Pictet,
a. a. 0., S. 6, Fig. 1.
Thoracistus (n. g. Decticin.) Peringueyi (Transvaal); A. Pictet, a. a. 0.,
S. 62, Fig. 16, 21.
Trihoplopltora (n. g. Stenopelmat.) rtixorwis (Nordaustr.) ; Brunner,
a. a. 0., S. 281, Fig. 13.
Weissenbornia (n. g. Phaneropterin. Ancylechae Serv., Phygelae Stkl,
96 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Arnobiae Stäl affine, palpis valde compressis, dilatatis, art. apic. latere interiore
concavo distinctura) j)rae«<an^mima (Kamerun) ; Karsch, Ent. Nachr., 1888, S. 66.
Zeuneria (n. g. Psyr.) melcmcypeza (Kamerun); F. Karsch, Berl. Entom.
Zeitschr., 1888, S.443.
A. Pictet stellt a. a. 0., S. 69, eine Synopsis der Arten der Gattung
Acanthoproctus auf und beschreibt A. capreolus (Cap) Fig. 33, ihex (Süd-
Afrika)" S, 72, Fig. 31.
Agtaecia pupus Sauss. i. 1. (Neu -Irland) S. 49, Fig 28, Godeffroyi (ibid.)
S. 50, Fig. 29; A. Pictet, a. a. 0.
Anostostoma opacum (Queensland); Brunner, a. a. 0., S. 271.
Antaxius Capellei (Monserrat); Cazurro y Ruiz, An. Soc. Esp. Hist-
Natur., XVII, S. 4.59.
Apocerycta Bariana (Cayenne); A. Pictet, a. a. 0., S. 10, Fig. 3.
F. Karsch stellt eine Übersicht der afrikanischen Arten der Gattung
Arantia auf mit A. regina (Gabun) S. 434, marmorata (Kongo), excelsior (Siei-ra
Leone) S. 435, accrana { Accra), hydatinoptera (Biuue) S. 436, r et iner vis {Chmchoxo;
Kamerun ; Sierra Leone) S. 437, simplicinervis (Chinchoxo) S. 438 ; Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 432—438.
Barbitistes Berenguieri (Var; in Wäldern und Weinbergen verheerend);
V. May et. Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXL
Caedicia afm (Binue); F. Karsch, Berlin. Entom, Zeitschr., 1888, S. 446.
Ceuthophilus «tmsjMwosu« (Kalif.), nodulosus (Dallas, Texas) Fig. 33 A, S.308;
Brunner, a. a. 0.
Clonia tesselata (Südafrika); H. de Saussure, Ann. Soc. Entom. de France,
1888, S. 143.
Cocconotus personata (?); A. Pictet, a. a. 0., S. 17, Fig. 6
Pictet stellt a.a.O., S. 44, eine synoptische Tabelle der C opiop ho ra- Arten
auf und beschreibt die neuen C. licornis (Ober- Amazon ) S. 4.i, Fig. 24, carinata
(ibid.) S. 46, cultricornis (Mittelamerika), S. 47, Fig. 23, rhinoceros (ibid.) S. 48,
Fig. 25.
F. Karsch beschreibt das Weibchen des Corgeus Jurinei Sauss.; die
bis dahin unbekannte Heiraath dieser Gattung ist Kamerun; Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 415f. mit Holzschn.
Ctenodecticus costulatus (Sardinien); Costa a. a. 0. I, No. 2, S. 87.
Krau SS erinnert an seine schon früher mitgetheilte Beobachtung von dem
Zirpen der Cyrtaspis scut ata CÄarj9. und beschreibt das Zirporgan, das sich
auf der Unterseite beider Flügel in Gestalt einer mit 10—11 starken Zähnchen
versehenen Schrillleiste befindet; es kann somit sowohl der rechte wie der linke
Flügel als Fiedelbogen und als Saite fungiren (?; Voraussetzung ist dabei, dass
beide Flügel ihre Lage zu einander, der rechte unter oder über dem linken, ver-
tauschen können ; vgl. meine früheren Bemerkungen zu Ephippigera). Da nun
Cyrt. scutata einen Zirpapparat besitzt, so wird dadurch die Berechtigung der von
Karsch aufgestellten Gattung Amytta (s. oben) zweifelhaft. Verhaudl. Zool.
Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 574 - 57H, Taf. XV, Fig. 5.
Dinacrida ligata (Neu-Seeland); Brunner, a. a. 0., S. 268, Fig. 5.
Dionconiena superha (Bondei; Usambara); F. Karsch, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 449.
Elbenia manillensis (M.); A. Pictet, a. a O., S. 7.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 97
F. Kar seh widerruft nach Ansicht eines Eugaster Guyonii Serv. seine
Meinung von der Identität dieser Art mit E. spinulosus (L.) und stellt eine
neue Tabelle der 3 Arten auf; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 462 f.
Eurycorypha brevipennis (Süd - Zentral - Madagaskar), spinulosa (Kuako-
Kimpoko, Westafr.); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 455.
Gampsocleis glabra neu für Belgien (Lanklaer) ; C. Bamps, Bull. Soc.
Entom. Belg., 1888, S. XVIII— XXII.
öryllacris cyanea (Nordaustr.) S. 326, magnifica (Älelbounie) S. 327, nigrata
(Sumatra) S. 328, nigro-geniculata (Manilla), nigro-scutata (Batavia) S. 330, dimi-
diota (Neu - Britannien) S. 331, distincta (?) S. 332, aüernans (Puebla) und var.
minor (Indien), annulata (Cejion) Fig. 41 A , S. 333, rittata (Indien) S. 334, ab-
bt-eviata (Indien), atrata (Hinterindien), Chinensis (Hongkong; Cochin- China)
Fig.41B, S. 335, Zaeirt (Bagamoio; Sansibar) S. 337, hieroghjphka (Cej'lon), demimita
(China) S. 338, deflorata, latifrons (Indien) S 339, falcifer (Java?), castanea
(Himalaia), reticulata (Ceylon) S. 340, falcata (China), parvula (Java) S. 341,
inconspicua (Celebes), sexpunctata ((>eram), navieula (?) S. 342, spuria (Ceylon),
laevigata (Ober-Amaz.) Fig. 41 C, S. 344, cruenta (ibid.) S. 345, moesta (Philippinen)
S. 346, moestissima (Halraahera) S. 347, supei-ha (Borneo) Fig. 39, soror (ibid.)
S. 348, picea {Comoi'dw), luctuosa (Palembang), voluptaria (Celebes) Fig. 41 G,
S. 349, aethiops (Sumatra), ea;cfZsa (Duke of York Isl.) Fig. 41 D, S. 351, appendi-
culata (Neu- Britannien) Fig. 41 H, S. 352, ohscurn (Sunda-I.), variabilis (Batavia),
Fig. 40, lugid)ris (Java) S. 353, junior (Silhet) Fig. 41 F, S. 354, athleta (Bueroe)
S. 355, aurantiaca (Amboina) S. 356, punctata (Quango), conspersa (Madagaskar),
quadripimctata (Guinea) S. 357, atriceps, Stigmata (Madagaskar), infumata (Am-
boina) S. 358, straminea (Adelaide), ligata (Neu-Britannien) S. 359, debilis (Noid-
austr.) S. 360, ferruginea (Viti-L), exigua (Neu-Caledonien), hyalina (Australien),
gemina (Nordaustr.) S. 361, major (Sidney), adventa (Queensl.). Africana (Gold-
küste) S. 362 , sanguinolenta (Madagaskar) , abluta (San Salvador) , 2^i<^t(t (Costa
Rica) S. 363, maculata (Chiriqui) , Haitensis (H), nana (Port Natal) S. 364,
fasciata (Fernando Po), nivea (Madras) S. 365, submutica (Mombassa) S. 365;
ßrunner, a. a. O.
Isophia (taurica (^ S. 409), Brunneri [Krim) S. 410; Retowski, Bull. Soc.
Imp. Nat. Moscou, 1888, No. 3.
Locusta viridissima 1886 sehr häufig einen Gordius beherbergend;
Dalla Torre, 17. Ber. naturw.-mediz. Ver. Innsbruck, Vereinsnachr.. S. 3.
Karsch stellt eine neue, bereicherte Tabelle der Mecopoda - Arten auf
und beschreibt M. cyvtoscelis H. Dohrn i. 1. (Segaar- Bay) S. 146, (Euthypoda)
unguiculata (Usambara) S. 147; Entom. Nachr., 1888, S. 145—148.
Mimnermns costulatus (Malanga, Angola); Brunner, a. a. 0 , S. 290.
Odontura Calaritana (Sardinien); Costa, a. a. 0., I No. 2, S. 88.
Onosandrus crassipes (Graharastown), Saussurei (Cap) S. 287, opacus ((>ape-
town), Jiumilis (Madagaskar) S. 288; Bruuner, a. a. 0.
H. Dohrn gibt von der Gattung Panoploscelis Sciidd. eine erneute
Diagnose und erwähnt dabei als ein die Gattung „vor allen anderen Heu-
schrecken" auszeichnendes Merkmal das Vorkommen eines gi-ossen Zirporgans
beim Weibchen; bekanntlich besitzen aber die weiblichen Ephippigera und Platy-
phyllum - Arten ebenfalls ein Zirporgan. Derselbe beschreibt dann weiterhin
Arcli. f. Natuigescli. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 2. Gr
98 Ph. Bertkau: Bericht über die wisseuscliaftlicben Leistungen
P. anuata Scudd. Die von Walker noch beschriebenen Arten, P. tuberculata
und tuberculosa gehören nach Dohrn der neuen Gattung Choeroparnops an;
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 355-359.
Paradrymadusa Galltzini (Theodosia und Nowij-Swet, Krim); Retowski,
Bull. Soc. Inip. Nat. Moscou, 1888, No. 3, S. 411, sijriaca (S); A. Pictet, a. a.
0., S. 55, Fig. 37.
Plangia (luttaüpennis (Madagaskar), camerata (Kamerun); F. Karsch,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 457.
J. Pungur schildert die Lebensweise des Poecilimon Schmidtii;
Mathematische und naturwissensch. Berichte aus Ungarn, IV. Bd., S. 78— 85,
Taf. IL
Poecilimon te«r/c«^ (Krim); Retowski, Bull. Soc. Imp. ]^at. Moscou, 1888,
No 3, S. 408.
Posidippus Barellus (Cayenne); A. Pictet, a. a. 0., S. 11, Fig. 4.
Prosagoga coHacea (Guinea); A. Pictet, a. a. 0., S. 9, Fig. 2.
Raphidophora mutica (Java), crassicornis (Australien) S. 295, nigerrima
(Amboina; Bovneo) , foeda (Neu -Guinea) Fig. 2.5, S. 296, fuha (Java.), gracilis
(Philippinen) S. 297, deusta (Indien) S. 298; Brunner, a. a. O.
Saga serrata bei Znaim in Mähren; Wachtl, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 65; in Sizilien (Fontananiurata, Prov Palermo) wieder aufgefunden;
F. Pajno, II Natur. Sicil., VH, S. 166 f.
Saga Brunneri (Ephesus) S. 133, Ledereri (Syrien) S. 134, Liicasü (Syrien)
S. 135; H. de Saussure, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Schoenobates apterus (Guatemala) S. 274, Fig. 8A, frater (Indien?) S. 275;
Brunner, a. a. 0.
Stenopelmatus longispina (Vancouver) S. 260, Fig. ID, Californicus (ibid.)
Fig. lA, B, C, irregularis (Mazatlan), hi/drocepJialus (Calif.) S. 261, vicinus,
Guatemcdae (G.) S. 262; Bruuner, a. a. 0.
Symmetropleura dirempta (Nossi be); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 451.
Tanusia grandiocellata (Guinea?) S. 37, Fig. 20, variahilis (Guinea) S. 38,
Fig. 19; A. Pictet, a. a. O.
Thamnotrizon ponticus (Dwuch - Jakoruij, Kisiltasch i;ud Novorossiisk,
Krim); Retowski, Bull. Soc Imp. Nat. Moscou, 1888, No. 3, S. 412.
Turpilia madagassa (M.); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 448.
Tylopsis inhaniata (Delagoabay); F. Karsch, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 453.
Typophyllum excisum (Cayenne) S. 26, Fig. 9, lunatum (Peru) S. 27, Fig. 12,
peruvianum (P.) S. 29, Fig. 10; A. Pictet, a. a. 0.
Gryllidae. Gryllodes Brunneri (Palermo; Castelvetrano) ; Riggio, II
Natural. Siciliano, VII, S. 110 mit Synopsis der Arten auf S. 113, Tav. I, Fig 1, 2,
Panteli (Ucles); Cazurro y Ruiz, An. Soc. Esp. Bist. Nat., XVII, S. 461.
Die bisher unbekannten Weibchen von Gryllomorphus Fragosoi J5o/«y.
sind etwas grösser und breiter als die Männchen, entbehren der Flugorgane
vollständig und besitzen eine Legescheide, deren Länge meist hinter 74 fl^r
Körperlänge zurückbleibt; Retowski, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1888, No. 3,
S. 414.
Mogoplistes Novaki (Lesina); Krauss, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 118,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 99
Physopoda.
K. Jordan stellt in Zeitschr. f. wiss. ZooL, 47, S. 541—620, Taf. XXXVI
bis XXXVin, die Anatomie und Biologie derPhysapoda dar, wobei der
Verfasser fast über alle Organe wichtige Aufschlüsse giebt. Die Mundtheile
stehen gewissermassen auf der Grenze zwischen denen von Locusta und Homo-
pteren. Oberlippe, Unterkiefer und Unterlippe bilden den nach unten und hinten
gerückten Mundkegel, in dem die stechenden Mandibeln Aufnahme finden ; ausser
diesen dient auch noch eine unpaare, unsymmetrisch zwischen Oberlippe und
Hypopharynx links gelagerte Stechborste sowie der Hypopharynx zum Zerstören
des Pflanzengewebes. — Die Athemorgane sind reich verzweigte Tracheen, die
mit 3 (oder 4) Stigmenpaaren, am Meso- (und Meta-)thorax, am 1. und 8. Hinter-
leibsring sich öffnen; bei den Larven ist das Tracheensystem holopneustisch an-
gelegt. — Der Darm hat 2 Paar von Malpighi'schen Gefässen, die unverästelt
sind; das eine Paar liegt im vorderen Theil, das zweite Paar im hinteren Theil
des Hinterleibs; beide münden an derselben Stelle in den Darm. Auch zwei
Paare von Speicheldrüsen sind vorhanden, von denen bei den Tubuliferen das
eine Paar blasenförmig, das andere schlauchförmig ist. Bei den Terebrantien
ist das blasenartige Paar hell und durchsichtig, das schlauchförmige stark ver-
längert und an seinem Ende an den Mitteldarm befestigt. — Das Nervensystem
zeichnet sich durch geringe Zahl seiner Ganglienknoten aus. Das Gehirn ist
gross; in der Brust liegen 3 Ganglien, je 1 in jedem Segment; im Hinterleib
hat nur das erste Segment ein Ganglion, von welchem ein dünner Strang dm-ch
den ganzen Hinterleib zieht. — Das Herz liegt im 8. Hinterleibsringe, hat die
Länge von diesem, 2 Paar Ostien und setzt sich vorne in die sehr lange, dünne
Aorta fort.
Die Geschlechtsdrüsen der Tubuliferen und der (^ der Terebrantien münden
zwischen dem 9. und 10. Hinterleibsringe; die $ der Terebrantien besitzen einen
gesägten Legebohrer, der aus der venti'alen Platte des 8. und 9. Ringes hervor-
gegangen ist und in der Ruhe von einer ventralen Rille der 3 letzten Segmente
aufgenommen wird. Die Terebrantien haben neben den 2 Hoden ein Paar blasen-
förmige Drüsen ; bei den Tubuliferen sind 2 Paar schlauchförmige Anhangsdrüsen
vorhanden. Bei beiden sind 8 Ovarialröhren vorhanden, die ausser dem Endfache
nur Eifächer enthalten; je 2 sind an ihrem Ende in einen gemeinsamen Faden
verlängert; je 4 haben einen gemeinsamen Ovidukt, und die beiden Ovidukte
vereinigen sich bald zu der unpaaren Scheide, der ein lang gestieltes rec. seminis
angefügt ist. Manche Arten, z. B. die in unseren Gewächshäusern nicht seltenen
Heliothrips, sind im Stande, sich parthenogenetisch fortzupflanzen, obwohl auch
bei ihnen zeitweilig (^ vorkommen. Die Terebrantien legen ihre Eier in das
Parenchym der Pflanzen; die Entwickelung erfolgt, wie bereits bekannt ist, mit
Anlage eines innerlichen Keirastreifens.
Wenn die Physopoden auch manche Beziehungen zu den Orthopteren s. 1.
haben, so sind sie doch als eine selbständige Ordnung anzusehen, die sich von
diesen abgezweigt hat, und so zwischen die Mallophagen und Rhynchoten zu
stehen kommt. Als Charaktere dieser Ordnung giebt Jordan folgende an.
Körper sehr schmal, 1 — 10 mm lang, niedergedrückt. Kopf hypognath;
Mundtheile unsymmetrisch, saugend; Mandibeln zu Stechborsten umgcAvandelt;
Oberlippe mit Unterkiefer und Unterlippe zu einer kurzen, dicken Röhre ver-
G*
100 i^li- Bertkair Bei'icht. über die wissenschaftlichen Leistungen
wachsen; Kiefer- und Unterlippentaster kurz, 1- bis 2 gliederig-. Fühler borsten-,
faden- oder schnurformig, 7 - bis 9 gliederig. Facettenaugen gross, 3 Ocellen
meist vorhanden. Thoraxringe ziemlich gleichlang, Prothorax frei, Metanotum
länger als Mesonotum; Mesophi-agma schwach, Metaphragma fehlend. Abdomen
10 gliederig, 1. Segment ohne Bauchplatte, seine Dorsalplatte in die Metathorax-
bedeckung eingegangen ; Aftersegment oft röhrig (Tubulifera); Beine kurz, Tarsus
1— 2gliederig; Klaue saramt "Haftlappen zu einem ausstülpharen Blasenapparat
verwachsen. Zwei Paar sehr schmaler Flügel, Adersystem reducirt; Rand lang-
gefranst ; oft fehlend oder rudimentär. 3 oder 4 Paar Stigmata, je 1 am Meso-
bezw. auch am Metathorax, am 1. und 8. Hinterleibssegment. Darm deutlich in
Vorder-, Mittel- und Enddarm gegliedert, ohne Saugmagen, Mitteldarm gross,
ohne äussere Diüsenanhänge, 4 ;Malpighi'sche Gefässe, 2 Paar Speicheldrüsen.
Nervensystem konzentriert, besteht aus Gehirn, Unterschlundganglion, Meso-,
Metathorax- und 1 Abdomenknoten, von welch letzterem ein unpaarer Strang,
das Abdomen durchziehend, abgeht. Herz klein, im 8. Abdomensegment, Aorta
lang. Weiblicher Geschlecbtsapparat mit vierklappiger Legeröhre an der Oeffnung
zwischen achtem und neuntem Abdomenring (Terebrantia), oder ohne Legeröbre
und Oeffnung zwischen 9. und 10. Segment (Tubulifera). Zweimal 4 Ovarial-
röhren, ein recept. seminis, keine accessoi'ischen Drüsen. Männliche Oeffnung
zwischen 9. und 10. Segment, mit dreitheiliger äusserer Genitalarmatur (Tere-
brantia), oder mit hervorstülpbai em ductus ejaculatorius (Tubulifera); paariger
Hoden je ein kolbiger, einfacher Schlauch; 2 oder 4 accessorische Drüsen.
Fortpflanzung geschlechtlich oder parthenogenetisch. Keimstreif ein voll-
ständig innerer. Laive ähnelt der Imago; Nymphe ohne Nahrungsaufnahme;
Larve und Imago phytophag.
Osborn stellt die Angaben verschiedener Beobachter über the food habits
of the Thripidae zusammen und theilt seine eigenen Beobiichtungen über
zahlreiche Arten mit, die an bestimmte Plauzen geknüpft sind; Lisect life, I,
S. 137—142.
The grass-eating Thrips (Liraothrips poaphagus Mss.) ist eine neue
„Gras -Pest"; Liutner, Report of the State -Entomologist of New -York for
1886; s. Americ. Naturalist. 1888, S. 260.
D. v. Schlechtendal behandelt die Physapoden aus dem Braun-
kohlengebirge von Rott am Siebengebirge; Zeitschr. f. Naturwiss. Halle,
LX. S. 551- -592, Taf. III— V. — Reste von Physopoden sind, wie überhaupt
in tertiären Ablagerungen, in den Rotter Braunkohlenplatten keine Seltenheit.
Während aber bisher nur Angehörige der Terebrantia bekannt waren, fanden
sich unter den Rotter Resten auch ein Phloeothrips. Im Ganzen waren es
dreissig und einige Platten, die eikennbare Reste von Physopoden enthielten,
die vom Verfasser 12 Arten zugetheilt werden: ausser dem zu den Tubuliferen
gehörigen Phloeothiips Pohligi 7 Thrips- und 4 Heliothrips-Arten; wobei Schlech-
tendal einerseits die Möglichkeit zulässt, dass einige der zu Thrips gerechneten
anderen Gattungen zuzuzählen sein möchten, und andei'seits, dass die Gründe,
welche die Einordnung der anderen Arten unter Heliothrips veranlassten, nicht
im Objekte selbst, sondern in der Art des Versteinerungsvorganges liegen. Die
Arten sind Phloeothrips Pohluji S. .'i60, Fig. 1 ; Thrips excellens S. 564, Fig. 2—8,
longula S. 568, Fig. 9, pennifera S. 570, Fig. 10—12, breviventris S. 572, Fig. 13
bis 15, minima S. 574, Fig. 16, 17, pi/gmaea S. 577, Fig. 18, 19, capito S. 579,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 101
Fig. 20; Heliothrips cucullata S. 582, Fig. 21, 22, longipes S. 586, Fig. 23, clypeata
S. 589, Fig. 24, Frechi S. 591, Fig. 25.
Phloeothrips angiistifrons (Blumenau; Typus einer neuen Gattung, ebenso
wie Thrips Schotti iTeer/.); Bergroth, Bull. Soc. Entom. Belg., 1888., S. XXXf.
Thrips Asperulae (bei Göttingen an der Blattuntei seite von A. odorata;
nur benannt); Jordan, a. a. 0., S. 599.
Pseudoueiiroptera.
Odonata. On the genus Sympetrum Newm., ebenso Orthetrum,
Platetrum, Leptetrum äussert El A. Hagen die weitläufig begründete Ansicht,
dass dieser Name nicht anzunehmen sei; Eutoniol. Americana, IV, S. 31— 34.
Calopteryx splendens race Orientalin (Krasnowodsk; Astrabad); de Selys-
Longchanips; Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 40.
Diplax xwrtoricana (P.); H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 168.
Enallagma KriKjii (Portoriko; H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 171.
Epithecia biniaculata race sihirica (Pokrofka, Amur; Irkutsk); de Selys-
Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 59.
Erythromma humerale (Irkutsk; Pokrofka am Amur); de Selys-Long-
champs, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 61.
Gomphus Bavidi (Syrien) S. 30, jugripes (Pokrofka, Amur) S. 59; de Selys-
Lougchamps, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, excelsus (Sardinien); Costa,
a. a. 0., I. No. 2, S. 89.
Zur Unterscheidung der Gynacantha nervosa, robusta und gracilis
s. H. J. Kolbe, a. a. O., S. 169f.
Leucorrhinia (rubicuuda race?j orientalis (Amur; Japan); de Selys-Long-
champs, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 54.
Libellula fulva 3Iäll. race pontica (Syrien; Kleinasien; Mesopot.) S. 12,
gracilis n. sp. (Sibalkut; Malatia) S. 15; (Albarda mssc), de Selys-Long-
champs, Ann. Soc. Ent. Belg. XXXI.
Ouycliogomphus macrodon (Beyrut; Antiochia); de Selys-Longchamps;
Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 24.
Pseiidagrion praetextatum race syriacum (Beyrut); de Selys-Long-
champs, Ann. Soc. Entom. Belg. XXX, S. 48.
Rhyothemis impcratrix (Inseln Loo-Choo; vielleicht Rasse von Rh. splendida);
de Selys-Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 53.
Somatochlora Grraeseri (Pokrofka, Amur); de Selys-Longchamps, Ann.
Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 58.
de Selys-Lougschamps verweist seine Diplax imitans (s. dies. Bericht
für 1886, S. 133) in die Gattung Sympetrum, beschi'eibt das dazugehörige
Männchen (von Pokrofka) und schlägt für die abeirirenden Exemplare von Peking
den Namen infumatiim vor; Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 56, 57.
lieber die Ueberwiuterung von S. scoticum und Sympycna fusca s. de
Selys-Longschamps, Bull. Soc Entom. Belg., 1888, S. XXVII f.
Trithemis arteriosa Biirm. race Sgriaca (Syrien), S. 22, fuscopalUata n. sp.
Mesopotamien) S. 23; de Selys-Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI.
Ephemeridae. Eaton bringt auf S. 281—352, Taf. 64, 65 der Trans.
Linn. Soc. London (2. S.), Zool., Vol III, den Schluss seiner revisional monograpli
of receut Ephemeridae, in welchem neben Nachträgen zu einzelnen Gattungen eine
102 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Uebersicht über die befolgte Klassifikation und die geographische Verbreitixng der
Gattungen gegeben wird.
Derselbe giebt aconcise generical Synopsis, with an anno-
taded list, of the species of British Ephemeridae; Entom. Mouthl. Mag.,
XXV, S. 9—12, 29-33.
H. Hagen stellt unsere gegenwärtige Kenntniss der Ephemeren
in Hinsicht auf Systematik und Verbreitung der Arten dar; Stett. Entom.
Zeitg., 1888, S. 221—232.
A. Fritze macht über den Darmkaual der Ephemeriden in den
verschiedenen Entwickelungsstadien bemerkenswerthe Mittheilungen; Berichte
der Naturforsch. Gesellsch. zu Freiburg i. B., IV, S. 58 — 82, Taf. II, III. Der
Darmkanal durchzieht als ein gerades Rohr den Körper und zerfällt in die drei
bei allen Insekten zu unterscheidenden Theile. Während bei Larve, Subimago
und Imago an dem Vorderdarm kein anderer Unterschied zu bemerken ist, als
dass der Darm der Imago ein weit engeres Lumen besitzt, als die Larve, ist
der Mitteldarm in beiden Stadien sehr verschieden. Die Längs- und sehr kräftige
Ringmuskulatur des Larvendarmes ist bei der Imago ganz geseh wunden; am
längsten erhält sie sich noch am Anfang und Ende des Mitteldarmes. Das hohe
Cylinderepithel der Larve ist durch ein flaches Plattenepithel ersetzt; das Lumen
des Darmes erheblich erweitert. In der Subimago und Imago enthält der Mittel-
darm nur ausnahmsweise Nahrungsstoffe, und diese wahrscheinlich nicht neu
aufgenommen, sondern als Ueberbleibsel von der im Larvenstadium aufgenommenen
Nahrung. Bei der Subimago füllt sich der Mitteldarm mit Wasser, und der Druck
desselben bewirkt wahrscheinlich die Ausbreitung desselben und die Verflachung
seines Epithels. In der Imago ist das Wasser durch ein Gas, wahrscheinlich
atmosphärische Luft, ersetzt. Der Zweck derselben mag einmal, wie schon
Palmen meinte, dei* sein, durch einen Druck auf die umgebenden Organe das
Ausstossen der Geschlechtsstoffe zu erleichtern; wahrscheinlich wirkt sie aber
auch als aerostatischer Apparat. Eine verwickelte Verschlusseinrichtung am
Beginn des Enddarms verhindert ein Entweichen der Luft durch den After. Die
Malpighi'schen Gefässe zeigen bei Larve und Imago keine Verschiedenheit; in
dem Dickdarm genannten mittleren Stück des Enddarmes findet sich ein hohes
Epithel, das wahrscheinlich eine sezernirende Thätigkeit hat. Nur an einer
Stelle des Umkreises ist das hohe Epithel durch ein ganz flaches ersetzt, und
von hier geht wahrscheinlich der Ersatz der bei dem Sekretionsakt zu Grunde
gehenden hohen Epithelzellen vor sich. — Auch bei der Imago ist noch eine
Mundöffnung vorhanden, durch welche die Luft in den Darm ein- und ausströmen
kann.
Ameletus impinatufi {Schwarzwald; Vogesen); Eaton, a. a. 0., S. 307,
PI. 65, Fig. 13.
Ecdyurus Helveticus (Alpen), S. 282, PI. 24, Fig. 46 a, fordpula KoU. ms.
(Mitteleuropa bis Central - Italien), S. 286, PI. 24, Fig. 46 c, affinis (Niederlande),
S. 293, Fig. 46e; Eaton, a. a. 0.
Ephemera speciosa Taf. XXX, Fig. 13, (?) muUinervosa (aus dem litho-
gi-aphischen Schiefer); Oppenheim, Palaeontograph. 34, S. 225.
Ephemerella notata (Nordengland; Südschottland) S. 305, PI. 65, Fig. 9,
Hispanica (Sp.), S. 306., Eaton, a. a. 0.
Embiadae. Embia noö(7/s (Itaituba, Amaz.); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 1.
im Gebiete der Entomologie wäbrend des Jahres 1888. 103
Termitidae. H. Drummond schreibt deu Termiten für die Tropen
dieselbe Bedeutung- für die Lockerung des Bodens zu, die Darwin in den ge-
mässigten Klimaten dem Regenwurm zugesprochen hatte; Proc. R. Soc. Edin-
burgh, Session, 1884—85, S. 137—146.
Laudois beschreibt ein Termiten- Nest von der Congo-Mündung;
Jahresber. d. zool. Sekt. d. westf. Prov.-Ver. für 1887-88, S. 25.
Ueber die Sitten der Termiten machte ebenda S. 39—42 Rade (nach
Berthaud's Angaben) Mittheilungen ; vgl. d. vor. Ber. S. 80.
Ueber das Ersatzpaar bei deu Termiten hatte Fritz Müller (gegen-
über Ihering) die richtige Vorstellung; die „nymphes de la deuxieme forme"
bekommen nie völlig entwickelte Flügel und sterben meist vor Ende September.
In verwaisten oder künstlich ihres Königspaares beraubten Nestern von Calotermes
findet man nach einiger Zeit Ersatzmännchen und -Weibchen nebst ihren Eiern;
Grassi, Zool. Anz. 1888, S. 63f., 615—618 und Atti R. Accad. dei Lincei;
Entom. Nachr, 1888, S. 77f., Bull. Soc. Ent. Ital., 1888, S. 139-147.
Psoeidae. Ueber die Spinngewebe der Psociden macht Westhoff
einige Mittheilungen; Jahresb. zool. Sekt, westf. Prov.-Ver. 1887—88. S. 55- 57.
Während er meint, dass Lage und Beschaffenheit der Spinudrüsen noch un-
bekannt seien, zieht er aiich die „Eierschleierchen" zu den Gespinnsten, die aus
den am Kopfe mündenden Drüsen verfertigt werden. Ausser den Eigespinnsten
erwähnt er das bekannte Spinnen der Larven von verschiedenen Arten, und das
sternförmige Gespinnst über der seichten Mulde auf der Unterseite eines Eichen-
blattes, unter dessen Schutz die Nymphen von Stenopsocus immaculatus und einer
anderen Art ihre letzte Häutung abwarten.
Troctes silvarum (Grunewald bei Berlin, an Lattenzäunen); Kolbe, Entom.
Nachr., 1888, S. 234. (Kommt auch bei Bonn und im Ahrtlial vor, wo sie vom
Referenten vielfach gefunden, aber nicht als besondere Art unterschieden wurde.)
Neuroptera.
Neuroptera germanica. Die Netzflügler Deutschlands
mit Berücksichtigung auch einiger ausserdeutschen Arten nach der
analytischen Methode unter Mitwirkung von H. Kolbe bearbeitet von
M. Rostock; Zwickau, 1888, 8«.; S. 1—200, Taf. I— X.
Dieses Werk ist dem berechtigten Wunsch entsprungen, durch
eine Zusammenstellung und Beschreibung der in Deutschland beob-
achteten Neuropteren s. 1. das bisher sehr vernachlässigte Studium
dieser Insekten zu erleichtern, ihm neue Jünger zuzuführen und
dadurch unsere Kenntnisse zu vervollständigen und zu vertiefen. Zu
diesem Zwecke ist von dem Bau nur so viel gesagt, als zum Verständniss
der Kunstausdrücke nöthig ist; erleichtert wird dieses Verständniss
durch die sehr deutlichen Zeichnungen; die Lebensweise ist nur so
weit berücksichtigt, als durch ihre Kenntniss das Fangen der Thiere
erleichtert wird. In wie weit auch in den übrigen Gruppen (Trichoptera,
Planipennia, Odonata, Ephemeridae und Perlidae) Kolbe als Mit-
arbeiter anzusehen ist, ist nicht gesagt; in einem Anhang wird eine
ausführliche Bearbeitung der Psoeidae unter der Aufschrift Kolbe's
geboten. — Der Zweck des Buches würde noch vollkommener erreicht
werden, wenn alle deutschen Arten in analytischen Tabellen auf-
104 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
genommen wären, während vielfach die seltenen oder Süddeutschland
angehörigen Arten einfach genannt sind; selbst die Zuziehung von
Arten, die in den Grenzländern vorkommen, würde die Brauchbarkeit
des Buches nur erhöht haben.
In seinem Fortegnelse over de i Norge hidtil observerede
Neuroptera Planipennia og Pseudo-Neuroptera zählt W. M.
Schoeyen 35 Planipennia und 75 Pseudoneuroptera auf; Forhandl.
Vidensk.-Selsk. Christiania, 1887, No. 13, S. 3—30.
In seinen Notes on a small collection of Neuroptera from
the Island of Coli zählt 1. 1. F. X. King 3 Odonaten, eine Planipennie
und 8 Trichoptera auf; Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) II
S. 133 f.
Leptocerus senilis Burm., commutatus M'Lach.; Oecetis furva
Banib.; Glyphotaelius pellucidus Refz; Limnophilus hirsutus Pid.;
Silo nigricornis Fid. im westlichen Irland; derselbe ebenda, Proceed.,
S. XIX.
In Proc. Boston Soc. Nat. Hist., XXIII, S. 276—292 lässt H.
A. Hagen Part II seines Monograph of the Hemerobidae er-
scheinen; derselbe ist der Gattung Micromus Ramh. gewidmet.
Gerstäcker bringt weitere Beiträge zur Artenkenntniss
der Neuroptera Megaloptera, in denen 38 Arten beschrieben,
bezw. genauer beschrieben werden; Mitth. a. d. naturw. Ver. f.
Neu- Vorpommern und Rügen, 19. Jahrg., S. 89 — 130.
Kolbe berichtet über den kranzförmigen Laich einer
Phryganea, der mit einem Theile seiner Peripherie an der Unter-
seite der Blätter von Nuphar angeheftet senkrecht ins Wasser hin-
abhing. Die jungen Embryonen hatten noch keine Tracheenkiemen,
gehörten aber ihrer Gestalt nach zur Unterfamilie der Phryganeinen,
vielleicht zu Phr. striata; Sitzgsber. Ges. Naturf. Freunde Berlin,
1888, S. 22 — 26 mit Holzschn. — Der Laich wurde später als zu Phr.
grandis gehörig erkannt; derselbe, Entom. Nachr., 1888, S. 297.
Die widersprechenden Angaben über die Eier der Haar-
flügler sucht F. Müller durch die Annahme zu vereinigen, dass
die verschiedenen Gattungen sich verschieden verhalten. Die einen
legen sie im Wasser ab, die anderen (Chimarrha, Macronema,
Setodes, eine Rhyacophihde) an feuchte Felswände; Gesträuch;
andere tragen sie am Hinterleibe mit sich herum. Eine Gallerthülle
kommt nicht allen zu; alle Hydropsychiden kleben ihre Eier- mit
einem nicht aufquellbaren Kitt an Steine. Entom. Nachr. 1888,
S. 259—261.
On the oral apparatus of the larva of Wormaldia, a
genus of Trichoptera; by K. I. Morton; Trans. Natur. Hist. Soc.
Glasgow, (N. S.) II S. 115—117 PL II. — Die Larven der genannten
Gattung finden sich im Frühling in lockerem Gewebe an Steinen in
kleineren Wasserläufen. Die Fühler sind ausserordentlich kurz, fast
halbkugelig mit 2 längeren, sich kreuzenden Aesten. Die Oberlippe
ist breit zweilappig, mit einem regelmässigen dichten Fransenbesatz
am Vorderrande und einer Reihe von Wimpern an der Unterseite.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 105
Die Mändibeln sind sichelförmig mit einem starken Endzalm, ein
oder zwei anderen Zähnen und einer schwächeren Zähneliing da-
runter. Die ]\Iaxillartaster sind viergliederig , Labialtaster fehlen.
Am Körperende befinden sich vorstreckbare Fäden, die wahrscheinlich
der Athmung dienen.
Planipennia.
Hemerobiadae. Apochrysa mirifica {Chinqni); Gerstäcker, a. a. O.,
S. 122.
Chrysopa Kruyii (Portoriko); H. J. Kolbe, a.a.O., S. 173, Fig. IX, 2.
Drepanopteryx phalaenoides bei Ballenstedt am Harz erbeutet;
V. Reeder, Entom. Nachr., J888, S. 21; bei Perleberg, Lenzen, Zerbst, Souders-
hausen, Wernigerode, Schlesien; Riulow, ebenda S. 148.
Heraerobius impudicus (Blumenau, Bras.) S. 127, cixiiformis (Itaituba,
Amazonas) S. 128; Gerstäcker, a. a. 0.
Leucochrysa platyptera (Blumenau, Bras.) S. 124, inquinuta (Cumbase,
Peru) S. 125, radiosa (ibid.) S. 126 ; Gerstäcker, a. a. 0.
Micromus tessellatus (Blumenau, Bras.); Gerstäcker, a. a. O., S. 129,
montanus (Natick, Mass.) S. 279, variolosus (Denvei', Color.) S. 284, Cubcmus (C.)
S. 286, angustus (Haulover, Florida) S. 287, insuJaris (Madagaskar) S. 292; H-
A. Hagen a. a. 0.
Nothochrysa capitata F. auf der Gänsekuppe bei Friedrichroda in
Thüringen gefangen; v. Boeder, Entom. Nachr., 1888, S. 20; andere Fundpunkte
dieser Art und von N. fulviceps (Eckartsberga) führt Rudow, ebenda S. 148, auf.
Nothocbrysa pcmcldoi-a (Theresopolis, Bras.); Gerstäcker, a. a. 0., S. 123.
Mantispidae. Gerstäcker hält den Namen Anisoptera Schneid.
(gegenüber Tricbosellia Westic. nnd Symphrasis Hagen) aufrecht und beschreibt
A. jocosa (Itaituba, Amazonas) S. 117, amoenula (ibid.) S. 119, remipes (Bogota)
S. 120.
Mautispa dcbilis (Itaituba, Amaz.) S. 114, stenoptera (Neu- Guinea) S. 115;
Gerstäcker, a. a. 0.
Ascalaphidae. I. 0. Westwood nimmt aus einer Beobachtung .LS.
Green's Veranlassung, alles das zusammenzustellen, was ihm über die Familie
der Ascalaphiden, namentlich über die Entwickelung dieser Thiere, bekannt
geworden ist. Die von Green mitgetheilte Beobachtung besteht darin, dass er
auf Ceylon Mitte Ajiril an dem Stengel einer in einem Topf stehenden Lilie gegen
40 junge Larven eines Ascalaphus fand. Dieselben sassen in einer Reihe luiter-
einander, so, dass die vorhergehende bis auf den grossen Kopf mit den aus-
gebreiteten Mändibeln von der folgenden bedeckt war. Der Kopf dieser jungen
Exemplare war nur am Vorderrande ausgeschw^eift und betrug über ein Drittel
des gesammten, in seinem Umriss kurz eiförmigen und an den Seiten mit stark
borstigen Zapfen versehenen Körpers. Die Larven wurden in ein Gefäss ge-
bracht und gefüttert, anfangs mit kleinen Mücken, später mit grösseren Fliegen.
Sie blieben meist an derselben Stelle sitzen und fingen ein in ihr Bereich
kommendes Insekt durch ein plötzliches Zuschlagen ihrer langen Mändibeln. Da
das gebissene Insekt sehr rasch stirbt, so vermuthet Green, dass beim Biss Gift
in die Wunde fliesst. Die Larven häuteten sich zum ersten Mal am 4., zum
zweiten Mal am 17. Mai; am I.Juni begann die am weitesten vorgeschrittene
106 Ph. Bertkau: Bericht iibei' die wissenschaftlichen Leistungen
einen kugeligen Cocon zu spinnen, dem sie aussen Erd- und Sandstückchen an-
heftete ; am 3. war der Cocon fertig, und am 23. schlüpfte die erste Imago aus,
die wahrscheinlich Helicomitns insimulans Walk ist. Die ausgewachsene Larve
hat einen auch hinten tiefausgeschweiften Kopf, schmalen Thorax und ge*
streckten, eiförmigen Hinterleib, au dem die Fleischzapfen verhältnissmässig
kleiner sind, als bei der jungen Larve Die Augen stehen zu beiden Seiten
des Kopfes gehäuft auf einer starken Erhöhung. Trans. Entom. Soc. London,
1888, S. 1—12 PI. I, II.
Mc Lachlan glaubt in As calaphus expansus Gerst. eine Modifikation
von A. lacteus, und in A. radians Gerst. eine Varietät von A. Sibiriens erkennen
zu müssen; Compt. Rend. Soc. Entom. Belg. 1887, S. XXXV; Gerstäcker zeigt
aber, dass beides selbständige Arten sind, a. a. 0., S. 92, 93. — Mc Lachlan
meldet ferner den Fund des verschollenen A. ustulatus Eversm. im Gouvernement
Tiflis; a. a. O., S. XXXIV.
A. coccajus bei Feldkirch in Vorarlberg; Dalla Torre, 17. Ber. d.
naturw.-mediz. Ver. Innsbruck, Vereinsnachr., S. 3.
Colobopterus trimalis (Chiriqui); Gerstäcker, a. a. 0., S. 90.
Cordulecercus inquinatus (Chiriqui); Gerstäcker, a.a.O., S. 89.
Puer (?) pardalis (Freetown, Sierra Leone); Gerstäcker, a. a. 0., S. 91.
Myrmeleontidae. Periclystus (\\. g.\ Periclistus schon von Förster
vergeben) laceratus (Australien) S. 105, calUpepliis (ibid.) S. 107; Gerstäcker,
a. a. 0.
Acanthaclisis (?) äehilis (Lagos); Gerstäcker, a. a. 0., S. 100.
Formicaleo m<&/?«s (Freetown, Sierra Leone); Gerstäcker, a. a. O., S. 109.
Glenurus pantherinus F. verbreitet sich von Südeuropa bis nach China
(Peking); Gerstäcker, a. a. O., S. 103.
Glenurus mollis (Colurabien); Gerstäcker, a.a.O., S. 101.
Myrmeleon scopifer (Ceram) S. 110, timidus (Chiriqui) S. 112; Gerstäcker,
a. a. 0., falcipennis (Sardinien); Costa, a. a. O , I, No. 2, S. 89.
Autor des Namens Palpares (Myrmeleon) gi gas ist nicht Drury, sondern
Dalman; die Aufstellung der Gattung Symmathetes für diese und verwandte
Arten mit sichelförmigen Flügeln ist überflüssig, da sich „ein Anlauf zur Sichel-
form auch bei anderen Arten bemerkbar macht"; Gerstäcker, a. a. 0., S. 94f.
P. obsolet US (Stanley Pool) S. 95, aegrotus (Angola) S. 98; derselbe ebenda.
Trichoptera.
Chimarrha alhomaculata (Portoriko); H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 175.
K. J. Morton beschreibt the larva and case of Ithytrichia lamel-
laris Eaton ; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 171—173 mit Holzschn. Das
Gehäuse ist von dem gewöhnlichen durchsichtigen Material, oval, mit einem
tiefen Ausschnitt an dem Kopfende; bei der Nymphe ist an dieser Stelle ein
langer Zapfen, der die frühere Oeffnung verschliesst Die Larve ist ungewohnter
Weise schlank, ganz durchsichtig, am 3.-6. Hinterleibssegment mit dorso-
ventralen (!) Fortsätzen, die die Tracheenkiemen tragen. — Auch die Larven-
und Nymphengehäuse von Oxyethira costalis, Orthotrichia angustella und Agraylea
multipunctata sind abgebildet.
Das von F, Müller einer deutschen Lagenopsyche zugeschriebene Gehäuse
(s. den vor. Ber. S. 81) ist waluscheinlich das einer Oxyethira- Art, und zwar
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 107
0. costalis; K. J. Morton, Entom. Nachr., 1888, S. 16; Entom. Mouthl. Mag.,
XXIV, S. 173.
The larva, &., of Philopotamus (montanus); K. J. Morton, Entom.,
Monthl. Mag-, XXV, S. 89-91.
Ein Beitrag zur Naturgeschiclite der Phryganea grandis und
anderer Trichoptera von H. J. Kolbe stellt fest, dass die genannte Art nur
eine Generation im Jahre hat; die Mitte Juni gehorenen Larven haben bis zum
Spätherbst wohl ihre völlige Körpergrösse erreicht; ihre Nahrung besteht wahr-
scheinlich in Spongilla. Ueber den Laich vgl. oben S. 104. Entom. Nachr., 1888,
S. 295—299.
R h y a c 0 p h il a m u n d a in Frankreich ; M c L a c h 1 a n , Entom. Monthl. Mag. ,
XXIV, S. 262; Revue d'entomolog., 1888, S. 56.
Diptera.
Mik schreibt Dipterologische Miscellen VIII — XIV; Wien
Entom. Zeitg., 1888, S. 27-31, 94, 140—142, 181—182, 221—222.
299—303, 327.
Derselbe bringt Verbesserungen zu seinem „Verzeichniss
der Artennamen ... in Schiner's Fauna Austriaca" . .; ebenda
S. 57—64.
P. Stein macht Dipterologische Bemerkungen; Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 201— 203.
Ueber einige von G. A. Olivier beschriebene Dipteren
schreibt Mik und versucht deren Deutung; Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 91-93.
Dipterologische Beiträge von V. v. Röder; ebenda S. 95 f.
(Tachina lepida M. gehört zur Gattung Rhinophora; Tachina
Pavoniae Zetf. = grandis Zeff. — Scotia Saturniae R. D., gehört zu
Exorista; Gnoriste trilineata Zdf. ist das Männchen zu Gn.
bilineata Zeff.; Ocydromia nigripes Zeff. ist ein Hybos und wurde
von Girschner auf dem Stedtlinger Moor in Thüringen gefangen,
ebenso Dolichopus Stenhammeri Zeff. ; Frauenfeldia rubricosa M. in
Hoym, Anhalt).
Dem 1. und 2. Hefte der Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII,
sind Bogen 1—5 der Fauna insectorum Helvetiae, Diptera, von
G. Huguenin, beigefügt, die Familie der Tipuliden enthaltend.
Die in dem Text eingedruckten Abbildungen des Flügelgeäders fast
sämmtlicher Gattungen bilden eine angenehme und die Benutzung
erleichternde Beigabe. Von einigen Gattungen, namentlich der
Limnobiinen, sind nov. spec. angeführt, aber nicht benannt.
Williston stellte eine Table of the families of Diptera
für Anfänger auf; Transact. Kansas Acad. Sei., X, S. 122 — 128.
Bigot beschreibt w-eiter Dipteres nouveaux ou peu connus;
33 e partie, XLI: Tachinidae; 34 e partie, XLII: Diagnoses denouvelles
especes; Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 77—101, 253-270.
Bigot behandelt die Dipteres in der Mission scientifique du
cap Hörn. -- Diese Arbeit habe ich nicht gesehen; Mik referirt
108 Pli- Bertkau: Bericht über die wisserischaftlichen Leistungen
über dieselbe in der Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 164 und schliesst
daran folgende Bemerkungen: Boletina antarctica ist eine Glaphy-
roptera; Palloptera guttipennis ist eine Ephydrine, ■wahrscheinlich
Scatella.
F. M. van der Wulp beschreibt (16) nieuwe Argentijnsche
Diptera . . . .; Tijdschr. v. Entomologie, 31. Deel, S. 359 — 376,
PI. 9, 10.
S. W, Williston zählt auf Diptera Brasiliana ab H. H. Smith
coUecta; Part I: Stratiomyidae, Syrphidae, mit Beschreibung der zahl-
reichen neuen Arten; Trans. Americ. Entomol. Soc, XV, S. 243 — 291.
S. W. Williston: Synopsis of the families aud genera
of North American Diptera with bibliography and new species;
New Haven; 8 ^, S. 1 — 84. (Habe ich nicht gesehen.)
L. Pandellc gibt in seiner Etüde sur les Museides de
France, Revue d'entomol., 1888, S. 258 — 362 eine allgemeine
Schilderung des äusseren Baues und der Theile des Hautsklelets der
Fliegen, deren Benennung vielfach der Wirbelthieranatomie entlehnt
ist; einen Vergleich dieser Theile mit den Hymenopteren und
Koleopteren; die sekundären Geschlechtsunterschiede u. s. w.
Als einen Beitrag zur Diptern-Fauna der Schweiz zählt
F. Rühl die Anthrax- Arten im Albulathal und die Dioctrien des
Lägernberges im Aargau auf; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII,
S. 61—63.
G. H. Verral stellt eine List of British Diptera zusammen;
London 1888, kl. 4«, 31 Ss.
A. Siebeck zählt seltene Dipteren, gefangen . . am
Manhartsberg in Niederösterreich, auf; Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 217 f.
E. Girschner setzt seine Dipterologischen Studien, Beitrag
zur Dipterenfauna Thüringens, fort; XI — XIII; Entom. Nachr., 1888,
S. 97—100 mit Taf., XIV, S. 225—234.
P. Stein zählt die (109) Tachininen und (120) Anthomyinen
der Umgegend Genthins als Beitrag zur Dipterenfauna der Prov.
Sachsen, auf; ebenda S. 211—219; 370—379.
,Sintenis behandelt die livländischen Trypetinen (47 Art.),
Sitzgsber. Naturf. - Gesellsch. Dorpat, 1887, S. 198 — 211; die
Tetanocerinen (22 A.), Ortalinen (8 A.), Platystominen (fehlen) und
Ulidinen (1 A.) S. 219—226; Sapromyzinen (28 A.) S. 266—270.
Enumeration des Dipteres rec. en Tunisie .... 1884;
par I. M. F. Bigot; Exploration scientifique de la Tunisie, Zool.,
Dipteres, S. 6—11.
Larven der Wohlfart'schen Fliege (Sarcophila Wohl-
fartii Portsch.) im Zahnfleisch des Menschen; F.. Brandt,
Zool. Ang., 1888, S. 560 f.
Ein bischen Protest wird von Meinert gegen Raschke's
Arbeit über die Larven von Culex nemorosus gerichtet , wobei dem
im Gebiete dev Entomologie walirend des Jahres 1888. 109
Verfasser namentlich die Vernachlässigung der älteren Literatur vor-
geworfen wird; Zool. Anz., 1888, S. 111 — 113; in einer Entgegnung
auf Herrn Fr. Meinert's Protest rechtfertigt sich Raschke;
ebenda S. 562—564; vgl. d. vor Ber. S 86.
J. Cuccati hat auf seine vorläufige Mittheilung (s. d. vor. Ber.
S. 85) eine ausführlichere Abhandlung über die Organisation des
Gehirns der Somomya erythrocephala folgen lassen; Zeitschr.
f. wiss. Zool, 46, S. 240—269 Taf. XX, XXI.
Voeltzkow macht eine vorläufige Mittheilung über die
Entwicklung im Ei von Musca vomitoria; Zool. Anz., 1888,
S. 235 f.
Ein Beitrag zur Metamorphose einiger zweiflügeliger
Insecten aus den Familien Tabanidae, Empidae und
Syrphidae von Th. Beling beschreibt Larve und Puppe von
Chrysops caecutiens; Platypalpus major; Hilara quadrinttata ; Chry-
sogaster viduata; Chilosia fasciata; Helophilus nigTOtarsatus; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1888, S. 1—4.
F. Schmidt macht eine vorläufige Mittheilung über die Bildung
des Blastoderms und des Keimstreifens der Museiden;
Sitzgsber. Naturf.-Gesellsch. Dorpat, 8. Bd., S. 366 — 371. In dem
eben abgelegten Ei ist ein Kern nicht zu finden. In dem Dotter
sammelt sich das Protoplasma in kleinen Massen an, in denen keine
Dotterelemente sichtbar sind, und in denen im weiteren Verlauf
kernartige Bildungen auftreten. Diese Zellenanlagen vermehren sich
und sammeln sich in einer Ringschicht an, die allmählich an die
Oberfläclie rückt; einzelne der Zellanlagen bleiben auch im zentralen
Dotter zurück. Von der Oberfiäche her werden dann die einzelnen
Zellanlagen gegen einander durch Furchen getrennt, und auf diese
Weise kommt das Blastoderm zur Ausbildung. An der Bauchseite
tritt nun, am vorderen und hinteren Pol getrennt, im
Blastoderm je eine Abflachung auf, die zu einer seichten Einsenkung
in den Dotter wird. Diese Einsenkungen werden tiefer und tiefer,
breiten sich mehr und mehr aus und verschmelzen zu einer einzigen
Furche, deren Ränder sich schliessen und so zur Bildung eines aus
zwei Zelllagen bestehenden Rohres unter dem Blastoderm führt;
dieses Rohr ist der Keimstreif. In den beiden ursprüngKch ge-
trennten Einstülpungen sieht Schmidt ein liomologon der durch
Knospung in der Trochosphäre hervorgehenden Annelidenkeime,
des Kopf- und Rumpfkeimes, und einen Hinweis darauf, dass
bei den Museiden wie bei Anneliden und Nemertinen der Leib
durch eine Knospung entstehe. ■ — Zur Untersuchung diente Musca
vomitoria.
J. van Rees bringt Beiträge zur Kenntniss der inneren
Matamorphose von Musca vomitoria; Zool. Jahrb., Abth. für
Anatomie und Ontogenie, III, S. 1—134 Taf. I, II und 10 Holzschn.
im Text. Die gegenwärtigen Beiträge beschäftigen sich mit der Aus-
bildung der Larve zur Puppe, während die Ausbildung der Puppe
110 PIi. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zur Imago später zur Darstellung kommen soll. Aus gegenwärtiger
Arbeit erfahre ich zugleich, dass der Verfasser i. d. J. 1884 und 1885
über diesen Gegenstand vorläufige Mittheilungen gemacht hat, die
ich, da sie mir damals unbekanut geblieben sind, der Vollständigkeit
halber anführen will: Over intracellulaire spijsverteering en
over de beteekenis der witte bloedlichaampjes; Maandblad
voor Natuurwetenschappen, 1884, Aug., Oct., Novemb., und Over de
postembryonale ontwikkeling van Musca vomitoria, ebenda,
1885, Juli, S. 67— 77. — Die wesentlichsten Punkte der gegen-
wärtigen ausführlicheren Abhandlung sind nun die folgenden.
Die Degeneration und Zerstörung der Muskeln diirch die An-
griffe der Leukozyten beschreibt van Rees in Uebereinstimmung mit
Kowalevsky; auf diese Weise werden die Larvenmuskeln zerstört
bis auf drei Paar von Muskeln des Mesothorax, die sich unter dem
zeitweiligen Verlust der Querstreifung regeneriren, zum Mittelpunkt
einer umfangreichen Mesenchymwucherung werden und zu den drei
Paar der mächtigen Flügelmuskeln der Imago auswachsen. — An
sämmtlichen 6 Paaren von Imaginalscheiben des Thorax gelang es
dem Verfasser, einen Stiel aufzufinden, der sie an der Haut des-
jenigen Segmentes befestigt, welches die betreffende Imaginalscheibe
bei der Lnago zu bilden hat, und zwar an der Ventralseite, die
ventralen mehr nach der Mittellinie des Bauches zu, die dorsalen
mehr nach der Seite. Es befestigt sich, also die Imaginalscheibe
des 1. Beinpaares und des Prothorakalstigmas am 2., die des
'2. Beinpaares und der Vorderflügel am 3., die des 3. Beinpaares und
der Schwinger am 4. Segmente. Die Scheiben selbst haben an ihrer
der Achse zugewendeten Wand in das Innere des Lumens vor-
springend die Anlage des imaginalen Organs; die der peripheren
Seite zugekehrte Wand, die aber natürlich mit jener zusammen-
hängt, ist sehr zart, und wird von van Rees die peripodale
Membran genannt; es ist die ,,Hüllniembran" W^eismann's, ,,pro\ä-
sorische Membran" Ganin's und Viallanes'; den Hohlraum der Scheibe
nennt van Rees peripodalen Raum. Der Stiel, der die Imaginal-
scheiben an die Hypodermis befestigt, hat bei den dorsalen neben
einer Trachee und bei den ventralen neben einem Nerv einen Strang,
der die unmittelbare Fortsetzung der peripodalen Membran ist und
in den sich der peripodale Raum als feines Lumen mehr oder
weniger weit fortsetzt. Beim Uebergang zur Puppe verkürzt sich
der Stiel unter gleichzeitiger Erweiterung mehr und mehr, und die
Imaginalscheiben gelangen dadurch an den Ort ihrer definitiven Be-
stimmung, bis die peripodale Membran mit der Hypodermis der be-
treffenden Segments zusalnmengetroffen ist. Hierauf beginnen sich
beide in der Richtung von vorn nach hinten zurückzuziehen und
nun liegt das Bein- oder Flügelpaar der Imago offen zu Tage. Der
genaue Vorgang und das Verhalten der peripodalen Membran und
Larvenhypodermis ist mir selbst unter Zuhülfenahme der Abbildungen
nicht ganz klar geworden. Aber die an die Oberfläche gelangten Theile
der Imaginalscheiben haben auch bereits imaginales Epithel (Hypo-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. " Hl
dermis), welches sich von ihnen aus verbreitet, indem es sich über
die larvale Hypodermis fortschiebt; letztere geht dann zu Grunde,
so dass immer nur am Rande, wo beide zusammentreffen, ein
schmaler Streif vorhanden ist, wo die imaginale über der larvalen
Hypodermis liegt; aber es ist auch nirgends die Hypodermis unter-
brochen. Die Imaginalscheiben des ersten Beinpaares lassen die
peripodale Membran wie bekannt z. Th. mit einander verschmelzen;
ebenso verschmelzen die als Fortsetzung des peripodalen Raumes
anzusehenden Stränge zu einem einzigen median gelegenen, während
sich der nervöse und tracheale Theil des Anheftungsstieles ge-
sondert erhalten hat, so dass nun von diesem verschmolzenen
Scheibenpaar 3 Bänder nach vorn gehen, von denen die äusseren
das nervöse und tracheale Gewebe enthalten, der mittlere die
Fortsetzung des peripodalen Raumes. Aus diesen Verhältnissen
zieht van Rees für die. (ventralen) Imaginalscheiben folgenden
Schluss: ,,Die Scheiben sammt ihren Yerbindungsstielen mit der
Hypodermis sind ektodermale Bildungen, deren Anlage sich an der
Stelle entwickelt hat, wo der embryonale Hautnerv die Hypodermis
berührt, (wie bei Corethra), die aber dann in der Richtung des
Nervenverlaufes — als ob der sich verkürzende Nerv einen Zug
ausübte — in die Tiefe rücken, dabei einen kurzen Strang bildend,
dessen tiefster Abschnitt, also an der Ansatzstelle des Nerven, sich
alsbald zur künftigen Imaginalscheibe differenziert, während sich zu
gleicher Zeit in dem Strang ein feines Lumen bildet. In diesem
Stadium würde also der Strang eine feine Röhre darstellen, welche
nichts anderes wäre als der stark verlängerte Halstheil einer in das
Innere des Körpers eingestülpten Hauttasche. Damit würden sich
dann in der That diese Imaginalscheiben nur durch die Länge dieses
Taschenhalses und durch ihre eigene tiefe Lage von den ober-
flächliclien Imaginalscheiben von Corethra unterscheiden. Für das
vordere Paar käme noch die Komplikation hinzu, dass, indem die
beiden Hautnerven sich an naheliegende Hautstellen inserirten, es
zwar zur Bildung zweier getrennter Imaginalanlagen gekommen war,
welche jedoch bei dem Tiefer-Rücken nur einen einzigen Stiel be-
kamen. Inwiefern die beiden seitlichen Stränge des vorderen Paares
mit einer solchen Bildung in genetischem Verband stehen, oder ob
sie, wie die später anwesenden feinen Tracheen, eine sekundäre
Bildung sind, darüber kann ich auf Grund meiner Präparate kein
Urtheil abgeben." Für die Flügel- und Schwingerscheibe ist die
Entstehung aus dem trachealen Epithel Avahrscheinlich.
Die Imaginalscheiben des Kopfes sind bekanntlich die Scheitel-
und die Augenscheiben, die als eine Einstülpung des Schlundes an-
zusehen sind, mit dessen Lumen ihr Lumen später kommunizirt. Indem
sich nun die Kopfblase (mit diesem Namen bezeichnet van Rees die
vereinigten Scheitel- und Augenscheiben) ausstülpt, tritt der Kopf,
der bis dahin in den Thorax eingestülpt war, vor denselben, wobei
die frühere Ausmündung des Schlundes zum Hals geworden ist, der
Kopf und Thorax verbindet. Die Kraft, welche das Ausstülpen der
112 Pli. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Kopf blase bewirkt, ist in dem Zusammenziehen des Hinterleibes zu
suchen, der in der Puppe weit kürzer als in der Larve ist.
Durch diese Verkürzung hat einerseits der Kopf jetzt vor dem
Thorax Raum, andererseits wird durch dieselbe Blutflüssigkeit u. s. w.
nach vorn getrieben, was die Ausstülpung zur Folge hat. Diese
Ausstülpung geht (abgesehen von den Speicheldrüsen) ohne jede
Zerreissung vor sich; die ausführliche Darlegung aller hier in Be-
tracht kommenden Verhältnisse ist aber ohne (und selbst mit) Ab-
bildungen eine schwierige Aufgabe, von der ich hier absehe.
Wenn der Thorax der Imago schon angelegt und der Kopf be-
reits ausgestülpt ist, hat der Hinterleib noch zum grössten Theil
Larvenepithel. Aber in jedem Segment befinden sich 6 Liseln klein-
zeUigen Epithels, von denen 4 bereits Ganin bekannt waren, 2 oben
und 2 unten; hinter den ersteren fand van Rees noch ein zweites
kleineres Paar. Von diesen Inseln geht die Entwickelung der
imaginalen Hypodermis aus, indem dieselbe, allseitig vorwachsend,
die larvale, die bereits gelockert ist, verdrängt. Der Vorgang ist
hier derselbe, wie der beim Thorax geschilderte; auch hier schwindet
die larvale Hypodermis erst dann, wenn der Ersatz schon da ist, so
dass die Hypodermis an keiner Stelle unterbrochen ist. Bald nach
Vollendung der imaginalen Hypodermis treten in ihr Differenzirungen
auf, indem sich kleine Gruppen grösserer Zellen ausbilden ; dieselben
haben die grösseren Haare des Hinterleibes zu bilden.
Schon Ganin hatte das Mesenchym (Mesoderm) durch Ab-
spaltung von den imaginalen Scheiben und deren Aequivalent im
Hinterleib, den oben erwähnten Liseln, hergeleitet. Für den Hinter-
leib bestätigt van Rees diese Entstehungsweise, bei der die durch
Abspaltung entstandenen Mesenchymzellen die membrana propria der
Hypodermis durchbrechen und sich entlang derselben ausbreiten.
Die an dem Vorder- und Enddarm vorgehenden Veränderungen
beschreibt van Rees ähnhch wie Kowalevsky. Nur soll der Saug-
magen, nachdem sein Muskelbeleg durcli die Thätigkeit der Leuko-
zyten zerstört ist, sich zusammenziehen, ohne dass eine einzige Zelle
seines Epithels verloren geht, und sich so in den Verlauf des
Oesophagus einschieben. Ferner gehe die Wand des Oesophagus zum
Theil aus dem Larvenepithel hervor, das sich theilt, so dass für den
Vorderdarm die Bedeutung des ,, Vorderdarmringes" (Kow.) geringer
ist, als Kowalevsky wollte. Aehnlich ist es bei dem Hinterdarm, wo
nur der vordere Theil von dem Hinterdarmring aus neugebildet wird;
am Rectum erliegen bloss die Muskeln den Angriffen der Leukozyten,
während das Epithel für die Neubildung erhalten bleibt. Am Mittel-
darm bleiben, nachdem das larvale Epithel in das Darmlumen ab-
gestossen ist, 2 — 300 Inseln kleinzelhgen Epithels auf der Muskel-
schicht des Darmes zurück uud regenerieren das Epithel; bis dies
geschehen ist, bleibt die Muskelschicht unangetastet und erst wenn
der Epithelbeleg zu einem allseitig geschlossenen Rohr sich ausge-
bildet hat, werden die Darmmuskeln von den Leukozyten zerstört.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. ]13
Den Zerfall der Speicheldrüsen beobachtete van Rees als ein
Zerreissen beim Ausstülpen der Kopf blasen, gleichzeitig mit, nicht
nach, dem Angriff durch die Leukozyten. In die Fettzellen wandern
die Blutkörperchen ebenfalls massenhaft ein und bringen dieselben
dadurch zum Zerfall; doch bleibt ein Theil der Fettzellen noch lange
erhalten. Das Tracheensystem verhält sich in seinen verschiedenen
Theilen verschieden. Die in allen mit Ausnahme des letzten
Abdominalsegments zu der Hypodermis ziehenden Seitenzweige
regeneriren sich (theilweise), und zwar vom peripheren Theile aus,
indem 4 von ihnen zu den Stämmchen werden, die die Stigmen mit
den Längsstämmen in Verbindung setzen. Der sechste wird zum
Endabschnitt des Hauptstammes, indem der ganze dahinter liegende
Theil bis zum (einzigen) larvalen Stigma zerfällt. — Das endliche
Schicksal der Leukozyten ist nicht mit Sicherheit bekannt; doch ist
es wahrscheinlich, dass ein Theil derselben zu Grunde geht, da eine
weit grössere Zahl von Leukozyten als Blutkörperchen in der Imago
vorhanden ist. In der sich entwickelnden imaginalen Hypodermis
fand van Rees auch Körnchen, die wohl auf zerfallene Leukozyten
zu beziehen sind. Es lässt sich hier also annehmen, dass die Leuko-
zyten auch in diesem Falle einen Angiiff gemacht haben, dabei aber
gegenüber dem lebenskräftigen Gewebe unterlegen sind.
Orthorrliapha.
Cecidomyiadae. J. J. Kieffer's Aufsatz über Gallmücken und
Mückengallen in den Abb. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 95—114 enthält die
Beschreibungen neuer Gallmückenarten, Ergänzungen zur Beschreibung einiger
schon bekannten Arten, und Bemerkungen über neue oder wenig bekannte
Mückengallen, deren Erzeuger noch unbekannt sind. Die neuen Gallen der
letzteren Rubrik fanden sich an Glechoma hederacea, Hieracium umbellatum,
Silene inflata und Sorbus aucuparia in Lothringen.
Auch F. Low macht Mittheilungen über neue und bekannte
Cecidomyiden; ebenda S. 231—246. Die Bemerkungen zu schon bekannten
Arten beziehen sich auf Cec. affinis, Beckiana, circinans, Euphorbiae, Galii,
galiicola, Salicis, Sonchi, Violae; Diplosis Steini; Asphondylia Hornigi, Verbasci;
neue Gallen von unbekannten Erzeugern werden beschrieben an Fagus silvatica
(Blattparenchymgallen), Galium nioUugo und silvestre (Triebspitzen), Heracleum
sphondylium (geschlossene Blüthen), Inula germanica und hybrida (Knospen),
Scoi'zonera humilis (Blattparenchymgallen), Verbascum austriacum (Triebspitzen).
Bei Weissenbach wurde eine Cecidomyidenlarve gefunden, die sich von den
Sporen eines die Zweige einer Tanne bedeckenden Pilzes (Apiosporium
pinophilum) nährte; die Imago ist in diesem, wie in den meisten ähnlichen
Fällen, noch unbekannt.
J. J, Kieffer bringt weitere Beiträge zur Kenntniss der Gall-
mücken; Entom. Nachr., 1888, S. 200— 205, 243—249, 262—268, 310—314.
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 2. H
114 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ein Beitrag zur Biologie einiger Cecidomyiden vonMik beschreibt
\\m\ bildet ab: 1. Die Blüthenknospen-Gallen auf Silene nutans, welche von
ihren Insassen erst im September verlassen wurden; die Larven umgaben sich
in der Erde mit einem dichten, reinweissen Cocon ; 2. Blüthenknospen-Gallen auf
Phyteuma Michelii, die bisher noch nicht beschrieben waren. In einer
Galle kommen bis zu 6 LaiTcn vor, die sich von dem letzten Drittel des August
an in die Erde begeben; 3. eine noch nicht beschriebene Ti'iebgallc auf Lotus
corniculatus, durch welche die Endknospe taschenförmig wird; sie ist bleich
grün und gewöhnlich hskig nach abwärts gekrümmt: die sie umschliessenden
Nebenblättchen des letzten Blattes des Triebes sind schmäler als die normalen
und ebenfalls blasser grün. 4. Larven in den Beeren von Polygonatum
multiflorum, die dadurch kleine trockenhäutige Stellen bekommen. Von den
4 Larven ist die Brustgräte abgebildet; die übrigen Abbildungen beziehen sich
auf die missbildeten Pflanzentheile.
Asphondylia Prunorum (aus den kuospenförmigen Gallen der Pr. spinosa) ;
Wachtl, Wien. Entom. Zeitg. , 1888, S. 20r>, -bitensis (Bitsch; Larven in den
Hülsen der Genista sagittalis); Kieffer, Entom. Nachr., 1888, S. 264.
Asynapta pectoralis Winn. (descript. nee figur.) ist von (Cecid.) hirticomis
Zett. verschieden und daher beizubehalten ; Kieffer. Entom. Nachr., 1888, S. 2041;
neu ist A. cilrina (Bitsch; Larve unter Baumrinde); derselbe ebenda S. 243.
Ch. Whitehead & Gray: Report of the coramissioners appoint. by the
gouvernement to inquire into the present Visitation of the Hessian fly on corn
crops in Great Britain ; London, 1887.
S. Enock erhielt aus englischen Exemplaren der Cecidomyia de.structor
die amerikanischen Parasiten Merisus destruetor und Platygaster Herrickii ;
Nature, Vol. 38, S. 221; Proc. Entom. Soc. London, 1868, S. XXIIf; vergl.
oben S. 6.
Linde man fand 1887 und 1888 die Larven der C. destruetor auch au
Timothegras, an Phleum pratense und Triticum repens; letztere Art wurde
auf grössere Strecken durch die Mücke verdorben; (Whitehead hatte sie in
England auch an Holcus lanatus gefunden; s. obigen Report S. 7); Entom. Nachr.
1888, S. 242 f.
C. destruetor in Neu-Seeland; Insect life, I, S. 32; über dasselbe Insekt
s. ebenda S. 131—133.
F. Paulsen & F. Guerrieri: Sopra alcune galle rinvenute sui
tralce e sulle foglie delle viti; R. Staz. agraria chimico-sperim. di Palermo,
1888, mit Tafel. Bezieht sich auf die Gallen von C. oenophlila, in der Tetra-
stichus Cecidomyiae de Stef. schmarotzt; vgl. den vor. Bericht. S. 157.
C. acericrispans (verbreitet, die Blätter einrollend) S. 266, compositnrum (in
Blüthenköpfen) S. 310, genistamtorquens (Bitsch.) S. 311 ; Kieffer, Entom. Nachr.,
1888, Thomasiana (Halle und Lothringen, auf Tilia) S. 95, saZicrtnae (Lothringen,
an Lythrnms.) S. 9H, Scabiosae (Thüringen, Alpen; Lothringen, an Sc. columbaria)
S 97, Taraxaci (Lotliringen, auf T. officinale) S. 98, T/njmi (Oesterreich; Tirol;
Rhön; Halle; Bitsch; auf Th. serpyllum und chamaedrys) S. 100, thymicola (Loth-
ringen, ebenfalls auf beiden Th.- Arten) S. 101, Viciae (Lothringen, an V.
sepium) S. 105, Lotharincjiae (L., auf Cerastium glonieratum, triviale und arvense)
S. 107; derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, floriperda (Niederösterreich,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 115
in Blüthen von Silene inflata) S. 231, similis (Lothringen, in Triebspitzen oder
Blüthenkuospen vonVeronica scutellata) S. 2B2; Low ebenda, Hierochloae{ Beirochl.
ist wohl Druckfehler; Russland, Gouv. Poltawa, aiif H. repens) ; Linde man,
Entom. Nachr. 1888, S. 50, lamiicola (Gallen auf Lam. maculatnm, ähnlich denen
der C. galeobdolontis); Mik, Wien. Eut. Zeitg., 1888, S. 31—38, Taf. I.
A. A loi: Di un nuovo insetto del geuere Cecidomyia dannoso alla viti, scoperto
nelle vigne della plana di Catania; Atti Acc. Gioenia, (S. 3) XIX.
Diplosis Frirenii (Metz, aus Gallen der D. ramicola auf Tilia gi'andif.);
Kieffer, Abb. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 109, auripes (Stuttgart, an Galium
nioUugo) S. 233, quinquenotata (Wien, in Blüthen von Hemerocallis fulva) S. 235;
Low ebenda, PulsatiUae (Bitsch, Larve in den Früchtchen von P. vulgaris) S. 262,
NasturUi (Larve in Blüthen von K palustre) S. 263; Kieffer, Entom. Nachr.,
1888 (mit Bemerkungen über D, praecox Winn., lonicerearum Fr. Jav. und mosel-
lana Geh. auf S. 244f.), fraxinella (Inquiline der Eschengallen); R. H. Meade,
Entom. Monthl. Mag , XXV, S. 77.
Epidosis erythromma (Bitsch; Larve unter der Rinde einer absterbenden
Rhamnus frangula) S. 200, latescens (ibid. unter Buchenrinde) S. 202; Kieffer,
Entom. Nachr., 1888.
Simuliadae. Ueber die Larven einer bei Ithaca, N.-Y., häufigen Simu-
iium-Art, die nicht zu ,,beissen" scheint, s. L. 0. Howard, in Lisect life, I,
S. 99 f.
Riley sprach auf der 36. Versammlung (zu New- York) der Amer. Assoc.
for the advancem. of Sei. über die dem Viehstand in den Südstaaten so schäd-
lichen Simulium-Arten, namentlich S. pecuarum und meridionale\ Proceed. S. 262.
Bibionidae. Larven von Bibio hortulanus, die mit Waldstreu in ein
Melonenbeet gebracht waren, verzehrten die gelegten Melonenkerne. Die aus-
geschlüpften Imagines wurden eifrig von Telephorus fuscus verspeist. Fallen,
Bull. Soc, Entom. France, 1888, S CXCVL
Culicidae. G. Macloskie schildert the poison-apparatus of the
mosquito; American Naturalist, 1888, S. 884— 888 mit 3 Holzschn.
Culex rufinus (Tunis); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S. 7.
Chironomidae. G e r c k e ' s Vermuthung , dass die nacktflügeligen Cera-
topogon- Arten sich aus im Wasser lebenden Larven, die behaartflügeligen aus
Larven entwickeln, die unter Baumrinde, verwesenden Pflanzenstoffen u. s. w.
leben, findet sich in einem neuen Falle (C. Uippocastani S. 185) bestätigt, bei
dem aber die Gestalt und Bewegungsweise der Larve und Nymphe eine nackt-
flügelige Art erwarten Hess. Die Larve lebt in uicerösen Stammtheilen von
Aesculus Hippocastanum im Schön brunner Park und ist nebst Nymphe und Imago
sehr genau beschrieben und abgebildet von Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 183 — 192, Taf. IL (Zur Biologie von Ceratopogon Meig., nebst Be-
schreibung einer neuen Art dieser Gattung.)
Om myggors för ekomst i sala grufva (Chironomus fuscipes); S. Auri-
villius, Entomol. Tidskr., 1888, S. 97-101.
Orphnephilidae. Orphnephila larvata (Tirol, im oberen Innthal); Mik,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 243.
H*
]16 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Psychodidae. Ueber die Athemorgane einiger brasilianischer Psycho-
diden-Larven s. oben S. 13.
Tipulidae. E, Bergroth zählt (64) österreichische Tipuliden auf,
die von Palmen 1870 gesammelt wurden; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888,
S. 645-656.
Derselbe schreibt über einige nordamerikanische Tipuliden;
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 193—201, 239f. (Die erstere Arbeit wird zitiert
werden: a. a. 0.)
Derselbe handelt on some South African Tipulidae; Entom.
Tidskr., 1888. S. 127—141 mit mehreren Holzschn.
G. H. Verrall bringt seine List of British Tipulidae, &... with
notes zu Ende; Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 20-27, 97—99.
Sintenis erstattet seinen 4. Bericht über Livländische Tipuliden
und Dixa; Sitzgsber. Naturf.-Gesellsch. Dorpat, VIII. Bd., S. 893-396.
Derselbe sprach über Unregelmässigkeiten im Ader lauf der
Tipuli denflügel; ebenda S. 383— 393. Aus einer grösseren Zahl von Einzel-
beobachtungen unregelmässigen Geäders bei verschiedenen Arten ergibt sich,
dass die meisten Unregelmässigkeiten im Bereich der Diskoidalzelle vorkommen.
Podoneura (n. g. Psiloconopae affine, sed vena axillaris furcata, ramo
furcae anteriore posteriore multo longiore; inter cellulas axillarem et spuriam
igitur adest cell, axill. secundaria) mithracogramma (Kapstadt); E. Bergroth,
Entom. Tidskr., 1888, S. 133, Fig. 2.
Amalopis i^yrenaica (P.); G. H. Verrall, Entom. Monthl. Mag., XXV,
S. 97, claripennis (Wales; auch Oesterreich); derselbe ebenda S. 99.
Dicranomyia Osten - Sackeni Westh. = affinis Sehtimm, (stigmatica Meig.) ;
E. Bergroth, a. a. 0., S. 646.
D. venusta (Sitka) S. 193, vulgata (ibid.) S. 194; E. Bergroth, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, consimüis (Kaffrarien); derselbe, Entom. Tidskr., 1888, S. 127.
Elephantomyia Wahlhergi (Kaffrarien); E. Bergroth, Entom. Tidskr., 1888,
S. 129, Fig. 1.
Erioptera Peringueyi (Kapstadt) S. 129, suhaurea (Kaffi-arien) S. 130; E.
Bergroth, Entom. Tidskr., 1888.
Goniomyia pilipennis Strahl = Cladura fuscula 1av.\ J. Mik, Wien. Ent.
Zeitg., 1888. S. 30.
G. galactoptera (Sitka); E. Bergroth ebenda S. 196, spuria (Kaffrarien);
derselbe, Entom. Tidskr., 1888, S. 134.
Limnophila tetrasticta (Laibach) S. 647, posthabita (ibid.) S. 648; E. Berg-
roth, a, a. 0., fragi (Kaffrarien); derselbe, Entom. Tid.skr., 1888, S. 137.
Ueber L i m n o p h i 1 a p i 1 i c o r n i s Zeit. s. S i n t e n i s , Sitzgsber. Naturforscher-
Gesellsch. Dorpat, VIII. Bd., S. 396—398.
Molophilus colonus S.195, falcatHs^paulus^. 196(Sitka); E.Bergroth, Wien.
Entom. Zeitg., 1888.
Nephrotoma varineura; Bigot, Mission Cap Hörn; die Art ist nach E.Berg-
roth, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 240, eine Tipula; der Artname wird, weil
eine vox hybrida, in varnnervis geändert.
Pachyrrhina Wulpiana (Siskiyou Cy.); E.Bergrotli, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 200, excelsior (Brit. Kolumbien); derselbe ebenda S. 239.
Rhipidia afra (Kaffrarien); E. Bergroth, Entom. Tid.skr., 1888, S. 128.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 117
Tipula Älpium (Grossglockner) S. 652, Mildana (Holie Tauern) S. 653^
hidetis (Jnlische Alpen) S. 654; E. Bergroth, a. a. 0., honac spei (Kapstadt)
S. 138, pomposa (Kaffrarien) S. 130, Fig. 4; derselbe, Eutom. Tidskr., 1888.
Trentepohlia exornata (Kaffrarien, Delagoa B.); E. Bergroth, Entom.
Tidskr., 1888, S. 135, Fig. 3 mit analytischer Tabelle der Arten auf S. 136 f.
Tricyphona cow^rarm (Salzburg ; Hohe Tauern); E.Bergroth, a.a.O., S. 650,
septentrionaUs (Sitka); derselbe, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 199.
Stratiomyiadae. Caznrro verzeichnet 26 Spanische Arten dieser Familie;
Act. Soc. Esp. Hist. Nat., 1888, S. 102 f.
Bigot giebt zu, dass seine Odontomyia nigriceps und Stratiomys nigriceps
dieselbe Art bedeuten, die er aber im Gegensatz zu Mik zu Stratiomyia stellt
und für verschieden von Odontomyia microleon hält; Bull. Soc. Entom. France
1887, S. CCV; vergl. den vor. Ber. S. 92.
Beris bellula (Rio de Janeiro), pulcJiella (Chapada, bei Cuyabä, Bras.);
S. W. Willis ton, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 245.
Chordonota nigra (Chapada, bei Cuyabä, Bras); S.W. Williston, Trans.
Amer. Entom. Soc, XV, S. 255.
Chrysonotus analis (Chapada, bei Cuyabä, Bras.); S W. Willis ton, Trans.
Amer. Entom. Soc, XV, S. 251.
Clite Ilaria ephippium bei Seesen,' Zerbst und aus Nassau erhalten;
Rudow, Entom. Nachr., 1888, S. 148. (Referent fand sie bei Bonn und Münster
a. St. im Nahethal).
Dicranophora astuta (Brasilien) S. 250, affinis (Rio de Janeiro) S. 251 ;
S. W. Williston, Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
Euryneura nasica (Chapada, bei Cuyabä), e%rt«s (Brasil.); S. W. Willis- ton,
Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 252.
Hermetia ceriogaster (Brasilien); S. W. Willis ton, Trans. Amer. Entom
Soc, XV, S. 246.
Merosargus gracilis (Chapada, bei Cuyabä, Brasil.) S. 249, fcstivus (Rio de
Janeiro) S. 250; S. W. Williston, Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
Myxosargus JBjrmeri (Chapada , bei Cuyabä, Bras.); S. W. Williston,
Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 254.
Odontomyia altifrons (Cordova, Argent.) S. 363, PI. 9, Fig. 3, 4, macuUfrons
(ibid.) S. 364, Fig. 5, nitidiceps (ibid.) S. 365; F. M. van der Wulp, Tijdschr.
V. Eutomol., 31. Deel.
Promerisana eylindricornis (Chapada, bei Cuyabä, Brasil.); S. W. AVilli-
stou, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 253.
Tabanidae. Williston gibt Notes and descriptions of North
American Tabanidae; Transact. Kansas Acad. Sei., X, S. 129—142. Keine
der nordamerikanischen Arten ist mit einer europäischen identisch. Die Gattungen
Therioplectes und Atylotus werden nur zu Gruppenbezeichnungen benutzt.
Chrysops jjejtmrtx S. 132, Frazeri, sequax S. 133, pachycera S. 134 (Nord-
amerika); Williston, a. a. 0.
Pangonia fcra, dlves (Nordamerika); Williston, a.a.O., S. 130, tesio-
phthalma (Cordova, Argent.); F.M.van der AVulp , Tijdschr. v.Entomol., 31. Deel,
S. 365, PI. 9, Fig. 6.
V. d. Wulp erkennt in den früher für Tabanus tropicus, luridus und sol-
stitialis gehaltenen Exemplaren seiner und anderer Sammlungen T. tropicus, so
118 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dass es wahrscheinlich ist, dass die beiden anderen Arten in den Niederlanden
nicht vorkommen; eine für die Niederlande neue Art ist T. plebejus; Tijdschr.
V. Entom. XXXI, Versl., S XXI-XXIII; XCVIf. ; T. macnlicornis in den Nieder-
landen; derselbe ebenda S. XXVII.
T. sequax, comastes S. 137, sodalis, für S. 139, fratellus S. 140, pygmaeus,
parvulus, fenestra S. 141 (Nordamerika); Willis ton, a.a.O.
Asilidae. Mik macht darauf aufmerksam, dass die Augen der Asiliden
in dem vorderen Theile gröber fazettiert sind als in dem hinteren, und glaubt
hierin einen Familieucharakter sehen zu können, der die Asiliden von den Mi-
dasiden, Apioceriden, Thei'euiden und Leptiden unterscheidet. Wien. Ent. Zeitg.,
1888, S. 181 f.
Cerdistus (?) elegans (Tunis); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S.S.
Saropogon varians (Gabes); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S. 7.
Stichopogon Dziedzickii Schnabl. = {mgviimwi L ii\=) albofasciatus 3f.;
Mik, Wien. Ent. Zeitg. , 1888, S. 31 ; Schnabl, Entom. Nachr., 1888, S. 100,
bestreitet dies, Mik findet aber die Schnabl'sche Beschreibung vollkommen auf
die Meigen'sche Type passend. Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 182.
Nemestrinidae. Nemestrina fa-'^cifrons! (lies ^erkenna) ; Bigot, Dipt.
rec. en Tunisie 1884, S. 8.
Bombyliadae. Eucharimyia (n. g. Bombylior.) rf«'e6- (Ceylon) ; Bigot,
Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXL.
D. W. Coquillet giebt eine Monograph of the species belonging
to the genus Anthrax from American north of Mexico; Trans. Amer. Ent.
Soc, XIV, S. 159— 182. Die (54) Arten sind in analytischer Tabelle unter-
schieden und dann genauer beschrieben; die Gattimg Dipalta wird vom Ver-
fasser verworfen, weil auch bei echten Anthrax-Arten abnormer Weise 3 Sub-
marginalzellen vorkommen. Folgende Arten sind neu: A. (Dipalta) jtmdwa S. 163,
Keenii S. 164, (A.) aenea, nehulo, concessor S. 165, Mercedis S. 166, turbata S. 168,
Anna, supina, inops, Eiidora S. 169, caprea, indurata S. 170, lauta, agrestis,
campestris, atrata, miscella S. 171, scitula S. 172, vana, syrtis S. 173, cautor S.175,
adumhrata, perplena, vigilans S. 176, fmnida, impiger , dispar S. 177, playosa,
nugator S. 178, ynira S. 179, Willistonü S. 181, effrena, arizonensis, otiosa S. 182;
die meisten derselben stammen von Kalifornien.
Bombylius discolor Mikan bei Stettin und Ballenstedt; v. Röder,
Entom. Nachr., 1888, S. 21; bei Malchin; Rudow, ebenda, S. 148.
Comastes hicolor (Cordova, Argentin.); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entomol., 31. Deel, S. 366, PI. 9, Fig. 7, 8.
Cyllenia laevis (Hes Kerkeuna); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S. 9.
Anthrax fasciata Duf. und Exoprosopa turcomana Pvrtsch. = E. grandis
Meig.; Anthr. rhymnica Eversm. = Ex. Dyonisii Big. = Ex. Pallasii Wied.;
Anthr. Migii Duf. — hilaris Eversm. = interrupta 3Iuls. = Ex. rutila Wied.;
Anthr. nox Walk. = Ex. Nemesis Fabr.; die Ex. longipennis Lw. (sine de-
scriptione) ist unter dem Namen macroptera von Loew beschrieben worden;
v. Boeder, Wien Ent. Zeitg., 1888, S.97f.
Exoprosopa extensa (Cordova, Argentin.); F. M. van der Wulp, Tijdschr.
V. Entomol., 31. Deel, S. 367, PI. 10, Fig. 1.
Exoprosopa Mayeti (Sfax); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S. 9.
Toxophora maculata Meig. aus Eumenes pomiformis-Nest (als Kommen-
im Gebiete der Eiitoniologie währeiul des Jahres 1888. l]9
sale von der als Nahrung eingetragenen Spannerraupe) erzogen; A. Palumbo,
II Naturalista Siciliano, VII, S. 187; vgl. unten.
Thereuidae. Psilocephala costata (Cordova, Argentin.) S. 368, ruhida
(ibid.) S. 369; F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entomol., 81. Deel.
Aeroceridae. Nach ^y. M.Maske 11 legen die Weibchen von Henops
brunneus Hutton ihre kleineu, schwarzen Eier gesellschaftlich an die Zweige
von Apfel - und Birnbäumen, die davon ganz bedeckt erscheinen. Die Larve soll
der von Cecidomyideu ähnlicher sehen als irgend einer anderen Fliege. Transact.
of the New Zealand Institute, XX, und Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 194—196.
Oncodes Umbatus (Tuuis); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie 1884, S. 7.
Empidae. Die auf Tachydromia melanocephala F. gegründete Gattung
Lepidomyia Big. ist synoym mit Chelipoda J/acg., wählend für die Arten mit
Diskoidalzelle Thamnodromia Mik (statt des vergebenen Phyllodromia Zeit.)
bleiben kann; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 299 f., 327. Auf diese Weise
verschwindet die vox hybrida Lepidomyia. Freilich ist Chelipoda mantispa Macq,
nicht die Panzer'sche Art, sondern (Thamuodiomia) vocatoria Fall.; die rechte
T. mantispa Pz. ist von Macquart Chel. minor dbi genannt worden.
Hemerodromia ockracea (Kap Hörn); Bigot, Miss, du cap Hörn, div. 22;
(wird später in die Gattung Hilara verwiesen; Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. XXX).
Ueber den „Schleier", den vor 10 Jahren Osten-Sackeu bei einer
unbeschriebenen Hilara- Art angegeben hat, (s. dies. Bericht für 1877 — 78 S. 190
(534) und 1886 S. 150) macht Th. Becker in der Berl. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 7— 10 uäheie Mittheilungen. Nur die Männchen haben dieses im best er-
haltenen Zustande muldenförmige, etwa 2 mm lange und 1 mm breite Häutchen
auf dem Hiuterleibe, und halten es mit den Beinen fest. Wahrscheinlich ist es
durch Zusammenfliessen von Sekretfäden entstanden, die zu beiden Seiten des
Hinterleibes aus Drüsen stammen; diese Drüsen sind aber noch nicht nachgewiesen.
Der Zweck des silberglänzenden Häutchens scheint der zu sein, die Männchen
den Weibchen angenehmer zu machen. Der Schleier ist in 2 Ansichten im
Holzschnitt abgebildet — Die Art, welche diesen Schleier trägt, ist bei Gastein
und wohl überhaupt in den Alpen nicht selten, in Loew's Sammlung unter dem
Namen i. 1. alpina, und wird von Becker als H. sartor eingehend beschrieben S.U.
Mik bestreitet einige dieser Angaben: das Gewebe habe keine Art Nath
in der Längsachse, keine S-förmig gebogenen Fäden und werde auf der Bauch-
seite festgehalten; Sitzgsber. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 97 f.
Dolichopodidae. Bigot unterdrückt die in seinem 1859 erschienenen
Werke angewandten Namen Condylostylus, Megistotylus, Oedipsilopus, Mesoble-
pharius, Dasypsilopus , Eurostomeius, Oariostylus und Hemosjiatbus uud schlägt
folgende neue Namen vorläufig vor: Spathioijsilopus (Psilopus globifer Wiedm ),
£'«das2/i^«s(Ps. senegalensis Macq.), Oariophorus (Ps. tuberculicornis 3Iacq.),
Gymnoceromyia (für andicola), Spathitarsus (Hypophyllus discipes Ahr.),
Spathichira (Dolichopus funditor Lw.), Puragymnopternus (Gymnopt. mit
vollständig glatter Chäta), Calyxochaetus! (Sympycnus notatus Lw.),
Amhlypsilopus (Ps. psittacinus F.), Tylochaetus (Ps. bituberculatus Macq.),
Psilopodinus (Ps. platypterus F.); Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. XXIV.
Medeterus insignis (Thüringen); E. Girs ebner, Entom. Nachr., 1888, S 97
mit Taf.; Fig. 1—4.
120 PJi- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Poecilobothrus mexicanus (M.); Bigot, a.a.O., S. XXX.
Psilopodius hirtulus (Haiti); Bigot, a. a. 0., S. XXIX.
Psilopodinus pallescens (Nord- Carolina), pampoecilus (Haiti), caroUnensis
(C), occidentalis (Kalifornien), S. XXIX, «sfegmnMS (Mexiko), S. XXX; Bigot,
a. a. 0.
Psilopus cilitarsis (Cordova, Argent); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v-
Entomol., Sl.Deel, S. 369.
Saucropus cinereicoUis (Cordova, Argentin.); derselbe ebenda S. 370.
Spatichira (früher Spathich. geschrieben; s. oben) pulchrimana (Rocky-
Mts.); Bigot, a.a.O., S. XXX.
Cyclorrhaplia.
Syrphidae. Additions to the catalogue of South-American
Syrphidae; S. W. Williston, Trans. Amer. Entom. See, XV, S.291f.
Apophysophora (n. g. Volucellae affine, für V. hirtipes Macq. und)
scutellata (Chapada bei Cuyabä, Bras.); S. W. Williston, Trans. Amer. Entom.
Soc, XV, S. 277.
Die Gattung Catabomba O.-S. ist wohl beizubehalten, da Rondani
als Type zu seinem Lasiopticus ., zufällig" den S. pyrastri aufgestellt hat; will
man aber Lasiopticus vor Catabomba gelten lassen, so ist Ischyrosyrphus
Big. für die nicht in die Verwandtschaft von pyrastri gehörigen Arten mit be-
haarten Augen beizubehalten; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 222; vergl.
Bigot, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXXVII. — Zu Catabomba gehören
noch Gemellarii Bond, und wahrscheinlich S. lunulatus Wied. und albomaculatus
Macq.
Ceriogaster (n. g. Xylotae propinquum, facie carinata, abdomine basi
valde contracto, für X. coarctata AVied.? und) foscithorax! (Corambä; Rio de
Janeiro); S W. Williston, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 286.
Trichopsomyia (n. g. Pipizellae affine, vertice in $ et triangulo frontali
in (J diversum; oculi irregulariter pilosi) poUta (Chapada bei Cuyaba, Bras.),
puella, tuhercidata (Chapada) S. 260, longicornis {\h\A.) S. 261; S. W. Willis ton,
Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
S. W. Williston gibt eine Tabelle brasilianischer Baccha-Arten und be-
schreibt B. stenogaster (Chapada, bei Cuyaba) S. 266, exigua (ibid.) S. 267, placiva
(ibid.) S. 269; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 265-270.
B. tricineta (Tucuman, Argentin.); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entomol., 31. Deel, S. 376, PI. 10, Fig. 8.
Ceria Lynchii (Chapada, Bras.), Sackenii (ibid.) S. 287, Mikri (ibid.) S. 288,
Brauern {\Vk\.; Santarem), J?oefZerit (Chapada) S. 289, Wulpii (ibid.; Rio) S. 290,
Bigotü (Chapada) S. 291; S. W. Willis ton, Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
S. W. Williston stellt eine analytische Tabelle brasilianischer Eristalis-
Arten auf und beschreibt E. ochraceus (Chapada) S. 279 , j»-(ajcct2>i«fs (ibid.),
volaticus (ibid.; Corumbä; Rio) S. 280, ÄCÄ/stomts (Chapada), parvulus (ibid.)
S. 282; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 277—283.
E. congruus (Tucuman, Argentin.); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entomol., 31. Deel, S. 371.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 121
Eugeniamyia Will, ist synonym mit (Exochila Bnd. 1857, non 1867 nee
1877, wo Rondani den Namen Euchila nochmals für eine Sciomyzinen-Phy-
codrominen- Gattung verwandte) Hammerschmidtia ScJuimm.; Mik, Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 27f., s. auch unten.
Habromyia coendeüJiorax (Chapada, Bras.); S. W. AVilliston, Trans.
Amer. Entom. Soc, XV, S. 284.
Ein dipterologischer Beitrag über die Gattung Hammerschmidtia
Sehummel von V. v. ßöder zeigt, dass H. vittata Schum. = (Rhingia) fer-
ruginea Fall, ist; auf diese Art (als Eug. rufa Will.) hat Williston die
Gattung Eugeniamyia gegründet, die demnach mit Hammerschmidtia synonym
ist; Zeitschr. f. Entomologie, Breslau (N. F.) IS, S. 1—3; vgl. oben.
Lepidomyia ortalina (Cordova, Argentin.); F. M. van derWulp, Tijdschr.
v. Entomol., 31. Deel, S. 374, PI. 10, Fig. 2, 3, 4, 5.
Der Name Lepidostola 3Iik hat die Priorität vor Lepromyia Will.; Mik,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 27.
L. pidchra (Chapada, bei Cuyaba, Bras.) S. 261, similis (ibid.). abdominalis
(ibid.) S. 262; S. W. Williston, Trans. Amerc. Entom. Soc, XV.
Leucozona lucoruni var. nigripila (Kaukasus); Mik, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 131.
Melauostoma lomjicornis (Chapada, Cuyaba , Bras.) S. 263, scituhim (ibid.)
S. 264; S. W. Williston, Trans. Araer. Entom. Soc, XV, punctulata (Cordova,
Argentin); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entomol., 31. Deel, S. 375.
Die Larve von Mesograpta polita&<2/ ist als Pflanzenfresser (sie frisst
Pollenkörner und Blätter des Korns) in dieser Familie eine vereinzelte Erscheinung.
Insect life, I, S. 5 — 8 mit Holzschnitt der Larve, Puppe und Imago.
Microdon mirahilis (Chapada bei Cuyaba, Bras.) S. 257, inennis (Entre Rios)
S. 258; S. W. Williston, Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
Pterallastes nubeculosus (Tucuman, Argentin.); F. M. van der Wulp,
Tijdschr. v. Entomol., 31. Deel, S. 372.
Pteroptila aemida (Chapada, Brasil.); S. W. W'illiston, Trans. Amer.
Entom. Soc, XV, S. 283.
Sphaerophora nasuta, trilimhata S. 253, (Mesograpta) quinque-cincta, quinquc-
maculata S. 254 (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Spilorayia yratiosa (Tiicuman, Argentin.); F. M. van der Wulp, Tijdschr.
V. Entomologie, 31. Deel, S. 372, PI. 10, Fig. 6, 7.
Ueber eine zwitterähnliche Missbildung bei Syrphus lunulatus, s.
oben S. 27.
S. erraticus (Chapada bei Cuyaba, Bras.); S. W. Willis ton, Trans. Amer.
Entom. Soc, XV. S. 264.
Mik illustriertedie Veränderlichkeit der Färbung des Haarkleide s
von Volucella bombylans durch Nebeneinanderstellung der Varietäten bomby-
lans, plumata und xantholeuca mit Borabus lapidarius, hortorum und terrestris;
Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 63 f.
S.W. Williston gibt eine analytische Tabelle brasilianischer Arten, mit
V. meretricias (Chapada; Rio de Janeiro), aemula (Piedra) S. 272, prescutellaris!
(Chapada), persimilis (ibid.; Destares; Rio de Janeiro) S. 273, musta (Chapada)
nius (ibid.) S. 274, viridis (ibid.) S. 275; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 271
bis 276.
122 Ph. Bert kau: Bericbt über ilie wissenschaftlichen Leistungen
Xylota (jenuina (Rio de Janeiro); S. W. Willis ton, Trans. Araer. Entom.
Soc, XV, S, 284.
Conopidae. Tropidomyia (n. g.) bimacidata (Brasilien); Willistou,
The Canadian Entomologist, 1888, S. 11. — Die Gatttung Physocephala, die
Williston früher nicht gelten lassen wollte, erkennt er nun als berechtigt an
(Nach Mik, Wien. Eutora. Zeitg., 188s, S. 77).
Oestridae. R. Matas zog einem aus Honduras gekommenen Reisenden
mehrere Laiven aus einer Geschwulst, die grosse Aehnlichkeit mit denen einer
Dermatobia-Art haben; Insect life, I, S. 76 — 80 mit Holzschu. iind seperat:
Report of the case of a patient frora whose subcutaueous tissue three larvae of
a species of Dermatobia were removed; with remarks.
Tachinidae. Die 33e partie derDipteres nouveaux oupeuconnus
von Bigot ist der Beschj-eibung neuer Arten aus dieser Familie gewidmet ; Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 77- 101. (Wird zitiert werden: a. a. 0.) Von den
durch die Verkümmerung der Palpen ausgezeichneten Gattungen wird auf S. 87 f.
eine analytische Tabelle aufgestellt.
Melanophrijs (n. g.) flavipennis (Nordamerika); Williston, Trans. Amer.
Eutom. Soc, 1886, S. 306 (nach Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 47).
Tach. lepida Meig. ist wahrscheinlich = Leucostoma aenescens Zeit., in-
dem Meigen bei der Beschreibung einen Inthum begangen hat; die Art würde
besser unter Leucostoma bleiben, als zu Rhinophora zu stellen sein; vergl. oben
V. Röder S. 107; Stein, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 201f. — Röder hält
gleichfalls L. lepida M. und aenescens Zeit, für synonym ; ebenda S. 253.
Alophora fenestrata (Nevada), luduosa (Rocky Mts.); Bigot, Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S.255.
Mit Besseria melanura M. sind folgende Namen synonym, die sich zum
Theil auf Männchen mit obliterierter Spitzeuquerader, z. Th. auf Varietäten be-
ziehen : Wahlbergia dimidiata Zeit., Apostrophus anthophilus, suspectus Lw., Melia
forcipata Big.; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 302f.
Blepharipeza aurocaudata (Montevideo), andina (Chili) S. 90, monticula
(Rocky Mts.), inermis (Noi'damerika) S. 91, fidvipes (Washington Terr.), albifacies
(Brasilien) S. 92; Bigot, a. a. 0.
Brachycoma macropogon (Kalifornien); Bigot, a.a.O., S. 259.
Ceromasia quadrivittata , zonata, pictigaster ! , castcmifrons , chrysocephala
S. 261, spinipes, abbreviata S. 262 (Mexiko); Bigot, a. a. 0.
Cestonia nigra (Mexiko); Bigot, a. a. 0., S. 259.
Chetolyga erythropyga, nigriveniris, dubia (Mexiko), rufonotata (Rocky Mts.)
S. 257, nigrlfacies (ibid.), nigripalpis , flavolinibata , albopicta, occidentalis , niti-
diventris S. 258, aenea (alle von Mexiko), rufopicta (Rocky Mts.) S. 259; Bigot,
a. a. 0.
Cryptopalpus flaviceps (Rocky Mts.) S. 93, palliceps (Columbien) S. 94;
Bigot, a. a, 0.
Degeeria cora, anthracina (Mexiko); Bigot, a. a. O., S. 259.
Dejeania crocea (Kap); Bigot, a. a. O., S. 77.
Echinomyia flavopibsa (Java), rubrifrons (Mexiko) S. 80, cora (Mexiko),
macrocera S. 81, wjtata (ibid.) S. 82; Bigot, a. a. 0., c/He;rt>,certs (Mexiko); der-
selbe ebenda S. 256.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 1-23
Eine interessante, für die Mark neue Echinomyia ist die bisher
nur aus Russland bekannte E. Popelii Portsch.; P. Stein, Entom. Nachr., 1888,
S. 17—20.
Epalpus lineolatus S. 94, erythrostoma , ochricornis S. 95 (Chili); Bigot,
a. a. O.
Evibrissa amerkana (Washington Terr.); Bigot, Ann. Soc. Entom France,
1888, S. 256.
Exorista nemea aus Thyatira batis erzogen; V. v. Röder, Entom.
Nachr., 1888, S. 221.
Exorista ornata (Indien), melas (Van -Diemen), rufipalpis (Mexiko) S. 256,
rufata (ibid. und Para) S. 257; Bigot, a. a. O.
Fabricia inf'umata (Mexiko) S. 85, ancUcola (Chili) S. 86; Bigot, a. a. O.
Frontina rafodijlata S. 83, chrysopygata (Mexiko), auriile^ita [BvdisW.) S. 84;
Bigot, a. a. O.
Gonia (cilipeda Bond, var.?) incerta (Sfax); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie
1884, S. 10.
In seinen Notizen zu den europäischen Arten der Dipteren-
Gattung Gonia spricht Kowarz zunächst aus, dass die relative Länge des 2.
und 3. Gliedes der Fühlerborste keinen .systematischen Werth besitzt, und die
Gattung Spallanzania Tt. D. nicht haltbar sei; die Beborstuug des Hinterleibs
hat dagegen grösseren generischen Werth. Auf eine Tabelle zur Bestimmung
,, einiger" Gonien folgt dann die Diagnose und Beschreibung dieser 12 Arten
und hierauf Bemerkungen zu den übrigen Arten nebst einem Register; AVien
Entom. Zeitg., 1888, S. 1—18.
Heteropterina spinulosa (Nordamerika); Bigot, a. a. 0., S. 262.
Hystricia fulvida (Nordamerika), erythrina ! (etythrina ist wohl Druckfehler ;
Bahia); Bigot, a. a. O , S. 79; (H. fulvida wird später, Ball. S. CVI, eingezogen,
da sie identisch mit H. testacea Macq. ist; der Name der zweiten Art ist ery-
thrina).
Jurinea (?) harhata (Mexiko), gonoides (ibid.); Bigot, a. a ().. S. 78; (letztere
Art wird später. Bull. S. CVI, als identisch mit J. lateralis Macq. erkannt)
Macquartia atrifrons (Mexiko); Bigot, a. a. 0., S. 2.59.
Masicera fulvipalpis (Rocky Mts.), flavifacies, (Mexiko), eucerata (Kalif.);
Bigot, a. a. 0., S. 263.
Micropalpus nigrifrons (Mexiko); Bigot, a. a. O., S. 263.
Eine Note sur le parasitisme du Myobia pumila von H.Lucas
theilt mit, dass die Larve der genannten Fliege in den Larven des Crioceris
Asparagi schmarotze; Ann. Soc. Entom. France. 1888, S. 102 — 104.
Ueber die Artgrenze der Phasia crassipennis F. s. Girs ebner, Entom.
Nachr., 1888, S. 225—234 mit Holzschn.
Phorocera harhata, melanoceps! (Mexiko), parva (Rocky Mts.); Bigot, a. a.
O., S. 260.
Prosopea americana (Mexiko); Bigot, a. a. 0., S. 260.
Rhino p bor a umbratica Fall. {= higubris Zeit. = Stevenia nigripennis
B. D. = Rhin. simplicissima Lw. = Ptilocera atramentaria Bnd. nee Meig.) ist
(wahrscheinlich) ein Schmarotzer von Callidium violaceum; V. v. Röder, Entom.
Nachr., 1888, S. 219 f.
Scopolia saian/ca (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 254.
124 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Stevenia pidipes (Washington Terr.) S. 254, pallidiventris, flavo-cahjptrata
S. 255 (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Tachina rufostomata ! (Kocky Mts.); Bigot, a. a. 0., S. 260.
Trichophora (?) alhocahjptrata (Quito); Bigot, a. a. 0., S. 82.
Tricoliga caloptera (Mexiko), ftdvidapex (ibid.?, Celebes?); Bigot, a.a.O.,
S. 263.
Nach Bigot ist die Gattung Udschimyia Bond, synonym mit Leskia,
die Bigot zu seinem Dexidi stellt; Bull. Soc. Entom. Frauce, 1888, S. XXXIX f.
Viviana (?) rufopyyata, citrina (Mexiko); Bigot, a.a.O., S. 262.
Dexiadae. Anthracomyia paZZirf/comis (Mexiko) ; Bigot, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 270.
Cordulogaster fuscifacies (Java?); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 101.
Dexiosoma fumipennis, partita (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 270.
Doleschalla nigra, consobrina (Molukken) S. 98, (?) pida (Batchian) S. 99,
venosa, macuUfera (Neu- Guinea) S 100; Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Homodexia longicornis, vittigera S. 267, flavipes, spinosa, triangulifera S. 268
(Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Megerlea rufo-caudcita (Rocky Mts.); Bigot, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 269.
Microphthalma calogaster (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 266.
Morinia Washingtoniana (Washingt. Terr.); Bigot, a. a. 0 , S. 269.
Morphomyia rufonotata (Kaliforn.); Bigot, a. a. 0., S. 269.
Myocera ruficornis (Baltimore), shnplex (Mexiko); Bigot, a. a. 0 , S. 266.
Myostoma nigriceps (Washington Terr.); Bigot, a. a. 0., S. 267.
Oplisa albifacies, nigrifacies (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 268.
Phorostoma appew(?«CM?rtte (Mexiko), melanogaster (^evt-YoMk); Bigot, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 269.
Prosena macuUfera, obscura, curvirostris (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 264.
Pyrrhosia ochracea (Mexiko), Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 268.
Rhamphinia formiddbüis S. 264, major (ibid. und Washingt. Terr.), picta,
rubricauda (Cuba), ant/iracina {Mexiko), argentina (Buenos Aires) S. 265; Bigot,
Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Rbychiodexia tincticornis (Mexiko), .sjjtnosa (Haiti); Bigot, a. a. 0., S. 266,
Tromodesia haemorrhoidalis (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 267.
Sarcophagidae. Biologische und synonymische Notizen über
Sarcophaga affinis Fall, von F. A. Wachtl melden das Schmarotzen die.ser
Fliege in Raupen von Lasiocampa Pini , als Synonyme geboren dazu S. quinque-
vittata Hart, und Agria punctata B. D.\ auch die übrigen Wirthe dieser Art
sind aufgezählt; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 277f.
S. fuMcauda (Oxfordshire) ; R. H. M e a d e , Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 28.
E. Brandt bericlitet über ein vcn Larven der Sarcophila magnifica
Schin. (Wob Ifartii PoriscÄ.) veranlasstes Zahngescbwür; Zool. Anz., 1888, S. 560f.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1888. ]25
Theria niuscaria 3Ieig. in England; R. H. Meade, Entom. Monthl.
Mag-., XXV, S. 27.
Muscidae. Calliphora xantJiorrhina (Mexiko); ßigot, Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CLXXX.
Curtonenra. fulvipes, vittigera/iHillidicorms, callidimera (Älexiko), anthomydaea,
n/</ricej9s (Felsengebirge); Bigot, Bull. Soc. Entom. France, 1887. S. CLXXXII.
Eine Schmeissfliege, Lucilia nobilis, parasitierend beim
Menschen; W.M. Schoej-en, Central blatt für Bakteriologie und Parasitenkunde,
1888, IV. Bd., S. 274f ; vgl. oben S. 9.
Musca atrifrons (Mexiko, Kuba), flavip^nnis (Felsengebirge); Bigot, Bull.
Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXI.
Pollenia obscura (Nordamerika); Bigot, Bull, Soc. Entom. France, 1887,
S. CLXXXI.
Pyrellia oftscwnj^es (Mexiko); Bull. Soc. Entom. France, 1887. S. CLXXXI.
Somomyia rufigena, rectinervis (Felsengebirge), iridicolor (Kuba); Bigot,
Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXXXI.
Anthomyiadae. J. Schnabl sagt quelques mots sur l'utilite de
l'extirpation de l'organe copulateur dans la famille desAnthomyides
pour la diagnostique; Hör Soc. Entom. Ross., XXII, S. 181—186.
Alloeostylus [w.g.) sudeticus (Graefenberg, Oesterr.-Schlesien) ; Schnabl,
Entom. Nachr., 1888, S. 49f. , 82. Vgl. über diese Gattung und über die sog.
Kreuzborsten bei Anthomyidenweibchen: Mik, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 135-139.
In dieselbe Gattung werden (Aricia) simplex Wiedm. und (Mydaea) flaveola,
varians Fall, verwiesen; Schnabl, a. a. 0., S. 82 f.
Hera (n. g. praecedenti valde affine, für longipes Zett., variabilis Fall,
hirsutula Zeit., baicalensis Sc/ni., nigritella Zett., semicinerea Wied. und) Mikü
(Nesselkoppe); derselbe ebenda S. 114, der S. 118 — 120 die Berechtigung der
Mik' sehen Forderung, die aufgestellten Gattungen Spilogaster, Mydaea, Limno-
phora, Trichopticus u. s. w. nicht mit Aricia wieder zu vereinigen, sondern besser
auszuarbeiten, als berechtigt anerkennt.
Anthomyia Utoralis (Heia; nur angedeutet); Brischke, Schrift. Naturf.-
Gesellsch. Danzig, N. F. , VII. 1. S. 45, (Acanthiptera) signata (Seeresen, Larve
in umgerollten Wedelspitzen des Aspidium filix femina); derselbe ebenda S. 107.
SchnabTs Contributions ä la faune dipterologique , Hör. Soc. Ent. Ross.
XXn, S. 378 — 486 enthalten Additions aux descriptions precedentes des Aricia
et descriptions des especes nouvelles, nämlich Ar. nigripcnnis (Warschau) S. 378,
obscurataeformis (Dolmar) S. 383, van-der-Wulpi (Holland) S. 387, charcoviensis
(Charkow) S. 391, hybrida (Nesselkoppe, Oesterreich.-Schles.) S. 396, Girschneri
(Schmalkalden) S. 401, Jaroschewskii (Charkow) S. 408, Zugmayeriae (Nieder-
österreich) S, 411, Fortschinskyi {GiOWV.MohÜQ-w) S. 414, rosseca (Charkow) S. 418,
T<e/?t (Gräfenberg) S. 421, iS'fetn/i (Genthin) S. 423; II. e.speces connues, non
decrites dans mes contributions, S. 427 — 446; Additions aux especes decrites
dans les contributions, S. 447 — 483; Addeuda ad tabulam synopticam specienim
generis Ariciae in s. Str., S. 483—486.
Mik sckickt eine Antwort auf Dr. J. Schnabl's „Entgegnung"...
ein; Entom. Nachr., 1888, S. 41—45; vgl. d. vor. Ber. S. 99 u. oben unter Hera,
126 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenscliaftliclien Leistungen
Chortophila niijriscßiama (Sachsen); P. Stein, AYien. Entoui. Zeitg., 1888,
S. 290.
Hydrotaea eximia (Sachsen) S. 289, palaestrica M. $ S. 292; P. Stein,
AVien. Entom. Zeitg., 1888.
Syllegoptera curvinervis Big. ist wahrscheiulicli das Weibchen zu S. ocypterata
Meig.; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 29.
Ortalididae. Cephalia caloptera Big. ist eine Trypetine und zwar =
Euphranta connexa F.; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 30.
Mik erinnert daran, dass Scholtz die Larve von Seoptera im Pferdemist
beobachtet habe; vgl. den vor. Ber. über Myodina vibrans S. 100; Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 94.
Trypetidae. F. Vitale: Monografia su la Mosca olearia (Dacus
Oleae); Messiaa, D'Amico, 1887; 8,», 64 Ss.
Die Larve von Spilographa Abrotani scheint ausser in Eupatorium auch
in Adenostylis alpina zu leben; Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S,140.
Die Entwickelungsgeschichte der in Mexiko als Verderberin der Orangen
aufgetretenen Trypeta ludens Low, the morelos orange fruitworm, ist dar-
gestellt von C. V. Riley in Insect life, I, S. 4.5—47 mit Holzschu.
Sapromyzidae. Sapromyza quadrilineata Strohl = quadrivittata Lw. ;
Mik, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 221.
Heteroneuridae. Zur Unterscheidung der Heteroneura alpina Lw.
und albimana Mg. s. Girschner, Entom. Nachr., 1888, S. 98 f. mit Taf.,
Fig. 5-8.
Ueber Trigonometopus frontalis und verwandte Arten s. v. d. W ii 1 p , Tijdschr.
V. Entom. XXXL Versl., S. XXIII f.
Stein ergänzt auf Grund reichlichen Materials die Beschreibung von
Tr. frontalis und zieht, entgegen Schiner, Oxyrrhina frontalis Zett. als Synonym
zu dieser Art; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 202 f.
Ephydridae. Discomyza cimiciformis if«^ bei Artern am Soolgraben ;
E. Girschner, Entom. Nachr., 1888, S. 99f. mit Abbildung des Flügelgeäders
in Fig. 9 der beigefügten Tafel.
Drosophilidae. Gitona (?) pminosa (Gabes); Bigot, Dipt. rec. en Tunisie
1884, S. 10.
Oseinidae. Lestophonus (u. g. Oscinin.) Iceryae (Adelaide; aber auch
in Kalifornien eingeführt; aus Icerya Purchasi und Monophlebus Crawfordi er-
halten); S. W. Williston, Insect life, I, S. 21f. mit Holzschn.; vgl. S. 199f.
Chlorops glabra 3Ieig. eine Krankheit der Kümmelpflanzen verursachend?;
J, Kühn, Mitth. ü. Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft, Separat-
Beibl. des Berlin. Tagebl., 9. Jahrg., S. 265.
Ueber die Beziehungen der „Musca pumiliouis" Bjerl: zu Chlorops- Arten
und ihre Synonymie s. S. Lampa, Entoin. Tidskrift, 1888, S. 5, 34, 39.
Lampa bemerkt, dass Oscin. pumilionis Fall, und Zett. eine andere Art
als M. pum. Bjerk. u. F. ist, dass sie dagegen wahrscheinlich identisch mit Chi.
lineata F. und taeniopus Meig. sei.
Derselbe legte der Ent. Foren, bei ihrer Zusammenkunft in Stockholm
die Eier von Chi. taeniopus und einer zweiten nahe verwandten Art vor. Die
beiden Eier zeigen eine sehr grosse Verschiedenheit. Ein $ von Chi. taeniopus
legte nach wiederholten Begattungen nicht weniger als 80 Eier; ebenda S. 123, 125 f.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1888. 127
Ueber einen in unseren diesjährigen Hafersaaten verheerend
aufgetretenen Schädling (Oscinis pusilla 3Ieig.) s. H. Wilhelm, Mitth.
d. Mährisch-Schles. Gesellsch. f. Ackerbau etc., 1888, S. 289-293.
Agromyzidae. Milichia (?) Tamaricis (Gabes); Bigot, Dipt. rec. en
Tunisie 1884, S. 10.
Aphaniptera.
B. Grassi: La Pulce del cane (Pulex serraticeps Gervais) e l'or-
dinario ospite intermedio della Taenia cucuraerina; Bull. Soc. Ent.
Ital., 1888, S. 66. (Bisher galt Trichodectes canis als Wirth der Finne dieses
Bandwurms; Refer.)
Dasselbe Insekt beherbergt eine Entwickelungsforra der Spiroptera (Filaria)
sanguinolenta; derselbe, Ciclo evolutiva della Spiroptera (Filaria)
sanguinolejnta; Catania, 14. April 1888.
Lepidoptera.
Ein dritter Aufsatz von E. Haase über Duft apparate indo-
australischer Schmetterlinge im Corrbl. Entom. Vereins „Iris,"
No. 5, S. 281 — 336 erhält Nachträge zu den früheren Mittheilungen
und eine Uebersicht über diese Organe. Man hat bei den Schmetter-
lingen dreierlei Arten von Gerüchen zu unterscheiden: einige, wie
Danais und Euploea, haben in beiden Geschlechtern einen stechenden,
starken Geruch, der in der Blutflüssigkeit seinen Sitz hat und diese
Thiere den Vögeln und anderen Feinden ungeniessbar macht —
Widrigkeitsduft. Der Flug dieser Schmetterlinge ist ein lang-
samer, schwankender. — Dem unbefruchteten Weibchen entströmt ein
Lockduft, der das Männchen anzieht. Dies ist namentlich bei
den Bombyciden der Fall, bei denen nur die Männchen fluggewandt
und mit hochausgebildeten Geruchsorganen ausgerüstet sind ; besondere
Einrichtungen der Weibchen, die mit diesem Lockduft in Verbindung
stehen, haben sich bis jetzt nicht nachweisen lassen; vgl. indessen unten
(Ovipositor?). — Dem Männchen allein sind Einrichtungen eigenthümlich,
die auf das Ausströmen eines Reiz duftes hinzielen, der dem werbenden
Männchen das Weibchen willig machen soll. Im Allgemeinen lässt
sich sagen, dass sich solche Duftapparate nur bei solchen Gattungen
finden, bei denen beide Geschlechter gleich gut und zu derselben
Tageszeit fliegen; sie fehlen denjenigen Spinnern, deren Weibchen
plump und träge sind, und sind unter den Spinnern bis jetzt überhaupt
nur bei einigen Hepialiden und Lithosiaden bekannt geworden. In
ihrer speziellen Einrichtung und dem Ort ihres Vorkommens herrscht,
bei aller Uebereinstimmung, in gewissen Grundzügen, eine grosse Ver-
schiedenheit, und es lassen sich ähnhche Dufteinrichtungen nicht als
ein Zeichen enger Verwandtschaft, sondern nur als gleich gerichtete
Anpassungserscheinungen ansehen, was ganz besonders bei den
Dana'iden nachgewiesen wird und die von Moore und Butler wesent-
lich auf Dufteinrichtungen begründeten zahlreichen Gattungen als
unnatürHche erscheinen lässt.
Die Zusammenstellung der Dufteinrichtungen geht von dem ein-
128 Ph- Bertkau: Bericht über die wisseuschaftliclien Leistungen
fachsten Falle, wo die Duftschuppen zerstreut zwischen anderen
Schuppen stehen (Pieriden, einige Nymphaliden und Lycaeniden)
aus, um dann zu höher und höher ausgebildeten Apparaten vor-
zuschreiten. Wenn ich diese auch nur annäherend im Einzelnen
darlegen wollte, so würde ich einen grösseren Raum in Anspruch
nehmen müssen, als mir naturgemäss zur Verfügung steht; ich ver-
weise daher auf das Original selbst, das eine ungeheure Summe von
Arbeit und eine reiche Fülle von Beobachtungen enthält.
Derselbe fasst die allgemeinen Resultate obiger Untersuchungen
zusammen: Dufteinrichtungen indischer Schmetterlinge;
Zoolog. Anzeig. 1888, S; 475—481.
E. Reuter macht eine vorläufige Mittheilung über den „Basal-
fleck" auf den Palpen der Schmetterlinge; Zool. Anzeig., 1888,
S. 500 — 503. Indem Reuter zunächst nur den Landois von 1867
kennt und nicht auch den von 1874, stellte er sich die Aufgabe,
den „von Landois (1867) entdeckten" und von 0. M. Reuter bei
anderen Schmetterlingen aufgefundenen ,,Stridulationsapparat" der
Palpen an allen ihm zugänglichen Arten zu studieren. Es findet
sich nun an der Basis der Palpen, an der dem Rüssel zugewandten
Seite, bei allen untersuchten Arten ein „nackter" Fleck, „Basal-
fleck," der gewöhnlich mit den von Landois entdeckten Rillen be-
setzt ist; bei zwei Familien fehlen diese Rillen indess gänzHch.
Ausser den Rillen finden sich nun an dem Basalfleck kegelförmige,
mit einer Nervenfaser in Verbindung stehende Chitingebilde vor,
die mit den Geruchskegeln an den Fühlern die grösste Aehnlichkeit
haben, sowie Poren oder Gruben, die ebenfalls den von anderen
Forschern von den Fühlern beschriebenen Gebilden völlig gleich
sind. Es können Kegel und Gruben nebeneinander vorkommen;
bei den KleinschmetterHngen scheinen aber die ersteren von den
letzteren vollständig vertreten zu werden.
T. F. Smith beschreibt den feineren Bau der Schuppen ver-
schiedener Schmetterlinge (Amathusia; Morpho Menelaus; PapiKo
Memnon; Zygaena trigonilla); Journ. Quekett Microsc. Club, III,
S. 178—181.
Ueber die Bedeutung des Flügelgeäders für die Systematik der
Schmetterlinge s.Snellen, Tijdschr.v. Entom.,XXXI, VersL, S.XCIIIf.
Ein Aufsatz von Poppius in Berl. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 17 — 28, Taf. I, „über das Flügelgeäder der finnischen
Dendrometriden theilt die Dendrometriden in die drei Gruppen
der Odontoperiden, Boarmiden und Acidaliden. Die Odontoperiden
lassen Rippe 10 und 11 von der vorderen Mittelrippe (Radius) ge-
trennt in den Vorderrand laufen, wie dies bei Odontopera, Cro-
callis, Selenia und Pericallia der Fall ist. Bei Eugonia, Ploseria,
Plagodis, Numeria, Venilia, Perconia, Aspilates kommen Anasto-
mosen, bald von Rippe 11 mit 12, bald von 10 mit dem Stamme 8—^9
u. s. w. vor. Die Zurückführung des Geäders dieser Gattungen und
der übrigen Odontoperiden (Angerona, Epione, Hypoplectis, Diastictis,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 129
Hetrione, Cabera, Ellopia, Opisthograptis, Macaria, Abraxas) auf
das ursprünglichere der zuerst genannten Gattungen wird von
Poppius vorgenommen, kann aber hier nicht wiederholt werden.
Bei den w^enigen typischen Gattungen „wird die Farbe heller, die
typischen Querstreifen der Geometriden erscheinen undeutlicher und
mehr variabel und die Aehnlichkeit der Raupen mit Aestchen wird
weniger offenbar."
Die Boarmiden zählen die Gattungen Amphidasys, Biston
und Hibernia, bei denen 10 und 11 aus kurzem gemeinschaftlichem
Stamme entspringen, Gnophos, Boarmia, bei denen sie bald getrennt,
bald vereint entspringen, Fidonia und Psodos mit nur einer Rippe,
und Scoria.
Die Acidaliden sind dadurch ausgezeichnet, dass bei ihnen an
den Hinterflügeln Rippe 5 vorhanden ist, die bei den vorhergehenden
Gattungen nur ausnahmsweise vorkommt. Hierhin gehören Geometra,
Parascotia (Boletobia), Odezia, Pellonia, Timandra, Zonosoma, Aci-
dalia. Die Gattung Odezia vermittelt den Uebergang zu den Phyto-
metriden, indem bei 0. atrata Rippe 7 und 8 des Hinterflügels ge-
trennt entspringen, bei 0. tibialis dagegen eine Strecke lang ver-
schmolzen sind.
Die Männchen von Argiva (Celebensis) besitzen auf den Hinter-
flügeln nur 5 Adern, zwischen denen die Flügel in starke, nach
unten vortretende Falten zusammengelegt sind. Vor und hinter
diesen Falten sind die Flügel bei solchen Thieren, die bereits ge-
flogen haben, abgerieben. Die Vermuthung, dass man es hier mit
einem einfachen Tonapparat zu thun hat, indem geringe, oben vor-
tretende Conca\'itäten der Vorderflügel im Fluge über die grösseren
Einsenkungen der Hinterflügel streichen, wurde durch eine Beob-
achtung Kühn's bestätigt. Derselbe nahm bei den Männchen der
genannten Arten während des Fluges ein knatterndes Geräusch wahr,
das verstummte, wenn eine Fledermaus an ihnen vorbei huschte,
oder wenn er mit dem Fangnetz nach ihnen schlug. AehnHche Ein-
richtungen finden sich auch bei Anisoneura sphingoi'des und, in ge-
ringerem Grade, bei Potamophora j\Ianlia. Haase, Corrbl. Pmtom.
Ver. „Iris", No. 5, S. 337 f.
J. H. Emerton gibt Zeichnungen zu den Changes of the
internal organs in the pupa of the milkweed butterfly nebst
erläuterndem Text; Proceed. Boston Soc. Natural History, XXHI,
PI. m, S. 457—460.
Urechhat seine Bestimmungen der successiven Gewichts-
abnahme der Winterpuppen von Pieris Brassicae fortgesetzt
und stellt mechanisch-physiologische Betrachtungen darüber
an; Zool. Anz. 1888, S. 205—212; vgl. d. vor. Ber. S. 102. Als Haupt-
resultate erhielt derselbe eine stetige Abnahme des Gewichtes, die
gegen Ende des Puppenstandes eine beschleunigte ist. Massig erhöhte
Temperaturen und trockene Luft wirken verkürzend auf die Dauer
des Puppenstadiums. (Frühere Beobachter hatten bei Beginn der
Arch. f. Natuvgesfh. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 2. J
130 Pli- Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Piippenruhe eine stärkere Gewichtsabnahme gefunden, wovon bei
Urech nichts zn lesen ist; Ref.)
Goossens glaubt bemerkt zu haben, dass das ,,meconium", das
die frisch der Puppe entschlüpften Schmetterlinge fahren lassen, für
die Raupen tödtlich sei; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXf.
Die Kennzeichen der männlichen und weiblichen Lepi-
dopteren-Puppen von F. Rühl; Societ. Entomol., II, S. 185f. ;
III, S. 5.
Die Weibchen gewisser Schmetterlinge (Harpyia vinula; Valeria
oleagina; Polyommatus rutilus) legen an dieselbe Stelle nur 2 Eier,
aus denen sich je ein Männchen ^nd ein Weibchen entwickelt ; F.
Rühl imd H. Locke, Societ. Entom., II, S. 178; III, S. 12f., 21.
Aus Amerika werden wieder Fälle von Raupenzügen gemeldet,
die einen Eisenbahnzug zum Stehen brachten; Insect life, I,
S. 30.
Zur Beobachtung der weissen Nachtkerze (Oenothera
speciosa) als Schmetterlingsfalle s. L. Glaser, Entom. Nachr.,
1888, S. 53—55.
Un capitolo de Lepidopterologia vonC.Berg istein populärer
Vortrag über Seidenraupenzucht und Gewinnung der Seide; An. Soc.
Cientif. Argent., XXVI, S. 91—103.
G. Carlet theilt seine Beobachtungen sur le niode de loco-
motion des chenilles mit; Compt. Rendus, GVII, S. 131 — 134.
W. Beutenmüller fährt in der Aufzählung von Food-plants
of Lepidoptera fort; Entomol. Americana, IV, S. 75 — 77. (Apatela
americana Harr.; Emperetia stimulea Clem.; Halesidota tesselata
A. <^ S.; Pyrophila pyramidoides (jiie?}.)
Aquatic lepidopterous larvae (Argama; Paraponyx stratio-
talis; Cataclysta pyropalis; Paraponyx oryzaKs); Americ. Naturalist,
1888, S. 468f.
Angeregt durch Peragallo's Mittheilung über die Ernährungsweise
der Erastria scitula stellt Douglas aus der Litteratur die larvae of
Lepidoptera feeding on Coccidae zusammen. Es sind dies noch
Thalpochares communimacula MilL, coccophaga Meyr.; Dacruma
coceidivora Comsf., paUida Comsf.; Blastobasis coccivorella C/iamb.;
Euclemensia Bassettella Clem.; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 225
bis 228.
P. Chretien schildert in unterhaltender Weise die Sackträger-
raupen, die „autour d'un piquet" zu finden sind; Le Naturaliste,
1888, S. 118 — 120 und beschreibt die in Ritzen lebende Raupe von
Oecophora lunaris.
A. M. Fielde beschreibt das Larvengehäuse einer in China
heimischen, nicht näher bezeichneten Motte. Dasselbe ist aus
trockenen Pflanzenstengeln verfertigt, die in Spiralen von wachsen-
der Weite zusammengefügt sind; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 1888,
S. 176 f.; vgl. unten bei Psychidae.
On Melanism in Lepidoptera äussert T. A. Ghapman
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 131
die Vermuthung, dass der Melanismus eine Eigenthümlichkeit mehr
des Westens als Nordens, mehr eines feuchten als kalten Klimas sei;
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 40.
C. R. Jordan macht die von ihm aufgefundenen Fälle von
Melanism in Birmingham and South Devon bekannt; ebenda
S. 102 f. ^
C. G. Barret bespricht Fälle von Climatic and local Variation
in our butterflies, ebenda S. 79 — 83.
F. Merrifield erstattet Report of progress in pedigree moth-
breeding to Dec. 7th., 1887, .... (Selenia illunaria und illustraria) ;
Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 123—1-26, PI. V.
Als Beitrag zur Biologie der Insekten betitelt sieh ein Aufsatz
von C. F romholz in der Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, S. 225 — 232
mit Taf. II über Missbildungen bei Schmetterlingen, be-
sonders der Schmetterlingsflügel, indem er Verbildungen auf-
zählt, die sich bei der Verpuppung und bei dem Ausschlüpfen der
Imago zeigten. Solche sind angeführt von Calymnia trapezina,
Deilephila Euphorbiae (Puppe und Schmetterling), Sphinx Ligustri
•(2 Puppen), Lasiocampa Pini (Puppe und Schmetterling), Porthesia
aurifiua, Vanessa polychloros, Lycaena semiargus und Spilosoma
fuliginosa.
Lepidopterologisches von M. Standfuss; Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 233—246, Taf. III.
Th. Goossens schildert Les pattes des chenilles durch das
ganze System, die der Microlepidoptera freilich sehr kurz; Ann. Soc.
Entom. France 1887, S. 385—404, PI. 7.
Ueber Varietäten-Zucht berichtet C. Ed. Venus; Corrbl.
Entom. Ver. „Iris", No. 5, S. 209 f. Er setzte Raupen von Vanessa
Urticae anhaltend dem hellen Sonnenschein und in Folge dessen
grösserer Wärme aus; ein Theil der Raupen ging zu Grunde; die
anderen lieferten die goldglänzenden Puppen, die sonst seltener
sind. Aus ihnen schlüpften Falter, die fast alle unter der gewöhn-
lichen Grösse waren , jedoch von der lebhaften rothen Färbung der
var. Ichnusa. Die Abbildungen, Fig. 14 und 15 auf Taf. XII, zeigen
überdies in dem einen Exemplar auftauend schmale Flügel.
G. C. Griffiths stellte an experiments upon the colour-
relation between the pupae of Pieris rapae and their
immediata surroundings , welche von \Y. White beschrieben
und zu allgemeinen Betrachtungen verwendet werden; Trans. Entom.
Soc. London, 1888, S. 247-267. Der Inhalt dieser Mittheilung be-
steht aus 1. Einleitung; 2. Versuchsmethoden; 3. Natur der an-
gewendeten Farben; 4. Poultons Farbenskala in den Puppen von
P. rapae; 5. Versuche mit verschiedenen Farben (schwarz, weiss,
rosa, gelb, grün, blau); 6. verschiedene andere Versuche; 7. Schluss-
folgerungen. White gelangt zu folgenden Resultaten: Eine dunkele
Umgebung verlangsamt die Entwickelung vor der Verpuppung. In
dem Umstand, dass Farben im 3. Stadiun keinen Einfiuss mehr
132 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ausüben, liegt eine starke Stütze für Poiüton's Behauptung, dass die
frische Puppe nicht in photographisclier Weise gegen die Farbe der
Umgebung empfindlich und dass das 2. Stadium das empfänglichste
ist. Auch die durch die Farben selbst erhaltenen Resultate be-
stätigen Poulton's Versuche: schwarze Umgebung erzeugt dunkele
Puppen, gelbe grüne; blasse Farben (rosa und hellblau) wirken ähnlich wie
ein schmutziges Weiss, indem sie Puppen von keiner ausgesprochenen,
aber im allgemeinen hellen Farbe liefern. Die Wirkung der gelben
Umgebung in Rücksicht auf die Unterdrückung dunkler Pigmente
in der Haut der Puppe und Hervorbringung grüner Puppen
war besonders deutlich zu sehen und macht es wahrscheinlich, dass
bei der Entstehung grüner Puppen in der Natur diese Strahlen des
Spektrums in dem von den Blättern reflektierten Licht vorherrschen.
Ein Aufsatz von E. B. Poulton über bemerkenswerthe Schmetter-
lingsraupen, in den Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 515 — 606
mit 3 Tafeln, ist mir noch nicht zugänglich gewesen. Derselbe be-
handelt die ersten Entwickelungsstände von Sphinx Convolvuli und
AgHa tau, und findet bei letzterer Art manche Züge, die an die
Sphingiden erinnern , so dass die Ansicht ausgesprochen wird , die .
Sphingiden stammten von den Saturniaden ab. Ferner wird die
Schreckstellung der Raupe von Stauropus Fagi behandelt; die
schwarzen Eier des Paniscus cephalotes auf den Raupen der Cerura
vinula sollen ein Zeichen sein, dass die Raupe schon mit Parasiten
besetzt ist. Es kommen noch die Cochliopoden, Larven der Geometra
papilionaria, Croesus varus, Euclidia mi, Puppe von Apatura Iris und
die Bürsten (,,tussock") gewisser Raupen zur Sprache.
Rogenhof er machte Mittheilung über die bisher bekannt ge-
wordenen Fälle von Bastardirungen bei Schmetterlingen. Im
Freien wurden Bastarde zwischen Deilephila vespertilio und Euphor-
biae; Saturnia hybrida minor; Parnassius Delius und Apollo beob-
achtet; eine Begattung zwischen verschiedenen Arten, meist derselben
Gattung, wurde öfter beobachtet; namentlich häufig bei Zygaena;
dieselben verliefen aber meistens resultatlos. Sitzgsb. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1888, S. 73 f.
P. Preiss beginnt die Herausgabe von Abbildungen ansehn-
licher Vertreter der Exotischen Nachtschmetterlinge mit
erläuterndem Text; Koblenz, Königsbach, Selbstverlag des Heraus-
gebers.
E. G. Honrath beschreibt Neue Rhopolocera; Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 247 — 252, Taf. V und macht Bemerkungen über
wenig bekannte Tagfalter; ebenda S. 253f.
Constant liefert Descriptions de (9) Lepidopteres nou-
veaux ou peu connus; Ann. Soc. Entom. de France, 1888, S. 161
bis 172, PL 4.
L. de Joannis und E. L. Ragonot gleichfalls Descriptions
de genres nouveaux et especes nouvelles de Lepidopteres;
ebenda S. 271—284, PL 6.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 133
Die Notes lepiclopterologiques, Ire partie, von C. Jourd-
^ heuille beziehen sich aiif Cochylis aeneana Hüb/i.; Penthina pyrolana
Wocke; Psecadia chrysopyga Z.; Cladodes gerronella Z.; Coleophora
Inulae Wocke; Lioptihis pectodactyliis Sfgr.: Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 63—68.
H. Herms theilt Lepidopterologische Beobachtungen aus
seinem Tagebuche mit, die sich auf die Raupen und Futterpflanzen
von Atemilia torquatella; Gelechia rhombelHformis ; Douglasia ocnero-
stomella; Cosmopteryx Scribaiella und Lienigella; Elachista pullella
(?) beziehen; die Raupen letzterer Art fand er in Koeleria cristata;
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 81—83.
lieber die geographische Verbreitung der Schmetterlinge
(nach MarshalFs Atlas) s. Rogenhofe r, Sitzgsber. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1888, S. 63.
W. Petersen. Die Lepidopterenfauna d. arktischen Ge-
bietes von Europa u. d. Eiszeit; Petersburg 1887, gr. 8, 41
Ss. — Habe ich nicht gesehen.
Rogenhofer stellt im Anschluss an Petersen's ,,Die Lepi-
dopterenfauna des arktischen Gebietes von pAiropa und die Eiszeit"
Vergleiche zwischen der arktischen und alpinen Schmetterlingsfauna
an. Den 13 Diurna, 2 Sphingiden, 11 Bombyciden, 16 Noctuen,
10 Geometren des Nordens stehen "29 Diurna, 2 Sphingiden, 12 Bomby-
ciden, 32 Noctuen, 37 Geometren der Alpen gegenüber; Sitzgsber.
Zooh Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 83 f.
Descriptions of new species of Lepidoptera, chiefly from
Central -America; by H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 234
bis 242.
J.B.Smith setzt an introduction to a Classification of
North American Lepidoptera fort; Entomolog. Americana, IV,
S. 9—13, 27 f.
F. Platt: A List of the Butterflies of Meriden, Conn.; Trans,
Meriden Scientific Association, Vol. III, S. 42 — 45.
H. Edwards beschreibt die early stages of some North
American moths (Sphinx Elsa Strecker; Saturnia gallina Clemens;
Coloradia Pandora Blähe; Clisiocampa fragilis Stretch; Sphingicampa
4-lineata (j. ^ R.; Citheronia mexicana (V. <^'- R.; Hyperchiria Pamina
Neum.); Entom. Americana, IV, S. 61f.
List of the (69) Butterflies coli, at Chapel Hill, N. C;
A. Braswell; Journ. Elisha Mitchell scient. societ. V, S. 19 — 21.
H. Edwards stellt einen Catalogue of species of the higher
families of the North American Heterocera, described since Grote's
,,new check list" (1872) with those omitted from that pubHcation
zusammen; Entomol. Americana, III, S. 221 — 232.
Derselbe beschreibt new genera and species of North
American Moths; ebenda, III, S. 181 — 185.
134 Ph- Bertkau: Beiiclit über die wisseuschaftlicheu Leistungen
The Butterflies of the eastern United states and Ga-
tt a da, with special reference to New England; .by S. H. Send der;
Cambridge, pnbl. by tho aiithor. — Dieses Werk ist mir nur aus der'
überaus empfehlenden Besprechung durch Elwes, The Nature, 39
No. 1000, S. 193 f. bekannt geworden. Es soll in 12 monatlichen
Lieferungen gr. 4" erscheinen und im Ganzen 96 colorierte Tafeln
und über 1700 Seiten Text enthalten. Von den Tafeln sind 17 den
Imagines, 6 den Eiern, 1 1 den Raupen, 2 deren Nestern, 3 den Puppen,
2 den Parasiten, 33 dem inneren und äusseren Bau, 19 der geo-
graphischen VerlDreitung bestimmt; 3 enthalten die Porträts älterer
amerikanischer Naturforscher. — Der Subscriptionspreis für das ganze
Werk beträgt 50 Doli, der spätere Preis ist 75 Doli.
A. Spannert erklärt die wissenschaftlichen Benennungen
sämmtlicher europäischer Grossschmetterlinge etymologisch;
Berlin, C. Duncker; 8», S. 1—240.
S. Webb führt Varieties of Rhopalocera near Dover auf;
Entomologist, XXI, S. 132 — 135. — Eine Stelle bei Dover zeichnet
sich durch den grossen Reichthum an Varietäten aus, namentlich 1887.
Solche Varietäten werden erwähnt von Euchloe Cardamines (Orange
der Vorderfl. des Männchens in Hellgelb verwandelt); Ärgynnis Aglaia;
Vanessa Urticae; Melanargia Galathea (Flügelschnitt wie bei Gonept.
Rhamni; Hinterfl. ganz schwarz); Epinephele Janira; Coenonympha
Pamphilus; Polyommatus Phlaeas und andere Lycaenen. Von L. Icarus
wurde ein Zwitter beobachtet.
R. Martin: Les Lepidopteres du departement de l'Indre;
Revue d'entomol, 1888, S. 36—56.
Eupithecia isogrammaria; Nephopteryx obductella; Acrolepia
granitella neu für die Niederländische Fauna; Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXXI, Versl., S. XXVI.
J. T. Oudemans verzeichnet De Nederlandsche Macro-
lepidoptera in der Sammlung der Zool. Genotschap Natura Artis
magistra; Bijdr. tot de Dierkunde, Fest-Nummer, VI, S. 1 — 13. —
Als für die Fauna neu ist Orthosia nitida erwähnt.
Ein 4. Nachtrag z. Verz. der bei Hannover . . . vorkom-
menden Schmetterlinge fügt 52 Arten hinzu; C. T. Glitz, 34.
bis 37. Jahresber. d. Naturhist. Gesellsch. Hannover, S. 69 — 74.
A. Hoffmann schildert die Lepidopteren-Fauna der Moor-
gebiete des Oberharzes; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 133—199.
A. Speyer macht Lepidopterologische Mittheilungen;
ebenda, S. 2Ö0— 213.
0. Leege zählt die Macrolepidopteren der Insel Juist auf
und macht dazu allgemeine Bemerkungen; auf Juist sind 111 Arten
gefunden, darunter 44 für die ostfriesischen Inseln neue ; im Ganzen
sind von letzteren jetzt 144 Arten bekannt. Abhandl. naturw. Verein
Bremen, X, S. 556—565.
Fuchs hatte auf der 60. Vers. Deutscher Naturf. etc. 1887 in
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1888. 135
Wiesbaden eine Charakteristik der Lepidopterenfauna des
unteren Rheingaus gegeben, die in den Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 65 — 84 abgedruckt ist.
G. Höfner bereichert die Schmetterlinge des Lavantthales
und der beiden Alpen „Kor- und Saualpe" in einem 6. Nachtrage
um 61 Arten; Jahrb. d. naturhist. Landes -Museums in Kärnthen,
19. Heft, S. 113—120.
H. Calberla fährt in seiner Schilderung der Macrolepi-
dopterenfauna der römischen Campagna und der an-
grenzenden Provinzen Mittel-Italiens fort; Corrbl, Entom.
Ver. „Iris", No. 5, S. 220—272 Taf. XII.
Minä-Palumbo & Failla-Tedaldi liefern weitere Materiali
per la fauna lepidotterologica della Sicilia, II Natur. Sici-
liano, VII, S. 81 — 97, 133—139, 153—156, 201—205, 225—233,
269—272 ; VIII, S. 1—10, 29—36, 57—62.
Zur Ergänzung dieser Berichte schickt 0. Struve einen Brief
ein mit Angabe einiger interessanten Funde, ebenda VII, S. 183,
wozu Kalchberg die Berichtigung macht, dass Acidalia mutilata
Stgr. nicht in Andalusien, sondern von ihm in SiziHen entdeckt sei;
derselbe gibt ein Verzeichniss der von ihm in Sizilien gefundenen
Acidalia- Arten; ebenda, S. 267f.; vgl. Failla-Tedaldi ebenda,
S. 206.
A. Riesen setzt seine Lepidopterologischen Mittheilungen
aus Ostpreussen fort; Stett. Entom. Zeitg., 1888, S. 233—239.
C. A. Teich zählt in seinem Beitrag zur baltischen Lepi-
dopteren-Fauna als neu auf: Leucania albipuncta; Eucosmia
certata; Teras Shepherdana; Retinia sylvestrana; Penthina dissolu-
tana, Carpentierana, achatana; Grapholitha aemulana; Steganoptycha
simplana; Depressaria Artemisiae; Bryotropha obscurella, basaltinella ;
Lita tussilaginella, tricolorella; Teleia vulgella, Coleophora idaeella,
auricella, partitella; Ghauliodus strictellus; Asychna aerateUa; Elachista
stagnalis, montanella, cinctella; Lithocolletis faginella, quinquegatella ;
Korresp. Naturf. Ver. Riga, XXXI, S. 23—25,
11 Lepidoptera von Hillesoe; Sparre-Schneider, Tromsoe
Museums Aarsberetning for 1887, S. 31 — 34.
In einem Bidrag til kännedomen om svenska fjärilars
geografiska utbredning führt J. Meves bemerkenswerthe Arten
an, die er auf der Insel Svartsjölandet (Mälar) und zu Roserberg
(Upland) beobachtet hat. Entom. Tidskr., 1888, S. 17 f.
Ebenda, S. 96, gibt J. H. Wermelin Nägra svenska fjärilars
fyndorter an.
Yderligere tillaeg til Norges Lepidopterfauna af W. M.
Schoeyen; Forhandl, Vidensk.-Selsk. Christiania, 1887, No. 3 (S. 3 bis
32). — Während Siebke'sEnum.Insect.Norveg. 1876934 Schmetterlinge
(529 Macro-, 405 Microlepid.) namhaft machte, ist ihre Zahl inzwischen
136 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auf 1260 (630 Macro- und ebensoviele Microlep.) gestiegen. Ueber
129 Arten macht der Verfasser kurze Bemerkungen.
N. Erschoff beschreibt Lepidoptera nova aut minus co-
gni ta; Hor.Soc.Entom.Ross., XXII, S. 199—201, Taf. XI, Fig. 1, 2, 3.
Novae species et varietates Rhopalocerorum e Pamir
auctore Gr. Grumm - Grshimailo; ebenda S. 303 — 307.
H. Christoph gibt Diagnosen zu einigen neuen Lepi-
dopteren des paläarktischen Faunengebietes; ebenda S. 308
bis 314.
0. Staudinger beschreibt neue Noctuiden des Amur-
gebiets; ebenda S. 245—283.
L. Graeser bringt Beiträge zur Kenntniss der Lepido-
pteren-Fauna des Amurlandes, in denen er die während eines
nahezu fünfjährigen Aufenthaltes an verschiedenen Orten des Amur-
landes erbeuteten Arten aufzählt. Dem Verzeichniss ist eine Reise-
beschreibung mit Schilderung der Flora und sonstigen Beschaifenheit
der Fangplätze vorausgeschickt. Berlin. Entom. Zeitschr, 1888, S. 33
bis 153, 309—414.
0. Staudinger fährt fort Centralasiatische Lepidopteren
zu beschreiben; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 1 — 65 (Noctuina).
S. Alpheraki beschreibt ebenda S. 66 — 69 (12) neue Lepido-
pteren (ebenfalls aus Centralasien).
F. Moore hat Part III seiner Description of new Indian le-
pidopterous insects from the collection of the late Mr. W. S.
Atkinson (Heterocera) erscheinen lassen ; Calcutta , piibl. by the Asiatic
Society of Bengal, 1888; s. Nature, Vol. 38, S. 267.
H. J. Elwes stellt zusammen a catalogue of the Lepidoptera
(Rhopalocera) of Sikkim, with additions, corrections, and notes
on seasonal and local distribution ; Trans. Entom. Soc. London, 1888,
S. 269 ff., PL VIII — XI. Ein Vergleich der aus Malakka und dem
nordwestl. Himalaya- Gebiet bekannt gewordenen Arten (490, 333) mit
denen von Sikkim zeigt, dass letzteres Gebiet, obwohl beträchtlich
kleiner, doch sehr reich ist (530 A.), und dennoch ist die Zahl der
bekannten Arten von der der wirklich vorkommenden gewiss noch
weit entfernt. — Mehrere Arten sind in prächtigen farbigen Ab-
bildungen wiedergegeben.
W. Warren: On Lepidoptera coli. ... in Western India; Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 292—339. (206 A.).
F. Moore bringt Descriptiones of new genera and species
of Lepidoptera Heterocera coli. ... in the Kangra district,
N. W. Himalaya; ebenda, S. 390—412.
A. G. Butler gibt an account of three series of Lepidoptera
collected in Northwest India . . .; Ann. a. Mag. N. H. (6), I,
S. 132—151, 196—209.
J. 0. Westwood stellt eine List of diurnal Lepidoptera
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1888, 137
coli, in Northern Celebes . . . auf; Trans. Entom. Soc. London,
1888, S. 467—475, PI. XII.
Pagenstecher stellt als V. seiner Beiträge zur Lepidopteren-
fauna des malayischen Archipels ein Verzeichniss der Schmetter-
linge von Amboina zusammen; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk.
Wiesbaden, 41, S. 85—217. (712 Ar.).
0. Staudingerbeginnt eine Schilderung der Lepidopteren von
der Insel Palawan. Diese lang gestreckte Insel, zwischen Borneo
und den Philippinen, hat ihrer Lage entsprechend eine Schmetterlings-
fauna, die ein Gemisch von Sunda- Arten und Philippinischen ist
neben einigen endemischen. Die Sunda-Arten, namentlich Borneaner,
scheinen aber zu überwiegen. Corrbl. Entom. Ver. ,,Iris," No. 5,
S. 273-280.
H. Druce stellt zusammen eine list of Lepidoptera Hetero-
cera collected . . . at Suva, Viti Levu, Fiji Isl., with the de-
scriptions of some new species; Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 219—231, PI. XIII.
New Species of Butterflies .... in the Solomon Islands;
by F. D. Godman & 0. Salvin; Ann. a. Mag. N. H. (6) L S. 90—101,
209—214.
A. S. Olliff gibt Short life-histories of nine Australian
Lepidoptera, nämlich Papilio Sarpedon L. var. Choredon Feld. Fig. 1,
Macleayanus Lcdch Fig. 2, Erechtheus Don.; Acraea Andromache F.;
Apaustus agraulia IJetv. Fig. 3; Hypsa nesophora Mei/r. Fig. 4; Philo-
bota biraaculana Don. Fig. 6; Gonionota pyrobola Me(/r. Fig. 7;
Enaemia caminaea Meyr. Fig. 5. Die Arten finden sich alle in Double
Bay, Port Jackson; Ann. a. Mag. N. H. (6), I, S. 357—361, PL XX.
G. F. Mathew schildert life-histories of Rhopalocera from
the Australian region; Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 137
bis 188, PI. VI. (Melanitis Leda L.; Epinephele abeona Don. Fig. 8;
Acraea Andromacha F. Fig. 14; Pyrameis Itea F. Fig. 10; Junonia
vellida F. Fig. 11; Doleschallia Herrichii Bidl. Fig. 13; Hypolimnas
bolina L.; Lycaena Heathi ('o,v; Jalmenus Euagoras Don.; Elodina
angulipennis Luc; Pieris latilimbata Butl. Fig. 4, teutonia F. Fig. 6;
CaUidryas Gorgophone F. Fig. 7 ; Eurycus Cressida F. Fig. 1 2 ; Orni-
thoptera pronomus ^iray, Urvilliana (iucr. Fig. 1 ; Papilio Erithonius
Cremt., indicatus Bntl. Fig. 3, Erechtheus Don., Anactus Mach Fig. 2,
Lycaon Westw.; Pamphila Phineus ('ram., angustula H.-S.; Netro-
coryne repanda Feld. Fig. 5; Trapezites symmomus Huhn.; Hesperilla
picta Leaeh Fig. 9, ornata Leach).
Von R. Trimen's ,,South-African Butterflies": a mono-
graph of the extratropical species (Trübner & Co.); sind Vol. I und
II erschienen. I enthält nach einer Einleitung die Nymphaliden,
7 Tafeln und eine Karte von Südafrika; II behandelt die Eryciniden
und Lycaeniden, 3 Tafeln. Der III. Bd. soll die PapiHoniden und
Hesperiaden enthalten, deren Zahl Trimen auf 142 schätzt. Im
138 Ph. Bertkair. Bericht, über die wisseiischaftlicheu Leistungen
Ganzen werden etwa 380 Arten bekannt sein. (Nach dem Referat in
Ann. a. Mag. N. H. (6) I, S. 2-28)
A. G. Butler schreibt on the Lepidoptera received from
Dr. Emin Pascha (Inner-Ostafrika); Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 56—85 (156 A.). '
Derselbe liefert Descriptions of some new Lepidoptera
from Kilima-njaro; ebenda, S. 91 — 98.
G. T. Baker schickt Descriptions of some new species of
Micro-Lepidoptera from Algeria ein; Entom.Monthl.Mag., XXIV,
S. 254—257.
E. G. Honrath beschreibt einige Varietäten, Abnormi-
täten, Monstrositäten nnd Hermaphroditen von Lepido-
pteren; Berlin. Entom.Zeitschr., 1888, S. 495—500, Taf. VII, Fig. 2—10
(Argynnis Aglaja; Vanessa Cardui ab. var. Elymi; Parnassius Apollo;
Arctia Hebe var. sartha Stgr.\ A. Hebe 2 weitere Farbenabnormitäten;
A. villica Farbenabnormität; Lycaena Icarus mit 5 Flügeln; B. Quercus
mit 5 Flügeln; Charaxes affinis Zwitter; Papilio Lycophron Zwitter).
H. G. Dyar schildert das Ei und 4 Stadien der auf Viburnum aeuifoliuni
lind lentago lebenden Eanpe von Dryopteryx rosea Wlk.; Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 179.
0\\goGhro2i pellucidella (Porto Rico); Ragonot, Bull. Soc. Entom. France,
1888, S. CXL.
Microlepidoptera.
Pterophorina. Die Raupe von Agdistis adactyla auf Artemisia
campestris; E. Hering, Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 39f.
Notes on the life-history of the second brood of Platyptilia gonodactyla
und on the Variation in the early stages of Platyptilia gonodactyla (tiigono-
dactylus) von J. W. Tutt s. Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 104f., 105—107.
PI. rhynchophora (= repletalis Butl. nee Walk.) S. 239, brachymorpha S. 240
(Hawaii); E. Meyrick, Trans. Entom. Soc. London, 1888.
Micropterygina. Micropteryx Berytella de Joannis abgebüdet Ann.
Soc. Entom, France, 1888, PI. 6 Fig. 5.
M. salopiella Stn. ist von unimaculella $ verschieden, lokal in England,
aber verbreitet; Barrett, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 213.
Tineina. Steps towards a revision of Chambers's index, with
uotes and descriptions of new species, by Lord Walsingham; Insect life, I,
S. 81-84, 113—117, 145-150.
W.Beutenmüller: On North American Tineidae; Entomol. Americaua,
IV, S. 29f.
Ärot7-ura (u. g. Butalidi simile, venatione et organis genitalibus diversum)
eburnea (Arizona); Walsingham, Insect life, I, S. 117 mit Holzschn. des Flügel-
geäders und Uncus des Männchens.
Acrolophus mexicanettus (Mexiko) ; W.Beutenmüller, Entomol. A mericaua,
IV, S. 29.
Die Räupchen einiger Adela (und Nemophora) sind zu keiner Zeit ihres
Jjebens Minierer; die Weibchen legen die Eier in die Stengel der Pflanzen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 139
(N. Piinzerella und Adela viridella in die von Urtica); die ausschlüpfenden
Räupchen bohren sich aus den Zweigen heraus und verfertigen sich draussen
einen Sack; Cbretien, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXXXIVf.
A. Hedematmi (0. Amur), hasiradiella (mittl. Amur): H. Christoph, Hör.
Soc. Ent. ßoss., XXII, S. 312, latifasciella (Thundani, Indien); W. Warren, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 338.
Bucculatrix Turatii (Modena); Standfuss, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 244.
La Bucculatrix Turatii Standf. parassita della Marruca (Paliuius a-
culeatus); G. Camus, Rendic. Soc. Natur. Modena (S, ni) Vol. III, S. 112—114.
Larvae of Butalis siccella and variella; E. R. Bankes, Entom.
Monthl. Mag., XXIV, S. 246-248.
B. laminella H.-Sch. in Sussex, new to Britain; Fletcher, ebenda, XXV,
S. 15, mit Beschreibung der Raupe durch Bankes, S. 16.
Hof mann findet die Gestalt der After- und Genitalklappen der Männchen
für recht geeignet zur Artunterscheidung, und bildet diese Theile von 8 der
kleinen einfarbigen Arten ab: Stett Ent. Zeitg., 1888, S. 335-347 Taf. L
Butalis suffusa (Mt. Shasta), perspicilhlla (Kalif.) S. 114, ochridriata (Sheep
rock; Mendocino Cty., Calif.) S. 115, amiineata (Arizona) S. 116: Walsiugham,
Insect life, I.
Walsiugham fand, dass von den Wallengren'schen von Cerostoma ab-
gezweigten Gattungen Credemnon, Periclymenobius und Trachoma letztere durch
die aufgerichteten Schuppen der Vorderflügel und Periclymenobius durch die
sichelförmige Spitze der Vorderflügel berechtigt erscheinen; dass Nebenaugen
bei allen genannten Gattungen (auch bei Theristis) vorkommen, und dass der
Verlauf der Apikal- und Subapikalader kein konstanter ist, so dass die Gattung
Credemnon vorläufig eingehen muss. Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 153—156.
Cleodora modesta (Los Angeles), canicostella (Mt. Shasta) S. 82, tophella
(Mendocino Cty), sahidella (Colusa Cty., Calif.) S. 83; AValsingham, Insect
life, L Constantina (Lambessa); Baker, Entom. Monthl. Mag., XXIV. S. 256.
Coleophora melilotella Scott = Frischella L. (Trifolii Civrt)] E. R. Bankes,
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 1-5.
P. Chretien bildet den Sack von C. vibicilla und craccella (= Lugdvinie la)
ab; Le Naturaliste, 1888, S. 262f.
Coleophora Potentillae Boyd i. 1. (Raupe auf Rosifloren); Staintou, Entom.
Monthl. Mag., XXIV, S. 231, Pechl, diibiella (Raupe auf Artemisia sp.); Baker,
ebenda, S. 256.
Cryptolechia concolorella (Nevada) ; W. B e u t e n m ü 1 1 e r , Entomol . Americana,
IV, S. 30.
Dactylota Snellenella (Arizona); Walsiugham, Insect life, I, S. 84.
Riley schildert die Lebensgeschichte der Depressaria heracliana
Be G.; Insect life, I, S. 94—98 mit Holzschn.
Zur Bekämpfung der D. nervosa s. Kühn, Mitth. üb. Landwirthsch., Garten-
bau und Hauswirthsch., Separat-Beibl. des Berl. Tagebl., 10. Jahrg., No. 37, S. 217.
D. asperseWa (Meeralpen ; Raupe auf Cytisus triflorus) ; Constant, Ann. Soc.
Entom. de France, 1888, S. 170, PI. 4 Fig. 9, imhutella {Bmüwm)\ H. Christoph,
Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 313.
Ergatis mirahäis (Sarepta) ; H. C h r i s t o p h , Hör. Soc. Ent Ross., XXU, S. 314.
140 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Euplocaraus violaceus (Schahrud); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S. 312.
Gelechia rhombelliformis in Schlesien und bei Stettin (an Schwarz-
pappel): Wocke, Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, (N. F.) Vö, Sitzgsber. S. XIX.
Warren gibt eine Berichtigung in Betreff der Raupe von G. pe Hella;
Entom. Monthl. Mag.. XXV, S. IBl.
G. alfjeriella (Lambessa); Baker, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 255.
Gracilaria eximiella (Lcnkorau); H. Cristoph, Hör. Soc. Ent. Ross, XXII.
S. 314, sanf/uinella (Sa. Clara Co., Kalif.), nigristrigella (Alameda Co., Kalif.),
ruptistrigella (Kalif.), shastellci (ibid.); W. Beutenmüller, Entomol. Americana,
IV, S. 30.
Holoscolia forficella Hb. ist eine Mordraupe, die ihre eigenen Art-
genossen auffrisst; B. Funke, Societ. Entomol, II, S. 179.
Hyponomeuta millepunctatellus (Kala Rani); W. Warren, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 338.
Idophasia concinnella (Borshom); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XII, S. 313.
lucurvaria punctiferella (Oregon) S. 145, j)olitella (ibid.), humilis (Kalif.)
S. 146, aenescens (Oregon) S. 147; Walsingbam, Insect life, I.
lj\i&. pseudolella (Sarepta); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S.313-
Die Fühlerscheiden der Puppen von Nemotois fasciellus sind vom Körper
abgelöst; Stainton, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 231.
N. Constantinella (Lambessa); Baker, Entom. Monthl. Mag., XXIV., S. 255.
Nepticula serella (aus Potentilla tormentilla); Stainton, Entom. Monthl.
Mag., XXIV, S. 260, fiüijens (aus Buche); derselbe, ebenda XXV, S. 12.
Oecophora lunaris- Raupe (in Spalten von Zaunpfählen) beschrieben;
P. Chretien, Le Naturaliste 1888, S. 119.
Oecophora thoracella (Kolorado) S. 147, dimidieUa (Sonoma Cty., Kalif.),
cöloradella (K.) S. 148; Wa Is in gh am, Insect life,I, trigutta ( Borshom), coerMZe02>»ci«
(Suchum-Kale); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross, XXII, S. 314.
Oenophila V-flavum ist keine Lithocolletide, .sondern echte Tine'ide;
Heylaerts, Bull. Soc. Entom. Belg. XXXI, S. VIHf.; über ihr Vorkommen in
Flaschenkorken s. ebenda S. XI, XIV, XXXVI; Mc Lachlan fand sie auch an
Eichenrinde; ebenda S. L.
Die Räupchen von Opostega salaciella Tr. leben wahrscheinlich in den
BlüthenständenvonRumexacetosella; W. AVarren, Entom. Monthl. Mag., XXV,
S. 145 f., der ebenso aus der Litteratur di':', Futterpflanzen der anderen Arten angibt.
Ornix prunivorella Chamh. = (Lithocolletis) geminatella Facli.; C. M.
Weed, Americ. Naturalist, 1888, S. 364f.
Parasia obsoleta (Schahkuh); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross, XXII,
S. 313.
Pleurota Staintoniellla (Sebdu) S. 119, Mauretanica (ibid.), Oranella (ibid.)
S. 120; G. T. Baker, Trans. Entom. Soc. London, 1888.
Prays rustica ist die in den Phytoptus-Gallen der Esche lebende dunkle
Varietät des in der Stammform auf der Rinde, Knospe und Blatt lebenden
Prays Curtisellus. Beide haben 2 Generationen; die der Stammform erscheinen
Ende Mai und im Juli und August; die Frühjahrsgeneration von rustica hat
auf ein helles 5 dunkele Exemplare, die Sommergeneration ist ganz schwarz und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 141
kleiner als die Stammform. T. A. Chapman, Entom. Monthl. Mag., XXV
S. 73—76.
C. V. Riley theilt weitere Notes on Pronuba and Yiicca-pollination
mit; Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 150— 154.
Psecadia marmorea (Arizona), S. 1-19, fuscipedeUa (Nord -Karolina) S. 150;
.Walsingham, Insect life, I, obsureUa (Havilah, Kalif.); AV. Beutenmüller,
Entomol. Americana, IV, S. 29.
Setiostoma Fernandella (Los Angeles , Calif. , auf Quercus agrifolia) ; C. V.
Riley, Proc. Entom. Soc. AVashington, I, S. 155.
Simaethis atrosignata (Nikolskaja); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S.31I.
Tinea fulyens (Borshom), severdla Zell. i. 1. (Sarepta; Derbend); H.
Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross , XXII, S. 312.
Tortricina. C. G. Barrett setzt seine Notes on British Tortrices
fort; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 219—221.
Derselbe macht Bemerkungen über Tortrices in Norfolk in 1887;
ebenda S. 243-246.
Skandinaviens Vecklarefjärilar beskrifna af H. D. Wallengren;
Entom. Tidskr., 1888, S. 159-192.
Walsinghamia (n. g. Choregiae proximuni; dem Geäder nach scheinen
beide Gattungen besser zu den Tortriciden zu passen als zu den Tineinen, wozu
Felder Choregia gestellt hatte) dira (Florida; Raupe minirend in den Blättern
einer Ficus, wahrscheinlich F. pedunculata); C. V. Riley, Proc. Entom. Soc.
Wa.shington, I, S. 158.
Amphysa Joannisiana (Marseille; Raupe auf Rosmarin); Ragonot, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 283, PI. 6, Fig. 13.
Argyrolepia maritimana Tf^7^•. unterscheidet sich von zephyrana durch
die Futterpflanze (Eryng. marit. gegen Daucus carota), Erscheinuugszeit (Ende
Juni oder Juli gegen Ende Mai, Juni) und Färbung, und ist daher selbständige
Art; Barrett, Notes, S. 219f.; Fletcher, ebenda XXV, S 15.
J. Ramirez schreibt über die Semillas bi'iucadoras, saltonas, frijoles
del diablo, olipasos etc. genannten Euphorbiaceen- Früchte, denen durch die in
ihnen lebenden Larven von Carpocapsa saltitans springende Bewegungen
mitgetheilt werden, und bildet Larve, Puppe und Imago des Insektes (nach
Riley) ab; La Naturaleza ;2. S.) T. I, S. 54-59, L. VII.
Raupe von Catoptria candidulana Nold\ (auf Artemisia maritima)
beschrieben von Barrett, Notes, S. 221.
Chretien beschreibt die Raupe von Cochylis Mussehliaua, die er in
den Fruchtknoten von Melampyriim pratense fand, wozu Ragonot bemerkt,
dass sie in Deutschland auf Butomus umbellatus gefunden sei; Bull. Soc. Entom.
France 1887, S. CLXXXV.
G. clarmna (Meeralpen in Artemisia gallica) S. 164, Fig. 4, leucanthana (ibid.
in den Blüthenköpfen von Cephalaria leucantha) S. 166, Fig. 5; Constant,
ebenda, Annales, 1888, PI. 4, Lambessana (Lambessa); Baker, Entom. Monthl.
Mag., XXIV, S 254.
Die Raupe der Eccopsis latifasciana lebt in einem anscheinend aus
Moos bestehenden Sack zwischen Moos; AVocke, Zeitschr. f. Entomol., Breslau
(N. F.) 13, Vereinsnachr. S. XVI.
142 Pli- ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Grrapholitha incinerana (Meeralpen) S. 167, Fig. 6, fulvostrifjana (Korsika)
S. 168, Fig. 7; Constant, Ann. Soc. Eutom. de France, 1888, PI. 4, sulphurana
(Sarepta); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 311.
Die Raupe von Olindia ulmana Hü. auf Aquilegia vulgaris und Ranun-
culus ficaria lebend (nach Frey und Breyer); Entoin. Monthl. Mag., XXIV, S. 230.
'Penthma norvegicana;s. Schoeyen, Forh. Yidensk.- Selsk. Christiania, 1887,'
No. 3, S. 14.
C. M. AVeed lernte als Schmarotzer von Phoxopteryx comptana Fröl.
eine neue Cremastus- und Glypta-Art kennen ; Entomol. Americana, IV, S. 149 — 152.
Phtheochroa si/rtana (Gabe.s); Ragonot, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. LXXXVIII.
Ththorohlasth purpureana (Meeralpen; Raupe in dem Markkanal der jungen
Zweigenden von Arbutus unedo); Constant, Ann. Soc. Entom de France, 1888,
S 169, PI. 4, Fig. 8.
Retinia posticana, Zett., a new British Tortrix; W. Warren
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 146 f.
LaiTC von Stigmonota Leplastriana Curt. in Schoten der wilden,
Brassica oleracea; Barrett, Motes. S. 220f.
Tortrix luticodana (Wladiwostok); H. Christoph, Hör Soc. Ent. Ross.,
XXII, S 311.
Xanthosetia innotatana (Kala Pani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 337.
Pyralidina. Diagnoses of N. A. Phycitidae and Galleridae, by
E. L. Ragonot; Paris, 1887. (Ist mir nicht zugekommen; eine Besprechung
von G. D. Hülst s. Entomol. Americana, IV, S. 38f)
Nouveaux genres(Hl) et especes (230) de Phycitidae et Gallerii-
dae, par E. L. Ragonot, Paris, April 1888; s. ebenda S. 99 f.
G. D. Hülst macht new genera and species of Epipaschiae and
Phycitidae bekannt; Entomol. Americana, IV, S. 113—118.
E. Meyrick handelt on the Pyralidina of the Hawaiian Islands
(56 A.); Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 209-246.
Altoona (n. g. Phycitin. , für opacella Hülst nnd) ardifercUa (Texas);
G.D. Hülst, Entomol. Americana, IV, S. 116, 118.
Araxates n. g Ancylolom., für (Crambus) pulcherrimus »S'i^r.; Ragonot,
Ann Soc Entom. France, lb88, S. 281.
Cayuga n. g. Phycitin., für gemmatella Hülst; G. D. Hülst, Entom. Ameri-
cana, IV, S.116.
Elethyia! n. g. Ancylolom., für (Prionopteryx) subscissa Chr.; Ragonot,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 281.
Epichilo (n. g. transitum a Chilene ad Crambum formans) parvellus
(Indien); Ragonot, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 278.
Genophantis (n g. Phycit.) iodora (Hawaii); E. Meyrick, Trans. Ent.
Soc. London, 1888, S. 246.
Katona (n. g. Epipaschi.) cuphewella (Texas); G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 113.
Loma (n. g. Epipaschi.) nepJielotella (Pennsilv.); G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV.. S. 114.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 143
Mesolia (u. g'. Ancj'lolom. Prionopterygi affine) paudavella (Indien);
Ragonot, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 282.
Mona (n. g. Phycitin.) olbiella (Kolorado); G. D. Hülst, Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 116.
Oreana n. g. Phycitin., für unicolorella Hülst; G. D, Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 115.
Petaluma n. g. Phj^citin., für illibella Hülst; G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 116.
Phidotricha (n. g. Tetralophae et Pococerae affine) erigens (Porto-Rico;
Columbien; Peru); Ragonot, Bull. Soc. Entom. France, 188S, S. CXXXIX.
Pirna (n. g. Phycitin.) FostercUa (Kolorado); G. D. Hülst, Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 114.
Protocolletis n. g. Scopulae affine für (Sc.) constvictn Biitl. ; E Meyrick,
Trans. Entom. Soc. London. 1888, S. 223.
Saluda n. g. Epipaschi. für asperatella Clem.; G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 113.
Sciota (n. g. Phycitin.) croceella (Texas); G. D. Hülst, Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 115.
Tacoma (n. g. Phycitin.) /e>v'eWa (Texas); G. D. Hülst, Entomol. Americana,
IV, S. 115.
Tallula n. g. Phycitin. für atrifascialis Hnlst\ G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 115.
Tehama n. g. Phycitin. für bonifatella Hülst; G. D. Hülst, Entomol.,
Americana, IV, S. 115.
Tioga (n. g. Epipaschi.) aplastella; G. D. Hülst, Ent. Americ, IV, S. 113.
Uinta (n. g. Phycitin.) oreadella (Kolorado); G. D. Hülst, Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 116.
Wanda (n. g Epipaschi., für baptisiella Fern, nnd) fü7<e^/a (Texas); G. D.
Hülst, Entomol. Americana, IV S. 114.
Welaka n. g. Phycitin. für multiiineella Hülst; G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 116.
Winona u. g. Epipaschi. für incrustalis Hülst; G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 113.
V. Kennel fing bei Dorpat eine von Acentropus Newae Kol. verschiedene
Art; Sitzgsber Naturf.-Gesellsch. Dorpat, 1887, S, 297f.
A.niveus in Norfolk; C.G.Barrett, Ent. Monthl. Mag., XXIV, S. 198f.
Acrobasis niyrescens (Kala Pani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 336, albocapitella (Kanada); G. D. Hui st, Entomol. Americana, IV, S. 116.
Aglossa Bra&aw^u( Basses- Alpes); Ragonot, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
S. 277. PI. 6, Fig. 6.
Ancylolomia hipponella (Bone); Ragonot, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 279, PI. 6, Fig. 11, 12.
Die Gattung bildet mit Scenoploca Meyr., Hednota Meyr , Gadira Wllf.
(= Cryptomima Meyr.), Surratha Wll\, Prionopteryx Steph., Talis Gn. und 3
neuen die ,, Familie" Ancylolomidae; Ragonot, a. a. 0, S. 281 und Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. CXI
Anoristia olivella (The Needles, Kalifornien); G D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 117.
144 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Digby vermuthet als Futter der Raupen von Aphomia sociella, die
er unter Baumrinde, wo auch Hymenopteren nisteten, fand, Holzfaser, entweder
von der Rinde oder von den Hymenopterennestern; Entom. Monthl. Mag., XXIV,
S. 186.
Bandera cupidinella (Kolorado) ; G. D H u 1 st , Entomol. Americana, IV, S. 1 18.
Botis serotinalis (Beyrut) S. 272. Fig. 2, cineracealis (ibid ) S. 273, Fig. 3;
L. de Joannis, Ann. Soc. Entom. France, 1888, PI. 6, Retouiskyi (Krim);
H. B. Möschler, Stett. Eut. Zeitg., 1888, S. 128, plumbosignalis (Kolorado);
C. H. Fernald, Entom. Americana, IV, S 37.
Canthelia lucida (Campbellpore); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 336.
On the habits of Cateremna terebrella Zk. s. C. G. Barrett, Entom.
Monthl. Mag., XXV, S. 109—111.
Chilo plejadellus Zinck. = Diphryx prolatella Grote, Chilo oryzaeellus
Biley; C.H. Fernald, Entomol. Americana, IV, S. 45.
Chloanges niyroviridalis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 193.
Cledeobia oculatalis Ray. abgebildet Ann. Soc. Entom. France, 1888,
PI. 6, Fig. 7, 8, Berytalis Rag. Fig. 1.
Constant beschreibt und bildet ab Constantia (Hypotia Z.) pectinalis
H.-Sch. und schildert deren Lebensweise; Ann. Soc. Entom. de France, 1888, S. 162 ff.
PI. 4, Fig. 3.
Cr am b US decorellus {Zinck.) = polyactinellus KolL, goodellianus Grote,
bonusculalis Hülst; C.H. Fernald, Entomol. Americana, IV. S. 44.
Notes on some Norwegian Crambi by G. T. Baker; Entom. Monthl. Mag.,
XXIV, S. 267 f.
Crambus italellus (Abruzzen); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e mat.
di Napoli (2) I, No. 10, S. 9, Tav. I, Fig. 9, divisellus (Beyrut); L. de Joannis,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 273, PI. 6, Fig. 4, argentistrigellus (Algier);
Ragonot, ebenda S. 279, Fig. 9, Ulae (Kolorado); T. D. A. Cockerill, Entom.
Montbl. Mag., XXIV, S. 272 (= hemiochrellus Zell., duplicatus Grote, zeelus
Fern., luteolellus Clem.; derselbe, ebenda XXV, S. 92), saxonellus ZeW. var.
carentellus (Hadschyabad); H. Cristoph, Hör. Soc. Ent. Ross , XXII, S. 311.
Dasypyga carbonella (Texas); G. D. Hülst, Entomol. Americana, IV, S. 117.
C. H. Fernald charakterisiert die Gattung Diatraea Guild. und unter-
scheidet in analytischer Tabelle die nordamerikanischen Arten derselben, unter
denen D. Älleni (Orona, Me.) und differentialis (Florida) neu sind; Entomol.
Americana, IV, S. 119 f.
Wood liefert nach frischen Exemplaren eine neue Beschreibung der
Ephestia semirufa; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 250—252.
Epischnia Bankesella (Portland); N. M. Richardson, Entom. Monthl. Mag.,
XXV, S. 63.
Hednota oxyptera (Hawaii); E. Meyrick, Trans. Entom. Soc. London,
1888, S. 243.
Homoeosoma candidella (Arizona); G. D. Hülst, Ent. Americ, IV, S. 118.
Honora glaucatella (Texas) S 117, ohsipella (ibid), fuscatella (ibid.) S. 118;
G. D. Hülst, Entomol. Americana, IV.
Hercyna nanalis (Schahkuh); H. Christoph, Hör. Soc. Eut. Ross., XXII,
S. 310.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 145
Heterographis sinyhalella (Ceylon); Ragonot, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 283.
Hydrocampa proprialis (Florida; Texas); C. H. Fernald, Entomol. Ameri-
cana, IV, S. 37.
'Lv^oco^ma fulüßnosalis (Maine; Ontario; Illinois); C. H. Fernald, Entomol.
Araericana, IV, S. 37.
Lipographis c/ec/wereß« (Texas), nmWto (Kolorado); G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 117.
Marasmia aurea (Viti Levu); H. Druce, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 230.
The privet web-worm (Margarodes quadristigmalis Gn.), Lebens-
geschichte; Insect life, I, S. 22 — 26 mit Holzschn.
Margarodes tricoloralis (Amboina); Pagensteche r, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 190, exaula (Hawaii; = glaucalalis Butl. nee Gn.);
E. Meyrick, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 213.
Myelois (?) carnea (Campbellpore); W. Warr en, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 336.
Life-history of Nephopteryx abietella S. V., with a description of its
larva; E. A. Atmore, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 221—224.
Ragonot möchte den Ratzeburg'schen Namen sjivestrella, unter dem er
obige Art mit einer anderen vereinigt hat, unterdrücken und dafür N. (Dioryctria)
splendidella H.-ScJi. annehmen , ebenda, S. 224. — Notizen über die Larve und
Lebensweise letzterer Art s. ebenda, S. 269—272.
N. fdiolellu (Texas); G. D. Hülst, Entomol. Americana, IV, S. 117.
Omiodes monogona S. 216, liodyta S. 217 (Hawaii); E. Meyrick, Trans.
Entom. Soc. London, 1888.
Orthomecyna apltanopis (Hawaii); E. Meyrick, Trans. Entom. Soc. London,
1888, S. 227.
Piesmopoda rufulella (Porto Rico); Ragonot, Bull. Soc. Entom. France,
1888, S. CXXXIX.
Rhodophaea Herinyii (Ceylon); Ragonot, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 282.
Samea (?) bqnmctalis (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 333.
On the genus Schoenobius s. C.H. Fernald, Entomol. Americana,
IV, S. 135 - 139.
J.H.Wood beschreibt die Pyraliden-ähnliche, auf der fleischigen Pfahlwurzel
von Picris hier.; cio'ides lebende Larve vonScoparia cembrae; Entom. Monthl.
Mag., XXV, S. 126 f.
Sc. »mcTopÄöwes (Hawaii); E. Meyrick, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S.231.
Scopula eucrena S. 218, uryoscdis S. 222 (Hawaii); E. Meyrick, Trans.
Entom. Soc London, 1888.
Siculodes nitida, media S. 182, fenestrata S. 183; (Amboina), Pagenstecher,
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41.
Spermatophthora (?) pulverulenta (Campbelipore); W. Warren, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 336.
Tetralopha scahridella, insularella (Porto Rico); Ragonot, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. OXXXVIII, calUpeplella (Texas); G. D. Hülst, Entomol.
Americana, IV, S. 114.
Arch. f. Natuigesch. .Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. K ■
146 -Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Xeroscopa melanopis, S. 233, ombrodes, demodes S. 234, ischnias S. 235,
pachysema S. 230, mesoleuca S. 237 (Hawaii); E. Meyr ick, Trans. Entom. Soc.
London, 1888.
Zophodia longipennella (Texas); G. D. Hülst, Entom. Americana, IV, S. 118.
Macrolepidoptera.
Geometridae. R. Püngeler beschreibt einige neue europäische
Spanner; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 348— 3ol.
Gr. D. Hülst macht new species of Geometridae bekannt; Entomolog.
Americana, HI, S. 213—217.
Derselbe setzt seine Notes on Geometrinae fort; ebenda, IV, S.49 — öl.
A. Poppius beschreibt Finlands Dendrometridae, med (12) planscher
öfver deras ribbförgrening; Acta Soc. pro Fauna et Flora Fennica, LEI, No. 3,
S. 1—151; vgl. oben S. 128.
Photoscotosia n. g. (Scotosiae affine) für (Cidaria) amplicata Walk, und
(Scotosia) miniosata Walk.; W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 328.
Pseudosterrha (n. g.rFidoniin. Sterrhae propinquum) oc/wea (Campbellpore);
W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 324.
Abraxas intermedia (Thundiani; Kala Pani; Indien) S. 324, diversicolor
(Thundiani) S. 325; W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Acidalia spissilimbaria (Algier); Mabille, Bull. Soc. Entom. de France,
1888, S. LIX, (calunetaria S^r. var.?) Valesiaria (Wallis), R. Püngeler, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 350, cernea (Viti Levu); H. Druce, Proc. Zool Soc. London,
1888, S. 227, PI. Xin, Fig. 8, Alyeriensis (Sebdu); G. T. Baker, Trans. Entom.
Soc. London, 1888, S. 118.
Alcis nudipennis (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 320.
Angerona stramineata (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 319.
Apoch[e]ima juglansiaria! (Chabarofka; die einer Abr. grossulariata
ähnliche Raupe an Jugl. mandschurica) ; L. Graeser, a. a. 0., S. 396.
Argyris metallopiciata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 174.
Asthena ochracea (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London. 1888,
S. 321.
Aspilates desperaria var. unicoloraria (Kolorado); G. D. Hülst, a.a.O., S. 217.
Bapta aetheriata (Chabarofka); L. Graeser, a. a. 0., S. 391.
Boarmia fractaria in Frankreich (Heranlt); Heulz, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. CXCVI.
Melanismus bei B. repandata; Porritt, Ent. Monthl. Mag., XXV, 8.161.
Boarmia viridaria S. 168, nüjrofasdata S. 169 (Amboina); Pagenstecher,
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41, furfuraria (Kolorado), atrolinearia
(Kentucky) S. 214, fuUginarla (?), Fernaldaria (K».m&) , Floridaria (Florida),
Wrightiaria (S. Bernardino, Kalif.) S. 215, (?) plumogeraria (Kalif.) S. 216; G.
D. Hülst, a. a. 0., saturniaria (Wladiwostok; Sidemi) S. 398, lutamentaria
(Chabarofka) S. 401; L. Graeser, a. a. 0.
Chesias linogrisearia (Korsika; Raupe auf Genista corsica); Constant,
Ann. Soc. Entom. de France, 1888, S. 161, PL 4, Fig. 2.
im Gebiete der Eiitoinologie während des Jahres 1888. 147
G. D. Hülst beschreibt die Raupe von Chlorosea bistriaria Pack..
dieselbe lebt von den Blüthenköpfen der Solidago und nimmt nach dem Ver-
zehren der Hüllblätter die Blüthen auf die Dornen, Avelche den 'Körper auf beiden
Seiten des Rückens überragen, und ist so von diesen fast vollständig bedeckt;
Entomol. Americana, III, S. 193 f.
Zur Biologie der Cidaria tophaceata Hbf. s. H. Gross, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S. 851 f.
Cidaria echjpata (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LVIII,
rauuitata Hb.Ndir.paiiperrimata (Kurusch); H.Christoph, Hör. Soc. Entom. Ross..
XXII, S. 310, subrubescens (Berham Gully), Thomasata (Thundiani) S. 329, ro-
strifera (Berham G.; Thund.), brevifasciata (Thundiani) S. 330; W, "Warren, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, hortulanaria (Wladiwostok) S. 408, Eo^enAo/eri (Raddefka)
S. 409, corydidaria (Nikolajefsk) S. 411; L. Graeser, a. a. O.
J. Me ves fing am 22. Juni 1887 zu Roserberg (Upland) eine Cidaria (Larentia),
die mit der von Thunberg erwähnten C, pupillata am nächsten übereinkommt,
und gibt nach diesem und einem zweiten Exemplare, das ohne nähere Eundorts-
angabe im Museum zu Stockholm aufbewahrt wird, eine Beschreibung derselben ;
Entomol. Tidskr., 1888, S. 29—32.
Cleora punctomacularia (Vancouver Isl), atrifasciata (Kalifornien); G. D.
Hülst, Entomol. Americana, III, S. 214.
Decetia (?) pallidaria (Amboina) ; Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk.
Wiesbaden, 41, S. 166.
'Eois parvularia (Texas), (?) scintilhdaria (Florida); G. D. Hülst, Entom.
Americana, III, S. 213.
Eubolia nasifera (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 331.
Eupithecia BoefZerm-ia (Digne); Standfuss, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888
S. 243, Taf. III, Fig. 7, 8, poecUata (Korsika; Sardinien); R. Püngeler, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 349, quadripunctata (Thundiani); W. War reu, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 331.
Georaetra Dieckmanni (Chabarofka) ; L. Graeser, a. a. 0., S. 384.
Gnophos nimbata, crassipunctata (Turkestan); S. Alpheraki, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S. 68, isometra (Akhor); W. Warreu, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 321, Burmesteri! (Wladiwostok); L. Graeser, a. a. 0., S. 402.
Gonodela fusconiarginata (Campbellpore); W. War reu, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 323.
Halia costimamlata (Pokrofka); L. Graeser, a. a. 0., S. 403.
Hemerophila Grummi (Turkestan); S. Alpheraky; Stett. Ent. Zeitg., 1888,
S. 69, Pacliardaria (Kalifornien); G. D. Hülst, a. a. 0., S. 217.
Heterolocha (?) Snoviaria! (N.-Mexiko); G. D. Hülst, a. a. 0., S. 213.
Hypsipetes undidata (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S.326.
lä&ea p)aUida (Thundiani"); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 322.
Larentia bosora (Viti Levu); H. Drnce, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 228, PI. XIII, Fig. 10.
Lithostege fissurata (Gabös); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
s. Lvm.
K*
148 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lobophora internata (Mazedonien; Kleinasien); R. Pü ngoler, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S. 348.
Macaria violavittata (Araboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 176, Zimmermanni (Blagoweschtschensk); L. Graeser,
a. a. 0., S. 395.
Melanippe flavistrigata iKalaPaui); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 329.
Micronia hervuiea (Viti Levu); H. Druce, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 227, PL Xin, Fig. 9.
Milionia Pryeri (Loo Choo Isis.); H. Druce, Entom. Monthl. Mag., XXV,
S. 62.
Nuraeria pulveraria var. vidlacearia (Wladiwostok); L. Graeser, a. a.
0., S. 392.
Nyssia zonaria two years in the pupa (Sommer 1886 bis Frühjahr
1888); J. Arkle, The Entomologist, XXL S. 140.
Ortholitha pj^nana (Kurusch); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Boss., XXLE,
S. 310.
Pellonia vibicaria var. roseata (Irkutsk); N. Erschoff, Hör. Soc. Entom.
Boss., XXn, Taf. XI Fig. 3.
Phibalapteryx nigrovittata (Thundiani) S 327, nigriimnctata (ibid.) S. 328;
W. Warren, Proc. Zool. London, 1888.
White glaubt, einige irrige Vorstellungen über die Baiipe von Phorodesma
smaragdaria und die an ihr anhaftenden Pflanzentheile berichtigen zu müssen;
Proc. Entom. Soc. London, 1888, S. XX f.
Phorodesma concinnata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 171, teniiisaria (Wladiwostok; Baupe auf Quercus
mongolica); L. Graeser, a. a 0., S. 385.
Plutodes cupreata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 178.
Psamatodes acutaria (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden. 41. S. 177.
Psyra dehilis (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 319.
Sarcinodes (?) Holzi (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41. S. 167.
Scotosia nigralbata ^Thundiani; Sikkim); W. Warren, Proc. Zool. Soc.
London, 1^88 S. 327.
Semiothisa caesiaria (Oestl. Ver. Staaten); G.D. Hülst, a.a.O., S. 217.
Tephrosia Texannria (Texas), fautaria (Kalif), celataria (Havilah, Kalif),
carneariu (Kalif.) S. 216, Nevadaria (Sierra Nevada, Kalif.) S. 217; G. D. Hülst,
a. a. 0.
Thalassodes timuclea (Viti Levu); H. Druee, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 227, PI. XIII, Fig 6, 7.
Thalera lacertaria (Wladiwostok); L. Graeser, a. a. 0., S. 387.
Thera coHsm/fc (Thundiani; Nandar); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 326.
Trichopleura undulosa (Hontou) ; S. A 1 p h e r a k i , Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 69.
\^v?^\}iG.rs^i pluristrigata (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 318.
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1888. 149
Xandrames Salahuti (Amboiiia); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 170.
Noctuidae. J. B. Smith boschreibt (2) New genera and (49)species
of North American Noctuidae; Proc. U. S. I^atiou. Museum, Washington,
1887, S. 450-479.
Gyrohypsoma (n. g. prope Metopouiam) st er r ha (Margelan; Kuldscha);
0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 47.
Hypsophila n. g. für (Anarta) jugorum Ersch. var. Haberhaueri, Pamira
Stgr. ; 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 40.
[E] Icomorpha (n. g. Isochlorae affine) aiitiqua (Namangan; Saraarkand);
0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888. S. 24.
L[e]iometopon! (n. g. prope Simyram; in der Form Liometopum ist der
Name von May r bereits vergeben) simyrkles (K\\\äsc\m)\ 0. Staudinger, Stett.
Ent. Zeitg. 1888, S. 37.
Margelana (n. g.Heliophobo affine) rers/coZor (Margelan): 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 20.
Metoponrhis! n. g. für (Photedes?) albirena Christ.; 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 54; vgl. d. vor. Ber. S. 131.
Namanyana (n. g. prope Segetiam) cretacea (Namangan); 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 29, mirahilis (Namangan); derselbe ebenda S. 52.
Fhoebophilus (n.g. Margelanae affine) amoeHM-5(Iss3-k-kQl); 0. St au dinge r,
Stett. Ent Zeitg., 1888, S. 21.
Scotocampa (u. g. prope Scotochrostam , für distincta Chr.'<!, fissilis
Chr.? und) indigesta (Kuldscha); ü. Stau dinge r, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 36.
Scotoyramma (n. g.) perpieza, inconcinna S. 469, umbrosa S. 470 (Nord-
amerika); J. B. Smith a. a. 0.
Ulolonche (n. g.) fasciata (Nordamerika); J. B. Smith a. a. 0., S. 471.
Biography of Acontia delecta Walk. ; A. C. Weeks, Entomol. Americana,
IV, S. 46 f.
Acosmetia (?) (Amphipyra?) Alpherakii (Kuldscha) S. 30 und var. Sergei
S. 31; 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, (Acosmetia) ?M(/w^m(Chabarofka;
Pokrofka); L. Graeser, a.a.O., S. 351.
Acronycta nigrostriata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 128, asiatica (Mou-Pin); Poujade, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. XX, Rumicis X. var. TM?-o«/ca (Centralasien); 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 65, (?) Cornelia n. sp. (Askold; Suifun); derselbe,
ebenda, S. 246, Fixseni (Chabarofka) S. 311, catocaloida! (ibid.) S.313; L. Graeser,
a. a. 0.
Alte und neue Agrotiden der europäischen Fauna werden von
Stand f US s beschrieben und abgebildet, nämlich Agrot. culminicola Stgr., Wis-
kotti (Alpen, 5,500—7000') S. 212, Taf. X, Fig. 3, 4, Twatü (Digne, Südfrankr.)
S. 216, Fig. 5, nictymera B., eremicola (Kirgisensteppe) S. 217, Fig. 8, 9, vallesiaca
B., squalorum Ev.: von A. culminicola, Wiskotti, hacernea und nictymera ist die
männliche Genitalbewaffuung auf Taf. XI dargestellt; Corrbl. Ent. Ver. Iris*', 5.
Ebenda beschreibt Calberl a A. cinerea var. alpigena Tut. S. 226, Taf. XII,
Fig. 7, 8, trux Hh. Fig. 10, xanthographa ab. cohaesa H.-S. Fig. 12.
A. baja F. ab. punctata; J. Meves, Entom. Tidskrift, 1888, S. 40.
A. sabura, rugifrons (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
\
150 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. XLII, hinomialis, crenulata S. 451, confusa, Tepperi S. 452, soror, lyroclivis
S. 453, albieosta, oblongistigma S. 454, flavidens, brevipennis S. 455, flavicolUs,
obesula S. 456, sponsa, finis, luteola S. 457, serricornis, tetrica S. 458, medialis,
extranea S.459, trifasciata, bi^asciata, orbicularis S.460, rufula, pcdlipennis^.AQh
solitaria S. 462 (Nordamerika); J. B. Smith, a. a. 0., senescens Stcjr. var. senilis
(Kuldscha; Alexandergeb.) S. 1 , Xederen n. sp. (Margelan; Osch; Samarkand)
S. 2, FioZe«« (Transalai) S. 3, clara (Issyk-kul) S. 4, alaina- {k\».\; Osch) S. 5,
ny etymer ina! (Issyk-kul), Electra (Margelan) S. 6, subdeeora {ibid.), ignobilis
(Issyk-kul) S. 7, improba (Samarkand) S. 8, exacta (Issyk-kul) S. 9, turbans (Sa-
markand) S. 10, incognita (ibid.; Alai) S. 11, /amio-sa (Kuldscha) S. 12, sub-
conspicua (Transalai; Osch) S. 13, lasciva (Samarkand) S. 14; 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, poecila (Bain-Tsagan); S. Alpheraki, ebenda, S. 67,
pachnobides (Wladiwostok; Askold; Suifun) S. 246, velata (Suifun; Sidimi),
militaris (Sidimi) S. 247, nigricostata (Sidimi), praeciirrens (Wladiwostok; Nikolsk)
S. 248; 0. Staudinger, ebenda, Beivitzi (Chabarofka) S. 316, bipartita (Wladi-
wostok) S. 318, exaustaButl. ab. nigromaculata (Chabarofka; Wladiwostok) S. 320,
plecta var. glaucimacula (Chabarofka; Pokrofka) S. 321 , praecox var. flavo-
maculata (Chabarofka) S. 323; L. Graeser, a. a. 0.
A\%ti& fraterna, exanthemata S. 410, rudis S. 411 (Kangra); F. Moore,
Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Amphipyra cinnamomea überwintert als Imago; die Begattung findet
im November und Dezember Statt und die Eiablage im Februar und März;
W. Caspary IL Societ. Entomol., IIL S. 2.
A. Tragopogonis var. Turcomana (Samarkand; Margelau; Tekke); 0. Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 32, flavicauduta n. sp. (Thundiani; Indien);
W. AVarren, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 312, pyramidea var. obliquilimbata
(Chabarofka); L. Graeser, a.a.O., S. 352.
W. Warreu ist geneigt, Amyna stellata Bidl, undulifera BuÜ. und stig-
matula Snell. als lokale Formen der durch die Tropen verbreiteten Amyna
(Poaphila) stricta Wcdk. anzusehen; Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 303f.
Anarta fumida (Nikolajefsk) ; L. Graeser, a. a. 0., S. 365.
Apatela sancta (White Mts.); H.Edwards, Entomol. Americana, III, S. 185.
Aporophyla lutulenta ab. pallida (R,öm. Campagna); Calberla, a. a. 0.,
S. 237.
Ueber den Tonapparat der Männchen von Argiva s. oben. S. 129.
Argyrospila formosa (Nikolajefsk); L. Graeser, a. a. O., S. 345.
Athyma tripunctata (Amboina); Pagen stech er, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 149.
Axylia trisericda (Kangra); B\ Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 409.
NachMöschler hatGuenoe bei Beschreibung derBolina fascicularis
B. fasciolaris Hb. und Melipotis ochreipennis Harvey vermischt ; die letztere Art
wird vielfach als Synonym voü B. fascicularis angesehen, doch hat der letztere
Name aus dem angegebenen Grunde keine Berechtigung; B. cunearis Guenee ist
wahrscheinlich das Weibchen von fasciolaris Hb.; H. B. Möschler, Entomol.
Americana, III, S. 197 f. — A. G. Butler schliesst sich der letzteren Ansicht
an und vermuthet ebenso in B. ochreipennis das Männchen von nigrescens;
ebenda, IV, S. 13.
Bomolocha bicoluralis (Chabarofka); L. Graeser, a. a. 0., S. 381.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 151
Bryophila raptricula var. Ei-etina (Reim. Campagna); Calberla, a. a. 0.,
S. 221, Fig. 3.
Er. marginelota (Beyrut); L. de Joannis, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 271, PI. 6., Fig. 10, nigrivätata (Campbellpore); AV. AVarreu, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 301.
Calocampa exoleta var. impudica (Margelan, Samarkand); 0. Staudiuger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 35.
Calymnia moderata (Suifim) , jjicto (Wladiwostok; A.skold; Ussuri); O. Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 257, grandifica (Chabarof ka) ; L. Graeser,
a. a. O., S. 356.
Canna splendens (Dharmsala) ; F. M o o r e , Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 412.
Caradrina Aisines Brahm var. levis! (Margelan); O. Staudinger, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 29, lenta Tr. var. lentina (Amur), maurella n. sp. (Ussuri;
Suifun; Sidimi; Blagoweschtschensk) S. 255, (Hydrilla) funesta (Wladiwostok;
Askold), illustrata (Amurgehiet, Ussuri) S. 256; derselbe ebenda, farinacea
(Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 411.
Eine für die deutsch-österreichische Fauna neue Catocala ist
C. I u p i n a H^. S., deren der C. electa ähnliche Raupe Str e c k f u s s im österreichischen
Küstenlande auf Weide fand; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 16.
Poujade nennt seine C. Davidi wegen der gleichnamigen Oberthür'schen
Art jetzt C. Armandi; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CCVni.
C. repudiata (Kuldscha) S. 55 , neglecta (Usgent) S. 56, optima (Kuldscha)
S. 57, desiderata (ibid. und Margelan) S. 59; 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, serenides (Raddefskaja; Ussuri; Suifun) S. 268, Greyi (Ussuri) S. 270,
Boerriesi (Raddefskaja; Ussuri) S. 271, Streci-eri (Askold; Bykin) S. 272; der-
selbe, ebenda, pcrsimiliv (Thuudiani, Indien), (patula Feld.); W. Warreu, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 314, agitatrix (Chabarofka, Raupe auf Pyrus) S. 372,
mt^rt:j; (Raddefka) S. 374, Honrathi (ibid.; Chabarofka) S. 376; L. Graeser, a. a. O.
Chariella suavis (Margelan; Kuldscha); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 44.
Cleophana serratiila (Kuldscha; Alexandergeb.); O. Staudinger, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 38.
Ei, Raupe (auf Portulaca oleracea), Puppe und Iniago von Copidryas
Gloveri Grote & Bohins. s. in Insect life, L S. 104—106 mit Holzschn.
Copimamestra curialis (Nordamerika); J. B. Smith, a. a. 0. S. 470.
Delahaye beschreibt die Raupe von Corycia bimaculata F.; Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. CXXXVII.
Cosmia (?) foveata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass.' Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 130, subtilis (Margelan; Namangan); 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 33.
Cucullia syrtana (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LI,
Maracandica (Samarkand); O. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 39,
maculosa (Ussuri); derselbe, ebenda S. 259.
Diphthera fasciata (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 408, fiowaiÄi (Ussuri; Raddefka); L. Graeser, a. a. 0., S. 315.
Dyschorista plebeja (Samarkand); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 34.
152 Ph. Bertkau: Bericht, über die wissenschaftlichen Leistungen
Dysgonia latifascia (Oampbellpore); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 316.
Epimecia quadrivirgula, suhtilis (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom. France,
1888, S. LL
Episema glaucina var. meridionalis (Rom. Campagna) ; Calberla, a.a.O.,
S. 235, (?) vulpina n. sp. (Margelan); 0. Staudinger. Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 18.
Epizeuxis betulalis S. 162, brunnealis, viridalis S. 163 (Ämboina); Pagen -
Stecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41.
Erastria albofusca (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 133, bicyclica (Kuldscha); 0. Stand inger, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 46, distimjtienda (Raddefskaja; Bykin ; Sidinii), numisma
(Wladiwostok; Askold; Suifuu) S. 265, Wiskotti (Askold; Ussuri) S. 266; der-
selbe ebenda, viollicula (Chabarofka); L. Graeser, a.a.O., S. 368.
H. T. Fernald beschreibt das Ei und die junge, 12füssige Raupe von
Erebus odora; Entomol. Aniericana, IV, S. 36.
Eriocera Clysenaeri (Sumatra); F. J. M. Heylaerts, Bull. Soc. Ent. Belg.,
1888, S. LXI.
Eriopus Venus (Raddefskaja; Ussuri); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. |253, albolineola (Pokrofka); L. Graeser, a.a.O., S. 337.
T. Porritt beschreibt die Raupe von Euclidia mi; Entom. Monthl.
Mag., XXV, S. 13-15.
E. rer/ia (Alai); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 48.
Euplexia jjec^mato (Thundiani, Indien; gleich Oxira ochracea Walk, im
männlichen Geschlecht mit gekämmten Fühlern; Warren möchte aber dieses
Mei'kmal nicht als ein zur Aufstellung einer neuen Gattung berechtigendes,
sondern als eine „spezifische Abweichung von einem Gattungstypus" ansehen);
W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 308 und 293, illustrata (Chaba-
rofka; Wladiwostok); L. Graeser, a.a.O., S. 339.
Gonitis albitarsata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 139.
Gortyna basalix>unctata (Chabarofka; Ussuri); L. Graeser a. a. 0., S. 341.
Grammesia bifasciata (Suifun); 0. Staudinger, Sett. Ent. Zeitg., 1888,
S. 254.
Grammodes alcyona (Viti Levu); H. Druce, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 225, PI. XIII, Fig. 5.
Die im Rasen von Aira flexuosa lebende Raupe von Hadeua gemmea
ist beschrieben von Werner, Entom. Nachr., 1888, S. 257— 259.
Hadena Calberlai Stgr. von Hartmann bei Bozen gefangen; Stand-
fuss, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 243.
H. zeta var. Curm (Gran Sasso) S. 241, Taf. XII, Fig. 1, 2, Call>erlai Stgr.
Fig. 9; Calberla, a. a. 0., inquinata (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. XLIII, timida (Usgent); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S.26, Christophi (Taganrog); S. Alpheraki, Stett. Ent. Zeitg., 1888. S.68,
arctides (= arcta Oberth. nee Led; die H. parietum Obeith. = arcta Led.) S. 252,
CAnstojj/w (Raddeffskaja ; Ussuri ; Suifun), fraudulenta (Blagoweschstchensk) S.252;
0. Staudinger, ebenda, nVuZmact«?« (AVladiwostok) S. 331, Hedeni (Raddefka;
Pokrofka) S. 333, cinefacta (Wladiwostok) S. 334; L. Graeser, a.a.O.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 153
Helia quadra (Chabarofka; Raddefka; Suifun); L. Graeser, a. a. O., S. 378.
Heliophobus Scillae (Bone; Raupe auf Sc. maritima); P. Chretieu, Le
Naturaliste, 1888, S. 92.
Heliothis alhistriata (Amboina); Pagen stech er, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 132, foveolatus! (Suifun; Sidimi); 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S 263, olwaria (Chabarofka); L. Graeser, a. a. 0., S.365.
Hulodes cinereomarffinata (Amhohm); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 146.
Hyboma divisa (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 409.
Hyparpax aurostriata (Texas); E. L. Graf f. Entomol. American., IV, S 58.
Hypena cowÄpersaKs (Wladiwostok; Ussuri; Suifun; Bykin); 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 282, amjustalis [Ttwmt^n^Y); W. Warren, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, 'S>.?>\1, passerincüis (Chabarofka); L. Graeser, a. a. 0., S. 383.
Janthinea (Stemmaphora) viola (Samarkand); 0 Staudinger, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S.43.
Isochlora viridis »SYr,r. var. wrmHi« (Usgent; Osch); 0. Staudinger, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 24.
Leocyma ctVm (Wladiwostok) S. 263, borussicu (Raddefskaja) S.264; 0. Stau -
ding er, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Larva ofLeucania turca beschrieben von Porritt, Entoni. Monthl. Mag.,
XXIV, S.248f.
W. Warren zieht L. bistrigata und penicillata Moore zu 1-album; Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 301.
Leucauia turca var. lutescens, obscuru, lithargyrea var. extndinea,
unipuncta var. astitta (England); J. W. Tutt, The Entomologist, XXI, S. 135—139.
L. irrorata S. 409, percisa, hifascUda S. 410 (Kangra); F. Moore, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, semicircula (ßlagoweschtschensk; Wladiwostok); L.
Graeser, a. a. 0., S. 349.
Leucanitis aberrans (Kuldscha) S. 49, sesquilina (Samarkand; Osch) S. 51,
Hedemanni (ßlagoweschtschensk) S. 267: O. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Lithocampa ramidosa (Wladiwostok; Ussuri); O. Staudinger, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S. 258.
Madopa rectäinecdis (Chabarofka); L Graeser, a. a. 0., S. 380.
Eine neue E;uleuform aus Sachsen ist Mamestra Brassicae ab. sco-
tochroma, 1887 bei Dresden gefangen; Roher, Corrbl. Entom. Ver. „Iris'-, No. 5,
S. 340, Taf. XII, Fig. 13.
M. (nibrica var. siibapicalis S. 462), lepidula S. 463, prodeniformis, canmlensis
S. 464, rectilinea S. 465, vau- media, incurva S. 466, variolata, minorata S. 467,
(assimilis var. pulverulenta), obscura S. 468 (Nordamerika); J. B. Smith a. a. 0.,
(Leineri var,?) bovina (Transalai) S. 14, armata (Samarkand) S. 15, peculiaris
(ibid) S. 16, vidua (Margelan) S. 17; 0. Staudin ger, Stett. Ent. Zeitg., 1888,
advena F. var. adjuncta (Wladiwostok; Askold), mortua n. sp. (Askold) S. 249,
declinans (Suifun', (?) ineommoda (Wladiwostok: Askold) S. 250 ; derselbe
ebenda, nigerrima (Thundiani); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 302, tetrica (ChabarotTva) ; L. Graeser, a. a. 0., S. 325,
Masalia tosta (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888. S, 411.
Megacephalon pilosum (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass, Ver. f.
Naturk. Wiesbaden, 41, S. 156.
154 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Metachrostis contincjens (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 412.
Miselia Tancrei (Wladiwostok); L. Graeser, a. a. 0., S. 329.
Mithymna (?) inibellis (Samarkand); 0. Staudinger, Stett. Entom. Zeitg.
1888. S. 28.
Moma Orion var. myrrhina (Chaharofka) ; L. Graeser, a. a. 0., S. 314.
Nodaria (?) Ämurensis (Wladiwostok; Askold; Suifun; Ussuri); 0. Stau-
din g er, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 274.
Nonagria concolor Gn. nicht = extrema Hb., sondern eine blasse Form von
fulva Hl)., S. 53—5.5; dissoluta Treitsch. und anandineta Schm. sind Variet. von
neurica Hb; S. 56 f.; J. W. Tutt, Entora. Monthl. Mag., XXV; letzteres auch
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 239 f.
N. (?) amoena (Sidimi); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 2.54,
graminea (Chaharofka); L. Graeser, a. a. 0., S. 343.
Ochropleura denticulata (Thundiani); W. W^arren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 307.
Oncocneniis fasciatus (Kalif.), tenulfascia (Kolorado) S. 18, iricolor (ibid.)
terminalis (ibid.) S. 19, simplex (Utah) S. 20; J. B. Smith, Insect life, I.
Orrhodia ligula Esp.\&Y. poUtina, subspadiceana (Centralasien); 0. Stau-
diuger, Stett. Ent. Zeitg. , 1888, S. 35, canicostata (Chaharofka); L. Graeser,
a. a. 0., S. 358.
Orthodes irrorata (Nordamerika); J. B. Smith, a. a. 0., S. 478.
Orthosia pistacina ab. caerulescens (Rom. Campagna); Calberla a. a. 0.,
S. 254.
Palimpsestis renalis (Kangra) , orbkidaris (ibid) S. 407, cdbidisca (Kangra).
S. 408; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Pandesma ftewenototo (Rawal Pindi, Indien); W. Warren, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 313.
Pangrapta marmorata (Raddefskaja; Wladiwostok; Askold; Bykin) S. 277,
incisa (Raddefskaja; Askold; Ussuri) S, 278, flavomacula (Wladiwostok; Askold;
Sidimi) S. 279, suaveola (Wladiwostok; Baranowsky; Bykin) S. 281, costaemacida
(Wladiwostok; Bykin) S. 282; 0. St audinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Perigrapha inferior (Nordamerika); J. B. Smith, a.a.O., S.477.
Phyllodes imperialis (Solomou Isis.); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H., (6),
II, S. 241.
Plusia Italica Stgr. abgebildet von Calberla a.a.O., Taf. XII Fig. 4, 5.
PI. Utterata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk,
Wiesbaden, 41, S. 137, aurcda (Ussuri) S. 260, adscripta (Sidimi) S. 261, irdra-
ctata (Wladiwostok; Askold) S. 262; 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
L. Graeser beschreibt die in Gestalt und Haltung einer Plusia-Raupe
ähnliche Raupe von Plusiodonta compressipalpis Gn. = Platidia casta Butl. ; a. a.
0., S. 361f.
Polia Centralasiae Stgr. var. '^extrita (Sarmakand; Alai): 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 22, Chi var. siibcaeridea (Nikolajefsk) ; L. Graeser,
a. a. O., S. 329.
Pradatta bimaculata (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 411.
R. F. Pearsall gibt eine kurze Beschreibung der Raupe von Scopelo-
soma moffatiana Grote; Entomol. Aniericana, IV, S. 59,
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1888. 155
Seiita nigrositjnata (Wladiwostok); L. Graeser, a. a. 0., S. 344.
Sesamia Cretica Stgr. var. (aberr.?) striata (Margelan); O. Staudiuger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 27.
Simyra splendida (Wladiwostok); O. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S.245.
Spintherops exsiccataLdin Italien; Cal b er la, a.a.O., S. 268, Tai XII, Fig. 6.
0. Staudinger setzt die Unterschiede zwischen Sp. cataphanes Hb. und
dilucida Hb. auseinander und beschreibt von ersterer die Varr, subligaminosa
(Centralasien), praeligaminosa (Amur) S. 61, mnculifera (Margelan) S. 62, maura
(Lambese, Algier) S. 63; ferner dilucida Hb. var. asiatica (Kleinasien und Central-
asien) und rosea (Biskra) S. 63, simplex n. sp. (Kuldscha); Stett. Ent. Zeitg., 1888.
H. Druce bildet 2 von Viti Levu stammende Exemplare der sehr ver-
änderlichen Steiria variabilis Moore ab; Proc. Zool. Soc. London, 1888,
PI. Xin, Fig. 3, 4.
Sypna rectifasciata (Raddefka; Ussuri; Askold); L. Graeser, a.a.O., S. 370.
Taeniocampa uniformis, columbia S. 472, utahensis S. 473, suffusa, obtusa
S. 474, pectinata, terminata S.475, subterminata S. 476 (Nordamerika) ; J. B. Smith,
a.a.O., incerta Hufn. var. pallida, gracilis F. var. pallidior (Centralasien);
O. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 32.
H. Linder beobachtete bei Taeniocampa wiederholt (1874, 1878, 1882 und
1886) ein häufiges Auftreten in einem Cyklus von 4 Jahren; in den Zwischeiijahren
war die Art selten; Soc. Entomol., II, S. 155.
Tapinostola lagunica (Pokrofka); L. Graeser, a.a.O., S. 344.
Telesilla (^) placens (Suifun; Ussuri); 0. Staudinger, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 259.
Die Angabe, dass nach Snellen Thalpochares communimacula das
Flügelgeäder einer Cochliopode habe und zu dieser Familie geiiöre, beruht auf
einem Irrthum von Seiten der Redaktion der Mem. s. 1. Lepid.
Th. triamjidaris (Campbellpore); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 309, lespersa var. Bijthinica (Brussa); G. T. Baker, Trans. Entom. Soc.
London, 1888, S. 121.
Thalpochares «indis (Samarkand) ; 0. Staudiuger, Stett. Ent. Zeitg. 1888,
S. 45, bella (Wladiwostok): derselbe, ebenda, S. 264.
Triaena dentictdata (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 408.
Trichoclea Edwardsii (Nordamerika); J. B. Smith, a. a. O., S. 478.
Tympanistes rubidorsalis (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 409.
Xanthia coriacea (Wladiwostok); L. Graeser, a.a.O., S. 357.
A. Hiendlmayr veröffentlicht die Beschreibung der Raupe und
Puppe von Xylina ingrica (auf Alnus glutinosa); Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 229 f.
X. ingrica var. (ymea (Blagoweschtsch.; Nikolajefsk; AVladiw.); L.Graeser,
a. a. 0., S. 360.
Zanclognatha ciliata (Amboina); Pageustecher, Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 160, assimilis (Wladiwostok; Suifun), (?) robiginosa!
(Raddefskaja; Askold; Suifun) S. 275, (?) Ustrigata S. 276; 0. Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg., 1888.
156 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zetlies lauäatiis S, 152, bilineatus S. 153, variabüis S. 154 (Amboina);
Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Natiirk. Wiesbaden, 41.
Cymatophoridae. Asphalia nigrofascicula (Chabarof ka) ; G r a e s e r , Berlin.
Entoni. Zeitschr. 1888, S. 152, cinerea (Thundiani, Indien); W. Warren, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 300.
Cymatophora ypsilon graecum Göze ab. unimaculata; J. Meves,
Entom. Tidskr., 1888, S. 40.
Cymatophora or var. terrosa (Nikolajetsk ; Chabarofka, etc.) S. 150, Tancrei
n. sp. (Raddetka) S. 151; Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888.
H. Edwards verweist seine Gluphisia Tearlei jetzt in die Gattung
Bombycia Hübn.; Entomol. Americana, IV, S. 63.
Gonophora Dieckmanni (Nikolajefsk, Raupe zwischen zusammen gesponnenen
Himbeerblättern); Graeser, Berlin Entom. Zeitschr. 1888, S. 148.
Hahro^yne fmterna (Kangra); E.Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S.406.
Karaua simüis (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 407.
Polyploca albidisca Moore i. 1. (Berham Gully, Indien) S. 299, dubia (Handar)
S. 300; W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Thyatira coynata (Kangra); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 406.
Notodontidae. Bhegmatophila n. g. (Submediana saumwärts gegabelt),
auf Clostera alpiua Bellier de la Chavignerie (s. dies. Ber. f. 1880, S. 164) gegründet;
die Art ist in beiden Geschlechtern abgebildet; Standfuss, Berlin. Entomol.
Zeitschr. 1888, S. 239, Taf. III, Fig. 5, 6.
Varmina n. g. für (Gluphisia) indica Walk., deren auf Pflaumenbäumen
lebende Raupe ebenfalls beschrieben ist; F.Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 405.
Cerura Himalayana (DhArmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 400.
Poujade beschreibt das Ei Txnd die Raupe von Clostera alpiua; die
Raupe lebt auf Populus nigra; Bull. Soc. Entom France, 1888, S. XCIX; CXXVI.
CnethocampapityocampabeiBrixen, Schahs, und Wolkenstein-Rodenegg;
Dalla Torre, 17. Ber. naturw.-mediz. Ver. Innsbruck, Vereinsnachr, S. 4.
F. Rühl machte in 2 Jahren die Beobachtung, dass die Weibchen von
Harpyia vinula auf einen kleinen Busch nur je 2 Eier ablegen, und erzog aus
den so gesammelten Raupen eine gleiche Anzahl von Männchen und Weibchen ;
Societ. Entomol., II, S. 178.
Ueber die Natur der Ausscheidung aus der Prothorakaldrüse dieser Art
s. oben S. 14.
Heterocampa basistriga (Dbarmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 400.
Lophopteryx Hoegei (Wladiwostok); Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 143.
Die Raupe von N o t o d o n t a c o n c i n n a hat die Fähigkeit, grosse Mengen eines
.salzsäurehaltigen Sekrets zu entleeren; Denham, Insect life, I, S, 143.
Phalera bucephala var. infidgens (Nikolajefsk; Chabarofka; Wladiwostok);
Graeser, Berlin. Entoni. Zeitschr. 1888, S. 146.
Pheosa fasciata (Dbarmsala; Raupe auf Kirsche); F. Moore Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 401.
Spatalia Dverriesi (Chabarofka); Graeser, Berlin. Ent. Zeitschr. Iä88, S. 141.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 157
Poujade über die Zucht von Stauropus Fagi; Bull. Soc. Entom. France,
1887, S. CLXIV— CLXVI.
St. Berberisae! (Dharmsala; Raupe auf der „wilden Berberitze'' und wilden
Birne); P. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 400.
Drepanulidae. Drepaha Injalina (Dharmsala), lilacina (ibid.) S. 401,
simillima (ibid.) S. 402; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Oi-eta rubra (Amboina); Pageustecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk.
Wiesbaden, 41, S. 122.
Saturniadae. Standfuss zog seine Var. lugen s von Aglia tau (s. dies.
Ber. für 1886, S. 1&8) drei .Jahre hindurch , ohne indessen durch Lizucht eine
schwärzere Form zu erzielen; die letzte Generation litt sehr an Kränklichkeit.
Die ^Nachkommen spalteten sich stets in typische Stücke der Grundart und der
var. lugens, ohne Zwischenformen. Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 238 f.,
Taf. III, Fig. 3, 4.
The ontogeny of Aglia tau; Poulton, Proc. Entom. Soc. London, 1888,
S. XXXII f.
Antheraea ii'TOMrt (Gadda); A.G.Butler, Proc. Zool. Soc. London), 1888,
S. 84, fraterna (N. W. Himalaya); F. Moore, ebenda, S. 402.
G. D. Hülst beschreibt die Raupe von HemileucaNevadensis; Entomol.
Americana, III, S. 191—193.
Saturnia Hockimiii (KuUu); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888. S. 402.
Bombycidae. Bhiman. g. (Taragamae = Megasomae affine) für (Poecilo-
campa) uudulosa Walle; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 403.
Silkworms („Young collector series"). By E. A. Butler, London, Swau
Sonunenschein , Lowrey & Co., 1888. S. die Besprechung von W. F. Kirby,
Nature, Vol. 38, S. 386 f.
A. Speyer beobachtete bei B. lanestris eine fünfjährige Puppenruhe;
eine zweite, 1882 erhaltene Puppe war gar 1888 noch nicht ausgeschlüpft, lebte
aber noch; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 205 f.
B. Datwi (Gabes); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. XLH, He^-zi
(Schahrud, Raupe an Lycium barbarum); H.Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII. S. 310.
Crsiteronyx Ballioni (Novorossiisk); H.Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross,,
xxn, s. 310.
Eupterote fraterna (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 406.
Die Raupen der Gastropacha Rubi lassen sich am besten mit Polygonum
aviculare füttern; Poujade, Bull. Soc. Entom France, 1888, S. CXXXVI.
B. Populi L. fra den arktiske region (70" 20'); W. M. Schöyen,
Entom. Tidskr., 1888. S. 142.
Lasiocarapa Dieckmanni (Nikolajefsk; Wladiwostok; nebst Ei und der auf
Birken und Vogelbeersträuchern lebenden Raupe); Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888. S. 128.
Pyrosis idiota (Blagoweschtschensk; Chabaiofka); Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 131.
Taragama castarmpera (Kangra Valley); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 404.
158 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cossidae. Inguromorpha (n. g. Cosso affine) Slussoni (Jacksonville,
Flor.); H. Edwards, Entomol. Americana, III, S. 183.
Cossus albonubilus {W\&ämostok}; Graeser, Berlin. Entora. Zeitschr., 1888,
S. 119, Htjrcunus (Schahrud); H. Christoph , Hör. Soc. Ent Boss , XXII, S 309.
Zeuzera pyr in a jP. (wahrscheinlich eingeschleppt) in Nordamerika (New-
Jersey); E. L. Graff, Entomol. Americana, IV, S. 162 f.
Zeuzera mixta (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk.
AViesbaden, 41, S. 126.
Hepialidae. D. S. Kellicott erhielt aus der in den Wurzeln und Stämmen
von Alnusincana lebenden und vorläufig einem Cossus Ahii zugeschriebenen Baupe
den Hepialus argenteoraaculatus; Entomol. Americana, IV, S. 153.
Hepialus tegulatus, rosatus (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 127, Schamyl (Kaukasus); H. Christoph, Hör. Soc.
Ent. Boss., XXII, S. 309.
W. Schaus beschreibt die in Wurzeln des „Guzanillo" oder „Maggot tree"
bohrende Baupe von Phassus triangularis; Entomol. Americana, IV, S. 64.
Heterogynidae. Thia (n. g.) extranea (Los Angeles); H. Edwards,
Entomol. Americana, III, S. 181.
Psychidae. Äkesina (n. g.) basalis (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 396.
Barandra (n. g.) fumata (ibid.); F.Moore, ebenda S. 396.
Dasaratha (n. g.) Himalayana (ibid.); F.Moore, ebenda S. 397.
F. Bühl beendet seine Beiträge zurKenntniss der Familie Psyche;
Societ. Entomol., H, S. 147, 154f., 172f., 180, IH, S. Uf.; C. Schmidt bringt
einen Beitrag zur Kenntniss der Lebensweise schlesischer Psy-
chiden; ebenda IH, S. 26f., 35f., 41f., 58f., 73.
Acanthopsyche Grummi (Polusak, Turkestan); Heylaerts, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXXI, S. LXXXV.
Animula Sumatrensis (Fort de Kock, Baupe vorzüglich auf Callaeocarpus
rhamnifolia und Syzygium Jambolanum); Heylaerts, Bull. Soc. Entom. ßelg.
XXXI, S. XXXVI.
F. J. M. Heylaerts ergänzt nach besser erhaltenen Stücken die Be-
schreibung seiner Chalia Javana (s. dies. Ber. für 1885, S. 193); der Sack der
Baupe ist 25 — 30 mm. lang und in der Mitte 8 mm. breit, und besteht aus
mehreren Etagen , die abwechselnd der Längsachse des ganzen Sackes parallel
sind und damit einen stumpfen Winkel bilden. Jede Etage ist aus unter sich
gleich langen Stückchen von Grashalmen gebildet. Bull. Soc. Entom. Belg., 1888,
S. LXf.
Enmeta Moddermanni (Liberia; Sklavenküste); F. J. M. Heylaerts; Bull.
Soc. Ent. Belg., 1888, S. LIX.
A. Speyer beschreibt Fumea roboricolella Bruand in beiden Ge-
schlechtern; Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 203f.
Mahasena Hockingii (Dharmsala; Baupe auf Credela toona; beim Aus-
schlüpfen stiess der Schmetterling das Schwanzende der Puppe ab und liess sich
in der Chrysalis an einem seidenen Faden herab ; an letzterem hielt er sich mit
den beiden Vorderbeinen fest, Avährend die anderen Beine sich an der Puppen-
hülse anklammerten, bis die Flügel sich entfaltet hatten imd getrocknet waren);
F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 397.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 159
Oeceticus Riemsdyki (Fort de Kock, Sumatra; Raupe auf Persea gratis-
sima und Psidium; auch Rosen); Heylaerts. Bull. Soc. Entom. Belg. XXXI
S. LXXXVI.
Die Psyche Cassiae Weijenb. ist ein Platoeceticus; die Weijen-
bergh'sche mangelhafte Beschreibung ist durch eine bessere ersetzt; Heylaerts,
Bull. Soc. Entom Belg., XXXI S. VIII.
Ps. loannisii (Madagaskar); Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. LXVII, longimuda i Campbellpore); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 299.
Liparidae. Lachana (n. g) Ladakensis (Ladak); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1888. S. b98.
Artaxa sulphurcscens (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 399.
Charnidas aurantiaca (Attock); W. Warren, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 296.
Dasychira grossa Suellen i. 1. ( Amboina) ; Pageustecher, Jahrb. d. Nass.
Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 121, Balbergiae (Dharmsala; Masuri, Raupe auf
D. sissoo); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 399.
Euproctis abdominalis (Dharmsala); P. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 398.
Lymantria carnecolor (Dharmsala), nigra (Kangra vallej^); F. Moore,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 399.
Ueber die Eier von Orgyia antiqua s. Blackburn, Proc. Manchester
literary a. philosoph. soc. XXVI, S. 53 f.
0. Zimmennanni (Blagoweschtschensk); Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.
1888, S. 122.
Pentophora ('morio var. V) Caucasica (K.); Heylaerts, Bull. Soc. Entom.
Belg. XXXI, S. LXXXVni.
Procodeca umbrina (Kullu); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 398.
Limacodidae. Aphendala fasciata (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 403.
Heterogenea Christophi (Wladiwostok); Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.
1888, S. 119.
Miresa sujfusa (Dharmsala), quadrinotata (Kangra; Kullu); F. Moore,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 403.
Parasa HocJcingü (Kangra Valley; Raupe Limax- ähnlich, auf Cedrela toona);
F. Moore, Proc. Zool, Soc. London, 1888, 403,
Aretidae Arctia mongolica (Dschungor), Haberhaueri (Sarafschan);
S. Alpher aky, Stett. Entom. Zeitg., 1888, S. 67, Brucei (Denver, Color., Ei und
Larve beschrieben, S, 219f.) S. 183, Franconia (White Mts.), remissa (Hudson
Bayterr.) S. 184; H.Edwards, Entomol. Americana, III.
A. R. Grote berichtigt einige Irrthümer von J. B. Smith in dessen
Diagnose der Cerathosia tricolor (s. den vor. Ber. S. 135) und bestreitet deren
Zugehörigkeit zu den Arctiaden; sie sei vielmehr eine Eule; Entomol. Americana,
IV, S. 121; J.B.Smith erkennt eine Berichtigung Grote's (die Anwesenheit
der Ader 5 in den Hinterflügeln) an, die übrigen dagegen nicht, und lässt ebenso
die systematische Stellung bei den Arctiaden unbeanstandet; ebenda, S. 122 f.
Challa quadrimaculata (Palampore) ; F. Moor e , Proc. Zool. London, 1888, S. 395.
160 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ecpautheria scribonia Stoll var. denudata; A. T. Slosson, Eutoraol. Ameri-
cana, III, S. 212.
Halisidota significans (Las Vegas, N.Mexiko); H.Edwards, Entomol.
Americana, HI, S. 182.
Icambosida dorsalis (Dharmsala; Raupe auf Kirsche); F.Moore, Proc.
Zeel. See. London, 1888, S. 394.
Laora variabilis (Chili, die Weinberge verheei-end) ; F. P h i 1 i p p i ; s. Sitzgsber.
d. Berl. Entom. Vereins, 1888, S. 10.
Die Raupen von Nemeophila Plantaginis und Arct. Quenselii sind (unter
Umständen) Mordraupen; C. Hebsacker, Societ Entom, III, S. 83, 110.
Nemeophila Plantaginis var. floccosa (Nikolajefsk; Pokrofka); Graeser,
Berlin. Entom. Zeitschr , 1888, S. 115.
Ocnogyna corsica var. aZ6i/asaa (Korsika); Constant, Ann. Soc. Entom.
de France, 1888, S. 161, PI. 4, Fig. 1.
Pleretes ■pactolicus (Wadelai); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 82.
Pompostola smaragdina (Kilimandscharo); A. G. Butler, Proc. Zool, Soc.
London, 1888, S. 97.
Spilarctia Balbergiae (Dharmsala; Raupe auf D. sissoo), sagittifera (ibid.);
F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 394.
Die Raupen von Spilosoma zatima sind Mordraupen, die die von
Phibalapteryx aquata begierig- fressen; Poujade, Bull. Soc. Entom, France, 1888,
S. CXXI; eine Raupe von Euchelia Jacobaeae hatte ihre bereits in eine
Puppe verwandelte Schwester ebenfalls angefressen; Lucas, ebenda S. CXXXIII.
Lithosiadae. Seinen Bijdrage tot de kennis van de Aganaideu
Herrich- Seh äffer in Tijdschr. v. Entomol. XXXI, S. 109-146, PI. 1, 2 beginnt
Sn eilen mit einem geschichtlichen Rückblick und gibt dann folgende Charak-
teristik: „Fühler borstenförmig; Augen nackt, unbewimpert; Nebenaugen vor-
handen; Rüssel aufgerollt; Palpen anliegend beschuppt, keine Nebenpalpen; Stirn
flach ; Kopf, Thorax und Hinterleib von gewöhnlicher Bildung, ebenso die mittel-
mässig langen, glatt beschuppten, wie gewöhnlich bedornten Beine. Vorderflügel
mit 12 Adern: 1 bogig; 2 aus oder vor dreiviertel des Innenrandes der Mittel-
zelle ; 3 — 5 nahe bei einander an der Innenraudsecke der Zelle ; Hinterflügel
mit 2 Inuenrandsadern und noch 7 anderen, 2 — 5 ungefähr wie in den Vorder-
flügeln; 6— 7 ungestielt. — Die Gattungen Pachyphilona i?M/Z. und Petalia Wcdk.
sind dem Verfasser unbekannt geblieben; Anagv^Si Wcdk. und Aganopis H. S.,
die nur auf Merkmale des männlichen Geschlechtes gegründet waren, vereinigt
er mit Aganais unter dem Namen Hypsa. Ausser dieser Gattung kommen
demnach noch Agape Feld., Euplocia Uübn., Panglima Moore, Philona ButL,
Neochera Ilübn. zur Sprache, im Ganzen 53 Arten, von denen 39 zur Gattung
Hypsa gehören.
Aeniene sagittifera (DhnYmsa.]'A\ N.V.-Indienj S. 392, mcowste«« (Dharmsala)
S. 393; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Hypsa Agarida (Neu-Hebriden) S. 129, PI. 1, Fig. 4, leuconuta (Java; Sumatra)
S. 135, PI. 2, Fig. 2; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXXI, Wuodfordi (Viti Levu);
H. Druce, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 221.
Lapiat-ä. UinUtta (Kilimandscharo); A. G Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 98.
im Gebiete der Entomologie wäbreiid des Jahres 1888. \Ql
Meningocera tricolor (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. f.
Natwrk. Wiesbaden, 41, S. 118.
Roeselia scrijita (Dharmsala), fraterna (KuUu), angulata (Dharmsala; N.V.-
Indien); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 393.
Setina calamaria (Palampore); F.Moore, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 392.
Chalcosiadae. Dianeura (n. g. Chalcosiin.) Goochii (Natal) S. 49, Fig. 4,
Jacksoni (Manda Isl., Kilimandscharo) S. 50, Fig. 2, 3; A. Gr. Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (6) I.
A. G. Butler war durch reichlicheres Material in den Stand gesetzt, die
Angaben über den Aderverlauf in den Hinterflügeln von Doratopteryx zu er-
gänzen. Von den beiden Adern desselben ist die Medianader doppelt und ent-
sendet vor der schwanzartigen Verschmälerung einen kurzen Zweig in den
Hinterrand, während sie selbst in den Schwanz eintritt und kurz vor dessen
Spitze am Hinterrande ausläuft. Die Subkostalader tritt ebenfalls in den Schwanz
ein, den sie bis zu dessen Spitze durcbläiift; indem etwas verbreiterten Endtheil
giebt sie aber einen Ast in den Vorderrand ab. Eine neue Art ist D. plumigera
vom River Ozy, Kilimandscharo, Ann. a. Mag. N. H. (6) I S. 47 f. mit Holzschn.
Fig. 1.
Histia dolens (Celebes); H. Bruce, Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 62.
Heteropan (hlms (Viti Levu); H. Druce, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 220, PI. Xin, Fig. 1.
Nycteolidae. Hylophila AVae^ifi (Chabarofka) ; Graes er, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 110.
Callidulidae. Pterodecta anchora (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 392.
Uraniadae. Aleides Latona (Solomon Isis.); H. Druce, Ann. a. Mag. N.
H., (6), II, S 241.
Himantopteridae. Pedoptila Staudingeri (Sierra Leone); Rogenhofer,
Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 61.
Zygaenidae. Antichloris ruatava (Honduras); H. Druce, Ann. a. Mag.
N. H., (6), n, S 241.
Argyroeides minuta (Honduras); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6) II, S. 240.
Belemnia Whiteleyi (Brit. Guyana); H. Druce, Entom. Monthl. Mag.,
XXV, S. 62.
A. G. Butler macht Notes on the species of the lepidopterous
gen US Euchromia (Glaucop. Pagenstecheri Röb. = coelipennis \M,kr., dubia
Böh. =: Creusa L., Butleri Bob. = Celebensis Butl.) und beschreibt E. larlina
(Thursday Isl.) S. HO, Mathewi (Solomon Isis.) S. 111, Fig. 3, fiämda (Kongo;
Angola; etc.) S. 112, Fig. 5, spkndens (Alt-Kalabar, bis Kamerun) S. 113, Fig. 4,
formosana (Formosa) S. 114, Fig 7; Trans. Entom. Soc. London, 1888. S. 109
bis 115, PI. IV.
Röber weist die von Butler angezweifelte Berechtigung der von ihm im
vorigen Jahre beschriebenen Glaucopis- Arten Pagenstecheri, dubia und Paula
nach; Pagenstecheri gehört mit Gl. (Hira) coeliijennis vielleicht als Lokalform
zu einer Art; Polymena L. var. Butleri erkennt auch Röber für identisch mit
Celebensis Butl., sieht aber in dieser, wie auch in fraterna, orieutalis, Laura,
Arch. f. Naturgesch. Jalirg. 1889. Bd. n. H 2. Jj
1(32 Pli- Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Siamensis und Formosana Butl. nur Abänderungen, z. Th kaum besondere Lokal-
formen von Grl. Polyuiena. — Corrbl. Entom- Ver. ,Jris" No. 5. S. 338—340.
Eupyra splendens (Ecuador); P. Dognin, Le Naturaliste, 1888, S. 152 mit
Holzschn.
Inope äw^eßwciVZa (Wladiwostok); G r ae se r, Berlin Entom.Zeitschr., 1888,8.108.
Lio orana (Sebdu, Algier); G. T. Baker, Trans. Entom. Soc. London, 1888,
S. 117.
Macrocneme Hesione (Panama); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H., (6), H, S. 289.
Mastigocera splendens (Bahama-I); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), 11,
S. 240.
North! aMZmwora(Chabarofka); Graeser, Berlin.Entom.Zeitschr.,1888, S.107.
Syntomis viinor (zw. Kala Pani und Abbotabad, westl. Indien); W. Warren,
Pi'oc. Zool. Soc. London, 1888, S. 294.
J. B. Smith spricht auch in Societ. Entomol., lEE, S. 1, aus, dass Zygaena
nur zwei Linenrandadern an den Hinterflügeln hat; die angebliche dritte ist eine
einfache Falte- Societ. Entomol., III, S. 1; Möschler erkennt dies als richtig
an; ebenda, S. 17.
F. Rühl spricht die Vermuthung aus, dass die Gattung Zygaena erst in
diesem Jahrhundert zu variieren und sich in eine grössere Anzahl von Formen
zu spalten begonnen habe; Societ. Entom., III, S. 50, 65 f.
Standfuss hält nach wie vor Zygaena rubicunda Hb. für eine gute Art
und bildet zum Beweise für ihre Artberechtigung die männlichen Begattungs-
werkzeuge neben denen von Z. pilosellae und punctum ab; Berlin. Entom. Zeitschr.
1888, S. 236—238.
Z. Oberthüri (Sebdu); G. T. Baker, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 118.
Thyrididae. Thijridophora (n.g.) fenestrata (Campbellpore); W.Warren,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 311.
A. R. Grote findet die von J. B. Smith vorgebrachten Gründe für eine
Ausschlies.sung der Gattung Platythyris von den Thyrididen nicht für aus-
reichend; Entomol. Americana, IV, S. 73f.
Agaristidae Pseudalypia Walkeri (Akapulko, Mex.); H. Druce, Ann. a.
Mag. K H., (6), n, S. 239.
Sesiadae. J. J.Rivers beschreibt das Weibchen von Aegeria impropria
H. E. ; Entomolg. Americana, IV, S. 99.
Melittia Kulluana (N.-W. Himalaya); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 392.
Drei im unteren Rheingau neuerdings aufgefundene Sesien
sind S. ichneumoniformis, affinis und chrysidiformis ; Fuchs, Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 50—64; vgl. d. vor. Ber. S. 139.
Sphingidae. J. B. Smith stellt eine List of the Sphingidae of
temperate North America auf, die 85 Arten enthält; Entomol. Americana,
IV, S. 89-94.
Derselbe veröffentlicht in den Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 49— 242.
PI. IV — XIII, a Monograph of the Sphingidae of North America,
north of Mexiko, mit voller Berücksichtigung der Literatur. Die Tafeln
enthalten zumeist die Abbildungen der männlichen Begattungsorgane, die aber
für die Unterscheidung der Unterfamilien noch nicht zu verwenden sind. Für
die Gattung Phlegethontius Hübn. ist Protoparce Burm. angenommen , und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 163
Daremma ist als Synonym von Geratoma fallen gelassen. Eine ausführliche
Besprechung von 0. H. Fernald s. in den Entomol. Americana, IV, S. 177 f.
Bahira (n. g. prope Pergesam) rubiginosa (Mundi, N.W. Himalaya); F.
Moore, Proc. Zool. London, 1888, S. 391.
Aleuron tachasara (Panama); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 236.
Ambulyx placida (NW. Himalaya);* F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 390.
Ampelophaga fasciosa (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S.391.
Amphonyx Staudingeri (Nikaragua; Panama); H. Druce, Ann. a. Mag. N.
H. (6), n, S. 237.
Choerocanipa Jocrt.?i!a (Guatemala) ; H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. II, S.237.
Deilephila Galii häufig bei Deal 18881; Entom. Monthl. Mag.. XXV,
S. Ulf. (Von Bonn kann in diesem Jahre dasselbe gemeldet werden; Refer.)
Euproserpinus Euterpe (San Diego, Kalif.); H.Edwards. Entom. Americ,
IV, S. 25.
Hemaris simillima (Kangra Valley, N.AV. Himalaya); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 391.
C. M. Weed beobachtete als Schmarotzer der Raupen von H. diffinis
Rhogas fumipennis Cress. und Apanteles Limenitidis Eil. var. ; in letzterer
schmarotzt als sekundärer Parasit eine wahrscheinlich unbeschriebene Hemiteles-
Art; Entomol. Americana, IV, S. 147—149.
Hyloecus haterius (Mexiko; Yukatau); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6),
II, S. 239.
Isognathus yucatana (Y.; Mexiko); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), 11,
S. 238.
Pachygonia ericea (Panama); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 235.
Perigonia tacita (Panama); H. Druce, Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 236.
Polyptychus trilineatus (Dharmsala); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 390.
E. B. Poultou nährte eine Raupe von Smerinthus ocellatus bis zum
letzten Stadium mit Nassblättern; 30 Eier waren auf diese Pflanze gesetzt, aber
nur 2 Räupchen nahmen das ungewohnte Futter an ; Proc. Entom. Soc. London,
1888, S. XXVII f.
Lucas fand die Raupe von Sphinx Pin as tri auf Paulownia imperialis
fressend ; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXXXIX.
The Ontogeny of Sphinx Couvolvuli; Poulton, Proc. Entom. Soc.
London, 1888, S. XXXII.
Hesperiadae. Diagnoses de Lepidopteres (Hesperides) nouve-
aux, par P. Mabille. Le Naturaliste, 1888, S. 77, 98, 108, 146, 169, 180, 221,
242, 254, 265, 275 mit Holzschn.
Ligtiyostola (n. g.) Femphigargyra (Chiriqui); P. Mabille, Le Naturaliste,
1888, S. 221.
Nerula (n. g. Pythonidi affine) naiites (Brasil.; Porto Cabello) Fig. X, ab-
hreviata (Chiriqui) Fig. 5, Ptlia (Unt. Amazon.) Fig. 6; P. Mabille, Le Natu-
raliste, 1888, S. 255.
Pachyneuria (n. g.) obscura (Chanchaniayü); P. Mabille, Le Naturaliste,
1888, S. 275, Fig 1.
L*
164 Ph- ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Plestia (n. g. Eudamo affine) Staudinyeri (Guatemala); P. Mabille, Le
Naturaliste, 1888, S. 146 mit Holzschn.
Achlyodes violacea (Zamora und Loja, Ecuador); Dognin, Le Naturaliste,
1888, S. 67.
Anastrus euqramma (Chiriqui); P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 221,
Fig. 2.
Anisochoria alUda (Südamerika); P. Mabille, Le ISaturaliste, 1888, S. 242
mit Holzschn.
Apaustus bilineatus (Ecuador); Dognin, Le Naturaliste, 1888, S. 68 mit
Holzschn.
Augiades cdinas (?); P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 146 mit Holzschn.
Carterocephalus Dieckmanni (Wladiwostok); Graeser, Berlin. Entomol.
Zeitschr. 1888, S. 102.
Casyapa Zw^nt^a^ (Waigiou) Fig. 4, naevifera (Batjan) Fig. 5; P. Mabille,
Le Naturaliste, 1888, S. 77.
Chaeticneme? Lidd&'dali (Sikkim); H. J. Elwes, Trans. Entomol. Soc.
London, 1888, S, 459.
Cyclopides Puelmae (Chili); Wra. Bartlett-Calvert, Entora. Monthl. Mag.,
XXV, S. 34.
Cyclosemia aZ&afa (Chanchamayo) Fig. 1, Parus (Porto Cabello) Fig. 2;
P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 265.
'E]^hyvmdes palica (Pebas) Fig. 4, xantholeuce (Chiriqui) Fig. 5; P. Mabille,
Le Naturaliste, 1888, S. 242.
Erycides Masares (Südamerika) Fig. 1, maximus (Bras.) Fig. 2, Perillus
(Antioquia) Fig. 3; P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 77.
Eudamus leucites (Columbien) S. 98, Fig. 2, calenus (Guatemala) Fig. 3,
Megaclesi^.) Fig. 4, Callias (?) Fig. 5, S. 99, Clevas (Brasil.) Fig. 1, metallescens
(ibid.) Fig. 2, S. 108, leucogranima (Porto-Cabello) Fig. 3, glaphyrus (Blumenau)
Fig. 4, Talthyhius (Brasil.) Fig. 5, S. 109; P. Mabille, Le Naturaliste, 1888.
Chretien fing Hesperia Nostradamus (neu für Frankreich) am Golf
von Juan, Meeralpen ; die Art hat vielleicht 2 Generationen ; Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CLXXXV.
Leucochitonia ehalijhs (Chanchamayo) Fig. 1, orhigera (Brasilien) Fig. 2;
P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 242.
Metrocoryne atilia (Minahassa); P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 98
mit Holzschn.
Nisoniades PeUde (San Paulo) ; P. M a b i 1 1 e , Le Naturaliste, 1888, S. 221, Fig. 1.
Pamphila Ormuzd (Kabadian); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc. Ent. Boss.,
XXII, S. 307.
Zur Unterscheidung von Parnara colaca Moore und P. Beavani Möwe s.
H. J. Elwes, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 446, 446 mit 2 Holzschn., der
ebenda auf S. 448 P. Austeni Moore abbildet.
Plesioneura Lamus (Obidos) ; P. M a b i 1 1 e , Le Naturaliste, 1888, S. 275, Fig. 2,
bistriata (Kilimandscharo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 97.
Pyrgus zebra (Campbellpore); A. G. Butler, Ann. a. Mag. N. H. (6), 1, S. 207.
Pythonides Polla (Costa-Rica) Fig. 1, S. 254, siibm-natus (Panama) Fig. 2,
S. 255; P. M|abille, Le Naturaliste, 1888.
Telegonus erythros (Unter. Amazon.) Fig. 3, G-ildo (Coary) Fig. 4, Galesus
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1888. 165
(Chanchamayo) Fig. n,glarus (Unter. Amazon.) Fig. 6: P. Mabille, Le Naturaliste,
1888, S. 147, heras (Porto Cabello) Fig. 1, Dexo (Chiriqni) Fig. 2, S. 169, Euathlus
(ibid.) Fig. 3, Mithras (Porto Cabello) Fig 4, Gallius (Chiriqni) Fig. 5, S. 170;
derselbe ebenda.
Telemiades Misitheus (Chanchamayo) Fig. 3, megallus (Rio San Juan) Fig. 4;
P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 221.
Thymele Gryllus (Chiriqni); P. Mabille, Le Naturaliste, 1888, S. 147 mit
Holzschn., rirgatus (Pebas, Brasil.) Fig. 6, Eudemus (Chiriqui) Fig. 7, viridayis
(Ob. Amazon.) Fig. 8, S. 170, fulviluna (Bknnenau) Fig. 9, S. 171, Neohulus (Brasil.)
Fig. 1, Eudicus (Sta. Catharina) Fig. 2, S. 180, Euphronius (Turuty) Fig. 3,
S. 181; derselbe ebenda.
Lyeaemdae. S. H. Scudder sprach in dem meet. der Entom Sect. der
Boston Soc. Nat. Hist. am 23. März 1887 über die ausstülpbaren Organe und
Drüsen auf der Rückenseite der Larven einiger Lycaeniden. An dem 7. Hinter-
leibsringe findet sich ein Querspalt, aus welchem eine kleine Blase hervor-
gestülpt werden kann; diese lockt Ameisen an; neben den Stigmen des folgenden
Segments ist ein Paar ausstülpbarer Organe, deren Spitze mit einer Krone von
Borsten endigt; der Zweck dieser Organe ist noch nicht aufgeklärt. — Das
erstere Organ findet sich wahrscheinlich in den Raupen aller Lycaeninen und
auch bei einigen Theclinen (Lyc. pseudargiolus, Comyntas, argiolus, Icarus,
minima, lolas, Aegon, Admetus, Corydon; Thestor ballus; Thecla Ilicis, roboris);
fehlt in Th. strigosa. Quercus, Rubi, spini, Betulae; Heodes Phlaeas, hypophlaeas;
Feniseca Tarquinius. — Die seitlichen Organe sind weniger verbreitet; sie sind
nachgewiesen bei L. Comyntas, pseudargiolus, argiolus, Aegon, Admetus, Corydon
und Thestor ballus, fehlen dagegen bei den übrigen oben genannten Arten. —
Proceed., XXIH, S. 3o7f.
. Pseudaletis (n. g.) Agrippina (Kamerun); H.H. Druce, Entom. Monthl.
Magaz., XXIV, S. 259.
Notes on Eumaeus atala by E. A. Schwarz s. Insect life I, S. 37 — 40
mit Holzschn.
Hypolycaena (Tatura) pachcdica (Wadelai); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 69.
Larinopoda albula (Addah); H. H. Druce, Entom. Monthl. Mag., XXV, S.108.
Liptena rubrica (Kamerun); H. H. Druce, Entom. Monthl. Mag., XXV, S.108.
Verbreitung der auf Cotyledon laxa lebenden Ly caena Sonorensis Fe^c?.
s. bei W. G. Wright, Entomol. Americana, IV, S. 71 f.
Lycaena Tancrei (Nikolajefsk); Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 77, Eleusis (Nnhieii); Demaison, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXVL
Bellona (Afghanistan), kogistana (Darwaz), Dagmara (ibid.), chrysopis (Hiu-
dukusch); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc. Entom. Ross , XXII, S. 306.
Polyommatus dispar. var. DaÄ tw/m (Pokrofka); Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 75, Solskyi Ersch. var. fulminans, Thersamon Esp. var. alaica,
Alpherakii n. sp. (Hindukusch); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S. 305.
Pseuderesia Helena (Addah); H. H. Druce, Ent. Monthl. Mag., XXV, S. 108.
Teriomima Melissa (Addah); H. H. Dru ce, Ent. Monthl. Mag., XXV, S. 109.
(Thecla) Roboris ist wegen ihrer unbehaarten Augen eine Lycaena;
A.Speyer, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S.211f.
166 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Raupe von TheclaRubi frisst auch Vaccinium vitis-idaea; Fletcher,
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 15.
Tiugra tripunctata (Äddah); H. H. Druce, Entora. Monthl. Mag., XXV,
S. 109, mylothnna (Monbuttu); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S.67.
Satyridae. Coenonympha _pawwma (Hai-ho), Sinica (Djin-ta-sy); S. Al-
pheraky, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 66.
Über Epinephele Eudora var. Lupinus Costa und sein von Eudora
verschiedenes Benehmen, das ihn als berechtigte Art erscheinen lässt, s. L. De-
preto, Societ. Entomol , IL S. 172.
Erebia Tyndarus Esp. var. Dromus H.-Sch. in der Schweiz (les Vents
ob Gryon, in Kanton Waadt) .Christ, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch..VIII, S. 47.
E. momjolica (Tschatir-Kuhl) ; N. Erschoff, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII,
S. 199, Taf. XI, Fig. 3.
C. V. Gumppenberg hat Beiträge zur Kenntniss der Gattung
Erebia Dalm. gesammelt; Stett. Ent. Zeitg. , 1888, S. 365 — 393. Nach der
Gattungsdiagnose sind mehrere Arten auszuscheiden: Maracandica, Jordana etc.
als Epinephele, Clytus als Pararge u. s. w. Abzüglich 5 dem Verfasser nicht
in Natur bekannten Arten unterscheidet er derselben 49, die er auf drei
Herkunftsraittelpunkte zurückführt, einen nordpolaren, asiatischen und uralpinen;
von dem asiatischen sind die meisten (31) Nachkommen ausgegangen. Die
Arten sind nach der Zeichnung der Unterseite der Hinterflügel in Gruppen
gebracht und dann weiter unterschieden, katalogisirt und mit Noten versehen.
Melanargia Halimede Mm. var, lugens (Kiukiang); Honrath, Entom.
Nachr., 1888, S. IHI.
Nach Möller ist Mycalesis Langi de Nicev. von M. nicotia Hev). ver-
schieden; sie kommt im ersten Frühjahr in einer Form mit kleinen Augen (auf
den Flügeln) vor, während im Mai und August eine Form mit grossen Augen
fliegt; ein Weibchen der letzteren ist auf PI. IX, Fig. 5 abgebildet. Die Früh-
jahrsform kommt mit der seltenen nicotia zusammen vor, in einer Höhe von
2000 — 5000'; nicotia fliegt nur im Frühling; H. J. Elwes, Trans. Ent. Soc.
London, 1888, S. 306f.
Oeneis Hora (an Bore var.?; Transalai); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc.
Ent. Eoss., XXII, S. 307.
Satyrus Staudingeri B.-Haas var. yiiltschensis (Gultscha), holoricus n. sp.
(Hindukusch); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 307, Dryas
var. patipera! (Honton); S. Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S.67.
Yphthinia pupillaris (River Dangu; Ganyese Tambu), albida (Foda); A. G.
Butler, Proc. Zoo!. Soc. London, 1888, S. 59, Kalelonda (Kalelonda, Celebes);
J. 0. Westwood, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 475, PI. XU, Fig. 4.
Morphidae. Discophora spiloptera de Niceville & Möller (Sikkim); H. J.
Elwes, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 331.
Lemoniadae. Libythea wientalis (Guadalcanar Isl.); Godman & Salvin,
Ann. a. Mag. N. H. (6), L S. 211.
Acraeadae. Acraea /^oWo««« (Guadalcanar Isl.); Godman & Salvin, Ann.
a. Mag. N. H. (6), I, S. 210.
Planema montana (Kilimandscharo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 91.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. Iß7
Nymphalidae. Die an der Unterseite eines Blattes angeheftete Puppe
einer Adolias-Art gleicht zum Verwechseln einer durch üblen Geruch aus-
gezeichneten grünen Pentatomide; A. Corezia pflegt sich, abweichend von der
Gewohnheit ihrer Verwandten und der Tagschmetterlinge überhaupt, auf die
Unterseite der Blätter niederzusetzen; Weyers, Bull. Soc. Entom. Belg., 1888,
S. XXVI.
Swarraing of Hackberry butterflies (Äpatura Celtis). Von diesem
Schmetterling, dessen aus überwinternden Raupen sich entwickelnde 1. Generation
gewöhnlich erst im Juni, und dessen 2. Generation im August fliegt, zeigte
sich am 24. Mai d. J. im Mississipi-Thal bei Memphis ein Schwärm von Millionen
von Individuen. Insect life, I, S. 28f.
Argynnis paphia ab.; B. Friedländer, Berlin. Entom. Zeitschr. , 1888,
S. 491, Taf. VII, Fig. 1.
Argynnis Oscarus var. australis (Wladiwostok), Ix)hi(jenia n. sp. (Nikolajefsk);
Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 90.
Arg. aglp.ja L. ab. Wimani, S. 103, Fig. 1, ab. S. 104, Fig. 2; Adippe ab.
Varenii S. 104, Fig. 3; E. Holmgren, Entomol. Tidskr. , 1888, S. 103—106
mit Holzschn.
Ueber die Verbreitung und den etwaigen Ur.sprung der var. valesina von
Arg. paphia s. Proceed. Entom. Soc. London, 1888, S. IV— VI; XI f.
Atella ephyra (Solomon Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H. (6),
I, S. 97.
Athyma Orientalis (Sikkim); H. J. Elwes, Trans. Entom. Soc. London, 1888,
S. 354, PL IX, Fig. 4.
Charaxes Pyrrhus var. Kronos (Neu-Pommern); Honrath, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 250, epigenes n. sp. (Guadalcanar Isl.); Godman & Salvin,
Ann. a. Mag. N. H. (6), I. S.210.
Larve und Puppe von Cynthia Erota; N. Manders, Entom. Monthl. Mag.,
XXV. S.37f.
Cynthia sapor, S. 95, cutenes, Clodia S. 96 (Solomon Isl ) ; Godman & S a 1 v i n ,
Ann. a. Mag. N. H. (6), I
Diadema scopas (Solomon Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H.
(6), I, S 98.
Doleschallia sciron (Solomon Isl.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H.
(6), I, S. 98.
Euryphene v/oZacea (Kilimandscharo) ; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 91.
Junon ia m/^rac^a (Tobbo; Vedada; Kilimandscharo); A.G.Butler, Proc.
Zool. Soc. London, 1888. S. 63.
Melitaea Athalia Rvtt. var. Helvetica (Graubündten); F. Rühl, Societ.
Entom., III, S. 187.
Messaras Woodfordi, pallescens (Solomon Isl); Godman & Salvin, Ann.
a. Mag. N. H. (6) I, S. 97, ophthalmims (Talisse Isl., Celebes); J. 0. Westwood,
Trans. Entom. Soc. London, 1888, S.473, PI. XIL Fig. 3.
Mynes Woodfordi i Solomon, Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H.
(6), I, S. 99, hercyna (Guadalcanar Isl., ibid.); dieselben, ebenda S. 211.
Neptis pisias (Solomon Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H. (6),
L S. 98.
168 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Parthenos J.sp(7a (Kaiser- Wilhelmsland); Honrath, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 248, Taf. V, Fig. 2.
Perisama Bavidi (Loja, Ecuador); Dognin, Le Naturaliste, 1888, S. 67
mit Holzschn. (wird als P. Hazarma Eew. erkannt, S. 95).
Phyciodes Bosina (Nunibala, Ecuador); Dognin, Le Naturaliste, 1888,
S. 48 mit Holzschn., Miriam (Loja), S. 66 mit Holzschn.
Prothoe Schönhenji (Kaiser-Wilhelnisland); Honrath, Berlin. Ent. Zeitschr.,
1888, S.249, Taf. V, Fig. 3.
Vanessa levana und xanthomelas bei Steegeu und Heubude; Brischke,
Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F., VH, 2. Heft, S. 197.
J. Morison fand in seinem Hause am 9. Januar eine Vanessa Urticae,
von der er als sicher annimmt, dass sie kurz vorher aus der Puppe geschlüpft
war; Nature, Vol. 37, S. 321.
V. 1-album verbindet die Gattung Vanessa s. str. mit Grapta Khy. (Poly-
gonia H. Verz) und spricht gegen eine Trennung beider; sollte eine solche aber
doch beliebt werden, so wäre die Art eher zu Polygonia als zu Vanessa zu
stellen; A. Speyer, Stett. Ent Zeitg., 1888, S. 213.
V. c-album var. tibetana (Sikkim); H. J. Elwes, Trans. Entom. Soc. London,
1888, S. 363. PI. X, Fig. 1.
Danaidae. Haase kommt durch das genauere Studium der Duftapparate
dieser Abtheilung zu dem Schlüsse, dass eine grosse Zahl von Gattungen nicht
einmal mehr als Untergattungen beizubehalten sind. So sind bei Danais Radena,
Ravadeba, Bahora, Phirdana , Asthipa, Mangatisa, Parantica, Caduga, Chittira
zu der Untergattung Radena zu vereinigen; Melinda mit der Unterg. Tiru-
mala ; Nasuma, Tasitia, Limnas und Salatura mit Anosia. Bei Euploea sind nur
die 3 Untergattungen Crastia (ohne Spiegel), Salpinx (mit Spiegel) und Trepsichrois
(mit Spiegel und Zottenpelz) beizubehalten. Corrbl. Entom. Vereins „Iris", No. 5,
S. 288—301.
Amauris Hannimjtoni (Kilima-njaro); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 91.
Danais cometho (Solomon Isl.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H.
(6), I, S. 90, garamantis (Guadalcauar Isl., ibid.); dieselben ebenda S. 210.
Euploea Hansemanni (Kaiser -Wilhelmsland); Honrath, Berlin. Entojn.
Zeitschr., 1888, S. 248, Taf. V, Fig. 1 , Woodfordi S. 90, pyrgion, pronax S. 91,
Prusias, Polymela, Asijllus S. 92, Gerion!, Heurippa S. 93, pyres S 94 (Solomon
Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag. N. H. (6) I
Hamadryas evages, Hiero (Solomon Isis.); Godman & Salvin, Ann. a. Mag.
N. H. (6) I, S. 95.
Pieridae. The egg and young larva of Anthocharis Cardamines;
by T. A. Chapman, Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 257—259.
Archonias mcer^w (Zamora; Loja, Ecuador) ; Dognin, Le Naturaliste, 1888,
S. 48 mit Holzschn.
Belenoi's instaUlis (Foda) S. 76, c7en%era (Gadda), infida (Waddelai) S. 78;
A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Colias Wiskotti Stgr. var. separata (Alai), var. chrysojAera (Afghanistan;
Transalai) S. 305, Jlfarco-PcZo n. sp. (Hindukusch) S. 304; Grumm-Grshima'ilo,
Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, chlorocoma (Kasikoparan); H. Christoph, ebenda
S. 308.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. ]69
Eronia düatata (Taveta, Kilimandscharo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S 96.
Glntophrissa contracta (Wadelai); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc, London,
1888, S. 75.
Herpaenia «to-f(ia (Kilimandsch.) ; A. G. B u 1 1 e r, Proc.Zool.Soc.Lond., 1888, S.96.
Hesperocharis aureomaculata (Loja, Ecuador); Dognin, Le Natnraliste,
1888, S. 68 mit Holzschn.
Mylothris Clarissa (Wadelai); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 70, Narcissus (Kilimandscharo, Wälder von Tiveta); derselbe, ebenda S. 95.
Pieris erntete Boisd. ined. (Mou-Pin) und var. extensa; Poujade, Bull. Soc.
Entom. France, 1888. S. XIX, Nrjaziya (Grande Comore) S. XLI, Humbloü (ibid.);
S. XLII; Charles Oberthür, ebenda, ^«t7j«A-a (Darwaz), Krueperi Strjr. var.
mahometana (ibid.); Grumm-Grshimailo, Hör. Soc. Entora. Ross., XXII, S. 304,
Potanini (Berge der Mongolei); S. Alpheraki, Stett. Eut. Zeitg., 1888, S. 66.
Tachyris Phestus (Talisse Isl., Celebes); J. 0. Westwood, Trans. Entom.
Soc. London, 18J^8, S. 469, PI. XII, Fig. 2.
Teracolus Palliseri (Khandesh); A.G.Butler, Ann. a. Mag. N.H., |6), I,
S. 418, puniceus (Wadelai) S. 72, Bacchus (ibid ; Lado) S. 73; derselbe, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, venustus (Kilimandscharo), helvolus (Somali), comptiis
(Kilimandscharo); derselbe, ebenda S. 94.
T. leo ist von Halimede Klutf. verschieden; (Callosone) vulnerata Staud.
= T. incretus Butl; Butler, Proc. Zool. Soc. London 1888, S. 92f.
Ein Zuchtresultat lieferte den Beweis, dass Terias Bethesba und laeta
eine Art bilden, für die Pryer desshalb den Namen hiformis in Vorschlag
bringt, wozu die Herausgeber bemerken, dass der erste der beiden Namen
bleiben müsse; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 185.
T. orientis (Ober- Aegypten; Habesch; Victoria Nyanza); A. G. Butler,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S.71, Tulissa (Tali.sse Isl., Celebes), J.O. Westwood,
Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 469, PI. XII, Fig. 1.
Papilionidae. M. C. Piepers schreibt über die Entwickeluugs-
geschichte einiger javanischen Papilioniden - Raupen; Tijdschr. v.
Entomologie, 31. Deel, S. 339—358, Taf, 7, 8. Es werden die Raupen von Pap.
Agamemnon, Sarpedou, Jason JBsp. (= Eurypylus X. var. ?), Antiphates, Memnon,
Polytes in ihren verschiedenen Stadien beschrieben und z. Th. abgebildet. Als
allgemeine Resultate sind folgende Thatsachen beachtensv^rerth. Die jungen
Raupen besitzen eine starke Bedornung; die Domen sind am Ende gegabelt und
können wohl als Schutzmittel angesehen werden. Sie verschwinden aber mit
wachsendem Alter; wahrscheinlich genügt die vorstreckbare, stark riechende
Nackengabel als Schreckmittel und machte die Dornen übei-flüssig. Ferner sind
bei mehreren jungen Raupen zwei Farben scharf getrennt vorhanden; diese
fliessen zusammen, erscheinen aber im nächsten Stadium, unmittelbar nach der
Häutung, wieder scharf getrennt, fliessen dann nochmals zusammen, und dieser
Vorgang kann sich noch einmal wiederholen, bis zuletzt die Mischfarbe bleibt.
Doritis Mnemosyne L. im Harz (bei Lauterberg) neuerdings gefangen:
V. Röder, Entom. Nachr., 1888, S. 316.
Ornithoptera Ptoem (Palawan) Staudinger, Korrspbl. Entom. Ver. ,.Iris",
No. 5, S. 274, Staudingeri (Ins. Luang), Iris (Ins. Letti), J. Röber, Entom. Nachr.,
1888, S. 369.
170 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Das im vorigen Jahre (s. d. Ber. S. 147) von 0. Salvin als Männchen von
0. Victoriae heschriebene Exemplar gehört einer neuen Art, 0. reginae, an; die
Unterschiede beider Arten sind einander gegenübergestellt, und 0. Victoriae ^
nebst Raupe ist auf PI. IV abgehildet; 0. Victoriae ist auf Aola, Guadalcanar
Isl., "Florida Isl., 0. reginae auf Maleita Isl. der Solomon - Gruppe gefunden;
0. Salvin, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 116-119.
Papilio Zaddachii De«;, ist eine dimorphe Form des $ von P. Cacicus; Hon-
rath, Beilin. Entom. Zeitschr., 1888, S. '253; vgl. über diese Frage Dewitz,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 332.
Ch. & R. Ob er thür führen Beispiele für mimetische Formen unter Arten
der Gattung Papilio an; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. X.
F.Sar-pedonL.Yni:semifasciatus{Kmkising); Honrath,Ent.Nachr., 1888, S.161.
Description of a larva of P. Gundlachianus two days prev. to its
transform.; by A. Bonzon, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S.293f.
Als Ergebniss ausgedehnter Versuche über den Saisondimorphismus des
Papilio Podalirius giebt Standfuss an: Je heisser die Zeit, in welcher die
Entwicklung zum Falter vor sich geht , desto kürzer wird die Behaarung der
Stirn und des Thorax, desto lichter und durchscheinender wird das Weiss der
Flügel, desto länger und feiner werden die Schwänze, und desto ausgedehnter
die helle Färbung an der Spitze derselben, desto weisser endlich Thorax und
Leib; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 234.
P. bicolor Kirby = Lesches Godm. & Salv.; 0. Salvin, Entom. Monthl,
Mag., XXIV, S.27Ö.
P. Aegisthus war. Aegist{h)iades (Neu-Pommern), Schönhergiunus n.sp. (Borneo)
Fig. 4 S. 250, Lysimachus (Peru) S. 251, Fig. 5; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.,
1888, Megaera S. 275,.(Antiphus F. var.?j Atropos S. 276, Helenus L. var Pala-
tvanicus, Daedalus Feld. var. angustatus S. 278, Antiphates Cram.v&r.decolor S.279
(Palawan-L); Staudinger, Corrbl. Ent. Ver. „Iris'-, No 5, Humbloti (Grande-
Comore); Ch. Oberthür, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. XL, PtolychusS. 99,
Woodfordi, Pisidice S. 100, Orsippus S. 101, (Solomon Isis); Godman & Salvin,
Ann. a. Mag. Mag. N. H. (6), I, Imnder S. 211, Mendmia S- 212, 5'oZon, Hecataeus
S. 213, Laarchus S. 214 (ibid.); dieselben ebenda, Langem (Ke Isl.) S. 234,
argynnus (ibid.) S. 235; H. Druce, ebenda II
Parnassius Mnemosyne var. Hartmanni (bairisch. Hochgeb.); Standfuss,
Berlin. Entom Zeitschr., 1888, S. 234, Taf. III, Fig. 1, 2, Stoliczkanus Feld. var.
Hunza (Hindukusch) S. 303, Delphins Erersm. var. illiistris (Transalai) S. 304,
2>rmceps n. sp. (Karamnk), i?o??ia»oiu' (Transalai) S. 303; Grumm-Grsbima'ilo,
Hör. Soc. Entom. Boss., XXII.
E. G. Honrath vermuthet, dass sich die Folgen der bei verschiedenen
Parnassius- Arten nicht seltenen Kreuzungen an den Fühlern ver-
rathen und weist auf mehrere Stücke hin, die als Hybriden gelten könnten;
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 501—503.
Hymenoptera.
In seinem Aufsatz on the pollination of Phlomis tuberosa, L.,
and the perforation of flowers stellt L. H. Pammel die um
seine eigenen bereicherten Beobachtungen über das Durchbohren
von Blumenkronen von Seiten der Insekten (und Vögel) zum Zweck
im Gebiete der Entomologie währeiifl des Jahres 1888. 171
des Raubes von Nektar zusammen; die Insekten sind meistens Arten
von Bombus und Xylocopa; Trans. Acad. Sei. St. Louis, V, S. 256 — 277,
PI 7.
P. Cameron bringt descriptions of one new genus and
some new species of parasitic Hymenoptera; Proc. Manchester
litterary and philosophical society, XXVI, S. 117 — 136.
Derselbe desgl. Descriptions of 23 new species of Hy-
menoptera und leitet diese Beschreibungen mit einer Kritik des
Verfahrens ein, die Artengruppen umfangreicher Gattungen zu be-
nennen und zum Range von Gattungen zu erheben; die letzteren
würden nur für beschränkte Gegenden Anwendung finden können.
Memoirs and Proceedings of the Manchester lit. a. phil. Society (4. S.)
I, S. 159—183.
Hymenoptera aculeata nova descripsit F. Morawitz; Hör.
Soc. Entom. Boss. XXII, S. 224—302.
Radoszkowski's Etudes hymenopterologiques ebenda S. 315
bis 387, Tab. XII— XXV, bestehen I. in einer revision des ar-
mures copulatrices des mäles. 1. Bombus 2. Philanthus 3. An-
thophilus 4. Salius 5. Sphex 6. Mutilla. IL in Description de nouvelles
especes russes.
Derslbe setzt die Faune hymenopterologique transcaspienne
fort; ebenda, S. 338—349.
F. F. Kohl beschreibt (33) Neue Hymenopteren (Aculeata)
in den Sammlungen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums; Abh.
Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 133 —156.
Die 5. der Notes hymenopterologiques von Thomson ent-
hält weitere Observations sur le genre Ichneumon; Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 105—126.
In dem den Campopleginen gewidmeten XI fasc. seiner Opu-
scula entomolog. theilt Thomson die Ophioniden in die Helwigiina,
Ophionina,Trachynotina, Anomalina, Cremastina und Campoplegina. Von
letzterer Tribus wird eine synoptische Tabelle der (26) Gattungen
aufgestellt; 327 Arten sind beschrieben, darunter 144 neue.
F. Rudow theilt weitere Beobachtungen an Bienennestern
mit; Societ. Entomol, II, S. 145, 155 f., 171 f., 179f:, (Xiphidria
camelus; Sphecodes ephippium und verwandte Arten).
E. Saunders macht einige Notes on Dr. H. Müller' s
„Fertilisation of Flowers," indem er einige Irrthümer Müller's
hinsichthch der Hymenopteren aufdeckt; Entom. Monthl. Mag., XXIV,
S. 252— 25L
Kronfeld theilt eigene Beobachtungen zur Blumenstetigkeit
der Bienen und Hummeln mit; Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien,
1888, S. 785f.
Buddeberg gibt die Namen einer Reihe von Schlupfwespen
(i. w. S.) an, die er bei der Zucht von Käferlarven erhielt; Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 41 f.
The hosts of a few 1 arg er lehne um onids (Schmetterlings-
raupen) s. in Insect life, I, S. 161.
172 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Friese stellt die Schmarotzerbienen und ihre Wirthe
zusammen; Zool. Jahrb., Abth. f. Systematik u. s. w., III, S. 847—870,
und versucht eine Darstellung des Stammbaumes der Kukuksbienen.
Während von Bombus sich Psithyrus und von Anthidium Stelis ab-
gezweigt und zu Schmarotzern ausgebildet haben, ist Megachüe (und
Eucera) der Ausgangspunkt für die übrigen geworden, indem sich
zunächst Coelioxys und von diesem aus 2 Reihen entwickelt haben,
die eine aus Melecta, Crocisa, Epeolus mit Epeoloides und Nomada,
die andere aus Dioxys, Ammobates, Phiarus, Pasites, Phileremus und
Biastes bestehend.
Bridgman beobachtete auch bei seiner Limneria Kriech-
baumeri(=: Spudastica petiolaris TJtoms.) das Springen der Cocons.
Die Larve drückt die Mitte des Körpers gegen eine Seite und biegt
Kopf und Schwanz, bis sie die entgegengesetzte Seite des Cocons
etwas von den Enden entfernt berühren. Dann scheint sie sich auf-
zublähen, als wollte sie bersten, bis Kopf und Schwanz dem Druck
nicht mehr widerstehen können und zurückschlagen, — Der Cocon
ist eiförmig, chokoladefarben mit einem blassen Gürtel in der Mitte.
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 163.
vonSchlechtendal sprach im naturwissensch. Verein für Sachsen
und Thüringen über das Vorkommen von phytophagen Schlupf-
wespen (richtiger Chalcidier); Zeitschr. f. Naturwissensch., Halle, LXI,
(4. F. VII) S. 415 — 419. Unter den Toryminen sind es Megastigmus
collaris und pictus, die in den Samen der Rose, M. Pistaciae, der in
den Kernen der Pist. lentiscus lebt. Syntomaspis druparum lebt in
den Früchten des Weissdorns und erscheint nach der (gewöhnlich 2
bis 3 maligen) Ueberwinterung im Juni, um die Früchte anzustechen,
wobei der Legestachel suchend auf der harten Samenschale gleitet,
bis er zur Mikropyle gelangt, durch welche das Ei in den Samen
gebracht wird. Unter den Eury tominen scheinen alle Isosoma -Arten
von Pflanzen zu leben, und zwar vorzugsweise von Gräsern, Frucht-,
Halm- und Blattscheidengallen erzeugend. Anschwellungen an den
Halmen von Triticum repens wurden als Erzeugniss einer der I. Hordei
ähnlichen Art erkannt ; auch an den Früchten von Stipa capillata beob-
achtete V. Schlechtendal Isosoma -Gallen. Nur zwei Arten sind von
anderen Gewächsen als Gräsern bekannt: I. Vitis aus den Kernen der
Weinbeere, und I. Taprobanica in einer brasilianischen Orchidee.
A. J. Cook hielt im Aug. 1887 vor der Amer. Assoc. f. advanc.
of Science einen Vortrag über die morphology of the legs of
hymenopterous insects, der im Americ. Naturalist, 1888, S. 193
bis 201 abgedruckt ist mit lOHolzschn.; er beschäftigt sich haupt-
sächlich mit dem Fächer und Kamm an den Vorderbeinen und dem
Sammelapparat an den Hinterbeinen.
Bos findet Spuren eines zweiten Schenkelringes bei weit mehr
FamiHen als gewöhnlich angenommen wird. Die Ameisen z. B. ge-
hören zu den Ditrocha; Tijdschr. v. Entom. XXXI, Versl, S. LXXXIX.
Derselbe fand, dass Samen verschiedener Pflanzen durch eine
50 7oige Ameisensäurelösung ihre Keimkraft verlieren.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. I73
G. Carl et macht vergleichende Angaben über das Gift der Hym.
aculeata; Compt. Rend., GVL S. 1737—1740. Bei Philanthus, Pom-
pilus u. a. ist die bei den Melliferen nachgewiesene alkalische Drüse
rudimentär. Dadurch gewinnt das Gift dieser Arten die Eigenschaft,
die Opfer nur zu lähmen nicht zu tödten. Nach Carlet's Meinung
ist das durch die Mischung der Sekrete aus den beiderlei Drüsen
entstehende Gift tödtlich; das eine Sekret der Fossores allein kann
nur lähmen, unabhängig von dem Körpertheile, dem es beigebracht
wird. — Ein Reservoir für das Gift kommt nach Carlet nur den
Mellifera zu. (!?)
A. V. Planta unternahm eine Analyse des Futterbreies der Bienen-
larven; in dem für die königlichen Larven bestimmten ist 69,38 %,
für die Drohnen 72,75 % und für die Arbeiterinnen 71,63 7o Wasser.
Die Zusammensetzung der festen Bestandtheile zeigt folgende
Tabelle:
K'inie-in I^J'ohnen in den Drohnennach Ar-
^ ■ 4 ersten Tagen, dem 4. Tage, beiterinen.
Stickstoffhaltige. . 45,14 55,9i 31,67 51,21
Fette 13,55 11,90 4,74 6,84
Glykose .... 20,35 9,57 38,49 27,65
Aschenbestandtheile 4,06 . . . 2,02
Da der Futterbrei seiner Zusammensetzung nach variiert, so neigt
der Verfasser sich der jVIeinung zu, dass wir es hier nicht mit einer
Sekretion ähnlich der Milch zu thun haben, sondern Schönfeld
folgen müssen, der annahm, dass der Futterbrei aus dem Magen
stamme, und dass seine Zusammensetzung und der Grad seiner Ver-
dauung von den Bienen nach dem Alter und Geschlecht der zu füttern-
den Larven verändert werde ; Zeitschr. f. Phys. Chemie, XII, S. 327 ff. ; vgl.
auch E. Bourguelot in Archiv Zool. experiment. et gener., VI (1888)
S. XIII— XVI; Journ. R. Microscop. Soc, 1888, S. 942 f.
A. Handlirsch sprach in der Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 6. Juni
1888, über Mimikry zwischen Hymenopteren verschiedener Familien.
Es handelt sich um 4 Grabwespenarten, die je eine Vespide, und um
eine Art, die eine Scolia nachahmt. Es sind Gorytes politus und
Polybia chrysothorax aus Brasilien ; G. velutinus und Gayella eumen-
oides aus Chili; G. robustus und Odynerus Parredesii aus Mexiko;
G. fuscus und Nectarina Lechegana aus Brasihen ; Stizus tridentatus
und Scolia hirta aus Südeuropa. Der Vortheil, den die nachahmende
Grabwespe geniesst, besteht vielleicht darin, dass sie im Gewände
der Scolia oder Wespe leichter ihrer Beute, wahrscheinlich Cicadinen,
die von einer Wespe nichts zu fürchten haben, beikommen kann. —
Die Aehnlichkeit zwischen Psithyrus- und Bombus- Arten beruht auf
wirklicher Verwandtschaft, nicht auf Mimikry; Sitzgsber. S. 67 — 69.
Die Gattung Eucera ist aus Tetralonia dadurch entstanden,
dass das Venenrohr der zweiten Kubitalquerader untergegangen ist;
ebenso Biareolina aus Andrena. Es dürfen daher Tetralonia und
Biareolina nur als Untergattungen gelten, und obwohl Tetralonia
die Muttergattung ist, so hat doch Eucera als der ältere Name der
174 Ph. ßertkan: Bericht über die wissenscbaftlicheii Leistungen
ganzen Gattung zu verbleiben. Aelmlich sind bei den Grabwespen
Parapison und Aulacophilus die zweizeilige Gattungsform von Pison,
Coloptera von Ammophila, Aporus von Pompilus; Kohl, Fauna von
Hernstein, S. 2'2(). Anm.
Lemoine legte der Socict entom. de France Zeichnungen über
Ei und die Entwickelungsstände einer bei Aspidiotus Nerii schma-
rotzenden Teleas vor. Die erste Larvenform hat grosse jMandibeln
und Dornen am zugespitzten Hinterende; die zweite Larvenform hat
keine Mandibeln und keine Dornen mehr; Bull., 1888, S. XVHf.
Lieber Spinola's Faunae Liguriae fragmenta 1805 und 8
in denselben beschriebene Arten s. v. Dalla Torre, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 249.
A. Handlirsch bringt eine Monographie der mit Nysson
und Bembex verwandten Grabwespen; Sitzgsber. Kais. Akad.
Wissensch. Wien. XCV. Bd. 1. Abth. S. 246—420, Taf. I— Y; XCVL
Bd. 1. Abth. S. 219-311 Taf. I, H. Behandelt werden 15 Gattungen,
von denen einige engere Yerwandtschaftsgruppen bilden, ohne aber
als Unterfamilien oder gar FamiUen abgegrenzt werden zu können.
Näher verwandt mit einander sind: Bothynostethus und Sca plnuifefi;
Alyson und Didine'is; Stizus und Sphecius'; Bembex, Monedula, Bembi-
dula und Steniolia, wahrend Nysson, Melhnus, Entomosericus, Gorytes
und PLxirus, jede für sich, isoliert stehen. Stizus und Gorytes sind
reich an Arten, unter welchen sich mehrere zu Gruppen vereinigen
lassen, die aber durch Zwischenformen mit einander verbunden sind.
Nach der Ansicht des Verfassers sind diese Gattungen im Begriffe,
mit dem Aussterben der Zwischenformen in eine grössere Anzahl
von Gattungen zu zerfallen, welche dann einen Gattungskomplex
ähnhch dem von Bembex und Verwandten bilden.
Die Terminologie der Theile der Brust gründet sich bei Hand-
lirsch auf eine vergleichende Betrachtung eines umfangreichen
Materials und schliesst sich den grundlegenden Ausführungen
Gerstäcker's und Brauers an. Bei allen Hymenopteren ist das erste
Hinterleibssegment mit dem Thorax verschmolzen (Mittelsegment),
aber bis auf die Rückenplatte, welche jederseits ein Stigma trägt,
verkümmert. Ausser diesem Mittelsegment tragen noch Meta- und
Mesothorax nahe an ihrem Vorderrande ein Stigmenpaar. Der
Mesothorax lässt an seiner Rückenplatte gewöhnlich drei hinter-
einanderliegende Platten sehen, das Praescutum und Scutum, die vereint
mit dem hergebrachten Namen Dorsulum bezeichnet werden, und das
Scutellum. Die Rückenplatte des Metathorax, das Metanotum, ist
der von den meisten Autoren Postscutellum genannte Theil. — In
dem Werke von Andre sind diese Verhältnisse nicht richtig auf-
gefasst, und auch nicht einmal die vorgeschlagene Terminologie ein-
heitlich beibehalten und durchgeführt.
In dem speziellen Theil werden die oben angeführten Gattungen
in einem Conspectus unterschieden und dann die einzelnen Gattungen
in sehr eingehender Weise abgehandelt, indem ihre Morphologie,
Biologie, geographische Verbreitung und Literatur ausführlich zur
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 175
Darstellung gelangen. Von der Gattung Nysson, deren Lebensweise
noch ganz unbekannt ist, sind G4, von Bothynostethus 2, Scapheutes 1,
Alyson 7, Didineis G, Mellinus 9, Entomosericus 2, Exirus 1 Arten be-
schrieben. Das reiche, z. Th. typische Material, das dem Verfasser
zu Gebote stand, setzte ihn in den Stand, die Synonymie mehrfach
aufzuklären.
• Von Ed. Andre's Species des Hymenopteres d'Europe et d'Algerie
sind Fase. 27 — 32 erschienen, von denen 27, 30 und 33 die Fort-
setzung der Sphegidae, (T. III.) 28, 29, 31 und 32 den Anfang der
Braconidae enthalten (T. IV). Die letztere Familie ist von T. A. Mar-
shall bearbeitet. Die Einleitung schildert den äusseren Bau, die
Entwickelung und Lebensweise dieser Thiere, wobei die Literatur in
kritischer Weise benutzt ist. (Die Angabe, dass Braconiden, genauer
]\Iicrogastriden , aus Spinneneiern erzogen worden seien, zieht der
Verfasser mit Recht in Zweifel, wenn auch der Grund, den er dafür
anführt, nicht stichhaltig ist; er meint nämlich, dass ein Schmarotzer
sich zum Verzehren von Eiern nicht eigne, dazu gehörten, ,,larves
butineuses." Für die angeblichen in Spinnennestern schmarotzenden
Microgaster hat aber Brischke schon nachgewiesen, dass hier eine
Verwechselung vorliege, indem das gemeinsame kugelige Gespinnst, in
das die aus ihrem Wirth, einer Raupe, ausgekrochenen Microgaster-
larven sich einhüllen, irriger Weise für den Eiercocon einer Spinne
angesehen wurde, worauf auch Marshall hinweist. Zu weit geht
aber Marshall, wenn er auch die Ichneumoniden als Verzehrer von
Spinneneiern nicht gelten lassen will; eine ganze Reihe von Be-
otjachtern und auch ich selbst haben Ichneumoniden aus Spinnen-
eiern erzogen, am häufigsten Pezomachus und Hemiteles aus Agroeca-
Eiern, dann auch Brachycentrus , Cryptus und Pimpla; die Arten
letzterer Gattung erhielt ich wiederholt aus Epeira-Cocons; P. angens
einmal in 9 Exemplaren aus einem Eierhäufchen von E. quadrata.
Refer.).
L. Provancher setzt seine Additions et corrections ä la
faune hymcnoptörologique de la province de Quebec fort;
S. 273 — 440; Quebek, LS88. (Sphegiden, Vespiden, Apiden, und
Supplem. zu den früheren Additions).
G. Riggio und T. de Stefani-Perez schicken eine Nota sopra
alcuni Imenotteri dell' Isola di Ustica ein; II Natural. Siciliano,
VII, S. 145 — 150, Tav. I, Fig. 3 — 5, indem sie 62 Arten verzeichnen
und 3 neue beschreiben.
G. Riggio führt ebenda, VIII, S. 20 — 22, 57 Arten auf, die
z. Th. in dem vorhergehenden Verzeichniss noch nicht enthalten
waren.
T. de Stefani behandelt in der Fortsetzung seiner Imenotteri
Siculi die Gattungen Scoha, EHs, Sapyga, Tiphia, Myzine, Methoca;
ebenda VIII, S. 12—18, 40—44.
Noticie sulla fauna imenotterologia Dalmata, von R.
Gasperini, Annuario Dalmatico, Zara, 1887, 208f. (Sonderabdruck).
Dieser IL Theil behandelt die Formiciden (6), Mutilliden (8), ScoHa-
176 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
den (2), Sapygiden (1), Pompiliden (Ki), Sphegiden (19), Chrysididen
(18); vgl. dies. Ber. für 1886, S. 216.
Einige für Deutschland neue Bienen' und Wespen sind
Anthophora personata Illig. bei Strassburg, die bei ihr schmarotzende
Melecta notata Illif/.; Andrena sericata Itnh. und nychthemera Inih.
bei Strassburg; Eumenes unguiculus V/U. bei Achenheim; Meliturga
bei Artern; Friese, Entom. Nachr., 1888, S. 103f.
In einem Nachtrag zur Hymenopterenfauna Tirols gibt F.
F. Kohl theils neue Fundorte bereits aus Tirol bekannter, theils die
Namen von (39) bisher in Tirol nicht gefundenen Arten von Grab-
wespen an. Von den 232 Arten des früheren Verzeichnisses (1880)
sind 11 zu streichen, während hier 39 neue hinzugefügt werden, so
dass jetzt aus Tirol 260 Arten bekannt sind. Von diesen sind 172
in Nord- und Südtirol, 83 ausschliesslich in Südtirol und 5 ausschliesslich
in Nordtirol beobachtet. Von den 83 Südtirolern gehören 44 den
Mittelmeerländern an. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 719—734.
Brauns beschreibt (5) neue Ichneumoniden der Schweiz;
Mitth. Sweiz. entom. Gesellsch., VIII, S. 1—9.
E. Hoffer's „Beiträge zur Hymenopterenkunde Steier-
marksund der angrenzenden Länder" geben ein Verzeichniss der
Apiden, Vespiden und Mutilliden mit biologischen und geographischen
Bemerkungen; Mitth. d. naturw. Ver. f. Steiermark, 1887, S. 65—100.
Brischke bearbeitete neu die Hymenoptera aculeata der
Provinzen West- und Ostpreussen; Schrift. Naturf. Gesellsch.
Danzig, N. F., VII. 1. S. 85—107.
In einem Supplement til H. Siebke's Enumeratio Inse-
ctorum Norvegicorum, Fase. V Pars I (Hymenoptera phytophaga
et aculeata) macht W. M. Schoeyen 13 Phytophaga und 39 Aculeata
aus Norwegen zum ersten Mal bekannt; Forhandl. Vidensk.-Selsk.
Christiania; 1887, No. 5 S. 3—11.
Blackburn und Cameron schreiben on the Hymenoptera
of the Hawaiian Islands; Proc. Manchester literary a. philosoph.
soc. XXV, S. 134—183 und Memoirs (3. S.) X, S. 194—244. Da in
allen Ländern, wo Coleoptera und Hymenoptera genauer gesammelt sind,
die letzteren an Zahl überwiegen, von den Sandwichs-Inseln aber 428
Käfer und 83 Hymenoptera bekannt sind, so ist anzunehmen, dass
ein längeres Sammehi noch eine Menge von Hautflüglern zu Tage
fördern werde. 14 sind wahrscheinlich durch den Menschen ein-
geschleppt: Camponotus sexguttatus; Ponera contracta; Monomorium
specularis; Tetramorium guineense; Prenolepis longicornis; Phidole
megacephala; Solenopsis geminata; Pelopoeus caementarius ; PoHstes
aurifer, hebraeus; Xylocopa aeneipennis; Evania laevigata; Metacoelus
femoralis und Spalangia hirta; die beiden letzteren als Schmarotzer
der Stubenfliege. Welche von den übrigen auf natürlichem Wege
eingewandert und welche autochthon sind, lässt Cameron unentschieden ;
er glaubt aber, dass die meisten Arten von Crabro, Odynerus und
Prosopis sich aus den Nachkommen von einer oder zwei, vor langer
Zeit eingewanderten Arten entwickelt haben.
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1888. 177
Tenthredinidae. Ein zweiter Nachtrag zu den Beobachtungen
über die Blatt- und Holzwespen von Brischke in den Schriften Naturf.
Gesellsch. Danzig, N. F., VIL 1, S. 6—12 enthält ausser der Beschreibung neuer
Arten die Widerlegung der Cameron'schen Vermuthung, dass Nematus palliatus
eine Varietät von miliaris sei; die Unterschiede beider Arten im Larven- und
Imago-Zustande sind hervorgehoben. — Die Eier eines unbefruchteten Cimbex
variabilis entwickelten sich, so dass die schwarzen Augen des Embryo schon
erkennbar waren, trockneten dann aber ein, weil die Weidenblätter, in denen sie
abgelegt, vertrocknet waren.
Konow verzeichnet 10 von v. Oertzen in Griechenland, den Inseln und
Kleinasien gesammelte Blattwespen, unter denen sich 2 neue Arten befinden.
Sitzgsber. K. preuss. Akad. Wissensch. 1888, S. 187—193.
A. Jakowlew beschreibt Quelques nouvelles especes des mouches
ä scie de Tempi re Russe; Hör. Soc Eut. Ross., XXII, 8.358-376.
Über das durch eine Tenthredinide (Hoplocampa Xylostei)
erzeugte Myelocecidium von Lonicera und dessen Verbreitung s. Tho-
mas, Verh. d. botan. Ver. der Prov. Brandenburg, XXJX, S. XXIV— XXVII.
Sphaeo'philus (n. g. Acordulecer. affine, sed antennis triarticul. distinctum)
Crmoii (Los Angeles); L. Provancher, a.a.O., S. 428.
Konow behandelt die Blattwespengattung Allantus Jur.; Deutsche
Entom. Zeitschr., 1888, S. 209— 220. Dieselbe ist von Tenthredo ausser durch
die Gestalt der Flügel und Bildung der Fühler durch den Bau des Kopfes zu
unterscheiden, der bei Tenthredo zwischen den Augen tief muldenförmig aus-
gehöhlt ist mit einer Stirn, die sich über den Fühlern in zwei Fortsätze spaltet,
die an der Spitze zur Aufnahme der Fühler ausgerandet sind. Bei Allantus ist
der Kopf zwischen den Augen nicht ausgehöhlt; die Stirn über den Fühlern
nicht in zwei Fortsätze gespalten, sondern jederseits abgestutzt. Nach der Form
des Kopfes zerfallen die europäischen Allantus -Arten in die drei Gruppen des
pallicornis, viduus und Scrophulariae, von denen die beiden ersten hier in ana-
lytischer Tabelle unterschieden sind, mit A. Perm (P.) S. 213, Steckü (Schweiz),
Parnasüis! (Parnass) S. 215, Graecus (Gr.) S. 216, Kussariends (Kaukasus) S. 219,
clypealis (Schweiz) S. 220; die beiden letzten Arten gehören zur Scrophulariae-
Gruppe.
A. Morcuoitzi (Piatigorsk) S. 372, suhcostatus (ibid.), cep/ialotes (Altai) S. 374;
A. Jakowlew, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII.
Athalia spinarum var. ruficornis (Irkutsk); A. Jakowlew, Hör. Soc.
Ent. Ross., XXII, S. 373.
Kriechbaum er nennt seine Blennocampa intermedia wegen des gleich-
lautenden Namens für eine mittelamerikanische Art Bl. Tergestina; Entom Nachr.,
1888, S 211.
Blennocampa apicalis (Preussen, Larve in Blasen der Blätter von Tilia
microphylla); Brischke, Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F., VH, 1, S. 10.
Camponit^'cus Tscheki (Niederösterreich, auf Lärchen); Kohl & Rogen -
hofer, Fauna von Hernstein, S. 185, mit Holzschn.
Dolerus melanopterus (Griechenland); Konow, Sitzgsber. K. preuss. Akad.
Wissensch. 1888, S. 190, mit analytischer Tabelle der verwandten Arten D. pa-
lustris, aericeps, pratensis.
Arch. f. Naturgescli. Jahrg. 1889. Bd. H, H. 2. M
178 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Emphytus nigristigma (Cap rouge); L. Provaucher, a. a. 0., S. 348, aztencs
(Orizaba, Mexiko); P. Camerou, Mem. a. Proc. lit. a. phil. soc. Manchester, (4. S.),
163.
Eriocampa superba (Cap rouge); L. Provancher, a.a.O., S. 351.
Euura nigra (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 346.
FeneWa Agrimoniae (Preussen) Brischke, Schriften Naturf. Gesellsch.
Danzig, N.F., VII, 1, S. 8, mit 2 Perilissus und 1 Hemiteles als Schmarotzern.
Harpiphorus Calderoni (Sevilla); Medina, Le Naturaliste, 1888, S. 263,
mit Holzschu. und Act. Soc. Esp. Hist. Natur., 1888, S. 117.
Konow giebt eine analytische Tabelle der Hoplocampa- Arten, Sitzgsber.
K. preuss. Akad. Wissensch. 1888, S. 187—190, mit H. Oertzeni (Sporaden) S. 190.
Lophyrus (Monoctenus) Jumperi (Kansas, auf J. virginiana); Marlatt,
Transact. Kansas Academy Sei., X, S 80—82, mit Tafel, die Larven, das Weib-
chen, dessen Legescheide, Cocon u. s. w. darstellend.
Macrophya 4 maculata F. var. nigra (Irkutsk); A, Jakowlew, Hör.
Soc. Ent. Ross. , XXII, S. 370, castanea u. s^. (Turkestan); derselbe, ebenda
S. 373, a-assico7-nis (Chicoutimi); L. Provancher, a.a.O., S. 352.
Over het cecidium van Nematus Capreae van Salix amygdalina door
M. W. Beijerinck; Versl. en Mededeel. der Koninglijke Akademie van Weten-
schappen, Afd. Natuurk., (3. R.) 3. D., S. 11 — 21; vgl. den vor. Bericht.
Nematus ventralis natural history; by L. 0. Howard; Insect life,
I, S. 83— 37, mit Holzschn.
Der verschollene N. crassicornis Htg. ist in England wiederkolt auf-
gefunden und von L. Camer on beschrieben; Entom. Monthl. Mag., XXIV, S.219.
N. sihirieas (Irkutsk); A. Jakowlew, Hör. Soc. Ent. Boss., XXII, S. 368,
discoidalis, frenalis, strüpes, nitens (Schweden); C. Gr. Thomson, Opusc. entom.
XII, decoratus (Florida); L. Provancher, a. a. 0., S. 849.
Pelmatopus minutus (Schweden); C.G.Thomson, Opusc. entomol. XII.
Phyllotoma fumipennis (Norwich); P. Cameron, Entom. Monthl. Mag.,
XXIV, S. 218.
Schizocerus ebenus Norton, the sweet-potato saw-fly; Insect life, I,
S. 48—45, mit Holzschn. Parasit derselben ist Eubadizon Schizoceri.
Seiandria (?) EotJineiji (Barrakpore, Bengalen); P. Cameron, Mem. a. Proc.
lit. a. phil. soc. Manchester, (4. S.), 1, S. 162,
Strongylogaster cingulatus ist als Larve und Imago variabel, und
geuiculatus Thoms. Varietät von cingulatus; Brischke, Schriften Naturf. Ge-
sellsch Danzig, N.F., VII, 2. Heft, S. 196.
Tarpa ruthena (Krasnojarsk) ; A. Jakowlew, Hör. Soc. Ent, Boss., XXII,
S. 375.
Taxonus floridanus (Jacksonville); L. Provancher, a.a.O., S. 352, latus
(Irkutsk); A. Jakowlew, Hör Soc. Entom. Boss., XXH, S. 868.
Un nuovo nemico delle piante fruttifere ist nach A. Ramello
Tenthredo adumbrata Klug; Ann. d R. Accad. di Agricolt. di Torino, XXIX.
Tenthredo Bernardi (Schweiz); Konow, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 220, pamyrensis (P.); A. Jakowlew, Hör. Soc. Ent. Boss., XXII, S. 869, atra
L. var. oftscMrate (Irkutsk) S. 370, Lachlaniana Cam. var. rubripes (Jaroslaw),
var. immaculata (Jaroslaw), oryssoldes n. sp. (Piatigorsk) S.871, Maraioitzi (ibid.)
S. 372; derselbe, ebenda.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 179
Uroceridae. Cephus Parreyssi S^nn. var. rufiventris { Piatigorsk ) ;
A. Jakowlew, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 373, politissimusw. sp. (Armenien);
A. Costa, Rendic. d. Accad. d. Sei. fis. e matemat. Napoli, (2) 11, S. 108, inter-
ruptus (Capronge); L. Pro van eher, a. a. 0., S. 355.
Riley schildert den Entwicklungsgang des Phylloecus integer Norton,
dessen Larve in Weidenschösslingen lebt; Insect life, I, S. 8 — 11, mit Holzschn.
Über die Parasiten von Tremex columba s. unten bei Thalessa
Ichneumonidae. Seh miedekn echt charakterisirt die europäischen
Gattungen der Schlupf wespenfamilie Pimplariae in analytischer
Tabelle; Zool. Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., III. S. 419— 444.
Thomson fährt in seinen Observations sur le genre Ichneumon et
descriptions de nouvelles especes fort. Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 105
bis 125.
Kriechbaumer's Ichneumoniden-Studien 12 und 13 beziehen sich auf die
^ des I. extensorius, suspiciosus, cerebrosus, fulvicornis, subannulatus ; Entom.
Nachr., 1888, S. 9— 16, 278—283.
Desselben Pimpliden - Studien behandeln 17. Poemenia notata Hgr.,
18. Acoenites saltans und fulvicornis Gr.; 19. Acoenit. rufipes Grr.\ 20. Pimpla
Schmiedeknechti Kriechb. ; ebenda, S. 337 — 340.
F. Rudow beschreibt einige neue Ichneumoniden, zumeist aus Süd-
europa; ebenda, S. 83-92, 120—124, 129—136.
AUomacrus (n. g. Plectiscin.) pimplarius (Schweden); C. G. Thomson,
Opusc. entom. XII.
Anilasta n. g. Campoplegin. ; C. G. Thomson, a. a. 0., XI.
Da Banchopsis Bud. und Banchopsis Kriechb. ganz verschiedene Gattungen
sind, so beeilt sich v. Dalla Torre, für den Kriechbaumer'schen Namen jüngeren
Datums Banchoides zu proponiren; Wien. Entom. Zeitg. 1888, S. 218 — 220;
vgl. dies. Ber. für 1886, S. 218 f.
Blapticus (n. g. Plectiscin., für robustus, suspiciosu.s, leucostomus, flavipes
und) dentifer, crassulus (Schweden); CG. Thomson, Opusc. entom. XII.
Callidora n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. O., XI.
Ecphora n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Euceribanchus (n. g. Bancho simile) macidipennis (Sizilien); Costa,
Atti d. R. Accad. sei. fis. e mat. di Napoli (2) L No. 10, S. 6, Tav. I, Fig. 5.
G onotyp a n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XI.
Holocremna n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Lathroplex n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Lathrostiza n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. O., XI.
Macrochasmus (n. g. Plectiscin.) alysiina (Lappland); C.G.Thomson,
Opusc. entom. XII.
Nepiera n g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0 , XI.
Neplesta n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Omorga n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Parabatus (n. g., von Paniscus durch den Mangel eines das Hinterhaupt
begrenzenden Kiels unterschieden; für V\r%?dx\?, Grav.\\\i(\.) nigricarpus.latungula,
cristatus (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entomol., XII.
Phobocampa n. g. Campoplegin.; C. G. Thomson, a. a. 0., XL
Synetaeris n. g. Campoplegin.; C. G, Thomson, a. a. O., XL
180 i*h. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Taschenbergia n. g. Pimplin. für (Mesoleptus) modestus Grav., dessen $
von Graveuhorst als Phytodietus microtamius beschrieben wurde; Schmiede-
knecht, Zool. Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., III, S. 437.
Thranosema n. g. Campoplegin. ; C. G. Thomson, a, a. 0., XI.
Adelognathus nigriceps, äimidiatus, nigricornis (Frankreich), limbatus, pilosus
(Schweden); C.G.Thomson, Opusc. entom. XII.
Amblyteles strigatorius bei Steegen; Brischke, Schrift, d. Naturf.-
Gesellsch. Danzig, N. F., VII, 2. Heft, S.201.
Amblyteles longigena (Südschweden) S. 112, anunis (Schweden) S. 114,
truncicola (Schweden) S. 115, limnophüus (Schweden), stagnlcola (Südschweden)
S. 119, fiimpUcidens (Südschwedeu) S 120; Thomson, a. a. 0., violaceus (Italien,
Griechenland, aus Papilio) S. 84 , fumipennis! (Südeuropa, aus Papilio), cUmi-
diativentris (^ovmAw[\e) S. 85, varipes (aus Ocneria dispar), fumijiennis !(?) S. 86,
rufipes (Portugal ; Südfrankr. : Sizilien ; Dalmatien), dromedarius (Marseille) S. 87,
erythromerus (Süd- und Mittelfrankreich) , pulliventris (Normandie, aus Bombyx)
S. 88, contristans (Thüringen, aus Dasych. pudibunda?), quadrimaeulatus (Lom-
bardei) S. 89, Bellemitus (Nordfrankr.), muticus (Alpen) S. 90, sulfureopictus (Alpen),
erythropygus (aus Leucoma Salicis) S. 91, ruficornis (Alpen) S. 92, siculus (Palermo)
S. 120, bipmictatus (Marseille), flavopictus (ibid.) S. 121, croceiventris (Portugal;
Pyrenäen) S. 122, sexzonatus (Sizilien), laticinctus ! (Spanien) S. 128, collaris
(Normandie) S. 124, iridis (Portugal; Südfrankr.) S. 129, lotharingicus (L.; Nor-
mandie), zonatus (Normandie) S. 130, mauritanicus (Algier), severus (Südeuropa)
S. 131, massiliensis (,M.) S. 131, bicolor (Südeuropa), italicus (Turm) 8. 132, laticeps
(Italien), gynandromorphus (Südeui'opa, aus Lasioc. otus) S. 134, triguttatus (l^ior-
msmäie), bisonatus (ihid.) S. 135; Rudow, Entom. Nachr., 1888. (Bridgman
erinnert daran, dass mehrere dieser Rudow'schen Namen vergeben sind; Ent.
Monthl. Mag., XXV, S. 36).
Anisobas platystylus, parviceps; Thomson, a. a. 0., S. 122.
Anomalon fulvo-hirtum (Amazons); Cameron, Proc. Manchester literary
a. Philosoph, soc. XXVL S. 132.
Arenetra tomentosa Ch-av. zu St. Gilles gefangen; Bull. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. XXXIX.
Banchus polychromus (Vancouver); L. Provancher, a. a. 0., S. 366.
Bassus festatorius (Caltonissetta, Siz.); A. Costa, Reudic. d. Accad. d. Sei.
fis. e matemat., Napoli, (2) II, S. 106, aciculatus (Ste. Gertrude) S. 368, auri-
cidatas (Cap rouge), mellipes (Ste. Gertrude) S. 429; L. Provancher, a. a. 0.
Cacotropa sericea (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Campoplex gracilis (Heia); Brischke, Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig,
N. F., Vn, 1, S. 55.
Catomicrus trichops (Schweden); CG. Thomson, Opusc. entom. XII.
Charops fusdpennis (Los Angeles; aus Raupen der Melitaeaa Chalcedon);
L. Provancher, a.a.O., S. 365.
Coleocentrus croceicornis Gr. §; Brauns, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
vni, s. 8.
ColpogiAthus (?) Magellansis! (Magellan Ctr.); Cameron, Proc. Manchester
iterary a. philosoph. soc, XXVI, S. 129.
Cremastus Cookii und var. rufus (Illinois; Michigan; aus Phoxopteris
comptana Fröl.); C. M. Weed, Entomol. Americana, IV, S. 151.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 181
Crypturus Sicnlus i Castelvetrano) ; Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e mat di
Napoli (2) I, No. 10, S. 7, Tav. I, Fig. 6.
Cryptus divisorius bei Gossensass; Dalla Torre, 17. Ber. natnrw.-
mediz. Vereins Innsbruck, Vereinsnachr., S. 4.
C. Mi/rmecoleontis (aus M. erhalten): F. Rudow, Societ. Entom., III, S. 137 f.,
nigricoxis (Cap rouge), spissieornis (Ste. Gertrude), Fletcheri ( Vaucouvei') ; L.
Provancher, a.a.O., S. 361, (Garabrus) wact*to?<.s (Westpreussen); Brischke,
a. a. O., VII, 1. S. 106.
Echthromorpha flavoorhitalis ( Hawaii) ; C a m e r o n , Proc. Manchester literary
a. philos. soc. XXV, S. 178.
Ephialtes|)am/fe?«<s,/?eieropws (Schweden); C.G.Thonison, Opusc. entom. XII.
Euceros grandicornis Holmcjr. ist wahrscheinlich die gewöhnliche Form
des ^ von E. egregius Huhmjr., während die als ^ der letzteren beschriebene
Form eine Varietät darstellt; eine neue, bei München gefangene Art, ist E.
superbus S. 199, ^ S. 353; Kriechbaumer, Entom. Nachr., 1888, S. 197—200.
Euryproctus coxalis (Mte. Sile, Calabr.); A. Costa, Rendic. d. Accad. d.
Sei. fis. e matemat., Napoli, (2) II, S. 106.
Euxorides Vancouveriensis (V.); L. Provancher, a. a. 0., S. 369.
Exenterus laricinus (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Exeta stes «CM^eZZam (Beruer Oberland); Brauns, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., VIII, S. 7, alpinus (höhere Alpen); Kriechbaumer, Entom. Nachr.,
1888, S. 354.
Exoehus lucidus (Ustica); Riggio & de Stefani, II Natural. Siciliano,
Vn, S. 148, Tav. I, Fig. 5.
(j]'S\it?L Phoxopteridis (Michigan; aus Ph. comptaua Fröl.)- C. M. Weed,
Entomol. Americana. IV, S. 151.
Jacobs ergänzt die Beschreibung des Guathoxys marginellus, der
im männlichen Geschlechte zahlreiche Färbungsvarietäten darbietet; Bull. Soc.
Entom. Belg., XXXI, S. XLVI.
Grypocentrus lucidus (Preussen, aus Fenusa intermedia); Brischke, Schrift.
Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F., VII, 1, S. 11.
Hemiteles pygmaeus (Preussen. ausFenella Agrimoniae); Brischke, Schrift.
Naturf. Gesellsch. Danzig (N. F.) VII, 1, S. 10, alhipalpis (Heia); derselbe,
ebenda S. 59, /«V^w* (Berner Oberland); Brauns, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
VIII, S. 5 f., bellicornis, notaticrus, clausus, ischnocerus, cyclogaster (Schweden);
C. G. Thomson, Opuse. entom. XII.
Heteropelma Batanae (aus D. ministra v;nd integerrima) ; Riley, Insect life,
I, S. 177, lonyipes (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 363.
Nach Jacobs hat Wesmael mit Unrecht Ichneumon ammonius $ Grav. vom
Männchen getrennt und für identisch mit I. ealoscelis Wesm. erklärt; die Art ist
jetzt auch in Belgien (Willerieken) gefangen; Bull. Soc. Ent. Belg. XXXI, S. XLIIIf.
Die Unterschiede der Männchen von I. suspiciosus und exten sorius s.
bei Kriechbaumer, Entom. Nachr., 1888, S. 9— 16.
I. laetepictus Costa ist eine leucogrammus am nächsten stehende Platy-
] ab US- Art; I. Calabrarius Costa ist neben rufinus und microstictus zu stellen;
derselbe, ebenda, S. 210.
Ichneumon Helensis (Heia); Brischke, Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig,
N. F., vn, 1, S. 58, (Patroclus) Venezuelensis (V.); Cameron, Proc. Manchester
182 i^li- Bert kau: Bei'icht über die wissenschaftlichen Leistungen
literary and philosoph. soc. XXVI, S. 128, mesostüpnus (Deutschland), nudicoxa
(Schweden) S. 107; Thomson, a. a. 0., liocnemis (= rufinus Holmgr.), hypolius,
trispilus, leucopeltis, aequicalcar (Schweden); derselbe, Opusc. entora. XII, Sague-
nai/ensis (Chicoutimi) S 356, himaculatus (Ottawa) S. 357; L Provancher, a.a.O.
Leptocryptus davipes (Schweden); 0. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Liraneria Hawaiiensis (Oahu); Cameron, Proc. Manchester literary a.
Philosoph, soc. XXV, S. 180.
Lissonota irrigua (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII, tristis
(Heia); Bris chke, Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F., VII. 1, S. 57, mam-
liceps (Amazons); Cameron s, Proc. Manchester literary a. i^hilosoph. soc. XXVI,
^.X^lßteckii (Sieders) S l,Zitm(;era(Sierre)S.2 ; B r au n s, Mitth.Schweiz.Ent.Ges. VIII.
MegaStylus multicolor (Vallombrosa); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e. mat.
di Napoli (2) I, No. 10, S 8, Tav. I, Fig. 7, (Helictes) päicornis, {Weg. i. sp ) pleu-
ralis (Norddeutschland); C.G.Thomson, Opusc. entom. XII.
Meniscus Ashmeadii (Jacksonville, Florid.); L. Provancher, a. a. O., S.430.
Mesochorus ^rwMcaiits Vancouver) ; L, Provancher, a.a.O., S. 365.
Mesolius granch's, piächerrimus, subroseus, liopleuris, longiventris, dorsatus,
nigriscuta (Schweden); C. H. Thomson, Opusc. entomol. XII, bisignatus (Zaife-
rana, Aetna); A. Costa, Rendic. d. Accad. d. Sei. fis. e matemat., Napoli, (2) II,
S. 107, Chicoutimiensis (Gh.); L. Provancher, a. a. 0., S. 368.
Mesostenus crasATi/emwr (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII,
albifacies (Ottawa); L, Provancher, a. a. 0., S. 362.
Microcryptus ^'ectoraZ;* (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Miomeris glabriventris (Schweden), rectangulus (Frankreich); C. G. Thom-
son, Opusc. entom. XII.
Misetus oculatus bei Steegen; Brischke, Schriften Naturf. Gesellsch.
Danzig, NF., VII, 2. Heft, S. 201.
Monoblastus angulutus (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Ophion longigena, distans, scutellaris (Schweden); C. G. Thomson, Opusc.
entom. XII.
Orthocentrus nigricoxus (Ottawa); L. Provancher, a.a.O., S. 369.
Paniscus melamerus (= testaceus Holmgr.), opaculus, ocellaris, düatatus,
h-aehycerus, gracilipes (Schweden); CG. Thomson, Opusc. entom. XII.
Perilissus FeneWae, cj«(/tttoi<s(Preussen, in Fenella Agrimoniae schmarotzend);
Brischke , Schriften Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F., VII. 1, S. 9.
Pezomachus pilosus (Stiere); E. Capron, Entom. Monthl. Mag. XXIV,
S. 217, niger (Los Angeles); L. Provancher, a.a.O., S. 362.
Phaeogenes sectus (Vancouver); L. Provancher, a. a. 0., S. 358.
Phygadeuon flavipes, stilpninus, armatulus, ochrogader, ripicola (Schweden) ;
C.G.Thomson, Opusc. Entom. XII, fusiformis (= annulatixs Prov. praeocc.)
S. 359, curticrus n. sp. (Chicoutimi) S. 360; L. Provancher, a. a. O.
Phytodietus superbus (Trinidad) S.430, elegans, ornatus (ibid.) S. 431;
L. Provancher, a. a. 0.
Phyzelus fasciatus (Danzig); Brischke, Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig,
N. F., VIL 1, S. 105.
Pimpla scanica hyperparasitic (in Limneria vulgaris); G. C. Biguell,
The Entomologist, XXI, S. 140 f., mit literarischen Nachweisen von E. A. Fitch,
über den Hypermetamorphismus der Pimpliden.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 133
Pimpla Haivaüends (Oahu); Oameron, Proc. Manchester literary a. phi-
losoph. soc XXV, S. 178, Schmiedeknec/iti, (Korfn); Kriechbaumer, Eutom.
Nachr., 1888, S. 339, varicauda (Stiere); E. Capron, Entom. Monthl. Mag., XXIV,
S. 217, Jason (Colombia); P.Cameron, Mem. a. proc. Manchester lit. a. philos. soc.
(4 S), I, S 176.
Im Anschluss an seine Tabellen der europäischen Pimplarien - Gattungen
liefert Schmiedeknecht in den Zool. Jahrb., Abth. f. Systematik etc., HI,
S. 445 — 542 eine monographische Bearbeitung der Gattung Pimpla.
Nach derselben enthält die Gattung, ausser 16 nicht mit Sicherheit zu deutenden
Hartig'schen und Ratzeburg'schen und 2 zweifelhaften De Stefani'schen, 60 Arten,
die unter dem Namen Pimpla vereinigt bleiben, indem die Förster'scheu Gat-
tungen (mit Ausnahme von Stilbops) nicht angenommen sind. Neu sind P. Mo-
raguesi (Palma auf Mallorca) S. 479 (Holmgreni = graminellae Holmyr., S. 5U2),
(Stilbops) limneriaeformis (Thüringen) S. 531.
P. nematorum Rudow = abdominalis Ch-av.; Schmiedeknecht, a.a.O.,
S. 447.
Platylabiis concinnus (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Plectiscus (Aperileptus) obliquus, (PI. i. sp.^ bistriatus, eurystigma (Schweden),
subteres, curticauda (Norddeutschland), (Dialispis) crassipes (Nord- und Mittel-
europa), (Proclitus) longitarsis (Norddeutschland), heterocerus ^Schweden); C. G.
Thomson, Opusc. entom. XII.
Podogaster striatus (Amazons); Cameron, Proc. Manchester literary a.
Philosoph, soc. XXVI. S. 131.
Polyblastus viacrocentrus , pallicoxa (Schweden); C. G. Thomson, Opusc.
entom. XII.
Polysphincta Dictynae (Larve äusserlich am Hinterleib von D. volupis Keys ,
Nordamerika, schmarotzend); L. 0. Howard, Insect life, I, S. 106 f. mit Holz-
schn., caudata, pidocoUis (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entomol. XII.
Porizon cdbipes (Cap rouge), Californicum ! (Los Angeles); L. Provancher,
a. a. 0., S. 364.
S-pndastic&j petiolaris ; Thomson, Opusc. entom. XI. Bridgmau erklärt
diese Art, die er aus Taeniocampa gracilis und instabilis erhalten hatte, für
synonym mit seiner Limueria Kriechbaumeri ; Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 163.
Stilpnus deficiens (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 359.
Symplecis facialis (Schweden); C. G. Thomson, Opusc. entom. XII.
Riley schilfert the habits of Thalessa and Tremex, Insect life, I,
S. 168—179 mit Taf. I und mehreren Holzschnitten. Thalessa lunata und atrata
sind äussere Parasiten von Tremex columba. Die Weibchen bohren vorzugs-
weise in Bäumen, die von Larven von Tr. columba bewohnt sind; bisweilen führt
ihr Instinkt sie aber auch irre. Der lange Legebohrer sucht den Gang einer
Tremex-Larve zu erreichen und ein Ei hinein zu bringen, der ausschlüpfenden
Larve es überlassend, sich ihr Opfer aufzusuchen, an welches sie sich festheftet.
Die Angabe Lintner's, dass Th. lunator auch an Larven eines Schmetter-
lings, Datona, ihre Eier ablege, beruht wahrscheinlich auf einer Verwechselung
von Heteropelma mit Thalessa. Die Lageänderung, welche der Bohrer und die
Stützklappen beim Bohrakte macheu, sind sehr genau beschrieben.
H. Samzelius erhielt Th. superba (als Parasiten einer Sirex-Art) in
Skärgard (Südermanien) ; Entom. Tidskr., 1888, S. 52, 54.
184 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Trogus vioUceus (aus Pap. hospiton); Rudow, Entom. Nachr., 1888, S. 84.
Tryphon flavitarsis Costa = Crypturus argiolus Gr.; Tr. nigricarpus
Costa gehört zur Gattung Cteniscus Ciirt.; Kriechbau mer, Entom. Nachr.,
1888, S. 211.
TryiJhon Schmiedehiechtii (Meklenburg; Wallis); Brauns, Mitth. Schweiz.
Entom. Gesellsch., VIII, S. 4, ceratophorus (Schweden); C. G. Thomson, Opusc.
entomol. XII, rufopectus (Ste. Gertrude); L. Provancher, a. a. 0., S. 367.
Braconidae. C. M. "Weed liefert Descriptions of sorae new or little
known Microgasterinae; Trans. Amer. Eutom Soc, XV, S. 294— 297.
Euchasmus (n. z. Hecabolin.) exiguus (England); T. A. Marshall, a. a. 0.,
IV, S. 211.
Telebolus (n. g. Hecabolin.) Corsicus (Ajaccio); T. A. Marshall, a. a. 0.,
IV, S. 203.
Acrisis clavipes Reinh. (Dresden, aus Tannenzapfen); T. A. Marshall,
a. a. 0., IV, S. 212.
Agathis imperialis (Sizilien); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e mat. di Napoli
(2) I, No. 10, S. 9, Tav. I, Fig. 8.
Alysia fossulata (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S 391.
Aphidaria hasilaris (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 396.
Aphidius nigrovarius (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 396.
Aspilota astigma (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 393.
Blacus cimeat'us (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 383.
Bill ups erhielt Bracon brevicornis aus EphestiaKühniella; Proc. Entom.
Soc. London, 1888, S. XXVIII f.
Bracon Sicnlus (Palermo) S. 86, trucidutor (Norditalien) S. 93, Illyricus
(Albanien) S. 154; T. A. Marshall, a. a. 0., IV, uromelas (Sardinien), filicauda
(Lage di Lentini, Sizil.) und var. (Asseniini, Sardin.); A. Costa, Rendic. d. Accad.
d. Sei. fis. e matemat. . Napoli, (2) II, S. 107, auripes (Ottawa), sanguineus (Los
Angeles), Angelesius (ibid.) S. 372, politus (ibid.) S. 373, pilosipes (Trinidad)
S. 431, striatus (Vancouver) S. 432; L. Provancher, a. a, 0., dolich[o]ura (Berge
bei Bogota); P. Cameron, Mem. a. proc. Manchest. lit. a. phil. soc. (4 S) I, S. 176.
Centetes americana, schmarotzt in Megilla maculata in ähnlicher Weise
wie in Coccin. 5-punct. und 7-punct. der Microctonus terminatus Nees, der nach
Riley ein Perilitus ist; Riley, Insect life, I, S. 103 mit Holzschn.
Cameron ersetzt den Namen Chelonus carinatus Cfo». {i\ec Cresson) ihwch
Gh. Blackhurni; Proc. Manchester literary a. philosoph. soc. XXV, S. 181; vgl.
dies. Bericht über 1881, S. 221.
Chelonus filicornis (Neu-Mexiko); Cameron, Proc. Manchester literary a.
Philosoph, soc. XXVI, S. 135.
Dendrosoter Sicanus (Sizilien) S. 243, ferruginens (Arles) S. 247; T. A.
Marshall, a. a. 0., IV.
Doryctes pallipes (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 375.
Doryctes brachyurus (Ungarn); T. A. Marshall, a. a. 0., IV, S. 238.
Bubadizon ScJiizoceri (aus Seh. ebenus Norton) ; s. Insect life, I, S. 44 mit
Holzschn., caUfornicus (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 383.
Iphiaulax americaniis (Ste. Gertrude); L. Provancher, a. a. 0., S. 371.
Macrocentrus aciculatus (Los Angeles); L. Provancher, a.a.O., S. 380.
Microgaster rubricoxus (Cap rouge) S. 386, crenulatus (ibid.) S. 387;
im Gebiete der Entomologie währeiul des Jahres 1888. 185
L. Provancher, a. a. 0., facetosus (Illinois); C. M. Weed, Trans. Amer. Entom.
Soc, XV, S. 296.
Microplitis maturus (New -York; Connecticut) S. 294, terminatus (Illinois)
S. 295; C. M. Weed, Trans. Amer. Entom. Soc, XV.
Oenone sericea (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 394.
Opius niijer (Cap rouge) S. 381, nanus (Los Angeles), variahilis (Cap ronge)
S. 382; L. Provancher, a. a. O.
Perilitus myritus (Ste. Gertrude); L. Provancher, a. a. 0., S. 379.
Phaenocarpa rubriceps (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0.. S. 392.
Prosapha liyalina (Ottawa) L. Provancher, a. a. 0., S. 392.
Ehogas rugosulus (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 374.
Sigalphus CaZectomcm (Schottland); T. A. Marshall, a. a O., IV, S. 317.
Vipio phoenix (Sarepta); T. A. Marshall, a. a. 0., IV, S. 74.
Zele basalis (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 380.
Proctotrypidae. L. O. Howard stellt a generic Synopsis of the
hymenopterous family Proctotrupidae (Tabelle der Unterfamilien und
Gattungen) auf; Trans. Amer. Entom. Soc, XIII, S. 169—178.
Sclerogihha (n. g. Scleroderm. et Perisemo affine) crassi'/e?« oröf a (Ustica),
Riggio & de Stefani, II Natural. Siciliau., VII, S. 146, Tav. I, Fig. 3.
Camptotera clacata (Ste. Gertrude); L. Provancher, a. a. 0., S. 404.
Epyris orientalis (Barrakpore, Bengalen), Hispanicus (Gibraltar), S. 169,
apterus (ibid.) S. 171, tricolor (New -Forest) S. 172. rufipes (Orizaba, Mexiko)
S. 173, punctatus (ibid.) S. 174; P. Cameron, Mem. a. Proc lit. a. phil. soc.
Manchester (4 S.), I.
Proctotrypes maculipennis (Greymouth, Neu -Seeland); derselbe, ebenda
S. 175.
Sierola monticola (Hawaii) S. 176, leuconeura (Lanai) S. 177; Cameron,
Proc. Manchester literary a. philosoph. soc. XXV.
Telemonus rufoniger (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 403.
Trichacis auripes (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 403.
Evaniadae. Aulacus flavipennis (Dekaya, Ceylon); Cameron, Proc.
Manchester literary a. philosoph. soc. XXVI, S. 134.
Gasteryption j«|>ontVww (Kobe); P. Cameron, Proc. Manchester literary
a. philosoph. soc. XXVI, S. 133, Orientale (Barrakpore, Bengalen); derselbe,
ebenda Mera. a. proc. (4 S.), I, S. 177.
Chalcididae. W. H. Ashmead liefert Descriptions of new Florida
Chalcids, belonging to the subfamily Encyitinae; Entomol. Americaua IV,
S. 15-17.
Derselbe gibt a revised generic table of the Eurytominae, with
descriptions of new species; ebenda S. 41- 43; die neuen Arten sind bisher nicht
beschrieben.
Derselbe desgl. a revised generic table of the Chalcidinae;
ebenda S. 87f.
Arrhenophagus (n. g. Encyrtin.) Chionaspidis (Schweden; in den männ-
lichen Exemplaren von Chionaspis Salicis); Chr. Auri villius, Entom. Tidskr.,
1888, S. 144—148, Taf. L — Der Verfasser bemerkt dabei, dass überhaupt die
in Cocciden schmarotzenden Pteromalinen stets nui' die Männchen heimsuchen.
186 Ph. ßertkau: Bericht über die wissenschaftliclien Leistungen
Bruchophagus n, g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Decatoniidea u. g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Diplodontia n. g. Chalcidin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 87.
Eudecatoma n. g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Evoxysoma n. g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Eurytomocharis n.g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entom. Americana,
IV, S. 42.
Isosomocharis n.g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Isosomodes n.g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Isoso{mo)morpha n. g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Ameri-
cana, IV, S.42.
Metadontia n. g. Chalcidin.; W. H. A s h ra e a d , Entomol. Americana,
IV, S. 87.
Panthalis (! n. g.; Name bei Würmern vergeben) Blackburni (Port Lin-
coln, S. Australien); Camer on, Proc. Manschester literary a. philosoph. society,
XXVI, S. 122.
Pkylloxeroxenus n.g. Eurytomin; W. H. Ashmead, Entomol. Ame-
ricana, IV, S.42.
Systolvdes n. g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 42.
Xanthosoma n.g. Eurytomin.; W. H. Ashmead, Entomol. Americana
IV, S.42.
Aphycus nigei-, Chrysopae (aus dem Cocon einer Chr.), unicolor (alle von
Florida); W. H. Ashmead, Entomol. Americana, IV, S. 15.
Belonea erylhropoda (Port Lincoln, S. Australien); Camer on, Proc. Man-
chester literary a. philosoph. soc, XXVI, S. 122.
Chalcis Milcado (Eugita, Japan); Cameron, Proc. Manchester literary a.
philos society. XXVI, S. 117.
Cleonymus superbus (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 407.
Choreia flavicincta (Florida) ; W. H. A s h m e a d , Entomol. Americana, IV, S. 17.
Comys cyanea (Florida); AV. H. Ashmead, Entomol. Americana, IV, S. 17.
Copidosoma vanet/fl^Mwi (Amerika, aus Anarsia lineatelia); Howard, Insect
life. L S. 197.
Dinocarsisi)MfcÄer (Florida) ; W. H. Ashmead, Entomol. Americana, IV, S. 17.
Encyrtus (?) insular is (Hawaii); Cameron, Proc. Manchester literary a.
philos. soc, XXV, S. 182, Pyralidis (Florida, aus einer „peach pyralid"); W. H.
Ashmead, Entomol. Americana, IV, S. 15 (Ashmead schreibt Eucyrtus).
Epitranus erythrogasta- (Nagasaki); Cameron, Proc. Manchester literary
a. Philosoph soc, XXVI, S.119.
Halticella timtipemns (Nagasaki); Cameron, Proc. Manchester literary a.
philosoph. soc, XXVI, S.118,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 137
Leptomastix tineaevora (Florida, aus einer Tineine); W. H. Ashmead,
Eutomol. Americana, IV, S 16.
Lophyrocera flm-idana (Fl.) ; W. H. A s h m e ad , Entomol. Americana, III, S. 187.
Mira lomjipennis (Florida); "W.H. Ashmead, Entomol Americana, FV, S. 17,
Monodontomerus usticensis (Ustica); Riggio & de Stefani, II Natural.
Siciliau., Vn, S. 148, Tav. I, Fig. 4.
Orasema violacea, S. 187, minuta, S. 188 (Florida); W. H. Ashmead, Ento-
mol. Americana, III.
Perilampus stygicus (Cap rouge); L. Pro van eher, a. a. 0., S. 406.
Phaenodiscus armatus (Florida); \V. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 17.
Prionomastix americana (Florida); W. H. Ashmead, Entomol. Americana,
IV, S. 16.
Psilophrys armatus, (?) imlchripennis (Florida); W. H. Ashmead, Entomol.
Americana, IV, S. 16.
Rhopalicus pallipes (Cap rouge) ; L. Provancher, a. a. 0., S. 407.
Cynipidae. P. Cameron handelt On some new or little known
British parasitic Cynipidae; 1. The paras. Gyn. descr. by Prof. Westwood
in the Mag. of Nat. Hi&t., 18i33. — Eine Vergleichung der Typen ergab folgendes:
Eucolla crassinerva = maculata Htg. ; Clidotoma psiloides — bicolor Gir. = rufi-
cornis Tlioms.: Anacharis rufipes ^= Aegilips Dalmani Eeinh.; Auach. fumipennis
ist eine nicht wieder aufgefundene Art und wird neu beschrieben nebst einer
Synopsis der Brittischen Aegilips-Arteu. Ent. Monthl. Mag, XXIV, S. '209—211.
Acothyreus mellipes (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 438.
Ceroptres darsalis (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 398.
Cleditoma niyripes (Dulwich) S. 165, crassidava (Sutherlandshire), Caledonica
(Claddich) S. 166, striaticoUis (New Galloway), mdunop)oda (London District) S. 167;
P. Cameron, Mem. a. proc. lit. a. phil. soc. Manchester (4. S.), I.
V. Schi echten dal überzeugte sich durch Zuchtversuche von der Zu-
sammengehörigkeit der Chilaspis nitida und Löwii Giraud-Wachtl; Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 24.öf.
Dimicrostrophis nigricornis (Ottawa); L. Provancher, a. a. O., S. 436.
Eucoela graciliccrnis (Banks of Clyde); P. Cameron, Mem. a. proc. lit. a.
phil. soc. Manchester (4. S.), I, S. 168, viinor (Los Angeles); L. Provancher,
a. a. 0., S. 398.
Onychia striolata (Barrakpore, Bengalen); P. Cameron, Mem. a. proc. lit.
a. phil. soc. Manchester (4. S.). I, S. 164.
Periclistus oUiquus (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 397.
Phaenoglyphis forticcrnis (England); P. Cameron, Entom. Monthl. Mag.,
XXIV, S. 210.
In Weismann's und Ischikawa's „Weiteren Untersuchungen
zum Zahlengesetz der Richtuugskörper", Zool. Jahrb., Abth. f. Anat. u.
Ontog, in, S. 575-610, Taf. XXV— XXVKL sind auf S. 587 f., Taf. XXVIII,
Fig. 28—30 die Vorgänge bei der Bildung der Richtungskörper und Kopulation
der Geschlechtskerne in den Eiern von Spathegaster tricolor geschildert.
Es werden bei diesen der Befruchtung bedürfenden Eiern zwei Richtungsköri)er
ausgestossen ; die Kopulation der Geschlechtskerne geht in der Tiefe des Ei-
körpers vor sich.
188 Ph. Bertkau: Bericht über die wisseiischaftlichen Leistungen
Chrysididae. Von A. de B o r m a n s sind Notes sur les Chrysididesdes
environs de Bruxelles in dem Bull. Soc. Entern. Belg. XXXI, S. XX— XXLEI
abgedruckt.
T. de Stefani fährt in seiner Note sulle Crisididi di Sicilia fort;
II Natural. Siciliano, VII, S. 88-95, 114—125, 139—145, 1.56—161, 177—182,
215-224, 237-244, 273—291.
Tableau dichotomique der bei Brüssel beobachteten Arten von P. Meu-
nier, ebenda, VIII, S. 48- 54.
R. du Buysson fähit in seinen Descriptions de Chrysidides nou-
velles fort; Revue d'entomologie, 1888, S. 1—13.
Brischke erhielt eine Chrysis aerata aus einer anscheinend unverletzten
Made von Osmia adunca; Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig, N. F. , VII, S. 103.
Chr. japonicus (Hitoyoshi) S. 125, pulcJiellus (Ceylon) S. 126; Cauieron,
Proc. Manchester literary a. philos. soc, XXVI, Ragusae (Sizilien); Th. De-
Stefani, II Natural. Siciliano, VII, S. 218, fulminatrix (Teniet) S. 4, chloro-
prasis (Ilmenau) S. 5, Anceyi (Oran) S. 6; R. du Buysson a. a. 0.
Hedychrum jajjomcum (Fukui) S. 123, Lexvisi (Hitoyoshi) S. 124; Cameron,
Proc. Manchester literary a. philosoph. soc, XXVI, sculptiventre (Oran), Phoenix
(Syrien); R. du Buysson, a. a. 0., S. 2.
Hedychridium monochroum (Marseille?); R. du Buysson, a. a. 0., S. 3.
Philoctetes omalo'ides (Oran); R. du Buysson, a. a. 0., S. 1.
Crabronidae. F. W. Putnam theilt seine Beobachtungen au 2 Wespen
mit, die gelähmte Raupen m ihre Brutkammern schleppten; Proceed. Boston Soc.
Natur. History, XXIII, S. 465.
Aphanilopterus (n. g.) ragabundus (Sa. Theresa, Bras.); F. Meunier,
II Natural. Siciliano, VII, S. 302.
Scapheutes (n. g, Bothynostethi affine; antennae (^ 12-art., segm. ventrale
7. couspicuum, 8. bifurcatum; XCV, S. 278 und XCVI, S. 229) Mocstmji (San
Paulo, Bras.); Handlirsch, a. a. 0., XCVI, S. 232.
Ammophila psilocera (Buchara) S. 153, nigrohirta (Kaukasus) S. 154; Kohl,
Abh. Zool. Bot. G-es. Wien, 1888, (Psammophila) alpina (Tirol, von Franzenshöhe
bis zur Stilfserjochhöhe, auch Schweiz, Petit-Saleve, Berisal); derselbe, ebenda,
S. 729.
Ampulex ruficollis (Gibraltar); P. Cameron, Mem. a. proc. Manchester lit.
a. philos. soc. (4 S.), I, S. 178.
Anthophilus 14-punctatus (Semipalatinsk) S. 289, eleyans (ibid.) S. 290;
F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII.
Astatus pictus (Mexiko) S. 146, strigosus (Orizaba, Mex.) S. 147; Kohl,
Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888.
Blepharipus caspicm (Tschikischljar); F. Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S. 293, nigricornis (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 294.
Bothynostethus nitens (Blumenau, Brasil.); Handlirsch, a.a.O., XCVI,
S. 227 und XCV, Tab. II, Fig. 18.
Kohl ergänzt nach Ansicht der Type die Dablbom'sche Beschreibung von
Ceratocolus Loewii Bahlb. und bildet einzelne Theile desselben ab; Fauna
von Herustein, S. 218.
Cerceris opalipiennis (Helenendorf, Kaukas.) S. 136. euryanthe (Kauk.),
rhinoceros (Syrien) S. 137, Schlettereri Rad. i. 1. (Taschkeud) S. 138, (Mocsdryi =
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 189
Orientalis Mocs., aber nicht = engenia Schlett.; der Name orientalis wurde aber
bereits früher von Smith vergeben, S. 139); Kohl, Abh. Zool. Bot, Gesellseh.
Wien 1888, Stefanii (Sizilien); Ed. Andre, a. a. 0., III, S. 255.
Cerceris ScJikttcreri (Kodzent; Taschkent); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent.
Ross., XXII, S. 335, aequalis (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 417.
Corj'nopus simplicipes (Turkestan); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXII, S. 291.
Crabro Mauiensis{W9i\\\) S. 165, ahnormis (Oahu) S. 169, adspectans (Haleakala,
Maui) S. 170, rubroecmdatus (Mauna Loa, Hawaii) S. 172; Blackburn, Proc.
Manchester literary a. philosoph. soc. XXV, (Lindenius) aegi/ptiu-i (Ä.) (Soleuius)
persicus (Schiras) S. 134, Schltttereri (Bozen) S. 135; Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1888, (Kriechbaumeri Kohl ^ S. 722; derselbe, ebenda), niger {Ottawa,};
L. Provancher. a. a. O., S. 419, cora (Gi'eymouth, Neu-Seeland); P. Cameron
Mem. a. proc. Manchester lit. phil. soc. (4 S.) I, S. 181.
Kohl beschi;eibt Cr. curvitarsus H.-S. (= Brachymerus Megerlei Dahlb.)
nnd bildet Afterklappe und Kopf ab; Fauna von Hernstein, S. 217 f.
Nach Pissot verproviantiert Cr. Wesraaeli seine in alten Bohrlöchern an-
gelegten Brutzellen mit Typhlocyha Rosae und einem grünen Chironomus; Bull,
Soc. Entom. France, 1888, S. CXX.
Didine'is Wüstneii (Dalmatien) S. 263, Pannonica (Südost- Ungarn) S. 264,
crassicornis (Mittelungarn) S. 266, Tab. I, Fig. 15; Handlirsch, a. a. 0., XCVI.
Diodontus Handlirschii (Trafoi); Kohl, Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien.,
1888, S. 725.
Diphlebus austriacus (Niederösterreich, aus Gallen von Cynips Kollari und
argentea); Kohl, Yerh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888, S. 723 Anm.
Entomosericus conmwms (südöstl. Europa); Handlirsch, a.a.O., XCVI,
S. 300, Tab. II, Fig. 19—22, II, Fig. 12—15 und XCV, Tah. HI, Fig. 6, 7.
Eucerceris insignis (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 418.
Gorytes ruficornis (Kalifornien) S. 243, eximius (ibid.), laticinctus (Vancouver)
S. 274; L. Provancher, a. a. O., trichiosoma (Greymouth, Neu-Seeland);
P. Cameron, Mem. a. proc. Manchester lit. a. phil. soc. (4. S), I, S. 180.
Harpactes transiens (Sizilien); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fis. e mat. di
Napoli (2), I, No. 10, S. 3, Tav. I, Fig. 2.
Mellinus compacius (?) S. 284, Tab. II, Fig. 7, 8, obscurus (Korea) S. 288
Fig. 11, pygmaeus (Orizaha, Mexiko) S. 289, Fig. 1; Handlirsch, a. a. 0., XCVL
Monedula nigrifrons (Los Angeles) S 415, parata (ibid.) S. 416; L. Pro-
vancher, a. a. O.
Nysson dives (Orizaha, Mexiko) S. 309, Tab. IV, Fig. 8, 24, Braueri (Setif,
Algier) S. 323, Capensis (C.) S. 325, Saussurei (Süd-Austr.) S. 332, Fig. 14,
Kolazyi (reg. palaearct.) S. 342, Tab. V, Fig. 2, Freyi-Gessneri (Georgia) S. 355,
Fig. 5, tuberculatus (Wisconsin; Südcarolina) S. 363, tomentosus (Blumenau,
Brasil.) S. 369, Gerstäckeri (Rhodus) S. 384, Tab. IV, Fig. 18, V, Fig 19. Friesei
(Weissenfeis a. d. Saale) S. 393; Handlirsch, a. a. 0., XCV.
Oxybelus transcaspicus (Askhahad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S.345.
Passaloecus abnormis (Wippach in Krain); Kohl, Verh. Zool. Bot. Ge-
sellsch. Wien, 1888, S. 726.
Pelopoeus brachystylus (Chinchoxo) S. 154, (Chalybion) punctatus (Sansibar),
190 Pt». Bertkau: Bericht über flie wissenschaftlichen Leistungen
laevigatiis (ibid.) S. Iö5; Kohl, Abh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888, atrlpes
(Semipalatiusk); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, S. 271, caucasicus
(K.); E. Andre, a. a. 0., IH, S. 110.
P. spirifex, pensilis und transcaspicus bei Sevilla; Medina, Act.
Soc. Esp. Hist. Natur., XVII, S. 51.
Philanthus andalusiacus (A.); Kohl, Abh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien, 1888,
S. 140, Sihiricus (= Anthoph. Hellnianni Eversm. var. B.); Radoszk owski ,
Hör. Soc. Ent. Boss., XXII, S. 325, Ilarrimjhmii (Ottawa); L. Provancher,
a. a. 0., S. 278.
Pison scriceum (Attika); Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 140.
Sphex Badoszkcnvskyi (Khiwa), punctlcollis (Krasnowodsk) S. 151, anatolicus
(Ephesus) S. 152; Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888.
Steniolia duplicata (Los Angeles); L. Provancher, a. a. 0., S. 414.
Stizus vülosus (Sizilien); Costa, Atti d. R. Acc. sei. fls. e mat. di Napoli (2)
I, No. 10, S. 2, Tav. I, Fig. 1, disimr (Kiltitschinar, Transkasp.) S. 284, Koenuji
(ibid.) S. 285, histrio (ibid.) S.287; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Rossic, XXII,
Komarovi (?) S. 332, Pluschtschewskü (Astrachan) S. 334, Taf. XV, Fig. 30;
Radoszkowski, ebenda.
Tachysphex (micans Bad. S. 143), Nattereri (Sudan) S. 144, melanarius
Helenendorf, Kaukas.) S. 145, stjriacus (S) S. 14H; Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges.
AVien, 1888, Helmsi (Greymouth, Neu-Seeland); P. Cameron, Mem. a. proc,
Manchester lit. a, phil. soc. (4. S.) L S. 182.
T. caucasicus Bad, § = dubius; dubius Bad. $ wahrscheinlich = cauca.sicus;
Kohl, a.a.O., S. 142 f.
Tachytes pygmaea (Aegypten ), jopowicrt (J.); Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1888, S. 141.
Kohl behandelt die (paläarktischen) Crabronen der Section Threopus
Lep. (Schild Wespen, Siebbienen) in monographischer W^eise; Zool. Jahrb., Abth.
f. Systematik etc., III, S. 543 — 590, Taf. XIV. Ausser den allgemeiner be-
kannten Arten cribrarius L., scutellatus Schev. und peltarius Schreb. lagen dem
Verfasser in natura vor die vielfach mit jenen verwechselten, fast unbekannten
alpinus Imh., pugillator Costa, rhaeticus Kriechb. & Aichinger und Korbii KoM,
sowie die östlichen Arten filiformis Badoszk., Uljaniui Badoszlc, Sibiriens Moraw.
und (Thyreus) camelus Eversm. — Ausser diesen paläarktischen Arten zählt der
Verfasser noch 16 aus Nordamerika beschriebene Arten auf und beschreibt Cr.
(Thyreopus) tlnjrevphorus (Nevada) S. rtSb , pellista (Orizaba, Mexiko) S. 587. —
Die nearktische Region ist die einzige, in der bis jetzt ausser der paläarktischen
Thyreopus-Arten gefunden sind, und dieser Umstand liefert einen Beweis mehr
für die Ansicht, dass die nearktische mit der paläarktischen Region zu vereinigen ist.
Th. ingrkus (Ingrien, bei Petersburg); F. Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII, S. 294, elongatus (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 293.
Trypoxylon striatum (Ottawa); L. Provancher. a. a. 0., S. 283.
Pompilidae. In einer Revision des armures copulatrices des
mäles de la famille Pompilidae in den Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou, 1888,
No.3, S. 462— 493, PI. XII -XV stellt Radoszkowski die Genitalbewaffnung
von 42 Arten der Gattungen Pompilus, Agenia, Pogonius, Aporus, Cyphononyx
Wesmaelinius, Ferreola, Pseudoferreola, Salius, Priocnemioides, Prio-
cnemis, Ceropaleoides, Hemipepsis und Pepsis dar. Die Genitalbewaffnung
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1888. 191
von Ceropales hat mit der der Pompiliden nur den Besitz der „Genitalpalpen"
gemein; die Gattung bildet wahrscheinlich eine besondere Familie.
Ceropaleo'ides n. g. für (Ceropales) Komarowii Rad.; Radoszkowski,
a.a.O., S. 486, mit Abbildung der männlichen Genitalbewaffnung auf PI. XV,
Fig. 35.
Priocnemioides (n. g. für Priocnerais fulvicornis Cress., flammipennis
Smith, und) andalusiensis (A.); Radoszkowski, a. a. 0., S. 483, PI. XIV, Fig.27.
Fseudoferreola (n. g.) striata (Andalusien) S. 478, PI. XIV, Fig. 20, incisa
(ibid.) (Algier) S. 479; Radoszkowski, a. a. 0.
Agenia (Pogonius) eftythropus (Attika; Spalato); Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1888, S. 150.
Ceropales sibirica (Kultuk; Minusin.sk) S. 490, j\nol;osewitzi (Lagodekhi,
Kauk.) S.491; Radoszkowski, a a. 0.
Ceropales altaica (Semipalat.insk); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXII, S.272.
Cyphononyx tuherculatus (Nepaul); Radoszkowski a. a. 0., S. 470,
PI. XIII, Fig 15.
Ferreola syraensis (Syra), caucasica (K.), rossica (Saratow; Orenburg) S. 475,
sirdariensis (Syr-Darja) PI. XIII, Fig. 18, Komarowii (Trauskaspien) S. 476;
Radoszkowski, a. a. 0.
Homonotus rectamjulus (Charkow) S. 277, nasutus (Astrachan) S. 279, si-
gnativentris (Tschikischljar, Transkasp.) S. 281, cyanojjterus (Kiltitschinar) S. 282;
F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII.
Brisckke erhielt Pompilus niger F., als deren Varietäten er concinnus
und melanarius Bahlb. ansielit, aus Gängen in Erlenstämmen, die wahrscheinlich
von den Raupen der Sesia spheciformis gefressen waren. Schrift. Naturf. Ge-
sellsch. Danzig, N. F., VII, 1, S. 95.
P. (jalactopterns (Helenendorf, Kaukasus) S. 147, sericeomaeulatus (Klein-
asien) S. 148, alpivacjus (Bozen) S. 731; Kohl, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888,
(Planiceps) Castor (Tirol; Genf; Niederösterreich), Pollux (Tirol; Marseille;
Brindisi; Attika); derselbe, ebenda, S. 150, peranceps (Andalusien) Fig. 7,
S. 466, hinotatus (Taschkend), sexnotatus Eversm. ined. (Orenburg) S. 467; Radosz-
kowski, a. a. 0., asiaticus (Semipalatinsk) S. 274, truchmenus (Ass-chabad) S.276;
F. Morawitz. Hör. Soc Entom. Ross., XXII, Sidemii (Wladiwostok) S. 331,
ScMettereri (Askhabad) S. 331, tristis, S. 342, deceptor, S. 343, KoMü, S. 344,
(Askhabad); Radoszkowski, ebenda.
Priocnemis in/MrcM.s (Vichyj ; Radoszkowski, a.aO., S.485, PI. XV, Fig. 34.
A. Costa: Osservazioni intorno al genere Salius di Fabricio e specie
italiane dello stesso. — Atti d. Real. Istitut d'incoraggiamento alle Sei. nat.,
econom. e tecnolog ; Novembr. 1886.
Salius Costae (Syra; Saratow; Orenburg etc.); Radoszkowski a.a.O.,
S. 479, PI. XIV, Fig. 22.
Wesmaelinius caucasicus (K.) S. 672, aegyptiacus (A.) S. 673; Radosz-
kowski a. a. 0.
Seoliadae. Dielis angulata (Ass-chabad); F. Morawitz, Hör. Soc. Ent.
Ross , XXII. S. 296.
Elis dives (Los Angeles) S. 410, 4-cincta (ibid.) S. 411; L. Provancher,
a. a. 0.
192 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Meria alhipes (Tschikischljar, Transkasp.) S. 298, sculpturata (Merw) S. 299,
nocturna (ibid., Nachts an der Lampe gefangen) S. 301; F Morawitz, Hör.
Soc. Entom. Boss., XXII.
Om Scolia unifasciata Cip-il. som skandinavisk insekt (Bisör;
Sälö); W. M. Schöyen, Entomol. Tidskr., 1888, S. 109—114.
Mutillidae. Ch. A. Blake schrieb eine Mouograph of the Mutil-
lidae of North America; Trans. Americ. Entom. Societ., XIII, S. 179— 280,
mit 37 Fig. im Text. (Nach Wachtl, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 48).
Chyphotes {u.g.) elevatus [k.Yizo\i?i\ Süd-Carolina); Blake a. a. 0. S. 276,
Fig. 19, 20.
Apterogyna Moraioitzi (Askhabad); Badoszkowski, Hör. Soc. Entom,
Boss., XXn, 's. 349.
Dasylabris Koenigi (Kiltitschinar); Badoszkowski, Hör. Soc. Ent. Boss.,
XXn, S.348.
Mntilla bison (Sizilien); A. Costa, Atti d. B. Acc. sei. fis. e mat di Napoli
(2)1, S. 4, Tav. I, Fig. 3, intermedia (ibid.); derselbe, ebenda, II, ^.\QA,eximia
(Arizona) S. 200, thoracica (New- York) S. 204, parvula (Alabama) S 206; Blake,
a. a. 0., Pmtsdmiskü (Kaukasus) S. 330, Taf. XV, Fig. 28, Kusch akeivitzi (Wier-
noje) S. 331, Fig. 29; Badoszkowski, Hör. Soc. Ent. Boss., XXII, laticeps
(Astrabad) S. 345, transcaspica (Askhabad) S. 346, hinio (ibid.), (subcomata Wesm.^)
S 347; derselbe, ebenda.
Unter dem Namen M. erythrocephala wurden 4 Arten beschrieben, M. ery-
thro cephala iair., mit der dorsata Oliv, und Spinolae Lep. synonym sind;
M. erythr. F. ist von Badoszkowsky aureotrifasciata genannt; die als M. ery-
thioc. {Latr.) von Coqueb. abgebildete ist nicht die Latreille'sche Art, und von
Smith ruficeps genannt; der Text Coquebert's bezieht sich auf noch eine andere
Art. die M. cornuta Oliv.; v. Dalla Torre, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 2,54.
Photopsis mellipes (Arizona) S. 262, melaniceps! (ibid.) S. 264, sohrinus (Kolo-
i-ado) S. 268, lepidus (ibid.) S. 269, venustus (Arizona) S. 270, inconspicuus (Kali-
fornien) S. 272 , nebulosus (Süd-Kalif.) , abdominalis (Kolorado) S. 275 ; Blake,
a. a. 0., Canadensis (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 410.
Sphaerophthalma j^an/iosa, venifica (Kalifornien) S.210, thetis (Arizona)
S. 214, moUissima (Kolorado) S. 215, hispida (ibid.) S. 226, macer (ibid.; Kentucky;
Montana) S. 227, luteola (Utah; Kansas) S. 235, praeclara (Arizona) S. 252, vir-
guncula (Neu-Mexiko) S.253; Blake, a. a. 0.
Formieidae. Ludwig referiert im Biolog. Centralbl , VIII, S. 321— 330
über Schimper's „Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Ameisen im
tropischen Amei-ika."
Derselbe desgl . über einige Arbeiten , welche w e i t e r e U n t e r s u c h u n g e n
über Ameisenpflanzen zum Gegenstand haben: E. Huth, Myrmekophile
und myrmekophobe Pflanzen; Berlin 1837; L. Kny, Die Ameisen im Dienste
des Gartenbaues; Gartenflora XXXVI; K. Schumann, einige neue Ameisen-
pflanzen; Pringsheims Jahrb., 1888, S. 357 — 420; v. Wettstein, Ueber die
Kompositen . . . mit zuckerabscheidenden Hüllschuppen ; Sitzgsber. K. Akad.
Wissensch. Wien, math.-natnrw. Klasse, XCVII, I, S. 570 — 589; ebenda,
S. 577—580.
Mc Cook: Note on the sense of direction in a European ant,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 193
Formica rufa; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 1887, Part III, S. 335—338.
Mc. Cook hatte Gelegenheit, in Schottland mehrere Haufen dieser Art und
die von ihnen ausgehenden AVege zu beobachten. Letzteie weichen von geraden
Linien nur unbedeutend ab, obwohl sie eiue bedeutende Länge hatten (65,70 und
100 Fuss). — Eine Kolonie von Atta fervens hatte von ihrem Bau einen
unterirdischen Gang 448 Fuss weit bis zur Oberfläche geführt, und von diesem
Punkte aus noch 185 Fuss weiter zu einem Baum, dessen Blätter sie holten.
Die Abweichung dieses 669 Fuss langen Weges von einer geraden Linie betrug
nicht mehr als in dem obigen Falle von F. rufa. — S. auch Ann. a. Mag. N. H.,
(6), n, S. 189-192.
Mieren en bladluizen s. oben S. 71.
G.Stricker macht Mittheilungen aus dem Leben der Ameisen,
wesentlich nach den Forschungen Forel's; Mitth. d. Thurgauischen Naturf.
Gesellschaft, 8. Heft, S. 128—153.
Ueber livländische Formiciden (24 Aa.) s. v. zur M ühlen, Sitzgsber.
naturf. Gesellsch. Dorpat, 1887, S. 327-333.
AVasmann sprach auf der 42. Sommervers, der Ned. Ent. Vereen. über
Ameisengäste u. s. w. ; Verslag, 31. D., S. XVIf. ; die Gäste von Formica
rufa in den Haagschen Dünen zählt Everts auf; ebenda, S. XIX.
Derselbe: Die Getreide sammelnden Ameisen in alter und neuer
Zeit; Stimmen aus Maria Laach, 1887; s. Tijdschr. v. Entom. XXXI, S. 105—108,
H. Bos berichtigt einige seiner früheren Angaben über die Niederländische
Ameisenfauua ; ebenda, Tijdschr., 31. Deel, S. 242 — 244.
R. Oobelli: Gli Imenotteri del Trentino; fasc. I. Formicidae. — XII
Publ. del Museo civico di Rovereto; Rovereto, 1887.
A. Forel zählt auf Ameisen aus den Sporaden, Cykladen nnd
Griechenland . . .; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 255—265 (51 A.).
Emery stellt in einer ausführlichen, mit zahlreichen Abbildungen ver-
sehenen Abhandlung über den sogenannten Kaumagen einiger Ameisen
dieses Organ, das zuerst von Forel eingehender vergleichend studiert worden
ist, von zahlreichen Gattungen dar; Zeitschr. f. wiss. Zool., 46, S. 378 — 412, Taf.
XXVII— XXIX und 2 Holzschn. Als ursprüngliche Form dieses vielgestaltigen
Organs sieht Emery eine elastische mit vier Längsfalten versehene Chitinröhre
an, die von einer Längs- und Ringmuskulatur umgeben ist. Dieselbe differen-
zierte sich bei den meisten Arten in den vorderen, Kelch (calice Forel) ge-
nannten, und in den hinteren, Kugel (boule Furel) genannten Abschnitt, der
sich mittels eines langen cylindrischen Rohrs mit dem Chylysdarme in Verbin-
dung setzt. Die Funktion dieses Oi'gans ist aber nicht die, die ihm durch den
bisherigen Namen zugeschrieben wird; nach Emery wirkt vielmehr der Kugel
genannte Theil wesentlich als Pumpe, und zwar als Druckpumpe bei Kontrak-
tion seiner Quermuskeln, um den Inhalt in den Chylysdarm zu pressen, während
bei Erschlaffung der Muskulatur seine Wände auseinauderweichen und aus dem
Kröpfe kleine Mengen angesaugt werden. Emery selbst fasst seine Ansichten
in folgenden AVorten zusammen; Der Pumpmagen der Camponotiden und der
mit einer Kelchglocke versehenen Dolichoderiden besteht aus Theilen, welche
zwei verschiedenen Funktionen dienen. Unter der AVirkuug der Kropfmuskulatur
wild der Eingang zum Pumpmagen verschlossen, um beim Akt des Erbrechens
den Zufluss des Kropfinhalts nach der Kugel zu verhindern. Unter dem Druck
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. ]V{
194 P'i- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Quermuskulatur des Pumpraagens wird der Inhalt der Kugel in den Ohylus-
darni entleert, während zugleich das Zurückströmen in den Kropf unmijglich ge-
macht wird. Bei den Dolichoderiden und Plagiolepidinen wird der Verschluss
in beiden Fällen von den Klappen bewirkt. Bei den echten Camponotiden sind
zwei getrennte Verschlussvorrichtungen vorhanden: Der Kelch gehorcht der
Kropfmuskulatur, während die Klappen hauptsächlich dem Pumpapparat zugehören.
K.Schumann macht einige neue Anieisenpflanzen bekannt. Jahrb.
wiss. Botanik, XIX, S. 357—420. Bei Duroia hirsuta findet sich unterhalb der termi-
nalen Blattbüschel an den etwa 2 mm dicken Zweiggliederu Anschwellungen
von einem Durchmesser bis zu 1 Cm. Dieselben enthalten einen Hohlraum, in
den 2 Spalten führen. Bei D. petiolaris sind an den Anschwellungen reihen-
weise angeordnete Löcher, von denen einige durch die Pflanze wieder ver-
schlossen waren. D. saccifera hat am Grunde der ßlattspreite der kurz ge-
stielten Blätter 2 Blasen bis zu 1,7 cm Länge, in welche ein an der Unterseite
befindlicher, aber eigentlich der Oberseite der eingefalteten Blattspreite ange-
höriger Eingang führt Die Blasen sind denen der Ameisen beherbergenden
Melastomaceen sehr ähnlich. Nach den Bestimmungen Emery's beherbergt D.
hirsuta Myrmelachista Schumanni und Azteca depüis; D. petiolaris Azteca bre-
vicornis Mayr und D. saccifera AUomerus septemarticulatus Mayr; vergl. auch
oben S. 192, Ludwig.-
0. M. Reuter machte Nya rön om myrornas omtvistade medli-
dande och hjälpsamhet; Entomol. Tidskr., 1888, S. 55— 95. Die mit F. rufa
angestellten Versuche gaben ein wesentlich anderes Resultat, als Lubbock und
Astiz mit derselben Art und Lasius niger erhalten hatten; im Allgemeinen fand
Reuter die Ameisen hülfsbereiter gegen hülf lose Kameraden. Lidessen zeigten
sich hier grosse Verschiedenheiten bei den einzelnen Lulividuen, ohne dass die
Körpergrösse diesen Unterschied bedingte. An der Hülfeleistuug betheiligten
sich auch die zum Nahrungserwerb aus dem Stock ausziehenden und die beladen
dahin zurückkehrenden Exemplare. Erwiesen sich die Bemühungen zur Be-
freiung gefangener Kameraden als fruchtlos, so warteten sie weiteren Beistand
ab, ohne diesen zu holen; in dem einzigen Falle, der als ein Aufi'uf an die
Hülfe anderer entfernterer Ameisen gedeutet werden konnte, blieb dieser Appell
ohne Antwort. Zu den Hülfeleistuugen brauchten die Ciefangenen ihre
Kameraden nicht aufzufordern; die blosse Beobachtung eines hülf losen Genossen
genügte, um den Beobachter zur Hülfeleistung zu veranlassen. Die Versuche,
zu helfen, dehnten sich auch auf die stark verwundeten Genossen aus, so dass
man ein wirkliches Mitleid, und nicht die praktische Erwägung, dem Stocke
ein nützliches Glied zu erhalten, bei den Hülfeleistenden annehmen muss. Wenn
eine arbeitende Ameise in ihrer Verwirrung eine andere angriff, so mischten
sich die Genossen der letzteren ein und ergriffen für diese Partei. Die ver-
letzten oder ins "Wasser gefallenen Kameraden wurden von den grossen und
mittleren, nicht aber von den kleinen Exemplaren in den Stock getragen. Der
Transport dieser Kranken geschieht nicht in derselben Weise, wie bei Wan-
derungen die gesunden getragen werden, sondern war jedesmal den besonderen
Umständen entsprechend in zweckmässiger AVeise abgeändert. Die Vorliebe für
Süssigkeiten scheint bei F. rufa geringer als bei F. fusca und L. niger zu sein;
wenigstens Hessen sie sich durch dieselbe nicht verlocken, sondern blieben ihrer
Samariterthätigkeit treu. Anders war es dagegen, wenn es sich um eine Beute
im Gebiete der Eutouiologie wahrend des Jahres 1888. 195
handelte, die für den Ameisenstock von grosser Wichtigkeit ist (Raupe). Die
Versuche, zu entscheiden, oh beim Streit der Gefühle, Hass gegen Fremde und
Mitleid mit den Genossen, das eine oder andere den Sieg davon trägt, ergaben
kein sicheres Resultat; doch scheint bei F. rufa der Hass das stärkere Gefühl
zu sein, am stärksten scheint dieser durch F. fusca und sanguinea erregt zu
werden, und zwar in gleicher Weise bei den grossen, mittleren und kleinen.
Forelius n. g Dolichoderin., für (Tridomynnex) Mc. Cooki For., ausge-
zeichnet durch den Bau des Pumpmagens; Emery, Zeitschr. f. wiss. Zool., 46,
S. 389.
Lewis fand bei Gibraltar unter anderen, wie die bekannten Arbeiter aus-
sehenden Exemplaren von Auochetus Ghilianii Spin, auch solche von be-
deutender Grösse und mit Ozellen, gewöhnlich eines, nur einmal 3 in einem
Nest. E. Saunders möchte diese für Weibchen halten, Emery hingegen ver-
weist brieflich auf die AVeibchen des neotropischen A. Mayri, die rudimentäre Flügel
haben; E. Saunders, Entom, Monthl. Mag., XXV, S. 61; es liegen hier dem-
nach vielleicht Formen vor, die die Mitte zwischen Arbeitern und echteu Weib-
chen halten und die letztereen fehlen vielleicht vollständig; Proc. Entom. Soc.
London, 1888, S. XXV.
Aphaenogaster splendida Hog. r. rugoso-ftrruginea (Kreta); A. Forel,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 260.
Camponotus rubripes Drury r. Samius (Samos) S. 262, r. Oertzeni (ibid.)
S. 263, var. Jalicnsis (Jali, Sporaden), var. Kapparimsis (Kappain) S. 264, var.
Andrius (Andros) S. 26.5; A. Forel, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
Dolichoderus borealis (Gap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 408.
Junge Sperber im Horst von Formica rufa getödtet; A. von Krüdener,
Zoolog. Garten, 1888, S. 283.
Strumigenys Lewisi (Nagasaki); P. Cameron, Proc. Manche.ster literary
a. Philosoph, soc, XXV, S. 229, mit Aufzählung der beschriebenen Arten der
Gattung auf S. 232.
Vespidae. Catilostenus (n. g. Eumenid.) nüjro-violacea ! (Banana, Afr.);
F. Meunier, II Natural. Siciliano, VII, S. 151.
Eumenestiferus (n. g. Eumenid.) Brasiliensis (Rio de Janeiro); F.
Meunier, II Natural. Siciliano, VII, S. 300.
Celonites crenulatus (Kiltitschinar, Trauskasp.) S. 267, osseus (Tschikischljar)
S. 268; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross. XXII.
Alcune note biologiche sulI' Eumenes pomiformis F., per A. Palumbo,
II Naturalista Siciliano, VII, S. 162-166, 184-189, 207—210.
Aus 2 Brutzellen, welche mit Spannerraupen verproviantiert waren, erhielt
Palumbo je 1 Männchen von Eumenes und je eine Toxophora maculata. Er
erklärt das männliche Geschlecht des Eumenes durch mangelhafte Nahrung, in-
dem die mit dem Toxophora-Ei behaftete Raupe von der Fliegenmade verzehrt
wurde und daher der Eumenes-Larve entging.
Eu. (Ischnogastero'ides?) tenuis (Transkaspien); F. Morawitz, Hör. Soc.
Entom. Ross., XXII, S. 261, cn/ci/em (Los Angeles), impunctus (Trimdsid) S. 421,
cinctus (ibid.), flavopedus (ibid.) S. 422; L. Provancher, a.a.O.
Hoplomerus signaticollis (Kiltitschinar, Transkaspien) S. 262, aestimandus
(ibid.) S.264; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross.. XXII
N*
196 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Jugiutha (an nov. gen.?) chlorotica (Tschikischljar, Transkasp.); F. Mora-
witz, Hör. Soc. Entoni. Ross., XXII, S. 270
Odynerus dromedarius (Maima Loa, Hawaii^ S. 151, Vidcanus (ibid.) S. 152,
Baivaiiensis (H.) S. 153, Halecdcalae (H., Maui) S. 154, cardinalis (Oahu) S. 158,
pacificus (Maui; Hawaii), rubropustulatus (Hawaii) S. 159, obscure-punclatus (ibid.)
S. 160, diversus (Oahu) S. 161, insulicola (Maui) S. 163; Blackburn, Proc. Man-
chester literary a. philosoph. soc. XXV, sinuatofasciatus (Mittelitalien; Sar-
dinien; Sizilien); A. Costa, Rendic. d. Accad. d. Sei. fis. e matemat , Napoli (2),
II, S. 104, Antülarum (Anaheim) ; L. Provancher, a. a. 0., S, 421.
Polistes orhitalis (Lagos, Bras.); W. F. Kirby, Ann. a. Mag. ?^. H., (6),
II, S. 143, Anaheimensis (Kalif.); L. Provancher, a. a. 0., S. 423.
E. Härter macht ein blaues "Wespennest (von Pol. diadema) bekannt;
die Wespe hatte zu demselben das blaue Holzpapier verwendet, mit dem die
schwedischen Zündholzschachteln überzogen sind. 26. Bericht d. Oberhess. Gesellsch.
f. Natur- u. Heilkunde, S. i^)4.
Pterochilus meridionalis (Prov. Lecce; mont. di Cava de'Terreni); Costa,
Atti d. R. Acc. sei. fis. e mat. di Napoli (2), 1, S. 6, Tav. I, Fig. 4.
J. Mc Farland stellt a table of the species of Vespa found in
theünited States ... auf, und beschreibt V. histriata, scelesta (Penns. ; Virg.,
Kolorado etc.) S. 298; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 297—299.
Apidae. Apum Mohileviensium species parum cognitae vel im-
perfecte descriptae auct. N. Arnold, Hör. Soc. Entom. Boss., XXII,
S. 202—206.
E. L.Holm her g fährt in seinen Bemerkungen fort sobre äpidos noniadas
de la repüblica argentiua; An. Soc. Cientif. Argentina, XXVI, S. 118 — 132;
vgl. den Bericht über 1886, S. 229.
Chelynia (n. g. post Panurgum locandum; labro magno, quadrato) labiata
(Ottawa); L. Provancher, a.a.O., S. 322.
Stellenigris (n. g. Megachilid.) Vandeveldü (Innerafrika); F. Me unier,
II Natural. Siciliano, VII, S. 152.
Di t trieb macht zu den 36 früher aufgeführten Schlesischeu Andreua-
Arten 18 weitere bekannt; Zeitschr. f. Entomologie, Breslau (N. F.), 13, Sitzgsber.,
s. xvnf.
R. C. L. Perkins entwirrt die Synonymie der 3 Brittischen Arten der
Afzeliella- Gruppe: similis Smith, xanthura Kirby, Afzeliella Kirby und unter-
scheidet dieselben in analytischer Tabelle; Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 128
bis 131.
A. Ehnbergi (Minussinsk, Sib.) S. 238, sibirica (Osnatschenuaja) S. 239,
Sahlberfji (ibid.) S. 240; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, uroinda{e)na
(Cerignola, Apul.), hyalindla (ibid.); A. Costa, Rendic. d. Accad. d. Sei. fis. e
matemat., Napoli, (2) 11, S. 105, lutieeps (Ottawa), distans (Caprouge), S. 307,
hirticincta (Ottawa) S. 308, lineata (Caprouge) S. 309, vestita (MA.) S. 310,
convexa (ibid.) S. 311, simulata (Ottawa), macüenta (ibid.; Cap rouge) S. 313,
L. Provancher, a. a. O.
Anthidium anguliventre (Kiltitschinar) S. 248, imndicolle (Tsehikischljar)
S. 250; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII.
Anthophora testaceipes (Seraipalatinsk) S. 225, Swworzevi (ibid.) S. 227,
turcomannica (Kiltitschinar) S. 228, trochanterica (Ass-schabad) S. 230, vestüa
im Gebiete fler Entomologie während des Jahres 1888. 197
(Kiltitschiuar) S. 232; F. Mor awitz , Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, suhglobulosa
(Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S. 297.
Apathus dorsalis (Ottawa); L. Provancher, a a. 0., S. 343.
Ueberdie Honigbiene. Vortrag von Dr. 0. H 0 f m a n n ; Berichte naturw.
Ver. Regensburg, I, S. 30—50 Taf. L
A probable case of instinct at fault in bees theilt C. A. White
im Ameiic. Naturalist, 1888, S. 1029f. mit. Er beobachtete einen mit Honig
gefüllten Stock, der, ohne von Feinden zu leiden, allmählich dem Untergang
entgegen ging, und vermuthet, dass der reichlich eingetragene Honig, der alle
Zellen anfüllte, die Königin am Eierlegen gehindert habe, so dass der Schwann
aussterben musste.
Ueber das Futter der Bienenlarven s. oben S. 173.
Augochlora striata (Kanada), S. 317, obliqua (Vancouver) S. 318; L. Pro-
vancher, a. a. 0.
Ueber oberhessische Hummeln s. Reallehrer Härter im 26. Ber. d.
Oberhess. Gesellsch. für Natur- u. Heilkunde, S. 107 — 112.
Ueber die Variabilität und geographische Verbreitung der
Hummeln s. Handlirsch, Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 34-36.
Derselbe beschreibt die Hummelsaramlung des k. k. naturhistori-
schen Hofmuseums; Aunalen d. k. k. naturh. Hofmus., III, S. 209—250, Taf. X.
(81 Bombus, 9 Psithyrus). Während die Arten der paläarktischen Region durch
die Arbeiten der Vorgänger bereits ziemlich gesichtet sind, befinden sich unter
den aus anderen Regionen stammenden Vorräthen noch mehrere neue, bezw.
nicht mit Sicherheit auf bereits beschi'iebene zu beziehende Arten. Von B.
mastrucatus wird eine Beobachtung Brauer's mitgetheilt, der diese Art in
Gemeinschaft mit der an Gestalt und Färbi\ng ähnlichen Cephenomyia stimulator
schwärmen sah.
B. mastrucatus var. funebris (Hinterleib ganz schwarz); Hoff er, Mitth.
naturw. Ver. f. Steiermark, Jahrg. 1887, S. 69.
B. soroensis. Form Proteus Gerst. var. tricolor S. 554, Form sepulcralis
Schmiedelcn. var. Lnttmanni, S. 555, beide bei Bremen; D. Alfken, Abb. herausg.
vom naturw. Ver. z. Bremen, X. Bd.
F. Meunier stellt ein tableau dichotomique des especes, varietes Beiges
du gre. Bombus Latr. mit sonderbaren Namen der Gruppen auf; II Natural.
Siciliano, VII, S. 173—175 und erweitert dieses zu einem Prodrome ä la mono-
graphie; . . . ebenda, S. 195-200, 245-253.
A. Handlirsch verurtheilt diesen und die übrigen Meunier'schen Aiifsätze;
ebenda, VHI, S. 63—66.
Bombus flavipes (Indien), S. 225, dentatus (Indien?) S. 227, melaleueus (ibid.?)
S. 228, IZ^flMeri (Mexiko) S. 234, consangiüneiis (Br. Columbieu; Vancouver), Stein-
dachneri (Brasilien; Mexiko) S. 239 (carhonar ius = ? Yelnthms III, violaceus
Lepel., Hohnhg. S. 241), nearcticiis (Br. Columbieu) S. 243, [doUchocephalus = ? dili-
gens Smith, brachycephalus = ? HUgens Smith S. 244); Handlirsch, Ann. k. k.
naturh. Hofmus, III, serrisquama (Semipalatinsk), F. Mor awitz, Hör. Soc.
Entom. Ross., XXII, S. 224, simulcdilis (Erzerum) S. 317, tricornis (Wladiwostok)
S. 319, Taf. XII, Fig. 5, Jankowskü (ibid.) S. 320, Fig. 6, WolJconsMi, (Daghestan)
g. 322, Fig. 13; Radoszkowski, ebenda, mV/roc/nciits (Kalifornien); L. Pro-
vancher, a.a.O., S. 342.
198 -P^- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Calliopsis i-lmeata (Toronto) S. 319, interritpta (ibid.) S. 320; L. Provan-
cher, a. a. 0.
Cilissa sibiriea (Minussinsk) ; F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII,
S. 237.
Coelioxys tenax (Buenos Aires) S. 118, laudabiUs (ibid.) S. 120, alacris
(Äsuncion) S. 122, litoralis (Parana-Delta) S. 124, mis.nonum (Missiones) S. 126,
angustivalva (Las Conchas) S. 130, remissa (Buenos Aires: Chaco) S. 131; E. L.
Holmberg, a. a. 0.
Colletes cloisalis (Zerafschan); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross , XXII,
S. 242, hyalina (Ottawa; Hüll; Cap rouge); L. Provancher, a.a.O., S. 303.
Crocisa hiseriata (Osnatschennaja, Sib.); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom.
Ross., XXII, S. 252.
Dioxys albofasciata (Askliabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent, Ross.,
XXII, S.340.
Epeolus minutus (Kirghisensteppe, Orenburg); Radoszkowski, Hör. Soc.
Ent. Ross., XXn, S. 336, püosulus (Cap rouge); L. Provancher, a. a. 0., S.426.
Halictus cindipes (Ottawa); L. Provancher, a. a. 0., S. 316.
Heriades maculatum ! (Vancouver) S. 323, alboscopatum ! (Cap rouge), plcnum!
(Ottawa) S.425; L. Provancher, a. a. O.
Macrocera Morawitzi (Askhabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXn, S. 338.
Macropis lomjilingua (Cap rouge); L. Provancher, a.a.O., S. 424.
Megachile villosa benutzte bei Wien die hohlen Blätter von Stock-
zwiebeln, um in denselben ihre Brutzellen anzulegen, nachdem sie eine ovale
Eingangsöffnung ausgefressen hatte. G. Henschel, Entom. Nachr., 1888,
S. 321—323.
M. tecta (Askhabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 339,
Vancouveriensis (V.); L. Provancher, a. a. 0., S. 424.
Melipona Trinidadensis (Port d'Espagne; Arinia) S. 344, piaupera! (Trinidad)
S. 427; L. Provancher, a. a. 0.
Melissodes festonata (Cap rouge) S. 300, lata (Vancouver), nigricornis (ibid.)
S. 302; L. Provancher, a. a. 0.
Nomada ^wZcÄr« (Mohilev); N. Arnold, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII,
S. 201, Taf. XI, Fig. 4 — 7, Palmini (Osnatschennaja, Sib.) S. 253, Hammarstroemi
(ibid.) S. 254, ecarinata (ibid.) S. 257, fasciculata (Semipalatinsk) S. 259; F. Mora-
witz, ebenda, flavipes (Los Angeles) S. 426, rubra (ibid.) S. 427; L. Provancher,
a. a. 0.
Nomia compacta (Cap rouge); L. Provancher, a.a.O., S. 337.
A. Handlirsch behandelt die Bienengattung Nomio'ides Schenck
in monographischer Weise; Abb. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 395— 406, Taf. X.
Die Synonyniie der bekannten Arten ist N. pulchella Schenck (=: minutissima?
Bossi, III, minutissima Mocs., parviüa? ^ur., parvula Mm-.), Turanica 3lür.,
parviceps Mw,, variegata Oliv. (= flavo-picta Dours, jucunda Mor., Bad.,
pulchellus Mocs.); neu sind /"«Max (Marseille; Sizilien; Sarepta; ^minutissima?
Boss., III., parvula? F., Jur.) S. 401, Fig. 2, 7, pulverosa (Bergwüste an der
Grenze von Turkmenien und Afghanistan) S. 404, Fig. 1, rotundiceps (Aegypten)
S. 405. Fig 3.
N.i^aZiic?« (Askhabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S.341.
im Gebiete der Entomologie Avähreiid des Jahres 1888. 199
Ho ff er beschreibt das Verfahren der Osmia bicolor beim Herrichten
eines Schutzdaches über das mit Eiern belegte Haus einer Schnecke (Helix
nemoralis etc.), in welchem diese Art mit Vorliebe nistet; Mitth. naturw. Ver.
f. Steiermark, Jahrg. 1887, S. 94.
0. melanota (Transkasi)ien) S. 243, transcaspica (Tschikischljar) S. 245,
(minor 3Ior. $ S. 247); F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, spoliata
(Cap rouge) S. 327, tarsata (ibid.) S. 828; L. Provancher, a. a. O.
Prosopis satellusl (Haleakala, Maui) S. 141, Kona (Mauna Loa, Hawaii)
S. 144, coniceps (Mauna Kea, Hawaii) S. 145, rugiventris (Maui, Lanai) S. 146;
Blackburn, Proc, Manchester literary a. philosoph. societ. XXV.
Pseudoosmia tridmtata (Askhabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXII. S. 343.
Hoffer wirft einige Fragen auf, die die Beziehungen von Psithyrus zu
Bombus betreffen U)id durch folgende Beobachtungen angeregt werden. Auch
wenn das Psithyrus-Weibchen schon Eier abgelegt hat, und es wird dann weg-
gefangen, so entwickeln sich keine Schmarotzerhummeln. Obwohl die Psithyrus
den Honig und Blüthenstaub ihrer Wirthe verzehren, so tragen sie doch
auch selbst beides in das Nest ihrer Wirthe ein. Mitth. naturw. Ver. f. Steier-
mark, Jahrg. 1887, S. 87.
F. Meunier stellt ein tableau dichotomique des especes, varietes du
genre Psithyrus Lep. auf mit Ps. campestris var. Stefanü, S. 176; II Naturalista
Siciliano, VII, S. 175 f.
Derselbe liefert Materiaux p. s. .\ Tetude des especes, varietes Beiges
du gre. Psithyrus Lei).; ebenda, VIII. S. 76 -80.
Tetralonia metallescens (Tschikischljar) S. 233, Fvmeranzevi (Atrek) S. 235;
F. Morawitz, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII.
Coleoptera.
G. Gilson imtersuclite die einzelligen Stink drüsen der Blaps
mortisaga und einiger anderer Arten. Diese einzelligen Hautdrüsen
sind zu lappenförmigen Gruppen vereinigt, welche mehrzelligen Drüsen
gleichen. Die Drüsenzelle besteht aus 4 Th eilen: einer radialen
Blase, einer inneren Ampulle, einem feinen Ausführungsgang, und
einer diesen umgebenden Hülle, die in ihrem Bau mit der radialen
Blase übereinstimmt. Die festen Bestandtheile dieser Theile stehen
mit dem Netzwerke des Protoplasma in Zusammenhang. Die inneren
Strahlen der Blase und der Hülle des Ausführungsganges sind regel-
mässige radiale Balken von Protoplasma. Die Wand der Blase,
Hülle, Ausführungsgang und Ampulle sind in ihrem Bau ähnlich den
Zell- und Kernhäuten; sie sind Erzeugnisse des Zellplasma. Das
Netzwerk strahlt nicht nothwendiger Weise von dem Zellkern aus;
manche der Bälkchen strahlen von anderen protoplasmatischen
Bildungen aus, wie von der radialen Blase, der Hülle mit dem Aus-
führungsgang selbst. La cellule, V, S. 1 — 21 mit 1 Taf. (Nach
Journ. R. Microsc. Soc. 1888, S. 943).
Jacquet führt einige Fälle an, wo die Nährpflanze die Farbe
und Pubeszenz beeinflusst; die Beispiele sind Rüsselkäfern ent-
nommen; Bull. Soc, Entom. France, 1888, S. GVL
200 Pli- Bertkau; Bericht über die Avisseiischaftüclieii Leistungen
Dewitz imtersuclite zur Beantwortung der Frage: entnehmen
die Larven der Donacien vermittelst Stigmen oder Athem-
röhren den Lufträumen der Pflanzen die sauerstoffhaltige
Luft? die Larven von Haemonia Equiseti und fand an der Basis
der Hinterleibshaken derselben ein Stigma, dessen enger Spalt in
die kopfartige Erweiterung des einen der beiden Haupttracheenstämme
führt. Die Tracheenstämme gehen in die Anhänge nicht hinein, und
an der Spitze derselben findet sich keine Oeffnung. Die Athmung
geht also in der Weise vor sich, wie v. Siebold angegeben hatte.
Vgl. den vor. Ber. S. 184; Berl. Entom. Zeitschr. 1888, S. 5 f. mit
2 Holzschn.
L. Hacker trägt Atome zur Biologie der Käfer zusammen;
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 49 — 56. (Leistotrophus unter Kuh-
dünger, Aphodius nachstellend; Larven von Cetonia floricola in
Nestern der Formica rufa; Telephorus fuscus sehr mordgierig; Larven
von Dasytes coeruleus in alten Crataegus-Stämmen; Ei von liylecoetes
dermestoides ; Larve von Polydrosus atomarius ; Larvensack von Clythra
humeralis, sexpunctata und aurita; Ei von Crytocephalus flavipes;
Chrysomela varians gebiert nicht immer lebendige Junge, sondern
legt auch Eier; Ei von Chr. violacea).
Buddeberg theilt Beobachtungen über Lebensweise und
Entwickelungsgeschichte einheimischer Käferarten mit
(Gymnetron bipustulatum; Anthonomus Rubi; Rhynchites aequatus;
Rhinoncus castor; Chrysomela didymata, Hyperici, staphylea; Hermoeo-
phaga MercuriaHs ; Aphthona cyparissiae, nonstriata ; Longitarsus niger,
tabidus); Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 20 — 43. —
Angeschlossen sind einige Beobachtungen über die Lebensdauer von
Käfern: Befruchtete Weibchen von Timarcha tenebricosa leben
IV4 Jahr, ausnahmsweise P/3 Jahr; die von T. violaceonigra gar
über 2 Jahre und legen zwei Jahre hindurch (natürlich während der
guten Jahreszeit) Eier. Die von T. tenebricosa im Sommer und
Herbst gelegten Eier überwintern und liefern die Larven erst im
nächsten Frühjahr, obwohl schon Ende Juli in den zuerst gelegten
Eiern die fertigen Larven sich fanden.
Die Metamorphoses de quelques Colcopteres du Mexique
von E. Duges enthalten Beschreibung und Abbildung der Larven
und Puppen folgender Arten : Dynastes Hyllus ; Euryomia canescens;
Xyleborus Guanajuatensis E. Bteg.; Coptocycla dubitabilis, opulenta;
Calligrapha piceicollis; Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI S. 137 — 148
PL I, n.
E. A. Schwarz stellt die (9 oder) 8 Termitophilous Coleo-
ptera found in North America zusammen; Proc. Entom. Soc.
Washington, I, S. 160 f.
T. Townsend fand in den Mägen von Kröten 12 Arten von Käfern;
Proc. Entomol. Soc. Washington, I, S. 167 f
Käferfänge unter Menschenkoth mit einem Verzeichniss der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 201
beobachteten Art s. bei Gerhardt, Zeitschr. f. Entomologie, Breslau,
(N. F.) 13, S. 10—13 und 13f.
Durch den Gestank des blühenden Arum dracunculus werden nicht
nur Aasfliegen, sondern auch Aaskäfer verlockt; Creophilus maxil-
losus; Oxytelus; Dermestes vulpinus, 3 Arten von Saprinus, darunter S.
semipunctatus F.\ J. J. Walker, Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 33.
(Referent fand die sonst bei Bonn nicht häufige Silpha thoracica
wiederholt auf Phallus impudicus).
G. H. Hörn veröffentlicht Miscellaneous coleopterous Stu-
die s, die sich auf die nordamerikanischen Arten verschiedener Fa-
milien beziehen; Trans. Amer. Ent. Soc, XV, S. 26—48.
E. A. Schwarz bespricht the Insectfauna of semitropical
Florida with special regard to the Coleoptera. Erfindet, dass
Florida eine starke Kolonie Westindischer Insekten besitzt, und schUtgt
vor, aus den Katalogen Nord amerikanisch er Insekten diejenigen
der südlichen Grenzländer wegzulassen, die einen fremdartigen Be-
standtheil in der nordamerikanischen Fauna ausmachen würden;
Entomol. Americana, IV, S. 165 — 175; Ygl. oben S. 6.
Bro'die stellt eine List of (85) Coleoptera coli ... in Kicking
Horse pass, Rocky Mts., zusammen; Proceed. Canad. Instit. Toronto
(3. S.) V, S. 213—215.
Rauterberg fährt in der Aufzählung der Coleoptera of Wis-
consin, No. 378 — 799, fort; Proceed. Nat. Hist. Soc. Wiscconsin,
19. December 1887, S. 145—153.
A.Bau. Handbuch für Insekten-Sammler. Bd. IL Die Käfer;
Magdeburg; Creutz'sche Verlagsbuchhandlung. (Eine Besprechung von
Seidlitz s. Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 303f.; von Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 252; Dohrn, Stett. Ent. Zeitg., 1888,
S. 217;.
Das XVI. Heft derBestimmungs-Tabellen der europäischen
Coleopteren enthält die Familien Erotylidae und Cryptophagi-
dae, bearbeitet von E. Reitter; Verhandl. d. naturf. Ver. in Brunn,
XXVI, S. 3—56; das XVI. die Phalacridae, von K. Flach; s. unten
Reitter beschreibt zum fünften Mal neue Coleopteren aus
Europa, den angrenzenden Ländern und Sibirien und macht Be-
merkungen über bekannte Arten; Deutsch. Entom Zeitschr. 1888,
S. 417—432.
A. Fauvel fährt in seinen rectifations au catalogus Co-
leopterorum Europae et Caucasi fort (Addenda und Delenda);
Revue d'entomol., 1888, S. 229—251
Demselben Jahrgang ist mit besonderer Paginierung der Anfang
(Seite 1 — 16) eines Catalogue des Coleopteres Gallo-Rhenans
beigefügt.
V. Heyden schickte Coleopterologisch-synonyniische No-
tizen ein; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 215f.
Reitter setzt seine Coleopterologischen Notizen fort;
202 Pli- Bertkair. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
XXVIII-XXX; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 41 - 42, 104—105,
133—134.
The Coleopteroiis faiina of the Liverpool district by
J. W. Ellis; Liverpool Biol. Sog. II S. 192—220 (Cicind.-Staphyli-
nidae theilweise).
J. Sparre-Sclmeider beginnt eine Oversigt over de i Norges
arktiske region hidtil fundne Coleoptera; Tromsoe Museums
Aarshefter, XI, S. 81- — 184. — Nach einer Zusammenstellung
auf S. 90 sind von den in ganz Norwegen beobachteten 1996
Arten 694 in dem arktischen Theile vertreten, von denen im vor-
liegenden Bande 399 mit Angabe des nördlichsten Fundpunktes
namhaft gemacht sind.
Derselbe zählt 64 auf einer mehrtägigen Exkursion Ende Juni
in der Umgegend von Hillesoe am Malangenfjord (69^ 40') erbeutete
Arten auf; Tromsoe Museums Arsberetning for 1887 S. 24 — 31.
Pantel stellt einen Catalogue des Coleopteres carnassiers
terrestres des environs d'Ulces . . . zusammen; An. Soc. Esp.
Hist. Natur., XVII, S. 193 — 245, und schickt demselben eine kurze
Physiographie des Sammelgebietes voraus. Ausser Angaben über die
Erscheinungszeit, Häufigkeit und Art des Vorkommens sind auch
manche kritische Bemerkungen hinzugefügt.
L. Bedel's Faune des Coleopteres du bassin de la Seine
etc. ist mit Ss. 385—444 des 2. Fase, des VI Bd. fortgesetzt (Scoly-
tidae; Supplement; tables des noms de plantes ).
Bonnaire führt einige seltene oder neue Arten der Fauna des
Beckens der Seine an; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. XCVI.
In den Mem. Soc. r. d. sciences de Liege (2. Ser.) T. XV, 51 Ss.
ist von den Materiaux pour la faune entom ologique de la
province de Liege, Coleopteres, die 4 Centurie von A. Preud-
homme de Borre erschienen; (Carabid. Suppl., Haliplid. Suppl.
Dyticid., Gyrinid., Lucanid., Scarabaead. part.).
A. Preudhomme de Borre bringt die 3. Centurie seiner
Materiaux pour la faune entomologique de la province de
Namur, Coleopteres; Bruxelles, 1888, S. 1 — 41.
Derselbe desgl. III. Centurie der Coleopteres de la province
du Luxembourg beige; Publ. de ITnstit. roy. grand-ducal de
Luxembourg, sect. des Sei. nat., 1888, S. 1—37 (Separatabdr.).
Für die Niederländische Fauna neue Arten s. Everts,
Tijdschr. v. Entom., 31. D., Versl. S. XVII f, XXVI, LXXXVI.
J.Schilsky stellt ein neues Systematisches Verzeichniss der
Käfer Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung ihrer
geographichen Verbreitung auf; Berlin, 1888, Nicolaische Verlags-
Buchhandlung, R.Stricker; 8«., S. I — VIII, 1 — 159. Die Käfer der
Mark Brandenburg sind durch besonderes Zeichen kenntlich gemacht;
(lie Verbreitung in Deutschland ist auf sinnreiche Weise durch ein
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 203
einfaches Zeichen verdeutlicht. — Reitter macht einige Berichtigungen
zu dem Text, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 227.
In seinem Beitrag zur Kenntniss der deutschen Käfer-
fauna gibt Schilsky die Beschreibung von 119 von ihm im obigen
Verzeichniss aufgestellten Varietäten; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 177—190
Derselbe gibt Berichtigungen und Ergänzungen zu
Schilsky's Verzeichniss der deutschen Käfer; Deutsch. Entom.
Zeischr. 1888, S. 321—328.
Derselbe bringt den III. seiner Beiträge zur Käferfauna
Deutschlands; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 125—128. (Cory-
phium angusticolle in der Mark; Bathyscia celata in Krain; Aphodius
maculatus in Steiermark?; Rhizotrogus tauricus bei Wien, Burmeisteri
ebenfalls Wien; Athous difficihs in Krain; Dolichosoma melanostoma
var. smaragdinus auf Sylt; Phaleria cadaverina häufig auf Dars; Oti-
orrhynchus tenebricosus wohl nicht im mittleren Deutschland, meist
wird 0. fuscipes var. Fagi damit verwechselt, 0. multipunctatus nicht
in Schlesien; Dichotrachelus Stierhni bei Laucha a. Unstr. ; Gymnetron
Veronicae nicht Varietät von Beccabungae ; Labidostomis taxicornis bei
Bozen; Gynandrophthalma concolor in Osterreich; Phyllotreta caucasica
bei Fünfkirchen; Berosus affinis am salzigen See bei Eisleben; Lampror-
rhiza Mulsanti in Trient).
K. Jordan's Nachtrag zum Käferverzeichniss Hildesheims
ist fortgesetzt; Societ. Entomol., II, S. 178f., 185 f.; III, S. If., 11,
21, 58, 65.
Der Beitrag zur Käferfauna des Regierungsbezirks Osna-
brück von E. Lienenklaus beschäftigt sich mit der Aufzählung
der beim Sammeln von Wasserconchylien in die Hände gefallenen
Dyticiden; 7. Jahresb. d. naturw. Ver. zu. Osnabrück, S. 67 — 76.
K. Letzner bringt (mit besonderer Paginierung S. 181 — 236)
die Fortsetzung seines Verzeichnisses der Käfer Schlesiens; Zeitschr.
f. Entomologie; Breslau, (N. F.) 13.
Als Zugänge zur Schlesischen Coleopterenfauna 1887
führt derselbe auf Elaphrus smaragdinus Reift.; Cryptopleurum
crenatum Pz. (Vaucheri Tonrn.); Oxypocla misella Kraatz; Mycetoporus
forticornis Ftmi\; Stenus lustrator Ei:; Gephennium Reitteri Bris.;
Neuraphes Antoniae Reift.; Euraicrus Perrisii Reift.; Hydnobius
spinipes Gyllli. (spinula Zetf.); Liodes subglobosa Reift.; Cyrtusa sub-
ferruginea Reift.; Liosoma Discontignyi Bris.; Magdalinus exaratus
Bris.; Hylesinus oleiperda F. (scaber Marsh., suturalis Reift., Esau
Gredl); 65. Jahresb. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Ciütur, S. 344f.
Gerhardt schickt einen Sammelbericht pro 1887 ein; Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 356—360.
Einiges aus der schlesischen Käferwelt; Vortrag von Dr.
Marx; 24. Bericht der Philomathie in Neisse, S. 296—309
G. Seidlitz: Fauna Transsylvanica. Die Käfer Siebenbürgens,
204 P^i- Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
I. u. IL Lieferg. (Einleitung. S. I— XL mit litli. Taf.; Gatt. S. 1-^48,
Arten. S. 1 — 340) Königsberg. 1888. Diese Bearbeitung der Sieben-
bürgenschen Käfer ist in der Einleitung in voller Uebereinstimmung
mit der Faun. Baltica desselben Verfassers; im speziellen Theile ist
der Umfang je nach den Umfang beider Faunen ein verschiedener.
Bis jetzt sind die Carabiden abgeschlossen.
Von der Fauna baltica sind Lief. II und III, Familien S. XL
bis LXVIII (Malacod.), Gattungen S. 17—80 (Pselaph.), Arten S. 07
bis 336 (Staph.) erschienen.
DieSupplementafaunae ColeopteroruminTranssilvania,
welche AI. Ormay 1888 verfasst hat, Nagy-Szeben (8^., S. 1 — 54)
erhöhen die Zahl des Bielz'schen Katalogs um 1 5 Gattungen und 220
Arten, so dass jetzt aus Siebenbürgen 4235 Arten bekannt sind;
4 derselben sind n. sp.
(4) Coleoptera nova e Trans silvania in Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 165 — 168, a pr. Ormay S. descripta.
(4) Coleoptera nova ex Hungaria a J. Frivaldszky de-
scripta s. in den Termesz. Füzetek, XI, S. 159 — 164.
C. V. Hormuzaki bringt Beiträge zur Käferfauna der Buko-
wina und Nordrumäniens; Entom. Nachr., 1888, S. 1 — 9, 21 — 31,
34—41, 67—77, 93—96, 105—110, 148—156, 161—169.
Bemerkungen dazu von Kraatz s. Deutsch. Entom. Zeitschr.
1888, S. 198; die Homalota Algae ist nicht richtig benannt.
Rätzer bringt Nachträge zur Fauna coleopt. Helvetiae,
besonders aus dem Gebiete des berner Seelandes, des Jura und der
WaUiseralpen ; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 20 — 42.
Ueber das Schiksal der von ... 0. Heer beschriebenen
neuen Käferarten s. Stierlin ebenda S. 70 — 76.
S. Bertolini setzt seine Contribuzione alla fauna Trentina
dei Coleotteri mit Hydrophilidae, Sphaeridiadae , Limnichidae,
Dryopidae, Georyssidae, Heteroceridae, Staphylinidae fort; Bull. Soc.
Entom. Ital, 1888, S. 1—58.
V. Ghiliani: Elenco delle specie di Coleotteri trovate
in Piemonte; Ann. d. R. Accad. d'Agricolt. di Torino, XXIX.
B. Halbherr fährt in seinem Elenco systematico dei
Coleotteri finora raccolti nella Valle-Lagarino fort; III:
Staphylinidae (372 A.) nebst Nachtrag zu den Carabiden und Dyti-
ciden; XIII a Publicatione fatta per cura dei Civico Museo di
Rovereto.
0. Schneider fügt seiner Schilderung von Vallombrosa
(Toskana) in dem Globus, LIV, No. 14, ein Verzeichniss der bisher
dort beobachteten Käfer hinzu, S. 8 — 12 des Separatabdr. (über
700 Arten).
Ragusa setzt seinen Catalogo ragionato dei Coleotteri di
Sicilia mit den Gyriniden und Hydrophihden fort; II Natural.
Siciliano, VII, S. 257—267.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 205
Derselbe beschreibt weitere Coleotteri nuovi o poco conos-
ciuti della Sicilia; ebenda, S. 2721; VIII, S. llf., 36f.
In einem 2. Beitrag zu den Materiali per ima fauna entomo-
logica dell'isola d'Ustica beginnt G. Riggio eine Aufzählung
der Käfer; (86 A.); ebenda, VII, S. 292—298.
Stierlin, Ganglbauer und Eppelsheim erstatten Berichte
über die von E. v. Oertzen i. J. 1887 in Griechenland und
Kleinasien gesammelten Coleopteren, wobei Stierlin Otio-
rhynchus, Ganglbauer die Carabiden, Eppelsheim die Staphyliniden
behandelt und ausserdem 2 Apion-Arten beschreibt. Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 369—410.
N. Tscherkunoff stellt ein spissok schukof, wodjaschichsja w
Kieff i ego okrestnostjach (Verzeichniss der Käfer von Kieff
und dessen Umgebung) auf; Sapiski Kiefiskago obschestwa estest-
woispijtatellei, T. X, S. U7— 204 (3029 A.)
Reitter zählt auf Coleopteren aus Cirkassien . . . ,; Wien.
Ent. Zeitg. 1888, S. 19—26, 81—90, 143—156, 169—180, 207—214,
231—238, 259—274, 279—288, 317—321.
Beiträge zur Kleinasiatischen Goleopteren-Fauna von
V. Hey den und Faust zählen bemerkenswerthe Arten von Amasia
und Tokat auf.; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888. S. 45—47.
V. Heyden theilt weitere Käfer vom Cilicischen Taurus mit;
ebenda S. 68—71.
Derselbe desgl. neue und interessante Coleopteren aus
Malatia in Mesopotamien (unter Mitwirkung von Ganglbauer und
Kraatz); ebenda S. 72 — 78.
J. Faust bringt Beiträge zur Kenntniss der Käfer des
Europäischen und Asiatischen Russlands mit Einschluss des
Kaspischen Meeres;Hor. Soc. Entom. Ross., XXII, S. 147 — 180 (Curcul.)
L. Ganglbauer verzeichnet von E. König in Turcmenien ge-
sammelte Buprestiden und Cerambyciden; ebenda, S. 192 — 198.
Ueber die von L. Conradt aus dem Alai-Gebirge mitge-
gebrachten Coleopteren — XII. Beitrag; von L. v. Heyden mit
Beiträgen von J. Faust; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 39 — 44.
Description of some new Coleoptera from Japan; by
D. Sharp: Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 242-245.
In seinen Bemerkungen on a collection ofColeopterafrom
Korea (Tribes Geodephaga, Lamellicornia and Longicornia) macht
H. W. Bat es zu den 286 aus Korea bekannten Arten 60 weitere
nahmhaft, die die Gesammtzahl auf 346 bringen. Die Mehrzahl der-
selben weisen eine grössere Verwandtschaft mit den kontinentalen
paläarktischen Gattungen und Arten nach als mit den Formen Japans,
und auch die tropischen Formen, welche Korea ^vie Japan besitzen,
sind den Gattungen und Arten nach in Korea andere als in Japan;
sie sind in Korea überdies spärlicher vertreten als in Japan. Dieser
Umstand deutet wohl darauf hin, dass die Quelle und auch die Epoche
206 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Einwanderung für beide Länder eine verschiedene war; doch sind
unsere Kenntnisse noch zu lückenhaft, um mit Sicherheit derartige
Folgerungen zu gestatten. Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 367 — 380.
Kraatz macht Bemerkungen zu Kolbe's und v. Heyden's Bei-
trägen zur Coleopteren -"Fauna Koreas; Deutsch. Entom.Zeitschr, 1888,
S. 199—204; vgl. dies. Ber. f. 1886, S. 249 und 1887, S. 175.
H. von Schönfeldt erweitert in einem ersten Nachtrag zum
Catalog der Coleopteren von Japan die Zahl der aus Japan
bekannt gewordenen Arten von 2702 auf 2754; Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 44—49.
On some Coleoptera from Kiu-Kiang; by H. W. Bates, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 380—383 (Cicindelidae und Carabidae).
Fairmaire setzt seine Notes sur les Coleopteres des
environs de Pekin fort; Revue d'entomol., 1888, S. 111 — 160.
Fairmaire macht zum dritten Male Coleopteres de l'inte-
rieur de la Chine bekannt. Dieselben stammen aus Yunnan,
Tchekiang und Fokien und sind desshalb interessant, weil neben
europäischen Gattungen sich tropische finden, die gleichzeitig auf
Japan und Indien hinweisen; mit dem Amurland und Daurien sind
die Beziehungen weit geringer. Ann. Soc. Entomol. Belg. XXXI
S. 87—136.
Mit Part VII bringt Geo. Masters seinen Catalogue of the
described Coleoptera of Australia zu Ende (Fam. Chrysome-
lidae, Erotylidae, Endomychidae , Coccinellidae , Corylophidae,
No. 6229—7201); Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II S. 13—94.
A. S. Olliff bringt No. IV seiner Contributions towards a
knowledge of the Coleoptera of Australia; Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2. S.) II S. 153 — 155. (Description of a new genus and
species of Oedemeridae).
J. G. 0. Tepper: Common Native Insects of South. Australia
. . . Part I. Coleoptera or Beetles. Adelaide, 1887, 4» 46 Ss.
No. III von W. Macleay's Miscellanea Entomologica behandelt
the Scaritidae of New Holland; Proc. Linn. Soc. New S. Wales
(2. S.) II S. 115—134.
Derselbe behandelt the Insects of the Cairns district,
Northern Queensland; ebenda S. 213—238, 307—328. (95 n. A.).
L. Fairmaire beschreibt Coleopteres nouveaux de l'Afri-
que . . .; Notes Leyden Museum, X, S. 255 — 271.
Die Beiträge zur Kenntniss der Coleopteren-Fauna von
Central-Afrika nach den Ergebnissen der Lieutenant Wissmann-
schen Kassai-Expedition 1883 bis 1886 von G. Quedenfeldt zählen
229 Arten auf mit der Beschreibung einer grossen Anzahl neuer;
BerHn. Entom. Zeitschr. 1888, S. 155—219.
Fairmaire bringt den Schluss seines Verzeichnisses der Coleo-
pteres . . . chez les Somalis et dans l'interieur du Zanguebar;
Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 321—368 PL 3.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 207
H. W. Bat es fährt in der Beschreibung der Tropical A fr ic an
Coleoptera; chiefly from the Zanzibar Mainland, fort; Entom.
Monthl. Mag., XXIV, S. 200—203, 237—242.
Fairmaire liefert eine Enumeration des Coleopteres rec.
.... dans le sud de l'Afrique; Ann. Soc. Entom. de France, 1888,
S. 173—202.
L. Bedel stellt weitere Recherches sur les Coleopteres du
nord de l'Afrique an; Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 285 — 290.
Dieselben bestehen aus recherches synonymiques u. additions ä la faune
du nord de l'Afrique. In den ersteren werden folgende Synonymieen
angegeben: Licinus brevicollis Dcj. = punctatulus i^.; (Pedius ineptus
Coq. = siculus Levj-at)] Dromius fedjejensis V. Mayet = Metabletus
vittatus Mots.; Hydroporus dorso-plagiatus Fainn. = bimaculatus
Duf. = jucundus Perr.; Ochthebius trisulcatus Rei/ = velutinus
Fairm.; Tarphius liliputanus Lucas- nicht = Fairmairei Mars.,
sondern oblongulus Fainn.; Pleurophorus ovipennis Deshr. = vulne-
ratus Muls.; Asida silphoides L. — maura L.; Lagria brevipilis
Desbr. = rubida (iraeÜs; Sitona hipponensis Desbr. = lividipes
Fkhrs., argentellus Desbr. = virgatus Fkhrs.; Leucomigus albo-tessel-
latus Fairm. = Lucasi Chevr. = candidatus Fall.; Tychius discitho-
rax und undulatus Desbr. sind eine Art und gehören zu Pacliytychius
Jek.; T. Raftrayi Toinm. = longitubus Desbr.; Ectatotychius Tourn.
= Apeltarius Desbr.; Orchestes biplagiatus Desbr. = Rhynchaenus
erythropus (ierm; 0. flavipes Desbr. = R. erythr. var. tricolor
Kiesir.; Chrysomela edoughensis Fairm. = seriatipora Fairm. —
Die Additions geben neue Fundorte in Nordafrika an.
K. Eckstein beschreibt einen abnormen Procrustes coria-
ceus (mit ganz verkürzten, nur 3 mm. langen Flügeldecken) ; Berlin.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 32 mit Holzschn.
Reitter sagt Einiges über den Werth mehrerer Coleo-
pteren-Gattungen und über deren Prioritäts-Berechtigung;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 97 — 109; s. auch v. Seidlitz,
„Zur Abwehr", ebenda S. 168—172.
Zur Kenntniss von Insecten bohrgängen in fossilen
Hölzern s. oben S. 28 f.
L.W. Schaufuss beschreibt einige Käfer aus dem baltischen
Bernsteine; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 266—270.
Hypsosoma rotundicolle {^ek\\\g)\ L. Fairmaire, Revue d'entomol. 1888,
S. 125.
Coccinellidae. Weise macht Bemerkungen über Coccinellen aus
Africa, hauptsächlich von Herrn Maj. v. Mechow gesammelt; Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 81—96.
Adalia (rufescens var.?) bifasciata (Addah) S. 94, miniata (Stanley -pool)
S. 95, Pipüzi (Madagaskar) S, 96; Weise, a. a. 0.
Caria decempustulata (A.shanti); Weise, a. a. 0., S. 87.
Chilocorus quadriguttatus (I^atal); Weise, a. a. 0 , S. 93.
208 Ph. Bertkau: Bcriclit über die wissenschaftlichen Leistungen
Chilomenes tetrasticta (Kibanga); Fairniaire, Ann. Soc. Entom. France
1887, S. 366.
Coccinella quinquepunctata var. Elherti (Aschaffenhurg) ; Flach, Wien. Eut.
Zeitg., 1888, S. 298.
Epilachna Murrayi var. praematura (Quango), villica n. sp. (Ashanti) S. 82,
Dohrni (Madagaskar) S. 85, tihialis S. 86; Weise, a. a. O..
Megilla maculata in Amerika von Centistes americana in ähnlicher Weise
verfolgt, wie die europäischen Cocc. 5-punct. und 7-punct. von Microctonus ter-
minatus; Riley, Insect life, I. S. 101 — 104 mit Holzschn.
Ortalia punctata (Südafrika) S. 89, oculata (Quango) S. 90, egena (ibid.)
S. 91: Weise, a.a.O.
Platyuaspis himaculata (Quango) S. 92, rufipennis (Sansibar) S. 93; Weise,
a. a. 0,
Scymnus zicj-zag (Sardinien, Aegypten); Costa, a. a. 0., 1, No. 2, S. 87.
Endomychidae. Alexia Beitteri (Siebenbürgen; bisher mit A. pilosissima
Friv. verwechselt); Ormay, Supplem. S. 27 und Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 166. circasska, LederiS. 169, clambo'ides ^. 170 (Cirkassien); ßeitter a. 1. 0.
Eine Übersicht del- (28) Arten aus Euiopa und den angrenzenden Ländern, in
welche obige 3 Arten bereits aufgenommen sind, gibt Reitter ebenda S. 322— 327.
Endomychus coccineus var. Biehli (Siebenbürgen); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 424.
Panomoea sumatrensis (Deli) H. S. Gorham, Notes Leyden Museum, X,
S. 152.
Stenotarsus maculosus (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol. , 1888,
S. 158.
Erotylidae. ün Erotylidae of the Leyden Museum; by H. S.
Gorham. Notes Leyden Museum, X, S. 129—151, PI. 7.
E. Reitter behandelt in dem XVI. Heft seiner Bestimmungs-Tabelleu
diese Familie; die Gattungen Loberogosmus Beitt. und Pharoxonotha
Beitt.f die ursprünglich zu den Cryptophagideu gestellt waren, werden jetzt zu
den Erotyliden gebracht, mit denen sie ebenso vollkommen übereinstimmen, wie
mit den Cryptophagiden, von welchen letzteren sie ihre unbehaarte Oberfläche
entfernt.
Amhlyscelis (n. g. Triplacin. , für die Afrikanischen Amblyopus und)
Kelleni (Humpata) S. 145, pallidus (Congo-Fluss) S. 146; H. S. Gorham a.a.O.
Euzo Stria (n. g. Dacnin. Coptengidi affine) aruensis (Aru I.); H.S. Gor-
ham, a. a. 0., S. 140, Fig. 6.
Phoxogenys (n. g. Triplacin.) Midleri (Java); H. S. Gorham, a.a.O.,
S. 149, Fig. 10.
Fseudotritoma (n. g. Triplacin., für Tritomidea? nigrocruciata Cro^cÄ
und) pulchra (Moeara-Laboe, Sumatra); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 148, Fig. 9.
AulacochiluscTMm-weitYae (Sumatra; Andaman-L; Kambodscha); H. S. Gor-
ham, a. a, 0., S. 150, Fig. 11.
Encaustes Hageni (Sardang, Sumatra) S. 133, Fig. 1, sulcata (ibid.) S. 134,
Fig. 2, ceramcnsis (Wabaai) S. 135, Fig. 3; H. S. Gorham, a.a.O.
Episcapha Froggatti (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2.S.)
II, S.327.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1888. 209
Episcaphula yifjas (Cairus) S.326, hifasciata (Russell River) S. 327; Mac-
leay, Proc. Limi. Söc. N. S. Wales (2.S.) II, andamanensis (Andam.-I.) S. 141, (?)
coralUpes (Amboina.) S. 142, Fig. 7, aruensis (Aru-I.) S.143; H. S. Gorham, a.a.O.
The larva of the clever stem borer, Languria Mozardi Latr., as a gall
inaker (in Stengeln von Lactuca canadensis) ; Insect lif'e, I, S. 119, mit Holzschn.
Languria australis (Cairns); Macleay, Proc. Liun. Soc. N. S. Wales (2. S.)
II, S. 326, Yunnana (Y^^m-l?i\\)■, Fairraaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,XXXI, S.136,
calcaroides (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888,8.217,
VandepolU (Normantown, Queensland); W. W. Fowler, Notes Leyden Museum,
X, S. 159.
Micrencaustes metallica (Soekadana, Sumatra) S. 136, sexguttata (Serdaug
Sumatr.) S. 137, Fig. 4, eximia (Borneo; Banka) S. 138, Fig. 5; H. S. Gorham,
a. a. O.
Palaeolybas ftorsaKs (Junk river, Liberia; Niam-Niam); H. S. Gorham,
a. a 0., S. 144, Fig. 8.
Thallis bizonata (Barron River): Macleay, Proc. Linu. Soc. N. S. Wales
(2. S.) n, S. 328.
Triplax manjinata (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeit-
schrift, 1888, S. 218, Beddi (Marokko), mdis (Tanger); E. Reitter, a. a. 0., S.6.
Tritoma liberiana (Junk river); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 146.
Chrysomelidae. E. Lefevre zählt die Eumolpides auf, die E. Gön-
ne 11 e auf seiner Reise in Brasilien gesammelt hat; Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 291— 304.
E. Allard gibt ebenda, S. 305— 332, eine Synopsis des Galerucines
ä, corselet sillonne transversalement, indem er die Arten z.T. nur in
analytischen Tabellen unterscheidet; ob der Antornaraen „All." hinter einer Art
überall eine neue Art bezeichnen soll, weiss ich nicht.
M. Jacoby liefert Descriptions of new species of phytophagous
Coleoptera from Kiu-kiang; Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 339— 351.
Derselbe beschreibt some new species of phytophagous Coleo-
ptera from. . . Blumenau; Notes Leyden Museum, X, S. 153—157.
Derselbe gibt Descriptions of new or little known species of phyto-
phagous Coleoptera from Africa and Madagascar; Trans. Entom. Soc.
London, 1888, S. 189-206, PI. VIL
Aldrisma (n. g. Mimastrin.) externecodata (Peking); L. Fairmaire, Revue
d'entomol., 1888, S. 156.
Anomomera (n. g. Gonloctenae simile) teniieUmhata (Somali-Iza), Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. France, 1887, S- 360.
Cellomius (n. g. Myochrom.) myochroUes (Caraja); Lefevre, Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S. 300.
Didalsus (n. g. Pseudocolaspidi affine) tot'^i<Zca<i<.s (Tabora); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1887, S. 356.
Hallirrhotius (n. g. Malacosomati proxininra) africanm (Sansibar; Inner-
afrika); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 203.
Malaxio'ides (n. g. Galerucin. Apojihjliae affine) grandicorms (Peking);
L. Fairmaire, Revue d'entomol, 1888, S. 155.
Fairmaire ändert den Namen Mombasa (s. dies. Ber. für 1884, S. 186),
wegen seiner zu grossen Aehnlichkeit mit Mombasius in Mombasica um;
Aldi. f. Natuigescli. Jahrg. 1889. Bd. IL H. 2. 0
210 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ann. Soc. Entom. France, 1887, S. 363; M. subiiiennis ist PI. 3, Fig. 12, ab-
gebildet.
Otacilus (n. g. Graleruciu. Meristae et Malaconidae affine) fulvus (Mada-
gaskar); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 20L
Schematizella (n. g. Galerucin.) viridis (Kamerun); M. Jacoby, Trans.
Entom. Soc. London, 1888, S. 203, PI. VII, Fig. 11.
Sigrisma (n. g. prope Criocer.) tiiberifrons (Ovanibo); Fairmairc, Ann.
Soc. Entora. France, 1888, S. 201.
Spilocephalus (n. g. Galerucin. Stenoplatyi et Metrioideae propinqunm)
viridipennis (S.- Afrika); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 202,
PI. VII, Fig. 12.
Abirus angustatus (Ramnad); Lefevre, Bull. Soc. Entom. France 1887,
S. CLXXV.
Acrothinium cupricolle (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 342.
Adimonia multicostata Joe. = (Galerucella) punctato striata Motsch.;
M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 351.
Adimonia pallidicollis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 217.
Aethonea variabilis (Alt Kalabar); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London,
1888, S, 199, PI. VII, Fig. 14, 15; Ootheca serricornis T/iOwis. gehört gleichfalls
in diese Gattung.
Agrianes subcostatus (Rio Grande do Sul); Lefevre, Bull. Soc. Entomol.
France, 1888, S. LXXXI.
Anthraxantha Davidis Fairm. = Mimastra cyanura Hope; Fairniaire,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 351.
Antipha mridvpennis (Nordindien) ; D u v i v i e r , Bull. Soc. Entom. Belg. XXXI,
S. XLIX.
Buddeberg schildert den Entwickelungsgang der auf Euphorbia cyparis-
sias lebenden Aphthona cyparissiae und der auf Iris pseudacorus lebenden
A. nonstriata; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 36—38.
Apophylia semiobscura (Zanguebar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887, S. 365, smaragdipennis (Cape town); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London,
1888. S. 204, PI. VII, Fig 13.
Argoa cupreata S. 299, rugulosa S. 300 (Minas - Geraes) ; Lefevre, Ann
Soc. Entom. France, 1888.
Arorium EevQili (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 362.
Asbecesta Senegal ense! Dej. (Aegyj^ten), Capense! (Cap); Allard, Bull.
Soc. Entom. France 1887, S. CC und Synopsis S. 325 f., perplexa Dej. (Senegal);
derselbe, Synopsis, S. 326.
Aulacophora sternalis (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 202, pubescens (Anam) S. 306, plicaticollis (Halmaheira) , rubicunda
(Indien), castanea (Alt-Calabar) S. 307, natalensis (N.) S. 308, bicornuta (Sumatra),
marginicoUis (Singapore) S. 309, rubrocastanea (Alt-Calabar), S. 310, arcuata
(^^t^X), transversa (Benin), Uguttäta (Ceylon) S. 313, granulata (Kaffrarien), aperta
^Südafrika), quadripunctata (Ceylon) S. 314, quadrifasciata (Madagaskar) S. 315,
seminigra (Zanguebar) S. 316; Allard, Synopsis.
im Gebiete der Entomologie walirend des Jahres 1888. 211
Blepharida niyromaculata (Delagoa Bay) S. 194, PI. VII, Fig. 5, laterimaculata
(S. Afrika) S. 195, Fig. 9, ornaticollis (Afrika) S. 196, Fig. 8, intermedia (Mombas,
Sansibar) S. 197, Fig. 4; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888.
Camptolenes opacula (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 201.
Campylochira Goimellei (Caraga); Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 297. '
Costa erhielt zwei lebende Cassida (Aspidomorpha) Stae. crucis
von Sumatra und meint, dass ihre Acclimatisation in Neapel nicht schwierig
sein würde; Rendic. d. R. Acc. sei. fis. e mat. di Napoli (2) Vol. I (1887) S. 43.
C. yibhosula (Malatia); Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 77,
nigrostrigata (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 157.
Centroscelis coccinella (Tabora) S. 359, tripunctata (Mpuapua) S. 360;
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887.
Chrysochus glohicollis (Amur); Lefevre, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. LXXXI.
Buddeberg beschreibt die Entwickelungsstäude der auf Hypericum per-
foratum lebenden Chrysomela didymata und Hyperici; ferner von Chr. staphylea,
deren Larven sich von Veronica beccabunga, seltener von Mentha aquatica und
Lycopus europaeus nährten; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk., 41, S. 29—34.
Chrysomela amethystina Kolbe und cupraria Kolhe ^= anrieh alcea Mannh.
var.; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr, 1888, S. 202.
Chrysomela creirejJMnctofa (Sansibar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 359.
Chrysomelites jurassicus Fig. 25, minima Fig. 23 (lithogr. Schiefer);
Oppenheim, Palaeontograph. 34, S. 242, Taf. XXXI.
Cladocera ro&Msta (Sansibar) , limbata, nigrifrons, /Zai'tcei;« (Zanguebar);
Allard, Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CC, nigripennis (Nguni, Innerafrika)
S. 197, PI. VII, Fig. 2, zanziharica. (S.) S. 198; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc.
London, 1888. (Die erste Jacoby'sche Art ist nach Fairmaire, Bull. Soc. Entom.
Fr'ance, 1888, S. CXXXII, = flaviceps AU. ; zansibarica Jacoby = limbata All.).
Clythra (Diapromorpha) trizonata (Guelidi); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1887, S. 348, lacerofasciata (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 213.
Cneorane femoralis (Foochan); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 350.
Colaspis iwir/caia (Cara^a) S. 290, cribellata (ibid.), brunnipes (ihid.) S. 296;
Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Colaspo'ides trigonomera (Caraya) ; Lefevre, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 305, pusilla (Rio Grande do Sul); derselbe ebenda Bull. S. LXXXII,
chinensis, opaca, spinipes, (KiuKiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 343.
Colasposoma varicolor (Somali) S. 349, densatmn (ibid.) S. 350, cyaneo-cupreum
(Uzagara) S. 352; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887, versiculor (Ram-
nad); Lefevre, ebenda Bull. S. CLXXIV, foveipenne (Madagaskar) S. 192,
humerale (ibid.) S. 193; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888.
Coptocephala bifasciata (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Pi'oc. Zool. Soc. London,
1888, S. 341.
0*
212 Ph- Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Corynodes laeviuscuhis {Indien); Lefevre, Bull. Soc. Entoin. France, 1888,
S. LXXXI.
Corysthea nigritarsis (Caraga); Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 298.
Der in Amerika eingeschleppte Crioceris Asparagi breitet sich dort
weiter südwärts aus; linsect life, I, S. 29; natürliche feinde desselben sind
Calocoris Chenopodii und Myobia pumila; ebenda S. 61; vgl. Lucas; Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S. 102—104.
Crioceris crassicornis (Ynnnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI
S. 136, Chinensis, triplcKjiata (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888. S. 340.
Cryptocephalus vennstus mit Vorliebe auf Kartoffel, dann auf Tomaten,
Kürbiss und Gurke; Insect life, I, S. 32.
Cryptocephalus tardus (Mte. Rosa); Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 368, dichrous, discoideus S. 151, musdfer, nigroscriptus S. 152 (Peking);
L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, chinensis (Kiu-Kiang); M. Jacoby,
Proc. Zool. Soc. London, 1888, S.341.
Diabrotica elonyatn (Cauca); Duvivier, Bull. Soc. Entom. Belg, XXXI.
S. XLVII, hrasiliensis (Blumenau); M. Jacoby, Notes Leyden Museum, X,
S. 156.
Diacantha trifasciata (Zanguebar), violacea (Senegal) S. 317, rufa (Fernando
vas), Vasseti (Südafr.), fasciata (Carabodscha), Baff'rayi (Abyssin.) S. 318; Allard,
Synopsis.
Diaraphidia compacta (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 361.
Donacia transversicollis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXL S. 135, Lenzl (Hiogo): H. v. Schönfeldt, Entoin. Nachr., 1888, S. 33.
Über die Athmung der Donacien-Larven s. oben S. 200.
Das Vorkommen des Kartoffelkäfers (Doryphora decemlineata
Say) in Lohe (Kreis Meppen); E. Bohr, 7. Jahresber. d. naturwiss. Ver. zu
Osnabrück, S. 118—120.
Elithia hiimndata {Gh\\\) ; Allard, Bull Soc Entom. France, 1887, S. CO.
Entoraochirus costulatus (Caraga); Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 298.
Entomoscelis metalUca (Sikkim) ; J. S. B al y , Ent. Monthl. Mag., XXV, S. 85.
Eustetha thoracica (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 348.
Galerucites carinata (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34,
S. 242, Taf. XXXI, Fig. 26.
Galerucella vayeplicata (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol, 1888,
S. 154.
Gonioctena dichroa (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 153,
Gonophora Masoni (Andaman I.); J. S. Baly, Ent. Monthl. Mag., XXV, S.85.
Life -hi Story of Graptoderafoliacea Lee; Insect life, I, S. 74— 76; 199.
Gr. modesta (Blumenau); M. Jacoby, Notes Leyden Museum, X, S. 154.
Gynandrophthalma.semmMrtwtiiacrt (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entom.,
1888, S. 150.
Haenionia Curtisii Lac. im Salzigen See bei Halle a. S. auf Pota-
iin Gebiete der Entomologie während des Jalires 1888. 213
niogetou pectinatus; Zacharias (nach Müller), Zeitscliv. f. wiss. Zoologie,
4fi, S.229.
Über die Bekämpfung der Erdflöhe s. Mitth. Mähr. - Schles. Ges. f.
Ackerbau, Natur- und Landeskunde, 1888, S. 87 f.
Die Gattung Haniletia Crotch {= Pachyonychis Clarl<) gehört nicht zu den
Monoplati, sondern zu den Oedionychi, neben Physodactyla Chai). und Eutoruus
Clarlc; M. Jacoby, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 302.
Haplosoma corniculata (Cochin- China), rostripennis (Celebes) S. 328, ^^ici'-
feniora (Philippinen), africana (Kamerun) S. 329, loncjicornis (Indien), annamita
(Anam) S. 380; Allard, Synopsis.
Buddeberg beschreibt die Jugendzustände der auf Mercurialis perennis
lebenden Herrn aeophaga Mercurialis; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Wies-
baden, 41, S. 35f.
Heteraspis nitidissima (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 345.
Ein auf dem Zirbitz-Kogel in Steiermark gefangenes Exemplar (das zweite
bekannte) von Hippuriphila si mplicipes Kutsch, gibt Weise Gelegenheit,
eine vollständige Dingnose dieser Art zu geben und ihre systematische Stellung
zu berichtigen; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 110.
Hovalia Fairm.= Alphidia Clark; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. Lon-
don, 1888, S. 205.
Lactica Haroldi (Blumenau); M. Jacoby, Notes Leyden Museum, X, S. 155.
Lenia lonyula (Baluba-Laud); G. (^uedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 212, bimaculata (Andaman-I.); J. S. Baly, Entom. Monthl. Mag. XXV,
S. 85, dilutipes (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol. , 188;, S. 149, nigri-
labfis (Blumenau); M. Jacoby , Notes Leyden Museum, X, S. 153, crihraria (Kame-
run, Delagoa Bay) S. 190, apicicornis (Alt-Kalabar), MtcoZ/i's (Delagoa- Bay)
S. 191, PI. VII, Fig. 1; derselbe, Trans. Entom. Soc. London, 1888.
Lepronota singularia (Caraya), verrucosa (ibid.) S. 292, cyanella (ibid.) S. 293;
Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
E. Duges schildert die metamorfosis de la Chrysomela (Lepti-
notarsa) modesta Jacoby; La Naturaleza (2. S.) I, S. 63 — 65, L. VII.
Lina ignitincta JFam/t. = Galeruca fulminans Mm.; Fairmaire, Proc
Zool. Soc. London, 1888, S. 351.
Der frühzeitig erscheinende Longitarsus niger legt seine Eier im Juni
an die Wurzel von Echium vulgare oder in die Nähe derselben; die Larve nährt
sich von der Wurzel, ist in anderthalb Monaten ausgewachsen und verwandelt
sich in einer Erdhöhle ohne Gespinnst in eine Puppe, aus der nach 3-wöchent-
licher Ruhe der Käfer schlüpft. L. tabidus legt seine Eier Ende Juli und
Anfangs August dicht über der Erde an Verbascuni-Arten; die Larve frisst unter
der Rinde der Wurzel Gänge in dieselbe, ist Ende Mai des nächsten Jahres aus-
gewachsen, kriecht zur Verpuppung in die Erde und liefert nach etwa einmonat-
licher Puppenruhe den Käfer Anfangs Juli. Buddeberg, Jahrb. d. Nass. Ver.
f. Naturk. Wiesbaden, 41, S. 39-41.
Luperodes hrasiUcnsis (Blumenau); M. Jacoby, Notes Leyden Museum,
X, S. 156.
Malacosoma deformicwnis, S. 213, procerum, S. 214, nigriventre, S. 215 (Ba-
luba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
214 Ph- Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Malaxia AUuaudi (Assiuie), cmroUmhata (Natal), nigricollis (Alt-Calabar),
purpurea (China); Allard, Synopsis, S. 332.
Megalognatha HarolcU (Tabora; = Malacosoma elegans Har. nee Balij);
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 365.
Melasoma ododecimpunctata (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 346.
Mesodonta submetalUca (N'G-ami; Zambesi); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc.
London, 1888, S. 200, PI. VII, Fig. 10.
Metaxyonycha minarum (Caraca); Lefevre, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 294.
Monolepta flaviventris Motsch. ist eine Malacosoma; M. Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 351.
Monolepta tricolor (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 202, Baeri (Philippinen) Fig. 1, puncticolUs (ibid.) Fig. 2; Allard, Le Natura-
liste, 1888, S. 260, Moluquemis (Halmahera) Fig. 1, albiventris (Madagaskar)
Fig. 2, vuhjaris (Zanguebar) Fig. 3, S. 270, Thomsoni Murray (Alt-Kalabar),
elegans Dej. (Senegal) Fig. 1 , dichroa Klug Fig. 2, minima (Indien) Fig. 3.
S.286; derselbe ebenda.
Nodostoma Fahrei (Ramnad); Jjefevre, Bull. Soc. Entom. France 1887,
S. CLXXV, Leechi (Kiu-Kiang); M. Jacoby , Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 344.
Oedionychis madagascariensis (Matanga); M. Jacoby, Trans. Entom. Soc.
London, 1888, S. 194, PI. Vn, Fig. 3.
Ootheca cyaueovittata Fairm. kann nicht in diese Gattung gehören, da sie
vom Typus derselben, 0. mutabilis, in Gestalt, Bau des Thorax, Mangel der ely-
tralen Epipleuren und dem stark verlängerten ersten Tarsenglied der Hinterfüsse
abweicht; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 205.
Weise macht zu den 3 bekannten Arten der Gattung Pachytoma die
neuen Quedenfeldti (Quango), truncata (Ashanti) ixnd Mechowi (Quango), be-
kannt; die P. flava Clarl- lag dem Verfasser nicht vor und ist vielleicht mit
Quedenfeldti identisch; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. Ulf.
Pagria strigkollis (Ramnad); Lefevre, Bull. Soc. Entom. France, 1887,
S. CLXXV.
Paralina impressiuscula Fairm. = fallaciosa Stkl: Fairmaire, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 351.
Paria Gounellei (Tijuca), stigmidu, maculigera (ibid.); Lefevre, Ann. Soc
Entern. France, 1888, S. 303.
Paropsides nigrofasciatus (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 348.
M. Jacoby und G. H. Hörn geben nach Ansicht der Type Aufklärung
über Phaedromus Waterhousei Clark; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 303f.
Phyllobrotica (?) wnata (Foochan); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London, 1888,
S. 849.
Phytodecta /tewpen/us, tredecimmacidata (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc.
Zool. Soc. London, 1888, S. 347.
Poecilomorpha apicata (Somali?); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 348.
Polysticta nigro-maculata (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
im Gebiete der Entomologie wälireml des Jahres 1888. '215
Zeitschr., 1888, S. 216, mudayascariensis (M.); M. Jacoby, Trans. Eutom. Soc.
London, 1888, S. 193, PI. VII, Fig. 6.
Prionodera pusllla (Minas Geraes); Lefevre, Ann. Soc Entoni. France,
1888, S. 294.
Prodoxenus ruficollis (Caraga); Lefevre, Km\. Soc. Entom. France, 1888,
S. 297.
Pseudocolaspis anthina (Tabora), auripes (ibid.) S. 353, pachnephora, minutula
(Zanguebar) S. 354; Fairmaire, Ann Soc. Entom. France 1887.
Pseudocophora nitens (Annam; Sumatra), flava (Annam) S. CG, plicata
(Malacca), praeusta Cheir. (Java) S. CGI; AHard, Bull. Soc. Entom. France,
1887 und Synopsis, S, 324 f.
Rherabastus punctatosulcatiis (Uzagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1887, S. 357.
Sagra luctuosa (Guelidi); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S 347, Muelleriana (Pogge-Fall im Kassai); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 211, Lcechi (Kiu-Kiang); M. Jacoby, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S. 339, opaca (Mamboia); derselbe, Trans. Entom. Soc. London, 1888,
S. 189, PI. Vn, Fig. 7.
Scelodonta inaequalis (Mpuapua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 357.
Sphenoraia indica (Nordiudien); Duvivier, Bull. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. XLVIII.
Spintherophyta lumpros (Cai'aQa); Lefevre, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 291.
Systena hifasciata (Blumenau); M. Jacoby, Notes Leyden Museum, X'
S 155.
F. P. de Bono stellte Untersuchungen sull'uniore segregato dalla
Timarcha pimelio'ides Schaff, zunächst mit Fröschen und Kröten an; die
Schlussfolgerungen aus diesen Versuchen sind noch nicht gezogen; II Natural.
Siciliano, VIII, S. 24—28, 44-48, 72—75.
Timarcha Riffensis (R,.); Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1887,
S. CXCIII, strophium (Guenca und Camarena); Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 124.
Tropidophora tripartita Thoms. scheint = Physonia Dohrui Chap. zu sein,
gehört aber y^ohl nicht zu den Galerucineu, wo sie im Gat. Gemm. & Har.
steht; M. Jacoby, Trans. Entom. Soc. London, 1888, S. 205.
Lefevre kommt durch reichliches Material zu der Überzeugung, dass
Typophorus basalis Baly, ruficollis Bahj und sanguinicollis Lefevre Varietäten der
einen Art T. Kirbyi Baly sind und diagnostiziert diese Art mit ihren Varietäten
sowie T. centromaculatus (Baliia), crytliropus (Tijuca), tarsalis (ibid.); Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S. 302.
Bruehidae. Abeille de Perrin stellt ein Tableau synoptique des
Bruchides et Urodonides frangais d'apres Fl. Baudi de Selve auf; Revue
d'entomol., 1888, S. 77— 90.
Cerambycidae. (14) Gerambycidarum Africae species novae sind
beschrieben von G. Quedenfeldt, JornaldeSciencias Mathem., Physic.e Naturaes,
Lisboa, No. XL, S. 1-8 (Sonderabdruck).
21fi PI'- Bei'tkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Descriptions of a uew genus and of some new species of . . . .
Lamiidae ... in the Solomon Islands; by Ch. J. Gahan; Ann. a. Mag.
N.H. (fi). I, S. 190-193.
Derselbe: On Longicorn Coleoptera of the faniily Lamiidae;
ebenda S. 270-281, PI. XVI, Fig. 1-5.
Derselbe: On new Longicorn Coleoptera frora China; ebenda 11,
S. 59—67.
Derselbe: Descriptions of some ludian species of Longicorn
Coleoptera: ebenda S 260— 263.
Derselbe: On new Lamiide Coleoptera belon ging to the Mono-
bammus gronp; ebenda S. 389 — 401.
Derselbe gibt Notes on some types of North American Ceramby-
cidae in the British Museum; Tran.s. Araer. Ent. Soc, XV, S. 299f.
F. P. Pascoe stellt alistofthedescribedLongicorniaofAustralia
and Tasmania (553 A.) zusammen; London, 1888, S. 1—48.
Äcroptycha (n, g. Niphouiu.) spinifera (Baluba-Land); G. Qnedenfeldt,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 210.
Aethaliodes (n. g. Trachystolae affine) t'errttcost/s (N. -China) ; Ch. J. Gahan,
a. a. 0. I, S. 270, Fig. 1.
Ämarysius (n. g. Purpuriceno et imprimis Brototychae affine, corpore
elongato iiyersixm) düatatus (Peking); L. Fairmaire, Eevne d'entomol., 18S8,S.141.
Anyhostetha (n. g Prosopocerin.) sa|je«Zoi'f?e* (Baluba-Land); G. Queden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, S. 202.
Nach C. J. Gahan ist Liopus biguttatus Lee. nicht synonym mit Graphisurus
pusillus Kirhy, sondern letzterer ist Acauthocinus obsoletus Oliv. Die Gattung
Graphisurus ist für die beiden Arten triangulifer Hald. und fasciatus Be Geer
beizubehalten, und für Graphisurus Hörn, mit biguttatus Lee. als Type wird die
n. G. Ceratographis vorgeschlagen; Trans. Amer. Entom. Soc. , XV, S, 299f.
Eutaeniopsis u. g. Lamiin. prope Coelosternam, für (Eutaenia) trifasciella
Whäe; Ch. J. Gahan, a. a. 0., I, S. 277.
Glenida (n. g. Saperdin., Neoxanthae affine) suffusa (Kin-Kiang), cyanei-
pcnnis (China); Ch. J. Gahan, a. a. 0., II, S. 66.
Haplothrix (n. g. prope Mecynippum et Goem) simplex (Siam); Ch. J.
Gahan, a. a. 0., I, S. 279, Fig. 5.
Letcronotus (n. g. Monohammin.) spatidatiis (Solomon Lsls.); Ch. J. Gaban,
a. a 0., I, S. 190.
Micrometopus (n. g. Toxotin.) punctipennis (Angola); G. Qnedenfeldt,
Jörn. Sei. math., phys. e nat., Lisboa, No. XL, S. 2.
Pixodarus n. g. Hoplideri proximum; für (H.) Nyassae Bates; Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1887, S. 325.
Playiomas (n. g. Tragocepbalin.) «n<?^inotoitts (Baluba-Land); G. Qneden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 206.
Thermonotus (n. g. prope Cereopsium) niyripes (Nordindien; Pinang);
Ch. J. Gahan, a. a. 0., II, S 399.
Trachylophus (n. g. inter Mallambycem et Xoanoderam) sinensis {Chmdi),
approximator (Java); Ch. J. Gahan, a. a. O., 11, S. 60.
Aphrodisium Albardae (Tjilatjap, Java); C. Ritsema Cz., Notes Leyden
]\Iuseum, X, S. 193,
im Gebiete der Eutoiiiologie während des Jahres 1888. 217
Apomecyna kitcfasciuta,ü.6, quadri/^ignata, hrcvis, S. 7 ( Augolai; G. Q,ue-
deiifeldt, Jörn. Sei. math., phys. e natur., Lisboa, No. XL.
Archidice quadrinotata T/<o«is. = Lainiomimus (Moimh.) officiuator White;
Ch. J. Gahan, a. a. 0., n, S. 400.
Aristobia ancjustifrons (Siam); Ch. J: Gahan, a. a. 0., I, 276.
Arrhythmus palUmembris (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 22 mit Holzschn.
Astynornns tertiär ius (Brannkohle von Zschipkau); Kolbe, Zeitschr. deutsch,
geol. Gesellsch., XL, S. 135.
C. Ritsema Cz. erinnert nochmals daran, dass Pascoe seine beiden Gat-
tungen Bacchisa und Momisis auf die beiden Geschlechter zweier Arten ge-
gründet hat, die derselben Astatheinen-Gattung angehören, zählt die (4) be-
kannten Arten dieser Gattung auf und beschreibt Bacchisa simjularis Serdang,
Ost-Sumatra); Notes Leyden Museum, X, S.253f.
Baraeus tuberculatus (Angola); G. Quedenfeldt, Joni. Sei. math., phys.
e nat., Lisboa, No. XL, S. 4.
Cacoscapirs Thoms. = Stratioceros Lac, imd C. Mouhotii Tlioms. == Str.
princeps Lac.; Ch. J. Gahan, a. a. 0., 11, S. 262.
Callichroma carinicoUe, S. 198, rugicoUe, S. 199, parallelipenne S. 200 (Ba-
luba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, chrysogaster (Ceylon);
C. Ritsema Cz., Notes Leyden Museum, X, S. 195.
lieber die Generation des Fichtenbockes, Callidium luridum,
macht A. Pauly in der Allgem. Forst- und Jagdzeitung, 1888, September-Heft,
S. 1—4 (Sep.), nach Zuchtversuchen eine Mittheihnig. Der Verfasser beschreibt zu-
nächst das von ihm angewandte Verfahren (rderziehen der Schnitteudfläclien
von frischen Stammstücken mit einer Paraffinschicht), um kleineren Stamm-
stücken die zur Entwickelung der Holzinsekten nöthige Feuchtigkeit zu sichern.
Li einem so behandelten Stammstück entwickelten sich als Nachkommen eines
am 10. Juni ausgesetzten Weibchens noch in demselben Jahre 4 (kleinere) Lna-
gines, während am 2. Juni des folgenden Jahres noch 2 weitere sich entwickelt
hatten, von denen eines entwischte, das andere ein grosses Weibchen war. Dem-
nach würde ein, vielleicht der grössere, Theil der Nachkommenschaft dieser Art
sich nach drei- bis viermonatlichem Larvenleben noch im Flugjahr der Eltern zu
Käfern entwickeln, der andere dagegen erst nach einjährigem Leben unter der
Rinde zur Imago werden. Eine ähnliche Entwickelung ist für sämmtliche mittel-
grossen Arten wahrscheinlich.
C. (Semanotus?) cupreo-virens (Angola); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. math.-
phys. e nat., Lisboa, XL, S. 3, (Lioderes) Henschi (Herzegowina); A. Puton,
Revue d'entom., 1888, S. 23.
Ceroplesis semitrabeata (Uzagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887, S. 340.
Charinotes Bichteri (Sa. Katharina, Brasil.); Fischer, Berlin. Ent. Zeitschr ,
1888, S. 490.
Closteromerus retieollis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 200, violaceipennis, annulatus (Angola); derselbe, Jörn. Sei.
math., phys. e nat., Lisboa, No, XL S. 3.
Clytus tenuicornis S. M'^, polyzonus , Artemisiae S. 143, tsitoensis (auch
218 Ph- Bertkaii: Bericht über die wisseiischaftliclicn Leistungen
Kiaugsi) S. 144, fulujinosus S. 145 (alle von Peking); L. Fairmaire, Revue
d'entomol. 1888.
Cortodera alpina var. Starcki (Abago); Reitter, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 280.
Criocephalus epibata Schiodte wiederholt bei Joigny gefangen; Ber-
the! in, Bull. Soc. Entom, France, 1888, S. XXVIII.
Crossotus fascicularis (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887,
S. 337, floccifer (Cabinda, Afr.); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. mat. phys. e nat.,
Lisboa, No. XL, S. 6.
Cymatui-a mucorea (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 343.
Cyriocrates Waterhousei (Nias J.); Ch. J. Gahan, a. a. 0., I, S. 276, Fig. 4,
elegans (Upper Burmah); derselbe, ebenda, II, S. 450.
Deliathis Batesi (Mexiko); Ch. J. Gahan, a. a. 0., II, S. 398.
Dichostates compactus (Mpuapua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887, S. 337, Muelle)-i (Baluba- Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom Zeitschr.,
1888, S. 207.
Dihammus sjnnipennis (Neu-Caledonien); Ch. .1. Gahan, a- a. 0., I, S. 275.
Diochares flavorjuttatus (Tchekiang) ; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.
XXXI, S. 133. (Ist nach Ch. J. Gahan, a. a. 0., II, S. 400, = Psacothea hilari s
Pascoe; von Psacothea sind die Gattungsmerkmale angeführt ).
In die Gattung Domitia Thoms. gehört auch (Monohammus) viridipennis
Chevr., die vielleicht mit der typischen Art, D. lupanaria Thoms., identisch ist.
Unzweifelhaft gehört auch (Lamia) aenea Parry in diese Gattung; Ch. J. Gahan,
a. a. 0., II, S. 401.
Drymochares Starcki (Kaukasus); Ganglbauer, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 395.
Epepeotes uncinatus (Nordindien) S. 271, Fig. 2, albomaculatus (ibid.) S. 272;
Ch. J. Gahan, a. a. 0., I.
E. (Leprodera) spinosa Thoms. = meridianus Pasc, lateralis Giier.; Ch. J.
Gahan, a. a. 0., II, S. 400.
Ephies cardinalis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 131.
Euoplia argenteo-maculata .4t«rtt;j7^. = (Lamia) pulchellator Westw.; die
Art passt am besten in die Gattung Psaromaia Poscoe; C. Ritsem a Cz., Notes
Leyden Museum, X, S. 198.
Gnatholea picicornis (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
S. 200.
Haplohammus speciosus (China) S. 274, Aocms (ibid.) S. 275; Ch.J. Gahan,
a. a. 0., I, contemptus (China); derselbe, ebenda II, S. 62.
Hecyrida rufolineata (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 208.
Hesperophanes hylotrupoides (Mpuapua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1887, S. 327.
HeteroclytomorphapttMciftirt (Solomon Isld); Ch. J. Gahan, a.a.O.,I, S. 192.
Hippopsicon cribricolle (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 210.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. ^Id
Hyllisa subvinjata (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 344.
Melvill zeigte der Manchester literaiy a. philos. soc, meet. 15. März 1886,
ein Exemplar von Hypocephalus armatus vor und erörterte dessen ver-
vv^andtschaftlichen Beziehungen zu den übrigen Käferfamilien ; Proceed. XXV,
S. 223-229; vgl. dies. Bericht über 1884, S. 197.
Hypocrites pretiosiis (Tabora) S. 328, janthinicornis (ibid.), laevipes (Somali)
S. 329; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887.
InesÜA guttata (Muata-Kumbana); G. Quedenfeldt, Berlin. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 206.
Leprodera arista Thoms. = verrucosa Pascoe; Ch. J. Gahan, a.a.O., II,
S. 262.
L. lecta (Siam) S. 389, insidiosa Chevrolat i. m. (Nordindien; Pinang) S. 391;
Ch. J. Gahan, a. a. 0. II.
Zu Leptura nana Newm. und exigua New^n. s. G. H. Hörn, Trans. Amer.
Entom. Soc, XV, S. 301.
Litopus semiopacus (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 331.
Logisticus sesqiiivittatus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 23 mit Holzschn.
Macrotoma octocostata (Afrika); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. math., phys.
e nat., Lisboa, No. XL, S. 1.
Mallosia Gauglbaueri Kraatz = (Saperda) mirabilis Faldertn.; Kraatz,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 77.
M. tristis (Talysch); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 134.
Marmaroglypha siimatrana (Serdang); C. Ristema Gz., Notes Leyden
Museum, X, S. 204.
Mecas inornata »S'a^ = cinerea Ketvm., senescens Bates; caua Newm.
nicht = pergrata »S'ay, sondern saturnina Lee; C. J. Gahan, Trans. Amer.
Entom. Soc, XV, S. 300; vgl. dazu G. H. Hörn, ebenda, S. 301.
Melanauster Leechi (Kiu Kiang); Ch. J. Gahan, a. a, 0., II, S. 63.
Monohammus rivulosus Pascoe i. 1. (Assam; Laos), cüiatus (China); Ch. J.
Gahan, a.a.O., I, S. 373, albisparsus (Kiu Kiang), S. 62, auratus (Silhet),
bimaculatus S. 260 amicator White i. 1. (Silhet), yriseatus (Indien) S. 261 ocellatiis
(Indien; Pinang) S. 262, modicus (Madras) S 391, disthictus (Assam) S. 392,
jperplexus (Indien), vagus (Gabun?) S. 393, murinus Dej. cat. (Senegal), plumbeus
(Congo) S. 394, fulvisparsus (Congo), nyassensis (Nyassa) S. 395; derselbe
ebenda II.
M. Fredericus White = desperatus Thoms. und ist in die Gattung
Agnoderus Thoms. zu stellen; rotator F. = Goes tigrinus De Geer; es empfiehlt
sich, den De Geer'schen Namen beizubehalten; Ch. J. Gahan, a. a. 0., 11, S. 262f.,
melanostictus White = beryllinus Hope und ist mit Bowringii White in die
Gattung Melanauster verwiesen; M. marcipor Newm. ist ein Anammus; derselbe
ebenda S. 401.
Morimus rufipectus (Afrika); G. Quedenfeldt, lorn. Sei. math., phys. e
nat., Lisboa, No. XL, S. 4.
Nupserha hasipennis (Kibanga) S. 345, «i^rwenim (Tabora.) S. 346; Fair-
maire, Ann. Soc Entom. France 1887-
"220 Pli. Beitkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Uberea ficmiviftata (Ymman), sevütwjra [Tdiekinng); L. Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg. XXXI, S. 134, sciitellaris (Peking); derselbe, Revue d'entomol.,
1888, S. 147.
Obriacum eleyans (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 334, PI. 3, Fig. 9.
Oienecami^tus ohsoletus (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888,
S. 145.
Omocyrius Jansoni (Elopura, N. Borneo); C. Ritsema Gz., Notes Leyden
Museum, X, 8.201.
Orsidis ampliatus (Solomon Isis.); Ch. J. Gab an, a. a. 0., I, S. 191,
Pachydissus asper icollis (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S.335.
Pachyteria Borrei (Java) S. 178, (bicolor Parnj, S. 180), Pryeri (Elopura,
Borneo) S. 183, Hageni (Serdang, Sumatra) S. 185, Evertsi (Deli, Sumatra) S. 187,
OZ^ertZ/wrM Siboga, Sumatra) S. 190, (affinis E«te., S. 191); 0. Ritsema Gz.;
Notes Leyden Museum, X.
P. zonopteroides Fletiticmx = Callichroma Griffithii Hope; G. Ritsema
Gz., a. a 0., S. 198.
Pelargoderus flavicornis (Nias L); Ch. J. Gahan, a. a. 0., I., S. 272, Fig.3.
P. rugosus Waterh. = Paragnoma acuminipennis Islanch.; die Gattung
Paragnoma ist auf das Weibchen einer Pelargoderus- Art begründet und kann
nicht bestehen bleiben; Ch. J. Gahan, a.a.O., II, S. 400 f.
Peribasis albisparsa (Elopura, N. Borneo), C. Ritsema Cz., Notes Leyden
Museum, X, S. 203.
Pharsalia allioplcKjkita (Borneo) S. 279, piilckra (Siam) S. 280; Ch. J. Ga-
han, a. a. O. I.
Phoryctus Paulinoi (Angola); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. math., phys.
e nat., Lisboa, No. XL, S. 7.
Phryneta nigroperlata (Guelidi); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 338, ornata (Angola); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. math. phys. e nat.,
Lisboa, No. XL, S 5.
Phytoecia (Coptosia) Heydeni (Malatia); Ganglbauer, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 76, sareptana (S.); derselbe. Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S.376.
Ph. affinis var. nigropubescens, Starcki, circassica (Cirkassien); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 282, (Pileniia) hirsutula FrÖl. var. 7iomoiest/m!
(TurkmenienV, L. Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, S. 197.
Pidonia lurida F. var. G^a??r/Z&fl wen (Siebenbürgen, Görz; Belgrad); Ormay,
Supplementa, S. 45 und Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 168.
Polyzonus hexastictus (Mpuapua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 327, Laurae, cuprarius (Yunnan); derselbe, Ann. Soc. Entom. Belg.
XXXI, S. 132.
Prionus Delavayi (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 130, Beydeni (Namangan) S. 265, cw^icorms (Turkestan) S. 266; Gangl-
bauer, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, mit Bemerkungen über Pr. Persicus
Bedtb. = Besicanus Jakowl. nee Fairm. und Besicanus Fairm.
Pr. (Psilopus) hi-evis (Taschkent), tuii-estanicus (Samarkand) ; A. v. Se-
menow, AVien. Entom. Zeitg., 1888, S. 157.
im Gebiete der Entomologie wälireiul des? Jahres 1888. •221
Prosopocera ancjohnsis (A.); G. Quedenfeldt, Jörn. Sei. matb., phys. e
nat., Lisboa, No. XL, S. 5.
Pseudocalamobius fdiformis (Peking); L. Fairmaire, Eevue d'entora.,
1888, S. 146.
Purpnriceuus (jlobkjer (Peking; Kiangsi), siderujer (Kiangsij S. 139, jjete,«/er
(Peking) S. 140; L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, Pratti (China); Ob. J.
Gaban, a. a. 0., II, S. 61.
Pyrestbes hypomelas (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Belg., XXXI,
S. 131.
A. Lameere behandelt le genre Rosalia; Ann. Soc. Eutom. Belg., XXXI,
S. 159 — 174, PI. in. — Die für die Gattung Eurybatus angegebenen Unter-
schiede sind nicht stichhaltig oder (wie die Färbung) nicht wichtig, so dass
Eurybatus nur eine Untergattung von Rosalia bilden kann. Die (10) Arten
dieser Gattung werden zuerst in analytischer Tabelle unterschieden und dann
genauer beschrieben und abgebildet; neu sind R. gravida (Hinialaya) S. 166,
Fig. 4 und lacta (Java) S. 168, Fig. 7.
Rosenbergia exigua (Neu-Guinea); Ch. J. Gaban, a. a. 0., I, S. 280.
Saperda smwtons (China) S. 64, hrunnipes (Kiu Kiang) S. 65; Ch. J. Gaban,
a. a. 0., II.
Sternotomis Wissmanni (Quimalanca) S. 203, niveipectus (Muata-Kumbana)
S.204; G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
Die Männchen von Sthenias (Lamia) grisator F. haben an der Aussenseite
der Mandibeln in der Basalbälfte einen nahezu senkrecht aufstehenden Zahn;
die von Pascoe für identisch gehaltene Sumatra- Art ist eine andere, Sthenias
Pascoei genannt; C. Ritsema Cz., Notes Leyden Museum, X, S. 272.
Strangalia nigrocaudata (^ovAdnna); Fairmaire, Ann. Soc. Entom Belg.,
XXXI, S. 135.
Sympiezocera sinensis (China); Ch. J. Gaban, a. a. 0., II, S. 61.
Taeniotes «m^jZeic (Südamerika?) S. 396, singidaris (EkwAdov) S. 397; Ch. J.
Gaban, a. a. 0., 11.
Thyestes funebris (Kiu Kiang); Ch. J. Gaban, a. a. 0., 11, S. 67.
Tragocepbala modesta (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S.341.
Trigonoptera Woodfordi (Solomon Isis.); Cb. J. Gaban, a. a. 0., I, S. 193.
Uraecha punctata (China); Ch. J. Gaban, a. a. 0., II, S. 63.
Volmnnia militaris (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1887,
S. 345.
Xylotrechus oculicollis (Uzag.ara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 334.
Xystrocera globosa Oliv, hat sich in Kairo (und Usegua) in grosser
Menge gezeigt nnd die seit 1822 eingeführten Lebbachbäume (Albizzia Lebbek)
zum grossen Theile zerstört; L. Anderlind, Allg. Forst- und Jagdztg.. Juli-
Heft 1888, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 15; Deutsch. Entom. Zeitschi-., 1888,
S. 335, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 275; Entom. Nachr., 1888, S. 241.
Xystrocera nitidiventris (Uzagara) ; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 326, trivittata S 196, metallica S. 197 (Bakba-Land); G. Quedenfeldt,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
222 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zygocera(V) alhovirgulata {M.eLda.g'dsk&v); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 23 mit Holzschn.
Anthribidae. Anthrihites Bechenhergl (Braunkohle von Zschipkau);
Kolhe, Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch, XL, S. 134.
Tophoderes nuheculosus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 32 mit Holzschn.
Brenthidae. Isognathus! (n. g.; Name von Felder schon bei Schmetter-
lingen vergeben) für (Anisognathus) Mechowi und anaticeps Kolbe; Kolbe , Entom.
Nachr., 1888, S. 305; L Mechowi ist abgebildet Berlin. Entom. Zeitschr., 1888,
Taf. VI, Fig. 11.
Orychodes sinensis (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 138.
Spatherinus eupsaloides (Quango), picturatus (ibid.) S. 306, ophthalmicus
{(iahxm), juvenilis (Joubu) S. 307, longiceps (Gabun) S. 308; Kolbe, Entom. Nachr.,
1888, mit Tabelle der Arten des Berliner Museums, S. 309.
Scolytidae. Bedel macht folgende Bemerkungen über Scolytiden
Hylesinus Perrisi Chap. gehört zu Carphoborus Eichh.; Phloeotribus oleae i^.
ist früher von Bernard als Scolytus scarabaeo'ides beschrieben; Scolytus carinatus
Chap., in den „Europ. Borkenk." von Eichhoff als Europäer aufgeführt, stammt
nicht von Cartagena in Spanien, sondern von dem Columbischen Cartagena;
Ernoporus Schreineri Eichh. = caucasicus Lind.; Bull. Soc. Entom. France, 1887,
. S. CXCI.
E.A.Schwarz theilt Notes on the food habits of some North
American Scolytidae and their coleopterous enemiesmit; Proc. Entom.
Soc. Washington, I, S. 163-165.
Pauly hielt auf der 17. Versammlung deutscher Forstmänner in München
einen Vortrag über die Generation der Bostrychideir. Nach Eichhoff
ist die Zahl der Generationen in einem Jahre eine drei- oder gar vierfache, und
es sind (abgesehen von dem Frühjahrsschwarm) 2 oder gar 3 Schwärme in dem-
selben Sommer zu unterscheiden. Zu dieser Anschauung kam Eichhoff durch
die Beobachtung der zur Entwickelung vom Ei bis zur Imago nöthigen Zeit, die
er in die gute Jahreszeit dividirte. P auly zeigt indessen, dass das Schwärmen
der Borkenkäfer nicht auf einmal und unmittelbar nach dem Ausschlüpfen der
Imago erfolgt, sondern erst bei einer für die einzelnen Arten verschiedenen höheren
Temperatur. Diese Temperaturen treten bei uns gewöhnlich erst im Mai ein;
dann erfolgt die Anlage der Brutgänge, und wenn sich auch die ersten Nach-
kommen dieses Jahres bereits Ende Juni zeigen, so sind das nur vereinzelte Vor-
läufer des erst im Juli bis Mitte August sich zeigenden zweiten und letzten
Schwarmes dieses Jahres; die Nachkommen desselben schwärmen erst im nächsten
Frühjahr. — Allgem. Forst- und Jagdzeitung, herausgeg. von Lorey und Lehr,
November-Heft 1888.
Scolytidae (Tomicuspini und Dendroctonus simplex) attacking tamarac
trees; Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 175.
Anaeretus (!, soll Anaeretes heissen und ist in dieser Form schon ver-
geben) n. g, (?) für (Xylebonas) guanajuatensis E.Bug.; E. Duges, Ann. Soc.
Entom. Belg. XXXI, S. 141.
Pityogenes n. g., für chalcographus L. (Type), bidentatus Hbst., quadiidens
Htg.; Bedel, Faune du bassin de la Seine etc. S. 397.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 993
Eine Ansicht der Typen der Harris'schen Sammlung bestätigte die Ver-
muthiing E. A. Schwarz', dass Harris unter seinem Tomicus (Phloeotribus)
liminaris diese Art und Hylesinus opaculus vereinigt hatte; Proc. Entom. Soc.
Washington, I, S. 149.
Tomicus pinicola nov. nom. (= ater Payk. nee F., piniperda F. nee L.);
Bedel, Faune du bass. de la Seine, S. 390.
T. austriacus (Ö.); Wachtl, Mitth. d. Niederösterr. Forstvereins, 1887, 3,
XXXI, S. 820.
Xyleborus (vielleicht n. G. Anaeretus, s. oben) guanajuatensis (Mexiko);
E. Dugös, Ann. Soc. Ent. Belg.XXXI, S. 141, PI. I, Fig. 11—22, mit der ganzen
Metamorphose.
E. A. Schwarz berichtigt einige Irrthüraer Peck's hinsichtlich der Brut-
kammern von X. pyri, der mit dem europäischen X. dispar nahe verwandt oder
gar identisch ist, und beschreibt die Brutkammern einer als neu angedeuteten,
zur pyri-Gruppe gehörigen Art, X, Chrysobalani , in Zweigen der Chr. icaco;
Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 138 f.
Cureulionidae. On some new North American Rhynchophora
Parti. By Thos. L. Casey; Annais New- York Acad. Sei., FV, S. 229— 296.
J. Faust beschreibt neue Rüsselkäfer aller Länder; Stett. Ent. Zeitg,,
1888, S. 284-311.
Stierlin liefert die Beschreibung einiger neuen europäischen
Rüsselkäfer; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 9— 20.
F. P. Pascoe bringt Part V seiner Descriptions of some new genera
(3) and species (16), of Cureulionidae, mostly Asiatic; Ann. a. Mag.
N.H. (6), n. S. 409-^18.
G. Quedenfeldt stellt ein Verzeichniss der in Angola und am
Quango-Strom gesammelten Curculionidenund Brenthiden zusammen;
Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 271—308, Taf. VI.
Ainotus (n. g. Ophryastin. Mimeti proximum) loncjisternus S. 244, gracüior
S. 245 (Los Angeles, Calif.); Casey, a. a. 0.
Anosius (n. g. prope Iphisomum) angustulus (Ovarabo); Fairmai re, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 199.
Barisoma (n. g. Baridiin.) car&o (Hongkong) ; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S.310.
Echinodes! (n. g. Cossonin., bereits bei Käfern vergeben) Bavouxi (Nyon);
Jacquet, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXLIV.
Elissa (n. g. Tanymecin.) laticeps (El Paso, Texas), constricta (Yuma,
Arizona) S, 272 ; die Arten leben unter Wasser; Casey, a. a. 0.
Geodercodes (n. g. Otion-hynchin.) latipennis (Monterey Co., Calif.); Casey,
a. a. O., S. 266.
Mi lad er es (n. g. Ophryastin. Cimbocerae propinquum) setosus (Kern Co.,
Calif.); Casey, a.a.O., S. 253.
Misynus (n. g. Ithyporin., a Mecocoryno et Ectatorrhino elytris angustis
diversum) dissimilis (Niam-niam, Insel an Sumatras Westk.); F. P. Pascoe, Ann.
a. Mag. N. H. (6), H, S. 414.
Nemopterus (n. g. Erirrhin.) jjtcws (Philippinen); J. Faust, Stett. Ent.
Zeitg., 1888, S. 290.
224 PI»- Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclien Leistungen
Odontoharus (n. g. Priouomerin.) hodierntis (Ceylon); J. Faust, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 308.
Onychocjymnus (n. g. Diabathrar.) MecJtoioi (Angola); G. Quedenfeldt,
a. a. 0., S. 292, Fig. 9.
Opseoscapha (n. g. Prionomerin.) nlternans (Malacia); J. Faust, Stett.
Ent. Zeitg., 1888, S. 306.
Orophiopsis (n. g. Cyphid. Ischnoniiae Faust affine) Fausti (Angola);
G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 280, Taf. VI, Fig. 3.
Orthoptochus (n. g. Otiorrhynchin. Paraptocho affine) sqiuimujer (Calif.);
Casey, a. a. 0., S. 261.
Fanormus (n. g. Otiorrhynchin.?) setosus (Monterey Co., Calif.); Casey,
a. a. O., S. 270.
Feritelinus (n. g. Otiorrhynchin.) variegatus (Lake Tahoe, Calif.);
Casey, a. a. 0., S. 263.
Feritelodes (n. g. Otiorrhynchin.) oUectus (Monterey Co., Calif.); Casey,
a. a. 0., S. 262.
Fimelata (n. g. Balaninin. Erganiae affine; funicul. antenn. 6-artic.) macu-
lata (Indien); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (6), H, S. 411.
Fseudelissa (n. g. Tanymecin. Elissae affine) cinerea (El Paso, Texas);
Casey, a.a.O., S. 274.
Pterotomus (n. g. Molytin. prope Plinthmn) Moehiusi (Angola); G.Queden-
feldt, a. a. 0., S. 290, Taf. Yl, Fig. 8.
Sapotes (n. g. Ophryastin.) pundicollis (El Paso, Texas); Casey a. a. 0.,
S. 241.
Stamoderes (n. g. Brachyderin. Barynoto et Anmesiae affine) iiniformis
(Sonoma Co., Calif.); Casey a. a. 0., S. 237.
Stenoptochus (n. g. Otiorrhynchin. inter Paraptochum et Thricolepidem)
ivconstans (Los Angeles, Calif.); Casey a. a. O., S. 260.
Zantes (n. g. Metatygin.? Metatygi affine) limbatus (Madagaskar); F. P.
Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (6) II, S. 415 mit Holzschn.
Acalles albopictus (Nyons); Jacquet, Bull. Soc. Entom. France 1887,
S. CLXXVm, Henoni (Böue); Bedel, ebenda, 1888, S. XXXVI, horridulns
(Cirkassien); Keitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 268.
Aleides carhonarius (Rangun) , obtusus (Sarawak) , gallarius (Saylee) ; F. P,
Pascoe, Ann. a. Mag. K H. (6), II, S. 412.
Allodactylus Weisei (Cirkassien); Reitt er, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 272
Stierlin gibt eine Übersicht der in Europa und Syrien ein-
heimischen Arten der Gattung Alophus mit A. hebraeus (Caifa) S. 67,
asturiensis (A.) S. 68 ; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 64—68.
Alophus compressicauda (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 129.
Amalactus carbonarius (Cayenne); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 29.").
Casey stellt a.a.O. S. 247 eine Tabelle der Amnesia- Arten auf, mit
k. (jranidata (Humboldt und Siskiyou Cos., Calif.) S. 248, tesselata! (San Francisco)
S. 249, sculptilis (Mendocino Co., Calif.) S. 250.
Amorbaius? cavicollis (Angola); G. Quedenfeldt, a. a. 0., S. 301, Fig. 10.
Nach Buddeberg bohren die Weibchen von Anthonomus Rubi Ende
Mai die Knospen von Rosa (canina, tomentosa) an, legen ein Ei hinein und
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jaiires 1888. 225
beissen die Knospe ab, die zur Erde fallen und vertrocknen. Die Larve nährt
sich von den Staubfäden und verpuppt sich iu den Knospen; nach etwa 8 tägiger
Puppenruhe entwickelt sich der Käfer, vom 9. August an. Die spät im Jahr
auskriechenden überwintein noch in der Knospe, die anderen verlassen sie bald
nach ihrem Auskriechen. Jahrb. d. Nass. Ver. f . Naturk., 41 , S. 22 — 2.5; vgl.
Westhoff im 15. Jahresb. Westf. Provinzial-Ver. f. 188(3, S. 14 und in Natur
und Offenbarung, 33, Heft 1 , w^o augegeben wird, dass die Larve zur Verpuppung
in die Erde geht.
A. Leirati (Mt. Edough, beiBöne); Desbrochei's des Loges, Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. CCV.
Anthonomus Groavellei (Vaugranier, Alpes Marit.); Desbrochers des
Loges, Bull. Soc. Entom. France, 18S7, S. CLXI, Krugii S. 487, nigrovariegatus,
annuUpes S. 488 (Fuerto-Rico); Fischer, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888.
Aphiocephalus castanescens (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 12 mit Holzschn.
Desbrochers des Loges unterscheidet von Apion Genistae Kby. eine
gedrungenere Form, die vielleicht blosse Varietät der genaunten Art, var.
compactum, ist; auf Korsika kommt eine kleinere Form, subparallelus, vor, sowie
eine bisher für vernale gehaltene, sich aber mehr dem rufulum nähernde Art,
distinctirostre. Die unter dem Namen curtulum von Korsika vertheilten Exemplare
sind von dieser aus den Alpen beschriebenen Art verschieden: corsicum. Bull.
Soc. Entom. France, 1888, S. CXCIH.
lieber Apion dispar Germ., Hookeri Kby. und Sorbi i^. s. Kraatz,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 172— 174; eine Form von A. Sorbi wird als
vai'. extinctum bezeichnet, S. 174.
A.phocopus ! (Nikaria, Sporaden) S.380, macr(rrrhynchum{\hi\.)^.d%\ ; Eppels-
heim, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, zVÄ-itie/we (Irkntsk) S. 174, /i6\s«7e(Raddefka)
S. 175, dauricum (Dauria) S. 176; J. Faust, Hör. Soc. Entom. ßoss., XXIL
Aplemonus Aurivillä (Damara); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 296.
Aragnomus /lispidulus (Los Angeles, Calif.); Casey, a. a. 0., S. 266.
Auletes laticolUs (Süd -Calif.); Casey, a. a. 0., S. 233, Ennjei (Griechenland);
Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 60.
Bagous compertus (Indien) S. 291, Nymphaeae Nietner i. 1. (Ceylon) S. 292;
J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Balaninus hispcmus; Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 19.
Baridius mclaleucus (Kipalapala); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1887, S. 321.
Die als Baris uitens F. bekannte Art ist richtiger timida Bossi {Oliv.) zu
benennen; das Synonym nitens F. ist sogar mit einem? zu versehen; J. Faust,
Hör. Soc. Entom. Ross., XXH, S. 177—180.
Baris sqamipes (Alai-Geb.); J.Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 43.
Barypithes graecus (Thessalien); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sellsch., VIII. S. 52.
Blosyrus caesicollis (Malange) S. 272, callosicoUis , ovatus S. 273 , signati-
collis S. 274 (Angola); G. Quedenfeldt, a. a. 0.
Brachybamus Pipitzi (Ri Grande do Sul); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 294.
Arch. f. Natuvgesch. Jahrg. 1889. Bd. 11. H. 2. P
226 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Brachycerus Kumbanensis (Luschikefluss) S. 192, dorsomaculatus (Baluba-
Land) S. 193, varüpictus S. 284, Taf. VI Fig. 7, cincticollis (Angola), Schalowi
(Tanganjika) S. 285, ferrugatus S. 286, carhunculus S. 287 (Angola); Gr. Qu eden-
fei dt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, macuUcoUis (Natal; Delagoa-B. ; Damaral.),
hrachycei-opsides ! (Xatal); L. Peringuey, Ann. a. Mag. N. H. (6), ü, S. 222,
madccassus (M.) S. LXXVII, Lafertei Chevr. i. I. S. LXXVIII; derselbe, Bull,
Soc. Ent. Belg. 1888.
Bradybatus Aheillei (Cypern); Desbrochers des Loges, Bull. Soc. Ent,
France, 1888, S. CCV.
The food-habits of North American Calandridae; Insect life, I,
S. 198f.
Domaison fand bei den Ausgrabungen eines alten gallo-römischen Kirch-
hofes bei Reims in einem Glase Reste der Calandra granaria, welche das
Vorkommen in Gallien dieser aus Asien stammenden Alt schon zur Römerzeit
beweisen; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CCIV.
Cathormiocerus Korhi (Spanien); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
VIII, S, 15.
C. socius and maritimus. — An entomological coraedy of error. —
C. Champion und D. Sharp führen die vielen Irrthümer, die namentlich hin-
sichtlich des Vaterlandes des C. socius verbreitet wurden, an, und melden dann,
dass C. socius von ihnen sowohl auf der Insel Wight als an den Schneefeldern
der Sierra Nevada gefunden und dass C. maritimus Bye eine ganz verschiedene
Art sei; beide Arten lassen sich leicht an der Fühlerbildung unterscheiden.
Entom. Monthl. Mag., XXV, S. 121-124.
Centrinus Sipolisii (Minas Geraes; Larve in den Blättern der Ananas; zur
Verpuppung verfertigt sie ein leicht zusammengedrücktes Cocon aus dichten,
feinen Fäden, die durch einen Leim verbunden sind); Fairmaire, Bull. Soc.
Entom. France, 1887, S. CLXXX.
Zur Unterscheidung des Ceutorrhynchus Urticae und pallidicornis siehe
Jacquet, Bull. Soc. Entom, France, 1888, S. CV.
Ceuthorrhynchus Brisouti! (Budapest); Frivaldszky, Termesz. Füzet.,
XI, S. 163, Brisouti! (Turkestan) S. 167, bitubei-culatiis (ibid.) S. 168, sartus (ibid.)
S. 169, inclemens (Ussuri) S. 170, Stachydis Baudi i. I. (Kaukasus; Süditalien)
S. 171, abchasicus (Arabica-Geb.) S, 173; J. Faust, Hör. Soc. Entom. Ross. XXII.
Chaerodrys Korbi (Amasia); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. GeseUsch.,
VIII, S. 55.
Cionus caucasims (K.); Reitter, Wien. Entomol. Zeitschr., 1888, S. 270.
Cleonus (Coscinoderus) lutulentus (Somäli-Iza); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. France 1887, S. 321, PI. 3, Fig. 7, oculiventris S. 293, Ovulum, S. 294
(Angola); G. Quedenfeldt, a. a. O.
Oviposition of the plum gouger, Coccotorus scutellaris; Insect
life, L S. 89, mit Holzschn.
Coeliodes temr (Attika); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 432.
Coelostethus syriams (Beirut); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
Vin, S. 59.
Conocoetus gracilis (Griechenland) S. 14, fetnoratus (ihu].) S. 56; Stierlin,
Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 227
Cossonus strangulatus (Bainba -Land); Ci. Qnedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 195.
Curcnlionites striata (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34,
S. 241, Taf. XXXI, Fig. 27, senonicm (Fischschiefer von Sahil Alma im Libanon);
Kolbe, Zeitschr. Dentsch. Geol. Gesellsch., XL. S. 136.
Ctenoraerus tessellatus (Cap); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 298.
Cyclomaurus syriacus (Beirut); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
vm. s. 54.
Dactylorrhinus tristis (Spanien) ; Stierlin, 3Iitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
VIII, S. 16.
Desmidophoru-s lanosus (Madagaskar), maculatus (Batchian) S. 415, funebris
(Waigiou), morhosus (Slam) S. 416; F. P, Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (6), II.
Dichotrachelus pygmaeus (Tirol); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sellsch., Vin, S. 18.
C. RitsemaCz. katalogisiert the (7) species of the Rhy nchophorus
gen US Ectatorrhinus Lacord.; Notes Leydeu Museum, X, S. 168.
Emplesis remissa (Westanstralien) ; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888,
S. 294.
Endatus SeZ/m (ßirma; Nepal); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S.292.
Euteles vicinus Dohrn i. 1. (Australien); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888,
S. 309.
Epicaerus texanns (T.), sulcatus ['S ei\- Mexiko): Casey, a. a. 0., S. 233 mit
einer Tabelle sämmtlicher (Amerikanischer) Arten auf S. 234.
Eupagoderes Bunnianus (El Paso, Texas); Casey, a. a. 0., S. 240.
Eupholus emnamomeus (Neu-Guinea); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. N. H.
(6), IL S. 410.
Eutinopus j^aßtVZo.sparsMs (Peking) ; L. Fairmäire, Revue d'entomol, 1888,
S. 135, mus (Tschifu); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 285.
Exomias pellucidus Boh. auf Stateu Lsl.; A. C. Weeks, Entomol.
Americana, III, S. 188.
Foucartia Schwarzi (Korfu); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 71.
Gasterocercus BicJiteri (Portorico); Fischer, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888,
S. 154.
Geoderces puncticollis (Monterey Co., Calif.); Casey a. a. 0., S. 262.
Gronops pygmaeus (Beirut); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
VIII, S. 60.
Buddeberg beschreibt Eier, Larve und Puppe des Gymnetron bipustu-
latum, der seine Ent Wickelung in den Kapseln von Scrophularia nodosa durch-
macht. Von Mitte August an verlassen die Käfer die Kapseln und suchen
Winterquartiere; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk., 41, S. 20—22.
Von G-. Verbasci Bosenh. überwintern ebenfalls die Käfer, nicht die Eier;
J. Ott, Societ. Entomol., II. S. 180.
Gymnetron tenuirostre (Beirut); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.
VIII, S. 59, seriatus (Vaugneray, Rhone, auf Plantago carinata); Jacquet, Bull.
Soc. Entom. France, 1888, S. XCVH.
Heteromias thibetanus Oberth. i. coli. (Th.); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 285.
Heteroptochus öhesus (Peking); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888, S. 285.
P*
228 Ph. Bert kau: Bericht ifter die wissenschaftlichen Leistungen
Holcorrhinns metallicus Besbr. = Omias indntus Kiesic; Kraatz, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 333.
Holonychus viriditinctus (Madagaskar); Pairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 32 mit Holzschn.
Hoplitotrachelus foveiceps (Angola); Gr. Quedenfeldt, a. a. 0., S. 288.
Hylobius Pqntzü (Neu-Caledouien), distinctus (Kodikanel Berge, Indien);
F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 410.
Hypera arcuata Besl/r. ^gracilenta Capiom.; Bedel, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. XXXVn.
Hypera damascena (D.); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII,
S. 58, circassicola (Fischt; Abago; Atschischcho^ ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 264.
Ischn omias nobilis Faust abgebildet Berlin. Entom. Zeitschr., 1888,
Taf. VI. Fig. 2.
Ischnotrachelus viridi-pallens S. 276, elongatiis S. 277 (Angola); G. Queden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
Ithyporus margaritatus (Angola); G. Quedenfeldt, a. a. 0., S. 297.
Lepyrus Ganglhaueri (Kaukasus); J. Faust, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII,
S. 155.
Limnobaris scutellaris (Utsch-Dere) S. 273, Bedeli (Lenkoran) S, 274;
Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Liosomus Hopffgarteni (Siebenbürgen); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., VIII, S. 19.
Lixus peiplexm (Krim) S. 157, Salicorniae (Rubas, südlich von Derbent)
S. 158, Linnei (Samara; Sarepta; Turkestan), amoenus (Derbent; Kasumkent;
Manglis) S. 160; J. Faust, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII, obliquenubilus S. 295,
crinipes S. 296 (Angola); G. Quedenfeldt, a.a.O.
Mecistocerus fasciatus (Angola) S. 298, Hildebrandti, alhocinctus (Madagaskar)
S. 299 Anm.; G. Quedenfeldt, a. a. 0.
Megarrhinus infidus (Birma) S. 299, brachmanae (ibid.) S. 300, bifusciatus
(Indien) S. 301, cingalensis (Ceylon) S. 302; J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Meira Sassariensis, Sddlitzi (Sardinien); Desb rochers djes Loges,Bull.
Soc. Entom. France, 1888, S. CCVI.
Meleus Elekesi (Remete und Nagy-Euyed in Siebenbürgen); Orraay,
Supplem. S. 40, und Wien. Entom. Zeitg.. 1888, S. 167, synaew^i Beirut); Stierlin,
Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 58, alt&rnans (Fischt); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 265, Starcki (Kaukasus) S. 161, dolosus (Abas-
Tuman) S. 162, causticus (Utsera) S. 163; Faust, Hör. Soc. Entom. Ross., XXII.
M. grusinus Beitt. ist auf ein Exemplar des caucasicus Besbr. mit ungezähnten
Schenkeln aufgestellt; Schneider! Reät. = difficilis Faust; Faust, a. a. 0., S. 165
und 167.
Minyops pZamcoZfo's (Griechenland); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sellsch., Vin, S. 57.
Mylacus Krüperi (Griechenland); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sellsch., VIII. S. 9.
Nastus Fausti (Fischt) S. 259, Bederi (ihiL), circassicus (ibid.; Abago)
S. 260; Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Nanophyes gallicus (Paris) ; B e d e 1 , Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CLXX.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 229
Neliocarus Banieli (Pyrenäen) S. 15, iS^Mssmen (Thessalien) S. 53; Stier-
lin, Mitth. Schweiz. Entom. Gesellsch., VIII.
Nocheies vestitus (Washoe Co., Nevada); Casey, a. a. 0., S. 251.
Ochryomera fasdata (Indien) S. 303, heterocli/ta (Schanghai) S. 304;
J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1888.
Omias circassicus (C, mit Uebersicht der Arten mit der Länge nach ge-
stricheltem Kopf auf S. 263) S. 262, georyicus (Kaukasus und Armenien) S. 263,
mingreUcus (Meskisches Geb.) S. 264; Reitter, AVien. Entom Zeitg., 1888.
Ophrj'astes Shufeldti (Fort AVingate, Neu Mexiko) S. 238, suläpennis (ibid.)
S. 239; Casey, a. a. 0.
Orchestes Populi F. ein Weidenschädling; v. Thiimen, Oesterr. Forst-
zeitung, 1887, S.284.
Orchestes fagi var. yeniculatus S. 270, var. sanguinipennis S. 271 (Cir-
kassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Otiorrhynchus sulcatus Verwandlungsgeschichte; Letzner, 65. Jahres-
bericht Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur S. 340—344.
Schädliches Auftreten des 0. singularis L. (picipes F.) (bei Ibben-
büren auf dem Weinstock); F. Westhoff, Jahresb. zool. Sekt, westf. Provinzial-
Ver. 1887—88, S. 18.
0. (Tournieria) laempennis (Creta) S. 373 , magnicollis (Sporaden) S. 374,
(Aranmichus) scabripes (Attika; Euboä) S. 375, (0.) Koracensis, carcelloides S.376
(Korax-Geb.), pretiosus (ibid.) S. 877, flavoguttatus (ibid.), crassicornis (Samos)
S. 378, O. suhnuclus, nahe verwandt mit gemellatus und von diesem und bicostatus
in analytischer Tabelle unterschieden S. 80; Stierlin, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, brusinae (Croatien) S. 9, Ormayi (Siebenbürgen) S. 10, italicus (J.), cor-
nuttis (Mittelitalien) S. 11, longhisculus (Spanien) S. 49, rhilensis (Rhilo Dagh),
punctifrons (Steiermark) S. 50, rugoso-grainilatus^Qo?,^^^^), Ganglbaueri {^\\m%\\&Ji)
S. 51, bosnieus (B.) S. 52; derselbe, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII,
w^o»^^^</e^m (Görgeny, Maros-Comit.); Frivaldszky, Termesz. Füzet., XI, S. 161,
(0. confinis Friv. ist ebenda, S. 162 Anm., nochmals diagnostizirt), Heinzli (Nord-
seite des Fischt) S. 231, (Tournieria) c/rcrt^sic/ts S. 233, (brachialis var. dentitibia),
Sehamlyamis S. 234, kubonensis, (Aramnichnus) abagoensis S. 235, impressiceps
S. 236 (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, concinnus var. step-
pcnsis (Samara; Orenburg) S. 147, infensus n. sp. (Krim) S. 149, Königi (Utsch-
Dere) S. 150, nefandus (Krim) S. 151, (Tournieria) Sieiversi! (Mänglis) S. 152,
(Aramnichus) venalis (Dauria) S. 153, Popovi (Kjachta) S. 154; J. Faust, Hör.
Soc. Entom. Ross. XXII.
Pachyonyx mucoreus Chevr. var. maculiventris (Angola); G. Queden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 300.
Kraatz' Beiträge zur Kenntniss der Pachyrrhynchus- A rten in
der Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 25—32 sind durch Behrens' vorjährige
Arbeit (s. dies. Ber. S. 192) veranlasst. Kraatz zeigt, wie die Gruppirung der
Arten in solche mit gefleckten und gestreiften Flügeldecken leicht zu Miss-
verständnissen führen könnte , da thatsächlich die Längsbinden auf den Flügel-
decken durch Zusamraenfliessen von Flecken entstanden sind. Einzelne Formen
sind neu benannt: P. immarginatus S. 28, coerulans S. 29, flavopunctatus (Min-
danao) S. 30, purpureus (Luzon) S. 31, und die von Behrens und Kraatz be-
230 P'i- -Bertkau: Bericht über die wisseuscbaftlichen Leistungen
schriebenen Arten (der gemmatus - Gruppe) nach der Zeichnung des Thorax in
eine Übersicht gebracht.
Peritaxia perforata (Texas); Casey, a. a. 0., S. 246.
Peritelus Juniperi (Sardinien) S. CCV, grandis (Sizilien) S. CCVT; Des-
brochers des Loges, Bull. Soc. Eutom. France, 1888.
Phloeophagus spadix Herbst in Amerika (Rockaway Beach); W. Jülich,
Entomol. Americana, IV, S. 35.
Pholicodes maculosus (Smyrna); Desb rochers des Loges, Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. CCV.
Phyllobius saltuarius (Amasia); v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 46, iCrwjijen (Griechenland) , (rphthalmicus (Croatien) S. 12, Apfelbecki
(Tatra), fallax (Griechenland) S. 13; Stierliu, Mitth. Schweiz, entomol. Ge-
sellsch., VIII, circassicus, S. 287, mediatus Desbr. i. 1., oblongus var. hiformis,
S. 238 (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Eutom. Zeitg., 1888, hungaricus (Ungarn,
Bosnien); G. Stierlin, Societ. Entpm., III, S. 97.
Zur näheren Kenntniss des Ph. croaticus s. Stierlin, Mitth. Schweiz,
entom. Gesellsch., VHI, S. 42.
Phytonomus carinicoUis (Siebenbürgen); Stierlin, Mitth. Schv/eiz. entom.
Gesellsch., VIII, S. 17.
Piazomias parumstriatus, breviusculus (Peking); L. Fairmaire, Revue
d'entomol., 1888, S. 132.
Die Merkmale des Männchens von Pissodes affinis sind: Die hinteren
Schienen iu der Endhälfte gekrümmt, ihre innere Ecke flach, glatt und glän-
zend, in dem letzten Drittel mit einer Bürste langer, schwarzer Haare; E. A.
Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 176.
Platyomicus laesipes! S. 189, cavkoUis, S. 190 (Baluba-Land) ; G. Quedeu-
feldt, Berlin, Entom. Zeitschr. 1888, Taf.VI, Fig. 6, tuberosus (Angola); der-
selbe, ebenda, S. 283.
Polydrosus (Eustolus) virginalis (Alai-Geb.) S. 43, ponticus (Amasia) S. 46 ;
Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, villosus (Spanien); Stierlin, Mitth.
Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 14, (Eustolus) Starcki (Novorossisk) ; Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 261.
Poroptenis afflictus (Saylee), basiliscus (Kairo) S. 417, irritus (Ceram)
S.418; F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (6) IL
Rhigopsis scutellata (Los Angeles, Calif.); Casey, a.a.O., S. 242.
Rhinoncus albicinctus am Jakobsdorfer See bei Liegnitz gefunden;
65.Jahresb. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur, S. 344.
Buddeberg beschreibt Ei, Larve und Puppe von Rh. castor, dessen Larve
an und in den Wurzeln von Rumex acetosella lebt; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk.,
41, S. 28 f.
Nach Buddeberg's Beobachtungen bohrt Rhynchites aequatus die
jungen Früchte von Pflaumen, Schlehen und Crataegus an, legt ein Ei hinein
und beisst den Fruchtstiel durch, so dass die unreife Fracht zur Erde fallt. Die
Larven nähren sich von dem Fruchtinhalt, sind erst gegen Mitte September er-
wachsen und begeben sich dann in die Erde, wo sie sich erst gegen Ende Juli,
manche noch später, verpuppen. Die Puppenruhe dauert etwa 8 Tage, aber die
Käfer bleiben meist noch den Rest des Jabi-es in der Erde. Jahrb. d. Nass.
Ver. f. Naturk., 41, S. 26—28.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 231
Rh. füveipennis (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 136,
lonyiceps (Schweden); C. G. Thomson, Opu&c. entom., XII.
Rhynchophorus quadramjulus {Kw^cAa); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S, 302.
Rhytidosomus fiUrostris (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 271 mit Uebersicht der bekannten Arten.
Rhytirrhinus Krüperi (Griechenland); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., VIII, S. 17.
Sciaphilus pallide- squamosus (Beirut); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., VHI, S. 55.
Casey stellt a. a. 0. S. 254 eine Tabelle der Sciopithes- Arten auf mit
Sc. significans (Meudocino u. Humboldt Cos., Calif.) S. 255, brumalis (Marin Co.,
Cal.) S. 256, arcuatus (Mendociuo Co.), cuujustulus (Napa Co.) Calif.) S. 257, seto-
sus (Napa u. Marin Cos.) S. 258.
Scythropus lateralis (Lake Co., Calif.) S. 275, ferruyineus (Marin Co., Calif.)
S. 276, cinereus (Lake Tahoe, Col), crassicornis (Fort Wingate, Neu- Mexiko)
S. 277; Casey, a.a.O.
Desbrochers des Loges erkennt die von Marseul angegebene Syno-
nymie, Sibynes velutifer De^^ftr. = phaleratus, für richtig an, indem sein ver-
meintlicher phaleratus eine neue Art, suhtrianyulifer, ist; dagegen ist der von
Marseul ebenfalls mit phaleratus vereinigte algericus Besbr. eigene Art; auch
die Vereinigung von subellipticus und fugax ist nicht gerechtfertigt; der fugax
Germ, ist vielleicht eine etwas länglichere Form von viäcariae; Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. CXCIV.
Sipalus chinensis (Tchekiang); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI,
S. 130.
Sitona cylindricollis vav.vioUtor (Alai-Geb.); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1888, S. 44, extrusus (St. Julian, Calif.) S. 282, varians (Calif.) S. 283, manjuri-
tosus (Sa. Cruz u. Monterey Cos., Cal.), procerus (Napa Co., Cal.) S. 284, occiden-
talis (Sonoma Co., Calif) S. 285, eximius (Washoe Co., Nevada) S 286, montanus
(Placer Co., Cal.) S. 287, nebulosus (San Diego, Cal.), alternans (Calif.) S. 288,
(sordidus Lee. S. 289), osculans (Hoopa Valley, Calif.) S. 290, prominens (San Diego)
S. 291, hispidiceps (Arizona), angustidus (Monterey Co., Cal.), explicitus (San Diego)
S. 293, apacheanus (Arizona; Südcalif.) S. 294, sijarsus Hoopa Valley) S. 295;
Casey, a. a. 0.
Sitophilus impressicollis, reticulatus (Angola); G. Quedenfeldt, a.a.O.,
S. 307.
Smicronyx kubanicus (Novorossisk); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 267.
Sphenophorus vitticollis (Baluba- Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 194.
A Sandwich Island sugar-cane borer ist Sph. obscurus Boisd.;
Riley, Insect life, I, S. 185 — 189 mit mehreren Holzschn.
Sphenophorus (Calyptrix) procerus S. 303, politus S. 304, nigroplagiatus
S. 305, cruciatus (vielleicht Hanetii var.) S. 306 (Angola); G. Quedenfeldt,
a. a. 0.
Strophosomiis denticollis (Angola); G. Quedenfold, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 275, Taf. VI, Fig. 1.
232 Ph. Bertkaii: Bericlit über die wissenscliaftliclien I/eistniigen
Styphlus Krüperi (Sniyrna; Balkan); Stierliii, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch , VIII. S. 18.
Systates luminifer (Baluba-Laiid); G. Quedenfeldt, Berlin. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 191, quadrispimsus S. 281, Taf. VI, Fig. 4, angidipennis S. 282, Fig. 5
(Angola); derselbe ebenda.
Tetra gonothorax Badeni (Madagaskar); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg , 1888,
S. 288.
Chr. Aurivillius behandelt die Brachyceriden-Gattung Theates Fkhr.
und ihre (4) Arten, Entom. Tidskr., 1888, S. 149—154, Taf. 2, mit Th. Magus
(= Brachyc. spectrum Chevr. i. coli.) (Kapstadt) S. 153, Fig. 1—3.
Thinoxenus Nevadensis (Washoe Co, N.); Casey, a. a. 0., S. 267.
Thylacites alaiensls (Alai-Geb.); Faust; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,8.42.
Trachodes ohlonrjiis (Fischt), elomjatus (Talysch; Lenkoran); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 266 mit Uebersicht der (4) kaukas. Arten, S. 267.
A. Fauvel gibt eine revision du genre Tropiphorus mit Tr. obesus
(= micans Stierl. -nee. Boh. ; Kärnthen; Steiermark; Siebenbürgen; Krim) S. 164;
Revue d'entomol., 1868, S. 161—168.
Marseul hat mit Unrecht in seinem Katalog Tychius confusns Desbr.
mit Morawiczi vereinigt; der T. carinicollis Tourn. ist dagegen eine einfache
Abänderung von Morawiczi; die Vereinigung von 3-virgatus und Astragali ist
richtig; T. Raffrayi Towr». = longi tu bus Deslr.; Desbrochers desLoges,
Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXCIV.
Oedemeridae. Ithaca (n. g. Nacerdi et Anancae affine, sed articulis
5—7 antennarum extus valde dilatatis) o«^Ama (Longford, Tasmania, auf Blüthen
von Leptospermum); A. S. OUiff, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 153
bis 155.
Ananca lateralis (Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
(2. S.) n, S. 325.
Oedemera analis (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 131.
SparedrusD«TOV/(S (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S 131.
Meloidae. Horia cephalogona (Kongo); L. Fairmaire, Notes Leyden
Museum, X, S. 269.
Lytta Tliihetayia (Atentse); E. Olivier, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. LVl, (Cantharis) metasternalis (Humpata) S. 269, laminicorms (ibid.) S. 270;
L. Fairmaire, Notes Leyden Museum, X.
J. Nusbaum macht eine vorläufige Mittheiluug über die Entwick e hing
der Keimblätter bei Meloe proscarabaeus; Biolog. Centralbl., VIII,
S. 449—452.
Meloe subcordicollis , modesta (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
Belg., XXXI, S. 129, Conradti (Alai-Geb.); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1888. S. 42.
Ueber einige (10) europäische Meloe-Arten s. C. Escherich,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 241 f.
Mylabris haemacta (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 198.
Palaestrida concolor S. 323, flabellicornis (Russell River), nicjripennis (Moss-
man R.) S. 324; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 233
Zonitis pallida (Barron River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
(2. S) II, S. 325, (jeniculata (Kongo); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum,
X. S.271.
Mordellidae. Mordella pulverulenta (Mossman River) , notabilis (Barron
R.) S. 317, ovalisticta, undosa, hamatilis S. 318, nigrans!, obscuripennis, flavicans
S. 319, elonfjutula (Mossman River), suhvittata (Russell River) S. 320; Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
Rhipidophoridae. Emenadia cucullata (Mossman River); Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) n, S. 321.
Pelecotomoides wmrworrtiMS, S. 321, aureotincta, S. 321, serraticornis, S. 322
(Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
Anthieidae. Notoxus serridens (Casablanca, Marocco), semipunctatus (Süd-
Turkestan); Reitter, Deutssh. Entom. Zeitschr., 1888, S. 431
Pedilidae. Egestria hirtipennis (Russell river) S. 322, ruhicunda (Cairns)
S. 323; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) IL
Lagriadae. Lagria ruficeps (Russell River;, albovillosa (Mossman R.) S. 316,
j«(r2Jttre<penm> (Mulgrave R.) S. 317; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
(2. S.lIL foveicoUis (Onanda) : G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 187.
Porrolagria ferruyinca (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 188.
G. H. Hörn unterscheidet in analytischer Tabelle die (6| uordamerikanischen
Statira -Arten und beschreibt St. pluripimctata (Arizona) S. 29, opacicollis
(ibid.) S. 30, basalis (Georgia; Florida; Louisiana) S. 31 ; Trans. Americ. Entom,
Soc, XV, S. 29 — 32. Ausser dieser Gattung ist in Nordamerika noch Arthro-
macra mit A. (Lagria) aenea Saij vertreten.
Melandryadae. G. H. Hörn giebt eine neue Uebersicht der Unter-
abtheilungen dieser Familie ; Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 43 f.
Holostrophus (n. g., von Eustrophus verschieden durch das hinter die
Hüften verlängerte und dieselben trennende Prosternum; Flgld. fein, zusammen-
fliessend punktiert; für (Eustr.) impressicollis Lee, bifasciatus Say und) discolor
(Virginia); G. H. Hörn, Trans. Amer. Entom. Soc, XV, S. 37.
Mallodrya (n. g.) subaenea (Ohio); G. H. Hörn, Trans. Amer. Entom. Soc,
XV, S. 42. Die Gattung bildet die Tribus der Mallodryini, in die Hörn
auch die früher zu den Pythiden gerechnete S'phalma quadricoUis einschliessen
möchte.
Conopalpus testaceus Oliv, in Belgien (Tervueren); Remy, Bull. Soc.
Ent. Belg., 1888, S. C.
G. H. Hörn gibt eine Uebersicht und Beschreibung der (5) nordameri-
kanischen Eustrophus -Arten mit E. repandus (verbreitet) S. 33, arizonensis
(A.; N.Mexiko) S. 34; Trans. Amer. Entom Soc, XV, S. 32-35.
Hypi;]us bicinctus (Sylvania, Kalif.); G. H. Hörn, Trans. Amer. Entom.
Soc, XV, S. 40.
Orchesia Kamberskyi und var. fusco-fasciata (Cirkassien); E. Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 213, ornata (Washingt. terr.; Oregon); G. H. Hörn,
Trans. Americ. Entom. Soc, XV, S. 38, mit Beschreibung der beiden übrigen
Arten.
234 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pythidae. Trimitomerus (n. g.) Biversü (Arizona); G. H. Hörn,
Trans. Araeric. Entoni. Soc, XV, S. 45.
Die Gattung Chanopterus iJo/few. gehört nicht zu den Heloi)ini, sondern
zu den Pythiden, in die Xachharschaft von Salpingus; G. H. Hörn, Entomol.
Americana, IV, S. 48.
Salpingus Lederi (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 213.
Tenebrionidae. Afrinus (n. g. Derosphaerio TFes^w;. affine) striolifrons
(J^amaqua), grandicornis (Kaffrarien), furcilahris (Kap); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. France, 1888, S. 190.
Callimaria (n g. Pseudocamariae affine) impressipennis (Madagaskar);
Fairmaire, Le Naturaliste, 1888, S. 12 mit Holzschn.
Nemanes (n. g. prope Caedium?) expansicollis (Damara); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 195.
Nicandra (n. g. prope Horatomam) cos^MZijjenwis (Namaqua); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 191.
Paraphanes (n. g Cyphalein.) miidn« (Mossman River) ; Macleay, Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2. S.) II, S. 309.
Bozonia (n. g. prope Rhytinotara, oculis convexis, prominentibus diversum)
strigicoUis (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 184.
Tynthlobia (n. g. Trachynoto affine) quadricostata (Benguela, Afrika);
L. Fairmaire, Notes Leyden Museum, X, S. 261.
Urielina n. g. für (Podhomala) nitida Baudi; Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 331 ; vgl. unten bei Pimelia.
Adesraia tenuegranata (Ovambo), lohicollis (Namaqua); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. de France, 1888, S. 183.
G. H. Hörn beschreibt die Mundtheile von Aegialites; Trans. Americ.
Entomol. Soc, XV, S. 27, PI. III, Fig. 23.
Anatolica externecostata (Peking); L. Fairmaire, Revue d entomol., 1888,
S. 125.
Anomalipus signaticollis (Rvna^^i^, Afrika); L. Fairmaire, Notes Leyden
Museum, X, S. 264.
Asphaltesthes impressipcnnis (Ovambo); Fairmaire; Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 184.
Aspidosternum violaceum (Congo); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum,
X, S. 266.
Atractus flavipes (Russell River), vittipennis (ibid.); Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 313.
lieber die Stinkdrüsen der Gattung Blaps s. oben S. 199.
E. Ballion setzt seine kurze N otizen über einige russische Blaps-
Arten fort; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1888, S. 269—276, 694-704. — Bl. lusi-
tanica, gigas, producta. — Bl. miliaria Fisch, ist wohl nicht von Motschoulsky
und Allard richtig erkannt worden. — Bl. damascena Fisch. = fatidica, wie schon
Kr a atz ausgesprochen hatte. — Bl. Clotzeri Fisch, ist vom Autor falsch be-
schrieben worden, und Bl. Clotzeri AUards's ist die Fischer'sche Art (vgl. den
vor. Ber. S. 201); de Haani Baudi ist mit ihr synonym. — Bl. rectangularis Sol.
ist nicht synonym mit Bl. gibba Gast., wie Cat. Gemm. Har. angibt. — Bl. orien-
talis. (S'o/., spathulata Sol, punctato- striata Sol. — Bl. cribrosa 5'o?. und angulata
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 235
BeicJie sind wahrscheinlich nicht identisch, wie Gemm. Har. und Allard angeben.
— Bl. graeca Sol., Ledereri Fairm. — Bl. proxima Sol. — Bl. Emondi Sol., nicht
Edmondi, wie Gemm. Har. schreiben. — Unter Bl. sulcata {F.) mit ihren Syno-
nymen des Gemm. Har. Catalogs stecken wahrscheinlich 4 Arten, deren Syno-
nymie nach Ballion folgende* ist: !.■ Bl. polychresta Forsk., All. — Bl. lineata
Sol.; 2. Bl, lineata Küst. = Kusteri Ball. S. 276; 3. Bl. sulcata Küst. = sarda
Ball. S. 276; 4. ßl. sulcata F. = sulcata Sol., All. — Bl. (Rhizoblaps) supersti-
tiosa All. ist nicht die Erichson-Küster'sche Art, sondern eine neue, Bl. algerica,
S. 694f.; Bl. verrucosa Adams ist kein Blaps, sondern vielleicht ein Trigono-
scelis; — Bl. taeniolata Mtnitr.; — ßl. producta Brülle, gages L.; — Bl. inda-
gator Reiche, abbreviata Menetr.; Bl. mnvicata. Fisch, und deplanata Jlft'nt^r. sind
verschiedene Arten; vgl. den vor. Ber. S. 201; — Bl. vicina Mannh.- Menetr.;
Bl. tenuicollis All. ist nicht die Solier'sche Art, sondern neu und einstweilen
suspecta benannt, S. 704; eine aus dem Kaukasus stammende, vonAllard eben-
falls für tenuicollis erklärte Art, ist ebenfalls eine andere Art, Bl. pudica, S. 704.
Bl. armeniaca Fald. = ominosa $ Menetr.; plana Sol. ist wie armeniaca von
Allard vollständig verkannt worden; Kraatz, Wien. Eutom. Zeitg., 1888, S.66f.
Bl. cychroides, gentilis S. 127, dorsogramtta S. 128 (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. Belg, XXXI, (Rhizoblaps) eusoma (Alai) S. 195, (ßl. i. sp.)
carbonaria (ibid.) S. 197; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888.
Über die Gattung Chanopterus Bohcm. s. oben bei den Pythidae.
Chartopteryx (jlaber (Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. ]^. -S.-
Wales (2. S.) II, S. 310.
Cholipus atroviridis (Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. -S.-
Wales (2. S.) II, S. 311.
Clitobius immanjinatus (N'Gami); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 195.
Coelocnemodes inermis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.
XXXI, S. 127.
Cyptus minor (Congo); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum, X, S. 264.
Decialma striatoimnctata (Russell River) S. 310, viridipennis (Mossman River)
S. 311; Macleay, Proc. Linn. Soc, N. S. Wales (2. S.) U:
Fairmaire hält es für angezeigt, den Namen Derosphaerius Westw,
als zu ähnlich dem Derosphaerus Thoms., in Derostrophus zu ändern; die
Gattung ist in die Nachbarschaft von Himatismus zu stellen. Neue Arten sind
D. castaneorufus (Damara, Ovambo), .t;a«^/(op«<s (Kaffrarien) S. 187, rugifrons,
stricticollis S, 188 , seriepunctatus S. 189 (alle aus Kaffr.) ; Ann. Soc. Entom.
France, 1888.
Dicbillus sanguinipes (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888,
S. 126.
Dichtha acutecostata (Benguella und Humpata, Afrik.; L. Fairmaire,
Notes Leyden Museum, X, S. 260.
Distretus seminitidus (Baluba-Land); G, Queden fehlt, Berlin. Eutom,
Zeitschr,, 1888, S. 184.
Ueber die Unterschiede der Gattungen Dordanea Beitt. und Mi er oder a
Eschsch. s, Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 294.
Dysgena suhscabrosa (Baluba-Land); G. C^uedenfeldt, Berlin. Eutom.
Zeitschr., 1888, S, 188.
236 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Endustomus parallelogrammus (Humpata, Afrika); L. Fairinaire, Notes
Leyden Museum, X, S. 265.
Eurychora rotundipennis (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 191.
Geophanus 2>^iacoM/s (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 192.
Gonopus amplipennis (Humpata); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum,
X, S. 263.
Helops pekinensis (P.); L. Fairmaire, Revue d'entoraol., 1888, S. 130.
Himatismus limatopunctatus , sphenarioides (Namaqua); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France, 1888, S. 185.
Hybrenia suhviUata (Cairns), laticollis (Mossman River) S. 3U, anqustata,
sublaevis (Cairns) S. 315; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) IL
Lyprops Yunnanus {Y\xm\nn); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 128.
Metriopus perforatus (Benguella, Afrika); L. 'Fairmaire, Notes Leyden
Museum, X, S. 257.
Microdera FaMS^i (Kaukasus) ; Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1888, S. 294.
Mycetochares quadrimaculata var. Schimrzi (Korfu); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 431.
Oiicoiws. planiiisculus (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 194.
Opatroides (Penthicus) cribellatus (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entom.,
1888, S. 127.
[H] Opatrum strangulatum S. 128, hadroide! S. 129 (Peking); L. Fairmaire,
Revue d'entomol., 1888.
Opatrum Grenieri Perr. = melitense Kiist. = s a b u 1 o s u m L. var. distinctum
Villa\ V. Heyden, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 216.
Reitter nimmt für (Pimelia) gigantea und Kessleri (statt Pisterotarsa
Motsch.) Sympiezocnemis Solsk. an, lässt seine Gattung Uriela fallen, gründet
dagegen auf (Podhomala) nitida Band, die n. g. Urielina und stellt eine Tabelle
der Gattungen Pimelia, Sympiezocnemis, Podhomala und Urielina auf; Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1888, S. 329—331.
Senac lässt Zweifel durchblicken, ob Reitter die richtige Podh. nitida
Baudi vor sich gehabt habe, hält aber Urielina unter keinen Umständen, selbst
als Untergattung, für gerechtfertigt, und will Sympiezocnemis nur als Unter-
gattung gelten lassen; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CXCIIIf.
Platynotus pekinensis (P.); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 127.
Platyphanes elongatulus (Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) II, S. 308.
Platyscelis Provostü (Peking); Fairmaire, Bull, Soc. Entom. France, 1888,
S. CGI.
Psammodes asperuUpennis (Namaqua), L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 193, pedator (Humpata) S. 257, misolampoides (ibid.) S. 258,
cardiopterus (ibid.) S. 259; derselbe, Notes Leyden Museum, X.
Pseudolyprops Belonii (Indien^; Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. CXXXII.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 937
Pterohelaeusj>MSi7ZMs (Barron River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
(2. S.) II, S. 307.
Sepidium transversmn (Hunipata, Afrika); L. Fairmai re, Notes Leyden
Museum, X, S. 262.
Steuocara compacta (Humpata, "W. Afrika); L. Fairmaire, Notes Leyden
Museum, X, S. 256.
Stenomax aeneipennis{Givk&ii?,\Q\\)\ Reitter, Wien Entora.Zeitg. 1888, S.212.
Stenosis Fausti (Taschkent); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1888, S. 430.
Strougylium sulcipectus (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 185.
Tagonoides ampliatus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 126.
Tentyria fossulata (Philippeville, Algier); Brisout, Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CXCn.
Trachynotus rufozonatus (Namaqna); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 194.
Senac findet die Gattung TJriela Reitt. nicht begründet, da die Tarsen
bei U. Fausti nicht schlanker sind als bei Podhomala bicarinata; vgl. den vor.
Ber. S. 200 ; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LV.
Cistelidae. Mycetocharoides Baumeisteri (Baltischer Bernstein);
L. W. Schaufuss, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 269.
Synatr actus (n g. Cistelin.) variaUlis (Mossman River; Russell R. ; Cairns)
Macleay, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2. S.) H, S. 312.
Allecula flavicornis (Mos.sman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
•Wales (2. S.) II, S. 315, (Dietopsis) longipennis (Bainba -Land); G. Queden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 188, eritralis (Humpata); L. Fairmaire,
Notes Leyden Museum, X, S. 267.
Cteniopus gracülimus (Congo); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum, X,
S. 268.
Cylindrothorus (= Othelecta Pascoe) Bohemanni {WG^mi); L. Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 196, rufulus (Benguella, Afrik.); derselbe,
Notes Leyden Museum, X, S. 267.
Bostrycliidae. Ch. 0. Waterhouse macht some observations on
the Coleopterous family Bostrichidae; Ann. a. Mag. N. H. (6), I, S. 348
bis 350. — In Apate sind die Geschlechter stets verwechselt worden; die stärker
behaarten sind die Weibchen. — Xylopertha Gucr. ist auf die Arten truncata,
sinuata etc. zu beschränken. — Da substriatus Steph. (nee Payk.) Type der
Gattung Dinoderus Steph. ist, so wird für (Apate) substriata Payk. der Name
Stephanopachus vorgeschlagen, S. 349. — Bostr. mutilatus T^aZA'. ist eine
Xylopertha; ebenso sind Sinoxylon fumatum, nitidipenne und pubescens Murruy
Xyloperthen. l^ew \?,t Caenophrada (u. g. Bostrycho affine) anobioides (N.-
Indien) S. 350.
Breeding habits of Amphicerus bicaudatus (Larve in unterirdischen
Stammtheilen einer Smilax); H. G. Hubbard, Entomol. Americana, IV, S. 95f.
H. S. Gorham erkannt die von L. Fairmaire (s. den vor. Ber. S. 204)
behauptete Identität von Apoleon Gorh. = Dysides Peiiy nicht als richtig an,
und ebenso wenig die Zugehörigkeit beider Gattungen zu den Ptiniden (Ano-
biaden); die Fühler von Apoleon stimmen weit mehr mit denen von Polycaou
238 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und Psoa, als von irgend einem Anobiaden überein; Notes Leyden Museum
X, S. 158.
Sinoxylon rufobasale (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. de France,
1888, S. 179.
Unter zahlreichen normalen Exemplaren von S. basilare fand E. A.
Schwarz ein abnormes mit nur 9 Fühlergliedern; Proc. Entom. Soc. Washing..
I, S. 177.
Ptinidae. Bruchus Oertzeni (Doris, Griechenl.), leucaspis (Griechenland)
S. 428, (Heteroptinus) calcarifer (Morea) S. 429, (Gynopterus) subroseus (Kumaui,
Morea) S, 430; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888.
Reitter bleibt dabei, dass die Angabe Kolbe's von der weiten (kosmo-
politischen) Verbreitung des Gibbium scotias auf einer theilweisen Ver-
wechselung dieser Art mit G. aequinoctiale beruhe; Entom. Nachr. , 1888,
S. 59—61; vgl. dazu Kolbe, ebenda, S. 180—184; Reitter S. 252—254.
Niptus (Niptodes) lusitanus (Portugal); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr,
1888 S. 427.
Anew He'rbarium-pest in San Francisco ist Sphaericus gibbiodes
Boield.; E. A. Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 175.
Cleridae. Glems communimacula (Peking); L. Fairmaire, Revue d'ent.,
1888, S. 124.
Eurymanthus jjMsittZosws (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 182.
L. Fairmaire erkennt in seinem zu den Cleriden gestellten Mutilloides
albidofasciatus den Chrysomeliden Poecilomorpha mutillaria Clark; ]Sotes Leyden
Museum, X, S. 271; vgl. den vor. Ber., S, 204.
Opilus vcujedorsatus (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entomol. France,
1888, S. 182
Stigmatium Delatouchü (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.
XXXI, S. 126.
Tr ich ödes -ähnliche Larve in den Eierhcäufchen von Stauronotusmaroc-
canus, s. ob. S. 91 f.
Malacodermata. Aethra limbipennis, Latreillei, S. 38, festiva, jucunda,
S. 39, decorata, S. 40, elegantula, S. 41 (Brasilien); Olivier, Ann. Soc. Entom.,
France, 1888.
Amydetes lucioloides (Rio Grande, Bras.) S. 60, flamcollis (Banda oriental,
Uruguay) S. 62; Olivier, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Apodistrus lobicollis (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Aspidosoma (maculatum De Geer, S. 49, Fig. 5), roseivetiter (Faro, Amazon.)
S. 50, perplexum (Faro) S. 51, pallens (Paraguay) S. 52, Buyssoni (Argentin.)
S.53, Fig. 6; Olivier, Ann. Soc. Entom. France, 1888, PI. 1.
Cerallus PeMnensis {V .); Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1888, S.CCL
Chauliognathus disparipennis Boimj. (s. Ber. 1887, S. 205) = xanthomelas
Pertij; Bourgeois, Bull. Soc. Ent. France, 1887, S. CXCIIL
Ch. domitus (Quito) ; derselbe, ebenda, 1888, S. CGI.
Cladophorus _2)0s<«caZ/.$ (Cairns; Barron River), testaceicoUis (Cairns) S. 234,
miniatus (Barron River) S. 235; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) 11.
Dasytes j}M«c<icoWis (Cirkassien ■ ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,8.211.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 239
Diaphanes notatieoUis {Gahon); OH vi er, Ann. Soc. Entom. France , 1888,
S.57, PI. 1, Fig. 7.
Ditoneces Fahrei (Ramnad); Bourgeois, Bull. Soc. Entom. France , 1888,
S. XXV.
Hapalochrus flavosellatus (Tchekiang) ; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 125.
Haplocnemus xanthopus Ksw. = rufomarginatus Perr. = marginatus Rotthg.
= Koziorowiczi Desör. = limbipennis Ksw.; v. Hey den, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 215.
Hedybius cwonatus (Damara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 181.
J. Bourgeois stellt eine Synopsis du genre Henicopus Steph. zu-
sammen, die 29 Arten enthält, darunter H. Baudii (Südspanien) S. 28, Fig. 2;
Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 5-34, PL 2.
Lamprocera thoracica (Rio - Janeiro) ; Olivier, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 47.
E. Olivier schreibt weitere Etudes sur les Lampyrides; Ann. Soc.
Ent. France, 1888, S. 35-62, PI. 1.
Lampyris (?) j}latyptera (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 123.
Luciola stigmaticollis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 123, giyas (Kalkutta; Silhet) S. 58, Fig. 8, coarcticollis (Viktoria, Austral.)
Fig. 9, septemmaculata (Senegal) S. 59, hypocrita (Fidschi -I.) S. 60; Olivier,
Ann. Soc. Entom. France, 1888, PI. 1, tetrasticta (Ovambo); Fairmaire, ebenda
S. 180.
Malachius Dania (Külek; Smyrna); Abeille, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 70.
Malchinus5ow(/eosi(Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,8.210.
Malthodes castanicollis S. 208, sidplmribasis S. 209 (Cirkassien); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888.
iVlegalophthalmus confusus (Faro, Amazon.); Olivier, Ann. Soc. Entom.
1888, S. 48.
Melyris testaceipes (Ovambo); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 182.
Metriorrhynchus elongatus (Barron River) S. 229, centralis (Cairns), serra-
ticornis, foliatus S. 230, hirlipes S. 231 (Mossman River) ; Macleay, Proc. Linn.
Soc. K S. Wales (2. S.) II, miniatipennis (Ramnad); Bourgeois, Bull. Soc.
Entom. France, 1888, S. XXV.
E. Haasens Beiträge zur Kenntniss von Phengodes, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1888, S. 145—167, Taf. I, II, beschäftigen sich zumeist mit dem bereits
1886 (s. dies. Ber. S. 284) von Haase bekannt gemachten larvenähnlichen Weibchen
(von Ph. Hieronymi Haase), das eben wegen seiner Larvenähnlichkeit (Fühler
viergliederig, Punktaugen, fünfgliederige Beine mit einfacher Endklaue) bisher
für eine Larve gehalten worden ist. Höchst wahrscheinlich sind die von Azara
Reinhardt, Murray (Astraptor!), Weijenbergh, Ihering beschriebenen leuchtenden
Käferlarven Weibchen von Arten der Gattung Phengodes, bezw. einer dieser
verwandten Gattung gewesen. Dass diese Larvenähnlichen Formen wirklich
ausgebildete Weibchen sind, wurde durch die Beobachtung der Copula mit nach-
240 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
herigerEiablage von Ph. Hiei'onymi, sowie auch durch den anatomischen Befund
erwiesen, der ein reo. seminis an der Scheide aufdeckte. Die Gattung Phen-
godes ist, soweit unsere jetzigen Kenntnisse reichen, diejenige Molacodermen- und
überhaupt Käfergattung, die am meisten an ursprüngliche Entwickelungsver-
hältnisse erinnert. — Von Ph. Hieronymi werden Ei und die (dem Weibchen
ähnliche) junge Larve beschrieben und abgebildet. Ausserdem ist die Larve von
Pyrophorus abgebildet, für welche man die leuchtenden Phengodes-AVeibchen
vielfach gehalten hat.
Bourgeois macht einige Bemerkungen über das Weibchen von Phos-
phaenus hemipterus; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. LXV.
E. A. Schwarz beschreibt das Weibchen von Photinus collustrans;
Proc. Entom. Soc. Washington, I, S. 176.
Photinus frigidus (Cap Breton) S. 54, Bergt (Uruguay) S. 55, atomarius (?),
melanodactylus (Jamaika) S. 56; Olivier, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Photuris aurea (Sa. Rita, Bras ); E. Oberthür, Bull. Soc. Entom. France,
1887, S. CCVIL
Podabrus exophthalmus (Peking): L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888,
S. 122.
Psilocladus grandis (Minas-Geraez) S. 45, marginellus (Petropolis), capiUatus
(Santa Rita) S. 46; Olivier, Ann. Soc. Entom. France, 1888.
Pyrocoelia Foochoweusis Gorh. = (Lampyris) analis F.; Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg. XXXL S. 121.
Rhagonycha bothridera (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXL S. 125, circasskola (Fischt); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 207.
Selenurus apicalis (Mossman River) S. 237, annulntus (Mulgrave River),
viridipennis (Russell River) S. 238; M a c 1 e a y ; Proc. Linn. Soc. N.S.Wales
(2. S.) IL
Telephorus Mossmani, S. 235, ruhriceps, rufiventris, S. 236, Froggatti, S. 237.
(Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II, nigroverti-
calis, S. 123, metallicipennis (Yunnan) , gihbicolUs (Fokien) S. 124, pluricostatus
(ibid.) S. 125; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, stigmaticus (Peking);
derselbe, Revue d'entomol., 1888, S. 123.
Trichalus migustulus [Barron River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.Wales
(2.S.) n, S.235.
Xylohanus fumosus (Cairns) S. 231, longicornis (Russell River), mlniaticollis
S. 232, anipliatus, ater (Barron River), (Bulenides?) Froggatti (Cairns) S. 233,
atripennis (Barron River) S.234; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) IL
Cebrionidae. Die verschiedene Erscheinungszeit der Cebrio- Arten
(Juni — September) ist durch Feuchtigkeitsverhältnisse bedingt, indem die Käfer
erst nach einem ergiebigen Regen der Eide entsteigen. Die Weibchen werden
weit seltener gefunden als die Männchen; A. Erdmann, Societ. Entomol., II,
S. 180 f.
Elateridae. H. du Buysson macht Bemerkungen zu einigen Arten:
Athous austriacns Desbr. (= circumscriptus Cand. var.), Olhiensis Muls. & Guilb.
var., haemorrhoidalis F. var. faeculentus, serairufus und aeneithorax Desbr. =
alpinus Redt, var.; strictus Eeiche = Grandini Desbr. = suhtruncatus Muls. &
Guilb.; Bull. Soc. Ent. France, 1888, S. L, LVIl.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 241
Derselbe gibt eine Note sur les larves d'Elaterides; Revue d'entom.,
1888, S. 14—17.
C. Dury zählt Eucneminae aus der Umgegend von Cincinnati, Ohio, auf;
Entomol. Americana, IV, S. 163 f.
Pittonotus Kiesw. ined. (subg. n. von Corymbites, für Theseus Germ.);
Seidlitz, Fauna.
Athous transsylvanicus (Siebenbürgen); Frivaldszky, Termesz. Füzet
XI, S. 160, circassicus (C); Reitter, "Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 180.
Campsosternus Bavidis (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. ßelg.,
XXXI, S. 120.
Ein neuer Schädling an Kartoffeln und Tabakpflanzen ist die
Larve des Corymbites aeneus; Mitth. Mährisch -Schles. Ges. f. Ackerbau etc.,
1888, S. 119.
Dicronychus lamellicornis (Congo); L. Fairmaire, Notes Leyden Museum,
X, S. 255.
Elater ieden (Lirik im Talyschgeb.); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 426.
Elaterites piscus Fig. 5, robustus Fig. 22 (lithogr. Schiefer); Oppen-
heim, Palaeontogr. 34, S. 241, Taf. XXXI.
Logesius (Idolus) picipennis Bach var. adrastoides (Cirkassien); Reitter,
Wien. Entom. Zeitschr., 1888, S. 180.
Ludius Montandoyii (Bukarest); duBuysson, Bull. Soc. Entom. France,
1888, S. CCII.
Tetralobus cribricollis (äquator. Ostafrika); Ch. 0. Waterhouse, Proc. Zool.
Soc. London, 1888, S. 86,
Buprestidae. Ch. Kerremans unterzog die Buprestiden des Museums
von Kalkutta einer Durchsicht und zählt dieselben auf; Bull. Soc. Entom. Belgique,
seance du 23 Septbr. 1888.
Acmaeodera j«c<MreHa (Uruguay); Kerremans, Bull. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S.VI, variicolor Chevrol. i. 1. (Karachi); derselbe a. a. O., Königi S. 193,
caspica S. 195, Ballionis S. 196 (Turkmenien); L. Ganglbauer, Hör. Soc. Entom.
Ross., XXII.
Ein Lindenverwüster ist Agrilus auricollis Ksw., dessen Larven
unter der Rinde von Lindenästen leben; Ei, Larve, Puppe, Imago uud Frass-
gänge sind beschrieben und abgebildet von F. A. Wachtl, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 293 - 297, Taf. III.
Agrilus cmiaceus (Uruguay) S. VI, fovekollis (Banda oriental) S. VII;
Kerremans, Bull. Soc. Entom. Belg., XXXI, amplicolUs (Johore), plicaticollis
(Ahsonn); derselbe a. a. 0., obscuripennis, ventricosus S. 120, planipennis S. 121
(alle von Peking); L. Fairmaire, Rvue d'entoraol, 1888.
Anthaxia canaliculata (Buenos Aires), macuUcoUis (Uruguay); Kerremans,
Bull. Soc. Entom. Belg., XXXL S. VI.
Brachys Tucumana (Tucuman); Kerremans, Bull. Soc. Entora. Belg.,
XXXI, S. VII
Buprestis Nikolskü (Aral-See); A. Semenow, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou,
1888, No. 4, S. 682-685.
Buprestites supi-ajurensis (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeonto-
graphica 34, S. 240, Taf. XXXI, Fig. 21.
Arch. f. Natuigfescli. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 2. Q
242 Pb. Bertkau: Bericlat über die wissenschaftlichen Leistungen
Caeculus fulvovittis Beut. = turcomanicus Kraatz; Reitter, Wien,
Entom. Zeitg., 1888, S. 41.
Chrysobothris Sinensis (Kiaugsi), Delavayi (Yunnan); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 119.
Chrysochroa alternans (Loo Choo); Chal. Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H.
(6) I, S. 264.
Coraebus Sidae (Himalaya), circularis (Khasia H.); Kerremans, a. a. 0.,
aequaUpennis (Peking); L. Fairmaire, Revue (Ventomol., 1888, S. 121.
Cryptodactylus (jracilis (Hiogo); H. v. Schönfeldt, Entom. Nachr., 1888,
S. 209.
Dicerca Plasoni (Südannenien) ; Reitter, AVien. Entom. Zeitg., 1888, S. 70.
Endelus Weyeisi (Padang, Sumatra); C. Ritsema Gz., Notes Leyden
Museum, X, S. 175.
JnloAh rufolimbata (Damara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1888,
S. 180.
Melibaeus murinus (Andaman-I.); Kerremans, a. a. 0.
Melobasis circumflexa (Johore); Kerremans, a.a.O.
Melyboeus carinatus (Baluba-Land); Gr. Quedenfeldt, Berlin. Ent.Zeitschr.,
1888, S. 181.
Philanthaxia andamana (And.-I.); Kerremans, a. a. 0.
Poecilonota Duvidis (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 120, dicercoides (Wladiwostok) : Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 426.
Sphenoptera foveipennis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 180.
Ueber die (Farben-) Varietäten der Sternocera Boucardi s. Kraatz,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 416, Taf. V, Fig. 19-23.
Kerremans giebt einen Essai raonographique du genre Sternocera
Eschsch. mit dichotomischer Tabelle, Synonymie, Diagnosen und Beschreibung
der (28) Arten, deren 9 in kolorierten Abbildungen dargestellt sind. St. Fischeri
Gerst. ist wegen der gleichnamigen Quedenfeldtschen Art Gerstäckeri neu be-
nannt, S. 78; St. orissa Buq. var. elliptica Ken: ist in Fig. 8, die neue St. tricolor
vom Tanganjika, S. 90, in Fig. 9 abgebildet. Ann. Soc. Entom, Belg, 1888 (XXXI),
S. 49-100. PI. I.
Trixagidae. A. Fauvel zitiert eine Bemerkung von Fauconnet, welche
Fauvel's Angabe, dass die Exemplare von Throscus dermestoides mit ungefrausten
Flügeldecken die Männchen sind, bestätigt; Revue d'entomolog., 1888, S. 69.
Scarabaeadae. A. Preudhomme deBorre stellt zusammen eine liste
descentetcinriesp^cesdeColeopteresLamellicornesactuellement
authentiquement capturees en Belgique avec un tableau synoptique de
leur distribution geographique dans le pays; Ann. Soc. Entom. Belg., 1888, S. 1—5.
(4 Lucanid., 101 Scarab.)
Achranoxia n. g. für (Polyphylla) Königi Brenske (s. unten); Kraatz,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 208.
Atopocerus nov. nom. fürWestwoodiaiapOT-^efpraeocc); Kraatz, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 36.
Cry])totrogus (n. g. Melolonthin. prope Gyphonotum) Weisel (Asiat. Russ-
land); Kraatz, Deutsch. Entom Zeitschr., 1888, S. 206.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 243
Goniorrhina (n. g. Pachypodin.) flaviceps (Baluba-Land); G. Queden-
feldt, Berlin. Ent. Zeitschr., 1888, S. 172.
Met ah Ollis (n. g. Lasiopsidi et Monotropo simile) tumidifrons (Tchekiang);
Fairmaire, Annal. Soc. Entora. Beige, XXXI, S. 107.
Ochranoxia n.g. für (Anoxia) semiflava Äj-aa^s; Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 208.
Oxychirus (n.g. Melolonth., Clavipalpin.?) semisericeus (Baluha-Land) ;
G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 175.
Parammoecius (subg. n. von Aphodius, für gibbus Genn.); Seidlitz,
Fauna.
Pilinopyija n. g. Porphyronotae Burm. affine, für (Diplognatha) ornatipennis
Hope; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 415, Taf. V, Fig. 7.
Polyblastus {n.g. Trichiin., Platygeniae, Myodermae et Stringophoro affine)
assarius (Liberia); 0. E. Janson, Notes Leyden Museum, X, S. 115.
Porphyr ob apta (n. g. Ceton. Porphyronotae Burm. et Apocnosi Thoms.
affine) tigrina (Benue); Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 411, Taf. V,
Fig. 6.
Sophrops (n.g. Rhizotrogo affine) ^amcejjs (Yunnan) ; Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 106.
Taphrocephala (n.g. Pachypodin.) politu (Baluba-Land); G. Queden-
feldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 174.
AUorrhina insignis (Chiriqui); O. E. J a u s o n , Notes Leyden Museum,
X, S. 119.
Amphimallus teMensis Kraatz i. 1. (Turkmenien); E. Brenske, Hör. Soc.
Ent. Eoss., XXn, S. 355.
Anachalcus aiirescens (üsumhiira) S.2ü2, magnus (Lujenda-Fl.) S.203; Bates,
Entom, Monthl. Mag., XXIV.
Ancylonycha (Holotricbia) ampUpennis (Tchekiang); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. Belg. XXXI, S. 109, carmelita (Baluba-Land) G. Quedenfeldt, Berlin.
Entom. Zeitschr. , 1888, S. 170.
Anomalites fugitivus, aus dem tertiären Süsswasserquarz von Nogent
le rotrou und selbst ganz silizifiziert; F ritsch, Sitzgsber. kgl. böhm. Gesellsch.
d. Wissensch., 1884, S. 163, und M. Boule, Le Naturaliste , 1888, S. 103 mit
Abbild; vgl. dies. Bericht üb. 1885, S. 296.
Anomala cruralis S. 110, costulata, opalina S. 111, biocu.lata, riifozonula
S. 112 (Yunnau); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, russaticeps
(Ovambo); derselbe, Ann. Soc. Entom. France, 1888, S. 179, (Paraspilota) m^jid«
(Genhan, Korea); H. W. Bates, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 374.
Ellis kommt nach einer eingehenden Vergleichung der Britischen Exemplare
des angeblichen Aphodius melanosticus Schup. mit kontinentalen Exemplaren
und mit Mulsant's Beschreibung der Varietäten des A. inquinatus zu dem Scbluss,
dass die englischen A. melanostictus nur eine Farbenvarietät des sehr ver-
änderlichen A. inquinatus sind; Proc. Entom. Soc. London, 1888, S. XV— XVIII.
Über die Unterschiede des Aphodius punctato-sulcatus Sturm, prodromus
Brahm, (pubescens Sturm, tabidus Er. und consputus Creutz.) s. nach brieflicher
Mittheilung v. Harold's Preudhomme de Borre, Mem. Soc. R. des Sei. Liege,
(2. S.) XV, S. 31—34 mit 4 Holzschn.
Q*
244 Pli- Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
Schilsky's 4. Beitrag zur Kenntniss der deutschen Käferfauna behandelt
und benennt die deutschen Aphodius- Varietäten; Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 305—321.
A. (Acrossus) impi-essiusculus (Peking); Fairmaire, Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. CGI, (Nialus) Bilimeckii (Schweiz; Abbruzzen) S. 149, Schlum-
hergeri (Pyrenäen) S. 150; Seidlitz, Fauna.
0. E. Janson beschreibt das bisher unbekannte ^ von Argyripa sub-
fasciata Bits.; dasselbe stammte von Chiriqui; Notes Leyden Museum, X, S. 118
mit 2 Holzschn.
Ateuchus sulcipennis (Bah;ba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 161, canaliculatus (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1888, S. 117, platyolus (ISlguru) S. 201, porosus (Mpwapwa) S. 202; ßates,
Entom. Monthl. Mag., XXIV.
Callinomes opacus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 118.
Callistethus compressidens {Ywym&w); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 112.
Camenta IrevicoUis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 169.
Cephalodesmus cornutus (Mossman Eiver); Macleay, Proc. Linn. Soc. N, S.
Wales (2. S.) II, S. 220.
Ueber die Variabilität von CeratorrhinaHarrisi Westw. s. C. A. Dohrn,
Stett. Ent. Zeitg., 1888, S.363f.
Ueber Cetonia Seulensis Kolhc, und ihr Verhältniss zu brevitarsis Lewis,
nigrocyanea und var. cyaniventris Kraatz, ferner viridiopaca Motsch. luid cu-
preola Kraatz s. Kraatz, Deutsch Entom. Zeitschr., 1888, S. 199—201.
Cetonia atomaria (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 116, (Potosia) sternohirta (Frankreich); Seidlitz, Fauna, S. 165, (ist nach
Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888 S. 364, floricola ab.), Leioisi S. 194,
Pryeri., S. 195 (Loo Choo Isis); O.E. Janson, Ann. a. Mag. N. H. (6), I.
Charadronota quadrilimulata (Aschanti); Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 413f mit Bemerkungen über die bekannten Arten, curvata (Niger-
Distrikt); O.E. Janson, Notes Leyden Museum, X, S. HO.
Chiroplatys inconspicims (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.S.Wales
(2. S.) II, S. 229.
Clinteria Davidis (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,' XXXI,
S. 116.
Coryphocera versicolor (Jolo Isl.); O.E. Janson, Notes Leyden Museum,
X, S. 207.
Ueber die Gattung Cyphonotus Fisch, s. Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 205.
Diastellopalpus acuminicoUis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1888, S. l62,quinquedens{M-Amhom) S.239, Thomsoni (Kilimanjaro),
eheninus (Kamerun; Alt-Kalabar) S. 240, monapoides (Mamboia) S. 241; Bates,
Entom. Monthl. Mag., XXIV.
Dicranorrhina (Daedycorrhina) macularia (Mamboia); Bates, Entom. Monthl.
Mag., XXIV, S. 242.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 245
Discopeltis Wissmanni (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 179.
Doryscelis Humhloti (Comoren); als neue Art angedeutet von R. Oberthür,
Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CCII.
Epilissus globulus (Cainis); Macleay, Proc. Linn. Soc. N, S. Wales (2. S.)
II, S. 222.
Fornasinius vittatus (Süd-Masailand) ; Bäte s, Entom. Monthl. Mag., XXIV,
S. 241.
Genyodonta Jacksoni (Massai, S.-O. -Afrika); Ch. O. Waterhouse, Ann.
a. Mag. N. H. (6), I, S. 261.
Tableau synoptique" des especes Beiges du genre Geotrupes L.\
F. Meunier, 11 Naturalista Siciliano. Vn, S. 298 f.
Kraatz tritt nochmals für die Identität des Geotrupes foveatus Marsh.,
Har. mit kleinen ^ von G. stercorarius ein ; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 333.
Geotrupes (Ceratophyus) sulcicornis (Sikkim); Fairmaire, Bull. Soc. Entom.
France, 1887, S. CXCII, (Odontotrypes) impressiusculus S. 101 , semirugosus,
cribripennis S. 102 (Yunnan), biconiferus (Moupin), scutellatus, tenuestriatus
(Yunnan) S. 103; derselbe, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI.
Glycypbana lateriguttata (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 117, Louisae (ibid.); derselbe. Bull. Soc. Ent. France, 1888, S. XXXV.
Gnorimus flavitarsis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 118.
Gn. variabilis var. Heydeni (Rheydt; Flügeldecken mit einer durch das
Zusammenfliessen der Flecken entstandenen Querbinde); Beckers, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 24.
Über Goliathus Atlas JS'id-erl und die Varietäten des G. cacicus Voet
s. Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 269-272, Taf. VI.
G. Atlas ist wahrscheinlich eine Varietät von G. cacicus; von letzterem
unterscheidet Kraatz noch die Varr. maculatissiraus, conjunctus im mäunlichen,
humeralis, trianguluni, maculatissimus und lituratus im weiblichen Geschlecht.
Über die südamerikanische Gymuetis pantherina Burm. und die mit
ihr verwechselten und verwandten Arten s. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 295- 300, Taf. V, Fig. 12-18.
Heteronychus curtulus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 115, brevis (Baluba-Land); G. Quedenfeldt, Berl. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 177.
Heterophana fuscocostata (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste, 1888,
S. 11 mit Holzschn.
Hoplia Gabriellina, Harpagon S. lOi, citrinella, CrtJHpesin'.s S. 105 (Yunnan);
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, elongata (Baluba-Land); G. Que-
denfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 165.
Incala Stampflii (Junk river, Liberia); 0. E. Janson, Notes Leyden Museum,
X, S. 113.
Isodon glabricolUs (Mulgrave River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) II, S. 228.
In seinen Notes on Lachnosterna fusca auct. unterscheidet J. B.
Smith unter diesem Namen nach der Penisbildung 4 Arten: L. fusca emeud.,
grandis S. 181, dubia, arcuata S. 183; Insect life, I, S. 180—185 mit Holzschn.
246 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L. diomphalia (Fusan, Korea); H. W. Bates, Proc. Zool. Soc. I^ondon, 1888,
S. 273.
G. H. Hörn gab in Trans. Amer. Entom. Soc, XIV, S. 209 — 296, eine
Revision of the sp|ecies of Lachnosterna of America north of Mexico,
die in Entomol. Americana, IV, S. 52—56, im Auszuge mitgetheilt ist.
Lepidiota Froggatti (Barron River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N, S. Wales,
(2. S.), n, S. 227.
Ueber Lethrus cephalotes s. Nature, 38, S. 134, 172.
Leucocelis Franki (Ovampo, S.W.Afrika); 0. E. Janson, Notes Leyden
Museum, X, S. 109.
The sugar-cane beetle injuring com (Ligyrus rugiceps Lee);
L. O. Howard, Insect life, I. S. 11 — 13. — Der Käfer zerstört die jungen
Samenpflänzchen.
Macroma ochreijiennis (Yunnan) ; F a i r m a i r e , Ann. Soc. Entom. Belg. , XXXI,
S. 117, Oberthüri (Yerkalo, Thibet); O.E. Janson, Notes Leyden Museum, X,
S. 112.
Macronota ochraceipes (Koimbatur) , flavosparsa (ibid. und in 4 Varietäten
ebenda und French Rocks); Gh. 0. Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (6), I,
S. 262.
Nach Kraatz schliessen sich Melolontha Hippocastani und vulgaris in
ihren Larvenformen gegenseitig aus, indem die erstere Sandboden bevorzugt und
von den Wurzeln der Kiefer lebt, letztere Sandboden meidet; Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 363. (Hierzu sei bemerkt, dass die Larve von Mel. Hipp, sich
jedenfalls nicht ausschliesslich von den Wurzeln der Kiefer nährt, da ich den
Käfer in seiner Puppenwiege im Winter am Fusse von Pappeln fand, wo auf
stundenweite Entfernung keine Kiefer war. Refer.).
Mel. Hippocastani var. Schwarzi; derselbe, ebenda, S. 362.
Om... M, Hippocastani som skadeinsekt; W. M. Schöyen, Entom.
Tidskrift, 1888, S. 15 f.
Mendidius rufescens (Astrachan; = Cnemargus rufescens Motsch. i. L);
Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 425.
Merodontus squalidus (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.Wales,
(2. S.), II, S. 221.
Preudhomme de Borre bestätigt die Vermuthung Kraatz', dass Micro-
poecila Breweri Janson das Weibchen von M. cincta Gor. Perch. sei, als richtig;
Bull. Soc. Entom. Belg., XXXL S. X.
Mimela fusana (Fusan, Korea); H.W. Bates, Proc. Zool. Soc. London,
1888, S.375.
Oniticellus incurvicornis S. 100, denticornis S. 101 (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, seminietalliais (Madagaskar); derselbe Le Natura-
liste, 1888, S. 11 mit Holzschn.
Onthophagus Froggatti S. 222, Walter i, parallelicarnis S. 223, lohicollis,
emarginatus S. 224 (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II,
sycophanta (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI S. 100, Katu-
alensis (Luschika-Flus); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, S. 163,
Lujendae (Lujenda Fl.), Plato (Damaraland) S. 203, panoplus (Mamboia) S. 237,
chrysopes (Nguru), cometes (Gabun), dicella (Mamboia), croesulus (Natal) S 238,
epilamprus (Kamerun) S. 239; Bates, Entom. Monthl. Mag., XXIV.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. -247
Orphnus oryctoides (ßaluba-Land); Gr. Quedenfeldt, Berlin. Entomol.
Zeitschr. 1888, S. 164.
Oryctites fossilis (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34, S. 238,
Taf. XXXI, Fig. 2.
Nach R. Oberthür ist Enoplotarsus costatus Luc, Tropinota Fatima Coq.
und Oxythyrea niveopicta Fairm. = deserticola Luc; Bull. Soc. Entom. France
1887, S. CCIf.; 0. pantherina Gor. — Amina Coq.; derselbe ebenda S. CCII.
Pachysoma Schinzii (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 178.
Phalops euplynes (Damara-Laud); Bates, Entom. J\Iouthl. Mag., XXIV,
S. 241.
Phyllopertha cribricollis S. 105, humeralis, suturata S. 106 (Yunnan); Fair-
maire, Ann. Soc. Enton. Belg., XXXI.
Reitter gibt eine Uebersicht der Arten von Phyllopertha aus
Europa, den angrenzenden Ländern, Sibirien mit Central-Asien, mit Ph. Lederi
(Turkmenien) S. 293, caucasica (Aralysch), puncticollis (Nord -China) S. 294;
Entom. Nachr., 1888, S. 289—294.
Phyllotocus vittatus (Mossman River, Caims); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2. S.) H, S. 225.
Platydesmus mlcipennis, flavipennis (Caims); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2. S.) II, S. 226.
J. B. Smith übersetzt Gerstäcker 's Aufsatz über die systematische
Stellung der Gattung Pleocoma Lee; Entomol. Americana, III, S. 202 — 211;
vgl. dies. Ber. für 1883, S. 243.
G. H. Hörn schliesst sich in seinen Ansichten über die systematische
Stellung dieser Gattung Leconte an, da sie nach ihm eine Laparosticte ist; sie
gehört demnach als selbständige Gruppe in die Nachbarschaft der Geotrupini;
eine tabellarische Uebersicht der Arten weist folgende neue aus Kalifornien
auf: PI. Bickseckeri, conjungens, Ulkei; ebenda, S. 233-235; und ausführlicher
in den Trans. Americ. Entom. Soc. XV, S. 1 — 18, PI. I, II mit einem Holz-
schnitt des Hinterleibes, der die laparosticte Natur des Insekts verdeutlicht.
Pogonotarsus flavovirgulatus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste,
1888, S. 32 mit Holzschn.^^
G. H. Hörn beschreibt imd bildet ab die Larve von Polyphylla decem-
lineata Say; Trans. Amer. Entomol. Soc, XV, S. 21 f., PI. HI, Fig. 8—16.
Polyphylla Koenigi (Turkmenien); E. Brenske, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII,
S. 353 (wird von Kraa.tz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1888, S. 208, zum Typus der
neuen Gattung Achratioxia gemacht; vgl. oben), Mvngola (China, Grenze der
Mongolei) S. XVI, Chinensis (Peking), Bavidis (China) XVII; L. Fairmaire,
Bull. Soc. Entom. Belg., 1888.
Popilia flavomaculata (Barron River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) II, S. 227, cinnabarina, metallicollis (Yunnan) S. 113, pustulata
(Tchekiang), phylloperthoides S. 114, sexguttata S. 115 (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. Belg. XXXI, crenatipennis S. 176, violaceipennis S. 177 (Baluba-
Laud); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, difficilis (Peking);
Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 119,- atrocoerulea (Fusan und Gensan,
Korea); H. W. Bates, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 376.
248 I*h- Bertkau: Bericht über die wisseuschaftliclien Leistungen
Proagosternus Reichei TItoms. ist eine Lepidiota und identisch mit
L. unicolor van Lansb., wie schon van Lansberge vermuthet hatte; de Borre,
Bull. Soc. Entom. Beige, XXXI, S. XI.
Progeotrupes jurassicus (Lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeonto-
graphica 34, S. 239, Taf. XXXI, Fig. 17.
Pseudotrochalus Böhmi (Tanganjika See) S. 194, sex-Uneatus (Malange)
S. 195; G. Quedenfeldt, Entom. Nachr., 1888.
Rhizotrogiis </Za&ncoKis (Tekke-Turkmenien),BrensÄ;ei (Cirkassien) ; Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 68, turcomanus (T.) S. 356, BalUoni (Turkestan)
S. 357, vulpinus Gyllh. v&v.persicm (Taschkent; Turkestan) S. 359; E. Brenske,
Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, mit analytischer Tabelle der „bestäubten" Arten
auf S. 351 f.
Schizonycha tetiebrosa, mucorea (Yunnau); Fairmaire, Ann. Soc. Entom
Belg. XXXI, S. 108.
Serica chjp)eata, subtruncata (Yunnan) S. 109, lignicolm- (Tchekiang) S. HO;
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, Mnelleri (Baluba-Land) S. 165,
disparicornis (ibid.) S. 166; G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888,
piceorufa, verticalis (Peking]; L. Fairmaire, Revue d'entomoL, 1888, S. 118.
Smaragdesthes Guerini (Senegal); 0. E. Jauson, Notes Leyden Museum,
X, S. 107.
Stalagmosoma baliola (Abyssin.); 0. E. Jansen, Notes Leyden Museum,
X, S. 108.
Temnoplectron jJoZiYwZMm (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc, N. S. Wales
(2. S.) II, S. 221.
Trochalus corpulentus (Bangalla - Gebiet) S. 167, camaruensis ! (Kuango)
S. 168; G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888.
Lucanidae. Dorcus tenuecostatus (Peking); L. Fairmaire, Revue
d'entomol., 1888, S. 116.
Hexarthrius Davisoni (Koimbatur); Ch. 0. Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (6) I, S. 260.
P. de Borre stellt eine Liste des Passalides rec . . . Bresil zu-
sammen; Bull. Soc. Ent. Belg., 1888, S. XLIf.
Parnidae. Elmomorphus (n. g. Elmithi simile, Parno affine) brevicornis
(Kobe); D. Sharp, Ann. a. Mag. N. H. (6) n, S. 243.
Leptelmis (n. g. Stenelmithi affine) gracilis (Tokio); D. Sharp, Ann. a.
Mag. N. H. (6) II, S. 244.
Helichus sinensis (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 115.
Parnus bicolor , sulcipennis (Sardinien); Costa, a. a. 0., I No. 2, S. 86,
hirsutus (Livland); Seidlitz, Fauna, S. 133.
Stenelmis foveicollis (Hiogo); H. v. Schönfeldt, Entom. Nachr., 1888,
S. 193.
Georyssidae. Georyssus canalifer ( Sapporo ) ; D. Sharp, Ann. a. Mag.
N. H., (6), II, S. 245.
Byrrhidae. Cytilus avunculus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
Belg., XXXI, S. 98.
Dermestidae. Karl M. Heller beschreibt die postembryonalen Ent-
wickelungsstände des Dermestes peruvianus Gast., der mit einer Sen-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 249
dang Vogelbälge in Braiinschweig eingeschleppt wurde nnd sich fortpflanzte. Er
hatte im Jahr 2 Generationen; die Larve häutete sich sechs Mal; die Puppen-
ruhe dauerte etwas über einen Monat (bei der im Sommer erscheinenden Gene-
ration); Abb. Zool. Bot. Ges. Wien, 1888, S. 157—160.
Ueber die Frage, ob D. vorax Art oder Rasse von lardarius sei s. Reitter,
Entom. Nachr., 1888, S. 57—59.
D. bicolor als Feind der jungen Haustauben; F. C. Noll, Zool. Garten,
1888, S. 307-309.
Mycetophagidae. Atritomus irregulär is (Cirkassien); Reitter, Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 174.
Lathridiadae. Dasycerus Grouvellei (Mariposa, Kalif.); M. J. Belon, Bull.
Soc. Ent. Belg., 1888, S. LCVIII, mit analytischer Tabelle sämmtlicher 6 Arten.
Holoparamecus atomus (Sizilien, Casteldaccia); Ragusa, II Natural. Siciliano,
VIII, S.37.
Crypttophagidae. E. Reitter behandelt in dem XVI. Heft seiner Be-
stimmungs-Tabellen, S. 11 — 56, diese Familie, mit der die Telmatophiliden
vereinigt werden. Die Abtheilung der Paramecosomini ist eingezogen, da es sich
herausgestellt hat, dass das dafür angegebene Merkmal, die in beiden Geschlech-
tern fünf gliederigen Füsse, nicht einmal generischen Werth hat; die Gattung
Micrambe T/ioms. ist mit Cryptophagus zu vereinigen. Die Familie wird jetzt
zunächst in die 4 Abtheilungen der Diphyllina (Seitenrand des Halsschildes mit
erhabener Längslinie), Telmatophilina (Fühler unter dem Seitenrand der Stirn
eingefügt; das 3. (oft auch 2. Fussglied gelappt), Cryptophagina (Fussglieder alle
einfach, schlank), Atomariina (Fühler frei auf der Stirn, vor den Augen, einge-
fügt) eingetheilt.
Eurhanius (n.g. Diphyllin.) Immeralis (Japan); E. Reitter, a. a. 0., S.13.
Mnionomidius n. g. Cryptophagin. , für (Cryptoph.) serricoUis Eeitt. ;
E. Reitter, a. a. 0., S. 35.
Pteryngium n. g, Cryptophagin., für (Cryptoph.) crenulatus Erichs. —
crenatum Gijll.; E. Reitter, a. a. 0., S. 34.
Atomaria singularis (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 172, (Agathengis) punctipennis (Baikal; Ussuri; Jenisseisk), imnctithorax
(Dalmatien) S. 37 ,nigroscutellata (Chabarofka) S. 38, crihrella (Balkan; Kaukasus),
Edithae (Chabarofka) S. 39, gracilicornis (Kaukasus; Ostsibirien), bescidica
(Beskiden; Böhmerw &\d) , peltatula (Chabarofka) S. 40, talyschensis (Leükoran)
S. 41, (Atomaria) atripennis (Syrien) S. 42, convexiuscula (Wladiwostok, Chaba-
rofka), xeniella (Chabarofka) S. 44, lateralis (Wladiwostok) S. 45, SM&optcaZ/.s
(Chabarofka) S. 46, {marginicollis = m^coWi?, , rubricollis Woll. praeocc ) S. 47,
cretica (Kreta) S. 48, Graeseri (Wladiwostok) S. 49, ftasicorrus (Kaukasus) S. 51,
cephennoides (ibid.) S. 54; derselbe, Bestimmungs-Tabellen.
Cryptophagus Jal-oivlewi (Irkutsk) S. 424, posticus (Bhu&t) S.425; Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, corpulentus S. 170, circassicus S. 171 (Cirkassien);
derselbe, Wien. Entom. Zeitg., 1888, (Mnionomus) seriaUcs (?) S. 20, (Crypto-
phagus) Erichsoni (Lenkoran), nigritulus (Spanien; Lenkoran) S. 22, dilatipennis
(Kaukasus), subvittatus (Sarepta) S. 29; derselbe, Bestimmungs-Tabellen.
Spaniophaenus caucasicus (Helenendorf unter Steinen bei Ameisen); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 105.
250 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sternodea Grilati (Edough, Algier); E. Reitter, a.a.O., S. 54, MiU
(Cirkassien); derselbe, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 173.
Cucujidae. Cueujus opacusiYezo); G.Lewis, Entom. Monthl. Mag., XXV,
S. 84 mit Bemerkungen über die anderen japanischen Arten.
Hectarthrum modestum Fairm. = lineicolle Beut.; Grouvelle, Ann. Soc.
Entom. France 1887, S CLXXIX.
H. Harmandi (Kambodja); Grouvelle, a. a. 0.
Sylvanus frumentarius mit Sämereien aus Palermo nach Schlesien
gekommen; Letz n er, 65. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl. Oultur S. 344.
Silvanus Surinamensis in Mehl- und anderen Nahrungsvorräthen bei
Münster und Ibbenbüren; Jahresb. zool. Sektion westf. Prov.-Ver. 1887 — 88, S. 43.
Rhysodidae. G. Lewis macht Bemerkungen über die japanischen Arten
dieser Familie; Ann. a. Mag. N. H. (6), 11, S. 76—85, mit einem Verzeicbniss
sämmtlicher Arten (41). Aus Japan sind nur 6 Arten bekannt. Stemmoderus
Spin., Ips (Rhysodes) monilis Oliv, und Rhyzodina sind aus dieser Familie aus-
zuschliessen. Die Männchen sind seltener als die Weibchen; von den 87 in Japan
gefundenen Exemplaren sind 23, von 30 in Ceylon gefundenen 11 Männchen.
Derselbe desgl. on themouth-organsoftwospeciesofRhysodidae
(Rh. niponensis und Clinidium veneficum; s, unten); ebenda S. 483 f. mit 8 Holz-
schnittfiguren. — Matthews, der die Präparation der Mundtheile gemacht hatte,
sagt darüber bei Clinid.: „Die Oberlippe ist sehr klein; der Clypeus und das
Kinn gross; die Kiefertaster sehr lang; Unterlippe, Unterkiefer und Zunge
ausserordentlich schwach und zerbrechlich. Die Unterlippe scheint, gleich der
von Stenus, vorstreckbar zu sein. Die Mandibeln sind in einer au der Innenseite
geöffneten hornigen Umhüllung eingeschlossen." — Ausser den Mundtheilen ist
auch das Hiuterleibsende von Clinid. in beiden Geschlechtern abgebildet.
Exnglymviius {w. g., für sulcatus i*^. und) come^ (Nikko; Sapporo); G. Lewis,
a. a. 0., S. 79.
Clinidium veneficum (Higo); G. Lewis, a. a. 0., S. 83.
Rhysodes crassiusculus (Nikko; Hakone; Sapporo) S. 80, swZctcoßts (Oyayama),
rostratus S. 81, niponensis (Eakone; Higo), Leäeri, (Kaukasus) S. 82; G.Lewis,
a. a. 0.
Colydiadae. Cerylon grandicolle (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 176.
Trogositidae. Gymnochila angulicollis Thoms. = sparsuta Thoms; G.
squamosa Gi-ay = laticollis Boh. ^, = adspersa Boh. $ = varia F.; diese letztere
Art bewohnt ganz Afrika von Guinea und Abessinien an südlich bis zum Cap;
Leveille, Bull. Soc. Ent. France, 1888, S. CXCIIL
Nemosoma fasciatum Eeitt. ist kein Trogositide, sondern ein Heteromere in
in der Nachbarschaft von Hypophloeus; Leveille , Bull. Soc. Entom. France, 1888,
s. ccvn.
C. Rey beschreibt die Lai-ve von Ostoma Y vani ÄUib., die nebst Imagines
in Soja hispida aus Saigun nach Frankreich gekommen war; Bull. Soc. Entom.
France, 1888, S. XXXVinf.
Leveille gibt folgende Synonymie an: Phanodesta cordaticollisJ?ej<i.=: picea
(?erwam = (Toxicum) cribraria Blunch.; Ph. costipennis I?ei<f. = variegata
Qerm; Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CCVII.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 251
Nitidulidae. Synonymisches über europäische Nitiduliden in
Wien. Entern. Zeitg . 1888, S. 255— 258. — Reitter spricht von Seidlitz in
dessen 2. Aufl. der Fauna baltica abweichende Ansichten aus.
Pocadius ferrugineus F. var. adustus (Kaukasus); Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 175.
Rhizophagus bipustulatus (in feuchten Kelleni) in Weinkorken;
de Borre, Bull. Soc. Entom. Belg., XXXI. S. XXVHf.
Die Frage: Ist Rhiz. parallelocollis wirklich ein Leichenfreund?
verneint Kraatz und ebenso v. Hey den; die bei Leichen gefundenen Rhizophagus
haben sich vielmehr wahrscheinlicher aus Eiern entwickelt, die an Sargboblen
abgelegt waren; was wir sonst von ibrer Lebensweise wissen, spricht dafür, dass
dieser Käfer unter Rinde lebt; Deutsch. Entom. Zeitschr. . 1888, S. 191f.; vgl.
den vor. Ber., S. 3.
Phalacridae. Die Europäischen Arten dieser schwierigen Familie finden
in K. Flach einen sorgfältigen Bearbeiter in dem XVII. Heft der Bestimmungs-
Tabellen der europäischen Coleopteren ; Verh. naturf. Vereins in Brunn, XXVII. Bd.
(1888) S. 1 — 28 (Sonderabdr.) mit 1 Taf. In der Einleitung sind die Unterschiede
von den nahe verwandten Nitiduliden und von den Erotyliden, welche letztere
ebenfalls gewisse Analogieen bieten, hervorgehoben; ferner sind die Skulptur-
verhältnisse auf ein allgemeingültiges Schema zurückgeführt. Die beigefügte
Tafel enthält die sauber ausgeführten Zeichnungen theils des ganzen Körpers,
wenn auch meist nur den Umriss, theils der für die Gattungs- und Artunter-
scheidung wichtigen Brustplatten mit den Hüften, Beine, Mundtheile und Fühler.
Die neuen Arten sind nicht nur durch die Tabellen, sondern auch durch aus-
führliche Diagnosen und Beschreibungen charakterisiert. (Ich werde dieses Werk
zitieren: K. Flach, a. a. 0., I.)
Derselbe veröffentlicht kurze Diagnosen (14) neuer Phalacriden-
Ai-ten in Societ. Entomol., in, S. 187; (K. Flach, a. a. 0., IL)
Olibi-us «ieto/Zescens (Sibirien) S. 18, j^otoü (Kaukasus), Baudneri! Toumi.l.
(Südeuropa) S. 19, Eeitteri, (Kroatien), fallax? (Oesterreich), Demaisoni, Fig. 6
(Südspanien; Algier) S. 20, Baudii (Sizilien). Heydeni (Südrussland) Seidlüzi (ibid.)
S. 21, Gerhardti (Schlesien), Stierlini Fig. 8 (Südeuropa) S. 22, Bohrni (Turkestan),
cocaMcZZrt (Oesterreich ; Südfrankreich; Krim; Balkan; Spanien) S. 23; K.Flach,
a.a.O., lundn, S. 187.
Phalacrus hyhridus (Siebenbürgen), incommodiis (Krim); K. Flach, a. a. 0., I,
S. 18 und II, S. 187, frater (Araxesthal); derselbe, a. a. 0., I, S. 27.
Stilbus Eeitteri (Syrien), polygramma (ibid.) Fig. 9; K. Flach, a. a. 0., I,
S. 24, und II, S. 187.
Tolyphus Simonii (Syrien); K. Flach, a. a. 0., L S. 17, Fig. 1, u. II, S. 187.
Histeridae. G. Lewis handelt on new species of Formicarious Hi-
steridae, and notes on others (Arten von Hetaerius, Sternocoelis , Satrapes);
Ann. a. Mag. N. H. (6), II, S. 144—155.
Hetaerius Bonnairei (Bona) S. 236, politus (ibid.) S. 237, fusculus (Anda-
lusien) S. 238; J. Schmidt, Entom. Nachr. 1888.
Hister Königi (Sophiisk , Amur); J. Schmidt, Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXII, S. 189.
Nach J. Schmidt hat Marse ul unter H. Leseleuci Mars. 2 Arten kon-
252 Ph. Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
fundirt: Die Exemplare von Humpata sind H. Mechowi Schmidt, die von Liberia
H. tropicalis Mars., mit welcher letzteren Art der H. Mechowi die meiste Ver-
wandtschaft besitzt ; Notes Leyden Museum, X, S. 122.
Nach J. Schmidt ist Hololepta parvifossa Mars, eine Varietät des
Männchens mit schwach entwickeltem Geschlechtscharakter von H. sternincisa
Mars.; Notes Leyden Museum, X, S. 121 f.
Macrosternus yi^ZwaMdi, (?) assinius (Assinie); Marsen 1, Bull. Soc. Entom
France, 1888, S. IX.
Saprinus asper na tu s Mars. (?), zuerst aus Daurien beschrieben, im
Norden Frankreichs (Dunkerque) gefunden; Leprieur, Bull. Soc. Ent. France,
1888, S. CXXIV; CXXXI.
S. atrocyaneus (Turkmenien) ; J. Schmidt, Hör. Soc. Entom. Ross., XXIL
S. 190.
Satrapes Beitteri (Talyschgeb.); G. Lewis, a. a. 0., S. 153.
Stemocoelis cancer (Algier) S. 147, Walkeri (ibid.) S. 149, fulvus (ibid.),
extructisternum (ibid.) S. 150, mauritanicus (Marocco), pectwalis (Tlemcen) S. 152;
G Lewis, a. a. 0.
Trichopterygidae. Ptilium Sahlbergi (Finnland), Hopffgarteni (Kroatien)
S. 101, Lederi (Lenkoran), Oo-tzeni (Nauplia) S. 102; Flach, Wien. Entom.
Zeitg., 1888.
Trichopteryx rufilahris (Talysch; Lenkoran); Flach, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 103.
Silphidae. Attumbra nov. nom. (= Catopomorphus i?ei<^.); DesGozis,
Recherche de l'espece typique, MontluQon, 1888, S. 17; nach Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 421.
Agathidium circassicum S. 154 und var. laeticolor, filicorne n. sp. , Lederi
S. 155 (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Attumbra femoralis (Araxesthal, unter Ameisen); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1888, S. 421.
Bathyscia Murialdii (Italien), beschrieben von E. Balbi; s. Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 331, nach dem die Art = B. pumilio Beitt. ist.
Reitter unterscheidet in analytischer Tabelle die mit Catopomorphus are-
narius Hanipe und Weisei Beitt. verwandten n. A. angustus (Talyschgeb.) S. 422,
colchicus (?), funebris (Parnass) S. 423; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888.
Catops circassicus (C); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 152.
Choleva (Nargus) phaeacus (Korfu); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 133, (Ch.) obscuripes (Abago) S. 151, (Nargus) ovata S. 152 (Cirkassien);
derselbe ebenda.
Eucinetus strigosus (JxkVit^'k); Reitter, Deutsch.Entom.Zeitschr.1888, S. 423.
Peltis (Phosphuga) atra L.ysiv. rostrata (Cirkassien); Reitter, Wien. Ent.
Zeitschr., 1888, S. 153.
Silphites cetoniformis Taf. XXXI, Fig. 16, angusticollis Fig. 6 (lithogr.
Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34.
Silpha bituberosa (Peking); L. Fairmaire, Revue d'entomol., 1888, S. 114.
Platypsyllidae. G. H. Hörn beschreibt die (noch nicht völlig ausge-
wachsene?) Larve von Platypsylla Castoris Bits. Während bei der Imago
Mandibeli* nicht aufgefunden wurden, besitzt die Larve solche; in ihren Be-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 253
wegungen auf einer glatten Fläche erinnert sie an die Larven von Staphyliniden.
Die kleinen Eier werden auf die Haut, zwischen die Haare, abgelegt. Die
systematische Stellung beurtheilt Hörn ebenso wie Leconte. Trans. Americ.
Entom. Soc, XV, S. 23-26, PI. VI, Fig. 17-22. - S. auch Riley, (National
Academy of Science und) Nature, No. 995 S. 94 und Scientific American, 2. June
1888; die Larve ist am nächsten mit der von Leptinillus verwandt, dessen
Käfernatur Niemand bezweifelt.
Scydmaenidae. Cephennium austriacum (Niederösterreich); Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 420.
Neuraphes m^enaZ(S, saucius S. 319, Vulcanus, /So^i/?-«« S. 320 (Cirkassien) ;
Eeitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Scyrtoscydmus successor (Elisabethpol, Kauk.); Reitter, Deutsch. Entom,
Zeitschr., 1888, ;421, circassicus (C); derselbe, Wien. Entom. Zeitg., 1888,
S. 321.
Paussidae. Lebioderus Candezei (Sint^-ng, Borneo); C. A. Dohrn, Stett,
Ent. Zeitg., 1888, S. 243.
Paussus adinventus (Bagamoio); C. A. Dohrn, Stett. Entom, Zeitg., 1888,
S. 393.
Pselaphidae. C. Schaufuss stellt einen Catalogus synonymicus
Pselaphidarum adhuc descriptarum zusammen; Tijdschr. v. Entomol.
XXXI, S. 1—102. Nach demselben beträgt die Zahl der beschriebenen Arten 1651,
Reitter beschreibt Neue ... um Blumenau ... gesammelte Psela-
phideu; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 225—259.
E.Brendel stellt eine Bestimmungstafel der Gattungen derPse-
laphiden der Vereinigten Staaten von Nord-America auf; ebenda
S. 260—264 und Trans. Acad. Sei. St. Louis, V, S. 298—302.
F. Guillebeau gibt Notes pour servir ä l'etude des Pselaphiens,
die zumeist in der Beschreibung neuer Arten bestehen; Revue d'entomol, 1888,
S. 203-220.
E. Reitter macht Bemerkungen zu der Arbeit „lieber Pselaphiden
und Scydmaeniden des Königl. zool. Museums zu Berlin von Dr.
Schaufuss; Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 465-482; vgl. d. vor. Ber. S.216.
Conoplectus n. g. Trogasterin. für (Euplectus) canaliculatus ; E. Brendel,
Trans. Acad. Soc. St. Louis, V, S. 301 und Deutsch. Ent. Zeitschr., 1888, S. 263.
Cylindrembolus Schauf. = Xybaris Beitt.; Reitter, a. a. 0., S. 259.
Phamisulus (n. g, Hamoto, Phamiso et Neophamiso affine) Hetschkoi
(Blumenau); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 235.
Verticinotus n, g. Pselaphin. (Scheitel mit 2 Gruben, in beiden Ge-
schlechtern verschieden; das ^ ist als Decarthron cornutum, das $ als Brjfaxis
inornata beschrieben); E. Brendel, Trans. Acad. Sei. St. Louis, V, S. 300 und
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 261.
Aplodea praeses Schauf. = valdiviensis Blanch.; Reitter, a. a. 0., S. 259,
Aplodea Jiirta (Blumenau), piUfera (Sao Paolo); Reitter, a. a. 0., S, 243,
Reitter stellt a. a. 0. S. 244 — 248 eine Uebersicht der Batrisus-
Arten aus Brasilien auf und beschreibt B. (Syrbatus) divergens (Blumenau)
S. 248, nasutus, antennator, bytJiinocerus S. 249, Hetschkoi S. 250, scitus, quadri-
oculatus S. 251, Martha, soUvagus S. 252, curvispina, atricapiUus S. 253 (Blumenau),
254 Pb- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
soror (Sao. Paolo), (Arthmius) primarius (Blumenau) S. 254, melanocephalus,
platycerus S. 255, sublaminatus, Edithae, bituberculatus S.2Ö6, hiatusus!, minax
S. 257, patruelis, rostellatus, humilior (alle von Blumenau), adulator (Sao Paolo),
lubrieus S. 258, dichrous, manifestus S. 259.
Biblopectus affinis (Südfrankreich), Beitteri (verbreitet; unter minutissimus
Aube vermischt) S. 212, obtusus (Dalmatien) S. 213; F. Guillebeau, a.a.O.
Bibloporus (bicolor Benny S. 205), pyrenaeus (Hautes-Pyr.) S. 206, Mayeti
(La Massane, Ost-Pyren.), Abeillei (Korsika) S. 207, Chamboveti (St. Etienne)
S. 208, Eeyi (St.-Genis-Laval) S. 209; F. Guillebeau, a. a. 0.
Bythinus tscherkessicus S. 284 und var. inermis, Lederi n. sp. S. 285 und
var. fluctuosus, argiolus n. sp. S. 286 (Cirkassien) ; Eeitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1888, Xambeui (Montelimart) S. 20cJ, Abeillei (Le Plautey) S. 204 ; F. G u i 1 1 e b e a u ,
a. a. 0.
Decarthron bipunctatum Beut. = Bryaxis laevicollis Aube; Reitter, a. a.
0., S. 259.
Euphalepsus fusco-capillus S. 236 , HetscJikoi , bilineatus, longicornis S. 237,
puncticollis, laevicollis S. 238, Lothari, punctatissimus, laevissimus S. 239, longiceps
S. 240, sämmtlich von Blumenau; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
mit einer Uebersicht sämmtlicher bekannten Arten auf S. 240f.
Euplectus strix Beitt. = Octomicrus; Reitter, a. a. 0., S. 259.
E. puncticeps (Cirkassien); derselbe, Wien. Entora. Zeitg., 1888, S. 318,
Beyi Saulcy i. 1. (Lyon) S. 214, sulciventris (Amelie-les-Bains), corsicus Saulcy
i. 1. (K.) S. 215, Abeillei Saulcy i. 1. (Voiron) S. 216, Fairmairei (Lyon), Tholini
(Sos) S. 218, Fauveli (Plantaj'), laticeps Rey i. 1. (Lyon); F. Gruillebeau, a. a. 0.
Fustiger Hetschkoi (Blumenau); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 225.
Hamotus inflatipalpis S. 225, angusticollis S. 226, appendiculatiis, brevicm-nis,
vulpinus S. 227, fuscopilosus , gracilipes S. 228, impunctatus, centralis S. 229,
parviceps S. 230, gracilicornis Beitt. ^, alle von Blumenau, Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1888, mit einer Uebersicht sämmtlicher bekannten Arten, auf
S. 280—233.
Phalepsus marelloides (Blumenau); Reitter, a. a. 0., S. 242.
Pygoxyon bythiniforme (Fischt); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S.317.
Staphylinidae. A. Fauvel fährt in seinen Notes sur l'ouvrage de
M. F. Lynch Arribalzaga fort. Revue d'entora., 1888, S. 24 f.
E. Eppelsheim beschreibt (14) neue Staphylinen Central- Asiens;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S. 49—67.
D.Sharp behandelt The Staphylinidae of Japan; Ann. a. Mag. N. H.,
(6), II, S. 277—295, 369—387, 451—464. Während 1874 190, und in Schönfeldt's
neuem Verzeichniss 218 Arten aufgeführt sind, vpird die Zahl der japanischen
Arten durch Hinzufügung von 249 hier auf 467 gebracht.
Aspidobactrus (n. g. Homoeusae affine) claviger (Nikko); D.Sharp, a.
a. 0. S., 284.
Bembicidiodes (n. g.) inaequicollis (Baltischer Bernstein); L. W. Schau-
fuss, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 267.
Bryocharis Lynch Arr ib. = Megacronus; die beschriebene Art, pulchella,
findet sich auch in Para; A. Fauvel, Revue d'entomol., 1888, S. 24.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 255
Ectolabrtis (n. g. Myrmedoniin. inter Homoensam et Dinardam) laticolUs
(Miyanoshita; Nikko); D. Sharp, a. a. 0., S. 370.
Porocallus (n. g. Callicero afüne) m.s%ju"s ( Ynyama) ; D. Sharp, a. a. 0.,
S. 287.
Frotinodes (n. g. Oligotin., Tarsi omnes breves, 4-art., posteriores art.
basali brevissimo; antennae 11 -art.; coxae interm. fere contiguae) piincticolUs
(Tokio); D. Sharp, a. a. 0., S. 378.
Saphocallus (n. g. Myrmedoniin.) parviceps (Nagasaki); D. Sharp, a. a.
0., S. 288.
Xleoclmi-s, bi-evicornis (Taschkent); Eppelsheim, Deutsch. Entern. Zeitschr.
1888, S. 50, niponensis (Kiga; Nagasaki; Nikko); D. Sharp, a. a. 0. S. 281.
Araeocerns fasciculatus lebend mit Kaffeebohnen von Liberia nach
Schweden gebracht; 0. Sand ah 1, Entom. Tidskr., 1888, S. 124, 126.
Astilbus Akinini (Taschkent); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 51.
Atemeies sinuata (Ohiuzenji); D. Sharp, a. a. 0., S. 288.
E. Wasmann bringt weitere Beiträge zur Lebensweise der
Gattungen Atemeies und Lomechusa; Tijdschr. v. Entomologie, 31. Deel,
S. 245-328.
Autalia rufiila (Nagasaki); D. Sharp, a. a. ©., S. 371.
Bledius Akinini (Kasalinsk); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 65.
Bolitobhis principalis (Nikko; Miyanoshita), daimio (Nikko) S. 456, semirufus
(Nikko; Ohiuzenji) S. 457, cinctiventris (Oyama; Miyanoshita), breviceps (Nikko)
S. 458, Simplex (Nagasaki, Bukenji), felix (Nikko; Yuyama; Kashiwagi; auch Ost-
sibirien) S. 459; D.Sharp, a. a. 0.
Bolitochara varipes (Kashiwagi); D. Sharp, a. a. 0., S. 371,
Calodera Dcsdemona (Yokohama); D. Sharp, a. a. 0., S. 286.
Conosoma fimbriatum (Yokohama; Nikko), tibiale (Nikko, Oyayama) S. 454,
varicorne (Japan), armatum (Kashiwagi; Nikko; Oyayama) S. 455, D.Sharp,
a. a. 0.
Epipeda graeca (Morea); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 406, granigera (Nagasaki) S. 375, fraterna (Miyanoshita) S. 376 ; D. S h a r p , a. a. 0.
Falagria myrmecophila (Kashiwagi; Nara; Sheba; Bukenji; Sapporo; bei
Ameisen in Bäumen); D. Sharp, a. a. 0., S. 294.
Gyrophaena sapporensis (S.); D. Sharp, a. a. 0., S. 376.
Homalium Balossogloi (Issyk-Kul) ; E p p e 1 s h e i m , Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 66.
Homalota (Anopleta) congenita (Issyk-Kul) S. 53, (Meotica) dissoluta (Turk-
menien) S. 54, praecox (ibid.) S. 56; Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, (Aloconota) subaenescens (Beyrut; Korfu) S. 404, (Geostiba) Oertzeni {Attikei;
Parnass) S. 405; derselbe ebenda, niponensis (iüng-Asaki) S. 2d2, lutidenta {ihiä.;
Yokohama), oligotinula (Suyayama; Kumamoto) S. 293, gyrophaemüa S. 294;
D. Sharp, a. a. 0.
Homoeusa laevigata (Saba), longicornis (Sapporo); D. Sharp, a. a. 0.,
S. 283.
Hypopycna subrugata (Hyeres); Gl. Rey, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. CXIX.
256 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lathrobiuni (Lobathrium) Ludyi (Grörz); Eppelsheim, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 175, (Glyptomerus) bosnicus (Travnik); Reitter, ebenda
S. 420.
Czwalina benutzte die Forcipes der Staphy liniden-Gattung La-
throbium s. str. Eey zur Artunterscheidung, wozu sich dieselben in hohem Grade
eignen, und liefert eine Beschreibung und Abbildung derselben ; Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 337 — 355, Taf. III, IV. Als neue Arten werden aufgestellt
L. hamatum (Kaukasus) S. 343 Taf. III Fig. 4, furcatum Fauvel i. 1. (Ungarn;
Türkei; Kaukasus) S. 356 Fig. 11, (Eppelsheimii Eeitt. i. 1. Fig. 13), Tetarto-
poeus subg. nov.) decipiens (Smyrna) S. 353 Taf. IV Fig. 27. — L. (Glyptomerus)
cavicola Müll, und apenninum Saudi sind nach ihrer Penisbildung verschiedene
Arten.
Leptusa abdominalis Motsch. = piceata Muls.; Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1888, S. 333.
L. Oertzeni (Süd-Euböa) S. 401 , aspei-ata Fauv. i. 1. (Cumani auf Morea)
S. 402; Eppelsheim, ebenda, impressicollis (Yokohama; Nagasaki); D. Sharp,
a. a. 0., S. 371.
Megacronus formosus G^-av. var. dimidiatus (Cirkassien) ; Reitter, Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 147, pi-olongatus {^iax^\ Chiuzenji) S. 460, optatus (Kiga),
ijracüis (Otsu; Kobe; Fukush^ma) S. 462; D. Sharp, a. a. 0.
Microglossa (Crataraea) Solskyi (Taschkent); Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1888, S. 49.
Mycetoporus dubius, (Ischnosoma) convexus (Hitoyoshi; Hosokute), discoidalis
(Yokohama; Kiga; Miyanoshita) S. 463, diipUcatus (Chiuzenji) S. 464; D. Sharp,
a. a. 0.
Myllaena Lynchi (= parvicollis Lynch nee Kraatz); A. Fauvel, Revue
d'entomol., 1888, S. 24, Japonica (Nagasaki; Miyanoshita); D. Sharp, a. a. 0.,
S. 377.
Mynnecopora (Ilyusa) turanica (Turkmenien); Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1888, S. 52.
Myrmedonia optata (Kashiwagi; Chiuzenji), (Zyras) fugax (Kioto) S. 289,
particornis (ibid.), cognata var. japonica (Bukenji, in Nestern der Form, jap.)
S.290, indiscreta (Seba; Hakodate), spreta (Sapporo; Hakodate) S. 291; D. Sharp,
a. a. O.
Nazeris pallidipes (Fischt); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 149.
Ocalea ruficolUs (Attika); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 403.
Ocypus testaceipes (Yunuan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 97, (Goerius) angustulus (Taschkent); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 61.
Oedichirus Quedenfeldtii (Marocco?); Schaufuss, Entom. Nachr., 1888,
S. 313.
Oxypoda (Derocala) Ulixis (Zante); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 407, luridipennis (Yokohama; Oyama), subrufa (Nagasaki), hilaris (Nikko;
Yokohama); D. Sharp, a. a 0., S. 285.
Zu Philonthus ebeniuus Grav., concinnus Sharp und dimidiatus Sahlb.,
die wohl in vielen Sammlungen unter ebeninus vereinigt, aber drei verschiedene
Arten sind, s. Gerhardt, Zeitschr. f. Entomol., Breslau (N. F.) 13, S. 7— 9.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 257
Phloeodroraa (?) tricolor (Issyk-Kul); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 56.
Quedius (Ediqnus) mutilatus (Issyk-Kul) S. 58, (Sauridus) cohaesus (Turk-
menien) S. 60; Eppelsheim, Deutsch. Eutom. Zeitschr., 1888.
Scimbalium minimum (Macedonien); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1888, S. 408.
Scopaeus micropJdhalmus (Korfu; Kreta; G-riechenland; Syrien); Eppels-
heim, Deutsch. Eutom. Zeitschr., 1888, S. 409.
Silusa areolata S. 144, unipUcata mit var. proxima und var. planiuseiila
(Cirkassien) S. 145: Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, rugosa (Nagasaki)
S. 372, rorida (Oyama), punctipetinis (Nikko) S. 373, conferta (Miyanoshita) , crassi-
cornis (Yokohama) S. 374, lanwjinosa (Nagasaki) S. 375; D. Sharp, a. a. 0.
Staphylinus cervm/pewu's (Central - Afrika) ; Gr. Quedenfeldt, Berlin. Ent.
Zeitschr., 1888, S. 159.
Stenus lonyipennis (Turkmenien) ; Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 64.
Sunius Fauveli (Taschkent) ; E p p e 1 s h e i m , Deutsch. Ent. Zeitschr., 1888, S. 63.
Tuchhms japonicus (Awomori; Chiuzenji; Nikko) S. 379, trifidus (Kiga;
Nikko; Miyanoshita), hidens (Nikko; Sapporo) S. 380, luridus (Hakone; Kiga)
S. 381, nigrinus (Kiga; Miyanoshita) S. 382, sibiricus (Baikal-S., Chiuzenji) S. 383,
nigriceps (Japan), impundatus (Juusai-See; Sapporo) S. 384, diminutus (Kiga;
Sandai), punctiventris (Oyayama, Nikko) S. 385; D. Sharp, a. a. 0.
Tachyporus terminalis (Shimonosuwa lake) S. 45 1 , swai7s( Yuyamah ; Eukushima ;
Chiuzenji), oculatus (Miyanoshita; Hakone) S. 452, orthogrammus (Kiga) S. 453;
D. Sharp, a. a. O.
Tachyusida velox (Kashiwagi) ; D. Sharp, a. a. 0., S. 372.
Thamiaraea diffmis (Japan) D. Sharp, a. a. 0., S. 292.
Thectura armata (Japan); D. Sharp, a. a. 0., S. 294.
Thiasophila oxypodina (Hakone; Suyama, Miyanoshita; in Gesellschaft von
Ameisen); D. Sharp, a. a. 0., S. 284.
Hydrophilidae. Fkhraeari.g. für (Helophoius) sculpturatus Bo^^e)«.;
die Gattung Helophorus ist damit auf die palä- und nearktische Region be-
schränkt; Bergroth, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 221.
Helobata nov. nom. für Helopeltis Hörn (wegen Helopeltis Sign, bei
Rhynchoten); Bergroth, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888, S 221.
Kuwert stellt eine Uebersicht der (18) Berosus-Arten Europas,
der Mittelmeer-Fauna und der angrenzenden Länder auf; Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 129—139. Die Arten werden in die Untergattungen Äcanthoberosus
{= Enoplurus Hope „in partibus") und Berosus i. sp. vertheilt. Als neu sind be-
schrieben (Acanthoberosus) aegyptiacus (A.)S.'i 39, numidicus(Aegy])ten; Abessinien)
S. 140, asiaticus (Bagdad) S. 141, Lenkoranus (Kleinasien; Persien), Samarkanti!
(Turkestan) S. 142, fronti-fopeatus (Sarepta), Schustert (Ungarn), S. 143, aethiops
(Aegypten) S. 144.
Cercyon «(/«o^Mj» .' (Sizilien); Kuwert, II Naturalista Siciliano, VIII, S. 38.
Embololimnebius Baudii, angusticonus S. 234, laticonus S. 235 (Sizilien) ;
A. Kuwert, II Natural. Siciliano, VII.
Helochares mentinotus (Aegypten); Kuwert, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 292.
ArcU. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. R
258 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Kuwert giebt eine Generalübersicht der 45 Hydraenen der
europäischen Fauna, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 113 — 120, und be-
schreibt B.Kiesenwetteri (Montebaldo; Valombrosa) S. 120, croatica (Cr.), (Sph[a]en-
hydraena) caucasica (K.) S. 121, (H.) africana (Nordafr.) S. 122, (Grammhy-
draena) Stussimri (Bilbao) S. 123. Die Arten werden in die Untergattungen
Taenhydraena, Phothydraena, Hoplydraena, Holcohydraena, Hy-
draena i. sp., Sph[a\enhydraena und Grammhydraena vertheilt.
H. dentipalpis (Fischt); Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 143.
Schilsky's fünfter Beitrag zur deutschen Käferfauna bezieht sich auf
die Hydrobiini; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 36Hf.
Laccobius elongatus ToMm. = leucaspis Kiesenw.; Kr a atz. Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1888, S. 176.
Paracynn;s Schneiden (Kaukasus); Kuwert, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 273.
Paracymorphus ! glohuloides! (Sizilien); Kuwert, II Natural. Siciliano
vin, s. 39.
Kuwert giebt eine General-Uebersicht der (37) Philydrus-
Arten Europas und der Mittelmeerfauna, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1888, S. 273 — 281, und schliesst daran die Beschreibung der neuen an: Ph.
hispanicus {^]^) S. 281, easpms (Kleinasien ; Ungarn ?J S. 282, -yw^^Mr (Salzsteppen
Südrusslands) S. 283, segmenti-notatus (Konstantinopel ; Griechenland), maculiapex
(Aegypten) S. 284, apicinotus (Bagdad) S. 285, Sahlhenji (Weisses Meer), atri-
cornis (Spanien) S. 286, unguidehilis (Sarepta) S. 287 , stet'nospina (Deutschland ;
Oesterreich) S. 288, Lederi (Lenkoran; Spanien?), ater (Aegypten) S. 289, niti-
dulus (Syrien) S. 290, (Agraphilydrus) latus (Alexandria), nitiduloides (ibid.) S. 291.
Ph. (Agraph.) Bagusae (Sizilien); derselbe, II Naturalista Siciliano,
Vm, S. 38.
Gjrrinidae. Dineutes Kelamsis (Bondo-Gebiet); G. Quedenfeldt, Berlin,
Entom. Zeitschr., 1888, S. 159, Kaiseri (Sinai); Stierlin, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., Vni, S. 48.
Dytieidae. Agabus subtilis Erichs, in Belgien (Groenendal, Tervueren);
P. de Borre, Bull. Soc. Ent. Belg., 1888, S. XXXVI.
Landois untersuchte die Geschlechtsorgane von Weibchen des Dyticus
marginalis mit glatten Flügeldecken, konnte aber keinen Unterschied gegen-
über denen mit gefurchten Flügeldecken auffinden ; Jahresber. zool. Sekt. d. westf,
Prov.-Ver. 1887—88, S. 36.
Unter den Flügeln eines Männchens dieser Art fand er die rothen Larven
von Hydraclma cruenta (9 Stück) 9 mm. (!) lang; ebenda S. 36.
F. Rühl will die Annahme, dass die Weibchen mit glatten Flügeldecken
eine Zwitterform repräsentieren, nicht gelten lassen, konstatiert die grosse
Variabilität in der Flügeldeckenskulptur und kommt auf den Gedanken, dass
dieselbe durch Vermischung von zwei vordem geographisch getrennten Arten
hervorgerufen sei; Societ. Entom. 11, S. 170f.
Valery Mayet beschreibt die (muthmassliche) Larve von Eunectes
sticticus L.; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CCm f.
Hydroporus fidviventris (Sardinien); Costa a. a. 0., I, No 2, S. 85, numidicus
(Bone; Krumirie; = dorso-plagiatus Seidl nee Fairm.; die Fairmaire'sche Art
ist von bimaculatus Duf. nicht zu trennen); Bedel, Ann. Soc. Entom. France,
1888, S. 286.
im Gebiete der Entomologie wäbreiid des Jahres 1888. 259
Den Pseudohydrophilus longispinosus Dekhm. (dies, vorjähr. Ber. S. 221) erklärt
Oppenheim für einen Prodytiscus; Palaeontogr. 34, S. 237f; derselbe be-
schreibt ebenda S. 238, Taf. XXXI, Fig, 19, 20 einen Pr. Eichstaettensis.
Carabidae. A. Fauvel liefert die Description de Carabiques nou-
veaux de France; Revue d'entomolog., 1888, S. 220— 223.
P. Mingazzini beginnt im Bull. Soc. Entom. Ital., 1888, S. 113—128 einen
Catalogo dei Coleotteri della provincia di Roma, appartenente alla
famiglia dei Carabici.
A. Seraenow gibt einApergu des genres palearctiques de la tribu
des Anchomenides, in welchem auch mehrere in den Hör. Soc. Entom. Ross.
zu beschreibende neue Gattungen Aufnahme gefunden hal)en; Bull. Soc. Imp.
Natur. Moscou, 1888, No. 4, S. 686-693.
Acalathus n. g. Anchomenin., für A. semirufescens n. sp.; A. Semenow,
a. a. 0., S. 691.
Agonopsis subg. nov. Anchomen., für A. humerosus n. sp.; A. Semenow,
a. a. 0., S. 692.
Calliscaptei-us n. g. Carenid. für (Careuum) coruscus, smaragdulus etc. ;
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 121.
Untergattungen von Carabus sind: Ärchicarabus (für hortensis und
nemoralis), Autocarabus (für auratus), Ehabdotocarabus (für melancholicus) ;
Seidlitz, Fauna baltica und Transsylvanica.
Carenoscaplms (n.g. Scarit. für (Carenum) scaritioides, atronitens, u. s. w.
und) lucidus (Dawson River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II,
S. 120 und 131.
Chlaeniomimus u. g. Anchomenin., für (Chi.) gracilicollis Jakowl.; A. S e-
menow, a. a, 0., S. 687.
Laccopterum n.g. Carenid. für (Caren.) Speucei; Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 121 (Laccoptera bereits bei Käfern vergeben).
Harpalodema (n. g.) lutescens (Astrachan), Fausti (ibid.); Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 419.
Morphodactyla n. g. Anchomenin., für M. Potanini n. sp.; A. Semenow,
a. a. 0., S. 690.
Paradolichus n. g. Anchomenin., für P. Frzewalskü n. sp.; A. Semenow,
a. a. 0., S. 691.
Philoscaphus n. g. Carenid. für (Carenum) tuberculatus, Mastersi, costalis,
carinatus, lateralis; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 123.
Platijthorax n. g. (von Hesse bei Krebsen bereits vergeben) für (Carenum)
rectangulare, transversicolle ; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II,
S. 121.
Protoscalidion (n. g.) JR«<Y/me (Baltischer Bernstein); L. W. Schaufuss,
Berl. Entom. Zeitschr., 1888, S. 266.
Pseudobroscus (n. g.; tarsi antici in utroque sexu simplices, articul.
dilatatis nullis, cetera ut in Brosco) leucocnemis (Samarkand, an den Ufern des
Saraffschan) ; A.v. Semenow, Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 248.
PseiidoJiaptoderus (n. subg. von Haptoderus; letztes Tarsenglied auf
der Unterseite nicht mit Haaren besetzt) Ssemenovi (Plateau von Amdo);
Tschitscherin, Hör. Soc. Ent. Ross., XXII, S. 366.
Pseudolimnaeum n.g., von Limnaeum durch kleineren Kopf, längeres
R*
260 ^^- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Halsschild, noch mehr parallele Fld. unterschieden; während die Lininaeum-
Arten Küstenhewohner sind, wurde die Art dieser Gattung, Ps. Eichhoffi, in
Saarlouis im Keller gefunden; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 365.
Neue Untergattungen von Pterostichus sind: Parapeäius (für coarcta-
tus L., baeticus Eamb.), Pseudoderus (für leptoderus, Kraatzii, cai^bonicolor
Solsk.), Pseudopedius (für crenatus Dej., crenuliger Chaud.), Lyropedius
(für lyroderus Chaud.); Seidlitz, Faima.
Steganomma (n. g. Scaritin.) porcatum (Russell River); Macleay, Proc.
Linn. See. X. S. Wales (2. S.) II, S. 133.
Stenolepta (n. g. Anchomenin.) cylindrica; A. Semenow, a.a.O., S. 688.
Acorius Grhilianii Baudi var. salinurius (Ufern des Rio Salado und Teichs
von Moutalvo, Ulces); Pantel, An. Soc. Esp. Hist. Nat, XVII, S. 235.
J. Keys unterscheidet Aepus mariuus und Robinii in folgender Weise:
Spitze der Flügeldecken abgestutzt (marinus); Spitzen der Fld. einzeln lappeu-
förmig vorgezogen, klaffend (Robinii); Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 276.
Agonuni semicupreum (Yuunan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 97, Birthleri (Kleinasiat. Olymp); v. Hopffgarten, Entom. Nachr.,
1888, S. 177.
Amara (Celia) soUieita (Ulces); Pantel, An. Soc. Esp. Hist. Natur., XVII,
S. 236 mit Holzschn., (Cyrtonotus) aulica var. circassica (C); Reitter, Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 86, lantoscana u. sp. (St.-Martin-Lantosque) ; A. Fauvel,
Revue d'entomol., 1888, S. 222.
Ed. Everts stellt eine tabellarisch overzicht der in Nederland
waargenomen soorteu van het geslacht Amara Bonelli auf; Tijdschr.
V. Entomol., 31. Deel., S. 329—338.
Amathitis Yunnana (Yuunan); Fairmaire, Ann. Soc. Entomol. Belg.,
XXXI, S. 95.
Anchomenus unceus (Yunnau) ; F a i r m a i r e , Ann. Soc. Ent. Belg. XXXI, S. 96.
Anilins explanatus (Alabaster cave, Kalif.); Gr. H. Hörn, Trans. Americ.
Entom. Soc, XV, S. 26 mit Tabelle der (4) nordamerikanischeu Arten.
Anophthalmus Croissandaui (Grotte d'Estellas, Ariege); Argod, Bull. Soc.
Entom. France, 1887, S. CLXIX, HercuUs (Höhle des Domogled); Frivaldszky,
Termesz. Füzet., XI, S. 159, circassictis (höhere Waldregion); Reitter, Wien.
Entom. Zeitg., 1888, S. 85.
Anthia praeskjnisQil&mhoi».) S. 200, pulcherrima (Liijenda Fl.) S. 201; Bates,
Entom. Monthl. Mag.< XXIV.
Bembidium (Synechostictus) Lederi (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 82, (Braceton) Güntheri (Petrosawodsk); Seidlitz, Fauna, S. 74,
(Eudromus) rufotibiellum (Peking); L. Fairmaire , Revue d entomol, 1888, S. 112.
Sur le Bembidium biguttatum Fab. et les formes voisines (aeneum,
inoptatum, iricolor) s. P. de Borre, Bull. Soc. Ent. Belg., 1888, S. LXXXIII
bis LXXXVIII.
Nach der Penisbeschaffenheit kann Calathus niicropterus nicht mit melano-
cephalus vereinigt werden, wie Ragusa that; Schilsky, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1888, S. 125.
Calathus Delavayi (Yuunan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI,
S. 96, punctibasis (Peking); derselbe. Bull. Soc. Entom. France, 1888, S. CO.
Valery Mayet be.schreibt die Larve von Calosoma Maderae F. und
Olivieri I)ej.; Bull. Soc. Entom. France, 1887, S. CCLXXI- CLXXIV.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 261
C. Thibetanum (Moupin); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Belg., XXXI, S. 92.
A. Semenow theilt Notes synomiques et systematiques sur di-
verses especes du genre Carabus L. mit; Hör. Soc. Entom. Ross., XXII,
S. 207— 212. (C. Mac-Leayi var. splendidulns Sem.; C. striatulus Geh.; C. viciuus
Sem. von variabilis Ball, unabhängige Art; C. Dokhturowi Gamjlh. gehört mit
Staudingeri Gangib. in die Untergattung Paraplesius 3Ior.; C. miles Sem. ist
wahrscheinlich das Weibchen von C, (Axinocar.) melauochrus Mor.).
Carabus auratus var. Brullei Geh. nach Beckers bei Rheydt, und vielleicht
an Kalkboden gebunden; Entom. Nachr., 1888, S. 17; nach Kraatz handelt es
sich hier um eine Zwischenform zwischen Brullei und auratus, die auch ander-
wärts vorkommt und eine leichte Verkrüppelung andeutet, die bei Brullei stärker
zum Ausdruck gelangt ist; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888, S. 23.
C. breviusculus Kraatz (s. den vor. Ber. S. 224) gehört als Var. zu glabratus ;
derselbe ebenda S. 48.
C. monilis v. Kronii var. ■yancoZor (Traversthal, Ct. Neuchatel); E. Joe r in-
Gerber, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 69; cumanus Fisch, var.
laetulus, var. aubmicans (Cirkassien) ; Reitter, Wien. Ent. Zeitg. , 1888, S. 25,
C. Mac-Leayi var. splendidulns S. 207; Guerini var. callisthenoides (Turkestan)
S. 208, striatulus (?c/?. var. obscurior (Ili), var. ^-Of/rcÄÄ-w* (Issyk-kul) S. 210; der
Name des C. vicinus Sem. wird wegen Procrustes vicinus Waltl durch confinis
ersetzt, S. 211; A. Semenow, a. a. 0.
Carabus viridifossulatus (Moupin); Fairmaire, Ami. Soc. Entom. Belg.,
XXXI, S. 91, Königi Gangib. i. 1. (Cirkassien); Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1888, S. 25, Provostii (Peking); Fairmaire, Re\TJe d'entoniol., 1888, S. 111,
Kiukiangensis (China); H. W^Bates, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 381.
Carenidium Darlingense (Darling River) S. 124, Chaudoirii (Endeavour River)
S. 125, septenfrionale (Peak Downs) S. 126, tropicale (Endeavour River) S. 127;
Macleay, Proc. Liim. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
Carenum pitrpureo-marginatum (Cornabarabran); Macleay, a. a. 0.. S. 132.
A. V. Kraatz-Koschlau wendet sich in einem „die Umtaufungen und
Ausgrabungen alter Namen und Beschreibungen der Ceroglossus-Gruppe" gegen
die von A. MoraAvitz und G. Kraatz vorgenommenen, von der Gerstäcker'schen
Monographie abweichenden Umdeutungen der älteren Arten, Stett. Ent. Zeitg.,
1888, S. 85 — 127, und beschreibt Chiloensis var. suturelevatus (Chiloe) S. 311,
gloriosus var. incaius S. 312.
A. Semenow gibt eine Notice sur les Chleniens de la region
Transcaspienne und beschreibt Chi. Königi S. 219 und bildet den forceps von
Chi. inderiensis Motsch. und spoliatus Eossi ab, S. 216; Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXn, S. 213-223.
Chlaenius Lederi (Araxesthal); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 417.
Colpodes mucronatus (Mossman River); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) H, S. 218, superlita (Kiukiang); H. W. Bates, Proc. Zool. Soc.
London, 1888, S. 383.
Conopterum violaceum (Mudgee district) S. 127, littorale (Richmond River),
bicornutum (Endeavour River) S. 128, Barnardi (Dawson River), incornutum
(Richmond River) S. 129; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) IL
Coptolabrus Branickii (Korea bei Seül); L. Taczanowski, Hör. Soc.
Entom. Ross., XXIL S. 187 Tab. XI Fig. 8, Leechi (Gensan, Korea); H. W. Bäte s.
262 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlicheu Leistungen
Proc. Zool. Sog. London, 1888, S. 369, augustiis und var. ignimetalla (Kiu-Kiang);
derselbe, ebenda S. 381.
Cychrusconvexus Mor. am Amur; Bergroth, Deutsch. Entom.Zeitschr.
1888, S. 222.
C. Hampei v. Heyd. (intermedius Hamp.) nicht = meridionalis. Chaud.,
wie V. Seidlitz wollte; v. Hey den, Wien. Entom. Zeitg. 1888, S. 216.
Cychrus yunnanus (Y.); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 90,
Starcki Gangib. i. 1. (Cirkassien) ; Eeitter, Wien. Entom. Zeitg. 1888, S. 19.
C. aeneus Fisch, var. Ballionis (Novorossisk und Utsch-Dere ; Bindeglied Zwischen
Starcki und aeneus, weshalb ersterer auch nur als Va}-. zu aeneus angesehen
wird); 0. Ketowski, ebenda S. 244.
Die centraleuropäischeu Arten der Gattung Oymindis Latr. in
tabellarische Uebersicht gebracht und beschrieben von L. Ganglbauer (als
Probe aus dessen Käferfauna von Central - Europa) ; Societ. Entom., II, S. 161—163.
Cymindis Ganglbaueri (Oscht, Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg.
1888, S. 90.
Demetrias rufescens (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.)
II, S. 217.
Drimostoma explanatum (Kameroon), euglyptiim (Alt-Kalabar); Bates,
Entom. Monthl. Mag., XXIV, S. 200.
Dyschirius Lederi (Cirkassien, Waldregion); Reitter, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 85.
Elaphrus Davidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Belg. XXXI, S. 89.
Eutoraa punctulatum (Dawson River), magnificum (Peak Downs) S. 130,
brevipenne (Moreton Bay) S. 131; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
Gigadema atrum (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.)
II, S. 217.
G. H. Hörn beschreibt und bildet ab die Larven von Glyptus sculptilis
Brülle; dieselben entstammten einem Termitennest, und waren anfänglich für
kleinere Königinnen desselben gehalten worden; Trans. Americ. Entom. Soc, XV,
S. 19—21, PI. III, Fig. 1—7.
Graphipterus postfasciatm (Namaqua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. de
France, 1888, S. 176, angolensis (A.), velox (ibid.); L. Peringuey, Ann. a. Mag.
N. H. (6), II, S. 221.
Harpalus Smyrnensis (S.); v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1888,
S. 69, (Erpeinus) ibericus (Rio Salado, Montalvo, bei Ulces, auf feuchtem Salz-
boden) S. 219 mit Holzschu., Aesculanus (Rio Salado) S. 223, Perezii Vuill. var.
salinato)- (Rio Salado; Aranjuez; auf Salzboden) S. 224; Pantel, An. Soc.
Esp. Hist. natur., XVII.
Helluosoma viridipenne S. 216, latipenne S. 217 (Cairns); Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II.
Homalosoma opacipenne (Mulgrave River) S. 219, obscuripenne (Mossman
River) S.220; Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.), IL
Laccopteruni (s. oben) lacunosmn (Coonabarabran) ; Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) II, S. 132.
Lebia coelestis S. 381, chrysomia, caligata, xanthophana S. 382 (Kiukiang);
H. W. Bates, Proc. Zool. Soc. London, 1888.
Licinus planicollis (Basses Alpes; Alpes-maritimes); A. Fauvel, Revue
d'entomol., 1888, S. 221.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1888. 263
Lipostratia cyaniventris (Damara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. de
France, 1888, S. 176.
Megadontus exaratus var. multicostis, var. septemlineatus S. 24, septem-
carinatus var. fischtensis S. 25 (Cirkassien); Re itt er, Wien. Entom. Zeitg., 1888.
Nebria livida bei Ostende und Scheveningen; nicht bei Bordeaux; Bull.
Soc. Entom. Belg., XXXI, S. XVII. XXIV, XXIX.
N. Lederi (Schneefelder des Fischt, Cirkassien); Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 81, pictiventris (BriauQon); A. Fauvel, Revue d'ent., 1888, S.220.
Neoplectes Reitteri var. Betowskii S. 20, compressus var. Schneiden, var.
latitans S. 21, Prometheus var. Zugmayeriae, var. Wolfianvs, obtusus var. Gangl-
baueri S. 22 (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg, 1888.
Olisthopus anomalus Peiris ist ein Bad ister; v. Hey den, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 215.
Omaseus acutidens (Peking); Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France,
1888, S. CC.
Omphreus morio var. Beckianus (Viscucca-Geb., Bosnien); L. Gangl-
bauer, Societ Entom., III, S. 89.
Codes j)«ceo?MÄ (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 93.
Ophonus cephalotes i^öM-wi. ist eine Scybalicus; v. Heyden, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 215.
lieber Pedius siculus ieum^ s. M. J. Belon, Revue d'entomol., 1888, S. 71.
Physodera Davidis (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Belg., XXXI, S. 92.
Platysma latecostata, Yunnana S. 94, aeneocuprea S. 95 (Yunnan); Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI.
Plectes (?) concinnus (Saraffschan-Cleb.) ; A. v. Semeuow, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 246.
Pogonus castaneipes (Peking); Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1888,
S. CO, approximans (Peking); derselbe, Revue d'entomol., 1888, S. 112.
Pristodactyla Borsti (Schneefelder des Fischt); Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1888, S. 88.
Pristonychus picescens (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.
XXXI S 95.
Procarabus Zitteli S. 236 Taf. XXXI Fig. 14, reticulatm Fig. 28, tripartitus
Fig. 120 S. 237 (lithogr. Schiefer); Oppenheim, Palaeontogr. 34.
Über die Rassen des Procrustes coriaceus L. s. Ganglbauer,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1888 S. 384—397; kurze Bemerkungen zu Gangl-
bauer's Auffassung der Procrustes-Arten von Kraatz ebenda S. 396 f.
Pseudolimnaeum Eichhoffi (Saarlouis); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1888 H. 365.
Pterostichus Etelkae (Siebenbürgen, bei Abradbanya) ; Ormay, Suppleni.
S. 13 und Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 165, Przewalskü (Thibet) S. 362,
validipes (zw.Bj'-thu und dem blauen Fluss) S. 364; Tschitscherin, Hör, Soc.
Ent. Ross., XXII.
M a c 1 e ay widmet No. 3. seiner Miscellanea Entomologica den neuholländischen
Scaritiden; Proc. Linn Soc. N. S. Wales (2. S.) II S. 115-134. Die Mehrzahl
der 180 Arten gehören den Australien eigeuthümlichen Careniden an, welche
14 Gattungen (Älonocentrum, Teratidium, Carenidium, Conopterum, Neocarenum,
Eutoma, Carenoscaphus, Carenum, Calliscapterus, Plathythorax,
Laccopterum, Philoscaphus, Euryscaphus, Scaraphites) enthalten. Dieandere
264 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gruppe ist in Australien mit den Gattungen Geoscaptus (6 A.), Dyschirius (3 A.),
Scolyptus (8 A.), Clivina (38 A.) und der n. G. Steganomma (1 A.) vertreten.
Valery Mayet liefert eine Beschreibung der Larve von Scarites bu-
parius Forst, (gigas F.). Diese Larve ist blind, mit weichhäutigem Hinterleib,
und geht tief im Sande der Dünen eingegraben ihrer Beute nach. Bull. Soc.
Entom. France, 1887, S. CLXII— CLXIV.
S. estriatus (Fokien); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 93.
Scopodes fasciolatus (Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.)
II, S. 219.
Tachys scutellaris var. airata (Sardinien); Costa, a. a. 0., I, No. 2, S. 85.
Reitter tauft seinen T. unistriatus wegen der gleichnamigen Putzeys'schen
Art in uniUneatus um; Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 104.
Thermoscelis insignis var. Kambershy i (Atachischcho und Oschten); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, S. 89.
Thyreopterus impressiusculus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste,
1888, S. 11 mit Holzsch.
Trachycarabus var. cribratus (Cirkassien); Reitter, Wien. Entom. Zeitg.,
1888, S. 25, decorus (Siebenbürgen; = marginalis Bielz nee F.); Seidlitz,
Fauna, S. 14.
Trechus Ithae, Fischtensis S. 83, alpigradus S. 84 (Cirkassien); Reitter,
Wien. Entom. Zeitg., 1888, Cantalicus (Le Lioran); A. Fauvel, Revue d'entom.,
1888, S. 221.
Cieindelidae. AV. Dokhtouroff's weitere Materiaux pour servir ä
l'etude des Cicindelides in den Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI, S. 149—158
bestehen aus (IV) einer Note complementaire et synonymique h la „liste ... de
J. Demoor, und (V) description d'especes nouvelles ou inedites.
Cicindela hybrida var. Korbi (Andalusien), gallica var. öTjjesfji? (Gad-
raenthal), campestris y ar. 8a.xesemi Endrulat; Beuthin, Entom. Nachr., 1888,
S. 81. — Zu C. Saxeseni Endr. = farellensis Graells = tartarica Mnnh. s. auch
Kraatz ebenda S. 129.
Cicindela Froggatti (Mossman River, Cairns); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S.Wales (2. S.) II, S. 213, Desgodinsü (Yunnan) S. 87, Davidis (Moupin),
(Heptodonta) Yunnana (Yunnan) S. 88; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Belg., XXXI,
(Habroscelis) Bohrni (Venezuela) S. 152, (Cic.) tenebrosa (Congo) S. 153, Frie-
denreichi (Blumenau, Bras.), (Euryoda auripennis Luc. ^) S. 154, (Cylindera)
Aruana (Aru-I.) S. 155, litoralis var. Massaniensls (Massana), (Thopeutica) Chloe
Laf. i. 1. (Indien) S. 156; Dokhtouroff ebenda, leucopicta! (zwischen Kuango
und Loango); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr., 1888, S. 157, loUpennis
(Kiu Kiang); H. W. Bates, Proc. Zool. Soc. London, 1888, S. 380.
Distypsidera flavipes S. 214, Pascoei, parva S. 215 (Cairns); Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) IL
Mantichora congoensis (Congo); L. Peringuey, Ann. a. Mag. N. H.; (6),
II, S. 219.
Odontochilap-o^>«n3tta(=Cayennensis X>ej. nec-Z'"'.) S. 156, Chaudoiri (Petro-
polis, Brasil.) S. 157; Dokhtouroff, Ann. Soc. Entom. Belg., XXXI.
Ophryodera Bo/iemanni (Angola), rufomarginata Boh. var. Bradshawi
(Sambesi) S. 220, var. OierM wen (ibid.) S. 221; L. Peringuey, Ann. a. Mag.
N. H, (6), II.
Bericht
über
die Leistungen in der Carcinologie während des
Jahres 1887.
Von
Dr. G. Herbert Fowler
in London.
(Uebersetzimg von Dr. F. Hilgendorf.*)
I. Yerzeichniss der Publicationen.
Aurivillius, C. W. S. Hafsevertebrata frän Nordligaste Tromsö-
amt och Vestfimnarken. Bih. Sv. Ak. Handl. XI, No. 4. — Crustacea
pp. 38—47.
Baird, S. F. (The American Lobster.). Rep. U. S. Fish Comm.
1887, pp. CII — CIV.
Barrois, T. (1) Note siir quelques points de la morphol. des
Orchesties, suivie d'une liste succincte des Amphipodes du Boulonnais.
Lille, 1887, 20 pp., 1 Tf. (Nicht vom Ref. gesehen.)
— (2) Note sur le Palaemonetes varians Leach, suivie de quel-
ques consid. sur la distribution geogr. de ce crustace. Bull. Soc.
Zool. France XI 691 — 707, 1 Tf. — Vf. nimmt an, dass hier eine
marine Art sich in Süsswasser einbürgere; im Süden ist die Um-
änderung schon vollendet, während sie im Norden noch vor sich geht.
Beddard, F. E. Note on a New Type of Compound Eye. Ann.
N. H. (5) XX 233 — G, 1 Xyl. — Bei den Serolidae u. Cymothoidae
umgeben die Retinulae nur den oberen Theil des Rhabdom; der
untere Theil geht zwischen hyalinen sphaerischen Zellen hindurch,
welche im Centrum der Retinulae liegen. Beobachtungen zu Gunsten
der Grenach er' sehen Ans. üb. die Morph, des Auges.
Biedermann, W. lieber die Innervation der Krebsschere.
*) Betreffs der Zusätze und Aenderungen des Uebersetzers vergl. die Note
im Crustaceen-Bericht über 1885/6 (53. Jahrg., Bd. 11, Heft 2, S. 320). Die An-
gaben über fossile Crustaceen hat der Uebersetzer wiederum gestrichen. Der
Leser wird hierfür auf die entsprechenden Referate des Neuen Jahrbuches für
Mineralogie verwiesen. F. Hf.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. U. H. 2. S
266 Dl"- G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Beitr. z. allg. Nerven- u. Muskel -Physiologie. S.-B. Ak. Wien XCV,
Abth. 2, 7 — 46, 3 Tf. — Physiol. Forschungen, mit Curventafeln.
Bonnier, J. Catalogue des Crustaces malaeostraces recueillis
dans la baie de Concarneau. Bull, scient. de la France et Belg. (2)
X 199 — 262, 296 — 356, 361—422. — Liste der Arten mit Lokali-
täten u. Syn.; Bibliographie p. 400 u. Index p. 417.
— [Vergl. Giard (6), (7).]
Bovallius, C. (1) Systematical List of the Amphipoda Hyperi-
idea. Bih. Sv. Ak. Handl. XI, Nr. 16; 50 S. — Vollst. Liste mit
vielen neuen Gatt. u. Arten.
— (2) New or imperfectly known Isopoda IL Ebd. Nr. 17;
19 S., 2 Tf.
— (3) Dasselbe III. Ebd. XII, No.4; 23 S., 4 Tf.
— (4) Amphipoda Synopidea. N. Acta Ups. XIII; 36 S., 3 Tf. —
Vf. theilt die Amph. in: Tanaidea, Gammaridea, Synopidea, Hyperiidea,
Caprellidea. Die Synopidea zerfallen in 3 Farn.: Synopidae, Trischi-
zostomatidae und Hyperiopsidae ; die ganze Gruppe wird eingehend
behandelt.
— (5) Arctic and Antarctic Hyperids. Vega-Exped. Vetensk.
Jakttag. IV S. 545—582, 8 Tf. ,
Brandt, E. Vergl. anat. Unters, des Nervensystems der Isopoden.
Horae ent. Boss. XX 245 — 9, — Titel russisch.
Brandt, K. Die koloniebildenden Radiolarien (Sphaeroz.) des
Golfes von Neapel. Fauna u. Fl. d. G. v. N. XIII, S. 139 — 140. —
In den Kolonien Hyperidae als Parasiten.
Brock, J., siehe Möbius (2).
Brook, G. Notes on the Reproduction of Lost Parts in the
Lobster (Hom. vulg.). Pr. Physic. Soc. Edinb. IX 370—85, Tf. XVII. —
Beob. üb. Repr. der Antennen und Scheeren.
de Buen, 0. Materiales para la Fauna Carcinolögica de Espaüa.
Anales Soc. Espailola Hist. nat., Madrid, XVI 405—34. — Liste der
Sp., Bem. üb. Verbreitung S. 432.
Cameron, P. White Aberration of Gammarus pulex. Pr. Nat.
H. Soc. Glasgow (n. s.) I 301.
Cattaneo, G. Sulla struttura dell' intestino dei Crostacei de-
capodi e siille funz. delle loro giandule enzimatiche. Vorl. Notiz in
Boll. scientif. (Maggi etc.), Pavia, IX 60 — 61; ausführlich in Atti
soc. ital. sc. nat., Milano, XXX 238—72, Tf. 3. — Histol. des Darms;
Exper. üb. die Funkt, der sog. Leber, welche nach Vf. nicht nur
amylolytisch, tryptisch u. peptisch, sondern auch wirklich hepatisch ist.
Chevreux, E. (1) Sur les crustaces amphipodes de la cote ouest
de Bretagne. C. rend. Ac. Paris CIV 90 — 3.
— (2) Descr. de 3 esp. nouv. d' Amphipodes du Sud- ouest de
Bretagne. Bull. soc. zool. France XI, proc. verb. XL— XLII.
— (3) Cat. des crust. amphipodes marins du Sud -ouest de la
in der Carcinologie während des Jahres 1887. 267
Bretagne, suivi d'un aperQu de la distr. geogr. des Ampliip. sur les
cotes de France. Ebd. XII 288 — 340, 1 Tf. — Abb. der spp. nn.
aus (2).
Chilton, C. A new sp. of Philoiigria. Trans. Pr. New Zealand
Inst. (Well.) XVIII 159—61, Tf. V.
— [Vergl. Thomson, G. M.].
Chimkewitch [s. Schiemkewitsch].
Chun, C. Ueb. d. geogr. Verbreit, der pelagisch lebenden See-
thiere. Zool. Anz. IX 1886, 55—9, 71—5.
Claus, C. (1) Ueber Lemaeascus nematoxys Cls. u. die Fam.
der Philichthyden. Arb. z. Inst. Wien, VII 281—315, 4 Tf. — An
die Beschreib, des ^ (S. 283), der Jugendstadien (291) u. des $ (293)
schliesst Vf. eine Erörterung über die Weibchen von PhiHchthys u.
Sphaerifer (302) und Definitionen der Gen. der Philichthydae (310).
— (2) Ueber d. morphol. Bedeutung der lappenförmigen An-
hänge am Embryo der Wasserassel. Anz. Ak. Wien, XXIV 21 — 3. —
Betrachtet sie als homolog mit dem „Panzerschild" von Tanais.
— (3) Die Platysceliden. Wien, 1887, 4«. 77 S. 26 Tf.
— (4) Ueber den Organismus der Apseudiden. Anz. Ak. Wien,
1887, 156 — 161. — Morphol. Schlüsse nach Unters, des Triester
A. latreülei. Das Auge ist zweifellos sessil; eine rud. Drüse an der
Basis der 2. Ant. ; die Schalendrüse ist gleichfalls vorhanden.
— (5) Ueb. Apseudes latreillei Edw. u. die Tanaiden. II. Arb. z.
Inst. Wien, VII 139 — 220, 7 Tf. — Betrachtet die Anisopoden als
verwandt mit den Isopoden sowohl als mit den Cumaceen. Eine ein-
gehende morph. Unters, von Apseudes wird geliefert.
— (6) Ueber Lernaeascus nematoxys, eine seither unbekannt
gebliebene Lernaea. Anz. Ak. Wien, 1886, 231 — 3. — Morph. Be-
schreib.; parasitisch unter den Schuppen von Solea monochir.
Cornish, F. Livid Swimming Grab at Penzance. Zoologist
(3) XI 309. — Bindeglied zw. Portunus marmoreus u. holsatus, welche
wahrsch. identisch.
Gunningham, J. T. [Vergl. Vallentin, R.].
Gzerniawsky, V. Monographia Mysidarum, imprimis Imperü
Rossici, I: Trudui St. Petersburg obschtchestva estestvoes pytatelei XII
(1882) 170 S.; II: ebd. XIII (1882) 85 S., Tf. 1—4; III: "ebd. XVIII
(1887) 102 S., Tf. 5—32. — Meistens lateinisch. Ein Index zu allen
3 Theilen im 3. Th., dieser Th. ist ein Verzeichniss aller bekannten
Genera u. Sp. Die neuen Gen. u. Sp. aus den ersten Theilen werden
in diesem Berichte unten nachgeholt werden.
Delage, L. Sur une fonct. nouv. des Otocystes comme organes
d'orientation locomotrice. Arch. zool. exp. (2) V 1 — 26. — Vgl. Ber.
1885/86 S. 328. Die Exper. wurden an Schizopoden u. Dekapoden
angestellt.
Dollfus, A. Diagn. d'esp. nouv. et catalogue des esp. frangaises
S*
268 Dl"- Gr. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
de la tribu des Armadillidiens (Criist. isop. terr.). Bull, soc. d'etiides
scient. de Paris, IX, 7 S.
Engelmann, T. W. Ueb. d. Function der Otolithen. Zool. Anz.
X 439 — 444. — Discussion u. Erweiterung von Delage's Ansicht (s. Ber.
85/6 S. 328).
Fickert. Ueb. das Zusammenvorkommen von Apus u. Branchipus.
Naturforscher XX, S. 5, 6.
Fischer, P. Descr. d'un nouv. g. de Cirrhipedes (Stephanolepas)
parasite des tortues marines. Actes soc. Linn. de Bordeaux (4) X,
193 — 6, Tf. 4. — Auf Chel. imbr.; Zwischenform von Platylepas u.
Tubicinella.
G. H. Fowler, Crustacea in: The Zoological Record for 1886,
London, 8 «. 44 S.
— Bericht über Carcinologie während 1885/6. Arch. f. Naturg.,
Jg. 53, II S. 320—87. (Uebers. von Hilgendorf.)
Fredericq, L. L'autotomie chez les etoiles de mer. Rev. scient.
XL 589—592. (Vergl. Giard, ebd. 629). — Aufzählung der Er-
wähnungen hierüber bei verschiedenen Gruppen.
Garbini, A. Contribuzione all' anat. ed alla istol. delle Cypridinae.
Bull. soc. ent. ital. XIX 35 — 51, 5 Tf. — Beob. Cypridina mediterranea
von Triest. Antennula : Die 2 Saugnapf-Formen beschr. ; in der Basis,
dicht am Cerebralganglion grosses Ganglion für die Sinneshaare.
Verdauungsapp. : In der Oberlippe \äele schlauchf. Drüsen ohne Aus-
führg. und 2 grössere, in d. Oesoph. mündende Braun'sche Speichel-
drüsen. Leberschläuche mangeln dem Mitteldarm ganz, die 2 von
Claus u. Huxlex angegebenen sind keine solche, wie ihr Vorkommen
bei Pagurus neben den Lebschi, zeigt. Nervensystem: Hinter d.
infraoes. GangHon noch 2 Bauchg. Sinnesorg. : Nur Frontalorg. u.
Medianauge beschr. Geschlechtsorg.: Am Penis die scherenf. „Ge-
schlechtstatzen" (Zampe sessuali) beim c^, beim ¥ kleiner, mit 2 ovalen
Drüsen voll nadelf. Krystalle. Methode: Sublimat.
Giard, A. [Vergl. Fredericq.].
— (1) Sur la castration parasitaire chez l'Eupagurus bernhardus
(L.) et chez la Gebia stellata (Mont.). C. rend. CIV 1113 — 5. —
Einwirkungen ähnlich, wie sie vom Parasitismus der Rhizocephalen
Parasiten früher beschrieben wurden, entstehen auch durch den von
Phryxus u. Gyge.
— (2) La castr. paras. et son influence sur les caracteres exter.
du sexe male chez les Crust. Decap. Bull, scient. France Belg. (2)
X 1—28, 7 Xyl.; Uebers.: Ann. Mg. N. H. (5) XIX 325; Ausz.:
Naturforscher XX 367 — 9. — Allg. Discussion der vom Vf. ander-
weitig beschriebenen Fakten.
— (3) Sur un Copepode (Cancerilla tubulata Dal.), parasite de
l'Amphiura squam. (Delle Chi.). C. rend. CIV 1189—92.
— (4) Fragments biologiques, VIII. Sur les Danaha, genre de
in der Carciiiologie während des Jahres 1887. 269
cryptonisciens parasites des Sacculines. Bull, scient. Fr. Belg. (2)
X 47 — 53. V
— (5) Siir les parasites Bopyriens et la castr. paras. C. rend.
SOG. biol. (8) IV 371—3.
— (6) et Bonnier, J. Siir la phylogenie der Bopyriens. C. rend.
CIV 1309 — 11. — Die Larvenformen u. Phylogenie der Bopyriden
und ihre biolog. und phylogenet. Bezieh, zu Decapoden und Rhizo-
cephalen.
— (7) et — . Contributions ä l'etude des Bopyriens. Tr. Inst.
Zool. Lille Y, 272 S., 10 Tf.; Ausz.: Bull, scientif. IX 122. — Diese
Monographie behandelt sehr ausführlich die Morphol., Embryol. und
Biol. von Cepon und dessen Verwandten (S. 7 — 78) und der En-
tonisci (79 — 247). Die interessanten Schlüsse betretis der Be-
ziehungen des Parasiten zum Wirth und zu andern Parasiten, über
die Castration, welche er bewirkt, üb. Dimorphismus und Herma-
phroditismus bei einigen Formen, die eine Parallele zu den Cirri-
pedien bilden, sind zu lang, um hier wiedergegeben zu werden.
Giles, G. M. On six new Amphipods from the Bay of Bengal.
J. As. Soc. Beng. LVI 212—229, Tf. 3—8.
Gourret,P. (1) Sur quelques Crustaces parasites des Phallusies.
C. rend. CIV 185 — 7.
— (2) Sur quelqvies Decapodes macroures nouveaux du golfe de
Marseille. Ebd. CV 1033-5.
— (3) La faune der Crust. podophth. du golfe de Marseille.
Ebd. 1132-^5.
Grobben, C. Die grüne Drüse des Flusskrebses. Arch. f. mikr.
Anat. XXX 323 — 6. — Vertheidigung gegen Rawitz.
Grosglik, S. Schizocöl oder EnterocölV Zool. Anz. X 116 — 8.
— Betrifft Nusbaum's abweich. Angaben über das Mesoderm von
Oniscus.
De Guerne, J. (1) Sur q. Amphipodes marins du Nord de la
France. Bull. soc. z. France, XI. Proc. verb. XLII— XLIV. — Liste
der Arten.
— (2) Sur les genres Ectinosoma Boeck et Podon Lilljeborg,
ä propos de deux Entomostraces (Ect. atlant. Br. et Rob., P. minutus
G. 0. Sars), trouves ä la Corogne dans Testomac des Sardines. Ebd.
XII 341—367, 1 Tf. — Abb. u. ausf. Beschr. der 2 Sp. nebst e. Dis-
cussion üb. Verbreit. u. Wanderung der Polyphemidae.
Gundlach, J. Apuntes para la fauna Puerto -Riquena; VI,
Crustäceos. Anales soc. Esp. bist. nat. (Madrid) XVI 115 — 136. —
Speciesliste, keine n. Sp.
Hamann, 0. Die Urkeimzellen (Dreier) im Thierreich u. ihre
Bedeutung. Jen. Zeitschr. f. Natw. XXI 517—538. — [Crust., S. 524.]
Henderson, J. R. The Decapod and Schizopod Crustacea of
the Firth of Clyde. Pr. n. h. soc. Glasgow (n. s.) I 315—353. — Liste
der Sp. u. LocaHtäten; ein n. Subg. (von Spiropagurus).
270 Dr. G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Hensen, V. Ueb. d. Bestimmung des Plankton's oder des im
Meere treibenden Materials an Pflanzen und Thieren. Ber. Komm.
wiss. Unters, deutsch. Meere, V 1—109, Tf. 1—6. — Crust. 45 — 57;
Beob. üb. Zahlenverhältn. , Gewicht etc. in e. bestimmten Wasser-
quantum; üb. Laichzeiten etc.
Herrick, C. L. (1) The Metamorphosis and Morphology of
certain Phyllopod Crustacea. Bull. sc. lab. Denison Univ. I (1885)
Tf. 5—8, 10.
— (2) Mud-inhabiting Crustacea. Ebd. 37—42, Tf. 9 (1885).
— (3) Contribut. to the Fauna of the Gulf of Mexico and the
South. List of the Freshwater and Marine Crustacea of Alabama.
Mem. Denison Ass. I 56 S., 7 Tf.
Ho eck, P. P. C. (1) On Dichelaspis pellucida Darw. from the
Scales of an Hydrophid obtained at Mergui. J. Linn.Soc. XXI 154—5,
Tf. 13. — Kleine Abweich, vom Orig.-Expl.
[Hoeck, P. P. C.]. (2) Crustacea Neerlandica. Nieuwe lijst van
tot de fauna van Nederland behoorende schaaldieren. Tijdschr. Ned.
Dierk. Ver. (2) I 93—105, Tf. 7. — Abb. von Mysis kerviUei.
Howes, G. B. An abnormal Palinurus. Pr. Z. Soc. Lond., 1887,
468—70, Xyl. — Beschr. u. Abb. des antennenförmigen Ophthalmits,
der urspr. von A. Milne- Edwards beschrieben wurde.
Imhof, 0. E. (1) On the Microscopic Fauna of Elevated Alpine
Lakes (600—2780 m.). Ann. Mg. N. H. (5) XIX 276—286 u. Zool.
Anz. X 13—17, 33—42. — Allg. Schlüsse üb. die Verbreitung der
Crustaceen S. 285 — 6.
— (2) Studien über die Fauna hochalpiner Seen, insbes. des
Kantons Graubünden. J. B. Ges. Graub. XXX 45 — 164. — Crust.
S. 130; Bem, üb. die ,, blassen Kolben" der Calanidae S. 138.
— (3) Notizen üb. die pelag. Fauna der Süsswasserbecken. Zool.
Anz. X 577 — 582. — Allg. Schlüsse u. Beob. üb. die Ephippien der
Phyllopoden etc.
Ischikawa, C. [Siehe Weismann].
Kellicot, D. S. A note on Argulus catostomi. Pr. Amer. Micr.
Soc. IX 144.
Kings ley, J. S. (1) The development of Crangon vulgaris.
Bull. Essex Inst. XVIII 99 — 153. — Eingehende Darstellung der
Stadien bis zum Ausschlüpfen. Taf. 1, 2.
[Kingsley, J. S.]. (2) The devel. of the Compound Eyes of
Crangon. Journ. of Morph. (Boston) I 49—66, 1 Tf. — Vorlf.'Mitth.
u. die hauptscächl. Schlüsse s. Ber. 85/6 S. 338.
Kirk, T. W. On a new species of Alpheus. Tr. New Zeal,
Inst. XIX 194—6, Tf. VI D.
Köhler, R. (1) Sur la structure des fibres musculaires chez les
Crustaces edriophthalmes. C. rend. CIV 592—5. Die ausf. Bearb.
in: J. de l'Anat. Phys. XXIII 113—123, Tf. 11. — Beschäftigt sich
mit einigen Amphip. u. Isopoden.
in der Carcinologie während des Jahres 1887. 271
— (2) Rech, sur la structure du cerveau du Gammarus pulex.
Monthly Intern. J. Anat. Hist. IV 21 — 36, Tf. 1.
— (3) Rech, sur la struct. du cerveau de la Mysis flexuosa.
Ann. Soc. Nat. III 159—188, 2 Tf.
Krause, Arth. Einige Crust. u. Würmer aus der Ostsee (Rügen).
S.B. natf. Freunde, BerUn, 1887, 34—36.
Krukenberg, C. Fr. W. Fortgesetzte Unters, zur vergl. Muskel-
physiologie. Vergl. - physiol. Studien, 2. Reihe, 4. Abth., S. 143 — 171.
— Behandelt das ungleiche Verhalten der unsymmetr. Scheren von
Gelasimus, Ocypode, Alpheus, Pagurus. Der Muskel der grössern
Schere ist reicher an jungen (schmälern) Fasern, welche feinere Quer-
streifung zeigen und keine Verästelungen bieten. Die Muskelzunahme
daher durch Hyperplasie (nicht Hypertrophie) bedingt. Die Zeichn.
(Tf. II) nur makroskop. Darst. der Thiere.
Lahille, F. Les Crust. Branchiopodes de Toulouse. Bull. Soc.
H. Nat. Toulouse, Proc. verb. XLVII— XLVIII.
Landois, H. Lebende blaue u. rothe Flusskrebse, Astacus fluv.
J. B. westf. Ver. XV 16, 17. In Westfalen auf kalkhaltigem Grunde
häufig blaue Krebse. [Expl. auf einer Seite blau, auf der Gegens,
braun vom Ref. beob.]
Leger, M. Obs. sur une pince- monstrueuse d' Astacus fluv.
Bull. Soc. Philom. (7) XI 112— G.
Leichmann, G. Ueb, Bildung von Richtungskörpern bei Iso-
poden. Zool. Anz. X 533 — 4. — Beim Ei von Asellus aq. ist ein
Nucleus durchgehends vorhanden, u. 2 Polkörper werden ausgestossen.
Lovett, E. Notes and observ. on British Stalk-Eyed Crustacea.
Zoologist (3) XI 145 — 151. — Bern. üb. Lebensweise, Verbreitung etc.
Lucas, H. (1) Sur le Cecrops latreillei. Ann. Soc. ent. Fr. (6)
Vn (Bull.) XXXI— XXXII.
— (2) Sur le Sphaerifer cornutus Rieh. Ebd. LI.
Lucas, A. S. H. Note on the Habits of Hermit Crabs. Tr. R.
Soc. Victoria XXII 61 — 63. — Clibanarius reisst eine Fasciolaria
heraus u. occupirt deren Schale.
Lütken, C. F. Tillaeg til „Bidrag til Kundskab om Arterne
af Slaegten Cyamus Latr." Dan. Vid. Selsk. Skr. (6) IV 316 — 22,
1 Tf. — Beschr. u. Abb. von C. scammoni; Ausz. in Französisch.
Mackay, W. J. The intercoxal lobe of certain Crayfishes Pr.
Linn. Soc. N. S. W. (2) II 966—7.
De Man, J. G. (1) Report on the Podophthalmous Crustacea
of the Mergui Archipelago, coli, for the Indian Mus. by Dr. J. An-
derson. I, II. J. Linn. Soc, London, XXII 1 — 128, Tf. 1 — 8. —
Enthält einen Theil der Brachyuren , worunter eine Zahl neuer Sp. ;
diese wie auch manche bekannte beschr. u. abgebildet. Die Liste der
erbeuteten Sp. auf S. 5, Aufzählung der sonstigen, von der Bay von
Bengalen schon bekannten Arten S. 7.
272 Dr. G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
— (2) Uebers. der indo-pacif. Arten der Gatt. Sesarma Say, nebst
e. Kritik der von Hess und Nauck 1865 u. 1880 beschr. Decapoden.
Zool. Jahrbücher II 639 — 722, Tf. 17. — 11 n. sp. von Sesarma u.
1 V. Eupagurus beschr.; 13 der von Hess u. 4 der von Nauck auf-
gestellten Arten werden als schon früher beschrieben eingezogen.
— (3) Bericht üb. die von J. Brock im Indischen Archipel ge-
samm. Decapoden u. Stomatop. Arch. für Natg. 1887 I 215 — 285,
Tf, 7 — 10. — Der 1. Theil der Arbeit, der die Cancridae behandelt.
Nur die neuen Sp. sind unten berücksichtigt.
Marchai, P. Sur l'excretion chez les Crustaces decap. brachyoures
C. rend. CV 1130 — 2, — Excretionsdrüse von Maja squin.
Marshall, C. F. Obs. on the Structure and Distrib. of Striped
and Unstr. Muscle in the Animal Kingdom, and a Theory of Muse.
Contraction. Q. J. Micr. Sc. XXVIII 75 107, Tf. 6. — Crustacea S.89.
Matthews, J. D. Aega crenulata Ltk. Ann. Mg. N. H. (5)
XX 445. — Neu f. Brit. See, bei Stonehaven auf einem Hai.
May, K. Ueb. das Geruchsvermögen der Krebse nebst einer
Hypothese üb. die analyt. Thätigkeit der Riechhärchen. Kiel 1887,
S^. 39 S., 1 Tf. — Unters. Carc. maenas, Palaemon squilla, Mysis
flex. ; Ehrlich's biolog. Methylenblaufärbung giebt sichere Resultate
für die Nerventheile der Riechhaare. Nur der Basaltheil der letzteren
enthält Nervensubstanz (gestreifte), die Spitze aber Riechgallerte.
Vor dem Eintritt in das Riechhaar durchsetzt der Nerv unter Auf-
lösung in Fibrillen einen Leydig's Ganglion ähnlichen ,,Sack", beim
Verlassen des Sacks schliessen d. Fibr. wieder zusammen. Säuren
und in Wasser lösl. Riechstoffe, besonders H Sg, bewirken Gerinnung
der Riechgallerte und histol. Veränd. am Sack. Hensen führt aus,
wie eine Vermehrung der Riechhaare nicht nur die Intensität der
Empfind, steigern, sondern auch die Analyse der Riechstoffe ver-
schärfen kann. Es wird auch der Wechsel der Riechhaare (ohne
Spitzenöffnung) u. die Anatomie der Tastnerven des Fühlers berührt.
Mercanti, F. Sur le developp. postembr. de la Telphusa iiuv.
Arch. Ital. Biol. VIII 58 — 65. — Nur franz. Uebers. (ohne Tafel)
der früheren Arbeit (Ber. 1885 S. 342).
Miani, I. Di alcuni Crostacei Isopodi terrestri osservati nel
Veneto. Atti Soc. Ven.-Trent. sc. nat., Padova, XI 11 — 16.
Miers, E. J. Crustacea from the Channel Islands. Zoologist (3)
XI 443 — 4. — Liste der dem Brit. N. H. Museum geschenkten Sp.
Milne-Edwards, A. Observ, sur les Grabes des Eaux Douces
de l'Afrique. Ann. Sc. nat. (7) IV 121—149, Taf. 7 — 9; Abdr. in:
Bibl. haut, etudes XXXIII, 29 S., 3 Tf. — Ueb. versch. Telphusidae.
M'Intosh, W. C. The Pelagic Fauna of our shores in relation
to the Nourishment of Young Food-Fishes. Ann. Mg. N. H. (5) XIX
137—145. — Crust. S. 144—5.
Möbius, K. (1) System. Darst. der Thiere des Plankton, gewonnen
in der westl. Ostsee u. auf e. Fahrt in den atlant. Ocean. Bericht
in der Carcinologie während des Jahres 1887. 273
Komm. wiss. Unters, deutsch. Meere V 109 — 12G, Tf. 7, 8, — Crust.
S. 113 — 6, mit Abb. der Amphion-Larve von e. Dekapoden.
— (2) Wahlvermögen der thiertschen Instinkte. Sitzb. Ges. natf.
Fr., Berlin, 87, S. 192—3. — Betrifft Brock's Notiz über abnorme
Wohnung von (Glasflaschen) Pagurus (in Spengel's Zool. Jahrb. II, 980).
Moniez, R. (1) Sur des parasites nouveaux des Daphnies.
C. rend. CIV 183 — -5. — Amoebidium u. mehrere Psorospermien.
— (2) Liste des Copepodes, Ostracodes, Cladoceres et de q. autres
Crust. rec. ä Lille en 1886. BuU. Soc. Z. Fr. XII 508 — 18. — Nur
Artenliste.
Müller, F. Zur Crustaceen- Fauna von Trincomali. Verh. Ges.
Basel, VIII 470—485, Tf. 4, 5. — Mit n. Sp. von Brachyuren und
Stomatopoden.
Nassono w, N. B. Zur Entwicklgesch. der Krebsfonnen Baianus
und Artemia. Iswest. imper. obschtschestwa jubit. Estest. Antrop.
Mosk. Univ. LH 1 — 14. — Russisch. Vom Ref. nicht gesehen.
Nordqvist, 0. Die pelagische Tiefsee -Fauna der grösseren
finnischen Seen. Zool. Anz. X 339 — 45, 358—62. — Mit Bem. üb.
Verbreit. u. Ursprung der Fauna.
Norman, A. M. On some Crustacea new to the British seas.
Ann. Mg. N. H. (5) XIX 89—103; auch in: 4. Ann. Rep. Fish. B.
Scotland S. 155 — 166 (1886). — Haupts. Schizop. und Cumaceen;
Siriella sp. n.
Nusbaum, J. L'Embryologie de Mysis chamaeleo. Arch. Zool.
exp. (2) V 122—202, Tf. 5 — 12. Auch in: Zapiski Novoross. Obsch.
Estest. XII 149—236, 8 Tf.; Kosmos, Lemberg, XII 267—334, 8 Tf.
Vorlf. Notiz in Biol. Centbl. VI 663 — 7, 2 Xyl. — Segmentation
meroblastisch; Hypoblast durch Delamination gebildet; Dorsalorgan
als Homologon der Embryonalmembranen der Insekten betrachtet;
Entw. des Nervensystems wie bei Astacus; Herz nicht von einem
Theil der zwischen Splanchno- u. Somatopleura befindl. Höhle ge-
bildet, sondern von e. Theil der Höhle zw. Epiblast u. Somatopleura.
Nu SS bäum, M. Lieber die Lebenszähigkeit eingekapselter
Organismen. Zool. Anz. X 173 — 4. — Widerstand der Daphnia-
Embryonen gegen die Nematocysten u. den Verdauungssaft von Hydra.
Osborne, H. L. Elementary Histological Studies of the Crayfish
Amer. Micr. L VIII 81—7, 101 — 5, 121 — 5, 149 — 52, 167—9,
181—5, 201—3.
Ozorio, B. Liste des Crustaces des possessions Portugaises
d'Afrique occidentale dans les coli, du Mus. d'Hist. Nat. de Lisbonne.
Jörn. Sei. Lisboa XI 220 — 231. — Liste der Expl. nebst Beschr. von
5 n. Sp. von Brachyuren. Nur die letzteren unten berücksichtigt.
Packard, A. S. The Cave Fauna of North America, wdth
remarks on the Anatomy and Origin of Blind Forms. Amer. Nat.
XXI 82 — 3. — Ausz. aus e. Abb., welche vor der Nation. Ac. Sc.
(Wash.) gelesen.
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 1889. Bd. H. H. 2. T
274 Dl'- Cr. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Parize, P. L' Amputation rcflexe des pattes des crustaces. Rev.
sient. XXXVIII 379, u. Bull, sdent. Fr. et Belg. (2) IX 306—8.
Parker, F. J. , Remarks on Palinurus lalandii M. E. and P.
edwardsii Hutt. Tr. New Zeal. Inst. XIX 150—5.
Pfeffer, G. (1) Beitr. zur Morphologie der Dekapoden u.
Isopoden. Abli. Natw. Ges. Hamburg X, 10 S.
— (2) Zoologische Kleinigkeiten, XVII. Ueb. d. Bedeut. des
Wortes „Krabbe". Verb. Ver. natw. Unth. Hamburg, VI 126—8.
Pocock, R. I. Report on the Crustacea coli, by the ,,Flying-
Fish" on Christmas-Isl. Pr. Zool. S., London, 1887, 520.
Poppe, S. A. [Vergl. Zacharias (1)].
Rank, 0. F. Der Flusskrebs, seine Beschreibung u. Zucht.
Bibliothek für Naturfreunde, Nr. 3, 1887, 19 S.
Rathbun, R. Descr. of Parasitic Copepoda belonging to
Pandarus and Chondracanthus. Pr. U. S. Nation. Mus. IX 310—24,
Tf. 5—11. — 4n. Sp.
Rawitz, B. Ueb. d. grüne Drüse des Flusskrebses. Arch. f.
mikr. Anat. XXIX 471—94, Tf. 28, 29, u. ebd. XXXI 98, 99. —
Histol. Studie, Controverse mit Grobben.
Reinhard, W. Sur le developpement de Porcellio scaber. Trudui
Kharkoff Univ. XX 91—6; Notiz in: Zool. Anz. X 9—13. Die Produkte
der Segmentation sind amöboid u. wandern an die Oberfläche des
Eies, um das Epiblast zu bilden; das Mesenteron wird als selbständige
Bildung vom Hypoblast angelegt. Die Beob. widersprechen den von
Nusbaum u. Bobretsky an Oniscus gemachten,
Report (First) on the Marine Fauna of the South-West of Ire-
land. Pr. R. Irish Ac. (2) IV 599—638. — Crust. S. 632—8.
Richard, J. (1) Sur la faune pelagique de quelques lacs
d'Auvergne. C. rend. CV 951 — 3.
— (2) De la recolte et la conservation des Entomostraces d'eau
douce, Cladoceres et Copepodes. Feuilles des jeunes naturalistes
(Paris) XVII.
— (3) Liste des Cladoceres et des Copepodes d'eau douce ob-
serves en France. Bull. Soc. Zool. Fr. XII 156—164. — Mit 2 n. Var.
von Cyclops.
Ruijs, J. M. Zoologische Bijdragen tot de Kennis der Karazee.
I. Inleiding en algemeene mededeelingen. Bijdr. Dierk. (Amsterdam)
XIII 1—38. — Liste der Crust. S. 28.
Sars, G. 0. (1) Nye Bidrag til Kundskaben om Middelhavets
Invertebratfauna. Arch. Math. Naturv. XII 173—324, Tf. 1—20. —
Viele neue u. alte Mittelmeerspecies.
— (2) On Cyclestheria hislopi (Baird), a new Generic Type of
Bivalve Phyllopoda raised from dried Australian Mud. Forh. Vidensk.-
Selsk. Christiania 1887, 65 S., 8 Tf. — Eingehende morph. u. physiol.
Studie.
in der Carciuologie während des Jahres 1887. 275
Seneschall, R. Le. Contr. ä TEtude de la faime Normandie.
Bull. Soc. Linn. de Normandie, 37, X, 219—221.
Schedel, J. Die Schutzfärbung der Thiere (mit Berücks. der
Fauna der Ost-See). Zool. Gart. 1887, 140—5. — Crust. S. 143.
Schiemkewitsch, W. Des caracteres specifiques et de la distr.
geogr. du genre Astacus. Isv. ob. lioub. lest., T. L. fasc. 1, S. 9.
Ausz. in: Arch. slaves biol. III 268 — 272. — Erkennt 3 gute Sp.
an, welche 3 Regionen charakterisiren, mit 3 Varietäten und Sub-
regionen.
Schneider, R. (1) Ein bleicher Asellus in den Gruben von Frei-
berg im Erzgebirge. Sitzb. Ak. Wiss. Berlin, 87, 723-42, Tf. 13. —
As. aquat. var. freibergensis in manchen Bezieh, eine Mittelstufe
zwischen der typischen Form u. A. cavaticus; Tabelle der Unter-
schiede etc. S. 741; Auge sehr reducirt; Eiseuoxyd in den Kalk-
concretionen.
— (2) Amphibisches Leben in den Rhizomorphen bei Burgk.
Ebd. 1886, S. 883—900, Tf. 7. — Behandelt subterrane Cantho-
camptus minutus var. (Abb.), Cyclops fimbriatus var. (Abb.), Gam-
marus puteanus.
Schneider, A. Ueber den Darmcanal der Arthropoden. Zool.
Beitr. II, 82 — 96, Tf. 8 — 10. — Haupts. Insekten behandelnd, aber
auch Crust. berücksichtigt.
Scott, T. Natural History from Tarbert. Pr. N. H. Soc. Glasgow,
(n. s.) I 369 — 78. — Liste der Crust. mit einer provisor. n. Sp.
Selys-Longchamps, E. de. Note sur deux Crust. Ento-
mostraces de Belgique. C. rend. ent. Belg. (3) 1887, S. LIV— LV.
— Apus cancrif. neu (u. 1. bekannter Phyllopode) für Belgien; Ar-
gulus in B. nicht selten. Ob Caridina in Belgien (cf. Pelseneer 86),
(nach Preudh. de Borre) zweifelhaft.
St ebbin g, T. R. R. On some new Exotic Amphipoda from
Singapore and New Zealand. Tr. Zool. Soc. London, XII 199 - 210,
Tf. 38 — 39. — Die 3 n. Arten der vorl. Mitth. betreffend. (Vergl.
Ber. 1885/6 S. 353.)
Sye, C. G. Beitr. z. Anat. u. Hist. von Jaera marina. Inaug.
Diss. Univ. Kiel, 37 S., 3 Tf. Kiel, 1887. 8".
Terfve, 0. Rech, sur la Spermatogenese chez Asellus aquaticus.
Bruxelles, 1887, 8«. 27 S., 3 Tf. (Nicht vom Ref. gesehen.)
Thomson, G. M. u. Chilton, C. Critical List of the Crustacea
Malacostraca of New Zealand. Trans. N. Zeal. Inst. XVIII 141—159.
Thompson, I. C. On some Copepoda new to Britain found
in Liverpool Bay. Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1887, 734 — 5.
Underwood, L. M. List of the Descr. Sp. of Freshwater
Crustacea from America, North of Mexico. Bull. Illin. Lab. N. H.
II 323—386.
Vallentin, R. u. Cunningham, J. T. The Photospheria of
276 Dr. G-- Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Nyctiphanes norvegica G. 0. Sars. Q. Joiirn. Micr. Sc. XXVIII 319
bis 341, Tf. 23. — Vf. weicht von Sars ab bezügi. des lichtprodu-
cirenden Theils des Leuchtorgans der Schizopoden.
De Varigny, H. Rech, experimentales sur les fonctions du
coeur chez le Carcinus maenas. Journ. de l'Anat. Phys. XXIII 660
bis 672, 8 Xyl. (Curven); Ausz.: C. rend. Soc. Biol. (8) IV 34 — 6.
Vialiane s, H. (1) Et. histol. et organologiques sur les centres
nerveux et les organes des sens der animaux articules, V. Ann. sc.
nat. (7) IV 1—120, Tf. 1—6. — Die 2. Abth. der Arbeit giebt eine
„Vergleichung des Gehirns der Insekten u. Crust." (S. 98—109), die
3. behandelt das Gehirn u. die Morphol. des Kopfskeletts (S. 111 — 8).
— (2) La morph. comp, du cerveau des Insectes et des Crust.
C. rend. Ac. CIV 444 — 7. — Die Supraoesophageal-Ganglien lassen
sich bei beiden in 3 Regionen theilen, nämlich die für Innervirung der
Augen, der Antennulae u. der Antennae bei den Crust., der Augen,
Antennen u. des Labrum bei den Insekten. Vf. hält sie für homolog.
— (3) La morphol. du squelette cephalique des Insectes. Bull.
Soc. Philom. (7) X 84—6 (1886).
Walker, A. 0. Notes on a Coli, of Crustacea from Singapore.
J. Linn. Soc. London XX 107 — 117, Tf. 6 — 9. — Liste der erhaltenen
Crust.; Beschr. u. Abb. von 6 n. Sp., auch Abb. einiger bekannter
Arten.
Walter, A. Vorl. Diagnose u. Beschr. zweier neuer Branchiopoden
aus Transkaspien, Bull. S. imp. Nat. Moscou, 1887, 924 — 7.
Weismann, A. u. Ischikawa, C. Ueber die Bildung der
Richtungskörper bei thierischen Eiern. Ber. natf. Ges. Freiburg (i. Br.)
III 1 — 44, Tf. 1 — 4. — Polkörper bei parthenogen. Eiern von
Phyllop. u. Ostracoden. Vergi. Ber. 85/6, S. 356.
Weithofer, A. Bern. üb. eine fossile Scalpellum-Art , . ., sowie
üb, Cirrhipedien im Allgemeinen. J.-B. k. k. geol. Reichsanst. XXXVII
371 — 86, Tf. 15. — Mit Bem, üb. die phylogenet. u, stratigi-aphischen
Beziehungen der versch. Cirripeden-Gattungen.
Weltner, W. Die von Dr. Sander 1883 — 5 ges. Cirripedien
(Acasta scuticosta sp. n.). Arch. f. Natg. 1887, I 98—117, Tf. 3, 4. —
Schlüssel zu den Sp. der Gatt. Acasta, S. 114 — 5.
Wierzejsky, A. Krajowych Skorvpiakach z rodziny Calanidae
(die einheimischen Calanidae). RozpraAv Wydz. matem.-przyr. Akad.
Umiej. XVI, 13 S., 1 Tf.
Wood-Mason, J. Descr. of a new sp. of Crustacea belonging
to the Raninidae. Journ. As. S. Bengal LVI 206—9, Tf. 1.
Wright, J. M'N. Fiddler-crabs. Am. Natur. XXI 415—8. —
Gewohnheiten etc. von Gelasimus.
Zacharias, 0. (1) Zur Kenntniss der pelag. u. littoralen Fauna
Norddeutscher Seen. Z. wiss. Zool. XLV 255—81, Tf. 15. — Crust.
S. 257—66. Anhang von S. A. Poppe, welcher 1 sp. n. u. 2 n. Var.
behandelt, Abb. von Schnitten und einigen bekannten Formen, —
in der Carciuologie wälu'eiul des Jahres 1887.
277
— (2) Zur Kenntn. der Fauna des süssen und salzigen Sees bei
Halle a/S. Ebd. XLVI 217 — 32. (Crust. S. 225—7.)
— (3) Faunistiscbe Studien in westpreuss. Seen. Neue Sehr, natf
Ges. Danzig (2) VI, 4. Th., 43—72, Tf. 1. - Entoraostr. S. 46—56,
Notizen u. Abb. betreff, n. Var. von Hyalodaphnia u. Bosmina.
— (4) Zur Entomostraken - Fauna der Umgebung von Berlin-
Biol. Centralbl. VII 137—9.
— (5) Zur K. der Entomostr.-F. holsteinischer und mecklenburg
Seen. Zool. Anz. X 189 — 193.
Uebersicht nach dem Stoff.
(Systematik siehe unter III.)
Anatomie und Physiologie.
Allgemeine Anatomie:
Jaera, Sye.
Cyckstheria, Sars {^).
Aiiseudes, Claus (*, '").
Lernaeascus, Claus (").
Bopyridae, Giard C).
Nervensystem und Sinnesorgane;
Viallanes (', -). Brandt.
Beddard. May.
Koehler(^3). Packard (2).
Embryologie, Metamorphose und Larvenformen:
Spermatogeuesis, Terfve.
Polkörper, "Weismann, Leich-
mann.
Urkeimzellen, Hamann.
Mysis, Nusbaum.
Phylloxioda, H e r r i c k ( ' ) .
Crangon, Kingsley (', ").
Decapoda, Möhius.
Porcellio, Reinhard.
Telphusa, Mercanti.
Asellus, Claus (").
Baianus u. Artemia, Nassonow.
Funktion der Otocysten, Delage
Engelmann.
Herz (Carcinus), de Variguy (', ''),
Darm und Anhänge, Cattaneo.
Physiologie:
Excretion, Marchai.
Greruchssinn, May.
Nerven [Isop.) E. Brandt.
Nerven und Muskel, Biedermann,
Histologie:
Grüne Drüse, Grobhen, Rawitz.
Muskelfaser, Koehler ('), Marshall,
Krukenberg.
Nervensystem, Viallanes (^ ^).
Misce
Reproduktion verlorener Theile, Br o o k.
Albinismus, Cameron.
Abnormitäten, Leger, Howes.
Phosphorescenz, Vallentin.
Autotomie, Predericq ('), Parize.
Darm und Anhänge , Cattaneo
Schneider, A.
Gesammte [Astacus), üsborue.
anea:
Castration, Giard (*, -).
Höhlenformen , P a c k a r d ( ' ) ,
Schneider, R.
Schutzfärbung, Schedel.
Instinkt, Möbius (-), Brock.
278
Dr. Ct. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Geographische Verbreitung.
Meeresfaunen.
Allgemeines:
Verbreitung von Pdlaemonetes,
Barrois (').
Samml. des „Prinz Adalbert",
Weltner.
Arct. und antarct. Hypericlae,
Bovallius (*).
Kara-Meer, Ruijs.
Arktisches Meer:
I Grönland, Hansen.
Atlantischer Ocean.
Tromsö. Aurivillius.
Ostsee, Hensen. Krause (M, I
bius Schedel.
Fiith of Clyde. Henderson.
Britannien, Normann.
Taibert (Schottl), Scott.
Liverpool-Bay, Thompson.
Irland (S.-W , Report on Fauna
Canal-L, Miers.
Holland, Hoek (-).
Frankreich, de Guerne.
Bretagne, {AmpJnp.), C h e vr e ux(S ^ ^).
Concarneau, Bonn i er.
Marseille, Gourret.
Boulogne (AmpJnp.) Barrois (').
Lille, Moniez C).
Spanien, de Bueu.
Mittelmeer, Sars ( •).
Russland, (Mysidae), Czerniawsky.
Afrika, Ozorio.
Puerto Riqueiia, Gundlach.
Indo-pacifische Region:
Decapoda, de Man (-, ^).
Mergui-Arch., de Mau (').
Trinkomali, Müller.
Singapore, Walker, Stebbing.
Bay von Bengalen, Giles.
Neuseeland, Parker, Stebbing,
Thomson.
Land- und Süsswasser- Faunen.
Allgemeines.
Verbreitung von Astacus, Schiemkewitsch.
Europa:
Pinland, Nordqvist (').
Polen, (Copepodä), Wierzejsky.
Deutschland, Zacharias (\ ^, ■*, ^
Imhof C).
Halle, Zacharias (-).
Belgien {Entomostr.), de Selys
Longchamps.
Alpen-Seen, Imhof (', ^).
Frankreich, Richard (^); {Ärma-
diU.), Dollfus.
Auvergne, Richard (').
Venetien {Isop.), Miani.
Decapoda, Milne-Edwards.
Underwood.
Afrika:
Amerika:
in der Carcinologie währeud des Jahres 1887. 279
III. Systematik.
NB! Die neuen Arten sind di;rcli cursiven Druck gekennzeichnet.
Decapoda.
Larvenformen, Möbius. — Physiol. des Herzens (Brachyi;ral, de Va-
rigny (i. ^).
Inachidae. Doclea hybrida (Fabr.) von Mergui, beschr., de Man ('), S. 9;
andersoni ebd., S. 11; sp. indet., ebd., S. 13. — D. tetraptera, Walker, S. 114.
Majadae. Maja miersii, Walker, S. 113.
Micropisa boeagei, Ozorio, S. 223.
Hyastenus hügendorfi, de Man ( '), S. 14; pleione Hb., ebd., S. 18; H. brockii,
de Man i^), S. 221.
Naxia (Naxioides) petersii (Hilg.), de Man ('), S. 19.
Schizophrys aspera, ebd , S. 20.
Micippa haauii, ebd., S. 20.
Periceridae.
Parthenopidae. Lambrus longiniauus, de Man ('), S. 21.
Hari-ovia elegans, ebd., S. 21.
Cancridae. Liomera guttata w. semigranosa, de Man (^), S. 239.
Carpilodes stimpsoni, de Man ('), S. 2.5. — C striatus, de Man (^), S.232.
Atei'gatis integerrimus u. floridus, von Mergui; de Man ('), S. 24.
Lophactaea maculata; de Man (•''i, S. 2.50.
Actumuus setifer (de H.), elegans, nudus, de Man ('), S. 47, 49.
Actaea areolata, rufo punctata, parvula, sp. indet.; ebd., S. 25, 26, 27, 29.
Euxanthus raaniillatus; ebd., S. 30.
Actaeodes sundaicus, modestus; de Man (^), 253, 257.
Lophozozyraus simplex, ebd., S. 271.
Xantho impressus; de Man (•), S. 30. — X. scaberrimus, Walker, S. 115
Medaeus distingiiendus, de Man ('), S. 31.
Menippe rumphii; ebd., S. 36.
Myomenippe granulosa (M.-E.l = duplicidens Hilg.; ebd., S. 40.
Panopueus latifrons, de Man (^), S. 265.
Heteropanope indica, eucratoides; de Man ( '), S. 53, 56.
Chlorodius niger u. sculptus, de Man ( ^), S. 32.
Leptodius exaratus u. nudipes, ebd., S. 33; cavipes u. sp. indet., ebd., S. 34.
Chlorodopsis pilumuoides, ebd., S. 35.
Cyclodius granulosus, de Man ( ^ ) , S. 283.
Cymo andreossyi, de Man ('), S. 35.
Ozius tuberculosus ; ebd., S. 45. — 0. corrugatus, Ozorio, S. 224.
Epixanthus, de Man (^), S. 45; frontalis u. dentatus, ebd., S. 40.
Eriphidae. Pilumnus verspertilio , de Man ('), S. 57; andersoni, ebd.,
S. 59; P. seminudus u. laevis, ebd., S. 65, 66.
Eurycarcinus (= Pilumnopaeus M.-E.) maculatus; de Man ('), S. 43.
Eriphia laevimana; de Man ('), S. 68.
Trapezia cymodoce ; ebd., S. 69.
280 ßr G.Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Portunidae. Neptunus pelagicus, gladiator, de Man ('), S. 69; N. (Hel-
lenus) andersoni, ebd., S. 70.
Thalamita savignyi, de Man ('), S. 73, integra, S 74, sima ii. prymna,
S, 75, spinimana, S. 76, danae, S. 78, crenata, S. 79.
Goniosoma crucifernm, de Man ('), S. 79, affine, S 80, merguiense, S. 82, —
G. inaequale, Walker, S. 116.
Caphyra arc/ieri, Walker, S. 116
Lissocarcinns j^idchellus, sp. n.?, Müller, S. 482.
Corystidae siehe hinter Lycosiidae.
Telphusidae. Telphusa stoliczkana, de Man ('), S. 94, cällianira, S. 96,
carinifera, S 100. — T. aubryi, Milne-Edwards, S. 122; africana, S. 124, Fig.8;
decazei, S. 127, Fig. 7; madagascariensis, S. 131, Fig. 5; ballayi, S. 132, Fig. 2;
viele andre afrikanische Telphnsen ausserdem erwähnt. — T. (Oziotelphusa) hippo-
castanum, Müller, S. 482. — T. fluviatilis, Entwicklung, Mercanti.
Hydrotelphusa agilis, Milne-Edwards, S. 139, Fig. 9.
Paratelphusa nilotica, ebd., S. 141; brazzae, S. 142, Abb.; poecili, S. 143,
Abb.; chaperi, S. 144, Abb.; chavanesi, S. 145,
Platytelphusa n. gen. mit der einzigen Sp. armata vom Tauganyika.
Diese Gatt, ist durch 3 Stacheln an dem Medianrand der Orbita ausgezeichnet;
die Basis der äuss. Ant. liegt zwischen den 2 unteren derselben. Sie ähnelt
Eriochirus. Milne-Edwards, S. 146.
Deckenia imitatrix, ebd., S. 149.
Geoarcinidae.
Ooypodidae. Ocypode ceratophthalma, cordimana; de Man ( '), S. 107,108.
Gelasimus dussumieri, acutus, annulipes, triangularis; de Man ('), S. 108,
109, 118, 119.
Eucrate, de Man ('), S. 88, affinis, S.89.
Carcinoplax setosus u. integer, de Man ('), S. 93.
Macrophthalmus tomento.sus, de Man ('), S. 422; depressus, S. 124;
erato, S. 125,
Grapsidae. Sesarma, die indo-pacifischen Arten, de Man (^); darunter
folgende neu: necjlecta, S. 643 u. 661, »wemerfi, S. 648 u. 668, minuta, S. 650>
hrockii, S. 651 , kraussi, S. 652, polita, S. 654, melissa, S. 656, andersoni und
edamensis, S. 657, haswelU, S. 658; mehrere andre Arten werden ausführlich
beschrieben.
Sarmatium, subg, von Sesarma, de Man ('-), S. 659, mit inerme, S. 660, 687.
Pinnoteridae. Pinnoteres edimrdsi, de Man (•), S. 103, pai-vulus, S. 105.
P. marioni, Gourret ('), S. 186.
Xanthasia murigera u. sp. indet., de Man ('), S. 106.
Rhizopidae. Typhlocarcinus villosus, Abb.; Walker,
Calappidae.
Leucosidae. Nursia mbifera, Müller, S, 480.
Onychomorpha lamelligera, Abb ; Walker,
Corystidae. Kraussia rastripes; Müller, S, 480.
Raninidae. Lyreidus channer i, Wood-Mason.
Dorippidae.
in der Carcinologie walirend des Jahres 1887. 281
Porcellanidae. Porcellana mattosi n. bella, Ozorio, S. 229.
Porcellauella picta, Abb.; Walker, S. 116.
Polyonyx cometes; Walker, S. 116.
Dromiidae, Lithodidae, Hippidae.
Paguridae. Eupagurus fiUwU, de Mau (-).
Spiropagurus, dazu als Subg. n.: Anapagurusi Henderson.
Clibanarius, Gewohnheiten; Lucas, A. S.H.
Petrochirus cavitarius, Ozorio, S. 229.
Galateidae. Galatea parroceli, Gourret ('), S. 1034. — Discussiou
mehrerer Species, ßonnier.
Pylochelidae, Thalassinidae.
Callianassidae. Callianassa subterranea var. n. minor., Gourret (^),
S. 1034.
Axiidae, Thaumatochelidae, Eryonidae.
Palinuridae. Palinurus lalandii, dieser Name ist auf die beim Gap lebende
Form zu beschränken, P. edwardsii ist die einzige bei Neuseeland vorkommende
Species; Parker. — Abnormer Augenstiel, Howes.
Astacidae. Homarus, Reproduktion verlorner Theile, Brook. — Hum-
mer-Industrie, Baird.
Astacus: Grüne Drüse, Grobben; abnorme Scheere, Leger; Histologie,
Osborne; Verbreitung der Species, Schiemkew^itsch; allgemeine Naturg.,
Rank; vergl. auch Landois.
Thalassinidae.
Crangonidae. Crangon, Entwicklung; Kingsley (', -). — Cr. (Chera-
pbilus) neglectus (Sars) u. Cr. fasciatus (Risso), Britannien; Norman, S. 90. —
Cr. lacasei, Gourret (-), S. 1033.
Atyidae. Stenopidae.
Alpheidae u. Palaeiaonidae. Alpheus halesii, Kirk. — A. gabrieli,
Gourret C), S. 1033.
Hippolyte mariuni, Gourret (^), S. 1033.
Gnathophyllmn elegans, var, n. hrevirostris, Gourret {'^), 1034.
Pontonia phallusiae (Marion), Gourret ('), S. 187.
Palaemonetes varians, Verbreitung; Barrois (^).
Miersidae, Peneidae, Sergestidae.
Schizopoda.
Struktur etc. der Photosphaere ; Vallentin.
Euphausiidae. Boreophausia raschii(M. Sars), Britannien, Norman, S.91.
Nyctiphanes norvegica (M. Sars), Britannien; ebd. S. 92.
Petalophthalmidae, als eigene Fam. von den Mysidae abgezweigt,
Czerniavsky, Fase. I, S. 55.
Mysidae. Von Czerniavsky, Fase. 1 S. 57—72 in 6 Subf. u. 35 Genera
zerlegt (Petalophth. s. oben, Pseudomysis Sars 79 u. Ctenomysis Norman 31. meet.
Br. ass. dem Vf. nur dem Namen nach bekannt). Subf. Mysidellinae (1 Gatt.),
Sbf. Mysinae (Gatt 2-17), Sbf. Hemimysinae (I G.), Sbf. Protoraysidellinae (Gatt.
282 Dr- Cr- Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Parerythrops u. incertae sedis Onychomysis), Sbf. Siriellinae (mit 3 Divisionen;
Anchialidae mit Gatt. Anchialus, Leptomysidae mit Gatt. 22—32 u. Pontomysidae
mit Pontomysis u. Gastrosaccus). Sbf. Archaeomysinae (mit Divisio Archaeomysidae,
einz. Gatt. Archaeomysis u. Div. Protomysidae mit der problematischen Gatt.
Protomysis). li\ dem beschreibenden Theil umgekehrt geordnet.
Archaeomysis g. n. Char. der Subf. Archaeomy.sinae: Pleopoda maris et
feminae omnia biramea; pleopoda maris semper natatoria. Char. d. Divisio: Pleop.
feminae non natatoria, semirudimentaria, ramis plerumque uni-articulatis et pr. p.
sub-tri-artic; par primum ceteris major. — Einz. Art.: A. (ji-ehnitzkü , aus e.
Gadus-Magen bei Berings-Insel. Czern. I, S. 73, Tf. 30, 32.
Protomysis u. g. problematicum. (s. oben), ,,omniura Mysidarum proto-
typus". Von Archaeom. als Divisio versch. durch: Pleop. feminae bene natatoria,
ramis multi-artic. — Tarsus pedum multi-art., ungue nullo. Anguli antero-later.
scuti dorsalis inermes. Antennae sup. flagellis tribus instr. (sicut in Macruris
inferioribus). Czern. I, S. 71.
Pontomysis g. n. Anguli ant.-lat. scuti spina libera valida instr., rostrum
breve supine curvatum, scuto tectum. Sonst ähnl. Gastrosaccus. — P. caucasica,
Suchum-Bai (Taf. 4 u. 30) u. ividhulmi (Tf. 3, 4), Bai v. Odessa. Czerniavsky,
Pasc. I, 77—85.
Gastrosaccus santus ? (Ben.), Forma suchumica u. maeotica; Schlüssel für
3Sp. Czern I, 85-88.
Leptomysis pontica, nahe lingvura; Schlüssel für 6 Sp. ; ebd. 88—93, Tf. 8,
9, — Leptom. lingvura, britisch; Norman S. 93.
Mysidopsis gibbosa S. u. angusta S. in Britannien; Norman S. 93.
Erythrops ijygmaea S., neu f. Brit., Norman 93.
Siriella in 3 Subg. zerlegt. Bhinomysis sbg. n.; Rostrum oculis longius
(1 sp. excepta), appendiciim later. caudae lamina exterior interiore longior. —
Rh. diversa (= S. armata S. nee Edw.), Rh. sarsi {= fiontalis S. nee Edw.);
Schlüssel für 6 Sp. — Siriellides sbg. n.: Mandibulae processu molari foiti
armatae, Corona plus minusve dilatata. S. indica, Tf. 31, Ind. Oc; paulsoni, Roth.
M. (= jaltensis P. nee Cz.); similis (= Edwardsi P. nee Claus); Schlüssel für
7 Sp. — Siriella s. str.; Mand. processu mol. nullo; appendices maris antenn. sup.
cum art. 3. coalitae, foliiformes nullae; lamina frontalis brevis. S. messiniensis
(= ? gracilis Claus), Schi, für 9 Sp. — Czern iavski, Fase. I, S. 93—109.
Siriella clausii, norvegica crassipes, brooJci, armata von Britannien erwähnt,
mit Beschreibungen; Norman S. 95 — 100.
Protosiriella g. n. Mandibularnm pars terminalis maxime angustata,
paste incisiva angusta et parum deutata, proc. molari nullo ; lamina front, brevis ;
tarsus pedum biartic. — 2Sp.: jaltensis Cz. 1868 (Abb. Tf. 5, 6) u. thompsoni
(M. E.). Czern. I, 109—116.
Hemimysis, eigne Subf. s. oben; „Pleop. maris pr. p. natatoria, biramea."
H.pontica, Bai von Suchum; Czern. I, 117, Tf. 7.
Lymnomysis n. g. Pleop. maris 1., 2., 5 paria rudiuientaria, 3. et 4.
dissimilia non vero natatoria, 4. valde elongatum stylifonne; pedes 1. paris posteri-
oribus similes, tarso triärtic. Squama antenn. inf. utrimque setifera. Scuti
anguli ant.-lat. spiniformes. Telson apice incisum, incisura paucidentata. Pedum
ungue sat forti, segmento 4. plus minusve dilatata. [S. 58.] L. hrandtii, Lenkoran.
(am Caspi) in Brackwasser, Tf. 9, 10, S. 121 ; benedeni, 1. forma estuarica (.= M.
in der Carcinologie während des Jahres 1887. 283
relicta var. pontica Grebn.), Estiiar. des Dniestr, S. 124, Tf. 10, 11, 2. f. inter-
media, Liman Berezan (bei Oczakow, nördl. Schwarzes M), S. 126, Tf. 11,
3. f. similis, mit vorig., S. 127, Tf. 11; schmankewiezi, mit vorigen, S. 128, Tf. 12-
Czern. I, 119-129.
Potamomysis n. g. Von Limnomysis (? Subg. davon) abw, durch: Incisura
telsontis dense spinosa; ungue pedum duobus secundariis praedito (S. 58). —
P. pemjoi, Fluss TJdy bei Charkow, Czern. I, 130, Tf. 14.
Euxinomysis n. g. Ungue pedum setiforme; palpi mandib. subprehensiles
(spina apicali plicata). Zwischen Mysis u. Limnom. — E. mecznikoivi, Liman
Berezan, S. 133, Tf. 12, 13.
Äcanthomysis g. n. zwischen Mysis u. P.*eudomysis. Durch unbewehrte
Vorderecken des Schildes von den 3 vorigen Gatt, versch.; Telson ohne Ein-
schnitt, dessen Seiten nackt oder mitl — 2 subbasalen Dornen. — A. spinosissima;
Czern. I, 13n, Tf 31, 32. — A. platydens (= M. longicomis Sars nee Edw. nee
Heller), beide Neapel; ebd.
Onyc/iomi/sis x). g. Palpi mandibulares subchelati, validi. Stellung un-
sicher. — 0. mivyrelica , nahe latitans Kr (wozu aber M. mixta Lillj. nicht
synonym); See Palaeostom bei Poti, Jlingrelien; Czern. I, 138, Tf. 13.
Podopsis, in 2 Sbg. zerlegt; Mesopodopsis mit Pcd. slabberi Ben. imd
Parapi'dopsix (Vorderecke des Schildes u. Telson vor der Spitze mit Dorn,
welcher bei M. fehlt.) mit goesi (= Pod. slabberi Goes u. Macropsis slabb. Sars)
und Pai'. cornuta (= pontica Cz. 69, ähnl. auch von Neapel) nebst var. major
(= Pod. slableri Marcusen u. P. pontica Widhalm.) Czern. 1, 143 — 55,
Tf; 1 3.
Mysis (restr.), Schlüssel für die 6 sicher. russ.Sp. u. zweifelh. r. Sp. M. baltica
(= M. mixta Lov. nee Lillj.) S. fi, Tf. 15. — M. relicta Lov. forma n. major,
Ladoga-See, S. 10, Tf. 15, 16, f. n. orientalis, Onega-, Putko- u. Keno-See, S. 11,
Tf. 17. - M. oculata Fahr , f. n. orientalis, Wei.sses M., S. 14, Tf. 17. — M. mixta
Lillj. (von latitans Kr. versch.), f. n. orientalis, AVeisses M., S. 18, Tf. 18. —
M. mertensi (ob Pseiidomysis?), Kamschatka; S. 19, Tf. 14. — M. schrencki, de
Castries-Bay, S. 20, Tf. 19. - M. awatschensis Br. 61. S. 22, Tf. 18. — Ob
lamornae, Geh. aurantia S., grandis G. in Rnssl.?. — (Czerniavsky Fase, n,
S. 1—23.
Mysis inermis, arenosa, lamornae bei Britannien, Norman, 94, 95.
Neomysis n. g. Zw. Mysis und Heteromysis Gz.; dazu vulgaris Th. mit
iovmd.\i.halticaVi.lapponica, Czern. IL 23-26, Tf. 18, 19, 30.
Synmysis n. g., Schlüssel für 8 bek. u. 2n Sp. — S. flexuosa Müll, (nee
Norm., welche = chamaeleon), forma n. baltica (= flex. Grimm 77), bei Libava,
S. 30, Tf. 19. — S. chamaeleon Th. (nee Ben.), England; S. 31. — S. benedeni
(== Cham. B. nee Th.), Belgien; S. 31. — S. mecznikovi (? = spinul. Leach u. M. E.),
Helgoland, S. 32. — Im Schlüssel erw.: neglecta S., assimilis S., ornata S.,
normani {= flex. Norm.!, vergl. flexuosa!), Spiritus Norm. Czerniavsky 11,
26-33.
Mysis ehamaeleo, Embryologie; Nu s bäum. Nei-vensystem; Koehler (^)
Heteromysis n. g. [praeocc. Smith, = Chiromysis] Pedes elongati, debiles,
tarso 8 — 12-artic. ; pedes anteriores debiles, ungue tenuissime setiformi; pedes
poster. majores, artieulis tarsi plus numerosis, ungue brevissimo, forti et maxime
curvato. Pleop. $ unartic. etgracilia; pleop. (^ paris 1.. 2., 5., 3. ut in ^; tan-
284 Dr. G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
sum 4. longa , multiart. et biramea (ut in g. Mysirte). — H. mirabüis, de Castris-
Bai, Tf. 20; intermedia, Berings-I., Tf. 30. — Czern. II, 33—36.
Kesslerella n. g. für M. cornuta Kr. (wozu var. aberrans, Lappland.
Tf. 30) u. K. similis nebst var. affinis, Gabrilow I. (Eismeer); Czern. II, 36—41,
Mesomysis n. g. Zw. Mysis u. Paramysis. Pedes robusti, articnlis 3. et 4.
abbreviatis et dilatatis, tarso 4-artic., brevi et iucrassato, articulo 1. bravissimo,
ungue tenui setiforme. 5 südruss. Sp. — M. lacustris, Tf, 24, 25, Abra\i-See im
Cancasus, 250 Fuss h. ; MAröyeri, mit forma kerczensis n. berezanica, Schwarzes
M., Tf. 25, 26; M. kowalevskii, f. typica (Caspi) w. major (Liman Berezan), Tf. 21, 22;
M. intermedia, f. typica (Caspi) u. truncata (Odessa), Tf. 22, 23; M. aberraiis, Caspi,
Tf. 23. — Czerniavsky n, 41—55.
Paramysis g. n. Pleop. nt in Mesom. etMyside; pedes robusti, articulis
3. et 4. abbrev. et dilatatis, complan. , tarso 4-art. brevi et incrassato, articulo
]. brevissimo, ungue plus minusve forti (non setiformi). Nahe Mesomysis. —
P. baeri, f. valida u. litwalis, Tf. 27—29; P. armata, Tf. 29; P. uliskyi (im Schlüssel
strauchi!) f. typ. u. occidentalis, Tf. 26. Alle 3 vom Caspi-See. Czern. II, 55—67.
Ärctomysis n. g., Czern. III 6, Heterosiriella n. g., ebd. 38.
Austromysis n. g., ebd. 66.
Stomatopoda.
Protosquilla ectypa, Müller, S. 476 u. stoliura, S. 477.
Ijysiosquilla sarasinorum, Müller, S. 478.
Cumacea.
Lamprops fasciata, britisch; Norman, S. 100.
Hemilamprops rosea u. cristata, britisch; Norman, S. 100 — 1.
Diastylis rugosa, britisch; Norman, S. 102.
Pseiidocuma cercaria (van Ben.), n. für Britannien; ebd.
Leptostraca.
Amphipoda.
Allgemeine Eintheiluug der Gruppe; Bovallius (*).
Orohestiidae, Bemerkungen hierüber; Barrois (').
Talorchestia tumida, Beschr. ; Stebbing.
G-ammaridae. Gammarus (Gammarella?) dubius; Herrick (^), S. 41. —
G. pulex, Albinismus; Cameron.
Microprotopus longimanus, Chevreux ('-), S. XLI.
Byblis kallarthrus, Beschr.; Stebbing.
Phemsa coerulea, Beschr.; Stebbing.
Microdeutopus armatus; Chevreux ('),.S. XLI.
Corophiidae. Ptilocheirus tricristatus ; Chevreux C), S. XL.
Eurystheus hirsutus; Giles, S. 227.
Synopidae. 3 Gatt, bekannt, alle 8 Sp. abgebildet. — Synopia caraibica
u. scheeleana u. 4 bek. Sp. ; Bovallius (*), S. 16.
Triscbizostoma, nur 1 Sp.; ebd., S 22 ff.
Hyperiopsis, nur 1 Sp.; ebd., S. 31.
Hyperiidae. In Radiolarien; K. Brandt. — Arctische und antarct.
Hyperiiden ; Bovallius (^). Alle aufgeführten Sp. sind unten referirt. Es
in der Carcinologie wälirend des Jahres 1887. 285
fehlen in den kalten Meeren ganz die Abtheilungen : Paraphronimidae, Phroni-
niidae, Phorcidae, Oxyceph., Pronoidae, Scelidae, Typhidae.
Tyro jiacifica; Bovallius ('), S. 4. — T. borealis, clausi (Abb.), tullbergi
(Abb.); Bovallius (% S. 551— 2.
Lanceola clausi (Abb.), loveui, serrata-, Bovallius (^), S. 553—4.
Vibilia, 10 sp. n.; id. (').: macropis, gibbosa, robusta, S. 7; kroyeri, longipes,
S. 8; tnatrix, graeilis, gracüenta, S. 9; armata, pyripes, S. 10. — V. kroeyeri
id. (') S. 555.
Cyllopus annatus u. laevis; Bovallius ('), S. 11, 12. — C. mageil., lucasi,
danae, arraatus (Abb.); id. (') S. 555 — 7.
Cyllias g. n. für tricuspidatus (Streets), id. ('), S. 12.
Paraphronima pedinata, ebd., S. 13.
Thaumatops longipes; Bovallius (^) S. 558.
Mimonectes steenstrupi; ebd. 558 (Abb.).
Hyperia medusarum (Abb.), latreillei (Abb.), galba (Abb.); ebd. S. 560— 3.
Julopis g. n. Körper behaart. Kopf sehr gross, hoher als lang Antennen
wie bei Hyperia. Segm, des Pereion erhoben, Rollen bildend. Pereiop. I u. II
subcheliform ; der lüffelf. Carpalprocess compress, schmal. Carpns von III u. IV
nicht verbreitert; V, VI, VII subaequal, Metacarpi kurz aber breit Epimeren
distinct, Uropoda kurz und breit, Telson gross. — Mit Imieni und mirabilis;
Bovallius ('), S. 17, 18.
Hyperoche g. n. K()rper glatt, Kopf gross, höher als lang. Ant. wie
Hyperia. Segm. d. Per. eben. Pereiop. I, II cheliform ; Crpproc. lang, raesserf.
Carpi von III u. IV nicht verbreitert; V, VI, VII subaequal, Metacarpi nicht
verlängert, schmal. Epim. distinct, Urop. zienil. kurz u. breit, Telson gross. —
Mit 4 älteren ii. 1 n. Sp. : lütkcni, ebd., S. 18. — H. kroeyeri, abyssorum (Abb.),
lütk. (Abb.); id. {% S. 564—5.
Tauria raacroc, Bovallius (^) S. 565.
Hyperiella g. n. Körper glatt. Kopf gross, höh. als 1., vorn flach; Ant.
wie Hyperia. Segm. des P. eben. Pereiop. I, II subchelif., Cai'ppr. wie Hyperia.
Caipi von III u. IV nicht verbreitert. V länger als folgende, mit verläng. Meta-
carp. VI u. VII mit kurzem Metac. Epim. distinct, Urop. verlängert, T. mittel-
gross. — Mit antarctica; id. (•), S. 19 u. (=) S. 566 (Abb.).
Lestrigonus bengalensis : Giles, S. 224.
Paiathemisto japonica; Bovallius ('), S. 21. — P. abyssorum Boeck (70)
Abb.), conipressa, oblivia, trigona; id. ('), S. 566—8.
Euthemisto nwdensMöldi ; id. (•), S. 22. — E. gaudich., libellula (Abb.),
bispin. (Abb), antarct., nordensk. (Abb.); id. (''), S. 568— 570.
Themistella g. n. Körper glatt, Kopf mittelgross, höh. als 1.; 3 erste
Grlieder des I lag. von Ant. I mit Riechfortsätzen ; Ant. 11 wie Hyperia. Pereiop. I,
n subchelif; Carppr. schmal „gange -shaped"; Carpi von III u. IV nicht ver-
breitert; V am längsten, VI, VII abnehmend; Metac. von V, VI, VII etwas
verläng.; Epim. nicht distinct, Urop. lang u. schmal, T. mittelgross. — Für
steenstrupi; ebd., S. 22, 23.
Phronimopsis sarsi; ebd., S. 23.
Dairella g. n. bildet in den Phronimidae die Subf. Dairellinae: Kopf
rundlich (nicht conisch), Pereiop. säramtlich einfache Schreitfüsse, Epim. markirt,
aber nicht artikulirt. Diagn. d. Gatt.: Pereiop. I, II einfach, mit gradem, kurzem
286 Dr. Gr. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Dactylus; Carpiis aller Pereiop. verläng-.; Urop. mit sehr breitem Stiel u. distanteu
Aesten; T. sehr kurz u. breit. — Mit D. latissima; ebd., S. 24.
Phronima spinosa u. colletti, ebd., S. 25.
Phronima bucephala; Giles, S. 215.
Phronimella hippocephala; Giles, S. 217.
Phronimella fdiformis; Bovallius (•), S. 26.
Anchyloraera abbreviata, antipodes; Bovallius (^), S. 571 — 2.
Die Platysceliden. Claus. (^). Vf. liefert in diesem Werke eine Er-
gänzung seiner früheren Arbeit (1879) über die gleiche Gruppe. Besonders ist
eine anatomisch-morphologische Einleitung neu hinzugefügt (S. 4— 29), vy^elcher
auch ein Theil der Abb. zu Gute kommt. — Allg. Erscheinung und Körper-
form (S. 4-5): „Allgemein erscheint der hintere Abschnitt des Abdomens durch
Verschmelzung des 5. und 6. Segmentes vereinfacht ," mit welchen auch das
Telson ohne Naht vereinigt sein kann. — Gliedmaassen (5 — 12): Die Neben-
geissel der 1. Ant. fehlt stets; was man bei Phorcus dafür angesehen, ist Hauptg.,
während die sog. Hauptg. der scheinbar gegliederte Fortsatz des Schaftgliedes
ist. Das Ooxalglied der 2. Ant. ist nur bei Pronoe deutlich, sonst aber mit dem
Integnment des Kopfes verschmolzen (selbst schon bei Larven). Der Taster der
Mandibeln zeigt in ähnlicher Weise Geschlechtscharaktere (Rückbild, beim W.,
starke Entw. bei M.), wie die 2. Ant. Die zwei Maxillen und der Kieferfuss,
sind immer sehr vereinfacht, bei den Oxycephaliden sind ei'stere ganz geschwun-
den; die feinen Anhänge des letzteren vielleicht Tastorgane. Bezüglich der
Scheerenbildung unterscheidet Vf.: Greifhand (mit kurzem Index), Scheere (mit
langem), doppelte Scheere (Glied 7 und 6 bilden eine. Gl. 5 gegen 6 + 7 eine
zweite Scb.), zusammengesetzte Seh. (5 gegen 6 + 7, aber nicht 6 gegen 7). —
Integument und Hautdrüsen: Ln Panzer oft concentr. Concremente. Li
den Beinen Drüsen (wie bei Phronima) sehr häufig; auch oft am Vorderrand
der Segmente; stets Antennendrüse, selbst bei $, wo nur die Coxa der 2. Ant.
geblieben. Zahlreiche Drüsen in der 2. Ant. des ^ scheinen mit den Haken-
haaren der 4 Endglieder Beziehung zu haben (S. 8). — Nervensystem und
Sinnesorg. (14—18): 1. und 2. Brustganglion stösst zum unt. Schlundg., das
(kleine) 7. zum 6., das 4. Abdomggl. (klein) zum 3. Bei gestrecktem Leib auch
die Längscommissuren lang, und dann treten auch aus diesen Seitennerven aus.
Die Form des Gehirnggl. von der des Kopfes abhängig; daraus seitlich ein
sympath. Nerv; vor dem Hirn die Otolithenblasen (bei Eutyphis, Thamyris,
Simorh., Oxyc, Rhabd.) Auge ähnlich Phronima; auch hier bleibt unter der
Cornea die Hypodermis stets erhalten. Für die sog. Riechhaare nimmt Verf.
eine Empfindung an, die einem „Uebergangsinn" zw. Geruch und Geschmack
entspricht [Sinn für chemische Beschaffh.]. Deren Nerv zwar in der Axe des
Haars bei Phronima, Argulus und Daphnia erkannt (für Platyscel. nicht unter-
sucht), aber vom Verf nie als allg. nachweisbar behauptet (Polemik). — Darm-
caual: 1 Paar Leberschläuche, bei Typhiden wegen der weiten Mündung als
Zipfel des Mitteldarmsacks erscheinend. Keinerlei dahinterliegende Darm-
anhänge. Gefässsystem und Athmung (S. 20— 26). Herz hat nur im 3.
und 4. Segment ein Ostium; ausser der vorderen und der hinteren Arterie noch
(3) seitliche aus dem Herzen wie bei Isopoden. Die Rhabdosoma ^ [u. Lycaeopsis,
S. 66] besitzen Kiemen nur am 5. u. 6. Bein , alle übr. Platysc. auch am 2,, 3.
und 4.; die Hypodermis des Kiemenblattes scheidet auch an der centralen Seite
iu der Carcinologie während des Jahres 1887. 2(S7
eine Cuticula ab (Basalmembran). — Geschlechtsorgane, Entwicklung:
Ovarien und Hoden ähnl. Phronima. Beim Ausschlüpfen aus der Eihülle sind
die Jungen ziemlich entwickelt, auch Abdominalbeine schon da (wie auch bei
Hyperia, gegen Fr. Müller). Aber Körperform sehr abweichend, bei Rhabd.
(Abb.) noch sehr kurz, bei Eutyphis (Abb.) sehr lang. Beschr. einer Parascelus-
Larve: Kieme am 2. Bein fehlt noch. Kopf klein, Seiteuauge winzig mit 4 bis
5 Kegeln, also mehr Gammariden- als Hyperiatypus Die Hyperiden stammen
nach Verf. von den Crevettinen, und die Platysc. sind wieder ein aberranter
Zweig der Plat. — Systematik: Wenig versch. von 1879: 4 sp. nov. (nichts!),
auch fast alle alten Sp. abgebildet. Phorcus (vom Verf. nicht gesehen) steht
mit Lycaeopsis bei der Farn. Lycaeidae, doch ist Lycaeopsis (S. 8) wegen völliger
Gleichheit der 2. Ant. bei ^ und ^ nur zweifelhaft ein Platyscelide zu nennen.
Bei Pronoe ist dieser Unterschied, wenn auch schwächer, vorhanden.
Phorcus loveni; Bovallius ('), S. 29.
Lycaeopsis Undber-gi, ebd., S. 29.
Tryphaena nordenskiöldi, ebd., S. 30. — Tr. malmi, nordensk.; Bovallius {%
S. 573.
Thamyris elegans, id. ('), S. 31. — Th. antipodes; id. {% S. 574.
Thamyris lycaeoides, Claus {^) S. 60, Tf. 16 u. 21; Th. mediterranea, ebd.,
S. 60, Tf. 16.
Thamneus n. g. mit depressem Kopf u. Körper. Dahin debilis Dana u.
rostatus; Bovallius ('), S. 31.
Lycaea stehhinyi , ebd., S. 33.
Paralycaea newtoniana, ebd., S. 33.
Simorhynchus liUjeborgi, ebd., S. 34.
Glossocephalus n. g. mit dickem, abgerundetem, zungenf. Rostrum; Tibia,
Carpus u. Metac. von Pereiop. V sehr verbreitert; nicht geschwollen; Uropoda
kurz und breit; nahe Oxycephalus. — Dazu müne-edwardsi und spiniger, ebd.,
S. 35.
Oxycephalus clausi (S. 35), pectinatus (S. 36), pronoides u. steenstrupi (S. 37) ;
Bovallius (')
Leptocotis lindströmi; ebd., S. 38.
TuUbergella n. g., einz. Sp.: cuspidata; Diagn. : Rostrura kurz, scharf,
keilförmig; Körper, dick, breit; Pereiop. I, II stark scherenf.; Femora von V, VI
stark verbreitert; VII rudimentär; Urus u. Urop. kurz, innere Rami nicht mit
dem Stiel verwachsen. Nahe Leptocotis u. Calamorh. (Ind. Oc); Bovallius ('),
S. 38.
Rhabdonectes nom. n. für Rhabdosoma (präocc); ebd., S. 39.
Rhabdosoma investigatwis ; Giles, S. 219.
Eupronoe serrata, Claus (^), S. 52, Tf. 14, Lagos.
Eupronoe macrocephala ; Bovallius ('), S. 41.
Parapronoe agilis, atlantica; ebd., S. 42.
Araphipronoe longicormita; Giles, S. 224.
Thyropus atlanticus, Bovallius (^) S. 43
Parascelus nasutus, ebd., S. 44,
Euthyphes forfex, ebd., S. 46.
Dithyrus stellatus, ebd., S. 46.
Paratyphes theeli, ebd., S, 47.
288 Dr. G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistuugen
Paratyphis jx/rrMS Claus {\ S. 40, Tf. 7, Lagos und Atlantischer Ocean.
Tetrathyrus rectangularis ßov. ('), (S. 47) u. inscriptus (S. 48), ebd.
Ainphithyrus inermis, ebd., S. 48.
Caprellidae.
Isopoda.
Histologie der zusammengesetzten Augen bei einigen Gatt.. Beddard;
Polkörper, Leichmann; Nervensystem, E. Brandt.
Apseudidae u. Tanaidae. Apseudes latreillei, Claus (*, ^).
Anthuridae.
Anceidae. Anceus nnrmani (? sp. n.), Scott.
Cymothoidae (incl. Cii'olanidae u. Aegidae). Slabberina graalis, Bo-
vallius (■-) S. 12.
Aega loveni (S. 1), veutrosa (Seh. u. M.) (S. 6), ventrosus (M. Sars); Bo-
vallius C^). — Aega crenulata in brit. Meeren, Matthews.
Rocinela dumerilii, Bemerk.; Bovallius C^), S. 9.
Syscenus lilljeborgii, Bern.; ebd., S. 17.
Nerocila 2}A«7ij>2->e«sts, Bovallius (^), S. 1 ; loveni, Java, ebd., S. 6; laticeps,
Westafrika, ebd., S. 10.
Anilocra leptosoma, var. n.: caudata; ebd., S. 13; A. hedenhorgi, ebd., S. 15;
guinensis, ebd., S. 17.
Sphaeromidae. Sphaeroma holivarü; de Buen, S. 415.
Areturidae, Idotheidae, Munnopsidae.
Asellidae. Asellus, embryonale Anhänge, Claus C^). — Weisse Var.:
A. aquat. var. fribergensis, R. Schneider. — Spermatogeusis, Terfve.
Jaera marina, Anatomie u. Histologie; Sye.
Oniscidae. Porcellio, Entwicklung; Reinhard.
Die Armadillinae Frankreichs; Dollfus.
Bopyridae u. Dajaidae. Vergl. Giard u. Bonnier (', \ ^ «, ').
Grapsicepon n. g. für C. messoris Kossm. u. fritzii Giard C), S. 69, 70.
Cancricepon n. g. für elegans u. pilula auct.; ebd., S. 72.
Portunicepon n. g. für C. portuni Kossm.; ebd , S. 73
Entoniseidae u. Cryptoniscidae. Cryptoniscus sp , Gourret ('), S 187.
Banalia g. n., begründet auf einen an Sacculina schmarotzenden Crypto-
nisciden; Giard {*).
Leponiscus u. g., mit anatifae u. jJoUicipedis; ebd., S. 52.
Entoniscus midien (Giard u. Bonnier 1886J, Giard ('), S. 234; brad-
liensis, ebd., S. 235; creplini, S. 236.
Entione aehaei, Giard ('), S. 237.
Grapsion n. g. (Giard und Bonnier 1886) mit der einz. Sp. cavolinii
(Giard); ebd., S. 237.
Cancrion n. g. (1886) für cancrorum (F. Müller), miser (Giard u. Bonnier)
u. floridus (G. u. B.); ebd., S. 239.
Furtunion n. g. (1886), für einige ältere Sp u. für salratoris u. moniezii
(sp. n. 1886); ebd., S. 245.
in der Carcinologie während des Jahres 1887. 289
Phyllopoda.
Metamorphose etc., Herrick (').
Apodidae. Apus haeckeUi, Walter, S. 924.
Branchipodidae. Beziehungen zwischen Artemia u. Branchipus ; Brauer.
Artemia asiatica; Walter, S. 926. — Entwicklung, Nassonow.
Estheridae. Cyclestheria n. g. mit (Estheria) hislopi; Sars (-). Die
Augen vollständig in eins verschmolzen. Antennnlae ohne laterale Lappen. Am
oberen Ast der Antennae starke rückwärts gekrümmte Stacheln. Beine (16)
geringer an Zahl als bei Esth. u. Limnadia, nur das 1. Paar beim ^ prehensii.
An der Caudalplatte 7— 8 Paar (statt 1 Paar) starke, gekiümmte Dorsaldornen.
Die grosse lappige Leber der bivalven Phyllop. mangelt. Eatwicklung ähnlicher
den Cladoceren als den Phyllop.
Cladocera,
Bemerkungen über die Ephippien, Imhof (^).
Podontidae. Podon minutus, de Guerne (-).
Daphniidae. Hyalodaphnia und Bosmina, neue Varietäten, Z a c h a r i a s (").
Ceriodaphnia echinata, Moniez (^).
Moinodaphnia n. g. für die einzige Sp. alahmncnsis ; Herr ick (^), S. 35.
Von Moina unterscheidet sich diese Gatt, durch Vorhandensein der dorsalen
Fortsätze am Abdomen (zum Abschliesseu des Brutraums dienend), von Cerio-
daphnia durch undeutliche Felderung und viereckige (statt ovale) Form der
Schale. Kopf oben stark gewölbt, vorn winklig, hinten fast ein Schnabel; An-
tennnlae lang, beweglich. Auch Moina macleayii King von Australien dürfte
hierher gehören.
Ostracocla.
Anatomie etc. der Cypridina, Garbini.
Cyprididae. Cypris d'^^sü, Herrick ("), S. 26; pcrdcgans, ebd., S. 27;
minnesotensis und modesta, ebd., S. 28.
Cypridopsis hystrix, ebd., S. 30.
Candona neglecta, Sars ('), S. 279.
Cytheridae. Cythere amnkola, Sars ('), S. 309.
Halocypridae. Conchoecia pe??wci(Z«, Sars ('), S. 252; tetraguna, ebd.,
S. 254; striolata, ebd., S. 256.
Cypridinidae. Cypridina amjulata, Sars ('), S. 215.
Copepocla.
Bemerkungen über die „blassen Kolben"; Imhof ('-).
Argulidae. Argulus catastorai, Kellicot.
Calanidae. Die Calanidae Polens, Wierzejsky.
Calanus americanus, Herrick (''), S. 6.
Acartia gracilis, ebd., S. 7.
Temora und Temorella, ebd., S. 7, 8; aflinis, S. 9.
Temorella lacustris Poppe, siehe Zacharias (').
Aieh. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 2. U
290 Di\ G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen etc.
Harpactidae. Amyone intermedia, Herrick (^), S. 22.
Laophonte mississipiensis, ebd., S. 20.
Canthocamptus mobiliensis, ebd., S. 22.
Corycaeidae. Corycaeus suhulatus, Herrick ('), S. 48.
Notodelphyidae. Doropygus (Notopteröphorus) papilio (Hess.), var.
massiliensis, CTOurret ('), S. 185; D. elongatus var. maculatus, ebd., S. 186.
Lernaeidae. Lemaeascus nematoxys, Anatomie; Claus (', ").
Sphaerifer cornutus, H. Lucas (^).
Caligidae. Pandarus sinuatus, Beschr. und Abb., Rathbun, S. 110;
smithii, ebd., S. 315.
Cecrops latreillei, H. Lucas ('), Claus (').
Chondracanthidae. Cbondracanthus galeritus, Rathbun, S. 317;
phycidis, ebd., S. 320; cottunculi, ebd., S. 322.
Cancerilla tubulata, Giard (^).
Cirripedia.
Phylogenie und Vertheilung nach der Zeit; Weithof er.
Balanidae. Baianus, Entwicklung; Nassonow.
Acasta scuticosta, Schlüssel zu den Sp. dieser Gatt.; Weltner.
Stephanolepas u. g. mit St. muricata, Fischer.
Lepadidae. Dichelaspis pellucida, Hoek (').
Xiphosiira.
KroH's Buohdruckerei in Berlin S.
Bericht
über die
wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte der
freilebenden Würmer während des Jahres 1888.
Von
Prof. Dr. M. Braun
in Königsberg i. Pr.
I. Termes im Allgemeinen.
In Lief. 5/6 des Bandes „Vermes" von Bronn's Klassen-
u. Ordnungen des Thierreiclis behandelt Pagensteclier den
Schluss der „älteren Quellen'^ und giebt eine allgemeine Geschichte
der Würmer bis um das Jahr 1830 (Leipzig 1887 pg. 145—208.
2 Tat'.).
In der trefflichen Neubearbeitung des 0. Schmidt 'sehen
Handbuches der vergleichenden Anatomie von A. Lang
(Jena 1888) stellt sich der Autor auf die Seite derer, welche die
,, Würmer" auflösen; erstens kommen die Dicyemiden und Ortho-
ne ctiden ganz aus den Würmern heraus «und bilden mit den Phy-
semarien die erste Classe (Gastraeadae) der Coelenteraten , wo-
bei Trichoplax als Anhang der Gastraeaden auftritt; zweitens
werden die Plathelminthes zu einem besonderen Stamme erhoben
und definirt als Metazoen mit wohl entwickeltem, vom Ecto- und
Entoderm scharf gesondertem Mesoderm; Darm mit einer einzigen
Oeffnung nach aussen mündend; Leibeshöhle und Blutgefässsystem
fehlen; Excretionsorgane vorhanden; Nervensystem centralisirt."
Die ,, Vermes" im engeren Sinne bilden nach Lang einen weiteren
Kreis, der nach wie vor keine natürliche, wohl umgrenzte Abtheilung
darstellt und kaum anders als durch negative Charactere characte-
risirt werden kann; die Eintheilung ist folgende:
1. Cl. Nemertini (Rhynchocoela) mit Palaeonemertini, Schizonemertini, Hoplo-
nemertini und Malacobdellini.
2. Cl. Nemathelmia mit Nematodes und Acanthocepliali.
3. Cl. Annulata
1. Hinidiuei mit Rhynchobdellida und Gnathobdellida.
2. Chaetopoda mit a. Oligochaeta, b. Polychaeta incl. den beide Unter-
ordnungen verbindenden Capitelliden und Opheliaceen, und c. Echiuridae.
3. Myzostomida.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.H. H.3. 1
2 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
4. Cl. Prosopygii
1. Sipunculacea mit Sipunculidae und Priapulidae.
2. Phoronidea.
3. Bryozoa mit Pterobranchia, Ectprocta und Entoprocta.
4. Brachiopoda.
5. Cl. Rotatoria — Anhang Dinophilus, vielleicht auch Gastrotricha und
Echinoderes.
Anhang zu den Vermes als 6. Cl. die Chaetognatha, die man
vielleicht als Annulaten mit geringer Segmentzahl (3) betrachten
kann.
Aehnlich reformirend wie A. Lang — nur zum Theil noch
weiter — geht B. Hatschek in seinem „Lehrbuch der Zoologie"
(Jena 1888) vor; er theilt die Metazoa in zwei grosse Gruppen:
Protaxonia (Coelenterata) und Heteraxonia (Bilateria) und unter-
scheidet in jeder drei Typen; die erste Gruppe interessirt hier nur
in so weit, als die Dicyemiden und Orthonectiden als Planuloidea
im Anhang zu den Cnidarien erscheinen. Die Typen der Heteraxonier
sind Zygoneura, Ambulacralia (Echinodermen und Enteropneusten)
und Chordonier (Tunicaten, Leptocardier und Vertebraten). Die
Zygoneura zerfallen:
1. Subtypus: Autoscolecida (= Protonephridiozoa)
1. Scolecida mit Piatodes, Rotifera, Endoprocta, Nematodes, Acantho-
cephali — als Anhang Nemertini.
2. Subtypus: Aposcolecida (= Metranephrodiozna)
1. Articutata mit a. Annelida (+ Sipunculoida -f Chaetognathi),
b. Onychophora, c. Arthropoda.
2. Tentaculata (= MoUuscoidea) mit Phoronida, Bryozoa (ectoprocta)
nnd Brachiopoda.
3. Mollusca.
Die Autoscoleciden zeichnen sich durch den dauernden Besitz
des Protonephridiums aus, das bei den Aposcoleciden nur als Larven-
organ auftritt und durch das characteristische Metanephridium er-
setzt wird; bei einigen Gruppen ist letzteres allerdings secundär
unterdrückt; nur provisorisch ist die Gruppe der Tentaculata auf-
gestellt.
a) Anatomie u. Entwickelung.
Nach Chatin kommen Myelocyten, die man ang'eblich nur
aus der grauen Substanz von Hirn und Rückenmark der Wirbel-
thiere kennt, auch bei Wibellosen vor; es sind echte, mit allen
wesentlichen Attributen versehene Zellen, die bei Pontobdella, Are-
nicola, Sabella etc. einen Fortsatz entsenden; die letzteren verästeln
und verflechten sich und bilden die sogenannte Punktsubstanz (Sur
les myelocytes des invertehres in Compt. rencL Ac. Paris P. 107
1888. II. pg. 504 — 506J. Die grössere Arbeit desselben Autors
über das gleiche Thema hat Ref. nicht gesehen (Mem. soc. philom.
[Paris] centen. Scienc. nat. pg. 87* — 107*. 1 pl.).
iu der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 3
C. F. Marshall publicirt: ,,Observations on striped and
unstriped muscle" und berücksichtigt von Würmern Hirudo und
Lurabricus terrestris, ohne Neues zu bringen (Quart, journ. micr.
sc. vol. XXVIII. 1888 pg. 86—87. 1 pL).
In seinen „Etudes sur le sang, son role et sa formation
dans la serie animale" berücksichtigt L. Cuenot auch die
Würmer und zv^^ar Lumbricus terrestris, Aulostomum gulo, Glossi-
phonia sexoculata und bioculata, Nephelis octoculata, Phascolosoma
sp. und Sipunculus nudus; da es sehr leicht ist, sich bei Lumbricus
zu überzeugen, dass die Amoebocyten der Leibeshöhlenflüssigkeit
von den Chloragogenzellen herstammen, so muss die braune Be-
kleidung des Darmes besser „Couche lymphatique*^' genannt werden;
bei den Hirudineen, bei denen die Leibeshöhle fast ganz verschwun-
den ist, kommen trotzdem Zellen mit albuminogenem Fei-ment vor
— es sind die grossen, gelbe oder grünliche Granula einschliessenden
Zellen, die Leydig als Leber, Ray-Lankester als Botryoidal-
gewebe bezeichnet Im Blute der Gephyreen findet C. Amoibocyten
mit einem gelblichen Ferment und gekernte Blutkörperchen; sie ent-
stehen in einem gelappten, auf dem Hirn gelegenen Organ, das die
Rolle der Milz spielt (Arch. Zoolog, exper. et gen. 2 ser. Tom. V. 1887
Notes pg. XLIIL^XLVII.).
Eine Arbeit Yejdovsky's in böhmischer Sprache dürfte mit der
Notiz über larvales und definitives Excretionssystem (cf. F. Ber.
1886/87 pg. 103) zusammenfallen (Morphologie der Exe r et ionsorg.
— Stzgsh. d. K. böhm. Ges. W'iss. Prag. 1887. pg. 696—717).
b) Physiologie, Biologie.
Graber prüfte in Neapel die Empfindlichkeit einiger Meerthiere
gegen Riechstoffe: Thysanozoon Brocchii Gr. ist vorn gegen Rosen-
öl reizbarer als hinten — doch reagiren manche Exemplare gar
nicht; Cerebratulus marginatus, von dem nur Bruchstücke geprüft
werden konnten, ist gegen Rosen- und Rosmarinöl ganz unempfind-
lich, reagirt aber local auf Asa foetida, wogegen Ammoniak über
den ganzen Körper verlaufende Contractionswelleu hervorruft; un-
empfindlich sind Sternaspis, Eunice, Nereis, Leprea und Amphitrite.
die nur ausnahmsweise reagiren. Sagitta, deren jüngere Individuen
empfindlicher sind, beginnt bei Wirkung von Rosenöl mit dem
Vorderende zu vibriren; diese Bewegungen sind unter dem Einflüsse
von Rosmarinöl stärker und schneller, das Thier krümmt sich kreis-
förmig zusammen und schnellt fort oder entflieht rückwärts schwim-
mend der Spitze des Geruchsträgers (Biol. Centralhl. VIII. 1888
pg. 750—752).
Salvatore Lo Biaiico's ,,Noticie biologiche riguardanti
specialmente il periodo de maturitä sessuale degli animali
del golfo di Napoli" geben die entsprechenden Daten für eine
Anzahl Turbellarien, Nemertinen, Gephyreen, Enteropneusten, Chae-
tognathen und Anneliden (Mitth. d. zool. Stat. Neapel VIII. 1888
pg. 398—405).
1*
4 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. Lang beschäftigt sich mit dem ,,Einfluss der fest-
sitzenden Lebensweise auf die Thiere" und constatirt zuerst,
dass bei dem Uebergang von der freien zu der festsitzenden oder
einer ihr nahe verwandten Lebensweise die activen Bewegungsorgane
entweder mehr oder weniger verkümmern oder zu anderen Functionen
benutzt werden, die gewöhnlich vorher schon neben der Hauptfunction
bestanden haben.
Ein bestimmter, mittelbarer Einfluss der festsitzenden Lebens-
weise auf das Nervensystem (durch Sinnes- und Bewegungsorgane)
lässt sich bei Anneliden etc. nicht constatiren, nur bei einem Ver-
gleich der Echiuriden mit ihren Jugendstadien und mit echten
Anneliden ergiebt sich, dass im gesammten Centralnervensystem die
Gliederung bei festsitzenden Formen verwischt ist. Die veränderte
Ernährungsweise bedingt den Wegfall des Rüssels, die starke Aus-
bildung der Fühlercirren , Tentakel etc., also einen Fang- und
Sammelapparat, der gleichzeitig der Athmung dient. Dass die
Haut, die Locomotionsorgane , die Musculatur beeinflusst werden,
liegt auf der Hand; doch geht der Einfluss weiter, vielfach kann
das Vorderende des Körpers eingestülpt werden, womit bei Sipun-
culiden ein Verlust der Dissepimente verbunden ist; Verlagerungen
des Afters , Unterdrückung der Nephridien in • der mittleren und
hinteren Körperregion sind auch anzuführen, ebenso die zahlreichen
Schutzmittel festsitzender Thiere, die übrigens die hohe Ausbildung
des Regenerationsvermögens nicht beeinträchtigt haben (Jena 1888.
166 pg. 80).
Anschhessend an eine frühere Untersuchung über das Sauer-
stoffbedürfniss der Darmparasiten (Zeitsch. f. phys. Chemie VHL 1883
pg. 48) constatirt G. Bunge, dass auch bei im Schlamme wohnenden
Würmern, Hirudo, Haemojns, Clepsine, Nephelis, Planaria und Lum-
briculus, das Sauerstoff bedürfniss ein geringes ist, indem Vertreter
dieser Gattungen, in ausgekochtem Wasser und unter ausgekochtem
Quecksilber gehalten, ein bis vier Tage am Leben blieben, während
Schnecken, Crustaceen, Asseln etc. schon nach 1 — 5 Stunden nach
Luftentziehung zu Grunde gehen. (lieber das Sauerstoff-
bedarf niss der Schlam7nbewohner, Zeitschrift f. phys. Chemie
XII. 1888. pg. 565-567).
In den „researches on the problematical Organs of the
Invertebrata" bespricht A. H. Griffiths kurz auch die Segmental-
organe von Lumbricus terrestris, in denen Harnsäure, aber kein
Harnstoff, kein Guanin und kein phosphorsaurer Kalk nachgewiesen
werden konnte (Proc. R. soc. Edinburgh vol. XIV. 1886/87 pg. 230
bis 238).
c) Faunistik und Systematik.
C. Chun unternahm mit dem Dampfer der zoologischen Station
in Neapel mehrere Fahrten an tiefe Stellen des Mittelmeeres, um
zu constatiren, ob zwischen der unteren Verbreitungszone der ober-
flächlichen pelagischen Thierwelt (etwa 150 mtr.) bis zum Grunde
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888.
pelagische Thiere in grösserer Zahl vorkommen; hierzu bediente er
sich eines in bestimmter Tiefe sich schhessenden Netzes und fand,
dass in allen untersuchten Tiefen (bis 1400 mtr.) ein reiches pela-
gisches Thierleben existirt, dem Thiere angehören, die nie oder nur
selten an die Oberflcäche kommen; ein Theil der pelagischen Ober-
flächenthiere geht im Sommer in die Tiefe. Als typische, pelagische
Tiefseethiere können betrachtet werden einige Radiolarien, Tomopteris
euchaeta n. sp., vielleicht auch T. elegans n. sp., einige Phronimiden,
Euphausiden, mehrere Decapoden, drei SpiriaHs- Arten, 2 Cephalopoden
und 2 Appendicularien (Die pelagische Thi erweit in grösseren
Meerestiefen i(?id ihre Beziehungen zu der Oherflächenfauna in:
Bihliotheca Zoologien hrsg. von LeuckaH u. Chun. Hft. 1. Cassel 1888.
70 pg. fol. 5 Taf.).
Der ,,second rep. on the mar. fauna of the south-west of
Ireland" von Haddon und W. S. Gtreen berichtet im ersten Theile
über die Fahi'ten und deren Ausbeute (Echinodermen, Mollusken
etc.) und beschreibt im zweiten Abschnitte die Dredge- und Sondirungs-
apparate (Proc. roy. irish Acad. III ser. vol. I Dublin 1888/89
pg. 29—56).
In dem „first report upon the fauna of Liverpool Bay"
etc. (London 1886 pg. 144—160.) bearbeitet R. J. Hai'Tey Gribson
die Würmer:
Hermadion assimile Mo Jnt.
Sthenelais zetlaudica Mc Jnt.
Pholoe minuta Fabr.
Sigalion sp.?
Nephthys longisetosa Oerst.
— margaritacea Sars.
Eulalia viridis Müll
Phyllodoce lamelligera Johust.
— vittata EM,
— attenuata Carr.
— clava CaiT.
Syllis armillaris Müll.
— prolifera Müll.
Pollicita peripatus Johnst.
Syllis noctiluca Sav.
Myrianida fasciata M.-Edw.
Nereis pelagica L.
— viridis L.
Nereis brevimana Johnst.
— margaritacea Leach.
— Dumerilü And. et M.-Edw.
Nereis biliueata Johnst.
Lumbriconereis fragilis Müll.
Eunice sp.?
Goniada maculata Johns.
— alcockiania Carr.
Nemertea.
Malacobdella grossa Müll, in Cy-
prina islandica.
Carinella linearis Mout.
Lineus marinus Mont.
Borlasia octociüata Johnst.
Chaetognatha.
Sagitta bipunetata Qu. a. Gaim.
Gephyrea.
Thalassema sp.?
Hirudinea.
Pontobdella muricata L.
Oligochaeta.
Lumbricus lineatus Mull.
Polychaeta.
Hermione hystrix Lav.
Aphrodite aculeata L.
Lagisca propinqua Malmgr.
Harmothoe lunulata D. Chiaje.
Acholoe astericola D. Chiaje.
Harmothoe haliaeti Mc Int.
Harmothoe imbricata S.
Malmgrenia castanea Mc. Int.
Iphione muricata Lav.
Polynoe floccosa Lav.
— squamata L.
Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen.
Glycera alba Müll.
Ophelia coarctata M.-Edw.
Maea mirabilis Johnst.
Spiochaetopterus typicus Sars
Spio seticornis Fabr.
— quadricornis Lam.
Nerine vulgaris Johnst.?
— coniocephala Johnst.
Arenicola poscatonim Lam.
Cirratulus borealis Lam.
— cirratus Müll.
Sabellaria alveolata Sav.
— crassissima Lam.
Sabella unispira Sav.?
Pectinaria belgica Pall.
— auricoma Müll.
Ops spp.?
Siphonostomum gelatinosum
Hilbr.
Terebella conchilega Pall.
— crysodon Mont.
— constrictor Mont.
— nebulosa Gr.
Thelepus circinatus Pabr,
Sabella penicillus L.
Dasychone luullana D. Ch.
Serpula vermicularis L.
— triquetra L.
Spirorbis borealis Dav.
— lucidus Mont.
— minutus Mont.
Filograna implexa Berk.
Protula protensa Gr.
Tomopteris onisciformis Eschsch.
Amphitrite ventilabrum Rost.
Das von Herdman ebendaselbst (pg. 318) gegebene Verzeichniss der In-
vertebraten der Insel Man umfasst 2 Planarieu, 2 Nemertinen, 1 Sagitta und
24 Polychaeten (pg. 332-333).
„Faunistische Untersuchungen in der Bucht von Wis-
mar" hat M. Braun mit Unterstützung des „Vereins der Freunde
der Naturgeschichte in Mecklenburg" im Herbst 1887 ausgeführt;
die Ausbeute an Würmern ergab 3 Species Turbellarien , 3 Nemer-
tinen, 1 Chaetognathen, 1 Hirudineen, 11 Polychaeta und 1 Gephyreen
und zwar lauter Formen, die bereits aus der Ostsee bekannt sind
(Archiv d. Ver. d. Frde. d. Nattirgesch. i. Mecklenburg 42. Jahrg. 1888
Güstrow pg. 57 — 84).
R. Schneider hat die Gewässer verschiedener Gruben auf
ihre Fauna untersucht, die besonders aus Crustaceen gebildet wird;
er erwähnt aus den Erzgruben von Clausthal im Oberharz rhab-
docoele Turbellarien (Stenostomum, Prostomum (? die angezogene
Abbildung entspricht einem Vortex), ferner Polycelis nigra Müll,
Tubifex rivulorum Lam., Ichthydium sp. und Aeolosoma sp.,
letztere Art a.us den Braunkohlewässern bei Halle (üeher subterrane
Organismen — Ber. d. Kgl. Realschule zu Berlin, Programm für
Ostern 1884 — Ostern 1885. Berlin 1885).
Die Notiz von Zacharias : ,,Die Thierwelt der Eifelmaare"
berichtet nur über die Thatsache der erfolgten Untersuchung und
macht einige Kruster und Rotatorien namhaft (ßiol. Centralbl. VIII
pg. 574); das Gleiche gilt von der Mittheilung desselben im Zool.
Anz. XL 1888. jjg. 705 - 706).
0. Zacharias hat nunmehr auch die beiden zwischen Halle
und Eisleben gelegenen Salzseen befischt, um das „faunistische In-
ventar" derselben seinen Nachuntersuchern zu überliefern und giebt
unter Benutzung früherer Arbeiten, welche Protozoen, Coelenteraten,
Mollusken und Crustaceen betreffen, eine Liste der vorkommenden
in der Naturgeschichte tl. freileh. Würmer während d. Jahres 1888. 7
Arten — 37 Protozoen, 8 Coelenteraten, 8 Rotatorien, 7 Turbellarien,
3 Oligochaeten , 85 Crustaceen und 20 Mollusken I Die Fauna ist
eine reine Süsswasserfauna, was bei dem geringen Salzgehalt (0,15
bis 0,30%) nicht anders zu erwarten war (Zur Kenntniss der
Fauna des süssen und salzigen Sees bei Halle a. S. Zeitsch. f.
wiss. Zool. 46 Bd. 1888. pg. 217—232).
Nach Zacharias besteht „die Microfauna fli essender Ge-
wässer Deutschlands (von denen, beiläufig gesagt, der Autor be-
hauptet, dass sie überhaupt noch nicht systematisch durchforscht
seien I) ihrem Haupttheile noch aus Protozoen und Würmern —
scheint also recht arm; doch der eifrige Durchforscher unsrer süssen
Gewässer betont selbst, dass man mit einer einzigen Excursion
zu einem abschliessenden Resultate nicht gelangen könne; gefischt
wurde, zum Theil nur vom Ufer aus, in der Saale, der Elster, der
Mulde, der Elbe, der Oder und dem Rheine und zwar mit Ausnahme
der Saale an je einem Orte; so ist es nicht zu verwundern, dass
die Liste der erbeuteten Thiere fast nur weit verbreitete Rotatorien,
Infusorien, einige Turbellarien und wenige Kruster anführt (Biolog.
Centralbl. III. 1887/88 pg. 762—765) Vergl. hierzu die Bemerkungen
von Imhof: Zool. Anzeig. XI. 1888 pg. 1888).*)
II. Riügelwürmer.
A. Polychaeta (incl. Archiannelidae).
a) Anatomie und Entwicklung.
Ed. Meyer hat in den Fortsetzungen seiner ,, Studien über
den Körperbau der Anneliden" es unternommen, eine Er-
klärung für das so abAveichende Verhalten der Nephridien im
Thoracalabschnitte der Serpulaceen und Hermellen zu geben (vergl.
J. Ber. Vermes 1886/87 pg. 80) wozu er die Gesammtorganisation
dieser Thiere bearbeitete und zu der Anschauung gelangte, dass
beide Gruppen nahe verwandt sind und dass Hermella den Schlüssel
zum Verständniss der -\aelfach sehr sonderbaren Verhältnisse der
Serpularien abgiebt. Der Grund für die Umgestaltung der Thoracal-
nieren liegt nicht in diesen Organen selbst, sondern in der ab-
weichenden allgemeinen Körperform, die wiederum durch die fest-
sitzende Lebensweise und den Röhrenbau bedingt ist. Eine ganze
Reihe von Umgestaltungen und Verschiebungen haben an ver-
schiedenen Organsystemen stattgefunden, die alle im Einzelnen zu
verfolgen hier nicht möglich ist; wir heben daher aus dem Capitel:
„Vergleiche und »Schlussfolgerungen" einige Punkte hervor:
Die in den Bauchschildern angehäuften Bauchdriisen kommen bei den
typischen Serpulaceen und Hermellen als die Urspruugsstätten des Röhrenkittes
in Betracht; sie finden sich auch hei Terebelliden und Chaetopteriden und über-
*) Verzeichnis derjenigen Werke, welche dem Ref. nicht vor-
gelegen haben, befindet sich am Schlüsse des Berichtes.
8 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
all am stärksten entwickelt am Vorderende , welches für die Verlängerung und
Vergrösserung der Wohnröhre zu sorgen hat. Ursprünglich auf der Bauchseite
gelegen breiten sich die tubiparen Organe der vorderen Körperregion allmählich
von der Mitte nach beiden Seiten hin aus, wie das auch während der ento-
genetischen Entwicklung geschieht, und zwar um so mehr, je näher sie sich
dem Vorderende des Wurmes befanden. Die direkte Folge hiervon ist nun
eine derartige Verschiebung der beiden Seitenlinien nebst allen ihren Organen,
den neuralen und haemalen Parapodien, den Nephridien etc. nach oben, dass
sie in der Brustregion nicht mehr einen horizontalen, sondern einen von hinten
nach vorn gegen den Rücken hin aufsteigenden Streifen an beiden Seiten des
Körpers einnehmen Analoge Organe sind die Drüsencomplexe an den Para-
podialpolstern und die dräsigen hämalen Schwanzschilde der Serpuliden. Die
bei den Eriographiden vorkommende, gleichmässige Vertheilung der Drüsen über
die ganze Haut dürfte als Anpassung an die wieder beweglichere Lebensweise
dieser Würmer gedeutet werden. Auch die Abweichung der Kothrinne nach
dem Rücken des Thorax zu dürfte mit der stärkeren Entfaltung der thora-
calen Bauchschilde im Zusammenhange stehen. — Als Werkzeuge beim
Röhrenbau dienen der Halskragen der Serpulaceen und die Thoracalmembran
der Serpuliden i. e. S. ; das Collare legt sich in mehreren getrennten Partieeu
an: der neurale Kragenlappen dürfte auf das — fehlende — Bauchschild
des ersten Somites, die lateralen Kragenlappen auf neurale Parapodialcirren
des ersten Somites zurückzuführen sein, während bei den Hermellen die
Bauchzapfen des ersten Somites dem neuralen Kragenlappen der Serpulaceen
homolog sind. Die Thoracalmembran der Serpuliden fasst Meyer als das Pro-
dukt der Verwachsung der sämmtlichen, zuerst blattförmig gewordenen Bauch-
und Rückencirren unter einander auf beiden Seiten des Thorax auf; in anderen
Serpulaceengruppen sind diese Girren ganz verloren gegangen. — Die Kopf-
kiemenstützen der Serpulaceen sind die umgestalteten, haemalen Chaetopodien
des ersten Somites, in denen die Borstenbildung unterdrückt ist und die beiden
Hälften des zur Vertheidigung dienenden Paleenapparates der Hermellen sind
den Kopfkiemenstützen der Serpulaceen homolog, da sie die median vereinigten,
über das Prosoma nach vorn hinaus gewachsenen haemalen Chaetopodien des
ersten Segmentes sind ; dies wird auch durch die Innervationsverhältnisse dieser
Organe bei den Hermellen bewiesen, wogegen die Anordnung der G-efässe als
zu stark abgeändert keine Anhaltspunkte für diese Auffassung giebt. Die
stärkere Ausbildung der Borsten in den Paleen der Hermellen wird dadurch
erklärt, dass deren Vorfahren sich in den Meeresboden einwühlten und ihre
vorderen Fussstummel hierbei benutzten, wie es die Amphoretiden und Amphicte-
niden thun; in Folge dessen kräftigten sich die Borsten und deren Musculatur
und konnten später nach Aufgabe des Grabens um so besser zum Schutze ver-
werthet werden. Bei den Serpulaceen mussten die Borsten mit der Aus-
bildung der Kopfkiemen überflüssig werden, da sie ^n Röhreneingang nicht
mehr beherrschten, und allmählich ganz verschwinden. — Die terminale Lage
des Mundes bei den tubicolen Anneliden ist eine Errungenschaft dieser; in
Folge des Vorrückens der Mundöffnung wurde auch der Kopflappen aus seiner
ursprünglichen Lage auf die Rückenseite des Thieres zurückgedrängt, wie es
bei den heutigen Spioniden, Polydoren und Chaetopteriden der Fall ist. — Die
Kopfkiemen der Serpulaceen müssen, wie es ihre Entwicklung und die Inner-
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 9
virung beweist, als umgewandelte neurale Kopftentakel gedeutet werden, denen
die Mundtentakel der Hermellen entsprechen. — Das stark entwickelte sym-
pathische Nervensystem der Hermellen und Serpulaceen deutet daraufhin, dass ihre
Vorfahren eine kräftige Schlundbewaffnung besessen haben und dennoch dürfte
der gerade, aller Anhangsorgane entbehrende Vorderdarm keinen ursprünglichen,
sondern einen vereinfachten Zustand repräsentiren. Die Veränderung der
Mundstellung musste den sonst nach unten gebogenen Vorderdarm sich grade
nach vorn ausstrecken lassen, womit eine Lageveränderung der seitlich-unteren
Hirncentren Hand in Hand ging. — AVas endlich das Nephridial System anlangt,
so geht aus der Entwicklungsgeschichte hervor, dass nicht nur der Nephridial-
porus, sondern auch der ectodermale Abschnitt des medianen Canales eine
praeorale Bildung ist, die erst secundär mit den in umgekehrter Richtung ihr
entgegenwachsenden, paarigen Anlagen der Nierenschläuche in Verbindung tritt.
Der ectodermale Canalabschnitt wird bei der Larve über dem Gehirn als offene,
hämale Wimperrinne angelegt, welche, da sich die oberen, hinteren Hirnlappen
ihr dicht anlagern, als Homologen der Wimperorgane erscheint. Durch das
Aufrücken des Rumpfes auf den Kopf läppen kamen die beiden ursprünglichen
Mündungen des er.sten Nephridienpaares in so nahe Beziehi;ngen zur Wimper-
rinne, dass sie bei der Umwandlung derselben in ein abgeschlossenes Rohr in
dieses hineingeriethen. Es sind also keine mit den Functionen des Excretions-
systemes selbst in Zusammenhang stehenden Vorgänge gewesen, welche diese
merkwürdigen Verhältnisse zu Stande gebracht haben, sondern die ganze Reihe
jener durch den beständigen Aufenthalt in Wohnröhren und durch den Röhren-
bau bedingten Verschiebungen und Gestaltveränderungen am vorderen Körper-
abschnitte — und so ist die abweichende Thoracalnierenform der Serpulaceen
und Hermellen eine Folge der bis zum Extrem gesteigerten tubicolen Lebens-
weise, der diese Würmer sich hingegeben haben (Mittheilungen des zool. Stat.
Neapel VIII. 1S88. ixj. 462—662. 3 Taf.).
Nach A. Soulier benützt Myxicola das zwisdien den Kiemen
secernirte Schleimband nicht zum Aufbau der Röhre, vielmehr
hüllen sich solche Würmer, denen der Kiementrichter abgeschnitten
wurde, gleichfalls in Schleim ein; ebenso verhält sich Branchiomma;
der Schleim stammt aus kleinen Haufen von Hautdrüsen der Ventral-
seite des Körpers. (^Sur La formation du tuhe chez quelques
Annelides tuhicoles — Compt. read. Ac. Paris. Tom. 106. 1888.
I. pg. 505—50? — hiernach ist das Citat der Arbeit im vorig.
J. Ber. pg. 91 zu verbessern).
In der Fortsetzung seiner Studien über Chaetopterus Valen-
cinii berichtet J. Joyeux - Laffuie (vergl. J. Ber. 1886/87 pg. 69)
nunmehr über das Nervensystem; in der mittleren und hinteren
Region findet sich eine doppelte Ganglienkette, die im Grunde der
grossen Längsfurche gelegen ist; jedes Segment besitzt zwei spindel-
förmige Ganglien, die unter einander durch 2 Paar Connective und
durch mehrere, an Zahl und Dicke variirende Commissuren ver-
bunden sind. Von jedem Ganglien gehen drei Nerven dorsal, drei
ventral ab, bilden jedoch nicht, wie Jourdain will, ein Netzwerk in
den blasig aufgetriebenen Ringen — letzteres besteht vielmehr aus
Muskelfasern. In der vorderen Region zeigen sich andre Verhält-
10 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nisse, doch weichen diese nicht so sehr ab, als man bisher annahm;
die Ganglien sind auseinander gezogen und bilden breite Streifen,
die Zahl der Commissuren ist vermehrt etc., doch lässt sich immer
eine Hirnpartie mit den Nerven für die Sinnesorgane und eine ven-
trale Partie unterscheiden ( Sur le Systeme nerveux du Che-
toptere — Co^npt. rend. Ac. Paris. Tome 106. 1888. I. pg. 148
bis 151). Vergl. über denselben Gegenstand C. Cosmovici (Rev.
scientif. (3) T. 41 pg. 669) und Joyeux-Laflfuie (ibid. T. 42 pg. 29).
Die von F. E. Beddard beschriebene Chloeia merguiensis n.
sp. besitzt wie andere Amphinomiden 2 Paar Augen, die aber
gleich gebaut sind; sie zeichnen sich aber dadurch aus, dass ihre
Linse wie bei Insekten in direktem Zusammenhang mit der Körper-
cuticula steht (Bep. Annel. Merg. Arch. — Journ. hinn. soc. Zool.
vol. XXI No. 131. London 1888 pg. 264 — 266 with fig.J; vergl.
hierzu: Kennel, die Ableitung der sog. einf. Augen der Arthrop. von
Augen der Anneliden — Stzgsb. d. Dorp. Naturf.-Ges. VIII. 8.
1888. Dorpat 1889 pg. 405—406.
Die kleinen auf den Spitzen der Kiemenfäden stehenden Augen
von Branchiomma sind nach C. Brunotte ebenso gebaut wie die
beiden grossen Augen der starren Fäden und erweisen sich als zu-
sammengesetzte Augen, wie sie bisher von anderen Anneliden
nicht bekannt sind ( recherches sur la structure de V oeil chez
un Branchiomma — Compt. rend. Ac. Paris Tom. 106. 1888. I.
pg. 301—303, Journ. R. micr. soc. Lotidon 1888. pg. 219— 220,
Americ. Naturalist XXII. pg. 403).
C. Grobben führt seine Mittheilungen über „die Pericardial-
drüse der chaetopoden Anneliden nebst Bemerkungen über
die perienterische Flüssigkeit derselben" (vergl. J. Ber.
Vermes 1886/87 pg. 77) weiter aus und zieht Litteraturangaben über
das Vorkommen dieser Drüse heran; es handelt sich um drüsige
Differenzierungen des Epithels der secundären Leibeshöhle, wie sie
in den Chloragogenzellen , den mit solchen Zellen bedeckten An-
hängen des Rückengefässes bei Lumbriculideu vorkommen; auch
über Polychaeta existiren solche Angaben. Die Leibeshöhlenflüssig-
keit ist ein Excret, doch kann dasselbe nutritive Eigenschaften be-
sitzen. (Stzgsber. d. K. Akad. d. Wiss. math.-nat. Cl. XCVII Bd.
Jahrg. 1888.^ I. Abth. pg. 250—263. Wien 1888).
J. F. Cunningham giebt kleinere Notizen zur Anatomie der
Polychaeten: bei Arenicola marin a L. bestätigt er die Angabe
Cosmovici's von der Lage der Geschlechtsdrüsen an den Neph-
ridien; dagegen gelang es nicht, die Bildungsstätte der Keimzellen
bei Cirratulus cirratus Malmgr. zu finden. Bei Nerine cirra-
tulus Clap. liegt dieselbe an einem blasig erweiterten Abschnitte
des Nephridiums. Es folgt eine Beschreibung der Segmentalorgane
von Lanice conchilega M., Pectinaria belgica Lam. , bei welcher
Art an der Basis der Kieme ein drüsiges Organ von zweifelhafter
Function gelegen ist; sie besitzt nur 3 Paar Nephridien von dem
gewöhnlichen Bau; dagegen sind die Organe von N er eis virens
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. H
Sars sehr stark aufgewunden und von sehr kleinem Caliber. So-
dann wird der sogenannte Herzkörper (Horst) bei verschiedenen
Anneliden geschildert und schliesslich die Neurale anale, die nicht
mit Ganglienzellen in Verbindung stehen und deshalb keine ner-
vösen Elemente sind, als Stützorgane erklärt, welche Knickungen
des Bauchmarkes verhindern sollen (so7ne points in the anatomy
of polychaeta — Quart, journ. micr. sc. vol. XXVIII. 1888
pg. 239—278. 3 pl.) Vergl. hierzu: Horst R. Mr. Cunningham on
the „cardiac hodif — Zool. Anz. XI. 1888. pg. 135—138).
Nach Clmn's Beobachtungen an Tomopteris elegam und
mchaetu n. sp. haften ohne Ausnahme an den Eizellen je sieben
kleine Zellen an, die auch noch bei einem Theil der in der Leibes-
höhle flottirenden Eier sich nachweisen lassen, bei anderen ab-
gefallen sind; ihr späteres Schicksal ist fraglich. Bei Untersuchung
der Ovarien stellte es sich nun heraus, dass dieselben aus Fächern
von je 8 gleich grossen Zellen sich zusammensetzen, von denen nur
immer eine Zelle zur Eizelle wird (Pelag. Thierwelt etc. in: Bihl.
zoolog. Heft. I. Cassel 1888 pg. 19— M).
Ein ausführliches Referat über „Klein;enberg on the development
of Lopadorhynchus" (cf. J. Ber. Vermes 1886/87. pg.81) giebt G. C. Bourne
(Quart, journ. micr. sc. tom. XXVIII. 1888. pg. 531—546).
Nach den kurzen Bemerkungen von W. A. Haswell: „on the
embryology of Vermilia caespitosa and Eupomatus elegans"
verläuft die Furchung aequal; es entsteht eine Blastosphaera, dann
eine Invaginations-Gastrula , deren ursprünglich terminaler Blasto-
porus ventralwärts rückt und sich stark verlängert; der vordere
Theil desselben wird zum Mund und in der Nähe des hinteren
bildet sich später der Anus; die Larve streckt sich, bildet ihre
Darm- und Wimperringe aus und entwickelt vom Ectoderm her
eine dünnwandige Blase, die durch einen neben dem Anus ge-
legenen Porus nach aussen mündet (Jott. fr. hiol. labor. Sydney Univ.
— Proceed. Linn. soc. New South Wales. II ser. vol. IL for 1887.
Sydney 1888 pg. 1032—1034).
L. Roule kommt auf seine schon früher vertretene Ansicht
zurück, dass bei den Anneliden, speciell Dasychone lucullana und
Enchytraeoides Marioni, die innere Zellschicht als ein Mesoendo-
blast zu betrachten ist, da sie sich mit der Ausbildung des Darm-
lumens in eine centrale (Endoblast) und periphere Lage (Meso-
blast) spaltet ; das Endoblast einer Coelenteraten - Gastrula ent-
spricht demnach nicht dem Endoblast der Gastrula (oder Planula)
eines Coelomaten (Observ. sur la genese et Vevohition des
feuillets hlastodermiques chez les antielides in: Rev. biolog.
du Nord de la France ann. 1888/89. No. 1. pg. 1—6).
b) Systematik, Faunistik, Biologie.
„In seinen „Notes on some of the polychaeta collected by the
L. M. B. C," behandelt R J. Harvey Gibsou zuerst den Werth der
Borsten bei der Artbestimmung, — dieselben variiren oft; hierauf
12 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
folgt die Beschreibung von Malmgrenia castanea Mc. Int. und Her-
madion assimile Mc. Int. und endlich die Synomynie von Pectinaria
belgica Pallas und P. auricoma Müll. (The first rep. up. fauna
Liverpool Bay London 1886 pg. 342—353. pl. VII. VIII.
Ed. Meyer (Mitth. zool. Stat. Neapel VIII. 1888 pg. 643—656)
weist nach, dass die Vorfahren der Serpulaceen und Hermellen ein
Stadium durchgemacht haben, auf dem sie den Spioniden sehr ähn-
lich waren, aber von ihrer mit diesen gemeinsamen, freilebenden
Stammform noch gewisse Charactere beibehalten hatten, welche die
heutigen Spioniden nicht mehr besitzen; mit den letzteren sind die
Hermellen näher verwandt als die Serpulaceen, da sie in direkterer
Linie von ihnen herstammen. Die Verwandtschaft der in Betracht
kommenden Formen stellt der Autor wie folgt dar:
Serpuliden s. s. Sabelliden.
Hermellen. \^ / Eriographiden.
Amphicoriden.
Serpulaceen.
spionidenartige Stammform.
freilebende Vorfahren (Eaubanneüden).
Baron de Saint- Joseph setzt seine Studien über „annelides
polychetes des cotes de Dinard" fort (cf. J. B. 1886/87 pg. 88)
und behandet:
A. Farn. Aphroditiens Sav.
I, Tribus Hermiouea Gr.
1. Gen. Aphrodite L. mit aculeata L.
2. Gen. Hermion e Blv. mit hystrix Sav.
n. Tribus Polynoina Gr.
3. Gen. Lepidonotus Leach mit squamatus L., pleiolepis Marenz.
4. Gen. Halosydna Kgb. mit gelatinosa Sars (Angaben über den
Bau der Elytren).
5. Gen. Harmothoe Kbg. mit irabricata L., impar Johnst.,
coeliaca n. sp., maxillospinosa n. sp., Macleodi Mc. Int.,
areolata Gr. , spinifera Ehl., picta n. sp. , arenicolae n. sp.
— auf Arenicola marina — und H. reticulata Clap.
6. Gen. Hermadion Kbg. mit pellucidum Ehl.
7. Gen. Lagisca Mgr. mit extenuta Gr.
8. Gen. Polynoe s. str. mit scolopendrina Sav. var. brevipalpa.
III. Tribus Sigaliouina Gr.
9. Gen. Pholoe Johnst. mit synophtbalmica Clp. var. dinardensis.
10. Gen. Stendals Kbg. mit idunae Rathke.
B. Fam. Amphinomiens Sav.
11. Gen. Euphrosyne Sav. mit foliosa Aiid. Edw., intermedia n. sp.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 13
C. Fam. Euniciens Gr.
I. Tribus Labidognatha Ehl.
12. Gen. Hyalinoecia Mgr. mit Grubii Mrz.
13. Gen. Eunice Cuv. mit Harassii Aud. Edw.
14. Gen. Marphysa Qfg. (= Nausicaa Kbg. — Nauphanta Kbg.)
mit sanguinea Mont., Bellii Aud. Edw., fallax Mar. Bobr.
15. Gen. Amphiro Kbg. mit Johnsoni Lang,
16. Gen. Nematonereis Schm. mit unicomis Gr.
17. Gen. Lysidice Sav. mit ninetta Aud. et Edw.
II, Tribus. Lumbriconereidea Schm.
18. Gen. Lumbriconereis Blv. (incl. Zygolobus Gr.) mit tingens Kef.,
labroßmhriata n. sp., paradoxa n. sp.
19. Gen. Labrorostratus n. gen. Tete sans appeudices; quatre
yeux sur une seule rangee transversale; les deux premiers
Segments achötes, tous deux de longeixr egale; les Seg-
ments suivants avec soies simples bordees dune seule
espöce. Pieds unirames, sans cirre dorsal apparent;
mächoire inferieure composee de deux piöces juxtaposees
portant en avant de leur point de jonction deux rostres
recourbes reunis k leur base par une barre transversale;
mächoire superieure rudimentaire, formee dun long support
et de deux tres petites pieces dentaires dentelees." Lebt
parasitisch in der Leibeshöhle von Odontosyllis ctenos-
toma, Eusyllis monilicornis, Syllis prolifera, Prionosyllis
lamelligera und Grubea clavata; die bis 8 mm. lang
werdende Art (L. parasiticus n. sp.) hat im "Vergleich zu
den von ihr bewohnten Syllideen eine enorme Grösse.
20. Gen. Drilonereis Clpd. mit macrocephala n. sp., filum Clpd.
21. Gen. Arabella Gr.
Subg. Mariovia Gr. mit gigantea Gr.
22. Gen. Ophryotrocha Clpd. et Meczn. mit puerilis Cl,-M.
III. Tribus Staurocephalidea Kbg.
23. Gen. Staurocephalus Gr. (Anisoceras Gr. Prionogonathus
Kef.) mit rubrovittatus Gr., ciliatus Kef., pallidus Lang.
24. Gen. Paractius Lev. mit mutabilis n. sp.
D. Fam. Lycoridiens Gr.
25. Gen. N er eis Cuo.
Subg. Leptonereis Kbg. mit Vaillanti n. sp. (Fort-
pflanzung !)
Subg. Leontis Mgr. mit Dumerilii Aud. -Edw.
Subg. Lipephile Mgr, mit cultrifera Gr., floridana Ehl.
Praxithea Mgr. irrorata Mgr.
N er eis str. procera Ehl.
26. Gen. Micronereis Clpd. mit variegata Clpd.
E. Fam. Fhyllodociens Gr.
27. Gen. Phyllodoce Sav. (Erörterungen über das Mundsegment)
mit laminosa Sav., maculata Oerst., splendens n. sp.
macrophthalma Schm. und rubiginosa n. sp.
14 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
28. Gen. Eulalia Oerst. mit viridis Müll., Claparedii n. sp., pusilla,
Oerst., splendens n. sp., punctifera Gr., ornata u. sp., trili-
neata n. sp., ruhiginosa n. sp., pallida Clpd. rufescens n. sp.,
venusta n. sp., parva n. sp., macroceros Gr., limbata Clpd.
29. Gen. Eteone Sav. mit incisa n. sp., foliosa Qutrf.
30. Gen. Mys tides Theel mit bidentata Lang., limbata n. sp.
3L Gen. Notophyllum Oerst. mit alatum Langerh.
32. Gen. Lacydonia Mar.-Bobr. mit miranda M.Bobr.
F. Fam. Hesioniens gr.
33. Gen. Magalia Mar. Bobr , perarmata M.-B.
34. Gen. Oxydromus Gr., propinquus M.-B.
35. Gen. Kefersteinia Afg. cirrata Kef.
36. Gen. Ophiodromus Sars mit flexuosus D. Ch.
(Ann. des scienc. natur. VII ser. Zool. tom. V. 1888 pg. 141—338. pl. 6—13).
Für die grösseren Tiefen des Mittelmeeres (zwisclien 500
bis 1300 mtr.) sind nach Chun zwei Tomopt er is- Arten ausser-
ordentlich charakteristisch;
die eine, T. elegans n. sp. wird 5 — 6 mm., die andere, T. euchaeta n. sp. bis
30 mm. lang. Ferner wurden erbeutet Alciope Contarinii Clap. (von der
Oberfläche bis 1300 mtr.), Asterope Candida Clap. (100 mtr.), Vanadis pela-
gica Greeff (in allen Tiefen), V. crystallina (150 mtr.), V. ornata (800 mtr.),
Callizona sp. (900 mtr.», Alciope cirrata Gr. (600 mtr.) und Lopadorhyn-
chus brevis Gr. (1000-1200 mtr.).
(Pel. Thierw. etc. in: Biblioth. zool. Hft. 1. Cassel 1888 pg. 18-25.
Taf. III).
A. F. Marion hat im Etang de Berre, in Wasser von 1 — 2,5 7o Salzgehalt
die aus Sebastopol von Bobretzky beschriebene Polynoe incerta entdeckt,
die auch hier von Phyllodoce lineata und lugens, sowie von Nereis cultrifera
begleitet wird. (Les faunes des etangs saumätres des Bouches-du-Bhdne. Dis-
cours, Marseille 1886, 8^.)
Braun fand in der Wismarer Bucht: Arenicola marina L., Scoloplos armiger
Müll., Spio seticornis Fabr., Terebella zostericola Oerst., Amphitrite Johnstouii
Malmgr., Spirorbis nautiloides Lmb., Polynoe cirrata Pall,, P. squamata L.,
Nereis diversicolor M., N. Dumerili M -Edw. und Nephthys coeca M. (cf. l. c.
Ärch. Ver. d. Frde. d. Naturg. Mecklenb. 42. Jahrg. 1888,89. pg. 72.).
Aus dem Mergui-Archipel beschreibt F. E. Beddard folgende Anneliden:
Eupompe indica n. sp., Chloeia merguensis n. sp., Eurytboe alcyonia Sav.,
Branchiomma intermedium n. sp. und Dasychone serratibranchus Gr. (Be-
port on Annel. f. Merg. Ärch. — Journ. Linn. soc. Zool. vol. XXI. No. 131.
London 1888, pg. 256—266. 1 pl.)
E. Ehlers hat die Chaetopoden, welche im Florida-Gebiet
von Graf Pourtales und von der „Blake" - Expedition gesammelt
worden sind, in einem stattlichen Quart-Bande (335 pg.) mit 60 Taf.
dargestellt; es sind im Ganzen 101 Arten in 64 Gattungen, darunter
67 neue Arten. Die Fauna charakterisirt sich als eine tropische,
auch entspricht der Besonderheit des durchforschten Gebietes das
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 15
Vorkommen der Corallenriffe bewohnenden grösseren Amphinomiden.
Auffallend ist die grosse Zahl der Euniciden (13 Gattungen mit
30 Arten, darunter einzelne in sehr zahlreichen Individuen). Be-
ziehungen der Ploridaner Annelidenfauma zu anderen faunistischen
Bezirken sind wegen der geringen Kenntniss der nicht europäischen
Anneliden nur in geringem Grade zu erkennen; einzelne Arten der
brasilianischen, westindischen und afrikanischen Küste kommen auch
bei Florida vor, Tiefseebewohner sind Aphrodite obtecta n. sp.
(155 Fdn.), Onuphis gracilis n. sp., Sthenelais simplex, Leanira
hystricis, Rhamphobrachium Agassizii, ferner zwei Serpuliden (Hyo-
lopomatus Langerhansi und Protis simplex) und alle gefundenen
Vertreter der Maldaniden, Amphicteniden und Amphoretiden, die
jedoch wohl durch die lokalen Verhältnisse des Gebietes Tiefsee-
bewohner geworden sind. (Rep. on the results of dredging imder
tlie direction of L. F. Fourtales und AI. Agassiz etc. XXXI. rep.
on the Annelids hy E. Ehlers in: Mem. Mus. comp. Zooloqy Har-
vard Coli. vol. XV. Cambridge Ocfober 1887. 4^.)
H. E. Wetoster und J. E. Benedict zählen resp. beschreiben
von Eastport, Maine folgende Chaetopoden:
Spinter citrinus St., Euphrosyne borealis Oest., Aphrodite aculeata L.,
Laetmonice armata Verr., Lepidonotus squamatus Kinb., Nychia cirrosa Malmgr.,
Eunoa nodosa M., Lagisca rarispina M., Harmothoe imbricata M , Pholoe mi-
nuta Oe., I^ephtys ciliata R., N. coeca Oe., N. incisa M, N. discors Ehl., Anactis
speciosa Webst., Phyllodoce groenlandica Oe., Ph. badia M., Ph. mucosa Oe.,
Eulalia büineata n. sp., E. dubia W. et B., Eteone Sarsi Oe., E. trilineata n. sp.,
Mystides viridis n. sp , abberrans n. sp , Gyptis vittata n. sp.; Taphus n. gen.
»Hesionidae with three antennae, two palpi, no tentacular cirri;
dorsal setae simple, ventral setae Compound; two maxillary pieces in
the form of stylets"
mit Jiebes n. sp.; Syllis pallida Verr., Syllides convoluta Webst, et B., S. longo-
cirrata Oe., Streptosyilis varians n. sp , Spaerosyllis brevifrons W. et B., Sph.
longicauda n. sp., Paedophylax hebes W. et B., P. brevicomis n. sp , P. longi-
cirris n. sp., Autolytus coinntus Ag., Au. solitarius n. sp., Proceraea gracilis
Verr., Pr. ornata V., Nereis pelagica L., N. virens Sars, Nothria conchylega
Malmgr., INinoe nigripes Verr., Lumbrinereis fragilis Aud. et M. Ed., L. hebes
V., L. acicularum n. sp., Drilonereis magna n. sp., Euglycera dibranchiata V.,
Rhyuchobolus capitatus V., Goniada maculata Oe., Opbelina aulogastra Gr.,
Scalibregma minutum n.sp., Arenicola marina L., Ephesia gracilis R., E. minuta
n. sp., Trophonia plumosa Johnst , Tr. aspera V., Zorus n. gen.
„Tentacles and branchiae arise from a protrusible cyliudrical stalk;
setae of anterior segments prolonged to form a cephalic cage; setae
all capillary; body covered with papillae" —
mit Sarsi n. sp., Siphonostomum Grubei n. sp.; Flabelligera affinis S., Brada
suhlevis St., B. granosa St., Sternaspis fossor St., Etocles n. gen. Chaeto-
pteridarum
„Head without appeudages; buccal segment without setae, with
two canaliculale tentacles; dorsal rami (branchiae) situated dorsally,
each with conclealed seta; ventral rami of first seven setigerous seg-
16 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ments, with superior lingula (cirrus) situated dorsally, and with several
rows of simple setae, which arise in front of a lateral plate , which
varies in form from segment to segment. Middle region coraposed of
few Segments; the ventral rami of this region are elongate, cylindrical,
fumished with an external, lateral membrane; the posterior region is
composed of numerous segments and differs from the middle region
only in the absence of the lateral membrane from the ventral rami;
anal cirri, two" —
mit typicus n. sp., Scolecolepis cirrata M., Spionides n. gen. Spionidarum
„Much like Scolecolepis, but distingnished from it by the possession
of lateral pouches between the ventral rami, beginning near the anterior
end, and continued to the posterior third" —
mit cirratus n. sp., Spio filicornis Fabr., S. Rathbuni W. et B., Streblospio Bene-
dicti W., Prionospio Steenstrupi M., Polydora ciliata Ag., P. gracilis V., Dipo-
lydora concharum Y., Scoloplos armiger Oe., Naidonereis quadricuspida M., Ari-
cidea quadrilobata n. sp., A. ISolani n. sp.; Cirratulus cin'atus M., Dodecaceria
concharum Oe., Chaetozone setosa M., Tharyx n. gen. Cirratulidarum :
„Head and first two segments without appendages; one pair of
tentacular cirri; next segment with dorsal cirri, but without setae; all
other segments (normally) with dorsal cirri; setae capillary" —
mit acutus und similis n. n. sp. sp. ; Cossura n. gen. Cirratulidarum:
„Head and first two segments without appendages; fourth segment
with Single median cirrus; no lateral cirri (branchiae). Capillary setae
dorsal and ventral from the third segment; anal segment with three
anal cirri" —
mit longocirrata n. sp.; Ledon n. gen. Cirratulidarum:
„Head with antennae projecting from the anterior margin ; branchiae
beginning on the buccal segment, limited to the anterior segments,
second segment with a pair of short cirri in addition to the branchiae;
ventral setae Compound, found first on the third segment ; dorsal setae
capillary, appearing first on the fouth segment'' —
mit sesoculata n. sp.; Capitella capitata v. Ben., Notomastus capillaris Verr.,
Rhodine Loveni M., Nicomache lumbricalis M., Praxillella zonalis V., P. praeter-
missa V. ; Clymenella torquata V., Owenia assimilis Sars, Myriochele Heeri M.,
Cistenides granulata M., Ampharete cirrata n. sp., A. trilobata n. sp., Sabellides
octocirrata S., Melinna cristata M., Amphitrite brunnea V., A. cirrata Müll.,
Nicolea zostericola M.., Scione lobata M., Thelepus cincinnatus M., Ereutho
Smitti M., Polycirnxs? phosphoreus V., Artacama proboscidea M., Trichobrancbus
glacialis M., Terebellides Stroemi S., Sabella spitzbergensis M., Potamilla reni-
formis M., Othonia Fabricii Johnst., Myxicola Steenstrupi Pr. und Filigrana im-
plexa Berkl.
{Annelida chaetopoda from Eastport, Maine-Un. St. comm. of
fish and fislier. p. XIII. report of the comm. for 1885. Washingt.
1887 2)9- 707—755. 8 pl.)
Chaetopterus pergamentaceus Cuv. an der Mündung des Manatee-Flusses,
Florida (Leidy: Chaetopterus from Florida — Proc. Acad. nat.sdenc. Philadelphia
1888 pg. 73—74).
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 17
B, Gephyrei,
C. Pli. Sluiter beschreibt: zwei merkwürdige Gephyreen aus
der Bai von Batavia; die eine Form (Diphtera octoplax n. g. n, sp.)
entpuppte sich bald als eine Octactinie, eine Edwardsia, die andere
ist eine neue Art von Thalassema (Th. diaphanes n. sp.), die in
10 — 12 Faden Tiefe lebt und eine sehr dünne, durchsichtige Haut
besitzt (Natuvrk. Tijdschr. voor Neederl. Indie XL VIII. 1888.
pg. 233 — 250. 2 Taf. und Zur Berichtigung — ZooL Anz. XII.
1889 pg. 47—48).
Aus dem Mergui- Archipel zählt E. Seleuka folgende Gephyreen
auf: Phase olosoma pellucidum Kef, Phymosoma japonicum Gr.,
Sipunculus robustus Kef, S. porrectus n. sp. mit deutlichen Quer-
ringen und Bonellia sp. (On the Gephyreaiis of the Alerg. Arch.,
collect, f. the trustees of the Ind. Mus. Calcutta — Journ. Linn.
soc. ZooL vol. XXI No. 130. London 1887 pg. 220—222).
J. de Griierne's Bearbeitung der von der Cap-Horn-Expedition
erbeuteten Priapuliden ist erschienen, vergl. Jahresber. 1886/87
pg. 95 (PriapuUdes Zoologie T. VI. Miss, scientif. du cap Hörn.
Paris 1888. 20 pg. 4^^.).
Halicryptus spinulosus v. Sieb, in der Wismarer Bucht cf
Braun {Arch. d. Ver. d. Freie, d. N(durg. Mecklenh. 42. Jahrg.
1888/89 pg. 72).
C. Oligochaeta.
a) Anatomie und Entwicklung.
Nach den Untersuchungen von N. Kulagin ist die Cuticula
der Lumbricidae kein Chitin, sondern eine Vorstufe desselben; auch
löst sie sich in ganz schwacher Salzsäure auf, wie solche im Humus
sich befindet; hiergegen sind die Regenwürmer durch ein schwach
alkalisch reagirendes Secret ihrer Hautdrüsen geschützt; die Sub-
stanz des Cocons ist von der der Cuticula verschieden. Die Zahl
der Falten auf den Kalkdrüsen vermindert sich im Winter und
vergrössert sich im Sommer. Die Färbung von Lumbricus rubellus
wird durch ein grünes, in Wasser lösliches und ein rothes, durch
Aether fällbares Pigment bewirkt. An Tubifex n. sp. von Roscoft
werden Kalkdrüsen beobachtet. Die aus der Mundhöhle und dem
Pharynx ausgeschiedene Flüssigkeit hat eine alcalische Reaction und
verwandelt Stärke in Zucker, Fibrin in Pepton; die Kalkdrüsen ver-
wandeln Stärke in Zucker; der Magensaft steht in der Wirkung
dem Tripsin nahe, wirkt aber kräftiger bei schwach saurer Reaction;
auch die Zellen der Typhlosolis erzeugen ein pancreatisches
Ferment. (Zur Anatomie und System, d. in Russlccnd vor-
kommenden Farn. Lumbricidae — Zool. Anz. XI. 1888.
p)g. 231 — 236; Journ. R. micr. soc. London 1888. pg. 581).
F. E. Beddard beschreibt Allurus tetraedrus Eis. anatomisch
und giebt die Unterschiede zwischen Lumbricus und Allolobophora
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.H. H.3. 2
18 Dl". M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
an (On the anatomy of All. teir. — Quart, journ. micr. sc.
vol. XXVIII. 1888. pg. 365—371. 1. pl.)
lieber Hormogaster Redii (cf. Jahr. Ber. 1886/87 pg. 107)
macht D. Rosa folgende anatomische Angaben: Haut reich an
Drüsenzellen, Rückenporen fehlen; Gehirn im dritten Segment wie
bei Lumbricus; vordere Dissepimente dick und trichterförmig, vom
8—9 zum 15 — 16. Segment schräg. Darm mit drei Magensäcken im
6, 7. und 8. Segment, Oesophagus endet im 20. Segment; vom 21
bis 29 incl. laterale Blindsäcke. Typhlosolis vorn in 7 grosse Längs-
falten getheilt, hinten einfach. Circulationsapparat mit Rücken-
gefäss und 7 Paar vorderen, pulsirenden Schlingen. 2 Paar freie
Hoden im 10 und 11, ein Paar Ovarien im 13. Seg-ment; zwei Paar
Samenblasen im 11 und 12, 2 Paar Pavillon der Vasa deferentia
im 10 und 12. Segment; die Vasa deferentia jeder Seite vereinigen
sich im 12—13. Segment und münden zwischen 15 und 16 nach
aussen; Prostata, Penisborsten etc. fehlen; die beiden Oviducte be-
ginnen im 13. und münden im 14. nach aussen; sie besitzen ein
Receptaculum ovorum; die einfachen Spermatheken liegen zwischen
9 — 10, 10 — 11 und 11—12. Segment; die Nephridien münden ein
wenig dorsal von der zweiten Borstenreihe aus. Es sei bemerkt,
dass in Folge schrägen Verlaufes der Dissepimente in der Region
der Geschlechtsorgane die äusseren Ringel der Zahl nach nicht mit
den inneren Segmenten übereinstimmen, wenigstens nicht auf der
Rückenseite (Stdla strvttvra clelV H ormogaster Redii in:
Bollett. Mus. Zool. Anat. compar. di Torino. Vol. III. No. 35. 1888.
2 pg. u. Mem. R. Accad. sc. Torino (3). Tom. 39).
Auch in diesem Berichtsjahre erhalten wir eine Studie über
„Criodrilus lacuum Hoffm." (cf. J. Ber. 1886/87 pg. 97) und
zwar durch A. Colliu: nach geschichtlichen Angaben, Mittheilung
der Behandlungsmethoden, Schilderung der äusseren Merkmale, der
Lebensweise und Verbreitung wird die Anatomie dargestellt. Die
Fasern der Cuticula schneiden unter 45° die Längsachse; zwischen
den CyHnderzellen der Hypodermis finden sich nur spärHche Drüsen-
zeUen; im Kopflappen und ersten Segment kommen becherförmige
Organe vor. Die Anordnung der Muskeln findet der Autor wie sie
Rosa darstellt, nur kann er an der dorsalen Längsmuskulatur keine
mediane Unterbrechung sondern nur eine Verdünnung der Schicht
sehen; die einzelnen Muskelfasern sind bandartig abgeplattet. In
Bezug auf Bau- und Anordnung des Nervensystems werden die An-
gaben Vejdovsky's bestätigt und z. Th, erweitert. Criodrilus be-
sitzt ein dorsales, ein ventrales und ein subneurales Gefäss, wie die
Lumbriciden ; alle Gefässe stehen vorn und hinten durch Anastomosen
in Verbindung und ausserdem gehen in jedem Segment vom Rücken-
gefäss seitliche Gefässe zum Bauchgefäss ; die des 7. — 11. Segmentes
sind gross und contractu. Die im Rückengefäss vorkommenden
Klappen, welche segmental angeordnet sind, sind nicht blutbereitende
Organe, sondern schliessen bei der Contraction des Gefässes zwei
benachbarte Kammern gegen einander ab. Wegen des grossen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 19
Reiclithums an Blutcapillaren in der Haut des Schwanzes wird
dieser vorzugsw^eise zum Athmen benutzt. Segmentalorgane finden
sich auch in den Geschlechtssegmenten; eine Typhlosolis im Magen-
darm kommt vor. Die Hoden liegen paarweise im 10, und 11. Seg-
ment, vier Paar Samenblasen im 9. — 12, Segment; die vier Samen-
leiter vereinigen sich jederseits im 12. Segment zu einem Vas deferens,
das im 15. Segment ausmündet; zwei Ovarien im 13, Segment, re-
ceptacula ovorum im 14. Segment, Trichter des Eileiters im 13.,
Ausmündung des Canales im 14. Segment vor den männlichen Ge-
nitalporen; Samentaschen nicht gefunden; das Clitellum bildet eine
leichte, wenig sichtbare Anschwellung des Körpers von den Geschlechts-
segmenten ab bis etwa zum 50. Segment; es ist reich an Drüsen-
zellen (Zeitschr. f. wiss. Zool. 46 Bd. 1888 pg, 471—497. Taf. XXXIII).
Eine grössere Arbeit W. B. Speucer'S: The anatomy of
Megascolides australis (Trayis. Roy. Soc. Victoria vol. I. 1888.
pg. 1 — 60 wit/i 6 pl.) ist Ref, nicht zugänglich; er beschränkt sich
daher auf die Wiedergabe des allgemeinen Theiles dieser Arbeit,
die unter dem Titel „The giant eathworm of Gippsland"
{Nutnre vol. 39 1888/89 pg. 894—395) erschienen ist:
Megascolides bewohnt gern die von Landkrabben gegrabenen Höhlungen, die
er mit einer schleimigen, aus den Rückenporen hervorti-etenden Masse auskleidet;
letztere wird, wenn man den Wurm in der Hand hält, einige Zoll hoch heraus-
gespritzt. Frische Thiere riechen nach Creosot, welcher Geruch beim Absterben
stärker hervortritt ; dies mag die Ursache sein, dass Hühner diesen Regenwurm
verschmähen. So lebhaft das Thier in seinen Gängen sich bewegt, so träge ist
es ausserhalb derselben, da es seine Borsten kaum zur Fortbewegung benutzt.
Beim Zurückziehen in die Röhren giebt Megascolides einen gurgelnden Ton von
sich. Leere Röhren enthalten Kothmassen und bis zwei Zoll lange Cocons, in
denen gewöhnlich nur ein Embryo sich findet.
Das neue Aelosoma Headleyi, das F. E. Beddard untersucht
hat, verdankt seine grüne Farbe Oeltropfen der Haut, aber nicht
parasitischen Algen; es besitzt ausserdem in der Haut eine gelbe
Substanz, die wie eine ähnliche in den Zellen des Peritoneums wohl
eine Exeretmasse darstellt. Die Borstensäcke stehen wie das Hirn-
ganglion in direkter Continuität mit der Haut und werden durch
einzellige Muskelfasern, wie solche auch direkt von der Körper- zur
Darmwand ziehen, bewegt. Der muskulöse Pharynx wird wie ein
Saugnapf gebraucht; Blut farblos. Die Nephridien finden sich in
grosser Zahl, je ein Paar einem Körpersegment entsprechend; ihr
Trichter wird, wie es scheint, nur aus zwei Zellen gebildet. Die
schon erwähnten Muskelfasern, die auch im Prostomium sich finden,
treten hier im Centrum des Hohlraumes dieses Leibesabschnittes
zusammen resp. strahlen von diesem Knotenpunkte wie bei Dino-
philus aus. (0« a icorm of the gemis Aeolosomu. — Proceed.
zool. soc. London for 1888 pg. 213—215. 1 pl.)
B. Friedländer fasst die Resultate seiner Untersuchungen über
2*
20 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen.
das Centralnervensystem von Lumbricus, dessen Behandlungs-
methode ausführlich mitgetheilt wird, wie folgt zusammen:
1. Die kurzen Connective zwischen den dicht an einander liegenden
Ganglien des Bauchstranges von Lumbricus liegen vor den Abgangstellen der
einfachen Nerven.
2. In jedem Ganglion liegt eine beschränkte Anzahl von grossen, raulti-
polaren Ganglienzellen von constanter Lage und eigenthümlicher, chemischer
Beschaffenheit, wahrscheinlich vergleichbar den medianen Zellen von Hirudo
(Hermann) und von Travisia (Kükenthal).
3. In jedem Ganglion finden auf dem Niveau der Nervenabgänge Faser-
kreuzungen statt („Nervenquerbrücken").
4. Die Seitennerven beziehen mit Ausnahme der ersten Wurzel des Doppel-
nerven ihre Fasern zum Theil aus den eben erwähnten Querbrücken; die erste
Wurzel des Doppelnerven ist vorwiegend ventralen Ursprungs, die zweite vor-
wiegend dorsalen.
5. Im Bauchmark von Lumbricus verläuft zwischen beiden Hauptfaser-
strängen ein dritter, schwächerer, unpaarer, der namentlich auf Querschnitten
der Connective als medianer Nerv deutlich abgegrenzt ist.
6. In den beiden lateralen Hauptfasersträngen des Bauchmarkes treten je
drei Gruppen eng an einander liegender, stärkerer Nervenfasern hervor; in der
ventralen Gruppe liegt eine besonders dicke Nervenröhre. In der Nähe der
letzteren befindet sich eine differente Gewebspartie, ähnlich den Fibrillen des
Gehirns.
7. Das Untersehlundganglion ist wahrscheinlich ein Verschmelzungsprodukt
zweier Bauchmarksganglien.
8. Die Hüllen der Neuralkanäle sind rein bindegewebiger Natur und mit
dem Myelin der Wirbelthiernerven nicht zu vergleichen. Sie tragen — als
Nebenfunktion — vermuthlich dazu bei, Knickungen des Bauchstranges bei
Contractionen des Wurmes zu verhüten.
9. Der Inhalt der Neuralkanäle besteht aus Ganglienzellfortsätzen, die
wahrscheinlich zu einer homogenen Masse mit einander verschmolzen sind. Die
beiden lateralen Neuralkanäle beginnen im hinteren Ende des Bauchmarkes als
Fortsätze zweier ventral gelegener Ganglienzellen von besonderer Beschaffenheit,
aber nicht ungewöhnlicher Grösse; mitunter erstrecken sich die Neuralkanäle
über diesen am weitesten nach hinten gelegenen Zusammenhang mit Ganglien-
zellen ein wenig fort, um blind zu enden. In ihrem weiteren Verlaufe nehmen
sie auch noch die Fortsätze anderer Ganglienzellen gleicher Beschaifenheit auf,
welche auf dem Niveau der Wurzeln der Doppelnerven in den hinteren Ganglien
auf der Ventralseite in symmetrischer Vertheilung liegen. Vor dem Eintritt
in die Neuralkanäle gehen die Fortsätze derselben complicirte Anastomosen so-
wohl mit einander, als auch mit dem medianen Kanal ein.
10. Die nervöse Centralsubstanz des Gehirns weicht wesentlich von der
des Bauchmarkes ab. Das Gehirn besitzt einen weit complicirteren Bau, als
bisher angenommen wurde.
Beiträge zur Kenntn. d. Centralnervensyst. von Lum-
bricus — Zeitschr. f. wiss. Zool. 47 Bd. 1888. pq. 47 — 84.
Taf. IX. X.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d, Jahres 1888. 21
Die Speicheldrüsen von Perichaeta sind nach der Meinung
Beddard's als ein Homologen der Septaldrüsen der Enchytraeiden
und Lumbriculiden zu betrachten, wogegen Haufen von einzelligen
Drüsen in den Genitalsegmenten vielleicht den capsulogenen Drüsen
von Lumbricus entsprechen (prel. notes on the anat. of Peri-
chaeta — Zool. Änz. XI. 1888 pg. 91 — 94).
Die sogenannten Schleimdrüsen von Urochaeta bestehen nach
Reddard aus einem Rohr, das sich nach aussen durch einen Porus
öffnet und mit der Leibeshöhle durch bewimperte Trichter in Ver-
bindung steht, die unregelmässig und nicht metamer angeordnet
sind, sie sind also Segmentalorgane (Preliminary note on the
mvcous gland of Urochaeta — Zool. Anzeig. XI. 1888 pg. 90
bis 91).
F. E. Reddard's „prelim. note on the nephridia of Perichaeta"
bezieht sich auf Perichaeta aspergillum Perr. und behandelt Ver-
hältnisse, die ausführlicher in der folgenden Arbeit dargestellt sind
(Proc. R. soc. London vol. 43. 1887/88 pg. 309—310).
Bei Acanthodrilus multiporus F. E. Bedd. findet derselbe
mehr als ein Paar Nephridioporen in jedem Segment; er zeigt,
dass im hinteren Körpertheile auf jede der 8 Borsten jedes Seg-
mentes etwa ein Nephridium mit einem Porus kommt, dass dagegen
vorn nicht nur zahlreiche Verbindungen zwischen den Nephridien
selbst, sondern auch Verästelungen der ausführenden Canäle vor-
kommen, so dass mehr als hundert Nephridioporen in einem Seg-
ment auftreten; innere Mündungen (Trichter) wurden nicht beobachtet.
Aehnliche Verhältnisse finden sich bei Perichaeta aspergillum Perr.,
Typhaeus Bedd. und Dichoguster n. gen. , doch bilden die Ne-
phridien bei Perichaeta ein ununterbrochenes Netzwerk nicht nur
in dem einzelnen Segment, sondern im ganzen Körper, während die
in grosser Zahl vorhandenen Nephridioporen ziemlich regelmässig
und zwar in Ringen angeordnet sind. Diese Verhältnisse scheinen
dem Autor darauf hinzudeuten, dass sich die Excretionsorgane der
Anneliden von denen der Plathelminthen ableiten lassen (On the
occurrence of nnmerotis N ephridia in the same segment iti
certain earthworms and on the relationship hetween the
excretori) System in the Annelida and in the Platyhelminths
— Quart, jonrn. micr. etc. vol. XXVIII. 1888 pg. 397—411. 2 pl).
Veranlasst durch die Mittheilungen Beddard's berichtet W. B.
Spencer über das Nephridialsystem des 6 — 8 Fuss langen Megasco-
lides australis Mc. Coy; dasselbe besteht aus kleinen, gefässähn-
lichen Büscheln, welche innerer Mündungen entbehren und besonders
in den Genitalsegmenten (11 — 19) vorkommen; sehr viel grössere
Nephridien mit Trichtern finden sich paarweise vom 120 — 500 Seg-
ment. Die kleinen Nephridien münden durch zahlreiche Pori nach
aussen, während für die grösseren ein langer Sammelgang zu
existiren scheint, der jedoch dem von Lanice nicht homolog ist.
(The nephridia of Earthivorms — Natur e vol. 38. London 1888
22 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pg. 19? — 198.) — Vergl. hierzu die Bemerkungen von F. E. Beddard
{ihidem pg. 221—222).
Nach A. B. Griffiths findet sich Harnsäure in den Schleifen-
canälen von Lumbricus (Re?ial organs of the oligochaeta —
Proc. R. soc. Edinburgh XIV. 1888 pg. 233—234).
Von Gr. Groehlich's Arbeit: „lieber die Genital- und Seg-
mentalorgane von Lumbricus terrestris" liegt uns nur die
Ausgabe als Dissertation (ohne Tafeln I) vor; der Autor neigt in
Bezug auf die Entstehung der Eier der Ansicht von Claparede (aus
den Stromazellen des Ovariums) zu; der Wimpertrichter der Tube
ist nicht mit einem Segmental- oder Samentrichter zu vergleichen,
da er aus zottenförmigen Verdickungen des Dissepimentes 1^/14 be-
steht; die Wimpern des Trichters schlagen nicht constant. Die
Samentaschen sind im October etwa am grössten und im Frühjahr
winzig klein, da während der kalten Jahreszeit Blutkörperchen in
die Samentaschen eindringen und das übrig gebliebene Sperma ver-
zehren I Der Spermatophor enthält niemals Samen von einem der
in der Begattung befindlichen Thiere, sondern von einem dritten,
das ihn früher auf eins der beiden übertragen hat. Die zwei Paar
Hoden liegen an der Hinterseite der Septa 7io ^^^^ ^%i zu beiden
Seiten des Bauchstranges und zwar zu zwei in besonderer Kammei
eingeschlossen; die Entstehung der Samenzellen noch unbekannt,
jedenfalls gelangen solche auf dem Brombeer-Stadium in die Samen-
blasen, wo sie reifen. Die Schilderung der Segmentalorgane bietet,
abgesehen von den räthselhaften Wimperschnüren in den Wimper-
trichtern, wenig Neues {In. Diss. Breslau 1888. — Zool. Beitr.
hrsg. V. A. Schneider II. pg. 163 — 167. 2 Taf. u. Journ. R. micr.
soc. London 1889 pg. 57).
F. E. Beddard giebt weitere Mittheilung über Ovarien (cf J. B.
1886/87 pg. 100) und die Eibildung bei Eudrilus; die Ovarien
werden nämlich durch Muskelsepta in Kammern abgetheilt, in denen
Eier und Keimzellen sich finden; ein Theil der letzteren degenerirt,
andere dienen zur Ernährung der wenigen sich ausbildenden Eier,
auf denen sie eine uhrglasförmige Kappe bilden {On the reproduc-
tive Organs in the genus Eudriltis — Proc. R. soc. Edinburgh 1888
pg. 672 — 682\ note on the structure and development of the
Ovum in an Annelid — Journ. of anat. and phi/siol. vol. XXII.
n. ser. vol. II. London 1888 pg. 9—14. pl. I. u. Rep. 57 meet.
Brit. assoc. adv. scienc. 1887 pg. 771).
Bei Rhynchelmis und den Lumbriciden entstehen die Ge-
schlechtsdrüsen nach Fr. Vejdovsky sehr früh; bei Rhynchelmis
ist die ursprüngliche Anlage jeder Geschlechtsdrüse eine Zelle, die
sich fortschreitend theilt; am Ende des Coconlebens besitzt der
junge Wurm in 8. — 10. Segment 3 Paar traubenförmiger Geschlechts-
drüsen, von denen später die beiden vorderen zu Hoden, das hintere
Paar zu Ovarien wird. Durch die sehr rasche und bedeutende Ent-
wicklung der Samenblasen werden die Ovarien bis in das 50., selbst
54. Segment verschoben, wozu auch die enorm langen Samenleiter
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 23
beitragen. Die reifen Eier (0,65—0,8 nim. gross) lösen sich von
den Eierklumpen ab und drängen sich zwischen dem 30. — 40. Seg-
mente derart, dass sie ganz unregelmässige Gestalt annehmen.
Die jüngste Eizelle von Rhynchelmis besteht aus ganz homo-
genem Cytoplasma, besitzt einen Kern und ein Kernkörperchen ;
erst später tritt als Folge der Ernährung, Assimilation und des
Wachsthums ein Fadennetzwerk auf, indem man verdichtete und
vergrösserte Körperchen bemerkt, die jedoch nicht aus dem Kern
stammen, sondern nach V. Cytoplasma und ein Reservematerial für
die künftige Bildung von Fäden darstellen. An der Peripherie unter
der sehr zarten Dotterhaut findet sich eine verdichtete Plasmaschicht
mit schichtenweise eingelagerten Körnchen; sie steht in directer
Verbindung dem Netzwerk, in dessen Maschen Dotterkörnchen liegen
und mit einem perinucleären Hofe, dem Periplast, der stets hyahn
ist. Der Kern der jungen Eizelle Hegt zuerst central, später peripher;
er besteht anfangs aus einer homogenen Grundsubstanz, die erst
später zum Kerngerüst sich umwandelt; das eine Kernkörperchen
theilt sich meist in 2, seltener in 3 — 4 Tochterelemente, die mit
dicken Hüllen umgeben sind; ihr Inhalt ist chromatische Substanz,
eigentliche Kernfäden, entsprechen also nicht den Nucleolen der
Autoren, sondern dem ,,boyau nucleinien" von Carnoy. Die Ei-
zelle führt sämmtliche Eigenschaften der gewöhnlichen somatischen
Zellen, doch besitzt das reife Ei Ausrüstungen für die künftige Ent-
wicklung. Das Spermatozoon dringt mit dem Kopfe voran in das
Ei ein und verändert hier seine Gestalt; der lange stäbchenförmige
Kern ist anfangs homogen und structurlos, lässt aber, sobald er
nach dem Eintritt in das Ei anschwillt, deutlich reticuläre Structur
erkennen. Der um den Spermakern vorhandene helle Hof (Periplast)
geht aus dem Protoplasma des Spermatozoons hervor, das bei seinem
Auftreten hinter dem Kopf liegt, während später dieser in das Cen-
trum des hellen Hofes gelangt — das befruchtende Element kehrt
demnach in die Gestalt der ursprünglichen kugligen Spermazelle
zurück. Diesem Periplast wird vom Autor eine sehr grosse Be-
deutung zugeschrieben: er allein führt die Theilung des Eies ein
und zwar bereits zu einer Zeit, wo die Geschlechtskerne selbst sich
noch nicht vereinigt haben; die erste Theilung ist ein einfaches
Zerfliessen der Substanz des Periplastes nach zwei entgegengesetzten
Richtungen; hierdurch wird die erste Theüungsachse des Eies be-
stimmt und es entstehen schhesslich zwei neue, die Tochterperiplaste,
die bekannten hellen Höfe an den Polen der Kernspindel; während
der Conjugation der Geschlechtskerne legen sich bereits die Enkel-
periplaste an und zwar noch ehe die Tochterkerne (aus dem be-
fruchteten Eikern) hervorgegangen sind; doch entstehen sie nicht
durch Zerfliessen der Tochterperiplaste, sondern endigen innerhalb
derselben als je ein hyalines Kügelchen u. s. f Die bekannte
Strahlenbildung hängt mit der Bildung und Theilung des Periplastes
resp. mit der Nahrungszufuhr zu diesem und zu dem darin stecken-
den Kerne zusammen. — Auch die Eizelle enthält Periplast, stösst
24 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
diesen aber fast ganz bei der Bildung der Richtungskörperchen mit
aus und erhält durch die Befruchtung nicht nur männliche Kern-
substanz, sondern Plasma des Spermazotoons, welches zum Periplast
wird und die Theilung der Eizelle veranlasst; der männliche wie
der weibliche Pronucleus selbst haben die Theilungsfähigkeit einge-
büsst. In den Kernen der ersten Blastomeren lässt sich der männ-
liche und weibliche Antheil nachweisen, beide müssen für alle Kerne
angenommen werden; ebenso lässt sich männliches und weibliches
Cytoplasma nachweisen; folglich ist jede Zelle heramphroditisch,
dasselbe muss sich auch für einzellige Organismen herausstellen.
{EntivickUingsgeschichtliche Untersuchung e7i, Hft. I. Reifung,
Befruchtung u. die ersten FurcMmgsvorgänqe des Rhynchelmis — Eies.
Frag 1888. 166 pg. 10 Taf.)
Nach L. Roule ist der Nahrungsdotter im Ei von Enchy-
traeoidis Marioni n. gen. n, sp. zwar sehr reichlich, aber doch
gleichmässig vertheilt und so entstehen bald nach der Befruchtung
zwei fast gleiche Blastomeren; die weitere Furchung ist sehr un-
regelmässig, doch trennt sich der Bildungsdotter niemals vom
Nahrungsdotter. Die peripheren Zellen der Morula werden cubisch,
die centralen, das Meso-Entoderm, behalten die polyedrische Gestalt
der Blastomeren; eine Furchungshöhle fehlt. Im Centrum entsteht
zuerst eine unregelmässige Höhle, die Anlage der Darmhöhle, deren
begrenzende Zellen das Entoderm darstellen; kleine Spalten treten
dann zwischen denjenigen Zellen auf, welche zwischen Ecto- und
Entoderm liegen; sie fliessen zusammen und bilden die Leibeshöhle,
die nie mit dem Darm in Verbindung stand. Alle peripheren Zellen
des Mesodenns, die niemals eine epitheliale Anordnung aufweisen,
gehen wie bei den Mollusken in Muskelfasern über. (>Smv la for-
mation des feuillets hlastodermiques et du coelome chez un
Oligochaete limicole — Compt. rend. Äcad. Paris. Tom. 106.
188H. l pg. 1811—1813.)
Aus dem R. S. Bergh'schen Untersuchungen „zur Bildungs-
geschichte der Excretionsorgane bei Criodrilus" geht her-
vor, dass die Segmentalorgane dieser Art ganz und gar in der
Hautmuskelplatte entstehen und dass die Anlage eines Segmental-
organs, wenn auch noch so jung, zu den entsprechenden Anlagen in
vorhergehenden und folgenden Segmenten in gar keiner Beziehung
steht. Trichter-, Schlingen- und Endabschnitt jedes Segmentalorganes
differenziren sich aus einer von Anfang an gemeinsamen, einheit-
lichen Anlage heraus. Der Trichter bildet sich jedenfalls haupt:-
sächlich aus einem zelligen Material, das durch die Theilungen der
Trichterzelle entsteht ; durch Auseinanderweichen ihrer Descendenten
kommt der Hohlraum des Trichters zu Stande. Das Lumen des
Schlingentheils entsteht dagegen durch Vacuolenbildung in den
Zellen und durch Zusammenfiiessen der Vacuolen; das Endstück
bohrt sich zwischen den Epidermiszellen hinaus und bricht hier
durch, so bildet sich die äussere Mündung. Den Embryonen von
Criodrilus kommt ein Paar Urnieren zu, die aus durchbohrten
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 25
Zellen zusammengesetzt sind; die Organe beginnen vorn neben dem
Oesophagus mit blindem Ende und liegen in der Kopfhöhle dem
Darmepithel dicht an; von hier verlaufen sie unverzweigt im Bogen
gegen den Rücken und nach hinten, biegen dann wieder nach der
Ventralseite um und münden seitlich am Körper aus. {Arbeiten
a. d. zool.-zoot. Inst. d. Univ. Würzhircj VIII. Iö88. pg. 223—248
mit Tat. ^III «• ^IV-)
b. Physiologie.
Nach B. Eriedläuder verhalten sich Regenwürmer, denen das
Hinterende abgeschnitten wurde, wie normale Thiere, während de-
capitirte Würmer bald nach der Operation sich lebhaft winden, auch
eine Zeit lang herumkriechen, bald aber zur Ruhe kommen und
auf feuchter Erde mit feuchtem Fliesspapier bedeckt Tage und
Wochen lang ruhig daliegen, ohne auch nach Vertheilung der Wunde
aubonome Bewegungen zu machen, doch reagiren sie auf Reize,
Thiere, denen ein 0,5 — 1,0 cm. langes Stück des Bauchmarkes heraus-
geschnitten wurde, kriechen ganz wie normale Thiere — eine Con-
traction der Längsmuskeln beginnt am vorderen Ende, schreitet
nach hinten fort, überspringt die Resectionsstelle und setzt sich
hinter derselben fort; nach mehreren Wochen getödtete Würmer
ergeben das Fehlen des Bauchmarkes an der operirten Stelle. Zur
Erklärung kann man nicht an eine Fortleitung des Reizes durch die
Längsmuskeln selbst denken, derart, dass die bei der Contraction auf-
tretende Längsdehnung der folgenden Segmente eine Längscontrac-
tion dieser als Reflexbewegung auslöst; dafür spricht das Verhalten
geköpfter Würmer, bei denen auf Zug der vordersten Segmente
Längscontraction eintritt sowie die harmonischen Bewegungen von
Regenwürmern, die in der Mitte entzweigeschnitten sind und deren
beide Stücke durch ein etwa 1 cm. langes Fadenstück verbunden
werden; das hintere Ende kommt meist bald zur Ruhe, während
das vordere kriecht; sowie aber die Contractionswelle an das Hinter-
ende des vorderen Stückes gelangt, entsteht ein Zug, der auf den
Faden und durch ihn auf das Vorderende des hinteren Stückes
wirkt und dieses zur Bewegung veranlasst, (lieber das Kriechen
der Rec/e7iiüürmer - Biol. Centralbl. VII. 1888/89 pg. 363—366
u. Journ. R. micr. soc. London 1888 pg. 952.)
Ein sorgfältig abgetrockneter Regenwurm hinterlässt, wenn er
auf einer Glastafel kriecht, eine schleimige Spur, in der sich bei
mikroskopischer Untersuchung Chloragogenzellen wie lymphoide
Zellen, bei geschlechtsreifen Thieren auch Geschlechtsprodukte nach-
weisen lassen. Bei Reizung des Wurmes vermehrt sich die Abson-
derung und die Drüsenzellen der Haut selbst treten nach aussen.
Kükenthal fütterte nun Regenwürmer mit Carmin und fand, dass
die amoeboid werdenden Darmzellen Carminkörnchen aufnehmen
und dass in den Chloragogenzellen das Carmin (wahrscheinlich durch
Vermittlung des Blutgefässsystems) in Tropfenform vorhanden ist.
Auffallender Weise betheiligen sich die Nephridien an der Heraus-
26 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schaflfung des Carmins aus der Leibeshöhle nicht; vielmehr nehmen
Lymphzellen, die sich direkt an die Darmepithelzellen anlagern, das
Carmin auf und transportiren dasselbe in die Hypodermis resp. in
die Drüsenzellen derselben, von wo es nach aussen abgestossen wird.
Gelegentlich kommen Carminkörner zwischen Matrix und Cuticula,
veranlassen Ausbuchtungen der letzteren, die sich schliesslich ab-
schnüren. (^Beobachtungen am Regenwurm — Biol. Centralbl.
VIII. J 888/89. pg. 80 — 86 u. Journ. R. micr. soc. London 1888.
Den »remark. case of phosphorresc. in a earthworm« (cf. J. Ber.
1886/87. pg. 118) beschreibt G. F. Atkinson auch in : Journ. Elisha Mitchell
scientif, soc. IV. 1887. pg. 89—91.
c) Systematik u. Fannistik.
D. Rosa kritisirt die Systeme von Perrier, Beddard luid Vejdovsky
und giebt eine »nuove classificazione dei Terricoli»
1. Fam. Lumbricidae Claus (= Lombr. anteclit. P. — Lumbric.
+ Criodrilidae Vejd.)
»Aperture maschili anteriori al clitello fra le setole ventrali e le dorsali;
clitello a sella di posizione e lunghezza variabili. Setole in 8 serie, geminate
0 distanti, ma sempre parallele fra loro. Setole copulatrici poco diverse dalle
normali ; ventriglio posteriore agli apparati sessuali. Vescicole seminali uormal-
mente 4, raramente 3 paia. Mancano prostate e setole peniali.«
Lumbricus Eis., Allolobophora Eis., Allurus Eis., Tetra-
gonurus Eis. und Criodrilus Hoffra. (Syn. Enterion Sav., Den-
drobaena Eis., Octoclosion Oerl., Aporrectodea Oerl., ?Hypogeon Kieb.)
2. Fam. Oeoscolecidae ii. {= Lombr. intraclit. P. p. p., Eudrilidae
Claus, p.p.)
»Aperture maschili sotto al clitello fra le setole ventrali e le dorsali, oc-
cupanti segmenti o spazii intersegmentali molto variabili diposizione. Clitello
generalmente a sella, di posizione e lunghezza variabile. Setole 8 per segmento,
disposte a paia o distanti o in diverse disposizioni sperso variabili dalla parte
anteriore alla posteriore. Setole copulatrici molto piu lunghe delle altre e di
forma diversa. II ventriglio (che puö esser molteplice) e collocato anteriormente.
Vescicole seminali lo 2 paia. Mancano prostate e setole peniali.«
Geoscolex Leuck., Anteus Perr., Thamnodrilus ßedd., Mi-
crochaeta Bedd., TJrobenus Benh., Urochaeta P., Diachaeta
R, Hormogaster Rosa, Rhinodrilus P., Geogeuia Kieb. und
Tritogenia K. (syn. Titanus P., Eurydame? K., Pontoscolex??
Schmarda und Brachidrihis.?? Bedd,
?3, Fam. Moniligastridae Claus (= Lombr. aclitellicus P.).
"Manca il clitello; aperture maschili un paio, poste fra due segmenti, nello
spazio fra le setole dorsali e le ventrali, anteriormente alle aperture femminee
che sono at 14 (Horst). Setole strettamente geminate in quattro paia, Vescicole
seminali un paio. Esistono prostate.«
Moniligaster E. Perr.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 27
4. Fam. Acauthodrilidae s. str. (= Lomhr. postclitell. P. p. p.,
Acanthodril. Ciaus, Vejd. p. p.)
»Apertnre maschili 4 pnia sotto il clitello o dietro di esso su due segmenti
non consecutivi. Clitello di lunghezza e posizione variabile, ora acingolo com-
pletö (forme postclitelliane}, ora con una interruzione ventrale per tutta la sua
lunghezza o solo nella regione delle aperture maschili. Setole in 8 serie piil o
meno geminate. Ventriglio collocato anteriormente (ve ne sono talora 203).
Vescicole seminali due paia. Esistono 4 prostate e 4 fascetti di setole peniali
in relazione colle aperture maschili.«
Acanthodrilus P., Trigaster Benh.
5. Fam, Eudrilidae (= Lombr. intraclitell. P. p. p. + L. postclitell.
P. p. p. ; Eudrilidae Claus p.p. -f Acanthodrilidae Cl. p. p.; Pontodri-
lidae p. p. -\- Acanthodrilidae p. p. -f Plutellidae Vejd.).
»Aperture maschili un paio al segmento 17 o 18, sotto allo setole ventrali
0 sotto alla 1» setola ventrale, nel clitello o posteriormente ad esso. Clitello a
cingoli corapleto occupante generalmente i segmenti (13, 14—16, 18) = 3—6.
Setole in 8 serie, geminate o distanti, ma sempre parallele. Ventriglio anteriore.
Vescicole seminali generalmente due paia. Esistono prostate e fascetti di setole
peniali.«
Eudrilus P.; Typhaeus Bedd,, Microscolex Ros., Photo-
drilus Giard, Pontodrilus P., Digaster P., Notoscolex Fl.,
Didymogaster Fl., Cryptodrilus Fl., Perissogaster Fl.
?Patellus P,
6. Fam. Perichaetidae Cl. (= Lombr. postclitell. P. p. p.; Lumbr.
postclitelliari -H infraclit. Bedd.; Perichaetidae + Pleurochaetidae
Vejd.).
»Aperture maschili al 18" segmento; aperture femminee al 14", vicinissime
0 fuse in una sola. Clitello in forma di cingolo completo, occupante general-
mente tre segmenti (14, 15, 16), con rarissime eccezioni ; setole in numero molto
maggiore di 8 per segmento, disposte su cicli continui o interrotti; esistono
spesso Papille copulatrici. Esistono sempre prostate, ma rarissamamente setole
peniali.«
Megascolex Tempi., Perichaeta Schm , Perionyx P. (Syn.
Pleurochaeta Bedd., Amyntas Kieb., Nitocris K,, Pheretima K., Rho-
dopis K., Larapito P.).
(Boll. Mus. Zool. Anat. compar. di Torino vol. III. 1888. No. 41.)
W. B. Benham beschreibt einen Regenwurm von unbekannter
Herkunft als Brachydrilus n. gen., der ausserordentlich kleine
Borsten, zwei Paar Nephridien in jedem Segment, die Samentaschen
im 10. und 11., die Ovarien im 12. (!) Segment besitzt; die Sperma-
theken liegen im hinteren Theile des 11. Segmentes als zwei, manch-
mal drei schmale, oblonge Körper, die bis in das folgende Segment
hineinragen; vier Eiweissdrüsen Hegen unter ihnen. (Note on a
new Earthworm — Zool. Anzeig. XI. 1888. pg. 72 — 74.)
In den «entwicklungsgeschichtlichen Untersuchungen« giebt
F. Vejdovsky einige Bemerkungen zur Synonymie (Allolob. trapezoides Dug.
= All. turgida Eis. = L. trapezoides Kleineub.; Allob. putra Hoffm. = All.
subrubicunda Eis. Rosa, non Deudrobaeua rubida Vejd,; Dendrobaena octaedra
28 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sav. ist nicht Ent. rubidum Sav. und L. puter Hoffm.) und beschreibt Dendro-
baena octaedra Sav., sowie Allurus tetraeder Sav. Des Weiteren folgt eine
Schilderung der Eiablage, Coconbildung bei Rhynchelmis und der Verschieden-
heiten der Cocons bei den Lumbriciden. (Prag 1888. Hft. I. pg. 11—13, 33—36).
"W. B. Beuham constatirt das Vorkommen von Allurus tetraedrus in Eng
land und vermuthet, dass auch Criodrilus zur englischen Fauna gehört. (British
earthivorms — Nature vol. 38. Loodon 1888 pg. 319.)
D. Bosa beschreibt einen neuen Lumbricus (Allolobophora Tellinii n.
sp.) von Ragogna im Friaul, der 50 cm. lang wird. (Di un nuovo Lumbrico
italiano — Boll. Mus. Zool. Anat. comp, di Torino vol. III. 1888. No, 44.)
Nach Kula^u leben Lumbricus rubellus und Allolobophora foetida an der
Lenamündung; Allolob. tenuis kommt auch in Sibirien vor. Die von Grube
und Gerstfeld beschriebenen Lumbr. multispinus und brevispinus gehören zu
Allolobophora mucosa Eis. In Mittelrussland findet man: Allolob. mucosa, car-
nea, pellucida, foetida, Dendrobaena Boeckii, Li;mbr. rubellus und agricola; in
Südrussland, der Krim und dem Caucasus ausserdem noch All. arborea, A. pro-
fuga, A. longa, A. subrubicunda und im Caucasus noch drei neue Arten: Lum-
bricus caucasicus n. sp., Dendrobaena Bogdanovii n. sp. und D. Nassonowii
n. sp. (l. c. Zool. Am. XL 1888 pg. 234. — Die ausführliclie Arbeit ist in russ.
Sprache in den: Nachr. d. Kais. Ges. d. Frdr. d, Naturw. MosJcau T. 50 1888.
Frotok. d. zool. Abth. Sp. 142—148 erschienen.)
Seinen Angaben über Microscolex modestus (cf. J. Ber. 1886/87 pg. 106)
fügt Bosa noch hinzu, dass die Länge etwa 60 mm. beträgt, dass dem Darm
die Magenblindsäcke und die Typhlosolis fehlt, ebenso fehlt das unter dem
Bauchmark verlaufende Gefäss; im 10., 11. i;nd 12. Segment finden sich pul-
sirende Querschlingen; die Spermatheken haben einen seitlichen Blindsack;
ferner findet sich eine wohl entwickelte und gelappte Prostata. (Boll. Mus. Zool.
ed. Anat. comp, di Torino III. 1888. No. 39.)
Der von F. S. Leuckart 1841 (Zool. Bruchst. I.) beschriebene
Geoscolex maximus ist nach Kosa identisch mit Titanus brasi-
liensis Perrier (1872), welch letzterer Name demnach einzuziehen
ist. (^Sul Geoscolex maximus Leuck. — Boll. Mus. Zool. Anat.
comp, di Torino vol. III. 1888. No. 40.)
D. ßosa beschreibt folgende Perichaeten aus Birmania: 1. Pe-
rionyx excavatus Perr., 2. Megascolex armatus Bedd., 3. Peri-
chaeta Feae n. sp. und 4. P. hirmanica u. sp., und theilt die Peri-
chaetiden in folgender Weise:
A. Orifizi maschili contigui, orifizi delle sperma-
teche pu]e contigui Perionyx E. P.
B. Orifizi maschili distanti, orifizi delle sperma-
teche pure distanti
a. setole in cicli interrotti, mancano ciechi
intestinali Megascolex Tempi.
b. setole in cicli continui, esistono ciechi
intestinali Perichaeta Schm.
(Viaggio di Leonardo Fea in Birmania e regione vicine. V. Pe-
richetidi — Ann. mus. civ. stör. not. Genova ser. 2. vol. VI. 1888. pg. 155 bis
167. 1 tav.)
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 29
Die neue Gattung Teleudrilus, von der Dr. Ragazzi eine neue
Art (T. Ragazzi n. sp.) in Scioa erbeutet hat. unterscheidet sich von
allen bisher bekannten Oligochaeten dadurch, dass sie (im 19. Seo-
ment) nur eine einzige, median gelegene, männliche Geschlechts-
öffnung besitzt; auch die Mündung der Spermathecen ist unpaar
(zwischen Segment 13 und 14 gelegen); die weibl. Oeffnungen sind
paarig und verhalten sich wie bei Eudrilus. Des Weiteren wird
kurz beschrieben Acanthodrilus scioam/s n. sp., Perichaeta Feae
n. sp. aus Birmania und P. hirmanica n. sp. (D. Bosa: Lomhrichi
della Birmania, del Tenasserim e dello Scioa — Boll. Alns.
Zool. Anat. comp, di Torino vol. III. 1888. No. 50.)
Dieser Beschreibung von Tel eudrilus fügt Beddard hinzu, dass Eudrilus
eine nahe verwandte Form, zwei Paar Ovarien im 13. und 14. Segment besitzt
und dass jedes derselben in eine musculöse Scheide eingebettet ist, die mit dem
Oviduct zusammenhängt und wahrscheinlich dem Receptacnlum anderer Eegeu-
würmer entspricht ; die beiden Oviducte münden in den Gang der Spermatheken
(further notes upon tJie reproductive organs of Eudrilus Zool.
Am. XL 1888. pg. 643-646).
Horst giebt einen kurzen Bericht über Rhinodrilus sp. aus Surinam
(Tijdsch. neederl. dierMg. Vereen. (2) D. 1. Versl. pg. CLIL).
Der von R. Horst beschriebene Acanthodilus Beddardi n. sp. (aus Li-
beria) zeiclinet sich durch den Besitz besonderer Copulationsborsten, die in der
Nähe der Spermathecen sitzen und von einem bandförmigen Drüsenkörper um-
hüllt sind, aus {Descriptions of earthivorms. IV Ac. Bedd. — Notes fr. the
Leyden Museum vol. X. note VI. pg. 123—128. Ipl.).
F. E. Beddard stellt ein neues Genus der Terricolen mit dem Namen
Dichogaster auf, erwähnt jedoch nur, dass dasselbe sich durch den Besitz
zahlreicher Nephridioporen auszeichne (Z. c. Quart, journ. micr. sc. vol. XX VIII.
1888 pg. 401).
Ein Vergleich der Genera Pontodrilus, Microscolex und Photo-
drilus, den Rosa unternimmt, ergiebt eine sehr nahe Verwandtschaft derselben,
während Beziehungen zu anderen Genera viel entfernter sind; nur Eudrilus?
dubius Fl. aus Australien ist heranzuziehen, erweist sich aber als identisch mit
Rosa's Microscolex modestus. (Sui generi Poutodrilus, Microscolex e
Photodrilus in: Boll. Mus. Zool. Anat. comp. Torino vol. III. 1888. No. 39.)
F. E. Beddard beschreibt Acanthodrilus neglectus n. sp. aus Neuseeland,
ferner Neodrilus monocystis n. gen. n. sp., ebendaher und dem Acanthodrilus
dissimilts F. E. Bedd. in Bezug auf Stellung der Borsten, der Nephridialporen,
sowie der Ausdehnung des Clitellums (Segm. 13—17) älmlich, aber unterschieden
dadurch, dass zwischen Segment VII und VIII nur ein Paar Spermatheken-
öffnungen vorhanden sind (statt zwei Paar); möglicherweise ist Neodrilus nur
ein Acanthodrilus, bei dem das hintere Paar der männlichen Geschlechtsporen
sowie die zugehörigen Drüsen nicht entwickelt sind. Bei einer nicht benannten
Urochaeta aus Queensland stehen die Borsten der ersten 8 Segmente wie bei
Lumbricus, darauf i;nregelmässig und erst weiter hinten alternirend. Es folgen
endlich Mittheilungen über Nephridien, Samentaschen und das Clitellum von
U. corethrurus, sowie die Beschreibung von Perichaeta neivcombei'? n, sp.
30 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Australien), P. upoluensis n. sp. (von Insel Upolu, südpacifischer Ocean) und
Angaben über Perichaeta antarctica Baird. {Observ. on the structur. cha-
ract. of certain new or little-Tcnown earthworms. Proc. B. soc. Edin-
burgh XIV. 1886/67. pg. 156—176. 1 pl.)
J. J. Fletcher setzt seine »notes on australian earthworms (cf. J.
Ber. 1886/87 pg. 109—110) fort; er bemerkt zuerst, dass seine Allolobophora
australiensis die europäische A. turgida Eis. ist, dass ferner aus Europa nach
Sydney und Melbourne All. foetida Sav. und aus Mauritius Perichaeta peregrina
nach Australien verschleppt worden ist. Beschrieben werden darauf folgende
Arten: Eudrilus? dubius n. sp. aus Sydney und Adelaide; Cryptodrilus
rwöewÄ n. sp. von den Wilson-Bergen; Perissogaster excavata n. gen. n. sp.
die später genauer beschrieben und abgebildet werden soll; Perichaeta exigua
n. sp. aus der Umgebung von Sydney, und var. Murrayana von Mulwala N. S. W.,
P. monticola n . sp. von den Wilson-Bergen ; P. canaliculata u. sp. von Mossman
river, Cairus district, N. Q., P. Stirlingi n. sp. bei Adelaide, P. Baymondiana
n. sp. von Raymond Terrace, Hunter river, N. S. W., P. Hamütoni n. sp. von
Guntawang, N. S. W., P. Wüsoniana n. sp. vou den Wilson-Bergen, P. feeunda
n. sp. ebendaher; in Note IV werden beschrieben: Notoscolex gippslandicus
n. sp. (Gippsland Victoria), N. tasmanianus n. sp. (Tasmania), N. tuberculatus
n. sp. (Gippsland), Cryptodrilus mediteireus n. sp. (Darling river N. S. W.),
Perichaeta Bakeri n. sp. (Gippsland), P, dorsalis n. sp. ebendaher. (Proceed.
Liun. ßoc. N. South Wales IL ser. vol. IL 1887. pg. 375-403; 601-620.)
„Die Oligochaeten von Südgeorgien nach der Ausbeute
der deutschen Station von 1882 — 83" hat TV. Michaelsen be-
arbeitet;
es sind Pachydrilus maximus n, sp. unter Tangmoder auf Steinen lebend
und bis 40 mm. lang werdend; P. georgianus n. sp. nur 8 mm. lang, zwischen
Tangwurzeln und in dem Kanalsystem von Spongien am Strande von Süd-
georgien lebend; Euchytraeus monochaetus n. sp. mit einzeln stehenden und
in vier Längsreihen angeordneten Borsten — mit der vorigen Art zusammen;
Acanthodrilus georgianus n. sp. bis 60 mm. lang. (Jahrb. d. wiss. Anst. zu
Hamb. V. Beilage z. Jahresber. üb. d. naturhist. Museum Hamburg für 1887.
Bamb. 1888 pg. 55—73. 1 Taf.)
Criodrilus lacuura Hoffra. muss zu den Lumbriciden gestellt werden.
(CoUin — Zeitschr. f. wiss. zool. 46 Bd. 1888 pg. 496.)
In seinen „Beiträge zur Kenntniss der deutschen Enchy-
traeiden-Fauna" beschreibt W. Michaelsen zuerst einen in Fisch-
dünger lebenden Enchytraeiden unter dem Namen Stercutvs n. gen.
Die Stercuten sind Enchytraeiden mit S-förmig gebogenen Borsten:
ein Kopfporus fehlt ; das Eückengefäss entspringt vor den Gürtelsegmenten
und ist von einem Herzkörper durchzogen; Blut farblos; Speicheldrüsen
fehlen; der Darm ist nur für die Aufnahme flüssiger oder gallertiger
Nahrung geeignet, da das Epithel des Magendarmes sich in ein unregel-
mässiges, das ganze Darmlumen durchsetzendes Zellgerüst aufgelöst hat
und der Enddarm in einen compacten Zellstrang verwandelt ist; die
Samenleiter sind lang.
in der Naturgescliichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 31
Die 6 mm lang werdende Species (niveus n. sp.) ist von blen-
dend weissem, schneeartigem Aussehen. Des weiteren wird eine
neue Varietät (glandulosus) des Pacliydrilus sphagnetorum Vejd. aus
dem Eppendorfer Moor bei Hamburg beschrieben, ferner Mesenchy-
traeus setosus n. sp., in Gesellschaft von Mes. Beumeri am EIId-
strande bei Hamburg zwischen Detritus, faulendem Laub und an
modernden Baumstümpfen lebend. (Arch. f. mikr. Anat. XXXI.
1888. pg. 483—498. 1 Taf.)
Der von R. Saint-Loup als Pacliydrilus enehytraeoides (cf.
J. Ber. 1884/85 pg. 192) beschriebene Oligochaete ist nach L. Roule
der Vertreter eines neuen Genus: Enehytraeoides sp. n. Mariom\
derselbe unterscheidet sich von Pachydrilus durch den einfacheren
Circulationsapparat und durch die Hoden, welch letztere denen von
Enchytraeus gleichen. Auch ist das Nervensystem noch im Ecto-
derm gelagert, es entbehrt besonderer Ganglienknoten, die Ganglien-
zellen liegen vielmehr am ganzen Bauchmark unter der Punkt-
substanz (^Sur la strvctur histologique d\ni ölig ocliaete mu-
rin appartenant ä vn genre noiiveau — Compt. rend. Ac. Paris
T. 106. 1888. I. pg. 308—310 u. Jovrn. R. micr. soc. London
1888. pg. 735.)
Unter dem Namen Vetrovermis hyaUnus n. g. n. sp. beschreibt
0. E. Imhof kurz ,,ein neues Mitglied der Tiefseefauna der
Süsswasserbecken"; es handelt sich um einen in den Tiefen
einiger Schweizer Seen lebenden Borstenwurm, der Ctenodrilus und
Parthenope nahe steht und sich durch Theilung vermehrt. (Zool.
Anz. XI. 1888. pg. 48—49.)
E. C. Bousfleld bringt in seiner ,, Natural history of the
genus Dero" wenig Neues zur Anatomie, umgrenzt dagegen die
Arten sicherer; er gruppirt dieselben in solche ohne secundäre Kiemen
(D. latissima Bousf., D. Perrieri B., D. obtusa d'Ud., D. Mvlleri n.
sp.), mit secundären Kiemen (D. limosa Leidy, D. acuta B.) und
mit secundären Kiemen und Palpen (D. furcata Ok.). (Jouni. Linn.
soc. Zool. vol. XX. No. 117 London 1887. pg. 91—107. 3 pL imd
Rep. Brit. assoc. adv. sc. 1885. pg. 1097.)
Nais prohoscida, N. elingaüs nnd Aeolosonia variegatiim in den Salzseen
bei Halle (cf. Zeitschr. f. tviss. Zool. 46 Bd. 1888. pg. 224.)
Nais hamata Timm in den kleineren Koppenteichen (Zacliarias: Zur
Fauna des Riesengebirges — Biol CentralU. VIII. 1889. pg. 542.)
Aeolosoma Headleyi n. sp., cf. oben unter Beddard in: Proced. zool. soc.
London for 1888. pg. 213-515. 1 pl.
D. Hirudinei.
a. Anatomie und Entwicklung.
St. Apathy hat sich mit einer „Analyse der äusseren
Körperform der Hirudineen" beschäftigt; die Resultate seiner
über 20 Arten sich erstreckenden Studien, welche die wichtigen
Mittheilungen Whitman's verwerthen, sind folgende:
32 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Der meist langgestreckte Körper verjüngt sich in der Regel gegen seine
beiden Enden; er ist entweder glatt oder mit regelmässig vertheilten Ver-
dickungen, AVarzen, resp. Falten der Haut versehen; letztere ist immer deutlich
geringelt. Der Querschnitt des Körpers ist kreisförmig oder oval; eine grössere
Abflachung erfolgt nur durch secundäre Anpassung. Ohne Ausnahme bestehen
die Hirudineen aus 33 auch äusserlich nachweisbaren Somiten; auf jedes der-
selben kommt ein vollständiges Ganglion mit sechs Ganglienkapseln. Die ver-
schiedene Körperlänge der einzelnen Arten wird theils durch Reduction theils
durch Abbreviation einzelner Somite — in der Regel an den beiden Körper-
enden, selten auch mitten im Körper — bedingt. Die Zahl der vollständigen
d. h. nicht reducirten Segmente characterisirt die Gattung, wogegen der Grad
der Reduction und die Art \mA Weise der Verkürzung meist nur für die Art
massgebend ist. Der ganze Körper theilt sich in 6 Regionen: Kopf-, Clitellar-,
Mitteldarm-, Hinterdarm-, Anal- und Haftscheibenregion; jede dieser besteht
aus 6 Somiten, allein die Analregion hat nur drei Somiten. In der ganzen
inneren und äusseren Eintheilung des Somites ist die Dreizahl die herrschende.
Im Dienste der mehr oder weniger parasitischen Lebensweise hat sich die Kopf-
region zu einem verschieden grossen Saugnapf ausgebreitet, der aus einer Ver-
dickung (nicht Einstülpung) des vorderen Körperendes entsteht und an dem eine
ventrale mediane Längsspalte als Mundöffnung dient, resp. zu dem Napfrande
auseinandergezogen werden kann. Die Analregion trägt den wahrscheinlich
secundär, aus einem einfachen Durchbruch der Haut entstandenen After an der
Dorsalfläche. Zwei bis drei Somite der sechsten Region sind bei allen Gattungen
der Ordnung in die Haftscheibe eingestülpt. Zu dem eigentlichen Clitellum hat
sich, in Grad und Form nach den Familien resp. Subfamilien verschieden, das
X., XI. und XII. Somit in der Regel secundär, ja sogar theilweise nur post-
embryoual umgestaltet; die männliche Geschlechtsöffnung liegt constant im XI.,
die weibliche im XII. Somit. Immer typisch, die Gattung resp. die Art be-
zeichnend sind die Somite XIV— XXIII, die zehn mittleren des Körpers; falls
die einzelnen Ringe gewisse eigene Merkmale besitzen, so sind diese in regel-
mässiger Reihenfolge auf jedem Somit des Körpers aufzufinden, von welchem
der betreffende Ring durch Reduction nicht eliminirt wurde. Der wohl ent-
wickelte Tastsinn besitzt bei den Hirudineen eine allgemeine Verbreitung und ist
an 18 Längslinien von Tastkegelchen gebunden, die letztere im Umkreise eines
jeden „Piscicolaringes" eine Querreihe bilden — ursprünglich fallen nämlich
zwölf äussere Ringe auf ein inneres Somit, wie bei der heutigen Piscicola; alle
anderen Arten der Ringelung sind von verschiedener Gruppirung der ursprüng-
lichen zwölf Ringe herzuleiten; als „Piscicolaring" wird jeder Ring oder Ring-
theil einer Hirudinee bezeichnet, der mit einem Ring der Urpiscicola gleich-
wertbig ist. Von den oben erwähnten 18 Läugslinien befinden sich jederseits
der Mittellinie sowohl am Bauch als auch am Rücken je 4 und ausserdem eine
rechts und links an der Grenze von Rücken- und Bauchfläche; sie werden als
innere und äussere Paramedian-, innere und äussere Paramarginal- und Marginal-
linie bezeichnet. Die Tastkegelcheu können auf hervorspringende Warzen der
Haut gerathen sein; sie stellen eine kleinere oder grössere Gruppe von speci-
fischen, epitheloiden Zellen dar, welche die Culicula in ein retrahirbares Kegel-
chen emporwölben und ausnahmslos je ein Tasthärchen besitzen. Die Tast-
kegelchen können ferner mit einer Unterlage von gelblichen, opaken, fetthaltigen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres ]888. 33
Zellen oder von eigenthümlichen Pigmentzellen versehen sein ; je nachdem dieser
oder jener Fall, mit einer bestimmten Anordnung der betreffenden Grebilde vor-
liegt, sind auch die einzelnen Ringe zu unterscheiden, deren weitere Merkmale
in einer dichteren Lagerung des oberflächlichen, reticulären Pigmentes und in
der Stellung der Nephridialapertur zu suchen sind. Die Marginallinie zeichnet
sich bei gewissen Gattungen, besonders der Gnathobdelliden durch grössere
Tastkegelchen aus — sie ist der Seitenlinie der Capitelliden homolog. Die
Augen, welche in ihrer höchsten Entwicklung nicht bloss Licht und Farbe
sondern wahrscheinlich auch Formen unterscheiden können, sind besonders bei
den Süsswassergattungen ausgebildet und hervorgegangen aus den dorsalen
Tastkegelchen der ersten Ringe resp. ersten Somitdrittel der Kopfregion. Von
specifischen Drüsen sind die in der Umgebung der Geschlechtsöffnung liegenden
und zur Bildung des Cocons bestimmten Chitinoiddrüsen zu erwähnen, die bei
den nicht Cocons bereitenden Clepsine-Arten, falls sie noch nicht vollkommen
rückgebildet sind, als embryonale Haftdrüse Verwerthung finden; die Rücken-
platte von Clepsine bioculata ist der postembryonale Rest dieser Drüse (Mitth.
a. d. zool. Stat. Neapel VIII, 1888, p. 153—232, 2 Taf.).
J. F. Heymans findet bei Hirudineen ausser dem auf der
Ventralseite des Darmes verlaufenden Sympathicus noch zwei
dorsale Stämme, die in ihren Verzweigungen mit dem ventralen
Stamme anastomosiren und so einen zwischen Rings- und Längs-
muskelschicht des Darmes liegenden Plexus darstellen. Nach Be-
handlung mit der Citronensaft- Goldmethode sieht man aus dem
Plexus sowohl Terminalfibrillen mit Endplatten, als solche ohne
Endplatten hervorgehen; letztere Fasern sind vielleicht sensibler
Natur; erstere begeben sich zu den Muskelfasern des Darmes, von
denen jede mit mindestens einer, mitunter bis vier Endplatten ver-
sehen ist. EigenthümHch verhält sich die Muskulatur in den
lateralen Gefässen, indem jede Ringmuskelfaser ihren Verlauf ändert
und zu einer Längsfaser wird; in Wirklichkeit haben daher diese
Gefässe zwei Muskelschichten, die sich aber stets gleichzeitig con-
trahiren, also eine Verkürzung und Verengerung des Gefässes be-
wirken müssen. In dem zu dieser Muskulatur gehörigen Plexus
fehlen die Ganglienzellen und die Nervenfasern enden bald in der
Peripherie der contractilen Scheide oder irgendwo auf der Länge
der Muskelfaser in einem ovoiden Knoten, (Ueher die Nerven-
endigung in der glatten Muskelfaser heim Blutegel. — Anat.
Anzg. III, pg. 721 u. Arch. f. Anat. u. Phys., physiol. Abth. 1888
pg. 556—560).
A. (j. Bourne wendet sich gegen die Ausführungen Jaquet's
in Bezug auf das Gefässsystem der Hirudineen (cf. J. B. 1884/85
pg. 198), (The vascular systein of Ilirudinea. — Zool. Anz. X/, 1888,
pg. 16 — i8); hierher auch A. E. SMpley {on the existence of commti-
nications between the hody-cavity u?id the vascular systeni. — Proceed.
Cambridge philos. society VI, 18S8, pg. 213 — 220), der constatirt,
dass die Trichter bei NepheHs und Clepsine offen mit als Leibes-
höhle anzusprechenden Sinus in Verbindung stehen.
Arch.f.Natiirge3ch. Jahrg.1889. Bd.II. H.3. 3
34 Dr- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In „On the nephridia of Hirudo medicinalis" theilt
A. B. Oriffiths mit, dass Harnsäure und Natron nachge^viesen
werden konnten, dagegen Harnstoff, Guanin und Calciumpliosphat
fehlen {Proc. R. soc. Edinburgh vol. XIV, 1886/87, ])g. 346—848).
In Fr. T. Leydig's „Beiträge zur Kenntniss des thie-
rischen Eies im unbefruchteten Zustande" werden auch eine
Anzahl Hirudineen berücksichtigt und zwar Piscicola respirans,
Aulostomum nigrescens, Clepsine sp. und Nephelis vulgaris.
Die Eier von Piscicola bieten so viel Eigenthümliches dar, dass noch
manche Zweifel bestehen bleiben; im Eierstock lassen sich erstens
die von Plasma umgebenen Kerne unterscheiden, welche die Matrix
der Grenzhaut des Ovariums bilden und aus denen wahrscheinlich
die in der häutigen Umhüllung des fertigen Eies sich findenden
Kerne sich ableiten lassen, zweitens die Eikeime selbst; diese —
aus Kern und protoplasmatischer Umhüllung bestehend — kapseln
sich ab und innerhalb der Hülle erfolgt eine Vermehrung der Keim-
zelle; nur eins der Theilprodukte wird zum Ei, die übrigen dienen
zu seiner Ernährung. Bei Aulostomum hält L. die Lichtung des
die Keimstränge umschliessenden Sackes für eine abgegrenzte Partie
der Leibeshöhle, da bei Thieren, die im Frühjahr beobachtet worden
sind, Blutflüssigkeit die Keimstränge umspült. Verschiedene Beob-
achtungen am Nephelis-Ei deuten darauf hin, dass Bestandtheile des
Keimbläschens in den Dotter austreten, wobei gleichzeitig eine Ver-
kleinerung des Bläschens eintritt; zwischen Dotterhaut und Eihülle
scheint eine Membrana granulosa vorzukommen (Zool. Jahrbücher,
Abth. f. Anat. u. Ontog. d. Thiere, III. Bd., Jena 1889, pg. 287
bis 432, mit 7 Taf.).
b. Systematik und Faunistik.
St. Apathy kann in der Ordnung der Hirudineen nur zwei
Familien annehmen, die Rhynchobdellidae und die Gnathobdellidae ;
die Branchiobdellen gehören keineswegs zu den Hii'udineen. Die
Charaktere der Rhynchobdelliden sind: im Schlünde befindet sich
ein vorstreckbarer Saugstecher; jedes typische Somit des Mittel-
körpers ist aus 3, 6 resp. 12 Ringen zusammengesetzt; die sechs-
ringeligen sind sämmtlich Salzwasserformen. Gnathobdellidae:
Der Oesophagus hat einen graden Verlauf, ihm fehlt ein vorstreck-
barer Saugstecher; das typische Mittelkörpersegment besteht aus
5 Ringen; die äusseren Nephridialaperturen befinden sich an dem
Hintersaume des 5. Ringes und zwar mit Ausnahme von Haemadipsa,
an der Bauchfläche. Innerhalb der Gnathobdelliden lassen sich
zwei Gruppen bilden:
A. Die Zahl der vollständigen Somite des Körpers ist 19 ; die Geschlechts-
öffnungen sind von einander durch einen Zwischenraum von 2 Ringen
entfernt; das VI. Somit trägt nie Äugen; der Anus liegt zwischen
dem ersten und zweiten Somit der Analregion; die Mundöffnung er-
streckt sich nach hinten vom II. Somit his zum IV. (beide exciusive),
besitzt also die Länge des di-itten Kopfsomits; die Körperränder ver-
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 35
laufen im ganzen Mittelkörper parallel zu einander Fam. Nephelidae
mit Nephelis incl. Trocheta Dutr.
B. Die Zahl der vollständigen Somiten des Körpers ist 16; die Ge-
schlechtsöffnungen sind von einander durch einen Zvrischenraum von
5 Ringen (eine Somitlänge) getrennt; am VI. Somit fehlen die Augen
nur ausnahmsvyeise, obv^'ohl sie gelegentlich rudimentär und immer
kleiner als die anderen sind. Der Anus liegt hinter dem zvs^eiten
Somit der Analregion; die Mundspalte befindet sich zwischen dem II.
und V. Somit, besitzt also die Länge des III. und IV. Somits. Die
Körperränder verlaufen nicht in der ganzen Länge des Mittelkörpers
parallel zu einander. Fam. Hirudinidae mit (Hirudo 4- Haemopis,
Aulastoma + Typhlobdella).
Die Gattung Nephelis, von der übrigens für Europa nur zwei
Arten (octoculata Bergm, und trocheta Dutr.) angenommen werden,
wird folgendermassen charakterisirt :
Die Geschlechtsöffnungen liegen zwischen dem 4. und 5., resp. 1. und 2.
Ring der betreffenden Somite; die in gleichem Grade convexe Bauch- und
Rückenfläche treffen sich in einem kleineren oder grösseren Winkel, aber immer
in einer ausgeprägten Kante (spindelförmiger Querschnitt), mit Ausnahme der
Kopfregion, die vollkommen cylindrisch ist. Der Mittelkörper ist in seiner
ganzen Länge gleich dick. Der Durchmesser der Haftscheibe ist Vs der Mittel-
körperbreite ; die Zahl der Augen in der Regel 8 ; im Pharynx nie harte Kiefer.
Hirudo:
Die Geschlechtsöffnungen befinden sich zwischen dem 2. und 3. Ring
des zweiten resp. dritten Clitellumsomites ; der Anus liegt zwischen dem
dritten Somit der Analregion und dem ersten der Haftscheibenregion; der
Durchmesser der Haftscheibe ist grösser als der des hinteren Endes des Mittel-
körpers und misst mindestens '^1^ der grössten Breite des letzteren. Die Ränder
des Mittelkörpers sind konvex. — Der Gattung Hirudo wird auch Haemopis
eingereiht und in dieser für Mitteleuropa nur H. medicinalis mit zahlreichen
Varietäten angenommen.
Aulastoma:
Die Geschlechtsöffniuigen befinden sich auf dem dritten Ringe der be-
treffenden Somiten; der Anus liegt zwischen dem zweiten und dritten Somit
der Analregion. Die Haftscheibe besitzt einen geringeren Durchmesser als das
Hinterende des Mittelkörpers und zwar ist sie halb so breit wie der Mittel-
körper in seinen vorderen drei Vierteln. Die Ränder des Mittelkörpers ver-
laufen vom Clitellum bis zum letzten Viertel desselben parallel; von da ab ver-
jüngt sich der Mittelkörper conisch nach hinten. — Auch von dieser Gattung
giebt es in Europa m\v eine Art (gub Braun); die Typhlobdella Kowatsi Dies,
kann höchstens eine der Höhlenbewohnenden Lebensweise angepasste Varietät
von Aul. gulo sein!
Auch die Rhynchobdelliden theilt Apathy in 2 Subfamilien:
A. Ichthyobdellidae: Der Körper ist immer cylindrisch, bei er.
schlaffter Muskulatur sind die Thiere mindestens 10 mal so lang wie breit; das
Clitellum besteht aus reducirten Somiten und wenigstens das dritte bildet immer
eine entschiedene Einschnürung des Leibes. Beide Geschlechtsöffnungen be-
3*
36 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
finden sich im vorderen Drittel des betreffenden Somits. Die Analöffnung liegt
immer zwischen dem ersten und zweiten Somit der Analregion ; der Saugstecher
ist nicht länger als das Praeclitellum und überragt die Grenzen des letzteren,
wenn er nicht in Gebrauch ist, in keiner Richtung.
Gattg. Piscicola:
Der vollkommen cylindrische Körper ist ungefähr 20 mal so lang wie
breit; der Mittelkörper ist in der ganzen Länge gleich dick; die Ringe sind
mit unbewaffnetem Auge nicht wahrnehmbar: 12 derselben fallen auf je ein
vollständiges Somit. Die Haftscheibe ist zweimal so breit wie der Saugnapf
resp. der Mittelkörper; auf letzterem befinden sich 11 resp. 12 Paar, mehr oder
weniger hervorragende, pulsirende Seitenausstülpuugen. Augen auf dem IV.
und V. Somit.
Einzige Art: P. piscium Rös. (!)
B. Clepsinidae: Der Körper, wenigstens der Mittelkörper, ist nie
cylindrisch; die Länge ist bei erschlaffter Muskulatur resp. nach langsamen
Absterben höchstens das 6— 7 fache der Breite. Das Clitellum bildet einen all-
mählichen Uebergang vom Mittel- zum Vorderkörper; die männliche Geschlechts-
öffnung befindet sich zwischen dem zweiten und dritten, die weibliche zwischen
dem ersten und zweiten Drittel des betreffenden Somits. Die Analöffnung liegt
zwischen dem Hinterende der Analregion und der Haftscheibe, nur in einigen
Fällen zwischen dem ersten und zweiten Ring des dritten Analsomits. Der
Saugstecher ist wenigstens so lang wie das Praeclitellum.
Einzige Gattung Clepsine mit 6 Arten, für welche folgende
Bestimmungstabelle gegeben wird:
a) Der Saugstecher ist nicht länger als das VII, VIII.
und IX. Somit:
ß) Der Saugstecher ist ebenso lang als das VII,
Vin. und IX Somit Gl. marginata M.
ß) Der Saugstecher ist noch kürzer als das VII,
Vin. und IX. Somit Gl. tessulata M.
b) Der Saugstecher ist um ein Bedeutendes länger als
das VII, VIII. und IX. Somit,
y) Der Saugstecher ist länger als die ganze Gli-
tellarregion Gl. bioculata Bergra.
d) Der Saugstecher entspricht der Glitellarregion
(6 Somite) Gl. heteroclita L.
*) Der Saugstecher misst die ersten fünf Somite der
Glitellarregion Gl. concolor n. sp.
C) Der Saugstecher ist kaum länger als die vier
ersten Somite der Glitellarregion Gl. sexoculataBergm.
Die hier in ihren Resultaten wiedergegebene Arbeit Ipathy's
ist im Wesentlichen eine Kritik der dem Ref. nicht zugängHchen,
in ungarischer Sprache geschriebenen (Diagnosen lateinisch) ,, Fauna
Hirudinearum Hungariae" von L. Oerley (Math. u. naturw.
Mitth. d. Ung. Akad. XXII. 1888), betrifft demnach gleichzeitig die
mitteleuropäischen „Süsswasser-Hirudineen", von denen Oerley
8 Gattungen mit 25 Arten anführt, die bei Apathy auf 5 Gattungen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 37
mit 10 Arten zusammenschmelzen. Ref. muss stark bezweifeln, dass
diese so weit gehende Zusammenziehiing von Gattungen und Arten
sich wird halten lassen; auch die Bestimmungstabelle von Clepsine
dürfte kaum praktische Bedeutung gewinnen. (Süsswasse?-- FI iru-
dineen, ein systematischer Essay — Zool. Jahrbücher, Ahth. f.
System. III. Bd. 1888 pg. 725—794).
In ähnlich radicaler Weise wie mit den Süsswasser-Hirudineen
verfährt St. Apathy auch in seinen „Systematische Streif-
lichter" mit den marinen.
Nach ihm gehören zu den Ichthyobdelliden die Gattungen Ich thyobde IIa
Blainv., Piscicola Blainv., Calliobdella v. Ben. et H., Branchellion
Lav. und Pontobdella Leach. In der mit Poutobdella und Calliobdella sich
beschäftigenden Arbeit zieht derselbe Pontobdella muricata Lam., P. verrucata
Leach, P. areolata Leach und P. laevis Blainv. zu einer einzigen Species (P.
muricata Lam.) zusammen; als neu kommt hinzu P. Vosmaeri n. sp., die wieder-
holt in Neapel im Dredgematerial aus grösserer Tiefe heraufgeholt wurde. P.
campanulata Dal., P. lubrica Gr., P. oligothela Schmard. und P. littoralis Johnst.
gehören — vielleicht mit Ausnahme von P. littoralis — zusammen zur Gattung
Calliobdella, innerhalb welcher C. lubrica Gr. und C. nigra n. sp. aus Neapel zu
unterscheiden sind (Ar eh. f. Naturgesch. 54. Jahrg. 1888. I. pg. 43 — 61).
F. V. Leydig giebt Bemerkungen über die Lebensweise von Piscicola
geometra und respirans sowie einige anatomische Daten, welche die Unter-
schiede beider Arten illustriren (Zool. Jahrb., Abth. f. Anat. d. Thiere III. 1889.
pg. 289—291).
Piscicola geometra L. in der Wismarer Bucht cf: Braun im Arch.
Ver. d. Ferde. d. Naturg. Mecklenh. 42. Jahr. 1888189 pg. 71).
C. Massa berichtet über das Vorkommen von Clepsine marginata M.
(IJua nuova specie di sangiiisuga del Modenese-Atti soc. nat. Modena Bendic. (3)
in. 1887. pg. 124).
III. AbeiTaiite Formen.
A. Mysostomida.
Vergl. oben pg. 1 bei A. Lang.
_B. Enteropnensfa.
Die schon im vorigen Bericht (1886/87 pg. 129, 130) referirte Arbeit von
R. Koehler: Rech. anat. sur une nouv. esp. de Balanoglossus, le Bai. sarniensis
ist erschienen im Biül. soc. sc. Nancy (2) T. VIII fasc. XIX pg. 154—201 3 pl.,
resume — ibid. fasc. XX pg. VI— VII.
A. Giard giebt eine Uebersetzung der Note von G. B. Haldeman (cf.
J. B. 1886/87 pg. 131) über Tornaria and Balanoglossus (Bull, scientif. du
Nord de la France (2) T. X 1888 pg. 532-535).
Den von N. Wagner (cf. J. Ber. f. 1884/85 pg. 177) beschriebenen
Balanoglossus Mereschkowskii macht W. Schimkewitsch zum
Gegenstand einer besonderen Studie. Der Körper besteht aus dem
Kopflappen, einem einzigen Körpersegment (Kragen) und dem hinteren
nicht segmentirten Abschnitte ; das unpaare Kopfcoelom mündet durch
38 Dr. M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Vermittlung des linken exeretorischen Kanales nach aussen. Das
Coelomendothel des Rüssels biegt auf der Rückenseite um und geht
auf den inneren Organcomplex über, denselben umhüllend. Die
Falten des inneren Peritonealblattes der Rüsselhöhle (innere Kieme)
verhalten sich zum Gefässsystem ähnlich wie die Pericardialdrüse
der Anneliden und haben wohl excretorische Function. Die Rüssel-
drüse (Bateson, Herz Spengel) besitzt eine eigene Muscularis,
während ihr Epithel dem Endothel einiger Theile des Rüsselperito-
neums ähnlich ist; sie ist vielleicht der contractilen Schwanzblase
von Pulmonaten -Embryonen gleich zu setzen. Das Gefässsystem
erscheint einfach, da abgesehen vom Dorsal- und Ventralstamme
andere Gefässe nicht zur Entwicklung kommen. Die Nervenfaser-
schicht ist zwar unter der ganzen Haut entwickelt, aber die dorsale
Verdickung besitzt keine Höhle und keine Neuroporen. Das Scelet
stellt nur eine locale Verdickung der Membrana propria dar. Die
perihämalen Höhlen können den Muskelplatten der Wirbelthier-
embryonen gleichgestellt werden ('?!), sind aber wie das dorsale
Centralnervensystem auf ein Körpersegment beschränkt. Der einige
Windungen bildende Kiementheil des Darmes besitzt eine kleine
Rinne, deren Boden mit Papillen besetzt ist und dem Diverticulum
des Kragentheils ähnHch ist. — Beide können als Homologen des
Endostyles, der Hypobranchialrinne und der Schilddrüse der Cyclo-
stomen angesehen werden. Die seitlichen Ausstülpungen des Kragen-
theiles sind wahrscheinlich nicht zum Durchbruch gekommene
Kiemensäcke des ersten Segmentes. Die Geschlechtsorgane haben
mit der Epidermis nichts zu thun. B, Mereschkowskii kann man
als eine Trochophora ansehen, die nur mit einem Körpersegment
versehen ist und das Kopfganglien unter den Augen der Tornaria
eingebüsst, dafür aber einige Merkmale erworben hat, die sie den
Chordaten nähern (Zool. A^iz. XI, 1888, pg. 280—283; Archives
Zool. exper. et gen. (ß) T. VI, 1588, notes pg. XXIII und in russ.
Sprache in den Allheiten der St. Fetersh. Natur f. Ges. Fetersb. 1889).
W. F. R. Weldon beschreibt Balanoglossus-Larven von den
Bahama- Inseln, an denen er eine Rückbildung der Coelomsäcke
beobachtet hat; auch die Scheitelplatte und die sogenannte Chorda
werden davon betroffen (prel. note on a Bai.- Larva from the Bahamas
in Proc. R. soc. London vol. 42, 1887, pg. 146 — 150, 3 Fig.).
C. Echinoderidae.
D. Gastrotricha.
Hierher :
Stokes, C. A. Observations sur les Chaetonotus et les Dasydytes
(suite) Joum. de raicrographie XII. Paris 1887, pg. 19—22, 49—51, 1 pl,
Schimkewitz, Will. Ueber eine neue Species Ich thydium (J. Bogda-
novii) Nachr. d. K. Ges. der Freunde der Natur etc. T. 50, 1886, pg. 148—150.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 39
E. Chaetognathi.
A. BoUes Lee fasst die Resultate seiner Untersucliungen über
die „Spermatogenese chez les Chetognathes" wie folgt, zu-
sammen: Der Hoden der Sagitten entsteht aus derselben Urgeschlechts-
zelle, welche das Ovarium derselben Seite bildet; in dem soliden
Hodenstrang entstehen Polyplasten, denen von Lumbricus ähnlich,
die einen kernlosen Blastophor haben; sie werden frei und fallen in
die Leibeshöhle; hier theilen sie sich in toto durch eine einfache
Segmentation ihres Protoplasmas, wogegen ihre Kerne sich zu
distincten- Zellen, Spermatocyten, umwandeln, welche um den Bla-
stophor vereinigt bleiben. Die nun folgende Vermehrung der Sper-
matocyten geht immer unter den Erscheinungen der Karyokinese
vor sich (Scission en anses paralleles — Carnoy). Spermatocyten
und Spermatiden besitzen einen Nebenkern von fadiger Structur,
der im Nueleus selbst zu entstehen und dann ausgestossen zu werden
scheint. Die Spermatozoen haben einen aus dem Kern der Sperma-
tiden hervorgehenden Kopf; das Plasma des Kerns scheint dem Zell-
leibe nach der Bildung des Kopfes einverleibt zu werden. Aus einer
Verlängerung des Cytoplasma der Spermatide entsteht ein filament
procephalique an den Spermatozoen, deren Schwanz einen Achsen-
faden besitzt. Kopf und Schwanz werden von einer im Cytoplasma
entstehenden unduhrenden Membran spirahg umgeben. Die den
Spermatozoen von den Autoren zugeschriebene Querstreifung wird
durch die Spiraltouren der undulirenden Membran vorgetäuscht. In
den Polyplasten liegen die Spermatozoen so, dass ihre Köpfe nach
aussen, die Nebenkerne nach innen, nach dem Blastophor zu ge-
richtet sind. Der Blastophor kann während der Entwicklung der
Spermatiden resorbirt oder am Ende der Spermatogenese ausgestossen
werden (La Cellule, recueil de Cytologie et (Vhistol. genir. puhl.
par Carnoy, T. IV, fusc. 1. Loucain (ohne Jahreszahl) p. 107
bis 133, 2 pL).
Zu den gemeinsten Thieren zwischen 100 und 1300 m des Mittelmeeres
gehört nach Chun Sagittahexaptera; fast ebenso häufig ist S. serratodentata'
während S. hipunctata in der Tiefe zu fehlen scheint {Pelag. Thierivelt etc. in:
Biblioth.,zoolog. Hft. 1, Cassel 1888, pg. 17, 18).
Sagitta germanica L. und Pag. in der Wismarer Bucht (Braun Arch.
Ver. Frde. Naturg. Mecklenb. 42. Jahrg. 1888189, pg. 71).
lY. Freilebende Plathelminthes.
A. Nemertini.
M. Braun giebt ein Referat „über parasitische Schuurwürmer"
(Centralbl f. Bacter. u FarasitenMe. III, 1888, pg. 16—19, 56—58).
Auf 0. Bürger'» Mittheilung „Beiträge zur Kenntniss des Nerven-
systems der Nemertinen" sei hier nur verwiesen, da die ausführliche Arbeit
erschienen und demnächst referirt wird [Nachr. d. Kgl. Ges. d. Wiss. Göttingen
1888, No. 17).
40 E>r- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mit Rücksicht auf die von den Sara sin 's bei Helix Waltonii
beschriebenen Cerebraltuben spricht sich W. Salensky dafür aus,
dass die Seitenorgane der Nemertinen, die wie jene aus Ectoderm-
einstülpungen hervorgehen, ihnen und den Geruchsorganen der
Anneliden entsprechen und die ursprüngliche Eorm solcher Organe
repräsentiren (Seiten organe der Nemertinen. — Biol. Centralhl.
VIII, 1888, pg. 79— so).
In einem Altwasser des Embach bei Dorpat (Thaste), welches schon dem
Ref. interessante Thiere geliefert hat, entdeckte Kenuel eine Nemertine, die er
für Tetrastemma clepsinoideiim Dug. hält. Der Autor will die Nemer-
tinen von den Plathelminthen getrennt wissen (Stzgsh. d. Naturf.-Ges. Dorpat
VIII. Bd., 3. Hft., 1888, pg. 437).
Tetrastemma subpellucidum Oerst. ; Polystemma roseum IVIüll. und Nemertes
gesserensis MiUl. in dei- Wismarer Bucht (cf. Braun: Ärch. Ver. Frde. Natur-
gesch. Mecklenb. 42. Jahrg. Güstrow fg. 71.
B. Turhellaria.
a. Anatomie und Entwicklung.
E. Sekera's Dissertation: „Prispevky ku znamostem o Tur-
bellariich sladkovodnich" behandelt zuerst die Geschlechts-
verhältnisse von Microstoma: Bei Microstoma kann die geschlecht-
liche und ungeschlechtliche Fortpflanzung bei demselben Individuum
und zu derselben Zeit stattfinden. Die Geschlechtsorgane, die sich
sowohl in den Einzelindividuen als in den Zooiden ausbilden, sind
meist nur eingeschlechtlich, selten zwittrig (Atavismus?), wobei dann
die männHchen den weiblichen in der Entwicklung vorangehen. Die
Hoden der einheimischen Arten sind immer paarig. Die abgelegten
Eier entwickeln sich erst im nächsten Frühjahr. Der zweite Theil
betrifft die Stenostomiden, die der Autor von den Microstomiden
trennt; er unterscheidet 3 Gattungen: 1 Catenula (C. lemnae Dug.
aus dem Böhmerwald wird beschrieben): mit Otolith, mit bewimpertem
Mundsaume, ohne Wimpergrübchen und lichtbrechende Körperchen.
Nervensystem ein einfaches Ganglion; Leibeshöhle höchst unbedeutend;
Excretionsorgan ein einfacher, hinten ausmündender Längskanal. 2.
Stenostoma: mit Wimpergrübchen, lichtbrechenden Organen, an-
sehnlich entwickeltem Nervensystem mit voluminösen Ganglien der
Wimpergrübchen , Leibeshöhle und Darmdrüsen wohl entwickelt ;
Excretionsorgan ein doppelter Stamm. 3. Rhynchoscolex Leidy 1854:
mit rüsselartigem, muskulösem Haftapparat, ohne Wimpergrübchen
und lichtbrechende Körperchen; Nervensystem reducirt; Excretions-
organ ein doppelter Stamm; Darmdrüsen in paarigen Reihen; eine
feinkörnige Masse mit grossen Zellen füllt die Leibeshöhle aus (Rh.
Vejdoüski/i n. sp. aus Böhmen). Im dritten Theil werden folgende
Arten genau beschrieben: 1. Mesostomum hirudo 0. Schm.; 2.
V ort ex coronarius 0. Schm., 3. V. paucisjmiosus n. sp. und 4.
Bothrioplana alacris n. sp. planarien artige Form, 5 — 8 mm lang,
mit Wimpergrübchen und Geisseihaaren am Vorderrande, vierkantigem
iu der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 41
Gehirnganglion, ohne Augen, mit lappigem Darm und Pharynx
plicatus. Doppelreihen der Hodenbläschen, langgestreckte, gebuchtete
Dotterstöcke, paarige Keimstöcke in der Höhe des Pharynx, mit ein-
facher Vesicula seminalis, geräumigem Atrium, ohne Uterus. Ge-
schlechtsöffnung befindet sich unterhalb des Pharynx. Die Oeffnungen
der Excretionsstämme sind oberhalb der Darmlappen zu beiden
Seiten des Gehirnganglions. Im Integument zahlreiche Stäbchen-
packete und birnförmige, grobkörnige Drüsen. (47 pg. 8^ 4 Taf. 1888.
— Stzgsher. d. Kgl. höhm. Ges. d. Wiss. Prag.).
In einer weiteren Arbeit handelt E. Sekera über Anatomie und
Histologie der Planaria albissima Vejd., die eine Länge von 8
bis 10 mm, eine Breite von 1 — 1,5 mm erreicht; die Farbe ist ganz
schneeweiss, jedes Pigment fehlt. Das Integument, Parenchym, die
Drüsen und das Nervensystem stimmen mit den entsprechenden
Organen der bisher bekannten Planarien überein. In der Augen-
region findet sich ein flaches Grübchen, das auch bei PI. polychroa
vorkommt, und vielleicht dem Kopfporus der Anneliden und Nemer-
tinen homolog ist. Bei der Schilderung des Darmes werden Beob-
achtungen über intracelluläre Verdauung (Fig. 8) mitgetheilt. Die
Exretionsorgane bestehen aus zwei, vorn und hinten durch eine
Queranastomose verbundenen und der ganzen Länge nach an den
Körperseiten hinziehenden Hauptstämmen, von denen in regelmässigen
Zwischenräumen je acht Aestchen nach der Dorsalseite abgehen und
dort ausmünden. Terminalzellen mit Wimperflammen wurden eben-
falls beobachtet. Zahlreiche Hodenfollikel hegen auf der Bauchseite
im ganzen Körper; die nur neben der Pharyngealtasche deutlich
erkennbaren Samenleiter treten in eine kleine Vesicula seminaHs
ein. Der Penis ist ein muskulöses, vorstreckbares Organ, das in
einer langen, muskulösen Penistasche liegt. Die Spermatozoen sind
lang und fadenförmig. Die beiden elliptischen Keimstöcke liegen
hinter dem ersten oder zweiten Darmast; junge Keimzellen lassen
deutliche, amöboide Bewegungen erkennen; Keimleiter und band-
förmige Dotterstöcke bieten nichts Besonderes; der lange Stiel des
kugelförmigen Drüsenorganes hat ein drüsiges Epithel. In der Um-
gebung des Endabschnittes der Geschlechtsorgane finden sich zahl-
reiche Drüsenzellen, ein Theil derselben mündet in das Drüsenorgan.
Zum Schluss theilt der Autor Beobachtungen über die spontane
Theilung der Planarien mit: noch nicht geschlechtsreife Indi-
viduen von PI. albissima theilen sich bei reichlichem Futter ziemlich
häufig; auffallend ist, dass allen sich theilenden Exemplaren der
Pharynx fehlte, der wohl nicht willkürlich ausgestossen, sondern
durch eine Laesion verloren worden ist; dann würde man diese
spontane Quertheilung als einen Act auffassen müssen, der die
leichtere Selbsterhaltung des Individuums bei körperlicher Be-
schädigung ermöglicht; der hintere Theil nämlich starb des öfteren
ab, während der vordere sich stets regenerirte, also einen neuen
Pharynx mit neuem hinteren Körperabschnitten bildete. Aehnliche
Beobachtungen sind auch bei PI. subtentaculata und PI. polychroa
42 Dl'- ^i- Braun: Bericht über die wisseuschaftliclien Leistungen
gemacht worden. Der Autor will in diesen Quertheilungen einen
Rückschlag in Verhältnisse sehen, wie sie den Micro- und Stenosto-
miden noch heut zukommen (^Prispevky ku zndmoMem o Playiariich
sladkovodnich. — Sitzgsher. d. Kgl. böhm. Ges. d. Wiss. Prag 1888.
pg. 404—421. 2 Taf.)
Braun giebt ein Keferat über „parasitische Strudelwürmer"
[CentralU. f. Bact. und ParasiteriMe. V. Bd. 1888 pg. 41—44).
J. T. Kennel berichtet in seinen „Untersuchungen an neuen
Turbellarien" zuerst über eine Süsswasserdendrocoele, die er mit
Planaria alpina Dana identificirt und in der Alandsquelle bei Würz-
burg gefunden, sowie aus Gewässern der Alpen erhalten hat; er
schildert die Lebensweise, Bewegung, äussere Form sowie anatomisch
besonders den Geschlechtsapparat.
Den sogenannten Uterus zählt er zwar den weiblichen Geschlechtsorganen
zu, betrachtet ihn aber als Receptaculum seminis und deutet das „muskulöse
Drüsenorgan" als ein Organ, das bei der Ablage und Befestigung der Cocons
Hilfe leistet oder als ein Reizorgan bei der Begattung dient. Die Penistasche be-
sitzt eine sehr stark entwickelte Muskulatur, während der Penis selbst muskel-
schwach ist und einer Längsmuskulatur entbehrt. Die Excretionsorgane weichen
nicht wesentlich von denen von Dendrocoelum ab, doch finden sich constant auch
vor den Augen 1 oder 2 Pori. Beim Nervensystem wird ein dem Schlundring
von Microstoma zu vergleichende Bildung von PI. alpina erwähnt. Des Weiteren
folgt eine Beschreibung von Planaria aurita n. sp. und PI. fissipara n. sp.. beide
von Trinidad; letztere Art ist durch ihre Quertheilungsfähigkeit ausgezeichnet.
Die Rhabditen betrachtet Kennel mit Keferstein als ein ge-
formtes Drüsensecret , das zum Fang der Beute dient. An rhab-
docoelen Turbellarien fand der Autor eine dem Mesostomum
Ehrenbergii sehr nahe stehende Form, ferner Prorhynchus appla-
natus n. sp. , der einen nach vorn unter den Pharynx sich fort-
setzenden Darmblindsack und zahh'eiche seitliche Divertikel im
übrigen Darm besitzt; Steno st oma biccmdatnm n. sp. stets in Ketten
von 2 oder 3 Individuen gefunden (Zoolog. Jahrbücher. III. Bd.
Abth. f. A7iat. und Ontog. d. Thiere pg. 447—486. 2 Taf.; ferner:
„einige dendrocoele Turbellarien" und „einige rhabdoc.
Turb. aus Trinidad" in: Stzgsber. d. Naturf.-Ges. Dorpat VIII.
2. 1887. pg. 333; VIII. 3. 1888 pg. 372.).
B. Systematik, FaunistiJc.
Zu dem im vorigen Bericht (1886/87 pg. 160) gemeldeten Auftreten von
Bipalium kewense Mos. in verschiedenen botanischen Gärten sei hier auf eine
Mittheilung J. J. Fletcher's verwiesen, der diese Landplanarien in Sydney beob-
achtete und Bemerkungen über die Farbe, Regeneration giebt (rem. on. an in-
troduced apecies of Landplanarian, appar. Bip. keiv.-Proceed. Linn. soc. N. South
Wales. User. vol. II. 1887 pg. 244—249).
J. J. Fletcher u. A. G. Hamilton schildern die Lebensweise , Nahrung, Ei-
ablage und Fundorte australischer Landplanarien, von denen sie folgende
Arten beschreiben : Geoplana tasmaniana Darw., G. coerulea Mos., G. sanguinea
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 43
Mos., G. subviridis M., G. variegata n. sp., G. sulphureus n. sp., G. quinquelineata
n. sp., G. viridis u. sp., G. ornata n. sp., G. virgata n. sp., G. munda n. sp , G.
ruhicunda n. sp., Rhynchodemus Moseleyi n. sp., Rh. Coxii n. sp., Rh. obscurus
n. sp., Rh. guttatus n. sp., Rh. trilineatus n. sp. und Rh. niger n. sp. Anatomische
Daten sollen später folgen (notes on austr. Landi^lan., with descr. of some new
species — Proceed. Linn. soc. N. South Wales. 2 ser. vol. IL 1887 pg. 349
bis 374. 1 pl.)
Fasciola terrestris O. F. Müll, in Pilzen bei Hirschberg (Zacharias:
Landplanarien auf Pilzen — Biol. Centralbl. VIII. 1888189 pg. 542).
Unter den pelagischen Thieren der Tiefe fand Chun bei Neapel einmal im
600 m Tiefe eine unbestimmbare, rhabdocoele Turbellarie von 2,5 mm Länge
(Pel. Thierivelt etc. in Biblioth. zoolog. Hft. 1. Cassel 1888 pg. 17.)
W. Repiachoff beschreibt kurz, ohne zu benennen, „noch eine an Ne-
balien lebende Turbellarie", die er an Nebalien aus dem Golf von
Marseille antraf und die sich in manchen Punkten von der Triester Art (cf. J.
Per. 1884/85. pg. 215) unterscheidet (Zool. Ans. XI. 1888. pg. 141—144).
M. Braun fand in der Wismarer Bucht: Monocelis agilis M. Seh., Den-
drocoelum lacteum Oerst, und Gunda ulvae Oerst. (Arch. Ver. Frde. Naturg.
Mecklenburg. 42. Jahrg. Güstrow pg. 71).
Die Turbellarien des 1168 m hoch gelegenen kleinen Koppenteiches (Riesen-
gebirge) zählt 0. Zacbarias awf (lieber die Verbreitung der Ttirbellarien in Hoch-
seen in Zool. Anzg. XI 1888 pg. 704—705).
Weltner berichtet über „die Planarien bei Berlin:" Polycelis nigra, Planaria
torva, lugubris, Dendrocoelum lacteum und punctatum (Sitzgsber. d. Ges. naturf.
Frde. Berlin 1888. Nr. 5).
Derselbe erwähnt ferner das Vorkommen von Dendrocoleum punctatum im
Werbellinsee bei Berlin (in 80 Fuss Tiefe), in der Spree oberhalb Berlins, im
Krinnsee und in der Dievenow bei Kamin in Pommern (lieber das Vorkommen
von Bythotrephes longimanus Leyd. und Dendr. punct. etc. — Ges, naturf. Frde.
Berlin 1888 Nr. 9).
An Turbellarien fand Zacharias in den beiden Salzseen bei Halle:
Stenostoma unicolor, St. leucops, Microstoma lineare, Mesostoma viridatum,
Vortex truncatus, Polycelis nigra und Dendrocoelum lacteum [Zeitsch. f. iviss.
Zool. 46. Bd. 1888 pg. 224).
Die Arbeit von Gr. du Plessis „sur les monotides d'eau donce" spricht
sich dahin aus, dass der Monotus relictus Zacharias dem Monotus morgiensis
D. PI. gleich ist; auch dieser Autor hält die Monotiden des süssen Wassers als
Reste einer alten marinen Fauna {Bull. soc. Vaud. sc. nat. XXI. 93. Lausanne
1886 pg. 265—273, 1 pl).
Trotz der grossen Ausbeute, welche Ref. bei seinen Untersuchungen der
rhabdocoelen Turbellarien Livlands erhalten hat, ist der Reichthum an
Arten daselbst noch nicht erschöpft, wie eine Notiz Kennel's meldet, der eine
grosse Zahl neuer oder für Livland neuer Formen gefunden hat; die farbigen
Abbildungen dieser später zu beschreibenden Arten wurden vorgelegt Stzgsber.
Naturf. -Ges. Borpat VIIL 2. 1887 pg. 298).
44 Dl'- M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anhang.
A. Dicyemidae und Orthonectidae.
Vergl. oben pg. 1 bei Lang und Hatschek.
S. Trichoplax.
Vergl. oben pg. 1 und 2 bei Lang und Hatscbek.
C Haplodiscus.
Unter dem Namen Haplodisctis piger n. g. n. sp. beschreibt
W. F. K. Weldon einen rundlichen, 1,3 mm grossen pelagischen
Organismus von den Bahamas, den der Verf. zwar den Plathelminthen
einreiht, aber zu Cestoden oder Trematodon stellen möchte, obgleich
es viel näher liegt, in diesem im geschlechtsreifen Zustande beob-
achteten Thier ein Turbellar und zwar eine Alloiocoele zu sehen;
freilich wird die Existenz eines Hautepitheles geläugnet und an
Stelle dessen eine dicke, auf der Bauchseite zweischichtige Cuticula
beschrieben; doch da, wie aus den Abbildungen ersichtlich, der
Erhaltungszustand von Darm und Parenchym ein sehr precärer ist,
so ist vielleicht auch die Haut schlecht conservirt gewesen (Hapl.
piger, a new pelag. organism from the Bahamas- Quart, journ. micr.
sc. XXIX 1888/89 pg. 1—8, 1 pl.).
Folgende Schriften hat Ref. nicht erhalten können:
Colombo, A. Fauna sottomarina del golfo di Napoli. Roma 1888, 107 pg.,
7 tav.
Duregne . . . Distribution bathym. des especes mar. dans le golfe de
Gascogne (Act. soc. Linn. Bordeaux vol. 41 (5) I. Compt. rend. pg. XXXIII
bis XXXV).
Fewkes, J.W. New marine larva and its affinities (The microscope June
1888, 1 pl.).
Chaney, L. W. Biological notes (worms). Americ. monthl. micr. journ. IX
pg. 206).
Haddon, A. C. On the irish marine fauna (Proc. E,. irish acad. I 1888
pg. 29—56 und Journ. R. micr. soc. London 1889 pg. 194).
Fewkes, J. W. Vermes etc. in The Lady Franklin Bay Expedit, vol. II,
append. No. 133 pg. 47—52, 1 pl.
Shipley, A. E. On the existence of Communications between the body-cavity
and the vascular System (Proc. Cambridge philos. soc. VI pg. 213—220).
Kusta, J. Annelidenreste aus der Steinkohlenformation von Rakowitz
(Stzgsb. d. K. böhm. Ges. d. Wiss. Prag 1887 pg. 561-564).
Brünette, C. Rech, anatom. sur une esp. du genre Branchiomma (Trav.
de la stat. zool. de Cette. Nancy 1888, 77 pg., 4", 2 pl.).
Wiren, A. Om en hos eremitkräftor lefvande Annelid (Bih. Kgl. svensk. vet.
akad. Handl. XIV No. 5 pg. 1—14, 3 pl.).
Prince, E. E. On the ova of Tomopteris onisciformis (Rep. 57 meet. brit.
ass. f. adv. sc. 1888 pg. 769).
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1888. 45
Prince, E. On a ciliated organ in Tomopt. oniscif. (ibid. pg. 769),
Benham, W. B. Rec. researches on earthworms (ibid. pg. 749—750).
Harker, A. On a luminous Oligochaete (ibid. pg. 767).
Rosa, D. Lombrichi della Scioa (Ann. mus. civ. stör. nat. Genova (2] T.VI
1888 pg. 571-592 e. 1 tav).
Garman, H. On the anatomy and histology of a new Earthworm (Diplo-
cardia communis n. g. n. sp.) in Bull. lUin. stat. labor. nat. hist. III
pg. 47—77, 5 pl.).
Giard, A. Sur une nouvelle Station de Phreoryctes menkeanus (Bull, scientif.
de France et de la Belg. (3) I pg. 298.
Eisen, G. New annelid, Sutroa rostrata (fam. Lumbriculina) (Mem. Californ.
Acad. sc. vol. II 1888 pg. 1—8, 2 pl, u. Journ. R. Micr. soc. London 1888
pg. 582).
Stokes, A. C. Two new aquatic worms from N. — Amer. (Aeolosoma) in
The microscope VIII pg. 33—41, 1 pl. \i. Journ. R. micr. soc. 1888 pg. 582.
Vaillemin, P. Sur un procede pour etudier le syst, vascul. de la sangsue
(Bull. soc. sc. Nancy (2) T. Vin fasc. 20 pg. VIII - IX).
Dutilleul, G. Rech, anatom. et histol. sur la Pontob della muric. (Assoc.
franc. avanc. sc. Congres de Nancy 1886. Nancy 1887 16 pg. 1 pl.).
Felix, K. Mem. siu' l'Haemopis (Journ. sc. med. Lille 1888, 8 pg., 8").
Marchesini, R. Organi digerenti e digestione delle sanguisughe (Lo
Spallanzani (2) VIII 1888 pg. 138-142).
Lern an, J. C. C. Ueber den Bau von Bipalium nebst Beschreibung neuer
Arten aus dem indisch. Archipel (Bijdr. tot de Dierkde. N. art. mag.
14. Afl. pg. 61—88, 2 Taf.),
Bericht
über die
wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte
der Helminthen im Jahre 1888.
Von
Dr. von Linstovvr
in Göttingen.
Allgemeines.
Blauchard giebt eine kurze Uebersicht über das gesaromte
Gebiet der Würmer und bemerkt, dass den Aneuriern nicht immer
ein Mesoderm fehle, da es bei den Orthonectiden vorhanden sei;
Filaria inermis Grassi, welche im Menschen, im Pferde und im Esel
lebt, hält Verf. für identisch mit Filaria papulosa Rud., mit F. con-
junctivae Addario, F. equina Abildgaard, F. peritonei hominis Babes
und einer von Face im Auge des Menschen gefundenen Filarie.
Gordius aquaticus, tolosanus, varius und chilensis sind, zufällig mit
Trinkwasser aufgenommen, als Pseudoparasiten des Menschen beob-
achtet worden. R. Blanchard. Vers. Dictiommire encyclopcdiqne
des sc. med. Paris 1888, 5. ser., t. III pag. 35—54.
Paroua bespricht die Geschichte der Helminthologie des Menschen
in Italien. C. Parona. Appunti storici di elmintologia italiana a
contrihvito della corologia elmintologica umana. Milano 1888. Gazz.
med. Ital. Lombard. 21 pg.
Besondere Erwähnung erfahren Redi, Vallisnieri, Malpighi und
unter den neueren Forschern Delle Chiaje, De Filippi und Ercolani.
Die erste Kenntniss mancher Parasiten verdanken wir vorwiegend
italienischen Forschern, so die von Rhabdonema strongyloides, Filaria
palpebralis, F. labialis, F. conjunctivae, F. inermis, die genauere
Kenntniss von Ankylostomum duodenale und die Kenntniss des Vor-
kommens von Gordius tolosanus im Menschen.
Lutz macht Bemerkungen über den Parasitismus von Ascaris
lumbricoides, deren Anwesenheit am besten aus dem Auffinden der
Eier in den Fäces durch das Microscop geschieht; es werden Oxy-
uris vermicularis und Ankylostomum duodenale besprochen, ferner
Dr. von Linstow. 47
Trichocephalus dispar und die den Menschen bewohnenden Taenien;
Rhabdonema longum Grassi = suis Lutz fand Verf. in Säo Paulo in
Brasilien in 20 Exemplaren in einem Schwein wieder. Aus-
gewachsene, zum Theil mit der abgestossenen Larvenhaut noch be-
kleidete Larven von Ankylostomum duodenale verfütterte Verf. mit
Erfolg an einen Menschen, der zuvor frei von diesem Parasiten
war; eine weitere Entwicklung der Larven im Freien findet nicht
statt. Wenn Johne unter den Ankylostomen des Hundes auch A.
duodenale anführe, so sei das wohl eine Vei*wechslung mit A. cani-
num Ercolani. In der Hauskatze lebt eine kleine, noch unbe-
schriebene Trichocephalus-Art und in cystenartigen Hohlräumen des
Pancreas von Sciurus aestuans fand Verf. eine geschlechtsreife
Strongylus-Art. A. Lutz. Klinisches über Parasiten des Menschen
und der Hausthiere. Centralbl. für' Bact. und Parask. II. Jahrg.,
III. Bd., Jena 1888, No. 18—25.
Die Arbeit von J. Ritzema Bos, De dierlijke Parasieten van
den Metisch en de Huisdieren, Zwolle 1888, 279 pg., 100 Holzschn.
ist nicht für Zoologen geschrieben.
Blanchard veröffentlicht eine populäre Darstellung des Para-
sitismus von Ascaris lumbricoides , Trichocephalus dispar, Anky-
lostomum duodenale, Filaria Bancrofti, Dracunculus medinensis,
Distomum hepaticum, Gynaecophorus haematobius, Trichina spiralis,
Taenia solium, saginata und echinococcus und Bothriocephalus latus,
R. Blanchard. Les ennemis de l'espece humaine. Revue scieiitifique,
Paris 1888.
Moniez stellt die gesammten thierischen und pflanzlichen Para-
siten des Menschen zusammen und behandelt in diesem Werke
pag. 47 — 200 die Helminthen, wobei er die neuesten Entdeckungen
mit berücksichtigt; er bespricht 10 Trematoden-, 12 Cestoden-,
1 Acanthocephalen- und 16 Nematoden- Arten. In der Einleitung
behandelt Verf die Frage nach dem Ursprung der Parasiten, den
Einfluss derselben auf die von ihnen bewohnten Thiere und be-
merkt, wie einzelne Nematoden dem Parasitismus gleichsam in-
diiferent gegenüber stehen, da sie im Freien mehrere Generationen
hindurch leben können, um sich dann gelegentlich in einem Thiere
weiter zu entwickeln, während andere regelmässig eine freilebende
und eine parasitische Generation bilden, noch andere in der Jugend
parasitisch, erwachsen frei leben, wieder andere umgekehrt. Der
Parasitismus degradirt die Thiere, wie z. B. die Cestoden den ganzen
Verdauungstract verloren haben. Die Frage nach dem Wirths-
wechsel und der Wanderung wird erörtert, deren Erklärung man
in einer raison d'ordre morphologique und in des considprations
d'une autre nature suchen muss. Die Fresser fauliger Körper, die
animaux saprophages, sind zuerst zu Entozoen geworden, von denen
einige sich direkt im Darm von Thieren entAvickelten , die sie ge-
legentlich gefressen haben. Die Embryonen der für den Para-
sitismus geeigneten Thiere verliessen den Darmkanal eines Thieres,
in den sie gelangten, und bohrten sich durch die Darmwand in das
48 Dr. V. Liüstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Innere, weil sie dem Darminhalt auf die Dauer nicht widerstehen
konnten ; in den inneren Organen kapselten sie sich ein ; der defini-
tive Wirth war bereits vorhanden. Kein Parasit ist im Darm eines
Thieres entstanden, ursprünglich lebten alle im Freien. Der Ein-
fluss der Parasiten auf den Wirth wird bei einer jeden Art be-
sprochen. R. Moniez. Les parasites de Vhomme. Paris 1889 (er-
schienen 1888). 807 pg., 72 flg.
Kessler untersuchte die Excremente von 600 Petersburgern
auf Parasiteneier und fand die von Trichocephalus dispar 30, Ascaris
lumbricoides 35, Oxyuris vermicularis 43, Bothriocephalus latus 47,
Taenia solium 18 und Taenia mediocanellata 22 mal. Kessler
(^Menschliche Darmparusiteii) (^russiscK), W ratsch 1888, Nr, 6 — 7.
Vergi. auch P. Sonsino. Le condizioni di Massaua per ris-
petto alla vita e diffusione di certi elminti perniciosi alVvomo, in
paragone a quelle dei paosi dove questi elminti sono gia conosciuti.
Process. verbal, soc. Toscan. sc. naüir. Pisa, 1. Luglio 1888. Atti
soc. Toscan., vol. 6, pag. 119 — 131, und S. Calandruccio. Änimali
parassiti nelVuomo in Sicilia. Bollet. Accad. Gioenia sc. nat. Catania,
nuov. ser., fasc. 3, Catania 1888 — 89.
T. Jaksch findet Eier von Ascaris lumbricoides, Oxyuris ver-
micularis und Trichocephalus dispar fast stets in den Excrementen
kleiner Kinder, nur 2 mal die von Taenia saginata. R. v. Jaksch.
lieber das Vorkommen von thierischen Parasiten in den Fäces der
Kinder. Wiener Min. Wochenschr. 1888, No. 25, pag. oll — 513.
Zeliender bespricht die Parasiten des menschlichen Auges und
erwähnt Monostomum spec? Distomum spec? Echinococcus und
Cysticercus cellulosae. W. Zehender. Die parasitischen Erkrankungen
des Auges. Deutsche med. Wochenschr. 1887, No. 50 — 51.
Ueber die Fischparasiten schreibt Prenant, Recherches sur les
vers parasites des poissons. Bullet, soc. sc. Nancy, ser. 2, t. 7, fasc. 18,
pag. XXIV— XXV, pag. 206—230, 2 plches.
Die in den hierunter angeführten Arbeiten Leydy's beschriebenen
Helminthen werden an entsprechender Stelle angeführt: J. Leidy.
Entozoa of the Terrajmi. Proceed. Acad. nat. sc. Philadelphia 1888,
pag. 127 — 128. Trematodes of the Muskrat, ibid. pag. 126. Para-
sites of the striped Bass, ibid. pag. 125. Parasites of the Rock fish,
ibid. pag 166 — 167. Parasites of the Pickerei, ibid. pag. 169.
Dasselbe gilt von der vom Ref. beschriebenen Helminthen-
Sammlung, welche auf der Weltumsegelung durch die Naturforscher
der Challenger-Commission gefunden wurden. 0. Y. Linstow. The
zoology of the vogage of H. M. S. Challenger. RepoH on the entozoa,
London 1888, vol. XXIII, paH. LXX'l.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 49
Nematoden.
Cobb bespricht die Entwicklungsgeschiclite und Anatomie von
Nematoden, welche in Thieren des nördlichen Eismeers gefunden
wurden. Ascaris Kükenthalii n. sp. ist 70 — 100 mm lang und
2,5 — 3 mm breit und lebt im Magen von Beluga leucas; die Anatomie
wird eingehend besprochen; das männliche Schwanzende trägt jeder-
seits etwa 100 Papillen, die Spicula sind ungleich; von dem
Nervenring verlaufen 8 Nerven nach vorn, von denen 4 stärkere
Submediannerven und in die Lippen verlaufende Sinnesnerven sind;
nach hinten gehen ebenfalls 8, 1 Bauch-, 1 Rücken-, 2 Lateral-
und 4 Submediannerven. Verf. verfolgt die Dotterfurchung und
findet, dass das Ektoderm von sehr kleinen, zerstreuten, das Ento-
derm dagegen von viel grösseren, zusammenhängenden Zellen ge-
bildet wird. Ascaris bulbosa n. sp. aus Phoca barbata, deren
Magen sie bewohnt, hat eine Grösse von 70 — 80 mm; auch hier
sind die Spicula ungleich; am Schwanzende stehen jederseits etwa
70 Papillen. Das Excretionsorgan mündet, wie bei voriger Art,
zwischen den Seitenli])pen unterhalb des Mundes nach aussen und
steht im Zusammenhange mit der linken Seitenlinie. Strongylus
ar oticus n. sp. findet sich im Gehörorgan von Beluga leucas; das
Männchen ist 18— 22mm lang und 1,04mm breit, das Weibchen
misst 21 — 28 und 1,05 mm; die männliche Bursa zerfällt in 6 Lappen;
die Spitzen der Spicula sind verwachsen. Dorylaimus Langii
n. sp., 1,2 mm lang, mit abgerundetem Schwanzende und spiraligen
Seitenorganen, findet sich in fliessendem Wasser, Tylenchus gra-
cilis n. sp. (bereits von de Man gebrauchter Name) an Graswurzeln,
Spilophora impatiens n. sp, aber in feuchtem Moos. N. A. Cobb.
Beiträge zur Anatomie und O^itogenie der Nematoden. Jenaische
Zeitschr. für Matte rwissensch. XXIII, neue Folge XXI, Heft 1,
Jena 1888, pag. 41—76. Tab. III— V.
Kultschitzky untersucht die Befruchtungsvorgänge an den
Eiern von Ascaris marginata, die er mit Alkohol und Essigsäure zu
gleichen Theilen fixirte und mit Essigearmin (100 ccm einer 30pro-
centigen Essigsäure mit 1 grm Carmin 2 Stunden gekocht und nach
dem Erkalten filtrirt) färbte. Die Eihülle bildet sich sofort nach
dem Eindringen des Samenkörperchens; das Keimbläschen besitzt
eine Membran und ein chromatisches Kernkörperchen, welches in
2 Theile zerfällt, von denen eins chromatisch ist, das andere aber
sich in die blasser gefärbte Kernkörperchensubstanz umwandelt.
Das erstere zerfällt in ein Häufchen einzelner Chromatinkörner, das
letztere ist das spätere Kernkörperchen. Nach dem Eindringen des
Samenkörperchens schwinden das Kernkörperchen und die Hülle des
Keimbläschens, welches amöboid wird und Fortsätze in das Eiproto-
plasma sendet, um dann ganz zu verschwinden; die Gruppe der
Chromatinkörner aber bleibt, welche nun frei im Protoplasma liegt.
Die Körnchen bilden sich in Stäbchen um, die sich in 2 Hälften
Arch. f. Natmgescli. Jaliig. 1889. Bd. II. H. 3. 4
50 Dr. V. Linst ow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
theilen und sich in einer Kreisebene gruppiren, welche die Aequa-
torialebene einer Spindelfigur wird, deren achcromatische Theile sich
aus dem Eiprotoplasma bilden; die Hälfte der Stäbchen rückt nach
dem einen Pole, und diese Metakinese ist eine typische Caryokinese;
die eine Hälfte wird als erstes Richtungskörperchen ausgeschieden;
die im Ei verbliebenen Stäbchen erleiden wieder eine Längsspaltung,
und in gleicher Weise wird das zweite Richtungskörperchen gebildet
und ausgestossen. Um das im Ei verbliebene Chromatin bildet sich
eine Membran, welche auch ein sehr grosses Kernkörperchen ein-
schliesst, und so ist der pronucleus femininus entstanden, der ebenso
gebildet ist wie der pronucleus masculinus. Das Gerüst der pro-
nuclei wird von achromatischer Substanz gebildet. N. Kidtschitzki).
lieber die Eireifung und die Befruchtungsvorgänge hei Ascaris mar-
ginata. Archiv für microscop. Anatomie^ Bd. 32, Bonn 1888, Heft 4,
pag. 671—682, teil. XXVI— XXVII.
Derselbe Verfasser untersucht auch die Eier von Ascaris megalo-
cephala, die er mit Alcohol und Essigsäure zu gleichen Theilen oder
3 Theilen Aether mit 1 Theil absolutem Alcohol fixirte; gefärbt
wurde mit Aurantia und Gentiana in Creosot gelöst, in Spiritus und
Essigsäure ausgewaschen, in Creosot aufgehellt und in mit Creosot
verdünntem Balsam eingeschlossen. Die Chromatinsubstanz des Kerns
oder Keimbläschens besteht aus 4 leicht gebogenen Stäbchen, die
je 2 und 2 genähert liegen und sich zur Bildung des ersten Richtungs-
körperchens in der Länge spalten, so dass 2 Gruppen von 4 Stäb-
chen entstehen; die 4 Stäbchen jeder Gruppe sind durch Chromatin-
fäden mit einander verbunden; zur Bildung des 2. Richtungs-
körperchens spaltet sich ein Stäbchen aus jeder Gruppe ab, so dass
2 im Ei zurückbleiben. Der Büdungsvorgang der Richtungskörperchen
vollzieht sich ,,nach dem Typus" der echten Karyokinese, ohne mit
einer solchen identisch zu sein. Das im Centrum des Ei's liegende
Spermatozoon macht amöboide Bewegungen; die Fortsätze reissen
ab und bleiben frei im Eiprotoplasma liegen, wodurch das Zoosperm-
protoplasma verkleinert wird; vielleicht wird auch nicht das ganze
Chromatin des Spermatozoonkerns zum Aufbau des Pronucleus
masculinus verwendet. Beide Pronuclei bilden sich selbstständig von
einander; der eine ist nur männlich, der andere nur weiblich, was
im Gegensatz zu Zacharias' Meinung betont wird. Die Pronuclei
enthalten ausser der Hülle, der chromatischen und achromatischen
Substanz auch Kernkörperchen; ihre Zahl beträgt meistens 2, selten 3,
sehr selten 1 ; es giebt Spermatozoen mit 2 Kernen, woraus das
Auftreten von 3 Pronuclei erklärt wird. Die karyokinetischen Ver-
änderungen beginnt jeder Pronucleus selbstständig für sich; die
Knäuelbildung beginnt, die Membran und die Kernkörperchen ver-
schwinden; der Knäuel wird compact und die Chromatinschleifen
bilden sich; meist bilden sich 4 Schleifen, selten 3 und 5; normaler
Weise liefert jeder Pronucleus 2; die 4 Schleifen erliegen dann im
Aster-Stadium einer Längsspaltung; hierauf gehen die getheilten
Schleifen zu dem Dyasterstadium auseinander; nun bilden sich
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 51
Tocliterknäuel und die Kerne der Blastomeren führen ein Kern-
körperchen. Van Beneden's spheres attractives bezeichnet Verf. als
Richtungssonnen, welche zum Protoplasma gehören. Die Befruchtung
besteht also nicht in der Verschmelzung der Pronuclei; letztere sind
Kerne und nicht Halbkerne; das Wesen der Befruchtung beruht
darin, dass der Spermakern in einen Kern des Ei's umgewandelt
wird, nicht in einem Wiederersatz abgestossener Theile des Keim-
bläschens. N. Kvltschiizky. Die Befruchtungsvorgänge hei Ascaris
megalocephalu. Archiv für microscop. Anat. Bd. 31, Bonn 1888,
Heft 4, pag. 567—593, tab. XXIX— XXX.
Den wesentlichen Inhalt vorstehend besprochener Arbeit th eilte
der Verf. vorher an anderer Stelle mit. Nicht nur im Ei- und
Spermakern, sondern auch in den Blastomerenkemen finden sich
deutliche achromatische Kernkörperchen. Die Bildung der Richtungs-
sonnen gehört nicht mehr zur Befruchtung, sondern zur Segmentation.
Nach dem Ausscheiden des 2. Richtungskörpercbens wirft der Pro-
nucleus masculinus den Rest seines Protoplasma's ab und der Kern
gehört nun untrennbar zum Ei; damit ist der Befruchtungsvorgang
beendet. Findet wirklich in seltenen Fällen eine Verschmelzung des
männlicben und weiblichen Pronucleus statt, so würde dieselbe zu
den karyokinetischen Furchungserscheinungen, nicht mehr zur Be-
fruchtung gehören. N. KuJtschitzkif. Ergehnisse einer Untersuchung
aber die Befruchtungsvorgänge hei Ascaris megalocephala. Sitzmigsher.
der Preuss. Akad. d. Wissensch. Berlin II, III, 19. Januar 1888,
pag. 17—21.
BoYeri behandelt die Bildung der ersten Blastomeren in den
Eiern von Ascaris megalocephala in erschöpfender Weise. Dass
mehr als ein Spermatozoon in das Ei dringt, ist äusserst selten,
zweimal beobachtete Verf. deren 2 unter einer Unzahl von Eiern.
Das Spermatozoon kann an jeder Stelle in das Ei eindringen; eine
Micropyle giebt es nicht; nach dem Eindringen erleidet das Ei
Veränderungen, welche das Hineingelangen weiterer Spermatozoen
hindern; es könnten also nur ganz gleichzeitig 2 eindringen. Das
Spermatozoon liegt bei der Ausscheidung des 2. Richtungskörperchens
mitten im Ei; um diese Zeit besteht der Spermakern aus 2 ge-
trennten Portionen von verschiedener P'orm; das Spermatozoon reift
gleichzeitig mit der Ausstossung der Richtungskörper ; im Kern sind
stets 2 selbstständige Chromatin-Elemente vorhanden bei dem Typus
Carnoy, während das Spermatozoon bei dem Typus van Beneden
nur 1 chromatisches Element enthält, wonach man 2 Varietäten
von Ascaris megalocephala unterscheiden muss. Bei der Bildung
des 1. Richtungskörperchens endigen die Verbindungsfasern aussen
an der Kernmembran; die 2 chromatischen Elemente im Eikern
selbst liegen völlig getrennt von einander. Nach dem Ausstossen
des 1. Richtungskörperchens wird der Eikern kugelig und von einem
netzförmigen Kerngerüst durchzogen, das zur Hälfte aus dem einen,
zur Hälfte aus dem anderen Element entstanden ist. Das Kern-
gerüst überzieht nur die Innenfläche der Kernmembran, letztere
4*
52 Dl'- V. Liustow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
selber wird nicht cliromatisch. Das Kerngerüst ist ein Product der
cbromatisclien Elemente. Bei der Entwicklung der Spermakerne
bildet sich, ebenso wie bei derjenigen der Eikerne, um die chroma-
tischen Elemente eine Vakuole, in welche die letzteren anastomo-
sirende Eortsätze senden, und auch hier lösen sich die soliden
Chromatinmassen in ein Gerüst auf, das sich nach der Kernmembran
zurückzieht. Es bilden sich, im Gegensatz zu der Ansicht von
Zacharias, wahre Vorkerne, Pronuclei; dieselben sind nicht, wie
Zacharias meint, bereits conjugirte Kerne, halbe erste Furchungs-
kerne. Eine Verschmelzung der beiden bläschenartigen Gerüstkerne
zu einem gleichartigen ersten Furchungskern kann vorkommen; in
anderen Fällen bildet sich eine Vereinigung der Kerne erst in der
Spindel aus. Aus dem Gerüst eines jeden der beiden Vorkerne ent-
stehen 2 Schleifen, die in der Spindel zu einer einheitlichen Figur
vereinigt werden. Der Kernfaden ist normaler Weise überall gleich
breit und zeigt keine knotigen Verdickungen; wo sie sich finden,
stellen sie Contractionszustände dar. Das Stäbchen, das aus diesem
rhizopodenartig hervorgehende Kerngerüst und die aus letzterem
gebildete Schleife sind dasselbe chromatische Element. Im Zustande
des Gerüstes findet ein Wachsthum statt. Die achromatische
Theilungsfigur entsteht aus der Zellsubstanz ; der Knäuelfaden theilt
sich in 2 Hälften, die sich allmähhch verkürzen und verdicken, und
so werden aus dem einen Knäuelfaden zwei. Archoplasma nennt
Verf die Zellsubstanz, welche sich um die Zeit zwischen der Ab-
trennung des 1. und 2. Richtungskörpers in Form eines dichten,
kugelförmigen Hofs um das Spermatozoon legt; das Archoplasma
breitet sich zur Zeit der Entstehung von Ei- und Spermakern im
ganzen Eikörper aus, um sich dann wieder in der Eimitte zu con-
trahiren; im Centrum desselben liegt nun ein kleines, kugeliges
Körperchen, das Centrosoma; dieses theilt sich in 2 Theile, das
umgebende Archoplasma wird erst ei-, dann hanteiförmig und theilt
sich in 2 Kugeln, jede mit einem Centrosoma im Mittelpunkt; die
Kugeln sind dicht und körnig; wahrscheinlich stammt das erste
Centrosoma vom Spermatozoon; die Kugeln sind den spheres attrac-
tives und die Centrosomen den Polkörperchen van Beneden's identisch,
der indessen ihre Abstammung nicht erkannte. Die Körnchen der
Kugeln nehmen nun eine zum Centrosoma radienförmige , strahlen-
förmige Gruppirung an; vom Centrum der Kugeln aus bilden sich
fädige Radien, die kegelförmig nach der Aequatorialplatte strahlen.
Die Körnchen werden als Archoplasma-Microsomen bezeichnet; die-
jenigen derselben, welche den Kegel bilden sollen, treten durch
Fäden mit einander in Verbindung, wodurch mit Knötchen besetzte,
radiäre Fäden entstehen; die beiden Kugeln lagern sich nun so,
dass sie die 4 chromatischen Elemente in die Mitte nehmen, so dass
die Centrosomen die Pole, die 4 Schlingen die Aequatorialplatte der
Spindel werden. Die Richtungsspindeln gehen aus Kernbestandtheilen
hervor und zeigen die erwähnten Polkügelchen, während die Furchungs-
spindeln aus den Archoplasmakugeln aufgebaut werden. Die Archo-
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 53
plasmafibrillen setzen sich an die chromatischen Elemente fest;
letztere sind bandartig und an beiden Enden verdickt, und die ge-
nannten Fädchen der einen Kugel setzen sich stets an eine der
beiden Schmalseiten fest, die der anderen Kugel an die andere Seite.
Die Centrosomen schwellen dann auf das 4 bis 6 fache ihres ursprüng-
lichen Durchmessers an. Die Spindel besteht somit aus 2 kegel-
förmigen Hälften mit der gemeinsamen, durch 4 chromatische Schleifen
gebildeten Basis. Nun contrahiren sich die von einem Centrosoma
ausstrahlenden Fädchen, die muskulöse Fibrillen geworden sind; die
4 chromatischen Schlingen spalten sich selbstständig ihrer ganzen
Länge nach und die Aequatorialplatte wird durch Zug der Fibrillen
in 2 Tochterplatten gespalten, die jede die Hälfte der 4 Schleifen
enthält. Wenn keine Trennung der beiden Schiingenhälften von
einander stattfindet, so hat dies seinen Grund darin, dass die noch
zusammenhängenden Enden in dem Masse, in dem die Tochterplatten
auseinander weichen, sich verlängern, wodurch die sogenannte Tonnen-
form entsteht. Das Auseinanderweichen der Tochterplatten wird
nicht nur durch eine Contraction der Spindelfasern, sondern auch
durch eine Bewegung der Centralkörper nach den Eipolen bewirkt,
welche die Chromatinschlingen nachziehen, wobei die Polkegel, die
Verbindung der Centralkörper mit den Polen, verkürzt werden.
Sind die Tochterplatten etwas auseinander gewichen, so bestehen
zwischen ihnen noch Verbindungsfasern, die mit den Spindelfasern
nichts zu thun haben. Die Archoplasmafibrillen wandeln sich nun
wieder in körnige Radien der Polstrahlung zurück, aus denen sie
entstanden waren; sie lösen sich von den 4 Schleifen los, das
Centrosoma ist wieder klar und stark lichtbrechend geworden und
das Archoplasma wird wieder kugelförmig; sie werden der Mittel-
punkt der Zellsubstanz und so entsteht eine Theilung des ganzen
Eiinhalts in 2 Hälften, die beiden ersten Blastomeren, die durch
das Auftreten einer Zellplatte eingeleitet wird, auf die eine seichte,
ringförmige Einschnürung der Zelloberfläche folgt. Die Theilungs-
ebene halbirt stets die Verbindungslinie der beiden Centrosomen
senkrecht. Die 4 Kernschleifen in einer jeden der beiden Furchungs-
kugeln erleiden weiter eine Umwandlung und Structurveränderung ;
sie schlängeln sich, werden unregelmässig, bekommen Fortsätze, ver-
binden sich unter einander, werden segmentirt und es bildet sich
wieder ein Kerngerüst aus; aus einem flächenhaft ausgebildeten
Chromatinnetz wird ein körperliches Gerüst, für den ruhenden Kern
typisch. Der Kern ist bläschenartig geworden, hat ein centrales
Kernbläschen und die Vakuole sendet fingerförmige Fortsätze aus.
Die Kerne machen in der Karyokinese active und passive Ver-
änderungen durch; die activen bestehen in einer Contraction des
Kerngerüstes zu soliden Körpern, in Theilung derselben und in Neu-
bildung eines Gerüstes aus den Hälften; die passiven in Gruppirung
der Kernelemente durch die Archoplasmakugeln. Das Kerngerüst
contrahirt sich zu 4 Schleifen, ohne zuvor einen continuirlichen
Knäuel gebildet zu haben. Von den 4 Schleifen einer Furchungs-
54 Dr. V. Liustow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zelle stammen 2 vom Vater und 2 von der Mutter, denn jedes
Element der Tochterplatte ist mit einem aus dem Kerngerüst wieder
hervorgehenden Element identisch. In jeder der beiden Furchungs-
kugeln verdoppelt sich das Centrosoma, die beiden neugebildeten
rücken auseinander, die dasselbe umgebende Archoplasmakugel theilt
sich gleichfalls in 2 fädige Strahlensonnen; diese nehmen die 4 chro-
matischen Elemente zwischen sich, auch hier ordnen sich die Archo-
plasma-Microsomen in radiären Reihen, von denen ein Theil sich in
Fibrillen umwandelt, welche die Spindel bilden. Als Abnormität
beobachtete Verf., dass sich im Ei ein weiblicher Kern mit 2 Chro-
matinschleifen bildete, während das Spermatozoon ganz unverändert
geblieben war; die Zahl der Centrosomen und Archoplasmakugeln
kann mehr als 2 betragen. Die chromatischen Elemente sind selbst-
ständige Individuen, die auch im ruhenden Kern ihre Selbstständig-
keit bewahren. Die Geschlechtszellen haben eine Verschiedenheit
der Vererbungstendenzen, weshalb die Kinder derselben Eltern
einander nie ganz gleich sind; die Aehnlichkeit mit den Eltern be-
ruht auf der Zusammenführung väterlicher und mütterlicher Kern-
substanz im Ei. Eine pathologische Weiterentwicklung der Eier,
welche das Stadium der Waschen artigen Vorkerne überschritten
haben, kommt nicht vor; unter Umständen können Ei- und Sperma-
kern in einzelnen Fällen zu einem ruhenden Furchungskern ver-
schmelzen.
Das befruchtete Ei ist ein Verschmelzungspro duct aus 2 Zellen,
das Archoplasma stammt von der Eizelle und das Centrosoma wird
wahrscheinlich vom Spermatozoon geliefert. Der Kern theilt sich
nicht, er wird getheilt. Das Keimbläschen besitzt 2 chromatische
Elemente in Gestalt von je 4 zu einem prismatischen Körper ver-
einigten Stäbchen; in der ersten Richtungsspindel werden sie hal-
birt; in den 1. Richtungskörper gelangen 2 Doppelstäbchen, die
beiden anderen werden im Ei abermals halbirt, zwei einfache ge-
langen in den 2. Richtungskörper und 2 andere bilden sich zum Ei-
kern um; für jedes in den Richtungskörpern fehlende Stäbchen
findet sich im Ei eine Schleife über die normale Zahl. Die Anzahl
der aus einem ruhenden Keim hervorgehenden chromatischen Elemente
entspricht derjenigen der Elemente, aus denen der Keim sich auf-
gebaut hat. Die Zelltheilung ist vom Kern unabhängig. F. Boveri.
Zellen- Studien. Heft 2. Befmcldung und Teilung des Eies vo7i
Ascarias meqalocephala. Jenaische Zeitschr. für Naturwissensch.
Bd. 30, neuer Folge Bd. 15, Heft 3—4, Jena 1888, jyg. 685-882,
tab. XIX — XXIII. vergl. auch F. Boveri, über den Anteil des Sper-
matozoon an der Teilung des Eies. Sitzungsber. d. Gesellsch. für
Morphol. und Physiol. in Mimchen, Bd. III, Heft. 3.
Zacharias sieht das Wesen der Befruchtung in der Ver-
schmelzung des männlichen und weiblichen Pronuoleus im Ei von
Acaris megalocephala , wobei die Kernsubstanz beider verschmilzt;
wenn van Beneden angiebt , dass in 97 Procent aller Fälle eine
solche Conjugation nicht stattfinde, so muss die Möglichkeit im Auge
in der Natnrgescbichte der Helminthen im Jahre 1888. 55
behalten werden, ob nicht eine heterotypische Conjiigation in den
Halbkernen bereits stattgefunden, welche, scheinbar isolirt von ein-
ander, Fadenschlingen ausbilden; wenn die beiden Pronuclei sich an
einander legen, so können durch eine kleine Communicationsöffinung
durch amöboide Bewegungen Pseudopodien der Kernsubstanz dringen
und so einen Austausch von chromatischer Substanz zwischen beiden
Halbkernen zu Wege bringen. 0. Zacharias. lieber Abweichungen
vom Typus bei Conjugation der (reschlechtskerne. Anat. Anz. III.
Jahrg., Nr. 2 vnd 3, Jena 1888, pa^. 4^—53.
Derselbe Verfasser betont gelegentlich einer Besprechung der
Arbeiten von Weismann und Ischikawa über Bildung der Richtungs-
körper, dass entgegen der Ansicht van Beneden's nach Ansicht der
beiden genannten Forscher, denen Nussbaum, Boveri und der Verf.
bestimme, die Abschnürung der Richtungskörper den Charakter
einer echten Zelltheilung zeigt, während sie nach van Beneden ein
pseusokaryokinetischer Vorgang ist, weil nach des letzteren Ansicht
die Abtrennung in einer rechtwinklig gegen die Richtungsspindel
gelegenen Ebene erfolgt, was nach den Beobachtungen der übrigen
Autoren nicht zutrifft. 0. Zacharias. lieber die Bildung der
Richtungskörper bei thierischen Eiern. Anatom. Anz. III. Jahrg.,
Jena 1888, No. 14, pag. 401—403.
Die Präparationsmethode desselben Verf. ist die, dass er die
Uterusschläuche von Asaris megalocephala in eine Flüssigkeit bringt,
welche aus 4 Volumtheilen starken Alkohols, 1 Volumtheil Eisessig
und 10 Ccm. dieser Flüssigkeit auf 2 — 3 Tropfen eines 1 Vo
wässrigen Ueberosmiumlösung besteht; etwas Glycerin oder Chloroform
dient zur Aufhellung; 20 — 25 Minuten lange Einwirkung genügt,
oder bei 25** C. schon eine von 10 — 15 Minuten zur Abtödtung;
2 — 3 Stunden werden die Schläuche in absolutem Alkohol aus-
gewaschen und in 70"/o Alkohol aufbewahrt ; die Färbung geschieht in
Essigearmin oder in alcoholischer Carminlösung, Methylgrün oder
einer Modebraun genannten Anilinfarbe. 0. Zacharias. lieber Ab-
tödtung und Färbunq der Eier von Ascaris megalocephala. Anatom.
Anz. in. Jahrg., Jena 1888, No. 1, pag. 24—27.
Ferner bemerkt Verf. , er habe gleichzeitig mit Carnoy und
unabhängig von ihm den Alcohol acetique als gutes Fixationsmittel
für die Eier von Ascaris megalocephala gebraucht, das von Leuckart
seit vielen Jahren angewandt werde; zur Färbung sei Grenacher's
alkoholische Carminlösung besonders zu empfehlen, 0. Zacharias.
Einige Worte zur Richtigstelhaig in Betreff des van Gehuchten\schen
Aufsatzes in No. 8 des Anat. Anz.; daselbst JcJirg. III, Jena 1888,
No. 10, pag. 286 — 287. Kultschitzky's Arbeit bespricht Verfasser,
O. Zacharias. Zum Befruchtunqsvorgai^g bei Ascaris megcdocephala.
Biolog. CeyitralU. Bd. 8, No. 12, pag. 367.
van Oeliuchleu bestätigt die Mittheilung von Zacharias, dass
absoluter Alcohol und Eisessig allein oder mit Chloroform das beste
Mittel sei, die Eier von Ascaris megalocephala schnell abzutödten,
und dass dieses Mittel bereits früher von Carnoy mitgetheilt sei;
56 Dl'- V. L in stow: Bericht über die wisseiischaftlicheu Leistungen
kochend, wie Boveri es anwende, rufe es tiefe Alterationen in den
Eiern hervor; neu sei die Methode also nicht. A. van Gehuchten.
L'Alcool acetique comme fixateur des oeufs d'Ascaris megalocephala.
Anatom. Am. III. Jahrg., Jena 1888, No. 8, pag. 237—240.
Yan Beneden erklärt, er habe seine Ansicht in Betreff des
Befruchtungsvorganges in den Eiern von Ascaris megalocephala
gegen früher nicht geändert, welche nicht in der Conjugation eines
Spermakerns mit einem Eikern, sondern in der Substitution eines
Halbkerns, geliefert von dem Samenkörperchen für den in Gestalt
der Polkörperchen ausgeschiedenen Halbkern besteht. E. van Beneden.
Sur la fecondation de VAscaride megalocSphale. Anatom. Anz.
III. Jahrg., Jena 1888, No. 4, pag. 104.
Waldeyer giebt eine Uebersicht über die gesammten Erschei-
nungen der Karyokinese im Thier- und Pflanzenreich nach eigenen
Untersuchungen und in einer kritischen Besprechung der ganzen bis
jetzt über dieses Thema erschienenen Litteratur, die in 210 grossen
oder kleineren Schriften besteht. Einen Auszug aus der Arbeit zu
geben, ist nicht gut möglich, wenn man nicht die gesammten, so
sehr complicirten Erscheinungen der Zelltheilung anführen will, und
möge es genügen, anzugeben, dass Verf die zahlreichen Widersprüche
der einzelnen Autoren erklärt und berichtigt und die bereits recht
verworrene Nomenclatur der karyokinetischen Erscheinungen aus-
gleicht. Verf findet, dass die Kerngerüstbalken an der Peripherie
dicht zusammenschliessen und eine durchbrochene Begrenzungsschicht
bilden ; im ruhenden Kern und zu Anfang des Knäuelstadiums können
von Anfang an getrennte Fadenschhngen vorhanden sein; beim
segmentirten Knäuel tritt eine Längstheilung sämmtlicher Faden-
schlingen ein, welche Verf. Chromosomen nennt; in der Metakinese
weichen die so entstandenen chromatischen Schwesterfäden aus-
einander. Zur Zeit der Muttersternbildung schwindet die Kern-
membran, so dass Kernsaft und Zellprotoplasma sich berühren, der
Kernumriss aber bleibt erhalten. Verf erkennt nur eine Art der
Kerntheilung , bei welcher der Kern und dann die Zelle in 2 meist
gleiche Hälften getheilt werden. Bei der Bildung der weiteren
Furchungskugeln von Ascaris megalocephala zeigt die Mehrzahl keine
chromatischen Schleifen mehr, sondern nur zahlreiche Chromatin-
Körner. Die gesammten Erscheinungen bringt Verf in folgende
Reihenfolge :
A. B. C.
Ruhender Mutterkern. Metakinese. Tochterstern (Dyaster).
Mutterknäuel (Spirem). Tochterknäuel (Dispireni).
Schleifentheilungs- und Ruhende Tochterkerne.
Spindelstadium.
Mutterstern (Monaster).
Die Bildung und Ausstossung der Richtungskörperchen wird im
Anschluss hieran besprochen und angegeben, dass die Eier 1, 2
oder 3 derselben bilden; aus dem ursprünghchen Keimbläschen
müssen sie entfernt werden, bevor ersteres copulationsfähig wird;
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 57
jeder Kern der beiden Furchungskugeln enthält die Hälfte des
Spermakerns und des weiblichen Kerns. Die beiden Pronuclei lagern
sich an einander, eine Verschmelzung konnte Verf. in keinem einzigen
Falle feststellen. Bei Thieren, deren Eier sich theils parthenogenetisch,
theils durch Befruchtung entwickeln, wurde gefunden, dass das
parthenogenetische Ei ein, das durch Befruchtung sich entwickelnde
zwei Richtungskörperchen bildet ; das erste derselben ist das histogene
Kernplasma, das zweite das Keim- oder Ahnenplasma, Avelches den
parthenogenetischen Eiern fehlt. Die Keime der Samenbildungs-
zellen erleiden ähnliche Verluste wie die Eikerne durch Ausstossung
von Richtungskörperchen: Beide Pronuclei bei Ascaris haben ein
Kernkörperchen, sind also vollkommene Kerne. W. Waldeyer. lieber
Karyokinese und ihre Beziehungen zu den Befruchtungsvorgängen.
Archiv für microscop. Anat. Bd. 32, Heft 1, Bonn 1888, 122 pag.,
U Fig.
van Beueden demonstrirte in den Verhandlungen der anato-
mischen Gesellschaft auf der zweiten Versammlung in Würzburg
am 20. — 23. Mai 1888 microscopische Präparate die Copulation der
Geschlechtsproducte, Reifung des Ei's, Befruchtungsvorgang und
INIitose der Eier von Ascaris megalocephala betreffend. E. van
Beneden. Präparate über Coptdatio7i der Geschlechtsproducte, Reifung
des Ei's, Befruchttmgsvorqanq und Mitose bei Ascaris megalocephala.
Anatom. Anz. III. Jahrg., No. 23—25, pag. 707—7T)9.
Dostoiewsky beobachtete den vielbeschriebenen Vorgang der
Furchung der Eier von Ascaris megalocephala und fand, dass mit-
unter Eier vorkommen, welche statt 4 chromatischer Schleifen,
welche bei der Furchung eine Längsspaltung erleiden, nur 2 bilden,
Aveil die Querspaltung der Knäuel in den Vorkernen unterbleibt; in
einzelnen später gebildeten Blastomeren fanden sich auch nur
2 Schleifen. A. Dostoiewsky. Eine Bemerkung zur Furchung der
Eier der Ascaris megalocephala. Anatoni. Anz. III. Jahrg., Jena
1888, No. 22, pag. 646—648.
Lameere findet eine abnormale Eibildung bei Ascaris megalo-
cephala, unbefruchtete und befruchtungsunfähige von birnförmiger
Gestalt; auch befruchtete von birnförmigem Aussehen fanden sich;
Verf bemerkt, dass das Keimbläschen zur Ausstossung der Pol-
körperchen nach der Seite hin strebt, welche dem pole d'impregnation
van Beneden's entgegengesetzt liegt. Bei den unbefruchteten be-
merkt man an dem verdünnten Ende des birnförmigen Ei's an der
an dieser Stelle verdünnten hyalinen Hülle, welche sie zeigen,
Faltungen ; hier bildet sich später am normalen Ei der disque polaire
und später der bouchon d'impregnation, so dass man eine Ver-
bildung der Micropyle, die den Eintritt des Samenkörperchens
hindert, erkennt. A. Lameere. Sur des oeufs anormaux de V Ascaris
7negalocephala. Bullet. Acad. sc. Beige, 3. ser., t. 15, Bruxelles 1888,
57. ann., No. 6, pag. 980—984.
Nach Schneider wird die äussere Begrenzung der Fibrillen-
schicht der Muskeln von Ascaris megalocephala nicht durch eine
58 Dr. V. Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
structurlose Membran, ein Sarkolemma gebildet, vielmehr ruhen die
einzelnen Muskelfasern nach aussen auf der Hypodermis; letztere
wird nach der Muskelschicht zu homogener und erfüllt die Lücken
zwischen den Muskelschichten, so dass sie die Abgrenzung zwischen
ihnen bildet. Ein Sarkolemma existirt überhaupt nicht, es ist ein
Trugbild. A. Schneider, lieber das Sarkolemma. Zoolog. Beitr. Bd. II,
Heft 2, Breslau 1888, pacj. 212—218, tab. XVII.
Lukjanow findet, dass in den Zellen des Darmepithels von
Ascaris mystax kleine Fettkörnchen enthalten sind, besonders in
den Seitentheilen und an dem dem Darmlumen zugewandten Ende;
der sphärische Kern hegt im Axentheil und enthält ein Kernkörper-
chen, mitunter auch zwei, die als Plasmosomen zu bezeichnen sind;
in anderen Organen finden sich auch Karyosomen. Porencanälcheu
fand Verf. nicht; zwischen der homogenen Membran und dem
äusseren Ende der Zelle besteht ein lichter, von der Längsaxe der
Zelle parallelen, sehr feinen Fädchen durchzogener Saum; jede Zelle
besitzt fadenförmige Fortsätze, die in das Darmlumen hineinragen
und etwa Ve der Zelllänge messen; sie bewegen sieh nicht. Lnkjanow.
Notizen über das Darmepithel bei Ascaris mystax. Archiv für
microscop. Anatomie, Bd. 31, Heß II, Bonn 1888, pag. 293 — 302.
Megnin meint mit Unrecht, dass Leuckart für alle Wurm-
parasiten des Menschen und der höheren Thiere einen Zwischen-
wirth annimmt; ist es doch eben Leuckart, der die Entwicklung
von Rhabdonema strongyloides ohne einen solchen gefunden hat.
Verf. beobachtete, dass die Eier von Ascaris mystax in 10 Wochen
im Wasser oder in einem trockenen Medium den Embryo entwickeln,
der 0,44 mm lang und 0,025 mm breit ist; Embryonen enthaltende
Eier an junge Hunde verfüttert lassen die Embryonen in dem Magen
ausschlüpfen und in 8 Tagen werden die Thiere im Darm geschlechts-
reif. P. Megm'n. Dei-eloppement et propagation de V Ascaris mystax
chez les toid jemies chiens. Compt. rend. soc. biol. Paris 28. VII. 1888.
Lutz untersucht die Entwicklung der Eier von Ascaris lumbri-
coides und giebt an, wie Grassi den Parasiten direct ohne Zwischen-
wirth durch embryonenhaltige Eier übertragen zu haben; ähnHche
Versuche sind bisher resultatlos geblieben, weil die Entwicklung der
Eier unter unnatürlichen Verhältnissen vor sich gegangen war, bei
denen dieselben u. a. die sie umgebende Eiweisshülle verloren hatten ;
nicht im Wasser, sondern in feachter Erde soll dieselbe verlaufen,
wo die Hülle erhalten bleibt. Die Schale von Eiern, welche bei
Körpertemperatur Lösungen von Fei tauri inspissat. mit oder ohne
Pankreatinzusatz ausgesetzt waren, zeigten in 3 — 4 Stunden keine
Veränderung; in '2 Tagen wurden dagegen im Hundedarm die Ei-
hüllen gelöst und die Embryonen wurden frei. Eier mit gebuckelter
Hülle wurden in ein Säckchen von Pergamentpapier gethan, von
einem Menschen verschluckt und nach 12 Stunden untersucht, in
einem anderen Falle nach 20 Stunden ; beide Male wurden lebende,
ausgeschlüpfte Embryonen beobachtet. Zu 8 verschiedenen Malen
gab Verf. einem Menschen Eier von Ascaris lumbricoides mit ent-
iu der Naturgeschiclite der Helminthen im Jahre 1888. 59
wickelten Embryonen, welche die äussere, maulbeerartige Hülle noch
besassen, jedesmal etwa ein Dutzend, und 27 Tage nach der ersten
Uebertragung, 4 nach der letzten wurden 35 junge Ascariden von
5V2 — 13 mm Länge entleert. A. Lutz. Weiteres zur Frage der Ueber-
tragicng des menschlichen Spidivvrms. Centralh. für Bact. u. Parask.
IL Jahrg., Bd. III, Jena 1888, iKig. 365—268; No. 10, pag. 297
—299, 299—300; No. U, pag. 425—428.
Pelcynski beobachtete, dass ein Ballen von 22 Spulwürmern
von einem Typhuskranken entleert wurde. J. Pelcynski. (Sptd-
würmer, tvdche während einer Typhuserkrankung eine Geschwulst ge-
hildet haheii) (jyolniscK). Gazeta Lekorska 1888, No. 3.
Stossich stellt alle Species des Genus Heterakis zu einer Mono-
graphie zusammen und beschreibt im Ganzen 44 Arten, die meistens
auch abgebildet werden, wobei Verf. die Genera Dacnitis, Stelmius
und Subulura, sowie Ascaris compar mit Heterakis vereinigt,
^J. Stossich. II genere Heterakis Dujardin. Societas historico- naturalis
croatica. Glasnik hrv. naravoslovnogo druztva, Gad. II, Zagreh
(Agrani) 1888, pag. 277—301, iah. III— IX.
Möbius findet Heterakis inflexa in einem Hühnerei. K. Möhius.
Eiti Fadenwurm aus einem Hühnerei (^Heterakis inflexa Rud.).
Schriften d. naturivissensch. Ver. für Schleswig-Holstein, Bd. 7, Heft 1,
pag. 19.
de Magalhäes findet in der Augenhöhle vom Haushuhn und
Pfau Nematoden, von denen das Männchen 14 mm lang und 0,25 mm
breit ist, am Schwanzende stehen jederseits 5 prä- und 3 postanale
Papillen; das Weibchen ist 14 — 18 mm lang und 0,42 mm breit;
die Vulva liegt dicht vor dem Schwanzende und meint Verf., die
Form möchte mit Filaria Mansoui Cobbold identisch sein. P. S. de
Magalhäes.- Nematoides ejicontrados nos olhos do gallo commun e da
pavo — Filaria Mansoni Cobbold. Revista Brasileira di Medidna,
ann. 1, Rio de Janeiro, No. 1, p)ag. 5 — 12, fig. 1 — 6.
Steel berichtet über die durch Filaria papillosa im Pferde
hervorgerufenen Veränderungen. J . H. Steel. On the influence of
Filaria papillosa on the health of horses. Veterinär y Journ., November
1888, pag. 327.
Lancereaux beobachtet, dass ein an Chvlurie und Hämaturie
leidender 21 jähriger Seemann, ein Mulatte aus Guadeloupe, seit
4 Jahren in Europa lebend, in Paris Filarien im Blut zeigte; auf
seinen Seereisen war er auch in Südamerika gewesen; die micro-
scopische Untersuchung des Blutes ergab die Anwesenheit von Filaria
Bancrofti in demselben. Lancereaux. Sur un cas de filaire hematique
chez Vhomme. Bullet. Acad. med. ser. 3, t. XIX, Paris 1888, No. 24,
pag. 864—870.
Ders. Verf. beschreibt die durch den Parasitismus der Filaria
Bancrofti im menschlichen Körper hervorgerufenen Veränderungen,
die an 2 Studenten in Paris beobachtet wurden, welche die Parasiten
von der Insel de la Beunion und Haiti importirt hatten. Die
Krankheitserscheinungen waren die bekannten, schon oft beobachteten
60 Dr. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und es wurde die Menge der im Blute enthaltenen Filarien-Larven
auf 36 — 40 Millionen geschätzt. Das Verschwinden aus den Haut-
capillaren am Tage und ihr Wiedererscheinen am Abend wurde
auch hier beobachtet. Hämaturie, Lymphurie, Lymphorrhagie,
Lymphscrotum, starke Schwellung der Inguinaldrüsen, Lymphectasie
waren auch hier die wichtigsten Erscheinungen: Verf. bemerkt, dass
Demarquay im Jahre 1862 die menschlichen Blutfilarien entdeckt hat
(Gaz. med. Paris 1863, pag. 665). Die Trichina cystica von Salisbury
scheint auch hierher zu gehören (Hay's American Journ. t. I, 1868);
die Bezeichnung bezieht sich auf Eier und Embryonen von Nema-
toden, die im Urin von 3 Kranken gefunden wurden. Lanceremix.
La filariose. Bidlet. Acad. med., 3. ser., t. XIX, Paris 1888, No. 36,
pag. 343—378.
lieber einen ähnlichen Fall berichtet Laboiilbene; derselbe
behandelte in Paris einen aus Brasilien stammenden Kranken, der
an Chylurie und Hämaturie litt und glaubt, dass die Ursache Filaria
Bancrofti sei. M. Laboulbme. Sur un cas de filaire hematique chez
Vhomme. Bullet. Acad. med., 3. ser., f. XIX, Paris 1888, No. 25,
jxig. 881—882.
vid. auch W. M. Mastin. The history of the ßaria sanguinis
hominis, its discovery in the United States a7id especially the relationship
of the parasite to cliylocele of the tunica vaginalis testis. Annales of
Surg. 1888, Nov., pag. 321—362.
Sarcani beobachtet in Rumänien bei einer mit Geschwüren
behafteten Kranken einen kleinen Nematoden, der angeblich im
Blute gefunden wurde. Derselbe ist 1 mm lang und 0,03 mm breit,
das Schwanzende ist zugespitzt, aus der Mundöffnung soll ein zungen-
artiger Ansatz heraushängen (!); das Thier ist geschlechtsreif, das
Ei hat die Grösse eines rothen Blutkörperchens, in dem aufgerollt
der Embryo liegt, welcher die zarte Hülle verlässt. Verf. hält diesen
Parasiten für Dracunculus medinensis (I), identificirt ihn gleichzeitig
mit Filaria sanguinis hominis (!) und überschreibt seine Arbeit
,, Filaria Romanorum orientaUs." A. Sarcani. Filaria Romanorum
Orientalis. Wiener medic. Presse 1888, No. 7, pag. 222.
K. N. Ikow berichtet in russischer Sprache über die Infection
der Cyclopen mit Filarien. Nachricht, d. kaiserl. Geselkch. d. Freunde
d. Wissen,seh. Moskau 1886, t. 50, lieft 1, pag. 96—99.
Nach Sonsino gehören die Hämatozoen des Hundes nicht zu
Spiroptera sanguinolenta , sondern zu Filaria immitis, die in der
linken und rechten Herzkammer, in der Lungenarterie sowie im
subcutanen und intermuskulären Bindegewebe lebt. Die im Blut
vorkommenden Larven werden vom pulce del cane und der Hunde-
laus mit dem Blute aufgesogen, um mit dieser in Larvenform wieder
in den Hund zu gelangen. Die Blutfilarien können auf der Blut-
bahn auch in die Hundeembryonen gelangen. P. So^isino. Notizie
elmintologiche 1. sid ciclo vitale di un nematode ematozoo del cane.
Atti soc. Toscan. sc. natur. Process. verbal. 1. Luc/U 1888, Pisa,
vol. VI pag. 113—115.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 61
Ausführlicher berichtet Verf. über die Bkitfilarien des Hundes,
welche in Frankreich bei etwa 4 — 5 Procent der Hunde, übrigens
in Malacca, in Brasilien, Nordamerika, Italien, ungemein häufig aber
in China vorkommen. Sie sind 0,19 — 0,3 mm lang und 0,003 bis
0,006 mm breit, können also die Capillaren passiren, da die rothen
Blutkörperchen des Hundes 0,007 mm gross sind. Mit dem Kopf-
ende setzen sie sich oft fest und machen mit dem hinteren Körper-
theile wirbelnde Bewegungen; die Menge in einem Hunde wird auf
über 2 Milhonen geschätzt ; mitunter haften Blutkörperchen an ihrer
Aussenfläche. Sie stammen ab von Filaria immitis Leidy = Filaria
haematica Gruby et Delafond, welche in der linken und rechten
Herzhälfte, in den Lungenarterien, im subcutanen und intermusculären
Bindegewebe, in der Vena cava superior, der Lunge und der Leber
des Hundes wohnt, in Folge des versteckten Aufenthalts aber oft
nicht gefunden wird. Spiroptera sanguinolenta wohnt in Tumoren
aussen an dem Oesophagus und der Aorta und von ihr stammen
nicht die Bkitfilarien. Das Weibchen producirt keine freien Em-
bryonen, wie Filaria immitis, sondern Eier, die 0,036 mm lang und
0,015 mm breit sind und also die Capillaren des Hundes nicht
passiren könnten. Die Eier gelangen in den Oesophagus und von
da durch den Darm nach aussen; die Art gehört nicht zu den
Hämatozoen. Leben nur Männchen oder nur Weibchen von Filaria
immitis im Herzen des Hundes, so fehlen natürlich die Bkitfilarien.
Der Zwischenwirth von Spiroptera sanguinolenta ist nach Grassi
Blatta Orientalis, von Filaria immitis aber nach des Verf. Beob-
achtungen Haematopinus piliferus und Pulex serraticeps; bei mit
Blutfilarien behafteten Hunden fand Verf in 75 Haematopinus 5
und in 116 Pulex 15 mal die Filarien, welche sich hier in eine
Larvenform umwandeln, während man die Bkitfilarien als Embryonal-
form bezeichnen kann; von 0,2 mm Länge und 0,004 rnm Breite
wachsen sie auf 0,75 mm Länge und 0,02 mm Breite; vorn steht
eine protractile Kopfspitze und das Schwanzende ist fein faden-
förmig; in einigen Fällen wächst die Länge auf 1,2 — 1,5 mm und
die Breite auf 0,03 — 0,04 mm, wobei das Schwanzende abgerundet
erscheint. Auffallend ist, dass die Embryonen von Hündinnen, welche
Blutfilarien beherbergten, ebenfalls solche enthielten, da zwischen
den Uterus- und Piacent argefässen eine directe Verbindung nicht
existirt; der Grund kann nur eine pathologische Gefässverbindung
sein. Strongylus vasorum Baillet aus dem rechten Herzen und der
Lungenarterie ist ovipar wie Spiroptera sanguinolenta und hat
doppelt so grosse Eier wie letztere Form. Pulex und Haematopinus
saugen natürlich die Filarien mit dem Blute auf. P. Sonsino.
Ricerche sugli ematozoi del cane e sul ciclo vitale della Tenia cucu-
merina. Ätti soc. Toscana dz sc. natur., vol. X, Pisa 1888, pag. 1 — 48,
tav. IL
Nach Grassi ist Blatta orientalis der Zwischenwirth von Spi-
roptera sanguinolenta; zu einem anderen Nematoden gehörige Larven,
das Haematozoon Lewis, wurden in Pulex serraticeps gefunden.
62 Dr. V. Linstow: Bericht über die Avissenschaftlichen Leistungen
welche denen ähnlich sehen, die Manson in Culex pipiens entdeckte
und auf Filaria Bancrofti bezog; auch mit den zu Filaria immitis
gehörigen Blutfilarien haben sie nichts gemein; ihre Herkunft und
Weiterentwicklung ist unbekannt. Die Larve von Filaria sanguinolenta
findet sich in Cysten in der Leibeshöhle von Blatta orientalis und
wurden solche Cysten mit Erfolg an Hunde verfüttert; die Schaben
fressen die Eier dieses Parasiten mit den Fäcalien der Hunde; in
8 Hunden fand Verf. zahlreiche Exemplare der Filaria sanguinolenta
und keine Blutfilarien, weshalb er meint, dass die Larven dieser
Art nicht im Blute des Hundes leben und constatirt ferner, dass
die Blutfilarien in Hunden vorkommen, in denen auch Filaria immitis
nicht gefunden wurde ; es ist daher noch ungewiss, wohin diese Blut-
filarien gehören; auch Sonsino fand in Pisa einen Hund mit vielen
Hämatozoen, der aber keine Filaria immitis beherbergte; wenn
Sonsino und Bancroft meinen, dass Trichodectes latus mit dem Blute
des Hundes die kleinen Filarien aufnehme, so sei das wohl eine
Verwechslung mit Haematopinus piliferus, da ersterer kein Blut
sauge, wohl aber letzterer. Weder innerhalb noch ausserhalb des
Darms entwickelt sich die Larve weiter, doch stellt Verf. die Mög-
lichkeit nicht in Abrede, dass derselbe den Zwischenwirth der Blut-
filarien abgeben könne. Später findet Verf. Blutfilarien im Hunde,
die zu Filaria immitis gehören, und wurden in diesen Hunden auch
stets erwachsene Exemplare von Filaria immitis gefunden; die Blut-
filarien entwickelten sich aber weder in Pulex noch in Haematopinus
weiter.
Die zu Filaria attenuata gehörigen Blutfilarien in Corvus finden
sich auch in Garrulus glandarius; sie entwickeln sich nicht in Feder-
läusen.
Wahrscheinlich entwickelt Ascaris mystax sich ohne Zwischen-
wirth. B. Grassi. Ciclo evolutivo della Spiroptera sanguinolenta.
Catania I888. Ancora sul ciclo evolutivo delle Spiroptera sanguino-
lenta e sidle larve di nematodi della pulce. Rovellasca 1888. Beiträge
zur Kenntniss des Entwicklung sc yclus von fünf Parasiten des Hundes
(Taenia cucumerina Goeze, Ascaris marginata Rud., Spiroptera
sanguinolenta Rud., Filaria immitis Leidy und Haematozoon Lewis).
Centralbl. für Bact. u. Parask. 2. Jahrg. .^ Jena 1888, IV. Bd., No. 20,
pag. 609—620, No. 25, pag. 776—777.
Nach Lewis sind in Indien etwa ein Drittel aller Pariahhunde
mit Blutfilarien, zu Filaiia immitis gehörig, inficirt. Lewis. Physio-
logical and pathologicul researches, heing a reprint of the principal
scientific loritings. London 1888, pag. 615.
Nach Steel giebt Manson an, dass in China von je 3 Hunden
2 mit Blutfilarien (Filaria immitis) behaftet sind. Steel. A treatise
of the diseases of the dag, heing a manual of canine pathology.
I^ondon 1888, pag. 76.
vide auch W. Sokolow. (Fall des Vorkommens von Filaria
immitis im Herzen des Hundes) (russisch). Arb. d. naturf. Gesellsch.
Charkow, Bd. 15, Beil. pag. XXI — XXIII und
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 63
F. Reuther. Erkrankung eines Hundes cm Filaria immitis.
WochenU. für Thierheük. u. Viehzucht 1888, No. 49, pug. 429^430.
Chatin beschreibt Strongylus paradoxus Mehlis = Str. longeva-
ginatus Diesing; die Embryonen bleiben im Wasser Monate lang
am Leben, mit dem sie, ohne dass ein Zwischenwirth aufgesucht
wird, in den Menschen und das Schwein gelangen; der Nematode
wurde in den Darmausleerungen eines an Magen- und Darm-
beschwerden leidenden Mannes gefunden, während er beim Schweine
nur in den Luftwegen, besonders in den Bronchien vorkommt.
M. J. Chatin, Le strongle paradoxal chez Vhomme. Bullet. Acad. med.
Paris 1888, No. 15, pag. 483—491; Bidlet. soc. Fhilomatique, Paris,
ser. 7, t. 12, No. 3, pag. 96—97.
Railliet hält Strongylus strigosus Dujardin für identisch mit
Strongylus Blasii des Ref.; Ref. bemerkt dazu, dass Dujardin's Be-
schreibung auf viele Arten passen kann, weil sie die männliche
Bursa, welche zur Artdiagnose beim Genus Strongylus unentbehrlich
ist, unberücksichtigt lässt, dass aber Molin's Beschreibung und Ab-
bildung von Strongylus strigosus in keinem Punkte mit Str. Blasii
passt, von welchem Autor zwar Verf. sagt, er zeige keine Genauigkeit,
die gross genug sei, um seine Diagnose ohne weiteres acceptiren zu
können. A. Railliet. Sur Videntite du Strongi/hts Blasii v. Linstow
et du Strongylvs strigosus Dujardin. Bullet, soc. zoolog. France,
t. XIII, Paris 1888, pag. 210—214.
Moniez beschreibt Strongylus Leporum, früher als Spiroptera
Leporum bezeichnet, aus der Darmwand der Hasen und Kaninchen.
R. Moniez. Sur un Strongle de la paroi stomacale et des Lieores des
Lapins de Garenne. Revue biolog. du Nord de la France I, Lille
1888—89, No. 9—10.
Atlucco findet ein 765 mm langes Weibchen von Eustrongylus
gigas in der Niere eines Hundes; die Eier fanden sich im Urin des
Hundes und im Darm des Helminthen, waren also von diesem mit
dem Urin verschluckt. Die Haut und eine von dieser in der
Perivisceralhöhle eingeschlossene Flüssigkeit in der Menge von 25 ccm
waren lebhaft roth gefärbt und fand Verf durch zahlreiche physi-
kalische und chemische Versuche, dass der rothe Farbstoff der Cuti-
cula und Hämolymphe dem Oxyhämoglobin des Wirbelthierbluts sehr
ähnlich ist, von dem es sich nur durch die Temperatur, in der es
coagulirt und eine grössere Widerstandskraft gegen gewisse Reagentien
unterscheidet. V. Aducco. ü?i caso di Eustro7igi/lus gigas. Riforma
medica ann. IV, No. 60, Roma 1888, pag. 359. La sostauza colora?ite
rossa deW Eustrongylus gigas. Atti R. Acad. Lincei, ann. 285, Roma
1888, ser. 4, vol. IV, Rendiconti, fasc.VI pag. 187 — 194, fasc.VII
pag. 213—220.
Blanc beschreibt das Excretionsgefässsystem von Oxyuris longi-
collis ; die 4 Hauptstämme münden in einen gemeinschaftlichen Porus
und stehen andererseits durch eine kleine, mit Wimpern versehene
Oeffnung mit der Körperhöhle in Verbindung. H. Blanc. Sur le
Systeme excreteur des Oxyures. Arch. sc. phys. natur., 3. ser., f. 20,
64 Dr. V. Li n stow: Bericht über die wissenachaftlicheu Leistungen
Geneve 1888, No. 10, pag. 347. Verhandl. d. Schweizer naturf. Ge-
sellsch., Solothurn 1888, pag. 58.
Leicliteiistern giebt einen geschichtlichen Ueberblick über
unsere Kenntniss von Ankylostomum duodenale vom Jahre 1851 an,
in welchem v. Siebold den Parasiten zum ersten Male beschrieb;
darauf erkannte Griesinger seine krankmachende Wirkung und nannte
die Krankheitserscheinungen tropische Chlorose; Wucherer entdeckte
den Parasiten in Brasilien, Dubini in Italien, worauf Grassi, Parona,
Bozzolo, Perroncito und andere zeigten, dass er in Italien eine
Anämie der Ziegelarbeiter hervorrufe; Grassi und Parona wiesen
die Eier in den Fäces der Kranken nach; hierauf brach die viel
besprochene St. Gotthard-Epidemie aus und der Parasit wurde nach
der Schweiz, Baden, dem Elsass, Frankreich, Ungarn, den Rhein-
landen und nach Belgien verschleppt, wo er die Anämie der Berg-
werks- und Ziegelei-Arbeiter hervorrief. Gelegentlich erwähnt Verf.
eine der Rhabditis aspera sehr ähnliche Art, welche in den mensch-
lichen Fäcalien lebt und sich in ihnen, wenn sie ins Freie gelangt
sind, fortpflanzt. Leichtenstern. Ankylostomiim duodencde. Deutsche
medic. Wochenschr. 1888, No. 42, jjag. 849—851.
Nach Seifert kommt Ankylostomum duodenale seit 1885 bei
Ziegelarbeitern in Heidingsfeld bei Würzburg vor, wo 2 italienische
Arbeiter an den Folgen des Parasitismus erkrankten, und meint
Verf., dass die Embryonalform in Deutschland im Winter zu Grunde
gehe; die Lehmfelder werden also im Frühling stets von neuem
durch Arbeiter inficirt werden, am Rhein durch Wallonen, in Süd-
deutschland durch Italiener; in tiefen Bergwerken halten sich die
Helminthen wohl das ganze Jahr am Leben; die Abbildungen sind
nach Bizzozero, Schulthess und Leuckart reproducirt. 0. Seifert,
lieber Ankylostomum duodenale. Verhcmdl. d. phys. med. Gesellsch.
Würzburg, n. F., Bd. XX l, 1888, pag. 283—294, tab. IV.
Ernst bespricht FäUe von Ankylostomiasis nebst Sections-
befunden und berichtet über neue in Köln zur Beobachtung ge-
kommene Fälle des Vorkommens von Ankylostomum duodenale; die
Lebensdauer erstreckt sich auf mindestens 4 Jahre; in einem Falle
fanden sich 145 Ankylostomen, die lange Zeit im Menschen gelebt
hatten, ohne Anämie zu erzeugen; in einem anderen fanden sich
2763 Ankylostomen im Dünndarm, welche den Tod herbeigeführt
hatten; in einem dritten überwog die Zahl der Männchen die der
Weibchen; erstere massen 12 — 15, letztere 15 — 18 mm. J. Ernst.
Einige Fälle von Ankylostomiasis nebst Sectionsbefunden. Deutsche
7nedic. Wochenschr. Leipzig u. Berlin 1888, No. 15, pag. 291 — 294.
Schopf beobachtet Ankylostomum duodenale in 87 Fällen,
8,7 ^Iq aller Arbeiter, bei Bergleuten in Resicza in Ungarn. J. Schopf,
lieber Ankylostomum duodenale. Wiener medic Fresse, XXIX, Wien
1888, No. 34, pag. 1232—1234. Orvosi hetilap 1888, No. 37
(ungarisch). Allgem. Wiener medic. Zeitung No. 46 — 48, pag. 556
bis' 557, 571, 583—584.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 65
vid. auch 0. Baker. The Anchylostomum duodenale ^ its wide
prevalence and connection with jail dehüity. Jndian. med. yaz. 1888,
No. 13, pag. 353 — 355. K. N. Bake. Anchylostomum duodenale.
Transact. of the pathol. soc. of London 1887/88, No. 39, pag. 111.
R. Blanchard. UAnkylostom,e duodenal et ra?iemie des mineurs.
Revue scientif., 3. ser., t. 41, No. 22, pag. 701. A. Roussel. Uanemie
des mineurs et VAnkylostome duodenal. Revue scientif., 3. set'., t. 41,
No. 20, pag. 635.
Leidy fand in einer Schildkröte im Darm Cucullaniis micro-
cephalus (l. c), ferner Agamonema capsularia an der Aussenwand
des Magens beim Rock fish (Labrax Hneatus) (/. c).
Walsingham bespricht die Arbeiten Walker's und Megnin's über
Syngamus trachealis, ohne neue Beobachtungen zu bringen, Lord
Walsingham. 7 he gape worm in fowh (^Syngamus trachealis). Natiire
vol. 58, No. 979, London 1888, pag. 324—325.
Moniez beschreibt als neu Hedruris Orestiae aus Orestias.
R. Moniez. Recherches sur le genre Hedruris ä propos d'une espece
nouvelle, Hedruris Orestiae. Revue biolog. du A^ord de la France,
t. T, No. 9—10, Lille 1888/89.
Sonsino hält Ophiostomum = Rictularia plagiostomum Wedl, 0.
spinosum v. Willemoes-Suhm, 0. mucronatum Rud. und 0. Bovieri
Wedl. für identisch; die Art hat 2 Reihen von flossenartigen Dornen
an der Bauchseite, das Männchen 90 in jeder Reihe; früher in In-
sektenfressern, Plecotus auritus, Vespertilio Daubentonii, murinus,
mystacinus, Nattereri, Vesperugo noctula und pipistrellus und in
Erinaceus auritus gefunden, entdeckte Verf die Art in einem Fuchs
in Egypten, der auch mitunter Insekten frisst. Ophiostomum crista-
tum Rud. hat nur eine Reihe Dornen und lebt in Nagethieren, Myoxus
dryas, glis und avellanarius und in Mus sylvaticus. F. Sonsino.
Rictularia plagiostoma e specie affini. Atti soc. Toscana sc. natur.
Process. verbal. Pisa 1. Luglio 1888, vol. VI. pag. 113 — 115.
Ref. beschreibt von den auf der Challenger-Expedition gefundenen
Helminthen Ascaris simplex Rud. aus dem Magen von Otaria jubata,
Ascaris spiculigera Rud. aus dem Magen von Phalacrocorax verru-
cosus, Ascaris biloba n, sp., deren Wirth nicht bekannt ist;
Ascaris Diomedeae n. sp. aus dem Magen von Diomedea brachyura,
Ascaris Macruri n. sp. aus Macrurus rudis, Ascaris Macru-
roidei n. sp. aus dem Magen eines Macrurus, Filajia cirro-
hamata n. sp. aus dem Magen von Phalacrocorax verrucosus,
Filaria flabellata n. sp. unter der Haut und in der Bauchhöhle
von Paradisea apoda gefunden, Filaria Paradiseae n. sp. aus
demselben Vogel; Prothelmins profundissima n. gen., n. sp.,
eine grosse , bis 65 mm lange , geschlechtlich nicht entwickelte , in
einer Tiefe von 1950 Faden gefundene, freilebende Form (L c).
Railliet giebt an, dass in den Chabins, d. h. den Bastarden
zwischen Ziege und Schaf, Trichocephalus affinis Rud., Sclerostoma
(Strongylus) hypostomum Rud. und Oesophagostoma venulosum Rud.
leben ; was die beiden ersteren Arten betrifft, so sind sie den beiden
Aldi. f. Natui-gesch. Jahrg. 1889. Bd. 11. H. 3. 5
66 Dr. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Stammarten eigene Parasiten, während Oes. venulosum bisher nur
in Capra hircus gefunden war; indessen ist nach dem Verf. Oeso-
phagostomum acutum Molin, ein Parasit von Ovis aries, nicht, wie
Mohn angiebt, mit Strongylus contortus Rud., sondern mit Oes.
venulosum gleichbedeutend, so dass auch diese Form in Schaf und
Ziege vorkommt; auch die von Caritä im Schaf beobachtete Form
soll hierher gehören. A. RaiUiet. Les parasites du chahin et VOeso-
phagostome des petits rvminants. Bullet, soc. zoolog. France, t. XIII,
Paris 1888, pag. 216—218.
Oriffitli beobachtet das Vorkommen von Dracunculus medinen-
sis im Hunde. G. R. Griffith. Dracunculus medinetisis in the dog.
Vetermary Journ. November 1888, pag. 317—318., und OstrOglaSOW
im Menschen. W. M. Ostroglasow. (lieber einen Fall von Filaria
Tnedinensis bei einem Kranken^ (russiscli). Nachricht d. kais. Gesellsch.
d. Freunde d. Naturwissensch. Moskau t. 50, Heft 1, pag. 29 — 32.
Beorchia Nigris berichtet über das Vorkommen von Tricho-
cephalus in der Harnblase des Hundes. A. Beorchia Nigris. Di
un caso di Tricocephalo nella vesica urinaria di un cane. Annal.
Univers, libera di Perugia, fac. med.-chir. 1887 — 88, Nr. 8, pag. 107
—112.
Lutz macht Vorschläge zur Behandlung der Trichinose, die
zoologisch nichts neues bieten. A. Lutz, Vorschläge und Betrach-
tungen zur Frage der Trichinosistherapie und ihrer experimentellen
Begründung. Deutsche Medicinal- Zeitung, Berlin 1888, No. 13 — 15.
Volk giebt eine gute Uebersicht über die Lebensgeschichte von
Trichina spiraUs als Veröffenthchung eines in Ratzeburg gehaltenen
Vortrages. R. Volk. Zur Trichinen frage. Lauenburg 1888 siehe
übrigens Trichinose in Nürnbei^g. Veröffentl. des Kaiser! Gesundheits-
amtes, Berlin, 1888, Nr. 18, pag. 269. Riedel, die Trichinose zu
Obercunewalde in Sachsen; Centralbl. für allgem. Gesundheitspflege,
1888, Nr. 9 — 10, pag. 340— 34S. Trichinen -Epidemien im König-
reich Sachsen. Veröffentl. des Kaiserl. Gesundheitsamtes, Berlin 1888,
Nr. 15, pag. 227. Trichinose in Goes (Niederlande), ibid. No. 12,
pag. 187. Compte rendu au Ministre de V Interieur d'une epidemie
de trichinöse ayaut 7'egnee ä Gives. Annal. med. veterin. Dec. 1888.
Roquette. Trichinosis in Jnowrazlaw. Zeitschr. für Medicinal -
beamte, 1888, Nr. 2, pag. 54—56. J. Johne. Der Trichinen-
beschauer, 2. Aufl., 139 pg., Berlin 1888.
RoTcUi studirt den Bau der weiblichen Geschlechtsorgane
von Strongjdoides = Rhabdonema und Angiostomum und den
Modus der Eibildung in denselben; besonders untersucht Verf,
ob die parasitische Generation sich hermaphroditisch oder par-
thenogenetisch entwickelt. Der von Leuckart vorgeschlagene
Gattungsname für den früher Ascaris nigrovenosa genannten Para-
siten der Froschlunge und den anfänglich Anguillula intestinalis
und stercoralis genannten Parasiten des Menschen, welchen Leuckart
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 67
Rhabdonema strong}4oides nennt, wird in Strongyloides geändert,
da Strongyloides nicht, wie Leuckart angiebt, in der parasitischen
Form eine hermaphroditische, sondern eine parthenogenetische Fort-
pflanzung zeigt. Dasselbe gilt von Strongyloides (Rhabdonema) lon-
gus und einer Strongyloides-Art aus Mus decumanus. Strongyloides
longus aus Mus decumanus und Sus scrofa lässt die Uteri mit
reifen Eiern aus der Vagina heraustreten, worauf dieselben sich ab-
lösen und frei im Darm des Wirths gefunden werden, wie eine
solche Ausstülpung auch bei Sphaerularia und Atractonema vor-
kommt; Spermatozoen werden nicht gefunden, ebenso fehlt ein
Receptaculum seminis, und beobachtete Verf. die Entwicklung der
Eier aus den Ovarialzellen ohne Gegenwart von Samenkörperchen.
Angiostomum nigrovenosum ist dagegen in parasitischer Form her-
maphroditisch, da Spermatozoen und Eier gebildet werden; die
Samenkörperchen treten zuerst auf, so dass ein protandrischer Her-
maphroditismus besteht. Bei Angiostomum wechselt also eine para-
sitische, hermaphroditische Generation regelmässig mit einer frei-
lebenden, zweigeschlechtlichen; bei Strongyloides kann die freilebende,
zweigeschlechtliche Generation fortfallen; die Männchen bei letzterer
sind selten; bei Str. intestinalis zählt man 1 auf 8 Weibchen, bei
Str. longus 1 auf 1000 Weibchen; die parasitische Form pflanzt sich
hier parthenogenetisch fort. O. Rovelli. Ricerche svgli organi
yenitali degli Strongyloides (^Änguillula^ Rhabdonema), Como 1888,
11 pg., 1 tav.
de Man beschreibt eine Anzahl in dem Canal, welcher die
Insel Walcheren durchschneidet, und bei der Festung Fiessingen ge-
fundene freilebende Nordseenematoden, welche in der bei dem Verf.
bekannten vortreff"lichen Manier abgebildet werden, in Zeichnungen,
welche z. Th. nach enormen Vergrösserungen angefertigt sind, da die
Linearvergrösserungen bis zu 2700 gehen. Verf. beschreibt auf's
genaueste und bildet ab Halalaimus gracilis n. gen., n. sp., dem
Genus Oxystoma verwandt; eine Mundhöhle fehlt und die Seiten-
organe bestehen aus schmalen, langen Longitudinalfurchen ; Mono-
hystera ocellata Bütschli, Monohystera = Tachyhodites parva Bastian,
Monohystera ambigua Bastian = ambiguoides Bütschli, Monohystera
setosa Bütschli, Monohystera oxycerca n. sp. mit Girren, welche
etwa ein Drittel der Schwanzlänge einnehmen. Terschellingia
communis n. gen., n. sp., hat einen kurzen, mit starkem Bulbus
endigenden Oesophagus und eine doppelte weibliche Geschlechts-
röhre; Enchelidium marinum Ehrenb., ferner Araeolaimus elegans
n. gen., n. spec. hat eine Cuticula ohne Querringel und röthlich
braune Augenflecken; Anoplostoma Blanchardi n. sp. hat fast
gerade Spicula, die etwas länger als der halbe Schwanz sind; die
Bursa zeigt 4 Papillen jederseits; Anoplostoma spinosum Bütschli,
Thoracostoma (Enoplus) denticaudatum Schneider, Eurystoma fili-
forme n. sp., mit halbkreisförmig gebogenen Spicula von der Länge
des Schwanzes; Symplocostoma longicolle Bast., Dolicholaimus
Marioni n. gen., n. spec, ohne alle Tastborsten und mit sehr
5*
68 Dr. V. Linstow: Bericht über die wisseaschaftlichen Leistungen
langer, cylindrischer Mundhöhle ; Syringolaimus striatocaudatus
n. gen., n. spec. zeigt eine glatte Cuticula und ebenfalls eine lange,
cylindrische Mundhöhle, der Oesophagus endet in einen Bulbus;
Halichoanolaimus n. gen. hat eine von 3 starken Chitinstücken
gestützte Mundhöhle und Längsreihen von Papillen vor dem Anus;
in dieses Genus setzt Verf. Spilophora robusta Bastian und Bütschli;
Hypodontolaimus n. gen. zeigt auf jedem Leibesringel Querreihen
von Punkten und ein an der Bauchseite der Mundhöhle gelegenes
Chitinstück, das nach vorn in einen starken Zahn endigt; hierher
zieht Verf. Spilophora inaequalis Bastian; Spilophora paradoxa
n. sp. ist ausgezeichnet durch 2 Reihen von Punkten in jeder Lateral-
linie, der Oesophagusbulbus ist so lang wie ein Drittel des ganzen
Oesophagus; präanale Papillen fehlen; endlich Chromadora nudi-
capitata Bastian mit rothbraunen Augenflecken.
J. G. de Man. Sur quelques Nematodes lihres de la mer du
Nord, nouveaux on peu connus. Mem. soc. zoolog. de France, vol. I,
fasc. 1, Paris 1888. pacf. 1—51, piche I—IV.
Strutoell beschreibt ausführHch den Bau, die Entwicklungs-
und Lebensgeschichte von Heterodera Schachtii; die Cuticula besteht
aus 3 verschiedenen Schichten, von denen die oberste Querstreifung
zeigt, während die innerste die mächtigste ist ; am Kopfende bemerkt
man einen calottenförmigen Aufsatz, der von 6 radienförmigen, im
Scheitel vereinigten Chitinstäben gestützt wird und als Bohrinstrument
dient; er wird bei den Larven und den Männchen gefunden, fehlt
aber bei den sesshaft gewordenen Weibchen. Unter der Cuticula
liegt die Subcuticula; die Seiten- und Medianfelder werden als Linien
bezeichnet und in dem linken Seitenfeld verläuft das Excretions-
gefäss ; die 4 Seitenlinien theilen die Muskulatur in 4 Längs-
abtheilungen ; die Muskelzellen verlaufen in einem Winkel von etwa
35 Grad gegen die Richtung der Seitenfelder und stehen im Quer-
schnitt in jedem der 4 Muskelzüge 5 Zellen; Verf. meint, dieser An-
ordnung nach müsste Heterodera zu den Polymyariern, der flachen
Gestalt der Zellen nach zu den Platymyariern gerechnet werden.
Der Nervenschlundring liegt auffallenderweise nicht vor, sondern
hinter dem Oesophagus-Bulbus. Der Oesophagus endet vorn in
einen Stachel, welcher an der Basis 3 rundliche Anschwellungen
zeigt und seiner ganzen Länge nach durchbohrt ist; durch 2 Muskel-
paare wird er vor- und zurückbewegt; das Oesophaguslumen nimmt
dicht hinter der Stachelbasis den Ausmündungsgang einer kleinen,
kolbigen Drüse auf; der Oesophagus-Bulbus enthält einen drei-
theiligen Klappen- Apparat, der Oesophagus zeigt eine Anzahl grosser
Kerne. Die beiden gleichen Spicula sind gekrümmte Chitin-
lamellen; im oberen Theile des Hodens befindet sich eine Rachis,
um welche herum die Keime der Samenzellen gruppirt sind. In
den weiblichen Körper gelangt, bewegen sich die Spermatozoen durch
active, selbstständige Bewegungen mittels Pseudopodien; dieselben
werden ausgestreckt und wieder eingezogen und die Fortsätze
schlagen peitschenförmig. Die weibliche Geschlechtsröhre ist doppelt
in der Naturgeschichte der Helmiiitheu im Jahre 1888. 69
und besteht aus Ovarium, Ovidukt und Uterus; die Vagina liegt am
Hinterende des Körpers. Bei den Weibchen, die man Eiersäcke
nennen kann, liegt hinten ein von gallertartiger Haut um-
schlossener Hohlraum, der als Eiersack bezeichnet werden kann.
Ein sogenanntes Kopffutteral des Weibchens entstammt einer Ab-
sonderung der von ihm bewohnten Rübe und die subkrystallinische
Schicht, ein dünner Ueberzug der Körperoberfläche, ist die alte
Larvenhaut des Weibchens, die wegen der Bewegungslosigkeit nicht
abgestreift werden konnte. Der Uterus platzt bald und die Eier
gelangen in die Leibeshöhle, die Muskulatur schwindet und das
Thier stirbt endlich und stellt nur eine Brutkapsel vor. Von den
beiden ersten Furchungskugeln wird die eine zum Ektoderm und die
andere zum Entoderm ; die Ektodermzellen umwachsen das Entoderm
zuerst am Schwanzende, wo eine stärker hervortretende Zellengruppe
als Schwanzzellen bezeichnet werden; vorn in der Bauchlinie lässt
das Ektoderm eine rundliche Lücke, das Prostoma, das sich später
schliesst; der erste Abschnitt des Schlundrohrs und das Rectum sind
Invaginationen des Ektoderms, Oesophagus und Darm aber ent-
stehen aus dem Entoderm. Zwischen Ekto- und Entoderm liegen
symmetrisch 2 Zellen, die einander bald näher rücken und schliess-
lich zu einer zweikernigen Zelle verschmelzen, welche die erste Ge-
schlechtsanlage darstellt, noch innerhalb der Eischale häutet sich der
Embryo. Bald nach dem Verlassen der Eischale bohren sich die
jungen Larven in die zarten Wurzelfasern der Zuckerrübe ein. Aus-
trocknen vertragen die Thiere nicht, ebensowenig eine Erwärmung
über 35*' und Frost. Unter der Wurzelrinde angekommen, machen
sie eine zweite Häutung durch und nun entsteht eine zweite Larven-
form von flaschenförmiger Gestalt, mit halsartigem Vorder- und
bauchigem Hinterleib, die Kopfkappe schwindet und das Thier wird
völlig bewegungslos; die Epidermis der Wurzel wird immer mehr
hervorgedrängt und umgiebt das Thier mit einer Cyste; bei den
Weibchen platzt die Wurzelepidermis bald und lässt das Hinterende
frei heraustreten; das Weibchen wird in diesem Stadium befruchtet
und entwickelt in seinem Innern Eier; es wird zu einer braunen,
citronenförmigen Brutkapsel, die endlich von der Wurzel abfällt und
frei in der Erde liegt; manchmal dringen die Thiere auch nur mit
dem Vorderkörper in die Wurzel ein. In der männhchen zweiten
Larve bildet sich ein langgestreckter Wurm von gewöhnlicher
Nematodengestalt, der in 3 — 4 Windungen aufgerollt in der flaschen-
iörmigen Hülle, der Haut der zweiten Larvenform liegt; er durch-
bohrt diese Hülle und das bedeckende Wurzelgewebe und gelangt so
in die Erde, um das Weibchen aufzusuchen und zu befruchten. In
einem Jahre können 5 Generationen entstehen und ein Paar kann
in einem Jahre eine Nachkommenschaft von 22 781 Milliarden er-
zeugen. Die zweite, bewegungslose Larvenform, über welche das
Weibchen nie hinauskommt, vergleicht Verf. mit dem Puppenstadium
der Insekten, besonders der Cocciden, bei denen auch das weibliche
70 Dr. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Geschleclitstliier den larvalen Charakter bewahrt und zu einer Brut-
kapsel wird, welche nur die Aufgabe hat, die Nachkommenschaft zu
schützen. A. Strubell. Untersuclitingen über den Bau und die Ent-
wicklung der Rüben-Nematoden, Heterodera Schachtii Schni. Biblio-
iheca zoologicu, Heft II, Cassel 1888, 52 pg., 2 Tfln.
Nach Chatin zeigen die jungen Weibchen von Heterodera eine
Cuticula und eine Hypodermis über der Muskulatur; später schwindet
letztere mehr und mehr; die braune Cyste der Weibchen ist ihrer
Abstammung nach gemischter Natur, denn sie ist weder allein eine
pathologische Neubildung der Eübe, noch eine Verhärtung des
Integuments des Helminthen, M. J. Chatin. Helminthologie. Sur la
structure des teguments de l'Heterodera Schachtii et sur les modifications
qu^ils p7'esentent chez les femelles fecondees. Compt. rend. Acad. sc.
Paris, t. CVII, 1888, No. 2, pag. 184— Ul.
Willot findet, dass Heterodera Schachtii durch Seesalz in
5 procentiger wässriger Lösung getödtet wird. M. Willot. Sur
VHeterodera Schachtii. Compt. rend. Acad. sc. Paris^ t. CVII, 1888,
No. 11, pag. 507—509.
Göldi untersuchte die Ursache der in der brasilianischen Provinz
Rio, besonders am unteren Parahyba seit etwa 20 Jahren hen*-
schenden Krankheit des Kaffeebaums und fand, dass die feinen
Faserwurzeln kleine knollige Auftreibungen zeigten, welche eigen-
thümliche Nematoden enthielten, wodurch das Absterben der Pflanzen
bedingt wird. Die Weibchen produciren Eier, in denen Embryonen
entstehen, welche sich wieder in die nahe liegenden Wurzelfasern
einbohren und hier wiederum knollige Verdickungen hervorrufen.
Obgleich Verf. die nahe Verwandtschaft des hier beschriebenen
Nematoden mit dem Zuckerrübennematoden erkennt, stellt er ersteren
doch in das neue Genus Meloidogyne und nennt die Art Meloidogyne
exigua. Ref. hält die Art für eine Heterodera und zwar wahr-
scheinlich für Heterodera radicicola Müller, die als Parasit der
Wurzeln des Kaffeebaums in Brasilien bekannt ist. E. Göldi.
Relatorio sobre a molestia do cafeeiro na proviencia do Rio de
Janeiro. Rio de Janeiro 1887.
Magnus fand an den Wurzeln von Exemplaren von Passiflora,
die nicht gedeihen wollten, kleine Gallen mit Heterodera radicicola.
P. Magnus, lieber Wurzeln von Passiflora mit kleinen seitlichen Ver-
dickungen, verursacht von Heterodera. Sitzungsber. d. Gesellsch. d.
Natur f. Berlin 1888, No. 9, pag. 170, s. auch J. Külin, Nouoelles
recherches sur les plantes-pieges des nematodes, trad. par Blanchard.
Ann. sc. agronom. 1888, //, pag. 372 — 387.
Ritzema Bos setzt seine Untersuchungen über Tylenchus
devastatrix fort; über den ersten Theil der Arbeit wurde bereits im
vorigen Jahresbericht pag. 36 referirt; die Art ist mit Anguillula
Dipsaci Kühn identisch und kommt im Roggen, Hafer, Weizen,
Buchweizen, Klee und Dipsacus fullonum vor ; ebenso ist sie identisch
mit Tylenchus Hyacinthi Prülieux der Hyacinthen, mit Tylenchus
AUii Beyerinck aus Allium cepa, mit Tylenchus Havensteinii Kühn
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 71
aus Medicago sativa und Trifolium pratense, wahrscheinlicli auch mit
Tylenchus Askenaysi Bütschli aus Hypnum cupressiforme, Tylenchus
intermedius de Man und Tylenchus putrefaciens Kühn aus Allium
cepa, sowie mit einer von Berkeley und W. G. Smith in Nelken
gefundenen Art, was Verf. ausser aus dem Vergleich der verschiedenen
Formen auch experimentell nachweist, indem er z. B. mit Hyacinthen-
Nematoden Haferpflanzen und Zwiebeln inficirt. Der Nematode lebt
ausserdem in Ranunculus, Thlapsi, Spergula, Geranium, Centaurea,
Bellis, Sonchus, Myosotis, Plantago, Polygonum, Narcissus, Scilla,
Galtonia, Anthoxanthum , Holcus und Poa. Verf. meint, dass die
verschiedenen Generationen, einmal an eine Pflanze gewöhnt, nicht
leicht in eine andere eindringen. Vielleicht ist Tylenchus intermedius
eine freilebende Form, die Stammform, von der die parasitischen
abstammen. Auch Tyl. devastatrix kann länger als ein Jahr frei
in der Erde leben. Die Veränderung der von dem Nematoden be-
wohnten Pflanze führt Verf. auf eine von ihm ausgeschiedene Flüssig-
keit zurück. Ohne die Lebensfähigkeit einzubüssen, können unent-
wickelte Eier 2 Monate, Eier mit 2 Furchungskugeln nur einige
Tage, Larven einen Monat austrocknen, geschlechtsreife Thiere da-
gegen sterben durch das Austrocknen; höhere Temperaturen des
Wassers beschleunigen das Wiederaufleben; 16 mal konnte Verf. eine
kleine Anzahl Larven austrocknen und durch Befeuchten wieder
beleben, aber jedesmal dauerte es länger, bis die Wiederbelebung
erfolgte und bei jedem Versuche starben einige Exemplare. Die
Thiere vertragen hohe Kältegrade, wenn sie langsam zu wärmeren
Temperaturen zurückkehren; auch fauHge Substanzen versetzen sie
in einen lethargischen Zustand, aus dem sie wieder erwachen können.
Die weiteren Mittheilungen beschäftigen sich mit den durch den
Parasitismus in den Pflanzen hervorgerufenen Veränderungen.
J. Ritzema Bos. Untersuclningen über Tylenchus devmtatriv Kühn.
Biolog. Centmlbl. Bd. VIT, Erlangen 1888 , Xo. 8 pag. 232—243,
No. 9 pag. 257— 27 J, No. 21 pag. 646—654; Bd. Vlll, No 5 pag. 129
bis 138, No. 6 pag. 164—178.
Chatin fand in Zwiebeln 3 Arten von Nematoden, nämlich
Pelodera strongyloides, Leptodera terricola und Tylenchus putre-
faciens; die letztere Art zerstört die Zwiebeln und in den bereits
erkrankten oder abgestorbenen Gewebstheilen siedeln sich die beiden
ersteren Arten an. M. J. Chatin. Des diverse-^ Atiguillides, qui
peuvent s'observer datis la maladie vermineuse de Voignon. Comt. rend.
Acad. sc. Paris, t. CVII, 1888, 14. Mai. Compt. rend. soc. Biolog.
Paris, Fevrier 1888.
Nach Prillieux leben im Gewebe des Stengels und der Blatt-
scheidenbasis des Hafers in Frankreich 2 Nematoden, ein Tylenchus
und eine Heterodera; eine nähere Beschreibung und Bestimmung
ist nicht gegeben ; im Larvenzustand sind beide Formen fadenförmig
und die Haferkultur wird durch den Parasitismus erheblich beein-
trächtigt. Prillieux. Pathologie vegetale. Maladie vermiculaire des
Avoines. Compt. rend. Acad. sc. Paris t. CVII, 1888, No. 51 — 53.
72 Dl'- V. Liustow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Horn findet, dass die Blüthen von Phleum Boehmeri durch
Tylenchus Plilei n. sp. gescMdigt werden; im Innern eines flaschen-
förmigen, rothbraimen Körpers in den hohlen Deckspelzen liegen
1 — 7 Nematoden, entweder 1 Männchen oder 1 Weibchen allein,
oder 1 Männchen und 1 Weibchen, oder 3 — 4 Männchen und 2—3
Weibchen, das Männchen gerade oder zweimal gebogen, das Weibchen
spiralig aufgerollt; ersteres ist 1,2 — 1,6 mm lang und 0,048 mm breit;
letzteres 2 — 3 mm lang und 0,2 mm breit; die Vulva liegt dicht vor
dem Anus, der Oesophagus hat eine doppelte Anschwellung und
das Kopfende einen Stachel, wie das Genus Tylenchus ihn zeigt;
die Eier sind 0,24 mm lang und 0,085 mm breit; die 0,9 mm langen
und 0,015 mm breiten Embryonen überdauern den Winter und
bohren sich im Frühling vermuthlich in neue Pflanzen ein. (Die
Form ist übrigens identisch mit Anguillula Phalaridis Braun aus
Phalaris phleoides Lin. = Phleum Boehmeri Wib. und muss also Ty-
lenchus Phalaridis Braun heissen). F. Horn. Die Aeichen- G allen
auf Pleum Boehmeri Wih. Arch. d. Verh. für Naturgesch. in Mecklen-
burg, Güstrow 1888, pag. 139—155, 2 Tfln.
s. auch A. M. Desmoulins. Les anguillules du vinaigre. Moni-
teur vinicole 1888, Nr. 100, pag. 398 und H. Dimmock. Ä. Sphueru-
laria-like worm, (^Atractonema gibbosum Leuckart). Psyche, vol. V,
No. 141—142, pag. 14.
Gordien.
Vejdovsky studirt den Bau von Gordius tolosanus und findet,
dass die cuticularen Areolen des Weibchens manchen Schwankungen
unterworfen sind. Gordius PresUi ist eine wohlcharakterisirte Art
und keineswegs ein Entwicklungsstadium von Gordius violaceus, wie
Villot meint. Der das Centralnervensystem darstellende Bauch-
strang, der an der Bauchseite in der MittelHnie zwischen Darm und
Muskelschicht liegt, besteht aus einer in die sogen. Punktsubstanz,
bisher als Nervennetz oder neurales Cuticulum zu bezeichnendes ein-
gebetteten Ganglienschicht, einer Querkommissur und Fortsätzen der
Ganglienzellen gegen die Hypodermis; sie bilden einzelne Stiele und
keine continuirliche Lamelle. Die älteren Eierstöcke sind lappen-
förmige Gebilde von traubiger Gestalt; die Eierstockshöhle communi-
cirt mit dem Lumen der mit einem Epithel ausgekleideten Ei-
behälter; später sich bildende Eier fallen aus Mangel an Raum in
den Eierstocklappen direkt in die Leibeshöhle und die ursprüng-
lichen Ovarien schwinden. Das vor der Cloake gelegene Atrium
hat vorn zwei angeschwollene Hörner, in welche die Enden der Ei-
leiter übergehen ; in das Atrium mündet auch die Samentasche durch
einen unparen Gang. Die Eibehälter sind von einem deutlichen
Mesenterium umgeben; die Leibeswand besteht aus Cuticula, Hypo-
dermis und Muskelschicht, an die sich ein Peritoneum legt, welches
aus schönen Epithelzellen besteht. Die Kerne der Hypodermis liegen
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 73
in der körnigen Matrix; jede Muskelfaser ist gekernt, ein Parimy-
sium ist nicht vorhanden. Verf. wendet sich gegen die wesentlich
anderen Darstellungen Villots, welche sich auf diese Verhältnisse
beziehen. F. Vejdovsky. Studien über Gorduden. Zeitschr. für
wissensch. Zoolog. Bd. XLVI, Heft 3, Leipzig 1 8SS, pag. 188 — 216^
tah. XVIII.
Camerano bringt eine ausführliche Untersuchung über die
Anatomie und Histologie der Gordien, bei der besonders Gordius
tolosanus, Villoti, de Filippii, Rosae, Pioltii, Preslii und tricuspi-
datus als Untersuchungsmaterial dienten. Die äussere Hülle zer-
fällt in eine äussere Cuticularschicht, eine sehr starke fibrilläre
Cuticularschicht und eine zellige Epidermis oder Matrix; mitunter
findet sich über und unter der fibriUären noch ein von granulöser
Substanz unterbrochenes Stratum. Um den Oesophagus legt sich
ein Nervenring; zwei durch eine Commissur verbundene Dorsal- und
Ventralganglien findet Verf. nicht. Meissner's Bauchstrang ist der
Hauptnerv, welcher sich vorn am Kopfe in 2 Aeste theilt und den
Oesophagus umfasst; nach vorn von jedem der beiden Aeste zweigt
sich an der Rückenseite ein nach der Kopfcalotte gehender Nerv
ab; ausserdem finden sich 2 fast zu einer Masse verschmolzene
Supraösophagealganglien , in Faserstränge eingesprengte Ganglien-
zellen, 2 starke Nervenmassen, die von dem vorderen und oberen
Theil des Supraösophagealganglion austreten, mit einander ver-
schmelzen und nach dem oberen Theil der Kopfcalotte ausstrahlen.
Die Längsmuskeln sind cölomyar wie bei den Nematoden, Ring-
muskeln fehlen. Der parenchymatöse Zellkörper ist vielfach in eine
Art Bindegewebe umgewandelt, welches den Reproduktionsorganen
als Stütze dient. Der Digestionskanal atrophirt bei geschlechts-
reifen Formen; am wenigsten noch bei G. tolosanus, und mündet
bei beiden Geschlechtern in eine Cloake; das Atrium Vejdovsky's
oder der Uterus Villot's ist eine Dilatation des untersten Endes des
Digestionscanais. Der Rückenkanal ist nicht ein fünfter Ast des
Ovarium, Rücken- und Seitenlinien fehlen. Das Männchen hat 2
lange Hoden und 2 Vasa deferentia, die in die Cloaken-Dilatation des
Darms münden; das Weibchen führt 2 lange Ovarien und 2 Ovi-
dukte, die gleichfalls in die Cloakendilatation des Darms einlaufen,
in welche auch ein langes und weites Receptaculum seminis tritt.
Die freilebenden, geschlechtsreifen Gordien sind gewissermassen nur
grosse Reproduktionsorgane; der vordere Theil kann des Lebens
fast beraubt sein, während der hintere, von einem Ganglion caudale
innervirt, sich lebhaft bewegt. Villot's Wassergefässsystem existirt
nicht; die Gordien sind mit den Nematoden näher verwandt als mit
den Acanthocephalen. L. Camerano. Ricerche intorno alla anatomia
ed istologia dei Gordii, Torino 1888, 63 pg.., 9 tob. BoUet. Mus.
Zoolog, anat. comp. vol. 3, No. 38. Recherches sur Vanatomie et
Vhistologie des Gordiens. Arch. Ital. biolog. t. 9, fosc. 3, pag. 243
—248.
Camerano beschreibt ferner Gordius Villoti Rosa = aquaticus
74 Dl'- V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Villot, zu welcher Art als Localvarietäten vieUeicht auch G. Per-
ronciti, G. Rosae und G. Pioltii des Verf. gehören; ferner Gordius
tolosanus Duj., G. affinis Villot, G. violaceus Baird, G. alpestris
Villot, G. Preslii Vejdovsky, G. tricuspidatus Duf., zwei neue Arten
sind Gordius Wolterstorffi, 140— 260 mm lang, bei Frankfurt
gefunden; die Cuticula ist mit länglich runden Feldern versehen,
deren Ränder eingebuchtet sind, zwischen denselben stehen kleine
rundliche Knötchen; Gordius Tellinii ist Chordodes verwandt; die
Form wurde im Valle del Tagliamento gefunden, ist 100 — 160 mm
lang und zeigt auf der Cuticula an der Basis verwachsene Gruppen
von kleinen cyhndrischen Hervorragungen. L. Camerano. Ricerclie
sopra i Gordii cV Europa e descrizione dt due nuove specie. Bollet.
Mus. di zoolog. ed anat. comp. Torino vol. III, 1888, No. 42,
pag. 1 — 10, 1 tav.
Ders. Verf. beschreibt auch einen in Birmanien gefundenen
männlichen Gordius von 150 mm Länge und 0,8 mm Breite, unter
dem Namen Gordius Feae; das Schwanzende mündet in 2 kegel-
förmige Spitzen; hinter der Cloakenmündung liegt eine Scheibe,
welche ihre beiden spitzen Ausläufer in die Kegel hineinsendet; die
Haut ist durch 2 unter sich parallele, sich kreuzende Liniensysteme
in Rhomben getheilt, in ihr stehen unregelmässig rundliche Alvolen
mit glänzendem, punktförmigem Mittelpunkt und ausserdem kleine
griffeiförmige Erhabenheiten. L. Camerano. Descrizione di una nu-
ova specie del gener e Gordius, raccolta in Birmatiia dal S. L. Fea.
Annale Mus. civic. di stör, natur., ser. 2, vol. VI {XXVI), Genova
1888, pag. 168—170.
Verf. und Cerruti berichten auch, dass von einem an Leib-
schmerzen leidenden 7 jährigen Knaben ein 190 mm langes Exemplar
von Gordius Villoti Rosa ausgebrochen wurde, und führen Verff.
die übrigen im Menschen beobachteten Arten an, nämlich G. tolo-
sanus Duj., G. varius Leidy, G. Villoti Rosa, und einige unbestimmte
Exemplare. Obgleich Bacounin feststellte, dass Gordien in einer
Temperatur von 38*^ nicht leben können und im Menschen bald
völKg verdaut werden, obgleich erwachsene Gordien häufig genug in
Bächen, Brunnen und Wassertrögen vorkommen, so meinen Verff.
doch, die microscopischen Larven könnten sich, mit dem Trinkwasser
in den Magen gelangt, im Menschen weiter entwickeln; sie hielten
den Menschen für einen Wirth der Gordien, wenn auch nicht für
einen normalen. G. B. Cerruti e L. Cameratio. Di un nuovo caso
ai parassitismo di Gordius adulto nelV uomo. Giornale R. Accad.
medic. Torino 1888, No. 6—7.
Michel findet, ohne von Camerano's Arbeit Kenntniss gehabt
zu haben, dieselben Verhältnisse wie dieser, nämlich dass die sub-
cuticulare Schicht der Gordien zelliger Natur und daher keine Hypo-
dermis, sondern ein Epidermis sei. A. Michel. De Vexistence dhm
veritable epiderm,e cellulaire chez les Nematodes et specialement chez
les Gordiens. Compt. rend. Acad. sc. Paris, t. CVII, 1888, No.27,
pag. 1175—1177.
in der Naturgeschichte dei' Heluiiiitheu im Jahre 1888. 75
Villot hält nur die Gordien für erwachsen, bei denen nicht
nur die Geschlechtsorgane völHg entwickelt sind, sondern auch die
Cuticiüa ganz chitinisirt ist; die Entwicklung der Geschlechtsorgane
geht oft der Chitinisirung der Cuticula vorauf; freilebende Exem-
plare mit noch nicht chitinisirter Cuticula werden als junge be-
zeichnet. Von G. Preslii, impressus, Perronciti, Rosae, Pioltii sind
die Artrechte nicht erwiesen. M. A. Villot. Encore un mot sur
le developjjement et la determination specificfte des Gordiens adultes.
Zoolog. Anz. XI, Leipzig, 1888, No. 271, pag. 70—72.
Bertkau fand früher wahrscheinlich zu Mermis gehörige Hel-
minthen von 20 — 30 mm. Länge in Salticus formicarius und Tege-
naria atrica, nunmehr aber eine wahrscheinlich zu Mermis albicans
gehörige Form in einem Exemplar von 113 mm. Länge in Taren-
tula inquilina, das von selbst den Wirth verliess, um sich in die
Erde zu begeben. P. BeHkau. Ueber Mermis in Tarentula inquilina
und die durch den Parasiten hedingte Sterilität des Witihes. Ver-
handl. d. naturhist. Vereins der jireuss. Rheitilaiide, Westfalen u. d.
Reg. -Bez. Osnabrück, Bd. 45, Bonn 1888, pag. 91 — 92.
Acanthocephalen.
Knüpffer untersucht die Anatomie, besonders den Bau der
weiblichen Glocke von Echinorhynchus haeruca, polymorphus, glo-
bulosus, strumosus und einer neuen, 8 — 14 mm langen, mit einem
8 Längsreihen von Haken tragenden Rostellum versehenen Art aus
Spermophilus citillus. Der Eileiter ist doppelt; den Fundus der
Glocke, des muskolösen Schluckapparates, bilden die grossen Glocken-
schlundzellen, welche die beiden Leitungsröhren bilden und Glocken-
schlundgänge genannt werden; sie führen von der Glocke in den
Uterus oder Eileiter, dessen Ende die Vagina bildet und stehen
dorsal durch je eine Oeffhung mit der Leibeshöhle in Verbindung;
die Glocke ist muskulös und aussen von einem Sphincter umgeben.
P. K7iüpffer. Beitrag zur Anatomie des Ausführungsganges der iveih-
lichen Geschlechtsproducte einiger AcantJiocephalen. Mem. Acud. Imp.
sc. St. Petershourg, t. XXXVI, 1888, No. 12, pag. 1—18, tab. I—IL
Grrossi und Calandruccio berichten über einen im Menschen
parasitirenden Echinorhynchus, dessen Zwischenwirth eine Blaps ist.
Echinorhynchus moniliformis Brems., früher in Arvicola arvaHs und
Cricetus vulgaris gefunden, lebt in Sicilien auch in Mus decumanus
und Myoxus quercinus, wenigstens ist die Identität mit Ech. moni-
lifornis sehr wahrscheinlich; das Rostellum hat Haken in 15 Quer-
und 14 Längsreihen. Die Larve lebt, oft sehr zahlreich, encystirt in
Blaps mucronata Latr. Calandruccio verschluckte zahlreiche dieser
Larven und entleerte nach 3 Wochen 53 erwachsene Echinorhynchen;
ein Fütterungsversuch bei einer Ratte war ebenfalls erfolgreich. (Die
Sicüianerinnen, welche Blaps-Larven als Schönheitsmittel essen, sollen
viel an diesem Echinorhynchus leiden). B. Grassi und S. Calan-
76 Dr. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
druccio. Ueher einen Echinorhynchus, welcher anch im Menschen
jnirasitirt imcl dessen Zwischemcirtli ein Blaps ist. Centralhl. für
Bad. u. Parask. II. Jahrg., Bd. III, Jena 1888, No. 17, pag. 521—525.
Leidy findet in allen Exemplaren der Terrapin (welche Schild-
kröte gemeint ist, lässt Verf. rathen) Echinorhynchus hamulatus (/. c),
ferner Echinorhynchus proteus im Darm vom Striped Bass (Labrax
lineatus) (/. c.).
Trematoden.
Monticelli giebt eine schätzenswerthe Uebersicht über die
Anatomie und Entwicklungsgeschichte der gesammten bis jetzt be-
kannten Trematoden und bespricht dabei die Körperform und die
Bewegungen, die Cuticulargebilde, das Muskelsystem, das Parenchym,
die Verdauungsorgane, das excretorische Gefässsystem mit den
Wimpertrichtern, das Nervensystem, die Geschlechtsorgane, die Em-
bryologie, die embryonale und die postembryonale Entwicklung und
die systematische Eintheilung. Einen Auszug des Inhalts zu geben
ist nicht gut möglich und müssen wir uns auf einige kurze Notizen
beschränken. Der Laurer'sche Canal der digenetischen Trematoden
ist morphologisch der Vagina der monogenetischen gleichzusetzen;
er ist ein sehr zurückgebildetes Organ von zweifelhafter Function;
mit Recht hält Verf. es für unnöthig und unzweckmässig, für Larven-
formen, deren Zugehörigkeit zu bekannten Gattungen man kennt,
neue Gattungsnamen zu schaffen, wie es noch in letzter Zeit bei
Cestodenlarven geschehen ist. Nitzschia, Epibdella, Phyllonella,
PlacuneUa und Encotyllabe mit Tristomum zu vereinigen, wie Taschen-
berg es will, hält Verf. nicht für richtig ; den älteren Namen PhylHne
ersetzt Verf. mit Unrecht durch den jüngeren Epibdella, ebenso
Gynaecophorus (1858) durch Bilharzia (1872); Benedenia ist ganz
gleichbedeutend mit Phylhne. Microbothrium apiculatum Olsson
wird identisch sein mit Pseudocotyle squatinae Hesse und van Bened.,
Echinella und Pteronella sind nicht gleichbedeutend mit Udonella;
Temnocephala rechnet Verf. nach dem Vorgange von Haswell zu
den Trematoden; Eurycoelum Brock ist ein Distomum.
Die Eintheilung der gesammten Trematoden ist folgende:
I. Monogena. 1. Familie Tristomeae. 1. Subfamlie Tristomidae.
Gen. Nitzschia, Epibdella (Phylline), Phyllonella, Trochopus,
Placunella, Tristomum, Acanthocotyle n. gen., männliche
Geschlechtsöifnung in der Mitte, weibliche an der rechten
Seite.
2. Subfam. Encotyllabidae.
Gen. Encotyllabe.
3. Subfam. MonocotyUdae.
Gen. Pseudocotyle, Callicotyle, Monocotyle.
4. Subfam. Udonellidae,
Gen. Udonella, Echinella, Pteronella.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 77
2. Familie Temnocephaleae.
Gen. Temnocephala.
3. Familie Polystomeae. 1. Subfam. Octocotylidae.
Gen. Octocotyle (Subgen. Octocotyle, Glossocotyle , Ophicotyle,
Choricotyle, Dactycotyle, Pterocotyle), Pleurocotyle, Diplo-
zoon, Anthocotyle, Phyllocotyle , Hexacotyle, Platycotyle,
Plectanocotyle.
2. Subfam. Polystomidae.
Gen. Polystomum, Erpocotyle, Onchocotyle, Diplobothrium, Sphy-
ranura.
3. Subfam. Microcotylidae.
Gen. Microcotyle, Axine, Gastrocotyle.
4. Subfam. Gyrodactylidae.
Gen. Calceostoma, Tetraonchus, Dactylogrus, Gyrodactylus, Di-
plectanum.
II. Digena. 1. Familie Amphistomeae. 1. Subfam. Ampbistomidae.
Gen. Amphistomum, Gastrothylax , Diplodiscus, Gastodiscus,
Homalogaster.
2. Subfam. Aspidobothridae.
Gen. Aspidogaster.
2. Familie Diplostomeae. 1. Subfam. Diplostomidae.
Gen. Diplostomum, Holostomum.
2. Subfam. Polycotylidae.
Gen. Polycotyle.
3. Familie Distomeae. 1. Subfam. Distomidae.
Gen. Cephalogonimus, Urogonimusn.gen., Geschlechtsöffnungen
am Körperende; Distomum, Rhopalophorus, Mesogonimus
n. gen., Geschlechtsöffnungen hinter dem Bauchsaugnapf;
Bilharzia (Gynaecophorus).
2. Subfam. Gasterostomidae.
Gen. Gasterostomum.
4. Familie Monostomeae. 1. Subfam. Monostomidae,
Gen. Monostomum, Notocotyle, Opisthotrema.
2. Subfam. Didymozoonidae.
Gen. Didymozoon, Nematobothrium.
Ein vollständiges Litteratur-Verzeichniss beschliesst die dankens-
werthe Arbeit. F. L. Monticelli. Saggi'o di una morfologia dei
Treniatodi. Napoli 1888, 130 pag.
Brandes behandelt in eingehender Weise die Familie der
Holostomeen, welche aus den Gattungen Diplostomum, Polycotyle,
Hemistomum und Holostomum besteht; der Arbeit soll bald eine
zweite mit Abbildungen versehene Ausgabe folgen. Nach einer
historischen Einleitung bespricht Verf. die Körperform, das Ver-
dauungssystem, das Geschlechtssystem, das Wassergefässsystem und
die Entwicklungsgeschichte. Die bisher als Bauchseite aufgefasste
Fläche ist in Wirklichkeit die Rückenseite. Nicht nur die bisher
zu Tetracotyle gestellten Formen, sondeni auch Codonocephalus
Diesing, alle v. Nordmann'schen Diplostomum-Formen, Tylodelphys
78 Dr. V. L instow: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
und Heptastomum Diesing's und Schomburgk's, Monocerca Hetero-
branchi Wedl's und Holostomum musculicola Waldenburg's sind als
Larven hierher zu ziehen. Stets ist ein Mund- und Bauchsaugnapf
vorhanden, ausserdem aber vorn ein eigenthümlicher Haftapparat;
der Körper ist durch eine Ringfurche in einen vorderen und hinteren
Theil geschieden. Im vorderen Drittel des hinteren Körpertheils
liegt das Ovarium; dahinter finden sich die beiden Hoden; der
Oviduct lässt den Laurer'schen Kanal nach der Rückenseite aus-
treten; am hinteren Körperende liegt der Geschlechtskegel, den der
Uterus durchsetzt; am Grunde des Geschlechtskegels mündet in den
Uterus die Samenblase. Im vorderen Körpertheil liegt ein Drüsen-
zapfen, in den Drüsenschläuche einmünden; er wird von den Seiten-
lamellen tutenförmig umhüUt. Der Körper ist über die Rücken-
fläche zusammengekrümmt. Bei Diplostomum ist der hintere Körper-
theil abgeflacht und der Haftapparat besteht in einer mit Papillen
ausgekleideten Höhlung; bei Hemistomum sind die Seitenwände des
flachen Vorderkörpers stark nach der Bauchseite hin eingerollt und
der Haftapparat wird von einem compacten Zapfen gebildet;
Polycotyle zeigt saugnapfartige Gebilde auf dem Rücken und bei
Holostomum sind die lamellösen Seitenwände des Vorderkörpers ver-
schmolzen, so dass ein Becher gebildet wird, in dem ein conischer
Zapfen mit tiefer Centralhöhlung steht. Folgende Arten beschreibt
Verf. z. Th. als neu; Diplostomum spathula (= Hemistomum spathula)
aus dem Darm von Falco palumbarius; Diplostomum spathulae-
forme aus dem Darm von Strix otus, wahrscheinlich aus Tetracotyle
Colubri erzogen; Diplostomum abbreviatum aus Crocodilus;
Diplostomum pseudostomum Poirier = Distoma pseudostoma von
Willemoes-Suhm; Diplostomum longum aus Crocodilus; Diplosto-
mum bifurcatum = Distoma bifurcatum Wedl. ; Hemistomum
pileatum = Holostomum erraticum von Linstow aus Sterna caspica,
Larus glaucus, Colymbus arcticus und Mergus merganser; Hemisto-
mum ellipticum aus Piaya cyanea, Holostomum vaginatum
aus Cathartes spec.?, Holostomum b ursiger um = Holostomum
longicoUe aus Larus ridibundus, Holostomum sphaerocephalum Dies.
= Amphistomum sphaerocephalum Westr. = Holostomum Westrumbi
Cobbold; Holostomum eustemma = Eustemma caryophyllum Dies.,
Holostomum cruciforme scheint Holostomum sphaerula aus Oriolus
cristatus gleich zu sein; Holostomum cinctum aus Ardea spec.?,
Holostomum bulbosum aus dem Datum von Geronticus albicollis
und Nauclerus furcatus, Holostomum ellipticum aus Bubo
magellanicus, Holostomum megalocephalum aus Stomias spec.?,
Holostomum lagena Molin ist wahrscheinlich gleichbedeutend mit
Holostomum variabile aus Strix passerina. G. Brandes, lieber das
Genus Holostomum Nitzsch. Zoolog. Anz., IV. Jahrg., Leipzig 1888,
No. 285, pag. 424 — 426. Die Familie der Holostomeae, ein Pro-
dromus zu einer Mo?iographie derselben, Leipzig 1888.
Hoyle giebt eine Uebersicht über die Anatomie und die Ent-
wicklungsgeschichte von Distomum hepaticum im besonderen und
in der Natiirgescbichte der Helminthen im Jahre 1888. 79
eine Systematik der Trematoden und eine Schilderung ihres Baues
und ihrer Fortpflanzung im allgemeinen; weil der Ruderschwanz
einer von Fewkes beschriebenen frei im Meere schwimmenden
Cercarie in Ringen angeordnete Borsten zeigt, glaubt Verf. hieraus
eine Verwandtschaft der Trematoden mit den Anneliden erkennen
zu können. W. E. Hoyle. General sketch of the Trematoda. Edin-
burgh. 1888, 19 pg., 4 pltes.
Pachinger studirt die Anatomie von Distomum clavigerum,
cylindraceum, cygnoides, hepaticum und lanceolatum, und findet,
dass die Flimmertrichter nicht wandungslose Lücken in den Körper-
geweben sind, sondern kleine Bläschen darstellen, in deren Wan-
dungen Fasern sichtbar sind. Die als Protoplasmafortsätze be-
zeichneten Ausläufer sind feine Capillarröhrchen; in den mit ihnen
in Verbindung stehenden Lacunen finden sich einzeln stehende
Flimmerhaare. Die Excretionsgefässe haben kein Endothel und
keine Drüsenzellen, sehr zahlreiche Capillaren aber münden in
sie hinein; das Grundgewebe ist eine strukturlose Gallertmasse.
Distomum clavigerum hat auffallend grosse Centralganglien, von
jedem, durch eine Commissur verbunden, gehen 3 starke Längs-
nerven nach hinten, von denen der äussere sich jederseits im
hinteren Körperdrittel gabelt und sich an das Ende des Darms legt.
In Bezug auf die Art der Begattung folgt Verf. der Anschauung
Sommer's; Verf. findet in beiden Arten ein eiförmiges Organ, das
mit dem Ovarium in Verbindung steht und Uterus genannt wird;
in demselben soll die Befruchtung der Eier stattfinden. Die Darm-
epithelzellen senden Pseudopodien aus. Der Laurer'sche Kanal
kann als Begattungsorgan nicht dienen, befindet sich Sperma in ihm,
so ist es vom Uterus aus hineingelangt. D. cylindraceum hat keine
Schalendrüse (nicht richtig, Ref.), aber Zellen von der Innenwand
des Oviducts lösen sich von der Wandung ab, bersten und liefern
so den Stoff zu den Eischalen. A. Pachinger. Negyedik liözlemeny
ht'haink pazitaihoz s üjabb adatok a Trematodäk boncz-Ss Mattanahoz.
Orv. Term. tud. Ertesitö. Neuere Beiträge zur A^iafomie und Phy-
siologie der Trematoden. (Ungarisch u. deutsch). Klausenburg 1888,
18 pg., 2 Tfln.
Stossich beschreibt ausser mehreren bekannten Arten als neu
Distomum polyorchis aus dem Darm von Corvina nigra, Dis-
tomum Brusinae aus der Cloake von Oblata melanura, Disto-
mum albocoeruleum aus Sargus Salviani, Distomum Giardii
aus dem Darm von Naucrates ductor, Distomum Carolinae aus
dem Darm von Alosa finta, Distomum tergestimum aus
den Append. pylor. von Oblata melanura und Distomum micra-
canthum aus dem Darm von Pagellus erythrinus. M. Stossich.
Appendice al mio lavoro. „J. Distomi dei pesci marini e d'acqua
dolce". Programm. Ginnasio comm. sup. Trieste, ann. XXV, 1888.
Lopez iDeschreibt als neu Distomum Richiardii, ein Disto-
mum von 18 mm Länge und 13,5 mm Breite mit grossem Bauch-
saugnapf aus Acanthias vulgaris. C, Lopez. Un Distoma pro-
80 Dl'- V. Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
hahilmente nuovo. Atti soc. Toscana sc. natur. process. verhol. Pisa,
Luglio 1888, vol. VI, pag. 137—138.
Leidy findet im Darm von Fiber zibethiciis (Muskrat) Distomum
echinatum, wahrscheinlich aus Enten stammend, also als Pseudo-
parasit, da Enten von Fiber gefressen werden; ferner Amphistomum
subtriquetrum, das auch in Castor fiber vorkommt (/. c). Ferner
entdeckt Verf. im Terrapin, einer Schildkröte, vielleicht Terrapena
carinata Latr. im Darm Amphistomum grande, in der Harnblase
Polystomum oblongum, dem von Wright in Aromochelys odoratus
gefundenen ähnlich ; im Schlund und in der Nase Polystomum ocella-
tum, das als Polystomum coronatum n. sp. beschrieben wird (/. c).
An den Kiemen und im Pharynx von Labrax lineatus (Rock fish) lebt
nach demselben Verf. Distomum galactosomum n. sp., es ist
8 — 12 mm lang und 2 mm breit, der Bauchsaugnapf ist etwas grösser
als der Mundsaugnapf (/. c).
Nach de Magalhäes waren 3 Enten unter den Erscheinungen
der Erstickung gestorben und beherbergten in der Trachea und den
Bronchien zahlreiche Monostomen von 12 mm Länge und 5 mm
Breite; die 0,1mm langen und 0,065 mm breiten Eier enthielten
einen bereits entwickelten Embryo mit schwarzen Augenflecken
(ähnhch wie bei Monostomum mutabile und nigropunctatum Ref.)
l. c. pag. 12—19. fig. 1—5.
Fritscli bespricht Gynaecophorus haematobius und meint, die
Infektionsquelle werde unreines Trinkwasser sein; das Weibchen
trägt auf seiner Körperoberfläche feine, cylindrische Stacheln, die
von hinten nach vorn gerichtet sind ; dicht über dem Bauchsaugnapf
theilt sich der Darm in 2 Schenkel, und an der Grenze zwischen
dem 1. und 2. Körperviertel vereinigen sie sich wieder zu einem
Rohre, das hinten im Körper blind endigt. Hinter dem Bauchsaug-
napf liegt die Vulva und der Eileiter geht etwa 0,6 mm von ersterem
in die birnförmige Schalendrüse über, in deren Hohlraum ein Ei
Platz findet. Das Ovarium Hegt unmittelbar hinter dem Wieder-
vereiuigungspunkt der Darmschenkel, die Dotterstöcke sind mächtig
entwickelt und um den unpaaren Darmtract gelagert; die beiden
Hauptstämme des Excretions-Apparates vereinigen sich unterhalb des
Darmblindsackes, der hinten in einen Porus excretorius ausmündet.
Der Hautmuskelschlauch wird in der hinteren Körperhälfte mächtiger,
Ringmuskeln sind nirgends deutlich, der unpaare Darmtract hat
muskulöse Ringfasern und das Epithel zeigt körnige Protoplasma-
Fädchen; die Eier tragen einen Seiten-, selten einen Endstachel.
Beim Männchen fehlen an der eingerollten Bauchseite, dem Canalis
gynaecophorus, die Stacheln ; der Darm verhält sich ähnlich wie beim
Weibchen; die Mündung des Samenleiters liegt nicht am Rande des
Bauchsaugnapfes, sondern in der Tiefe des Anfangsstückes des
Canalis gynaecophorus; Begattungsorgane fehlen. Der mit 5 Aus-
sackungen versehene Hoden ist, wie die weibliche Keimdrüse, sg^ck-
förmig. Die Samenblase ist eine seitliche Ausbuchtung des Hoden-
ausmündungsganges. Die Cuticula zeigt warzenförmige Erhebungen;
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 81
auch beim Männchen fehlen Ringmuskeln, dagegen sind die Dorso-
ventralmuskeln stark entwickelt; das Weibchen ist in der Regel viel
länger und schlanker als das Männchen. Fritsch. Zur Anatomie v.
Büharzia haematohia. Arch. f. microscop. Anat., Bd. 31, Bonn 1888,
Heft II, pag. 293—302, 2 Tfln.
Nach Grrassi und Rovelli findet sich Bilharzia crassa bei 75
Procent aller Rinder bei Catania auf Sicilien, ist also nicht auf
Afrika beschränkt. G. B. Grassi und G. Rovelli. La Bilharzia in
Sicilia. Atti Accad. Lincei Rendicont., ser. 4, vol. IV, fasc. 3, Roma
1888, pag. 799.
S. auch J. A. Nunn. The Bilharzia haemotobia. Veterinär^/
Journ. 1888, ^x/gr. 407—410.
Zeller schildert den Geschlechtsapparat von Diplozoon para-
doxum und giebt an, dass die Anordnung desselben dem bei den
übrigen Trematoden vorkommenden Typus gleicht, jedoch ist nur ein
Hoden vorhanden und der Dottergang schwillt an seinem Ende zu
einem grossen Dottersock an; der Laurer'sche Canal mündet nicht
auf der Rückenfläche, sondern neben der männlichen Geschlechts-
öffnung und entspringt von dem Canal, welcher Dottersack und
Ovarium verbindet; er wurde mit Samen gefüllt gefunden; die Be-
gattung ist eine gegenseitige und hält Verf. an der Meinung fest,
dass der Laurer'sche Canal als Vagina functionirt; ein Cirrus und
eine Schakendrüse fehlen hier. E. Zeller. lieber den Geschlechts-
upparat von Diplozoo?i paradoa;um. Zeitschr. für wissensch. Zoolog.
Bd. XL VI, Leipzig 1888, Heft 2, pag. 233—237, tab. XIX.
Voeltzkow studirt die Lebensgeschichte und den Bau von As-
pidogaster conchicola, der im Herzbeutel, der Niere und dem roth-
braunen Organ von Anodonta und Unio, meistens zu 4 — 6 Exem-
plaren bei einander lebt, aber niemals in der Leber. Die ovale
Saugscheibe ist durch 3 Längsleisten in 4 Reihen rechteckiger Fächer
getheilt ; in einer 1 procentigen Salzlösung leben sie 4 — 5 Wochen.
Die structurlose Cuticula ist ungemein dünn, darunter folgt eine
dickere Subcuticnla, unter dieser liegt eine Ring-, eine Längs- und
wieder eine Ringfaserschicht. Ein Septum scheidet den Körper in
einen oberen und einen unteren Theil; im oberen liegen der Ver-
dauungsapparat, Begattungsorgane und Dotterstöcke, im unteren
Hoden, Ovarium und Dotterblase. Das Körperparenchym wird
durch grosse, blasige Zellen gebildet, welche ovale Kerne zeigen;
ausserdem finden sich spindelförmige, durch Ausläufer unter einander
anastomosirende Zellen mit körnigem Protoplasma, Kern und Kern-
körperchen. Der Verdauungsapparat besteht aus Mund, Schlund-
kopf und Darm; ersterer zeigt eine Ober- und eine Unterlippe; der
Schlundkopf ist muskulös, er kann in den Mundsaugnapf vorge-
stossen werden und ist von traubigen Speicheldrüsen eingefasst.
Der Darm endet bhndsackartig und hat an der Innenwand flaschen-
oder pallisadenförmige, lange Zellen, die in das Lumen hineinragen
und an ihrer Spitze ein oder mehrere üchtbreehende Kügelchen
tragen, die Fetttröpfchen sind und von der aufgenommenen Nahrung
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.II. H.3. Q
82 Dr. V. L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
herrühren. Das Gefässsystem besteht aus dem Expulsionsschlauch
mit der Endblase und dem nach aussen führenden Porus, den zu-
leitenden, flimmernden Gefässen mit dem nicht flimmernden Ver-
bindungsstück und den Capillaren, die in die Enden der flimmernden
Gefässe münden. Zwei grosse Expulsionsschläuche verlaufen an der
Bauchseite innerhalb der Bauchscheibe, um hinten in einen gemein-
samen, becherförmigen Hohlraum zu münden. Der Schlauch hat
starke äussere Ring- und schwache innere Längsmuskeln und zeigi
regelmässige Pulsationen; in das Vorder ende jedes Schlauches inserirt
sich ein stark geschlängeltes, nicht flimmerndes Gefäss, das nach
vorn läuft, dort nach hinten umbiegt und nun Flimmerung zeigt
und sich stark verästelt; der linke Stamm tritt an die Geschlechts-
organe und den Bauchsaugnapf, der rechte an den Darm und die
Rückenseite; Flimmertrichter wurden nicht gefunden. Das Central-
nervensystem besteht aus einem schmalen, dem vorderen Ende des
Pharynx aufliegenden Bande, von dem nach vorn jederseits ein
Nervenstrang zum Mundnapf, nach hinten jederseits ein starker
Nerv in die Saugscheibe tritt; nach unten geht links und rechts ein
Strang ab, der sich um den Pharynx legt, jedoch ohne sich mit dem
der anderen Seite zu einem Ring zu verbinden.
Am Rande der Saugscheibe liegen, entsprechend den Ein-
kerbungen, becherförmige Organe, welche Tastorgane zu sein
scheinen und vorgestülpt und durch einen Musculus retractor zurück-
gezogen werden; in der Bauchscheibe liegen ausserdem flache,
drüsige Gebilde dicht unter der Haut, vielleicht Schleimdrüsen. In
der Haut finden sich überall, besonders vorn, flaschenförmige, ein-
zellige Hautdrüsen und runde oder ovale Zellen. Die weiblichen
Geschlechtsorgane bestehen aus Ovarium, Eileiter und Vulva,
Dotterstöcken und Dotterbehälter. Hinter dem Eierstock liegt der
Hoden; ausserdem findet sich ein Vas deferens und ein Penis mit
Vesicula seminaHs. Die Tuba, ein gefächerter Gang, führt vom
Ovarium in einen Ootyp genannten Raum; hier setzt sich der stark
flimmernde Eiergang an, Avelcher den gemeinschaftlichen Dottergang
aufnimmt; die Dotterstöcke münden in 2 Dottergänge, welche in
einen gemeinschaftlichen Dotterbehälter führen. Die Vulva findet
sich vor dem Vorderende der Bauchscheibe an der Bauchseite unter
dem Penis. Der nierenförmige Hoden liegt an der Bauchseite hinter
dem Ovarium, von ihm geht nach oben und vorn das Vas deferens
ab, welches in die Vesicula seminalis mündet, die sich an den Sack
des Penis heftet. Letzterer ist muskulös und hat an seiner Wurzel
einen starken Bulbus, einen in der Achse durchbohrten, eiförmigen
Muskelapparat mit strahlenfömigen Scheidewänden: der Penis kann
vorgestülpt werden wie der Finger eines Handschuhs; um seine
hintere Hälfte legt sich eine als Prostata bezeichnete Drüsenmasse.
Die Dotterstöcke liegen zu jeder Seite des Darmes ; die Dotterblase
hat eine eigenthümliche, rhythmische Bewegung. Von dem flimmern-
den Eileiter geht an der Strecke zwischen dem Ovarium und der
Einmündungsstelle des Dotterganges ein Kanal ab, der ganz bis an
in der Natiirgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 83
das hintere Körperende führt und hier in ein birnförmiges Dotter-
reservoir, ein Receptaculum vitelli führt. Ein inneres Vas deferens
oder V. d. posterior giebt es nicht und eine innere Befruchtung
findet nicht statt. Das erweiterte Ende des Ausführungsganges des
Receptaculum vitelli, wo es in den Eileiter mündet, hat stark
flimmernde Wandungen und wird als das bereits erwähnte Ootyp
bezeichnet. Die männlichen Geschlechtsorgane reifen vor den weib-
lichen und die Befruchtung geht in der Weise vor sich, dass der
biegsame Penis in die weibliche Geschlechtsöffnung eingestülpt wird,
was Verf. mehrmals beobachtete. Im Ootyp werden die Eier be-
fruchtet; die Wandung des Eileiters fungirt als Schalendrüse; die
Embryonalentwickelung im Ei geht im Körper des Thieres vor sich;
sie beginnt mit einer totalen Furchung; eine Zelle umwächst den
ganzen Eiinhalt als Hüllmembran, die in der Schale zurückbleibt;
man bemerkt an dem jungen Thiere Mund- und Bauchsaugnapf,
den Schlundkopf, den Darm und ein Ursecretionsorgan, das anfangs
aus 2 stark lichtbrechenden Coneretionen besteht, an die sich später
jederseits ein Expulsionsschlauch setzt. Die Einwanderung in die
Muscheln geschieht wahrscheinlich durch den Darm. Penis, Vulva und
Receptaculum vitelli werden vom Ectoblast, Hoden und Ovarium
vom Mesoblast gebildet. An dem jungen Saugnapf büden sich erst
Querleisten, dann die mittlem, hierauf die äusseren Längsleisten.
Bei Aspidogaster limacoides ist der Hals kürzer und dicker als
bei A. conchicola, der Vn — Ve der ganzen Körperlänge einnimmt;
die Saugnäpfe sind breiter, die Tastorgane in der Saugscheibe
stärker entwickelt; die Geschlechtsöfftiung liegt weiter vorn und
mündet vor dem Sclilundkopf ; der Hinterleib ist kegelförmig erhaben
und von der Saugscheibe scharf abgesetzt. A. Voeltzkow. Aspido-
gaster conchicola. Arbeiten des zootom. Inst. Würzburg, Bd. VIII,
^ Wiesbaden 1888, Heft 3, pag. 249—289, tab. XV— XX. Aspidogaster
limacoides, ibid. pag. 291 — 293.
V. Daday findet im Golf von Neapel eine freischwimmende
Cercaria, eine Distomumlarve mit 2 Augenflecken, welche als Histri-
onella setosicauda n. sp. bezeichnet wird. Der dünne, cylindrische
Schwanz ist etwa dreimal so gross wie der Körper und ausgezeichnet
durch 24 Reihen von Borsten, welche aus Gruppen von je 6 Borsten
bestehen; der Körper ist 0,5 — 0,6 mm lang und 0,28 — 0,3 mm breit;
der Schwanz misst 1,5 — 1,7 mm bei einer Breite von 0,008 — 0,1 mm;
die Form wird mit Cercaria setifera, Histrionella echinocerca und
Histrionella elegans verglichen und ist am nächsten mit der letztge-
nannten Art verwandt. E. v. Daday. Eine neue Carcarienform
aus dem Golfe von Neapel. Termesz. Füzetek. Bd. XI, Budapest 1888,
No. 2, pag. 107—109, tab. HI, Fig. 12 u. 13. (Deutsch u. vngariscli).
Monticelli beobachtete an den Eiern eines Teleosteers, wahr-
scheinlich von Scorpaena, eingekapselte Cercarien und beschreibt die
Art und Weise der Schwimmbewegungen derjenigen, die ihren Schwanz
noch nicht verloren hatten; letzterer war mit Borsten besetzt, die
wie kleine Ruder wirkten. An der Oberfläche des Wassers im
6*
84 Dr. V. L instow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aquarium der zoologischen Station zu Neapel schwimmende Cer-
carien waren mit dem Schwanzende in einander verwickelt, das auch
mit kleinen Borsten besetzt war, so dass die Thiere gewissermassen
einen Rattenkönig (re di topi) bildeten; die Form wird Cercaria
Clausii benannt; der Bauchsaugnapf ist kleiner als der Mund-
saugnapf und vorn stehen 2 Augenflecken. F. S. MonticelU. Breve
nota 'prdiminare sulla Cercaria setifera Müller. Bollet. soc. natur.
Napoli, ser. 1, vol. II, Napoli 1888, fasc. IL
Cestoden.
Zschokke beschreibt als neu Taenia argentina aus Rhea
americana und findet, dass die Art unbewaffnet ist, am Scolex aber
einen fünften, scheitelständigen Saugnapf hat. In der subcuticu-
laren Zellschicht liegen lange, schlanke, flaschenförmige Elemente
von granulösem Inhalt; man findet Längs-, Transversal- und Dorso-
ventral-Muskeln; die Gliederkette durchziehen 4 Hauptstämme des
Gefässsystems ; am Grunde des Frontalsaugnapfes werden sie durch
eine Ringcommissur verbunden, und die beiden dorsalen Stämme
verschwinden schon im ersten Viertel des Körpers, während die
ventralen am Hinterende jedes Gliedes durch eine Quercommissur
verbunden werden und im letzten Gliede sich zu einem durch einen
Perus nach aussen mündenden Gang vereinigen. Die beiden Längs-
stämme des Nervensystems bilden dicht unter dem Frontalsaugnapf
eine starke Quercommissur. Der Cirrus kann handschuhfingerartig
aus seiner Tasche vorgestülpt werden; er ist ein selbstständiges
Organ und trägt in vorgestrecktem Zustande die cilientragende
Innenfläche aussen; ein Eindringen in die Vagina ist leicht möglich.
In jeder Proglottide findet sich nur ein grosser Hoden; die Kalk-
körperchen umgeben denselben dicht und in regelmässigen Lagen.
Der Keimstock ist doppelt, fächerartig verbreitert und der Dotter-
stock quer am Hinterende der Proglottide. P. Zschokke. Ein Bei-
trag zur Kennttiiss der Vogeltcmie?i. Centralbl. für Bact. u. Parask.
2 Jahrg. ^ Bd. III, Jena 1888, No. 1, pag. 2—6; No. 2, pag. 41—46.
Berenger-Feraud bespricht in ausführlicher Weise die Tänien
des Menschen vom clinischen Standpunkt aus. L. J. B. Berenger-
Feraiid. Le^ons cUniques sur les Tenias de V komme. Paris 1888,
384 pg.
Nach Orassi ist Pulex serraticeps der gewöhnliche Zwischen-
wirth von Taenia cucumerina = elliptica; der Cysticercus ist derselbe,
welcher in Trichodectes gefunden wurde; bis zu 50 leben in der
Leibeshöhle, wurden aber nie in Flohlarven gefunden; Fütterungs-
versuche mit Cysticerken enthaltenden Flöhen gelangen fast immer
Q. c).
Grassi und Rovelli finden, dass die Eier von Taenia proglottina
Dav. sich in 20 Tagen in Limax cinereus zu Cysticercoiden ent-
wickeln, die sich im Hühnerdarm wieder zur Tänie umwandeln.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 85
Finnen von Bothriocephalus latus des Barsches entwickeln sich im
Menschendarm. Ein 10 Tage alter Hund wurde mit Eiern von
Taenia elliptica gefüttert und 85 Stunden darauf fanden sich 5 einen
halben Centim. lange Exemplare von Taenia elliptica im Darm.
B. Grassi und G. RoveUi. Bandioürmerentwicklunq . Centralhlatt für
Bad. u. Parask. IT. Jahrg., Bd. IIJ, Jena 1888, pag. 173—174.
Dieselben Verf. beobachten, dass der Embryo von Taenia elliptica
sich in Pulex in eine Blase, lacuna primitiva genannt, verwandelt;
der vordere Theil derselben wird zum Rostellum, zu den Saugnäpfen
und dem Körper des Cysticercoiden , der hintere zum Schwanz mit
den Haken; das Rostellum entwickelt sich aus einer vorderen Ein-
stülpung; bald bildet sich ein Excretionsgefässsystem mit Wimper-
trichtern; Cysticercus Taeniae murinae, T. leptocephalae und zweier
unbestimmter Tänien werden ebenfalls auf ihre Entwicklung studirt.
Die Lacuna primitiva ist bei den Cysticercoiden Virtual, bei den
Cysticerken real. B. Grassi und R. RovelU. Intorno allo sviluppo
dei Cestodi. Atti Äccad. Lincei.! Retidiconti, anno 285., vol. IV^ser.4,
Roma 1888, /kw. 12, pag. 700—702.
Grrassi und Calandruccio meinen, dass Taenia elliptica sich
im Hunde direct ohne Zwischenwirth aus den Eiern entwickeln könne.
B. Grassi ujid. S. Calandruccio. Bandwürmerentwicklung. Centralbl.
für Bact. u. Parask. 2. Jahrg.., Bd. ///, No. 6, pag. 174.
Auch Sonsino findet, dass ausser Trichodectes latus auch Pulex
serraticeps der Zwischenwirth von Taenia cucumerina ist; da die
Eier etwa 4 — 6 mal grösser sind als das Lumen des Saugrüssels des
Floh's, so meint Verf., die Aufnahme der Eier müsse im Larven-
stadium des Floh's vor sich gehen, l. c. pag. 44 — 47.
Lutz meint, dass die Uebertragung von Taenia elliptica nicht
nothwendig durch den Zwischenwirth Trichodectes zu erfolgen brauche ;
eine directe Entwicklung finde wohl bei Tänien nicht statt, doch
könne der cysticercoide Zustand in dem definitiven Wirth durch-
gemacht werden. Damit will Verf. Leuckart's Beobachtung nicht
anfechten, sondern nur die angegebene Möglichkeit offen lassen, wie
sie bei Taenia nana angeführt wird; eine directe Entwicklung, ohne
dass die Eier den Darm verlassen hätten, nimmt Verf nicht an.
A. Lutz. Zur Frage der Uehertragung von Taetiia elliptica. Centralbl.
für Bact. u. Parask., 2. Jahrg.^ Bd. III, Jena 1888, No. 16, pag. 489
bis 490.
Nach Brandt beherbergte ein 14 jähriger Bauernknabe in
Russland 48 Exemplare von Taenia cucumerina, der viel mit einem
reichlich mit Trichodectes behafteten Hunde gespielt hatte; dasselbe
gut von einem 8 jährigen Mädchen, das 30 Tänien entleerte; in den
Kopfhaaren des Kindes wurden zwei Trichodectes gefunden. E. Brayidt.
Ztvei Fälle von Taenia cucumerina beim Menschen. Zoolog. Anz.
XI. Jahrg., Leipzig 1888, No. 287, pag. 481—484.
Bieler findet, dass Taenia elliptica in Exemplaren von nur
5 — 6 mm Länge massenhaft im Magen der Hunde vorkomme und
macht dazu die Bemerkung, dass die Larven dieser Tänie in der
86 Dl'- ^- Li 11 stow: Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistungen
Leber der „Schweine und anderer Thiere" lebe (!). Archives sc.
phys. et nat., 3. ser., t. 19, Geneve 1888, No. 6, pag. 558 — 559.
S. auch P. Grrassi. La pulce del cane (Fulex serraticeps Gervais)
e V ordinär io ospite intermedio della Taenia cvcumerina. Nota pre-
ventiva, Catania, 16. Genn. 1888. W. S. Gottheil. Note of Taenia
elliptica. Journ. Comp. Medic. and Surg..^ vol. 9, No. 5, pag. 126
— i27. F. Krüger. Taenia cucumerina s. elliptica beim Menschen.
St. Petersburg, med. Wochefischr. 1887, A^o. 41. Ein 16 Monate altes
Kind in Dorpat beherbergte 4 Exemplare.
Tuckermann beobachtet ein Exemplar von Taenia saginata,
das die ungewöhnliche Länge von 7,655 Metern hatte; es bestand
aus 1061 Proglottiden , welche verschiedene Abnormitäten zeigten,
so hatte eine derselben 2 Genitalöffnungen, an jeder Seite eine,
6 auf einander folgende hatten Genitalöffriungen an derselben Seite;
es fanden sich eingeschaltete Proglottiden, andere zeigten seitliche
Ausbuchtungen am einen Rande. In einem anderen Falle fanden
sich flaschenförmige Proglottiden, auch hier wieder eingeschaltete
von herzförmiger Gestalt, welche den gegenüberliegenden Rand nicht
erreichten, Trennungen in der Längsachse, Abzweigungen im rechten
Winkel zur Längsachse. F. Ttickermann. An interesting specimen of
Taenia saginata. Zool. Anz. XI. Jahrg., Leipzig 1888, No. 272,
jjag. 94 — 95. Supplementary note on Taenia saginata. ibid. No. 287,
pag. 374—375.
Danysz beobachtete ein Exemplar von Taenia saginata, dessen
Cuticula an einzelnen Stellen aufgetrieben und fettig degenerirt
war; dadurch war sie von der sie ernährenden Unterlage getrennt;
sie degenerirte, wurde vom Darmsaft aufgelöst und die darunter
folgenden Schichten erlagen alsdann der Digestion bis zur Per-
foration des Gliedes, welche noch zu Lebzeiten der Tänie erfolgt.
,/. Dafiysz. Recherches sur un Taenia fe?ietre. Journ. Anat. et Phys.
1888, No. 5, pag. 518—524, pl. XV IL
Auch Blanc bespricht perforirte Glieder von Taenia saginata
und Bothriocephalus latus; die Perforation soll von Veränderungen
der Rindenschicht herrühren, so dass hier eine partielle Verdauung
durch den Darmsaft eintritt. H. Blanc. Arch. sc. phys. et natur.,
3. ser., t. 20, Geneve 1888, Nr. 10, pag. 347—348. Bullet, soc. Vavd.
sc. natur. 3. ser., vol. 24, No. 98, pag. 9—16.
Siehe auch E. Perroucito e P. Airoldi. Caso dt tenie medio-
canellata e di molte tenie nane in un bambino di 6 anni. Gazz. d.
ospit. 1888, No. 70, pag. 554—555.
Moniez zeigt, dass, entgegen der Ansichts Grassi's Taenia nana
und Cysticercus tenebrionis nicht als Entwicklungsstufen derselben
Art zu einander gehören, dass genannter Cysticercus vielmehr die
Larve von Taenia microstoma ist. Dieser und der bezeichnete
Cysticercus führen am Scolex 30 Haken von 0,012 mm Länge,
während Taenia nana und murina 24 Haken von 0,015 — 0,018 mm
Länge besitzen; ebensowenig ist die Ansicht Grassi's richtig, dass
Taenia nana und murina identisch sind. Der Embryo von Taenia
in der Naturgeschichte der Helmiutheu im Jahre 1888. 87
nana ist rund und 0,018 mm gross, der von Taenia murina oval
0,021 resp. 0,027 mm gross, abgesehen davon, dass letztere Tänie
viel grösser ist als erstere. R. Moniez. Svr le Taenia nana, para-
site de rhomme, et sw son cysticerque suppose {Cysticercvs tenehrionis).
Compt. rend. Acad. sc. Paris, t. CVI, 1888, No. 5, 2)ag. 368—370.
Bausom hat im Jalire 1854 — 55 in den Fäces eines Mädchens
in Nottingham dieselben Tänien-Eier, wie Grassi sie bei Taenia
nana beschreibt, gefunden. W. IL Ransom. On the probable exis-
tence of Taenia nana as a human jyarasite in England. The Lancet,
London 1888, vol. II, No. III, No. 3386, pag. 109—110.
Siehe auch E. Comini. Ulteriore decovso di due casi dt Tenia
nana. Gazzetta med. ital. Lombard. 1888, No. 9, pag. 81 — 82.
Nach Orassi bilden Taenia flavopunctata Parona, leptocephala
Crepl. und T. diminuta Rud. nur eine Art; die Eier sind 0,084
bis 0,086 resp. 0,070 — 0,078 mm gross; die Embryonalhäkchen
messen 0,011mm, die Tänie lebt in Mus decumanus, alexandrinus,
rattus und musculus; am Scheitel des Scolex steht ein Rostellum,
kein fünfter Saugnapf. Die von Parona kürzlich bei einem Kinde
beobachtete Taenia flavopunctata (Parona) ist mit T. leptocephala
identisch; vielleicht ist auch T, flavopunctata Weinland mit dieser
Art gleichbedeutend, indessen sind hier die Eier kleiner, nach
Leuckart und Weinland 0,054 — 0,060 mm gross , nach Leidy aber
0,072 mm. Identisch sind also Taenia diminuta Rud. , T. lepto-
cephala Duj., T. flavopunctata oder varesina Parona, Adell eicht auch
T. flavopunctata Weinland. Verf. fand in Gemeinschaft mit Rovelli
mehrere Zwischenwirthe dieser Tänie, eine Microlepidopteren-Raupe,
Anisolabris, Forficula annulipes, Akis spinosa, Scaurus striatus und
erzog aus den Cysticerken die Taenie im menschKchen Darm; nach
15 Tagen zeigten sich die ersten Eier in den Fäces und auf Ein-
geben von Felix mas wurden zahlreiche Exemplare von Taenia
leptocephala entleert. B. Grassi. Taenia flavopunctata Weinl., Taenia
leptocephala Crepl., Taenia diminuta Rud. Atti R. accad. sc. Torino,
vol. 23., disp. 12, pag. 492—501, c. tav.
Nach Leidy wurde mitten in einer Gurke, die in Salzwasser
aufbewahrt war, im Staate Jowa in Nordamerika im Jahre 1876
eine Tänie gefunden, die den Haken nach zu Taenia crassicoUis ge-
hört (!). J. Leidy. Repided Tape-worni in a Cucumber (f Taenia
crassicoUis). Proceed. Acad. not. sc. Philadelphia 1888, No. 81.
Schmidt untersucht die Entwicklung der Geschlechtsorgane
von Bothriocephalus latus und Triaenophorus nodulosus und findet,
dass das Körperparenchyen bisher als Zwischensubstanz bezeichnet
ist; was früher in den älteren Arbeiten Parenchymzellen genannt
wurde, sind Hohlräume oder auch Formelemente, die nicht zum
Parenchym gehören; bei Bothriocephalus wird die Grundsubstanz
von einer einheitlichen Masse, einem feingranuHrten Protoplasma
gebildet; die Sagittalmuskeln junger Proglottiden sind schlanke,
spindelförmige Zellen, die an beiden Enden in lange, zarte Fasern
auslaufen; erstere sind die Myoblasten. Die erste Anlage der Ge-
88 Dr. V. Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schleclitsorgane sind rundliche Ansammlungen von Zellkernen, die
sich in 3 über einander liegenden, zunächst parallelen Strängen an-
ordnen und später zur Vagina, zum Vas deferens und Uterus werden.
Ein centraler Strang der Anlage des Vas deferens und der Vagina
liefert das Epithel und die umhüllenden Massen der Muskulatur.
Der Uterus besitzt eine epitheliale Auskleidung, die später schwindet.
Hoden, Ovarien und Dotterstöcke entwickeln sich ebenfalls aus der
Körpergrundsubstanz, dem Parenchym. Zuerst werden die Leitungs-
apparate, dann die keimbereitenden Organe gebildet, letztere bald
im Zusammenhange mit ersteren, bald unabhängig von ihnen.
F. Schmidt. Beiträge zur Kenntniss der Entwicklting der Geschlechts-
organe einiger Cestoden. Zeitschr. für wissensch. Zooloq., Bd. XLVI,
Leipzig 1888, Heft 2, pag. 155—187, tob. XVI— XVII.
Ijima giebt an, dass Bothriocephalus latus in Japan sehr ge-
mein ist; Taenia mediocanellata kommt sehr viel seltner vor, T. so-
lium wurde noch garnicht beobachtet. Verf. findet, dass, während
in Europa Esox lucius, Lota vulgaris und Perca fluviatilis, in seltenen
Fällen auch Salmo umbla die Träger der Larven von Bothriocephalus
latus sind, in Japan Onchorhynchus Perryi Hilgd. der Zwischen-
wirth ist, ein Fisch, von dem die Japanesen glauben, dass der Band-
wurm von seinem Genuss herstamme ; 7 Larven, die ganz mit Braun's
Formen übereinstimmten, wurden in der Muskulatur gefunden, von
denen Verf. 2, ein heiles und ein nicht intaktes Exemplar ver-
schluckte, nachdem die microscopische Untersuchung der Fäces die
Abwesenheit von Bothriocephalus -Eiern ergeben hatte; 22 Tage
darauf wurde ein 315 Centim. langer Bothriocephalus mit 1467
Proglottiden entleert. Später wurden bei 7 Exemplaren dieses
Fisches 6 mal die genannten Larven gefunden; derselbe wird viel-
fach roh genossen; andere Fische wurden ohne Erfolg auf Larven
untersucht. J. Ijima. The source of Bothriocephalus lattts in Japan.
The Journ. of Coli, of science Imp. Univers. Japan, vol. II, paH 1,
Tokyo 1888, pag. 49—56.
Zschokke beobachtet, dass die Larve von Bothriocephalus latus
ausser in Salmo umbla, Trutta vulgaris und Thymallus vulgaris
auch in einem im Rhein bei Basel gefangenen Exemplar von
Trutta lacustris vorkam, und zwar in etwa 200 Exemplaren von
6 — 18 mm Länge. F. Zschokke. Ein loeiterer Zwischenwirth von
Botriocephalus latus. Centralhl. für Bact. u. Farask. II. Jahrg.,
Bd. JV, Jena 1888, No. 14, pag. 417—419.
Parona verwahrt sich nochmals gegen Grassi und Ferrara
(s. d. vorigen Jahresbericht pag. 35) in Betreff" der Prioritätsfrage
in Bezug auf die Entwicklungsgeschichte von Bothriocephalus latus,
und bemerkt, er habe zuerst in Italien, und zwar im September 1885
in den Hechten einiger italienischer Seeen die Bothriocephalus-
Larven gefunden und demonstrirt; keiner vor ihm habe beobachtet,
dass diese Larven auch in Barschen leben; am 1. Juli 1886 habe er
veröffentlicht, dass diese Larven mit denen Braun's gleich seien; am
selben Tage habe er ferner mitgetheilt , dass die in Hechten italieni-
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1888. 89
scher Seeen gefundenen Larven sich im Menschen und im Hunde zu
Bothriocephalus latus entwickeln, ebenso die in Barschen lebenden,
und dass die dortigen Seeen Infectionsherde für Bothriocephalus
latus seien. E. Parona. Ancora sulla questione del Bothriocephalus
latus (Bremser) e sulla priorüä nello studio delle suc larve in Italia.
Gazz. med. Italiana-Lomhardia 1888; s. ferner B. Grassi. Brevi
spiegazioni a proposito delV articolo del Parona, siii hotriocephali.
Gazz. med. Jtaliana-Lombardia 1888, No. 2.
Ijima und Mnrata fügen den 2 Fällen, in welchen Bothriocephalus
liguloides beim Menschen gefunden wurde, 7 neue an; ein Exemplar
wurde aus der Urethra eines Knaben entleert, je eins aus der
Uretha zweier Männer, drei aus der Orbita von zwei jungen Leuten,
nachdem der Conjunctivalsack eröffnet war; eins fand sich unter der
Haut der rechten Kniekehle eines Soldaten, der den Parasiten
9 Jahre beherbergt hatte. Eine Cestoden-Larve , Sparganum, fand
Verf. auch in Inuus speciosus und Mustelus itatsi, die dem
Bothriocephalus Hguloides ähnlich. /. Jpma und K. Murata. Some
new cases of the occurrance of Bothriocephalus liguloides Lt. Journ.
of the Coli, of science Jmper. Univers. Japan^ vol. II, pari. 2, Tokyo
1888, Upg., Iplte.
Nach Monticelli sind bei Bothriocephalus microcephalus sowohl
der Scolex als auch die Geschlechtsöffnung mit einem Hakenkranz
(diadema) bewaffnet; die Geschlechtsorgane liegen marginal, unregel-
mässig abwechselnd, Cirrus und Vagina münden in ein Atrium
genitale. ä Monticelli. Osservazione sul Bothriocephalus micro-
cephalus Rud. Nota preliminare., Napoli 1888.
Leidy findet im Darm und Magen von Esox reticulatus
(Pickerei) Taenia leptosoma n. sp., ohne Hakenbewafifnung (Taenia
leptosoma ist ein längs von Diesing für einen Parasiten von Psittacus
aestivus gebrauchter Name). (1. c.)
Ref. beschreibt als auf der Challenger - Expedition gefanden
Taenia clavulus n. sp. aus dem Darm von Ptilorhis Alberti,
Taenia increscens n. sp. aus Haematopus unicolor, Taenia
Diomedeae n. sp. aus Diomedea brachyura, Taenia Trichoglossi
n. sp. aus dem Darm von Trichoglossus Swainsoni, Tetrabothrium
torolosum n. sp. aus dem Magen von Diomedea brachyura und
Tetrabothrium auriculatum n. sp. aus dem Darm von Tha-
lassoeca glacialoides und Daption capensis (1. c).
Crety giebt eine morphologische Notiz über Solenonophorus
megacephalus. Crety., Note morfolog. int. al Solenophorus mega-
ceplialus Crepl. Bollet soc. Naturalist Napoli., ser, 1, vol. 11, ann. II,
Napoli 1888, fasc. 2, pag. 124—130.
Ylllot bezeichnet die Cysticerkoiden als Zwischenformen zwischen
den Cysticerken und den wahren Scoleces und nennt sie Pseudo-
cysticerken; die Schwanzblase entsteht bei ihnen durch einen
Knospungsprocess (bourgeonnement); sie ist ein neuer Theil, der sich
dem Proscolex anfügt; die Schwanzblase knospet aber nicht immer
von dem hinteren Theil des Proscolex ; bei den Cysticerkoiden kann
90 Dl'. V. Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sie innen und aussen am Blastogen sprossen, und hiernach werden
endogene und exogene Cysticerkoiden unterschieden. Die Larve
von Taenia elliptica hat weder Körper noch Schwanzblase und
gehört zu den Pseudocysticerken (pseudocystiques). A. Villot. Sur
la Classification des Cystiques. Revue biolog. du Nord de la France,
J, Lille 1888—89, No. 9—10.
Nach Kunstler lebt in Solen vagina eine Cestodenlarve, die
microscopisch klein und birnförmig ist und ausser 4 Saugnäpfen
einen grossen, scheitelständigen besitzt; in Sepiola atlantica und
Pleurobranchia pileus finden sich ähnliche Cestodenlarven , denen
aber der grosse Saugnapf fehlt; ausserdem fand Verf. in Solen
vagina ein Echinobothrium im Körperparenchym , besonders im
Fuss und in letzterem auch häufig eine Redie. ]\I. Kunstler. Sur
de nouveaud; vers remarquahles. Compt. rend. Acad. sc. Paris, s. CVI,
1888, No. 8, pag. 553—554.
Monticelli behandelt in einer ausführlichen und erschöpfenden
Monographie Scolex polymorphus Rud., eine Larve, welche Verf.
ausser an manchen bekannten Fundorten auch in Arnoglossus
laterna Walb; A. conspersus Canestr. und A. Grohmanni Bonat
findet. Durch Fütterungsversuche an Torpedo narce (ocellata) stellt
Verf. fest, dass Scolex polymorphus die Larve von Calliobothrium
filicoUe Zsch. istt. Die Entwicklung der Saugnäpfe vollzieht sich in der
Weise, dass die ursprünglich runde Anlage länglich wird, darauf
wird dieses Organ durch quere Scheidewände in 2, 3 und endlich
4 Abtheilungen geschieden; die Haken an der vordersten Scheide-
wand werden erst am geschlechtsreifen Thiere gefunden. Die radiäre
Muskulatur der Scheidewände ist sehr mächtig; unter sich sind sie
durch schwache vordere und hintere Diagonalmuskeln verbunden;
die beiden Längsnerven werden im Scolex durch eine starke Quer-
commissur vereinigt, von der Aeste nach vorn gehen. Die Cuticula
ist mit Borstenhaaren besetzt; in der Subcuticula liegen gekernte
Drüsen. Die Stämme der Excretionsgefässe bilden netzartige An-
schwellungen und haben blind endigende Ausläufer sowie zahlreiche,
nach aussen mündende foramina secundaria; Wimpertrichter sind
durch Capillaren mit ihnen verbunden. Im Scolex ist die Mus-
kulatur von sehr complicirtem Bau und findet man Längs- und
Quermuskeln der Haken (bei Calliobothrium) und Retractoren der
Saugnäpfe. Calliobothrium fillicolle wurde gefunden in Torpedo
marmorata Risso und T. narce (ocellata), Raja asterias M. u. H.,
R. batis L., Trygon violacea Bonap., Scyllium canicula L. undMustelus
laevis Risso. F. Monticelli. Contributiotie allo studio della fauna
elmintologica del golfo di Napoli, I. Ricerche sullo Scolex poly-
morphus Rud. Mitth. aus d. zoolog. Station zu Neapel, Bd. 8,
Berlin 1888, Heft 1, pag. 85—152, tah. 6 — 7. Intorno allo Scolex
polymorphus Rud. Bollet. soc. Naturalist Napoli, ser. 1, vol. II,
ann. II, Napoli 1888, fasc. I.
Blanchard vertritt gegenüber der in jüngster Zeit ausge-
sprochenen Ansicht, der Cysticercus cellulosae gehöre nicht zu
in der Natui'geschichte der Helminthen im Jahre 1888. 91
Taenia solium, die bisher stets gültige und wohlbegründete Meinung,
dass dieses doch der Fall ist. R. Bkmchard. Le Cysticercus cellu-
losae est la larve du Taenia solium. Lyqn. med. 1888, No. ?', pag.
252—258.
BoUinger fand beim Menschen unter 14000 Sectionen Cysti-
cercus cellulosae 2 mal im Gehirn, auch einmal in 70 — 80 Exem-
plaren einen Cysticercus , der wahrscheinlich auch zu C. cellulosae
gehört im Gehirn des Hundes. 0. BoUinger. lieber Cysticercus
cellulosae im Gehirn des Menschen. Münchener medic. Wochenschr.
1888, No. 31.
D. Kallmann berichtet über das Vorkommen der Rinderfinne.
Wochenschr. für Thierheilk. u. Viehzucht 1888, No. 52, pag. 457—460.
Yogel erzog durch Verfütterung von Eiern oder eierhaltigen
Proglottiden von Taenia crassicollis den Cysticercus fasciolaris in der
Leber von Mäusen. Die Entwicklung ist eine langsame ; 6 — 8 Tage
nach der Infection haben sich nur noch Bläschen gebildet, welche
eine Ditierencirung der Schichten oder eine bestimmte Lagerung der
Zellen nicht erkennen lassen; am 19. Tage ist die erste Anlage der
Muskulatur bemerkbar, nach 28 Tagen erkennt man einen aus poly-
gonalen, grossen Zellen gebildeten, ovalen Zapfen, als erste Anlage
des Kopfzapfens; nach 50 — 70 Tagen haben sie erst die doppelte
Grösse eines Stecknadelknopfes erreicht; nach 74 Tagen ist der
Kopffortsatz hohl und birnförmig geworden, nach 84 Tagen ist er
nach innen eingestülpt. Die Cyste, in welcher der Cysticerkus liegt,
steht mit letzterem in keinem Zusammenhange, sondern ist entzünd-
lich verändertes Lebergewebe. Die Cuticula besteht aus 3 Schichten,
von denen die innere die hellste, die mittlere die stärkste und
dunkelste, die äussere fein gezähnelt ist; das Bindegewebe enthält
massenhaft Kalkkörperchen ; die Cuticula wird von äusserst feinen
Porencanälchen durchzogen; unter der Cuticula liegt ein aus grossen,
palUsadenförmigen Zellen gebildete Subcuticula, dann folgt eine
Längsmuskelschicht, darauf Bindegewebe und hierauf eine innere,
starke Längsmuskelschicht; in den Seiten des Körpers verlaufen
Dorsoventralfasern. In den Excretionsporus mündet ein kurzer,
einfacher Gefässstamm, von dem 4 Längsgefässe entspringen; die
beiden grösseren Stämme sind am hinteren Ende eines jeden Gliedes
durch ein Ringgefäss verbunden; überall gehen feine Capillaren ab
und im Scolex bilden die beiden Gefässe jederseits vielfach ge-
wundene Gefässknäuel , um dann hinter dem Rostellum bhnd zu
endigen. Das Nervensystem besteht aus einem Längsnerven jeder-
seits, der hinter dem Rostellum durch einen Bogen mit dem
der anderen Seite vereinigt ist und die Gliederkette bis zur
Schwanzblase durchzieht; in der Nähe des Excretionsporus gehen
beide Stämme in einander über. Das Hnsenförmige Kissen im
Rostellum wird aus Längs-, Ring- und Radiärmuskeln gebildet.
L. Vogel, lieber Bau und Entwicklung von Cysticercus fasciolaris
(Rudolphi). Rundschau auf dem Gebiete der Thiermedicin, 4. Jahrg.,
92 Dr. V. L in stow: Bericht etc.
1888, No. 6, pag. 41—44; No. 7, pag. 49—57; No. 8, pag. 57—60;
sep. Osferwick 1888.
Dardel veröffentlicht eine Monographie der Echinococcen der
Schilddrüse, in der 17 Fälle aufgeführt werden. Dardel. Les kystes
hydatiques du corps thyroidc. Paris 1888. s. ferner A. Knie. Echino-
coccus der Niere. St. Petersburg, med. Woche?ischr. 1888, No. 37.
R. Creutz. lieber Echinococcus der Leber und seine Behandlung.
Bonn 1888. A. Deniars. Des kystes hydatiques du feie. Paris 1888.
Fehleisen. Zwei Fälle von Echinococcus der Milz. Deutsche med.
Wochenschr. 1888, No. 49. A. Wiegandt. (Ein Fall von Echino-
coccus im Wirbelcancd) (russisch). Annal. d. Ujäsdow^ sehen Flospitals
in Warschau, 1888, Heft S. H. Hirschberg. Ueber Milzechinococcen.
Berlin., 1888. P. Yuillemin. Developpement des Echinocoques. Bullet,
soc. sc. Nancy, 2. ser., t. 7, fasc. 17, pag. XII. W. Behrendsen.
Ueber die Verbreitimg des Echinococcus im menschlichen Organismus.
Berlin 1888. F. Krause. Ueber den cystischen Leberechinococcus und
über die von R. v. Volkmann ehigefiihrte Operation desselben. Leiptzig
1888. 0. Bltimcke. Beitrag zur Statistik der Echinococcenkrankheit
in Vorpommern. Greifswald ISSS. C. Rosenthal. Ueber den Echino-
coccus der Muskeln. Berlin 1888. P. Fischer. Beitrag zur Statistik
der Echinococcus-Krankheit in Pommern, speciell in Neuvorpommer?i.
(rreifswald 1888.
Jahresbericht
über die Bryozoen für 1888.
Von
Dr. W. Michaelsen
in Hambui-g.
A. Anatomie, Physiologie, Biologie.
S. F. Harmer hat die Entwicklung von Alcyonidium polyoum
zum Gegenstand seiner Untersuchungen gemacht. Nach einer
kurzen Einleitung erörtert H. einige kleine Abweichungen seines
Untersuchungs- Materials von den Beschreibungen Hassall's und
Hinck's, giebt einige Notizen über seine Untersuchungsmethoden und
geht dann auf das eigentliche Thema seiner Abhandlung über. Den
Schluss bilden vergleichende Betrachtungen der Bildungen bei Ecto-
prokten und bei anderen Bryozoen-Gruppen. (Si/r Vembryogenie des
Bryozoaires ectoproctes; in: Arch. Zool. exper. (2 6-er.) Vol. V, 1887,
pag. 443—458 und PI. XVII u. XVIII. — Atiszug in: „Journ.
R.' micr. Soc. 1888, pag. 721—722.)
Desselben Abhandlung über Cephalodiscus dodecalophus M' In-
tosh. {Vevgl. diese Zeitscrhift, Jahrg. 1888, Bd. II, Heft 3, pag. 14)
ist auch erschienen in: Bull. Sei. Fr. Belg. Vol. I; pag. 272 bis 273.
Fr. Braem weist nach, dass die Knospung bei Süsswasser-
Bryozoen nicht an beliebigen Stellen der Körperwand vor sich geht,
sondern sich stets an die Praeexistenz älterer Knospen knüpft und
zwar in gesetzmässigster Weise. Je nachdem die Knospengenera-
tionen langsamer oder rascher folgen, entstehen die schlankeren
oder die mehr kompakten Kolonien. Wenn die Cystide in ihrer
Ausbildung zurückbleiben, so gehen daraus Kolonien vom Habitus
der Plum. punctata, von Lophopus, Pectinatella und endlich Crista-
tella hervor. Braem verfolgte dann die Entstehung der Statoblasten
und kam zu der Erkenntniss, dass dieselben eher Knospen als Eiern
zu vergleichen sind. Sie sind gleichsam verpackte Cystide, in denen
bei der Keimung secundär die Anlage der ersten Knospe vor sich
geht. Der Autor hält es für zweifelhaft, ob die Knospen der
Phyllactolaemen denjenigen von Paludicella direkt zu vergleichen
sind. Den Schluss bilden Mittheilungen über die Keimung der
94 Dr. W. Michaelsen:
Statoblasten. (Untersuchungen über die Bryozoen des süssen Wassers;
in: Zool. Anzeig. Nr. 288 und 289; jjag. 503 — 509. — Auszug in:
Journ. R. microsc. Soc. London; 1888, P. 6, pag. 937 — 938.)
K. Kraepelin behält sich vor, auf die Mittheilungen Braems
(siehe oben) später zurückzukommen und reproducirt den Wortlaut
eines auf der Naturforscherversammlung zu Berlin (1S86) zu Pro-
tokoll genommenen Satzes, aus dem hervorgeht, dass er die Knospen-
Natur der Statoblasten schon damals erkannt hatte. {Bemerkmig
zu den Mittheilungen von F. Braem über Süsswasserbryozoen; in:
Zool. Anz. No. 293, pag. 646—647).
Von desselben Monographie „Die Deutschen Süsswasser-
bryozoen; I. T." (Abh. Geh Natur w. Verein Hamburg, Bd. X, 1887;
siehe diese Zeitschr. Jahrg. 1888, Bd. II, Hft. 3, pag. 12 — 14) ist
ein Auszug erschienen in: Journ. R. microsc. Soc. London; 1888,
P. 4, pag. 566—567.
A. Korotiieff veröffentlicht seine Untersuchungen über die
Spermatogenese von Alcyonella fungosa (Comptes rend. Acad. Sc.
T. CV, pag. 953—955 — s. diese Zeitschrift, Jahrg. 1888, Bd. II,
Hft. 3, pag. 15) in ausführlicherer Form und veranschaulicht seine
Auseinandersetzungen durch zahlreiche Abbildungen. (Beiträge zur
Spermatologie; in Arch. Alikr. Anat., 31. Bd., pag. 334 — 341 und
Taf. XIX. — Ein Auszug aus dieser Abhandlung ist erscJiietien in:
Journ. R. microse. Soc. 1888, Part. 4, pag. 566).
W. Freese giebt eine eingehende anatomisch-histologische Be-
schreibung von Membranipora pilosa L. und ihren verschiedenen
Varietäten. (Afiatomisch-histologische Untersuchting von Membrani-
pora pilosa L. nebst einer Beschreibung der in der Ostsee gefundenen
Bryozoen; in: Arch. Naturgesch., Jahrg. 1888, Bd. I, Hft. 1, pag.
1 — 42 und Taf. I u. II.) (s. auch unten.)
A. Wm. Waters beschreibt die Ovicellen von Hornera fissurata
Bush, Idmonea irregularis Meneghini, I. Milneana d'Orb und Gephy-
rophora polymorpha B. Die Gestaltung bei den drei ersten Arten
ist durch Abbildungen veranschaulicht. (On some Ovicells of
Cyclostomatous Bryozoa; in: Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. XX.
No. 121; pag. 275—280 mit Taf. 14.)
Derselbe berichtet über die Ovicellen einiger Lichenopora-
Arten: L. cahfornica Busk (= Discoporella californica Busk), L.
echinata M' Gill, L. victoriensis nov. (für Discoporella reticulata
M' Gill. und Discotubigera? lineata M' Gill.) Jede dieser Formen
und ausserdem auch noch Lichenopora Holdswortii B. ist durch
Abbildungen veranschaulicht. (On the Ovicells of some Lichenoporae;
ebendaselbst 2)ag. 280 — 285 mit Taf. 15.)
J. Jullien bespricht gewisse Nebenerscheinungen beim Aus-
treten der Polypide (von Catenicella ventricosa) aus ihren festen
Kammern. Der durch ihr Austreten hinten frei werdende Raum
füllt sich mit Seewasser; und zwar tritt dieses Seewasser durch eine
Oeffnung ein, welche sich beim Aufklappen des Operculums bildet.
Das Operculum ist nämlich nicht mit seinem Hinterrande, sondern
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888. 95
an seinen Seiten unterhalb des Hinterrandes eingelenkt. Es hat eine
doppelte Funktion; es deckt nicht nur vorne die Tentakelscheide,
sondern mit seinen hinteren Partien eine zweite Höhlung, in die
das Seewasser eintritt. — (*Swr la sortie et la rentree du polypide
dans les zooecies chez les Bryozoaires cheilostoiniens monoderniies m:
Bull. Soc. Zoolog. France, 1888, XIII. Vol., pag. 67—68. — Aus-
zug in: Journ. R. microsc. Soc. London; F. 6, pag. 936).
Derselbe hat monosexuelle, männHche Stöcke von Cristatella
mucedo beobachtet. Die männlichen Geschlechtsprodukte bilden
sich nicht an den Polypiden, sondern zwischen denselben an
intracolonialen, muskulösen Trabekeln, (Sur la Cristatella mucedo
in: Bull. Soc. Zoolog. France, 1888, XIII. Vol., pag. 165—166.
Derselbe hat Catenicella ventricosa und C. alata einer anato-
mischen Untersuchung unterzogen; er bespricht die Kompensations-
Wasserkammern, die Natur der „Fenestrae" und „Vittae" (G. Busk)
und die zooeciale Knospung, Den Schluss bilden einige allgemeine
Bemerkungen. (Ohservatio7is anatomiques sur les Catmicelles; in:
Mem. Soc. zool. France, 1888; pog. 274—280 und Taf. IX).
Derselbe hat die Hoden von Lepralia figularis Johnst. und
anderer Bryozoen untersucht und unterscheidet 4 verschiedene
Formen der Hodenbildung: 1. Bei den Cristatellen ist das die
männlichen Geschlechtsprodukte bildende Zelllager unabhängig von
den Polypiden, intracolonial, 2. bei den Plumatellen entwickelt es sich am
Funicuculus, 3. bei der Mehrzahl der marinen Bryozoen entsteht es an
der Innenseite des Zooeciums, und 4. bei Lepralia figularis sowie bei
einer neuen, nicht benannten Art bildet der Hoden einen cyhn-
drischen, drüsenartigen Körper, der vermittelst eines Ausführungs-
ganges am äusseren Rande des Irisoides (diaphragme obturateur de
la gaine tentaculaire) ausmündet. (^Du Testicule chez la Lepralia
figularis Johnst. et des varietes de cet organe chez les Bryozoaires
en general; in: Mem. Soc. zool. France, 1888; pag. 270 — 273 und
Taf. X.)
W. J. Yigelius fasst kurz seine Ergebnisse bei Untersuchung
der Metamorphose von marinen Bryozoen dahin zusammen, dass er
seine Uebereinstimmung mit den Ansichten Barrois' ausspricht und
seine nicht ganz vollständigen Angaben über die Gattung Bugula
ergänzt. {Zxir Ontogenie der marinen Bryozoen; in: Mittheil. Zool.
Station Neapel, Bd. VIII; pag. 374—376 mit Taf. 19. — Auszug
in: Journ. R. onicrosc. Soc. Lo7idon; 1888, P. 6, pag. 936.)
A. Saefftigen hat das Nervensystem von Cristatella und Pluma-
tella untersucht. Die Ganglienhöhle ist bei geschlechtsreifen, aus
Statoblasten entsprossenen Thieren stets vorhanden und setzt sich
in die sogenannten Ganglienhörner fort. Sie wird nicht allseitig
von Nervenelementen umgeben, sondern grenzt an der oesophagealen
Seite unmittelbar an das Endothel, welches Ganglion und Hörner
allseitig bezieht. Ganglion nebst Hörnern entsenden eine den Ten-
takeln entsprechende Anzahl von Radialnerven. Um zu den Ten-
96 Dr. W. Michaelsen:
takeln der Suboesophagealseite zu gelangen, müssen die betreffenden
Radialnerven dem breiten Oesophagus ausweichen und bilden so,
jederseits zu 4 — 5 aneinandergedrückt, einen Schlundring. Es konnte
die suboesophageale Verbindung der beiden Aeste sicher nach-
gewiesen werden. Ein dem Schlundring ähnlicher Nervenring kann
sich (bei paariger Tentakelzahl) durch die Radialnerven der Ten-
takeln der Analseite bilden (um den Epistomhohlraum herum).
Bevor die Radialnerven die Tentakelbasis erreichen, werden sie von
kleinen intertentakulären Ganglien durchsetzt, die nicht nur die
Tentakeln versorgen, sondern auch einen feinen Nerv an die Sinnes-
zellen an der Basis der sogenannten Tentakelmembran senden.
Jenseits der intertentakulären Ganglien theilen sich die Radial-
nerven dichotomisch. Zur Innervirung eines Tentakels tragen zwei
Radialnerven bei. Zur Innervirung der unteren Körpertheils dienen
zwei Nerven, die dem tiefsten Theile des Supraoesophagealganglions
entspringen. Die hintere Körperwand wird von einer grösseren An-
zahl von Nerven versorgt, die wie jene beiden aus dem Grunde des
Ganglions, dann aber auch aus dessen hinterem Theil paarweise
über einander austreten. {Das Nervensystem der phylactoJaemen
Süssioasser-Bryozoen; in: Zool. Änz. No. 272; 'pag. 96 — 99.)
M. Yerworn hat Cristatella mucedo Cuv. eingehend untersucht.
Nach Darstellung der anatomischen und histologischen Verhältnisse,
welcher eine Schilderung der eigenartigen Kriechbewegung der
Kolonie angefügt ist, geht Verworn auf die Statoblastenentwicklung
über. Das zu lösende Problem wird in folgenden Fragen zu prä-
cisem Ausdruck gebracht: Nimmt ausser der Zellschicht des Funi-
culus noch eine andere, genetisch verschiedene Zellschicht an der
Bildung des Statoblasten Theil, oder nur das Mesoderm des F'uni-
culus? — und bei Annahme des letzteren Falles: Entwickelt sich
der Statoblast in der That aus einem Haufen von Zellen oder ent-
steht er aus einer einzigen Zelle dieses Haufens? Die erste Frage
wird dahin entschieden, dass nur das Mesoderm des Funiculus bei
der Statoblastenbildung thätig sein könne, da im andern Falle eine
Einwanderung ektodermaler Zellen (aus der Sohle) oder entodermaler
Zellen (des Magenepithels) angenommen werden müsse ; während die
Thatsache, dass das Lumen des Funiculus bei den ersten Ent-
wicklungsstufen der Statoblasten noch frei und leer erscheint, gegen
eine Einwanderung spräche. In Betreff der zweiten Frage wird
festgestellt, dass nur eine einzige Zelle an der Statoblastenbildung
Theil nimmt. An einer bestimmten Stelle des Funiculus vermehren
sich die Epithelzellen desselben zu einer kleinen Anschwellung und
drängen dadurch gegen das Lumen. Eine ZeUe davon tritt in das
Lumen hinein und wird zur Eizelle, während die andern sich zu
einem Follikel formiren. Die Eizelle macht einen regelmässigen
Furchungsprocess durch, dessen Resultat schliesslich eine solide
Morula ist. Die weitere Entwicklung des Statoblasten von Cristatella
verläuft im Grossen und Ganzen in der Weise, wie sie Nitsche bei
Alcyonella schildert. Die Statoblasten sind als parthenogenetische
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888. 97
Wintereier aufeufassen, welche sich im Gegensatz zu den befruch-
teten Eiern am Funiculus entwickehi. {Beiträge zur Kenntniss der
Süsswasserhryozoen in: Zeitschr. wiss. Zool., Bd. 46, pg. 99 — 130.
Auszug in: Journ. R. microsc. Soc. London; 1888, F. 1, pag. 27
bis 29; und in: Journ. de Microgr. Vol. XII, No. 93, pag. 73 — 79
(par Künstler).
J. Whitelegge bespricht die Gestaltung der Oral-Oeffnung bei
Porina inversa Waters von Port Jackson und berichtigt Waters An-
sicht hierüber dahin, dass die Oeffnung nicht in der Gestalt, wohl
aber in der Stellung von dem für die Gattung Porina und die
Bryozoen im Allgemeinen normalen abweicht. (Note on Porina
inversa; in Proc. Linn. Soc. N. S. Wales; II. Ser., Vol. II; pag. 680.)
S. Lo Bianca veröffentlicht Notizen über die Perioden der ge-
schlechtlichen Reife der Thiere des Golfes von Neapel, darunter
verschiedener Bryozoen. (Notizie hiologiche riguardanti specialmente
il periodo di maturitä sessuale degli animali del golfo di Napoli; in
Mitth. Zool. St. Neapel, Bd. VIII; Bryozoa: pag. 406 u. 407).
lieber W. W. Reinhardt's Otscherk strajenija i raswitija
prjäsnawodnüch mipanok {Skizze des Baues und der Entwicklung
der Süsswasser- Bryozoen); in Arb. Natur f. Ges. Charkow, Bd. 15,
pag. 207 — 310 und 1 Taf.) kann der Referent nichts aussagen.
B. Systematik, Faunen.
1. Marine Formen.
Mac (xillivray giebt Beschreibungen und Abbildungen ver-
schiedener Bryozoen von Victoria. (Natural History of Victoria:
Dec. XVI, 1888; PL 156—158 und pag. 209-220, sowie Dec. XVII,
1888; PL 165 — 168 und pag. 241—253): Lagenopora tuberculata
Mc. G,, L. nitens Mc. G., Lekythopora hystrix Mc. G., Poecilopora
anomala Mc. G., Fasciculipora graciHs Mc. G., F. bellis Mc. G.,
F. fruticosa Mc. G., F. ramosa D'Orb. , Farciminaria aculeata
Busk, F. uncinata Hincks, F. simplex Mc. G., Bracebridgia pyri-
formis Busk; — Cellepora simplex Mc. G., C. diadema Mc. G.,
C. spicata Mc. G., C. cidaris Mc. G., C. bispinata Busk, C. ver-
rucosa Mc. G., C. foliata Mc. G. , C. intermedia Mc. G., C. proli-
fera Mc. G., C. albirostris Smitt., C. fusca Busk, C. lirata Mc. G.,
C. magnirostris Mc. G.
E. Pergens hat die manuscriptische Figuren-Erklärung zu den
in wenigen Exemplaren zur Verteilung gelangten Tafeln „Desmarest
et Lesueur: Sur les polypiers flexibles" mit den im Museum zu
Havres niedergelegten Originalen verglichen. Er stellt sowohl die
Bezeichnungen Desmarests und Lesueurs wie auch seine eigenen
Bestimmungen des Original-Materials in je einer Liste zusammen.
Kritische Notizen begleiten die zweite Liste. (Contributions ä l'his-
toire des Bryozoaires et des Hydrozoaires recents; in: „Proc.-verb.
Seances Soc. R.^Malacologique BeJgique T. XVI, 1887 \ pag. CII
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.U. H. 3. 7
98 Dr- W. Micliaelsen:
bis CVII und in: Bull. Soc. malac. Belg. T. XXII; pag. LXXXV
bis XC).
W. Freese veröffentlicht eine Uebersiclit über die bekannten
Bryozoen der Ostsee. Die kurzen Beschreibungen der einzelnen
Formen sind begleitet von einer Zusammenstellung der Synonymie
und der Literatur, sowie von Angaben über den Fundort in der
Ostsee und die geographische Verbreitung; auch sind die meisten
Formen durch Abbildungen veranschaulicht. Die Zusammenstellung
enthält folgende Arten:
Pedicellina gracilis Sars (Fig. 17); Crisia eburnea L. forma
eburnea Smitt (Fig. 18), forma producta Smitt (Fig. 19); Diastopora
repens Wood (Fig. 20); Alcyonidium Mytili Dal. (Fig. 21); A. poly-
oum Hass. (Fig. 22) ; A. gelatinosum L. ; A. papillosum Hass. (Fig. 23),
A. hispidum Fabr. (Fig. 24); Vesicularia uva L.; V. cuscuta L.
(Fig. 25); Gemellaria loricata L. (Fig. 26); Flustra foliacea L. (Fig. 27);
Membranipora lineata L. (Fig. 28); M. nitida Fabr. (Fig. 29);
M. Flemingii Busk forma trifolium Wood (Fig. 30); M. pilosa L.
forma pilosa L. , Smitt (Fig. 1), forma membranacea Müll., Smitt
(Fig. 3), forma monostachys Busk, Smitt (Fig. 5); Escharipora
punctata Hass. (Fig. 31). (Anatomisch-histologische Untersuchung von
Membranipora pilosa L. nebst einer Beschreibung der in der Ostsee
gefundenen Bryozoen; in: Arch. Naturgesch. Jahrg. 1888, Bd. I,
Heft I pag. 1 — 42 und Taf. I und II — auch separat, als Inau-
gural-Dissertation erschienen, Kiel, Berlin 1888^.
A. Giard bespricht die faunistischen Untersuchungen am
Laboratorium von Wimereux und giebt dabei auch einige Notizen
über Bryozoen (Le Laboratoire de Wimereux en 1888, Recherches
fauniques; in: Bull, scient. France Belg. T. XIX; Bryozoa pag. 497
und 498).
J. Joyenx-Laffaie giebt eine eingehende Beschreibung von
Delagia Chaetopteri nov., für die er die neue Familie der Delagiidae
aufstellt. D. Chaetopteri ist eine ectoprocte, gymnolaemate, cteno-
some Bryozoe, die in den noch von den Würmern bewohnten Röhren
des Chaetopterus Valencinii lebt. Die Stolonen der Kolonie sind
zum Teil fi-ei an der Innenwand der Röhre befestigt, zum Teil in
die Masse der Röhre eingesenkt und zwar in Folge späterer Schleim-
Absonderung von Seiten des Wurms. Der Autor giebt folgende
Diagnose, die gleicherweise für die Art, Gattung und Familie Geltung
haben soll:
Stolon. — Rampant, avec renflements regulierement disposes.
Sur chaque renflement est fixee le plus souvent une seule zoecie,
rarement deux.
Zoecie. — Adherente, ovoide, en forme d'urne avec un orifice
ovalaire sub- terminal. Une spherule de chaque cote de l'orifice.
Fixee au stolon par le cote.
Polypide avec un petit nombre de tentacules (12 — 14) et
un gesier. ^
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888. 99
(Description du Delagia chaetopteri (J. J.-L.), type d'un nouveau,
genre de Bryozoaires; in: Arch. zool. exyerim. (2) Tome VI, pag. 135
bis 154 mit Tafel VIII. — Auszvg in: Journ. R. microsk. Soc.
London, 1888, F. 6, pag. 936—937).
H. de Lacaze-Duthiers veröffentlicht zwei Briefe ,,au sujet du
genre Delagia", einen von Joyeux-Laffuie, einen von E. Ehlers,
welche beide die Identität der Delagia chaetopteri J. J.-L. mit der
älteren Hypophorella expansa Ehlers, feststellen, (in: Arch. zool.
experim. (2) Tome VI, Note XII; pag. XLIV—XLVI).
T. Whitelegge stellt für eine kleine Gruppe von Arten, die
von den betreffenden Autoren verschiedenen Gattungen zugeordnet
wurden, die neue Gattung Bipora auf:
Bipora, n. g., Zoarium uni- or bilaminate, couical, or forming lobate or
flabellate expansions; growth intercalary; zooecia immersed, erect, side by side,
with their bases resting on a cancellated lamina, forming alternating rows
directed to the primary part of the zoarium; oral aperture with a well-
marked sinus in the lower lip. A special pore above the mouth; peristomial
orifice formed by the gradual extension of a narrow slit on the removal of a
portion of the calcareous lamina. Ooecia extemal, globose.
In diese Gattung stellt Whitelegge die Arten: Lunulites can-
cellata Busk, L. philippinensis Busk, Conescharellina depressa Hasw.,
Lunulites (Cupularia) crassa Ten.-Woods, L. angulopora Ten.-Woods
= L. incisa Hincks = Conescharellina conica Hasw. , Eschara um-
bonata Hasw. und (?) Flabellopora elegans d'Orb." — {Notes on
some Australian Polyzoa; in Ann. Maß. Natur. Ilist. 6. Se?'. Vol. I;
pag. 13—22.)
R. Kirkpatrick hat eine Kollektion von Polyzoen von Mauri-
tius untersucht, die sich durch die grosse Zahl neuer Arten aus-
zeichnete :
Farn. Bicellariidae : Diploecium n. g. (1. Art). — Neu D. simplex.
Farn. Cellulariidae : Scrupocellaria (1. Art). — Neu S. minuta. ;
Nelha (1 Art).
Farn. Membraniporidae : Membranipora (3 Arten). — Neu M. de-
fensa, M. marginalis und M. mauritiana.
Farn. Microporidae : Micropora (1 Art).
Farn. SteganoporeUidae : SteganoporeUa (1 Art).
Fam. Cribrilinidae : Cribrilina (1 Art). — Neu var. flabellifera der
C. radiata.
Fam. Microporellidae: Stephanopora n. g. (1 Art). — Neu S. cri-
brispinata; Microporella (1 Art).
Fam. Porinidae: Anarthropora (1 Art). — Neu A. horrida.
Fam. Myriozoidae: Schizoporella (2 Arten). — Neu Seh. ampla;
Mastigophora (1 Art); Gigantopora (1 Art); Rhynopora
(1 Art).
Fam. Escharidae: Lepralia (4 Arten). — Neu L. judex und L.
mosaica; Phylactella (1 Art). — Neu P. columnaris; Smittia
(6 Arten). — Neu S. tubula, S. rostriformis, S. latiavicularia
und S. murarmata; Porella (1 Art); Mucronella (2 Arten).
7*
100 Dr. W. Michaelsen:
Neu M. porelliformis und M. cothurnica; Escharoides (1 Art).
— Neu E. discus.
Farn. Reteporidae: Retepora (2 Arten). — Neu R. tenuis und R.
Hincksii.
Farn. Tubuliporidae : Idmonea (2 Arten). — Neu I. radiata und
1, tortuosa; Hornera (1 Art). — Neu H. spinigera.
Diploecium n. g.: „Zoariuni dichotomons. Zooecia in pairs back to back,
each pair at right angles to those above and below; the pairs separated by
Short cylindrical corneons internodes; orifice of cell with notch in lower border."
Stephanopora n g.: „Zooecia with semilunar orifice, lower ra argin straight,
not dentate, without sinus; peristome raised posteriorly; from anterior margins
of wall thus formed a process is given off on each side uniting in front to form
with posterior wall a tubulär peristome incomplete below. From lower margin
of peristome a broad branched process is given off uniting with process from
other zooecia to form a secondary cribriform roof. Special pore wanting.
Polyzoa of Mauritius; in Ann. Mag. Natur. Hist. 6. Ser. Vol. I;
pag. 72—85 mit Taf. VII— X.
Derselbe bespricht ferner eine Sammlung von Polyzoen, die
Herr J. B. Wilson in der Nähe von Port Phillip gedredget hat.
Fam. Flustridae: Flustra (1 Art).
Fam. Cribrilinidae: Cribrilina (1 Art).
Fam. Escharidae: Lepraha (2 Arten); Haswellia (1 Art). —
Neu H. victoriensis ; Porella (1 Art).
Fam. Tubuliporidae: Idmonea (1 Art).
Fam. Horneridae: Hornera (1 Art).
Fam. Tubuliporidae: Entalophora (1 Art); Bidiastopora (1 Art).
Neu B. torquata.
Fam. Heteroporidae: Heteropora (1 Art). — Neu H. maean-
drina.
Fam. Alcyonidiidae: Alcyonidium (1 Art).
Fam. Vesiculariidae: Amathia (8 Arten). — Neu A. Wilsoni
und A. pinnata.
Fam. Cylindroeciidae : Cylindroecium (2 Arten). — Neu C.
altum.
Fam. Pedicellinidae: Pedicellina (1 Art); Ascopodaria (1 Art).
Polyzoa from Port Phillip; in Ann. Mag. Natur. Hist. 6.
Ser. Vol. II pag. 12-21; mit Taf. II.
Derselbe beschreibt eine neue Bryozoe: Retepora sinuosa.
Description of a new Species of Retepora from Port Western,
Victoria; in Ann. Mag. Natur. Hist. 6. Ser. Vol. 11; pag. 299; mit
Holzschnitt.
A. W. Waters hat die Bryozoen der Challenger - Expedition
einer nochmaligen Untersuchung unterzogen und kommt dabei zu
manchen neuen oder von den Ergebnissen der Untersuchung Busks
abweichenden Resultaten: Bei Retepora columnifera findet sich ein
die Zooecien umgebendes, gemeinsames Parenchym und ferner sowohl
bei Retepora wie bei einigen anderen Gattungen ein drüsenähnlicher
Sack an jede Seite der Oral-Oeffnung befestigt. Analog diesen
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888.
101
Säcken sind wohl zwei doppelte Drüsen- oder Sack-ähnliche Körper
in der Avicular-Kammer von Lepralia margaritifera (Vergl. Joliets
„Organe segmentaire" in Pedicellina). Waters trifft folgende
Aenderungen in der Benennung.
Waters :
Scrupocellaria marsupiata Jullien
Urceolipora nana M. Gillivr.
Flustra cribriformis Busk.
Monoporella? capensis Busk.
Membranipora falcifera Busk.
Thalamoporella steganoporoides Goldst.
„ labiata Busk.
Cellaria australis M. Gillivr.
„ rigida M. Gillivr.
Calwellia sinclaiiüi Busk.
Eetepora tessel. fliucks var imperati Bus.
„ porcellana M. Gillivr.
„ monilifera M. Gillivi'.
„ „ M. Gillivr.
forma umbonata M. Gillivr.
„ avicularis M. Gillivr.
Diporula hastigera Busk.
Microporella distoma Busk
Bracebridgia geometrica Reuss.
Smittia delicatula Busk.
„ smittiaua Busk.
Lepralia mucronata Smitt.
„ occlusa Busk.
„ castanea Busk.
Schizoporella polyraorpha Busk.
„ challeugeria nov.
„ vitrea M. Gillivr.
Porina coronata Reuss var. labrosa Reuss. — Haswellia australiensis Busk.
Cellepora megasoma M. Gillivr. — Cellepora cylindriformis Busk.
„ pumicosa Busk (neu L.) var. „ eatonensis Busk.
eatonensis Busk.
Neu sind: Schizoporella challengeria (Myriozoum immersum
Busk), Cellepora armata Hincks var. erecta, Farciminaria biseriata,
Flustra separata und Porina proboscidea.
(Supplenientary Report on the Polyzoa collected by. H. M. S.
Challenger during the years 1873 — 76; in Rep. Sc. Res. Voy.
Challenger, Zool. V. XXXI, Patt. LXXIX; 41 pag. und 3 Taf.).
Mac lutosh beschreibt eine bei Gelegenheit der Challenger-
Expedition südlich von den Philippinen gedredgete Phoronis (Ph.
Buskii = Pp. spec. Ml Int. in: Proc. R. Soc. Edinb. XI, pg. 211
bis 217). Mac Intosh kommt nach eingehender Untersuchung dieser
Art zu der Ansicht, dass die Gattung Phoronis eine aberrante Form
der Polyzoen sei und dass sie in die Nähe der Gruppe Aspidophora
Busk:
— Menipea clausa Busk.
— Calymuophora lucida Busk.
— Carbasea cribriformis Busk.
— Amphibiestrum capense Busk.
— Faveolaria falcifera Busk.
— Vincularia gothica Busk.
— „ labiata Busk.
— Salicornaria clavata Busk.
— — Simplex Busk.
— Oüchophora siuclairii Busk.
— Retepora imperati Busk.
— „ crassa Busk.
— „ victoriensis Busk.
— „ hirsuta Busk.
— „ jacksoniensis Busk.
— Flustramorpha hastigera Busk.
— Adeonella distoma Busk.
— Mucronella pyriformis Busk.
— „ delicatula Busk.
— Smittia stigmatophora Busk.
— Lepralia celleporoides Busk.
— Escharoides occlusa Busk.
— Mucrouella castanea Busk.
— Gephyrophora polymorpha Busk.
— Myriozoum immersum Busk.
— Lepralia incisa Busk.
102 ßr. W. Michaelsen:
gestellt werden müsse (Report on Phoronis Buskii n. sp., dredged
during the Voyage of H. M. S. Challenger, 1873— 76; in: Rep. Soc.
Res. Voy. Chaüenger, Zool. V. XXVI I, F. LXXV; pg. 1—27 und
Taf. I—IIl).
A. Dendy besclireibt zwei Polyzoen von Port Phillip, für die
er die neue Gattung Cryptozoon aufstellt:
„Ctenostomatous Polyzoa, with tubulär, chitinous zooecia enveloped in
common aggregations of sand. Polypides provided with a muscular gizzard con-
taining two homy teeth."
Die Gattung Cryptozoon steht der Gattung Bowerbankia nahe.
Cryptozoon mag für eine Bowerbankia gehalten werden, welche
zwecks besseren Schutzes die Eigenschaft erworben hat, sich mit
Sandkörnern zu bedecken. Dendy nennt die beiden Arten: C. con-
cretum und C. Wilsoni. (On the Anatomy of an Arenaceous Poly-
zoon; in: Proc. R. Soc. Victoria (N. S.) Vol. I; pag. 1 — ü, mit
Taf. I—IIl).
J. JuUien hat die Bryozoen der ,, Mission scientif du Cap.
Hörn" bearbeitet. Nach einer Erörterung der älteren Ansichten
über die systematische Gliederung der Klasse der Bryozoen stellt
Jullien seine Auffassung von derselben in einer Tabelle zusammen.
Die Hauptabteilungen in dieser Tabelle sind folgende:
I. Ordo Bryozoa lophopoda.
1. Tribus Br. loph. caduca.
2, Tribus Br. loph. perstita.
II. Ordo Bryozoa paludicelliua.
III. Ordo Bryozoa ctenostomata.
1. Sub Ordo. Utricularina.
1. Tribus Ct. Ut. campilonemida.
2. Tribus Ct. Ut. orthouemida.
2. Sub-Ordo. Halcyonellina.
IV. Ordo Bryozoa norodoniana.
V. Ordo Bryozoa cheilostomata.
1. Sub-Ordo Monodermata.
1. Tribus Inovicellata.
2. Tribus Subovicellata.
3. Tribus Superovicellata.
2. Sub-Ordo Diplodermata.
1. Tribus Anopesiata.
2. Tribus Opesiata.
3. Tribus Opesiulata.
VI. Ordo Bryozoa cyclostomata.
1. Tribus Tubulinata.
2. Tribus Fasciculinata,
3. Tribus Foraminata.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888. 103
Jullien berichtet über Arten folgender Familien und Gattungen:
Lophopodes.
Farn. Pedicellinidae: Pedicellina (2 Arten). — Neu P. hirsuta
und P. australis.
Ctenostomes.
Farn. Valkeridae: Monastesia nov. (1 Art). — Neu M. per-
tenuis.
Monastesia nov. gen. : „Zooecies chitiueuses cylindroconiques, un peu arron-
dies ä chaque extremite, fixes inferieurement par des griffes cornees au stolon
d'origine; ces zooecies sou portees par un stolon grele et irregulierement tor-
tueus, sur lequel on les voit toujours isolees."
Farn. Vesicularidae: Bowerbankia (3 Arten). — Neu B. Fran-
corum, B. Hahni und B. minutissima; Buskia (1 Art). —
Neu B. australis.
Cheilostomiens.
Farn. Aetaeidae: Aetaea (3 Arten). — Neu A. fuegensis, A.
curta und A. australis.
Farn. Diazeuxidae nov.: Diazeuxia (Cellepora) (2 Arten). —
Neu D. reticulans,
Diazeuxia nov. gen.: „Paroi frontale entiöre, n'etant perforee, parce que
l'endocyste ne donne pas d'origelles au-dessous de cette paroi; eile s'accroit
d'arriere en avant par zones, laissant ä la surface des lignes saillantes, plus ou
inoins en relief, qui sont des lignes d'accroissement; les joncturies, ou bourgeons
zooeciaux produisent les zooecies soit isolement, soit apres leur coalescence;
origelles toujours interzooeciales fournissant soit des genesies, soit de simples
origelles. Zooecies femelies ne contenant jamais de polypides, et prenant en
general une forme toute differente de celle des zooecies males. Paroi dorsale
toujours largemeut ouverte; zooecie mere ou ancestrule (aucestrula) affectant
differentes formes."
Farn. Fenestrulinidae: Fenestrulina nov. (3 Arten). — Neu
F. Hyadesi; Inversiula nov. (1 Art). — Neu I. nutrix.
Fenestrulina nov. gen.: „Zooecies dont la paroi frontale est perforee sur
norabre de points par les origelles. Orifice semi-circulaire avec la levre in-
ferieure droite et entiere. Fenestrule en croissant ä, concavite superieure."
Inversiula nov. gen. : „Zooecies dont la paroi frontale est perforees par les
origelles. Orifice ovale, transversale. Fenestrule en croissant, ä concavite in-
ferieure."
Farn. Buffonellidae: Buffonella nov. (1 Art). — Neu B. rimosa.
Buffonella nov. gen.: „Orifice ä levre anterieure arrondie, ä lövre inferi-
eure droite, portant sur son milieu une entaille ä peu pres s6mi-circulaire, plus
etroite que la moitie de la longueur de cette Ifevre."
104 JDr. W. Michaelsen:
Farn. Lacernidae: Lacerna nov. (1 Art). — Neu L, hosteensis;
Phonicosia nov. (1 Art). — Neu P. Jousseaumei.
Lacerna nov. gen.: Orifice ä 16vre posterieure droite portant une entaille
arrondie sur son milieu. Ovicelle pourvue d un double paroi."
Phonicosia nov. gen.: „Orifice ä levre posterieure droite portant une
entaille allongee sur son milieu, avec Textreinite coupee carrement.
Farn. Smittidae: Smittia (3 Arten). — Neu S. monacha, S.
sigillata und S. purpurea; Exochella nov, (1 Art). — Neu
E. longirostris ; Porella (2 Arten). — Neu P. Hyadesi und
P. malouinensis ; Lepralia (2 Arten). — Neu L. coUaris;
Aimulosia nov. (1 Art). — Neu A. australis.
Exochella nov. gen.: „E. ne differe du geure Smittia que par la dent de
la levre inferieure de l'orifice qui se prolonge en avant, formant une sorte
d'eperon, et divisant la levre inferieure du peristome en deux portions distinctes.
Les petites dents laterales de l'orifice peuvent rejoindre les prolongements lateraux
de la dent mediane et former un pore arrondi de chaque cote de cette derniere."
Aimulosia nov. gen.: „Orifice subcirculaii-e , ä, levre inferieure legerement
concave, portant sur son milieu une dent arrondie. Frontale ne portant d'origelles
que sur ses bords; la coalescence des origelles peut determiner la naissance
d'un avicellaire median. L'ovicelle a ses deux membrures separees ä leur origine,
mais elles se confondent de boune heure."
Farn. Komancheinidae: Romancheina nov. (1 Art). — Neu
R. martiali.
Romancheina nov. gen.: „Frontale epaisse remplie interieurement par de
volumineuses origelles qui la perforent plus ou moins regulierement; orifice
depourvu d'epines marginales et subcirculaire ou un peu ovale transversalement."
Farn. Chaperidae: Chaperia (1 Art).
Farn. Arachnopusidae: Arachnopusia nov. (1 Art).
Arachnopusia nov. gen.: „Orifice trapezoidal, dont ses deux levres sont
droites ou presque droites; sur chacun des cotes du trapeze que forme l'orifice
existe seit une epine articulee, assez epaisse et creuse, soit un avicellaire plus
ou moins facile ä voir ; aucestrule membraniporoide ä bord libre garni d'epines."
Farn. Osthimosidae nov: Osthimosia nov. (2 Arten). — Neu 0.
otopeta und 0. evexa.
Osthimosia nov. gen: „Orifice ä levre posterieure legerement concave, por-
tant sur son milieu une entaille plus large en haut qu'en bas, ou affectant grossi-
örement la forme d'un V; se prolongeant en dehors en une sorte de manchon
portant des avicellaires, et l'ovicelle daus les zooecies femelles. Origelles margi-
nales chez les individus couches, dispersees chez ceux qui sont dresses au milieu
des colonies. II existe souvent des avicellaires disperses sur les zooecies ou
parmi elles. Pas d'epines orales."
Farn. Meliceritidae: Melicerita (1 Art).
Farn. Flustridae: S crupocellaria (3 Arten); Bugula (1 Art). —
Neu B. Hyadesi; Diachoris (5 Arten). — Neu D. Hyadesi
und D. maxilla; Carbasea (1 Art). — Neu C. ramosa; Eu-
cratea (1 Art); Caberea (1 Art); Membranipora (4 Arten).
Neu M. Hyadesi; Aspidostoma (1 Art).
Jahresbericht über die Bryozoen für 1888. 105
Farn. Opesiulidae nov: Andreella nov. (1 Art).
Andreella nov. gen: „Cryptocyste complet, portant de chaque cote une
opesiule en croissant; opesie en forme d'orifice et semi-lunaire. Onychocellaire
epizooeciaux.
Cyclostomes.
Fam. Crisidae: Crisia (1 Art); Tubulipora (1 Art).
Farn. Horneridae: Hornera (1 Art).
Farn. Galeidae nov: Disporella (1 Art). — Neu D. spinulosa.
(Mission scientifique du Cap. Hörn 1882/83; Tome VI; Zool.
Bryozoaires; Paris 1888; 92 pag. und 15 Taf.).
Th. Hincks beschreibt eine Collection Polyzoen vom St.
Lawrence :
Fam. Bicellariidae: Corynoporella n. g. (1 Art). — Neu C.
tenuis.
Corynoporella n. g. : Sterns slender, consisting of cells disposed in single
series and facing one way, dichotomously branched; zooecia more or less clavate,
each cell originating from the dorsal surface of the one beneath it, immediatly
below the summit, elougate, the inferior portion (from a little below the aper-
ture) mach attenuated, tubulär; aperture at the top of the cell, occupying a
small Proportion of its length. Avicularia articulated, attached to the side of
the aperture.
Fam. Cellulariidae: Cellularia (1 Art).
Fam. Cribrilinidae: Membraniporella (1 Art). — Neu M.
crassicosta.
Fam. Membran iporidae: Membranipora (1 Art).
Fam. Escliaridae: Escharoides (1 Art); Porella (3 Arten). —
Neu P. proboscidea und var. plana der P. Skenei Ellis und
Sol.; Mucronella (1 Art); Smittia (1 Art).
Fam. Pedicellinidae: Barentsia (1 Art). — Neu B. major.
The Polyzoa of the St. Lawrence: a Study of Arctic Forms;
in: Ann. Mag. Natur. Eist. 6. Ser. Vol. I; vag. 214—227 mit
Taf. XIV und XV.
A. Agassiz giebt eine Uebersicht über einige interessantere
Bryozoen der Expedition des „Blake". Abgebildet sind Crisia denti-
culata, Diastopora repens, Farciminaria delicatissima, Membranipora
canariensis, Cellularia cervicornis, Caberea retiformis, Vincularia
abyssicola, Escharipora stellata, Tessadroma boreale, Hippothoa bia-
perta, Cellepora margaritacea, Biflustra macrodon, Porina subsulcata,
Retepora reticulata und Heterepora spec. (Fig. 323—337). (Three
Cruises of the United States Coast and Geodetic Survey Steamer
„Blake"; Vol II — Bryozoa pag. 78—83).
106 Dr. W. Michaelseii:
Folgende Arbeiten blieben dem Referenten unzugänglich:
W. Heape: Preliminary Report upon the Fauna and Flora of
Plymouth „Sound; in: „J. Mar. Biol. Ass. Nr. 11; pag. 186 — 187''.
74 Species Polyzoa.
L. Joliet: Etudes anatomiques et embryologiques sur le Pyro-
soma giganteum, suivies de recherclies sur la Faune des Bryozoaires
de Roseoff et de Menton. Paris 1888, 8., 116 S. und 5 Taf.
2. Süsstvasser-Formen.
Th. Shepheard veröffentlicht einige biologische Notizen über
Süsswasser-Bryozoen (The Development of the Freshwater Polyzoa;
in: Ilardwicke's Science- Gossip, Vol. XXIV, pg. 107 — 109).
J. Jullien wendet sich gegen verschiedene Stellen in K.
Kraepelins. ,,Die Deutschen Süsswasser-Bryozoen, eine Monographie"
(siehe diese Zeitschrift Jg. 1888, Bd. II, H. 3 pag. 32). Der wesent-
lichste Gegensatz liegt in den Anschauungen über das Verhältnis
zvidschen den Gattungen FredericeUa und Plumatella und über die
der Benennung der Arten sowie verschiedener Körperteile der Bryo-
zoen. Zum Schluss giebt JuUien eine Liste neuer Fundorte für Süss-
wasser Bryozoen in Frankreich. (Sur quelques Bryozoaires d'eau
douce; in: Mem. Soc. zool. France, 1888; pag. 281—244).
J. Whitelegge veröffentlicht eine Notiz, betreffend die Ent-
deckungsgeschichte des austrahschen , von Ridley beschriebenen
Lophopus; in: Ann. Mag. Natur. Hist. 6. Ser. Vol. I; pag. 62.
S. Ridley spricht seine Zustimmung zu Whitelegges Berich-
tigung aus. — Note on Lophopus Lendenfeldi; in: Ami. Mag.
Natur. Hist. 6. Ser. Vol. /; pag. 159—160.
Fr. Braem hat auch Plumatella fruticosa Allm. und P. punc-
tata Hancock var. prostrata Krpl. im Osten Deutschlands (erstere
bei Danzig, letztere im Pregel) nachgewiesen. Braem hält die von
Kraepelin innerhalb der Art P. princeps vereinigten P. fruticosa
Allman und P. emarginata Allm. für gesonderte Arten; dagegen
will er die amerikanische Varietät von Cristatella (C. Idae) mit der
deutschen (C. genuina) vereinen. (Untersuchungen über die Bryo-
zoen des süssen Wassers in: Zool. Anz. No. 288 und 289; pag. 503
bis 509 und 533 — 539. — Auszug in: Journ. R. microsc. Soc.
London; 1888, P. 6, pag. 937—938).
Ueber A. Wierzejski: 0 mszywiolade Krajowych. (lieber
Krakauer Bryozoen); in: Srawozd. Kom. fizyjogr. XXI (2), pag. 95
bis 110.^' kann der Referent nichts aussagen.
C. Palaeontologie.
W. F. Cooper: Tabulated List of Fossüs known to occur in the "Waverly
of Ohio (Bull. Denison Univ. V. IV, pag. 129—130).
R. Etheridge: Fossils of the British Islands, stratigraphically and zoolo-
gically arranged. V. I, Palaeozoic. Oxford, (pag. 71—73, 147, 148, 245-250, 358,
359, 411, 412, 457 u. 458).
Jahresbericht über die Brj^ozoen für 1888. • 107
A. r. Foerste: Sections of Fossils (Science V. XI, pag. 22).
Gautier u. Lambert: Notes pour servir ä Thistoire du terrain de craie dans
le sud-est du bassin angloparisien, par M. A. Perou (Bull. Soc. Yonne; V. XLI,
pag. 145-366).
J. Hall: Description of new species of Fenestellidae of the Lower Helder-
berg, with explanations of plates illustrating species of the Hamilton Group
described in the report of the State Geologist for 1886 (41. Annual Report New
York. Mus,; pag. 9, mit Taf. TIH— XV),
J. Hall u. G B. Stimpson: Palaeontology of New York; VI Corals and
Biyozoa, containing descriptions and figures of species from the Lower Helder-
berg, Upper Helderberg and Hamilton Groups; Albany 1887, 298 pag. und
66 Tafeln.
J. r. James: Sections of Fossils, (Science V. XI; pag. 50).
P. F. Kendall : The Pliocene Fossil Polyzoa (Tr. Manch. Microsc. Soc. 1887 ;
pag. 29—34).
C. ß. Keyes: On the Fauna of the Lower Goal Measures of Central Jowa
(Proc. Acad. Philadelphia, 1888; pag. 225— 226 mit Taf. XH).
D. F. OeWert: Descriptions de quelques especes devoniennes du departe-
ment de la Mayenne (Bull. Soc. Angers V. XVII; pag. 104—109),
A. Stückenberg: Koralli e Inshanke oerkhnyago yarusa Srednerusskago
Kammenougoluago ezoestnyaka (Prot. Kasan Univ. N. 92).
Derselbe : Anthozoeu und Bryozoen des oberen Mittelrussischen Kohlenkalks
(Mem. Comit. Geolog. V. V).
E. 0. Ulrich: List of the Bryozoa of the Waverly Group in Ohio (Bull.
Denison Univ. V. IV; pag. 61—96, mit Taf. XIII— XIV).
Yine: Notes on the Polyzoa of Caen and Ranville now presented in the
Northampton Museum (J. Northampton Soc. V. V; pag. 1-24).
Derselbe: Notes on the Polyzoa of the Wenlock Shales; P. 1. (P. Yorks.
Geolog. Polyt. Soc. V. IX; pag. 179—201, mit Taf. XII).
Derselbe: Note on the Palaeontology of the Wenlock Shales of Shropshire ;
(P. Y^orks. Geolog. Polyt. Soc. V. IX; pag. 224—248).
Derselbe: Notes on Classifications of Cyclostomatous Polyzoa, old and new
(P. Yorks Geolog. Polyt. Soc. V. IX; pag. 346-362).
J. Yonng: On the Structure of Fistulipora incrustans Phill. (F. minor Mac
Coy) (Ann. Mag. Nat. Hist. 6. ser. V. I, pag. 234-247).
Bericht
über die
Bracliiopoden-Literatur des Jakres 1888.
Von
Dr. A. CoUin (BerKn).
Literatur -Verzeichnis*).
Agassiz, A. Three cruises of the United States coast and
geodetic siirvey steamer „Blake" in the gulf of Mexico, in Caribbean
Sea, and along the Atlantic coast of the United States, from 1877
to 1880. London 1888, 8«, 2 Vols., XXII, 314 & 220 pp.; 545 Figg.
— Auch in: Bull. Mus. comp. Zool. Harv. Coli. XIV, XV (Brachiop.
Vol. II, pp. 75—77, Figg. 313—322).
Davidson, Th. A Monograph of Recent Brachiopoda. Part III.
— Trans. Linn. Soc. London. Zool. (2) IV, pt. 3, pp. 183—248,
Taf. 26—30.
Grieg, James A. Undersoegelser over dyrelivet i de vestlandske
Fjorde. — Bergens Mus. Aarsber. for 1887, Bergen 1888, III, 13 pp.
(Brachiop, p. 5).
Heape, W. Preliminary Report upon the Fauna and Flora of
Plymouth Sound. Journ. Mar, Biol. Assoc. II, pp. 153—193 (Brach,
p. 185).
Heath, A. (Miss). Notes on a tract of modified Ectoderm in
Crania anomala and Lingula anatina. Proc. Biol. Soc. Liverpool II,
pp. 95—104, Tf III— V. — Referat nach: Journ. R. Micr. Soc. 1889,
pp. 48—49.
Holm, T, Beretning om de paa Fyllas Togt i 1884 foretagne
zoologiske Undersoegelser i Groenland, 8°, 19 pp.
Keep, J, West Coast Shells. A famihar description of the
Marine, Fresh-water, and Land Mollusks of the United States, found
west of the Rocky Mountains. San Francisco, 1888, 8", 230 pp.,
1 Taf., 181 Figg. (Brachiopoda pp. 214—215).
*) Bezüglich der fossilen Brach, verweise ich auf die Referate des
„Neuen Jahrbuches für Mineralogie''.
Dr. A. Collin. 109
Lanff, A. Lehrbuch der vergleichenden Anatomie. I. Abth., 8<^,
Jena, 1888 (Brachiopoda pp. 184—185, 190, 195—196, 203, 207 bis
208, 209, 214, 225, 247, 256, 265, 276—277 mit Abbildungen).
Lo Bianco, S. Notizie biologiche riguardanti specialmente ü
periodo di maturitä sessuale degli animali del golfo di Napoli. —
Mitth. Zool. Stat. Neapel VIII, pp. 385—440 (Brachiop. pp.405— 406).
Marsiiall, J. T. (1) On Terebratula papulosa Marshall. Journ.
of Conch. V, Nr. 9, p. 278.
Derselbe. (2) Argiope decollata at Scilly. Ebenda Nr. 12,
pp. 361—362.
Norman, A. M. Museum Normanianum, or a Catalogue of the
Invertebrata of Europe and the Arctic and North Atlantic Oceans,
which are contained in the Collection of the Rev. Canon A. M. Norman.
IV. Mollusca marina. V. Brachiopoda. Printed for private distribution.
Durham, 1888, 8°, 30 pp.
Rolleston, 0. Forms of Animal Life. A Manual of Compara-
tive Anatomy, with Descriptions of Selected Types. 2^^ edition, revised
and enlarged by W. Hatchett Jackson. Oxford, 1888, 8», XXXII
& 937 pp., 14 Tafeln; Holzschnitte (Brachiop. pp. 692 — 703).
Servain, G. Catalogue des coquilles marines recueillies ä Con-
carneau et dans la Baie de la Forest (Finistere). Lyon, 1888, 8",
129 pp. (Brachiop. pp. 128—129).
Vogt, C. und Yung, E. Traite d' Anatomie comparee pratique,
80, Paris, 1888, Tome I. (Brachiop. pp. 690—724, Fig. 324—336).
Allgemeines, Anatomie, Biologie etc.
Gesammte Anatomie (Lang).
Allgemeine Anatomie, mit besonderer Darstellung derselben an
Terebratula vitrea Born, nebst Literaturverzeichnis (Vogt u. Yung).
In der Schlusslieferung der Monographie der recenten Brachio-
poden behandelt Davidson die Genera Crania, Discina, Subgen.
Discinisca, Lingula und Subgen. Glottidia (cf. Brachiop. -Ber. für 1886
und 1887).
Heath fand an den Seiten der Tentakeln und der Tentakelfalte
bei Crania und Lingula Strecken von modificirtem Epithel, welche
sich in das subepitheliale Gewebe einsenken. Diese cylindrischen
Epithelzellen sind nach unten in lange farblose Fäden ausgezogen
und stehen durch dieselben oft mit den Ausläufern von darunter
liegenden sternförmigen Zellen in Verbindung. H. spricht diese
Epithelstrecken als Sinnesorgane an.
Argiope cuneata (Risso) und neapolitana (Scacchi) bei Neapel
mit Eiern und Larven im Februar gefunden, leben bis über 100 m
tief. Terebratula vitrea Lm. findet sich ebenfalls über 100 m tief
auf festen Gegenständen angeheftet (Lo Bianco).
Ueber Tiefenverbreitung amerikan.-atlant. Arten vergl. unten
Agassiz.
110 Dr. A. Co 11 in: Bericht etc.
Faunistik.
Norwegen: HardaDgerfjorcl (Mosterhavn): Crania anomala Müll, gemein.
Waldheimia cranium Müll, gemein.
Terebratulina caput-serpentis L. sehr häufig zwischen Schwämmen (50 bis
80 Faden) (Grieg).
Scilly-Inseln: Ärgiope decollata (Chemn).
(Verbreitung Mittelmeer, atlant. Küste von Spanien, SW.- Frankreich,
Adriatisches, Aegäisches Meer, Madeira, Canarische Inseln, in Tiefen von 18
bis 130 Fad.)
Argiope cistellula (S.Wood) (Marshall [2]).
Ostküste von Nordamerika und Golf von Mexico:
Terebratula cubensis Poui't., Havana und Florida-Riff, 100—270 Fad., auf
felsigem Boden gemein.
Waldheimia floridana Pourt. zwischen 100 und 200 Fad, geraein.
Terebratulina cailleti Crosse, bis 500 Fad. tief, weniger häufig.
Terebratulina caput-serpentis (L.), längs der Küste der Ver. Staaten.
Platydia anomioides (Scacchi) 237 Fad.
Crania pourtalesi Dali (von Pourt. gesammelt).
Discina atlantica King, in Tiefen von über 2000 Faden (Agassiz).
Systematik.
Terebratula papulosa Marshall, nicht recent, sondern mit Terebratulina
striata Orb. (aus der Kreide) identisch (Marshall [1]).
Bericht
über
die wissenschaftliclieii Leistungen in der NatiirgescMchte der
Echinodermen im Jahre 1888.
Von
Dr. Maximilian Meissner (Berlin).
I. Verzelchniss der Publicationen*).
Agassiz, A. Three cruises of the U. S. coast a. geodetic sur-
vey steamer „Blake" in the gulf of Mexico, in the Carribean sea
and along the Atlantic coast of the U. S. 1877 — 80. Bull. Mus.
Comp. Zool. Harvard College. Vol. 14 u. 15. Cambridge. — Auch
separat, London, 1888. 2 Vol.
Populär. Echinodermen vol. IL (resp. 15.) pp. 84—127. Abbild,
von Tiefsee-Typen der Klasse: Fig. 338— 421a. In vol. I (resp. 14.)
bei der pelagischen Fauna Ech.- Larven abgebildet.
Barrois, Th. Liste des Echinoderaies recueillis aux A^ores
durant les mois d'aoüt et septembre 1887. Revue biolog. du Nord
d. 1. France (Lille) 1. Annee No. 1. pp. 31—33. 2. pp. 69—75. 3.
pp. 109—115.
1. Antedon; 2 Asterias, 1 Asterina, 1 Astropecten, 1 Ophi-
diaster; je 1 Ophiothrix, Ophioglypha, Amphiura, Ophiocoma; je
1 Centrostephanus, Arbacia, Strongylocentrotus , Echinus, Sphaer-
echinus, Echinocardium, Brissus; 1 Holothuria. Diese von Ludwig
bestimmten Arten sind sämmtlich Mittelmeerspecies mit Ausnahme
von Ophiocoma nigra, die in den nordeuropäischen Meeren
heimisch ist. (Siehe unten auch Simroth; d. Azorenfauna.)
Bell, J. (1) On the Echinodermata of the sea of Bengal. Rep.
57. meeting Brit. Assoc. for the advanc. of sc. 1888. p. 716.
Ausführhche Aufzählung der Echinoderm. d. Bengal. Meeres in
Proc. Zool. Soc. London III. 1888 p. 387—389. [vergi. Bericht 1887.
p. 73]. (cf. auch Döderlein Echinod. v. Ceylon.)
*) Bezüglich der fossilen Echinodermen verweise ich auf die Referate im
Neuen Jahrbuch für Mineralogie.
112 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
Bell, J. (2) Notice of a remarkable Ophiurid of Brazil. Ann.
and Mag. Nat. Hist. (6) I. 1888 pp. 368—370. - Ausz.: Journ.
Roy. Micr. Soc. 1888 p. 591.
Ophionephthys (?) sesqiiijjedalis n. sp. von Itamaraca bei Per-
nambuco, Brasilien; zeichnet sich durch die ungeheure Länge der
Arme im Verhältniss zum Durchmesser der Scheibe aus. Bei Ophio-
thrix longipeda, die bisher die grössten Arme aufwies, ist dies Ver-
hältniss 1 : 18, bei der n. sp. 1 : 37,5, da Diskusdurchmesser = 4 mm,
während die Arme =150 mm lang.
Bell, J. (3) Notes on Echinoderms collected at Port Philip by
Mr. J. Bracebridge Wilson. Ebenda: (6) II. 1888 pp. 401—407.
Bei Port Philipp (SO.-Austral.) gefunden: 2 Antedon (beide
neu), 1 Actinometra. — Je 1 Asterias, Plectaster, Nectria, Tosia,
Palmipes, Asterina, Patiria, Astropecten. — Je 1 Pectinura, Ophio-
thrix, Ophiomyxa. — 1 Goniocidaris, 2 Amblypneustes, 1 Micro-
cyphus, 2 Strongylocentrotus, 1 Lovenia. — Je 1 Molpadia, Cucu-
maria, Colochirus und 2 od. 3 Holothuria. — Vorl. Mittheilg., da
Material besonders d. Holoth. noch nicht ausreichend zur genügend.
Beschreibg. mehrerer wahrscheinlich n. sp.
Bell, J. (4) Descriptions of four new species of Ophiurids.
Proceed. Zoolog. Soc. (London) 1888. III. pp. 281—284 pl. XVI.
Schon im vorjährigen Bericht p. 74 besprochen.
Bell, J. (5) Report on a coUection of Echinoderms made at
Tuticorin, Madras, by Mr. Edg. Thurston. Ebenda: III. pp. 383—389.
Schon im vor. Bericht besprochen p. 73.
Bell, J. (6) A note on Echinaster decanus M. T. Proc. Linn.
Soc. N. South Wales 1888 (2) II. 4 pp. 1074—1075, cf. Amer. Natura-
liste XXII p. 360.
Ech. dec. von Port Jackson (SO.-Austr.).
Brock, J. Die Ophiuriden - Fauna des indischen Archipels.
Ztschr. f. wiss. Zool. XL VII (3). pp. 465—539.
Br. sammelte bei Amboina und bei den beiden Koralleninseln
Pulo Edam u. Nordwaachter Eiland bei Batavia 60 Ophiuren-
arten, darunter sind 3 neue Genera und 17 neue Arten (incl. der
von Ludwig s. d. (1) beschriebenen Ophiopteron elegans); hierzu
kommen noch 2 neue Species der Göttinger Sammlung, die Verf.
beschreibt. Am Schlüsse ist die bisher bekannte Ophiuridenfauna
des indisch pacifischen Oceans zusammengestellt, es sind 132 Arten,
die sich durch Einziehung unhaltbarer auf ca. 120 verringern werden,
d. s. ca. 40 7o aller bisher bekannten Flachwasserformen, ein neuer
Beweis für den ungeheuren Reichthum der indischen Litoralfauna. —
Bestimmungstabellen der bekannten Arten der Gattungen: Ophiolepis,
Ophioconis, Ophionereis, Ophiarachna, Ophiomastix und Ophiomyxa,
sowie solche der indopacifischen Species von Amphiura, Ophiocnida
und Ophiothrix. — cf. System.
Bury, H. (1) On the early stages in the development of Antedon
rosacea. Rep. 57. meeting Brit. Assoc. for the advaoc. of sc. London
888 p. 735. — cf. (2).
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. 113
Bury, H. (2) The early Stages in the development of Antedon
rosacea. Phil. Transact. Roy. Soc. (London) CLXXIX. 1888 pp. 257
bis 301 pl. XLIII— XLVII. — Ausz.: Proc. Roy. Soc. London Bd. 43
pp. 297—299 und Journ. Roy. Micr. Soc. 1888 p. 232 und Nature
37. Bd. p. 287.
Verf. stellt seine Hauptresultate in Folgendem zusammen: Das
M esoblast entsteht aus den Wänden des Urdarms nach der Ein-
stülpung. — Der Blastoporus schliesst sich sehr früh [am 3. Tage]
am oder in der Nähe des hinteren Pols. — Der Urdarm bildet
4 Coelomtaschen , 1) die vordere Leil)eshöhle, 2) das Hydrocoel,
3) u. 4) die rechte und linke Leibeshöhle. — Das Hydrocoel bildet
einen Ring auf der Ventralseite des Darmkanals und öffnet sich
später vermittelst des Wasserschlauchs (water tube) in die vordere
Leibeshöhle, welche mit der Aussenwelt durch den Wasserporus
communicirt. — Die rechte und linke Leibeshöhle werden zur
vorderen resp. hinteren und später zur aboralen resp. oralen. Aus
der ersteren entsteht das gekammerte Organ [Blutgefässsystem]. —
Nach Festsetzung der Larve mit Hülfe des „präoralen Grübchens"
stülpt sich der Mund der Larve ein und bildet das Vestibulum, das
an das hintere Ende gerückt ist. — Das axiale Organ [sog. Herz]
wächst von dem Stiele auf in der Axe des Körpers. — Ausser den
schon aus früheren Beschreibungen bekannten Skeletttheilen werden
3 „Unterbasaistücke" [Infrabasalia] gebildet, die mit dem ersten
Stielgliede verschmelzen [sie bilden also zusammen das Centrodorsal-
stück]. Der After öffnet sich in demselben Interradius, wie der
primäre Wasserschlauch (Steinkanal). — Zum Schluss stellt Verf.
noch in einem Addendum die Abweichungen seiner von Barrois'
[Recueil Zool. Suisse IV. cf. Bericht 1886 und 1887] Resultaten zu-
sammen.
Carpeuter, P. H. (1) Report upon the Crinoidea collected
during the voyage of H. M. S. Challenger. Part. II. The Comatulae.
Ghali. Rep. ZooL Vol. XXVL pp. 1—357 pl. I— LXX. 6 Holzschnitte.
— Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1888 p. 962 und Ann. Nat. Hist. (6)
III p. 504—510.
Garp. bespricht nach einer allgemeinen Einleitung das Centro-
dorsale und den Galyx und giebt eine Uebersicht über die geogr. u.
bathymetr. Verbreitung, der sich ein Abschnitt über die geolog. Ge-
schichte der Gomat. auschliesst. Ueber das übrige cf. System.
Carpeuter, P. H. (2) Report on the Comatulae of the Mergui
Archipelago collected by Dr. J. Anderson. Linn. Soc. Journ. Zool.
Bd. 21 pp. 303-316. 2 Tfln.
5 Antedon (1 neu), 1 Actinometra (neu), cf. System.
Carus, J. V. Echinodermata-Litteratur: Zool. Anz. XL 1888.
pp. 3—4 und 406—408.
Cuenot. L. (1) fitudes sur le sang, son role et sa formation
dans la serie animale. 2^ partie: Invertebres. Arch. zool exper. (2)
V. 1887 p. XLHI.
Arch. f. Naturgescli. Jahig.1889. Bd.n. H.3. 8
114 Dl". Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
Verf. bestreitet das Vorkommen von Hämoglobin bei den Echino-
dermen; das albuminogene Ferment von gelber Farbe findet sich in
den Amoebocyten die in einer Flüssigkeit schwimmen, welche aus
reinem Meerwasser besteht, in dem nur eine geringe Menge von
Albumin gelöst ist. Diese Amoebocyten sind also die einzigen
nährenden Theile in der Blutflüssigkeit der Echinodermen.
Cuenot, L. (2) Contribution ä l'^tude anatomique des Asterides.
Ebenda: V. (Tome supplementaire) 1887 pp. 1—144, Tfl. 1—9.
Verf. giebt eine ausführliche anatomisch-histiologische Uebersicht
der Ästenden mit Berücksichtigung der bisher bekannten Unter-
suchungsresultate. Er bespricht zuerst das Bindegewebe und die
Musculatur, sodann das Integument, die Hautkiemen (,,branchies
lymphatiques"), die Pedicellarien und die Autotomie. Es folgen die
Capitel über den Verdauungstractus , das Nervensystem, die Blut-
flüssigkeit das Ambulacralgefässsystem, das Blutgefässsystem , die
geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung. Einige kurze
die Systematik, geograph. Verbr. und die Verwandtschaftsverhältnisse
der Echinodermenabtheilungen zu einander berührende Bemerkungen
bilden den Schluss der schönen Abhandlung. — Die von Cuenot
untersuchten Species sind folgende aus dem Canal (Roseoff & Banyuls
sur mer): Asterias glac, rubens, sp.; Cribrella oculata; Echinaster
sepos.; Solaster papp.; Asterina gibb. ; Palmipes membran. ; Astro-
pecten aurant., spinulosus, squamatus, platyacanth. ; Luidia ciharis
— und aus dem rothen Meer (Obock und Gubbet Kharab): Ophi-
diaster chinensis ; Asterina wega ; Culcita coriacea ; Pentaceros turritus ;
Gymnasteria carinifera; Astrop. hystrix.
Cuenot, L. (3) Etudes anatomiques et morphologiques sur les
Ophiures. Ebenda: VI. 1888 1. pp. 33—82 pls. HI— V. — Ausz.:
Journ. Roy. Micr. Soc. 1888 p. 958.
Verf. giebt eine genaue anatomische Uebersicht über den
Ophiurenkörper immer im Vergleich mit den Asterien. Er bespricht
das Tegument, die Autonomie und den Verdauungstractus. Es folgen
die Beschreibung des Nervensystems [vergl. Ber. 1887], die Blut-
flüssigkeit [cf. Cuenot (1)], das Ambulacral- und Gefässssystem, die
Geschlechtsorgane und Angaben über die Fortpflanzung. — In einem
kurzen systematischen Abschnitte tritt Verf. für die Gleichwerthigkeit
der beiden Unterklassen der Asteriden und Ophiuriden ein und
verwirft die Zusammenziehung beider in eine Unterklasse der
Asteroidea. Nach Verf. ist Ophiothrix versicolor Apostolides = 0.
rosula Forb. — Seine Resultate stellt er in Folgendem zusammen:
Die Ophiuren zeigen gewisse Charactere sehr junger Asterien,
hauptsächlich im Verdauungstractus, Ambulacral- und Gefässsystem,
welche beinahe denen junger Astropecten oder Luidien nachgebildet
zu sein scheinen, wenn diese in dem Augenblick verglichen werden,
wo bei ihnen der Steinkanal erst einen einzigen Porus hat und der
Darm noch keine drüsigen Anhänge besitzt. — Die Ophiuren sind
von den Asterien in der Hinsicht verschieden, dass bei ihnen (Oph.)
die Kalktheile die Ambulacralrinne vollständig bedecken;
in der Naturgeschichte der Echiuodermen im Jahre 1888. 115
das Nervensystem ist höher entwickelt und mehr differenzirt. —
Die Euryaliden bieten neben sehr zaHreichen den Ophiuren eigen-
thümlichen Characteren bemerkenswerthe Vollkommenheiten
des Ambulacralsyst. (Madrepo renplatte), des Gefässsyst. (Gefässe
der eiförmigen [Lymph-JDrüse und des Oesophagus) und des
Nervensyst. (Nervenäste am Oesophagus) dar.
Döderleiu, L. Echinodermen v. Ceylon. Ber. üb. d. von d.
Herrn D" Sarasin gesamm. Asteroidea, Ophiuroidea u. Echinoidea.
Zool. Jahrb. Abth. f. Syst. etc. III. 1888 p. 821—846, Tfl. 31—33.
I. Asteroidea: 1 Acanthaster, 1 Pteraster, 1 Asterina, 1 Dis-
asterina (neu), 1 Linckia, 2 Fromia, 2 Scytaster, 1 Goniodiscus,
1 Pentaceros, 1 Culcita, 1 Gymnasteria, 3 Astropecten (2 neu),
1 Luidia. — IL Ophiuroidea: 2 Pectinura, 2 Ophiolepis, 2 Ophio-
coma, 1 Ophiarthrum, 1 Ophiomastix, 1 Ophiothrix, 1 Ophiocnemis.
— III. Echinoidea: 1 Diadema, 1 Astropyga, 1 Asthenosoma [neu
cf. Sarasin (5)], 1 Echinometra, 1 Stomopneustes, 1 Pseudoboletia,
1 Echinostrephus, 1 Microcyphus, 2 Salmacis, 1 Echinus, 1 Toxo-
pneustes, 1 Tripneustes, 1 Laganum, 2 Echinodiscus, 1 Maretia,
1 Lovenia. — Zusammenstellung der bis jetzt bekannten Echino-
dermenfauna von Ceylon (excl. Holoth.): 19 Asteroidea, 17 Ophia-
roidea und 24 Echinoidea (cf. Bell, Echinod. d. Bengalischen Meers).
Duncan, P. M. On some points in the anatomy of the Temno-
pleuridae. Ann. and mag. Nat. Hist. (6). 1. 1888 p. 109 — 131,
pl. XL
D. beschreibt eingehend die Structur der Ambulacralplatten von
Temnopleurus, Salmacis, Mespilia, Microcyphus, Amblypneustes und
Holopneustes und giebt zu jeder Gattung Abbildungen der aus
3 kleineren Plättchen zusammengesetzten Ambulacralplatte der je-
weiligen Hauptspecies mit den 3 Paaren von Porenkanälen, die von
aussen nach dem Inneren der Schale zu divergiren, „Diese so-
genannte paarige Anlage und Divergenz der Ambulacralporen hat
nicht die geringste physiologische Wichtigkeit und ob zwischen den
Poren auf der Aussenseite der Schale eine Grube liegt oder ein
Körnchen oder Knötchen sich erhebt, kann für eine natürliche Ein-
theilung nicht als Unterscheidungsmerkmal dienen." — Verf. bespricht
dann noch die Muskelzusammensetzung der primären Stacheln, die
Histologie der Kiemen (Abb. entkalkter und unentkalkter K.), Am-
pullen und Füs-chen der Temnopleuriden.
Diiucan, M. & Sladeu, P. On the Echinoidea of the Mergui
Archipelago, coUected for the Trustees of the Indian Museum,
Calcutta by Dr. J. Anderson. — Linn. Soc. Journ. Zool. Bd. 21
p. 316—319.
1 Temnopleurus, 3 Salmacis, 1 Laganum, 1 Arachnoides. Keine
n. sp. Die aufgezählten sind bekannte indische Arten.
Duiiiam, H. E. (1) The emigration of amoeboid corpuscles in
the starfish. — Proc. Roy. Soc. London. Bd. 43 1888 p. 327—330
Taf. 3.
116 Dr. Maximilian Meissner: Bericlit üb. d. wissensch. Leistungen
Bei Aster, rubens wurden die Farbepartikelchen von chinesischer
Tusche oder präcipitirtem Anilinblau, die in die Leibeshöhle injicirt
wurden, von den amoeboiden Zellen, die in der Cölomflüssigkeit
schwimmen, aufgenommen und durch die Wandungen der Kiemen-
bläschen nach aussen befördert. Auf demselben Wege wandern
auch die „sphaemh'ferous cotytfsdes'' [Plasma -Wanderzellen] nach
aussen.
Durham, H. E. (2) Note on the madreporite of Cribrella
ocellata. — Ebenda p. 330—332. 2 Holzschn.
Beschr. zweier verticalen Längsschnitte durch das Madreporen-
system einer Cribr., bei der 2 Madreporenkanäle mit dem schlauch-
förmigen Kanal in Verbindung stehen, während die anderen in den
Steinkanal münden.
Edwards, Ch. L. Notes on the development of Holothuria.
Americ. NaturaHst Bd. 22 1888 p. 845.
Vorl. Mitth., cf. Bericht 1889.
Fewkes, J. W. On the development of the calcareous plates
of Asterias. Bull. Mus. Comp. Zool. Harvard Coli. Vol. XVII No. 1
1888, p. 1—56, Tfl. I— V. Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1889, p. 61
bis 62. — cf. Amer. Naturaliste XXII, p. 1030.
Verf. fasst seine Resultate in Folgendem zusammen: 1. Die
ersten Platten, die in dem jungen Ast. entstehen, sind die Terminalpl.
Die Platten sind einfach (nicht gebildet durch Zusammenschmelzung
von mehreren Verkalkungen). Sie bilden eine Schutzkappe, die die
frisch gebildeten Ambulacralpl. , Interambulacralpl. und möglicher-
weise Marginalpl. schützt. — 2. Die Genitalpl. entstehen nach den
Terminalpl, Die Genitalplatte, welche nahe der Madreporenöffnung
liegt, tritt nicht immer früher auf und ist nicht immer grösser als
die anderen Genitalpl. — 3. Der Madreporenkörper , Madreporen-
platte, ist eine späte Bildung (nach den Rudimenten des Steinkanals).
— 4. Die Dorsocentralpl. entsteht nach den Terminal- und Genitalpl.
aber vor allen Platten der Bauchseite. — 5. Die ersten Platten,
die sich im Körper nach den Genitalpl. bilden, Hegen radial in
einem Kreise zwischen den Genitalpl. Der 2. Kreis ist ebenfalls
radial um diesen ersteren Kreis oder die Radialpl. gelagert. Ein
dritter innerer Kreis erscheint vor den Interradialpl. — 6. Die erste
Platte im äusseren Kreise um die Genitalpl. ist die erste Dorsalpl.
der Arme. Diese PI. („Radial" — Sladen) bleibt, wenn der Arm
des jungen Seesterns vom Körper abgebrochen ist, immer an dem
Arme als Rest. — 7. Die Dorsalpl. oder die Mittel- Reihe der
Platten an der Dorsalfläche des Arms, entstehen peripherisch um
die erste Dorsalpl. (,, Radial") und sind zuerst relativ sehr breit. —
8. Die Dorsolateralpl. erscheinen nicht in derselben Folge wie die
Dorsalpl. (Die älteste Dorsolateralpl. bleibt nicht die nächste am
Körper). — 9. Die Marginalpl. erscheinen nach den Ambulacralpl.
und vor (das ist nicht ganz sicher) den Interambulacralpl. (Adam-
bulacralpl.). 9a. Die oralen Ambulacralpl. sind die ersten PL, die
auf der Bauchseite gebildet werden. Wenn sie erscheinen, sind
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. ]17
schon folgende Verkalkungen auf der Rückenseite vorhanden: 5 Ter-
minal-, 5 Genital-, 1 Dorsocentralpl., 30 Stacheln auf der Terminalpl.
— 10. Die oralen Ambulacralpl. sind zuerst den radiären „culs de
sac" des Wassergefässsystems parallel. Bei ihrem späteren Aus-
wachsen lagern sie sich rechtwinklig zu denselben. Sie sind zuerst
10 an Zahl. — 11. Die interbrachialen Enden der oralen Ambula-
cralpl. des anliegenden Radius (Armsj wachsen gegen einander zu
und bilden 2 parallele Enden in jedem Interradius, von denen jedes
2 Stacheln trägt. Das mittlere Ende von jeder oralen Ambulacralpl.
gabelt sich in einen dorsalen und ventralen Theil. — 12, Alle anderen
Ambulacralpl., ausser den oralen, entstehen mit Axen, die recht-
winklig zur Radiuslinie liegen. Sie bilden sich in der Nähe der
Medianlinie der Armunterseite und wachsen nach der Peripherie hin.
Die adoralen PI. werden zuerst gebildet. Sie gabeln sich in der
Nachbarschaft der Medianlinie. — 13. Die ersten Interambul.-
(Adambul.-)pl. bilden sich nach den correspondirenden Ambulacralpl.
in den Zwischenraum zwischen den Randenden der sich folgenden
Paare derselben. Ihr Centrum der Verkalkung ist von Anfang an
verschieden von dem der Ambulacralpl. — 14. Die Marginalpl. bilden
sich vor (?) den Interambul.-(Adambul.-)pl. — 15. Die ersten Inter-
brachialpl. (zähnetragende PI.) entstehen als herzförmige, interradial
gestellte Verkalkungen, 5 an der Zahl, jede riickenständig gestellt
zu den interbrach, Enden der oralen Ambulacralpl. In einem Falle
wurden 4 primäre beobachtet, diejenige, welche in demselben JR.
mit dem Madreporenkanal liegt, war in ihrer Grösse zurückgeblieben.
Die primären Interbrachialpl. liegen nicht ganz verborgen, wie bei
den Tiefsee-Aster. Wenn die primären (zähnetrag.) Interbrachialpl.
sich bilden, haben folgende PI. zu erscheinen begonnen: 5 Terminal-,
5 Genital-, 1 Dorsocentral-, 10 orale Ambulacral-, 20 Ambulacralpl.
— 16, An der Bauchseite wurde eine embryonale Reihe von Stacheln
oder PI. bei den untersuchten genus und spec. nicht beobachtet. —
Verf. hat beim Vergleichen der Resultate seiner früheren Arb. (cf.
Bericht 1887) über Amphiura mit denen über Asterias folgende An-
schauungen gewonnen: 17. Die Genitalpl, von Asteiias sind als
Homologa der ,,Basalpl." von Amphiura anzusehen. — 18. Die
primäre (zähnetragende) Interbrachialpl. ist homolog den Oralpl.
von Amphiura. — 19. Die Madreporen - Oeffnung ist an 2 nicht
homologen PI. bei Asterias und Amph, gelegen. — 20. Die Genital-,
Dorsocentral-, Dorsal-, Interambulacral- und Terminalpl. sind bei
Amphiura (in gleicher Reihenfolge der Namen) den Basal-, Dorso-
central-, Dorsal-, Lateral- und Terminalpl. homolog. — 21. Die
Ambulacralpl. von Aster, sind homolog den ,, löffeiförmigen PI," von
Amph. — 22. Die „primären und secundären Adambulacralpl." von
Amph. haben keine Homologa unter den Mundpl. bei Aster. —
23. Die Ventralpl. auch nicht, — 24. Das Dorsocentrale und die
Verbindungsstücke der Arme konnten bei Amph. nicht erkannt werden.
Die Homologie der Marginalpl. ist zweifelhaft, sie haben wahr-
118 Dl'- Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
schemlich keine Homologa bei Amph. Möglicherweise sind die
Marginalpl. den Lateral-(Adambulacral-)pl. homolog.
Fleischmann, A. Die Entwicklung des Eies von Echinocardium
cordatum. Ztschrft. f. wiss. Zool. XL VI. 1888, p. 131—142, pt. XIV.
— Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1888, p. 590.
Verf. beschreibt die ersten Furchungsvorgänge, die er in Neapel
an künstlich befruchteten Eiern von Echinocardium cordatum (Penn.)
verfolgte. Das runde Ei wird nach der Befruchtung elliptisch und
nach ca. 90 Minuten tritt die I. Furchungsebene und zwar zuerst
am animalen und erst später am vegetativen Pole auf. Die
Theilungshälften sind also von Anfang an ungleich. Ca. 60 Min.
später erscheint die II. (verticale) und nach weiteren 40 Min. die
III. (äquatoriale) Furchungsebene. Zur weiteren Furchung des
Eies verbinden sich von jetzt an immer 2 Ebenen, von denen der
Verf. die der verticalen parallelen als Orthoplane und die der
äquatorialen parallelen Furchungsebenen als Isoplane bezeichnet.
Nach ca. 45 Min.: IV. und V. Isoplane und zwar tritt IV. wieder
zuerst am animalen Pole auf; VI. und VII. Orthoplane und VIII.
und IX. Isoplane. Die folgenden Theilungsebenen konnte Verf. nicht
mehr so genau verfolgen, er geht deshalb sogleich zur Darstellung
der Mesenchymentwicklung über. Nach Ablauf der Furchung streift
die entstandene Blastula die Dotterhaut ab und beginnt an der
Oberfläche des Wassers ein freies Leben zu führen. Alsbald treten
am vegetativen (oralen) Pole die 4 LTrmesenchynizellen auf, die wahr-
scheinlich die letzten deutlichen Reste der vegetativen Polzellen sind.
Die Urmesenchymzellen schnüren in das Innere der Blastula hin
die eigentlichen Mesenchymzellen ab, die sich dort beiderseits in
2 parallelen Reihen ordnen. Die Keimstätte des Mesenchyms sind
also die am oralen Pole gelegenen Urmesenchymzellen [gegen Bergh
und Greeff]. Aus der Blastula entwickelt sich durch Einstülpung
die Gastrula und weiter in gewöhnlicher Weise der Pluteus. — ,,Das
Ei von Echinocardium liefert ein ausgezeichnetes Beispiel für die
„„aequale Furchung mit polarer Differenzirung"" [Selenka]."
Am Schlüsse der Arbeit giebt Verf. eine ^,übersichtliche Zusammen-
stellung" der bisher bei den Echinodermen bekannten Furchungs-
weisen. — Die Tafel enthält neben Abb. von Furchungsstadien auch
eine solche eines Pluteus 115 Stunden nach der künstlichen Be-
fruchtung.
Grifflths, A. B. Further researches on the physiology of In-
vertebrates. Proceed. Roy. Soc. (London) XLIV. 1888, p. 325—327.
— Ausz.: Journ. Roy^ Micr. Soc. 1888, p. 958. — cf. Amer. Natura-
liste XXII, p. 746.
In dem klaren Secretionssafte der 5 Älagentaschen von Asterias
rubens wurde chemisch und mikroskopisch Harnsäure constatirt.
Harnstoff, Guanin und Calciumphosphat konnten darin nicht entdeckt
werden. Verf. spricht deshalb den 5 Magentaschen der Ästenden
Nierenfunktion zu.
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. 119
Grisard, J. Etoiles de mer comme engrais. — Bull. soc. nationale
d'acclimatation de France, (4), Tome V, 35. Jhrg. Paris 1888, 8».
Seesterne werden als Dünger in Holland zur Cultur von Blumen-
kohl und im Boulonais mit Erfolg zur Cultur von Kartoffeln an-
gewendet, 3 — 4 Seesterne auf 1 qm.
Hamann, 0. Vorläufige Mittheilungen zur Morphologie der
Crinoiden. 1. Das Nervensystem. Nachr. d. Kgl. Ges. d. Wiss. zu
Göttingen, 1888, No. 5, p. 127—131. — Ausz.: Journ. Roy. Micr.
Soc. 1888, p. 432.
Verf. unterscheidet ein epitheliales (subepitheHaler Nervenplexus
Ludwig's u. a.) und ein in der Bindesubstanz gelagertes Nerven-
system. Ersteres entspricht dem Schlundring und den Ambulacral-
nerven der anderen Unterklassen. Das letztere zerfällt in den
ventralen (oralen) und in den dorsalen (aboralen) Theil des meso-
dermalen Nervensystems. Während dem epithelialen Plexus ein
Centrum (Schlundring) fehlt, besitzen die beiden Theile des meso-
dermalen ein Centralorgan. Verf. glaubt in Folge dieser Entwicklung
des Nervensystems die Crinoiden als phylogenetisch höchst stehende
Unterklasse der Ech. ansprechen zu müssen.
Hart og:, M. On the true nature and function of the madreporic
System in Echinodermata. Rep. 57. meeting Brit. Assoc. for the
advanc. sc. London 1888, p. 736.
cf. Ref. im Bericht 1887, p. 68.
Haycraft, J. B. und Carlier, E. W. On Invertebrate blood
removed from the vessels and entirely surrounded by oil. Proc. Roy.
Soc. Edinburgh XV. 1888, p. 423-426, Echinod. p. 425.
Seeigelblut, das dem trepanirten Interambulacral-Raum mit einer
in Castor-Oel getauchten Pipette entnommen wurde, hielt sich 30
bis 40 Minuten in diesem Medium (Castor-Oel), ohne zu coaguHren.
Heape, W. Echinoderma in: Prelim. Report upon the Fauna
and Flora of Plymouth Sound.: Journ. of the Marine Biological
Associaton of the United Kingdom. II, p. 167 — 168.
Antedon rosac. — Asterias rub., viol., glac; Asterina gibb.;
Goniaster equestr. ; Solaster papp. ; Porania pulv. ; Astropecten irreg. ;
Cribr. ocul. ; Luidia savign., sarsi. — Ophiura text., alb.; Ophiocoma
negl., filif., granul.; Ophiothrix frag. — Echinus esc, acut.; Echino-
cyamus pus. ; Spatangus purp. ; Amphidetus cord. — Holothuria
nigra; Cucumaria hyndm., pentactes; Ocnus brunn.; Synapta dig. ;
Thyone papulosa. —
Heilprin, A. Contributions to the Natural History of the
Bermuda Islands. Proceed. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1888, pt. 3,
Ech. p. 309—318. 2 Tfln.
3 Holothuria [1 neu], 1 Semperia [neu], 2 Stichopus [beide neu]
— 1 Asterias, 1 Ophidiaster — 2 Ophiocoma, 1 Ophiostigma, 1 Ophi-
actis, 1 Ophionereis, 1 Ophiomyxa — 1 Cidaris, 1 Diadema, 1 Echino-
metra, 1 Toxopneustes, 1 MelKta. Die Ophiuriden hat Ives bestimmt.
— cf. System.
120 Dr- Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
Herouard, E. Les Holothuries de Roseoff et cle Banyuls-sur-
mer. Compte-rend. 16. session (1887). Assoc. Franc, pour l'avanc.
des sc. (publ. 1888) pt. 2, p. 678—680.
Liste der Species: 4 Holothiiria, 1 Stichopus, 1 Colochirus,
2 Ocniis, 5 Cucumaria, 1 Semperia, 2 Thyone, 2 Synapta. — Einige
Bemerkungen über die Bildung der Kalkkörper und das Blutgefäss-
system der neuen Art Colochirus lacazei (schon beschrieben Compt.
rend. Tome CV., p. 234-236, vergl. Ber. 1887, p. 77).
lYes, J. E. On two new species of starfish. Proceed. Acad.
Nat. Sc. Philadelphia 1888, pt. 3, p. 421—424. Holzschn.
Pteraster tesselatus n. sp.
Coronaster hispinosus n. sp.
Jickeli, F. Vorläufige Mittheilungen über das Nervensystem
der Echinodermen : 2. Ueber das NeiTcnsystem der Asteriden. Zool.
Anz. 1888, XL Jahrg., No. 282, p. 339—342. — Ausz.: Journ. Roy.
Micr. Soc, p. 741.
Das Nervensyst. der Ast. besteht nach dem Verf. aus folgenden
Theilen: 1. dem Ambulacralnervensystem, 2. dem subepithelialen
Plexus der Körperoberfläche, 3. dem Lange'schen Nerven und 4.
dem Darmnervensystem, deren feinerer histiologischer Bau be-
schrieben wird.
John, G. Ueber bohrende Seeigel. Dissertation Leipzig 1888,
46 p., L Tfl. cf. Arch. f. Naturg. 1889, L Bd., p. 268—302.
Verf. hat die von Simroth bei seinem Aufenthalt auf den Azoren
losgeschlagenen Gesteinsstücke mit Löchern von Seeigeln untersucht.
Simroth fand um und in den Löchern immer Kalkalgen angesiedelt
und vermuthete einen Zusammenhang zwischen diesen und dem
Bohren der Seeigel. — Verf. giebt den 5 Hauptkapiteln seiner Arbeit
folgende Ueberschriften : L Historisches über Gesteinshöhlen be-
wohnende Seeigel; IL Die Handstücke von den Azoren und aus der
Bretagne; III. Wie und warum bohren die Seeigel; IV. Welche Be-
ziehungen bestehen zwischen den Kalkalgen und den bohrenden
Seeigeln; V. Uebersicht über d. Gesteinshöhlen bewohnenden regu-
lären Seeigel. — Seine Resultate fast Verf. in folgendem zusammen:
„Die in den Gesteinen gefundenen und von Seeigeln bewohnten
Höhlen rühren von diesen selbst her. Der Echinus erzeugt seine
Wohnstätten mittelst seines Kauapparates und sekundär mit Hilfe
der Stacheln durch rotierende Bewegung. Er bohrt sich solche
Höhlungen, um einen Schutz gegen das brandende Meer zu
haben.
Die Kalkalgen, welche die von Seeigeln bewohnten Gesteine
bedecken, lagern sich mechanisch auf das Gestein und haben
keinen Einfiuss auf die chemische Beschaffenheit der Oberfläche
desselben, können daher auch nicht mit dem Entstehen der Echinus-
höhlen in Zusammenhang gebracht werden."
Lov^ii, S. On a recent form of Echinoconidae. Bih. tili Kongl.
Svenska Vet.-Akad. Handl., Bd. 13, Abth. IV, No. 10, p. 1—25, 2 Tfln.
Ausz. : Journ. Roy. Micr. Soc. 1889, p. 67.
in der Naturgeschichte der Echinoderraeu im Jahre 1888. 121
Verf. beschreibt und bildet ab einen recenten Vertreter der
palaeontologisch wichtigen Familie der Echinoconidae, den er früher
(1874 in seinen Etudes sur les Echin. p. 69 Anm.) als Pygaster
relictus aufgeführt hat, er nennt ihn jetzt Pygastrides relictus (Lov.)
Fundort: Caraibisches Meer bei den Virginischen Inseln, 200 bis
300 Faden tief.
Ludwig, H. (1). Ophiopteron elegans, eine neue, wahr-
scheinlich schwimmende Ophiuridenform. Ztschrift. f. wiss. ZooL,
47 Bd., p. 459-464, 1 Tfl. — Uebersetzung : Ann. Mag. Nat. Eist.,
1889, III, p. 44—49.
L. beschreibt hier eine Ophiure, Ophiopteron elegans n. g. n. sp.
[verwandt mit Ophiothrix], die er zwischen den von ihm bearbeiteten
Holothurien des ind. Oceans von Brock [cf. (2)], auffand. Das
Exemplar zeichnet sich dadurch vor allen bisher bekannten Schlangen-
sternen aus, dass jedes Armglied ein Paar grosser Flossen trägt, die
wohl keinen anderen Zweck haben können, als dem Thiere eine
schwimmende Fortbewegung zu ermöglichen.
Ludwig, H. (2). Die von Dr. Brock im Indischen Archipel
gesammelten Holothurien. Zool. Jahrb. Abth. f. Syst. Geog. u. Biol.
3. Bd. 1888, p. 805-820, 1 Tafel.
Aufgezählt werden von Aspidochiroten: 20 Holothuria, (4 neu),
3 Stichopus, 2 Mülleria; von Dendrochiroten: 1 Orcula, 1 Phyllo-
phorus (neu), 2 Pseudocucumis, 1 Actinocucumis, 1 Colochirus; von
Synaptiden: 4 Synapta, 4 Chiridota (1 neu). Die Exemplare
stammen von Amboina resp. von Batavia: s. o. Brock; vergl. auch
System.
Marshall, W. Die Tiefsee und ihr Leben. Nach den neuesten
Quellen gemeinfasslich dargestellt. Leipzig 1888.
Populär. Tiefseeechinodermen. Abb.
Marti^ns, E. von. Vorzeigung eines Echinaster spinosus Retz.
Sitz. Ber. Ges. naturf. Freunde BerHn. Jahrg. 1888, p. 149.
Ueber 100 Jahre altes, noch gut erhaltenes Exemplar, welches
die Gesellschaft !781 von Hofrath Gleditsch erhalten hat.
M'liitosli. Reports from F. B. marine Station of St. Andrews,
III.: Note on Podalirius typicus occaring on Asterias rubens. —
6 ann. Rep. Fish. Board Scotl. part III., p. 274. —
CommensalismusI vergl. Ber. d. Carcinologie 1888, p. 367.
Norniaü, A. M. Museum Normanianum, a catal. of the Invertebr.
of Europe, Arctic. a. Atlantic Oc. — Iloughton le Spring. 1886.
Gedruckt für Privatvertheilg. — Ech. p. 6 — 8.
Crinoidea: 6 - Ophiuroidea: 50 + 3 schrift. zugefugte —
Asteroidea: 55 + 4 MS. — Echinoidea: 134 — Holothurioidea :
189 + 7 MS.
Perrier, E. Sur la collection d'Etoiles de mer recueillie par la
Commission scientifique du cap Hörn. Compt. Rend. Tome 106,
p. 763—765. Ausz.: Amer. Naturaliste XXII, p. 540.
Die wissenschaftl. Comm. zur Untersuchung des Cap Hörn brachte
553 Seesterne mit, die sich auf 38 species vertheilen, von denen 23
122 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d, wissensch. Leistungen
neu sind. — Der Parallelismus zwischen den Arten der arktischen
und antarktischen Fauna, der schon von andern Autoren hervorge-
hoben wurde, ist nach P. bei den Seesternen frappant, wie folgende
Liste zeigt, in der die mit gleicher Nummer bezeichneten Species
sich entsprechen:
Arktisch.
Brisinga coronata Gr. 0. Sars
Pedicellaster typicus Sars
Stichaster roseus Müll.
Cribrella oculata Linck
Lophaster furcifer D. K.
Crossaster papposus Fabr.
Pentagouaster gramilaris Müll.
Hippasteria plana Linck
Porania pulvillus Müll.
Groniopecten christi D. K.
Ctenodiscus cornicu latus Linck
Pteraster militaris M. T.
Antarktisch.
1. Labidiaster radiosus Lov.
2. Pedicellaster scaber E. Sm.
3. Stichaster aurantiacus Meyen
4. Cribrella pagenstecheri Th. Stud.
Cr. hyadesi E. Perr., Cr. studeri
E. Perr.
5. Lophaster levinseni E. Perr.
6. Crossaster australis E. Perr.
7. Pentagonaster austrogranularis E.
Perr.
8. Hippasteria magellanica E. Perr.
9. Porania antarctica E. Sm.
10. Goniopecten fleuriaisi E. Perr.
11. Ctenodiscus australis Lütk.
12. Pteraster ingoufi E. Perr.
Pteraster inermis E. Perr.
Die schon von den Challenger Naturforschern bemerkte merk-
würdige Brutflege konnte Perr. bei Diplaste^-ias lütkeni E. Perr., D.
steineni Th. Stud. und Asterias spirahilis Bell constatiren und zwar
sind die Jungen mit einem interradialen, bauchständigen Stiel an
der Mundhaut des Mutterthiers angeheftet. Ausserdem theilt Verf.
mit, dass er bei Labidiaster radiosus die Bildung von neuen Armen,
die zwischen den alten nach Vollendung des Larvenstadiums hervor-
sprossen, bemerkte und erklärt hieraus die grosse Anzahl der Ai-me
bei alten Exemplaren.
Proiiho, H. Recherches sur le Dorocidaris papillata et quel-
ques autres Echinides de la Mediterranee. — Paris 1888, 8*^, 173 p.,
26 Tfln.
Separat. — Vgl. Arch. zool. exper. (2) V. 1887, p. 289—380.
— Cf. Bericht für 1887.
ßosoll, A. Ueber zwei neue an Echinodermen lebende Cope-
poden: Ascomyzon comatvlae & Astericola clavsi. Sitz. Ber. Akad.
Wiss. Wien, 97 Bd., L Abth., p. 188—202, Tfl I— IL
Vergl. Bericht üb. d. Leist. in d. Carcinologie während 1888
von F. Hilgendorf und J. Vosseier p. 372 und 417.
Sarasin, F. (1). Mittheilungen über Asthenosoma urens. Sitz.
Ber. Ges. naturf. Freunde Berlin, Jg. 1888, p. 33 und 34.
Kurze Mittheilung der Resultate von (5) vergl. auch (2) u. (3).
Sarasiii, P. und F. (2). Die Längsmuskeln und die Stewart'schen
Organe der Echinothuriden, Zooh Anz. 1888, XL Jahrg., No. 273,
p. 115, Holzschn. — Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1888, p. 429.
Bei Asthenosoma urens Sarasin's finden sich 5 Längsmuskel-
in der Naturgeschichte der Echiuodermen im Jahre 1888. 123
paare, die als Bewegungsorgane dienen: das lebende Thier führt
mit ihrer Hülfe wurmförmige Contractionen aus; ausserdem
functioniren diese 10 Muskeln als Suspensorien des Darms. Aus dem
Vorhandensein dieser Muskeln schliessen die Verf., dass die Echino-
thuriden sehr niedrig organisierte Seeigel sind, und dass die ganze
Gruppe der Echiniden von den Holothurien abzuleiten ist. Die von
Stewart bei Cidariden entdeckten Organe finden sich bei Asthenosoma
in ganz gewaltiger Ausbildung. Ueber ihre Function haben sich die
Verf. noch keine bestimmte Ansicht gebildet, [cf. (5)].
Sarasin, P. und F. (3). Ueber die Niere der Seeigel, ebenda,
No. 277, p. 217. — Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1888, p. 590.
In diesem Vorbericht theilen die Verf. mit, dass das am Stein-
kanal liegende bräunliche Gebilde nach ihren Untersuchungen, die
sie an Asthenosoma anstellten, als Niere anzusehen sei. Es ge-
lang ihnen auch auf Schnittserien das Vorhandensein eines von dem
Organ seitlich abgehenden Ureters nachzuweisen, [cf. (5)].
Sarasin, P. und F. (4). Ergebnisse naturwissenschaftlicher
Forschungen auf Ceylon 1884—1886, I. 2. 1888: Knospenbildung
bei Linckia multiforis (Lm.): p. 70 — 78, Tfl. IX. — Ausz.: Journ.
Roy. Micr. Soc. 1888, p. 431.
Bei den Linckien, die einen Arm abwerfen, aus welchem die
bekannten Kometenformen durch Bildung von 4 neuen kleineren
Armen entstehen, sprosst an dem Stumpfe jenes Armes gewöhnhch
nur eine Spitze hervor. Verf. beschreiben nun und bilden ab
Linckien, bei denen am Armstumpf Gabelungen oder sogar Knospen
mit 4 kleinen Armen entstanden sind. Verf glauben, dass sich
Linckien finden werden, bei denen an mehreren oder vielleicht allen
Armen solche Knospen enstanden sind und dass diese Exemplare
dann als richtige Thierstöcke angesprochen werden könnten. Genaue
Litteraturangaben über den Gegenstand bilden d. Schluss d. Abhandl.
Sarasin, P. und F. (5). Dasselbe: I. 3. 1888: Ueber die
Anatomie der Echinothuriden und die Phylogenie der Echinodermen:
p. 81— 154, TfLX— XVIL — Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1888,
p. 956.
I. Theil (p. 81 — 128): Ausführl. Beschr. v. Asthenosoma tireyis
n. sp.: Skelett, Längsmuskeln und Stewartschen Organe [cf. (2)] —
dieselben sind keine Athmungsorgane (gegen Prouho), sondern haben
wahrscheinlich nur mechanische Funtion, d. h. sie dienen als Schutz-
Polster für die Geschlechtsdrüsen gegen Druck. — Niere [cf. (3)] —
ist kein Herz — und die Giftköpfchen. —
IL Theil (p. 129 — Ende) behandelt die Verwandtschaft der
Echinothmnden , sowie d. Echinodermen überhaupt. Die Echinoth.
sind eine selbstständige Untergruppe d. Echinoidea und nahe ver-
wandt mit d. Cidariden u. Diadematiden, sie sind die phylogenetisch
älteste der 3 Gruppen (gegen A. Agassiz, der sie als Descendenten
d. Diademat. anzusehen geneigt ist) und überhaupt die am tiefsten
stehende d. Euechinoidea. Mit den Vorfahren der letzteren mit den
Palaeechiniden haben sie die Imbrication der Platten gemeinsam, die
124 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
bei d, andern Echinoid. (excl. Irreguläres) nur bei Astropyga noch
angedeutet ist. Dass diese Imbrication das ursprüngliche ist, zeigt
sich gemäss dem „Biogenetischen Gesetz" bei der Ontogenie von
Cidaris, dessen Jugendstadium nach Döderlein eine solche Imbri-
cation besitzt. Verf. glauben nun gestützt auf diese schuppige An-
ordnung d. Platten u. d. Vorhandensein d. Lcängsmuskeln, deren Be-
sitz sie nebst Quermuskulatur der Perischoechiniden (Palaeech. Gruppe)
zuschreiben, dass die Echinoiden sich aus Holothurien entwickelt
haben. Die Ableitung wäre: Apode Holoth., Palaeechinide,
Echinothuride, Diadematide, Echinide. Verf. verweisen zur
Bestätigung ihrer Anschauung auf die Imbrication der Platten
bei einigen Holothurien (Psolus, etc.) hin; auch die Stacheln
sind bei d. Holoth., wenn vorhanden (z. B. bei Echinocucumis), wie
bei einem jungen Seeigel mit der Basalplatte verschmolzen und um-
gekehrt entstehen die Stacheln junger Echini aus Kalkkörpern,
die an d. Rädchen von Chiridota erinnern; die Laterne d. Echinid.
ist auf den Schlundkopf, die Retractoren jenes auf diejenigen des
Pharynx der Holoth. zurückzuführen; die Tentakel der Holothurie
besitzt der junge Echinus in d. 5 Zahl um d. Mund — Beweise,
dass die Echinoidea von d. Holothurioidea abstammen und nicht
umgekehrt, wie Häckel will. — Bekanntlich leitete Loven d. Echinoid.
von d. Crinoiden ab, da der Apicalpol junger Echinid, d. Crinoiden-
typus — bei Salenia persistirt er — zeigt. Verf. beweisen die Unhalt-
barkeit dieser Ansicht. Die Crinoiden stammen nach ihnen ebenfalls
von d. Holoth. direct ab. Die Ableitung ist folgende: Holoth.,
Cystideen (Caryocystis testudinarius) Palaeocrinoid.,
Neocrinoidea.
Von d. Asteroidea u. Ophiuroidea glauben d. Verf., dass sie sich
auch auf die Holothurien zurückführen lassen. Eine Apoda-
ähnliche Form der Holothur. ist die Urwurzel, aus der der
Stamm der Echinodermen entsprossen ist. Mit dieser Form
ist der Anknüpfungspunkt an unsegmentirte Würmer und an Balano-
glossus gegeben. Zum Schluss machen Verfasser darauf aufmerk-
sam, dass ihre Ansicht der Ableitung d. Echinodermen von d. Holoth.
nicht neu ist. Schon Semper leitete (1868) die Echinoid. u. Asteroid,
von Holoth. ab. Die Apoda sind nach ihm die tiefst stehenden
Holoth. und mit den Gephyreen verwandt. — cf. Semon.
Semon, R. Die Entwicklung der Synapta digitata und ihre
Bedeutung für die Phylogenie der Echinodermen. Jen. Ztschrft. f.
Naturw. (Jena) XXII, 1.2, p. 175—309, Tfl. VI— XII, auch separat:
Jena, Gust. Fischer, 1888. Ausz.: Arch. zool. exper. (2) VI, 1888:
Notes, p. XVII— XXII. — Ausz.: Journ. Roy. Micr. Soc. 1889, p. 62
—66.
Die Arbeit zerfällt in 2 Haupttheile: I. Die Ontogenie der
Sj^napta digitata (p. 180 — 233): Nachdem Verf. kurz die ersten
Entwicklungsstadien nach Selenka geschildert, beschreibt er genau
die Auricularia. Bei den Wimperschnüren derselben führt er an,
„dass alle bilateralen Echinodermenlarven 2 getrennte Wimperschnüre
in der Naturgescliichte der Echinodermen im Jahre 1888. 125
besitzen, eine adorale und eine postorale," also auch die Asteriden-
larven. (Schemat. Abb. der Wimperschnüre einer Auric. und einer
Bipinnaria.) Der Uebergang der Auricularia in die Tonnenform
vollzieht sich durch Umlagerung des Hydrocoels (Wassergefässsystems)
und Zerreissung der Wimperschnüre. Der Körper schrumpft dabei
bedeutend zusammen: Eine voll entwickelte Larve im Auricularia-
Stadium misst 1,4 — 1,7, die tonnenförmige Puppe derselben nur
0,4 — 0,5 mm. In dieser tonnenförmigen Larve mit Wimperreifen
(Holothurienpuppe) ist besonders die Entwicklung des Enterocoels
(Leibeshöhle) hervorzuheben. Sie geht in der Weise vor sich, dass
die Wände der Coelomtaschen gegen einander zu wachsen und auf
der Ventralseite verschmelzen. Auf der Dorsalseite jedoch erfolgt
kein Durchbruch, sondern hier verlöthen sich die Wände zu einer
doppelschichtigen Platte. In dieser doppelsch. Platte (dem späteren
Mesenterium) erhält sich zeitlebens bei den Holoth. und sämmtlichen
Echinodermen ein sehr deutliches Andenken ihrer ursprünglichen
bilateralen Grundform. — Der Uebergang der tonnenförmigen Larve
in die junge Synapta (Pentacti/la) erfolgt in der Weise, dass der
Tentakelvorhof aufbricht und die 5 Primärtentakel vorgestreckt
werden. Die Wimperreifen lösen sich auf und das Körperepithel
wird neu gebildet. Während der Rückenporus verschwindet, bricht
der Steinkanal in die Leibeshöhle durch (Anlage der Madreporen-
platte). Da die Wimperreifen aufgelöst sind, ist das Thier nicht
mehr im Stande, frei zu schwimmen, und kann als Synapta be-
zeichnet werden. Verf. beschreibt nun eingehend dieses Stadium
und führt die Organe desselben nach ihrer Genese auf: 1. Derivate
des Ectoblasts: Epidermis, Sinnesepithelien, Nervensystem, Epithel
des Vorderdarms. 2. Derivate des Entoblasts: Mittel- und End-
darm, Hydroenterocoel, Blutkörperchen (losgelöste Zellen der Hydro-
coelwandungen?), Muskulatur. 3. Produkte des Mesenchyms: Binde-
gewebe, Blutgefässe (Spaltbildungen im Mesenchym), Mesenchym-
muskulatur (nur die mesenchymatöse Ringmuskulatur des Vorderdarms
geht in die junge Synapta über, alle andere Muskulatur entstammt
dem Hydroenterocoel), Kalkbildungen (Kalkrädchen, -kugeln, -ring,
Madreporenplatte). — Aus dieser Pentactula entwickelt sich nun die
eigentliche ausgebildete Synapta, welche Umwandlung Verf. jedoch
nicht selbst beobachtet hat. Die ausgebildete Synapta unterscheidet
sich von der Pentactula hauptsächlich durch die Anzahl der Ten-
takel (12), durch das Vorhandensein von Wimpertrichtern und der
Gschlechtsorgane. — Der IL Hauptabschnitt der Abhandlung trägt
den Titel:
IL Phylogenie der Echinodermen (p. 234—300). Semon
leitet alle 5 Echinodermen-Unterklassen von einer Urform, Pentactaea,
ab, die ungefähr auf dem Stadium der I 'entachda-L-3irY QXiiovm, die
alle Echinodermen durchlaufen, stehen geblieben ist. Er bildet diese
thatsächhch vorhandenen Larven von Holothurien, Ästenden (wurm-
förmige Larve Joh. Müllers), Echiniden und Crinoiden ab. Aus
dieser Urform, Fentactaea, haben sich die 5 Abtheilungen
126 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
der Echinodermen neben einander von Anfang an diver-
girend entwickelt. Er giebt folgende natürliche Eintheihmg nach
dem Verhältniss der Primär -Tentakel und des Coeloms und nach
der Lage der Nerven und des Wassergefässsystems :
I. Typus Angiochirota: 1. Holothurioidea: Primär-Tentakel
erhalten, numerisch vermehrt, stellen einfache Ausstülpungen des
Wassergefässsystems dar, die einen Epidermisüberzug (Sinnesepithel)
tragen. Die Tentakel werden an ihrer Basis durch interradial (resp.
adradial) gelegene Kalkstücke, sog. Kalkring, gestützt. Wassergefässe
und Nerven des Körperstammes liegen interradial (resp. adradial).
Die inneren Organe, wie Darm, Leibeshöhle, Geschlechtsorgane zeigen
keine radiäre Ghederung.
IL Typus Achirota: 2. Echmoidea: Primär-Tentakel der
Jugendform im ausgebildeten Thiere zurückgebildet. In ihrer Ver-
längerung gegen den hinteren Pol, also perradial, die 5 Körper-
gefässe nebst Nerven. Geschlechtsorgane in radiärer Anordnung.
III. Typus Coelomachirota: Coelom erstreckt sich in die
Tentakel, die man nur als Arme bezeichnet. Radiärer Typus am
höchsten ausgebildet und auf die meisten Organe ausgedehnt.
3. Crinoidea: Geschlechtsorgane mit in die Arme übernommen.
Darm zeigt keine radiäre Gliederung. Bleibend oder in der Jugend
gestielt.
4. Ophiiiroidea: Geschlechtsorgane und Darm auf Körperstamm
(Scheibe) beschränkt radiär geghedert.
5. Asteroidea: Fortsetzungen der Leibeshöhle, des Darms und
Geschlechtsorgane erstrecken sich in die Arme. Radiärer Typus
und damit Dezentralisation am höchsten entwickelt. —
In der Schlusszusammenfassung formulirt Verf. seine Grund-
anschauungen in folgenden Thesen:
1. Die Synaptiden sind nicht durch Rückbildung aus pedaten
Holoth. entstanden, sondern die Einfachheit ihrer Organisation ist
eine ursprüngliche. 2. Aus diesem, sowie aus einer Reihe von
anderen ebenso schwer wiegenden Gründen ist es unmöglich, die
Hol. von den Echinoideen oder von irgend einer anderen der jetzt
lebenden Echinodermenklassen abzuleiten. 3. Es ist ebenso un-
möglich, die Echinoideen von den Asteroideen, wie diese von den Cri-
noideen abzuleiten, oder umgekehrt. 4. Die Echinodermenklassen
haben sich divergent aus einer sehr einfachen Stammform ent-
wickelt. 5. Diese Stammform wird ontogenetisch reproducirt durch
die Pentactulalarve. 6. Die echten Homologieen unter den Klassen
lassen sich ahein durch Zurückgehen auf die Organisation dieser
Stammform erkennen. V^iele der bisher angenommenen Homologieen
sind offenbare Analogieen, die dadurch hervorgerufen werden, dass
die meisten der verglichenen Gebilde in 5-Zahl vorhanden sind und
dass von der Stammform her gewisse Eigenthümlichkeiten (Bau der
Skelettelemente, Tendenz des Mesenchyms zur Spaltraumbildung) in
gleicher Weise auf alle Klassen vererbt worden sind. 7. Wenn wir
die Pentactulalarve als eine in allen Hauptpunkten paHngenetische
iu der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. 127
Larvenform anerkennen müssen, ist dies für die Dipleurula [darunter
versteht Verf. die Aiiricularien, Pluteusarten, Bipinnaria, Brachiolaria]
nur mit Vorbehalt gültig. In ihr sind augenscheinlich mehrere phylo-
genetische Stadien in cenogenetischer Weise vermischt. 8. Dennoch
ist nicht zu zweifeln, dass die Echinodermen von bilateralen Ge-
schöpfen mit Enterocoel herstammen. Ob das Wassergefässbläschen
(Hydrocoel) als das Derivat eines ursprüngUchen Excretionssystems
der bilateralen Voreltern anzusehen ist, lässt sich zur Zeit noch
entscheiden. 9. Es sprechen starke Gründe dafür, dass der Ueber-
gang des bilat. Baus in den radiären (zunächst amphipleuren der
Pentactaea) durch festsitzende Lebensweise hervorgerufen worden ist.
10. Fasst man gewisse Ästenden als Thierstöcke auf, wozu die phy-
siolog. Thatsachen uns berechtigen, so ist doch sicher, dass solche
Stöcke nicht durch Knospung von Personen entstanden sind, sondern
dadurch, dass gewisse Organe (Tentakel) immer grössere Selbst-
ständigkeit erlangten, weil sich successive fast alle Organe des
Körpers an ihrem Aufbau betheihgten. Diese Selbstständigkeit, die
als eine Folge fortschreitender Dezentralisation aufzufassen ist,
führte schliesslich dahin, dass in den ausgeprägtesten Fällen die
scharfe Grenze zwischen Organ und Person ver\vischt ist. 11. Die
Echinodermen zeigen in ihrer Entwicklung und auch in gewissen
Eigenthümlichkeiten ihres Baues unleugbare Beziehungen zu den
anderen Enterocoeliern, besonders zu Balanoglossus und den Chor-
daten. Doch sind diese Beziehungen so wenig bestimmte, und ist
die Entstehung des ganzen Enterocoeherstammes noch so dunkel,
dass wir vorläufig gezwungen sind, vor dieser Schranke Halt zu
machen,
Simroth, H. Zur Kenntniss der Azorenfauna, Arch. f. Naturg.,
54. Jahrg. 1888, Bd. I, p. 179—234, 2 Tfln.
Die von E. v. Martens bestimmten Echinod. (p. 231) sind
folgende: 1 sp. Asterias, 1 Linckia, 1 Asteriscus, 1 Astropecten; je
1 Ophioglj^ha, Amphiura, Ophiactis, Antedon; je 1 Arbacia, Sphaer-
echinus, Toxopneustes, Echinocyamus, Spatangide; 1 Holothuria.
Verf. bespricht die Bohrlöcher der Seeigel (cf. John) und die
Mimicry zwischen einer Actinie und einem Sphaerechinus; der nach-
ahmende Theil ist das Cölenterat. Einen Grund für diese Mimicry
weiss Verf. nicht anzugeben. (Siehe oben auch Barrois: Echino-
dermes des Agores).
Sladeu, W. P. On tlie Asteroidea of the Mergui Archipelago,
Journ. Linn. Soc. Bd. 21, p. 319—331, Tfl. 28.
1 Archaster, 3 Astropecten (2 neu), 2 Luidia, 1 Goniodiscus
1 Nepanthia (neu), 1 Asterina.
Sluiter, C, Ph. Die Evertebraten aus der Sammlung des Kgl.
naturwissenschaftl. Vereins in Niederl. Indien in Batavia, Nat.
Tijdschrft. voor Neerlandsche Indie (Batavia) XL VII, Ech, p. 184
—220, Tfl.
In dieser Skizze der Fauna des Java-Meeres gibt Verf. als ersten
Theil einen Catalog der Echinodermen des Museums in Batavia.
128 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
Neben zahlreichen werthvollen die Systematik betreffenden Angaben,
finden sich auch solche über das Leben und die Färbung der lebenden
Thiere, die Verf. in Aquarien gefangen hielt und beobachtete. Der
vorliegende Abschnitt des Catalogs behandelt die Holothurien und
zwar werden folgende genannt: Aspidochirotae: Holothuria 21
Arten (1 neu), Stichopus: 5 (2 neu), Mülleria: 2; — Dendrochi-
rotae: Cucumaria: 4, Echino cucumis: 1, Ocnus: 3, Colochirus: 4
(1 neu), Thyone: 2 (1 neu), Orcula: 1, Phyllophorus : 1; — Molpa-
diidae: Haplodactyla : 1 (neu), Eupyrgus: 1; — Synaptidae:
Anapta: 1 (neu), Trochoderma: 1, Myriotrochus: 1, Chirodota: 3
(1 neu), Synapta: 9 (4 n. sp., 1 n. var.) — cf. System.
Voigt, W. Entocolax ludwigi, ein neuer seltsamer Parasit
aus einer Holothurie, Ztschr. f. wiss. Z., 47 Bd., p. 658—688, 4 Tf.
In Myriotrochus rincki Steenstr. aus der Lorenzbai ent-
deckte Ludwig einen Parasiten, den Verf. 31% Entocolax l. beschreibt
und abbildet. Vergl. den Bericht üb. d. w. L. im Geb. d. Malaco-
logie für 1888 von J. Thiele, p. 407.
Zelinka, C. Studien über Räderthiere. IL Der Raumpara-
sitismus u. d. Anat. v. Discopus synaptae n. g. n. sp. Zeitschrft.
f. wiss. Zool, 47 Bd., p. 353—458, "Xfl. 30—34.
Discopus synaptae n. g. n. sp. Rotatorie commensal auf Synapta.
[Vergl. Rotator. Ber. 1888, p. 57—60].
II. Uebersicht nach dem Stoffe.
1. Allgemeines und Vermischtes.
Populäres: Agassiz, Marshall.
Oekonumisch Wichtiges: Asterien als Dünger: Grisard.
Varia: Ueber 100 Jabre altes Sammlungs- Exemplar eines Asteroiden:
von Martens.
2. Anatomie, Physiologie, Entwicklung etc.
Anatomie :
Morphologie. Ophiuren: Cueuot (3), Schwimmende Ophiure: Ludwig (1),
Arme von Labidiaster radiosus: Perrier: Asteriden: Cuenot (2).
Anatomie, gesammte: Ophiuren: Cuenot (3), Temnopleuridae : Duncan,
Echinotburidae: Sarasins (5), Astenden: Cuenot (2).
Muskulatur: Echinotburiden : Sarasins (1) (2).
Nervensystem und Sinnesorgane: Crinoiden: Hamann, Asteriden:
Jickeli.
Excretionssystem: Echinotburiden: Sarasins (1) (3) (5).
Wassergefässsystem: Madreporenplatte v. Cribrella: Durham (2).
Abnormitäten: Linckia: Sarasins (4), Asteriden: Cuenot (2).
Histologie: Ophiuren: Cuenot (3j, Asteriden: Cuenot (2).
Kalkkörper: Kalkplatteu-Eutw. von Asterias: Fewkes, Vergleich zw. d.
Kalkpi. von Asterias u. Ampbiura: Fewkes,
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. 129
Physiologie.
Zusammensetzuiig u. Blut d. Echinoderm.: Cuenot (1), Ophiuren: Cue-
not (3), Nierenfunction d. 5 Magentaschen d. Ästenden: Griffiths, Blut-
coagulation bei Echiniden: Haycraft u. Cardier, Bohren d. Seeigel: John,
Funktionen und Wanderungen der amöboiden Zellen und der Plasmawander-
zellen von Asterias: Dur harn (1), Ästenden: Cuenot (2).
Entwicklung.
Ontog-enie: Antedon-Entw.: Bury (1) u. (2), Holothuria: Edwards,
Eehinocardium: Fleischmann, Syuapta-Entw. : Semon, Asterias Entw. d.
Kalkpl.: Fewkes, Gemmation b. Linckia: Sarasins (4), Asteriden: Cuenot (2),
Phylogenie: Sarasins (2) (5), Semon, Cuenot (2).
Biologisches.
Bohren d. Seeigel: John, Brutpflege bei Asteriden: Perrier, Holothurien
in Aquarien: Sluiter.
Mimlcry: Simroth.
Tiefsee: Agassiz, Marshall. Comatuliden: Carpenter.
Parasiten: Schnecke in Holothurien: Vogt, Krebs Commensal von Asterias:
M'Intosh, Krebse auf Asteriden und Crinoiden: Rosoll, Rotatorie auf Holoth.:
Zelinka.
Faunistik.
1. Allgemeines: Geogr. Verhr. d. Crinoidea: Carpenter (1).
2. Nordpolar- u. Südmeer: Echinod.: Norman, Asteroiden beider gegen-
übergestellt: Perrier, Asteroiden von Cap Hörn: Perrier, Echinodermen von
Port Philipp (S.O. Austr.): Bell (3).
3. Nordatlant. M.: Echinodermen: Norman, Holothurien aus dem Canal
de la Manche: Herouard, Asteriden a. d. Canal: Cuenot (2), Echinodermen
von Plymouth: Heape.
4. Südatlant. M.: Echinodermen von den Bermudas Inseln: Heilprin.
5. Mittelmeer*): Echinodermen von den Azoren: Barrois, Simroth.
6. Ind. Polynes. M.: Asteriden vom rothen Meer: Cuenot (2), Echinod.
des Eengal. Meers: Bell, Crinoiden vom Mergwi Archipel: Carpenter (2),
Ophiuroiden des Ind. Oc: Brock, Ophiur. Aster. Echin. von Ceylon: D ö der-
lei n, Echinoid. des Mergui Archipel: Duncan u. Sladen, Holoth. von Am-
hoina und Batavia: Ludwig (2), Holoth. d. Java Meers: Sluiter, Asteroid,
des Mergui Archipels: Sladen.
III. Systematik.
N. B. Die neuen Gattungen, Arten, Varietäten sind durch cursiven Druck
ausgezeichnet !
Allgemeines,
Allgem. neue Eintheilung der Klasse bei Semon. — Nach Cuenot (2)
sind die Ophiuridae eine selbständige Unterklasse der Klasse Echinoderma,
nicht eine Unterabtheilung der Unterklasse Asteroidea.
*) cf. Möbius, Die Thiergebiete d. Erde, Arch. f. Naturg. 1891, Heft 3.
Arch. f. Natnrgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H.3. 9
130 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
1. Crinoidea.
P. H. Carpenter giebt für die Familie der Comatulidae der Ordnung
Neocrinoidea folgende Eintheilung.
I. Genus Thaumatocrinus H. Crpt.: Th. renovatus H. Crpt.
n, Genus Atelecrinus H. Crpt.: A.balanoides n. sp.
cubensis Pourt.
wyvillei n. sp.
III. Genus Eudiocrinus H. Crpt: Eu. atlanticus Perr.
indivisus (Semp.).
jaiionicus n. sp.
semperi n. sp.
varians n. sp.
IV. Genus Promacbocrinus H. Crpt.: Pr. ahyssorum u. sp.
kerguelensis n. sp.
naresi n. sp.
V. Genus Antedon Fröm.
Serie I:
1. Gruppe elegans:
A. elegans J. Bell.
microdiscus J. Bell.
muttiradiata n. sp.
Serie II:
2. Gruppe basicurva:
A. aculeata n. sp.
acutiradia n. sp.
basicuroa n. sp.
bispinosa n. sp.
brepinna Pourt.
breviradia n. sp.
denticulata n. sp.
duplex H. Crpt.
echinata n. sp.
flexilis n. sp.
gracilis n. sp.
incerta n. sp.
ineisa n. sp.
latipinna n. sp.
longioirra n. sp.
lusitanica n. sp.
multispina n. sp.
parvipinna n. sp.
pusilla n. sp.
spinicirra n. sp.
tuberosa n. sp.
valida n. sp.
3. Gruppe: acoela:
A. acoela n. sp.
discoidea n. sp.
4. Gruppe: eschricbti:
A. antardica n. sp.
australis n. sp.
barentsi H. Crpt.
eschricbti (J. Müll.)
magellanica J. Bell
quadrata n. sp.
rhomboidea n. sp.
5. Gruppe: tenella:
A. abyssicola n sp.
ahyssorum n. sp.
alternata n. sp.
angustipinna n. sp.
armata Pourt.
columnaris H. Crpt.
cubensis Pourt.
dübeni Böhlsche
exigua n. sp.
hageni Pourt.
hirsuta n. sp.
hystrix n. sp.
laevis n. sp.
lineata n. sp.
longipinna n. sp.
milleri (J. Müll.)
petasus (D. K.)
phalangium (J. Müll.)
prolixa Sladen
remota n. sp.
rosacea (Linck)
tenella (Retz.)
tennicirra n. sp.
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888.
131
6. G-ruppe: milberti:
anceps n. sp.
carinata (Lm.)
carpenteri J. Bell
informis n. sp.
laevissima (Gr.)
loveni J. Bell
milberti (Müll.)
parvicirra n. sp.
perspinosa H. Crpt.
pinniformis Crpt.
pumila J. Bell
serripiuna H. Crpt.
tessellata (J. Müll.)
variipinna H. Crpt.
Incertae sedis:
A. adeonae (Lm.)
balanoides H. Crpt.
bidens J. Bell
defecta H. Crpt.
impinnata H. Crpt.
laevipiuna H. Crpt.
Serie III:
7. Gruppe: spinifera:
brevipinna Pourt.
compressa n. sp.
duplex H. Crpt.
flexilis n. sp.
lusitanica n. sp.
macronema (J. Müll.)
patula n. sp.
pourtalesi H. Crpt.
quinquecostata n. sp.
rohusta n. sp.
spinifera H. Crpt.
8. Gruppe: palmata:
A. aequipinna H. Crpt.
articulata (J. Müll.)
bimaculata H. Crpt.
VI. Genus Actinometra J. Müll
Serie I:
1. Gri;ppe: solaris:
A. brachiolata (Lm.)
pectinata (Retz.)
solaris (Lm.)
2. Gruppe: paucicirra:
A. paucicirra J. Bell
brevicuneata H. Crpt.
Clemens n. sp.
conjungens n. sp.
disciformis n. sp.
elongata (J. Müll.)
flagellata (J. Müll.)
gyges (J. Bell)
imparipiuna H. Crpt.
indica (Smith)
laevicirra H. Crpt.
manca n. sp.
marginata n. sp.
occuUa n. sp.
palmata (J. Müll.)
protecta Lütk.
regalis n. sp.
reginae J. Bell
similis n. sp.
spicata H. Crpt.
tuberculata n. sp.
Serie IV:
9. Gruppe: granulifera ;
A. angtisticalyx n. sp.
distincta n. sp.
granulifera Pourt.
inaequcdis n. sp.
multispina n. sp.
porrecta n. sp.
10. Gruppe: savignyi:
A. acuticirra H. Crpt,
anceps n. sp.
angustiradia n. sp.
bipartipinna H. Ci-pt.
ludovici H. Crpt.
philiberti (J. Müll.)
quinduplicava n. sp.
reynaudi (J. Müll.)
savignyi (J. Müll.)
variipinna H. Crpt.
3. Gruppe: typica:
A. distincta n. sp.
multihrachiata n. sp.
novaeguineae (J. Müll.)
typica (Lov.)
Serie 11.:
4. Gruppe: echinoptera:
9*
132 Dr. Maximilian Meissner: Bericht üb. d. wissensch. Leistungen
A. blakei H. Crpt.
cumingi (J. Müll.)
echinoptera (J. Müll.)
meridionalis (Pourt.)
pulchella (Pourt.)
rubiginosa (Pourt.)
Serie IH:
5. Gruppe: stelligera:
A. maculata n. sp.
nigra H. Crpt.
pulchella (Pourt.)
stelligera n. sp.
6. Gruppe: valida:
A. elongata n. sp.
rotalaria (Lm.)
Simplex n. sp.
valida n. sp.
Serie IV:
7. Gruppe: fimbriata:
A. bomeensis Gr.
coppingeri J. Bell
discoidea H. Crpt.
fimbriata (Lra.)
Antedon andersoni n. sp. :
incommoda n. sp.: J. Bell (3),
Carp., spicata Carp., milberti J.
Actinometra notata n. sp.:
lineata n. sp.
multiradiata (L.)
sentosa n. sp.
8. Gruppe: pamcirra:
A. alternans H. Crpt.
belli n. sp.
bennetti Böhlsche
briareus (J. Bell)
divaricata n. sp.
duplex n. sp.
grandicalyx H. Crpt.
japonica (J. Müll.)
littoralis n. sp.
magnifica H. Crpt.
muitifida (J. Müll.)
nobilis n. sp.
parvicirra (J. Müll.)
peroni H. Crpt.
quadrata n. sp,
regalis n. sp.
robustipinna H. Crpt.
schlegeli H. Crpt.
trichoptera (J. Müll.)
variabilis (J. Bell)
Carpenter(2), Mergui Arch. Abb.; und wilsoni,
Port Philipp (S. 0. Austr.) — A. conjungens
Müll.: Carpenter (2), Abb.
Carpenter (2), Mergui Arch.; Abb.
2. OpMuroidea.
OpMoglyphidae.
Pectinura rigida Lym. = septemspinosa (M. T.): Brock.
Pectinura septemspinosa (M. T.) Abb.: D öd er lein.
Ophiolepis irregularis n. sp. : Brock, Ind. Oc.
Ophioglypha indica n. sp. „ „
Ophioconis dncta n. sp. „ „
Amphiuridae.
Ophiactis modesta n. sp. Brock. Ind. Oc.
Amphiura ochroleuca, fuscoalba, olivacea n. sp. : Brock, Ind. Oc.
Ophionephtys (?) sesquipedalis, n. sp.: Bell (2), Brasilien.
Ophiocnida alboviridis n. sp.: Brock, Ind. Oc.
Ophionereis sophiae, fusca n. sp.: Brock, Ind. Oc.
Ophionereis albomaculata E. Sm. = schayeri (M. T.): Brock.
Ophiocoma erinaceus M. T. = scolopendrina (Lm.): Brock.
Ophiarachna clavigera n. sp. : Brock: Ind. Oc.
Ophiomastix pusilla, elegans n. sp. : Brock, Ind. Oc.
Ophiopteron elegans n. g. n. sp. Ludwig (1), Ind. Oc; Abb.
in der Naturgeschichte der Echinodermen im Jahre 1888. 133
Ophiothrix tenera n. sp. : Brock, Ind. Oc.
Ophiothrix koreana Duncan = com ata M. T. und variegata Duncan =
parasita M. T.: Brock.
Ophiothrix nereidina (Lm.) Abb.: Döderlein.
Ophiothrix versicolor Apostolides = 0. rosula Forb.: Cuenot (2).
Lütkenia cataphracta n. g. n. sp.: Brock, Ind. Oc.
Gymnolophus n. g. für Ophiothela holdsworthi E. Sm. : Brock, Ind. Oc.
Ophioaethiops unicölor n. g. n. sp., Brock, Ind. Oc.
Ophiosphaera insignis n. g. n. sp., Brock, Ind. Oc.
Ophiocnemis marmorata (Lm.) Abb.: Döderlein.
Ophiomyxidae.
Ophiomyxa longipeda n. sp.: Brock, Ind. Oc.
3, Asteroidea.
Cryptozonia (Sladen 1889).
Diplasterias n. g. Asterieu mit 2 Reihen Adambulacralstacheln: Perrier,
Cap Hörn.
Asteroderma n. g. Asterien ohne Stacheln und beinahe ohne Rückenskelett:
Perrier, Cap Hörn.
Poraniopsis n. g. Zwischen Porania und Echinaster: Perrier, Cap Hörn.
Echinaster decanus M. T. von Port Jackson: Bell (6).
Oribraster n. g. Cribellen mit Paxillen auf der Bauchseite: Perrier,
Cap Hörn.
Coronaster hispinosus n. sp. : Ives.
Linckia multiforis Lm. var. eolor. v. Ceylon: Farbe der lebenden Thiere
nicht blassziegelroth, sondern schmutzig-graublau: Sarasins (4).
Pteraster tesselatus n. sp.: Ives.
Phanerozonia.
Ästerodon n. g Eine unpaare Randplatte am Grunde der Arme, hierher
die species: Astrogonium singulare M. T., Astrog. meridionale E. Sm. Pentago-
naster belli Tli. Stud., Calliderma gravi J. Bell, pedicellaris n. sp., granulosus
n. sp. : Perrier, die letzten beiden von Cap Hörn.
Lebrunaster n. g. Die Randplatten beginnen .sich zu differenziren : Per-
rier, Cap Hörn.
Nepanthia subfarcinata n. sp.: Sladen, Mergui Arch.; Abb.
Disasterina ceylanica n. sp. : Döderlein, Ceylon; Abb.
Astropecten indicus, tamilicus n. sp.: Döderlein, Ceylon; Abb.; und an-
dersoni, notograptus n. sp.: Sladen, Mergiti Arch ; Abb.
4. Echinoidea.
Regularia.
Asthenosoma wrens n. sp.: Sarasins (5), Ceylon; Abb.
Pseudoboletia indiana Mich.: Döderlein, Abb.
Temnopleurus zu trennen von Temnechinus: Duncan.
Microcyphus maculatus A. Ag.: Döderlein, Abb.
Salmacis alexandri J.Beil: Döderlein, Abb.
134 Dr. Maximilian Meissner: Bericht etc.
Clypeastridae.
Pygastrides n. g.: Loven für Pygaster relictus Lov. v. West Indien; Abb.
ö. Holothurioidea.
Aspidochirotae.
Holothuria abbreviata n. sp.: Heilprin, Bermudas; Abb. — Hol. sluiteri,
sp. n.juv., pyxoides, olivacea n. sp.: Ludwig (2), Ind. Oc; Abb. — Hol. oxur-
ropa n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb. — H. fuscocoerulea Theel = flavo-
maculata Semp. und andersoni J. Bell = marenzelleri Ludw.: Ludwig (2).
Stichopus diaboU, xanthoniela n. sp.; Heilprin, Bermudas; Abb. — St.
laevis, vastus, n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb.
Dendrochirotae.
Cucumaria (Semperia) bermudensis n. sp.: Heilprin, Bermudas; Abb. —
C. africana Semp. und assimilis J. Bell = Pseudocucumis africana (Semp.):
Ludwig (2).
Thyone papillata n. sp. : Sluiter, Java Meer; Abb.
Pseudocucumis theeli Ludw. = Ps. africana (Semp.): Ludwig (2).
Actinocucurais difficilis J. Bell = A. typica Ludw.: Ludwig (2).
Colochirus scandens n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb. — Ool. australis
Ludw. = doliolum (Pall.): Ludwig (2).
Molpadiidae.
Haplodactyla punctata n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb.
Synaptidae.
Synapta reticulata Semp. var. maculata n. var., Syn. striata, lactea, Tcalli-
peplos, psara, n. sp.: Sluiter, Java Meer; sämmtlich Abb.
Anapta subtüis n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb.
Chiridota amboinensis n. sp.: Ludwig (2) Ind. Oc; Abb. — Ch. liberata
n. sp.: Sluiter, Java Meer; Abb.
Jahresbericht für 1888
über die
Coelenteraten
mit Ausschluss der Spongien und Antliozoen.
Von
Dr. E. Van hoffen in Kiel.
1. A. E. T. „Poisonous Jelly-Fish," Science XI, p. 146.
2. Agassiz, A. „Three Cruises of the United States Coast and Geodetic
Survey Steamer „Blake" in the Gulf of Mexico, in the Caribbean Sea and along
the Atlantic Coast of the United States from 1877—1880." Bull. Mus. Harvard
Coli. vol. 14 u. 15. Coelenterata: vol. 14, p. 52—92, vol. 15, p. 128-156,
Fig. 422—483. 8». Boston, New York u. London.
3. Allmau, Gr. J. „Report on the Hydroida dredged by H.M.S. „Challenger"
during the years 1873—76, Part II, The Tubularinae, Corymorphinae, Campa-
nularinae, Sertularinae and Thalamophora." Rep. Challenger vol. 23, part 70,
69 u. 90 pp. 39 Taf. 1 Karte. London, Edinburgh u. Dublin. Bericht Am.
Nat. XXII, p. 840.
4. Bale; W. M. „On some uew and rare Hydroida in the Australian
Museum collection." Proc. Linn. Soc. N. S. W. (2) III, pp. 745-749, Taf. XII
bis XXI. Bericht J. R. Micr. Soc. 1889 p. 71-72.
5. Bergh, R. S. „Bemärkninger om Udvikliugen af Lucernaria." Vid.
Meddel. Naturh. Foren. Kjoebenh. p 214-220.
6. Betencourt, A. „Les Hydraires du Pas-de-Calais." Bull. Sc. France.
Belg. (3) 1. annee p. 201-214.
7. Brooks, W. R. „The Growth of Jelly-Fish." Pop. Sei. Monthly Sept.
and Oct.
8. Derselbe. „On a new Method of Multiplication in Hydroids."
J. Hopkins Univ. Circ. vol. 7, p. 29—30. Bericht in J. R. Micr. Soc. f. 1888
p. 433-434 u. Am. Nat. XXII, p. 355.
9. Derselbe. „The Life History of Epenthesis Mc Cradyi n. sp." Stud.
Biol. Lab. J. Hopkins Univ. vol. IV, p. 147-162, T. 13-15. Bericht in J. R.
Micr. Soc. f. 1888 p. 743, Nature XXXVIII, p. 356.
10. Carter, H. J. „On two new Genera allied to Loftusia from the
Karakoram Pass and the Cambridge Greensand respectively." Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) I, p. 172-184, Taf. 13.
11. Derselbe. „On the Organic and Inorganic Changes of Parkeria to-
gether with further Observations on the Nature of the Opaque Scarlet Spherules
in Foraminifera." Ann. Mag. Nat. Hist. (6) H, p. 45—55, Taf. V.
12. Chuu, C. „Die pelagische Thierwelt in grösseren Meerestiefen und
136 Dr. E. Vauhöffen: Jahresbericht für 1888
ihre Beziehungen zix der Oberflächenfauna." Leuckart u. Chun, Bihliotheca
zoologica. I. Heft. 66 pp. 5 Taf. Bericht in J. E Micr. Soc. f. 1888, p. 558
bis 559.
13. Derselbe. „Bericht über eine nach den Canarischen Inseln im Winter
1887/88 ausgeführte Reise." Sitz.-Ber. Acad. Berlin p 1141-1173, übersetzt
Ann. Mag. l^at. Hist. (6) ni, p. 214—246.
14. Colasanti, J. „Das blaue Pigment der Hydromedusen." Unters.
Naturlehre von Moleschott, 13. Bd., 6. Heft, 20 pp. Bericht C. B. Physiologie ü,
p. 10 u. 11.
*15. Dendy, A. „Note on some Actinian Larvae parasitic upon a Medusa
from Port Phillip." Proc. R. Soc. Victoria 15. Nov. 8». (3 pp.)
16. Diibois, R. „Sur le role de la symbiose chez certains animaux marins
lumineux." Compt. Rend. CVII, p. 592-504.
17. du Plessis, Gr. „Faune des Hydraires littoraux gymnoblastes ob-
serves ä Ville-franche-sur-mer." Recueil Zool. Suisse, Tome IV, p. 525—544.
18. Etheridge, R. „Fossils of the British Islands, stratigraphically and
zoologically arranged," vol. I, Palaeozoic, Oxford, 4", VIII u. 468 pp., Hydro-
corallinen resp. Stromatoporiden p. 3, 136, 202, 352, 390, 398-400, 428, Grapto-
lithen p. 4—14, 391-397, Hydroidpolypen p. 206.
19. Ewart, J. C. „Directions for the Examination of Amoeba, Para-
maecium, Vorticella, Hydra, Lumbricus, Hirudo, Asterias and Echinus." Edin-
burgh. 4".
20. Faurot, L. „Rapport ä M. le Ministre de l'instruction publique sur
une mission dans la mer Rouge et dans le golfe d'Aden." Arch. zool. exper. (2) VI,
p. 117-134, 2 Holzschn.
21. Fewkes, J. W. „Report on the Medusae collected by the Lady
Franklin Bay Expedition (Greely)." In: „Three years of arctic Service" by
Ad. W. Greely. London 1886, 8", vol. II, p. 399—408. Appendix XI.
22. Derselbe. „On a new Physophore Pleophysa and its Relationships to
other Siphonophores." Ann. Mag. N. H. (6) vol. I, p. 317—322, T. 17.
23. Derselbe. „Are there Deep Sea Medusae?" Amer. Journ. Sc. (3)
vol. 35, p. 166—179. Ann. Mag. Nat Hist. (6) vol. 1, p. 247—260.
24. Derselbe. „On certain Medusae from New -England." Bull. Mus.
Comp. Zool. Harvard Coli. vol. 13, p. 209—240, T. 1—6. Bericht in Am. Nat.
XXII, p. 354 u. Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 592, Nature XXXVIII, p. 137.
25. Derselbe. „A new Mode of Life among Medusae." Proceed. Boston
Soc. N. H. vol. 23, p. 389—395. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) vol. 1, p. 362-368.
Am. Micr. Journ. IX, p. 207—209. Bericht J. R. Micr. Soc. 1888, p. 591-592.
26. Fischer, P. „Note sur des Scyphistomes de Meduse acraspede." Bull.
Soc. Z. France 13 Annee, p. 96—99. Fig. Ber. Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 965.
27. Ford, S. W. „Notes on certain Fossils discovered within the City
Limits of Quebec." Transactions of the New York Academy of Sciences vol. VII,
p. 2-5.
28. Oiard, A. „La castration parasitaire. Nouvelles recherches." Bull.
Sei. Fr. Belg. I, p. 12—45 (Coelenteraten p. 44).
29. Derselbe. „Fragments biologiques IX. Le Golf-stream sur les cotes
du Pas-de-Calais et de la mer du Nord." Bull. Sc. Fr. Belg. I, p. 296—297.
30. Derselbe. „Fragments biologiques XIV. Sur une Antbomeduse de
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Authozoen. ]37
la Manche, Rathkea octopunctata Sars." Bull. Sc. France Belg. (3) I annee,
p. 317-319.
31. Derselt)e. „Le Laboratoire de "Wimereux en 1888, Recherches fau-
niques." Bull. Sc. Fr. Belg. I, p. 492—513.
*32. Grreenwood, M. „Digestion in Hydra." Journ. of Physiol. vol. IX
1888 p. 317—344, 2 pl. Bericht in Journ. ß. Micr. See. London 1889, P. 3,
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33. Grieg, J. A. „Undersögelser over dyrelevet i de vestlandske Fjorde.
I. Moster." Bergens Mus. Aarsber. 1887, 13 pp. Coelenteraten p. 12 u. 13.
34. Haacke, W. „Zu Herrn R. von Lendenfelds Besprechung einer Arbeit
über die Scyphomedusen des St. Vincent Golfes," Biol. Centralbl. VHI. Bd.,
p. 357—359.
35. Haddou, A. C. „On larval Actiniae parasitic on Hydromedusae at
St. Andrews." Ann. Mag. Nat. Hist. (6) vol. 2, p. 256—259. Bericht in Journ.
R. Micr. Soc. f. 1888, p. 965.
36. Haeckel, E. „System der Siphonophoren auf phylogenetischer Grund-
lage entworfen." Jen. Zeitschr. f. Naturw. 22. Bd., p. 1—46. Ber. Journ. R.
Micr. Soc. 1888, p. 741—743.
37. Derselbe. „Report on the Siphonophorae collected by H. M. S.
„Challenger" during the years 1873—1876." Rep. Scientific results Challenger
Zool. vol. 28, p. 77. 380 pp. 50 Taf.
38. Heape, W. „Preliminary Report upon the Fauna and Flora of Ply-
mouth Sound." J. Mar. Biol. Ass. II, p. 153—193 (Coelenteraten p. 166—167).
*39. Heilprin, A. „The animal Life on our Sea Shore." Philadelphia 1888.
40. Hickson, S. J. „On the sexual cells and the early stages in the
development of Millepora plicata." Phil. Transact. vol. 179. B., p. 193 — 204.
Taf. 38, 39. Ber. Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 964—965.
41. Hoyle, W. E. „Report on the Biological Investigations carried on in
the waters to the West of Lewis in July and August 1887." Rep. Fish. Scotl. VI,
pt. III, p. 215-222, Taf. XV.
42. Ishikawa, C. „Ueber die Herkunft der weiblichen Geschlechtszellen
bei Podocoryne carnea Sars." Zeitschr. wiss. Zool. 47. Bd., p. 621—625. 6 Fig.
Ber. in Journ R. Micr. Soc. 1889, p. 231-233.
43. Keller, C. „Die Wanderung der marinen Thierwelt im Suezcanal."
Zool. Anz. 11. Jahrg., p. 359-364 u. 389-395.
44. Korotneflf, A. „Contribution h l'etude des Hydraires." Arch. Zool.
exp^r. (2), Tome 6, p. 21-31, Taf. 1, 2. Ber. J. R. Micr. Soc. 1888, p. 963.
45. Krukenberg, C. Fr. "W. „Die Durchfluthung des Isthmus von Suez
in chorologischer Beziehung. Wissenschaftliche Ergebnisse meiner Reise von
Etang de Berre über Marseille und Triest nach Suakin und Massaua." Ver-
gleichende Physiologische Studien. 2. Reihe. Abth. V. I, p. 1 — 116.
46. Derselbe. „Neue Thatsachen für eine vergleichende Physiologie der
Phosphorescenzerscheinung bei Thieren und Pflanzen. Das Leuchten des Rothen
Meeres." Vergl. phys. Studien. 2. Reihe. Abth. V. II, p. 117-141.
47. Lang, A. „Ueber den Einfluss der festsitzenden Lebensweise auf die
Thiere und über den Ursprung der ungeschlechtlichen Fortpflanzung durch
Theilung und Knospung." Jena, 166 pp.
48. Lapworth, Ch. „Preliminary Report on some Graptolites from the
138 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
Lower Palaeozoic Rocks on the South Side of the St. Lawrence from Cape
Rossier to Tartigo River, from the North Shore of the Island of Orleans, one
Mjle above Cape Rouge, and from the Cove Fields, Quebec." Transact. of the
Royal Soc. of Canada for 1886.
49. Lendenfeld, R. Ton, „List of Errata in the Catalogue of the
Australian Scyphomedusae and Hydromedusae." 7 pp. 1 pl.
50. Derselbe. „Der Character der australischen Coelenteratenfauna."
Biol. Centralbl. VIT, p. 641-646, Ber. Am. Nat. XXH, p. 353-354.
51. Derselbe. „Ueber Coelenteraten der Südsee. VII. Die australischen
rhizostomeu Medusen." Zeitschr. f. wiss. Zool. XL VII, p. 201—324, Taf. XVIII
bis XXVn. Ber. Journ. R. Micr. Soc. 1889, p. 67—70.
52. Derselbe. „Neue Arbeiten über Australische Polypomedusen." Biol.
Centralbl. Bd. VIII, p. 218-220.
53 Leuckart u. Nitzsche. „Zoologische Wandtafeln." PI. LXIV. Aurelia
aurita. Kassel 1888.
54. Lo Bianco, S. „Notizii biologiche riguardanti specialmente il periodo
di maturitä sexuale degli animali del golfo di Napoli." Mitth. Zool. Station
Napoli Vm, p. 385-440 (Coelenteraten p. 386—393).
55. Mc Intosh, W. C. „On Lesueuria a Ctenophore new to Britain."
Ann. Mag. Nat. Hist. (6) vol. 2, p. 464-466, Ber. Journ. R. Micr. Soc. 1889, p. 71.
56. Derselbe. „On the Appearance and Disappearance of Lucernaria and
other Forms." Ann. Mag. Nat. Hist. (6) vol. 2, p. 471-472.
57. Neumayr, W. „Die Stämme des Thierreiches." Wirbellose Thiere.
L Bd. Wien u. Prag, 603 pp., 192 Fig. (Coelenteraten p. 238-347, F. 45-76.)
58. Nicholson, H. A. „On the Structure and affinities of the Genus
Parkeria Carp." Ann. Mag. Nat. Hist. (6) Bd. I, p. 1—12, Taf. 3.
59. Sharp, B. „Ctenophores in Fresh Water." Proc. Acad. N. Sc. Phila-
delphia p. 82-83. Ber. in Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 565-566.
*60. Suchetet, A. „L'hybridite dans la nature." Rev. Quest. Sei. XXIV,
p. 175—244 (Coelenteraten p. 177).
*61. Tight, W. G. „A Note on a peculiar habit of Fresh-water Hydra."
Bull. Denison Univ. IV, p. 131.
62. Tallentin. „Psorospermium Lucemariae." Zool. Anz. XI. Jahrg.
No. 292, p. 622.
63. Vanhöifen, E. „Untersuchungen über semaeostome und rhizostome
Medusen." 51 pp. Dissertation. Königsberg.
64. Yayssiere, A. „Atlas d'anatomie comparee des invertebres." Fase. 2
u. 3. Paris fol. 30 Taf. mit Erklärungen (Coelenteraten Taf. 54, 55, 56 u. 58).
65. Tiguler, C. „Etudes sur les animaux inferieurs de la baie d'Alger."
Arch. zool. exper. (2) VI, p. 351— 373, Taf. XIX— XX. Ber. Journ. R. Micr.
Soc. 1889, p. 393.
*66. Tine, G. R. „Note on the Palaeontology of the Wenlock Shales of
Shropshire." P. Yorks. Geol. Polyt. Soc. IX, p. 224—248.
67. Wentzel, J. „Ueber fossile Hydrocorallinen (Stromatopora und ihre
Verwandten) überhaupt mit besonderer Berücksichtigung der in den Unterperm-
schichten, Middle Productus-Limestone der Salt-Range auftretenden Formen."
Prag. 8". 26 pp. 4 Taf. Lotos IX. 1889, p. 1-29, Taf. 1-3.
*68. Wilson, E. B. „Note on the mechanism of the thread cells in Hydra."
Am. Micr. Journ. IX, p. 79—80.
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 139
Allgemeines.
Bei seinen Untersuchungen über den Einfluss der festsitzenden
Lebensweise auf die Thiere und über den Ursprung der ungeschlecht-
lichen Fortpflanzung durch Theilung und Knospung gedenkt Lang (47)
auch des Generationswechsels bei Coelenteraten uud des Abhängigkeits-
verhältnisses zwischen Polypen und Medusen. Verfasser giebt zu,
dass die Hydrozoen und Scyphozoen freischwimmende Vorfahren
gehabt haben und dass die Gonophoren der Hydroiden reducirte
und gewordene Medusen sind. Das Fehlen von Sinnesorganen am
aboralen, beim Schwimmen nach vorn gerichteten, Pole, der radiaere
Körperbau, die Ausstattung mit Tentakeln im Umkreise des Mundes
die Stockbildung und Fortpflanzung durch Knospung und Theilung,
alles Charactere, die sonst nur festsitzenden Thieren zukommen,
lassen annehmen — entgegen der Ansicht von Brooks, Keller und
Vogt — dass die freischwimmende Lebensweise der Medusen gegen-
über der festsitzenden der Polypen nicht die ursprüngliche sei.
Als giftige Coelenteraten von New England nennt A. E. V. (1)
auf eine Anfrage Cyanea arctica untl PhysaUa.
Giard (28) erwähnt bei einer Zusammenstellung der Thiere,
bei denen Zerstörung der Geschlechtsorgane durch Parasiten auftritt
(castration parasitaire) folgende Coelenteraten:
Wirth Parasit
Coryne eximia . . . Phoxichilidium sp.
Hydractinia echinata . Phoxichilidium mutilatum
Tubularia sp. ... Phoxichilidium sp.
Diverse Geryoniden . Diverse Cuninen (Castration wahrscheinlich)
Gorgonia sp Tubularia parasitica.
Ueber weitere Parasiten siehe Giard (31) p. 140, Haddon (35)
p. 147, Valentin (62) p. 159.
Notizen das Leuchten der Coelenteraten betreffend finden sich
bei Dubois und Kruckenberg. Dubois (16) führt das Leuchten der
Pelagia noctiluca auf einen Bacillus, Bacterium Pelagia zurück.
Die Farbe des Phosphorescenzlichtes der Beroideen des Mittelmeeres
ist nach Krücken bnrg (46) lebhaft lasurblau. Nur Bolina hibernica
zeichnet sich vor den übrigen durch einen Stich ins Gelbliche aus.
Aus Tabellen, die bei derselben Gelegenheit zusammengestellt wurden,
ergiebt sich:
für Aurelia aurita: Er tragbares Temperaturmaximum 29,5°
Absterbepunkt 34° vorübergehende Kältestarre bei — 6,7°
„ Rhizostoma Cuvieri: Ertragbares Temperaturmaximum
30° Absterbepunkt 35°
„ Chiaja (multicornis?) Ertragb. Temperaturmaximum 40
bis 41° Absterbepunkt 40—41°
„ Beroideen: Ertragbares Temperaturmaximum — Absterbe-
punkt 40—50°.
Kruckenberg (45) führt als gemeinsam im Mittelmeer und
Rothen Meer vorkommend an von Coelenteraten: Aurelia aurita
Lam., Rhizostoma Cuvieri Per. et Les. und Bolina hydatina Chun.
140 Dr. E.Vanhöffeu: Jahresbericht für 1888
Als aus dem Rothen Meer eingewandert wurde Cassiopeia Andromeda
Forsk. im Timsah See beobachtet.
Keller (43) schUesst aus dem Vorkommen eines der Rhizostoma
Cuvieri des Mittelmeeres nahe stehenden Form von Rhizostoma,
die auf den Golf von Suez beschränkt ist und südlich von El Tor
am Fusse des Sinai nicht gefunden wurde, dass diese Meduse vor
langer Zeit durch den Isthmus gewandert sei, wie sie auch heute
wieder durch den Isthmus zieht. Er leitet die Erythraeische Rhi-
zostomencolonie vom Mittelmeerbecken her und hebt hervor, dass
er und nicht Kruckenberg Cassiopeia Andromeda im Timsahsee
zuerst beobachtete, wo diese Meduse festsizend, schon in der Grösse
eines Pfennigstückes verankert, lebt. Diese Strandmeduse wurde
vermuthlich gelegentlich von Strömungen losgerissen und aus dem
Rothen Meer in das Canalbett hineingetrieben.
Grieg (33) giebt ein Verzeichniss der bei Moster am Eingange
des Hardangerfjords beobachteten Seethiere. Darunter finden sich
25 Hydroidpolypen und die beiden acraspeden Medusen: Aurelia
aurita und Cyanea capillata.
In seinem Bericht über die biologische Untersuchung der See
im Westen von Lewis während der Monate Juli und August 1887
erwähnt Hoyle (41) ohne bestimmte Angaben, dass von Coelenteraten
im Juli Medusen, Ctenophoren, Siphonophoren, Aurelia aurita und
eine grössere Meduse gefunden wurde.
Lo Bianco (54) macht in einem alphabetischen Verzeichniss
Angaben über die Zeit der Gesclilechtsreife von 23 Hydroidpolypen,
19 Craspedoten Medusen, 10 Siphonophoren, 4 Acalephen und 11
Ctenophoren aus dem Golf von Neapel und giebt dabei auch einzelne
Notizen über das Vorkommen derselben,
Chun (12) berichtet über das Vorkommen von Medusen, Cteno-
phoren und Siphonophoren in grösseren Tiefen des Mittelmeeres
vergl. p. 157.
Criard (31) gedenkt auch der Coelenteraten bei der Zusammen-
stellung seiner faunistischen Beobachtungen in Wimereux. Chrysaora
hysoscella erschien daselbst von Juli bis August 1874 in colossaler
Menge mit vielen Farbenvarietäten, Rhizostoma Cuvieri war besonders
häufig von August bis September 1879, Aurelia aurita tritt in
grösster Zahl im Juni und Juli auf. Pleurobrachia pileus erscheint
in grosser Menge Jahr für Jahr in den Wintermonaten. Zahlreiche
Exemplare derselben erwiesen sich im März und April durch einen
Cestoden (Scolex polymorphus?) inficirt. Im Frühjahr 1887 w^aren
besonders schön die Stöckchen von Sertularia argentea Ell, u. Sol.
und Sertularia cupressina L. entwickelt und Lucernaria octoradiata
trat in erstaunlichen Mengen auf. Tubularia indivisa L. hatte durch
den Frost des Winters 87/88 stark gelitten und Obelia dichotoma
wurde mit den meisten Exemplaren durch die Kälte getödteter
Portunusarten ans Land gespült, auf denen sie sich in der Frontal-
region angesiedelt hatte.
Nach Notizen und Skizzen von Grecly beschreibt Fewkes (21)
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 141
Coelenteraten von Discovery Harbor unter 81° 44N. B. und 65'^ 45'
W. L, Es werden erwähnt von Acraspeden: Nauphanta polaris,
n. sp., die sich von N. Challengeri durch die Profilfigur unter-
scheidet, von Craspedoten: Solmundella sp. Solmundus sp., und
Tiara conifera Haeckel, die wahrscheinlich nur eine Varietät von
T. pileata ist, und deren Jugendform wahrscheinlich eben so wie
die Jugendstadien von Stomotora und Dinemetella keinen Scheitel-
aufsatz besitzt; von Siphonophoren : Agalmopsis cara A. Ag. und
von Ctenophoren: Lesueuria sp., Bolina sp. und Mertensia ovum (?)
Mörch. Ueber 3 weitere Formen, 2 Tubulariden und 1 Ephyra oder
erwachsene Discophore, lassen sich keine genaueren Vermuthungen
aussprechen.
Fewkes (24) macht darauf aufmerksam, dass die Coelenteraten-
fauna der Fundy Bay, da letztere kalte Strömungen aufnimmt, Be-
ziehungen zur arktischen Fauna zeigt, dagegen wesentlich verschieden
ist von der der benachbarten Narragansettbay, die durch südliche
Ströme erwärmt wird und erwähnt von der ersteren Localität
3 Ctenophoren, 1 Siphonophore, 8 craspedote und 3 acraspede Me-
dusen. Specieller beschrieben werden davon die Siphonophore
Nanomia cara A. Ag. von Craspedoten, Sarsia mirabihs A. Ag. mit
ihrem parasitischen Polypen Hydrichthys mirus Fewkes, Halopsis
ocellata A. Ag. und von Acraspeden Callinema ornata Verrill.
Nanomia ist eine Physophoride, die sich von Agalmopsis Fewkes
nur durch die Oeltropfen (,,oil globuleo") an der Basis der l'aster
unterscheidet. Von ihr wurden erwachsene Exemplare von 4 — 5 Fuss
Länge mit 15 Paar Schwimmglocken beobachtet, während Aggassiz
nur jüngere Exemplare mit 4 Schwimmglockenpaaren gefunden hatte.
Männliche und weibliche Geschlechtsglocken sprossen an demselben
Stock. Die ersteren sind milchweiss, die letzteren durchsichtig. In
der weiblichen Glocke findet sich nur ein einziges Ei, das farblos, in
Wasser fast undurchsichtig und fast ganz mit spongiöser Protoplasma-
masse erfüllt ist, ähnlich wie es Metschnikoff bei Epibulei beschreibt.
Neue Colonien sollten sich nach Agassiz durch Knospung und durch
Entwicklung aus dem Ei bilden. Knospung wurde von Fewkes nicht
bemerkt, wird angezweifelt und bedarf jedenfalls der Bestätigung.
Die Entwicklung der Eier wurde bis zum 8 Zellen Stadium verfolgt.
Nach Analogie mit verwandten Physophoriden, deren Entwicklung
Metschnikoff schilderte, entwickelt sich aus dem 8 zelhgen Stadium
eine Planula, deren breiteres dem Munde entgegengesetztes Ende
sich zur Pneumatophore ausbildet. Die Pneumatophore entspricht
nach Fewkes, der sich an Metschnikoff anschliesst, dem Fuss der
jungen Polypen, dem Schirm der Medusen und den primären Deck-
stück bei Agalma.
Callinema ornata wird folgendermassen beschrieben: Exum-
brella mit Warzen bedeckt. Von der Gastralhöhle verlaufen 16 ver-
zweigte Canäle in der Richtung der Rhopalien zwischen 16 einfachen
zum Ringcanal. Tiefe Einschnitte für die Rhopalien trennen den
Schirmrand in 16 Randlappen, in welche der Ringcanal blinde Canäle
142 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
entsendet. 8 — 10 Tentakeln entspringen zwischen je zwei Randkörpern
am Ringcanal. Die Mundarme gleichen denen von Cyanea; 8 grosse
Gonaden hängen an der Basis des Mundrohrs herab. Callinema ist
mit Heccaedecomma ambiguum Brandt und Phacellophora, wozu
Haeckel sie rechnet, verwandt, muss jedoch nach Fewkes als be-
sondere Gattung betrachtet werden.
Agassiz (2) schildert die Coelenteratenfauna des Golfstroms.
Er erwähnt grosse Ctenophoren, die als leuchtende Kugeln vorüber
treiben und Physahen, die als Feuerballons auf der Oberfläche
schweben neben vielen kleineren Lichtern, verursacht durch kleinere
Medusen. Tima, Zygodactyla und Staurophora sind häufig an der
Oberfläche vor 10 Uhr Morgens, während Polyclonia, jung und alt,
entweder früh Morgens oder spät Nachmittags oder in der Nacht
schwimmt; bei Tage liegt sie mit den Tentakeln nach oben im
Schlamm halb vergraben.
Besonders characteristisch für den Golfstrom sind Porpita,
Velella und Physalia und der Thätigkeit des Golfstroms muss man
auch das gelegentliche Erscheinen dieser Siphonophoren wie auch
das von Eudoxia, Epibulia und Diplophysa an der Küste von Neu
England zuschreiben. Agalma und Nanomia dagegen, die bei Newport
gefunden wurden, kommen mit nördlicher Strömung herab. Eben-
falls vom Golfstrom nach den Küsten von New England werden
Cunina, Eutima, Trachynema, Liriope, Zanclea u. a. m. herauf-
gebracht. Ferner werden erwähnt: Linerges mercurius als eine der
gemeinsten westindischen Medusen, Glossocodon und die Ctenophore
Mnemiopsis Leidyi. In den Straits of Florida wurden beobachtet:
sehr zahlreich Velella, ferner Stephanomia und Pterophysa grandis,
die bis zu einer Länge von 30 Fuss heranwächst. Pterophysa hat
die Fähigkeit sich herabzulassen und wieder heraufzusteigen, was
auch bei einer sehr jungen Physalia beobachtet wurde. Stücke von
Rhizophysa, die sonst der Tiefe angehören soll, wurden nicht selten
an der Oberfläche bemerkt. Aureha und Cyanea traten in so
grossen Scharen auf, dass sie in einiger Entfernung wie mächtige
Sandbänke erschienen. Im zweiten Bande in besonderem Capitel
werden die Tiefsee-Coelenteraten behandelt. Eine Tiefenform, die
nur zufällig an der Oberfläche erseheint ist Ptychogena lactea.
Licht- und Temperaturerhöhung tödten sie leicht, die Gallerte wird
undurchsichtig und zerfällt bald nach dem Erscheinen an der Ober-
fläche. Ocyroe, die einzige gelappte Ctenophore ohne Tentakeln,
die seit ihrer Entdeckung 1829 nicht wieder gefunden war, wurde
im Gebiet des Golfstroms beobachtet. Sie benutzt ihre grossen
Seitenlappen, die auf der Innern Seite mit Muskelfasern bekleidet
sind, als Ruder und bewegt sich so mit grosser Schnelligkeit vor-
wärts. Eucharis multicornis wurde ebenfalls bei den Tortugas und
Key West beobachtet.
Zu den Tiefseemedusen des Golfstroms gehören noch: Dodeca-
bostrycha dubia, Periphylla und AtoUa. Von Siphonophoren ist
gemein im Golfstrom: Agalma Okenii; Athorybia formosa, eine neue
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 143
Species, wurde bei den Florida Key's gefunden, ferner Gleba hippopus,
Diphyes crenata 1240 Faden, Aglaophenia bispinosa 200 Faden,
Cryptolaria conferta 450 Faden, Cladocorpus paradisea 174 Faden,
Hippurella annulata 283 Faden, Callicarpa gracilis, Pleurocarpa ramosa
95 Faden. Letztere zeichnet sich unter den übrigen Plumulariden
durch den Mangel beweglicher Nematophoren aus. HydrocoraUinen :
Pliobothrus symmetricus aus 5 — 600 Faden Tiefe als Vertreter der
Milleporiden, Cryptohelia Peircei, Stylaster filigranus, Distichopora
foliacea und Allopora miniacea als Vertreter der Stylasteriden.
Von australischen Hydromedusen unterscheidet von Lenden-
feld (50) mit Einschluss der fossilen Graptolithen 241 Arten, unter
denen besonders reich die Plumulariden vertreten sind, während nur
4 Arten die Tracho- und Narcomedusen repraesentiren. Die euro-
paeischen Süsswasserpolypen Hydra und Cordylophora sind auch in
Australien vorhanden. Von den zahlreichen Scyphomedusen sind
am meisten verbreitet und in grosser Individuenzahl vertreten:
Cyanea Annascala, Cambressa mosaica und Phyllorhiza punctata;
auch Aurelia coerulea wurde in einem grösseren Schwärm angetroffen.
Die übrigen Arten sind selten; im Ganzen überwiegen die Rhizo-
stomen. Nur 2 Ctenophoren, Bolina Chuni und Neis cordigera und
von Siphonophoren Physalia und Velella gehören zur Coelenteraten-
fauna Australiens.
Hydro m ednseti,
Allinan (3) berichtet über von „Challenger" erbeutete Hydroid-
polypen. Nach allgemeinen Mittheilungen über Bau, Gewebe, Ent-
wicklung, Classification und Vertheilung der Hydroidpolypen (pag. I
bis LIX) werden 27 Gattungen mit 76 Arten von Hydroidpolypen
beschrieben, von denen 9 Genera und 64 Arten neu sind. Die neuen
Genera werden folgendermassen characterisirt.
1. Diplocyathus: Halecinus und Ophiodes ähnlich, mit ver-
ästeltem Stanun und abwechselnd stehenden trichterförmigen Hydro-
phoren, an deren Basis zwischen Hydrophor und Stamm eine
cylindrische Sarcotheca sich findet.
2. Calamphora: mit kriechendem Hydrocaulus, mit fast
sitzenden bauchigen Hydrotheken, durch die sie sich besonders von
Campanularia, Lafoea und Calicella unterscheidet. Gonangien fast
sitzend.
3. Hebe IIa: mit kriechendem einröhrigen Hydrocaulus und
cylindrischer ganzrandiger Hydrothek, deren Höhlung deutlich
vom Stiel abgesetzt ist. Von Lafoea durch den einröhrigen Hydro-
caulus und die deutlich abgesetzte Hydrotheca und von Campanularia
durch die cylindrische Form des letzteren unterschieden.
4. Halisiphonia: Hydrocaulus einröhrig, Hydrothek cyHndrisch,
ganzrandig, direkt in den Stiel übergehend. Gonangien dem Hy-
drocaulus aufsitzend.
5. Lictorella: Hydrocaulus aus einer axialen und mehreren
peripherischen Röhren zusammengesetzt. Hydrotheka cylindrisch,
gestielt, ganzrandig, deutlich vom Stiel abgesetzt.
144 Dl"- E. Van hoffen: Jnhresbericht für 1888
6. Perisiphonia: Die von den peripherischen Röhren voll-
kommen eingehüllte axiale Röhre trcägt gestielte Hydrotheken,
während auf den äusseren Röhren cylindrische Sarcotheken sich
finden.
7. Hypopyxis: Hydrocaulus in deutliche Interradien getheilt,
die zahlreiche Paare von Hydrotheken tragen. Letztere sind paar-
weise einander gegenüber gestellt und mit einander verwachsen.
Von Desmoscyphus unterschieden durch 2 tassenförmige Sarkotheken
am Grunde der Hydrothek. Gonangien ohne Marsupium, in den
Zwischenräumen zwischen je zwei Hydrotheken entspringend.
8. Staurotheca: Hydrothekenpaare abwechselnd kreuzweise
gestellt, dadurch von Sertularia verschieden. Gonangien, einfache
Kapsel, ohne Marsupium, vom Hydrocaulus entspringend.
9. Dictyocladium: Hydrocaulus einröhrig, in einer Ebene
ausgebreitet, dichotom verzweigt und so ein Netzwerk bildend. Der-
selbe ist in unregelmässigen Zwischenräumen gegliedert und trägt
nach allen Seiten vertheilt Hydrotheken. Hierdurch besonders von
Thuiaria verschieden.
Die neu beschriebenen Arten sind:
Stylactis vermicola (Nördlicher Pacif. Ocean 2900 Faden), Eudendnum
vestitum (Heard Island), Monocaulus imperator (Yokohama 2900 Faden), Halecium
robustum (Kerguelen), H. telescopicum (Port Jackson), H. flexile (Patagonien),
H. fastigiatum (Tristan d'Acunha), H. dichotomum (Cap), H. cymifornie (Pata-
gonien), Diplocyathus dichotomus (Torres Str.), Campaniilaria insiguis (Bermudas),
0. tulipifera (Heard Island), C. retrofiexa (Honolulu), C. ptychocyathus (Bahia),
C. cheloniae, Thyroscyphus simplex (Torres Str.), Hypanthea aggi'egata (Ker-
guelen), H. hemisphaerica (Falklandsinseln), Calamophora parvula (Bassstr.),
Hebella striata (Magellanstr.), Halisiphonia megalotheca (Südaustralien), Lictorella
cyathifera (Keu-Hebriden), Cryptolaria humilis (Azoren 1000 Faden), C. abyssi-
cola (Südaustralien 2600 Faden), C. flabellum (Westindien), C. pulchella (Hono-
lulu), C. crassicaulis (Ascension), C. geniculata (Fidjiinseln), C. gracilis (Neu-
seeland), C diffusa (Sierra Leone 2500 Faden), Perisiphonia filicula (Australien*,
P. pectinata (Neu -Seeland), Grammaria stentor (Kerguelen), G. magellanica
(Falklands), G. insignis (Marion Island), Sertularia gracilis (Patagonien), S. annu-
lata (Port Jackson), S. leiocarpa (Nachtigalinsel), S. unilateralis (Kerguelen),
S. clausa (Montevideo), S. implexa (Cap Virgins— Falklandiuseln), S. exigua
(Azoren), S. exserta (Heard Island), S. echinocarpa (Kerguelen), S. catena (West-
indien), S. geniculata (Philippinen), S. cylindritlieca (Bahia), S. integritheca
(Bahia), S. articulata (Kerguelen), Thuiaria quadridens (Cap Virgins— Falkland-
inseln), Th. pharmacopoda (Azoren), Th. vincta (Flinders passage), Th. pectinata
(Cap), Th. hyalina (Pernambuco), Desmoscyphus pectinatus (Bassstr. Bahia),
D. gracilis (Bermuda), D. obliquus (Cap York), D. acanthocarpus (Bahia), Hypo-
pyxis labrosa (Australien), Staurotheca dichotoma (Marioninsel), Dictyocladium
dichotomum (Bassstr.), Synthecium campylocarpum (Port Jackson), S. alternaus
(Port Jackson), Thecocladium flabellum.
Bale (4) untersucht eine Sammlung von 60 australischen
Hydromedusen, von denen 19 Arten und 2 Varietäten als neu
beschrieben werden. Es sind dieses ObeKa angulosa, Campanularia (?)
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spoiigien u. Anthozoen. 145
spinulosa, C. (?) serriüata, Lafoea scandens, Halecium gracile, H.
parvulum, Sertularella divaricata var. svibdichotoma und var. dubia,
S. longitheca, S. variabilis, S. cylindrica, Sertularia geniculata,
Thuiaria suinosa, Plumularia turgida, P. caliculata, P. alata, P.
aurita, Aglaophenia sinuosa, A. marcrocarpa, A. phyllocarpa, A. (?)
Whiteleggei.
Mehrere der von v. Lendenfeld beschriebenen Typen wurden
nachuntersucht und die Diagnosen einiger vervollständigt, andere
mit schon früher bekannten Arten identificirt, so Diphasia sym-
metrica V. L. = Sertularia bispinosa Gray, Sertularia fertilis v. L. =
Thuiaria sub - articulata Coughtrey , Plumularia gracilis v. L. =
P. Ramsayi Bale, P. Torresia v. L. = P. campanula Busk, P. tri-
partita v. L. = P. setacea Ellis, Pennaria rosea v. L. = Pennaria
australis Bale.
Für Plumularia producta Bale wird ein neues Genus Azygoplon
mit der Art Azygoplon productum gegründet. Gattungsmerkmale:
Sarkothek fehlt über dem Kelch, die vorderen Sarkotheken sind von
der Hydrothek völlig getrennt und ähneln den entsprechenden
Organen bei einigen Eleutheroplea. Nahe stehend sind: Halicornopsis
(Azygoplon AUman), die vordere der Hydrothek angewachsene
Sarkotheken hat und Diplocheilus, der sich durch das Vorhandensein
einer äusseren Kelchhülle (external calycine envelope) unterscheidet.
Der Gattungsname Azygoplon ist hier brauchbar, weil Halicornopsis
vor Azygoplon Allm. Priorität hat. Für Ceratella fusca Gray wird
die Familie der Ceratellidae von den Hydractiniden abgetrennt, mit
nackten auf Fortsätzen eines netzartigen chitinigen Polypars sitzenden
Hydranthen mit geknöpften Tentakeln, die über den Körper zer-
streut sind. Gonosom unbekannt.
Yignier (65) erwähnt gelegentlich einige Hydroidpolypen von
Algier ohne weitere Angaben: Es sind: Campanularia, Eudendrium,
Clava, Sertularia, Aglaophenia und Tubularia larynx.
Betencourt (6) führt vom Pas-de-Calais 14 Arten Athecata und
41 Thecaphoren auf mit Angaben über Artunterschiede, Vorkommen,
Häufigkeit und Fortpflanzungszeit.
Du Plessis (17) constatirt bei Villafranca 28 Arten von
Gymnoblasten oder Athecaten, von denen als neu für das Mittel-
meer angegeben werden: Coryne vaginata Allm., Coryne fucicola
F. de Filippi (Halobotrys fucicola), Bimeria vestita T. S. Wright,
Acharadria larynx T. S. Wright.
Heape (38) zählt aus der Fauna des Plymouth Sound 12
Gattungen mit 15 Arten von Gymnoblasten und 6 Gattungen mit
21 Arten von Calyptoblasten auf.
Korotneff (45) ergänzt seine früheren Beobachtungen an
Myriothela durch Untersuchung der jüngsten Entwicklungsstadien.
Männliche und weibliche Gonophoren sprossen auf demselben Indi-
viduum, ja selbst auf demselben Blastostyl, nur sind die männ-
lichen spärlicher, so dass einer männlichen Gonophore eine ganze
Gruppe weiblicher entspricht. Die Eier legen sich als Urkeimzellen
Arch. f Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd. II. H. 3. 10
146 Dr. E. VaDhöffen: Jahresbericht für 1888
im Ectoderm der weiblichen Gonophore an. Aus den ürkeimzellen
entstehen secundäre Zellen, die zu Zellhaufen von mehr als 20 Zellen
vermehrt werden können. Aus dem Kern einer dieser Zellen jedoch
nur bildet sich das Keimbläschen, die übrigen Kerne verschwinden,
während ihre Zellen den Bildungs- und Nahrungsdotter liefern.
Das Ei wird demnach als Product verschiedenartiger Elemente
betrachtet.
Die männlichen Geschlechtszellen entstehen ebenfalls im Ectoderm.
Aus einer centralen Zellmasse der Gonophore, die den entodermalen
Spadix umgiebt, bilden sich zunächst peripherisch die Spermatozoiden
aus, die sich dann unter entsprechendem Schwinden der centralen
Zellmasse vermehren. Nach der Reife treten die Spermatozoiden
durch den Spadix in die Blastostylhöhle und dringen wahrscheinlich
zur Befruchtung durch den Eistiel in das Ei ein. Nach der Be-
fruchtung löst sich das Ei von einem Stiel ab, wird jedoch von her-
vorgesprossten geknöpften Filamenten oder Wurzeln am Mutterthier
festgehalten.
Ishikawa (42) fand bei jugendlichen Medusenknospen von
Podocoryne carnea in der Tiefe des Ectoderms einige Zellen, die sich
von den übrigen Ectodermzellen unterscheiden und von denen eine
gerade in der Linie der Stützlamelle lag. An einem Schnitt durch
eine ältere Medusenknospe konnte er im Ectoderm Eizellen und
Keimzellen beobachten, während ausserdem im Ectoderm grosse
unzweifelhafte Eizellen auftraten. Aus dem Vorhandensein dieser
Eizellen im Ectoderm ergiebt sich, dass die differenten Ectoderm-
zellen der jungen Knospe Keimzellen sind, die sich nur selten auch
im Ectoderm entwickeln, gewöhnlich hingegen sehr früh ins Entoderm
einwandern, wo sie zu Eizellen werden. Er bestätigt dadurch die
Hypothese Weismanns, dass bei Podocoryne carnea die ürkeimzellen
im Ectoderm der Medusenknospe entstehen, dann ins Entoderm ein-
wandern und sich dort zu Keimzellen dififerenziren.
Fewkes (25) beschreibt ausführlich einen Hydroidpolypen
(Hydrichthys mirus), der auf einem Fisch Seriola zonata schma-
rotzend gefunden wurde. An der Seite des Fischkörpers wurde,
durch eine aus verzweigten Röhren zusammengesetzte Platte be-
festigt, eine Polypencolonie bemerkt, welche aus geschlechtlichen
Individuen, Gonosomen, und ungeschlechtlichen, ,, filiform bodies",
bestand. Die Gonosomen, an denen Sarsia ähnliche Medusen
knospten, entbehrten ebenso wie die „filiform bodies" in Folge ihrer
parasitischen Lebensweise der Tentakeln. Fewkes sieht wegen des
Polymorphismus und der aus verzweigten Röhren zusammengesetzten
Basalplatte, die ihn an den Schwimmkörper von Velella erinnert,
in Hydrichthys den nächsten Verwandten dieser Siphonophore unter
den festsitzenden Hydroiden.
In Epenthesis Mc. Cradyi beschreibt Brooks (8. 9.) eine Meduse
von Nassau und Green Turtle Harbors, Bahama Islands, die nächst
verwandt mit Epenthesis folliata Mc. Crady ist. An ihren Ge-
schlechtsproducten trägt sie Campanulaartige Hydroidblastostyls in
über die Ooel enteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 147
chitinösen Gonangien, die sich nicht zu Polypenstöckchen entwickeln,
sondern Medusen knospen. Das Ectoderm des Blastostyls hängt
direct mit dem der Meduse zusammen; das Entoderm entsteht aus
den Keimzellen durch einen Process ähnlich dem, den Metschnikoff
bei Cunina Sporogenesis genannt hat: Die Blastostyle sind gewisser-
massen Parasiten auf dem Gewebe der Fortpflanzungsorgane.
Brooks fand ferner bei Epenthesis foUiata Mc. Crady Ver-
mehrung durch Theilung, wie sie Lang von Gastroblasta Raffaelli
beschreibt, und rechnet auch die letztere Meduse zu Epenthesis,
ebenso wie Haeckel Kefersteins Eucope gemmifera (mit Knospen am
Magen) dort unterbrachte. Ob Keller's Gastroblasta timida eben-
falls eine Epenthesis ist, wagt er nicht zu entscheiden wegen der
entodermalen Sinnesorgane jener und der grossen Zahl von Tentakeln,
während die sonstige Beschreibung gut zu Epenthesis passt.
Chun (12) fand in Tiefen von 600—1300 m des Mittehneeres
folgende Hydromedusen, die auch von der Oberfläche bekannt sind,
im Sommer aber grössere Tiefen aufsuchen: Lizzia KölUkeri, Cytaeis
pusilla, Sminthea eurygaster, Aglaura hemistoma, Rhopalonema
velatum, Geryonia hastata (junge Exemplare in der Tiefe, erwachsene
an der Oberfläche), Liriope eurybia, Cunina albescens und Aeginopsis
mediterranea.
Giard (30) beobachtete Rathkea octopunctata Sars im März
1888 bei Wimereux und tritt für die Berechtigung ihres Namens
ein, da sich in der That 8 Pigmentflecke an den Tentakelbasen
finden, während Boehm und andere Forscher annahmen, dass diese
Erscheinung nur auf durch Chylus braungrün bis schwarz gefärbte
Canäle zurückzuführen sei. Erst nach dem Tode des Thieres dringt
das Pigment durch die Canäle in die Tentakeln hinein.
Haddon (35) beschreibt Actinienlarven aus der Familie der
Edwardsidae, wahrscheinhch zu Peachia hastata gehörig, die zu
St, Andrews an Leptomedusen schmarotzend gefunden wurden.
Ueber Parasiten der Hydromedusen berichtet auch Giard (28)
p. 139. Andere Notizen über Hydromedusen bei Lang (47) p. 139,
Orieg (33) p. 140, Lo Bianco (54) p. 140, Giard (31) p. 140,
Fewkes (21, 24) pp.l40, 141, Agassiz (2) p.l42, v. Lendenfeld (50)
p. 143.
Hydrocorallinae.
Unter 51 Polypen, die das Riff der Insel Kamarane aufbauen,
erwähnt Faurot (20) auch 2 Milleporiden : Millepora plicata und
M. verrucosa, die nur selten und dann wenig gut entwickelt lebend
gefunden wurden und schliesst aus diesem Vorkommen, dass die-
selben nur in tiefem Wasser gut gedeihen können.
Weiteres über HydrocoraUinen bei Agassiz (2) p. 142, Hickson
(40) s. Ber. f. 1887.
Siphonophoren.
Haeckel (36, 37) giebt einen Bericht über die während der
Reise des ,,Challenger" gesammelten Siphonophoren, den er durch
Verwerthung , zahlreicher früherer Beobachtungen vervollständigt.
10*
148 Dl". E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
Dieser Bericht, dem eine kurze voriäufige Uebersicht voranging,
besteht aus einer allgemeinen Einführung in das Studium der
Siphonophoren, aus einer Beschreibung der Familien, Gattungen vmd
Arten, einer Zusammenstellung der wissenschaftlichen Bezeichnung
der einzelnen Organe in lateinischer Sprache nebst ihrer englischen
und deutschen Uebersetzung und einer kurzen statistischen Ueber-
sicht über die im Bericht aufgezählten Familien, Gattungen und
Arten der Siphonophoren.
Im Eingange sucht Haeckel die sich gegenüberstehenden Poly-
organ- und Polypersontheorien zu seiner Medusomtheorie zusammen-
zufassen, indem er annimmt, dass der stets aus einer einzigen
Medusenperson sich entwickelnde Siphonophorenstock aus intacten
Personen und anderen aufgelösten besteht, deren Organe von einander
getrennt, vereinzelt und oft in vermehrter Zahl erscheinen, so dass
man an jenem sowohl einzelne Individuen, Personen, als auch ein-
zelne selbstständige Organe unterscheiden kann.
Dann werden die jüngsten Entwicklungsstadien der Siphono-
phoren beschrieben, die entweder 8 strahlig und regulär, Disconula
(mit 8 Tentakeln, 8 Luftkammern und centraler Luftflasche) oder
bilateral und symmetrisch, Siphonula, sind und in denen sich schon
die Spaltung der Siphonophoren in 2 Gruppen: Disconanthae und
Siphonanthae offenbart. Aus der Disconula, die gewissen Tracho-
medusen (Pectylliden) gleicht, entwickelt sich die Porpula durch
Auftreten von 8 weiteren Tentakeln und durch Vermehrung der Luft-
kammern. Nach weiterer Vermehrung dieser Organe knospen zwischen
dem mittleren Siphon (Nährpolyp) und dem Schirmrand die 8 oder
16 Gonophorenträger hervor, die bei den monogastrischen Discahden
geschlossen bleiben, bei den Porpitiden und Velelliden aber eine
Mundöfihung erhalten. In der Aehnlichkeit mit den Pectylliden zeigt
sich Verwandtschaft; die Disconanthae stammen von den Tracho-
medusen ab.
Die bilaterale Siphonula gleicht gewissen an Corymorpha knos-
penden Codoniden, an deren cyHndrischem Magen ja auch in seiner
ganzen Länge neue Medusen knospen können. Sie sind als Vor-
fahren der Siphonanthae zu betrachten. Aus der ursprünglichen
Umbrella der Siphonula (Protocodon) entwickelt sich bei den Calyco-
phoriden die primäre Schwimmglocke, bei Physonecten, Cystonecten
und Auronecten der Pneumatophor. Der ursprüngliche Siphon
(Protosiphon) der Siphonale bleibt entweder der Magen der mono-
gastrischen Siphonanthae oder entwickelt sich zum Stamm der poly-
gastrischen Formen.
Der Siphonophorenstamm ist entweder einfach und besteht dann
aus einer einzelnen centralisirten Gruppe von Personen oder ist
zusarmnengesetzt aus mehreren Cormidien, d. h. individualisirten
Personengruppen, die zerstreut am Stamm auftreten und mono-
gastrisch oder polygastrisch sein können. Die Cormidien sind ent-
weder intakt — und dann regelmässig entsprechend den Metameren
des gegliederten Stammes angeordnet (Apolemidae, Rhizophysidae)
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 149
oder eng zusammengedrängt, so dass die Internodien verschwinden
(Discolabidae, Rhodalidae) — oder aufgelöst mit getrennten Organen,
Siphon, Taster, Gonophoren, Deckstücken etc. (PhysaHa, Agahnopsis).
In letzterem Falle wird der Bau des Stockes zuweilen noch com-
plicirter durch Vervielfältigung der Organe.
Die monogastrischen Cormidien sind entweder:
1. Eudoxome (Calyconectae), frei als Eudoxia, aus Siphon,
Tentakel, Deckstück und Gonophor bestehend,
2. Ersaeome (Calyconectae), frei als Ersaea, bei denen noch
eine Specialschwimmglocke hinzukommt,
3. Rhodalome (Rhodalidae) mit Sipho, Tentakel und einem
oder mehr Gonophoren (mit Gonopalpon),
4. Athorome (Physophora und Anthophysiden) mit Sipho,
Tentakel, ein oder mehreren Palpen und ein oder mehreren
Gonophoren,
5. Crystallome (Gry stalle des, Anthemodes und andere Physo-
nectae), bei denen noch eine Bracteengruppe hinzukommt.
Die polygastrischen Cormidien sind seltener und weniger mannig-
faltig; sie kommen vor bei Apolemia (Physonectae) und Salacia
(Cystonectae).
Der Siphonophorenstock zerfällt in Schwimmkörper, Nectosoma
und Nährkörper, Siphosoma; der erstere ist gewöhnlich Unks (2),
der andere rechts (J) gedreht. Die Theile des Schwimmkörpers wie
Schwimmglocken, Pneumatophoren und Aurophoren werden nach der
Medusomtheorie als Organe, nicht als Personen gedeutet. Ebenso wer-
den die zum Siphosom gehörigen Deckstücke, Gonophoren, Siphonen
(Nährpolypen), Palpen (Taster), Cysten (Afterblasen) und Gonostyle
theils als dislocirte Organe von Medusomen, theils als vermehrte Ersatz-
organe derselben gedeutet. Deckstück und Siphon zusammen erst bilden
ein Medusom. Palpen sind von den Cysten nur durch Fehlen einer
distalen Oeffnung, von den Siphons noch durch Mangel von Drüsen-
zotten und Leberstreifen unterschieden. Tentakel oder Fangfäden
werden von den Palpakeln oder Fühlfäden unterschieden. Während
erstere am Grunde der Siphonen sitzen, finden sich letztere an der
Basis der Palponen. Bei zusammengesetzten Tentakeln werden die
secundären Fäden als Tentillen bezeichnet. Ferner sind primäre
Deckstücke (Protobracteae), die der Umbrella einer medusoiden
Person entsprechen, zu unterscheiden von solchen zweiter Ordnung,
die aufgefasst werden können 1. als dislocirte Umbrella secundärer
Medusome, 2. als Ergänzungsbracteen der letzteren, 3. als Stücke
einer zertheilten Umbrella.
Die häufig baumartig verzweigten Gonostyle sind gewöhnlich
mundlos und als sexuelle Palpons zu deuten. Sie übernehmen die
Production der Gonophoren. Letztere entsprechen einer Medusen-
person, da stets Umbrella und Manubrium vorhanden sind. Die
meisten Siphonophoren sind monöcisch; diöcisch sind nur einige
Calyconectae (Mitrophyes, Galeolaria) und einige Physonectae (Apo-
lemia und Athoralia). Hermaphroditen sind nicht bekannt.
150 Dl'- E. Vanhöffeu: Jahresbericht für 1888
Nacli dieser Schilderung der wichtigsten am Siphonophorenstock
zu beobachtenden Organsysteme und Organe beginnt die Beschreibung
der neuen Formen. Darunter sind 5 neue Gattungen: Armenista,
Lilaea, Desmalia, Forskaliopsis und Stephanolia und die folgenden
47 Arten, von denen 28 vom Challenger erbeutet wurden, während
Haeckel 19 davon (mit * bezeichnet) selbst gesammelt hatte:
Discalia medusina, Disconalia gastroblasta , Porpalia prunella, Porpema
medusa, Porpitella pectauthis, Porpita fungia, Rataria cristata, Armenista sig-
moides, Cuboides crystallus, Amphiroa carina, Sphenoides obelisciis, Aglaisma
Gegenbauri, Ersaea corapressa, Monophyes princeps*, Mitrophyes peltifera, Cym-
bonectes Huxleyi*, Cymba crystallus, Praya galea, Diphyopsis compressa, Abyla
marina, Bassia obeliscus, Calpe Gegenbauri, Desmophyes annectens*, Polyphyes
ungulata, Vogtia KöUikeri, Circalia Stephanomia*, Athoria larvalis*, Dicymba
diphyopsis*, Crystallodes vitrea*, Agalma Eschscholtzii*, Anthemodes ordinata*,
Lychnagalma vesicularia*, Forskalia theloides*, Nectalia loligo*, Discolabe qua-
drigata*, Athorybia ocellata*, Anthophysa Darwinii, Stephalia corona*, Stepho-
nalia bathyphysa, Rhodalia miranda, Cystalia monogastrica, Cannophysa Murray-
ana*, Nectophysa Wywillei*, Salacia polygastrica, Epibulia Ritteriana*, Alo-
phota Giltschiana*, Arethusa Challengeri.
Ferner werden als neu noch 37 Arten erwähnt von denen jedoch
nur 9 zur Sammlung des Challenger gehören. Davon sind 12 im
Text ganz kurz characterisirt :
Discalia primordialis, Disconula pectyllis, Eiidoxella didyma, Desmalia im-
bricata, Athoralia coronula, Stephanomia nereidum, Anthemodes utriculata,
Stephanospira corona, Rhodophysa corona, Auralia profunda, Aurophysa ordinata,
Arethusa thalia,
21 sind als neue Namen nur mit Fundort ohne jede Beschreibung
angeführt :
Porpema lenticula, Porpema pileata, Porpita australis, Armenista lobata,
Eudoxella galea, Cuboides nacella, Sphenoides tetragona, Lilaea medusina, Cym-
bonectes cymba, Cymba nacella, Lilyopsis catena, Diphyes gracilis, Bassia
tetragona, Agalmopsis dissoluta, Strobalia cupola, Strobalia conifera, Forskaliopsis
magnifica, Bathyphysa gigantea. Discolabe tetrasticha, Pneumophysa Gegenbauri,
Alophota Mertensii,
und 3 sind nur im Verzeichniss nicht im Text namentlich erwähnt,
ebenfalls ohne Beschreibung:
Hippopodius squamatus, Hippopodius cupola, Athoria beactealis.
Endlich gehört dazu noch Cystalia Challengei'i, die nach der
Angabe im Text identisch mit Cystalia monogastrica ist, aber trotz-
dem im Verzeichniss als besondere Art aufgeführt wird.
Das System der Siphonophoren stellt dann nach Haeckel sich
folgendermassen dar:
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 151
System der Siphonophoren.
A. Disconanthae,
I. Disconectae. Stamm von der Umbrella der 8 strahligen Meduse ge-
bildet, die einen vielkammerigen Pneumatocyst einschliesst. Knospen in con-
centrischen Ringen auf der Subumbrella angeordnet, Larve 8 strahlig (Disconula).
Um'brella mit 8 einfachen Tentakeln,
Pneumatocyst oline concentrische Ring-
kammeiu Discalia.
Umbrella mit zahheiclien Tentakeln in 8
I Bündel geordnet. Pneumatocyst mit Ring-
I kammern , die 8 strahlige Centralscheibe
y umfassend Disconalia.
( Tentakeln in 8 radialen Bündeln, die 8 ersten
,°j,^ ) stärker hervorragend Porpalia.
Tentakeln sehr zahlreich in einem Kranz,
die 8 ersten nicht hervorragend .... Porpema.
1. Disralidae.
Umbrella kreisrund, und regulär
8 strahlig, Blastostyls ohne Mund,
2. Porpilidae.
Umbrella kreis-
rund, im Centrum '
Sstrahlig, Blasto-
styls mit Mund.
Porpalida
Umbrella hoch
wölbt, Pneumatocyst ^.
glockenförmig mit ge- I
lapptem Rand. ^
Porpitellidae.
Umbrella flach, leicht ( Tentakeln in 16 Bündeln, die 8 ersten und 8
gewölbt, Pneumato- j 2 ter Ordnung stärker hervorragend . . . Porpitella.
cyst scheibenförmig ^ Tentakeln sehr zahlreich in einem Kranz,
ohne vorstehende \ die 8 ersten nicht hervorragend .... Porpita.
Randlappen.
' Umbrella elliptisch, ganzrandig,Pneumatocyst
ohne Kammern, einfacher Tentakelkranz. Rataria.
Umbrella elliptisch oder4seitig, ganzrandig,
Pneumatocyst mit Kammern, einfacher
Tentakelkranz Velella.
Umbrella 4seitig mit gelapptem Rand, Pneu-
matocyst mit Kammern , doppelter oder
mehrfacher Tentakelkianz Armenista.
3. Velellidae.
Umbrella elliptisch oder bilateral,
Blastostyls mit Mund.
B. Siphonanthae.
Stamm aus dem Magenschlauch der ursprünglichen bilateralen Meduse ge-
bildet; die Knospen entspringen in der Ventrallinie desselben. Larve bilateral
(Siphonula).
II. Calyconectae. Kein Pneumatocyst, keine Palponen, dagegen immer
1 oder mehrere Schwimmglocken sind vorhanden.,
Deckstücke hemis-
phaerisch od. mutzen
förmig abgerundet
Calyconectae
Mono-
gastricae.
Stock aus einem
einzigen Cormi-
dium mit einem
Siphon und einem
Tentakel be-
stehend.
Eudoxidae.
Cormidium aus 2
Medusomen zu-
sammengesetzt
einem sterilen
undeinemfertilen
ohne Special-
schwimmglocke.
Ersaeidae.
Cormidium aus 3
Medusomen zu-
sammengesetzt
einem sterilen,
einem fertilen
und einer Special-
schwimmglocke.
Diplophy-
sid e n.
DeckstUckeweder
polyedrisch noch
prismatisch ohne
deutliche scharfe
Kanten und poly-
gonale Seiten Ex-
umbrella gerun-
det und glatt.
Äglaismidae.
Deckstücke poly-
edrisch mehr oder
weniger prisma-
tisch mit vielen
scharfen Kanten
und polygonalen
Seiten.
ohne scharfe Kante
und Spitze,
Deckstücke konisch
spateiförmig oder py-
ramidal mitSpitzeund
oft mit unvollständi-
gen Kanten.
Deckstückc mehr oder
weniger cubisch mit
einer unteren OefF-
nung, die in ihreHöhle
an derBasalseiteführt.
Deckstücke nicht ku-
bisch , mit vorderer
Oeffnung, die in ihre
Höhle an der schief
abgestutzten Ventral-
seite führt.
Phyllocyst (Deckstückblase)
einfach, ohne Radialcanäle. Diplophysa.
Phyllocyst mit iRadialcanälen,
die von seiner Basis aus-
gehen Eudoxella.
' Phyllocyst einfach.Exumbrella
der Deckstücke glatt ohne
scharfe Ecken Cucubalus.
Phyllocyst einfach,Exumbrella
der Deckstücke mit 3 oder 5
Kanten CucuUus.
Phyllocyst mit 2 gelappten
seitlichen Canälen , r)eck-
stück ohne Schwanzanhang. Cnboides.
Phyllocyst mit 4 gekreuzten
Radialcanälen. Deckstück
mit pyramidalem Schwanz-
anhaug Aglaisma.
Phyllocyst absteigend mit 2
oberen seitlichen Canälen,
Deckstücke mit 5 trapezoi-
dalen und 2 paarigen 5 ecki-
gen Seiten Amphiroa.
Phyllocyst aufsteigend mit
1 spornförmigen unteren
CanaL Deckstücke mit 4 un-
paarenund4paarigenSeiten. Sphenoides.
Deckstücke spateiförmig mit Spitze, Phyllocyst einfach ohne Radial-
canäle.
DeckstUcke gerundet ohne Spitze, Phyllocyst mit 4 Radialcanälen.
Ersaea.
152
Dr. E.Vanh offen: Jahresbericht für 1888
Calyconectae
polygastricae.
Stock ans langem
Stamm
bestehend, der
zahlieiclie regu-
läre Cormidien
trägt, die durch
freie Internodien
getrennt sind.
Jedes Cormidium
mit Siphon und
Tentakel.
Monophyidae.
Eine Schwimm-
glocke an der
Spitze
Diphyidae.
Zwei Schwimm-
glocken an der
Spitze
des Stammes.
Desmophy i-
Nectosom
(Schwimmkörper)
zweireihig, mit 4,
8 oder mehr paar-
weise sich gegen-
überstehenden
Schwimmglocken
Jedes Cormidium
mit einem Deck-
stück.
Polyphyidae.
Nectosom 2 reihig
mit 4, 8 oder mehr
paarweise sich
gegenüberste-
hendenSchwimm-
glocken. Cormi-
dien ohne Deck-
stücke.
Sphaeronec-
tidae.
Schwimmglocke
halbkugelig oder
mützenförmig
mit gerundeter
Oberfläche ohne
scharfe Kanten.
Cymbonec-
tidae,
Schwimmglocke
pyramidal mit 5
hervorragenden
scharfen Kanten.
Prayidae.
Zwei fast gleich
grosse und ähn-
licheabgerundete <
Schwimmglocken
einander gegen-
übergestellt.
Diphyopsidae.
Zwei fast gleich
grosse und ähn-
liche Schwimm-
glocken hinter-
einander, pyrami-
dal, 5 kantig.
Abylid ae.
Zwei Schwimm-
glockeu von sehr
verschiedener
Grösse und Form
hintereinander
mit polygonalen
Seiten und schar-
fen Kanten.
Hydroecium als Ventralgrube der Schwimmglocke,
unvollständig durch zwei überhängende Flügel
verschlossen
Hydroecium, ein vollständig cylindrischer Canal In
der Ventralwand der Schwimmglocke mit basaler
Oeffnung
Hydroecium fehlt, Schwimmglocke von einem kappen-
artigen dorsalen Deckstück geschützt; zwischen
ihnen sitzt der Nährkörper
Hydroecium, eine ventrale Kinne der Schwimmglocke,
unvollständig durch zwei überhängende Flügel ver-
Bracteen spateiförmig
Hydroecium, konische
oder glockenförmige
Höhle in der Ventra'
wand der Schwimu
glocke.
che I
lige I
ral- ^
am- I
Bracteen der Cormidien ko-
nisch oder spateiförmig mit
tiefer Ventralspalte . . .
Bracteen der Cormidien ku-
bisch mit 6 breiten Seiten
und 1 Basalhöhle ....
Deckstücke der Cor- r Cormidien (Eiidoxia) ohne Spe-
midien halbkugelig, cialschwimmglocke . . .
tassenfbrmig oder }
Ph^focyft^ mU 4"e1- I Cormidien (Eudoxia) mit Spe-
dialkanälen.
cialschwimmglocke
Monophyes.
Sphaero-
nectes.
Mitrophyes.
Cymbonectes
Muggiaea.
Cymba.
Praya.
Lilyopsis.
Cormidien ohne Special-
schwimmglocke, nicht frei-
werdend ; erste Schwimm-
glocke ohne Hydroecium . Galeolari
Cormidien ohne Special-
schwimmglocke , Eudoxien
frei ; erste Schwimmglocke
mit konischem Hydroecium. Diphyes.
Jedes Cormidium mit Special-
schwimmglocke , Eudoxien
frei. Erste Schwimmglocke
mit konischen Hydroecium.
Basalschwimraglocke 3 seitig
prismatisch mit 3 flügeligen
Kanten, Mund 3 seitig . .
Deckstücke der Cor-
midien pyramidal, ko-
nisch, spateiförmig
mit scharfer Spitze,
schief abgestutzter
Basis und tiefer Ven-
tralspalte. Phyllocyst
eiförmig oder rudi-
mentär ohne Radial-
canäle .
Deckstücke der Cor-
midien 6 seitig pris-
matisch. Phyllocyst
absteigend mit 2 seit-
lichen Canälen an der
Spitze.
Deckstücke 4 seitig
prismatisch, unten { Basalschwimmglocke 4 seitig
keilförmig. Phyllocyst < pyramidal mit 4flügelartigen
aufsteigend mit einem J^ Kanten, Mund 4 seitig . .
unpaaren Basalcanal.
Deckstücke der Cor-
midien kubisch mit ( Basalschwimmglocke 5 seitig
Schwanzanhang. < prismatisch mit 5 flügel-
Phyllocyst mit 4 Ea- ^ artigenKanten,Mund5seitig.
dialcanälen.
Abyla
Calpe.
Cormidium Eudoxiaartig aus 2 Medusomen (steril und fertili bestehend,
ohne Specialschwimmglocke
Cormidium Ersaeaartig aus 3 oder mehr Medusomen bestehend , mit
Specialschwimmglocke
Hippopodidae, Schwimmglocken
gerundet.
Vogtidae,
Schwimmglocken
5seitig prismatisch.
' Ostium ohne Zähne,
Cormidien diclinisch
Ostium mit 6 Zähnen,
Cormidien monoclinisch
Ostium mit 5 Zähnen,
Cormidium monoclinisch
Desmophyes.
Hippopodius
Polyphyes.
Vogtia. I
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Autliozoen. 153
III. Physoneotae. Mit einkammerigem Pueumatocyst, mit Schwimm-
glocken, Deckstücken und Palponen, ohne Aurophore, mit dünnröhrigem von
einfachem Canal durchzogenem Stamm.
Circalidae.
Athoridae.
Nectosom mit
Kranz von Deck-
stUcken ohne
Schwimmglocke.
Apolemidae.
Syphosom (Nähr-
körper) mit lan-
gem, röhienar-
tigem Stamm, der
länger ist als die
Axe des Necto-
soms. Nectosom
mit 2 Reihen von
Schwimmglocken
Pneumatophon
ohne Badial-
taschen, Tentakel
einfach.
Agalmidae.
Siphosom mit lan-
gem röhrenarti-
gen Stamm, der
länger ist als die
Axe des Necto-
soms, Nectosom
mit 2 Schwimm-
glockenreihen.
Pneumatophoren
mit Radial-
taschen, Ten-
. takel verzweigt.
Nectosom mit Schwimmglockenkranz ohne Deckstücke
Braeteen mit rudimentärem Schwimmsack, am distalen Ende Stöcke
monoecisch, Tentillen ohne Involucrum
Braeteen ohne rudimentären Schwimmsack, Stöcke dioecisch, Tentillen
mit umhüUtem Nesselband
Dicymhi dae.
Schwimmkörper
mit nur 2 sich ge-
genüherstehen-
den Schwimm-
glocken. Cormi-
dien mit ein-
fachem Siphon
und Cysten.
Apolemop-
sidae.
Nectosom mit 2
gegenüberge-
stellten Reihen
von Schwimm-
glocken. C'ormi-
dienmitmehreren
Siphons und Cy-
stons.
Internodien des Nährkörpers nackt, Stock einhaeusig,
Cormidien monoclinisch, mit einer männlichen und
einer weiblichen Geschlechtstranbe
Internodien des Nährkörpers nackt, Stock dioecisch,
Cormidien monoclinisch, mit einzelner männlicher
oder weiblicher Geschlechtstraube
Circalia.
Athoria.
Dicymba.
Apolemia.
Internodien des Nährkörpers mit Braeteen bedeckt,
Stock einhaeusig, Cormidien monoclinisch mit einer
männlichen und einer weiblichen Geschlechtstraube. Apolemopsis.
Crystallo-
dinae.
Stamm kurr und
starr, ungefähr
so lang wie der
Schwimmkörper.
Stamm kaum con-
tractu, dicht be-
deckt mit dicken
prismatischen od.
spheroidischen
Braeteen.
Anthemo-
di nae.
Stamm lang und
beweglich, viel
länger als der
Schwimmkörper.
Stamm stark con-
tractu, locker be-
deckt mit dünnen
blattartigen, sel-
tenprismatischen
Braeteen.
Cormidien regel-
mässig , Internodien
frei, nur mit Deek-
stucken bedeckt. Tas- ■
ter und Geschlechts-
trauben nur am Grun-
de des Siphons.
Cormidien gelockert,
Taster u. Geschlechts-
trauben an den Inter-
nodien zwischen den
Siphons.
Cormidien regel-
mässig , Internodien
frei nur mit Braeteen
bedeckt. Taster und ■
Geschlechtstrauben
am Grunde des Si-
phons.
Cormidien gelockert,
Taster u.Geschlechts-
trauben im Interno-
dium zwischen den
Siphons.
Tentillen mit einfachen End-
ftden
Tentillen 3 spaltig mit 3 fachen
Endfäden
Tentillen mit einfachen End-
fäden
Tentillen 3 spaltig mit 3 fachen
Endftlden
Tentillen mit einfachen End-
fäden
Tentillen 3 spaltig mit 3 fachen
EndfUden
Tentillen mit einfachen End-
fäden, Nesselband nackt,
ohne Involucrum ....
Tentillen mit einfachen End-
fäden, Nesselband von
glockenförmigem Involu-
crum eingehüllt ....
Tentillen mit 3 oder mehr
Hörnern endigend, mit 3-
oder mehrfachen Endfäden.
Terminalarapulle der Ten-
tillen mit 2 seitlichen Hör-
nern
Tentillen mit 3 oder mehr
Hörnern endigend mit 3-
oder mehrfachen Endftden.
Terminalampulle der Ten-
tillen mit einem Kranz von
8 Radialhörnern ....
Stephano-
mia.
Ci7stallodes.
Phyllophysa.
Agalma.
Anthemodes.
Cuneolaria.
Haiistemma.
Cupulita.
Agalmopsis.
Lychnagal-
154
Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
Physonectae
polygastri-
cae.
Zahlreiche Si-
phons jeder mit
hesonderem Ten-
takel versehen.
Forskalidae.
Siphosom mit langem röhrenartigem
Stamm, der länger ist als die Axe
des Schwimmkörpers ; Nectosom viel-
reihig strobilifonn, mit mehreren
Spiralreihen von Schwimmglocken.
Nectalidae.
Siphosom mit kurzem hlasenartigem
Stamm, der kürzer ist als die Axe
des Schwimmkörpers. Nectosom mit
2,4 oder mehr Schwimmglocken-
reihen. Siphosom mit einem Kranz
von Deckstücken.
Schwimmkörper ohne
Tentakeln, Stamm ge-
gliedert mit gleich _
weit abstehenden
ringartigen Ein-
schnürungen.
Schwimmkörper mit
Tentakeln zwischen
den Schwimmglocken,
Stamm nicht geglie-
dert, ohne regel-
mässige Einschnü-
rungen.
Nectosom zweizeilig,
faden
Cormidien regelmässig, Gono-
dendren dioecisch, von der
Basis der Siphonen ent-
springend
Cormidien aufgelöst, Gono-
dendren monöcisch, mit den
Siphonen abwechselnd . .
Connidien aufgelöst, Ge-
schlechtstrauben monoecisch
zwischen den Siphonen, wel-
che Leberstreifen (keine
Zotten) haben
Cormidien aufgelöst, Ge-
schlechtstrauben diöcisch
zwischen den Siphonen,
welche Leberzotten (keine
Streifen) haben
Tentillen mit einfachem End-
Nectosom 4 zeilig, Tentillen 3 spaltig mit Endblase
und 2 Seitenhömern
Discolahidae.
Siphosom mit
blasenartigem
Stamm,der kürzer
ist als die Axe
des Schwimm-
köi-pers. Necto-
som, mit 2,4 oder
mehr Schwimm-
glockenreihen.
Siphosom ohne
Deckstücke.
An thophysi-
dae.
Siphosom mit
blasenartigem
Stamm,der kurzer
ist als die Axe des
Schwimmkörpers
Nectosom ohne
Schwimmglocken
aber mit einem
Kianz von Deck-
stücken.
Schwimmköi-per (Nectosom) zweireihig mit 2 sich gegenüberstehenden
Reihen von Schwimmglocken
Nectosom 4 reihig mit 4 gekreuzten Reihen von Schwimmglocken .
Nectosom vielreihig mit mehreren Spiralreihen von Schwimmgloeken
Strobalia.
Forskalia,
Forskaliop-
sis.
Bathyphysa.
Nectalia.
Sphyrophy-
sa. I
Physophora.
Discolabe.
Stephano-
spira.
Tentillen mit ein-
fachem (nacktem ( Deckstücke mit
oder umhülltem) ) distalen Ende.
Nesselband und |
einfachen End- ( Deckstücke ohne Schwimmsack
filamenten.
rudimentärem Schwimmsack am
Nesselband nackt Rhodophysa.
Nesselband nackt . Melophysa.
Tentillen mit um-
hülltem Nessel-
band u. 3—5 End-
iilamenten. Deck-
stücke ohne
Schwimmsack.
Alle Tentillen gleich gestaltet,
ohne verästelte Anhänge . .
1 hörnig. Nesselband
Athorybia.
Tentillen 3 hörnig in 2 verschiedenen Foi-men; die
grösseren mit 2 verästelten Anhängen des Nessel-
bandes Anthophysa.
IV. Auronectae. Einkammerige Pneumatocyste, Schwimmglocken, Deck-
stücke und Gonopalpons vorhanden. Mit Aurophor. Dicker Stamm, der von einem
Canalnetz durchzogen ist.
Auronectae.
Stephalidae.
Stamm mit bleibendem Centralcanal
und deutlichem, primärem Mund.
Tentakeln einfach ohne Tentillen.
Rhodalidae.
Stamm ohne bleibenden Centralcanal
und ohne deutlichen, primären Mund.
Tentakeln verästelt mit einer Ten-
tillenreihe.
Schwimmglockenkranz einfach; alle Tentakeln von Stephalia.
gleicher Grösse und Form
Schwimmglockenkranz doppelt oder einfach; ein
Kranz von proximalen Tentakeln, die grösser
sind als die übrigen Stephanolia.
Schwimmglockenkranz einfach ; Stamm mit weiter
Centralhöhle Auralia.
Schwimmglockenkranz doppelt oder mehrfach;
Stamm ohne weite Centralhöhle Rhodalia.
V. Cystonectae. Mit Pneumatocyst, der ein apicales Stigma besitzt,
ohne Schwimmglocken und Deckstücke.
Cystonectae monogastricae.
Stamm mit einfachem grossen Siphon,
nur ein Cormidium repraesentirend.
{Cystalidae.
Am Grunde des grossen Luftsacks ein Tentakelkranz; Luftflasche
ohne Trichterzotten Cystalia.
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spougien u. Anthazoen. 155
Cystonectae
polygastri-
cae.
Stamm von zahl-
reichen Coimi-
dien zusammen-
gesetzt, jedes mit
1 oder mehr Si-
phons und Ten-
takeln.Cormidien
entweder regel-
mässig oder ir-
regulär.
Ursprüngliche
Larve mono-
gastrisch.
(Cystonula.)
Brachy-
stelin lae.
Stamm des Nähr-
körpers kurz und
dick, blasig mit
verkürzten Inter-
nodien.
Rhizophy-
sidae.
Jedes Cormidium
mit einem Magen
und einem Ten-
takel. Pneuma-
tosac mit Trich-
terzotten.
Cannophysi-
dae.
Cormidien regel-
mässig durch
freie Internodien
getrennt. Gono-
styls dem Stamm
dicht am Grunde
der Siphonen an-
Linophysidae.
CoiTOidien ge-
lockert, Gono-
styls den Inter-
nodien des Stam-
mes angeheftet,
zwischen den
Siphonen zer-
streut.
Cormidien mit vielen Mägen, jedes mit mehreren Siphons
und Tentakeln; Pneumatosac mit Trichterzotten ....
Epibulidae.
Cormidien, den
blasigen Stamm
in spiraligem
Kranz umgebend,
unter der Basis
der fast senk-
rechten Pneu-
matophore. Mit
Trichterzotten.
Phy salidae.
Cormidien in
einer mehrfachen
Reihe längs der
Ventralseite des
Stammes, dessen
Dorsalseite durch
die fast horizon-
tale Pneumato-
phore eingenom-
men ist. Ohne
Trichterzotten.
Tentillen einfach, fadenartig, ungetheilt
Tentillen distal, 3 spaltig mit Ampulle am Ende und
zwei seitlichen Hörnern
Arethusidae.
Pnenmatophor ("Ein einzelner Haupttentakel .
einfach ohne viel- <
zelligen Dorsal- ( Mehrere grosse Haupttentakel
kämm.
Caravellidae.
Pneumatophor
mit Dorsalkamm f Ein einzelner Haupttentakel .
der durch Quer- J
septen in eineS
Reihe von Kam- ^ Mehrere grosse Haupttentakel
mern getheilt
wird.
Salacia.
Epibulia.
Angela.
Alophota.
Arethusa.
Physalia.
Caravella.
Dieses von Haeckel „auf phylogenetischer Grundlage" ent-
worfene System der Siphonophoren wird von Chun (13) critisirt.
Derselbe zeigt, dass Haeckel bei der Trennung seiner Hauptgruppen,
der Disconanthen und Siphonanthen von falscher Voraussetzung
ausgeht, da die beiden Larvenformen Disconula und Siphonula un-
gleichen morphologischen Werth besitzen.
Bei den jüngsten beobachteten Ratarien fand Chun neben einem
grösseren Tentakel 3 kleinere in asymmetrischer Vertheilung. Ohne
Zweifel ging diesem Stadium, ähnlich dem jüngsten Larvenstadium
von Physaha eine echte bilaterale Larve mit einem Tentakel voraus.
Diese ist mit der Siphonula zu parallelisiren, wobei man allerdings
den fundamentalen Unterschied zwischen Siphonanthen und Dis-
conanthen aufgeben und auch auf die Anknüpfung der ersteren an
Anthomedusen und der letzteren an Trachomedusen verzichten muss.
Die Velellen sind echte Physophoriden , deren eigenthümliche Um-
formung auf Anpassung an die passive Bewegung durch den Wind
zurückzuführen ist. Diese Anpassung ging so weit, dass sie die
156 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
Fähigkeit Gas zu secerniren verloren und nun darauf angewiesen
sind, atmosphärische Luft in die Kammern aufzunehmen und wieder
auszutreiben. Durch direkte Beobachtung der Pumpbewegung wurde
constatirt, dass Velellen und Porpiten durch Tracheen athmende
Coelenteraten sind, die als eigene Gruppe der Tracheophysae den
übrigen mit einer Gasdrüse versehenen, als Haplophysae zusammen-
gefassten Physophoriden gegenübergestellt werden.
Chun wendet sich ferner gegen die Medusomtheorie Haeckels,
die völlig unbegründet erscheint, da sich nicht nur Dislocationen der
Theile der einzelnen Medusenpersonen nicht nachweisen lassen, ein
Hervorsprossen von Schwimmglocke, Magenschlauch, Fangfäden und
Deckstück aus einer einzigen Knospe nicht beobachtet wurde, sondern
auch Rudimente von Fangfäden, Randkörpern und Manubrium an
den Schwimmglocken, sowie das Vorkommen einer kleinen Umbrella
an den Deckstücken von Athoria und Rhodophysa beweisen, dass
Schwimmglocken, Deckstücke, Magenschläuche etc. nicht als Medusen-
organe, sondern als Medusenpersonen aufgefasst werden müssen.
Endlich tadelt er noch, dass Haeckel auch hier ohne genügenden
Grund neue oft nur wenig modificirte Benennungen statt der
früheren z, Th. eingebürgerten Bezeichnungen für Ordnungen und
Familien anwendet und die von der Muttercolonie losgelösten Eu-
doxien als besondere Familien neben den Familien der Mutter-
colonien einführt. So finden sich im System Haekels unter den
Calycophoriden als 3 gleichwerthige Gruppen: 1) die freigewordenen
Eudoxien 2) die dazu gehörigen Muttercolonien 3) die Calycophoriden
mit sessilen Eudoxien behandelt. Ausserdem werden darin in der-
selben Familie Eudoxien vereinigt, die theils von Monophyiden theils
von Diphyiden abstammen.
Dann schildert Chun die von ihm bei den Canaren beobachteten
Siphonophoren. Er fand 22 Species der Calycophoriden mit 4 neuen
Gattungen und 11 neuen Arten und wies bei 8 Arten zum ersten
Male mit Bestimmtheit die dazugehörigen Eudoxien nach. Die 4
neuen Gattungen sind folgendermassen charakterisirt:
1. Doramasia: Schwimmglocke diphyidenähnlich , schlank, mit
lang röhrenförmig ausgezogener Kappe der Subumbrella. Eudoxien
mit steriler Specialschwimmglocke als Ersaea freiwerdend.
2. Halopyramis: Schwimmgiocke eine breite vierseitige tetragonale
Pyramide. Hydröcium trichterförmig mit vorstehendem gezähneltem
Rand. Oelbeliälter sehr gross, in der Axe der Pyramide gelegen,
Subumbrella excentrisch. Stamm verkürzt, nicht vorstreckbar,
Eudoxien ohne Specialschwimmglocke als Cuboides frei werdend.
3. Amphicaryon: Schwimmglocken von ungleicher Grösse mit
abgerundeter Exumbrella, Stamm zu einer Scheibe ausgebildet,
Oelbehälter des mützenförmigen Deckstücks mit zwei langen seit-
lichen Canälen. Die Knospengruppen werden als diplophysen-
ähnliche Eudoxien frei.
4. Stephanophyes: 4 kranzförmig in einer Ebene gelagerte
Schwimmglocken mit vielfach dichotom getheiltem Oelbehälter.
über die Coeleuteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoeii. 157
Stamm monöcisch. Anhangsgruppen, denen bei Lilyopsis ähnlich
gebaut, sessil bleibend. In den Internodien sitzen heteromorphe
Fangfäden mit kleinen, eicheiförmigen Batterien ohne Angelfaden,
Die neuen Arten sind: Monophyes brevitruncata , Doramasia
picta, Halopyramis adamantina, EpibuHa inflata, Epibulia monoica,
Epibulia aurantiaca var. canariensis, Diphyes serrata, Abylopsis
quincunx, Ceratocymba spectabiHs, Amphicaryon acaule, Stepha-
nophyes superba.
Von Physophoriden wurden 9 Arten gefunden mit einer neuen:
Forskalia cuneata. Bei Haiistemma pictum Metschn. wurde das
Wachsthumsgesetz des Stammes entdeckt, das auch gegen Haeckels
Theorie von der Multiplication und Dislocation der Medusenorgane
am Siphonophorenstock spricht. Während Haeckel noch ebenso wie
die früheren Beobachter am Stamm von Haiistemma keine Ordnung
zu erkennen vermochte, zeigt Chun, dass der Stamm internodial
wächst. Entsprechend der Formel:
B. k. i, h. g. f. e. d. c. b. a . a. ß. a. A.
(worin A. B. ein durch zwei Magenschläuche begrenztes Internodium,
a-k und a. a. ß zwischen A und B gelegene Knospengruppen be-
deuten, von denen k a und ß die jüngsten und gleich gross sind.)
vermehren sich in jedem einzelnen Internodium die Gruppen in
proximaler Richtung und nehmen an Grösse ab, während gleich-
zeitig neue Knospengruppen zwischen den ältesten neben einander
liegenden Gruppen des Internodiums auftreten,
Chun (12) giebt ferner Nachricht über das Vorkommen der
Siphonophoren im Mittelmeere. Diphyes Sieboldii war sehr häufig
von der Oberfläche bis 1300 m Tiefe. Nicht so häufig ist Abyla
pentagona, die ebenso wie Diphyes subtihs, Galeolaria aurantiaca
und Monophyes gracilis Tiefen von 100 m bevorzugt. Im Herbst
erschienen die 3 letzteren an der Oberfläche. Während die Larven
von Haiistemma pictum an der Oberfläche häufig waren, wurden
Ende August die jugendlichen und erwachsenen Exemplare in Tiefen
von 100 m angetroffen, die dann erst vom 23, September an der
Oberfläche erschienen. Apolemia uvaria ist für grössere Tiefen, 600
bis 1200 m, charakteristisch. An der Oberfläche wurde sie Ende
September und Anfang October gefunden. Bruchstücke einer neuen
Forskaliaart wurden im September aus 1 300 m Tiefe herausgeholt,
während dieselbe im Winter an der Oberfläche erschien. Eigene
Siphonophorenarten birgt die Tiefe nicht.
In grösseren Tiefen wurden die Monophyes ähnlichen Larven
von Hippopodius entdeckt, von denen 2 charakteristische Stadien
beschrieben werden. Durch die Untersuchung dieser Larven wurde
der Nachweis erbracht, dass auch den Polyphyiden (Calycophoriden
mit mehr als 2 definitiven Schwimmglocken) eine heteromorphe
Monophyes ähnliche primäre Schwimmglocke zukommt, die später
abgeworfen wird. Eine in 900 m Tiefe gefischte Larve von Physophora
hydrostatica lehrte, dass ausser der frühzeitig abgeworfenen und den
larvalen Batterien alle übrigen Gruppenanhänge in das definitive
158 Dr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
Thier aufgenommen werden. Die jugendlichen Larven treten im
Frühjahr an der Oberfläche auf, steigen mit Beginn des Sommers
in die Tiefe, um dann nach Vollendung ihrer Metamorphose im
Winter wieder an der Oberfläche zu erscheinen und dort geschlechts-
reif zu werden. Charakteristisch ist für Physophora der frühzeitige
Schwund der larvalen Nesselknöpfe. Länger bleibt der larvale Fang-
faden bei Haiistemma, Forskaha und Agalma erhalten. Bei Rhizo-
physa verschwinden am Fangfaden die larvalen vogelkopfähnlichen
Nesselknöpfe allmählich und werden durch zwei andere Formen von
Batterien ersetzt. Wahrscheinlich wird dann auch der dem ältesten
Magenschlauch von Physophora ansitzende Fangfaden nicht neu ge-
bildet, sondern nach Verlust der larvalen nur mit neuen definitiven
Batterien versehen.
Giard (29), der bezweifelte, dass die von Thery bei Dunkerque
entdeckte PhysaHa durch den Golfstrom verschleppt wäre, publizirt
eine Mittheilung von Pelseneer, in der dieser auf das Vorkommen
der auf den Antillen häufigen Schalen von Spirula Peronii bei
Dunkerque aufmerksam macht. Ebenso wie diese und Cerithium
vulgatum Bruguiere wäre auch Physalia durch den Einfluss des
Golfstroms an die französische Küste gespült. Vergl. Agassiz (2)
p. 142.
Fewkes (22) beschreibt eine neue Siphonophore, Ploeophysa
Agassizii, die in 2 Exemplaren bei der Fahrt des Albatross 1886
erbeutet wurde und die ihn zur Aufstellung der neuen Gattung
Ploeophysa nöthigt. Sie ist charakterisirt durch einen breiten
Pneumatophor, der auf einer Seite von einer Kappe eingehüllt wird.
Schwimmglocken und Deckstücke fehlen. Unter zahlreichen Tastern
ohne (?) Tastfäden sitzen mehrere Nährpolypen mit Tentakeln. Der
Stock ist monöcisch. MännHche und weibliche Geschlechtstrauben
sprossen an der Basis der Taster hervor. Am meisten AehnHchkeit
hat Ploeophysa mit Angela und Angelopsis, von denen sie sich durch
das Auftreten der Kappe unterscheidet.
Haeckel bemerkt dazu (37), dass Ploeophysa Agassizii sehr
ähnlich, vielleicht identisch seiner Anthophysa Darwinii ist. Ploeophysa
ist eine Anthophyside (entweder Athorybia oder Anthophysa), die
ihre Deckstücke verloren hat und deren Pneumatophor stark con-
trahirt auf der ventralen Seite durch den hervorragenden Nectostyl
umfasst wird. Fewkes nennt diesen lamellösen Nectostyl eine Kappe
und vermuthet, dass dieselbe ein neues Organ sei, das in dieser
Form unter Physophoren unbekannt ist.
Ueber Siphonophoren ferner: Lo Bianco (54) p. 140, Fewkes
(21,24) p. 141,142 Agassiz(2) p.l42 und v.Lendenfeld (50) p.l43.
Scyphomedusen.
rischer (26) beschreibt einige Scyphistomen, die in einer Schale
von Lutraria elliptica sich angesiedelt hatten, deren weitere Ent-
wicklung jedoch nicht beobachtet werden konnte. Bei keinem der
40 untersuchten Exemplare war Strobilisation vorhanden. Verfasser
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 159
sucht nach Gründen für diese Erscheinung, ohne zum Resultat zu
kommen.
Fewkes (23) discutirt die Frage, ob Tiefseemedusen existiren.
Von den 10 Tiefseemedusen Haeckels bleiben nur 2, Pectis und
Tesserantha, die als echte Tiefseethiere aufgefasst werden könnten.
Doch ist es auch für diese nicht bewiesen, dass sie wirklich aus der
Tiefe herausgeholt wurden. Wahrscheinlich werden die an der
Oberfläche verbreiteten Medusenformen in der Tiefe durch andere
Arten ersetzt, doch hat diese Annahme bisher nicht durch directe
Beobachtungen gestützt werden können.
Bergh (5) untersucht die Entwicklung von Lucernaria und be-
stätigt im Wesentlichen die Beobachtungen Kowalewskys. Das erste
beobachtete Furchungsstadium zeigte 2 gleich grosse Furchungs-
kugeln mit einem Richtungsbläschen. Die Abscheidung des zweiten,
welches nach Kowalewsky vorkommt, wurde nicht bemerkt. Auch
weiterhin verläuft die Furchung äqual, ohne dass eine Furchungs-
höhle entsteht. Die Art der Keimblattbildung konnte wegen der
geringen Grösse (ca. 0,04 mm) und der Undurchsichtigkeit des Eies
nicht beobachtet werden, doch vollzieht sich diese ohne Einstülpungs-
process. Das Entoderm ist solide und besteht aus wenigen Zellen.
Der erst kugelrunde Embryo streckt sich dann, und die Entoderm-
zellen, die den Axenzellen in den Tentakeln der Hydroiden gleichen,
ordnen sich in einer Reihe. Die jungen Larven besitzen weder ein
Wimperkleid noch schwimmen sie wie Fol und Korotneff annehmen,
sondern sie bewegen sich kriechend vorwärts durch wurmartige Con-
tractionen. Nach einiger Zeit setzen sie sich an Algen fest, behalten
aber trotzdem ihre Beweglichkeit bei. Aeltere Stadien konnten nicht
erzogen werden. An einem auf Algen gefundenen Jugendstadium,
dessen Arme noch nicht entwickelt waren, fanden sich die Tentakeln
über den ganzen Glockenrand vertheilt, nicht in Gruppen geordnet
wie beim erwachsenen Thier. An 8 Tentakeln in bestimmter
Stellung zeigte sich eine Verdickung als Anlage der Randpapillen.
Ferner beschreibt Bergh (5) noch Knospenbildung bei Lucernaria
octoradiata, die als abnorme Bildung in Folge einer Verletzung des
Thiers betrachtet wird. Der Mund der Knospe führte in den
Gastralraum des Mutterthiers und am Schirmrande jener fehlten
zwischen den Armen die Randpapillen.
Mc. Intosh (56) constatirt, dass Lucernaria, die früher häufig
bei St. Andrews an Fucus serratus beobachtet wurde, mehrere Jahre
ausblieb, dann plötzlich in reichlicher Menge wieder erschien, vergl.
Giard (31) p. 140.
Vallentin (62) fand in der Umbrella von Lucernaria cyatliiformis
einen Parasiten, Psorospermium Lucernariae, der in weissen kugeligen
Massen besonders am Schirmrande auftritt. Der Schirmrand war
bei den inficierten Exemplaren weiter als sonst zurückgeschlagen,
auch war nach einem Reiz des Schirmrandes mit einer Nadelspitze
,,the latent period" entschieden länger als bei einem Exemplar von
160 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
L. auricula. Das Wohlbefinden des Thiers scheint demnach nicht
unwesentHch gestört zu sein.
von Lendenfeld (52) kritisirt Haackes Arbeit betreffend die
Scyphomediisen des St. Vincent Golfes und spricht die Vermuthung
aus, dass Cyanea Müllerianthe Haacke eine Farbenvarietät der
C. Annascala v. Lendenfeld und identisch mit C. Annascala var.
marginata sei.
Uaacke (34) sieht sich genöthigt, diese kritischen Bemerkungen
als überflüssig zurückzuweisen und hält auch die Artberechtigung
der C. Müllerianthe aufrecht für den Fall, dass v. Lendenfelds Ab-
bildungen von C. Annascala genau seien.
Yanliöffen (63) untersucht die bei der Weltumseglung des
Vettor Pisani von Chierchia und einige von Orsini im Rothen Meere
gesammelten acraspede Medusen. Es werden 13 Arten von Semaeo-
stomen beschrieben, von denen 6 neu sind: Pelagia neglecta, P. crassa,
P. minuta, Chrysaora chinensis, Desmonema Chierchiana, Aurelia
dubia und 11 Rhizostomen mit ebenfalls 6 neuen Species: Cassiopeia
picta, Loborhiza ornatella, Stomolophus Chunii, Rhizostoma hispidum,
Mastigias Orsini, Desmostoma gracile. Zur Unterscheidung der
Pelagiaarten wurde ein neues Merkmal in der verschiedenartigen
Faltung der Nesselwarzen gefunden. Die Gattung Desmonema wird
nach Ausscheidung von D. Annasethe Haeckel und D. imporcata
Haeckel, die zu Cyanea gehören, folgendermassen characterisirt :
,, Cyanide mit 8 Sinneskolben, 8 Tentakelbündeln, 8 tentacularen
und 16 ocularen von jenen deutlich abgesetzten Randklappen. Die
Tentakeln stehen in einfacher Reihe an der Basis der Tentacular-
lappen. Die Mundarme sind kräftig aus breiter Basis verschmälert.
Die Gonaden sind kurz, hängen nicht so weit wie bei Cyanea herab."
Unter den Rhizostomen fanden sich 2 neue Gattungen Loborhiza
und Desmostoma.
Loborhiza: Rhizostome mit dreiflügeligen Mundarmen, ohne
besondere Anhänge wie Peitschenfilamente oder keulenförmige Blasen.
Desmostoma Rhizostome mit 3 kantig pyramidalen Mundarmen
die Gallertknöpfe tragen; Mundscheibe mit einem Büschel kräftiger
Peitschenfilamente.
Zum Schluss wird das System der Rhizostomen kritisirt, diese
werden dann nach der Beschaffenheit der Mundarme in 7 Gruppen
geordnet:
1. Rhizostomata simplicia, Mundarme einfach ungetheilt.
2. Rhizostomata dichotoma, Mundarme gabeltheilig.
3. Rhizostomata pinnata, Mundarme gefiedert.
4. Rhizostomata triptera, Mundarme 3 flügelig.
5. Rhizostomata scapulata, Mundarme mit Schulterkrausen.
6. Rhizostomata trigona, Mundarme 3 kantig pyramidal.
7. Rhizostomata lorifera, Mundarme 3 kantig, riemenförmig
und zuletzt wird die Verbreitung der Semaeostomen und Rhizostomen,
durch eine Karte erläutert, dargestellt, wobei es sich zeigt, dass
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 161
Semaeostomen durch alle Zonen verbreitet, Rhizostomen aber an
warme Meere gebunden sind.
Von Lendenfeld (51) adoptirt nach kurzer Erwähnung der
früheren Arbeiten über Rhizostomen und einem Bericht über die
physicalischen Verhältnisse des Meeres an den austrahschen Küsten
das von Claus aufgestellte System der Rhizostomen, dem er seine
Familie der Chaunostomiden einreiht. Er stellt dieselben zwischen
Cassiopeiden und Cepheiden und giebt dazu folgende Diagnose:
,,Chaunostomidae: Armscheibe breit, stielförmig. Arme gabelspaltig,
Armränder frei, mit Kolben, blinde Centripetalkanäle, Subgenitalsaal
continuirlich , mit Mundöffnung". Mit genauen Litteraturangaben
werden dann die 12 austrahschen Rhizostomen aufgezählt unter
besonderer Berücksichtigung ihrer Fundorte nebst allgemeinen Be-
merkungen über das Vorkommen von rhizostomen Medusen, worauf
eine specielle Beschreibung der 3 Arten Pseudorhiza aurosa, PhyUorhiza
punctata und Crambessa mosaica folgt. Verf. hält die MögUchkeit
nicht für ausgeschlossen, dass Pseudorhiza aurosa R. v. L. und
Monorhiza Haeckelii Haacke nur locale Varietäten resp. verschiedene
Entwicklungsstadien derselben Species sind und glaubt, dass Crambessa
mosaica mit Cr. Tagi und Cr. Pictonum nur als Varietäten einer
kosmopolitischen Art aufgefasst werden könnten.
In besonderem Capitel wird dann im Anschluss an die eigenen
Untersuchungen bei den 3 erwähnten Medusen unter Hinweis auf
die früheren Beobachtungen der histologische Bau der Rhizostomen
im allgemeinen geschildert. Das Epithel der Exumbrella besteht aus
einer äusseren Zelllage mit Stützzellen, Becherzellen, Sinneszellen
und Nesselzellen und aus dem Subepithel, das junge Cnidoblasten,
Ganghenzellen, sogenannte indifferente Zellen und MuskelzeUen (bei
Cassiopeia polypoides) enthält. Die Schirmgallerte, die bei ver-
schiedenen Arten verschieden fest ist, wird von glatten und granu-
lösen Fasern durchsetzt, zwischen denen verschiedenartige Zellen
eingelagert sind: 1) rundliche, ihre Gestalt, nie aber ihre Lage ver-
ändernde Zellen, die vom Entoderm der Magenoberseite stammen
(Claus und Hertwig), 2) unregelmässiger gestaltete bi-, tri- oder
multipolare Zellen, die jedoch nicht immer vorhanden sind, 3) amöboide
Wanderzellen, 4) Drüsenzellen von unregelmässiger Form und ver-
änderlicher Grösse, die L. nur bei PhyUorhiza punctata fand. Er
deutet diese Zellhaufen als Giftdrüsen, die den Zweck haben, die
Gallerte ungeniessbar zu machen. Bei Crambessa mosaica werden
dieselben durch Nesselzellen in der Umgebung der Randkörper ver-
treten, 5) Pigmentzellen und zwar die gelben Zellen, verschiedene
rothe, blaue, violette ;ind weisse Pigmentzellen, 6) Krystalle bildende
Zellen (Krystalloblasten) bei PhyUorhiza punctata, die in Haufen
zusammenliegend äusserhch als weisse wolkenartige Flecken er-
scheinen.
Bei PhyUorhiza wurde beobachtet, dass Ephyra und ausgebildete
Meduse nur 8 Randkörper hatten, während dazwischen Hegende
Stadien 24 und 16 Randkörper zeigten. Die Randkörper wurden
Arch. f. Natmgescli. Jahrg. 1889. Bd. IL H. 3. 11
162 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1888
bei den jüngsten Stadien von Phyllorhiza hohl gefunden. Nur bei
Pseudorhiza aurosa fand sich auf dem Randkörper ein Pigmentfieck,
die Randkörper von Crambessa mosaica und Phyllorhiza punctata
waren farblos. In den Sinnespolstern wurden zwar Ganglienzellen,
doch keine eigentlichen Nerven, die dieselben mit den Randkörpern
verbinden, gefunden. Das Epithel der Sinnesgrube setzt sich zu-
sammen aus einer oberflächlichen Schicht mit schlanken durch-
sichtigen Stützzellen, keilförmigen, körnigen Sinneszellen und breiten
körnigen Drüsenzellen und dem Subepithel mit wenigen Fasern und
zahlreichen tangential ausgebreiteten Ganglienzellen. Der Kranz-
muskel der Subumbrella ist bei Rhizostomen doppelt, bei Semae-
ostomen einfach gefaltet. Zum Schluss werden das Gastrovascular-
system mit den Mundarmen und die Genitalorgane eingehend ge-
schildert. Die Untersuchung der letzteren ergab, dass bei den 3
australischen Rhizostomen die weiblichen Organe nach demselben
Plane gebaut sind, dass die männlichen aber bei Crambessa mosaica
und Phyllorhiza punctata wie die weiblichen einem Genitalbande
eingelagert sind, während bei Pseudorhiza (wie auch bei Monorhiza
Haeckelii) die männlichen Producte in besonders modificirten Gastral-
filamenten, den Spermafilamenten gebildet werden.
Ueber Scyphomedusen s. ferner im allg. Theil bei A. E. Y. (1)
p. 139, Dubois (16) p. 139, Kruckenberg (45. 46), Keller (43),
Grieg (33), Hoyle (41), Lo Bianco (54), Giard (31), Fewkes (21
bis 24), Agassiz (2), v. Lendenfeld (50).
CtenopJiorae.
Bei der Untersuchung der pelagischen Thierwelt in den grösseren
Tiefen des Mittelmeeres erbeutete ChDn (12) Beroe ovata aus 100
bis 150 m Tiefe; Cestus Veneris wurde in Bruchstücken alter
Exemplare aus 1200 m Tiefe heraufgeholt und Larven davon wurden
in 800 m Tiefe gefunden. Hormiphora plumosa, die nur im Winter
und Frühjahr an der Oberfläche vorkommt, fand sich Mitte September
in 150 m Tiefe. Die gelappten Ctenophoren steigen nicht in
die Tiefe.
In besonderem Capitel wird die Dissogonie der gelapjjten Cteno-
phoren geschildert. Die Larven von Eucharis multicornis und Bolina
hydatina werden kurz nach Verlassen der Eihülle geschlechtsreif.
In 2 — 3 Tagen schwellen die 4 subventralen Gefässe der jungen
Bolinalarve zu 4 Zwitter drüsen an. Während die Larven heran-
wachsen, legen sie befruchtete Eier ab. Darauf erst beginnt die
Metamorphose der Larven unter Rückbildung der Geschlechtspro ducte
durch Vermehrung der Schwimmplättchen lyid Verlängerung der
Meridionalgefässe. Die jungen Bohnen werden dann wiederum ge-
schlechtsreif gefunden, (indem in allen 8 Rippen in dem zwischen
den Schwimmplättchen verlaufenden Gefässabschnitt Sexualorgane
gebildet werden), woraus sich ergiebt, dass hier die geschlechtliche
Thätigkeit eines und desselben Thieres durch eine complicirte Meta-
morphose unterbrochen wird. Die Vermehrung durch doppelte ge-
über die Coelenterateii mit Ausschluss der SpoLgien u. Anthozoen. 163
schlechtliche Thätigkeit — im Larvenleben und im entwickelten Zu-
stande — wird als Dissogonie bezeichnet. Die Reife der Larven
tritt ein unter dem Einfluss erhöhter Temperatur an der Oberfläche.
Die auf diese Weise erreichte stärkere Vermehrung ist insofern von
Bedeutung, als sie wesentHch beiträgt zur Erhaltung der Art dieser
zarten Oberflächenthiere, die sich nicht in die schützende Tiefe
zurückzuziehen vermögen.
M. Jntosh (55) beobachtete bei St. Andreas als neu für die
britischen Gewässer, die aus dem Mittelmeer benannte Ctenophore
Lesueuria vitrea M. Edwards.
Sharp (59) fand zu Sacheche in Nantniket, Mnemiopsis Leidyi
in Süsswasser, das gelegentlich mit dem Meere in Verbindung ge-
setzt wurde. Obwohl das Wasser nicht den geringsten Salzgeschmack
zeigte, waren die Ctenophoren kräftig und frisch und leuchteten
stark bei Nacht. Ob sie sich vollkommen dem Süsswasser angepasst
haben, war nicht zu entscheiden, da die Entwicklung von Brut nicht
beobachtet wurde.
Siehe ferner Kruckenl)erg (46) p. 139, Hoyle (41) p. 140, Lo
Bianco (54) p.l40, Giard (31) p.l40, Fewkes (21.24) p. 140, 141,
Agassiz (2) p. 142 und t. Lendenfeld (50) p. 143.
Fossilia.
Nach speciellera Bericht über Schwämme und Corallen erwähnt Neumayr (57)
noch von Coeleuteraten die zweifelhaften Loftusien aus dem persischen Eocaen,
Parkeria aus dem Cenomau, Porosphaera aus der oberen Kreide, Ellipsactinia,
Sphaeractinia aus dem oberen Jura, fossile Medusen, Stromatoporen und Grap-
tolithen. Die ältesten Coeleuteraten sind die von Nat^rst zuerst erkannten
Medusen aus dem Cambrium Schwedens. Ellipsactinia und Sphaeractinia, den
lebenden Hydrozoen näher stehend, führen zu den Stromatoporiden herüber,
die von Silur bis Carbon sich finden. Die Stromatoporen, Vorfahren sowohl der
lebenden Hydractinien als auch der Milleporideu, treten häufig als caunoporisüte
Stöcke auf, d. h. die gleichartige Stromatoporengrundmasse ist von Caunopora-
röhren durchwachsen. Da die Caunoporaröhreu ausser Zusammenhang mit den
Höhlungen des Stromatoporenkörpers stehen, wird ihr Erscheinen in letzterem
als Commensalismus eines Stromatoporiden und einer mit Aulopora und Syrin-
gopora verwandten tabulaten Koralle gedeutet. Neumayr schliesst sich dieser
von F. Kömer und Nicholson vertretenen Auffassung an, obwohl auch sie noch
keine völlig befriedigende Erklärung der Erscheinungen liefert. Die Graptolithen
stellen wahrscheinlich einen selbständigen und vollständig ausgestorbenen Stamm
des Thierreichs dar, da sie nach mächtiger Entwicklung in den ältesten Schichten
schon im unteren Devon ausstarben und da keine Beweise für die Annahme vor-
handen sind, dass sie sich an die Sertularien oder Bryozoen anschliessen, mit
denen sie allerdings einige äussere Aehnlichkeit erkennen lassen.
Auf Grund der Untersuchung von Hydrocorallinen aus den unteren Perm-
schichten (Middle Productus Limestone) der Salt-Range und einigen Stücken aus
dem Mittel-Devon der Eifel schildert Wentzel (67) imter Berücksichtigung der
betreffenden Literatur den Bau von Stromatopora und ihrer Verwandten, prüft
die Verwandtschaft der verschiedenen Gattungen unter einander und stellt ein
H*
164 Dr. E. Vanhöffeu: Jahresbericht für 1888
System der Stromatoporiden auf mit Hinweis auf ihre wahrscheinliche phylo-
genetische Entwicklung.
Die Stromatoporiden bilden knollige oder unregelmässig ausgebildete Massen,
deren Oberfläche von structurloser, dünner, porenloser Membran (Epithek) bedeckt
wird. Im Stock finden sich entweder Astrorhizen CCoenosarkröhren) oder ein-
fache kelchförmige Räume oder beide Gebilde fehlen. Der Centralcanal der
Astrorhizen wird als homolog den kelchförmigen Räumen der recenten Hydro-
corallinen angesehen. Zwischen den Astrorhizen breitet sich ein maschiges Canal-
netz aus mit ampullenartigen Erweiterungen. Zwischen den Ampullen ordnen
sich cylindrische Canäle zu einem rechteckigen, rhombischen oder ovalen Maschen-
netz. Dieses Canalwerk stimmt auffallend überein mit dem Bau der Milleporiden
und Stylasteriden. Kalktrabeculae trennen die Canäle von einander. Sie ahmen
entweder im Verticalschliff die Form eines rechteckigen Gitters nach mit
Verdickungen an den Kreuzungspunkten (Rectilinear-Structiir) oder breiten
sich ungleich nach allen Richtungen des Raumes aus (Curvilinear-Structur).
Die Schichten des Stocks werden durch senkrechte oder schief gestellte Pfeiler
verbunden, die entweder sich nur von einer Schicht bis zur nächsten oder auch
durch mehrere Schichten erstrecken. Zuweilen zeigen die Stöcke zitzen-
förmige Erhabenheiten, die in ihrer Organisation bedingt sind und sich mit den
Tuberkeln von Millepora vergleichen lassen. Sie sind nicht von der Unterlage
abhängig. Die Trabeculae waren solide, trotz ihrer zuweilen abweichend ge-
färbten Centralzone. Ihre vermeintlichen Canäle sind auf das Vorkommen heller
und dunkler gefärbter Kalkmassen organischen Ursprungs zurückzuführen. Diese
Trabeculae setzen sich aus einem Maschenwerk von Kalkfasern zusammen mit
Knoten in den Ecken der Maschen, welches auch bei Millepora sich findet.
Die Röhren von Caunopora und Diapora gehören wahrscheinlich Fremd-
körpern an, die von Stcomatopora, ähnlich wie es auch Hydractinien vermögen,
durchdrungen und aufgelöst wurden.
Stylodictyon Mich, and Murr, gehört in die Nähe von EUipsactinia, nicht
zur Gruppe der Stromatoporen. Letztere werden mit Zittel zu den Hydroco-
rallinen gerechnet, unter denen sie sich am meisten an die Milleporiden au-
schliessen.
Die fossilen Hydrocorallinen zerfallen in 3 Familien:
1. Tubiferae mit regellos zerstreuten kelchförmigen Räumen, die in Poren
der Oberfläche ausmünden und im Innern zuweilen durch Tabulae in
Fächer abgetheilt oder von Trabekeln durchzogen sind. Carbon u. Dyas.
Mit den Gattungen:
Cylindrophasma Steinm.
Irregulatopora n. g. Mit Kelchen die von Trabekeln durchsetzt sind
und unregelmässigen Querschnitt zeigen; mit breiten Canälen im
maschigen Canalnetz. Einzige Species: J. undulata Wentzel aus
dem unteren Perm.
Bisjectopora n. g. Kelche zerstreut mit Querböden, von der Mitte des
Stocks nach aussen divergirend. Ausser dem maschigen Canalnetz
sind breite Horizontalcanäle und zarte geschlängelte Canälchen
vorhanden. Einzige Species: D. milleporaeforme Wentzel aus dem
unteren Perm.
über die Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien u. Anthozoen. 165
2. Coenostromatidae mit Astrorhizen deren Zwischenräume von maschigem
Canalnetz erfüllt sind und deren Central- und Radialcanäle zuweilen von
Trabekeln durchzogen werden. Dazu gehören:
Coenostroma Winchell. Silur und Devon.
Porosphaera Steinm. Kreide.
Ärduorhiza n. g. Astrorhizen mit schräg vom Centralcanal abgehenden
Radialröbren, Centralcanäle in der Mitte des Stocks vertical nach
aussen divergirend; Centralcanal und Radialröhren von Trabekeln
durchsetzt, Radiärcanäle unregelmässig um den Centralcanal ver-
theilt. Einzige Species: A. pyramidata Wentzel, aus dem unteren
Perm.
3. Stromatoporidae, Silur-Carbon, mit den Gattungen:
Stromatopora Groldf.
Dictyostroma Nich. und Murr.
?Labechia Lonsdale.
Die Stromatoporiden werden als älteste Gruppe der Hydrocorallinen be-
trachtet. Von ihnen stammen die Coenostromatiden ab, aus denen sich dann die
Tubiferen entwickelten. Von diesen erst leiten sich Milleporiden und Stylaste-
riden ab.
Anhangsweise sind einige ähnliche Formen erwähnt, deren systematische
Stellung zweifelhaft gelassen wird:
Lamellatae, characterisirt durch concentrische Lamellen, die von Inter-
laminarräumen getrennt und durch senkrechte oder schiefe Scheidewände
verbunden sind. Lamellen und Scheidewände perforirt. Dazu gehören:
? Sphaeractinia Steinm.
Ellipsactinia Steinm.
Stylodictyon retiforme !Nich. und Murr.
Circopora n. g. Lamellen regellos perforirt, Interlaminarräume regel-
mässig von Scheidewänden durchsetzt; die dadurch gebildeten Fächer
erscheinen auf der Oberfläche des Stocks als bogenförmig angeordnete
Poren. 2 Arten : C. muüitubulosa Wentzel und C. faverlata Wentzel,
aus dem unteren Perm.
Carter (10) beschreibt zwei neue mit Loftusia verwandte Gattungen mit
je einer neuen Art: Stoliczkiella Theobaldi gen. et. sp. n. von dem Karakoram
Pass und Millarella cantabrigensis gen. et. sp. n. aus dem Cambridge Grünsand.
Ausserdem wird erwähnt, dass Loftusia und Parkeria zusammen sowohl im Grün-
sand von Cambridge als auch auf dem Karakoram Pass in Asien gefunden wurden.
Das Genus Parkeria, ursprünglich aus Kalkröhren aufgebaut, findet sich nach
Nicholson (58) in kohlensaurem Kalk oder phosphorsaurem Kalk versteinert oder
sehr selten auch verkieselt. Das Petrefact besteht aus strahlenförmig von einem
Punkt ausgehenden Pfeilern, die durch concentrische Lamellen verbunden werden.
Zwischen den Lamellen und den Pfeilern finden sich unregelmässige Kammern,
deren Wände durch unzählige radiale Röhrchen gebildet werden. Das ganze
Wesen hat die Form einer Kugel, in deren Centrum sich zuweilen die Schale
eines kleinen Cephalopoden, Nautilus oder Ammoniten, nachweisen Hess.
Periodisch finden sich dünne concentrische Lagen zwischen dickeren
Schichten. Sie bauen sich nicht wie die übrige Masse aus den feinen Röhrchen
auf, sondern bestehen aus weiten imregelmässigen verlängerten Zellen, die durch
IQQ Dr. E. Vanhöffeu: Jahresbericht etc.
dichtes Maschengewebe vereinigt werden. Diese Zwischenlagen können bei
kleinen Exemplaren fehlen, bei grösseren aber finden sich 2—3 derselben. Das
Erscheinen dieser Zwischenlagen beruht wahrscheinlich auf der periodischen
Entwicklung der Geschlechtsthiere, ähnlich dem periodischen Erscheinen der
„Ampullen" bei Stylasteriden. Ausser dem allgemeinen Eöhreugewebe treten
dann noch, dieses durchsetzend, mehr oder weniger weite elliptische oder kreis-
runde Röhren auf, ohne Querböden oder Septen, die in die Kammern oder an
der Oberfläche nach aussen münden. Nicholson vermuthet, dass sie den Dacty-
loporen und Gastroporen der Hydrocorallinen entsprechen. Unter den lebenden
Organismen würde Parkeria in der Mitte stehen zwischen Hydrocorallinen und
Hydractiniden, während sie unter den Fossilien am nächsten mit Stromatopora,
Stromatoporella und Parallelopora verwandt ist. Loftusia hält Nicholson für
eine Foraminifere.
Carter beschreibt (11) einige Fälle, in denen Millarella, die er für eine den
Saprolegnien ähnliche Alge hält, die Parkeria durchwachsen und das Coenenchym
derselben zerstört hat.
Die Hydrocorallinen, Stromatoporiden, Graptolithen und Hydroidpolypen
der palaeozoischen Schichten Grossbritanniens sind bei Etheridge (18) zusammen-
gestellt. Silurische Graptolithen werden erwähnt von Lapworth (42) und
Ford (27).
Bericht
über die
wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgescliichte
der Anthozoen im Jahre 1888.
Von
Dr. A. Ortmann.
Ontogenie.
Jungersen, H. (Ueber Bau und Entwicklung der Kolonie von
Pennatula 'phosphorea L. — Zeitschr. Wiss. ZooL, Bd. 47, 1888,
p. 626 — 649, pl. 39) konnte an jugendlichen Exemplaren von Penna-
tula phosphorea die Bildung der Kolonie verfolgen. Junge Exem-
plare bestehen aus einem einfachen Polypen, der in die Länge ge-
strecktist, und den Verf. als Achsenindividuum, resp. Terminal-
polypen bezeichnet. Derselbe stellt die spätere Achse der Kolonie
dar. In den jüngsten vom Verf. beobachteten Exemplaren war schon
eine innere Kalkachse vorhanden. Vom stielartigen Theü dieses
Achsenindividuums sprossen nun Knospen hervor, und zwar lateral
solche, die die Fiederblätter bilden, dorsal eine unpaare : das Achsen-
od. Terminalzooid. Ebenfalls dorsal sprossen dann die weiteren
Zooide hervor. Hiermit ist nachgewiesen, dass die frühere Bezeich-
nung derjenigen Seite, auf der die Zooide liegen, als Ventralseite,
unrichtig ist, und die Begriffe dorsal und ventral in Beziehung auf
die Kolonie umgetauscht werden müssen.
Die lateralen Knospen sitzen in abwechselnder Höhe, so dass
die Fiederblätter alterniren, und zwar ist bemerkenswerth, dass das
oberste stets zur rechten Seite des Terminalpolypen sitzt. Die
Fiederblättchen selbst bilden sich, indem am Grunde jedes ent-
wickelten Lateralpolypen neue Polypen angelegt werden und zwar
an der Ventralseite der Achse: diese Polypen verwachsen mit
einander.
Bei erwachsenen Exemplaren fehlt der Terminalpolyp; an seiner
Stelle finden sich mehrere Scheitelzooide. Vielleicht wird der Terminal-
polyp zu einem Zooid zurückgebildet. Unter den Scheitelzooiden ist
auch das Terminalzooid zu suchen.
168 Dr. A. Ortmann: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Der Stamm der Kolonie enthält zwei mediane Hauptkanäle,
einen dorsalen und einen ventralen, durch eine Querwand geschieden.
In letzterer entwickeln sich zwei laterale Längskanäle, die oben und
unten blind endigen. In der Wand zwischen ihnen ist die Kalk-
achse eingeschlossen. Die Magenhöhlen der Polypen stehen mit dem
ventralen Hauptkanal, die der Zooide mit dem dorsalen in Ver-
bindung. Wahrscheinlich vermitteln die Zooide das Einströmen von
Wasser in die Kolonie, während das Terminalzooid, resp. die Scheitel-
zooide das Ausströmen reguliren.
Wilson, H. T. (Development of Manicina areolata. — Jolin
Hopkins Univ. Circul. Vol. 7, 1888, p. 31 — 33. — Abstr. in: Journ.
Roy. Microsc. Soc. London 1888, p. 434 — 455) beschreibt die Larven-
entwicklung von Manicina areolata. Er sieht das Kalkskelett (wie
Koch, Fowler u. Bourne) als rein ectodermale Bildung an und
macht auf die Analogieen in der larvalen Entwicklung mit Aurelia
(Scyphostoma) aufmerksam.
Morphologie, Anatomie, Histiologie.
Haate, W. (Zur Tektologie vnd Phylogenie der Kor otneff sehen
Antliozoengenus Polyparium. — Biolog. Centralhl. Bd. 7, 1888,
p. 685 — 690, xyl. 1 — 6) fasst das Polyparium ambulans Korotneff's
nicht, wie dieser, als Kolonie, auch nicht, wie Ehlers, als Theil-
stück einer Person, sondern als vollständige Anthozoenperson auf,
die senkrecht zu ihrer Symmetrieebene in die Breite gezogen ist,
Schlundrohr und Mund verloren hat, und an der Spitze der Tentakel
sekundäre Mundöffnungen erhalten hat.
Fowler, G. H. (On a new Pennatula from the Bahamas. —
Proceed. Zoolog. Soc. London 1888, p. 135 — 140, pl. 6) beschreibt
eine neue Pennatula (belKssima), bei der er an jungen Autozooiden eine
Siphonoglyphe beobachtete, welche den fertigen Autozooiden fehlt.
Er glaubt, dass dies Vorhandensein derselben bei unausgebildeten
Polypen beweise, dass die Siphonoglyphe in der phylogenetischen
Entwicklung den Autozooiden verloren gegangen sei, da sie sowohl
bei den Siphonozooiden erhalten bleibe, als auch bei solchen Alcyo-
narienformen gefunden werde, die noch keinen Dimorphismus zeigen
(z. B. Alcyonium).
Blochmann, F. und Hilger, C. (Ueher Gonactinia prolifera Sars,
eine durch Quertheilung sich vermehrende Actinie. — Morphol. Jahrb.,
Bd. 13, Heft 3, 1888, p. 385—398, pl. 14, 15) untersuchen bei Gon-
actinia prolifera Sars zuerst die Anordnung der Septen. Es sind
Macrosepten vorhanden, die mit dem Schlundrohr verwachsen sind,
und Microsepten, von jeder Sorte 8. Längs der beiden gegenüber-
liegenden Schlundrinnen verlaufen je zwei Macrosepten (Richtungs-
septen), zwischen diesen finden sich keine Microsepten. In den
übrigen sechs Taschen zwischen den Macrosepten finden sich in
zweien, die dem einen Paar Richtungssepten benachbart sind, je
in der Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1888. 169
2 Microsepten (Verf. bezeichnen diese Seite als dorsale), in den
übrigen vier Taschen ist je ein Microseptum vorhanden. Die Macro-
septen, die nicht Richtungssepten sind, sind Genitalsepten , die
zwischen ihnen liegenden Microsepten tragen Mesenterialfilamente,
die andern nicht. Septen mit zugekehrten Longitiidinalmuskeln
bilden ein Paar, nur bei den Richtungssepten finden sich die Trans-
versalmuskeln zugekehrt. Die Ringmuskellage des Mauerblattes ist
vorn nicht stärker entwickelt, das Mauerblatt kann sich nicht über
die Mundscheibe zusammenziehen. Die Längsmuskulatur der Tentakel
bildet keine kontinuirliche Lamelle, sondern die Fibrillen sind mehr
weniger isohrt.
Die Vermehrung durch Quertheilung scheint bei Gonactinia
prolifera eine regelmässige Erscheinung zu sein. Ungefähr in der
Mitte des Körpers tritt ein Kranz von kleinen Tentakeln auf; dicht
darüber schnürt sich das Mauerblatt ringförmig ein, wächst nach
unten und bildet für den unteren Theilsprössling Mundscheibe und
Schlundrohr, und schliesslich löst sich der obere Theilsprössling ab.
Diese Theilung findet nur bei noch nicht geschlechtsreifen Thieren
statt. Es ist wahrscheinlich, dass sowohl der obere, wie der untere
Theil geschlechtsreif werden kann, und der Vorgang ist wohl nicht
als Strobilisation aufzufassen.
Koch, G. v. (Ueher FlabeUum. — Norphol. Jahrb., Bd. 14,
1888, p. 329 — 344, pl. 13) kann durch weitere Untersuchungen an
Flabellum michelini und pavoninum das früher ausgesprochene Ge-
setz über die Vermehrung der Septen bestätigen: „Bei den Hexa-
korallen entsteht jedes neue Septum in dem Raum zwischen zwei
älteren und zwar die Septen eines jeden Cyclus nahezu gleichzeitig.
Abweichungen lassen sich auf den Ausfall einzelner Septen und in
letzter Reihe auf Aenderungen im Gesammtwachsthum zurückführen."
Weiterhin hält er gegenüber anderen Ansichten (Bourne, FoAvler)
an seiner Auffassung der Wand von Flabellum als Epithel fest.
Fowler, G. H. (The Anatomy of the Madreporaria III. —
Quaterl. Journ. Microscop. Sc. 28, 1888, p. 1— 19, pl. 1, 2) unter-
sucht eine Anzahl Steinkorallen anatomisch. Bei Turbinaria sind
die Septen nicht hexameral angeordnet; sie sind nur entocoel
(zwischen zwei ein Paar bildenden Mesenterien). Die Aussenseite
der ganzen Kolonie ist von der weichen Körperwand umgeben, die
aus Ecto-, Meso- und Entoderm besteht und auf Echinulationen des
Coenenchyms aufruht, aber von keinen „peripheren Lamellen" (den
äusseren Theilen der Mesenterien) getragen wird. Die Polypen
zeigen den Actinien-Typus, mit zwei Paaren „Richtungsmesenterien".
Die Tentakel scheinen nur entocoel zu sein.
Bei Lophohelia prolifera kann man besondere Verkalkungs-
centren der Mauer, neben denen der Septen unterscheiden. Die
Septen lassen sich ebenfalls nicht immer auf die Sechszahl zurück-
führen ; sie sind entocoel und ectocoel (letzteres bei der Lage zwischen
je zwei Paaren von Mesenterien). Die auf der Aussenseite der Kalk-
kelche gelegene weiche Körperwand wird von „peripheren Lamellen"
170 Dr- A. Ortmann: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
getragen, welche Fortsetzungen der inneren Mesenterien sind. Rich-
timgsmesenterien sind nicht erkennbar. Die Tentakel sind entocoel
und ectocoel.
Bei Seriatopora subulata sind, wenn vollständig vorhanden,
sechs entocoele und sechs ectocoele Septen zu beobachten. Die Ten-
takel, die auffälliger Weise einstülpbar sind, sind wie die Septen
angeordnet. Richtungsmesenterien sind vorhanden. Die äussere
Körperwand ruht auf Echinulationen des Coenenchyms. Von den
Mesenterien zeichnen sich gewisse (zwei) durch besondere Länge
aus, während sechs sehr kurz sind.
Pocillopora brevicornis stimmt im Wesentlichen mit Seria-
topora überein. Ob die Tentakel einstülpbar sind, konnte nicht
beobachtet werden. Die Differenzirung der Mesenterien ist nicht
so ausgesprochen.
Betreffs der Gattung Flabellum hält Verf. die Umwandung
für eine Theca, die sich nur nach innen verdickt. Er unterscheidet
thecale und septale Verkalkungscentren.
Fowler, G. H. (The Anatomy of the Madreporaria IV. — Quart.
Journ. Microscop. Sc. 28, 1888, p. 413—430, pl. 32, 33) setzt die
Untersuchungen über die Anatomie der Steinkorallen fort.
Bei Madracis asperula sind die Septen in der Achtzahl vor-
handen; sie sind nur entocoel. Die Polypen sind vom Actinientypus,
mit Richtungsmesenterien. Tentakel entocoel und ectocoel. Die
äussere Körperwand wird theils durch „periphere Lamellen", theils
von Echinulationen der Coenenchyms getragen, ersteres findet nur
in der Nähe der Kelchränder statt.
Bei Amphihelia ramea (?) sind die Septen nicht streng nach
der Sechszahl angeordnet; sie sind entocoel und ectocoel, ebenso wahr-
scheinlich die Tentakel. Richtungsmesenterien sind vorhanden. Die
äussere Körperwand wird theils von peripheren Lamellen, theils von
Vorsprüngen des Coenenchyms getragen.
Von Stephanophyllia formosissima wurde ein Fragment
untersucht. Die Theca ist horizontal ausgebreitet und ist aus
radialen und concentrischen Trabekeln zusammengesetzt. Von den
radialen Trabekeln erheben sich abwechselnd Septen und Mesen-
terien. Die Septa sind entocoel und ectocoel und reichen nicht bis
zur weichen Körperwand. Diese letztere liegt denjenigen radialen
Trabekeln direkt auf, von denen sich die Mesenterien erheben. Die
Tentakel sind entocoel und ectocoel. Richtungsmesenterien sind vor-
handen. Gewisse Strukturen, die anderweitig als Calicoblasten ge-
deutet wurden, sind mesodermale Fortsätze, durch die die Mesen-
terien fest an das Skelett befestigt werden.
Bei den untersuchten Fragmenten von Sphenotrochus rubes-
cens konnten keine Richtungsmesenterien gefunden werden, doch
scheinen die Mesenterien normal angeordnet zu sein. Die Septen
sind entocoel und ectocoel, und es entsprechen ihnen echte Rippen,
auf denen die äussere weiche Körperwand aufruht. Die Mundscheibe
in der Naturgeschichte dei' Anthozoen im Jahre 1888. 171
zeigt einen deutlichen Ringmuskel (Röttekens Muskel), der sonst
bei Madreporarien noch nicht nachgewiesen ist.
Die einzelnen Polypen von Stephanaria planipora sind nicht
scharf zu begrenzen. Die Septen sind entocoel und ectocoel, die
Tentakel entocoel. (?) Die äussere Körperwand ruht theils auf den
Fortsetzungen der Mesenterien, theils auf Echinulationen des Coe-
nenchyms. Die Mesenterien werden zwischen den Kelchen von
zahlreichen Synaptikeln durchsetzt.
Pocillopora nobilis stimmt mit P. brevicornis, Seriatopora
tenuicornis n. sp. mit S. subulata überein.
Bourne, Gr. C. (Ow the Anatomy of Mussa and Euphyllia and
the Morphology of the Madreporarian Skeleton. — Quart. Journ.
Microscop. Sc. 28, 1888, p. 21 — 51, pl. 3, 4) findet, dass bei Mussa
corymbosa die Septa nicht nach der Sechszahl angeordnet sind.
Die Theca wird durch periphere seitliche Verschmelzung der Septen
gebildet. Ausserhalb der Kelche ist auf eine gewisse Strecke die
„Randplatte" gut entwickelt, die von peripheren Lamellen, den Fort-
setzungen der inneren Mesenterien getragen wird. Richtungsmesen-
terien fehlen. Die Septen sind alle entocoel. Die Histiologie bietet
nichts bemerkenswerthes.
Euphyllia glabrescens verhält sich im Wesentlichen wie
Mussa, aber die Theca enthält besondere tangential gerichtete Ver-
kalkungscentren. Eigenthümlich ist die Verlängerung des Stomo-
daeums tief ins Innere der Gastralhöhle hinein, wo es sich in ein
System von Ectoderm- ausgekleideten Kanälen verzweigt. In diesen
(Verdauungs-) Kanälen finden sich Reste vegetabilischer Nahrung,
der erste Fall, wo nachgewiesen wird, dass eine Koralle sich von
pflanzlichen Stoffen nährt.
Das Fehlen der Richtungsmesenterien bei diesen und anderen
Formen (vgl. F o w 1 e r) hält Verf. entweder für ein primitives
Stadium, oder für eine Folge von der Vermehrung der Kelche durch
Theilung.
Er gibt einen Ueberblick über den Stand unserer jetzigen
Kenntniss der Anatomie der SteinkoraUen und unterscheidet folgende
vier anatomische Typen:
1. Richtungsmesenterien fehlen.
2. Richtungsmesenterien vorhanden. Radiale und bilaterale
Symmetrie combinirt.
3. Richtungsmesenterien vorhanden. Radiale Symmetrie reduzirt,
bilaterale deutlich.
4. Eine basale „Pseudotheca" ist vorhanden. Eine „Randplatte"
fehlt (Flabellum).
172 Dl"' A. Ortmann: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Systematik und Paunistik.
Agassiz, A. (Three Cruises of the Steamer „Blake". — Characteristic Deep-
Sea Types: Polyps. — Bull. Mus. Compar. Zool. XV, 1888, p. 142—156, fig. 451
—483) stellt die Abbildungen einer Anzahl der bisher bekannt gewordenen
amerikanischen Tiefsee-Anthozoen mit kurzem begleitendem Text zusammen.
Lacaze-Duthiers (Les progres du Idboratoire de Boscoff et du laboratoire
Arago. — Compt. rend. Acad. sc. Paris. Bd. 106. 1888. p. 1770—1777) erwähnt
ein neues Paralcyonium (P. edwardsi) von Banyuls.
Tiguier, C, (Sur un nouveau type d'ÄntJiozoaire, la Fascicularia radicatis.
— Compt. rend. Acad. sc. Paris. Bd. 107. 1888. p. 186—187) hat bei Algier eine
neue Alcyonarie erbeutet, die er Fascicularia radicans nennt, die mit der
Gattung Paralcyonium einige Aehnlichkeit hat. Er will für dieselbe in der
Familie Alcyonidae eine neue (dritte) Uriterfamilie, Fasciculariinae, errichten,
die zwischen die Comularinae und Alcyoninae zu stellen ist.
Lacaze-Duthiers (Compt. rend. Acad. sc. Paris. Bd. 107. 1888. p. 215)
erklärt die von Viguier beschriebene Fascicularia radicans für identisch mit
seinem Paralcyonium edwardsi.
Viguier, C. (Etudes sur les animaux inferieurs de la haie d' Alger. III.
Un nouveau type d'AntJwzoaire. — Arch. Zool. exper. et gener. (2) VI. 1888.
p. 351—373, pl. 19, 20) erkennt die Identität von Fascicularia radicans mit Paral-
cyonium edwardsi an, will aber die generische Trennung von Paralcyonium auf-
recht erhalten, so dass die Form Fascicularia edwardsi (Lacaze-Duthiers) heissen
muss. Er gibt von derselben eine genaue Beschreibung und eine Eeihe von
Abbildungen.
Studer, Th. {On some new Species of the Genus Spongodes from the Phi-
lippine Islands and the Japanese Seas. — Ann. Mag. Nat. Eist. (6) I. 1888.
p. 69—72) beschreibt aus der Gattung Spongodes eine neue Art von den Phi-
lippinen und sechs neue Arten von Japan. Den Sp. ramulosa Klunzinger
aus dem Rothen Meer unterscheidet er als neue Art (Sp. Klunzingeri) von
Sp. ramulosa Gray.
Bell, F. J. (Description of Xiphigorgia ridleyi. — Ann. Mag. Nat. Eist. (6)
IL 1888. p. 176—177, 5 xyl.) beschreibt eine neue Art der Gattimg Xiphigorgia
(ridleyi) von St. Thomas (Westindien).
Hertwig, R. (Report on the Actiniaria dredged by H. M. S. Challenger
during the years 1873—76. Supplement. — Beport on the Scient. Res. Voy.
H. M. S. Challenger. Zool. Vol. 26. 1888. 4 pl) giebt einen Nachtrag zu den
Challenger-Actinien. Aus den Familien Corallimorphidae, Actinidae, Bunodidae,
Phellidae, Amphianthidae, Ilyanthidae, Sicyonidae, Sphenopidae werden neue
Arten beschi'ieben. Zu den Anthiomorphidae gehört die neue Gattung Ilyan-
thopsis, zu den Liponemidae die neue Gattung Aulorchis. Die Zoanthidae,
die von Erdmann behandelt wurden, werden aufgeführt: es sind darunter drei
neue Arten der Gattung Epizoanthus. Eine neue Sphenopus-Art wird be-
schrieben, ausserdem die neue mit Zweifel zu den Zoantheae gestellte Gattung
Stephanidium. Ueber einer Reihe schon früher aufgestellter Arten werden
Bemerkungen nachgetragen.
Fischer, P. (Description d'une nouvelle espece du genre Edwardsia. — Bull.
in der NatiirgeschicLte der Anthozoen im Jahre 1888. 173
Soc. Zool. France. Bd. 13. 1888. p. 22—23) beschreibt eine neue Actinie aus der
Gattung Edwardsia (E. lucifuga) von den französischen Küsten (Ins. Brehat),
die von bedeutender Grösse ist und gegen Licht sich sehr empfindlich zeigt.
Fowler, Gr. H. (Tioo new types of Äctiniaria. — Quart. Journ. Microscop.
Science. Bd. 29. No. IM. Octoh. 1888. p. 143—152. pl. 15) beschreibt zwei neue
Actiuienformen : Thaumactis medusoides nov. gen. nov. sp. und Phialactis
neglecta nov. gen. nov. sp.; die erstere wird wohl einen eigenen Tribus
(Thaumactiniae) bilden müssen, die letztere eine neue Familie der Hexacti-
niae: Phialactidae, vielleicht ist sie aber auch zu den Corallimorphidae zu
rechnen.
Thaumactis bietet folgende ganz auffälligen Merkmale dar. Der Körper
ist etwa linsenförmig (biconvex). Ausser echten Tentakeln existiren „Pseudo-
tentakel", unregelmässig zerstreut auf der Oberseite stehend. Sie bilden sich
als Ausstülpungen der Körperwand und sind an der Basis verbreitert („roots")
mit einem fingerartigen Fortsatz. Die Basis trägt Nematocysten, der Fortsatz
nicht. Eine Siphonoglyphe ist nicht zu erkennen. Die Körperwand besitzt ein
entodermales Lager von concentrischen (Ring-) Muskeln und ein ectodei-males
Lager von radialen (Längs-) Muskeln. Ein Paar Richtungssepten ist vorhanden.
Geschlechtsorgane wurden nicht gefunden.
Phialactis hat eine becherförmige Gestalt, welche dadurch entsteht, dass
die Randtheile der Mundscheibe sich auswärts und aufwärts verbreitern. Die
Tentakel werden auf der Innenseite des Bechers durch, ,Sphaendia" ersetzt, das
sind unregelmässig gestellte, ampullenförmige Körper, die mit Mesenterial-
kammern communiciren. Ihre Oberfläche besteht aus einfachem Epithel, ohne
Nematocysten. Eine besondere Musculatur ist nicht erkennbar, ebensowenig
eine terminale Oeffnung.
Ortmann, A. (Studien über Sydematik und geographische Verbreitung der
Stehikorallen. — Zool. Jahrb. III. 2. 1888, p. 143—188, PI. 6) führt die im
Strassburger Museum vorhandenen Steinkorallen auf und scbliesst daran Be-
trachtungen über die geographische Verbreitung verschiedener Gattungen. Er
theilt den tropischen Korallgürtel in zwei Hauptgebiete; das indo-pacifiscbe
und das ost-amerikanische und führt die Trennung beider Faunen auf die
Entstehung einer Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika zur Alt-
tertiärzeit zurück.
Mareuzellerj E. v. (lieber einige japanische Turbinoliiden. — Ännal. k. k.
naturh. Hofmus. Bd. 3, 1888, p. 15—22) beschreibt folgende Turbinoliden aus
Japan: Caryophyllia japonica n. sp., Heterocyathus japonicus = Ste-
phauoseris japonica Verrill, (bei letzterer wird auf den Commensualismus mit
"Würmern näher eingegangen), ferner: Stephanotrochus spiniger n. sp.,
Cyathoceras rubescens Moseley.
Palaeontologie.
Thomson, J. (On a new Species of Biphyphxjllum, atid on a remarkable form
of the Genus Lithostrotion. — Ann. Mag. Nat. Eist. (6) II. 1888, p. 317—323,
xyl. 1—3) beschreibt eine neue Diphyphyllum-Art, die in erratischen Blöcken in
Argyllshire gefunden wurde (D. argyllii), und welche Beziehungen zur Gattung
174 Dl'- A. Ortmann: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thysanophyllum zeigt. Ferner beschreibt er ein neues Lithostrotion (paradoxi-
cum) aus dem Unt. Carbon von Dumfriesshire. Die Umgrenzung der Gattungen
Diphyphyllum und Lithostrotion, sowie ihre Verwandtschaftsbeziehungen werden
erörtert.
Duucau, P. M. (On Glyphastraea sexracUata Lonsdale. — Ännal. Mag. Nat.
Hist. (6) I. p. 160) konnte an einem Lonsdale 'sehen Original nachweisen,
dass Columnaria sexradiata Lonsd. mit Glyphastraea (Septastraea) forbesi
M. E. et H. identisch ist, und dass die Art den Namen Glyphastraea sexradiata
(Lonsd.) führen muss.
Hinde, Gr. J. (On the Historij and Characters of the Genus Septastraea,
and the Identity of its Type Species with that of Glyphastraea. — Ann. Mag.
Nat. Hist. (6) I.) will, während Dune an für die miocäue Septastraea forbesi
M. E. et H. die Gattung Glyphastraea aufgestellt hat und in die Gattung
Septastraea später beschriebene jurassische Korallen bringt, den Gattungsnamen
Septastraea für die ältere, typische Art (forbesi) beibehalten wissen.
Koby, F. (Monographie des Polypiers Jurassiques de la Suisse. 8. part. —
Ahhandl. Schweiz, palaeont. Gesellsch. Bd. 15, 1888, p. 401—456, pl. 109—120)
setzt die Beschreibung der schweizer jurassischen Korallen fort. Von der
Gattung Microsolena werden 4 neue Arten besehrieben, von Comoseris drei
Arten, von Maeandraraea drei Arten, davon eine neu, von Thamuaraea
vier Alten, davon zwei neu. Es folgen die Perforaten mit der neuen Gattung
Microsmilia mit drei Arten, davon eine neu.
Zu den Rugosen rechnet er eine ganze Reihe von Formen, die zur
Familie der Cyathophyllidae gehören. Es sind dies: Cheilosmilia nov. gen.
mit einer Art, Lingulosmilia nov. gen. mit 4 Arten, Sclerosmilia nov. gen.
mit 2 Arten, Pseudothecosmilia nov. gen. mit 3 Arten, Thecidiosmil ia
nov. gen. mit einer Art, Amphiastraea Etallon mit 2 Arten, Schizo-
smilia nov. gen. mit 3 Arten. Alle Arten der Rugosen, mit Ausnahme einer
Art von Amphiastraea sind neu.
Ln Supplement werden beschrieben : 7 Arten, darunter 3 neue (nebst einer
unbenannten) der Gattung Epismilia, 6 neue Arten der Gattung Pleuro-
smilia, 4 Arten, davon 3 neue der Gattung Rhipidogyra, eine neue Art der
Gattung Pachygyra und je eine Art der Gattungen Godonosmilia und
Aplosmilia.
Biologie.
Sluiter, C. Ph. (Ein merJcivürdiger Fall von Mutualismus. — Zoolog.
Anzeig. 11. Jahrg. 1888, p. 240-243) hat bei Batavia auf gewissen Actinien
zwischen den Tentakeln kleine Fische aus der Gattung Trachichtys herum-
schwimmend gefunden, die diesen ihren Aufenthaltsort nur selten und auf kurze
Zeit verlassen und bei jeder Gefahr sich wieder zwischen den Tentakeln ver-
bergen. Es beruht dieses Zusammenleben auf Gegenseitigkeit, indem einmal
die Fische von der Actinie Schutz und z. Th. auch Nahrung, in Gestalt der
Excremente derselben, erhalten, andererseits durch das Herumschwimmen der
Fische zwischen den Tentakeln für einen Wasserwechsel gesorgt wird, der der
Actinie zu Gute kommt. Gelegentlich wird auch durch die Fische Beute
herbeigeschleppt, welche die Actinie sonst nicht erlangen könnte.
in der Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1888. 175
Haddon, A. C. (On larval Actiniae paratitic on Hydromedusae at St. Andrews.
— Annal. 3Iag. Nat. Bist. (6) IL 18S8. p. 256—259. 5 xyl.) beschreibt Larven
von Actinien, die auf Leptoraedusen ectoparasitisch leben, und die er für
Larven von Peachia hastata hält, die jedoch auch Aehnlichkeit mit Halcampa
zeigen.
Riffbildung.
Agassiz, A. (Tkree Cruises of the Stamer „Blake''. — The
Florida Reefs. — Bull. Mtis. Compar. Zool. XIV, 1888, p. 52 — 92,
Fig. 34 — 53) giebt eine Zusammenfassung der von ihm schon in
früheren Arbeiten veröffentlichten Resultate über die Verhältnisse
der Riffbildung an der Küste von Florida. Auch die schon früher
publicirten Illustrationen werden wieder zusammengestellt.
Walther, J. (Die Korallenriffe der Sinaihalhinsel. — Ahhandl.
K. sächs. Ges. Wiss. Bd. 4, No. 10, 1888, p. 439—505, 8 pl., 34 zink:)
unterscheidet auf der Sinaihalbinsel drei Riffe: ein älteres fossiles,
ein jüngeres fossiles und das lebende Riff. Das erste ist stark
gehoben und gehört dem Miocän oder Pliocän an (genauere Alters-
bestimmung Hess sich nicht ausführen). Das jüngere fossile Riff ist
nur wenig über die jetzige Meerestiäche erhoben, pleistocänen Alters,
und scheint nur wenig von dem lebenden Riffe verschieden zu sein.
Offenbar sind beide durch eine negative Strandverschiebung über die
Oberfläche des Meeres gelangt. Die lebenden Riffe theilt Verf. in
Saumriffe, dicht an der Küste, und Pelagische Riffe, weiter
im Meer draussen.
Die Mächtigkeit dieser Riffe ist nur gering. Sie liegen fast
durchweg auf den Schichtenköpfen fester Sediment- Gesteine auf, und
Verf. schliesst daraus, dass ein felsiger Untergrund Vorbedingung
für eine Riffbildung sei. Das feste Riffgestein setzt sich nicht nur
aus in loco gewachsenen Korallen zusammen, sondern eine wesent-
liche Rolle spielt hierbei ein detritogenes Füllmaterial, welches theils
von den zerbrechlicheren Korallenarten (]\Iadrepora) , theils von
Kalkalgen, theils von anderen kalkabscheidenden Organismen geliefert
wird. Eine wichtige Rolle als Zerkleinerer organischer Reste sollen
hierbei die scheerentragenden Krebse spielen.
Faurot, L. (Une 7nission dans la Mer Rouge [ile de Kamarane]
et dans le Golfe d'Aden. — Arch. Zool. Exper. et Gen. (2) VI, 1888,
p. 117 — 133, 2 xyl.) hat die Riffe der Insel Kamaran im südlichen
Rothen Meer und bei Obock im Golf von Aden untersucht. Er
giebt eine Liste der an beiden Lokalitäten gesammelten Arten von
Steinkorallen , unter denen sich auch einige subfossile befinden, die
mit den lebenden meist identisch sind.
An den Strandriffen beider Orte hat er beobachtet, dass der
äussere (seewärts gelegene) Theil etwas stärker sich erhebt. Auf
diesem Randwall sind die Korallen am häufigsten und wachsen dicht-
gedrängt. Theilweis werden sie bei Niedrigwasser völlig entblösst.
Gegen den Strand zu verschwinden die lebenden Korallen allmählich.
176 Dr. A. Ortmanu: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Verf. bezweifelt, dass der Randwall durcli Aufschüttung von Trümmern
entstanden sei, auch ein lebhafteres Wachsen der Korallen in die
Höhe hält er an dieser Stelle für unwahrscheinlich. Dagegen glaubt
er, dass der dichte Mantel lebender Korallen diesen Randwall gegen
die zerstörende Wirkung der Brandung schützt, während weiter gegen
das Land zu, wo die lebenden Korallen sparsamer sind, das Riff von
den Wogen leichter zerstört wird.
Ueber die Vertheilung der Korallformen auf dem Riff spricht
er die Vermuthung aus, dass letztere nur von der Art des Wachs-
thums der einzelnen Arten abhängt: die feiner verästelten Formen
suchen tieferes, ruhigeres Wasser auf, die massigen kommen weiter
oben vor.
Whartou, W. J. L. {Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888,
p. 393 — 395, 1 xi/l.) glaubt, dass man für die Erklärung der Ent-
stehung der Lagunen und Kanäle bei Atollen und Barriereriffen
nicht die Theorie Murray's nöthig habe, die annimmt, dass diese
Gebilde durch Auflösung des Riffkalkes durch das Meerwasser ge-
bildet werden. Er führt drei Korallriffe aus der China-See an, die
schon Atollform haben, trotzdem dass sie die Meeresoberfläche noch
nicht erreicht haben. Er glaubt, dass schon in einiger Tiefe an
der Perij^herie der Riffe ein stärkeres Wachsthum eintritt, dass da-
gegen die mittleren Theile zurückbleiben: und zwar ist der Faktor,
der ein derartiges Wachsthum bedingt, die ergiebigere Nahrungs-
zufuhr durch die Strömungen an den peripheren Theilen des Riffes,
welche letztere den mittleren die Nahrung gewissermaassen weg-
nehmen.
Mnrray, J. {Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888, p. 414)
hält gegenüber Wharton daran fest, dass — ausser den günstigeren
Ernährungsbedingungen an der Peripherie eines Korallriffes — die
Auflösung des Kalkes im Meerwasser bei der Bildung von Atollen
eine Rolle spielt. Lokale Verhältnisse spielen bei jedem Riff mit,
doch sind jene beiden Hauptfaktoren überall zu konstatiren, wenn
auch die Auflösung des Kalkes oft auf andere Weise (z. B. durch
Wachsthum von Kalkalgen etc.) paralysirt werden mag.
Bourne, G. C. {Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888,
p. 414 — 415) hält, wie Wharton, die Theorie der Auflösung des
Kalkes für nicht genügend, die Lagunen der Atolle zu erklären.
Er glaubt aber auch nicht, dass das periphere Wachsthum von der
reichlicheren Nahrungszufuhr an der Peripherie abhängt, da er in
der Lagune von Diego Garcia (Chagos Bank) lebende Korallen beob-
achtete. Dagegen hält er die Wirkung der Strömungen auf das
Korallenwachsthum für besonders wichtig. Korallen gedeihen schlecht
in sehr stark bewegter See, ebenso in ganz stillem Wasser, dagegen
gut in mittelmässig bewegtem Medium. An den äusseren Riffkanten
wird die Gewalt der Strömungen durch das von unten am Korall-
abhang sich hinaufdrängende Wasser gebrochen, so dass die grösste
Wucht der Strömung seitHch vorbeigleitet. Auf diese Weise wird
in der Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1888. 177
an der äusseren Peripherie des Riffes eine mittelmässige Wasser-
bewegung erzielt, die das Korallwach sthum begünstigt.
Murray, J. {Coral-formations. — Natvre, Bd. 37, 1888, p. 488)
kommt auf die letztere Bemerkung Bourne's zu sprechen und
meint, dass gerade diejenigen Strömungen, von denen Bourne spricht,
den Korallen die Nahrung zuführen und so ihr Wachsthum be-
günstigen.
Guppy, H. B. {Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888,
]j. 462) hält die meisten der bisher für die Rifl'bildung aufgestellten
Faktoren, die von den Autoren aufgeführt werden, für thatsächHch
wirkende, die in mannigfachen Combinationen auftreten und sich
z. Th. die Waage halten. Weitere Untersuchungen müssen für jeden
Fall die Wirksamkeit derselben im Einzelnen und in ihrem gegen-
seitigen Verhältniss feststellen.
Reade, T. M. {Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888,
p. 488) macht darauf aufmerksam, dass, wenn man einerseits für
die Entstehung der Lagunen die Solutionstheorie annimmt, man den-
selben Vorgang auch bei der Erhöhung von unterseeischen Plateau's
durch Ablagerung von Kalk-Detritus (wie sie Murray behauptet
hat) in Rechnung ziehen müsse. Er glaubt aber nicht, dass diese
Ablagerungen der Lösung die Waage halten können.
Iryine, R. (Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888, p. 509)
bemerkt zur Notiz von Reade, dass über die Mächtigkeit der Kalk-
ablagerungen auf unterseeischen Erhebungen und über ihr Ver-
hältniss zur auflösenden Kraft des Seewassers noch gar Nichts be-
kannt ist.
Irvine, R. (Coral-formations. — Nature, Bd. 37, 1888, p. 461
bis 462) hat Versuche über die Löslichkeit von Korallkalk in See-
wasser angestellt und durch Rechnung gefunden, dass auf einem Riff
mit einer Lagune von Vg Meile Durchmesser, die von 3 Fuss Wasser
bedeckt ist, von dem Ve ißit dem todten Korallkalk in Berührung
ist, und das immer wieder erneut wird, 3000 Tons Kalk im Jahre
gelöst werden können.
Ross, J. G. {Coral-formations. — Natvre, Bd. 37, 1888, p. 462)
berechnet die Löslichkeit des Kalkes in Seewasser für eine Lagune
von 4 Meilen Durchmesser in 20 Tagen auf 464, im Jahre auf
8472 Tons, das ist eine Kalkschicht von V2 Zoll auf der ganzen
Fläche der Lagune.
Reade, T. M. {Coral-formatio7is. — Nature, Vol. 37, 1888,
p. 535) hat die Berechnung von Ross geprüft und gefimden, dass
anstatt V2 Zoll, nur V252 Zoll Kalk von der Fläche der Lagune im
Jahre gelöst wird. Demnach würde eine Million Jahre dazu gehören,
um eine Lagune von 60 Fad. Tiefe auszutiefen.
Was die Erhöhung unterseeischer Erhebungen betrifft, so hat
er berechnet — unter Zugrundelegung von Murray's Angaben über
das pelagische Leben — , dass, unter der Voraussetzung, dass die
pelagischen Organismen einen Tag leben, und dass ihre Kalktheile
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1889. Bd.U. H.3. 12
178 Dl*- "Ä.. Ortmann: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nicht gelöst werden, und sie sich auf eine submarine Erhöhung auf-
schichten, 29 Jahre dazu gehören, um einen Zoll zu dieser Erhöhung
hinzuzufügen. Ein submariner Berg, der eine halbe Meile unterhalb
der für das Korallenwachsthum günstigen Zone liegt, wird diese
letztere in 900000 Jahren erreichen.
Ross, J. G. {Coral-fonnations. — Natnre, Vol. 37, 1888, p. 584
— 585') macht darauf aufmerksam, dass mit der Berechnung Reade's
für die Ablagerungen noch nicht die Frage gelöst ist, ob diese Ab-
lagerungen stärker sind als die Lösung durch das Seewasser. Ueber-
haupt sind die bekannten Zahlen, die solchen Berechnungen zu
Grunde liegen müssen, noch viel zu gering.
Iryine, R. (Corol-formations. — Nähere, Bd. 37, 1888, ]). 605)
giebt eine Tabelle der Löslichkeit einiger Korallarten und Korall-
bildungen.
Bourne, G. C. {The Atoll of Diego Garcia and the Coral-
Formations of the In'dian Ocean. — Proceed. Roy. Sog. London,
Vol. 43, 1888, p. 440—461, pl. 1 und Nature, Bd. 37, 1888, p. 546
— 550) hat Diego Garcia (eine Insel der Chagos Gruppe) untersucht.
Dieselbe ist ein typisches Atoll. Es wird gebildet von einem an-
nähernd ringförmigen schmalen Streifen Land, der nicht mehr als
30 Fuss sich erhebt, und der eine Lagune einschliesst , die bis
19 Faden tief ist. Nach Aussen finden sich in geringer Entfernung
Tiefen von weit über 100 Faden.
Das feste Land besteht theils aus kahlem Korallfels mit zer-
streuten Blöcken („boulders") , theils aus Kalksand. Seewärts ist
das Land höher als gegen die Lagune zu. Auf der Seeseite liegt
lebendes Riff vor, das bei Springebbe vom Wasser entblösst wird.
Verf. unterscheidet 4 Arten von Korallbildungen: reef rock,
boulder rock, shingle rock, sand rock. Die drei ersteren sind
durch die Meereswogen, die letztere durch den Wind gebildet. Reef
rock besteht aus Korallbruchstücken, die mit Kalk infiltrirt und
zu einer kompacten Masse verkittet sind. Boulder rock besteht
aus grossen Blöcken, die von den Wogen ausgeworfen werden, und
deren Lücken von Detritus ausgefüllt und verkittet werden. Shingle
rock sind kleine Korallbruchstücke, vermischt mit Resten von Mol-
lusken, Crustaceen, Echinodermen u. s. w., von festerer oder lockererer
Struktur. Alle diese drei Ablagerungen sind von den Wellen über
die Meeresfläche emporgespült. Der sand rock ist vom Winde auf-
geschüttet. Jedoch sind Anzeichen einer geringen negativen Strand-
verschiebung vorhanden.
In der Lagune finden sich ebenfalls lebende Korallen, meist fein
verzweigte Madreporen. Diese Ansiedelungen wechseln sehr, da die
Strömungen im Innern der Lagune nicht konstant sind und bald
hier, bald dort Sand ablagern, der das Korallenwachsthum unterdrückt.
Verf. ist der Ansicht, dass der ganze Charakter der Chagos-
Gruppe gegen eine Entstehung in einer Senkungsperiode spricht.
Das ringförmige Wachsthum der Korallen hängt w^esentlich von einer
in der Naturgeschichte der Anthozoeu im Jahre 1888. 179
mittleren Stärke der Strömung ab, die eine Ablagerung von Detritus
eben noch verhindert. Solche Bedingungen finden sich gerade an
der Peripherie des Riffes. Durch Stürme kann diese letztere (durch
Aufschüttung) soweit erhöht werden, dass sie über den Meeresspiegel
hervortritt. Die Annahme, dass die Lagune durch Lösung des Kalkes
ausgetieft wird, braucht nicht gemacht zu werden, da sich ihre
Bildung schon allein durch das periphere Wachsthum erklären lässt.
Guppy, H. B. {Coral-formatiom. — Nature Bd. 37, 18H8, p. 604)
hat in den Ausführungen Bourne 's noch einige zweifelhafte Punkte
gefunden, besonders ist ihm nicht klar geworden, ob Bourne mit
den Grundgedanken von Murray's Theorie (abgesehen vom Agens
der Solution) übereinstimmt.
Wilson-Barker, D. (^Coral-formations. — Nature Bd. 37, 1888,
p. 604— 605) macht einige Angaben über die Riffe von Massaua am
Rothen Meer.
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Kroll's Buchdruckerei, Berlin S.
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