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ARCHIV
NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
WU TERTOHSON., FE H-PFROSCHEL
UND E VON MARTENS.
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. F. HILGENDORF,
CUSTOS DES K. Z00LOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
NEUNUNDSECHZIGSTER JAHRGANG.
I. BAND.
Berlin 1903.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRICKER.
Inhalt des ersten Bandes.
Otto Steinhard. Ueber Placoidschuppen in der Mund- und Rachen-Höhle
der Plagiostomen. (Hierzu Tafel I u. II) FIT IRRE
Dr. Ludwig Cohn. Helminthologische Mittheilungen. (Hierzu Tafel III
und 9 Textfiguren)..
F. Schmitt. Ueber das none Wehen Te Schädels ver-
schiedener Hunderassen. (Hierzu Tafel IV’ uV.)...
Karl W. Verhoeff. Ueber Diplopoden. 2. Aufsatz: Griechische Tonsend-
füssler. (Hierzu Tafel VI u. VER een N -
Dr. R. A. Philippi. Einige neue Chilenische Fo Aren A
H. J. Kolbe. Einige Mittheilungen zur Morphologie und Srekemasik der
Chiroscelinen . $
R. v. Lendenfeld. Eine ehe N über srls fragilis Be
(Hierzu Tafel X) k
Karl W. Verhoeff. Ueber ee 3. A fm Tafel vIm
bis IX) . ; RA RL STH ER RR:
J. Weise. Afrikanische Eschen \ BR
Dr. W. Bergmann. Ueber den Bau des Ovariums bei Brand ai
einige Nachträge zur a derselben. (Hierzu Tafel XI und
1 Textfigur)
Arthur Isert. en den an en Driscnalänge des
Darms bei den Monaseidien. (Hierzu Tafel XII—XV) :
Hermann Augener. Beiträge zur Kenntniss der Gephyreen nach In
suchung der im Göttinger zoologischen Museum befindlichen Sipun-
euliden und Echiuriden. (Hierzu Tafel XVI—XX) . Sr
E. von Martens. Griechische Mollusken gesammelt von Eberh. von On
Joh. Thiele. Beschreibung einiger unzureichend bekannten monaxonen
Spongien. (Hierzu Tafel XXI) . Sr
Albert Schöndorff. Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. Ein Beitrag
zur Pigmentfrage. (Hierzu Tafel XXII)
Karl W. Verhoeff. Ueber die Interkalarsegmente der Ehilopuden, au
Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. (Hierzu
Tafel XXIII). ;
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Ueber
Placoidschuppen in der Mund- u. Rachen-Höhle
12.
13.
der Plagiostomen.
Von
Otto Steinhard
appr. Zahnarzt aus Nürnberg.
Hierzu Tafel I—-LI.
Litteratur-Verzeichnis.
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Born, G., Bemerkungen über den Zahnbau der Fische. Heu-
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und eine mutmassliche Homologie des Haares und der
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Bronn, H.G., Klassen und Ordnungen des Thierreichs. Bd. 6
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espöces de poissons, qu’on croit communement depourvu
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Burckhardt, Rud., Über die Selachier. Ber. Senckenberg.-
Naturf.-Ges. 1900.
Carlsson, A., Über die Zahnentwicklung bei Knochenfischen.
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Cocco, Luigi, Studi sui denti dei Plagiostomi con Note palae-
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Cuvier, Sur les dents des poissons. Bull. des sciences Soc.
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. Ebner, V. v., Histologie der Zähne mit Einschluss der Histo-
genese. Scheff’s Handbuch der Zahnheilkunde. Bd. 1
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Emmert, E., Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Selachier.
Kech. £ mikr. Anat. Bd. 56 Heft.2. 1900.
Evans, Wm., Blue Shark (Carcharias glaucus) in the un
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Arch f. Naturgesch. Jahrg. 1903, Ba.ı. Hi); 1
Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
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schrift f. Naturw. Bd.8, 1874.
. Derselbe, Über das Zahnsystem der Amphibien und seine
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W. Engelmann, 1894.
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46.
47.
48.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen, 3
5. Derselbe, Odontography, London 1840 —1845.
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Graf Spee, Erste Vorgänge der Ablagerung des Zahnschmelzes.
Separat-Abdruck a. d. Anat. Anz.
. Steeg, Georg, De anatomia et morphologia squamorum pis-
cium. Diss. inaug. Bonnae 1857.
Sternfeld, A., Über die Struktur des Hechtzahns, insbesondere
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. Waldeyer, W., Bau und Entwicklung der Zähne: S. Stricker,
Handbuch der Lehre von den Geweben der Menschen
und Tiere. Leipzig 1871.
. Wiedersheim, Grundriss der vergleichenden Anatomie. III. Auf-
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. Williamson, W. C., 'Investigations into the structure and
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Transact. etc. 1851.
Derselbe, Über die mikroskopische Struktur der Schuppen
und Hautzähne einiger Gadiden und Placoiden. Fror.
Tagesber. No. 207 (Zool. Bd. 1) 1850.
Woodward, A. Smith, Note on a Squatina from
Würtemberg. Geol. Mag. N. S. Dec. IV. Vol.5 No. 7 1898.
Derselbe, The evolution of Sharks theeth. Natur. Scie.
Vol.1 No.9.
1*
4 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
E’Teik
Über Placoid-Schuppen in der Mund- und
Rachen-Höhle der Squaliden.
Die Thatsache, dass bei den Selachiern, in der Mund- und
Rachen-Höhle, ausser den Zähnen des Ober- und Unter-Kiefers
noch andre zahnartige Hartgebilde vorkommen, ist keineswegs neu.
Schon Leydig!) erwähnt gelegentlich Zahnpapillen und Schleim-
hautzähnchen mit folgenden Worten:
. „Die Rachenschleimhaut erhebt sich in warzenförmige oder
„auch fadenförmige Papillen (Scyllium, Acanthias, Scymnus),
„die unregelmässig verteilt sind; dagegen sehe ich welche bei
„Seyllium caniculi hinter den Zähnen in einer Querreihe stehen,
„ganz wie eine sekundäre Zahnreihe. Sie haben die gleiche
„dreispitzige Form der Zähne, so dass sie nur mit einer Kappe
„von Kalksalzen überzogen zu sein brauchten, um vollkommene
„Zähne darzustellen. Dass letzterer Fall auch für Papillen,
„die weitentfernt von den Zahnreihen stehen, möglich ist, be-
„weisen mir grosse Exemplare von Raja clavata und Hexanchus.
„Streift man da mit dem Finger über die Rachenschleimhaut
„am Gaumengewölbe, so fühlt sie sich rauh an, und die
„mikroskopische Urtersuchung lehrt, dass schöne 0,135‘ und
„noch grössere Zähnchen (Hexanchus) die Papillen vertreten.
„Der Bau ist derselbe wie er von den Zähnen des Gebisses
„gemeldet wurde: in das homogene Zahnbein strahlen von
„einer Zentralhöhle aus eine Anzahl heller Kanäle, welche
„sich unter fortwährender Verästelung bis zur Peripherie des
„Zahnes verlieren.‘ —
Leydig hielt also diese Gebilde noch für Zähne bezw. für
verkalkte Zahnpapillen. —
In der ganzen mir zur Verfügung stehenden Litteratur finden
sich seit Leydig keine Angaben mehr über diese Bildungen bis auf
Oscar Hertwig. In seiner grossen Arbeit: „Über Bau und Ent-
wicklung der Placoidschuppen und der Zähne der Selachier?), einer
Arbeit, welche wohl grundlegend war für unser Wissen von den
Placoidschuppen und den Zähnen der Selachier und welche insbe-
sondere den Nachweis erbrachte, dass Zahn und Placoidschuppe
vollständig homologe Bildungen sind, erwähnt er auch die genannten
Hartgebilde in der Mund- und Rachen-Höhle der Selachier und
erhellt dadurch wenigstens etwas das Dunkel, das bis dahin über
') Leydig, Fr. Beiträge zur mikroskopischen Anatomie und Entwicklungs-
geschichte der Rochen und Haie, Leipzig, W. Engelmann 1852.
?) Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaft. Band VIII. 1874.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 5
diesen Gebilden gelagert hatte. Oscar Hertwig hat diese Gebilde
zuerst als Placoidschuppen richtig erkannt. Er sagt darüber auf
pag. 363 genannten Werkes folgendes:
2... „In der Mundschleimhaut der Selachier kommen nebenein-
„ander zweierlei Arten von Zähnen vor. Die eine Art ist
„nicht auf einzelne Stellen der Mundhöhle beschränkt, sondern
„findet sich gleichmässig bis zum Beginn des oesophagus ver-
„breitet vor. Die Zähnchen sind von sehr geringer Grösse.
„Sie gleichen in ihrer Form und auch in ihrem histologischen
„Bau vollkommen den im Integument beschriebenen Placoid-
„schuppen, mit dem Unterschied vielleicht, dass ihre Schmelz-
„schicht etwas stärker entwickelt ist. In der Schleimhaut sind
„sie ziemlich locker befestigt und stehen viel weiter von ein-
„ander ab, als die eng aneinandergefügten Placoidschuppen.
„Derartige Zähnchen beobachtete ich in der Mund- und
„Rachen-Höhle, sowie auf der, die Kiemenbogen überziehenden
„Schleimhaut von Hexanchus und Acanthias. Inwieweit sie
„auch bei den übrigen Plagiostomen verbreitet sind, wurde
„von mir nicht untersucht.“
Ausser diesen beiden Stellen fand ich in der ganzen Litteratur
nichts mehr, was diese Gebilde behandelt. Wohl finden sich hie
und da diesbezügliche Andeutungen z.B. bei Gegenbaur!) etc.;
. genauere Angaben jedoch, geschweige denn Untersuchungen über
diese Verhältnisse waren nirgends zu finden.
Gerne folgte ich deshalb einer Anregung des Herrn Prof. Dr.
Richard Hertwig diese Verhältnisse einmal an einer Reihe von
Haien aus dem, im Münchener zoologischen Institut vorhandenen
Selachier-Material, zu untersuchen.
Diese in Nachstehendem niedergelegten Untersuchungen er-
strecken sich auf eine Anzahl von Squaliden, die Rajiden mussten
vorläufig mangels ausreichenden Materials leider ununtersucht
bleiben, obwohl nach der angeführten Litteratur auch bei diesem
ähnliche Verhältnisse wie bei den Squaliden obzuwalten scheinen.
Das von mir untersuchte Material verdanke ich der Liebens-
würdigkeit des Herrn Prof. Dr. Richard Hertwig. Es stammte
aus dem zoologischen Museum und war zum Teil von dem Forschungs-
reisenden Dr. Haberer der Münchener Sammlung geschenkt worden.
Die Methoden der Untersuchung waren relativ einfache. Ich
brachte die Hartgebilde der Mundschleimhaut, wie auch die ver-
gleichsweise herangezogenen Placoidschuppen der Haut und die
Zähne der Kiefer in Kali- oder Natron-Lauge, sie wurden darin
solange gekocht, bis sich das Gewebe der Schleimhaut, bezw. der
Haut löste und so die Hartgebilde isoliert übrig blieben. Schnitte,
die ich vorher in Salpetersäure entkalkte Regionen der Mund- und
Rachen-Höhle machte hatten in der Regel eine Stärke von 0,010--
!) Gegenbaur, Carl, Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. 1898,
Leipzig, W. Engelmann. Bd.1 pag. 154—155,
6 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
0,020 mm und waren in Hämatoxilin gefärbt. Die der Arbeit bei-
gegebenen Zeichnungen, wurden meist mit dem Leitz’schen Zeichen-
prisma gezeichnet.
Ich darf wohl vorwegnehmen, dass sich die von mir unter-
suchten Hartgebilde der Mund- und Rachen-Höhle, durchweg als
Placoidschuppen erwiesen, die im Bau jedoch vielfach Besonder-
heiten erkennen lassen, so dass es sich empfiehlt ihnen einen be-
sonderen Namen zu geben. — Meine Untersuchungen beziehen sich
demgemäss hauptsächlich auf denjenigen Teil der Schuppen, den
Oscar Hertwig als Schuppenstachel bezeichnet hat. Die Basal-
platte ist nur dann erwähnt, wie sie Verhältnisse zeigt, welche von
denen der Basalplatten der übrigen Selachierschuppen abweichten.
Ich habe den Hartgebilden der Mund- und Rachen-Höhle der
Haie zum Unterschied von den Placoidschuppen der Haut, den
Namen: „Schleimhautplacoidschuppen“ oder kurz „Schleimhaut-
schuppen“ gegeben. Dieser Name erschien mir als der einfachste
und prägnanteste für diese Bildungen. —
Eigene Untersuchungen.
1. Heptanchus cinereus.
Das von mir untersuchte 1,10 mm lange Exemplar dieses Tieres
stammte aus den japanischen Meeren und gehörte zu den erwähnten,
von Dr. Haberer geschenkten Tieren.
Zunächst untersuchte ich die Placoidschuppen der Haut bei
Henvtanchus, da, wie aus meinen Untersuchungen hervorgehen wird,
die Kenntnis der Placoidschuppen der Haut unbedingt nötig ist zum
Verständnis der Hartgebilde der Mund- und Rachen-Höhle. — Die
Hautschuppen dieses Haies lassen einen Stachel erkennen, welcher
in drei Spitzen ausläuft. Man kann eine grössere, mediale und,
von dieser durch je einen seichten Einschnitt getrennt eine kleinere,
laterale Spitze jederseits unterscheiden. Der Stachel hat von oben
betrachtet dieselbe abgeplattete Gestalt, wie der der meisten Selachier-
schuppen. Auf der oberen sowohl, als auch auf der untern Fläche
des Stachels kann man in der Medianlinie, von der mittleren Spitze
ausgehend, eine kammartige Leiste (Kiel) beobachten, welche den
ganzen Stachel der Länge nach durchzieht und sich sogar bis in
die Basalplatte hinein verfolgen lässt (Taf. I, Fig. 2, X). Von jeder
der beiden lateralen Spitzen, entspringt ebenfalls eine solche Leiste,
welche zunächst in gerader Linie bis in die Nähe der Stachelbasis
verläuft, alsdann jedoch einen Halbkreis beschreibt und in der
Medial-Leiste ihr Ende findet (Taf. I. Fig. 2, X 1). Ausserdem be-
obachtete ich noch zwei kleinere halbkreisförmige Leisten beider-
seits (X 2 und K 3). Diese Leisten sind auf der oberen, wie auf
der untern Fläche gleichmässig wahrnehmbar,
Die Grössenverhältnisse sind folgende. Die Länge des
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 7
Stachels schwankt zwischen 0,35—0,50 mm, die Breite zwischen
0,24—0,30 mm.
Eröffnet man nun durch einen Schnitt die Mund- sowie die
Rachen-Höhle, so bemerkt man bereits makroskopisch, dass dieselbe
in ihrer ganzen Ausdehnung von Hartgebilden überkleidet ist.
Unter dem Mikroskope erkennt man, dass diese Hartgebilde,
den eben beschriebenen Placoidschuppen der Haut fast ganz gleich
sind. Ihr histologischer Bau, sowie ihre Gestalt ist dieselbe,
nur der Einschnitt (Z#) beiderseits zwischen der medialen und der
lateralen Spitze ist bei diesen „Schleimhautschuppen* wie ich sie
ja bereits benannt habe, ziemlich tief, während er, wie erwähnt
bei denen der Haut seicht ist. (Vergl. Taf. I, Fig. 2 und 3). Dies
ist aber auch der einzige Unterschied zwischen beiden Schuppen-
Arten. Die Grösse beider Gebilde ist ganz gleich (Länge der
Schleimhautschuppe 0,35 —0,50 mm, Breite 0,24 - 0,30 mm), ebenso
die Anordnung, welche bei beiden Schuppenarten die gewöhnliche,
als Quincunx-Stellung bekannte, Anordnung der Selachier Schuppen
darstellt. — Das Verbreitungsgebiet der Schleimhautschuppen
(Taf. I Fig. 1) erstreckt sich über die ganze Mund- und Rachen-
Höhle. Nur direkt hinter der Zahnreihe, sowohl des Ober-, als
auch des Unter-Kiefers liegt eine, einige Millimeter breite, nakte
Zone. Jenseits derselben erstrecken sich die Schleimhautschuppen
in ununterbrochener Folge, dichtgedrängt!) bis zum Beginn des
oesophagus, auch hiebei noch den, nach der Rachen-Höhle zuge-
wendeten Teil der Kiemenbogenschleimhaut überziehend. — Ich unter-
suchte Schleimhautschuppen aus den verschiedensten Regionen dieses
Gebietes. Überall fand ich jedoch die bereits beschriebene Form,
nirgends entdeckte ich auch nur die geringste Abweichung. Stets
ist auch die Spitze des Stachels nach dem Schwanzende des Tieres
zugewendet, eine Beobachtung, die ich übrigens nicht blos bei Hep-
tanchus, sondern bei allen von mir untersuchten Arten machte.
Ich habe den folgenden Untersuchungen stets eine Abbildung
des Zahnes des betreffenden Haies angefügt, damit man schon aus
dem Bild erkennen könne, ob vielleicht die Schleimhautschuppen
Übergänge zwischen den Placoidschuppen der Haut und den Zähnen
vermitteln. Bei diesem Tiere jedoch durfte ich mir dies ersparen,
da ja das Gebiss gerade des Heptanchus allgemein bekannt und
in vielen Werken abgebildet ist. Übrigens konnte ich auch bei
Heptanchus nicht das Geringste entdecken, was hier für ein Vor-
handensein solcher Mittelformen spräche. —
2. Mustelus vulgaris.
Zur Untersuchung diente ein 47 cm langes Exemplar aus dem
Mittelmeer. — Wie bei Heptanchus, so ist auch bei diesem Haie
!) Nur die Schuppen der Kiemenbogenschleimhaut machen hier eine Aus-
nahme, indem sie bedeutend weitmaschiger, als die der übrigen Schleimhaut an-
geordnet erscheinen.
8 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
die ganze Mund- und Rachen-Höhle, einschliesslich des derselben
zugewendeten Teiles der Kiemenbogenschleimhaut mit echten Placoid-
schuppen überzogen, welche hier jedoch im Gegensatz zu Heptan-
chus, hinsichtlich ihrer Form und Grösse, sowie ihres histologischen
Baues einigermassen von den Schuppen der Haut abweichen, während
sie im Bezug auf Anordnung und Verbreitungsgebiet mit dem Vorigen
übereinstimmen.
Während nämlich der Stachel der Hautschuppen von Mustelus,
den schon Oscar Hertwig!) eingehend beschreibt, abgeplattet und
in eine Spitze ausgezogen ist (Taf. I, Fig. 5), zeigt die Schleimhaut-
schuppe zwar auch eine abgeplattete Gestalt, doch geht sie mehr
in die Breite; die Spitze ist verschwunden und an deren Stelle ein
stumpfer Winkel getreten, bei manchen Schuppen ist sogar an dieser
Stelle eine vollständige Abrundung erfolgt. (Taf. I, Fig.7). Oscar
Hertwig bildet die Hautschuppe von Mustelus laevis mit drei oder
mehreren kammartigen Leisten (Kielen) auf der Oberfläche ab, ich
konnte mich jedoch bei Mustelus vulgaris nur von dem Vorhanden-
sein zweier starker Leisten, welche rechts und links von der Median-
linie gelegen (Taf. I, Fig. 5, X) sind überzeugen; dagegen konnte
ich bei der Schleimhautschuppe deutlich drei solche Leisten (eine
mediale und je eine laterale Leiste) beobachten. (Taf. I, Fig. 7).
Die Länge des Stachels der Hautschuppen variiert zwischen
0,27—0,29 mm, die Breite zwischen 0,22—0,24 mm. Der Stachel
der Schleimhautschuppen ist kleiner, bezw. kürzer: Länge 0,20—
0,22 mm, Breite 0,23— 0,29 mm.
Bezüglich der Anordnung der Pulpengefässe, herrscht zwischen
den Schuppen beider Art volle Übereinstimmung. Dagegen er-
scheint die Schmelzschicht bei den Schuppen der Haut als ziemlich
dünne Schicht, während sie bei denen der Schleimhaut besonders nach
dem Ende des Stachels stärker entwickelt ist. Diese Schicht ist
auch bei ersterer Schuppenart glatt in der Umgegend der Spitze,
während dieselbe Stelle bei der letzteren zackig und mit einer
Felderchenzeichnung versehen ist. — An der Basis des Schuppen-
stachels beider Schuppen-Arten, beobachtete ich, sowohl auf der
oberen, als auf der unteren Fläche ebenfalls eine solche zellige
Zeichnung (Taf. I, Fig. 5, 6 u. 7); dieselbe wurde von mir auch an
der entsprechenden Stelle des Zahns von Mustelus bemerkt (Taf. I,
Fig. 8.) Allerdings hier nicht in derselben Ausdehnung. Diese
Zeichnung beschreibt Oscar Hertwig als „unregelmässig, hexa-
gonale Felderchen“. — Ich komme auf diese eigentümlichen Fel-
derchen, welche sich, wie ich hier wohl vorwegnehmen darf, auch
bei andern Haut-, wie Schleimhaut-Schuppen bei Selachiern wieder-
finden, späterhin noch zurück, möchte an dieser Stelle jedoch
bemerken, dass es sich nach meinen Beobachtungen, nicht um „un-
1) Über Bau und Entwieklung der Placoidschuppen und der Zähne der
Selachier. Jenaische Zeitschrift für Naturwiss. Bd. VIII. 1874,
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen, 9
regelmässige hexagonale Felderchen“, sondern im Gegenteil um
sehr regelmässige Linien handelt, welche in der Richtung nach der
Basalplatte zu abgerundet, und wie die Ziegel eines Daches
angeordnet sind (vergl. Taf. I, Fig. 22). Dass diese Felderchen
oder wie sie Oscar Hertwig auch nennt „zellige Zeichnung“ als
unregelmässig angeordnet erscheinen können, rührt wohl von dem
Umstande her, dass die Oberfläche des Stachels nicht eben, sondern
vielmehr nach den Seiten absewölbt ist, und ausserdem die vorer-
wähnten leistenartigen Kämme aufweist, wodurch das Auge hin-
sichtlich der Anordnung dieser Felderchen leicht getäuscht wird.
Die Anordnung der Mund- und Haut-Schuppen von Mustelus
(Taf. I, Fig. 9 u. 10) ist die gleiche, wie bei Heptanchus i. e. die
Quincunxstellung. Im Gegensatz zu Heptanchus ist auch die Lage
der Schuppen auf den Kiemenbogen zu einander die gleiche, wie
die der übrigen Schuppen. — Das Verbreitungsgebiet der
Schleimhautschuppen (Taf. I, Fig. 4) ist das gleiche, wie bei Hep-
tanchus: Mund-, Rachen-Höhle, Kiemenbogen alles ist gleichmässig
mit ihnen ausgekleidet. Nur an einer Stelle, nämlich an derjenigen,
welche den Berührungspunkt der obern und untern Teile der Vis-
ceralbögen bildet, ist die Schleimhaut nakt. Die Schleimhaut-
schuppen endigen hinter der letzten Kiemenspalte am Beginne des
oesophagus plötzlich mit einer zackigen Linie, ohne jeden Über-
ang.
i a Zeichnungen ist zum Vergleich auch eine Abbildung des
Zahnes, sowie eine Abbildung eines Ausschnittes aus dem Ober-
kiefer, welcher die Anordnung der Zähne auf der Zahnreihe ver-
anschaulichen soll, beigegeben (af. I, Fig. 8 und 11). Ein Blick
auf die Zahnreihe lehrt nämlich, dass die Annahme nicht ungerecht-
fertigt wäre, dass die Schleimhautschuppen in der Mund-Höhle von
Mustelus vermittelnde Formen zwischen Hautschuppen und Zähnen
repräsentierten. Da man ja wie später auseinandergesetzt wird,
annehmen muss, dass die Zähne der Selachier durch allmähliche
Umbildung aus den Placoidschuppen der Haut hervorgegangen sind,
mit denen sie ja auch histologisch übereinstimmen, so wäre es recht
gut möglich, dass die Schuppen der Mundhöhle ein Bindeglied auf
diesem Wege bildeten, zumal auch Übergangsformen zwischen den
Schuppen der Haut und denen der Mundschleimhaut zu finden sind:
Es befinden sich nämlich auf der Schleimhaut der Kiemenbogen
Schuppen, welche zwar die Grösse der Mundschuppen haben, jedoch
nicht wie diese am Ende des Stachels abgerundet sind, oder in einen
stumpfen Winkel auslaufen, sondern vielmehr wie die Schuppen der
Haut in einer Spitze ihr Ende finden (Taf. I, Fig. 6) und dieselbe
dünne Schmelzschicht, wie die Placoidschuppen der Haut besitzen. —
3. Carcharias glaucus.
Dieses Tier wurde von mir an einem 46 cm langen, aus dem
Atlantischen Ocean stammenden Exemplar untersucht,
10 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Wie bei den beiden Vorigen ist auch bei Carcharias die Schleim-
haut der Mund- und Rachen-Höhle von Placoidschuppen ausgekleidet.
Die Stachel dieser Schuppen sind in ihrer Gestalt den auf
Taf. I Fig. 13 abgebildeten Hautschuppen ziemlich ähnlich, nur sind
sie von etwas breiterer, gedrungener Gestalt als die der Haut.
Wesentliche Unterschiede bestehen nur hinsichtlich der Spitze des
Stachels, welcher bei den Placoidschuppen der Haut abgestumpft
ist, während dies bei denen der Schleimhaut nicht der Fall ist
(Taf. I, Fig. 14). Unterschiede bestehen ferner in Bezug auf die
schon bei den Vorigen erwähnten leistenartigen Kämme; bei den
Schuppen der Haut sind drei solche Leisten wahrnehmbar, eine
mediale (A), welche die ganze Länge des Stachels durchzieht und
je eine laterale (X,); bei den Schuppen der Schleimhaut sind diese
Kämme oder Leisten in Gestalt eines umgekehrten Y angeordnet
(Taf. I Fig. 14, X). — Bemerkt sei noch, dass die lateralen Leisten
des Hautschuppenstachels nach der Spitze zu in je einem Höcker
enden, welcher wie eine angedeutete laterale Spitze aussieht. Doch
sind diese Höcker nicht konstant, sie variieren den Regionen der
Haut entsprechend. —
Die Grösse beider Schuppenarten weist keine bedeutenden
Differenzen auf. Die Schuppen der Haut sind 0,27—0,37 mm lang
und 0,22—0,32 mm breit; die der Schleimhaut 0,15—0,25 mm lang
und 0,21—0,27 mm breit. (Die Basalplatte ist in den Messungen
nicht mit einbezogen). —
Bezüglich des histologischen Baues sind Unterschiede
zwischen Haut- und Schleimhaut-Schuppe nicht zu bemerken. Es
sei erwähnt, dass man auch bei Carcharias die erwähnte dachziegel-
artige Felderchen-Zeichnung auf der oberen und unteren Fläche des
Stachels beobachten kann. Sie ist hier noch deutlicher zu sehen,
als bei Mustelus und bedeckt hier beide Flächen in ihrer ganzen
Ausdehnung, sowohl bei den Schuppen der Haut, als auch bei denen
der Schleimhaut. Diese Felderchenzeichnung ist bei der Schleimhaut-
schuppe genau die gleiche, wie bei Mustelus:; es schien mir jedoch,
als ob sie bei der Hauptschuppe etwas anders wäre: die einzelnen
Felder erschienen mir hier breiter und hexagonal gestaltet.
Die Anordnung beider Schuppenarten ist die gleiche, wie bei
den Vorigen. Nur stehen bei Carcharias alle Schuppen nicht so
dicht gedrängt als z. B. bei Heptanchus.
Bemerkt sei hier, dass die Schuppen der Kiemenbogen bei
diesem Tiere in allen Punkten, so auch hinsichtlich der Form und
Anordnung mit den übrigen Schleimhautschuppen übereinstimmen.
Das Verbreitungsgebiet der Schleimhautschuppen ist, wie
bei den Vorigen, die ganze Mund- und Rachen-Höhle, einschliesslich
der Kiemenbogen bis zum Beginn der Speiseröhre (Taf. I Fig. 12). Ob
die Beschuppung an allen Stellen eine gleichmässige ist, d. h. ob nicht
von den Schuppen unbedeckte, nakte Stelle im Bereich der Mund-
und Rachen-Höhle vorkommen, konnte ich leider nicht mit Sicher-
heit feststellen, da das einzige Exemplar dieses Tieres, das mir zur
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen.
1l
Verfügung stand, ein ziemlich geschrumpftes Alkoholexemplar war
und sich folgedessen die Schleimhaut an manchen Stellen maceriert
zeigte.
Y Ebensowenig konnte ich ‚hier feststellen, ob bei Carcharias die
Mundschuppen die erwähnte Übergangsform darstellen, da bekannt-
lich — je nach Alter des Tieres — der Zahn der Haie ganz be-
deutenden Umänderungen in der Gestalt unterworfen ist. Der auf
Tab. I, Fig. 15 abgebildete Zahn aus dem Unterkiefer von Carcharias
zeigt z. B. eine ganz andre Gestalt, als der Zahn des erwachsenen
Carcharias; es ist deshalb unmöglich, wie dies auch später noch
einmal besprochen werden soll, in dieser Frage ein Urteil zu fällen,
wenn man nicht Zähne aus verschiedenen Altersstufen zur Ver-
fügung hat. —
4. Pristiurus species?
Von den von dem Forschungsreisenden Dr. Haberer stammen-
den japanischen Fischen untersuchte ich auch eine Pristiurus-Art,
welche in der ganzen mir zur Verfügung stehenden Litteratur
nirgends beschrieben ist. Ich will deshalb in folgendem eine ganz
kurze Beschreibung dieses Tieres geben, insbesondre derjenigen
Merkmale, welche es von dem in Nachstehendem zu behandelnden
Pristinrus melanostomus unterscheiden:
Pristiurus melanost.
Schnauze stark verlängert,
vorn abgerundet.
Nasenlöcher stehen in der
Mitte zwischen Mundwinkeln und
Schnauzenspitze.
. Mund stellt eine gleichmässige,
halbmondförmige Bogenlinie dar.
Bei geschlossenem Mund sind
beide Zahnreihen sichtbar.
Brustflossen gross
Der Abstand beider Brust-
flossen von einander sehr klein
(5 mm).
Farbe gelbbraun an Rücken
und Seite. Bauch weissgelb
Maul ist inwendig gleich-
mässig schwarz.
Pristiurus species?
Schnauze kurz und stumpf.
Nasenlöcher stehen der
Schnauzenspitze näher als den
Mundwinkeln.
Mundwinkel sind stark nach
aussen geschweift.
Bei geschlossenem Mund ist nur
die Zahnreihe des Oberkiefers
sichtbar.
Brustflossen bedeutend klei-
ner als bei Pristiurus mel.
Der Abstand beider Brust-
flossen von einander gross (3
—4 cm).
Farbe aschgrau an Rücken
und Seiten. Bauch weiss-gelb.
Maul ist inwendig grau-
schwarz pigmentiert bis in die
Höhe der ersten Kiemenspalte, von
da ab weiss-gelb.
In allen sonstigen Merkmalen, so auch in Hinsicht auf die
Schuppen der Haut und der Säge, der Zähne etc., stimmen beide
Tiere vollständig überein.
Unterschiede welche bezüglich der
12 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Schleimhautschuppen bei beiden species bestehen, sollen bei der
Besprechung dieser Gebilde Erwähnung finden.
Das von mir untersuchte Tier war 56 cm lang. Die Haut-
schuppen dieses Tieres sind identisch mit den auf Taf.I, Fig. 19
abgebildeten Hautschuppen, von Pristiurus melanostomus. Ahnlich
denen von Heptanchus, lassen sie drei Spitzen, eine grosse mediale
und je eine kleinere laterale Spitze erkennen. Bemerkenswert an
diesen Placoidschuppen ist der ausserordentlich lange Hals, welche
den Stachel mit der Basalplatte verbindet.
Wie bei allen seither untersuchten Haien, fand ich auch hier
Schleimhautschuppen vor. Hier fand ich auch — es ist dies von
allen von mir untersuchten der einzige Hai — dass die Schleim-
hautschuppen des Gaumens eine, wenn auch nur wenig andre
Form als die des Zungenrudiments und der Kiemenbögen besitzen:
die Schleimhautschuppen des Gaumens sind den Schuppen der Haut
völlig gleich an Gestalt (s. Taf. I, Fig. 17). Auch die Schuppen
der Zunge und der Kiemen sind denselben sehr ähnlich, haben je-
doch nur eine (mediale) Spitze; die lateralen Spitzen haben sich
zu kleinen Höckern zurückgebildet (Taf. I, Fig. 18). Sämtliche
Schuppenarten tragen nur einen in der Mediane gelegenen starken
leistenartigen Kamm (A).
Die dachziegelartige Zeichnung ist bei den Schuppen beider
Pristinrus-Arten am deutlichsten von allen, von mir untersuchten
Selachiern ausgeprägt. Sie bedeckt die Ober- und Unter-Seite des
Stachels vollständig und ist bei allen Schuppen-Arten ganz gleich.
Die Grösse der Schleimhautschuppen, wie derjenigen der Haut
ist die Gleiche. Die Länge schwankt zwischen 0,27—0,35 mm,
die Breite zwischen 0,20—0,27 mm.
Die Anordnung der Schuppen zeigt keinerlei besondere
Charaktere, Sie ist bei den Schuppen des Integument eng und
dichtgedrängt, während sie bei denen der Schleimhaut mehr weit-
maschig ist. Immer jedoch bleibt die Quincunx-Stellung erhalten. -
In Bezug auf das Verbreitungsgebiet der Schuppen in der
Mund- und Rachen-Höhle, begegnen wir hier zum ersten Mal andern
Verhältnissen, als bei den Vorhergehenden. Die Beschuppung um-
fasst hier nicht mehr, wie dort die ganze Mund- und Rachen-Höhle,
sie findet vielmehr am Gaumen in der Höhe der ersten Kiemen-
spalte ihr Ende, während sie in der unteren Region der Mundhöhle
nur auf einige kleine Schuppen-Inselchen über dem Zungenrudiment
beschränkt ist (vergl. Taf. I, Fig. 16). Einzig die, die Kiemenbogen
überziehende Schleimhaut ist noch in ihrem gegen die Rachen-Höhle
gelegenen Teil mit Schuppen bedeckt, wie bei den Vorigen.
Taf. I, Fig. 22 zeigt eine schematische Abbildung der dach-
ziegelartigen Zeichnung bei 370facher Vergrösserung. — Der Zahn
von Pristiurus species? ist der gleiche, wie der auf Taf. I, Fig. 21
abgebildete Zahn aus dem Unterkiefer von Pristiurus melanostomus. _
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 13
Die erwähnten UÜbergangsformen konnte ich bei diesem Haie
und bei den nun folgenden, nicht finden.
Es muss auffallen, dass bei Haien, welche sich so ausser-
ordentlich nahe stehen wie Pristiurus species? und melanostomus,
bezüglich des Verbreitungsgebiets der Schleimhautschuppen, ziem-
liche Verschiedenheiten obwalten, wie sie im Folgenden Besprechung
finden sollen.
5. Pristiurus melanostomus.
Ich untersuchte an diesem Tiere die Schuppenverhältnisse an
zwei Exemplaren aus dem Atlantischen Ocean, deren eines 53, das
andre 47 cm lang war.
Ich darf mich bezüglich dieses Tieres ziemlich kurz fassen,
denn meine Beobachtungen ergaben, dass bei Pristiurus melanostomus
hinsichtlich der Form, Grösse und Anordnung der Haut- und
Kiemenschleimhaut-Schuppen, sowie bezüglich der Zähne vollständige
Homologie mit Pristiurus species? herrscht (vergl. Taf. I, Fig. 17, 18,
19, 20: u. 21).
Der einzige Unterschied zwischen beiden Formen in Hinsicht
auf die -Schleimhautschuppen, herrscht in Bezug auf deren Ver-
breitung. Dieses Gebiet ist bei Pristiurus melanostomus noch
kleiner geworden und erstreckt sich bei diesen nur noch auf die
Schleimhaut der Kiemenbogen (Taf. I, Fig. 23). Alle übrigen Teile
der Mund- und Rachen-Höhle sind ohne Schuppen.
Bemerkt sei hier noch, dass, wie aus der Abbildung auf Taf. I,
Fig. 21 ersichtlich, der Zahn von Pristiurus melanostomus, welcher
den gewöhnlichen 3—5spitzigen Typus des Scylliden-Zahnes re-
präsentiert, an seiner basalen Fläche ebenfalls eine Felder-Zeichnung
trägt, welche jedoch nicht die erwähnte dachziegelartige Zeichnung
der Schuppen ist, sondern hier thatsächlich aus „unregelmässigen,
hexagonalen Felderchen“ besteht. —
6. Acanthias vulgaris.
Zur Untersuchung diente ein Exemplar vom 36 cm Länge aus
dem Mittelmeer. Bei diesem Tiere beobachtete schon Oscar
Hertwig!) das Vorkommen kleiner „Zähnchen“, in der Mund- und
Rachen-Höhle, sowie auf der Schleimhaut der Kiemenbogen.
Die mikroskopische Untersuchung bestätigte das Vorhandensein
dieser Gebilde, welche sich bei genauerer Untersuchung, wie bei
allen vorher untersuchten Tieren als etwas modifizierte Placoid-
schuppen erwiesen.
Die Basalplatte der Haut-, wie die der Schleimhaut-Schuppe
trägt einen schmalen, etwas nach unten gebogenen, in eine scharfe
Spitze auslaufenden Stachel. Als Charakteristikum dieser Schuppen
1) Über Bau und Entwicklung der Placoidschuppen etc. Jenaische Zeitschr,
f. Naturw. Bd. VIII p. 363.
14 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
können vier kielartige Kantenlinien bezeichnet werden; die eine
befindet sich in der Mediane der oberen Fläche des Schuppen-
stachels, die zweite an der entsprechenden untern Fläche, die dritte
und vierte begrenzen den rechten und linken Rand desselben (Taf. I,
Fig. 24 u. 25). Alle vier Kantenlinien setzen sich bis in die Basal-
platte fort und verlaufen hier jede nach dem entsprechenden Winkel
dieser viereckigen Platte. Die erstgenannte dieser Linien erfährt
bei den Schuppen der Haut eine besondre Ausbildung, indem sie
zu einem „helmartigen Anhang“, wie Oscar Hertwig sagt, wird
(Taf. I, Fig. 25 X). DBei der Schleimhautschuppe erleidet dieser
Kamm, wenn er auch nicht ganz verschwindet, doch eine bedeutende
Rückbildung, wodurch diese Schuppe, insbesondere wenn man sie
von der Seite betrachtet (Taf. I, Fig. 24), im Vergleich zu der der
Haut ein viel schmächtigeres Aussehen erhält, obwohl sie ihr sonst
hinsichtlich ihrer Form und ihres Baues vollkommen gleicht, —
Eine Zeichnung, wie bei den Vorigen, beobachtete ich auf dem
Stachel von Acanthias nicht.
Die Grösse des Hautschuppenstachels ist grossen Schwankungen
unterworfen, insofern, als die Länge zwischen 0,24 —0,40 mm die
Breite zwischen 0,10—0,19 mm variiert. Die Grössenverhältnisse
der Schleimhautschuppen sind im allgemeinen die Gleichen, nur
sind hier die schmäleren Formen (0,10 —0,13 mm breit) vorherrschend.
Die Anordnung der Schuppen zeigt bei Acanthias einen
Gegensatz zwischen den Schuppen des Integuments und denen der
Schleimhaut. Stehen erstere, wie aus der Abbildung auf Taf. I
Fig. 27 ersichtlich, schon nicht so nahe beisammen, als bei den
andern Haien (z. B. Mustelus), so sind letztere in grossen Zwischen-
räumen von einander angeordnet (Fig. 28); trotzdem ist auch hier
die Quincunx erhalten geblieben.
Das Verbreitungsgebiet dieser Schleimhautschuppen be-
schränkt auf die untere Region der Mund- und Rachen-Höhle bis
zum Beginn des oesophagus, sowie auf die die Kiemenbogen über-
ziehende Schleimhaut (Taf. I, Fig. 31) der Gaumen ist bei dem von
mir untersuchten Exemplar vollständig frei von solchen Schuppen.
Ausser den eben beschriebenen, gelang es mir auch noch eine
zweite Art von Hartgebilden bei Acanthias zu finden. In den Kiemen-
spalten auf beiden Seiten der Kiemenplättchen (an der Basis und
an dem Ende derselben) sieht man Bildungen, welche nach ihrer
Gestalt weder mit den Schuppen der Haut, noch mit denen der
Schleimhaut, noch endlich mit dem auf Taf. II Fig. 35 abgebildeten
Zahn aus dem Unterkiefer von Acanthias irgendwelche Ähnlichkeit
besitzen. Von oben im Mikroskop betrachtet, zeigen diese merk-
würdigen Hartgebilde eine glockenförmige Basalplatte, welche trotz
dieser veränderten Gestalt die vier den Ecken der Basalplatte ent-
sprechenden Fortsätze erkennen lässt (Taf. I, Fig. 26). In der
Mittellinie der Glocke erhebt sich eine Leiste (X). Auf die Glocke
sitzt ein zackiges Gebilde auf, an welchem man 3—5 Zacken unter-
scheiden kann; diese Zacken lassen in ihrer Umgebung eine zellige,
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 15
unregelmässige Zeichnung erkennen. — Die Länge dieses Gebildes
(ohne Basalplatte) beträgt 0,08—0,13 mm, die Breite an der
breitesten Stelle gemessen 0,16—0,21 mm. Die Länge des ganzen
Gebildes (mit der Basalplatte, in der Lage gemessen, wie es auf
Taf. III Fig. 4 abgebildet ist) ist 0,21—0,32 mm, die Breite 0,17
— 0,27 mm.
Bezüglich der Anordnung muss man die nach der Mundhöhle
zu, also vor den Basen der Kiemenplättchen liegenden Hartgebilde,
von den nach der äusseren Haut zu, jenseits der Kiemenplättchen
befindlichen® streng auseinanderhalten. Letztere sind regellos und
wirr angeordnet, erstere dagegen stehen auf einer, durch den dar-
unter liegenden Knorpel bedingten, wie zu diesem Zweck präformiert
aussehender Stelle der Schleimhaut in Reih’ und Glied angeordnet,
wie z. B. die Kieferzähne von Mustelus (Taf. I Fig. 29 vergl. auch
Tar1 Fig.1l).
Diese Hartgebilde sind über den ganzen vorderen, i. e. der
Schnauze zugewendeten Teil der Kiemenbögen in der Weise ver-
teilt, wie es auf Taf. I Fig. 30 dargestellt ist. Auf der hintern
Seite fand ich nur ganz vereinzelte Exemplare. Wir werden später-
hin noch auf diese Bildungen zu sprechen kommen.
7. Gentrophorus species?
Das von mir untersuchte, 62cm lange Tier ist wahrscheinlich
identisch mit der im Münchener zoologischen Museum befindlichen,
als „Centrophorus trieuspadatus Sb.“ bezeichneten Spezies, welche
wohl die gleiche Art ist, die Günther') als „Centrophorus calceus*
beschreibt.
Die Hautschuppen dieses Tieres haben eine ganz eigenartige
Gestalt: der Stachel besteht in der Hauptsache aus drei kräftigen
Spitzen, einer grossen, medialen und je einer lateralen Spitze, welche
ebenfalls stark entwickelt ist und an Länge dieser beinahe gleich-
kommt. Der Stachel geht ohne scharfe Grenze vermittelst eines
sehr langen Halses in die, hier achteckige Basalplatte über (Taf. II
Fig. 37). Von jeder dieser acht Ecken entspringt ein leistenartiger
Kamm (=Kiel X), welcher die Basalplatte, den Hals und den
ganzen Stachel durchzieht. Von diesen Kämmen findet derjenige,
welcher in der Mediane liest, sowohl auf der oberen wie auf der
unteren Fläche sein Ende in der medialen Spitze, die .rechts und
links von der medialen Linie gelegenen Kämme in den beiden late-
ralen Spitzen; diesen Verlauf kann man mit Deutlichkeit sowohl
auf der obern als auf der untern Fläche beobachten. Es lassen
sich somit sechs Kämme in ihrem Verlauf vom Anfang bis zum
Ende genau verfolgen. Die noch restierenden siebenten und achten
Kammleisten begrenzen den seitlichen Rand der Schuppe. — Die
Schmelzschicht hat bei diesen Schuppen eine beträchtliche Stärke.
!) Günther, Albert, Catalogue of Fishes in the British Musenm, Vol. VIIL
London 1870 pag. 423.
16 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Die Grösse der Hautschuppen ist eine ganz ansehnliche. Die
Länge des Stachels allein lässt sich schwer feststellen, da eine mar-
kante Grenze zwischen Stachel und Basalplatte nicht besteht; die
ganze Schuppe hat eine Länge von 0,80—1,25 mm, die Breite des
Stachels an der breitesten Stelle beträgt 0,37—0,80 mm.
Schleimhautschuppen finden sich bei Centrophorus nur auf der
Kiemenbogenschleimhaut. Es sind dies hier Gebilde, welche noch
einige Ahnlichkeit mit den Schuppen der Haut erkennen lassen.
Ihre Gestalt ist jedoch viel gedrungener, breiter. Die Schuppe
sitzt im Gegensatz zur Vorigen der hier ebenfalls achteckigen Basal-
platte unmittelbar ohne einen Hals auf. Die mediale Spitze ist sehr
in die Breite gegangen, die lateralen haben bedeutend an Grösse
verloren und ragen nicht mehr wie bei der Hautschuppe nach
aussen (seitlich) sondern nach oben, wie dies auf Taf. II Fig. 38 er-
sichtlich ist. Die genannten Kammleisten sind hier nur auf der
Basalplatte zu bemerken, auf dem Stachel sind sie nicht mehr er-
kenntlich!). -—— Die Schmelzschicht ist ebenfalls gut entwickelt. Eine
Zeichnung auf der Oberfläche konnte ich bei beiden Schuppenarten
nicht wahrnehmen, vielmehr erschien mir die Oberfläche derselben
unregelmässig und rissig.
Die Grösse der Schleimhautschuppen ist bedeutend geringer
als die der Hautschuppen. Die Länge der ganzen Schuppe beträgt
0,43—0,54 mm, die Breite des Stachels an der breitesten Stelle 0,19
—0,24 mm.
Das Verbreitungsgebiet dieser Schuppen ist wie schon er-
wähnt auf die Kiemenbogenschleimhaut beschränkt (Taf. II Fig. 36).
Die Anordnung ist auch hier die Gleiche wie bei allen Se-
lachierschuppen, doch stehen die Schleimhautschuppen bedeutend
weiter von einander ab als die Schuppen des Integuments.
Ich beobachtete bei diesem Haie hinter den Zahnreihen des
Ober- und Unter-Kiefers regelmässig in Reihen aufgestellte Papillen.
Ich habe diese Papillen bei sehr vielen Haien angetroffen, doch nie-
mals in dieser Deutlichkeit wie bei Centrophorus. Insbesondere sind
sie hier auch im Unterkiefer gut entwickelt, während dies bei den
meisten andern Haien nur im Öberkiefer der Fall war. Sie seien
deshalb hier erwähnt. Diese Papillen sollen späterhin bei Scyllium
caniculi und im „Allgemeinen Teil“ noch besprochen werden.
Auf Taf, II Fig. 39 ist vergleichsweise ein Zahn aus dem Ober-
kiefer dieses Tieres abgebildet.
8. Scyllium Bürgeri.
Dieses 43 cm lange, ebenfalls aus Japan stammende Tier, wies
alle dieser Species zukommenden Merkmale auf, hatte jedoch auf
1) Nur der in der Medianlinie gelegene Kamm lässt sich in den Stachel
hinein verfolgen.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen, 17
dem Rücken, an Stelle der von Müller und Henle!) beschriebenen
schwarzen Flecken, solche von weisser Farbe.
Die Hautschuppen dieses Tieres, ausgezeichnet durch ihre be-
trächtliche Grösse (Länge des Stachels 0,70—0,95 mm, Breite 0,31
—0,54mm) haben ähnliche Gestalt wie die Schuppen von Pristi-
urus. Von einer viereckigen Basalplatte entspringt mit einem
langen Hals ein dreispitziger Stachel (Medial-Spitze und je eine gut
entwickelte Lateral-Spitze). Der mediale Kamm ist ebenfalls vor-
‘handen. Er erweitert sich nach dem Hals der Schuppe zu einem
dicken Wulst. Beiderseits von diesem Kamm befinden sich je zwei
kleinere Kämme (Taf. II Fig. 32). — Die Schleimhautschuppe hat
ähnliche Gestalt wie die der Haut, doch ist sie kleiner als
diese. Die Länge des Stachels beträgt 0,45—0,61 mm, die Breite
0,26—0,43 mm. Die lateralen Spitzen sind bei ihm zumeist zu
kleinen Höckern geworden, bei einzelnen sind sie noch als Spitzen
erhalten. Betrachtet man die obere Fläche des Stachels, so er-
kennt man, dass ausser dem medialen Kamm, der auch hier vor-
handen ist (Tab. Il Fig. 33), noch 3—5 kleine Kämmchen rechts und
links von dem medialen Kamm vorhanden sind. Einzelne dieser
Kämmchen lassen sich als Fortsätze der Eckkämme der hier im Gegen-
satz zur Hautschuppe achteckigen Basalplatte erkennen. Ich be-
obachtete sogar unregelmässige Basalplatten, welche noch mehr als
acht Ecken besassen.
Die Verbreitung ist hier noch mehr zurückgegangen als bei
den Vorigen: Die Schleimhautschuppen finden sich hier nur noch
in der Schleimhaut der Kiemenbogen und zwar nicht mehr regel-
mässig angeordnet, sondern nur hie und da in wenigen Exem-
plaren in der Schleimhaut zerstreut (Taf. II Fig. 34).
Wie bei Centrophorus fand ich auch hier hinter der Zahnreihe
Gebilde, die wie Zahnpapillen aussehen, und zwar waren dieselben
im Oberkiefer deutlich, im Unterkiefer weniger deutlich makrosko-
pisch wahrnehmbar.
Ich habe den Zahn von Scyllium Bürgeri hier nicht zur Ab-
bildung bringen können, da die Raumverhältnisse dies nicht ge-
statten. Derselbe ist jedoch dem auf Taf. I Fig. 21 abgebildeten
Zahn aus dem Unterkiefer von Pristiurus melanostomus vollständig
homolog; derselbe lässt nur, im Gegensatz zu diesem, die zellige
Zeichnung an der Basis vermissen.
9. Galeorhinus japonicus (Müller u. Henle)?
Untersucht wurden von mir zwei, gleichfalls aus Japan stam-
mende Exemplare, deren Länge 5l cm bezw. 40 cm betrug. Beide
") Müller und Henle, Systematische Beschreibung der Plagiostomen,
Berlin 1839,
Arch. f. Naturgesch. Jahrz. 1909. Pd. I. I 1. 2
18 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Haie zeigten alle bei Müller und Henle!) sowie bei Günther?)
angegebenen Kennzeichen von Galeorhinus resp. Galeus japonicus.
Doch war die Schnauze der von mir untersuchten Tiere kurz und
abgerundet, die Hautschuppen konnte ich nicht als „dreikielig*
(Müller und Henle) erkennen und die Zähne waren etwas anders
als sie in genannten Werken beschrieben werden. Doch lege ich
diesem letzteren Merkmale nicht allzugrosse Bedeutung bei, da, wie
ich bereits gezeigt habe, die Zähne verschiedener Altersstufen recht
verschieden sein können.
Schleimhautschuppen fand ich bei diesem Tiere weder in der
Mund- noch in der Rachen-Höhle, noch endlich auf den Kiemen-
bögen, dagegen sah ich auf Sagittalschnitten durch die Schleimhaut
der Kiemenbogen Papillen, welche sich durch ihre Gestalt von den .
sonst bei allen Selachiern in der Mund- und Kiemenbogen-Schleim-
haut vorkommenden Papillen (Geschmacksknospen?) merklich unter-
schieden. Diese Papillen waren teilweise aus der Schleimhaut hervor-
gewölbte, teilweise in das darunterliegende Bindegewebe eingesenkte
Gebilde, welche in der That Zahnpapillen ähnlich sahen. Da ich
jedoch keine Schmelzmembran wahrnehmen konnte, möchte ich
diese Papillen nicht mit Sicherheit als Zahnpapillen (d. h. als Em-
bryonalstadien der Schleimhautschuppen) ansprechen, trotzdem ihr
Vorhandensein an einer Stelle, welche bei allen bis dahin von mir
untersuchten Squaliden mit Schleimhautschuppen bedeckt war, sehr
für ihre Anwesenheit spräche.
Übrigens diene zum Beweis dafür, dass innerhalb ein und der-
selben Gattung hinsichtlich der Schleimhautschuppen bei zwei ein-
ander ganz nahestehenden Arten ganz verschiedene Verhältnisse
obwalten können, der Umstand, dass Galeorhinus canis Schleimhaut-
schuppen mit grösserem Verbreitungsgebiet besitzt. Leider stand
dieses Tier nicht zu meiner freien Verfügung, ich überzeugte mich
aber, dass bei Galeorhinus canis sowohl die Schleimhant der Kiemen-
bogen Schuppen trägt, als auch die des Gaumens, sowie die des
Zungenrudiments bis in die Höhe des Kiefergelenks mit Schuppen
bedeckt ist. .
10. Seyllium caniculaL.
Ich untersuchte hier fünf Exemplare von 32—36 cm Länge aus
dem Mittelmeer.
Schleimhautschuppen sind nicht vorhanden, doch sollen sie
nach Leydig®) hier von Papillen ersetzt werden, welche direkt
1) Müller und Henle, Systematische Beschreibung der Plagiostomen.
Berlin 1839 pag. 58. |
?) Günther, Albert, Catalogue of Fishes on the British Museum. London
1870 pag. 380.
3) Leydig, Fr., Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der Rochen
und Haie. Leipzig, W. Engelmann 1852 pag. 52.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 19
hinter der Zahnreihe in einer Querreihe stehen, wie eine „sekundäre
Zahnreihe“. Sie hätten auch die dreispitzige Gestalt der Zähne und
brauchten nur 'noch von einer Schicht von Kalksalzen überzogen
zu sein, um echte Zähne darzustellen.
Ich habe nun diese Papillen auf Schnitten untersucht. Es
zeigte sich, dass es in der That Papillen sind, welche eine ziemlich
regelmässige Anordnung besitzen. Dass dieselben eine dreispitze
Gestalt hätten, konnte ich nicht bemerken. Auf Schnitten sowohl
als auch von oben in toto betrachtet, erscheinen sie als breite
massige Kuppen. — Noch weniger zeigen diese Papillen irgend
welche Merkmale, welche für Zahnpapillen charakteristisch sind.
Auf Frontalschnitten durch diese Region z. B. konnte man erkennen,
dass die Kuppen in der Hauptsache aus Bindegewebe bestehen,
welches in seiner ganzen Ausdehnung von dem Epithel gleichmässig
überzogen ist. Das Epithel unterscheidet sich in keiner Weise von
dem Epithel der Mundhöhle. Von einer Schmelzmembran konnte
ich nichts bemerken. Gleich dem Epithel hat auch das darunter-
liegende Bindegewebe ganz normales Aussehen, von einer Anhäu-
fung von Zellmaterial, wie dies an dieser Stelle bei Zahnpapillen
unbedingt der Fall sein müsste, ist nicht das Geringste wahrzu-
nehmen.
Die Papillen unterscheiden sich histologisch in keiner
Weise von den Papillen, die man im Bereich der ganzen
Mund-undRachen-Höhle, auch neben und zwischen den Schleim-
hautzähnen, bei den meisten Squaliden, antrifft. Leydig selbst
hat diese Papillen als warzen- oder fadenförmige Papillen beschrieben.
Ich werde mich noch im „Allgemeinen Teil“ mit diesen Papillen
zu befassen haben.
11. Spinax niger Cloquet.
Dieser Fisch — 33 cm lang, ebenfalls aus Japan, ist von allen
von mir untersuchten Arten der einzige, bei dem ich weder Schleim-
hautschuppen noch sonst irgend welche Gebilde fand, welche man
als Zahn- oder Schuppenembryonalanlagen eventuell deuten könnte.
Ich habe die ganze Mund- und Rachen-Höhle, die Kiemenbogen- und
-Spalten abgesucht und Schnitte aus diesen Regionen untersucht,
— fand jedoch nicht das Geringste.
Gelegentlich bemerkt sei, dass bei diesem Tiere die Schuppen
der Haut nicht die gewöhnliche Anordnung besitzen. Sie sind nicht,
wie bei andern Haien in der Quincunx, sondern in parallelen, von
der Schnauze zum Schwanz ziehenden Längsreihen angeordnet. —
Es sind übrigens die Hautschuppen, wie ich mich überzeugte, echte
Placoidschuppen, nicht wie Müller und Henle!) angeben, „gebo-
gene Haare“. —
!) Müller und Henle, Systematische Beschreibung der Plagiostomen.
Berlin 1839 page. 86,
x
-
20 Otto Steinhard: Ueber Piacoidschuppen
12. Squatina vulgaris Risso.
Das von mir untersuchte Tier war 53cm lang und stammte
aus dem Mittelmeer.
Da dieser Hai in Bezug auf seine Schuppen so eigenartige
Verhältnisse zeigt, Verhältnisse, die sich mit keinem der von mir
untersuchten Squaliden in Einklang bringen lassen, will ich Squa-
tina an letzter Stelle gesondert von den übrigen besprechen.
Schon die Hautschuppen dieses Tieres sind regionär verschieden:
der Rücken trägt total andre Schuppen als der Bauch. Während
die Rückenflosse im Wesentlichen aus einer grossen, unregelmässig
geformten Basalplatte, aus der sich ein ziemlich schmaler, 0,27
—0,37” mm langer und 0,13—0,19mm breiter, nach hinten spitz
endigender Stachel erhebt, besteht, hat die Bauchschuppe die ge-
wöhnliche Form der Selachierschuppe: ein glatter, eiförmiger Stachel
von 0,27—0,37 mm Länge und 0,10—0,20 mm Breite entspringt mit
kurzen Hals aus einer ebenfalls wenig regelmässigen Basalplatte.
Beide Schuppenartan sind auf Taf. Il Fig. 44 und 45 abgebildet.
Sie tragen beide in der Mittellinie den schon öfters erwähnten
leistenartigen Kamm oder Kiel (K).
Betrachtet man die Mund- und Rachen-Höhle des Tieres sowie
die Kiemenbögen, so wird man zunächst keine Schleimhautschuppen
wahrnehmen: die Schleimhaut ist glatt und zeigt keinerlei Hinweis
auf Hartgebilde. Legt man dagegen ein Stück aus der vorderen
Region der Mundschleimhaut in Kali-Lauge und erwärmt dasselbe
so lange, bis man das Epithel in einem Stück abheben kann, so
findet man, dass unter dem Epithel, dem Bindegewebe unmittel-
bar aufsitzend, zahlreiche unregelmässig angeordnete Hartgebilde
liegen, welche man mit unbewaffnetem Auge erkennen kann. Unter
dem Mikroskop erscheinen jene Bildungen als eine grosse, kreis-
förmige Platte, welche unregelmässig mit zahlreichen Einbuchtungen
versehen ist; auf dieser Platte erhebt sich, concentrisch zu der-
selben, eine kleinere, ebenfalls beinahe kreisförmige und mit Buchten
versehene Platte, die auf ihrer Oberfläche von stark prominenten,
breiten Leisten durchzogen ist. Ich zählte 4—8 solche Leisten.
Dieselben sind entweder in Gestalt eines Kreuzes (f), oder in der
eines H, oder in der eines Sternes mehr oder minder regelmässig
angeordnet. Zwischen den Leisten (Z) liegen Gruben, und zwar
entspricht deren Zahl der Zahl der Leisten. Die erstgenannte
Kreisplatte ist unschwer als Basalplatte zu erkennen, denn schon
aus der Abbildung der Rückenschuppen (Taf. II Fig. 44) ist ersicht-
lich, dass die Basalplatte bei Squatina nicht mehr die viereckige
Form der gewöhnlichen Selachierschuppen-Basalplatte besitzt, sondern
unregelmässig gestaltet ist. Zudem stimmt dieses Gebilde in seinem
histologischen Bau ganz mit den Basalplatten der andern Se-
lachier überein. Die zweite kreisförmige Erhebung hat ganz den
histologischen Aufbau des Zahns oder des Placoidschuppenstachels:
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. De
Schmelzschicht und eine radial-ausstrahlende Pulpa sind mit Deut-
lichkeit erkennbar.
Die Grösse dieser Gebilde schwankt zwischen 0,25—0,33 mm
im Durchmesser gemessen.
Die Anordnung der Placoidschuppen des Integuments ist noch
die gewöhnliche, die Quincunx, wenn auch die Bauchschuppen schon
bedeutend weiter von einander abstehen, als dies gewöhnlich der
Fall ist (vergl. Taf. II Fig.40 und 41), die eben beschriebenen Schleim-
hautgebilde dagegen sind regellos in der Schleimhaut zerstreut
(Taf. II Fig. 42).
Das Verbreitungsgebiet dieser Gebilde ist folgendes: die
Kiemenbogenschleimhaut ihrem nach dem Rachen zugewendeten
Teile ist hier sonderbarer Weise frei von ihnen; dagegen finden sie
sich in der oberen Region der Mundhöhle: am Gaumen von der
Zahnreihe angefangen bis in die Höhe der zweiten Kiemenspalte;
ferner in der untern Region auf dem Zungenrudiment, dessen Spitze
frei von ihnen ist, bis zur Höhe der ersten Kiemenspalte; endlich
‘finden sie sich noch vor dem Zungenrudiment im unmittelbaren
Anschluss an die Zahnreihe des Unterkiefers (Taf. II Fig. 49). Hier,
an dieser einzigen Stelle haben sie das Mundepithel durchbrochen
und sind dicht aneinander gerückt in einer gewissen Regelmässig-
keit angeordnet. Sie überziehen hier sogar die Endabschnitte des
Unterkieferbogens und greifen auf denselben Teil des Oberkiefer-
bogens über (Taf. II Fig. 49: D).
Bemerkt sei hier noch, dass ich weder bei den Placoidschuppen
der Haut noch bei den soeben besprochenen Hartgebilden der Mund-
schleimhaut, Spuren einer Felderchen-Zeichnung fand.
Ich beobachtete noch eine zweite Art von Hartgebilden
bei Squatina vulgaris, nämlich in der Tiefe der Kiemenspalten, und
zwar auf der nach dem Vorderende des Tieres hingewendeten Seite
der Kiemen. Hier fanden sich (von der Mundhöhle aus) jenseits
der Kiemenplättchen ebenfalls Hartgebilde, welche ihrerseits weder mit
den Schuppen des Rückens, noch mit denen des Bauches, noch mit
den erwähnten Schleimhautgebilden, noch endlich mit den (auf
Taf. II Fig. 48) abgebildeten Zähnen irgend welche Ahnlichkeit
besitzen. Es sind dies sternchenförmige Bildungen, die in 6
— 8 radial angeordneten Zacken ausgezogen erscheinen. Ihre Grösse
ist 0,10—0,16 mm im Durchmesser. Wie aus der Abbildung (auf
Taf. II Fig. 47 a) von oben, b) von der Seite gesehen) zu entneh-
men ist, sitzen diese Sternchen nicht auf einer Basalplatte auf, son-
dern laufen, nach unten sich verjüngend, in einen cylindrischen Stil
(Hals?) aus, so dass sie, von der Seite gesehen, die Gestalt eines
Pilzes haben. Auf ihrer Oberfläche, namentlich aber in den Radial-
ausläufern konnte ich eine zellige Zeichnung beobachten, welche
sehr an die beim Zahn von Pristiurus melanostomus beschriebene
und abgebildete „hexagonale Felderchen“*-Zeichnung erinnert. Ferner
bemerkte ich .radial angeordnete leistenförmige Kämme, welche
immer dem Verlauf je eines Ausläufers folgen. Histologisch unter-
22 Otto Steinhard: Ueber Placoidschurpen
schieden sich diese Gebilde in keiner Weise von dem Bau der Pla-
coidschuppen oder der Zähne der übrigen Squaliden.
Die Anordnung dieser „Sternchenschuppen* oder „Sternchen-
zähnchen“, wenn ich sie so nennen darf, ist regelmässiger als die
der vorhin beschriebenen Gebilde: wenn auch keine Quincunx vor-
handen ist, so stehen diese „Zähnchen* und „Schuppen“ doch in
ziemlich regelmässigen Abständen (Taf. II Fig. 43).
Die Verbreitung dieser Gebilde ist auf das oben beschriebene
Gebiet beschränkt. Auf Taf. II Fig. 50 ist ein herausgeschnittener
Kiemenbogen mit seinem Adnexen dargestellt; die „Sternchen“ sind
durch Punktierung eingezeichnet, um so das Verbreitungsgebiet zu
veranschaulichen.
Allgemeiner Teil.
Aus den vorstehenden Untersuchungen geht hervor, dass die
Schleimhautschuppen bei den Squaliden eine ziemlich ausgedehnte,
Verbreitung besitzen. Von 12 Arten, die ich untersuchte, zeigten
) Schleimhautschuppen über mehr oder minder grosse Bezirke der
Mund- und Rachen-Höhle verteilt. Bei den in der Mund- und
Rachen-Höhle, sowie auf der, dieKiemenbogen überziehenden Schleim-
haut befindlichen Gebilden von Heptanchus, Carcharias, Mustelus,
Pristiurus species?, Pristiurus melanostomus, Acanthias, Centro-
phorus und Scyllium Bürgeri kann kein Zweifel bestehen, dass
es sich um echte Placoidschuppen handelt, zumal diese Ge-
bilde, wenn auch nicht in allen Punkten, so doch in ihren Grund-
formen und in ihrem histologischen Bau mit den Placoid-
schuppen der Haut übereinstimmen. — Zweifelhaft könnte
man sein, ob die, meist unter dem Epithel der Mund-Höhle liegenden
Bildungen von Squatina, sowie die in den Kiemenspalten von Squa-
tina und Acanthias befindlichen Gebilde Placoidschuppen seien oder
nicht. Die erstgenannten haben z. B. mit den Placoidschuppen der
Haut von Squatina in ihrer Gestalt nicht das Geringste gemein;
dennoch halte ich sie für Placoidschuppen: Placoidschuppen, welche
infolge örtlicher Verhältnisse und dergl. nicht zu vollkommener
Entwicklung gelangt sind. Es gäbe zweierlei Möglichkeiten, welche
die sonderbare Gestalt und Lage (unter dem Mundepithel) dieser
Gebilde erklären könnten: Entweder zeigt das von mir untersuchte
Tier von 42 cm Länge, noch nicht die definitiven Verhältnisse, wie
das erwachsene Tier, das bekanntlich eine Länge von bis zu 3m
erreicht und es stellen sich vielleicht diese Gebilde beim erwachsenen
Tier in ganz andrer Form dar, oder — das erscheint mehr plau-
sibel — werden die Placoidschuppen bei diesem Hai, wie bei andern
Haien in der Mund-Höhle zwar embryonal angelegt, gelangen aber
aus irgend welchen, uns unbekannten Gründen, (vielleicht weil die
Kieferzähne dieses Tieres zur- Nahrungsaufnahme hinreichen) nur
teilweise zur Entwicklung, und bleiben auf einem bestimmten
»
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 23
Stadium ihrer Entwicklung stehen. Dieses teilweise-zur-Entwicklung-
Gelangen würde ihre unregelmässige Anordnung, das Stehen-
bleiben auf einer bestimmten Entwicklungsstufe, ihre Lage (meist
unter dem Epithel) und ihre sonderbare Gestalt (mangelhafte
Ausbildung des Stachels infolge ungenügender Ablagerung von
Kalksalzen) hinreichend erklären. — Wie wir gesehen haben, durch-
brechen die genannten Bildungen an einigen Stellen das Epithel:
hinter und neben der Zahnreihe, insbesondere am Ende des Kiefer-
bogens, im Ober- und Unter-Kiefer. Hier kommen ihnen, meiner
Ansicht nach, wahrscheinlich physiologische Funktionen zu, indem
sie wie zwei Reibeisenflächen gegeneinanderwirkend, hier die Zähne
bei der Nahrungsaufnahme unterstützen. Dies würde auch erklären,
weshalb sie gerade an dieser Stelle so dicht gedrängt stehen und
auf dem Epithel liegen. Fasse ich alles, über diese Gebilde hier
Gesagte, kurz zusammen, so kann ich sagen: Ich halte die be-
sprochenen Bildungen in der Mundhöhle von Squatina für
rudimentäre Schleimhautschuppen und, soweit sie unter
dem Epithel liegen für versprengte Schuppen der Schleim-
haut, welche ebenfalls rudimentär geblieben sind.
Zweifelhaft kann man ferner sein, ob die in der Tiefe
der Kiemenspalten von Squatina befindlichen „sternchenförmigen
Gebilde“ als Placoidschuppen anzusehen seien. Ich bin geneist,
auch diese Gebilde als rudimentäre Placoidschuppen aufzufassen;
nur liegen hier die Verhältnisse umgekehrt, als bei den oben Be-
schriebenen: Während dort die Basalplatte gut entwickelt, der Stachel
dagegen rückgebildet ist, ist hier der Stachel, welcher bei diesen
Gebilden die erwähnten Sternchenformen angenommen hat, gut ent-
wickelt, und zeigt sogar eine „Felderchen-Zeichnung“, ähnlich der-
jenigen, die ich bei den Zähnen und den Placoidschuppen mehrerer
Squaliden beschrieben habe. Auch ein Hals ist vorhanden; dagegen
ist zunächst keine Basalplatte zu sehen. Dennoch wäre es unrichtig
anzunehmen, dass hier keine Basalplatte vorhanden sei; betrachtet
man nämlich diese Gebilde von oben im Mikroskop, so erkennt
man deutlich, dass das Gewebe, in dem diese Bildungen liegen,
rund um dieselben herum, wie concentrisch geschichtet erscheint.
Es brauchten an dieser Stelle nur Kalksalze abgelagert zu werden,
und dieselbe Basalplatte, wie bei den vorerwähnten Hartgebilden
wäre vorhanden. Die Basalplatte ist also durch das Gewebe prä-
formiert und gelangt vielleicht noch bei älteren Tieren zur Aus-
bildung. —
Nicht so leicht ist die Frage zu beantworten, ob die
in der Tiefe der Kiemenspalten, diesseits und jenseits der Kiemen-
plättchen von Acanthias liegenden Hartgebilde, als Placoidschuppen
zu betrachten sind. ' Vielleicht handelt es sich auch bei diesen um,
unter besondern Umständen modifizierte Placoidschuppen, denn die
Basalplatte ist vorhanden, und lässt, wenn sie auch die beschriebene
Glockengestalt angenommen hat, doch noch vier Ecken, wie die
gewöhnliche Selachier-Basalplatte erkennen. Auch der mehrspitzige
24 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
auf der Glocke aufsitzende Höcker, liesse sich als Stachel deuten.
Dagegen liesse ihre Anordnung, — besonders der nach der Rachen-
Höhle zu liegenden Partie, — auf einer gewölbten, präformierten
Schleimhautregion, eine Verwandtschaft mit den Zähnen der Kiefer
nicht unmöglich erscheinen. Gegen diese Annahme sprechen aller-
dings wieder der Umstand, dass das wesentliche Criterium der
echten Zähne, die Zahnersatzleiste, nicht gefunden wurde. — Aus
diesen Gründen will ich diese Frage noch offen lassen.
Mit Sicherheit dagegen lässt sich die Frage beant-
worten, ob die Papillen, die Leydig bei Scyllium canicula hinter
der Zahnreihe fand Papillen von Schleimhautschuppen oder Zähnen
repräsentieren oder nicht: Ich habe diese Papillen, welche nach
Leydig dicht hinter der Zahnreihe regelmässig angeordnet sind
und nur mit einer Schicht von Kalksalzen überzogen zu sein brauchten,
um eine sekundäre Zahnreihe darzustellen, schon bei Scyllium cani-
cula ausführlich besprochen und nachzuweisen versucht, dass durch-
aus kein Grund vorliegt, diese Bildungen als Zahnpapillen
zu betrachten, da dieselben histologisch ganz denselben Bau
zeigen, wie die bei allen Haien, über die ganze Mund-Höhle zer-
streuten, „warzen- oder faden-förmigen Papillen“. — Es muss zu-
gegeben werden, dass die regelmässige Anordnung derselben, sowie
ihre Lage (dicht hinter der Zahnreihe, von welcher sie nur durch
eine Falte — die Ersatzleiste -- getrennt sind), die Meinung leicht
erwecken kann, man habe es hier mit Bildungen zu thun, welche
in irgendwelchen Beziehungen zur Zahnreihe stehen. Ich selbst
glaubte anfänglich die Papillenreihe als einen nach hinten umge-
schlagenen Teil der Ersatzleiste deuten zu müssen, bis mich die
genaue mikroskopische Untersuchung eines besseren belehrte. —
Die Papillen haben also weder mit den Zähnen, noch aber
mit den von mir beschriebenen Schleimhautschuppen,
irgend etwas zu thun; ich betone dies deshalb, denn Leydig
bringt sie dennoch mit den letzteren zusammen unter einem Ge-
sichtspunkt, indem er nach der Beschreibung der genannten Zahn-
papillen wörtlich fortfährt:
ch Kai dass letzterer Fall“, (nämlich der, dass diese Papillen
nur mit einer Kappe von Kalksalzen überzogen zu sein brauch-
ten, um vollkommene Zähne darzustellen), „auch für Papillen
„die weit entfernt von der Zahnreihe stehen, möglich ist, be-
„weisen mir grosse Exemplare von Raja clavata und Hexan-
„chus. Streiftt man da mit dem Finger über die Rachen-
„schleimhaut am Gaumengewölbe, so fühlt sie sich rauh an
„und die mikroskopische Untersuchung lehrt, dass schöne
„0,135 und noch grössere Zähnchen (Hexanchus) die Pa-
„pillen vertreten. Der Bau ist derselbe, wie er von den
„Zähnen des Gebisses gemeldet wurde: In das homogene Zahn-
„bein strahlen von einer Centralhöhle aus eine Anzahl heller
„Canäle, welche sich unter fortwährender Verästelung bis zur
„Peripherie des Zahnes verlieren“. — Ich habe zwar die Ver-
in der Mund- und Rachen Höhle der Plagiostomen. 25
hältnisse bei Hexanchus und Raja clavata nicht selbst, untersucht;
allein aus der Beschreibung, die Leydig selbst zu diesen Hartge-
bilden in der Mund- und Rachen-Schleimhaut giebt, sowie aus
Oscar Hertwig’s Untersuchungen über die „Schleimhautzähnchen*
von Hexanchus (s. oben) geht hervor, dass es sich hier um gar
nichts anders handeln kann, als um dieselben „Schleimhautschuppen“,
- die ich bei den meisten Squaliden in ebendenselben Regionen fand.
Diese aber, und die von Leydig bei Scyllium canicula be-
schriebenen Papillen hinter der Zahnreihe, sind grund-
verschiedene Dinge.
Nachdem wir nunmehr alle diese Hartgebilde, wie sie in der
Schleimhaut der Mund- und Rachen-Höhle bei den Squaliden vor-
kommen, besprochen haben, kehren wir wieder zu den Schleimhaut-
schuppen zurück, die ich bei dem vorwiegend grössten Teile, der
von mir untersuchten Haie gefunden habe. — Es muss sich einem
zunächst die Frage aufdrängen, woher denn eigentlich diese Pla-
coidschuppen im Bereich der Mund- nnd Rachen-Höhle stammen?
Darüber giebt nun am besten eine Stelle aus der Oscar Hertwig-
’schen Arbeit!) Aufschluss; eine Stelle in welcher derselbe die Ent-
stehung der Zähne zu erklären sucht:
ge ee Da diese“ (nämlich die Zähne und Placoidschuppen
der Selachier) „wie wir im Vorhergehenden gesehen haben,
„im Bau vollkommen miteinander übereinstimmen und sich
„in derselben Weise entwickeln, so werden wir notwendiger
"Weise zu dem Schlusse geleitet, dass die Placoidschuppen
„und die Zähne der Selachier homologe Bildungen sind, d.h.
„dass sie aus einer, ursprünglich vollkommen gleichen Uran-
„lage durch Differenzierung entstanden sind. Dieses Ergebnis
„kann uns in keiner Weise befremden, sowie wir uns daran
„erinnern, dass ja die Mund-Höhle nicht dem Darm-
„traktus, sondern noch dem äusseren Integument an-
„gehört. Wie die Entwicklungsgeschichte der höheren Wirbel-
„tiere lehrt, buchtet sich dieses an der Stelle des späteren
„Mundes ein, wuchert als Blindsack dem geschlossenen Kopf-
„ende des Darms entgegen und öffnet sich schliesslich in das-
„selbe. Wenn wir daher Zähne und Placoidschuppen homo-
„logisieren, so sprechen wir damit ein Resultat aus, für welches
„uns schon die Entwicklungsgeschichte der Mund-Höhle
„manche Anhaltpunkte liefert: dass nämlich die Mund-
„schleimhaut ihrer Abstammung entsprechend, auch
„Bildungen des äusseren Integuments trägt. — Es liegt
„nun auf der Hand, dass die Zähne der Selachier uns nicht
„mehr die urspr ünglichen Verhältnisse repräsentieren, vielmehr
„müssen wir, indem wir eine Homologie des Zahnes mit Teilen
„des Integuments annehmen, einen früheren, indifferenten
) Oscar Hertwig, Über Bau und Entwicklung der Placoidschuppen etc,
Jenaische Zeitschrift f. Naturwiss, Band VIII. 1874. pag. 393— 394
26 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
„Zustand voraussetzen, in dem beiderlei Bildungen
„von vollkommen gleicher Beschaffenheit und Grösse
„waren und noch keine Ersatzeinrichtung für die
„Zähne bestand. Bei diesen Urformen war die ge-
„samte Körperoberfläche und die Mund- und Schlund-
„Höhle bis zum Beginn des Oesophagus mit einem
„gleichartigen Panzer von placoidschuppenähnlichen -
„Knochenstücken bedeckt. Es waren mithin die Teile,
„welche sich später zu Zähnen entwickelt haben,
„noch integrierende Bestandteile eines, über das ganze
„Integument, somit auch über die Auskleidung der
„Mundhöhle verbreiteten Schutzorgans.“
Aus diesen Beobachtungen Oscar Hertwig’s geht hervor,
dass die Zähne der Selachier durch die Differenzierung aus den
Placoidschuppen der Haut sich entwickelt haben. Diese Ansicht,
die auch heutzutage die allgemein herrschende ist, liesse es wahr-
scheinlich ercheinen, dass — da ja diese Umbildung keine plötz-
liche, sondern, wie immer im Tierreich eine allmähliche Umbildung
war, man auch Formen von Schuppen bezw. von Zähnen
bei den Selachiern finden müsste, welche als Übergangs-
formen zwischen Schuppe und Zahn angesehen werden
könnten. Die in der Mund- und Rachen-Höhle befindlichen Schuppen
befinden sich im Gegensatz zu denen der Haut in anderen, in veränderten
Bedingungen: sie befinden sich in der Mund-Höhle abgeschlossen von
aussen, und haben hier wahrscheinlich irgendwelche physiologische
Funktion zu erfüllen, sie stehen deshalb unter einer erhöhten Blut-
zufuhr und infolgedessen wird auch die Zellvermehrung eine regere
sein, kurz; sie vegetieren unter ganz ähnlichen Bedingungen wie
die Kieferzähne. Wenn also solch’ vermittelnde Formen uns
noch erhalten wären, so müssten sie bei den Schuppen der
Mund- und Rachen-Höhle zu suchen sein. — Aus dieser Er-
wägung heraus, habe ich bei meinen Untersuchungen von Anfang
an mein Augenmerk darauf gerichtet, solche Übergangsformen zu
finden; doch hatte ich hier wenig positiven Erfolg. Bei Mustelus
scheinen die Schleimhautschuppen in der That solche Bindeglieder
darzustellen, dagegen fand ich bei sämtlichen übrigen Haien nichts,
was sich in diesem Sinne hätte deuten lassen. Trotzdem glaube
ich bestimmt, dass sich derartige Übergangsformen noch finden
lassen müssten, und der Umstand, dass es mir nicht gelungen ist,
solche zu finden, beweist nichts gegen diese Annahme: denn ich
konnte stets nur die Verhältnisse an einem oder an zwei Exem-
plaren mässigen Alters untersuchen; da aber die Placoidschuppen
in ihrer Form und Grösse bei verschiedenen Altersstufen des Tieres
ziemlich konstant bleiben, die Zähne dagegen, wie bekannt, in Be-
zug auf Form und Grösse starken Umbildungen vom jungen bis
zum erwachsenen Tier unterworfen sind, konnte ich kein über-
sichtliches Bild gewinnen; insbesondere fehlte mir das tertium
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 27
comparationis: der Zahn des jungen Tieres, denn dieser allein
wäre zum Vergleich geeignet gewesen. —
Waren also meine Bemühungen in dieser Hinsicht nicht von
Erfolg gekrönt, so förderten sie doch eine andre interessante That-
sache ans Licht. Wie schon oben erwähnt, sind nämlich die Schleim-
hautschuppen bei allen von mir untersuchten Tieren, denen der
Haut nie ganz gleich: bei dem einen Tier sind sie den Hautschuppen
ganz ähnlich, bei dem andern weniger. Von dieser Beobachtung
ausgehend fand ich, dass diese Variation durchaus keine zufällige,
sondern im Gegenteil eine sehr gesetzmässige ist. Ich fand bei-
spielsweise, dass die Schleimhautschuppen bei Heptanchus von denen
der Haut nur in ganz geringfügigen Punkten abweichen, während
sie z. B. bei Squatina fast gar nicht mehr als Placoidschuppen er-
scheinen. Nun ist aber gerade Heptanchus die am niedersten
stehende Form der Squaliden, die wir kennen, Squatina dagegen,
müssen wir im- Sinne der Descendenztheorie als die hochstehende
Squaliden-Form ansehen. Es würden also diese beiden Haie ge-
wissermassen den Anfangs- und den End-Punkt einer langen Reihe
bilden, innerhalb welcher sich eine allmähliche Umwandlung der
Schleimhautschuppen vollzieht. Dass dies in der That zutrifft, geht
daraus hervor, dass man diese Umwandlung schon an den wenigen,
von mir untersuchten Arten zeigen kann. So hat z.B. Heptanchus,
wie erwähnt, fast dieselben Gebilde auf der Mundschleimhaut,
wie auf der äussern Haut, bei Carcharias und Pristiurus sind sie
einander noch sehr ähnlich, bei Scyllium Bürgeri ist diese Ahnlich-
keit schon bedeutend geringer, bei CGentrophorus besteht bereits nur
noch eine Ähnlichkeit in den Grundformen, und bei Squatina endlich
ist sie ganz geschwunden. —
Diese Beobachtungenstehen ganzimEinklang mit denen
Oscar Hertwig’s. Insbesondere kommen die Verhältnisse
bei Heptanchus der von demselben angenommenen Urform
sehr nahe; bei welcher Urform „die gesamte Körperober-
fläche und die Mund- und Schlund-Höhle zum Beginn des
Oesophagus mit einem gleichartigen Panzer von placoid-
schuppenähnlichen Knochenstücken bedeckt war.“ —
Ein, allerdings recht geringfügiger Unterschied besteht zwischen
den Untersuchungen Oscar Hertwig’s und den Meinigen. Der-
selbe spricht, wie bereits eingangs dieser Arbeit eitiert, davon, dass
die Schuppen der Haut, jenen „Schleimhautzähnchen“ (gemeint sind
die Schleimhautschuppen) „bei Hexanchus und Acanthias in Form
und Bau einander vollständig gleichen, mit dem Unterschiede
vielleicht, dass ihre“ (der letzteren) „Schmelzschicht stärker ent-
wickelt ist.“ Von dieser stärkeren Entwicklung habe ich mich
indes nur bei Mustelus überzeugen können, bei den andern (also
auch bei Acanthias) fand ich in dieser Richtung keine Unter-
schiede.
Ferner sagt alsdann der genannte Autor: „In der Schleimhaut
sind sie“ (die „Schleimhautzähnchen“) „ziemlich locker befestigt;
28 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
und stehen viel weiter von einander ab, als die eng aneinanderge-
fügten Placoidschuppen“. Dies fand Oscar Hertwig ebenfalls bei
Hexanchus und Acanthias. Es trifft dies bei Acanthias in der That
zu, wie ich mich selbst überzeugte; bei Mustelus und manchen
andern stimmt das jedoch gar nicht. Hier weichen die Schleim-
hautschuppen in ihrer Anordnung in keiner Weise von der An-
ordnung der Hautschuppen ab. Die Ausführungen Oscar Hertwig’s
würden deshalb zweckmässig ergänzt durch diese Resultate meiner
Untersuchungen etwa so lauten: In der Schleimhaut sind sie ziem-
lich locker im allgemeinen befestigt, sie stehen bei manchen Haien
ebensoweit, bei manchen weiter von einander ab, als die Placoid-
schuppen der Haut. —
Ich habe oben gezeigt, dass die Unterschiede zwischen Haut-
schuppen und Schleimhautschuppen keine zufälligen sind, sondern
dass vielmehr die Schleimhautschuppen eine ganz systematische
Umwandlung erfahren, welche je nachdem das Tier einen nieder-
stehenden oder höherstehenden Selachier -Typus repräsentiert,
eine geringfügige oder eine sehr grosse ist. Esist nun von hohem
Interesse, zu beobachten, dass man, wenn man das Ver-
breitungsgebiet, der von mir untersuchten Haie vergleicht,
zu ganz ähnlichen Resultaten gelangt. Es zeigt sich nämlich
auch hier, dass gerade die niederstehenden Tiere die ursprünglichen
Verhältnisse repräsentieren, während die höherstehenden eine Um-
bildung, — in diesem Falle — Rückbildung erkennen lassen. Nur
ist hier das Bild noch viel deutlicher, indem sich die
Rückbildung Schritt für Schritt verfolgen lässt. Sieht man
von den oben beschriebenen, in der Tiefe der Kiemenspalten von
Acanthias und Squatina liegenden Gebilden, welche das Bild nur
verwirren würden, ab, so lassen sich in Bezug auf die Beschuppung
der Mund- und Rachen-Höhle folgende Gruppen, welche eine syste-
matische Rückbildungsreihe darstellen, unterscheiden !):
1. Haifische, welche in der ganzen Mund- und Rachen-Höhle
auf der Oberfläche der Schleimhaut bis zum Beginn des
oesophagus Schuppen besitzen (Heptanchus, Mustelus, Car-
charias).
. Haifische, welche ausser auf der Oberfläche der Schleim-
haut der Kiemenbogen, noch in der ganzen oberen, oder
unteren Region der Mund- und Rachen-Höhle oder aber in
einzelnen Partien beider Regionen auf der Schleimhautober-
fläche Schuppen besitzen. (Pristiurus species?, Acanthias).
189)
!) Ich habe hier absichtlich die Resultate meiner Untersuchung über
Seylliium canieula und Spinax bei Seite gelassen. Zwar fand ich bei beiden
Tieren, trotz genauer Untersuchung weder Schleimhaut-Schuppen, noch dergl.
Papillen. Dennoch erschienen mir meine Untersuchungen nicht hinreichend er-
schöpfend, um mit Bestimmtheit zu behaupten, dass diese Tiere überhaupt keine
solchen Gebilde besitzen, da die von mir untersuchten Haie beider Arten noch
recht junge Exemplare waren, —
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 29
3. Haifische, welche nur auf der Oberfläche der Kiemenbogen-
Schleimhaut Schuppen besitzen. (Pristiurus melanostomus,
Centrophorus, Scyllium Bürgeri.)
4. Haifische, welche in der Schleimhaut der Mund-Höhle
Schuppen besitzen, welche grösstenteils unter dem Epithel
liegen. (Squatina.)
Diesen Gruppen wäre, wenn es sich hätte sicher nachweisen
lassen, dass bei Galeorhinus japonicus Schuppen nicht vorhanden
sind, dagegen durch Schuppen-Papillen ersetzt würden, zwischen
Gruppe 3 und 4 noch die Gruppe derjenigen
Haifische, welche an Stelle der Schuppen Papillen besitzen
einzufügen gewesen.
Nach dieser Zusammenstellung stellt sich der erwähnte re-
gressive Prozess in folgender Weise dar: die offenbar ursprünglichste
Form der Verbreitung zeigt auch hier wieder Heptanchus. Bei ihm
ist die ganze Mund- und Rachen-Höhle bis zum Beginne des oeso-
phagus mit Schleimhautschuppen bedeckt. Gleich ihm zeigen die
ebenfalls sehr niederstehenden Formen Mustelus und Carcharias
dasselbe Verbreitungsgebiet. Bei Acanthias ist dagegen schon eine
Rückbildung eingetreten, insofern nämlich, als sich die Schleimhaut-
schuppen noch zwar über die ganze untere Region der Mund- und
Rachen-Höhle verbreiten und auch die Kiemenbogen überziehen,
wogegen der Gaumen und die angrenzenden Schleimhautpartien frei
von ihnen erscheinen. Noch geringer ist der Verbreitungsbezirk
bei Pristiurus species? geworden: Ausser der Schleimhaut der
Kiemenbogen ist hier nur noch ein kleiner Teil der oberen Mund-
höhlenregion und ein ganz verschwindend kleiner Teil der unteren
Region mit Schuppen bedeckt. Bei Pristinrus melanostomus,; sowie
bei Centrophorus ist das Verbreitungsgebiet noch mehr zusammen-
geschrumpft; hier bleibt es auf die Kiemenbogen beschränkt.
Scyllium Bürgeri endlich hat nur noch ganz vereinzelte Exemplare
von Schleimhautschuppen auf den Kiemenbogen aufzuweisen und
bei Squatina gelangen sie meist überhaupt nicht mehr an die Ober-
fläche der Mund-Höhle. —
Am längsten erhalten sich also die Schleimhautschuppen auf
den Kiemenbogen'), selbst, wenn bereits die ganze übrige Mund-
und Rachen-Höhle frei von ihnen ist. Diese Beobachtung lässt die
schon oft von andern Autoren ausgesprochene Ansicht als wahr-
scheinlich erscheinen, dass die die Skelettteile überziehenden Teile
der Schleimhaut Prädilektionsstellen für die Zahnbildung sind. In
der That finden sich ja gerade auf den Kiemenbogen der Teleostier
dieselben Verhältnisse hinsichtlich der Zähne wieder. —
So haben’ auch die Untersuchungen über das Ver-
breitungsgebiet der Schleimhautschuppen dargethan, wie
sehr Oscar Hertwig Recht hatte, wenn er alle Hartgebilde
!) Nur Squatina macht hier eine Ausnahme, indem sie auf den Kiemenbogen
keine Schuppen trägt.
30 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
in der Mund- und Rachen-Höhle der Selachier von einer
hypothetischen Urform herleiten zu müssen glaubte, bei
welcher, wie ich schon berichtete, Haut, wie Mund- und
Rachen-Höhle gleichmässig von einem Panzer placoid-
schuppenähnlicher-Knochenstücke gleichmässig bis zur
Speiseröhre hin überzogen war. Ich rekapituliere: diese Ur-
form ist ja allerdings nicht mehr erhalten, wir finden jedoch in
Heptanchus Verhältnisse wieder, welche dieser Urform sehr nahe
kommen. Zweifellos ist dieses im Aussterben begriffene
Tier, mit seinen sieben Kiemenspalten einer der ältesten
Haie, die wir kennen und es scheint auch in der That,
dass hinsichtlich der Schleimhautschuppen die Verhält-
nisse bei diesem Tier als grundlegend für alle übrigen
Haie betrachtet werden können. Bei Heptanchus haben sich
im Gegensatz zur Urform die über den Kieferbogen gelegenen Teile
der Haut bezw. der Schleimhaut bereits zur Zahnreihe entwickelt,
dagegen zeigen die Schleimhautschuppen noch fast ganz die gleiche
Gestalt, wie die Schuppen der Haut und erstrecken sich thatsächlich
bis zum Beginn des ee — Bei dieser Grundform der Be-
schuppung, blieb jedoch die Natur nicht stehen. Es haben sich
allmählich höher organisierte Squaliden entwickelt, die Schleimhaut-
schuppen dieser Tiere haben sich infolge der Einwirkung örtlicher
Verhältnisse in ihrer Gestalt verändert, so dass sie mehr und mehr
von der Gestalt der Hautschuppen abwichen; gleichzeitig hat sich
das Verbreitungsgebiet zurückgebildet. In dieser Richtung ging
die Entwicklung immer weiter und weiter (wie ich dies ja oben
hinreichend gezeigt habe), bis zuletzt Gebilde entstanden, welche
nach. ihrer Gestalt, Lage und Verbreitung mit den Verhältnissen
bei Heptanchuss — wie man glauben könnte — garnicht in Ein-
klang zu bringen wären. Dennoch sind, so unwahrscheinlich
dies auch klingen mag, die unterm Mundepithel liegenden
Hartgebilde von Squatina thatsächlich nichts anderes
als die Schleimhautschuppen von Heptanchus.
Es könnte nunmehr die Frage auftauchen, ob überhaupt, und
welche physiologische Funktion die Schleimhautschuppen zu
erfüllen haben. Diese Fragen lassen sich auf Grund meiner Unter-
suchungen noch nicht mit Sicherheit entscheiden. Man könnte ja
annehmen, dass den Schleimhautschuppen insofern eine solche
Funktion zukäme, als sie zur Unterstützung der Kieferzähne bei
der Nahrungsaufnahme dienten. Ein eigentlicher Kauakt durch die
Zähne der Kieferreihen, wie bei den höheren Vertebraten erfolgt
ja wohl bei den Squaliden nicht. Die häufig sehr spitzen Zähne
dienen meist mehr. als Waffe, sowie zum Erhaschen und Festhalten
der Nahrung, ein Zerkleinern und Zermahlen der Nahrung dürfte
hier durch die Zähne nicht stattfinden. Es ‚wäre deshalb wohl
denkbar, dass diese Arbeit von den Schleimhautschuppen verrichtet
würde. Es würde dazu eine, wenn auch geringe seitliche (Mahl-)
Bewegung des Kiefer- oder des Kiemen-Apparats ausreichen. Durch
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. al
eine solche Bewegung würden die Schleimhaut-Schuppen der oberen
und der unteren Region der Mund- und Rachen-Höhle derartig
gegeneinander gebracht, dass sie wie zwei Reibeisenflächen gegen-
einander wirken müssten, und dadurch ein Zerkleinern der Nahrung
herbeiführen würden. — Diese Annahme steht jedoch noch auf
ziemlich schwachen Füssen; es müsste eben die Materie noch genauer‘
in dieser Richtung geprüft werden, genauer als dies in dem Rahmen
meiner Arbeit möglich war. — Es könnte ja auch mancherlei gegen
obige Annahme ins Feld geführt werden. Es könnte z. B. gesagt
werden, es sei gar nicht nötig einen physiologischen Zweck dieser
Schuppen anzunehmen. Dieselben dienten, wie dies oft im Tier-
reich beobachtet werden könne, lediglich zur Verstärkung des
‚Epithels und seien somit Schutz-Organe der Schleimhaut. Es
könnte ferner angeführt werden, dass doch eigentlich Rückbildungs-
vorgänge, wie sie oben erwähnt wurden, gegen eine physiologische
Funktion der Schleimhautschuppen sprächen, denn Rückbildung,
wird doch immer da beobachtet, wo Organe keine wesentlichen
Leistungen zu erfüllen haben. Auch dieses Argument wäre be-
rechtigt, doch könnte man allerdings dem wieder entgegenhalten,
dass diese Rückbildung eben nur immer da eintritt, wo die Kiefer-
zähne (z. B. bei Squatina) ausreichen zur Nahrungsaufnahme, wo-
durch eben die Funktion der Schleimhautschuppen in Wegfall käme
und diese sich infolgedessen zurückbilden könnten. —
Was die in der Umgegend der Kiemen gelegenen Hartgebilde
betrifft, so glaube ich dieselben insgesamt als Schutzorgane der
Kiemen ansehen zu müssen, Schutzorgane, welche dazu dienen,
Speisereste etc., welche die leicht verletzbaren Kiemen beschädigen
könnten, von denselben fernzuhalten. —
Seit Oscar Hertwig’s Arbeit hat die Frage, wieweit das
Ektoderm sich in die embryonale Mundbucht einstülpt, ob es nur
einen Teil derselben auskleidet, oder sich bis zum Oesophagus er-
streckt, mancherlei Beantwortung in diesem und in jenem Sinne
erfahren, zu einer Klärung der Ansichten ist es jedoch nicht ge-
kommen und diese Frage ist also noch immer als eine strittige an-
zusehen. Es ist nicht meine Absicht in diese Streitfrage einzugreifen,
doch muss hervorgehoben werden, dass der Umstand dass die
Schleimhautschuppen bei manchen Haien, wie ich gezeigt habe, bis
zum Beginn des Oesophagus sich erstrecken und daselbst mit einer
plötzlichen scharfen Linie abschneiden, sehr dafür spricht, dass die
Ektodermeinstülpung sehr weit nach hinten sich erstreckt. Es
könnte zwar immerhin eine Bildung dieser Schuppen durch das
Entoderm angenommen werden, — wenigstens liegt diese Annahme
nicht ausserhalb des Bereiches der Möglichkeit, es liegt aber
andererseits auch absolut kein Grund vor, weshalb diese
Hartgebilde, wie auf dem gesamten Integument, nicht
auch hier ektodermaler Natur sein sollten. — Diese meine
32 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Anschauung deckt sich mit der Gegenbaur’s!), der sich über
diesen Punkt folgendermassen ausspricht:
ee Wie es kommt, dass auch hinter dieser ektodermalen
„Region, in dem entodermalen Abschnitt der Kopfdarmhöhle
„gleichfalls Zähne entstehen, bleibt noch zu ermitteln, da man
„nicht auch dem Entoderm die gleiche zahnbildende Leistung
„zuerkennen will. Es wird wahrscheinlich, dass die primitive
„Grenze des Ektoderms sich nach hinten verschob, dass es in
„dieser Richtung sich ausgedehnt hat, und damit der Ent-
„faltung auch seiner Abkömmlinge eine Gebietserweiterung
„verschaffte. —
Hierzu kommt noch, dass durch die neueren Untersuchungen
Goette’s und Moroff’s, die mir allerdings leider nicht im Original
zur Hand sind, sondern nur in ihren Resultaten mir bekannt sind,
dargethan wurde, dass auch in der Kiemenregion das Ektoderm
eine grössere Verbreitung erfährt, als man seither annahm. Beide
haben nämlich nachgewiesen, dass das Ektoderm bei den Fischen
sich bis zu den Basen der Kiemenplättchen einstülpt, so
dass die Kiemenplättchen noch ektodermaler Abkunft
wären und das Entoderm erst an der Basis der Kiemenplättchen
begänne. — Auch dies deckt sich mit den Resultaten meiner
Untersuchungen. —
Zum Schlusse noch eine histologische Frage: die Frage der
„Felderchen-Zeichnung* oder auch „der zelligen Zeichnung“ auf
der Oberfläche der Haut- wie der Schleimhaut-Schuppen. Oscar
Hertwig?) schreibt, nachdem er zunächst erwähnt hat, dass bereits
Leydig bei einzelnen Arten eine zellige Zeielhinung auf der freien
Fläche der Schuppen beobachtet habe, über die er die Frage auf-
wirft, ob sie nicht den „Oberhautzellen“ ihren Ursprung (durch
Abdruck) verdanken, über diese Frage folgendermassen:
a Die eben beschriebene Substanz‘ (der Zahn-
„schmelz) ‚wird auf ihrer Oberfläche von einer Membran
„überzogen, die von Huxley bis jetzt allein mit ein paar
„Worten beschrieben worden ist. Gegen Säuren zeigt sie mehr
„Wiederstand als die Rindenschicht, so dass sie, wenn jene
„sich auflöst, erhalten bleibt. Am besten überzeugt man sich
„daher von ihrer Anwesenheit, wenn man feine Schliffe unter
„dem Mikroskop langsam entkalkt. Während hierbei die
„glänzende Rindenschicht der Schuppe sich allmählich löst,
„bleibt die resistentere Haut auf grossen Strecken im Zu-
„sammenhang erhalten. Dieselbe hängt, wie man sich an
„günstigen Objekten an Schnittpräparaten überzeugen kann
„und schon Huxley hervorgehoben hat, an der Basis des
1) Gegenbaur, C., Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. Leipzig.
W. Engelmann 1898. Bd. II pag. 36.
2) Oscar Hertwig, Über Bau und Entwieklung der Placoidschuppen ete.
Jenaische Zeitschr. etc. pag. 339—345.
in der Mund- und Rachen- Höhle der Plagiostomen. 33
„Schuppenstachels mit der derberen Basalmembran zusammen.
„An Schnitten durch entkalkte Haut, findet man die Membran
„gewöhnlich stellenweise in Fetzen abgelöst, da sie durch die
„bei der Erkalkung sich entwickelnde Kohlensäure und ein-
„tretende Quellung zerrissen wird. Bei vielen Haien z.B.
„constant bei Mustelus laevis, Carcharias glaucus ist
„sie am Rücken der Schuppe entweder in ihrer ganzen
„Ausdehnung oder nur in der Nähe der Basis mit einer
„deutlichen zelligen Zeichnung versehen. Die Felder-
„chen der Zeichnung sind unregelmässig hexagonal,
„im Durchschnitt 0,022 mm lang und 0,014 mm breit.
„An vorsichtig entkalkten Schuppen kann man Fetzen zu-
„sammenhängender Felder mit der Nadel abzupfen, dieselben
„erhält man auch isoliert, wenn man entkalkte Schuppen in
„Wasser unter ein Deckgläschen bringt und auf dasselbe
„klopft. Es wird dann die Oberfläche der Schuppe rissig und
„blättert sich nach einiger Zeit eine Membran in Fetzen ab,
„Die hexagonalen Felder zeigen eine körnige Beschaffenheit
„und deutliche Begrenzung, doch ist von Kernen in ihnen
„keine Spur wahrzunehmen ....... 2
Oscar Hertwig kommt alsdann zu dem Resultate, dass diese
Membran das sog. „Schmelzoberhäutchen“ sei. —
Ich habe diese zellige Zeichnung, wie ich im speziellen Teil
schon erwähnte, bei den meisten der von mir untersuchten Squa-
liden-Arten gefunden. Wie ich schon bei Mustelus vulgaris er-
wähnte, handelt es sich nicht um „unregelmässig hexagonale Eelder-
chen“, sondern im Gegenteil um sehr regelmässig angelegte Felder-
chen, welche eine dachziegelartige Figur repräsentieren. Hier und
da kommen auch Abweichungen vor, wie ich sie z. B. beim Zahn
von Pristiurus beschrieben habe; manchmal schienen die Figuren
etwas mehr in die Breite zu gehen, so schien es mir z. B. bei den
Hautschuppen von Carcharias glaucus der Fall zu sein, aber im
Grossen und Ganzen ist doch die Figur bei allen Haien ziemlich
gleich. — Ich habe nun fast alle von Oscar Hertwig angegebenen
Untersuchungen gemacht, um die betreffende Membran mit der
zelligen Zeichnung abzulösen, jedoch mit negativen Erfolg. Im
Gegenteil, wenn man z. B. auf die Schuppe Salzsäure
brachte und der Schmelz allmählich rissig zu werden und
sich dann zu lösen anfing, war, solange überhaupt noch
eine Spur von Schmelz vorhanden war, in ihm die zellige
Zeichnung zu erkennen. Ich untersuchte sodann in Gly-
cerin liegende Schuppen im Mikroskop und fand bei ge-
nauerer Betrachtung (bei stärker Vergrösserung und in
der Ölinmersion), dass es sich gar nicht um eine „Zeich-
nung“ der Oberfläche handelt, sondern um deutlich wahr-
nehmbare, leistenförmige Erhabenheiten des Schmelzes;
insbesondere am seitlichen Rand der Schuppe sieht man dies evident:
es treten da diese „Zeichnungen“ als Leisten des Schmelzes deutlich
Arch. f, Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd, I. H.1. 3
34 - Otto Steinhard. Ueber Placoidschuppen
hervor. — Von dieser einfachen Thatsache kann sich jederzeit,
jederman leicht überzeugen. — Ein Schmelzoberhäutchen mag
wohl auf den Schuppen der Selachier vorkommen, die
hier beschriebene Zeichnung jedoch, ist es, wie ich mit
Sicherheit behaupten zu können glaube, nicht. Ob diese
Erhabenheiten des Schmelzes, wie Leydig meint, Abdrücke der
Epidermis sind oder nicht, kann hier nicht entschieden werden. —
Zum Schlusse erübrigt mir noch, Herrn Prof. Dr. Richard
Hertwig für gütigste Überweisung des Themas und Unterstützung
bei der Arbeit, sowie dessen Assistenten Herrn Dr. Scheel für
Unterstützung beim Bestimmen des Materials meinen wärmsten
Dank auszusprechen. —
II. Teil.
Über Placoidschuppen in der Mund- und Rachenhöhle
von Galeorhinus canis und der Rajiden.
Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Dr. Studer bin
ich in die Lage versetzt, dem vorstehenden ersten Teil meiner
Arbeit noch einen zweiten Teil folgen zu lassen, welcher die Ver-
hältnisse der Schleimhautschuppen bei den Rochen behandeln soll.
Das mir zur Verfügung stehende Material entnahm ich der
Sammlung des Berner zoologischen Instituts. Die untersuchten
Exemplare entstammten teils der Nordsee, teils dem Mittelmeer,
teils den Gewässern von Sumatra.
Ich untersuchte zunächt als Nachtrag zum ersten Teil noch
ein Exemplar von Galaeorhinus canis und sodann die wichtigsten
Repräsententen der Rajiden und einen Repräsententen der Holo-
cephalen.
Eigene Untersuchungen.
1. Galeorhinus canis Rondel.
Wie ich bereits im ersten Teil gelegentlich erwähnte, zeigt
dieses Tier ganz im Gegensatz zu Galeorhinus japonicus, mit dem
es doch so nah verwandt ist, total andre Verhältnisse, indem bei
dem ersteren deutliche Schleimhautschuppen mit grossem Ver-
breitungsgebiet auftreten. —
Das untersuchte Exemplar von Galeorhinus canis hatte eine
Länge von ca. 60 cm und stammte aus der Nordsee.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Rlagiostomen. 35
Die mikroskopische Untersuchung ergab Schleimhautschuppen,
welche in Form und Grösse den Hautschuppen sehr nahe stehen:
die Form der Hautschuppen ist diejenige, wie ich sie bereits
bei andern Carchariden beschrieben habe: ein 3spitziger Stachel
und eine regelmässige Basalplatte.. Jeder Spitze entspricht eine
kielartige Leiste. Die mediale Leiste ist entsprechend der Grösse
des medialen Stachels besonders gut entwickelt (Taf. II Fig. 56).
Die Form der Schleimhautschuppe ist ähnlich, nur sind die
lateralen Spitzen des Stachels rückgebildet. Drei Kiele auf der
Oberfläche des Stachels und eine regelmässige Basalplatte sind mit
Deutlichheit zu erkennen. Die Schleimhautschuppe macht im Gegen-
satz zu der Schuppe der Haut einen etwas breiteren, gedrungeneren
Eindruck, wie wir dies ja schon öfters bei den Squaliden gesehen
haben.
Was die Grössenverhältnisse anbelangt, so schwankt die
Länge des Stachels der Hauptschuppe zwischen 0,71—0,85 mm,
die Breite zwischen 0,56—0,63 mm. Der Stachel der Schleimhaut-
schuppe ist 0,42—0,56 mm lang und 0,49—0,63 mm breit.
In Hinblick auf den histologischen Bau ist hier das gleiche
Verhalten, wie bei den übrigen Squaliden zu beobachten, auch die
erwähnte dachziegelartige Zeichnung, die wir früher beschrieben
haben, ist deutlich zu erkennen. Sie bedeckt den grössten Teil der
Oberfläche des Stachels beider Schuppenarten (Taf. II Fig. 56 u. 57).
Von . besonderem Interesse ist sodann das Verbreitungs-
gebiet der Schleimhautschuppen bei diesem Hai. Es ziehen diese
Schuppen hier wie bei Heptanchus, Mustelus, Carcharias von der
Zahnreihe bis zum Beginn des Oesophagus (s. Taf. II Fig. 55), wo
sie dann plötzlich endigen, hierbei überziehen sie nicht nur wie bei
den Genannten die Schleimhaut der Kiemenbogen oberflächlich,
sondern — es ist dies der erste derartige Fall, den ich bis jetzt
gefunden habe, — sie reichen auch in die Kiemenspalten hinein
und überdecken die Schleimhaut bis zum Beginn der Kiemenplättchen.
Hierbei sind sie überall von ganz gleicher Gestalt, man trifft die-
selben Formen in allen Regionen der Mund- und Rachen-Höhle.
Die Anordnung ist regelmässig und in Quincunxstellung. Nur
an einer Stelle in der oberen Mundhöhlenregion, etwa in der Höhe
des Kiefergelenks stehen die Schuppen etwas weiter auseinander
und sind spärlicher. —
2. Pristis Perotteti Müller und Henle.
Zur Untersuchung diente ein etwa 80 cm langes Exemplar aus
Sumatra.
Dieses Tier besitzt in der ganzen Mund- und Rachenhöhle
Schleimhautschuppen von charakteristischer Gestalt. —
Die Schuppen der Haut haben herzförmige Gestalt. Der
Stachel ist grösser als die Basalplatte, welche infolgedessen ganz
von ihm verdeckt wird. Leisten oder Kiele konnte ich nicht wahr-
3*+
36 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
nehmen. Auf der, dem Stachelende gegenüberliegenden Seite, geht
der Stachel nicht wie bei den seither untersuchten Schuppen mit
einem, in der Mediane gelegenen Wulst in den Hals und die Basal-
platte über, sondern es findet sich im Gegenteil an dieser Stelle
eine Einbuchtung. Der Stachel endigt in einem stumpfen Winkel
(Taf. II Fig. 52).
Die Schleimhautschuppe hat ähnliche Gestalt, doch endigt
der Stachel nicht in einem stumpfen Winkel, sondern in eine lange
Spitze. Der der Spitze gegenüberliegende Teil ist eigentümlich
gekerbt und gebuchtet und trägt in der Mediane keine Einbuchtung,
sondern einen deutlichen Wulst. Die Basalplatte ist hier ebenfalls
sehr klein und kann, wenn man den Stachel von oben betrachtet,
nicht wahrgenommen werden (Taf. II Fig. 53).
Zum Vergleich ist auf Taf. II Fig. 54 auch ein Zahn aus dem
Oberkiefer des Tieres abgebildet. Ein Blick auf die Abbildung
lehrt, dass wir es hier mit unter sich recht ähnlichen Gebilden zu
thun haben, indem hier wie bei Mustelus, die Schleimhautschuppen
vielleicht Übergänge zwischen Hautschuppe und Zahn darstellt. Es
zeigt sich dies auch bei dem der Stachelspitze gegenüberliegenden
Wulst. Bei der Hautschuppe ist noch kein Wulst vorhanden,
sondern im Gegenteil eine Einbuchtung. Bei der Schuppe der
Schleimhaut findet sich sodann in der Mediane ein kleiner Wulst,
und beim Zahn endlich, hat dieser Wulst grössere Dimensionen
angenommen.
Die Grösse der Hautschuppen, wie die der Schleimhautschuppen
ist ganz gleich, sie schwankt zwischen 0,42—0,49 mm in der Länge
und 0,49—-0,63 mm in der Breite.
Der histologische Bau der Schuppen zeigt keinerlei Be-
sonderheiten. Eine dachziegelartige Zeichnung und kielartige Leisten
konnte ich nicht wahrnehmen.
Die Anordnung entspricht genau der Quincunx.
Ganz eigenartig zeigt sich nun aber das Verbreitungsgebiet
der Schleimhautschuppen (Taf. II Fig. 51), diese reichen nämlich auch
hier von der Zahnreihe gleichmässig bis zum ÖOesophagus, alle
Regionen der Schleimhaut sammtartig überziehend. Sie bedecken
nicht nur die, die Kiemenbogen überziehende Schleimhaut, sondern
reichen sogar 1 mm weit ins Spritzloch hinein und ziehen sich
endlich bis direkt an die Zahnreihen hin; im Oberkiefer, sogar die
distale Seite der Schleimhautfalte der Ersatzleiste überziehend. Im
Unterkiefer sind die Verhältnisse noch interessanter. Dort ist
makroskopisch überhaupt keine Ersatzleiste wahrnehmbar. Die
Ersatzzähne endigen plötzlich mit einer scharfen Linie und direkt
hinter dieser Linie beginnen die Schleimhautschuppen. Vergleicht
man die Zähne und die anstossenden Schleimhautschuppen hin-
sichtlich ihrer Form, welche, wie schon erwähnt, viel Ähnlichkeit
aufweist, so wird man in der That zu der Vermutung hingeleitet,
als ob hier direkt der Zahnersatz aus den Schleimhautschuppen
hervorginge. Ich muss mich damit begnügen, diese frappante That-
-in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 37
sache hier zu konstatieren, kann jedoch nicht mit Sicherheit sagen,
dass Pristis überhaupt keine Ersatzleiste im Unterkiefer besitzt. —
3. Rhynchobatis djeddensis Forsk.
Über dieses Tier konnte ich zwar keine eingehende Unter-
suchung anstellen, ich überzeugte mich jedoch an einem ausge-
stopften Exemplar, dass auch diese Gattung in der Mundhöhle
Schuppen trägt.
Dies benutzte Exemplar stammte von den Philippinen und war
etwa 40cm lang.
Die Schuppen der Haut zeichnen sich durch äusserst ge-
ringe Grösse aus und haben die auf Taf. II Fig. 60 abgebildete
einfache Gestalt. In der Mediane tragen sie eine kielartige Leiste.
Die Schuppen der Schleimhaut sind ebenso klein, besitzen aber
eine grössere Basalplatte, welche bei ersteren so klein ist, dass sie
von dem Stachel verdeckt wird. Die Schleimhautschuppen sind
breit, gedrungen und haben die Gestalt eines Dreizacks, d. h. 3
Spitzen, welche ziemlich gleich gross sind und durch breite Furchen
getrennt sind (Taf. II Fig. 61).
Die Anordnung ist auch hier die Quincunx. In der Haut
wie in der Schleimhaut stehen die Schuppen sehr dicht beisammen.
Das Verbreitungsgebiet konnte ich leider nicht feststellen,
weil der hintere Teil der Mundhöhle des Tieres seiner Zeit bei der
Konservirung entfernt worden war.
4. Raja clavata L.
Von diesem Tier stand mir leider kein vollständiges Exemplar
sondern nur der Kopf zur Verfügung, dennoch ist an diesem Kopf
. manches Interessante zu bemerken. — Das Tier stammte aus der
Nordsee. ;
Bei Raja clavata fand schon Leydig (s. I. Teil) in der Schleim -
haut „Zähnchen“. Wie schon erwähnt, brachte sie derselbe sonder-
barer Weise in Zusammenhang mit den Papillen, die er hinter der
Zahnreihe fand und beschrieb. Dass diese Papillen ganz andre
Bildungen sind als die Schleimhautzähnchen habe ich schon im
ersten Teil behauptet und bin nun auch in der Lage, diese Be-
hauptung durch Thatsachen zu erhärten:
Raja clavata trägt in der ganzen Mundschleimhaut echte
Schleimhautschuppen, während die Papillen hinter der Zahn-
reihe mit Zahnpapillen nicht das Geringste zu thun haben.
Um zunächst die Schuppen der Haut zu besprechen, so sei
erwähnt, dass dieselben sehr einfach und regelmässig gestaltet sind.
Auf einer regelmässigen rhombischen Basalplatte sitzt ohne Hals
ein lanzettförmiger Stachel auf (Taf. II Fig. 58).
Die Grösse dieser Hautschuppen variiert sehr. Man findet
Schuppen, deren Stachel 0,1lmm lang ist, man findet auch (be-
sonders an Kopf und Rücken) Stacheln von einer Länge von
38 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
mehreren Millimetern (4—6 mm). Die Breite variiert von 0,09
—1,05 mm.
Ganz im Gegensatz zu diesem machen nun die Schuppen
der Mund-Schleimhaut einen verarmten und rückgebildeten Ein-
druck. Sie sind alle durchweg ganz klein (Länge des Stachels
selten über 0,35 mm, die Breite desselben selten über 0,20 mm).
Im Grunde haben sie zwar die gleiche Gestalt, doch sind deutliche
Spuren des zurückgebliebenen Wachstums unverkennbar: Die Ba-
salplatte ist höchst unregelmässig geformt und im Verhältnis auch
nicht so gross als die der Haut. Auch unterscheidet sich die
Schleimhautschuppe dadurch von der Hautschuppe, dass bei ersterer
der Stachel mit langem Hals ohne scharfe Grenze in die Basal-
platte übergeht (Taf. II Fig. 59).
Die Anordnung ist zwar unregelmässig, lässt aber bei beiden
Schuppenarten die Quincunx erkennen.
Histologische Besonderheiten sind nicht zu erwähnen. Eine
dachziegelartige Zeichnung ist nicht vorhanden.
Das Verbreitungsgebiet konnte ich naturgemäss hier eben-
falls nicht feststellen, doch sei erwähnt, dass der ganze Munddarm
bis zur ersten Kiemenspalte (so weit reichte das Präparat) von
Schuppen gleichmässig überzogen war.
Die Schuppen sind im Gewebe der Schleimhaut befestigt und
durchbohren nur mit dem Stachel das Epithel.
5. Torpedo marmorata Risso.
Ich &intersuchte von diesem Tiere ein älteres ca. 20 cm langes
Exemplar und ein ganz junges von etwa 6 cm Länge. Beide
stammten aus dem Mittelmeer.
Das ältere Tier zeigte eine völlig nakte Haut, ebenso war in
-der Mund- und Rachen-Schleimhaut nicht eine Spur von Hartgebilden
zu entdecken.
Dagegen zeigte das junge Exemplar sowohl in der Haut als
in der Mundschleimhaut, wenn auch keine Schuppen so doch un-
regelmässige Hartgebilde, welche, wenn die Schleimhaut mit Kali-
lauge behandelt wird, noch deutlicher hervortreten, sich jedoch bei
Behandlung mit Salzsäure auflösen. Es kann somit kein Zweifel
sein, dass es sich um wirkliche Hartgebilde handelt.
Als was diese Hartgebilde aufzufassen sind, soll im allgemeinen
Teil noch besprochen werden, Die Form derselben ist rund oder
elliptischh, manchmal sind auch zwei oder mehrere dieser (Gebilde
verschmolzen. Die mikroskopische Struktur ist unregelmässig
und ähnelt am meisten der Struktur einer Basalplatte, nur dass die
Ablagerung von Kalksalzen offenbar etwas spärlicher und weit-
maschiger stattgefunden hat.
Diese Hartgebilde sind über Haut und Schleimhaut verbreitet
und höchst unregelmässig angeordnet. Nur an einer Stelle in der
Mundhöhle (im hinteren Teil der oberen Region) beobachtete ich,
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 39
dass sie zusammen zu einer Form gruppiert waren, welche einem
Zuckerhut ähnelte.
6. Trygon sephen Forsk.
Ich untersuchte ein Exemplar von Trygon sephen aus Sumatra.
Das Tier war etwa 40cm lang und zeigte weder in der Mund-
noch in der Rachen-Höhle, noch auf den Kiemenspalten Schleim-
hautschuppen.
7. Chimaera monstrosaLl.
Endlich untersuchte ich auch der Vollständigkeit halber ein
Exemplar von Chimaera, um auch die bei den Holocephalen herr-
schenden Verhältnisse kennen zu lernen.
Das untersuchte Exemplar stammte aus dem Golf von Neapel
und war 35 cm lang.
Von Schleimhautschuppen fand ich bei Chimaera keine Spur.
Allgemeiner Teil.
Durch diese vorstehenden neueren Untersuchungen wurde mir
manches bestätigt, was ich im ersten Teil gefunden habe, teilweise
wurde dasselbe auch ergänzt und vervollständigt.
Ehe ich auch die Besprechung der Verhältnisse bei den Rochen
und Holocephalen eingehe, möchte ich an dieser Stelle noch die
Verhältnisse bei Galeorhinus canis besprechen.
Dass Galeorhinus canis total andre Beschuppung in der Mund-
und Rachen-Höhle trägt, als die im ersten Teil mit Galeorhinus
japonicus bezeichnete Spezies darf uns in keiner Weise Wunder
nehmen, da wir dies ja schon öfter bei einander ganz nahestehenden
Formen gesehen haben (z. B. im ersten Teil Pristiurus species?
und Pristiurus melanostomus). Interessant ist aber, dass bei ein
und derselben Spezies in verschiedenen Altersstadien die Be-
schuppung verschieden ist: Ich sah in München ein ganz junges
Exemplar von Galeorhinus canis, dessen Beschuppung in der oberen
Region der Mund-Höhle z. B. nur bis zur Höhe des Kiefergelenks
reichte und dort mit einer bogenförmigen, sehr regelmässigen Linie
endigte. Der jetzt von mir untersuchte Galeorhinus canis dagegen
zeigt die ganze Mund- und Rachen-Höhle mit Schleimhaut-Schuppen
bedeckt. Es scheint in der That, als ob Gegenbaur!) Recht
hätte wenn er sagt:
Ra yUlırs Indem diese dem Kiefer zugeteilten Zahn-
"bildungen sich vor den Hautzähnen durch bedeutendes Volum
„auszeichnen, sind weiterhin in der Kopfdarmhöhle viel kleinere
!) Gegenbaur, C, Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere etc. etc,
1898. Band I. pag. 40.
40 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
„Bildungen in Vorbereitung anzutreffen, besonders bei älteren
„Individuen leicht wahrnehmbar. Sie finden sich in jenem
„Zustand an den Skelettteile überziehenden Schleimhautstrecken,
„wie an den Kiemenbogen und längs der Schädelbasis und
„sind deshalb von Bedeutung, weil von ihnen aus ansehnliche
„Zahnbildungen sich ableiten.“ — ....
Es scheint also das Alter des Tieres hinsichtlich der Ver-
breitung der Schleimhautschuppen doch eine gewisse Rolle zu
spielen. In ihrer Gestalt erscheinen die Schleimhautschuppen von
Galeorhinus canis gegenüber den Hautschuppen wenig differenziert.
Die Schleimhautschuppe stellt eben einfach eine Hautschuppe dar,
bei der sich die lateralen Spitzen rückgebildet haben, wie ja über-
haupt bei allen diesen mit Galeorhinus verwandten Formen z. B.
bei den Pristiurus-Arten, die Tendenz besteht in der Mundhöhle
die lateralen Spitzen rückzubilden. — Wir hätten also Galeorhinus
canis hinsichtlich der Form seiner Schleimhautschuppen, den primi-
tiveren Formen Carcharias, Pristiurus etc. zuzuzählen, bei denen
sich die Schleimhautschuppen noch wenig modifiziert haben. —
Dass wir uns mit dieser Einreihung auf dem richtigen Wege be-
finden, beweist auch das Verbreitungsgebiet der Schleimhaut-
schuppen von Galeorhinus canis. Wir treffen hier dieselben Ver-
hältnisse an, wie wir sie bei Heptanchus, Mustelus, Carcharias be-
schrieben haben, Verhältnisse, welche zu den primitivsten zählen,
indem hier Mund und Rachen von vorn bis hinten zum Anfang des
oesophagus mit Schleimhautschuppen besetzt ist. Es darf uns dies
Verhalten in keiner Weise überraschen, da Galeorhinus canis in
der That eine primitive Form ist und dem Carcharias sehr nahe
steht. Wir hätten also Galeorhinus canis hinsichtlich des Ver-
breitungsgebiet der Schleimhautschuppen einzureihen in die
1. Gruppe der Squaliden d. h. solcher Haie, welche in der
ganzen Mund- und Rachen-Höhle auf der Oberfläche der
Schleimhaut bis zum Beginn des oesophagus Schuppen
besitzen. Wenn bei Galeorhinus japonicus die Verhältnisse anders
liegen, so beweist dies eben, dass diese Spezies trotz ihrer nahen
Verwandtschaft mit Galeorhinus canis, sich schon relativ sehr modi-
fiziert und die Schleimhautschuppen sich daher rückbilden konnten.
Sodann muss ich noch ehe ich das Gebiet der Squaliden ver-
lasse, eine Arbeit erwähnen, welche sich allerdings nur an einer
Stelle und ziemlich kurz nur mit den Schleimhautschuppen bei
Chlamydoselachus diesem sehr primitiven Haie befasst, welcher
dem fossilen Cladodus sehr nahe steht. S. Garman!) schreibt
au in seiner Monographie über Chlamydoselachus anguineus
arm.:
KRRL LING EIS The structure of the mouth and throat is such
ı) S. Garman, Chlamydoselachus anguineus Garm. A living species of
Cladodont Shark. Bull. of the Museum of comparative Zoology at Harward
College. Vol. XII, No. 1, 1885 pag. 2.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 41
„as to permit the creature to swallow with ease others, whose
„bodies have diameters as great as it own or even greater.
„Both mouth and throat are lined with shagreen. On
„the inner edges of the gill, the scales are larger. At
„the angle of the jaws are neither labial folds nor“... ..
Dieser Text wird noch illustriert durch eine Zeichnung auf
Plate II., woraus deutlich hervorgeht, dass Garman hier dieselben
Gebilde fand, wie sie hier beschrieben wurden und nach der Ab-
bildung zu schliessen hätten wir es hier ebenfalls mit einem Ver-
- breitungsgebiet zu thun, wie es sich bei den primitiven Formen der
Gruppe 1 vorfindet.
Wenden wir uns nun den Rochen zu. Da fällt uns zunächst
am meisten auf, dass die Gattung Pristis hinsichtlich der Ver-
breitung Verhältnisse zeigt, welche an die allerprimitivsten Squaliden
anklingen. Die Gattung Pristis hat man zu den Rochen gezählt,
da sie in der That die für diese charakteristischen Merkmale be-
sitzt: die auf der Ventralseite ausmündenden Kiemenspalten, die
flügelartig verbreiterten, charakteristischen Brustflossen etc.; doch
weisen der drehrunde unten abgeplattete Körper, die gut aus-
gebildeten Flossen etc. auf eine enge Verwandtschaft mit den Squa-
liden hin. Meiner Ansicht nach hat es mit Pristis bei einem Thier
zu thun, das sich von sehr primitiven Squalidenformen abgeleitet
hat, indem es durch seine Lebensweise, dadurch dass es am Grund
des Meeres lebt und mit seiner Säge den Schlamm aufwühlt, die
für die Rochen charakteristische Form angenommen hat. Dämit
steht in auffälligem Einklang, das, was wir bei unsern Unter-
suchungen über die Schleimhautschuppen von Pristis gefunden haben;
das Tier zeigt die ganze Mund-Rachen-Höhle gleichmässig aus-
geflastert mit Schleimhautschuppen, welche bis zum Beginn des
Oesophagus ziehen und direkt hinter der Zahnreihe beginnen. Da
nun auch die Schuppen in ihrer Form denen der Haut ziemlich
nahe stehen, glaube ich mit Fug und Recht behaupten zu können,
dass wir es auch hier mit einer primitiven Form zu thun haben,
welche ebenfalls der Gruppe 1 zuzuzählen wäre, und wie gesagt
eben nur durch ihre Lebensweise die Rochenform angenommen hat.
— Die Zähne von Pristis zeigen eine auffallende Ahnlichkeit mit
denen der Gattung Mustelus, auch die Anordnung der Schleim-
hautschuppen, welche hier wie ein Sammetüberzug die Schleimhaut
überkleiden, erinnert sehr an Mustelus. Dazu kommt noch, dass
wie bei Mustelus so auch hier, die Schleimhautschuppen als ver-
mittelnde Formen zwischen Hautschuppen und Kieferzahn aufgefasst
werden können. Es ist daher gar nicht ausgeschlossen, dass die
Gattung Pristis sich von Mustelus-ähnlichen Formen abgeleitet hat,
zumal sie ja wie die primitiven Haie Spritzloch und Nickhaut besitzt.
Diese Erklärung liefert uns nun den Schlüssel zum Ver-
ständnisse der Verhältnisse bei den übrigen Rochen. Die Rochen
42 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
können sich nur von niederstehenden Squalidenformen entwickelt
haben, denn dies beweist eben das Vorhandensein von Nickhaut
und Spritzloch, welche beide den höher differenzierten Haien fehlen.
Wir haben so die Haie und Rochen als zwei getrennte Stamm-
bäume anzusehen, welche sich beide von primitiven Squalidenformen
abgeleitet, jedoch verschieden entwickelt haben, und jene Gattung
Pristis bildet eben jedenfalls den Übergang bezw. den Anfang des
Rochen-Stammbaumes. Nur auf diese Weise lässt es sich erklären,
dass die Gattung Raja Schleimhautschuppen von ansehnlichem Ver-
breitungsgebiet besitzt. Zwar sind sie, wie erwähnt, kleiner und
unansehnlicher als die der Haut und machen überhaupt einen etwas
verkümmerten Eindruck im Vergleich zu den starken, grossen
Schuppen der Haut, sie lassen jedoch immer noch deutlich die
Placoidschuppenform erkennen. Leider konnte ich nicht feststellen,
wie weit sie nach hinten reichen, es ist jedoch anzunehmen, dass,
da die Mundregion zahlreich mit Schuppen übersät ist, diese auch
sich in der Rachenregion finden; denn wo überhaupt Schleimhaut-
schuppen vorkommen, habe ich sie fast immer auf den Kiemen-
bogen angetroffen. —
Über die bei der Gattung Rhynchobatis herrschenden Verhält-
nisse konnte ich noch kein klares Bild gewinnen. Nach dem Ausseren
zu urteilen steht dieses Tier Pristis sehr nahe und vermittelt viel-
leicht ebenfalls den Übergang von 'Squaliden zu den Rochen. Im
Einklang damit steht eine Beobachtung, die ich bei meinen Unter-
suchungen gemacht habe. Während nämlich bei den Squaliden die
Schleimhautschuppen sich immer gegenüber den Hautschuppen etwas
rückgebildet zeigen, ist bei Pristis ein entgegengesetztes Verhalten
zu erkennen; ein Vergleich der Abbildungen zeigt dies evident. Bei
der Gattung Rhynchobatis zeigt sich nun genau das Gleiche: die
Hautschuppen sind primitiv, die Schleimhautschuppen dagegen besser
ausgebildet. Auch glaube ich nach der Anordnung in der vorderen
Mundhöhlenregion schliessen zu dürfen, dass auch hier den Schuppen
ein grösseres Verbreitungsgebiet zukommt.
Bei den andern von mir untersuchten Rochen habe ich keine
Schleimhautschuppen gefunden, dass sie jedoch häufig sich anlegen,
wenngleich sie nicht zur Entwickelung kommen, beweisen die Hart-
gebilde, die ich bei dem jungen Exemplar der Gattung Torpedo
fand. Offenbar sind diese unregelmässigen Figuren von Hartgebilden
als Ablagerungen von Kalksalzen zum Zweck einer Schuppenbildung
zu erklären, welche Kalksalze jedoch später wieder zur Resorbtion
gelangen.
Eine Zeichnung des Schmelzes wie bei den Squaliden
konnte ich bei keinem der von mir untersuchten Rochen
beobachten.
Fassen wir die wichtigsten Resultate der vorstehenden Unter-
suchungen über die Rajiden zusammen, so können wir sagen:
1) Die Rochen tragen zum Teil Schleimhautschuppen,
zum Teil sind dieselben rückgebildet.
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 43
2) Die Rochen haben sich, abgesehen von andern Kenn-
zeichen, nach den Schuppenverhältnissen der Mund- und
Rachen-Höhle zu urteilen, aus sehr primitiven Squaliden-
formen entwickelt.
3) Dieser Übergang wird vermittelt durch die Gattung
Pristis und vielleicht auch durch die Gattung Rhyncho-
batis.
4) Eine dachziegelartige Zeichnung des Schmelzes ist
bei den Haut- und Schleimhautschuppen der von mir
untersuchten Rochen nicht wahrzunehmen.
5) Die Schuppen der Schleimhaut bei den primitiven
Rajiden (Pristis undRhynchobatis) sind höher differenziert
als die der Haut.
Von den Holocephalen endlich zeigt die Gattung Chimaera
monstrosa keinerlei Hinweis auf Hartgebilde in der Mund- und
Rachen-Höhle.
Zum Schlusse entledige ich mich einer angenehmen Pflicht,
indem ich Herrn Professor Dr. Studer für gütige Überweisung des
Materials, sowie für Unterstützung bei der Arbeit meinen wärmsten
Dank ausspreche.
44 Otto Steinhard: Ueber Placoidschuppen
Erklärung der Abbildungen.
Abkürzungen.
B = Basalplatte. Kämme etc.
E = Einschnitt zwischen medialer und | LS = laterale Spitze.
lateraler Spitze. MS = mediale Spitze.
H = Hals. = Pulpa, bezw. deren Verzweigung
K = medialer, leistenartiger Kamm im Dentin.
(Kiel). St = Stachel.
K,K, etc. = laterale, leistenartige
NB!! Bei den mit * bezeichneten Abbildungen ist das Verbreitungsgebiet
der Schleimhautschuppen ete. durch schwarze Punktierung kenntlich gemacht.
Bei den mit ** bezeichneten Abbildungen ist das Verbreitungsgebiet der von
Leydig beschriebenen Papillen hinter den Zahnreihen mit schwarzer Farbe
gleichmässig angelegt. — Bei diesen Abbildungen stellt die Zeichnung
links die obere, die Zeichnung rechts die untere Mund- und Rachenhöhlen Re-
gion dar. — Sämtliche Zeichnungen haben die Hälfte der Grösse der Original-
zeichnungen.
Tafel I.
Fig. 1.* Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Heptan-
chus cinereus.
Fig. 2. Hautschuppe von Heptanchus cinereus bei 180 facher Vergrösserung.
Fig. 3. Schleimhautschuppe (aus der Gaumenregion) von Heptanchus cinereus
bei 180 facher Vergrösserung.
Fig. 4.* Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Mustelus
vulgaris.
Fig. Hautschuppe von Mustelus vulgaris bei 180 facher Vergrösserung.
Fig. 6. Schleimhautschuppe (aus der Kiemenbogenregion) von Mustelus vulgaris
bei 180 facher Vergrösserung.
Fig. 7. Schleimhautschuppe (aus der Gaumenregion) von Mustelus vulgaris bei
180 facher Vergrösserung.
Fig. 8. Zahn (aus dem Unterkiefer) von Mustelus vulgaris bei 180 facher Ver-
grösserung.
Fig. 9. Ein Stück der äusseren Haut von Mustelus vulgaris mit Placoid-
schuppen bei 60 facher Vergrösserung.
Fig. 10. Ein Stück aus der Mundschleimhaut mit Schleimhautschuppen von
Mustelus vulgaris bai 60 facher Vergrösserung.
Fig. 11. Ein Stück aus dem Oberkiefer von Mustelus vulgaris mit Zähnen bei
60 facher Vergrösserung.
Fig. 12.* Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Carcha-
charias glaucus
Fig. 13. Hautschuppen von Carcharias glaucus bei 180 facher Vergrösserung.
Fig. 14. Schleimhautschuppe (aus der Zungenregion) von Carcharias glaucus bei
180 facher Vergrösserung.
Fig. 15. Zahn (aus dem Unterkiefer) von Carcharias glaucus bei 180 facher Ver-
grösserung.
a
in der Mund- und Rachen-Höhle der Plagiostomen. 45
Fig. 16.* Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Pristiurus
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
17.
18.
19.
20.
21.
22,
23.*
24.
25.
26.
27
28.
29.
30. *
31.*
species? **
Schleimhautschuppe (des Gaumens) von Pristiurus species? bei 180-
facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe (des Zungenrudiments) von Pristiurus species?
bei 180 facher Vergrösserung.
Hautschuppe von Pristiurus melanostomus bei 180 facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe (der Kiemenbogen) von Pristiurus melanostomus
bei 180 facher Vergrösserung.
Zahn (aus dem Unterkiefer) von Pristiurus melanostomus bei 60 facher
Vergrösserung.
Darstellung der dachziegelartigen Felderchen-Zeichnung der Haut-
schuppe von Pristiurus melanostomus bei 335 facher Vergrösserung
(schematisiert).
Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Pristiwrus
melanostomus.**
Schleimhautschuppen (aus der Zungenregion) von Acanthias vulgaris
von der Seite gesehen bei 180 facher Vergrösserung.
Hautschuppe von Acanthias vulgaris von der Seite gesehen bei 180-
facher Vergrösserung.
Placoidschuppen-ähnliches Hartgebilde (aus der Basalregion der Kiemen-
plättchen) von Acanthias vulgaris bei 180 facher Vergrösserung.
Ein Stück der äussern Haut von Acantlias vulgaris mit Placoid-
schuppen bei 60 facher Vergrösserung.
Ein Stück der Mundschleimhaut (aus der Zungenregion) mit Schleim-
hautschuppen von Acanthias vulgaris bei 60facher Vergrösserung.
Ein Stück der Schleimhaut (aus der Basalregion der Kiemenplättchen)
von Acanthias vulgaris mit placoidschuppen-ähnlichen Hartgebilden bei
60 facher Vergrösserung.
Acanthias vulgaris (Kopf von der Seite gesehen). Die erste Kiemen-
spalte ist eröffnet und das Verbreitungsgebiet der placoidschuppen-
ähnlichen Gebilde freigelegt.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Acanthias
vulgaris. **
Tafel II.
Hautschuppe von Seyllium Bürgeri bei 60 facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe von Scyllium Bürgeri (aus der Kiemenbogenregion)
bei 60 facher Vergrösserung.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachenhöhle von Sceyllium
Bürgeri.**
Zahn (aus dem Unterkiefer) von Acanthias vulgaris bei 60 facher Ver-
grösserung.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachenhöhle von Centro-
phorus species? **
Hautschuppen von Üentrophorus species? bei 80 facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe von Centrophorus species (aus der Kiemenbogen-
region) bei 180 facher Vergrösserung.
0.
ig. 40.
Otto Steinhard.
Zahn von Centrophorus species? aus dem Öberkiefer bei 18 facher
Vergrösserung.
Ein Stück der Haut (des Rückens) von Squatina vulgaris (mit Placoid-
schuppen) bei 60 facher Vergrösserung.
Ein Stück aus der Haut (des Bauches) von Squatina vulgaris mit
Placoidschuppen bei 60 facher Vergrösserung.
Ein Stück aus der Schleimhaut (der Gaumenregion) von Squatina vul-
garis mit Schleimhautschuppen bei 60 facher Vergrösserung.
Ein Stück aus der Schleimhaut (jenseits der Kiemenplättchen) von
Squatina vulgaris mit „Sternschuppen“ bei 60 facher Vergrösserung.
Hautschuppe des Rückens von Squatina vulgaris bei 180 facher Ver-
grösserung.
Hautschuppe des Bauches von Squatina vulgaris bei 180 facher Ver-
grösserung.
Schleimhautschuppe der Gaumenregion von Squatina vulgaris bei 180-
facher Vergrösserung.
„Sternchenschuppe“ aus der Schleimhaut jenseits der Kiemenplättehen von
Squatına vulgaris bei 180 facher Vergrösserung: a) von oben, b) von
der Seite.
Zahn aus dem Unterkiefer von Squatina vulgaris bei 18facher Ver-
grösserung.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachen- Höhle von Squatina
vulgaris. (An den mit D bezeichneten Stellen haben die Schleimhaut-
schuppen das Epithel durchbrochen).
Herausgeschnittener Kiemenbogen mit zugehörigen Weichteilen von
Squatina vulgaris.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von Pristis
Perotteti.**
Hautschuppe von Pristis Perotteti bei 142 facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe von Pristis Perotteti (aus der Gaumenregion) bei
142 facher Vergrösserung.
Zahn aus dem Oberkiefer von Pristis Perotteti bei 52facher Ver-
grösserung.
Schematische Darstellung der Mund- und Rachen-Höhle von @Galeo-
rhinus canis.
NB! Die rechte Hälfte der Zeichnung stellt die obere Region dar!
Hautschuppe von @Galeorhinus canis bei 142 facher Vergrösserung.
Schleimhautschuppe von G@aleorhinus canis (aus der Gaumenregion) bei
142 facher Vergrösserung.
Hautschuppe von Raja clavata bei 71 facher Vergrösserung.
Schleimhantschuppe von Raja clavata aus der Gaumenregion bei 142-
facher Vergrösserung.
Hautschuppe von Rhynchobatis djeddensis.
Schleimhautschuppe aus der Gaumenregion von Rhynchobatis djeddensis.
1 —
Helminthologische Mittheilungen.
Von
Dr. Ludwig Cohn
Assistent am Zoologischen Institut in Greifswald.
Hierzu Tafel III.
Lecithoeladium barbatum n. sp.
In der hiesigen Sammlung fand ich neben richtig von Creplin
bestimmten Exemplaren von Lecithocladium tornatum (Rud.) ein
Glas (XV post 88 B der Sammlung), das ebenfalls Distomum tor-
natum aus dem Magen einer Coryphaena, gesammelt von Deutsch-
bein, enthalten sollte, dessen Inhalt sich aber schon bei ober-
flächlicher Betrachtung als abweichend kennzeichnete. Die Trema-
toden hatten nämlich ausnahmslos unterhalb des Mundsaugnapfes
an der Unterseite eine Anzahl von langen, dünnen Fortsätzen, die
in einem Haufen bei einander stehen. Die Zotten erschienen bei
den verschiedenen, aber auch beim einzelnen Individuum von un-
gleicher Länge. Gerade bei Distomum tornatum erwähnt nun auch
Rudolphi (Synopsis p. 684 und 600 $5) gewisse Körperauswüchse,
die er auch bei andern Distomen gefunden hat und l.c. auf Tab. I
Fig. 5 bei Azygia tereticollis abbildet, — doch handelt es sich da
um eine ganz andere Bildung, welche Rudolphi ganz richtig als
„status quidam morbosus“ bezeichnet. Ich kann das mit Sicherheit
behaupten, da sich unter meinen Exemplaren, welche Lee. tornatum
sein sollten, glücklicherweise ebenfalls eines vorfand, das den betr.
abnormen Auswuchs auf dem Rücken hatte, der so enorm ist, dass
er. den vorstehenden Bauchsaugnapf an Grösse übertrifft; es ist ein
runder Buckel, in den die Schlingen des Darmes etc., da der Hals
stark verkürzt erscheint, auch hineintreten. Rudolphi’s Annahme,
dass es sich vielleicht um rein cutieuläre Auswüchse, wie sie Olfers
bei Strongylus tubifex festgestellt hatte, handelte, bestätigt sich also
nicht; liegt doch auch in Rudolphi’s Worten, mit welchen er die
weit bedeutendere Grösse der von ihm gesehenen Bildungen betont,
ein Zweifel an der Identität (l. c. p. 601). Die genannten Aus-
wüchse der Distomen nun sind, wie gesagt, pathologischer Natur,
48 Dr. Ludwig Cohn:
während die Zotten unterhalb des Saugnapfes normale Bildungen
sind, bei allen aus der betr. Coryphaena gesammelten Exemplaren
vorkommen und, wie ich weiter unten nachzuweisen suche, wohl
ein ganz specifisch functionirendes Organ darstellen‘
Lee. barbatum gehört zu den grössten Arten der Hemiuriden,
sowohl was den Körper, als was den Schwanz anbelangt. Die
grössten Exemplare sind 9—9,5 mm lang, wovon ca. 4 mm auf den
Körper, ca. 5 auf den Schwanz entfallen. Die Körperbreite beträgt
zwischen den Saugnäpfen und hinter dem Bauchsaugnapf 0,65 mm,
nimmt dann gegen das Hinterende zu, sodass sie vor dem Schwanze
1,1 mm beträgt. Der Schwanz, der vielfach durch circuläre Ein-
schnürungen ganz nach Rudolphi’s Angabe für Lee. tornatum
„moniliformis“ wird, läuft allmählich spitzer zu und ist am Ende
nur noch 0,16 mm breit. Der Bauchsaugnapf ist stark vor-
gewölbt. (Fig. 1).
Der Mundsaugnapf öffnet sich subterminal und zeigt (Fig. 1)
eine typische Form mit überragender Oberlippe; die Seitenränder
sind eingebuchtet, doch nicht so eingeschnitten, wie es bei Lee. ex-
cisum der Fall ist. Wie sein Lumen etwas dorsoventral gerichtet
ist, so schliesst sich ihm in gleicher Richtung auch der kleine
längliche Pharynx von 0,36: 0,21 mm an, von dem der nur kurze
Oesophagus (der Darm ist in Fig. 1 der Uebersichtlichkeit halber nur
bis zur Gabelungsstelle gezeichnet) mit einer dorsalwärts gerichteten
Schlinge abgeht. Die recht breiten Darmschenkel sind ganz seitlich
gelegen und sind im Schwanzanhang entweder wie dieser rosen-
kranzartig eingeschnürt oder aber in Wellenlinie gebogen. Sie
reichen fast bis ans äusserste Ende des Schwanzes, wo der eine
meist etwas weiter als der andere zieht. Zwischen ihnen zieht
die terminal mündende Excretionsblase aufwärts. Die Darmschenkel
verlaufen auch im Körper nicht gerade, sondern in zahlreichen
Windungen. Ihre Innenfläche ist nicht glatt, sondern bildet über-
aus zahlreiche kleine, zottenartige Wölbungen, welche von einem
Epithel bekleidet sind.
Der Bauchsaugnapf ist sehr stark, 1 mm lang bei 0,74 mm
Tiefe und ragt (Fig. 4) weit über die Bauchfläche vor. Die Mus-
kulatur der vorderen Körpertheile ist nicht sehr stark, bis auf die
mächtigen, die Saugnäpfe dirigirenden Züge; sonst überwiegt die
Längsmuskulatur, während im Schwanzanhang im Gegentheil die in -
Bündel geordneten Ringmuskeln mehr hervortreten, was ja auch in
der oft perlschnurartigen Einschnürung des Schwanzes zum Aus-
druck kommt.
Ueber das Nervensystem kann ich nur wenig sagen, da hierzu
die Färbung ungünstig war angesichts des überaus dichtmaschigen
Parenchyms. Ueber dem Vorderende des Pharynx liegt die centrale
Commissur als seitlich stark verdickte Hantel, von der ich aber den
Abgang von nur 2 Nervenpaaren sehen konnte. Hingegen schien
es mir durchaus, als wenn Nervenfasern den Ring um den Pharynx
nach der Bauchfläche zu schlossen.
Helminthologische Mittheilungen, 49
Ueber die Lagerung der männlichen Genitalorgane geben Fig. 1,
2 und 4 Aufschluss. Die beiden Hoden liegen dicht hinter ein-
ander hinter dem Bauchsaugnapf, nur durch die Länge der Vesicula
seminalis von ihm getrennt, und haben eine sehr derbe Tunica
propria; bei starker Vergrösserung sieht man auf tangentialen
Schnittstellen feine Muskelfasern. ausserhalb derselben verlaufen.
Die Hoden messen 0,4: 0,35 mm. Das Vas efferens entspringt dorsal
und zieht dann um den dort vorüberziehenden Uterusschlauch bis
an den äussersten dorsalen Parenchymrand, um nachher beim Ver-
lauf zur Vesicula nochmals den Uterus zu kreuzen. Beide Vasa
efferentia verlaufen fast in ihrer ganzen Länge nahe bei einander,
aber getrennt, und vereinigen sich zu dem überaus kurzen Vas de-
ferens erst dicht vor der Samenblase. Diese ist 0,45 : 0,19 mm gross
und ausgesprochen dreitheilig in der Längsrichtung. In Fig. 4
sieht man zwei Scheidewände jederseits hineinschneiden, — der
Schnitt ist etwa median durch die Vesicula gegangen. Geht er
mehr nach den Rändern zu, dann erscheinen die Scheidewände
“ eontinuirlich und theilen die Vesicula in drei etwa gleichgrosse
Abtheilungen. Es sind also zwei Scheidewände mit centraler
Oeffnung. Der dicken Membrana propria liegen kräftige Muskeln
an. Am Vorderende entspringt dann der Canalis ejaculatorius,
wendet sich erst (Fig. 4) dorsal- und rückwärts und verläuft dann
dorsal um den Bauchsaugnapf, um dicht vor demselben (Fig. 5) in
den Endabtheil, den er mit dem Uterus gemeinsam hat, zu münden.
Auf diesem Endtheil komme ich später zurück.
Von den weiblichen Genitalorganen liegt das Ovarium am
weitesten nach vorn. Es ist ein kugliges, hinten gerade abge-
schnittenes Organ von 0,26 mm Durchmesser. Die Eier füllen es
ganz dicht, sodass sie sich vielfach gegenseitig abplatten. Der
Oviduct geht am Hinterrande seitlich (auf Fig. 2 wäre es links) ab.
Dem Hinterrande des Ovars liegt dicht Schalendrüse und Recepta-
culum seminis an. i
Diese grenzen mit ihrer ganzen Innenfläche unmittelbar an
einander, sodass sie ein gemeinsames Oval von 0,24 mm Breite
bilden, das seinerseits unmittelbar ans Ovarium grenzt. Von den
0,24 mm entfallen auf die Schalendrüse 0,1, auf das Receptaculum
0,14 mm Breite. Die Schalendrüse ist ganz compact gebaut und
besteht aus grossen polygonalen bis ovalen Zellen mit grossem Kern.
Da es an der Abgangsstelle des Oviductes dem Ovar direct anliegt,
so tritt der Oviduct, ohne irgend frei zu verlaufen, direct in die
Schalendrüse ein, welche er dann nach hinten zu durchläuft. Ein
Laurer’scher Kanal fehlt, wie bei allen Lecithocladien; die Be-
fruchtung findet durch den Uterus statt. So sehen wir denn nicht
nur das Receptaculum, (in welchem sich auch einzeine Eierstocks-
Eier vorfinden), sondern auch die letzten Erweiterungen des Uterus
mit Sperma gefüllt. Die ersten Uterusschlingen verlaufen im Zick-
zack hinter und dorsal von der Schalendrüse und dem Receptaculum,
dann wendet sich der Uterus nach hinten zu. Wie aus Fig. 1 er-
Arch, £. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. 1. H. 1. 4
50 Dr. Ludwig Cohn:
sichtlich, erstreckt sich der Uterus bis weit in den Schwanzanhang
hinein, bis zur Mitte der Länge desselben eine Schlinge entsendend.
Der aufsteigende Ast verläuft der dorsalen Fläche genähert mehr
gerade, erst in der Höhe der Vesicula wieder einige Schlingen
bildend, wo er an Breite bereits wieder beträchtlich abgenommen
hat. Den Bauchsaugnapf dorsal umgehend, erreicht er dann den
oben bereits erwähnten Endapparat, dessen Structur aus Fig. 3a
und b ersichtlich ist.
Ein Cirrhusbeutel im eigentlichen Sinne fehlt. Ventral vom
Pharynx liegt ein langgestreckter, stark muskulöser Sack von
0,37:0,1 mm, in dessen Grund neben einander beide Genitalgänge
einmünden, und zwar der Uterus etwas ventral vom Vas deferens.
Aussen besitzt der Sack eine Tunica propria mit Ring- und Längs-
muskeln; innen ist er mit einer starken, höckerigen Cuticula aus-
gekleidet, der wiederum Ring- und Längsmuskeln anliegen. Der
Zwischenraum zwischen der äusseren und inneren Wand ist mit
Parenchym ausgefüllt. Das Vorderende des Sackes schliesst an
einen tiefen, langen und schmalen (0,53 mm langen) Genitalsinus
an, der (Fig. 5) dicht hinter dem Mundsaugnapf ventral ausmündet
und continuirlich von der Üuticula der Aussenhaut in dünnerer
Schicht ausgekleidet ist, die dann in den Sack übergeht. Dieser
ragt in den Genitalsinus mit einer Papille ein, auf welcher sich der
gemeinsame Geschlechtsporus nicht an der Spitze, sondern etwas
ventral seitlich verschoben findet, sodass der Kanal des Sackes am
Vorderende ventralwärts umbiegt. Fig. 3b giebt einen Querschnitt
durch den als Papille in den Genitalsinus vorragenden Theil wieder.
Im Lumen des Sackes wie des Genitalsinus finden sich Eier vor.
Dass ein Vorstülpen des Vas deferens-Endes in Form eines
Begattungsorganes unter solchen Umständen unmöglich ist, ist klar:
Der Sack entspricht dem modificirten Ende des Genitalsinus, da an
seiner Basis beide Geschlechtsgänge ausmünden, — ein Cirrhus-
beutel fehlt. Auch verläuft das Vas deferens, nachdem es hinter
dem Bauchsaugnapfe einige von selten grossen Prostatazellen um-
gebene Windungen gemacht hat (Fig. 4), recht geradlinig. Der
ganze Apparat scheint einer Selbstbefruchtung durch den Uterus
angepasst. Der Sack ist durch die kräftigen Ringmuskeln in der
vorderen Papille verschliessbar, — an seinem unteren Ende mündet
das Vas deferens neben dem Uterus. Tritt das Sperma in den Sack,
so wird es durch Contraction der Ring- und auch der Längsmus-
kulatur desselben in die Uterusöffnung hineingepresst. Sonderbar
muss gerade hier das Fehlen eines Laurer’schen Kanales berühren,
da das Sperma durch den langen Uterus einen ungemein weiten
Weg zurückzulegen hat, — ich erwähnte oben, dass die proximalen
Uterusschlingen wie das Receptaculum voll Sperma gefunden wurden.
Diese weite Beförderung des Sperma wird aber dadurch erleichtert,
dass der Uterus in seinem distalen Theile eine sehr stark aus-
gebildete Ringmuskulatur aufzuweisen hat, welche durch ihre Con-
traction das Sperma sehr kräftig rückwärts zu befördern imstande
Helminthologische Mittheilungen. 51
sein muss. Auch betonte ich die Füllung der centralen, nächst der
Schalendrüse gelegenen Uterusschlingen mit Sperma: ich finde
solches nicht in den andern, z. B. in den in den Schwanzanhang
hineinragenden. Vielleicht erfolgte also die Eintreibung des Sperma
noch vor der so starken Längsentwickelung des Uterus, — jeden-
falls aber vor seiner Füllung mit Eiern (die kurz oval und
0,02: 0,013 mm gross sind). Dass andrerseits aber eine Ejaculation
des Sperma auch nach aussen unmöglich ist, will ich angesichts
der auf der Höhe der Entwicklung stehenden Hoden auch nach
Füllung des Uterus nicht sagen: eine Contraction des Sackes kann,
zugleich mit einer den Abschluss des Uterus bedingenden Contraction
der Uterusmuskulatur, das Sperma wohl nach aussen befördern. Es
müssten dann allerdings von den beiden zur Copulation schreitenden
Thieren die beiderseitigen Oeffnungen der Genitalsinusse aufein-
andergelest werden, — vielleicht erklärt sich aus dieser Noth-
wendigkeit das Organ, welches ich weiter unten in den anfangs
erwähnten Zotten an der Ventralseite hinter dem Genitalporus be-
schreibe und abbilde.
Von den Genitalorganen habe ich noch die Dotterstöcke zu
erwähnen, welche nach dem gemeinsamen Typus der Zeeitho-
cladium-Species aus in zwei Gruppen geordneten langen Schläuchen
bestehen, welche bis in den Schwanzanhang (Fig. 1 und 2) hinein-
ragen. Der Dottergang mündet seitlich in die Schalendrüse, neben
dem Oviduct. Wenn ich auch seine Einmündungsstelle in denselben
nicht auffinden konnte, so kann sie nicht weit von der Abgangs-
stelle des Oviductes vom Ovarium liegen, da ich auf einer Serie
den Oviduct bis an das Ovariallumen mit Dotter, das in ihn hinein-
gedrückt war, gefüllt fand.
Ich wende mich nun den an der Bauchfläche hinter dem
Genitalporus und vor dem Bauchsaugnapfe befindlichen Zotten zu,
die auf Fig. 1 und deutlicher auf dem Flächenschnitte Fig. 6 zu
sehen sind. Die Zahl der gut entwickelten Zotten ist nicht bei
allen Exemplaren die gleiche und schwankt von 6 bis 8 und 10.
Auch die Grösse wechselt beträchtlich selbst innerhalb der Anhänge
desselben Exemplars. Sie sitzen mit einem schmalen Basaltheil
einem breiteren Hügel auf und verbreitern sich dann mehr oder
weniger rasch zu dem freien distalen Ende, sodass kolbenförmige
Organe entstehen. Die längste, schlankste Zotte war 0,37 mm lang,
an der Basis 0,026, am dicken freien Ende 0,075 mm breit; die
plumpste maass 0,21 mm in der Länge bei 0,18 mm Durchmesser.
Der Querschnitt ist oval, die Längsachse desselben in der Längs-
ebene des Thieres gelegen. Histologisch sind die Zotten (Fig. 6)
hauptsächlich Auswüchse der Cuticularschicht; sie gehen an den
untern Rändern ununterbrochen in die Cuticula über, zeigen auch
Farbstoffen gegenüber genau das gleiche Verhalten, wenn in ihnen
auch später zu erwähnende Differenzirungen auftreten. Was die
betreffende Stelle der Cuticula, die zur Zotte umgebildet ist, aber
von den andern unterscheidet, ist das Verhalten der anliegenden
4%
92 Dr. Ludwig Cohn:
Körperelemente zu derselben. Im sonstigen Verlauf der Cuticula
sehen wir ihr eine Ringmuskellage dicht anliegen und auf diese
nach innen Längsmuskeln folgen — wie bei allen Trematoden.
Anders aber bei den Zotten (Fig. 6). Wo diese auftreten, wölbt
sich die Cuticula hüglig empor, sodass die Zotte oben auf der
Anhöhe zu stehen kommt, weil sich ein weitmaschiges Gewebe
zwischen die Ringmuskeln und die Cuticula schiebt. Das weit- .
maschige, zahlreiche Hohlräume enthaltende Gewebe besteht wohl
zum grössten Theil aus Parenchym und aus sehr feinen Muskel-
fasern. Einzelne der durchziehenden feinen Fasern sind wohl auch
Nervenfasern, doch lassen sich diese im faserigen Gewebe mit ge-
wöhnlichen Tinctionsmitteln bei Plathelminten nicht differenziren.
Was mich aber deren Anwesenheit anzunehmen veranlasst, ist das
Verhalten von Ganglienzellen zu dem Hügel — in dem abgebildeten
Schnitte sind gerade keine enthalten. Ich finde nämlich innerhalb
der Querschnittserie durch die Zottenzone von Zeit zu Zeit einem
solchen Zottenhügel nach innen zu zwei Paar grosse, typische
Ganglienzellen vorgelagert, die zu je einer in der inneren Ring-
und innerhalb der 'Längsmuskelschicht zu beiden Seiten des durch-
ziehenden Uterusganges liegen. Die Zellen sind als Ganglienzellen
nicht zu verkennen. Eine solche Häufung kommt aber sonst in
keinem Schnitte, ausser eben an den Zotten, vor. Ich beziehe diese
Ganglienzellen direct auf die Zotten, welche ich als Sinnesorgane
auf Grund des Folgenden betrachte.
Am Vorderende des Leeithocladium barbatum fanden sich auf
Schnitten in grosser Zahl jene Bildungen vor, welche ich in Fig.7 a
und b abgebildet habe. Sie bestehen aus einer Verdickung der
Cuticula, die sich nach aussen als kleiner flacher Hügel vorwölbt;
die Unterseite der Cuticula bleibt den umliegenden Theilen gegen-
über unverändert. In einem solchen Cuticularhügel findet sich nun,
nachdem die Masse des Hügels sich ganz ebenso wie die übrige
Cuticula dunkel gefärbt hat, ein kleiner keulen- oder kegelförmiger
Körper vor, der einen kleinen Endknopf trägt; in diesem färben
sich schwach, im Gegensatz zu dem farblos bleibenden Stiel, kleine
Körner. Meist steht das ganze Gebilde zur Cuticularfläche geneigt
und ist meist auch nur in der Einzahl vorhanden; doch finden sich
auch doppelt grosse Hügel mit zwei Kolben vor. Die obere Um-
randung des Hügels ist ununterbrochen und zeigt keinerlei zu dm
Endknopf führenden Kanal. Die einen einzelnen Kolben enthaltenden
Hügel sind meist 0,02 mm breit an der Basis bei 0,01 mm Höhe;
der Kolben hat etwa die halbe Höhe, etwas mehr. Hügel mit zwei
Kolben haben den doppelten Basaldurchmesser, aber wenig grössere
Höhe. Den unteren Theil des Kolbens kann man durch die ganze
Cuticula und das darunter gelegene Gewebe bis in die Längsmuskel-
schicht verfolgen, wo es sich verbreitert.
Es sind das zweifellos die gleichen Bildungen, wie sie bei
Dibothriocephalen, Dib. latus u. A., bei Solenophorus und Duthiersia
in der Umgebung des Genitalporus festgestellt worden sind. Die
Helminthologische Mittheilungen. 53
Höhe jener Bildungen betrug 0,016 —0,019—0,02 mm bei doppeltem
Durchmesser der Grundfläche, was durchaus an die Hügel des
Lec. barbatum erinnert. Ich citire wörtlich, was Braun in Bronn’s
Classen u. Ordn. des Thierreichs, Abth. Vermes Bd. Ib p. 1239 sagt:
„Leuckart erwähnt sie als conische Erhebungen der Cuticula von
0,02 mm Höhe und 0,03—0,04 mm Breite, die in ihrem Basaltheile
einen einfachen oder doppelten, selten dreifachen, hellen kern- oder
knopfartigen Körper einschliessen und vollkommen nach aussen ab-
geschlossen sind; sie sind daher keine Hautdrüsen, sondern eher
Sinnesorgane, Gefühlspapillen. Ich fand ihren Bau ganz ähnlich;
sie bestehen aus Erhebungen der Subeuticularschicht mit einigen
Kernen, über ihnen ist die Grenzmembran verdickt; wegen ihrer
Beschränkung auf die Umgebung der Genitalöffnungen deutete ich
die Papillen als Sinnesorgane oder als Gebilde, welche die Be-
rührung der die Genitalöffnungen tragenden Flächen zu einer
innigeren gestalten, also als Haftpapillen.“ Ebenso fand noch
Fischer (Zeitschr. für wiss. Zool. 1884. Bd. 40) bei Opistotrema
cochleare auf der Bauchseite buckelförmige Verdickungen, in diesen
ein helles Fädchen mit blassem Endkörper, seine „Reiz- oder Tast-
papillen“. Auch hier wieder sind die Dimensionen fast die gleichen,
0,015 : 0,028 mm.
Ich fand meinerseits diese Papillen nur am Vorderende des
Lee. barbatum bis (einschliesslich) zum Bauchsaugnapf, und zwar am
zahlreichsten an den exponirtesten Stellen, die am ehesten Tast-
funktion haben: an der äusseren Umrandung beider Saugnäpfe, wo
sie einen regelrechten Ring bilden; bedeutend seltener sind sie in
dem Lumen der Saugnäpfe, doch kommen sie noch bis tief hinein
vor. Ausserdem fand ich sie an der ventralen Seite zwischen den
Saugnäpfen (die kurze geringelte Strecke vor dem Bauchsaugnapf
ausgenommen) und zwar auch zwischen den grossen Zotten. Dieses
spricht durchaus dafür, dass sie Tastpapillen sind, wie es ja sowohl
Braun wie Fischer ebenfalls für die von ihnen gefundenen gleichen.
Gebilde annehmen; nur bei einer Tastpapille wäre ja auch das ge-
stielte Knöpfchen im Innern zu verstehen.
Mit diesen kleinen Tastpapillen sind nun, meines Erachtens,
die Zotten am Halse des ZL. barbatum funktionell identisch, wie sie
auch histologisch gleich jenen als eine Verdickung der Cuticula
erscheinen Zwar knopftragende Stiele sah ich in die Zotten nicht
hereinragen, — sie hätten ja auch bei der Grösse der Organe, bei
welcher die empfindenden Elemente schon an die Peripherie verlegt
werden müssen, keinen Zweck. Hingegen sah ich in die stets sehr
intensiv gefärbte Cuticularmasse der Zotten einmal am Grunde drei
helle Stränge eintreten, andrerseits auch zeigen die Zotten, wenn
tangential angeschnitten, nicht das homogene Aussehen der Cuticula
oder eines aus der Mitte der Zotte herausgeschnittenen Stückes,
sondern eine Anzahl dunklerer und hellerer Flecken, über deren
Natur ich mir nicht klar wurde, Dass sie peripher an der Zotte
54 Dr. Ludwig Cohn:
liegen, spricht dafür, dass sie jenen hellen Kolben der Papillen
vielleicht homolog sind.
Lässt nun schon die Aehnlichkeit im Bau mit jenen zweifellos
Tastfunktionen übenden Papillen sowie die Häufung der Ganglien-
zellen in ihrer Nähe die sensible Funktion der Zotten vermuthen,
so legt sie die Lage derselben noch näher. Ich erwähnte bereits
oben, dass eine Befruchtung zweier Individuen nur bei direkter Be-
rührung der beiderseitigen Genitalporen möglich ist, da ein aus-
stülpbares Begattungsorgan fehlt. Wenn sich aber nun zwei Exem-
plare einander so nähern, dass die Zotten beider mit einander in
Berührung kommen, dann liegen auch die Genitalpori sich auf
gleicher Höhe gegenüber.
Leeithoeladium exeisiforme n. sp.
Bei Besprechung von Distomum (Lecithocladium) ewcisum (Rud.)
erwähnt Molin'!) p. 212 eine vom Typus abweichende Form, welche
er unter typischen gefunden. Nur die „essemplari piü grandi e
perfettamente sviluppati* besassen den einziehbaren Schwanz,
während die „jüngeren“ nur ein verjüngtes Hinterende aufwiesen.
Ausserdem unterschieden sich diese, von Molin als Jugendform
angesehenen Individuen noch durch das Aussehen des Pharynx:
„dietro la bocca amplissima v’era un bulbo esophageo cilindrico,
lungo quanto la metä del collo; e da questo partiva ad angolo retto
la prima porzione del tubo intestinale indivisa e molto ampia.“ Was
Molin für Jugendzustand hielt, ist eine ganz specifische Art, welche
ich hier von Lee. excisum unterscheiden will. Ich fand mehrere
Exemplare, als Dist. exeisum von Creplin bestimmt, aus Scomber
scomber in der hiesigen Sammlung (XV A 68 95 C der Sammlung)
und gebe in Fig. 8 eine Totalabbildung, da mir das Distomum zu
wenig Neues zu zeigen versprach, um eines der wenigen Exemplare
zu zerschneiden. Das Lee. ewcisiforme ist bis 3,7 mm lang, — also
kleiner als Lee. excisum; hiervon entfallen auf den schwach ab-
gesetzten Schwanzanhang 1,3 mm. Zwischen den Saugnäpfen be-
trägt die Breite 0,42 mm, am Hinterende des Körpers 0,78 mm;
der Schwanz hat anfangs fast die gleiche Breite und nimmt nach
hinten langsam bis auf 0,29 mm ab, um dann in einer kurzen Spitze
zu enden. Der Mundsaugnapf hat ganz die Form desjenigen von
Lec. excısum und misst 0,42 mm dorsoventral bei 0,3 mm Tiefe.
An ihn setzt sich aber ein excessiv langer Pharynx an, dessen
Hinterende sich der dorsalen Fläche nähert; mit 0,48 mm Länge
reicht er bis hinter den Bauchsaugnapf. Der Oesophagus geht, wie
Molin es angiebt, mit einer dorsalwärts gerichteten Schlinge ab.
Die Darmschenkel reichen bis dicht ans Hinterende und enden mit
") Molin, G. Prodromus faunae helminthologicae venetae. In Denkschr.
d. Kaiserl. Akad. d. Wiss. Wien. Math.-nat. Cl. Bd. 19. 1861.
Helminthologische Mittheilungen 55
einem kurzen verengten Wurmfortsatz. Die Vesicula liegt ein Ende
hinter dem Bauchsaugnapf (weiter von ihm entfernt als bei Lee.
barbatum); die pars prostatica ist lang, stark gewunden und weist
einen Besatz von ebenso grossen Prostatazellen auf, wie bei der
vorher beschriebenen Art. Sie mündet zugleich mit dem Uterus
am Grunde eines sehr langgestreckten, schmalen Genitalatriums.
Die Hoden liegen dicht hinter einander hinter, z. Th. neben der
Vesicula. Die Dotterstöcke sind lang-schlauchförmig, reichen aber
nicht in den Schwanzanhang hinein, während der Uterus seine
Schlingen in diesen hineinerstreckt. Der Bauchsaugnapf ist kleiner
als der Mundsaugnapf, 0,3 mm; seine Oeffnung ist nach vorn und
ventral gerichtet und elliptisch, relativ klen, — 0,1 mm im
Durchmesser.
Prosobothrium armigerum mihi.
In einer Vornotiz im Centralblatt für Bacteriologie etc. gab ich
bereits eine kurze Beschreibung des interessanten Cestoden, der ich
hier eine Ergänzung sowie eine Anzahl von Detailzeichnungen folgen
lasse. Die Exemplare wurden im Magen eines Sgualus acanthias
aus dem Atlantischen Ocean von Deutschbein gesammelt. Das
längstemisst21mm. Derkleine Scolex, 0,53:0,3mm, ähnelt vollkommen
dem von Wagener l.c. in Abbildung 267 gezeichneten, nur dass
die Bestachelung Kopf und oberste Halsparthie, welche bei Wageners
Tethrabothriiden mitHärchen bedeckt sind, hier glatte Haut aufweisen.
Die Saugnäpfe sind, wie dort, sehr flach, was auf Textfigur 1 zum
Ausdruck kommt, und mehr nach vorne, als seitwärts gekehrt. Sie
haben 0,25 mm im Längsdurchmesser bei nur 0,6 mm Dicke und einer
Lumentiefe von nur 0,012mm. Die Länge des Scolex ist noch ge-
ringer, als es am ganzen Thiere scheint, da, wie Textfigur 1 zeigt,
ein Ringwulst an derselben verläuft, innerhalb dessen sich bereits
der Anfangstheil des Collum befindet. Dieses beginnt mit ca. 0,25 mm
Breite, worauf es konisch rasch anwächst, sodass noch innerhalb
des Collum die mittlere Breite des Cestoden, 1,6—1,9 mm, erreicht
wird. Gegen Ende der Kette erst, wo sich die Glieder etwas in
die Länge strecken, nimmt die Breite wieder bis ca. 1,0 mm ab.
Textfigur 2 giebt einen (etwas schief gegangenen) Querschnitt
durch den obersten Theil des Scolex wieder; wir sehen darauf, dass
die Saugnäpfe durch vier radiale Einfaltungen von einander getrennt
sind. Wär der Schnitt noch mehr nach vorn zu gegangen, so wären
die Einfaltungen in der Mitte zusammengetroffen, da sich im Apex
(wie Textfigur 1 zeigt) eine enge und nicht tiefe Einsenkung findet.
Die seitlichen Einkerbungen des Scolex verstreichen allmählich nach
hinten und enden mit dem Hinterrande der Saugnäpfe. Die Muskulatur
des Scolex ist sehr stark entwickelt, lässt sich aber im Ganzen auf
vier Gruppen von Muskelzügen zurückführen: 1. auf die in Textfigur 2
eingezeichneten Muskeln, die die gleichseitigen Ecken je zweier
56 Dr. Ludwig Cohn:
Textfig. 1. 5°/..
Flächenschnitt durch den
Scolex und das Collum von
Prosobothrium armigerum.
Texthg. 2, 700).
Querschnitt durch den Scolex in Apexnähe.
gegenüberliegender Saugnäpfe verbinden; da, wo die Einkerbungen
nach hinten zu seichter geworden sind, ziehen sie dementsprechend
nicht mehr zu nahe am Centrum vorüber, sondern nahe längs des
Innenrandes des dazwischen liegenden Saugnapfes. 2. Muskelzüge,
die direct zwischen zwei neben einander liegenden Saugnäpfen aus-
gespannt sind und dort in tieferen Schnitten auftreten; sie bilden
zwischen je zwei angrenzenden Saugnäpfen ein Gitterwerk sich
kreuzender Fasern. 3. starke Längsmuskelbündel, die sich aber erst
unterhalb des in Textfigur 2 abgebildeten Schnittes an die Saugnäpfe
inseriren und deren obersten Theil freilassen (Textfigur 1). Im obersten
schmalsten Teile des Collum bilden sie einen dicken Ring, der ein
nur enges Mittelfeld umschliesst, weiter unten im Collum beschränken
sie sich auf die immer engere Peripherie und gehen in die kräftige
Längsmuskulatur des Anfangstheils der Kette über. 4. dorsoventrale
und diagonal verlaufende sehr feine Fasern, welche sich im Mittel-
felde des Scolex in einem Gitterwerk kreuzen und auch die Nerven-
commissur durchsetzen.
In der Kette sınd die Muskeln in Proglottiden, die vollentwickelte,
functionirende Genitaldrüsen, aber erst schwach angelegten Uterus
haben, sehr gering entwickelt. Die Längsmuskeln bilden eine schwache
Lage dünner Fasern nächst an der subeuticularen Muskulatur, Ring-
muskeln treten nur an den Proglottidengrenzen als irgend nennens-
werthe Bündel auf, ebenso sind auch nur hier die dorsoventralen
Fasern besser entwickelt, was auch innerhalb der eigentlichen Proglottis
Helminthologische Mittheilungen. 57
gar nicht möglich ist, da die Genitalorgane die Proglottis bis auf
die letzte Stelle an den Längsmuskeln ausfüllen. Dieses Ueber-
gewicht der Längsmuskulatur hat auch zur Folge, dass die losgelösten
Proglottiden nicht gestreckt, sondern in der Längsrichtung wie eine
hohle Hand gebogen sind.
Bei der Feinmaschigkeit des überaus dichten Parachyms konnte
ich anf den zu anatomischen Zwecken gefärbten Schnitten nicht viel
vom Nervensystem sehen. Im Scolex bildet es eine kräftige Commissur
des centralen Theiles, welche aber recht undicht zu sein scheint (wie
ich es bei den Bothriocephaliden sah), indem die Muskelfasern
mitten durchgehen. In den Proglottiden konnte ich nur die Haupt-
längsnerven sehen (stellenweise glaube ich Begleitnerven derselben
gesehen zu haben). Sie liegen an der äussersten Seitengrenze des
Mittelfeldes, während die Wassergefässe mehr nach innen zu an den
Rand des Mittelfeldes verlagert sind. Ob es der dorsale oder der
ventrale Rand ist — ist schwer zu sagen. Das Mittelfeld ist in
dorsoventraler Richtung sehr schmal, da es an beiden Flächen von
Dotterstocksplatten begrenzt wird, und so füllen die Organe, welche
für die Orientirung massgebend sind, fast das ganze Mittelfeld aus,
wie am Querschnitt Taf. II Fig. 9 für das Ovarium zu sehen ist;
auch die Schalendrüse ist fast central. Jedenfalls verlaufen die
Wassergefässe auch am Cirrhusbeutel auf derselben Seite, die sie
sonst einnehmen, während der Längsnerv des entsprechenden Randes .
auf die entgegengesetzte Seite tritt.
Von besonderem Interesse war mir das Integument des Pros.
armigerum, nicht nur weil es den ersten Fall eines wirklich bestachelten
Cestoden bietet, sondern auch der Cuticularstructur wegen. Die
Cuticula ist recht dick und besteht aus zwei deutlich geschiedenen
Schichten, die sich auch überall different färben: der stark tingir-
baren dünnen Basalmembran und der den Haupttheil der Dicke
ausmachenden, weniger stark sich färbenden äusseren Cuticula.
Nach aussen zu ist die Basalmembran glatt begrenzt, was sich an
Stellen zeigt, wo sich die äussere Öuticula abhebt, während sie
nach innen in feinste Höckerchen ausgeht. Während aber die
Basalmembran keinerlei Structur sehen lässt und ganz homogen
scheint, ist es die äussere Öuticularschicht nicht. Textfig. 3 u. 4
zeigen, dass die homogene Masse der Cuticula durch sich ein-
senkende dunkler tingirte Balken unregelmässig durchsetzt ist.
Wo durch Zerrung die Cuticula gedehnt ist, sieht man, dass die
„Balken“ eine senkrechte Spalte in ihrem Innern begrenzen, welche
oft bis dicht an die Basalmembran, doch nicht bis an diese heran
reicht. Mit den oft genannten Porenkanälchen haben diese Ein-
senkungen nichts zu thun. Dass sich ihre Begrenzung ebenso, wie
die äusserste Lage der Cuticula, dunkler färbt, als die übrige Dicke
der Schicht, will ich nicht als eine besondere Schichtung verschieden-
werthigerCuticularlagen deuten; die äusserste Begrenzung der Cuticula,
die direct mit dem Darminhalt in Berührung kommt, und daher
ebenso auch die Auskleidung der Einsenkungen, in welche der
58 Dr. Ludwig Cohn:
Textfig. 3. °%].. Textfig. 4. 5%).
Cuticula des Prosobothrium armigerum. Ein Haken einer ge-
schlechtsreifen Proglottis.
Darminhalt eindringt, müssen naturgemäss eine etwas abweichende
Beschaffenheit gegenüber den übrigen, tiefer und noch geschützt
liegenden Theilen der Cuticula annehmen, selbst wenn sie ursprüng-
lich völlig gleich waren. Diese Einsenkungen, welche der ganzen
Cuticularbekleidung des Cestoden eigen sind, erinnern mich lebhaft
an ähnliche, wenn nicht gleiche Bildungen bei ZLigula, wie sie
Zernecke!) nachgewiesen hat, doch möchte ich darauf nicht Ge-
wicht legen, da mir eine zweite Entstehungsursache fast wahr-
scheinlicher scheint. Auf Textfig. 4 sehen wir, dass die Haken der
Proglottiden in diesen Einsenkungen sitzen, — in diesen Fällen
reichen auch die letzteren bis an die Basalmembran, welcher ja
der längere Wurzelfortsatz des Hakens aufliest. Da nun in den
reifenden und reifen Proglottiden die Zahl der Haken nicht entfernt
mehr derjenigen am Collum und an jungen Proglottiden gleichkommt,
wo die Cuticula eigentlich nur noch als Füllsel zwischen den Haken
auftritt, so wäre es möglich, dass in den genannten Einsenkungen
Spuren früherer Hakenbefestigung zu sehen sind. Infolge des weiteren
Wachsthums der Cuticula von unten her wäre dann das untere Ende
der Einsenkung mehr weniger weit von der Basalmembran abgerückt,
während es bei Einsenkungen, die noch Haken enthalten, dauernd
die Basalmembran berührt.
Die Genitalorgane bieten in ihrer Gesammtconfiguration fast
nichts Eigenthümliches, was nicht ebenso bei andern Tetrabothriiden
vorkäme. Von den weiblichen Genitaldrüsen liegt das Ovarium
ganz am Hinterende der Proglottis, ein compactes, seine Zusammen-
setzung aus Schläuchen vielfach nur durch starke Einkerbungen
verrathendes Organ aus zwei Flügeln mit schmaler Mittelbrücke;
in dem Raume, der zwischen dem Hinterrande des Gliedes und der
nach vorn gerückten Brücke frei bleibt, liegt die runde Schalendrüse.
Auf der ventralen (d.h. eben hiernach als ventral bezeichneten) Seite
geht von der Mitte der Brücke (Taf. II Fig. 9) der Oviduct ab, an
dessen Beginn ein typischer musculöser Schluckapparat entwickelt
ist. Der Oviduct läuft um die Brücke herum und vereinigt sich
Helminthologische Mittheilungen. 59
kurz vor der Schalendrüse mit der Vagina. Diese ist hier sehr
mächtig entwickelt. Ihre Eingangsöffnung liegt dicht hinter dem
Cirrhus, und der mit dünnerer Chitinlage ausgekleidete Anfangstheil
ist recht breit, 0),lmm. Den Cirrhusbeutel entlang laufend (Textfig. 5)
verengert die sich bald unter Verdickung der Wandung auf 0,035 mm
und biegt dann, zu breiter Samenblase erweitert, nach hinten nach
der Ovarialbrücke zu um. Die Samenblase hat 0,12—0,16 Lumen-
Textfig.5. 1%..
Flächenschnitt durch eine geschlechtsreife Proglottis.
weite, d.h. Abstand der Wandung. Das eigentliche Lumen ist da-
gegen viel kleiner, kaum die Hälfte so gross, da der Innenraum
einen Besatz der Wandung mit sehr langen Haaren zeigt, die einen
breiten gestreiften Saum bilden, Der letzte enge Theil, der sich
mit dem Oviduct vereinigt, ist kurz. Dicht vor der Schalendrüse
treten dann auch die Dottergänge mit einem unpaaren Verbindungs-
stück heran. Die Dotterstöcke sind sehr mächtig entwickelt; sie
nehmen nicht nur im Flächenschnitt die ganzen Seitenfelder von
vorn bis hinten ein, sondern bilden auch (Taf. II Fig. 9) zwei dicke
Platten, welche die ganze Dorsal- und Ventralfläche des Mittelfeldes
deeken. Auf Querschnitten sieht man dann, was auf Fig. 9, um
diese nicht zu überfüllen, nicht eingezeichnet ist, die Verbindungs-
gänge von Follikel zu Follikel transversal längs des Mittelfeldes
verlaufen.
Eine besondere Bildung findet sich an dem aus der Schalen-
drüse austretendem Gange. Der schmale austretende Gang, Uterin-
gang, geht nicht unvermittelt in den Uterus über, sondern mündet
zuerst in einen in Fig. 9 eingezeichneten kugligen Hohlraum x,
aus dem dann seitlich der echte Uteringang abgeht, um bald in
die Längsrichtung der Proglottis einzulenken und in das Hinterende
des Uterus zu münden. Am ehesten könnte man noch diese
Höhlung x als ein hinter die Schalendrüse verlegtes Ootyp be-
!) Zernecke, E. Untersuchungen über den feineren Bau der Cestoden
Inaug. Diss. Rostock 1895. Jena,
60 Dr. Ludwig Cohn:
zeichnen, doch will ich diese Homologie nicht besonders betonen.
Den Uterus habe ich in keiner der mir vorliegenden Proglottiden,
auch nicht in den losgelösten, die sich bis auf die Poren (siehe oben)
überhaupt von den letzten, noch in Connex mit der Kette stehenden,
nicht merklich unterscheiden, reif oder weit entwickelt gefunden.
Er war immer erst angelegt als dickwandiger, in der Längsrichtung
verlaufender und mehrfach gekrümmter Gang mit relativ engem
Lumen.
Die Hoden sind sehr zahlreich, in nur einer Schicht dorsoventral
angeordnet, — bei einer Grösse von 0,1:0,75 im Mittel hätten auch,
wie Fig. 9 zeigt, zwei über einander im Mittelfeld gar nicht Raum.
Dafür nehmen sie jedes Fleckchen in der Proglottis ein, das von
den andern Organen freigelassen wird. Ihre baumförmig verzweigten
vasa efferentia treten zum vas deferens zusammen, das als weiter
Kanal von 0,1 mm Durchmesser dicht hinter dem Cirrhusbeutel
zahlreiche Schlingen bildet, ehe es in den Cirrhusbeutel eintritt.
Ueberaus mächtig ist dieser letztere entwickelt; er ist bei 0,8 mm
Länge 0,53 mm breit, bohnenförmig und mündet zusammen mit der
Vagina und dicht hinter derselben in das flache, enge Genitalatrium.
Die Muskulatur des Sackes ist weniger stark, als man bei der Grösse
erwarten könnte; wird sie also für die Contraction des eigentlichen
Cirrhusbeutels bei der Ausstülpung des Cirrhus weniger wirkungs-
voll eingreifen, so ist dafür die Eigenmuskulatur des Cirrhus desto
kräftiger. Der ausstülpbare Theil des Cirrhus ist ebenso lang, wie
der Cirrhusbeutel, 0,3 mm, und reicht, wenn ganz eingezogen, bis
an dessen Hinterende. Hier setzt er sich in den dickwandigen
canalis ejaculatorius fort, der im Beutel (Taf. II Fig. 10) eine starke
Schlinge bildet, ehe er, seine Wandung rasch verdünnend, in den
dünnwandigen- zum Theil zu einer vesicula erweiterten Endtheil
übergeht und aus dem Beutel ‚heraustritt. Der vorstülpbare Theil
ist mit einer kräftigen Längsmuskulatur und mit noch stärkeren
Ringmuskelbündeln ausgestattet. Innen ist er von der Cuticula, die
sich continuirlich von der äusseren Körperwand durch das Atrium,
wie überall, hineinschlägt, ausgekleidet. Die Innencuticula des
Cirrhus ist aber nicht glatt, sondern, wie Fig. 10 zeigt, in zahlreiche
abgerundete Höcker erhoben, die Ringleisten bilden; auf der Kuppe
dieser Höcker sitzen die mächtigen gebogenen Haken. Die höckerige
Structur der Cuticula setzt sich auch noch in den Ejaculationskanal
hinein fort und verliert sich erst allmählich nach der vesicula zu.
Wir sehen also, dass der oben beschriebene Cestode sich durch
nichts so scharf von verwandten Arten unterscheidet, dass er sich
seiner Anatomie nach nicht mit andern Selachier-Cestoden ver-
einigen liesse. Wenn ich dennoch ein besonderes Genus für ihn
aufgestellt habe, so geschah es der Cuticularbewaffnung wegen,
welche bei keinem andern Cestoden in der Art bisher beobachtet
worden ist, und mir bedeutsam genug zu sein scheint, um die vor-.
geschlagene isolirte Stellung der Species als Repraesentant eines
besonderen Genus’ zu rechtfertigen.
Helminthologische Mittheilungen. 61
Oochoristiea surinamensis n. sp.
In der hiesigen Sammlung fand ich in einem Exemplar einen
Cestoden ‚den Deutschbein in Surinam aus dem Darm von Dasypus
gigas gesammelt hat, und den Creplin mit dem Etikett T’aenia
- acephala versah (XXVI 8 31. A. der Sammlung). Creplin publicirte
die Art nicht, und seine Etikettirung sollte augenscheinlich auch
keine Namengebung sein, sondern einfach „eine kopflose Taenie“
bedeuten. Hierin irrte er aber, denn der Kopf fehlt durchaus nicht,
ist aber allerdings nur klein, von der Kette nicht abgesetzt und mit
nur unauffälligen schwachen Haftorganen versehen. Da nur das
eine Exemplar vorhanden ist, so beschränkte ich mich darauf, zwei
der letzten Proglottiden und wenige aus der Mitte der Kette zu
schneiden; die Dicke der Proglottiden gestattete am Totalpraeparat
in Creosot gar keinen Einblick in den Bau der Organe. Die Ent-
nahme von mittleren Gliedern war notwendig, da die letzten fast
nur noch reife Uteruseier enthielten. TE N
Der ganze Cestode ist ca. 16 cm lang und'nimmt bis über die
Mitte hinaus ganz allmählich an Breite zu; die letzten Centimeter
der Länge, die schon absolut reife Glieder enthalten, werden wieder
ein wenig schmäler, da sich die Glieder mehr in die Länge strecken.
Der Scolex ist vom Collum gar nicht abgesetzt und bildet nur eine
schwache kolbenförmige Verdickung mit dem grössten Durchmesser
am Vorderende (Textfig. 6). Er ist unbewaffnet, und im Creosot-
praeparat ist noch keine Spur eines Rostellum
an dem wenig vorgewölbten Apex zu sehen.
Die vier runden Saugnäpfe liegen seitlich und
etwas vom Apex zurückgerückt; sie messen
0,26:0,18 mm bei 0,14mm Lumentiefe. Die
grösste Breite des Scolex beträgt 0,6 mm,
während das Collum 0,53 mm, also fast ebenso
breit ist. Das Collum ist sehr kurz, denn
schon 0,8 mm vom Apex entfernt sieht man
die erste deutliche Proglottis, der einige
wenige undeutliche Einschnürungen desRandes
vorausgehen. Die ersten Proglottiden sind
sehr breit und kurz (1,5 mm vom Apex wie
10:1), das Verhältniss ändert sich dann lang-
sam zu Gunsten der Länge; 6 mm vom Apex
ist es schon nur 16:3, in 7,5 mm 19:4, In
der Mitte der Kette etwa, wo ich die auf der
Höhe der Eiproduction stehenden Glieder zur
Untersuchung entnahm, verhalten sich Breite
Textie.@., °/..
Scolex und Vorderende der
Kette von Taenia surina- und Länge fast wie 5:1 (3,9:0,85 mm), während
MENSIS. sich die reifen letzten Glieder so strecken,
dass das Verhältniss 2:1 wird, — 3,5:1,8 mm.
62 Dr. Ludwig Cohn:
Die Muskulatur der geschlechtsreifen Proglottiden ist sehr kräftig
entwickelt, insbesondere die Längsbündel (Textfigur 7). Man unter-
> = = = s > — Sei-
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Texthig.'7. 39,,
Querschnitt durch eine geschlechtsreife Proglottis.
Textfig. 8. 1%,.
Flächenschnitt durch eine geschlechssreife Proglottis.
scheidet einen das Mittelfeld umgebenden Ring von inneren Längs-
muskeln, der aus einer Lage von kräftigen Bündeln besteht; nach
innen zu von ihnen verlaufen gut entwickelte Transversalmuskeln;
schwächere ziehen aussen vorbei und scheiden die inneren von den
äusseren Längsmuskeln, die nicht zu Bündeln geordnet sind, sondern
vereinzelt aber dicht im Aussenfelde verlaufen. Hierzu kommt ein
gut entwickeltes System von Parenchymmuskeln. Auch in vollkommen
reifen Proglottiden, die nur noch Uteruseier enthalten, sind die ge-
nannten Muskelsysteme, bis auf die dorsoventralen Fasern, kräftig
erhalten.
Vom Nervensystem konnte ich auf Proglottiden alle zehn sonst
bei Cystotaenien bekannten Stränge constatieren. Auf Querschnitten
tritt zwar nur der dicke Hauptlängsnerv hervor, der ganz an den
Rändern des Mittelfeldes nach aussen zu von den äussersten Wasser-
gefässen liegt, doch zeigten Flächenschnitte nicht nur auch die
Begleitnerven und die dorsalen wie die ventralen Mediannerven,
sordern auch eine Ringcommissur am Hinterende der Proglottis (in
Textfigur 7 sind die kleineren Nerven schematisch mit eingetragen).
Im Scolex war am Totalpräparat nichts wahrzunehmen.
Helminthologische Mittheilungen. 63
Eine sehr starke Ausbildung weist das Wassergefässsystem
auf, bei welchem die Längsstämme auf den Schnitten in grosser
Zahl auftreten; in Textfigur 7 sind deren 8 vorhanden. Längs-
schnitte zeigen, dass diese Kanäle sehr unregelmässig contourirt
sind, bald breit werden, bald sich fast bis zum Schwinden des
Lumens verengen; der Querschnitt ist unregelmässig zackig. Ausser
unregelmässigen Commissuren der Längskanäle unter einander tritt
am Ende der Proglottis eine regelmässige Querverbindung auf. Die
Kanäle liegen in der Querachse neben einander, der äusserste nahe
vor dem Hauptlängsnerven, die innersten nahe der Mittellinie dicht
. zu beiden Seiten des Ovariums (Textfigur 7).
Die Proglottiden aus der Mitte der Kette sind auf der Höhe
der Entwickelung, der Uterus ist hier in Füllung begriffen. Das
Ovarium ist ein stark gelapptes, aus langen Schläuchen bestehendes,
zweiflügeliges Organ mit langer, schmaler Querbrücke, und liegt
dem Vorderrande der Proglottis stark genähert (Textfig. 8).!). Vor
ihm liest der lobos gelappte grosse Dotterstock, der sehr kleine und
wenig dicht ihn füllende Dotterzellen enthält; zwischen Dotterstock
und Ovarialbrücke liegt die Schalendrüse. Vom Genitalporus zieht
die Vagina, welche neben dem Cirrhusbeutel ausmündet, geradlinig
nach innen zu als dickwandiger, enger Kanal, von zahlreichen,
anfangs cubischen, später langen Zellen umlagert; sie verläuft nach
hinten zu von den Vas deferens-Schlingen (Textfig. 8). In den
Raum zwischen den beiden Ovarialflügel gelangt, (sie umgeht diese
an der dorsalen Seite) geht sie in eine breite, dünnwandige Vesicula
seminalis über, welche eine starke Schlinge nach der Ovarialbrücke
zu bildet. Taf. 1I Fig. 11—13 geben ein Bild von der Configuration
der Genitalgänge nach einzelnen Schnittreihen der Serie; eine Re-
construction des Ganzen gelang mir nicht, da bei Vermeidung allzu-
weit gehender Schematisirung die starken Windungen der einzelnen
Gänge sich zu sehr decken.
Vom dorsalen Rande her kommend, verläuft die Vagina oder
vielmehr deren zur Vesicula erweiterter Theil ventralwärts zur
Ovarialbrücke. Ventral von dieser angelangt, wendet sie wieder
in scharfer Curve dorsalwärts um, — und an dieser Stelle ist
es, wo die Communication mit dem Oviducte eintritt. Dieser
geht von der Mitte der Ovarialbrücke ab und ist ein nur kurzer
Kanal mit sehr dicker Wandung mit engem Lumen. Wenn
es in manchen Fällen bei Cestoden zweifelhaft bleibt, ob die
Vagina in den Oviduct einmündet oder umgekehrt, so ist es hier
vollkommen klar, dass es der Oviduct ist, der in den samen-
zuführenden Gang mündet, indem dieser letzere dann weiter zur
Schalendrüse verläuft: die Wandung des Oviductes ist, wie gesagt,
dick, sein Lumen eng, die Wandung der Vagina im letzten Theil
bis zur Vereinigung mit dem Oviducte hingegen dünn membranös,
das Lumen weit und dick mit Sperma gefüllt. Nach Vereinigung
64 Dr. Ludwig Cohn:
mit dem Oviducte weist nun der dorsalwärts zur Schalendrüse
ziehende Gang, der- dicke Spermamassen und dazwischen liegend
eine Reihe von Ovarialeiern enthält, genau die Wandstructur des
letzten Vaginalabschnittes und auch dessen Breite auf, sodass es
hier die Vagina ist, oder wenigstens das zum Schluss etwas ver-
dünnte Ende der Vesicula, welches Sperma und Ovarialeier in die
Schalendrüse hineinleitet. Fig. 12 zeigt dann, wie dicht vor der
Schalendrüse vom Dotterstocke ein breiter Kanal abgeht, der, sich
rasch verschmälernd, beim Eintritt in die Drüse in den Sperma und
Eier. führenden Befruchtungsgang einmündet. Der Befruchtungs-
gang durchsetzt die Schalendrüse in schiefer Linie ventrodorsalwärts .
und zugleich von hinten nach vorn und tritt dann als enger, recht
dickwandiger Uteringang aus der Schalendrüse hervor.
Dieser Uteringang ist es nun, der der Untersuchung einige
Schwierigkeiten bereitet. Er verläuft von seinem Austritte aus der
Schalendrüse im Ganzen dorso-ventralwärts, doch in zahlreichen
starken Windungen seitlich und ventral von der Schalendrüse. Er
erweitert sich hierbei allmählich, zugleich seine Wandung verdünnend,
und wendet sich zuletzt ventralwärts und seitlich, mitten zwischen
die Schläuche des Ovariums eintretend. Hier erweitert er sich dann
zu einem breiten Gang mit dünner Wandung und durchsetzt das
Ovarium im Zwischenraum zwischen den einzelnen Schläuchen ganz,
in dorsoventraler Richtung (Fig. 15). Da er hier die gleiche Breite
wie die Ovarialschläuche hat sowie die gleiche Wandstructur, zu-
dem die in ihm enthaltenen kleinen nackten Uteruseier sich kaum,
bei ihrem geringen Dottergehalte, von den Övarialeiern unter-
scheiden lassen, so macht die Verfolgung dieses Verlaufes einige
Schwierigkeit. An der ventralen Seite des Mittelfeldes angelangt,
mündet der dorsoventral verlaufene Gang in den Uterus ein, der
sich als langgestreckter Gang (oder vielmehr als Platte) ganz an
der ventralen Begrenzung des Mittelfeldes, ventralwärts noch am
Ovarium vorüberziehend, anlegt. Der Querschnitt bleibt etwa der
gleiche, sodass es eigentlich richtiger wäre zu sagen, dass der
Uterus einen ventrodorsalen Ast durch die Ovarialschläuche hindurch-
sendet, in den dann am dorsalen Ende der enge, gewundene Uterus-
gang einmündet. Für diese Deutung spricht auch die weitere Ent-
wickelung des Uterus. Schon in mittelreifen Proglottiden entsendet
er nämlich ins Mittelfeld ventrodorsal verlaufende schlauchförmige
Fortsätze (Textfig. 7), welche zwischen die andern im Mittelfelde
seitlich gelegenen Organe (insbesondere die Hoden) eindringen.
Dieser Prozess muss bei der weiteren Entwickelung und Füllung
des Uterus immer weiter fortschreiten, da der Uterus in den reifen,
letzten Proglottiden das ganze Mittelfeld und auch die ganze dorso-
ventrale Ausdehnung der Proglottis ausfüllt. Die Schläuche nehmen
also an Zahl immer zu, bis sie, an einander stossend, die ganze
Proglottis mit einer Uterusmasse beim Verschwinden der andern
Genitalorgane füllen.
Helminthologische Mittheilungen. 65
Direct nachzuweisen ist dieses Verhalten an den letzten Pro-
elottiden nicht mehr, da der Uterus zum Schluss sich auflöst, so-
dass die reifen Oncosphären frei im Parenchym liegen. In Textfig. 9
®)
GT
SL <
Textfig. 9. 219.
Theil eines Flächenschnittes durch eine absolut reife Proglottis.
gebe ich die Abbildung eines Theils des Mittelfeldes der letzten
Proglottis. Das ganze Mittelfeld bis an die Längsmuskulatur und
bis zwischen die beiden Längsmuskelschichten hinein ist dann von
wabenförmig flach an einander grenzenden einzelnen Follikeln er-
füllt (es bleiben nur Reste der Vagina und der Schalendrüse da-
zwischen erhalten nebst durchziehenden Wassergefässen); jeder
Follikel enthält eine Oncosphäre, — sehr selten sind es zwei oder
gar drei. Die Oncosphäre hat drei Hüllen. Die äusserste und die
mittlere sind dünn, die äusserste steht weit ab; die innerste ist
dickwandig und liest dem Embryo dicht an. Dieser misst (mit der
innersten Hülle zusammen) bei schwach ovoider Gestalt 0,032:
0,024 mm; die einzelnen der sechs Embryonalhaken sind ca.
0,012 mm lang.
Die Hoden sind sehr zahlreich und füllen in thätigen Proglottiden
das ganze Mittelfeld nach hinten zu von Ovarium und Vagina bis
an den Hinterrand. Die Vasa efferentia sammeln sich zu einem
weiten Vas deferens, das die Vagina kreuzt und vor derselben in
starken Windungen nach dem Rande zu zum Cirrhusbeutel zieht.
Dieser ist kurz, aber kräftig musculös, 0,34 mm lang und 0,18 mm
breit, in der Mitte der Länge etwas bisquitförmig eingeschnürt. Er
Arch, f, Naturgesch. Jahrg. 1903, Bd.I. H.1 5
66 Dr. Ludwig Cohn:
enthält eine mässig grosse Samenblase und den stark muskulösen
Cirrhus. Dieser ist im Verhältniss zu seiner Länge (voll aus-
gestülpt ca. 0,4 mm) sehr dick und compact, mit dicker Innen-
cuticula, aber ohne Bewaffnung. Der Cirrusbeutel mündet am
Grunde eines tiefen, engen Genitalatrium (Tiefe 0,21 mm) zusammen
mit der Vagina und neben derselben in der Längsachse der Proglottis.
Der Genitalporus wechselt in den Proglottiden unregelmässig
ab und liegt ganz dem Vorderende genähert, sodass der überragende
Hinterrand der vorhergehenden Proglottis ihn beinahe erreicht.
Der gesammte Habitus des Genitalapparates sowie der unbe-
waffnete Scolex ohne eine Spur eines Rostellum weisen darauf hin,
dass der im Vorstehenden beschriebene Cestode in das von Lühe
aufgestellte Genus Oochoristica einzureihen ist. Wie die Vertreter
dieses Genus hat die Ooch. surinamensis die seltenere Lagerung der
Genitaldrüsen, bei welcher das Ovarium am Vorderrande, der Dotter-
stock central, die zahlreichen Hoden am Hinterende liegen, während
die Genitalporen unregelmässig alterniren. Nur Specieswerth haben
hingegen die Unterschiede: die abweichende Form des Ovariums
und das zusammenhängende Hodenfeld gegenüber dem doppelten
Övar und den beiden getrennten Hodenfeldern des Typus der
Gattung. Es ist hiermit ein weiterer Fall gegeben, dass ein Cestode
aus einem Säugethier mit Cestoden aus anderen Classen in ein
Genus zusammengehört.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Helminthologische Mittheilungen. 67
Tafelerklärung.
Allgemeine Bezeichnungen.
Bauchsaugnapf. Ov. Ovarium.
Befruchtungsgang. Od. Oviduct.
Canalis ejaculatorius. Oes. Oesophagus.
Cirrhusbeutel. Ph. Pharynx.
Cutieula. Rm. Ringmuskeln.
Dotterstock. Sch. Schalendrüse.
Darm. U. Uterus.
Dottergang. Ug. VUteringang.
Genitalporus. Tr. Transversalmuskeln.
Hoden. Vg. Vagina.
Längsmuskeln. Wg. Wassergefäss.
Nerv.
Tafel IT.
Lecithocladium barbatum n. Sp.
1:
Totalansicht. 1?/..
2. Sagittalschnitt durch die hintere Hälfte des Vorderkörpers, hinter dem
Bauchsaugnapfe. Lagerung der Genitalorgane. Re=zum Recep-
taculum erweiterter Endabschnitte des Uterus. */,.
Fig. 3a. Sagittalschicht durch den Raum zwischen Pharynx und Bauch-
saugnapf. ä. C.=äussere Cuticula, m. S. = musculöser Sack des
Genital-Endapparates. Vd.= Vas deferens. °/..
Fig. 3b. Querschnitt durch den musculösen Sack am WVorderende,
durch den Zapfen. Ein Ei im Lumen. ?%/,.
Sagittalschnitt durch den Bauchsaugnapf und die Vesicula seminalis
(Ves.) mit Vd. = Vas deferens, das von Prostatazellen umlagert
Is 2 -
Sagittalschnitt durch die Vorderhälfte des Vorderkörpers, median, durch
die Zotten—=Z. ?/..
Theil eines Querschnittes auf der Höhe der Zotten. Eine Zotte (am
oberen Ende schief abgeschnitten) mit dem zugehörigen Subeuti-
eularhügel. ?%/..
7a und b. Theile der Cuticula eines Querschnittes mit Tastpapillen; in
7b==der nach unten in die Subeuticula reichende Fortsatz,
8. Lecithocladium excisiforme n.sp. °%,. Total,
9—10. Prosobothrium armigerum n. gen., n. sp.
5*
68
File, 9.
Fig. 10.
Fig. 11—
Fig. 11.
Fig. 12.
Fig. 13.
Dr. Ludwig Cohn.
Querschnitt durch eine geschlechtsreife Proglottis. Ca. ®/..
Theil eines Querschnittes. Cirrhusbeutel und Anfang der Vagina. ®),.
13. Oochoristica surinamensis n. Sp.
Mittlerer Theil eines Querschnittes aus der Mitte der Kette. Ver-
bindung der Vagina mit dem Oviduct und Verlauf des Befruchtungs-
ganges. Die Gänge sind aus mehreren Schritten reconstruirt. °%/;.
Ebenso wie in Fig. 11. Dotterstock und Vereinigung des Dotterganges
mit dem Befruchtungsgang. Der Schnitt liegt mehr rückwärts in
der Proglottis. ®%/,.
Ebenso. Austritt des Uteringanges aus der Schalendrüse und Verlauf
bis zum Uterus. ®%/..
Ueber das
-postembryonale Wachstum des Schädels
verschiedener Hunderassen.
Von
F. Schmitt,
Kreistierarzt in Kleve.
Hierzu Tafel IV—V.
Einleitung.
Ueber däs Wachstum des Schädels beim Hunde ist vielleicht
schon viel geforscht, aber noch wenig geschrieben worden, am aller-
wenigsten über die hierauf bezüglichen Unterschiede hinsichtlich
der einzelnen Rassen. Welcherlei Deutungen in letzter Beziehung
dafür oder dagegen versucht worden sind, die Konstanz der Ver-
erbung oder das Variieren der Arten, oder die philosophischen
Deduktionen Kants, keine befriedigt den an induktive Beweisführung
gewöhnten, modernen, naturwissenschaftlichen Geist. —
Geschiehtlicher Rückblick.
Wir setzen in der historischen Beachtung unseres Gegenstandes
dort ein, wo, unabhängig von der vielumstrittener Frage der Ab-
stammung der Hunde die Naturforscher beginnen scharfe Unter-
schiede anzuführen, nicht nur zwischen der Gesamterscheinung
der Tiere sondern wie z. B. Blasius ziffernmässig belegt, wie weit
die Nasenbeine in die Stirnbeine hineinragen, und fahren in diesem
Sinne fort.
Beschreibung eines fötalen Dachshundschädels.
Dabei steigen wir an der Schilderung des Verhaltens dreier
Dachshundschädel verschiedenen Geschlechtern angehörig auf, in
dem Stadium, in welchem der Primordialschädel zu verknöchern
bezw. aus Knorpel in Knochen überzugehen pflegt. — Wir sehen
vor uns ein längliches, nach einer Richtung wenig hohes, vorn spitzes,
nach der entgegen gesetzten aufgerichtetes, rundes Gebilde, welches
in Jjähem Ubergang dort den Gesichts-, hier den Hirnschädel dar-
stellt. Zusammenhängende, grössere, rotbraun gefärbte Stellen
70 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
wechseln mit helleren, weisslich grau gefärbten ab. Die letzteren
erweisen sich der Hauptsache nach als Knorpel, die ersteren be-
stätigen schon durch ihre grössere Härte, dass hier die Gegen-
bauer’schen Osteoblasten tätig gewesen sind. Auf dem Scheitel
treffen 4 in sich gewölbte grössere, nach allen Seiten glatt abfallende .
Platten unter rechtem Winkel zusammen und lassen im überwiegenden
Teile ihrer Längs- und Querverbindung häutige Brücken zwischen
sich, von denen eine im Scheitelpunkt am weitesten geschlagen ist,
die Scheitelfontanelle. In ihnen erkennen wir gegen den Gesichts-
schädel die mehr kugelig gewölbten 2 frontalia, nach hinten die
beiden etwas flacheren parietalia. Zwischen die letzteren, die den
wesentlich grösseren Teil des eigentlichen Schädeldaches bilden,
schiebt sich, von seiner Umgebung deutlich begrenzt, aber schon fest
mit ihr verbunden das interparietale ein, das nach unten und hinten
unter allmähliger Verbreiterung, verschmolzen mit dem etwas heller
braun gefärbten aber gleich harten supraoceipitale den oberen
grösseren Teil der Hinterhauptsfläche einnimmt Occipitale und inter-
parietale schliessen gemeinschaftlich den Schädel nach hinten ab,
und sind an Härte zu der Zeit allen übrigen Schädelknochen voraus.
Vom foramen magnum und dem oceipital. lateral. trennt sie ein
ziemlich breiter heller Knorpelsaum, der anfänglich nach oben bis
an das parietale verläuft, sich dann nach unten umschlägt, an Stelle
der lambda-Naht herabläuft um, noch breiter geworden die pars
mastoidea zu bilden, die ihrerseits wieder in gleicher Weise sich
auf die Basis des Schädels fortsetzt, woselbst fast alle Teile noch
hell, also knorpelig erscheinen. — Nur oceipitalia lateralia und das
durch die als feiner Knorpelstreifen erkennbare basi-occipito-exocci-
pitalsutur von ihnen getrennte basioceipitale sind, wie die Kochprobe
an einem Exemplar beweist, schon in den Verknöcherungsprozess
einbezogen. Exoccipitalia tragen beiderseitig die condyli als einfache
seitliche Verdickungen der das foram. magn. unten begrenzenden
Ränder, zwischen die sich von unten und vorn das einer Lanzen-
spitze nicht unähnliche basioceipitale einschiebt. An dieses schliesst
sich in einer, die ganze Breite der Schädelbass scharf durchquerenden
Grenze nach einem schmalen, helleren Saum in der Medianlinie das
breiter gestellte basisphenoid an, mit den seitlich entsteigenden, von
dem Körper aber noch durch je einen Knorpelsaum getrennten ali-
sphenoidea, die, unmazeriert bläulich hell, mässig fest, trotzdem in
ihrer Gesamtheit bereits verknöchert sind. Örbitosphenoidea, am
frischen Schädel noch glashelle Platten, haben sich zu einem Teile
schon in Knochen-Gewebe umgesetzt, ein anderer wird aufgelöst.
Squama temporalis und arcus zygomaticus sind bereits fest.
Nicht verknöchert ist Alles, was wir als perioticum auffasssen.
Hieran fallen am frischen Schädel nach dem Abheben des nahezu
ringförmig geschlossenen noch knorpeligen tympanicum und seines
tympanums die bullae osseae auf als gelatineweiche, bläulich weisse
in spitzem Winkel zur Medianlinie von oben und hinten nach unten
und vorn verlaufende Gebilde, durch welche das Schneckenorgan
des Schädels verschiedener Hunderassen. 71
schimmert. Von Gestalt eher rund als länglich bilden sie den über-
ragenden Mittelpunkt ihrer gleichfarbigen aber festeren unmittel-
baren Umgebung, mit der sie unverrückbar vereinigt sind. — Be-
merkenswert ist die stattliche Weite und ausgesprochen runde Form
_ des am hinteren Ende der bullae gelegenen foramen ovale (stylo-
mastoideum) und die weniger auffällige Lage und Form des process.
meatus auditor. — Indem nun die aus diesen Primordialknorpeln
aufgebaute Basis des Hirnschädels weiter läuft, stülpt sich der Ge-
sichtsschädel gleich einem Konus mit seinem breiten Ende von vorn
über und trägt somit zur Bildung einer doppelten Schädelbasis bei.
Die eine obere besteht aus der Fortsetzung der eben erwähnten
Hirnschädelaxe: dem praesphenoid, vomer und den beiden Ästen
der Zwischenkieferbeine, die andere darunter gelegene aus den
plattenförmig vereinten maxillarien, palatin. und dem Körper der
intermaxillarien, alle bis auf das praesphenoid als Deckknochen
entstanden. Als ein Anhang dieser anderen, gewissermassen auf
der ersten Basis ruhend sind die schon knöchernen sagittalen Por-
tionen der palatina aufzufassen, auf deren aboralen Enden die ptery-
goidea sitzen, die als kleine knöcherne Häckchen deren hinteres
Ende begrenzen und die Choanenpforte nach hinten besäumen. Die
palatina sind trotz der durchscheinenden Blässe besonders zu beiden
Seiten der sutura palatina bereits in die Verknöcherung eingetreten.
Sie bleiben bei der späteren Mazeration in Form und Lage intakt.
Lacrimalia sind als kleine knöcherne Plättchen im Innern des
vorderen Orbitalrandes mit deutlich sichtbarem foram. lacrimale
differenziert.
Maxillaria, obwohl noch weich, biegsam und weisslich behalten
nach der Mazeration ihre Form und zeigen sich so besonders in
der axialen Partie des Gaumens auch hinsichtlich der Vereinigung
unter sich als bereits in den Verknöcherungsprozess einbezogen bis
auf einen beträchtlichen Teil des distalen Endes am processus
frontalis, der bei allen drei Schädeln noch rein häutig ist, der
Wangenteil ist nach aussen stark konvex, der wenig flacher ab-
fallende Nasenteil deutlich davon geschieden, das foramen infra-
orbitale sehr gross. Wie die eingewickelten Alveolarränder sind
die verbindenden Scheidewände bereits im Verknöchern begriffen.
Keine von diesen aber reicht so weit in den Alveolarraum hinein
und ist so fertig und hart als die des Caninus. In der Tiefe zeigt
sich das Schleimgewebe schon differenziert und die einzelnen er-
kennbaren Papillen tragen bereits kleine Zahnscherbehen. Die
sinus maxillares sind ausgefüllt durch eine homogene, rotbraune,
in einer gemeinschaftlichen Hülle eingelagerte Masse, die sich da-
durch in toto und leicht von der Innenfläche der maxillar. abheben lässt.
Die Körper der praemaxillaria sind zum Teil noch weich, auf
der Maulhöhlenfläche und in den Asten aber schon fest, die vordersten
Ränder der Ineisiv-Alveolen schon knirschend hart. Die Bildung
der Zähne wie bei denen der Maxillaria beschrieben, Jugale be-
12 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
ginnt sich zu härten durch Auflagerung rotbrauner Schichten, die
Verbindung mit arcus-zygomaticus ist noch sehr lose.
An einem sorgfältig ausgeführten Längsschnitt ergeben sich
für diesen jugendlichen Schädel folgende Eigenheiten: Das basi-
occipitale zeigt gegen die Grenze nach dem basisphenoid eine senk-
rechte, rauhe, braungefärbte Schicht (höherer Grad von Ver-
knöcherung).
Sphenoidale posterius wird in der Mitte von einer rauheren,
dunkleren Zone vertikal durchquert. Die hintere und vordere Hälfte
erscheint dagegen bläulich weiss. Die bereits erwähnte totale,
gleichmässige Verknöcherung der alisphenoidea bestätigt somit auch
für den Hund die Beobachtung Decker’s über die hier beginnende
Verknöcherung des basisphenoids.
Sphenoidale anterius erscheint als eine von hinten nach vorn
anschwellende glasige Fortsetzung der Schädelbasis. Eine vertikale
von der fissura optici nach unten ziehende braune härtere Schicht
scheint einer weiter vorgeschrittenen Verknöcherungszone zu ent-
sprechen, die in der tiefsten Partie quantitativ und qualitativ am
weitesten vorgeschritten ist.
Unter Abnahme seiner Breite wölbt es sich ohne Störung vom
jugum sphenoidale ab mit einem Aste nach oben, um dort ohne
sichtbare Grenze knorpelig in das ethmoidale überzugehen, der
untere verläuft axial weiter als Ursprung des knorpeligen septum
narium. An der Teilungsstelle lassen sie eine Art Hohlraum zwischen
sich, in den die untere Hälfte der noch knorpeligen Siebbeinplatte
mit dem hinteren Ende der häutigen lamina perpendicularis sich
scheitelrecht hineinsenkt. Der sinus sphenoidalis ist somit in seiner
Entstehung hier schon erkennbar. Links und rechts von der Ab-
gangsstelle der lamina sagittalis liegen in der vordersten Wand
des cavum cerebri als einfache ziemlich tiefe, wenig scharf ge-
ränderte Gruben ohne Löcherung die lamina cribrosa. An der
oralen Fläche des ethmoidale sitzen in mässigen Abständen vier
rotbraune, weiche, vorn blind geschlossene Zapfen von verschiedener
Dicke und Länge, die Riechwülste, osmaten, von denen der unterste,
vorderste zugleich auch kürzeste das maxilloturbinale bildet, ohne
jedoch in seiner späteren Gestalt differenziert zu sein. Ein ähnliches,
aber längeres Gebilde, das nasoturbinale sitzt als oberster Ausläufer
dicht unter den Nasenbeinen. Eine lamina papyracea hat sich noch
nicht gebildet.
Das Dach der Nasenhöhlen bilden die scheinbar noch häutig
weichen, aber doch in der Mazeration beständigen Nasalia, als zwei
durch eine seichte Rinne getrennte, neben einander herlaufende
längliche Platten.
Interparietale tritt nach unten und hinten mit seinen beiden
Lamellen auseinander. Der keilförmige, ziemlich bedeutende Zwischen-
raum wird durch ein maschiges Knochengewebe ausgefüllt. Parie-
talia zeigen mit Ausnahme des hintersten Endes, woselbst es unter
das interparietale geschoben und verjüngt ist, überall gleiche kaum
des Schädels verschiedener Hunderassen. 73
messbare Dicke. Bei durchfallendem Lichte betrachtet, blasst die
rotbraune Farbe gegen den processus temporalis auf glashelle ab,
weshalb eine Scheidung von den frontalien hier nicht sichtbar ist.
Als Ursache ihrer rotbraunen Farbe lässt sich die mehr oder
weniger weit vorgeschrittene Verknöcherung dadurch beweisen, dass
man die äussersten Schichten dieser aus häutigem Blastem ent-
standenen Knochen abhebt. Das zurückbleibende innere und äussere
Perichondrium, dem diese aufgelagert sind, erscheint alsdann durch-
sichtig. Ihnen an Farbe und Dicke gleich treten die Frontalia auf.
Ihre dünnste und desshalb durchsichtigste Schicht besitzen sie —
jetzt und später — in der pars orbitalis, ihre härteste in der Um-
gebung des äusseren Augenhöhlenrandes, der ziemlich scharf aus-
gebildet, sich ohne Bildung eines processus orbitalis nach hinten
verliert. Gegen den Gesichtsschädel fallen sie fast senkrecht ab
und setzen sich an dem processus nasalis und maxillaris mit je
einer zugehörigen, oralwärts konkav gerichteten noch ziemlich
häutigen Bogennaht an Nasen- und Öberkieferbeine an. Soweit
die Stirnbeine gegen den Gesichtsschädel abfallen, sind sie senkrecht
gestellt und mit ihrem untersten Ende, dem processus nasalis, sogar
gegen die Hirnhöhle gedrängt. Dieser endet, indem sich die beiden
bisher eng aneinander gelegenen Lamellen nach hinten und vorn
zu einem Dreieck spalten, dessen geringer Zwischenraum von einer
rötlichen, weichen, diploötischen Masse ausgefüllt ist. Die hintere
Lamelle schlägt sich an der Basis dieses Dreiecks nach rück- und
seitwärts und oben als scharfer Rand um, die vordere endet mit
der Ebene, die das Dreieck nach unten gegen den Nasenraum
abschliesst.
Vomer ist eine senkrecht im Nasenhöhlengang aufgehängte
noch häutige Platte. Eine Gabelung am praesphenoid ist noch
nicht erkennbar. In seine schon deutlich ausgeprägte axiale Ver-
tiefung greift von oben die knorpelige pars perpendicularis des
ethmoidale ein.
Von der Gegend des tuberculum sellae turcicae steigt senkrecht
das häutige sustentaculum cerebri auf, um mit fächeriger Basis 5 mm
hinter der Coronal-Naht zu enden. Von den dadurch geschaffenen
zwei Abtheilungen der Hirnhöhle verhält sich in diesem Stadium
die vordere kugelrunde zur hinteren an Länge wie 1:0,66. Beide
besitzen auf ihrer glatten inneren perichondralen Bekleidung keine
Spuren von impressiones digitatae.e Ihre gemeinschaftliche Basis
zeigt in der Gegend der fissura optici zugleich mit der bedeu-
tendsten Dicke ihre höchste Wölbung, was sich auf der äusseren
Basilarfläche in der Gegend der Sphenoidsutur als stärkste Knickung
der ÖOranialaxe nach oben zu erkennen gibt.
Der Clivus Blumenbachiü fällt schon deutlich ab.
Was als os petrosum in der fossa cerebelli über deren innere
Fläche wenig heraustritt, ist in der Form um so mehr differenziert.
Wir sehen ein durch seine bläulich weisse Farbe und ungemein
weiche Beschaffenheit gegen das harte und braune parietale unter-
74 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
schiedenes flaches Gebilde mit einem breiten abgerundeten Fusse
an die Schädelbasis gelagert, während der Körper, immer der
Seitenwand flach anliegend aufsteigt, um sich mit einer gebogenen
Spitze gegen das häutige Gehirnzelt umzulegen.
Zwischen Spitze und Basis, im unteren Drittel sind mehrere
Vertiefungen, aus deren einer ein Nervenpaar — acusticus und
facialis — deutlich erkennbar austreten.
Der Unterkiefer ist fertig und ganz knöchern. Die Alveolar-
scheidewände sind bereits angelegt.
Aus dem Befunde ersehen wir einmal, dass zeitlich keine Regel
hinsichtlich der Verknöcherung an die Herkunft aus Blastem oder
Primordialknorpel geknüpft ist und zweitens, dass Knorpel, wenn
sie auch glashell erscheinen, doch schon so viel Knochensubstanz
in sich tragen können, dass sie als knöchern angesprochen werden
müssen.
Aus der Schilderung ergiebt sich auch, welche Knochen und
in wie weit dieselben in diesem Stadium formal bereits so aus-
gebildet sind, dass sie als selbstständige erfasst werden können.
Als erkennbare Grenzen (Nähte) sind demnach hier zu benennen:
sutura lambdoidea
„ sagittalis
„ coronalis
„ temporalis
„ spheno-parietalis
„ frontalis
„ spheno-frontalis
» fronto-palatina
»„ fronto-lacrimalis
„ maxillaris
„ nasalis
„ ethmoidalis
„ zygomatico-maxillaris
„ naso-maxillaris
„ palatina
„ naso-intermaxillaris
„ palato-maxillaris
„ zygomatico-temporalis
„ zygomatico-maxillaris
„ basilaris
„ sphenoidalis
„ fronto-temporalis
„ Squamosa.
Das geschilderte Stadium leitet hinüber zu dem, in welchem
die Schädelknochen bis auf einige bekannte Ausnahmen allmählig
ganz verknöchern, aber weiter zu wachsen pflegen und damit be-
ginnt der eigentliche Teil unserer Aufgabe.
des Schädels verschiedener Hunderassen. 75
Bei Abnahme der hierbei zu beachtenden Maasse haben wir
uns sowohl an die in der Literatur niedergelegten gehalten, als
auch neue geschaffen, welche, worin unsere Arbeit gipfelt, das
Wachstum illustrieren und die entstehenden Formveränderungen
erklären sollen. Dabei waren wir bedacht, solche Punkte zu ver-
meiden, die wie Kämme, Wölbungen, Vertiefungen etc. grossen
Schwankungen unterworfen sind. Allerdings wurde mitunter auch
der gänzliche Mangel an Vorsprüngen besonders im Bereiche der
Augenhöhle speziell bei jungen Hunden schmerzlich empfunden.
Die Höhe des oceipitale wurde gemessen vom oberen Rande
des foramen magnum bis zu einer stets vorgezeichneten Verbindungs-
linie der hinteren Parietalränder. Von hier ab reicht das inter-
parietale, von dessen Ende bis an die Coronal-Naht die parietalia
und von da bis zum Ansatz der Nasenbeine die frontalia. Unter
Basilarlänge verstehen wir die Entfernung vom unteren Rande des
foram. magn. bis zum vorderen Incisiv-Rand, unter Höhe des
Schädels den mit Hülfe des Greifzirkels abgenommenen und am
Maassstab verglichenen Abstand der sutur. sphenoidal. bis zum Kreu-
zungspunkt der sutur.coronal. mit der sutur. sagittalis. Die Hirnhöhlen-
länge ist gemessen vom oberen Rande des foram. magn. bis zur sutur.
frontalis, die Gesichtslänge von da bis zum vorderen Incisivrand.
Seine Höhe vom hinteren Ende des Gaumens bis zu dem der Nasen-
beine, die Entfernung als gerade -Linie gedacht. Sie ist das einzig
brauchbare Maass um am unzerteilten Schädel den Abfall der
Stirnbeine auf das Gesicht einigermassen zu illustrieren. Die kleinen
Verschiebungen, die durch das Vorrücken des Gaumens unterlaufen,
können in Zahlen nicht weiter zum Ausdruck gebracht werden.
Der Orbitalwinkel ist in Anlehnung an die Methode seines Be-
gründers, Herrn Professor Studer gemessen worden. — Die grösste
Breite des Schädels habe ich von einer sutur. temporal. zur anderen
abgenommen, die Breite des Gaumens zwischen P! und Mt bei
alten Hunden, bei jungen zwischen Pd! und Pd?, seine Länge vom
hinteren Gaumenrand bis zur Vorderfläche der intermaxillaria. So
gerne als ich ganz alte Hunde zum Vergleich anatomischer Ver-
hältnisse herangezogen habe, so ungern verwendete ich sie zur Ab-
nahme von Massen, weil hier zu leicht senile Abweichungen mit
unterlaufen. Dem Zwecke unserer Arbeit entsprechend, haben wir
nach dem Vorbilde der Autoren von der Reduktion der gefundenen
Masse ausgiebigen Gebrauch gemacht und der Beschreibung eines
jeden Hundes je zwei Tabellen angehängt, von denen die eine alle
an einem Schädel festgestellten Masse sowohl in absoluter als auch
in reduzierter Grösse enthält, die andere nur gewisse Proportionen,
welche die Eigenartigkeit des Schädels im besonderen Gegensatz
zu anderen illustrieren soll.
76 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Bernhardiner-Hund.
Vergl. Tafel IV.
Als Ausgangspunkt beschreiben wir den 1 Tag alten Schädel
eines $ Bernhardinerhundes (Figur la u. b) und, indem wir dessen
jugendliche Schädelform möglichst ausführlich behandeln, erledigen
wir die Beschreibung aller gleichalterigen, auch anderen Rassen
zugehörigen Hundeschädel, so dass wir uns dort mit dem Hinweis
nach hier oder der Aufzählung abweichender Verhältnisse begnügen
können.
Die jetzt schon etwas gestreckte Form ist durch die seitlich
zusammengedrückte Hirnkapsel bedingt, deren glattes, von Sagittal-
und Coronalnaht nach vorn spitz-, nach hinten stumpfwinklig durch-
quertes, flach kuppelig gewölbtes Dach nach rechts und links steil,
nach hinten erst allmählich, dann plötzlich, nach vorn sanft abfällt.
Die hintere, in der Querrichtung breitere Hälfte nehmen die parietalia
ein, die vordere schmälere die frontalia, die wegen des Abfalles
auf den Gesichtsschädel kleiner erscheinen, in Wirklichkeit
aber nicht sind. In der überwiegendsten Ausdehnung sind die
Nähte an den meist scharf aufeinander stossenden Knochen innen
und aussen geschlossen. Eine starke Abdachung zeigen die Gesichts-
knochen und von diesen besonders frontalia gegen nasalia.
Ohne sichtbare Grenze ist squama oceipitis mit interparietale ver-
wachsen, letzteres in mehrere allmählig kleinere, hintereinander
liegende Knochenscheibchen geteilt, deren vorderstes scharf be-
grenztes unmittelbar an die noch nicht ganz geschwundene Scheitel-
fontanelle stösst. Das Oceipitale ist noch in seine 4 Teile getrennt.
Zwischen dem oberen Rande der deutlich differenzierten, fest und
einheitlich verknöcherten exoceipitalien und der squama oceipitis
einerseits, dieser und der squama temporalis andererseits zieht
sich ein 3—5 mm breiter knorpeliger Saum (vergl. Tafel IV
Figur la), innerhalb dessen an seiner zugehörigen Stelle das
bereits knöcherne petrosum aus dem Inneren der fossa cerebelli
sich etwas hervordrängt. Hier begrenzen ihn nach innen die Aussen-
ränder der exoccipitalia, nach unten die hinteren Enden der hin-
sichtlich der Verknöcherung fertigen bullae osseae, die ihrerseits
noch knorpelig mit dem noch wenig ausgeprägten process. para-
mastoideus in Verbindung stehen, gegen exoccipitale, basioceipitale,
praesphenoid noch durch je einen breiten Knorpelsaum geschieden
sind. Das basioccipitale ist bis auf die unmittelbare Begrenzung
des foram. magn. von seiner Umgebung durch offene Nähte noch
getrennt. Deren klaffen ferner um den Körper des sphenoidale
post. nach vor-, rück- und seitwärts gegen die alae magnae. Die
sutura sphenoidalis ist noch breit. — Die Nähte gegen den Gesichts-
schädel und im Bereich desselben sind geschlossen, aber noch
deutlich sichtbar. Am Gaumen sind sie weit. — Das unterhalb des
os lacrimale gelagerte äusserste Ende der pars sagittalis palatin.
ist noch als bindegewebige Platte zwischen frontale und lacrimale
des Schädels verschiedener Hunderassen. 717
eingesetzt und begrenzt, ein typisches Merkmal eines jeden neu-
geborenen Hundes, als solche den medialen Rand des Einganges
zum canalis infraorbitalis. Der letzte Rest dieses häutigen Raumes
verknöchert überhaupt nicht und bleibt bei fast allen Hunden ein
unregelmässiges Loch. Ueber ihm und dem Eingang zum canal.
infraorbit,. liegt das schon ganz knöcherne, unregelmässig geränderte
Thränenbein, dessen Form und Beteiligung am vorderen Augenrand
sich jetzt genau wie später verhält. Nachdem sein oberer Aus-
läufer sich eben etwas auf die Gesichtsfläche umgeschlagen hat,
geht er in einem schmalen Saume wieder zurück und lässt das
oberste Ende des aufsteigenden Astes vom jugale vor sich Wir
kommen nicht wieder darauf zurück. — Das foram. sphenoid. palatin.
ist als ein deutliches Doppelloch mit ziemlich dicker Scheidewand
angelegt. — Anlangend noch weitere Einzelheiten, so divergieren
bereits die obersten, dem foram. magn. zunächst liegenden inneren
Enden der exoccipitalia nach aussen, die Medianlinie der squama
oceipitis ist senkrecht von einem nach unten sich verjüngenden
Kamme gekrönt, der hintere schon aufgeworfene scharfe Rand der
parietalia endet an der pars mastoidea bereits mit einem weit vor-
springenden, mehr flächenhaften Höcker, dem noch kleinen processus
mastoideus. Wir ersehen aus diesem Verhalten deutlich, dass der
später so scharf geprägte Lambda-Rand nicht der Confluenz von
Nahträndern, sondern der squama temporalis und dem parietale
zufällt, das oceipitale aber nicht dabei beteiligt ist. Jede andere
Erklärung beruht auf falscher Beobachtung. — Die Condyli sind
als solche bereits deutlich ausgebildet, zwischen sie schiebt sich
stumpf und dreieckig das basioccipitale, mit seinem schmäleren
unteren rechtwinkligen Ende an das doppelt breite basisphenoid
gelagert. Die bullae sind etwas breiter als lang, olivenförmig, an
ihrem oberen Ende thut sich das foramen ovale weit auf, das untere
scheint blind geschlossen. In sich selbst gekrümmt, bedingen sie
durch ihre Convexität nach der Medianlinie die seitlich eingedrückte
Gestalt des basi-occipitale. Der Eingang zur tuba Eustachii ist nur
durch eine leise Ausbuchtung am oberen Ende des sphenoidale
post. zu erkennen. — Die pterygoidea sind in dieser Zeit mit ihrem
vorderen Ende in einem Längsspalt der Gaumenbeinfortsätze ein-
gefügt, dessen mediale Lamelle allmählig atrophiert, die Flügelbeine
erscheinen alsdann der inneren Fläche angelagert.
Der Choanengang ist breiter als lang, os sphenoidal. anter. noch
vom Gaumen bedeckt, vomer nicht zu sehen.
Die Lineae temporales sind seitlich am Schädel sichtbar und
verlaufen in einem konvex nach oben gekrümmten Bogen nach vor-
und abwärts.
Frontalia liegen mit ihrem hinteren Ende über dem Vorderrand
der parietalia.. — Unmittelbar hinter dieser Stelle -— der schräg
nach hinten aufsteigenden Coronalnaht — macht sich die Schläfen-
enge als eine kaum fühlbare Mulde an den Seitenflächen des
Schädels bemerkbar. — Der obere Augenrand ist bereits scharf
78 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
abgesetzt und schliesst ohne Bildung eines eigentlichen process.
supraorbitalis nach hinten mit der Coronalnaht ab. — Ein process.
supraciliaris ist bereits ausgebildet. — Die Augenhöhlen haben als
ein bei allen neugeborenen Hunden konstantes Ergebnis ihren grössten
Längendurchmesser von vorn und oben nach hinten und unten.
Wo die nasalia den Stirnbeinen aufzuliegen beginnen, sind
letztere stark eingedrückt. Der ersteren oberes Ende liegt wenig
höher als eine die beiden processus frontales der Maxillarien ver-
bindende Linie. Der parallele Verlauf der beiden äusseren Nasen-
beinränder ist typisch für die Zeit, sowie diesen und jeden jungen
Hundeschädel und wie immer so convergieren die Knochen auch
hier gemeinschaftlich kaum merklich nach unten gegen die Schnauze.
Ungefähr in der Mitte ihres Längendurchmessers sind sie durch
eine Furche, welche quer über den Gesichtsschädel bis zu dem
foram. infraorbital verfolgt werden kann und in der fovea maxillaris
endet niedergedrückt. — Das Einspringen der Stirnbeine zwischen
die Nasenbeine und die Oberkieferfortsätze kann allgemein als da-
hin gehend behandelt werden, dass solches in frühster Jugend am
wenigsten der Fall ist, allmählig aber spitzen sie sich mehr, mit-
unter so scharf wie beim Fuchs stets zu, und stumpfen sich später
wie es scheint ohne präzis ausdrückbare Regel wieder ab. Eine
gleiche Unebenmässigkeit waltet auch bei den Zwischenkieferbeinen
ob. Mit Rücksicht hierauf und auf mangelnde genaue Endpunkte
habe ich auf eine Abnahme von Massen verzichtet. Was den
Körper des Zwischenkiefers anlangt, so gilt hier für alle Hunde,
dass er in der Jugend mehr gewulstet ist, bei vollendetem Zahn-
wechsel aber abflacht.
Als unverkennbare Zeichen eines jungen Schädels sind hier
weiter vorhanden die über die Ansatzstelle des jugale hinausgehende
Breite der Backzahnpartie der Maxillaria, ihr unter die Gaumen-
fläche weit hinabsteigender, eingewickelter lateraler Rand, die da-
durch hervorgerufene tiefgehende Scheidung zwischen Wangen- und
Nasenteil und die mitunter über die ganze letztere Fläche wulstig
aufgetriebene Canin-Alveole.
Das foram,. infraorbitale hängt oben stark nach vorn über. —
Für die Gaumenfläche charakteristisch sind 2 parallel verlaufende
Knochenleisten von beträchtlicher Höhe, die unmittelbar hinter dem
Körper der Zwischenkieferbeine wie es scheint als Fortsetzung des
inneren Alveolarrandes mit leisem Anhub entspringen und neben
der Molarzahnanlage bis etwas über die Mitte des Gaumens ver-
laufen. Hier fallen sie jäh ab in eine flache Grube, welche, den
ganzen Raum zwischen palatinum und Alveolen ausfüllend sich
gleichmässig tief bis nach hinten als untere Wand des processus
alveolaris oder tuber maxillare fortsetzt,. Beide neu beschriebenen
Gebilde und die zwischen ihnen deutlich ausgeprägte Gaumen-
staffelung verschwinden am wachsenden Schädel bald, hier mehr,
dort weniger. Der processus alveolaris und seine eben erwähnte
untere Wand ist ein, normal nur bei jungen, nicht zahnfertigen
des Schädels verschiedener Hunderassen, 79
oder älteren aber entarteten Hunden vorhandener, gewaltiger, hohler,
äusserst dünnwandiger und spät verknöchernder Fortsatz der Gross-
kieferbeine samt Alveolarraum in das lumen der Augenhöhle, deren
Boden er bildet. Er trägt im Inneren die Anlagen der eigentlichen
Ersatz-Molarzähne. Mit ihrem Ausbrechen geht er für gewöhnlich
zurück.
Der Jochbogen samt arcus zygomaticus läuft in diesem Alter dem
Hirnschädel noch parallel, dabei neigen sich ihre oberen Ränder
ihm mehr zu als die unteren.
Es erübrigt uns hier der schon bei Beschreibung des Dachs-
hundschädels erwähnten Wölbung der drei die Hirnschädelbasis
zusammensetzenden Basalknochen zu gedenken. Sie findet sich hier
wie bei allen Hunden, grossen und kleinen. Inwiefern sie
vielleicht ein Residuum der embryonalen Kopfbeuge ist oder ob sie sta-
tische Bedeutung hat, vermag ich nicht zu entscheiden. Beachtens-
wert ist jedenfalls der Umstand, dass dort, wo die luftig aufgebauten
Nasenhöhlen sich finden, die Schädelaxe wieder gestreckt verläuft.
So richtig es ist, dass die Wölbung um so höher ausfällt, je jünger
ein Hund ist, so falsch wäre der Schluss auf die Beziehung zur
Grösse. Beim kleinen 3 Wochen alten Black and tan Terrier habe
ich sie zwar fast gestreckt gesehen, dahingegen bei zwei erwachsenen,
echten russischen Windhunden am höchsten. Dass occipitale und
praesphenoid in diesem Stadium gleich dem interparietale ein
maschiges Knochengewebe enthalten, nicht aber aus kompakter
Knochensubstanz bestehen, hat ein Durchschnitt bewiesen.
Der Unterkiefer weist nur gedrungenere, sonst aber gleiche Form
auf als der ausgewachsene. Der Körper ist ungefähr doppelt so breit
als seine Symphysenstelle tief, dadurch haben beide Teile zusammen
die Form eines in die Quere gestellten Rechteckes. Die Aste be-
sitzen um die Milchreisszahn-Alveole ihre grösste Dicke, zu Beginn
des processus angularis sind sie jäh eingeschnürt. Der Alveolar-
raum ist bis an sein hinterstes Ende auf der medialen Fläche an-
gelegt, schwingt sich jedoch ungefähr in der Mitte des Kieferastes
mehr auf die hohe Kante. Sein äusserer Rand überragt dabei be-
deutend den inneren. Die Scheidewände der Alveolen sind breit
und tief angelegt.
Es folgt der an Umfang grösser gewordene immer noch glatte
Schädel eines vier Wochen alten Bernhardinerhundes (vergl. Figur 2):
Die Suturen zwischen squama oceipit. und exoccipitalia, sowie
diesen und dem basioccipitale, weiter die zwischen letzterem und
dem sphenoid. post. haben sich bis auf einen haarbreiten Knorpel-
saum verschmälert, die Praesph.-sutur ist noch weit; da die erst-
genannten beiden Nähte durch die gleichfalls noch vorhandenen
Oecipito-temporalis-fissur kommunizieren, sind die exoccipitalia mit
ihrer gesamten Umgebung noch knorpelig oder sehr lose verbunden.
Bullae und basioccipitale haben sich genähert. Die Grenznähte der
80 F, Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
pterygoidea sind noch deutlich abgesetzt. Erst jetzt als schmaler
knöcherner Stift sichtbar geworden, erweisen sich auch am sphenoid.
ant. die Nähte mit den Palatin. noch weit. Die Scheitelfontanelle
hat sich geschlossen. Der processus supraorbitalis ist deutlich ab-
gesetzt. Die vordere Augenwand ist in der Verknöcherung fort-
geschritten.
Am Gesichtsschädel ist nur der margo intermaxillaris innig
verlöthet, die übrigen Nähte sind wohl schärfer eingeschnitten aber
noch nicht verwachsen. — An der Basis des Hirnschädels hat sich
basioccipitale auf Kosten seiner Nachbarschaft vergrössert, die den
bullae angelagerten Partien haben langgestreckte Rauhigkeiten er-
halten zum Ansatz der Kopfbeuger und Schlundkopffascie. Die
pars mastoidea ist knöchern und schärfer geworden, auch mit dem
hinteren Ende der bullae vereinigt. — Das foramen ovale ist bis
auf ein kleines Grübchen an der lateralen Seite des als starker
Zacken sichtbaren process. paramastoideus zurückgegangen und wie
am ausgewachsenen Schädel das hyale als knöcherner Pfropf zu
erkennen ist, so lässt es sich hier in der Tiefe des foramen ovale
als ein kleines knorpeliges Zäpfchen frei präparieren. — Das prae-
sphenoid erhält per continuitatem seitliche Wülste vom oceipitale
und beginnt sich dadurch samt diesem in der Medianlinie zu ver-
tiefen. Die bullae sind breit ausgewachsen und haben sich in
ihrer gegen die Medianlinie gestellten Längsrichtung durch eine
seichte Furche in eine hintere höhere und vordere tiefe Hälfte
geteilt. Ihre untersten Enden beginnen sich zur tuba Eustachii
auszuzacken. Einen grossen Teil ihrer Aussenwand nimmt der
meatus auditorius in Anspruch, der aber noch in die Fläche ein-
gesenkt ist. Zwischen bullae und process. supraglenoidalis ist noch
ein leerer Raum. Der Choaneneingang ist länger als breit. — Am
Gesichtsschädel beginnt der foetale Charakter zu verschwinden. Das
Breite-Längeverhältnis hat sich zu Gunsten des letzteren geändert.
Die Gegend, in der Stirn und Nasenbeine zusammentreffen, hat
sich gehoben, so dass der Abfall des Hirn- zum Gesichtsschädel
flacher geworden ist. Nasalia sind an gleicher Stelle eingeengt
und gesunken, ihr unterstes Ende hat sich etwas gehoben und die
Nasenöffnung somit erweitert. Die Scheidung zwischen Backzahn-
und Nasenpartie am Oberkiefer ist nicht mehr so tief, der Alveolar-
rand beider ginge in einer horizontalen in einander über, wenn
nicht der Schnauzenteil anstiege. — Die Breite des Gaumens ist noch
sehr beträchtlich. — Die Jochbogen haben sich bedeutend aufgerichtet.
— Die Augenhöhle hat ihren grössten Längendurchmesser von oben
und hinten nach unten und vorn erhalten.
Am 10 Wochen alten auf dem Dach noch immer flachen Schädel
sind die eben genannten Nähte hinsichtlich ihrer Breite weiter
zurückgegangen (vergl. Figur 3). Am Gaumen haben die Knochen
sich vereint, es ist aber noch viel Jugend am Gesichtsschädel. —
Der hintere Rand der parietalia beginnt sich nach ihrer Fläche hin
des Schädels verschiedener Hunderassen, 81
scharf abzusetzen und nach der Hinterhauptsfläche zu mit Rauhig-
keiten zu bedecken. Um die basis des interparietale beginnt es
sich zu heben und gegen das occipitale überzuhängen. Die Occipital-
fläche erscheint daher nicht mehr so steil und glatt. Ueber dem
os temporale ist der Schädel breiter geworden. Die Coronalnaht-
hälften streben noch nach hinten und treffen auf dem Scheitel in
Allem wie früher zusammen. Die frontalia fallen nicht mehr so
steil ab, durch stärkere Ausbildung des process. supra-orbitalis
wird die Stirnbreite ungleich. — Wieder anders der 6 Monate alte
mit dem Zahnwechsel fertige Hund (vergl. Figur 4). Die Ocecipital-
fläche ist geeint. Basioccipitale, mit den exoccipitalien vereinigt,
ist nur noch nach den Seiten durch eine Fissur gegen die bullae,
nach vorn durch eine Naht gegen das praesphenoid getrennt. Dieses
zeigt nach vorn noch die sutura sphenoid. offen und wird seitlich
von den noch immer lose aufsitzenden Flügelbeinen, besonders an
dem vorderen Ende fast ganz bedeckt. Als ein gabelig endender
schmaler und dünner Knochen umfasst mit offenen Nähten vomer
das in seiner ganzen Länge nunmehr sichtbare sphenoidal ant. —
Auf der oberen Seite des Gesichtsschädels sind noch alle Nähte
offen. Die Nasenbeine enden circa 9 mm über dem process. frontal.
der Maxillarien. Die Nasen- und Backzahnflächen fallen steil ab,
die Canin-Alveole ist flacher und nur noch leise gewölbt, der Alveolar-
rand strebt noch mehr nach oben, so dass die Schnauzenpartie sich
um Vieles über die Fläche erhebt, als die Reisszahngegend. —
Das foramen infraorbitale ist steil gestellt. Das Gaumendach ist
fast flach, nur zwischen /’! und M'! hat sich als ein Rest jener
beschriebenen früher nach hinten durchlaufenden Grube eine leichte
Vertiefung erhalten. — Anlangend die Formen am Hirnschädel, ist
die Umgebung des foramen magnum karpfenmaulähnlich nach hinten
ausgezogen, die bullae haben sich zu viereckigen nach vorn ab-
fallenden Hohlgebilden verändert, an deren lateralen Seiten sich
der processus meatus mit rauher Pforte abzuheben beginnt. Sein
oberer Rand weitet sich nach unten aus und schiebt sich als eine
nur grossen Hunderassen eigene rauhe Knorpelplatte zwischen
bullae und processus paraglenoidalis. Auf der Höhe des Schädels
haben sich die äusseren Schichten der Sagittalnaht-Grenzen kamm-
artig erhoben. Zwischen sie schiebt sich von hinten her das gleich-
falls aber einheitlich gewulstete interparietale ein. Mit der Coronal-
naht treten die beiden Kämme auseinander, um als abfallender
Rand die mittlerweile hoch gewölbten, in der Medianlinie vertieften
frontalien zu begrenzen. Gleichsam als wollten sie unter einem
hier einwirkenden Drucke sich nur um so inniger verbinden, gehen
frontalia und parietalia in einer ungemein tiefzackigen Naht in ein-
ander über. Der Jochbogen steht mit breiter flacher Basis weit
vom Hirnschädel ab und hat dessen Temporalfläche seitlich mit
ausgezogen. Der processus alveolaris ist fast verschwunden, die
palatina enden mit einer Spitze in den Augenhöhlenraum, dessen
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H. 1. 6
82 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
mediale Wand mehr nach aussen gerückt ist und sich nahezu senk-
recht gestellt hat.
Diese Form bleibt nunmehr gewahrt. Der ausgewachsene
Bernhardinerschädel (vergl. Figur 5), über dessen allgemeine Kenn-
zeichen ich auf die einschlägigen Werke verweise, zeigt die Nähte
am Schädel geschlossen bis auf die sutura sphenoidal., die fissur
zwischen basi-occipitale und bullae sowie diesen und den exocci-
pitalien. — Am Gesichtsschädel sind mit Ausnahme des kaum mehr
erkennbaren margo intermaxillaris am vorderen Rand der Canin-
Alveole alle Knochen durch ihre Nähte noch deutlich begrenzt, die
Verbindung nach dem Hirnschädel kann als die lockerste bezeichnet
werden. Ein völliges Verwachsen der Nasenbeine scheint bei
Hunden nieht vorzukommen, sie bleiben zeitlebens den Oberkiefer-
beinen eingefügt. Ihr oberstes Ende steht jetzt kaum 3 mm über
der Verbindungslinie beider Oberkieferenden. Die Stirnbeine springen
ziemlich spitz ein. — Die Veränderungen hinsichtlich der Zähne
sind bekannt genug. Soweit als der Gaumen dabei beteiligt ist,
erfolgt Besprechung. — Gehen wir von der angelegten einfachen
Form aus, so unterliegt es keinem Zweifel, dass die fertige aus
der Entwicklung der Sinne, vor allem des Geruches und aus An-
lass der Wirkung von Muskelzug erfolgt. Unter dem gestaltenden
Einflusse des letzteren, steht bei diesem starken Tiere obenan die
Rindenschicht des interparietale samt Lambda-Rand und pars mastoi-
dea. Was den erstgenannten Knochen anbelangt, so glaube ich
gezeigt zu haben, dass er mit squama oceipitis beim Hunde zu den
am frühsten verknöcherten und in sich geeinten Stellen gehört, die
zu der Zeit auch schon recht innig mit einem grossen Teile ihrer
unmittelbaren Umgebung verwachsen sind. Mit dem Rückgang der
exoccipito-oceipitalsutur entsteht aber bald durch Confluenz an der
Hinterhauptsfläche eine Partie, die, je mehr sie erstarkt und ver-
wächst einen um so gewichtigeren Widerstandsfaktor beim weiteren
Wachstum des Schädels bildet. Solches ist wesentlich, denn aus
diesen Erscheinungen leitet sich die Begründung ab, dass die ganze
Occipitalfläche beim Hunde nicht mehr aus ihrer Stelle rückt. Jeder
Längsschnitt beweist diese Thatsache.
Wieweit der Vorgang jedoch dazu beiträgt, dass die Entwicklung
des Hundeschädels sich ganz und gar nach vorn zu abspielt, kann
ich nicht wissen. Wohl aber wird es erklärlich, warum die Form.
der Hinterhauptsfläche trotz der Zunahme an Höhe und Breite ge-
wahrt bleibt. So wie wir sie bei dem einen jungen Hunde hoch
und breit, beim anderen tief und schmal angelegt finden, sehen
wir sie beim ausgewachsenen Hunde trotz Höcker und Vorsprünge
wieder.
Mit Rücksicht also auf diese accessorischen Umbildungen zur
Massabnahme nicht mehr gut geeignet, ziehen wir das Wachstum
der beiden anderen Scheitelzonen: der parietalia und frontalia in
Vergleich.
des Schädels verschiedener Hunderassen. 83
Wachstum:
Parietalia Frontalia
Abs. Masse Abs. Masse
Ausgetragen bis zu 6 Mon. Ausgetragen bis zu 6 Mon.
Bo ta hHausır) Zr 2l mm VOBsz. 2 1 Ian ran 2,0 DB Rimm
Von 6 Monat. bis Ende der Von 6 Monat. bis Ende der
Entwicklung . . . . 21—27 mm Entwicklung. . . . 58-67 mm
Die Tabelle zeigt uns, dass vom ausgetragenen bis zum 6 Monate
alten Hunde parietalia auf dem Scheitel gemessen sich um das
3fache ihrer ursprünglichen Länge strecken, die frontalia nahezu
nur um das 2'/,fache. Von jetzt ab bis zum Ende der Entwicklung
nehmen die Ersteren nur mehr um !/, ihrer jetzigen Länge zu,
frontalia nur um etwas mehr als !/,.. Im Ganzen haben sich parie-
talia um das 3,85 fache ihrer nrsprünglichen Länge gestreckt, fron-
talla nur um das 2,85 fache. Letztere bleiben also zurück, denn
Stoff sowohl als Wachstumsenergie muss, was in progressiver und
regressiver Beziehung das Wesentliche am Hundeschädel ist zur
Sinusbildung verwendet werden. Der Einfluss dieser Verschiedenheit
macht sich bald sichtbar da, nicht, wo unrichtig ausgedrückt der
Schädel sich einschnürt, sondern wo durch starkes, wenn auch nur
stellenweises Vor- und Uberwölben der frontalia die Hirnkapsel
eingeschnürt erscheint, was sehr schön zu erkennen ist, wenn der
Jugendschädel über den ausgewachsenen gehalten wird. In der
ganzen Peripherie mit Ausnahme der vorderen Begrenzung laufen
die Ränder parallel. Wie auf dem Scheitel so verhält sich zweifel-
los das Längenwachstum auch an den Seiten.
Die Verlängerung der ganzen Hirnkapsel soll hier unter Bezug-
nahme auf die Höhe des Schädels gleich — 100 illustriert werden:
ausgetragen . . . . 162,9
eirca 5—6 Monate. . 176,6
Ende der Entwicklung 185,7
Wir ersehen daraus einen langsamen, aber stetigen Fortgang.
Anatomisch und physiologisch dem Hirnschädel verbunden geht mit
dessen Entwicklung die des Gesichtsschädels in Höhe, Länge und
Breite vor sich. Hinsichtlich der ersteren richtet sie sich nach der
Sinusentwicklung. Wo diese wie beim Bernhardiner ungestört vor
sich geht, bleibt der Übergang von Hirn- zu Gesichtsschädel in der
Horizontalen ohne nennenswerte Höhenveränderung. Hier der Beweis:
Höhe des Schädels = 100 Höhe des Gesichtsschädels
EI EL ER az 83
BeeMonetenti .., ln. ne =
Einde der Entwicklung... . 2... Ws 92,8
84 F. Sehmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
An Länge in der Jugend der Hirnhöhle = 100 bedeutend nach,
nähert er sich ihr mit der Zeit von 60,2 auf 96,1 und fällt der
überwiegende Anteil seines Längenwachstums in die ersten 6 Monate.
In dieser Zeit streckt er sich fast um das 4fache seiner ursprünglichen
Länge, die Hirnhöhle nur um das 2!/,fache. Von jetzt ab bewegen
sich beide Teile gleichmässig, indem sie sich noch um !/, ihres
jetzigen Längendurchmessers strecken. Im Ganzen wächst demnach
das Gesicht um das 4,7lfache, die Gehirnhöhle um das 2,95fache
ihrer ursprünglichen Länge. Vergleiche folgende Tabelle:
Absolute Masse
| Hirnhöhlenlänge | Gesichtslänge
SANUNSCLTEDENN v6, vl rer MRab U San En FL NE, 44 26,5
Girca 0’ Monster ran er, en 106 102
Ende der Entwicklung. . . ...... 130 125
Dasselbe zurückstehen im Wachsen sehen wir an der Basis
beider Schädelhälften, der Oranialaxe zur Facialaxe. Während jene
sich am neugeborenen Hunde wie 48,6 : facialaxe = 100 stellte,
steht sie mit circa 6 Monaten nur noch wie 36,9, um am Ende der
Entwicklung mit 39,4 abzuschliessen. Den Grund zu diesem leichten
Anschwellen der Cranialaxe am Ende der Entwicklung erläutert
die nachstehende Tabelle, welche uns sagt, dass sie in der letzten
Entwicklungsperiode sich noch um ?/,, ihrer jetzigen Länge dehnt,
während die Facialaxe sich nur um ?/,, Streckt.
Absolute Masse Facialaxe Cranialaxe
AIBFOLTADEN Se rk een anbauen 37 18
BITCHROLMONALERT Eee Le 130 48
Finde ’der. Eintwicklung- 42 4, 2 nr. 157 62
Wie Basilarlänge und Cranialaxe sich gegenseitig verschieben,
sagen uns nachstehende absolute Zahlen:
Absolute Masse Basilarlänge Cranialaxe
AUSPELIEDEN. ‚u ea er a, er ee 55 18
LireaB4NlonBle re so Her. 20 e We 178 48
Ende der-Eintwickaner „re ©. sera 09 219 62
Die erstere wächst in den ersten 6 Monaten demnach stark
um das 3fache, daran beteiligt sich die Cranialaxe mit dem 2'/,fachen
ihrer Länge, in der folgenden Wachstumsperiode nur mit ®/,, ihrer
jetzt erlangten Grösse. Insgesamt wächst die Basilarlänge um
fast das 4fache, die Cranialaxe um nahezu das 3!/,fache.
des Schädels verschiedener Hunderassen: 85
Das Breitenwachstum auf Höhe des Schädels = 100 bezogen,
übersehen wir an nachstehender Tabelle:
Es E Breite zw. Breite üb. Breite zw.
“ Grösste Breite a
Höhe des Schädels = 100 ä den Orbital- | den Gehör- | den Augen-
des Schädels | fortsätzen öfinungen rändern
Beassetragen '. . '. .-. 114,8 109,2 74 70,3
@irca 6 Monate... . . . 103,3 80 110 58,3
Ende der Entwicklung . 97,1 82,8 97,1 62,8
Auf vorübergehende Verschmälerung der ursprünglich sehr be-
trächtlichen Breite zwischen den Orbitalfortsätzen (Stirnbreite) folgt
wieder Zunahme, ohne Zweifel eine Folge des im Kampf um’s
Dasein sich weiter entwickelnden Riechorganes und der ihm
dienenden Stirnsinus. Bei diesem Hunde drängt demnach das Wachs-
tum in die Länge und zwar wie wir gesehen haben unter der er-
wiesenen überwiegenden Verlängerung des Gesichtsschädels. Ausser
der Tabelle sagen uns auch die anatomischen Veränderungen, dass
solches auf Kosten seiner Breite geschieht. Angelegt mit 143,3 zur
Gesichtslänge — 100 geht die grösste Breite über den Maxillarien
zurück auf 76. Wie dabei eine Verschiebung. vor sich geht, sehen
wir unter anderem an einem Lot, das 1. vom vorderen Augenrande
des ausgetragenen Bernhardinerhundes auf die Basis des Gesichts-
schädels gefällt ist. Es trifft den vorderen Rand der Pd? Alveole
und steht 8 mm vor der absteigenden Maxillarsutur des jugale.
2. Ein zweites, das vom hinteren Ende des oberen Augenrandes nach
unten geht, steht 3 mm auf und vor dem Hinterrande des tuber
maxillare, die Maxillarsutur liegt 4 mm davor. 3. Eine auf den
processus orbitalis des Jochbogens gefällte Senkrechte trifft zu-
sammen mit dem hinteren Ende des oberen Augenrandes. 4. Ein
Lot das vom Vorderrand der Nasenbeine gefällt ist, trifft 1 mm
hinter dem Vorderrande der Canin. Alveole ein.
Beim circa 6 Monate alten Hunde steht Lot No. 2 bereits 8 mm
hinter dem tuber und Lot No. 1 durchzieht die Mitte des proto-
conus von M!.
Beim ausgewachsenen Bernhardinerhunde steht das Lot vom
Orbitalfortsatz 18 mm hinter dem process. pterygoideus oss. palat.
und 30 mm hinter der Maxillar sutur. Eines, das vom vorderen
Augenrande herkommt, liegt hinter der Mitte des M!. Aus diesen
Erscheinungen, dem allmähligen Nachrücken des Gaumenhinterrandes
und dem daraus resultierenden allmähligen Erscheinen des schliesslich
in seiner ganzen Länge sichtbaren sphenoidale ant. dürfen wir dem-
nach schliessen, dass das Gesicht nach vorn geschoben wird. Hier-
von wieder eine Folge, wird der Choanengang immer länger. Für
sein Wachstum habe ich keine rationellen Anhaltspunkte ermitteln
können, ich mache jedoch auf das merkwürdig häufig gleiche Mass
zwischen seiner Breite und dem des foram. magn. aufmerksam. Der
Verbreiterung und Streckung von os jugale ohne andere Form-
86 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
veränderung, als dass sein absteigender Ast aus der senkrechten
Stellung in eine horizontale Lage übergeht und des os intermaxillare
als Beitrag zur Gesichtsschädelverlängerung sei der Vollständigkeit
halber auch gedacht.
Anlangend die Nasalia, zeigt ihr ständiges Aufrücken im Längen-
verhältnis zum Gaumen = 100 von 47,1 auf 68,9 und schliesslich
auf 77,2, dass sie bei diesem Hunde ganz bedeutend mitwachsen.
Absolute Masse Gaumenlänge | Nasenbeine
AnBBerkaßenn u HIN ah RZ FRAATBER TER, 35 16,5
DIE AO Munde... 7. A VE SEM Er RE EURE 103 21
Ende der Entwicklung . . . . . 2.22% 123 95
Die Zahlen sagen uns, dass sie sich fast um das 6fache ihrer
ursprünglichen Länge strecken. Nach oben hin wird an ihrem
ursprünglich breit angelegten Verhalten insofern Wandel geschaffen,
als sie auf Veranlassung der zwischen sie und den Frontalfortsatz
der Maxillarien anfangs mehr, später weniger weit einspringenden
Stirnbeine sich zuspitzen, unten aber, wahrscheinlich unter dem
Einfluss des Atmungs- und Riechgeschäftes sich verbreitern. Über
die allmählige Einschnürung in der Mitte ihres Verlaufes bin ich
um eine gute Erklärung verlegen. Es ist mir zweifelhaft, ob solche
die Nachwirkung jener anfangs gedachten Querfurche ist oder ob
sie durch das eigene Gewicht hierzu veranlasst werden, oder ob
sie auf Zugwirkung der eingesogenen Luft zurückzuführen sein dürfte.
Über das Längenwachstum des Gaumens ergiebt sich, dass der
überwiegende Anteil auf die als eigentliche Zahnträger bedeutungs-
vollste Maxillarpartie entfällt. Von 35,7 nehmen sie zu bis auf
39,7:100 Gaumenlänge, die intermaxillaria von 24,2 auf 26: 100,
die palatina scheinen sich wenig zu rühren. — Über das Wachs-
tum der Gaumenbreite giebt folgende kleine Tabelle Aufschluss:
Absolute Masse z Gaumenbreite
innen | aussen
Anspettapens; nn Jılata alısihrel hi Teer re 23 30
Glzealb: Monate sten yuah |; Danherıı rtv 58 76
Ende der Entwicklung. . . . ; | 65 83
Hierbei ist es besonders in Rücksicht auf andere Hunde inter-
essant, festgestellt zu haben, dass die Alveolarbreite nahezu in
gleichem Verhältnis von a—z verharrt, beim eben ausgetragenen
entfallen so wie beim ausgewachsenen beinahe !/, der Gaumenbreite
auf sie. Dabei ist die Stelle zu beachten, an welcher bei diesem
heterodonten lyraförmig eingesetzten Gebisse das Maass entnommen
ist. In welcher Weise für seine Unterkunft gesorgt war, zeigt uns
die in der Jugend starke Ausbildung des tuber maxillare und die
aus Gründen der Raumersparnis und Aufspeicherung von Bildungs-
material gewulstete und grubige jugendliche Gesichts- und Gaumen-
des Schädels verschiedener Hunderassen. 87
fläche. Es sei hier bemerkt, dass die mehrfach erwähnte Wulstung
der jugendlichen Backzahn-Kieferpartie der Maxillaria nicht aus-
schliesslich auf Rechnung der in ihnen enthaltenen Ersatz-Zahn-
anlagen kommt. Denn ein mir vorliegender eben zahnfertiger Hunde-
schädel zeigt noch dieselben geschwollenen Kiefer, wie einer, der
noch gar nicht gezahnt hat. — Das Dickenwachstum des Gaumens
ändert sich nach Alter und Grösse des Tieres, es schwankt von
einer kaum messbar dünnen bis zu einer 4 mm dicken Platte.
Schläfengrube und Augenhöhle haben gemeinsam an der all-
mähligen Modellierung des Schädels Teil genommen. An der Ver-
änderung des Augenhöhlendurchmessers ist der Gesichtsschädel
zweifellos beteiligt, insofern als er bei seinem Auswachsen den
unteren Rand der Augenhöhle mitzieht, beim Windhund ist er so-
gar zugespitzt. Vielleicht trägt auch die Schwere des Gebisses ein
gewisses Verschulden. Im Übrigen ist die Gegend wenig Wechsel
unterworfen. Mit der stärkeren Ausbildung des Ethmoids sind die
medialen Wände der Augenhöhlen ausgeweitet worden und fallen
nach dem Schwund des tuber maxillare fast steil ab. Mit dem Er-
starken der in Gebrauch genommenen Muskulatur beginnt sich am
Fusse des alisphenoids, aber weit unterhalb der fissura sphenoidalis
und dem foram. optici die Crista orbitalis zu bilden. Mit dem
Höhenwachstum des Schädels jedoch rückt auch sie hinauf, um als
unterster unmittelbarer Rand der erwähnten Öffnungen zu verharren’
die aus der Tiefe mehr an die Wand der Schläfengrube gerückt sind.
HinSichtlich der Veränderung in „Breite der Schnauze“ ver-
weise ich auf die Tabellen I-II Seite 88 u. 90. Uber die comple-
mentär zum Ausdruck gebrachte Grösse des Orbitalwinkels vermag
ich eine bestimmte Regel nur in soweit anzugeben, dass sie in der
Jugend geringer ist. Wenn stärkerer oder schwächerer Muskelzug
das Abstehen des arcus zygomaticus regeln kann, ist dieses bei
dem durch ein straffes Band gehemmten jugale nicht der Fall. Wohl
hat das naturgemässe Breitenwachstum des Schädels über den Joch-
bogen, ferner die unter dem Einflusse der Züchtung zugenommene
Höhe des Schädels und eine mehr oder weniger weitgehende Durch-
lüftung der Frontalien auf die Grösse des Winkels Einfluss. Zum
Beweise des gesagten dient der in den verschiedenen Wachstums-
stadien gemessene, wenig verschobenen Abstand des processus orbi-
talis vom oberen Augenrande des jugale auf die Basilarlänge = 100
reduziert (Tabelle I Seite 88 No. 36).
Am Unterkiefer ist die korrelative Aufrichtung gegen den hoch-
gehenden Oberkiefer die bedeutsamste Erscheinung. Die Verschiebung
des Gebisses erfolgt unter denselben Gesichtspunkten wie dort. Beim
jungen Hunde weiter hinten fast in der Mitte der inneren Fläche
des processus coronoideus angelegt, schieben sich die Alveolar-
ränder immer weiter nach vorwärts, so dass mit dem fertigen Ge-
bisse M°® unmittelbar am Fusse des vorderen Coronoid-Randes er-
scheint. Am Schlusse der Entwicklung steht er bis zu 10 mm vor
demselben.
88 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Bernhardiner.
Tabelle I.
Ausgetragen 9—6
Mittel aus 2 Monate
Es beträgt: Pre ET
absol. |reduc-] absol. |reduc-] absol.
Masse| tion |Masse| tion | Masse
1 | Basilarlänge . 55,0 | 100]178 | 100] 219
2 | Basicranialaxe 18,0 |32,7| 48 |26,9| 62
3 | Basifacialaxe . 37,0 | 67,2] 130 | 73,0 | 157
4 | Länge d. basi. a 12,0121,8| 30 |16,8] 37
5 "» » ». sphenoidal post 6,0110,9| 18 |10,1| 25
6 | ant. — | — [| 19 [10,6] 26
7 | Abstand d. palat. v. Torem. mag. 20,5 137,2] 73 |41,0| 96
8 | Länge d. Gaumenpartie d. palatin. 14,0 125,4] 36 120,2] 42
9 Pa re n „ maxillaren . 12,5|22,7| 41 123,0] 49
10 when un » „ Intermaxillaren | 8,5|15,4| 26 14,6] 32
11 | Länge d. Gaumens- bis vord. Rand d.Ineisiv [35,0 | 63,6 1103 | 57,81 123
12 | Breite „ - innen | zwischen . 23,0 |41,8| 58 132,5] 65
13 Mr E lt P! u:M%. 30,0|154,5| 76 |42,6| 83
14 | Hirnhöhlenlänge 44,0 80,0 | 106 | 59,5 | 130
15 | Gesichtslänge 26,5 |48,1|102 | 57,31 125
16 | Höhe des Schädels i 27,0149,0| 60 |33,7| 70
17 | Grösste Breite des Schädels 31,0\56,3| 62 |34,8| 60
18 | Schläfenenge . 30,0154,5| 40 22,4| 49
19 | Länge der Nasalia. 16,5 |30,0] 71 |39,8| 9
20 | Grösste Breite der Nasalia. 7,5|13,6| 19 |10,6| 26
21 | Länge von Nasenbein — Ineisivrand 11,5|20,9| 39 |21,9] 48
22 | Breite über d. Gehöröffnungen 20,0 |36,3| 66 |37,0| 72
23 | Breite von Jugale — Jugale 41.0 74,5|106 59,5] 135
24 „ zwischen d. Orbitalfortsätzen 29,5 53,6] 48 |26,9] 69
25 | Geringste Breite zwisch. d. Augenrändern |19,0|34,5| 35 |19,6| 47
26 | Breite d. Schnauze ‚ 13,5|24,5| 35 119,6] 34
27 | Länge d. Backzahnreihe . 18,0 | 32,7] 71 |39,81 79
28 » n Reisszahnes — | — | 20 /112| 21
29 | Breite d. = —|-[4| —-|)| 2
30 | Länge der beiden Molarn . — | — | 24 |134| 24
3l n von 28-30 — | — I 4 |24,7| #5
32 | Länge der Maxillaria von:
a. sutura fronto maxill.. E 19,5 |35,4| 82 | 46,0] 105
b. process. pterygoid — vord. Rand dl
Canin. alveol 26,0 147,2] 84 147,1| 99
33 | Länge d. interparietale . 17,5/31,8| 31 |17,4| 48
34 | Länge d. parietalia. 7,0112,7]|. 21 |11,7| 27
35 n„ .„ frontalia.. - 23,5 |42,7| 58 132,5| 67
36 | Abstand von jugale — process. er 10,5/)19,2] 21 |11,7| 30
37 | Winkel d. Orbitalebene . 67°| — | 47°| — | 50°
aus-
gewachsen
m —
reduc-
tion
100
28,3
71,6
16,8
11,4
11,8
44,0
19,0
22,0
14,6
56,0
29,6
38,0
59,0
57,0
31,9
27,3
22,4
43,2
11,8
21,9
32,8
61,6
31,5
des Schädels verschiedener Hunderassen. 89
Ausgetragen 5—6 aus-
Mittel aus 2 Monate gewachsen
Es beträgt: ————_———
absol. |jreduc-] absol, |reduc-] absol. |reduc-
Mass | tion |Masse| tion |Masse, tion
38 | Höhe des Oceipitale . 12,0|21,8| 33 |18,6| 46 | 21,0
39 | Breite „ 55 22,0,40,0|] 62 134,8] 67 |30,5
40 | Vom foram. infra an: en nd 19,5|35,4| 59 |33,1| 74 |33.7
41 | Vom vorderen Rand d orbit.— Ineisiv Rand |24,0 143,6] 88 |49,4|102 | 46,5
42 | Vom vorderen Rand d.orbit.— foram. infra-
orbit. Rand . 551 — | 27 | — | 30 | —
43 | Distanz d. lineae temporales 2951 — | 7 | — bi —
44 | Grösste Breite zw. d. Zähnen . — | — | —- | — 5|I —
45 | Höbe d. foram,. magn. . 6,0110,9| 15 | 84| 18 | 82
46 | Breite „ „ Stk 801145] 20 |112| 17 | 7,7
47 | Weite d. Ben öneng 80/145] 18 |10,1| 19 | 86
48 | Grösste Breite üb. d. Maxill. . 38,0 169,01 80 1449| 95 |43,3
49 | Breite über d. foram. infra-orbital. . 20,5 137,21 — | — | 53 | 24,2
50 | Höhe von Gaumen — sutura fronto nasalis | 22,5 140,9] — | — | 65 |29,6
Unterkiefer.
Länge des Unterkiefers:
1 | Vom angulusmandib.— vord. Rand.d.Ineisiv [42,5 | 77,2|148 |83,1|183 | 83,5
2 | Länge d. Backzahnreihe . 24,5 44,5| 82 46,0] 90 |41,1
3 | Höhe vom unteren mandib. Band: — zur
Mitte d.M! 10,0|181| 27 |15,1| 35 |15,9
4 | Höhe vor d. foram, mental... 751-1201 —|27| —
5 | Breite d. condyl. glenoidalis 75) —-— 13|1| —- | 34| —
6 ı Höhe d. aufsteigenden Astes . 70) -— 1727| — | 3535| —
7 | Vom angulus — ob. Rand. d. glenoid. 951 — | 30 | — | 37| —
8 | Höhe d. hinteren Kiefergelenkes. 15,5/28,1| 57 |32,0| 74 |33,7
90
SONO UD
10
F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Tabelle II.
Die hinteren Dimensionen = 100
Cranialaxe zur . . . . . Basilarlänge
Grösste Breite des Schädels
Zwischen den Orbitalfortsätzen .
Grösste Breite zw.den Maxillarien .
Breite über den Gehöröffnungen. . e
Höhe des Schädels 5 Hr
Gesichtelanee I RUN EN. . >
Hirnhöhlenlänge . . rt r
Höhe des Gesichtsschiidels . NRTER ”
Unterkieferlänge . . ..... A
Cranialaxe zur)... % 5 1810) Facialaxe
Palatin er re Gammenlange
Maxillaria „ Hs n
Intermaxillaria zur . . . ... A
Länge der Nasalia zur IE: 4
Gesichtslänge . . Hirnhöhlenlänge
Grösste Breite üb.d. Mazillar. . . Gesichtslänge
Hirnhöblenlänge . Höhe des Schädels
Höhe des Gesichtsschädels . . „ n
Höhe des Oceipitale .
Cranialaxe. . . . . Grössten Breite d. Schüdels
Schläfenenge . . . j ns
Geringste Breite zwischen den Augenrändern zur
Grössten Breite des Schädels
Breite der Schnauze z. Breite ü.d. for. infra. orbit.
Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe
Länge der unter. Backzahnreihe z. Unterkieferlänge
des Schädels verschiedener Hunderassen. 9]
Neufundländer.
Vergl. Tafel IV.
Die Schädel, welche wir jetzt zu besprechen Gelegenheit
nehmen, gehören sämtlich Tieren guter Artprägung an. Die jüngsten
entstammen der berühmten Zucht des Herrn Professor A. Heim in
Zürich, ihre Mutter war die bekannte Ursa. Die Besitzer der beiden
übrigen sind renommierte Hundeliebhaber, so dass das vorliegende
Material in Bezug auf Rassenreinheit wenig zu wünschen übrig lässt.
— Nach Herrn Professor Studer’s letzt erschienenen Klassifikation
gehört er einer mässig grossen, schon lange domesticierten Hunde-
rasse an. Wir beginnen mit dem Neugeborenen.
In toto scheint der Schädel kleiner, auch zierlicher, die Hirn-
höhlenpartie seitlich eher gewölbt als flach (vergl. Figur lau. b). Die
allgemeinen osteologischen Verhältnisse sind gleich denen anderer
Hunde. Da auch die Beschaffenheit der Nähte nicht abweicht und
hinsichtlich der Verknöcherungsbezirke durchaus dasselbe Verhalten
besteht, verweise ich hierüber auf Bekanntes.
Ausser kleinen Grössenunterschieden, die zu Gunsten des 2
vorhanden sind, besteht noch einer hinsichtlich der Schnauze, in-
sofern als das & die dem Neufundländer eigene viereckige Nasen-
öffnung mehr ausgeprägt zeigt und die frontalia bei diesem etwas
spitzer nach hinten ziehen. Gemeinsam ist beiden jetzt schon die
auch beim ausgewachsenen Hunde beachtenswerte Breite d. h.
grössere Convexität der tympanica gegen die Medianlinie, wodurch
besonders bei dem & das basicoccipitale an der entsprechenden Stelle
schmal erscheint. Im Allgemeinen ist die Jugendform bis in die
feinsten Details ausgeprägt.
Anlangend kleine Abweichungen von anderen Hunden, so laufen
die oberen Enden der Nasenbeine eher zugespitzt aus, ohne indessen
das Ende der beiden Maxillar-Fortsätze zu überragen. Ein nur
dem Auge zugänglicher Vergleich ist die kleinere Dreiecksgestalt
der auf den Stirnteil entfallenden frontalia und die Art wie die
parietalia nach hinten abfallen. Flach und eingedrückt wäre wohl
die passendste Bezeichnung. Dabei ist der Fortsatz des interparietale
recht schmal, die Basis aber breit, hoch und vorgewölbt. Mit
anderen neugeborenen Hunden verglichen, sitzt die squama aus-
nehmend tief, wodurch die Hinterhauptsfläche breiter als hoch er-
scheint. Genau so finden wir sie beim ausgewachsenen Hunde
wieder. — Auch der Unterkiefer weist mehr Feinheit auf, als man
nach der späteren Grösse des Tieres erwarten sollte. Der processus
coronoideus steigt nur allmählig auf und endet mit einem auffallend
langen nach hinten überhängenden Aste.e An Höhe und Breite so-
wohl des ganzen Hinterkiefergelenkes als auch der mehr gestreckten
Kieferäste steht er dem kleineren Pudel nach. —
Ob der Lotverhältnisse diene, dass 1. eines das vom vorderen
Augenrand gefällt ist, die mächtige Pd? Alveole etwas vor ihrer
Mitte schneidet; 2. der höchste Punkt des Jochbogens und das
äusserste Ende des oberen Augenrandes fallen zusammen. —
99 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Mangels eines geeigneten Zwischengliedes sei nachstehend ein
einige Monate älterer Schädel beschrieben (Tafel IV Figur 2). Unter
Wahrung vieler Jugendmerkmale besonders am Gesichtsschädel hat
er sich gewaltig gestreckt und ist höher geworden. An der Basis-
des Hirnschädels sind sutur. basilaris und sphenoidalis, letztere durch
eine zwischengelagerte Knorpelschicht noch offen. Die Fissuren
zwischen bullae und occipitale und die der exoceipitalia gegen die
pars mastoidea sind noch weit. Die übrigen Schädelnähte sind eng
geschlossen aber noch deutlich in ihrem Verlaufe zu erkennen. Die
oceipitalfläche beginnt durch Überlagerung des Interparietalwulstes,
bereits ausgehöhlt zu erscheinen. Die noch unveränderte glatte
Mittelpartie der Schuppe aber steht noch senkrecht. Der obere
Rand des foram. magn. springt weniger als bei anderen Hunden
dieses Alters vor. Basioccipitale ist auffallend schmal, die Grenze
gegen das sphenoidale liegt viel weiter vor der tuba Eustachii als
sonst. Dass beide Basalknochen gegen die Mitte des Schädels (von
unten gesehen) stark abfallen, findet seinen Grund in der auffallend
ergiebigen Wölbung der Hirnbasis, die an diesem Schädel ihren
Höhepunkt im Körper des in seiner ganzen Länge sichtbaren sphe-
noidale anter. erreicht. Tympanica liegen auffallend nahe den
Condyli und ziehen spitzwinklig gegen die Medianlinie. Parietalia
beginnen sich in einer für den Neufundländer eigenen flachrunden
Art zu wölben, die Ränder der Sagittalnaht erheben sich mit dem
Ende des interparietale und bezeugen in selten so schön sichtbarer
Weise, dass sie die eigentliche Se später überlagern werden.
Ihnen parallel, aber weiter hinten entspringen kaum sichtbar die
lineae temporales, die in ständig divergierendem Verlauf am process.
supraorbitalis enden. Die Durchlüftung der frontalia ist augen-
scheimlich unmittelbar neben der nur wenig tiefen Medianlinie am
weitesten nach hinten vorgeschritten, denn auf der Höhe des
Scheitels reicht deren Wölbung weiter nach rückwärts als an den
Seitenflächen. Wohl deshalb biegt auch die Coronalnaht nahe der
Sagittallinie scharf nach hinten ab. Im Besonderen ist die Wölbung
der frontalia nicht wie beim Bernhardiner in kurzer Dreiecksgestalt
sondern langgestreckt in mehr beharrender Breite angelegt und
setzt sich, abgesehen von dem etwas weiter vorspringenden proc.
supraorbitalis in gleichem Sinne bis in die untersten Enden der
process. nasales for. Dicht hinter dem eben erwähnten Augen-
fortsatz erscheint der Schädel enger, weiter nach hinten tritt die
Stirnlappen-Gegend mit der Längsrichtung des alisphenoids parallel
wieder vor. — Die Knochen des Gesichtsschädels sind durch deutlich
sichtbare Nähte dem Hirnschädel angesetzt und gleichermassen mit
einander verbunden. Die des Gaumendaches sind halb geschlossen.
— Zu beachten ist für das vorliegende Alter (4—6 Monate) die
grosse Breite des ramus ascendens von os zygomaticum und als
eine nicht oft wiederkehrende Erscheinung, dass an der Grenze
zwischen Wangen- und Nasenfläche des Oberkiefers der Alveolar-
rand unterhalb des foramen infraorbitale mit einer Knochenspitze
des Schädels verschiedener Hunderassen. 93
vorspringt, was bei ganz jungen Hunden häufiger gefunden. wird.
— Die steile Stellung des Fortsatzes von os intermaxillare bedingt
auch jetzt noch die wenig gestreckte Form der Nasenöffnung. —
Tuber maxillare bildet als ein umfangreicher hinten runder Zapfen
den flachen Boden der Augenhöhle, tiefe Einschnitte trennen ihn
von palatinum und jugale. — Ein an diesem Schädel 1. vom vorderen
Augenrande gefälltes Lot steht 11 mm vor der maxillar sutur, 21 mm
hinter dem foramen infraorbitale und schneidet den 4 mm breiten
freien Raum des Alveolarrandes zwischen dem bis hierher vorgerückten
noch vorhandenen ?d! und dem dahinter bereits erschienenen M'!
genau in der Mitte. 2. Der höchste Punkt des jugale und des
process. supraorbitalis treffen auch jetzt noch annähernd zusammen,
die Linie steht jedoch 18 mm hinter der Maxillarsutur, am Jugend-
schädel nur 2 mm. —
Der 10—12 Monate alte, längst zahnfertige Hund (vergl. Figur 3)
zeigt am Hirnschädel die basilar- und sphenoidalsutur, sowie ex-
occipitalfissur gegen die pars mastoidea noch offen. Am Gesichtsschädel
sind die Nähte des Gaumendaches fest vereinigt, die anderen noch
recht lose. — Die Vorwölbung der Basis-Gegend des interparietale
hat zugenommen und die squama oceipitis besonders an ihrem oberen
Teile mit in diesen Prozess hineingezogen, so dass von einer senk-
recht gestellten occipitalfläche wenig mehr angedeutet ist. Basi-
occipitale und das hintere Ende des praesphenoid. haben am Fusse
der bullae ineinander überfliessend gewaltige Muskelhöcker erhalten,
die sich weit an der inneren Fläche der bullae hinaufziehen. Diese
selbst sind auffallend gross und hoch aufragend, von mehr vier-
kantiger Gestalt aber glatter, rundlicher Oberfläche. An ihren
hinteren Rand legt sich mit bemerkenswert breiter Platte der process.
paramastoideus an. Der vordere, untere Saum des zum process.
umgestalteten meat. audit. hat sich bereits zwischen bullae und
process. paraglenoidal. geschoben. — Die Knickung der Schädel-
basis liegt im hinteren Drittel des praesphenoid ant. — Auf dem
Schädeldach hat sich die crista sagittalis, bestehend aus zwei neben-
einander laufenden Kämmen gehoben, ihr parallel und eng anliegend
ziehen die lineae temporales nur allmählig divergierend nach vorn.
Dadurch bewahren die frontalia die lang gestreckte Gestalt und
verleihen der Glabellarfläche ihre bemerkenswerte Längenausdehnung.
Die seitliche Vorwölbung der frontalia in der Gegend der Stirn-
lappen zwischen Coronalnaht und process. supraorbitalis hat be-
deutend zugenommen. — Am Gesichtsschädel ist jede Jugend ge-
schwunden. Das breit, mit tief herabsteigendem Aste aufgesetzte
jugale hat sich in seiner früher schon hervorgehobenen Eigen-
heit erhalten, als Ganzes wölbt sich der Jochbogen jetzt
öher. —
Ueber die weiteren Formen dürfte in der durch die letzte
Publikation des Herrn Professor Theophil Studer vorzüglich ver-
vollkommneten Fachliteratur nachzulesen sein. —
94 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Angehend die Lagebeziehungen, so ist 1. die Maxillarsutur des
jugale bis auf 6 mm an das Lot vorgerückt, welches vom vorderen
Augenrande herabkommt und am Alveolarrand die Mitte des proto-
conus von M! durchschneidet. 2. Die Senkrechte, welche process.
supraorbitalis und process. orbital. oss. jugalis verbindet, steht
28 mm hinter der Maxillarsutur. Also auch hier hat bedeutende
Verschiebung des Gesichtsschädels in seiner unteren Hälfte nach-
weisbar stattgefunden.
„ Anlangend das Wachstums-Verhältnis der parietalia und fron-
talia auf dem Scheitel gemessen, so stehen dieselben zur Zeit der
Geburt wie 1:2, im Alter von circa 6 Monaten wie 1:3 und am
fertigen Schädel wie 1:2,95. Mit anderen Worten: es wachsen
parietalia von Beginn des Luftlebens ab bis zum Ende von 6 Monaten
um stark das 1!/,fache ihrer ursprünglichen Länge, frontalia um
mehr als 2!/,fache. Erst nachdem diese Länge erreicht ist, wachsen
parietalla mehr als frontalia. Aber ihre Zeit ist vorbei und es
gelingt ihnen nicht einen nennenswerten Erfolg zu erzielen.
Hier die Tabelle:
Absolute Masse Parietalia Frontalia
Auspetkagen a rasen. ar De Dear 10 20
Olten DM nat HT a ee re ee 17 51
Ende der Entwicklung . . . .. re 22 65
Im Ganzen vergrössern sich demnach parietalia um das 2,20fache
ihrer ursprünglichen Anlage, die frontalia um das 3,25fache. In
dem stärkeren Wachstum der frontalia bei diesem Hunde, bezw.
in dem auffälligen Zurückbleiben der parietalia liegt denn auch mit
grosser Wahrscheinlichkeit und als ein ganz besonderes Merkzeichen
des jugendlichen Neufundländers begründet, dass der Jochbogen
nahezu in seiner gestreckten Lage verblieben ist. In Gemeinschaft
mit der schon erwähnten besonderen Art der Durchlüftung der
Stirnbeine erklärt sich jetzt auch die ziemlich lange Glabella.
Rücksichtlich der Hirnhöhlenverlängerung als Ganzes verweise
ich auf folgende kleine Übersicht:
Höhe des Schädels — 100 Hirn hohen
Bernhardiner | Neufundländer
SUSDOIWADOHU NE m. a a. 20 paar 162,9 162,7
ra DH Monate a a. 176,6 179,2
Ende der Entwicklung . . . .... ; 185,7 168,5
Vergleichen wir nun die Verschiedenheit im Wachstum der
parietalia und frontalia, dort 3,85 bezw. 2,85 und hier das 2,20fache
bezw. 3,25fache so ist die Verschiedenheit des Bernhardiner-Hirn-
schädels von dem des Neufundländers im Grossen gegeben. —
des Schädels verschiedener Hunderassen, 95
Eines Hinweises wert ist hier das Verhalten der Cranialaxe
zur Basilarlänge:
Basilarlänge = 100 Cranialaxe
En 33,3
TE TEE Mer ae Mor Mare RE SE EEE SP eg 27,6
Ausgewachsen . . Kar er TR Nah TE IE ELTA TR 26,3
Indem sie genau mit !/, derselben beginnt, fällt sie später wie
bei allen langschnauzigen Hunden auf nahezu !/,, offenbar eine
Wirkung der sich stark verlängernden Facialaxe.
Hier diese Erscheinung in Zahlen:
Absolute Masse Facialaxe Cranialaxe
BB on, ee et 14,5
nassen a. We dortihder ae R 42
am Ende der Entwicklung . . . ...».... „| 148= um das 53
5,13 fache
Weiter das Wachstum des Gesichtsschädels, zuerst hinsichtlich
der Höhe:
Höhe des Schädels = 100 Gesichtsschädel
FANIS LETTAEETE ee a ee ee 74,4
5—6 Monate . . . ae BES a RE 1 u 90,5
Benelor Botwackiand:., u) a 88,5
Der Abfall vom Hirnschädel zum Gesichtsschädel kann dem-
nach nur ein flacher sein.
Sein Längenwachstum dokumentiert sich mit folgenden Zahlen:
Absolute Zahlen Hirnhöhlenlänge | Gesichtslänge
Eger ne Senne) A RN 35 19,5
Birea 56 Monate. 777 „am lte ie. 95 88
Ende der Entwicklung . . . . 2 220.2. 118 123
Die Hirnhöhle hat sich demnach im Ganzen von Anfang bis
zum Ende der Entwicklung um das 3,37fache vergrössert, davon
entfallen das 2!/,fache auf die ersten 6 Monate und '/, auf die da-
mals erreichte Grösse, der Gesichtsschädel aber hat sich um das
6,30fache verlängert, wobei fast das 4'!/,fache auf die erste und
4/,. auf die zweite Wachstumsperiode entfallen, stets hinsichtlich
der Grösse von der sie ausgegangen sind. Im Effekt hat also der
Gesichtsschädel den Hirnschädel an Länge überholt, ein Verhältnis,
96 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
wie wir es innerhalb der Gattung canis nicht häufig finden, sich
für unseren Fall vielleicht dadurch erklärt, dass wir in dem aus-
gewachsenen Hunde einen langschnauzigen Typus vor uns hatten,
wie deren bekanntlich vorkommen.
Beim Wachstum des Gaumens sehen wir als Einzelpartie die
intermaxillaria im Vordergrund des Wachstums stehen (Tabelle IV
S. 99).
Ueber das flotte Steigen des Längenverhältnisses zwischen
Nasalia und Gaumen gibt Tabelle IV S. 99 und folgende kleine
Übersicht Aufschluss:
Absolute Zahlen Gaumenlänge | Nasenbeinlänge
INTINSEHIRPETEEE Le en oe 27,5 13
Girea 9 —OMonBle ee N 88 63
Ende der Entwickung . Tr. NT, 116 91
Die Nasenbeine haben sich demnach nicht weniger als um
das 7fache vergrössert und schliessen mit 78,4 zur Gaumenlänge
Das Wachstum der einzelnen Gesichtsschädelregionen lässt
sich ohne weiteren Commentar leicht an der Hand der Tabelle III
S. 98 No. 40—42 verfolgen.
Über den Anteil der Alveolenbreite an der des Gaumens,
orientiere man sich an nachstehenden absoluten Zahlen:
Die Breite des Gaumens beträgt: aussen innen
AnRGPtragen. Auba Auagiilnerue. 7% Like 26,5 17,5
Girea2D—62Monater ee in 0 Er 59 49
Ende der Entwicklung VE. = 73 5%
Sie sagen uns was die Schädel auch bestätigen, dass die
Alveolen in der Jugend breiter als beim Bernhardiner angelegt sind,
— Der Unterschied in der Länge des fertigen Reisszahnes mit 26,3
zur Länge der Backzahnreihe = 100 im Gegensatz zum Bernhardiner
der 26,5 — 100 aufweist, ist jedoch so geringfügiger Natur,
dass wir mit Recht von einer gleichen Gebissgrösse sprechen dürfen.
Entsprechend der bei diesem Hunde nicht starken Aufrichtung
des Schnauzenteils ist auch der Unterkiefer gestreckter geblieben.
Der Alveolarraum ist weit hinten an der medialen Fläche an-
gelegt, rückt allmählig auf die Höhe des hier auffallend breiten
Öberkieferrandes und schiebt sich am proc. coronoideus so weit
hinauf, dass sein hinterstes Ende ähnlich wie beim ausgewachsenen
canis Nipalensis in einer Sagittal-Ebene mit dem oberen Rande des
processus glenoidalis zu liegen kommt. Mit der Längenzunahme
des Unterkiefers rückt er herab und vorwärts.
a
ODHOO OO NO IT PP WVON m
1}
Ha
er
an Qt
des Schädels verschiedener Hunderassen. 97
Neufundländer.
Tabelle III.
Mitkel aus 2| Monste | 1 Jahr
Es beträgt:
absol. |reduc-| absol. |jreduc-| absol. |reduc-
Masse| tion |Masse| tion | Masse| tion
Basilarlänge . 43,5 1100,0[152,01100,0]201,0|100,0
Basicranialaxe 14,5 | 33,3 | 42,0 | 27,6 | 53,0 | 26,3
Basifacialaxe . t 29,0 | 66,6 [110,0 72,3 [148,0] 73,6
Länge des basi. Be 9,0 | 20,6 | 27,0 | 17,7 132,0 | 15,9
= » „» $phenoidal. post . 5,5 | 12,6] 16,0 | 10,5 | 21,0 | 10,4
n; a en aut, 2, — | — [18,0|11,8] 24,0 |11,9
Abstand der palat. v. foram. magn. 17,0 | 39,0 | 63,0 | 41,4 | 86,0 | 42,7
Länge der Gaumenpartie der palatin. 10,5 | 22,9 | 31,0 | 20,3 | 40.0 | 19,9
#115; R „ maxillar. 10,5 | 24,1 | 35,0 | 23,0 ] 44,0 | 21,8
wo „ intermaxillar. | 6,5 | 14,9 | 22,0 | 14,4] 32,0 | 15,9
Länge d. amenst hie vord.Rand d.Ineisiv. | 27,5 | 63,2 | 88,0 | 57,8 1116,0| 57,7
Breite „ 5 innen | zwischen 17,5 | 40,2 | 49,0 | 32,2 | 57,0 | 28,3
als R N u. M! 26,5 | 60,9 | 59,0 | 38,8 | 73,0 | 36,3
Hirnhöhlenlänge 35,0 | 80,4 | 95,0 | 62,4 118,0] 58,7
Gesichtslänge 19,5 | 44,8 | 88,0 | 57,8 [123,0| 61,1
Höhe des Schädels 21,5 | 49,4 | 53,0 | 34,8 | 70,0 | 34,8
Grösste Breite des Schädels 25,0 | 57,4 | 56,0 | 36,8 | 60,0 | 29,8
Schläfenenge . 26,0 | 59,7 | 41,0 | 26,9 | 48,0 | 23,8
Länge der Nasalia. 13,0 | 29,8 | 63,0 | 41,4 | 91,0 | 45,2
Grösste Breite der Nasalia 6,0 | 13,7 17,0 |11,1| 24,0 | 11,9
Länge von Nasenbein-Ineisivrand 9,0 | 20,6 | 32,0 | 21,0] 42,0 | 20,8
Breite über den Gehöröffnungen . 16,5 | 37,9 | 55,0 | 36,1 | 66,0 | 32,8
„ von jugale—jugale . 32,5 | 74,7 187,0 | 57,2 |118,0| 58,7
„ zwischen den Orbitalfortsätzen. 23,5 | 54,0 | 47,0 | 30,9 | 62,0 | 30,8
Geringste Breite zwischen d. Augenrändern | 14,5 | 33,3 | 33,0 | 21,6 | 47,0 | 23,3
Breite der Schnauze . 9,5 21,8] 28,0 | 18,4 | 32,0 | 15,9
Länge der Backzahnreihe 11,5 | 26,4 | 61,M | 40,1 | 76,0 | 37,8
„ des Reisszahnes . 7,0116,0]10,M| 6,5/20,0| 9,9
Breite „ ; 201 — | 4Mi — [1130| —
Länge der en Moluren . — | — |14,M| 9,2|22,0 | 10,9
„ von 28-430. — I —| — | — [42,0 | 20,8
Länge der Maxillaria von:
a) sutura fronto maxill.. 15,0 | 34,4 | 71,0 | 46,7 | 96,0 | 47,7
b) processpterygoid—vord.Rand.d. ann
Alveole ; S 20,5 | 47,1 79,0 | 51,9 | 93,0 | 46,2
Länge des interparietale 11,5 | 26,4 | 29,0 | 19,0 | 48,0 | 23,8
„ der parietalia . 10,0 | 22,9 | 17,0 | 11,1 | 22,0 | 10,9
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.1.
98 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Meet aus 3] Monate AeBlır
Es beträgt:
absol. |reduc-| absol. |redue-| absol. |reduc-
Masse| tion | Masse) tion | Masse| tion
35 | Länge der frontalia - 20,0 | 45,9 | 51,0 | 33,5 | 65,0 | 32,3
36 | Abstand von jugale—process orbit. . 8,0 | 18,3 | 21,0 | 13,8] 25,0 | 12°4
37 | Winkel der Orbitalebene . 162,501. — 1560| — | 559] =
38 | Höhe des Oceipitale 8,0 | 18,3 | 27,0 | 17,7 | 39,0 | 19,4
39 | Breite „ n 16,0 | 36,7 | 52,0 | 34,2 | 62,0 | 30,8
40 | Vom foram. infra. en eneialgrand. 14,5 | 33,3 [51,0 | 33,5 | 72,0 | 35,8
41 „ vorderen Rand d a ned” 18,5 | 42,5 | 74,0 | 48,6 |103,0| 51,2
42 = » On m = ioram.ınfre,
Erbilt Rand. 4,0 — |24,0| — [30,0| —
43 | Distanz der lineae temporales. i 235) — [14,0] — | 90| —
44 | Grösste Breite zwischen den Zähnen . — [ee] Se
45 | Höhe des foram magn. . 5,0/11,4|15,9| 9,8[13,0| 6,4
46 | Breite „ 34 a 6,5,14,9114,0| 9,2] 22,0 10,9
47 | Weite der Choanenöffnung . 6,0 | 13,7 | 17,0 | 11,1 [22,0 | 10,9
48 | Grösste Breite über den eh 29,5 | 67,8 | 70,0 | 46,0 | 81,0 | 40,2
49 | Breite über dem foram. infra. orbital.. 17,5 | 40,2 | 39,0 | 25,6 | 57,0 | 28,3
50 | Höhe von Gaumen — sutura fronto-nasalis | 16.0 | 36,7 | 48,0 | 31,5 | 62,0 | 30,8
Tünge n. Breite
1: 0,74
Unterkiefer:
Länge des Unterkiefers:
51 | Vom AngulusMandib.—vord. Rand d.Incisiv | 33,5 | 77,0 [124,0| 81,5 [169,0] 84,0
52 | Länge der Backzahnreihe . : 16,5 | 37,9 | 42,0 | 27,6 | 88,0 | 43,7
53 | Höhe vom unteren Mandib.-Rand zur Mitte
des M! N. 6,5 114,9 | 24,0 | 15,7 | 26,0 | 12,9
54 | Höhe vor dem Foram ER 5,5| — [17,0| — [230] —
55 | Breite des condyl. glenoidalis . 45) — 122,0) — 1300| —
56 | Höhe des aufsteigenden Astes 4,5| — |18,0| — |32,0| —
57 | Vom angulus—ob. Rand des glenoid. . 6,0! — 126,0) — 132,0) —
58 | Höhe des hinteren Kiefergelenkes . 11,0 | 25,2 | 43,0 | 28,2 | 67,0 | 33,3
des Schädels verschiedener Hunderassen. 99
Tabelle IV.
88 lo%| 3
Die hinteren Dimensionen = 100 2 | a 5
dJe|jTs| a
Isla Granialaxe zur. 7. . . . Basilarlänge | 33,3 | 27,6 | 26,3
2 | Grösste Breite des Schädels lo r 57,4 | 36,8 | 29,8
3 | Zwischen den Orbitalfortsätzen . . a 54,0 | 30,9 | 30,8
4 | Grösste Breite zw. den Maxillarien \ 67,8 | 46,0 | 40,2
5 ı Breite über den Gehöröffnungen. . Be 37,9 | 36,1 | 32,8
6 | Höhe des Schädels N „ 49,4 | 34,8 | 34,8
Gesichlslänge; ’.....H 2. ne . 44,8 | 57,8 | 61,1
8 | Hirnhöhlenlänge . . BER u 80,4 | 62,4 | 58,7
9 | Höhe des Gekichtsschädels BANN AR h 36,7 ı 31,5 | 30,8
IDalimtetkieterlänge 2. u en‘ z 77,0 | 81,5 | 84,0
BR Oranialaxeuı 0.20. en. Paclalaxe.| 50.017381; 1°.35,8
BeRalatin:c 4. % > 20.20.20. . Gaumenlänge | 38,3 | 35,2 | 34,4
13 | Maxillaria . 1 38,1 | 39,7 | 37,9
14 | Intermaxillaria . 4; 23,6 | 25,0 | 27,5
15 | Länge der Nasalia. Ran 35 47.210 21.5017 78,4
16 | Gesichtslänge . . . - .„ .„ Hirnhöhlenlänge | 55,7 | 92,6 | 104,2
17 | Grösste Breite üb. d. Masllar. . . Gesichtslänge |151,2 | 79,5 | 65,8
18 | Himhöhlenlänge . Höhe des Schädels | 162,7 | 179,2 | 168,5
19 | Höhe des Gesichtsschädels.. . 5 74,4 | 90,5 I 88,5
20 | Höhe des Oceipitale . E ” 37,2 | 50,9 | 55,7
21 | Cranialaxe . . . . Grösste Breite d. Schädels | 58,0 | 75,0 | 88,3
22 | Schläfenenge. . . . r hs 104,0 | 73,2 | 80,0
23 | Geringste Breite zwischen den Augenrändern zur
Grössten Breite des Schädels | 58,0 | 58,9 | 78,3
24 | Breite der Schnauze z. Breite ü. d. for. infra. orbit. | 54,2 | 71,7 | 56,1
25 | Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe | 60,8 | 16,3 | 26,3
26 | Länge der unter. Backzahnreihe z. Unterkieferlänge | 49,2 | 33,8 | 52,0
100 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Schnür-Pudel.
Vergl. Tafel V.
Trotz verzweifelnder Ähnlichkeit im Aufbau des Schädels eines
neugeborenen Pudels (Figur 1) mit dem gleichaltrigen Neu-
fundländer heben sich bei längerem Vertiefen in die Objekte doch
wieder Unterschiede heraus. Weil wir die Vergleiche in duplo vor
uns haben, ist es kein Alters- und Geschlechtsunterschied, wenn
der Schädel des kleineren Schnürpudels grösser angelegt ist, als
der des an Körpergrösse ihm überlegenen Neufundländers. So viel
allseitige Rundung des Schädeldaches besitzt keine mir bekannte
langköpfige Hunderasse. Der obere Augenhöhlenrand dünkt mich
höher hinauf gezogen zu sein gegen die kugelig vorspringenden
Stirnbeine, welch letztere Eigenschaft übrigens bei allen Hunden
dieses Alters vorhanden ist (Kugelstirn) und an die Hirnblasenzeit
erinnert. Dass sie ziemlich tief herabgehen und mit ihrem process.
nasalis mehr stumpfwinklig zwischen die in gleicher Ebene mit
dem Oberkieferrand endenden Nasenbeine sich einschieben, scheint
rücksichtlich der ersteren Eigenschaft eine Eigenheit des Pudels zu
sein. Der grösste Teil des Hinterkopfes entfällt auf die parietalia,
die durch ihre gleichmässige Breite, dem Schädel an dieser Stelle
das Ansehen eines regelrechten völlig glatten Vierecks verleihen,
das nach beiden Seiten hin gewölbt, rückwärts flach abfällt. Inter-
parietale ist ziemlich kurz und wenig breit, samt der squama ocei-
pitis sitzt es soweit oben, dass die Oceipitalläche hoch erscheint.
In bekannter Weise wird diese noch von häutigen Brücken durch-
zogen. Die dadurch isolierten exoceipitalia mit ihren condyli sind
schon recht deutlich entwickelt, basioceipitale und sphenoidale er-
scheinen breit, die bullae schmal und konvex gegen das basi-
oceipitale gelagert. — Rücksichtlich der Nähte und der Ver-
knöcherung der einzelnen Bezirke sowie ihrer Teile verweise ich
nach genauester Controle auf bereits gesagtes. Mit dem Hinweis
auf allgemeine Eigenschaften dürfte auch der ausgesprochene Jugend-
charakter des Gesichtsschädels verständlich sein. Es sei hier auf
einen scharf gezeichneten Knochensaum aufmerksam gemacht, der
parallel mit dem untersten Rande der Molarpartie des Oberkiefers
verläuft. Das ist die Stelle, an der sich die Maulschleimhaut auf
die Backen umschlägt, ihr Eindruck am Knochengewebe ist jedoch
ein Beweis, wie Formen entstehen.
Ein Lot das 1. vom eben angedeuteten hinteren Ende des
oberen Augenrandes gefällt ist, vereinigt diesen mit dem processus
orbitalis oss. jugal. und steht 4 mm hinter der absteigenden Maxillar-
sutur dieses Knochens. 2. Eines das am vorderen Augenrande
herabkommt, steht 7 mm vor derselben und durchscneidet die Pd?
Alveole in ihrem hintersten Drittel.
In beachtenswerter Weise sind schon beim 4 Wochen alteu Pudel
(vergl. Figur 2) die Nähte am Hirnschädel bis auf die basilar- sowie
sphenoidalsutur und die fissur zwischen exoccipitalien und temporalien
des Schädels verschiedener Hunderassen. 101
unsichtbar geworden. Die Flügelbeine sitzen mit noch deutlicher
Begrenzung auf. Die Oceipitalfläche wird in der Medianlinie von
einer senkrecht gestellten, mit der protuberantia zusammenhängenden
hohlen Wölbung (bulla media) gekrönt. Das foramen lacerum post.
ist für sein Alter sehr weit, sein hinterer Rand wallartig auf-
geworfen. Das basioceipitale springt mit seitlich wellig gebogenen
Flügeln in das Gebiet der bullae über, wodurch diese hier ein-
gedrückt erscheinen, der Erfolg ist Zuspitzung als innere Wand der
tuba Eustachi, was für die noch flachen tympanica des Pudels
bestimmend ist. Der Choanengang ist ziemlich lang, die Krümmung
der Hirnbasis nach oben nicht stark, aber noch immer erkennbar.
Ihr Scheitel liegt in der sphenoidalsutur. Das sphenoidale anter.
ist fast ganz sichtbar. -- Die energische Wölbung des Hirndaches
mit kaum einer Spur von Einschnürung hinter der Coronalnaht ist
eher stärker geworden. Vor ihr schwingen sich die frontalia noch
einmal nach aussen, um dann nach vorn von dem sich entwickelnden
process. supraorbital. durch einen leichten Eindruck geschieden zu
werden. Gegen den Gesichtsschädel fallen sie glatt und flach ab,
um mit einem bis 14 mm langen Fortsatz sich zwischen Oberkiefer
und Nasenbeine beiderseits so weit einzuschieben, dass ihr unterstes
Ende nur noch 8 mm von den Zwischenkieferästen entfernt ist.
Die Gesichtsknochen sind alle durch noch sichtbare Nähte mit dem
Hirnschädel und unter sich verbunden. Das oberste Ende der
Nasenbeine hat sich mittlerweile etwas über die Grosskieferfortsätze
hinaufgezogen. In der Mitte ihres Verlaufes sind sie bereits ein-
geengt, die unteren Enden divergieren mässig.
Die Beschaffenheit der Maxillaria weiss der Leser zu beurteilen,
wenn wir auf ausgesprochene Jugend dieser Teile hinweisen. Die
Augenhöhlen haben ihren grössten Längendurchmesser bereits nach
unten und vorn erhalten. Mit der schon augenfälligen Verlängerung
des Gesichtsschädels hat die Nasenöffnung beträchtlich an Aus-
dehnung zugenommen.
Die Beteiligung des lacrimale an der Bildung des vorderen
Aungenrandes geht auch in diesem Stadium nicht über die bei
anderen Hunden hinaus.
Das von hier gefällte Lot steht etwas vor der Mitte des vor-
handenen Pd!, eines das vom process. supra-orbitalis herkommt,
auf dem höchsten Punkte des jugale und 10 mm hinter der Maxillar-
sutur des jugale. — Das foramen infraorbital. hat sich senkrecht
gestellt. — Von Schläfengrube und Augenhöhle ist als besonderes
nur zu berichten, dass alisphenoid an Breite abgenommen hat und
nicht mehr so steil zwischen temporale und frontale nach oben zieht.
Am 6 Monate alten, mit dem Gebiss fertigen Hunde (vergl.
Figur 3), sind die Nähte an der Schädelbasis und am Gesicht
noch immer halboffen. Die Occipitalfläche erscheint, wohl mit
Rücksicht auf die geringe Breite hoch. Die balla media hat sich
nach oben zu einem schmalen Kamm ausgezogen. Die oberen Ränder
des foram. magn. ragen scharf nach aussen. Basioceipitale wird
102 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
bis kurz vor seinem Ende in der Längsrichtung von einem breiten
Kamm durchzogen. Die bullae sind hoch gewölbt, blasenartig und
mässig gross geworden. Der obere mediale Rand der Flügelbeine
ist zurückgegangen und das praesphenoid hat die Gestalt eines
Schilde. — An der Grenze gegen das sphenoidal ant. springen
palatina noch einmal in der Mittellinie vor, so dass jenes in eine
hintere breitere und vordere schmälere Partie zerfällt, diese von
dem sehr feinzackigen vomer mit offenen Nähten lose umfasst.
Der Choanengang ist nach vorn herzförmig erweitert, übrigens
ist dessen feinere Modellierung hier wie auch bei anderen Hunden
mannigfachen Schwankungen unterworfen. — Die Veränderungen
am Hirndache heben auch bei diesem Hunde wieder mit einer
schon öfters geschilderten Vorwölbung der frontalia nach oben und
den Seiten an, wodurch die Furche, welche vor der Coronalnaht
am Schädel hinaufzieht, allmählich tiefer und offensichtlich von
unten und vorn nach hinten und oben zu steigen beginnt. Nach
vorn wird sie begrenzt durch die bereits überhängenden frontalia
und dem schon recht starken Supraorbitalfortsatz. An seiner Augen-
höhlenfläche lässt sich beim Pudel besonders lange ein rundes Loch
erkennen, das Ernährungsgefässen zum Eintritt dient. Weil es
bei allen jungen Hunden vorhanden ist, sich aber nicht ebenso
konstant erhält, dürfte es vielleicht bis jetzt übersehen und als ein
auf die untere Fläche verlagertes foramen supraorbitale des Hundes
zu deuten sein.
Rücksichtlich der Nähte am Gesichtsschädel hat sich von allen,
die des unteren Astes von os jugale am innigsten mit seiner Nach-
barschaft vereinigt. Wenn er auch eine ausgesprochene Streckung
nach vorn erhalten hat, steht der Orbitalteil dem Schädel noch
nahe, im Gegensatz zum arcus zygomaticus, der, ohne das temporale
mitgezogen zu haben, schon ziemlich weit vom Schädel abgerückt ist.
Die Verbindungslinien beider Jochbögen müssten sich daher spätestens
im Verlauf der Nasenöffnung schneiden. —
Ein vom vorderen Augenrand gefälltes Lot geht kaum 1 mm
hinter der Mitte zwischen protoconus und metaconus des sectorius
durch. Das supraorbitallot steht 3 mm vor dem processus orbitalis
ossis jugalis und 14mm hinter dem hintersten Ende der spitzwinklig
gewordenen Maxillarsutur. Die weiteren Veränderungen beziehen
sich ausschliesslich auf die Formen, die in ihren Einzelheiten nicht
immer gleich, in den einschlägigen Monographien nachzulesen sind.
Deshalb zum Wachstum. — An dem das Schädeldach der
Hauptsache nach zusammensetzenden parietalien und frontalien
gehen folgende Veränderungen vor sich: Die Scheitelbeine stellen
sich zur Zeit der Geburt in Gegensatz zu den frontalien wie 1: 1,87,
nach Ablauf der ersten Wachstumsperiode wie 1:2,45 und nach
der letzten wie 1:2,56 oder in anderen Zahlen ausgedrückt: Die
parietalien sind in dem bekannten ersten Zeitraum fast um das
doppelte ihres gegebenen Masses gewachsen, in dem zweiten um !/,
ihrer letzterreichten Grösse, die frontalia haben sich mit dem Ablauf
des Schädels verschiedener Hunderassen, 103
der 1. Wachstumsperiode um das 2!/,fache verlängert, in der zweiten
sind sie nur um ®/,, ihres jetzigen Anfangsmasses gestiegen. Ins-
gesamt haben sich demnach parietalia um das 2,27fache ihrer ur-
sprünglichen Länge gestreckt, frontalia um das 3,12fache.
Hier die absoluten Masse:
Parietalia Frontalia
en RE 11 20,5
Bime-5—6-Monate + .- 4 ce nn 20 49
Ende der Entwicklung . . ... a 25 64
Ein ebenfalls ungleiches Verhalten sehen wir an dem Wachstum
der Cranial- und Facialaxe:
Cranialaxe Facialaxe
TE De ET RER TERN NT TET 15 30,5
Be Monate. re ne 41 103
Ende der Entwicklung . . . . e 54 141
Erstere ist weniger schnell und steigt bis zum Ablauf von
circa 6 Monaten stark 21/,;, mal um ihr angelegtes Mass, im letzten
Stadium nur noch um ein !/, desjenigen, mit welchem sie das erste
Stadium beschloss, die Facialaxe dagegen hat im ersten halben
Jahre um fast das 3'/,fache ihrer ursprünglichen Länge zu-
genommen. Auf das letzte Wachstum entfallen nur noch !/, der
Länge, die ihr am Ende des ersten Stadiums gegeben war. Alles
in Allem hat sich die Cranialaxe demnach nur um das 3,60 fache,
die Facialaxe um das 4,62fache gestreckt.
An der Zunahme der Basilärlänge, die sich im Ganzen um das
4,33 fache vergrössert hat, war die Cranialaxe mit einer 3,60fachen
Zunahme ihres Längendurchmessers beteiligt.
Das Längenwachstum des Hirnkastens erläutern folgende auf
Höhe des Schädels = 100 reduzierte Zahlen:
Busoabragen’, hu. nerarsün,T
Circa 5—6 Monate . . . 1784
Ende der Entwicklung . . 203,4
Der Pudel hat demnach einen sehr langen, und wie die
Tabelle XI S. 70 beweist, auch einen sehr breiten Hirnschädel,
diesen über der sutura temporalis gemessen. In wiefern die völlige
Übereinstimmung dieses langen Hirnschädels mit dem des Vorsteh-
hundes dort 60,8 hier 60,5 auf Basilarlänge = 100 reduziert zu ver-
werten ist, dürfte Sache der Kynologen sein. Ich verweise bezüglich
der beregten Ahnlichkeit der Schädel noch auf die photographischen
Abbildungen, welche in Tafel V Figur 2 u. 6 den vierwöchentlichen
Pudel und den ungefähr gleich alten Vorstehhund zum Vorwurf haben.
Das Höhenwachstum des Gesichtsschädels betreffend, steht
dieses mit 5—6 Monaten auf Höhe des Schädels = 100 reduziert
schon auf 84,3. Der Übergang zum Gesicht ist demnach kein
104 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
schroffer. Anlangend die Bewegung zwischen den beiden grossen
Schädelhälften, Hirnhöhle und Gesicht, wächst die erstere in der
Zeit bis zu 6 Monaten um fast das 2'/,fache ihrer ursprünglichen
Länge, das Gesicht um fast das 4fache, in der Schluss-Periode die
erstere weiter um 3/,, ihrer jetzt erreichten Länge, das letztere um
4/0 gleichfalls der damals erreichten Länge.
Hier die Zahlenangaben:
Hirnschädel | Gesichtsschädel
ANRGERBpen" .U.. 29ER. 38 20,5
Girea;5—B/Monateır. Kyle en 91 77
Ende der Entwicklung . . .... But 118 109
Zusammengelegt streckt sich daher der Hirnschädel um das
3,10 fache, das Gesicht um das 5,11 fache.
Im Rahmen dieser letzteren Zunahme streiten sich Gaumen
und Nasenbeine um das Vorrecht der Länge.
Hier die Zahlen:
Gaumenlänge | Nasenbeinlänge
Auspatuprant 4 PURE Er Ir AREA 2 29 13,5
Dircns=6)Manate , ic, Kama PR 80 56
Ende der Entwicklung . . . er 105 76
Der Gaumen wächst demnach um das 3,62 fache, die Nasen-
beine um das 5,6lfache. Ihr Verhältnis zur Gaumenlänge stellt sich
am Ende der Entwicklung wie 72,3:100. Am Längenwachstum des
Gaumens haben palatina und maxillaria in Anlage und Entwicklung
das Übergewicht. Uber den Anteil der zähnetragenden Alveolen
an der Gaumenbreite gibt nachstehende Übersicht Aufklärung:
Breite des Gaumens: aussen innen
SNUNBOIEBWENI SF U RER hm ee 24 18,5
5b—6 Monate... sen.) . =... DIGEONT. 55 39
Ende der Entwicklung . . . 73 58
Dieses Fünftel sagt uns, dass die Zähne des Pudels mässig
fein sein müssen.
Der Unterkiefer hat sich mit dem Oberkiefer fast gleichmässig
gestreckt, das Längenverhältnis zur Basilarlänge = 100 hat sich
wenig verrückt. Auch die symphyse ist an Ausdehnung gleich
geblieben. Der Körper hat sich verschmälert und am Halse mehr
eingeschnürt. Entsprechend der geringen Basis des proc. post-
glenoidalis am ÖOberkiefer bleibt die Gelenkrolle des Unterkiefers
in der Mitte dick, wohingegen sie sich z. B. beim Dachshund, an
dessen Schädel der processus klein aber gedrungen ist mit zwei
seltsam geschwungenen Flügeln Festigkeit und Sicherheit in den
Bewegungen zu verschaffen gewusst hat.
des Schädels verschiedener Hunderassen,
Schnür-Pudel.
Tabelle V.
105
Ausgetragen 5—6 Aus-
Mittel aus 2 Monate gewachsen
- Es beträgt: EREBET|
absol. |[reduc-] absol. |reduc-[ absol. |reduc-
Masse, tion | Masse| tion | Masse| tion
1 | Basilarlänge . 45,0 | 1001144 | 100195 | 100
2 | Basicranialaxe 15,0 133,3] 41 |28,4| 54 | 27,6
3 | Basifacialaxe . 30,5 | 67,7 1103 |71,5|141 | 72,3
4 | Länge d. basi. an 95|20,0| 26 1180| 33 |16,9
5 ” nn Sphenoidal post 5,5|112,2|] 14 | 9,7] 21 |10,7
6 4 “ 3 ant. — | — | 17 |11,8| 23 |11,7
7 Abatänd d. palat. v. foram. magn. 16,5 |36,6| 63 |43,7| 84 [43,0
8 | Länge d. Gaumenpartie d. palatin. 12,0 126,6] 27 |18,7| 40 | 20,5
9 ET nu. maxillar. 11,0/24,4| 30 120,3] 40 120,5
10 tz » » Intermaxillar. 6,0/113,3] 23 115,9] 25 |12,8
11 | Länge d. Bene bis vord. Randd. nein 29,0 |64,4| 80 155,5] 105 | 53,8
12 | Breite „ N innen zwischen . 18,5 |41,1| 39 |27,0| 58 | 29,7
13 = 5 ee Piv.M. 24,0153,3| 55 |38,1| 73 |37,3
14 köhlenlanee 38,0 |84,4| 91 |63,1|118 | 60,5
15 | Gesichtslänge 20,5145,5| 77 |53.4|109 | 55,8
16 | Höhe des Schädels. 21,5 |47,7| 51 |35,4| 58 |29,7
17 | Grösste Breite des Schädels 25,0 155,5] 61 |42,3| 63 |32,3
18 | Schläfenenge . 25,5 56,6| 41 1284| 37 |18,9
19 | Länge der Nasalia. ; 13,5 |30,0| 56 |38,8! 76 |38,9
20 | Grösste Breite der Nasalia. ze) 3 oe DAN Kerr
21 | Länge von Nasenbein — Ineisivrand 95120,0| 25 |19,4| 47 |24,1
22 | Breite über d. Gehöröffnungen 17,0 ,37,71 49 |34,0] 60 |30,7
23 „ von Jugale — Jugale 33,5 74,4| 86 [59,71109 | 55,8
24 „ zwischen d. Orbitalfortsätzen 24,5 154,4| 46 |31,9| 51 |21,6
25 | Geringste Breite zwisch. d. Augenrändern |15,5 |34,4| 32 [22,2] 37 |18,9
26 | Breite der Schnauze . . , 11,0 |24,4| 23 115,9] 35 |17,9
? | Länge d. Backzahnreihe . 14,0 |31,1] 60 |41,6| 73 | 37,4
28 n „ Reisszahnes. 7,0\15,5| 15 |10,4| 21 |10,7
29 | Breite d. Reisszahnes. 20, == 9|—-I|B| —
30 | Länge der beiden Molaren . — |— [16 |11,1| 23 |11,7
31 »„ von 23+30 — | — | 31 |21,5| 4 |22,5
32 | Länge der Maxillaria von:
a. sutura fronto-maxillar. 16,0 [35,5 | 61 142,3] 92 |47.1
b. process. pterygoid — vord. Bard a.
Canin. alveol 20,5 145,5| 70 |48,6| 89 | 45,6
33 | Länge d. interparietale . 11,0/|24,4| 25 |17,3| 29 |14,8
34 | Länge d. parietalia 11,0/24,4| 20 113,8] 25 |12,8
35 nsirontalia . : ; 20,5 |45,5| 49 |34,0| 64 | 32,8
36 | Abstand von jugale — process. RL 8,0|17,7] 21 |14,5| 29 |14,8
37 | Winkel d. Orbitalevene . 66,5°%| — | 58%) — | 48°) —
106
F. Sehmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Es beträgt:
Aus-
reduc-} absol.
gewachsen
un
reduc-
tion
rrrrrL———————————————————————————————————————
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
>» ON -
a
[0 ok Ber
Höhe des Oceipitale .
Breite „
Vom foram. infra EN eg Rand
Vom vorderen Randd.orbit. — Ineisiv-Rand
Vom vorderen Rand d. orbit. -—- foram. infra
orbit. Rand .
Distanz d. lineae temporales
Grösste Breite zw. d. Zähnen .
Höhe d. foram magn..
Breite, N
Weite d. Cheinaitihune
Grösste Breite üb. den Maxillar.
Breite über d. foram. infra-orbital. .
Höhe von Gaumen — sutura fronto nasalis
Unterkiefer.
Länge des Unterkiefers:
Vom angulusmandib.— vord.Rand.d.Ineisiv
Länge d. Backzahnreihe .
Höhe vom unteren mandib. Bani’- — zur
Mitte d. M.!
Höhe vor d. foram, mental. .
Breite d. condyl. glenoidalis
Höhe d. aufsteigenden Astes .
Vom angulus — ob. Rand. d. glenoid.
Höhe d. hinteren Kiefergelenkes.
38
64
72
96
25
P3 u.Ppt
Ausgetragen 5—6
Mittel aus 2 Monate
absol. |redue-[absol.
Masse| tion |Masse tion | Masse
9,5/20,0] 25 117,3
17,5 |38,8| 45 |31,2
15,0133,3|] 52 |36,1
19,5 |43,3| 69 | 47,9
401 — | 16 | —
26,01 — | 17 | —
EN
mm
50/111] 17 111,8
7,0!15,5| 18 [12,5
7,0115,5I 13 | 9,0
30,0 | 66,6] 58 40,2
17,5 |38,8| 32 |22,2
17,0|37,7| 43 |29,8
35,5 | 78,8] 113 | 78,4
15,5 134,4| 65 |45,1
7,5116,61. 160421
6,01 — | 15 | —
6,01 — | 19 | —
601 — | 21| —
70, =1.38, 1
11,5|25,5| 41 [28,4
19,4
32,8
36,9
49,2
des Schädels verschiedener Hunderassen. 107
Tabelle VI.
8802| 83
Die hinteren Dimensionen = 100 za|ı=| 23
<21”a|<2
1 | Cranialaxe zur. . . . . . Basilarlänge | 33,3 | 28,4 | 27,6
2 | Grösste Breite des Schädels WERTEN. n 55,5 I 42,3 | 32,3
3 | Zwischen den Orbitalfortsätzen. . nn 54,4 | 31,9 | 26,1
4 | Grösste Breite zw. d. Maxillarien . N 66,6 | 40,2 | 39,4
5 | Breite über den Gehöröffnungen . A 37,7 1 34,0 | 30,7
6 | Höhe des Schädels . . . . . . a 47,7 | 35,4 | 29,7
7 | Gesichtslänge 45,5 | 53,4 | 55,8
8 | Hirnhöhlenlänge > 84,4 | 63,1 | 60.5
9 | Höhe des erehtzschndels . 37,71 298] —
10 | Unterkieferlänge . 3 x 788 | 78,4 | 82,0
11 | Oranialaxe .. . . 2... 0... Faeialaxe | 49,1 | 398 | 38,2
aan 22.20... Gaumenlänge | 41,5 | 33,7 | 38,0
13 | Maxillaria 5 37,9 | 37,5 | 38,0
14 | Intermaxillaria. u 20,6 | 28,7 | 23,8
15 | Länge der Nasalia u Be 46,5 | 70,0 | 72,3
16 | Gesichtslänge . . . . . . Hirnhöhlenlänge | 53.9 | 84,6 | 92,3
17 | Grösste Breite üb. d. Maxillar. . . Gesichtslänge [146,3 | 75,3 | 70,6
18 | Hirnhöhlenlänge : Höhe des Schädels | 176,7 | 178,4 | 203,4
19 | Höhe des Gesichtschädels . De ie 5 EU a
20 | Höhe des Occipitale . a 44,1 | 49,0 | 65,5
21 | Cranialaxe . . . . Grössten Breite d. Schädels 60,0 7,2 | 85,7
22 | Schläfenenge . Bo Fe 102,0 | 67,2 | 58,7
23 | Geringste Breite zwischen den Augenrändern zur
grösste Breite des Schädels | 62,0 | 524 | 58,7
24 | Breite der Schnauze z. Breite ü. d. for. infra. orbit. | 62,8 | 718 | —
25 | Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe | 50,0 | 25,0 | 28,7
26 | Länge der unter. Backzahnreihe z. Unterkieferlänge | 43,6 | 57,5 | 54,3
108 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Black and tan Terrier.
Vergl. Tatel V.
Der Volksmund trifft intuitiv das Richtige, wenn er von Spiel-
arten spricht. Gewiss, wo Veränderlichkeit so zum stehenden Ge-
setz geworden ist, spielt gewissermassen die Natur mit der Materie
auf ihrem Wege zur Bildung der Form. Sobald als die Fruchtbar-
keit mancher zur Gattung canis gehörigen Repräsentanten unter-
einander nicht mehr geleugnet werden konnte, lag die Entstehung
von degeneres nahe und gemeinsam mit dem Einfluss von Klima,
Zeit und Anpassung konnte spekulativ das Auftreten von langen
und spitzen Köpfen, von vorstehenden Unterkiefern und aufgeworfenen
Schnauzen in den Rahmen der Entwicklungsgeschichte eingepasst
werden. Ist doch auch der Hund z. B. im Gegensatz zur Katze,
die sich vielleicht darum konstant in ihren Formen erhält, ein un-
sittliches Tier. Zur Erhaltung der Art (absichtliche Zuchtwahl)
hätte es alsdann anfänglich nur menschlichen Einflusses bedurft,
bis sie sich im Laufe der Zeit gefestigt hätte. Für diese Möglichkeit
haben wir Beweise, indem innerhalb geschichtlich übersehbarer
Zeiten einzelne Hunderassen sich geändert und neue gebildet haben,
um wechselnd mit Laune und Mode der Menschen „vom Markte des
Lebens“ wieder zu verschwinden. Ein solcher Mode-Hund ist der
Black and tan Terrier, der glatthaarige englische Rehpintscher,.
gleichzeitig ein vielsagender und vollgiltiser Vertreter der kurz-
schnauzigen Hunderassen. — An Grösse gewaltig hinter dem Bern-
hardiner oder dem Neufundländer zurück, dürfte sein Schädel
dementsprechend ein kleineres Gebilde sein, wenn er sich auch aus
denselben Teilen zusammensetzt, aber gemäss der von ihm ver-
tretenen Art, werden sich an ihm auch Unterschiede finden müssen.
Wir beschreiben den Schädel eines neugeborenen Hundes
(Figur la u. b). — Abgesehen von der absoluten Grösse, an der
das 2 das J' etwas übertrifft, scheint ein sonstiger Unterschied
zwischen beiden nicht vorhanden. Hier ist fast alles Hirnschädel
und für diesen typisch die Kugelform.
Wenn schon die Masse 47,9 zur Hirnhöhlenlänge = 100 ein
ziemliches Missverhältnis zwischen dieser und der Gesichtslänge zeigen,
so stellt es sich doch dem Auge deswegen mächtiger dar, als sich
über der Hirnhöhlenlänge, einer geraden Linie, der hohe Schädel
aufbaut. Die uns bekannten Jugendmerkmale an Hirn- und Gesichts-
schädel, in Naht und anatomischen Verhältnissen sind wie bei jedem
anderen jungen Hunde. Abweichend verhalten sich und der Be-
achtung wert der noch ausgesprochen häutige Frontal-Fortsatz der
Maxillarien bei allen von mir in diesem Stadium untersuchten
Terrier-Arten und die hier gleichfalls überall vertretene geringgradige
Verknöcherung der tympanica. —
Das Schädeldach ist ausgesprochen hoch gewölbt und völlig
glatt, Die hinteren °/, entfallen auf die ungleich schmäleren parietalia
samt dem lang und breit angelegten interparietale.
des Schädels verschiedener Hunderassen. _ 109
Der Abfall auf die Oceipitalfläche, den Gesichtsschädel und
nach den Seiten erfolgt rasch und steil, erstere nur von einem
leichten gesimsartigen Vorsprung unterbrochen, der protuberantia
an der Basis des interparietale. Die Unterfläche des Schädels zeigt
eine auffallend starke Knickung nach der Schädelhöhle in der noch
weiten spenoidalsutur. Ihre Abweichung von der Geraden zu messen,
ist mir mit den gegebenen Hülfsmitteln nicht möglich, auch wäre
es irrationell, indem durch die Mazeration stets ein unnatürliches,
je nach der Stärke des stattgehabten Einflusses wechselndes Resultat
sich ergeben müsste.
Die Lagebeziehungen zwischen Hirn- und Gesichtsschädel sind
folgende:
1. Ein Lot, das vom vorderen Rand der orbita gefällt ist,
deckt sich fast mit dem Hinterrand des foram. infraorbitale und
dem Vorderrand der Wangenfläche der Maxillaria, sie müsste dem-
nach unmittelbar vor Pd? liegen.
2. Eines das durch den process. orbitalis ossis jugalis gefällt
ist, steht 2 mm hinter der Maxillarsutur des absteigenden Astes
von oss. jugal.
Die Proportionen an diesem Schädel ersehen sich aus den
Tabellen VII u. VIII S. 116—118.
Beim 3 Wochen alten Black and tan Terrier (vergl. Figur 2)
ist es zu einer auffallenden Verflachung des Schädelgewölbes ge-
kommen, gleichzeitig haben sich als bemerkenswerter Gegensatz
zur Jugend die parietalia nach den Seiten verbreitert, die Stirn-
beine dagegen haben sich deutlich gesenkt und sind schmäler ge-
worden. Im Ganzen breit gewölbt, ohne Bildung einer Medianfurche
fallen sie seitlich unter scharfer Ausbildung des oberen Augenrandes
aber ohne einen process. supraorbitalis gegen die Augenhöhle ab.
Der Niedergang zum Gesicht ist rasch. Die Coronalnaht durchquert
in bekannter Neigung nach hinten den Schädel, die Sagittalnaht ist
deutlich gezahnt, beide in sich und wo sie zusammenstossen fest
vereinigt. Aus den Schläfengruben steigen beiderseits an den
Alisphenoidea empor zu den parietalien leise muldenförmige Ein-
schnürungen. — Anlangend die senkrecht gestellte, durch eine leichte
Vorwölbung unterbrochene Oceipitalfläche so ist oceipito-exoceipital-
sutur bis Haarbreite zurückgegangen. Auch hinsichtlich der anderen
Nähte besteht kein Unterschied gegenüber den früher beschriebenen
Hunden. Das foram. magn. aber tut sich als ein formloses, rundes
Loch auf. Die wenig charakterisierten Condyli werden durch einen
auch der Mazeration nicht gewichenen, das Lumen des foram, magn.
durchquerenden harten bindegewebigen Strang verbunden, der in
der Mitte zu einer 1 mm breiten Knorpelplatte anschwillt (primitiver
Wirbelbogen?). Der process. mastoideus ist nur ein schüchterner
Versuch vorzuspringen, os temporale hat sich gehoben und gestreckt.
— Os, sphenoidal. ant. ist schon zur Hälfte sichtbar. — Die bullae
110 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
sind hoch gewölbte, wenig breite Blasen mit unverhältnismässig
weiter Gehöröffnung. Die tuba Eustachii eher in den Körper der
bullae eingesenkt, ohne zackige Ränder. — Der Choanengang ist
so breit als lang. Gegen den Gesichtsschädel sind die Stirnbein-,
Oberkiefer- und Nasenbeinnähte auffallend gut vereinigt, alle übrigen
sind noch merklich offen. Der Orbitalfortsatz des os jugale bildet
einen 1 mm breiten Saum, der mit einer tiefen noch offenen Naht
gegen das Gesicht abgegrenzt ist. Die Augenhöhlen haben ihren
grössten Längendurchmesser von vorn nach hinten behalten. Die
Backzahnpartie der Oberkiefer aber ist erstarkt, hat sich gehoben
und, indem sie bei ihrer Aufrichtung das jugale zwang, es ihr gleich
zu tun, blieb, ihrem Einfluss entrückt, der zarte arcus zygomaticus
zurück, eine Erinnerung an die früheste Jugend. — Der starke Ab-
fall der Stirnbeine zum Gesichtsschädel hat sich erhalten.
Die Nasenbeine erscheinen daher tief in jene eingesenkt, ihr
oberstes Ende steht in gleicher Ebene mit den ziemlich spitz
endenden Öberkieferfortsätzen. Sie haben ihre convergierende
Richtung gegen die Schnauze etwas verloren und dadurch Raum
zur besseren Ausbildung einer Nasenhöhle geschaffen. Trotz alle-
dem ist noch viel Jugend an diesem kurz gebliebenen Schädel,
die canin-alveole ist mächtig vorgewölbt und die feinen Incisivi
stehen senkrecht eingesetzt. — Das foram. infraorbit. ist oben vorn
übergeneigt, dicht an seinem hinteren unteren Rande und durch
den protoconus des durchgebrochenen Pd? geht das Lot, welches
vom vorderen Augenrande gefällt ist. Hinteres Ende des oberen
Augenrandes und höchster Punkt des Jochbogens fallen nahezu zu-
sammen in einer Senkrechten, die höchstens 3 mm hinter der Maxillar-
sutur des ramus descendens von os jugal. steht. Demnach hat bis
jetzt fast keine Verschiebung zwischen Hirn- und Gesichtsschädel
stattgefunden.
Ein ermöglichter Medianschnitt durch einen dreiwöchentlichen
Black and tan Terrier-Schädel (vergl. Figur 4) giebt interessante
Ausblicke. Es zeigt sich deutlicher, wie stark die Stirngegend im
Gegensatz zur Parietal-Wölbung herabgedrückt ist und lässt er-
kennen, dass oberhalb der Einsatzstelle der Nasenbeine die Stirn-
wand vorgewölbt ist. Was sich aber sehr schön zeigt, ist jenes
dreieckige Auseinanderweichen des untersten Endes der Stirnbein-
lamellen unmittelbar neben der Medianlinie, wovon ich bei Be-
schreibung des fötalen Dachshundschädels bereits Erwähnung ge-
tan habe. Die Stelle macht den Eindruck, als habe sich dieses
Knochen-Ende aus der transversalen in die longitudinale Richtung
gedreht. Die Linie, an welcher sich vorn die Nasenbeine auflagern,
ist allein schon durch die elfenbeinartige Beschaffenheit dieser Knochen
gekennzeichnet. Die Verlängerung ihres untersten Randes im Nasen-
höhlengang, bildet zugleich die Basis jener erwähnten Stirnbein-
partie. Ihr hinterstes, gegen das Innere des Schädels zurück-
gedrängtes Ende, schlägt sich als ein das Siebbein begrenzender
des Schädels verschiedener Hunderassen. #1
Rand nach oben und hinten um, wo es in die incisura ethmoidalis
übergeht, Indem sich über das Ganze die Aussenlamelle der Stirn-
beine lagert, wird jene Höhlung geschaffen, von wo aus zweifellos
die Durchlüftung der Stirnknochen erfolgt. Nun lässt sich hier in
überzeugender Weise ein Unterschied zwischen den sogenannten lang-
und kurzschnauzigen Hunden illustrieren. Dort (vergl. Pudel Figur 5)
fallen die Stirnbeine flach ab und die beschriebene Höhlung muss somit
dem durch die Nase eingetretenen Luftstrom entgegen stehen, wodurch
dieser sich in ihr fängt. Bei dem hier aber steigen die Stirnbeine
nicht nur senkrecht herab, sie werden sogar von den aufliegenden
Nasenbeinen deutlich in die Hirnhöhle zurückgedrängt. Die Luft
muss demnach darunter weg streichen, um so mehr, als der Nasen-
höhlengang hier gleich breit von vorn nach hinten verläuft, bei den
langschnauzigen aber erweitert er sich je weiter nach hinten desto
mehr. — Die Riechgruben sind vorn durch die schräg nach
hinten und unten gestellten Siebbeinplatten abgegrenzt, die besonders
in der Gegend der Stirn- und Keilbeinzellen teilweise noch knorpelig
sind, in ihren bereits verknöcherten Partien aber bei weitem nicht
jene vielgestaltige, reiche Durchlöcherung und eingenartige Differen-
zierung zeigen, die man bei Hunden zu sehen gewöhnt ist. Die
ganze Fthmoidal-Gegend hat somit grosse Ähnlichkeit mit der am
foetalen Dachs-Hundschädel beschriebenen.
Beim 5—6 Monate alten Schädel (vergl. Figur 3) ist an der
Hirnbasis nur die sphenoidal-sutur offen, am Gesichtsschädel
erkennt man noch die Grenze zwischen palatina und inter-
maxillaria gegen die maxillaria. Die Nähte zwischen den Nasen-
und Zwischenkieferbeinen sowie diesen und den Oberkieferbeinen
sind noch scharf gezeichnet. Die Schädelgestalt ist zu einer ei-
förmigen mit der Spitze nach vorn gerichteten, geworden. Die völlig
glatte Oberfläche wird von keiner Gräte, keinem Vorsprung unter-
brochen, selbst die crista orbito-temporalis ist nur kurz vor ihrer
Einmündung in den canalis infraorbitalis zu fühlen. Die Scheitel-
naht hat sich in toto etwas gehoben; was wir als seitliche Einschnürung
des Schädels bezeichnen, hat eher ab- als zugenommen, eine Art
Spalte zeigt, wo früher der Orbitalfortsatz angelegt war, der obere
Augenrand hat sich abgerundet. In überkommener Rundung wölben
sich die Scheitelbeine auf die Occipitalfläche über. Hier aber ist
die squama occipitis in der Höhenrichtung fast ganz geschwunden,
papierdünne Ränder umgeben das ungemein hoch und windschief
gestellte, fast dreieckige foramen magnum., das einen überzeugenden
Einblick in die zartwandige Hirnkapsel und von dem Mangel einer
jeglichen Sinusbildung in frontale und sphenoidale gewährt. Links
und rechts aber klaffen Fontanellen, mit besonderer Vorliebe an
den bei Gelegenheit der Erläuterung des Jugendschädels be-
schriebenen, lange häutig gebliebenen Brücken zwischen exocci-
pitalia und parietalia. — Das linke foram. condyloid. ist ein grosses
Loch, die condyli sind mässig stark nach hinten ausgezogen, ver-
112 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
einigen sich nach unten und bilden auf der Aussenfläche des occı-
pitale einen scharfen, nach vorn sich verjüngenden Kamm, der vor
der Basilarsutur endet. Das praesphenoid ist glatt, die hamuli
sind durchscheinende spitze Hacken. Der Choanengang ist länger
als breit, die vorher kurze aber messbar breite pars perpendicularis
der palatina ist zu einer durchscheinenden Knochenlamelle geworden.
Sphenoidale ant. ist fast ganz sichtbar, die Knickung der Schädel-
basis unbedeutend. Bullae osseae sind schmäler geworden, foramen
lacerum post. mehr als sonst gegen die Medianlinie gezogen. Der
Jochbogen entsteigt unmittelbar dem Schädel und hat sich unter
Auswärtsbiegung seines oberen Randes ziemlich weit abgelegt. Der
breite processus alveolaris hat sich erhalten und trägt offen die
Wurzeln der vollzählig und fertig durchgebrochenen Ersatz-Backzähne
zur Schau. Der ganze Gesichtsschädel ist aus der Sagittal-Ebene
nach links verzogen. — In die ohne Ausbildung eines Nasen-
fortsatzes steil abfallenden Stirnbeine hat sich der obere Teil der
Nasenbeine tief eingedrückt. Ihre ungleich hohen Enden stehen
auffallend weit an den Stirnbeinen herauf und überragen das unterste
Ende der sehr zackigen Frontalsutur um 7 mm. Ihr unterstes Ende
hat sich aufgestülpt, ist aber gleich breit geblieben, unter ihnen
gähnt die über Gebühr gestreckte Nasenöffnung. Der vordere Rand
der intermaxillaria trägt die fast wagerecht gestellten Ersatz-Ineisivi,
von denen der AÄusserste unter Wahrung seines Vorrechtes der
stärkste zu sein, horizontal eingesetzt ist. Die canini entspringen
ganz platten Alveolen.
Im Gegensatz zu diesem abgestumpften Gesichtsteil erscheint
der Gaumen gut gestreckt. Er trägt ein mässig verstelltes lyra-
förmig angeordnetes Backzahngebiss mit 4 P und 2M. Pund M
sind hier innen, dort ausserhalb der Pd durchgebrochen. M? bildet
scharf die Grenze gegen die Augenhöhle. Die Gesichtspartie der
Maxillaria ist fast ganz geschwunden. Früher 11—12 mm vom unteren
Augenrand entfernt ist P! demselben bis auf 4 mm nahegerückt,
und aus dem breitfussig an das Maxillare aufgesetzten jugale ist
eine flach gedrückte Knocheneinfassung geworden, die sich auf den
unteren hinteren Rand der Augenhöhle beschränkt. Der früher
also üppig gewulstete Gesichtsteil des Oberkiefers hat sich somit
zu einem nur wenige mm breiten Knochensaum verändert, der noch
dazu von den eingesetzten Backzähnen zerfetzt wird. Seine obere
Grenze bildet jetzt an Stelle des zurückgewichenen Orbitalfortsatzes _
des jugale den unteren Rand der sehr grossen und tief herab-
reichenden Augenhöhle, deren grösster Längendurchmesser sich nicht
über die Senkrechte nach vorn verschoben hat. Wie deutlich zu
erkennen ist, geht diese Vergrösserung nur am unteren Augen-
rande vor sich (Aufsaugungsprozess durch die Zähne). Das lacri-
male nimmt nicht mehr Teil an der Bildung des Augenrandes sondern
ist lmm weit an ihm herab in das Innere zurückgerückt. — Ein
gleiches Schicksal hat der ramus ascendens oss. jugal. erlitten, den
des Schädels verschiedener Hunderassen. 113
man als Begrenzung der Augenhöhle nach vorn vergeblich sucht.
— Die Augenhöhlenöffnung des foram. infraorbitale ist mit jenem nicht
verknöcherten Reste des Orbitalfortsatzes der palatina zu einem un-
gemein grossen Eingang in den canal. infr. orbital. verschmolzen.
Das foram. spheno. palatin. ist von dem foram. palat. post. weg-
gerückt und durch eine breite knöcherne Brücke geschieden.
1. Ein vom vorderen Augenrande gefälltes Lot schneidet den
Alveolarrand zwischen P! und /? und steht 1 mm hinter dem stark
vorn überhängenden foram. infraorbitale.
2. Eines, das von der Stelle des ÖOrbitalfortsatzes gefällt ist
steht 2 mm hinter der Maxillarsutur des jugale und 4 mm vor
seinem höchsten Punkte,
Demnach sind auch jetzt Gesicht und Hirnschädel fast nicht
gegen einander verschoben. Sie sind geblieben, was sie in der
Jugend waren. Wenn hierfür noch ein Beweis nötig wäre, dürften
es die fast senkrecht gestellt gebliebenen Wände des Choanenganges
sein. — Damit ist die Endform erreicht und es lohnt sich nicht, noch
weiter zu beschreiben.
Aus den Wachstumsvorgängen greife ich die schon öfters be-
schriebenen Partieen heraus.
Absolute Masse ” Flle Bean
höhlenlänge länge
EN ee re IN En legale. 24 11,5
BE MORBIR are nenn Fan 59 34
Ende der Entwicklung . . . . et 66 41
Während sich das Gesicht von Anfang bis Ende 3,56 mal ver-
längert hat, nahm die Hirnhöhle nur um das 2,75fache zu. Jedoch
es genügte um ihr auch am Ende der Entwicklung das Übergewicht
zu sichern.
Die geringfügige Schwankung zwischen Gesichtslänge und
Basilarlänge = 100 von Anfang bis Ende der Entwicklung sagt uns
ja auch, dass in ersterer keine grosse Tendenz zum Längenwachstum
vorhanden ist.
An der Bewegung zwischen Cranial- und Facialaxe sehen wir
ein beinah gleiches Wachstum, jene vergrössert sich 3,36 mal, diese
3,37 mal.
Die Beteiligung der Cranialaxe an dem Wachstum der Basilar-
länge verhält sich so, dass sie sich in den ersten 6 Monaten stark
um das 2!/,fache verlängert, von da ab nur mehr um !/, des er-
langten Masses. Zur Erläuterung des interessanten Wachstums bei
parietalien und frontalien diene folgende kleine Übersicht:
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.1. 8
114 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Absolute Masse Parietalia Frontalia
ABISBERRRGBELK FELL SNRLEIBELT RER ip ala 7, 7 15
DER IORELER ANERS RB TEN, TU a 16 34
Einderder Birttwiekiäug "A. Una, 16 35
Bei diesem Hunde wachsen demnach parietalia und frontalia
in der ersten Wachstumsperiode gleichmässig fast um das 21/, fache
ihrer ursprünglichen Länge, in der späteren Zeit wachsen sie über-
haupt nicht mehr (frühreif).
Die Verlängerung der Hirnhöhle auf Höhe des Schädels
— 100 von:
Ausgetragen . . . . 154,8 auf
Ende der Entwicklung 157,1
weist gleichfalls eine unbedeutende Veränderung auf, und auf die
Basilarlänge — 100 bezogen endet sie ihr Wachstum mit demselben
Verhältnis, von welchem z. B. der Vorstehhund mit 5 Wochen
ausgeht. —
Tabelle XI S. 132 beschreibt das Breitenwachstum des Schädels
auf Höhe = 100 bezogen,
In Gemeinschaft mit den schon vorher besprochenen Massen
erläutert sie demnach deutlich, wie wenig das Wachstum dieses
Schädels auf Länge hinausgeht.
Aus der ziemlich geringen Proportion der Höhe des Gesichts-
schädels : Höhe des Schädels [Tabelle VIII S. 118 N. 19] lässt sich
ersehen, dass der Abfall von Hirnhöhle auf das Gesicht schon ein
bedeutenderer sein muss, als bei anderen Hunden. —
Hier eine Übersicht über Gaumen und Nasenbein Wachstum:
Absolute Masse Gaumen Nasalia
RER BETREUT, FRE 17 7
ER BRRIS DUDEN Loln ln En NR 40 21
Ende der Entwicklung . . . . 2.2. 48 27
An der Bildung des Gesichtes haben demnach die Nasenbeine
durch 3,85 fache Verlängerung teilgenommen, während sich der
Gaumen nur um das 2,82 fache gestreckt hat.
An seinem Wachstum nehmen palatina und maxillaria in haupt-
sächlichster und merkwürdig gleicher Weise Teil (Tab. VIII S. 118
No.12 u. 13), die intermaxillaria vergrössern sich wenig.
Endlich ist die Proportion der Nasenbeine mit 42,3 zur Gaumen-
länge = 100 ein beachtenswertes Ergebnis. Die Zahnpartie unseres
Schädels wird erst recht sprechend, wenn wir das Verhältnis der
Alveolenbreite zur Gaumenbreite betrachten:
des Schädels verschiedener Hunderassen. 115
Breite des Gaumens aussen innen
ne Üsesigedekrien sap Ara Rey ge 15 11
3.7, UGYELKEIRL Ares I are Tee Dr EEE 36 20
Emie der Entwicklung . - ©’. ....% 43 —_
Es entfallen demnach am fertigen Gebiss nicht weniger als #/,o,
also bald die Hälfte des Gaumens auf die Alveolen.
Die Proportion der Länge des Reisszahnes zur l,änge d. Backzahn-
reihe, verglichen mit der anderer Hunde, sagt uns, dass wir es hier mit
einer Zwergform zu tun haben. — Während der Oberkiefer sich
seine 6 Backzähne bewahrt hat, ist der Unterkiefer um M? gekürzt.
— Auffallend ist die nicht weniger als 4malige Knickung der Kiefer-
äste, so dass jedesmal zwischen zwei solcher Stellen die Richtung
eine andere ist, die, zusammenbetrachtet, stark nach oben geht. —
Die symphyse nimmt mehr als den vierten Teil seiner ganzen
Länge ein.
P! hat sich mit seinem metaconus aussen vor den protoconus
des M! gestellt.
Leider vermag ich diesem Hunde nur die Stadien der eben aus-
getragenen Fox- und Scotch-Terrier gegenüber zu stellen (Tafel V,
Figur 5, 6u.7). Indem ich rücksichtlich der Masse auf die Haupt-
Tabelle XII Beilage verweise, begnüge ich mich, um die Zusammen-
gehörigkeit dieser Hunde zu erläutern, das gleich nahe Verhältnis der
Cranialaxe zur Basilarlänge bei allen dreien, die hauptsächlichste
Beteiligung von palatin. sowie maxillaria am Gaumenwachstum und die
ähnlich schwache Beihilfe des Gesichtes zum Schädel hervorzuheben.
Ein vierter Terrier, der Affenpinscher, dessen Proportionen
ich in Tabelle XII u. XIII zusammengestellt habe, scheint nach _
mehr als einer Richtung zu bekunden, dass er eher zu den lang-
als kurzschnauzigen Hunden neist. Das Verhältnis von Cranial- zur
Facialaxe und Basilarlänge ist weiter, die intermaxillaria nehmen
stärker am Gaumenwachstum Teil, und der Reisszahn ist recht gross.
gr
116 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Black and tan Terrier.
Tabelle VII.
Ausesteneen | 6 ronate
Es beträgt: VE Eaz
absol. |reduc-| absol. |reduc-
Masse, tion | Masse| tion
u Basilarlange ‘. Il alu urn 1027;0100,01 79771000
2 | Basiceranialaxe.' 2. Y7, 980 08 Sr 5035,10 26213249
3 | Basifacialaxe . . . . Ve WAS KR es (Ora0
4 | Länge des basi ah a letıre Fler. HD LSA I ae
5 5; a0’ „Bphengidal.;post. "... 7 3,0217 AZ
6 ”„ ”„ » ” ant. . „fs yrt DL In 77
7 | Abstand des palat. vom foram. magn... . [10,0 |37,0| 35 | 44,3
8 | Länge d. Gaumenpartie d palatin . . .| 6,0/22,2| 13 [16,4
9 a7, Mi “ „ maxillaren.. . | 6,0 122,2] 16 |20,2
10 2 „ Intermaxillaren. | 5,0/18,5] 11 |13,9
11 | Länge A. ei Rand d. Incisiv |17,0|62,9| 40 50,6
12 | Breite „, A innen | zwischen .|11,0/40,7| 20 |25,3
3B| „0% aussen | P'u.M! 1150|555| 36 [455
14 | Hirnhöhlenlänge. . . -. -» 2 2 2. + 124,0|888| 59 | 74,6
15.4 /Gesichtslänge: 1.717 2 um Aral. u | ARD: 34ER
16 | Höhe des Schädels. . . » . » 2.» ..115,5|57,4| 39 |49,3
17 | Grösste Breite des Schädels . . . . . [19,0/703| 45 |56,9
18: Schläfenenge . 1.4 „x... 1. sn .119;01 70,31 401 [80,6
19 | Länge der Nasalia. . . ». . 2 22.7 70[|259]| 21 |26,5
20 | Grösste Breite der Nasalia. . . . . .| 40/148] 8 1101
21 | Länge von Nasenbein—Ineisivrand . . . | 5,0!1185| 13 |16,4
22 | Breite über den Gehirnöffnungen . . . [12,0/44,4| 31 |39,2
23 | Breite vom Jugale—Jugale . . . . .[21,5|79,6| 53 | 67,0
24 „ zwischen den Orbitalfortsätzen. . |17,0/62,9| 32 |40,5
25 | Geringste Breite zwisch.d. Augenrändern | 10,0 | 37,0| 19 | 24,0
26 | Breite der Schnauze . . : . =» «...1 6012221 12 |15,0
27 | Länge der Backzahnreihe . . . . . .| 8,0|29,6| 31 |39,2
28 31m des; Reisazahnes «= ..: 4»... are, — FI 10 128
29 | Breite „ ee ee N N BE
30 | Länge der Ken Molaren I
31 a VOR BE, a a a ee
32 | Länge der Maxillaria von:
a) sutura fronto Maxillar. . . . | 80/296] 24 |30,3
b) process pterygoid bis vorderen
Rand des Canin alveole . . [13,0/48,1| 37 |46,8
33 | Länge des interparietale . . . . . .[11,0|40,7| 22 | 27,8
34 7, „. parietaliar. 2. 2 SR ae
35 E SERITONCHEA N En: “ 12220,01085:0) 1195941, 342 AS)
36 | Abstand von jugale— process orbital. u 6,02 17 125
37 | Winkel der Orbitalebene . . . . ..|78| — | 600| —
38,1 Höhe des Oceipitale ........ 2.2... 68011851 8 1a04
Aus-
gewachsen
absol.
Masse
88
32
9
reduc-
tion
100,0
36,3
48,8
28,3
18,1
39,7
20,4
10,2
des Schädels verschiedener Hunderassen. 117
ie as 6 Monate len
Es beträgt: =
absol, |reduc-| absol. |reduc-| absol. |reduc-
Masse| tion |Masse| tion |Masse| tion
39 | Breite des Oceipiale . -. -» » .» » ...1123,0144,4| 25 |31,6| 30 | 34,0
40 | Vom foram., infra orbit.—Ineisivrand . . | 9,0/33,3| 25 [31,6] 30 | 34,0
41 | Vom vorderen Rande d. orbit.—Ineisivrand | 11,0 |40,7| 28 |35,4| 33 | 37,5
42 | Vom vorderen Rande d. orbit.—foram.
infraorbie-Randz „u... ..:. 020. 20 A Er eb I
43 | Distanz der lineae temporals. . ...| — | —- I — | —-— [| 30| —
44 | Grösste Breite zwischen den Zähnen . .| — | — I — I! —|I- | —
45 | Höhe des foram. magn. . . . . . ...]| 40/148] 17 |21,5| 18 | 20,4
46 | Breite „, R ie ee ee
47 | Weite der Choanenöffnung. . . . . .[ 30/11,1[ 10 !126| 10 !11,3
48 | Grösste Breite über den Maxillar. . . . |16,5|61,1| 36 |45,5| 42 | 47,7
49 | Breite über dem foram. infraorbital. . . j 19,0 37,0| 21 126,5! 24 | 27,2
50 | Höhe vom Gaumen — sutura fronto nasalis |10,5 |38,8] 27 |34,1| 32 | 36,3
Unterkiefer.
Länge des Unterkiefers:
51 | Vom Angulus Mandib.—vord.Rand d.Ineisiv | 22,0 |81,4| 64 |81,0| 77 |87,5
52 | Länge der Backzahnreihe . . . . . .[13,0/481| 37 |46,8| 42 |47,7
53 | Höhe v. hint. Mandib. Rand— zur Mitted.M! | 4,0|14,8| 7 | 88] 11 |12,5
54 | Höhe vor dem foram. ment. . ...140!—- | 7) —-I10| —
55 | Breite des condyl. glenoidalis. . . . .1 307 — | 9| — | 13 | —
56 | Höhe des aufsteigenden Astes . . . .]| 40| — |2| — | 1414| —
57 | Vom Angulus—ob. Rand des glenoid.. .| — —- | 2 | — | 14| —
8 | Höhe des hinteren Kiefergelenkes . . . | 8,0|129,6| 24 130,3] 28 | 31,8
118 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Tabelle VII.
„| 3 |88
Die hinteren Dimensionen = 100 3e2| 5 | 25
< 5 = = &
n| © E
1 | Cranialaxe zur. . . . . . Basilarlänge | 35,1 | 32,9 | 36,3
2 | Grösste Breite des Schädels DR » 70,3 | 56,9 | 56,8
3 | Zwischen den Orbitalfortsätzen . . ” 62,9 | 40,5 | 32,9
4 | Grösste Breite zw. d. Maxillarien . an 6111 455 I 47,7
5 | Breite über den Gehöröffnungen . ” 44,4 | 39,2 | 42,0
6 | Höhe des Schädels . . . . . » r 57,4 | 49,3 | 47,7
FT TGHESICHTBNDOR > en fa By 42,5 | 43,0 | 46,5
8 | Hirnhöhlenlänge . . . Bee = 838 | 74,6 | 75,0
9 | Höhe des Gesichtsschädels BR: „ 38,8 | 34,1 | 36,3
10 | Unterkieferlänge . . » . .. „ 81,4 | 81,0 | 87,5
11 [| Cranialaxe -. . : 2 2 2 202°. Facialaxe | 54,2 | 4901 —
12 | Palatin . .. 2. 4... » "Ganmenlängs ii :35,2.1 Sub nern
13: VMestllarga 4,0. ee er es 35,2 | 40,0 | 39,5
1A DleIntemmaxillartar: an una ee: A 29,4 | 27,5 | 20,9
15 | Länge der Nasalia EDER: n 41,1 | 52,5 | 56,2
16 | Gesichtslänge . . . - . - . Hirnhöhlenlänge | 47,9 | 57,6 | 62,1
17 | Grösste Breite über den Maxillar.. Gesichtslänge | 143,4 | 105,8 | 102,1
18 | Hirnhöhlenlänge . Höhe des Schädels | 154,8 |151,2 [157,1
19 | Höhe des Gesichtsschädels . ” 67,7 | 69,2 | 76,1
20 | Höhe des Oceipitale . . - - = 32,2 | 20,5 | 21,4
21 | Cranialaxe . . . Grössten Breite des Schädels | 50,0 | 57,7 | 64,0
22 | Schläfenenge . . . „ „ 100,0 | 88,8 | 84,0
23 | Geringste Breite zw.
den Augenrändern S 52,6 | 422 | 48,0
24 | Breite der Schnauze z. Breite ü.d. for. infra, orbit. | 60,0 | 57,1 | 75,0
25 | Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe | — 32,2 | 37,5
26 | Länge der unter. Backzahnreihe ,„ Unterkieferlänge | 59,0 | 57,8 | 54,5
des Schädels verschiedener Hunderassen. 119
Russischer Windhund (Barsois).
Bald schon fand das Auge den Schädel des eben ausgetragenen
Barsois (Tafel V Figur 1) aus allen anderen gleichalterigen und
gleichgrossen heraus, das vorstechende waren die ungemein tief
herabsteigenden Stirnbeine. Durch sie wird denn auch diesem Hunde
schon zu dieser Zeit sein charakteristisches Gepräge gegeben.
Der Nasalfortsatz der Frontalia erstreckt sich so weit herab,
dass die Verbindungsnaht zwischen ihnen und den Nasenbeinen fast
in einer Senkrechten mit dem vorderen Augenrande steht. Der
Hirnschädel erscheint dadurch auffallend lang und flach, während
der Gesichtsschädel als ein verhältnismässig kleiner Abschnitt vorn
befestigt ist. Ich hebe die steile Stellung der Nasenöffnung, bedingt
durch grosse Breite des aufsteigenden Intermaxillarfortsatzes hervor
und indem ich noch auf die jetzt schon ausgesprochen spitze
Schnauze hinweise, sind die besonderen Merkmale dieses jugend-
lichen Schädels abgesehen von seiner in Kolonne 1 der Tabelle IX
zum Ausdruck gebrachten Grösse erschöpft. Hinsichtlich der Nähte
und der Verknöcherung der einzelnen Partieen gleicht er völlig
anderen Hunden.
Da mir ein Mittelstadium z. Z. der Beschreibung nicht ge-
geben ist, behandle ich hier nur das Wachstum, wobei ich voraus-
schicke, dass das Lot, welches:
l. vom vorderen Augenrande auf die Basis herabkommt, am
Jugendschädel 4 mm hinter dem foramen infraorbitale steht und am
erwachsenen 33 mm.
Anlangend die Vergrösserung der parietalia und frontalia so
dienen hierfür folgende Zahlen:
Absolute Masse | Parietalia Frontalia
Ausgetragen . 10 21
Ausgewachsen 26 60
Ein 2,85 faches Wachstum der Frontalia von Anfang bis zu
Ende haben wir bereits beim Bernhardiner-Hund gesehen, hier aber
wuchsen die parietalia um das 3,85 fache, während sie sich beim
russischen Windhund nur um das 2,60 fache strecken. Die Eingangs
hervorgehobene grosse Länge des jugendlichen Hirnschädels ergiebt
sich an der Hand ihres zur Höhe des Schädels = 100 reduzierten
Masses, das schon zu Beginn mit 195 mm von keinem der hier
gemessenen domesticierten Hunde gleichen Alters übertroffen wird.
Damit nun aber der Gesichtsschädel seine dem Windhund
eigene Länge erhalten kann, streckt er sich um das 5,l4fache,
120 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
während die Hirnhöhlenlänge nur um das 2,89 fache zu wachsen
benötigt ist, um am Schluss der Entwicklung trotzdem noch immer
typisch lang zu erscheinen. Hier die Zahlen:
Absolute Masse | Hirnhöhtentinge Gesichtslänge
ABSSSINBEn ln allen) Erkumelertehe 39 21
Ausgewachsen . 113 108
Dieser Vorgang wird durch das Wachstum der Basis beider
Schädelhälften noch weiter erläutert:
Absolute Masse | Cranialaxe | Facialaxe
Ausgetragen . 14 33
Ausgewachsen 55 138
Erstere, die Cranialaxe, streckt sich also um das 3,92 fache,
während die Facialaxe um das 4,18fache wächst. — An der
4,12fachen Streckung der Basilarlänge von Anfang bis zu Ende
nimmt die Cranialaxe mit einer 3,92fachen Ausdehnung ihres ur-
sprünglichen Masses teil, dabei ist die ungemein niedrige Proportion
zur Basilarlänge = 100, nämlich 28,3 interessant, ein Verhältnis,
das mich denn auch bewogen hat, den Affenpinscher als zu den
langschnauzigen Hunden neigend anzusprechen.
No. 11 der Tabelle XI giebt uns Aufschluss über das Breiten-
wachstum des Hirnschädels. Sie zeigt, in welch ungeheuren Breiten-
Dimensionen der Windhund angelegt ist, augenscheinlich zu keinem
anderen Zwecke, als um trotz der grossen späteren Länge noch
Form zu behalten. Eine grösste Breite des Schädels z. B. mit
135 zur Höhe des Schädels = 100 ist von keinem der hier be-
handelten Hunde zu verzeichnen.
Wie flach der Gesichtsschädel beim Erwachsenen an den Hirn-
schädel anschliesst, geht aus der Proportion seiner Höhe = 94,3 zur
Höhe des Schädels = 100 hervor und wie sein Längenwachstum
unter alle Masse stark herabsteigend auf Kosten der Breite abläuft, .
sehen wir an der minimen Proportion der grössten Breite über den
Maxillarien = 58,3 zur Gesichtslänge = 100, die von 138: 100 beim
eben ausgetragenen Barsois soweit zurückgeht.
An dieser letztgenannten, im Gegensatz zu anderen Hunden
niedrigen Proportion können wir ersehen, wie schon dem
jugendlichen Windhund das schmale, glatt abfallende, ja fast
gewaltsam zusammengedrückte Gesicht zu eigen ist, das den Er-
wachsenen kennzeichnet. Es sei mir gestattet, hier auf ausgiebige
des Schädels verschiedener Hunderassen. 121
Benutzung der Vergleichs-Tabellen XII u. XIII aufmerksam zu
machen, an denen eigentlich ohne jeden Commentar schon verfolgt
werden kann, wie der Schädel eines jeden Hundes wächst.
Die hohe Proportion der Nasalia — 73,6 zur Gaumenlänge — 100
beweist deren flottes Mitwachsen bei der Bildung des Gesichtes.
Hier die Tabelle:
Absolute Masse | Gaumen | Nasalia
Ausgetragen . 29 14
Ausgewachsen 110 8
Es sagen die Zahlen, dass nasalia sich bei diesem Hunde um
das 5,78fache strecken, während der Gaumen um das 3,79 fache
seiner angelegten Länge zunimmt. An dessen Ausdehnung sehen
wir die Maxillaria am meisten beteiligt, auf sie folgen die inter-
maxillaria. Dass sich die palatina wenig strecken, zeigt sich daran,
dass sie jetzt weit hinter der Gaumenlänge zurückstehen, während
sie in gleicher Länge (vergl. Tabelle X Seite 124 No. 13 u. 14) wie
die Maxillaria angelegt waren.
122 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Tabelle IX.
Russischer Windhund (Barsois).
3 Aus-
Es beträgt: Z sl
absol. |reduc-| absol. |reduc-
Masse | tion |Masse| tion
der Basilarlänge - . -- 1-0 mem 47 100,0 | 194 | 100,0
NHEBERICTHNIATARB: af )E ed = su lee ne ee 14 29,7 55 | 28,3
3 | Basifacialaxe . . . RE 33 70,2 1 138 1 44
4 | Länge des basi- Deine) TE BEER: 9 191]. — _
5 = nn sphenoidal. post... . . . 5 10,6 | — —
6 „ 2 an. = 09% _ — 21 | 10,8
7 | Abstand des Dallr v. foram. magn.. . . 18 38,2 83 | 42,7
8 | Länge der Gaumenpartie d. palatin. . . 11 23,4 34 | 17,5
9 nn > e „ maxillar. .. . 11 23,4 41 | 21,6
10 ” & „ Intermaxillar. 7 14,8| 35 | 180
11 | Länge d. Ganmans- Word Rand d. Ineisiv. 29 61,7 | 110 | .56,6
12 | Breite „ “ innen | zwischen . . 18 38,2 47 | 24,2
13 Aa: " aussen.) P!u.M!, '. 23 48,9 60 | 30,9
14:1 "Eiirnböblenlange.n. : 27 ferien... 39 82,91 113 | 582
18: 1. onBichialinen. ar u at nen 21 44,6 | 108 | 55,6
16.1 5Hoke9e34/Schädels "2.122 0. Han rl 20 42,5 53 | 22,3
17 | Grösste Breite des Schädels . . . . . 27 57,4 56 | 28,8
18: 1: Schlafenenge Era ar ae 3 25 53,1 38 | 195
19:1 Länge’der Nasalia. >. ur. au. 14 29,7 81.)24%7
20 | Grösste Breite der Nasalia . . . ... 7 14,8 17 8,7
21 | Länge von Nasenbein—Ineisivrand . . . 21 44,6 | 38 | 19,5
22 | Breite über den Gehirnöffnungen. . . . 18 | 382] 57 | 29,3
23 „ von Jugale—Jugale . . . .. . 33 70,2 | 105 | 54,1
24 „» zwischen den Orbitalfortsätzen . - 24 51,0 | 56 | 28,8
25 | Geringste Breite zwisch. d. Augenrändern 14 | 29,7 39 | 20,1
2b: Bresie der‘Schnauze . .... Ver. 10 21,2 27.1809
27 Länge der Backzahnreie . . .... 13 37,6 76. 173951
28 unndes Beinszahnes <= | 3... I 0% 6...1,13% 19 9,7
29 | Breite „ Er a 2 _ 10 5,1
30 | Länge der beiden Molaren a Be _— E= 20 | 10,3
31 ON ZB-ES0 2 e: — _ 38 | 19,5
32 | Länge der Maxillaria von:
a) sutura fronto maxillar. . . . 5 | 3198| 837 53
b) process pterygoid—vord. Rand 2
Darm ?Alyenle ı.. „u, 8. 20 42,5 91 | 46,9
33 Länge d. interparietale. . . . ... 13 27,6 35.1180
34 Pr eanarselaliaı oe to. Ve 10 21,2 26 | 13,4
35 , sosttontalia 1... %. „u 21 44,6 | 60 | 30,9
36 | Abstand von jugale—process toi RI: 2 14,8 17 8,7
32 ı Winkel der Orbitalebene ... 2..:....% 66° | — 51 I —
38 I Höhe des Occipitale . . » . . 2... 9 19,1 29 | 14,9
des Schädels verschiedener Hunderassen 123
Ausgetragen ge ER.
Es beträgt:
absol. |reduc-| absol. | reduc-
Masse | tion |Masse | tion
39 | Breite des Oceipitale ' 19 40,4 53 122,3
40 | Vom foram. infra orbit. N neleterand 16 34,0 69° | 355
41 | Vom vorderen Rand d. orbit.— Ineisivrand 21 44,6 97 | 50,0
42 | Vom vorderen Rand d. orbit. — foram. infra,
orbit -Rand . 5 -- 28 _
43 | Distanz der lineae temporales . 23 4889| — —_
44 | Grösste Breite zw. d. Zähnen — _ _ —
45 | Höhe des foram. magn. 6 12,7 15 1,2
46 | Breite „, = ee | 7 14,8 19 9,7
7? | Weite der Ohm eo ; 6 12,7 17 8,7
48 | Grösste Breite über den Maxillar. 29 61,7 63 | 32,4
49 | Breite über dem foram. infra. orbital. . 17 36,1 40 | 20,6
50 | Höhe vom Gaumen — sutura fronto nasalis 12 25,5 50 | 25,7
Unterkiefer.
Länge des Unterkiefers:
51 | Vom angulus mandib.—vord. Rand d.Ineisiv. 38 80,8 | 159 | 81,9
52 | Länge der Backzahnreihe ; 18 38,2 84 | 43,2
53 | Höhe v. unter. mandib.-Rand zur Mitte d. m: 7 14,8| 23 | 11,8
54 | Höhe von dem foram. mental. . 6 E= 18 -
55 | Breite des condyl. glenoidalis . 6 = 25 —
56 | Höhe des aufsteigenden Astes . 5 — 28 —
57 | Vom angulus—ob. Rand. des glenoid. 7 — 28 —
58 | Höhe des hinteren Kiefergelenkes 12 25,5 58 | 29,8
124 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Tabelle X.
am re Ser
Die hinteren Dimensionen = 100 ET:
< S 48
En =
1 Cranialaxe zur . . . . 2... Basilarlänge 29,7 28,3
2 | Grösste Breite des Schädels NE x 57,4 | 28,8
3 | Zwischen den Orbitalfortsätzen . . . 5 51,0 28,8
4 | Grösste Breite zwischen d. Maxillarien 2 61,7 32,4
5 | Breite über den Gehöröffnungen. . . e 38,2 29,3
61 Höheldes. Schädel | - . - ; » . -» n 42,5 27,3
wi Gesichtelinge I 2a, , . WU = 44,6 55,6
8 | Hirnhöhlenlänge . . 97 TR RA TA a 82,9 58,2
9 | Höhe des Gesichtsschädels ERFUS:- eVE hi 25,5 25,7
10 | "Ühterkieferlänge! IH an ni 80,8 81,9
11 | Granialaxe 'f. , 1 20 20.0.0020. „1 ’Eacıalaxe 42,4 39,8
124 Palaina .i. 2... se.rn N Onunenlaneo 37,9 30,9
13: 1 Maxima. I, 22 0, ar Se h 37,9 37,2
14 1 Intertaxlllara © Zur nn iR - 24,1 31,3
15 | Länge der Nasalia. ar „ 48,2 73,6
16 | Gesichtslänge . . . 3 . . Himmhöhlenlänge 53,8 95,5
17 | Grösste Breite über den al . Gesichtslänge | 138,0 | 58,3
18 | Hirnhöhlenlänge . . . . . . Höhe des Schädels | 195,0 | 213,2
19 | Höhe des Gesichtsschädels . . . a 60,0 | 94,3
20 | Höhe des Oceipitale . Ah ” 45,0 54,7
21 | Cranialaxe. .. . . Grössten Breite des Schädels 51,8 | 9,1
22 | Schläfenenge . . . " = 92,5 67,8
23 | Geringste Breite a
den Augenrändern . n 51,8 | 69,6
24 | Breite der Schnauze z. Breite ü. d. foram. orbit. 58,8 | 67,5
25 | Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe 46,1 25,0
26 | Länge der unter. Backzahnreihe. . Unterkieferlänge 47,3 52,8
des Schädels verschiedener Hunderassen, 125
Schlussbetrachtungen.
Wir schliessen hiermit mangels geeigneten Materials die Details
unserer Arbeit. Sie hat zum Ergebnis geführt, wie im Rahmen der
naturgemäss zunehmenden Grösse die einzelnen Teile des Schädels
in ziemlich wenig revolutionärer Weise, aber in grösserer oder
geringerer Abweichung daran Teil nehmen. Dadurch nun, dass
innerhalb dieser wieder der eine den anderen im Raume überwiegt,
entstehen die Formen, und in weiterer Folge unter der unaus-
gesetzten „Bewirkung“ all der kleinen und grossen, z. T. gar nicht
bekannten unmerklichen Einflüsse vonseiten der Aussenwelt auf die
verschiedenen animalen Organe, Behaarung, Charakter u. s. w. die
verschiedenen Arten. Eigens um dieses vergleichen zu können, habe
ich in Tabelle XII und XII möglichst ausführliche Serien von
Massen auch über hier nicht näher beschriebene Hunde, sowie
Fuchs und Wolf aneinandergereiht. An ihrer Hand wird sich
beweisen lassen, worin die Abweichungen im einzelnen, bei Alt und
Jung bestehen, die bei aller Ähnlichkeit im grossen vorhanden sind.
Die fundamentalsten Unterschiede liegen in dem Verhalten des
Gesichtes zum Hirnschädel. In der Fötalzeit überwiegt bei allen
Hunden der letztere gewaltig und scheint Abrundung, je weiter
zurück, desto mehr Formgemeinschaft zu sein. Für den er-
wachsenen Hund ist bei mässiger Körpergrösse der normale Zustand
ein annäherndes Gleichmass zwischen Hirn- und Gesichtsschädel bei
leichtem Überwiegen des ersteren.
In der Gesamtgrösse beider, die ihren Ausdruck in der Basilar-
länge findet, bestehen grosse Variationen, sowohl hinsichtlich der
sog. Rassen als auch innerhalb derselben bei den einzelnen Indi-
viduen. Veranlagung, Vorsprung in der Geburt, Ernährungsverhält-
nisse bedingen hier die Differenzen. In nicht so weiten Abweichungen
schwankt das Verhältnis zwischen ihr und einer der Componenten,
der Cranialaxe. Letztere beträgt zu Beginn des Luftlebens stets
ungefähr !/,, bald mehr, bald weniger, der Black an tan Terrier
. weist neben dem King-Charles die höchste Proportion auf, bewahrt
sie auch bis zum Ende der Entwicklung. Bei den anderen Hunden
aber .geht sie mit der Zeit zurück bis nahe an '/, der Basilarlänge
und zwar desto näher, je mehr der Hund einer langschnauzigen
Rasse angehört. Die Erscheinung findet ihre natürliche Erklärung
in dem Anschwellen der Facialaxe. Beachtenswert ist das mit zu-
nehmendem Alter an Länge steigende sphenoidale posterius. Es
dürfte sich an der Hand eines grösseren Materials unsere Vermutung
vielleicht bestätigen lassen, dass sie sich zur evtl. Altersbestimmung
besser eignen möchte, als die unzuverlässigen Zähne, insofern als
bei gleicher Basilarlänge zwischen zwei Hunden der ältere auch das
längste sph. post. aufweist. Anders verhält sich die Zunahme der
über beiden Axen errichteten Gewölbe. Die der Cranialaxe ent-
sprechende Hirnhöhle wird mit verschwindenden, vielleicht individuell
126 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
begründeten Ausnahmen länger als der der Facialaxe zugehörige
Gesichtsschädel und wachsen beide Teile mit der Rasse wechselnd
zu verschiedenen Zeiten schnell. Solches muss bedeutungsvoll sein
neben dem Umstande, dass hier die parietalia 3fach und die fron-
talia 2fach, im anderen Falle die ersteren nur 2!/,mal und die
anderen 3mal sich strecken etc. Sehen wir von den parietalien
ab, bei deren Längen- und Breiten-Wachstum die Form keinen auf-
fälligen Veränderungen unterliegt und an der Hand der Tabellen
studiert werden kann, so bieten frontalia das wechselvollste Bild
und zwar auf Grund der eintretenden oder ausbleibenden Sinus-
bildung. Wir sind uns darüber einig, dass dieselbe einzig und
allein von der Entwicklung des Geruchsorganes und zwar in
wichtiger Weise beeinflusst wird. Jedenfalls sehen wir sie bei
keinem derjenigen Hunde fehlen, welche von dem Menschen zu
diesbezüglichen Zwecken: Jagd, Spüren etc. gezüchtet worden sind
und heute noch benutzt werden. Umgekehrt finden wir sie dort
am weitesten zurück oder mit mehr Berechtigung ausgedrückt, gar
nicht vorhanden, die „lobi olfactorii kurz, nach unten zurück-
geschlagen“, wo, einmal in der Foetalzeit das Geruchsorgan noch
nicht in Gebrauch genommen oder bei den im eigentlichen Sinne
des Wortes domesticierten Hunden, denen es gleichsam überflüssig
geworden ist. Niemand von uns Menschen kennt zwar die feinen
Vorgänge beim Riechgeschäft. Wer aber einen feinnasigen Gebrauchs-
hund zu beobachten Gelegenheit nimmt, gewahrt, in wie anhaltenden
Zügen er einen Geruch aufnimmt. Das Riechorgan ist darum auch
das Leitorgan des Hundes und von seiner, durch Züchtung sogar
beabsichtigten besseren Entwicklung wird die Formbildung am
Schädel der Hunde in massgebender Weise beeinflusst. Ohne die
verschiedenen Grade seiner Begabung in anatomische Erklärung zu
zwängen, hing und hängt jedenfalls von seinem Vorhandensein beim
frei lebenden Tiere die Existenzfähigkeit mehr oder weniger ab.
Wo aber, wie bei einem Teile unserer Luxushunde, diese seit
sehr weit zurückliegenden Zeiten einer solchen Sorge enthoben sind,
musste es, ähnlich wie Franck und Nathusius es für die Kopfhöhlen
der arabischen Pferde und der Ponies nachgewiesen haben, ver-
kümmern. Einmal mit Widerwillen von seiten des anders veranlagten
Stoffes und daher die Missbildungen im Bereiche des den Eingang
zum Geruchssinn tragenden Gesichtsschädels. Naturen aber, welche
sich leichter fügten, passten sich bald an und es blieb der Schädel
ohne Deformität. Aus den einzelnen Abstufungen in Ursache und
Nachgiebigkeit bildeten sich die verschiedenen Zwischenglieder.
Unter dem Eindrucke der Regel und der Ausnahmen nehme ich
daher an, dass wenn eine, so diese Ursache es war, welche die
Mopsbildung erzeugt hat. In meiner Auffassung werde ich bestärkt
einmal durch das Fehlen solcher Schädel-Carrikaturen bei den wild-
lebenden Caniden und zum anderen durch einen Vergleich des aus-
gewachsenen „Jugendschädels“ mit dem des gleichalterigen nicht
entarteten Hundes. Dort ist das foetale Übergewicht des Hirn-
des Schädels verschiedener Hunderassen. 127
schädels gewahrt, hier zwar manches geändert, denken wir uns .
jedoch crista sagittalis, protuberantia oceipitis, die Sinusbildung,
also lauter accessorische Gebilde weg, so finden wir bei allen Formen
den jugendlichen, eigentlichen Hirnschädel in seiner Anlage wieder.
Und was die anatomisch fundierten Beweise für die vertretene
Ansicht anlangt, so liegen sie in der Richtung der beim Pudel be-
schriebenen Fähigkeit zur Sinusbildung und in dem Verhältnis der
Nasalia zum Gaumen.
Wie der Vorstehhund und der Pudel mit ihrem ungetrübten
Geruchssinn hohe Proportionen zur Gaumenlänge = 100 aufweisen,
zeigt uns der wegen seines Geruchvermögens nicht berühmte Mops
die niedrigste. Dass bei diesem Hunde die Nasenbeine die
Stirnbeine 18 mm überlagern, dürfte doch sicherlich auch nicht
ohne Ursache sein. Und wer sich der Mühe unterziehen wollte,
das Siebbein dieser aus der Übung gekommenen Hunde zu unter-
suchen, würde ausser den grob-anatomischen Unterschieden wahr-
scheinlich zu interessanten Einzelheiten kommen.
Erwägt man nun noch das gestäubte Ausbrechen der Ersatz-
zähne, so muss der Gedanke, als habe sich das Geruchsvermögen
von Beginn an nicht bei allen Hunden gleich stark entwickelt,
zurücktreten. Das entstellte Gesicht des Black and tan Terriers
dürfte sich anders als unter dem Drucke äusserer Verhältnisse —
Mangel an Bedürfnis — entstanden, nicht deuten lassen und dass
der Typus in jedem neuen Individuum wiederkehrt, ist uns ein Be-
weis dafür, dass die Art sich gefestigt hat. Wenn gerade bei diesen
entarteten Hunden häufig fontanelle gefunden werden, die allgemein
als Ausfluss der Entartung gelten, sei es nun auf dem Wege der
Rhachitis oder des Ausbleibens von Ossifikations-Prozessen, so sind
es solche, denen die Wohltaten der Kultur am reichlichsten zu-
strömen, d. h. die in unnatürlichster Weise leben. Stets trifft diese
Erscheinung mit dem höchstem Grade der Nichtbenutzung des
Geruchorganes und dem kürzesten, missgestaltetsten Gesichtsschädel
zusammen.
Den Zweifler hinsichtlich der Körpergrösse erinnere ich unter
anderem an die beweiskräftigen Arbeiten von Herrn Professor
Th. Studer, dass die Hunde früherer Zeiten, soweit sie uns als
Begleiter der Menschen und als wahrscheinliche Vorläufer unserer
Gebrauchshunde bekannt sind, das heutige Mass nicht besassen.
Unter demselben entwicklungsgeschichtlichen Gesichtspunkte er-
klärt sich auch die Bildung des process. supraorbitalis, die Rütimeyer
bei Beschreibung eines Torfhundes noch als schwach ausgebildet und
schön abgerundet schildert. Nachdem nämlich unter der Einwirkung
des sich entwickelnden Riechorganes der Anstoss zur Sinusbildung
gegeben war, trieb die eingesogene Luft die Lamellen der Stirn-
beine immer weiter auseinander. Die beim Riechen kräftig auf-
genommene Luft aber lässt die in den Sinushöhlen befindliche nur
nach rechts und links ausweichen und so hat sich durch den
ständigen Druck von hinten und Zug von aussen (ligament orbital)
128 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
die seitliche Ausbuchtung und der Orbitalfortsatz gebildet. Dass
gerade an der Spitze die Knochenwand sehr dünn und beim Fuchs
die obere Stirnlamelle noch eingesunken ist, spricht eher für als
gegen meine Ansicht. — Was nun das normal, wenn auch ver-
schieden lang entwickelte Gesicht betrifft, so dürfte seine Streckung,
in historischer Beleuchtung betrachtet, an das Greifen, Erhaschen
im langgestreckten Lauf, bei dem die Gier dem Fassen stets vo-
raus ist, also auf Anpassung zurückzuführen sein, während die Gattung
felis in ruhiger überlegter Sammlung ihre Beute erwartet. Mit der
freieren Bewegung, dem keimenden Verständnis für die Aussenwelt
erwacht in dem jungen Tiere die Natur, die Substanz erinnert sich
ihrer Aufgabe, zu spüren, zu suchen nach dem Geruche und streckt
sich. Der lang häutig bleibende Fortsatz der Maxillaria, also onto-
genetisch eine verharrende Stelle am knöchernen Schädel, die späte
Verknöcherung der sphenoidal-sutur, das knorpelige Bindeglied des
ethmoids und die flache Abdachung der Knochen zwischen Hirn-
und Gesichtsschädel kommt hierbei sehr zu statten. Ist die hoch-
gehende, den ganzen vorderen Schädel mitziehende Entwicklung der
Stirnsinus’ und des ganzen Riechorganes etwa nicht ein Entgegen-
eilen des vornehmsten Sinnes, dem was kommen soll? Fügt sich
nicht immer der Stoff in die Funktion? Aus dem Bewusstsein,
dass das Maul, zugleich die einzige Waffe, auch zugreifen muss,
entwickelte es sich lang und passte die Zähne darnach an. Nirgends
sässe der Caninus passender zum Einschlagen in die Beute, als an
seinem Platz. Doch das war. ler domesticierte Hund bedürfte
sicherlich nicht mehr dieses pleomorphen Raubtiergebisses. Wie
die Kiefern sich einstens aus dem Gesetz der Correlation gleich-
mässig entwickelt hatten, so dürfte das Überstehen des Unterkiefers
bei einigen entarteten Hunden darauf zurückzuführen sein, dass er
sich noch nicht genügend dem rückgebildeten Oberkiefer an-
gepasst hat. Mit Bezug auf das Vorrücken der Zähne bei zu-
nehmendem Alter nach vorn will es mir demnach auch dünken,
dass nicht mit dem Auftreten der Ersatz-Zähne der „Streckimpuls“*
in die Kiefer kommt, sondern sie auf ganz einfache Weise aus dem
Grunde weiter vorn ausbrechen bezw. nachrücken, weil die Zähne
tragenden Alveolarränder vorgeschoben werden. Ihr Auswachsen
ist es somit, welches dem Gesichtsschädel des „Naturhundes“ das
Mass verleiht. Seine Länge aber in ein anderes Abhängigkeits-
verhältnis bringen zu wollen als wie oben geschildert, dürfte auf
falscher Deutung beruhen und gesucht sein.
Hinsichtlich des Breitenwachstums des Hirnschädels im all-
gemeinen und speziell z. B. des Black and tan Terriers im Ver-
hältnis wie 56:100 Basilarlänge vermag ich nur mit erläuternden
Zahlen zu dienen. Die Frage, inwiefern damit das Gehirn in Ver-
bindung steht, muss vorläufig noch offen bleiben, wenigstens so
lange, bis wir über die quantitative und qualitative Zusammen-
setzung des Gehirns aus grauer und weisser Substanz besser unter-
richtet sind. Darüber schweigt auch Gervais, wenn er von dem
des Schädels verschiedener Hunderassen. 129
höchsten Grade der Veränderung des Gehirnes beim King-Charles
spricht, ein Hund, der ob seines rundlichen Schädelbaues doch nach
Jeitteles den günstigen Einfluss des Umganges mit dem Menschen
auf die Gehirnthätigkeit exemplifizieren müsste. Auch Miclucho
Maclay weiss nur von Verschiedenheiten der Hirnfurchen zu be-
richten, die er besonders bei Dingo und Papuahund getroffen haben
will, giebt aber hierüber keine andere Erklärung, als dass die Ver-
anlassung hierzu in den zahlreichen Varietäten zu suchen sei, in
welche die Hunde als älteste und verbreitetste Haustiere sich ‚ge-
trennt haben. Wenn man die Veränderungen übersieht, welche
z. B. bei den sog. entarteten Hunden an der Öceipitalfläche als eine
aus Atrophie hervorgegangene Vergrösserung des foram. magnum,
Verdünnung der ganzen Schädeldecke etc. auftreten, so ist man
allerdings geneigt, sie auf Rechnung des Gehirnes zu setzen. Die
Annahme eines Hydrocephalus aber ist leichter gesagt als bewiesen,
zumal jene Hunde bis auf die notorisch geringe Entwicklung des
(reruchsinnes keine allgemeine Stumpfheit des hündischen Intellektes
erkennen lassen, wenigstens nicht, so lange sie jung sind. Im
Princip weigern wir uns demnach nicht, eine Qualitätsabweichung
im Gehirnaufbau anzunehmen, sind aber geneigt, sie eher auf das
widernatürliche Zurückbleiben des Geruchsinnes zurückzuführen.
Die Theorie ginge dann dahin, dass das dadurch in krankhaften
Bahnen wuchernde Gehirn in frühen Stadien ein Vorwölben des
Schädeldaches, in späteren einen Schwund verursacht. Ob der
lang häutige bleibende Frontalfortsatz der Maxillaria hindernd oder
begünstigend bei der Erhaltung der runden Form einwirkt, mag
dahingestellt bleiben. — Hinsichtlich der Nähte glaube ich an meinem
Material festgestellt zu haben, dass die Basilarsutur bei den ent-
arteten Hunden früher verwächst als bei den grossen, langschnauzigen.
Das aber ein frühes Verschwinden der Nähte d.h. ein Verwachsen
der Knochen an einzelnen Stellen ein krankhaftes Echo am Schädel
bedingen muss, bestätigt der von Aldrovandi mit Recht als magis
ingeniosus bezeichnete Denker unter den Hunden, der Pudel nicht,
wenngleich die oceipito-exoceipitalsutur sehr frühe verwächst.
Deshalb setzen wir allen theoretischen Erwägungen einen posi-
tiven Befund gegenüber, der in dem Parallelismus des Schädelbaues
mit der wechselnden Ausbildung des Geruchorganes besteht und
erblicken in ihm die Annahme des Herrn Professor Studer erklärt
und bestätigt, dass ein Teil unserer Hunde hinsichtlich der Schädel-
bildung auf dem Jugendstadium stehen geblieben ist. Die Ansicht
braucht nur dahin modifiziert zu werden, dass der Anstoss zu dieser
Erscheinung, sowie der Ausgang zu all dem was hier beschrieben
worden ist, sehr weit zurückliegt.
Das Zugeständnis, als wäre demnach der Hund, der heute
geboren wird, zu seiner entsprechenden Schlussform bereits vor-
bereitet, wird, sub specie speciei betrachtet, zur. Gewissheit. Was
die photographischen Abbildungen in Tafel V vom jungen Wind-
hund und Black and tan Terrier dem Auge zeigen, bestätigen
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1903. Bad.I. H.1. 9.
130 F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
die Zahlen dem Geist. — Wir müssen es uns versagen, hier näher
darauf einzugehen, in Bezug auf welche „Urhunde* solche Ent-
artungen geschehen sein können. Aus der grossen Zahl von spe-
kulativen Erörterungen greife ich nur z. B. die schon etwas besser
verbürgte Herkunft unseres Spitzers von den Pfahlbautenhunden
heraus und stelle hier einige Haupt-Masse einander gegenüber:
Spitz Pfahlbauten-
hund
1 | Cranialaxe zur. . . . ... . Basilarlänge =1W | 29,6 29,1
2 | Grösste Breite des Schädels . . r hr 37,2 39,0
3 | Breite über den Gehöröffnungen E: ss 33,7 35,7
4 | Gesichtslänge Fr r 54,4 55,4
5 ı Cranialaxe ASMENEL Facialaxe = 100 | 42,1 41,2
6 | Gesichtslänge . . . . . .Hirnhöhlenlänge = 100 | 85,8 90,4
7 | Länge des Reisszahnes z. Länge d. Backzahnreihe = 100 | 29,1 28,3
Die Zahlen sagen u. A. deutlich, was wir bereits für die ent-
arteten Dauertypen des Black and tan Terrier, der Fox- und Scotch
Terriers, sowie des King-Charles gezeigt haben, dass die Cranial-
axe um so höher in ihren Proportionen steigt, je näher ein Hund
den kurzschnauzigen Rassen angehört. Was hierzu noch an Beweis
dafür fehlt, dass die Ursachen der Entartung allein in der vorderen
Hälfte des Schädels, im Gesichtsschädel zu suchen sind, liefert der
Spitz durch seine niedere Proportion der Gesichtslänge zur Hirn-
höhlenlänge und seine höhere von Seiten des Reisszahnes zur Back-
zahnreihe.
Wie der kugelrunde Mopsschädel zum Bulldoggen und als Aus-
artung der Doggen überhaupt steht, soll zum Schluss noch folgende
Zusammenstellung zeigen:
| Mops | Bulldogge
1 | Oranialaxe ui.) 2). arla. u Basilaxlänge 100474 33,3
2 | Grösste Breite des Schädel . . . v“ ; 62.0 47,0
3 I Hirnhöhlenlänge . . ..... 4, „ 77,0 65,9
4 | Gesichtslänge . MARIA er Ar 42,5 49,2
5|[ Cranilaxe . . ... 2.0.2.2. . Facialaxe=100 | 52,6 50,0
6 | Gesichtslänge . . . . . . .Hirmhöhlenlänge= 100 | 55,2 74,7
7 | Länge der Nasalia . . . . . . Gaumenlänge = 100 | 45,8 571
5
13.
des Schädels verschiedener Hunderassen. 131
Literatur-Verzeichnis.
Bronn: Klassen und Ordnungen des Tierreiches.
Darwin: Das Variieren der Tiere etc. im Zustande der Do-
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Flower, F.: Einleitung in die Osteologie der Säugetiere. Leip-
zig 1888.
Gervais: Memoires sur les formes cerebrales aux animaux
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Hensel, R.: Craniologische Studien. Nov. act. Leopold. Carol.
1881. Band 42.
Jeitteles: Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in .
Wien 1872 u. £.
Kinberg, J. G.: Synopsis suturarum et epiphysium. Öfversigt
af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar 1869.
Miclucho-Maclay: Remarks about the circumvolutions of the
cerebrum of Canis Dingo. Biolog. Centralblatt 1884.
Parker, W.: On the structure of the skull in the mammalia 1884.
Röse, C.: Zur Phylogenese des Säugetiergebisses. Biolog.
Centralblatt 1892. XI. Band.
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1890. X. Band.
Studer, Th.: Die prähistorischen Hunde in ihrer Beziehung
zu den gegenwärtig lebenden Rassen.
Abhandl. der schweizerisch. paläontologischen Ge-
sellschaft 1901. Band XXVIll. (Hierbei eine reiche
Litteraturangabe).
Ellenberger u. Baum: Anatomie des Hundes.
u. a. m.
————
9%
132
F. Schmitt: Ueber das postembryonale Wachstum
Tabelle XI.
Breiten-Wachstum.
Höhe des Schädels = 100
Grösste
Breite des
Schädels
Breite
zwisch. den
fortsätzen
Orbital-
Breite
über den
Gehör-
öffnungen
Breite
zwisch, den
Augen-
rändern
—————————————————————————— nn were ee Me
1
a
16
17
18
19
Bernhardiner:
Neufundländer:
Schnür-Pudel:
Black and tan Terriers:
Mops:
King-Charles:
Bull-dogg:
Affenpintscher:
Fox-Terrier:
Scotch-Terrier:
Russischer Windhund:
Scotch-Deerhund:
Wolf:
Fuchs:
Dachshund:
Vorstehhund:
Pointer:
Irish Setter:
Schottischer Schäferhund:
Neugeboren:
5—6 Monate:
Ausgewachsen:
Neugeboren:
5—6 Monate:
Ausgewachsen:
Neugeboren:
5—6 Monate:
Ausgewachsen:
Neugeboren:
6 Monate:
Ausgewachsen:
6—7 Monate:
1 Jahr:
2 Jahre:
Ausgewachsen:
Ausgewachsen:
Ausgetragen:
Ausgetragen:
Neugeboren:
Ausgewachsen.
5—6 Monate:
Ausgewachsen:
Ausgewachsen:
Ausgewachsen:
5—6 Monate:
Ausgewachsen:
4—5 Wochen:
1 Jahr:
2 Jahre:
10 Jahre alt:
5 Monate:
Ausgewachsen:
Ausgewachsen:
Haupt-Tabelle. -
Tabelle XIL
Mops Kiog-Charlos] Balldoggo For-Terriei Scotch» Seotch- ‚Scotch- Wolf Fuchs Pointer
vr an I Aus anlare Terrier | Doorhana | Deerbund | Au. Aus- Den x N Sehafırhanz
Es beträgt: gewachsen ‚Ausgetragon |5—0 Monate gewachsen | gewachsen a gewachsen ken
abaol. [raduc-J absol, [reduc-] absoı. | absol.]raduc-| absol, [radue-| abeolı 'redue-| absol. [rednc-| abaol. .|teue-] absol. |roauc- ed
Masso] tion |Marso| tion | ass Masse] tion |Masse) tion | Masse) tion | Manso| tion | Sasse, tion | Masse] tion "en
A. |KBosilarlänge.., sun = a a ee 100,0] 47 1oool1aa 100,0] 213 \100,0]219 |100,0|114 |100,0] 133 |100,01 144 |100,0) 94 |1oo, 100,01188
ne sul aaa Mi] = = a jaslar molar nalın 12] a leo Mal u
asifacialaxe . Ö Ä 2, 1 1.0|104 |75,3| 109 |75,6] 6 a
4 | Länge d. basi-oceipital, 08| 10 j212| 51 [169 = aa el ar sea] ee] 77
ö me Sphenoidal. post. . 119| 6 [127] 20 [1099| —| — | — | — [13 j1ı14] — | — | — | — | 12 [1286| 22 J119| — =
6 3 — | — | —[ 19 |103| —| — | 23 |105| 13 |11,4| 18 j130| 19 J131| — | = | 32 |110] 16 13.8
7 | Abstand’ des palat. v. foram. magn. 33,8] 16 |319) 78 |426| 88 j41,3[100 |45,6| 48 4211| 57 ja1,2| 56 ‚338| 37 |a98] 82 la45| 78 Font
& | Länge der Gaumenpartie d. palatin, . 0/2388] ı1 2384| 37 2028| — | — x 21,7] 38 18,9
FUSS 36 r „ maxillar. 19,7| 80 23,8| 12 |255| 33 |180| —| — isal a 200
10 „ intermaxil 16,6] 20 |24,6) 5,0/14,9|) 7 |148] 35 119,1) — | — 1486| 37 189
11 | Länge d' Gaumens—vord. Rand d. Incisiv. 53,0| 52 |64.1|21,0/62,6| 30 |63,8]105 \57,3| 123 |57.7 548] 116 578
12 | Breite „ „ innen een: B 4106| — | — [13,5 40,2] 20 [4835| — | — | 54 125,3 71 54 242
13 » aussen | Plu,.Mt. . 55,2| 43 |53,0|17,0 50,7] 26 153,3] 65 |35,5| 88 |31,9 33| 75 33,6
14 | Hiruböblenlüne 2.2.2 0.2... 65,0| 62 | 76,5]27,5 83,0] 37 |z8,7 J112 |61,2| 119 |55,8 s0s| — 507
15 | Gesichtslinge .. 2.2.2200 492] 37 |46,6114,5 143,2] 22 |46,8|107 |58.4| 120 | 56,3 a2] 87 05
16 | Höhe des Schädels . . 2... 44,0] 42 |51,8]17,0 150,7) 22 |46,8| 54 [29,4] 55 125,8 331| — 315
17 | Grösste Breite des Schädels .- . B a2,2| 58 |65,4]21,0\63,6| 28 |59,5| 57 |31.1| 62 |29,1 320| 65 310
18 | Schläfenenge . . . . . ... : E 37,8| 45 |55,5[21,5 64.1 | 27 \57.4| 38 |20,7| 40 | 18,7 206] 46 210
19 | Länge der Nasalin. . . . . 5 30,3| 22 [27,1] 9,0126,8| 14 1207| 74 |40.4| 95 |44,6 Is9| — 7
20 | Grüsste Breite der Nasali 5 ; 1660| 9 1111| 50,140| 7 1458| 22 |120| 24 11.0 no] 21 9,4
21 | Länge von Nasenbein—Ineisivran ı 242] 16 |19,7| 5,5/16,4| 10 j2112| 38 |20,7| 42197 \168| 42 20,0
32 | Breite über den Gehirnöffnungen ; 4139| 32 |39,5]14,5 14332] 19 |40,4| 58 |31.6| 64 |30,0 336| 63 300
23| „ vo Jugule—Jugule. . E 87,1 | 70 |86,4|25,0|746| 35 174,4] 98 |53,5| 114 |53,5 592120 56,8
%4| , zwischen den Orbitalfortsätzen. 484| #1 /50.0|19,5 159,2] 25 [53,1] 5ı |27,8| 60 281 2932| 87 32,6
25 | Geringste Breite zwisch. d. Augenrändern 31,8] 25 |30,8|12,0/358| 18 1382] 36 \19,6| 43 |20,1 \19,5| 47 215
36 | Breite der Schnauze...» - 20,4| 18 1222| 65/19,4| 12 |23,4| 31 1169] 31145 sl ar) 147
27 | Länge der Backzahnreile . . . . . 340) 29 |35,8| 9,0268] 14 2017| 75 142,6] 80 |37,5 375| 68 384
2383| ,„ des Reiszahnes. ...... 13,6| 10 1233| — || 8 [1277| 19 |103| 19) 89 "ar ı8 105
29 | Breite en _ Ze ı2| —| 10) — lit =
30 | Länge der beiden Molaren. . . . . » 12,8 Se] 22 \120| 20| 93 1038| — 105
31l „ von 28430 Re 126,5 —|- 2) \20.1| 38 20,0
32 | Länge der Maxillaria von: | 4
a) sutura fronto maxill. . 41,6 42,9| 56 4178
b) process pterygoil—vord, Rand d, 1
Canin Alveoe . . 142,4 44,0| 50 46,3
33 | Länge d. interparietae . . . .- 122,7 Ba 194
34 a DRTIEBRUR DE en ae nut _ v =lll 13,6
35 „ frontalin . . Br 53,0 3230| — | — 31,5
36 Abstand von jugale — Process orbital. . » 15,1 N =
37 | Winkel der Orbitalebene . . . . . » = Zi o0l | 5 =
38 | Hühe des Occipitale h 17,4 163| 32 |17,0| 30 |187| 35 1175| 29 |152
39 | Breite des Occipitale EIER 37,1 130,9] 57 \30,3| 54 |33,7| 59 |20,6| 52 |27,3
40 | Vom foram. infra orbit.—Incisivrand . 348 32,0| 65 |345) 05 134,3) 72 |36,1| 71 |373
41 | Vom vorderen Rand d. orbit.—Incisiyrand 22,4 s5,1| 91 |a5,4| 74 |46,2| 98 |49,2| 99 |521
42 | Vom vorderen Rand d. orbi |
Orbit Ran en ro 3|—| 32) — ee I el =
43 | Distanz der linene temporales. . . ...[34| — || —|24 | — a»|—| 2) - _|2 ll
44 | Grösste Breite zw. den Zähnen . . . .| — — Seen || == = = le
45 | Höhe des foram. man... » . . . .| 13 |149| 20 17 \19,8 15 | sı| 17 79 7,6| 13 | 69] ı7 10,6| 16 | so[ 19 100
46 | Breite „ 2..[2 [160| 16 17 |128 12 | 92| 21) 98 114] 16 | 85| 20 1125| 17 | 85| 20 \10,5
47 | Weite der Ohonnenöflnung . -...1 24 [1680| 18 18 136 18 | 98| 22103 19 /10,3| 21 \ız,ı] 21 Jı3,1| 17 | s5] 16 | 84
43 | Grösste Breite über den Maxillar. . . . | 57 |65,5| 51 \53,1| z9 |59.8 69 lar,z| 74 134,7 369| 74 |39,3| 69 |43.1| 67 |33,8] 69 |36,3
49 | Bre te über dem foram, infra. orbital. . | 39 |448| 24 124,0] 60 \45,4 40 [218] 44 |20,86 48 |26,0) 44 1234| 43 126,81 47 [23,6] 87 |194
50 | Höhe von Gaumen—sutura fronto Nasalis | 38 \43,6] 35 |26,4| 49 |37,1 56 1306| 55 25,8 | 58 1308| 47 129,3) 57 1286| 51 126,8
in neekjeger | | |
Länge des Unterkiefers |
51 | Vom Angulas Mandib—vord.Rand d Incisiv | 79 |90,8| S6 |38,5]119 |o0,1| 64 158 | 84,0] 136 | 85.0] 159 823
52 | Länge der Backzahnreilie . 43 |49,4| 40 |41,6] 55 4165| 33 78 |41,4| 76 [47,5 42
53 | Höbe v.unter. Mandib.. Rand zur Mitte . ia 1136] 13 1185| 21 |150| 8 97 [143] 21 1181 13,2
54 | Höhe vor dem foram. mental. . .|ua|=]2|Z-[2|-|00 a 19 _
55 | Breite des condyl. glenoidalis. ....|4 ı — || —]%8| -|1 26 | 2 -
56 | Höhe des aufsteigenden Astes . . . „| 13 17 21 14 2 —-|2| — _
57 | Vom angmlus-ob. Rand des glenoid,. | 18 | — | 19 | —|30 | — | 16 30| — | 25 —_
58 | Höbe des hinteren Kiefergelenkes . . . | 31 |35,6| 37 38,5] 5ı |38.6| 27 | 62 [33,9] 50 [31,2 30,3
| |
Ausgewählte Proportionen.
Tabelle XII.
3 Tlack Kiog- | Bott- | Amen- | Fox- |[Seoteh-| Russischer | Seoteh- Vorstob- | r ERHEF
Bernhardiner Neufundländer Padel and tan Terrier | =0P* | Charies| dogge [pinscher| Torrier | Tarrior| Windhund | Masrbana Fuchs | Dacbs-Hund | grund Pointer | Irieb-Setter Serater-
Die hinteren Dimensionen = 100
do
Entwicklung
Aus-
getragen
Endo der
[Entwieklang
1 ialaxe zu . . - » - „ . . Basilarlänge
2 e des Schüdels . . 5
3 Orbitalfortsätzen . . 7
4 | Grüsste Breite zwisch. d. Maxillaren 5;
5.| Breite über den Gehtröfinnngen., . in
6. | Höhe des Schädels . . “
7 | Gesichtallinge ©, 2... ... Hi
8 | Hirnhöhlenläng: Wr 4
9 | Höhe des Gesichtsschädels. . . 5
10 | Unterkieferlänge u hr
11 | Granislaxe . 5 Facinlaxe
12 | Palatina. . - Ganmenlünge
13 | Maxillaria AR RER SE $
14 | Intermasillaria © 02.0.» he
16 | Länge der Nasalin
16 htalänge - Hirnhöhlenlänge :
17 Breite über d. Maxillarien . Gesichtslänge 65.8]146.3 20,9 143,4
18 | Hirnhöhlenlünge „Höhe des Schädels 178,6 188,5[178,71178,4,203.41154,8) ! \
19 | Höhe des Gesichtaschädels sr all 5) 83,5] 79,0] 84,3) — | 67,7 818 | 60,0] 94,3]103,7 a
20 | Hühe des Occipitale . . . 44,4 55,0) 55.7] 44,1| 49.0) 05,5] 33,2] 20,5 45,4 | 45,0 54,7] 02,9 Fein
21 | Cranialaxe . . . . Grössten Breite d, Schädels | 58,0 77.4103,0| 58,0) 76.01 83.31 60,0) 67,2) 85,7] 50,0 Gr, 51 | 51,8) 93,1] 89,4 Bo)
22 | Schläfenenge . . Re “ 96,71 68,5) 81,]104,0, 73,2) 80.01102,0| 67.2) 58.7]100,0 96,4 | 925) 878] 06,6 \
33 | Geringste Breite zw. d.
Angenrändern 56.4 52,6 4s1| 5666| 4272| Hr] 643] 518] 696 ER
24 | Breite der Schnauze z. Breite lid. for. infra, orbit. 80, aan 28
25 | Linge des Reisszuhnes z. Länge d. Backzahnreihe En8
26 | Länge d. unter. Backzahnreihe . Unterkieferlinge
59,0)
des Schädels verschiedener Hunderassen. 133
Zum Verständnis der Abbildungen:
Tafel IV links: Schädel von Bernhardiner-Hunden im Alter von:
Figur 1: neugeboren,
a) Ansicht von unten 9.
biizr;, „ oben £&.
Figur 2: 4 Wochen .
Figur 3: 10 Wochen 9.
Figur 4: 5—6 Monaten g'.
Figur 5: circa 2 Jahren.
rechts: Schädel von Neufundländer-Hunden im Alter von:
Figur 1: neugeboren,
a) Ansicht von hinten 9.
b) e „ oben und in der Längsrichtung &.
Figur 2: eirca 6 Monaten g'.
Figur 3: eirca 2 Jahren g..
Tafel V links: Schädel von Pudel-Hunden im Alter von:
Figur 1: neugeboren Q Ansicht von oben.
Figur 5: R & Längsschnitt.
: 4 Wochen 9.
:5—6 Monaten g'.
: eirca 2 Jahren J\.
: Schädel eines 4 Wochen alten 2 Vorsteh-
Hundes.
Figur
Figur
Figur
oo P wm
Figur
rechts u. oben: Schädel von Black and tan Terrier-Hunden im Alter von:
Figur 1: neugeboren,
a) Ansicht von oben und in der Längsrichtung 9.
b) n „ vorm und in der Querrichtung gJ'.
Figur 2: 3 Wochen 2.
134 E. Schmitt.
Figur 3: 5—6 Monaten g\.
Figur 4: 3 Wochen 2 Längsschnitt
Figur 5 u. 6: Schädel von neugeborenen Fox-Terrier
Hunden 9 u. {.
Figur 7: Schädel eines neugeborenen Scoteh-Terrier-
Hundes 2.
rechts unten: Schädel von russischen Windhunden (Barsois) im Alter
von:
Figur 1: neugeboren 9.
Figur 2: circa 2 Jahre alt 2.
Ueber Diplopoden.
2. Aufsatz: Griechische Tausendfäüssler.
Von
Karl W. Verhoeff (Berlin).
Hierzu Tafel VI-VII.
1. Vergleichende Faunistik &riechenlands.
Im XII. Aufsatz meiner „Beiträge zur Kenntniss paläarktischer
Myriopoden“ „über Diplopoden aus Griechenland“ zoolog. Jahr-
bücher 1900, XIII. Bd. 2.H. S. 172—204, habe ich eine Bearbeitung
der von mir in Griechenland gesammelten Diplopoden veröffentlicht,
wobei sich auch eine Kritik der früheren Angaben über griechische
Diplopoden findet. Meine Einleitung enthält Angaben über Zeit-
und Orts-Verhältnisse und eine kurze Schilderung der natürlichen Zu-
stände der von mir besuchten Gegenden. Ich habe später wiederholt
durch die freundliche Vermittelung des Herrn Dr. Krüper in Athen
nachträgliche Sendungen von Myriopoden erhalten, die ihm der grie-
chische Sammler Leonis zugestellt, ein Mann den ich s. Z. selbst
einmal mit in den Pentelikon genommen habe und ihm Anweisungen
im Sammeln von Bodenkerbtieren gegeben. Ueber verschiedene
griechische Nova, die ich von ihm erhielt, habe ich bereits berichtet,
hier folgen noch mehrere weitere. Da ich inzwischen auch die
Diplopoden bearbeitete, welche V. Apfelbeck aus Thessalien und
Epirus mitbrachte und diejenigen, welche v. Oertzen in Griechen-
land sammelte, so dürfte es an der Zeit sein, eine übersichtliche
Zusammenstellung aller bekannten griechischen Diplopoden zu geben,
auch wenn es zweifellos ist, dass uns noch viele Arten unbekannt
geblieben sind. Ich führe zunächst meine betreffenden Schriften auf.
1. Der schon oben genannte XII. Aufsatz meiner „Bei-
träge" u. s. w.!)
2. Der XII. Aufsatz der „Beiträge“ u. s, w. im Archiv für
Naturgeschichte 1900.
3. Der XVII. Aufsatz derselben, ebenda 1901 und
4. Der XX. Aufsatz, auch dort 1901.
Ich lasse nun eine Uebersicht der bekannten Diplopoden folgen,
wobei ich sie nach den folgenden geographischen Gebieten verteile:
1. jonische Inseln, 2. Peloponnes, 3. Attika, 4. Mittel-
griechenland, 5. Epirus und Thessalien (Süd-Albanien), 6. ae-
gäische Inseln nebst Rhodus und Kreta.
!) In demselben findet man auch die frühere Litteratur,
t$wvmD-
a nn ————————
Karl W. Verhoeff:
Dolistenus Savii Fanzago
Platydesmus mediterraneus Daday .
Platydesmus typhlus Dad.
Gervaisia costata corcyraea "Yerh.
Strongylosoma (Paradoxosoma) alt
Verh. :
Strongylosoma (Par adoxosome) Kranuletdm
Dad.
Strongylosoma rschrdesnng) Banazı Dad,
Strongylosoma ceretieum Verhoeff
Strongylosoma samium Verh. .
Polydesmus klisurensis Verh. .
Polydesmus graecus Dad,
Polydesmus graecus syrensis Verh..
Polydesmus mediterraneus Dad. .
Polydesmus mediterraneus Oertzeni Verh.
Polydesmus herzegowinensis Verh. i
Leptodesmus eyprius Humbert (? subsp.) .
Dorypetalum degenerans trispieuligerum
Nerh:...
Lysiopetalum KA anshapktskun) Albadienlte
Verh.-
Lysiopetalum (Acanthopetalum) lem
Verh.
Lysiopetalum REN rgalikan
Verh. Et.
Lysiopetalum ann a
vagum Verh.
Lysiopetalum (Schizopetalum) alern
Lysiopetalum (Schizopetalum) rn
(? subsp.) . ;
Lysiopetalum (Schizopetalum). ee
siacum Verh. ; i
Lysiopetalum (Schizopetalum) Dee un
Verh. 3
Lysiopetalum (Callipodella)
Verh. |
Lysiopetalum (Callipodella) er Tadter
(? subsp.) Tr
Lysiopetalum (Acanthopetalum) Ba
gerum Verh.
Jonische
X X X Inseln
X
X
DR »% Peloponnes
X
Attika
= :5
Sls88
= Fe
2 31522
= © [&3<«
Ee: Aac
& z
B<
D<
><
>
>= >
x
>
>=
>E
x
Aegäische
Inseln
XX
Ueber Diplopoden.
nn
=
I
? 2 z8to
5 Sr alt
Lysiopetalum (Acanthopetalum) eycladicum
Verh. . BE EINE HET x
Lysiopetalum (Brölemannia) nicarium
Verh. . , x
Lysiopetalum (Brölemannia) Oer Ya ‚Ver u x
Lysiopetalum (Brölemannia) euboeum Verh. x
Lysiopetalum (Lysiopetalum) comma Verh. | X
Lysiopetalum (Lysiopetalum) thessalorum
Verh. x
Himatiopetalum ietericum (L. K) Ver h. x
Julus trilineatus C.K. a ee N ?
Julus Krüperi Verh. >
Symphyoiulus (Kar u x
Typhloiulus sp. x
Macheiroiulus rn reisioyude Yerhs x
Brachyiulus (Oyphobrachyiulus) euphor-
biarum Verh. NE x
Brachyiulus (Cyphobrachyiulus) os
Verh. - ae:
Brachyiulus nhohrachyielus) vieinus
Verh. 8 x
Brachyiulus (Micr obr achyiulus) Elise ensis
. Verh. x
Brachyiulus hs aan:
Verh. b >
Brachyiulus (Mier obr an apfelbeck
Verh. i >.<
Brachyiulus (Microbr A cor Er aeus
Verh. x
Brachyiulus ne cor her
arcadieus Verh. ; x
Brachyiulus (Chromatoiulus) rohidieollis
Verh.. >
Brachyiulus (Chromatoiulus). syrensis Verh. x
Brachyiulus (Chromatoiulus) naxius Verh. x
Brachyiulus (Chromatoiulus) Karschi Verh. x
Brachyiulus (Chromatoiulus) montivagus
Verh. z >? >x
Brachyiulus (Chromatoiulus) nuilmdatns
hercules Verh. x |x
= achyiulus N olapra:
Latz, LO Re
138 Karl W. Verhoeff:
2 =| ;3
m u. = de h=] ee
2 | je
{<>} n
56 | Brachyiulus (Cerabrachyiulus) Müggen-
e burgi Verh. ne He x
57 | Pachyiulus (Pachyiulus) fuseipes ©. K. . x
58 | Pachyiulus (Pachyiulus) flavipes cattarensis
Latz. . FR Say Bl ch I < Ba
59 | Pachyiulns (Pachyiulus) flavipes F.. DE 1X 1 X DZ EZ
60 | Pachyiulus (Pachyiulus) flavipes unicolor
EB 2 RT IRRE SAGE. >x
61 | Pachyiulus (Pachyiulus) speeiosus Verh. .
62 | Pachyiulus (Pachyiulus) hungarieus(Karsch) x
63 | Pachyiulus (Pachyiulus) marmoratus Verh,
64 | Pachyiulus (Pachyiulus) valonensis Verh. x
65 | Pachyiulus (Pachyiulus) dentiger Verh. ><
66 | Pachyiulus (Pachyiulus) flavipes apfelbecki
Verb; iu uk Hugh ne a 4 Da
67 | Pachyiulus (Dolichoiulus) sporadensis Verh. x
68 | Pachyiulus (Dolichoiulus) creticus Verh. . x
69 | Krüperia nivale Verh. . . . 2.2... x
70 | ? Heteroporatia spec. . ere (X) | (X) | (X)
71 | Microchordeuma albanicum Verh. x
72 | Glomeris herzegowinensis Verh.. . . . x
Jonische Inseln im Ganzen: 19, davon anderwärts | 910
icht bekannt J[ (10)
nic eka
Peloponnes n 2er ats - a B)
Attika \ hr = 5 0
Mittelgriechenland „ er = = 11
Thessalien, Epirus „ NE Sc Bei r : 7
(und Albanien)
Aegäische Inseln 5 a a n 13 (14)
Die überraschendste Erscheinung welche uns hier entgegentritt,
ist die ausserordentlich abweichende Fauna der Inseln des aegäischen
Meeres, indem von denselben bisher überhaupt nur eine Form be-
kannt ist, die auch anderwärts in Griechenland vorkommt, nämlich:
Pachyiulus flavipes, aber 12 Arten sind überhaupt sonst nirgends
her bekannt. Das aegäische Inselgebiet verdient also wohl als
eigene faunistische Provinz betrachtet zu werden. Es weicht ja
auch geologisch vom grössten Teile Griechenlands ab, wobei aller-
dings Südeuböa und der grösste Teil Attikas zum aegäischen Gebiet
archaischer Formation zu rechnen sind. Wir haben die zahlreichen
Trümmer eines alten Landes vor uns, das vom übrigen Griechen-
land schon sehr lange getrennt, auch in seinen Trümmern Theile
Ueber Diplopoden, 139
von lange selbständiger Geschichte aufweist, d. h. die Zertrümmerung
dieses alten Landes ist sehr langsam vor sich gegangen, sodass
sich viele Inselformen bilden konnten. Strongylosoma, Lysiopetalum,
Brachyiulus und Pachyiulus sind die herrschenden aegäischen
Gattungen.
Bei der Unerforschtheit vieler Theile Griechenlands, sowohl des
festländischen als auch insularen, ist anzunehmen, dass die wirklich
vorhandenen Diplopoden sich vielleicht auf 200 belaufen werden,
gegenüber den 72 jetzt bekannten. Man muss nämlich einmal die
vielen weit getrennten Inseln berücksichtigen, von denen ein Theil
noch nie auf Diplopoden untersucht wurde, sodann die ganze Reihe
von Hochgebirgen, aus denen noch weniger erforscht wurde. Trotz-
dem wird das noch Unbekannte die grossen Gegensätze zwischen
a) Nord- und Mittelgriechenland,
b) jonischen Inseln,
c) Peloponnes und
d) aegäischen Inseln
schwerlich vermindern. Diese 4 Hauptteile treten nämlich nach den
bisherigen Ergebnissen als Gegensätze besonders hervor, während
Attika wenig Besonderes aufzuweisen haben wird, auch durch sein
dürres Klima wenig dazu geeignet erscheint, Epirus aber einen Aus-
tausch zwischen Mittelgriechenland einerseits sowie Südalbanien und
Thessalien andererseits vermittelt. In dem mittel- und nordgriechischen
Gebiet sind vielleicht später drei Untergebiete zu trennen, vorläufig
aber ist nicht daran zu denken.
Der Peloponnes ist nicht nur physikalisch, sondern auch
geologisch durch ein tertiäres Band und vulkanisch beeinflusste
Gebiete vom übrigen Festland scharf abgesetzt, aber gerade aus
ihm kennen wir noch keine Hochgebirgsformen, können daher er-
warten, dass er in Zukunft noch weit charakteristischer sich dar-
stellen wird. Es haben
Jonische Inseln und
Peloponnes
Jonische Inseln und
Mittelgriechenland
Jonische Inseln und | ,
Nordgriechenland ' y
Jonische Inseln und \ 6
Dalmatien, Herzegowina [| ’
Mittel- und \ 56
Nordgriechenland | °
Peloponnes und | 5
Mittelgriechenland | °
Peloponnes und | 03
Nordgriechenland | ”
Griechenland stellt sich aber auch als Ganzes sehr gut
charakterisirt dar, denn es sind ausserhalb Griechenlands bisher
nur folgende Arten bekannt geworden:
gemeinsam 6 Diplopoden,
gemeinsam 4 Diplopoden,
6,
140 Karl W. Verhoeff:
1. Dolistenus Savii aus Süditalien, wobei freilich die völlige
Identität noch nicht ganz sichergestellt ist.
2. Polydesmus herzegowinensis aus der Herzegowina.
3. Leptodesmus cyprius von Cypern.
4. Lysiopetalum fasciatum aus der nordwestlichen Balkan-
halbinsel und dem Banat, wobei freilich die nordgriechischen Stücke
vielleicht einer besonderen Unterart angehören.
5. Julus trilineatus, der im östlich-mediterranen Gebiet weit
verbreitet ist.
6. Symphyoiulus impartitus, aus Kleinasien bekannt.
7. Brachyiulus littoralis, ein Thier Mitteleuropas, das sich aber
nur bis Nordgriechenland zu erstrecken scheint.
8. Brachyiulus apfelbeckii und
9. Brachyiulus podabrus, die in Dalmatien und der Herzegowina
vorkommen.
10. Pachyiulus fuscipes, ll. P. cattarensıs,
12. Pachyiulus unicolor. 13. P. hungaricus, Arten die in
den nordwestlichen Balkanländern heimathen, No. 11, 12 und 13 auch
noch darüber hinaus.
14, P. flavipes, der im mittleren und östlichen Mediterran-
gebiet weit verbreitet ist.
15. Glomeris herzegowinensis, welche nur noch aus der Herzego-
vina bekannt ist.
Somit bleiben 57 Diplopoden, d. h. beinahe */, der bekannten
Arten übrig, welche nur aus griechischen Gegenden nach-
gewiesen sind. Ein für die vergleichende Thiergeographie
derart günstiges Ergebniss dürfte kaum eine zweite Thiergruppe
aufweisen. Dass es z. B. bei den Chilopoden ganz anders ist, habe
ich nachgewiesen im V. Teile des XVI. Aufsatzes meiner „Beiträge
zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden“ Nova Acta d. L. K. Akad.
Halle 1901.
Aus der Verbreitung der 15 soeben genannten Arten ergiebt
sich, dass die griechischen Festlandgebiete (Nord-Mittelgriechenland
und Peloponnes) aber auch die jonischen Inseln bei weitem die
stärksten Beziehungen zur nordwestlichen Balkanhalb-
insel zeigen, was ganz den natürlichen geographischen und geo-
logischen Verhältnissen entspricht. (Allerdings ist zu berücksichtigen,
wie wenig wir aus den östlichen und nordöstlichen Theilen der
Balkanhalbinsel, sowie Macedonien und Albanien wissen). Dagegen
ist Italien bereits so weit erforscht, dass wir mit Bestimmtheit
sagen können, dass geringere Uebereinstimmungen mit dieser Halb- .
insel vorliegen, immerhin sind dieselben weiterer Prüfung bedürftig.
Ich erinnere an Lysiopetalum sicanum Berlese und Brachyiulus
Stuxwbergi (Fanz.), welche nahe Verwandte in Griechenland haben.
Ebenfalls gering sind die Beziehungen zu Kleinasien, anscheinend
noch geringer als die zu Italien, doch ist das Vorkommen von
Symphyoiulus impartitus in Attika sehr beachtenswert.
Ueber Diplopoden. 141
Bisher habe ich die griechische Diplopoden-Fauna nach ihren
Arten (und Unterarten) beurtheilt. Nunmehr wollen wir die
Gattungen und Untergattungen ins Auge fassen.
Folgende Gattungen und Untergattungen sind nach dem Stande
der Wissenschaft in Griechenland endemisch:
1. Himatiopetalum g. auf Korfu,
2. Macheiroiulus g. am Veluchi,
3. Cyphobrachyiulus s. g. im Peloponnes und Mittelgriechenland,
4. Cerabrachyiulus s. g. auf Karpathos,
5. Krüperia g. am Koras in Mittelgriechenland.
Von den übrigen Gattungen und Untergattungen zeigt also Do-
Iistenus und Acanthopetalum die Beziehung zu Süditalien, Zysdopetalum
8.g. Callipodella, Schizopetalum, (ervaisia, Dorypetalum, Typhloiulus,
Leptoiulus, Pachybrachyiulus, Paradoxosoma und Mierochordeuma
weisen auf das südöstliche Mitteleuropa und die nordwestlichen Theile
der Balkanhalbinsel, deuten also dieselben Beziehungen an, die auch
durch die Mehrzahl der oben angeführten 15 auswärts vorkommenden
griechischen Arten gegeben werden. Brölemannia, Symphyorulus
und Dolichoiulus weisen auf Vorderasien, (dem entsprechend Lepto-
desmus auf Cypern), auch wird durch Macheiroiulus eine vorder-
asiatische Verwandtschaft ausgedrückt, da bisher alle verwandten
Gattungen von dort bekannt sind. Die mit Aimatiopetalum nächst
verwandte Gattung ist Apfelbeckia, bisher nur aus der Herzegowina
bekannt. Polydesmus ist weit im paläarktischen Gebiet verbreitet,
Strongylosoma fast über die ganze Erde. Chromatoiulus ist zwar
auch durch fast ganz Europa verbreitet (im Westen und Norden am
schwächsten), zeigt aber seine Hauptentwickelung auf der Balkan-
halbinsel und in Kleinasien, weshalb es ganz verständlich ist,
dass diese Untergattung auf aegäischen Inseln endemische Formen
entwickelte. Auch Microbrachyiulus erstreckt sich über Europa,
den hohen Norden ausgenommen, ist aber in der Südhälfte der
Balkanhalbinsel am besten entwickelt. Aehnliches gilt für Pachyiulus
8. g. nur mit dem Unterschiede, dass das Areal auf das mittlere
und östliche Mittelmeergebiet beschränkt ist. Zur Entwickelung
von endemischen Formen hat diese stattliche Gruppe auf den
aegäischen Inseln nicht die nöthigen Ernährungsverhältnisse gefunden,
Dolichoiulus konnte dort eher fortkommen. (rlomeris ist in Europa
mehr in der Mitte und westwärts vertreten, daher der grösste
Theil Griechenlands dieser Gattung entbehrt, die in vielen dürren
Gebieten überhaupt nicht fortkommen kann, im eigentlichen Hoch-
gebirge aber auch in andern Ländern nur vereinzelte Arten ent-
wickelt hat. Der bemerkenswertheste Unterschied dieser Gruppen-
betrachtung gegen die obige Artbetrachtung besteht offenbar
im Verhältniss Griechenlands zu Vorderasien. Während
hier nämlich nur ganz geringe artliche Gemeinsamkeit besteht,
ist eine sehr bemerkenswerthe Gruppenübereinstimmung vor-
handen, was sich mit andern Worten etwa durch Folgendes aus-
drücken lässt:
142 Karl W. Verhoeff:
Griechenland ist mit den weiter nordwärts gelegenenen
Theilen der Balkanhalbinselsowohlin älterer als jüngerer
Zeit in Formenaustausch gewesen, mit Kleinasien aber
nur in älterer Zeit. In jüngerer Zeit ist die direkte Landver-
bindung gelöst worden und die eingetretenen vergrösserten Schranken
konnten nur wenige Arten von verhältlich grosser Verbreitungs-
fähigkeit überschreiten, wie Julus trilineatus und Pachyiulus flavipes.
Werfen wir zum Schlusse noch einen vergleichenden Blick
auf die Diplopoden-Faunen von Deutschland und Griechenland,
so finden wir nur eine einzige übereinstimmende Form, nämlich
Brachyiulus littoralis Verh. Lassen wir diese, da sie bisher nur
im südlichen Albanien gefunden wurde, fort, so haben wir gar keine
artliche Uebereinstimmung mehr, es sei denn die nahe Verwandt-
schaft von Brachyiulus unilineatus und hercules.
VonGattungenGriechenlandsfehlen inDeutschland'!)folgende:
1. Dolistenus, 2. Platydesmus, (Gervaisia?), 3. Leptodesmus,
4. Dorypetalum, 5. Lysiopetalum, 6. Himatiopetalum, 7. Symphyoiulus,
8. T’yphloiulus, 9. Macheiroiulus, 10. Pachyiulus, 11. Krüperia,
Deutschland und Griechenland gemeinsam sind:
(Gervaisia?) 1. Strongylosoma, 2. Polydesmus, 3. Julus, 4. Brachy-
iulus, 5. Microchordeuma und 6. Glomeris. (Die beiden letzten nur
mit Nordgriechenland)!
Deutschland dagegen besitzt folgende Gattungen, die man aus
Griechenland nicht kennt:
1. Polyxenus, 2. Brachydesmus (kann in Gr. noch erwartet
werden), 3. Polyzonium, 4, Schizophyllum, 5. Leptophyllum,
6. Oylindroiulus, 7. Tachypodoiulus, 8. Isobates, 9. Blaniulus,
10. Typhloblaniulus, 11. Chordeuma, 12. Orthochordeuma, 13. Oro-
bainosoma, 14. Craspedosoma, 15. T'rimerophoron, 16. Ceratosoma,
17. Heteroporatia, 18. Orotrechosoma.
Mit der besseren Durchforschung der griechischen Gebirge und
Hochgebirge wird zweifellos die Zahl der griechischen Gattungen
zunehmen.
Griechenland besitzt Gattungen, die | 2 (entsprechende
man nicht aus Deutschland kennt J Arten 71).
Griechenland und Deutschland | 6 gemeinsame
haben gemeinsame Gattungen J Arten 0—]).
Deutschland besitzt Gattungen, die | 18
man nicht aus Griechenland kennt | 5
Am Schlusse dieses Abschnittes kann ich nur abermals die
hervorragende Wichtigkeit der Diplopoden für Thiergeographie be-
tonen. Mit einer nicht mehr zu überbietenden Deutlichkeit zeigen
uns die Verbreitungsverhältnisse dieser Thiere, dass die Fauna eines
Landes nicht in erster Linie nur durch die natürlichen Verhältnisse
bedingt wird, sondern dass eine durchschnittlich ebenso grosse
!) Im politischen Sinne.
ZU P E
Ueber Diplopoden. 143
Bedeutung der historischen Entwickelung zukommt. Es giebt
in Bosnien z. B. ausgedehnte Gebiete mit Existenzverhältnissen die
ungemein ähnlich sind vielen in Deutschland. Trotzdem ist die
Diplopoden-Fauna beider Länder eine sehr verschiedene, weil beide
Gebiete eine verschiedene Geschichte hinter sich haben. Diese
Geschichte enthält grosse Erdumwälzungen und hat geologische und
geographische Schranken verschiedener Art geschaffen. Eine Thier-
gruppe ist aber in ihrer Verbreitung um so mehr von der
Geschichte der Länder abhängig, je geringer ihre Ver-
breitungsmittel sind.
DieFaunaeinesLandeshängtaberabvonder Geschichte
des Landes und seinen natürlichen Verhältnissen.
Während nun die Geschichte eines Landstriches eine mehr
gleichmässige ist, können die natürlichen Verhältnisse sehr ver-
schieden sein. Am Fusse eines Hochgebirges herrschen z, B. Ver-
hältnisse die sehr abweichend sind von denen im Hochgebirge selbst
und doch können beide Gebiete eine höchst ähnliche Geschichte
haben. Manche Lysiopetalum rücken so hoch ins Gebirge hinauf,
dass sie Gebiete erreichen, deren Klima dem deutschen ähnlich ist.
Trotzdem haben wir in Deutschland kein Zysiopetalum, weil diese
Thiere durch zahlreiche Schranken von unserer Heimat getrennt
sind, Schranken die sie nicht überwinden konnten. Krüperia nivale
gehört in eine Familie die mitteleuropäisches und noch mehr Gebirgs-
klima liebt, darum konnte sie am Koras existiren. Wir finden
aber weder dort noch in den Hochgebirgen der Herzegowina (raspe-
dosomiden Deutschlands, weil die geschichtliche Entwickelung
solche Formen nicht dorthin gelangen liess. Das Fehlen mittel-
europäischer Craspedosomiden in jenen Gebieten ist also ein Aus-
druck der Geschichte, das Vorkommen eines Craspedosomiden
überhaupt ist der Ausdruck der natürlichen Verhältnisse.
Ausser Julus trilineatus kommen im tieferen Griechenland keine
Leptoiulus vor. Julus Krüperi dagegen lebt wieder hoch am Koras
in feuchtem Klima wie es die meisten Leptoiulus verlangen, aber
es ist eben nur eine Art, die anderwärts nicht heimathet. Das Vor-
kommen von Leptoiulus dort ist also der Ausdruck der natür-
lichen Verhältnisse, das Vorkommen der Art Krüperi ist der
Ausdruck der Geschichte, die hier die mitteleuropäischen und
andern Leptoiulus nicht hineinkommen liess, aber eine besondere
Art zur Entfaltung brachte. Aehnlicher Fälle könnten noch viele
genannt werden, d.h. Fälle des gemeinsamen Ausdrucks der
natürlichen Verhältnisse und der Geschichte.
2. Ueber Pachyiulus, Untergattung Pachyiulus Verhoeft.
Obwohl diese Gruppe die grössten europäischen Juliden enthält,
gehört sie doch zu den systematisch schwierigen Gruppen, deren
Formenunterscheidung und Verwandtschaft ich durch das Folgende
144 Karl W. Vernoeff:
etwas erleichtern möchte. Die Gonopoden sind in dieser Gattung
einfacher und auch einförmiger als bei den andern Deuteroiuliden,
indem die Artunterschiede theilweise recht geringe sind. Mehrere
bisher als selbständige Arten geführte Formen fand ich bei erneuter
eingehender Prüfung so nahe verwandt, dass ich sie als Unterarten
in nähere Verbindung gebracht habe. Den früher von mir unter-
schiedenen Gruppen Megaiuli und Oxyiwli (vergl. 1901 den XV. Auf-
satz meiner „Beiträge“ u. s. w. Archiv f. Naturgesch.) habe ich im
Folgenden die Kaloiuli hinzugefügt, welche eine hübsche Ver-
mittelungsgruppe zwischen den beiden andern bilden. Jede dieser
drei Sektionen besitzt auch bestimmte Gonopodenmerkmale. Die
Hinterblätter sind auffallend gleichförmig gebaut, denn bei allen
Pachyiulus s. g. findet man einen langen Aussenarm dessen Ende
fortsatzartig verschmälert ist, innen am Rinnenblatt ein Pseudo-
flagelloid, neben welchem sich aussen ein schmaler Neben-
lappen befindet und innen ein zerfasertes Blatt, an dessen Grunde
häufig noch ein Nebenlappen sitzt. Diese Theile schwanken bei
P achyinlus s.g. nur in der Grösse und gegenseitigen Länge, sehr
wenig aber in "der Gestalt, daher die Unterschiede in den Vorder-
blättern verhältlich nicht kleiner sind. Die Pseudofovea am Grunde
der Pseudoflagelloide ist bei allen Arten gut ausgebildet.
Schlüssel zur Untergattung Pachyiulus:
A. Analsegment mit kräftigem spitzen, dorsalen Fortsatz
Scheitelgruben vorhanden. Pseudoflagelloide der Hinterblätter sehr
kurz. Vorderblätter am Ende innen mit Lappen und weiter aussen
mit vorstehendem Höcker (vergl. Abb. 8« und 3 im I. Aufsatz meiner
„Beiträge“, Wien 1895. Verh. zool. bot. Ges.).
Sectio: Oxryiuli Verh.
1. Am Grunde des schlankeren Endtheiles der Aussenarme
der Hinterblätter findet sich ein treppenartiger Absatz und der
Endtheil ist keulenartig.. Beine grau, Körper glänzend, die Hinter-
ringe mässig dicht gestreift, schwarz und graugelb geringelt, die
graugelben Ringe sind viel breiter als die hellen des fuscipes.
1. P. fuscipes altivagus Verh. Herzegowina.
2. Endtheil der Aussenarme nicht keulig, am Grunde ohne
treppenartigen Absatz 3.
3. Beine weiss bis gelb, Körper sehr glänzend, Hinterringe
weitläufig gestreift, Doppelsegmente schwarz und graubraun ge-
ringelt. 3 51—56 Segmente.
2. P. fuscipes bosniensis Verh. Bosnien.
4. Beine grau oder braun, Körper wenig glänzend, Hinterringe
dicht gestreift, Doppelsegmente schwarz und braun geringelt, oft ist
der Rücken ganz grau oder röthlich aufgehellt. 3 46—52 Segmente.
3. P. fuscipes 0. K. Balkanhalbinsel.
B. "Analsegment bei J' und 2 mit spitzem, aber kurzem Fort-
satz, Scheitelgruben deutlich. Am Grunde des zerschlitzten Lappens
Ueber Diplopoden. 145
der Hinterblätter kein Nebenlappen. Pseudoflagelloide der Hinter-
blätter lang, ihr Nebenlappen kurz. Vorderblätter am Ende
höchstens mit schwacher Innenspitze und hinten ohne Lappen.')
Sectio: Kaloiuli mihi.
1. Rücken gegen die Flanken auffallend abgesetzt, schmutzig
gelb und unregelmässig graugelb gesprenkelt. Pseudoflagelloide
nicht weiter vorragend als die zerschlitzten Lappen. Vorderblätter
am Ende innen mit kleiner, schwach vorragender Spitze.
4. P. marmoratus Verh. Mittelgriechenland.
2. Körper braun, an den Hintersegmenten meist rothbraun ge-
ringelt. Rücken weder farbig abgesetzt, noch gesprenkelt. Vorder-
blätter am Ende innen völlig ohne Spitze. 3.
3. Beine weinröthlich. Analsegmentfortsatz aus der Behaarung
nicht hervorragend. Streifung der Hintersegmente ziemlich dicht.
Pseudoflagelloide nicht weiter vorragend als die zerschlitzten Lappen.
Vorderblätter etwas keulig, mässig lang, am Ende innen mit läng-
lichem Wulst (nicht Spitze), daneben ganz ohne Läppchen.
5. P. speciosus Verh. Mittelgriechenland.
4. Beine dunkel. Analsegmentfortsatz aus der Behaarung
etwas vorschauend. Streifung der Hinterringe schütter. Pseudo-
flagelloide erheblich über das Ende des zerschlitzten Lappens hin-
ausragend. Vorderblätter sehr lang, nicht keulig, am Ende innen
mit länglichem Wulst und daneben mit kleinem Läppchen.
6. P. hungaricus (Karsch) Latzel. Bosnien, Siebenbürgen.
C. Analsegment bei J' und 2 völlig ohne Fortsatz, selten beim
g' mit sehr kleiner Spitze, dann aber beim 2 auch ohne solche.
Scheitelgruben fehlen vollständig, bisweilen kommen bei flavipes
2 schwache Stirngruben vor (welche aber nicht wie die Scheitel-
gruben zwischen den Augen stehen, sondern etwas tiefer, auch gehen
von ihnen mehrere Nadelrisse aus). Pseudoflagelloide lang bis sehr
lang, stets weit über die andern Endtheile vorragend, ihre Neben-
theile lang, aber dennoch erheblich kürzer als jene. Vorderblätter
am Ende innen stets mit Spitze und daneben auf der Hinterfläche
weit nach aussen mit deutlichem Lappen (der in der Seitenansicht
als zurückgebogene Ecke erscheint; vergl. Abb.5 und 6 L im
XX. Aufsatz meiner „Beiträge“ 1901, Berlin).
Sectio Megaiuli Verh.
(Die hierhin gehörigen Formen der flavipes-Gruppe stehen ein-
ander so nahe, dass ich es für richtiger halte, sie als Unterarten
einer Art zusammenzufassen, als welche nur favipes C. Koch 1847
gelten kann, da die Deutung von varius F. doch eine zu will-
kürliche Sache ist).
I. Das 2. Beinpaar des 3‘ ohne Tarsalpolster. 3' höchstens
30 mm lang. 1.
!) Nur bei hungaricus findet sich ein schwaches Läppchen.
Arch. £ Naturgesch. Jahrg. 1903 Bd. I. H.1, 10
146 Kar] W. Verhoeff:
l. Körper glänzend schwarz, die Hinterränder der Ringe
schmal gelblich. Der Endzahn der Vorderblätter springt wenig vor,
und ist gerade. Der Nebenlappen der zerschlitzten Hinterblattlappen
ist kurz. Der schmale Nebenlappen der Pseudoflagelloide ragt so
weit auf wie die Aussenarme.
7. P. dentiger Verh. Thessalien.
2. Körper gelblich und graubraun geringelt, die Streifung etwas
weniger tief. Der Endzahn der Vorderblätter springt stark vor
und ist etwas gebogen, der Lappen daneben ist mehr hakig zurück-
gekrümmt. Der Nebenlappen der zerschlitzten Hinterblattlappen
ist stachelartig spitz. Die Aussenarme bleiben etwas hinter den
schmalen Nebenlappen der Pseudoflagelloide zurück.
8. P. valonensis Verh. Thessalien,
II. Das 2. Beinpaar des g' mit gestreiften Tarsalpolstern. g'
mehr als 30 mm lang. 1.
1. Körper braun, bei älteren Entwickelungsformen Kollum und
Analsegment röthlich gelb, 2 mit völlig abgerundetem Analsegment,
beim J‘ besitzt es eine sehr kleine, vorstehende Spitze, die aber
nicht aus den Haaren vorragt. Pseudoflagelloide bedeutend über
die andern Endtheile der Hinterblätter vorragend.
9. P. flavipes Apfelbecki Verh. Nord- und Mittelgriechenland.
2. Körper der älteren Entwickelungsformen nicht so gefärbt,
Analsegment bei J' und 2 vollkommen zugerundet. 3.
3. Pseudoflagelloide nicht über die Nebenlappen und wenig
über die Aussenarme der Hinterblätter vorragend. Endspitzen der
Vorderblätter kurz, Körper schwarz und gelbbraun geringelt.
10. P. flavipes Asiaeminoris Verh. Kleinasien.
(= oenologus Asiaeminoris Verh.).
4. Pseudoflagelloide deutlich über die Nebenlappen hinaus-
ragend. 5.
5. Vorderblätter am Endrande innen mit einer ziemlich weit
vorragenden Spitze, selten ist dieselbe kurz. Rücken meist viel
dunkler als die deutlich davon abgesetzten hellen Flanken (nur bei
var. cattarensoides Verh. ist der Körper wie bei cattarensis gefärbt,
aber dunkler und im Uebrigen fawpes gleich). Scheitelgruben fehlen
oder es sind Stirngrübchen vorhanden, die beinahe zwischen den
Fühlern stehen und einige Nadelrisse zeigen. 2 mit 107--123,
mit 99—109 Beinpaaren.
11. P. flavipes C. L. Koch. Mittleres und östliches Südeuropa.
6. Vorderblätter am Endrande innen mit einer nur wenig vor-
ragenden Spitze, Rücken nicht auffallend dunkler als die Flanken.
Stirngruben fehlen. 7.
7. Aussenarm der Hinterblätter über den Nebenlappen etwas
vorragend. Körper dunkelbraun, die Hinterringe dicht gestreift, Q'
mit 105—115 Beinpaaren, 2 bis 127 Beinpaaren.
12. P. flavipes oenologus Berl. Italien.
Ueber Diplopoden. 147
8. Aussenarm der Hinterblätter nicht über den Nebenlappen
vorragend. Körper dunkelbraun, die Hinterringe mässig dicht ge-
streift, 9 mit 95—105 Beinpaaren, 2 bis 123.
13. P. flavipes unicolor C. L. Koch. Balkanhalbinsel.
9. Aussenarme der Hinterblätter nicht über den Nebenlappen
vorragend. Körper gelbbraun (bis hellbraun) und braun geringelt,
mit dunkeln Drüsenfleckchen in den Seiten, die Hinterringe mässig
dicht gestreift, 9 mit 85—95 Beinpaaren, 2 bis 101 B.
14. P. Hlavipes cattarensis Latz. Balkanhalbinsel.
*
3. Neue griechische Diplopoden.
Lysiopetalum albidicolle aetolicum n. subsp.
Aeusserlich mit der Grundform übereinstimmend, namentlich
auch in dem weisslichen Collum und Backen, doch ist der Körper
etwas grösser, nämlich
g 55 mm und 2 60 mm Ig. beide mit 46 Rumpfsegmenten.
An den @ onopoden finde ich einige bemerkenswerthe Unterschiede,
so sind die Gonocoxitfortsätze (Abb. 2) schlanker und stärker ge-
bogen, etwas S-förmig. Am Tibialabschnitt der Telopodite (Ti
Abb. 1) springt aussen c ein einfacher und innen am Ende ebenfalls
ein einfacher Zahn d vor (bei der Grundform sind diese Theile
mehrzähnig), während innen weiter grundwärts eine Anzahl Stachel
stehen e von denen drei gegabelt sind. Im Uebrigen stimmen die
Telopodite mit denen von albidicolle überein.
Vorkommen: Stoliko in Aetolien, im Februar, Leonis. 8 g'
392.2].
en pedefissum n. Sp.
g' 25—26 mm Ig. mit 45 Rumpfsegmenten.
Körper braun, Collum und Rückenmittelbinde ziemlich breit
rotbraun, obere Flanken rötlichgelb. Ist im Uebrigen L. scabratum
L. K. recht nahe verwandt und in vielen Punkten ganz gleich.
Auch die Rippenbildung am matten Rücken wie bei scabratum,
namentlich die feineren Zwischenrippen, Collum fast bis zum Vorder-
rande deutlich gerippt, die Hinterränder der Rumpfsegmente kurz
aber deutlich beborstet. Kopf unten braun, oben schwärzlich, Stirn
des g' stark eingedrückt, glatt, unbehaart.
7. Beinpaar des S' an den Hüften innen und endwärts mit einem
stachelartigen, glasigen Fortsatz (z. Abb. 18), die Schenkel am Grunde
aussen mit einer buckelartigen Auftreibung (h). 3. Tarsenglied
innen sehr dicht mit Wärzchen besetzt, am Ende mit einer zwar
deutlichen aber doch so kleinen Kralle, dass sie nicht aus den
Borsten hervorragt. Hüftsäcke typisch, an der Ventralplatte habe
ich nichts Besonderes bemerkt. Das 3. — 6. B. schliessen sich an
das 7. an, doch fehlen die Hüftstachel und Schenkelbuckel. Das-
selbe gilt für das 8. und 9. Beinpaar des Jg‘, doch besitzen deren
10*
148 Karl W. Verhoeff:
Schenkelglieder innen grundwärts einen kegelartigen kleinen Vor-
sprung und das Ende der 3. Tarsalglieder ist fortsatzartig gegen das
übrige Glied abgesetzt und trägt hier eine etwas grössere Kralle als
die vorhergehenden Beinpaare.
Gonopoden: Hinsichtlich ihrer allgemeinen Lageverhält-
nisse zunächst Folgendes: Die Gonocoxite sind deutlich gegen die °
muschelartigen Stützen abgesetzt. Die beborsteten Hüftfortsätze
(cpr Abb. 3) befinden sich ganz aussen. während die länglich-
dreieckigen, spitzen Hüfthörner (Abb. 5) ganz innen liegen und sich
grundwärts in der Medianebene berühren.
Die Telopodite sind wieder durch "grosse Kanaläste (sa) ausge-
zeichnet, wodurch ihre Endhälfte in zwei Arme gespalten erscheint.
Der Kanalast liegt hinter dem Tibialast und zugleich etwas mehr
nach innen zu. Auch im Bau der einzelnen Abschnitte schliesst
sich diese Art eng an scabratum, zeigt aber doch genug bemerkens-
werthe Unterschiede.
Die Hüftfortsätze (Abb. 3 cpr) sind längliche, am Ende abge-
rundete und dort stark beborstete, lappenartige Fortsätze, die am
Grunde stark gegen die übrige Hüfte durch Einschnürung abgesetzt
sind. Der. Femoralabschnitt fe ist länglich aber gedrungen, an
seinem Ende mit einem Rundhöcker versehen, an welchem nach
innen und hinten ein kleines Läppchen sitzt (Abb. 3 i). Neben dem
Rundhöcker befinden sich die Ursprungsstellen des Tibialabschnittes
vorne, des Kanalastes sa hinten. Der Tibialabschnitt macht zu-
nächst eine vogelhalsartige Biegung, verläuft dann fast gerade weiter
und besitzt am Ende eine verwickelt gestaltete Keule (Abb. 4), die
sich als ein grosser Lappen e darstellt, während der eigentliche
Tibialarm am Ende sich etwas gabelt (d d I). Der Lappen ist am
Rande mit Stiften besetzt und hat vorne noch einen knotigen, eben-
falls mit Stiften besetzten Anhang f. (Bei scabratum peloponnesiacum
Verh. ist die Keule beträchtlich grösser und mit einem zurückge-
bogenen Lappen versehen, der Tibialarm verhältlich kürzer. Vergl.
den X. Aufsatz meiner „Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myrio-
poden“* Zoolog. Jahrbücher 1900). Der Kanalast macht zunächst
eine (Abb. 11—13) starke Rückbiegung (Abb. 3 und 4) und besitzt
vor der Biegungsstelle einen kräftigen, nach vorne gerichteten Dorn z.
Dies ist also ganz wie bei scabratum peloponnesiacum.
Die Endtheile des Kanalastes (Abb. 7) sind dagegen von ab-
weichender Gestalt. Zunächst verläuft der Kanalast gerade und ist
(im Gegensatz zum grösstentheils hellen Tibialtheil) sehr dunkel ge-
färbt, am Ende aber biegt er sich etwas ein und zertheilt sich hier
in drei Theile, einen zur Seite stehenden Stachel c, einen schräg zu-
rück gerichteten Stachel &g und dazwischen ein kürzeres Anhangge-
bilde o. Dieses ist der die Kanalmündung enthaltene feine Haken-
fortsatz, neben dem sich noch ein kleines, mit äusserst kurzen
Spitzchen besetztes Läppchen befindet- (l Abb. 8). Am Ende des
Hakenfortsatzes sitzen wenige Härchen. Der Spermagang beginnt
in der von mir schon mehrfach geschilderten Weise mit dem Grübchen
een en
Ueber Diplopoden. 149
fo am Grunde des Telopodit, zieht dann durch den Femoralabschnitt
als dunkel pigmentirter Rinnenkanal, biegt vor dem Eintritt in den
Kanalast mit diesem um und mündet an dessen geschildertem Haken-
fortsatz.
Das Sternit des Gonopoden-Segmentes (Abb. 6) ragt als gelbes,
unbeborstetes Blättchen mit ausgebuchtetem Endrande vor dem
Grunde der Gonopoden empor und steht durch eine quere Haut b
mit dem Tergit in Verbindung. Am Grunde des Stemit befindet
sich innen eine zweitheilige gelbe Platte, (a) an welche sich kräftige
Muskeln heften und aussen jederseits eine Leiste k, deren grund-
wärtiges Ende an die Muschelstützen befestigt ist.
Vorkommen: Mittelgriechenland, 16. II. bei Meselongi und
Klisura Sikia (Leonis), 2 9, 1j. 2 mit 44 Rumpfsegmenten.
Brachyiulus (Chromatoiulus) syrensis n. Sp.
2 24!1/,—26 mm 1g. mit 87 Beinpaaren und 48—49 Rumpfsegmenten.
g' 17—22!/, mm lg. mit 79 und 83 Beinpaaren und 46—48 Rumpfs.
Schalt-3' von 19!/,;, mm Lg. 87 Beinpaare 48 Segmente.
(Das 1. Beinpaar des Schalt-g' ist von normaler Bildung, nicht
auffallend verkürzt).
Körper mit den typischen Eigenthümlichkeiten dieser Unter-
gattung. Graugelb mit drei schwärzlichen Längsbändern, von denen
das auf der Rückenhöhe mässig breit ist, die seitlichen bisweilen in
Drüsenfleckchen aufgelöst. Kopf mit dunkelm Stirnband zwischen
den Augen. Vorderringe der Doppelsegmente kaum merklich punktirt.
Analsegment mit kräftigem, spitzen und etwas dachigen Schwänzchen
deutlich vorragend, seine Bauchplatte mit sehr schwachem Spitzchen.
Beborstung kommt nur an den letzten Rumpfsegmenten vor.
1. Beinpaar des g' mit typischem Unkus, 2. B. ohne Hüftfortsätze
aber mit kräftigen, fein gestrichelten Polstern. Penes von sehr
zarten, glasigen Läppchen überragt.
Vorderblätter der Gonopoden (Abb. 11) ein wenig keulig,
indem die Grundhälfte etwas verschmälert ist, am Ende abgerundet
und auf der Hinterfläche mit einem grossen vortretenden Längs-
lappen k. Hinterblätter (Abb. 9) schlank mit spitzem Mittelblattfort-
satz (Aussenarm) A und weiter vorragendem Rinnenblatt. Dieses
besitzt am Endrande neben der Mündung der Rinne (x Abb. 10)
einerseits einen Haken d, andererseits einen knotigen Lappen c.
Weiter nach innen findet sich noch ein langer, zarter Fortsatz b,
dessen Endrand in sehr feine Spitzchen ausgezogen ist (Abb. 12).
Vorkommen: Insel Syra (Leonis).
Brachyiulus (Mierobrachyiulus) klisurensis n. sp.
g' 10°/; mm 1g. mit 59 Beinpaaren und 36 Rumpfsegmenten.
2 von 11!/, mm ebenfalls mit 36 S.
Aehnelt sehr den Arten Littoralis, Apfelbecki, corcyraeus u. a.
Körper schwarz, glänzend, jederseits der schwarzen Rückenlinie
mit einer Reihe grau-gelber Flecken. Streifung der Hinterringe
kräftig nnd mässig dicht. Analsegment mit recht kleinen, spitzen
150 Karl W. Verhoeff:
Schwänzchen, das kaum weiter vorragt als das kleine Spitzchen
der ventralen Analplatte. Hinterhälfte des Körpers deutlich beborstet.
1. Beinpaar des g' mit typischem Unkus, 2. B. mit einfachen
Hüften und deutlich fein gerieften Tarsalpolstern.
Vorderblätter der Gonopoden dreieckig, am Ende beinahe
spitz. Hinterblätter (Abb. 13) denen des Br. lusitanus Verh.
sehr ähnlich (vergl. meinen Aufsatz: „Ueber Diplopoden aus Bosnien,
Herzegowina und Dalmatien“ IV. Theil Julidae, Archiv f. Naturgesch.
1898 Abb. 28). Es findet sich aber statt des grossen Hinterblatt-
fortsatzes nur eine kleine Spitze etc. Der Mittelblattlappen ist gross
und schön schräg gerieft A, grundwärts auch etwas längsgerieft.
In der Grundhälfte ist die innere Partie von zahlreichen Drüsen-
poren durchsetzt dr.
Vorkommen: 1g9' 22 von Klisura Sikia (Leonis).
Br. (Cyphobrachyiulus) vieinus n. Sp.
g 23 mm Ig. mit 89 Beinpaaren und 51 Rumpfsegmenten.
Körper glänzend, graugelb, eine verwaschene Längsbinde jederseits
in der Höhe der Wehrdrüsen und eine scharf begrenzte Rücken-
binde schwarz. Furchung der Hinterringe kräftig und dicht. Anal-
segment mit dem typisch dachigen, spitzen Fortsatz von bedeutender
Länge. Auch die anale Ventralplatte ragt in einen ziemlich
langen spitzen Fortsatz vor.
1. Beinpaar des g' mit verhältlich kleinem, stark eingekrümmtem
Unkus. 2. B. mit einfachen Hüften, die Tarsen mit kräftigen, fein
gestrichelten Polstern.
Gonopoden namentlich in den Vorderblättern (Abb. 15) denen
von argolicus und euphorbiarum Verh. recht ähnlich, indem der
Endtheil bedeutend schmäler ist als der Grundtheil. Innen beim
Beginn der Verschmälerung findet sich eine beinahe spitze Ecke,
von der die schräge Kante k der Hinterfläche zur Flagellumbasis
zieht (während bei jenen Arten entweder keine Ecke vorhanden ist
oder die Kante weit davon entfernt bleibt). Viel mehr weichen die
Hinterblätter (Abb. 14 und 16) von denen jener Arten ab. Der
Aussenarm ist mässig entwickelt A, am Rinnenblatt findet man den
zarten Endrand c mit feinen Riefen und Spitzchen besetzt, aussen
aber mit einem z und innen mit zwei b i, ein 3. steht noch weiter
grundwärts einem der beiden vorigen gegenüber. Der Höcker H
zwischen Hinterblatt und Stütze ist drüsenlos, dagegen sind weiter
endwärts gegen den Aussenarm hin zahlreiche zerstreute Drüsen-
kanälchen zu finden. Solche giebt es aber auch an der Bauchplatte p.
Vorkommen: Stoliko 10. Februar, 1 g' (Leonis).
Anmerkung: Ich rechne diese Art zu Cyphobrachyiulus, weil
die Vorderblätter und die äussere Gestalt unverkennbar dahin
weisen. Da aber die Hüften des 2. Beinpaares einfach sind,
muss Öyphobrachyiulus demgemäss eingeschränkt werden.
Polydesmus klisurensis n. Sp.
Lg. 8'/; mm 20 Rumpfsegmente, 3%.
Ueber Diplopoden. 151
Körper bräunlich, etwas glänzend. Hinterränder aller Segmente
mit kurzen Börstchen besetzt, Kopf fein behaart. Kollum gewölbt,
ohne deutliche Felder. Hinterecken des 2.—5. Tergit abgerundet,
vom 6. an treten sie allmählig immer mehr spitz vor. Felder der
1. Reihe kaum schwach angedeutet, die der 2. und 3. Reihe deutlich
ausgebildet, mässig stark gewölbt. Ränder der Seitenflügel 3—4 mal
fein gekerbt. Beine des J' deutlich verdickt.
Gonopoden (Abb. 17) recht gedrungen, die bei xx gut ab-
gesetzten Schenkelabschnitte fe stark beborstet. Innenarm drei-
eckig mit rundlichem Endknopf I, vor welchem ein deutliches Haar-
polster p steht. Der sehr gedrungene Aussenarm ist länglich, be-
sitzt unter dem beinahe abgestutzten Ende ein kleines Zähnchen z
und ragt grundwärts mit einem abgerundeten Buckel h vor.
Vorkommen: 1 d' 12 von Klisura-Sikia (Leonis).
Polydesmus graecus syrensis n. subsp.
Aeusserlich mit P, graecus übereinstimmend, g' 11—12 mm.
2 101/,—11?/, mm Ieg.
Auch die Gonopoden sind denen von graecus sehr ähnlich, ins-
besondere stimmen sie mit ihnen überein in dem sehr eng an den
Hauptast angedrückten Innenast (vergl. den XII. Aufsatz meiner
„Beiträge“ 1900). Trotzdem zeigt der Hauptast auffallende Unter-
schiede (Taf. VIl Abb. 19). Am Ende ist er nicht einfach sondern
in zwei grosse Spitzen gegabelt, ausserdem sitzen aussen an der
convexen Biegung statt einer grösseren Zahl kleiner Knötchen nur 4
und vor diesem ein grösseres Zähnchen. An der inneren Biegung
des Telopodit sitzt auch wieder am Ende des Femoralabschnittes
der vorragende Zahn, der nur etwas kürzer ist als bei graecus.
Vorkommen: Insel Syra (Leonis).
E3 *
*
4. Besondere faunistische Angaben.
Lysiopetalum scabratum peloponnesiacum Verh.
2 j. 2 von Myli bei Nauplia. Klisura Sikia 5 j. 2 44 8.
h 7 j. 2 von 20—21 mm mit 44 S. 4j. 15'/; mm 42 S. bei Mese-
ongi.
L. argolicum montivagum Verh.
Am Berge Koras 1 g' 42 mm mit 46 Rumpfsegmenten.
Körper schwärzlich, unter den Foramina hellröthliche Flecken.
L. albidieolle aetolicum Verh.
Stoliko in Anatolien.
L. scabratum ?subsp.
Stoliko 3].
Krüperia nivale Verh.
1 2 16!/, mm am Korasberge bei Schnee.
? Heteroporatia.
1 2 von 30 Rumpfsesmenten 11'!/;, mm Klisura Sikia.
1 2 ebenso bei Anomusinitza, mehrere aus dem Pentelikon,
152 Karl W. Verhoeff:
Es ist bedauerlich, dass von dieser Form, die ich selbst auch
bei Patras, Lampiri und im Pentelikon erbeutet habe, immer noch
kein reifes g' vorliegt, daher ist es auch nicht zu entscheiden, ob
diese einander sehr ähnlichen Formen aus Attika, Peloponnes und
Mittelgriechenland eine Art bilden.
Pachyiulus flavipes Apfelbecki Verh.
16. II. Meselongi zahlreiche junge J'd‘ und 2%, Kollum, oft
auch noch die 2 folgenden Ringe und das Analsegment röthlich,
3 d' 52—56 mm 55 S. 99 Beinpaare. 52 62 mm 59 S. grösstes
2 77 mm.
Klisura Sikia 2 g' 56 und 58 mm, 107 und 111 Beinpaare,
59 und 60 S. Stoliko 2 3! 61 S. grösstes. 82 mm.
Erst durch die Auffindung einer Reihe reifer Individuen wurde
ich darauf aufmerksam, dass die röthlichen Stellen am Vorder- und
Hinterende des Körpers ein Merkmal unreifer Stücke sind und
dass dem reifen Männchen ein sehr kleiner Endfortsatz zukommt.
P. flavipes C. L. Koch.
Klisura Sikia 1g' 19, d' mit 52 8.
Zeichnung typisch, Scheitelgruben fehlen vollständig.
P. flavipes cattarensis Latzel.
Klisura Sikia 19 22, 3 498. Stoliko 14. Il. 2 8 j. Q
welche alle kleiner sind als die reifen Männchen, aber der letzten
Entwickelungsstufe angehören. 9 49 S. 12 15.2. Meselongi 3 d'
1 j. 9 (kleiner) 32 175.2 17. Il. Dagegen bei Anomusinitza: 4 J'
63j. 9 11 2 und j. 2 d' 38 mm. 89 Beinpaare.
1 j. d 33mm. 85 Beinpaare, Schalt-Z' 40 mm 91 B.
P. speciosus Verh.
Klisura Sikia 1 d' 113 Beinpaare.
Brachyiulus vicinus Verh.
Stoliko 10. II. 1 d..
Br. syrensis Verh.
Syra 4 J' 1 Schalt-g, 72 37.28.
Br. klisurensis Verh.
Klisura Sikia 1g' 22. (Nahe verwandt mit lusitanus Verh.).
Br. corcyraeus arcadicus Verh. 2 g' von Myli bei Nauplia.
Br. montivagus Verh. (? subsp.).
12 51. Myli bei Nauplia.
Hierher gehört auch die von mir am Ithome-Berge gesammelte
Form, welche ich unter No. 25 im XII. Aufsatze der „Beiträge“ an-
geführt habe.
Julus trilineatus C. K.
Anomusinitza, Mai 99: 3 d' 1 j. J mehrere 22 und 5 j. 2.
Bilden einen Uebergang von var. obscurus zu var. niger Verh.
Symphyoiulus impartitus (Karsch) (= postsquamatus Verh.).
Mehrere Stücke aus dem Pentelikon.
Nach der mangelhaften Beschreibung von Karsch ist, abgesehen
davon, dass dieselbe der Gonopoden mit keiner Silbe erwähnt, diese
Form keineswegs mit Sicherheit wiederzuerkennen. Trotzdem nehme
Ueber Diplopoden. 155
ich den Namen an, nachdem ich feststellen konnte, dass die klein-
asiatischen Stücke mit den attischen übereinstimmen, einschliesslich
der Gonopoden. |
Polydesmus herzegowinensis Verh. (vergl. insulanus Attems).
Anomusinitza 9 J' 92 15 Junge (grösstes 2? 21 mm).
Kollum mit deutlichen Seitenflügeln.
Klisura Sikia 31 Pulli VI (18 S.) 5 Pulli VII (19 S8.).
P. mediterraneus Oertzeni Verh.
1 g' Anomusinitza. Klisura Sikia 14 9’ 142. Stoliko 2 2.
P. klisurensis Verh.
Klisura Sikia 1 J' 12.
P. graecus syrensis Verh.
Syra 10 9 112 Pull. VII 13.
Dolistenus Savii Fanz.
Klisura Sikia 3J' 42. g' 17mm 56 S.
2 33 mm 77 S.
Platydesmus typhlus Daday und var. roseus Verh.
Klisura Sikia 2 1j.J' 232 8j.2 (nur die 22 gehören zur
var. roseus, während dieselbe bei den von mir im Peloponnes ge-
sammelten Thieren in beiden Geschlechtern und bei älteren Jugend-
formen vertreten war).
dd‘ von 9—10 mm mit 32 und 33 8.
j. d von 8 mm 278.
2 von 15!/, mm 428.
2 von 18?/, mm 478.
2 von 21 mm (grösstes) 52 8.
Das vorliegende Material wurde theils in Bonn, theils im
Berliner zoologischen Museum untersucht.
Belegstücke fast aller hier erwähnten Arten befinden sich jetzt
im Berliner zoologischen Museum, ebenso die Präparate.
Berlin, 25. August 1902.
154 Karl W. Verhoeff.
Erklärung der Abbildungen:
Allgemein gelten folgende Abkürzungen:
co = Hüfte (Gonocoxit), cpr = Hüftfortsatz,
fe = Schenkel, coh = Hüfthorn,
ti= Schiene, r = Spermarinne,
V = Ventralplatte, fl= Flagellum,
Tr = Tracheentasche, m = Muskeln,
fo = Fovea, sa = Kanalast.
Tafel VI.
Abb. 1 und 2. Lysiopetalum albidicolle aetolicum n. subsp.
Abb. 1. Tibialabschnitt eines Gonopod.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
Abb.
2. Hüftfortsatz desselben.
Abb. 3—8. Lys. pedefissum n. sp.
3. Ein Gonopod, die Grundhälfte des Gonocoxit fortgelassen, Ansicht von
innen her. i=Läppchen hinten am Ende des Femoralabschnittes
o= Stachelfortsatz an der Rinnenmündung.
4. Ein Telopodit, ohne den Haupttheil des bei x abgebrochenen Kanalast,
z ein Zahn am Grunde des Letzteren. ef=Endlappen des Tibial-
abschnittes.
5. Hüfthorn des Gonocoxit.
6. Bauchplatte des Gonopodensegmentes, am Endrande ausgebuchtet.
7. Endwärtiges Hauptstück des Kanalastes, bei x der Abb. 4 angesetzt
zu denken.
8. Stachel o und Läppchen I an der Rinnenmündung.
Abb. 9—12, Brachyiulus syrensis n. sp.
9. Ein Hinterblatt, A dessen Aussenarm (Mittelblattfortsatz).
10 und 12. Endtheile des Rinnenblattes.
11. Vorderblatt von hinten gesehen, nebst Flagellum.
Tafel VI.
Abb. 13. Brachyiulus klisurensis n. sp.
Ein hinterer Gonopod von innen und vorne gesehen.
yy=Einschnürungsstelle zwischen dem Haupttheil und dem Mittelblatt-
lappen. S= Spermamasse. p= Rest der Bauchplatte.
Abb. 14—16. Br. vieinus n. sp.
14. Ein hinterer. Abb. 15. Ein vorderer Gonopod.
16. Endhälfte der Hinterblätter, r—= Spermarinne, rl = Flagellumrinne
x=-feine Behaarung in der Spermarinne.
Abb. 17. Polydesmus klisurensis n. sp. ein Telopodit.
Abb. 18. Lysiopetalum pedefissum n. sp.
Grundglieder eines 7. -Laufbeins. coa= Coxalorgan, halb ausgestülpt,
m dessen Rückzieher.
Abb. 19. Polydesmus graecus syrensis n. subsp. ein Telopodit.
* 3 *
ee
Einige neue
Chilenische Canis-Arten.
Von
Dr. R. A. Philippi,
Santiago (Chile).
Das Museum von Santiago besitzt gegenwärtig 37 ausgestopfte
Exemplare chilenischer Füchse oder Hunde, sowie die Schädel von
vielen derselben.
Zwei Arten Canis hat es aus Paraguay, den C. jubatus und den
Canis melampus Wagner.
Auch 2 brasilianische Arten besitzt es, nämlich C. canerivorus,
welchen ich dem Collegen von Jhering verdanke, und einen von
Umlauff in Hamburg erkauften Fuchs.
In dem bekannten Werk von Gay „Historia Fisica i Politica
de Chile“, werden drei Arten chilenischer Canis nach Waterhouse
beschrieben: Canis magellanicus, ©. Azarae und C. fulvipes.
Von C. magellanicus besitzen wir zwei Exemplare, die voll-
kommen mit der Beschreibung von Waterhouse übereinstimmen.
Von C. julvipes, die auf der Insel Chilo& vorkommt, ist es mir
in der Zeit von 50 Jahren, die ich nun in Chile residire, trotz viel-
facher Bemühungen nicht gelungen, ein Exemplar zu erhalten. —
Es ist aber möglich, dass der eine oder andere Fuchs aus den
Provinzen Valdivia u. Llanquihue als Varietät von C. julvipes
betrachtet werden kann. Was nun C. Azarae Waterhouse betrifft,
so stimmt kein einziges unserer Exemplare von Füchsen mit der
Abbildung und Beschreibung von Waterhouse überein.
Nach Burmeister kommt diese Art im äussersten Osten der
La Plata-Staaten, d. h. der Banda Oriental und der Provinz von
Buenos Aires vor. Es ist dies ein neuer Beweis von der Ver-
schiedenheit zwischen der Fauna Argentiniens u. der Fauna Chiles,
einer Verschiedenheit, welche ebenso wie die Verschiedenheit der
Floren beider Gebiete nur dadurch erklärt werden kann, dass zu der
Zeit, wo die Pflanzen und Thiere der gegenwärtigen Schöpfung er-
schienen sind, bereits die Barriere der Anden existirte, wie ich dies
schon an einem andern Orte hervorgehoben habe.
156 Dr. R. A. Philippi.
Es ist mir unbegreiflich, wie Waterhouse, Burmeister u.
andere den C. Azarae Prinz Max von Neu Wied für einerlei mit
dem C. Azarae Waterhouse haben halten können, da die Water-
house’sche Art durch das schwärzliche, scharf begrenzte Hals-
band in der Mitte des Halses auffallend gekennzeichnet ist, sodass
man sie mit keinem südamerikanischen Fuchs verwechseln kann;
man könnte das Thier füglich den Halsbandfuchs nennen. Auch
kann es nicht der Azarae Prinz Max sein, der den Osten Brasiliens
und Paraguay bewohnt; dieser ©. Azarae Pr. Max ist meines Er-
achtens identisch mit dem C. vetulus Lund und ausgezeichnet durch
den schwarzen oder schwärzlichen Längsstreifen auf der vorderen
Seite des vorderen Laufes, der freilich bei der Seitenansicht nicht
gesehen werden kann, und daher in der Abbildung fehlt. —
In „Systematische Uebersicht der Thiere Brasiliens“ von
Dr. Hermann Burmeister — erster Theil pag. 101 Anmerkung 1 —
heisst es: „Herr Dr. Lund hält diesen Fuchs (C. vetulus) für
einerlei mit dem Ü. Azarae des Prinzen zu Wied, und darin tritt
ihm A. Wagner bei; ich kann mich dem nicht anschliessen. Der
Prinz beschreibt auf der Vorderseite der Beine einen schwarzen
Streif, den der ©. vetulus nicht hat, und nennt die Unterfläche
nebst der Innenseite der Schenkel „weiss, was gegen die übrige
Farbe des Beines nett absticht.“
Aber Wagner sagt in Wiegmanns Archiv für Naturgeschichte
pag. 358, Jahrgang 1843: „C. vetulus ...... pedibus RE
anterioribus stria nigricante signatis.“
Es ist mir ferner unbegreiflich, dass Burmeister C. melampus
Wagner für identisch mit ©. Azarae Waterh. hält. (Siehe: Syste-
mätische Uebersicht der Thiere Brasiliens etc. I pag. 96). Denn C.
Melampus ist durch die Schwärze der unteren Hälfte der Läufe und
der Zehen auffallend verschieden; auf die dunklere oder hellere
Färbung des Pelzes ist dabei nichts zu geben.
Unsere Fuchsarten variiren in der Körperlänge von 103 cm
(C. Iycoides Ph.) bis 58 cm (C. torquatus Ph.).
Was die Höhe betrifft, so variiren sie, wenn man dieselbe in
Procenten der Körperlänge ausdrückt, von 57,7°/, (bei C. amblyodon
Ph.) bis zu 371/,°/, (bei C. trichodactylus Ph.).
Was die Schädel betrifft, so könnten die grösseren Arten wohl
ein neues Subgenus bilden.
Burmeister hat folgende drei Subgenera unter den süd-
amerikanischen Füchsen aufgestellt:
1. Chrysocyon, mit hohem Scheitelkamm, gewölbten Orbitalecken
und sehr starken, den Fleischzahn an Länge weit übertreffenden
Kauzähnen;
2. Lycalopex, ohne erhabenen Scheitelkamm, aber mit eben so
stark entwickelten Kauzähnen;
er VER
DT, WE Er DE 7 EC
Einige neue Chilenische Canis-Arten. 157
3. Pseudalopex, ohne Scheitelkamm, aber mit kleineren Kau-
zähnen, die dem Fleischzahn an Länge zusammen fast gleich kommen.
Unsere grösseren Füchse passen in keines dieser drei Sub-
genera, sie haben einen sehr deutlichen, wenn auch nicht sehr
hohen Scheitelkamm, wie Chrysocyon, aber die Kauzähne sind, wie
bei Pseudolopex, nur ebenso lang wie der Fleischzahn; man könnte
also ein viertes Subgenus daraus machen, das füglich Pseudolycos
heissen kann.
Bei allen chilenischen Füchsen sind die Grannenhaare des
Rückens und der Seiten schwarz und weiss geringelt, so dass die
Färbung im allgemeinen grau ist, oft ganz so wie die des früher
gebräuchlichen schwarz und weiss melirten Tuches, das man Pfeffer
und Salz nannte. Bisweilen sind auf dem Rücken grössere schwarze
ausgezackte Flecke, so dass derselbe gescheckt genannt werden
muss. Das Grau zieht manchmal in das Röthliche, häufiger noch in
das Gelbliche, und kann ich mir nicht erklären, woran das liegt.
Ebensowenig kann ich mir erklären, woher es kommt, dass
die Färbung eine andere ist, wenn das Thier beleuchtet oder be-
schattet ist; am auffallendsten ist mir dies bei Canis Domeykoanus
gewesen; die beleuchtete Seite ist mir fast rein grau, die beschattete
sehr stark röthlich erschienen.
. Die Färbung von Nacken, Hinterkopf, Hinterseite der Ohren,
Schnauze, sowie die der Aussenseite der Füsse, ist ziemlich ver-
schieden und giebt, glaube ich, gute Merkmale zur Unterscheidung
der Arten.
Das Kinn ist bei mehreren Arten oder Formen kohlschwarz,
bei andern schneeweiss.
Hals, Brust, Bauch, Innenseite der Beine sind immer weisslich
oder hellgrau.
Bei ©. Azarae Prinz Max, wie schon bemerkt, ist in der Mitte
des Halses ein ausgezeichnetes schwärzliches Querband;; bei meinem
C. torquatus ist die Brust durch eine dunkelgraue, aber nicht scharf
begrenzte Binde vom weissen Hals und vom weissen Bauch ge-
schieden; auch der Schwanz giebt in einigen Fällen ein Unter-
scheidungsmerkmal.
Die Länge desselben varürt von 60°/, bei Canis albigula Ph.
bis zu 36°/, bei C. lycoides Ph.
1. Canis amblyodon Ph.
C. corpore subelato, subrobusto, dorso, lateribus cinereis; sicut
‚nasus et genae vertice sensim rufescente; occipite, cervice, latere
exteriore aurium, pedibus extus, rufis; mento, collo, pectore, ventre,
latere interiore pedum albis, cruribus rufis; cauda ante apicem
fascia fere nivea ornata; apice atro. — n
158 Dr. R. A. Philippi.
Dentibus praemolaribus, laniarioque obtusis.
Dimensiones:
1) longitudo corporis ab apice rostri usque ad originem caudae 65 cm
2) longitudo caudae. 3
3) altitado corporis in regione humeri . nn E
4) longitudo antebrachüu . . . . .
5) longitudo ab apice rostri usque ad-aurem.. |. rl a
6) longitudo ab apice rostri usque ad oculos . . . .. 72 „
7). altatndo aumam‘ ....50.0 222 eV ie
8) distantia inter aures lm we 6
9) longitudi tarsi. . . u er EEE
10) eircumferentia in regione post antebrachia. . . . . 38 5
Habitat in provincia Valparaiso.
2. Ganis maullinieus Ph.
C. modice elevatus, gracilis; corpore, vertice, latere exteriore
aurium aequaliter griseis; cauda dimidium corpus aequante, maculis
nigris magnis albisque variegata, apice nigra. Auribus mediam
longitudinem rostri parum superantibus; macula rufa utrinque a
basi aurium fere usque ad mediam altitudinem colli oblique de-
currente. Mandibula inferiore nigra, macula lata albida limitata, quae
sensim in collum pallide griseum abit, quod fascia obscuriore a
pectore et ventre albidis separatum est; pedibus anticis pallidis,
extus sordide flavescentibus; posterioribus antice et intus fere niveis;
margine crurum niveo.
Dimensiones:
1) longitudo ab apice rostri Ir ad originem caudae . 65 cm
2) longitudo caudae. . . N
3) altitudo corporis in regione kutnen:li, Sm en
4) longitudo antebrachii Hr... 9 A ee
>) Iongıtndo ara SER WEN FR SET) Pr
6) longitudo ankiun: neh, Tr 79, Ze DEE
7) distantia inter aures . . JB
8) longitudo ab apice rostri usque 'ad originem auris‘ . AMEReee
9) longitudo ab apice rostri usque ad oculos . . . . . 64 „
10) circumferentia pectoris post antebrachium . . . . .39 „
Habitat in provincia Llanquihue ad occidentem lacus Llanquihue,
loco „Nueva Braunau“ dicto.
Durch den kleinen Kopf sehr ausgezeichnet.
3. Canis trichodaetylus Ph.
C. supra pallide cinereus; in dorso albo et nigro mixtus; ca-
pite cinereo; naso nigrescente; auribus postice rufis; mento nigro-
3. u
Einige neue Chilenische Canis-Arten. 159
parte inferiore corporis, latere interno et antico pedum albis.
Latere externo pedum pallide rufo; basi caudae per longitudinem
4 cm brevius pilosa; cauda breviuscula. Pilis longis, pallide
rufis inter digitos pedum, ubi nomen trichodactylus.
Dimensiones:
1) longitudo ab apice rostri ugbe ad FR caudae. 72,5 cm
2) longitudo caudae . . . ae SHFRAD
3) altitudo corporis in regione humerte eher 5
Brlansitudosantebrachil.., 34.00.05. eis ln Bor hen IH) 0%
ee udertarsı. als), Süscmelk Im Bulonl u ler
Bender aukium er andenlisn san Sr een N
7) distantia inter aures . . BER
8) longitudo ab apice rostri usque ad originem Aus" sick
9) longitudo ab apice rostri usque ad oculos . . ..6 „
10) eircumferentia corporis post pedes anteriores . . . 89 „
Habitat in provincia Valdivia.
4. Canis albigula Ph.
C. corpore modice elevato, pallide griseo, concolore sicut cer-
vix; capite supra subrufo, naso rufescente; auribus postice rufis;
mento albo sicut pars inferior corporis; pedibus anticis extus rufis;
cruribus pallide rufis; tarso antice albo; cauda longiuscula,
pallide grisea, macula in dorso caudae nigra, ab origine remota,
apice nigro.
Dimensiones:
1) longitudo corporis ab apice rostri usque ad originem caudae 75 cm
2) longitudo caudae . . . . le ES ENT EAIE
3) altitudo corporis in regione Komern u A 32,9
BE nnttueorantebraeehii. 1 mu vn. 00 u a all,
dar nee er. RT,
enger aunum 2. ne. stelle Mar sr SE
7) distantia inter aures. . . BR
8) longitudo ab apice rostri usque ad originem auris R
9) longitudo ab apice rostri usque ad oculos . . . . . 55,
10) Circumferentia in regione post antebrachium . . . .38 „
Habitat in provinciis centralibus.
5. Canis torquatus Ph.
C. corpore robusto, capite lato, supra cinereus, dorso obscuriore,
naso supra fusco, vitta obsoleta rufescente a naso ascendente, auribus
extus fuscis; labiis mentoque nigris, gutture, collo, ventre, latere
antico et interiore femoris et cruris niveis; antebrachio, tarso pallide
zei, fascia cinerea in pectore.
auda cinerea, versus apicem nigrescente, apice ipso nigro.
160 Dr. R. A. Philippi.
Dimensiones:
1) ab apice rostri usque ad originem caudae . . . . 58 cm
2) longitudo caudae . . . . 0, en. OR
3) altitudo corporis in regione humeri .. 3): SEE n
4) longitudo antebrachü . - . .... Um "Ur
9), lonpitudorstarei m Fr 21 0,2 DT vr EEE
6) longitudo: aurıam „0. > un. 20, IT OR
7) distantia inter aures . . . le 7 er
8) longitudo ab apice rostri usque ad originem auris . 11,55
9) longitudo ab apice rostri usque ad oeulos "al RAR
10) eircumferentia in regione post antebrachia . . . . 85 %„
Habitat prope Puerto Montt.
Santiago, den 22. September 1902.
Einige Mittheilungen
zur Morphologie und Systematik
der
Chiroscelinen.
Von
Prof. H. J. Kolbe, Berlin.
In dem an Tenebrionidengattungen und -Species reichen Afrika
repräsentiren die Chiroscelinen die grösseren und am meisten cha-
rakteristischen Formen dieser Familie. Sie sind nur aus dem tropischen
Gebiete des Erdtheils bekannt. Unter den näheren Verwandten
dieser kleinen Gruppe sind die Tenebrioninen hervorzuheben,
welche in vielen Gattungen über alle Erdtheile verbreitet sind.
Während in dieser Gruppe ein anscheinend untergeordneter Organ-
theil, das 3. Glied der Antennen, stets (wie gewöhnlich in der
Familie) etwas verlängert und länger als das 2. Glied ist, gehören
zu den genuinen Chiroscelinen diejenigen Genera, deren Antennen
aus sehr kurzen Gliedern bestehen, und bei denen das 3. Glied der
Antennen so sehr verkürzt ist, dass es nur so lang erscheint wie
das 2. Glied. Von bis jetzt bekannten Gattungen Afrikas gehören
allein die beiden Genera Chiroscelis und Prioscelis hierher; einige neue
Genera sind auf S. 165—166 dieser Abhandlung aufgestellt worden.
Die nahe verwandten Genera Odontopezus, Catamerus, Pyenocerus
und Calostega verbinden mit einem anderen Habitus ein etwas
längeres 3. Glied der Antennen und scheiden daher aus der nächsten
Verwandtschaft der Chiroscelinen aus. Die Chiroscelinen sind der
letzte Zweig einer grösseren Gruppe, die auf den unteren Stufen
bei einem kleineren Kopfe und schmaleren Prothorax durch deutlich
breitere Elytren und ein längeres 3. Antennenglied ausgezeichnet
sind. Die Lypropses, Phobelii und Goniaderae zählen zu den
untersten Stufen dieses Stammes. Ich will schon hier bemerken,
dass diese Gruppen sich an den Stamm der Lagriiden ansetzen.
Man wolle zu diesem Zwecke die Larven von Lagria mit denen
von Phymatodes, Catamerus und Prioscelis vergleichen. Die Chirosceles
sind die robustesten Formen jenes Stammes, mit mehr oder weniger
parallelseitigem Körper, dessen hintere Hälfte nicht oder wenig
breiter ist als die vordere Hälfte. Mit dem Körper zeigen auch die
Antennen dieser Gruppe die Neigung zu verhältnismässig kräftiger
Ausbildung der Form,
Arch.f. Naturgesch, Jahrg. 1903. Bd.I. H.2, Kt
162 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
Die eigenartige Gattung Prvoscelides m. aus Westafrika!) gehört
in eine kleine Gattungsgruppe, welche zwischen den @oniaderae und
den Chürosceles steht. Eine nahe verwandte Gattung dieser kleinen
Gruppe ist Sipirocus (mit der Species ritsemae Fairm.) auf Sumatra,
welche das Berliner Königl. Museum aus Deli besitzt.
Die echten Chiroscelinen schienen bisher auf Afrika beschränkt
zu sein. Aber vor einigen Jahren wurde eine mit Prioscelis nahe
verwandte Gattung auf Borneo entdeckt, welche Fairmaire unter
dem Namen Pheugonius (mit der Species borneensis Fairm.) beschrieb.
Das Berliner Königl. Museum erhielt ein Exemplar dieser interessanten
Art von Herrn Ren& Oberthür, welcher mir dasselbe bei meinem
Besuche in Rennes freundlichst übergab.
Das Vorkommen einer echten Chiroscelinengattung im indischen
Gebiet gehört in den Kreis der Betrachtungen über die Beziehungen
Indiens zu Afrika, worüber schon mehrfach geschrieben und auch
von mir kürzlich Mittheilungen gemacht wurden’).
Es ist interessant, zu bemerken, dass Pheugonius zu den un-
tersten Stufen der Chiroscelinen gehört. Die am höchsten ent-
wickelten Formen der Gruppe (vergl. S. 164 dieser Abhandlung)
sind nur aus dem westafrikanischen Gebiete bekannt; es sind die
Gattungen Chirocharis n. g., und Chiroscelis Lm. -
Eine descendenztheoretische Ableitung einer Gattung von einer
anderen wird uns bei Chirocharis und Prioproctus ermöglicht. Es
ist hierbei von dem Axiom auszugehen, dass bei den Inseeta Ptery-
gogenea ungeflügelte Formen von geflügelten abzuleiten sind.
Bei der ungeflügelten Chrrocharis ist noch ein kleines, 6 mm
langes und sehr schmales Flügelrudiment jederseits an den Vorder-
ecken des Metanotums vorhanden. Wir haben also nicht nötig, wie
Dewitz bei dem völlig flügellosen Niptus hololeucus?), auf das Vor-
handensein von Imaginalscheiben der Flügel bei der Larve zurück-
zugehen. Das Fehlen der hinteren Flügel hat eine Abänderung
der Form der Elytren und der Gestalt des Körpers im Gefolge. Der
Schulterwinkel (Schulterbeule) der Elytren schwindet, weil der unter
ihm befindliche Raum nicht mehr von der verdickten Basis der
Alae eingenommen wird. In Verbindung mit der Flügellosigkeit
verkürzt sich der Metathorax, weil die Flugmuskulatur infolge Nicht-
gebrauchs schwindet. Wir finden diese Beziehungen zwischen den
Flügeln und dem Metathorax sehr gut ausgeprägt bei manchen Arten .
der Gattung Ptinus (z. B. fur L., latro F., bidens Ol. u. a.), wo die
») H. J. Kolbe, Bericht über die von Herrn Dr. R. Büttner im Gebiete
des unteren Quango und Kongo gesammelten Coleopteren. (Stettin. Entom. Zeit.
1889, S. 16.)
- .9)H.J. Kolbe, Ueber die Entstehung der zoogeographischen Regionen
auf dem Kontinent Afrika. (Naturwiss. Wochenschrift, N. F., I. Band Heft 13
1901.) — Sep.-Abdruck S. 12, 13.
®) H. Dewitz, Ueber rudimentäre Flügel bei den Coleopteren. (Zool. An-
zeiger, VI. Jahrg. 1883, S. 315—318.)
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 163
Männchen schmale Flügeldecken mit Schulterwinkeln, länglichen
Metathorax und Hinterflügel, die Weibchen aber an den Seiten stark
gerundete Flügeldecken ohne Schultern, kürzeren Metathorax und
keine Flügel besitzen.
Dass auch die ungeflügelten Chiroscelinen (Chirocharis, Prio-
proctus und Hemipristis) keine oder nur durch eine schwache Run-
dung angedeutete Schulterwinkel an den Flügeldecken haben, ist
nach dem Vorstehenden sicher eine Folge des Fehlens der Hinter-
flügel. Es ist ein einfacher mechanischer Vorgang: die dicke Flügel-
wurzel fehlt, folglich legt sich die Basis der Flügeldecke dem Thorax
dichter an.
G. Jacobson vom zoologischen Museum in Petersburg hat vor
wenigen Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass die flügellosen
Käfer an den Flügeldecken keine Schulterbeule aufweisen, dass da-
her die Flügellosigkeit schon äusserlich an der Form der Flügel-
decken erkennbar ist!).
Bei den flügellosen Chiroscelinen sind also die Elytren nach
der Basis zu verengt, bei den geflügelten rechtwinklig. Ferner ist
der Metathorax der flügellosen Genera sehr kurz. Sehr erklärlich.
Die ganze Flugkraft geflügelter Käfer steckt ja in der enormen
Muskulatur des Metathorax, an dem die Flügel sitzen. Die Mus-
kulatur des Mesothorax, der die Flügeldecken trägt, ist sehr gering,
in Verbindung damit auch die Grösse des Mesothorax viel geringer
als die des Metathorax.
Dass auch die ganze Körperform durch die Flügellosigkeit in
Mitleidenschaft gezogen sein mag, wird durch den abweichenden
Habitus dieser Gattungen wahrscheinlich gemacht: die Flügeldecken
sind eiförmig oder wenigstens nach dem Grunde zu verjüngt; sie
sind auch kürzer bei gleicher Körpergrösse, und der Prothorax er-
scheint grösser.
Aus den genannten Gründen können wir mit grosser Sicherheit
annehmen, dass die ungeflügelte Chörocharis von der geflügelten
Chiroscelis abzuleiten ist, mit welcher Gattung jene die handförmige
Gestalt der vorderen Tibien gemeinsam hat.
Aus demselben Grunde ist Prioproctus von Pristophilus abzu-
leiten.
Zu den gattungsbildenden Faktoren in der Gruppe der Chiro-
scelinen gehört ferner auch die Form und Ausbildung der Tibien
des 1. Beinpaares.
Die stufenweise (generische) Differenzirung des ersten
Beinpaares der untersten bis zu den am höchsten stehenden
Formen ist in folgender Uebersicht erläutert.
1. Von der einfachsten Form mit geraden einfachen Tibien
(Apristopus erassicornis) abgesehen, welche Gattung an der
!) G. Jacobson, Ueber den äusseren Bau flügelloser Käfer. (Annuaire du
" Musee Zoologique de l’Acad. Imp. d. Sciene. de St. P&tersbourg 1899, S.12—19.
Mit 1 Taf.).
11*
164 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
Grenze der Chiroscelinen und der vorhergehenden Gruppe
steht, sind die Tibien auch bei einigen Formen von Prio-
scelis sehr einfach; bei den meisten Arten aber ist die Form
der Vordertibien etwas verändert. Sie sind hier meist stark
gekrümmt und an der Aussenseite einfach, aber bei einigen
Arten an der Innenseite mit mehreren Zähnchen versehen.
Pheugonius schliesst sich hier an.
2. In den Gattungen Pristophilus und Prioproctus sind die
vordersten Tibien breiter, parallelseitig und aussenseits säge-
zähnig.
3. Die Gattung Aemipristis nähert sich durch die Form der
Tibien des 1. Beinpaares der nachfolgenden Gruppe, aber
sie sind noch nicht so ausgebildet, sondern nur vorn stark
verbreitert, nach. dem Grunde zu sehr verschmälert. An
der Aussenseite sind sie noch mit kleinen Zähnchen ver-
sehen, wie in den Gattungen Pristophilus und Prioproctus.
4. In den Gattungen Chiroscelis und Chirocharis sind die Ti-
bien des 1. Beinpaares nach vorn sehr verbreitert, mit 5
bis 6 nach beiden Seiten und nach vorn abstehenden grossen
Zähnen bewehrt und dadurch handförmig gestaltet, nach dem
Grunde zu aber stark verschmälert (digitato-palmatae). Dieser
Typus weicht von dem elementaren Grundtypus (1) am
meisten ab und erscheint daher am höchsten entwickelt.
Wir müssen induktiv annehmen, dass die Chiroscelinen die
vordersten Tibien zum Graben im oder auf dem Erdboden gebrauchen.
Die genannten Abänderungen in der Form sind auf physiologische
Ursachen zurückzuführen. Die Gattungen sind daher physiologische.
Anch die Differenzirung der Elytren und des Metathorax infolge des
Verlustes der Flügel ist physiologischer Natur. Beide Bildungs-
elemente aber lassen auf den verschiedenen Entwickelungsgraden
die Stufen erkennen, welche wir Gattungen (genera) nennen.
Hiermit sind noch andere Formverschiedenheiten verbunden.
Die freiere (elementare) Verbindung der Ligula mit dem Mentum
stellt die Gattungen Apristopus, Prioscelis und Pheugonius in einen
Gegensatz zu Pristophrlus, Prioproctus, Hemipristis, Chiroscelis und
Chirocharis, bei denen der grösste Theil der Ligula mit der Basis
der Labialpalpen vom Mentum verdeckt ist. Eine genauere Be-
schreibung und Vergleichung der Mundtheile der Gattungen und
Arten der Chiroscelinen würde noch eine dankenswerthe Aufgabe sein.
Wir sehen, dass also diejenigen Gattungen einfachere Verhält-
nisse im Baue des Labiums zeigen, welche sich zugleich die ein-
fachere Form der vordersten Tibien bewahrt haben. In der unteren
Gruppe ist das Mentum klein bis mittelgross und lässt die Maxillen
unbedeckt, bei den Chiroscelinen mit säge- und handförmigen Vorder-
tibien aber ist es gross und breit und verdeckt den grössten Theil
der Maxillen, wie es auch die Ligula grösstentheils bedeckt.
Die vorstehend geschilderten morphologischen Verhältnisse sind
in der folgenden Uebersicht descendenztheoretisch dargestellt, unter
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 165
Berücksichtigung der kleinen Prioscelides-Gruppe, von welcher die
Chiroscelinen abzuleiten sind.
Gruppe A.
Das 3. Glied der schlankeren Antennen deutlich etwas länger
als das 4. Glied. Clypeus vorn tief ausgerandet. Prothorax schmal,
am Rande meist schwach gezähnelt. Flügeldecken hinten etwas
verbreitert. Ligula mit den Palpen freiliegend; Mentum mässig gross.
(Unechte Chiroscelinen.)
Hierher gehören die Genera: Prooscelides m. (W. Africa), Sipi-
rocus Fairm. (Sumatra) und Apristopus m. (W. Africa).
Gruppe B.
Das 3. Glied der dicken, kurzgliedrigen Antennen sehr kurz, so
lang oder ungefähr so lang wie das 4. Glied. Clypeus vorn tief
ausgerandet, die Ausrandung einfach oder mit einem Zahne in der
Mitte (also zweibuchtig). Prothorax breiter, am Rande einfach.
Flügeldecken hinten nicht verbreitert, parallelseitig oder eiförmig.
(Echte Chiroscelinen.)
I. Ligula mit den Palpen, sowie die Maxillen frei liegend;
Mentum mässig gross. Tibien des ersten Beinpaares einfach,
fast gerade oder gebogen, an der Aussenseite unbewehrt,
an der Innenseite glatt oder mit kleinen Kerbzähnen ver-
sehen, Elytren mit Schulterwinkeln; Flügel vorhanden, voll-
ständig ausgebildet! Metasternum länglich.
Femur der Vorderbeine einfach, ohne Zahn Prioscelis
Femur der Vorderbeine mit einem starken Zahne
unterseits kurz vor der Spitze . . Pheugonius
II. Ligula mit den Palpen, sowie die Maxillen grösstentheils
von dem grossen breiten Mentum bedeckt.
1. Tibien des ersten Beinpaares breit, gerade, parallel-
seitig, an der Aussenseite sägezähnig.
Elytren an den Schultern gewinkelt; Flügel vor-
handen. Metasternum länglich. Antennen ziem-
lich dick, letztes Glied etwas dicker als die vorher-
gehenden»... ."..... Pristophilus n. g.
Elytren ohne Schulterecken; Flügel fehlend. Meta-
sternum verkürzt. Antennen sehr dick, nach der
Spitze zu verdünnt . . . . Prioproctusn. g.
2. Tibien des ersten Beinpaares nach vorn verbreitert,
nach dem Grunde zu verdünnt, an der Aussenseite
theilweise mehr oder weniger kerb- oder sägezähnig,
an dem etwas verbreiterten Endtheile mit drei etwas
grösseren Zähnen (Mittelform zwischen 1. und 3.).
Flügel fehlend, nur als kleines Rudiment vorhanden;
Elytren ohne oder mit undeutlicher Schulterecke
Hemipristis n. g.
166 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
3. Tibien des ersten Beinpaares nach vorn stark ver-
breitert (wie bei 2.), aber mit 5 bis 6 grossen ab-
stehenden Zähnen, daher handförmig, nach dem
Grunde zu verdünnt, an der Aussenseite ohne Kerb-
zähnchen!).
Elytren parallelseitig, mit einer gewinkelten Schulter-
ecke; Flügel vorhanden, vollständig entwickelt.
Metasternum länglich. Tibien des ersten Bein-
paares mit 5 grossen Zähnen. . . Chiroscelis
Elytren zusammen eiförmig, ohne Schulterecke;
Flügel fehlend, nur ein sehr kleines Rudiment
derselben vorhanden. Metasternum verkürzt.
Tibien des ersten Beinpaares mit 6 grossen
Zähnen "I. N... la sun (Cherocheisnae
Im Folgenden sind ausser neuen Arten auch die neuen Gattungen,
welche in vorstehender Tabelle aufgeführt sind, näher besprochen
und beschrieben.
Am vollständigsten wurden die Chiroscelinen bisher nach dem
Stande der damaligen Kenntniss von Westwood in folgender Ab-
handlung bearbeitet:
Descriptions of some Coleopterous Insects from Tro-
pical Africa belonging to the section Heteromera. (Proceed.
Zool. Soc. London, 1841 T.9 p.66—68. — Transact. Zool. Soc. London
T.3 1843, p. 207”—229 Taf.14 u. 15.)
Zu den nächsten Vorstufen der echten Chiroscelinen, welche
hier noch besprochen werden mögen, gehören die in obiger Tabelle
als unechte Chiroscelinen bezeichneten Genera Pröoscelides m., Sipi-
rocus Fairm. und Apristopus mn.
Als ich die Gattung P’rioscelides aufstellte (Stettiner Ent. Zeit.
1889, S.16) kannte ich nur das männliche Geschlecht derselben.
Jetzt ist mir auch das weibliche Geschlecht bekannt geworden. Die
auffallende secundäre sexuelle Differenzirung in dieser Gattung ist
auffallend gegenüber der äusserlichen Gleichheit der Geschlechter
bei den echten Chiroscelinen. Diese eigenartige Gattung ist charakte-
risirt durch folgende Merkmale:
Clypeus late sinuatus. Antennarum articulus tertius quarto di-
midio longior, art. 4.—9. inter se fere totis aequalibus. Mentum
mediocre apice obtusum; ligula libera. Palporum maxillarium arti-
culus ultimus securiformis, labialium ovatus apice obtusus. Prothorax
elytris conspicue angustior, lateraliter denticulatus. Elytra latiora
!) Herr Dr. v. Seidlitz wird im „Jahresbericht“ oder anderswo wahr-
scheinlich diese Dreistufigkeit wieder „monieren“, wie er das wiederholt bei der
Besprechung meiner Abhandlungen gethan hat. Dass es aber nicht angängig
und auch unnöthig ist, auf Kosten des natürlichen Systems oder der Darstellung
auf descendenztheoretischer Grundlage, seinen Schematismus der steten Zwei-
stufigkeit zu bevorzugen, mag aus Vorstehendem ersehen werden.
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 167
pone medium praesertim in fomina paulo ampliata. Laminae ab-
dominales postice medio laevissimae, nitidissimae.
Mas praestans tibiis omnium pedum (praesertim anticis) ar-
cuatis, intus denticulis compluribus armatis. Femora nonnihil
incrassata, infra integra, vix crenulata.
Femina differt tibiis minus arcuatis, intus integris, haud
omnino dentieulatis. Femora minus incrassata, integra.
Die typische Art rugosus m. 1. c. (9) stammt aus der Gegend
zwischen Kwako und Kimpoko am unteren Congo. Ein Paar liegt
vor aus Kamerun, und zwar von der Station Johann Albrechts-
höhe 12 (1. Mai 1896, L. Conradt) und von Lolodorf 1 3‘ (zwischen
Mitte Februar und Anfang Juni 1895, L. Conradt).
Eine zweite Art, Prioscelides striatus n. sp., aus Kamerun (Lolo-
dorf und Barombi-Station, Dr. Preuss) ist kleiner und glänzender
als rugosus m. Die Interstitien der Elytren sind zu erhabenen
glänzenden, glatten Streifen ausgebildet. Die Tibien sind dünner
und vor der Spitze nicht oder nur wenig verdickt, innen ganzrandig.
Die 4 ersten Ventralplatten des Abdomens sind ebenfalls hinten
glänzend, glatt. Das Metasternum ist hinten kaum glänzend, Die
Länge des Körpers beträgt 15—18 mm. 2%.
Sipirocus ritsemae Fairmaire (Notes Leyden Mus. XVIII 1896
p. 104) aus Sumatra ist ein Gegenstück zu Prioscelides in der in-
dischen Region; zwei Glieder eines alten gemeinsamen Verbreitungs-
bezirks. Auch die Geschlechter unterscheiden sich in entsprechender
Weise. Das Männchen besitzt einen Zahn nahe der Basis der
Femora des 1. Beinpaares und je einen Zahn vor der Spitze der
Femora des 2. und 3. Beinpaares; ferner einen Zahnkamm an der
Innenseite der Tibien des 3. Beinpaares und einige Zähnchen um
die Mitte der Tibien des 2. Beinpaares. Die Tibien des 1. Bein-
paares sind in ihrer ganzen Länge stark gekrümmt, die Tibien des
2. und 3. Beinpaares nur näher der Basis gekrümmt. Beim Weib-
chen sind alle Tibien und Femora einfach, zahnlos. Die Tibien
sind sehr wenig gekrümmt, diejenigen des 2. und 3. Beinpaares sind.
im Basaltheile gekrümmt. — Es befinden sich in der Königl. Ber-
liner Sammlung einige Exemplare in beiden Geschlechtern aus Deli
in N.O.-Sumatra.. Das weibliche Geschlecht dieser Gattung war
bisher noch unbekannt.
Apristopus.n.g. (auf Prioscelis crassicornis Westw. gegründet)
steht den Chiroscelinen noch näher als Prioscelides. Das liegt theil-
weise an dem äusseren Eindruck; denn der Körper ist glänzend
schwarz und glatt. Es ist bemerkenswerth, dass Westwood die
Art zu Prioscelis stellte. Prioscelides ist rauh und mattschwarz.
Auch bei Apristopus ist der Kopf klein und der Prothorax
schmaler als die hinter der Mitte etwas erweiterten Elytren. Das
3. Glied der Antennen ist noch merklich etwas länger als das 4. Glied,
was gegen die Zugehörigkeit zu den Chiroscelinen spricht. Auch
die ganze Körperform stimmt nicht für die Chiroscelinen. Der
Prothorax ist ferner an den Seitenrändern schwach denticulirt, was
168 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
bei keiner Gattung der echten Chiroscelinen der Fall ist. Das vor-
letzte Tarsenglied ist wie bei den Chiroscelinen einfach, schmal.
Die Unterseite der Tarsen ist wenig beborstet.
In der Bildung der Mundtheile zeigt Apristopus die einfachen
Verhältnisse der tiefer stehenden Gattungen der Chiroscelinen. Das
Mentum ist klein, die Ligula frei; die Spitze der Mandibeln einfach
oder gekerbt; die Maxillen liegen frei.
Charakteristik der neuen Gattung Apristopus: Corpus alatum
anterius attenuatum, posterius nonnihil ampliatum, nigrum, nitidum.
Clypeus antice sinuatus. Caput mediocre. Antennae apicem versus
sensim incrassatae, articulo tertio quam quarto tertia parte longiore,
articulis 7.—10,. transversim sat dilatatis. Mandibulae apice sim-
plices, sinistra apice leviter incisa, dextra obtuse acuminata. Ligula
libera. Mentum mediocre nec maxillas obtegens. Palporum labia-
lium et maxillarium articulus ultimus securiformis. Prothorax
elytris conspicue angustior, leviter convexus, ad marginem lateralem
paulo subdenticulatus. Elytra pone medium nonnihil ampliata, in
humeris angulata. Pedes simplices nec serrati; tibiae integrae,
rectae, anticae vix nonnihil arcuatae. Femora omnium pedum denti-
bus duobus mediocribus, altero juxta alterum ad recipiendam tibiam
apici anteposito, bene gaudentia. Tarsi subtus pauce setosi, sim-
plices, articulo paenultimo simplice.
Hierher gehört als einzige Art
Apristopus crassicornis Westw. (Prioscelis), Westwood, Trans.
Zool. Soc. III. 1843 p. 216. Im Berliner Museum aus Togo (Bis-
marckburg, L. Conradt), Kamerun (Johann Albrechtshöhe, L. Con-
radt, — Barombi-Station, P. Preuss, — Kribi, Morgen). Duvivier
führt die Species aus dem Congo-Gebiet (Matadi) auf.
Prioscelis Hope,
The Coleopt. Manual, III. 1840, p. 128.
Die einfachere Organisation dieser Gattung ist namentlich in
dem kleinen Mentum ausgesprochen, welches weder die Ligula noch
die Basis der Labialpalpen bedeckt und dadurch noch ganz an die
eben besprochenen unechten Chiroscelinen erinnert. Ferner spricht
die einfache Bildung der Tibien des 1. Beinpaares für die Stellung
auf der unteren Stufe der Gruppe. Diese Tibien sind dünn, schlank,
wenig oder stark gebogen, am Innenrande einfach oder fein ge-
zähnelt. Auch die Femora sind ziemlich einfach. Die Schulterecken
der Elytren sind winklig, weil die häutigen Flügel gut ausgebildet sind.
Von den Westwood’schen Arten der Gattung ist crassicornıs
aus den eben dargelegten Gründen davon auszuschliessen, da sie
eine besondere Gattung (Apristopus) bildet, welche vorstehend be-
schrieben ist.
Durch die einfachen, wenig gekrümmten Tibien der Vorderbeine
hebt sich auch P. westwoodi von den übrigen Arten ab; sie kann
aber wohl nicht als eine besondere Gattung gelten.
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 169
Zu den Arten mit stark gekrümmten, aber innen ungezähnelten
Vordertibien gehören serrata F. und haesitans n. sp., zu denen mit
gleichfalls stark gekrümmten, innen gezähnelten Vordertibien clauda
Fairm., tridens m., fubrieii Hope und preuss? n. sp.
Prioscelis westwoodi n. sp.
(= Prioscelis serrata Westw., serrata Harold part.)
Diese Art ist durchschnittlich etwas grösser als P. serrata F.
und namentlich durch die Form und Bildung der Tibien verschieden.
Baron v. Harold hat irrthümlich beide Arten zusammengeworfen,
wie ich aus dem Material ersehe, welches seiner Bearbeitung für
die Abhandlung über die von v. Homeyer und Pogge im Innern
von Angola gesammelten Coleopteren zugrunde lag, und wie sich
auch aus der Publication selbst ergiebt. Baron v. Harold hielt
diese Art nämlich für das Weibchen von serrata F.!). Da ich. aber
beide Geschlechter von beiden Species vor mir habe, so fällt diese
irrthümliche Ansicht. Auch der von v. Harold dem Autor West-
wood untergeschobene angebliche Irrthum, dass dieser die Ge-
schlechter nicht unterschieden habe, wird durch die gegenwärtige
Berichtigung aus der Welt geschaft.
Bei P. westwoodi n.sp. sind die Tibien des 1. Beinpaares breiter,
kürzer und viel weniger gekrümmt als bei P. serrata; der Lobus
aussen an der Spitze tritt weniger stark hervor. Die Tibien des
2. Beinpaares sind ähnlich, aber etwas länger und schmaler. Die
Tibien des 3. Beinpaares sind recht schmal und namentlich durch
das schmale Apicaldrittel unterschieden, welches bei serrata stark
und ziemlich plötzlich verbreitert und compress ist. Die Unterseite
des Körpers ist ausgezeichnet durch die viel dichter und reichlich
granulirten Seiten der Thoracalsegmente und des Abdomens. Diese
Granulation ist bei serrata viel geringer und weitläufiger. Ferner
ist der Clypeus weniger breit aber etwas tiefer ausgerandet als bei
dieser Art. Der Hinterkopf ist hinter den Augen stärker und dichter
gerunzelt-punktirt. Der Prothorax ist sehr ähnlich, nur etwas breiter
und kürzer. Oben neben dem Seitenrande ist er bis zu den Hinter-
ecken gerunzelt-punktirt (bei serrata glatt, fein punktirt). Die Sculp-
tur der Elytren ist ebenso wie bei serrata. Auch in der Wölbung
derselben stellt sich kein Unterschied heraus, wenn man mehrere
Exemplare vergleicht.
Uebrigens ist diejenige Species, welche Westwood unter dem
Namen „Prioscelis serrata F.“ bechreibt (Trans. Zool. Soc. III. p.213,
Taf. 14 Fig. 5), nicht diese Art, sondern P. westwoodi n. sp. Es
kommt hierbei auf die plötzliche Erweiterung am Ende der Tibien
des 3. Beinpaares an, welche für P. serrata sehr charakteristisch
ist. Fabricius sagt darüber bei serrata in der Entom. Syst. I. 3. 4.
D) Col. Hefte XV, p. 120.
170 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
„tibiae posticae clavatae“; ebenso in dem Syst. Ent. p. 255 „tibiae
posticae incurvae, clavatae“. Westwood aber schreibt seiner P.
serrata wenig gebogene Vordertibien und einfache Hintertibien zu,
was nicht auf die echte serrata zutrifft.
Westwood hat die echte P. serrata unter dem Namen P.
raddoni n. sp. beschrieben?): „P. antennis brevibus, articulo ultimo
quadrato; tibiis anticis curvatis, apice dilatatis, postieis intus serru-
latis, extus ad apicem subito dilatatis; prothorace transverso-qua-
drato, punctis duobus minutis distantibus versus marginem posticum*“.
P. raddoni muss also für identisch mit P, serrata F. erklärt werden.
Charakteristik. der P. westwoodi n. sp.: Nigra, anthracina, nitida,
clypeo parce punctato, profunde late sinuato, sinu simplice; fronte
laevigata subtiliter parce punctulata; occipite pone oculos impresso,
dense rugoso-punctato; mandibulis apice bidentatis; palporum ma-
xillarium articulo ultimo securiformi; prothorace transverso supra
parce subtilissime punctulato, in margine laterali usque ad finem
marginis posticum rugoso-punctato; elytris parallelis simplieiter
striato-punctatis, striis impressis, interstitiis convexis impunctatis,
septimo punctis raris obsito, nono largius irregulariter punctato;
tibiis femoribusque pedum anticorum intus vel subtus simplieibus,
his apicem versus nonnihil subdentatis, illis parum curvatis; femori-
bus pedum secundi paris subtus subtiliter crenulatis, tibiis intus fere
integris ante medium parum crenulatis; femoribus tibiisque pedum
tertii paris intus denticulatis, denticulis tibiarum majoribus, tibiarum
parte apicali simplice nec ampliata; pectore abdomineque, prae-
sertim latera versus, confertim granulosis, prosterno ante marginem
anticum laevigato, metasterno medio parce rugoso; laminarum ab-
dominis ventralium medio posteriore sat late laevigato nec granoso.
Long. corp. 35—58 mm.
Vaterland: Guinea (Imhof); Lunda-Reich, südlich vom Congo
(Pogge); Mukenge in Baluba-Land, östlich von Lunda (25. März
bis 20. April 1883, Pogge).
Aus Kamerun liegt eine eigenartige abweichende Form vor,
welche durch die eigenthümliche Beschaffenheit der Punktstreifen
der Elytren von P. westwoodi verschieden ist, im übrigen aber ihr
ganz gleicht. Ich halte diese Form für eine Unterart, die im
folgenden beschrieben ist.
Subsp. cameruna n. a Prüosceli westwoodi differt elytrorum
seriebus striarum interioribus 1.—6. utique simplicibus (apice ex-
cepto), striis autem 7.—9. duplice serie granulatis, stria 10. (margi-
nali) striisque partis apicalis quartae et apice irregulariter granulatis.
Long. 34—39 mm.
Kamerun: Hinterland, Yaunde-Station (Zenker).
Während bei P. westwoodi m. die vertieften Streifen der Elytren
mit einer einfachen Reihe von Graneln versehen sind, sind bei
der Subspecies cameruna m. die inneren (1.—6.) Streifen hinten, und
2) Westwood, Trans. Zool. Soc. London, p. 215, Taf. 14 Fig. 6.
Bi
NEST AL Pe u
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. aa
die äusseren (7.—9.) im grössten Theile ihres Verlaufes von zwei
mehr oder weniger regelmässigen Reihen von Graneln besetzt.
Der breitere 10. Streif ist mit zahlreicheren, unregelmässig stehenden
Graneln versehen. Auch der Apicaltheil der Elytren ist reichlich
granulirt. Ebenso sind die Abdominalplatten in grösserem Umfange
granulirt, vor dem Hinterrande aber grösstentheils glatt.
Prioscelis serrata FE.
Fabricius, Systema Entomologiae 1775, p.255 (= raddon? Westw.).
Diese gemeinste und am weitesten verbreitete Species ist so-
gleich kenntlich
1., an den ziemlich stark gekrümmten und innenseits ganz-
randigen Tibien des ersten Beinpaares,
2.. an dem stark verbreiterten und zusammengedrückten Api-
caltheile der Tibien des dritten Beinpaares,
3., an dem einfach breit ausgebuchteten Clypeus und
4., an den stark punktirt-gestreiften Elytren.
Fabricius charakterisirt die Art gut durch die Worte: „Ti-
biae posticae incurvae, clavatae, intus serratae“. Westwood’s
Prioscelis raddoni (Trans. Zool. Soc. London, III. vol. p. 215) ist da-
her nach meiner Darlegung (vergl. unter „P. westwood«“‘) mit ser-
rata F. identisch.
Die Sammlung des Berliner Museums enthält Exemplare aus
Ober-Guinea (Togo: Bismarckburg, Conradt; —. von der Gold-
küste: Aquapim, Reichenow); — aus Kamerun (Mundame a.
Mungo, Konrau; — Yaunde, Zenker); — aus Nyam-Nyam (Bohn-
dorff); — aus dem Congo-Gebiet (unterer Congo: Kimpoko, R.
Büttner; Lunda, Baluba, Lubilasch, P. Pogge); — aus dem Seen-
Gebiet (Wabudso-Wald westlich vom Albert-Nyansa, Urwald
an der. Ituri-Fähre westlich vom Albert-Nyansa, Stuhlmann).
Prioscelis haesitans n. sp. 2
P. serratae F. similis, major, anthracina, nitida, clypeo lato
simplieiter sinuato; prothorace transverso quarta parte latiore
quam longiore, antrorsum vix attenuato, lateraliter subrecto, angulis
anticis et posticis rotundatis, margine anteriore leviter trisinuato;
elytris parallelis subtiliter punctato-striatis, interstitiis dorsalibus
planis, lateralibus subconvexis; femoribus pedum anticorum inte-
gris, dentibus tantum duobus obtusis, minutis, inter se remotis, ex-
structis; femoribus posteriorum subtus crenulatis; tibiis anticorum
sat alte arcuatis, intus integris, arcus altitudine submediana; tibiis
intermediis integris, postieis leviter arcuatis apice sat ampliatis et
compressis, intus biseriatim serrato-denticulatis.
Long. corp. 42 mm.
Insel St. Thom& (Greeff), 12.
Diese Form kann als eine insulare Subspecies der Pröoscelis
serrata F. gelten. Der Körper ist grösser. Das Mentum ist schwächer
172 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
punktirt. Der Prothorax ist noch feiner punktirt als bei der Stamm-
form. Die Interstitien der Elytren sind feiner punktstreifig und
flacher. Das Metasternum ist reichlich granulirt (bei serrata glatt,
nur vereinzelt granulirt). Die Abdominalplatten sind feiner punktirt.
Die Tibien der Mittelbeine sind innenseits ganzrandig. Die Tibien
der Vorderbeine sind stärker gebogen, an der Spitze mehr ver-
breiter. Der Prosternalfortsatz ist an der Spitze stumpf, nicht
dreikantig. |
Prioscelis elauda Fairmaire,
Archiv. entom. II. 1858 p. 89.
Zur nächsten Verwandtschaft der P. fabricii gehörig, unter-
scheidet sie sich von dieser Species durch die kürzeren Antennen,
den einfach ausgerandeten Ulypeus; den fast in der Mitte des Innen-
randes sitzenden stumpfen Zahn der Tibien des ersten Beinpaares,
deren stärkste Krümmung sich im apicalen Drittel befindet; die an
der Spitze stark verbreiterten Tibien des dritten Beinpaares; den
unterhalb der Coxen dreispitzigen Prosternalfortsatz und den Höcker
auf der Mitte der ersten Ventralplatte.
Es liegen einige Exemplare vor von Kribi in Süd-Kamerun
(Morgen), von der Barombi-Station in Nord-Kamerun (Preuss),
von der Johann Albrechtshöbe in N. Kamerun (Januar und März
1896, noch braun gefärbt, L. Conradt); ferner vom Ogowe (Franz.
Congo, Max Schmidt) und vom unteren Congo (Kwako bis Kim-
poko, R. Büttner). Der Autor beschrieb die Species vom Gabun.
Diese Art ist der P. tridens m. Ostafrikas recht ähnlich, aber
die Ecken des Prothorax sind nicht gewinkelt, sondern abgerundet.
Die Femora sind an der Unterseite doppelreihig gezähnelt. Auf
der Mitte der ersten Ventralplatte des Abdomens befindet sich ein
runzliger Höcker.
Prioscelis fabrieii Hope,
The Coleopt. Manual, III. 1840 p. 129.
Diese Species ist charakterisirt durch die stark gekrümmten
und an der Innenseite gezähnelten Tibien der Vorderbeine, den
doppelt ausgebuchteten Ülypeus, die gegen die Spitze hin ein-
fach schwach verbreiterten Tibien des dritten Beinpaares und die
ziemlich stark punktirt-gestreiften Elytren. Die Interstitien zwischen
den Punktstreifen der Elytren sind convex. Die Tibien des ersten
Beinpaares sind stark gekrümmt, die Höhe der Krümmung befindet
sich etwas vor der Mitte; an der Innenseite sind sie stark gezähnelt,
und der stumpfe Zahn an der Innenseite sitzt kurz vor der Basis.
An den Tibien des zweiten Beinpaares befindet sich der Zahn der
Innenseite etwas vor der Mitte.
Hope beschrieb die Art nach einem Exemplare aus Sierra
Leone. Im Berliner Museum befinden sich Exemplare aus Sierra
Leone, aus der Gegend des unteren Congo (Kwako bei Kimpoko,
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 173
Dr. R. Büttner); aus einem Walde in West-Lendu, westlich vom
. Albert-Nyansa (25. Oktober 1891, Dr. Stuhlmann).
Prioscelis preussi n. sp.
Diese neue Form ist eine etwas veränderte Ausgabe der
Schwesterart Prioscelis fabricii Hope. Die Oberseite des Körpers
(die Elytren mit eingeschlossen) erscheint nämlich glatter als bei
dieser Art. Die Elytren sind nur fein punktirt-gestreift, die Streifen
nur schwach vertieft; die Interstitien zwischen den Streifen sind
flach oder sehr schmal convex. Die Tibien des ersten Beinpaares
sind weniger stark gekrümmt, die Höhe der Krümmung befindet
sich hinter der Mitte; an der Unterseite sind sie schwächer gezähnelt.
Auch die Zähnelung an der Unterseite der vorderen Femora ist
schwächer; aber der stumpfe Zahn vor der Spitze ist etwas grösser.
Der Zahn an der Unterseite der Tibien des zweiten Beinpaares steht
fast in der Mitte. Die Unterseite des Abdomens ist weniger reich-
lich gekörnelt. Das Scutellum ist etwas länger.
Charakteristik der neuen Art: Elongata, nigra, anthracina,
glabra; clypeo bisinuato, dente mediano distincto; prothorace ita
longo ac lato, lateraliter subflexuose parum arcuato, antrorsum
nonnihil attenuato, angulis antieis et postieis rotundatis, dorso toto
subtilissime (vix conspicue) densius punctulato punctisque subtilibus
crassioribus intermixtis sparsius impresso; elytris parallelis protho-
race nonnihil latioribus, subtiliter punctao-striatis, interstitiis planis
vel subconvexis; pedum primi paris biis nonnihil pone medium
maxime arcuatis, infra subdenticulatis, dete obtuso distinctiore prope-
basali; tibiis secundi paris dente medio majore denticulisque duobus
minutis antemedianis armatis; tibiis tertii paris biseriatim serrato-
dentatis; femoribus omnium pedum intense fere aequalibus, leviter
arcuatis, infra crenulatis dentibusque duobus subapicalibus armatis,
posticis infra praeterea scabrosis; pecore abdomineque parce
granulosis.
Long. corp. 36—39 mm.
Einige Exemplare wurden bei der Barombi-Station am
Elephanten-See in Kamerun von Herrn Dr. P. Preuss, Direktor
des botanischen Gartens in Victoria, gefunden. Ihm zu Ehren ist
diese für die Kamerun-Fauna bemerkenswerthe Art gewidmet worden.
Bei Johann-Albrechtshöhe, unweit der Barombi-Station, wurde
ausserdem ein nicht ausgefärbtes Exemplar von Herrn L. Conradt
in der Zeit von Ende Mai bis Juli 1898 gefunden.
P. preussi vertritt die P. fabrieii in Kamerun ebenso, wie
cameruna die P. westwoodi. Die weit verbreitete P. fabrieii ist aus
Kamerun nicht bekannt, dafür tritt hier P. preussi ein; ebenso tritt
cameruna in Kamerun an die Stelle der westwoodi; preussi ist jedoch
viel verschiedener von ihrer Schwesterform, als cameruna von
der ihrigen.
174 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
Pristophilus n. g.
Chiroscelis passaloides Westw. erscheint fremdartig innerhalb
der Gattung Chiroscelis, welche durch die handförmig verbreiterten
und fingerförmig gezähnten Tibien des ersten Beinpaares ausgezeichnet
ist. Dazu kommen noch andere Unterschiede. Die Tibien des
zweiten und dritten Beinpaares der Spezies passaloides sind breit und
compress und an dem breiten stumpfen Ende sägeförmig gezähnelt;
diese Spezies bildet daher eine besondere Gattung, Pristophilus.
Bei Chiroscelis sind die mittleren und hinteren Tibien schmal und
am Ende einfach abgestutzt. Auch die Beschaffenheit des Kopfes
und seiner Theile ist eine andere. So z.B. sind die Mandibeln
von Pristophilus am Ende dreizähnig, bei Ghiroscelis am Ende ab-
gerundet.
Die neue Gattung hat in Prioproctus eine nahe Verwandte, sie
unterscheidet sich von dieser durch die dünneren Antennen, deren
Endglied schwach verdickt ist; ferner durch die einfach ausgerandete
Ligula, den kleineren Prothorax; die längeren, schmaleren Elytren mit
deutlich winkelförmigen Schultern, das Vorhandensein von Flügeln und
das viel längere Metasternum. — Sie stimmt überein mit Pröoproctus
in der Bildung der Stirn und des Clypeus, der dreizähnigen Spitze
der Mandibeln, der Grösse und Form des Mentums, der innigeren
Beziehung der Ligula zum Mentum, der Bildung der Maxillen und
Maxillarpalpen und der Form und Beschaffenheit der Beine.
Charakteristik des Genus: Corpus parallelum, alatum. Caput
mediocre. Frons interocularis trituberculata. Clypeus simplieiter
sinuatus, utrinque bituberculatus, tuberculo posteriore minuto; lobus
juxtaclypealis et supraantennalis bulbosus. Antennae crassiusculae,
articulo ultimo nonnihil minime crassiore. Mandibulae intus inte-
grae (parum conspicue subdentatae), apice tridentatae, sinistra latiore
et distinctius dentata, dextra angustiore. Maxillarum lobus interior
acute bidentatus, exterior elongatus, apice integer; palporum arti-
culus ultimus subcylindricus, apice extremo oblique rotundatus. Men-
tum amplum, maxillas (basi extrema excepta) obtegens, basin ver-
sus valde attenuatum, margine anteriore emarginato. Ligula minuta,
ad maximam partem mento obtecta, antice profunde emarginata, in-
tegra; palporum articulus ultimus eylindricus, apice rotundatus.
Elytra parallela, elongata, humeris distinctis angulatis. Metasternum
sat elongatum. Tibiae latae, compressae, intus integrae, pedum
anticorum extus serratae, posteriorum apice lato denticulatae. Femora
omnium pedum simplicia, subtus integra. Tarsi mediocres.
Die einzige Art ist passaloides Westw., welche von Kamerun
und durch das Ogowe- und das Kongogebiet (Mukenge, Lubilasch)
bis in die Gegend des Albert-Edward-Sees (Andetei-Wald) ver-
breitet ist.
Prioproetus n. g.
Die westafrikanische Chiroscelis passaloides Westw., der Typus
der vorstehend beschriebenen Gattung Pristophilus m., ist die nächst-
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. 175
verwandte Species des neuen Gattungstypus. Sie steht ihr nament-
lich durch die Bildung des Kopfes, der Mundtheile und der Beine
nahe. Beide Genera unterscheiden sich wesentlich durch die Bildung
der Antennen, der Mundtheile und der Tibien des ersten Bein-
paares und der übrigen Beine von Chiroscelis.
Der Körper der neuen Gattung ist merklich kräftiger gebaut.
Die Antennen sind dick, wurstförmig; die Glieder sind sehr kurz
und breit. Das apicale Glied ist im Gegensatze zu den übrigen
Verwandten dünner als die vorhergehenden. Die Stirn ist mit je
einem lateralen und mit einem hinteren mittelständigen Höcker ver-
sehen. Der Ulypeus ist vorn der ganzen Breite nach flach aus-
gerandet und in der Ausrandung nicht gezähnt. Die Augen sind
in der Mitte tiefer eingeschnürt; die beiden Augenlappen sind
schmaler. Die Mandibeln sind am Ende dreispitzig; die linke ist
breiter und stärker gezähnt als die rechte; beide sind am Innen-
rande nicht gezähnt. An den Maxillen ist der innere Lobus an
der Spitze zweizähnig. Der äussere Lobus überragt den inneren;
er ist deutlich zweigliedrig; das basale Glied ist breit, kurz und
becherförmig. Das letzte Glied der Maxillarpalpen ist doppelt so
lang wie dick, fast gleich breit, etwas gebogen, an der Spitze etwas
verschmälert und abgerundet. Das Mentum ist 2!/, mal breiter als
lang, vorn tief ausgerandet, nach hinten zu sehr verschmälert, an der
Basis sehr schmal; es bedeckt die Ligula grösstentheils, nur das
vordere Drittel derselben freilassend. Die Ligula ist vorn aus-
gebuchtet und in der Mitte der Ausbuchtung mit einem Zahne ver-
sehen. An den Labialpalpen ist das erste Glied klein, nach der
Spitze zu verdickt, doppelt so lang als vorn dick; das zweite Glied
ist becherförmig, um die Hälfte breiter als dick; das letzte Glied
ist fast so lang wie das erste und zweite zusammen.
Der Prothorax ist im Verhältniss zum Hinterkörper grösser
als bei Pristophilus, ausserdem viereckiger. Das Scutellum ist viel
kleiner, schmal und spitz. Die Elytren sind breiter und am Ende
kürzer zugespitzt, nach der Basis zu aber verengt, die Schultern
kaum schwach gewinkelt. Die Flügel fehlen. Das Metasternum
ist sehr verkürzt. Im Gegensatz dazu sind bei Pristophilus die Elytren
fast parallelseitig, an den Schultern deutlich gewinkelt, am Ende
länger zugespitzt; die Flügel sind vorhanden, und das Metasternum
ist merklich länger, so wie bei anderen geflügelten Chiroscelinen.
Die Tibien des ersten Beinpaares sind ziemlich gleichmässig
breit, nach dem Grunde zu wenig verschmälert, am ganzen Aussen-
rande mit zahlreichen Sägezähnen und an der Spitze mit zwei
weniger grossen Zähnen ausgerüstet. Die mittleren und hinteren
Tibien sind breit und compress und an der abgestutzten Spitze mit
vielen. kleinen Zähnen versehen. Die Femora sind einfach, nur an
der Unterseite in der Basalhälfte querriefig. Die ziemlich kleinen
Tarsen sind verhältnissmässig etwas grösser als in der Gattung
Chir oscelis.
176 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
Wir haben gute Belege dafür, dass Prioproctus von Pristo-
philus abzuleiten ist. Die Antennen jener Gattung sind extrem
derivat, diejenigen von Pristophilus vermitteln zwischen den An-
tennen der übrigen Chiroscelinen und Prioproctus. Im übrigen steht
diese Gattung der Gattung Pristophilus sehr nahe, mit dem Unter-
schiede, dass jene die Flügel verloren und dass als Folge dieses
Verlustes das Metasternum und die Elytren verändert sind. Ueber-
haupt ist das Verhältnis des Vorderkörpers zum Hinterkörper ein
anderes. Hauptsächlich durch den Verlust der Flügel, infolgedessen
mehrere Körpertheile verändert worden sind, ist dieser Gattungs-
typus ein eigenartiger geworden.
Charakteristik der neuen Gattung: Corpus crassiusculum, in-
alatum. Antennae incrassatae, insuete formatae, articulis brevissi-
mis et latissimis, ultimo paenultimis tenuiore et breviore. Frons
tritubereulata, Clypeus late sinuatus, integer. Mandibulae apice
tridentatae, in margine interiore integrae. Maxillarum lobus interior
corneus apice bidentatus, lobus exterior barbatus major. Palporum
maxillarium articulus ultimus duplo longior quam crassior, fere
aequilatus, apice rotundatus. Mentum amplum, latissimum, antice
medio emarginatum, basi angustissimum. Ligula ad magnam partem
mento obtecta, antice emarginata tuberculogque mediano armata.
Tibiae latae, compressae, primi paris extus large serratae, apice
supra bidentatae; tibiae secundi et tertii paris integrae, apice au-
tem obtuso pluries denticulatae. Femora simplicia. Tarsi mediocres.
Elytra basin versus attenuata, humeros parum distinctos praebentia.
Metasternum brevissimum.
Die bemerkenswerthe Art, welche den Typus dieser Gattung
bildet, ist in folgendem beschrieben.
Prioproetus oertzeni n. sp.
Charakteristik der Species: Grandis, robustus, niger vel nigro-
piceus, nitidus; fronte alte trituberculata et utrinque supra basin
antennarum bulbosa; clypeo sat transverso, ante angulos ipsos
utringue tuberiformi; antennis insuete incrassatis, rufo-setosis, apicem
versus attenuatis, fere fusiformibus, articulo ultimo paenultimis mi-
nore; submenti lobis rugulosis; prothorace fere quadrato, prope
angulos posticos rotundato, paulo attenuato, angulis anticis et postieis
rotundatis, in dorso glabro, toto subtiliter et subtilissime inaequa-
liter punctulato, marginibus lateralibus ante medium leviter sinuatis,
lateribus supra impressis, margine obtusato, posteriore sinuato; scu-
tello minuto, trigonali, apice acuto; elytris pone medium quam an-
tice nonnihil latioribus, striatis, striis simplicibus ad apicem obso-
letis, interstitiis leviter convexis; processu intercoxali prosternali
glabro; pedibus robustis, femoribus incrassatis, ante apicem obtuse
bidentatis; tibiis primi paris extus serratis (circiter 10-denticulatis),
ad apicem bidentatis, latere inferiore scabroso, dente submediano
acuto; tibiis pedum posteriorum in dorso sulcatis, ad apicem late
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen. #77
obtusum denticulatis, tibiis secundi paris pone medium angulatis.
Long. corp. 49—55 mm.
Deutsch-Ostafrika: Ukami-Berge.
Das Königl. Museum erhielt zwei Exemplare dieser stattlichen
Art von Herrn E. von Öertzen, in dessen Sammlung sich eben-
falls einige Exemplare befinden.
Ein kleinerer Prioproctus (centralis n. sp.) aus Butumbi, west-
lich vom Kiwu-See (im Grenzgebiete von Deutsch-Ostafrika und
des Congostaates) unterscheidet sich von P. oertzeni m. folgender-
maassen. Der Höcker jederseits neben den Vorderecken des Epi-
stoms ist grösser. Die Vorderecken des Epistoms springen deut-
licher spitzwinklig vor. Die Antennen sind etwas weniger dick und
am Ende weniger verdünnt. Der intercoxale Fortsatz des Pro-
sternums ist. runzlig-punktirt. Das Mentum ist noch kürzer und
breiter. Die Loben des Submentums sind runzlig. In der Form
des Kopfes, des Thorax und der Elytren gleicht diese Form dem
P. oertzeni. Long. corp. 45mm. — Das Exemplar befindet sich in
der Sammlung des Herrn von Oertzen.
Hemipristis n. g.
Diese Gattung hat Beziehungen zu Prioproctus nebst Pristo-
philus und zu Chrroscelis. Von den beiden ersteren Gattungen
unterscheidet sie sich aber durch die nur in der Apikalhälfte ver-
breiterten und aussen gezähnten Tibien des ersten Beinpaares; sie
gleicht ihnen aber durch die am Ende abgestutzten und mehrfach
gezähnelten Tibien des zweiten und dritten Beinpaares. Von Chiro-
scelis und Chirocharis trennt sie die handförmige Bildung der Tibien
des ersten Beinpaares, die stärkere Verbreiterung und die Zähne-
lung der abgestutzten Spitze der Tibien des zweiten und dritten
Beinpaares und der Mangel an Zähnen an der Unterseite der Vorder-
schenkel. Von allen Prioscelinen ist Hemepristis durch das bürsten-
artig dicht braunroth behaarte Mentum unterschieden. Die Flügel
fehlen (abgesehen von dem Rudiment) wie bei Prioproctus und Chiro-
charis; demgemäss sind die Elytren an der Basis verschmälert und
das Metasternum verkürzt.
Die Schenkel aller Beine sind unterseits einfach, nicht gezähnt.
Die Tibien des ersten Beinpaares sind in der apicalen Hälfte ver-
breitert, dreizähnig, nach der Basis zu verschmälert und an der
Aussenseite gezähnelt oder crenelirt.
Charakteristik der neuen Gattung: Mandibulae apice biden-
tatae, margine interiore medio integrae. Mentum scopiforme con-
fertissime rufobrunneo-pilosum, latissimum, antice medio emargi-
natum, basi valde attenuatum; ligula cum basi palporum mento ad
magnam partem obtecta, antice sinuata; palporum labialium
articulus ultimus subeylindricus, apice rotundatus. Maxillarum
lobus interior obtuse apicatus, apice obliquato crenato; lobus ex-
terior brevis, obtusus, barbatus, longitudine lobi interioris, dente
obtuso armatus. Metasternum brevissimum. Elytra basin
Arch. f,. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H, 2. 12
178 H. J. Kolbe: Einige Mittheilungen
versus angustata, humerum nullum vel obsoletum praebentia. Alae
absentes, alarum rudimento minutissimo, angusto. Femora omnium
pedum infra integra. Tibiae pedum primi paris apicem versus
ampliatae, insuper visae apice tridentatae, in margine apicali inferiore
denticulis tribus vel quatuor extructae, in margine exteriore denti-
culatae aut crenulatae. Tibiae pedum secundi et tertii paris in apice
lato et obtusato multidenticulatae. Tarsi minuti.
Hierher gehören 3 nur in Ostafrika gefundene Arten: Chiro-
scelis stygica m., mülleri Kraatz und die im Folgenden beschriebene
neue Species:
Hemipristis ukamia n. sp.
Nigra, glabra, nitida; capite glabro, oceipite confertissime pro-
funde punctato; clypeo bituberculato, tuberculis cariniformibus
postice convergentibus, fere junctis, antice divaricatis; angulis an-
ticis protractis, carina juxtaoculari curvata, glabra; fronte media
bitubereulata; prothorace subquadrato postice attenuato, angulis
anticis obtusis, postieis rotundatis, marginibus lateralibus prope me-
dium sinuatis, dorso toto ac elytris subtilissime confertim punctatis;
elytris oblongo-ovatis basin versus attenuatis, striatis, striis haud
vel indistinete punctatis, prope basin obsoletis, interstitiis leviter
convexis; tibiis pedum primi paris e medio apicem versus dilatatis,
ad apicem tridentatis, extus acute denticulatis, infra rugosis, carina
crenulata nec dentata; tibiis secundi paris tenuibus, ad apicem valde
dilatatis, extus prope apicem profunde punctatis; tibiis tertii paris
gracilibus ad apicem paulo dilatatis; tarsis exiguis.
Mas laminae abdominis secundae utrinque plaga rotundata ferru-
gineo-tomentosa ornatus.
Long. corp. 40—45 mm.
Deutsch-Ostafrika: Ukami-Berge. Zwei Exemplare in
der Königl. Sammlung, von Herrn von Oertzen erhalten, in dessen
Sammlung sich noch einige Exemplare befinden.
Diese neue, auf den Ukami-Bergen, südlich von Usambara,
heimathende Species ist der Hemipristis stygica m. (Chiroscelis) Usam-
baras nahe verwandt, aber weniger kurz. Die sehr ähnlichen An-
tennen sind etwas breiter. Die Stirn und der Clypeus sind glatter
und convexer; die beiden leistenartig erhabenen und mehr vore
springenden Höcker des Clypeus divergiren vorn und haben ein-
Grube zwischen sich. Die beiden Stirnhöcker auf der Mitte sind‘
ähnlich; aber statt des Seitenhöckers findet sich je eine glatte, etwas
gebogene Längsleiste neben den Augen. Der Prothorax ist etwas
länger. Auch die Elytren erscheinen länger, deren Streifen sind
tiefer, aber undeutlicher punktir. Auch die Vorderschienen sind
ähnlich; es fehlt ihnen der Zahn an der Unterseite näher dem
Innenrande, der bei /. stygica deutlich ist; sie sind im Apicaltheile
dreizähnig und auch am Aussenrande gezähnelt, aber deutlicher
als bei stygica. Die nach dem Grunde zu verdünnten Mitteltibien
sind am Ende viel stärker verbreitert als bei stygöca; an den Seiten
vor der Spitze sind sie grubenartig punktirt. Die schlanken Hinter-
tibien sind am Ende nur etwas verbreitert.
nn
nt
zur Morphologie und Systematik der Chiroscelinen, 179
Chiroscelis Lamarck,
Ann. Mus., II. 1804, p. 260.
Die Gattung Chiroscelis mit der typischen Art digitata F. ist
folgendermaassen charakterisirt. An den dünnen Antennen ist das
Endglied merklich (um die Hälfte) dicker als die vorhergehenden
Glieder. Der Clypeus zeigt in der Ausbuchtung des Vorderrandes
zwei Zähne. Die Tibien des ersten Beinpaares sind mehr oder
weniger dreieckig geformt und erscheinen durch die nach drei Seiten
abstehenden, fingerförmig.divergirenden fünf grossen Zähne handförmig.
Die Tibien des zweiten und dritten Beinpaares sind dünn, schlank
und nicht gezähnt. Auch die Femora sind einfach gebaut, nur die-
jenigen des ersten Beinpaares besitzen unterseits drei Zähne. Die
Tarsen sind recht dünn und klein. Flügel sind vorhanden.
Chirocharis n. g.
Die von Westwood zu Chiroscelis gestellte Species australös
Westw. ist zwar den typischen Arten dieser Gattung sehr ähnlich,
unterscheidet sich aber von ihnen durch den Mangel der Flügel
und infolgedessen auch durch die eiförmigen Elytren und das viel
kürzere Metasternum, Hierbei ist aber die Differenzirung dieser
Gattungsform nicht stehen geblieben. Denn durch die Fortent-
wicklung hat sich an der Innenseite der vorderen Tibien noch ein
starker Zahn ausgebildet, an dessen Stelle bei Chrroscelis nur ein
schwach rundlicher Vorsprung zu sehen ist. Chirocharis ist also
descendenztheoretisch von Chiroscelis abzuleiten.
Chirocharis stimmt mit Chiroscelis überein in der Bildung der
Stirn, des Clypeus, der Form der Mandibeln und Antennen, der
Grösse und Form des Mentums, der Beschaffenheit der Maxillar-
palpen und der Ausbildung der Beine, abgesehen von den einzelnen
erwähnten Unterschieden.
Charakteristik der neuen Gattung: Forma corporis et absentia
alarum generi Alemipristi, tibiis pedum anticorum digitatis generi
Chirosceli proxima. Clypeus tridentatus, dente medio breviore,
apice late rotundatae.e Mandibulae intus medio integrae, apice
triapicatae. Palporum maxillarium articulus ultimus securiformis.
Mentum amplum, maxillas, basi excepta, obtegens, margine an-
teriore emarginato, parte basali valde attenuata. Ligula ad maxi-
mam partem mento obtecta, antice sinuata Antennae monilifor-
mes, articulo ultimo incrassato, acuminato. Prothorax sat amplus;
processus intercoxalis tuberculo posteriore minuto exstructus. Meta-
sternum brevissimum. Elytra ovata basin versus attenuata, hu-
meris nullis. Alae nullae, rudimento cujusvis alae minutissimo, an-
gusto. Femora pedum primis paris subtus tridentata, dentibus
duobus subapicalibus, altero juxta alterum posito, tertio subbasali.
Femora posteriora simplicia, subtus integra, inarmata. Tibiae
primi paris palmatae, sexdentatae; tibiae pedum posteriorum sim-
plices, integrae, graciles.
Hierher gehört als einzige bis jetzt bekannte Art Chiroscelis
australis Westw., welche von Kamerun bis zum unteren Congo
12*
180 H. J. Kolbe.
verbreitet ist. Sie liegt im Berliner Museum vor aus Kamerun
(Kribi, Morgen, — Lolodorf, L. Conradt) und aus Chinchoxo
(nördlich von der Congomündung). Duvivier führt die Art vom
oberen Cassai (Congogebiet) auf. Die älteren Angaben „Südwest-
Afrika“ (Congo?) und „Südost-Afrika“ sind wohl irrthümlich.
*
* *
Einige andere Arten der Chiroscelinen, welche in dieser Ab-
handlung nicht erwähnt sind, eingehend zu berücksichtigen, ist aus
dem Grunde nicht angängig, weil typische Exemplare von diesen
nicht vorliegen und weil nach den Originalbeschreibungen eine
Determination theils unmöglich, theils unsicher ist.
Prioscelis obsoleta Fairmaire (Ann. Soc. ent. France, 1891 p. 258)
aus dem Üongogebiet ist unbestimmbar, weil der Autor in der
Beschreibung nur die Unterschiede zwischen dieser und einer
unbekannten Art „brevicornis“ angiebt, wovon in der Litteratur
anscheinend eine Beschreibung nicht existirt. Vielleicht sind andere
Bearbeiter dieser Coleopteren in der Lage, die P. obsoleta Fairm.
zu untersuchen und schärfer zu charakterisiren.
Ob Priooscelis rugatifrons Fairmaire (Ann. Soc. ent. Belg. 1894
p: 393) aus Zanguebar und vom Kilimandscharo mit Prioscelistridens m.
(Stettin. Ent. Zeit. 1894 S. 183) aus Usambara, Mhonda u. s. w.
identisch ist, lässt sich hier nach der Beschreibung nicht sicher
entscheiden.
Chiroscelis bifenestrella Westwood (Trans. Zool. Soc. London,
III. 1843 p. 209) ist vielleicht identisch mit Chiroscelis digitata
Fabricius (Systema Eleuth. I. p. 145).
Chiroscelis striatopunctata Fairmaire (Ann. Soc. ent. Belg. 1894
p. 667) aus Congo francais scheint ebenfalls mit digitata F. identisch
oder eine individuelle Varietät derselben zu sein.
Was schliesslich in der vorliegenden Abhandlung an ver-
gleichend-morphologischen Resultaten erreicht ist (8.162 ff.),
lässt erkennen. dass bei einer Gegenüberstellung verwandter
Gattungen und einer Vergleichung derselben auf morphologischer
Grundlage unter den stützenden Beweisen, welche der Embryologie
entnommen sind, Schlüsse für die Ableitung einer Gattung aus einer
anderen gezogen werden können (S. 176, 179). Die Reihe der Genera
von Prioscelis (der am tiefsten stehenden Gattung) bis Chirocharis
(der am höchsten stehenden Gattung) zeigt einige Organisations-.
stufen (vergl. die Tabelle auf S. 165f.) von einfachen bis zu aus-
gebildeteren morphologischen Verhältnissen, welche sich hauptsächlich
in der Bildung der Tibien des ersten Beinpaares darbieten, dann
in der Anwesenheit oder Abwesenheit des hinteren Flügelpaares:
morphologische Verhältnisse, welche zur Folge gehabt haben, den
Bau des Metathorax, die Form der Elytren und die Gestalt des
ganzen Körpers zu beeinflussen. Wir kommen dadurch dem Stande
in der Wissenschaft näher, die Ursachen der Formverhältnisse des
Körpers und der einzelnen Theile zu erkennen.
Eine biologische Notiz
über
Spongilla fragilis Leidy.
Von
R. v. Lendenfeld.
Hierzu Tafel X.
Zu Anfang October 1902 fanden wir, von Prof. Molisch auf das
Vorkommen von Spongilliden an der Stelle aufmerksam gemacht, zwei
Arten von Süsswasserschwämmen, Ephydatia mülleri und Spongilla
fragilis hier in Prag in der Moldau an den Pfählen der alten Smichower
Schwimmschule Wir sammelten ansehnliches Material und setzten
am 9. October einige Exemplare mit Gemmulae in Aquarien mit
durchlaufendem Wasserstrom ein. Drei Tage später waren diese
Spongien abgestorben, dafür hatten sich an den Glaswänden des
einen der Aquarien Gemmulae von Spongilla fragilis angesetzt und
zu jungen Schwämmen auszubilden begonnen. Am 24. war eine
von diesen Spongillen zu einer lappig konturirten Kruste von 3cm
Maximaldurchmesser (Fig. 1) ausgewachsen. Wir. beobachteten und
photographirten diese nun täglich. Bis zum 26. blieb sie äusserlich
unverändert und zeigte so ziemlich dieselbe Anordnung des Kanal-
systems (Fig. 2). Dann begann sie Gemmulae zu bilden und schon
nach 24 Stunden, am 27., waren die Kanäle geschwunden und der
Weichkörper zusammengefallen (Fig. 3). Bis zum 29. machte der
Zerfall des Weichkörpers beträchtliche Fortschritte (Fig. 4) und am
30. (Fig. 5), war die Gemmulaebildung vollendet. Die Gemmulae
bildeten eine grössere Gruppe nahe der Mitte der Ansatzfläche
und vier kleinere Gruppen, je eine in vieren von den lappigen
Fortsätzen des Krustenrandes (Fig. 5). Auch in einigen von den
andern, ganz kleinen, nur wenige Millimeter im Durchmesser
haltenden Exemplaren bildeten sich, gleichzeitig 2—4 Gemmulae
aus. Die abgebildete Spongilla wuchs also in Zeit von 12 Tagen
zu einer 3 cm grossen Kruste heran und hatte, 18 Tage alt, schon
eine neue Gemmulageneration gebildet.
Die mikroskopische Untersuchung zeigte, dass sich diese, im
Aquarium entwickelte Spongilla in Bezug auf die Gestalt der die
Gemmulae einhüllenden, kleinen dornigen Rhabde von dem Exemplare
182 R. v. Lendenfeld.
aus der Moldau, von dem sie stammte, etwas unterschied. Es waren
nämlich bei diesem Aquariumexemplar die sehr stark gekrümmten
Formen von solchen Nadeln relativ zahlreicher als bei dem Moldau-
exemplare, und es fanden sich bei dem ersteren gar nicht wenige
scheinbar vollständige Ringe bildende Nadeln dieser Art, wie ich
eine in Fig. 6 abgebildet habe, während in letzterem keine solchen
extrem bis zur Ringform gebogenen Nadeln beobachtet wurden.
Tafelerklärung.
Fig. 1—5. In zweifacher Vergrösserung hergestellte Pbotographien eines und
desselben, an der Glaswand des Aquariums sitzenden Exemplares von
Spongilla fragilis Leidy.
Fig. 1-4 wurde bei duchfallendem, Fig.5 bei auffallendem Licht
aufgenommen; Fig. 1—3 mit einer 2 mm Blende; Fig. 4—5 mit einer
9 mm Blende; die Aufnahmen wurden stets spät Abends mit Auerlicht
gemacht, Fig. 1-3 und 5 mit 30 Minuten, Fig. 4 mit 4 Minuten
Expositionszeit.
Fig. 1 am 24. October 1902 12 Tage alt.
”„ 2 ”» 26. ” $}) 14 ” ”
”„ 3 „ 27. ” ” 15 ” ”
RT a: “ N ie)
27 Des 30. „ ” 18 ”„ ”„
Fig. 6. Ein ringförmiges, domiges Rhabd aus der basalen Gemmulaschicht
des im Aquarium gezogenen Exemplars. Mikrophotographie, Zeiss F.
m
Ueber Diplopoden.
3. Aufsatz.
Von
Karl W. Verhoeff (Berlin).
Hierzu Tafel VIII—IX.
Zur vergleichenden Morphologie der Juliden-&onopoden.
In einer Reihe von Aufsätzen habe ich bereits die Copulations-
organe der .Julöden behandelt und will hier wieder an folgende
erinnern:
Beiträge zur Anatomie und Systematik der Juliden. Verh. d.
zool. botan. Ges. Wien 1894.
Im Zoologischen Anzeiger: Neue Schaltstadiumbeobachtungen
bei Juliden u. s. w. N. 436, 1893; Zur Kenntniss der Copulations-
organe der Juliden N. 456, 1894; Zur vergleichenden Morphologie
u. s. w. N. 527, 1897 ; Doppelmännchen bei Diplopoden, N. 605, 1900.
Diplopoden aus Bosnien, Herzegowina und Dalmatien, IV. und
V. Theil, Archiv für Naturgeschichte, 1898.
Beiträge zur Kenntnis paläarktischer Myripoden. IV. Aufsatz,
daselbst 1899.
XVII. Aufsatz, daselbst 1901, XX. Aufsatz, daselbst 1901.
Im IV. Theil der Diplopoden aus Bosnien u. s. w. 1898,
S. 125—128 habe ich auf die Hüfttheile der hinteren Gonopoden
von Leptoiulus und Verwandten hingewiesen und erörtert, dass
„Hinterblätter + Mittelblätter = hintere Schenkel“. Fortgesetzte
Untersuchungen an allen Juliden-Gattungen haben mich nun über-
zeugt, dass jene Theile, welche ich (entgegen Attems, der sie als
Sternit auffasste) als Hüften erklärte, allerdings solche sind, nicht
aber die ganzen Hüften und dass die Hinterblätter nicht Theile der
Schenkel sondern ebenfalls Theile der Hüften sind. Ich will mich
nun aber nicht darauf beschränken, sondern eine übersichtliche
Erörterung der Gonopoden der Juliden überhaupt geben, was nach-
gerade ein dringendes Erforderniss geworden ist.
Das 7. Rumpfdoppelsegment der männlichen Juliden enthält
ausser dem fast einen Ring bildenden grossen doppelten Pleurotergit
(ein Ausdruck, den ich für dieses grosse Gebilde hiermit einführen
184 Karl W. Verhoeff:
möchte, da er die morphologische Natur, Verwachsungsprodukt von
Tergit und Pleuren kurz ausdrückt) an der Bauchseite die beiden
Paare der Segmentanhänge, zwei hinter einander gelegene
Sternite und die von der Öberfläche ins Körperinnere ragenden
Tracheentaschen.
Das vordere Sternit ist stets vorhanden, wenn auch oft
schwach, und hat die Gestalt eines Querbalkens.
Das hintere Sternit ist zweitheilig, nur selten kräftig ent-
wickelt (so bei Tachypodoiulus) meist aber sehr zart oder überhaupt
nicht mehr deutlich erkennbar.
Beide Sternite weichen also immer von der Gestalt der typischen
Sternite der Rumpfsegmente beträchtlich ab.
Die vorderen und hinteren Tracheentaschen spielen nicht
mehr die Rolle von solchen, sondern dienen lediglich als Ansatz-
hebel für Muskeln, doch wäre es möglich, dass man bei den
vorderen noch schwache Tracheen findet. Wir haben diese Tracheen-
taschen daher auch als Stützen bezeichnet.
Die vorderen Stützen sind stets von den andern Theilen
getrennt, tragen aber, zusammen mit dem vorderen Sternit, die
Vorderblätter.
Die hinteren Stützen sind bisweilen auch selbstständig ge-
blieben (Paectophyllinae), bilden dann aber stets mit ihrem zu-
ständigen Ende ein Gelenk gegen ein Stück der hinteren Anhänge.
Meist sind die hinteren Stützen mit eben diesem Stück der hinteren
Anhänge vollkommen verwachsen.
Die Anhänge weichen sehr beträchtlich von der Gestalt
gewöhnlicher Laufbeine ab, so bedeutend, dass es eines eingehenden
Studiums bedurfte, ehe sich die volle Ueberzeugung gewinnen liess,
dass diese Anhänge des 7. Doppelsegmentes wirklich aus der Um-
wandlung von Beinen entstanden sind. Der Schwierigkeit dieser
Gegenstände entsprangen gegentheilige Meinungen, doch ist es wohl
nur der Italiener F. Silvestri gewesen, der die Anhänge des
7. Doppelsegmentes als solche überhaupt leugnen wollte. Die
meisten Forscher waren darin, dass es umgewandelte Beine
sind, vollkommen einig, nur die Art und Weise, wie die einzelnen
Theile zu erklären seien, fand verschiedenartige Meinungen, die sich
aber in demselben Maasse klärten, wie die vergleichend-morpho-
logische Kenntniss und die Zahl der Gattungen zunahm. Da die
Anhänge von dem typischen also so sehr abweichen, und da sie
den Zwecken der Copulation dienen, habe ich sie, in Ueberein-
stimmung mit den Verhältnissen bei einer Reihe anderer Familien,
Gonopoden, Geschlechtsfüsse!) genannt. Wir unterscheiden
also vordere und hintere Gonopoden.
Beide Gonopodenpaare zusammen mit den beiden Sterniten
und beiden Stützenpaaren liegen iu einer Haut, welche in den
Körper eingestülpt ist und so eine Höhlung bildet, di Genital-
1) Diesen Ausdruck habe ich auch bei den Opisthogoneata angewandt.
Ueber Diplopoden, 185
höhle, aus welcher nur die Enden der Gonopoden mehr oder
weniger vorragen.
Vordere Gonopoden: Die vorderen Gonopoden bestehen
aus länglichen, in einer Richtung von vorn nach hinten mehr oder
weniger abgeplatteten Gliedern von sehr verschiedener Gestalt, aber
im. Ganzen doch stets einheitlicher Bildung, die als Vorder-
blätter bekannt sind. Bei mehreren Gattungen finden sich aussen
an ihnen, gegen den Grund zu kleinere, längliche Glieder (Abb. 20),
welche ein Gelenk mit den Vorderblättern bilden und auch durch
Muskeln bewegt werden können, die sich von der Innenecke der
Vorderblätter her an sie heften fm. Bei andern Formen sind diese
Aussenglieder klein, muskellos aber doch noch deutlich erkennbar
(Tachypodoiulus albipes), andere zeigen an der betreffenden Stelle
nur noch einen Fleck im Vorderblatt, wieder andere lassen keine
Spur des Aussengliedes erkennen. Innen am Grunde der Vorder-
blätter finden sich bei vielen Julöden (Isobatini, Julini und Paecto-
phillini) ein längliches peitschenartiges, am Grunde angeschwollenes
und gegen das Ende in verschiedenartiger Weise verdünntes Glied,
welches als Flagellum bekannt ist und durch zwei Muskeln m
bewegt werden kann, welche innen von der Stütze Tr herkommen.
Vergleichen wir diese geschilderten Gebilde mit einem gewöhnlichen
Laufbein, so ergiebt sich ohne Schwierigkeit, dass die Vorderblätter
deren Hüften entsprechen, die Aussenglieder aber den Schenkeln'),
da sie sowohl dieselbe Lage zu einander als auch zu den Nachbar-
theilen haben und da sie durch entsprechende Muskeln bewegt werden.
Ich nenne daher die Vorderblätter (wie bei andern Diplopoden-
Familien) Gonocoxite, die Aussenglieder Femorite. Der all-
gemeine Ausdruck Gonocoxite braucht den besonderen Vorder-
blätter natürlich nicht aufzuheben. Für die Flagella finden wir
freilich bei den gewöhnlichen Laufbeinen der Juliden kein Homo-
logon. Vergleichen wir die vorderen Gonopoden dagegen mit den
Laufbeinen des Vorderkörpers der Lysiopetaliden oder des 8. Doppel-
segmentes der männlichen Craspedosomiden (Abb. 17 und 18), so
wird uns die Homologie mit dem Hüftsack sofort in die Augen
fallen, da dieser sowohl dieselbe Lage, an der inneren Partie der
Hüften aufweist, als auch durch homologe Muskeln rm zurück-
gezogen wird. Wir brauchen uns nur den durch Abb. 19 ange-
deuteten mittleren Zustand vorzustellen, in welchem der Coxalsack
so in die Länge gedehnt wird und sein Muskel gegen die Basis
verschoben, dass wir vom Flagellum nicht mehr fern sind. Erstarrung
1) Vorschenkel (Praefemora) sind nach meinen Untersuchungen über die
vergleichende Morphologie der Laufbeine der Progoneata (Sitz. Ber. Ges. nat.
Fr. Berlin 1903) die ersten grösseren Telopoditglieder. Deshalb könnte sich das,
was ich hier Schenkel nenne, auf die Praefemora beziehen. Ich will hier aber
den Ausdruck Schenkel allgemeiner d. h. weiter gebrauchen, da es noch un-
entschieden, hier aber auch nebensächlich ist, ob wir Präfemora oder Femora
vorliegen haben.
186 Karl W. Verhoeff:
und Verdickung der Haut, Absetzung des Grundes und Theilung
des Muskels würden den Vorgang dann vervollständigen. Ich
wüsste nichts anzuführen, was ernstlich gegen die Homologie der
Flagella und Hüftsäcke sprechen könnte, weshalb ich die ersteren
ebenfalls als Coxalorgan ansehen muss. Bemerkenswerth ist ferner,
dass Flagella, Hüftsäcke und Hüftdrüsen sich in ihrem Vorkommen
ausschliessen,
Hintere Gonopoden: Die hinteren Gonopoden sind der
eigentlich schwierige und verwickelte Abschnitt des Copulations-
apparates. Jetzt, wo ich im Vorigen die vorderen Gonopoden
auf gewöhnliche Laufbeine zurückgeführt habe, können wir bei dem
gleichen Versuche für die hinteren auch die vorderen Gonopoden
in Vergleich ziehen.
An den hinteren Gonopoden von Pachyiulus fuscipes Abb. 16
haben wir wieder einen grossen, in der Richtung von vorn nach
hinten abgeplatteten Innentheil, der als Hinterblatt bekannt ist und
einen etwas kürzeren Aussentheil (fe). Statt des Flagellums nach
aussen finden wir einen langen Kanal und daran sich anschliessende
Drüse nach innen, drg, dr. In der Fortsetzung des Drüsenkanals
nach aussen finden wir eine Rinne, die grösstentheils in einem
schmalen Fortsatz des Hinterblattes liegt, den ich. weil er weit vom
Grunde entfernt ist und keine Grundabsetzung und Muskeln besitzt,
schon mehrfach als Pseudoflagelloid erörtert habe. Die ge-
schilderten Theile der hinteren Gonopoden erinnern nun sehr an
die oben beschriebenen der vorderen Gonopoden, sodass wir ohne
Weiteres die Hinterblätter als Gonocoxite, die Aussentheile als
Femorite ansprechen können, auch finden wir aussen grundwärts
wieder die Stützen. Die Drüsen und Drüsenkanäle können wir
wieder auf die Hüftsäcke (Abb. 18) zurückführen, nur müssen wir
uns dieselben nicht nach aussen, sondern nach innen verlängert
denken, die Halsstelle sehr verlängert uud verengt und das Ende
innen drüsig umgebildet. Ob der Rückziehmuskel auch an der
Drüse vorkommt, ist noch eine offene Frage.
Beim Vergleich der hinteren Gonopoden mit den vorderen
stossen wir aber doch auf zwei bedeutende Unterschiede, die darin
bestehen, dass die Femorite mit den Gonocoxiten nicht durch ein
Gelenk und Muskeln getrennt und verbunden sind, sondern nur
etwas gegen einander abgesetzt, ferner aber auch darin, dass
Femorit und Stütze zu einem Ganzen verschmolzen sind, während
sie aussen an den Vordergonopoden durch das äussere Stück der
Gonocoxite getrennt sind. Dass die Verschmelzung der Femorite
und Stützen der hinteren Gonopoden jedoch nicht allgemein herrscht,
lehren uns die Paeetophyllinen (Abb. 13), wo sich zwischen den
Femoriten und Stützen ein deutliches, grosses Gelenk befindet H.
Andererseits lehrt uns Alicrobrachyiulus, dass die Femorite noch
deutlich von den Stützen getrennt vorkommen können, dann aller-
dings mit den Gonocoxiten verwachsen. Vereinigen wir nun diese
Fälle der Paectophyllinen und Microbrachyiulus, so kommen wir
Ueber Diplopoden. 187
auf hintere Gonopoden, die sich von den vorderen der Abb. 20 nur
noch durch den Mangel des Gelenkes zwischen Gonocoxit und
Femorit unterscheiden. Mithin sind die hinteren Gonopoden
auf die vorderen zurückführbar. Wenn aber die vorderen
Gonopoden auf Laufbeine zurückführbar sind, gilt das
mithin auch für die hinteren.
Die erwähnte Verschmelzung der Femorite mit den hinteren
Stützen erinnert ausserordentlich an die Cheiroide der Craspedosomiden
und erzeugt Gebilde, die jenen zwar nicht homolog sind (die
Cheiroide gehören nämlich zu den vorderen Gonopoden), aber
dennoch homodynam. Im VIII. Aufsatz meiner „Beiträge zur
Kenntniss paläarktischer Myriopoden“ S. 101 habe ich darauf hin-
gewiesen, dass hintere Cheiroide nur von Orthochordeuma bekannt
sind. Diese sind also den besprochenen Gebilden der Juliden direkt
homolog. Trotzdem spielen diese eine andere Rolle als die Cheirorde
der Ascospermophora und sind secundär auch in eine etwas andere
Lage gedrängt als jene. Auch rein gestaltlich sehen sie immer
anders aus. Deshalb werde ich diese Gebilde der Juliden auch
nicht Cheiroide nennen, zumal sie deutlicherweise ganz unab-
hängig von jenen entstanden, da dieser Werdegang einerseits schon
innerhalb der Juliden zu verfolgen ist, andererseits Julöden und
Ascospermophora in keiner näheren Verwandtschaft stehen.
Ich nenne das Verwachsungsprodukt der Femorite mit den
hinteren Tracheentaschen vielmehr Mesomerite.
Wir haben nun eine ganze Reihe Uebergangsbildungen zu den
Mesomeriten, indem die Femorittheile sich ganz allmählig von
den Gonocoxiten abgespalten haben. Die Cheiroide der
Ascospermophora blieben nämlich, so lange sie noch keine solchen
waren, also als Femorite von den Gonocoxiten getrennt
und verwuchsen dann sofort mit den Stützen (vergl. Rothen-
bühlerıa in meinem XII. Aufsatz Abb. 42 u. A.), während hier
bei Juliden die Femorite erst mit den Gonocoxiten ver-
wuchsen, dann beide gemeinsam mit den Stützen, und
erst, nachdem das Letztere geschehen war, sich von den
Gonocoxiten trennten und nun mit den Tracheentaschen
vereint als Mesomerite erscheinen. Ganz selbstständige
Femorite der hinteren Gonopoden kennen wir bei Juliden nicht
mehr. Den Fall der Verwachsung von Femorit, Gonocoxit und
Stütze zeigt uns z.B. Pachyiulus Abb. 16, den Fall des Getrennt-
seins von Stützen, Femoriten und Gonocoxiten (aber bei Bei-
behaltung einer schmalen Verbindungsbrücke x der letzteren) zeigt
uns Catamicrophyllum (Abb. 13), denselben Fall aber bei geringerer
Absetzung der Femorite bietet uns Macheiroiulus (vergl. Abb. 8 im
XX. Aufsatz meiner „Beiträge“ u. s. w.). Genau genommen sind
also bei Catamicrophyllum sowohl als Macheiroiulus, überhaupt bei
den Paectophyllinen (siehe auch Abb. 3 meiner „Diploden aus
Kleinasien“ Wien 1898) die Femorite mit den Gonocoxiten ver-
wachsen geblieben, oder anders ausgedrückt, die Verbindungs-
188 Karl W. Verhoeff:
brücke ist kräftiger als bei den Juliden mit abgespaltenen Mittel-
blättern. Am besten aber zeigt uns die frühzeitige Verwachsung
von Femorit und Gonocoxit Microbrachyiulus, wo das Erstere
Abb. 5 fl noch wie ein Anhang des Letzteren erscheint und ein
weiterer Lappen ti noch ein Tibialglied!) andeutet, ebenso wie
auch Öylindrorulus nitidus (Abb. 10 ti).
Der Fall der Abspaltung der Mesomerite von den Gonocoxiten,
bis auf eine manchmal recht schwache Verbindungsbrücke ist
häufig und wird dargestellt anbei durch Abb. 7 Leptoiulus,
9 Mieroiulus, 10 Cylindroiulus, 12 Leptophyllum, 15 Schizophyllum.
Während die Fälle, in welchen die hinteren Gonocoxite ein-
heitlich erscheinen, nicht selten sind und z. B. durch Microwulus
(Abb. 9) und Pachyiulus (Abb. 16) vertreten sind, bieten sich noch
zahlreichere Fälle, in denen diese Gonocoxite in zwei Abschnitte
mehr oder weniger zerspalten sind, nämlich die vorderen und
hinteren.
Der hintere Abschnitt, ich nenne ihn Paracoxit, ist stets
einfacher gebildet als der vordere und besitzt an seinem Grunde
die Coxalmuskeln, während der vordere, das eigentliche Hinterblatt,
das ich Eucoxit nenne, stets eine weitere oder engere, eine Längs-
einstülpung darstellende Rinne enthält, ausserdem mündet in ihm
auch die Coxaldrüse, soweit eine solche vorkommt.
Das Paracoxit fehlt z. B. bei Brachyiulus Abb. 5 und Meiero-
tulus Abb. 9, in welchen Fällen sich die Coxalmuskeln an den
Grund der Eucoxite heften. Bei Cylindroiulus schwankt es sehr
in der Stärke seiner Ausbildung, bald hebt es sich nur wenig ab
(Abb. 10), bald ist es als kräftige, stufenartige Platte abgesetzt
(Abb. 14). Als eine zartere, aber scharf abgesetzte Doppelkappe
erscheint es bei ZLeptoiulus und Anderen (Abb. 7), während es bei
Leptophyllum (Abb. 12) nicht so stark abgetrennt ist aber eine
bedeutende Grösse erreicht und kaum weniger weit vorragt als das
Eucoxit. Die stärkste Entwickelung aber betrifft das Paracoxit von
Schizophyllum, wo es sowohl sehr kräftig ist, als auch sehr voll-
ständig entwickelt (Abb. 15), sodass es wie ein zweites Hinterblatt
erscheint. Auffallende Paracoxite mit besonders abgesetzten Lappen
oder Hörnern darauf besitzen Oncoiulus und Chaetoiulus.
Das Eueoxit ist entschieden der interessanteste Theil des
ganzen Copulationsapparates und zeigt bei manchen Formen wieder
bemerkenswerthe Ausgestaltung. Es ist aber auch der physiologisch
wichtigste, weil samenaufnehmende Theil. Betrachten wir zunächst
die Formen, denen Coxaldrüsen an den hinteren Gono-
poden zukommen, so werden wir bei eingehendem Studium be-
merken, dass zwischen den Coxaldrüsen und den Eucoxitrinnen
Beziehungen aufzufinden sind, welche sich besonders in der Lage
der Ausmündungsstelle des Drüsenkanals zeigen. Dieser Punkt
!) Oder ein Femoralstück, wenn man das Femorit auf das Praefemur
beziehen will.
Ueber Diplopoden. 189
führt mich aber zurück zu denjenigen Coxaldrüsenvorkommnissen,
die zwar nicht den Gonopoden angehören, aber dennoch für das
Verständniss derselben recht interessant sind, ich meine die Drüsen
des 2. Beinpaares zahlreicher männlicher Juliden, wie Leptoiulus,
Micropodoiulus u. A. Schon bei diesen Gruppen finden wir, dass
der innere Hüfttheil, d. h. das Gebiet, in welchem die Hüftdrüse
mündet, endwärts in einen Fortsatz mehr oder weniger vorragt,
wobei sowohl der Fall eintreten kann, dass die Drüsenmündung
weit vor dem Fortsatz liegt, also diesen nicht direkt verursacht
hat, (vergl. z. B. Abb. 15 im IV. Theil meiner „Diplopoden aus
Bosnien, Herzegowina, Dalmatien“ 1898, Archiv für Naturgesch.)
(Julus (Allopodoiulus) Schiödtei Verh.) als auch der andere Fall,
dass der Drüsenkanal mit seiner Mündung unmittelbar im Hüft-
fortsatz liegt, so bei Julus (Leptoiulus) germanicus Verh. (vergl.
Abb. 5 im IV. Aufsatz meiner „Beiträge zur Kenntniss paläarktischer
Myriopoden“ daselbst 1896). (Eine ganze Reihe anderer Fälle der
einen oder andern Art findet man in meinen Schriften beschrieben
oder auch abgebildet). Erinnern wir uns nun noch an andere Fälle,
in denen Coxaldrüsen bei Coxalfortsätzen liegen, ohne ins Ende
dieser Fortsätze einzudringen, so z. B. an den der hinteren Pseudo-
flagella der Mastigophorophyllinen (vergl. z. B. Abb. 42, 54, 58
und 63 im VIII. Aufsatz meiner „Beiträge“ u. s. w.) (Abb. 20 und
22 im XVIII. Aufsatz meiner „Beiträge‘‘ 1901 von Orthochordeuma
germanicum Verh.) und berücksichtigen wir andererseits die Fälle,
wo an den Eucoxiten der hinteren Gonopoden der Juliden die
Mündungsstellen der Drüsen sich ungefähr in der Mitte der Eucoxite
befinden (Abb. 5 M), so zeigt das einmal, dass diese Gebilde wirklich
nur Hüfttheile sein können, sodann macht es uns die theoretische
Abb. 3 verständlich, die einen Zustand der hinteren Gonopoden
vorführt, wie wir ihn als Vorläufer derselben annehmen müssen,
indem hier nämlich die Hüfte mit Coxaldrüse ausgerüstet ist und
einem Fortsatz, der weit stärker entwickelt ist als bei Abb. 1 und 2,
während doch im Uebrigen die Hüfte noch einfacher Natur ist, die
Drüsenmündung in der Mitte trägt und dahinter eine einfache
Rinne. Betrachten wir nun Microbrachyiulus Abb. 5, so finden wir
gegenüber Abb. 3 u. A. einen merkwürdigen, dreieckigen Einschnitt
am Grunde, der sich bei näherer Prüfung als der Anfang eines
Spaltes herausstellt, durch den das Eucoxit der Länge nach
aufgeschlitzt ist. S. Abb. 4, 5, 10. Auf einem Querschnitt
Abb. 4 a erscheinen daher zwei über einander greifende Spitzen,
die einen Kanal S beinahe schliessen, aber auch bei Flächenansicht
kann man häufig die über einander greifenden Ränder des Spaltes,
den ich Spaltrinne nennen will, verfolgen (vergl. Abb. 8). Unter
der Spaltrinne liegt dann in der Grundhälfte der Drüsenkanal, in
der Endhälfte die Drüsenrinne. Die Mündungsstelle (M Abb. 5)
des Drüsenkanals macht sich in der Regel als querer Strich be-
merklich. Abb. 4a zeigt einen schematischen Querschnitt im
Bereich der Drüsenrinne r. Während nun bei Brachyiulus die
190 Karl W. Verhoeff:
Spaltrinne bis zum Grunde der Hinterblätter reicht, geht sie bei
Julus (Leptoiulus Abb. 7 und Microiulus Abb. 9) nur ungefähr bis
zur Mitte, d. h. bis in die Gegend der Mündungsstellen der Drüsen.
(Vergl. auch 1899 im IX. Aufsatze meiner „Beiträge‘‘ Abb. 46, 48
und 63). Auch bei Julıs erkennt man die über einander greifenden
Ränder der Spaltrinne. (Abb. 8).
Die Spaltrinne ist eine Schutzeinrichtung für die
Mündungsstelle der Coxaldrüsen und die Drüsenrinne,
ferner der Aufnahmebehälter für das Sperma in den
Fällen, wo sich zu diesem Zwecke nicht eine besondere
andere Einrichtung findet; schliesslich auch bei den
Formen mit Flagella die Führungsrinne für diese,
Bei Formen ohne Flagella aber treffen wir eine sehr enge
Rinne, so z. B. bei Leptophyllum (Abb. 12), Tachypodoiulus, Schizo-
phyllum (Abb. 15), wo sie auch nur der Spermaleitung dient und
daher mit Recht von mir Spermarinne genannt wurde.
Spermarinne und Spaltrinne sind homolog, weil beide
die gleiche Lage haben und nicht notwendig mit Coxaldrüsen in
Zusammenhang stehen. Auch deckt sich die Funktion der Sperma-
rinne theilweise mit der der Spaltrinne.
Drüsenrinnen dagegen liegen stets in der Fortsetzung
von Drüsenkanälen und befinden sich ausserdem am Boden
von Spaltrinnen, wenn solche mit den Drüsenriunen ge-
meinsam vorkommen. (Abb. 4a).
Adenosolän: = Drüsenrinne,
Schismasolän: = Spaltrinne und Spermarinne,
Parasolän: = Nebenrinne (siehe das Folgende).
Bei Pachyiulus giebt es Drüsenrinnen (Abb. 16), welche nicht
am Boden einer Spaltrinne liegen, da eine solche überhaupt fehlt,
und diese Drüsenrinnen sind ausserdem fast ganz in einem vor-
ragenden Fortsatz des Endrandes der Eucoxite enthalten, der als
Pseudoflagelloid bekannt ist. Auch reichen bei Pachyiulus die
Drüsenkanäle fast bis zum Endrande der Hinterblätter und am
Grunde der Drüsenrinne befindet sich eine bläschenartige Grube, die
ich Pseudofovea nenne, zum Unterschiede von der echten Fovea,
welchebei Schizophyllum, Tachypodoiulusund Leptophyllum vorkommt.
Bei Leptophyllum (Abb. 12) ist sie schwächer und zartwandiger, bei
den beiden andern Gattungen kräftiger und namentlich bei Schizo-
phyllum (Abb. 15) mit einem wulstigen Rande b und weiter Oeffnung
versehen, sodass sie wie ein Kessel mit bauchigem Grunde erscheint,
in dem man häufig eine grosse Spermamasse angesammelt findet a.
Ich vermute, dass die Fovea ein Homologon der Coxalsäcke ist,
doch muss dieser Punkt noch weiter geprüft werden. Die Fovea
liegt am Grunde der Eucoxite, während sich die Pseudo-
fovea (Pachyiulus) gerade am Ende derselben befindet.
(Abb. 15 und 16).
Recht eigenthümliche Verhältnisse bietet uns die Gattung
Uylindroiulus, indem hier keine Coxaldrüsen auftreten, aber Rinnen,
welche von den Spaltrinnen (r Abb. 10 und 14) ganz getrennt
2 en ‚I *
Ueber Diplopoden. 191
liegen. Ich nenne sie Nebenrinnen (Parasolän). Dieselben zeigen
eine nach den Arten recht verschiedene Ausbildung. Manchmal
sind sie sehr kurz und erscheinen wie eine Pseudofovea (Abb. 10
psfo!), wobei man zwei übereinander greifende zarte Blättchen be-
obachten kann, ich nenne sie Fissofovea. In anderen Fällen
(Abb. 14) erkennt man eine deutliche Nebenrinne rl und eine davon
etwas abgesetzte, weitere Fissofovea. Niemals aber sind dieselben
so scharf getrennt wie bei Schizophyllum und Verwandten, und die
Unterschiede der Arten in diesem Punkte zeigen nur eine mehr
oder weniger weit gediehene Hinterblatteinstülpung, ohne dass die-
selbe den Grund erreicht. Vielleicht liegt hier eine von den andern
Gattungen unabhängige Bildung vor. Immerhin wäre der Gedanke zu
beachten, dass, wenn Nebenrinne und Spermarinne homolog wären,
es Spermarinne und Spaltrinne nicht sein könnten. Letzteres aber
habe ich oben als das mir Wahrscheinlichere ausgesprochen. Hier-
für spricht auch der Umstand, dass man bei manchen Brachyiulus
(wie auch in mehreren Zeichnungen des IV. Theiles meiner „Diplo-
ploden aus Bosnien‘ u. s. w. angedeutet ist), hinter der Mündungs-
stelle der Hüftdrüse zwei Rinnen neben einander bemerkt
(Abb. Sr), die ich mir als durch eine Spaltung der ursprünglichen,
einfachen Drüsenrinne entstanden denke, wodurch eine derselben
mehr für das Drüsensekret abgesondert wurde.
Sehr früh schon müssen sich bei den Juliden die Gegensätze
der Flagellumausbildung oder Hüftorganunterdrückung angebahnt
haben, worauf sich dann an den Eucoxiten der Letzteren zwei
Richtungen einstellten, die eine mit Verlegung der Drüsenmündung
endwärts, (Pachyiulus) bei Erhaltung dieser Drüsen, die andere
Rückbildung der Drüsen oder Umwandlung in eine Fovea, wobei
sich dann die Samenrinne als ein aufgespaltener Kanal auffassen
liesse, was jedoch nebensächlich ist.
Unter den Formen mit Flagella haben wir wieder denselben
Gegensatz: Drüsen vorhanden oder fehlend. Bei den Ersteren
sowohl wie Letzteren ist stets eine Spaltrinne vorhanden, die
ja in engster Beziehung zum Flagellum steht. Dagegen ist
eine von der Spaltrinne getrennte Nebenrinne nur bei Cylindroiulus
und Verwandten zu beobachten und auch diese sind es, denen die
Hüftdrüsen fehlen. Ueber die Rinnen der Paectophyllinen liegen
noch keine ausreichenden Beobachtungen vor. Die /sobatini schliessen
sich ziemlich nahe an Jx/us und Verwandte an. Bei diesen Letzteren
ist übrigens die Spaltrinne lange nicht so abgesetzt wie bei
Brachyiulus und Cylindroiulus.
Die Eucoxite sind in vielen Fällen von einheitlicher Be-
schaffenheit, in andern aber recht deutlich in zwei Abschnitte
getrennt, so bei Julus (Abb. 7) wo ich ein Rinnenblatt
(Solänomerum) R von einem Schutzblatt Sch (Phylacum) unter-
schieden habe, Ansätze zu einem solchen finden sich sowohl bei
Pachyiulus (Abb. 16) als auch Brachyiulus (Abb. 5).
Ein recht interessanter Punkt ist noch die Anpassung der
beiden Gonopodenpaare an einander. Die niederen Gattungen,
192 Karl W. Verhoeff:
wie Isobates und JPachyiulus, auch noch Brachyiulus theilweise,
zeigen hierin nichts Besonderes. In dem Maasse aber wie das
Mittelblatt selbstständiger wird, und namentlich also nach voll-
ständiger Ausbildung des Mesomerit, wird diese Anpassung
immer stärker, indem sich das Mesomerit immer mehr an
das Vorderblatt herandrängt. Bei Brachyiulus podabrus (Latz.)
bemerkt man schon eine kleine Eintreibung in der Endhälfte hinten
am Vorderblatt, in welche der Femoritabschnitt des Hintergonopoden
etwas eingreift. Diese Beule im Vorderblatt wird bei andern
Gattungen immer tiefer und das Ende springt daher immer mehr
über das Mittelblattende hinweg, bis schliesslich das Mesomerit
halb im Vorderblatt eingebettet liegt. (Vergl. im IV. Theil meiner
„Diplopoden aus Bosnien“ u. s. w. Abb. 19, im IX. Aufsatz meiner
„Beiträge“ Abb. 54, 57, 62, 80, 81). Eine besondere Anpassung
aber, die geradezu einen Führungsanschluss bewirkt, ich nenne
ihn Kyphobothrum, liegt in der Ausbildung eines vorspringenden
Höckers oder Zapfens am Vorderblatte und einer diesem genau
entsprechenden Grube am Hinterblatte (Abb. 14 G), was sich am
schönsten in der Gattung Cylindroiulus Verh. darbietet. Aber auch
die vorher erwähnte Beule hinten in der Vorderblattendhälfte kann
so weit gediehen sein, dass weiter endwärts das Vorderblatt, von
der Seite gesehen, höcker- bis geradezu zahnartig vortritt und über
das Mesomeritende weggreift, (vergl. z. B. im IX. Aufsatz meiner
„Beiträge“ Abb. 15), bis endlich auch an dieser Stelle eine wirk-
liche federnde Führung zu Stande kommt, was wieder bei
manchen CÜylindroiulıs besonders ausgeprägt ist.
Das Kyphobothrum kann auch, trotz des eben erwähnten
Anschlusses, noch eine Verdoppelung erfahren und dieser äusserste
Anpassungsfall der beiden Gonopodenpaare trifft sich bei Oylindroiulus
Verhoeffi Brölemann, wo neben dem Höcker am Vorderblatt noch
eine Grube und neben der Grube am Mesomerit noch ein Höcker
auftritt, so dass beide Theile doppelt in einander greifen. (Vergl.
im IV. Aufsatz meiner „Beiträge“ Abb. 24 und 25).
Wegen der erwähnten Anpassungen ist bei der Praeparation
der Juliden-Gonopoden besonderes Augenmerk auf die Trennung
der Mesomerite und vorderen Gonocoxite zu verwenden. Dieselbe
verlangt bisweilen nicht geringe Geduld und die Anwendung eines
geschickten Druckes mittelst der angewandten Praeparirnadeln. Die
Mesomerite besitzen am Ende meistens eine Menge sehr feiner
Höckerchen von welliger Anordnung, wodurch eine Verklebung mit
den Vorderblättern, im Bereich der Beulen verhindert wird.
* +
*
Geschichtliches.
Was die Entwickelung unserer Kenntnisse über die Kopulations-
organe der Juliden betrifft, so will ich hier kurz Weniges andeuten,
aber zugleich bemerken, dass eine zusammenfassende Arbeit dieses
wichtigen Gebietes für die ganzen Diplopoden sehr erwünscht wäre.
1842 hat Friedrich Stein („Ueber die Geschlechtsverhältnisse
Ueber Diplopoden. 193
der Myriopoden“ J. Müllers Archiv) die Gonopoden nur sehr un-
vollständig beschrieben und geglaubt, dass die Geschlechtsdrüsen
in ihrem Bereich ausmündeten.
1878 hat Voges in seinen „Beiträgen zur Kenntniss der Juliden“
Zeitschr. f. wiss. Zoologie diesen Irrthum klargestellt und gezeigt,
dass „der dritte Körperring in beiden Geschlechtern, der Geschlechts-
ring ist“, der 7. beim g' dagegen ein von den Genitaldrüsen und
ihren Ausfuhrwegen ganz getrennter Copulationsring. An ihm wies
er für Cylindroiulus londinensis (Leach) ausser den beiden Ventral-
platten fünf paarige Theile nach 1. die Stigmentaschen, 2. die äusseren
Klammerblätter, 3. die inneren Klammerblätter, 4. borstenförmige
Gebilde, 5. hintere Klammerblätter (mit Basalstücken und End-
stücken). Hiervon rechnet er die vier äusseren zu den vorderen
und nur das 5. zum hinteren Hauptbestandtheil und betrachtet
diese beiden Haupttheile als „Anhänge umgebildet zum Dienst der
geschlechtlichen Fortpflanzung“. Voges hat zwar auf die Be-
ziehungen der Theile des Copulationsapparates zum gewöhnlichen
Doppelsegment hingewiesen, aber eine genauere Zurückführung schon
deshalb nicht geben können, weil ihm nur eine Juliden-Gattung
näher bekannt war und auch diese nur unvollständig. Er war auf
richtiger Spur, wenn er „die stabförmigen, ins Körperinnere vor-
dringenden Fortsätze der inneren Klammerblätter“ „dem hinteren
Medianstück* zusprach, obwohl das an und für sich nicht richtig
ist, (auch hat er sie offenbar für hintere „Stigmentaschen“ gehalten),
aber dieser Satz widerspricht seiner eignen eben genannten Haupt-
theorie. Er hat von der Verwerthung der Klammerblätter zur
Gattungscharakteristik gesprochen, aber thatsächlich hat er nur eine
unhaltbare Vergleichung dieser Theile bei Julus s. a. einerseits
sowie Spirostreptus und Spirobolus andererseits vorgenommen.
‚Latzel 1884 hat sich in den Myriopoden der österreichisch-ungar-
ischen Monarchie theilweise an Voges angeschlossen, aber gute Ab-
bildungen und ziemlich brauchbare Beschreibungen der Klammer-
blätter einer grösseren Anzahl von Juliden gegeben. Die eigentliche
vergleichend-morphologische Erkenntniss hat er in sofern ge-
fördert, als er deutlich gezeigt hat, dass „das mittlere Klammer-
blatt ein Ast des hinteren Paares der Copulationsfüsse“ ist, dass
.Flagella auch oft ganz fehlen können, und dass diese nicht
lediglich „Borsten“ sind, weshalb er auch den Ausdruck Geissel-
apparat öfters gebraucht. Vordere, mittlere und hintere Klammer-
blätter finden sich durch die Buchstaben A B C auf den Tafeln
deutlich unterschieden, woraus sich aber nicht ergiebt, ob Latzel
‘ das Mittelblatt bei manchen Formen fehlend oder nur noch nicht
abgespalten betrachtet hat. Seine Anschauungsweise ist besonders
gut ersichtlich aus den Angaben über die Kopulationsorgane von
„Julus* sabulosus (8. 330.) Berlese 1886 Julidi del Museo di
Firenze ist nicht über Voges herausgekommen.
Verhoeff hat 1894 in den „Beiträgen zur Anatomie und Syste-
matik der Juliden“ (Wien, zool. bot. Ges. Verh.) gezeiot, dass
Arch f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.2. 13
194 Karl W. Verhoeff:
Mittel- und Hinterblätter innig zusammengehören und dass diese
Theile auch dann beide vorhanden sind, wenn kein ganz selbst-
ständiges Mittelblatt auffällt. Vielmehr ist bei solchen Vorkomm-
nissen (z. B. Pachyiulus) der dem Mittelblatt Anderer entsprechende
Theil mit dem Hinterblatt verwachsen und spaltet sich erst sekun-
där bei mehreren Gattungen mehr oder weniger davon ab. Zum
ersten Male hat V. auf eigenthümliche Spermakanäle in den
Hinterblättern hingewiesen, die den Ausgangsgunkt zu ähnlichen
Entdeckungen auch in anderen Gattungen und andern Familien ge-
bildet haben und auch für die physiologische Seite sehr wichtig
sind. Er fand diese Kanäle bei Schizophyllum am Grunde sowohl
als am Ende offen und am ersteren in eine grosse offene Grube
Fovea einmündend, die er als Spermabehälter nachwies.. Am Ende
läuft der Spermakanal in einen Pseudoflagelloidfortsatz aus. Gerade
dieser einerseits und andererseits der Umstand, dass er die feinen
Flagellumspitzen (weil abgebrochen) öfters offen fand, verleiteten
V. zur Annahme einer Homologie der Flagella mit Spermakanälen
+ Fovea. Auch glaubte er bei Pachyiulus ebenfalls einen Hinterblatt-
Spermakanal gefunden zu haben, dessen grundwärtiges Ende er
allerdings nicht gesehen, wohl aber das was später Pseudofovea
genannt wurde. Er meinte somit, dass die Flagella der Flagellum-
Juliden sich aus den Hinterblättern flagellumloser Juliden heraus-
gespalten hätten. Trotzdem war es ihm durchaus bekannt, dass
„im Basalbulbus des Flagellums keine Oeffnung“ wahrzunehmen
ist. Die grossen Verschiedenheiten im Bau der Copulationsorgane
führten Verhoeff ferner zur Erkenntniss, dass die alte Gattung
Julus unhaltbar sei, was auch zur Zertheilung derselben führte.
Attems 1895 „die Myriopoden Steiermarks“ (Sitz. kais. Akad.
Wiss. Wien) zeigt, dass die Ableitung der Flagella aus den Hinter-
blättern unmöglich ist, da sie den Spermakanälen jener nicht ent-
sprechen, indem sie weder Sperma enthalten, noch am Ende ge-
öffnet sind, er kehrt wieder zur Voges’schen Anschauung der
„Borsten* zurück, der „ungemein vergrösserten“. Wichtig ist seine
Entdeckung, dass die von Verhoeff für Pachyiulus erwähnten
Kanäle der Hinterblätter Drüsenkanäle sind. Nach dem Fehlen
oder Vorhandensein jener „Borsten“ will er die alte Gätt. Julus in
zwei Gruppen eintheilen. Attems hatte nun auch bei flagellaten
Juliden Spermakanäle in den Hinterblättern nachgewiesen, was
ebenfalls gegen Verhoeffs Flagellum-Ableitung sprach. Er be-
trachtet „das Hinterblatt überall“ als eine zu einer „Höhlung ein-
gefaltete Lamella, in derem Grunde sich ein zeitweiliges Reservoir
für das Sperma findet“, daher meint er auch, dass überall dieselbe
Einrichtung zur Fortleitung des Sperma“ sich findet!), doch ist ihm
nicht entgangen, dass „das Flagellum in einer zweiten Rinne der
Hinterblätter wie in einer Scheide läuft oder dass eine Chitinfalte
sich darüber legt, sonst liegt es in der Höhlung des Hinterblattes
mit seiner Endhälfte“.
In den letzten Jahren hat Verhoeff in den eingangs schon
erwähnten Schriften die Untersuchung des Copulationsapparats in
Ueber Diplopoden, 195
sofern in ein neues Stadium geführt, als er zeigte, dass und wie
sich die einzelnen Theile auch auf bestimmte Glieder der ge-
wöhnlichen Laufbeine zurückführen lassen, was in vorliegender
Arbeit weiter ausgeführt worden ist. Wichtig waren hier auch die
Ergebnisse ähnlicher Untersuchungen an andern Diplopoden-Fa-
milien. V. bestätigte nun selbst die Zurückweisung seiner früheren
Flagellum-Theorie durch Attems, während er selbst wieder dessen
Borsten-Theorie zurückweisen musste, da sich, namentlich nach Unter-
suchung der Flagellum-Muskeln endlich herausstellte, dass die Fla-
gella umgewandelte Coxalorgane sind. (Vergl. auch den VIII. und
XIII. Aufsatz der „Beiträge“ usw.) Ferner mehrte Verhoeff die
Angaben über die Coxaldrüsen der hinteren Gonopoden und machte
auf die Lageverschiedenheiten der Drüsen-Mündungen aufmerksam,
sowie deren Beziehung zu den Rinnenbildungen. Hierbei sowohl
wie bei der Unterscheidung von Fovea und Pseudofovea und
der schärferen Auffassung von Rinnenblatt und Schutzblatt zeigte
es sich, dass Attems Meinung von der „überall gleichen Ein-
richtung zur Fortleitung des Spermas“ sich nicht oder höchstens
in einem sehr allgemeinen Sinn halten lasse. Daher kam es auch,
dass Attems selbst zu Verhoeffs Gattungsfassungen zurückkehrte.
Die Enddeckung der grösstentheils vorderasiatischen Paectophyllinen
hat dann neuerdings einen interessanten weiteren Beleg für die
Richtigkeit der Fassung der hinteren Tracheentaschen und die Ab-
spaltung der Mittelblätter gebracht.
Berlin, 24. September 1902.
Erklärung der Abbildungen.
Allgemein gelten folgende Abkürzungen:
co = Coxa, Hüfte.
coa — Coxalorgan.
tro = Trochanter.
fe = Femur, Schenkel.
tı = Tibia.
ta —= Tarsus.
dr = Coxaldrüse.
st — Stigmen.
Tr = Tracheentaschen.
Vo = Vorderblatt.
pr = Fortsatz.
fl = Flagellum.
ps = Pseudoflagelloid.
r = Rinne.
rl = Nebenrinne.
drg = Ausführungskanal der Coxaldrüse,
M = Mündungsstelle desselben.
m = Flagellum-Muskeln,
me = Hüftmuskeln.
fm = coxale, an den Grund des Telo
podit gehende Muskeln. ?)
rm — Rückzieher des Coxalsackes.
Me = Mesomerit (Mittelblatt + um-
gewandelte Tracheentasche).
G,— Gelenke
S = Hinterblatt-Spalt.
peo = Paracoxit, abgesetzter, die
Hüftmuskeln führender Hüfttheil.
— Hinterblatt.
= Rinnenblatt desselben.
ı) Wogegen doch eigentlich schon der Umstand spricht, dass er die Coxal-
drüsen („Prostata“) nur bei einem Theil der Juliden beobachtet hat.
?) Hier ist noch die bisherige Bezeichnung der Telopoditglieder beibehalten.
13*
196 Karl W. Verhoetf:
fo = Fovea, Samengrube. Sch = Schutzblatt desselben.
psfo —= Pseudofovea. x — Verbindungsast zwischen Mesomerit
psfol = Fissofovea. und Hinterblatt.
Abb. 1. Schematische Darstellung des 2. Beines derjenigen männlichen
Juliden, welche Hüftdrüsen besitzen.
Abb. 2. Dasselbe, theoretisch, weiter am Ende verkürzt und in der Hüfte
stärker entwickelt. (Ausserordentlich ähnlich sind die vorderen Neben-
Gonopoden. von Orthochordeuma germanicum Verh, doch fehlt dort
Kralle und Tarsus und die Tibia ist sehr klein).
Abb. 3. Theoretisch, weitere Ausgestaltung der Hüfte und Verkümmerung
des Beinendes. (Höchst ähnlich und in der Gliederung sogar fast
übereinstimmend sind die hinteren Nebengonopoden von Chordeuma
silvestre ©. K.).
Abb. 4. Brachyiulus, Untergatt. Microbrachyiulus, ein hinterer Gonopod
schematisch.
Abb. 5. Brachyiulus pusillus (Latz.) ein hinterer Gonopod halb schematisch.
Abb. 6. Polydesmus graecus syrensis n. subsp. ein Gonopod. I stark an-
gedrückter Innenast mit Rinnenpolster p. (Diese Abb. ist hier nur des
Raumes halber aufgenommen.)
Abb. 7 und 8. Julus (Leptoiulus) riparius Verb. (schwach schematisirt) ein
hinterer Gonopod nebst Flagellum eines vorderen. 8 zeigt die über
einander greifenden Ränder der Rinne des Hinterblattes.
Abb. 9. Julus Untergatt. Microiulus, Schema eines hinteren Gonopoden.
Abb. 10. Oylindroiulus nitidus Verh. ein hinterer Gonopod und Theile eines
vorderen.
Abb. 11. Trichoblaniulus hirsutus Bröl. ein hinterer Gonopod.
Abb. 12. Leptophyllum nanum (Latz.) ein hinterer Gonopod, nebst Andeutung
der anstossenden Innenkante des Paracoxit des andern.
Abb. 13. Catamicrophyllum caifanum Verh. ein hinterer Gonopod von innen
gesehen.
Abb. 14. COylindroiulus Horvathi Verh. Hälfte eines Copulationsapparates von
innen gesehen.
Abb. 15. Schizophyllum mediterraneum (Latz.) ein hinterer Gonopod, unbedeutend
schematisirt.
Abb. 16. Pachyiulus fuscipes (C.K.) ein hinterer Gonopod, nur wenig schematisirt.
Abb. 17 und 18. Vordere Beine des 8. Rumpfdoppelsegmentes männlicher
Craspedosomiden, mit aus- und eingestülptem Coxalorgan (Hüftsack).
Abb. 19. Theoretische Zwischenform zu 17 und 20.
Abb. 20. Vorderer Gonopod eines Vertreters der Isobatini.
Anmerkung: Auf den beigesetzten Tafeln ist noch die alte Bezeichnung
der Beinglieder in Anwendung gekommen, nach der neuen (vergl. Sitz.-Ber. d.
Ges. nat. Fr. Berlin 1903) müsste es z.B. in Abb. 17 statt „Coxa, Femur,
Tibia, Tarsus 1 und 2“ heissen: Coxa, Praefemur, Femur, Tibia und
Tarsus. In Abb. 18 ist noch ein Trochanter vorhanden. Derselbe bleibt in
dieser Bezeichnung auch nach der neuen Erklärung, hat aber bekanntlich für
die Gonopeden keine Bedeutung.
Afrikanische Chrysomeliden.
Von
J. Weise.
Wie im ersten Theile, Arch. f. Nat. 1902 I. 2. 119, sollen auch
hier versuchsweise Arten aus Ostafrika behandelt werden, die von
verschiedenen Fundorten stammen. Einige wurden angeblich in der
Umgebung von Aruscha am Kilimandjaro von einem früheren Boy
meines Sohnes Paul Weise gefangen, andere befanden sich in einer
kleinen Sendung, die Herr Dr. J. Schulz in Magdeburg von der
Luitpoldkette und von Ikuta erhielt, die interessantesten brachte
Herr Dr. Kohlschütter mit, welcher als Mitglied der Pendel-Ex-
pedition die westlichen und nördlichen Gebiete von Deutsch-Ost-
afrika bereiste. Letztere Thiere gingen in den Besitz des Herrn
Geheimrathes Professor Dr. Vogel in Potsdam über, welcher mir die
Chysomeliden und Coccinelliden zur Bestimmung sandte und auch
freundlichst einige Unica für meine Sammlung überliess. Herr
Dr. Kohlschütter hatte dieselben in rationeller Weise, genau nach
den Fundorten geordnet, zwischen Lagen von Watte verpackt und
die vollen Kästchen mit der Angabe des Ortes versehen, an denen
sie zum Abschlusse gekommen waren; beim Zusammenstecken der
präparirten Thiere ist leider die Fundortsangabe der einzelnen
Arten unterlassen worden, so dass von einer solchen hier ganz ab-
gesehen werden muss. Jedoch dürfte sich dieser Mangel später
grösstentheils abstellen lassen, wenn erst die Thiere präparirt sind,
welche der Leiter der Pendel-Expedition, Herr Hauptmann Glauming,
ganz in derselben Weise und an denselben Orten wie Herr Dr. Kohl-
schütter, hat sammeln lassen und dem hiesigen Königl. Museum für
Naturkunde eingeschickt hat. Nach den gütigen Mittheilungen von
H. Dr. Kohlschütter ging die erwähnte Expedition von Langenburg
am Nyassa See aus und bewegte sich auf langen Kreuz- und Quer-
zügen bis Moliro und Kakoma am Tanganyika See. Hierbei wurden
folgende Orte, namentlich Pendelstationen, berührt: Massaurua,
Utengule, Mbosi, Kwela See, Ndjilla, Isimia und Kassanga-Bismarcks-
burg; sodann ging es von Moliro zu Schiffe nach Kassanga in Uka-
wendi und bis Kawele-Udjidji, hierauf theils in der Nähe, theils auf
198 J. Weise:
der Karawanenstrasse bis Tabora, dann nordöstlich durch die Wem-
bäre Steppe und die Nord- Süd-Einsenkung zwischen Kilimandjaro
und dem Victoria Nyansa (über die Pendelstationen Wembäresteppe,
Ipwani, Mangoragraben, Dönjo Dorobbo, Umburru, Umbugwe, Surae,
Guessonyiro, Masabatu, Sigirari) nach Moschi und von hier durch
Pare und Usambara nach Pangani. Wenn wir schliessen dürften,
dass auf den Strecken mit dem längsten Aufenthalte auch die meisten
Thiere gesammelt wurden, so müssten als solche die Gegend zwischen
Nyassa- und Tanganyika See, sowie zwischen Tabora und dem
Kilimandjaro zu bezeichnen sein, da aber keinerlei Gewähr hierüber
vorliegt, vermag ich nur hinter jeder neuen Art den Namen des
Sammlers (Dr. Kohlschütter) anzugeben.
Diapromorpha Juno. Conico-cylindrica, nigra, subtus dense
argenteo-sericea, capite dense griseo-pubescente, labro, palpis, antennis
pedibusque rufotestaceis, prothorace elytrisque pomaceis, glabris,
nitidis, dense subtiliter punctulatis et minus dense punctatis, illo
maculis tribus nigris (2, 1), his maculis novem fasciaque communi
biarcuata ante apicem nigris. Long. 6,5 mm. Ikuta (Dr. J. Schulz).
Eine kleine Art, die sich von den übrigen leicht an der dichten
greisen Behaarung des Kopfes unterscheiden lässt, die sich bis an
den Vorderrand des Clypeus fortsetzt. Die Augen sind gross und
engen die Stirn mehr als gewöhnlich ein. Halsschild apfelgrün,
dicht und äusserst fein punktulirt und sparsam, an einzelnen Stellen
dichter als an anderen punktirt, mit drei schwarzen Makeln. Die
eine derselben nimmt die Basis bis nahe an den Seitenrand ein,
ist in der Mitte am schmalsten (vor dem Schildchen dreieckig er-
weitert) und erweitert sich nach aussen allmählich. Vor der brei-
testen Stelle jederseits, die einfach oder doppelt zugespitzt ist, liegt
oft noch ein kleiner schwarzer Punkt. Die beiden anderen Makeln
liegen hinter dem Vorderrande, durch die helle Mittellinie getrennt,
und sind gerundet-dreieckig, etwas quer; sie sind unter sich, vom,
Vorderrande und von der bindenförmigen Basalmakel ungefähr in
gleicher Breite getrennt. Schildchen schwarz, hinten schwach im
Bogen ausgerandet. Flügeldecken apfelgrün, dicht und sehr fein
punktulirt und weniger dicht, ziemlich gleichmässig, aber nach
hinten allmählich schwächer punktirt, jede mit 5 schwarzen Makeln
und einer kleinen gemeinschaftlichen in etwa !/, Länge. Makel 1,2
und die gemeinschaftliche bilden eine schräge Querreihe von der
Schulterbeule nach innen und hinten an die Naht, 1, auf der
Schulter, ist gross, hinten .breiter als vorn und nach aussen er-
weitert, 2 ist klein, gerundet, die gemeinschaftliche sehr klein; 3
und 4 liegen dicht hinter der Mitte, 3, etwas quer, halboval am
Seitenrande, 4 etwas weiter nach hinten an der Naht, stark quer,
bindenförmig, hinten leicht ausgerandet. Makel 5 bildet eine mässig
breite, nach vorn gebogene Querbinde vom Seitenrande bis zur
Naht vor dem Hinterrande, und ist innen etwas verengt. Die
Nahtkante ist vorn flach, hinter der Mitte aber leistenförmig und
schwarz gefärbt. Die Zeichnung der Flügeldecken ist der von
Afrikanische Chrysomeliden. 199
D. trıfaseiata ähnlich, wenn man sich die erste Querbinde in drei,
die zweite in zwei Makeln aufgelöst und die dritte stark ver-
schmälert denkt.
Diapromorpha apicata Jac. Proceedings 1900. 210 Taf. 20 Fig. 3,
gehört nicht zu Peploptera, sondern ist eine echte Diapromorpha,
und kommt auch bei Lukuledi (Sammlung Ertl) in Deutsch Ost-
afrika vor.
Gynandrophthalma geometrica: Subeylindrica, fulvo flava, an-
tennis artieulis septem ultimis plus minusve nigris, scutello maculis
tribus (1, 2) in singulo elytro, pectore ventreque nigris, elytris dense
punctatis pone scutellum impressis. — Long. 7,5—8 mm (Dr.
Kohlschütter).
Mas: prothorace paullo dilatato.
Von den drei schwarzen Makeln jeder Flügeldecke liegt die
erste an der Basis, auf dem Schulterhöcker, ist um die Hälfte länger
als breit, ziemlich rechteckig; Makel 2 und 3 liegen dahinter. 2 ist
klein, strichförmig und befindet sich hinter der Mitte an der hellen
Nahtkante, 3 ist die grösste, länglich-dreieckig, von '/, bis ®/, der
Länge ausgedehnt. Sie beginnt hinter Makel 1 schmal abgestutzt und
erweitert sich nach hinten, ihr Aussenrand ist den Seiten parallel, der
Innenrand ist gradlinig und nähert sich allmählig der Makel 2,
der Hinterrand ist sehr schräg abgeschnitten, so dass die spitze
. Aussenecke viel weiter nach hinten reicht als die stumpfwinkelige
Innenecke. Die Fühler sind vom vierten Gliede ab nach
innen stark zahnförmig erweitert, röthlich gelbbraun, die Er-
weiterung des 5. bis 8. Gliedes schwarz, die folgenden drei Glieder
gänzlich schwarz. Mittel- und Hinterbrust nebst dem Bauche
schwarz, dicht und fein grau behaart. Das Kopfschild ist dicht
punktirt, vorn gerundet, dreieckig ausgeschnitten, die Stirn gewölbt
fein und nicht dicht punktulirt, mit tiefer Mittelfurche. Halsschild
beim g' doppelt so breit als lang, beim 2 etwas schmaler, stark
querüber gewölbt, nach vorn gerundet-verengt, ziemlich dicht
punktulirt, mit einem Quereindruck jederseits hinter den Vorder-
ecken. Schildchen schwarz, glatt. Flügeldecken, dicht punktirt.
Beine ziemlich dünn, schlank, Tarsenglieder kurz, Glied 1 etwas
länger als 2.
Cryptocephalus fortis: Flavo-testaceus, nitidus, antennis articulis
sex ultimis, macula verticis, maculis sex (4, 2) prothoracis et decem
elytrorum, 1, 2, 2 collocatis, scutelloque nigris, prothorace magno,
elytris subtiliter striato-punctatis. — Long. 8 mm Aruscha.
_ Ganz von der Form des C. flavidus Suffr., der in der Grösse
bis auf 7” mm herunter geht, aber von diesem durch den unpunk-
tirten letzten Zwischenstreifen der Flügeldecken weit verschieden;
in der Zeichnung der Oberseite dem pardalis Suffr. sehr ähnlich.
Kopf dicht und kräftig punktirt mit einer breiten glatten Mittel-
rinne, die obere Hälfte der Stirn, mit Ausnahme eines nach unten
verbreiterten Saumes an den Augen, sowie der Scheitel schwarz.
Ausserdem ist die ganze Fläche des Kopfes, wie der übrigen Theile
200 J. Weise:
der Oberseite sehr dicht punktulirt. Diese Pünktchen sind auf dem
Halsschilde und Schildchen äusserst fein, auf den Flügeldecken
wenig, auf dem Kopfe bedeutend stärker. Der Thorax ist gross,
doppelt so breit als lang, namentlich vorn kissenartig gewölbt, nach
hinten allmählig erweitert, die Hinterecken spitzwinkelig die Schultern
umfassend, vor der Basis, jederseits vom Schildchen mit einer tiefen,
schrägen Grube, zwischen der schon vorher erwähnten äusserst
feinen Punktirung mässig dicht mit stärkeren Pünktchen besetzt,
Von den 6 schwarzen Makeln liegen zwei an der Basis und sind
halboval, vorn abgerundet, vier davon in einer nach vorn gebogenen
Querreihe. Die beiden mittleren sind gross, quer, nur durch die
schmale helle Mittellinie getrennt, aussen verengt, hinten gradlinig
begrenzt, die Makel jederseits davon ist klein, gerundet-viereckig,
und hängt öfters mit der inneren Makel zusammen. Flügeldecken
hinter dem stark ansteigenden Schildchen fast höckerartig auf-
getrieben, dahinter quer niedergedrückt, auf der Scheibe fein ge-
reiht-punktirt, die Punkte der Reihen in der Nähe des Quer-
eindruckes stärker, die Zwischenstreifen eben, ausser den äusserst
dichten und feinen Pünktchen ohne Punkte. Die erste schwarze
Makel bildet eine Basalbinde von der Schulter bis neben das Schild-
chen, ist innen schmal und am Hinterrande zweimal ausgebuchtet,
aussen viel breiter, über den ganzen Schulterhöcker ausgedehnt und
hinten abgerundet. Makel 2 und 3 liegen vor der Mitte, 2 dicht
neben der Naht, schräg-oval, wenig grösser als der Humeraltheil
der Baselbinde, 3 ist kleiner, rhombisch, und stösst mit der Innen-
ecke an 2. Schon aus der Lage dieser beiden Makeln ergiebt sich
ein leicht in die Augen fallender Unterschied von pardalis, bei dem
Makel 2 weit von der Naht entfernt, 3 über dem Aussenrande liegt.
Die beiden folgenden Makeln befinden sich hinter der Mitte und
sind gerundet, 4, dicht neben der Naht, mässig gross, 5 über dem
Seitenrande, ist grösser, leicht quer, von 3 mässig breit, doch scharf
getrennt. Die Unterseite ist gelbbraun, die Seitenstücke der Hinter-
brust schwarz, der Vorderrand des Prosternum in der Mitte in
einen dreieckigen Fortsatz zur Aufnahme des Mundes verlängert.
Letzter Bauchring viel dichter punktirt als die übrigen Ringe.
Cryptocephalus Mechowi Ws., Deutsch. Zeitschr. 1891. 371, vom
Quango, ändere ich wegen der gleichnamigen Art von Harold,
Mittheil. Münch. 1880. 167 in /entus um; ebenso
Cryptoceph. celytroides Jac., Transact. 1895. 175, wegen der
gleichnamigen Art von mir, Deutsch. Z. 1891. 370, in corpulentus.
Öryptocephalus atrocoeruleus Jac. 1. ec. 177 ist wohl mit con-
spersus Suffr. identisch.
Öryptocephalus aemulus: Subtus niger, pedibus testaceo-Havis,
antennis rufo-testaceis articulis sex ultimis nigris, capite testaceo-
flavo, macula verticis punctoque supra antennas utrinque nigris,
prothorace scutelloque sublaevibus nigris, illo antice anguste lateri-
bus latius flavo-limbato, elytris punctato-striatis, testaceo-favis, limbo
suturali antice abbreviato et fortiter-, pone medium modice dila-
Afrikanische Chrysomeliden. 201
tato, et in singulo vittula humerali punctoque pone medium nigris
pygidio apice testaceo-limbato. — Long. 6 mm (Dr. Kohlschütter).
Halsschild um die Hälfte breiter als lang, kissenartig gewölbt,
spiegelglatt, schwarz, ein feiner Saum an der Spitze und ein breiter
Saum am Seitenrande, der die schwarze Kante frei lässt, gelb. Unter
sehr starker Vergrösserung treten auf der Scheibe zahlreiche Pünkt-
chen, weitläufig von etwas grösseren durchsetzt, hervor. Schildchen
hoch ansteigend, hinten abgerundet. Flügeldecken gestreift-punktirt,
mit leicht gewölbten, einreihig sehr fein punktulirten Zwischen-
streifen, lebhaft bräunlich-gelb, glänzend, ein Nahtsaum und 2 Makeln
jeder Decke schwarz. Der Saum beginnt hinter dem Schildchen
sehr breit und gerade abgestuzt, verengt sich schnell im Bogen bis
auf den ersten Zwischenraum, erweitert sich dann hinter der Mitte
winkelig, schwächer als vorn, und endet in der abgerundeten Naht-
ecke. Die erste Makel jeder Decke bildet eine kurze Längsbinde,
die von der Basis über den Schulterhöcker läuft und in !/, Länge
endet, die zweite, in ?/, Länge, ist gerundet, wenig breiter als lang, .
dem Seitenrande etwas näher als der hinteren Erweiterung des
Nahtsaumes. Auf der schwarzen Unterseite ist der Zipfel des ersten
Bauchringes, der sich zwischen die Hinterhüften zieht, so wie ein
äusserst feiner Saum am Hinterrande des letzten Ringes gelbbraun.
Beim g' sind die Tarsen der 4 Vorderbeine erweitert .und der
letzte, fast glatte Bauchring hat einen langen, dreieckigen flachen
Eindruck.
(ryptocephalus floridus: Testaceo-rufus, nitidus, antennis arti-
eulis sex ultimis, pectore postice, abdomine pygidioque nigris, hoc
apice anoque rufo-testaceis, prothorace nigro-bipunctato, elytris
punctato striatis, striis intermedis minus regularibus, in singulo
punctis quatuor (2,2) nigris. — Long. 5,2 mm (Dr. Kohlschütter).
Von Cr. rhombijer Suffr., dem die Art sehr ähnlich ist, durch
folgende Punkte verschieden: Der Körper ist etwas schlanker ge-
baut, das Halsschild länger, nach vorn mehr verengt, auch die
Flügeldecken nach hinten schwach, doch deutlich verschmälert,
Kopf feiner, sehr unregelmässig punktirt, mit tiefer, unten gruben-
förmiger Mittelrinne. Die schwarzen Makeln auf Thorax und Flügel-
decken haben dieselbe Form und Grösse, aber die beiden hinteren
auf jeder Decke sind schräger gestellt, der innere liegt weiter nach
hinten als der äussere, beide sind von den Vordermakeln weiter
getrennt; die Punkte der Flügeldecken stehen in leichten Streifen,
mit schwach gewölbten Zwischenstreifen, die äusseren und inneren
Reihen sind regelmässig, die dritte bis sechste Reihe aber unregel-
mässig, durch neben einander tretende Punkte gestört, oder einzelne
Punkte mehr in die Quere gezogen als andere, Die Zwischen-
streifen sind äusserst fein punktulirt oder gerunzelt. Das Pygidium
ist schwarz, mit einem ziemlich breiten röthlich-gelben Spitzen-
saume, auch die hintere Hälfte der Hinterbrust, nebst deren viel
feiner punktirten Seitenstücken und der Bauch sind schwarz, aus-
genommen der Zipfel des 1. Bauchringes zwischen den Hinterhüften
202 J. Weise:
und ein in der Mitte stark erweiterter Saum am Hinterrande des
letzten Bauchringes. Der Bauch ist an den Seiten bedeutend dichter
und feiner punktirt, die Punkte von hinten eingestochen, die Ge-
schlechtsauszeichnung des Jg‘ wie bei rhombifer.
Meniellus n. gen.
Corpus ovale, glabrum. Oculi mediocres, parum convexi, leviter
emarginati, late separati, interne sulco angusto limitati. Elytra in
medio dorsi dense subseratim punctata, femora unispinosa, ungui-
culi bifidi. Episternum prothoracis margine antico interno elevatum
et a margine antico prosterni evidenter separatum.
Von der Gattung NMenius durch folgende Punkte abweichend:
Fühlerglied 2 bedeutend länger als 3, Kopfschild oben durch einen
schwachen Eindruck begrenzt, Rinne am Innenrande der Augen
schmal, oben gering erweitert, dann verengt, nicht um den Hinter-
rand verlängert. Die Punktirung der Flügeldecken ist der von
Neomenius Duv. ähnlich. Die 2, und 3., sowie die 4. und 5. Punkt-
reihe sind regelmässig, paarig genähert und durch einen schmalen,
gewölbten Zwischenstreifen getrennt, eben so deutlich treten der
erste und die beiden letzten Punktstreifen hervor, die übrigen Theile
sind sehr dicht punktirt, die Punkte grösstentheils in Reihen ge-
ordnet. Der Streifen zwischen der ersten und zweiten Punktreihe
ist hinter der Mitte glatt, vor derselben dicht punktirt. Das Poster-
num ist dem von Menius ähnlich, viereckig, neben den Seiten und
vor der Basis etwas vertieft, letztere jederseits zahnförmig. Klauen
gespalten, der innere Dorn fast so lang als der äussere.
Meniellus Kohlschütteri: Testaceus, sat nitidus, prothorace sat
fortiter punctato linea media et laterali sublaevibus, disco maculis
nonnullis obscurioribus, elytris fortiter punctatis, singulo punctis
tribus (1, 2) nigro-aeneis. — Long. 3,5—4,3 mm (Dr. Kohlschütter).
Der Kopf ist dicht punktirt, über dem Kopfschilde befindet
sich eine kurze Mittelrinne, die oben in einen mehr oder weniger
deutlichen Kiel übergeht. Halsschild mehr als doppelt so breit
wie lang, nach vorn schwach gerundet-verengt, die Scheibe mässig
querüber gewölbt, dicht und etwas stärker als der Kopf punktirt,
die Mittellinie und ein feiner Streifen am Seitenrande glatt. Die
dunkleren, röthlichbraunen Makeln sind recht verloschen und sehen
wie durchscheinend aus, eine sehr grosse, viereckige liegt an der Basis
jederseits in den Hinterecken, und eine kleine jederseits, vor der
Mitte neben der Mittellinie. Die drei kleinen Flecke jeder Flügel-
decke sind metallisch dunkelgrün, einer, auf der Schulterbeule, fehlt
öfter, die beiden andern liegen in der Mitte der Scheibe in !/, und
?/; der Breite. Der Dorn an den vier Vorderschenkeln lang, dünn,
der an den Hinterschenkeln an der Basis etwas breiter.
Eurydemus sobrinus: Oblongus, fronte ferruginea crebre rugu-
loso-punctata, prothorace nigro-piceo, sat crebre punctato, scutello
elytrisque flavescentibus, his fortiter striato-punctatis, vitta suturali
fasclisque duabus communibus abbreviatis aeneo-nigris, subtus testa-
EEE
Afrikanische Chrysomeliden. 203
ceoflavus, antennis articulis quinque ultimis nigris. — Long. 4 mm.
(Dr. Kohlschütter).
Kopf rothbraun, dicht runzelig punktirt, die Stirn durch die
Augen sehr verengt, Taster gelb, Fühler gelbbraun, die letzten fünf
Glieder schwarz. Halsschild pechschwarz, glänzend, mit röthlichem
Vorderrande, ziemlich dicht punktirt, mit einzelnen sehr feinen
Pünktchen in den Zwischenräumen. Schildchen und Flügeldecken
bräunlich gelb bis röthlich gelbbraun, stark punktirt-gestreift, hinter
der Basis leicht quer eingedrückt, ein Nahtsaum und zwei Quer-
binden, den grössten Theil der Scheibe einnehmend, metallisch
grünlich schwarz. Die erste Querbinde liegt in dem Quereindrucke
der Flügeldecken, reicht aussen bis zum 6. Punktstreifen und ver-
längert sich zwischem diesem und dem fünften sowohl nach vorn
bis zur Basis als auch nach hinten zur andern Querbinde. Ausser-
dem sendet sie zwischen dem 2. und 4. Punktstreifen einen breiteren
Ast zur Basis, der oft auf eine Makel reducirt ist. Die zweite Quer-
binde ist breiter, aussen nach vorn gebogen und von dem neunten
Punktstreifen begrenzt. Dadurch ist die helle Farbe jeder Decke
auf einen vorn und hinten breiten Seitenstreifen und zwei, oft halbirte
Makeln innen beschränkt, eine an der Basis, die andre vor der
Mitte. Im hellen Seitenstreifen zeigen sich meist noch zwei kleine
dunkle Randmakeln, hinter der Schulter und in der Mitte. Der
Zahn der Schenkel ist verschieden: an den Vorderschenkeln gross,
stark und spitz, an den Hinterschenkeln kleiner, stumpfer, an den
Mittelschenkeln sehr klein.
Nerissidius rugulosus Ws. Deutsch. Z. 1895. 330, könnte mit
Nerissus hispidulus Lef., Not. Leyd. Mus. 1886. 146, identisch sein,
da nicht gut anzunehmen ist, dass in einem so kleinen Landstriche,
wie das Land der Niams-Niams ist, zwei fast übereinstimmende
Arten vorkommen sollten. Auffällig bleibt immerhin die Angabe
Lefevre’s über die Behaarung der Oberseite: „pilis albidis et fulvis
intermixtis dense obtectus“, was auf rugulosus absolut nicht Bezug
haben kann.
Die Gattung Nerissidius ist von Nerissus Chap. durch verworrene
Punktirung und Behaarung der Flügeldecken (die Härchen auf-
gerichtet), das grosse, viereckige Schildchen, fast verrundete Hinter-
ecken des Halsschildes und dessen vertieften Seitenrand verschieden,
über dem die Scheibe allmählich, nicht wulstartig verdickt, ansteigt.
Der Körper von Nerissus ist überhaupt nicht kurzweg behaart zu
nennen, sondern mit fast anliegenden schmalen, schuppenförmigen
Härchen besetzt, welche zwischen den 18 Punktreihen der Flügel-
decken neun Doppelreihen- bilden (ausserdem noch eine abgekürzte
am Schildchen) deren Härchen unter spitzem Winkel gegen einander
geneigt sind. Das zweite bis fünfte Fühlerglied ist fast kahl, die
folgenden sind nur unbedeutend breiter, dicht anliegend, weisslich
grau behaart.
Aus dem gemeinsamen Vaterlande liesse sich vielleicht auch
folgern, dass Stratioderes Ws., 1. c. 331, mit Dicolectes Lef. Ann. Fr,
204 J. Weise:
1886 Bull. 60 identisch sei, aber folgende Angaben von Lefevre passen
durchaus nicht: „Corpus supra glabrum, scutellum pentagonum,
tibiis antieis et posticis apice dilatatis, subtus fortiter, canalicu-
latis, unguiculis bifidis“; auch könnte nur aus dem Vaterlande
vermuthet werden, dass Stratioderus fortis Ws. l. c. 332 der Dico-
lectes rugulosus Lef. l. c. 61, und Not. Leyd. Mus. 1886. 146, sei.
Stratioderes minor: Niger, subtus densius, supra parcius bre-
vissimeque pubescens, femoribus unidentatis basin versus rufescen-
tibus, antennis articulis quinque ultimis valde dilatatis, capite,
prothorace scutelloque transverso creberrime punctatis, opaeis,
nigro-aeneis, elytris obscure ferrugineis, leviter aeneo-micantibus,
crebre sat fortiter ruguloso-punctatis, minus nitidis. — Long.
7 mm. Dar-es-Salaam.
Kleiner, auf Kopf und Halsschild schwächer, auf den Flügel-
decken dagegen stärker punktirt als St. fortis, die fünf letzten
Fühlerglieder im Verhältniss zu den vorhergehenden sehr breit, die
Flügeldecken ohne deutliche Längsleiste hinter der Schulterbeule
über dem Seitenrande. Der Körper ist schwarz, unten dichter als
oben behaart, die Härchen der Oberseite gelblich, sehr fein und
kurz. Kopf, Halsschild und Schildchen matt, metallisch schwarz-
grün, die beiden ersteren äusserst dicht nabelig, letzteres etwas
feiner punktirt, die Seiten des Thorax gerundet, mit je 8 bis 10
mässig grossen Zähnen. Schildchen quer viereckig, die Hinterecken
abgerundet. Flügeldecken dunkel rostroth, wenig glänzend, metallisch
grünlich überflogen, dicht, doppelt so stark als das Halsschild, tief
und runzelig punktirt, auf dem Abfalle zur Spitze mit gereihten
Punkten, deren Zwischenräume einige kurze, leicht gewölbte Streifen
bilden. Schenkel in der Basalhälfte dunkel röthlich, die vier Vorder-
schenkel haben einen kleinen, scharfen und spitzen, die Hinter-
schenkel einen grösseren Zahn.
Plagiodera Severini: Ferruginea, antennis articulis 6 ultimis
piceis, tiblis tarsisque infuscatis, fronte prothoraceque punctulatis,
scntello nigro laevi, elytris confertim punctatis, nigris nitidis, limbo
suturali et laterali ferrugineis, callo humerali et laterali distinctis,
hoc parce punctulato. — Long. 5,5—6 mm. Tschinde (Fruhstorfer).
Kopf und Halsschild rostroth, Mandibeln, letztes Tasterglied
und die letzten sechs Fühlerglieder pechbraun, Oberlippe gelbbraun,
Stirn zerstreut punktulirt, mit einer sehr weiten, tiefen Mittelfurche,
die vorn mit dem breit-dreieckigen vertieften Kopfschilde in Ver-
bindung steht. Halsschild mit zwei flachen Quereindrücken, der
eine hinter dem Vorderrande, der andere jederseits vor dem Hinter-
rande, die Scheibe wenig dicht und ungleichmässig punktulirt, auf
einem Streifen am Seitenrande mit einigen gröberen Punkten.
Flügeldecken glänzend schwarz, ein Seiten- und Nahtsaum auf jeder
rostroth; letzterer lässt die Nahtkante frei und erweitert sich in
der Spitze, wo er mit dem Seitensaum zusammen trifft, bedeutend.
Die Scheibe ist verworren und etwas stärker als in unserer versico-
lora punktirt, zuweilen treten auf der inneren Hälfte vor der Mitte
Afrikanische Chrysomeliden. 205.
einige Punkte in Reihen, der Wulst am Seitenrande ist innen tief
begrenzt, mässig gewölbt, sparsam und sehr fein punktulirt mit
einer starken, theilweise verdoppelten Punktreihe am Aussenrande.
Der rothe Seitensaum erstreckt sich bis in die Längsvertiefung die
den Wulst innen absetzt oder wenig darüber hinaus. Die Unter-
seite ist rostroth, aber die Schienen und Tarsen sind mehr oder
weniger angedunkelt.
Plagiodera opacicollis: Obscure ferruginea, interdum pectore
medio infuscato, femoribus plus minusvein basi abdominequesubaeneo-
nigris, capite prothoraceque opacis, hoc latera versus punctato serieque
angulata fortiter punctata, elytris aeneis, leviter subcupreo-auri-
chalceo-micantibus, subtiliter sat dense punctatis, callo humerali
et laterali distinctis, hoc antice biseriatim punctato. — Long. 6,5
—8 mm. Delagoa-Bay. Deutsch-Ostafrika (Böttcher).
An dem matten rothbraunen Kopfe und Halsschilde leicht zu
erkennen. Letzteres ist auf der Scheibe kaum sichtbar punktulirt,
auf einem Streifen über dem Seitenrande deutlich, ziemlich dicht
punktirt und hier auch mit einer sehr deutlichen, windelig-bogen-
förmigen Reihe von starken Punkten besetzt, welche bei den ver-
wandten afrikanischen Arten weniger regelmässig und stark ist.
Schildchen pechschwarz, wie der Thorax äusserst fein und dicht
gewirkt. Flügeldecken in den Schultern mässig heraustretend,
dahinter fast gradlinig bis zur Mitte erweitert, dann ähnlich, zuletzt
stärker und gerundet-verengt. Die Seiten bilden daher in der
Mitte einen deutlichen, aber äusserst schwachen stumpfen Winkel.
Die Oberfläche ist dunkel erzfarbig, mit einem kupferig-gelblichen
Metallschimmer, ziemlich dicht, wenig tief punktirt, der Schulter-
höcker und der breite, innen deutlich abgesetzte Seitenwulst glatt,
letzterer mit zwei weitläufigen und nicht ganz regelmässigen stärkeren
Punktreihen, die sich hinter der Mitte zu einer vereinigen. Fühler
pechschwarz, die ersten vier Glieder röthlich gelbbraun, Brust und
Beine rostroth, einfarbig, oder die Schenkel in der Basalhälfte (an
den Vorderschenkeln wenigstens am Unterrande) schwarz, Schienen
an der Spitze und die Tarsen etwas angedunkelt, die Brust nach
der Mitte zu schwärzlich, der Bauch schwarz, mit grünlichem Metall-
schimmer. Die Seiten der Vorderbrust sind ebenfalls matt, mit
unregelmässigen sehr groben Punkten besetzt.
Das J' ist kleiner als das 2, mit schwach erweiterten Tarsen
und einem Büschel brauner Härchen jederseits am Hinterrande des
letzten Bauchringes.
Prasocuris Varendorffi: Breviter ovalis, convexa, nigra, antennis
(clava excepta) prothoraceque rufo-testaceis, hoc disco parce punctu-
lato, latera versus crebrius subruguloso-punctato, elytris striato-
punctatis, violaceo-nigris, limbo laterali (utrinque dilatato) punctoque
ante apicem in singulo rufo-testaceis. — Long. 5 mm. Öranje-
- Freistaat.
Unterseite und Kopf schwarz, erstere etwas bläulich, die Seiten
der Vorderbrust, und ein Saum des Bauches röthlich gelbbraun,
206 J. Weise,
ebenso die Epipleuren der Flügeldecken; die Spitzen der Schienen
und die Tarsen pechschwarz. Kopf sparsam und sehr fein
punktulirt. Halsschild gesättigt röthlich gelbbraun, auf der Mitte
der Scheibe leicht angedunkelt, wenig dicht punktulirt, an den
Seiten heller, dicht und kräftig punktirt, runzelig, ein schmaler
Saum am Rande fast glatt. Schildchen schwarz, glatt. Flügel-
decken schwarz, mit violettem Anfluge, ein Saum an den Seiten
und ein Punkt jeder Decke röthlich gelbbraun. Der Seitensaum ist
innen von der neunten Punktreihe begrenzt, erweitert sich an der
Basis bis an die siebente Reihe an der Innenseite der Schulterbeule
und setzt sich an der Spitze in einen kurzen Ast nach vorn zwischen
der 2. und 3. Punktreihe fort. Der rothe Punkt jeder Decke liegt
vor der Spitze am Ende der 5. und 6. Punktreihe. Die Punkt-
reihen der Flügeldecken sind regelmässig, die äusseren drei,
namentlich vor der Mitte, furchenartig vertieft und stärker punktirt
als die inneren.
Von den europäischen Arten unterscheidet sich die vorliegende
durch den breiten, kurz-ovalen Körper, die feine und sparsame
Punktirung der Unterseite und namentlich durch eine tiefe Längs-
furche an den Seiten der Vorderbrust. Sie wurde von H. von
Varendorff bei Senekal gefangen und mir nebst einigen anderen
Arten freundlichst mitgetheilt.
Ordosoma ornata Baly. Diese Art vom Lake N’Gami identificirt
Jacoby, Proceed. 1900. 242, nach Ansicht der Typen mit der Var.
bimaculata Kolbe von O. spilota Baly. Ich kann mich damit nicht
einverstanden erklären, nachdem ich durch H. Severin aus dem
Brüsseler Museum eine etwas abweichend gefärbte Form von
Tschinde (Fruhstorfer) erhielt, die zu ornata Baly gehören muss.
Wie Baly vermuthete, Transact. 1864. 226, wird seine spelota
allerdings der ornata in der Zeichnung der Flügeldecken sehr
ähnlich, aber nicht in Körperform und Punktirung; denn ornata ist
merklich gestreckter, die Flügeldecken an den Seiten weniger ge-
rundet, nicht ganz so dicht aber bedeutend stärker punktirt, mit
höherer Schulterbeule und hinter dieser deutlich vertieft. Das Thier
ist glänzend rothbraun, die Hinterbrust an den Seiten (Baly
bezeichnet dieselben in der Diagnose wohl als Parapleuren), oder
gänzlich, nebst den Beinen, 3 Makeln auf dem Thorax und den
Flügeldecken schwarz. Auf letzteren ist ein in der Spitze ver-
breiterter Seitensaum und eine grosse Querbinde etwas vor der Mitte
roth. In spilota Baly bleibt die Hinterbrust einfarbig gelbbraun.
Bei der Form von T'schinde, die Var. pectoralis heissen mag,
sind die Flügeldecken gesättigt bräunlich roth, glänzend, ein Saum
an den Seiten hinter der Mitte, der sich am Hinterrande erweitert,
sowie eine Querbinde vor der Mitte jeder einzelnen, gelblich gefärbt,
aber sehr unbestimmt und nur bei genauer Betrachtung, bemerkbar.
Lygaria angusticollis Ws. Deutsch. Zeitschr. 1895. 351, wurde
in einem Exemplare von H. Dr. Kohlschütter gefunden.
Afrikanische Chrysomeliden. ; 207
Ceralces affınis: Oblongo-ellipticus, brunneo-rufus, nitidus, palpis,
antennis (basi excepta) pedibusque nigris, prothorace fortiter trans-
verso, ante medium subcompresso-angustato, dorso sat crebre
punctato, scutello transverso, elytris subparallelis, apice angustius
rotundatis, subacutis, sat crebre, hinc inde subseriatim punctatis. —
Long. 6—8 mm. (Dr. Kohlschütter).
Var. a. Pectore abdomineque (ano excepto) nigris.
Diese Art kann leicht mit ferrugeineus Gerst., weniger mit natalensis
Baly verwechselt werden, ist aber bedeutend schlanker gebaut als beide,
hinter stärker verengt, fast gemeinschaftlich stumpf zugespitzt, und
ihr Umriss besteht nicht aus zwei deutlich abgesetzten Theilen, sondern
bildet ein fast regelmässiges, längliches Oval, da die Schultern
verhältnissmässig schwach heraustreten und die Seiten des Thorax
und der Flügeldecken fast in einer Flucht gerundet sind. Die
Punktirung der Oberseite ist feiner wie in ferrugineus und bedeutend
feiner als bei natalensis. Das Halsschild ist doppelt so breit als
lang, von oben betrachtet, hinten fast parallelseitig, oder von den
Hinterecken bis zur Mitte gradlinig und sehr sanft, davor stärker
und gerundet verengt. Schildchen fast doppelt so breit als lang.
Der Penis bildet eine kurze, stark gebogene und nach vorn all-
mählich schwach erweiterte Röhre, mit langer, hoch gerandeter
Oeffnung und breit abgerundeter Spitze; die Unterseite ist gleich-
mässig gewölbt. Aehnlich ist auch der Penis der beiden anderen
Arten, jedoch in ferrugineus viel dicker, mit einer Längsvertiefung
jederseits auf der Unterseite, in natalensis besitzt die Unterseite
zwei tiefe und breite Längsgruben, welche durch einen hohen
Mittelkiel getrennt sind.
Malacosoma straminipennis: Nigra, labro genubusque obscure
rufescentibus, palpis labialibus antennisque gracilibus basi testaceis,
prothorace punctulato, elytris stramineis crebre subruguloso-punctu-
latis. — Long. 5 mm. Nguelo (Kraatz).
An dem schwarzen Körper mit strohgelben Flügeldecken leicht
zu erkennen. Fühler bis zur Mitte der Flügeldecken reichend,
schlank, Glied 2 kurz, die folgenden gestreckt, an der Spitze wenig
erweitert, unter sich fast von gleicher Länge, oder die letzten
Glieder unmerklich verkürzt, jedes mehr als doppelt so lang wie
an der Spitze breit, schwarz, die ersten vier Glieder röthlich gelb-
braun, das fünfte, wenigstens an der Basis dunkel rothbraun.
Maxillartaster pechbraun, Lippentaster gelbbraun. Halsschild mässig
dicht, fein punktulirt, glänzend, der Seitenrand sparsam und kurz
bewimpert. Schildchen gewirkt. Flügeldecken sehr dicht und fein
runzelig punktulirt. Unterseite schwarz, die äusserste Basis der
Schienen und die letzten Tarsenglieder röthlich pechbraun.
Malacosoma Kohlschütteri: Nigra, labro, palpis, antennis crassi-
usculis basi genubusque piceo-rufis, prothorace punctulato, elytris
stramineis, sat dense punctulatis. — Long. 5,5—6,5 mm. (Dr. Kohl-
schütter).
208 ä J. Weise.
Der vorigen sehr ähnlich, etwas grösser, breiter gebaut, die
Flügeldecken nicht ganz so dicht und kräftiger punktulirt, kaum
gerunzelt. Durch die Fühlerbildung total verschieden. Dieselben
sind in beiden Geschlechtern übereinstimmend gebaut, dick, nach
der Spitze allmählich etwas verengt, Glied 1 keulenförmig, 2 kurz,
knopfförmig, 3 dreieckig, wenig länger als an der Spitze breit,
4 das längste, fast um die Hälfte länger als 3, nach oben allmählich
verbreitert, Glied 4 bis 7 unter sich gleich, wenig länger als 3 aber
so dick als 4; 8 unmerklich, die folgenden deutlich dünner als 7.
Zuweilen ist die Kante des Halsschildes röthlich gefärbt, die Fühler
sind schwarz, ihre drei ersten Glieder, wenigstens theilweise röthlich
pechbraun.
Megalognatha grisea: 2 Nigra, omnino subtilissime griseo-pubes-
-cens, subopaca, ventre flavo, prothorace crebre subtiliter punctato,
antice et postice transversim impresso, linea media laevi, elytris
obscure stramineis, creberrime sed subtiliter ruguloso-punctatis. —
Long. ” mm. (Dr. Kohlschütter). |
Durch die äusserst feine und kurze, greise Behaarung des
ganzen Körpers ausgezeichnet. Schwarz, der Bauch gelb, die
Flügeldecken verschossen bräunlich gelb. Fühler ziemlich schlank,
bis hinter die Mitte der Flügeldecken reichend, Glied 1 lang und
stark keulenförmig, 2 kurz, 3 kürzer als 1, 4 etwas kürzer als 3,
die folgenden unter sich von gleicher Länge, jedes etwas kürzer
als 4, das Endglied so lang als 3, lang zugespitzt. Halsschild etwas
länger als breit, an den Seiten gerundet, nach hinten länger als
nach vorn verengt, schwach gewölbt, dicht und fein punktirt, der
Vorder- und der Hinterrand durch je einen graden, aussen weit
abgekürzten Quereindruck leicht wulstartig verdickt, zwischen beiden
Eindrücken befindet sich eine glatte, vertiefte Mittellinie. Schildchen
ohne Punkte, aber matt, dicht behaart. Flügeldecken fein, jedoch
äusserst dicht runzelig punktirt, die unteren Nahtflächen, die hinter
der Mitte sichtbar werden, angedunkelt.
Esteourtiana Jac. Proceed. 1900. 260.
Die Gattung ist ausgezeichnet durch die Stirnrinnen, welche
von der Mitte in einer schrägen graden Linie zum Oberrande der
Augen laufen, der Raum unter ihnen wird fast ganz von der Grube
um die Fühlerwurzel eingenommen, so dass die Stirnhöckerchen
kaum einen Platz finden und ganz undeutlich sind. Fühler kurz,
vom 5. Gliede ab schnurförmig. Halsschild jederseits über den
Vorderecken mit einer punktirten Schrägfurche, die nach
hinten und innen bis etwa zur Mitte zieht. Flügeldecken
hinter den Schultern mit einem kurzen, tiefen, etwas gebogenen
Längseindrucke über dem Seitenrande, Vordere Hüftpfannen ge-
schlossen.
Este. bifasciata Jac. 1. c. ist bei Estcourt, Natal, Salisbury,
Mashonaland von Marshall gefangen worden, ich vermag jedoch
davon Stücke aus Nguelo in Deutsch-Ostafrika und Sierra Leone
nicht zu unterscheiden. Das Halsschild hat einen schwarzen Längs-
Afrikanische Chrysomeliden, 209
fleck in der Mitte und häufig noch einen sehwarzen Punkt jeder-
seits davon, die Flügeldecken sind einfarbig gelbbraun, oder mit
schwarzer Zeichnung, welche zuletzt eine ziemlich breite Längsbinde
von der Basis über die Schulter bis vor die Spitze bildet. Gerstäcker
hat das Thier von Moschi als Malacosoma (?) litura beschrieben, es
muss also hinfort als Zsteourtiana litura Gerst. 1871 bezeichnet
werden.
Plagiasma n. gen.
Acetabula antica aperta. Corpus subeylindricum. Antennae
elongatae filiformes. Sulci frontales transversi arcuati, tubercula
frontalia arcuata, profunde terminata. Prothorax subpulvinatus,
utringue oblique punctato-sulcatus. Elytra dense punctata lineis
elevatis laevibus; epipleuris latis, postice attenuatis, longe pone
medium obliteratis. Tibiae quatuor anticae muticae, unguiculi
appendiculati.
Diese zu den Agelastieites Chap. gehörige Gattung ist sofort an
der punktirten Schrägfurche des Halsschildes zu erkennen, die von
der vorderen Borstenpore jederseits bis hinter die Mitte läuft und
genau auf die entsprechende Vorderecke des Schildchens gerichtet
ist. Sie ist viel deutlicher ausgeprägt als in Zstcourtiana. Die
Fühler sind schlank, etwa ?/, so lang als der Körper, fadenförmig,
Glied 1 sehr lang, 2 etwa '/, so lang als 1 und doppelt so lang
als breit, die folgenden unter sich von ziemlich gleicher Länge,
jedes mindestens doppelt so lang als 2. Stirnhöcker gewölbt, quer,
bogenförmig, oben von einer tiefen Furche begrenzt, die aus zwei
Bogen besteht. Halsschild doppelt so breit als lang, kissenartig
gewölbt, die Seiten stark gerundet, alle Ecken verrundet, die vordere
Borstenpore drückt den Seitenrand kaum heraus und steht ein Stück
hinter den Vorderecken, die hintere Borstenpore auf einem kleinen
Kegel in den Hinterecken. Flügeldecken an der Basis wenig breiter
als das Halsschild, fast cylindrisch, hinter der Mitte allmählich
schwach verengt, an der Spitze mässig breit abgerundet, mit ge-
rundet-stumpfwinckeliger Nahtecke, im letzten Drittel gleichmässig
und sehr fein, davor stärker punktirt, und mit feinen erhabenen
glatten Längslinien versehen, von denen die drei inneren ziemlich
gradlinig, die folgenden gebogen sind und vorn auf den Schulter-
höcker zu laufen. Die inneren beginnen weit hinter der Basis.
Die schwach vertieften Zwischenstreifen sind mit je zwei sehr
unregelmässigen Punktreihen besetzt. Das Prosternum ist äusserst
schmal, hinter den Hüften stark erweitert und bleibt hier von den
Seitenstücken mässig weit getrennt. Der Enddorn der Hinterschienen
ist sehr klein und befindet sich an der Innenseite der Spitze, der
Metatarsus ist fast so lang als die drei folgenden Glieder zusammen.
Plagiasma sublineata: Laete testacea, nitida, prothorace sublaevi,
scutello laevi, elytris stramineis, crebre punctatis, sublineatis, apice
subtilius punctatis. — Long. 5—5,5 mm. Kamerun: Johann
Albrechts Höhe (Conradt, Kraatz).
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.1. H.2. 14
210 JS. Weise:
Aenidea Hauseri: 3‘ Elongata, parallela, rufo-testacea, antennis
apicem versus infuscatis, palpis ventreque nigris, clypeo magno,
concavo, apice lamella antrorsum membranacea instructo, elytris
cyaneis, sat dense subruguloso-punctatis. — Long. 6 mm. Africa
orientalis,
Gestreckt, fast parallel, wenig gewölbt, röthlich gelbbraun, die
Taster pechschwarz, der Bauch, welcher im Verhältniss zur Länge
der Brust nur kurz ist, tief schwarz, die Flügeldecken schwarz-
blau, Fühler nach der Spitze hin angedunkelt. Kopf gross, die
Fühler hoch auf der Stirn eingefügt, mit grossen, schmal getrennten
Basalgruben, der ganze Raum darunter concav, glatt, vorn von
einer dicken und hohen Querleiste begrenzt, die durch eine schwache
Mittellinie halbirt wird. In diesen concaven Theil ragt von oben,
dicht unter der Fühlerwurzel, ein abstehendes Blech hinein, dessen
vordere Hälfte häutig ist. Die Fühler sind ziemlich so lang als
der Körper, nicht besonders dünn, Glied 1 etwas länger wie in den
übrigen Arten und für sich allein eine Spur länger als 3, die folgenden
Glieder normal gebaut. Halsschild viereckig, fast um die Hälfte
breiter als lang, in !/, Länge am breitesten, nach vorn kurz-,
nach hinten stärker verengt, äusserst fein gewirkt, kaum sichtbar
punktulirt, mit einer grossen, jederseits stärker vertieften Quergrube
in der Mitte der Scheibe. Flügeldecken äusserst fein gewirkt,
ziemlich dicht und fein, namentlich nicht tief punktirt, leicht ge-
runzelt, hinter dem Schildchen und hinter der Mitte neben der
Naht eingedrückt, der vordere Eindruck stärker als der hintere, die
Basis innerhalb der Schulter daher leicht beulenförmig. An den
Beinen ist das dritte und vierte Tarsenglied angedunkelt.
Ich widme die Art Herrn Prof. Hauser in Erlangen, der 2 d'
von der Luitpoldkette durch H. Dr. J. Schulz in Magdeburg zur
Bestimmung einsandte.
Asbecesta vieina: Suboblonga, testaceo-rufa, nitida, antennis (basi
excepta), tibiis tarsisque posterioribus nigris, elytris alutaceis niti-
dulis, dense punctulatis, coeruleo-viridibus, abdomine nigro coeruleo.
— Long. 5,5 mm. (Dr. Kohlschütter).
Durch die Farbenvertheilung der A. abdominalis Jac. am ähn-
lichsten, aber breiter gebaut als diese Art und ohne Längsleiste
über den Seiten der Flügeldecken, in der Punktirung der Oberseite
an cyanipennis Har. erinnernd, jedoch breiter als diese, namentlich
das Halsschild. Die Fühler sind in der Mitte etwas dicker als an
den Enden, schwarz, die ersten beiden Glieder bräunlich roth, die
beiden folgenden pechbraun. Kopf, Halsschild und Schildchen
lebhaft hell roth, glänzend, die Querfurche des Halsschildes breit
und tief, mit einzelnen Punkten, der Raum dahinter sparsam und
fein punktirt. Flügeldecken äusserst dicht und fein gewirkt, fettig
glänzend, dicht punktirt, dunkel metallisch bläulich grün, mit dem
normalen Eindrucke an der Naht ein Stück hinter dem Schildchen,
Unterseite und Beine röthlich gelbbraun, weniger roth als das Hals-
schild, der Bauch schwarzblau, die Schienen und Tarsen der vier
Afrikanische Chrysomeliden. 911
Hinterbeine schwarz, die Spitze des dritten Tarsengliedes und das
Klauenglied röthlich. Beim g' ist das erste Tarsenglied der Mittel-
beine erweitert und der letzte Bauchring durch einen tiefen Ein-
schnitt jederseits in drei Zipfel gespalten.
Hallirhotius puncticollis: Sat elongatus, modice convexus, subtus
testaceus, femoribus, capite, prothorace scutelloque rufescentibus,
antennis nigris articulis tribus primis rufo-testaceis, tibiis (basi
excepta) tarsisque nigris, prothorace minus dense punctato, elytris
creberrime punctatis, parum nitidis, nigro-aeneis. — Long. 5,8
—6,2 mm. (Dr. Kohlschütter).
Bedeutend schlanker gebaut als H. africanus Jac. weniger
gewölbt, die Flügeldecken viel dichter, tiefer punktirt. Schlank,
fast parallel, unterseits bräunlichgelb, die Schenkel nebst der
Schienenbasis mehr röthlich, der übrige Theil der Schienen und die
Tarsen schwarz, ebenso die Fühler, an denen die ersten drei Glieder,
wie der Kopf, das Halsschild und Schildchen bräunlich roth gefärbt
sind. Mandibeln pechschwarz. Nasenkiel schmal, Stirnhöckerchen
gross, quer-dreieckig, gewölbt, oben tief begrenzt, die Stirn darüber
zerstreut punktulir. Halsschild doppelt so breit als lang, nur
mässig querüber gewölbt, mit mehreren unregelmässigen und ver-
loschenen Eindrücken, stärker und tiefer als in den übrigen Arten
punktirt, die Punkte an einzelnen Stellen sehr sparsam, an anderen
dichter eingestochen. Schildchen glatt, fein gewirkt, Flügeldecken
sehr dicht punktirt, wenig lebhaft und sehr dunkel metallisch grün
mit bläulichem Anfluge, wenig glänzend. Beim g' ist das erste
. Tarsenglied leicht erweitert, der letzte Bauchring hat eine grosse,
gerundet-dreieckige Quergrube vor dem Hinterrande.
Monolepta marginella: Oblongo-ovalis, convexa, nitida, rubra,
antennis testaceis articulis duobus ultimis, tibiis postieis apice
tarsisque infuscatis, elytris sat dense subtilissime punctulatis, nigris,
limbo laterali angusto apice parum dilatato rufo.. — Long. 3
—4 mm. Usambara occident. Mombo (Paul Weise).
Monolepta usambarica: Oblongo-ovalis, convexa, rufo-testacea,
nitida, antennis pedibusque testaceis, elytris sat dense evidenter
punctulatis macula magna communi nigra. — Long. 4 mm. Mombo
(Paul Weise).
Heller roth gefärbt als die vorige, Fühler und Beine einfarbig,
Flügeldecken deutlicher, tiefer punktirt, mit einer gemeinschaftlichen
grossen schwarzen Makel. Diese ist gerundet, etwas länger als
breit, beginnt in !/; der Länge und reicht bis vor die Spitze; an
letzterer und am Seitenrande bleibt ein hell bräunlich rother, mässig
breiter Saum frei. In beiden Arten ist das dritte Fühlerglied
unmerklich schlanker und länger als das zweite.
Monolepta nigricornis: Ovalis, convexa, subtus laete testaceo-
rufa, antennis, tibiis tarsisque nigris, supra rubra, elytris sat dense
subtiliter punctulatis, macula magna nigra transversa communi pone
medium ornatis. — Long. 4,5 mm. Mombo (Paul Weise).
14*
912 J. Weise:
Grösser, namentlich breiter gebaut als die vorigen, und an den
einfarbig schwarzen Fühlern, Schienen und Tarsen zu unterscheiden.
Die Oberseite ist lebhaft, doch nicht besonders hell roth, glänzend,
die Flügeldecken mit einer gemeinschaftlichen schwarzen Makel,
welche die hintere Hälfte mit Ausnahme eines schmalen Seiten-
und eines breiteren Spitzensaumes einnimmt. Drittes Fühlerglied
kaum dünner, aber eine Spur länger als das zweite und, wie normal,
an der Spitze schräg abgeschnitten.
Monolepta mombonensis: Oblonga, apicem versus vix ampliata,
subparallela, convexa, dilute ferruginea sat nitida, antennis nigris,
articulo primo testaceo, elytris erebre subtiliter subruguloso-punctatis.
— Long. 3,8—4 mm. Mombo (Paul Weise).
Monolepta discoidea: Oblongo-ovalis, convexa, subtus flavo-
testacea, antennis articulo ultimo nigro, supra testaceo-rubra, nitida,
elytris crebre subtiliter subruguloso-punctatis, nigro eircumeinctis. —
Long. 3—3,4 mm. Mombo (Paul Weise).
Die Flügeldecken sind am Vorder-, Seiten- und Hinterrande
ziemlich breit schwarz umsäumt, so dass ein gemeinschaftlicher
Scheibenfleck roth bleibt, welcher um die Hälfte länger als breit
ist. Der schwarze Seitensaum nimmt ungefähr das äussere Drittel
jeder Decke ein, lässt aber einen feinen Saum am Aussenrande frei,
der etwas vor der Mitte beginnt und vor der Nahtecke endet.
Fühlerglied 3 eine Spur länger als 2.
Monolepta insignis: Oblongo-ovalis, subconvexa, straminea,
nitida, capite fasciisque binis undulatis elytrorum nigris, antennarum
articulo ultimo, femorum basi abdomineque (medio excepto) nigri-
cantibus, fronte nitida tuberculis obsoletissimis, elytris crebre sub-
tiliter punctulatis. — Long. 3,8—4 mm. Mombo (Paul Weise).
Kopf schwarz, glänzend, der Vorderrand des Kopfschildes fein
gelblich gesäumt, Stirnhöckerchen undeutlich, oben durch einen feinen
verloschenen Quereindruck schlecht begrenzt, Fühler bräunlich gelb,
das Endglied schwärzlich. Halsschild und Flügeldecken weisslich
strohgelb, glänzend, ersteres doppelt so breit als lang, dicht und
äusserst fein punktulirt, nach vorn fast gradlinig schwach verengt.
Schildehen bräunlich gelb bis rothbraun. Flügeldecken fein punktulirt,
mit zwei schwarzen Querbinden. Die erste, an der Basis, ist schmal,
auf der Schulter winckelig erweitert und am Seitenrande saum-
förmig, nach hinten etwas erweitert, bis vor die Mitte verlängert.
Auch an der Naht zieht sie sich als eine kurze, gemeinschaftliche
Binde von gleicher Breite bis zu !/, der Länge nach hinten. Die
zweite Binde ist auf jeder Decke aus zwei Makeln zusammengesetzt,
von denen die innere gross, breiter als lang, vorn gerundet, hinten
gradlinig begrenzt, dicht hinter der Mitte an der Naht, die andre
kleiner, weiter nach hinten gerückt, quer viereckig, über dem Seiten-
rande liegt. Die Unterseite ist schwärzlich, Mittel- und Hinterbrust
nebst der Mitte des Bauches röthlich gelbbraun oder gelbbraun,
Beine bräunlich gelb, die Hüften und wenigstens die Basalhälfte
der Schenkel schwärzlich.
ER
Afrikanische Chrysomeliden. 213
Monolepta flavilabris: Ovalis, subconvexa, straminea, nitida,
capite (ore excepto) fasciisque binis undulatis elytrorum nigris,
antennarum articulo ultimo infuscato, pectore abdominis nigri medio
ferrugineis; fronte subopaca tuberculis discretis, elytris crebre evi-
denter punctulatis. — Long. 4 mm. Pangani-Steppe.
Der vorigen sehr ähnlich, breiter gebaut und auf den Flügel-
decken stärker, namentlich tiefer punktirt, ausserdem in folgenden
Punkten verschieden. Die Stirnhöcker sind gewölbt, tief umgrenzt,
die Stirn darüber dicht gewirkt, matt, fein punktirt. Der Vorder-
rand des Kopfschildes, die Oberlippe und der Mund sind gelb, nur
die Mandibeln pechbraun. Halsschild äusserst dicht, fein und ver-
loschen punktulirt, nach vorn gradlinig, ziemlich stark verengt.
Die vordere schwarze Querbinde der Flügeldecken berührt nicht
die Naht, sondern ist neben derselben in einen abgerundet-drei-
eckigen Zipfel bis !/, der Länge ausgezogen, der sich nach hinten
allmählich von der Naht entfernt; aussen ist sie auf der Schulter
ebenfalls winkelig erweitert und dann als feiner Seitenrandsaum bis
über !/, der Länge ausgedehnt. Die zweite Querbinde ist ähnlich
wie bei insignis geformt, der äussere Theil jedoch weniger weit
nach hinten gerückt. Oft haben die Flügeldecken noch eine gemein-
same kleine schwarze Makel vor der Spitze.
Monolepta aeneipennis: Oblongo-ovalis, sat convexa, saturate
ferrugineo-rufa, nitida, antennis testaceis apicem versus infuscatis,
tuberculis frontalibus sat obsoletis, elytris obscure viridi-aeneis,
creberrime subtiliter punctatis. — Long. 4,2 mm. Mombo (Paul
Weise).
Die Grundfarbe ist auf Kopf, Halsschild, Schildchen, Unterseite
und Schenkeln ein gesättigtes und lebhaftes bräunliches Roth,
Fühler, Schienen und Tasten sind röthlich gelbbraun, das vierte
bis siebente Fühlerglied an der Spitze, die übrigen vollständig an-
gedunkelt, die Basis des letzten Bauchringes ist oft schwärzlich.
Stirnhöcker ziemlich undeutlich, schlecht von einander geschieden
und oben von einer schwachen, durchaus graden Querlinie begrenzt,
die Stirn darüber gross, äusserst fein gewirkt, punktulirt. Hals-
schild doppelt so breit als lang, nach vorn wenig, nach hinten
stärker verengt und hier etwas schmaler als vorn. Flügeldecken
dunkel metallisch grün, sehr dicht fein punktirt, nach hinten
allmählich verbreitert.
Monolepta testacea: Oblongo-ovalis, convexa, laete testacea,
nitida, antennis articulo ultimo infuscato, prothorace elytrisque subti-
lissime, minus profunde ruguloso-punctatis. — Long. 3—4 mm.
Usambara occeidentalis: Kwai (Paul Weise).
Heller gefärbt als ferruginea, nach hinten verbreitert, oberseits
feiner, besonders weniger tief punktirt. Fühler schlank; Glied 2
gestreckt, fast doppelt so lang als breit, 3 kaum so lang als 2, die
folgenden lang. Halsschild oft mit einem verloschenen (Querein-
drucke jederseits in der Mitte,
214 J. Weise:
Monolepta leuce: Oblongo-ovalis, convexa, subtus nigra, antennis
(articulis ultimis apice vel omnino infuscatis exceptis), femorum
apice extremo, tibiis tarsisque testaceis, supra ferrugineo-rufa,
nitida, scutello piceo, elytris crebre subtiliter punctulatis, singulo
maculis binis flavo-albids. — Long. 4,5—5,2 mm. Usambara,
frequens.
Beim 2 sind die 5 bis 6 letzten Fühlerglieder an der Spitze
angedunkelt, beim g' ist Glied 4 bis 6 gebräunt, die folgenden
Glieder sind schwärzlich. Auf jeder Flügeldecke ist die gelblich
weisse Grundfarbe auf zwei grosse Makeln reducirt, eine vor, die
andre hinter der Mitte, beide der Naht nahe, vom Seitenrande
etwas weiter entfernt. Die erste ist breit-oval und hat auf der
Schulterbeule einen winckeligen Ausschnitt, die zweite ist dreieckig,
mit völlig verrundeten Ecken, aussen breiter als innen.
Monolepta deleta: Oblongo-ovata, sat convexa, piceo-nigra, nitida,
elytris dense obsoleteque punctulatis, flavo-albidis, fascia communi
submedia limboque suturali et laterali testaceis valde obsoletis. —
Long. 3,5—4 mm. Usambara, in floribus frequens.
Monolepta intermedia Rits. wurde von H. Dr. Kohlschütter
in Deutsch-Ostafrika gefangen.
Candezea Pauli: Oblongo-ovalis, sat convexa, nigra, antennis
articulo primo, capite (ore excepto) prothoraceque testaceo-flavis,
hoc basi subconstricto, elytris ferrugineo-rufis, crebre punctulatis. —
Long. 5—6 mm. Usambara occidentalis, passim.
Mas.: Elytro singulo fovea oblonga suturali pone scutellum
impresso.
Var. a. Scutello antennarumque articulo secundo rufescentibus.
Mit C. haematura Fairm. verwandt, durchschnittlich kleiner als
diese, aber von ähnlicher Körperform, durch die lebhaft bräun-
lich rothen Flügeldecken sofort zu erkennen.
Candezea viridipes: Angusta, convexa, testacea, pedibus pomaceis,
tibiis tarsisque posticis infuscatis, scutello piceo vel nigro, elytris
flavo-albidis, crebre subtiliter punctatis, lineis longitudinalibus non-
nullis abbreviatis fusco-translucentibus, limbo laterali pomaceo, limbo
suturali et vitta angusta intramarginali nigris. — Long. 3—3,7 mm.
Kwai (Paul Weise).
Gestreckt, vorn und hinten stark verschmälert, die Flügeldecken
am Ende einzeln gerundet-abgestutzt. Röthlich gelbbraun, die Beine
blassgrün, an den Hinterbeinen die Schienen, mit Ausnahme der
Basis, und die Tarsen schwärzlich. Halsschild kurz, mehr als
doppelt so breit wie lang, nach vorn gradlinig und stark verengt,
äusserst fein punktulirt. Flügeldecken gelblich weiss, dicht und
fein, sehr deutlich punktirt, mit drei bis sechs dunkel durch-
scheinenden Längslinien, die bald nur im mittleren Theile, bald
ziemlich der ganzen Länge nach sichtbar sind. Der Seitenrand ist
hellgrün gesäumt, darüber liegt eine dem Rande parallele, breite
schwarze Längslinie,. welche vor dem Hinterrande erlischt, vorn
jedoch über den Schulterhöcker sich als schmaler Basalsaum bis
Afrikanische Chrysomeliden. 215
an die Naht und an dieser entlang um die Nahtecke herum bis zur
hinteren Aussenecke jeder Decke als Saum fortsetzt.
Bei schlecht gehaltenen und Spiritusexemplaren sind die Beine
und der Aussensaum der Flügeldecken nicht grün, sondern hell
gelbbraun.
Candezea Kwaiensis: Angusta, convexa, testacea, antennis
apicem versus vix infuscatis, scutello piceo, elytris viridi-aeneis,
subtiliter sed evidenter punctatis, pectore abdomineque nigris. —
Long. 3—3,5 mm. Kwai, Mombo (Paul Weise).
Im Körperbau mit der vorigen Art übereinstimmend, also viel
schlanker als die oben beschriebene Monolepta aeneipennis, die
Hauptfarbe des Körpers auch weniger roth als bei dieser, sondern
mehr gelbbraun, die grüne Metallfarbe der Flügeldecken lebhafter
und die Punktirung derselben für die Gattung verhältnissmässig
stark und tief. Das dritte Fühlerglied ist doppelt so lang als das
zweite und fast so lang als das vierte, einige der Endglieder sind
an der Spitze oft leicht angedunkelt. Die Mittel- und Hinterbrust,
nebst dem Bauche schwarz, letzterer beim 2 einfarbig, beim I ist
etwas mehr als der Mittelzipfel des letzten Bauchringes, der durch die
beiden Einschnitte begrenzt wird, röthlich gelbbraun.
Candezea acutangula: Oblongo-ovata, flavo-testacea, sat nitida,
tuberculis frontalibus superne linea transversa biarcuata tenui
terminatis, prothorace antrorsum sat fortiter angustato, angulis
postieis acutiusculis, elytris crebre minus profunde punctulatis. —
Long. 3,8—4,5 mm. Usambara: Nguelo, Mombo, Kwai.
Grösse und Färbung der Monolepta trivialis Gerst., welche bei
Mombo und Kwai von Paul Weise gefangen wurde, aber die Fühler
einfarbig bräunlich gelb und deren drittes Glied bedeutend länger
als das zweite und nur etwas kürzer als das vierte, ausserdem durch
den Umriss des Thorax völlig verschieden. Die Seiten desselben
sind in tröwalis fast parallel, nach hinten eine Spur convergirend,
während in der vorliegenden Art die Seiten von den spitzen Hinter-
ecken aus nach vorn fast gradlinig und ziemlich stark convergiren.
Toxaria n. gen. Halticinorum.
Acetabula antica occlusa; mesosternum conspicuum, Palpi
maxillares articulo ultimo conico. Antennae 11 articulatae. Tuber-
eula frontalia sat distineta, clypeus triangularis. Prothorace brevis
fovea sublaterali ante medium punctoque basali utringue impressus.
Unguiculi appendiculati.
Der Typ dieser Gattung ist die Galleruca indica Fabr., Ent.
Syst. Suppl. 1798. 98 = Chrysomela indica F. Syst. El. I. 446 =
Haltica indica Ill. Mag. VI. 370 (Sphaeroderma), = Podagrica indica
Jac. Ann. and Mag. 1898. 356, eine Art, die noch erst genauer
festzustellen ist, da in Südafrika mehrere sehr nahe verwandte und
ähnliche Species vorkommen. Diese Thiere sind mit Sphaeroderma
nicht, wohl aber mit Nisotra verwandt und in die Arsipodites von
Chapuis einzureihen. Hier machen sie sich sofort kenntlich durch
eine Quergrube, welche über dem Seitenrande des Halsschildes
216 J. Weise:
jederseits eingedrückt ist und durch die Basalstriche des Thorax,
die auf einen Punkt im Basalrande jederseits reducirt sind. Die
Taster sind schlank, ihr Endglied kürzer als das dritte, konisch,
zugespitzt. Kopfschild breit dreieckig, gewölbt. Stirnhöckerchen
klein, gerundet-dreieckig, schwach gewölbt, mässig tief umgrenzt,
über jedem ein mehr oder weniger grosser, grubenförmiger Eindruck
auf der Stirn. Fühler elfgliedrig, fadenförmig. Thorax doppelt so
breit als lang, oder breiter, querüber gewölbt, dicht und sehr fein
punktulirt. Flügeldecken eiförmig, gewölbt, fein punktulirt, mit
9% Punktreihen, von denen die 8 äusseren paarig genährt und
wenigstens vor der Mitte bemerkbar sind. Beim d' ist das erste
Tarsenglied der vier Vorderbeine etwas erweitert und der Hinter-
rand des letzten Bauchringes in der Mitte in einen kurzen Quer-
zipfel verlängert, welcher in die Afteröffnung gebogen ist.
Haltica (Crepidodera) tosta Gerst., Archiv 1871. I. 85, ist eine
echte Podagrica, welche in der Färbung an unifasciata Jac. erinnert.
Philopona n. gen.
In diese Gattung stelle ich die afrikanisch-indischen Oedionychis-
Arten. Dieselben unterscheiden sich von den amerikanischen durch
die mehr oder weniger tiefe Ausrandung der Basis des Halsschildes
jederseits, die eine Folge der Schulterbildung ist. In Oedionychis
erlischt die Kante des Seitenrandes der Flügeldecken aussen neben
der Schulterbeule oder im äussersten Punkte des Basalrandes,
das Halsschild kann sich also über die Basis der Flügeldecken
hinaus fortbewegen, in Philopona nicht, denn hier läuft die Rand-
leiste an der Basis nach innen ungefähr bis zur Mitte. Die Borsten-
pore liegt bei Oedionychis in den Hinterecken oder neben denselben
im Hinterrande, bei Philopona auf einem Kegel in den Hinterecken.
Als typische Art betrachte ich die Oedionychis (?) vernicata Gerst.
1871. 84, bei welcher das dritte Glied der starken Fühler fast so
lang als das erste ist und die Flügeldecken einen langen, stärker
punktirten Eindruck besitzen, der sich an der Innenseite der
Schulterbeule nach hinten zieht. Aehnlich, und vielleicht nur durch
die Grösse verschieden ist Ph. africana Jac. Proceed. 1894. 628 t.
38 Fig. 12; Proc. 1899. 343.
Den folgenden Arten fehlt der deutliche Längseindruck der
Flügeldecken, auch sind die Fühler schlank:
Philopona tibialis: Oblongo-ovalis, subtus testacea, antennis
femorum apice, tibiis tarsisque nigris, supra rufo-brunnea, splendida,
prothorace subtilissime elytrisgque minus crebre punctulatis. —
Long. 4,5—6,5 mm. Usambara: Sakarre, Mombo, Kwai.
Var. a. Supra testacea, antennis articulo primo testaceo.
Länglich-eiförmig, mässig gewölbt, unten röthlich gelbbraun,
oben dunkler, röthlich-braun und stark glänzend, die Fühler, Spitze
der Schenkel nebst Schienen und Tarsen schwarz. Scheitel gewölbt,
glatt, Stirnhöcker schmal, wenig gewölbt, quer, nach aussen ver-
schmälert, durch eine feine Leiste des Nasenkieles schlecht getrennt.
Fühler halb so lang (2) als der Körper, oder etwas länger (J)),
Afrikanische Chrysomeliden. 237
fast fadenförmig, die Glieder vom vierten ab nur unbedeutend
dieker als die vorhergehenden, Glied 3 ziemlich so lang als 1, die
folgenden etwas kürzer. Halsschild äusserst fein punktulirt, fast
glatt, doppelt so breit als lang, der Ausschnitt an der Basis jeder-
seits neben den Hinterecken flach. Flügeldecken hinter der Basis
und an der Innenseite des Schulterhöckers leicht eingedrückt, vor
der Mitte deutlich fein und nicht dicht punktulirt, hinter der Mitte
schwächer; Epipleuren breit, vor der Spitze schnell verengt. Am
Anfange dieser Verengung zweigt sich von der inneren Randleiste
eine andere Leiste ab, die weiter nach unten fast bis an die ab-
gerundete Nahtecke fortläuft. Klauenglied der Hinterbeine länglich-
kugelig.
- Von der Var. a. liegt mir nur 1 Ex. von Sakarre (Hintz) vor,
bei dem das erste Fühlerglied und die Oberseite röthlich gelb-
braun ist.
Philopona parvula: Oblonga, subaptera, parum convexa, piceo-
rufa, antennis articulis 8—10 piceis, prothorace elytrisque obscure
testaceis, illo punctato, his sat crebre subtiliter punctatis extrorsum
et ante apicem sublaevibus. — Long. 3 mm. (Dr. Kohlschütter.)
Kopf röthlich pechbraun, sparsam punktirt, Stirnhöckerchen
gross, flach, undeutlich getrennt, oben von einer tiefen, wenig
gebogenen Querrinne begrenzt. Halsschild dunkel röthlich gelb-
braun, glänzend, in der Mitte mässig dicht und stark, an den Seiten
sparsamer, flacher und feiner punktirt. Flügeldecken an der Basis
so breit als das Halsschild, nach hinten etwas erweitert, dichter
und etwas feiner als die Scheibe des Halsschildes punktirt, an den
Seiten und hinten fast glatt, ohne Schulterbeule. Hinterschienen
auffällig kurz, vor der Spitze ausgerandet.
Phyllotreta amabilis: Subelongata depressa, laete testacea, niti-
dula, antennis et femoribus posticis apice infuscatis, fronte sublaevi,
prothorace vage punctulato, scutello nigro, elytris flavis, crebre
punctulatis, limbo suturali, laterali et apicali nigris. — Long. 2
—2,3 mm. Kwai (Paul Weise).
Lebhaft röthlich gelbbraun, wenig glänzend, die letzten 4 bis
6 Fühlerglieder und die Spitzenhälfte der Hinterschenkel angedunkelt,
Schildchen und ein Saum um jede gelbe Flügeldecke schwarz.
Dieser Saum ist am Basalrande sehr fein, erweitert sich aber
plötzlich winkelig vor der Schulterbeule, und verbindet sich hier
mit dem Seitensaume. Letzterer ist mässig breit, vorn verengt,
in der Mitte makelförmig erweitert, am Hinterrande breit. Der
Nahtsaum ist in der Mitte am breitesten und verengt sich beider-
seits allmählich und fast gleichmässig, so dass er am Schildchen
und an der Verbindung mit dem Spitzensaume am schmalsten ist.
Die Stirn ist glatt, neben jedem Auge mit wenigen Punkten. Hals-
schild äusserst zart gewirkt und ziemlich dicht, aber sehr flach
punktulirt. Flügeldecken etwas dichter und namentlich tiefer als
der Thorax punktulirt.
Phyllotreta usambarica: Subelongata, depressiuscula, nigra, sat
nitida, antennis basi ferrugineis, geniculis tarsisque fuseis, fronte
218 J. Weise:
parce, prothorace elytrisque crebre punctulatis. — Long. 2—2,4 mm.
Kwai (Paul Weise).
Mas.: antennarum articulis quarto et quinto sat fortiter dilatatis.
Der europäischen Ph. atra F. ähnlich, aber durchschnittlich
kleiner, etwas schlanker gebaut und oberseits feiner punktirt, auch
glänzender, die schwarze Farbe weniger tief. An den Fühlern ist
nur das zweite und dritte Glied, oder noch die äusserste Spitze des
ersten und die Basis des vierten Gliedes rostroth, die Kniee und
Tarsen, beim 39‘ zuweilen auch die ganzen Vorderschienen röthlich.
Beim J' ist das vierte Fühlerglied unmerklich länger aber doppelt
so breit als das dritte, das fünfte um die Hälfte länger als das
vierte, wenig breiter, beiderseits leicht verengt. Diese erweiterten
Glieder sind oben leicht gewölbt, fein behaart, unten abgeflacht
und viel dichter behaart.
Phyllotreta cheiranthi: Subelongata, depressiuscula, coeruleo-
nigra, supra aenescens, subtilissime alutacea, nitidula prothorace
elytrisque confertim punctulatis. — Long. 1,6—1,8 mm. Kwaı.
Unserer Ph. »ögripes F. ähnlich, kleiner, oberseits etwas stärker
glänzend, die Stirn ohne Punkte, Halsschild und Flügeldecken feiner
punktirt.
Das Thier wurde von Paul Weise auf Goldlack im Versuchs-
garten in Kwai gefangen.
Longitarsus aethiops: Niger, nitidissimus, tibiis tarsisque piceis,
antennarum articulis quatuor primis rufo-testaceis, prothorace
elytrisque subtilius punctulatis, interstitiis minutissime punctulatis.
— Long. 3—3,2 mm. Mombo (Paul Weise).
Dem L. dimidiaticornis Jac. von Kamerun nahe verwandt, aber
die Fühler an der Spitze schwarz und nur die ersten vier Glieder
lebhaft röthlich gelbbraun, Halsschild und Flügeldecken, namentlich
die letzteren, viel feiner punktirt. Auf dem Halsschilde sind die
Pünktchen sehr klein, mässig dicht, und die Zwischenräume dicht
und noch feiner punktulirt, und sehen deshalb fast wie gewirkt
aus. Die Punkte der Flügeldecken ähneln nebst den Pünktchen in
den Zwischenräumen, denen des Thorax, sind aber weitläufiger
gestellt und in einander paarig genährete Reihen geordnet. Letztere
kann man jedoch nur unter starker Vergrösserung bemerken. An
den Beinen sind die Schienen und Tarsen weniger dunkel als die
Schenkel, an den Knieen röthlich, bei einem Stücke sind auch die
Vorderschenkel pechbraun.
Leptispa frontalis: Nigra, minus nitida, antennis brevibus,
crassiusculis, apice dilatatis, fronte inter oculos linea media et
utringue impressione oculari instructa, punctata, prothorace inaequa-
liter punctato, antice rotundatim angustato, elytris creberrime
punctato-striatis, interstitiis angustis latera versus et pone medium
subeostatis. — Long. 4,8 mm. (Dr. Kohlschütter).
Wohl mit gracılis Pering. am nächsten verwandt, kleiner als
diese, das Halsschild ohne leichte Ausrandung hinter der Mitte,
weitläufiger und stärker punktirt, und vorn gerundet verengt. Der
Scheitel ist sparsam, die Stirn zwischen den Augen dichter punktirt
Afrikanische Chrysomeliden. 219
und mit drei Längseindrücken versehen; der eine bildet eine feine
Mittelrinne, die beiden andern liegen seitwärts davon am Innen-
rande der Augen. Sie sind tiefer als die Mittelrinne und heben
den Augenrand etwas empor. Der Kopf ist vor jedem Auge nicht
verlängert, es fehlt also dieser Art die Ecke jederseits über dem
Fühler, die in natalensis Baly besonders gross und scharf ist.
Halsschild länger als breit, stärker als der Kopf, aber ungleichmässig
punktirt. Es sind grössere Punkte mit halb so starken untermischt
auf einem Längsstreifen in der Mitte und an den Seiten vorhanden,
zwischen diesen bleibt jederseits ein Längsstreifen, der glatter
erscheint, weil die feineren Punkte fehlen und die grösseren sehr
weitläufig stehen. Flügeldecken dicht punktirt-gestreift, die Zwischen-
streifen schmal, hinter der Mitte und aussen gewölbt und schwach
rippenartig. Der 6., 7. und 8. Punktstreifen sind vorn parallel, also
nicht vereinigt, und beginnen in gleicher Länge hinter der glatten
Schulterbeule. Die beiden äusseren Punktstreifen liegen vor dem
aufgebogenen Hinterrande auf einem verbreiterten und vertieften
gemeinschaftlichen Raume.
Hoplionota Kohlschütteri: Subquadrata, convexa, subtus rufo-
testacea, supra ferrugineo-rufa, nigro-limbata, dorso elytrorum infus-
cata; crista frontali bilobata, prothorace nitido, laevi, impressionibus
tribus punctatis, protecto fortius punctato, elytris dense striato-
punctatis, costulis binis quinque-tuberculatis, protecto fortius punctato,
margine crasso uniseritim punctato. — Long. 6,7—7 mm. (Dr.
Kohlschütter).
Etwas länger als breit, viereckig, hinter den Schultern am
breitesten, nach vorn wenig, nach hinten etwas mehr verengt, unten
röthlich gelbbraun, nur das Seitendach schwarz gesäumt, oben
gesättigt und dunkel rostroth. Stirnplatte gross, weit vorgezogen,
nach vorn erweitert, mit gerundeten Ecken, der Vorderrand stumpf-
winkelig ausgeschnitten und in der Mitte eingeschnitten. Halsschild
am Vorder- und Seitenrande schwarz gesäumt, der gekerbte Rand
jedoch fein gelbbraun; die Scheibe gewölbt, glatt, mit einem tiefen
Schrägeindrucke jederseits vor der Mitte und einem ähnlichen
Quereindrucke vor der Basis. Diese Eindrücke punktirt. Der
Quereindruck ist hinten von einer Querleiste begrenzt, die aus zwei
schwachen Bogen besteht und vor dem Hinterrande liegt. Das
breite Seitendach ist mit tiefen und langen Punkten besetzt, deren
Grund häutig aussieht und durchscheint. Schildchen glatt, hinten
mit einigen Querriefen. Auf den Flügeldecken ist der innere Theil
des Seitendaches roth, nebst dem äusseren Theile der Scheibe,
dann verdunkelt sich diese Farbe nach innen bis röthlich pechbraun,
während die Höcker fast schwarz gefärbt sind. Die Scheibe ist
dicht und nicht stark in Reihen punktirt, mit zwei feinen, unregel-
mässig gebogenen Längsleisten, die äussere beginnt in dem leisten-
förmigen Schulterhöcker, die andre in der Mitte zwischen diesem
und dem Schildchen. Die innere hat drei Erhebungen, einen breiten
und hohen Höcker hinter der Basis, der in einer scharfen Leiste
220 J. Weise:
etwas schräg nach aussen uud hinten abfällt, dann folgt ein niedriger
Höcker vor der Mitte, endlich der höchste Höcker bald hinter der
Mitte, nach aussen in einer langen Leiste schräg nach vorn abfallend.
Auch die äussere Längsleiste ist auf der Schulter höckerartig, am
Ende bogenförmig erhöht. Das Seitendach ist ziemlich breit, ähnlich
wie das des Thorax grob punktirt, aussen von einem dicken, auf-
gebogenen Rande begrenzt, dessen Aussenseite eine starke Punkt-
reihe trägt.
Hoplionota Vogeli: Rotundato-quadrata, modice convexa, ferru-
gineo-rufa, subopaca, subtus rufo-testacea, prothorace disco parce
punctato, elytris creberrime subseriatim punctatis, singulo carina
subsuturali ramulos nonnullos transversos emittente. — Long. 5
—5,5 mm. (Dr. Kohlschütter).
Dieses Thier ähnelt mehreren rothen asiatischen Arten, es ist
unten einfarbig röthlich gelbbraun, Brust, Beine und der letzte
Hinterleibsring glänzend, die Oberseite schön rostroth, oder noch
mehr zu roth neigend, fast matt. Halsschild ganzrandig, die Scheibe
in zwei furchenartigen Vertiefungen punktirt, von denen die eine,
dicht vor der Basis, fast gradlinig der Quere nach verläuft, die
andre, etwas weiter davor, einen tiefen, nach vorn geöffneten Bogen
beschreibt. Das Seitendach ist ziemlich dicht grob punktirt, das
Innere der Punkte glasartig durchscheinend. Die Flügeldecken
sind bald hinter der Schulter am breitesten, verengen sich dann
sanft nach hinten und sind am Ende breit abgerundet, überall
dicht punktirt, die Punkte der Scheibe zu kurzen Längs-, oder
Schrägreihen angeordnet. Jede Decke hat eine feine, unregelmässig
gebogene Längsrippe unweit der Naht. Von dieser Rippe gehen
drei kurze Queräste, zwei vor, eine hinter der Mitte, zur Naht, und
drei andere nach aussen hin. Der erste derselben ist sehr lang,
entspringt zwischen dem ersten und zweiten inneren Queraste in
der Mitte und läuft schräg nach vorn und aussen bis auf das
Seitendach. In dem Eindrucke, der letzteres von der Scheibe trennt,
ist dieser Ast besonders hoch und dick. Die beiden andern Aeste
liegen hinter der Mitte und vereinigen sich aussen, ein Stück über
dem Seitendache.
Diese Art erlaube ich mir Herrn Geheimrath Prof. Dr. Vogel,
dem Leiter der Sternwarte in Potsdam, zu widmen, welcher mir
die vorliegenden Thiere zur Durcharbeitung übergab.
Asptidomorpha kilimana: Breviter-elliptica, sat convexa, testaceo-
flava, subtiliter alutacea, nitidula, antennis testaceis, articulis 5
ultimis dilatatis plus minusve piceis, subtus nigra, pectore abdomi-
neque lateribus testaceis, femorum apice, tibiis tarsisque testaceis,
prothorace antice late rotundato, angulis subrectis apice rotundatis,
protecto late explanato subreflexo, elytris subtiliter punctato-striatis,
interstitiis vix convexis, protecto lato, parum deflexo, margine
reflexo, epipleuris apicem versus brevissime pilosis. — Long. 10 mm.
Aruscha.
Etwas breiter gebaut, viel weniger gewölbt, und auf den Flügel-
decken bedeutend feiner und flacher punktirt gestreift als die am
a
Afrikanische Chrysomeliden, 221
nächsten verwandte Asp. mrogorensis, oben hell bräunlich gelb, das
Seitendach etwas heller, verschossen gelb. Kopf schwarz, Taster
und Fühler röthlich gelbbraun, an letzteren die 5 verbreiterten
Endglieder dunkler, Glied 7 und 8 rothbraun, 9 pechbraun, 10 und
11 schwarz, Halsschild kurz, vorn in breitem Bogen abgerundet,
die Scheibe zerstreut und äusserst fein punktirt. Schildchen scharf
dreieckig, glatt. Flügeldecken bis zur Mitte sanft erweitert, dahinter
stark gerundet-verengt und am Ende in eine sehr kurze und
stumpfe gemeinschaftliche Spitze ausgezogen, auf dem Rücken
schwach gewölbt, fein punktirt-gestreift. Ausser dem normalen
Grübchen des vierten Punktstreifens dicht hinter dem Basaldreiecke
liegt noch ein deutlicher Längseindruck auf jeder Decke zwischen
dem fünften und siebenten Punktstreifen. Das Seitendach ist breit
und fällt wenig nach aussen ab, vorn und hinten ist es leicht
muldenförmig, die feine Seitenrandkante aufgebogen. Klauen
beiderseits kammförmig gezähnelt.
Aspidomorpha viridula: Breviter-ovalis, modice convexa, sat
nitida, testaceo-flava, antennis articulis quatuor ultimis nigricantibus,
elytris pallide virescentibus, sat regulariter striato-punctatis, humeris
antrorsum parum prominulis, protecto sat lato oblique deflexo, crebre
rugoso-punctato. — Long. 7 mm. Aruscha.
Körperform der Asp. chlorina Boh., jedoch weniger gewölbt,
auf den Flügeldecken grober, aber weit unregelmässiger punktirt
und an dem dicht und stark runzig-punktirten Seitendache derselben
sofort zu erkennen. Der Körper ist blass bräunlich gelb, nur die
Flügeldecken oder auch das Dach des Halsschildes grünlich und
die vier letzten Fühlerglieder schwärzlich. Halsschild vorn in einem
grösseren, hinten in einem flachen Bogen abgerundet, mit verrundeten
Ecken, oben ziemlich glatt. Flügeldecken an der Basis wenig breiter
als das Halsschild, mit schwach heraustretenden, fast rechtwinkeligen
Schulterecken, ziemlich parallel, hinter der Mitte verengt, oben in
Reihen punktirt, welche durch drei Eindrücke auf jeder Decke
etwas unregelmässig erscheinen. Diese Eindrücke liegen hinter
einander schräg nach aussen zu, der erste ist grubenförmig, an
der Naht, am Ende des Basaldreieckes, der zweite, am Hinterrande
desselben, ist ebenfalls grubenförmig, der dritte grösser, in der
Mitte der Scheibe. Das Seitendach fällt mit den Flügeldecken fast
in einer Flucht ab, ist dicht runzelig punktirt und von der Scheibe
durch die äussere, sehr starke und regelmässige Punktreihe getrennt.
Die Klauen sind innen kammförmig gezähnelt, aussen fast glatt.!)
D) Die Gattung Iphinoe Spaeth (Verhandl. Zool. bot. Gesellsch. 1898. 540,
deren Namen von Berg (Comm. Mus. Buenos-Aires 1899. 79) in Spaethia ab-
geändert wurde, ist mit Aspidomorpha absolut identisch. Als ich die letztere
neu umgrenzte, lagen mir noch keine Arten vor, bei denen die äusseren Kamm-
zähnchen der Klaue völlig geschwunden sind, sondern nur solche, bei denen sie
zu feinen Leistchen, durch Riefen getrennt, redueirt waren. Die Verkümmerung
ist eine ganz allmähliche und es wäre unnatürlich, die Endthiere aus der Reihe
wegzunehmen.
222 J. Weise:
Aspidomorpha intricata: Breviter-ovalis, convexa, subtus testa-
ceo-rufa, antennis articulis tribus ultimis, prosterno pectoreque medio
nigris, supra testacea, (laete aeneo-viridis) protecto flavescente, elytris
crebre fortiterque rugoso-punctatis, pone scutellum valde gibbosis,
dorso lateribus rufo-brunneo, utrinque ramulos duos in protectum
emittente. — Long. 10,5 mm. Pondo, Victoria Njansa.
Etwas schlanker gebaut als die ähnlich gefärbten Arten z. B.
natalensis Boh,, und von ihnen durch weniger gerundeten Umriss,
die grobe, runzelige Skulptur der Flügeldecken, hohe Schulterbeulen
und einen hohen, ziemlich spitzen Höcker verschieden. Die Unter-
seite ist hell und lebhaft rostroth, glänzend, die Stirne rothbraun,
die letzten drei Fühlerglieder, das Prosternum nebst den beiden
folgenden Bruststücken (ohne Seitentheile) schwarz, Oberseite blass
gelbbraun, das Seitendach durchscheinend weisslich gelb, die Scheibe
der Flügeldecken an allen Rändern dunkler, rothbraun. Diese
dunkle Farbe setzt sich in zwei Randästen jeder Decke fort, auch
ist die Naht an der Spitze ähnlich gefärbt.
Halsschild glatt, mehr als doppelt so breit als lang, vorn in
gleichmässigem Bogen gerundet, die Ecken abgerundet, die Basis
ziemlich grade, nur jederseits leicht nach vorn gebogen. Flügel-
decken an der Basis so breit als das Halsschild, bis zur Mitte sanft
erweitert. dahinter ähnlich verengt, am Ende gemeinschaftlich ab-
gerundet, vorn ziemlich stark gewölbt, hinten mehr abgeflacht, mit
starker, hoher Schulterbeule und einem hohen, ziemlich spitzen
Höcker. Die Scheibe ist stark, unregelmässig-runzelig punktirt, von
den ursprünglichen Punktreihen sind nur die ersten drei an der
Naht hinter dem Höcker zu erkennen, die übrigen nicht. Auch das
Seitendach ist runzelig punktirt, jedoch etwas weniger stark als
der Rücken.
Aspidomorpha delitescens: Subrotundata, modice convexa, subtus
testaceo-flava, prosterno rufescente, articulo ultimo antennarum piceo,
supra testacea (viridi-aurea), nitida, protecto flavescente, elytris
antice sat fortiter, minus regulariter, postice subtilius striato-
punctatis, rufescentibus ramulos duos in protectum emittertibus, pone
scutellum valde acutius gibbosis. — Long. 11,6 mm. (Dr. Kohl-
schütter.)
Breiter gebaut als die vorige, flacher, Schulterbeulen niedriger,
der Höcker der Flügeldecken von gleicher Höhe, aber weit schmaler
und spitzer, das breite Seitendach ringsum neben dem Rande mulden-.
förmig vertieft, letzterer daher aufgebogen. Die Flügeldecken sind
vor der Mitte und an den Seiten auch weiter nach hinten stark
gereiht-punktirt, aber die Punkte in den Reihen unregelmässig, bald
dicht, bald weitläufig gestellt, die Stellen mit wenigen Punkten
erhaben, zu einigen schwachen Runzeln vereint. Hinter der Mitte
ist die Scheibe fein und ziemlich regelmässig gereiht-punktirt. Die
vier Randäste und ein Saum an der Naht in der Spitze sind oben
hell rothbraun, unten viel dunkler gefärbt.
Br
Afrikanische Chrysomeliden. 223
Aspidomorpha potens: Elliptica, valde convexa, testacea, (auri-
chalceo-viridis) nitida, antennis articulis quatuor ultimis, prosterno
pectoreque nigris, elytris sat fortiter minus regulariter striato-
punctatis, antice valde conico-gibbosis, dorso saturate testaceo
utringue pone medium ramulum latum in protectum emittente. —
Long. 12,5 mm. lat. 8,5 mm. (Dr. Kohlschütter.)
Im Körperumrisse der Aspid. punctata F.') ähnlich, wenig
breiter, in der Wölbung an /lypocassida gibbipennis Boh., gebhosa
Gestro etc. erinnernd, also bis jetzt in der Gattung vereinzelt
dastehend. Das Halsschild äusserst fein gewirkt und nicht dicht,
fein punktulirt, einem Kreisabschnitte ähnlich, da die Basis eine
ziemlich grade Qnerlinie bildet; der Bogen des Vorderrandes ist in
der Mite mässig gerundet, dahinter sehr flach. Die Flügeldecken
sind gesättigt, gelblich braun, mit zahlreichen sehr verloschenen,
kleinen dunklen Makeln, die gewöhnlich dort liegen, wo die enger
gestellten Punkte der Reihen sich zu Punkthäufchen verbinden.
Der Schulterhöcker ist sehr hoch, winkelig, der gemeinschaftliche
Höcker noch höher, scharf dreieckig, doppelt so breit als hoch.
Das Seitendach ist verhältnissmässig schmal, hell braungelb, von
der Scheibe durch eine tiefe und starke Punktreihe getrennt, quer-
runzelig, nach aussen schräg abfallend, hinten bedeutend verengt,
fast flach ausgebreitet und stark gerunzelt. An der hinteren Aussen-
ecke wird das Dach von einem breiten, schrägen Aste durchsetzt,
welcher oben bräulich roth und wenig deutlich, unten röthlich
pechbraun und sehr hervorstechend ist. Die Klauen sind bei dieser
und den vorigen beiden Species jederseits kammförmig gezähnelt.
Aspidomorpha areata var. nigripennis: Elytris nigris, nitidis,
margine laterali anguste testaceo-limbato.
Halsschild und Schildchen sind röthlich gelbbraun gefärbt, ersteres
mit den vier normalen schwarzen Makeln vor der Basis, die Flügel-
decken glänzend schwarz, am Aussenrande fein bräunlich gelb
gesäumt, die feine Randkante dunkler braun.
An verschiedenen Punkten Deutsch-Ostafrikas aufgefunden.
Auch eine Uebergangsform zu der Var. Duvivieri Spaeth, Ann.
Belg. 1902. 449 kommt in Deutsch-Ostafrika vor. Bei derselben
sind die schwarzen Makeln des Thorax normal oder stark erweitert,
die erste schwarze Querbinde der Flügeldecken ist etwas schmaler
als gewöhnlich, die Längsbinde an der Seite der Scheibe ebenfalls
verschmälert, hinter der Mitte erlöschend, von der zweiten Quer-
binde ist keine Spur vorhanden.
Cassida suspieiosa: Rotundato-oblonga, parum convexa, testacea,
thorace maculis 10 nigris, protecto substrigato, elytris fortiter
punctato-striatis, nigro-variis, protecto punctatato-rugoso, ramulis
t) Diese Art nebst ihren Verwandten sondert H. Spaeth. Ann. Belg. 1902.
449, unter dem Namen Conchyloctenia als Subgenus von Aspidomorpha ab,
welches meiner Meinung nach eingehen wird, wenn erst die Zwischenformen
bekannt sein werden. A. potens ist schon eine solche,
224 J. Weise:
tribus 'nigris, primo pone basin, tertio in apice. — Long. 11 mm,
(Dr. Kohlschütter.)
Vielleicht nur eine grosse Lokalrasse von stictica Harold, aber
viel weniger gewölbt als diese, durchgängig stärker punktirt; das
Halsschild breiter und kürzer, vorn in nicht ziemlich gleichmässigem
Bogen, sondern winkelig-gerundet, das Seitendach mit zahlreichen
feinen Riefen, die gradlinig von der Scheibe zum Aussenrande
laufen, ausserdem ist der Hinterrand vor dem Schildchen in Form
einer starken Querleiste aufgebogen. Die Punktstreifen der Flügel-
decken sind breiter, ihre Punkte stark quer und die schmalen
Zwischenstreifen angreifend.. Der neunte Punktstreifen ist sehr
regelmässig, viel dichter und feiner wie in stictica punktirt, die
Punkte des zehnten setzen sich als tiefe Runzeln bis an den Rand
des Seitendaches fort, welches dadurch stark punktirt-gerunzelt
erscheint. Die schwarze Zeichnung der Oberseite ist wie in stictica
angeordnet, aber ausgedehnter. Die vier schwarzen Makeln an der Basis
des Thorax berühren diese, die mittelste jederseits ist also lang gestreckt
und an der Basis mit der äusseren verbunden. Die vier Makeln
davor sind rundlich, gross, frei, die Makeln auf dem Seitendache
sehr gross. Auf den Flügeldecken ist die Nahtkante vom Schildchen
bis auf den Abfall zur Spitze schwarz, damit hängen vier gemein-
schaftliche Makeln zusammen, zwei vor der Mitte, zwei dahinter,
die erste, am Schildchen, ist viel grösser als die übrigen. Mit der
dritten verbindet sich schmal eine grössere schräge Makel nach
aussen, die an den übrigen Seiten frei ist. Die anderen Makeln
sind zu einer unregelmässigen Längsbinde über dem Seitendache
vereint, welche in !/, und ?/, Länge stark nach innen erweitert und
am Ende hakenförmig nach innen und vorn gebogen ist. Dieser
Haken nimmt den dritten Zwischenstreifen bis neben die vierte
Nahtmakel nach vorn ein und umschliesst eine helle Reliefmakel,
vor welcher sich die Punktstreifen 5 und 6 vereinigen. Die schwarzen
Randäste des Seitendaches sind breit, der erste liegt hinter der
Schulter, der zweite in ?/, Länge, der dritte in der Spitze.
Cassida scripta F., Supplem. 1798. 82, Herbst, Natursyst. 8.
351, Boh. Mon. 2. 356 = 20-maculata Thunb. 1792 Wie kritiklos
Boheman zuweilen arbeitete, lässt sich daraus ermessen, dass er
unter seiner scripta die Beschreibung der 20-maculata nahezu
wörtlich (fast 1 Druckseite) wiederholte und darüber im Unklaren
blieb, dass auf der Scheibe der Flügeldecken weniger Makeln vor-
handen sein müssen, wenn sich mehrere der ursprünglich kleinen
Makeln zu einer grösseren vereint haben. Die Art ist an dem
aufgebogenen Seitendache der Flügeldecken zu erkennen.
Ueber die Gattung Aypocassida Ws.
In den Insekten Deutschl. 6. p. 1074 trennte ich die beiden
europäischen Cassida-Arten subferruginea Schrank und meridionalis
Suffr. unter dem Namen Hypocassida ab, weil sie sich durch Körper-
umriss, Farbe und Skulptur von den anderen Arten absondern,
Afrikanische Chrysomeliden. 225
ausserdem durch das kürzere dritte Fühlerglied und die Vorderbrust
abweichen, deren Vorderrand jederseits in eine Ecke endet, die von
den Seitentheilen durch eine Rinne neben dem Auge getrennt ist,
in welche der vordere Theil der Fühler eingelegt wird. Da mir
inzwischen weitere Arten bekannt wurden, muss Hypocassida als
eine gute Gattung angesehen werden, welche in Afrika zu Hause
ist.
Von den dortigen Arten, die bis jetzt beschrieben sind, gebe
ich hier eine kurze Uebersicht.
dt,
-
1
4'
-
5)
6’
T.
7
8.
Flügeldecken ohne Höcker, nach hinten wenig verengt, Körper
verkehrt eiförmig. — L. 5,5—7 mm. West-Usambara.
(Deutsch. Z. 1900. 215) passaria Ws.
Flügeldecken mit einem Höcker, welcher eine Art Querleiste
bildet, und nach hinten allmählich abfällt, vor ihm ist das
Basaldreieck jederseits muldenförmig ausgehöhlt 2.
. Körper, wie in der vorigen, fast eiförmig, die Flügeldecken
hinter der Mitte kaum verengt. Fühler, Unterseite und Beine
röthlich gelbbraun. — L. 5,5 mm. Cap. (Mon. 4. 454)
ectypa Boh.
Körper etwas dreieckig, die Flügeldecken hinter den Schultern
allmählich verengt 3
. Unterseite der ausgefärbten Stücke mehr oder weniger schwarz
gefärbt :
Unterseite der ausgefärbten Stücke nebst den Beinen einfarbig
gelb, bräulich gelb oder roth 6.
. Flügeldecken hoch gehöckert 3.
Flügeldecken sehr niedrig und stumpf gehöckert, Unterseite,
Fühler und Beine schwarz, Bauch röthlich-gelbbraun gesäumt,
Fühlerglied 2 bis 5 unten dunkel rostroth. — L. 5,5—6 mm.
Old Calabar (Mon. 4. 551) conducta Boh.
. Die vier oder fünf letzten Fühlerglieder, Brust (oft auch der
vordere Theil des ersten Bauchringes) und die Basis der
Schenkel schwarz, der übrige Theil des Bauches und die Epi-
pleuren der Flügeldecken gelbbraun bis lebhaft roth, letztere
an der Basis und hinter der Mitte mit einer grossen schwarzen
Makel, ausserdem die Nahtkante schwarz. — L. 5,5—7 mm.
Capland, Natal, Freistaat. gibbipennis Boh.
Die fünf letzten Fühlerglieder und die Brust schwarz, Bauch,
Beine und die 6 ersten Fühlerglieder hell gelb. — L. 7 mm.
Somali (ex Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova 1895. 433)
gibbosa Gestro.
. Flügeldecken sehr niedrig und stumpf gehöckert, Seitendach
einfarbig. — L. 61/, mm. Guinea, Gabun (Mon. 4. 356)
paeminosa Boh.
Flügeldecken deutlich und hoch gehöckert
Seitendach mit hellem Fensterfleck 8.
Seitendach ohne Fensterfleck 11%
Nur das letzte Fühlerglied ganz, oder oberseits schwarz 9.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H.2. 15
226
J. Weise.
8° Die letzten 3 bis 4 Fühlerglieder schwarz. Epipleuren der
Flügeldecken, mit Ausnahme des gelben Fensterfleckes, lebhaft
roth, an der Basis mit schwarzer Quermakel. — L. 5,3
—6,5 mm. Deutsch-Ostafrika (Archiv f. Naturg. 1899. I. 3.
243) roseola Ws.
. Epipleuren der Flügeldecken an der Basis und Spitze pech-
schwarz. — L. 5,8 mm. Sierra Leona (ex Boh. Mon. 4. 353)
delectabilis Boh.
Epipleuren, der gelbe Fensterfleck ausgenommen, einfarbig
roth 10
. Fensterfleck des Seitendaches kurz, kaum um die Hälfte länger
als breit. — Long. 5,2 mm. Old Calabar (Mon. 4. 351)
bistigma Boh.
10‘ Fensterfleck lang, doppelt so lang als breit. — L. 5,5 mm.
11
Senegal (ex Boh. 2. 489) roseomarginata Boh.
. Körper lang- oder kurz-dreieckig, einfarbig verschossen rost-
-
roth bis schmutzig gelbbraun, der Thorax oft gelblicher, die
Flügeldecken stellenweise, namentlich im Basaldreiecke roth-
braun gesprenkel. — L. 4—5,5 mm. Küste von Guinea,
Congo rufula Thoms.
Var. a. Epipleuren der Flügeldecken an der Basis und hinter
der Mitte mit schwarzer Makel.
Var. b. epipleuralis: Epipleuren schwarz, am Innenrande
gelblich. (rwfula Boh. Mon. 4. 356.)
Var. c. testaceicollis Thoms 1. c. Flügeldecken matt schwarz,
im Basaldreiecke mehr oder weniger gelb gesprenkelt, Epi-
pleuren schwarz.
Lang dreieckig, höher gewölbt und gehöckert als die vorige,
Basaldreieck der Flügeldecken oft schwarz gefleckt, Unterseite
einfarbig, bräunlich gelb bis lebhaft roth, eine Makel an der
Basis und hinter der Mitte der Epipleuren schwarz, — L. 6,3
— 6,8 mm. Deutsch-Ostafrika. (Deutsch. Z. 1896. 30) soror Ws.
Während des Druckes hat Herr Prof. Kolbe mit mir die eingangs
erwähnte Ausbeute von Herrn Hauptmann Glauming durchgesehen,
und es gelang uns, für folgende Arten den sicheren Fundort fest-
zustellen:
Cryptocephalus floridus, in der Landschaft Uvinsa bei Kwa.
Mtau, zwischen Ndjidji und Kondsi am Lukufu, 26.—29. Oktober
1899, gesammelt.
Meniellus Kohlschütteri: Kondsi in Uvinsa.
Eurydemus sobrinus: Dönjo Benne in Pare.
Ceralces affins: Unyanyembe, 12.—14. Nov. 1899.
Malacosoma Kohlschütteri: Am Mlagarassi Flusse in Uvinsa bei
Ugaga, 3.—4. Nov. 1899 gefangen.
Aspidomorpha potens: Kombe in Unyanyembe, 16. Nov. 1899.
Ueber den Bau des Ovariums
bei Cephalopoden und einige Nachträge zur
Eibildung derselben.
Von
Dr. W. Bergmann,
Kgl. Museum für Naturkunde zu Berlin.
Hierzu Tafel XI und 1 Textfigur.
Die Untersuchungen über die Geschlechtsorgane sowie die Ei-
bildung bei den Cephalopoden begann ich im zoologischen Institut
zu Marburg und bin ich Herrn Prof. Korschelt für die mir gütigst
gewährte Hülfe zu bestem Dank verpflichtet. Ebenso spreche ich
meinem Freunde, Herrn Cand. O. Pötzsch, für die freundliche Aus-
führung einiger Abbildungen meinen Dank aus, Einen Teil der
erzielten Resultate habe ich bereits, zusammen mit einigen Beob-
achtungen über die Eibildung bei einigen Anneliden, veröffentlicht
(1) und möchte ich hier nur noch einige Einzelheiten besprechen,
welche mir noch nicht mit genügender Genauigkeit bekannt zu
sein scheinen, nämlich das Verhalten des Epithels der Leibeshöhle
zum Ovarium und das Verhalten von Follikelepithel und Ei zu
einander.
Das Ovarium der Cephalopoden liegt im hintersten Teile des
Eingeweidesackes an der dorsalen Seite. Form und Bau des
Ovariums sind jedoch bei Decapoden und Octopoden recht verschieden,
was mit dem Verhalten der sekundären Leibeshöhle zusammenhängt.
Um zu erfahren, wie früh die Differenzierung der Eier in den
Oyarien erfolgt, untersuchte ich Sepia-Embryonen verschiedener
Altersstadien, fand aber in der Anlage der Keimdrüsen weder eine
Differenzierung der Eier, noch überhaupt eine solche des Geschlechts,
weshalb ich auf meine diesbezüglichen Untersuchungen hier nicht
15*
298 Dr. W. Bergmann: Ueber den Bau des Ovariums bei
weiter eingehe, zumal sie mit den neueren Angaben von Faussek
(7) über die Cephalopoden-Entwicklung übereinstimmen.
Die Ovarien der Decapoden.
Sepia und Sepiola.
Das junge Ovarium erscheint äusserlich als ein unregelmässiger
Zellhaufen an der Wand der sekundären Leibeshöhle. Zerlegt man
diesen Wulst in Schnitte, so findet man als Hauptbestandteil im
Inneren eine Masse von kompaktem Bindegewebe, in dem Eier der
verschiedensten Entwickelungsstadien liegen. Aussen wird das
ganze Gebilde von einem flimmernden Cylinderepithel, dem Peri-
tonealepithel, das die sekundäre Leibeshöhle auskleidet und sich auf
das Ovarium fortsetzt, überzogen. Die jungen Eier im Ovarium
buchten die Oberfläche desselben nur leicht vor. Das Stroma wird
infolge ihres Bestrebens, nach der Peripherie zu gelangen, in ver-
schiedenen Richtungen ausgezogen, so dass es ein baumförmiges
Aussehen erlangt.
Wächst das Ovarium, so kann sich das Stroma in zwei oder
drei Aeste gabeln. Die heranreifenden Eier buchten die Oberfläche
der Aeste immer weiter aus, so dass sie schliesslich nur noch durch
einen zarten Stiel mit diesen zusammenhängen. Niemals verästeln
sich die Hauptstämme weiter und es bilden sich keine neuen Eier
an den Stielen der alten.
Das Ueberzugsepithel, welches infolge der starken Wucherung
des Organs stark abgeplattet worden ist, und keine Wimperung
mehr zeigt, setzt sich auch auf die Stiele der Eier fort, umgiebt
auch diese selbst, ist aber an diesen Stellen so dünn geworden,
dass es von den langen und spindelförmigen Bindegewebszellen, die
das Ei umgeben, kaum noch zu unterscheiden ist.
Die Genitalarterie tritt an der Basis des Ovariums ein, teilt
sich alsdann in mehrere Aeste, welche wiederum Zweige durch
die Stiele der Eier in die Follikel senden, wo sie sich noch einmal
in ganz feine Ausläufer verzweigen.
Die Ovarien von Sepia offieinalis, Sepia orbignyana und Sepiola
rondelettii weisen den gleichen Bau auf. Die Eier von Sepiola sind
jedoch im Verhältniss zur Grösse des ganzen Tieres bei weitem
grösser als die der beiden anderen Species und hieraus erklärt sich
auch die geringere Anzahl von Eiern im Ovarium dieser Art.
Ussow (14) vergleicht den Cephalopodeneierstock mit dem der
Wirbeltiere, meint jedoch, dass zum Unterschied von diesem die
Eier nicht in das Stroma hinein, sondern heraus wachsen, was
jedoch, wie ich gezeigt zu haben glaube, (1, p. 293) nicht zutrifft,
indem die Eier von ihrer Bildungsstätte ins Stroma hineinwachsen,
Cephalopoden und einige Nachträge zur Eibildung derselben 229
sich dort mit einem Follikel und auf mechanischem Wege mit einer
bindegewebigen Schicht umgeben und dann erst nach aussen wachsen,
indem sie das Ueberzugsepithel vor sich ausbuchten.
Also das Ovarium ist nicht, wie schon Ouvier (5 und 6)
Kölliker (8) und Lankester (9) meinen, ein baumförmiges Organ,
auch nicht traubig, wie Ussow (13) angiebt, sondern es lassen sich
einige Hauptaxen unterscheiden, an denen die gestielten Eier einzeln
ansitzen. Bei jenen Darstellungen konnte es sich nur um die jungen
Övarien handeln, deren Ueberzugsepithel gerade von den Eiern aus-
gebuchtet wird, und die dann Trauben mit eng an einander liegenden
Beeren gleichen können und auch Brock’s, (2 und 3) Darstellung
scheint mir nicht ganz zutreffend zu sein, denn die „Asse fibroso“
delle Chiaje’s (4), die Brock für seinen „Keimwulst“ hält, erhebt
sich in steilem Winkel zur Wand der Leibeshöhle und ist imstande,
sich zu gabeln, allerdings nicht zu verästeln. Ein Keimwulst müsste
in seiner Längsrichtung der Leibeshöhlenwand ansitzen, während
die bindegewebige Axe des Sepia-Ovariums nur mit einer verhält-
nissmässig kleinen Basis festsitzt. Dagegen scheinen Siebold und
Stannius (12) die Form des Ovariums richtig erkannt zu haben.
Loligo und Illex.
Bei beiden Formen können wir von einem Keimwulst oder einer
Keimleiste sprechen, denn hier steht das Ovarium, das, entsprechend
der spindelförmigen Gestalt des Tieres, lang gestreckt ist, in seiner
ganzen Länge mit der Leibeshöhlenwand in Verbindung. Auch
hier finden wir Eier der verschiedensten Altersstadien in dem Stroma
des Organs und zwar so, dass die ältesten Eier am meisten nach
der Peripherie zu rücken und das Ueberzugsepithel, das ich,
wenigstens bei Loligo vulgaris auch noch bei alten Ovarien bewimpert
fand, vorbuchten. (Taf. XI. Fig. 6.) Das Epithel ist bei Zoligo
höher cylindrisch als bei Sepia, bei Illex coindettii jedoch stark
abgeplattet. Die Eier von Loligo sind niemals gestielt Sie buchten
das ziemlich widerstandsfähige Ueberzugsepithel nur wenig aus und
bei weiterem Wachstum sprengen sie es, ohne dass sich die Follikel
gesondert hätten, wie bei Sepia. Loligo marmorae verhält sich genau
wie Loligo vulgaris.
Da, wie schon erwähnt, das Ueberzugsepithel bei /llex sehr
flach und zart ist, findet man es nur bei jungen Ovarien, in denen
die kleinen Eier noch keinen grossen Druck ausüben, vollständig
erhalten, während es bei den älteren Ovarien nur an den beiden
Enden der Längsaxe, wo sich noch junge Eier bilden, erhalten
bleibt und in der Mitte infolge des Druckes der grossen Eier
zersprengt wird, soviel ich bei der Präparation und auf Schnitten
erkennen konnte. Die Eier haben sich jedoch schon vor dem
Zerplatzen des Ovarialüberzuges mit einem Follikel und einer Theca
2330 Dr. W. Bergmann: Ueber den Bau des Ovariums bei
follieuli aus dem baumförmig verzweigten Bindegewebe umgeben,
so dass man bei einem derartigen Ovarium mit Recht von einer
Traubenform sprechen könnte. Die Eier dieser Formen sind also
nur von zwei Hüllen umgeben, dem Follikelepithel und der binde-
gewebigen Theca folliculi, während bei den Sepia-Arten noch eine
dritte, durch Ausbuchtung des Ueberzugsepithels entstandene, hinzu-
kommt.
Die Eier von /l!ex zeichnen sich durch sehr geringe Grösse
aus, wodurch sich dann auch ihre bedeutende Zahl erklärt.
Die Genitalarterie durchzieht das Ovarium von einem Ende bis
zum anderen und nicht nur, wie Brook (2) angiebt, auf eine kurze
Strecke. Dies wäre ja auch unwahrscheinlich, da hierdurch eine
Ernährung der entfernter gelegenen Follikel erschwert würde.
Die Ovarien der Octopoden.
Das Octopodenovarium unterscheidet sich schon dadurch
wesentlich von dem Decapodenovarium, dass die sekundäre Leibes-
höhle bei diesen Formen derartig zurückgebildet ist, dass sie nur
noch eine Kapsel für das Ovarium bildet. Ferner besitzen die
Octopoden paarige Eileiter, während die Decapoden nur einen auf-
weisen. Die Ovarialkapsel hat bei allen Octopoden eine annähernd
kugelförmige Gestalt.
Eledone moschata und Eledone aldrovandi.
Bei ganz jungen Tieren fand ich das Ovarium stets baum-
förmig gestaltet. Von der Stelle der Ovarialkapsel, die gegenüber
der Mündung der beiden Oviducte liegt, erheben sich eine Anzahl
(bis zu zwanzig) Hauptstämme. (Taf. XI. Fig. 5). Bei der Ver-
ästelung bleiben die Aeste ebenso dick als der Hauptstamm.
Das Epithel der sekundären Leibeshöhle oder der Ovarial-
kapsel, das ich bei den Octopoden stets ziemlich hoch cylindrisch
aber niemals wimpernd fand, (Taf. XI. Fig. 4) setzt sich auf das
Ovarium fort. Es überzieht sowohl die Hauptstämme als auch die
Aeste und ist bis zu den Eifollikeln deutlich zu verfolgen. Wo
es die Follikel überzieht wird es infolge des Druckes der Eier
stark abgeplattet, es ist jedoch in allen Fällen nachweisbar. (Taf. XI.
Fig. 8) Wir haben also hier dasselbe Verhältniss wie bei den
Ovarien der Sepia-Arten, d. h. die gestielten Eier sind von drei
Hüllen umgeben.
Betrachten wir nun alte Ovarien derselben Species, so fällt uns
sofort ein grosser Unterschied zwischen diesen und den jungen
Ovarien auf. Während die jungen Ovarien richtige Eierbäumchen
Cephalopoden und einige Nachträge zur Eibildung derselben. 231
besitzen, finden wir bei den älteren keine Spur mehr davon. Die
Eier sitzen einzeln gestielt der Wand der Ovarialkapsel auf und
zwar nehmen sie ungefähr zwei Drittel der Gesammtfläche, gegen-
über der Mündung der Oviducte ein. Untenstehende Textfigur
Altes Ovarium von Eledone.
zeigt ein aufgeschnittenes altes Ovarium von Eledone moschata mit
den der Kapselwand einzeln aufsitzenden Eiern in natürlicher Grösse.
An Schnitten oder bei makroskopischer Präparation findet man
nun die Wand der Ovarialkapsel stark gefaltet und diese Falten
sind ihrerseits wieder gefältelt. (Taf. XI. Fig. 4.) Auf dem Gipfel
der Hauptfalten erheben sich die Eistiele. Die Falten strahlen alle
gegen die Uterusöffnung hin zusammen und setzten sich auch in
diesen fort.
Auch bei den alten Ovarien setzt sich das Kapselepithel auf
die Eistiele und auf die Follikel fort. Die bindegewebige Kapsel,
welche die Ovarialwand von aussen bekleidet, ist sehr reich an
Blutgefässen, welche Zweige durch die Eistiele in die einzelnen
Follikel entsenden.
Der Unterschied zwischen jungem und altem Ovarium bei
Eledone war wohl die Veranlassung dazu, dass die früheren Beob-
achter in der Beschreibung des Organs wesentlich von einander
abweichen. Owen’s (10) Beschreibung passt genau auf ein junges
Ovarium und Brock (2) schildert die Verhältnisse, wie ich sie beim
alten Ovarium beobachtet habe.
Wie kommt nun dieser grosse morphologische Unterschied zu
stande? — Betrachten wir die Eier eines und desselben Ovariums
232 Dr. W. Bergmann: Ueber den Bau des Ovariums bei
bezüglich ihrer Grösse zu einander, so fällt es gleich auf, dass alle
Eier annähernd auf demselben Entwicklungsstadium stehen, während
man, wie wir sahen, in dem Decapodenovarium Eier der ver-
schiedensten Entwicklungsstadium findet.
Man muss also annehmen, dass bei den Octopoden die Bildung
und Entwicklung der Eier periodisch vor sich geht. (Brock.) Bei
Beginn der Eibildungsperiode bilden sich die Eier an den Eier-
bäumchen, welche nichts anderes sind als hohe Falten der Ovarial-
kapsel. Je grösser nun die Eier werden, desto mehr dehnt sich
die Ovarialkapsel aus und die Falten werden allmählich auf mecha-
nischem Wege abgeflacht, so dass wir schliesslich nur noch die
verhältnissmässig schwach gefaltete Wand der Ovarialkapsel vor
uns haben, der die Eier einzeln aufsitzen. Dies scheint mir um so
wahrscheinlicher zu sein, als ich öfters mittelgrosse Ovarien fand,
bei denen die Basis der eiertragenden Stämme bedeutend erweitert,
ihre Höhe jedoch im Verhältniss zur Höhe der Eierbäumchen
jüngerer Ovarien beträchtlich geringer war.
Octopus de-filippüi.
Unter dem grossen Octopodenmaterial, das mir bei meinem
Aufenthalt an der zoologischen Station zu Neapel in zuvorkommendster
Weise zur Verfügung gestellt wurde, fand sich nur ein einziges
Weibchen aus der Gattung Octopus und zwar von Octopus de-
fiippü. Da es ein ganz junges Weibchen dieser an sich schon
kleinen Form war, wagte ich es nicht, dies kostbare Stück makro-
skopisch zu untersuchen, sondern ich zerlegte das ganze Ovarium
in Schnittserien.
Die Verhältnisse der Ovarialkapsel, des Kapselepithels, der Eier
sowie das Verhalten des Kapselepithels zu den Verzweigungen sind
dieselben wie bei den Eledone-Arten.
Ob sich bei dieser Form derselbe Unterschied zwischen jungen
und alten Ovarien findet, wie bei Eledone, konnte ich aus dem an-
gegebenen Grunde nicht feststellen. Deshalb war es auch schwer
zu sehen, ob Owen (10) Recht hat, wenn er das Ovarium von
Octopus als ein einziges Eierbäumchen beschreibt, oder ob deren
mehrere vorhanden sind. Brock (2, pag. 99) spricht bei Octopus _
von einem einzigen, reich verzweigten Eierbäumchen, bei den
niedriger stehenden Octopoden, d. h. bei den Philonexiden jedoch
von mehreren (bis zu 50) Stämmchen, die von einem Punkte aus-
gehen. Soviel ich an meiner Schnittserie erkennen konnte, besteht
das Ovarium nur aus einem reich verzweigten Hauptstamm.
Die Entstehung der Eier aus dem Ueberzugsepithel des Ovariums
sowie die Bildung des Follikels und seiner Falten habe ich bereits
früher (1, pag. 292—299) eingehend besprochen und möchte ich
Cephalopoden und einige Nachträge zur Eibildung derselben. 233
hier nur noch einmal die Art des Auftretens der Falten und die
Beziehungen des Follikelepithels und des Ooplasmas zu einander,
nach Beginn der Ausscheidung des Chorions, genauer betrachten.
Bei den einzelnen Species finden sich Unterschiede sowohl in
der Zahl als in der Ausbildungsweise der Follikelfalten. Bei den
Decapoden, welche runde Eier besitzen, bilden sich die Follikel-
falten zon allen Seiten des Eis. (Taf. XI. Fig. 7). Sepia orbignyana
hat mehr Follikelfalten als die anderen Formen. Bei den Octopoden
hingegen bilden sich die Follikelfalten nur in der Längsrichtung
der ovalen Eier, (Taf. XI Fig. 8) wodurch diese ein längsgestreiftes
Aussehen erhalten, (Textfigur')) während die Oberfläche der Deca-
podeneier infolge der Faltenbildung ein netzförmiges Aussehen zeigt.
Die Ausscheidung des Chorions, (das sich, wie ich noch nach-
tragen möchte, besonders gut durch Färbung der Schnitte mit Hae-
matoxylin, Eosin und Bismarckbraun nachweisen lässt, indem sich
bei dieser Färbung das Follikelepithel violett, der Dotter rot und
das Chorion braun färbt), habe ich bereits früher (1) geschildert.
Trotz des Beginns der Chorionausscheidung nimmt die Ernährung
des Eis durch die Follikelzellen ihren Fortgang und zwar senden
nun die Follikelzellen Fortsätze durch die Porenkanäle des Chorions.
(Taf. XI. Fig. 3) andrerseits schickt auch das Eiplasma diesen Follikel-
fortsätzen Plasmafortsätze entgegen. (Taf. XI. Fig. 2.) Man sieht
dies in den Präparaten teilweise noch deutlicher als es die Ab-
bildungen wiedergeben.
Schweikart (11 pag. 214-221) der die späteren Entwick-
lungsstadien der Cephalodeneier genau untersucht hat, fand am
animalen Eipol, nach dem das Keimbläschen, wohl auf mechanischem
Wege, gedrängt wird, oberhalb dieses einen breiten Fortsatz des
Ooplasmas, der nach der Peripherie zieht. Er liegt an der Stelle
des Eis, an der sich die Mikropyle anlegt und an der infolgedessen
die Bildung des Chorions unterblieben ist. Es liegt mir fern, die
Richtigkeit der Schweikart’schen Beobachtungen in Frage stellen
zu wollen, besonders da seine Untersuchungen nicht nur an meinen
Präparaten, sondern an einem weit reichhaltigeren Material vor-
genommen worden sind, ich muss jedoch sagen, dass ich diesen
breiten Fortsatz des Ooplasmas nie gesehen habe, sondern stets,
sowohl an dem animalen Pol der Oocyte bei dem Keimbläschen
(Taf. XI. Fig. 2), als auch an anderen, beliebigen Stellen der
Peripherie des Eis, eine grössere Anzahl von kleinen Fortsätzen
des Ooplasmas, die den Porenkanälen des schon ziemlich gut ent-
wickelten Chorions entsprachen. Diese kleinen Ooplasmafortsätze
haben sicher nichts mit der Bildung der Mikropyle zu thun. Sie
t) Leider giebt die Abbildung die Längsfalten nur in recht unvollkommener
Weise wieder.
234 Dr. W. Bergmann: Ueber den Bau des Ovariums bei
haben eine rein physiologische Bedeutung, indem das Ei sie dem
ernährenden Follikelepithel entgegensendet. Dass sie häufig am
animalen Eipol, in der Nähe des Keimbläschens vorkommen, ist
nicht zu verwundern, da das Keimbläschen bei der Ernährung des
Eis zweifellos eine grosse Rolle spielt.
Später werden sowohl die Fortsätze der Follikelzellen als die
des Ooplasmas zurückgezogen, die Porenkanäle schwinden und das
Chorion zeigt eine homogene Beschaffenheit, ohne jede Spur von
Streifung.
Vialleton (15) und Ray Lankester (9) haben die Fortsätze
der Follikelzellen bereits gesehen. Letzterer hält aber die Fortsätze
tragenden Follikelzellen für „goblet-cells“ und bildet sie auch dem-
entsprechend ab.
Zum Schluss möchte ich noch eines eigentümlichen Befundes
gedenken. Ich fand nämlich in einem Ei von Loligo vulgaris zwei
Keimbläschen. (Taf. XI. Fig. 1). Bei manchen Tiergruppen, so
z. B. bei Säugetieren, sind zwei Keimbläschen in einem Ei schon
öfters beobachtet worden. Meines Wissens ist jedoch das Vor-
kommen einer solchen Abnormität bei den Cephalopoden bisher
noch nicht bekannt geworden.
Litteraturverzeichniss.
1. Bergmann, W. Untersuchungen über die Eibildung bei Anne-
liden und Cephalopoden. Zeitschrift f. wiss. Zool.
Bd. LXXII. 2. 1902.
2. Brock, J. Die Geschlechtsorgane der Cephalopoden. Erster
Beitrag. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. XXXII 1879.
3. Derselbe. Zur Anatomie und Systematik der Cephalopoden. .
Idem Bd. XXXVI.
4. Chiaje, St. delle, Memorie su la storie e notomia degli animali
senza vertebre del regno di Napoli. Vol. XV. Napoli 1829.
(2. Ausgabe.)
5. Cuvier, G. Lecons d’anatomie comparee. Tom. V. Paris 1805.
6. Derselbe. M&moires pour servir a l’histoire et & l’anatomie des
Mollusques. Paris 1817.
10.
98
12.
13.
14.
15.
Cephalopoden und einige Nachträge zur Eibildung desselben. 235
Faussek, V. Untersuchungen über die Entwicklung der Cepha-
lopoden. Mitth. zool. Station Neapel. Bd. XIV. 1900.
Kölliker, A.v. Entwickelungsgeschichte derÖephalopoden. 1344.
Lankester, E. Ray. Contributions to the developmental History
of the Mollusca. Philosophical transactions of the royal
Society of London. 1879.
Owen, R. Description of some new and rare Cephalopoda.
Proceed. zool. soc. Vol. II. 1841 und Artikel ‚Cephalopoda“
in Todds Cyclopaedia of Anatomy and Physiology. Vol I.
London 1836.
Schweikart, A. Ueber die Bildung der Micropyle und des
Chorions bei den Cephalopoden. Zool. Anz. Bd. XXVI.
No. 692.
Siebold und Stannius. Lehrbuch der vergleichenden Ana-
tomie. Bd. I. Berlin 1848.
Ussow, M. Untersuchungen über die Entwicklung der Cepha-
lopoden, Archives de Biologie. Tome II. 1881.
Derselbe. Zoologisch-embryologische Untersuchungen. Troschel’s
Archiv f. Naturgeschichte. 40. Jahrg. 1874.
Vialleton, L. Recherches sur les premieres phases du developpe-
ment de la seiche (Sepia officinalis). Annales des scienc.
natur. zool. VII. ser. Tome VI. 1888.
Erklärung der Abbildungen.
Sämmtliche Figuren (ausser Fig. 5 Photographie) sind unter Benutzung
des Zeichenprismas hergestellt.
Erklärung der Buchstaben.
Ch. Chorion. Ke. Kapselepithel.
do. Dotter. Kfl. Keimfleck.
ei. Ei (Oocyte). op. Ooplasma.
fe. Follikelepithel. üe. Ueberzugsepithel,
Kb. Keimbläschen,
236
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
=
Dr. W. Bergmann.
Tafel XT.
Ei von Loligo vulgaris mit zwei Keimbläschen. Vergr. 60.
Teil eines Eis von Loligo vulgaris, die Fortsätze des Ooplasmas zeigend.
Vergr. 680.
Teil eines Eis von Loligo vulgaris, die Fortsätze des Follikelepithels
zeigend. Vergr. 800.
Gefaltetes Kapselepithel eines älteren Ovariums von Eledone moschata-
Vergr. 100.
Junges Ovarium von Eledone moschata, die Eierbäumchen zeigend.
(Die Kapsel ist aufgeschnitten und zurückgeschlagen). Natürliche
Grösse.
Bewimpertes Ueberzugsepithel von Loligo vulgaris. Vergr. 500.
Schnitt durch das Eierstocksstroma von Loligo vulgaris mit Eiern ver-
schiedener Altersstadien. Die älteren zeigen das Eindringen der
Follikelfalten von allen Seiten. Vergr. 80.
Eier von Eledone moschata mit hauptsächlich in der Längsrichtung
des Eis verlaufenden Falten. Vergr. 80.
Untersuchung
über den Bau der Drüsenanhänge des Darms
bei den
Monascidien.
Von
Arthur Isert
aus Johannishof, Kr. Angermünde.
Hierzu Tafel XII—XV.
I. Die Leber der Monascidien.
Ueber den Bau der Leber der Ascidien liegen bislang voll-
ständig befriedigende Untersuchungen nicht vor. Es erschien mir
deshalb als ein Erfolg versprechendes Bemühen, bei einer Reihe
von Ascidien, die mir von dem Director des zoologischen Institutes
der Universität Rostock Herrn Professor Dr. Seeliger in dankens-
werter Weise zur Verfügung gestellt wurden, die Leber unter An-
wendung der modernen mikroskopischen Hilfsmittel genauer zu
untersuchen. Das ausgezeichnet erhaltene Material entstammte zum
Teil der Fauna des Adriatischen- und Mittelmeers und war in
10%, iger Formollösung in der zoologischen Station von Rovigno
konserviert worden, während einzelne Tiere in den nordischen Ge-
wässern und der Ostsee gefangen wurden und in Alkohol auf-
bewahrt waren.
Bearbeitet sind von mir ausschliesslich Monascidien und zwar:
Microcosmus vulgaris Heller, Cynthia papillosa, C. dura, C. echinata ;
ferner Molgula occulta, M. appendiculata, M. nana und M. macro-
siphonica; ferner Styelopsis grossularia und Ciona intestinalis und
ausserdem Ascidia virginea Müller (non Heller), A. mentula und
Ascidiella cristata (?).
Zur Tinction verwandte ich verdünnte Alaunkarminlösung mit
der ich die Organe in toto färbte. In einzelnen Fällen brachte ich
auch bei Schnitten Doppelfärbung (Delafield’sches Haematoxylin und
Orange G.) in Anwendung.
Man kann nach den in der Literatur bisher niedergelegten
Beobachtungen einen Unterschied machen zwischen solchen Ascidien,
die mit einer deutlichen Leber ausgestattet sind, und solchen, bei
denen letztere anatomisch nicht hervortritt. Bei den Formen, die
mit einer deutlichen Leber versehen sind, hatte man schon früh-
zeitig deren Bedeutung und Funktion erkannt. Die Lage, anato-
mische Beschaffenheit und Farbe des Organs liessen keinen Zweifel
zu, dass es etwas anderes sein könne, als ein Gebilde, das mit der
338 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Leber anderer Tiere zu homologisieren war. Anders verhielt es
sich bei den Ascidien, bei denen die Leber als gesondertes Organ
nicht hervortritt. Hier sind den Autoren zahlreiche Irrtümer unter-
laufen, und als Leber wurden Organe bezeichnet, deren Lage und
histologischer Bau mit der vermeintlichen Funktion als Leber durch-
aus nicht im Einklang standen. Die darmumspinnende Drüse ist
wohl am häufigsten als Leber angesprochen worden, dann aber auch
die Nieren und die Hoden.
So ist nach Seeliger (1) von Milne-Edwards bei den zu-
sammengesetzten Ascidien die darmumspinnende Drüse „mit einiger
Wahrscheinlichkeit* als „un organe hepatique“ bezeichnet worden.
Ebenso hat Hancock (2) bei den Ascidien, Clavelina und Perophora
dieselbe Drüse für eine Leber gehalten.
Andererseits hat wieder Krohn (3) die Niere als Leber ange-
sehen und endlich hat nach Hertwig (4) auch bei der Ciona
intestinalis der den Darm umgebende Hoden als Leber gegolten.
Die wahre Leber der Ascidien haben schon einzelne Autoren
des 18. Jahrhunderts richtig gedeutet. Savigny (5) und Cuvier (6)
beschreiben uns später eine Leber bei den Cynthien und geben uns
davon eine sehr genaue Abbildung.
Jedoch ist die Leber in den meisten Arbeiten wenig berück-
sichtigt worden, Man findet höchstens ihre Lage, Farbe und
Lappung angegeben wie z. B. in den systematischen Beschreibungen
von Heller (7, 8, 9), Kupffer (10, Herdman (11) und
Drasche (12).
So beschreibt z. B. Herdman eine mit dem Verdauungskanal
in Verbindung stehende drüsige Masse, die, wie er sagt, ge-
wöhnlich als Leber bezeichnet wird: „In the Molgulidae, sagt er,
there is a well-developed glandular mass, usually dirided into several
lobes, which, in the absence of definite information as to its function,
may be called a liver. A similar organ is found coating the stomach
in many of the Cynthiidae, and in other forms, and in some of the
Ascidiidae and some Ascidiae Compositae there are thickenings of
the wall of the stomach, which are possibly a less developed form
of the same organ.“
Drasche erwähnt beifastallen von ihn beschriebenen Microcosmen
und Cynthien eine Leber und giebt einige Abbildungen dazu. Aus
seiner Beschreibung kann man entnehmen, dass die Leber im Ver-
hältnis zur Körpergrösse des Tieres zuweilen recht ansehnlich ist.
So beschreibt er bei Cynthia Roretzii n. sp., die nach ihm eine
Länge von 16 cm und Breite von 8 cm hat, eine Leber von 12 cm
im Durchmesser. Dieselbe füllt den ganzen Raum innerhalb der
beiden Darmschenkel aus. Genauere Untersuchungen verdanken
wir Richard Hertwig, Roule, Wagner, Lacaze-Duthiers,
Maurice und Seeliger.
Die erste genaue Kenntnis haben wir von der Leber einer
Molgulide durch Lacaze-Duthiers (13) (Molgula roscovita)
erhalten. Der Verfasser schildert das Organ als Faltungen der
nn nn nn
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 239
Magenwand mit vielen Fältchen, die eine leberartige Farbe besitzen.
Die Wand ist besetzt mit kleinen übereinandergeschichteten Zellen
mit einem mehr oder weniger grossen Kern, der sich verschiedentlich
teilt. Diese Zellen steigen von der unteren Schicht nach oben
empor und werden schliesslich in das Lumen entleert.
Dann hat Richard Hertwig (4) die Leber von zwei Cynthien
untersucht. Seine Angaben beziehen sich mehr auf den inneren
Bau der Leber. Er hält sie bei einigen Formen für eine besondere,
selbständige Drüse und bei anderen für eine Faltung der Magen-
wand. Das Epithel der Leber hält er bis auf die ihm fehlenden
Wimpern für gleichartig mit dem des übrigen Darmkanals. Sodann
sucht er vor allen Dingen zu beweisen, dass viele als Leber be-
schriebene Organe nicht den Namen verdienen, sondern anders
funktionierende Gebilde sind.
Eingehender sind die Untersuchungen von Roule (14). Sie
beziehen sich auf die Cynthien, Microcosmen und Ciona intestinalis.
Für die Leber der Cynthien und Microcosmen giebt er den gleichen
Bau an. Er beschreibt sie als Faltungen der Magenwand mit
kleinen drüsigen Anhängen auf der Oberfläche. Diesen schreibt
er hauptsächlich Leberfunktionen zu. Dieselbe Funktion soll aber
auch der ganze andere Teil der Leber und der Magen haben. Daher
verwirft er den Ausdruck Leber und will sie besser „annexe glan-
dulaire“ genannt wissen. Als Epithel beschreibt er Cylinderepithel
„mit kleinen gelben Körnchen besetzt“. Bei der Ciona intestinalis
(15) beschreibt Roule auch Falten der Magenwand, die Leber-
funktion haben. Sie sind mit Zellen besetzt, die einen gelblich-
gekörnten Inhalt haben. Daneben kommen Becherzellen vor.
Sodann hat Wagner (16) die Leber der Cynthia echinata
untersucht. Er hat dort im Gegensatz zu Richard Hertwig keine
Drüsenschläuche, sondern Falten der Magenwand, oder besser,
gefältete Säckchen gefunden. Diese setzen sich aus polyedrischen
und cylindrischen gelblichen Zellen mit gekörntem Inhalt zusammen.
Ferner beschreibt Wagner das Vorkommen von Stärkekörnern in
dem Epithel des Magens und der Leber.
Bei einer andern Form, der Molgula grönlandica, giebt er
einige Zeichnungen von Leberzellen, jedoch beschreibt er sie nicht
näher.
Endlich hat noch Maurice (17) die Leber einer Synascidie,
der Fragaroides aurantiacum beschrieben. Sie besteht aus einer
gleichmässigen Faltung der Magenwand. Die Falten stehen in der
Mitte mit dem Magen in Verbindung. An den Enden stülpen sie
sich aus. Er beschreibt kegelförmige Zellen mit der Spitze nach
dem Lumen gerichtet. Er unterscheidet zwei Zellarten. Einmal
die im Grunde der Falten, die gekörnt sind und sich schwach in
der Alaunkarminlösung gefärbt haben, dann die Zellen im Grunde
der blindsackartigen Ausstülpung, die dunkler mit der Lösung
gefärbt sind. Jedoch hält er diese beiden Zellarten für identisch
mit denen des Magens.
240 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Eine nur allgemein gehaltene Darstellung der Leber der Ascidien
überhaupt hat Seeliger (1) gegeben. Er unterscheidet Leberorgane,
die ein selbständiges drüsiges Organ bilden, auch solche, die lediglich
Faltungen der Magenwand darstellen, und dann entweder sich über
den grössten Teil des Darmes erstrecken oder makroskopisch gar
nicht hervortreten. Das Leberepithel beschreibt er im Bau als ein-
schichtig und bemerkt, dass es nach den bisher von den Autoren
gemachten Beobachtungen sich nicht von dem Magenepithel in der
Struktur unterscheidet. Nur in den vom Magen scharf abgesetzten
Leberschläuchen ist das Epithel verschieden von dem des Magens.
So finden sich nach ihm bei den Cynthien in der Leber Drüsen-
zellen überfüllt mit gelben oder gelbbraunen stark glänzenden
Körnchen, die zuweilen den Zellkern ganz verdecken können.
Ein als Leber funktionierender Darmabschnitt findet sich nun
bei allen Ascidien. Am entwickelsten ist das Organ bei den Micro-
cosmen, Cynthien und Molguliden. Dort ist die Leber als deutlich
sichtbares, mehr oder weniger grosses Organ vorhanden und steht
in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Magen. Bei anderen
Formen tritt sie als besonderes Organ nicht hervor, sie ist nicht
differenzirt, und beschränkt sich dort teils auf den Magen, teils
breitet sie sich auf Magen und Intestinum aus, oder man findet sie
auch nur in einem Teil des Intestinum’s entwickelt.
Mierocosmus vulgaris Heller.
Schon Savigny und Cuvier haben die Leber dieser Form
gekannt. Savigny (5) beschreibt die Leber als ein Organ verdätre,
grenu ou feuillete; ce foie, fährt er fort, qui adhere d’une maniere
intime & l’estomac, l’enveloppe en tout ou en partie, et y verse la
bile par des trous distincts perces au fond de certaines cavites
(pag. 91 s. Werks).
Cuvier (6) giebt eine sehr schöne Zeichnung von diesem
Organ. In ihr erkennt man schon, dass die Leber in mehrere
unregelmässige Teile zerfällt, auf denen kleine Erhöhungen in be-
stimmten Reihen angeordnet sitzen.
Eine geraume Zeit später hat R Hertwig (4) die Leber dieser
Form genauer bearbeitet. Er betont, dass es sich hier um eine
Drüse handelt, deren Ausführungsgänge in Vertiefungen der Magen-
wand münden, derart, dass immer mehrere Mündungen in einer
Vertiefung bemerkbar sind. „Sie liegen“, sagt er, „auf der der
Kiemenhöhle zugekehrten Darmwand und flachen sich nach dem
Pylorus zu allmählich rinnenförmig ab, während sie nach der Kardia
zu mit einer scharf vorspringenden, die Vertiefung ein wenig über-
deckenden Falte abschliessen.“ Auf Querschnitten durch das ganze
Parenchym hat er in den Drüsenschläuchen dasselbe Cylinderepithel
nachgewiesen, welches auch sonst den ganzen Darmkanal auskleidet,
aber ohne Flimmerhaare. Als Sekret hat er eine orangefarbene
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. >41
Masse gefunden, die sich im Magen befindet nnd namentlich in den
Vertiefungen der Einmündungsstellen der Leberschläuche.
Dann hat Roule (15) die Leber untersucht. Er beschreibt
dieses Organ bei der Microcosmus folgendermassen: Le foie apparait
au-dessus de la partie des organes sexuels qui recouvre la cavite,
stomacale comme une plaque grenue de couleur brun rougeätre et
tranchant ainsi avec intensite sur le fond blanc jaunätre des organes
de la reproduction. Er hat bei der näheren Untersuchung die Leber
der der Gattung Cynthia gleichgestellt und giebt dabei eine ziemlich
eingehende histologische Darstellung.
Ziemlich allgemein gehalten sind die Beobachtungen von
Lacaze-Duthiers und Delage (18). Man findet dort nur eine
kurze anatomische Darstellung, in der sie bemerken, dass die Leber
aus zwei Teilen besteht.
Wenn man einen Microcosmus rechts neben dem Endostyl auf-
schneidet und auseinander klappt, so bemerkt man auf der linken
Seite des Kiemendarms ziemlich weit hinten ein verhältnismässig
grosses grünlich gelbes Organ durchschimmern. Es ist die Leber.
Hebt man den Kiemendarm hoch, so sieht man den ganzen Darm-
kanal nebst Leber vor sich liegen. Die Fig. 1 Taf. XII zeigt ein
solches Bild bei ca. 5facher Vergrösserung. Der Darmkanal bildet
eine nach vorn und ventral zu aufsteigende Schleife, und die Leber
scheint zwischen Oesophagus und Enddarm eine Brücke zu schlagen.
Sie liegt nach der dem Kiemendarm zugelegenen Seite dem Magen
auf und ist deutlich von ihm abgesetzt, sie wölbt sich überall über
ihn stark hinweg. Am stärksten in der Querrichtung des Magens.
Nach vorn legt sie sich an den Enddarm und tritt sogar mit ihm
in ziemlich feste Verbindung. Nach hinten bildet sie einen
mächtigen Anhang, der bis hart an das Herz reicht. Vielleicht
erklärt sich hieraus die von Savigny und Lacaze-Duthiers be-
schriebene Zweilappung der Leber. Der nach dem Enddarm zu
sich erstreckende Teil würde dann den einen Lappen und der an
das Herz reichende Abschnitt den andern darstellen. Beide Lappen
sind jedoch, wie meine Untersuchungen ergeben haben, nicht von
einander getrennt. Ich bin deshalb nicht geneigt, der von Lacaze-
Duthiers kundgegebenen Anschauung über die Zweiteilung der
Microcosmusleber beizutreten. Vielmehr fand ich sie in viele kleine
Felder von verschiedener Form und Grösse geteilt, die wie mit
Punkten bedeckt waren. Das Ganze giebt der Leberoberfläche ein
blumenkohlähnliches Aussehen.
Betrachtet man bei Lupenvergrösserung die Felder näher, so
sieht man, dass die Punkte sämtlich in Reihen angeordnet sind,
wie dies schon Cuvier in seinen Abbildungen angedeutet hat.
. Fig. 2 Taf. XI zeigt ein solches Feld mit in Reihen stehenden Punkten
besetzt. Die Reihen laufen oft in verschiedener Richtung aus-
einander, sodass manchmal blattartige oder schildartige Figuren
entstehen.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H. 2. 16
249 Arthur Isert: Untersuchung über den Ban
Diese Punkte auf der Oberfläche sind in Wirklichkeit kleine
rundliche Erhabenheiten, die man als Papillen bezeichnen könnte.
Sie finden sich in ungeheurer Zahl vor und halten, in Reihen an-
geordnet, die Felder dicht besetzt.
Betrachtet man die Leber von der äusseren, der Tunica zu-
gekehrten Seite, so sieht man in ihrer Mitte den Magen als glatte
gewölbte Fläche undeutlich hervorschimmern, allseitig umgeben
von der mächtig sich darüber wölbenden Lebermasse. Wenn man
von dieser Seite aus den Magen öffnet, so erhält man ungefähr das
Bild, wie es Hertwig (4) schildert. Man sieht in einer ziemlich
glatten Fläche, sowohl in dem Kardiateil wie auch im Pylorusteil
einzelne längliche Spalten, die die Vertiefungen vorstellen, in welche
die Lebergänge münden.
Zerlegtt man nun Magen und Leber in eine Serie von Quer-
schnitten, so erkennt man beide als zwei verschiedene Organe, die
aber innig mit einander zusammenhängen und von einem gemein-
samen bindegewebigen Polster und von einer gemeinsamen Ektoderm-
hülle umgeben sind. Der Magen bildet ein einfaches Rohr, in das
die Leber mit mehreren grossen Gängen einmündet. Die Leber ist
zusammengesetzt aus vielen kleineren und grösseren mehr länglich
als runden Drüsenkanälen, die, in mehrere Hauptstämme vereinigt,
in den Magen münden. Roule (15) hält die Leber dieser Form
für eine Faltenbildung des Magens und vergleicht sie mit der der
Cynthia. Man muss annehmen, dass er niemals die Leber einer
Microcosmus genau untersucht hat. Auch scheint er die Arbeit von
R. Hertwig (4) nicht gelesen zu haben, der durch Querschnitte
trefflich bewiesen hat, dass hier keine Faltenbildung, sondern eine
echte Drüsenbildung mit Haupt- und Nebenkanälen vorliegt.
Wenn man die Serie von Oesophagus bis zum Darm durch-
sieht, erkennt man zunächst wie das Lebergewebe, überfüllt mit
kleinen angeschnittenen Drüsenkanälen, sich über den Oesophagus
hinwegwölbt. Beide stehen auch in bindegewebiger Verbindung.
Alsdann trifft man allmählich den Magen und zwar den Kardiateil,
der sich nicht scharf vom Oesophagus absetzt. Er ist im Durch-
schnitt rundlich und besitzt ein ziemlich grosses Lumen. Weiterhin
kommt man zu dem Pylorusteil, der im Gegensatz zu jenem mehr
längsoval und weiter ist. Der Uebergang ist nicht scharf abgesetzt,
sondern findet allmählich statt. In jeden dieser beiden Magenteile
münden nun die vereinigten Leberstämme ein, und zwar in jeden
vier, sodass bei Microcosmus 8 Hauptstäimme vorhanden sind.
Jedoch mag diese Zahl bei den einzelnen Individuen schwanken,
denn Hertwig (4) erwähnt 6 bis 9. Schon innerhalb der Leber-
masse findet man stärkere vereinigte Stämme, schliesslich sieht man
auch die Ausführungsgänge in den Magen. Fig. 3 Taf. XII zeigt einen
Querschnitt von Pylorusteilen. Es sind hier alle 4 Stämme getroffen,
jedoch, da nicht alle genau in der Ebene des Schnittes verlaufen,
in verschiedener Weise. Am besten sind die mittleren zu sehen,
während von den beiden seitlichen nur die sich abflachenden rinnen-
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 943
förmigen Vertiefungen getroffen sind. Ganz links ist ein Teil des
Enddarms im Querschnitt zu erkennen.
Gelangt man im Verfolg der weiteren Schnitte an den Darm,
so sieht man, wie die Leber sich noch über einen Teil desselben
hinwegwölbt. Ueber dem Querschnitt des Darmes bemerkt man
den Rand der Leber, deren Drüsenschläuche aber hier keinen Zu-
sammenhang mit dem Magen mehr zeigen.
Die ausführenden Kanäle der Leber sind verhältnismässig gross
und etwas in die Länge gestreckt. Sie teilen sich und die Teilungen
teilen sich bald wieder und verästeln sich nach allen Richtungen
in das umliegende Gewebe. Die Verästelungen zeigen an ihren
Enden einen rundlichen Querschnitt, der nach dem Stamm zu wieder
mehr länglich wird. Die Kanäle liegen in grosser Zahl neben und
hinter einander, zwischen ihnen und denselben glatt anliegend trifft
man Bindegewebe, das indes die charakteristische Zusammensetzung,
die ich bei der Cynthia gefunden habe, vermissen lässt. Betrachtet
man einen Drüsenkanal bei stärkerer Vergrösserung, so fällt sofort
die verschiedene Dicke des Epithels auf. Trotzdem findet man im
ganzen Verlauf des Drüsenkanals wie im Magen nur einschichtiges
Epithel. Am höchsten ist es an der Kuppe solchen Ganges, dann
wird es plötzlich ganz niedrig, oft ganz unvermittelt, dann etwas
höher, um schliesslich in das ganz hohe Magenepithel überzugehen.
Das Epithel an der Kuppe des Drüsenganges ist das eigentliche
Leberepithel; dann folgt, wie man bei den Drüsen der höheren
Tiere unterschieden hat, eine Zellregion, die man als Schaltstück
und dann eine andere, die man als Leitungsstück bezeichnen kann.
Sämtliche Zellen sind in dem tubulis palisadenförmig angeordnet
mit nach dem Lumen zu gerichteter Spitze. Fig. 4 Taf. XII zeigt
einen solchen Kanal. An der Kuppe bemerkt man die hohen Leber-
zellen, darauf die Zellen des Schaltstückes und die des Leitungs-
stückes.
Wie schon Roule (15) beobachtet hat, bemerkt man an vielen
Stellen, wie sich ein solcher Lebertubulus über die Oberfläche
hinaus in kleine Blindsäcke ausstülpt. Es sind dies die kleinen
reihenweise augeordneten Häufchen oder Papillen, die bei der Be-
sichtigung der Leberoberfläche aufgefallen waren. Auf Schnitten
sieht man, wie diese Blindsäcke aus den schon oben beschriebenen
aus den charakteristischen Leberzellen sich zusammensetzenden
Kuppen bestehen. An der Stelle, wo sich diese kugelförmigen Aus-
stülpungen von der Oberfläche der Leber erheben, entsteht eine
Einschnürung, sodass das Ganze den Eindruck einer Kuppe mit
einem kurzen verengten Halse macht Fig. 8 Taf. XII. Oft findet man
sie sackähnlich in die Länge gezogen, und oft sitzen mehrere Aus-
stülpungen von verschiedener Form auf einem kurzen Halse.
Die Leberzellen sind hohe cylindrische unbewimperte Zellen
von leicht gelblicher Farbe. Der Kern liegt ganz unten an der
Basis d.h. in dem dem Bindegewebe zugekehrten Teile. Er ist
kugelrund und zeigt deutlich die typische ruhende Kernstruktur.
167
244 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Man findet in der Mitte ein grösseres Körperchen, den Nucleolus,
und peripher gelegen mehrere kleine Chormosomen. Der Kern füllt
die ganze Breite der Zelle aus. Unter ihm liegt ganz an die Zell-
basis gedrückt fast verschwindend klein das Protoplasma. Ueber
dem Kern liegt das Drüsensekret in Form von kleinen hellgelben
Bläschen mit central gelegenem feinkörnigen Inhalt. Die Bläschen
haben ungefähr die Grösse des Kernes und sind gewöhnlich in einer
Reihe übereinander in der Zelle aufgeschichtet. Nur bei besonders
breiten Zellen bemerkt man einige im Zickzack übereinander an-
geordnete Bläschen. Neben diesen hellen breiten mit Lebersekret
erfüllten Zellen kommen mitten im Verband auch ganz schmale vor,
die sich mit verdünnter Alaunkarminlösung dunkel gefärbt haben.
Sie sind so dunkel, dass sie nur mit Mühe den Zellkern erkennen
lassen und sind mit gekörntem Protoplasma angefüllt. Sie erscheinen
von den mit Sekret überfüllten Zellen zusammengedrückt zu sein.
Es sind dies Zellen, die sekretorisch nicht tätig sind. Sie können
sich entweder erst zu Sekretzellen entwickeln, sind dann also
jugendliche embryonale Sekretzellen, oder sie haben ihr Sekret
entleert und sind nun von den sie umgebenden tätigen Zellen zu-
sammengedrückt. Es würde dies ungefähr dem Bilde entsprechen,
das man unter dem Namen der Gianuzzi’schen Halbmonde bei
den Drüsen der höheren Tiere kennt. Daneben findet man Ueber-
gangsstadien z. B, Zellen, die nur unten vielleicht auf halber Höhe
schmal sind und hier dunkle Struktur zeigen, während sie sich
oben bedeutend verbreitert und schon mit hellen Sekrettropfen
gefüllt haben.
Ausserdem zeigen viele Zellen noch eine interessante Er-
scheinung. Man sieht unten an der Basis einiger Zellen unterhalb
des Kernes ein kleines feines wasserhelles Bläschen auftreten mit
ganz fein gekörntem Inhalt Fig. 5a Taf. XII. Die Farbe des Bläschen
ist bedeutend heller als die der in der Zelle enthaltenen gelblichen
Bläschen. Es vergrössert sich, treibt den ganzen übrigen Zellinhalt
gegen die Spitze der Zellen, bis schliesslich eine grosse Blase ent-
standen und die Zelle mächtig aufgetrieben ist und der Kern ganz
oben an die Spitze gedrückt erscheint. Solch eine Zelle ist ge-
wöhnlich unten kolbig angeschwollen und hat sämtliche umliegende
Zellen ganz beiseite resp. in die Höhe geschoben. Befinden sich
nun zufällig mehrere Zellen neben einander in diesem aufgeblähten
Zustand, so erhält man im Schnitte ein ganz merkwürdiges Bild,
das zuerst den Eindruck machte, als ständen Kanäle eines anderen
Organs, nämlich der darmumspinnenden Drüse, die sich sehr zahl-
reich zwischen den Leberschläuchen verbreitet finden, in irgend
welcher Beziehung zu den Leberzellen. Dieser Augenschein wird
noch dadurch verstärkt, dass oft diese Kanäle unmittelbar an solche
Stellen herantraten und verschiedentlich auch von Leberzellen halb-
kreisförmig umgeben waren. Jedoch besteht zwischen der darm-
umspinnenden Drüse und der Leber keinerlei directe Beziehungen.
Die eben geschilderte Erscheinung täuscht eine Verbindung beider
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monasecidien. 245
Organe nur vor und ist durch das innige Zusammenliegen derselben
und die Durcheinanderlagerung der beiderseitigen Gewebsarten
bedingt. Jene blasenförmige Auftreibung der Leberzellen ist viel-
mehr eine besondere Art der Sekretbildung der Leberzelle, die in
der oben geschilderten Weise ihren Anfang nimmt, durch Bildung
einer kleinen Vakuole, die schliesslich fast den ganzen Zellraum
erfüllt und dann ihr Sekret in den Lebergang ergiesst, in dem die
Zellmembran einfach platzt. Fig. 5 Taf. XII zeigt mehrere solcher
Stellen a. zeigt dunkle und helle Leberzellen. In mehreren Zellen
ist die beginnende und fortschreitende Vakuolenbildung zu erkennen.
Bei b. sieht man viele mächtig vakuolisierte Zellen neben einander.
Feine Protoplasmasmastränge deuten noch die alten Zellgrenzen an.
Neben den Leberzellen liegen andere langestreckte Zellen
mit grossen rundlichen Kernen, die die Endothelbekleidung der
Leberschläuche darstellen. Jedoch ist diese Bekleidung nur lücken-
haft: ich habe sie wenigstens nicht überall nachweisen können,
während einzelne Stellen deutlich ihr Vorhandensein beweisen.
Die Zellen des Schaltstückes sind einfache bewimperte kubische
Zellen. Sie haben einen deutlichen Kern, dessen histologischer Bau
von dem der Zellen sich nicht unterscheidet. Er liegt ungefähr in der
Mitte der Zelle. Das Protoplasma ist gekörnt, die Wimper sitzt
an einem Wimpersaum am oberen Ende der Zelle.
Die Zellen des ausleitenden Stückes sind etwas höher, haben
eine mehr cylindrische Gestalt und erreichen etwa die halbe Höhe
der Leberzellen. Ihr Kern liegt am distalen Ende und besitzt
dieselbe Form, Struktur nnd Grösse wie der der Leberzellen. Proto-
plasma und Bewimperung gleichen dem der vorigen Zellart. Die
Fig. 6 Taf. XII zeigt einige Zellen aus dem leitenden Teil des Drüsen-
ganges.
Eine bedeutende sekretorische Tätigkeit wird man diesen Zellen
kaum zuschreiben dürfen; trotzdem machte es auf mich manchmal
den Eindruck, als ob ganz kleine Vakuolen sich im Protoplasma
befänden, die ein wasserhelles Sekret enthielten.
R. Hertwig (4) beschreibt das Leberepitel als unbewimpert,
dies ist aber nur insofern richtig, als die Leberzellen keine Wimpern
tragen, dagegen sind die Zellen der leitenden Teile mit einer deut-
lichen Flimmerung versehen, und man muss doch zweifellos dieselben
zum Leberepithel hinzurechnen.
Verfolgt man nun einen solchen Drüsengang, so kommt man
schliesslich an das Magenepithel. Der Uebergang von Leberepithel
oder genauer gesagt vom leitenden Epithel vollzieht sich ganz all-
mählich. Es werden die Zellen immer höher und schliesslich setzen
die typischen Magenepithelzellen ein. Diese haben cylindrische
Gestalt und sind höher und schlanker als die Leberzellen. Sie
enthalten ein feinkörniges Protoplasma, das sich mit Alaunkarmin
hellrot färbt. An dem freien Ende tragen sie einen feinen Wimper-
saum, der eine deutliche lange Wimper trägt, von der Roule (15)
keine Erwähnung tut. Ihr Kern liegt im unteren äusseren Drittel,
246 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Er erscheint etwas grösser als der Leberzellenkern, ist längsoval
geformt und zeigt eine typische Struktur der ruhenden Kerne.
Fig. 7 Taf. XII zeigt einige Magenzellen. Häufig sieht man die freien
Enden der Zellen kolbenförmig verdickt, während das äussere Ende
etwas verjüngt erscheint. Liegen mehrere solcher Zellen zusammen,
so bieten sie das Bild eines aufgeklappten Fächers, jedoch nicht
in so ausgesprochener Weise wie es Roule (14) bei der Ciona
erwähnt. Auch tritt hier häufig im Protoplasma ein kleines feines
Bläschen auf mit wasserhellem Inhalt. Verschiedentlich findet man
ganz hell erscheinende Zellen, in ihnen haben die Bläschen grössere
Dimensionen angenommen und sich in die Länge gestreckt. Die
Zellen erhalten dadurch das Gepräge von Becherzellen mit sekre-
torischer Tätigkeit.
Während die Leberzellen also mit hellgelblichen Sekrettröpfchen
überfüllt waren, zeigen diese Zellen einfach helles gekörntes Proto-
plasma. Die Ansicht Hertwig’s (4) ist also nicht richtig, dass
die Leber von demselben Epithel ausgekleidet wird wie der übrige
Verdauungskanal. Wie wir gesehen haben, bestehen hier erhebliche
Unterschiede.
Roule (15) schildert auch zwei verschiedene Zellarten, einmal
solche auf der Höhe der Falten, die also den Magenzellen, und
dann in der Tiefe der Falten, die den Leberzellen entsprechen
würden. Diese schildert er: „les cellules contiennent de nombreuses
gouttelettes jaune verdätre reduisant l’acide osmique“. Jene als:
„hyalines, faiblement colorables, et parait renfermer quelques
parcelles de mucus; certaines ceilules möme sont entierement hyalines,
et posscdent l’aspect typique des cellules calicinales & mucus*.
Trotz dieser histologischen Unterschiede schreibt er ihnen dieselbe
Funktion zu, denn er sagt; „mais il faut se souvenir que ce foie
ne possede pas ces fonctions ä& lui seul, que tout le reste de la
paroi stomacale en est &galement pourvu.*“ Man kann allerdings
nicht klar ersehen, welche Funktion er meint. Die Funktion der
Verdauung haben beide Zellarten gemeinsam, jedoch sind ihre
Sekrete, wie Roule ja auch sagt, sehr verschieden. Die niedrigen
Zellen der leitenden Teile scheint er aber gar nicht bemerkt zu
haben, wenigstens erwähnt er sie nicht. Ein Beweis, dass er nie-
mals einen Schnitt durch die Leber von Microcosmus vulgaris genau
untersucht hat.
Der Magen und die Leber liegen eingebettet in Mesenchym-
gewebe, das von Blutbahnen und Gängen der darmumspinnenden
Drüse durchsetzt wird. Es besteht aus drei Arten von geformten
Elementen: einmal gewöhnliche Bindegewebszellen, die sich nach
allen Richtungen verästeln und sich mit ihren Aesten verbinden.
Sie liegen überall in der Grundsubstanz zerstreut und bilden im
homogenen Gewebe gleichsam Zellbrücken. Dann lassen sich
trabekelförmige Zellen von länglicher Gestalt unterscheiden. Sie
laufen an ihren beiden Enden in einen feinen Strang aus. In der
Mitte der Zelle befindet sich der Kern. Und drittens sind runde
is
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 247
unverästelte gekörnte Bindegewebszellen zu unterscheiden. An
diesen erkennt man am Rand einen deutlich sichtbaren Kern, daneben
ein helles Centrum und darum farblose Körnchen.
Neben diesen drei geformten Zellelementen finden sich wandernde
Blutzellen im Gewebe, die sich nach Art der Leukocyten fortbe-
wegen. Sie werden gelegentlich zu Bindegewebszellen.
Die Blutbahnen stellen ein reich verzweigtes Gefässnetz dar
mit verschieden grossen Röhren. Nach Roule sollen die Gefässe
ohne jegliche Wandbekleidung sein. „Ils sont perces“ sagt er,
„dans le tissu conjonctif et ne possedent d’autre enveloppe que
celle fournie par ce tissu möme“. Wie ich mich jedoch überzeugen
konnte, sind die Gefässe mit einer deutlichen, wenn auch lücken-
haften Endothelbekleidung versehen, wie sie von Seeliger (l)
neuerdings beschrieben sind. In ihren Lumen befinden sich eine
grosse Zahl von Blutkörperchen, gewöhnlich an der Peripherie des
Kanals und sind dann oft den Endothelzellen angelagert, wodurch
das Vorhandensein dieser besonders deutlich hervortritt. Die Blut-
körperchen bestehen aus einem grossen fast die ganze Zelle ein-
nehmenden Kern und einer ganz feinen Protoplasmawand, die um
den Kern ein dünnes Häutchen bildet. Daneben findet sich überall
das reich verzweigte Röhrensystem der darmumspinnenden Drüse,
die noch am Schluss meiner Betrachtungen der Gegenstand näherer
Untersuchung sein wird.
Auf der inneren dem Kiemendarm benachbarten Seite ist die
Leber von einer ektodermalen Zellbekleidung umhüllt. Dieselbe
besteht aus einer einfachen Lage kleiner kubischer Zellen mit ver-
hältnismässig grossen Kernen. An den Ausstülpungen der Leber-
tubuli ist dieses Epithel besonders niedrig, fast ganz platt, und es
legt sich der Leberdrüsensubstanz unmittelbar an. Der Tubulus
wird also hier nur vom Deckepithel bedeckt. Die Fig. 8 Taf. XI
zeigt einen solchen Blindsack. Nach Roule (15) ist hier die Ab-
flachung des Deckepithelzelllagers die Folge der Ausstreckung und
des Wachstums der Divertikel. Es scheint, dass an diesen Stellen
Wachstumszonen des Leberorgans gelegen sind und Zellteilungen
vornehmlich stattfinden.
Die Gattung Cynthia.
Bei den Oynthien ist ebenfalls eine deutliche Leber vorhanden,
die aber in ihrer Gestalt von der eben beschriebenen Microcosmus-
Leber wesentlich abweicht. Die Cynthien-Leber ist häufiger Gegen-
stand der Untersuchung gewesen, ihr Vorhandensein wird zuerst
von Savigny (5) und Cuvier (6) erwähnt. Genauere Angaben
liegen aber von diesen beiden Autoren nicht vor. Ebenso be-
schränken sich die Angaben von Heller (9) und Drasche (12) nur
auf eine grob anatomische Beschreibung,
248 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Kupffer (10) erwähnt bei der C. claudicans eine drüsige
Masse, die dem Magen und Mitteldarm aufliegt. Sie ist äusserlich
punktiert und besteht aus wahren mit Cylinderepithel ausgekleideten
Drüsenschläuchen. Er hält sie für Anhangsdrüsen des Verdauungs-
kanals.
Genauer hat sie erst R. Hertwig (4) untersucht und zwar bei
der Cynthia echinata. Er giebt an, dass die Leber gelappte Form
hat und dem Magen aufsitzt. Auf Querschnitten durch dieselbe hat
er Drüsenschläuche gefunden, die mit demselben Epithel ausge-
stattet sind, wie die Magenwand. Als Sekret beschreibt er grosse,
fast das ganze Lumen des Drüsenschlauches ausfüllende Kugeln.
Er kommt zu dem Schluss, dass die Leber bei den beiden ersten
von Savigny aufgestellten Tribus aus Drüsenschläuchen besteht und
bei den beiden letzten aus Faltenbildung des Magens.
Anderer Ansicht ist Nikolaus Wagner (16), der dieselbe Form
untersucht hat. „Die Leber besteht“, sagt er, „aus lauter kleinen
Falten, oder besser, ausgefalteten Säckchen. Das Leberepithel setzt
sich aus vieleckigen sehr dicken Zellen zusammen, die mit gelblich
braunen stark glänzenden Körnchen überfüllt sind.“ Dazwischen
hat er auch im Magenepithel Stärkekörner gefunden.
Bei der Cynthia Nordenskiöldi beschreibt Wagner (16) die
- Leber als kleine blinde sackartige Anhänge, die mit Leberzellen
ausgekleidet sind. Er hält diese Säckchen für den Anfang einer
Differenzierung zur selbständigen Ascidien-Leber.
Von einigen andern Cynthien, speciell der Cynthia papillosa
und C. dura, schildert Roule (15) die Leber. Nach ihm besteht
sie aus Falten der Magenwand. Sie ist einer faltigen Tasche ähnlich.
Die Falten der Leberregion sind höher und enger und nehmen
Halbmondform an. Auf den Falten hat er viele kleine Körner ge-
sehen, die sich auf Querschnitten als kleine Blindsäcke zeigten.
Diese haben nach ihm besonders die Leberfunktion, die er aber
auch dem übrigen Teil des Magens zuschreibt. Er betrachtet die
kleinen Blindsäcke als Andeutung einer Drüse, die eine einfache
Vergrösserung der Wand bilden. Sie enthalten nach ihm Zellen,
die mit gelblich grünen Körnern gefüllt sind.
Ausserdem ist die Leber erwähnt von Lacaze-Duthiers et
Delage (18). „I est forms, sagten sie, d’acini de couleur jaune
rougeätre dont les cannaux reunis vont s’ouvir par de petits orifices
dans la region sup£erieure de l’estomac.“
Cynthia papillosa.
Die Leber liegt links hinten in der Leibeshöhle, direkt unter
dem Kiemendarm auf der inneren Magenwand. Während an der
Kardia die Magenfalten ziemlich regelmässig angeordnet sind und
diese ungefähr im ®/, Kreise umgeben bildet sich in der Pylorus-
region eine typische Leber aus, Dieselbe ist von eiförmiger Gestalt
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monasecidien. 949
mit nach hinten gekehrter Spitze und von bräunlicher Farbe.
Savigny (5) giebt bereits eine treffliche Schilderung: Foie compos&
de plusieurs lobes grenus, agglomer6s en une masse qui faiblement
divisee en trois autres: il est &loigne de l’oesophage, et place
obliquement sur la base de l’estomac. Seine Beobachtungen waren
ganz genau. Man kann jedoch noch ausdrücklicher betonen, dass
man neben den beiden Furchen, die sie in drei Teile teilen, noch
ganz seichte Furchen beobachten kann, wodurch die Lappen noch
in Läppchen geteilt werden. Auf der Oberfläche der Lappen be-
merkt man kleine Körnchen „grenu* sagt Savigny. Diese
erweisen sich bei schwacher Vergrösserung als kleine rundliche oder
längliche Hervorragungen. Sie sind den bei Microcosmus vulgaris
beschriebenen ähnlich und entsprechen den Annexes glandulaires,
wie sie Roule nennt. Fig.9 Taf. XII zeigt den Verdauungstraktus
einer Oynthia papillosa von der Kiemendarmseite also von innen aus
gesehen. Man bemerkt den ziemlich breiten und gebogenen Oeso-
phagus, der durch seichte Windungen auf seiner Oberfläche wie
spiralig gedreht erscheint. Nach dem Magen zu verbreitert er sich
trichterförmig und geht allmählich in denselben über. Den Magen
kann man schon makroskopisch in zwei Theilen teilen, den glatten
freien Teil, die Kardia, und den von der Leber bedeckten gekörnten
Teil, den Pylorus. Die Oberfläche der Kardia zeigt sich eigen-
tümlich skulpturiert. Eine Ringfalte schliesst sie vom Oesophagus
ab. Daneben ziehen seichte Furchen nach dem Pylorus hin, und
deutlich hebt sich, die Kardia überragend, die Leber ab. Sie liegt
quer auf dem Pylorus und ist bedeutend breiter als lang. An ihr
erblickt man die Körnchen, die nicht wie bei dem Microcosmus in
Reihen stehen, sondern dicht an einander gedrängt die Lappen
besetzt halten. Man erkennt die drei Lappen und bemerkt daneben
die durch seichte Furchen bestimmten Läppchen. Da der Magen
annähernd quer zur Längsachse des Körpers verläuft, liegen die
drei Lappen, wenn auch nicht ganz genau, so doch ungefähr in der
Prinzipalachse parallel zum Endostyl hintereinander. Der nach dem
Vorderende des Tieres zu gelegene Lappen wölbt sich mächtig nach
vorn über den Magen hinweg, sodass er dessen Vorderseite und
noch einen Teil der äusseren Oberfläche bedeckt. Ebenso umgreift
der hintere, der dem Herzen zu gelegene Lappen den Magen noch
von der hinteren und Aussenseite, so dass nur ein ganz kleiner
Teil des Magens von der äusseren dem Mantel zu gelegenen Seite
aus sichtbar bleibt. Zwischen diesen beiden Lappen liegt der
mittlere, der weniger umfangreich ist. Er ist äusserlich nicht scharf
von dem hinteren Lappen getrennt, jedoch tritt auf Querschnitten
deutlich seine Trennung hervor, indem sich an seiner hinteren
Grenze eine mächtige Leberfalte bildet, die sich bis tief in das
Magenlumen hineinsenkt. Mit dem Oesophagus sieht der Magen
und die Leber einer Wasserkaraffe nicht unähnlich. An den Magen
schliesst sich der im Bogen verlaufende Darm, den man deutlich
im Mittel- und Enddarm unterscheiden kann,
250 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Die Fig. 10 Taf. XII zeigt einen Teil der Oberfläche der Leber
bei stärkerer Vergrösserung gezeichnet. Man erkennt kleine rundliche
wie auch längliche Erhebungen auf glattem Grunde. Es sind dies
die Blindsäcke, die sich auch beim Microcosmus fanden.
Zerlegt man nun den Magen mit der Leber in Querschnitte, so
findet man sie reich gefaltet und aus vielen der Richtung des
Magens längs verlaufenden plattgedrückten Falten zusammengesetzt.
Man kann zwischen Magen- und Leber-Falten deutlich unterscheiden.
Erstere finden sich in der Kardia und letztere in der Pylorusgegend
des Magens. Ein scharfer Uebergang besteht aber nicht. Die
Falten des Magens setzen sich teilweise in die der Leber fort,
jedoch sind letztere bedeutend höher und besitzen neben einer
reichen Gliederung noch eine besondere Färbung. Während die
Falten der Kardia fast ungefärbt sind, zeigen die der Leber eine
intensiv gelbe Farbe. Roule (15) unterscheidet 4 Ordnungen von
Falten. Wollte man die Falten nach der Höhe sondern, so bekäme
man wohl noch eine grössere Zahl heraus. Es ist eben jede grosse
Falten in kleinere Falten und Fältchen zerlegt von verschiedener
Höhe und plattgedrückter Gestalt. In sämtlichen Fältchen findet
sich noch oben am Kamm ein oder auch mehrere mehr oder weniger
tiefe Einschnitte. Ueberall ist das Bindegewebe gleich kleinen Septen
mit verbreiterten Enden zwischen die Falten eingesenkt und deutlich
vom Epithel geschieden. An der nach aussen zu gekehrten Magen-
wand ist im Pylorusteil eine Längsrinne zu bemerken, in die sich,
ihrem Verlaufe folgend, die oben beschriebene Trennungsfalte des
mittleren und hinteren Leberlappens einsenkt und diese ganze Region
in zwei Teile teilt. Fig. 11 Taf. XII zeigt einen Querschnitt aus dem
Pylorusteil des Magens.
Die ganze Magenleberregion ist von einem verschieden hohen
und verschieden gebauten aber überall einschichtigen Cylinderepithel
ausgekleidet. Es ragt überall mit der Spitze in das Lumen und mit
der Basis gegen das umgebende Bindegewebe. Roule (15) nimmt
für die ganze Magenlebergegend das gleiche Epithel an: unbewimpert
und mit zahlreichen kleinen gelben Tröpfchen erfüllt.
Nach meinen Untersuchungen kann man 3 Arten von Epithel
unterscheiden. Einmal das typische Leberepithel, dann das Epithel
der Magenfalten und drittens das Epithel des Magenlumens. Merk-
würdigerweise fand ich bei dieser Form das ganze Epithel mit einer
deutlichen Bewimperung versehen.
Schon bei schwacher Vergrösserung fällt das Leberepithel durch
seine intensiv gelbe Farbe auf. Dieselbe stammt von kleinen gelben
Haufen von Körnchen, die reihenweise übereinander geschichtet in
der Leberzelle sich befinden. Jeder Haufe ist umgeben von kleinen
hellen Bläschen. Die Zellen sind damit so überfüllt, dass der Kern
fast ganz an die Basis gedrückt ist. Nur eine ganz schmale Proto-
plasmabrücke scheint basal vom Kern zu liegen, und ein ebenso
schmaler Streifen trennt ihn von den Einschlüssen des Protoplasma’s.
Der Kern ist rundlich mit Nucleolus und deutlichen Chromosomen
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 251
ausgestattet. Darüber schichten sich, in einer Reihe über einander
liegend und die ganze Zellbreite ausfüllend, die hellen Bläschen mit
dem central gelegenen Haufen von gelben Körnchen. An der Spitze
der Zelle bemerkt man einen feinen Wimpersaum und ausser diesem
eine derbe Wimper, die gewöhnlich an ihrer Spitze ein Sekret-
kügelchen hängen hat. Viele Leberzellen findet man in sekretorischer
Tätigkeit begriffen. Sie enthalten an ihren freien Enden oder auch
in der Gegend des Kerns kleine oder grössere helle Bläschen, un-
gefähr denen gleichend, die sich in den Leberzellen des Microcosmus
fanden. Jedoch habe ich nicht beobachtet, dass die Bläschen solche
Dimensionen annahmen, dass sie ihre Nachbarschaft aus ihrer Lage
heben. Daneben findet man wieder dunkle Zellen, die nicht so
deutlich ihren Kern erkennen lassen. Sie sind bedeutend schmaler
als die mit Sekret gefüllten Leberzellen und erscheinen bei
schwacher Vergrösserung als feine dunkle Streifen zwischen den
hellen gelben Linien der secernierenden Leberzellen. Diese Zellen
würden auch den dunklen embryonalen Zellen des Microcosmus
entsprechen und dürften in derselben Weise zu erklären sein. Auf
den Kämmen der Falten, die sich nicht bis an die Oberfläche des
Ektoderms erstrecken, finden sich die Zellen nicht so hoch, sie er-
scheinen etwas dunkler und auch etwas schmaler als die in der
Mitte der Falten befindlichen. Sie entsprechen aber ganz dem Bau
der oben geschilderten Zellen. Ebenso finden sich ganz niedrige
Zellen mitten im Verlauf ganz hoher Falten und namentlich dort,
wo mehrere kleinere peripher gelegene Leberfalten sich zu einer
grösseren vereinigen. Aber auch an regellos verteilten Stellen tritt
das niedrige Epithel unter Verlust der gelben Farbe auf. Sie sind
nicht etwa den bei Microcosmus geschilderten Zellen des leitenden
Teils zu vergleichen, die zu fast kubischem Epithel mit gekörntem
protoplasmatischen Inhalt werden, denn sie behalten die Struktur der
Leberzellen bei. Aehnlich verhalten sich die Zellen an den Enden
der Falten nach dem Darm zu. Sie werden dort auch ganz niedrig
mit Beibehaltung der für Leberzellen typischen Struktur.
Die zweite Art der Zellen, die ich unterschieden habe, sind die
Zellen aus den Falten des Kardiateils des Magens. Diese sind
ebenso schmal, aber nicht so hoch als die Leberzellen. Ihr Kern
liegt allerdings auch an der Aussenseite, aber bedeutend höher in
der Zelle. Unter dem Kern wie auch oberhalb desselben liegen
Reihen von feinen hellen Bläschen mit gekörntem Inhalt. Ein leicht
gelblicher Ton haftet diesem auch an, jedoch habe ich niemals das
intensive Gelb der Körnchen der Leberzellen gefunden. Auch diese
Zellen haben einen Wimpersaum mit einer Wimper, und man findet
auch hier dunkle und helle Zellen im Verband neben einander.
Auch finden sich hier die Sekretbläschen in verschiedener Höhe der
Zellen. Diese Zellen entsprechen denen, wie man sie im Mitteldarm
findet. Sie gleichen ihnen an Höhe, in der Bauart und an Farbe.
Ganz verschieden nun von diesen beiden Zellarten ist diejenige,
welche das Magenlumen auskleidet. Sie finden sich an den Spitzen
952 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
der tief in das Lumen herabreichenden Magenfalten, in der Magen-
rinne und an den Spitzen der tiefen Leberfalten. Es sind schlanke
oft gebogene Zellen. An ihrer Spitze sind sie kolbig angeschwollen,
an ihrer Basis verjüngt Sie sind bedeutend höher als die Leber-
zellen und zeigen auch eine deutliche Bewimperung. Ihr Kern be-
findet sich ungefähr in derselben Höhe wie der der Zellen der
Magenfalten. Ihr Inhalt besteht aus hellem gekörnten Protoplasma.
Im Gegensatz zu den beiden andern Zellarten haben sich diese
Elemente mit der Doppelfärbung schön blau gefärbt, während die
andern nur orange tingiert waren.
Die Fig. 12 Taf. XII zeigt die drei Zellarten: a, Leberzellen,
b, Zellen aus der Kardiafalte des Magens und c, Zellen aus dem
Magenlumen. Ausser der verschiedenen Höhe der einzelnen Zell-
arten tritt auch der Unterschied in der Struktur des Zellinhalts in
der Zeichnung hervor.
Von den Faltenkämmen, die sich bis an die Oberfläche der
Leber erstrecken, ausgehend, finden sich gewöhnlich in unregel-
mässigen Abständen kleine blindsackartige Ausstülpungen, die den
Roule’schen annexes glandulaires entsprechen. An den Magen-
falten fehlen sie. Sie stellen kleine rundliche oder längliche
Prominenzen dar, die der Leberoberfläche ein gekörntes Aussehen
verleihen. Sie erinnern lebhaft an die bei dem Microcosmus ge-
schilderten gleichen Gebilde. Sie sind mit Leberepithel ausge-
kleidet, dessen Zellen ziemlich schmal sind und sich bis an das
Ektoderm erstrecken.
Das ektodermale Epithel besteht hier aus hohen fast eylindrischen
Zellen. An den Blindsäcken flacht sich das Epithel bedeutend ab
und gleicht dann fast einem platten Epithel. Die einzelnen Zellen
liegen nicht immer dicht aneinander, sondern scheinen häufig durch
kleine freie Zwischenräume getrennt zu sein. Die Fig. 13 Taf. XII
zeigt einen Querschnitt durch einen solchen Blindsack,
Cynthia dura.
Leider stand mir kein ganzes Exemplar einer Leber von dieser
Form zur Verfügung. Ich muss daher betrefis der anatomischen
Verhältnisse auf Heller (8), Roule (15) und Lacaze-Duthiers
(18) hinweisen. Sie liegt nach Heller (8) auch links hinten in
der Leibeshöhle. Er schildert sie als gross und lappig, mit dem
Magen in Verbindung stehend. Seine Abbildung lässt die Lage
und die Art der Lappung ungefähr erkennen. Ebenso hat Roule
(15) eine allgemeine Abbildung gegeben und beschreibt die Leber
als „volumineux, lob& a lobes bien separes et distinets, s’etend
jusque sur le commencement du tube intestinal.“
Seeliger (1) giebt eine Darstellung eines Schnittes durch die
Leber. Er schildert ihn folgendermassen: „Es erheben sich zahl-
reiche sehr lang gestreckte aber ganz platt gedrückte Falten sehr
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. 353
hoch über die Magenoberfläche in ähnlicher Weise, wie etwa die
Tracheenlungen oder Fächertracheen der Spinnen den Stigmen auf-
sitzen. Nur spalten sich vielfach die freien Faltenenden der Länge
nach, um zwei parallele Lebertaschen zu bilden. Neben diesen
langen blattförmigen Lebertaschen können vereinzelte mehr oder
minder schlauchähnliche Ausstülpungen auftreten.“
Einige durch die Pylorusgegend des Magens gelegte Schnitte
geben das Bild wie es Seeliger geschildert. Die Leber ist ein
vielfach gefaltetes Organ der Magenwand. Die Falten erinnern ganz
an die Leberfalten von Cynthia papillosa. Jedoch habe ich bei
diesem Exemplar nicht die intensiv gelbe Farbe bemerkt, die aller-
dings auch durch lange Aufbewahrung in Alkohol verloren gehen
kann. Fig. 14 Taf. XII zeigt einen Durchschnitt aus dieser Gegend
der Leber. Man bemerkt den Magen fast gar nicht gefaltet, darüber
beinahe im 3/, Kreise sich erhebend die zahlreichen Leberfalten.
Das Epithel unterscheidet sich hier im Magen und Leberepithel.
Es steht auch wieder reihenweise als einschichtiges Cylinderepithel
auf den Falten mit auswärts gelegenem Kern.
Die Leberzellen sind hohe Cylinderzellen mit kleinen rund-
lichen mit Nucleolus und Chromosomen ausgestattetem Kern, der
auch bei dieser Form ganz an die Zellbasis gedrängt ist. Infolge
einer schon leicht eingetretenen Maceration der Zellen war es mir
jedoch nicht möglich mit Sicherheit die oberhalb des Kerns gelegene
Zellstruktur genau zu erkennen. Es schien mir aber an einzelnen
Stellen der Inhalt der Zellen in ähnlicher Weise beschaffen zu sein,
wie ich ihn bei den Leberzellen anderer Formen gefunden habe.
Es schichteten sich auch hier oberhalb des Kernes einen centralen
Körnchenhaufen führende Vakuolen auf. Zwischen diesen hellen
Zellen finden sich dunkle schmale embryonale Zellen. Am Kamm
der Falten, die die Leberoberfläche nicht erreichen, und oft zwischen
den hohen Leberzellen finden sich kleinere niedrigere Elemente, die
genau dem Typus der Leberzellen entsprechen. Sie haben sich
aber mit der Alaunkarminlösung dunkler gefärbt. Wie bei der
Cynthia papillosa lassen sich auch hier kleine ausgestülpte Blind-
säcke unterscheiden, die von Leberzellen gebildet werden. Die Zellen
hier scheinen aber teilweise kleiner zu sein.
Die Magenzellen sind hohe schlanke Cylinderzellen, oft gebogen,
mit gekörntem Protoplasma. Sie sind genau so gebaut, wie die
Zellen des Magenlumens der Cynthia papillosa. Sie sind bewimpert
und lassen oft helle mit wasserhellem Inhalt erfüllte Bläschen er-
kennen. An Grösse überragen sie bedeutend die Leberzellen, da-
gegen sind sie schmaler. Bei der Doppelfärbung verhielten sich
diese Zellen ebenso wie die Zellen des Magenlumens der Cynthia
papillosa. Sie unterschieden sich durch ihre Blaufärbung sehr gut
von den gelben Leberzellen. Ihnen ähnlich sind die Zellen auf den
Spitzen der tiefen Falten, die in das Lumen ragen. Nur sind diese
Zellen bedeutend niedriger. Sie lassen sich mit den Zellen ver-
gleichen, die wir bei den früheren Formen als Leitungszellen be-
254 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
zeichnet haben. Man kann sie auch als niedrige Magenzellen
auffassen.
Die Fig. 15 Taf. XII lässt die Zellarten erkennen. a, sind die
Leberzellen. Mit Sicherheit konnte zum Teil wegen der an den
freien Zellenden in reicher Menge aufgehäuften Sekretkügelchen
hier eine Bewimperung nicht nachgewiesen werden. Wohl aber
gestattet der Wimpersaum, der sich an den Zellen befindet, einen
Rückschluss, dass eine Bewimperung vorhanden ist. b, zeigt
niedrige Magenzellen am Ende einer Falte, sie führen deutliche Be-
wimperung. An den Enden sind sie dunkler gefärbt, in der Mitte
zeigen sie einen hellen Saum. c, stellt Magenzellen mit einigen
hellen Bläschen dar.
Recht gut konnte ich hier am hinteren Ende der Leber be-
obachten, wie sich die Falten als Blindsäcke über den Darm hin-
wegschieben, so dass man bei den Durchmusterungen der Schnitt-
serien meint, längliche Querschnitte von Drüsenschläuchen vor sich
zu haben. Dabei zeigen sich oben an der Spitze der Falten die
typischen Leberzellen, während sich unten am Grunde niedrige den
Magenzellen ähnliche bewimperte Cylinderzellen befinden.
Wie man sieht, sind die Beobachtungen Roule’s nicht ganz
genau, wenn er sagt, dass die Leberzellen die gleiche Struktur
haben, wie die andern Zellen. Die Leberzellen unterscheiden sich
sehr charakteristisch von allen übrigen Zellen im Verdauungstraktus.
Und sowohl dieses deutliche Merkmal, wie auch die gesonderte
Lage, die sie haben, gestatten wohl nicht, die Leber als ein „annexe
glandulaire* des Magens zu betrachten, sondern man kann den
Namen „Leber“ voll und ganz gebrauchen, zumal äusserlich be-
trachtet sich das Organ bei diesen Formen schon vom Magen
deutlich abhebt.
Cynthia echinata.
Die Leber liegt ebenfalls links unten im Leibesraum unter dem
Kiemendarm. Sie ist, wie bei der geringen Grösse des Tieres nicht
anders zu erwarten ist, sehr klein. Sie bedeckt den Magen von
der Kiemendarmseite aus. Die Farbe der Leber war bei meinen
in Alkohol conservierten Exemplaren nicht mehr zu erkennen; ich
beziehe mich deshalb auf Nikolaus Wagner (16), der dieselbe als
rötlich gelb oder braun bezeichnet.
Man kann an der Leber drei deutlich geschiedene Lappen
unterscheiden; zwei seitlich vom Magen gelegene und einen hinteren
dem Verlauf des Magens direkt folgenden Teil. Ihre Oberfläche
ist sanft gewölbt und erscheint wie mit kleinen Körnchen besäet.
Die beiden vorderen Lappen sind derartig gelagert, dass der eine
oberhalb des Magens, der andere daneben und etwas unterhalb liegt.
Der obere ist kleiner und reicht bis an den Enddarm, der untere
ist grösser und wölbt sich über das Herz hinweg. Beide sind von
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 255
rundlicher beinah bohnenförmiger Gestalt. Seichte Furchen teilen
sie nochmals in zwei Teile. Jedoch geht die Furche nicht ganz
durch, sodass die beiden Teile an einem Ende zusammenzuhängen
scheinen.
Der hintere Lappen ist der grösste. Er umfasst an Umfang
vielleicht ebensoviel als die beiden vorderen zusammengenommen.
Er wird durch eine von hinten kommende Furche in zwei nicht
ganz gleiche Teile geteilt. Alle drei Lappen vereinigen sich un-
gefähr in der vorderen Magengegend.
Die Fig. 16 Taf. XII zeigt den Verdauungskanal der Cynthie.
Auf den spiraligen an der Mündung in den Kiemendarm mit einer
trichterförmigen Erweiterung versehenen Oesoghagus folgt der
Magen, der ganz von der Leber bedeckt wird. Man kann an der
Leber die drei Lappen unterscheiden. Auf den Magen folgt das
Intestinum, das eine einfach rücklaufende Schlinge bildet.
Betrachtet man nun die Lappen bei schwacher Vergrösserung,
so sieht man die beiden seitlichen als kleine runde Körperchen mit
gewölbter höckeriger Oberfläche. Sie erinnern lebhaft durch ihre
Gestalt wie durch die Beschaffenheit der Oberfläche an eine Brom-
beere. Die kleinen Höckerchen sind bei genauer Betrachtung kleine
rundliche Erhabenheiten, die sich nicht stark über die Oberfläche
erheben. Sie sind von kugeliger Gestalt und sehen im gewissen
Grade äusserlich betrachtet den bei andern Formen beobachteten
Blindsäcken ähnlich. Man findet sie auch auf der Oberfläche des
hinteren Lappens. Da dieser jedoch mehr in die Länge gestreckt
ist, kann man die Säckchen am hinteren Rand deutlich von der
Seite beobachten. Sie sind ziemlich durchscheinend und an ihrem
hinteren Ende etwas aufgetrieben und mit einer Einfurchung versehen.
Die Fig. 17 Taf. XII zeigt solche Bilder. a, der untere vordere
Lappen, brombeerartig, mit ziemlich grossen bunt durcheinander
gelegenen rundlichen Erhabenheiten auf der Oberfläche. b, der
hintere Rand des hinteren Lappens, an dem man die Säckchen so-
wohl von der Fläche wie auch von oben beobachten kann. Bei
allen Lappen ist der Rand etwas über die Grundfläche vorgewölbt.
Hertwig (4) bezeichnet die Leber als „lappig“. Jedoch ist
seine Zeichnung nicht ganz zutreffend. Auch Wagner (16) hat die
Form der Leber anders beobachtet und beschreibt sie folgender-
massen: „Hertwig zeichnet diesen Magen mit drei Paar von ge-
rundeten blinden Anhängen, welche aber in Wirklichkeit bei lebenden
Ascidien niemals eine solche Form besitzen. Unter dem Mikroskop
erweisen sich diese Lappen als Falten oder besser als gefaltete
Säckchen, welche von aussen mit durchsichtigen farblosen Zellen
belegt sind.“ Er zeichnet die Leber epheublattähnlich mit nach
hinten und etwas nach unten gebogener Spitze. Ich habe sie bei
mehreren Exemplaren in der von mir beschriebenen Weise beobachtet.
Querschnitte durch die Leber zeigen diese als kleine kurze
Falten der Magenwand; aber die Falten erstrecken sich hier nicht
über die ganze Länge der Leber, sondern enden nach einem kurzen
256 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Bogen, sodass zahlreiche hinter einander stehen. Sie sind also, wie
sie Wagner bezeichnet, mit Säckchen zu vergleichen, die in ihrem
Innern leicht durch eine grössere und einige kleinere Einsenkungen
gefaltet erscheinen. Sämtliche Säckchen stehen mit ihren blinden
Enden dem Magenlumen abgekehrt. Diese blinden Enden haben
wir bereits in Gestalt der kleinen hügeligen Erhabenheiten auf der
Oberfläche der Leber kennen gelernt. Sie erheben sich aber nur
fast unmerklich über die Oberfläche, und es lassen sich nicht der-
artige Bildungen beobachten, wie man sie bei den andern erwähnten
Cynthien findet. Sie sind nicht halsartig abgesetzt, und während
man dort nur Teile der Lebersubstanz hervorragen sah, sieht man
hier direkt den Boden einer ganzen Falte oder eines Säckchens.
R. Hertwig (4) lässt die Leber aus zahlreichen einzelnen
tubulösen Drüsenschläuchen zusammengesetzt sein. Er sagt: „Auf
Querschnitten sieht man, dass die erheblich verdickte Magenwand
aus länglichen, einfachen oder spärlich verästelten Drüsenschläuchen
besteht, welche dasselbe Epithel besitzen, wie die drüsenfreie ent-
gegengesetzte Darmwand ... .“
Dieser Ansicht trat schon 1885 Wagner (16) entgegen, indem
er die Leber als aus gefalteten Säckchen bestehend betrachtete. Es
findet sich überall zwischen dem Säckchen das Bindegewebe in der-
selben charakterischen Weise eingesenkt, wie man es bei der
Faltenbildung der Leber der anderen Cynthien beobachtet. Dieses
Bindegewebe bildet zwischen den Leberfalten Septen, die sich am
Grunde verbreitern.
Der Gegensatz in den Angaben beider Autoren ist aber viel-
leicht darauf zurückzuführen, dass sie zwei verschiedene Spezies
untersucht haben. Man hat jetzt (Hartmeyer [19]) die alte Art
in zwei aufgelöst, in Ö. echinata L. und C. artica n. sp., und die
Beschreibungen Oskar Hertwig’s (20), der gleichzeitig mit seinem
Bruder über dieselbe Form gearbeitet hat, lassen erkennen, dass er
damals nicht C. echinata, sondern C, artica vor sich gehabt hat.
Der Unterschied zu meinen Befunden an Ü. echinata würde sich
daraus hinreichend erklären. Die Leber der Cynthia echinata ist
als eine typische Faltenbildung der Magenwand anzusprechen,
wobei die Faltung in Form einer komplicierten Säckchenbildung
auftritt.
Es münden nun gewöhnlich mehrere Säckchen durch eine
gemeinsame schlitzartige Oeffnung in den Magen. So findet sich
an dem hinteren Ende der Leber eine grosse Oeffnung, die Haupt-
öffnung. Daneben sind noch in der Richtung der beiden andern
Lappen mehrere Oeffnungen zu beobachten. Die Zahl scheint sich
nach der Grösse der Tiere zu richten. Bei einem kleinen Tier fand
ich zwei Oeffnungen in dem hinteren Lappen, bei einem grösseren
drei. Die beiden vorderen Lappen haben auch besondere Oeffnungen.
So beobachtete ich bei den unteren grösseren Lappen drei, bei den
oberen kleineren zwei Oeffnungen. In jede Oeffnung münden ca.
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monasecidien. 257
5 Säckchen. In der Hauptöffnung zählte ich 10, sämtlich auf der-
selben Höhe einmündend.
Fig. 18 Taf. XIII zeigt einen durch diese Region gelegten Quer-
schnitt. Der Magen legt sich glatt und faltenlos der Leber an,
deren Säckchen mehr oder weniger in ihrer längsten Achse ge-
troffen sind. Dazwischen senkt sich das Bindegewebe leistenförmig
ein. In diesen Septen findet man Blutbahnen, Gänge der darm-
umspinnenden Drüse und Bindegewebszellen.
Die Säckchen scheinen nun alle radiär um die Mündungs-
öffnung zu stehen. Man trifft nämlich auf Querschnitten häufig
erst runde allseitig geschlossene Durchschnitte von einem Säckchen
und dann erst seine Oeffnung in den Magen.
Jeder Sack besteht, wie sich schon oben (p.21) bei der Betrachtung
eines Totalpräparates ergab, aus einem engen vorderen Teile und
aus einem hinteren, etwas aufgetriebenen Ende. Am Grund ist er
noch einmal durch eine ziemlich tiefe Falte in zwei Säckchen geteilt
(Taf. XII Fig. 17b u. Taf. XII Fig. 18 u. 19).
Die Wandung eines solchen Sackes besteht aus einem ein-
schichtigen Cylinderepithel. Bei den Säcken, die in die Haupt-
mündung sich öffnen, kann man Epithel von verschiedener Höhe
unterscheiden. Einmal das höhere Epithel am Grunde des gefalteten
Sackes und dann das niedrige an der Oeffnung, die schlitzförmig
ausgezogen ist. Die Fig. 19 Taf. XIII zeigt ein solches Säckchen.
Bei den in die Nebenöffnungen mündenden Falten findet sich dieser
Unterschied in der Höhe des Epithels nicht; dort ist der ganze
Hohlraum des Sackes mit gleich hohem Epithel ausgefüllt. Das
hohe Epithel stellt nun das Leberepithel dar. Es besteht aus hohen
Cylinderzellen, die in einer Reihe die innere Oberfläche der Säckchen
besetzt halten. Sie besitzen einen deutlichen Kern und sind mit
hellen Bläschen angefüllt. Die Bläschen sind alle reihenweise über-
einander aufgeschichtet und enthalten in ihrem Centrum ein kleines
Häufchen von gekörnter Masse. Eine besondere Farbe konnte ich
bei diesem Zellinhalt nicht beobachten, doch kann dieselbe durch
den Alkohol verloren gegangen sein. Wagner hat frische
Exemplare beobachtet und beschreibt die Leberzellen als vieleckige
sehr dicke Zellen, die mit gelben oder gelblichbraunen stark
glänzenden Körnchen überfüllt sind. Daneben hat er auch unregel-
mässig geformte ellipsoide oder birnförmige an einem Ende ausge-
zogene Leberzellen beobachtet. Ich konnte nur typische Cylinder-
zellen finden, die vielleicht infolge der Sekretüberfüllung oben etwas
verbreitert waren. Ausserdem fanden sich Zellen mit teilweise
gleichmässigem hellen Inhalt, die im Begriff waren, ihr Sekret zu
entleeren. Auch sie zeigten sich an ihrem Ende etwas kolbig
verdickt. Der Kern ist rundlich und ist typisch strukturiert. Er
füllt die ganze Breite der Zelle aus und liegt fast unten an der
Basis der Zelle. Daneben findet man dunkle embryonale Zellen, wie
bei der Leber anderer Formen.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H.2. 17
258 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Die niedrigen Zellen der Säckchen der Hauptöffnung scheinen
typische Leitungszellen darzustellen. Sie tragen eine deutliche
Wimperung. Ihr Inhalt ist grob gekörnt; ich konnte mit Sicherheit
nicht entscheiden, ob er dem der Leberzellen ähnlich ist. Ihr Kern
liegt fast auf halber Höhe der Zelle. An ihrer Spitze zeigen sich
häufig helle Bläschen, ein Beweis, dass sie sekretorisch tätig sind.
Die gegenüberliegende Magenwand liegt dem Bindegewebe
ziemlich faltenlos an. Sie besteht aus hohen cylindrischen Zellen
mit kolbig angeschwollenem Innenende und verengter Basis. Die
Zellen sind höher als die der Leber und mit einer deutlichen Be-
wimperung versehen. Der Kern liegt der Aussenseite nahe. Die
innere Hälfte der Zelle ist mit Alauncarminlösung fast ungefärbt
geblieben, die äussere erscheint in einem leicht dunklen Ton.
Wagner erwähnt besonders differenzierte Magenzellen nicht.
In der Magenrinne sind die Zellen bedeutend niedriger, aber
von derselben Struktur.
Die Fig. 20 Taf. XIII zeigen die drei Zellarten:
a, Leberzellen,
b, Leitungszellen,
c, Magenzellen.
Wagner erwähnt noch eine eigentümliche Erscheinung, die
jedenfalls sehr interessant ist: Er hat innerhalb der Leber- wie
auch der Magenzellen Körperchen gefunden, die er für Stärkekörner
hält. Er beschreibt sie folgendermassen: „Ein jeder Kern besitzt
eine ziemlich regelmässige linsenartige Form und deutlich kon-
centrische Schichtung. Durch schwache Jodlösung wird er
charakteristisch blau tingiert. Bei einigen Exemplaren von Cynthia
echinata kommen solche Kerne im Magen in grosser Menge vor
und ich hielt sie anfangs für die von der Ascidie verschlungenen
Nahrungsstoffe. In der Tat fand ich manchmal im Magen Stück-
chen von Cellulose. Später aber, bei näherer Untersuchung der
Gewebe der Magenwandungen, überzeugte ich mich, dass diese ver-
meintlichen Nahrungsteilchen oder Kerne von Stärkemehl sich in
den Wandungen entwickeln. Ebenso trifft man kleine Stärke-
körnchen von unregelmässiger Form stark ausgezogen oder stöckchen-
förmig. Es bleibt die Frage zu lösen, ob die Erscheinung normal
oder pathologisch ist und in welcher Beziehung sie zu dem amy-
loiden Vorgang steht, welcher in der Leber der höheren Tiere
stattfindet.“
Wie schon erwähnt, hat Wagner frische Exemplare unter-
sucht, wo noch eine Jodfärbung der Stärke sehr leicht eintritt. Ich
konnte mich in keiner Weise von dem Vorhandensein dieser Körn-
chen bei den von mir untersuchten Exemplaren überzeugen, da mir
nur Exemplare zur Verfügung standen, die lange Zeit in Alkohol
gelegen hatten, konnte man durch eine wässerige Jod-Jodkalium-
lösung eine Blaufärbung der betreffenden Einschlüsse nicht erwarten.
Sie trat auch nach längerer Macerierung in Wasser nicht ein. Aber
wenn solche Einschlüsse vorhanden gewesen wären, hätte man sie
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 259
auch ohne diese Färbung sehen müssen. Aus den Zeichnungen
Wagner’s geht hervor, (Taf. 18 Fig. 8 seines Werkes) dass sie
dreifache Grösse der Leberzellen haben müssen und solche Fremd-
körper müssten mir aufgefallen sein.
Gelegentlich dieser Untersuchungen fand ich zwischen den Zellen
und auch teilweise in den Zellen Gregarinen und wandernde
Mesenchymzellen, die sich in den Zellverband eingeschoben hatten.
Wagner giebt dann noch eine Zeichnung von einem kleinen
Teil der Leber der Cynthia echinata bei schwacher Vergrösserung
(Taf. 20 Fig. 13 seines Werkes). Er zeichnet eine dunkle Schicht,
die die Leberzellen andeuten soll, darüber eine hellere, die die
Wände der Magenfaltung von durchsichtigen Zellen gebildet vor-
stellen soll und darüber eine in der Zeichnung nicht strukturierte
Schicht, die er als Membrana propria bezeichnet. Auf Querschnitten
findet man wie bei den andern Formen die Lebersäckchen von
Bindegewebe umhüllt und darüber das Deckepithel aus ganz flachen
kleinen Zellen bestehend.
Molguliden.
Heller (8) beschreibt bei den von ihm untersuchten Molguliden
eine einfache oder mehrlappige Leber. Kupffer (10) beschränkt
sich darauf, kurz die Anwesenheit einer Leber bei den Molguliden
zu registrieren, ohne nähere Angaben über ihren Bau zu machen.
Wagner’s (16) Angaben sind nicht frei von Widersprüchen.
Während er Seite 31 angiebt, dass es ihm nicht gelungen ist, die
Leber von M. groenlandica genauer zu untersuchen, hat er in der
Zeichnung Tab. XX Fig. 16—18 Elemente der Leber der in Rede
stehenden Molgulide gezeichnet, aber im Text nicht näher be-
schrieben. Aus diesen Zeichnungen geht hervor, dass er kleine
und grosse Leberzellen unterscheidet. Die kleinen Zellen sind
rundlich bläschenförmig und enthalten ein gelbes kugelförmiges
Körnchen; daneben zeichnet er Zellen, die ein, zwei oder auch
mehrere gelbe oder auch ungefärbte Körnchen führen. Ausserdem
hat er eine grössere Zelle mit einem in Teilung begriffenen
Körperchen gezeichnet. Ob diese Elemente wirklich den Leberzellen
entsprechen, erscheint mir zweifelhaft.
Roule (15) erwähnt bei seiner Eugyropsis Lacazei, un foie
bien developp& en surface, mais pas trop en £paisseur.
Genauer hat Pizon (21) ein Organ beschrieben, das er als
glande digestive oder auch glande hepatique bezeichnet. So findet
man von der Gamaster Dakarensis eine verhältnismässig genaue
Beschreibung eines hepatischen Organes. Es sind dort kleine drüsige
Anhänge in der Nachbarschaft des Oesophagus, die nur wenig
hervortreten. Auf Querschnitten zeigt sie einen Bau, der sehr an
den des gefalteten Magens der Synascidien erinnert. Mikroskopisch
sollen sie nicht differenziert sein und er betrachtet sie daher als
Magendivertikel.
17*
960 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Ferner beschreibt er eine Verdauungsdrüse (glande digestive)
bei Ütenicella rugosa. Es sind hier olivenfarbige Drüsen, die das
erste Drittel des Verdauungskanals bedecken. Bei der Stomatropa
villosa beschreibt er sie als eine Menge braunroter Drüsen, die bis
an die obere Krümmung des Darmkanals reichen. Dem Darm-
lumen geben sie ein zottiges Ansehen und werden hier begrenzt
durch eine geschlängelt verlaufende Längsfalte, die er als sillon
interhepatique bezeichnet.
Nebenbei erwähnt er noch das Vorhandensein der Leber bei
einigen andern Formen.
Eine für die damalige Zeit jedenfalls sehr genaue Darstellung
giebt Lacaze-Duthiers (13) von Molgula roscovitaa Er macht
schon ziemlich eingehende histologische Angaben. Die Leber ist
von dunkelgelber Farbe und in 4 Lappen geteilt. Sie besteht aus
Faltungen der Magenwand, die gestützt werden durch „piliers
fibreux“, durch Bindegewebspfeiler. Die Falten setzen sich aus
Zellen oder Körnchen „cellules ou corpuscules* zusammen. Die
Körnchen geben den Falten ein gelbliches Anssehen und sind von
verschiedener Grösse. Die kleinsten liegen unten und die grösseren
schichten sich darüber auf. Je mehr sie sich der Oberfläche nähern,
desto sichtbarer wird ihr Kern. Er wird grösser und fängt an sich
zu teilen. Schliesslich füllt er die ganze Zelle aus. Essigsäure
löst die Kerne in kleine Wölkchen auf. Ces &l&ments histologiques,
sagt er, et leurs productions sont consideres par la plupart des
auteurs, comme caracteristiques de la secretion biliaire.
Bei den andern von ihm untersuchten Molguliden erwähnt er
nur kurz die Leber. Als allgemeine Charakteristik hebt er die Ein-
teilung in vier Lappen, seltener in drei hervor, von denen der vierte
aber besonders klein ist und hinter dem Magen liegt (23).
Molgula occulta Kupffer.
Wenn man ein Exemplar von den zahlreichen Muschel-
fragmenten, die auf dem Mantel des Tieres sitzen, befreit hat, sieht
man schon in der hinteren linken Körperhälfte die ziemlich umfang-
reiche Leber als grünlichen Körper durchschimmern. Man kann
sie ihrer äusseren Gestalt nach mit einem dicken Blatte vergleichen, -
mit gewölbten Rändern und zahlreichen Rippen und Rippchen, aber
mit einer fehlenden Hauptrippe. Sie bedeckt den Magen voll-
kommen und einen Teil des Oesophagus und liegt diesem unmittel-
bar auf an der inneren dem Kiemendarm zugekehrten Seite. An
den Rändern wölbt sie sich bedeutend über ihn hinweg nach dem
Intestinum zu eine nach hinten gebogene Spitze bildend. Fig. 21
Taf. XIII zeigt den Darmkanal nebst Leber dieser Molgulide. Der
Oesophagus erscheint von dieser Seite betrachtet sehr kurz und um
seine Achse spiralig gedreht. Seine Oeffnung in den Kiemendarm
ist von einem verdickten trichterförmig erweiterten Lippenrand
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. 361
umschlossen. Die Oberfläche der Leber ist ziemlich flach, aber
durch viele mehr oder weniger seichte rinnenförmige Vertiefungen
eigentümlich skulpturiert. Die Rinnen beginnen am Rand, laufen
nach der Mitte zu und hören dort auf. So entsteht z.B. an dem
vorderen Rand der Oberfläche eine Art rosettenartige Figur, die
aber für die innere Organisation keinerlei Bedeutung hat. Ueber-
haupt scheinen alle äusseren Rinnen für den inneren Bau bedeutungs-
los zu sein. Eine deutliche Einteilung in Lappen tritt nicht recht
hervor. Daran sich anschliessend folgt das Intestinum eine rück-
laufende Schlinge bildend. Betrachtet man nun die Leber von der
Aussenseite so erhält man das in Fig. 22 Taf. XIII gezeichnete Bild.
Man sieht die spiraligen Windungen des Oesophagus, dem sich der
kugelförmige Magen anschliesst, der einige seichte Rinnen trägt.
In der Tiefe liegt die Leber von dem vordersten Darmabschnitt und
hinteren Teil des Enddarms überdeckt. Man kann von dieser Seite
die Hervorwölbung der Leber über den Magen schön beobachten.
An der unteren Kante sieht man die Rinnen sich umschlagen, sonst
aber erscheint die Oberfläche der Leber von dieser Seite aus be-
trachtet von höckeriger Beschaffenheit. Die Rinnen und Falten der
Leberoberfläche verlaufen gewöhnlich mehr oder minder deutlich
quer zur längsten Magenachse. Fig. 23 Taf. XIII zeigt einen solchen
Teil der Oberfläche. Man sieht die unregelmässigen Falten und
erkennt kleine Höckerchen auf ihnen. Einzelne Rinnen sind tiefer,
andere sind seichter gefurcht. Jedoch lassen sich die ganze Ober-
fläche durchlaufende Furchen nicht unterscheiden, sodass die Leber
als deutlich gelappt nicht bezeichnet werden kann. Die Unter-
suchung von vollständigen Querschnittserien erweist indessen, dass
die Leber aus einer bestimmten Zahl in ziemlich gesetzmässiger
Weise gruppierten Faltungen der Magenwand besteht. Es lassen
sich zwei Partien, eine an dem vorderen Teil und eine an dem
hinteren Teil des Magens gelegen unterscheiden. Die Falten ziehen
sich an ihren Enden in Blindsäcken aus, besonders tritt dies in dem
sich über den Oesophagus wölbenden Teil hervor (Fig. 24 Taf. XII).
An der Grenze zwischen den beiden Partien greifen sie so ineinander,
dass bei der äusseren Betrachtung keine scharfe Trennung in Lappen
zu bemerken ist. Im Vorderteil der Leber hat es den Anschein,
als ob die gesamte Innenwand des Magens sich vielfach in Falten
legt. Doch lassen sich drei bis vier grosse Längsfalten, die dicht
nebeneinander im Magen durch lange Spaltöffnungen in Verbindung
stehen, unterscheiden. Jede Falte ist wieder in mehrere Fältchen
zerlegt (Fig. 25 Taf. XIII). In dem hinteren Abschnitt der Leber stehen
sämtliche Falten durch eine sehr lange schlitzförmige Oeffnung mit
dem Magen in Verbindung, sodass wohl anzunehmen ist, dass hier
auf früheren Entwickelungsstadien nur eine Ausstülpung der Magen-
wand aufgetreten ist, die sich in mehrere Falten zerlegt hat. Man
kann besonders drei in der Längsrichtung verlaufende Faltengruppen
unterscheiden: eine mittlere, eine nach dem hinteren Körperende
zugekehrte und eine vordere dem Rectum benachbarte Faltengruppe,
2362 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Die mittlere ist am kürzesten und zeigt nur eine spärliche Faltung.
Die nach dem hinteren Körperende zugekehrte Faltengruppe ist
reich verzweigt und erscheint fast wie gelappt, sie ist durch eine
lange Schlitzöffnung, die fast bis an das hinterste Leberende reicht,
in den Magen geöffnet. Der dem Rectum benachbarte Rand der
Leber bildet ziemlich zahlreiche längere und kürzere Längsfalten,
jedoch schneiden die Furchen niemals besonders tief ein.
Die ganze Leber- und Magenhöhle ist mit einem einschichtigen
Cylinderepithel ausgekleidt. An den verschiedenen Stellen ist
dieses verschieden hoch und durch einen verschieden intensiven
gelben Farbenton, der namentlich im Leberepithel hervortritt, aus-
gezeichnet. Das Leberepithel ist am höchsten, dann folgt das
Magenepithel und schliesslich das Leitungsepithel, das aus ganz
niedrigen Cylinderzellen besteht. Der Uebergang vom hohen
Epithel zum niedrigen ist manchmal ziemlich schroff, und vollzieht
sich zuweilen im Bereiche von wenigen Zellen. Das niedrige
Epithel ist ziemlich unregelmässig verteilt, gewöhnlich, aber nicht
immer, liegt es auf der Höhe der dem Magenlumen zugekehrten
Falten und in der Mitte der Blindsäcke. Hohes Leberepithel
bemerkt man daher auf Querschnitten, wie z. B. die Figur 24 sie
zeigt, zumeist an den Blindenden der Falten. Dann kleidet das
niedrige Epithel das Hinterende der Leber fast vollständig aus
und endlich findet man es überall an der Grenze zwischen Magen
und Leber.
Das Leberepithel besteht aus hohen Cylinderzellen von intensiv
gelber Farbe. Ihr Kern liegt distal oft ganz an die Basis gedrückt.
Er ist fast kreisrund und nimmt die ganze Breite der Zelle ein
und ist typisch struktuiert. Unter dem Kern liegt feinkörniges
Protoplasma, das einen leicht gelblichen Ton zeigt. Darüber liegen
fast von der Grösse des Zellkernes in einer Reihe übereinander
aufgeschichtet helle Bläschen mit einem intensiv gelben Centrum.
Oft findet man die Zellen breit und dick, und es liegen dann die
Bläschen im Zickzack übereinander geschichtet. Die Fig. 26 Taf. XV
zeigt einige Leberzellen. In einigen finden sich die Bläschen über-
einander in einer Reihe angeordnet, andere zeigen sie auch im
Zickzack gelagert. Die inneren Zellenden nehmen oft eine unregel-
mässige Gestalt an. Es scheint, als wenn sie sich an einer be-
stimmten Stelle verjüngen, immer schmaler werden und sich
schliesslich in Kugel- oder Tropfenform ganz ablösen. Die gelben
Bläschen in dem Zelllumen sind die Zellen oder Körperchen, die
Lacaze-Duthiers (13) bei der Roscovita in so genauer Weise
beobachtet hat. Er beschreibt sie folgendermassen: On decompose
ces bandes color6es en cellules ou corpuscules & contours reguliers
spheriques s’ils sont libres; polyedriques s’ils sont encore au contact
les uns des autres. Üescellules empilees forment une couche de
cing & six rangees et sont d’autant plus grandes qu’elles sont plus
pres de la surface. Les plus grandes sont les plus voisines de la
surface interne. Les plus petites, d’une teinte l&g&rement opalescente,
der Driisenanhänge des Darms bei den Monaseidien. 263
ont un noyau font petit et peu visible sans caractere particulier. A
mesure que leurs proportions deviennent plus grandes, le noyau,
qui etait incolore, se montre comme un centre d’agglomeration ou
de depöt d’une substance vivement coloröe . . .
Diese cellules ou corpuscules mit den Kernen sind diese Bläschen,
die keine selbständigen Zellen bilden, sondern in den Leberzellen in
Reihen übereinander liegen. Es sind die Sekretbläschen der Leber-
zellen mit gekörntem Inhalt, sie entsprechen den Bläschen, die sich
auch bei den Leberzellen der anderen Bläschen fanden. Der ge-
körnte Inhalt bildet die noyaux Lacaze-Duthier’s. Diese noyaux
bestehen aus ganz feinen Körnchen, die sich zu gelben stark licht-
brechenden Körperchen zusammengelagert haben. Sobald das
Sekretbläschen in das Leberlumen tritt und von der Zelle abge-
sondert ist, löst sich sofort der ganze Haufe auf und man findet
häufig das "Bläschen in einer ganz unregelmässigen Gestalt und darin
fein verteilt die kleinen Körnchen. Lacaze-Duthiers hat eine
andere Form dieser vermeintlichen Zellen bei der Molg. roscovita
beobachtet. Er schildert sie als: spheriques s’ils sont libres,
polyedriques, s’ils sont encore au contact les uns des autres. Ich
konnte mich bei meinen Species davon nicht überzeugen. Die
Sekrettropfen waren ziemlich kugelig in der Zelle und im Leber-
lumen nahmen sie unregelmässige Formen an und die centralen
Haufen der Körnchen lösten sich in der hellen Randzone des
Bläschens auf.
Man trifft nun oft Zellen, die nicht ganz mit diesen Sekret-
tropfen erfüllt sind. Sie haben basal eine ganz gleichmässig hell-
gelb gefärbte Zone in der der Kern liegt, an ihrem proximalen
Ende sind sie mit diesen gelben Bläschen überfüllt. Die Fig. 27
Taf. XIII zeigt einen solchen Zellverband, an dem mehrere Stadien
der Sekretbildung zu beobachten sind. Oft findet man auch Zellen,
die an ihrer Spitze ein hellgelbes feinkörniges Protoplasma zeigen
und an der Basis mit Sekret erfüllt sind. Dieses Vorkommen
führte mich zu einer interessanten Beobachtung.
Schon Lacaze-Duthiers hatte gesehen, dass die noyaux unten
kleiner und weniger deutlich sind als in den oberen Schichten.
Dies trifft nun aber nicht bei allen Zellen zu. In den Zellen, die
vollständig mit Sekret erfüllt sind, sind die gelben Körperchen in
den Bläschen von annähernd gleicher Grösse. Sie sind reif zur
Sekretentleerung. In den Zellen aber, deren Innenenden noch nicht
ganz mit Sekret erfüllt sind, erscheinen diese verschieden gross,
und zwar richtet sich ihre Grösse ungefähr nach ihrer Entfernung
von der Basis. So findet man Zellen, deren oberer Teil von einer
ganz gleichmässigen, gelblichen, fein gekörnten Masse erfüllt sind,
während unten dicht über dem Kern ein oder zwei kleine Sekret-
tropfen liegen, in denen nur spärliche Körnchen eingelagert sind.
Dann findet man Zellen, die schon mehrere in einer Reihe über-
einander geschichtete Bläschen über dem Kern enthalten. Sie
führen ganz kleine Häufchen von Körnchen, und zwar besitzt das
264 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Bläschen- unmittelbar am Kern das kleinste. Allmählich, je mehr
sich die Bläschen dem Lumen nähern, wird der gelbe centrale
Haufe grösser. Es scheint hier der Vorgang zur Beobachtung zu
gelangen, wie ihn schon Lacaze-Duthiers mit den Worten aus-
gedrückt hat: Ils se renouvellent de la profondeur & la surface de
la membrane stomacale.
Man kann an den einzelnen Zellen tatsächlich die Sekretbildung
sehr schön erkennen. Sie beginnt dicht oberhalb des Kernes. Dann
findet man dort ein feines Bläschen mit einem feinen Häufchen.
Dann folgt ein zweites u. s. w. Die Bläschen mit ihrem Inhalt
werden dann allmählich grösser und schliesslich ist die ganze Zelle
vom Kern bis an die Spitze damit erfüllt. Dann erfolgt die Ent-
leerung, indem die oberen Bläschen abgestossen werden in der eben
geschilderten Weise. Die unteren rücken nach und man sieht dann
wieder unten das helle Protoplasma erscheinen. Fig. 28 Taf. XV
zeigt diesen Bildungsvorgang:
a, zwei kleine Sekretbläschen oberhalb des Kernes mit kleinen
Häufchen,
b, drei Bläschen, die schon grösser sind,
c, vier, d, fünf und e, die ganze Zelle erfüllt.
In ganz alten Drüsenzellen bemerkt man auch basalwärts vom
Kern Sekrettropfen mit Körncheninhalt auftreten. Diese Tropfen
können zahlreicher werden und schieben dann den Kern allmählich
nach dem Lumen zu in die Höhe.
Neben diesen sekretorisch tätigen Leberzellen kann man wieder
dunkle embryonale Zellen beobachten.
Im Gegensatz zu den sonst beobachteten Formen erscheinen
hier die Magenzellen niedriger als die Leberzellen. Sie sind auch
von gelblicher Farbe und zeigen kleine Bläschen mit gekörntem
Inhalt. Jedoch ist der Inhalt nicht so grobkörnig und nicht so
intensiv gelb gefärbt. Sie tragen einen deutlichen Saum, aber
Wimpern habe ich mit Sicherheit nicht nachweisen können, wohl
aber lässt der Saum auf ihr Vorhandensein schliessen. Der Kern
liegt distal und ist von rundlicher Form. In Fig.29 Taf. XII sind
einige dieser Zellen gezeichnet worden.
Die Leitungszellen endlich sind kleine eylindrische Zellen mit
hellem gekörnten protoplasmatischen Inhalt. Der Kern liegt am
unteren Ende der Zelle. Er ist kleiner als der der übrigen Zellen
aber von derselben Form Sie sind bewimpert und tragen oft den
Charakter von Becherzellen. Manchmal ist die ganze Zelle von
einem hellen Inhalt erfüllt. Sie erscheint dann grösser und auf-
getrieben. Man muss ihnen also auch zweifellos eine sekretorische
Tätigkeit zuprechen. Die Fig. 30 Taf. XII zeigt einige indifferente
Wandzellen in Verbindung mit dem Leberepithel. Man bemerkt
zwischen ihnen als hellere Elemente die Becherzellen.
Zwischen den Falten der Leber findet man auch hier wieder
das Bindegewebe septenähnlich eingesenkt.
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 265
Im Bindegewebe fallen zahlreiche braunrot gekörnte mit
Fxkretionsstoffen beladene runde Zellen auf. Sie sind oft zu
grossen Haufen zusammengelagert.
Um die ganze Leber und den Magen lest sich eine Membran,
die ich schon früher bei anderen Formen erwähnt habe. Sie besteht
durchweg aus kleinen platten Zellen mit länglichem Kern. Soweit
die Leber mit dem Darm in Verbindung steht, überzieht sie auch
diesen.
Molgula appendiculata.
Die Leber dieser zuerst von Heller (8) beschriebenen Form
liegt ebenfalls links in der Leibeshöhle, fast dicht hinter der
Egestionsöffnung Sie liegt dem Magen auf und umhüllt ihn fast
ganz auf der inneren Seite. Nach dem vorderen Körperende zu
erstreckt sie sich bis an den Enddarm und legt sich diesem noch
teilweise auf. Nach hinten buchtet sie sich ziemlich weit vor. Sie
zerfällt in drei Partien, eine grosse vordere und eine kleine hintere,
während die dritte von unten her keilförmig zwischen die beiden
ersten eingeschoben ist. Diese ist bedeutend kleiner und bildet fast
nur eine Verlängerung von dem ersten Lappen. Die Farbe konnte
ich nicht mehr an dem Exemplar unterscheiden, da dieselben bei
der Conservierung geschwunden war. Heller giebt darüber keine
Auskunft. Er beschreibt die Leber nur als lappig. Man kann den
ersten Lappen noch durch eine schräg verlaufende seichte Furche
in zwei Teile teilen. Jedoch ist die Trennungslinie nicht ganz
durchgehend. Auf ihrer Oberfläche ist die Leber durch viele kleine
Runzelungen und Vertiefungen gefurcht, die in der Mehrzahl alle
quer zum Magen verlaufen.
Die Fig. 31 Taf. XIII zeigt den Darmkanal nebst Leber einer
Molgula appendiculata. Man erkennt den kurzen Oesophagus, der
sich unmittelbar an die Leber anlegt. Darauf die Leber mit ihren
Lappen und Furchen. Sie bedeckt den Magen vollständig. Darauf
folgt das Intestinum, das eine enge Schlinge bildet.
Von der Rückseite betrachtet sieht man den Magen als kleines
kugelartiges Gebilde zwischen dem vorderen und mittleren Leber-
lappen liegen. Der hintere Lappen liegt schon zum Teil auf dem
Mitteldarm. Fig. 32 Taf. XII.
Bei schwacher Vergrösserung erkennt man die Runzeln der
Oberfläche der Leber als kleine seichte Rinnen, die alle ungefähr
parallel laufen. Im vorderen und mittleren Lappen sind sie glatt,
im hinteren verlaufen sie geschweift, biegen am Ende um und laufen
wieder zurück. Die Fig. 33 Taf. XIII zeigt die Oberfläche eines Teils
des hinteren Lappens. Sie erscheint wie gefaltet. Kleine Hügel
konnte ich nicht bemerken. Die Oberfläche der Leber war vielmehr
ausserhalb der Rinnen ganz glatt.
Bei der äusseren Betrachtung der Leber waren 3 Partien auf-
gefallen und in der Verfolgung der Querschnittserien entsprachen
266 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
diesen drei äusseren Leberteilen auch drei innere Säcke. Diese
sind aber selbst vielfach gefaltet. Durch Bindegewebssepten sind,
wie überall bei den Molguliden, die einzelnen Falten und Falten-
gruppen mehr oder minder vollständig von einander getrennt. Die
drei Leberabschnitte liegen ungefähr in der Längsrichtung des
vorderen Darmabschnittes hintereinander. Der vordere bedeckt den
vorderen Abschnitt des Magens und einen grossen Teil des
Oesophagus, der mittlere gehört ganz der Magenregion an und der
hinterste Abschnitt erstreckt sich zum Teil auch noch auf das
Intestinum.
Der vordere und mittlere Abschnitt bilden den bei Weiten um-
fangreichsten Teil der Leber. Auf Schnitten lassen sich beide kaum
scharf trennen. Sie sind sehr reich gefaltet und der erste erstreckt
sich besonders weit nach vorn über den Oesophagus und stülpt
sich dort in Form von zahlreichen Blindsäcken aus. Er entspricht
in dieser Hinsicht dem vorderen Teil der Leber der M. occulta. In
der Gegend seiner Oeffnung in den Magen vereinigt er sich mit dem
mittleren Abschnitt, der auch reich gefaltet ist und sich besonders
nach der hinteren Körperregion erstreckt.
Die Fig. 34 Taf. XIII zeigt einen Schnitt durch die Einmündungs-
stelle des vereinigten vorderen und mittleren Lappens. Man bemerkt
seitlich den Magen mit seinem weiten Lumen, daneben den vorderen
und vorn den mittleren Abschnitt. Der hinterste Abschnitt ist am
wenigsten gefaltet. Sein Raum ist bedeutend kleiner als der der
beiden ersten. Er zieht sich ähnlich dem der vorher beschriebenen
Form in einer Spitze aus, in die sich einige Falten als Blindsäcke
ausstülpen.
Das Epithel ist in derselben Weise angeordnet wie bei der
andern Molsulide. Es ist einschichtiges Cylinderepithel; man kann
auch hier der Höhe nach drei verschiedene Epithelformen unter-
scheiden: Leberepithel, Magenepithel und Leitungsepithel. Das
Leberepithel ist ebenfalls höher als das Magenepithel. Das Leitungs-
epithel ist ganz niedrig, aber noch cylindrisch. Die beiden letzten
Epithelarten sind bewimpert.
Die Leberzellen bestehen aus ziemlich breiten hohen cylindrischen
Zellen. Sie sind unbewimpert und im Grunde der Falten etwas
niedriger als in der Mitte. Ihr Kern liegt fast an der Basis und
ist umgeben von einem schmalen Protoplasmahof. Er ist rundlich
und zeigt typische Kernstruktur. Ueber ihn reihen sich die Sekret-
tropfen an, die hier fast alle in einer Reihe übereinander in jeder
Zelle angeordnet sind. Sie haben etwa die Grösse des Kernes und
füllen die ganze Breite der Zelle aus. In ihrem Innern findet sich
wieder ein Haufe von besonderen Körnchen. Eine dunklere Farbe
konnte ich nicht beobachten; sie ist vermutlich durch die lange
Aufbewahrung in Alkohol verloren gegangen. Die Tropfen er-
scheinen aber hell, stark lichtbrechend. Die inneren Enden der
Leberzellen sind mit Sekrettröpfchen besetzt, in denen aber nicht
mehr die Körnerhäufchen erkennbar sind. Es ist anzunehmen, dass
RE re
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 267
sich der Haufe sofort löst, sowie er aus der Zelle in das Proto-
plasma tritt. Zwischen diesen ausgebildeten Leberzellen finden sich
auch hier die feineren dunklen noch jüngeren Drüsenzellen vor.
Die Magenzellen sind nicht so hoch und breit als die Leber-
zellen, sie unterscheiden sich deutlich von diesen. Schon der
Wimpersaum charakterisiert sie auf das Beste. Ihr Protoplasma
ist heller und gekörnt. Die Körnung ist nicht so deutlich aus-
geprägt, wie die der Molgula occulta. Ihr Kern liegt am basalen
Ende und scheint etwas oval zu sein. Ueber dem Wimpersaum
konnte ich deutlich eine Bewimperung nachweisen. Häufig zeigen
sich auch Vakuolen im Zellkörper, die sich durch ihren hellen Inhalt
von der übrigen Zellsubstanz deutlich abheben und sich durch eine
mehr oder weniger langgestreckte Form auszeichnen.
Die Leitungs- oder Zwischenzellen endlich sind ungefähr in
derselben Weise zwischen den Leberzellen verteilt, wie bei der
Molgula occulta. Nur finden sie sich fast gar nicht in den Blind-
säcken des hinteren Hohlraumes und bilden auch nicht eine so
scharfe Zwischenzone zwischen Magen und Leber. Es sind kurze
Cylinderzellen mit gekörntem Protoplasma und deutlicher Be-
wimperung. Zwischen ihnen treten auch Becherzellen auf. Fig. 35
Taf. XIII zeigt die drei Zellarten.
Zwischen die Falten senkt sich hier deutlich das Bindegewebe
in der typischen Weise ein. Es füllt oft bei weitem nicht den
ganzen Zwischenraum zwischen den Falten aus.
Aussen umgiebt die Leber ein ziemlich flaches, fast plattes
Epithel, in dem die rundlichen Kerne leicht nachweisbar sind.
Molgula nana.
Die Leber dieser Molgulide, die zuerst von Kupffer (10) be-
schrieben ist, liegt links in der Leibeshöhle, nahe an der Egestions-
öffnung. Sie besteht aus zahlreichen Falten der Magenwand, die
sich wieder in kleinere teilen. Die Faltung ist hier tiefer und
stärker als bei den beiden andern Molguliden. Eine Ausstülpung
der Faltenenden über die Oberfläche, wie man es bei den Cynthien
beobachten konnte, tritt aber auch hier nicht ein.
Die Fig. 36 Taf. XIII zeigt einen Querschnitt durch einen Teil
der Leberfalten. Die Falten sind mehr abgerundet als bei den
beiden andern Molguliden. Jede Nebenfalte ist an ihrem Blind-
ende mindestens noch einmal mehr oder weniger tief eingestülpt
und läuft daher in zwei Blindsäcke aus.
Die ganze Magenleberhöhle wird durch einen überall ein-
schichtiges Cylinderepithel von verschiedener Höhe ausgekleidet.
Das höhere Epithel der Falte ist durchweg das Leberepithel, das
niedrige das Leitungsepithel. Daneben findet man auch das Magen-
epithel, das sich auch wieder von dem Leberepithel unterscheidet.
Das Leberepithel besteht aus einem hohen einschichtigen
Cylinderzelllager von keiner besonderen Farbe; wo es mit den
268 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Leitungszellen in Verbindung steht wird es niedriger und bildet so
allmählich den Uebergang zu den anderen Zellarten. Die Leber-
zellen haben oft verschiedene Form. Man trifft sie kolbig an-
geschwollen und unten etwas schmal auslaufend, oder sie sind
an der Basis verdickt und laufen oben in eine dicke Spitze aus.
Die Kerne sind rundlich und typisch strukturiert. Man kann
einen grossen centralen Nucleolus unterscheiden und an der Peri-
pherie mehrere kleine chromatische Elemente. In der Zelle liegt
der Kern basal, auswärts von einem dunkel gekörnten Proto-
plasma bedeckt, während nach innen zu sich wieder die Sekret-
tropfen mit kleinen gekörnten Haufen anreihen. Die Sekrettropfen
sind von heller glänzender Farbe; ihre centralen Körnerhäufchen
erscheinen als kleine graue Punkte. In den dickeren basal kolbig
angeschwollenen Zellen findet man oft zwei Reihen von Bläschen
nebeneinander liegen, gewöhnlich trifft man sie aber in einer Reihe
angeordnet, den Zwischenraum zwischen Kern und Zellspitzen aus-
füllend. Fig. 39 Taf. XIV zeigt ein Stück des Leberepithels an der
Uebergangsstelle in die Leitungszellen. Die inneren Zellenden sieht
man mit sich ablösenden Sekrettropfen behangen und erkennt hier
die Körnerhäufchen nicht mehr, da sie sich in der Sekretflüssigkeit
verteilt haben und in das Leberlumen gelangt sind. Bei einzelnen
Zellen konnte ich diesen Vorgang beobachten. Die Spitze der Zelle
wird plötzlich in mehr oder weniger ausgedehntem Umfange ganz
hell, sie schwillt zu einem dicken Kolben an, in dessen Innern sich
die Häufchen gelöst haben. Es sind gewöhnlich mehrere Bläschen
zusammengeflossen und die Körnchen finden sich nunmehr in diesem
grossen Sekrettropfen überall fein verteilt. Der Tropfen schnürt
sich von der Zelle ab, und man findet ihn in verschiedener Form
in dem Lumen der Leber wieder. Fig. 37a Taf. XIII zeigt zwei
solcher Zellen die ihr Sekret abgeben, Fig. 37b stellt einige bereits
frei im Lumen liegende Sekrettropfen dar.
Fig. 38a Taf. XIII zeigt zwei Leberzellen von mittlerer Grösse in
normaler Form. Die Zelle 1 ist dick und breit und besonders in der
unteren Hälfte angeschwollen. Man kann an ihr zwei Reihen von
Sekretbläschen beobachten. Die Zelle 2 enthält nur eine Reihe
Sek etbläschen und ist deshalb schlanker.
rDas Leitungsepithel ist aus ganz niedrigen cylindrischen Zellen
gebildet, die einen Wimpersaum und Wimpern führen (Fig. 38b
Taf. XIII). Der distal gelegene rundliche Kern ist bedeutend kleiner
als der der Leberzellen. Das Zellplasma ist dunkel gekörnt, ge-
wöhnlich erscheint die Spitze etwas dunkel, die Basis heller. Diese
Zellen finden sich überall in den Falten verteilt, oft sind sie mitten
in deren Verlauf zwischen den Leberzellen eingeschaltet. Gewöhnlich
sitzen sie aber an den Enden der in das Magenlumen hinein-
ragenden Falten. Ich konnte dabei beobachten, dass manchmal
das Ende einer solchen Falte mit ganz niedrigen Zellen ausgekleidet
war, während auf der Höhe plötzlich viel höhere Elemente auf-
traten. Oft konnte ich nicht mit Sicherheit entscheiden, ob diese
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. 269
hohen Zellen mit Wimpern versehene Leberzellen waren, oder ob
die Leitungszellen hier plötzlich nur ihre Grösse wechselten.
Die Magenzellen (Fig. 38c Taf. XIIl) endlich sind hohe schlanke
Elemente mit ovalem basal gelegenen Kern. Ihr Protoplasma ist
gekörnt. Oben an der Spitze tragen sie eine deutliche Wimper-
klappe mit einer langen dünnen Wimper.
Das umgebende Bindegewebe senkt sich hier wieder in der-
selben Leistenform zwischen die Falten ein.
Auf der Oberfläche scheint die Leber nur auf der Kiemendarm-
seite von einer besonderen „Membran“ umgeben zu sein. An der
andern Seite legt sie sich unmittelbar an das ektodermale Haut-
epithel an. Der „Membran“ ist ein Plattenepithel und besteht aus
ganz platten Zellen mit rundlichem Kern.
Molgula macrosiphonica.
Kupffer (10, 22) erwähnt bei der Beschreibung dieser
Molgulide zwar keine Leber, jedoch beschreibt er am Magen 2—3
grosse sinuöse Blindsäcke von grünlicher Farbe mit drüsenartigen
Ausstülpungen ihrer Wände, die der Leber entsprechen dürften.
Sie liest links in der Leibeshöhle in der Nähe der Egestionsöffnung,
ist deutlich gelappt und wird von der inneren nach dem Kiemen-
darm zu gelegenen Wand des Magens gebildet. Sie umhüllt diesen
auf der Innenseite vorn und hinten so vollständig. dass er nur von
aussen zum Teil unbedeckt und sichtbar bleibt. Man kann an ihr
drei Lappen unterscheiden. Lacaze-Duthiers (23) giebt vier
Lappen an, von denen drei links und einer rechts vom Magen
liegen soll. Ich konnte nur drei Lappen beobachten, die auf den
Verlauf der Darmachse bezogen als vorderer, mittlerer und hinterer
bezeichnet werden können. Der vordere und hintere liegen dem
Magen auf, der mittlere seitwärts. Der vordere ist am stärksten
gewölbt, liegt der Hauptsache nach dem Oesophagus auf und bedeckt
nur einen geringen Teil des Magens. Er ist durch ziemlich tiefe
Furchen, die alle radiär nach der Mitte verlaufen, ausgezeichnet
und erinnert dadurch an die Form einer Rosette.
Der zweite Lappen liegt ganz dem Magen an und etwas hinter
dem ersten. Er stellt den grössten Lappen dar und ist von ovaler
Form. Seine Oberfläche ist durch seichte gebogene Furchen in
viele Falten gelegt, die in schräger Richtung den ganzen Lappen
durchlaufen,
Der dritte und hintere Lappen endlich liegt dem Hinterende
des Magens auf. Er ist aber nicht so hoch gewölbt als die andern
Lappen; er ist der kleinste und zeigt auf seiner Oberfläche viele
Längsrinnen.
Fig. 40 Taf. XIV zeigt den Verdauungstraktus einer M. macro-
siphonica. Er bildet eine ziemlich enge Schlinge, so dass der End-
darm sich wieder an den hinteren und vorderen Leberlappen legt
und von dort nach vorn steigt, um in die Kloake zu münden,
270 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Fig. 41 Taf. X1V zeigt den mittleren Lappen bei oberflächlicher
Betrachtung stärker vergrössert. Er ist länger als breit und an
den Enden abgestumpft. Die hintere Längsseite ist stark nach
aussen gebogen. Die zahlreichen Rinnen verlaufen in schräger
Richtung zur Darmachse und ziemlich parallel zu einander.
Wie erwähnt, erweist sich die Leber als eine Faltung der
Magenwand. Jeder Lappen mündet mit einer besonderen schlitz-
förmigen Oeffnung in das Magenlumen und alle sind sie scharf von
einander getrennt. Der vordere und mittlere nebeneinander im
vorderen Teil des Magens, der hintere im hinteren. Der vordere
Lappen erstreckt sich über den Oesophagus hinweg und läuft hier
in zahlreiche blind geschlossene Falten aus, die den radiären Rinnen
der Oberfläche entsprechen. In der Mitte der Rosette beginnt die
Oeffnung in den Magen, die sich dann bis an das Ende fortsetzt.
Man kann in diesem Lappen eine Hauptfalte und mehrere Neben-
falten unterscheiden, die wieder kleine Fältchen zeigen. Einen
ähnlichen Unterschied kann man auch bei den andern beiden Lappen
beobachten. Jedoch zeigen diese nicht so stark ausgebildete blinde
Enden. Die Falten des vorderen und hinteren Lappens greifen zum
Teil ineinander, der mittlere bildet dagegen einen gefalteten Blind-
sack für sich.
Die äussere der Leibeswand zugekehrte und der Leber gegen-
überliegende Magenwand ist leistenförmig eingefaltet. Diese Leiste
ist besonders im hinteren Magenteil ausgebildet.
Eine genaue histologische Betrachtung der Zellen war mir nicht
möglich, da das von mir untersuchte Exemplar schon sehr lange in
Alkohol aufbewahrt war und genaue Beobachtungen nicht mehr
zuliess. Jedoch scheinen mir die Verhältnisse hier ähnlich zu
liegen, wie bei den andern oben beschriebenen Molguliden. Man
findet überall einschichtiges Cylinderepithel. Nur treten die Unter-
schiede in den Grössenverhältnissen der Zellen nicht so deutlich
hervor.
Zwischen den Falten fand sich wieder das Bindegewebe als
Leisten und Septen eingesenkt.
Fig. 42 Taf. XIV zeigt Schnitte durch die Leber und Magenwand.
In Fig. 42a ist der vordere und mittlere Lappen getroffen. In
Fig. 42b erkennt man einen Durchschnitt durch den hinteren. Hier
ist die leistenartige Einstülpung des Magens, die auf dem vorher-
gehenden Schnitt noch nicht zu erkennen war, deutlich sichtbar.
Der hintere Lappen erscheint durch eine grosse Falte in zwei Teile
zu zerfallen, in einen niedrigen nur schwach, und in einen höheren
stark gefalteten. Auf späteren Schnitten verschwindet allmählich
dieser Gegensatz.
Während bei den bisher behandelten Ascidien die Leber als
deutlich äusserlich sichtbares Organ vorhanden war, trifft man sie
bei den folgenden Arten nicht mehr in solchen Formen. Wenn man
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. >71
bei einigen derselben von einer besonderen Färbung eines Teiles
des Mitteldarmes, die an die Farbe der Cynthien- und Molguliden-
leber erinnert, absieht, so deutet, bei makroskopischer Betrachtung
der folgenden Species, nichts mehr auf die Existenz einer Leber
hin. Dennoch ist eine solche an einer besonderen histologischen
Differenzierung der Darmwandung erkennbar und dieser Abschnitt
dürfte auch funktionell der Leber der bisher beschriebenen Arten
entsprechen.
Man findet nun Formen, bei denen die Leberfunktion auf den
Magen beschränkt ist, während bei den anderen sie gewöhnlich über
den ganzen Mitteldarm verbreitet ist. Im ersteren Fall ist nur der
Magen durch eine gleichmässige einfache Faltenbildung verändert.
Einen derartigen Bau findet man z. B. bei der in die Familie der
Cynthideen gehörenden Styelopsis grossularia und unter den Ascidien
bei Ciona intestinalis.
Styelopsis grossularia.
Diese von Julin (24), Lacaze-Duthiers (18) und Ried-
linger (25) genauer beschriebene Form steht zwar im System den
Cynthien sehr nahe, eine gesondert organisierte Leber ist jedoch
wie bei allen andern Styelinen nicht vorhanden. Dagegen zeigt
sich ein Teil des Magens mit Zellen ausgestattet, die typischen
Leberzellen entsprechen. Nach Lacaze-Duthiers et Delage ist
der Magen „profondement cannele* und bildet in seinem Innern
viele stark gelb gefärbte Falten, die sie als „cötes hepatiques“ be-
zeichnen. Es lässt sich indess hier nicht feststellen, dass die nach
dem Kiemendarm gerichtete Magenwand besonders gefaltet wäre,
sondern die Falten sind ganz regelmässig verteilt und durchlaufen
den ganzen Magen. An beiden Enden stülpen sie sich etwas über
dem Magen aus und bilden da Blindsäcke. Sie sind ziemlich tief
und zeigen keine Nebenfalten. Im Querschnitt ist der Magen oft
etwas zusammengedrückt, man beobachtet dann an den Polen der
Ellipse niedrigere Falten als in der Mitte. Die Falten sind mit
einschichtigem Cylinderepithel bekleidet, das eine verschiedene Höhe
besitzt. Auf der Spitze der in das Lumen ragenden Falten ist es
niedriger; in der Falte selbst ist es bedeutend höher. Am höchsten
ist es im Grunde einer Falte, dann flacht es sich allmählich in der
Mitte der Falte ab, um schliesslich in das niedrige Spitzenepithel
überzugehen. Indessen scheinen nicht bei allen Individuen diese
Verhältnisse durchaus die gleichen zu sein (Riedlinger).
Fig. 43 Taf. XIV zeigt einen Querschnitt durch den Magen dieser
Form. Man sieht die regelmässigen Faltungen der Wand und
bemerkt auch den Unterschied in der Höhe der Zellen.
Aehnlich wie Seeliger (1) bei dem Botryllus eine histologische
Differenzierung der Zellen gefunden hat, kann man auch hier
zweierlei Zellarten unterscheiden. Die am Grunde und in der Mitte der
9793 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Falten gelegenen sind die eigentlichen Leberzellen, während die auf
dem freien Rande befindlichen Zellen den Leitungszellen entsprechen
würden. Ich konnte auch einige Falten beobachten, wo die
Leitungszellen nicht genau auf der freien Spitze sassen, sie befanden
sich etwas seitwärts verschoben nach der Mitte der Falte zu und
auf der Höhe sassen echte hohe Leberzellen.
Die Leberzellen sind hohe cylindrische Zellen, deren Kern auch
wieder basal liegt. Unter dem Kern liegt ein schwach gekörntes
Protoplasma, über dem Kern liegen die Sekrettropfen reihenweise
übereinander geschichtet. Es war mir nicht möglich, mit Sicherheit
Häufchen mit Körnchen nachzuweisen. Jedoch lässt sich wohl an-
nehmen, dass solche vorhanden sind. Es finden sich auch Zellen
mit zwei Reihen von Bläschen. Diese sind dann dicker und gleichen
einer Keule. Fig. 44a Taf. XIV zeigt einige Leberzellen.
Auf dem freien Ende der Falten befinden sich nun zumeist die
niedrigen bewimperten Cylinderzellen. Der Kern liegt auch an dem
äusseren Ende und ist von rundlicher Form. Das Protoplasma ist
gekörnt und zeigt sich oft in der Zelle an einer besonderen Stelle
feinkörnig angesammelt. Daneben findet man gewöhnlich ein
helleres Bläschen mit durchscheinendem Inhalt, das meistenteils
dicht über dem Kern liegt. Sie sind also den sonst in der Leber
gefundenen Magenzellen ähnlich. Fig. 44b Taf. XIV zeigt einige
solcher Zellen.
Die Leberzellen beschränken sich auf den Magen, sie unter-
scheiden sich deutlich von denen des Oesophagus und des Intes-
tinums. Die Zellen in diesen beiden Darmabschnitten erreichen
nicht die Höhe der Leberzellen und zeigen auch nicht diese
typischen Bläschen, sondern haben ein gekörntes Protoplasma und
werden häufig zu Becherzellen.
In Fig. 44c und d Taf. XIV sieht man beide Zellarten, bei
c, Zellen des Oesophagus, bei denen ich eine deutliche Bewimperung
nachweisen konnte, und bei
d, die Zellen des Intestinums, die fast von der Höhe der Leitungs-
zellen sind nnd zwischen denen einige Becherzellen lagern.
Eine Bewimperung habe ich nicht gesehen, jedoch ist anzu-
nehmen, dass eine solche vorhanden ist.
Ciona intestinalis.
Der Magen der Ciona intestinalis ist im lebenden Tier oval
längsgestreckt, fast spindelförmig. Heller (7) beschreibt ihn als
sackförmig. „Derselbe“, sagt er, „zeigt eine orangegelbe Färbung
und ist an der Innenseite mit zahlreichen Längsfalten besetzt, die
von der Kardia bis zum Pylorus hin verlaufen.“ Beim conservierten
Tier gelingt es selten, einen Magen mit unverletztem Epithel zu
erhalten. Der Magen ist in seinem ganzen Verlauf mit niedrigen
Falten besetzt, die alle ungefähr dieselbe Höhe haben. Das Blind-
ende jeder Falte ist selbst wieder ein oder mehrere Mal, zuweilen
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 273
ziemlich unregelmässig eingestülpt, sodass jede Hauptfalte in zwei
oder mehrere kleinere Nebenfältchen peripher zu ausläuft.
Alle Falten sind von einem einschichtigen Cylinderepithelzell-
lager bedeckt. Roule (14) beschreibt dasselbe folgendermassen:
L’epithelium interne est forme de cellules cylindriques, plus
courtes que celles de l’oesophage, entrem&lees de nombreuses
cellules calicinales. Les premieres renferment d’abondantes, granu-
lations jaunätres, qui reduisent fortement l’acide osmique et donnent,
sous l’action de l’acide sulfurique et de l’iode, les reactions parti-
eulieres ä la cholesterine et aux acides gras biliaires. Les cellules
calicinales correspondent tout ä fait, par leur forme et leur aspect,
aux cellules typiques .....
Leider waren die Exemplare, die ich untersucht habe, in nicht
mehr ganz gut erhaltenem Zustande, Jedoch konnte ich mich davon
überzeugen, dass das ganze Epithel aus einer gleichmässigen Lage
von gelblichen Zellen bestand. In der Mitte und auf der Höhe der
Falten waren die Zellen am höchsten. Im Grunde der Falten und
besonders dort, wo die Falten sich zu einem Fältchen umlegen,
waren sie etwas niedriger; auch färbten sich die Zellen in dieser
Region etwas stärker in Alaunkarmin. Jedoch schienen mir alle
Elemente demselben Typus anzugehören. Es waren kleine schlanke
Cylinderzellen mit basal gelegenem Kern und darüber, gewöhnlich
in einer Reihe übereinander geschichtet, die kleinen Bläschen wie
in typischen Leberzellen mit centralen verhältnismässig grossen
Häufchen von gelben Körnchen. Diese drüsigen Zellen zeigen oft
eine verjüngte Basis und verbreitern sich am inneren Ende wenig.
Mehrere Zellen bilden dann einen geöffneten Fächer, wie auch
Roule sie gesehen hat. Von dem Vorhandensein von typischen
Becherzellen, wie sie Roule beschreibt, habe ich mich nicht über-
zeugen können. Wohl aber schien mir ein feiner Wimpersaum an
der Spitze der Zelle darauf hinzudeuten, dass die Zellen bewimpert
wären.
Fig. 45 Taf. XV zeigt einige Leberzellen aus dem Magen der
Ciona. Man erkennt die Körnchen der Zellen in den Bläschen.
Roule giebt die Zellen auch als gekörnt an; jedoch lassen seine
Zeichnungen in keiner Weise eine Körnung erkennen.
Daneben trifft man auch Zellen die heller und homogen au
ihrer Spitze erscheinen. Dies sind solche Elemente, deren kleine
länglich gelbliche Bläschen man im Zellverbande als helle Streifen
durchschimmern sieht. Sie sind im Begriff ihr Sekret zu entleeren.
Ausserdem bemerkt man Zellen, die sich in Alaunkarminlösung
dunkel gefärbt haben. Es sind dies Zellen, die den jungen,
embryonalen entsprechen.
Die Gattungen Aseidia und Aseidiella.
Bei diesen Formen finden sich die Leberfunktion ausübenden
Zellen nicht nur in der Magenwand sondern auch in einem grossen
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H. 2, 18
274 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Teil des Intestinums. Anatomisch findet man kein besonderes Merk-
mal, das auf das Vorhandensein einer Leber hindeutet.
Aseidia virginea Müller (non Heller).
Der Verdauungstraktus liegt links neben dem Kiemendarm und
besteht aus dem Oesophagus, einem sehr kurzen Magen mit sich
daran anschliessendem Mitteldarm, dem der Enddarm folgt. Es
lassen sich zwei Krümmungen im Verlauf des Darmes unterscheiden.
Einmal zwischen dem vorderen und hinteren Teil des Mitteldarms
und zwischen Mitteldarm und Enddarm. Der Magen mit dem
vorderen Teil des Mitteldarms beschreibt einen ziemlichen Halbkreis,
dann biegt sich der Darm plötzlich um und läuft bis zum Oeso-
phagus zurück, um sich dort wieder scharf umzubiegen und in den
Enddarm auszulaufen. Am stärksten ist der Magen und der vordere
Teil des Mitteldarms, dann folgt der hintere Teil des Mitteldarms,
um in den dünneren Enddarm überzugehen. Der Magen und vordere
Teil des Mitteldarms zeigen eine gelbliche Farbe, die sehr an den
gelben Ton der Leber erinnert. Am intensivsten ist der Magen
gefärbt, weiter hinten blasst die Farbe nach dem Enddarm zu ab.
Der ganze Darmkanal mit Ausnahme des Oesophagus zeigt auf
seiner Oberfläche eine eigentümliche Skulptur. Während am Magen
kleine Höckerchen sich vorfinden, ist die Oberfläche des ganzen
Darmkanals von vielen kleinen Rinnen durchfurcht, die zu Gruppen
angeordnet erscheinen. In jeder Gruppe verlaufen die Rinnen
nahezu parallel, teils quer, teils längs zum Darmkanal, teils auch
geschweift, die Oberfläche durchkreuzend. Die Rinnenränder bilden
kleine verspringende Wülste, die den Darmkanal bedecken. Ausser-
dem finden sich überall an der Innenseite der Darmkrümmung fast
um den ganzen Darm verlaufende Quereinschnitte (Fig. 46 Taf. XV).
Fig.47 Taf. XIV zeigt bei stärkerer Vergrösserung die Höckerchen
und Rinnen der Oberfläche des Darmkanals, und zwar sieht man
in a, den Magen bedeckt von Höckerchen. In b, die Uebergangs-
stelle vom vorderen und hinteren Teil des Mitteldarms, das ist un-
gefähr die Gegend, wo die Gelbfärbung aufhört. In c, den Ueber-
gang vom Mitteldarm zum Enddarm in der Gegend gleich hinter
dem letzten Bogen. Diese beiden Teile machen deutlich den Ein-
druck, dass viele grössere und kleinere Wülste in verschiedenen
Richtungen verlaufend den Darmkanal bedecken.
Wenn auch äusserlich der Magen und Mitteldarm nicht scharf
zu trennen waren, so besteht doch an der inneren dem Lumen zu-
gekehrten Fläche eine ziemlich scharfe Trennung in Form eines
Querwulstes. Der Magen besitzt eine an der äusseren Krümmungs-
seite verlaufende Magenrinne, die an dem Wulst aufhört. Der
Darm zeigt eine Typhlosolis, die hinter dem Wulst anfängt. Jedoch
liegen Magenrinne und Darmleiste nicht in derselben Ebene, sodass
eine die Fortsetzung der anderen bildete, sondern die Darmleiste
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 375
verläuft mehr in der Mitte der den Geschlechtsorganen benach-
barten Seite.
Der Magen erscheint leicht gefaltet. Jedoch sind die Falten
nur flach. Sie befinden sich besonders auf der Seite, an der die
Geschlechtsorgane liegen. Die andere Seite ist ziemlich glatt, je-
doch zeigt auch sie einige leichte Falten. Fig. 48 Taf. XIV stellt
einen Schnitt aus der Magengegend dar und man bemerkt leicht
die Falten und die Magenrinne. Der Oesophagus senkt sich krater-
förmig in den Magen ein, und so entstehen an dieser Stelle kurze
aber weite Blindsäcke.
Der Mitteldarm ist weniger stark gefaltet. Auf der Seite der
Darmleiste findet man einige Falten, die man nur als Runzeln be-
zeichnen kann. Dagegen erstreckt sich ihr gegenüber eine vom
Magen kommende bedeutendere Falte ziemlich weit in den Mittel-
darm hinein. Schliesslich glättet sich die innere Fläche des Mittel-
darms; der hintere Teil zeigt gar keine Falten mehr und ist ebenso,
wie der sich daran anschliessende Enddarm ganz glatt.
Man kann nun in dem einschichtigen Cylinderepithel, das den
ganzen Verdauungskanal auskleidet, verschiedene Arten von Zellen
beobachten. Einmal Zellen mit einfachem gekörnten hellen proto-
plasmatischen Inhalt und dann solche mit gelben Bläschen, die
central gelegene gelbe Körnchen führen und den typischen Leber-
zellen entsprechen. Diese Zellen geben dem Epithel eine intensiv
gelbe Farbe und finden sich im Magen und vorderen Teil des Mittel-
darms. Sie sind von ganz besonderer Höhe. Besonders hoch sind
sie im Magen, im Mitteldarm sind sie etwas kleiner. Sie liegen im
Magen besonders auf der Höhe der Falten und an der glatten
Wand. Im Grunde der Falten sind sie etwas niedriger und haben
in der Alaunkarminlösung eine rote Färbung angenommen. In der
Magenrinne finden sie sich nicht. Ferner sind die Leberzellen über
den ganzen Mitteldarm verteilt. Nur scheinen Sie auf der Spitze
der Darmleiste und in den beiden Winkeln, die der Darm zu beiden
Seiten der Darmleiste bildet, zu fehlen und durch einfache Cylinder-
zellen mit gekörntem protoplasmatischen Inhalt ersetzt zu sein.
Ferner sind sie an der Uebergangsstelle vom Magen zum Mittel-
darm nur an der Darmleiste und in der Gegend der ihr gegenüber-
liegenden Falte zu finden, die, vom Magen kommend, sich noch
eine Strecke weit in den Darm fortsetzt.
Diese Leberzellen besitzen denselben Charakter, wie die andern
typischen mit dieser sekretorischen Funktion ausgestatteten Zellen.
Ihr rundlicher Kern liegt basal, unter ihm findet sich nur eine
spärliche Protoplasmamenge, während der übrige Teil mit den hell-
gelben Bläschen angefüllt ist. Diese sind alle in einer Reihe über
dem Kern aufgeschichtet. Wenn die Zelle ganz mit den Bläschen
erfüllt war, erschien sie ganz gelb gefärbt und man sah von dem
Protoplasma sehr wenig. Sogar unter dem Kern befanden sich
einige gelbe Körnchen. Fig. 49a Taf. XV zeigt einige dieser Zellen
in verschiedenen Stadien ihrer sekretorischen Tätigkeit.
18*
376 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Neben den Leberzellen findet man im Oesophagus ebenfalls
sehr hohe Cylinderzellen mit hellem gekörnten protoplasmatischen
Inhalt und basalständigen Kernen. Sie sind bewimpert und die
Wimper senkt sich an der Spitze in einer charakterischen Weise
in die Zelle ein.
Die Zellen der Magenrinne sind auch cylindrische Zellen mit
hellem gekörnten Protoplasma. Auch sie sind bewimpert, jedoch
habe ich hier eine Einsenkung der Wimper nicht gefunden, sie
sitzt einfach der Spitze auf. Es finden sich häufig Becherzellen
darunter. In der Tiefe der Magenrinne sind die Zellen etwas
niedriger als auf der Höhe der beiden Lippen. Der Uebergang von
den Zellen der Magenrinne zu den Leberzellen ist oft ganz schroff.
Man sieht manchmal unmittelbar neben den hohen Leberzellen die
nur ungefähr !/; so hohen Zellen der Magenrinne sich ansetzen,
sodass sich die freien Enden der Leberzellen noch teilweise über
die benachbarte Magenrinne hinwegbiegen.
Fig. 49b Taf. XV zeigt einige Zellen aus der Magenrinne « aus
der Höhe, 8 aus der Tiefe der Rinne.
Die Zellen des hinteren Teiles des Mitteldarmes endlich sind
auch Oylinderzellen mit basalständigen Kernen. Sie haben ungefähr
die Grösse der Magenrinnenzellen, zeigen unter dem Kern ein dunkles
Protoplasma und über dem Kern ein helles gekörntes Sekret, das
einen etwas gelblichen Ton hat. Auf ihrer Spitze tragen sie eine
feine Membran, die die ganze Innenfläche des Darmes überzieht.
Wimpern habe ich nicht nachweisen können, wohl aber lässt sich
ihr Vorhandensein vermuten.
Aseidia mentula.
Die. Ascidia mentula ist von Heller (7) sehr genau untersucht
und beschrieben. Hancock (2) hat diese Form auch genau unter-
sucht und glaubte ein Organ der Ascidie beobachtet zu haben, das
mit Leberfunktion ausgestattet sei. Jedoch lässt die nähere Be-
schreibung dieses vermeintlichen Organs erkennen, dass irrtümlich
von ihm die darmumspinnende Drüse dafür angsprochen worden ist.
Als gesondertes, äusserlich hervortretendes Organ ist auch hier
die Leber nicht vorhanden, sondern es funktionieren der Magen und .
Mitteldarm als eine solche. Der Magen bildet eine einfache sack-
artige Erweiterung des Darmes. Er geht allmählich in den Mittel-
darm über, dessen vorderer Teil auch noch einen ganz bedeutenden
Durchmesser hat. Er reicht etwa bis zur ersten Krümmung des
Darmes. Dort wird er plötzlich schmaler und enger und führt
keine Leberzellen mehr.
Das Innere des Magens beschreibt Heller als „fast glatt, nur
an der rechtsseitigen Wand bemerkt man 4 bis 5 Längsfalten, die
gegen den Pylorus hin leicht divergieren. Im Darm verläuft der
ganzen Länge nach vom Pylorus bis gegen den After hin eine vor-
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. rei
springende Leiste, die in den zwei ersten Darmschenkeln ziemlich
dick erscheint, während sie im Mastdarm eine dünne Lamelle bildet.“
Das Ganze, sagt er, wird von Flimmerepithel ausgekleidet. Ich
fand den Magen verhältnismässig glatt. Man kann die Falten kaum
als solche bezeichnen, es sind Runzelungen in der Wand. An dem
einen Ende bildet sich eine Art Magenrinne aus. Jedoch ist kein
Unterschied in der Epithelbekleidung vorhanden. Fig. 50 Taf. XIV
zeigt einen Querschnitt durch den Magen. Man erkennt die Runzeln
der Schleimhaut und an der rechten Seite der Abbildung eine
Bildung, die einer Magenrinne ähnlich sieht, die jedoch sich nicht
so histologisch differenziert zeigt, wie bei der vorhergehenden Form.
In der den Darm umgebenden Bindegewebsmasse findet man zahl-
reiche Bläschen, die Durchschnitte durch die Niere darstellen und
sich leicht von der darmumspinnenden Drüse unterscheiden lassen.
Wie schon Heller erwähnt, ist der ganze Magen und Darm
mit einem einschichtigen Flimmerepithel bekleidet, das im Magen
und vorderen Teil des Mitteldarms bedeutend höher ist als im
Enddarm. Das hohe Epithel ist typisch flimmerndes Leberepithel.
Es besteht aus hohen schlanken Cylinderzellen mit basal gelegenen
Kernen. Das unter dem Kern ruhende Plasma ist dunkel gekörnt.
Ueber dem Kern reihen sich wieder die gelblichen Bläschen mit
den gelben Körnern an. An der Spitze der Zelle sitzt eine Wimper,
die gewöhnlich mit Sekret behangen ist. Im Magen fanden sich
die meisten Zellen nur etwa bis zur Hälfte mit gelben Bläschen
angefüllt, während die untere Hälfte ein dunkles Aussehen hatte.
Ich sah aber auch solche, die fast ganz mit Sekrettropfen erfüllt
waren. Ausserdem konnte ich viele Zellen beobachten, die kleine
dunkle Körnchen von einem hellen Hof umgeben enthielten. Wahr-
scheinlich sind aber diese Körner nur Kunstprodukte, die auf die
Sublimatconservierung zurückzuführen sind, mit der die Tiere be-
handelt waren.
Fig. 51 Taf. XV zeigt einige Leberzellen aus dem Magenepithel,
a, im Verband, b, einzelne Zellen. Die faltenähnliche Bildung an
der Seite des Magens, die eine Rinne umschliesst, zeigt eine grosse
Aehnlichkeit mit der Magenrinne der Ascidia virginea Müller
(non Heller). Jedoch verhält sie sich histologisch nicht so wie
diese, da sie von Flimmerzellen ausgekleidet wird, die den Bau
von Leberzellen zeigen. Bei Ascidia virginea führten die Leber-
zellen niemals Wimpern und fehlten daher in der Magenrinne.
Der Mitteldarm endlich, der mit einer Leiste beginnt, zeigt
- auch typisches Leberepithel. Die Zellen besitzen noch eine gelbere
Farbe und sind alle durchweg bis an den Kern mit gelben Bläschen
gefüllt. Sie finden sich überall besonders typisch auf der Darm-
leiste und auf der ihr gegenüberliegenden Seite. In den Winkeln
und an dem Grunde der Typhlosolis sind die Zellen niedriger, jedoch
ist ihre Bauart die gleiche. Fig. 5le Taf. XV zeigt einige Zellen aus
dem Mitteldarm,
2378 Arthur Isert: Untersuchnngen über den Bau
In dem hinteren Teil des Mitteldarms endlich findet man
kleine dicke Cylinderzellen mit hellen Innenenden, etwas dunkel ge-
körntem Protoplasma und basal gelegenem Kern (Fig. 51d Taf. XV).
Aseidia eristata (?).
Heller (7), Grube (26) und Roule (14) haben diese Form
beschrieben, jedoch findet man über den Darmkanal fast gar keine
näheren histologischen Angaben. Der Verdauungskanal liegt links
neben dem Kiemendarm und bildet ebenfalls zwei Krümmungen.
Die erste Krümmung bildet wieder den Abschluss des vorderen
Teils des Mitteldarmes, die zweite bezeichnet den Anfang des End-
darms. Der Oesophagus ist verhältnismässig kurz und dünn. Er
senkt sich kraterförmig in den Magen ein. Der Magen ist klein
und kurz; er hat ungefähr denselben Durchmesser wie der Mittel-
darm, setzt sich aber deutlich von ihm ab, da seine Oberfläche
heller erscheint und einige Längsrinnen sich bemerkbar machen.
Daneben ist er aber auch noch seicht gefurcht. Das Intestinum
schliesst sich unmittelbar an. Seine Oberfläche ist mit vielen kleinen
Runzeln bedeckt, jedoch erscheint es dunkler als der Magen. Eine
äusserlich hervortretende Leber ist nicht vorhanden.
Während das ganze Intestinum mit einfach glatter Innenfläche
ausgestattet ist, zeigt der Magen viele tiefe Falten. Sie unter-
scheiden sich von den sonst vorhandenen Faltungen der Ascidien
durch eine grössere Tiefe. Sie durchlaufen der Länge nach die
ganze Wand des Magens und stülpen sich teilweise noch über den
Oesophagus und Darm aus. Fig.52 Taf. XIV zeigt einen Querschnitt
durch den Magen. Man findet ihn an der dem Enddarm benach-
barten Seite ziemlich glatt. An der gegenüberliegenden bemerkt
man eine einer Magenrinne ähnliche Bildung, eine Rinne, die von
zwei Lappen begrenzt wird.
Der Uebergang vom Magen zum Darm ist sehr scharf und
charakteristisch. Das Intestinum schiebt sich in den Magen ein und
bildet dabei eine Ringfalte. Fig. 53 Taf. XIV zeigt einen Durchschnitt
durch die Uebergangsstelle.
Interessant ist die Verschiedenartigkeit des Epithel. Das
Magenepithel ist ganz hoch. Es flacht sich nach der Uebergangs-
falte zu allmählich ab, und in der Falte selbst findet man ganz
niedrige Zellen. Hinter der Falte werden diese wieder höher und -
gehen rasch in das Darmepithel über.
Das Intestinum ist in seinem Innern einfach glatt und faltenlos.
Fig. 54 Taf. XIV zeigt einen Querschnitt des Darmes.
Man findet also im Darmkanal sehr verschiedenes Epithel.
Schon der Höhe nach kann man unterscheiden zwischen Magen-
epithel, dem Epithel des Anfangsteiles des Mitteldarmes, dem Leber-
epithel und dem Epithel des Enddarmes.
Das Magenepithel ist das höchste. Es kleidet den ganzen
Magen aus und ist nur in der Magenrinne etwas niedriger. Man
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 2379
findet es sowohl am Grunde der Falten wie auch auf den freien
Enden ganz gleichmässig in derselben Form. Es sind schlanke sehr
hohe Cylinderzellen mit ziemlich hoch über der Zellbasis gelegenem
rundlichen Kern. Unterhalb des Kernes erkennt man dunkles ge-
körntes Protoplasma, nnd über dem Kern ein helles mit Körnchen
gemischtes Sekret. Man sieht auch, dass das Sekret in Form von
kleinen Bläschen sich über dem Kern in einer Reihe angesammelt
hat. Wimpern konnte ich nicht wahrnehmen. Fig. 55a Taf. XIV
zeigt einige Magenzellen.
Den Magenzellen folgen nicht unmittelbar die Zellen, die den
Anfangsteil des Mitteldarms auskleiden. Sie werden von jenen
durch ganz niedrige Oylinderzellen geschieden, die die Uebergangs-
falte des Darmes auskleiden. Die Zellen des Anfangsteiles des
Mitteldarmes sind nur ungefähr !/, so hoch als die Magenzellen.
Sie sind einfache Cylinderzellen mit hellem gekörnten Protoplasma
und rundlichem Kern und zeigen einen Wimpersaum; jedoch habe
ich keine Wimpern bemerken können. Wahrscheinlich sind sie aber
vorhanden und bei der Präparation verloren gegangen. Diese Zellen
kleiden den Mitteldarm nur eine kurze Strecke aus und zwar un-
mittelbar hinter der Uebergangsfalte zum Magen (Fig. 55b Taf. XIV).
Ihnen schliessen sich nun Zellen an, die man als typische
Leberzellen ansprechen muss. Sie sind höher als die eben er-
wähnten und enthalten charakterische gelbliche, nur wenig stark
lichtbrechende Sekretkügelchen, in denen ich einen Körnchenhaufen
nicht nachweisen konnte. Der runde Kern liegt basal und die
Bläschen sind in einer Reihe über dem Kern angeordnet und be-
sitzen ungefähr Kerngrösse. An ihrer Spitze tragen diese Zellen
einen Wimpersaum, der auf das Vorhandensein einer Wimper schliessen
lässt. Sie kleiden den ganzen vorderen Teil des Mitteldarms aus
(Fig. 55c Taf. XIV).
Ihnen folgen die Zellen des hinteren Teils des Mitteldarms.
Sie sind auch Cylinderzellen aber von geringerer Grösse als die der
Leberzellen und selbst als die Elemente im Anfangsteil des Mittel-
darmes. Sie zeigen ein helles gekörntes Protoplasma und kleine
Sekretbläschen, die alle über dem Kern unregelmässig durchein-
ander liegen. Der Kern liegt dicht an der Basis. An ihrer Spitze
tragen sie eine derbe Kappe und ihnen auf liegt eine feine Membran
(Fig. 55d Taf. XIV).
Darauf folgt der Enddarm, der mit niedrigem fast kubischen
Epithel ausgekleidet ist. Die Zellen enthalten ein sehr fein ge-
körntes Plasma und führen nur einen kleinen Kern (Fig. 55e Taf. XIV).
Man findet also bei Ascidia cristata die merkwürdige Tatsache,
dass ein besonderer Teil des Intestinums mit Leberfunktion aus-
gestattet ist und eine eigenartige histologische Beschaffenheit besitzt,
obwohl er äusserlich als ein selbständiger Abschnitt des Verdauungs-
traktus nicht hervortritt,
380 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
II. Die darmumspinnende Drüse von Microcosmus
vulgaris Heller.
Das von Seeliger (1) als „darmumspinnende Drüse“ be-
zeichnete Gebilde zeigt unter allen Ascidien in den Gattungen
Cynthia und Microcosmus speciell Microcosmus vulgaris, den höchsten
Grad der Ausbildung. Es schien mir deshalb aussichtsvoll zu sein,
diese Drüse bei dieser Form einer genauen Untersuchung zu unter-
ziehen, und zwar umsomehr, als die physiologische Bedeutung des
Organs bisher in einer befriedigenden Weise nicht klargestellt
worden ist.
Schon in der alten Zoologia danica finden wir von O.F. Müller
(27) diese Drüse bei den Monascidien erwähnt und abgebildet.
Jedoch war ausser ihrem Vorhandensein nichts weiter bekannt.
Ebenso kennt Savigny (5) sie noch nicht näher, aber er giebt
uns schon eine ziemlich genaue Abbildung bei Diazona violacea
(pl. XH. 1” d“ p.i.s. W.), und man erkennt hier schon kleine
Haschlürnige Endigungen der Drüse. Er beschreibt sie im auf-
steigenden Ast des Darmes als des glandules confuses en tous sens
und im absteigenden Teil als des glandes plus distinctes, semblables
ä de petits tubes aveugles, simples ou divisees et pedicul6es .
Jedoch lässt der Name glandes diverses, mit der er die Drüse be-
zeichnet, wohl erkennen, dass er sich noch keine Vorstellung von
der Art und Bedeutung dieser Drüse machen konnte.
Dann hat sie Milne Edwards (28) bei Botrylloides rotifera
untersucht. Seine Beschreibungen erregten grosses Interesse für
diese Drüse. Er suchte ihre Funktion zu deuten, indem er sagte:
une masse glandulaire, qui parait &tre un organ hepatique, est
couchee sur le commencement de la troisieme portion de l’intestin
et donne naissance & plusieurs petits canaux excreteurs qui se
reunissent bientöt en un seul tronc, lequel parait deboucher dans
l’intestin pres du pylore ....
Später ist sie von Giard (29) auch bei einigen Synascidien
untersucht worden. Seine Beobachtungen sind sehr genau. Er
beschreibt sie als „Organe röfringent“ und sucht sie mit dem
Magenblindsack resp. mit dem Crystallstiel der Lamellibranchiaten
zu homologisieren, ein Vergleich, dem jede vergleichende anatomische
Grundlage fehlt.
Dann hat Vogt (30) dieses Organ untersucht; er hielt es für .
„un tissu musculaire, compos& d'un seul fil, qui s’attache & l’intestin
ä peu pres A la hauteur de l’extremit& post“rieure du coeur....*
Eine andere Meinung äusserte wieder Krohn (3), der dieses
Organ bei einer Phallusie untersucht und beschrieben hat. Er
deutet es als Niere. Hancock (2) wieder hält es für eine Leber.
Ausserdem ist dieses Organ von Huxley (31), Müller (32) und
Kupffer (22) beschrieben worden. Huxley fast es a sort of rudi-
mentary lacteal system auf, das dazu bestimmt ist, die Verdauungs-
säfte des Magens in das Blut überzuführen.
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 281
Kupffer dagegen hält es für ein Blutgefässsystem, das ausser-
dem auch die Aufgabe haben soll, die Bildung der Blutelemente
und Resorption des Chymus zu besorgen.
Eine ähnliche Ansicht, die auch schon früher Gegenbauer
aufgestellt hat, vertritt R. Hertwig (4). Er hat dieses Organ wie
Krohn bei der Phallusia mamillata untersucht und tritt vor allen
Dingen der Ansicht entgegen, dass es eine Leber sei. Er hält es
für keine Drüse und führt als Beweis an: „Erstens fehlt jegliches
Epithel, denn seine Inhaltszellen sind keine Epithelzellen, sondern
liegen frei in einer flüssigen farblosen Interzellularsubstanz. Zweitens
konnte eine Einmündung der Röhren in das Darmrohr weder von
mir selbst gefunden werden, noch ist sie von Krohn beschrieben
worden. Drittens liegen ganz andere röhrige Bildungen vor, bei
denen man die Communication mit dem Darmrohr und die Gleich-
heit des Epithels in beiden auf das Bestimmteste nachweisen kann,
die man demnach mit vollem Recht als Drüsen bezeichnen kann.
Aus allen diesen Gründen, fährt er fort, glaube ich folgern zu
dürfen, dass die beschriebenen Röhren Blutgefässe sind und einen
lokal ungewöhnlich stark entwickelten Teil des Circulationssystems
bilden.“ Auch bei Cynthien hat er dieses Organ untersucht und vom
Herzen aus Luft injiziert. Vielleicht hat sich Hertwig hier insofern
täuschen lassen, als die Kanäle sehr oft von grösseren Blutbahnen
begleitet werden.
Heller (7) beschreibt ein Netz von Kanälen bei der Ascidia
mentula, dass sich besonders in der Darmleiste wohl entwickelt
findet. Die Kanäle spalten sich dichotomisch, sagt er, und sind am
Ende meist kolbig angeschwollen. Ihre Wandung zeigt ein deut-
liches Epithel, bestehend aus viereckigen das Licht stark brechenden
Zellen mit dunklem Kern. Auf dem Durchschnitt erscheinen diese
Kanäle deutlich rund. Blutkörperchen kommen in diesen Kanälen
niemals vor, doch konnte ich auch andere geformte Bestandteile in
ihrem Innern nicht wahrnehmen und scheinen sie vielmehr ein
flüssiges Sekret zu führen.“
Sehr genau hat das Organ Chandelon (33) bei Perophora
Listeri und Salpa pinnata untersucht. Er beschreibt es als ein weit
über den Darm verzweigtes Röhrensystem, das in der Nachbarschaft
des Pylorusteils des Darmes endigt. An dem Röhrensystem unter-
scheidet er einmal Tubes, dann Varicosit£s und Ampules. Das
Ganze wird durch eine Zellenmembran membrane anhyste, wie er
sie nennt, an dem Darm befestigt. Die Röhren sind von cylindrischem
Flimmerepithel ausgekleidet, deren Wimpern am lebenden Tiere Be-
wegung zeigen. Die Erweiterungen (Varicosites) sind einfache Ver-
grösserungen des Lumens des Kanals, jedoch sind die Wimpern
hier länger. Die Ampullen (Ampules) sind birnenförmige Endigungen,
ausgekleidet mit ganz plattem Epithel an den Seiten, an ihren
Enden mit einem verdickten Zellstreifen und an ihrem Ursprung
aus dem Kanal von einer Kreisfalte umgeben, die aus hohen lang
bewimperten Zellen gebildet wird. Als Sekret fand er eine wasser-
282 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
helle stark lichtbrechende Flüssigkeit, und ausserdem hat er in
mehreren Ampullen eine sphärische sehr lichtbrechende Masse be-
obachtet, die immer durch die Ausgangsöffnung in die Röhren ein-
zudringen suchte. Ueber die Funktion des Organs giebt er nichts
Genaues an; er hält das Gebilde aber für eine Verdauungsdrüse
und keinesfalls für eine Niere.
Eine kurze Beschreibung des Organs giebt Herdman (11).
Er hat sie bei den einfachen wie auch zusammengesetzten Ascidien
gefunden, ausserdem bei Salpen, Dolioliden und Pyrosomen. Es
ist ein System von feinen tubuli, die sich über den Magen und
einen Teil des Darmes verzweigen. Die tubuli sind farblos und
stark lichtbrechend. Sie verzweigen sich dichotomisch und endigen
in ein oder zwei grösseren Ausführungsgängen im Pylorus des
Magens oder vorderen Teiles des Darmes. Bei Salpen, Pyrosomen
und Ascidien hat er es netzförmig verzweigt gefunden mit sich über
den Maschen erhebenden ampullenförmigen Endigungen, jedoch hat
er bei einigen Formen von Salpen diese Endigungen nicht gesehen.
Bei anderen Formen wieder an den Ascidien und bei den Clavellina
und Perophora bilden die Zweige kein Netzwerk, sie anastomosieren
nicht, sondern enden entweder frei in feinen Zweigen oder auch in
Ampullen. Ein Epithel beschreibt er nicht. Funktionell hält er
sie für eine Verdauungsdrüse, die eine klare ‚Flüssigkeit in das
Intestinum absondert, deren Wert jedoch unbekannt ist.
Weiterhin hat Wagner (16) bei der Styela rustica Lin. das
„Chandelon’sche Organ“ als ein Netz von Kanälen beschrieben,
welches den ganzen Darmkanal umspinnt und in der Nähe des
Magens, wie er sich ausdrückt, seinen Anfang nimmt. Er giebt an,
dass die Kanäle einen verschiedenen Durchmesser haben, sich sehr
stark bogenförmig krümmen, sich verzweigen und mit einfachen
Fortsätzen endigen. An anderen Stellen des Darmkanals bilden sie
kugelförmige variköse Anschwellungen und endigen mit Ampullen.
Am Rectum stellen sie einfach ein Netz von sich verzweigenden
Kanälen dar, dass er für ein Blutgefässnetz hält. Von letzterem
unterscheiden sich die Kanäle durch ihr Epithel, das aus grossen
Zellen mit stark entwickelten Kernen besteht. Die Kanäle liegen
unmittelbar unter dem oberflächlichen kleinzelligen Darmepithel.
Später ist die Drüse von Roule (15), Maurice (17) und später
von Lacaze-Duthiers (18) untersucht und beschrieben worden.
Roule beschreibt diesen Apparat bei der Polycarpa varians
und bei den Cynthien als appareil tubulaire und erwähnt ihn neben-
bei bei den Molguliden. Er hat nur bei der Polycarpa ampullen-
förmige Endigungen und zwar unter dem Darmepithel gefunden.
Jedoch ist es ihm in keinem Falle möglich gewesen, einen Aus-
führungsgang nachzuweisen. Bei den Cynthien hat er ein feines
körniges Sekret bemerkt, das er jedoch nicht näher beschreibt und
das nur auf dicken Schnitten nachweisbar gewesen ist. Ueber die
Funktion des Organs äussert er sich so: Il est donc permis
d’admettre que l’appareil tubulaire des Cynthies constitue un rein
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 283
döpourvu d’orifices externes, un rein d’accumulation dont le nombre
d’elöments constitutifs augmente avec l’äge de l’individu .
Maurice hat dieses Organ bei einer Synascidie der Fragaroides
aurantiacum beschrieben und die Ausmündung des Röhrensystems
zwischen zwei Leberfalten des Magens aufgefunden. An den Enden
der Röhren fand er ampullenförmige Erweiterungen, die Wandungen
von einem Plattenepithel ausgekleidet. Wimpern hat er nicht
bemerkt, ebenso auch kein Sekret. Trotzdem nennt er die Drüse
eine Verdauungsdrüse „glande intestinale*.
Einige Jahre später ist dieses Organ von Lacaze-Duthiers
und Delage untersucht worden. Sie beschreiben dasselbe bei der
Polycarpa varians, Styelopsis grossularia und bei der Cynthia morus.
Sie haben die Mündungsstelle der Drüse in den Verdauungstraktus
bei den beiden ersten Formen, am Blindsack des Magens bei der
Cynthia fast in der Mitte des aufsteigenden Darmschenkels ange-
troffen. Das Mündungsrohr ist nur kurz, es ist ein nur etwa einen
halben Millimeter langer Kanal, der sich sofort in mehrere Aeste
teilt, die sich selbst wieder in viele Aeste und Aestchen verzweigen.
Schliesslich enden sie blind kolbenförmig unter dem Darmepithel.
Das Epithel, das dieses Organ auskleidet, ist kubisch und ohne
Wimpern; es ist höher in den ausführenden Kanälen, in den kleinen
Kanälchen und Ampullen wird es niedriger. Ein Sekret konnten
sie nicht nachweisen. Die Funktion des Organs beurteilen sie
folgendermassen: Nous imiterons M. Chandelon en admettant
comme la plus probable l’opinion que cet organe est une glande
digistive speciale, distincte du foie, un pancreas peut-&tre, et nous
ajouterons qu’elle cumule peut-&tre avec cette fonction, celle d’un
organe excreteur.
Bei einer Molgulide, der Ctenicella Lebruni erwähnt Pizon (21)
ein organe refringent, das dicht unter dem Epithel der Längsfalten
des Darmes sich als kleine Ampullen fände. Die Ampullen stehen
mit sehr feinen Kanälen in der Tiefe in Verbindung.
Ausserdem hat Seeliger (1) eine zusammenfassende Dar-
stellung von dieser Drüse bei den Ascidien gegeben. Er unter-
scheidet scharf zwischen ausführendem Kanal, verzweigten Neben-
kanälchen und blinden Endkolben. In der Verzweigungsart der
Nebenkanälchen unterscheidet er eine netzförmige und eine baum-
förmige. Histologisch ist die ganze Drüse mit einem in den Haupt-
kanälen höheren prismatischen und in den Neben- und Endkanälchen
niedrigeren fast kubischen Epithel ausgekleidet.
Flimmern scheinen nach ihm die flachen Zellen nicht zu tragen,
dagegen befindet sich eine deutliche Bewimperung in der Nähe
der Eingangsstellen zu den Ampullen. Das ganze Kanalsystem
steckt in einer Membran, die besonders deutlich an den Ampullen
hervortritt.
Die Autoren haben nun diesem Organ sehr verschiedene
Namen gegeben. Herdman nannte sie hepatic gland on the
284 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
intestine, Della Valle Hepatopankreas-Drüse.. Die französischen
Forscher führten nachstehende Bezeichnungen ein: organe röfringent
(Giard), glande pylorique (Lacaze-Duthiers), glande intestinale
(Maurice). Eine Anzahl anderer Autoren bedienten sich des
Terminus „organe hyaline*. Die angeführten Namen, welche sich
teils auf die noch strittige Funktion der Drüse, teils auf einzelne
unwesentliche Eigenschaften beziehen, haben weniger Geltung als
die von Seeliger angewandte Benennung „darmumspinnende
Drüse“, die sich auf die übereinstimmend anerkannte anatomische
Lage bezieht.
Wie ich im Anfang meiner Ausführungen erwähnt habe, besitzt
diese Drüse bei Microcosmus vulgaris eine sehr bedeutende Aus-
dehnung. Das Kanalsystem erstreckt sich über den ganzen Darm
vom Oesophagus bis zum Enddarm, besonders dicht spinnt es sich
am Magen und an der Lebergegend. Es lässt sich diese Drüse
nach Seeliger’s Einteilung in drei Teile teilen: einmal sind zu
unterscheiden der ausführende Kanal, dann die verzweigten Neben-
kanäle und drittens die blinden Endkolben.
Der Ausführungsgang in den Darm ist ganz kurz, kaum kann
man ihn als solchen bezeichnen. Er befindet sich ungefähr einen
Centimeter unterhalb der Pylorusöffnung.!) Sofort teilt sich dann
der Kanal in zwei Aeste, einen oberen und einen unteren Ast, und
diese wieder in zahlreiche Nebenäste und Aestchen, die alle in dem
den Darm umgebenden Bindegewebe eingebettet ruhen und zwischen
der Darmschleife sich ausbreiten.
Fig. 56 Taf. XV zeigt die Oeffnung in den Darm und die beiden
Hauptäste.
Es lassen sich mehrere Arten der Verzweigung unterscheiden.
Chandelon (33) erwähnt unter Berücksichtigung der Angaben
früherer Autoren, deren drei von denen eine allerdings nur eine
Uebergangsform zwischen den beiden andern bildet: Dans le
premier, les tubes provenant de la division dichotomique et successive
du conduit primitif s’anastomosent en formant un reseau. Dans le
deuxieme, les tubes provenant de la division dichotomique du conduit
primitif donnent encore lieu & un reseau comme dans le premier
cas; mais ce reseau presente sur ses mailles, surtout sur les
dernieres les plus rapprochees du rectum, des culs-de-sac en forme
d’ampoules vesiculaires. Enfin, dans le troisieme type, ces tubes
ne s’anastomosent pas; mais la division dichotomique est poussee
plus loin et les dernieres ramifications se continuent directement
dans des ampoules vesiculaires.
!) Gelegentlich der Untersuchung der Leber fand ich bei der Cynthia
echinata unmittelbar hinter dem Magen einen bedeutend längeren Mündungs-
gang, der sich auch sofort in zwei Aeste teilte. Ebenso bei der Cynthia dura,
wo sich der Kanal in eine seichte Fortsetzung einer Leberfalte in den Darm
öffnete.
BE a
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monaseidien. 285
Ausreichend und genau ist die Einteilung in eine netzartige
und eine baumartige Verzweigung, wie sie Seeliger (1) vorschlägt.
Man kann diese beiden Arten bei dieser Drüse hier sehr schön
beobachten.
So finden sich im Mitteldarm die Aeste baumartig verzweigt.
Die zahllosen Hauptäste, wenn man sie so nennen will, verlaufen
der Hauptsache nach der Achse des Darmes folgend unter der Ober-
fläche der Darmwand. Sie verästeln sich dann baumartig in der
Mehrzahl bis unmittelbar unter das Darmepithel sich emporreckend
und stehen dann im rechten Winkel zu der Darmachse. Oft er-
reichen sie aber das Epithel nicht, sondern enden früher in einiger
Entfernung von demselben im umliegenden Mesenchymgewebe. Oft
sind die Aeste ganz kurz und bilden nach der Teilung einen kurzen
Kanal, oft sind sie aber lang geschlängelt und finden in beiden
Fällen ihren Abschluss in einer länglichen ampullenähnlichen Er-
weiterung. Die Hauptäste sind grösser an Volumen und stärker
im Durchmesser als die Nebenäste, die sich je nach der Teilungs-
weise in ihrer Grösse abstufen. Die sich emporreckenden Neben-
äste sind so zahlreich, dass ein Querschnitt durch die Darmwand
bei der Betrachtung unter dem Mikroskop das Bild eines Gewirres
von Schlingpflanzen giebt, Ein ähnliches Bild zeichneten Roule
und Lacaze-Duthiers für Polycarpa varians und, weniger deutlich,
für manche Cynthia. Interessant ist es zu beobachten, wie sich
die Aeste um eine Blutbahn legen. Sie umgeben sie rings herum
und bilden gleichsam die Wand zu dem Gefäss. Fig. 57 Taf. XV
zeigt eine solche Stelle von einem Querschnitt durch die Mitte der
Darmwand. Man sieht hier viele Nebenäste im Längsschnitt ge-
troffen eng nebeneinanderliegend dem Darmepithel zustrebend.
Oben die ampullenförmigen Endungen und daran anschliessend die
Kanälchen. In der Mitte des Bildes ist ein grosser Hohlraum, der
einen Blutsinus darstellt. Die Röhren legen sich um das Gefäss,
teilen sich unmittelbar oft am Endothel und umgreifen es vollständig.
Im Oesophagus, Magen, Leber und Enddarm findet man aus-
schliesslich die netzartige Verzweigung. Es münden oft mehrere
kleine Kanäle in einen grösseren ein, der dann wieder Nebenkanäle
abgiebt, die anastomosieren und sich zu verschiedenen Hauptästen
vereinigen. So bilden sie ein dichtes engmaschiges Netz, das be-
sonders die Bluträume, wie dies schon bei anderen Formen beobachtet
ist (Lacaze-Duthiers et Delage 1889) und die Lebergänge dicht
umspinnt in ebenso zahlloser Weise, wie wir es oben an dem
Mitteldarm gesehen haben. Man kann nun solche Kanäle unter-
scheiden, die senkrecht auf die Lebergänge zulaufen und solche die
sie in schräger Richtung kreuzen. Die Kanälchen scheinen einfach
blind zu enden, ohne eine Veränderung ihres Lumens und ihrer
Struktur zu erfahren und nirgends finden sich Ampullen von der
charakterischen Gestalt, wie bei den am Mitteldarm beschriebenen
Aesten. Es sind allenfalls die Kanäle an den Teilungsstellen er-
weitert, vielleicht den Chandelon’schen Varicosit6s entsprechend.
286 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
und oft zeigen sie sich mitten im Verlauf spindelförmig aufgetrieben.
Ich habe bei schwacher Vergrösserung eine Skizze von der Art der
Verzweigung in Fig. 58 Taf. XV wiedergegeben.
Die ausführenden Kanäle scheinen in der Mehrzahl grösseren
Blutgängen zu folgen uud sind in diesen an einer dünnen Binde-
gewebshülle aufgehängt, die auf einer Seite septenförmig der Länge
nach verläuft. Chandelon und Lacaze-Duthiers scheinen ein
ähnliches Verhalten beobachtet zu haben.
Betrachtet man nun die verschiedenen Ampullen und Kanäle
bei stärkerer Vergrösserung, so findet man das Lumen überall mit
einschichtigem Epithel ausgekleidet. Aber zugleich fällt auch die
verschiedene Höhe der Zellen auf. Am höchsten sind sie in den
grössten Kanälen z. B. in dem Hauptkanal und besonders an der
Mündung. Dann stufen sie sich, genau der Grösse des Kanals ent-
sprechend, ab, bis sie schliesslich in den kleinsten Kanälen zu
niedrigem kubischen Epithel werden. Ganz flach endothelartig da-
gegen erscheint die Kanalwand in den Ampullen. Der Uebergang
ist hier an den Erweiterungsstellen des Lumens ziemlich schroff
und auffallend, während in den Kanälen die Verminderung sich
ganz allmählich vollzieht. Mit der Grösse der Kanäle correspondiert
auch die Zahl der Zellen, die die Wand bilden. Man kann dies
besonders gut auf den Querschnitten sehen. In den grossen
Kanälen findet man viele hohe schmale prismatische Zellen, strahlen-
förmig um das Lumen angeordnet mit centralgerichteten Spitzen
und peripher gelegenen Kernen. Schliesslich in den kleinsten
Kanälchen bilden 3 oder 4 in die Breite gestreckte Zellen die Um-
grenzung. Fig. 64 Taf. XV lässt die verschiedenen Abstufungen in
der Höhe und Zahl der Zellen erkennen. Die Kerne haben sich
in der verdünnten Alaunlösung sehr deutlich gefärbt und man kann
oft nur an der Kernreihe den Verlauf eines solchen Ganges er-
kennen wie dies auch schon Roule (15) beobachtet hat. Sie sind
verhältnismässig gross, kugelig und zeigen die typische Kernstruktur,
Wendet man nun ganz starke Vergrösserung an und unter-
sucht die Zelle eines kleinen Drüsenganges genauer, so erkennt
man, dass die Farbe der Zellen verschieden ist. Man unterscheidet
deutlich hellere und dunklere Zellen. Die dunklen Zellen sind
schmäler und erscheinen wie von der angrenzenden hellen Zelle
sichtlich zusammengedrückt und zwar in der Mitte stärker als an
den Enden, wie wenn man auf einen Würfel aus Gummi mit zwei
Fingern von zwei gegenüberliegenden Seiten aus einen Druck aus-
übt. Ihr Protoplasma lässt keine besondere Struktur erkennen, es
erscheint einfach dunkel gekörnt.
Daneben sieht man helle Zellen. Sie haben sich nach der
eingedrückten Wand der dunklen Zellen zu ausgebaucht und da-
durch eine unregelmässige Form angenommen. Ihr Protoplasma
ist hell und zeigt eine besondere alveoläre Struktur. Es scheint
aus lauter kleinen hellen Bläschen von rundlicher Form zu be-
stehen, die alle dicht aneinander gelagert den Kern umgeben und
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 2387
durch feine Plasmawände geschieden sind. Neben dem Kern
bemerkt man nun noch frei in der Zelle liegende gelblich grüne
rundliche Körper in einem hellen Bläschen. Die Grösse dieser
Körnchen ist verschieden. Sie sind aber kleiner als der Kern und
bestehen aus einer homogenen stark lichtbrechenden Substanz.
Niemals liegen sie dicht zusammengelagert, wie man dies z. B,
bei den Harnzellen findet, sondern jeder steckt in einem besonderen
Bläschen. Fig. 59 Taf. XV zeigt Zellen aus der Mitte eines Kanals,
eine dunkle und mehrere helle Zellen. Die hellen Zellen besitzen
die alveoläre Struktur und die gelben Körnchen. Diese Körnchen
finden sich in den Zellen des ganzen Kanalsystems verbreitet und
Fig. 60 Taf. XV zeigt sie in
a, aus der Mitte und in
b, aus einem Endkanal.
Wie schon erwähnt, sind die Zellen des ausführenden Kanals
bedeutend höher und schmäler. Sie machen den Eindruck von
Cylinderzellen mit zugespitztem nach dem Lumen gekehrten Ende.
Ihr Kerm liegt auswärts, ihr Plasma ist durchweg dunkel und
gekörnt und lässt keine besondere Struktur erkennen. Dagegen
findet man viele, man kann sagen die meisten Zellen, deren Spitze
ganz hell ist und oft bemerkt man, wie sich eine solche Spitze ab-
löst und die Form einer Kugel annimmt, noch in ganz feiner Ver-
bindung mit der Zelle stehen. Diese Elemente machen den Eindruck
von typisch secernierenden Zellen, die ihr Sekret in das Kanal-
lumen in Form von Kügelchen abstossen. Daneben findet man in
den Zellen in verschiedener Höhe über dem Kern die gelbgrünen
Körnchen, die ich oben geschildert habe. Fig. 61 Taf. XV zeigt
einen Querschnitt durch einen Sammelkanal und lässt diese Zellen
erkennen.
Jene Körnchen findet man nun nicht nur im Innern der Zellen,
sondern ich habe sie auch in dem Lumen der Kanäle beobachtet.
Gleich vorn an der Mündung des einen Hauptstammes fand ich sie
in langer Reihe zu unregelmässigen Haufen zusammengeballt, der
Oeffinung in den Darm zustreben. ‘Weiter aufwärts fand ich sie be-
sonders in einzelnen erweiterten Kanälen zu grossen Haufen von
verschiedener Grösse bunt durcheinander aufgehäuft, und manchmal
schien es mir sogar, als wenn durch die Menge der angesammelten
Körner direkt mitten im Kanal eine plötzliche Erweiterung des
Lumens entstanden sei. Dabei hat sich das Röhrenepithel ganz
gering in der Höhe geändert. Fig. 62 Taf. XV zeigt eine solche
Erweiterung im Verlauf eines Kanals im Längsschnitt. Das Epithel
beider Seiten hat sich nach einer Richtung hin allmählich abgeflacht
und wird hinter der Erweiterung im Kanal wieder höher. Im
Kanallumen bemerkt man die angesammelten Körnchen. Fig. 63
Taf. XV zeigt einen erweiterten Kanal mit Inhalt.
Fig. 64 Taf. XV stellt eine Einmündung eines Kanälchens in
einen Hauptkanal dar. Man sieht die körnchenführenden Zellen
verschieden lang und findet auch im Lumen eine Anzahl Körnchen,
288 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
die aus dem Nebenkanal in den Hauptkanal jedes umhüllt noch
von einem hellen Saum strömen. Der Kanal hängt in einem Blut-
raum und die niedrigen Zellen gegenüber der Einmündungsstelle
zeigen den Ort an, wo auf dem nächsten Schnitte ein Nebenkanal
einmündet.
Während Lacaze-Duthiers im Kanal Wimpern nicht ge-
funden hat, und Roule keine erwähnt, fanden sich bei diesem
Microcosmus deutliche lange Wimpern an den Mündungsstellen
kleiner Kanäle in die Sammelröhren. Ebenso konnte man sie
deutlich in den beiden Hauptästen und an der Mündung im Sammel-
kanal beobachten. Vielleicht ist der ganze Kanal mit Flimmern
ausgekleidet, wie ihn Chandelon bei der Perophora gefunden hat,
jedoch konnte ich mich mit Sicherheit davon nicht überzeugen.
Die Ampullen zeigen ganz flache grosse Zellen, die lebhaft an
ein Plattenepithel erinnern. Sie kleiden die ganze Höhle gleich-
mässig aus. Irgend welche Zellverdickungen konnte ich nicht
nachweisen, ebenso fehlte auch eine Bewimperung, wie sie
Chandelon nachgewiesen hat. Die kubischen Zellen des Kanals
gehen unvermittelt in die platten Zellen der Ampullen über, sobald
eine Erweiterung des Lumens des Kanals eintritt. Irgend welche
Einschlüsse habe ich hier nicht bemerkt. Fig. 65 Taf. XV zeigt
eine solche Ampulle.
Der ganze Apparat steckt in einer Membran, Basalmembran
nach Seeliger genannt. Die Franzosen haben dieselbe als
membrane anhyste geschildert. Sie besteht aus einem feinen
Häutchen von grossen platten Zellen gebildet und liegt dem Epithel
der Röhren unmittelbar an der Basis der Zellen an, wie schon die
Bezeichnung von Seeliger andeutet. Betrachtet man sie im Quer-
schnitt, so sieht man sie kleine halbmondförmige Verdickungen an
dem Grunde der Zellen bilden, wie die Fig. 61 Taf. XV zeigt.
Wenn man die Literatur dieses interessanten Organes durch-
blättert, so wird man erstaunt sein, eine wie mannigfaltige Be-
urteilung es von den verschiedenen Forschern erhalten hat. Am
merkwürdigsten ist jedenfalls die von Vogt, der es für ein Muskel-
system hielt. Jedoch steht seine Ansicht ziemlich vereinzelt da.
Die meisten haben es für eine Drüse gehalten, und man ist sich
heute wohl darin einig, dass es zweifellos einen drüsigen Charakter
trägt. Wir finden ja auch schon ein Sekret erwähnt. So giebt.
Giard an: Les tubes sont remplis d’une matiere granulo-greisseuse
et leurs parois prösentent de distance en distance de petits amas
cellulaires. Chandelon hat feste Einschlüsse in den Ampullen
und ein wasserhelles Sekret in den Röhren nachgewiesen. Roule
erwähnt ein feinkörniges Sekret in dem Lumen der Röhre, jedoch
beweist das Fehlen jeglicher näherer Angaben darüber, dass dieser
Forscher nichts Bestimmtes über die Funktion zu sagen wusste.
Aller Wahrscheinlichkeit nach hat er den körnigen Inhalt der
Kanäle für Ansammlungen von feinen Harnkonkretionen gehalten.
Lacaze-Duthiers konnte sich von dem Vorhandensein eines
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monasecidien, 289
Sekrets nicht überzeugen. Man müsste nun auf Grund dieser An-
gaben, besonders der von Chandelon, wohl vermuten, dass dem
Organ eine drüsige Aufgabe zugefallen ist. Jedoch konnte man das
als bewiesen erst dann betrachten, wenn die sekretorische Tätigkeit
der Zellen direkt beobachtet war. Betrachtet man den histologischen
Bau der Zellen des Apparates bei Microcosmus, so darf man dem
Organ eine sekretorische Tätigkeit nicht mehr absprechen. Und
zwar tritt das Sekret in zweierlei Formen auf: einmal in Form der
runden lichtbrechenden Körnchen, die sich in den Zellen wie auch
im Lumen und selbst in der Mündung befanden, und dann in Form
der wasserhellen Sekrettropfen, die sich in den kubischen wie auch
an der Spitze der prismatischen Zellen fanden. Allerdings ge-
statten auch diese Drüsenzellen keinen sicheren Schluss auf ihre
spezielle physiologische Bedeutung. Jedenfalls ist sicher anzu-
nehmen, dass das Organ keine Niere ist, wie Roule meint, ebenso
kann es keine Leber sein, da eine deutliche Leber vorhanden ist.
Es muss vielmehr eine Drüse sein, die in irgend einer Beziehung
zu der Verdauung des Tieres steht. In vieler Hinsicht würde dieses
Organ dem Pancreas der höheren Tiere entsprechen.
Die vorliegende Arbeit wurde im zoologischen Institut der
Universität Rostock angefertigt. Ich spreche dem Direktor des
Instituts, Herrn Professor Dr. Seeliger für die Anregung zu dieser
Arbeit, für die Ueberlassung des wertvollen Materials, der Literatur
und der in liebenswürdigster Weise mir bei meinen Arbeiten be-
wiesenen Unterstützung meinen tiefgefühltesten Dank aus. Auch
Herrn Professor Dr. Will danke ich herzlichst für das der Arbeit
entgegengebrachte Interesse.
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Tafel-Erklärungen.
Bezeichnungen:
tf Trennungsfalte, lbs Lebersäckchen,
in intestinum, lbz Leberzelle,
lb Leber, lz Leitungszelle,
lbf Leberfalte, md Mitteldarm,
19%
292 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
mg Magen, ampz Ampullenzelle,
mgr Magenrinne, bb Bilutbahn,
ml mittlerer Leberlappen, behz Becherzelle,
oe Oesophagus, bgs Bindegewebsseptum,
ps Protoplasmastrang, bgz Bindegewebszelle,
schz Schaltzelle, bl Blindsack,
sk Sekretkorn, bm Basalmembran,
übf Uebergangsfalte, dd darmumspinnende Drüse,
vk Vakuole, ddz Zellen des Kanals der darm-
vl vorderer Leberlappen, umspinnenden Drüse,
wp Wimpersaum, ed Enddarm,
zk Zellkern. ek Ektoderm,
al alveoläre Struktur der Zelle der | ekz Ektodermzelle,
darmumspinnenden Drüse, elbz embryonale Leberzelle,
amp ampullenförmige Endigung der |h Herz
darmumspinnenden Drüse, hl hinterer Leberlappen,
In Rücksicht auf den Lithographen wurden alle farbigen Abbildungen auf
Taf. XV untergebracht, obwohl einige von ihnen nach ihren Zahlenbezeichnungen
an eine andere Stelle gehören.
Taf. XII.
Fig. 1-8. Microcosmus vulgaris.
Fig. 1. Darmkanal von der Kiemendarmseite aus gesehen. Vergr. ca. ®/,
Fig. Oberfläche eines Teiles bei schwacher Vergrösserung.
Fig. 3. Querschnitt durch die Leber in der Pylorusgegend des Magens. Man
bemerkt die 4 Hauptstämme, die auf dem Schnitt teils ganz getroffen,
teils blos angeschnitten sind. Im Gewebe sieht man die zahlreichen
Tubuli. Vergr. %/..
Fig. 4. Drüsengang eines Leberschlauches. Verg. ?%°/,.
Fig. 5. Leberzellen. Vergr. 5%/..
a, mehrere Leberzellen, bei denen die Vakuolenbildung in ver-
schiedenem Grade sich findet,
b, mehrere vakuolisierte Zellen sind zusammengeflossen, feine
Protoplasmastränge deuten noch die Zellgrenzen an.
Fig. 6. Zellen aus dem leitenden Teil eines Drüsenganges. Vergr. °%]..
Fig. Magenzellen. Vergr. °%/,.
Fig. 8. Blindsackartige Ausstülpung eines Leberdrüsenganges über die Ober-
fläche. Man bemerkt darüber das Ektoderm, das sich unmittelbar dem
Blindsack anlegt und am Grunde aus höheren Zellen besteht als auf
der Höhe des Blindsacks. Vergr. %%/..
D
Te
Fig. 9—13. Cynthia papillosa.
Fig. 9. Verdauungskanal der Cynthia papillosa von innen aus gesehen.
Vergr. ?/..
Fig. 10. Ein Teil der Oberfläche, stärker vergrössert. Vergr. 5%,.
Fig. 11. Durchschnitt durch die Leber und Magenregion. Vergr. !%/,. Der
Magenrinne gegenüber liegt die Trennungsfalte, die sich in diese ein-
Fig. 12.
Fig. 13.
Fig. 14.
Fig. 15.
Fig. 18.
Fig. 19.
Fig. 20.
Fig. 21.
Fig. 22.
Fig. 23.
Fig. 24.
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monasecidien. 293
senkt und dadurch den Magen in zwei Längsteile zerlegt. Neben
dieser Falte sieht man die vielen Leberfalten und Fältchen, dazwischen
die sich einsenkenden Bindegewebssepten.
Die 3 Zellarten der Lebermagenregion. Vergr. 5#/,.
a, Leberzellen, und zwar normale in Tätigkeit begriffene und
dunkle, embryonale Leberzellen,
b, Zellen aus dem Kardiateil des Magens. Einige Zellen zeigen
Vakuolen an der Spitze,
c, Zellen aus dem Magenlumen.
Blindsackartige Ausstülpung der Leber über die Oberfläche. Die
Ektodermzellen sind hier besonders am Grunde höher als bei der
Mierocosmus. Vergr. 3%],.
Fig. 14—15. Cynthia dura.
Querschnitt durch die Leber. Vergr. 1%/,.
Die Zellarten in der Lebermagenregion. Vergr. ®2%/..
a, Leberzellen,
b, niedrige Magenzellen oder Leitungszellen am Ende einer Falte,
c, Magenzelle.
Fig. 16—20. Cynthia echinata.
Verdauungskanal. Vergr. ®]..
Oberfläche der Leber bei stärkerer Vergrösserung.
a, der untere vordere Lappen brombeerartig. Man sieht den Grund
der Lebersäckchen in Form von kleinen rundlichen Erhabenheiten,
b, die Oberfläche des hinteren Randes des hinteren Lappens. Man
sieht hier die Lebersäckchen, die am Grunde leicht gefaltet
sind, von der Seite aus.
Taf. XIII.
Querschnitt durch die Leber in der Gegend der Hauptöffnung.
Vergr. ®,. Unten sieht man den Magen mit ganz glatter Wand.
Darüber die Lebersäckchen, die am Grunde noch einmal gefaltet sind.
Dazwischen die Bindegewebssepten.
Längsschnitt durch einen Lebersack der Hauptmündung. Vergr. 197/,.
Die drei Zellarten aus der Lebergegend. Vergr. 5°%..
a, Leberzellen,
b, Leitungszellen. sie zeigen Vakuolen,
c, Magenzellen.
Fig. 21—30. Molgula occulta.
Darmkanal von der Kiemendarmseite aus gesehen. Vergr. */..
Magen und Leber von der äusseren Seite gesehen. Vergr. ®/,.
Ein Teil der Oberfläche der Leber bei stärkerer Vergrösserung
gezeichnet.
Ueber den Oesophagus ausgestülpte Leberfalten in Blindsackform im
Querschnitt. Vergr. !°/,. Die niedrigen Zellen des Leberepithels sind
durch Striche angedeutet,
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
36.
37.
38.
39.
40.
41.
42.
43.
44.
Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau
Schnitt durch die Leber in der Kardiagegend des Magens. ‘Der
Magen ist ganz glatt und darüber die Leberfalten. Vergr. '%,.
Befindet sich auf Taf. XV.
Lieberzellen in verschiedenem Sekretionszustande. Vergr. 55%/,.
Befindet sich auf Taf. XV.
Magenzellen. Vergr. 55°)..
Leitungszellen in Verbindung mit Leberzellen. Vergr. 3%/,.
Fig. 31—35. Molgula appendiculata,
. Darmkanal von der Kiemendarmseite aus betrachtet. Vergr. /,.
Leber und Magen von der äusseren Seite aus betrachtet. Vergr. ®J,.
Teil der Oberfläche des hinteren Lappens der Leber. Bei ganz
schwacher Vergr.
Schnitt durch vorderen und mittleren Lappen der Leber. Vergr. 1%.
Der vordere Lappen ist nur noch an seinem Ende getroffen. Er liegt
als kleiner gefalteter Hohlraum neben dem Enddarm.
Zellen aus der Magenlebergegend. Vergr. 55%/,.
a, Leberzellen,
b, Magenzellen,
c, Leitungszellen.
Fig. 36—39. Molgula nana.
Schnitt von der Leber. Vergr. ’%/..
a, Leberzellen in sekretorischer Tätigkeit. Das Sekret beginnt sich
abzulösen. Vergr. 870/..
b, einige Sekretkügelchen aus dem Lumen einer Leberfalte.
Verschiedene Zellarten aus der Leber. Vergr. 87°/,.
a, Leberzellen, und zwar:
1. eine dicke Leberzelle mit 2 Reihen Sekrettropfen,
2. eine dünne Leberzelle mit einer Reihe Sekrettropfen,
b, Leitungszellen,
c, Magenzellen.
Taf. XIV.
Leberzellen in Verbindung mit Leitungszellen. Vergr. ®7/,.
Fig. 40—42. Molgula macrosiphonica.
Der Darmkanal. Vergr. ®/,.
Oberfläche des mittleren Lappens stärker vergrössert.
Schnitte durch Leber und Magengegend. Vergr. ®%),.
a, durch den vorderen und mittleren Lappen,
b, durch den hinteren Lappen.
Fig. 43—44. Styelopsis grossularia.
Querschnitt durch den Magen. Vergr. ”°/..
Zellen aus dem Verdauungskanal. Vergr. ®%/..
a, Leberzellen (im Grunde der Falten),
b, Magenzellen (auf den freien Enden der Falten),
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
45.
46.
47.
. 48.
. 49.
. 50.
ig. 51.
. 52.
. 53.
. 54.
. 55.
26.
28.
45.
46.
49.
51.
der Drüsenanhänge des Darms bei den Monascidien. 295
c, Zellen aus dem Oesophagus und
d, Zellen aus dem Darm.
Fig. 45. Ciona intestinalis.
„ Befindet sich auf Taf. XV.
Fig. 46—49. Ascidia virginea (non Heller).
Befindet sich auf Taf. XV.
Einige Stellen des Darmkanals bei stärkerer Vergrösserung:
a, der Magen mit den Höckerchen,
b, Stelle aus der Gegend des Uebergangs vom vorderen Teil des
Mitteldarms zum hinteren Teil. Es ist die Gegend, wo die
Leberfunktion aufhört,
c, Uebergang vom Mitteldarm zum Enddarm.
Querschnitt durch den Magen. Vergr. '/,.
Befindet sich auf Taf. XV.
Fig. 50-51. Ascidia mentula.
Querschnitt durch den Magen. Vergr. !%/,.
Befindet sich auf Taf. XV.
Fig. 52—55. Ascidiella cristata (?).
Querschnitt durch den Magen. Vergr. "°/..
Kraterähnliche Einstülpung des Darmes in den Magen. Zwischen
beiden bemerkt man die Uebergangsfalte. Vergr. 7/,
Querschnitt durch den Darm. Vergr. ?%..
Zellen aus dem Darmkanal. Vergr. 5%).
a, Magenzellen,
b, Zellen aus dem Anfangsteil des Mitteldarms,
c, Leberzellen im Mitteldarm,
d, Zellen des hinteren Teiles des Mitteldarms u.
e, Zellen aus dem Enddarm.
Taf. XV.
Leberzellen von Molgula oceulta. Vergr. 5%.
Sekretbildung in den Leberzellen derselben Form. Vergr. 55%/,.
Leberzellen aus dem Magen von Ciona intertinalis. Vergr. 55|..
Darmkanal von Aseidia virginea (non Heller). Vergr. ?,.
Zellen aus der Magengegend ders. Form. Vergr. 55/..
a, Leberzellen und
b, Zellen aus der Magenrinne,
«) aus der Höhe,
#) aus der Tiefe.
Leberzellen aus dem Magenvon Aseidia mentula. Vergr. 55/,.
a, im Verband und
b, einzeln.
Man bemerkt neben den gelblichen Bläschen mit den Haufen
von gelben Körnchen noch schwarze Körner, Es sind dies Ein-
296 Arthur Isert: Untersuchungen über den Bau ete.
schlüsse, die vermutlich auf die Sublimatkonservierung zurück-
zuführen sind.
ec, Leberzellen aus dem Mitteldarm und
d, Zellen aus dem Enddarm.
Fig. 56—65. Darmumspinnende Drüse von Microcosmus vulgaris.
Fig. 56. Mündung der darmumspinnenden Drüse in den Darm. Die Zellen
zeigen hier eine deutliche Bewimperung. Vergr. ?%/,.
Fig. 57. Querschnitt durch die Darmwand. Man sieht die zahllosen Nebenäste
der darmumspinnenden Drüse mit den ampullenförmigen Endungen.
Man bemerkt auch die verschiedene Höhe des Epithels.. Ausserdem
mitten in dem Gewirr von Röhren die Blutbahn. Die Verzweigungsart
ist baumförmig. Vergr. ?7/,
Fig 58. Verzweigungsart der Drüse in der Leber. (Netzförmig). Vergr. 1%).
Fig. 59. Zellen aus einem Kanälchen der darmumspinnenden Drüse in der
Leber. Vergr. Zeiss Comp. Occ. 8 honı, Immers 2 mm. Man bemerkt
die alveoläre Struktur der Zellen, den Zellkern und die Sekretkörnchen.
Bei d bemerkt man eine Zelle, die nicht so sekretorisch tätig ist. Sie
ist durch die beiden benachbarten Zellen zusammengepresst.
Fig. 60. zeigt dieselben Zellen im Verbande. Vergr. Zeiss Comp. Occ. 8 hom.
Immers. 2 mm.
a, aus der Mitte eines Kanals,
b, vom Ende eines Kanals.
Fig. 61. Querschnitt eines Sammelkanals der darmumspinnenden Drüse. Er
liegt in einer Blutbahn. Eine Bindegewebshülle trennt ihn von dieser
und an der Zellbasis sieht man die Zelle halbmondförmig verdickt ge-
bildet durch die Basalmembran. In der Blutbahn bemerkt man Blut-
zellen und in den prismatischen Drüsenzellen bemerkt man neben dem
Kern die Sekretkörnehen. Die Spitzen der Zellen sind hell. Es sind
Sekretbläschen, die in das Lumen des Kanals treten. Vergr. Zeiss
Comp. Oce. 8 hom. Immers. 2 mm.
Fig. 62. Spindelförmige Erweiterung eines Kanals mit Sekretkörnern. Vergr. *%),.
Fig. 63. Ein erweiterter Kanal mit Inhalt. In ihn münden mehrere Neben-
kanäle. An der einen Mündung bemerkt man lange deutliche Wimpern,
Auch ist das Epithel verschieden hoch. Vergr. *%/,.
Fig. 64. zeigt einen Hanptkanal, in den ein Nebenkanälchen mündet. Man
sieht die Sekretkörner sowohl im Lumen des Kanals, wie auch in. den
Zellen. Die verschiedene Höhe der Zellen richtet sich nach dem
Kanal zu dem sie gehören. Bei n bereitet sich das Epithel für die
Einmündung des nächsten Nebenkanälchens vor. Es flacht sich all-
mählich ab. Vergr. Zeiss Comp. Oce. 4 hom. Immers 2 mm.
Fig. 65. Eine ampullenförmige Endigung der Drüse unter dem Darmepithel.
Vergr. 5%/..
Beiträge
zur
Kenntnis der Gephyreen
nach Untersuchung der im Göttinger zoologischen Museum
befindlichen Sipunculiden und Echiuriden.
Von
Hermann Augener
aus Hamburg.
Hierzu Tafel XVI—XX.
Einleitung.
Die Anregung zu meinen Beiträgen zur Kenntnis der Gephyreen
wurde mir zu Teil durch meinen Lehrer, Herrn Geheimrat Professor
Ehlers in Göttingen, indem letzterer mir eine noch der Bestimmung
harrende, im Göttinger zoologischen Museum aufbewahrte Sammlung
von Gephyreen zur Bearbeitung anvertraute. Diese Gephyreen-
sammlung, von Dr. Brock während einer Reise in Indien bei Java
und Amboina erbeutet, bildete den Grundstock des mir zur Ver-
fügung stehenden in Alkohol conservierten Tiermaterials des
Göttinger Museums und ich habe daher die Brock’sche Gephyreen-
collection in meiner Arbeit am eingehendsten in Betracht gezogen,
wobei ich nach Möglichkeit auf die darin befindlichen weniger
bekannten und gesammelten oder nach einzelnen Exemplaren be-
schriebenen Formen Rücksicht genommen habe.
Da sich in der Göttinger Sammlung ausser den Brock’schen
Gephyreen noch eine Reihe von zum Teil unbestimmten Gephyreen-
formen vorfand, so ergab sich im Anschluss an die Untersuchung
des Brock’schen Materials leicht der Anlass zu einer Revision des
ausser letzterem in Göttingen vorhandenen Gephyreenbestandes. —
Von den im Göttinger zoologischen Museum befindlichen unter der
Bezeichnung Gephyreen aufbewahrten Tieren habe ich für meine
Arbeit nur die Sipunculiden und Echiuriden herangezogen, welche
ein ganz ansehnliches Material repräsentieren, von welchem ein
Teil durch die mehrfach erwähnte, im Jahre 1885 von Dr. Brock
bei Java und Amboina gesammelte Gephyreencollection gebildet
wird; ein anderer Teil umfasst eine Anzahl grösstenteils durch-
Keferstein und Selenka bekannt gewordener Formen nebst ein-
zelnen von verschiedenen Sammlern erbeuteten Arten.
Es wird zunächst meine Aufgabe sein, die von Dr. Brock ge-
sammelten Sipunculiden aufzuführen und zu beschreiben; hieran soll
sich eine Aufzählung der ausserdem noch im Göttinger Museum
Arch, f. Naturgesch, Jahrg. 1993. Bd.I. H.3. 19*%*
298 Hermann Augener: Beiträge
vorhandenen Sipunculiden und Echiuriden schliessen (die wenigen
von Dr. Brock gesammelten Echiuriden finden hier Erwähnung). An
den systematischen Teil meiner Arbeit werde ich einige Bemerkungen
in anatomischer Hinsicht bezüglich mehrerer Punkte anfügen und
den Beschluss der Arbeit wird die Beschreibung einiger in Ge-
phyreen vorkommender Fremdorganismen bilden, welche ich bei der
Untersuchung der Brock’schen Gephyreen entdeckte.
I. Beschreibung der von Dr. Brock im Jahre 1885 bei
Java und Amboina gesammelten Sipunculiden.
Die von Dr. Brock gesammelten Sipunculiden stellen eine an
Exemplaren ziemlich reiche Kollection dar, welche indessen nicht
eine dementsprechende Anzahl von Gattungen und Arten aufweist.
— Zufolge der vielfachen Durchforschung der indisch-pacifischen
Meeresteile nach Gephyreen sind die meisten der Brock’schen
Sipuneuliden Arten, welche seit längerer Zeit bekannt und an ver-
schiedenen Fundplätzen gesammelt worden sind, während einige
Arten hier zum zweiten Male registriert werden können; ein paar
Arten sind als neu anzusehen. — Die Sipunculiden der Brock-
schen Sammlung verteilen sich auf sechs Gattungen mit neunzehn
Arten, von denen die grösste Zahl je auf Phymosoma und Aspido-
siphon entfällt, Gattungen, welche im indisch-pacifischen Gebiet die
Region ihrer stärksten Verbreitung zu besitzen scheinen. Nach Ab-
zug der 7 Phymosoma- und 5 Aspidosiphon-Arten entfallen noch je
eine Art auf Phascolosoma und Dendrostoma, auf Sipunculus 3 und
auf Cloeosiphon 2 Arten. — Die in der Brock’schen Collection
enthaltenen Gattungen und Arten sind die folgenden:
a) Phuscolosoma Sel. & de Man.
1. Phascolosoma pellucidum Kef.
b) Dendrostoma (frube.
2. Dendrostoma signifer Sel. & de Man.
c) Phymosoma Sel. & de Man.
3. Phymosoma albolineatum Baird.
4. e dentigerum Sel. & de Man.
5. A nigrescens Kef.
6. = duplieigranulatum Sluit.
2 = maculatum Sluit.
8. a pacificum Kef.
9 pelma Sel. & de Man.
d) Sipunculus L.
10. Sipunculus robustus Kef.
11. 5 vastus Sel. & Bülow.
12. r cumanensis Kef.
e) Aspidosiphon Grube.
13. Aspidosiphon gracilis Baird.
14. A Cumingi Baird
zur Kenntnis der Gephyreen. 299
15. Aspidosiphon Steenstrupi Dies. var, fasciatus nov, var,
16. a ambonensis nov. spec.
17: 4 Brocki nov. spec.
f) Cloeosiphon Grube.
18. Cloeosiphon aspergillum Quatref. var. javanicus Sluit.
19. 5 n „ var.mollisSel.&Bülow.
Ich lasse jetzt die Beschreibung und Aufzählung der Arten
nach der oben angegebenen Reihenfolge folgen.
a) Phascolosoma Sel. & de Man.
1. Phascolosoma pellucidum Kef.
Diese Art liegt nur in einem einzigen Exemplar vor, welches
zugleich der einzige Vertreter der echten Phascolosomen in der
Brock’schen Collection ist. — Das vorliegende Exemplar, bei
welchem der Rüssel nur zum Teil ausgestreckt ist, hat eine Länge
von etwa 2,5 cm, der Körper ohne den Rüssel von etwa 1,8 cm,
der Rüssel erreicht in seiner Gesamtlänge ca. ®/, der eigentlichen
Körperlänge. — Unter eigentlicher Körperlänge ist hier wie bei
allen anderen Arten resp. Gattungen, bei welchen der Rüssel all-
mählich in den hinteren Körperteil übergeht, die zwischen After
und Schwanzspitze liegende Körperstrecke zu verstehen; bei den
mit Schilden am Grunde des Rüssels ausgestatteten Formen wie
Aspidosiphon habe ich als eigentlichen Körper den Abschnitt ge-
rechnet, welcher zwischen dem Vorderrande des Analschildes und
der Schwanzspitze liegt. — Die Färbung des vorliegenden Tieres,
"stimmt annähernd mit der Beschreibung Keferstein’s (2) überein
und ist wohl nur infolge eines stärkeren Contractionszustandes der
Haut gelblicher als bei den Keferstein’schen Exemplaren der Art.
Ebenso dürfte die Form des wie der Rüssel stärker gelblich als
der Mittelkörper gefärbten Hinterendes, welches halbkugelig abge-
rundet ist, auch nur der Ausdruck eines ziemlich starken Con-
tractionszustandes der Körperwand sein. Die Papillen der Körper-
oberfläche sind bei dem vorliegenden Tier schon mit unbewaffnetem
Auge als feine Pünktchen erkennbar. — Die Art der Anordnung
der Tentakel stimmt nicht mit den Angaben Semper’s (12), der die
Tentakel als in zwei Reihen stehend angiebt, überein. Soweit sich dies
bei dem eingezogenen Zustande des vorderen Rüsselendes erkennen
lässt, bilden die Tentakel um die Mundöffnung einen einzeiligen
Kranz, dessen einzeiliger Charakter allerdings verdunkelt wird in-
folge einer Verschiebung der Tentakel gegeneinander durch das
Auftreten von Längsfalten, die von den Tentakeln aus sich in die
Mundöffnung hinein erstrecken. — Während das vorliegende Tier
in seinen relativen Körpermassen mehr mit den westindischen Exem-
plaren der Art übereinstimmt, zeigt es im inneren Bau am meisten
Aehnlichkeit mit den philippinischen Tieren Semper’s (12). — Die
am Vorderende des Rüssels stehenden Haken entsprechen in ihrer
300 Hermann Augener: Beiträge
Grösse denen der Tiere von den Philippinen (12), sind zum Teil
noch grösser, sie sind in dorsoventraler Richtung breiter als dick
und seitlich etwas zusammengedrückt.
Der Beschreibung vom inneren Baue lässt sich noch einiges
hinzufügen. Die beiden Rüsselretraktoren, welche sich erst ganz
dicht hinter dem Gehirn zu einem Stamme verschmelzen, sind etwa
in ihrer vorderen Hälfte durch Mesenterien mit dem Schlunddarm
verbunden. — Die Segmentalorgane sind verhältnismässig lang
und ragen ausgestreckt noch über die Basis der Retractoren nach
hinten hinaus. — Die ausserhalb der einheitlichen Längsmuskel-
schicht gelagerte Ringmuskulatur erhält durch eine unvollkommene
Sonderung in Stränge ein etwas netzartiges Gefüge. — Über den
Darmtractus ist noch folgendes zu bemerken: Die die Darmspira
von cca. 44 Windungen in ihrer Lage erhaltenden Befestiger ver-
halten sich so, dass der erste Befestiger den Schlunddarm mit der
vordersten Enddarmwindung verbindet, während der zweite, von
der vordersten Enddarmwindung abgehend, zwischen den Retractor-
schenkeln nach hinten zieht und sich links dicht am Bauchmark an
die Leibeswand ansetzt. Der dritte Befestiger geht von der zweiten
Enddarmwindung ab und zwar von der dem Anheftungspunkt des
zweiten Befestigers entgegengesetzten Seite, verläuft in ähnlicher
Weise wie dieser nach hinten, wo er sich in derselben Höhe wie
der zweite rechts vom Bauchmark an die Körperwand anheftet. —
Die Spiralwindungen des Darmes werden ferner noch zusammen-
gehalten durch einen Spindelmuskel, welcher vorn dicht am After
seinen Ursprung nimmt und die Darmspira bis zu deren Ende durch-
zieht, wo er sich plexusartig zerteilt und in der letzten blinden
Darmwindung anheftet. — Nicht weit vom After entfernt entspringt
vom Enddarm ein kleines eiförmiges Divertikel, welches an der
Wurzel mit dem Spindelmuskel des Darmes verbunden ist. — Die
Geschlechtsorgane wurden beobachtet als zartes, weissliches ge-
kräuseltes Querbändchen, das an der Hinterseite der Retractorbasen
quer über die Leibeswand zieht.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für die Art, welche ausserdem bekannt
ist von Westindien und Südamerika (Rio de Janeiro), und aus dem
indisch-pacifischen Gebiet von mehreren Fundplätzen.
b) Dendrostoma (rrube.
2. Dendrostoma signifer Sel. & de Man.
Von dieser Form liegt eine Reihe von Exemplaren vor, von
denen die Grössten mit vollständig ausgestrecktem Rüssel etwa
5,6 cm an totaler Länge erreichen. Die Färbung der Tiere ist
gelblichweiss bis graugelblich, auf der Rückenseite etwas dunkler
als ventral und oft durch einen mehr rötlich-gelben Ton ausge-
zeichnet. — Bei allen Exemplaren findet sich am Rüssel, mehr oder
zur Kenntnis der Gephyreen. 301
weniger deutlich ausgeprägt, die für diese Art charakteristische
blaue Querbinde. In ihrer Organisation stimmen die Tiere gut
mit der Beschreibung Selenka’s (12) überein. Rüsselhaken ver-
mochte ich bei keinem der untersuchten Exemplare zu entdecken,
dieselben scheinen bei den indischen Tieren der Art constant zu
fehlen. — Ueber die Beschaffenheit der Hautpapillen ist zu bemerken
dass dieselben am Hinterende und in der Aftergegend grösser und
mehr hervorragend sind als am Mittelkörper. Die Hautkörper,
welche am Mittelkörper zerstreut stehen, sind an den Polen des
eigentlichen Körpers dicht gedrängt und durch Längs- und Quer-
furchen der Haut getrennt, welche annähernd viereckige Maschen
bilden, in denen je ein Hautkörper steht; die centrale Mündung der
Hautkörper ist hier schon bei Lupenvergrösserung als dunkler Punkt
erkennbar. —
Der Beschreibung des inneren Baues lässt sich hinzufügen, dass
ein Darmdivertikel am Darmtractus vorkommt; es entspringt in
etwas kugeliger Gestalt vom freien Enddarm und ist an der Wurzel
mit dem Spindelmuskel des Darmes verbunden. — Die Geschlechts-
organe wurden bei dieser Art mehrfach beobachtet als zarte, weiss-
liche Querbändchen an der Hinterseite der Retractorenbasis.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für die Art. Dendrostoma signifer ist im
indisch-pacifischen Meeresgebiet weit verbreitet vom Malayen-
Archipel bis nach Australien.
c) Phymosoma el. & de Man.
3. Phymosoma albolineatum Baird.
Fig. 15 und 25.
Von dieser Art, welche hier zum zweiten Male registriert
werden kann, liegt eine Reihe von Exemplaren von zwei Fundplätzen.
vor. Die Tiere gestatten der eingehenden Beschreibung Selenka’s (12),
welche aber nur nach einem einzigen Tier aus dem British Museum
aufgestellt wurde, noch einiges hinzuzufügen. Diese schöne Phy-
mosoma-Art erreicht eine ziemlich bedeutende Grösse und kommt
darin dem im Bau viel plumperen Phymosoma paeificum ziemlich
nahe. Die Länge der grössten Exemplare, bei denen, wie bei fast
allen übrigen der Rüssel nur zum Teil ausgestreckt war, beträgt
9 bis 9,8 cm, wovon auf den Körper ohne Rüssel etwa 5 bis 7 cm
entfallen. Die Gesamtlänge des Rüssels kann ungefähr das Doppelte
der eigentlichen Körperlänge betragen, ist aber gewöhnlich geringer,
übertrifft jedoch immer den eigentlichen Körper an Länge. — Die
Färbung des meist in eine feine Spitze ausgezogenen Körpers
ist bläulich- oder gelblichweiss, dem jeweiligen Contractionszustande
entsprechend heller oder dunkler, am dunkelsten bei stark contra-
hierter Körperwand, welche in diesem Zustande dann vollkommen
undurchsichtig ist. Die Körperoberfläche, die bei expandierter Haut
302 Hermann Augener: Beiträge
ziemlich glatt erscheint und durchsichtig ist, erhält unter gewissen
Bedingungen durch die alsdann schärfer hervortretenden und ihre
oft recht lebhaft braune Färbung sich abhebenden Hautkörper ein
punktiertes Aussehen und die Aussenfläche des Tieres fühlt sich unter
letzteren Bedingungen ganz rauh an. — Besonders auffallend sind
an Phymosoma albolineatum die breiten, lebhaft gefärbten, braun-
roten Rückenbinden des Rüssels, d. h. wenn die Haut des Tieres
stark ausgedehnt ist, bei contrahierter Leibeswand erscheinen die
Rüsselbinden viel schmäler und mehr schwärzlich und treten
weniger hervor. Die Rüsselbasis und Aftergegend zeigen in contra-
hiertem Zustande ein Aussehen wie es ähnlich bei Phymosoma
scolops vorkommt, indem die Rüsselbasis alsdann von einem breiten,
durch die dichtgedrängten Hautkörper gebildeten dunklen Gürtel
bedeckt wird. Dem sehr ähnlichen Phymosoma dentigerum fehlt
die dunkle braune Färbung in der Aftergegend. — Die Anordnung
der Tentakel entspricht dem von Selenka (12) in seiner Mono-
graphie gegebenen Schema der Fig. G, welches mit Recht als Phymo-
somen-Schema bezeichnet werden kann, da alle Phymosomen, die
ich überhaupt untersuchen konnte, eine diesem Schema entsprechende
Anordnung ihrer Tentakel besitzen. Bei Phymosoma albolineatum
findet sich ein aus einer einfachen Reihe von 15 bis 18 gelblich-
weissen Fäden bestehender Tentakelkranz, welcher nur auf der
Dorsalseite hinter dem Gehirn unterbrochen ist. Das Vorderende
des Rüssels, welches die Tentakelkrone trägt, wird ausserhalb des
Mundes von einer ventral zu einer Art Lippe erweiterten ring-
förmigen Hautfalte nach hinten abgegrenzt, die nur dorsal in der
Körpermediane unterbrochen und hier jederseits mit dem Tentakel-
kranz verwachsen ist. — Wie bei dem philippinischen von Selenka
(12) beschriebenen Exemplar kommen vorn am Rüssel etwa 30 ge-
schlossene Ringe von Haken vor, hinter denen zerstreute Haken-
gruppen fast garnicht vorhanden sind, die Haken selbst, welche
wie bei anderen Phymosomen in den vordersten Reihen viel weniger
stark pigmentiert sind als weiter nach hinten, variiren kaum in
ihrer Zeichnung und Form, höchstens etwas in dem Grade, in
welchem die Hakenspitze gebogen ist. — Die Hautkörper der
Körperoberfläche, die wie bei Phymosoma dentigerum dorsal grösser
als ventral sind, gleichen in ihrem Bau und in der Grösse denen
des Phymosoma scolops ebenso wie die zwischen den Hakenreihen
stehenden Mündungspapillen. — Von Längsmuskelsträngen, welche
durch ziemlich viele zum Teil sehr lange Anastomosen verbunden
sind, aber im Hinterende gesondert bis zur Schwanzspitze verlaufen,
finden sich ungefähr 30, auf halber Körperlänge gezählt. — Die
Retractoren .des Rüssels nehmen ventral vom etwa 2ten bis Sten,
dorsal von 2 bis 4 Längsmuskeln, gewöhnlich vom 6ten oder 7ten
ab ihren Ursprung. Das jederseitige Retractorenpaar bildet nach
seiner Verschmelzung zu einem Muskel einen Muskelstamm, der mit
demjenigen der Gegenseite erst dicht hinter dem Gehirn zusammen-
fliesst. — Der aus einfacher Wurzel entspringende fadenförmige
zur Kenntnis der Gephyreen, 303
Darmbefestiger spaltet sich in zwei Aeste, von denen einer an den
Schlunddarm, der andere an die vorderste Enddarmwindung heran-
tritt. Die Zahl der Spiralwindungen des Darmes ist ziemlichen
Schwankungen unterworfen und beträgt etwa 25 bis 35, in einem
Falle bis zu 50 Windungen. — Am Enddarm entspringt ein kleines
Darmdivertikel von cylindrischer Form, das an seiner Spitze frei
und an der Wurzel mit dem Spindelmuskel verbunden ist. Das
Divertikel liegt eingebettet in die vorderste Enddarmwindung und
zwar auf der Seite, die dem Ansatzpunkt des Darmbefestigers ent-
gegengesetzt ist. Ich fand die Lage des Divertikels am Enddarm
bei allen von mir untersuchten Phymosoma-Arten wie bei Phymo-
soma albolineatum beschaffen. — Am Gehirn finden sich zwei
feine schwarze Augenflecke. — Die Segmentalorgane communizieren
bei dieser Art mit der Leibeshöhle durch eine innere Öffnung am
Vorderende des Segmentalorgans in Gestalt eines Querspalts, welcher
von einer ventralen und einer dorsalen mit Cilien besetzten weissen
Lippe begrenzt wird, die ventrale Lippe ist der Bauchwand ange-
wachsen, die dorsale Lippe springt frei in die Leibeshöhle vor.
Wahrscheinlich ist bei den meisten oder allen Phymosoma-Arten
die innere Mündung der Segmentalorgane gestaltet wie bei Phymo-
soma albolineatum. Fig. 20 zeigt das Vorderende des Segmental-
organs mit dem Trichter im Längsschnitt von Phymosoma pacificum,
man erkennt die innere Mündung des Segmentalorgans und einen
Teil des Ausführungsganges zur Körperoberfläche. Von Phymo-
soma albolineatum vermochte ich kein so gutes Bild zu erhalten wie
von Phymosoma pacificum, weshalb ich den Längsschnitt des Seg-
mentalorgans von letzterer Art abgebildet habe. — Die Geschlechts-
organe von Phymosoma albolineatum wurden mehrfach beobachtet
und verhalten sich durch ihre Lage hinter den Basen der ventralen
Retractoren im Allgemeinen wie bei anderen Formen, im Einzelnen
ist der Verlauf des Genitalbändchens etwas abweichend vom ge-
wöhnlichen Verhalten. Das Genitalbändchen zieht sich in der
Richtung gegen das Bauchmark zunächst hinten dicht an den ven-
tralen Retractorbasen entlang, biegt in dem freien Raum zwischen
letzteren nach hinten um, um nach einer abermaligen Biegung quer
bis ans Bauchmark zu verlaufen. — Bei mehreren weiblichen
Exemplaren fanden sich zahlreiche grosse Eier (fig. 15) in der
perivisceralen Flüssigkeit vor; die Eier sind von einer von zahlreichen
Porenkanälen durchsetzten starken Schale umschlossen und zeigen
an den Polen ihrer Längsachse je eine grössere Einstülpung, mög-
licherweise eine Micropylenbildung. Diese Bildungen an den Ei-
polen scheinen nicht bei allen Arten von Phymosoma vorzukommen,
wenigstens vermochte ich sie bei mehreren Formen nicht zu ent-
decken. Die Mehrzahl der Eier von Phymosoma albolineatum hat
nicht, wie von Selenka (12) angegeben wird, eine abgeplattete
Form sondern erscheint im Querschnitt kreisförmig. Die abge-
platteten Eizellen sind vermutlich durch die Einwirkung der con-
servierenden Agentien der Schrumpfung und Deformierung ver-
304 Hermann Augener: Beiträge
fallen, wie man es bei Sipunculus-Arten, die normaler Weise
kugelrunde Eier besitzen, oft beobachten kann. In wie weit
die von mir bei Phymosoma albolineatum beobachtete Form der
Eier noch für andere Phymosoma in Betracht kommt, lässt sich
nach dem vorhandenen Material nur für wenige Formen, bei denen
ebenfalls Eier gefunden wurden, in Berücksichtigung ziehen, —
Meine bei äusserlicher Betrachtung der Tiere erklärliche Vermutung,
dass bei Phymosoma albolineatum, von welchem Exemplare mit
bläulichem und solche mit gelblichem Colorit vorkommen, die
Geschlechter sich secundär durch verschiedene Färbung unter-
scheiden möchten, wie dies bei Phymosoma scolops der Fall ist,
bestätigte sich nicht, indem Exemplare beider Farbennüancen in
beiden Geschlechtern auftreten.
Fundort: Amboina, Nordwachter Eiland.
Die Fundorte sind neu für diese Art, welche bisher nur für
die Philippinen bekannt wurde.
4. Phymosoma dentigerum Sel. & de Man.
Fig. 22.
Von dieser Art liegen etwa zwölf Exemplare vor, welche dem
nahe verwandten Phymosoma albolineatum an Grösse des Körpers
nicht gleichkommen. Die Grössten der Tiere, von denen keines den
Rüssel vollkommen ausgestreckt hat, erreichen etwa 5 bis 5,25 cm
an eigentlicher Körperlänge. Der Rüssel kann im Maximum der
Einstülpungsfähigkeit bis zum After eingezogen werden, was sich an
einem Exemplar beobachten lässt, das nach Angabe Dr. Brock’s
vor der Conservierung lebend in Alkohol gebracht wurde. — Die
Färbung der Tiere, deren Körper wie bei Phymosoma albolineatum
gewöhnlich in eine feine Spitze ausgezogen ist, stimmt überein mit
der Beschreibung Selenka’s (12). Von der letztgenannten Art
unterscheidet sich Phymosoma dentigerum ausser durch den Besitz
der Stachelpapillen schon äusserlich durch die helle, weissliche
Färbung der Region dicht vor dem After, indem hier die Haut-
körper weder besonders gross noch auch dunkel gefärbt sind. —
Die Anordnungsweise und Färbung der Tentakel entspricht voll-
kommen dem Verhalten des Phymosoma albolineatum, es sind etwa
15 kurze Tentakel vorhanden. — Bei allen Exemplaren bemerkt
man die eigentümlichen grossen Stachelpapillen auf der hinteren
Rüsselhälfte, von denen bei verschiedenen grossen Stücken in
wechselnder Zahl etwa 30 bis 55 vorkommen, ohne dass eine be-
stimmte Anordnungsweise dieser Papillen zu erkennen ist. — Die
Haken, welche in etwa 20 geschlossenen Ringen und nur wenigen
zerstreuten Hakengruppen am Vorderende des Rüssels auftreten,
zeigen geringe Modificationen bezüglich ihrer Breite und Höhe, wie
in dem Grade der Krümmung der Hakenspitze, das dunkle Pigment
an der hinteren concaven Hakenkante ist nicht immer deutlich ent-
wickelt. Nach Form und Zeichnung ähneln die Haken meiner
zur Kenntnis der Gephyreen. 305
Ansicht nach weniger denen des Phymosoma varians (12) als denen
des Phymosoma albolineatum und es kommen bei demselben Exem-
plar neben der gewöhnlichen Form Haken vor, welche durch ihre
bedeutendere Breite, die stärker gebogene Spitze und die dem-
entsprechend weniger hervortretende Nebenspitze als vermittelnde
Zustände zwischen den Haken von Phymosoma albolineatum und
der typischen Hakenform des Phymosoma dentigerum gelten können.
Der Beschreibung des inneren Baues, welcher gut mit den
Angaben Selenka’s übereinstimmt, lässt sich weniges hinzufügen.
Die beiden Muskelstämme, zu denen die jederseitigen Retractoren
zusammenfliessen, verlaufen getrennt bis zum Gehirn, wo sie mit-
einander am Schlunde verschmelzen, beide Stämme sind bis dicht
vor die Gabelung in die Retractorwurzeln vom Gehirn an durch
Mesenterien mit dem Schlunddarm verbunden. Der Ursprung der
Retractorwurzeln erstreckt sich ventral etwa über 3 bis 5, dorsal
über 1 bis 3 oder 4 Längsmuskelstränge. — Der einzige am Darm-
tractus vorhandene Befestiger entspringt wie bei Phymosoma albo-
lineatum zwischen den ventralen Retractorwurzeln links dicht am
Bauchmark von der Leibeswand und gabelt sich gleichfalls in zwei
Äste, von denen einer an die vorderste Enddarmwindung, der
andere an den Schlunddarm herantritt. — Ein kleines Darm-
divertikel (fig. 22) von birnförmiger Gestalt entspringt vom Enddarm
und ist an der Spitze mit dem Darmspindelmuskel verbunden. —
Das Gehirn trägt zwei feine schwarze Augenflecke auf seiner
hinteren Hälfte.
Fundort: Amboina, Polo Edam, Nordwachter Eiland.
Die Fundorte sind neu für diese Art, die im indisch-pacifischen
Gebiet weit verbreitet ist, vom Malayen-Archipel bis nach Rotuma
und Funafuti im australischen Archipel.
5. Phymosoma nigrescens Kef.
Von der vorliegenden Art findet sich in der Brock’schen
Collection eine grössere Anzahl von Exemplaren von mehreren
Fundplätzen vor, welche die bekannte Variabilität der Art in mehreren
Punkten, wie der Beschaffenheit der Hautpapillen, der Form und
Zeichnung der Haken gut erkennen lassen. Die Grössten der vor-
liegenden Stücke erreichen bei vollkommen ausgestrecktem Rüssel
eine Länge von 6,75 cm. Die Färbung der Tiere entspricht mehr
oder weniger der Beschreibung von Selenka (12) und ist bei der
Mehrzahl der Exemplare graugelblich bis bräunlichgelb, bei einigen
mehr graubräunlich. Eine verwaschene Marmorierung der Rücken-
seite als Fortsetzung der dunklen Rüsselbinden auf den Körper
kommt öfter vor, die Binden des Rüssels sind mehr oder weniger
deutlich zuweilen fast garnicht ausgeprägt. Bei einigen Exemplaren,
so von Amboina und Polo Edam, findet sich eine Punktierung der
Rückenfläche durch isolierte, dunkle Papillen, wie sie auch Selenka
(12) an einigen der von ihm untersuchten Stücke beobachtet hat.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.3. 20
306 Hermann Augener: Beiträge
— Die Anordnungsweise der Tentakel entspricht der Beschreibung
Fischer’s (41) von Südseeexemplaren der Art, ich zählte etwa 23
kurze, weissgelbliche, an ihrer nach innen gekehrten Seite schwärz-
lich pigmentierte Tentakel. — Die Rüsselhaken kommen bei den
Brock’schen Tieren in mehreren Variationen vor, welche sich auf
die Gesammtform der Haken, die Grösse der Nebenspitze, den Ver-
lauf der gebogenen Linie im Binnenraum der Haken wie die Pig-
mentierung derselben erstrecken. Die verschiedenen Hakenformen
treten teilweise bei verschiedenen Exemplaren, teils auch an dem-
selben Individuum auf. Exemplare, welche von Polo Edam stammen,
besitzen Haken, welche der gewöhnlichen von Selenka (12) ab-
gebildeten Form entsprechen; ähnlich verhalten sich andere Exem-
plare, so von Amboina und Nordwachter Eiland, nur dass das
dunkele Pigment im Binnenraum der Haken weniger stark ent-
wickelt ist, ähnlich dem Verhalten der von Sluiter beobachteten
indischen Tiere dieser Art. Bei einem Exemplar von Nordwachter
Eiland mit graubräunlicher Färbung finden sich sehr dunkel pig-
mentierte Haken, welche teilweise eine Nebenspitze, teils keine
solche oder nur einen gezähnelten Hinterrand besitzen, bezüglich
des Verlaufs der gebogenen Linie im Binnenraum des Hakens lassen
sich an diesem Tier beide von Selenka (12) abgebildete Haken-
formen, die durch Uebergänge mit einander verbunden sind, beob-
achten. Ein Exemplar von Amboina ist endlich erwähnenswert,
weil es in seinen Haken Uebergänge zu dem von Sluiter (19) be-
schriebenen Phymosoma duplieigranulatum des indo-pacifischen
Gebiets aufweist, im Bau der Hautkörper entspricht dieses Exem-
plar der gewöhnlichen Form des Phymosoma nigrescens und be-
sitzt Haken mit noch erkennbarer, schwach entwickelter Neben-
spitze, wobei die Gesammtform der Haken wie der Verlauf der ge-
bogenen Linie im Inneren im Verein mit der geringeren Höhe (cca.
80 w) vielfach an Phymosoma duplieigranulatum erinnern. — Wegen
seiner in mehrfacher Hinsicht von der gewöhnlichen von Selenka
(12) abgebildeten Hakenform abweichenden Haken mag noch hier
das Keferstein’sche Originalexemplar (2) von den Fidji-Inseln
zum Vergleich herangezogen werden; die Haken dieses Tieres sind
sehr hell ohne dunkle Pigmentierung und mit schlanker, schwach
gebogener, etwas nach der entgegengesetzten Seite geschweifter
Spitze versehen, die an ihrer Basis eine besonders stark entwickelte
Nebenspitze trägt, der Verlauf der gebogenen Linie im hellen -
Hakenraum erinnert zum Teil an Phymosoma duplicigranulatum (19).
Hinsichtlich des Baues der Hautkörper der Leibeswand lassen
sich an den vorliegenden Tieren beide von Selenka (12) beschriebenen
Typen beobachten. Unter den untersuchten Stücken entsprechen
die Hautkörper von Exemplaren von Nordwachter Eiland der ge-
wöhnlichen Form des Phymosoma nigrescens, während Tiere von
Polo Edam mit der Varietät von den Philippinen (12) übereinstimmen,
unter den bei Amboina gesammelten Exemplaren sind beide Formen
der Hautkörper vertreten. — Die relativen Längenverhältnisse
zur Kenntnis der Gephyreen. 307
von Rüssel und Körper und die Körperstärke der Tiere, deren
Körper je nach dem Contractionszustande bald mehr plump sack-
förmig, bald schlanker und in eine feine Spitze ausgezogen erscheint,
stimmen annähernd mit den Angaben Selenka’s (12) überein, das
Gleiche ist von den verschiedenen Tieren bezüglich des inneren
Baues zu sagen. — Die Zahl der Längsmuskelstränge beträgt auf
halber Länge gezählt ungefähr 23 bis zu 33. Der Ursprung der
Retractorwurzeln, worüber sich in der Beschreibung Selenka’s (12)
keine Angabe vorfindet, erstreckt sich bei dem ventralen Paar vom
lten bis 3ten Längsmuskel an vom Bauchmark ab etwa über 3 bis
zu 8 Längsmuskelstränge, gewöhnlich über 5 bis 6, bei dem dorsalen
Paar vom Ö5ten bis 7ten Länesmuskel an über 2 bis 3 oder 4
Längsmuskelstränge. Bei dem Keferstein’schen Originalexemplar
von Fidji entspringen die Retractoren ventral etwa von 9 oder 10,
dorsal etwa von 4 bis 5 Längsmuskelsträngen. — Am Darmtractus,
dessen aufgerollter mittlerer Teil ungefähr 16 bis 22 Spiralwindungen
enthält, verläuft überall der Befestiger wie bei Phymosoma alboli-
neatum und dentigerum, das kleine birnförmige Enddarmdivertikel ist
an seiner Spitze mit dem Spiramuskel verbunden. — Die Geschlechts-
organe wurden mehrfach beobachet in der gewöhnlichen Lagerung
als zarte weissliche Querbändchen an der Hinterseite der ventralen
Retractorbasen.
Fundort: Amboina, Nordwachter Eiland, Polo Edam.
Die Fundorte sind neu für die Art. Phymosoma nigrescens ist
weit verbreitet vom Roten Meere bis zu den Philippinen und durch
die oceanische Inselwelt, bei Mauritius und an der Ost- und West-
küste Afrika’s gesammelt.
6. Phymosoma duplieigranulatum Sluit.
Ein Exemplar, welches im äusseren Habitus dem Phymosoma
nigrescens sehr nahe steht, ist zu der vorstehenden Art zu rechnen,
obgleich es in einigen Punkten von der Beschreibung Sluiter’s
(19) abweicht. Die Färbung des mit ausgesprochen conisch ge-
stalteten Hautkörpern bedeckten Tieres, welches ohne den Rüssel
cea. 2,3 cm lang ist, ist ein zartes Graugelblich, die Haut ist durch-
scheinend, der Rüssel ist dorsal mit gelbbraunen Binden geschmückt,
die auf dem eigentlichen Körper durch zarte braune Fleckchen
fortgesetzt werden. — Die Haken des Tieres stimmen in ihrer
Form und Zeichnung genau mit der von Sluiter (19) gegebenen
Abbildung überein. — An den Hautkörpern, die im Bau denen der
Mauritiusvarietät des Phymosoma nigrescens (12) gleichen, ver-
mochte ich nicht den bedeutenden Unterschied in der Grösse der
die Hautkörper bedeckenden Plättchen wahrzunehmen, welchem die
Art offenbar ihren Namen verdankt, die in dunklen Fleckchen des
Rückens stehenden dunklen Hautkörper sind etwas grösser als die
gewöhnlichen hellen Hautkörper und tragen dementsprechend eine
Bedeckung von etwas grösseren Plättchen. — Im Habitus wie im
20*
308 Hermann Augener: Beiträge
Bau der inneren Organe ist die vorliegende Art dem Phymosoma
nigrescens sehr ähnlich. — Die Zahl der nicht genau bestimmbaren
Längsmuskelstränge beträgt bei dem Brock’schen Exemplar un-
gefähr 29 auf halber Körperlänge und scheint ähnlich wie bei
Phymosoma nigrescens zu schwanken. Alles, was von der letzteren
Art bekannt ist über die Anordnung der Tentakel, die Augenflecke
am Gehirn, das Verhalten des Enddarmdivertikels nebst Spindel-
muskel und Darmbefestiger, hat auch für Phymosoma duplieigranulatum
Gültigkeit — Ueber die innere Mündung der Segmentalorgane ist
das bei Phymosoma albolineatum Gesagte auch hier anzuziehen. —
Das vorliesende Exemplar muss als locale Abänderung des
Sluiter’schen Grundtypus der Art angesehen werden.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für die Art; dieselbe ist ausserdem nur
aus dem indisch-pacifischen Gebiet bekannt vom Malayischen Archipel
und New Britain.
7. Phymosoma maculatum Sluit.
Von dieser Art finden sich neun Exemplare vor in der Samm-
lung Dr. Brock’s, welche jedenfalls die von Sluiter (19) erwähnten
Tiere sind, die zugleich mit dem Exemplar, nach welchem die Art
von letzterem Forscher aufgestellt wurde, bei Amboina gesammelt
worden sind. Von den vorhandenen Exemplaren, welche zusammen
mit einer Anzahl von Stücken des Phymosoma nigrescens aufbe-
wahrt waren und sich von diesen durch ihre charakteristische
Fleckung und die grossen Hautpapillen unterschiedlich bemerkbar
machten, hat keines den Rüssel vollkommen ausgestreckt. Die
Grössten der Tiere haben bei teilweise eingezogenem Rüssel eine
Länge von 5,3 und 7 cm, wovon auf den eigentlichen Körper etwa
3,3 und 4,5 cm entfallen. Der Rüssel würde nach meiner Schätzung
vollkommen ausgestreckt, den eigentlichen Körper an Länge mindestens
etwas übertreffen. — Der Beschreibung, welche Sluiter (19) von
dieser Art gegeben hat und mit welcher die vorliegenden Tiere
im Ganzen übereinstimmen, lassen sich noch einige ergänzende An-
gaben hinzufügen. — Was die Färbung der Tiere anbetrifft, so ist
dieselbe am Rüssel heller oder dunkler rotbraun bei ausgedehnter
Haut, in contrahiertem Zustande der Leibeswand mehr schwärzlich,
welche Färbung bis zur hell graulich gefärbten Hakenregion an
Tiefe zunimmt. Die dunkle Farbe des Rüssels wird unterbrochen
durch helle, unpigmentierte Ringe, wodurch eine Zeichnung von
abwechselnd schmäleren hellen und breiteren dunklen Binden ent-
steht entsprechend wie bei manchen anderen Phymosomen. Die
dunkle Färbung der Dorsalseite des Rüssels löst sich auf dem
eigentlichen Körper mehr oder weniger in dunkle Flecken auf, die
namentlich an den Körperseiten und ventralwärts deutlicher hervor-
treten ohne dass die hellere, gelbliche Färbung des Bauches scharf
und gradlinig gegen die dunklere Färbung der Seiten und des
ar
zur Kenntnis der Gephyreen. 309
Rückens abgesetzt ist. Die dunkle Färbung der Dorsalseite des
Körpers wird hervorgerufen durch eine Pigmentierung der Haut
selbst als auch der Hautpapillen; in den isolierten dunklen Flecken
der Haut findet sich eine Gruppe dunkel gefärbter Hautkörper in
einem dunklen Tupfen der eigentlichen Haut wie bei den gefleckten
Exemplaren von Phymosoma nigrescens. Wie bei der letzteren
Art kommen auch bei Phymosoma maculatum zerstreute einzelne
Papillen auf der Dorsalseite vor, die sich von den übrigen durch
dunkle Färbung abheben. Die Papillen der Haut, welche am Mittel-
körper ziemlich flach erscheinen, nehmen gegen die Rüsselbasis und
das Körperende an Grösse zu und sind am Hinterende am grössten
und hier kegelförmig zugespitzt mit breiter Basis versehen. Durch
die grossen Hautkörper erhält das Schwanzende der Tiere oft ein
für das unbewaffnete Auge erkennbares warziges, rauhes Aussehen.
— Die Haut des Körpers, welcher je nach dem Contractionszustande
seiner Wandung plumper oder schlanker erscheint, ist vollkommen
undurchsichtig und lässt keinerlei innere Organe durchscheinen. —
Die Anordnung der Tentakel zeigt keine Abweichung von der der
übrigen Phymosomen, es kommen 13 bis 17 kurze gelbliche Ten-
takel vor, die an ihrer nach innen gewendeten Seite schwärzlich
pigmentiert sind. — An den Haken, welche in ungefähr 25 bis 30
geschlossenen Reihen vorkommen, hinter denen nur wenige zer-
streute Hakengruppen sich vorfinden und welche mit der Abbildung
Sluiter’s (19) übereinstimmen, ist eine Nebenspitze nicht immer
entwickelt und kann durch eine Zähnelung des concaven Haken-
randes vertreten sein. — Bezüglich der Hautmuskulatur ist zu be-
merken, dass die Ringmuskulatur im eigentlichen Körper überall
in zahlreiche feine Stränge gesondert ist. Die Längsmuskelstränge
von denen im Mittelkörper etwa 22 bis 25 vorhanden sind, ver-
laufen im hintersten Körperabschnitt gesondert bis zur Schwanz-
spitze. — Von den Retractorpaaren entspringt das ventrale hinter
dem dorsalen Paar etwa !/, oder !/, der Körperlänge vom Schwanz-
ende entfernt. Die in mehrere Zipfel zerteilte Basis der Retractoren
erstreckt sich ventral etwa über 8, dorsal etwa über 3 Längs-
muskelstränge wie bei dem von Sluiter (19) beschriebenen Exem-
plar. Das Retractorenpaar jeder Körperseite vereinigt sich in
der vorderen Körperhälfte zu einem einheitlichen rechten und
linken Stamm, beide Stämme begleiten gesondert den Schlunddarm
bis zum Gehirn. — Das Gehirn trägt auf seiner hinteren Hälfte
zwei deutliche schwarze Augenflecke.
Ueber das Verhalten des Darmtractus ist noch das folgende
zu bemerken: Die eigentliche Darmspira von ungefähr 16 bis 21
Windungen wird von einem Spindelmuskel durchzogen, der im
Vorderkörper hart am After seinen Ursprung nimmt und sich nach
dem Verlassen der Darmspira im Hinterkörper wieder an die Leibes-
wand ansetzt. Der Endpunkt des Spindelmuskels liegt abweichend
von dem gewöhnlichen Verhalten von Phymosoma eine kurze Strecke
entfernt von der Schwanzspitze an der ventralen Bauchwand, Dicht
310 Hermann Augener: Beiträge
vor dem etwas flach verbreiterten Ende des Spindelmuskels endigt
das Bauchmark, indem es sich verjüngt und in einige feine Fäden
auflöst. — An die Darmspira tritt ein fadenförmiger Befestiger
heran, der etwa in der Höhe der dorsalen Retractorbasen zwischen
diesen hart am Bauchmark entspringt und im Übrigen einen Verlauf
nimmt, wie bei Phymosoma nigrescens, albolineatum u. s. f£ — In
der vordersten Enddarmwindung entspringt wie bei Phymosoma
nigrescens vom Enddarm ein kleines birnförmiges Divertikel, welches
seitlich mit dem Spindelmuskel verbunden ist. — Die beiden Seg-
mentalorgane sind braun gefärbt und beginnen im Vorderkörper
ungefähr in gleicher Höhe mit dem After etwa dort, wo die ge-
sonderte Längsmuskulatur zu einer continuierlichen Schicht zu-
sammenzufliessen beginnt. Die Segmentalorgane sind von ihrem
Vorderende ab etwa zu !/; oder ?/, ihrer Länge durch Mesenterien
an die Leibeswand geheftet und überragen ganz ausgestreckt die
Basen der ventralen Retractoren; die innere Mündung der Segmental-
organe vermochte ich nicht deutlich zu erkennen, dieselbe ist wahr-
scheinlich wohl ebenso beschaffen wie bei Phymosoma albolineatum.
— Ein contractiler Schlauch von gewöhnlichem Aussehen begleitet
den Schlunddarm dorsal. — Die Geschlechtsorgane wurden bei den
untersuchten Tieren nicht beobachtet. — Bei einem weiblichen
Exemplar fanden sich zahlreiche reife Eier in der Leibesflüssigkeit
treibend. Die Eier gleichen denen anderer Phymosomen in ihrer
Form und erscheinen teils mit kreisförmigem Querschnitt, teils der
Länge nach abgeplattet. Die eigentümlichen Einstülpungen an den
Polenden der Eier, wie sie Phymosoma albolineatum besitzt, waren
hier nicht zu bemerken. Bezüglich der abgeplatteten Form eines
Teiles der Eier ist das bei Phymosoma albolineatum Gesagte zu
berücksichtigen.
Fundort: Amboina.
Die Art ist bisher nur bei Amboina gesammelt worden.
8. Phymosoma pacificum Kef.
Fig. 20.
Die vorliegende Art wird durch sechs Exemplare vertreten,
unter denen die ansehnlichsten Exemplare von Phymosomen über-
haupt in der Brock’schen Sammlung sich vorfinden. Das Grösste
der Tiere hat bei nur teilweise ausgestülpten Rüssel eine Länge
von ungefähr 15,5 cm. Die Färbung der Tiere ist ein trübes,
dunkler schattiertes Graubraun, so bei contrahierter Körperwand;
bei zwei Exemplaren mit mehr ausgedehntem Hautmuskelschlauch
herrscht eine hellere graugelbliche Grundfarbe mit deutlich braun
marmorierter Rückenseite. — Bei contrahiertem Zustande der Haut
ist die Afteröffnung von aussen schwer erkennbar, deutlich sichtbar
dagegen, wenn die Haut stark ausgedehnt ist. — Die zahlreichen
spitzigen Hautkörper, welche der Oberfläche der Tiere die chagrin-
artig rauhe Beschaffenheit verleihen, sind nur an der Rüsselbasis
zur Kenntnis der Gephyreen. 311
etwas grösser als am übrigen Körper. — Über die Anordnung der
Tentakel ist dem bei den anderen Phymosomen Gesagten nichts
hinzuzufügen, die Zahl der Tentakel ist aber weit grösser bei
Phymosoma pacificum. Bei einem Exemplar mit vollständig ausge-
strecktem Rüssel wurden 44 Tentakel von ziemlich gleichmässiger
Länge beobachtet, einige Tentakel waren kürzer als die Mehrzahl
derselben. Eine an der Aussenseite der Tentakel verlaufende Längs-
furche hängt wohl mit den Contractionsverhältnissen derselben zu-
sammen. —
Der innere Bau der Tiere stimmt fast vollständig mit der Be-
schreibung in der Monographie Selenka’s (12) überein, und es
lässt sich derselben kaum etwas hinzufügen. Die Retractoren ent-
springen bei den Brock’schen Exemplaren ventral ungefähr vom
lten oder 2ten bis 7ten oder 8ten Längsmuskel, dorsal etwa vom
öten bis 7ten oder Sten Längsmuskel. — Der Befestiger des Darmes
verhält sich in seinem Verlauf genau wie bei Phymosoma alboline-
atum, das Divertikel des Enddarms gleicht dem des Phymosoma
nigrescens und ist an der Spitze mit dem Spindelmuskel verbunden.
— Die Geschlechtsorgane wurden bei den untersuchten Exemplaren
beobachtet in der gewöhnlichen Lage als zarte, weissliche, gekräuselte
Querbändchen an der Hinterseite der ventralen Retractorbasen. —
Für die grossen reifen Eier, die sich in der Leibesflüssigkeit eines
weiblichen Tieres fanden, hat bezüglich ihrer Form das bei Phymo-
sama albolineatum Gesagte zu gelten, bei weitem die Mehrzahl der
Eier zeigt einen kreisförmigen Querschnitt.
Fundort: Amboina.
Die Art ist von Amboina schon bekannt und weit verbreitet
im indo-pacifischen Gebiet vom Roten Meere durch die Gewässer
Indiens bis zu den Philippinen und im australischen Archipel.
9. Phymosoma pelma Sel. & de Man.
Das einzige von dieser Art vorhandene Exemplar vertritt allein
die Gruppe der hakenlosen Phymosomen in der Brock’schen
Sammlung. Da das Exemplar in einigen Punkten von dem typischen
Phymosoma pelma (12) abweicht, ist eine nähere Beschreibung des-
selben als einer lokalen Varietät wohl gerechtfertigt. — Die Länge
des Tieres, dessen Rüssel fast vollkommen ausgestreckt ist, beträgt
etwa 1,8 cm, wovon annähernd die Hälfte auf den Rüssel entfällt.
Der citronenförmig gestaltete eigentliche Körper ist reichlich doppelt
so lang wie dick, der Rüssel von cylindrischer Gestalt und unge-
fähr halb so stark wie der Körper. Die Färbung des eigentlichen
Körpers ist ein grauliches Braun mit noch dunkler gefärbten Haut-
körpern und ebenfalls dunklerer, mehr brauner Färbung in der Af-
tergegend und am Hinterende. Der Rüssel ist heller als der Körper,
graugelblich, diese Färbung erstreckt sich bis auf ein kurzes Stück
vor dem After nach hinten und ist gegen die übrige dunkle Färbung
des Tieres scharf abgesetzt. Dicht hinter dem Tentakelkranz findet
312 Hermann Augener: Beiträge
sich wie bei der typischen Form (12) eine ganz glatte, schmale weisse
ringförmige Hautpartie. — Die Tentakel sind bei der vorliegenden
Art in gleicher Weise wie bei den hakentragenden Phymosomen in
einem einreihigen, nur dorsal in der Mittellinie unterbrochenen
Kranze angeordnet. Der in der Beschreibung Selenka’s (12) er-
wähnte Hautkragen hinter den Tentakeln ist bei dem vorliegenden
Tier von weisslicher Färbung und ventral zu einer Art von Unter-
lippe erweitert, er entspricht der bei anderen Phymosomen wie
Phymosoma albolineatum u. s. w. vorhandenen die Tentakel ring-
förmig umgebenden Lippenfalte.e Die Zahl der Tentakel beträgt
etwa 44, ungefähr ebenso viel wie bei den verwandten Phymosoma
Antillarum. Unter den ziemlich langen ins Violette spielenden Ten-
takeln zeichnet sich eine kleinere Anzahl jederseits von der ventralen
Mediane stehender Tentakel durch ihre das zwei- bis dreifache der
übrigen betragende Länge aus. — Von der gewöhnlichen Form der
Art unterscheidet sich das Exemplar der Brock’schen Collection
namentlich durch die abweichende Färbung und bedeutendere Länge
des Rüssels und stimmt in letzterem Punkte mehr mit den von
Sluiter (19) beobachteten indischen Tieren der Art überein. —
Die Papillen der Körperhaut heben sich, dunkle Längslinien bildend,
von der Haut ab; von den grossen mit blossem Auge erkennbaren
Papillen des Rüssels, welche dorsal dunkel, ventral heller gefärbt
und kleiner sind, zeichnen sich einzelne dorsale Papillen durch be-
sondere Länge aus. Der Bau der Körperhaut und ihrer Hautkörper
entspricht der Beschreibung Selenka’s (12). —
Über den inneren Bau des Tieres ist noch zu bemerken, dass
ungefähr 25 bläulich glänzende Längsmuskelstränge hinter der Re-
tractorenbasis und vorn im Körper deren etwa 18 vorkommen; eine
unvollkommene Sonderung ist auch an der Ringmuskulatur zu be-
merken. — Der Ursprung des jederseitigen Retractorenpaares zieht sich
ungefähr vom 2ten oder 3ten bis zum 6ten oder 7ten Längsmuskel,
wobei die jederseitigen Retractorbasen nur durch das Interstitium
zweier Längsmuskeln von einander getrennt sind. — Der Befestiger
der Darmspira entspringt vor den Retractorbasen dicht am Bauch-
mark von der Leibeswand.. Am Enddarm kommt ein kleines, an
der Spitze mit dem Spindelmuskel verbundenes Divertikel vor. —
Die zwei langen Segmentalorgane von brauner Färbung und mit
weisslichem Vorderende münden etwas hinter der Höhe des Afters
nach aussen, sie sind etwa in ihrer vorderen Hälfte durch Mesen-
terien an die Leibeswand gespannt und reichen ausgestreckt fast
bis ans Hinterende des Körpers. — Die Geschlechtsorgane wurden
nicht beobachtet.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für die Art; dieselbe ist sonst nur aus
dem indischen Gebiet vom Java-Meer und den Philippinen und von
Mauritius aufgeführt.
ne euren
zur Kenntnis der Gephyreen. 313
d) Sipunculus L,
10. Sipunculus robustus Kef.
Die vorliegende Art wird durch sieben Exemplare vertreten,
von denen das grösste Tier, welches durch zu lange Einwirkung
der Konservierungsflüssigkeit (nach Angabe Dr. Brock’s) ziemlich
stark maceriert ist, eine Länge von cca. 24 cm hat. Die Färbung
der vorliegenden Tiere ist im Allgemeinen ein gelbliches Grau, was
mit den Angaben Sluiter’s (19) über diese von ihm lebend be-
obachtete Art übereinstimmt. Das dunkelste Exemplar, von Am-
boina stammend, hat mehr in Übereinstimmung mit den Angaben
Selenka’s (12) eine dunklere, mehr graubraune Färbung, welche
auf der Dorsalseite am dunkelsten ist und hier eine den in der
Längsrichtung des Körpers verlaufenden erhabenen Längsrippen
entsprechende Längsstreifung aufweist. Das schöne Irisieren der
Cutieula zeigt sich wie bei Sipunculus nudus besonders dort, wo
sich die Cuticula von ihrer Unterlage abgehoben hat. —
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Sipun-
culus robustus in seiner Organisation dem Sipunculus nudus sehr
nahe steht und wohl als Varietät des letzteren aufgefasst werden
könnte, da von Sipunculus robustus Tiere vorkommen, welche durch
Abweichung von den für diesen characteristischen Eigenschaften
fast vollständig mit dem Sipunculus nudus übereinstimmen. Die
nahe Verwandtschaft des Sipunculus robustus zu Sipunculus nudus
ist auch an den Tieren der Brock’schen Sammlung zu erkennen,
indem sich hier Exemplare vorfinden, die als Übergangsformen
zwischen beiden Arten betrachtet werden können und bezüglich der
Zahl der Längsmuskelstränge überhaupt als der Zahl der Längs-
muskelbündel, von denen die Retractoren ihren Ursprung nehmen,
mit Sipunculus nudus übereinstimmen. — Unter den Tieren der
Brock’schen Sammlung stimmt ein Teil derselben mit der von
Selenka (12) gegebenen Beschreibung der Art überein, so Tiere
von Amboina, bei denen die Rüsselretractoren von 3 oder 4 Längs-
muskelsträngen entspringen und wo vor den Retractorbasen un-
gefähr 27, hinter denselben etwa 30 gesonderte Längsmuskelstränge
vorhanden sind. Von diesem als typisch anzusehenden Bau ab-
weichende und dem Sipunculus nudus angenäherte Tiere erwähnt
schon Selenka (12); bei den hierher zu rechnenden Exemplaren
der Brock’schen Sammlung kommen im Maximum 35 Längs-
muskelstränge vor, während die Retractoren im Maximum von 7,
im Minimum von 4 bis 5Längsmuskelsträngen ihren Ursprung nehmen.
Ziemlich ungleich verhalten sich die Retractoren bei einem Exem-
plar von Polo Edam, bei welchem die dorsalen Rückzieher von 3
und 5, die ventralen von 5 und 8 Längsmuskeln ausgehen; eine
Abnormität dieses Exemplars ist die Verwachsung des Hinterendes
eines Segmentalorganes mit einem der ventralen Retractoren. —
Anastomosen der Längsmuskeln wurden nur in einem Falle in der
(Gegend der ventralen Retractorwurzeln beobachtet. Die von Selenka
314 Hermann Augener: Beiträge
(12) an dem seiner Beschreibung dieser Art zu Grunde liegenden
Exemplar beobachtete individuelle Eigentümlichkeit, dass einzelne
der Längsrippen der Körperoberfläche, von hinten nach vorn ge-
rechnet, früher aufhören als die übrigen, findet sich auch bei einem
Exemplar der vorliegenden Tiere. Bei allen Exemplaren stossen
von vorn zwei Rippen und von hinten eine Rippe der Körperober-
fläche an den After, ein Verhalten, das mit den Angaben Selenka’s
(12) harmoniert, aber ebenfalls dem Sipunculus nudus zukommt. —
Das in die Cutis eingelagerte dem Sipunculus robustus eigentümliche
dunkle Pigment ist durchaus nicht bei allen Tieren deutlich zu er-
kennen, und zeigt sich im Zusammenhang mit dem Contractionszu-
stande des Körpers namentlich dort, wo sich die Cutieula von ihrem
Boden abgelösst hat. —
Im Allgemeinen lässt sich über die Exemplare des Sipuneulus
robustus aus der Brock’schen Sammlung wie über den Sipunculus
robustus überhaupt noch bemerken, dass die auf der Körperober-
fläche verlaufenden Längsrippen mit ihren Feldchen wie bei Sipun-
culus nudus, den nach aussen vorgewölbten, zwischen zwei Längs-
muskeln befindlichen Zwischenräumen, in welchen die Integumental-
kanäle der Haut verlaufen, entsprechen. Der feinere Bau der
Körperwand verhält sich, vielleicht mit Ausnahme der Eichelpartie
nach Sluiter’s Beobachtungen (19), wie bei Sipunculus nudus. Die
Form der auf der Oberfläche des Körpers durch die Quer- und
Längsfurchen gebildeten Integumentalfeldchen ist teils quadratisch,
teils rechteckig; die rechteckigen Feldchen können senkrecht zur
Längsachse des Tieres gestellt, oder dieser gleichgerichtet sein,
alle drei Formen der Integumentalfeldchen können zugleich oder
nach einander an demselben Exemplar auftreten. Die ver-
schiedene Form der Integumentalfeldchen ist der Ausdruck einer
verschiedenartigen Contraction der Körperwand verschiedener Tiere
resp. verschiedener Teile desselben Tieres. Für die dem Sipun-
culus robustus nahe stehenden Arten wie Sipunculus nudus und
tessellatus trifft das gleiche Verhalten der Integumentalfeldchen
zu; die Gestalt der letzteren ist daher nicht als Unterscheidungs-
merkmal gegenüber den genannten Verwandten des Sipunculus ro-
bustus zu verwerten. — Die in der abgezogenen Cuticula erkenn-
baren Liniensysteme verlaufen in gleicher Weise wie bei Sipunculus
nudus. —
In der Beschaffenheit der inneren Organe herrscht, abgesehen
von der Muskulatur, vollkommene Uebereinstimmung mit Sipunculus
nudus, die sich noch dadurch erweitern lässt, dass bei Sipunculus
robustus am Enddarm büschelförmige Analdrüsen vorkommen, welche
in gleicher Art wie bei Sipunculus nudus an mesenteriale, vom End-
darm zu den dorsalen Retractoren ziehende Bänder befestigt sind. —
Das bei allen Tieren der Brock’schen Sammlung vorhandene
Enddarmdivertikel hat bei den grossen wie bei den jüngeren Exem-
plaren nur eine Länge von wenigen mm. —- Die Geschlechtsorgane
habe ich bei keinem der Brock’schen Exemplare beobachtet. —
zur Kenntnis der Gephyreen. 315
Das Ergebniss meiner an Sipunculus robustus gemachten Be-
obachtungen ist dahin zusammenzufassen, dass diese dem Sipunculus
nudus sehr nahe stehende und den letzteren, wie es scheint, in den
tropischen Meeren vertretende Form in ihren typischen Exemplaren
sich von Sipunculus nudus durch die geringere Zahl der Längs-
muskelstränge wie die geringere Zahl der Längsmuskeln, von denen
die Retractoren ihren Ursprung nehmen, hauptsächlich unterscheidet.
Eine im Allgemeinen etwas dunklere Färbung gegenüber dem Si-
punculus nudus ist insofern minder als Unterscheidungsmerkmal
anzuschlagen, als die zur Untersuchung gelangenden, in Alkohol
aufbewahrten Exemplare von Sipunculus robustus nach dem Tode
einer ziemlich starken Nachdunkelung unterliegen gemäss den Be-
obachtungen Sluiter’s (19) an indischen Tieren der Art.
Fundort: Amboina, Polo Edam, Nordwachter Eiland.
Die beiden letzten Fundplätze sind neu für die Art. Sipunculus
robustus ist im indisch-pacifischen Gebiet weit verbreitet und auch
in Westindien gefunden worden.
11. Sipunculus vastus Sel. & Bülow.
Das einzige von dieser Form vorliegende Exemplar befindet sich
in einem stark contrahierten Zustande bei nur zum kleineren Teil
ausgestülptem Rüssel. Das Tier hat so eine Länge von cca. Il cm
bei einer Körperdicke von etwa l cm, auf den Rüssel insgesammt
entfallen 3,8 cm. — Die Färbung des vorliegenden Tieres ist ein
sehr helles gelbliches Grauweiss am eigentlichen Körper, der Rüssel
ist stärker gelblich gefärbt und trägt dicht vor dem After dorsal
eine sattelförmige rostgelbliche Binde. Die Körperwand des Tieres
ist in Folge der stark contrahierten Hautmuskulatur vollkommen
undurchsichtig und zeigt eine starke Querringelung, welche auch
von Selenka (12) von den von ihm untersuchten Stücken be-
schrieben ist, aber lediglich den Ausdruck eines starken Contractions-
zustandes repräsentiert. — Das vorliegende Tier dürfte auf Grund
der über Südseeexemplare der Art gemachten Beobachtungen
Shipley’s (50) der von letzterem vorgeschlagenen Varietät „albus“
zuzurechnen sein, welche mit dem Sipunculus cumanensis vitreus
correspondiert. — ?
Im inneren Bau herrscht fast vollständige Übereinstimmung mit
der Beschreibung Selenka’s (12). Es ist die gleiche Anzahl bläu-
lich glänzender Längsmuskelstränge vorhanden, die nur ab und an
kurze Anastomosen bilden, während die darüber liegende Ring-
muskulatur durch vielfache Anastomosierung ein Geflecht von
Strängen bildet. Von den Retractorpaaren entspringt das dorsale
Paar vom 9ten und 10ten, das ventrale vom Iten bis 6ten Längs-
muskel jederseits vom Bauchmark. — Der contractile Schlauch am
Schlunddarm zeigt an seinem Vorderende eine geringe Anschwellung.
—- Der Darmtractus setzt sich in seinem mittleren Teil aus einer
grösseren Zahl, etwa 40 Darmwindungen zusammen und ist in seinem
316 Hermann Augener: Beiträge
Endabschnitt, welcher die zahlreichen bis 0,4 cm langen Blind-
schläuche trägt, noch besonders durch zwei flügelartige Membranen
an die Leibeswand befestigt. Von den drei zum Teil fadenförmigen
Befestigern des Darmes kann der eine als zweite Wurzel des
Spindelmuskels gelten und entspringt als kurzes flaches Band von
der rechten Körperseite her. Von den zwei fadenförmigen Darm-
befestigern, welche von entgegengesetzten Seiten kommend an eine
der vordersten Darmwindungen sich ansetzen, entspringt der eine
auf der rechten Körperseite in der Nähe der rechten dorsalen Re-
tractorbasis auf dem 7ten Längsmuskel; der linksseitige Befestiger
combiniert sich als langer Faden aus zwei Wurzeln, von denen
eine links, die andere rechts hart am Bauchmark von der Leibes-
wand abgeht. — Das Vorderende der langen braunen Segmental-
organe, welche zwischen dem 2ten und ten Längsmuskel nach
aussen münden, ist mit weisser Färbung von dem übrigen Teil des
Organs abgesetzt und bildet einen grossen, in die Leibeshöhle sich
öffnenden Wimpertrichter; der ventrale Rand des dorsoventral ab-
geplatteten Trichters ist an die ventrale Körperwand angeheftet,
während der dorsale Trichterlappen nierenförmig begrenzt frei in
die Leibeshöhle vorragt und am freien Rande in eine Anzahl
stumpfer Läppchen zerschnitten ist. Die Mündung des Trichters ist
so weit, dass sie bei grösseren Exemplaren mittelst einer feinen
Borste sondiert werden kann. — Die Geschlechtsorgane finden sich
bei dieser Art als zarte, weissliche gefranzte Querbändnchen an der
Hinterseite der ventralen Retractorwurzeln, und weichen in ihrem
Bau ab von den Genitalbändern des Sipunculus nudus. Unter dem
Mieroscop erweist sich das Genitalbändchen des Sipunculus vastus
zusammengesetzt aus zahlreichen keulenförmigen Schläuchen von
verschiedener Grösse, deren kernhaltige Wandung eine Fortsetzung
des Peritonealepithels ist. Im Innern dieser Schläuche liegen mit
von unten nach oben zunehmender Grösse und Differenzierung Ge-
schlechtsmutterzellen und deren endliche Abkömmlinge. Die Ent-
leerung der Geschlechtszellen erfolgt wahrscheinlich durch Platzen
der Schläuche an deren freiem keulenförmig verdickten Ende.
Fundort: Nordwachter Eiland.
Der Fundort ist neu für die Art.
Als weiterer bisher noch nicht für den Sipunculus vastus auf-
geführter Fundort ist noch die afrikanische Küste bei Mozambique
zu verzeichnen. Ich führe den neuen Fundort, Mozambique, an
dieser Stelle an, da Sipunculus vastus sich nicht, abgesehen von dem
Brock’schen Exemplar, in der Göttinger Sammlung vorfindet. —
Der Sipunculus vastus von Mozambique ist ein von Peters ge-
sammeltes, ansehnliches, etwa spannenlanges Exemplar, welches
sich in der Berliner zoologischen Sammlung befindet und in der
Monographie Selenka’s (12) als Sipunculus cumanensis semi-
rugosus aufgeführt ist. Das Peters’sche Exemplar hat die gewöhn-
liche dunklere von Selenka (12) beschriebene Färbung des Sipun-
culus vastus. — Mozambique ist demnach vorläufig als Fundort
zur Kenntnis der Gepbyreen. 317
für Sipunculus cumanensis zu streichen, obwohl diese Art dort
wahrscheinlich vorkommt. — Sipunculus vastus ist bekannt geworden
von Mauritius und aus dem australischen Inselgebiet, er kommt in
den indischen Gewässern vor (Brock) und an der Südostküste Afrika’s
(Peters) und wird sich vermutlich wie sein Verwandter, Sipunculus
cumanensis, nördlich bis ins Rote Meer vorfinden.
12. Sipunculus cumanensis Kef.
Der Sipunculus cumanensis ist von Dr. Brock in einer an-
sehnlichen Zahl von Exemplaren gesammelt worden, unter denen
ich alle drei von Selenka (12) aufgestellten Varietäten zu unter-
scheiden vermochte, wenn man es überhaupt für nötig erachtet,
die drei sich meiner Meinung nach nur durch die Färbung unter-
scheidenden Formen der Art als Varietäten in Anspruch zu nehmen.
— Die meisten der vorliegenden Tiere gehören der Stammform
„Vvitreus“, eine geringere Zahl den Varietäten opacus und semiru-
gosus an. Nur ein kleiner Bruchteil sämmtlicher Tiere hat den
Rüssel vollständig ausgestreckt, eine Anzahl von Exemplaren dieser
Kategorie hat ungefähr eine Gesammtlänge von 13 bis 17,5 cm.
Die ansehnlichsten Exemplare überhaupt gehören der Stammform
vitreus an, deren grösster Vertreter bei nicht ganz ausgestülptem
Rüssel eine Länge von 23 cm, ohne den Rüssel von 13,8 cm hat. Die
Exemplare der Form vitreus stammen von Amboina und Nordwachter
Eiland und sind als die Stammform anzusehen, da das Keferstein-
sche Originalexemplar ihr angehört. — Die Färbung der Exemplare
von „vitreus“ ist gelblichweiss, je nach dem Contractionszustande
des Körpers verschieden, bis ins Farblose, die Körperwandung ist
mehr oder weniger durchscheinend, in sehr stark contrahiertem
Zustande undurchsichtig.. Am Hinterende des Körpers und an der
Rüsselbasis findet sich bei einigen Tieren eine ockergelbliche Färbung
wie sie Keferstein erwähnt (3), bisweilen auch ein schwärzlicher
Farbenton. — Die der Varietät opacus zuzurechnenden Exemplare,
welche bei Amboina und Nordwachter Eiland gesammelt wurden,
haben eine mehr oder weniger gelbgrau gefärbte Haut, welche
stellenweise deutlich die gesonderte Muskulatur durchscheinen lässt.
— Die der Varietät semirugosus angehörenden Stücke, bei Nord-
wachter Eiland gesammelt, unterscheiden sich von der Varietät
opacus nur durch eine mehr gelb- oder rötlichbraune Färbung. —
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Varietäten sind wohl
kaum mit der Schärfe aufrecht zu erhalten wie sie Selenka (12)
formuliert hat. Der Hauptunterschied zwischen den Varietäten wird
durch die Färbung bedingt, während ein Grössenunterschied nicht fest-
gestellt werden konnte und auch sehr schwer zu eruieren ist, solange
man nicht weiss, welche Grösse eine Art oder deren Varietäten
überhaupt erreichen können. Die von Selenka (12) für Sipunculus
cumanensis semirugosus angegebene bedeutendere Grösse hat sich
wohl nur auf das von mir als Sipunculus vastus erkannte Exemplar
318 Hermann Augener: Beiträge
von Mozambique gestützt. — Auch die Durchsichtigkeit oder Un-
durchsichtigkeit der Haut ist wegen ihrer graduellen Abhängiekeit
von dem Contractionszustande des Körpers zur Unterscheidung der
Varietäten von geringer Bedeutung. — Eine Anordnung der Haut-
körper in längsverlaufenden Streifen ist mehr oder weniger deutlich
bei allen Exemplaren je nach deren Contractionszustande zu er-
kennen. Durch die Anordnung der Hautkörper in Längsreihen ist
vielleicht der Umstand zu erklären, dass auf der Körperoberfläche,
am deutlichsten bei starker Contraction, ein System von Längs-
furchen zu erkennen ist, welches doppelt so viele Furchen enthält
als der Zahl der Längsmuskelstränge entsprechen; indem nämlich
die von den Hautkörpern eingenommenen Hautstreifen am Seiten-
rande der Längsmuskeln verlaufen, lassen diese Streifen einen von
Hautkörpern freien Raum zwischen sich, der etwas vertieft als
Furche erscheint, sodass zwei Längsmuskelstränge immer zwei durch
Furchen begrenzte Längsrippen zwischen sich fassen. — Eine ähn-
lich deformierte Erscheinung wie sie Shipley von Südseeexemplaren
des Sipunculus cumanensis abgebildet hat, kommt in milderer Form
auch bei Individuen der Brock’schen Collection vor. — Die Längen-
verhältnisse des Rüssels zum Körper entsprechen den Angaben
Selenka’s (12), doch kann der Rüssel, der gewöhnlich ein Drittel
der Gesammtlänge eines Tieres ausmacht, dem postanalen Körper-
abschnitt an Länge gleichkommen. — Die den Mund in einer ein-
fachen geschlossenen Reihe umstellenden Tentakel sind sehr zahl-
reich, in einem Falle fanden sich etwa 133 gelbliche, dorsoventral
abgeplattete Tentakel; die scheinbar mehrreihige Anordnung der
Tentakel resultiert aus einer Verschiebung der Tentakel gegenein-
ander durch Faltungen des Tentakelgrundes. — In der abgelösten
Cuticula, welche namentlich dort, wo sie sich vom Körper abge-
hoben hat, ein schwaches Irisieren zeigt, verlaufen zwei Linien-
systeme, unter einem Kreuzungswinkel von 45°, von denen das eine
annähernd senkrecht zur Längsachse des Körpers steht. —
In der inneren Organisation stimmen alle Tiere unter einander
und mit der Beschreibung Selenka’s (12) überein. Es sind
überall 20 nicht anastamosierende Längsmuskelstränge und zahl-
reiche feine gesonderte Ringmuskelstränge vorhanden. — Ziemlich
ungleich verhält sich der Darmtractus bezüglich der Zahl seiner
Windungen, welche bei verschiedenen Exemplaren von 43 bis zu
65 Windungen beträgt. — Uber die Keferstein’schen Bläschen
der inneren Leibeswand, die ich bei den meisten der untersuchten
Tiere gefunden habe, wird später noch die Rede sein. — Als An-
hänge der inneren Leibeswand finden sich wie bei Sipunculus vastus
kleine weissliche Gebilde dicht vor dem Vorderende der Segmental-
organe; diese Anhänge von unbekannter Bedeutung haben eine
kernhaltige Wand und weichen durch kürzere mehr birnförmige
Gestalt von den längeren bandartig gestalteten Anhängen am gleichen
Orte bei Sipunculus vastus ab. — Das weissliche Vorderende der
braunen Segmentalorgane, welches sich durch seine mehr oder
zur Kenntnis der Gephyreen. 319
weniger halbmondförmige Gestalt auszeichnet, stellt einen grossen,
dorsoventral abgeflachten, am freien dorsalen Rande mit stumpfen
Läppchen besetzten Trichterapparat vor, welcher die innere Communi-
cation der Segmentalorgane mit der Leibeshöhle vermittelt. Ab-
gesehen von dem abweichend gestalteten Umriss ist der Trichter
des Sipunculus cumanensis gebaut wie bei Sipunculus vastus und
hat in seiner Form grosse Ahnlichkeit mit der Abbildung, welche
Sluiter (19) von dem Segmentaltrichter des sehr nahe verwandten
Sipunculus billitonensis gegeben hat. Der zur Körperoberfläche
nach aussen führende Gang der Segmentalorgane verläuft schief zur
Körperlängsachse nach vorn wie bei Sipunculus nudus und Phymo-
soma. — Für den Bau der Geschlechtsorgane gilt das bei Sipunculus
vastus hierüber Gesagte.
Fundort: Amboina, Nordwachter Eiland.
Die Fundorte sind neu für diese Art. — Sipunculus cuma-
nensis ist weit verbreitet und kommt vielleicht überall in den
tropischen Meeren beider Hemisphären vor. Er findet sich im Roten
Meere, an der ostafrikanischen Küste, vom Malayischen Archipel
bis in das australische Inselgebiet, in Amerika im tropischen Gebiet
bei Cumana und bei Tortugas (Florida) (siehe später).
e) Aspidosiphon Grube.
13. Aspidosiphon gracilis Baird.
Die wenigen von dieser Art vorhandenen Exemplare zeigen im
Ganzen Übereinstimmung mit der Beschreibung Selenka’s (12) in
dessen Monographie. Das Grösste der Exemplare, welches voll-
kommen ausgestreckt ist, hat eine Länge von 4 cm ohr.e den Rüssel,
letzterer ist etwa halb so stark wie der Körper und übertrifft diesen
etwa um ein Viertel an Länge. — Selenka (12) bezeichnet die
Färbung der Art als gelbgrünlich; die Färbung der vorliegenden
Tiere zeigt einen grau- oder bräunlichgelben Farbenton. Die Tiere
der Brock’schen Sammlung sind heller gefärbt als das dunkle von
Semper abgebildete Exemplar von den Philippinen (12). Die im
Verhältniss zu dem sehr gestreckten, schlanken Körperbau der Art
ziemlich starke Haut ist vollkommen undurchsichtig und ist durch
ihr schon für das unbewaffnete Auge erkennbares, gerieseltes Aus-
sehen, welches durch die in geschlängelten Linien angeordneten Haut-
körper hervorgerufen wird, charakteristisch für die Art. — Die An-
ordnung der Tentakel entspricht bei dieser Art dem in der Se-
lenka’schen Monographie (12) gegebenen Schema F., von eigent-
lichen freien Tentakeln kann kaum die Rede sein, dieselben werden
vielmehr durch eine am freien Rande gekerbte, oberhalb des Mundes
gelegene kurze Quermembran vertreten. Wie schon von Baird an-
geführt wird (4), weicht der Aspidosiphon gracilis durch das Fehlen
eines eigentlichen, scharf umschriebenen und abgesetzten Anal-
schildes von den typischen Vertretern der Gattung Aspidosiphon ab.
320 Hermann Augener: Beiträge
Die dem Afterschild entsprechende Gegend vor dem After wird bei
Aspidosiphon gracilis gekennzeichnet durch eine etwas dunklere
Färbung gegenüber dem übrigen Körper und durch eine stärkere
Ausprägung der Längs- und Querfurchen der Haut an dieser Stelle.
Der Schwanzschild ist bei allen Exemplaren von kegelförmig zu-
gespitzter, schlanker Gestalt. — Die einspitzigen Haken, welche
in ihrer Zeichnung entfernt an die des Phymosoma nigrescens er-
innern, haben an ihrer concaven Hinterkante bisweilen die Andeutung
einer Nebenspitze. Die zwischen den Hakenreihen des Rüssels
stehenden Mündungspapillen sind kegelförmig gestaltet und wie bei
anderen Aspidosiphon-Arten dem Hinterrande der vorhergehenden
Hakenreihe näher gestellt als dem Vorderrande der nächstfolgenden.
— In die Cuticula eingelagert finden sich neben zahllosen körnigen
Gebilden nicht selten stäbchen- oder kristallförmige Bildungen,
namentlich in den Furchen der Haut ähnlich wie bei dem später
zu beschreibenden Aspidosiphon ambonensis. —
Der Beschreibung Selenka’s (12) von der inneren Organisation
lässt sich noch einiges hinzufügen. Bezüglich der Hautmuskulatur
ist zu bemerken, dass die einheitliche Längsmuskulatur in der Gegend
des Afters eine unvollkommene Sonderung erfährt, eine zarte Längs-
streifung als Ausdruck einer angedeuteten Sonderung kommt auch der
Ringmuskulatur zu. — Die Rüsselretractoren zeigen bei den beiden
untersuchten Exemplaren verschiedene Befunde, zwischen denen das
Verhalten der von Selenka (12) beschriebenen Tiere in der Mitte
steht. Bei dem einen Exemplar sind zwei vollkommen getrennte,
sich erst weit vorn am Schlunde vereinigende Retractoren vorhanden,
bei dem zweiten Tier findet sich nur ein symmetrisch über dem
Bauchmark entspringender Retractor, an welchem jedoch eine an
der Dorsalseite verlaufende Längsfurche auf eine secundäre Ver-
wachsung des Retractors aus zwei getrennten Muskelstämmen hin-
deutet. — Den Schlunddarm begleitet ein contractiler Schlauch von
gewöhnlichem Aussehen. — Der freie Enddarm trägt ein weissliches
etwas cylindrisches Darmdivertikel, welches an der Basis, neben
dem Spindelmuskel entspringend, mit diesem verbunden ist. — Die
fadenförmigen braunen Segmentalorgane münden ungefähr auf der
Höhe des Afters, welcher bei Lupenvergrösserung als feiner, von
weissen Lippen begrenzter Querspalt erkennbar ist, nach aussen
und sind über die Hälfte ihrer Länge im Vorderabschnitt durch
lange mesenteriale Fäden der Leibeswand angeheftet. Bei einem
Exemplar war eines der Segmentalorgane abnormer Weise bis auf
die dunkle Spitze weiss und unpigmentiert. — Die Geschlechts-
organe bilden wie bei den meisten Sipunculiden ein an der Hinter-
seite der Retractorbasen verlaufendes Querbändchen auf der ventralen
Leibeswand. Eines der untersuchten Tiere war ein Weibchen und
enthielt zahlreiche reife Eier in der perivisceralen Flüssigkeit. Die
Eier sind ellipsoidisch gestaltet, von einer starken von zahlreichen
Porenkanälen durchsetzten Eischale umgeben und sind den Eiern
zur Kenntnis der Gephyreen. 921
der Phymosomen ziemlich ähnlich, aber nach den Eipolen zu weniger
stark verjüngt als bei letzteren.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für diesen Aspidosiphon, welcher bisher
nur von den Philippinen bekannt wurde.
14. Aspidosiphon Cumingi Baird,
Die vorstehende Art wird durch ein einziges Exemplar vertreten,
welches sich in einem stark contrahierten Zustande befindet, so
dass der Körper des Tieres eine mehr tonnenförmige Gestalt hat,
wie dies auch von Fischer (35) für ein Exemplar des Hamburger
Museums angegeben wird. Die Länge des Tieres ohne den Rüssel
beträgt 3 cm und ungefähr das dreifache der Körperstärke; der nur
zum Teil ausgestreckte Rüssel erreicht in Folge seiner starken Con-
traction nur ein Drittel der eigentlichen Körperlänge und zeigt durch
ungleiche Zusammenziehung seiner Teile eine ähnliche Farbenver-
teilung wie sie Baird (12) für diese Art beschrieben hat. Die
Farbenverteilung auf dem eigentlichen Körper entspricht der Be-
schreibung Selenka’s (12). Der Afterschild ist in seiner vorderen
Partie von einer zusammenhängenden, rauhen, rötlichgrauen Kalk-
masse bedeckt, eine bei Aspidosiphon Steenstrupi ähnlich ebenfalls
vorkommende Erscheinung. — Aus eigener Anschauung von im
Museum zu Berlin befindlichen Tieren der Art kann ich die Angabe
Selenka’s (12) über die relative Länge des Rüssels bestätigen,
‚indem der sehr contractile Rüssel in ganz ausgestrecktem Zustande
bei gleichmässig gelblichgrauer Färbung ungefähr das Anderthalb-
fache der eigentlichen Körperlänge erreichen kann. — Aus einem
dem Brock’schen Exemplar beigegebenen Zettel von Dr. Brock
ergiebt sich, dass, falls diese Angabe nicht irrtümlich dem Aspidosi-
phon Cumingi beigefügt wurde, die Färbung des längere Zeit in
Alkohol aufbewahrten Tieres von derjenigen im lebenden Zustande
beträchtlich abweicht; das Tier soll im Leben am eigentlichen
Körper grün, am Rüssel weissgrün gefärbt sein. — Es mag hier
‘noch darauf hingewiesen sein, dass unter den Anhangsgebilden der
Rüsseloberfläche abgesehen von den kurz conisch gestalteten Mün-
dungspapillen die zerstreuten Stacheln der hinteren Rüsselpartie
von den in Reihen angeordneten vorn am Rüssel stehenden Haken
zu unterscheiden sind. Die Stacheln sind nur schwach, weniger
stark gebogen als die Haken, seitlich deutlich zusammengedrückt
und erweitern sich an ihrer Basis in einen dreieckigen hohlen, von
zwei gebogenen Leisten begrenzten Raum. Die Abbildung Selenka’s
(12) bezieht sich nur auf Haken aus den Hakenreihen, während die
Abbildung Fischer’s (35) einen der Stacheln der hinteren Rüssel-
oberfläche wiedergiebt. — ii
Im inneren Bau des Tieres zeigt sich gute Übereinstimmung
mit der Beschreibung von Selenka (12), der sich noch hinzufügen
lässt, dass die Längsmuskelstränge im Vorderkörper doppelt so hoch
Arch, f, Naturgesch, Jahrg. 1903, Bd.I. H.3, Di
3933 Hermann Augener: Beiträge
sind wie im Hinterkörper und in der Aftergegend eine vorüber-
gehende Gabelung erleiden. — Der Enddarm, welcher im After
mehr seitlich, zehn Längsmukelbreiten vom Bauchmark entfernt,
ausmündet, ist in seiner ganzen Länge bis zur ersten Spiralwindung
an die Leibeswand angeheftet, besonders stark in der ersten Spiral-
windung, in welcher der dicke Spindelmuskel aufhört um sich als
feiner Faden weiter nach vorn bis zum After fortzusetzen. Ein
dicht neben dem After jederseits entspringender, sehnenartig glän-
zender Befestigungsfaden, welcher circulär an der inneren Leibes-
wand verläuft und hart. vor den Segmentalorganen und unter dem
Bauchmark an die Leibeshöhlenwand geheftet ist, scheint mir
identisch zu sein mit dem von Fischer (35) erwähnten Befestiger
aus der Aftergegend des Tieres. — Die Mündung der Segmental-
organe, welche bei dem mir vorliegenden Exemplar ausgestreckt
nicht das Hinterende des Körpers erreichen, liegt etwas hinter After-
höhe. — Der den Schlunddarm begleitende contractile Schlauch
trägt an seiner Oberfläche traubige Anschwellungen. — Die Anhangs-
gebilde des Enddarmes, welche für den Aspidosiphon Cumingi
characteristisch sind, stellen sich dar als verästelte blinde Anhänge.
Mit den Geschlechtsorganen, wie Sluiter (19) das nach Analogie
mit dem Aspidosiphon gigas der indischen Meere für möglich hielt,
haben diese Adnexe des Enddarmes nichts zu thun. — Die Ge-
schlechtsorgane wurden nicht beobachtet, werden aber zweifelsohne
ihren Sitz an der Hinterseite der Retractorbasis haben. — Augen-
flecke, die sonst wohl allen Aspidosiphonen zukommen, fehlen bei
dem Brock’schen Exemplar, das hierin von der Beschreibung Se-
lenka’s (12) abweicht.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für die Art; dieselbe ist ausserdem bekannt
von den Philippinen und von Südafrika.
15. Aspidosiphon Steenstrupi Diesing var. fasciatus nov. var.
Fig. 1—4.
Von dieser Varietät des Aspidosiphon Steenstrupi findet sich in
der Brock’schen Sammlung eine Anzahl von Exemplaren, von denen
keines den Rüssel vollkommen ausgestreckt hat. Die Länge des
Körpers ohne den Rüssel beträgt bei den grössten Exemplaren un-
gefähr 4cm, der Rüssel ist in eingezogenem Zustande viel kürzer als
der eigentliche Körper und erreicht so noch nicht die halbe Länge
desselben. In vollkommen ausgestrecktem Zustande mag der Rüssel
schätzungsweise etwa das Anderthalbfache der Körperlänge erreichen.
— Die Gestalt des Körpers ist gestreckt eylindrisch, der eigentliche
Körper ungefähr 5 bis 6 mal so lang wie dick, der cylindrische Rüssel
ist annähernd halb so stark wie der eigentliche Körper. — Die Färbung
des Körpers ist heller als bei Aspidosiphon Steenstrupi, graugelblich
oder weissgelblich und die Haut der mittleren Körperstrecke bei
ansgedehnter Leibeswand durchsichtig, so dass die gesonderten
zur Kenntnis der Gephyreen. 323
Längsmuskelstränge von aussen deutlich erkennbar sind. Am After-
und Schwanzschild ist die Färbung dunkler als am übrigen Körper,
braun, am dunkelsten hinter dem Afterschild. Der Afterschild ist
von dunkler, schwarzbrauner Färbung, auf der Oberfläche etwas
rauh, radiär gefurcht und am Rande gekerbt, zuweilen findet sich
ein schwacher Kalkanflug auf dem Schild, welcher aber bei den
vorliegenden Tieren niemals so stark ist wie der oft compacte Kalk-
belag des Schildes bei Aspidosiphon Steenstrupi. — Der Rüssel
weicht in seiner Zeichnung ab vom Körper, er ist braun und erhält
durch einen oder mehrere helle, unpigmentierte, die braune Färbung
unterbrechende Ringe ein an das Verhalten mancher Phymosomen
erinnerndes Aussehen. Die Hakenregion des Rüssels hat eine helle
grauweissliche Färbung. — Die Hautkörper, die an der Ventral-
fläche des Körpers kleiner sind als auf der Dorsalseite, sind dicht
vor dem After- und Schwanzschild grösser als am Mittelkörper, am
grössten in der Gegend des Afters. Die mittlere Körperstrecke,
auf welcher die Hautkörper zerstreut stehen, ist in ausgedehntem
Zustande glatt und ist zart quergefurcht. Hinter dem Afterschild
wird durch deutliche Quer- und Längsfurchung der Haut eine
Felderung hervorgerufen, die Hautkörper sind hier, je einem Feld-
chen entsprechend in Längsreihen angeordnet, welche zwischen den
Einkerbungen des Afterschildes auslaufen. — Am braungefärbten
Schwanzschild, welcher nach dem jeweiligen Contractionszustande
des Tieres deutlicher oder undeutlicher sich absetzt und zuweilen
gleichmässig in den übrigen Körper übergeht, sind die Hautkörper
in Längsreihen angeordnet, ausserdem besitzt der Schwanzschild
eine radiäre und concentrische Furchung mit Ausnahme einer ziem-
lich glatten centralen kreisförmigen Partie. — Die Hautkörper be-
sitzen eine feine centrale Mündung und sind am Mittelkörper mit
kleinen, am Vorder- und Hinterende des Körpers mit etwas grösseren
ceuticularen Plättchen dicht bedeckt. — Vorn am Rüssel finden sich
etwa 20 bis 60 geschlossene Ringe von Haken, welche nach hinten
zu allmählich in die zerstreuten Stacheln des hinteren Rüsselab-
schnitts übergehen. Die zweispitzigen Haken (fig. 2) unterscheiden
sich von denen des Aspidosiphon Steenstrupi durch das Fehlen
oder nur eine ganz schwache Andeutung des schmalen, hellen,
kanalartigen Fortsatzes, welcher bei der letzteren Art sich in den
dunklen Binnenraum des Hakens hineinzieht. Die Höhe der Haken
beträgt 56 bis 57 w. — Von ungefähr gleicher Höhe wie die Haken
sind die schlanken, kegelförmigen Mündungspapillen zwischen den
Hakenreihen, von denen auf jeden 3ten oder 4ten Haken eine Papille
kommt. Die Stacheln (fig. 3) der hinteren Rüsselpartie, auf der die
Mündungspapillen zerstreut stehen, gleichen vollkommen denen des
Aspidosiphon Steenstrupi, die hellen Ringe des Rissels sind frei
von Stacheln und nur mit Mündungskörpern besetzt. An der Hinter-
seite jedes Hakens steht eine Reihe von Hautrunzeln. Die Haken
sind in ihrer Spitze etwas ungleich bis zu im rechten Winkel um-
gebogen. — Die gesonderten Stränge der Längsmuskulatur, die im
21*
324 Hermann Augener: Beiträge
Vorderkörper schwach lamellenartig gestaltet sind, bilden namentlich
im Mitts!körper und hinter den Retractorbasen häufig Anastomosen
und Gabelungen und verlaufen im Hinterende gesondert bis zum
Schwanzschild; im Vorderkörper finden sich etwa 20, im Mittelkörper
etwa 30 Längsmuskelstränge, die viel schwächere Ringmuskulatur
ist in zahlreiche feine Stränge gesondert. — Die beiden Retractoren
des Rüssels oder Retractorwurzeln entspringen ungefähr '!/, bis '/,
der Körperlänge vom Hinterende entfernt symmetrisch zum Bauch-
mark von etwa 8 bis 10 Längsmuskelsträngen und ihr Verschmelzungs-
punkt liegt bei eingezogenem Rüssel noch hinter der Körpermitte. —
Der Darmtractus enthält eine Spira von 30 bis 40 Windungen
und wird ausser durch den vollständigen Spindelmuskel, der sich
am Schwanzschild hinten inseriert, in seiner Lage gehalten durch
einen fadenförmigen Befestiger, der hart am Bauchmark in der
Gegend der Retractorbasen entspringt, zwischen den Retractor-
schenkeln nach vorn zieht und einen Ast an den Schlunddarm, einen
zweiten in die vorderste Enddarmwindung direct an den Spindel-
muskel abgiebt. Am freien Enddarm findet sich ein Darmdivertikel,
welches an der Wurzel mit dem Spindelmuskel verbunden ist. —
Die fadenförmigen braunen Segmentalorgane sind in ihrem grösseren
Vorderabschnitt durch Mesenterien an die Leibeswand gespannt
und reichen mit ihrem Hinterende mindestens bis zur Retractorbasis,
im äussersten Falle bis ans Hinterende des Körpers. Das weisse
Vorderende der Segmentalorgane liegt etwas hinter Afterhöhe und
communiziert mit der Leibeshöhle durch einen vierlappigen trichter-
artigen Anhang. — Die Geschlechtsorgane wurden nicht beobachtet.
— Dem Gehirn sitzen auf seiner hinteren Hälfte zwei dunkle Augen-
flecke auf. — Das Bauchmark zeigt nichts vom gewöhnlichen Ver-
lauf Abweichendes. —-
Zwei Exemplare aus Amboina, welche in ihrer Organisation
vollkommen mit den übrigen Exemplaren überein stimmen, weichen
von letzteren ab durch ihre auffallende rostrote Körperfärbung.
Diese Färbung wird hervorgerufen durch massenhafte Entwicklung
eines rötlichen Pigmentes in der Haut, welches bei den Exemplaren
mit gewöhnlicher Färbung zwar auch, aber in viel beschränkterem
Masse auftritt. Der Schwanzschild ist bei den rostroten Exemplaren
wenig deutlich abgegrenzt und kaum von dem übrigen Körper zu
unterscheiden. —
Ein einzelnes Exemplar von Polo Edam, welches sich durch
geringe Abweichungen von der gewöhnlichen Form der vorliegenden
Varietät unterscheidet, ist als lokale Abänderung und zugleich als
Übergangsform zu Aspidosiphon Steentrupi anzusehen. Es ähnelt
in der Färbung dem letzteren und ist am Mittelkörper gelbbraun,
in der Nachbarschaft der beiden Schilde dunkelbraun gefärbt; die
Haken (Fig. 4) dieses Tieres haben teils einen nur angedeuteten
teils einen deutlich entwickelten schmalen hellen Fortsatz, welcher
aus der hellen Randzone des Hakens in den dunkel pigmentierten
zur Kenntnis der Gephyreen. 329
Raum desselben sich hineinzieht, aber kürzer ist als bei Aspidosiphon
Steenstrupi. —
Die vorliegende Form wird durch ihre Bezeichnung als Va-
rietät des Aspidosiphon Steenstrupi bezüglich ihrer systematischen
Stellung genügend gekennzeichnet und unterscheidet sich von letz-
terem hauptsächlich durch die abweichende Färbung des Körpers
wie die abweichende Zeichnung der Haken.
Fundort: Amboina, Polo Edam.
Der typische Aspidosiphon Steenstrupi Dies. ist bekannt aus
dem Malayen-Archipel, von den Philippinen, Mauritius und den
Loyalty-Islands.
16. Aspidosiphon ambonensis noy. spec.
Fig. 5—8.
Es liegen zahlreiche Exemplare von dieser Art vor, welche in
Körperfärbung und Habitus grosse Ähnlichkeit mit der vorhergehenden
Form hat, von mehreren Fundplätzen. Bei ausgestülptem Rüssel
unterscheidet sich die vorliegende Art, die übrigens in ihrer Or-
sanisation dem Aspidosiphon laevis Sluit. (19) nahe steht, von dem
Aspidosiphon fasciatus durch die ganz helle einheitliche Färbung des
Rüssels. — Die Länge der grössten Exemplare beträgt 2,5 bis 3 cm
ohne den Rüssel. Der eigentliche Körper ist von cylindrischer
Gestalt und entsprechend dem jeweiligen Contractionszustande der
Haut gedrungener oder mehr gestreckt und demnach 5 mal bis 9
oder 10 mal so lang wie dick. Der Rüssel ist selbst in voll-
kommen ausgestrecktem Zustande von ziemlich verschiedener Länge,
welche von ?/, bis zu doppelter Ausdehnung des eigentlichen Körpers
beträgt und durchschnittlich etwa */, der eigentlichen Körperlänge
gleichkommt. Der Rüssel ist wie der Körper von cylindrischer Form
und ungefähr halb so stark wie der letztere. — Die Färbung, welche
je nach dem Contractionszustande der Tiere etwas variiert, ist bei den
meisten Exemplaren am eigentlichen Körper ziemlich hell, gelblich-
oder graulichweiss, es kommen auch Tiere mit dunklerer, mehr
gelbbrauner Färbung vor. Dicht am After- und Schwanzschild ist
die Haut in einer gürtelförmigen Zone dunkler als die mittlere
Körperstrecke, gelblich oder bräunlich gefärbt. Der Rüssel ist stets
heller als der eigentliche Körper, graulich- oder gelblichweiss ohne
dunkle Bindenzeichnung. Die Haut der mittleren Körperstrecke
ist in stark contrahiertem Zustande undurchsichtig, bei starker Aus-
dehnung der Leibeswand durchsichtig und lässt dann die gesonderten
Längsmuskelbänder deutlich von aussen erkennen. Eine feine ver-
schieden stark je nach den Umständen ausgeprägte Querfurchung
macht sich auf der sonst glatten Aussenfläche des Mittelkörpers
bemerkbar. — An der mittleren Körperstrecke finden sich zahlreiche
zerstreute Hautkörper, welche sehr wenig hervortreten, so dass die
Körperhaut bei starker Ausdehnung ganz glatt erscheint. — Die
Hautkörper (fig. 8) haben eine feine, kreisförmige, centrale Mündung
326 Hermann Augener: Beiträge
und sind von kleinen hellen, euticularen Körnchen an ihrer Ober-
fläche dicht bedeckt. In der dunklen Zone am After- und Schwanz-
schild sind die Hautkörper grösser als am Mittelkörper und dunkler
gefärbt und die centrale Mündung ist mit mehreren Reihen kleiner
eckiger Plättchen umgeben, wodurch die Hautkörper hier denen
des Aspidosiphon laevis (19) ähnlich sehen. Am Vorder- und Hinter-
ende des Körpers grenzen die Hautkörper, nur durch Furchen ge-
trennt, dicht aneinander, indem ausser der hier stärker auftretenden
Querfurchung noch eine Längsfurchung der Haut hinzukommt. Eine
mehr oder weniger deutliche Anordnung der Hautkörper in Längs-
reihen ist an beiden Körperenden zu erkennen. — Die beiden den
eigentlichen Körper begrenzenden Schilde sind dunkler als der übrige
Körper, braun oder braunschwarz. Der Schwanzschild, welcher je
nach seinem Contractionszustande gleichmässig in den übrigen Körper
übergeht oder gegen diesen deutlich abgesetzt ist, zeigt in seinem
peripheren Teile eine radiäre und concentrische Furchung, wodurch
eine Felderung dieses Teiles hervorgerufen wird. Eine centrale
kreisförmige Partie des Schildes ist ungefurcht und mit unregel-
mässig verteilten Hautkörpern bedeckt. In der gefurchten Rand-
zone sind die Hautkörper in radiären Reihen angeordnet, welche
die Fortsetzung der vor dem Schilde ebenfalls in Reihen angeordneten
Hautkörper bilden. — Der Afterschild ist kreisförmig oder oval in der
Körperlängsachse gestreckt, auf seiner Oberfläche gekörnelt, zuweilen
mit einem schwachen, graulichen Kalkanflug; der Rand des Schildes
trägt eine Reihe von Einkerbungen, zwischen zwei Kerben stösst je
eine Reihe von Hautkörpern an den Rand des Schildes. — Bezüglich
der Form und Stellung der Tentakel gilt das bei Aspidosiphon
gracilis Gesagte auch für die vorliegende Art, der tentakeltragende
Kopfabschnitt wird von einer ringförmigen Hautduplicatur umgeben,
welche wie bei Phymosoma in der dorsalen Mediane unterbrochen
und hier jederseits mit der Tentakelmembran verbunden ist. —
Der Rüssel trägt an seinem Vorderende einen Besatz von ungefähr
50 bis über 100 geschlossenen Hakenreihen, welche nach hinten zu
allmählich in die zerstreuten Stacheln der hinteren Rüsselhälfte
übergehen. Die Haken (fig. 6) ähneln denen des Aspidosiphon laevis
(19), sind zweispitzig, seitlich stark comprimiert, verschieden stark
bis fast im rechten Winkel gebogen und charakterisiert durch den
Verlauf einer gebogenen Linie im Inneren. An der hinteren Seite
der Haken steht je eine Reihe von Hautrunzeln. Die Haken sind
ungefähr 49 u hoch; zwischen den Hakenreihen stehen in regel-
mässigen Abständen kurze kegelförmige Mündungspapillen, welche
zwischen den Stacheln der Rüsselbasis zerstreut verteilt sind. Die
Mündungspapillen haben eine centrale Durchbohrung und sind etwa
halb so hoch wie die Haken. Die zerstreuten Rüsselstacheln (fig. 7)
erscheinen in der Ansicht von oben schlank dornförmig, sind seit-
lich zusammengedrückt und an ihrer Basis in einen dreieckigen
Raum erweitert, der von zwei gebogenen Leisten begrenzt wird. —
Die Längsmuskulatur des Hautmuskelschlauches ist in Stränge
zur Kenntnis der Gephyreen. 327
gesondert, welche im Vorderkörper etwas stärker als hinten sind und
namentlich in der mittleren und hinteren Körperstrecke öfters
Anastomosen bilden, in Folge dessen hinten mehr Längsmuskel-
stränge als vorn vorhanden sind. In der Mitte des Körpers finden
sich ungefähr 25, im Vorderkörper etwa 20 Längsmuskelstränge,
die in der Gegend des Afters zu dem einheitlichen Stratum des
Rüssels zu verschmelzen beginnen. Die schwache Ringmuskulatur
weist eine nicht sehr deutliche Sonderung in zahlreiche feine Stränge
auf. — Zum Einziehen des Rüssels dienen zwei Retractoren, welche
etwa !/, oder !/, der Körperlänge vom Hinterende entfernt an der
ventralen Leibeswand entspringen. Die Retractoren nehmen ihren
Ursprung aus ungefähr dem öten oder 4ten bis 6ten oder 7ten
Längsmuskelstrang vom Bauchmark ab und vereinigen sich bei
ausgestrecktem Rüssel ungefähr in der Aftergegend zu einem
Stamme, an den der Schlunddarm bis zur Gabelung in die beiden
Retractorwurzeln mittelst eines Mesenteriums angeheftet ist. —
Der Darmtractus besteht in seinem Hauptteil aus einer Doppel-
spirale von ungefähr 20 bis 25 Windungen, die von einem kräftigen
Spindelmuskel zusammengehalten werden. Der dicht am After be-
sinnende Spindelmuskel begleitet zunächst den freien Enddarm, der
in seinem vordersten analen Abschnitt durch Mesenterien an die
Leibeswand gespannt ist und heftet sich nach dem Verlassen der
Darmspira an den Schwanzschild an. — Am freien Enddarm ent-
springt ein kleines weissliches Divertikel, das an seiner Basis mit
dem Spindelmuskel verbunden ist. — Fadenförmige Befestiger des
Darmes sind nicht vorhanden. — Die zwei langen, fadenförmigen,
braunen Segmentalorgane münden etwas hinter der Höhe des Afters
nach aussen annähernd zwischen dem 3ten und 4ten Längsmuskel.
Die Segmentalorgane sind ungefähr in ihrer vorderen Hälfte durch
mesenteriale Fäden an die Leibeswand angeheftet und reichen aus-
gestreckt bis an die Basis der Retractorwurzeln oder bis ans Hinter-
ende des Körpers. Das mit weisslicher Färbung abgesetzte Vorder-
ende der Segmentalorgane communiziert mit der Leibeshöhle mittelst
eines trichterförmigen Anhangsgebildes. — Das Bauchmark zeigt den
gewöhnlichen Verlauf und liegt überall der Leibeswand dicht an, das
Gehirn trägt auf seiner hinteren Hälfte zwei feine schwarze Augen-
flecke. — Ein contractiles Gefäss von gewöhnlichem glattem Aus-
sehen begleitet den Schlunddarm dorsal bis zum Gehirn. — Die
Geschlechtsorgane befinden sich an der Hinterseite der Retractoren-
basis, als ein zartes, weissliches, gekräuseltes Querbändchen, welches
jederseits bis zum Bauchmark quer über die ventrale Leibeswand
zieht. — Bei einem weiblichen Exemplare fanden sich zahlreiche
reife Eier in der peritonealen Flüssigkeit treibend, bezüglich ihrer
Form hat das bei Aspidosiphon gracilis Angeführte auch für Aspido-
siphon ambonensis Gültigkeit. —
Ein Exemplar der Art von Polo Edam ist als lokale Ab-
änderung anzusehen, da es von der typischen Form von Amboina
etwas abweicht durch dunklere, gelbbraune Färbung und den Besitz
328 Hermann Augener: Beiträge
von nur 11 Hakenringen mit etwas modificierten Haken. Ein kurzer
Befestigungsfaden, der zwischen der öten und 6ten Darmwindung
vom Spindelmuskel aus an die Leibeswand zieht, ist wahrscheinlich
nur eine individuelle Eigentümlichkeit dieses Exemplars. —
Um zum Schluss noch kurz die Hauptabweichungen des Aspi-
dosiphon ambonensis von Aspidosiphon fasciatus anzuführen, so ist
hervorzuheben, dass Aspidosiphon ambonensis sich von dem letzterem
bei habitueller Ähnlichkeit unterscheidet durch seine ganz helle,
gleichmässige Rüsselfärbung und die abweichendeForm und Zeichnung
seiner Haken und Stacheln und das Fehlen eines Darmbefestigers
— In verwandtschaftlicher Beziehung scheint mir Aspidosiphon
ambonensis dem Aspidosiphon laevis Sluit. nahe zu stehen, von
dem er sich aber durch den Besitz von zerstreuten Rüsselstacheln
unterscheidet.
Fundort: Amboina, Nordwachter Eiland, Polo Edam.
17. Aspidosiphon Brocki n. sp. fig. 9—13.
Die vorliegende Art wird durch sechs grösstenteils kleine Exem-
plare vertreten, alle mit ganz oder mit teilweise eingezogenem
Rüssel. Das Grösste der Tiere hat ohne den Rüssel eine eigent-
liche Körperlänge von 4 cm, der ungefähr in halber Körperlänge
ausgestülpte Rüssel erreicht total ungefähr °/, der eigentlichen
Körperlänge an Ausdehnung. Bei einem kleineren Exemplar mit
vollkommen eingezogenem Rüssel erreicht letzterer an Länge noch
nicht die Hälfte der Körperlänge; gänzlich ausgestreckt dürfte der
Rüssel zum mindesten dem Körper an Länge gleichkommen. Die
Gestalt der vorliegenden Art ist schlank und gestreckt, der eigent-
liche Körper von cylindrischer Form und ungefähr 9mal so lang
wie dick, der Rüssel ist von gleicher Form und nur etwa halb so
stark wie der eigentliche Körper. — Die Färbung des Körpers ist
je nach dem Contractionszustande ein helleres oder matteres Gelb-
lichweiss oder Grauweiss, diejenige des Rüssels ohne dunklere
Zeichnungen und mindestens so hell wie die des Körpers. Die
Körperwände sind in stark contrahiertem Zustande kaum, bei starker
Ausdehnung jedoch ziemlich durchsichtig, so dass man die inneren
Organe von aussen erkennen kann. — Der gut umschriebene After-
schild der Tiere ist dunkler als der Mittelkörper, von brauner
Färbung, auf seiner Oberfläche durch Körnchen rauh und an seiner
Peripherie mit Einkerbungen versehen. Der mehr oder weniger
kegelförmig vorgewölbte Schwanzschild ist nicht sehr deutlich vom
übrigen Körper abgesetzt und in seiner peripheren Zone radiär und
concentrisch gefurcht, in seiner Mitte bleibt eine kreisförmige glatte
Partie frei von Furchen. Der Schwanzschild zeigt ein helleres
Braun als der Afterschild. In der Nachbarschaft der Schilde hat
die Körperoberfläche eine dunklere, gelbliche oder bräunliche Färbung
als der Mittelkörper, welche am Afterschild am dunkelsten ist. —
Die mittlere Strecke des Körpers erscheint, mit unbewaffnetem Auge
zur Kenntnis der Gephyreen. 329
betrachtet, glatt, ist zart quer gefurcht und die kleinen Hautkörper
stehen hier zerstreut, einzeln oder zu mehreren nesterweise beisammen.
Die isolierten Hautkörper haben eine kreisförmige bis elliptische
Begrenzung; wenn sie in Gruppen stehen, sind sie gegen einander
abgeplattet und mehr eckig umschrieben. Dicht vor dem After- und
Schwanzschild sind die Hautkörper grösser als am Mittelkörper und
in Längsreihen angeordnet, indem hier neben der stärker entwickelten
Querfurchung noch eine Längsfurchung auftritt. Die grössten Haut-
körper finden sich hinter dem Afterschild, zu dessen Rande sie, in
Längsreihen geordnet und nur durch Furchen von einander getrennt,
verlaufen; jede Reihe wird von zwei Einkerbungen des Schildrandes
begrenzt. Am Schwanzschilde setzen sich die Hautkörper in Reihen
auf den äusseren Teil des Schildes fort. Die Hautkörper (fig. 12)
des Mittelkörpers, die bei Lupenvergrösserung als Punkte erkennbar
sind, haben eine feine centrale, kreisförmige Mündung und sind an
ihrer Oberfläche mit zahlreichen feinen cuticularen Plättchen be-
deckt, die nach der Peripherie des Hautkörpers zu etwas grösser
werden. In der Gegend der Schilde sind die Hautkörper (fig. 13)
deutlicher von der Haut abgesetzt und mit etwas grösseren Plätt-
chen bedeckt. — Der Rüssel trägt an seinem Vorderende eine Be-
waffnung von geschlossenen Hakenringen, welche nach hinten zu
allmählich in die zerstreuten Stacheln der hinteren Rüsselhälfte
übergehen. Die Haken (fig. 10 a, b) sind zweispitzig, von den Seiten
stark zusammengedrückt und tragen an der Hinterseite ihrer Basis
eine Reihe von Hautrunzeln. In dem Binnenraum der Haken,
welche ungefähr 51 « hoch sind, ist zunächst der concaven
Hinterkante ein dunkler pigmentierter Raum durch eine gebogene
Linie abgegrenzt, welche individuell wie bei demselben Exemplar
einen etwas verschiedenen Verlauf haben kann. — Zwischen den
Hakenreihen stehen in regelmässigen Abständen kurze, kegelförmige
Mündungspapillen mit einer deutlichen centralen Durchbohrung in
der Längsachse, sie sind ungefähr ?/, so hoch wie die Haken. Die
zerstreuten Stacheln (fig. 11) der hinteren Rüsselpartie, zwischen
denen die Mündungskörper zerstreut verbreitet sind, sind einspitzig,
schlank nadelförmig in der Ansicht von oben, seitlich zusammen-
gedrückt und wie bei Aspidosiphon ambonensis an ihrer Basis in
einen dreieckigen von zwei gebogenen Platten begrenzten Raum er-
weitert. —
Die Längsmuskulatur der Körperwand ist im Ganzen genommen
einheitlich, zeigt aber hier und da Andeutungen einer Sonderung
in Stränge, welche in der Gegend des Afters am stärksten ausge-
prägt und bei contrahierter Musculatur am besten wahrnehmbar ist.
Eine undeutliche Sonderung scheint auch der Ringmuskulatur eigen
zu sein. An günstigen Stellen ist noch eine dritte Diagonalmuskel-
schicht zu bemerken, welche zwischen Ring- und Längsmuskulatur
schräg zur Körperachse etwa unter einem Winkel von 45° verläuft.
-— Als Rückzieher des Rüssels ist ein Retractormuskel vorhanden,
der sich aus zwei Wurzeln combiniert, welche etwa !/, oder '/, der
330 Hermann Augener: Beiträge
Körperlänge vom Hinterende entfernt von der ventralen Leibeswand
entspringen und ungefähr auf halber Körperlänge sich zu einem Stamm
vereinigen, der am Gehirn mit dem Schlunddarm verschmilzt. Der
Schlunddarm ist durch ein Mesenterium an den Retractor bis kurz
vor dessen Gabelung in die beiden Wurzeln angeheftet, —
Der Hauptteil des Darmtractus ist in eine Doppelspirale von
ungefähr 23 bis 30 Windungen aufgerollt, die auf einen Spindel-
muskel aufgereiht sind, welcher vorn dicht am After beginnt und
im Hinterende des Körpers sich an die Mitte des Schwanzschildes
anheftet. Der Afterabschnitt des ziemlich langen Enddarmes, dem
der Spindelmuskel dicht anliegt, ist durch breite Mesenterien noch
besonders an die Leibeswand befestigt. — Ein langer fadenförmiger
Befestiger des Darmes ist vorhanden; derselbe beginnt dicht am
Bauchmark in der Gegend der Retractorbasen, zieht zwischen den
Retractorschenkeln nach vorne und spaltet sich in zwei Äste, von
denen einer an den Schlunddarm, der andere in der Gegend der
vordersten Spiralwindung unmittelbar an den Spindelmuskel heran-
tritt. Vom Enddarm entspringt dicht an der vordersten Windung
desselben ein kleines Divertikel, welches an seiner Spitze mit dem
Spindelmuskel verbunden ist. — Die Segmentalorgane sind in der
Zweizahl vorhanden und von mässig langer, fadenförmiger Gestalt,
sie münden etwas hinter der Höhe des Afters nach aussen und
reichen ausgestreckt ungefähr bis ?/, der Körperlänge nach hinten
oder etwa bis an die Basis der Retractorwurzeln. Die Segmental-
organe sind von weisslicher Färbung und in ihrer vorderen Hälfte
etwa durch lange mesenteriale Fäden an die Leibeswand geheftet.
Das Vorderende der Segmentalorgane ist mit einem trichterartigen
Anhangsgebilde versehen, welches die Communication mit der Leibes-
höhle vermittelt. — Das Bauchmark zeigt den gewöhnlichen Ver-
lauf und liegt überall der Leibeswand dicht an; am Gehirn finden
sich auf dessen hinterer Hälfte zwei schwarze Augenflecke. — Die
Geschlechtsorgane wurden beobachtet in der gewöhnlichen Lage
als zarte weissliche gekräuselte Querbändchen an der Hinterseite
der Retractorbasen.
Als Hauptunterschied des Aspidosiphon Brocki von Aspidosiphon
fasciatus und ambonensis ist neben der abweichenden Form der
Haken und Stacheln die Einheitlichkeit der Längsmuskulatur des
Hautmuskelschlauches hervorzuheben. Den Besitz eines faden-
förmigen Darmbefestigers hat Aspidosiphon Brocki, abweichend von
Aspidosiphon ambonensis, gemeinsam mit Aspidosiphon fasciatus.
— Über die nähere systematische Stellung der Art vermag ich
nichts anzugeben.
Fundort: Amboina, Polo Edan,
zur Kenntnis der Gephyreen. 331
f) Cloeosiphon Grube.
18. Cloeosiphon aspergillum Quatref. var. javanicus Sluit.
(Fig. 16).
Die vorliegende Form wird durch eine Reihe von Exemplaren
vertreten mit grösstenteils vollständig eingezogenem Rüssel. Das
Grösste der Tiere hat ohne den Rüssel eine Länge von ungefähr
6,25 cm. Die Färbung der Exemplare ist ziemlich verschieden; die
dunkelsten Tiere haben eine gelbbraune Körperfarbe entsprechend
der von Sluiter (15) gegebenen farbigen Abbildung dieser Art, die
hellsten Exemplare sind graugelblichweiss und mit den dunklen
durch Übergangsformen verbunden. — Die Haut der hellen und
der jungen Tiere ist mehr oder weniger durchscheinend. — Abge-
sehen von der Hauptfärbung ist überall ein schmaler brauner Gürtel
dicht hinter dem Kalkknopf eine constante Bildung, die bei den
hell gefärbten Exemplaren am deutlichsten hervortritt. Der dunkle
Gürtel lässt zuweilen schon mit blossem Auge seine Zusammen-
setzung aus braunen Hautkörpern erkennen, welchein dieser Körper-
gegend am grössten sind und ihre centrale Mündung als einen
hellen Punkt wahrnehmen lassen. — Der Rüssel ist gewöhnlich
heller als der übrige Körper und erreicht in Übereinstimmung mit
den Beobachtungen Sluiter’s an lebenden Tieren der Art (15) un-
gefähr die halbe Länge des eigentlichen Körpers. — Die Mündung
des Afters auf der Körperoberfläche ist ziemlich schwer erkennbar
und liegt etwas erhöht vor einer Einbuchtung des Kalkknopfes, die
mit einer ventralen Einbuchtung desselben correspondiert. Die dem
Rüssel zunächst gelegenen Kalkpapillen sind allgemein weniger
regelmässig gestaltet als die weiter nach aussen liegenden; die
säulenartige Verlängerung eines Teiles der central gelagerten Pa-
pillen bei manchen Exemplaren hat Cloeosiphon javanicus mit Cloe-
osiphon aspergillum gemeinsam. — Die Haken, welche in etwa 22
Reihen angeordnet sind, variieren in ihrer Zeichnung wie in dem
Grade der Biegung ihrer Spitze, die im Maximum rechtwinklig um-
gebogen ist. Auf jeden vierten Haken in der Reihe ungefähr ent-
fällt eine der kurzen, conischen Mündungspapillen, welche zwischen
den Hakenreihen stehen. An der concaven Hinterkante der Haken
steht je eine Reihe von Hautrunzeln. —
Die innere Organisation stimmt vollkommen mit derjenigen
des Üloeosiphon aspergillum überein. Bezüglich des Verhaltens
der Längsmuskulatur stimmen alle untersuchten Exemplare der
Brock’schen Sammlung mit den Angaben Sluiter’s überein (15),
indem die Längsmuskelschicht hinter dem Kalkknopf eine kurze
Strecke deutlich gesondert ist unter öfterer Anastomosenbildung,
etwa so weit als die breiten Mesenterien des Afterdarmes nach
hinten sich erstrecken. In dem darauffolgenden Hauptteil des
eigentlichen Körpers ist die Längsmuskelschicht continuierlich,
zeigt eine feine Streifung in der Längsrichtung und kann hier
und da, namentlich in der Linie, über der das Bauchmark die
332 Hermann Augener: Beiträge
Leibeswand begleitet, geschlitzt sein. — Die Ringmuskulatur zeigt
wie die Längsmuskulatur eine Längsstreifung als Ausdruck einer
angedeuteten Sonderung und kann ebenfalls ab und an geschlitzt
sein. — Wie bei Cloeosiphon aspergillum ist der Schlunddarm
an den Retractorstamm bis zu dessen Gabelung in die Retractor-
wurzeln mittelst Mesenterien angeheftet; die Segmentalorgane
erreichen mit ihrer Spitze die Basis der Retractorwurzeln. —
Durch das Vorkommen eines allerdings unverhältnissmässig kleinen
Divertikels am Enddarm stimmt (Cloeosiphon mit den anderen
Sipunculidengattungen überein; an der Basis des Divertikels zieht
der hier sehr feine Spindelmuskel, welcher dem Enddarm ganz
dicht anliegt, entlang bis zum After. — Die Geschlechtsorgane
wurden bei zwei Exemplaren beobachtet in der Form eines äusserst
zarten und schwer erkennbaren Querbändcehens an der Hinterseite
der Retractorbasen; die Geschlechtsorgane befanden sich anscheinend,
nachdem sich die Geschlechtsprodukte abgelöst hatten, schon wieder
im Zustande der Rückbildung und Passivität. Die mit dem Ver-
halten fast aller Sipunculiden übereinstimmende Lage der von mir
beobachteten Organe spricht dafür, dass diese wirklich die Ge-
schlechtsorgane von Cloeosiphon waren, steht aber im Widerspruch
zu der Abbildung, welche Sluiter (15) von einem aufgeschnittenen
Cloeosiphon gegeben hat, wo die Geschlechtsorgane im hinteren
Körperabschnitt als flächenhafte Bildung gezeichnet sind. Da
Sluiter in dem zugehörigen Texte anführt, dass er die Geschlechts-
organe nicht beobachtet habe, so mag vielleicht bei der Anfertigung
der erwähnten Abbildung irgend ein Irrtum vorgekommen sein. —
Bei einigen weiblichen Exemplaren fanden sich unter den Elementen
der Leibesflüssigkeit zahlreiche, grosse, reife Eier, die mit blossem
Auge als feine Pünktchen erkennbar sind. Die Eier (fig. 16) gleichen
durchaus denen von Aspidosiphon, haben einen Längsdurchmesser
von ca. 110 u, sind ellipsoidisch gestaltet und umschlossen von einer
mit zahlreichen Porenkanälen versehenen Schale. Die Porenkanäle
der Schale sind cylindrisch wie bei Aspidosiphon und Phymosoma,
— Ausser den Geschlechtsprodukten finden sich in der Leibes-
flüssigkeit die farblosen, kugeligen, kernhaltigen Blutzellen von 18 u
Durchmesser. Bei einem Exemplar zeigten die meisten Blutzellen
an ihrer Oberfläche eine spindelförmige Bildung, die zuerst den Ein-
druck einer festen Einlagerung, etwa eines Kristalles, machte. Je-
doch haben verschiedenartige Versuche sowie die Berücksichtigung
des Umstandes, dass sich eine solche Spindelfigur neben anderen
offensichtlich auf Faltungen der Zellmembran zurückzuführenden
Erscheinungen, wenn auch viel seltener ebenfalls beobachten lässt
an den Blutzellen anderer Exemplare, mich dazu geführt, die Spindel-
bildung nur als ein Produkt von Faltungsvorgängen an der Membran
der Blutzellen anzusehen.
Fundort: Amboina.
Die Fundorte sind neu für diese Art; dieselbe war bereits be-
kannt aus dem Malayischen Archipel,
zur Kenntnis der Gephyreen. 333
19. Cloeosiphon aspergillum Quatref. var. mollis Sel.
& Bülow.
Ein einziges Exemplar von etwa 2,4 cm eigentlicher Körper-
länge und von gelbbrauner Färbung ist dieser Art zuzurechnen,
Der Rüssel des Exemplares kommt an Länge ungefähr der halben
Körperlänge gleich. Die dem Rüssel zunächst stehenden Papillen
des Kalkknopfes sind säulenartig ausgezogen. — Die innere Organi-
sation stimmt vollkommen mit der des Cloeosiphon javanicus über-
ein auch hinsichtlich der Beschaffenheit des Hautmuskelschlauches.
— Am Gehirn finden sich zwei bei diesem Tier ziemlich grosse
schwarze Augenflecke, die von Selenka (12) an seinen Philippinen-
exemplaren nicht beobachtet wurden. — Die Geschlechtsorgane habe
ich nicht gesehen. — Die für Cloeosiphon mollis von Selenka als
Artunterscheidungsmerkmal angeführte mehr unregelmässige Form
der Papillen des Kalkknopfes findet sich übrigens nicht allein bei
der vorliegenden Form, sondern kommt auch bei Exemplaren von
Cloeosiphon javanicus mit den grossen Haken und deren ent-
sprechender Zeichnung vor.
Fundort: Amboina.
Der Fundort ist neu für diese Art, welche ausserdem nur für
die Philippinen angegeben ist.
Aus Zweckmässigkeitsrücksichten möchte ich an dieser Stelle noch
an die Besprechung von Cloeosiphon javanicus und mollis eine Be-
merkung über ein paar Tiere anschliessen, welche eigentlich in den
folgenden Abschnitt der Arbeit gehört. Es handelt sich um zwei
aus dem Museum Godefroy von Samoa stammende, in der Göttinger
Sammlung aufbewahrte Tiere, welche die Bezeichnung „Phascolosoma“
trugen und welche ich zum Vergleich mit den indischen Tieren der
Brock’schen Sammlung herangezogen und der Art Cloeosiphon asper-
gillum eingereiht habe. Die Färbung der lange Jahre in Alkohol
aufbewahrten Tiere, von denen das Grössere ohne den Rüssel un-
gefähr 5,3 cm lang ist, ist, wohl infolge der bleichenden Einwirkung
des Alkohols, ein sehr helles durchscheinendes Gelblichweiss. —
Die grossen Haken variieren wie bei Cloeosiphon javanicus indi-
viduell in dem Grade ihrer Krümmung und in der Zeichnung und
halten in letzierer etwa die Mitte zwischen Cloeosiphon javanicus
und Cloeosiphon aspergillum (Abbildung [12]). Ungefähr 27 Haken-
ringe finden sich vorn am Rüssel, zwischen denen kurze, kegel-
förmige Mündungspapillen in bestimmten Abständen stehen wie bei
Cloeosiphon javanicus nnd mollis. Wie bei den beiden letzteren
Formen liegt an der Hinterseite jeder Hakenbasis eine Reihe von
Hautrunzeln. — Die sonst bei der Gattung Cloeosiphon typisch vor-
kommenden Augenflecke am Gehirn fehlen bei beiden Exemplaren,
vielleicht eine Folge von Ausbleichung durch ihre lange Aufbe-
wahrung in Alkohol. —
Das Resultat meiner Beobachtungen an den drei bekannten
Cloeosiphon-Arten möchte ich dahin zusammenfassen, dass ich auf
334 Hermann Augener: Beiträge
Grund ihrer vollkommenen Übereinstimmung im inneren Bau allen
dreien nicht die Berechtigung gut geschiedener Arten zusprechen
kann. Die geringen Abweichungen in der Beschaffenheit der Kalk-
papillen wie in der Grösse und Zeichnung der Haken, deren Ex-
treme bei Cloeosiphon aspergillum und javanicus durch Übergänge
mit einander verbunden sind, genügen meines Erachtens wohl nur
dazu, Cloeosiphon javanicus und mollis als Varietäten von Cloeosi-
phon aspergillum anzusehen, welcher dann als Stammform zu gelten
hat. — Was die Verbreitung der Gattung Cloeosiphon anbelangt,
so würde demnach Cloeosiphon aspergillum die südlichen und mitt-
leren Teile des indo-pacifischen Gebiets von der ostafrikanischen
Küste bis zu den Philippinen einnehmen, während Cloeosiphon ja-
vanicus im nördlichen Teile des Gebiets in den indischen Gewässern
vorkommt. Für Cloeosiphon mollis muss die Auffindung weiterer
Fundplätze abgewartet werden, um einen Überblick über seine Ver-
breitung zu gewinnen. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass
Cloeosiphon mollis als eine mit kleineren Haken bewaffnete Ab-
änderung überall dort, wo Cloeosiphon aspergillum und javanicus
auftreten, neben diesen ebenfalls vorkommt. —
Es erübrigt noch einige Bemerkungen über die Conservierung
und die Lebensweise der von Dr. Brock gesammelten Gephyreen
an deren Aufzählung anzuschliessen. Zur Conservier ung der Tiere
wurde Chromsäure verwendet; über die Lebensweise und die Be-
schaffenheit ihres Wohnortes lassen sich nur Vermutungen aus-
sprechen, da über letztere Punkte sich keine Angaben von Dr.
Brock vorfanden. Für die Fundplätze der Tiere ist zu berück-
sichtigen, dass bei Amboina Korallen vorkommen, und Polo Edam
und Nordwachter Eiland kleine Koralleninseln sind. — Man darf
wohl annehmen, dass nach dem, was man über die Lebensweise
von Sipunculiden weiss, Sipunculus robustus, cumanensis und wohl
auch Sipunculus vastus Bewohner des Sand- und Schlammgrundes
sind, während die Arten von Cloeosiphon, Aspidosiphon, Phymo-
soma etwa mit Ausnahme von Phymosoma pacificum und Aspidosi-
phon Cumingi, die Schlammbewohner sein mögen, wahrscheinlich
im festen toten Korallengestein lebten und durch Zerschlagen des-
selben aus ihren Wohnröhren wohl erbeutet worden sind. Sipun-
culus vastus kommt, ohne eigentlicher Korallenbewohner zu sein,
nach den Angaben Shipley’s (48) über Südseeexemplare dieser
Art häufig unter den abgebröckelten Schuttmassen des Korallen-
kalkes vor und es scheint das Exemplar der Brock ’schen Samm-
lung eine ähnliche Lebensweise geführt zu haben, wenn man befugt
ist, aus dem Darminhalt dieses Tieres auf die Beschaffenheit seines
Wohnortes zu schliessen. Der Darminhalt dieses Sipuncnlus bestand
aus grobem Kalkmaterial und stimmt mit der Beschaffenheit des
Bodens, auf dem das Tier vermutlich lebte, überein, da das Tier
zur Kenntnis der Gephyreen, 335
seine Nahrungsbestandteile sicherlich aus seiner nächsten Umgebung
genommen hat. Nimmt man für diesen Sipunculus eine mit seinem
Wohnort in ihrer Beschaffenheit übereinstimmende Nahrung an, so
sehen wir eine solche Übereinstimmung bei den schlamm- oder
sandbewohnenden Sipunculiden ebenfalls, indem ihr Verdauungs-
tractus immer mit sandig-schlammiger, feinkörniger Masse erfüllt
war. Anders verhält sich der Darminhalt der echten Gesteinsbe-
wohner unter den Sipunculiden; ich fand bei allen den Darminhalt
ebenso beschaffen wie bei den sandbewohnenden Formen, so dass
aus ihrem Darminhalt kein Schluss auf den Aufenthalt der Tiere
im Korallengestein gezogen werden kann. Bei einem einzigen nicht
der Brock’schen Sammlung angehörenden Stück eines Korallen
bewohnenden Phymosoma fand ich den Darminhalt in Überein-
stimmung mit dem Wohnort des Tieres aus grobem Kalkmaterial
zusammengesetzt. Eine Erklärung dafür, dass die gesteinbe-
wohnenden Sipunculiden wie die Sandbewohner zur Nahrungsauf-
nahme ein feinkörniges Material meist zu bevorzugen scheinen, mag
vielleicht darin zu suchen sein, dass diese Nahrungsmasse reicher
an für den Tierkörper verwertbaren Stoffen ist als die Zerfalls-
produkte des Korallenkalkes; die Gesteinsbewohner erlangten ihre
Nahrung wahrscheinlich mit Hilfe ihres extensilen Rüssels aus der
nächsten Umgebung ihrer Wohnröhren, wohin dieselbe durch die
Bewegung des Wassers abgelagert sein mochte, da diese Formen
bei ihrer trägen Lebensweise vielleicht niemals freiwillig ihre
Wohnung verlassen.
II. Aufzählung der ausser den von Dr. Brock
gesammelten Sipunculiden im Göttinger Museum vor-
handenen Sipunculiden und Echiuriden.
Die hier aufzuführenden Formen sind zum grossen Teil be-
kannte und bestimmte Arten; einige unbestimmte Formen habe
ich grösstenteils bekannten Arten einreihen können, einige wenige
von ersteren halte ich für neu.
a) Phascolosoma Sel. & de Man.
. Phascolosoma vulgare Blainv. St. Vaast.
. Phascolosoma elongatum Kef. St. Vaast.
. Phascolosoma margaritaceum Sars. Bergen, Grönland.
. Phascolosoma eremita Sars. (boreale Kef.) Grönland.
. Phascolosoma coriaceum Kef. St. Thomas.
. Phascolosoma pellucidum Kef. St. Thomas.
. Phascolosoma Schüttei n. sp. fig. 17, 18.
Diese Art liegt in einem einzigen Exemplar mit voll-
kommen ausgestrecktem Vorderende vor. Die Gesammtlänge des
Tieres beträgt ca. 7 cm ohne den Rüsseı, vom After ab etwa
an Korps, Bi Zu uz Sau
336 Hermann Augener: Beiträge
4,3 cm, der Rüssel erreicht hier also den eigentlichen Körper an
Länge nicht. Der Körper ist ungefähr 5 bis 6mal so lang wie dick,
wie der Rüssel von cylindrischer Form und hat eine schmutzig
bräunlichgraue Färbung, die auf dem Rüssel mehr ins Bräunliche
spielt. — Die Oberfläche des Körpers erscheint mit blossem Auge
betrachtet ziemlich glatt, sie ist zart in die Quere gefurcht und
lässt die zahlreichen zerstreuten Hautkörper als feine Pünktchen
hervortreten. — Die Hautkörper (fig. 18) erweisen sich bei Be-
trachtung unter dem Microscop als papillenartig über die Körper-
oberfläche hervorragend,sie sind kurz keulenförmig gestaltet und sitzen
mit ihrem breiteren Ende der Haut auf; die Hautkörper lassen einen
central in ihrer Längsachse verlaufenden Mündungskanal erkennen
und sind in der Aftergegend und am Hinterende kaum grösser als
am Mittelkörper. — Ein wenig hinter dem Tentakelkranz trägt der
Rüssel eine Zone mit blossem Auge erkennbarer Haken (fig. 17);
dieselben sind nicht zahlreich und stehen zerstreut ziemlich weit
von einander entfernt, sie sind braun und nur schwach gebogen,
seitlich etwas zusammengedrückt und denen des Dendrostoma signifer
etwas ähnlich. — Die Tentakelkrone besteht aus zahlreichen ziemlich
langen gelblichen Tentakeln, die in einer einfachen Reihe den central
gelagerten Mund umstellen; durch in radiärer Richtung vorsprin-
gende Faltungen des Tentakelgrundes wird der einreihige Character
der Anordnung der Tentakel verdunkelt, wie es früher für Sipun-
culus cumanensis in gleicher Weise erwähnt wurde. — Die Muskulatur
des Hautmuskelschlauches ist im Ganzen einheitlich, die Ringmus-
kulatur ist hier und dort vorübergehend geschlitzt, namentlich in
der Gegend dicht hinter den Retractorwurzeln. — Zum Einziehen
des Rüssels dienen nur zwei kräftige ventrale Retractoren, welche
ungefähr ?/, der postanalen Körperlänge vom Hinterende entfernt,
symmetrisch zum Bauchmark von der Leibeswand entspringen und
getrennt bis zum Gehirn verlaufen, wo sie am Schlunde mit ein-
ander verschmelzen. Die Retractoren sind etwa in ihren vorderen
2/, mit dem Vorderdarm durch Mesenterien verbunden.
Der Darmtractus besteht der Hauptsache nach aus einer langen
Doppelspirale von etwa 63 Windungen, welche von einem Spindel-
muskel zusammengehalten werden, der etwas vor dem After mit
einer flachen Verbreiterung beginnt, und in der hintersten Spiral-
windung unter Auflösung in einige feinere Fäden endigt. - Der
vordere Teil der Darmspira wird durch zwei fadensörmige Befestiger
in seiner Lage erhalten; der eine Befestiger entspringt als langer
Faden in der vorderen Körperhälfte vor den Retractorbasen links
etwas seitlich vom Bauchmark und heftet sich an die vorderste
Enddarmwindung an, der zweite kürzere Befestiger entspringt etwas
hinter der Höhe des Afters auf der linken Seite von der Bauchwand
und tritt an die erste Vorderdarmwindung heran. Der vorderste
anale Abschnitt des Enddarmes wird durch einen kurzen, flügel-
artig verbreiterten Befestiger und radiäre Muskelfäden an die Leibes-
wand gespannt. Ganz unabhängig vom Darmtractus findet sich
zur Kenntnis der Gephyreen, 337
noch ein fadenförmiger Befestiger im hinteren Rüsselabschnitt; er
entspringt !/, bis !/; der Rüssellänge vor dem After links hart am
Bauchmark und zieht, frei die Leibeshöhle durchsetzend, zur rechten
Seite der Leibeswand. — Am Enddarm findet sich ein kleines
Divertikel, welches mit dem Spindelmuskel verbunden ist. — Der
Vorderdarm wird von einem contractilen Gefäss von zartwandiger
Beschaffenheit und glatter Oberfläche begleitet. — Die zwei braunen,
schlauchförmigen Segmentalorgane beginnen und münden nach
aussen etwas vor der Höhe des Afters, sie sind vollständig frei und
reichen ausgestreckt etwas über die Mitte des Körpers nach hinten
hinaus; die Beschaffenheit ihrer inneren Leibeshöhlenmündung am
Vorderende der Segmentalorgane vermochte ich nicht genau zu er-
kennen, sie verhält sich wahrscheinlich wie bei Phymosoma. —
Das Bauchmark bietet nichts vom gewöhnlichen Verhalten Ab-
weichendes und liegt, von zwei feinen Muskelstreifen flankiert, der
Bauchwand ziemlich dicht an, indem es zahlreiche paarige Seiten-
nerven in dieselbe entsende. Hinten im Körperende hört das
Bauchmark auf unter Auflösung in einige feine Fäden. — Das
Gehirn trägt zwei feine dunkle Augenflecke. — Die Geschlechts-
organe wurden nicht beobachtet.
Fundort: Sydney (Dr. Schütte, 1876).
b) Dendrostoma (rrube.
1. Dendrostoma pinnifolium Kef. St. Thomas.
2. Dendrostoma signifer Sel. & de Man. Luzon.
3. Dendrostoma signifer Sel. & de Man. var.
Einige Exemplare aus Neuseeland sind die Vertreter dieser mit
Haken am Rüssel bewaffneten Varietät des Dendrostoma signifer.
Sämmtliche vorliegende Tiere haben ihr Vorderende eingezogen.
Das Grösste der Tiere hat eine Länge von etwa 4,4cm; der Rüssel
erreicht in stark eingezogenem Zustande zuweilen noch nicht !/, der
eigentlichen Körperlänge. — Die Färbung der Tiere ist dunkler als bei
der gewöhnlichen Form des Dendrostoma signifer, ein düsteres Grau-
braun oder Graugelblichbraun und am Hinterende und am Rüssel-
grunde mehr schwärzlich oder rostbraun. — Die Tentakel sind auf
ca. 6 Tentakelquasten verteilt, die wieder am Ende in 2 oder 3
Aste zerspalten sind. Durch die grössere Zahl der Tentakelquasten
und eine dunkle Pigmentierung der Tentakel an ihrer nach innen
gerichteten Seite weicht die hakentragende Form von dem gewöhn-
lichen Dendrostoma signifer ab. Alle untersuchten Exemplare tragen
am hüssel eine Zone von dunkelbraunen Haken, die stumpfer und
weniger schlank sind als sie die Abbildung Selenka’s (12) von
einem australischen Exemplar zeigt. Die Hakenregion dürfte bei
ganz ausgestrecktem Rüssel schätzungsweise ungefähr die Mitte
desselben einnehmen. Von dem Tentakelkranz sind die Haken ab-
gegrenzt durch eine Querfalte, die nicht auf Contractionsverhältnissen
zu beruhen und der hakenlosen Form des Dendrostoma signifer zu
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.3. 29
338 Hermann Augener: Beiträge
fehlen scheint. -— Ob eine dunkle Pigmentierung, die sich bei den
vorliegenden Tieren vor der Hakenregion findet, dem characteristischen
dunkelblauen Ringbande am Rüssel der Stammform entspricht, kann
mit Sicherheit nur an Exemplaren mit volllständig ausgestülptem
Rüssel entschieden werden, ist jedoch sehr wahrscheinlich. — In
der inneren Organisation stimmen die neuseeländischen Tiere voll-
kommen mit der’ Stammform überein. — Am Vorderende der Seg-
mentalorgane lässt sich eine innere Mündung erkennen, welche wie
bei der Gattung Phymosoma beschaffen zu sein scheint. — Die an-
geführten Abweichungen von der Stammform des Dendrostoma
signifer, im Tentakelkranz wie in der dunkleren Färbung und dem
dem anscheinend constanten Auftreten von Haken, bei den austra-
lischen Tieren der Art bestehend, berechtigen wohl dazu, die
letzteren als unterschiedliche Varietät von Dendrostoma sienifer
aufzuführen.
Fundort: Christchurch (Auckland) (Suter, 1896).
Der Fundort ist neu für die Art.
c) Phascolion (Theel) Sel. & de Man.
l. Phascolion strombi Mont. Hellebäk.
d) Phymosoma Sel. & de Man.
l. Phymosoma granulatum F. S. Leuck. Adria; Fiume;
Sicilien.
Ein mit dem Spindelmuskel am Ende verbundenes Enddarm-
divertikel findet sich bei dieser Art wie bei allen weiterhin auf-
geführten Phymosomen. Bei der vorliegenden Art ist das Divertikel
ziemlich gross. Das Vorderende der Segmentalorgane trägt die
innere mit der Leibeshöhle communizierende Öffnung in Gestalt
eines flachen Trichters, wie er bei Phymosoma albolineatum (siehe
erster Teil) beschrieben ist. Die Beobachtung einer inneren Mündung
an den Segmentalorganen lässt sich auf alle von mir hier aufge-
führten Phymosomen ausdehnen, so weit dies noch nicht von ihnen
bekannt war.
2. Phymosoma scolops Sel. & de Man. Kosseir; Bohol.
Die beiden vorhandenen Exemplare dieser Art sind von ganz
heller Färbung und haben in der Gegend des Afters keine stark
pigmentierten braunen Papillen, wie sie sonst wohl bei dieser Art
vorkommen, die Afterregion ist ebenso hell wie der übrige Körper.
Das Tier von Bohol zeigt verschiedene Modificationen in der Form
seiner Haken, die in ihren Umrissen dem typischen Phymosoma
scolops entsprechen, während der Verlauf der gebogenen Linie im
Inneren bei einem Teil der Haken wie bei der Varietät mossam-
bicense beschaffen ist. — Ein Enddarmdivertikel und die innere
Öffnung der Segmentalorgane verhalten sich wie bei der vorigen Art.
zur Kenntnis der Gephyreen. 339
3. Phymosoma scolops Sel. & de Man. var. mossambicense.
Fig. 21.
Mehrere Exemplare von Neuseeland und eines von der tas-
manischen Küste sind die Repräsentanten dieser Varietät. Die
Exemplare aus Neuseeland entsprechen in ihrer Gestalt und im
Habitus dem Phymosoma scolops. Das grösste Exemplar hat vom
After ab eine Länge von ca. 2,8cm. Die Färbung der neusee-
ländischen Tiere ist ein helleres oder dunkleres Braungelblich oder
Graugelblich, das Hinterende und die Rüsselbasis sind dunkler,
schwarzbraun, der Rüssel im Übrigen mehr graulich. Die dunklen
Rüsselbinden werden bei einem der Tiere auf dem eigentlichem
Körper durch einen zackigen braunen Rückenstreifen, bei den
übrigen durch isolierte, markierte, längliche braune Flecken fort-
gesetzt. Die Hautkörper sind braun und dunkler als die Haut. —
Der Rüssel errreicht vollkommen ausgestreckt etwa das Andert-
halbfache der eigentlichen Körperlänge und stimmt darin mit dem
Verhalten vieler anderer Phymosomen überein. Die Haken sind
sanft gebogen wie bei der Stammform. — Das Exemplar von Tas-
manien ist ungefleckt, dunkel, schwärzlichbraun, die Rüsselbasis
noch dunkler, das hintere Körperdrittel etwa ist mit hellerer Grund-
farbe namentlich ventral gegen den übrigen Körper abgesetzt. —
Die gelbliche oder bräunliche Färbung der eigentlichen Haut (fig. 21)
wird bei der Varietät mossambicense bedingt durch rundliche oder
ovale, ziemlich grosse, glänzend braune, der Haut eingelagerte
Plättchen, die zwischen den Hautkörpern zerstreut sind. Bei der
Stammform des Phymosoma scolops finden sich in der Haut weit
weniger solcher Plättchen, die kleiner, oft von mehr rechteckiger
oder stabförmiger Gestalt und ganz hell gefärbt sind. Die die Haut-
körper bedeckenden, dicht an einander gelagerten braunen Plättchen
sind bei der Varietät mossambicense etwas grösser als bei der
Stammform. — Bei einem der neuseeländischen Tiere, einem
Weibchen, wurden zahlreiche grosse Eier in der Leibeshöhle ge-
funden; sie haben einen kreisförmigen Querschnitt und besitzen
deutlich entwickelt die eigentümliche Einsenkung oder Durchbrechung
der Eischale an den Eipolen, wie ich sie unter den übrigen Phymo-
somen so ausgeprägt nur bei Phymosoma albolineatum beobachtet
habe.
Fundort: Foveaux-Straits (Neuseeland); Nordwestküste von Tas-
manien (Suter, 1897).
Die Fundorte sind neu für diese Form, die von Mossambique
bereits bekannt war.
4. Phymosoma dentigerum Sel. & de Man. Bohol, Uhoy.
5. Phymosoma nigrescens Kef. Viti; Südsee? (wahrschein-
lich) (Salmin 1868).
Ausser dem Keferstein’schen Originalexemplar von den Viti-
Inseln fand sich noch ein von Salmin geliefertes wahrscheinlich
22*
340 Hermann Augener: Beiträge
aus der Südsee stammendes Exemplar vor, das ich hierher stellen
zu müssen glaube. Dieses Tier, das sich durch seine bedeutende
Grösse vor anderen Durchschnittsexemplaren der Art ausgezeichnet,
hat eine schmutzig graubraune Färbung mit zerstreuten einzelnen
ganz dunklen Papillen auf der Dorsalseite zwischen den gewöhn-
lichen hautfarbigen Papillen. Das Salmin’sche Exemplare hat
durch seine derbe, ganz undurchsichtige Haut einen an Phymosoma
pacificum erinnernden Habitus und bei stark contrahierter Körper-
wand und teilweise eingezogenem Rüssel eine Länge ca. 7 cm, wo-
von auf den postanalen Körper etwa 3 cm entfallen. Bei voll-
kommen ausgestrecktem Zustande dürfte eine Schätzung des Tieres
auf eine Totallänge von etwa 15 cm wohl nicht zu hoch gegriffen
sein. — In einigen Kleinigkeiten weicht das Exemplar, vielleicht
zufälligerweise, ab von anderen Stücken des Phymosoma nigrescens ;
es fehlen ihm die Augenflecke am Gehirn und der fadenförmige
Befestiger des Darmes. Die Form der Haken stimmt am meisten
mit denen des Keferstein’schen Tieres (2) aus der Südsee über-
ein; das bei dem letzteren fehlende braune Pigment derselben ist
hier jedoch entwickelt. — Die innere Mündung der Segmental-
organe war bei dem Salmin’schen Exemplar deutlich erkennbar
und entspricht dem Verhalten anderer Phymosoma-Arten. — Ob
das contractile Gefäss am Schlunddarm wirkliche Aussackungen
besitzt entsprechend der Beschreibung Keferstein’s (2) oder nur
die Gefässwand infolge von Contraction solche vortäuscht, habe ich
nicht mit Bestimmtheit entscheiden können, mir scheint das letztere
der Fall zu sein.
6. Phymosoma varians Kef. St. Croix; St. Thomas.
7. Phymosoma Agassizi Kef. Panama; Mendocino (Kalif.).
8. Phymosoma pacificum Kef. Kosseir; Kingsmills-Islands;
Sansibar.
Die Art ist meines Wissens für Sansibar bisher noch nicht
angeführt worden.
9. Phymosoma pectinatum Kef. Mauritius; Panama.
Der Beschreibung von Phymosoma pectinatum (12) möchte ich
einige Bemerkungen hinzufügen. Diese Art nimmt eine Mittel-
stellung zwischen den echten Phymosomen z. B. Phymosoma nigres-
cens und der Gattung Phascolosoma ein. Durch die Anordnung der
Haken in deutlichen Querreihen, die Beschaffenheit des Tentakel-
kranzes, die papillenartig stark hervortretenden kegelförmigen Haut-
körper offenbart sich Phymosoma pectinatum als ein Phymosoma,
während es durch die ziemlich unvollkommene Sonderung der
Längsmuskulatur und besonders das Verhalten des Spindelmuskels
von den echten Phymosomen abweicht und sich Phascolosoma
zur Kenntnis der Gephyreen. 341
nähert; der Spindelmuskel endigt wie bei Phascolosonma in der
letzten blinden Spiralwindung, wo er sich unter Auflösung in eine
Anzahl feiner Fäden an den Darm ansetzt. — Die Beschreipung
der Segmentalorgane, wie sie von Keferstein und Selenka (12)
gegeben wurde, kann ich auf Grund eigener Anschauung berichtigen.
Nach den genannten Forschern befindet sich die innere Mündung
der Segmentalorgane an der Spitze eines Blindsackes, der sich von
dem nephridial functionierenden hinteren Hauptteil der Organe ab-
zweigt. In Wirklichkeit repräsentiert dieser Anhang nur eine an
der Spitze blind geschlossene Ausstülpung, gleichsam einen Neben-
ast des Hauptabschnittes der Segmentalorgane, welcher bei den
anderen Phymosomen ein ungeteilter einfacher Schlauch ist. Die
innere Mündung des Segmentalorganes liegt wie sonst bei anderen
Phymosomen am weissen Vorderende des Organs und besteht in
einem flach ausgebreiteten, nierenförmig begrenzten Trichter mit
quergestellter Spaltöffnung, dessen freier dorsaler Rand ausgefranzt
ist. Der Trichterapparat kann auf den ersten Blick dadurch gänzlich
verdeckt werden, dass der kürzere blinde Ast des Segmentalorgans
nach vorne über dessen Vorderende herübergeschlagen ist. -— Ein
ähnliches Verhalten der Segmentalorgane liegt vielleicht bei einer
Phascolosoma-Art war, von welcher Sluiter (53) die innere Mün-
dung der Segmentalorgane in der gleichen Lage beschreibt wie
Keferstein und Selenka (12) für Phymosoma pectinatum. — Es
mag hier hinzugefügt werden, dass abnormer Weise wohl noch
Aussackungen an den Segmentalorganen von Sipunculiden vor-
kommen können, deren Entstehung theils auf ungewöhnliche Con-
tractionsverhältnisse oder auch auf krankhafte Zustände zurückzu-
führen sein mögen.
10. Phymosoma Antillarum Kef. Panama; St. Thomas; St.
Croix.
11. Phymosoma noduliferum Stimpson (Phascolosoma nodu-
liferum Stimps.); Sydney 1864.
Das einzige Exemplar der vorliegenden Art (2) muss nach
meiner Meinung vorläufig unter dem alten Speziesnamen als Art
beibehalten werden, da ich mich durch Untersuchung des Tieres
überzeugt habe, dass letzteres nicht, wie Selenka (12) vermutete,
zu Phymosoma japonicum Grube hinzugezogen werden kann. Phy-
mosoma noduliferum hat eher Ähnlichkeit mit einer der indischen
von Sluiter beschriebenen Arten, etwa mit dem Phymosoma dia-
phanes (19). Da ohne das nötige Vergleichsmaterial die Zugehörig-
keit des vorliegenden Tieres zu einer bekannten anderen Art nicht
mit Sicherheit festgestellt werden kann, mag Phymosoma noduli-
ferum einstweilen als Art aufrechterhalten werden. Falls sich später
Phymosoma noduliferum als in den meisten Punkten seiner Organi-
sation übereinstimmend mit Phymosoma diaphanes etwa heraus-
stellen sollte, so dürfte der auf dem ungewöhnlichen Verhalten der
342 Hermann Augener: Beiträge
Retractorwurzeln bei letzterem beruhende Unterschied von ersterer
Art wenig in Betracht kommen, da es sich bei Phymosoma diaphanes
bei einem von allen anderen Phymosomen abweichenden Verhalten
vermutlich nur um eine individuelle Eigentümlichkeit handelt. — Von
Phymosoma japonicum unterscheidet sich die vorliegende Art durch
die Form und Zeichnung der Haken, den Bau der Hautkörper und
die weisslichgelbe Färbung der Segmentalorgane. Die Haken er-
innern an die des Phymosoma diaphanes; die Hautkörper sind
kegelförmig gestaltet und tragen zunächst dem ihre centrale Mündung
umgebenden hellen Hof eine von mehreren, etwa 3 Reihen grösserer,
dicht gedrängter brauner Plättchen gebildete Zone, die übrige Ober-
fläche der Hautkörper wird erfüllt von zerstreuten, unregelmässigen
stabförmigen oder kurzeckigen Plättchen verschiedener Grösse und
Form. — Das Vorhandensein nur eines einzigen, rechtsseitigen
Segmentalorgans ist mit ziemlicher Sicherheit durch den Verlust
des linksseitigen Organs zu erklären, man erkennt auf der linken
Bauchseite Reste von Mesenterialfäden, die vermutlich zur Anheftung
des verlorenen Organs an die Leibeswand dienten. Eine innere
Mündung ist am Vorderende des Segmentalorgans vorhanden und
beschaffen wie bei anderen Phymosomen. Auch das Divertikel am
Enddarm und der fadenförmige Darmbefestiger entsprechen dem
gewöhnlichen Verhalten bei Phymosoma; der Befestiger entspringt
auf der linken Körperseite dicht am Bauchmark auf der Höhe der
dorsalen Retractorwurzeln und gabelt sich in zwei an den Darm
herantretende Aste.
12. Phymosoma papilliferum Kef. (Phascolosoma papilliferum
Kef.) St. Thomas fig. 14.
Die vorliegende Art wird durch ein einziges, ziemlich kleines
Exemplar vertreten, welches von Keferstein (2) als Phascolosoma
papilliferum beschrieben wurde, jedoch, nachdem ich selbst das
Tier untersuchen konnte, in die Gattung Phymosoma eingereiht
werden muss. — Für die Phymosomennatur des Tieres spricht
allein schon die Abbildung Keferstein’s (2) von den Haken,
welche einen breiten, stark gebogenen, mit langer Spitze versehenen
Hakentypus darstellen, welcher der Gattung Phascolosoma gänzlich
fremd ist. Durch die Untersuchung des Keferstein’schen Original-
exemplars konnte ich feststellen, dass die in Reihen angeordneten Haken
eine gewisse Ähnlichkeit mit denen des Phymosoma nigrescens haben
und an ihrer Hinterbasis die eigentümlichen Hautrunzeln tragen,
die wohl allen echten Phymosomen mit Hakenbesatz zukommen. —
Die auf der Oberfläche des Körpers zerstreuten Hautkörper haben
eine deutlich ausgeprägte conische Gestalt und erinnern an die des
Phymosoma nigresceens im Bau und in der Form. — Das vor-
liegende Exemplar befindet sich in einem so zarten, dünnhäutigen
Zustande, dass die Anordnung der Hautmuskulatur schwer zu er-
kennen ist, immerhin lässt sich im hinteren Körperabschnitt eine
zur Kenntnis der Gephyreen. 343
Sonderung der Längsmuskulatur in Stränge feststellen, was ent-
schieden für den Phymosomen-Charakter des Tieres spricht. — Das
Verhalten des Spindelmuskels gleicht dem der typischen Phymo-
somen, indem der Muskel nach dem Verlassen der Darmspira sich
in der Schwanzspitze an die Leibeswand anheftet. — Ich darf mir
an dieser Stelle vielleicht einen Hinweis auf das von Fischer (41)
beschriebene Phascolosoma lobostomum Grube gestatten, da ich ver-
mute, dass es sich bei dieser Art wie bei Phascolosoma papilli-
ferum auch um ein Phymosoma mit schwer erkennbarer Sonderung
der Längsmuskulatur handeln könnte, indem die Haken, welche
diese Form besitzt, nach der Abbildung Fischer’s (41) kaum einem
Phascolosoma angehören dürften und den Haken von Phymosomen
sehr gut entsprechen. — Da das mir zur Untersuchung zugängliche
Exemplar als einziges seiner Art mir nur vorlag und überdies
durch die Untersuchung Keferstein’s (2) im aufgeschnittenen Zu-
stande nicht mehr besonders gut erhalten war, so möchte ich nicht
entscheiden, ob das Tier bei einer anderen bekannten Phymosoma-
Art untergebracht werden kann. Die nächsten Verwandten des
Tieres sind meiner Meinung nach in der Gruppe desPhymosoma nigres-
cens zu suchen. — Phymosoma papilliferum bleibt wohl am besten
bis auf Weiteres unter dem alten von Selenka (12) ohne ge-
genügenden Grund abgeänderten Artnamen als Spezies bestehen.
13. Phymosoma thomense n. sp. St. Thomas. fig. 19.
Unter einer Anzahl von Exemplaren des Phymosoma varians
aus St. Thomas fanden sich zwei Exemplare einer Phymosoma-
Art, welche ich unter dem vorstehenden Namen beschrieben habe.
Im äusseren und inneren Bau hat die Art grosse Ahnlichkeit mit
dem indischen Phymosoma albolineatum, so dass Phymosoma tho-
mense vielleicht ebenso gut wie als besondere Art nur als Varietät des
letzteren in den westindischen Meeren angesehen werden könnte.
— Die Länge der beiden Exemplare, welche ihr Vorderende ein-
gezogen haben, beträgt vom After ab ca. 2,3 cm, auf den Rüssel
in toto kommt etwa 1 cm an Länge hinzu. — Die schlanke Form
des Körpers, welcher etwa 7mal so lang wie dick ist, gleicht der-
jenigen des Phymosoma albolineatum und dentigerum. — Die Färbung
der Tiere ist ein zartes durchsichtiges Gelblichweiss, der Rüssel
ist auf der Dorsalseite mit rostgelben Halbbinden geschmückt. —
Die Hautkörper gleichen in ihrem Bau denen des Phymosoma albo-
lineatum, sie sind am Hinterende und besonders an der Rüsselbasis
grösser als am Mittelkörper und braun gefärbt, und bilden vor dem
After einen breiten dunkelbraunen Gürtel. — Vorne am Rüssel
findet sich eine Region von 13 bis 18 Hakenringen, hinter denen
nur spärliche zerstreute Gruppen von Haken vorkommen. Die
Haken (fig. 19) sind denen des Phymosoma maculatum und albo-
lineatum ähnlich, aber verhältnismässig schlanker und höher als
944 Hermann Augener: Beiträge
bei letzterem; ihre lange Spitze ist rechtwinklig oder annähernd
rechtwinklig umgebogen und trägt an ihrer Basis eine spitzwinklig
vortretende deutliche Nebenspitze. — Die Retractoren entspringen
ventral !/,;, bis !/; der Körperlänge vom Hinterende entfernt vom
4ten bis 9ten und 3ten bis Tten Längsmuskelstrang, die dorsalen
Retractoren ungefähr in der Mitte des Körpers vom 6ten bis 8ten
Längsmuskelstrang. — In der Mitte des eigentlichen Körpers sind
etwa 22 bis 24 Längsmuskelstränge von verschiedener Stärke vor-
handen wie bei Phymosoma albolineatum. — Die gelblichen Segmental-
organe und der Darmtractus sind wie bei der letzteren Art beschaffen.
— Das kleine Enddarmdivertikel ist an seiner Spitze mit dem Spindel-
muskel verbunden und weicht durcli diese Befestigungsweise ab
vom Divertikel des Phymosoma albolineatum. — Was die ver-
wandtschaftlichen Beziehungen des Phymosoma thomense anbetrifft,
so steht dasselbe der indo-pacifischen Gruppe des Phymosoma albo-
lineatum, dentigerum u. s. w. nahe und kann als Vertreter des
Phymosoma albolineatum in Westindien angesehen werden in
Parallelstellung zu einigen anderen amerikanischen Formen, wie
Phymosoma Antillarum und varians, die mit indischen Arten, dem
Phymosoma asser und nigrescens korrespondieren.
Fundort: St. Thomas.
e) Sipunculus L.
1. Sipunculus nudus L. Neapel; Sicilien; Westindien.
Ich möchte an dieser Stelle eine Bemerkung über die unter
dem Namen Sipunculus phalloides Pallas von Selenka (12) noch
aufgeführte Sipunculusart einfügen im Anschluss an die Untersuchung
zweier im Göttinger Museum vorhandener westindischer Sipunculus-
exemplare, welche ursprünglich den Namen „phalloides“ trugen.
Nun wurden schon westindische Tiere eines Sipunculus, des ehe-
maligen Sipunculus phalloides Pallas, von Keferstein (3) als zu
Sipunculus nudus gehörig erkannt und beschrieben. Auch an den
beiden mir vorliegenden Tieren vermochte ich nichts zu entdecken,
was eine Trennung dieser Exemplare von Sipunculus nudus recht-
fertigen könnte. Die ziemlich schlechte Erhaltung der beiden west-
indischen Tiere liess nicht entscheiden, ob dieselben etwa auf Grund
einer entsprechenden Pigmentierung zu Sipunculus robustus zu stellen
seien. — Was die in der Monographie Selenka’s (12) unter dem
Namen Sipunculus phalloides zusammengefassten Tiere anlangt, so
glaube ich nach der Beschreibung Selenka’s (12), dass dieselben
sich zwanglos dem Sipunculus nudus oder robustus werden ein-
reihen oder auf diese beiden Arten werden verteilen lassen. Si-
punculus phalloides könnte meines Erachtens als Art ruhig ein-
gezogen werden,
zur Kenntnis der Gephyreen. 345
2. Sipunculus tesselatus Costa. Messina.
Durch die Untersuchung des Originalexemplars der Art von
Keferstein & Ehlers (1) aus der Göttinger Sammlung bin ich in
der Lage, über diese zu dem Formenkreise des Sipunculus nudus
und robustus gehörende Art weniges hier anzuführen. — Sipun-
culus tesselatus lässt schon äusserlich in der Färbung einen Unter-
schied erkennen gegenüber dem die gleichen Örtlichkeiten be-
wohnenden Sipunculus nudus. Während die Grundfarbe des Körpers
etwa der graugelblichen Färbung heller Exemplare des Sipun-
culus robustus entspricht, ist die Dorsalseite des Tieres durch eine
braune Pigmentierung, welche in Gestalt von dunklen Flecken auf-
tritt, dunkler gefärbt als die Ventralfläche, ein Verhalten, das ähnlich,
allerdings ohne Fleckenzeichnung, bei manchen Exemplaren des
Sipuneulus robustus mit dunklerer Oberseite vorkommt. Die dunkle
Fleckenzeichnung des Rückens geht gegen den After zu und auf
der hinteren Rüsselpartie in eine mehr einheitliche dunklere Färbung
über. — Der sich auf die verschiedene Form der Integumental-
feldchen gründende Unterschied zwischen Sipunculus nudus und
tesselatus ist nicht aufrecht zu erhalten und es gilt hier das bei
Sipuneulus robustus aus der Brock’schen Sammlung früher be-
züglich der Integumentalfeldchen Gesagte auch für Sipunculus
tesselatus. — In den inneren Organisationsverhältnissen herrscht
Übereinstimmung mit dem Bau des Sipunculus nudus, die noch dahin
zu ergänzen ist, dass der Sipunculus tesselatus am Enddarm
büschelförmige Analdrüsen besitzt, die an in gleicher Weise wie bei
Sipunculus nudus verlaufende mesenteriale Bänder befestigt sind.
— Die Lage des Gehirns, welches wie bei Sipuneulus nudus und
robustus an seiner vorderen Circumferenz fingerförmige Anhänge
trägt, ist als Unterscheidungsmerkmal gegenüber den beiden ver-
wandten Arten festzuhalten.
3. Sipunculus robustus Kef. Uvea; Sydney (Cap York).
Das Originalexemplar Keferstein’s von Uvea zeichnet sich
durch seine dunkle Färbung und starke Pigmentierung gegenüber
manchen anderen Exemplaren der Art aus. Bei diesem Exemplar
ist das Pigment der Cutis in scharfen, dem blossen Auge conti-
nuierlich erscheinenden dunklen Querlinien in der Haut abgelagert;
doch erweist sich bei Betrachtung des Tieres mit Vergrösserungen
die Anordnung des Pigments nicht als grundsätzlich abweichend
von dem Verhalten anderer Exemplare, indem bei dem Keferstein’
schen Original die dunklen Pigmentlinien durch die dichte Anein-
anderdrängung der einzelnen sie zusammensetzenden Pigmentpunkte,
welche bei manchen Exemplaren getrennt erscheinen, sich als con-
tinuierlich darstellen. — Dass bei dem Exemplar von Uvea genau
so gut wie bei den indischen Tieren Dr. Brock’s am Enddarm
büschelförmige Analdrüsen vorkommen, brauche ich kaum hinzu-
zufügen.
346 Hermann Augener: Beiträge
4. Sipunculus cumanensis Kef. Kosseir; Bohol; Tortugas.
Ein Exemplar von Bohol, das sich unter dem Manuscriptnamen
Semper’s „Phascolosoma hyalinum“ vorfand, ist zu Sipunculus cuma-
nensis vitreus zu stellen. Ein anderes mit Vorbehalt als Sipunculus
nudus bezeichnet gewesenes Exemplar des Sipunculus eumanensis,
welches von Agassiz bei Tortugas gesammelt wurde, gehört der
Stammform des Sipunculus cumanensis ebenfalls an. Dieses letztere
Exemplar von heller, gelblichweisser Färbung repräsentiert nur den
grösseren hinteren Abschnitt eines Tieres, dessen Vorderende und
innere Organe verloren gegangen sind. Die Beschaffenheit der
Hautmuskulatur uud die Dissepimente der Leibeswand rechtfertigen
die Zurechnung des Tieres zu Sipunculus cumanensis. Bemerkens-
wert ist an diesem Exemplar, welches von einem für Sipunculus
cumanensis neuen amerikanischen Fundort stammt, die eigentüm-
liche Contraction der Körperwand, welche sich in eine Anzahl
durch Einschnürungen getrennter künstlicher Metameren gliedert.
5. Sipuneulus Gouldi Pourt. Massachusetts.
Der Beschreibung dieser Art, welche in ihrem Habitus einige
Ahnlichkeit mit dem Sipunculus cumanensis vitreus hat, lassen sich
wenige die Beschreibung Selenka’s (12) berichtigende und er-
gänzende Bemerkungen hinzufügen. Die Tentakel, welche nach
Selenka (12) in mehreren Reihen den Mund umgeben, sind meines
Erachtens nur in einfacher Reihe angeordnet und ich kann für
diesen Fall auf das unter Sipunculus cumanensis im ersten Ab-
schnitt der Arbeit über die Tentakel (Gesagte verweisen. — Das
Bauchmark verhält sich bei Sipunculus Gouldi wie bei Sipunculus
eumanensis, vastus u. s. w. und liegt im eigentlichen Körper wie
im Rüssel der Bauchwand gleichmässig dicht an. — Die innere
Mündung der Segmentalorgane liegt am Vorderende derselben und
besteht in einem flachen Trichter mit quergestellter, spaltförmiger
Öffnung, verhält sich also ähnlich wie bei Dendrostoma und Phy-
mosoma.
6. Sipunculus indicus Peters. Mossambique.
Ein schönes, äusserlich gut erhaltenes Exemplar, das in seinen
äusseren Characteren gut mit der von Fischer (35) ergänzten Be-
schreibung der Art übereinstimmt.
7, Sipunculus australis Kef. Sydney; Society Islands.
Der ausführlichen Beschreibung dieser Art von Keferstein
und Selenka (12) lässt sich kaum etwas hinzufügen. Es ist noch
zu bemerken, dass am Enddarm ein birnförmiges Divertikel vor-
kommt etwa in der Gegend, wo der zweiwurzelige und der einfache
hinter dem After entspringende Befestiger des Darmes mit dem
zur Kenntnis der Gephyreen. 347
Spindelmuskel zusammentreffen. Vor dem Vorderende der Seg-
mentalorgane finden sich an der inneren Leibeswand feine zotten-
artige Anhänge wie bei Sipunculus cumanensis und vastus. — Die
innere Mündung der Segmentalorgane liegt am Vorderende derselben
und verhält sich wie bei Sipunculus Gould. Was die Rüssel-
haken von Sipunculus australis betrifft, so muss ich mich, was
deren Form anlangt, im Gegensatz zu Shipley (50) den Worten
Selenka’s anschliessen, welcher die Haken mit denen der Phasco-
losomen vergleicht. Die Haken haben eine, wenn auch schwache
Krümmung wie bei den Phascolosomen, entsprechen daher der
Eigenschaft eines als Haken zu bezeichnenden Gebildes. — Eigen-
tümliche knotenartige Bildungen an den Längsmuskelsträngen der
Tiere finden später noch Erwähnung.
f) Aspidosiphon Grube.
1. Aspidosiphon Mülleri Dies. Adriatisches Meer.
2. Aspidosiphon truncatus Kef. Panama.
3. Aspidosiphon Steenstrupi Dies. Bohol, Mindanao,
Das Göttinger Museum besitzt zwei Exemplare von dieser Art,
von denen das eine mit dem Manuscriptnamen Semper’s „Aspi-
dosiphon granulatum“ bezeichnet war. — Die Zahl der Hakenringe
wird von Sluiter (19) für indische Tiere dieser Art auf 15 ange-
geben; die vorliegenden Tiere haben weit mehr Hakenringe,
mindestens 50 und stimmen darin mit der Varietät fasciatus von
Aspidosiphon Steenstrupi aus der Brock’schen Sammlung überein.
g) Cloeosiphon (Grube,
1. Cloeosiphon aspergillum Quatrf. Luzon; Samoa.
h) Petalostoma Kef.
1. Petalostoma minutum Kef. St. Vaast; Helgoland.
Auf die Aufzählung der im Göttinger Museum vorhandenen
Sipunculiden lasse ich eine Aufführung der Echiuriden des Museums
folgen, die aus grösstenteils nicht bestimmten, aber bekannten
Formen bestanden. Die in Frage kommenden Echiuriden verteilen
sich auf die Gattungen Bonellia, Echiurus und Thalassema und
enthalten einige von Dr. Brock 1885 bei Amboina gesammelte
Arten.
a) Bonellid Rolando.
1. Bonellia viridis Rolando. Fundort?
2. Bonellia spec.
Diese Art wird repraesentiert durch das Bruchstück eines
weiblichen Exemplares, einen abgerissenen Rüssel von im Alkohol
348 Hermann Augener: Beiträge
grünlichbrauner Färbung. Der durch Extraction des Farbstoffes
des Tieres grünlichgelb gefärbte Conservierungsalkohol lässt darauf
schliessen, dass der Rüssel und vermutlich auch der übrige Körper
des Tieres im Leben grün gefärbt war. Wahrscheinlich gehört der
Rüssel zu Bonellia viridis. Das unpaare Stück des vorliegenden
Rüssels hat eine Länge von ca. 3,5 cm, die beiden Rüsselarme messen
je ca. 2,5 cm.
Fundort: Polo Edam (Brock).
Der Fundort ist neu für Bonellia.
b) Erhiurus Guerin.
1. Echiurus Pallası Guerin. Nordsee.
c) Thalassema (Gärtner-) Lamarck.
1. Thalassema Moebii Greeff.
Ein einziges Exemplar vertritt diese Art; es hat eine schmutzig
graugelbliche Färbung mit einem Stich ins Grünliche im Alkohol.
Der Körper des Tieres ist etwa 3,5 cm, der Rüssel ca. 1 cm lang.
Die Segmentalorgane waren teilweise mit kugeligen Eiern erfüllt.
Das fast kugelige Divertikel am Enddarm, welches ich bei allen
folgenden Thalassemen auch beobachtete, ist wohl allen Thalassemen
eigentümlich ebenso wie die goldglänzende Farbe der ventralen
Hakenborsten. Es mag hier eingefügt werden, dass sich bei meh-
reren der untersuchten Thalassemen ausser den grossen alten
Hakenborsten, zwischen den letzteren und dem Bauchmark jederseits
eine noch in ihrer Hauttasche verborgene Reserveborste vorfand.
Fundort: Amboina (Brock).
2. Thalassema Semoni Fischer.
Von dieser Art liegen drei Exemplare vor, von denen das
grösste, bei welchem der Rüssel verloren gegangen ist, ca. 4,3 cm
lang ist. Die Färbung der Tiere im Alkohol ist zart bläulichgrau
oder bräunlichblaugrau, teilweise ziemlich stark durchscheinend.
Fundort: Amboina (Brock).
3. Thalassema Baronii Greeff.
Von dieser Art finden sich mehrere Exemplare vor von im
Alkohol schmutzig graugelblicher Färbung. Das grösste dieser
Tiere misst an Körperlänge ohne den Rüssel etwa 3,3 cm. Bei zwei
untersuchten Exemplaren kommen 17 resp. 20 Längsmuskelbänder
vor. Die gesonderte Ringmuskulatur entspricht genau den Angaben
von Shipley (54) über diese Art. Bei den anderen Arten von
Thalassema, welche ich untersuchen konnte, ist die Ringmuskulatur
gleichfalls in zahlreiche dünne Stränge gesondert.
Fundort: Amboina (Brock).
zur Kenntnis der Gephyreen. 349
4. Thalassema sorbillans Lampert.
Ein einziges Exemplar von im Alkohol graulichbraungelber
schmutziger Färbung und sackförmigem, hinten abgerundetem Körper
glaube ich hierher stellen zu müssen. Der Körper des Tieres ist
etwa 4,2 cm, der Rüssel ca. 1,5 cm lang. Der ganze Körper ist
mit Papillen bedeckt, die am Mittelkörper am kleinsten, am Hinter-
ende am grössten sind. Der eine länger ausgestreckte der beiden
Analbäume erreicht über ?/; der Körperlänge.
Fundort: Sydney (Schütte 1867).
Der Fundort ist neu für diese Art, die bislang nur von den
Philippinen bekannt wurde.
5. Thalassema Stuhlmanni Fischer.
Es liegen einige wenige Exemplare eines Thalassema vor, die
wohl bei dieser Art unterzubringen sind, möglicherweise aber auch
zu den sehr nahe stehenden, wenn nicht mit Thalassema Stuhlmanni
identischen Thalassema leptodermon und kokotoniense Fischer (35)
gehören können. Die Färbung der Tiere ist im Alkohol schmutzig
graugelblich. Die Zahl der Längsmuskelbänder beträgt bei zwei
Tieren etwa 15 resp. 17. Die Analbäume sind von etwa halber
Körperlänge und im Anfangsdrittel durch Mesenterialfäden an die
Leibeswand geheftet. Das grösste Exemplar hat eine Länge von
ca. 4,3 cm ohne, von 5cm mit dem Rüssel.
Fundort: Society Islands (Garret).
Der Fundort ist neu für diese ausserdem an der Ostküste
Afrikas vorkommende Art.
6. Thalassema leptodermon Fischer. .
Ein Exemplar von hell graugelblicher Färbung mag zu dieser
Art gerechnet werden. Das Tier hat eine Länge von 3 cm und in
der Mitte des Körpers 15 Längsmuskelbündel, die hier und da
Anastomosen bilden. Der Kopflappen fehlt und es ist keine An-
deutung einer Bruchstelle am Körper zu erkennen, gleichwohl muss
man annehmen, dass der Rüssel vorhanden war und verloren ge-
gangen ist. Die Papillen der Körperoberfläche sind am Hinterende
am grössten und hier dichter zusammengedrängt, am Mittelkörper
lässt sich eine undeutliche Anordnung der Papillen in Querreihen
erkennen. Die fadenförmigen Analbäume erreichen !/, bis ?/, der
Körperlänge.
Fundort: Amboina (Brock).
Der Fundort ist neu für diese Art, welche bereits angegeben
ist für Sansibar.
In tiergeographischer Beziehung bieten die von mir aufgeführten
Arten von Gephyreen nichts besonders Bemerkenswertes dar. So
350. Hermann Augener: Beiträge
weit es sich um neue Fundplätze von bekannten Formen handelt,
so liegen dieselben innerhalb desselben grösseren Verbreitungsge-
biets, in diesem Falle des indisch-pacifischen Meeresgebiets, in
welchem die in Frage kommenden Arten wahrscheinlich noch an vielen
Orten aufgefunden werden werden, von denen sie bislang unbekannt
geblieben sind. — Über die Beziehungen und die Stellung des
Phymosoma thomense ist bei dieser Art schon hingewiesen worden,
ich kann hier wohl hinzufügen, dass wahrscheinlich noch mehr
Beispiele, wie deren eines die Stellung des westindischen Phymo-
soma thomense zu dem indischen Phymosoma albolineatum dar-
bietet, sich zwischen amerikanischen und indo-pacifischen Arten auf-
finden lassen. So wird möglicherweise der indische Aspidosiphon
gigas in Amerika durch eine nahestehende Art vertreten; dies liess
sich nicht mit Sicherheit feststellen, da die vermutlichen amerika-
nischen Vertreter des Aspidosiphon gigas, ein paar sehr ansehnliche
Exemplare einer westindischen Art aus dem Berliner Museum zwar
im Habitus grosse Ahnlichkeit mit der indischen Art zeigten, jedoch
in Folge völligen Zerfalls der inneren Organe eine nähere Be-
stimmung nicht gestatteten.
III. Anatomische Bemerkungen.
Den Gegenstand der folgenden anatomischen Bemerkungen
sollen die Divertikel und Analschläuche des Enddarmes bei ver-
schiedenen Sipunculiden bilden und die Keferstein’schen Bläschen
des Sipunculus cumanensis Kef,
1. Divertikel des Enddarmes.
Fig. 25.
Ich habe die Divertikelbildungen am Enddarm bei Vertretern ver-
schiedenerSipunculidengattungen sowohl auf ihre Lage und Befestigung
am Enddarm hin als auch hinsichtlich ihres Baues mit Hülfe von
Schnitten untersucht, so bei Arten von Sipunculus, Phymosoma,
Dendrostoma, Aspidosiphon und Cloeosiphon, welche dem Material
der Brock’schen Sammlung entnommen wurden. — Bezüglich der
Lage des Divertikels am Enddarm kann ich nur mit Vorbehalt be-
merken, dass mir die Lage des Divertikels am Enddarm bei den einen
Formen weiter nach vorn am freien Enddarm, bei den anderen mehr
an die Darmspira nach hinten gerückt zu sein scheint. Mein Vorbehalt
gründet sich darauf, dass auch bei Individuen derselben Art die Lage
des Divertikels eine etwas verschiedene ist, indem je nach dem Con-
tractionszustande des betreffenden Exemplars der Enddarm auf eine
grössere Strecke frei ist oder durch die an ihm nach vorn ver-
schobenen vorderen Spiralwindungen des Darmes teilweise eingehüllt
zur Kenntnis der Gephyreen. 351
wird. — Am weitesten am freien Enddarm nach vorn gerückt ist
wohl das Divertikel bei Aspidosiphon, Cloeosiphon und Dendrostoma,
während es bei den Arten der Gattung Phymosoma am engsten
an die Darmspira herangeschoben ist, wo es in die vorderste End-
darmwindung eingehüllt ist und in vielen Fällen nur durch Aus-
einanderlegung der Darmschlingen sichtbar gemacht werden kann.
Eine mittlere Lage zwischen den beiden angeführten Extremen
nimmt, wie mir scheint, das Divertikel bei manchen Sipunculusarten
ein. — Wie an der Lage des Divertikels am Enddarm, so lassen
sich auch Verschiedenheiten bezüglich der Form des Divertikels
und seiner Befestigungsweise an den Spindelmuskel des Darmtractus
feststellen. Die Form des Divertikels ist, so weit ich dies beurteilen
kann, bei Arten von Aspidosiphon, Cloeosiphon, Dendrostoma an-
nähernd kugelig, bei Sipunculus-Arten ei- oder birnförmig, wie auch
bei vielen Phymosomen, bei Phymosoma albolineatum fast eylindrisch
gestaltet. Was die Anheftung des Divertikels an den Spindel-
muskel anlangt, so ist dasselbe bei einigen Sipunculus-Arten, so
der Gruppe des Sipunculus nudus, an seiner Spitze mit dem Spindel-
muskel verbunden, ebenso bei fast allen von mir untersuchten
Phymosomen. Bei anderen Sipunculus-Arten wie bei Sipunculus
cumanensis und australis ist das Divertikel in seinem distalen Teile
frei und an seiner Basis an den Spindelmuskel angeheftet; das
Gleiche gilt auch für Phymosoma albolineatum, Dendrostoma, Cloe-
osiphon und Aspidosiphon-Arten. — Für Phascolosoma vermag ich
nichts näheres anzugeben und vermute nur, dass hier das Divertikel
sich ähnlich verhält wie bei den meisten Phymosomen. — Auf
Schnitten, welche das Divertikel in seiner Längsachse treffen und
zugleich durch seine Ansatzstelle am Enddarm hindurchgehen, er-
kennt man, dass das Divertikel (fig. 25) bei den verschiedenen unter-
suchten Sipunculidenformen überall ein Lumen besitzt, welches in
offener Verbindung mit dem Enddarmlumen steht. Das Lumen des
Divertikels mündet überall zwischen zwei hohen in das Darmlumen
vorspringenden Falten in letzteres ein und zwar am Anfang der
immer an der Ventralseite des Darmes herabziehenden Flimmer-
rinne. Die diese Flimmerrinne begrenzenden Darmfalten zeigen
sich je nach dem Contractionszustande des Darmes verschieden
hoch, ich fand sie besonders hoch bei Phymosoma albolineatum
(fig. 25), wo sie bis über die Mitte hinaus in das Darmlumen vor-
ragen.
Nachdem durch die Untersuchungen Metalnikoff’s (55) an
Sipunculus nudus festgestellt worden ist, dass das Divertikel dieser
Art sich je nach dem Alter des betreffenden Tieres physiologisch
und anatomisch verschieden verhält, habe ich bei den von mir
untersuchten Formen auch auf diesen Punkt geachtet. Bei Sipun-
culus nudus fungiert das Divertikel von jüngeren Tieren als secre-
torischer Darmanhang, bei älteren Exemplaren wird es zu einem
inhaltlosen Gebilde ohne secretorische Funktion. Bei den meisten
der von mir untersuchten Tieren, es waren erwachsene, geschlechts-
352 Hermann Augener: Beiträge
reife Exemplare, fand ich das Divertikel inhaltslos und wahr-
scheinlich ohne secretorische Thätigkeit im Leben, die Wandung
des Divertikels je nach dem Contractionszustande mehr oder minder
verdickt und ihre innere Oberfläche gleich der Darmwand durch
Längsfaltenbildung vergrössert. Hiernach scheint, soweit man nach
diesen beschränkten Untersuchungen urteilen darf, das Divertikel
wie bei Sipunculus nudus bei den älteren, geschlechtsreifen unter-
suchten Tieren kein Secret mehr abzusondern und sich wie ein ge-
wöhnlicher blinder Anhang des Darmes zu verhalten. Wie das
Verhalten des Divertikels bei jungen Tieren verschiedener Sipun-
culidengattungen sich darstellt, konnte ich nicht untersuchen. —
Nur bei einem einzigen, entschieden erwachsenen Exemplar, einem
Sipunculus cumanensis, fand ich das Divertikel mit einem Secret-
klumpen erfüllt, der als helle Inhaltsmasse durch die Wand des
Divertikels hindurchschimmerte; entsprechend dem vermutlich activ
secretorischen Zustande dieses Divertikels zeigte sich dessen Wandung
als dünne, gleichmässig starke, nicht durch Faltenbildung an der
Innenseite verdickte Schicht, in welcher namentlich das Bindege-
webe, welches bei den inhaltslosen Divertikeln die Grundlage der
Falten bildet, viel schwächer entwickelt war. Eine Ringmuskel-
schicht und vielleicht auch Längsmuskulatur war vorhanden. Aus
dem Zustande dieses einzelnen Exemplars mit einem mit Secret
oder Excret erfüllten Divertikel ist keineswegs ein Schluss auf das
Verhalten von Sipunculus cumanensis im Allgemeinen zu ziehen,
zumal bei einigen anderen gleich grossen Individuen der Art ein
inhaltsloses Divertikel gefunden wurde. Wahrscheinlich verhält
sich das Divertikel ähnlich wie bei Sipunculus nudus, wo es nur
bei jüngeren Tieren zu functionieren scheint in Verbindung mit
einem beträchtlich grösseren Volumen gegegenüber dem reduzierten
Zustande desselben bei älteren erwachsenen Tieren. Da das noch
im Stadium der Abscheidungsfähigkeit befindliche Divertikel bei
dem einzelnen Sipunculus cumanensis nicht grösser war als bei
anderen erwachsenen Tieren dieser Art mit inhaltslosem, nicht mehr
abscheidungsfähigem Divertikel, so vermute ich, dass bei ersterem
Exemplar das Divertikel ungewöhnlich lange in Thätigkeit blieb
und vielleicht dicht vor dem Erlöschen seiner abscheidenden
Funktion stand. —
Die Grösse des Divertikels am Enddarm verhält sich, wenn
man die grossen Sipunculus-Arten als Ausgangspunkt betrachtet,
im Allgemeinen der Grösse der Individuen jeder Art entsprechend,
so dass bei den kleineren Phymosomen das Divertikel kleiner ist
als bei den grossen Sipunculus-Arten beispielsweise. Eine Aus-
nahme hiervon macht Cloeosiphon, bei welchem das Divertikel un-
verhältnissmässig klein ist, wo es vorhanden war, und in einigen
Fällen überhaupt nicht nachgewiesen werden konnte. Das Divertikel
von Cloeosiphon ist für das mit der Lupe bewaffnete Auge nur als
kleiner Punkt erkennbar, erweist sich aber durch seine Lage am
Anfang der Darmflimmerrinne als ein den Divertikelbildungen
zur Kenntnis der Gephyreen. 353
anderer Sipunculidengattungen gleichwertiges Gebilde. Bei Üloe-
osiphon ist das Divertikel, welches mir den Eindruck eines in der
Rückbildung begriffenen Organs macht, vielleicht aber auch sich in
einem Stadium aufsteigender Entwicklung befindet, an seiner Basis
mit dem Spindelmuskel verbunden, der als ganz zarter Faden am
Enddarm entlang zieht.
2. Analschläuche des Enddarmes.
Fig. 23, 24.
Bei wenigen Sipunculiden nur kommen sogenannte Anal-
schläuche oder Zotten, in Vielzahl auftretende Gebilde, am End-
darm vor, so bei Sipunculus vastus und Aspidosiphon Cumingi, von
denen ich nur je ein Exemplar untersuchen konnte. Die in Frage
kommenden Zotten des Enddarmes sind bei Sipunculus vastus ca.
4 mm lange, fingerförmige, blind geschlossene, meist einfache, zu-
weilen gegabelte Schläuche mit dicker Wandung. Die Wand dieser
Schläuche ist an ihrer Innenfläche durch Bildung hoher Längsfalten
verstärkt, welche das centrale Schlauchlumen bis auf einen engen,
spaltartigen Raum von Sternform zusammendrängen. — Die Anal-
schläuche des Sipunculus vastus stimmen in ihrem Bau mit dem
Enddarm überein und ihr Lumen steht in offener Verbindung mit
dem Lumen des Enddarmes (fig. 23). — In der offenen Communi-
cation ihres Lumens mit dem Darmlumen stimmen die Analschläuche
überein mit dem Divertikel am Enddarm anderer Sipunculiden, sind
diesem jedoch als Vielfaches desselben durchaus nicht gleichwertig
zu erachten in Ermangelung der Kenntniss ihrer Function und ihrer
etwaigen Beziehung zur Darmflimmerrinne. — Eine Beziehung der
Analschläuche des Sipunculus vastus zur Darmflimmerrinne konnte
ich nicht feststellen, eine solche ist vielleicht überhaupt nicht vor-
handen und ist dann die Möglichkeit nicht ganz ausgeschlossen,
dass sich noch am Beginn der Darmflimmerrinne das Vorhanden-
sein eines Divertikels oder des Rudiments eines solchen heraus-
stellen könnte, welches dann dem Divertikel anderer Sipunculiden-
formen gleichzusetzen wäre. — Ob die Analschläuche des End-
darmes eine dem Divertikel anderer Sipunculiden entsprechende
abscheidende Function zu irgend einer Zeit besitzen, bleibt
natürlich eine offene Frage, erscheint mir aber nicht als ganz aus-
geschlossen.
Die Enddarmzotten des Aspidosiphon Cumingi sind etwas an-
ders gestaltet als bei Sipunculus vastus (fig. 24); es sind zarte,
zweigartig verästelte Schläuche mit engem, centralem Lumen, welches
wie bei Sipunculus vastus einerseits mit dem Enddarmlumen in
Verbindung steht und sich andrerseits bis in die seitlichen Aus-
zweigungen der Zotten hineinerstreckt. Eine innere Oberflächen-
vergrösserung durch Bildung von Längsfalten haben die Enddarm-
zotten des Aspidosiphon mit denen des Sipunculus vastus gemein.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.3. 93
354 Hermann Augener: Beiträge
3. Keferstein’sche Bläschen.
Fig. 26—28.
Ich habe die durch die Überschrift gekennzeichneten Bläschen
der inneren Leibeswand von Sipunculus cumanensis, welche zuerst
von Keferstein (3) an seinem Originalexemplar von dieser Form
beschrieben wurden, an dem Material der Brock’schen Sammlung
einer Untersuchung unterzogen, die allerdings zu keinem sicheren
Resultat über das eigentliche Wesen der Bläschen geführt hat, je-
doch die Kenntnis derselben in einigen wichtigen Punkten zu er-
weitern geeignet ist. -—- Was zunächst das Vorkommen von Kefer-
stein’schen Bläschen bei Sipunculus cumanensis an sich anbetrifft,
so darf man sagen, dass die Bläschen gradezu als Characteristicum
bei der Artdiagnose des Sipunculus gelten können. — Ich fand die
Bläschen bei den meisten der von mir untersuchten und allen drei
Varietäten des Sipunculus cumanensis entnommenen Exemplare, nur
bei wenigen Tieren vermochte ich keine Bläschen aufzufinden. —
Die Verbreitung und Zahl der Bläschen an der Leibeswand stellt
sich gewöhnlich nicht so dar, wie es die Abbildung Keferstein’s
von seinem amerikanischen Exemplar zeigt (3); bei dem letzteren
sind auch in der hinteren Körperhälfte Bläschen in grösserer Zahl
vorhanden, während bei den indischen Tieren Dr. Brock’s die
Bläschen am häufigsten und zahlreichsten in der vorderen Körper-
hälfte auftreten. In den meisten Fällen trifft man Keferstein’sche
Bläschen in dem vor dem Vorderende der Segmentalorgane ge-
legenen Bezirk und hier in sehr wechselnder Zahl und Anordnung,
bald ein Dutzend derselben in ganz unregelmässiger Verteilung,
bald nur wenige vereinzelte, Der Abstand der Bläschen von ein-
ander ist sehr verschieden, mitunter liegen zwei oder drei ganz
dicht beisammen. Im hinteren Körperabschnitt kommen die Bläs-
chen viel seltener und oft garnicht vor und niemals konnte ich sie
im eigentlichen Rüssel, wo die Längsmuskulatur eine continuierliche
Schicht bildet, auffinden. Bei einigen Tieren, die in der Körper-
grösse nicht wesentlich von den übrigen abwichen und die jeden-
falls geschlechtsreiff waren, konnte ich überhaupt keine Bläschen
entdecken, —
Man darf hier die Frage aufwerfen, ob die Bläschen eine nor-
male, dem Sipunculus cumanensis eigentümliche Bildung darstellen
oder vb sie als eine krankhafte Erscheinung anzusehen sind; auch
Keferstein hatte von den Bläschen den Eindruck einer patho-
togischen Bildung. Für die Wahrscheinlichkeit, dass die Bläschen
dem Sipunculus cumanensis normaler Weise zukommen, würde ihr
Vorkommen bei der Mehrzahl der Exemplare sprechen und das
Nichtvorhandensein derselben bei einigen Tieren vielleicht nur eine
Ausnahme von der Regel oder ein Stadium repräsentieren, wo die
Bläschen noch nicht entwickelt sind. Für den pathologischen
Charakter der Bläschen kann ihr unregelmässiges Auftreten der
Ortlichkeit und der Zahl nach wie ihre regellose Anordnung dort,
wo sie vorkommen, geltend gemacht werden. —
zur Kenntnis der Gephyreen. 355
Was den inneren Bau der Bläschen anlangt, so kann ich die
Angaben Keferstein’s (3) wesentlich erweitern. An Zupfpräpa-
raten lässt sich beim Zerreissen der Bläschen nur eine faserige
Masse im Inneren erkennen. Von den hakenartigen Fortsätzen, die
Keferstein an der Innenwand der Bläschen gesehen hat, konnte
ich weder an Zupfpräparaten noch an durch die Bläschen gelegten
Schnitten etwas entdecken. Mit Hülfe von Salpetersäure kann man
die dickwandigen Bläschen vollkommen isolieren; nach Entfernung
aller Muskulatur bleibt das Bläschen (fig. 26) mittelst eines dünnen
Stieles an der resistenteren Cuticula hängen. Der Stiel des Bläschens
ist der Ansführungsgang desselben zur Körperoberfläche des Wurmes.
— Fertigt man Querschnitte durch die Körperwand des Tieres an,
welche ein Bläschen (fig. 27 a, b; 28) und seinen Ausführungsgang
der Länge nach treffen, so erkennt man folgendes: Der eigentliche,
mehr oder weniger kugelige oder eiförmige, 1 bis 1,5 mm im Durch-
messer haltende Körper des Keferstein’schen Bläschens ist ein
hohles, sehr diekwandiges Gebilde, welches peripher begrenzt wird
von einer geschichteten, vermutlich bindegewebigen Hülle, in welcher
hier und da mit den Schichten gleichgerichtete spindelförmige Kerne
auftreten. Gegen den freien Raum der Leibeshöhle, in welchen
das Bläschen stark vorspringt, ist die periphere Hüllschicht noch
verstärkt durch das über sie hinwegziehende Peritoneum, welches
das Bläschen gegen die Leibeshöhle abschliesst und sich auf der
Höhe der Längsmuskeln in das übrige Leibeshöhlenperitoneum ver-
liert. Auf die äussere Hüllschicht des Bläschens folgt nach innen
zu das eigentliche Bläschengewebe, eine sehr breite Zone zarten
Gewebes, das die Hauptmasse der Bläschenwand ausmacht. Ganz
im Innern des Bläschens findet sich ein mehr oder weniger kugelig
begrenzter Hohlraum, der selten verzweigt, gewöhnlich einheitlich
ist, es ist das Bläschenlumen, das von dem eigentlichen Bläschen-
Gewebe umschlossen und begrenzt wird. Das Lumen des Bläschens
wird erfüllt von einer aus festen Bestandteilen zusammengesetzten
Masse, welche sich ebenfalls in dem Ausführungsgang des Bläs-
chens vorfindet und als ein Abscheidungsprodukt des Bläschenge-
webes angesehen werden muss. — Über die Natur und Herkunft
des eigentlichen Bläschengewebes bin ich durchaus nicht ins Klare
gekommen. Die das Blasenlumen zunächst begrenzenden Gewebs-
elemente zeigen einen deutlich epithelartigen Charakter, indem hier
lang spindelförmig ausgezogene mit ebenso gerichteten spindel-
förmigen Kernen versehene Zellen in radiärer Richtung angeordnet,
das Blasenlumen begrenzen. Nach aussen von diesen Epithelzellen
zeigt das Bläschengewebe einen maschigen, mehr bindegewebs-
artigen Character, indem es in radiären Zügen, welche grosse Lücken
einschliessen und hier und da spindelförmige Kerne enthalten, gegen
die Aussenwand des Bläschens zieht, wo es unter der Hüllschicht
des Bläschens eine dünne zusammenhängende Lage bildet. Über
den nach aussen von den centralen hohen Epithelzellen gelegenen
Teil des Bläschengewebes vermag ich bezüglich seiner Gewebsnatur
23*
356 Hermann Augener: Beiträge
nichts Genaueres anzugeben; trotz des maschigen am Bindegewebe
erinnernden Aussehens dieser Gewebspartien vermute ich, dass die-
selben eine modificierte Form vom Epithelgewebe vorstellen, da ich
im Körper des Sipunculus kein Bindegewebe gesehen habe, welches
Ahnlichkeit mit der äusseren Zone des Bläschengewebes gezeigt
hätte. Gegen die bindegewebige Natur des Bläschengewebes spricht
ebenfalls seine schon erwähnte Fähigkeit Ausscheidungsprodukte
abzugeben. — Eine Deutung der von den Zügen des Bläschenge-
webes eingeschlossenen Lücken vermag ich nicht zu geben; die
Lücken mögen teilweise durch Zerreissung des zarten Gewebes ent-
standen sein, eine Auslegung der Lücken als intracelluläre Vacuolen
etwa würde für den Fall möglich erscheinen, dass die das Blasen-
lumen begrenzenden Spindelzellen sich bis zur Bläschenperipherie,
Vacuolen umschliessend, erstrecken könnten. Gegen die Vermutung
dass die central gelagerten Spindelzellen sich durch die Dicke der
Bläschenwand bis zu dessen Peripherie erstrecken könnten, spricht
jedoch das Vorkommen von Kernen in den vom Blasenlumen ent-
fernteren Partien des Bläschengewebes, da diese Kerne wahrschein-
lich nicht den Spindelzellen angehören, welche das Bläschenlumen
begrenzen und deren Kerne in geringer Entfernung vom Blasen-
lumen, letzteres in einem concentrischen Gürtel umgeben. —
Der eigentliche kopfig aufgetriebene Körper der Keferstein-
schen Bläschen geht am Grunde zwischen den Längsmuskeln all-
mählich in den Ausführungskanal über und hat in dieser Gegend
eine etwas kegelförmige Gestalt. Der Ausführungskanal, der Stiel
des Bläschens, durchsetzt die ganze Dicke der Körperwand bis zur
Körperoberfläche und beschreibt gewöhnlich einige flache Windungen,
so dass er auf Längsschnitten in verschiedener Weise getroffen
wird. - Der Ausführungsgangs senkt sich immer in den Zwischen-
raum zwischen zwei Längsmuskeln in die Körperwand ein und geht
gewöhnlich durch einen der Integumentalkanäle quer hindurch; er
entspringt von der Mitte oder auch vom Ende des kugeligen oder
eiförmigen Bläschens und endet an der Körperoberfläche annähernd
senkrecht über dem Bläschen, selten seitlich von letzterem etwas
entfernt. Der eigentliche Körper des Bläschens liegt in den meisten
Fällen mitten zwischen zwei Längsmuskeln eingebettet, selten sitzt
er einem Längsmuskel mehr seitlich an. — Ob in der Gegend der
Segmentalorgane, wo die Längsmuskelstränge zu einer einheitlichen
Schicht zu verschmelzen beginnen, das Bläschen seinen Kanal durch
eine schon vorhandene Lücke sendet oder aber die Spaltung eines
Muskels verursachen kann, muss dahingestellt bleiben. — Das
Lumen des Ausführungsganges wird von der gleichen Masse erfüllt,
die sich im Lumen des Bläschens vorfindet und aus rundlichen oder
ovalen glänzenden Körperchen und Anhäufungen feiner Körnchen
besteht. Im Gewebe des Bläschens finden sich die gleichen Be-
standteile wieder, welche die Secretmassen seines Lumens zusammen-
setzen, und man darf daher wohl annehmen, dass in dem Gewebe
der Keferstein’schen Bläschen eine Substanz abgeschieden wird,
-
zur Kenntnis der Gephyreen. 357
die vermittelst des Ausführungsganges an die Körperoberfläche des
Wurmes geschafft wird. Der Ausführungsgang der Bläschen ist in
allen Fällen bis an die Oberfläche der Körperwand zu verfolgen
und mündet hier mit grösster Wahrscheinlichkeit nach aussen in
einem Porus, was ich mit völliger Sicherheit nicht habe feststellen
können. Der Mündungsporus ist wahrscheinlich sehr klein und
dazu vermutlich durch die Contraction der Hautmuskulatur noch
verengert. —
Nach dem Gesagten möchte ich die Keferstein’schen Bläs-
chen einstweilen als drüsenartige Gebilde ansehen, da es mir nicht
gelungen ist, eine Beziehung der Bläschen zum Nervensystem fest-
zustellen, welche für eine Auffassung der Bläschen als Sinnesorgane
unbedingt erforderlich wäre. Da auch Keferstein keine Ver-
bindung der Bläschen mit dem Nervensystem auffinden konnte, be-
trachte ich die Bläschen vorläufig als Organe, mit denen entweder
ein für den Organismus des Tieres wertloses Excret ausgeschieden
oder eine irgend einem unbekannten Zweck dienende Substanz als
Secret erzeugt wird. — Zu den gewöhnlichen Hautkörpern des Si-
punculus cumanensis scheinen die Keferstein’schen Bläschen bis-
lang keine Beziehungen zu ergeben; die Vermutung, dass die in
den gewöhnlichen Hautkörpern vorkommenden gebogenen Gebilde,
vielleicht geformte Excretmassen oder Pigmente, die sich durch
Färbemittel stark tingieren, ähnliche Bildungen sein möchten, wie
die von Keferstein an der Innenwand der Keferstein’schen
Bläschen beobachteten hakenartigen Fortsätze, habe ich wieder
fallen lassen müssen, da ich hakenartige Fortsätze in den Bläschen
nirgends habe auffinden können.
Im Anschluss an die Keferstein’schen Bläschen muss ich
noch einer merkwürdigen Bildung Erwähnung thun, die ich an der
Längsmuskeln einiger noch von Keferstein bestimmter Exemplare
des Sipunculus australis fand. Es handelt sich hier um längliche,
knotenartige Anschwellungen von gelber Färbung, welche in grösserer
Zahl in der vorderen Körperhälfte vor dem Vorderende der Seg-
mentalorgane an den Längsmuskelsträngen, teils auf diesen, teils
seitlich an denselben sassen. Wenn schon die Keferstein’schen
Bläschen des Sipunculus cumanensis bei dem Beobachter den Ein-
druck einer pathologischen Bildung erwecken konnten, so wird ein
solcher Eindruck dem Beobachter gradezu aufgedrängt bei Be-
trachtung der gelben Knoten des Sipunculus australis. Die letz-
teren haben mit den Bläschen des Sipunculus cumanensis gemeinsam
das Vorkommen in der gleichen Körpergegend und die Verbindung
mit der Körperoberfläche durch einen dünneren Strang, dürfen je-
doch keineswegs als den Keferstein’schen Bläschen gleichwertige
Gebilde angesehen werden. — Mit Hülfe von Salpetersäure gelang
es mir nicht, die Knoten mit ihrem Stiel zu isolieren, da der letz-
tere, vermutlich durch Abreissen, jedesmal verloren ging. — Die
Befestigung der gelben Knoten an der Muskulatur der Leibeswand
stimmt nicht mit dem Verhalten der Keferstein’schen Bläschen
358 Hermann Augener: Beiträge
überein, indem die gelben Knoten in die Längsmuskeln selbst ein-
gesenkt sind. Die Knoten werden peripher begrenzt durch eine
concentrisch geschichtete Hüllzone wohl bindegewebiger Natur, die
unter dem Peritoneum allein die Abgrenzung der Knoten gegen die
Leibeshöhle bilden kann; es kann auch ein Streifen von Längs-
muskulatur, der von allen Seiten her an Stelle des Bindegewebes
den Knoten überzieht, den letzteren gegen die Leibeshöhle ab-
schliessen. Zerzupft man einen Knoten, so fällt seine Inhaltsmasse,
die dem Ganzen die Färbung verleiht, als gelbe, krümelige Materie
heraus. Auf Querschnitten durch die Leibeswand des Wurmes und
einen Knoten erkennt man, dass letzterer durch einen dünneren,
soliden Strang mit der Oberfläche des Körpers verbunden ist. Ob
der Verbindungsstrang, der eine körnige, wohl aus dem Inhalte
des Knotens herstammende Masse enthält, die Körperwand ganz
durchbricht, habe ich nicht feststellen können, es erscheint immer-
hin nicht unmöglich. — Der Inhalt der Knoten besteht aus einer
körnigen Materie, deren Elemente in radiären Zügen gegen das
Knotencentrum gerichtet sind. Zellen oder Zellkerne konnte ich in
dem Inhalt der Knoten wie in deren Umhüllung nicht erkennen.
Eine Höhlung im Inneren wie bei den Keferstein’schen Bläschen
fehlt in den gelben Knoten von Sipunculus australis. — Über die
Bedeutung der gelben Knoten lässt sich kaum etwas vermuten,
vielleicht enthalten sie pathologisch verändertes Muskelgewebe.
IV. Einige Fälle des Vorkommens von Fremdkörpern
und Parasiten in Gephyreen der Brock’schen
Sammlung.
a) Unorganisierte Fremdkörper.
Ein hierher gehöriger Fall betrifft das Vorkommen unorgani-
sierter Fremdkörper in mehreren Exemplaren des Sipuneulus robustus.
In der Leibeshöhle dieser Tiere fanden sich frei liegend eine ge-
ringere Anzahl kleiner Ballen von erdiger Substanz; die meisten
dieser Ballen waren kugelig oder eiförmig gestaltete Körper bis zu
einem Durchmesser von 83mm, zum kleineren Teile fanden sich
Ballen vor von mehr bröckeliger erdiger Beschaffenheit und von
unregelmässiger Form. Diese letzteren Gebilde bestehen aus einer
braunen erdigen, mit Sandkörnchen untermischten Grundsubstanz,
während die geformten rundlichen Ballen eine gleiche anorganische
Inhaltsmasse enthalten, welche peripher von einer graulichen, struk-
turlosen, ablösbaren Hüllschicht, anscheinend organischen Ursprungs
umgeben wird. Da die beschriebenen Fremdkörper immer in der
Nähe des Darmtractus und gewöhnlich zwischen den Mesenterial-
fäden der Darmspira eingeklemmt gefunden wurden, ist wohl die
Vermutung gestattet, dass man es hier mit ehemaligen Darminhalts-
zur Kenntnis der Gephyreen. 359
massen zu thun hat, die dureh irgend einen Vorgang, wahrschein-
lich einen Bruch der Darmwand in die Leibeshöhle ausgetreten
sind. Die Erklärung der organischen Hülle der Ballen dürfte viel-
leicht darin zu suchen sein, dass die ausgetretenen Darminhalts-
massen bei längerem Verweilen in der Leibeshöhle als Fremdkörper
mit einem Überzuge organischer Abkunft versehen und so nach aussen
gegen die Körperorgane abgekapselt worden sind. Die Möglichkeit
eines Austretens von Darminhalt durch Zerreissen der Darmwand
erscheint um so wahrscheinlicher, wenn man in Betracht zieht,
welch’ heftigen Contractionen der verhältnismässig zarte Darmkanal
bei Gephyreen ausgesetzt ist und was für ein grobes, scharfkantiges
Material von Kalkstückchen, Schalenfragmenten u. s. w. bisweilen
von Gephyreen in den Darmkanal aufgenommen wird, dessen Wan-
dungen durch den Darminhalt dann höchst unregelmässig ausge-
dehnt werden können.
b) Parasitäre Organismen.
1. Sporozoen.
Der vorliegende Fall betrifft das Vorkommen von Entwicklungs-
zuständen von Sporozoen bei Sipunculus cumanensis. In einem
sehr grossen Exemplar dieser Art fand ich zahlreiche heller oder
dunkler braune cystenartige Körperchen von im Maximum 2 mm
Länge und 1 mm Breite. Die walzigen an den Enden abgerundeten
Körperchen lagen frei in der Leibeshöhle des Wurmes und sind
wahrscheinlich dem entsprechende Gebilde, wie sie Keferstein
& Ehlers (1) bei Sipunculus nudus beobachtet haben; ich vermute
ferner, dass von Selenka (12) in der Leibeshöhle von Sipunculus
vastus gefundene braune Körperchen den von mir gesehenen Cysten
analoge Gebilde waren. Die vorliegenden cystenartigen Körperchen
lassen eine strukturlose periphere Begrenzungsmembran erkennen,
aus welcher beim Zerreissen derselben ein Haufwerk glänzender,
gelblicher, kugeliger Elemente hervorquillt; diese Elemente zeigen
nach Behandlung mit Färbemitteln einen deutlichen rundlichen Kern.
Die Kügelchen liegen in den Cysten in geringerer oder grösserer
Entfernung von einander, getrennt durch eine Zwischensubstanz
nichtzelligen Characters. — Falls man es in den gefundenen Cysten
wirklich mit Entwicklungszuständen von Sporozoen zu thun hat,
so wären diese ein weiterer Beleg für das verbreitete Vorkommen
von Sporozoen bei Würmern im Allgemeinen, für die Gephyreen
ist ihr Vorkommen in Sipunculus cumanensis neu.
2. Gephyronema laeve nov. gen. nov. spec. v. Linstow.
Fig. 29.
Gephyronema laeve ist ein neuer in einem Sipunculiden para-
sitierender Nematode. Die Bestimmung dieser interessanten Form
360 Hermann Augener: Beiträge
verdanke ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Dr. v. Linstow in
Göttingen, dem ich an dieser Stelle für sein freundliches Entgegen-
kommen meinen herzlichen Dank sage und dessen Beschreibung
ich der Hauptsache nach wiedergebe. — Ich entdeckte Gephyronema,
den Vertreter einer bisher bei Gephyreen noch nicht beobachteten
Parasitenkategorie, in dem Exemplar des Cloeosiphon mollis von
Amboina aus der Brock’schen Sammlung. Eine Anzahl von Indi-
viduen des Parasiten fand sich in der Leibeshöhle des Cloeosiphon,
wo sie an der Körperwand in einer Art von Lager so fest von
bindegewebigen, wohl durch den von dem Parasiten auf die Leibes-
wand des Wirtes ausgeübten Reiz entstandenen Wucherungen um-
geben waren, dass die Tiere nur mit Anwendung von Gewalt los-
gelöst werden konnten. Infolgedessen sind sämmtliche Nematoden
zerbrochen, sofern sie nicht schon beim Aufschneiden ihres Wirts-
tieres verletzt waren. -—-
Gephyronema vereinigt in sich Charaktere der freilebenden
Meeresnematoden und der parasitären Formen. Die den Körper
bedeckende Cuticula ist vollkommen glatt, ohne Querringelung, ohne
Borsten- und Papillenbildung. — Gephyronema ist getrennten Ge-
schlechts. Das Vorder- (fig. 29b) und Hinterende des Nematoden
ist allmählich verjüngt und an der Spitze abgerundet; etwas hinter
der grossen Mundöffnung liegen 4 bis 6 braune Pigmentflecken
über dem mit einfacher Anschwellung versehenen Oesophagus. Am
Schwanzende finden sich keinerlei Papillen, Klebdrüsen sind am
Hinterende möglicherweise vorhanden. — Die Länge des männlichen
Tieres mag schätzungsweise etwa 2,7 cm betragen, wovon auf den
kurzen Oesophagus etwa 0,67 mm entfallen, auf das Schwanzende
(fig. 29c) etwa 0,26 mm. Von der Kloakenwand entspringen zwei
gleichgestaltete, säbelföürmig gekrümmte Spicula, welche ohne Be-
rücksichtigung ihrer Krümmung etwa 0,18 mm lang sind. — Die
Länge des weiblichen Tieres (fig. 29a) beträgt schätzungsweise etwa
3,2 cm bei einer Breite von 0,44 mm, das Schwanzende ist etwa
0,18 mm lang. Der Uterus des Weibchens nimmt mit seinen beiden
Schenkeln fast den ganzen weiblichen Körper ein und ist wie bei
Filaria prall angefüllt mit sehr zahlreichen Eiern. — Gephyronema
ist allem Anschein nach lebendiggebärend. Die Eier (fig. 29d) sind
annähernd kugelig gestaltet, 0,084 mm lang und 0,079 mm dick,
die Schale der Eier steht bei dem Spiritusmaterial weit von ihrem
Inhalt ab. Die Furchung und embryonale Entwicklung der Eier
erfolgt innerhalb des Uterus, sehr wahrscheinlich auch die Sprengung
der Eischale. -— Der Embryo hat eine Länge von 0,43 mm und ist
0,021 mm dick. Kopfende und Schwanzspitze des Embryos (fig. 29e)
sind abgerundet, am Kopfende finden sich zwei feine Spitzen und
Pigmentflecken wie bei dem erwachsenen Wurm. Die Abgrenzung
von ÖOesophagus und Mitteldarm und der After waren nicht er-
kennbar. —
Von den freilebenden Formen der marinen Nematoden unter-
scheidet sich Gephyronema durch den Mangel jeglicher Cuticular-
zur Kenntnis der Gephyreen. 361
gebilde, wie Borsten und hauptsächlich durch die Eibildung. —
Bei den freilebenden marinen Nematoden liegen die Eier in dem
häufig nur kurzen Uterus gewöhnlich in einer Reihe, meistens sind
nur wenige grosse Eier entwickelt, zuweilen nur zwei, in jedem
Schenkel des Uterus nahe dem gemeinsamen Ausführungsgange
eines. — Die Pigmentflecke, welche sich am Vorderende von Ge-
phyronema vorfinden, wurden bisher noch bei keiner parasitierenden
Nematodenform beobachtet und berechtigen zu der Vermutung,
zumal sie sich auch bei den Embryonen finden, dass der Nematode
sich von freilebenden Ahnenformen herleitet oder doch wenigstens
einen Abschnitt seines Lebens, wahrscheinlich einen Teil der lar-
valen Entwicklungszeit, frei lebend im Meere zubringt. Bei einer
Annahme der letzteren Möglichkeit muss als höchst wahrscheinlich
eine Einwanderung der Jugendformen in ein Wirtstier angenommen
werden, in welchem sich die letzteren zu geschlechtsreifen Nema-
toden entwickeln.
3. Siphonobius gephyreicola nov. gen. nov. spec.
Fig. 30—31.
Die durch den vorstehenden Namen gekennzeichnete Tierform,
der Repräsentant einer an Gephyreen parasitierend noch nicht be-
obachteten Tiergruppe, ist ein endoparasitärer Krebs, dessen Wirts-
tier ein kleines Exemplar von Aspidosiphon Brocki aus Amboina
war, in welchem ich den Parasiten in merkwürdiger Weise in einen
besonderen schlauchartigen Hohlraum eingeschlossen in der Leibes-
höhle vorfand.. - Nach dem Aufschneiden des Aspidosiphon be-
merkte ich auf dessen Retractormuskel ein der Länge nach ver-
laufendes, schlauchartiges, zartwandiges Gebilde, das im Aussehen
durchaus einem etwa mit dem Retractormuskel verklebten Darm-
abschnitt ähnelte; bei dem Versuch, den vermeintlichen Darmteil
abzulösen, zerriss der Schlauch, der in unversehrtem Zustande dicht
hinter dem Gehirn seinen Anfang genommen und sich bis zur Basis
des rechten Retractorschenkels erstreckt haben muss. — Der
Schlauch beginnt dicht hinter dem Gehirn ziemlich eng und wird,
nachdem er sich nach hinten zu in der Mitte erweitert hat, an der
Retractorbasis wieder enger. Die Begrenzung des schlauchartigen
Hohlraumes wird einerseits ventralwärts von der ebenen Oberfläche
des Rüsselretractors gebildet, andererseits gegen den freien Leibes-
höhlenraum von einer zarten gewölbten Membran, so dass der
Schlauch an seinen höchsten Stellen auf dem Querschnitt etwa die
Form eines Halbkreises zeigt. — Eine Deutung der Schlauch-
membran ist schwer zu geben und es bleibt eine Vermutung, wenn
ich es nicht für unmöglich halte, dass die Schlauchmembran der
abnorm veränderte Peritonealüberzug des Retractors ist; bei dieser
Möglichkeit würde ich annehmen, dass der Parasit nach seiner Ein-
wanderung in das Wirtstier sich unter den peritonealen Überzug
des Retractors eingebohrt und durch seinen Lebensprozess eine
362 Hermann Augener: Beiträge
krankhafte Wucherung und Abhebung des Peritonealüberzuges von
seiner muskulären Grundlage veranlasst habe. — Die Oberfläche
der häutigen Schlauchwandung (fig. 31) ist in ähnlicher Weise, nur
gröber, wie die normale Oberfläche des Retractormuskels querge-
streift, unterscheidet sich aber in ihrem Bau von dem normalen
Peritoneum durch die viel bedeutendere Zahl und Grösse ihrer
Zellkerne. Dort, wo die Membran des Schlauches sich seitlich frei
vom Retractor abzuwölben beginnt, ist dieselbe wallartig verdickt
und enthält zahlreiche dicht beieinander liegende Kerne; von diesem
Grenzwall ziehen sich in querer Richtung etwas erhöhte Streifen
von faltenartiger Beschaffenheit über die Schlauchmembran. In den
Streifen, welche der Oberfläche der Membran das quergestreifte
Aussehen verleihen, sind die Kerne etwas reihenartig angeordnet
und dichter gedrängt als in den Zwischenräumen zwischen den
Falten. —
Ich gehe nunmehr zu einer Beschreibung des Parasiten selbst
über, welcher in dem in den vorhergehenden Zeilen beschriebenen
Schlauchhohlraum eingeschlossen gefunden wurde. Ich schicke vor-
aus, dass neben dem als Siphonobius benannten, offenbar erwach-
senen und nur in der Einzahl angetroffenen Krebs noch eine Anzahl
von Naupliuslarven in dem gleichen Hohlraum angetroffen wurden.
Ich werde in der Folge den mit Siphonobius bezeichneten er-
wachsenen Krebs immer als „alten Krebs“ und die Nauplien als
„Krebslarven“ im Texte aufführen. — Was die Krebslarven an-
betrifft, so geben sie sich als typische Nauplien zu erkennen, welche
alle auf gleicher Entwicklungsstufe stehen. Die Krebslarven be-
sitzen drei Paar am Ende mit einfachen Borsten besetzte Ruderbeine
und ein grosses, X-förmiges, braunpigmentiertes, unpaares Larval-
auge auf der Stirn. Die Krebslarven sind etwa 0,14 mm lang, von
eiförmiger Gestalt, nach hinten bis zur abgerundeten Spitze verjüngt.
Der Körper der Krebslarven trägt an der Oberfläche keinerlei Fort-
sätze und ist ganz mit gelblichen, körnigen Massen von Reserve-
stoffen erfüllt, innere Organe waren noch nicht erkennbar. —
Nach der Beschreibung der Krebslarven will ich versuchen,
auch den alten Krebs etwas näher zu beschreiben. Der alte Krebs
(fig. 30), welcher, rein äusserlich gesprochen, in der Dorsalansicht
etwas Ahnlichkeit mit Lamproglena pulchella v. Nordmann hat
(siehe Crustaceen in Bronn’s Klassen und Ordnungen des Tierreichs),
ist etwa l mm lang und von spindelförmiger Gestalt, nach hinten
verjüngt und seitlich ein wenig zusammengedrückt. Das Hinterende
des Körpers endigt in zwei zugespitzte, ungefähr im rechten Winkel
gegen die Ventralseite umgeschlagene Furkalfortsätze. — Man kann
am Körper des alten Krebses zwei Abschnitte unterscheiden, einen
Cephalothorax und ein Abdomen; letzteres ist undeutlich gegliedert
in ungefähr fünf Segmente. Der Cephalothorax des im Ganzen
etwas concav nach der Ventralseite gebogenen Körpers läuft dorsal
in zwei gebogene, breite, blattartige Fortsätze aus, die vom Rücken
gesehen, spitz dreieckig erscheinen und in der Mitte der Körper-
zur Kenntnis der Gephyreen. 363
breite unter stumpfem Winkel zusammenstossen. Das Kopfende
des Tieres endigt vorn in einen breiten medianen Stirnfortsatz,
welcher am Ende spatelartig verbreitert und ventral concav aus-
gehöhlt ist. Zu den Seiten dieses Stirnfortsatzes steht je ein grosser
breit blattförmiger, nach hinten hakig gebogener Fühler, welcher
durch das Vorhandensein eines kurzen Nebenastes deutlich zwie-
spältig ist. Über den Verbleib des anderen Fühlerpaares vermag
ich nichts näheres anzugeben. Augen vermochte ich am Kopfe des
alten Krebses nicht zu entdecken. — Am Thorax des Parasiten
finden sich ventral fünf Paare von Extremitäten, welche von vorn
nach hinten an Grösse abnehmen und eine Zweispältigkeit, wenigstens
an den mittleren Beinpaaren, am Ende durch zwei kurze abgerun-
dete Äste hervortreten lassen. Die Extremitäten des vordersten
Paares sind bei weitem die grössten, sie sind hakenartig gestaltet
und wohl als Organe zum Anklammern bestimmt; die übrigen
folgenden Extremitäten sind stummelartig und tragen wie die erste
keine Borsten am Ende. An den mittleren der Extremitäten, welche
von der zweiten ab wohl keine besondere Function haben, finden
sich an einem der Endäste zwei winzige helle, dicht zusammen-
stehende Spitzchen, vielleicht Borstenrudimente. Das fünfte Beinpaar
ist von der Ventralfläche mehr seitlich nach oben gerückt als die
vorhergehenden. — Das Abdomen trägt keinerlei Extremitäten,
abgesehen von den Gabelfortsätzen am Ende, aber ventral am Ende
des drittletzten Segments etwa zwei kurze, cylindrische an der
Spitze abgerundete Fortsätze, die auf das folgende Segment über-
greifen. — Über die Lage der Mundöffnung und ob überhaupt eine
solche vorhanden ist, vermag ich nichts anzugeben; das Fehlen von
der Nahrungsaufnahme angepassten Extremitäten erscheint erklärlich
durch die endoparasitäre Lebensweise des Tieres. — Von den
inneren Organen des letzteren lässt sich sehr wenig Bestimmtes
sagen. Ein im Abdomen erkennbares schlauchartiges Organ, das
vielleicht am letzten Segment ventral ausmündet, könnte als Darm-
- tractus gedeutet werden. Das Geschlechtsorgan vermute ich in
einem paarigen, aus zwei rundlich eiförmigen Hälften bestehenden
Gebilde, welches über dem dritten Beinpaar an der Dorsalseite des
Krebses liegt. Im Inneren des Thoracalabschnittes, weniger im
Abdomen, treten glänzende, gelbbraune concrementartige Massen
auf, die teils Reservestoffe enthalten, teils Bestandteile drüsiger An-
hänge des vermeintlichen Darmes sein mögen. —
Über die systematische Stellung des alten Krebses wage ich
kaum eine Vermutung zu äussern, am ehesten dürfte derselbe den
Copepoden wohl zuzuteilen sein, namentlich, wenn die Krebslarven
die Jugendform des alten Krebses sein sollten. —
Nach der Beschreibung des alten Krebses bleibt es mir noch
übrig, einige Bemerkungen anzuknüpfen an die Frage nach dem
Geschlecht des alten Krebses, ferner daran, wie und in welchem
Stadium derselbe in sein Wirtstier hineingelangen konnte und
endlich an das Verhältniss, in welchem der alte Krebs zu den mit
364 Hermann Augener: Beiträge
ihm in demselben Hohlraum eingeschlossenen Krebslarven stehen
kann. —— Die Frage nach dem Geschlecht des alten Krebses möchte
ich dahin beantworten, dass ich vermute, dass derselbe ein Weib-
chen ist. Die zweite und dritte Frage können, da sie eng mit-
einander zusammenhängen, als Einheit behandelt werden und lassen
drei Möglichkeiten zu: 1. Der alte Krebs und die Krebslarven ge-
hören der gleichen Art an und die Krebslarven sind die direkten
Abkömmlinge des alten Krebses, 2. Der alte Krebs und die Krebs-
larven gehören zwar derselben Art an, aber die Krebslarven sind die
Nachkommen eines irgendwo anders vorhandenen Individuums der Art,
3. Der alte Krebs und die Krebslarven gehören zwei verschiedenen
Arten an. — Nehmen wir den ersten Fall als vorhanden an, so
müsste dem alten Krebs bezüglich der Fortpflanzung eine Ver-
mehrung durch Parthenogenese oder vermittelst Hermaphroditismus
zugesprochen wurden, wenn man nicht die höchst unwahrscheinliche
Möglichkeit annehmen will, dass der alte Krebs ausserhalb seines
Wirtstieres als freilebende Jugendform begattet wurde und darauf
zwecks Vollentwickelung in letzteres einwanderte; es könnten mir
auch bei der Auffindung des alten Krebses, möge er nun ein Weib-
chen oder ein Zwitter sein, ein oder mehrere männliche Tiere der
Art, etwa Zwergmännchen, die im gleichen Hohlraum mit dem alten
Krebs verborgen waren, entgangen sein. — Wie verhalten sich nun
die Krebslarven zu der zu Fall 1 geäusserten Möglichkeit einer
Einwanderung ihrerseits als junge Tiere in ein Wirtstier? Die mit
Borsten besetzten Ruderbeine der Krebslarven, das grosse Larven-
auge deuten, wenn diese Bildungen nicht als nur vererbte und
später bei einer parasitären Lebensweise beibehaltene gelten sollen,
daraufhin, dass die Krebslarven einen Teil ihres Lebens frei im
Meerwasser zubringen um dann behufs vollkommener Entwicklung
wie so viele Parasiten in ein Wirtstier einzuwandern. — Die Wahr-
scheinlichkeit, dass der alte Krebs im Jugendzustande in sein
Wirtstier eingedrungen sein könnte, würde auch ins Gewicht fallen
bei der Erwägung von Fall 2. Bei der Annahme eines Vorhanden- °
seins des Falles 2 wäre demnach erstlich die Einwanderung des
alten Krebses im Larvenzustande in sein Wirtstier erforderlich und
zweitens müssten auch die Krebslarven in das gleiche Wirtstier
eingedrungen sein und sich wie ihr Vorgänger, der alte Krebs am
Retraktormuskel des Wirtes eingenistet haben, vielleicht unter dem
Zwange einer Arteigentümlichkeit. Durch das eben Gesagte würde
sich meines Erachtens. bei Annahme von Fall 2 das Vorkommen
des alten Krebses und der Krebslarven am gleichen Orte vielleicht
ebenso gut erklären lassen wie das Vorkommen zweier Ent-
wicklungszustände eines Parasiten am gleichen Orte bei der An-
nahme von Fall 1. Allerdings scheint mir gegen eine Annahme
des Falles 2. und damit gegen eine Einwanderung der Krebslarven
in das Wirtstier, den Üloeosiphon, die grössere Anzahl der von mir
gefundenen Krebslarven (es mögen ihrer wohl im Ganzen mindestens
15 vorhanden gewesen sein) zu sprechen. — Zu Fall 3 ist zu
zur Kenntnis der Gephyreen. 365
bemerken, dass es mir sehr unwahrscheinlich vorkommt, dass zwei
verschiedenen Arten angehörende Parasiten sich in einem Wirtstier
an der gleichen Stelle und unter so eigentümlichen Bedingungen
wie bei dem vorliegenden Siphonobius bei einander einnisten, Fall 3
erscheint mir nur möglich bei Annahme eines sonderbaren, wenig
verständlichen Zusammentreffens, kraft dessen sich zwei verschiedene
Parasiten an demselben Punkt in einem Wirtstier zusammenfinden
konnten. — Ich halte nach meiner Überzeugung die Annahme von
Fall 1 als die wahrscheinlichste Lösung der Fragen nach dem
Verhältnis des alten Krebses zu den Krebslarven und nach dem
Stadium, in welchem der alte Krebs in sein Wirtstier eingewandert
ist. Die Annahme von Fall 1 wird auch, abgesehen davon, dass sie die
richtigste zu sein scheint, den auf ein zeitweiliges Freileben der Krebs-
larven hindeutenden Eigenschaften derselben gerecht, in dem sie die
Bedingung einschliesst, dass die Krebslarven von der Stätte ihrer
Geburt auswandern zum Zwecke ihrer vollkommenen Ausbildung.
— Alle im Zusammenhang mit der Möglichkeit einer Annahme der
angezogenen Fälle 1, 2 oder 3 stehenden Erwägungen, die sich
an die Auffindung eines endoparasitären Krebses nebst einer An-
zahl von Krebslarven in einem Sipunculiden knüpfen, können
natürlicherweise keinen weiteren Anspruch als den blosser Ver-
mutungen erheben, ihre eventuelle Bestätigung muss der Zukunft
und der Kenntnis der Biologie und Entwicklungsgeschichte von
Siphonobius vorbehalten bleiben.
Erklärung der Figuren.
Die Figuren sind mit Ausnahme von Fig. 1,5, 9 und 29b-e mit Benutzung
eines Hartnack’schen Mikroskops bei ausgezogenem Tubus mit Ocular 3 ge-
zeichnet worden. Die Objektivstärke ist jeder Figur beigefügt.
Tafel‘’F.
Fig. 1—4. Aspidosiphon Steenstrupi Dies. var. fasciatus nov. var,
1. Ganzes Tier mit teilweise eingezogenem Rüssel. Schwache Lupen-
vergrösserung.
. Haken vem Vorderende des Rissels, typische Form. Obj. 8.
. Stacheln von der hinteren Rüsselhälfte. Obj. 8.
. Haken eines Tieres von Polo Edam, Ubergangsform zu Aspid.
Steenstrupi. Obj. 8.
Fig.5--8. Aspidosiphon ambonensis nov. spec.
5. Ganzes Tier vollkommen ausgestreckt. Schwache Lupenvergrösserung.
6. Haken vom Vorderende des Rüssels. Obj. 8.
7. Stacheln von der hinteren Rüsselhälfte. Obj. 8.
8. Hautkörper von der Körpermitte. Obj. 8.
> ww
366 Hermann Augener: Beiträge
Fig. 9—13. Aspidosiphon Brocki nov. spec.
9. Ganzes Tier mit teilweise ausgezogenem Rüssel. Schwache Lupen-
vergrösserung.
10a, b. Haken vom Vorderende des Rüssels. Obj. 8.
Tafel II.
11. Stacheln von der hinteren Rüsselhälfte. Obj. 8.
12. Hautkörper von der Körpermitte. Obj. 8.
13. Desgl. von der Aftergegend. Obj. 8.
Fig. 14. Phymosoma papilliferum = Phbascolosoma papilliferum Kef.
14. Haken vom Vorderende des Rüssels. Obj 8.
Fig. 15. Phymosoma albolineatum Baird.
15. Reifes Ei. Obj. 8.
Fig. 16. Cloeosiphon aspergillum var. javanicus Slunit
16. Reifes Ei. Obj. 8.
Fig 17—18. Phascolosoma Schüttei nov. spec.
17. Haken vom Vorderende des Rüssels. Obj. 5
Tafel III.
18. Hautkörper von der Körpermitte. Obj. 5,
Fig. 19. Phymosoma thomense nov. spec.
19a, b. Haken vom Vorderende des Rüssels. Obj. 8.
Fig. 20. Längsschnitt durch den Segmentaltrichter von Phymosoma
pacificum. Obj. 2.
20. Beispiel für die Trichterbildung bei Phymosoma.
d) Dorsale Trichterlippe.
v) Ventrale Trichterlippe.
k) Körperoberfläche.
a) Ausführungsgang des Segmentalorgans.
Fig. 21. Phymosoma scolops var. mossambicense Peters.
21. Hautstück mit Hautkörpern und den dazwischen liegenden grösseren
Plättehen. Obj. 8.
Fig. 22. Phymosoma dentigerum Sel.&de Man.
22. Enddarmdivertikel als Typus für das Verhalten der meisten Phy-
mosomen. Obj.2. Deckglaspräparat.
Tafel IV.
Fig. 23. Sipuneulus vastus Sel. & Bülow.
23. Querschnitt durch den Enddarm und den Ansatz einer Enddarm-
zotte. Obj.2. Z. Mündung der Zotte in den Enddarm.
Fig. 24. Aspidosiphon Cumingi Baird.
24. Anhang des Enddarms. Obj. 4. Deckglaspräparat.
Fig. 25. Phymosoma albolineatum Baird.
25. Querschnitt durch den Enddarm mit dem anhängenden Divertikel
(d). Obj.5. Das Divertikel mündet zwischen zwei hohen Falten
in den Enddarm (e).
zur Kenntnis der Gephyreen. 367
Fig. 26. Keferstein’sches Bläschen isoliert.
26. Der Ausführungsgang entspringt stielartig von dem Bläschen.
Obj. 4. Deckglaspräparat.
Fi. 27. Keferstein’sches Bläschen längs getroffen im Querschnitt
durch die Körperwand. 0Öbj.5.
27a. Der Ausführungsgang steht mit dem Bläschen in Continuität.
27b. Der Ausführungsgang desselben Bläschens erstreckt sich bis zur
Körperoberfläche (k), wo sein Lumen durch seine im Flächen-
schnitt getroffene Wand teilweise verdeckt wird. m. Längsmuskeln.
Tafel V.
Fig. 28. Stück von 27a) stark vergrössert. Obj.8.
Fig. 29. Gephyronema laeve nov. gen. nov. spec. v. Linstow.
a) Q Geschlechtsöffnung. Obj. 4.
b) Kopfende eines Tieres.
c) Hinterende eines & Tieres.
d) Ei.
e) Embryo.
ie. 30, 31. Siphonobius gephyreicola nov. gen. noy. spec.
30. Ganzes Tier von der Seite und von unten gesehen. Obj. 4.
31. Oberflächenschnitt des Retractors (r) von Aspidosiphon Brocki mit
daransitzendem Stück der Wand des schlauchartigen Hohlraumes,
in welchem das Tier von fig. 30 eingeschlossen war. Obj.5.
=
Le}
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logical Results (A. Willey), Part II, 1899.
. Derselbe. Notes on a Collection of Gephyrean Worms formed
at Christmas-Island (Indian Ocean) by Mr. C. W. Andrews.
Proceedings of the Zoological Society of London, 1899.
2. A. E. Verrill. Additions to the Turbellaria, Nemertina and
Annelida of the Bermudas. Transactions of the Connecticut
Academy of Arts and Sciences, Vol. X u. XI, 1900.
Rösultats des Campagnes Scientifiques accomplies sur son Yacht
par Albert I. Prince souverain de Monaco. Faseicule XV.
zur Kenntnis der Gephyreen. 371
Gephyriens (Siponculides et Echiurides) provenant des Cam-
pagnes de l’Hirondelle et de la Princesse Alice (1887— 1897)
par C. P. Sluiter, 1900.
54. A. E. Shipley. On.a collection of Echiurids from the Lo-
yalty-Islands, New Britain and China Straits, with an attempt
to revise the group and to determine its geographical range
Zoological Results (A. Willey), Part III, 1899.
55. S. Metalnikoff. Sipunculus nudus. Zeitschrift für wissen-
schaftliche Zoologie, Bd. 68 2), 1900.
56. A. Collin. Die Gephyreen der deutschen Expedition S.M.S.
„Gazelle“. Archiv für Naturgeschichte, Jahrgang 1901,
Beiheft.
Inhaltsübersicht.
Pag.
Beschreibung der von Dr. Brock gesammelten Sipunculiden . . . . 297-334
Aufführung der ausser den Brock’schen Sipuneuliden in der Göttinger
Sammlung vorhandenen Sipuneuliden und Echiuriden . . . 335—349
Zsennmseche: Bemerkungen... I. 2 U NT, 20-358
Divertikel und Analschläuche . . . 2. 2 2 2.2.2.2... 350-353
Kefierstem’sche Bläschen) Ik. 1 DM BT A mDAFUN EHL358
In Gephyreen beobachtete Fremdkörper und Parasiten. . . . . . 358-365
24%
Griechische Mollusken
gesammelt von
Eberh. von Örtzen,
bearbeitet von E. von Martens.
Nachtrag zu Jahrg. 1889 Bd. I S. 169—240.
Vor Kurzem erhielt ich von Herrn von Örtzen wieder eine
Anzahl von ihm in Griechenland gesammelter Schneckenarten, deren
Aufführung als Nachtrag zu der früheren Arbeit von Interesse sein
dürfte. Die Bestimmung der Hyalinien und der kleinen Pupen ver-
danke ich meinem Freunde Prof. OÖ. Reinhardt.
Die im Folgenden mit Kursivschrift gedruckten Arten oder
Fundorte sind neu im Vergleich zur früheren Zusammenstellung.
Daudebardia vermutlich rufa Drap. Kumani in Elis.
Hyalinia Moussoni Kobelt beim Dorf Elos in Kreta.
— hydatina Rossm. Kumanı.
— Botterüi Parr. Kephissos. Olympia. Insel Karpathos,
Zonites Naxius n.
Testa anguste umbilicata, sat convexa, superne distincte stria-
tula et lineis spiralibus subtilibus numerosis decussata, fulva, niti-
dula, inferne laevis, pallidior; anfr. 5—5!/,, convexiusculi, sutura
Griechische Mollusken. 373
impressa, ultimus inflatus, obtuse subangulatus, ad aperturam rotun-
datus, vix descendens; apertura lunato-rotundata, remote albo-
labiata, margine supero leviter descendente, infero valde arcuato,
columellari oblique ascendente, latiuscule triangulatim reflexo.
Diam. maj. 33, alt. 20, aperturae diam. 16, alt. obligua, 15 mm,
Insel Naxos, v. Ortzen.
Die von mir in der früheren Arbeit S. 181 als Zonites sp. an-
geführte Art von Naxos ist vermuthlich der Jugendzustand dieser
neuen Art; sie ist bei nicht viel über 4 Windungen, nur noch ganz
undeutlich gekantet, verhältnissmässig etwas weiter genabelt, eben-
falls ohne Spiralstreifung an der Unterseite und zeigt auffälligere
hellgelbe Wachstumsabsätze als die erwachsene Schale.
Diese Art unterscheidet sich von Z. pergranulatus Godet bei
Kobelt in der Fortsetzung von Kobelt’s Iconographie Bd. VII S. 2
fig. 1809 (aus Amorgos) auf den ersten Anblick durch weniger
niedergedrückte Gestalt, nur spurweise Andeutung einer Kante und
etwas engeren Nabel, während sie in der Skulptur mit derselben
übereinstimmt. Allerdings finden sich auch merklich höhere Exem-
plare von pergranulatus als das von Kobelt abgebildete, angeblich
auch von Amorgos, im Berliner Museum, aber bei diesen ist doch
die Kante immer noch schärfer und die Unterseite flacher. Z.
Naxius steht in der (Gesamtgestalt in der Mitte zwischen Z. per-
granulatus und Z. Polycrates oder verticillus.
Helix (Cartusiana) Cartusiana Müll. Corfu.
— — Freytagi Maltz. Dorf Elos in Kreta, ein dunkel-
braunes, fast einfarbiges Exemplar.
— (Macularia) Codringtoni Gray Kobelt-Rossm. VII fig. 1808,
Livadia in Euboea.
— (Pomatia) ambigua Parr., Mousson coquilles terr. et fluv.
d. Schläfti p.5. (H. cyrtolena Bourg.), sehr kugelig,
mit dunkel kastanienbraunem Mundsaum, das
eine der Figur 936 bei Kobelt-Rossmässler sehr
ähnlich, das andere etwas höher, diam. maj. 38,
alt. 40 1/,, apert. alt. 271/, mm, Ossa von Herrn
Leonis erhalten.
— (Xerophila) cauta West. Piraeeus an Thymelaea hirsuta.
— Cretica Fer. Insel Syra, die grösste 15'/;,mm im
grossen Durchmesser, Höhe 12, Mündung 6'!/,
breit und 7 hoch.
— — arcuata Kob. Rossm. VI fig. 1553. Olympia.
_ —_ profuga A. Schmidt, Corfu.
— — pyramidata Drap. Vom Kephissos angeschwemmt,
Attika.
— —_ trochoides Poir. Olympia.
Buliminus (Chondrula) Thiesseanus Mouss. Lamia in Phthiotis.
Caecilianella wahrscheinlich tumulorum Bourg. vom Kephissos an-
geschwemmt, Attika, und bei Olympia, Elis.
374 E. von Martens.
Balea sp. Herr von Ortzen glaubt diese Gattung auf dem höchsten
Berge der Insel Tinos gefunden zu haben, an Schiefergestein,
wo Wasser aus dem Felsen quoll; die Exemplare gingen ihm
aber leider verloren.
Pupa (Torquilla) granum Drap. in den Anschwemmungen des Ke-
phissos, ferner auf der kleinen Insel Angistri bei
Aegina und bei Olympia.
- (Orcula) scyphus Pfr. Olympia.
= — truncatella Pfr. Diese im südöstlichen Europa
ziemlich verbreitete Art war bis jetzt noch nicht
von Griechenland bekannt. Olympia.
— (Pagodina) pagodula Desmoul. Olympia.
— ((Vertigo) untiverigo Drap. in den Anschwemmungen des
Kephissos, Attika.
Carychium minimum Müll. Ebenda. Bis jetzt nur aus Kreta, aber
noch nicht vom eigentlichen Griechenland nachgewiesen.
Limnaea truncatula Müll. Ebenda.
Physa Achajae West. Ebenda.
Planorbis subangulatus Phil. Ebenda.
Valvata ähnlich depressa Pfr. Ebenda.
Hydrobia (Pseudamnicola) macrostoma Küst. Ebenda.
Pisidium sp. Ebenda.
Neben dem neuen Zonites ist namentlich das Vorkommen der
kleinen Pupen. von Interesse; auch wird das Vorhandensein in
Morea für eine Anzahl von Arten nachgewiesen, die bis jetzt noch
nicht von da bekannt waren.
Beschreibung
einiger unzureichend bekannten
monaxonen Spongien.
Von
Joh. Thiele, Berlin.
Hierzu Tafel XXI.
Der Systematiker wird wohl in allen Thiergruppen eine mehr
oder weniger grosse Zahl von Artnamen vorfinden, die zumeist von
den ersten Zoologen geschaffen worden sind, die in der Gruppe
eearbeitet haben, und die von ungenügenden Beschreibungen be-
gleitet sind; man wird infolge dessen den Wunsch haben, dass
durch Nachuntersuchung der typischen Exemplare über solche mehr
oder weniger unvollkommen beschriebene Arten Klarheit geschaffen
werde. Um so dringender wird ein solcher Wunsch, wenn man
eine derartige Durcharbeitung einer Gruppe vorhat, wie sie jetzt
in dem „Tierreich“ geschaffen werden, da sonst eine oft recht be-
deutende Artenzahl unter die unsicheren Formen zu stellen sein
würde, für die es unmöglich ist, einen bestimmten Platz anzugeben
oder gar Bestimmungsschlüssel auszuarbeiten. Leider sind oft die
Originalstücke nicht mehr aufzufinden, in solchem Fall werden die
Namen für alle Zeiten als unsicher gelten müssen.
Der Spongienforscher ist dadurch in einer verhältnismässig
günstigen Lage, dass für die Erkennung einer Art in der Regel
schon ein kleines Bruchstück genügt, aus dem man Form und An-
ordnung der Skelettheile erkennen kann. Herr Professor Weltner
hat früher von typischen Exemplaren Schmidt’scher Arten Präparate
angefertigt und sie mir freundlichst zur Untersuchung überlassen,
sodass er einen nicht geringen Theil an dieser Arbeit verrichtet hat;
zum Theil habe ich Schmidt’sche Originale selbst untersucht, die
mir von den Vorständen der Sammlungen in Kiel und Graz, sowie
aus der hiesigen Sammlung überlassen worden sind. Ich beschreibe
im Folgenden die wichtigsten Arten aus der Nord- und Ostsee, sowie
aus dem nördlichen Atlantischen Ocean, welche Schmidt (10, 11,
376 Joh. Thiele: Beschreibung
12 d. Litteraturverzeichnisses) beschrieben hat. Es ist hieraus zu
: entnehmen, dass es nicht allein die unvollkommene Methode ver-
schuldet hat, dass Schmidts Beschreibungen, besonders die späteren,
gegenwärtig als ungenügend bezeichnet werden müssen.
Polymastia mespilus O. Schm. (Fig. 1).
Nach einem von Weltner angefertigten Schnitt besteht das
choanosomale Skelett aus einem dichten, aber unregelmässigen Netz-
werk von Nadelzügen, die nicht vorwiegend strahlig angeordnet
sind, während im Ectosom eine dichte Masse hauptsächlich radiär
angeordneter Spicula gelegen ist. Es sind zwei Nadelformen zu
unterscheiden, von denen die grössere vorwiegend im Choanosom,
die kleinere im Ectosom gelegen ist:
1. Subtylostyle (Fig. la), deren Köpfchen nur mehr oder
weniger deutlich angedeutet ist, während der Schaft in der Mitte
bedeutend stärker ist als am stumpfen Ende; diese Nadeln sind
etwa 500 w lang und 10 w dick.
2. Style (Fig. 1b), deren stumpfes Ende kaum angeschwollen
und auch nicht wesentlich dünner ist, als die Mitte der Nadel, etwa
150 u lang und 4 u dick.
Die Art kann den von Schmidt ihr gegebenen Namen (10,
p. 148) behalten.
Rinalda uberrima O. Schm. (Fig. 2).
Da mir von dieser Art ein von Weltner gefertigter Schaitt vor-
liegt, sei zur Ergänzung der Angaben Schmidts (9, p. 51 t.6 f. 3)
und Arm. Hansens (6) folgendes bemerkt. Im Innern des Schwammes
finden sich lange radiäre Züge spindelförmiger Style, dazwischen
schwächere unregelmässig gerichtete Züge kleinerer Subtylostyle.
In der Rinde stecken in grosser Menge noch kleinere Tylostyle,
mit den Spitzen nach aussen gerichtet; der innere Theil der Rinde
ist von wenig zahlreichen Nadeln durchsetzt, dagegen liegen darunter
im äusseren Theil des Choanosoms in allen Richtungen und in
grosser Zahl Bündel solcher Tylostyle wie in der Rinde; diese
Bündel haben das Aussehen von Trichodragmen.
Die grossen Style der radiären Bündel werden über 1 mm lang
und etwa 20 u dick (Fig. 2a), ihr stumpfes Ende ist bedeutend
dünner als die Mitte.
Die kleineren Subtylostyle des Choanosoms sind etwa 600 uw
lang und 10 « dick, sie sind nicht so ausgesprochen spindelförmig
und haben meist ein deutliches, wenn auch nur ziemlich kleines
Köpfchen (Fig. 2b).
Die kleinen Tylostyle der Rinde und der äusseren choanosomalen
Theile sind etwa 270 « lang und 8 w dick, sie haben ein gut
einiger unzureichend bekannten Spongien. 377
entwickeltes rundliches Köpfchen ‘und einen sehr deutlich spindel-
förmigen Schaft, der am Grunde des Köpfchens nur etwa 3 u stark
ist (Fig. 2e). Nach Schmidts. Angabe sollen diese Tylostyle nur
162 u lang sein, was aber nach dem vorliegenden Exemplar nicht
zutrifft.
Die Art ist ohne Zweifel der Gattung Polymastia zugehörig,
wird also P. uberrima heissen.
Sceptrella triloba ©. Schm. (Fig. 3).
Die Art (12, p. 119) bildet auf Steinen, Muschelschalen u. dergl.
dünne Krusten, von denen sich verschieden geformte Fortsätze er-
heben, deren Länge etwa bis zu 6 mm beträgt, sie sind bald am
Ende keulenförmig verdickt, bald verschmälert, häufig zusammen-
gedrückt.
Das Skelett besteht aus Stylen, die hauptsächlich in der ober-
flächlichen Schicht und,in den Fortsätzen vorkommen, und aus
Discorhabden, die ziemlich häufig im Innern, besonders aber in
radiärer Lage an der Oberfläche des Schwammes liegen, wo sie ein
dichtes Pflaster bilden.
1. Die Style (fig. 3a) sind etwa 350 w lang und in der Mitte
8 u dick, sie werden nach dem stumpfen Ende, das nicht oder nur
undeutlich angeschwollen ist, etwas dünner und tragen an dem
andern Ende eine kurze, deutlich abgesetzte Spitze. Sehr häufig
findet sich eine oder auch mehrere spindelförmige Anschwellungen.
2. Discorhabde (Fig. 3b—d), die in der Regel am untern
Ende eine mit den Zweigenden etwas herabgebogene, sodann in
der Nähe der Mitte eine ausgebreitete, darüber eine deutlich empor-
gekrümmte gelappte Scheibe und endlich mehrere zugespitzte Fort-
sätze, welche stark emporstehen, trägt. Das ganze Gebilde ist etwa
50 u hoch. Zuweilen finden sich zwischen den Kränzen noch
einzelne Fortsätze und ganz vereinzelt habe ich eine solche Form
gefunden, wie sie Fig. 3g darstellt, deren Schaft etwa doppelt so
lang ist wie gewöhnlich und mehrere unregelmässig angeordnete
Fortsätze trägt. In der Regel sind die Scheiben mehr oder weniger
regelmässig dreitheilig, wie Schmidt angiebt und abbildet, jeder Theil
ist dreifach dichotomisch getheilt (Fig.3c). Im Innern des Schwammes
finden sich nicht selten Jugendformen von Discorhabden; zuerst
bilden sie dünne Stabnadeln, deren eines Ende kugelig ange-
schwollen ist, während gegen die Mitte hin zwei längliche An-
schwellungen sichtbar sind (Fig. 3e); sodann mit weiterem Dicken-
wachstum bildet sich am andern Ende auch allmählich eine An-
schwellung, und zunächst die mittleren, dann auch die Endan-
schwellung entsenden stumpfe Fortsätze (Fig. 3f), die sich schliess-
lich an den Enden zertheilen. Häufig sind die Endanschwellungen
nicht ganz an den Enden des Schaftes gelegen, sodass auch bei der
978 Joh. Thiele: Beschreibung
fertig entwickelten Form mehr oder weniger deutlich die Schaftenden
über die Scheiben hinausragen.
Da der Name Latrunculia etwas älter ist als Sceptrella, heisst
unsere Art L. triloba.
Cometella spermatozoon O. Schm. (Fig. 4).
Da mir von dieser Art (12, p. 116) nur ein von Weltner ge-
fertigtes Präparat mit isolirten Nadeln vorliegt, so kann ich über
die Anordnung des Skelettes nichts angeben, also auch nicht, ob
die grösseren Nadeln radiär gerichtet sind. Ich unterscheide 3
Formen:
1. Grössere Style (Fig. 4a), deren stumpfes Ende nicht zu
einem Köpfchen angeschwollen ist, während das andere Ende spitz-
bogenartig geformt ist, indem die Spitze sich ganz kurz absetzt;
die Nadeln sind 380 u lang und 7,5 u dick.
2. Kleinere Tylostyle (Fig. 4b), derert eines Ende ein deutliches
Köpfchen bildet, während das andere ähnlich wie bei der grösseren
Form eine kurze Spitze bildet; diese Nadeln mögen an der Öber-
fläche liegen.
3. Centrotyle Microrhabde (Fig. 4c) bald an den Enden
zugespitzt und bis über 50 w lang, bald abgerundet und mehr oder
weniger stark verkürzt; zuweilen rückt die Anschwellung aus der
Mitte gegen ein Ende hin.
Wegen dieser Microrhabde gehört die Art in die Gattung
Ficulina und wird demnach F. spermatozoon heissen müssen.
Nach einem Präparat mit der Bezeichnung Suberites lütkeni sind
die Style dieser Art etwas länger, 400 u lang und mit längeren
Spitzen versehen, gleichfalls ohne deutliche Köpfchen, während die
Microrhabde nicht wesentlich von denen der vorher genannten Art
verschieden sind. Da Freculina ficus deutliche Tylostyle besitzt,
dürften diese drei Arten unter einander verschieden sein.
Pseudaxinella suleata ©. Schm. (Fig. 5).
Vom Skelett dieser Art (12, p. 120), für welche die Gattung
Pseudaxinella geschaffen wurde, giebt Schmidt an, dass es aus ge-
bogenen, verlängerten Stylen gebildet wird, die Nadeln seien nicht
einmal deutlich verkittet und eine aus Horngeflecht gebildete Achse
fehle.
Ueber die Form der Skelettelemente ist dem gegenüber vor
allem hervorzuheben, dass nicht nur verlängerte Style, sondern drei
verschiedene Nadelformen zugegen sind:
1. lange Style (Fig. 5a), die etwa 1450 u lang und 20 w dick
werden;
einiger unzureichend bekannten Spongien. 379
2. kürzere Style (Fig. 5b) von ähnlicher Dicke, doch nur etwa
450 u lang;
3. stark gebogene Amphioxe (Fig. 5c), die 550—750 w lang und
auch 20 # sind; ihre Enden sind wie das eine der Style scharf und
lang zugespitzt.
Längsschnitte von einem Exemplar der Art bestätigen Schmidts
Angabe über das gänzliche Fehlen einer Achse, die Nadeln sind
hauptsächlich quer zur Längsachse gelegen und in dieser Richtung
findet man Züge verschiedener Stärke, besonders aus Stylen gebildet,
die zum Theil über die Oberfläche mehr oder weniger weit hinaus-
ragen, während die Amphioxe mehr der Längsachse parallel meist
vereinzelt liegen. Zwischen den Gewebsbalken, die von den Nadeln
gestützt werden, sind ziemlich weite Hohlräume vorhanden.
Da die gegenwärtige Vertheilung der Axinelliden-Arten in den
Gattungen sehr verbesserungsbedürftig ist, wäre es sehr möglich,
dass für Verwandte der vorliegenden Art die Gattung Pseudaxinellu
beibehalten werden wird. Sie scheint sich hinsichtlich der An-
ordnung des Skelettes der Gattung Phakellis zu nähern und dürfte
eine Reihe von Arten aufzunehmen haben, die jetzt in letztgenannter
Gattung untergebracht sind.
Hymeraphia vermiculata Bowerbank (Fig. 6).
Von dieser Art, für welche Gray (5, p. 521) den von Topsent
angenommenen Gattungsnamen Dubarıs aufgestellt hat, liegt mir
ein Nadelpräparat vor. In diesem fällt mir auf, dass die ge-
schlängelten Strongyle mehr oder weniger ausgesprochen knotige
Anschwellungen und Eindrücke zeigen, die vermuthlich von anderen
damit in Berührung gekommenen Nadeln herrühren (Fig. 6). Es
ist daher ausserordentlich wahrscheinlich, dass Topsents Monocre-
pidium vermiculatum (16, p. 229) die Knoten nur in stärkerer Ent-
wickelung besitzt, übrigens doch wohl in dieselbe Gattung gehört
wie die vorliegende Art, dann müsste der Artname geändert werden
und die Art könnte nach ihrem Entdecker Bubaris topsenti heissen,
wenn man überhaupt diese Gattung beibehalten will.
Solche Formen könnte man vielleicht einfach als inkrustirende
Acanthella-Arten ansehn, wie jedenfalls Carters var. erecta zur Gattung
Acanthella zu stellen sein wird.
Amorphina appendiculata O. Schm. (Fig. 7).
Nach einem Präparat Weltners bildet das Skelett dieser Art
(12, p. 115) ein unregelmässiges, ziemlich dichtes Gewirre von
Nadeln, unter denen nur vereinzelt schwache Züge vorkommen. Die
Spicula sind Amphioxe, welche etwa 450 u lang und 10 dick
werden (Fig. 7).
380 Joh. Thiele: Beschreibung
Die Gattung Kumastia ist von Halichondria hauptsächlich durch
den Besitz ziemlich hoher Fortsätze unterschieden, in denen die
Nadeln deutlicher als im Körper in Längsbündeln angeordnet sind.
Obwohl ich aus dem mir vorliegenden Präparat nicht entnehmen
kann, ob die Fortsätze deutliche Nadelzüge enthalten, glaube ich
doch aus der Gegenwart der „dünnen, bis fadenförmigen Fortsätze“
und der schwachen Züge in dem Präparat schliessen zu dürfen,
dass diese Art der genannten Gattung einzureihen sein wird und
daher wird Eumastia appendiculata heissen dürfen. Von Z. sıtiens
dürfte sie durch kleinere Nadeln verschieden sein.
Amorphina paeiscens O. Schm. (Fig. 8).
Das Präparat, welches ich vor mir habe, enthält Querschnitte
eines Fortsatzes, der aber in der Mitte ein dünnes Algenblatt ein-
schliesst, wodurch es wahrscheinlich gemacht wird, dass der
Schwamm nur inkrustirend auf der Alge sitzt und durch diese
hauptsächlich die verästelte Form erhält. Das Skelett besteht aus
einer ziemlich dichten, ungeordneten Masse von Nadeln, die an der
Oberfläche ein dichtes glattes Hautskelett bilden; die Spicula er-
reichen etwa 350 u an Länge bei einer Dicke von 10 «; sie sind
beiderseits lang und scharf zugespitzt.
Durch das starke Hautskelett wird die Art (12, p. 115) in die
Gattung Pellina verwiesen und muss demnach Pellina pacıscens
heissen. f
Tedania increscens O. Schm. (Fig. 9).
Nach einem Nadelpräparat enthält diese Art (12, p. 115) die
drei für die Gattung Tedania charakteristischen Sorten von Nadeln.
Die Style des Hauptskelettes sind ziemlich lang und dünn, sie er-
reichen fast 600 u an Länge bei einer Dicke von 10 u (Fig. 9a);
sie sind meist etwas gekrümmt, am stumpfen Ende nicht wesentlich
verjüngt, am anderen in eine lange scharfe Spitze ausgezogen. Die
dermalen Tylote erreichen etwa eine Länge von 380 u bei einer
mittleren Dicke von 3 u (Fig. 9b), ihre beiden Enden sind schwach
keulenförmig verdickt, ohne Enddornen (Fig. 9c). Die Rhaphiden
werden 350 u lang, sie sind glatt oder wenig rauh.
Da die Art von Tedania suctoria O. Schm., deren Style nach
Schmidts Angabe 460 u lang werden, wohl verschieden sein
dürfte, wird sie den von Schmidt ihr beigelegten Namen behalten
können.
Desmaecidon korenii O. Schm. (Fig. 10).
Nach einem mir vorliegenden Nadelpräparat sind folgende Be-
standteile des Skelettes zu unterscheiden:
einiger unzureichend bekannten Spongien, 381
1. Style in drei Grössen, meist deutlich gekrümmt, längere
und kürzere, jene etwa 550—600 « lang und 10 w dick, diese bei
einer ähnlichen Dicke nur 200 w lang (Fig. 10a, b), daneben ver-
einzelt solche, die etwa 1250 « lang und 15 w dick sind.
2. Rhaphiden, die etwa 200 w lang und 2 w dick werden.
3. Sigme (Fig. 10c, d) in zwei Grössen von der gewöhnlichen
Form, zuweilen in Bündeln vereinigt, die grösseren 75 «u lang und
2,5 u dick, die kleineren 25 u lang.
Demnach gehört die Art (12, p. 117) in die Gattung Biemna
Gray (Sp. typ.: B. peachüi). Nach der von Lundbeck (8, p. 98) ge-
gebenen Zusammenstellung der Arten würde B. variantia Bower-
bank ihr am nächsten kommen, ohne doch wie es scheint mit ihr
zusammenzufallen, das müsste an reicherem Material noch geprüft
werden. Einstweilen mag die vorliegende Art den Namen Biemna
korenit führen.
Esperia lanugo 0. Schm. (Fig. 11).
Nach Schmidt (12, p. 118) hat Grentzenberg (Die Spongienfauna
der Ostsee, 1891, p. 34), über diese Art Mittheilungen gemacht, von
denen ich das über ein Fasergerüst angegebene nicht nachprüfen
kann, da mir nur von Weltner präparirte Nadeln vorliegen. Ich
finde nur zwei Nadelformen:
1. Style (Fig. 1la), deren stumpfes Ende keine Spur eines
Köpfchens trägt und deutlich dünner ist als die Mitte, während das
andere Ende in eine scharfe Spitze ausläuft; die Länge beträgt
240 u bei einer Dicke von 7,5 u.
2. Anisochele (Fig. 11b) von 21 u Länge, deren beide Enden
in der Regel deutlich verschieden sind, das Ende des grösseren
Endhakens ist vom Schaft weiter entfernt als das des kleineren,
doch kommen allerdings vereinzelte Chele vor, deren Schaufeln fast
oder wohl auch völlig gleich gross werden, doch sind das nur Aus-
nahmen; der grössere Endhaken ist abgerundet, der kleinere in der
Mitte zugespitzt und dieses Merkmal dürfte immer die beiden Enden
unterscheiden.
Die Art wird AMycale lanugo heissen müssen.
Esperia intermedia OÖ. Schm. (Fig. 12).
Vom Originalstück, das nach Schmidts Angabe (11, p. 433)
nur „ein unbedeutendes Bruchstück“ gewesen ist, liegt mir ein
Nadelpräparat Weltners vor. Danach unterscheidet sich die Art
von anderen der Gattung Mwycale durch die Form der Megasclere,
die hier ausschliesslich Amphioxe („unspitzige“ Nadeln in Schmidts
Diagnose ist also Druckfehler statt umspitzige) sind, sie scheinen
382 Joh. Thiele: Beschreibung
nur schwache Züge zu bilden und sind etwa 450 « lang und 10 —
12 u dick (Fig. 12a).
Die grösseren Anisochele (Fig. 12b, c), die zu Rosetten
angeordnet sind, sind 50—60 u lang, die kleinere Ausbreitung ist
im Verhältnis zur anderen gross und wie diese rundlich dreieckig,
der grössere Endhaken ist ziemlich breit abgerundet, der kleinere
in der Mitte zugespitzt.
Die zerstreuten kleinen Anisochele (Fig. 12d) sind nur etwa
18 u lang (nach Schmidt 22,4 u), mit kurzem Schaft und deutlich
verschiedenen Ausbreitungen, deren. grössere spitze Ecken hat,
während die kleinere mehr rundlich ist.
Man kann zweifelhaft sein, ob diese Art wegen der Amphioxe
nicht von der Gattung Mycale auszuschliessen wäre, doch möchte
ich das nicht thun, ehe nicht noch mehr solche Arten gefunden
werden.
Esperia lucifera OÖ. Schm. (Fig. 13).
Da diese Art von Schmidt verhältnismässig gut beschrieben ist
(10, p. 148 und 12, f. 19—33), will ich nur zur Ergänzung folgende
Angaben machen:
Die Megasclere sind Style ohne oder doch mit schwach an-
gedeutetem Köpfchen, sie sind etwa 510 w lang und 12 « dick. Die
grossen Anisochele, die zu Rosetten angeordnet sind, haben eine
ziemlich breite, rundliche grössere Ausbreitung, während die kleinere
am Ende abgestutzt ist, die Endhaken sind ziemlich lang, rundlich
(Fig. 13); diese Chele sind etwa 65 u lang, während die kleinen
36 u lang und verhältnismässig schmaler sind. Sehr häufig sind
kleine Sigme von 18 w Länge; die Trichodragme sind 55 u lang.
Bei einem Vergleich dieser Nadeln mit Bowerbanks Beschreibung
von seiner Iymeniacidon lingua scheint mir eine grosse Ähnlichkeit
unverkennbar zu sein, und ich meine, dass Schmidts Name nur ein
Synonym des letzteren ist. Desgleichen halte ich ein von ihm
Esperia massa (12, p. 118) genanntes Stück im Berliner Museum
vom Bukenfjord für identisch mit Mycale lingua (Bwbk.), obwohl
die Spicula ein wenig grösser sind als bei dem untersuchten Exem-
plar von E. lucifera.
Esperia rhopalophora ©. Schm. (Fig. 14).
Die vorliegenden Bruchstücke mögen einen massigen, 5—6 cm
langen und 2—3 cm dicken Schwamm gebildet haben, der aussen
durch anhaftende Schlammtheile schmutzig grau, im Innern hellgrau
erscheint. Die peripheren Theile zeigen eine deutlich radiale An-
ordnung des Skelettes. Dieses besteht aus folgenden Elementen:
einiger unzureichend bekannten Spongien. 3833
1. Megasclere:
1. Spindelförmige Subtylostyle (Fig. 14a), deren Köpfchen
zwar in der Regel nur schwach ausgebildet, aber doch meistens
erkennbar ist; sie sind von der Mitte nach beiden Enden hin ziem-
lich gleichmässig verjüngt und erreichen eine Länge von etwa 900 w
bei einem Durchmesser von 18 u. Sie bilden in der Hauptsache
das innere Skelett und sind zum Theil zu ziemlich starken Zügen
vereinigt.
2. Keulenförmige Spicula, wie sie Schmidt (Fig. 12) abgebildet
hat, Gomphostyle oder Exotyle, die hauptsächlich in den äusseren
T'heilen des Schwammes stecken und mit ihrer keulenförmigen An-
schwellung, deren Form aus Fig. 14b zu ersehn ist, mehr oder
weniger weit hinausragen. Sie sind etwa 1150 « lang und 18 u
dick, am innern Ende verjüngt und abgerundet, während die Keule
etwa 35 w dick und 60 u lang, also länglich eiförmig ist.
1I. Microsclere:
1. Grössere Anisochele (Fig. 14c) in Rosetten angeordnet,
die etwa 92 u lang sind. Ihre grössere Ausbreitung ist nicht viel
länger, aber deutlich breiter als die kleinere, der Endhaken ziemlich
weit abstehend, lang und schmal, am Ende fast gerade; der am
andern Ende ist in der Mitte durch einen zusammengedrückten Stiel
mit der Mitte der Ausbreitung verbunden.
2. Kleinere Anisochele (Fig. 14d), die 30 w lang sind, im
Parenchym zerstreut.
3. Sigme (Fig. l4e) fast so gross wie die kleinen Anisochele,
25 uw lang.
4. Sehr zahlreiche Trichodragme (Fig. 14f), die 7Ou lang sind.
Topsent hat 1896 (15) die Gattung (Gomphostegia für eine Art
von den Azoren aufgestellt, welche durch ähnliche Exotyle charak-
terisiert ist, indessen ist es ihm entgangen, das bereits 1870 Saville
Kent (7) eine solche Art sehr deutlich beschrieben hat, wofür er
den Gattungsnamen Rhaphrdotheca geschaffen hat. Beide Gattungen
fallen ohne Zweifel zusammen. Die vorliegende Art muss daher
Rhaphidotheca rhopalophora (O0. Schm.) heissen; die später von
Carter (2) unter dem Namen R. affinis beschriebene Art dürfte mit
ihr zusammenfallen.
Esperia fabricans O. Schm. (Fig. 15).
Über diese Art kann man aus Schmidts Diagnose so gut wie
nichts entnehmen, er giebt (11, p. 433) an „die Nadeln sind spitz“,
von „symmetrischen Haken“ mehrere Varietäten, ausserdem ein
„Ankerzahn“ mit weiter als gewöhnlich vorstehender Mittelplatte,
d. h. es sollen Isochele und Anisochele — letztere sind abgebildet
— vorhanden sein,
384 Joh. Thiele: Beschreibung
Ich finde bei dem im Berliner Museum befindlichen Exemplar,
welches das Originalstück sein dürfte, von Ost-Grönland, Nord-
Shannon, und welches eine braune unregelmässige Masse mit
höckeriger Oberfläche, von ziemlich lockerem Gefüge mit einzelnen
weiten Hohlräumen darstellt, folgende Nadelformen:
1. Style (Fig. 15a), welche etwas über 700 «u lang und 16 w
dick werden, mit ziemlich kurzer Spitze, am andern Ende einfach
abgerundet.
2. Amphityle (Fig. 15b, b) mit deutlichen eiförmigen Endan-
schwellungen, etwa 420 u lang und 8 u dick.
3. Grosse Sigme (Fig. 15c), deren Länge etwa 125 u beträgt,
bei einer Dicke von 5 u. :
4. Forceps (Fig. 15d), deutlich rauh, etwa 60 w lang, an den
Enden mit deutlichen Knoten.
5. Isochele (Fig. 15e), mit.3 ziemlich spitzen Zähnen jeder-
seits, 50 u lang, Schaft ziemlich schmal.
Anisochele sind als Bestandtheile des Schwammes nicht vor-
handen.
Die Anordnung der choanosomalen Megasclere ist in den Schnitten,
die ich angefertigt habe, nicht sehr klar, ich sehe schwache, lose
Züge, die im Ganzen vorwiegend nach der Oberfläche hin verlaufen
dürften, dagegen sind die Tylote in der Haut in grosser Menge vor-
handen. Zahlreich sind auch die Microsclere, besonders die Chele
und Sigme.
Nach der Gegenwart der Forceps würde man geneigt sein,
die Art in Carters Gattung Forcepia, die nach Topsents Meinung
(14, p. 100) mit Vosmaers Forcipina oder Forcepina identisch ist,
zu stellen, dazu ist indessen Folgendes zu bemerken. Die typische
Art von Forcepia ist F. colonensis, die als Megasclere nur Tylote
besitzt und sich vermuthlich nahe an die Gattung Zlistoderma an-
schliesst, wohl nur eine Untergattung der letzteren werden sollte;
eine verwandte Art, gleichfalls von Australien, ist später von Dendy
beschrieben als F. carteri.
Die Arten, welche in die Gattung Forcipina (Sp. typ.: F. bulbosa)
gehören, besitzen wie die hier vorliegende neben den ectosomalen
Tyloten die choanosomalen Style, haben demnach ein ähnliches
Skelett wie Zamigera Gray (vgl. 13, p. 951) und dürften wegen der
Forceps-Nadel höchstens eine Untergattung der letzteren Gattung
darstellen.
Diese Nadelform kommt auch sonst vereinzelt vor, so bei
Cladorhiza cupressiformis, woraus hervorgeht, dass sie ähnlich den
Toxen keine grosse systematische Bedeutung besitzt. Topsents
Forcepia versatilis gehört wegen der Anisochele nicht in den hier
erörterten Formenkreis, ebensowenig Forcepia anceps (0. Schmidt),
wie Topsent wegen der von Schmidt abgebildeten Nadel Desmacidon
anceps nennen wollte (vgl. meine Bemerkungen darüber!).
einiger unzureichend bekannten Spongien. 385
Unsere Art nenne ich demnach /lamigera (Forcipina) fabricans;
sie dürfte durch die grösseren Spicula von //. (F.) forcipis und
bulbosa verschieden sein.
Cladorhiza pennatula O. Schm.
Nachdem Schmidt (12, p. 119) die Art beschrieben, hat Topsent
(Rösult. Voy. Belgica, Spong., p. 28, 1901) die Skelettelemente zu-
treffend beschrieben und zum grösseren Theil abgebildet, ich finde
sie in einem Präparat Weltners ganz ähnlich und füge nur hinzu,
dass die grossen Style stark spindelförmig, die kleineren Subtylo-
style weniger stark nach der Mitte hin verdickt sind. An den
grösseren Anisochelen, die ich etwa 45 w lang finde, hat Topsent
in der Flächenansicht den ziemlich schmalen grösseren Endhaken
nicht gezeichnet.
Desmaeidon physa O. Schm. (Fig. 16).
Diese Art ist von Schmidt ziemlich gut beschrieben (12, p. 118);
ich kann nach einem Präparat Weltners nur hinzufügen, dass die
Amphityle (Fig. 16a) etwa 700 « lang und 12 « dick, die sehr
zahlreichen Isochele (Fig. 16b) mit ziemlich grossen Verbreiterungen
und eiförmigen Endhaken 50 « lang sind. Die Trichodragme be-
stehen aus äusserst feinen Nädelchen von 100 u Länge. Style, von
denen Schmidt einzelne gefunden hat, sehe ich nicht, sie dürften
als normale Skelettelemente der Art kaum anzusehen sein.
Wegen der starken Oberhaut ist die Art in die Gattung Zlösto-
derma zu stellen und A. physa zu nennen.
Inflatella pellicula ©. Schm. (Fig. 17).
Von den 5 Exemplaren ist bei zweien das Choanosom erhalten,
von einem derselben habe ich Längsschnitte gemacht und mich vom
Bau der Art überzeugen können. Das am besten erhaltene Exemplar
habe ich gezeichnet (Fig. 17), es ist ein aufrecht eiförmiger, unten
mit einem kurzen Stiel an einem Steinchen befestigter Körper, der
oben vier Öscularschornsteine von verschiedener Stärke und Länge
aufweist; bei anderen Exemplaren sind zwei Oscularschornsteine
vorhanden. Von der grünlichen Farbe, die Schmidt erwähnt (12,
p. 117), ist nicht mehr viel zu sehen.
Diese Spongien bestehen aus einer festen Wand, die den Aus-
druck „Blasen“ rechtfertigen, und einem ausserordentlich lockeren
Choanosom, das vermuthlich im Leben dem Ectosom dichter an-
geschmjegt war als bei den konservierten Thieren, und im wesent-
lichen eine innere Auskleidung desselben vorgestellt hat, jedenfalls
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd. I. H.3. 35
386 Joh. Thiele: Beschreibung
ist im Innern ein grosser Hohlraum vorhanden. Es besteht aus
einem feinkörnigen Gewebe, doch kann ich weiter nichts daran
wahrnehmen, auch keine Geisselkammern.
Das Skelett fehlt dem Choanosom, nur einzelne Spicula finden
sich hier und da an der Aussenseite, dagegen wird das Ectosom
von zahlreichen Nadeln gestützt; es ist etwa 0,25 mm stark.
Die einzige Nadelform bilden Strongyle (17a, b) die nur
ausnahmsweise, wie es Schmidt als Regel angiebt, an einem Ende
angeschwollen sein können oder am Ende etwas spitzbogenartig
geformt sind. Sie werden etwa 580 w lang und in der Mitte
10 w dick.
Topsent hat (14, p.93) für dieselbe oder eine sehr nahe ver-
wandte Art mit 765 w langen und 9 „u dicken Strongylen von den
Azoren die Gattung Joyeusxia errichtet, welche demnach in die
Synonymie von Injlatella fällt. Diese Gattung dürfte mit Zlistoderma
nächst verwandt sein.
Hymeraphia plicata OÖ. Schm. (Fig. 18).
Im einem Präparat Weltners finde ich folgende Nadelformen:
l. Grundständige Acanthotylostyle (Fig. 18a—c) mit grossem
Köpfchen, deren kleinste etwa 80 u, deren grösste fast 600 w lang
sind, jene in ganzer Länge, diese nur am Köpfchen dornig.
2. Einzelne grosse Style (Fig. 15d) ohne deutliches Köpfchen,
die am unteren Ende etwa 18 « dick sind; ihre Länge kann ich
nicht genau angeben, da alle abgebrochen sind, doch sind sie
wenigstens 1,5 mm lang.
3. Dünne Style, etwa 500 u lang und bis 3 u dick, welche
im äusseren Theil viele pinselartige Gruppen bilden.
Die Kruste ist 0,9 mm dick.
Die Gattung //ymeraphia wurde von Bowerbank zuerst er-
wähnt 1862 in: Phil. Tr., v. 152, und zwar in Verbindung mit den
4 Arten: stellifera und clavata (p. 774), vermiculata (p. 830) und
verticillata (p. 832). In seiner Monographie (v. 1, p. 189) hat Bower-
bank alsdann FH. stellifera als typische Art bezeichnet, während
Gray 1867 alle genannten Arten zu Vertretern neuer Gattungen:
Mesapos, Eurypon, Bubaris und Naenia gemacht hat. Danach
wird es wohl nötig sein, mit Bowerbank als typische Art von
Hymeraphia seine H. stellifera festzuhalten, während für die zweite
Art der Name Eurypon anzunehmen sein wird, obwohl diese Gattung
bisher ausschliesslich Aymeraphia genannt worden ist.
Die von Schmidt benannte Art (10, p. 148) dürfte kaum von
der genannten englischen verschieden sein, daher halte ich Schmidts
Namen nur für ein Synonym von Eurypon clavatum.
einiger unzureichend bekannten Spongien. 337
Desmaeidon neptuni 0. Schm. (Fig. 19).
Schmidt erwähnt von dieser Art (12, p. 117) umspitzige Nadeln
und Chele mit schlankem Schaft und langen schlanken Zähnen,
bildet diese auch ab (Fig. 7).
Zusammen mit mehreren Exemplaren von Latrunculia triloba
finde ich an einem Stein eine Kruste, die jedenfalls das einzige
Original-Exemplar Schmidts darstellt und in der Form der Chele
ganz wohl mit der Abbildung übereinstimmt. Bei näherem Zusehen
finde ich indessen ausser den Amphioxen auch Acanthostyle und
Schnitte bestätigen deren Zugehörigkeit zu den von Schmidt ge-
sehenen Nadelformen. Es sind demnach folgende Skelettheile zu
unterscheiden:
I. Megasclere.
1. Spindelförmige Amphioxe (Fig. 19a), welche ziemlich lange
und scharfe Spitzen haben und 500 w lang sind bei einer Dicke
von 11 u.
2. Acanthostyle (Fig. 19b, c), deren grösste über 1 mm lang
werden bei einer Dicke des Schaftes von 20 u, ihre deutlich an-
geschwollenen unteren Enden sind mit zahlreichen starken Knoten
besetzt. Die kleineren, in ganzer Länge dornigen Nadeln sind etwa
160 u lang; Uebergänge zu den grossen sind zahlreich vorhanden.
II, Mieroselere.
Isochele (Fig. 19d) von 110 u Länge mit langem und ziemlich
dünnem Schaft und jederseits drei langen :und auffallend spitzen
Zähnen. Daneben findet sich eine kleine Form von 50 u Länge,
deren Schaft verhältnissmässig bedeutend breiter und dessen Zähne
mehr breit und rundlich sind (Fig. 19e).
Zumeist stehen die Acanthostyle mit ihren Köpfen auf dem
Substrat des Schwammes, doch sehe ich in den Schnitten, dass sie
auch an Zügen von Amphioxen befestigt sind und von diesen ab-
stehen. Es mag das Exemplar noch jung sein und es ist möglich,
dass bei weiterem Dickenwachsthum die Acanthostyle mehr an
Zügen von Amphioxen angeordnet sind. Berücksichtigt man das,
so wird es sehr wahrscheinlich, dass die bei Vergleich mit Oarters
Angaben und Abbildungen von Plumohalichondria microcionides (1b,
p. 236) auffallende Aehnlichkeit der Skelettheile, besonders der
jedenfalls besonders charakteristischen grossen Isochele, darauf
beruht, dass unsere Art mit der genannten Carters zusammenfällt.
Da die letztere etwas später beschrieben ist, hat der Name Schmidts
die Priorität. Für diese Art hat Carter den Gattungsnamen Plumo-
halichondria geschaften, sie würde also Plumohalichondria neptuni
zu nennen sein. |
Topsent hat die Gattung Plumohalichondria getheilt (14, p. 111),
dabei aber die genannte typische Art Carters in seine neue Gattung
Stylostichon gestellt, daher kann Stylostichon nur als Synonym von
25*
388 Joh. Thiele: Beschreibung
Plumohalichondria gelten, und wenn man P. mammillata, die in-
dessen nach Dendy P. inerustans (Carter) heissen soll, von den
übrigen Arten generisch trennen will, ist dafür ein anderer Name
zu gebrauchen. Das Skelett des Choanosoms beider Gattungen
scheint freilich nicht wesentlich verschieden zu sein, da es aus
Zügen von Amphioxen mit abstehenden Acanthostylen gebildet wird,
der einzige wesentliche Unterschied wird durch das Skelett des
Ectosoms dargestellt, das bei Plumohalichondria neptuni von den
Amphioxen, bei P. inerustans von den Acanthostylen gebildet wird,
wie Ridley und Dendy (Challenger, Monaxonida, p. 156) angegeben
haben und wie ich an einem wahrscheinlich zu dieser Art ge-
hörenden Exemplar des Berliner Museums sehe. Von diesem sei
hier noch erwähnt, dass in den Hornfasern sehr feine Nadeln
(höchstens 2 u dick) liegen, während stärkere (4 u dicke) Tornote
zerstreut vorkommen, auch im inneren Theil des Ectosoms; ihre
Spitzen sind zuweilen etwas seitwärts gebogen. Hiernach sehe ich
keinen Grund, warum diese Art nicht zu Topsents Gattung Pytheas
gestellt werden sollte; Topsent scheint anzunehmen, dass Plumo-
halichondria nur von einer Nadelform gebildete gefiederte Züge
besitzt, das trifft aber weder für P. microcionides zu — Carter sagt:
„Ihe acerate skeleton spicules are confined to the fibre of the
sponge, which is echinated with the large skeleton-and small spined
acuates* — noch für P, inerustans. Hiernach dürfte diese australische
Art Pytheas incrustans zu nennen sein.
Ueber „Desmacidon anceps“ O. Schm.
Schmidt hat (11, p.430 und 12, p. 117) unter dem Namen
Desmacidon anceps eine angeblich sehr merkwürdige Art beschrieben,
die nicht blos Isochele neben Anisochelen, sondern auch mehrere
Sorten von Megascleren enthalten soll, die man sonst nicht neben
einander gefunden hat. Dadurch sind dann einige merkwürdige
Ausführungen über mangelnde Stabilität der Arten hervorgerufen.
Es war daher von Interesse nachzuuntersuchen, was denn eigentlich
Schmidt in Händen gehabt hat. Von Kiel habe ich 5 Gläser er-
halten, die mit Desmacidon (oder Esperia) anceps etikettirt sind.
Jedes derselben enthält jedoch ganz verschiedene Spongien, das
erste einen nicht weiter bestimmten Hornschwamm, das zweite eine
plattenförmige Reniera mit eingeschwemmten fremden Nadeln, das
dritte eine /ophon-Art, das vierte eine inkrustirende Plocamia-Art,
das fünfte sogar drei verschiedene Arten der Gattungen Hymedesmia
und (rrayella. Auf eine Beschreibung dieser Spongien will ich nun
etwas näher eingehen.
Am meisten würde der Inhalt des zweiten Glases mit Schmidts
Angaben übereinstimmen, da man hier verschiedene Formen von
Chelen und Sigmen, vereinzelt auch Megasclere findet, die von den
häufigen Amphioxen verschieden sind, Schnitte ergeben indessen
einiger unzureichend bekannten Spongien. 38)
vollkommen deutlich, dass hier das Skelett einer Reniera-Art —
es mag R. hyalina Lundbeck sein — mit 270 «u langen und 12
dicken Amphioxen vorliegt und dass alle übrigen Spicula ein-
geschwemmt sind und nicht zum Schwamm gehören, daher brauche
ich auf deren einzelne Formen nicht einzugehen.
Im dritten Glase befinden sich zahlreiche graubraune Bruch-
stücke einer /ophon-Art; sie scheinen von einer mehrere mm starken
Kruste herzurühren. Die Skelettelemente sind die folgenden:
l. Choanosomale Acanthostyle mit ziemlich niedrigen und
nicht sehr zahlreichen Dornen von etwa 360 u Länge und 11
Dicke (Fig. 20a).
2. Ectosomale Amphityle mit schwach spindelförmig verdicktem
Schaft und kleinen, etwas dornigen Endköpfchen, etwa 310 « und
darüber lang und 7 « dick (Fig. 20b).
3. Anisochele, deren Grösse verschieden ist, ich finde die
grössten 35 « lang, während die kleinsten nur die halbe Länge
haben (Fig. 20).
4. Anisochele von der als Bipocille bezeichneten Form, die
10 u lang sind.
S. Ridley & Dendy haben unter dem Namen /ophon pattersoni
eine Anzahl Bowerbank’scher Arten vereinigt und sind der Ansicht,
dass die Grösse der Skelettelemente bei dieser Art ziemlich ver-
schieden ist. Die grösste Länge der Acanthostyle ' beträgt nach
ihrer Angabe 262 u, die grösste Länge der Tylote 250 x, demnach
sind die Megasclere der mir vorliegenden Form wesentlich grösser
und vielleicht ist es zweckmässig, ihr einen Namen. zu geben, etwa
Tophon pommeraniae. Mögen Untersuchungen von grösserem
Material entscheiden, ob sie etwa doch mit /ophon pattersoni zu-
sammenfällt!
Die ausgedehnte weissliche Kruste im vierten Glase ist un-
zweifelhaft Plocamia ambigua (= Microciona ambiqua Bowerbank
= Hastatus ambiguus nach Fristedt) und stimmt gut zu der von
Fristedt (3, p. 31) gegebenen Beschreibung. Die Art ist durch die
parallel zur Grundlage gerichteten dornigen Strongyle von etwa
150 u Länge von den Hymedesmia-Arten unterschieden. Die Acantho-
style haben keine deutlichen Köpfchen, die grössten sind nur in
der Nähe des stumpfen Endes etwas dornig und sie werden 15 w
dick. ‘ Die dermalen Nadeln sind meist an den Enden deutlich,
wenngleich nicht stark angeschwollen und mehr oder weniger ab-
gerundet; sie sind 325 uw lang und 4 w dick. Die 30 x langen
Isochele haben 10 u lange und 7 u breite Verbreiterungen des
Schaftes; da ihre Form von Fristedt nicht sehr getreu dargestellt
ist, füge ich in Fig. 21 eine Zeichnung von solchen bei.
Von den drei Arten im fünften Glase, dessen Inhalt vom Buken-
fjord herstammt, stimmt die eine in dem Besitz kurzer, meist kegel-
förmiger Fortsätze mit Hastutus mamillaris Fristedt (3, p. 32) über-
ein und, wenngleich die Abbildungen und Masse der Spicula nicht
unwesentlich von meinen Funden verschieden sind, erscheint es mir
390 Joh. Thiele: Beschreibung
doch nicht unmöglich, dass die Art trotzdem dieselbe ist wie die
von Fristedt untersuchte. Ich finde folgende Spicula:
1. Tornote (Fig. 22a), in der Mitte deutlich spindelförmig,
an den Enden kurz zugespitzt, 440 « lang und 11 „ dick (nach
Fristedt 360 « lang und in der Mitte nicht dicker).
2. Acanthostyle (Fig. 22b, c), die kleinen zum grössten Theil
dornig, die grössten nur in der Nähe des stumpfen Endes, jene
etwa 175 u lang, diese bis über 600 « lang und 17 « dick, ohne
deutliches Köpfchen (Fristedt giebt als grösste Länge 370 « an).
3. Isochele mit breitem Schaft (Fig. 22d), 30 w lang, stark
gebogen, mit rundlichen Zähnen (nach Fristedt 24 u lang).
Die Art gehört in die Gattung //ymedesmia, ich nenne sie also
mit einigem Zweifel Hymedesmia mamillaris (Fristedt).
Eine andere Art derselben Gattung scheint bisher noch nicht
beschrieben zu sein, ich nenne sie /ymedesmia norvegica. Sie ist
durch den Besitz ectosomaler Strongyle, die deutlich mit Köpfchen
versehenen Acanthostyle und die Form der Isochele charakterisirt.
Die Stücke sind bis etwa l cm gross, unregelmässig massig, mit
einigen zylindrischen Oscularröhren versehen, die etwa 1 mm breit
und hoch sind, von hellbräunlicher Färbung.
Es sind folgende Spicula vorhanden:
1. Acanthotylostyle (Fig. 23a) von einer Form und Grösse,
sie sind etwa 660 « lang und über dem Köpfchen 16 « dick; ihr
Schaft ist ganz glatt und die Dornen sind auf das Köpfchen be-
schränkt, die Spitze setzt sich gegen den Schaft ziemlich deutlich ab,
2. Strongyle (Fig. 23b) von 400 « Länge und 8 u Dicke.
3. Isochele (Fig. 23c) mit ziemlich breitem Schaft, 50—55 u
lang, mit rundlichen Zähnchen.
Die Acanthotylostyle bilden sehr unregelmässige und vereinzelte
undeutlich fiederförmige Züge im Innern, während die Strongyle
hauptsächlich die Wandung der Oscularröhren aufbauen, im übrigen
ziemlich selten sind. Die Isochele bilden eine Schicht an der Ober-
fläche und sind im Innern vereinzelt zu finden.
Wenn man soviel Werth auf die Anordnung der choanosomalen
Megasclere legt, wie es Topsent thut, würde diese Art in eine
andere Gattung zu stellen sein, vielleicht zu Microciona, ich lege
indessen mehr Gewicht auf die Form der Theile, da ich ver-
schiedentlich mich überzeugt habe, dass Arten, die nach den 'Nadel-
formen in eine Gattung gehören, recht wesentlich verschiedene An-
ordnung des Skelettes erkennen lassen, das hängt mit der äusseren
Form der Spongien zusammen, die ohne Zweifel für deren Anordnung
in Gattungen nicht verwendbar ist. Allerdings ist bei vorliegender
Art das Vorkommen nur einer choanosomalen Nadelform auf-
fällig, während in der Regel ausserdem kleinere Acanthostyle zu-
gegen sind.
Die dritte Art aus demselben Glase gehört in die Gattung,
welche Topsent Yvesi« genannt hat, obwohl er dazu zwei Arten
stellt, deren jede bereits früher zum Typus einer Gattung gemacht
einiger unzureichend bekannten Spongien. 391
worden war: Ürella elegans und Grayella eyathophora. Da die
erstere wegen des Besitzes grundständiger Acanthostyle nicht hierher
gehört, so muss die Gattung zweifellos Gruyella heissen. Die mir
vorliegende Art kann ich mit keiner bisher beschriebenen identifiziren
und nenne sie daher (Grayella polymastia, da sie ähnlich wie
Polymastia - Arten polsterförmige Massen bildet, von deren Ober-
fläche sich ziemlich dünnwandige, häufig zusammengedrückte, einige
mm lange und I—2 mm breite Fortsätze erheben, die wahrscheinlich
zum Theil Oscularröhren sind, zum Theil aber Einströmungs-
öffnungen tragen, die am Ende der Fortsätze liegen und durch ein
von ziemlich weiten Maschen gebildetes Netz getrennt werden.
Das Skelett besteht aus folgenden Nadelformen:
l. choanosomale Strongyle (Fig. 24a) 450 « lang und 8 u
dick, in der Mitte nicht dicker als gegen die Enden hin;
2. ectosomale Acanthostyle (Fig. 24b) mit zahlreichen Dornen
besetzt, etwas spindelförmig, am stumpfen Ende nur etwa halb so
dick wie in der Mitte, 225 x lang und etwa 7 « dick.
3. Isochele (Fig. 24c) deren Schaft seitlich regelmässige oder
unregelmässig gezackte Falten trägt; sie sind 25 « lang.
Die häufigste Nadelform sind die Acanthostyle, sowohl im
Eetosom wie im Choanosom, während die Strongyle nur vereinzelte
Züge bilden; die Chele sind nicht häufig. Am Aufbau der Fortsätze
betheiligen sich alle 3 Nadelformen.
Im Hinblick auf Schmidt’s Ausführungen über Variabilität der
Spongien - Arten betone ich, dass die hier auseinander gehaltenen
Arten mit exakten Methoden leicht und sicher zu unterscheiden
sind, und dass jene Erörterungen gänzlich einer Grundlage ent-
behren. Desmacidon anceps existirt in Wirklichkeit garnicht,
Desmaeidon filiferum O. Schm. (Fig. 25).
Schmidt hat den Schwamm abgebildet (12, p. 117 f. 6); die
fadenförmigen Fortsätze dürften sämmtlich Oscularröhren sein.
Ich habe von dem Originalstück Schnitte angefertigt und finde
darin folgende Nadelsorten:
l. Strongyle (Fig. 25a) gegen die Mitte hin deutlich stärker
als an den Enden, welche nicht oder nur undeutlich verdickt sind;
sie werden etwa 375 « lang und 8 « dick.
2. Acanthostyle (Fig. 25b), die kaum länger werden als 270 u
und in ganzer Länge dornig sind, das stumpfe Ende ist nicht stark
verdickt, trägt indessen meist ziemlich grosse Dornen; meistens
haben diese Nadeln nur etwa die halbe Grösse.
3. Isochele (Fig. 25c) mit rundlichen Zähnen, etwa 33 « lang.
Einige Sigme habe ich zwar in den Schnitten gesehn, doch ist
‚deren Zugehörigkeit zum Schwamme zweifelhaft, da sie nur selten
vorkommen, sie sind 50—70 u lang.
392 Joh. Thiele: Beschreibung
Die Acanthostyle stehen mit den Köpfen auf der Unterlage des
Schwammes, bei ihrer geringen Grösse ragen sie nicht nach aussen
vor. Die Strongyle bilden ein starkes Dermalskelett und die
Öskularröhren, sowie Züge, welche die Haut von unten her stützen.
Die Chele sind im Innern und auch an den Röhren ziemlich häufig.
Die Art gehört in die Gattung //ymedesmia und muss H. flifera
heissen.
Desmaeidon emphysema 0. Schm.
Nach einem Präparat Weltner’s ist die „merkwürdige vier-
kantige Diatomee“, von welcher Schmidt (12, p. 118) spricht, nichts
anderes als der „Melonenanker“ der Gattung Nelonanchora und es
liegt daher der Gedanke nahe, dass die Schmidt’sche Art identisch
mit Melonunchora elliptica Cart. ist, das trifft indessen nicht zu.
Carter giebt an (la, p. 212), dass das choanosomale Skelett von
740 u langen und 14 « dicken Stylen, das ectosomale von 490 u
langen und ebenso dicken Strongylen gebildet wird, auch Topsent
(14, p. 102) erwähnt diese Megasclere und ich konnte mich
an einem Präparat eines westindischen Exemplars überzeugen, dass
in der That das choanosomale Skelett von grossen Stylen, die etwa
900 u lang werden, gebildet wird, dagegen kann ich in Präparaten
von Desmacidon emphysema solche Style nicht finden, vielmehr wird
hier auch das choanosomale Gerüst von ebensolchen Strongylen ge-
bildet wie im Ectosom, und Fristedt (4, p. 454) hat gleichfalls nur
Strongyle beschrieben, die 650 « lang werden.
Demnach ist es kaum zweifelhaft, dass die westindische Form,
die auch bei den Azoren und bei Schottland vorkommt, von der-
jenigen, die Fristedt, Schmidt und ich untersucht haben, verschieden
ist, obwohl die Sphaerancister und Isochele nicht wesentlich differiren
(jene finde ich etwa 50 w lang, diese 60 u. 21 «), auch die Strongyle
ähnliche Form und Grösse haben. Aus diesem Grunde wird die
letztere, da sie jedenfalls zu derselben Gattung gehört, welche durch
die merkwürdigen Sphaerancister charakterisirt ist, Melonunchora
emphysema heissen müssen.
Desmacidon erux ©. Schm. (Fig. 26).
Die dornigen Isochele, welche Schmidt kenntlich abgebildet
hat (12, p. 118 f. 10), charakterisiren diese Art. Ich finde folgende
Nadelformen:
1. Grundständige Acanthostyle (Fig. 26a, b), deren Köpfchen
hauptsächlich durch den dichten Dornenbesatz hervorgebracht wird,
die kleineren sind etwa 150 « lang, während die grössten eine
Länge von 400 u erreichen.
einiger unzureichend bekannten Spongien. 393
2. Dermale spindelförmige Tornote (Fig. 266), deren Enden
kurz spitzbogenartig begrenzt sind; sie werden 380 « lang und 7 u
dick; häufig zeigen sie mehrere spindelförmige Anschwellungen.
3. Dornige Isochele (Fig. 26d), etwas gedreht, ihre drei Zähne
sind in Seitenansicht sehr kräftig, aber wenig schaufelförmig ver-
breitert; die Dornen stehen nur in der Mitte der konvexen Seite
des Schaftes, es mag ihrer durchschnittlich etwa ein Dutzend vor-
handen sein. Diese Chele, deren Länge 38 u beträgt, bilden einen
Panzer der Oberhaut, indem sie ganz dicht aneinanderschliessen und
mit ihren Zähnen und Dornen in einander greifen.
Die Art gehört in die Gattung /ymedesmia und heisst demnach
H. erus.
Spirastrella vidua ©. Schm. (Fig. 27).
Diese von Schmidt (12, p. 120) sehr kurz beschriebene Art er-
scheint mir sehr interessant; ich finde bei ihr folgende Nadelformen:
1. Grundständige Acanthotylostyle (Fig.27a) mit deutlichem
Köpfchen, das mit grossen Dornen besetzt ist, und in ganzer Länge
dornig, sie werden etwa 350 « lang, das Köpfchen 15 « dick.
2. Amphioxe (Fig. 27b) von ähnlicher Länge, 6 « dick, mit
mässig langen Spitzen, nach der Mitte hin spindelförmig an-
geschwollen.
3. Dornige Stäbe (Fig. 27c), Schmidt’s Walzensterne, etwas
über 50 « lang, Schaft 5 « dick, Dornen bis 8 « lang, kegelförmig,
am Ende verdickt; sie sind meist zwei- oder dreitheilig und in
ziemlich bedeutender Zahl vorhanden, eine spiralige Anordnung ist
nicht festzustellen.
Welche Bedeutung haben diese dornigen Nadeln, welche einen
zusammenhängenden Panzer an der Oberfläche bilden und zerstreut
im Innern vorkommen? Die Gegenwart der Acanthostyle und
Amphioxe weist auf eine Verwandtschaft mit der vorigen Art, und
in der That kann es kaum zweifelhaft sein, dass in den fraglichen
Gebilden umgewandelte Chele vorliegen. Die Anhäufung solcher
an der Oberfläche macht, dass sie einen Panzer bilden, durch
Dornen wie bei Hymedesmia crux greifen sie in einander, weiterhin
bilden sich die Endzähne zurück, sodass ein gekrümmter, an der
konvexen Seite dorniger Stab entsteht (Hymedesmia schmidti [Topsent)),
und schliesslich wird der Stab gerade und die Dornen ordnen sich
gleichmässig um ihn herum an; man könnte diese Nadelform als
Pseudospiraster bezeichnen. Es liegt hier demnach die Endreihe
einer Umbildung vor, die von den gewöhnlichen Isochelen der
Gattung Alymedesmia ausgegangen ist, und in diese Gattung wird
denen auch unsere Art zu stellen sein, ich nenne sie /ymedesmia
vidua.
394 Joh. Thiele: Beschreibung
Suberites dianae O. Schm. (Fig. 28).
Aus den Angaben Schmidts wird kaum mehr zu entnehmen
sein, als dass diese Art kein Suberites ist, denn Knotennadeln und
Toxe kommen hier doch nicht vor.
Die vorliegenden grünen Bruchstücke erweisen sich als dünne
Krusten auf einem Fremdkörper. Von Skelettelementen unter-
scheide ich:
1. Acanthotylostyle (Fig. 28a) mit deutlichem Köpfchen,
deren kleinste Form von etwa 110 w Länge durch alle möglichen
Uebergänge mit einer bis über 1,5 mm langen Nadelform ver-
bunden ist, an der nur das mehr oder weniger angeschwollene
stumpfe Ende einige Wärzchen trägt. Diese Nadeln sind sehr
lang und scharf zugespitzt.
2. Style (Fig.28b) von etwa 650 « Länge und 10 u Dicke,
deren stumpfes Ende kaum wesentlich angeschwollen ist und mehr
oder weniger deutlich einige sehr kleine Wärzchen auf der End-
kuppel erkennen lässt.
3. Toxe (Fig. 28e, d), welche ziemlich stark geknickt und in
ganzer Länge gleich stark sind; die Entfernung beider Enden von
einander beträgt etwa 80 «. Nur selten finde ich viel grössere
Toxe, wie Schmidt ein solches abgebildet hat, indessen pflegen die
Enden nicht so stark verdickt zu sein, die Spitzen sind tornot-artig
kurz und scharf abgesetzt oder etwas spitzbogenartig geformt;
diese Toxe sind 450 u lang und 4 « dick.
4. Isochele (Fig. 28e) mit breiten Endschaufeln, etwa 15 u lang.
Die verschieden langen Acanthostyle stehen mit den Köpfen
auf dem Substrat des Schwammes und die längsten von ihnen ragen
aus der Oberfläche hervor; die Toxe und Chele sind dazwischen
zerstreut, während die Style ein Dermalskelett darstellen.
Mir scheint es kaum zweifelhaft, dass unsere Art der Gattung
Mierociona angehören muss, wenngleich das choanosomale Skelett
nicht in fiederförmigen Säulen angeordnet ist. Durch die ecto-
somalen Style und die Toxe ist sie von Hymedesmia unterschieden
und nähert sich mehr dem Clathria-Typus. Von den englischen
Arten der Gattung Microciond scheint keine mit der vorliegenden
Art zusammenzufallen, welche demnach Microciona dianae:zu nennen
sein wird.
Raspailia moebii OÖ. Schm.
Nach dem von Weltner angefertigten Präparat ist diese Art
identisch mit Espers Spongia dichotoma, welche nach Ehlers zur
Gattung Raspailia gehört, nach der heutigen Auffassung indessen
eine Clathria ist. Da ich beabsichtige, über einige der Esper’schen
Monaxonen eine kleine Mittheilung zu machen, will ich mich hier
mit dieser Feststellung begnügen. Auch Carters Dietyocylindrus
abyssorum (1b, p. 232) ist = Clathria dichotoma (Esper).
einiger unzureichend bekannten Spongien.
395
Zum Schluss gebe ich eine Nebeneinanderstellung der von
Schmidt und mir angewandten Namen:
nach Schmidt
Polymastia mespilus
Rinalda uberrima
Sceptrella triloba
Cometella spermatozoon
Suberites lütkenit
Pseudaxinella sulcata
Hymeraphia vermiculata Bwbk.
Amorphina appendiculata
Amorphina pacıscens
Tedania increscens
Desmacidon korenii
Esperia lanugo
Esperia intermeidiu
Esperia lueifera
Esperia massa (err., non Schmidt
1862!)
Esperia rhopalophora
Desmacidon physa
Inflatella pellicula
Desmacidon emphysema
Hymeraphia ylicata
Desmacidon neptuni
Desmacıidon anceps
Desmacidon filiferum
Desimacidon erux
Spirastrella vidua
Suberites dianae
Raspailia moebii
— —
nach mir
Polymastia mespilus ©. Schm.
Polymastia uberrima (0. Schm.)
Latrunculia triloba (O. Schm.)
Ficulina spermatozoon (O. Schm.)
Ficulina lütkenii (O. Schm.)
Pseuda.inella sulcata O. Schm.
Bubaris vermiculata (Bwbk.
Eumastia appendiculata (O,Schm.)
Pellina paciscens (OÖ. Schm.)
Tedania increscens O. Schm.
Biemna koreniüi (0. Schm.)
Mycale lanugo (0. Schm.)
Mycale intermedia (0. Schm.)
Muyeale lingua (Bwbk.)
Rhaphidotheca rhopalophora
(©. Schm.)
Histoderma physa (0. Schm.)
Inflatella pellicula ©. Schm.
Melonanchora emphysema (O.Schm.)
Eurypon clavatum (Bwbk.)
Plumohalichondria neptuni
(0. Schm.) (= P. micro-
cionides Cart.)
Reniera (hyalina?) mit fremden
Nadeln
JIophon pommeraniae n.
Plocamia ambigua (Bwbk.)
Hymedesmia mamillaris (Fristedt)
Hymedesmia norvegica n.
Grayella polymastia n.
Hymedesmia filifera (0. Schm.)
Hymedesmia erux (0. Schm.)
Hymedesmia vidua (O. Schm.)
Microciona dianae (OÖ. Schm.)
Clathria dichotoma (Esper).
3396
Joh. Thiele: Beschreibung
Verzeichniss der citirten Litteratur.
la, Ib. Carter, H. Descriptions and Figures of Deep-sea Sponges.
2.
Anı. nat. Hist., ser. 4 v. 14, 1874 und ser. 4 v. 18, 1876.
— On a new Species of excavating Sponge (Alectona Millari);
and on a new Species of Rhaphidotheca (R. affınis). J.
R. micr. Soc., v. 2, 1879.
Fristedt, K. Bidrag till Kännedomen om de vid Sveriges
Vestra Kust lefvande Spongiae. Svenska Akad. Handl.,
v.21 no.6, 1885.
-—- Sponges from the Atlantic and Arctic Oceans and the
Behring Sea. Vega-Exp. vetensk. Arb., v.4, 1887.
Gray, J.E. Notes on the Arrangement of Sponges. P. zool.
Soc. London 1867.
Hansen, A. Spongiadae in: N. Nordhavs-Exp., 1885.
Kent, S. On two new Siliceous Sponges. Ann. nat, Hist.,
ser. 4 v.6, 1870.
Lundbeck. Porifera in: The Danish Ingolf-Expeditin, v. 6,
1902.
Schmidt, ©. Grundzüge einer Spongien-Fauna des Atlantischen
Gebietes. 1870.
— Siliecispongiae in: K. Möbius, Die wirbellosen Thiere der
Ostsee. 1873.
— Kieselspongien in: Zweite Deutsche Nordpolarfahrt,. v. 2
p. 429— 433, 1874.
— Spongien in: Jahresbericht der Commission zur wissensch.
Untersuchung der Deutschen Meere, v. 2/3 p. 115—120,
1875.
Thiele, J. Kieselschwämme von Ternate in: Abhandlung.
Senckenberg. Ges., v. 25, 1900, 03.
Topsent, E. Contribution A l’Etude des Spongiaires de l’At-
lantique Nord. Result. Camp. Monaco, v. 2, 1892.
— Sur deux curieuses Esperellines des Acores. Bull. Soc.
zool. France, v. 21, 1891.
— Eponges nouvelles des Acores. Me&m. Soc. zool. France,
v;11,.1898.
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Fig
Fig. 12a.
Fig.
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20a.
22a.
23a.
einiger unzureichend bekannten Spongien. 397
Erklärung der Abbildungen.
Choanosomales Subtylostyl von Polymastia mespilus. 140; 1b, der-
males Styl. 440.
b. Styl und Subtylostyl des Choanosoms von Polymastia uberrima.
><140; 2c, dermales Tylostyl. ><440.
Styl von Latrunculia triloba; b, normales Discorhabd von der Seite
gesehen; ce, mittlerer Wirtel eines solchen in Flächenansicht; d, Dis
corhabd schräg von unten gesehen; e. f, Jugendformen von solchen
g, abnorm verlängertes Discorhabd. 440.
Styl; b, Tylostyl von Fieulina spermatozoon; c, Microrhabde. 440,
b. Style; ec, Amphiox von Pseudaxinella sulcata. 140.
Geschlängeltes Strongyl von Bubaris vermiculata. 440.
Amphiox von Eumastia appendiculata. 140.
Amphiox von Pellina paciscens. 140.
Styl; b, Amphityl von Tedania increscens. 140; 9e, Ende eines
Amphityls. ><440.
b. Style vou Biemna korenü. ><140; c, d, Sigme. ><440.
Styl; b, Anisochel von Mycale lanugo. 440.
Amphiox von Mycale intermedia. 140; b, ce, grosse Anisochele
d, kleines Anisochel. 440.
Anisochel von Mycale lucifera (= M. lingua). 440.
Subtylostyl; b, Exotyl von Rhaphidotheca rhopalophora. ><140,
ce, grösseres Anisochel; d, kleines Anisochel; e, Sigm; f, Trichodragm.
x440.
Styl; b, Amphityl von Hamigera (Forcipina) fabricans. 140; b,, Ende
eines solchen; ec, Sigm; d, Forceps; e, Isochel. 440.
Amphityl von Histoderma physa. 140; b, Isochel. 440,
Inflatella pellicula, nat. Gr.; a, Strongyl davon. 140; b, Enden von
solchen. >440.
c. Acanthotylostyle von Eurypon clavatum (= plicatum). ><440;
d, unteres Ende eines grossen Styls. 140.
Amphiox; b, Theil eines grösseren Acanthostyls; c, kleines Acantho-
styl; d, e, Isochele. 440,
Acanthostyl; b, Amphityl; c, Anisochel von Ioplon pommeraniae.
440.
Isochele von Plocamia ambigua. 440,
Tornot; b, kleines Acanthostyl; ce, Theil eines grösseren; d, Isochel
von Hymedesmia mamillaris. 440.
Theil eines Acanthotylostyls; b, Strongyl; e, Isochele von Hymedesmia
norvegica. 440.
Joh. Thiele.
ig. 24a. Strongyl; b, Acanthostyl; ce, Isochele von Grayella polymastia. 440.
ig. 25a. Strongyl; b, Acanthostyl; e, Isochel von Hymedesmia filifera. >440.
. 26a, b. Acanthostyle; c, Tornot; d, Isochele von Hymedesmia cruz. ><440,
. 27a. Acanthotylostyl; b, Amphiox; c, Pseudospiraster von Hymedesmia
. vidua.. ><440.
-
ig. 28a. Acanthotylostyl von Microciona dianae. 440; b, Styl. x140; e, Tox;
d, Ende eines grossen Toxes; e, Isochel. 440,
Ueber den
Farbenwechsel bei Forellen.
(Ein Beitrag zur Pigmentfrage).
Von
Dr. phil. Albert Schöndorff, Thierarzt
aus Mülheim a. d. Ruhr (Rheinpr.)
Hierzu Tafel XXL.
Einleitung.
Die gelegentliche Beobachtung eines Farbenwechsels bei Forellen
veranlasste mich, den Grund für diese Thatsache genauer zu er-
forschen. Ich hatte gesehen, dass Forellen, die in einem dunklen
Raume gehalten worden waren, sich wesentlich durch ihre Farbe
von solchen unterschieden, die dem Tageslichte ausgesetzt waren.
Während nämlich die letzteren ihre normale Farbe, die ich im
nächsten Abschnitt ausführlicher beschreiben werde, beibehielten,
zeigten andere, die im Dunklen gehalten und nicht von der Sonne
beschienen wurden, einen auffallenden Unterschied ihrer Färbung.
Die Fische waren vollständig abgeblasst und erschienen heller als
gewöhnlich. Schwerlich hätte weder ein Sachverständiger noch ein
Laie die Fische ohne Weiteres für Forellen halten können. Jedenfalls
erhellt daraus, wie wenig massgebend verschiedene Nuancierung
für die Eintheilung der Forellen in so viele Subspecies ist. Gleich-
zeitig beschloss ich das Verhalten der Oberhaut gegenüber ver-
schiedenen andern Farben zu untersuchen.
Die vorliegende Arbeit wurde im Sommersemester 1902 und im
Wintersemester 1902/03 im zoologischen Institut der Universität
Bern angefertigt. Ich möchte hier einer grossen Verpflichtung
gegenüber Herrn Professor Dr. Theophil Studer nachkommen für
das lebhafte Interesse, welches er für meine Untersuchungen gezeigt
hat, für die hilfreichen Anleitungen und für die unschätzbare Unter-
richtung in genauer Ausübung der Methoden. Die Arbeit beschäftigt
sich hauptsächlich mit der Veränderlichkeit des Pigments in der
Oberhaut, d. h. mit der histologischen Untersuchung der der
400 Dr. phil. Albert Schöndorff:
Färbung der Forelle zu Grunde liegenden Formelemente, der
Chromatophoren, und liefert gleichzeitig einige Beiträge zur Ent-
wicklung des Pigments.
Material und Methode.
Mein Hauptmaterial lieferte mir die in der Schweiz gewöhnlich
vorkommende Bachforelle, Salmo fario. Ich lasse hier eine genaue
Beschreibung der normal gefärbten Forelle folgen: Die Rückenfarbe
der Forellen ist gewöhnlich olivengrün, welche Farbe je nach dem
Lichteinfluss bald heller, bald dunkler auftritt. Die Seiten des
Leibes schimmern messinggelb, welche Farbe sich bis zum Bauch
herabzieht und hier in eine grau-schimmernde übergeht. Kopf,
Rücken und Seiten sind mit schwarzen, runden Punkten besetzt,
zwischen welchen an den Seiten hellrothe runde Punkte eingestreut
sind. Ausserdem sind eine Reihe grösserer kreisförmiger Flecke,
die schwach dunkel gefärbt sind, an den Seitenflächen zu sehen.
Die paarigen Flossen und die Afterflosse zeigen stets eine weingelbe
Färbung, die aber häufig durch schwarze Pigmentirung bald mehr
bald weniger getrübt sein kann. An den Bauchflossen und der
Afterflosse fällt der Vorderrand oft durch eine milchweisse Färbung
auf. Die dunkle Rückenflosse trägt viele schwarze Punkte, denen
oft auch rothe Punkte beigemengt sind; die Afterflosse ist meistens
mit schön rother Farbe geschmückt. Zuweilen erscheint auch die
dunkle Schwanzflosse schwarz und roth gefleckt. Die schwarzen
und rothen Punkte der Forellen variiren in Zahl und Anordnung
ausserordentlich. Im Sommersemester 1902 erhielt ich zwei Exem-
plare, von denen ich eins abtötete, indem ich es in eine einprocentige
Chromsäurelösung warf, um dadurch gleichzeitig die Chromatophoren
zu fixiren. Nach 24 Stunden entnahm ich die Forelle der Chrom-
säure, präparirte einige Hautstücke ab und begann dieselben in
Alkohol auszuwaschen, und zwar mit einer sehr dünnen etwa
10°/,-igen Lösung. Allmählich steigerte ich die Alkohol-Konzentration
und legte die Haut der Reihe nach je 24 Stunden in 50-, 70-, 80-,
96°/,-igen und schliesslich absoluten Alkohol. Gleichzeitig hatte
ich einige Hautstücke gefärbt, um neben der ungefärbten Haut auch
gefärbte zum Vergleich heranziehen zu können. Ich hatte zu
diesem Zwecke Theile der Haut nach dem Auswaschen mit der
10°/,-igen Alkohollösung in Pierocarmin bezw. Alauncarmin gelegt
und die erforderliche Zeit darin belassen. Alsdann wurde sie in
der bereits angegebenen Weise gehärtet. Zur Einbettung der Haut-
stücke benutzte ich Paraffin und zwar eine Mischung aus hartem
und weichem, nachdem ich jene vorher noch 24 Stunden lang in
Xylol gelegt hatte. Nach 5- bis 8-tägigem Aufenthalte im Brut-
schrank bei etwa 45°C. goss ich die Haut aus, um Schnitte her-
zustellen. Bereits beim Anlegen der ersten Schnitte zeigte sich,
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 401
dass die Fischhaut sehr schwer zu schneiden war. Dieselbe hatte
sich in dem Paraffin sehr stark aufgerollt und fiel fast jedesmal aus
dem Paraffinring heraus. Die Schnitte selbst mussten ziemlich dick
gemacht werden, weil sonst die Haut zugleich mit dem Paraffin
zerbröckelte, bevor man sie noch auf den Objektträger, der mit
einer Mischung von Collodium und Nelkenöl (1:2) bestrichen war,
gebracht hatte. Die natürliche Folge davon war, dass diese Präpa-
rate wenig instruktiv waren; nur mit Mühe liess sich Epidermis
und Cutis erkennen, während die Schuppentaschen mit ihren Schuppen
nicht zu sehen waren. Pigment trat nur in undeutlichen Schollen
und Klumpen hervor, während einzelne Chromatophoren nur selten
zu unterscheiden waren. Ausserdem war die Färbung eine so
homogene, dass diese Methode sich als durchaus unbrauchbar erwies,
Im Oktober 1902 hatte ich Gelegenheit, eine Arbeit des Herrn
Professors Strong (55) „Ihe Development of the definitive Feather“
zu lesen, worin verschiedene Methoden angegeben waren, die ich
für meine Präparate anzuwenden beschloss. Als bei weitem ge-
eignetste fand ich folgende: Nachdem ich die Forelle zwecks Ab-
tötung in eine 15°/,-ige Formaldehydlösung gebracht hatte, präparirte
ich die Haut ab und legte sie zum Fixiren in Pierin-Schwefelsäure
nach Kleinenberg, in welcher ich sie etwa 5 Stunden beliess.
Alsdann brachte ich das Material in 70°/,-igen Alkohol, dem 90°/,-iger
folgte. Dazu bedurfte es 10 - 12 Tage mit häufigem Wechsel des
Alkohols, um alle Spuren der Picrin - Schwefelsäure zu entfernen.
Die vollständige Entwässerung wurde durch Einlegen in absoluten
Alkohol für die Dauer von 24 Stunden bewirkt. Zum Aufhellen
und Einbetten habe ich die Chloroform-Methode als die bei weitem
beste gefunden, weil wenigstens dabei die Schnitte ziemlich gut in
in dem Paraffinring haften blieben. Ich brachte daher das Material
aus dem absoluten Alkohol ungefähr 5 Stunden in Chloroform,
dann in weiches Paraffin, dem ich etwas Chloroform zugesetzt
hatte und setzte es bei einer Temperatur von 40—45° 0. etwa
2 Tage lang in den Brutschrank. Von hier aus brachte ich die
Haut in hartes Paraffin und hielt sie 24 Stunden hindurch bei einer
Temperatur von ca. 57°C. Die Schnitte wurden vermittelst des
Zimmermann’schen Microtoms in einer Dicke von durchschnittlich
5 u angelegt. Die Färbung der Präparate, die auf dem Objekt-
träger durch Mayers Fixireiweiss festgehalten wurden, geschah
auf folgende Weise. Ich brachte den Objektträger sammt den
darauf befindlichen Schnitten in ein Gefäss mit Hämatoxylin, das
ich zwar mit der Hälfte 70°/,-igen Alkohols verdünnt hatte für die
Dauer von 3—4 Minuten; alsdann spülte ich eventuell überschüssiges
Hämatoxylin mit 70°/,-igem Alkohol ab und brachte den Objekt-
träger etwa 15—20 Sekunden in ein Gefäss mit 70°/,-igem Alkohol,
dem einige Tropfen einer gesättigten Lösung von Eosin in 70°%/,-igem
Alkohol zugefügt waren. Darauf hielt ich den Objektträger kurze
Zeit über eine Flamme zwecks Auflösung des Paraffins; zum voll-
ständigen Entfernen desselben setzte ich noch Xylol zu und legte
Arch, f, Naturgesch, Jahrg. 1903. Bd.I. H.3, 26
407 Dr.phil. Albert Schöndorff:
u
jetzt die Schnitte in Canadabalsam. Durch diese Doppelfärbung
wurden die einzelnen Gewebe sehr klar veranschaulicht und vor
allem die Pigmentzellen sehr schön demonstrirt.
Eigene Versuche.
Bevor ich auf die Resultate dieser Versuche eingehe, werde ich
mir erlauben, eine Beschreibung über die Haltung der Fische zu
geben. Den Aufenthaltsort bildete ein Doppelbassin aus Glas, d.h.
ein kleineres Bassin, das zur Aufnahme der Forelle diente, wurde
in ein ähnliches grösseres Bassin, in dem sich die gefärbte Flüssig-
keit befand, hineingesetzt. Das innere Bassin stand mit einer
Wasserleitung in Verbindung, um einen ständigen Zufluss frischen
frischen Wassers, dessen die Forellen stets bedürfen, zu ermöglichen.
Gleichzeitig führte von diesem inneren Bassin ein Heber nach
aussen, so dass ein Ueberfliessen verhütet wurde. Das Ganze wurde
durch eine jeweilig der Flüssigkeit entsprechend gefärbte Glasplatte
verschlossen.
Forelle I.
A. Makroskopischer Befund.
Eine junge Forelle, die vorher dem Tageslichte ausgesetzt war,
zeigte folgende Färbung: Auf der Oberseite des Kopfes und dem
Rücken bis zur Rückenflosse war die Farbe eine dunkelgrüne bis
schwarze, von der Rückenflosse bis zur Schwanzspitze war sie
grünlichgelb; im letzteren Theil waren die typischen schwarzen
Punkte deutlich zu erkennen. An beiden Seitenflächen sah man die
dunklen silberglänzenden Flecke sich längs der Seitenlinie hinziehen
und in dieser sowie oberhalb und unterhalb die normalen schwarzen
und rothen Punkte klar hervortreten. Die Bauchfläche war
messinggelb, die Iris gelblichweiss gefärbt.
B. Mikroskopischer Befund.
Bei den Schnitten durch die seitlichen Hautpartien erhielt ich
ein Bild, welches das Pigment in grossen scholligen Massen in den
untersten Schichten der Cutis zeigte, während man im Bereiche
der Epidermis nur wenig Pigment resp. nur ganz vereinzelte Chro-
matophoren, und auch diese nur stark kontrahirt, antraf (Fig. 1).
Dagegen sah man bei den durch die Rückenhaut gelegten Schnitten
die Cutis nur wenig mit Pigment ausgestattet, während die Epi-
dermis reichlich Chromatophoren zum Theil mit deutlichen Fortsätzen
aufwies (Fig. 2). Bei einigen Präparaten fand ich Ausläufer, die
von der Cutis aus büschelförmig sich verzweigend in Strahlen zur
Epidermis liefen. Bei genauerer Untersuchung konnte man erkennen,
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 403
dass diese Strahlen sich aus einzelnen Pigmentkörnchen zusammen-
setzten (Fig. 2a). In der Haut der Bauchfläche fand ich nur wenig
Pigment, und zwar lagen in der Epidermis vereinzelte Chroma-
tophoren in ziemlich grossen Zwischenräumen, einige waren kon-
trahirt, einige mit Ausläufern versehen. In der Cutis lag kein
Pigment (Fig. 3).
Forelle II.
A. Makroskopischer Befund.
Dieselbe hatte mehrere Wochen in einem Bassin zugebracht,
das mit Methylenblau dunkelblau gefärbt war. Als ich die Forelle
dem Wasser entnahm, hatte sie folgende Färbung: Kopf und Rücken
waren dunkel und mit zahlreichen tiefschwarzen Punkten versehen.
Die Seitenpartien waren dunkelgelb gefärbt; die schwarzen Punkte
traten hier nicht so deutlich hervor, wie auf dem Rücken. Die
rothen Punkte waren ziemlich klein und schienen abgeblasst, so dass
die Farbe eher rosaroth als roth war. Die Bauchfläche war messing-
gelb, die Iris gelblich gefärbt.
B. Mikroskopischer Befund.
Vorausschicken muss ich, dass die histologische Untersuchung
keinen wesentlichen Unterschied von der der normalen Forelle er-
gab. Bei den Schnitten durch die Seitenpartien zeigten sich in der
Epidermis nur vereinzelte Chromatophoren, die kugelig und ohne
Ausläufer waren, während die Cutis in grossen Mengen Pigment
enthielt. Bei den Schnitten aus der Rückenhaut fand ich, dass die
Cutis meistens von einer dünnen Pigmentschicht abgegrenzt war,
während die Epidermis mit zahlreichen Pigmentmassen resp. Chro-
matophoren, die haufenweise und dicht aneinanderlagen, ausgestattet
war. Die Haut der Bauchfläche war wie die der normalen Forelle
beschaffen.
Forelle II.
A. Makroskopischer Befund.
Dieser Fisch war längere Zeit in einem mit Chromsäure gelb
gefärbten Bassin gehalten worden. Die Farbe desselben beim Ent-
nehmen aus dem Wasser war sehr verändert. Der Kopf sowohl
wie der ganze Rücken waren tiefschwarz, desgleichen waren beide
Seitenflächen in ihrem vorderen Theil sehr dunkel, in ihrem hinteren
Theil eine geringe Schattirung heller gefärbt. Besonders möchte
ich noch hervorheben, dass die ganze Bauchseite inclusive der Kehl-
fläche tiefschwarz gefärbt war. Nur in der Gegend der Schwanz-
flosse war die Farbe dunkelgelb. Infolge dieser allgemeinen dunklen
Färbung traten die rothen Punkte deutlich hervor, während die
schwarzen grösstenteils mit einander verschmolzen waren und so
26*
404 Dr. phil. Albert Schöndorff:
die Farbe der ganzen Forelle gleichmässig schwarz erscheinen liessen.
Die Iris war dunkelgelb.
B. Mikroskopischer Befund.
Bei den Präparaten aus der Seitenfläche fand ich in der Epi-
dermis die Chromatophoren aneinander gelagert und eine Reihe
bildend; sie stellten gewissermassen eine fortlaufende Pigment-
schicht dar, und nur einzelne liessen Ausläufer erkennen. In der
Cutis war das Pigment als fortlaufender dünner Strang zu sehen
(Fig. 4). Bei den Schnitten, die aus der Rückenhaut hergestellt
waren, fand ich in der Epidermis eine strangförmige Pigmentmasse,
die sich aus mehreren Reihen hintereinander liegender Chromato-
phoren darstellte. In der Cutis waren nur vereinzelte Chromatophoren,
die in ziemlich grosser Entfernung voneinander lagen (Fig. 5). In
der Epidermis der Bauchhaut fand ich einen ziemlich breiten Strang
von Pigment, der sich aus einzelnen Chromatophoren zusammen-
setzte, während in der Cutis eine riesig dicke schollige Pigment-
schicht lag (Fig. 6).
Forelle IV.
A. Makroskopischer Befund.
Zu diesem Versuche wurde ich durch folgende Beobachtung
veranlasst. Ich hatte gesehen, dass eine Forelle, die ich in einem
Wasserbassin hielt, welches auf einem mit Zink beschlagenen Tische
stand, nach einigen Tagen auf der Bauchseite fast vollständig den
Farbenton des Zinks angenommen hatte. Um nun den Fisch von
allen Seiten einer ähnlichen Beleuchtung auszusetzen, beklebte ich
das Bassin ringsherum mit Staniol und liess nur von oben das
Tageslicht eintreten. Als ich dann nach einigen Wochen die Forelle
herausnahm, zeigte sie folgende Färbung: Sie war im allgemeinen
sehr blass, fast weiss gefärbt. Die Rückenpartie war blassgelb,
die hier auftretenden sonst schwarzen Punkte erschienen braun. Die
Seitenflächen waren weiss mit einem Stich ins Gelbliche; dagegen
traten die rothen Punkte klar und deutlich hervor. Die für ge-
wöhnlich vorhandenen dunklen Flecke an den Seiten waren fast
gar nicht oder nur sehr schwer zu erkennen, Die untere Seite,
d.h. Bauch- und Kehlfläche waren silberglänzend, fast weiss. Die
Iris hatte eine weisse Färbung.
B. Mikroskopischer Befund.
Bei den Schnitten durch die Seite fand ich in der Epidermis
und zwar nur in den tiefsten Schichten derselben, etwaige Chro-
matophoren, die in grossen Zwischenräumen liegend bis auf ein
Minimum zusammengeschrumpft waren. Die oberflächlichsten Epi-
dermisschichten waren vollständig pigmentlos. Die Cutis enthielt
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 405
auch nur wenige Chromatophoren, die zum grossen Theil stark
kontrahirt waren und nur selten geringe Ausläufer trugen (Fig. 7).
Wenngleich sich bei der Rückenhaut mehr Chromatophoren in der
Epidermis zeigten, so waren sie hier ebenfalls stark zusammen-
geschrumpft; dasselbe Verhältnis bestand in der Cutis (Fig. 8). Die
Haut der Bauchseite zeigte in den tiefsten Schichten der Epidermis
nur hier und da eine einzelne Pigmentzelle, die vollständig kon-
trahirt war; auch die Cutis hatte nur vereinzelte, wenn auch ein
wenig grösser erscheinende Chromatophoren aufzuweisen (Fig. 9).
Forelle V.
A. Makroskopischer Befund.
Eine Forelle, die längere Zeit in einem Bassin zugebracht hatte,
welches von allen Seiten, auch von oben, mit tiefschwarzem glanz-
losem Papier verklebt war, hatte folgende Färbung angenommen:
Kopf und Rücken waren gleichmässig dunkel gefärbt, liessen aber
die schwarzen Punkte deutlich erkennen. Die beiden Seitenflächen
waren in ihrem oberen Theil dunkelgrün und ihrem unteren blass-
grün bis gelb gefärbt. Während die schwarzen Punkte klar hervor-
traten, waren die rothen Punkte nur vereinzelt sichtbar und er-
schienen sehr klein. Dagegen zeigte die Bauchfläche eine vollständig
weisse Farbe; die Iris war dunkelgelb.
B. Mikroskopischer Befund.
Bei den Schnitten durch die Seitenfläche sah man in der Cutis
ziemlich viele Chromatophoren dicht neben einander liegen meist
in kontrahirtem Zustande, einige auch mit schwachen Ausläufern
versehen. In der Epidermis lag nur hier und da eine Pigmentzelle
ohne deutliche Ausläufer. Bei den Präparaten, die aus der Rücken-
haut hergestellt waren, lagen in der Öutis wenige Chromatophoren
von geringer Grösse und mit kleinen Ausläufern, in der Epidermis
aber viele dicht aneinander gereihte Chromatophoren, die zum Theil
sehr starke Ausläufer hatten. Die Schnitte durch die Haut der
Bauchfläche zeigten sich in der Cutis wie Epidermis vollständig
pigmentlos (Fig. 10). Ich möchte bereits hier darauf hinweisen,
dass die Theorie von der Anpassung als eine falsche betrachtet
werden darf. Trotzdem das Bassin vollständig vom Lichte ab-
geschlossen und der Boden intensiv schwarz war, war die Bauch-
fläche schneeweiss gefärbt und zeigte sich durchaus pigmentlos.
Eher liesse sich mit Krukenberg (28) behaupten, dass diese
Färbung durch den Schwund des Pigments herbeigeführt wurde,
mag nun der Farbstoff an Ort und Stelle zerstört oder durch Re-
sorption entfernt werden.
406 Dr. pbil! Albert Schöndorff:
Forelle VI.
A. Makroskopischer Befund.
Eine Forelle, die einige Wochen lang rothen Lichtstrahlen aus-
gesetzt war, zeigte beim Abtöten fast dieselbe Färbung, die sie bei
dem Einbringen in das Bassin hatte. Ich habe mehrere Forellen
in rothen Bassins gehalten, die ich mit den verschiedensten rothen
Farbstoffen gefärbt hatte, habe aber niemals eine wesentliche Ver-
änderung konstatiren können. Der Fisch hatte daher so ziemlich
seine normale Farbe beibehalten. Der Rücken erschien dunkel und
war dicht mit schwarzen Punkten besetzt. Die Seitenflächen waren
in ihrer unteren Partie auffallend grün. Die rothen und schwarzen
Punkte waren ebenso wie die dunklen Flecke deutlich zu erkennen.
Die Bauchfläche war grau, die Iris schwarz gefärbt.
B. Mikroskopischer Befund.
Die Schnitte durch die Seitenpartie zeigten in der Epidermis
die Chromatophoren in ein bis zwei Reihen in Zwischenräumen
neben einander liegend; einzelne von ihnen trugen kleine Ausläufer.
In der Cutis waren sie zahlreicher, so dass sie eine fortlaufende
Pigmentschicht bildeten. Die Präparate aus der Rückenhaut hatten
folgendes Ergebnis: In der Epidermis lag eine Pigmentschicht, die
sich aus dicht aneinander gereihten, stark kontrahirten Pigment-
zellen zusammensetzte; an einigen Stellen trugen die Chromato-
phoren kleine Ausläufer und lagen haufenweise. In der Cutis waren
nur wenige Pigmentzellen. Die Untersuchung der Bauchhaut ergab,
dass die Epidermis ebenso wie die Cutis mit nur wenigen stark
zusammengezogenen Chromatophoren versehen war. Alles in allem
also zeigte diese Forelle keine wesentliche Abweichung, woraus
hervorgeht, dass die rothen Lichtstrahlen keinen Einfluss auf das
Chromatophorenspiel auszuüben vermögen.
Forelle VII.
A. Makroskopischer Befund,
Eine Forelle, die ich längere Zeit in einem mit Anilingrün
gefärbten Bassin gehalten hatte, war auf dem Rücken sehr dunkel,
liess aber die schwarzen Punkte deutlich erkennen. Die Seiten-
flächen waren in ihrer oberen Partie dunkelgrün gefärbt, während
sie in ihrem unteren Theile eine chromgelbe Farbe zeigten. Die
grossen dunklen Flecke ebenso wie die schwarzen und roten Punkte
traten klar zu Tage. Die Bauchfläche war grau, die Iris schwarz
gefärbt.
B. Mikroskopischer Befund.
Die Schnitte durch die Seitenfläche ergaben folgendes Bild:
In der Cutis lag das Pigment in grossen Mengen, in der Epidermis
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 407
waren nur wenige Chromatophoren, meistentheils stark kontrahirt,
nur einige wiesen kleine Ausläufer auf. Die Schnitte aus der
Rückenhaut hatten in ihrer Cutis wenig zusammengezogene Pigment-
zellen; die Epidermis dagegen war direkt mit Chromatophoren be-
setzt, die in Haufen zusammenlagen und von denen die einen kon-
trahirt, die andern mit Ausläufern versehen waren. Die Präparate
aus der Bauchhaut hatten in der Cutis fast gar kein Pigment; in
der Epidermis, und zwar in den untersten Schichten derselben, lagen
einzelne stark kontrahirte Pigmentzellen in grossen Zwischenräumen
von einander. Wie also schon der makroskopische Befund voraus-
sehen liess, hatten die grünen Strahlen keinen Einfluss auf die
Chromatophoren auszuüben vermocht.
Da ich verschiedene Behauptungen in der Litteratur gefunden
hatte, die besagten, dass die Chromatophoren mit Nerven in Ver-
bindung stünden, entschloss ich mich, einige Versuche hierüber an-
zustellen. Einzelnen Autoren, wie Solger (53) war es gelungen,
bei Cephalopoden, denen er intra vitam Methylenblau injicirte,
diesbezügliche günstige Resultate zu erlangen. Ich benutzte zu
meinen Experimenten dieselben Forellen, die ich bei den übrigen
Versuchen gebraucht hatte, und zwar jüngere und ältere Fische.
Diesen wurde !/,-—-1 cm? einer Mischung, die zu gleichen Theilen
aus Methylenblau (!/, /,-ig) und physiologischer Kochsalzlösung
bestand, subeutan injieirt, und zwar geschah dies auf folgende
Weise. Ich fing die Forelle in einem Netz, welches ich in das
Bassin hineinhängen liess, damit der Fisch ständig unter Wasser
bleiben konnten; dann umfasste ich mit der linken Hand das Netz
zugleich mit der Forelle, indem ich eine Seite an die Oberfläche
des Wassers brachte und mit der rechten Hand die Injektion aus-
führte. Alsdann beliess ich die Forelle weitere 2—4 Stunden in
dem Bassin und tötete sie darauf unter Wasser ab, indem ich
durch einen Scherenschnitt den Kopf vom Rumpfe trennte. Ich
präparierte jetzt die Haut an der Injektionsstelle ab und unter-
suchte sie so, dass ich Schnitte aus freier Hand machte. Da nun
die Fischhaut infolge der Schuppen sehr schwer zu schneiden war,
benutzte ich hierzu eine sogenannte Klemmleber, die ich zu diesem
Zwecke in Formalinlösung gehärtet hatte, und zwischen welche ich
die Haut einklemmte. Trotzdem es mir gelang, möglichst feine
Schnitte zu erhalten, war es mir nicht möglich, irgend eine Ver-
bindung zwischen Nerven und Chromatophoren festzustellen. Ich
habe diese Versuche mehrere Male wiederholt, ohne zu einem
Resultate zu gelangen.
Entstehung des Pigments in der Oberhaut.
Ueber die Entstehung des Pigments in der Oberhaut hat von
jeher ein heftiger Streit unter den Gelehrten bestanden, der bis auf
den heutigen Tag noch nicht als erledigt angesehen werden darf.
408 Dr. phil. Albert Schöndorff:
Wenn auch über die Pigmentbildung in der Oberhaut der Fische,
speziell der Forellen so gut wie gar nichts in der Litteratur zu
finden ist, so haben sich doch sehr viele Autoren mit derartigen
Untersuchungen bei Fröschen, Salamandern etc. beschäftigt. Es
sei mir nun gestattet, die haupsächlichsten Theorien der einzelnen
Forscher hier anzuführen, um dann an der Hand derselben meine
Schlussfolgerungen zu schildern. Die zahlreichen Autoren, die über
den Ursprung des Pigments in Epidermalgebilden geschrieben haben,
können wir in zwei Gruppen eintheilen. 1. Solche, die an eine
exogene Bildung des Pigments glauben und 2. solche, die an einer
endogenen oder antochthonen Entwicklung des Pigments in der
Epidermis festhalten. Die Theorien, die dem Pigment eine exogene
Entstehung zuschreiben, sprechen alle für eine mehr oder weniger
direkte Beziehung des Pigments zum Blute. Dagegen behaupten
die Autoren, die eine endogene Entstehung des Pigments in der
Epidermis befürworten, dass das Pigment von der metabolischen
Thätigkeit entweder der Kerne oder des Cytoplasmas der Epithel-
zellen herrühre. Bereits im Jahre 1860 hat Kölliker (24) be-
hauptet, dass die verästelten Pigmentzellen der Oberhäute aus der
Cutis eingewanderte Bindegewebskörperchen seien. Diese verästeln
sich mit feinen, zum Theil sehr langen Ausläufern in den Spalt-
räumen zwischen den Zellen und dringen zuletzt auch in das Innere
dieser Elemente ein. Er sah weiter, dass von den in den ober-
flächlichen Schichten des Cutis sich befindenden Pigmentzellen viele
Strahlen ausgehen. Aeby (1) hat gefunden, dass im Epithel kein
Pigment gebildet wird; wo solches auftritt, geschieht es auf dem
Wege des Einwanderung von Seiten des benachbarten Bindegewebes
her. Ehrmann (7, 8) wiederum, der sich sehr eingehend mit dem
Studium der Pigmentbildung in der Oberhaut beschäftigt hat, hält
es für bestimmt, dass die Zellen das Pigment aus dem Corium in
die Epidermis tragen, dass aus ihnen das Pigment in die Epithel-
zellen durch aktive intercellulare Strömungen eintritt. Nach ihm
wird ferner das Pigment in den Zellen gebildet. Diese Zellen be-
kommen das Material aus dem Blute. Weiterhin wurde von Ehr-
mann festgestellt, dass das Ausstrecken der Ausläufer der dunklen
Pigmentzellen nicht ein passiver sondern ein aktiver Vorgang sei.
Desgleichen handelt es sich bei der Bewegung der Pigmentzellen
nicht blos um Ein- und Ausziehen von Zellfortsätzen, sondern auch
um eine innere protoplasmatische und zwar gesetzmässig verlaufende
Bewegung. Was aber für die Lehre von der Fortschaffung des
Pigments wichtig ist, ist der Umstand, dass normaliter nur die das
Melanin enthaltenden Pigmentzellen Fortsätze gegen die Epidermis
aussenden, was man von den anders gefärbten Pigmentzellen nicht
behaupten kann. Schwalbe (46) stimmt darin mit Ehrmann
überein, dass das epitheliale Pigment nicht aus den Kernen entstehe.
Darin aber weicht er von Ehrmann ab, dass er für die Pig-
mentirung des Fpithels keine vermittelnden Bindegewebszellen
annimmt, sondern die Pigmentirung der Bindegewebszellen aus der
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 409
gleichen Quelle wie die der Epithelzellen ableitet. Schwalbe und
mit ihm zuletzt Simon (48) glauben, dass aus einer die Gewebe
durchtränkenden farblosen Flüssigkeit unter geeigneten Bedingungen
das Pigment ausgeschieden wird. Riehl (43) hatte bereits vor
10 Jahren auf Grund seiner Untersuchungen menschlicher Haare
und ihres Pigments die Behauptung aufgestellt, dass das Pigment
dunkler Haare denselben durch pigmentirte Bindegewebszellen zu-
eeführt würde. In seinem Vortrage „Ueber Hautpigment und Er-
nährung der Epidermis“ sagt Karg (21): „Das Pigment tritt zuerst
“auf in Form feinerer und dickerer zwischen den Epithelzellen liegender
Fäden, die oft mit einer kleinen knopfförmigen Anschwellung enden.
Dieselben liegen in dem Kanalsystem, das zwischen den Stacheln
der Riffzellen besteht. Die Epithelzellen selbst sind an diesen
Stellen des ersten Auftretens des Pigments noch vollständig pigment-
frei, Ist der Prozess weiter vorgeschritten, so findet sich in den
tieferen Lagen der Epidermis ein ausserordentlich dichtes und zier-
liches Netz schwarzer Fäden, welche die Epithelzellen umspinnen,
und jetzt finden sich auch in den Epithelzellen feinste schwarze
den Zellgranulis entsprechende Körnchen, von denen wir annehmen
müssen, dass sie von den Fäden aus in die Epithelzellen sekundär
übergetreten sind. Diese Fäden erweisen sich als die Ausläufer
von Zellen, die an der Grenze von Rete Malpighii und Cutis liegen.
Ausser diesen Pigmentzellen (Chromatophoren) finden sich auch in
der Cutis ziemlich zahlreiche mit Pigment beladene, aber nicht mit
Ausläufern versehene Zellen. Es ist wahrscheinlich, dass die Gebilde
Bindegewebszellen mit sehr zahlreichen und zierlichen Fortsätzen
sind, die den Epithelzellen das Pigment bringen, um so mehr, da
sich pigmenttragende Wanderzellen auch reichlich in der Cutis
finden. Die Aehnlichkeit der Ausläufer derselben mit den erwähnten
Nervenendigungen würde daher nur eine ganz äusserliche sein und
damit erklärt werden müssen, dass sie an demselben Ort wie die
Nerven, den intercellulären Gängen, liegen müssen. Ueber den Ort,
wo in diesen Bindegewebszellen das Pigment entsteht, konnte nichts
eruirt werden.“ Daran aber hält Karg fest, dass das Pigment den
Epithelzellen ausschliesslich durch Wanderzellen zugeführt werde.
Halperns (13) Versuche bestätigen, dass das Pigment der Ober-
haut von der Cutis aus nach oben geschafft wird. Nach Phillip-
son (37) stellt sich die Entwicklung des Pigments auf folgende
Weise dar: „Es empfangen gewisse wie Bindegewebszellen aus-
sehende Zellen eine farblose körnige Materie aus dem Blute, geben
diese von Zelle zu Zelle ab, indem natürlich jede einzelne dieselbe
Fähigkeit besitzt, Material aufzunehmen; verwandeln auf dem Wege
zur Epidermis die körnige farblose Materie in Pigment und liefern
dieses dem Epithel ab“ Kaposi (20) weist die Unzulänglichkeit
der Einschleppungstheorie nach und hält eine chromatopoetische
Funktion der Retezellen für annehmbar. Nachdem ich so eine
Reihe von Ansichten solcher Autoren geschildert habe, die für einen
exogenen Ursprung des Pigments sind, wende ich mich jetzt einer
410 Dr. phil. Albert Sehöndorft:
Gruppe zu, die der endogenen Entstehung des Pigments das Wort
redet. Ein Hauptvertreter dieser Ansicht ist Jarisch (17, 18);
dieser glaubt, dass das Oberhautpigment nicht hämatogenen Ur-
sprungs sei, sondern aus einer Kernsubstanz, dem Chromatin, oder
einem diesem chemisch oder wenigstens räumlich nahestehenden
Körper herrühre. Die mit langen Ausläufern versehenen Pigment-
träger zwischen den Epidermiszellen sollen aus der Metamorphose
pigmentirter Epidermiszellen hervorgegangen sein. Jedenfalls, meint
Jarisch, wandern die Pigmentzellen der Cutis nicht in die Epidermis.
Mertsching (33) nimmt an, dass das körnige Pigment in der
Epidermis durch Zerfall des Kerns der Epidermiszellen selbst
entstehe. Rosenstadt (44), der den hämatogenen Ursprung des
Pigments verwirft und nachzuweisen versucht, dass die Zellen
selbst und zwar solche des Ektoderms und Mesoderms Pigment zu
produziren im Stande sind, stellt den Satz auf: „Die Epidermis-
zellen ebenso wie die Bindegewebszellen vermögen Pigment selbst-
ständig zu bilden.“ Auch Kodis (23) kommt zu dem Resultate,
dass das Pigment der Epidermis nicht eingewandert, sondern von
den Epidermiszellen selbst erzeugt wird. Unna (57) glaubt nicht
an eine Pigmentzellenwanderung. Für ihn ist die Uebertragung
des Pigments von der Cutis zur Oberhaut noch nicht aufgeklärt.
Er führt verschiedene Theorien an. 1. Diejenige, wonach vermittelst
des Luftstromes Pigmentkörner ins Epithel gebracht würden. Diese
hält er aus dem Grunde für die nächstliegendste, weil man sie auf
alle Definitionen der einzelnen Autoren anwenden kann. Der zweite
Weg ist die Pigmentbeförderung vermittelst Wanderzellen. Einer
dritten von Ehrmann aufgestellten Theorie, nach welcher er im
Epithel sesshafte Zellen bisher unbekannter Art von sehr fein ver-
ästigter Form gefunden zu haben glaubt, kann sich Unna nicht an-
schliessen. Nun giebt es noch einige Forscher, die die Möglichkeit
einer exogenen und endogenen Pigmentbildung zugeben. Dazu ge-
hört Post (39), der behauptet hat, Pigment wird gebildet:
1. Im Epithel, und zwar
a) in gewöhnlichen,
b) in verzweigten Zellen;
2. In Bindegewebszellen.
Caspary (5) glaubt sowohl an eine eigene Pigmentbildung der
Epithelzellen, als auch an eine Pigmentirung derselben durch ein-
gewanderte Bindegewebszellen. In ähnlicher Weise hatte Prowazek
(41) folgende Ansicht auf Grund seiner Untersuchungen an Salamander-
larven ausgesprochen: Das Pigment kann entstehen:
1. endogen in den Epidermiszellen,
2. in leucocytoiden Pigmentzellen der Epidermis,
3. in grösseren Outispigmentzellen,
4. ist es unter gewissen Umständen oder zu bestimmten
Zeiten ein Degenerationsprodukt von verschiedenen Zellen,
wie Epidermiszellen, Bindegewebe, Chorda ete.
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 411
Schneider (45) sagt über die Epidermis bei Amphibien: „Die
gelbbraunen kleinen Pigmentkörnchen liegen gewöhnlich nur im
oberen Bereiche des Grenzsaumes, kommen aber auch gelegentlich
im tieferen Sare vor und entstammen vielleicht direkt den inter-
cellulär gelegenen Pigmentzellen, deren Körner die gleiche gelb-
braune Färbung und gleiche geringe Grösse besitzen. Die Aufnahme-
fähigkeit der Epithelzellen für fremde Körnchen ist durch Injektion
von Karmin in die Haut direkt bewiesen worden.“ Immerhin aber
giebt Schneider die Möglichkeit einer direkten Pigmentbildung in
den Zellen des Epithels zu. Hieran anknüpfend möchte ich noch
verschiedene Ansichten über die Pigmentzellen selbst resp. die
Chromatophoren anführen. Nach Müller (36) zeigen die rami-
fieirten Pigmentzellen in der Epidermis die Bewegungserscheinungen
ebenso deutlich als in der Cutis. Er bezweifelt Köllikers (25)
Ansicht, dass pigmentirte Zellen der Cutis nur mit ihren Fortsätzen
in die Epidermis reichen und glaubt, dass die Zellkörper ebenfalls
in der Epidermis liegen. Zimmermann (60) sagt über die ver-
ästelten intraepithelialen Pigmentzellen: „Die intraepithelialen Pigment-
zellen scheinen locomobil zu sein; sie finden sich in allen Schichten
des Epithels, gewöhnlich mit Ausnahme der oberflächlichsten, und
zwar in die Intercellularbrücken eingezwängt, so dass ihre Gestalt
vielfach modificirt ist und der Kern, sich den Verhältnissen an-
passend, gewöhnlich längliche Formen annimmt. Sie senden ihre
sehr langen vielfach verästelten unter einander anastomosirenden
drehrunden Ausläufer zwischen den Intercellularbrücken hindurch
auf weite Strecken hin und zwar so, dass gewöhnlich 2—3 stärkere
Hauptausläufer von der Zelle ausgehen, welche dann in überaus
feine und zahlreiche Aestchen zerfallend ein komplizirtes Maschen-
werk bilden, welches jede einzelne Epithelzelle oft mehrfach um-
giebt. Mit den Epithelzellen sind sie nie durch Intercellularbrücken
verbunden. Sie sind in hohem Masse contractil. Ob nun die ganzen
Ausläufer oder nur das Pigment zurückgezogen wird, ist schwer zu
entscheiden. Letzteres erscheint wahrscheinlicher. Dieser Ansicht,
es würde nur das Pigment aus den Ausläufern der Chromatophoren
bei der Contraction derselben zurückgezogen, neigt auch Flemming
(12) zu. Fischel (11) dagegen plaidiert für seine Theorie, nach
der nicht nur das Pigment sich im Mittelkörper der Zelle zusammen-
ballt, sondern eine wirkliche Einziehung der Zelle selbst erfolgt.
Biasiadecki (3) behauptete sogar, dass die Ausläufer von Pigment-
zellen nur in pathologischen Zuständen vorkommen. Wenn ich
diesen mannigfachen Ergebnissen meine eigenen Untersuchungen
gegenüberstelle, so kann ich, was die Bildungsstätte des Pigments
angeht, Köllikers Ansicht im vollsten Masse bestätigen. Ich be-
haupte, dass von einer Bildung des Oberhautpigments in der Epidermis
überhaupt keine Rede sein kann. Im Gegentheil, das Pigment wird
in der Cutis gebildet und von hier aus durch Bindegewebszellen
nach oben, d. h. in die Epidermis geschafft. Sah ich doch bei
jüngeren Exemplaren deutliche Ausläufer, die aus den Pigmentzellen
413 Dr. phil. Albert Schöndorff:
der Öutis nach oben gehend in Gestalt von Strahlen in der Epidermis
mündeten und die sich bei genauerer Untersuchung aus ganz
kleinen Pigmentkörnchen zusammensetzten (Fig. 2a). Diese Ausläufer,
die ich bei verschiedenen jüngeren Forellen sehen konnte, dürften
wohl als ein genügender Beweis dafür gelten, dass von einer Pigment-
bildung innerhalb der Epidermis keine Rede sein kann. Dagegen
weiche ich darin von Kölliker (25) ab, dass die pigmentirten Zellen
der Cutis nur mit ihren Fortsätzen in die Epidermis reichen sollen,
sondern ich bestätige Müllers (36) und Fischels (11) dies-
bezügliche Ansicht, nach welcher die Zellkörper ebenfalls in der
Epidermis liegen. Uebrigens möchte ich nicht unerwähnt lassen,
dass ich die Pigmentzellen in allen Schichten der Epidermis, ent-
gegen der Behauptung Zimmermanns (60), der in den ober-
flächlichsten Epidermoidalschichten keine konstatiren konnte, ge-
sehen habe.
Das chemische Verhalten des Pigments.
Wir unterscheiden bei der Forelle zwei verschiedene Arten von
Pigment. 1. Die die dunklen Punkte hervorrufenden dunkelbraunen
bis schwarzen Pigmente. 2. Die rothen Pigmente. Die erste Gruppe
ist übereinstimmend mit den meist verbreitesten dunkelbraunen
animalen Pigmenten, die man als Melanine kennt; die zweite Gruppe
gehört, wie schon Krukenberg (28) annimmt, zu den Lipochromen
oder Fettpigmenten. Bezüglich der Resistenz dieser Pigmente che-
mischen Reagenzien gegenüber habe ich verschiedene Versuche ge-
macht, die ich nachstehend kurz erwähnen möchte. Beim Aus-
waschen der Haut bemerkte ich bereits am zweiten Tage, dass die
rothen Punkte durch eine 70°/,-ige Alkohollösung angegriffen wurden
und allmählich verblassten, bis dieselben nach etwa 3 Tagen voll-
ständig weiss wurden. Dieselbe Wirkung wurde durch Aether
hervorgerufen. Dagegen wurden die schwarzen Punkte, die Mela- .
nine, weder durch Alkohol noch durch Aether zerstört. Auch
Chloroform und Xylol vermochten diese nicht anzugreifen, während
die ersteren, d. h. die Lipochrome, darin zerstört wurden. Ich hatte
Material Wochen ja Monate lang in Alkohol liegen, ohne dass eine
Veränderung der Melanine wahrzunehmen war. Anders dagegen
stand es bei der Behandlung der Fischhaut mit Säuren oder Alkalıen.
So z. B. trat bereits nach 3 Tagen durch eine 25 °/,-ige Salzsäure-
oder Schwefelsäurelösung ein vollständiger Zerfall des Melanins ein,
während die rothen Punkte noch nach einigen Monaten ihre schöne
Farbe beibehalten hatten. Auch eine 25 °/,-ige Kalilauge zerstörte
nach 4—5 Tagen das schwarze Pigment, liess aber das rothe un-
behelligt. Erst nach etwa 6—8 Wochen blasste das letztere etwas
ab und nahm eine gelbe Farbe an. Concentrirte Salpetersäure
freilich zersetzte beide Arten von Pigment bereits nach 24 Stunden
vollständig. Uebrigens hatte ich gleichzeitig mit den angeführten
Proben auch eine solche mit gewöhnlichem Wasser gemacht. Da
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 413
die Haut vorher (d.h. beim Abtöten der Forelle) eine Stunde in
Formalinlösung gelegen batte, so war sie vor Verwesung geschützt.
Das Resultat war, dass nach 5—6 Wochen die rothen Punkte voll-
ständig gebleicht waren, während die Melanine unversehrt blieben.
Nach Post (39), der die Resistenz des Pigments gegenüber Alkalien
uud Säuren geprüft hatte, ist sowohl das Oberhautpigment als auch
das des Bindegewebes sehr widerstandsfähig. Concentrirte Kalilauge
hat dasselbe erst nach Wochen entfärbt, Salzsäure hat es nur wenig
angegriffen, dagegen hat Salpetersäure das Pigment schon nach
24 Stunden vernichtet. Auch Demisville (6) hatte behauptet, das
die Widerstandsfähigkeit des Pigments sehr hoch sei, und dass
dieses noch nach einem dreitägigen Aufenthalte in Salzsäure,
Schwefelsäure oder Kalilauge unverändert gewesen sei. Jedenfalls
stehen meine Versuche zu denen Demievilles in grellem Gegen-
satze. Da ich zu wiederholten Malen die einzelnen Proben gemacht
habe und stets dieselben Resultate erzielte, so darf ich wohl be-
haupten, dass Demievilles Beobachtungen etwas ungenau waren.
Zudem stimmen meine Resultate mit denen Krukenbergs (26, 27)
ganz besonders hinsichtlich der Lipochrome überein. Ich hatte
bereits angegeben, dass das rothe Pigment bei den Forellen sich dem
Alkohol gegenüber nicht behaupten könne. Da ich aber zum Er-
halten von guten Schnitten zu meinen histologischen Untersuchungen
den Alkohol beim Härten der Haut nicht umgehen konnte, so
studirte ich den rothen Farbstoff an frischer Haut soeben abgetöteter
Forellen. Ich benutzte hierzu die bereits früher erwähnte Klemm-
leber, vermittelst der ich sehr instruktive Schnitte erhielt, die folgendes
Aussehen hatten: Der rothe Farbstoff lag in tropfenähnlichen Massen,
die beim genauen Zusehen sich als aus kleinen Körnchen bestehend
erkennen liessen in der Tiefe. Darüber zerstreut lagen die Chro-
matophoren, die sich durch ihre schöne verästelte Gestalt deutlich
von dem rothen Pigment abhoben. Von Zellen konnte man bei den
ersteren nicht reden. Erwähnen möchte ich noch, dass das rothe
Pigment nur in der Cutis liegt, was man schon makroskopisch fest-
stellen kann. Schabt man nämlich Schuppe und Epidermis von den
rothen Punkten ab, so bleiben diese nicht nur bestehen, sondern
treten auch noch viel deutlicher zu Tage (Fig. 11). Gleichzeitig
hatte ich bei diesen Präparaten Gelegenheit, die den Silberglanz
der Forellen bedingenden Guanin-Kriställchen zu sehen. Leider war
es nicht möglich, die schöne bläuliche Farbe derselben zu fixiren,
da sie bereits kurz nach dem Tode der Fische ihren Glanz verlieren
und somit dem Gesichtsfelde des Beschauers entzogen werden.
Die Bedeutung der Chromatophoren für den Farbenwechsel.
. Die bis jetzt gemachten Beobachtungen über den Farbenwechsel
bei Fischen waren nur sehr spärliche. Zuerst war es Stark (54),
der im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts gelegentlich eines
414 Dr. phil. Albert Schöndorff:
Versuches etwas derartiges bei Fischen gesehen hatte. Er setzte
zufällig Ellritzen (Lenciscus phoxinus) in eine weisse Schüssel,
um das Wasser im Glase zu wechseln. Als er sie nach einiger
Zeit wieder einsetzen wollte, fiel es ihm auf, dass ihre Farbe an
Lebhaftigkeit viel verloren hatte und die dunklen Flecke viel blasser
geworden waren. Da er ähnliches auch bei dem Stichling ((rasterosteus
aculeatus), bei der Schwalbe (Cobitis barbatula) und dem Barsch
(Perca flwviatilis) sah, so folgerte er, die Farbe der Fische richte
sich nach dem Grunde, auf dem sie stehen. Es ist wohl zu ver-
stehen, dass Stark zu diesem Schlusse kam, da sich seine Versuche
nur auf einen makroskopischen Befund erstreckten. Diese sogenannte
Anpassungstheorie beruht unstreitig auf einer Wanderung der Chro-
matophoren. Ich werde an einer anderen Stelle noch einmal darauf
zurückkommen. Ungefähr zu derselben Zeit hatte Wagner (59)
das Farbenspiel bei den Cephalopoden studirt und war zu dem
Resultate gelangt, dass die dabei in Frage kommenden Chromophoren
— wie er sie nennt — ein eigenthümliches System von Gebilden
seien, welche aus Pigmentkörnchen beständen, die aber durch ein
zartes elastisches häutiges Gewebe verbunden seien. Sie sollen
gleich unter der Oberhaut liegen und eigentlich mit ihr verwebt
oder an besondere Stellen derselben gebunden sein. Wagner hat
schon damals die Bedeutung der Chromatophoren erkannt, wenigstens
so weit, wie es bei den zu seiner Zeit vorhandenen Mikroskopen
möglich war. Heincke (16) hatte in seinen „Bemerkungen über
den Farbenwechsel bei Fischen“ speziell bei der Untersuchung über
den Gobius Ruthensparri oder Meergrundel als Grund für die
Farbenveränderung das Vorhandensein verschiedener Arten von
Chromatophoren festgestellt. Er fand nämlich:
1. Schwarze Chromatophoren,
2. gelbe bis grünlichgelbe Chromatophoren,
3. rothgelbe bis rothe Chromatophoren,
4. mit metallisch schimmernden Flitterchen angefüllte Chro-
matophoren.
Diese Resultate Heinckes und namentlich seine Schlussfolgerung,
dass Farbenbeschreibungen von Fischen nur dann wissenschaftlichen
Werth hätten, wenn sie sich auf Aufzählung der verschiedenen Arten
von Chromatophoren gründeten, hätten mich beinahe veranlasst,
einen Parallelismus zwischen Meergrundel und Forelle anzunehmen.
Ich glaubte nämlich anfangs an das Vorhandensein verschieden
gefärbter Chromatophoren, musste aber bald einsehen, dass diese
Annahme auf einem Irrthum beruhe, und zwar aus folgendem Grunde.
Meine ersten Schnitte, die ich erhielt, waren in einer Dicke von 3
—10 u angelegt, so dass ich beim Mikroskopiren Chromatophoren
von schwarzer, bräunlicher und gelblicher Farbe zu sehen glaubte.
Bald aber erkannte ich, dass die verschiedene Färbung nur von der
verschiedenen Dicke und Durchsichtigkeit der Schnitte herrühre.
Als ich bei meinen weiteren Untersuchungen Präparate von stets
ein und derselben Dicke herstellte, habe ich eine derartige Beob-
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 415
achtung auch nicht mehr machen können. Wenn ich nun trotzdem
eine verschiedene Färbung der Forellen feststellte, so durfte ich
diesen Umstand auf Grund meiner Untersuchungen damit erklären,
dass dieser Farbenwechsel auf einer steten Wanderung der Chro-
matophoren beruhe, und dass diese sich entsprechend den auf sie
einwirkenden Lichtstrahlen kontrahiren und ausdehnen können. Dass
unter solchen Umständen auch mechanische Einflüsse wie Stoss oder
Druck von aussen ihre Wirkung auf die Chromatophoren nicht ver-
fehlen, dürfte wohl als selbstverständlich gelten, was übrigens von
Siebolds (47) Berichte über Forellen bestätigen. Dieser sah bei
frisch getöteten Forellen, die er in einem Netze trug, an den von
den Knoten und Maschen des Netzes gedrückten Stellen einen voll-
ständigen weissen Abdruck dieses Netzes, indem sich hier durch den
ausgeübten Druck die schwarzen Chromatophoren auf ein Minimum
zusammengezogen hatten. Eine ähnliche Beobachtung machte
Krukenberg (27) gelegentlich seines Aufenthaltes in Triest zu
wiederholten Malen. Erforderlich scheint mir noch, dass ich hier
eine Abhandlung von Brücke (4) über den Farbenwechsel der
Chamäleonen anführe. Derselbe kam zu folgenden Resultaten:
1. Die Farben, die das Chamäleon zu verschiedenen Zeiten
zeigt, rühren nicht, wie Milne-Edwards meint, ausschliesslich
von Pigmenten her, sondern beruhen zum Theil auf Inter-
ferenzerscheinungen.
2. Diese Interferenzerscheinungen werden von Zellen der tiefen
Schicht der Oberhaut hervorgebracht.
3. Die lebhafteren Farben der Frösche rühren nicht von wahrem
Pigment, sondern von Interferenzzellen her, doch sind diese
anders beschaffen, als die der Chamäleonen.
4. Unter der Epidermis und in der Cutis liegt ein weisses, theil-
weise gelbes, seltener orangefarbenes Pigment, das Milne-
Edwards bereits als pigment superficiel, blanc, jaunätre,
grisätre beschrieben hat.
5. Unter und zwischen diesen liegen dunkle Pigmentzellen,
deren zahlreiche verzweigte und dicht nebeneinander gestellte
Ausläufer das weisse Pigment durchdringen und bis unter
die Oberhaut gelangen. Milne-Edwards sowie vor ihm van
der Hoeven hat auch dieses Pigment gesehen, aber er irrt,
wenn er sagt, dass es bald bouteillengrün, bald violett oder
roth sei; es ist in natürlichem Zustande immer nur schwarz
und in dünnen Schichten mit brauner Farbe durchscheinend.
6. An den untersuchten Chamäleonen kamen durchaus keine
anderen Pigmente vor als die zwei genannten und alle
Farben der Thiere, insoweit sie nicht der Interferenzschicht
angehörten, wurden von ihnen durch verschiedenartige Super-
position und Juxtaposition erzeugt.
7. Das dunkle Pigment bringt, wie Milne-Edwards richtig
bemerkt, den Farbenwechsel hervor, indem es sich bald der
Oberfläche nähert, bald in die Tiefe zurückgeht. Die Aus-
416 Dr. phil. Albert Schöndorff:
läufer der Pigmentzellen werden dabei nicht eingezogen,
sondern vom Pigment entleert.
8. Die Ortsveränderung des schwarzen Pigments beruht auf
einer Contractilitätserscheinung.
Der Zustand, bei dem das schwarze Pigment in die Tiefe
zurücktritt, ist der aktive, der gegentheilige der passive.
10. Im Dunklen werden die Thiere hellfarbig, die Veränderung
ist schon nach wenigen Minuten sehr auffallend, nimmt
aber noch längere Zeit hindurch zu. Im Hellen werden sie
dunkel, fast schwarz, wenn keine anderweitigen Ursachen
vorhanden sind, die sie heller färben.
11. Dass das Thier, wie selbst noch in neuerer Zeit (von Paul
Gervais im Jahre 1848) behauptet worden ist, die Earben
seiner Umgebung annehmen könne, dass seine Farbe von
den verschiedenen Oxydationsgrade des Blutes abhänge,
dass der Farbenwechsel eine Art Gelbsucht sei (Hassel-
quist) u. s. w., dies sind sämmtlich Angaben, die dem Reiche
der Fabeln angehören.
Hierzu möchte ich bemerken, dass ich Brücke darin beipflichte,
dass sowohl Milne-Edwards, wie van der Hoevens Ansicht
über die verschiedene Farbe des Pigments eine falsche ist, dass also
nur die schwarze Farbe in Betracht kommen kann, wobei natürlich
nicht vergessen werden darf, dass in dünnen Schichten die braune
Färbung vorherrschend ist. Wenn Brücke weiter behauptet, dass
die Ausläufer der Pigmentzellen nicht eingezogen werden, sondern
nur das Pigment entleert wird, so möchte ich dies denn doch in
Zweifel ziehen. Ich hätte bei den zahlreichen Präparaten und den
verschiedenen Färbemethoden einen Anhaltspunkt dafür finden müssen.
Dagegen glaube ich mit Brücke — und das bestätigen meine Ver-
suche hinlänglich, dass von einer Anpassung keine Rede sein kann.
Krukenberg (29), der ebenfalls über den Farbenwechsel der Cha-
mäleonen gearbeitet hat, kann der Ansicht Brückes, dass das
Licht eine wesentliche Rolle bei der Farbenveränderung spiele, nicht
beitreten. Er nimmt vielmehr an, dass sich die Pigmentzellen nicht
unter einem direkten Nerveneinflusse befinden, sondern dass es ein
den quergestreiften Muskelfasern physiologisch zu subsummirendes
Gewebe ist, welches in Sphincterform die Pigmentkörper umeiebt
und welches sich allein unter Nerveneinfluss befindet. Die Annahme
eines derartigen Spincternetzes für die Chromatophoren würde nicht
nur für seine, Krukenberg’s Ansicht, sondern auch für die Beob-
achtung aller anderen Forscher eine befriedigende Erklärung bilden.
Wesentlich verschieden davon ist die Vorstellung, welche sich Bert
(2) von der Mechanik des Farbenwechsels beim Chamäleon macht.
Bert nämlich formulirte auf Grund seiner Versuchsergebnisse folgende
Sätze:
„Die Bewegungen der Pigmentkörper stehen unter dem Einflusse
verschiedener Nervenarten. Bei Reizung der einen treten sie aus
der Tiefe an die Oberfläche, bei Reizung der anderen ziehen sie
=
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 417
sich von der Oberfläche in die Tiefe zurück. Beim Maximum der
Reizung treten die Pigmentkörper unter die Haut. Die kolo-
ratorischen Nerven bieten die grösste Analogie mit den Vasocon-
strietoren.* Dazu meint Krukenberg, dass diese Theorie von Bert
vielleicht auf den Farbenwechsel mancher Fische, aber nicht auf
den des Chamäleons passen könne. Ich gebe zu, dass Nerven-
einflüsse bei der Chromatophorenwanderung im Spiele sein können,
aber zwei Arten von Nerven anzunehmen, wäre doch eine zu kühne
Behauptung, für welche ein genügender Beweis schwer zu erbringen
sein dürfte. An einer anderen Stelle schreibt Krukenberg (28)
dem Lichte einen wesentlichen Einfluss auf die natürliche Färbung
der Heuschrecken zu. In seiner Arbeit über das Chromatophoren-
spiel bei Eledone moschata hatte Krukenberg (30) behauptet, dass
das Farbenspiel, d.h. das Kommen und Gehen des Pigmentes von
dem Willen des Thieres abhängig sei Von Müller (36) und
mehreren anderen war bereits nachgewiesen worden, dass contractile
Fasern sich am Pigmentkörper inseriren. Auch war durch den
Befund der Radiärfasern nur das Expansions-, nicht das Contractions-
vermögen der Chromatophoren verständlich gemacht worden. Ein
etwa vorhandener Sphinctermuskel, der bei der Contraction der
Chromatophoren hätte betheiligt sein können, wurde nicht gesehen.
Wenn auch von verschiedenen Autoren behauptet worden war, die
Verschiedenheiten und der Wechsel der Hautfarbe bei den Tinten-
fischen sei auf den Einfluss des Lichtes und die Färbung des Unter-
grundes zurückzuführen, so glaubt Krukenberg andererseits, dass
das Chromatophorenspiel vom Uentralapparate aus beeinflusst wird
und dass dieser Einfluss für gewöhnlich und fast ausschliesslich am
lebenden Thiere zur Wahrnehmung gelangt. Phisalix (38) hatte
über die Chromatophoren bei den Cephalopoden folgendes gesagt:
„Le chromatophore est un organ dont la fonction est la möme chez
tous les cephalopodes. La manifestation principale röside dans les
mouvements, dont il est le siege. Ües mouvements sont provoques
par deux forces antagonistes: Une musculaire, l’autre &lastique, la
premiere engendr&e par une couronne de muscles radies, l’autre par
une enveloppe elastique qui adhöre intimement au chromatophore
et a ses muscles et qui revient passivement sur elle-möme apres
avoir &t6 distendue. Chaque chromatophore est richement innerv6
par des filets nerveux qui aboutissent par un bouquet de terminaisons
libres au contact de la tache pigmentaire. Peut-ötre joue-t-il aussi
de röle d’organe des sens pour la perception des conditions physiques
du milieu ou vit l’animal.
Schwalbe (46) sagt über den Farbenwechsel winterweisser
Thiere, dass sich das Winterkleid durch geringere Pigmentirung
auszeichne und dass diese mangelhafte Pigmententwicklung schein-
bar mit den klimatischen Verhältnissen, speziell mit dem Licht-
mangel des nordischen Winters eng zusammenhänge. Inwieweit
diese Behauptung Schwalbes ihre Berechtigung hat, entzieht
sich meiner Beurtheilung. Auf jeden Fall konnte ich bei meinen
Arch. f. Naturgesch. Jahrg, 1903. Bd.I. H 3. 27
418 Dr. phil. Albert Schöndorff:
Versuchen keine verschiedenen Wärmegrade anwenden, zumal Forellen
ohne ständigen Zufluss frischen Wassers in wenigen Stunden bereits
eingehen. Flemming (12) setzte jüngere Salamanderlarven in
weissen offenen Gefässen ans helle Licht und fand, dass sie dadurch
nach einigen Tagen hell und durchsichtig wurden; die von ihm im
Halbdunkel gehaltenen Exemplare nahmen durch stärkere Pigment-
entwicklung eine dunklere Farbe an. Diese Erscheinung veranlasste
Flemming zu dem Ausspruche, dass diese „Bleichung“ lediglich
durch die Einwirkung des Lichtes hervorgerufen werde. Erst später
räumte er ein, dass Fischels (11) Behauptung, es käme ausserdem
bei diesen Vorgängen auch auf die Temperatur an, richtig sei.
Ehrmann (10) folgerte aus seinen Versuchen, dass das Hell- und
Dunkelwerden bei Amphibien zweifellos bis zu einem gewissen Grade
von Nerveneinflüssen abhänge. Doch kann eine Veränderung des
Zustandes der Pigmentzellen auch durch Belichtung, Wärme und
chemische Reize erreicht werden. Nach Virchow (58) verhält es
sich mit den Pigmentzellen des Frosches wie mit den Chromatophoren
der Chamäleonen und Cephalopoden. Der Farbenwechsel beruht
auf den Gestaltsveränderungen der Pigmentzellen und dem Orts-
wechsel des Pigments selbst, so zwar, dass die Frösche um so
dunkler erscheinen, je mehr das Pigment in die Fortsätze ausströmt
und um so heller, je mehr es sich auf einzelne Haufen in das Innere
der Zellkörper sammelt. Es liegt hier offenbar kein einfach nutritives,
sondern ein contractives Phänomen vor. Zu ähnlichen Schlüssen
kam Lothar Meyer (34), der übrigens die Formveränderung der
Pigmentzellen als einen namentlich vom Lichte abhängigen Contractions-
prozess hinstellt. Er konnte nicht entscheiden, ob die Einwirkung
des Lichtes direkt auf die Zellen oder unmittelbar durch die Central-
organe des Nervensystems geschehe. Dagegen konstatirte er, dass
die Veränderung (d. h. das Hell- bezw. das Dunkelwerden) der
Pigmentzellen immer eintrat, mochte er nun die Extremität in Zu-
sammenhang mit dem Rückenmark lassen oder den plexus ischiadicus
durchschneiden. Desgleichen sah er schon, dass die kugelige Form
der Pigmentzellen die helle, die verästelte die dunkle Hautfarbe
bedinge. Diese Ergebnisse stimmen mit meinen Befunden überein.
Auch bei meinen Forellen beruhte der Farbenwechsel, um mit
Virchow zu reden, auf einer Gestaltsveränderung der Pigmentzellen
und dem Ortswechsel des Pigments selbst. Ich will dahingestellt
sein lassen, ob man von einem Nerveneinfluss auf die Chromatophoren
reden kann. Jedenfalls konnte ich nicht finden, wie Harless (14)
als sicher hinstellte, dass Nerven in die Pigmentzellen eintreten.
Ich glaube mich daher zu der Annahme berechtigt, dass der Farben-
wechsel zum grössten Theil der Einwirkung des Lichtes zuzuschreiben
ist und wenn auch Harless nur gelegentlich dies gesehen haben
will oder gar meint, der Umstand des Hell- bezw. Dunkelwerdens
sei von einer grösseren oder geringeren Befriedigung des Nahrungs-
bedürfnisses abhängig, so dürfte dies wohl auf eine mangelhafte
Beobachtung zurückzuführen sein. Ich möchte hier noch die
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 419
Ansicht von Harless (15) über die Chromatophoren bei Loligo er
wähnen. Hier schreibt er den Farbenwechsel der Contraction oder
Expansion der Cromatophoren zu. „Je mehr die UÖhromatophoren
expandirt werden, um so heller wird die Farbe. Niemals aber tritt
eine neue Farbe auf, sondern nur die Tinte wird blässer und die
einzelnen Pigmentkörnchen werden unterscheidbar. Dass mit diesem
Blasserwerden ein gewisser Farbenwechsel verbunden ist, versteht
sich von selbst.“ Uebrigens hat auch Klemensiewicz (22) von
einer Verbindung des Pigmentkörpers mit Nervenfasern nichts ent-
decken können. Jedoch schreibt er die Bewegung der Uhromato-
phoren bei Eledone moschata dem Einflusse des Nervensystems zu.
Nach Solger (49) breitet sich das Pigment der Hautchromatophoren
aus, wenn der Fisch vom Lichte abgeschlossen ist. Einen direkten
Zusammenhang zwischen Chromatophoren und Hautnerven hat er
aber bei Fischen wenigstens nicht konstatiren können. Wohl erhielt
Solger (53) bei erwachsenen Cephalopoden Bilder, bei denen es
sich um Nervenverzweigungen in der Nähe von Chromatophoren
handelte. Auch Joubin (19) erhielt einige günstige Resultate da-
durch, dass er Cephalopoden Methylenblau in die Hohlvene oder in
eine der grösseren oberflächlichen Armvenen injieirte. Doch sagt
er selbst über diese Methode: „Malheureusement cette coloration
des nerfs est tres fugace; c’est ä peine si l’on peut observer les
pröparations une demi heure ou une heure au maximum; je ne
connais pas de reactif permettant de fixer la coloration.*“ Aber, so
fährt er fort: „On voit sur ces pr¶tions, chaque branche de ces
nerfs se terminer A un chromatophore.“*
Bei seinen physiologischen Untersuchungen an Zledone moschata
will van Uexküll (56) gefunden haben, dass die Chromatophoren
überhaupt nicht contractil sind. „Ihre Ausdehnungen werden nur
durch die Contraction der vielverzweigten Hautmuskulatur, die sich
an die bindegewebigen Elemente ansetzt, bedingt. Alle Erscheinungen
an den Chromatophoren lassen sich vollkommen erklären, wenn man
annimmt, dass die Kapsel Elastizität besitzt, die Radiärfasern aber
bindegewebiger Natur sind.“ Ich glaube meine Resultate beweisen
zur genüge, dass von einer Nicht-Contraction der Chromatophoren
überhaupt keine Rede sein kann. Bezüglich des Farbenwechsels
bei Amphibien und Reptilien sagt Leydig (32), dass die Chromato-
phoren durch die Thätigkeit des Nervensystems zu ihrer Thätiekeit
wachgerufen werden. Alles spricht deutlich an, dass es bei Reptilien
und Amphibien ausser den Verschiedenheiten der Färbung nach
Alter, Geschlecht und Jahreszeit, sowie ausser dem lebhafteren
Hervortreten der Farbentöne nach dem Abwerfen der Epidermis
noch einen Farbenwechsel giebt, welcher unter dem Einfluss des
Nervensystems steht, insofern Aufregung, Angst, Schreck, höhere
oder niedere Temperatur, stärkerer oder geringerer Lichtreiz die
Stimmung derselben vermindert und auf die beweglichen Farbzellen
oder Chromatophoren wirkt.“ Wenn ich auch zugebe, dass die von
Leydig angegebenen psychischen Affekte im Stande sind einen
27*
420 Dr. phil. Albert Schöndorff:
Farbenwechsel hervorzurufen, so muss ich doch annehmen, dass
dieser Umstand nicht bei allen Thieren momentan eintritt. Ich habe
wenigstens bei meinen Fischen eine derartige Wirkung nicht beob-
achten können. Denn die von mir benutzten Forellen, die doch für
gewöhnlich sehr ängstlich und schreckhaft sind, behielten ihre Farbe,
die sie bei dem Entnehmen aus dem Bassin zeigten, auch nach dem
Einbringen in die Formalinlösung bei; freilich trat der Tod fast
stets nach 1—1'/,; Minuten ein. Aehnlich wie Leydig behauptet
Pouchet (40) auf Grund seiner Versuche am Steinbutt (Turbot),
die er übrigens selbst noch nicht für hinreichend erklärt, dass für
den Farbenwechsel bei Fischen das Nervensystem massgebend sei.
Inwieweit er damit Recht hat, habe ich bereits vorher eingehend
besprochen. Von meinem Kollegen Vogel erhielt ich die Mit-
theilung, dass Forellen, die er in einem gelblich-weissen Holzbottich
in einer dunklen Ecke hielt, nach Verlauf von 24 Stunden eine
lel:mgelbe Ferbe angenommen hätten und nur schwerlich noch als
Forellen zu erkennen gewesen wären. Erst als er sie in einem
Glasbecken in einen hellen Raum setzte, erlangten sie binnen einer
Viertelstunde ihre normale Färbung wieder. Diese Erscheinung,
d.h. das Gelbwerden resp. Erblassen von Forellen habe ich während
meiner Versuche selbst häufig beobachten können. Es handelte
sich dabei stets um eine Contraction und Wanderung der Pigment-
zellen in die Tiefe, welcher Vorgang die dunkle Farbe schwinden
und die blasse vorherrschen liess. Dabei ist noch zu erwähnen,
dass ein vollständiges Erblassen, wie ich leider oft erfahren musste,
auf ein Unwohlsein oder auch auf den herannahenden Tod der
Forellen hindeutet. Dies geschieht in dem Falle, wenn den Fischen
nicht ständig frisches Wasser zugeführt wird. Eingezogene Er-
kundigungen hierüber bestätigen stets meine Annahme, dass nämlich
die Thiere längere Zeit ohne Zufluss von frischem Wasser gehalten
worden waren. Ich habe häufig konstatiren können, dass Forellen,
die etwa 2 Stunden lang kein frisches Wasser bekommen hatten,
ohne Weiteres eingingen, nachdem sie vorher zusehends abgeblasst
und schliesslich ganz gelb geworden waren.
Zusammenfassung.
Ziehe ich das Resume aus meiner Arbeit, so habe ich folgendes
festgestellt:
1. Was den Farbenwechsel bei der Forelle angeht, so handelt es
sich dabei um eine ständige Wanderung der Chromatophoren
mit gleichzeitiger Contraction bezw. Expansion. Dieser Vorgang
wird hauptsächlich veranlasst durch den Einfluss des Lichtes.
Merkwürdigerweise haben verschiedene Lichtstrahlen, und zwar
die blauen, rothen und grünen keine erhebliche Veränderung
hervorrufen können. Um so stärker trat dies bei den gelben
Ueber den Farbenwechsel bei Forellen. 421
Strahlen hervor; diese vermochten die Chromatophoren im
Bereiche der ganzen Körperhaut an die Oberfläche zu locken,
eleichzeitig waren die Pigmentzellen stark ausgedehnt und
liessen ihre Ausläufer deutlich erkennen. Die gegentheilige
Wirkung dieses gelben Lichtes riefen die von dem Staniol
ausgehenden Lichtstrahlen hervor. Diese veranlassten die
Chromatophoren, sich möglichst von der Oberfläche zurück-
zuziehen und ausserdem sich stark zu kontrahiren oder besser
gesagt auf ein Minimum zusammenzuschrumpfen. Sehr wichtig
war das Resultat, welches die schwarzen Lichtstrahlen ergaben.
Die dabei zu konstatirende Veränderung war eine vollständige
intensive Weissfärbung der Bauchfläche. Pigment war weder
in der Epidermis noch in der Cutis vorhanden. Wenn ich
diesen Befund mit dem Ergebnis bei Forelle III vergleiche, so
glaube ich annehmen zu dürfen, dass die gelben Lichtstrahlen
im Stande sind die Pigmentbildung zu fördern, und dass die
schwarzen das Pigment resorbiren können. Sicherlich ist das
Resultat bei Forelle V ein deutlicher Beweis gegen die so-
genannte Anpassungstheorie, und wenn früher einige Autoren
wie z.B. Stark (54) die Behauptung aufstellten, die Farbe
der Fische richte sich nach dem Grunde des Gefässes, in dem
sie gehalten würden, so beruht dies auf einen Irrthum. Der
Farbenwechsel hat also, wie bereits gesagt, lediglich seinen
Grund in der ständigen Wanderung der Chromatophoren und
der Contraction bezw. Ausdehnung derselben. Den Haupt-
faktor für diese Thatsache bildet die Lichteinwirkung. Dass
die Nerven dabei auch eine gewisse Rolle spielen, will ich
nicht leugnen; jedenfalls haben meine diesbezüglichen Versuche
nichts positives ergeben.
. Es giebt bei den Forellen nur zweierlei Pigmente, nämlich:
a) Melanine, b) Lipochrome. Erstere bilden Stäbchen und
liegen intracellulär, letztere sind amorph und liegen extracellulär.
. Bei den Chromatophoren bilden Pigmentzellen und Ausläufer
eine morphologische und funktionelle Einheit, d. h. die Melanin-
strahlen stellen Ausläufer der Pigmentzellen dar. Die ersteren
verschwinden dadurch, dass die letzteren sich zurückziehen.
Nach mehrfach ausgesprochenen Ansichten sollten in der Epi-
dermis selbst keine Pigmentzellkörper liegen, sondern nur die
Ausläufer derselben in diese hineinreichen. Ich brauche wohl
nur auf meine mikroskopischen Bilder hinzuweisen, um zu
zeigen, dass diese Behauptung durchaus unzutreffend ist. Es
liegen also in der Epidermis auch Pigmentzellkörper und nicht
nur deren Ausläufer.
. Wenn ich jetzt noch einmal auf die Bildungsstätte des Ober-
hautpigments zurückkomme, ob dieses nämlich in der Cutis
oder in der Epidermis entstehe, so schliesse ich mich der
Gruppe derjenigen Forscher an, die für eine exogene Bildung
des Pigments sind. Auf Grund meiner Untersuchungen an
422
[5%
.
8.
10.
Li.
Dr. phil. Albert Schöndorff:
jüngeren Forellen, die mir deutliche von der Cutis zur Epi-
dermis hin aufsteigende Pigmentausläufer zeigten, darf ich wohl
die autochthone Pigmentbildung zurückweisen.
. Hinsichtlich des chemischen Verhaltens des Pigments kann ich
Krukenbergs Resultate bestätigen. Ich fand ebenso wie
dieser, dass die Melanine Säuren und Alkalien gegenüber wenig
resistent waren, aber von Alkohol, Aether, Chloroform und
Xylol nicht angegriffen wurden. Dagegen wurden die Lipo-
chrome, in diesem Falle das rothe Pigment, von Alkohol und
Aether vernichtet, zeigten sich aber gegen Alkalien uud Säuren
sehr widerstandsfähig. —
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426 Dr. phil. Albert Schöndorft.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Sagittalschnitt durch die seitliche Haut von Forelle I.
Fig. 2. Sagittalschnitt durch die Rückenhaut von Forelle I.
Fig. 2a wie 2 mit strahligen Pigmentausläufern.
Fig. 3. Sagittalschnitt durch die Haut der Bauchfläche von Forelle I.
Fig. 4. Frontalschnitt durch die seitliche Haut von Forelle III.
Fig. 5. Frontalschnitt durch die Rückenhaut von Forelle III.
Fig. 6. Sagittalschnitt durch die Haut der Bauchfläche von Forelle III.
Fig. 7. Frontalschnitt durch die seitliche Haut von Forelle IV.
Fig. 8. Frontalschnitt durch die Rückenhaut von Forelle IV.
Fig. 9. Sagittalschnitt durch die Haut der Bauchfläche von Forelle IV.
Fig.10. Sagittalschnitt durch die Haut der Bauchfläche von Forelle V.
Fig. 11. Flächenschnitt durch einen rothen Punkt der Seitenfläche einer normal
gefärbten Forelle.
Die Abkürzungen bedeuten:
E. = Epidermis.
G, = Cuba;
Sch. = Schuppentasche.
Pig. = Pigment.
Chr. = Chromatophoren.
St. = Strahlige Pigmentausläufer.
L. == Lipochrome.
Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
mit Berücksichtigung
der Zwischensegmente der Insekten.’
Von
Karl W. Verhoeff (Berlin).
Hierzu Tafel XXI.
In meinen „Beiträgen zur vergleichenden Morphologie des
Thorax der Insekten mit Berücksichtigung der Chilopoden“ kaiserl.
deutsche Akademie der Naturforscher, Halle 1902, habe ich damit
begonnen, die Aufmerksamkeit der Zoologen auf eigenthümliche,
bisher nur sehr wenig beachtete Ursegmente am Thorax der In-
sekten zu lenken, von denen ich das bemerkenswertheste, welches
sich zwischen Thorax und Kopf befindet, als Mikrothorax be-
schrieben habe.
Zahlreiche weitere Beobachtungen nach dieser Richtung be-
stätigen im Wesentlichen meine damaligen Erörterungen, liessen mir
aber zugleich die erneute und gründlichere Untersuchung jener Ge-
bilde der Chzlopoda-Epimorpha, welche ich als Vorringe oft er-
wähnt habe, dringend wünschenswerth erscheinen, damit hier die
Grundlagen vollkommen klar sind.
Erich Haase hat 1887 in seinen „indisch-australischen Myrio-
poden I, Chilopoden“ auf S.9 die Zwischenschilde, scuta intercalaria
der Epimorpha als „Chitinverdickungen der weichen Verbindungshaut“
bezeichnet, ein Irrthum, der sich schon daraus ergiebt, dass alle diese
Platten mit Tastborsten, Nerven, Porenkanälen und oft auch Drüsen
versehen sind, abgesehen von den weiter zu besprechenden Eigen-
thümlichkeiten. Es sind also deutlich ausgeprägte Sklerite, während
die Verbindungshäute dergleichen Eigenthümlichkeiten nicht besitzen,
auch ihrer ganzen Eigenart nach nicht besitzen können.
!) Der Name Interkalarsegment ist auch für das Praemandibular-
segment gebraucht worden. Da letztere Bezeichnung ausreicht, so empfiehlt
es sich, die erstere für das Praemandibularsegment nicht mehr zu gebrauchen,
um Missverständnissen vorzubeugen,
428 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
Im Archiv für Naturgeschichte 1896 habe ich selbst, gelegent-
lich der Bearbeitung der von Escherich in Kleinasien gesammelten
Myriopoden mich über die Vorringe der Epimorphen kurz aus-
gesprochen und sie unter Hinweis auf die die Grenze zwischen
ihnen und den nachfolgenden Hauptplatten übersetzenden Muskeln,
als vordere Abschnürungen der Segmente aufgefasst. Damals habe
ich aber vorwiegend die Sternitplatten untersucht und auch nur an
wenigen Objekten.
1901 hat schliesslich R. Heymons in seiner „Entwickelungs-
geschichte der Scolopender* Bibliotheca zoologica S. 47 die Vor-
ringe zur Sprache gebracht, indem er schreibt: „Abgesehen von
den erwähnten beiden Longitudinalnähten gelangt nun auch noch
an den Tergiten eine Transversalnaht zur Ausbildung, die in der
Nähe des Vorderrandes des Segmentes sich befindet und dort von
dem Medianfeld und den beiden Lateralfeldern je einen kleineren
vorderen Abschnitt abtrennt (bei Scolopendra). Die Transversal-
naht fällt im Allgemeinen mit der Insertionsgrenze der dorsalen
Längsmuskeln zusammen. Wenn man, wie es neuerdings von
Janet 1898 ausgeführt wurde, nicht wie es bisher üblich war, die
Intersegmentalhaut, sondern die Insertionslinie der segmental
angeordneten Längsmuskeln als morphologische Grenze zweier
auf einander folgender Segmente annehmen will, so würde die letztere
bei Scolopendra durch die beschriebene Transversalnaht auch
äusserlich markirt sein. ...... In physiologischer Beziehung dürfte
der Nutzen der Nahtlinien wohl in einer erhöhten Biegsamkeit der
Tergite und Sternite zu erblicken sein“.
Es geht hieraus mit aller Deutlichkeit hervor, dass Heymons
die von mir als Vorringe aufgefassten Körperabschnitte als Nach-
ringe betrachtet, d. h. nicht als Abschnürungen des folgenden
sondern des vorhergehenden Segmentes. Gemeinsam aber ist
meiner früheren und dieser Anschauung von Heymons, dass die
Zwischenringe Abschnürungen der Hauptsegmente sein sollen.
Alle diese drei Anschauungen, sowohl die ältere von Haase betr.
Zwischenhautverdickungen, als auch meine neuere der Vorringe,
als auch Heymons neueste der Nachringe sind unrichtig, wie das
Folgende lehren wird.
In meinen Aufsätzen über Tracheaten-Beine habe ich auf die
grundsätzliche Wichtigkeit der Unterscheidung direkter und indi-
rekter Muskeln hingewiesen, wobei unter direkten Beinmuskeln die-
jenigen verstanden sind, welche sich in irgend einem Gliede be-
festigen und dann an das nächste Glied verlaufen, also nur eine
Gelenkstelle durchsetzen, während die indirekten oder Brücken-
muskeln zwei oder mehrere Gelenkstellen übergreifen. Am Rumpfe
haben wir es mit ähnlichen grundsätzlich wichtigen Gegensätzen zu
thun, nämlich direkten und Brückenmuskeln. Doch ist die Be-
griffsbestimmung dieser Skleritmuskeln eine andere. Der
direkte Rumpfskleritmuskel nämlich bleibt an ein und dem-
selben Sklerit und bewegt andere nur indirekt mit, er breitet sich
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. 429
innerhalb eines Sklerites aus, da diese elastisch sind und sich
bogenartig zu biegen vermögen, während die Segmenteylinder der
Beine starr und steif sind, daher auch m einem Beingliede, auf
sich allein beschränkt, keine Muskeln vorkommen. Ein direkter
Rumpfskleritmuskel ist also z. B. in Abb.I sm2 oder Im oder
sm. Direkte Rumpfskleritmuskeln streichen über keine
Zwischenhäute hinweg. Skleritbrückenmuskeln dagegen
greifen über wenigstens eine Zwischenhaut hinweg, in
Abb. 1 der Muskel bm oder pm über eine, in Abb.3 bm3 über
zwei Zwischenhäute, ebenso bm 1. Diese Begriffe zur grundlegenden
Verständigung. — Wenn wir es mit drei Beingliedern zu thun haben,
so können dieselben entweder durch zwei direkte Muskeln im ersten
und zweiten derselben bewegt werden, oder durch einen indirekten,
der vom ersten an den Grund des dritten zieht. Ziemlich ähnlich
steht es, wenn wir es mit drei hinter einander liegenden Skleriten
des Rumpfes, also etwa drei Tergiten zu thun haben. Und ebenso
wie drei Beinglieder durch zwei Brückenmuskeln bestimmt werden
können, welche im mittleren der drei über einander greifen, indem
einer im ersten und zweiten und der andere im zweiten und dritten
Gliede liegen [sodass also das mittlere Glied überkreuzt wird],
ebenso kann ein mittleres von drei Segmenten oder ein mittleres
von drei Skleriten desselben nach beiden Seiten hin scharf abge-
grenzt werden, wenn die drei Sklerite durch zwei Brückenmuskeln
verbunden werden, von denen der eine durch das 1. u. 2., der
andere durch das 2. u. 3. Sklerit ziehen, sodass sie sich im mittleren
derselben überdecken oder kreuzen, z. B. in Abb.3 die Muskeln
bm4 und bm1.
Unter den Chilopoden kommen die Interkalarsegmente!) [ich
nenne die fraglichen Ringe gleich von vornherein der Einfachheit
halber so und im Anschluss an E. Haases „scuta intercalaria“]
bei Scutigeriden und Anamorphen bekanntlich nicht vor, nur eine
von Pocock erst kürzlich beschriebene Gattung der Letzteren,
Craterostigmus besitzt eine Anzahl interkalarer Tergite, während die
zugehörigen Sternite vielleicht nur wegen ihrer Kleinheit übersehen
wurden. Die Epimorpha dagegen sind allgemein im Besitz von
Interkalarsegmenten und zwar sind dieselben bei den Geophiliden
(Abb. 1) allgemein sehr gut entwickelt, die Tergite häufig ungefähr
halb so gross wie die der Hauptsegmente, während die Sternite
stets beträchtlich kleiner bleiben. Unter den Scolopendriden ist die
Entwickelung der Interkalaısegmente eine sehr verschiedenartige,
!) Diese Bezeichnung hat die Priorität vor „Complementärsegment“ und
ist auch an und für sich klarer. Dass ich selbst noch vor wenigen Monaten die
alte eingangs erörterte Anschauung der Vorıinge vertrat, ersieht man aus meiner
Arbeit in den Nova Acta 1903 „über die Endsegmente des Körpers der Chilo-
poden, Dermapteren und Japygiden und zur Systematik von Japyx“ Mein Vor-
schlag der Bezeichnung „Pseudometameren“ wird natürlich durch vorliegende
Untersuchung überflüssig.
430 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
doch kann man im Allgemeinen sagen, dass sie bei den auf Grund
anderweitiger Verhältnisse als ursprünglicher geltenden Gattungen
(z.B. Plutonium und Cryptops) besser entwickelt sind als bei den
in den meisten Verhältnissen derivateren Gruppen, daher denn bei
manchen Scolopendra-Arten die Tergite schon recht schmal geworden
sind. Die Sternite der Interkalarsegmente sind bei den Epimorpha
allgemein mehr oder weniger zweiteilig, bei den Scolopendriden aber
geht das noch weiter. Plutonium besitzt noch einfache Theilhälften, bei
Öryptops zeigt sich aussen eine deutliche Einschnürung (Abb. 6 y),
während die Sternithälfte im Ganzen noch einheitlich ist, bei Scolo-
pendra aber ist jede Hälfte wieder in zwei Theile zerschnürt. Die
Interkalarsegmente der Geophiliden stellen sich ihrer Skleriten-
Beschaffenheit nach mithin als am deutlichsten und einfachsten
ausgebildet dar, wobei noch zu bemerken ist, dass die als Epi-
skutallinien bekannten und wirkliche Nähte (eps Abb. 3 u. 4) vor-
stellenden Rückenlinien der Scolopendriden bei (reophiliden, wenigstens
in der Gestalt wirklicher Nähte, auch nicht vorzukommen scheinen.
Aber auch die Rumpf-Muskulatur der Geophaliden ist in ihrer
geradezu schematischen Einfachheit ein weiterer, sehr wichtiger
Charakter der Interkalarsegmente und sie zeigt uns zugleich aufs
deutlichste, dass wir es hier nicht mit einfachen Abschnürungen
sondern mit wirklichen Ursegmenten zu thun haben. Die Ter-
gite der Haupt- sowohl als der Interkalarsegmente besitzen bei den
Geophiliden (Geophilus und Himantarium habe ich genauer unter-
sucht) eine ganz typische Longitudinal-Muskulatur (lm und
Im 1 Abb. 1), welche vom Vorder- zum Hinterrande zieht und so-
gar in zwei Schichten über einander auftritt, einer genau
von vorne nach hinten verlaufenden und einer andern, welche aus
schrägen Fasern besteht. Haben wir in diesen zwei Segmenten
direkte Longitudinalmuskeln vor uns, so giebt es ausserdem noch
eine, weiter nach innen (also unten) liegende Schicht von longitudi-
nalen Brückenmuskeln, welche je ein Interkalar — und ein Haupt-
tergit verbinden (Abb. 1 bm). Abb. 2 zeigt diese Verhältnisse sche-
matisch. Sowohl Haupt- als Interkalartergite sind durch Seiten-
muskeln mit den Pleurenplatten verbunden, das Interkalartergit
namentlich mit der grossen Pleure pl in Abb. 1, welche als Prae-
skutellum bekannt ist, das Haupttergit mit dem Stigmenschild stpl
und dem Postskutellum pli1. Bei der Schmalheit der Sternite ist
dort kein Raum für eine Longitudinalmuskulatur geblieben, doch
konnte ich bei Uryptops feststellen, dass ein Brückenmuskel nicht
nur aus dem folgenden sondern auch aus dem vorhergehenden
Hauptsternit kommt, sodass, da diese sich überkreuzen, eine Ver-
bindung mit beiden benachbarten Hauptsegmenten besteht, welche
ebenfalls einen segmentalen Ausdruck giebt. Weit deutlicher finden
wir das aber an den Rückenplatten der Scolopendriden, die eine
von den (Greophiliden beträchtlich abweichende Muskulatur aufweisen,
die ihre Eigenartigkeit offenbar unabhängig von der Muskulatur
jener entwickelt hat.
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. 431
Zunächst fällt uns bei Uryptops auf, dass typische Longitudinal-
muskeln fehlen, während ich schräge sm 1 nur an den Haupttergiten
vorfand, dabei aber schon stark nach der Seite gerichtet. Andere
kleinere Seitenmuskeln kommen in den Ecken vor. Besondere
Pleurenmuskeln pm kommen vor, sind aber in Abb.3 meist nicht
angegeben. Die grossen Hauptmuskeln der Tergite sind sämmtlich
Brückenmuskeln und zwar solche, welche mehrere Segmente
durchziehen.
Der Brückenmuskel bm 1 zieht vom Interkalartergit-Vorderrande
aus durch Interkalarsegment, folgendes Hauptsegment und das
weitere Interkalarsegment, sich an die hintere Tergitgrenze desselben
befestigend. In ähnlicher Weise verläuft bm 2 und bm 3 durch zwei
Hauptsegmente und ein Interkalarsegment, indem sie sich in dem
hinteren der beiden Hauptsegmente hinter der Mitte des Tergites
befestigen, bm 2 mehr innen, bm 3 mehr aussen, bm 4 verbindet ein
Haupttergit mit einem dahinter liegenden Interkalartergit, indem
dieser Muskel vorne nach innen zu abgekürzt ist. Die Interkalar-
segmente werden bei Uryptops also aufs Ausgeprägteste mit beiden
benachbarten Hauptsegmenten verbunden, theilweise auch
noch mit weiter abliegenden Segmenten. Ihre beiden Grenzen, so -
wohl Vorder- als Hinterrandlinie sind durch longitudinale
Brückenmuskeln charakterisirt. Jedes einzelne Interkalarseg-
ment kann also weder zu seinem vorhergehenden noch zu
seinem folgenden gerechnet worden, sondern ist eben ein
eigenes, selbstständiges. Trotz der Verschiedenheit der
Rumpfmuskulatur der Scolopendriden und Geophiliden führen
beide zu dem gleichen Schlusse, segmentaler Selbst-
ständigkeit der Interkalarringe.!)
Was die Verbreitung der Interkalarsegmente bei ein und
demselben Thiere betrifft, so muss eine Thatsache hervorgehoben
werden, die wenn auch vielleicht nicht ganz unbekannt, so doch
jedenfalls nicht gebührend gewürdigt wurde, nämlich das Fehlen
der Interkalarsegmente am Kieferfuss- und ersten bein-
tragenden Rumpfsegment bei allen Chilopoden. Am 2. bis
vorletzten Beinpaarsegment dagegen beobachtete ich vorgelagerte
Interkalarsegmente bei allen daraufhin untersuchten Epimorphen.
Vor dem Endbeinsegment scheint ein Interkalarsegment bei allen
(reophiliden vorzukommen, während es bei den Scolopendriden fehlt.
Die vier grossen Gruppen der Chilopoden können nicht als über,
sondern nur als neben einander verlaufende Zweige betrachtet
werden, da bei jedem derselben eine mehr oder weniger starke
Mischung von ursprünglichen und abgeleiteten Charakteren zu
finden ist. Abstufungen über einander finden wir dagegen inner-
halb dieser Gruppen. Bei den Geophiliden entspricht z. B. die
!) Auch vom embryologischen Standpunkte aus muss der Muskulatur zur
Bestimmung der Segmente eine grosse Bedeutung beigelegt werden, da sie meso-
dermalen Ursprungs ist. Sklerite als ektodermale und Muskeln als mesodermale
Gebilde führen uns aber zu gleichen Ergebnissen.
4332 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
Segmentzunahme der fortschreitenden phylogenetischen Entwickelung,
wie zuerst Erich Haase richtig erkannte und in seinem Elongations-
prinzip zum Ausdruck brachte. Ob aber die Zahlen 21 und 23 der
Scolopendriden oder 15 der Anamor;ha ursprünglicher sind, ist
schwer zu entscheiden, da es eben verschiedene Hauptgruppen
sind, zwischen denen wir keine genügend vermittelnde Gattungen
kennen. Immerhin kann die Scolojendriden-Gattung Plutonium
als eine solche bezeichnet werden, welche den Ur-Chzlopoden im
Ganzen besonders nahe steht (natürlich aber nicht in allen Merk-
malen).
Die obige Erörterung der Interkalarsegmente zeigt uns, dass
der Rumpf der Chilopoden ursprünglich aus Doppelsegmenten
besteht und zwar in der Weise, dass jedes beintragende Seg-
ment (abgesehen von den erörterten Ausnahmen) mit einem vor
ihm liegenden beinlosen in eine etwas nähere Beziehung
tritt, die darin besteht, dass die äusserliche Absetzung zwischen
Interkalarsegment und hinterliegendem Hauptsegment geringer und
die Intersegmentalhaut schmäler ist als zwischen diesem Interkalar-
segment und seinem vorhergehenden Hauptsegment. Es sprechen
hierfür auch die beschriebenen Brückenmuskeln der (reojhiliden.
Gleichwohl sind diese Doppelsegmente nicht so eng vereinigt
als die bekannten Doppelsegmente der Diplopoden.
Wir können uns aber mit gutem Grunde einen myriopoden-
artigen Ur-Tracheaten mit Doppelsegmenten vorstellen, von welchem
ausgehend wir einerseits zu den Progoneuten, andererseits zu den
Opisthogeneaten gelangen. Bei den Ersteren wurden die Doppel-
segmente in den Rumpftheilen stark vereinigt, sodass sie bei
den Diplopoden mehr oder weniger einheitlich wurden, während
beide Segmente Beinpaare und im Zusammenhang damit auch
Stigmen- und Ganglienpaare erhielten, während bei den Letzteren
im Gegentheil die Rumpftheile getrennt blieben, aber Beine
und daher auch Stigmen- und Ganglienpaare nicht zur Ausbildung
gelangten.
Die Interkalarsegmente erhielten sich am besten bei allen
(Geophiliden und einigen Scolopendriden, bei anderen Scolopendriden
wurden sie zwar auch beibehalten, aber schon merklich ab-
geschwächt. Unter den Anamorpha hat nur Craterostigmus einige
Interkalarsegmente bewahrt, während sie sonst verloren gingen.
Bei Sextigera erloschen sie ebenfalls völlig.
Da nun Scutigera und die Anamorpha den Insekten nach
Segmentzahl und vielen andern Merkmalen näher stehen als die
Epimorpha oder doch wenigstens sicher näher als die (reophiliden,
so könnte es von vornherein als unwahrscheinlich gelten, dass bei der
Entwickelung und Umwandlung von chilopodenartigen Formen in
Hexapoden die Interkalarsegmente erhalten geblieben sein sollen,
da diese Umwandlung doch als einen Hauptcharakter den
Uebergang von der gestreckten Körperform in eine etwas
gedrungenere enthalten muss. Es handelte sich dabei also um
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten, 433
eine gewisse Rumpfzusammendrängung. Wenn nun die
Interkalarsegmente schon bei manchen Scolopendriden sehr klein
wurden, so würden sie bei einer solchen Rumpfzusammendrängung
(Concentration) sicher meist ganz unterdrückt worden sein.
Da nun bei zahlreichen niederen Insekten Zwischensegmente
am Thorax vorkommen, sei es nur vor dem Prothorax oder vor
allen drei Hauptsegmenten, oder auch noch am Abdomen und da
diese, wie ich zunächst bei Japyx zeigen werde, im Prineip den
geschilderten Interkalarsegmenten der Chilopoden sehr ähnlich sind,
so erhebt sich die Frage, als was wir diese Zwischensegmente
der Insekten aufzufassen haben, worauf wir sie zurückführen
müssen. Dass es echte Segmente sind, muss schon von vornherein
nach den vorhergehenden Feststellungen als höchst wahrscheinlich
gelten. Es fragt sich aber, haben wir es mit weiter ver-
erbten Interkalarsegmenten zu thun, oder mit um-
gewandelten, mehr oder weniger verkümmerten Haupt-
segmenten?
Auf folgende wichtige Thatsachen sei hier zunächst hin-
gewiesen:
1. Während die Sternite der Interkalarsegmente der Chilopoden
allgemein zweitheilix sind, herrschen bei den Zwischensegmenten
der Insekten einheitliche Sternite vor, die sogar manchmal an
Grösse und Gestalt den Hauptsterniten sehr ähnlich werden (vergl.
das Mikrosternum mancher ZLepismiden und Stenosternum sowie
Cryptosternum von Zmbra).
2. Während an den Interkalarsegmenten der Chilopoden niemals
quere unpaare Sklerite hinter einander lagern, sind bei Insekten an
einem Zwischensegment nicht selten sogar zwei sternale Platten hinter
einander anzutreffen, so am Mikrothorax fast aller Dermapteren,
am Steno- und Uryptothorax der Japygiden.
3. Den Interkalarsegmenten der Chilopoden kommen niemals Stig-
men zu, während wir ein ganz deutliches, an anderer Stelle genauer zu
besprechendes Stigmenpaar am Cryptothorax von Japyxw antreffen.
4. Kommen, wie schon gesagt, vor dem 1. beintragenden
Rumpfsegmente sowohl als vor dem Kieferfusssegmente der Chilo-
poden keine Interkalarsegmente vor, sodass diejenigen, welche
das Kieferfusssegment dem Prothorax gleichsetzen wollen, für den
dem Letzteren vorlagernden Mikrothorax überhaupt kein
vergleichbares Interkalarsegment vorfinden.
5. führen uns alle Anamorphen und Scutigera (in geringerem
Grade aber auch die Scolopendriden) auf denjenigen Weg, welchen
ich für den richtigen halte und den ich auch bereits 1902 einschlug.
Hiermit hat es folgende Bewandtniss:
Alle Anamorpha (und Scutigera) zeigen die Neigung, eine An-
zahl bestimmter Rumpfsegmente an Bedeutung gegenüber den andern
zurücktreten zu lassen, was ganz besonders an den Tergiten und
Stigmen deutlich wird. Bei jedem Zithobius kann man sich über-
zeugen, dass die vorhandenen Stigmenpaare nur an den
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1903. Bd.I. H. 3. 28
434 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
grösseren Segmenten vorkommen, während den kleineren
sämmtlich die Stigmen fehlen, ferner dass an diesen kleineren,
nämlich dem 2., #., 6., 9., 11. und 13. die Tergite so auffallend
an Grösse hinter denen der benachbarten Segmente zurückstehen,
dass man sofort an die Interkalarsegmente erinnert wird. Die
Zwischensegmente am Insektenthorax unterscheiden sich nun von
einem typischen Hauptsegment hauptsächlich durch 1. die Kleinheit
des Tergit, 2. die Kleinheit des Sternit, 3. das Fehlen der Stigmen
(ausgenommen den Üryptothorax von Japyx), 4. das Fehlen der
Beine, 5. das Fehlen der Ganglien. Die geschilderten kleinen
Segmente von Lithobius aber, welche als verkleinerte Haupt-
segmente ausser Frage stehen, unterscheiden sich von den Zwischen-
segmenten (und Interkalarsesmenten) nur noch durch N. 2, 4
und 5, während sie in N. 1 und 3 mit ihnen übereinstimmen.
Sie bilden also einen Theil jenes Uebergangsgebietes, das wir
zwischen typischen Hauptsegmenten und den Zwischensegmenten
der Insekten erwarten müssen. Den weiteren Uebergang aber
können wir uns durch folgende Vorstellungen klarmachen. Aehn-
lich wie bei den typischen Doppelsegmenten der Epimorpha
ein Ganglion für zwei Segmente ausreichte, konnte es auch ge-
schehen bei dem Uebergange von chilopodenartigen Formen zu
Hexapoden, d. h. die meisten Segmente vereinigten sich zu Doppel-
segmenten, wobei dann jedesmal das vordere verkleinert wurde
(analog dem von Lithobius Mitgetheilten), erst in seinem Tergit,
dann meist die Stigmen einbüsste (Zithobius), schliesslich auch
Beine und Ganglien. Dass Beine verloren gehen mussten, ist ja
selbstverständlich, für alle diejenigen wenigstens, die nicht etwa an
die Constanz der Lebewesen glauben und dass Insekten von
Vielfüsslern abstammen, zeigen ja übrigens die zahlreichen Ueber-
reste von Segmentanhängen oder die verschiedenen umgemodelten
Gliedmassen des Hinterleibes.. Demnächst werde ich in einer
andern Arbeit zeigen, dass bei Japyxz sieben abdominale
Zwischensegmente vorkommen und zwar vor dem 1.—7. ab-
dominalen Hauptsegment. Mit den drei thorakalen Zwischen-
segmenten erhalten wir also zehn Doppelsegmente.
Nach dem Gesagten bin ich der Meinung, dass die Zwischen-
segmente der Insekten verkümmerte Hauptsegmente sind,
welche von chilopodenartigen Vorfahren ererbt wurden
und sich mit den dahinter befindlichen Hauptsegmenten
zu secundären Doppelsegmenten vereinigten, nachdem die
Interkalarsegmente der ursprünglichen primären Doppel-
segmente bei den Chilopoden-Formen meist schon er-
loschen.
Bei der Vereinigung zu secundären Doppelsegmenten
genügte für jedes derselben ein Ganglienpaar.
Diejenigen übrigens, welche sich dieser Anschauung nicht an-
schliessen und etwa über die fünf obigen Punkte in freilich un-
haltbarer Weise hinwegsetzen wollten, würde doch nichts anderes
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten, 435
übrig bleiben, als die Zwischensegmente auf die Interkalarsegmente
zurückzuführen.
Da ich nun gezeigt habe, dass auch diese echte Ursegmente
sind, so würde diese Frage die Segmentnatur der Zwischensegmente
überhaupt gar nicht berühren, da es in jedem Falle echte
Segmente sind.
In den Nova Acta 1903 habe ich bereits gezeigt, dass wir bei
dem Vorkommen von drei thorakalen Ursegmenten (aber keinen
abdominalen) und der Homologie des Endbein- und Cercussegmentes
auf eine vollständige Segmenthomologie kommen zwischen vielen
niederen /terygoten einerseits und Anamorphen andererseits. Jetzt
weise ich daraufhin, dass wir auch bei denjenigen Hexapoden,
welche wie Japyx noch ausserdem sieben abdominale Ursegmente
besitzen, auf die Chilopoden verwiesen werden, denn wir erhalten
dort 3+3 und 7+7 und 3 also im Ganzen 23 Rumpfsegmente,
weniger Mikrothorax macht 22, d.h. eine Zahl, welche liegt zwischen
den beiden Zahlen (21 und 23), welche von beintragenden Rumpf-
segmenten der Scolopendriden bekannt sind.
Also zahlenmässig werden wir bei Nachweis von drei thorakalen
Ursegmenten auf die Anamorpha (15) verwiesen, bei Nachweis von
drei thorakalen und sieben abdominalen auf die Scolopendriden })
(21, 23). Es dürfte sich kaum etwas finden lassen, was stärker
für meine Erklärung der Ursegmente spricht als dies.
In einem folgenden Aufsatze wird Japyx genauer behandelt
werden.
Gerade so wie von den Anneliden mehrere (mindestens drei)
getrennte Reiche von Gliederthieren abzuleiten sind, könnten auch
von chilopodenartigen Urformen vielleicht zwei oder mehrere ge-
trennte Hauptstämme ihren Ursprung genommen haben. Auf diesen
Gedanken, den ich jetzt nur andeute, werde ich später einmal
zurückkommen. Um Missverständnissen vorzubeugen, bemerke ich
noch ausdrücklich, dass ich nicht etwa die Insekten von den
lebenden Chilopoden ableiten will, sondern beide auf chilopoden-
ähnliche Urformen, Prochilopoden. Diese müssen zwar den lebenden
Chilopoden in den meisten Punkten sehr ähnlich gewesen sein,
aber verschieden waren sie wenigstens im Metacephalsegment,
indem dasselbe noch einfache Beine besass. Diese Beine ver-
kümmerten im Insektenstamm, während sie im Chilopoden-Stamm
zu Kieferfüssen umgebildet wurden.
!) Hinsichtlich der oben eingangs angeführten Mittheilung von Heymons
bemerke ich noch, dass diese Zeilen gezeigt haben, dass die Episkutallinien in
keiner Weise mit der sog. „Transversalnaht“ verglichen werden können, denn
letztere steht in wichtiger Beziehung zur Muskulatur, die Episkutallinien aber
nicht, ausserdem sind letztere wirklich Nähte, während die „Transversalnaht“
diesen Namen eigentlich nicht verdient und jedenfalls an der betr. Stelle ausser-
dem eine Intersegmentalhaut auftritt.
28*
436 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
Es bedarf keiner grossen Prophetengabe, um vorauszusehen,
dass die Klärung über die Ursegmente der Chzlopoden und Insekten
in Zukunft zahlreiche Früchte tragen wird und nicht nur zu vielen
Untersuchungen einschlägiger Art, namentlich bei zahlreichen
Insekten-Gruppen Veranlassung geben wird, sondern uns überhaupt
einen Einblick in eine ganze Anzahl von Dingen verschaffen, z. B.
Bestandtheile des Thorax mittlerer und höherer Insekten, Organ-
theile, die bisher räthselhaft waren. Nicht zuletzt aber werden
Phylogenie und Systematik eine ganze Reihe neuer Handhaben
erlangen, indem nicht nur neue Merkmale herangezogen werden,
sondern diese Organtheile auch verständlich gemacht!),
Die Paläontologie giebt uns leider sehr wenig Aufschluss
über die Prochilopoden. Um so mehr verdient eine m. E. von
A. Fritsch „Fauna der Gaskohle und der Kalksteine der Perm-
formation Böhmens“ Prag 1899 mit Unrecht zu den Diplopoden
gezogene Formengruppe hervorgehoben zu werden, nämlich Eu-
phoberia, von denen er auf 8. 22 sagt: „Sternalplatten ungleich
gross, die vorderen kurz, ohne Stigma, die grösseren länger mit
Stigma“,. Ob seine restaurirten Abbildungen 331 und 332 richtig
sind, ist mir sehr zweifelhaft, namentlich hinsichtlich der Bein-
insertionen. Sehr interessant ist Abb. 5 seiner Taf. 138 von Eu-
phoberia varians Fr., indem nicht nur der Kopf eine an Scolopendra-
oder Lithobius-Köpfe erinnernde Gestalt aufweist, sondern auch der
abgebrochene Fühler an Chilopoden- und nicht Diplopoden-Fühler.
Die Abb. 10 veranschaulicht ein Doppelsegment, das an Geophiliden
ebenso gut erinnert wie an manche Diplopoden. Die länglichen
Gruben (r Abb. 2) erklärt auch Fritsch als „fragliche Saftlöcher“,
in der That ist diese Deutung durchaus unsicher. Sehr schön sind
an Abb. 5 und 9 die Interkalarsegmente zu sehen. Haben wir
es in den Euphoberien aber mit chilopodenartigen Thieren zu thun,
so würde das ein sehr hohes Alter jener Interkalarsegmente an-
zeigen, wie sie die niederen Scolopendriden und die (Geophiliden uns
vorführen. Fritsch giebt von seinen Euphoberien „etwa 33" und
„etwa 37* Rumpfsegmente an. — Seine Tafel 137 scheint heterogene
Elemente zu enthalten. Jedenfalls lohnt es sich für Paläontologen,
diese Gruppe künftig besonders gründlich ins Auge zu fassen.
25. Juli 1903.
!) In No0.695 (März) 1903 ist der zoologische Anzeiger mit einer gegen
mich gerichteten „„Kritik““ von Börner beglückt worden, die so vielseitig ist,
dass ich schon in mehreren Aufsätzen gelegentliche Berichtigungen zu der-
selben bringen konnte. Dort heisst es u. A. ich hätte „die zoologische Welt
mit der Scheinentdeckung eines vierten Thorakalsegmentes der Hexapoden in
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. 437
Erklärung der Abbildungen:
Tafel XXILL.
Allgemein gelten folgende Abkürzungen:
lm =: Längsmuskeln, ht = Haupttergite,
sm — Schrägmuskeln, it = Interkalartergite,
bm = Brückenmuskeln, hs = Hauptsternite,
pm = Pleurenmuske!n, is = Interkalarsternite,
st = Stigmen, tr = Tracheen,
pl, pl1 = Pleurite, stpl = Stigmenschilder,
eps = Episkutallinien. Kt = Kieferfuss,
K = Tergit des Kieferfusssegmentes, B = beintragende Segmente.
allgemeines Staunen versetzt“. „Grossartiger Irrthum“, „nichtiges Phantom“
u. A. sind die Hülfsmittel der Beweisführung! Man sollte meinen, dass, wenn
Jemand glaubt beweisen zu können, der Mikrothorax sei kein Segment, er am
Schlusse doch sagen würde, was er denn eigentlich sei, d.h. dass Jemand nicht
nur Nein sagen würde, sondern auch etwas Positives vorbringe. Gerade im
Gegentheil ist aber das was Börner wirklich richtig vorgebracht hat, nur ein
Beleg für den Mikrothorax und die Ursegmente überhaupt. Er erklärt die
Ursegmente des Thorax dadurch, dass er sagt, jedes Thorakalsegment besitze
„ein vorn abgeschnürtes Intersegment“. Von dem Widerspruch abgesehen, der
darin liegt, dass er einmal die Segmentnatur bestreitet und dann selbst von
„Intersegment“ spricht, ist ja gar kein Beweis dafür erbracht, dass diese
Intersegmente „Abschnürungen“ sind. Was soll überhaupt ein solcher Hinweis,
wenn gar kein Beleg dafür gebracht wird, was man sich unter „Abschnürungen“
vorstellen soll. Schliesslich ist ja jedes Segment in gewissem Sinne eine Körper-
abschnürung! Bekanntlich entstehen z. B. bei den Lithobius-Larven die neuen
Segmente durch Sprossung vor dem Analsegment, schnüren sich also ebenfalls
ab. Ueber das Ganglien-Dogma sprach ich bereits an anderer Stelle Man
kann natürlich sagen, ich bezeichne als Segmente diejenigen Körperabschnitte,
welche Ganglien besitzen, dann erhält man aber eine ganze Reihe von Segment-
kategorien, man macht konventionelle Unterscheidungen und lässt allmäliges Ver-
schwinden sowohl wie Verwachsen von Ganglien unberücksichtigt, obwohl man auf
die dabei vorkommenden Abstufungen auch wieder Ganglienarten und Segmentarten
aufstellen könnte. Weshalb sollte man aber nicht auf das Vorhandensein oder Feblen
von Beinen oder Extremitäten überhaupt oder von Stigmen Segmentgruppen
oder Segmentarten unterscheiden können! Derartige Segmentgattungen können
wir, wenigstens vom phylogenetischen Gesichtspunkte aus, überhaupt nicht ge-
brauchen. Wenn Börner den Ausdruck „Intersegment“ anwendet, sollte man
meinen, er habe an die Interkalarsegmente der Chilopoden gedacht, dann würde
aber der Hinweis auf das gänzliche Fehlen eines Interkalarsegmentes des Kiefer-
fusssegmentes seiner Zurückführung auf ein solches völlig den Boden wegnehmen.
Die Muskulaturverhältnisse hat Börner überhaupt gar nicht behandelt oder doch
nur einige belanglose Bemerkungen darüber gemacht. Es ist ferner ersichtlich,
dass Börner, der die Muskulatur der Beine nicht richtig verstanden hat, wie aus
seinen und meinen Aufsätzen über Tracheaten-Beine hervorgeht, aus der noch
verwickelteren der Rumpfsklerite noch weniger den rechten Nutzen gezogen hat,
438 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
Abb. 1 und 2 Geophilus carpophagus Leach.
1. Vier Segmente aus der Mitte des Rumpfes, Blick von oben auf die Ter-
gite und theilweise auch Pleuren, sowie die entsprechende Muskulatur,
bei welcher letzteren der Uebersichtlichkeit halber aber die Muskeln nur
auf einer Seite und theilweise auch nur in einem Haupt- oder Interkalar-
segment angegeben sind.
2. Schematischer Längsschnitt durch einige Haupt- und Interkalartergite
nebst geraden Longitudinalmuskeln.
Dass die Segmentnatur der Ursegmente durch die Muskulatur zum Aus-
druck kommt, habe ich für den Mikrothorax bereits dargelegt und Börner
hat keinen irgendwie ernsten Versuch gemacht, dies zu widerlegen, es herrscht
auch vielmehr nach dieser Richtung vollkommene Klarheit. Die Stigmen
des COryptothorax von Japy& hat B. in keiner Weise erklärt, nur eine ganz
unmögliche Wanderungsbypothese aufgestellt, die jeder thatsächlichen Basis
entbehrt und ins Reich der Fabeln gehört. Durch die Sklerite des Haut-
skelettes wird die Segwmentnatur der Ursegmente nicht minder deutlich vor
Augen geführt und Börners eigene Abbildungen in dieser Hinsicht wider-
legen seine Behauptungen. Dass die Embryologie bisher keinen Aufschluss gab,
liegt an der von mir erörterten Natur der Doppelsegmente, ausserdem habe ich
einen Fall irrthümlicher Auffassung nach dieser Richtung (Heymons) im Vorigen
bereits besprochen. Börner behauptet, dass uns „erst der Vergleich mit Formen
wie Japy&“ u.s. w. belehren solle, dass der Mikrothox u.d. A. kein Segment
sein könne. Demnächst werde ich des Genaueren zeigen, dass gerade im Gegen-
theil Jagyxc uns über die Segmentnatur der Ursegmente Aufschluss giebt, voraus-
gesetzt, dass wir auf vergleichend morphologischem Wege einen Schlüssel für
das richtige Verständniss von Hautskelett und Muskulatur gewonnen haben.
Zwei Punkte habe ich in der Börnerschen Polemik vollkommen vermisst, meine
Widerlegung durch die phylogenetischen Verhältnisse und durch den Nach-
weis, dass wirklich die Ursegmente etwas „Abgeschnürtes“ seien, wie er be-
hauptet hat! Einer Abschnürung muss doch eine Einschnürung vorausgehen!
Wir müssten also Formen haben, bei welchen z. B. vorne am Prosternum ein
Stück zunächst durch seitliche Einbuchtungen abgesetzt wird. Dann müssten
andere Formen eine Naht zeigen und schliesslich müsste an diese Naht sich
eine Zwischenhaut anschliessen. An diese Naht oder Zwischenhaut müssten
natürlich die longitudinalen Muskeln vorbeistreichen, da die Ansatzstellen
derselben, wie auch Ch. Janet treffend hervorgehoben hat, Segmentgrenzen
bezeichnen. Es ist mir aber nicht bekannt geworden, dass irgend Jemand
einen derartigen (exacten!) Beweis für die behauptete „Abschnürung“ erbracht
hätte! Im Gegentheil treten Mikro-, Steno- und Cryptothorax überall als etwas
Eigenartiges und Selbstständiges auf. Die phylogenetischen Verhältnisse sind
für Börners Hypothese erst recht ungünstig, denn alle die Formen, welche ein
oder mehrere Ursegmente besitzen, sind auch sonst als mehr oder weniger niedere
Insekten bekannt und mit Recht anerkannt. An der Basis der lebenden
grossen Insektenwelt treten die Ursegmente also überall schon
als etwas Gegebenes und von noch ursprünglicheren Vorfahren
Ererbtes auf, im einzelnen mehr oder weniger modifieirt, je nach Bau und
Lebensweise der einzelnen Gattungen. Diese Thatsachen, das bereits Gegebene
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. 439
® Abb. 3 und 4 Oryptops hortensis Leach (und punctatus C. K.).
3. Fünf Tergite mit ihrer Muskulatur von oben gesehen, übrigens wie in
Abb. 1.
4, Mitte eines Interkalartergites und des Vordertheiles eines Haupttergites,
zur Veranschaulichung der Episkutallinien und der Zwischenhaut H.
und Ererbte der Ursegmente bei den niedersten bekannten Hexapoden (Thysa-
nuren, Dermapteren, Oothecarien, Embiiden u. A.) muss jedem denkenden Forscher
die Frage auflegen, wo stecken bei den Vorläufern der lebenden Insekten,
d.h. bei myriopodenartigen Formen diese strittigen Körperringe! Diese Frage
habe ich eben zur Genüge behandelt. Börner hat sie nicht nur nicht berührt,
sondern er hat uns sogar den direkten Beweis geliefert, dass ihm die Interkalar-
segmente der Chrlopoden unbekannt sind, heisst es doch in seinem Artikel auf
S.301 von Scolopendra gigantea, dass „vor den grossen Sterna jederseits noch
2 kleine Plattenstücke liegen, deren morphologischer Werth mir augenblicklich
noch nicht ganz klar ist“ (abgebildet oben in seiner Fig.12). Im Vorigen habe
ich gezeigt, dass die Zweitheilung dieser Sternithälften secundär erfolgt.
Genau und bei Lichte besehen stellt sich also die „Börner’sche er-
schöpfende Widerlegung“ meines Mikrothorax und überhaupt der Ursegmente
als ein auf Trugschlüssen beruhender Irrthum heraus. Seine „Merosternum“-
Hypothese hat er inzwischen selbst als unhaltbar erkannt und zurückgezogen,
weshalb ich hier nicht mehr darauf einzugehen brauche.
In seinem Buche „Einführung in die Kenntniss der Insekten“ Berlin 1889
—93 hat H.J. Kolbe auf S.113—131 ein sehr beachtenswerthes Kapitel über
„die Segmentirung des Insektenkörpers“ gebracht. So wichtige Gedanken es
auch enthält, es scheint wenig beachtet zu sein. (Die Börner’sche Polemik
ist ein Beispiel dafür.) An anderer Stelle habe ich mich bereits darüber aus-
gesprochen. Richtiges und Unrichtiges findet sich in der Erörterung Kolbe’s,
aber die Hauptsache ist und bleibt der wichtige Grundgedanke der „Complementär-
segmente.“ Der Unterschied zwischen primären Interkalarsegmenten und secundär
zu scheinbaren Interkalarsegmenten reducirten Hauptsegmenten war Kolbe
zwar nicht bekannt, zumal er wie seine Fig.49 zeigt, die stigmenlosen Haupt-
segmente von Scolopendra für den Interkalarsegmenten der Geophiliden homodynam
erachtete, also die wirklichen Interkalarsegmente der Scolopendriden nicht
beobachtet hatte, aber die Bedeutung der Interkalarsegmente der Geophiliden
ist ihm ebenso wenig entgangen, wie die der Symphylen und der Zwischen-
segmente der Hexapoden. Besonders verdient auch heıvorgehoben zu werden,
dass er am Abdomen der Insekten solche Ringe unterschied, welche einfach
sind, („das 9. und 10.) von den übrigen, welche „je ein Ursegmentenpaar“ bilden.
Leider hat er keine nähere Untersuchung dieser interessanten Verhältnisse vor-
genommen. —
Im zoolog. Anzeiger 1880 hat sich auf 8.167 auch Szeliwanoff (aller-
dings nur ganz kurz und ohne eingehendere Begründung), für die Doppel-
segmentnatur der Rumpfringe der Geophiliden ausgesprochen.
In der genannten „Kritik“ Börners in No. 695 des zoologischen Anzeigers
kommt noch verschiedenes Andere vor, was ich nicht einfach hingehen lassen
kann: Auf S. 306 heisst es, dass ich den Trochanter-Muskel der Geophiliden „aufs
Neue geleugnet“ habe und zwar in No. 692 des Zoolog. Anzeigers. Das
440 Karl W. Verhoeff: Ueber die Interkalarsegmente der Chilopoden,
Abb.5 Scolioplanes crassipes C. Koch. hu
Vorderkörper von oben gesehen, 1. B bis 3. B die drei ersten beintragenden
Segmente.
entspricht nicht der Wahrheit, denn ich habe ihn überhaupt dort nicht erwähnt,
da mir in der Litteratur (!) nichts über denselben bekannt geworden war, ich es
ausserdem nicht für richtig hielt (aus Prioritätsrücksichten!) über etwas, was
ınir nur persönlich durch Andere zur Kenntniss gekommen war, ohne Erlaubniss
zu schreiben. Das Wichtigste aber ist, dass dieser Muskel für die grossen Haupt-
fragen der Beingliederung von ganz nebensächlicher Bedeutung ist, da es zu-
nächst auf die gesetzmässigen Lageverhältnisse der Beinmuskeln überhaupt an-
komnit, nicht auf diesen oder jenen einzelnen Muskel. Inzwischen habe ich in
meiner Arbeit über Tracheaten-Beine, Nova Acta Halle 1903, diesen Muskel
nicht nur nicht „geleugnet“ sondern abgebildet und für mehrere andere Gattungen
bestätigt. Es geschah das aber, ehe ich diese unrichtige Behauptung Börners
las, zumal auf meiner Arbeit steht „eingegangen am 5. April“. Aehnlich steht
es mit dem, was Börner über die Hüftmuskeln von Machilis schreibt, wobei er
auf S.307 unten sich zu einer derart unfeinen Bemerkung hinreissen lässt, dass
ich mich darauf beschränke, die Thatsache festzunageln, dass die „Insertions-
abweichung“ in Fig.8 der Taf. VII meiner Arbeit 1902 „über den Thorax der
Insekten“ deutlich genug zu sehen ist. Auch dieser Muskel ist übrigens für die
Hauptfragen belanglos.
Das 1. Heft meiner Chilopoda in „Bronns Klassen und Ordnungen des
Thierreichs“ ist von Börner ebenfalls angegriffen worden und zwar heisst es,
dass „alle die“ a. a. O. „besprochenen Fehler, soweit sie sich auf die Myriopoden
beziehen“ schon in Bronns Werk „zu lesen sind“. Zunächst ist dies insofern
eine Unwahrheit, als ich in Bronns Werk meine neue Beingliedererklärung
leider nicht mehr aufnehmen konnte, vielmehr noch die alte unrichtige, von
Börner verfochtene bringen musste, sodann ist von einer Beinglieder-Homologie-
sirung „der Pro- und Opisthogoneata“ (8.306) erst recht gar keine Rede, da
ein Aufsatz von mir über dieses Thema erst hinterher, d.h. Anfang Mai 1903
in den Sitz. Ber. d. Gesellsch. naturf. Fr. erschienen ist! Börner hat also einen
„Fehler“ aus einer Arbeit „nachgewiesen“, die gar nicht existirte!! Was nun
die sog. „Fehler“ betrifft, die ich wirklich in das Bronn'sche Werk aufgenommen
habe, so ist hauptsächlich die Deutung der Mundtheile, besonders der Kiefer-
füsse und Mundfüsse in Betracht zu ziehen. Namentlich das Coxosternum der
Kieferfüsse soll wieder durch den irrigen Begriff der coxae coalitae ersetzt
werden. An anderer Stelle habe ich die Mundtheile der Chilopoden erneut und
und noch eingehender behandelt und man wird daraus ersehen, dass die An-
schauung der „Coxae coalitae“ ebenso wie verschiedene andere alte, von Börner
vertretene Anschauungen über Chilopoden-Mundtheile unrichtig sind. Das Sternit
der Kieferfüsse im Sinne Börners existirt gar nicht, sondern ist ein Stück
Zwischenhaut.
Es ist das Verdienst der C. F. Winter’schen Verlagsbuchhandlung in
Leipzig, welche das Bronn-Werk erscheinen lässt, mich auf ein Verfahren
Börners aufmerksam zu machen, welches nicht nur unter deutschen Natur-
forschern sondern wohl unter den Forschern aller wirklichen Kulturnationen als
unerhört gelten muss: Börner, nicht zufrieden damit, im Zoolog. Anzeiger die
mit Berücksichtigung der Zwischensegmente der Insekten. 441
Abb. 6 Cryptops punctatus C.K.
Hälfte eines Interkalarsternites mit Muskeln und angrenzendes Stück des
hinterliegenden Hauptsternites.
y = Einschnürung, xx= feine Linien.
genannte Polemik gegen mich losgelassen zu haben, „welche an Schärfe der
Kritik wohl kaum überboten werden kann“ (C. Winter), hat sich auch noch
brieflich an die Verlagsbuchhandlung gewendet und, wie mir dieselbe mittheilt,
„sich die erdenklichste Mühe gegeben“, meine Arbeit „zu entwerthen“. Dass die
Verlagsbuchhandlung, welche ein solches Verfahren richtig einzuschätzen wusste,
es für ihre Pflicht hielt, mich von diesen geheimen Machinationen in Kenntniss
zu setzen, ist wohl allein ein genügendes Zeugniss des Vertrauens, das sie mir
entgegen gebracht hat, weshalb ich anderweitige freundliche Aeusserungen hier
nicht hinsetzen mag. Der ©. F. Winter’schen Verlagsbuchhandlung, mit deren
ausdrücklicher Erlaubniss ich diese Zeilen schreibe, spreche ich für ihre auf-
richtige Gerechtigkeit auch hier meinen wärmsten Dank aus.
Kritik ist in der Welt nicht zu entbehren und es giebt Fälle, wo selbst
eine scharfe Kritik am Platze ist. Wenn der Kritiker aber aus eigener Un-
wissenheit Aussetzungen macht, so arbeitet er gegen sich selbst. Das Börner-
sche Verfahren ist überhaupt keine Kritik mehr sondern etwas Anderes...
Wo bleibt da noch das ruhige ritterliche Forschen nach der Wahrheit!?..
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ARCHIV
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FORTGESETZT VON
WENSERICHSON, E.H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS UND F. HILGENDORF.
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. W. WELTNER,
KUSTOS AM KÖNIGL. ZO0LOG. MUSEUM ZU BERLIN
NEUNUNDSECHZIGSTER JAHRGANG.
I. BAND. 1. Heft.
(Jahresberichte.)
Berlin 1903.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
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Inhaltsverzeiehniss.
I. Mammalia tür 1900 von M. E. Meissner.
Verzeichniss der Veröffentlichungen . ........
Webersicht nach dem. Stoff... 5 20 2200er ee
Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen . .... .
Variabilität, Bastarde, Vererbung . .......
Gefangene und acclimatisirte Thiere . .. ... .
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Allgemeines über geographische Verbreitung; . . .
Faunistisches.
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Allgemeine und vergleichende Anatomie
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Inhaltsverzeichniss .
I. Mammalia für 1902 von Dr. Knottnerus-Meyer.
Verzeichniss der Veröffentlichungen
Uebersicht nach dem Stoff.
Lebensweise, Nutzen u. Schaden.
Jagd, Ausrottung, Krankheiten, Niscbiklungen, DB bedet s
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Inhaltsverzeichnisg. -* 2: 7.7 mes Da, ee 2
III. BReptilia und Amphibia für 1900 von Dr. Franz Werner.
Reptilia.
Litteratur. — Nomenklatur. — Anatomie, Skelett, Muskulatur,
Nervensystem und Sinnesorgane, Darmderivate, Genitalapparat,
Geschlechtsdimorphismen, Farbenwechsel. — Biologie . . . . .
Pannistak;, Ale de 2er a me er Dun Va R RL
Einzelne Abtheilungen.
Squamata (Lacertilia, Rhiptoglossa, Ophidia) . . . . ..
Dinosaunia un. ae am a ED er
Braysosaaria.e ir ET
CHelomarun anne ent Nat TELTER RT STR) 29V De
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Batrachia.
Anatomie, Biologie, Faunistik . ... - =.» - 2, 5.0). esEee
Einzelne Abtheilungen.
Bicandate’ s'.." 2 cl a See Eee ee
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IV. Pisces für 1897 von Prof. Dr. Karl Eckstein.
Werzeichniss der Veröffentlichungen . . . ».. 2.2 2 22 20220.
Uebersicht nach dem Stoff . . .». -». ... EEE ER EL DE
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Uebersicht der behandelten Species unter besonderer Berücksichtigung der
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Die in den Berichten mit einem * bezeichneten Arbeiten
sind den Referenten nicht zugänglich gewesen.
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Mammalia für 1900.
Von
M. E. Meissner,
Direktor des Zoologischen Gartens in Posen.
(Inhaltsverzeichniss befindet sich am Schlusse des Berichtes.)
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen.
Gesamtregister der in Band 1—50 (1842—1900) des Tharandter
forstlichen Jahrbuchs veröffentlichten Arbeiten aus dem Gebiete der
Zoologie und des Forstschutzes gegen Tiere. Tharandter forstliches
Jahrbuch 1900.
Abschuss von Raubwild in den österreichischen Kronländern
während des Jahres 1898. Vereinsschrift für Forst-, Jagd- und Natur-
kunde. Prag. 1899/00, No. 4.
Es wurden erlest: 29 Bären, 45 Wölfe, 39 Luchse und 1035 Wild-
katzen.
Abel, ©. Untersuchungen über die fossilen Platanistiden des
Wiener Beckens. Denkschriften math.-naturw. Cl. Ak. Wissensch.
Wien LXVIII, 838—874; 4 Tafeln.
Cryptodelphis gen. nov., Acrodelphis krahuletzi gen. nov. et
spec. nov.
Ahlers... Die Schonzeit des Rehwildes. Monatshefte Alle.
D. Jagdver. 1900, 337.
Aichel, ®tto (1). Vorläufige Mittheilung über die Nebennieren-
entwicklung der Säuger und die Entstehung der „accessorischen Neben-
nieren“ des Menschen. Anat. Anz. XVII, 30—31.
— (?%). Vergleichende Entwicklungsgeschichte und Stammes-
geschichte der Nebennieren. Über ein neues normales Organ des
Beben und der Säugetiere. Arch. Mikr. Anat. LVI, 1-80, Tafel
18 3.
Untersuchungen hauptsächlich an Lepus cuniculus und Talpa
europaea.
. Aigner, Albert. Über das Epithel im Nebenhoden einiger Säuge-
tiere und seine secretorische Thätigkeit. Mit 3 Tafeln. Sitzgsber.
K. Ak. Wiss. Wien, math.-nat. C1., CIX, III. Abtlg., 555581.
to)
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (1.) 1
2 I. Mammalia für 1900.
Albrecht, E. Zur physiologischen und pathologischen Morphologie
der Nierenzellen. Verh. Deutsch. Pathol. Ges. II, 462—475, Tafel 7.
— Ueberdies: Verh. Ges. Deutscher Naturf. Arzte LXXI, 43—44.
Verf. untersucht frische Epithelien aus den gewundenen Nieren-
kanälchen von Canis familıaris, Lepus cuniculus, Bos taurus und Cavia
cobaya.
Alexander, Gustav (1). Entwicklung und Bau der Pars inferior
labyrinthi der höheren Säugethiere. Ein Beitrag zur Morphologie
des Ohrlabyrinths. Mit 9 Tafeln und 4 Textfiguren. Denkschr. K. Ac.
Wiss. Wien, math.-nat. Cla., LXX, 429—482. — Separat: Wien,
C. Gerold’s Sohn i. Comm., 1900. 4°. 54p. 9 Tafeln. M. 8,40.
Untersuchungen an Cavia cobaya.
— (2). Über das Ganglion vestibulare nervi acustiei bei Säuge-
thieren. Verh. Ges. D. Naturf. Arzte LXXI, 453—455.
— (3). Zur Anatomie des Ganglion vestibulare der Säugetiere.
Sitz.-Ber. Akad. Wien XCVIII, 449—469; 7 Tafeln.
Untersuchungen an Ovis arıes, Mus, Lepus cuniculus, Cavıa cobaya,
Erinaceus europaeus, Talpa europaea, Felis domestica, Canis familiaris,
Rhinolophus, Semnopithecus, Ateles, Macacus.
Alexander, Gustav und Kreidl, Alois. Zur Physiologie des Laby-
rinths der Tanzmaus. Pflügers Arch. Gesamte Physiologie LXXXII,
541—552.
Alezais, H. (1). L’articulation du conde et &a prono-supination
de l’avant-bras. ©. R. Soc. Biol. Paris LII, 508—510.
Abhängigkeit der Gelenkflächen im Ellbogen von der Prono-
Supination des Vorderarms bei Nagern.
— (2). Le quadriceps femoral des Sauteurs. 1. c. 510-511.
— (3). Quelques adaptions fonctionelles du grand pectoral et
du grand dorsal. 1. ec. 701—703.
— (4). Note sur quelques adaptions fonctionelles des muscles
des membres. 1. c. 998—999.
— (5). Etude anatomique du Cobaye. (Fortsetzung). Avec
4 figs. dans le taxte. Journ. de l’Anat. Physiol. XXXVI, 635—648
und XXXVII, 102—126 (mit 10 Figuren).
— (6). Contribution a la myologie des Rongeurs (These). Avec
fies. Paris, F. Alcan 1900. 8°. 40 p.
Allen, 3. A. (1). The North American Jumping Mice. Amer.
Naturalist XXXIV, 199—202.
17 Arten bezw. Unterarten von Zabus, 3 von Napaeozapus. |
— (2). The Mountain Caribou of Northern British Columbia.
Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. XIII, 1—18; 18 Textfiguren.
Rangifer montanus, R. caribou, R. terraenovae, R. groenlandicus.
Abweichungen der einzelnen Arten von einander. Biologisches.
— (3). Note on the Wood Bison. 1. ec. 63—67.
Der Waldbison (Bison bison athabascae) unterscheidet sich von
dem Ebenenbison duch seine bedeutendere Grösse und die dunklere
Farbe des Felles, sowie durch seine stärkeren Hörner und das weichere
Kopfhaar.
I. Mammalia für 1900. 3
— (4). List of Bats collected by Mr. H. H. Smith in the Santa
Marta Region of Colombia with Description of New Species. 1. c. 87
—94.
22 Arten werden angeführt, davon sind neu: Chiroderma jesupi
spec. nov., Mieronycteris hypoleuca spec. nov., Promops affınis spec.
nov., Promops milleri spec. nov.
— (5). Note on the Generic Name Didelphis and Philanter.
l. e. 185— 1%.
Da Philanter eigentlich ein Synonym von Didelphis ist, stellt
Verf. den neuen Genusnamen Caluromys (für Philanter) auf.
— (6). Description of new American Marsupials. Bull. Amer.
Mus. XIII, 191—199.
Didelphis pernigra spec. nov. von Peru, D. carcinophaga caucae
subsp. nov., D. c. colombica subsp. nov. von Columbien; Metachirus
fuscogriseus spec. nov. von Centralamerika, M. tschudii spec. nov.,
M. nudicaudatus colombianus subspec. nov. von Columbien; Marmosa
chapmani spec. nov. von der Insel Trinidad, M. klagesi spec. nov.
von Venezuela.
- — (ü%. On Mammals collected in Southeastern Peru by Mr.
H. H. Keays, with Description of new Species. 1. c. 219—227.
18 Arten, davon neu: Dactylomys peruanus spec. nov., Oxy-
myeterus juliacae spec. nov., O. apicalis spec. nov., Oryzomys keaysi
spec. nov.
— (8). The Systematic Name of the Cuban Red Bat. Proc.
Washington Soc. XII, 165.
Lasiurus pfeifferi Grundlach 1861.
— (9). The Proper Name of the Viscacha. 1. c. 183—184.
Vizcacia vizcacia Brandis 1786 hat die Priorität von Lagostomus
trichodactylus Brookes 1828.
Almera, 3. Sobre las especies Acerotherium lemanense, Mastodon
longirostris, y un Elephas descubiertos en esta provincia de Barcelona.
Boll. Ac. Barcelona (3) I, 535—537.
Altum, ... Durch wilde Kaninchen angerichtete Schäden
und gegen sie anzuwendende Massregeln. Ztsch. Forst- u. Jagdwesen
1900, 131.
Allgemeines über Heimath und Lebensweise von Lepus cuniculus.
Vermehrung. Forstliche und landwirthschaftliche Beschädigungen.
Amann, 3. A. Über Bildung von Ureiern und primärfollikel-
ähnlichen Gebilden im senilen Ovarium. Verh. Ges. Naturf. Ärzte
LXXI, 235—236.
Ameghino-Florentino (1). Mamiteros del cetäceo inferior de Pata-
gonia. Formacion de la areniscas abigarradas. Comunic. Mus. Nac.
Buenos Aires I, 197—206; 5 Figuren.
Archaeoplus ineipiens spec. nov. und Proteodidelphis praeeursor
spec. nov. aus dem bunten: Sandstein.
— (%). Grypotherium, nom de genre & effacer. 1. ce. 257—260.
1*
4 I. Mammalia für 1900.
— (3). Presencia de Mamiferos Diprotodontes en los depositos
terciarios del Paranä. An. Soc. Argent. XLIX, 235—240. Mit Figuren.
Zygolestes paranensis gen. nov. et spec. nov.
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Betr. Phoca vitulina.
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Trustees of tue British Museum. London 1900.
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through Skin. Illustr. by Author. London, Bailliere 1900. Obl. fol.
6.d.
Arnbäck-Christie-Linde, . . . Zur Anatomie des Gehirns niederer
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Auerbach, M. Die Unterkieferdrüsen von Myoxus muscardinus
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und Gl. sublingualıs.
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North American Fauna Nr. 17. U. S. Department of Agriculture
(Division of Biological Survey) Washington. Governm. Print. Off.
1900. 8°. 88 p. 17 Figuren und 5 Tafeln.
Das Material für die systematischen Untersuchungen besteht aus
70 Arten und Unterarten in 5—6000 Exemplaren mit mehr als 800 Fund-
orten. Es sind vertreten Microtus mit 35 Arten und 15 Unterarten;
Arvicola 1,2; Pitymys 3, 2; Lagurus 3,0; Chilotus 3,0; Pedomys 4,0;
Orthriomys 1,0; Herpethomys 1,0 und Neofiber 1,0. Neu beschrieben
werden 2 Arten und 1 Unterart: Microtus scirpensis spec. nov. von
I. Mammalia für 1900. 5
Jalifornien, Microtus (Pedomys) ludovicianus spec. nov. aus Südwest-
Louisiana und Mircotus californicus constrica subsp. nov. von der Küste
Kaliforniens.
Baillaud, Em. Note sur la repartition des animaux domestiques
dans le Soudan francais. Bull. Mus. Hist. Nat. Paris VI, 331—333.
Ballowitz, E. (1). Zur Kenntnis der Hornhautzellen des Menschen
und der Wirbeltiere. Arch. Ophthalm. IL, 8—26, Tafel 2 u. 3.
Die Zellkerne der fixen Hornhautzellen bei Felis domestica,
Canis familiaris, Mustela, Equus caballus, Sus scrofa domestica, Ovis
aries, Bos taurus, Lepus cuniculus und Seiurus vulgaris verändern
während der postembryonalen Entwickelung ihre Form.
— (2). Kernmetamorphosen in der Hornhaut während ihres
Wachstums und im Alter. Ibid. L, 360—367, Tafel 13.
— (3). Über das Epithel der Membrana elastica posterior des
Auges, seine Kerne und eine merkwürdige Struktur seiner großen
Zellsphären. Ein Beitrag zur Kenntnis der Organisation der Zelle.
Arch. Mier. Anat. LVI, 230—291; 99 Figuren, Tafel 9—11.
Untersuchungen an Felis domestica.
— (4). Über Kern-Arrosion und Kern-Fensterung unter dem
Einflusse der Zellsphäre. Arch. Path. Anat. CLX, 574—583, Tafel
14 u. 15.
— (5). Notiz über Riesenkerne. Anat. Anz. XVII, 340—346;
4 Figuren.
— (6). Eine Bemerkung zu dem von Golgi und seinen Schülern
beschriebenen ‚„Apparato reticolare interno“ der Ganglien- und Drüsen-
zellen. Ibid. XVILlL, 177—181.
— (%). Stab- und fadenförmige Kristalloide im Linsenepithel.
Arch. Anat. und Physiol., Anat. Abtlg. 1900, 253—270, Tafel 14.
Bangs, Outram (1). A new Jack-Rabbit from Western Mexico.
Proc. New England Zool. Club I, 85—86.
Lepus (Maerotolagus) alleni palitans subspec. nov.
— (2). List of the Mammals collected in the Santa Marta region
of Colombia by W. W. Brown jr. 1. c. 87—102.
Neue Subgenera: Oligoryzomys subgen. nov. für Oryzomys navus,
Erioryzomys subgen. nov. für Oryzomys monochromos.
— (3). Three new Rodents from Southern Labrador. Ibid. II.
l.c. 35—4l.
Phenacomys celatus crassus subspec. nov., Synaptomys innuitus
medioximus subsp. nov., Erethizon dorsatus picinus subspec. nov.
— (4). Deseription of a new Squirrel from Panama. 1. c. 43—44.
Sciurus variabilis morulus subspec. nov.
Barberio, M. Il controsoma nelle uova primordiali della coniglıia.
Con tav. Ann. Ostetr. Genecol. XXI, 777— 7%.
Barbieri, N. A. Les ganglions nerveux des racines posterieures
apartiennent au system du grand sympathique. ©. R. Ac. Sc. Paris
CXXX. 1039— 1041.
Die Spinalganglienzellen bei Felis domestica, Canis familıaris,
Lepus cuniculus und Cavia cobaya stehen zu den Rami communicantes
6 I. Mammalia für 1900,
des Sympathicus, nicht zu den Nervenfasern der hinteren Wurzeln
in Beziehung.
Bardeen, ©h. R. The development of the musculature of the
body wall in the Pig, including its histogenesis and its relations to the
myotomes and to the skeletal and nervous apparatus. J. Hopkins
Hosp. Rep. Baltimore IX, 367—399; 10 Tafeln.
Entwicklung der Stammesmuskeln von Sus scrofa domestica;
Histogenese der Muskelfasern.
Baring, A. H. Black Rat (Mus rattus) in Forfarshire. Zoologist
(4) IV, 517.
Baroneini, L. e Beretta, A. (1). Ricerche istologiche sulle modi-
ficazioni degli organi sui mammiferi ibernanti. Riforma Med. XV, 2;
206—210, 218—220. Ibid. XVI, 136—137, 147—149.
Barrett-Hamilton, 6. E. H. (1). Note on the Weasel, Putorius
(Jetis) nivalis L. and some of its Subspecies. Ann. Mag. Nat. Hist.
London (5) VII, 41—49.
Putorius nivalis typicus — arktisches und antarktisches Europa,
P. niv. vulgaris — West- und Mitteleuropa (Körper -und Schädelmasse),
P. niv. italieus subspec. nov. — Italien (Körper- und Schädelmasse
von 3 Individuen), P. niv. iberieus subspec. nov. — Spanien
(Körper- und Schädelmasse von 3 Individuen), P. niv. numidieus
— Marokko, P. niv. boccamela — Sardinien (Körper- und Schädelmasse
von 4 Individuen), P. niv. siculus subspec. nov. — Sizilien und Algier
(Körper- und Schädelmasse von 4 Individuen), P. niv. africanus —
Ägypten und Malta (Körper- und Schädelmasse von 6 Individuen),
P. niv. caucasicus subspec. nov. — Kaukasus u. Kleinasien, P. niv.
pallidus — Afghanistan Kokand, Ferghana, P. niv. Stoliezkanus —
Ost-Turkestan, P. (?) nivalis subpalmatus — Ägypten.
— (2). Note on the Common Hedgehog (Erinaceus europaeus L.)
and its Subspecies or Local Variations. 1. c. 360—368.
B.-H. unterscheidet 10 Subspecies, davon sind neu: Erinaceus
europaeus occidentalis, E. eur. hispanicus, E. eur. italicus, E. eur.
roumanicus, E. eur. consolei. Beschreibung bezw. Vergleich des
äusseren Habitus der verschiedenen Subspecies untereinander, An-
gabe von Körper- und Schädelmassen der angeführten neuen Sub-
species.
5 — (3). Further Note on the Harvest-Mouse (Mus minutus Pallas)
and its Geographical Variations. 1. c. 527—530.
Es werden vom Verfasser unterschieden: Mus minutus typicus —
Sibirien, M. m. agilis — Nordeuropa, M. m. campestris — Nordfrank-
reich, Belgien,‘M. m. minimus — England, M.“m. pratensis — west-
liches Ungarn ‘und ‘Rumänien. Charakteristika, Angabe von Körper-
und Schädelmassen. El I .
— (4). Note on Variation of the Weasel and Hedgehog. Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) VII, 243—246.
Richtet sich gegen die Lönnberg’schen Erwiderungen.
— (5). On the Genus Muscardinus, Proc. Zool. Soc. London
1900, 85—87.
I. Mammalia für 1900. 7
Verfasser unterscheidet: Muscardinus avellanarius typicus, M. av.
anglicus subspee. nov. und M. av. speciosus.
— (6). On the Variable Hare. 1. c. 87—92.
Lepus timidus typieus; L. t. collinus; L. t. hibernieus; L. t.
lutescens subsp. nov. von Donabate, Co. Dublin; L. t. altaicus; L. t. ainu
subspee. nov. von Yezo, Japan; L. t. tschuktschorum und L. t. groen-
landieus.
— (7). On a small Collection of Mammals obtained by Captain
Deasy in South Chinese Turkestan and Western Tibet. 1. c. 196—197.
Meriones eryptorhinus, Microtus (Alticola) lama spec. nov. von
West-Tibet, Dipus deasyi von Chines. Turkestan, Dipus spec. inc.
von Turkestan, Euchoreutes naso, Ochotona ladacensis.
— (8). On Geographical and Individual Variation in Mus syl-
vaticus and its Allies. 1. c. 387—428.
Mus sylvaticus intermedius, M. s. celticus subspec. nov., M.s. hebri-
densis, M.s.hirtensis, M.s. typicus, M.s. cellarius, M.s. wintoni subspec.
nov.,M.s. princeps subspec. nov., M.s. islandicus, M.s. hayi, M.s. algirus,
M. s. tauricus subsp. nov., M. s. major, M. s. arianus, M. s. griseus,
M. s. pallipes subspec. nov., M. s. chevrieri, M. s. draco subspec. nov.,
M. s. lewisi; Mus argenteus, M. orthodon. Mit Körpermass-Tabellen.
— (9). New Irish Locality for Leislers Bat (Pipistrellus Leisleri).
Irish Naturalist IX, 134.
Bartlett, R. D. and E. Bartlett’s Life among Wild Beasts at the
Zoo. London 1900, 8°. 373 p. llustrated.
Baudouin, Marcel. Les Echouements des Cetaces sur les cötes
de Vende&e et de la Loire-Inferieure. Le Mans, imprimerie de ’Institut
de bibliogr. 1900, 8° (12 p. fig.).
Bauer, Franz. Der puerperale Uterus des Frettchens. Mit 3 Tafeln.
Anat. Hefte, XV, 123—152, Tafel 17—19.
Untersucht wurden Uteri von !/,, 2!/,, 5, 7 und 9 Tagen post
partum.
Baum, H. siehe Ellenberger und Baum.
Baum, Julius. Beiträge zur Kenntnis der Muskelspindeln. Anat.
Hefte XIII, 249—305, Tafel 11—14.
Die Zahl der Muskelfasern ist bei den einzelnen Species sehr ver-
schieden; bei Felis domestica hat Verf. 5—12, bei Mus und Erinaceus
europaeus 4—)5 festgestellt.
Bayer, Emil. Die österreichischen Rinder-Racen. Herausgegeb.
vom K. K. Ackerbau-Ministerium. 3. Heft. Schlesien. Wien, Wil-
helm Frick, 1900. 8°. (141 p. 1 Karte). M. 4.40.
Bayer, F. Die Säugethiere Böhmens (tschechisch). Programm
Real-Obergymnasiums Tabor 1900, 8°. 26 p.
Bayliss, W. M. (1). The presence of efferent Vaso-dilator fibres
in posterior Roots. Journ. Physiol. Cambridge XXV, 13—14.
Verf. weist bei Canis familiaris in der hinteren Wurzel des 5., 6.,
und 7. Lumbal- und Sacralnerven vasomotorische Fasern nach.
. —— (%). A Further note on Vaso-dilator fibres in posterior roots,
Ibid. XXVI, 2—4,
8 I. Mammalia für 1900.
Beauregard, M. Origine preputiale des glandes A parfum des
Mammiferes. Cinquantenaire Soc. Biol. Paris 1899, 634—635.
Die Thysonschen Drüsen bei den Viverriden, bei Castor fiber und
Moschus moschiferus sind stets Producte des Präputiums.
Bechterew, B. von (1). Über pupillenverengernde und pupillen-
erweiternde Centra in den hinteren Teilen der Hemisphärenrinde bei
den Affen. Arch. Anat. Phys. (Physiol. Abtlg.) 1900, 25—28.
— (2). Les voies de conduction du cerveau et de la moelle. Tra-
duit sur la 2. edition allem. par ©. Bonne. Lyon. 860 pag., 401 Figuren.
Beck-Corrodi, Ernst. Die Kaninchenzucht. Ein kurzer Wegleiter
zur rationellen Zucht und Pflege der Rasse-Kaninchen, sowie auch zur
Produktion von Kaninchenfleisch. 3. verb. und vermehrte Auflage.
Zürich, Verlag d. Buchdruckerei Berichtham. 1900, 8°. 96p. M. 0,80.
Beddard, Frk. E. (1). Book of Whales. 40 Illustrations by W.-
Sidney Berridge. London, J. Murray 1900. 8°, 336 p. 66.
— (2). On the Brain of a Siamang (Hylobates syndactylus).
Proc. Zool. Soc. London 1900, 187—190.
— (3). On the Anatomy or Bassarieyon alleni. 1. c. 661—675.
— (4). Les organes tactiles des pattes des Carnivores. Revue
Scientif. (4) XIV, 471.
— (5). Vibrissae on the Forepaws of Mammals. Nature LXII, 523
Über Spürhaare an den vorderen Fussgelenken von Sciurus vul-
garıs, Felis domestica und Phalangista. Bei Macropus fehlen dieselben.
Bedel, L6on. Adoption d’un jeun chien par une chatte. Revue
Scient. (4) XIII, 407.
Bemmelen, 3. F. van (1). Über den Schädel der Monotremen.
Zool. Anz. XXIII, 449—461.
Richtet sich hauptsächlich gegen die Sixta’sche Publikation:
Vergleichend osteologische Untersuchung über den Bau des Schädels
der Monotremen und Reptilien.
— (2). Further results of an investigation of the Monotreme
skull. P. Ac. Amsterdam III, 130—132; 1 Tafel.
— (3). Third note concerning certain details of the Monotreme
skull. 1. c. 405—407.
— (4). Derde Mededeeling van waarnemingen om trent den
Bouw van den Monotremenschedel. K. Akad. Wetensch. Amsterdam
1900, 478—479.
— (5). Over den schedelbouw der Monotremen. Tijd. Nederl.
Dierk. Ver. (2), Deel 6, 54—57.
— (6). Resultaten van een vergelijkend onderzoek der ver-
hemelte-, orbitaal- en slaapstreekaan den schedel der Monotremen.
Versl. Akad. Amsterdam (3) Deel 8, 157—160.
Bensley, B. Arth. (1). On the inflection of the angle of the jaw in
Marsupialia. Auszug: Science N. S. XII, 558—559.
— (2). A Cranial Variation in Macropus Bennetti. With
1 fig. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. XIII, 109—120.
Beretta, A. sehe Baroncını und Beretta,
I. Mammalia für 1900. 9
Berg, Carlos. Notas sobre los nombres de algunos mamiferos sud-
americanos. Comun. Mus. Nac. Buenos Aires I, 219—222.
Berge, Robert. Über das ehemalige Vorkommen der größeren
Raubsäugetiere in Sachsen. Zool. Garten XLI, 129—135.
Wölfe, Bären, Luchse, Wildkatzen, Vielfrasse.
Bernheimer, A. Anatomische und experimentelle Untersuchungen
über die corticalen Sehcentren. Klin. Monatsbl. Augenheilk. XXX VIII,
541—545.
Bertelli, D. Il condotto mentale. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers.,
97—98. Vorläufige Mittheilung.
Durch das Foramen mentale der Affen zieht ein Endast der Art.
lingualis.
Bickel, Adolf. Über einige Erfahrungen aus der vergleichenden
Physiologie des Centralnervensystems der Wirbeltiere. Eine BErwiderung
an J. Steiner. Arch. Ges. Physiol. LXXXIII, 324—339.
Biehl, Karl. Über die intracranielle Durchtrennung des Nervus
vestibuli und deren Folgen. Sitz.-Ber. Ak. Wien CIX, 324—339.
Experimentelle Untersuchungen an Ovis aries und Equus caballus.
Bigart.... siehe Nob&court und Bigart.
Bignotti, ©. Sul tarso del Mus decumanus. Monit. Zool. Ital.
XI. Suppl. 17—19.
Billard, .... et Cavalie ...(1). Les branches höpatiques de
l’artere cystique chez le chien. €. R. Soc. Biol. Paris LII, 511—513.
— (2). Sur le dedoublement de la cage thoracique chez un
jeune chat. Journ. Anat. et Physiol. XXXVI, 566567.
Bischoff, Ernst. Beitrag zur Anatomie des Igelgehirns. Mit
1 Tafel. Anat. Anz. XVIII, 348-358.
Bizzozere, G. und ®ttolenghi, D. Histologie der Milchdrüse.
Übersetzt von E. Kirberger. Anat. Hefte IX, 253—296, 871—872.
Blak, W. P. Remains of the Mammoth in Arızona. Americ.
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Unterkiefer und Zähne von Elephas americanus von Yuma.
Bloch, A. Pourquoi les anthropoides ne sont-ils pas marcheurs
bipedes. Bull. Soc. Anthrop. Paris (5) I, 233—240.
Blech, 3. Rationelle Kaninchenzucht. Kurze Anleitung für Neben-
erwerb und zur Produktion von „Billig Fleisch“. Aarau, Em. Wirz
1900; 8°, 46 p. M. —,50.
Boceardi, Guis. e Citelli, Salv. Sul connettivo del rene e sulla
membrana propria dei tuboli. Monit. Zool. Ital. XI. 314—317.
Die Wand der Nierenkanälchen bei Lepus cuniculus, Canis familiaris
und Talpa europaea besteht aus einem System feiner Fibrillen, die
Derivate des interstitiellen Bindegewebes der Niere sind.
Böckh, Hugo. Orca Semseyi, eine neue Orca-Art aus dem unteren
a von Salgotarjäan. Mitt. Jahrb. Kgl. Ung. Geol. Anst. XIII,
Boehme, % Die wichtigsten Rassen unserer Haustiere. Mit
72 Farbendruckbildern von A. Schurig. Leipzig und Breslau. Theo-
phil Biller, 1900. 8%. 24p. M. 1,—.
10 I. Mammalia für 1900.
Böttger, ©. (1). Tragezeit des Indischen Elephanten. (Nach
„Field“ VIIC, 277 u. 313). Zool. Garten XLI, 23—24.
Die Tragezeit des indischen Elephanten beträgt 23 Monate.
— (2%). Fossile Saiga-Antilope in Westpreussen. Zool. Garten
XLI, 28.
— (3). Ein Urstierhorn aus Hinterpommern. 1. c. 122—123.
Betr. die Nehring’sche Abhandlung desselben Titels.
Bofill, A. Sobre los restos de dos Mamiferos fosıles de Cataluna,
existentes en el Museo Martorell de la ciudad de Barcelona. Bol. Ac.
Barcelona (3) I, 532—534.
Boiill y Poch, D. A. Sobre la presenga del Hipparion gracile
Kaup en la mina de lignito denominada Mercedes del termino de
Sanabastre Cerdana. Bol. R. Ac. Se. Art. Barcelona 1900, 572—573.
Hipparion gracile wurde mit Dinotherium bavaricum und Mastodon
augustideus zusammen bei Valles aufgefunden.
Bogdanofi, E. A. Einige Beobachtungen über den Zusammen-
hang zwischen Körperform und Leistung bei den Kühen. Mit 1 Tafel.
Journ. für Landwirtsch. VL, 271—293.
Bohr, Chr. Pattedyr fosterets respiratoriske Stofskifte. Overs.
K. Dansk. Vid. Selsk. Forhdlgr. 1900, 291—304.
Bolau, Heinrich. Das Ende des Indischen Nashorns im Ham-
burger Zoologischen Garten. Zool. Garten XLI, 334—336.
Rhinoceros indicus lebte 30 Jahre 3 Monate in der Gefangenschaft.
Bolk, Louis. Beiträge zur Affen-Anatomie. I. Untersuchungen
am schwangeren Uterus von Semnopithecus. Mit 1 Tafel und 24 Fi-
guren im Text. Morphol. Jahrb. XXVIII, 565—623.
Bonhote, 3. Louis (1). On Squirrels of the Sciurus Mae Clellandi
Group. Ann. Mag. Nat. Hist. London (5) VII, 50—54.
Körper- und Schädelmasse von Sc. M. typicus (Nepal, Sikkim,
Bootan und Assam), Sc. M. manipurensis subspec. nov. von Aimole,
Manipur; Sc. M. maritimus subspec. nov. von Foochow, Fokien, China;
Sc. M. monticolus von Ching Feng Ling (2000 Fuss), China; Sc. M. swin-
hoei aus der Provinz Moupin, China; Sc. M. formosanus subspec. nov.
von Formosa; Sc. M. barbei von Nord-Burmah; Sc. M. leucotis von
Malakka und Sc. M. rodolphi von Cochin China. Bestimmungstabelle
dieser Arten.
— (2). On the Squirrels of the Ratufa (Sciurus) bicolor Group.
l. c. 490—499.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmassen, Verbreitungsgebiete von: Ratufa gigantea, R. bicolor,
R. affınis typica, R. a. aureiventer, R. ephippium typica, R. e. bara-
mensis subspec. nov., R. e. sandakanensis subspec. nov., R. e. bungu-
ranensis, R. e. nanogigas, R. e. sirhassenensis subspec. nov. Bestim-
stimmungstabelle genannter Arten.
— (3). On a Collection of Mammals from Siam made by Mr.
T. H. Lyle. Proc. Zool. Soc. London 1900, 191—195. Mit 1 col. Tafel.
Cynopterus sphinx, Pipistrellus abramus, Scotophilus kuhli,
Sc. castaneus, Tupaja belangeri, Helictis personata, Petaurista Iyleı
I. Mammalia für 1900. IT
spec. nov., Sciuropterus phayrei, Ratufa gigantea, Sciurus finlaysoni,
Sc. rufigenis, Se. caniceps, Sc. atrodorsalis, Sc. macclelandi barbei,
Funambulus berdmorei, Mus museulus, M. rattus, M. concolor, Rhizomys
minor, Manis javanica.
— (4). On the Mammals colleeted during the ‚„Skeat-Expedition“
to the Malay Peninsula, 1899—1900. Mit Tafel 56. Proc. Zool. Soc.
London 1900, 869—885.
Es werden 54 Arten aufgeführt, davon neu: Mus ciliata spec.nov.
von Gunong Inas.
Boucek, Zdenek. Poznamky k mikroskopicke anatomii delfina.
S.2. tab. Rozpr. Ceske Akad. Tr. II. Rocn. VII, 25.
Mikroskopische Anatomie von Delphinus delphis.
Bouin, P. (1). Fonction secretoire de l’epithelium tubaire chez
le Cobaye. €. R. Soc. Biol. Paris LII, 920. (Vorläufige Mitteilung).
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Bouin, P. et Bouin, M. A propos du follicule de Graaf des Mammi-
feres. Follicules polyovulaires. Mitoses de maturation prematuree.
C. R. Soc. Biol. Paris (10) VI, 1—2. — Auszug: Zool. Centralbl. 538.
Herd-Book francais. Registre des anımaux de pur sang
de la race bovine courtes-cornes amelioree, dite race Durham, nes ou
importes en France en 1898. XXVIII. (No. 25 501—26 194). Nancy,
Berger-Levrault, 1900, 8°. 288 p.
Herd-Book de la race bovine normande pure. Quinzieme
Bulletin des inscriptions. Caen, impr. Valin. 1898/99. 16%. 228p. 1fre.
Boseo, €. I Roditori pliocenici del Valdarno superiore. Mit 2 Tafeln.
Palaeontogr. Ital. V, 85—104.
Bossi, V. (1). Alcune ricerche sui peli dei mammiferi. Con 2 tav.
Nuovo Ercolanı Pisa. V, 226—230, 247—251, 261—265, 282—289.
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dromedarius della R. Mandria di S. Rossore. Con tav. |]. c.
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Boule, Marcelin (1). Etude paleontologique et arch&ologique sur la
station paleolithique du lac Karar (Alserie). L’Anthropologie 1900,
1—21. Mit 24 Figuren.
Es wurden gefunden Reste (Zähne) von Elephas atlanticus,
Rhinoceros mauritanicus, Hippopotamus amphibius, Sus scrofa,
Cervus elaphus (barbarus), Connochaetes gnu, Bubalıs antiquus und
Alcelaphus.
— (2). Observations sur quelques Equidös fossiles. Bull. Soc.
Geol. France XXVII, 531—542.
Boy, ... Über den Elchbestand in Ostpreussen. Zwinger und
Feld 1900, 258.
1898 wurden noch 400 Stück gezählt, 1899: 200; am 1. April
39 Hirsche, 28 Tiere und 66 Kälber.
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et de l’epithelium buccal. XIII. Congr. Internat. Med., Sect. d’Histo-
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Cavia cobaya.
Brandes, @. (1). Über die Ursachen des Aussterbens einiger
diluvialer Säugetiere. Corr.-Blatt d. Anthrop. Ges. 1900, 103—107.
Betr. Elephas primigenius. Die Stosszähne dienten besonders
zum Durchbrechen der Wälder. Durch die Eiszeit verschwand der
Wald, die Zähne wurden nicht mehr gebraucht und krümmten sich
infolgedessen immer mehr. In dieser Hypertrophie der Stosszähne
sieht Verf. den Grund des Aussterbens.
— (2%). Die Hornbildungen der Wiederkäuer. Ztschr. Naturw.
LXXII, 366—368.
Brandt, Alexander. Zur Philogenie der Säugethierhaare. Biol.
Centralbl. XX, 572—592.
Phylogenese der Haare. Verf. meint, dass die Haare im Bau wie
in genetischer Beziehung mit den Zähnen verwandt sind und von den
Placoidstacheln der Selachier abzuleiten sind.
Brandt, .. . (1). Über die Wildkatze. Wild und Hund 1900, 679.
Als neues Unterscheidungsmerkmal wird ein weisser Fleck zwischen
den schwarzen Sohlenballen angesehen.
— (2). ‚Mönche‘ und ‚Mörder‘ bei Hirschen und Rehböcken.
Wild und Hund 1900, 216, 229, 378.
Das Benehmen geweihloser Hirsche (Mönche) bei der Brunft.
Vererbung der Einstangigkeit (Mörder).
— (3). Jagdthierkunde. Melanismus und Albinismus bei Rehwild.
Wild und Hund 1900, 584.
Totaler Albinismus findet sich beim Rehwild häufiger als Mela-
nismus. Erblich durch mehrere Generationen hindurch.
Brauner, A. Einige Bemerkungen über den Edelhirsch in der
Krim. Zapiski Novoross. Obsheh. XXIII, 1—14; 2 Tafeln.
Brives, A. siehe Ficheur und Brives.
Broom, R. On the Development and Morphology of the Marsupial
Shoulder Girdle. Trans. Roy. Soc. Edinburgh XXXIX 794—770,
2 Tafeln.
Untersuchungen an Trichosurus, Pseudochirus und Petrogale.
Brown, 3. The Vision of Whales and of amphibious animals gene-
rally. Irish Naturalist IX, 248.
Bruckner siehe Jonnasco und Bruckner.
Brun, Arthur. Die Nerven der Milchdrüsen während der Lac-
tationsperiode. Arch. Anat. Physiol., Anat. Abthlg., 1900; 281—294,
Tafel 16 u. 17.
Die Zahl der Nervenfasern bei Mus ist während der Lactations-
periode um etwa 42%, höher als in der übrigen Zeit.
Buckley, T. E. Marten (Mustela martes) in Argylishire. Ann.
Scott. Nat. Hist. 1900, 47.
I. Mammalia für 1900. 13
Bugnion, E. Appendice. Bull. Soc. Vaud. Lausanne XXXV,
371—382; 4 Figuren.
Beschreibung des Schultergelenks von Troglodytes und Sıimia.
Buleon, ... L’Elephant domestique & la mission catholique de
Sainte Anne au Fernau-Vaz. Bull. Mus. Hıist. Nat. Paris IV (1898),
353— 354.
Bullar, €. siehe Parker und Bullar.
Bumm, A. Experimentelle Untersuchungen über das Ganglion
ciliare der Katze. Verh. Ges. D. Naturforscher u. Ärzte, LXXI. Vers,
2, II., 304—307.
Untersuchungen über die mit dem Ganglion ciliare in Verbindung
stehenden Nerven.
Buss, ... Über Hasenseuche. Hubertus 1900, 37.
Butler, A. L. On a new Serow from the Malay Peninsula. Proc.
Zool. Soc. London 1900, 675—676.
Nemorhaedus sweddenhami spec. nov. von den Larut Bergen
bei Perak.
Cabrera-Latorre, Angel. Estudios sobre una colleceion de Monos
americanos. Con 3 fig. y llam. Anal. (Mem.) Soc. Espan. Hist. Nat.
(2) IX, 65—93.
Cadmann, A. W. The position of the respiratory and cardio-
inhibitory fibres in the rootlets of the 9., 10. and 11. cranıal nerves.
Journ. Phys. Cambridge XXVI, 42—47.
Die Lage der respiratiorischen und Herzhemmungsfasern im Wurzel-
gebiet des Glossopharyngeus, Vagus und Accessorius bei Felis domestica
und Canis familarıs.
Calei, Adolfo. Studio istologico e morfologico dı un’appendice
epiteliale del pelo nella pelle del Mus decumanus var. albina e del Sus
scrofa. Anat. Anz. XVII, 509—517; 4 Figuren.
Histologische und morphologische Untersuchung über einen epi-
thelialen Haaranhang, der sich mit den Talgdrüsen zusammen anlegt.
Es handelt sich wahrscheinlich um ein rudimentäres Gebilde.
Calliano, Gustav. Praehistorische und römische Funde in und um
Baden. Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien
DR, IH.
Reste von Ursus spelaeus und Hyaena spelaea aus einer Höhle
in Baden bei Wien.
Campbell, Charles. Badgers in the Lothians. Ann. Scott. Nat.
Hist. 1900, 119—120.
Camus, L. et Gley, E. Action du liquide de la prostate externe du
herisson sur le liquide des vesicules seminales. Nature de cette action.
C. R. Ac. Sc. Paris OXXXI, 351—353. — Auszug: Revue Scientif. (4)
XIV, 152.
Deutsches Hunde-Stamm-Buch. XXI. (Nr. 10 874
—11780). Hannover, Schmorl und von Seefeld Nachfolger, 1900.
8° 289p. M.5,—
Österreichisches Hunde-Stammbuch. XVII.
Herausgeg. vom Österreichischen Hundezucht - Vereine in Wien.
14 I. Mammalia für 1900.
1900. (Nr. 3067—3377). Wien, Friedrich Beck, 1900. 8°. 96 p.
M. 2,—.
La Malice du Chien. Revue Scientif. (4) XIV, 59.
Capellini, &. (1). Balenottera miocenica della Republica di San
Marino. Atti R. Accad. Line. (5) Rendie. Cl. fis. mat. IX (7), 233
— 236.
— (2%). DBalenottere Mioceniche di San Micheli presso Cagliari.
Mem. Ist. Bologna (5) VII, 661—679; 2 Tafeln.
Capobianco, F. (1). Della prima genesi delle cellule nervose della
midolla e dei ganglı spinali. Verh. Anat. Ges. XIV, 213—214.
Neuroblasten in den Vorderhörnern des Rückenmarks und der
Spinalganglien bei Ovis aries.
— (2). Sulla nevroglia del corpo calloso. Boll. Soc. Natural.
Napoli XIII, 1—8; Tafel 1.
Untersuchungen an Canis familiaris, Felis domestica und Macacus
rhesus.
Jagd auf Bezoar. Wild und Hund 1900, 546.
Schwarze Rehe im Sommer- und Winterkleide. Deutsche Jäger-
Ztg. XXXV, 827.
Beschreibung des Haarwechsels an den einzelnen Körpergegenden.
Rehe ohne Köpfe. Monatsh. Alle. Deutsch. Jagdschutz-Ver. 1900,
409 u. 429.
Füchse und Marder sind die Urheber.
Desgl. Zwinger u. Feld 1900, 125.
Im vorliegenden Falle soll ein Seeadler die Köpfe abgerissen
haben.
Carlsson, Albertina. Über die systematische Stellung der Nandinia
binotata. Zool. Jahrb., Abt. Systematik, XIII, 509—528, Tafel 36.
Verfasserin rechnet auf Grund ihrer anatomischen bezw. osteo-
logischen Untersuchungen die Nandinia binotata zu den Viverriden.
Carruccio, A. (1). Sovra una DBalaenoptera rostrata presa
recentemente a Porto St. Stefano. Boll. Soc. Rom. Stud. Zool. VIII,
89—103.
— (2). Sovra uno scheletro completo dı Balaenoptera rostrata.
Boll. Soc. Ital. Zool. IX, 18—28.
— (3). Su caratteri morfologiei di un Lophopithecus femoralıs
Horsfield donata da 8. M. il re Umberto al Museo Zoologico della
R. Universita di Roma. |]. c. 211—221.
Caspar, .... Über das Vorkommen isolirter Flecken markhaltiger
Nervenfasern in der Retina. Arch. Augenheilkunde XLI, 195—197.
Cederblom, Elin. Über den Zahnwechsel bei den Nagern. Zool.
Jahrb. (Abt. Syst., Geogr. u. Biol.) XIII, 269—286.
Bei manchen Nagern findet wahrscheinlich schon ein fötaler Zahn-
wechsel statt (Cavia). Keinen Zahnwechsel kennt man bisher bei
Anomalurus, Heteromys, Bathyergus, Dipus, Octodon (mit geschlossenen
Zahnwurzeln), Geomys, Pedetes und Chinchilla (mit offenen Zahn-
wurzeln.
I. Mammalia für 1900. 15
Die Einbürgerungsversuche des Altai-Rotwildes. Wild und Hund
1900, 540.
Sind aus verschiedenen Ursachen im Kremminer Revier miss-
lungen.
Über den sibirischen Hirsch. Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 350.
Geweih, Brunft, Lebensweise von Cervus asiaticus (C. euste-
phanus).
Der Sıkahirsch. Mit 1 Abb. Waidwerk ın Wort und Bild IX, 299.
Biologische Notizen.
Chaine, 3. (1). Connexion du mylo-hyoidien et du genio-hyoidien
chez chelques Mammiferes. Proc.-verb. Soc. Sc. Phys. Nat. Bordeaux
1900, 72—74.
— (2%). Connexion du mylo-hyoidien et du digastrique chez les
Mammiferes. 1. c. 75—78.
Chapmann, Henry €. Observations upon the anatomy of Hylo-
bates leuciscus and Chiromys madagascariensis. With 2 pls. Proc.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1900, 414—423.
Verf. untersucht Muskeln, Nervensystem, Larynx, Aorta, Viscera,
Darm, Hirn und Urogenitalapparate.
Cheechia, Guis. Sull, Elephas (Euelephas) antiquus Fale. nei di-
utorni di Sansevero (Capitanata). Con 1 fig. Boll. Soc. Zool. Ital.
II, 1; 191—198.
Chomel, €. Histoire du Cheval dans l’antiquite et son röle dans
la civilisation. Paris. Le captain R. Vidal. 1900. 8°. 179 p.
Choronshitzky, Boris. Die Entstehung der Milz, Leber, Gallen-
blase, Bauchspeicheldrüse und des Pfortadersystems bei den ver-
schiedenen Abteilungen der Wirbeltiere. Anat. Hefte. XIII, 363—623;
85 Figuren.
Betr. neben Reptilien, Amphibien, Fischen und Vögeln, Ovis aries.
Cleland, 3. Duplieity of cervix uteri in Trichechus and Otaria.
Journ. Anat. Physiol. Norm. Path. XXXIV, 159—162; Tafel XXVIl.
Trichechus hat einen doppelten Uterus wie die Monotremen.
Coechi, 3. Osservazioni su denti incisivi dell’ Elefante africano.
Boll. Soc. Geol. Ital. XIX, 26-35.
Unter den Stosszähnen von Elephas africanus sind fast alle Formen
und Grössen vertreten, wie sie die fossilen Elephas-Arten aufweisen.
Cockerell, T. D. A. The Markings of Antilocapra. Nature
LXIII, 58.
Cocks, A. H. Note on the Gestation of the Pine-Marten. Proc.
Zool. Soc. London 1900, 836—837.
Die Trächtigkeitsdauer von Mustela martes beträgt gewöhnlich
103 Tage, doch sind auch Schwankungen von 94—106 Tagen beob-
achtet worden.
Collin, .... Les Cebus ou boeufs porteurs a Madagascar. Extr.
Revue Scientif. (4) XIV, 26—27.
Die Ausrottung eines Affen (Colobus satanas). Prometheus XI,
31—32.
16 I. Mammalia für 1900.
Conwentz, ... (1). Zur Verbreitung des Moschusochsen, Ovibos
moschatus, und anderer Tiere ın Grönland. Mit Kartenskizze. Ver-
halg. Ges. Erdkunde Berlin XXVII, 427—432.
— (2). Der Biber in Westpreussen. Zool. Garten, XLI, 87—93,
103—112.
Ehemaliges Vorkommen des Bibers in der Provinz Westpreussen.
— (3). Über den Biber. Mitth. Westpreuss. Prov.-Ver. XII,
Nr. 1. — Der Waidmann 1900; 31, 277. — Zwinger und Feld 1900, 370.
Ehemalige Verbreitung des Bibers, kenntlich an den mit den Namen
des Bibers zusammengesetzten Orts- und Flussnamen. Vorkommen
des Bibers in Deutschland ın der Jetztzeit.
Corning, H. K. Über die vergleichende Anatomie der Augen-
muskulatur. Morph. Jahrb. XXIX, 94—140, Tafel 5 u. 6.
Untersuchungen an Macacus (Fischen und Vögeln).
Coupin, Henri (1). Hybrides du Zebre et de la jument. Avec
2 fies. Le Tour du monde. N. Ss. VI, 77—78.
— (2%). Les Mammiferes marins. Melun. impr. administr. 1900.
BNP:
Cragin, F. W. Goat Antelope from the Cave Fauna of Pikes Peak
Region. Bull. Geol. Soc. Amer. XI, 601—612; 5 Figuren.
Knochenreste aus den Höhlen von Maniton in den Rocky Moun-
tains; Nemorhoedus palmeri spec. nov., Equus und Aretomys.
Crevatin, Franc. (1). Di aleune e forme dı corpuscoli nervosi del
connettivo sotto cutaneo e della loro struttura.. Con 2 tav. Rendlic.
R. Accad. Se. Istit. Bologna N. S. IV, 10—20.
Untersuchungen über die Nervenendkörperchen im subkutanen
Bindegewebe von Mus, Talpa, Felis und Cynocephalus.
— (%). Sull’ unione di ceilule nervose. Osservazioni miceroscopiche.
Mem. Accad. Se. Bologna (5) VIII, 503—509.
Zellenanastomosen im Bulbus olfactorius von Lepus euniculus,
Mus und Vespertilio.
Cunningham, 3. T. Sexual dimorphism in the Animal Kingdom.
A Theory of the Evolution of Secundary Sexual Characters. London.
8°. 330 p. 32 Fig. — Referate: Nature LXIII, 199—202 und: Ann.
Mag. Nat. Hist. VI, 507—508.
Cyon, E. von (1). Ohrlabyrinth. Raumsinn und Orientierung.
Arch. Ges. Physiologie. LXXIX, 211—302.
Untersuchungen an japanischen Tanzmäusen. Das Ohrlabyrinth
hält Verf. als den Sitz für Raumsinn und Orientierung.
— (2). Die physiologischen Verrichtungen der Hypophye. (Be-
stätigung und Erweiterung früherer Angaben). Ibid. LXXXI, 287
—327; 5 Figuren, Tafel 1—3.
Dach, ... Der ostpreussische Elchbestand beim Beginn des
neuen Jahrhunderts. Wild und Hund 1900, 273.
Dahms, P. (k). Der Biber in Westpreussen. Zool. Garten XLI,
87—93, 103—112.
I. M'ammalia für 1900. 17
Seit etwa 100 Jahren kommt der Biber in Westpreussen nicht
mehr vor. Alluviale Reste sind in verschiedenen Teilen der Provinz
aufgefunden worden, sie befinden sich im Westpreussischen Provinzial-
Museum in Danzig.
— (2). Der Biber in Westpreussen. Zool. Garten XLI, 214—215.
Diluvialer Schädel von Charlottental (mit Abbildungen desselben).
Dale, H. H. On some numerical comparisons of the centripetal
and centrifugal medullated nerve-fibres arising in the spinal ganglia
of the Mammal. Journ. Physiol. Cambridge XXV, 196—206, Tafel 2.
Untersuchungen an Felis domestica.
Debeyre, . . . Bourgeons pancreatiques multiples sur le conduit
hepatique primitif. ©. R. Soc. Biol. Paris LII, 705—706.
Verf. hat bei Embryonen von Mus am Ductus coledochus bis zu
acht Divertikel gefunden, die beim ausgewachsenen Tier zu den ‚„glan-
dules pancreatiques“ werden.
Deecke, W. Über ein Vorkommen von bearbeiteten Säugetier-
resten bei Endingen, Kreis Franzburg. Festschrift zur 50 jährigen
Doktor-Jubelfeier des Herrn Heinrich Limpricht. Greifswald 1900,
4453.
Knochen und Geweihstücke vom Riesenhirsch und vom Elen.
Degener, ... Von den Schandthaten Reinekes. Monatshefte
Alle. D. Jagdschutz-Ver. 1900, 44.
In einem Bau, in welchem 1 Weibchen und 6 Junge hausten,
fand man die Reste von 23 Hasen, 49 Vögeln, 2 Hechten und 1 Blei.
Dekhuyzen, M. €. Becherförmige rote Blutkörperchen. (Chromo-
krateren). Onderz. Phys. Lab. Leiden (2) IV, 136—143; 6 Figuren.
Dell’Isola, Guis. Le modificazioni evolutive della cellula nervosa.
Internat. Monatsschr. Anat. Physiol. XVII, 367—384; Tafel 11.
Demidoff, Prince E. After Wild Sheep in the Altai and Mongolia.
London. 8°. 324 p. Illustrated.
Lebensweise und Jagd von Ovis ammon und Capra sibirica.
Denker, Alfred. Zur vergleichenden Anatomie des Gehörorgans
der Säugethiere. Ergebn. Anat. Entwicklungsgesch. IX, 297—325.
3 Tafeln.
Densusianu, Helene. Degeneration et r&egeneration des termi-
naisons nerveuses motrices a la suite de la section des nerfs peripheriques.
Bull. Soc. Anat. Paris. (6) II, 801—814; 7 Figuren.
Devez, 6. Un point d’anatomie du ventricule droit des Didelphes.
Bull. Mus. Hist. Nat. Paris IV, 387—388.
Dexter, Fr. Additional Observations on the Morphology of the
Digestive Tract of the Cat. Journ. Boston Soc. Med. Sc. IV, 205—212;
2 Tafeln.
Dieck, W. siehe Miller und Dieck.
Diluviale Fundstelle in Mauthausen bei
Linz. Mitth. Anthrop. Ges. Wien 1900, 181.
Knochenreste von Rind, Reh, Hirsch, Wildschwein und Hase.
Guterhaltener Mammuth-Schädel mit sehr grossen Stosszähnen.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (I.) >
Ad
18 I. Mammalia für 1900.
Disse, J. Anatomie der Niere. Sitz.-Ber. Ges. Naturw. Marburg
1900, 49—58; 2 Figuren.
Döderlein, L. Über die Erwerbung des Flugvermögens bei Wirbel-
thieren. Zool. Jahrb. Abth. System. XIV, 49—61.
Dömeny, P. Die Resultate der Marchifärbung nach Durch-
schneidungsversuchen am Olfactorius. Centralbl. Physiol. XIV,
150—152.
Beschreibung der Degeneration nach einseitiger Zerstörung
des Bulbus oder des Tractus olfactorius bei Mus.
Dollo, L. Le Pied du Diprotodon et l’origine arboricole des Mar-
supiaux. Bull. Scient. France et Belgique publie par Alfred Giard, Paris.
1900, 278— 283; 3 Figuren.
Dominiei, H. (1). Considerations generales sur la structure des
appareils hematopoietiques du lapin. €. R. Soc. Biol. Paris LII,
13—15.
— (2). Sur l’histologie de la rate normale. Arch. Med. Exper.
Paris 1900, 563—588; 6 Figuren.
Douglass, Earl. New Species of Merycochoerus in Montana.
With 3 figs. Amer. Journ. Sc. (4) X, 428—438.
Beschreibung des Schädels von Merycochoerus laticeps spec. nov.
Dräseke, 3. Beitrag zur vergleichenden Anatomie der Medulla
oblongata der Wirbelthiere, speciell mit Rücksicht auf die Medulla
oblongata der Pinnipedier. Monatsschr. Psychiatr. Neur. Berlin.
7 Fig. 46 pag.
Beschreibung des makroskopischen und mikroskopischen Baus
des Pons und der Oblongata von Phoca und Trichechus. Vergleich
mit Canıs familaris.
Drago, Umb. Ricerche comparative ed embriologiche sulle termina-
zioni motrici periferiche nei Vertebrati. Bull. Accad. Med. Roma
XXVI, 465—485.
Vergleichend anatomische Untersuchungen der peripheren mo-
torischen Nervenenden bei den Reptilien, Amphibien, Fischen, Vögeln
und Säugern.
Drummond, W. B. On the Structure and Functions of Haemo-
lymph Glands. Jour. Anat. Physiol. London XXXIV, 198—222;
Tafel 31—33.
Untersuchungen an Ovis aries, Bos taurus, Mus und Canis familiaris.
Dubois, R. Recherches sur le fonetionnement musculaire chez
la Marmotte chaude et chez la Marmotte froide. Ann. Soc. Linn. Lyon -
(2) XLVI, 102—106.
Duckworth, W.L. H. Bericht über einen Fötus von Gorilla Savagei
Arch. Anthrop. XXVII; 8 p. u. 5 Figuren.
Duckworth, W. L. H. and Fraser, D. H. A description of some
dental rudiments in human crania. Proc. Cambridge Phil. Soc.
1900, 292.
Rudimentäre zahnähnliche Gebilde zwischen dem letzten Prae-
molar und dem ersten Molar, wie man sie relativ oft bei Simia und
Gorilla vorgefunden hat.
I. Mammalia für 1900, 19
Ducorneau, M. L’Allaitement chez le chien et le chat. Paris,
Asselin et Honzeau 1900, 8°. 40 p.
Dürst, Ulrich. Notes sur quelques Bovides prehistoriques. L’An-
thropologie 1900, 129—158, 655—676; 16 u. 19 Figuren.
Ueber die Abstammung von Bubalis sivalensis, Primigenius,
Brachyceros, Macroceros u. Akeratos.
Duges, A. Moyen de reconnaitre un Cräne de Cuguar. Mem. Soc.
Ant. Alzate XIV, 361—362, Tafel XI.
Untersuchungen an Zähnen von Felis concolor.
Ebner, V. von (1). Über das Verhalten der Zona pellucida zum
Ei. Mit2 Abb. Anat. Anz. XVIII, 55—62.
Untersuchungen an Felis domestica.
— (2). Ueber die Theilung der Spermatocyten bei den Säuge-
thieren. Mit 1 Tafel. Sıtz.-Ber. Akad. Wien CVIII, 429—448.
Untersuchungen an Felis domestica, Mus und Bos taurus.
Eegeling, H. Ueber die Hautdrüsen der Monotremen. Anat.
Anz. XVII, Suppl. 42—44.
Ehmke, ... Die ausgestorbenen und aussterbenden Tiere Ost-
preussens. Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 81, 97 u. 113.
Elephas primigenius, Rhinoceros tichorhinus, Cervus giganteus,
Rangifer tarandus, Bos primigenius, Bison europaeus, Cervus alces,
Ursus arctos, Felis catus, Felis Iynx, Lutra vulgaris, Lutreola lutreola,
Castor fiber und Sus scrofa.
Ellenberger, W. und Baum, H. Handbuch der vergleichenden
Anatomie der Hausthiere. 9. Auflage. Mit 462 in den Text gedruckten
Abbildungen. Berlin, Aug. Hirschwald 1900. 8°. (XI, 979 p.).
M. 24,—.
Elliot, D. G. Description of an apparently new species of Mountain
Goat. Field Mus. Zool. III, 1-5; Tafel 1—4.
ÖOreamnus kennedyi spec. nov. von Alaska.
Emery, €. Ueber Carpus und Tarsus der Monotremen. Verh.
71. Vers. Deutscher Naturf. u. Ärzte 1900; 2. Teil. 222—223. (Vor-
läufige Mitteiluug).
Engler, ... von. Durch wilde Kaninchen angerichtete Schäden
und gegen sie angeordnete Massregeln. Ztschr. Forst- u. Jagdwesen
1900, 418.
Biologische Notizen.
Stud Book frangais: Registre des cheveaux de demi-
sang nes et importes en France, publie par ordre de Mr. le Ministre
del’agriculture. Section du Centre. I. 1. Etalons (1846—1899). Paris,
Kugelmann, rue de la Grange-Berteliere 1900, 80; 318 p. 40 fres.
Das Pferd. Ein Handbuch über Bau, Pflege, Zucht, Huf-
beschlag und Krankheiten des Pferdes, sowie ein ausführlicher Rat-
geber über den Reit- und Fahrsport. In zwei Bänden herausgegeben,
der allgemeine Theil von M. A. Lampe, der sportliche Teil von Henry
Davenport und Woldemar Nagel. Leipzig, Ernst Wiest Nachf., Imp.
8°. 816 p. Mit ca. 1500 Abbildungen, 44 Tafeln der Gestütsbrände,
16 Rassen- und 2 farbigen Tafeln, sowie 2 zerlegbaren Modellen des
IK
20 I. Mammalia für 1900.
Hufes und der Entwicklung der Zähne, entworfen und bearbeitet von
A. Schwarz in Nürnberg. — 1. Bd. Gebunden M. 17,—.
Ersield, ... Civilehe zwischen Wild- und Hausschwein. Aus dem
Walde 1900, 318.
11 Frischlinge von Wildeber und Hausschwein.
Evans, H. The Weasel (Mustela vulgaris) in Jura. Ann. Scott.
Nat. Hist. 1900, 119.
Ewart, € Guide to the Zebra Hybrids. On Exhibition at the
Royal Agricultural Society’s Show, York, together with Description
of Zebras, Hybrids, Telegony ete. (Edinburg, Bryce). London,
Simpkin, 1900. 8°. 15.
Falk, E. Zur Entwicklung des knöchernen Beckens. Verh. Med.
Ges. XXX, 290— 293.
Fatio, Vietor. Deux petits Vertebres nouveaux pour la Suisse.
Sorex pygmaeus Pall. et Rana graeca Boul. et quelques interessantes
varıetes. Revue Suisse Zool. VIII, 467—476.
Favaro, Guis. (1). La pieghe laterali del solco labio-gengivale
inferiore nei Mammiferi. Monit. Zool. Ital. (XI) 5, 145—147.
— (2). La pieghe laterali del solco vestibolare inferiore della
bocca nei Mammiferı. Atti Ac. Veneto LIX, 919—929.
Beschreibung einer Schleimhautfalte zwischen Eckzahn und
1. Molar bei Affen.
Feaux, Maurice. Le porcepic quaternaire, gravure sur os de
l’abri de Ramondeu, commune de Chaucelade (Dordogne). Bull. de
la societe d’histoire du Perigord. Referat von Cartailhac: L’Anthro-
pologie 1900, 608.
Der Tiger auf Java. Wild und Hund 1900, 563.
Fere, €. (1). Notes sur les mains et les empreintes digitales de
quelques singes. Journ. Anat. et Physiol. XXXVI, 255—267; Tafel
IX—XI.
Angaben über Masse der Hände und Finger, sowie über die Linien-
zeichnung der Tastballen bei Affen.
— (2%). Les lignes papillaires de la peaume de la main. 1. c. 376
—392. Mit Figuren.
— (3). Les ligues papillaires de la plante du pied. 1. c. 602—618.
Fermi, € e Repetta, R. Relazione tra il regime alımentore e lo
sviluppo del tubo gastero-entricce.e. Ric. di Fisiol dedic. al Prof.
Lucianı, 369—376.
Ferrari, €. Sulla struttura delle fibre nervose midollate nei ganglı -
cerebrospinali. Boll. Soc. Med. Chir. Pavia 1900, 71—79.
Ficheur, E. et Brives, A. (1). Sur la decouverte d’une caverne
ä ossements & la carriere des Bains-Romains, & l’ouest d’Alger. C.R.
Ac. Sc. COXXX, 1485—1487.
— (2). Nouvelle caverne & ossements en Algerie. L’Anthropologie,
Parıs 1900, 487.
Betr. Bubalus antiquus, Bos opisthonomus, Cervus (Dama?),
Connochaetes prognu, Boselaphus probubalis, Dorcas crassicornis,
D. nodicornis, D. triquetricornis, D. spec., Hippopotamus amphibius,
I. Mammalia für 1900. 21
p4
Rhinoceros inermis, Equus asinus africanus, ferner Caniden-, Feliden-,
Viverriden- und Rodentia-Reste. Elephas fehlt.
Filimowski, Ludwig. Ueber die Veränderung innerhalb der Darm-
epithelschicht von Embryonen an der Grenze zwischen Magen und
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Findlay, 3. W. The Choroid Plexuses of the Lateral Ventricles
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DerPlexus chorioides (Ovis aries, Bos taurus) ist eine Duplikatur der
Pia und Arachnoidea, also nicht nur der Pia allein.
Finn, W. Ein Fund aus dem älteren Steinalter in Dänemark.
Verh. Berl. Ges. Anthrop., Ethnologie u. Urgesch. 1900, 584—585.
Knochenreste von Bos primigenius, Ursus, Cervus elaphus, Sus
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reticulum and histology of the adrenal. J. Hopkin’s Hosp. Rep. Baltı-
more IX, 153—229; 4 Figuren, 8 Tafeln.
Histologie und Entwicklung der Nebennieren, unter besonderer
Berücksichtigung der Blutgefässe, ihrer Genese und des Verhaltens
des Reticulums bei Sus scerofa domestica-Embryonen, sowie bei er-
wachsenen Individuen von Canis familiarıs, Felıs domestica, Bos taurus,
Ovis aries und Pithecus.
Flores, E. Il Rhinoceros Mercki Jaeg. e ’Elephas antiquus Fale.
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Die von De Stefano bestimmten Zähne gehören nicht Elephas
meridionalis, sondern E. antiquus an.
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Es werden insgesammt 160 Arten aufgeführt.
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Tragulus javanicus Osbeck 1765 hat die Priorität vor Moschus
javanicus Gmelin 1788, (S. pag. 357 in dem von Peter Osbeck 1757
22 I. Mammalia für 1900.
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Mit 5 Tafeln und 24 Textfiguren. Sitzungsber. K. Ak. Wiss. Wien,
Math.-nat. Cl., CIX, 107—264. — Separat: Wien, C. Gerold’s Erben
in Comm. 1900. 8°. 158p. M. 5,40. — Vorl. Mitth.: Anz. Ak. Wien
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Der Descensus testiculorum der Marsapialier, Nagethiere, In-
sectivoren, Carnivoren, Artio-Perissodactylier und Primaten.
Fraser, D. H. siehe Duckworth und Fraser.
Frassetto, Fabio (1). Su la legge che governa la genesi delle suture
nel cranio. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers., 61—64.
— (2). Su la probabile presenza di quattro nuclei di ossificazione
nel parietale dell’uomo e delle scimmie. Con 4 fig. Anat. Anz. XVIII,
Ergänzungsheft. — Verh. Anat. Ges. 14. Vers. 64—78.
— (3). Nuove fontanelle accessorie e nuovi ossicini fontenellari
nel cranio dell’ uomo e dei primati in genere. Boll. Musei Zool. Anat.
Comp. Torino XV, 371.
— (4). Caso singolare di asimmetria facciale (Campylorhinus
lateralis di Gurlt o plagioprosopopia a antropologi) in un cranio di
Ovis nahura Hodgs. Con 1tav. |]. c. 372.
— (5). Di Il parietali dı Primati parzialmente divisi. Con 4 figg.
l..c. 376.
— (6). Interpretazione meccanica dı nuove fontanelle (fontanelle
stefaniche) nel cranio dell’ uomo e di alcuni altrı Mammiferi. Con
ltav. Riv. Sc. Biolog. II, 506—512.
Friedberg, Wilhelm. Elephas primigenius aus der Umgegend von
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Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Prof. Dr. W. Mar-
shall. Autoris. Ausgabe. Leipzig, Hermann Seemann Nachf. 1900.
8° 196p. M. 3,—.
Garnier, Ch. Contribution 2 a l’etude de la structure et du fonctionne-
ment des cellules glandulaires sereuses. Du röle de l’ergastoplasme
dans la secretion. Journ. Anat. Physiol. Paris XXXVI, 22—98,
Tafel 8 und 9.
Die Rolle des Ergastoplasmas in der Sekretion seröser Drüsen,
der Parotis, Submaxillaris, Zungendrüsen, Pancreas etc. bei Canis
famıliaris, Felis domestica, Cavia cobaya, Mus und Erinaceus europaeus,
I Mammalia für 1900, 23
Gebhardt, W. Ueber den funktionellen Bau einiger Zähne. Arch.
Entwicklungsmechanik X, 135—243, 263—360; 21 Figuren, Tafel 3
und 4.
Ausführliche Untersuchungen der Incisiven und Caninen von
Hippopotamus und Elephas indieus, der Caninen von Phacochoeurus,
Sus und mehreren Carnivoren. Beschreibung der Zähne von Physeter,
Monodon und Halicore.
George, Henry. On the Pocket Gopher (Geomys bursarius).
With 2 figs. Ann. Rep. Entom. Soc. Ontario XXX, 120—121.
Gerard, ... De l’obliteration du canal arteriel. Les th£eories '
et les faits. Avec 6 figs. dans letext. Journ. Anat. et Physiol. XXXVI,
323—361.
Gerard, 6. siehe auch Poutier und Gerard.
Ghigi, Aless. (1). Sui denti dei Tapiridi. Con 9 fig. Anat. Anz.
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Untersuchungen an Embryonen von Tapirus americanus.
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Ghika, €. siehe Roger et Ghika.
Gidley, 3). W. A new Species of Pleistocene Horse from the Stalke
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1900, 111—116; 5 Textfiguren.
Equus scotti vom Equus — oder Sheridanbed am Rock
Creek in Briscoe Co. Beschreibung eines vollständigen Skeletts und
von 4 Schädeln dieser Art im Vergleich zu E. caballus und E. eous
Hay (= intermedius Cope).
Gilardoni, H. siehe Lapiceque und Gilardoni.
Gilmore, R.M. The Hooded-Seal (Crystophora cristata) reportet
from Galway Bay. Irish Naturalist IX, 82.
Glaessner, Rud. Die Leitungsbahnen des Gehirns und des Rücken-
markes, nebst vollständiger Darstellung des Verlaufs und der Ver-
zweigung der Hirn- und Rückenmarksnerven. Wiesbaden. 61 pag.,
7 Tafeln.
Gley, E. siehe Camus und Gley.
Godlewski, E. Ueber die Kernvermehrung in den quergestreiften
Muskelfasern der Wirbeltiere. (Vorläufige Mitteilung). Bull. Acad.
Cracovie, 128—136.
Die Kernvermehrung in den quergestreiften Muskelfasern von
Cavia cobaya und Mus erfolgt durch Mitose und durch Fragmentation.
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— (2). Intorno alla struttura delle cellule nervose della
corteccia cerebrale. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers., 164—176; 2 Figuren.
— (3). Ueber die feinere Struktur der Zellen mancher Drüsen
bei den Säugethieren. (Beobachtungen von A. Negri). Anat. Anz.
XVII, Ergänzungsheft, — Verhdlgn. Anat. Ges. XIV. Vers., 178
—181,
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Zoologist (4) IV, 186.
Grandidier, Guillaume (1). Sur les Lemuriens subfossiles de
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Beschreibung von 13 neuen Gattungen und 17 neuen Arten.
— (2). Description d’une nouvelle espece de Mus provenant de
Madagascar. Bull. Mus. Hist. Nat. V, 277—278,
Mus auratus spec. nov.
— (3). Description d’une nouvelle espece d’Insectivore provenant
de Madagascar. |]. c. 349.
Microgale brevicaudata spec. nov.
— (4). Note sur la coloration du pelage chez les Indris. Ann. Se.
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Grant, €. H. B. Water Shrews (Neomys fodiens) three miles from
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—291.
— (2). Die geographische Verteilung der Wildschafe. Korr.-Bl.
Naturf. Ver. Riga XLIII, 131—145.
ÖOvis musimon, O. cypria, O. orientalis, O. vignei, O. burchelli,
OÖ. poli, ©. karelini, O. heinsi, O. nigrimontana, O. hodgsoni, O. argali,
O. nivicola, O. nahura, OÖ. montana, O. m. dallı, OÖ. m. nelsoni, O. m.
stonei, OÖ. tragelaphus, O. dalai-lamae, (O. darwini? und O. jubata?),
O. brookei. Synonyme, geographische Verbreitung.
— (3). Raub- und Nutzwild des russischen Reiches. Weidmann
XXXI, 257, 545, 645.
Geographische Verbreitung, Nahrung (Schädlichkeit) und Jagd
von: Canis aureus, ©. vulpes, ©. melanotus, C. leucopus, C. corsac,
C. lagopus, C. procynoides, Meles taxus, Gulo borealis und Mustela
zibellina.
Grimmer, J. Fossile Säugethierreste aus der Save. Wissensch.
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Ursus spelaeus, Bison priscus, Alces machlıs.
Grix, Ernst. Beiträge zur Kenntnis der Halswirbelsäule der
Ungulaten. Mit 9 Tafeln. Inaugural-Dissertation, Bern. 1900. 8°.
56 p.
en ©tto (1). Zur Anatomie der Nasenhöhle und des Rachens
der einheimischen Chiropteren. Mit 3 Tafeln und 24 Figuren im Text.
Morph. Jahrb. XXIX, 1—77.
— (2%). Die gegenseitigen Beziehungen zwischen Pharynx und
Larynx bei den Säugern. Centralbl. Physiol. XIV, 511—512.
Guaita, Geo von. Zweite Mitteilung über Versuche mit Kreuzungen
von verschiedenen Hausmausrassen. Ber. Naturf. Ges. Freiburg ı. Br.
XI, 131—138,
1. Mammalia für 1900. 25
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et les Animaux sup£erieurs. Lyon 1899; 102 pag.
Guerrini, Guido. Delle minute modifieazioni di struttura della
cellula nervosa corticale nella fatica. Riv. Pat. Nerv. Ment. Firenze
V, 1—18; 9 Figuren.
Veränderungen der Rindenzellen von Canis familiarıs nach Er-
müdung.
Guinard, L. La morphine chez la marmotte a l’etat de veille.
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Guldberg, &. Ueber die Körpertemperatur der Oetaceen. Nyt.
Mag. Naturv. XXXVIII, 65—70.
Gurwitsch, Alex. (1). Idiozom und Centralkörper im Ovarialei
der Säugethiere. Mit 1 Tafel. Arch. Mikrosk. Anat. LVI, 377—32.
Untersuchungen an Cavia cobaya.
— (2). Die Histogenese der Schwannschen Scheide. Arch.
Anat. Physiol., Anat. Abt., 85—94, Tafel 5.
Untersuchungen an Ovis aries.
Guse, ... Ueber Steppenhunde. Centralblatt Gesamte Forst-
wesen 1900, 282.
Biologische Notizen, Jagd und Fang von Canis corsac, Canis
melanotus und Canıs procynoides.
Hagemann, @scar. Lehrbuch der Anatomie und Physiologie der
Haus-Säugetiere. 1. Teil. Anatomie nebst Gewebelehre. Mit 102 ın
den Text gedruckten Abbildungen. Stuttgart, Eugen Ulmer 1900.
8°. (XII, 336 p.) M. 8,—
Hahn, Dorothea. Untersuchungen am Eierstocke der Fleder-
maus. I. Entstehung des Follikelepithels. II. Herkunft der Eier im
Keimepithel. III. Ausbildung der Graaf’schen Follikel (Follieuli
oophori vesiculosi). Mit 1 Tafel. Inaugural-Dissertation. Zürich
1900. 8°. 28 p.
Hall, Robert. Sea Elephants on Kerguelens Land. The Zoologist
(4) IV, 441—447; 1 Figur.
Biologie und Jagd von Macrorhinus leoninus; er kommt von
Kalifornien bis Australien vor.
Haller, W. B. Vom Bau des Wirbeltiergehirns: 3. Theil. Mus
nebst Bemerkungen über das Gehirn von Echidna. Morph. Jahrb.
XXVIII, 347—477; Tafel 20—26.
Hamburger, Clara. Studien zur Entwicklung der Mammarorgane.
I. Die Zitze von Pferd und Esel. Mit 9 Abb. Anat. Anz. XVIII,
16—26.
Hanke, V. (1). Das rudimentäre Auge der europäischen Blind-
maus (Spalax typhlus). Mit 1 Tafel. Graefes Arch. Ophthalmol. LXI,
321— 341. — Auszug: Zool. Centralbl. VIII, 454—455.
— (2). Das Auge der europäischen Blindmaus. Centralbl. Physiol.
XIV, 510-511.
Hansemann, D. Über Victor von Ebner’s Zweifel an der Existenz
an Poren zwischen den Lungenalveolen. Arch. Mikr. Anat. LV,
337—340,
26 I. Mammalia für 1900.
Verf. hat die, auch schon ohne Injektion wahrnehmbaren Poren
bei Satyrus, Troglodytes, Canis, Mus, Cavia und Lepus vorgefunden.
Harigny, Henry de. L’elevage du Renard bleu (Canis lagopus).
Revue Scientif. (4) XIV, 367—371.
Harle, Edouard (1). Restes d’Elan de la Plagnotte (Ariege).
Bull. Soc. Geol. France (3) XXVIIL, 39—42. 2 Figuren.
Fussknochen von der Plagotte bei Rimont.
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995 — 996.
Molaren und ein Horn von Saiga prisca von Eyzies, Dordogne.
Hart, W. E. The Vision of Cetacea. Irish Naturalist IX, 294.
Hauthal, Rodolphe (1). Quelques rectifications relatives au Grypo-
therium de la Caverne Eberhardt. Comm. Mus. Nac. Buenos Aires I,
241—252.
Neomylodon listai Amegh. ist nicht mit Grypotherium domesticum
Roth und Onohippidium nicht, wie Mercerat annimmt, mit Equus
identisch.
— (2%). Die Hausthiereigenschaft des Grypotherium domesticum
Roth, die Glacialverhältnisse bei Ultima Esperanza und die Berechtigung
des Namens Grypotherium domesticum. Globus LXX VIII, 357—360.
Havemann, Ferdinand. Anleitung zu R. Seguin’s französischer
Kaninchenzucht. Mit einem Anhange: Die Pariser Kaninchenküche.
4. umgearbeitete und verbesserte Auflage von Johannes Borchardt.
Leipzig, Ernst’sche Verlagshdlg. 1900. 8°. 42 p. M. 1.—.
Heape, Walter. The ‚„Sexual Season‘ of Mammals and the Relation
of the ‚‚Pro-oestrum“ to Menstruation. Quart. Journ. Mier. Soc. (2)
XLIV, 1—70.
Heck, Ludwig (1). Lebende Bilder aus dem Reiche der Tiere.
Augenblicksaufnahmen nach dem lebenden Tierbestande des Berliner
Zoologischen Gartens. Mit erklärenden Unterschriftssätzen versehen.
Berlin, Werner Verlag. 10 M.
— (2). Allerlei Hochwild. Weidmann XXXI, 313.
Kreuzungen des Rotwildes mit dem Wapiti und dem Maral. Ab-
bildung des Maral.
Heerfordt, €. F. Studien über den Muse. dilatator pupillae sammt
Angabe von gemeinschaftlichen Kennzeichen einiger Fälle epithelialer
Musculatur. Anat. Hefte (1) XIV, 487—558, 721; Tafel 23—29.
Untersuchungen über den Bau der vorderen Schicht des Iris-
epithels bei Bos taurus und Lepus cuniculus.
Hello, P. €. Le developpement des forges locomotrices chez
le cheval. Avec 9 figs. Revue Scientif. (4) XIII, 417—421.
Helly, Konrad. Zur Pancreasentwicklung der Säugetiere. Mit
3 Tafeln und 20 Textfiguren. Arch. Mikr. Anat. LVII, 271—335.
Hempel, Ed. Der Siebenschläfer (Myoxus glis) im Chemnitztale,
in Wechselburg und Burgstädt. XXIV. Ber. Naturw. Ges. Chemnitz,
98—105.
Henking, H. (1). Ein Finnwal (Balaenoptera musculus Camp.)
bei Dievenow. Zool. Anz. XXIII, 574—578,
I. Mammalia für 1900. 27
— (2). Die Strandung eines Finwales (Balaenoptera musculus
Camp) bei Dievenow. Mittheil. Deutsch. Seefischerei-Vereins XVI,
419—420.
Henneberg, Brune (1). Die erste Entwicklung der Mammarorgane
der Ratte. Mit 2 Tafeln. Anat. Hefte, (1) XIV; 3—68.
— (2). Verhalten der Umbilicalarterien bei den Embryonen
von Ratte und Maus. Anat. Anz. XVII, 321—324.
— (3). Das Bindegewebe in der glatten Muskulatur und die
sog. Intercellularbrücken. Anat. Hefte (1) XIV, 301—314, Tafel 14.
Untersuchungen an Equus caballus, Bos taurus, Sus scrofa do-
mestica, Ovis aries, Canis familiaris, Felis domestica und Cavia cobaya.
Hennicke, Carl R. (1). Der Igel als Geflügelfeind. Zoologischer
Garten XLI, 311—314.
Ein Igel greift Hühner an.
— (2). Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Rehbock-
gehörns. 1. c. 379—387; 1 Tafel.
Beobachtungen über Schwankungen von Stärke und Sprossen-
zahl an dem Gehörn eines 11 Jahre in Gefangenschaft gehaltenen Reh-
bocks. Mit 1 Masstabelle.
— (3). EIf monströse Gehörne eines Rehbockes. '; Hubertus
1900, 381. Isar
Henry, A. Etude histologique de la fonction secretoire de l’epidi-
dyme chez les Vertebres superieurs. Arch Anat. Mier. Paris III, 229
—292, Tafel 12—14. |
Die Secretion im Nebenhoden zerfällt in 4 Phasen: Verbreitung,
Secretion, Reconstruction und Ruhe. Experimentelle Untersuchungen
an Mus, Lepus, Cavia und Canis,
Herrmann, 6. et Verdun, P. Remarques sur l’anatomie comparee
des corps post-branchiaux. 0. R. Soc. Biol. Paris LII, 855—857.
— (2). Note sur les corps post-branchiaux des Cameliens. Avec
2 fies. 1. c. 933—936.
— (3). Les corps post-branchiaux et la thyroide; vestiges kystiques.
l. c. 936—938.
Hesse, P. Ein Rattenkönig in Frankreich. Zoolog. Garten XLI,
358.
Ein aus 7 Individuen bestehender Rattenkönig wurde in Courta-
lain (Dep. Eure- et Loire) gefangen.
Hill, Jam. P. (£). Contributions to the Embryology of the Marsu-
pialia. Quat. Journ. Mier. Sc. XLIII, 1—22, Tafel 1 u. 2. — Auszug:
Journ. R. Micr. Soc. London 1900, II. 175.
Beschreibung einiger Stadien der Placentation von Perameles.
— (2). On the Foetal Membranes, Placentation and Parturition
of the Native Cat (Dasyurus viverrinus). With 1 fig. Anat. Anz.
XVII, 364—373.
— (3). Contributions to the Morphology and Development of the
female Urogenital Organs in the Marsupialia. On the female Urogenital-
28 I. Mammalia für 1900.
Organs of Myrmecobius fasciatus. With 3 pls. Proc. Linn. Soc. N. 8.-
Wales XXV, 519—532.
Hinde, S.L. On East-Afrıcan Mammals. Proc. Zool. Soc. London
1900, 267268.
Hippel, ... . von. Über Luchse. Monatshefte Allgem. Deutschen
Jagdschutz-Ver. V, 8.
Die seit 1862 in Deutschland erlegten Luchse.
Nashorn-Jagd. Wild und Hund 1900, 37.
Hocke, ... Beiträge zur Kenntnis unserer heimischen Tierwelt.
Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 297.
Biologische Notizen über Mustela martes.
Hoehl, Erwin. Über die Natur der circulären Fasern der capillaren
Milzvenen. Anat. Anz. XVIII, 216—218.
Hörnes, Moritz u. Hörnes, R. Besuch einer neuen diluvialen Fund-
stelle ete. Mitth. Anthr. Ges. Wien 1900, 156—158.
Mammuth-Knochen aus dem Löss von Krems.
Hofmann, A. Fossilreste aus dem südamerikanischen Braun-
kohlenbecken bei Gaya. Jahrb. K. K. Geol. Reichs-Anst. Wien, 1900,
47—50;, 2 Tafeln.
Unterkiefer von Chalicomys minutus und Zahn von Aceratherium
incisivum.,
Hofmann, Max. Zur vergleichenden Anatomie der Gehirn- und
Rückenmarksarterien der Vertebraten. Zeitschr. Morph. Anthrop.
Stuttgart II, 247—322; 7 Figuren, Tafel 7—10.
Untersuchungen an Insectivora, Rodentia, Dasypus, Carnivoren,
Artiodactylen und Perissodactylen.
Hofman, .... Eichhörnchen als Kulturverderber. Allgem. Forst-
u. Jagdztg. 1900, 222. — Forstliche Rundschau 1900, 134.
Angerichteter Schaden in Weisstannen-Dickungen, Vernichtung
der Gipfelknospen.
Hoffmann, L. Das Buch vom gesunden und kranken Hunde.
Lehr- und Handbuch über das Ganze der wissenschaftlichen und
praktischen Kynologie. Mit 5 Tafeln und 42 Textfiguren. Wien,
Moritz Perles, 1900, 8°, 549 p. M. 14.—.
Holl, M. Über die Insel des Ungulatengehirns. Mit 3 Tafeln.
Arch. Anat. Entwicklungsgesch. 1900, 295—334.
Untersuchungen an Tapirus, Rhinoceros, Equus, Sus, Camelus,
Cervus, Rangifer, Antilope, Rupicapra, Ovis, Capra, Bos und Hydro-
choerus.
Holmgren, Emil. Von den Ovocyten der Katze. Mit 8 Abbildungen.
Anat. Anz. XVIII, 63—69.
Honor£, Ch. (8). Recherches sur l’ovaire du Lapin. I. Note sur
les corps de Call et Exner et la formation du Liquor follicula. Avec
1 pl. — II. Recherches sur la formation des Corps jaunes. Avec 3 pls.
Arch. Biol. XVI, 537—539.
— (2). Recherches sur l’ovaire du Lapin. III. Note sur des folli-
cules de De Graaf & plusieurs ovules. Ibid. XVII, 489—497, Tafel 16.
I. Mammalia für 1900. 29
Hornung, V. Zum Schutze des Maulwurfes. Talpa europaea L.
Zoolog. Garten XLI, 385—388.
Die von der Wühlratte verursachten Schäden werden meistens
dem Maulwurf zugeschrieben.
Hose, Charles. A new Flying Squirrel from Borneo. Ann. Nat.
Hist. (7) V, 214—216.
Körper- und Schädelmasse von Petaurista thoması vom Silat River,
Öst-Sarawak. Beschreibung.
Hrdlicka, Ales. A Bilateral Division of the Parietal Bone in a
Chimbanzee; with a Special Reference to the Oblique Sutures in the
Parietal. With 6 figs in the text. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. XIII,
281—295.
Huber, 6. Carl (1). A Contribution to the Minute Anatomy of
the Sympathetic Ganglia of the Different Classes of Vertebrates.
With 3 figs. Journ. Morph. Boston XVI, 27—90, Tafel 3—5.
Untersuchungen an Canis familiarıs, Felis domestica, Lepus
cuniculus und Cavia cobaya.
— (2). Observations on Sensory Nerve-fibers in Visceral-Nerves,
and on their Modes of Terminating. Journ. Comp. Neur. Granville X,
135—151.
— (3). Sensory Nerve-Terminations in the Tendous of the
Extrinsice Eye-muscles of the Cat. With 1 pl. 1. c. 152—158.
Huber, 6. Carl and Witt, Lydia M. de. A Contribution on the
Nerve Terminations in Neuro Tendinous End-Organs. Journ. Comp.
Neurol. Granville X, 135—15l. _
Hunter, W. siehe Turner und Hunter.
Irrwell, Lawr. The Callosities on Horses Legs. Science N. $.
XII, 113—114.
Ivanofi, Elie. La fonction des vesicules seminales et de la glande
prostatique dans l’acte de la fecondation. Journ. Physiol. Path. Gen.
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Experimentelle Untersuchungen an castrirten Meerschweinchen
und Kaninchen.
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ofthe Leyden Museum. Notes from the Leyden Museum XXII, 25—26.
Ein gestreiftes Exemplar von Putorius ermineus.
— (2). The species of the Antelope Genus Pediotragus. 1. c.
33—43.
Beschreibung und Massangaben von 5 Arten des Genus Pedio-
tragus: P. tragulus, P. horstockii (von der vorigen Art abgesondert),
30 I. Mammalia für 1900.
P. kelleni spec. nov. aus dem westlichen, P. rufescens und P. neu-
manni aus dem östlichen Südamerika.
— (3). On Cephalophus silvieultor (Afzelius). 1. c. 179—187.
Äusserer Habitus; Alter- und Geschlechtsunterschiede am Gehörn
und Gebiss.
Johnson, Geo. Lindsay. Contributions to the Comparative Anatomy
of the Mammalian Eye, chiefly based on ophthalmoscopic examination.
Proc. Roy. Soc. London LXVI, 474—478.
Angaben über die Färbung des Augengrundes, Vascularisation der
Retina und Refraction der brechenden Medien.
Johnston, Harry. Letter from, containing an account of a supposed
new species of Zebra inhabiting the Congo Forest. Proc. Zool. Soc.
London 1900, 774-775.
Die ersten Mitteilungen über das Okapia Johnstoni.
Jolly, 3. (1). Recherches sur la division indirecte des cellules
Iymphatiques granuleuses de la moelle des os. Arch. Anat. Micr.
Parıs III, 168—228, Tafel 10 u. 11.
Untersuchungen an den granulierten Lymphzellen des Knochen-
marks bei Cavia cobaya.
— (2). Clasmatocytes et Mastzellen. ©. R. Soc. Biol. Paris LII,
609—611.
Histologische Untersuchungen an Lepus, Cavia, Mus und Canıs.
— (3). Karyokinese des globules blancs dans la lymphe peritoneale
du Rat. 1. c. 710-711.
Vorkommen von Leucocyten oder Lymphzellen in der Peritoneal-
Iymphe bei erwachsenen Mus.
— (4). Sur les „Plasmazellen‘ du grand £&piploon. 1. ce. 1104
—1105.
Verf. fand im Omentum majus von Mus, Canis, Cavia und Lepus
wahre Plasmazellen.
Jonnasco, Thom. et Bruckner, .... Structure du sympathique
arvicol. XIII. Congr. Internat. Med.-Sect. d’Histol. 78—87.
Joseph, Heinrich. Zur Kenntnis vom feineren Bau der Gehör-
schnecke. Anat. Hefte XIV, 447—486; 5 Figuren, Tafel 21 u. 22.
Jouan, Henri. La Baleine de Querqueville (Balaenoptera musculus)
Bull. Soc. Linn. Normandie (5) III, 44—58.
Just, ... Werfen die Hohlhörner auch ab? Weidmann XXXI,
386.
Infolge von Kämpfen verlieren die Schafe oft die Hornscheide.
Die Erneuerung beginnt nach etwa 6 Monaten.
Justesen, P. Th. Zur Entwicklung und Verzweigung des Bronchial-
baumes der Säugethierlunge. Mit 4 Figuren im Text. Arch. Mikr.
Anat. LVI, 606—650.
Untersuchungen an Bos taurus.
Kadich, H. M. von. Der nordamerikanische Bison in der Vergangen-
heit und Gegenwart. Waidwerk in Wort und Bild 1900, 77.
Ausrottung, Jagd, biologische Notizen.
I. Mammalia für 1900. 31
Kahane, Max. Theorie der Blutdrüsen. Centralbl. Allg. Path.
Anat. X, 950—964.
Kalischer, Otto. Die Urogenitalmuskulatur des Dammes mit
besonderer Berücksichtigung des Harnblasenverschlusses. Berlin.
184 pag., 36 Figuren und 33 Tafeln.
Kammerer, Paul. Tanzende Waldmaus und radschlagende Haus-
maus. Zool. Garten XLI, 389—3%.
Katzenstein, 3. Untersuchungen über den N. recurrens und sein
Rindencentrum. Arch. Laryng. Rhin. X, 288—305.
Kazzander, 6. Sul signifacoto dei vasi sul processo della ossifica-
zione encondrale. Anat. Anz. XVIII, 305—323, Tafel 4 u. 5.
Entstehung der Osteoblasten bei der endochondralen Össification
der kurzen Knochen (Tarsalia, Astragalus) bei Bos taurus-Embryonen.
Keiffer, .... Le syst&me nerveux intra-uterin. ©. R. Soc. Biol.
Paris LII, 505—507.
Vorhandensein eines Nervenplexus mit eingestreuten Ganglien-
zellen im Uterus von Hund und Affe.
Keith, ... The Uterus of Macacus rhesus. With 1 fig. Journ,
Anat. and Physiol. XXXIV. — Proc. Anat. Soc. 1900, 46—48.
Keller, €. (1). Verwilderte Haustiere in Sardinien. Zool. Garten
XLI, 28—29.
Nicht nur Ziegen findet man verwildert auf Sardinien, sondern
auch Pferde, Esel, Katzen und Schweine. Die Wildkatze, nach Lorenz-
Liburnau identisch mit Felis caffra, hält K. für eine verwilderte Rück-
schlagsform der sardinischen Hauskatze, die im Mittelalter aus Ägypten
eingeführt wurde. In Bezug auf Körperform, Färbung und Schädel
stimmt sie mit der Hauskatzenrasse der Länder am Rothen Meer
vollständig überein.
— (2). Über den Bildungsherd der südlichen Hunderassen.
Mit 3 Abb. Globus LXXVIIL, 106—111.
Kellner, ©. Untersuchungen über den Einfluss des Asparagins
und Ammoniaks auf den Eiweissumsatz der Wiederkäuer. Unter
Mitwirkung von A. Köhler, F. Barnstein, W. Zielstorff etc. ausgeführt.
Ztschr. Biol. XXXIX, 313—376.
Kempen, Ch. van. Sur une serie des Mammiferes et d’Oiseaux
presentant des varietes de coloration, des cas d’hybridite et des ano-
malies. Bull. Soc. Zool. France XXIV, 213—219.
Kermode, P.M.C. Irish Elk Remains. Report of the Committee etc.
appointet to examine the conditions under which remains of the Irish
Elk are found in the Isle of Man. Rep. 69 Meet. Brit. Assoc. Adv.
Sc. Dover, 376.
Kidd, Walter. The Significance of the Hair Slope in certain
Mammals. Proc. Zool. Soc. London 1900, 676—686; 3 Figuren.
Wachsthums-Richtung der Haare, besonders der Lenden-, Post-
humeral- und Pectoralgegend bei den Boviden, Antilopen und bei
Equus, die sich von den andern Ungulaten in dieser Beziehung unter-
scheiden.
32 I. Mammalia für 1900.
Kingsley, 3. 8. (1). The Ossieula Auditus. Tufts Coll. Studies VI,
203—274; 2 Tafeln. (Referat im Amer. Naturalist 1900, 526).
— (2). The foramina of the scapula. Auszug: Science, XI, 167.
Kinkelin, F. Beiträge zur Geologie der Umgegend von Frankfurt
a. M. Ber. Senkenb. Ges. 1900, 155 —162.
Palaeonycteris (?) reinachi spec. nov.
Klaatsch, H. (1). Der kurze Kopf des Musculus biceps femoris
und der Tenuissimus. Ein stammesgeschichtliches Problem. Morph.
Jahrb. XXIX, 217—281, Tafel 13 und 14.
— (2). Der kurze Kopf des Musculus biceps femoris und seine
morphologische Bedeutung. Corr.-Bl. D. Naturf. Ärzte 1900, 145—149.
— (3). Der kurze Kopf des Musculus biceps femoris. Seine
morphologische und stammesgeschichtliche Bedeutung. Sitz.-Ber.
Acad. Wissensch. Berlin 1900, 852858; 2 Figuren.
Der kurze Kopf des Biceps femoris ist nach Ansicht des Verfassers
ein rudimentäres Gebilde der Glutealgruppe. Dem typischen Biceps
femoris von Homo kommt am nächsten Hylobates, ıhm folgen die
übrigen Anthropoiden (Troglodytes, Gorilla und sodann Satyrus);
weiterhin folgen mit verschiedenen sekundären Abweichungen die
amerikanischen Greifschwanzaffen. Die übrigen niederen Affen der
neuen Welt haben keinen typischen Biceps femoris. Der Tenuissimus,
das Homologon des kurzen Kopfes kommt allen niederen
amerikanischen Affen, allen Carnivoren, einem Theil der Nager (Sciurus,
Myoxus, Hystrix), einigen Beutelthieren (Dasyurus, Phascogale)
und Edentaten (Dasypus) zu; nicht aufzuweisen haben ihn Ungulaten,
Prosimier und Affen der alten Welt. |
— (4). Die fossilen Knochenreste des Menschen und ihre Be-
deutung für das Abstammungsproblem. Anat. Hefte (2) IX, 415—496;
20 Figuren.
Klein, 6. Zur vergleichenden Anatomie und Physiologie der
weiblichen Genitalien. Zeitschr. Geburtsh. Gynäk. XLIII, 240—256;
11 Figuren.
Klitzing, ... von. Flusspferdjagd auf dem Kingani. Weidmann
XXXI, 433.
Knochenhauer, ... Gehörnwechsel bei Boviden. Waidwerk
in Wort und Bild 1900, 251.
Bei Hartebeest und Gnu wird der obere Teil des Hornes abge-
schoben.
Kobelt, W. Der Moschusochse. Ber. Senkenb. Naturf. Ges.
1900, 61—66; 1 Tafel und 1 Textfigur.
Geographische Verbreitung. Vorkommen im Pleistocän Mittel-
europas. Ovibos moschatus soll aus Sibirien stammen.
Koch, Anton. A magyar Korona orszägai Hövult gerinezesällat
marad vänyainak rendszeres ätnezete. (Systematische Übersicht
der fossilen Wirbeltierreste in den Ländern der ungarischen Krone.)
Magyar orv. &s term vizsg. XXX vändorgyül esenek munkälatai.
(Arbeiten der ungarischen Ärzte und Naturforscher. Budapest 1900,
525—560.
I. Mammalia für 1900. 33
Köhler, E. M. Hausthiere der Chinesen. Zoolog. Garten XLI,
5—14, 33—47.
Schaf, Ziege, Rind, Büffel, Kamel und Katze.
Kölliker, A. (1). Sulla presenza di un gran numero di fibre
nervose a mielina nello strato moleculare del cerveletto dei Monotremi
e di un Marsupiale. Con fig. Ric. di fisiol. dedie. at Prof. Lucianı,
Milano. 1—4.
Vorhandensein von markhaltigen Nervenfasern in der Molecular-
schicht des Kleinhirns von Echidna, Ornithorhynchus und Phalangista.
— (2). Sur l’entrecroisement des pyramides chez les Marsupiaux
et les Monotr&mes. Cinquantenaire Soc. Biol. Paris 1899, 640—653;
7 Figuren.
— (3). Demonstration des Chiasmas von Säugern und vom
Menschen. Verh. Ges. D. Naturf. Ärzte LXXI. Vers. (2. Teil, 2. Hälfte),
450—451.
Koettlitz, Reginald. Contribution to the Natural History of the
Polar Bear, Ursus maritimus. Proc. R. Phys. Soc. Edinburgh XIV,
266— 277.
Kohlbrugge, 3. H. F. Mittheilungen über die Länge und Schwere
einiger Organe bei Primaten. Ztschr. Morph. Anthrop. II, 43—55.
Kohn, Alfred (1). Über den Bau und die Entwicklung der sogen.
Carotisdrüse. Mit 2 Tafeln. Arch. Mikr. Anat. u. Entwicklungsgesch.
LVI, 81—148.
Untersuchungen an Macacus, Equus, Sus, Canis, Felis, Lepus,
Cavia und Mus.
Kohnstamm, Oscar. Über die gekreuzt aufsteigende Spinalbahn
und ihre Beziehung zum Gowersschen Strang. Neur. Centralbl. XIX,
242— 249; 4 Figuren.
Untersuchungen an Lepus cuniculus.
Koken, E. (1). Hochterasse und Steppenfauna bei Tübingen.
Neues Jahrbuch Miner. etc. 1900, I; 143—144.
— (2). Die Epithelkörperchen. (Anatomie, Embryologie, Physio-
logie). Anat. Hefte. 2. Abth. IX, 194—252; 2 Figuren.
Kollmann, 3. (1). Über die Entwicklung der Placenta bei den
Makaken. ». Mit 6 Figuren. Anat. Anz. XVIII, 465—479.
— (2). Die Entwicklung der Lymphknötchen in dem Blinddarm
und in dem Processus vermiformis. Die Entwicklung der Tonsillen
und die Entwicklung der Milz. Arch. Anat. Physiol., Anat. Abtilg.,
1900, 155—186; 6 Figuren.
Untersuchungen an Embryonen von Semnopithecus presbytes,
Lepus cuniculus, Talpa europaea.
Koraen, G. und Möller, B. Über die Inspirationsmuskeln beim
Eindien und bei der Katze. Skand. Arch. Phys. Leipzig X, 425—434,
afel 5.
Krafft, Guido. Die Thierzuchtlehre. 7. umgearbeitete Auflage.
Mit 289 in den Text gedruckten Abbildungen und 15 Tafeln mit 44
farbigen Rassebildern. Berlin, Paul Parey, 1900. 8°. 280 p. M.5,—.
Arch, f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. Il. H,1. (I.) 3
34 I. Mammalia für 1900.
— Ist auch erschienen unter dem Titel: Lehrbuch der Landwirtschaft
3. Band.
Kramberger, Gorjanovie Karl. Der diluviale Mensch aus u ©;
ın Kroatien. Mitth. Anthr. Ges. Wien 1900, 203.
Erwähnt werden von Säugethieren: Ursus spelaeus, Sus scrofa,
Bison priscus, Rhinoceros Mercki, Arctomys marmotta und Castor fiber.
Krause, R. et Philippson, M. Recherches sur la structure de la corne
anterieure de la moelle du lapin, par le moyen des injections vitales
du bleu de methylene. Avec 3 figs. Acad. Roy. Belg. Bull. Cl. d. Se.
1900, 847—863.
Kreidl, Alois sehe Alexander und Kreidl.
Ksjunin, P. Über das elastische Gewebe des Haarbalgs der Sinus-
haare nebst Bemerkungen über die Blutgefässe der Haarpapille.
Mit 1 Tafel. Arch. Mikr. Anat. LVII, 128—150.
Untersuchungen an Canis familiarıs, Felis domestica, Capra hireus,
Bos taurus, Lepus cuniculus, Cavia cobaya, Mus, Cricetus vulgaris,
Tamias und Arvicola.
Kükenthal, W. (1). Die Wale der Arctis. Fauna Arctica (Römer
und Schaudinn) I, 179—234.
— (2). Erwiderung. Zool. Anz. XXIII, 635—638.
Richtet sich gegen die Henking’sche Publikation. (Ein Finwal bei
Dievenow).
Kühn, ... Wie lange säugt die Ricke das Kitz? Weidmann
XXXI, 180.
Das Säugen wurde noch am 18. Oktober beobachtet.
Lafite-Dupont, ... (1). La glande infra-orbitaire et la boule
graisseuse de Bichat. Avec 1 fig. Bibliogr. Anatom. Nicolas VIII,
285— 296.
Die Glandulae molares sind bei Lepus cuniculus, Sciurus vulgaris,
Ovıs arıes, Bos taurus und Canıs familiarıs verschieden stark entwickelt,
am meisten bei Lepus cuniculus; hier bilden sie die Glandula infra-
orbitalis.
— (2). Morphologie general de l’articulation du genou. Actes
Soc. Linn. Bordeaux LIV, 239—330.
Lampe, Eduard. Catalog der Säugethier-Sammlung des natur-
historischen Museums zu Wiesbaden. Wiesbaden, J. F. Bergmann
1900, 39 p. M. 1,—. (Sonderabdruck aus dem Jahrb. Nassau. Ver.
f. Naturk. LIII.)
Landois, H. Über das Vorkommen der Wildkatze in Westfalen.
XXVIII. Jahresber. Westfäl. Prov.-Ver., 45.
Lange, Emil. Untersuchungen über die Zungenranddrüsen und
Unterzunge bei Mensch und Ungulaten. Arch. Wiss. Prakt. Thier-
heilk. XXVI, 266—300; 3 Figuren und 3 Tafeln.
Langkavel, B. (1). Gewicht und Länge des Fischotters (Lutra
vulgaris). Zoolog. Garten XLI, 244—245.
Tabellarische Zusammenstellung. Das Gewicht schwankt zwischen
51/,—18 Kilogramm, die Länge zwischen 88 und 176 Centimetern.
I. Mammalia für 1900. 35
— (2). Der. Pampashirsch, Blastoceros campestris. Weidmann
XXX], 213.
Biologische Notizen, Jagd.
— (3). Ein Gürteltier bei Boppard. D. Jäger-Ztg. XXXIV, 641.
Am 26. November 1899 wurde das im Jahre 1888 ausgesetzte
Gürteltier verendet aufgefunden. Es hatte sich, trotz unseres teilweise
strengen Klimas, 11 Jahre gehalten.
Langley, 3. N. (1). On Connecting Fibres between Sympathetie
Ganglia and on Reflexes in the Sympathetice System. Cinquantenaire
Soc. Biol. Paris 1899, 220—225.
Untersuchungen an Felis domestica.
— (2). On axon-reflexes in the pre-ganglionie fibres of the sym-
pathetic system. Journ. Physiol. Cambridge XXV, 364—398, 6 Fig.
Untersuchungen an Canis familiaris und Felis domestica.
— (3). Notes on the Regeneration of the preganglionic fibres in
the sympathetie system. 1. ce. 417—426.
— (4). Remarks on the results of degeneration of the upper
thoracie white rami communicantes, chiefly in relation to commissural
fibres in the sympathetic system. 1. c. 468—478.
Die Zellen der Sympathicusganglien sind nicht durch Commissuren-
fasern mit einander verbunden. Die markhaltigen Fasern degeneriren
nicht nach Durchschneidung der weissen Rami communicantes der
Thorakalnerven im Halssympathicus.
Lankester, E. Ray. The Significance of the Increased Size of the
Cerebrum in Recent as compared with Extinct Mammals. Cinquan-
tenaire Soc. Biol. Paris 1899, 48—51. — Nature LXI, 624—625.
Lapieque, L. et Gilardoni, H. Sur la teneur en fer de l’hemoglobine
du cheval. ©. R. Soc. Biol. Paris LII, 459—462.
Lasio, 6. Sulla rigenerazione del sistema muscolare striato. Pavıa
1899. 20 pag.
Latorre, A. Cabrera. Estudios sobre una coleccion de Monos
Americanos. An. Soc. Espan. XXIX, 65—93; Tafel 1.
Callithrix euprea leucometopa subspec. nov. von Ecuador.
Launois, P. E. Manuel d’anatomie mieroscopique. 2. Edit. Paris.
Laur, Ernst. Bau und Leben der landwirtschaftlichen Haus-
säugetiere. Leitfaden für landwirtschaftliche Schulen. 2. vermehrte
und verbesserte Auflage. Mit 91 Textabbildungen und 5 Tafeln.
Berlin, P. Parey, 1900. 8°. M. 1,20.
Leche, W. Säugethiere (Bronn’s Klassen und Ordnungen). 57
—60. Lieferung. Leipzig, ©. F. Winter’sche Verlagshandlung 1900.
80 (Titel zu Bd. VI, 5. Abtlg. p. 1121—1169, Tafel 119—121.)
Ledouble, . . . Essai sur la morphogenie et les variations du
lacrymal et des osselets p£eri-lacrymaux de l’homme et des Mammiferes.
Avec 21 figs. Bibliogr. Anatom. Nicolas VIII, 109—182.
Lee, Alice. Data for the Problem of Evolution in man. No. VI.
With some assistance from Karl Pearson. Science XII, 946—949.
Biol
36 I. Mammalia für 1900.
Lener, F. Contributo allo studio delle alterazioni del ganglio di
Gasser in seguito al taglio del nervo Iinguale.. Ann. Nevrol. Napoli
XVII, 407—410.
Nach Durchschneidung des N. lingualis von Canıs famılaris
treten in 7—10% der Zellen des Ganglion Gasseri Alterationen auf.
Über die Vermehrungsfähigkeit des Kaninchens. Zwinger und Feld
1900, 998.
Starke Vermehrung der Kaninchen auf den Kerguelen.
Lungentuberkulose bei Hasen. Zwinger und Feld 1900, 153.
Trat 1899 epidemisch in der Feldmark Gustrow auf.
Lesbre, F. X. Recherches anatomiques sur les Camelides (Anatomie
du Chameau & deux bosses; differences entre les deux especes de
Chameaux; differences entre les Chameaux et les Lamas). Avec figs.
Arch. Mus. H. N. Lyon VIII. Fol. 199 pag.
Letacq, A. L. Sur les Chauves-Souris observees dans les carrieres
de Montiers-Hubert (Calvados), et quelques autres des environs de
Vimautiers (Orne). Bull. Soc. Rouen XXXV, 13—15.
Fledermäuse von Calvados.
Linser, Paul. Über den Bau und die Entwicklung des elastischen
Gewebes in der Lunge. Anat. Hefte. 1. Abtlge. XIII, 307—335;
Tafel 15—17.
Untersuchungen an Sus scrofa domestica, Bos taurus, Canis
familiarıs, Lepus ceuniculus, Mus, Equus caballus, Cervus.
Livini, Ferd. (#). Paratiroidi e lobuli timiei. Ricerche citologiche.
Ricerche Fis. L. Lucianı Milano 1900, 345—367. Tafel.
Untersuchungen über die Sekretion der Parathyreoidea und
an bei Lepus cuniculus und Felis domestica.
— (%). Studio morfologico delle arterie tiroidee. Lo Sperimentale
Firenze LIV, 42—129; 20 Figuren, 2 Tafeln.
Lochmann, F. Zur Anatomie und Physiologie der Umbilical-
gefässe. Dissertation Heidelberg. 21 pag.
Löbe, ... . Notizen über den Hund aus griechischen und römischen
Schriftstellern. Mitth. aus d. Osterl. N. F. IX, 31-56.
Lönnberg, Einar (4). On the Soft Anatomy of the Musk Ox, Ovibos
moschatus. Proc. Zool. Soc. London 1900, 142—167; 14 Figuren.
— (2). On the Structure and Anatomy of the Musk Ox. |. e.
686— 718; 10 Figuren.
Ausführliche anatomische und osteologische Untersuchungen.
Trotz vieler auffallenden Aehnlichkeiten (in anatomischer Beziehung)
mit den Rindern, Antilopen, Schafen und Hirschen will sie Verf. bei
diesen Gruppen nicht untergebracht wissen. Er stellt daher eine be-
sondere Unterfamilie auf, die Ovibovinae.
— (3). On a remarkable Piece of Skin from Cueva Eberhardt,
Last Hope Inlet Patagonia. Proc. Zool. Soc. London 1900, 379—384;
2 Figuren.
Beschreibung von Haut und Haaren von Onohippidium.
— (4). On the variation of the Weasel. Putorius nivalis L.
Ann. Mag. Nat. Hist. London V, 436—439.
I. Mammalia für 1900. 37
Die Grösse der Wiesel nimmt nach dem Norden zu allmählich ab.
Die grössten Individuen findet man in England.
— (5). Note on the Individual Variation of the Common Hedgehog
Erinaceus europaeus. 1. c. 542—544.
Erinaceus europaeus typicus u. E. europ. oceidentalis sind nicht
zu trennen! Gegen Barrett-Hamilton, der die betr. Subspecies aufstellt.
— (6). Ü ber die Anatomie des Moschusochsen. Auszug Zoolog.
Anz. XXIII, 175.
Löwenthal. N. Drüsenstudien. Il. Die Gl. infraorbitalis und eine
besondere der Parotis anliegende Drüse bei der weissen Ratte. Mit
1 Tafel. Arch. Mikrosk. Anat. LVI, 535—532.
Lomakina, Nadine. Über Verlauf und Bedeutung der er
Mit 7 Figuren. Ztschr. Biol. XXI, 377—429.
Untersuchungen an Canis familiaris und Equus caballus.
Lomnieki, Jarosl. Kret (Talpa europaea) aus Kolomea. Kosmos,
Lemberg, XXV, 519—520.
Abnorm gefärbtes Exemplar: Rücken weiss, Bauch hellbraun.
Lorenz - Liburnau, L. von. Über. einige Reste ausgestorbener
Primaten von Madagascar. Denk. Akad. Wien LXX, 1—11; Tafel 1—3.
Hadropithecus gen. nov. für H. stenognathus. Megaladabıs
brachycelaphus spec. nov., M. dubius spec. nov., Mesoadapis gen.
nov. für M. destructor spec. nov., Protoindris gen. nov. für P. glo-
biceps spec. nov., Pithecodon gen. nov. für P. sikorae spec. nov.;
sämtlich aus dem Pleistocän von Madagaskar.
Lorey, ... Schaden durch Eichhörnchen. Allgem. Forst- und
Jagd-Ztg. 1900, 330.
Eichhörnchen haben die Gipfel von 15 jährigen Nordmannstannen
abgebissen.
Loweg, Theodor. Studien über das Integument des Erethizon
dorsatus (Erethizon dorsatum Cuvier). Mit 2 Tafeln. Jena. Zeitschr.
Naturw. XXXIV, 833—866.
Anlage und Gestalt der Felder beim Embryo, die Behaarung
beim erwachsenen Tier.
Lucas, Fred A. (l). A new Rhinoceros-Trigonias Osborni — from
the Miocene of South Dacota. Proc. U. S. Nat. Mus. XXIII, 221—223.
— (2). The pelvic girdle of Zeuglodon, Basilosaurus cetoides
Owen, with notes on other Portions of the Skeleton. 1. ce. 327—331,
Tafel V-VI.
7 Hals-, 13 Rücken- und 38 Lenden-Schwanzwirbel; sämtliche
Beckenknochen sind verwachsen; das Femur weist einen dritten
Trochanter auf.
— (3). Blue Fox (Vulpes lagopus) trapping on the Pribilof Js-
lands. Science New York XI, 125—128.
Von Vulpes lagopus wurden 1898—99 nicht weniger als 885 Stück
erlegt.
— (4). The dentition ete. of Basilosaurus cetoides. Science (2)
XII, 809—810.
Wolfsjagd in Ostpreussen, Wild und Hund 1900, 202,
38 I. Mammalia für 1900.
In Hartigswalde wurde am 15. Februar 1900 ein Wolf erlest.
Ludkewitch, Anna. L’articulation de l’Epaule. Etude d’arthrologie
comparee. Bull. Soc. Vaud. Lausanne XXXV, 297—371; 25 Figuren.
Vergleichend osteologische Untersuchungen am Schultergelenk
von Equus caballus, Bos taurus, Ovis aries, Sus scrofa domestica, Felis
tigris und Innuus.
Lydekker, R. (1). On a unnamed Species of Cervus from Tur-
kestan. Ann. Mag. Nat. Hist. (5) VII, 195—196.
Cervus bactrianus spec. nov.
— (2). An undescribed Type of Rusine Deer. Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) VII, 204—205.
Cervus (Rusa) tavistocki spec. nov. (von den Philippinen ?).
Beschreibung des Felles und Geweihs. Diese neue Art ist nahe verwandt
mit C. hippelaphus. Ü. luedorfi ist wohl identisch mit ©. xanthopygus.
— (3). On Ovis sairensis. Proc. Zool. Soc. London 1900, 113
—114.
— (4). Exhibition of, and remarks upon, a mounted specimen
of the Musk-Ox from East Greenland. 1. c. 832.
— (5). On a remarkable new Species of Mangabey-like Monkey.
With 1 pl. Novit. Zool. Tring VII, 279—280.
Cercocebus chrysogaster spec. nov.
— (6). Note on two Mangabey-like Monkeys (Cercocebus hagen-
becki and Semnocebus albigena rothschildi) now living in the menagerie
of the Zoological Society. 1. c. 593—5%.
— (7). Great and Small Game of India, Burma and Tibet. With
Contributions by Sportsmen. London, R. Bard. 1900. Fol. 848.
Capra sibirica wardi subspec. nov. von Baltistan, Gazella sub-
gutturosa sairensis subspec. nov. von den Sair-Mts., Altai.
— (8). Mammalia (Report for 1899). Zool. Record XXXVI.
dr, (9). A remarkable Dolphin (Tursiops tursio). Nature LXIII,
— (10). A new Race of Musk-Ox. |. c. 157.
Ovibos moschatus wardı subspec. nov.
— (11). Monkey hand prints. Knowledge XXIV, 3—6.
Mae Callum, J. B. On the muscular architecture and growth of
the ventricles of the heart. J. Hopkins Hosp. Rep. Baltimore IX,
307—335; 24 Figuren.
Anordnung der Herzmuskulatur bei Embryonen von Sus scrofa
domestica.
Mac Clure, €. F. W. (1). On the Presence of a Muscules coraco-
olecranalis in the Domestic Cat. With 1 fig. Anat. Anz. XVII, 357
— 360.
— (2). The Variations of the Venous System ın Didelphys
virginiana. With 21 figs. ıbid. XVIII, 441—460.
Bei 26 untersuchten Individuen konnte Verf. keine typische
Ursprungsweise der Vena cava posterior feststellen.
I. Mammalia für 1900, 39
— (3). On the Frequency of Abnormalıties in Connection with the
Postcaval Vein and its Tributaries in the Domestic Cat. (Felis domestica).
Amer. Naturalist XXXIV, 185—198; 9 Figuren.
Mac Gee, W. J. Callosities on Horses Legs. Science N. S. XII, 194.
Madsen, A.P.; Müller, Sophus; Neergard, Carl; Petersen, €. 6. Joh.;
Rostrup, E.; Steenstrup, K. J. V. und Winge, Herluf. Affaldsdynger
fra Stenalderen i Danmark, undersagte Nationalmuseet. Mit französ.
Resume. Paris, Kopenhagen und Leipzig 1900. 4°. 11 Tafeln,
1 Karte, Tabellen und Textfiguren.
In den Kjökkenmöddingern Dänemarks wurden in 72 aufgeführten
Arten folgende in Dänemark nicht mehr existierende Säugethiere ge-
funden: Biber, Wildkatze, Luchs, Wolf, Bär, Wildschwein, Elen und
Ur. Der Hund wird als einziges Hausthier des Menschen der älteren
Steinzeit angeführt. In der jüngeren Steinzeit hingegen kommt das
Rind (Bos taurus brachyceros), das Schwein (Sus palustris) und das
Schaf vor. Die Hundereste sind theils vom Torfhund (Canis palustris),
theils vom Broncehund (Canis matris optimae).
Maggi, Leopold (1). Össicini fontanellori eoronali e lambdoidei
nel eranio di Mammiferi e dell Uomo. Rend. Ist. Lombardo (2) XXXII
298—315, 321—331; 1 Tafel. — Überdies Boll. Scient. Pavia XXI, 97
—103.
Untersuchungen über überzählige Knochen der Suturen und Fon-
tanellen am Schädel der Säugethiere.
— (2). Sullo svilluppo dell’ os planum nello Stenops gracilis,
e wormianı orbitali. 1. c. 688—694.
— (3). Ossieini eraniali nel Vespertilio murinus Schreb. e nel
Rhinolophus ferrum equinum Keys. u. Blas. 1. c. 918—919.
— (4). Note craniologiche (Continuazione). Boll. Scient. Pavia,
XXI, 103—115. |
Major Forsyth, €. 3. (1). Extinct Mammalia from Madagascar.
I. Megaladapis insignis sp. n. Phil. Trans. R. Soc. London CXCIII,
Serie B, 47—-50; Tafel 6.
Beschreibung von Kieferfragmenten und Zähnen.
— (2). A Summary of our Present knowledge of extinkt Primates
from Madagascar. Geolog. Mag. London 1900, 492—499.
Betr. Megaladapis insignis, Nesopithecus, Hadropithecus steno-
gnathus. Beschreibung der Zähne, Vergleich (Identifizierung) mit
anderen Arten.
— (3). Exhibition of, and remarks upon, some bones of a species
of Macacus from Mauritius. Proc. Zool. Soc. London 1900, 832—833,
Knochenreste eines Macacus spec. wurden zusammen mit solchen
von Didus ineptus aufgefunden.
— (4). Remarks on remains of Cyon sardous from N. W. Sardinia.
l. c., 833—834.
Unterkiefer aus einer Höhle.
— (5). On Fossil and Recent Lagomorpha. Trans. Linn. Soc.
London VII (9), 435—520; Tafel 36—39,
40 1. Mammalia für 1900.
Vergleichend osteologische Untersuchungen (besonders an Zähnen)
von Titanomys, Prolagus, Lagopsis, Lagomys, Palaeolagus, Lepus,
Caprolagus, Sylvilagus, Oryetolagus. Phylogenie.
— (6). Notes on the osteology of Mus nativitatis and M. macleari.
Andrews’s Monograph of Christmas Island (V), 34—37.
Mall, E.P. The architecture and Blood-Vessels of the Dogs Spleen.
Ztschr. Morph. Anthrop. Stuttgart II, 1—42, Tafel 1—4.
Ausführliche Untersuchungen über den Bau und die Blutgefässe
der Milz von Canıs familıarıs, Bos taurus, Sus scrofa domestica und
Equus caballus.
Mansion, A. Le herisson mangeur de poules. Revue Scientif.
(4) XIV, 759.
Marchesini, Rin. Sulla presenza e persistenza del nucleo negli
eritrociti dei Mammiferi adultı. Ricerche Fis. L. Lucianı Milano 1900,
53—56. Tafel.
Marenghi, Giov. Contributo alla finza organizzazione della retina.
Verh. Anat. Ges. XIV. Vers. 12—16, Tafel.
In der Nervenfaserschicht der Retina von Bos taurus fand Verf.
ausser den gewöhnlichen Fasern solche mit Collateralen.
Marshall, William. Die Tierwelt Chinas. Ztschr. f. Naturw.
LXXII, 73—96.
Eintheilung Chinas in 5 zoogeographische Bezirke.
Martenson, .... Die Pantowka und die Züchtung des Maral-
hirsches in Sibirien. Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 532 ff.
Der Jagdverein von Wladiwostock hegt auf der Insel Askold
einen Bestand von 1200 Stück. (Pantowka-Jagd auf Kolbenhirsche.)
Martin, Paul. Handbuch der Anatomie der Hausthiere mit be-
sonderer Berücksichtigung des Pferdes. An Stelle des in in 1. und 2.
von Legh, in 3. und 4. von Frank, in 5. Auflage von Martin herausgeg.
Handbuch der Anatomie der Haustiere vollständig neu bearbeitet.
Stuttgart, Schickhardt und Ebner (Konrad Wittwer) 1900. 8°,
Martinotti, €. Sur la resistence du revötement periphörique de
la cellule nerveuse a la maceration. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers.,
87—88.
Martinotti, €. und Tirelli, V. (1). La mierophotographie appliquee
a l’etude de la structure des cellules nerveuses dans les ganglions inter-
vertebraux d’animaux morts d’inantion. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers.
1900, 87—88.
Die Zellen der Spinalganglien von Lepus cuniculus.
— (2). La microphotographie appliquee a l’e&tude des cellules
nerveuses des ganglions spinaux. Anat. Anz. XVII, 369—380, Tafel 9.
Ueber die Struktur des Zellleibes der Spinalganglienzellen von
Bos taurus, Canis familiaris, Cavia cobaya und Lepus cuniculus.
Masson, W. P. Note on four Mammals from the Neighbourhood
of Darjeeling. Journ. Asiat. Soc. Bengal LXIX, 89—91.
Matehinsky, N. De l’atrophie des ovules dans les ovaıres des
Mammiferes. Ann. Inst. Pasteur XIV, 113—131; 11 Figuren, 2 Tafeln.
I. Mammalia für 1900. 41
Matiegka, J. Doklad o pobytu diluvialnıho &loveka v okoli
melnickem. Sitz. Ber. Böhmisch. Ges. 1899, Art. 41, 2 pag. 1 Tafel.
Abnormes Geweih von Cervus elaphus.
Matschie, Paul (1). Über geographische Formen der Hyäne.
Sitz. Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1900, 18—58.
Zusammenstellung der bisher existirenden Litteratur über Hyaena
crocuta. Verf. unterscheidet folgende Arten: H. wissmanni spec. nov.
von Epukiro, H. togoensis spec. nov: von Westtogo, H. crocuta capensis
vom Kapland, H. gariepensis spec. nov. vom Orangegebiet, H. thieryi
spec. nov. von Nordtogo, H. germinans spec. nov. vom Rukwasee;
3 ähnliche Arten von Kibwesi, Kenia und Tabora. Von der gestreiften
Hyäne: H. syriaca spec. nov. von Syrien, H. schillingsi vom Kilimanjaro-
Gebiet (Massailand). H. suilla vom Gabes, Tunis, H. hyaena von
Indien, H. hyaeno-melas von Atbara und H. vulgaris von Sendschirli,
Kleinasien.
— (%). Einige Bemerkungen über die in Berlin aufbewahrten
Exemplare von Anthropopithecus. 1. ec. 77—85.
Referat über die Keith’sche Arbeit. Weitere ergänzende Unter-
scheidungsmerkmale am Gorilla- und Schimpansenschädel. (Geo-
graphische Verbreitungsgebiete.
— (3). Einige Säugethiere aus dem Hinterlande von Kamerun.
l.c. 87—100; 1 Tafel.
Die zoogeographische Grenze zwischen der Kamerun- und Hinter-
landfauna legt Verf. an den oberen Sanaga. Erwähnt werden: Colubus
occidentalis, Cercopithecus nieticans, Papio yokoensis spec. nov.,
Seiurus spec. nov. aff. mutabilis, Viverra civetta, V. portmanni,
Felis aff. maniculata, F, leopardus, Leo Kamptzi,; ausser letzterem
unterscheidet M. neun weitere Löwenarten: F. leo, F. barbarus, F. ca-
pensis, F. senegalensis, F. gambianus, F. persicus, F. asiaticus, F. g00j-
rattensis, F. somaliensis.
— (4). Orycteropus, Hystrix, Phacochoerus und einige andere
Säugethiere aus dem Hinterlande von Togo in Deutsch-Westafrica.
l. ec. 100— 106.
Beschreibung des Schädels und äusseren Habitus von Orycteropus
haussanus spec. nov. Erwähnt werden: Equus caballus (Pony),
Sus domestica, Phacochoerus africanus, Procavia kerstingi, Lepus
zechi, Hystrix senegalica.
— (5). Über den Schakal des Menamgebietes. l. ec. 144—145.
Canis eruesemanni spec. nov.
— (6). Eine neue Abart von ibpchu: aus Togo, Deutsch-
Westafrika. 1. c. 145—146.
Beschreibung des Schädels und äusseren Habitus von G@. zechi
spec. nov.
2 (R).NtÜber einige Formen der Gattung Colubus. 1. c. 181—189.
Colobus pennanti ist mit C. ferrugineus identisch. Der Colobus
von Gambia muss Piliocolobus temminki, der von Sierra Leone und
Liberia P. ferrugineus heissen. Beschreibung des äusseren Habitus
von Piliocolobus preussi spec. nov. von Nordkamerun und P. gordo-
42 I. Mammalia für 1900.
norum spec. nov. von Uhehe, im Süden Deutsch-Öst-Afrikas. Die
Colobusarten verteilen sich wie folgt: ©. pennanti-Fernando Po (französ.
Congo), C. holloni-unterer Congo, C. foai-Urua, zwischen Tanganyika
und oberem Congo, C. kirki-Zanzibar.
— (8). Über die geographischen Abarten des afrikanischen
Elephanten. 1. c. 189—197.
Elephas capensis aus dem Oranje-Flussgebiet, E. eyclotis spec. nov.
von Südkamerun, E. (Loxodonta) oxyotis spec. nov. aus. dem Sudan,
E. knochenhaueri spec. nov. von Barikiwa, Deutsch-Ost-Afrika.
— (9). Über die Flecken-Hyäne des Hinterlandes von Kamerun.
l. c. 211—215; 3 Figuren.
Beschreibung des Schädels und äusseren Habitus von Hyaena
(Crocotta) noltei spec. nov.
— (10). Equus penricei Thos. 1. c. 231.
Equus penricei von Mosamedes ist wohl identisch mit E. hart-
manni.
— (11). Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1892. II. Syste-
matik, Biologie und geographische Verbreitung. Arch. Naturg. LX,
2; 201—372.
Maurer, F. (1). Die stammesgeschichtliche Entwicklung der Säuge-
thierhaare. Verh. Ges. D. Naturf. Arzte LXXI. Vers. II, 2; 460—463.
— (2). Die Rumpfmuskulatur der Wirbelthiere und die Phylo-
genese der Muskelfaser. Anat. Hefte 2. Abtlg. IX, 691—819; 12 Figuren
Maximow, A. (1). Die ersten Entwicklungsstadien der Kaninchen-
placenta. Arch. Mikr. Anat. LVI, 699—740; Tafel 30—31.
— (2). Die histologischen Vorgänge bei der Heilung von Eier-
stocks-Verletzungen und die Regenerationsfähigkeit des Eierstock-
gewebes. Arch. Path. Anat. CLX, 95—147, Tafel 3.
Experimentelle Untersuchungen an trächtigen und jungen Ka-
ninchen.
— (3). Bemerkungen in der Arbeit von Cl. Regaud: „Evolution
teratologique des cellules seminales.“ Bibliogr. Anat. Paris VIII,
183—185.
Die Riesenzellen des Hodens entstehen nicht aus pluripolaren
Mitosen, sondern aus der Verschmelzung mehrerer Zellen.
— (4). Über die teratologischen Samenzellenformen. 1. c. 312
— 314.
— (5). Die Veränderungen der Speicheldrüsen nach Durch-
trennung der Chorda tympani. Vorläufige Mitteilung. Centralbl.
Physiol. XIV, 249—254.
Experimentelle Untersuchungen an Canis familıarıs.
Mayr, 3. Über den histologischen Bau einiger Organe unserer
Hausthiere. Verh. Ges. D. Naturf. Ärzte LXXI, 2. Teil, 2. Hälfte,
634—635.
Milz und Pankreas von Canis familiaris, Lunge von Bos taurus.
Mayr, ... Naturwissenschaftliche und forstliche Studien im
nordwestlichen Russland. Allg. Forst- u. Jagdzeitung 1900, 117,
I. Mammalia für 1900. 43
Als nützliche Thiere werden aufgeführt: Fuchs, Wolf, Luchs;
als schädliche Eichhörnchen, Hase, Reh und Elch.
Maziarski, 8. Über die Lage der Thymusdrüse und über das Vor-
kommen von Lymphfollikeln in der Submaxillardrüse beim Meer-
schweinchen. Mit 1 Figur. Anz. Ak. Wiss. Krakau 1900, 113—117.
Die Thymusdrüse liegt beim Meerschweinchen ausschliesslich im
Halse in Verbindung mit den Speicheldrüsen.
Mearns, Edg. a (1). On the recent occurence of the Black Rat
(Mus rattus) in Boston, Mass. Proc. Biol. Soc. Washington XIII, 166.
— (2). On the oecurence of a Bat of the genus Mormoops in the
United States. 1. c. 166.
Meenin, Pierre. Le Chien et ses races. Avec la collaboration de
M. Henry Sauret pour les Chiens de berger francais. Tome IV. Les
Chiens de berger, de montagne ou dogues, les Boule dogues, les Terriers,
les autres Chiens de Campagne et les Races hyperboreennes. Paris,
12 boulev. Poissonnere 1900; 8°, 466 p., 99 Abb.
Mehely, L. Monographia Chiropterum Hungariae. Budapest.
8°. 372 pag. 22 Tafeln.
Mercer, Wm. Fairfield. Comparative Study of the Soft Palate.
With 2 pls. Trans. Amer. Mier. Soc. XXI, 41—48.
Über das Gaumenepithel von Felis domestica, Canis familiaris,
Mus, Cavia cobaya und Bos taurus.
Mermier, Elie (1). Etude complementaire sur l’Acerotherium
platyodon de la molasse burdigalienne sup£erieure des environs de
Saint-Nazaire-en-Royans (Dröme). Mit 2 Tafeln. Ann. Soc. Linn.
Lyon N. S. 43, 225—240.
— (2). Nouvelles observations. 1. c. 257—260.
Merriam, €. Hart (1). Papers from the Harriman Alaska Expedition.
I. Descriptions of twenty-six new Mammals from Alaska and British
North America. Proc. Washington Acad. Se. II, 13—30.
Sorex glacialis spec. nov., S.tundrensis spec. nov., S. personatus
arcticus subspec. nov., S. alascensis shumaginensis subspec. nov.,
S. navigator alaskanus subspec. nov. von Alaska. Vulpes harrımani
spec. nov. von Kadiak Id., V. hallensis spec. nov. von Hall Id., Spermo-
philus osgoodi spec. nov., Sp. barrowensis spec. nov., Sp. beringensis
spec. nov. Microtus innuitus spec. nov., M. yakutatensis spec. nov.,
M. unalascensis popofensis subspec. nov., M. abbreviatus fischeri sub-
spec. nov., M. Macfarlanı subspec. nov. von Alaska und dem arktischen
Amerika; Evotomys orca spec. nov. von Alaska, Lemmus alascensis
spec. nov., L. yukonensis spec. nov von Alaska. Dicrostonyx unalas-
censis spec. nov., O. nelsoni spec. nov., D. richardsoni spec. nov. von
Alaska, Erethizon epixanthus myops subsp.. nov., Lepus othus spec.
nov., L. poadromus spec. nov., L. americanus dallı subsp. nov., L. a.
macfarlani subspec. nov.
— (2). Descriptions of two new Mammals from California. Proc.
Biol. ne Washington XIII, 151—152.
Sciuropterus oregonensis stephensi subspee. nov., Procyon pallıdus
spec. novV.
44 I. Mammalia für 1900.
— (3). Description of anew Harvest Mouse from Mexico. 1. c.
"Reithrodontomys chrysopsis spec. nov.
— (4). Preliminary revision of the North American Red Fozen!
Proc. Wash. Ac. Soc. II, 661—676.
Vulpes necator spec. nov. von Californien, V. cascadensis spec. nov.
von Cascade Range, V. rubricosa bangsi subspec. nov. von Labrador,
V. alascensis spec. nov. von Alaska, V. a. abietorum subspec. nov. von
Britisch Columbien, V. regalis spec. nov. von Minnesota.
Merriam, John €. Ground Sloths in the California Quaternary.
Bull. Geol. Soc. Amer. XI, 612—614; 1 Figur.
Oberarm von Morotherium gigas aus dem Pleistocän der Thomales Bay.
Messenger, 3. Franklin. The vibrissae of certain Mammals. With
3 pls. Journ. Compar. Neurol. Granville X, 399 —402.
Mewius, F. Zur Acclimatisation des Moschusochsen (Ovibos
moschatus). Zool. Garten XLI, 332—334.
Geographische Verbreitung. Salıx arctica seine Hauptnahrung.
Meyer, A. W. siehe Miller and Meyer.
Meyer, E. Contractions fıbrillaıres des veines caves des Mammi-
feres. Bull. Soc. Sc. Nancy (2) I, 138—139.
Mezzana, N. Sulla cattura di un Hyperoodon bidens Flem. nel
Mare Ligustico. Boll. Natural. Siena XX, 121—122.
— (2%). Osservazioni sulle marmotte ibernanti. Rend. Ist. Lomb.
Sc. Lett. (2) XXXII, 372—381.
Michaelis, L. Die vitale Färbung, eine Darstellungsmethode der
Zellgranula. Arch. Mikr. Anat. LVI, 558—575, Tafel 32.
Granula in den Zellen von Leber, Speicheldrüsen und Pankreas.
Middleton, W. @. and Moore, Joseph. Skull of fossil Bison. Proc.
Indiana Ac. Sc. 1899—1900, 178—181; 1 Tafel.
Schädel von Bison antiquus von Vincennes in Indiana.
Miessner, . . . Die Drüsen des dritten Augenlides einiger Säuge-
thiere. Arch. Wiss. Prakt. Thierheilkunde KU, 122 — 154; 2 Tafeln.
Miller, Gerrit S. (f). A new Free-tailed Bat from Obntenl. America.
Ann. Mag. Nat. Hist. London (6) VII, 470—471.
Ausführliche Beschreibung des äusseren Habitus, des Schädels
und der Zähne; Angabe von Körper- und Schädelmassen von Pro-
mops nanus spec. nov. von Bogava, Chiriqui, Panama.
— (2). A new Bat from Peru. 1. ce. 570—574.
Beschreibung des äusseren Habitus, des Schädels und Gebisses;
(Zahnformel); Angabe von Körper- und Schädelmassen von Tomopeas
ravus von Yayan, Cajamarca gen. nov., spec. nov. Abb. des Kopfes
von der Seite im Vergleich zu Rhogeessa tumida.
— (3). A new Polar - Hare from Labrador. Proc. Biol. Soc. Wash.
XII, 39—40.
Lepus labradorius spec. nov. -
— (4). A new fossil Bear from Ohio. 1. e. 53—56.
Ursus procerus spec. nov.
1. Mammalia für 1900. 45
— (3). A new Moose from Alaska. 1. ce. 57—59.
Alces gigas spec. nov.
— (6). Three new Bats from the Islands of Curagao. 1. ce. 125
—127. ®
Glossophaga elongata spec. nov., Leptonycteris curasoae spec.
nov., Myotis nesopolus spec. nov.
— (#%). Seven new Rats collected by Dr. M. L. Abbot in Sıam.
l. ec. 137—150.
Mus vociferans spec. nov., M. ferreocanus spec. nov., M. validus
spec. nov., M. cremoriventer spec. nov., M. asper spec. nov., M. pellax
spec. nov., M. surifer spec. nov.
— (8). The Vespertilio coneinnus of Harrison Allen. 1. ec. 154.
Ist Myotis nigricans Wied.
— (9). The generic name Evotomys not invalidated by Anapto-
gonia. 1. c. 154.
— (10). Note on Mieronycteris brachyotis (Dobson) and M. mi-
crotis Miller. 1. c. 154—155.
— (11). The syestematic name of the Cuban Red Bat. 1. c. 155.
Lasiurus blossevilli.
— (12). Note on the Vespertilio blythii of Tomes. 155.
— (13). The Scotophilus pachyomus of Tomes a valid species. 1. c.
155—156.
— (14). The systematic name of the large Noctule Bat of Europe.
l. c.. 156.
Pterygistes maximus Fatio.
— (15). A Bat of the Genus Lichonycteris in South America.
1.,6..,.196.
Lichonycteris obscurus von Surinam.
— (16). A new subgenus for Lepus idahoensis. 1. c. 157.
Brachylagus subgen. nov. für Lepus idahoensis Merriam 1891.
— (1%). A second collection of Bats from the Island of Curagao.
l. c. 159—162.
Natalus tumidirostris spec. nov., Mormops intermedia spec. nov.,
Molossus pygmaeus spec. nov.
— (18). A new Gerbille from Eastern Turkestan. 1. c. 163—164.
Gerbillus arenicolor spec. nov.
— (19). Mammals collected by Dr. W. L. Abbot on Pulo Lankawi
and the Butang Islands. 1. ce. 187—193.
Mus vociferans lancavensis subspec. nov., M. surifer flavidulus .
subspec. nov. von Pulo Lankawi, M. s. butangensis subspec. nov.,
M. pannosus spec. nov. von den Butang Ids., Tragulus umbrinus spec.
nov. von Pulo Lankawi.
— (20). The Bats of the Genus Monophyllus. Proc. Washington
Aec. Se. II, 31—38.
Monophyllus portoricensis spec. nov. von Porto Rico, M. plethodon
spec. nov. von Barbados.
— (21). A new Shrew from Eastern Turkestan. |]. ec. 39—40,
Crocidura lignicolor spec. nov.
46 I. Mammalia für 1900.
— (22). The Giant Squirrels of Burmah and the Malay Peninsula.
l. ec. 69—77.
Aufgeführt werden 4 Arten, davon neu: Ratufa melanopepla
spec. nov. und R. pyrsonota spec. nov. von Siam. .
— (23). Descriptions of two new Squirtels from Trong, Lower
Sıam. 1. c. 79—81.
Sciurus notatus miniatus subspec. nov., Sc. tenuis surdus
subspec. nov.
— (24). Preliminary revision of the European Red-backed Mice.
l. c. 88—109.
Crasseomys subgen. nov. für Hypodaeus rufocanus Sundevall
1846.
— (25). Mammals collected by Dr. W. L. Abbot on the Inlands
in the North Chinese Sea. 1. c. 203—246; 7 Figuren.
Macacus pumilus spec. nov. von den Gambelan Ids., Rhinolophus
minutus spec. nov. von den Anambas Ids., Hipposiderus barbensis
spec.nov. von St. Barbe Id., Emballonura anambensis spec.nov. von den
Anambas Ids., Tupaia bunoae spec. nov. von den Tambelan Ids, T. chry-
somalla spec. nov. von den Anambas Ids., T. sordida spec. nov. von
Tioman Id., Sciurus mimellus spec. nov., Sc. abbotti spec. nov., Sc.
klassi spec. nov. von den Tambelan-Inseln, Sc. mimicolus spec. nov.
von St. Barbe Id., Sc. tenuirostris spec. nov. von Tioman Id., Sc. anam-
bensis spec. nov., Funambulus castaneus spec. nov., Ratufa anambae
spec. nov. von den Anambas Ids., R. tiomanensis spec. nov. von Tioman-
Id., Mus flaviventer spec. nov., M. anambae spec. nov., M. strepitans
spec. nov., M. siantanicus spec. nov. von den Anambas Ids., M. lın-
gensis spec. nov. von Linga Id., M. tiomanicus spec. nov., M. obscurus
spec.nov. von Tioman Id., M. tambelanicus spec. nov. von Tambelan Id.,
Tragulus rufulus spec. nov. von Tioman Id.
— (26). A collection of small Mammals from Mount Coffee,
Liberia. 1. c. 631—649; 5 Figuren.
Pipistrellus minusculus spec. nov., Myosorex muricauda spec. nov.,
Sciurus rufobrachiatus libericus subspec. nov., Dasymys rufulus spec.
nov., Arvicanthis planifrons spec. nov., Mus defua spec. nov., M. tull-
bergi rostratus subspec. nev.
Miller, . . .und Dieck, W. Über den Bau der Molaren von Elephas
indiecus. Deutsche Monatsschr. Zahnheilk. XVIII, 385—390; 4 Fie.
Miller, William S. and Meyer, A. W. The Epithelium of the
Peritoneal Cavity of the Cat. With 2 pls. Miller’s Contributions Anat.
Labor. Univ. Wisconsin II, 235—246, Tafel 14 u. 15.
Milne Edwards, A. Description de deux especes nouvelles de
Rongeurs (Murides) originaires de la Nouvelle Guin&e me£ridionale.
Avec 4 figs. Bull. Mus. Hist. Nat. Paris 1900, 165—167.
Mus goliath spec. nov., M. barbatus spec. nov.
Minot, Charles Sedgwick (1). The Study of Mammalian Embryo-
logy. With 11 figs. Amer. Naturalist XXXIV, 913—941.
Untersuchungen an Schweine-Embryonen.
I. Mammalia für 1900. 47
— (2). Über die mesothelialen Zotten der Allantois bei Schweins-
embryonen. Mit2 Abb. Anat. Anz. XVIII, 127—138.
— (3). On a hitherto un recognized form of blood eirculation
without capillaries in the organs of Vertebrata. Proc. Boston Soe.
N. H. XXIX, 185—217; 12 Figuren.
Verf. unterscheidet zwei Arten von Blutgefässen mit endothelialen
oder endothelioiden Wandungen: die gewöhnlichen Capillaren und
die „‚Sinusoide“. Von Mammalia wurde untersucht die Nebenniere
von Mus.
Modena, 6. La fine struttura della cellula nervosa: rassegna
eritica. Riv. Sperim. Freniatr. XXVI, 197—219; 11 Figuren.
Möbius, K. Ueber die Grundlagen der ästhetischen Beurteilung
der Säugethiere. Sitz.-Ber. Ak. Wiss. Berlin XIV, 164—182.
Möller, B. siehe Koraen und Möller.
Möller, H. Über Elephas antiquus Falc. und Rhinoceros mercki
als Jagdtiere des alt-diluvialen Menschen in Thüringen und über das
erste Auftreten des Menschen in Europa. Ztschr. Naturw. LXXIII,
41—70; Tafel 2.
Moifat, €. B. (1). The Hedgehog and its Food. Irish Naturalist
IX, 50.
1. e. Erinaceus europaeus.
— (2). Hairy armed Bat (Vesperugo Leisleri) in Co. Wexford.
ine, 462,
Mollier, S. Zusammenfassendes Referat über den heutigen Stand
unserer Kenntnisse und Vorstellungen von dem feineren Bau des
Nervensystems. Sitz.-Ber. Ges. Morph. Physiol. München XVI,
49—87; 15 Figuren.
Monakow, ... von. Über die Projektions- und Associations-
centren im Grosshirn. Monatsschr. Psychiatr. Neur. VIII, 405—420.
Monti, A. Su gli scheletri di alcune Scimmie rachitiche. Mem.
Ist. Lombard. XIX, 39—47; Tafel 3 u. 4.
Monti, Rina e Monti, Ach. Su l’epitelio renale delle Marmotte
durante ilsonno. Con2tav. Verhdlgn. Anat. Ges. 14. Verslg., 82—87.
Moore, Joseph siehe Middleton und Moore.
Morandi, E. e Sisto, P. Terminazioni nervose nelle linfoglandule.
Giorn. Accad. Med. Torino LXIII, 109—120; Fig;
Moreno, F. P. and Woodward, A. Smith. Exhibition of Newty
Discovered Remains of Neomylodon from Patagonia. Rep. 69 Meet.
Brit. Assoc. Adv. Se. Dover, 783. — Ausz. Ztschr. Naturw. LXXII,
225—228.
Motta-Coco, A. Rigenerazione della glandola tiroide. Monit.
Zool. Ital. XI, 86—99. Tafel 3.
Experimentelle Untersuchungen an Canis familiaris.
— (2). Genesi delle fibre muscolari strıiate. Boll. Soc. Natural.
Napolı XIII, 13—32. Talel 2 und 3.
Histogenese der quergestreiften Muskelfaser bei Cavia cobaya.
48 I. Mammalia für 1900.
Moyano, . . . Notas etnologicas sobre el ganado espgnol. IV.Razas
vacunas ibericas. V. Razas ovinas ö lanares espagnolas. Con 4 fig.
Act. Soc. Espagn. Hist. Nat. 1900, 204.
— (2). Razas porcinas espanolas. Con 3 fig. 1. c. 276—280.
Müller-Liebenwalde, .... Werfen die Hohlhörner auch ab? Weid-
mann XXXI, 259. |
Der Arkal-Bock im Zoologischen Garten in Berlin hat seine Horn-
scheiden abgestossen; ein neuer Hornüberzug hat sich späterhin
entwickelt.
Müller, Sophus siehe Madsen, Müller etc.
Müller, ... Das wilde Kaninchen, ein arger Feind der Forst-
kulturen. Weidmann XXXI, 337.
Muratet siehe Sabrazes und Muratet.
Mudge, 6. P. Connection of the systematie and hepatic portal
systems in a rabbit (Lepus euniculus). Journ. of Anat. Physiol. XXXIV
4—5.
Myers, W. On the Canses of the Shape of Non-Nucleated Red
Blood Corpuscles. Journ. Anat. Physiol. London XXXIV, 351—358;
2 Figuren.
Nattan-Larrier, L. Note sur la structure du foie du Cobaye nouveau-
ne. C.R. Soc. Biol. Paris LII, 883—884.
— (2). Fonction seceretoire du placenta. 1. c. 1111—1113.
Untersuchungen an Cavia cobaya.
Neergard, Carl sehe Madsen, Müller ete.
Negri, A. (1). Über die feinere Struktur der Zellen mancher
Drüsen bei den Säugethieren. Verh. Anat. Ges. XIV. Vers., 178—180.
Verf. weist mit Golgi’s Methode ein Fadennetz in den Zellen des
Pankreas, der Parotis, der Schilddrüse, sowie in den Epithelzellen des
Nebenhodens und Ovarıums bei Canis familiaris nach.
— (2). Dinna fina particolaritäa di struttura delle cellule dı alcune
ghiandole dei Mammiferi. Pavia, 12 pag. Tafel.
Nehring, Alfred (1). Über Alactaga Suschkini Sat. und Alactaga
annulata Milne Edw. Mit 2 Figuren. Zool. Anz. XXIII, 201—205.
Beschreibung der Schädel beider Arten, charakteristische Eigen-
schaften an denselben. Schädel-Messungstabelle.
— (2%). Nachtrag zu Alactaga annulata Milne Edw. aus dem
Kentei-Gebirge. Mit 1 Figur. 1. ce. 263—264.
Berichtigung der angegebenen Schädel-Breite von A. annulata.
— (3). Über Schädel-, Gebiss- und Schwanzbildung von Platy-
cercomys platyurus Licht. Mit 2 Figuren. 1. c. 361—366.
In Bezug auf Schädel und Gebiss stimmt obige Art am meisten
mit Alactagulus acontion überein. Abbildung der Zahnreihen beider
Arten und Schädelmessungstabelle derselben.
— (4). Über Ctenomys Pundti n. sp. und Ct. minutus Nhrg.
Mit 2 Figuren. 1. c. 420—425.
Ausführliche Beschreibung des Schädels und seiner einzelnen Theile
beider Arten. Schädelmessungstabelle sechs verschiedener Ctenomys-
I. Mammalia für 1900. 49
Arten. Ct. pundti spec. nov. aus dem Südtheil der Provinz Cordoba,
Argentinien.
— (5). Die Priorität des Genusnamens Cricetus. 1. c. 480.
Cricetus vulgaris Leske 1779.
— (6). Über Ctenomys neglectus n. sp., Ct. Nattereri Wagn. und
Ct. lujanensis Amegh. Mit 3 Figuren. 1. c. 535—541.
Beschreibung der Schädel obiger Arten und Vergleich miteinander.
Schädelmessungstabelle.
— (7). Die Zahl der Mammae bei Cricetus und Mesocricetus.
l. ec. 572—573.
Die Zitzenzahl bei Cricetus beträgt 8; 2 Paare an der Brust und
2 in der Weichengegend. Cricetulus hat ebenfalls 4 Paar Mammae
an ebendiesen Stellen wie Cricetus, während Mesocricetus 8 Paar
Zitzen zu haben scheint.
— (8). Über das Horn von Bos primigenius aus einem Torfmoore
Hinterpommerns. Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1900, 1—10. Abb.
— (9). Über die geographische Verbreitung von Alactagalus
acontion Pall. und Alactaga elater Licht. 1. c. 61—70, Abb.
Alactagulus acontion lebt in Westsibirien, in der Kirgisensteppe
und an der unteren Wolga. Unterschiede im Schädel und an den Zähnen
von acontion und elater. Tabellarische Übersicht von Schädel- und
Gebissmassen. A. elater und elater caucasicus subspec. nov. lebt in
der Kirgisensteppe (bei Baku) und in Transkaukasien (Mugansteppe).
— (10). Die Schädel von Ctenomys minutus Nhrg., Ctenomys
torquatus Licht. und Ctenomys Pundti Nhreg. 1. c. 201—209; 7 Figuren.
Ausführliche Untersuchungen am Schädel obengenannter 3 Arten.
Tabellarısche Zusammenstellung von Schädel- und Gebissmassen.
— (11). Über das Vorkommen einer Spalax-Species in der Cyre-
nayca, sowie über Spalax aegyptiacus Nhrg. und Sp. giganteus Nhre.
l..c.. 210.
Artberechtigung von Spalax aegyptiacus und Vergleich mit Sp. gi-
ganteus.
— (12). Über Lutra (Pteronura) paranensis Rengger und ein
Weibchen dieser Art. 1. c. 228.
— (13). Über das Vorkommen einer Blindmausart in der Cyre-
naica nebst Bemerkungen. über Spalax aegyptiacus und Sp. giganteus
Nhrg. Zoologischer Garten XLI, 329—332, 2 Abbildungen.
Siehe Nehring 11; Priorität von Sp. mierophthalmus vor typhlus.
— (14). Eine „Ariranha“ (Riesenotter) im Berliner Zoologischen
Garten. Deutsche Jäger-Ztg. 1900, 843.
Lutra brasiliensis F. Cuv.
Nelis, Ch. L’apparition du centrosome dans les cellules nerveuses
au cours de l’infection rabique. Bull. Acad. Se. Belg. 1899, 705—735.
Tafel.
Verf. fand in den Spinalganglienzellen normaler Hunde und Ka-
ninchen keine Centrosoma, wohl aber bei solehen Hunden, die von der
Wutkrankheit befallen waren.
Areh. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903, Bd, II. H.1. (1.) 4
50 I. Mammalia für 1900,
Nelson, E. W. The correct Name for the eastern form of the Fox
Squirrel. Proc. Biol. Soc. Washington XIII, 169—170.
Sciurus ludovieianus.
Nelson, T. H. Marten (Mustela martes) in Cleveland. Zoologist
(4) IV, 517.
Neumann, Oskar. Die von mir in den Jahren 1892—1895 in Ost-
und ÜOentral-Afrika, speciell in den Massai-Ländern am Vietoria-Nyansa
gesammelten und beobachteten Säugethiere. Mit 1 Routenkarte.
Zool. Jahrb. Abt. Syst, XIII, 529—562.
Nicola, B. e Ricea-Barberis, E. Intorno alle glandulae buccales et
molares. Giorn. Accad. Med. Torino LXIII, 712-731.
Nikolas, A. Note sur la presence des fibres musculaires striees
dans la glande pineale de quelques Mammiferes. ©. R. Soc. Biol. Paris
LII, 876—877.
Verf. hält die in der Epiphyse mancher Säugethiere vorgefundenen
eigenthümlichen Fasern für Muskelfasern.
Niessing, €. Kurze Mittheilung über Spermatogenese. Anat. Anz.
XVII, 43—45.
Entstehung der Achsenfaden des Spermiums bei Mus und
Cavia cobaya.
Nobecourt, ..... et Bigart, ... (1). Formules leucocytaires des
sereuses chez le Cobaye normal. C. R. Soc. Biol. Paris LII, 1020—1021.
— (2%). Transformations des polynucleaires et des &osinophiles
dans le peritoine du Cobaye. 1. c. 1021—1022.
Noble, Heatley. Lesser Shrew (Sorex minutus) and Bank Vole
(Microtus glareola) in Berks. Zoologist (4) IV, 421.
Nobre, A. Sobre a presenga do Delphinus delphis var. mediter-
ranea, nas costas Algarve. Ann. Se. Nat. Porto VI, 50.
Noli, P. La pression osmotique de la salive sous-maxillaire du
Chien. Acad. Roy. Belg. Bull. Science 1900, 960—977.
Nordenskiöld, Erland (1). La Grotte du Glossotherium (Neomy-
lodon) en Patagonie. Bull. Soc. Geol. France 1900, 29—32.
In der Höhle bei Farm Eberhardt am Meerbusen von Ultima Espe-
ranza wurden Reste von Auchenia lama, Onohippidium saldiasi, Glosso-
therium darwini und Neomylodon listai gefunden.
— (2). Jakttagelser och Fynd i Grottor vid Ultima Esperanza i
Sydvestra Patagonien. Med 7 Taf. 12.K. Vet. Akad. Hdlgr. Stockholm
XXXIIL, 1—24. — Referat van Langkavel: Zool. Zentralbl. VII, 414
—416.
Beschreibung von Grypotherium lıstai.
Nordquist, Oscar. Beitrag zur Kenntnis der isolirten Formen der
Ringelrobbe (Phoca foetida Fabr.) Act. Soc. Faun. Fenn. XV; 43 p.
3 Tafeln.
Phoca foetida saimensis subspec.nov. vom Saima-See, Ph. f. lado-
gensis subsp. nov. vom Ladoga-See.
Nüesch, J. Prähistorische Funde am Schweizersbild und im
Kesslerloch. Verhdlg. Berl. Anthr. Ges. 1900, 99—101. |
I. Mammalia für 1900. 51
Der Schuttkegel vor dem Kesslerloch enthielt Reste von Rangifer
tarandus, Equus, Elephas primigenius, einigen Carnivoren und Lepus
varıiabilis.
Nussbaum, M. Über Entwicklung der Augenmuskeln bei Wirbel-
thieren. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. Bonn 1899, 23—26.
O’Connell, John H. The Hedgehog and its Food. Irish Naturalist
IX, 50.
Erinaceus europaeus.
Oldham, Ch. (1). Lesser Shrew in Cambridgeshire. Zoologist (4)
IV, 421.
— (2). Insectivorous Habits of the Long-tailed Field-Mouse.
(Mus sylvaticus). 1. ec. 421—422.
Opie, Eug. L. On the Histology of the Islands of Langerhans of
the Pancreas.. Bull. J. Hopkins Hosp. Baltimore XI, 205—209.
Untersuchungen an Canis familiarıs und Felis domestica.
Oppel, A. Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie
der Wirbeltiere.. Theil 3. Mundhöhle, Bauchspeicheldrüse und Leber.
1180 pag., 679 Fig., 10 Tafeln.
Orr, Hugh L. The Hedgehog and its Food. Irish Naturalist IX,
110.
ı. e. Erinaceus europaeus.
Orru, Elf. Sullo sviluppo dell’ ipofisi. Internat. Monatsschrift
Anat. Physiol. XVII, 424—434, Tafel 15.
Ueber die Entwicklung der Hypophyse bei Sus scrofa domestica.
Ortleb, A. und Ortleb, ©. Die Dressierkunst. Eine Anleitung zur
Zähmung und Abrichtung der Säugethiere und Vögel, mit einem An-
hange: Leichte Fangmethoden. Mühlheim a. d. Ruhr, Julius Bagel
1900. 8°. 165 p. M. 1,50.
Osborn, Henry Fairfield (1). The Angulation of the Limbs of
Proboscidea, Dinocerota and other Quadrupeds in Adaption to Weight.
Amer. Naturalist 1900, 89—94; 7 Abbildungen.
Die Stellung der Extremitätenknochen im Vergleich zur Körper-
grösse bei Elephas indicus, Uintatherium (Loxolophodon) cornutum,
Rhinoceros unicornis, Coryphodon testis.
— (2). Origin of the Mammalia. III. Ocipital Condyles of
Reptilian tripartite Type. 1. c. 943—947; 3 Figuren. — Auszug:
Science N. 8. XII, 305.
Bei eingen fossilen Stücken sind nur noch die exoceipitalen Stücke
mit je einem Gelenkkopf versehen; von diesen Reptilien leitet Verf.
die Säugethiere ab.
— (3). Correlations between tertiary Mammal Horizons of Europe
and America. An Introduction to the more exact Investigation of
tertiary Zoogeography. Preliminary Study. Ann. New York Ac. Sc.
XIII, 1—72.
— (4). The Geological and Faunal Relations of Europe and
America during the tertiary Periode and the Theory of the successive
Invasion of an African Fauna. Science New York XI, 561-574.
52 I. Mammalia ftir 1900.
Vergleichung der Tertiär-Faunen Europas untereinander, sowie
mit denen von Nordamerika.
— (5). Phylogeny of the Rhinoceros of Europe. Bull. Amer.
Mus. Nat. Hist. New York XIII, 229—267; 16 Textfiguren.
Atelodus neumayri spec. nov. von Maragha.
— (6). Oxygaena and Patriofelis restitudet as terrestrial Creo-
donta.
Ausführliche Beschreibung der Skelette von Oxygaena lupina
und Patriofelis ferox.
— (9). Structure, Relationship and Habits of the Eocene Creo-
dont Patriofelis. Science N. S. XII, 305—306.
Osgood, Wilfred H. (1). Revision of the Pocked Mice of the Genus
Perognathus. With 2 pls. and 2 maps. North Amer. Fauna XVIII, 63 p.
Perognathus merriami gilvus subspec. nov. von West-Texas,
P. apache melanotis subspec. nov. von Mexico, P. callistus spec. nov.
von Wyoming, P. paramintinus brevinasus subspec. nov. von Calı-
fornien, P. amplus spec. nov. von Arizona, P. parvus magruderensis
subspec. nov. von Nevada, P. hispidus zacatecae subspec. nov. von
Mexico, P. penicillatus angustirostris subspec. nov. von Colorado,
P. pernix rostratus subspec. nov. von Mexico, P. anthony spec. nov.
von Californien, P. californieus dispar subspec. nov. von Californien.
— (2). Annotated List of Mammals of the Yukon River Region.
With 6 pls. North Amer, Fauna XIX, 21—45.
Lutreola vison ingens subspec. nov., Mustela americana actuosa
subspec. nov., Sciurus hudsonicus petulans subspec. nov., Sciuropterus
yukonensis spec. nov., Eutamias caniceps spec. nov., Spermophilus
empetra plesius subspec. nov., Neotoma saxamans spec. nov., Fiber
spatulatus spec. nov., Lepus saliens spec. nov., sämmtlich von Alaska.
Oswald, A. Nouvelles recherches chimiques sur la glande Thy-
roide. XIII. Congr. Internat. Med., Section de Physiol., 24—26.
Ottolenghi, D. Zur Histologie der thätigen Milchdrüse. Anat.
Anzeiger XVII, Suppl. 148—149.
Untersuchungen an Canis familiarıs, Mus, Cavia cobaya, Lepus
cuniculus und Bos taurus.
Pack-Beresford, Denis R. The Irish Rat (Mus hibernicus). Irish
Naturalist IX, 110.
Paladine, Giov. Della decidua e della sua sostituzione alla man-
canza del vitello nutritivo nell’uovo dei Mammiferi durante ı primi .
tempi dello sviluppo od avantı la circolazione placentare. XIII. Congr.
Internat. Med., Section d’Histolog., 87—92.
Pallary, P. Note sur la Giraffe et le Chameau du Quaternaire
algerien. Bull. Soc. Geol. France, 1900, 908—909.
Metatarsus und Femur von Camelopardalis giraffa, sowie Meta-
tarsus von Camelus thoması von Ternifine.
Panegrossi, @, Sulla regione dei centri di origine dei nervi oculo-
motori nell’ uomo e nei mammiferi. Lavori X. Congr. Medic. Roma,
428 —434.
I. Mammalia für 1900. 53
Panse, Rudolf. Zur vergleichenden Anatomie und Physiologie
des Gleichgewichts- und Gehörorgans. Klin. Vortr. Otol. Pharyngo-
Rhin. III, 185—236; 53 Figuren.
Paolo, L. Sopra i resti di un Cranio di Campsodelphis fossile
scoperto nella molassa miocenica del Bellunese. Atti Soc. Veneto-Trent.
(2) III, 323—336.
Papp, Karl. Dreikanter auf den einstigen Steppen Ungarns. Föld-
tanı Közlöny. Budapest, XXIX; 193—203. 1 Tafel.
Von Vertretern der diluvialen Steppenfauna finden Erwähnung:
Cricetus phaeus, Cr. vulgaris, Lagomys pusillus, Arvicola arvalis,
Spermophilus aus einer Höhle bei Kassa; Cricetus vulgaris und Arvicola
aus einer Höhle, 2000 m, in der Tatra; Sorex gracilis, Crocidura gibbe-
rodon, Arvicola spec., Cricetus nigricans, Cr. arenarius aus einem
Steinbruch bei Baranya; Arctomys bobac von Kolozsvär; Equus foss.,
Cricetus vulgaris, Arvicola terrestris, Canis vulpes u. Cervus elaphus
aus den Erdelyer Höhlen.
Pappenheim, A. Von den gegenseitigen Beziehungen der ver-
schiedenen farblosen Blutzellen zu einander. Arch. Path. Anat.
CLIX, 40—85; ıbid. CLX, 1—19, 307—324; 2 Figuren.
Paravieini, Gius. Neonato mostruoso dı Felis catus. Boll. Scient.
Maggi, Zoja ece. XXI, 115—119.
Parke, Chas. A. Remarks on a curious felt-like Mass ef Fur from
an Angora Cat. Journ. Cincinn. Soc. Nat. Hist. XVI (1893), 99—100.
Parker, &. H. und Bullar, €. The arrangement of the mammary
glands in litters of unborn pigs. Auszug: Science, N. S. XI, 108.
Parker, W. H. und Graham, Lusk. On the maxımum Produktion
of Hippurie Acid in Rabbits. Amer. Journ. Physiol. IX, 472—484.
Parsons, F. &@. The Joints of Mammals compared with those of
Man. Part II. With 10 figs.. Journ. Anat. and Physiol. XXXIV,
301—323.
Vergleichend anatomische Untersuchungen der Gelenke der hinteren
Extremität von Satyrus, Lemur, Pteropus, Erinaceus, Talpa, Pinni-
pediern, Elephas, Dama, Capra, Equus, Dipus, Hyrax, Dasypus, Bra-
dypus, Ornithorhynchus und Echidna.
Parsons siehe auch Windle und Parsons.
Patten, Charles (1). Form and Position of Thoracıe and Abdominal
Organs in Lemur. With 3 figs. Journ. Anat. and Physiol. XXXIV.
— Trans. Acad. Med. Ireland XVII, 652—-677;, 4 Tafeln.
— (2). Note on the Configuration of the Heart in Man and some
other Mammalıan Groups. With 3 pls. and 1 fig. in the text. Journ.
Anat. and Physiol. XXXV, 70—82.
Paterson, A. M. The Sternum, its early Development and Ossi-
fication in Man and Mammals. With 2 pls. Journ. Anat. and Physiol.
XXXV, 21—32, Tafel 2 und 3.
Patterson, Robert (1). Whiskered Bat (Vespertilio mystacinus)
in Co. Down. Irish Naturalist IX, 162.
— (2%). Martens (Martes sylvatica) in North of Ireland. 1. c. 162.
— (3). Marten (Martes sylvatica) in Co, Londonderry. 1. c. 186,
54 I. Mammalia für 1900.
Notes on Irish Cetacea. 1. c. 210—212.
Bats in the North of Ireland. 1. c. 233.
. The Vision of Whales. 1. c. 273.
Vespertilio Nattereri Kuhl in Co. Autrim. 1. c. 274.
. The Disappearance of the Fox from Co. Autrim. 1. e. 275
— mn nn nn
je OS U
— 277.
Paulli, S. (1). Über die Pneumaecität des Schädels bei einigen
Säugethieren. Eine morphologische Studie. 2. Über die Morphologie
des Siebbeins und die der Pneumacität bei den Ungulaten und Probos-
ciden. Morph. Jahrb. XX VIII, 179—251; 44 Figuren und Tafel 8—14.
— (2). Über die Morphologie des Siebbeins und die der Pneu-
macität bei den Insektivoren, Chiropteren, Carnivoren, Pinnipediern,
Edentaten, Rodentia, Prosimiern, und Primaten. 1. c. 483-564;
36 Figuren und Tafel 27—29.
Pavlow, A. Über das Skelet eines auf dem Kalugaplatz zu Moskau
gefundenen Mammuth. Bull. Soc. Nat. Moscou 1899—1900, 82—83.
Pavlow, Marie. Etudes sur l’histoire paleontologique des Ongules.
VII. Artiodactyles anciens. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1900, 62 p.,
2 Tafeln.
Fossile Artiodactylen Nordamerikas und Europas, speciell Russ-
lands. Anthracotherium rütimeyeri spec. nov.
Pavlow, ... (1). Les voies descendantes des tubercules quadri-
jumeaux superieurs. Le Nevraxe Louvain I, 59—75, 131—136;
13 Figuren.
— (2). Les connexions centrales du nerf optique chez le Lapin.
l. c. 237—246; 2 Figuren.
— (3). Quelques points concernant le röle physiologique du
tubercule quadrijumeau superieur, du noyau rouge et de la substance
reticulaire de la calotte. 1. c. 333—338.
Pays-Mellier, 6. Acclimatation, reproductions, et elevages de
Mammiferes ayant vecu ou vivant encore dans le Parc de la Pataudiere
(Indre-et-Loire),. Rev. Sci. Nat. appl. 1899, 137—154, 171—177,
313—336.
Peter, Karl. Anlage und Homologie der Muscheln des Menschen
und der Säugethiere. Mit I Tafel und 9 Figuren im Text. Arch. Micr.
Anat. LX, 339—367.
Petersen, €. G. Joh. siehe Madsen, Müller ete.
Philippi, R. A. Figuras i descripciones de los Murideos de Chile. _
1900, No. 14; 70 p. 25 pls.
Beschreibung von 64 neuen Hesperomys-Arten.
Philippson, M. siehe Krause und Philippson.
Piaz, G. del (1). Sopra aleuni resti di Squalodon dell’arenaria
Miocenica di Belluno. Palaeontogr. Ital. VI, 303—314, Tafel 26—29.
Squalodon bariensis bellunensis subspec. nov.
— (2). Sulla fauna fossile della grotta di S. Dona di Lamon.
Attı Soe, Ital. XXXIX, 51—53.
I. Mammalia für 1900. 55
Plato, J. Über die „vitale‘“‘ Färbbarkeit der Phagocyten des
Menschen und einiger Säugethiere. Arch. Mikr. Anat. LVI, 868—917,
Tafel 35.
Pocock, R. 3. (1). Hybrid Dog and Fox. Zoologist (4) IV, 477
—478.
Angeblicher Wolf von Worcestershire im Museum zu Worcester,
soll ein Bastard von Hund und Fuchs sein. Beschreibung.
— (2%). Descriptions of Three new Forms of Tragelaphus. Ann.
Mag. Nat. Hist. London V, 94—96.
Beschreibung von: Tragelaphus scriptus ornatus subspec. nov. vom
Chobe-Fluss, Tr.ser. fasciatus subspec. nov. von San Morettu am Webbe-
fluss, Somaliland, Tr. delamerei spec. nov. von Sayer, Somaliland.
— (3). Antelopes and their Recognition. Marks Nature London
CXIL, 584—586; 2 Figuren.
Die Tragelaphinae unterscheiden sich von einander durch ihre
verschiedene Grösse und Färbung. Die ursprüngliche Färbung der
Stammform war rötlich, mit weissen Streifen an den Seiten und eben-
solchen Flecken am Halse. Verf. erblickt hierin Mimiery im Gegen-
satz zu Wallace, der die Zeichnung als Erkennungsmerkmal auffasst.
— (4). Secondary Sexual Charakters and the Coloration of the
Prongbuck. Ibid. LXIII, 157.
Poljakoif, P. Biologie der Zelle. I. Die Zellenvermehrung durch
Teilung. Arch. Mikr. Anat. LVI, 95—132, 377; 11 Figuren, Tafel 6 u. 7.
Indirekte und direkte Kern- und Zellteilung in den Bindegewebs-
zellen von Cavia cobaya.
Pontier, ... Les olives du bulbe chez ’Homme et les Mammi-
feres. These Lille, 78 pag., 7 Taf.
Pontier, .... et Gerard, 6. (1). De l’entre-croisement des pyra-
mides chez le Rat; leur passage dans le faiseau de Burdach. — Note
preliminarire. ©. R. Soc. Biol. Paris LII, 703— 704.
— (2). De l’entre-croisement des pyramides chez le Rat. Leur
passage dans le faisceau de Burdach. Bibl. Anat. Paris VIII, 186—190;
Fig.
Porchio, B. Differenze tra mammiferi ed uccelli: comparazioni
zoologiche. Lucera, stamp. editrice, 1897, 8°. 19 p.
Pousargues, E. de (1). Note sur Hylobates nasutus A. M. Edw.
Bull. Mus. Hist. Nat. Paris 1900, 272—275.
Geographische Verbreitung von Hylobates concolor, H. syndactylus
H. mülleri, H. funereus, H. leuciscus, H.javanicus, H.pileatus, H. na-
sutus, N. hainanus. Nomenclatur.
— (2). Sur un nouveau Colobe decouvert par M. Ed. Foa sur la
rive occidentale du lac Tanganyica. Bull. Mus. Paris 1899, 278—280.
Beschreibung von Colobus foai spec. nov.
Pressentin-Rautter, Botho von. Geweihwechsel. Hubertus 1900,
104 u. 217.
Verhalten des Hirsches beim Abwerfen der Stangen, Folgen der
Kastration.
56 I. Mammalia für 1900.
Primrose, St. (1). The Anatomy of the Orang-Outang. With
6 pls. Univ. Toronto Anat. Ser. I, 1—94.
— (2). The Anatomy of the Orang Outang (Simia satyrus).
An Account of some of its external characteristics: and the myology
of the extremities. With 4 pls. Trans. Canad. Instit. VI, 507—598.
Pugnat, Amed. Note sur la regeneration experimentale de l’ovaire.
C. R. Soc. Biol. Parıs LII, 265—266.
Experimentelle Untersuchungen an Lepus cuniculus.
Rabaud, Et. et Monpillard, Fern. Atlas d’histologie normale.
Principaux tissus et organes. Paris, 89 pag., 50 Tafeln.
Randolph, Rob. L. The regeneration of the crystalline lens.
An experimental study. J. Hopkins Hosp. Rep. Baltimore IX, 237
— 263; 6 Figuren.
Experimentelle Untersuchungen an Lepus cuniculus.
Ranvier, L. (l). Sur l’activite plastique des cellules animales.
C. R. Acad. Sc. Parıs CXXX, 149—168, Tafel 6.
— (2). Des clasmatocytes. Arch. Anat. Micr. Paris III, 122
—139, Tafel 6 u. 7.
Raspail, Xaver. Action morbifique d’une impression morale chez
-un chien. Revue Scientif. (4) XIV, 25—26.
— (2). Sur l’action morbifique d’une impression morale chez un
chien. Bull. Soc. Zool. France XXV, 52—57.
Rawitz, Bernhard (1). Bemerkungen zu Herrn Vanhöffens Be-
rıchtigung. Zool. Anz. XXIII, 186—189.
Megaptera boops betr.
— (2). Die Anatomie des Kehlkopfes und der Nase von’ Phocaena
communis. Internat. Mtsschr. f. Anat. u. Physiol. XVII, 245—254,
Tafel 7—10.
Verf. untersucht Kehlkopf, Nase, Muskulatur des Larynx, die des
Zungenbeins und der Zunge, Nasensäcke und Nasengänge, die Mus-
kulatur des Gesichtes, den weichen Gaumen und seine Beziehung zum
Larynx. Angaben über die Tuba Eustachii und die Stirnhöhlen.
— (3). Trattato di istologia normale: 1 a traduz. ital. sull’ ultima
ediz. tedesca con note ed aggiunte originali per cura di R.Versari. Roma,
355 pag. Fig.
Reddingius, R. A. Über die Kernkörperchen. Arch. Path.
Anat. CLXII, 206—221, Tafel 8 u. 9.
Recker, H. Das Leben der Schnabelthiere. XXVIII. Jahres-Ber.
Westphäl. Prov. Ver., 22—27.
Regaud, Cl. (1). Quelques details sur la division amitotique des
noyaux de Sertoli chez le rat. — Sort du nucl&ole. — Deux varietes
d’amitose: &quivalence ou non &quivalence des noyaux-fils. Avec.
15 figs. Verh. Anat. Ges. 14. Vers., 110—124.
— (2). Note sur le tissu conjonetif du testicule chez le Rat.
C. R. Soc. Biol. Parıs LII, 26—27, 53—55.
Ueber das Bindegewebe des Hodens von Mus.
©. — (8). Degenerescence des cellules seminales chez les Mammiferes;
en l’absence de tout etat pathologique. 1. c. 268—270.
I. Mammalia für 1900. 57
— (4). Evolution teratologique des cellules seminales chez les
Mammiferes. Cellules geantes naines et a noyaux multiples. 1. c.
293 —294.
— (5). La pretendue division directe des spermatides chez les
Mammiferes. 1. c. 328—329.
— (6). Note sur certaines differentions chromatiques observees
dans le noyau des spermatocytes du Rat. 1. c. 698—700.
— (9). La seeretion liquide de l’epithelium seminale; son pro-
cessus histologique. 1. c. 912—914.
— (8). Les phases et les stades de l’onde spermatogenetique chez
les Mammiferes (Rat). Classification rationelle des figures de la sperma-
togenese. 1. c. 1039—1042.
— (9). Direction helicoidale du mouvement spermatogenetique
dans les tubes seminiferes du Rat. 1. c. 1042—1044; 2 Figuren.
— (10). Variations de la secretion liquide de l’epithelium seminal
suivant les stades de l’onde spermatogenetique. 1. c. 1078—1080.
— (11). Les phenom£nes secretoires du testicule et la nutrition
de l’epithelium seminal. 1. c. 1102—1104.
— (12). Evolution teratologique des cellules seminales; les
spermatides a noyaux multiples chez les Mammiferes. Avec 12 figs.
Bibliogr. Anatom. Paris VIII, 24—42.
— (13). A propos des cellules seminales teratologiques. 1. c.
224—226.
— (14). Origine des vaisseaux Iymphatiques de la glande mam-
maire. Relation entre la richesse des radicules Iymphatiques et la
facılite plus ou moins grande du drainage de la Iymphe dans le tissu
conjonctif. 1. c. 261—265.
Die Lymphgefässe ein und desselben Organs varııren bei ver-
schiedenen Thieren sehr.
Rehn, James A. 6. (1). Notes on Chiroptera. Proc. Ac. Nat. Hist.
Philadelphia 1900, 755— 759.
Eptesius arge von Sao Joao, Brasilien; Uroderma bilobatum
ebendaher; Artibeus eva von Westindien; Sphaeronycteris toxo-
phyllum von Peru. Untersuchungen am Schädel.
— (2). On the Linnean Genera Myrmecophaga and Didelphis.
Amer. Naturalist 1900, 575—577.
Falcifer gen. nov. für Myrmecophaga jubata L. Die Type für
Myrmecophaga ist Myrmecophaga tetradactyla.
— (3). A Correction relative to the Tarsier. Proc. Biol. Soc.
Washington XII, 166.
— (4). An older Name for the Aard Vark. 1. c. 166.
Orycteropus afer nec afra.
— (5). An older Name for the Otogona. 1. c. 166.
ÖOchotona davuricus.
— (6). The Proper Name of the Viscacha (Viscacia viscacia).
166—167.
— (2). An older Name for the Norway Rat. 1. c. 167.
Mus norvegicus.
58 I. Mammalia für 1900.
Reichenau, W. von. Notizen aus dem Wuseum zu Mainz. Neues
Jahrb. Min., Geol. u. Palaeont. 1900, II; 52—62.
Die Mosbacher Fauna ist vertreten durch: Elephas trogontherii,
E. antiquus, Rhinoceros etruscus, Rh. mercki, Bison priscus, Alces
latifrons, Cervus elaphus, Capra aegagrus, Capra (Caprovis) savini,
Trogontherium cuvieri, Castor fiber, Arctomys marmotta, Ursus
spelaeus und Equus caballus; Dinotherium giganteum, Mastodon
longirostris, M. angustideus und M. arvernensis.
Reichenbach, RS. von, Über Rhinoceros-Reste im Museum zu
Leiden. Sammilg. Geol. Mus. Leiden (2) II, 93 p., 2 pls.
Reiniger, A. Anatomie und Ontogenie der beiden Dentitionen von
Lepus cuniculus. Dissertation Erlangen. 29 pag. Taf.
Renshaw, Graham. Equus quagga. Zoologist (4) IV, 186.
Anfrage über das eventuell in Museen befindliche Material.
Repetta, R. siehe Fermi und Repetta.
Retterer, Ed. (1). Duree de la gestation dans les Cochons d’Inde.
C. R. Soc. Biol. Parıs LII, 55—58.
66 Tage.
— (2). Sur les premiers developpements des ganglions Iymphati-
tiques. 1.c. 281—284.
— (3). Structure et evolution des ganglions Iymphatiques du
Cobaye. 1. c. 334—337.
— (4). A propos des follicules clos de P’amygdale. 1. c. 346—349.
— (5). Histogenese et structure comparees des amygdales et des
PAIERENN Iymphatiques. 1. c. 349—351.
— (6). Note technique sur les follicules clos de l’amygdale.
l. c. 486—488.
— (9%), L’epithelium qu’on pretend infiltre de leucocytes est
du tissu epithelial hyperplasie. 1. c. 489 —491.
- — (8). Evolution morphologique de l’amygdale du Chien. |. e.
513—516.
— (9). Specifieite et transformations cellulaires. 1. ce. 655—699.
— (10). Recherches experimentales sur l’elaboration d’hematies
par les ganglions Iymphatiques. 1. c. 1123—1126.
— (11). Evolution morphologique de l’amygdale du Chien.
XIII. Congr. Internat. Med., Section d’Histologie, 96—112.
— (12). Developpement et structure des ganglions Iymphathiques
du Cobaye. 1. c. 113—129.
— (13). Histogenese du grand epiploon. Developpement des
globules rouges et des capillaires. Cinquantenaire Soc. Biol. Paris,
451—479, Taf.
— (14). Similitude des processus histogenetiques chez l’embryon
et l’adulte. Journ. Anat. Physiol. Paris XXXVI, 358—386.
— (15). Evolution du cartilage transitoire. 5 Figuren. 1. ce.
467—565, Tafel 15—17.
Retzius, 6. (1). Weiteres zur Frage von den freien Nerven-
endigungen und anderen Strukturverhältnissen in den en
Biol. Unters. Retzius (2) IX, 69—76, Tafel 13—15.
I. Mammalia für 1900. 59°
Untersuchungen an Felis domestica und Lepus cuniculus.
— (2). Zur Kenntnis der Gehörschnecke. 1. c. 77—82.
Histologie der Deiters’schen Zellen von Lepus cuniculus.
— (3). Das Gehirn von Ovibos moschatus. 1. c. 97—108; 2 Fig.,
Tafel 13.
Das ganze Gehirn (Furchen und Windungen) ist viel primitiver
als bei den übrigen Ungulaten.
— (4). Zur Kenntnis der Entwicklungsgeschichte des Rennthieres
und des Rehes. 1. c. 109—117; Tafel 24—28.
Verf. beschreibt junge Embryonen von Capreolus vulgaris und
Rangifer tarandus.
Rhoads, Sam. N. A new Weasel from Western Pennsylvania.
Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1900, 751—754.
Putorius allegheniensis spec. nov.
Ridley, H. N, On the use of the Slow Loris in Malay medicine.
Journ. Straits Asıat. Soc. XXXIV, 31—34.
Nycticebus tardigradus.
Rina, S. €. e Monti, A. Össervazionı su le Marmotte ibernantı.
Rend. Ist. Lombardo (2) XXXIII, 372—381.
Beobachtungen über den Winterschlaf von Arctomys marmotta.
Robertson, W. F. Normal and Pathological Histology of the
Nerv-Cell. Brain XXI, 203—327; 3 Tafeln und Figuren im Text.
Rörig, A. (1). Einiges über Cerviden. Zoolog. Garten XLI, 367
—379; 1 Tafel.
Berichte über Kreuzungen von Cervus lühdorfi X C. canadensis,
C. canadensis X C. elaphus, Hyelaphus porcinus X Üapreolus vul-
garis, C. elaphus X C. axis. Von Axishirsch und Edelhirsch existirte
ein Bastard viele Jahre in Coburg. Veränderungen am Geweih.
— (2). Über Geweihentwieklung und Geweihbildung. I. Ab-
schnitt: Die phylogenetischen Gesetze der Geweihentwicklung. Arch.
Entw. Mech. X, 525—617; Tafel 5—12.
Verf. führt alle Geweihe auf 2 Gabelformen zurück, solche, die
sich nahe am Rosenstock befinden und solche, die weiter davon ent-
fernt sind. Die erstere, häufigere, zeigen die altweltlichen Hirsche
(im Miocän vorgebildet bei Dierocerus furcatus), die andere die autoch-
thonen amerikanischen Cerviden (vorgebildet im Miocän durch
Dierocerus anocerus). Durch functionelle Anpassung haben sodann
die Geweihe z. Th. andere Formen (Schaufeln ete.) erhalten.
— (3). I. Abschnitt. Die Geweihentwicklung in histologischer
und histogenetischer Hinsicht. 1. c. 618—644, Tafel 13.
Roger, Otto. Über Rhinoceros Goldfussi Kaup. und die anderen
gleichzeitigen Rhinocerosarten. Mit 2 Tafeln. XXXIV. Ber. Naturw.
Ver. Schwaben und Neuburg, 1—52.
Roger, H. et Ghika, €. Recherches sur l’anatomie normale et
pathologique du thymus. Journ. Physiol. Path. Gen. Paris II, 712
6
Untersuchungen an Felis domestica, Lepus euniculus, Cavia cobaya
und »Mus.
60 I. Mammalia für 1900.
Roger, H. et Josue, ... Des modifications histologiques de la
moelle osseuse dans l’inanition. ©. R. Soc. Biol. Paris LIl, 417—419.
Rohnstein, R. Zur Frage nach dem Vorhandensein von Nerven
an den Blutgefässen der grossen Nervencentren. Arch. Mikr. Anat.
LV, 576—584. Fig.
Verf. findet, trotzdem er die verschiedensten Methoden anwendet,
bei Lepus cuniculus, Mus, Cavia cobaya, Canis familiarıs und Felis
domestica keine Nerven an den Blutgefässen der grossen Nerven-
centren (Grosshirn, Kleinhirn, Rückenmark, verlängertes Mark).
Rollinat, R. et Trouessart, E. Sur le sens de la direction chez
les Chiropteres. ©. R. Soc. Biol. Paris LII, 604—607.
Experimentelle Untersuchungen an Vespertilio und Rhinolophus.
Romiti, Gugl. (1). Il significato morfologico del processo mar-
ginale nell’ osso zigomatico umano. Con 1 tav. Atti Soc. Tosc. Se.
Nat. Pisa XVII, 3—12.
— (2%). Sui nervi nei denti. Una rivendicazione. Nota storico-
critica. Ricerche Fis. L. Luciani Milano, 149—150.
Verf. kritisirt eine im Jahre 1869 von Inzani erschienene Arbeit.
Rossinsky, Demetr. Der Maulwurfsbau. Mit 2 Tafeln und 4 Abb. im
Text. Zool. Jahrb., Abt. f. Syst. XIII, 2837—298.
Rostrup, E. siehe Madsen, Müller etc.
Roth, Santiago. Some Remarks on the latest publications of
Fl. Ameghino. With 5 figs.. Amer. Journ. Sc. (Silliman) (4) IX, 261
— 266.
Rothe, ... Zum Gehörsinn des Rothwildes. Deutsche Jäger-
Ztg. XXXVI, 202.
Hört bis auf 400 Schritt sehr scharf.
Rothmann, Max. Über die Pyramidenkreuzung. Arch. Psychiatr.
Nervenkrankh. XXXIII, 292—310.
Rothschild, The Hon. Walther. On a new race of lbex, Capra
sibirica Iydekkeri subspec. nov. With I pl. Novit. Zool. Tring VIIT,
277 —278.
Roud, Aug. Contribution a l’etude de l’origine et de l’&volution
de la thyroide laterale et du thymus chez le Campagnol. Bull. Soe.
Vaud. Sc. Nat. (4) XXXVI, 239—300. Tafel 10—14.
Rouget, Ch. La phagocytose et les leucocytes hematophages.
©. R. Soc. Biol. Paris LII, 307—309.
Verf. beansprucht die Priorität wegen seiner 1874 erschienenen
Arbeit über „‚blutfressende Leucocyten“.
Roux, 3. Ch. Note sur l’origine et la terminaison des grosses
fibres & myeline du grand sympathique. C. R. Soc. Biol. Paris LII,
735— 736.
Die dicken myelinhaltigen Nervenfasern des Sympathicus (bei
Felis domestica) haben ihren Ursprung in den Spinalganglien.
Roux, W. (1). Bemerkungen zu OÖ. Schultze’s Arbeit über die
Notwendigkeit der ‚freien Entwicklung‘ des Embryo. Arch. Ent-
wicklungsmech. IX, 479—493. .
I. Mammalia für 1900. 61
— (2). Berichtigungen zu O. Schultze’s Arbeit: Über das erste
Auftreten der bilateralen Symmetrie. 1. ce. 494—499.
— (3). Berichtigungen‘zu O. Schultze’s jüngstem Aufsatz über
die Bedeutung der Schwerkraft ete. ibid. X, 244—255.
Rozeray, A. Etude sur les races bovine normande et parthenaise.
Avec grav. et carte. Nioct, libr. Clouzot, 1900. 8°. 59 p. 1,25 fre.
Ruffini, A. Distribuzione dei nervi e loro terminazione nella milza
di Cavia, Rana, Salamandra, e Pipistrello.. Boll. Soc. Med. (7) XI,
630—632.
Rutot, A. Sur la distribution des industries paleolithiques dans
les couches quaternaires de la Belgique. L’Anthropologie 1900, 422
—423.
In den pleistocänen Schichten Belgiens wurden gefunden: Bison
europaeus, Elephas antiquus, Rhinoceros mercki u. Rh. tichorhinus,
Hippopotamus major; Equus caballus, Megaceros hibernicus, Ursus
spelaeus und Felis spelaea.
Sabrazes, I. et Muratet, L. (1). Nume£ration des elements cellulaires
contenus normalement dans la serosite peritoneale du boeuf. C. R.
Soc. Biol. Paris LII, 1077—1078.
— (2). Erythrocyten und Blutplättchen. Arch. Ital. Biol.
XXXIII, 344-348. — Giorn. Accad. Med. Torino LXIII, 37—40.
— (3). Über das Knorpelfett. Arch. Path. Anat. CLIX, 152—173,
Tafel 5 u. 6. — Arch. Ital. Biol. XXXII, 415—435. Tafel.
Untersuchungen an Lepus cuniculus, Mus, Cavia cobaya, Canis
familıarıs, Ovis arıes
— (4). Formule cytologique des liquides sereux contenus normale-
ment dans la plevre et dans le peritoine du Boeuf. — C. R. Acad. Sc.
Paris CXXXI, 1312—1314.
Sacerdotti, €. (1). Verhältnis der Erythrocyten zu den Blut-
plättchen im Blute der Säuger. Anat. Anz. XVIII, Ergänzungsheft.
— Verhdlgn. Anat. Ges. 14. Versig. 147—148.
Sala, 6. Beitrag zur Kenntnis der markhaltigen Nervenfasern.
Anat. Anz. XVIII, 49—55, Tafel 1. — Vorläuf. Mitth.: Verh. Anat. Ges.
41. Vers. 176—178.
Untersuchungen an Canis familiarıs.
Sallustien, Frere Joseph. Faune de la grotte de Seynes, Canton
de Vezenobres. Ref. in L’Anthropologie 1900, 454—455.
Knochen vom Höhlenbär, Höhlenlöwe, Wildschwein, Wolf, Reh,
Rind und Ziege.
Salvi, Giunio (1). Arteria dorsalis pedis, ricerche morfologiche e
comparative. Con 22 fig. nel testo. Atti Soc. Tosc. Sc. Nat. Pisa XVII,
13—52.
— (2%) Arteria dorsalis carpi. Contributo alla morfologia della
circolazione nell’ arto toraeico. 1. c. 167—185; 11 Figuren.
Salzmann, M. (1). Zonula ciliaris und ihr Verhältnis zur Umgebung.
Centralbl. Physiol., XIII, 797—800.
— (2). Die Zonula ciliaris und ihr Verhältnis zur Umgebung.
Eine anatomische Studie. Apart: Wien. 90 pag. u. 20 Figuren.
693 I. Mammalia für 1900.
Sänchez, y Sänchez, Domingo. Los Mamiferos de Filipinas. Con
tinuacion. Anales Soc. Esp. Hist. Nat. XXXIX. 177—256.
Satunin, Konstatin A. (1). Eine neue Springmaus aus der Kir-
gisensteppe. Alactaga Suschkini n. sp. Zool. Anz. XXIII, 137—140;
1 Figur.
Am nächsten verwandt mit dieser neuen Art ist A. mongolica.
In Bezug auf Grösse steht sie zwischen A. saliens und A. williamsi.
— (2). Die kaukasischen Mesocricetusarten nebst Beschreibung
einer neuen Art, Mesocricetus Koenigi n. sp. 1. ec. 301—305; 1 Figur.
Beschreibung des äusseren Habitus und des Schädels. Meso-
ericetus Koenigi kommt neben M. brandti in Transkaukasien vor.
— (3). Über die Igel des russischen Reiches. Mit 1 Tafel.
(Russisch). Trav. Soc. Natural. Kasan XXXIII, 1—25.
Sehäfer, .... Über das Rehgeweih und die Anlage einer dies-
bezüglichen Sammlung im Museum der Pollichia. Festschrift zur
60 jährigen Stiftungsfeier der Pollichia.
Sehäft, Ernst (1). Das Schicksal der höheren Tierwelt. Weid-
mann XXXI, 300 ff.
Erwähnung finden von Säugethieren: Europa: Biber, Nörz,
Wildschwein, Rotwild, Steinbock, Wisent. Asıen: Wildschafe,
Zobel, Seeotterr. Amerika: Gabelantilope, Bison, Wapiti, Vir-
ginischer Hirsch, Bär. Afrika: Giraffe, Elephant, Antilopen,
Nilpferd. Australien: Känguruh, Dingo, Beutelwolf. — See-
säugetiere.
— (2). Rehbocksgehörn mit doppelten Rosen. Deutsche Jäger-
Ztg. XXXVI1, 185.
Unter den Stangen einer nicht abgeworfenen Krone brachen die
Kronen der neuen Stangen hervor.
Scharff, R. F. (I). Mormoptorus Whitleyi — a new Species of
Bat from W.-Africa. Ann. Mag. Nat. Hist. London (6) VII, 569—570.
Beschreibung des äusseren Habitus, Zahnformel. Fundort: Benin.
Abbildung des Kopfes von der Seite und von oben.
— (2). A List of the Irish Cetacea Wales, Porpoises and Dolphins.
Irısh Naturalist IX, 83—91; 2 Tafeln.
Schauenburg, ... Welche Tiere fischen? Waidwerk in Wort
und Bild IX, 241.
Als Fischräuber werden erwähnt: Fuchs, Hauskatze, Iltis, Wiesel,
Wasserratte und Otter.
Scheibler, F. Sette anni di caccia grossa e note di viaggio in
America, Asia, Africa, Europe. Milano, 8°. 525 p. Illustr.
Schellenberg, Kasp. Untersuchungen über das Grosshirnmark
der Ungulaten. Mit 4 Tafeln und 44 Figuren im Text. Jena. Ztschr.
Naturw. XXXIV, 113—214.
Untersuchungen an Capra hircus, Ovis aries, Bos taurus, Equus
caballus und Sus serofa domestica.
Schellendorf, Bronsart von (1). Tierbeobachtungen und Jagd-
geschichten aus Ostafrika. Berlin, Kolonial-Verlag.
Nashorn, Elephant, Elenantilope.. Wildschutz, Tierzucht.
I. Mammalia für: 1900. 63
— (2). Über Wildschutz in Ost-Afrika. Aus dem Walde 1900, 6.
Jagdmethode der Eingeborenen. Zähmungsversuche mit Zebras
und Antilopen.
Schimkewitsch, W. Über einen Fall von Heteropie der Haare.
Mit 1 Tafel. (Russisch). Trav. Soc. Imp. Natural St. Petersbourg
XXX, 21—34.
Schlosser, Max (1). Die Ausgrabungen im Dürrloch bei Schwaig-
hausen nordwestlich von Regensburg. Corr.-Bl. Deutsch. Anthrop.
Ges. 1900, 41—46.
Verf. fand in drei von ihm unterschiedenen Schichten (schwarze-
historische-, grauschwarze-neolithische- u. gelbe ‚Schicht) Reste von:
Talpa Plecotus, Felis domestica, Felis catus, Hyaena spelaea, Mustela
martes, Gulo borealis, Meles taxus, Ursus aretos, U. spelaeus, Canis
vulpes, ©. lupus, Leucocyon lagopus, Hystrix leucura, Myodes lem-
mus, Cricetus vulgaris, Microtus amphibius, Lepus timidus, Equus
caballus, Rhinoceros?, Rangifer tarandus, Cervus elaphus, Capreolus
capreolus, Bison priscus, Sus scrofa ferus und Elephas primigenius.
— (2). Cricetus phaeus, fossil bei Velburg. 1. c. 46.
— (3). Parailurus anglicus und Ursus Böckhi aus den Ligniten
von Baroth Köpeez in Ungarn. Mitth. Jahrb. Kgl. Ung. Geol. Anst.
Budapest XIII, 67—95, 3 Tafeln.
— (4). Die neueste Literatur über die ausgestorbenen Anthro-
pomorphen. Zoolog. Anz. XXIII, 289—301.
Mit Fundortsangaben von Pliopithecus.
— (5). Ursus oder Ursavus, oder Hyaenarctos. ÜOentralbl. Mineral.
1900, 261—265. Mit Figuren.
Schmaltz, R. Atlas der Anatomie des Pferdes. Theil 1: Das Skelet
des Rumpfes und der Gliedmassen. Berlin. 7 pag., 23 Tafeln.
Schmeil, ©. Text-Book of Zoology, treated from a Biological
standpoint. Part I. Mammals. Translated by R. Rosenstock and
edited by J. T. Cunningham. London 1900. 138 p. Illustr.
Schneider, Ludwig. Prähistorische Forschungen in Böhmen.
Verhandlungen der Berl. Ges. Anthr. 1900, 173—188.
Mammuthskelet aus einer Ziegelei bei Königgrätz.
Schoenfeld, H. La spermatogenese chez le Taureau. Communi-
cation preliminare. Bibl. Anat. Paris VIII, 74—98; 31 Figuren.
Schöppler, Hermann. Über die feinere Struktur der Hirnarterien
einiger Säugetiere. Anat. Hefte (1) XV, 267—299, Tafel 28—31.
Untersuchungen an Equus caballus, Sus scrofa domestica, Bos
taurus, Lepus cuniculus und Canis familariıs.
Schreiner, ... Einbürgerung von Murmeltieren. Weidmann
XXXI, 382.
Einbürgerungsversuche in Aflez, Steiermark.
‘ Sehriever, ©. Die Darmzotten der Haussäugetiere. Beitrag zu
deren vergleichenden Anatomie, Histologie und Topographie. Giessen
1899. 55 pag.
64 I. Mammalia für 1900.
Schröder, Henry. Schädel eines jungen Rhinoceros antiquitatis
Blumenb. Jahrb. Kgl. Pr. Geol. Landesanstalt u. Berg-Akad. in Berlin,
XX, 286—290; 1 Tafel.
Schädel von Pössnek in Thüringen. Die von Pavlow als Rh. lepto-
rhinus bestimmten Schädel von Kiew und Moskau gehören Rh. anti-
quitatis an.
Schultze, 0. Zur Frage von der Bedeutung der Schwerkraft für
die Entwicklung des thierischen Embryos. Mikr. Anat. LVI, 309—334.
Schulze, Erwin. Catalogus Mammalium europaeorum. Ztschr.
Naturw. Halle LXXIII, 187—224.
Schulze, Walter. Die Bedeutung der Langerhans’schen Inseln
ım Pancreas. Arch. Mikr. Anat. LVI, 491—509, Tafel 21.
Untersuchungen an Cavia cobaya.
Schumacher, Sigmund von. Über die Natur der eirculären Fasern
der capillaren Milzvenen. Anat. Anz. XVIII, 27—30.
Selater, P. L. (1). Exhibition of a Photograph of, and Remarks
upon a young specimen of the Rocky Mountain Goat (Haploceros
montanus). Proc. Zool. Soc. London 1900, 1.
(2). On a new Species of Reedbuck. 1. c. 429—430; mit Tafel 26.
‘ Cervicapra thomasinae spec. nov. vom Songwe River.
(3). Remarks on the Herd of Barbary Apes on the Rock of Gi-
braltar. 1. c. 773—774.
Die derzeitige Anzahl wird auf 120 Individuen geschätzt.
(4). The Mammals of South Africa. Vol. I. Primates, Carnivora
et Ungulata. With map and 80 text-cuts. London, R. H. Porter.
1900. 8°. 324 p.
Sclater, P. L. and Thomas, Oldf. The Book of Antelopes. Parts
XV— XV.
Seott, F. H. The Structure, Micro-Chemistri and Development
of Nerve Cells, with Special Reference to their Nuclein Compounds.
Trans. Canad. Inst. Toronto VI, 405—438.
Seott, M. B. (1). On the Miocene Fauna of Patagonia. Nature,
London LXII, 589.
— (2). The Mammalian Fauna of the Santa Cruz Beds of Pata-
gonia. Science N. S. XII, 927—940.
Seabra, A. F. de (I). Sobre um charactere importante para a
determinacao dos generes e especies dos „Microchiropteros“ e lista
dos especies d’este grupo existentes nas colleccoes do museo nacional. -
Jorn. Math. Phys. Nat. Ac. Sc. Lisboa (2) VI, 16—35, 76—89. a
Drei neue Species von Nyctinomus. |
— (2). Mamiferos do Portugal no Museo de Lisboa. 1. c. 90—115.
— (3). Diagnoses de quelques nouvelles especes et varietes de
Chiropteres d’Afrique. 1. c. 116—128.
Selenka, E. (1). Menschenaffen (Anthropomorphae). Studien
über Entwicklung und Schädelbau. III. Entwicklung des Gibbon
(Hylobates) und Siamanga. Fortsetzung. Mit 1 Tafel und 38 Ab-
bildungen im Text. Wiesbaden, Kreidel’s Verlag 1900. 4°. M. 10,65.
I. Mammalia für 1900. 65
— (2). Über ein junges Entwicklungsstadium von Hylobates
Rafflesii. Sitz.-Ber. Ges. Morph. Phys. München XV, 113.
Selous, F. €. Sport and Travel, East and West. London. 8°.
3ll p. Illustr.
Sernander, Rutger. Zur Kenntnis der quartären Säugetierfauna
Schwedens. Mit 5 Figuren. Bull. Geol. Inst. Upsala III (1898),
327—342.
Servestanus, . ... Unsere anhaltischen Biber. Weidmann XXXI,
382.
Schonzeit des Bibers im Herzogthum Anhalt. Sie kommen noch
vor in 8—10 herzoglichen Jagdrevieren, am Kühnauer See, an der
Mulde und an der kleinen Nuthe.
Sfameni, Pasq. (1). Speciali terminazioni nervose trovate nei
piccoli rami dei nervi periferici. Atti Accad. Se. Torino XXXV, 94
—101; Tafel.
Die Nerven des Tastballens bei Canis familiarıs.
— (2). Le terminazioni nervose delle papille cutanee e dello
strato subpapillare nella regione plantare e nei polpastrelli del cane,
del gatto et della scimmia. Con 3 tav. Ann. Freniatr. Sc. affın.
Manicomio Torino. Torino, tip. Spandre 1900. 8°. 42 p.
Shufeldt, R. W. The Osteology of Vulpes macrotis. Journ. Acad.
N. Sc. Philadelphia. 24 pag.
Silantjew, A. (1). Zoologische Untersuchungen auf den Expeditions-
gebieten des Forstdepartements 1894—96. Ztschr. Forst- und Jagd-
wesen 1900, 373. ;
In der Steppe zwischen Don und Wolga wurden gefunden: Ere-
miomys (Lagurus) lagurus, Alactaga jaculus.
— (2%). Die Verbreitung des Bibers in Russland. Ztschr. Gesamt.
Forstwesen 1900, 238,
Die Biber finden sich noch im Gouvernement Perm, Minsk, Mo-
hilew, Kiew, Podolien, Poltawa, Wolhynien, Livland (am Niensen),
Kaukasus und in Sibirien. In Lappland befinden sich nur noch einzelne
Exemplare.
Sixta, V. (1). Der Monotremen- und Reptilienschädel. Eine ver-
gleichend osteologische Untersuchung. Ztschr. Morph. Anthr. 1900, II,
323—364.
— (2%). Vergleichend osteologische Untersuchung über den Bau
des Schädels von Monotremen und Reptilien. Zool. Anz. XXIII,
213—229.
An Monotremen- und Reptilienschädel stimmen in osteologischer
Beziehung überein: Arcus, Cavitas temporalis, Os quadratum, Os squa-
mosale, (ehörlabyrinth, Anwesenheit des Jakobson’schen Organs,
Bau der Kiefer; in anatomischer Beziehung: Beschaffenheit der Ei-
hüllen, des Herzens, des Gefässsystems und des Gehirns; in biologischer
Beziehung: das Eierlegen.
Sjöbring, Nils. Über das Formol als Fixirungsflüssigkeit. All-
gemeines über den Bau der lebenden Zellen. Anat. Anz. XVII, 273
— 304; 3 Figuren. ;
Arch, f. Naturgesch. 69, Jahrg. 1903. Bd. II. H,1. (I.) 5
66 I. Mammalia für 1900.
Sjöstedt, Y. Säugethiere aus Kamerun, West-Afrika. Svenska
Ak. Hdlgr. XXIII, 50 p., 1 Tafel.
Slonaker, James Rollin (1). A Strange Abnormality in the Cir-
culatory System of the Common Rabbit (Lepus sylvaticus). With
1 fig. Amer. Natural. XXXIV, 639—640.
— (2). A preliminary report on the eye of the Mole (Scalops
aquaticus macrhinus). P. Indiana Ac. 1899, 146—149. Mit. Abb.
Smirnow, A. E. (1). Die weisse Augenhaut (Sclera) als Stelle der
sensiblen Nervenendigungen. Vorläufige Mittheilung. Anat. Anz.
XVIll, 76—80; 3 Figuren.
Untersuchungen an Canis familiarıs und Felis domestica.
— (2). Zur Frage von der Endigung der motorischen Nerven
in den Herzmuskeln der Wirbeltiere. 1. ce. 105—115; 3 Figuren.
Betr. Canis famıliarıs, Felis domestica, Lepus cuniculus, Cavia
cobaya und Mus.
Sokolowsky, Alexander. Aus der Biologie des grossen Ameisen-
bären — Myrmecophaga jubata. Zool. Garten XLI, 14—15.
Dieses Thier benutzt während des Schlafes seinen langen buschigen
Schwanz gewissermassen als Decke.
Solger, R. Zur Kenntnis und Beurteilung der Kernreihen im
Myocard. Anat. Anz. XVIII, 115—121; 4 Figuren.
Untersuchungen an Bos taurus.
Sordelli, Ferdinand. (1). Note su alceuni Vertebrati del Civico
Museo di Milano. I. Sulla esistenza del genere Spalax nell’ Africa
Settentrionale. Atti Soc. It. Sc. Nat. XXXVIII, 357—362.
— (2). II. Sul Sorex intermedius, Cornalia. 1. ec. 362—365.
Sornborger, 3. D. Tue Labrador Flying Squirrel. Ottawa Natural.
XIV, 48—51.
Sciuropterus sabrinus makkovikensis subspec. nov.
Sosnowski, Jan. Über die elektrischen Erscheinungen in den Säuge-
thiernerven. Anz. Ak. Wiss. Krakau 1900, 137—151.
Souef, D. le. How does the new born Kangaroo get into the
mothers pouch? Zoologist, (4) IV, 49—50; 1 Tafel.
Die Mutter (Macropus giganteus) hält nur mit den Händen den
Beutel auf und hilft beim Hineinkriechen des Jungen mit dem
Schnauzentheil (Lippen) nach.
Southwell, Thomas. Notes on the Seal and Whale Fishery 1899.
Zoologist, (4) IV, 65—73.
Fangergebnisse. Notizen über Moschusochsen, Ren und Polar-
wolf.
Spencer, Baldwin M. A. A Description of Wynyardıa bassiana,
a Fossil Marsupial from the Tertiary Beds of Table Cape. Tasmania.
Proc. Zool. Soe. London 1900, 776—-796, 2 Tafeln.
Beschreibung von Schädel, Unterkiefer, Pelvis, Femur, Tibia,
Fibula und mehreren Wirbeln. Dieses neue Genus Wynyardia steht
am nächsten den Phalangeriden und Dasyuriden.
I. Mammalia für 1900. 67
Staderini, R. (1). Straordinario sviluppo del peduncolo ipofisario
in un embrione di Coniglio della lunghezza di 38 mm. Con 1 Tav.
Monit. Zool. Ital. XI, 165—171.
Verf. beschreibt bei einem 38 mm langen Embryo von Lepus
cuniculus einen besonders stark entwickelten Hypophysenstiel, der
an seiner Basis durch einen weiteren verdoppelt erschien.
— (2). Sopra la particolare disposizione della parete dorsale
della cavita farıngea in embrioni dı.coniglio e di pecora. Boll. Accad.
Gioen. Se. Nat. Catania, N. S. LXIII, 16 p.
Verf. beschreibt eine an 9—20 mm langen Lepus cuniculus- und
15—22 mm langen Ovis aries-Embryonen gefundene Verdickung der
dorsalen Pharynxwand, die sich an der Stelle des Seesselschen Tasche
befindet und nach hinten verläuft.
Stallard, 6. Temperatures of Recently killed Chamois. Nature
LXII, 293. 1jee#
Staneuleanu, 6.’ (1). Le d&veloppement des voies lacrymales chez
l’Homme et les Anımaux. C. R. Soc. Biol. Paris LII, 214-216.
Betr. Sus scrofa domestica, Ovis aries und Lepus cuniculus.
— (2). Recherches sur le developpement des voies lacrymales
chez ’Hommes et les Anımaux. Arch. Ophthalm. Paris 1900, 141
—153; 10 Figuren.
Stassano, H. Le role du noyau des cellules dans l’absorption.
C. R. Accad. Se. Parıs COXXX, 1780—1783.
Experimentelle Untersuchungen mit Quecksilber und anderen
Giften an Canis familiarıs und Lepus cuniculus.. Namentlich die
nucleinreichen Organe (Ovarien, Hoden, Speicheldrüsen, Thyreoidea
ete.) sammeln die eingeführten Stoffe an.
Staurenghi, €. (#). I. Rapporti topografici fra le piccole alı del
presfenoide e l’angolo sfenoideo del parietale umano (sutura xifoparietale,
processo orbitale della grande ala sfenoidea, sutura fronto-grande ala).
Omologia dei centri orbito - sfenoidei dei Ruminanti con l’appendice
ensiforme del presfenoide dell’ Uomo. II. Nota intorno all’ossificazione
della grande falce in alcuni feti di Equus caballus. Bull. Soc. Med.
Chir. Pavıa 1900, 103—110, Tafel.
— (2%). Annotazioni intorno all’ os supra-petrosum (W. Gruber)
e su le lamelle bregmatiche endorcaniche frontali e parietali del Bos
taurus. 1. c. 161—172.
— (3). Nuclei eomplementari costanti del postsfenoide del
B. taurus L. non ancora descritti, loro dislocazione nel corso dello svi-
luppo embrionale, ed omologia cogli ossieini petro sfeno-basio oceipitali
umano. 1. c. 30 pag., 2 Tafeln.
— (4). Di nuovo del difetto di assenza della sutura sagittale
in individui dı B. taurus L. Formazione della sutura fronto preinter-
parietale in alcunı B. taurus e della sutura fronto sovraoccipitale nell’
Anas boscas. 1. c. 27 pag., 3 Figuren, 2 Tafeln.
— (5). Sutura metopica o frontale basale (unione post-etmoidea
delle Jamine orbitali dei frontali) in un delinquente, in alcuni Rosicanti
et in un Pinnipedo. Associazione della S. sfeno-(pre)etmoidea colla
5*
68 I. Mammalia für 1900.
S. metopica basale nel Myopotamus coypus e nell’ Homo s. processi
antisfenoidea degli Uecelli. Con 2 tav. e 6 fig. nel testo. Comunie.
fatta alla Soc. med.-chir. di Pavia. Pavia 1900. 8°. 30 p. t
Steele-Elliot, D. Lesser Shrew (Sorex minutus) in Worcestershire.
The Zoologist (4) IV, 142.
Steenstrup, K. J. P. siehe Madsen, Müller ete.
Stefani, U. Sopra una singolare anomalıa di sviluppo osservato
nel midollo spinale d’una cague. Riv. Patol. Nerv. Ment. V, 481—500.
Stefano, G. de. Gli avanzı fossili del Mysticeti in Calabrıia. Boll.
Soc. Geol. Ital. XIX, 281—294.
Stehlin, H. 6. Über die Geschichte des Suiden-Gebisses. Abh.
Schweiz. Paläont. Ges. XXVI, XXVII. 4°; 526 p. und 10 Tafeln. —
Apart: Basel, St. Georg; Berlin, R. Friedländer u. Sohn. 1900. M. 20.
Ausführliche Beschreibung der Molaren, Praemolaren, der Milch-
praemolaren, Caninen, Milcheaninen, Incisiven, Milchineisiven fossiler
und recenter Suiden.
Stehlin, J. Notizen über Babirussa. Abh. Schweiz. Palaeont.
Ges. 1900, 509—516.
Hat in der Jugend keine Livree. Anzahl der Jungen eines Wurfes -
Heimat: Celebes und Buru. Historisches.
Stejineger, L. On Postpliocene Migration of Siberian Animals be
Europe. Science XII, 965—966.
Stephens, F. Description of two new Mammals from California.
Proc. Biol. Soc. Washington XIII, 153.
Perognathus panamintinus arenicola subspec. nov., Myotis calı-
fornicus pallidus subspec. nov.
Sterzi, @©. Sopra lo sviluppo delle arterie della midolla spinale.
Verh. Anat. Ges. 14. Vers. 99—101.
Über die Entwicklung der Rückenmark-Arterien bei den Wirbel-
thieren.
Steuer, Adolf. Ein missgestalteter Fuchsfuss. Zool. Garten XLI,
113—115.
Eine vermuthlich schon im Embryonalleben entstandene Ver-
kümmerung der rechten Tibia.
Stewart, Colin €. Mammalıian Smooth Muscle. — The Cat’s Bladder.
With 18 illustr. Amer. Journ. Physiol. IV, 185—208.
Stirling, E. €. Fossil Remains of Lake Callabona. Mem. R. Soc.
of South Australia. I. Description of the Manus and Pes of Dipro-
todon australis. 40 p., 18 Tafeln.
Ausführliche Beschreibung der Extremitätenknochen von Dipro-
todon australis.
Stirling. E. €. and Zietz, A. H. €. Fossil Remains of Lake Calla-
bona. Partl. Description of the Manus and Pes of Diprotodon australis.
Mem. R. Soc. Australia I, 1—40; 18 Tafeln.
Stoianoff. D. U. Recherches sur la structure des voies biliaires chez
le Chien. Toulouse, impr. Marquis u. Co., 1900; 8°. 52 p. u. 2 pls.
Stone, A. 3. Some Results of a Natural History Journey to
Northern British Columbia, Alaska and the Northwest Territory in the
I. Mammalia für 1900. 69
Interest of the American Museum of Natural History. Bull. Amer.
Mus. Nat. Hist. New York XIII, 31—62.
Erwähnt werden von Säugethieren: Bison bison athabascae,
Ovibos moschatus, Ovis stonei, O. dalli, Oreamnos montani, Alces
americanus, Rangifer caribou, Ursus richardsoni, U. middendorfi,
U. dalli, U. sitkensis, U. emmonsi, U. horribilis, Thalassaretos maritimus,
Lutra canadensis, Gulo luscus, Putorius (Lutreola) vison, Mustela
americana.
Stone, W. (1). Report on the Birds and Mammals collected by the
Mc Ilhenny expedition to Point Barrow, Alaska. Proc. Ac. Phila-
delphia 1900, 4—48.
Lynx canadensis mollipilosus subspec. nov., Putorius rixosus
escimo subsp. nov., Dierostonyx hudsonius alascensis subspec. nov.
— (2). Descriptions of a new Rabbit from the Liu Kiu Islands
and a new Flying Squirrel from Borneo. 1. c. 460—463.
Caprolagus furnessi spec. nov., Sciuropterus harrisoni spec. nov.
Strand, Embr. Zur Mammalien-Fauna Norwegens. Ber. Naturw.
Ver. Regensburg VII. Heft 116—119.
Streissier, Ed. Zur vergleichenden Anatomie des M. cucullaris
und M. sternocleidomastoideus. Arch. Anat. Physiol., Anat. Abt.
1900, 335— 865, Tafel 21 u. 22.
Vergleichend-anatomische Untersuchungen an Macacus, Semno-
pithecus, Vespertilio, Talpa, Erinaceus, Mus, Lepus, Cavia, Felis, Canis,
Lutra, Ursus und Dasypus.
Stuckenberg, A. Auffindung eines Mammuth-Skelets im Gou-
vernement Permj. (Russisch.) Annuaire Geol. Min. Russ. IV, 1.
Studer, T. Über fossile Knochen von Wadi-Natrum, Unteregypten.
Mitth. Ges. Bern 1898, 72—77.
Studnicka, F. K. Untersuchungen über den Bau des Ependyms
der nervösen Centralorgane. Anat. Hefte (1) XV, 301—431; 13 Fig.
Tafel 32—41.
Sullivan, WM. The Bison still lives; a carefül study and census
of the Buffalo made to date. Boston Evening Transcript, October 10, 11.
Swale, M. B. Vincent. The Carotid Gland of Mammalia and its
Relation to the Suprarenal Capsule, with some Remarks upon Internal
Secretion and the Phylogeny of the Latter Organ. Anat. Anz. XVIII,
69—76.
Symington, Johnson (1). On the Morphology of the Cartilages
of the Monotreme Larynx. Rep. 67. Meet. Brit. Assoc. Adv. Se. Dover,
TTI—T8.
— (2). The cartilages of the Monotreme larynx. Journ. Anat.
and Physiol. XXXIV, 90—100, Tafel 7—9.
— (3). Note on the Thymus Gland in the Koala (Phascolaretus
cinereus). 1. c. 226—227. Tafel 14 u. 15.
Phascolaretus hat keine Brust-, sondern nur eine Halsthymus.
Taddei, D. Contributo alla conoscenza isto - fisiologica della
ghiandola dell’ Harder nel Coniglio. Arch. Sc. Med. Torino XXIV,
319—336, Tafel. — Gazz. Osped. Clin. Milano No. 45; 10 pag.
70 I. Mammalia für 1900.
'» Tandler, 3. Zur vergleichenden Anatomie der Kopfarterien
bei den Mammalıa. Denkschr. Ak. Wien LXVII, 677—684, 8 Tafeln.
Taylor, 3. M.B. The Black Rat (Mus rattus) in Orkney. Scott.
Naturalist 1900, 181—182.
Taylor, Wm. (1). Long-eared Bat (Plecotus auritus) in Elgin.
Ann. Seott. Nat. Hist. 1900, 47.
— (2). Hotes on the Marine Mammals of the North-East of Scot-
land. 1. c. 65—69.
— (3). Notes on Land Mammals of the Moray Firth area. |. ce.
137—142.
Tegetmeier, ... Un Zebre anomale. Extr. Revue Scientif. (4)
XIV, 27.
Terentieff, A. Th. Phocaena communis im Golfe von Kronstadt.
(Russisch). Trav. Soc. Imp. Natural. St. Petersbourg XXX], 246— 254.
Teutsch, Julius. Prähistorische Funde aus dem Bürzenlande.
Mittheilungen Anthr. Ges. Wien 1900, 189—202.
Reste von Rind, Schaf, Schwein, Ziege, Hirsch, Reh und Biber
vom Gsprengberg bei Kronstadt.
Theohari, A. Etude sur la structure fine de l’epithelium des tubes
contournes du rein & l’etat normal et a l’&tat pathologique. Journ.
Anat. Physiol. Paris XXXVI, 217—254, Tafel 8.
Untersuchungen an Lepus cuniculus, Cavia cobaya, Canis familiaris
und Felis domestica.
Thierry, Em. Le Porec (Zoologie, Anatomie et Physiologie; Races
poreines; Production; Exploitation. Hygiene et Maladies). Paris,
libr. agricole de la Maison rustique, 1900. 8°. 71 p., 22 figs. et 5 pls.).
3 Ires. 50.
Thilenius, @. Die Vererbung des Fettschwanzes bei Ovis platyura.
Mit 4 Textfiguren. Internat. Monatsschr. Anat. u. Phys. XVII, 109
—124.
Der Fettschwanz von Ovis platyura hat sich im Laufe von etwa
250 Generationen vererbt.
'=> Thomas, Oldfield (1). A new Bat from the Key Islands. Ann. Mag.
Nat. Hist. London (5) VII, 145.
2 Rhinolophus achilles spec. nov.; nahe verwandt mit Rh. mitratus
und Rh. philippinensis. Beschreibung der neuen Art.
— (2). The Geographical Races of the Tayra (Galictis barbara),
with Notes on Abnormally Coloured Individuals. 1. c. 145—148.
Dem äusseren Habitus nach theilt Verfasser die Tayra in vier ver-
schiedene Subspecies ein: Galietis barbara senex subspee. nov. Mexico,
G. b. biologiae subspec. nov. Mittel-Amerika, G. b. typica Süd-Amerika
und G. b. trinitatis von Trinidad.
— (3). New South-American Mammals. 1. ec. 148—153.
'. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe der Schädelmasse
von 6 Individuen von Canis sechurae spec. nov. aus der Ebene von
Sechura, Nordwest-Peru. — Beschreibung von: Sciurus stramineus
guayanus subspec. nov. von den Balzar Mountains am oberen Palenque-
Fluss, West-Ecuador; kurze Bestimmungstabelle der 3 Stramineus-
I. Mammalia für 1900. gi
Arten; Phyllotis gerbillus spee. nov. von Piura, Nordwest-Peru, Angabe
von Schädelmassen Rhipidomys venustus spec. nov. von Merida:
Angabe von Schädelmassen; Neacomys spinosus tenuipes gen. nov. et
subspec. nov. von Guaquimay, in der Nähe von Bogota.
— (4). Description of a ne wFruit-Bat from New Guinea. 1. e.
216— 217.
Körper- und Schädelmasse von Cephalotes aello spec. nov. von
Milne Bay, Südost-Neu-Guinea.
— (5). Descriptions of new Neotropical Mammals. 1. ec. 217—222,
269— 274.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmassen von: Conepatus zorilla spec. nov. von Eten, Peru;
Proechimys rosa spec. nov. von Santa Rosa, Südwest-Ecuador; Proe-
chimys centralis panamensis subspec. nov. von Panama; Pr. centr.
chiriquinus subspec. nov. von Bogava, Chiriqui, Nordwest-Panama;
Marmosa caucae spec. nov. vom Rio Cauqueta, Columbien. — Vam-
pyrops dorsalis spec. nov. von Paramba, Nord-Ecuador; Rhipidomys
Goodf£ellowi spec.nov. vom oberen Rio Napo; Rh.venezuelae cumananus
subspec. nov. von Cumanana; Rh. dryas spec. nov. von Paramba,
Nord-Ecuador; Oryzomys sylvaticus spec. nov. von Nanta Rosa,
Süd-Ecuador; ©. balneator spec. nov. von Mirator, Ost- Ecuador:
Zygodontomys brevicauda tobagi subspec. nov. von der Insel Topago,
West-Indien.
— (6). Descriptions of Two new Sciuropteri discovered by
Mr. Charles Hose in Borneo. 1. c. 275—276.
Seiuropterus thomsoni spec. nov. aus dem Baram-Distrikt, Ost-
Sarawak; Sciuropterus hosei spec. nov. ebendaher. Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmassen.
— (2). Descriptions of Two new Murines from Peru and a new
Hare from Venezuela. 1. c. 354—357.
Oryzomys praetor spec. nov. von Paramo; Phyllotis amicus spec.
nov. von Tolon, Provinz Cajamarca, Nordwest-Peru; Sylvilagus
orinoci spec. nov. von Maipures am oberen Orinoco.
— (8). A new Skunk from Peru. 1. ce. 499—500.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe der Körper- und
Schädelmasse von Conepatus incae spec. nov. von Callao und Surco
(2050 m) in Peru.
— (9). On Giant Squirrels from the Amaconian Region. Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) VII, 137—139.
Geographische Verbreitungsgebiete von: Seiurus igniventris,
Se. tricolor, Sc. pyrrhonotus und Sec. cocalıs spec. nov. Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmassen.
— (10). Descriptions of new Rodents from Western South
ee 19812 302.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmassen, Fundorte
von Seiurus (Microseiurus) sımonsi spec. nov., Sc. (M.) peruanus napı
subspee. nov., Phyllotis amicus maritimus subspec. nov., Ph. a. mon-
tanus subspec. nov., Eligmodontia sorella spec. nov., Oxymyeterus
72 Tan m ala. Kür; ADID.
inca, Proechimys simonsi spec. nov., Ctenomys tucumanus spec. nov.,
Cyelopes didactylus ida subspec. nov.
— (11). On the „Tohi“, the East-African Reedbuck currently
known as Cervicapra bohor. |]. c. 303—304.
Ist eine Unterart von Cervicapra redunca. Überdies eine neue
Subspecies: Cervicapra redunca wardı von Ost-Africa; Beschreibung
des äusseren Habitus, Schädelmasse.
— (12). Descriptions of new Rodents from Western South America
l. c. 383—387.
Ütenomys opimus nigriceps subspee. nov., Ct. op. luteolus subspee.
nov., Üt. dorsalis spec. nov., Sciurus versicolor spec. nov. Beschreibung
der neuen Species und Subspecies mit Angaben von Körper- und Schädel-
massen, sowie der Fundorte.
— (13). A new Dassie from North Nyasaland. 1. c. 387.
Beschreibung des äusseren Habitus von Procavia mima spec. nov.
vom Nyasa-Tanganyika-Plateau.
— (14), On Equus Penricei, a Representative of the Mountain
Zebra (Equus zebra L.) discovered by Mr. W. Penrice in Angola. 1. c.
465—466.
Ausführliche Beschreibung. Vergleich mit E. zebra. Fundort:
70 km nordöstlich von Mossamedes, Süd-Angola.
— (15). New Peruvian Species of Conepatus, Phyllotis and Akodon.
l. ec. 466—469.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmassen, Fundorte von: Conepatus arequipae spec. nov.,
Phyllotis sublimis spec. nov., Akodon amoenus spec. nov.
— (16). The heads of some rare Antelopes from Fashoda and the
Sobat River. Proc. Zool. Soc. 1900, 84—85.
Cobus mariae, Ü. leucotis, Gazella rufifrons, Damalıscus tiang.
— (17). On the Mammals obtained in South-western Arabia by
Messıs. Percival and Dodson. 1. c. 95—104.
Papio arabicus spec. nov. von Subaihi Co., 60 Meilen nordwestlich
von Aden, Rousettus stramineus, R. amplexicaudatus, Triaenops per-
sicus, Hipposiderus (Asellia) tridens, Nycteris thebaica, Scotophilus
schlieffeni, Thaphozous perforatus, Rhinopoma microphyllum, Felis
maniculuta, F. caracal, Hyaena hyaena, Canis pallipes, Vulpes leucopus,
Mellivora ratel, Gerbillus paecilops, G. famulus, G. spec., G. gerbillus,
Meriones rex, Arvicanthis variegatus, Mus rattus alexandrinus, Mus spec.
Acomys dimidiatus, Hystrix leucura, Lepus arabicus, Procavia syriaca
jayakarı und Capra sinaitica.
— (18). On a new Kangaroo. 1. c. 112—113.
Beschreibung des äusseren Habitus und Angabe von Körper- und
Schädelmassen von Macropus bedfordi spec. nov. von Queensland.
— (19). On anew Kangaroo. |]. ce. 113.
Macropus robustus cervinus subspec. nov. von Pinda-Station,
Murchison-Distrikt, West-Australien. Beschreibung, Angabe von
Körper- und Schädelmassen.
Di
I. Mammalia für 1900. 73
— (20). List of Mammals obtained by Mr. H. J. Mackinder
during his recent Expedition to Mount Kenya, British East Africa.
l. c. 173—180.
Colobus eaudatus, Crocidura spec., Sciurus rufobrachiatus, Funi-
sciurus jacksoni, Graphiurus murinus, Mus jacksoni, M. (Leggada)
minutoides, Lophuromys aquilus, Otomys irroratus, O. irr. orestes
subspec. nov. vom Teleki-Tal, Dendromys mesomelas, Procavia mac-
kinderi spec. nov. vom Teleki-Thal, Procavia (Dendrohyrax) erawshayı
spec. nov. vom West-Abhang des Mt. Kenya und von Roromo, Neso-
tragus moschatus, sämmtlich vom Mt. Kenya; von Nairobi: Cerco-
pithecus albigularis, Funisciurus jacksoni, Mus hildebrandti, Arvicanthis
abyssynieus, Tachyoryctes splendens ibeanus subspee. nov. (mit Schädel-
ansicht von oben).
— (21). List of Mammals obtained by Dr. Donaldson Smith
during his recent Journey from Lake Rudolph to the Upper Nile. 1. c.
800—807.
Colobus abyssynicus poliurus subspec.nov. vom Omo River, Cerco-
pithecus rufoviridis, C. omensis spec. nov. von Mursu am Omo River,
C. neglectus, Papio doguera, Galago galago, Macroscelides boranus
spec. nov. von Mega, südöstl. vom Rudolf-See, Lycaon pietus, Sciurus
multicolor, Mus arbobarius, Arvicanthis abyssinicus, Thryonomys
swinderianus, Bubalıs lelwel, Oreotragus oreotragus, Ourebia montana,
Ou. haggardi, Madoqua guentheri, M. g. smithii subspec. nov. 30 Meilen
südöstlich vom Stephanie-See, Cervicapra bohor, C. chanleri, Gazella
granti brighti subspec. nov. östlich-von Lado, G. thomsoni, Tragelaphus
scriptus.
— (22). The White Rhinoceros (Rh. simus) of the Upper Nile.
Nature LXII, 599.
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Nach Methylenblau-Injektionen bei Primaten, Felis domestica,
Canis familiaris, Lepus cuniculus, Cavia cobaya und Mus haben Verf.
in den verschiedensten Theilen des centralen Nervensystems zarte
Fasergitter um Ganglienzellen gefunden, die sie als Enden cellulipetal
leitender Nervenfasern ansehen.
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goldfussi, Hipparion gracile, Hystrix primigenia, Helladotherium und
ein Astragalus von Tragocerus amaltheus aus dem Belved£reschotter.
Vallet, E. Nerfs de l’ovaire et leurs terminaisons. These Paris,
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majus und im Amnios bei Lepus cuniculus.
I. Mammalia für 1900. 77
— (2). Recherches sur l’ovogenese et l’organogenese de l’ovaire
des Mammiferes (Lapin et Homme). Avee 6 pls. Ihbid. XVIL, 33—199,
Tafel 3—8.
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Abyssinia by Lord Lovat during an Expedition from Berbera to the Blue
Nile. Proc. Zool. Soc. 1900, 79—84; 1 Tafel.
Megaderma frons, Scotophilus nigrita, Helogale atkinsoni, Funisci-
urus multicolor, Gerbillus murinus, Mus albipes, Mus mahomet, Arvi-
canthis dembeensis, A. abyssinicus, Dendromys lovati spec. nov. von
Managasha (mit Abbildung), Tachyoryctes splendens, Procavia shoana.
— (2). Dendromys lovati spec. nov. Proc. Zool. Soc. London 1900,
986— 987.
Von Abessynien.
— (3). Mammalıa of a Collection made by Messrs. F. V. Me Con-
nell and J. J. Quelch at Mount Roraima in British Guiana. Tr. Linn.
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Wismann, H. von. Zur Einbürgerung fremder Wildarten in
Deutschland und Österreich. Weidmann XXX, 315, 523 u. 561.
Rennthier in den Alpenländern, Mouflon im Riesengebirge, Stein-
bock, Bezoarziege.
Witt, Lydia WM. de. Arrangement and Terminations of Nerves in
the Oesophagus of Mammalia. With 1 pl. Journ. Compar. Neurol. X,
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Culturstufe in der Jeneralka bei Prag. (Tschechisch.) Abh. Böhm.
Akad. Wissensch. Prag 1900; 12 Tafeln, 15 Textfiguren.
Im Scharkathale bei Prag fand W. ausser zahlreichen Knochen
vom paläolithischen Menschen auch solche von Mammuth, Rhinoceros,
Pferd, Schwein, Ur und Ren.
— (2). Bericht über den Fund des Rhinoceros Skelets zu Blato
bei Medleschitz. Vestnik Böhm. Franz Josephs-Akademie Prag 1900,
616—618; 1 Figur im Text.
— (3). Der Fund des Aceratherium-Beinknochens von Wittingau.
1.8;
Humerus aus dem älteren Miocän von Wittingau-Budweis.
Wolff, Alfred. Die eosinophilen Zellen, ihr Vorkommen und ihre
Bedeutung. Beitr. Path. Anat. Allg. Path. XXVIII, 150—178.
Wood, Wallace. Cote cardiaque et cote solaire. C. R. Soc. Biol.
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Woeodward, Henry Smith (1). On some Remains of Grypotherium
(Neomylodon Listai) and associated Mammals from a Cave near Consuelo
Cave Last Hope Inlet Patagonia. Proc. Zool. Soc. London 1900, 64—79;
5 Tafeln. ‚
Reste von sechs Individuen von Neomylodon listai. Rectifizirung
der von Santiago Roth bestimmten Knochen; sie gehören an: Felis
uncia (nicht Jemisch listai), Lyneodon patagonieus (nicht Mephitis
suffocans).
78 I. Mammalia für 1900.
— (2). Extinet Mammalıa from Madagascar. — I. Megaladapiıs
insignis n.sp. With I pl. Philos. Trans. Roy. Soc. London. Vol. 193,
4750.
Woodworth, 3. B. Glacial Origin of older Pleistocene in Gay
Head Cliffs with Note on Fossil Horse of that Section. Bull. Geol. Soc.
Amer., Rochester 1900, 455—460; 3 Figuren.
Astragalus von Equus fraternus von Gay Head am Long Island
Sund als erster gefundener Rest von Wirbelthieren.
Wright, Ham. The action of ether and chloroform on the neurons
of Rabbits and Dogs. Journ. Physiol. Cambridge XXVI, 30—41;
4 Fig., Tafel 1.
Wurm, . .. Weidmännische Betrachtung der inneren Geschlechts-
theile des Rehes. Zwinger und Feld 1900, 1117.
Unterschiede des Schmalrehes vom Altreh; Unterschiede ım Becken
bei Bock und Ricke.
Wynn, W. H. The Minute Structure of the Medullary>Sheath of
Nerve Fibres. Journ. Anat. Phys. London XXXIV, 381397.
4 Figuren, Tafel 50 u. 51. bi,
Der feinere‘ "Bau’des Ischiadieus von Canis familiaris "und Felis
domestica. \
Young, Robert T. Notes on the Mammals of Prince Edward Is-
land. Amer. Naturalist XXXIV, 483—486.
Selbst beobachtet hat Verf. 10 Arten, 8 weitere werden nach An-
gaben von anderen Autoren erwähnt.
Zborzill, Ed. Die Dressur des Hundes mit Rücksicht auf die ver-
schiedenen Rassen. Eine gründliche und vollständige Anleitung, wie
man den Hunden die unterhaltendsten Dressurkünste beibringen
kann. Nebst der Dressur des Jagdhundes etc. Mit Abbildungen.
19. Auflage. Kleine Ausgabe. Berlin, S. Mode’s Verlag. 1900, 144 p.
M. 1,40. — Vollständige Ausgabe. Berlin 1900, mit: Die mnemonische
Dressur des Hundes. 15. Auflage. M. 3,—.
Les Zebroides. Revue Scientif. (4) XIII, 375—376.
Zelisko, 3. V. Bericht über den Fund eines Rhinoceros Skelettes
ım diluvialen Lehm bei Chrudim (Ost-Böhmen). Verhdlgn. K. K. Geol.
Reichsanstalt Wien 1900, 345— 347.
Ziehen, Th. Über die Pyramidenkreuzung des Schafes. Mit 1 Abb.
Anat. Anz. XVII, 237—241.
Zietz, A. H. siehe Stirling und Zietz.
Zimmerl, U. Contributo alla conoscenza dell’ ontogenesi dello
stomaco dei Ruminantı (Organogenesi). Mit 2 Tafeln. Monit. Zool.
Ital. XI, 13—29.
Zuckerkandl, E. (ft). Zur Anatomie von Chiromys madagascariensis.
Mit 10 Tafeln und 9 Textfiguren. Denkschr. K. Akad. Wissensch.
Wien, Math. nat. Cl. LXVIII, 89—200.
— (2). Über die Entwicklung des Balkens und des Gewölbes.
Centralbl. Physiol. XIV, 117—120.
— (3). Zur Morphologie der Arteria pudenda interna. Mit 1 Tafel
und 14 Textabbildungen. Sitz.-Ber. K. Ac. Wissensch. Wien, math.-
I. Mammalia für 1900. 79
nat. C1., CIX, 405—458. — Apart: Wien, C. Gerold’s Sohn in Comm.
1900, 8°. M. 1,50.
— (4). Beiträge zur Anatomie des Riecheentrums. Mit 1 Tafel
und 10 Textfiguren. 1. ce. 459—500. — Apart: Wien, C. Gerold’s Sohn
in Comm., 1900, 8°. M. 1,40.
Beschreibung der Theile des Gehirns, die zum Riechcentrum in
naher Beziehung stehen (Balkenwindung, Topographie der seitlichen
Kammer, Fornixfaserung der Marsupialier).. Untersuchungen haupt-
sächlich an: Papio, Lagothrix, Hapale, Lemur, (catta, varıus, mongoz,
coronatus), Rhinolophus, Vesperugo, Cynocephalus, Canis familiaris,
Felis tigris, Felis domestica, Cavia cobaya, Lepus cuniculus, Mus,
Equus caballus, Sus scrofa domestica, Cervus, Auchenia, Capra hircus,
Ovis musimon, O. aries, Bos taurus, Macropus, Halmaturus und Hypsi-
prymnus.
— (5). Zur Morphologie des Musculus ischiocaudalıs. 1. c. 661
—670.
Zumoffen, 6. La Phenicie avant les Pheniciens. L’&poque de la
pierre. 128 p., 15 photo., Beyrouth. Impr. catholique 1900. — Referat
von Boule in l!’Anthropologie 1900, 608.
Reste von Rhinoceros, Ursus spelaeus, Capra ıbex und Cervus
elaphus. Praemolaren von Hippopotamus von Ras el Keb.
Zumstein, ..... Über den Bronchialbaum der Säuger und Vögel.
Sitz.-Ber. Ges. Naturw. Marburg. 1900, 39—48.
II. Uebersicht nach dem Stoff.
l. Lebensweise.
Lebensweise von Myoxus glis. Bächler. — Biologie von Macrorhinus leoninus.
Hall. — Erinaceus europaea greift Hühner an. Hennicke (1). — Lebensweise von
Ursus maritimus. Koettlitz. — Biologische Beobachtungen am grossen Ameisen-
bären, Myrmecophaga jubata. Sokolowsky. — Wie das neugeborene Känguruh
in den Beutel seiner Mutter gelangt. Souei. — Tanzende Waldmaus und rad-
schlagende Hausmaus.. Kammerer. — Trächtigkeitsdauer von Mustela martes.
Cocks. — Neomys fodiens, hält sich 3 Meilen vom Wasser entfernt auf. Grant.
— Eine Katze adoptirt einen jungen Hund. Bedel. — Veränderungen in den
Lebensgewohnheiten des Bären in den Rocky Mountains. Zool. Garten XLI,
154—156. — Der Maulwurfsbau. Rossinsky. — Mus sylvaticus frisst Insekten.
Oldham. — Lebensweise von Balaenoptera boops. Vanhöffen. — Lebensweise
und Jagd von Ovis ammon und Capra sibirica im Altai bezw. in der Mongolei.
Demidoif. — Lebensweise, Begattung etc. von Elephas indicus. Vos. — Biologie,
Jagd und Fang von Canis corsac, C. melanotus und €. procynoides. Guse. —
Blastoceros campestris. Bangkavel (2). — Lebensweise der Schnabelthiere.
Reeker. — Winterschlaf von Arctomys marmotte. Rina u. Monti. — Lebens-
weise von Bison americanus. Sullivan. — Biologische Notizen über Moschus-
ochsen, Renthiere und Polarwolf. Southwell. — Ueber Babirussa babirussa.
3. Stehlin. — Lehrbuch der Zoologie, vom biologischen Standpunkt aus bearbeitet.
80 I. Mammalia für 1900.
Schmeil. — Ueber das Jugendkleid von Haploceros montanus. Selater (1). —
Fuchs, Hauskatze, Iltis, Wiesel, Wasserratte und Otter jagen und fressen Fische.
Schauenburg. — Lebensweise von Cervus asiaticus. D. Jäg. Ztg. XXXV, 350.
— Lebensweise des Sika-Hirsches. Waidwerk i. Wort u. Bild IX, 299. — Katze
vertheidigt sich gegen 2 Füchse. Weiss. — Verhalten des Hirsches beim Ab-
werfen der Stangen; Folgen der Kastration. Pressentin-Rautter.
2. Nutzen und Schaden.
Angeblich vom Maulwurf verursachte Schäden rühren von der Wühlratte
her. Hornung. — Rationelle Kaninchenzucht. J. Bloch. — Schädlichkeit von
Vulpes vulpes. Degener. — Schädlichkeit wilder Kaninchen. Engler. — Nutzen
und Schaden von Carnivoren in Russland. &reve (3). — Eichhörnchen fressen
die Gipfel von Weisstannen ab. Hofmann. — Sciurus vulgaris tritt an Nord-
mannstannen schädlich auf. Lorey. — Vulpes vulpes, Canis lupus und Felis
Iynx als nützliche, Sciurus vulgaris, Lepus timidus, Capreolus capreolus und
Alces machlis als schädliche Thiere im nordwestlichen Russland. Mayr. — Pelz-
thierhandel an der Ostküste Sibiriens. — Lepus euniculus, schädliches Auftreten
in Forstkulturen. Müller.
3. Einheimische Namen.
Sorex pygmaeus (Lesser Shrew) in Shropshire. Forrest. — Felis maniculata
bei den Arabern. Thomas (1). — Siamesische Säugethiere. Flower. — Nem-
rhaedus sweddenhami von der malayischen Halbinsel. Butler. — Mus sylvatieus
in England. Oldham. — Geomys bursarius in Nordamerika. George. — The
Cuban Red Bat — Lasiurus blossevillii. Miller (11). — Large Noctule Bat =
Pterygistes maximus. Miller (14).
4. Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen.
Ehemaliges Vorkommen von Ursus arctos, Canis lupus, Felis Iynx, Gulo
borealis und Felis catus in Sachsen. Berge. — Seit etwa 100 Jahren ist Costor
fiber in Westpreussen ausgerottet. Dahms. — Rattenkönig von 7 Individuen von
Ceurtalain, Frankreich. Hesse. — Ausrottung des Colobus satanas. S. Colobus.
— Im Embryonalleben entstandene Verkümmerung der Tibia bei Vulpes vulpes.
"Steuer. — Abschussliste der im Jahre 1898 in den österreichischen
Kronländern erlegten grösseren Raubthiere: 29 Bären, 45 Wölfe, 39 Luchse,
1035 Wildkatzen. S. Abschuss. — Missgeburt einer neugeborenen Wild-
katze. Paravieini. — „Mönche‘“ und „Mörder‘ bei Hirschen. Brandt (2). —
Ueber Hasenseuche (Pseudotuberkulose). Buss. — Die in Deutschland erlegten
Luchse. Hippel. — Aussterben des Bison americanus. Kadich. — Abnormes
Geweih von Cervus elaphus. Matiegka. — Filzähnliches Fell einer Angora-Katze.
Parke. — Verschwinden des Fuchses in Co. Autrim. Patterson (8). — Von dem
Menschen werden allmählich vernichtet in Europa: Biber, Nörz, Wildschwein,
Rothwild, Steinbock, Wisent; in Asien: Wildschafe, Zobel, Seeotter; in Amerika:
Bison, Gabelantilope, Wapiti, virginischer Hirsch, Bär; in Afrika: Giraffe,
I. Mammalia für 1900. si
Elephant, Antilopen, Nilpferd; in Australien: Känguruh, Dingo und Beutel-
wolf. — Ueberdies die Seesäugethiere. Sehäff (1). — Rehbocksgehörn mit
doppelten Rosen. Sehäff (2). — Lungentuberkulose bei Hasen. Zwinger u.
Feld, 153.
5. Variabilität, Bastarde, Vererbung.
Kreuzungsversuche mit verschiedenen Rassen der Hausmaus. Guaita. —
Putorius ermineus gestreift. Jentink (1). — Bastard von Hund und Fuchs von
Worcester im Museum zu Worcestershire. Pocock (1). — Bastardirung ver-
schiedener Hirscharten. Rörig (1). — Farbenabänderung bei Säugethieren und
Vögeln. Kempen. — Geographische u. individuelle Abänderung von Mus sylvaticus.
Barret-Hamilton (8). — Eigenartige Varietät von Talpa europaea. Forrest (1).
— Varietäten vom Maulwurf. Grabham. — Vererbung des Fettschwanzes bei
Ovis platyura. Thilenius. — Zebrabastarde. Ewart. — Siehe auch unter Zebroides.
— Vererbung der Einstangigkeit bei Hirschen (Mörder). Brandt (2). — Sexual-
Dimorphismus im Thierreich. Cunningham. — Wildeber gekreuzt mit Haus-
schwein. Ersfeldl.e — Kreuzung des Rothwildes mit dem Wapiti und Maral.
Heck (2). — Weisses Exemplar von Talpa europaea aus Kolomea. Lomnicki.
— Ursprung, Geschichte und Vererbung des weissen Rindes. Waliace. — Anor-
males Zebra. Tegetmeier. — Angeblicher Bastard von Fuchs und Hund. Pocock
(1). — Totaler und partieller Albinismus und Melanismus bei Capreolus capreolus.
Brandt.
6. Gefangene und acelimatisirte Thiere.
Rhinoceros unicornis lebte 30 Jahre im Hamburger Zoologischen Garten.
Bolau. — Zur Acclimatisation des Moschusochsen. Mewius. — Der Elephant
als Hausthier im französischen Kongo-Staat. Bul&on. — Unter wilden Thieren
im Zoologischen Garten. Bartlett. — Lebende Bilder aus dem Berliner Zoologischen
Garten. Heck (1). — Cercocebus hagenbecki spec. nov. und Semnocebus albigena
rothschildi subspec. nov. im Londoner Zoologischen Garten. Lydekker (6). —
Ein bei Boppard a. Rh. ausgesetztes Gürtelthier hat sich 11 Jahre gehalten.
Langkavel (3). — Lutra brasiliensis im Berliner Zoologischen Garten. Nehring (14).
— Einbürgerungsversuche von Murmelthieren in Aflenz, Steiermark. Schreiner.
— Einbürgerungsversuche vom Muflon im Riesengebirge und vom Renthier in
den Alpen. Wismann.
%. Hausthiere.
Das Pferd des Alterthums und der Jetztzeit. Chomel. — Eventuelle Do-
mestication des afrikanischen Elefanten. Foa. — Pferde, Esel, Katzen, Ziegen
und Schweine als verwilderte Hausthiere auf Sardinien. Keller. — Schaf, Ziege,
Rind, Kamel und Katze als Hausthiere der Chinesen. Köhler. — Rassen des
Hundes. 4. Bd. Megnin. Bau und Leben der Landwirthschaftlichen Haus-
säugethiere. Laur. — Rationelle Kaninchenzucht. J. Bioch. — Der Elefant
als Hausthier im französischen Kongo-Staat. Buleon. — Pyramidenkreuzung
des Schafes. Ziehen. — Handbuch der vergleichenden Anatomie der Hausthiere.
Ellenberger u. Baum. — Anatomie und Physiologie der Haus-Säugethiere. I. Theil.
Arch. f. Naturgesch 69. Jahrg. 1908 Bd II. H.1. (1.) 6
82 I. Mammalia für 1900.
Anatomie und Gewebelehre. Hagemann. — Kaninchenzucht. Beck-Corrodi.
— Stud Book francais 1900, s. Equus. — Oesterreichische Rinder-Rassen. Bayer.
— Deutsches Hunde-Stamm-Buch XXI. — Oesterreichisches Hunde-Stamm-
buch XVII. — Künstliche Befruchtung in der Pferdezucht. Iwanoff. — Thier-
zuchtlehre. Krafit. — Rinderrassen aus der Normandie. Rozeray. — Ursprung
und Geschichte des weissen Rindes. Wallace. — Zebus von Madagaskar. Collin.
— Kaninchenzucht. Havemann. — Bau, Pflege, Zucht und Krankheiten des
Pferdes. — Dressur des Hundes. Zborzill. — Buch vom gesunden und kranken
Hunde. Hoffmann. — Die wichtigen Rassen unserer Hausthiere. Boehme. —
Hausthiere im französischen Sudan. Baillaud. — Herd-Book francais. — Der
Hund bei römischen und griechischen Schriftstellern. Löbe. — Spanische Schweine-
Rassen. Moyano (2). — Vergleichende Anatomie, Histologie und Topographie
der Darmzotten. Sehriever. — Anatomie und Physiologie der landwirthschaftlichen
Hausthiere. WVaraldi. — Charaktereigenschaften des indischen Elefanten auf
Ceylon. Vos. — Als Hausthiere in Frankreich und seinen Kolonien einzubürgernde
Säugethiere. Trouessart. — Das Schwein, seine Anatomie, Physiologie, Rassen
und Krankheiten. Thierry. — Anatomie der Hausthiere (besonders des
Pferdes). Martin.
8. Nomenelatur.
Hylobates nasutus ist mit H. haimanus identisch, desgl. H. concolor. Pou-
sargues. — Die Linn@’schen Genera Myrmecophaga und Didelphis. Rehn (2).
— Thylacomys für Thalacomys; neuer Name für den Nager Thylacomys: Asco-
pharynx. Waite. — Caluromys, neuer Genusname für Philanter. Allen (5).
Lasiurus pfeifferi Gundlach 1861. Allen (8). — Vizcacia vizcacia Brandis 1786
hat die Priorität vor Lagostomus trichodactylus Brookes 1828. Allen (9). —
Nomenklatur der Subspecies von Anthropopithecus troglodytes. Matschie (2).
— Tragulus javanicus Osbeck 1765 hat die Priorität vor Moschus javanicus
Gmelin 1788. Fox. — Orycteropus afer nec afra. Rehn (4). — Die ursprüngliche
Bezeichnung vom Viscacha: Viscacia viscacia. Behn (6). — Ochotona davuricus.
Prioritätsnachweis. Rehn (5). — DBrachylagus subgon. nov. für Lepus ida-
hoensis Merriam 1896. Miller (16). — Crasseomys subgen. nov. für Hypodaeus
rufocanus Sundevall. Miller (24). — Colobus pennanti ist mit ©. ferrugineus iden-
tisch. Matschie (1). — Equus penricei, identisch mit E. hartmanni (?). Matschie
(10). — Prioritätsnachweis von: Cricetus vulgaris Leske 1779. Nehring (5).
9. Jagd und Jagdschutz.
Jagd von Raub- und Nutzwild in Russland. Greve (3). — Flusspferdjagd
auf dem Kingani. Klitzing. — Fangergebnisse von Cetaceen. Southwell. — Die
„Pantowka‘ (Jagd auf Kolbenhirsche). Maralzucht in Sibirien. Martenson. —
Die Schonzeit der Biber im Herzogthum Anhalt. Servestanüs. — Jagdbare
Thiere in Bayern. Aus dem Walde, 278. — Jagd auf Blastoceros campestris.
— Jagd auf Antilocopra americana. Vineent. — Jagd auf Capra aegagrus.
— Nashornjagd.
I. Mammalia für 1900, 83
10. Allgemeines über geographische Verbreitung.
Geographische Verbreitung der Säugethiere Chinas. Marshall. — Geogr.
Verbreitung der Hylobates-Arten. Pousargues. — Die Wildziegen des asiatischen
Russlands und ihre Verbreitung. Greve (1). — Geographische Verbreitung der
Wildschafe. Greve (2). — Geographische Verbreitung des Raub- und Nutzwildes
in Russland. Greve (3). — Geographische Formen der Hyaene. Matschie (1).
— Geographische Verbreitung der Colobus-Arten. Matschie (7). — Geographische
Abarten des afrikanischen Elephanten. Matschie (8).
11. Faunistisches.
A. Europa.
Deutschland. ‚Jungpleistocäne Reste von Megaceros giganteus und
Alce alces aus dem Endinger Bruch in Vorpommern. Deecke. — Elephas antiquus
u. Rhinoceros mercki (Knochen u. Zähne) aus Taubach in Thüringen. Moeller.
— Ausgrabungen im Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1). — Rind, Schwein,
Ziege, Schaf aus Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau. — Die Mosbacher Inter-
glacialfauna im Museum zu Mainz. Reichenau. — Cricetus phaeus foss. von
Velburg. Schlosser (1). — Schädel von Rhinoceros antiquitatis von Pössnek:
Thüringen. Schröder. — Castor fiber seit etwa 100 Jahren in Westpreussen
ausgerottet; alluviale Funde. Dahms. — Kreuzungsprodukt von Üervus axis
mit ©. elaphus von Coburg. Rörig (1). — Ehemaliges Vorkommen von Castor
fiber in Westpreussen. Conventz (2, 3). — Diluvialer Biber-Schädel von Charlotten-
thal in Westpreussen. Dahms. — Balaenoptera musculus von Dievenow. Henking.
— Eichbestand in Ostpreussen. Boy. — Saiga prisca von Westpreussen. Böttger (2).
— Ausgestorbene und aussterbende Thiere Ostpreussens. Ehmke. — Myoxus
glis im Chemnitzthale. Hempel. — Palaeonycteris reinachi von Frankfurt a. M.
Kinkelin. — Die Steppenfauna bei Tübingen. Koken. — Dasypus, bei Boppard
a. Rh. ausgesetzt. Langkavel (3). — Vorkommen von Felis catus in Westfalen.
Landois. — Horn von Bos primigenius aus einem Torfmoor Hinterpommerns.
Nehring (8). — Verbreitung des Bibers in Deutschland. Servestanus. — Ein-
bürgerungsversuche von Altai-Rothwild in Kremmin. Wild u. Hund, 540. —
Elchbestand in Ostpreussen. — Jagdbare Thiere in Bayern. Aus dem Walde,
278. — In Hartigswalde erlegtes Exemplar. ‘Wild u. Hund, 202. — Einbürge-
rungsversuche vom Muflon im Riesengebirge u. vom Renthier in den Alpen.
Wismann.
England, Schottland, Irland. Sorex pygmaeus von Shrop-
shire. Forrest. — Mustela martes von Cleveland. T. H. Nelson. — Mus hibernicus
in Irland. Pack Beresford. — Vespertilio mystacinus in Co. Down, Irland. Patter-
son (1). — Martes sylvatica in Nord-Irland. Patterson (2). — Martes sylvatica
in Co. Londonderry. Patterson (3). — Cetacea von Irland. Patterson (4). —
Fledermäuse von Nord-Irland. Patterson (5). — Plecotus auritus von Elgin.
Taylor, W. (1). — Mustela martes von Argylishire. Buckley. — Mus minutus
minimus von England. Barret-Hamilton (3). — Cetacea von Irland. Scharit (2).
— Lepus timidus hibernicus, L. t. lutesceens subsp. nov. von Irland;
Küste von Malahide bis Balbriggan. Barret-Hamilton (6). — Mus sylvaticus
celticus subspec. nov. vom Caragh-See, Irland; M. s. wintoni subsp. nov. sporadisch
in England. Barret-Hamilton (8). — Mus hibernicus, Biologie. Pack-Beresiord.
6*
84 I. Mammalia für 1900.
— Pipistrellus leisleri von Irland. Barret-Hamilton. (9) — Wasser-Säugethiere
von Moray Firth. W. Taylor (2). — Mus rattus in Orkney. J. Taylor. — Vesperugo
leisleri von Co. Wexford. Mofiat (2). — Sorex minutus und Microtus gloreola
von Berks. Noble. — Warner. — Sorex minutus von Cambridgeshire. Oldham (1).
— Fledermäuse von Nord-Irland. Patterson (5). — Mus rattus von Forfarshire.
Baring. — Vespertilio nattereri von Co. Autrim. Patterson (%). — Balaenoptera
rostrata von Essex. Fiteh. — Halichoerus grypus von Cumbrae. Gray. — Sorex
minutus von Berks. Warner. — Landsäugethiere von Moray Firth. Taylor (3).
— Sorex minutus von Worcestershire. Steele-Elliot. — Cristophora cristata von
der Galway Bay. Gilmore.
Frankreich, Belgien und Niederlande. Hystrix-Reste
von Ramonden, Dordogne. Feaux. — Elen-Reste von der Plagotte bei Rimont,
Ariege. Harl& (1). — Saiga von Eyzies, Dordogne. Harle (2). — Pferd, Ren,
Rind und Schaf von der paläolithischen Station Veil le Comte. Verniere. —
Rattenkönig von 7 Individuen von Ceurtaleins, Dep. Eure et Loire. Hesse. —
Acerotherium platyodon von Saint Nazaire-en Royans (Dröme). Mermier (1 u. 2).
— Mus minutus campestris von Nord-Frankreich und Belgien. Barret-Hamilton
(3). — Balaenoptera musculus von Querqueville. Jouan. — Fledermäuse von
Calvados. Letaeqg. — Pleistocäne Fauna Belgiens. Rutot. — Rhinoceros-Reste
im Museum zu Leiden. Reichenbach. — Reste von Ursus spelaeus, Felis spelaea,
Sus scrofa, Canis lupus, Capreolus, Bos u. Capra aus der Höhle von Seynes, Dep.
Vezenobres. Sallustien. — Säugethiere aus dem Park von Pataudiere. Pays-
Mellier. — Schädel und Skelettheile von Anomalomys gaudryi gen. nov. et spec.
nov. von La Grive St. Alban. Gaillard.
Spanienund Portugal. Hipparion gracile mit Dinotherium bava-
ricum und Mastodon angustideus bei Valles aufgefunden. Bofill y Poch. — Die
Microchiropten im National-Museum in Lissabon. Seabra (1). — Portugiesische
Säugethiere. Seabra (2). — Putorius nivalis ibericus subspec. nov. von Sevilla.
Barret-Hamilton (1). — Erinaceus europaeus hispanicus subspec. nov. von Sevilla.
Barret-Hamilton (2). — Reste von Acerotherium lemanense, Mastodon longirostris
und Elephas spec. aus der Provinz Barcelona; Almera. — Fossile Säugethiere von
Cataluna im Museum Martorell zu Barcelona. A. Bofill. — Spanische Rassen
des Hausschweines. Moyano (2). — Delphinus delphis var. mediterranea an der
Küste von Algarve. Nobre. — Individuen - Anzahl von Innuus ecaudatus auf
Gibraltar. Selater (3).
Italien. Elephas antiquus-Zähne aus der Provinz Calabrien. Flores.
— Unterkiefer von Cyon sardous aus einer Höhle Sardiniens. Forsyth Major (3).
— Palaeophoca-Skelet aus dem Orciano von Pisa. Ugolini (1). — Balaenoptera
rostrata (Skelet) von St. Stefano. Carrueeio (1 u. 2). — Putorius nivalis italicus
subspec. nov. von Grezzana. Barret-Hamilten (1). — Putorius nivalis boccamela
von Sardinien. Barret-Hamilton (1). — Erinaceus europaeus italicus subspec.
nov. von Siena. Barret-Hamilton (2). — Balaenoptera aus dem Miocän von
San Micheli bei Cagliari. Capellini (2). — Steno bellardii aus dem Pliocän von
Pisa. Ugolini (2). — Cervus foss. von der Via Aurelia. Tuceimei. — Balaena
mysticetus von Calabrien. Stefano. — Fossiler Zahn von Champsodelphis aus
dem Miocän von Bellunno. Paolo. — Squalodon bariensis bellunensis aus dem
Mioeän von Belluno. Piaz (1). — Fossile Fauna aus der Höhle S. Dona bei Lamon.
I. Mammalia für 1900. 85
Piaz (2). — Balaenoptera aus dem Miocän von San Marino. €apellini. — Pho-
caena communis aus dem Golf von Neapel. Terentieff.
Schweiz. Sorex pygmaeus zum ersten Mal in der Schweiz gefunden. Fatio.
Oesterreich-Ungarn. Ursus spelaeus — und Hyaena spelaea —
Reste aus einer Höhle in Baden bei Wien. Calliano. — Mammuth-Reste aus dem
Löss von Krems. Hörnes, M. u. R. — Fossile Säugethierreste aus der Höhle von
Krapina in Kroatien: Ursus spelaeus, Sus scrofa, Bison priscus, Rhinoceros
mercki, Arctomys marmotta und Castor fiber. Kramberger. — Mammuthskelet
von Königgrätz. Schneider. — Reste von Rind, Schaf, Schwein, Ziege, Hirsch,
Reh und Biber vom Gsprengberg b. Kronstadt. Teutsch. — Mammuth, Rhino-
ceros, Pferd, Schwein, Ur und Ren aus dem Scharka Thale b. Prag. Woldrich (1).
— Diluviale Steppenfauna Ungarns. Papp. — Skelet von Rhinoceros tichorhinus
von Blato bei Medleschitz. Woldrich (2). — Orca semseyi spec. nov. aus dem
unteren Miocän von Salgotarjan. Böckh. — Unterkiefer von Chalicomys minutus
und Zahn von Aceratherium incisivum aus dem Braunkohlenbecken von Gaya,
Südmähren. Hofmann. — Parailurus anglicus und Ursus böckhi von Baroth
Köpeez in Ungarn. Schlosser (3). — Pliocäne Säugethierreste vom Eichkogel
bei Mödling. Vacek. — Humerus von Aceratherium aus dem älteren Miocän von
Wittingau-Budweis. Woldrich (3). — Mus minutus pratensis von Westungarn.
Barret-Hamilton (3). — Säugethiere Böhmens. Bayer. — Elephas primigenius-
Reste von Rzeszow. Friedberg. — Talpa europaea, abnorm gefärbt, von Kolomea.
Lomnicki. — Monographie der Chiropteren Ungarns. Mehely. — Rhinoceros
foss. von Chrudim, Ost-Böhmen. Zelisko. — Einbürgerungsversuche von Murmel-
thieren in Aflenz, Steiermark. Schreiner. — Ursus spelaeus, Bison priscus, Alces
machlis foss. von Bosnien. Grimmer.
Rumänien. Erinaceus europaeus roumanicus subspec. nov. von Gageni,
Rumänien. Barret-Hamilton (2). — Mus minutus pratensis von Rumänien.
Barret-Hamilton (3). — Mus sylvaticus princeps subspec. nov. von Bustenari,
Rumänien. Barret-Hamilton (8).
Russland. Mammuth-Stosszahn von Kwoika b. Kiew. Volkow. —
Elephas primigenius-Skelet von Moskau. A. Pavlow. — Mammuth-Skelet aus
dem Gouvernement Permj. Stuckenberg. — Fossile Artiodactylen. M. Pavlow.
— Phoca foetida saimensis subspec. nov. vom Saima-See, Ph. foetida ladogensis
subspec. nov. vom Ladoga-See. Nordquist. — Die Igel Russlands. Satunin (3).
— Nützliche und schädliche Säugethiere im Nordwesten Russlands. Mayr. —
Eremiomys lagurus und Alactaga jaculus aus der Steppe zwischen Wolga und
Don. Silantjew (1). — Verbreitung des Bibers. Silantjew (2).
Dänemark, Schweden und Norwegen. Bos primigenius,
Ursus, Cervus elaphus, Cervus capreolus, Alce alces und Sus scerofa aus einem
Torfmoor von Dollerup am grossen Belt. Finn. — Untersuchungen der Kjökken-
möddinger; von jetzt nicht mehr in Dänemark existirenden Säugern wurden
gefunden: Castor fiber, Felis catus, Felis Iynx, Canis lupus, Ursus aretos, Sus
scrofa, Alce machlis, Bos primigenius. Die Hundereste sind theils von Canis
palustris, theils von €. matris optimae. Aus der jüngeren Steinzeit: Bos taurus
brachyceros, Sus palustris und Ovis. Madsen, Mülier ete. — Quartäre Säugethier-
fauna Schwedens. Sernander. — Lepus timidus typieus, L. t. collinus von Süd-
Schweden. Barret-Hamilton (6). — Säugethierfauna Norwegens, Strand,
86 l. Mammalia fir 1900.
BMATTIKR.
Nordafrika. (Aegypten, Algerien). Reste (besonders Zähne) von der
paläolithischen Station von Karar; Elephas atlantieus, Rhinoceros mauritanicus,
Hippopotamus amphibius, Sus serofa, Cervus barbarus, (elaphus) Connochaetes
gnu, Bubalis antiquus und Alcelaphus. Boule. — Metatarsus u. Femur von
Camelopardalis giraffa, Metatarsus von Camelus thomasi von Ternifine. Pallary.
— Putorius nivalis siculus subspec. nov. von Algier. Barret-Hamilton (1). —
Tragelaphus seriptus ornatus subspec. nov. vom Chobe-Fluss. Pocock (2). —
28 Arten von Südwest-Arabien. Thomas (1%). — Atlas und Scapula von Rhino-
ceros spec. aus dem Untermiocän von Mogharo, Ägypten. Andrews. — Putorius
nivalis africanus von Aegypten und Malta; P. niv. subpalmatus von Aegypten.
Barret-Hamilton (1). — Fossile Thierreste von Wadi-Natrum, Unterägypten.
Studer. — Vorkommen von Spalax in Nordafrika. Sordelli (1). — Neue Chiro-
pteren von Nord-Afrika. Seabra (3).
Nordost-Afrika. 23 Arten von Nordost-Afrika, davon neu: Colobus
abyssynicus poliurus subspec.nov. vom Omo-River, Cercopithecus omensis spec.
nov. von Mursu am Omo-River, Macroscelides boranus spec. nov. von Mega,
Madoqua güntheri smithii vom Stephan-See. Thomas (21). — Kerivoula harrisoni
spec. nov. von Walamo, zwischen dem Suai- und Margaritha-See. Thomas (21).
- Die Säugethierfauna vom Weissen Nil. Flower (2).
Abessinien und Somaliländer. 12 Arten von Süd-Abessinien,
l neu: Dendromys lovati spec. nov. von Managasha. de Winton (1 u. 2). —
Tragelaphus delamerei spec. nov. von Sayer im Somaliland, Tr. scriptus fasciatus
subspec. nov. von San Morettu am Webbefluss im Somaliland. Pocock (2).
Britisch- und Deutsch-Ostafrika. Cervicapra redunca
wardi subspec. nov. vom Mau-Plateau. Thomas (10). — 13 Arten vom Mount
Kenya, davon neu: Otomys irroratus orestes subspec. nov., Procavia mackinderi
spec.nov. Thomas (20). — ÖOstafrikanische Säugethiere. Hinde. — Colobus
foai spec. nov. vom Tanganjica-See. Pousargues. (2). — Hyaena germinans
spec. nov. vom Rukwa-See. Matschie (1). — Piliocolobus gordonorum spec. nov.
von Uhehe im Süden D.-Öst-Afrikas. Matschie (7). — Elephas knochenhaueri
spec. nov. von Barikiwa, D.-Ost-Afrika. Matschie (8). — Jagd auf Hippopotamus
auf dem Kingani, D.-O.-A. Klitzing. — Biologie von Nashorn, Elephant, Elen-
antilope. Schellendorf (1). Jagdschutz in Ost-Afrika. Schellendorf (2). —
Procavia mima spec.nov. vom Nyasa-Tanganyika-Plateau, Nord-Nyasaland.
Thomas (13). — Cervicapra thomasinae spec. nov. vom Songwe River, 6 Meilen
von seiner Mündung in den Nyasa-See. Selater (2).
Madagaskar. Subfossile Lemuriden aus den Sümpfen von Ansirabe
und aus Höhlen. Grandidier (1). — Megaladapis insignis spec. nov. Beschreibung
von Kieferfragmenten und Zähnen. Forsyth Major (1). — Mus auratus spec. nov.
Grandidier (2). — Microgale brevicaudata spec. nov. Grandidier (3). — Megaladapis
brachycephalus gen. et spec. nov., M. dubius spec. nov., Mesoadapis destructor
gen. et spec. nov., Protoindris globiceps gen. et spec. nov., Pithecodon sikorae
gen. et spec. nov. aus dem Pleistocän. Lorenz-Liburnau. — Ueber Megaladapis
insigenis. Woodward (2). — Knochenreste eines Macacus spec. Forsyth Major (5).
I. Mammalia für 1900. 87
Süd-Afrika. Pediotragus kelleni spec.nov. aus dem östlichen, P.
rufescens und P.neumanni aus dem westlichen Süd-Afrika. Jentink (2). — Primaten,
Carnivoren und Ungulaten von Süd-Afrika. Selater (4). — Hyaena gariepensis
spec. nov. von Gariep, Orange-Fluss-Gebiet, H. crocuta capensis aus der Kap-
Kolonie. Matschie (1). — Elephas capensis aus dem Orange-Fluss-Gebiet.
Matschie (8).
Deutsch-Südwestafrika, Angola. Hyaena wissmanni spec.
nov. von Epukiro, D.-Südwest-Afrika. Matschie (1). — Equus penricei spec.
nov. von Mossamedes, Süd-Angola. Thomas (14).
Kongo-Staat. Der Elephant als Hausthier im französischen Kongo-
Staat. Bulcon. — Cervicapra thomasinae spec. nov. vom Songwe-River.
Selater (2).
Kamerun, Togo und Liberia. Mormopterus whitleyi spec. nov.
von Benin. Seharff (1). — Säugethiere von Kamerun. Sjöstedt. — Hyaena
gariepensis spec. nov., H. thierryi spec. nov., von Sansanne Mango, Nord-Togo,
H. togoensis spec. nov. von West-Togo. Matschie (1). — Hyaena noltei spec.
nov. aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (9). — Colobus oceidentalis,
Cereopithecus nicticans, Papio yokoensis spec. nov., Sciurus spec. aff., Viverra
eivetta, V. portmanni, Felis maniculata aff., F. leopardus, Leo kamptzi spec. nov.
aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (3). — Orycteropus haussanus
spec. nov. von Togo. Matschie (4). — Georhychus zechi spec. nov. von Togo.
Matschie (6). — Piliocolobus preussi spec. nov. von Nordkamerun. Matschie (7).
— Elephas cyelotis spec.nov. von Süd-Kamerun. Matschie (8). — Pipistrellus
mimuseulus spec. nov., Myosorex muricauda spec. nov., Sciurus rufobrachiatus
liberieus subspec. nov., Mus tullbergi rostratus subspec. nov. vom Mount Coffee,
Liberia. Miller (26).
Central-Afrika. Elephas oxyotis spec.nov. aus dem Sudan.
Matschie (8). — Die Hausthiere im französischen Sudan. Baillaud.
C. Asien.
Sibirien. Postpliocäne Wanderung sibirischer Säugethiere nach Europa.
Stejneger. — Lepus timidus tschuktschorum von Nordost-Sibirien. Barret-
Hamilton (6). — Die Maralzucht in Sibirien. Martenson.
China. Geographische Verbreitung der Säugethiere Chinas. Marshall.
— Erinaceus europaeus dealbatus von Chefoo und Peking. Barret-Hamilton (2).
— Mus sylvaticus draco subspee. nov. von Kuatun, Nordwest-Fokien. Barret-
Hamilton (8).
Japan. Lepus timidus aina subspec.nov. von Jesso. Beschreibung.
Barret-Hamilton (6). — Caprolagus furnessi spec. nov. von den Liu-Kiu-Inseln.
Stone (2).
Hinterindien, Philippinen u. Nachbarinseln. Säuge-
thiere der Philippinen (Fortsetzung). Sanchez y Sanchez. — Cervus (Rusa)
tavisdocki spec. nov. von den Philippinen. Lydekker (?). — Nemorhaedus
sweddenhami spec. nov. von den Larut - Bergen bei Perak. Butler. —
160 Arten von Siam und der malayischen Halbinsel. Flower. — 54 Arten,
neu: Mus ciliata spec. nov. von Gunong Inas. Bonhote (4). — Mus
vociferans lancavensis subspec. nov., M. surifer flavidulus subspec. nov.,
88 I. Mammalia für 1900.
Tragulus umbrinus spec. nov. von Pulo Lankawi; Mus surifer butangensis
subspec. nov., M. pannosus spec. nov. von den Butang Ids. Miller (19).
— Ratufa melanopepla spec. nov., R. pyrsonota spec. nov. von Siam. Miller (22).
— Seiurus notatus miniatus subspec. nov., Sc. tenuis surdus subspec. nov. von
Trong, Süd-Siam. Miller (23). — Macacus pumilus spec. nov., Tupaia bunoae
spec. nov., Sciurus mimellus spec. nov., Sc. abbotti spec. nov., Sc. klassi spec.
nov., Mus tambelanicus spec. nov. von Tambelan Id.; Rhinolophus minutus spec.
nov., Emballonura anambensis spec. nov., Tupaia chrysomalla spec. nov.,
Sciurus anambensis spec. nov., Funambulus castaneus spec. nov., Ratufa
anambae spec. nov., Mus flaviventer spec. nov., M. anambae spec. nov., M. stre-
pitans spec. nov., M. siantanicus spec. nov. von den Anambas-Ids., Hipposiderus
barbensis spec. nov., Sciurus mimicolus spec. nov. von St. Barbe-Id.; Tupaia
sordida spec. nov., Sciurus tunuirostris spec. nov., Ratufa tiomanensis spec. nov.,
Tragulus rufulus spec. nov. von Tioman-Id. Miller (%5). — Canis cruesemanni
spec. nov. aus dem Menam-Gebiet. Matschie (5). — 20 Arten von Nan und
Chingmai, neu: Petaurista lylei spec. nov. Bonhote (3). — M. vociferans spec.
nov., M. ferreocanus spec. nov., M. validus spec. nov., M. cremoriventer spec. nov.,
M. asper spec. nov., M. pellax spec. nov., M. surifer spec. nov. von Siam. Miller (7).
Borneo, Java. Petaurista thomasi spec. nov. vom Silat River, Ost-
Sarawak, Borneo. Hose. — Sciuropterus thomsoni spec. nov., Sciuropterus
hosei spec. nov. aus dem Baram-Distrikt, Ost-Sarawak, Borneo. Thomas (6).
— Ratufa ephippium baramensis subspec. nov. aus dem Baram-Distrikt, R. e.
sandakanensis subspec. nov. von Sandakan, Britisch Nord-Borneo. Bonhote (2).
— Seiuropterus harrisoni spec. nov. von Borneo. Stone (2). — Felis tigris auf
Java. Wild u. Hund, 563.
Ceylon. Elephas indicus auf Ceylon. Vos.
Centralasien (Turkestan, Kashmir) P. nivalis pallidus
subspec. nov. von Afghanistan. P. niv. stoliezkana von Yarkand, Ost-
Turkestan. Barret - Hamilton (1). — Cercocebus hagenbecki spec. nov.,
Semnocebus albigena rothschildi subspec. nov. Lydekker (6). — Cervus
bactrianus spec. nov. Beschreibung. Eydekker (1). — 6 Nager von Chinesisch
Turkestan und West - Tibet, neu: Miecrotus (Alticola) lama spec. nov. von
West-Tibet, Dipus deasyi spec. nov. von Nura, Chin. Turkestan. Barret-
Hamilton (7). — Mus sylvaticus pallipes von Shurhad Wahkan, Turkestan.
sarret-Hamilton (8). — Gerbillus arenicolar spec. nov. von West-Turkestan.
Miller (18). — Crocidura lignicolor spec. nov. von Ost-Turkestan. Miller (21).
— Capra sibirica wardi subspec. nov. von Baltistan, Kashmir. Lydekker (%). —
Gazella subgutturosa sairensis subspec. nov. von den Sair Mts., Altai. Lydekker (7).
Kleinasien, Kaukasusländer. Thierresste aus dem alten
Phönizien. Zumoffen. — Putorius nivalis caucasicus subspec. nov. von Eracrum,
Kleinasien und aus dem Kaukasus. Barret-Hamilton (f). — Mus sylvaticus
taurinus subspec. nov. vom Bulgar Dagh. Barret-Hamilton (8). — Alactaga
suschkini spec. nov. aus der Kirgisensteppe. Satunin (1). — Kaukasische Meso-
ericetus-Arten; neu: M. Koenigi. Satunin (2). — Cervus elaphus von der Krim,
Brauner,
I. Mammalia tür 1900. 89
D. Amerika.
a) Nord - Amerika.
Arktische und subarktische Zone, Grönland inbe-
griffen. Verbreitung von Ovibos moschatus in Grönland. Conwentz. —
Vulpes lagopus von den Pribilof-Inseln. Lucas (3). — Ovibos moschatus wardi
von Ost-Grönland. Lydekker (3). — Rangifer montanus von Britisch-Columbien.
Allen (2). — Phenacomys celatus crassus subspec. nov., Synaptomys innuitus
medioximus subspee. nov., Erethizon dorsatus picinus subspec. nov. von Süd-
Labrador. Bangs (3). — Oreamus kennedyi spec. nov. von Alaska. Elliot. —
26 neue Säugethiere von Alaska und Britisch Nord-Amerika: Sorex gracilis spec.
nov., S. tundrensis spec. nov., S. personatus arcticus subspec. nov., S. alascensis
shumaginensis subspec. nov., S. navigator alascanus subspec. nov., Vulpes
harrimani spec. nov., V. hallensis spec. nov., Spermophilus osgoodi spec. nov.,
Sp. barrowensis spec. nov., Sp. beringensis spec. nov., Microtus innuitus spec.
nov., M. yakutatensis spec. nov., M. unalascensis popofensis subspec. nov., M.
abbreviatus fischeri subspec. nov., M. macfarlani spec. nov., Evotomys orca
spec. nov., Lemnus alascensis spec. nov., L. yukonensis spec. nov., Dierostonyx
unalascensis spec.nov., D. nelsoni spec. nov., D. richardsoni spec. nov., Erethizon
apixanthus myops subspec. nov., Lepus othus spec. nov., L. poathromus spec.
nov., L. americanus dalli subspec. nov., L. americanus macfarlani subspec. nov.
Merriam (1). — Lutreola vison ingens subspec. nov., Mustela americana actuosa
subspec. nov., Sciurus hudsonicus petulans subspec. nov., Sciuropterus yukonensis
spec. nov., Eutamias caniceps spec. nov., Spermophilus empetra plesius subspec.
nov., Neotoma saxamans spec. nov., Fiber spatulatus spec. nov., Lepus saliens
spec. nov.; sämmtlich von Alaska. Osgood (2). — Säugethiere der Prine Edward
Insel. Young. — Rangifer dawsoni spec. nov. von Queen Charlotte Island.
Thompson (1 u. 2). — Lynx canadensis mollipilosus subspec. nov., Putorius rixosus
escimo subspec. nov., Discrotonyx hudsonius alascensis subspec.nov. von Alaska.
W. Stone (1). — Sciuropterus sabrinus makkovikensis subspec. nov. von Labrador.
Sornborger. — Bison bison athabascae, Ovibos moschatus, Ovis stonei, O. dalli,
Öreamnos montani, Alces americanus, Rangifer caribou, Ursus richardsoni, U.
middendorfi, U. dalli, U. sitkensis, U. emmonsi, U. horribilis, Thalarctos maritimus,
Lutra canadensis, Gulo luseus, Putorius (Lutreola) vison, Mustela americana
von Britisch-Columbien, Alaska und den Nordwest-Territorien. A. 3. Stone. —
Vulpes rubrieosa bangsi :ubspee. nov. von Labrador, V. alascensis spec. nov.
von Alaska, V. alasc. abietorum subspec. nov. von Britisch Columbien. Merriam
(4). — Lepus labradorius spec. nov. von Labrador. Miller (3). — Alces gigas
spec. nov. von Alaska. Miller (5).
GemässigteZone. Nemorhoedus palmeri spec. nov. aus den Höhlen
von Maniton Rocky Mountains. €ragin. — Oberarm von Morotherium gigas
aus dem Pleistocän der Tomales Bay in Californien. Merriam. — Schädel von
Bison antiquus von Vincents, Indiana. Middleton u. Moore. — Fossile Artio-
daetylen. M. Paviow. — Sciurus ludovicianus als östlichste Art. E. W. Nelson.
— Perognathus panamintinus arenicola subspec. nov., Myotis californicus pallidus
subspec. nov. von Californien. Stephens. — 17 Zabus-, 3 Nasaeozapus-Arten
bezw. Unterarten von Nord-Amerika. Allen (I). — Die nordamerikanischen
Mierotus-Arten. 70 Arten und Unterarten; neu: Mierotus seirpensis spec. nov.
90 I. Mammalia für 1900.
von Californien, Pedoniys ludovicianus spec. nov. von Südwest-Louisiana, Mierotus
californieus constrieta subspec. nov. von der Küste Kaliforniens. Bailey. —
Perognathus panamintinus arenicola subspeec. nov., Myotis californieus pallidus
subspec. nov. von Californien. Stephens. — Sciuropterus oregonensis stephensi
subspec. nov., Procyon pallidus spec. nov. von. Californien. Merriam (2). —
Reithrodontomys chrysopsis spec. nov. von Mexico. Merriam (3). — Perognathus
apache melanotis subspec. nov., P. hispidus zacatecae subspec. nov., P. pernix
rostratus subspec. nov. von Mexico; P. paramintinus brevinasus subspee. nov.,
P. anthony spec. nov., P. californieus dispar subspec. nov. von Californien;
P. callistus spec. nov. von Wyoming, P. amplus spec. nov. von Arizona, P. parvus
magruderensis subspec. nov. von Nevada, P. penicillatus augustirostris subspee.
nov. von Colorado. ®sgood (1). — Putorius allegheniensis spec. nov. von West-
Pennsylvanien. Rhoads. — Vorkommen von Mus rattus in Boston. Mearns (1).
— Mormoops in den Vereinigten Staaten. Mearns (2). — Vulpes necador spec. nov.
von Californien, V. cascadensis von Cascade Range, V. regalis von Minnesota.
Merriam (4). — Vollständiges Skelett und 4 Schädel vom Sheridan bed am Rock
Creek in Briscoe Co. Gidley. — Perognathus merriami gilvus subspee. nov. von
West-Texas. Osgood (1). — Astragalus von Equus fraternus von Gay Head am
Long Island Sund. Woodwarth. — Schädel von Merycochoerus laticeps spec. nov.
von Montana. Douglass. — Unterkiefer von Elephas americanus von Yuma,
Arizona. Blak.
b) Mittel-Amerika und Westindien.
Artibeus eva von Westindien. Rehn (1). — Zygodontomys brevicauda
tobagi subspee. nov. von der Insel Tobago, Westindien. Thomas (5). — Proe-
chimys centralis panamensis subspec. nov. von Panama. Thomas (5). — Sciurus
variabilis morulus subspec. nov. von Panama. Bangs (3). — Proechimys centralis
panamensis subspec. nov. von Pocoum&, Panama; Pr. centr. chiriquinus subspee.
nov. von Bogova, Nordwest-Panama. Thomas (5). — Promops nanus spec. nov.
von Bogova, Chiriqui, Panama. Gerrit Miller (1). — Metachirus fuscogriseus
spec. nov. von Greytown, Nicaragua. Allen (6). — Lepus alleni palitans subspec.
nov. von West-Mexico. Bangs (2).
c) Süd-Amerika.
Südamerikanische Säugethiere. Berg.
Columbien,Venezuela,Guayana,Ecuador,Peru. Didelphys
carcinophaga caucae subspec. nov. aus dem Cauca-Thal, Columbien; D. ce. colombica
subspee. nov. von Santa Marta; Metachirus nudicaudatus colombianus subspee.
nov. von Donamo, Columbien. Allen (6). — Oligoryzomys und Erioryzomys
subgenera nova von S. Marta, Columbien. Bangs (4). — Callithrix cuprea leuco-
metopa subspec. nov. von Ecuador. Latorre. — Säugethiere von Mt. Roraima,
Britisch Guiana. de Winton (3). — Lichonycteris obseurus von Suriname, Niederl.
Guiana. Miller (15). — Sylvilagus orinoci spec. nov. von Maipures am oberen
Orinoco, Venezuela. Thomas (?). — Metachirus klagesi spec. nov. von Bolivar,
Venezuela. Allen (6). — Glossophaga elongata spec. nov., Leptonycteris curasoae
spec. nov., Myotis nesopolus spec. nov. von Curagao. Miller (6). — Natalus tumidi-
rostris spec. nov., Mormops intermedia spec. nov., Molossus pygmaeus spec. nov.
en
I. Mammalia für 1900. 91
von Curagao. Miller (1%). — Seiurus stramineus guayanus von den Balzar-
Mountains, West-Ecuador. Thomas (3). — Proechimys rosa spec. nov. von Santa
Rosa, Südwest-Ecuador. Thomas (5). — Marmosa caucae spec. nov. vom Rio
Cauqueta, Columbien. Thomas (5). — Vampyrops dorsalis spec. nov., Rhipidomys
dryas spec. nov. von Paramba (1100 m), Nord-Eeuador; Oryzomys sylvaticus spec.
nov.von Santa Rosa, Süd-Eeuador; O. balneator spec.nov. von Mirator, Ost-Ecuador.
Thomas (5). — Seiurus (Mieroseiurus) simonsi spec. nov. von Porvenir, Ecuador;
Cyelopes didactylus inda subspec. nov. von Ecuador. Thomas (10). — Seiurus
versicolor spec. nov. von Cachabi, Prov. Esmeralda, Nord-Ecuador. Thomas (12).
— 22 Arten Chiropteren, neu: Chiroderma jesupi spec. nov. von Cacagualito,
Mieronycteris hypoleuca spec. nov. von Bonda, Promops affinis, sämmtlich von
Columbien. Allen (4). — Sphaeronycteris toxophyllum von Peru. Rehn (1).
— (Canis sechurae spec. nov. aus der Ebene von Sechura, Südwest-Peru; Phyllotis
gerbillus spec. nov., von Piura, Nordwest-Peru. Thomas (3). — Conepatus zorilla
spec. nov., von Eten, Peru. Thomas (5). — Oryzomys praetor spec. nov. von
Paramo (4000 m), Peru; Phyllotis amieus spec. nov. von Tolon, Provinz Caja-
marca, Nordwest-Peru (100 m). Thomas (%). — Conepatus inca spec. nov. von
Callao und Surco, Peru (2050 m). Thomas (8). — Phyllotis amicus maritimus
subspec. nov. von Eten: Ph. a. montanus subspec. nov. von Uramarca (1200 m),
Eligmodontia sorella spec. nov. von Huamachuca; Oxymycterus inca spec. nov.
von Perene, Provinz Junin; Proechimys simonsi spec. nov. vom Perene River,
sämmtlich in Peru. Thomas (10). — Conepatus arequipae spec. nov. von Sumbay
(4000 m), Provinz Arequipa. Thomas (15). — Akodon amoenus spec. nov. von
Calalla, nahe Sumbay (3500 m); Phyllotis sublimis spec. nov. vom Rinconado-
Malo-Pass (5500 m). Peru. Themas (13). — Tomopeas ravus gen. nov., spec.
nov. von Yayan, Cajamarca, Peru. Gerrit Miller (2). — Promops milleri
spec.nov. von Guayapampa (2000 m). Allen (4).— 18 Arten ausdem Südosten Perus,
neu: Dactylomys peruanus spec. nov., Oxymyeterus juliacae spec. nov., O. apicalis
spec. nov., Oryzomys keaysi spec. nov. Allen (7). — Didelphys pernigra spec. nov.
Von Südost-Peru. Allen (6). — Sciurus cocalis spec. nov. von der Mündung des
Coca River, oberer Rio Negro. Thomas (9). — Sciurus igniventris von Nericagua
und Munduapo am oberen Orinoco. Themas (9). — Sciurus tricolor von der
Mündung des Coca River, oberer Rio Negro. Themas (9). — Sciurus (Micro-
sciurus) peruanus napi subspec. nov. von der Coca River-Mündung. Thomas (10).
— Marmosa chapmanni spec. nov. von der Insel Trinidad. Allen (6). — Rhipi-
domys goodfellowi spec. nov. am oberen Rio Napo. Thomas (5). — Neacomys
spinosus tenuipes gen. nov. u. subspec. nov. von Guaquimay bei Bogota. Thomas (3).
— Rhipidomys venezuelae cumananus subspec. nov. von Cumanana. Thomas (5).
— Rhipidomys venustus spec. nov. von Merida. Thomas (3). — Monophyllus
plethodon spec. nov. von Barbados. Miller (20).
Brasilien, Argentinien, Bolivien. Reste aus der Höhle
bei Farm Eberhardt am Meerbusen von Ultima esperanza; Auchenia lama, Ono-
hippidium saldiasi, Glossotherium darwini und Neomylodon listai. Norden-
skjöld. — Beschreibung eines Stück Felles von Onohippidium aus der Eberhardt-
Höhle. Lönnberg. — Die von Santiago Roth bestimmten Reste aus der Eberhardt-
Höhle werden reetifizirt. (Jemisch listai =) Felis uncia, (Mephitis suffocans =)
Lyneodon patagonicus; überdies Untersuchungen an Resten von 6 Individuen
von Neomylodon listai. Woodward. — Proteodidelphis praecursor spec. nov.,
92 l. Mammalia für 1900.
Archaeoplus inceipiens spec. nov. aus dem bunten Sandstein Patagoniens.
Ameghino (1). — Die Miocänfauna Patagoniens. Seott (1). — Beschreibung von
Neomylodon listai. Moreno u. Woodward. — Die Säugethierfauna von Santa
Cruz. Seott (2). — Ctenomys opimus nigriceps subspec. nov. von Tebiri. Thomas
(12). — Seiurus pyrrhonotus vom oberen Mamore, Bolivien. Thomas (9). —
Eptesius arge, Uroderma bilobatum von Sao Joao, Brasilien. Rehn (1). — Zygo-
lestes paranensis spec. nov. aus dem Tertiär von Parana. Ameghino (3). —
Ctenomys tucumanus spec. nov. von Tucuman. Thomas (10). Atelodus neu-
mayri spec. nov. von Maragha. ®sborn (5). — Ctenomys opimus luteolus subspec.
nov. aus der Provinz Jujuy, Argentinien. Thomas (12). — Ctenomys pundti
spec. nov. aus dem Süden der Provinz Cordoba, Argentinien. Nehring (4). —
Ctenomys dorsalis spec. nov. von Nord Chaco, Paraguay. Thomas (12).
E. Australien und Neu-Guinea.
Extremitätenknochen von Diprotodon australis vom Callabonna-See; aus-
führliche Beschreibung derselben. Stirling. — Stirling u. Zietz. — Beschreibung
von Skelettheilen von Wynyardia bassiana aus dem Turritellasandstein Tas-
maniens. Spencer. — Macrorhinus leoninus auf den Kerguelen. Hall. — Cepha-
lotes aello spec. nov. von Milne Bay, Südost-Neu-Guinea. Thomas (4). — Macropus
bedfordi spec. nov. von Queensland. Thomas (18). — Macropus robustus cervinus
subspec. nov. von West-Australien. Thomas (19). — Mus goliath spec. nov. und
Mus barbatus spec. nov. von Neu-Guinea. Milne-Edwards.
12. Phylogenetische Entwicklung und Palaeontologie.
Ueber die Abstammung von Bubalis sivalensis und Bos primigenius. Dürst.
— Der arboricole Ursprung der Marsupialier. Dolle. — Phylogenetische Ent-
wicklung der Rhinocerotodiae. @sborn (5). — Phylogenie von Nandinia binotata.
Carlsson. — Anatomische Uebereinstimmungen von Ovibos mochatus mit Rindern,
Antilopen, Hirschen, Schafen und Ziegen. Lönnberg (1 u. 2). — Phylogenie der
Lagomorpha. Forsyth Major (4). — Phylogenie der Nebenniere bei Talpa europaea
und Lepus cunieulus. Aichel (1 u. 2). — Phylogenese der Haare. Brandt. — Ueber
die Vorfahren der Mammalia. Kingsley. — Fossile Knochenreste des Menschen
und ihre Bedeutung für das Abstammungsproblem. Hlaatsch (4). — Der kurze
Kopf des Musculus biceps femoris und seine stammesgeschichtliche Bedeutung.
Klaatsch (1, 2 u. 3). — Vergleichende Anatomie der weiblichen Genitalien. Klein.
— Abstammung der südlichen Hunderassen. Keller (2). — Stammesgeschicht-
liche Entwicklung der Säugethierhaare. Maurer (1). — Phylogenese der Muskel-
faser. Maurer (2). — Phylogenetische Gesetze der Geweihbildung. Rörig (2). — Ver-
wandtschaftliche Beziehungen der recenten Säugethiere zu ihren fossilen Vor-
fahren. Twrdy. — Phylogenie der Nagethiere. Tullberg. — Ursus oder Ursavus
oder Hyaenaretos? Schlosser (5). — Diluviale Steppenfauna Ungarns. Papp.
— Ursus procerus spec. nov. vom Ohio. Miller (4). — Horn von Bos primigenius
aus einem Torfmoor Hinterpommerns. Nehring (8). — Diluviale Reste (besonders
Zähne) v. Elephas atlanticus, Rhinoceros mauritanieus, Hippopotamus amphibius.
Sus scrofa, Cervus (elaphus) barbarus, Connochaetes gnu, Bubalis antiquus und
Aleelaphus. Bonle. — Ursus spelaeus und Hyaena spelaea. — Reste aus einer
Höhle in Baden bei Wien. €Calliane. — Jungpleistocäne Reste von Megaceros
I. Mammalia für 1900. 93
«
giganteus und Alce alces von Endingen, Vorpommern. Deecke. — Hystrix —
Reste von Ramonden, Dordogne, Frankreich. Feaux. — Bos primigenuis, Ursus,
Cervus elaphus, Alce alces, Cervus capreolus und Sus scrofa aus einem Torfmoor
von Dallerup am grossen Belt in Dänemark. Finn. — Pleistocäne Reste von
Bubalus antiquus, Bos opisthonomus, Cervus (Dama?), Connochaetes prognu,
Boselaphus probubalis, Dorcas crassicornis, D. nodicornis, D. triquetricornis,
D.spec., Hippopotamus amphibius, Rhinoceros inermis, Equus asinus africanus,
ferner Caniden-, Feliden-, Viverriden- und Rodontia-Reste von Bains-Romains,
westlich von Algier. Ficheur u. Brives. — Ursus spelaeus-, Felis spelaea-, Sus scrofa-,
Canis lupus-, Cervus capreolus-, Bos und Capra-Reste aus der Höhle von Seynes,
CantonVezenobres. Sallustien. — Fussknochen von Alce alces foss. von der Plagotte
bei Rimont. Harle (1). — Saiga-Reste von Eyzies, Dordogne. Harle (2). — Elephas
primigenius aus dem Löss von Krems. M. u. R. Hörnes. — Ursus spelaeus, Sus
scrofa, Bison priscus, Rhinoceros mercki, Arctomys marmotta, Fiber zibethicus
aus der Höhle von Krapina in Kroatien. Kramberger. — Von nicht mehr in
Dänemark vorkommenden Säugethieren wurden Reste folgender Thiere in den
Kjökkenmöddingern aufgefunden: Biber, Wildkatze, Luchs, Wolf, Bär, Wild-
schwein, Elch und Ur; ferner Canis palustris und C. matris optimae, Bos taurus
brachyceros, Sus palustris und Ovis. Madsen, Müller ete. — Knochen und Zähne
von Elephas antiguus und Rhinoceros mercki aus Taubach in Thüringen. Moeller.
— Auchenia lama, Onohippidium saldiasi, Glossotherium darwini, Neomylodon
listai aus der Glossotherium-Höhle von Ultima Esperanza. Nordenskjöld. —
Diluviale Thierreste aus dem Kesslerloch. Nüeseh. — Thierreste aus dem Pleistocän
Belgiens. Bison europaeus, Elephas antiquus, Rhinoceros mercki, Rh. ticho-
rhinus, Hippopotamus major, Equus caballus, Megaceros hibernicus, Ursus
spelaeus und Felis spelaea. Rutot. — Talpa, Plecotus, Felis domestica, F. catus,
Hyaena spelaea, Mustela martes, Gulo borealis, Meles taxus, Ursus arctos, U.
spelaeus, Canis lJupus, C. vulpes, C. lagopus, Hystrix leucura, Myodes lemmus,
Cricetus vulgaris, Mierotus amphibius, Lepus timidus, Equus caballus, Rhino-
ceros?, Rangifer tarandus, Cervus elephus, Capreolus capreolus, Bison priscus,
Sus scrofa ferus und Elephas primigenius aus dem Dürrloch bei Schweighausen.
Sehlosser (1). — Fast vollständiges Skelet von Elephas primigenius aus einer
Ziegelei bei Königgrätz. Schneider. — Reste von Rind, Schaf, Schwein, Ziege,
Hirsch, Reh und Biber vom Gsprengberg b. Kronstadt. Teutsch. — Equus caballus,
Rangifer tarandus, Bos und Ovis von Veil de Comte. Verniere. — Mammuth-
Stosszahn von Kwoika b. Kiew. Volkow. — Rind, Schwein, Ziege, Schaf und Pferd
aus Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau. — Reste von Mammuth, Pferd,
Schwein, Ur u. Ren aus dem Scharkathale b. Prag. Woldrieh (1). — Rhinoceros,
Ursus spelaeus, Capra ibex ( ?), Cervus elaphus, Hippopotamus amphibius aus dem
laten Phönizien. Zumoifen. — Rind, Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase, Mammuth
von Mauthausen b. Linz. Siehe unter Diluvium. — Unterkiefer mit Zähnen
von Elephas americanus von Yuma. Blak. — Die Ursache des Aussterbens
von Elephas primigenius. Brandes. — Knochenreste aus den Höhlen von Maniton;
Nemorhoedus palmeri spec. nov., Equus u. Arctomys. €Cragin. — Beschreibung
und phylogenetische Entwicklung der Extremitätenknochen von Diprotodon.
Dollo. — Zähne von Elephas antiquus aus der Provinz Calabrien. Flores.
Vollständiges Skelett und 4 Schädel von Equus scotti spec. nov. vom Rock Creek
in Texas. Beschreibung derselben. Gidley. — Systematische Uebersicht der
94 I. Mammalia für 1900,
fossilen Wirbelthierreste Ungarns. Koch. — Subfossile Lemuriden von Mada-
gaskar. Grandidier. — Neomylodon listai ist nicht identisch mit Grypotherium
domesticum Roth. Hauthal. — Megaladapis insignis spec. nov. von Madagaskar;
Beschreibung von Unterkiefer-Fragmenten und Zähnen. Forsyth Major (1). —
Zähne von Megaladapis insignis, Nesopithecus, Hadropithecus im Vergleich zu
anderen Arten. Forsyth Major (2). — Unterkiefer von Cyon sardous aus einer
Höhle Sardiniens. Forsyth Major (3). — Oberarm von Morotherium gigas aus dem
Pleistocän der Tomales Bay in Californien. Merriam. — Schädel von Bison
antiquus von Vincennes in Indiana. Middleton u. Moore. — Metatarsus u. Fer. ur
von Camelopardalis giraffa, Metatarsus von Camelus thomasi von Ternifine,
Algerien. Pallary. — Diluviale Steppenfauna Ungarns. Papp. — Skelet von
Elephas primigenius von Moskau. A. Pavlow. — Die Mosbacher Fauna im Museum
zu Mainz. Reichenau. — Cricetus phaeus foss. von Velburg. Schlosser (2). —
Schädel von Rh. antiquitatis von Pössnek in Thüringen. Schröder. — Beschreibung
der Extremitätenknochen von Diprotodon australis vom Callabona See, Australien.
Stirling. — Stierling u. Zietz. — Mammuthskelet aus dem Gouvernement Permj.
Stuckenberg. — Skelet von Rhinoceros tichorhinus von Blato. Woldrich (2). —
Thierreste aus der Eberhardt-Höhle von Ultima esperanza; Neomylodon listai,
Felis uncia, Lyncodon patagonicus. Woodward. — Astragalus von Equus
fraternus von Gay Head am Long Island Sund. Woodwardh. — Archaeoplus
incipiens spec. nov., Proteodidelphis praecursor spec. nov. aus dem bunten Sand-
stein Patagoniens. Ameghino. — Atlas und Scapula von Rhinoceros spec. aus
dem Untermiocän von Mogharo, Aegypten. Andrews. — Orca semseyi spec. nov.
aus dem unteren Miocän von Salgotarjäan. Böckh. — Hipparion gracile zusammen
mit Mastodon angustidens und Dinotherium bavaricum bei Valles, Spanien,
aufgefunden. Bofill y Poch. — Merycochoerus laticeps spec. nov. von Montana.
Douglass. — Anomalomys gaudryi gen. nov. u. spec. nov.; Schädel u. Skelet-
theile von La Grive St. Alban. &Gaillard. — Unterkiefer von Chalicomys minutus
und Zahn von Aceratherium ineisivum von Gaya, Südmähren. Hofmann. —
Trigonias osborni spec. nov. aus dem Miocän von Süd-Dacota. Lucas (1). — Unter-
suchungen am Skelet von Basilosaurus cetoides. Lucas (2). — Beschreibung,
phylogenetische Entwicklung, Fundortsangaben der fossilen Rhinocerotiden; Ate-
lodus neumayri spec. nov. von Maragha. Osborn (5). — Beschreibung von Oxyaena
lupina und Patriofelis ferox. ®sborn (6). — Fossile Artiodaetylen von Nord-
amerika und Europa, speciell von Russland. 3%. Pavlow. — Parailurus anglieus
und Ursus böckhi aus den Ligniten von Baroth Köpeez. Schlosser (3). — Miocän-
fauna Patagoniens. Seott (1). — Beschreibung von Skelettheilen von Wynyardia
bassiana gen. nov. u. spec. nov. aus dem Turritellasandstein Tasmaniens. Spencer.
— Beschreibung des Gebisses einiger fossiler Suiden. H.Stehlin. — Palaeophoca -
— Skelet aus dem Pliocän von Pisa. Ugolini (1). — Zähne von Mastodon pentelici,
Dinotherium levius, Aceratherium goldfussi, Hipparion gracile, Hystrix primigenia,
Helladotherium und ein Astragalus von Tragocerus amaltheus aus dem Belvedere-
schotter vom Eichkogel b. Mödling. Vacek. — Humurus von Aceratherium aus dem
älteren Mioeän von Wittingau-Budweis. Woldrich (3). — Vorkommen von Ovibos mo-
schatus im Pleistocän Mitteleuropas. Kobelt — Fossile Lagomorpha. Forsyth Major
(4). — Quartäre Säugethierfauna Schwedens. Sernander. — Fossile Säugethiere
von Cataluna. Bofill. — Untersuchungen an Hipparion. Boule (2). — Balaenoptera
aus dem Miocän von San Marino und San Micheli bei Cagliari. Capellini (2). —
I. Mammalia für 1900. 95
Verwandtschaft der recenten Säugethiere in ihren Vorfahren in der geologischen
Vergangenheit. Twrdy. — Ursus spelaeus, Bison priscus und Alces machlis foss.
von Bosnien. @rimmer. — Saiga prisca-Reste von Westpreussen. Böttger (2).
— Elephas antiquus von Sansevero. Cheechia. — Elephas primigenius-Reste
von Rzeszow. Friedberg. — Palaeonycteris reinachei spec. nov. von Frankfurt
a.M. Kinkelin. — Die Steppenfauna bei Tübingen. Koken. — Ueber Rhinoceros
goldfussi und die andern gleichzeitigen Rhinocerosarten. Roger. — Bison euro-
paeus foss., Elephas antiquus, Rhinoceros mercki, Rh. tichorhinus, Hippopotamus
major, Equus caballus foss., Megaceros hibernieus, Ursus spelaeus und Felis
spelaea aus dem Pleistocän Belgiens. Rutot. — Rhinoceros-Reste im Museum
zu Leiden. Reichenbach. — Neueste Litteratur der ausgestorbenen Anthropo-
morphen. Schlosser (4). — Rhinoceros foss. von Chrudim, Ost-Böhmen. Zelisko.
— Steno bellardii aus dem Pliocän von Pisa. Ugolini (2). — Cervus foss. von der
Via Aurelia. Tuceimei.
13. Ontogenetische Entwicklung.
Fötus von Gorilla savagei. Duekworth. — Zahnwechsel bei den Nagern.
Cederblom. — Entwicklung (Schwankungen der Stärke und Sprossenzahl) des
Rehbockgehörns. Hennicke (2). — Embryologische Untersuchung an Marsu-
pialiern. Hill. — Erste Entwicklung der Mammarorgane bei Mus decumanus.
Henneberg. — Tragezeit des Indischen Elephanten. Böttger (1). — Untersuchungen
an Schweine-Embryonen. Minst. — Ontogenese der Nebenniere bei Talpa europaea
und Lepus ceuniculus. Aichel (1 u. 2). — Entwicklung und Bau der Pars inferior
labyrinthi bei Cavia cobaya. Alexander (1). — Bildung von Ureiern und primär-
fillikelähnlichen Gebilden im senilen Ovarium. Amann. — Polymorphie der
Zellkerne der fixen Hornhautzellen bei Felis domestica, Canis familiaris, Mustela,
Equus caballus, Sus scrofa domestica, Ovis aries, Bos taurus, Lepus euniculus und
Seiurus vulgaris während der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2).
— Das Epithel der Membrana elastica posterior des Auges von Felis domestica.
Ballowitz (3). — Entwicklung der Stammesmuskeln von Sus scrofa domestica.
Bardeen. — Histologische Untersuchungen über die Veränderung einiger Organe
während des Winterschlafs von Säugethieren. Baroneini u. Beretta. — Anatomie
von Bassarieyon alleni. Beddard (3). — Ueber Follikelartresie bei Mus. Bouin (2).
— Die Kerne des Endothels des Mesentheriums von Cavia cobaya. Branca (2).
— Zahnentwicklung. Branea (1). — Entwicklung und Morphologie des Schulter-
gürtels bei Trichosurus, Pseudochirus und Petrogale. Broom. — Entwicklung
der Milz, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und des Pfortadersystems bei
Ovis aries. Choronshitzky. — Flugvermögen von Galeopithecus. Döderlein.
Degeneration am Traetus olfactorius bei Mus nach Durchschneidung. Dömeny.
— Theilung der Spermatocyten bei Felis domestica, Mus und Bos taurus. Ebner (2).
— Verhalten der Zona pellueida zum Ei bei Felis domestica. Ebner (1). —
Wucherungen des Darmepithels an Mus-Embryonen. Filimowsky. — Entwicklung
des Gebisses von Tapirus americanus. @higi (1). — Entwicklung der Molaren.
«higi (2). — Idiozom und Centralkörper im Ovarialei von Cavia cobaya. Gur-
witsch (#4). — Die Arteriae umbilicales bei Mus-Embryonen. Henneberg (2). —
Stadien der Placentation bei Perameles; über Eihüllen von Macropus. Hill (1).
— Eihäute, Placentation und Geburt von Dasyurus viverrinus. Hill (2). —
96 I. Mammalia für 1900.
Untersuchungen an wachsenden Eiern neugeborener Felis domestica, Canis
familiaris und Lepus cuniculus. Holmgren. — Die Call und Exner’schen Körper
und die Entstehung des Liquor follieuli beim Kaninchen. Honor& (1). — Unter-
suchung am Ovarium von Lepus cuniculus 62 Stunden post coitum. Mehreiige
Follikel. Honore (2). — Entstehung des Follikelepithels, Herkunft der Eier
im Keimepithel, Ausbildung der Graafschen Follikel bei der Fledermaus. Hahn.
— Die ersten Entwicklungsstadien von Mus musculus. Jenkinson. — Unter-
suchungen an granulirten Lymphzellen des Knochenmarkes bei Cavia cobaya.
Jolly (1). — Das Verhältniss der Clasmatocyten zu den Mastzellen bei Lepus
cuniculus, Cavia cobaya, Mus und Canis familiaris. Jolly (2). — Vorkommen
von Leucocyten oder Lymphzellen in der Peritoneallymphe bei erwachsenen
Mus. Jolly (3). — Plasmazellen im Bindegewebe des Omentum majus bei Mus,
Cavia cobaya, Lepus cuniculus und Canis familiaris. Jolly (4). — Experimentelle
Untersuchungen an castrirten Cavia cobaya und Lepus cuniculus. Ivanoff. —
Entwicklung und Verzweigung des Bronchialbaumes der Lunge von Bos taurus.
Justesen. — Künstliche Befruchtung bei Säugethieren. Iwanoff. — Entstehung
der Osteoblasten bei der endochondralen Ossification der kurzen Knochen spec.
Tarsalia und Astragalus bei Bos taurus-Embryonen. Kazzander. — Vergleichende
Anatomie und Physiologie der weiblichen Genitalien. Klein. — Entwicklung
der Carotisdrüse bei Macacus rhesus, Equus caballus, Sus scerofa domestica,
Canis familiaris, Felis domestica, Lepus cuniculus, Cavia cobaya und Mus. Kohn (1)
— Entwicklung der Placenta bei Macacus. Kollmann (1). — Entwicklung der
Lymphdrüsen im Blinddarm von Semnopithecus presbytis, Lepus cuniculus,
Talpa europaea; Entwicklung der Milz und des Pancreas von Talpa europaea.
Kollmann (2). — Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge
von Mus, Sus, Bos, Canis, Lepus, Equus, und Cervus. Linser. — Atrophie des
des Eies. Matehinsky. — Die ersten Entwickelungsstadien der Kaninchen-
placenta. Maximow (1). — Regeneration des Eierstocks bei trächtigen und
jungen Lepus cuniculus.. Maximow (2). — Entstehung der Riesenzellen des
Hodens. Maximow (3 u. 4). — Untersuchungen an Embryonen von Sus scrofa
domestica. Minot (1). — Mesotheliale Zotten der Allantois bei Embryonen von
Sus scrofa domestica. Minot (2). — Ueber Secretion in der Placenta von Cavia
cobaya. Nattan-Larrier (2). — Entstehung der Achsenfaden der Spermiums
bei Mus und Cavia cobaya. Niessing. — Systeme der Leucocyten. Pappenheim.
— Entwicklung und Verknöcherung des Sternums bei Mus. Paterson. — Kern-
und Zelltheilung in den Bindegewebszellen von Cavia cobaya. Poljakoff. —
Regeneration des Ovariums bei Lepus cuniculus. Pugnat. — Atlas der normalen
Histologie. Rabaud u. Montpillard. — Plastieität der Lymphzellen von Mus.
Ranvier (1). — Die Clasmatocyten von Lepus cuniculus, Cavia cobaya und Mus.
Ranvier (2). — Ueber Kernkörperchen. Reddingius. — Kerntheilung der Serto-
lischen Zellen von Mus. — Regaud (1). Das Bindegewebe des Hodens von Mus.
Regaud (2). — Ueber Samenzellen von Mus, Sus, Erinaceus und Canis. Regaud
(3—9). — Ontogenie und Anatomie des Gebisses von Lepus cunieulus. Reiniger.
— Trächtigkeitsdauer der indischen Schweine. (60-66 Tage). Retterer (1). —
Entwickelung der Lymphknoten bei Cavia cobaya. Retterer (2, 3 u. 12). —
Entwicklung der geschlossenen Follikel der Mandeln ausgewachsener Föten bei
Equus caballus. Retterer (4—8 u. 11). — Ueber die Zellen des Säulen- und gross-
blasigen Knorpels der Epiphysen bei jungen Cavia cobaya, Lepus eunieulus und
I. Mammalia für 1900. 97
Canis familiaris. BRetterer (9). — Entwicklung der Bluteapillaren und rothen
Blutkörperchen am Omentum majus bei Cavia cobaya und Lepus cunieulus.
Retterer (13). — Ueber Histogenese bei Embryonen und Erwachsenen. Retterer
(14). — Entstehung der Thyreoidea, der Thymus und der verschiedenen Kiemen-
spaltenderivate bei Arvicola. Roud. — Blutfressende Leucocyten. Rouget. —
Ueber die Bedeutung der Schwerkraft bei der embryonalen Entwicklung (gegen
O. Schultze). W. Roux (1—3). — Ueber das Peritonealserum von Bos taurus.
Sabrazes u. Muratet (1 u. 2). — Erythrocyten und Blutplättchen. Marehesini.
— Sacerdotti (1 u. 2). — Ueber das Knorpelfett von Lepus cuniculus, Mus, Cavia
cobaya, Canis familiaris und Ovis aries. Sacerdotti (3). — Die Spermatogenese
bei Bos taurus. Schoenfeld. — Bedeutung der Schwerkraft bei der embryonalen
Entwicklung. Sehultze. — Die ersten Entwicklungsstadien von Hylobates
siamanga, H. rafflesii, Semnopithecus nasicus und Üercocebus cynomolgus.
Selenka (1 u. 2). — Der Bau der lebenden Zelle. Sjöbring. — Entwicklung der
Rückenmarksarterien. Sterzi. — Entwicklung der Kloakenmembran bei Lepus
cuniculus.. Tourneux. — Entwicklung des Schädels von Ornithorhynchus u.
Echidna. Wilson. — Entstehung des Flemmingschen Zwischenkörperchens im
ÖOmentum majus und im Amnios von Lepus cunculus. Winiwarter (1). — Bildung
des Ovariums und der Eier bei Embryonen, bei neugeborenen und jungen Lepus
cunieulus. Winiwarter (2). — Eosinophile Zellen, ihr Vorkommen und ihre Be-
deutung. Wolff. — Entwicklung des Magens von Bos taurus. Zimmerl. — Ent-
wieklungsveränderungen in der Gegend des Schädelgrundes. Wineza. — Tempe-
ratur frisch getöteter Ziegen. Stallard. — Secundäre Geschlechtscharaktere
beim Gabelbock. Pocock (4). — ‚‚Vitale‘‘ Färbbarkeit der Phagocyten einiger
Säugethiere. Plato.
14. Muskeln, Bänder und Gelenke.
Der kurze Kopf des Musculus biceps femoris und seine morphologische Be-
deutung. Klaatsch (1 u. 2%). — Anatomie von Ovibos moschatus. Lönnberg
(1 u. 2). — Anatomie von Bassarieyon alleni. Beddard (3). — Hornbildung der
Wiederkäuer. Brandes (2). — Abhängigkeit der Gelenkflächen im Ellbogen von
der Prono-Supination bei Nagern. Alezais (1). — Morphologie des Quadriceps
femoris bei Nagern. Alezais (2). — Anatomie von Cavia cobaya. Alezais (5).
— Entwicklung der Stammesmuskeln bei Sus scrofa domestica. Bardeen. —
Die Zahl der Muskelfasern bei Felis domestica (5—12), Mus und Erinaceus euro-
paeus (d4—5). Baum. — Anatomische Untersuchungen der Muskeln von Hylobates
leuciscus und Chiromys madagascariensis. Chapmann. — Kernvermehrung ir
den quergestreiften Muskeln bei Cavia cobaya und Mus. &odlewski. — Das Binde-
gewebe in der glatten Muskulatur und die sog. Cellularbrücken bei Equus caballus,
Bos taurus, Sus scrofa domestica, Ovis aries, Canis familiaris, Felis domestica
und Cavia cobaya. Henneberg (3). Die Urogenitalmuskulatur des Dammes
und der Harnblasenverschluss. Kalischer. — Der kurze Kopf des Musculus biceps
femoris und der Tenuissimus. Klaatsch (1, 2 u. 3). — Die Inspirationsmuskeln
von Lepus cuniculus und Felis domestica. Koraen u. Möller. — Regeneration
quergestreifter Muskeln. Lasio. — Die Herzmuskulatur bei Sus scrofa domestica-
Embryonen. Mae Callum. — Rumpfmuskulatur und Phylogenese der Muskel-
faser. Maurer (2). — Der Musculus coraco-olecranalis bei Felis domestica. Mae
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. IL. H.1. (I.)
7
98 I. Mammalia für 1900.
Clure (1). — Die Varietäten der Vena cava posterior und ihr Zuflussvenen bei
Felis domestica. Mae Clure (3). — Histogenese der quergestreiften Muskelfaser
bei Cavia cobaya. Motta-Coco (2%). — Muskelfasern in der Epiphyse mancher
Säugethiere. Nieolas. — Entwicklung der Augenmuskeln. Nussbaum. — Ver-
gleichende Anatomie der Gelenke der hinteren Extremität von Satyrus, Lemur,
Pteropus, Erinaceus, Talpa, Pinnipediern, Lutra, Elephas, Dama, Capra, Equus,
Dipus, Hyrax, Dasypus, Bradypus, Ornithorynchus und Echidna. Parsons. —
Die Muskulatur des Larynx, des Zungenbeins, der Zunge und die des Gesichts
von Phocaena communis. Rawitz (2). — Die Kernreihen im Myocard von Bos
taurus. Solger. — Vergleichende Anatomie des M. cucularis und M. sternoclei-
domastoideus von Macacus, Semnopithecus, Vespertilio, Talpa, Erinaceus, Mus,
Lepus, Cavia, Felis, Canis, Lutra, Ursus und Dasypus. Streissler. — Ueber den
Musculus ischiocaudalis.. Zuekerkandl (5).
15. Haut und Hautgebilde.
Beschreibung von Fell und Haaren von ÖOnohippidium. Lönnberg (3).
— Wachsthumsrichtung der Haare der Lenden-, Posthumeral- und Pektoral-
gegend bei den Boviden, Antilopen und Equus. Kidd.— Spürhaare an den vorderen
Fussgelenken von Sciurus vulgaris, Felis domestica und Phalangista; bei Macropus
fehlen dieselben. Beddard (5). — Ueber Säugethierhaare. Bossi (1). Phylo-
genie der Haare. Brandt. — Histologie und Morphologie eines epithelialen
(rudimentären ?) Haaranhanges bei Mus decumanus var. albina und Sus scrofa.
Calei. — Hautdrüsen der Monotremen. Eggeling. — Linienzeichnung der Tast-
ballen bei Affen. Fer& (1). — Liniensysteme der Handflächen bezw. Fusssohlen.
Fer€ (2 bezw. 3). — Ueber den Haarbalg der Spürhaare von Canis familiaris,
Felis domestica, Capra hircus, Bos taurus, Lepus cuniculus, Cavia cobaya, Mus,
Cricetus vulgaris, Tamias und Arvicola. Ksjunin. — Gehörnwechsel bei Harte-
beest und Gnu. Knochenhauer. — Anlage und Gestalt der Felder, Behaarung
von Erethizon dorsatus. Loweg. — Phylogenetische Entwicklung der Säugethier-
haare. Maurer (1). — Histologie der thätigen Milchdrüse bei Canis familiaris,
Mus, Cavia cobaya, Lepus cuniculus und Bos taurus. ®ttolenghi. — Ueber Nerven
an den Haaren. Tretjakofi. — Ein Fall von Heteropie der Haare. Schimkewitsch.
— Abstossen der Hornscheide bei den Cavicorniern. Just. — Müller-Liebenwalde.
— Desgl. bei Antilocapra americana. Vineent. — Geweih von Cervus asiatieus
Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 350.
16. Schädel.
Unterkiefer und Zähne von Elephas americanus von Yuma. Blak. —
Schädel von Elephas primigenius von Mauthausen. — Beschreibung von
4 Schädeln von Equus scotti spec. nov. vom Sheridan bed am Rock Creek in
Texas. Gidley. — Unterkiefer von Cyon sardous aus einer Höhle Sardiniens.
Major Forsyth (3). — Kieferfragmente von Megaladapis insignis spec. nov. von
Madagascar. Major Forsyth (1). — Schädel von Bison antiquus von Vincennes,
Indiana. Middleton u. Moore. — Schädel von Neomylodon listai. Weodward.
— Beschreibung des Schädels von Merycochoerus laticeps von Montana. Douglass.
— Beschreibung des Schädels von Anomalomys gaudryi gen. nov. u. spec. nov.
von La Grive St. Alban. Gaillard. — Unterkiefer von Chalicomys minutus von
I. Mammalia für 1900, 99
Gaya, Südmähren. Hofmann. — Beschreibung von Schädel und Unterkiefer
von Wynyardia bassiana gen. nov. u. spec. nov. aus dem Turritellasandstein
Tasmaniens. Spencer. — Theilweise Beschreibung von Schädeltheilen einiger
Suiden. Stehlin. — Alters- und Geschlechtsunterschiede am Gehörn von Cepha-
lophus silvieultor. Jentink (3). — Entwicklung der Hörner, Östeologie des
Schädels von Ovibos moschatus. Lönnberg (1 u. 2). — Untersuchungen am
Schädel von Uroderma und Artibeus. Rehn (1). — Veränderungen am Geweih
infolge Kreuzung bei Hirschen. Rörig (1). — Die Entwicklung der Cerviden-
geweihe in phylogenetischer, histologischer und histogenetischer Beziehung.
Rörig (2% u. 3). — Uebereinstimmungen am Schädel der Monotremen und Reptilien.
Sixta (1 u. 2). — Untersuchungen am Schädel von Ornithorhynchus- und Echidna-
Embryonen. Wilson. — Der Schädel von Bassarieyon alleni. Beddard (3). —
Ueberzählige Knochen der Suturen und Fontanellen am Schädel. Maggi (1). —
Os planum von Stenops gracilis. Maggi (2). — Untersuchungen am Schädel von
Vespertilio murinus und Rhinolophus ferrum equinum. Maggi (3). — Morphologie
des Siebbeins und der Pneumacität bei Primaten, Prosimiern, Chriopteren, Insekti-
voren, Carnivoren, Pinnipediern, Rodentia, Ungulaten und Edentaten. Paulli
(1 u. 2). — Die Tuba Eustachii und die Stirnhöhlen von Phocaena communis.
Rawitz (2). — Untersuchungen am Schädel von Eptesius arge, Uroderma bilo-
batum, Artibeus eva, Sphaeronycteris toxophyllum. Rehn (1). — Osteologie
von Vulpes maecrotis. Shufeldt. — Ueber die basale Naht an den Stirnbeinen.
Staurenghi (5). — Össificationen des Knorpelschädels von Bos taurus.
Staurenghi (3). — Weitere Untersuchungen am Schädel von Bos taurus. Stau-
renghi (2 u. 4). — Entwicklung der Ossicula auditus bei Opossom opossum. Weil.
— Entwicklung des Schädels von Ornithorhynchus und Echidna. Wilson. —
Entwieklungsveränderungen in der Gegend des Schädelgrundes.. Wineza. —
Unterkiefer von: Zygomaturus. Wis. — Vergleichende osteologische Unter-
suchungen am Gorilla- und Chimpansenschädel. Matschie (2). — Alactaga
suschkini u. Alactaga annulata. Beschreibung des Schädels u. Angabe von Maassen.
Nehring (1). — Schädel von Ctenomys pundti u. Ct. minutus, Maasstabelle.
Nehring (4 u. 9). — Beschreibung des Schädels u. Angabe von Maassen von Üte-
nomys neglectus, Ot. nattereri u. Ct. lujanensis. Nehring (6). — Schädelbe-
schreibung und Maasse von Ctenomys torquatus. Nehring (10).
1%. Gebiss.
Zähne von Elephas americanus von Yuma. Blak. — Zähne von Elephas
antiquus aus der Provinz Calabrien. Flores. — Beschreibung der Zähne von
Megaladapis insignis spec. nov. von Madagascar. Forsyth Major (1). — Zähne
von Megaladapis insignis, Nesopithecus, Hadropithecus stenognathus im Vergleich
zu andern Arten. Forsyth Major (2). — Unterkiefer und Zähne von Cyon sardous
aus einer Höhle Sardiniens. Forsyth Major (3). — Zahn von Aceratherium
ineisivum von Gaya, Südmähren. Hofmann. — Beschreibung der Zähne von
Trigonias osborni spec. nov. aus dem Miocän von Süd-Dacota. Lucas (1). —
Die Geschichte des Suiden-Gebisses. H. Stehlin. — Zähne von Mastodon pentelici,
Dinotherium levius, Aceratherium goldfussi, Hipparion gracile, Hystrix primigenia
und Helladotherium aus dem Pliocän vom Eichkogel bei Mödling. Vaeek.
— Uebereinstimmung der Zähne von Nandinia binotata mit denen von
Tr
100 I. Mammalia für 1900.
Amphietis. Carlsson. — Ueber den Zahnwechsel einiger Nager. Cederblom.
— Grösse und Gestalt der Stosszähne variirt bei Elephas africanus. Cochi. —
Rudimentäres zahnähnliches Gebilde zwischen dem letzten Praemolar und dem
ersten Molar bei Homo (spec. den Eingeborenen von Neu-Britannien), Simia und
Gorilla. Duckworth u. Fraser. — Alters- u. Geschlechtsunterschiede von Cepha-
lophus silvieultor. Jentink (3). — Zähne von Ovibos moschatus. Lönnberg
(1 u. 2). — Gebiss von Phoca vitulina. Anderson (2). — Beschreibung der Zähne
von Felis concolor. Duges. — Der metallglänzende Weinstein an den Zähnen
der Wiederkäuer. Ascherson. — Gebiss von Bassarieyon alleni. Beddard (3). — Zähne
von Camelus dromedarius. Bossi (2). — Der functionelle Bau der Zähne von Hippo-
potamus amphibius, Elephas indieus, Phacochoerus, Sus, mehreren Carnivoren,
Physeter, Monodon und Halicore. @ebhardt. — Die Entwicklung des Gebisses von
Tapirus americanus. &higi (1). — Die Vereinfachung im Bau der Zähne. Ghigi
(2). — Gebiss von Basilosaurus cetoides. Langkavel (4). — Die Molaren von
Elephas indicus. Miller u. Dieek. — Anatomie und ÖOntogenie des Gebisses
von Lepus cuniculus. Reiniger.
18. Rumpf und 6Gliedmaassen.
Beschreibung der Extremitätenknochen von Diprotodon. Deollo. Die
Markhöhle im Humerus vom Mammuth und bei den recenten Elephanten. Fraas.
— Vollständiges Skelett von Equus scotti spec. nov. vom Sheridan bed am Rock
Creek in Texas. Gidley. — Oberarm von Morotherium gigas aus dem Pleistocän
der Tomales Bay in Californien. Merriam. — Femur u. Metatarsus von Camelo-
pardalis giraffa, Metatarsus von Camelus thomasi von Ternifine, Algerien. Pallary.
— Skelet von Elephas primigenius von Moskau. A. Pavlow. — Beschreibung
der Extremitätenknochen von Diprotodon australis vom Callabonna-See. Stirling.
— Stirling u. Zietz. — Skelet von Elephas primigenius aus dem Gouvernement
Permj. Stuckenberg. — Skelet von Rhinoceros tichorhinus von Blato. Woldrich
(2). — Astragalus von Equus fraternus von Gay Head am Long Island Sund.
Woodwarth. — Atlas und Scapula von Rhinoceros spec. aus dem Untermiocän
von Mogharo, Aegypten. Andrews. — 7 Hals-, 13 Rücken- und 38 Lenden-Schwanz-
wirbel bei Basilosaurus cetoides; Beschreibung anderer Skelettheile, Becken,
Femur ete. Lucas (2%). — Stellung der Extremitäten im Vergleich zur Körper-
grösse bei den Amplypoden, bei Dinoceras, Choryphodon und Pantolambda.
@®sborn (1). — Beschreibung von Femur, Tibia, Fibula und mehreren Wirbeln
von Wynyardia bassiana gen. nov. u. spec. nov. aus dem Turritellasandstein
Tasmaniens. Speneer. — Skelet von Palaeophoca aus dem Pliocän von Pisa.
Ugolini. — Astragalus von Tragocerus amaltheus aus dem Pliocän vom Eich-
kogel bei Mödling. Vacek. — Humerus von Aceratherium aus dem älteren Miocän
von Wittingau-Budweis. Woldrich (3). — Skelet von Balaenoptera rostrata
von St. Stefano. Carrueeio (1 u. 2). — Carpus und Tarsus der Monotremen.
Emery. — Die Füsse des Igels. Oro. — ®’Connell. — Moifat. — Die Foramina
der Schulterblätter. Kingsley (2). — Anatomie der landwirthschaftlichen Haus-
säugethiere. Baur. — Anatomie des Pferdes. Armstrong. — Anatomie von
Bassaricyon alleni. Beddard (3). — Tarsus von Mus decumanus. Bignotti. —
Eintwicklung des knöchernen Beckens. Falk. — Verknöcherungscentren
bei Affen. Frassetto (i—6). — Die Halswirbelsäule der Ungulaten. Grix,
I. Mammalia für 1900, 101
-— Anatomie von Camelus, Unterschied von Lama. Lesbre. — Vergleichend
osteologische Untersuchungen am Schultergelenk von Equus caballus, Bos
taurus, Ovis aries, Sus scrofa domestica, Felis tigris und Innuus. Ludkewitch.
— Entwicklung und Verknöcherung des Sternums bei Mus. Paterson. —
Anatomie von Simia satyrus; Myologie der Extremitäten. Primrose
(1 u. 2). — Atlas des Rumpfes und der Gliedmaassen des Pferdes. Schmaltz.
— ÖOsteologie von Vulpes macrotis. Shufeld. — Beschreibung und
Abbildung der Extremitäten von Diprotodon australis. Stirling u. Zieiz. —
Anatomie und Physiologie der landwirthschaftlichen Hausthiere. Varaldi. —
Postoecipitaler Wirbelkörper bei Mus rattus-Embryonen. Weiss. — Morphologie
des Femurkopfes. Windle u. Parsons. (f) — Anatomie von Chiromys mada-
gascariensis. Zucekerkandl (1). — Anatomie der Hausthiere. Martin. — Das
Becken von Capreolus capreolus. Wurm.
19. Nervensystem.
Die Furchen des Gehirns von Hylobates syndactylus. Beddard (2). — Ana-
tomie des Gehirns von Erinaceus europaeus. Bischoff. — Anatomie des Gehirns
von Vesperugo und Sorex. Ärnbeck-Christie-Linde. — Anatomie des Ganglion
vestibulae von Ovis aries, Mus, Lepus ceuniculus, Cavia cobaya, Talpa europaea,
Erinaceus europaeus, Felis domestica, Canis familiaris, Rhinolophus, Semno-
pithecus, Ateles, Macacus. Alexander (% u. 3). — Polymorphie der Zellkerne
der fixen Hornhautzellen bei Felis domestica, Canis familiaris, Mustela, Equus
caballus, Sus scrofa domestica, Ovis aries, Bos taurus, Lepus cuniculus und
Sciurus vulgaris während der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2).
— Kern-Arrosion und Kern-Fensterung; Riesenkerne. Ballowitz (4 u.5). — Der
Golgische „Reticolar-Apparat‘‘ der Ganglien- und Drüsenzellen. Ballewitz (6).
— Die Spinalganglienzellen bei Felis domestica, Canis familiaris, Lepus euniculus
und Cavia cobaya gehören den Rami communicantes des Sympathicus zu.
Barbieri. — Bei Canis familiaris befinden sich in der hinteren Wurzel der 5., 6.,
und 7. Lumbal- und Sacralnerven vasomotorische Fasern. Bayliss (I u. 2). —
Die corticalen Sehcentren. Bernheimer. — Vergleichende Physiologie des Central-
nervensystems. Bickel. — Intracranille Durchtrennung des R. vestibularis des
Acusticusstammes bei Ovis aries und Equus caballus. Biehl. — Anatomie des
Gehirns von Erinaceus europaeus. Bischoff. — Die Zahl der Nervenfasern der
Milehdrüsen während der Lactationsperiode bei Mus. Brun. — Die mit dem
Ganglion ciliare in Verbindung stehenden Nerven bei Felis domestica. Bumm.
— Pupillen-verengernde und erweiternde Centren in den hinteren Theilen der
Hemisphärenrinde der Affen. Bechterew (1). — Die Lage der respiratorischen
und Herzhemmungsfasern im Wurzelgebiet des Glossopharyngeus, Vagus und
Accessorius bei Felis domestica und Canis familiaris. Cadmann. — Neuroblasten
in den Vorderhörnern des Rückenmarks und der Spinalganglienzellen bei Ovis
aries. Capobianco (1). — Die Neuroglia des Corpus callosum von Canis familiaris,
Felis domestica und Macacus rhesus. Capobianco (2). — Isolirte Flecken mark-
haltiger Nervenfasern in der Retina. Caspar. — Untersuchungen am Gehirn von
Hylobates leueiscus und am Nervensystem von Chiromys madagascariensis.
Chapmann. — Die Nervenendkörperchen im subkutanen Bindegewebe von
Mus, Talpa europaea, Felis domestica und Cynocephalus. Crevatin (1).
102 I. Mammalia für 1900.
— Zellenanastomosen in Bulbus olfactorius von Lepus cuniculus, Mus
und Vespertllio. Crevatin (2. — Die Zahl der markhaltigen Nerven-
fasern bei Felis domestica, die centripetal und centrifugal das Spinal-
Ganglion verlassen. Dale. — Degeneration am Tractus olfactorius bei Mus
nach Durchschneidung. Dömeny. — Beschreibung des makroskopischen und
mikroskopischen Baus des Pons und der Oblongata bei Trichechus und Phoca
im Vergleich zu Canis familiaris. Dräseke. — Vergleichend-anatomische Unter-
suchungen der peripheren motorischen Nervenenden. Drago. Degeneration
und Regeneration der motorischen Nervenendigungen Densusianu. — Struktur
der Nervenfasern des Cerebrospinalganglions. Ferrari. — Der Plexus chorioides
von Ovis aries und Bos taurus. Findlay. — Die Leitungsbahnen des Gehirns
und Rückenmarks. &laessner. — Die Struktur der Rindenzellen des Hirns von
Felis domestica. Gelgi (1 u. 2). — Veränderungen der Rindenzellen bei Canis
familiaris nach Ermüdung. @uerrini. — Histogenese der Schwannschen Scheide
am Ischiadicus von Ovis aries. Gurwitsch (2). — Bau des Gehirns von Mus und
Echidna. Haller. — Vergleichend anatomische Untersuchungen am Gehirn
der Ungulaten. Hol. — Die sympathischen Ganglienzellen von Canis
familiaris, Felis domestica, Lepus ceuniculus und Cavia cobaya. Huber (1).
— Sensible Fasern in den Visceralnerven. Huber (2). — Sensible En-
digungen in den Augenmuskeln der Katze. Huber (3). — Ueber Sehnen-
spindeln. Huber u. Witt. — Der N. recurrens und sein Rindencentrum.
Katzenstein.. — Vorhandensein eines Nervenplexus mit eingestreuten
Ganglienzellen im Uterus von Hund und Affe. Keiffer. — Markhaltige Nerven-
fasern in der Molecularschicht des Kleinhirns bei Echidna, Ornithorhynchus und
Phalangista. Kölliker (1). — Die gekreuzt aufsteigende Spinalbahn und ihre
Beziehung zum Gowersschen Strang. Kohnstamm. — Bau der Vorderhörner
des Rückenmarkes bei Lepus cuniculus. Krause u. Philippson. — Verbindungs-
fasern zwischen sympathischen Ganglien, Reflexmechanismus innerhalb des
syinpathischen Nervensystems bei Felis domestica. Langley (1). Pilo-
motorische Reflexe in den präganglionären Fasern des Sympathicus bei Felis
domestica und Canis familiaris. Langley (2). — Regeneration von ganglio-
nären Fasern im Halssympathicus bei Felis domestica. Langley (3). —
Degenerationsversuche an den weissen Rami communicantes bei der Katze.
Langley (4). — Grössenzunahme des Gehirns bei verwandten recenten und aus-
gestorbenen Thieren. Bankester. — Experimentelle Untersuchungen am N.
lingualis bei Canis familiaris. Lener. — Verlauf und Bedeutung der Herznerven
bei Canis familiaris und Equus caballus.. Lomakina. — Die Nervenfaserschicht
der Retina von Bos taurus. Marenghi. — Spinalganglienzellen von Lepus euni-
culus. Martinotti u. Tirelli (1). — Die Struktur des Zellleibes der Spinalganglien-
zellen von Bos taurus, Canis familiaris, Cavia cobaya und Lepus cuniculus. Marti-
notti u. Tirelli (2). — Resistenzfähigkeit der Nervenzellen gegen Macerationsmittel.
Martinotti. — Die feinere Struktur der Nervenzellen. Modena. — Sammelreferat
über den feineren Bau des Nervensystems. Meollier. — Projektions- und Asso-
ciationscentren im Grosshirn. Monakow. — Nervenendigungen in den Lymph-
drüsen. Merandi u. Sisto. — Spinalganglienzellen ohne Centrosoma bei erwachsenen
Canis familiaris und Lepus ceuniculus. Nelis. — Entwicklung der Hypophyse bei
Sus serofa domestica. @rru. — Die centralen Verbindungen des Nervus optieus
bei Lepus cuniculus. Pavlow (2). — Nervenfasern des Rückenmarks bei Mus,
I. Mammalia für 1900. 103
Pontier u. Gerard. — Nervenendigungen und Struktur der Spinalganglien von
Felis domestica und Lepus eunieulus. Retzius (1). — Histologie der Deiter’schen
Zellen bei Lepus euniculus. Retzius (2). — Furchen und Windungen des Gehirns
bei Ovibos moschatus. Retzius (3). — Embryonale Entwicklung von Capreolus
vulgaris und Rangifer tarandus. BRetzius (4). — Normale und pathologische
Histologie der Nervenzelle. Robertson. — An den Blutgefässen der grossen
Nervencentren (Grosshirn, Kleinhirn, Rückenmark, verlängertes Mark) bei
Lepus ceuniculus, Mus, Cavia cobaya, Canis familiaris und Felis domestica sind
keine Nerven aufzuweisen. BRohnstein. — Ueber Zahn-Innervation. Romiti.
— Ueber Pyramidenkreuzung. Rothmann. — Ursprung der dieken myelin-
haltigen Nervenfasern des Sympathicus bei Felis domestica. 3. Roux. — Nerven
und ihre Endigungen an der Milz bei Cavia cobaya. Ruitini. — Ueber mark-
haltige Nervenfasern bei Canis familiaris. Sala. — Die Zonula ciliaris und ihr
Verhältniss zur Umgebung. Salzmann (1 u. 2%). — Untersuchungen am Grosshirn
von Capra hircus, Ovis aries, Bos taurus, Equus caballus und Sus scrofa domestica.
Schellenberg. — Bau und Entwicklung der Nervenzellen. F. H. Seott. — Die
Nerven des Tastballens bei Canis familiaris. Sfameni (1). — Nervenendigungen
an den Hautpapillen. Siameni (2). — Nervenenden in der Sclera von Canis
familiaris und Felis domestica. Smirnow (1). — Die motorischen Nervenenden
in den Herzmuskeln von Canis familiaris, Felis domestica, Lepus cuniculus, Cavia
cobaya und Mus. Smirnow (2). — Ueber einen stark entwickelten Hypophysen-
stiel bei einem 38 mm langen Embryo von Lepus cuniculus. Staderini (1). — Bau
des Ependyms der nervösen Centralorgane. Studnieka. — Ueber Nervenendigungen
im Centralnervensystem von Primaten, Canis familiaris, Felis domestica, Lepus
cuniculus, Cavia cobaya und Mus. Turner u. Hunter. — Nerven des Ovariums
und ihre Endigungen. Vallet. — Die acustischen Centren. Veratti. — Die
Held’schen Acusticuskelche bei Canis familiaris, Felis domestica, Lepus cuniculus
und Cavia cobaya. Vincenzi. — Ueber die Untersuchungsmethode des Central-
nervensystems. Vogt. — Sensible secundäre Bahnen im Gehirnstamm von Lepus
euniculus. Wallenberg. — Einfluss der Narkose auf die Struktur der Ganglien-
zellen bei Lepus cuniculus und Canis familiaris. Wright. — Der feinere Bau des
Ischiadicus von Canis familiaris und Felis domestica. Wynn. — Pyramiden-
kreuzung bei Ovis aries. Ziehen. — Die Entwicklung des Balkens und des Ge-
wölbes. Zuckerkandl (2). — Anatomie des Riecheentrums von Papio, Lagothrix,
Hapale, Lemur, Rhinolophus, Vesperugo, Cynocephalus, Canis, Felis, Cavia,
Lepus, Mus, Equus, Sus, Cervus, Auchenia, Capra, Ovis, Bos, Macropus, Halma-
turus und Hypsiprimnus. Zuckerkandl (4). — Die Nerven und ihre Endigungen
im Oesophagus einiger Säuger. Witt. — Ueber Nerven an den Haaren. Tretjakofi.
— Elektrische Erscheinungen in den Säugethiernerven. Sosnowski. — Ursprung
der oculomotorischen Nerven bei einigen Säugern. Panegrossi.
20. Sinnesorgane.
Auge. Das Epithel der Membrana elastica posterior des Auges von Felis
domestica. Ballowitz (3). — Stab- und fadenförmige Kristalloide im Linsen-
epithel bei Cavia cobaya. Ballowitz (%). — Die corticalen Sehceentren. Bern-
heimer. — Pupillen-verengernde und erweiternde Centren in den hinteren Theilen
der Hemisphärenrinde der Affen. Bechterew (1). — Isolirte Flecken markhaltiger
104 I], Mammalia für 1900.
Nervenfasern in der Retina. €aspar. — Anatomie der Augenmuskulatur bei Ma-
cacus. Corning. — Das rudimentäre Auge von Spalax typhlus. Hanke (1 u. 2).
— Bau der vorderen Schicht des Irisepithels bei Lepus euniculus und Bos taurus.
Heerfordt. — Sensible Nervenendigungen in den Augenmuskeln von Felis domestica
Huber (3). — Färbung des Augengrundes, Vascularisation der Retina und Re-
fraction der brechenden Medien. Johnson. — Die Nervenfaserschicht der Retina von
Bos taurus. Marenghi. — Entwicklung der Augenmuskeln. Nussbaum. — Regene-
ration der Linse bei Lepus euniculus. Randolph. — Das Auge von Scalops aqua-
ticus. Slonaker (2). — Nervenenden in der Sclera von Canis familiaris und Felis
domestica. Smirnow (1). — Entwicklung der Thränenwege bei Sus scerofa domestica
Ovis aries und Lepus cunieulus. Staneuleanu (1 u. 2). —
Ohr. Die Gehörknochen der Säugethiere. Kingsley (1). — Ueberein-
stimmung des Gehörlabyrinths der Monotremen mit dem der Reptilien. Sixta
(1 u. 2). — Physiologie des Labyrinths der Tanzmaus. Alexander u. Kreidl. —
Entwicklung und Bau der Pars inferior labyrinthi. Alexander (1). — Das Laby-
rinth als Sitz für Raumsinn und Orientirung. €yon (1). — Vergleichende Anatomie
der Gehörorgane der Säugethiere. Denker. — Der feinere Bau der Gehörschnecke
von Cavia cobaya. Joseph. — Vergleichende Anatomie und Physiologie des
Gehörorgans. Panse. — Die Deiters’schen Zellen von Lepus euniculus. Retzius (2)
— Entwicklung der Ossicula auditus bei Opossum opossum. Weil.
Nase. Anatomie der Nasenhöhle und des Rachens von Vesperugo, Vesper-
tilio und Rhinolophus. &rosser (1 u. 2). — Nasengänge von Phocaena communis.
Rawitz (2).
Zunge. Anatomie der Zunge von Bassarieyon alleni. Beddard (3). —
Zungenbein und Zunge von Phocaena communis. Rawitz (2).
21. Athmungsorgane.
Entwicklung und Verzweigung des Bronchialbaumes der Lunge von Bos
taurus. Justesen. — Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge von
Sus scrofa domestica, Bos taurus, Canis familiaris, Lepus euniculus, Mus, Equus
caballus und Cervus. Linser. — Histologie der Lunge von Bos taurus. Mayr.
22. Blut- und Lymphgefässe.
Uebereinstimmung der Monotremen mit den Reptilien in Bezug auf die
Beschaffenheit des Herzens, des Gefässsystems und des Gehirns. Sixta (1 u. 2).
— Verhalten der Umbilicalarterien bei Mäuse- und Rattenembryonen. Henne-
berg (2). — Körpertemperatur der Cetaceen. Guldberg. — Vorkommen kern-
haltiger Erythrocyten im normalen Blute beim Hund. Aseeli. — Die Arteria
cystica beim Hunde. Billard u. Cavali6. — Chromokrateren von Mus, Cavia
cobaya und Lepus cuniculus. Dekhuyzen. — Anatomie des rechten Ventrikels von
Didelphis. Devez. — Vergleichende Anatomie der Hirn- u. Rückenmarksarterien bei
den Insectivoren, Nagethieren, Dasypus, Carnivoren, Artio- und Perissodactylen.
Hofmann. — Capilläre (collagene) Fasern der Milzvenen. Hoehl. — Theorie
der Blutdrüsen. Kahane. — Morphologie der Thyreoidea. Livini (2). — Blut-
gefässe der Milz von Canis familiaris, Bos taurus, Sus scrofa domestica und Equus
caballus. Mall. — Ursprung der Vena cava posterior bei Didelphys virginiana.
Mae Clure (2). — Die Blutgefässe der Nebenniere von Mus. Minot (3). —Ueber die
I, Mammalia für 1900. 105
Form derkernlosen rothen Blutkörperchen. Myers. — Gefässsystem von Lemur.
Patten (1).— Die Gestalt des Herzens bei einigen Säugethieren. Patten (%). — Die
Blutcapillaren und rothen Blutkörperchen am Omentum majus bei Cavia cobaya
und Lepus cuniculus. Retterer (13). — An den Blutgefässen der grossen Nerven
centren (Grosshirn, Kleinhirn, Rückenmark, verlängertes Mark) sind keine Nerven
vorhanden. Untersuchungen an Lepus cuniculus, Mus, Cavia cobaya, Canis
familiaris und Felis domestica. Rohnstein. — Blutfressende Leucocyten. Rouget.
— Ueber die Arterien der Extremitäten. Salvi (1 u. 2). — Der feinere Bau der
Hirnarterien bei Equus caballus, Sus serofa domestica, Bos taurus, Lepus cuni-
culus und Canis familiaris. Schöppler. — Die circulären Fasern der capillaren
Milzvenen. Schumacher. — Abnormes Gefässsystem von Lepus sylvaticus.
Slonaker (1). — Entwicklung der Rückenmarksarterien. Sterzi. — Die Arteria
pudenda interna bei Cavia cobaya. Zuekerkandl (3). — Der Bronchialbaum
der Säuger.' Zumstein. — Vergleichende Anatomie der Kopfarterien. Tandler.
23. Verdauungsorgane und Leibeshöhle.
Anatomie von Ovibos moschatus. Lönnberg (1 u. %). — Innere Anatomie
des- Moschusochsen. Lönnberg (1). — Anatomie von Bassarieyon alleni.
Beddard (3). — Entwicklung des Pancreas bei Ovis aries. Choronitzky. — „Glan-
dules pancreatiques‘“, Divertikel am Ductus choledochus bei Mus Embryonen.
Debeyre. — Nerven-Verlauf und Endigungen im Oesophagus. Witt. — Der
Rücktritt der Gedärme aus dem Nabelstrang in die Bauchhöhle bei Felis domestica.
Dexter.— Darmepithel-Wucherungen an Mus-Embryonen. Filimowsky. — Schleim-
hautfalte zwischen Eckzahn und 1. Molar bei Affen. Favaro (I u. 2%). —
Die Beziehungen zwischen Larynx und Pharynx. Gresser (2). — Vorhandensein
normaler Poren zwischen den Lungenalveolen bei Satyrus, Troglodytes, Canis,
Mus, Cavia und Lepus. Hansemann. — Die postbranchialen Körper von Camelus
im verschiedenen Lebensalter. Herrmann u. Verdun (1, 2 u. 3). — Pancreas-
entwicklung. Helly. — Bau und Blutgefässe der Milz von Canis familiaris, Bos
taurus, Sus scrofa domestica und Equus caballus. Mall. — Histologie von Milz
und Pancreas, von Canis familiaris. Mayr. — Das Gaumenepithel von Felis
domestica, Canis familiaris, Mus, Cavia cobaya und Bos taurus. Mercer. —
Peritonealepithel von Felis domestica. Miller. — Struktur der Leber bei neu-
geborenen Cavia cobaya. Nattan-Larrier (1). — Die feinere Struktur der Zellen
des Pankreas, der Parotis, der Schilddrüse bei Canis familiaris. Negri (1 u. 2).
— Histologie der Langerhans’schen Inseln von Canis familiaris und Felis domestica.
Opie. — Lehrbuch der vergleiehend mikroskopischen Anatomie. @ppel. —
Normale und pathologische Anatomie der Thymus von Felis domestica, Lepus
euniculus, Cavia cobaya und Mus. Roger u. &hika. — Entstehung der Thyreoidea,
Thymus und der verschiedenen Kiemenspaltenderivate bei Arvicola. Rond. —
Die Milz und ihre Nerven bei Cavia cobaya. Ruifini. — Vergleichende Anatomie,
Histologie und Topographie der Darmzotten der Haus-Säugethiere. Schriever.
— Bedeutung der Langerhans’schen Inseln im Pancreas von Cavia cobaya.
W. Schulze. — Verdickung der dorsalen Pharynxwand bei Lepus- und Ovis-
Embryonen. Staderini (3).
106 Il. Mammalia für 1900.
24. Drüsen.
Topographie und Bau der Unterkieferdrüsen (Glandula submaxillaris,
Gl. retrolingualis und Gl. sublingualis) von Myoxus muscardinus. Auerbach. —
Hautdrüsen der Monotremen. Eggeling. — Die Thysonschen Drüsen bei den
Viverriden, bei Castor fiber und Moschus moschiferus sind stets Produkte des
Präputiums. Beauregard. — Histologie der Milchdrüse. Bizzozero u. Ottolenghi.
— Die Zahl der Nervenfasern der Milchdrüsen während der Lactationsperiode
bei Mus. Brun. — Entwicklung der Bauchspeicheldrüse bei Ovis aries. Choron-
shitzky. — Haemolymphdrüsen von Ovis aries, Bos taurus, Mus und Canis fami-
liaris. Drummond. — Die Rolle des Ergastoplasmas in der Secretion seröser
Drüsen bei Canis familiaris, Felis domestica, Cavia cobaya, Mus und Erinaceus
europaeus. Garnier. — Die Struktur einiger Drüsenzellen. Golgi (3). — Mammar-
organe von Pferd und Esel. Hamburger. — Entwicklung der Mammarorgane
bei Mus. Henneberg (1). — Bau und Entwicklung der Carotisdrüse bei Macacus
rhesus, Equus caballus, Sus scrofa domestica, Canis familiaris, Felis domestica,
Lepus cuniculus, Cavia cobaya und Mus. Kohn (4). — Die Zungenranddrüsen
von Equus caballus, Bos taurus, Ovis aries und Sus scerofa domestica. Lange.
— Die Secretion der Parathyreoidea und Thymusläppchen bei Lepus cuniculus
und Canis familiaris. Livini (1). — Bau der Glandula infraorbitalis bei Mus.
Löwenthal. — Veränderungen der Speicheldrüsen (Submaxillaris und Retro-
lingualis) nach Durchschneidung der Chorda tympani bei Canis familiaris.
Maximow (5). — Die Lage der Thymusdrüse und Vorkommen von Lymphfollikeln
in der Submaxillarisdrüse bei Cavia cobaya. Maziarski. — Regeneration der
Thyreoidea nach Verletzungen bei Canis familiaris. Motta-Coco (1). — Die feinere
Struktur der Zellen des Pankreas, der Parotis und der Schilddrüse bei Canis
familiaris. Negri (1 u. 2). — Ueber die Glandulae buccales und molares. Nicola
u. Ricea-Barberis. — Histologie der Harderschen Drüsen von Lepus cuniculus.
Taddei. — Ueber die Carotis der Säuger. $wale. — Anlage der Milchdrüsen beim
Schwein-Embryo. Parker u. Builer. — Die Glandula molares bezw. infraorbitales
von Lepus cuniculus, Sciurus vulgaris, Ovis aries, Bos taurus, und Canis familiaris.
Lafite-Dupont. (f). — Nervenendigungen in den Lymphdrüsen. Morandi u.
Sisto. — Phascolaretus einereus hat keine Brust-, sondern nur eine Halsthymus.
Symington (2).
En
25. Harn- und Gesehlechtsorgane.
Die Geschlechtsorgane von Bassarieyon alleni. Beddard (3). — Idiozom und
Centralkörper im Ovarialeie. Gurwitseh. — Entwicklung der weiblichen Uro-
genitalapparate von Myrmecobius fasciatus. Hill (3). — Ontogenese und Phylo-
genese der Nebenniere bei Talpa europaea und Lepus euniculus. Aichel (1 u. 2).
— Untersuchungen an frischen Epithelien der gewundenen Nierencanälchen
bei Lepus cuniculus, Canis familiaris, Bos taurus und Cavia cobaya. Albrecht. »
— Bildung von Ureiern und primärfollikelähnlichen Gebilden im senilen Ovarium.
Amann. — Urgenitalorgane von Dipus. Armour. — Das Epithel im Nebenhoden
einiger Säugethiere und seine secretorische Thätigkeit. Aigner. — Untersuchung
über den puerperalen Uterus von Putorius furo. Bauer. — Histologie der Wand
der Nierenkanälchen bei Lepus cunieulus, Canis familiaris und Talpa europaea.
Boecardi u. €itelli. — Untersuchungen am schwangeren Uterus von Semnopithecus
I. Mammalia für 1900. 107
leucoprymnus und Semnopithecus spec. Bolk. — Sekretorische Thätigkeit des
- Tubenepithels bei Cavia cobaya. Bouin (1). — Ueber Follikelartresie bei Mus.
Bouin (2). — Ueber Graaf’sche Follikel. M.u. B. Bouin. — Ueber das Centrosoma
in den Eiern von Lepus. Barberio. — Das Urogenitalsystem am Chiromys mada-
gascariensis. Chapmann. — Entwicklung der Gallenblase bei Ovis aries. Chero-
nitzky. — Die weiblichen Geschlechtsorgane von Trichechus und Otaria. Cleland.
— Anatomie der Niere. Disse. — Verhalten der Zona pellucida zum Ei bei Felis
domestica. Ebner. (1). — Histologie und Entwicklung der Nebennieren von
Canis familiaris, Felis domestica, Bos taurus, Sus scrofa domestica, Ovis aries
und Pithecus. Flint. — Hermophroditismus. Guericolas. — Idiozom und Central-
körper im Ovarialei von Cavia cobaya. Gurwitsch (1). — „Sexual-Seasons‘.
Heape. — Die Secretion im Nebenhoden; experimentelle Untersuchungen an
Mus, Lepus, Cavia und Canis. Henry. — Die weiblichen Geschlechtsorgane von
Myrmecobius fasciatus. Hill (3). — Die Urogenitalmuskulatur des Dammes und
der Harnblasenverschluss. Kalischer. — Uterus von Macacus rhesus. Keith.
— Vergleichende Anatomie und Physiologie der weiblichen Genitalien. Klein.
— Regeneration des Eierstocks bei trächtigen und jungen Lepus euniculus.
Maximow (2). — Ueber Entstehung der Riesenzellen des Hodens. Maximow
(3u. 4). — Die Blutgefässe in der Nebenniere von Mus. Minot (3). — Die Elemente
der gewundenen Harncanälchen während des Winterschlafs und während ihrer
Funktion bei Arctomys. R. u. A. Monti. — Die feinere Struktur der Epithel-
zellen des Nebenhodens und Ovariums bei Canis familiaris. Negri (1 u. 2). —
Regeneration des Ovariums bei Lepus cuniculus. Pugnat. — Das Bindegewebe
des Hodens von Mus. Regaud (2). — Der feinere Bau des Epithels der gewundenen
Harncanälchen von Lepus ceuniculus, Cavia cobaya, Canis familiaris und Felis
domestica. Theohari. — Anatomie und Physiologie der Prostata. Walker. —
Harnblase von Felis domestica. Steward.
III. Uebersicht nach den Arten.
Allgemeines über Säugethiere.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen über Säugethiere 1896:
Anatomie, Physiologie ete. Wandollek. — Desgl.: Systematik, Biologie
und geographische Verbreitung. Matschie (11). — Verwandtschaftliche
Beziehungen der recenten Säugethiere zu ihren Vorfahren in der
geologischen Vergangenheit. Twrdy. — Marine Säugethiere. Coupin (2).
— Lebende Bilder aus dem Berliner Zoologischen Garten. Heck (1).
— Lehrbuch der Zoologie. Teil 1: Säugetiere. Sehmeil. — Catalogus
Mammalium europaeorum. Schulze. — Die ästhetische Beurteilung
der Säugethiere. Möbius. — Gesamtregister der, die Forstzoologie be-
treffenden Arbeiten. Tharandter forstliches Jahrbuch 1900.
Primates.
Durch das Foramen mentale der Affen zieht sich ein Endast der Art. lingualis.
Bertelli. — Ueber die Extremitäten. Bloch. — Maasse der Hände und Finger.
Linienzeichnung der Tastballen. Fere (1). — Schleimhautfalte zwischen
Eekzahn und 1. Molar. Favaro (I u. 2). — Die Sprache der Affen. Garner.
108 I Mammalia für 1900,
— Vorhandensein eines Nervenplexus und eingestreuten Ganglienzellen
im Uterus. Keiffer. — Der Descensus testiculorum. Franke.
Simiae. Die neueste Litteratur über die ausgestorbenen Anthropomorphen.
Schlosser (4).
Pithecanthropus ereeius. Als Bindeglied zwischen Mensch und Affe. Schiesser (4).
Simia satyrus. Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Anatomie
Primrose (1 u. 2). — Beschreibung des Schultergelenkes. Bugnion. — Pupillen
verengernde und erweiternde Centren in den hinteren Theilen der Hemi-
sphärenrinde. Bechterew (1). — Ueber die Poren zwischen den Lungen-
alveolen. Hansemann. — Rudimentäres zahnähnliches Gebilde zwischen
dem letzten Praemolar und dem ersten Molar. Duckworth u. Fraser. —
Histologie und Entwicklung der Nebennieren. Flint.
Anthropopithecus troglodytes. Eintheilung und Nomenclatur, Zoogeographie
der einzelnen Arten; osteologische Untersuchungen am Schädel, Vergleich
mit dem Gorilla-Schädel. Matschie (2%). — Beschreibung des Schultergelenkes.
Bugnion. — Vorhandensein von Poren zwischen den Lungenalveolen. Hanse-
mann,
Gorilla. Rudimentäres zahnähnliches Gebilde zwischen dem letzten Praemolar
und dem ersten Molar. Duekworth u. Fraser. — Untersuchungen am Schädel,
Vergleich mit demChimpansen-Schädel. Matschie (2). — @. savagei. Fötus.
Duck worth.
Pliopithecus. Fundortsangaben. Schlosser (4).
Hylobates lar. Geographische Verbreitung in China. Marshall. — H. concolor.
Identisch mit H. nasutus u. H. hainamus, N. ©. Borneo. Pousargues. —
H. syndactylus. Auf Sumatra beschränkt. Pousargues. — Anatomie des
Gehirns. Beddard (2). — H. muelleri. Kommt nur im S.O. von Borneo vor.
Pousargues. — H. funereus. Von der Insel Solo. Pousargues. — H.leueiscus. Im
N.O. von Borneo. Pousargues. — Anatomie. Chapmann. — H.javanicus.
Auf Java beschränkt. Pousargues. — H. pileatus. Von Hainan, China. Pou-
sargues. — H.nasutus. Identisch mit H. concolor u. H. hainanus, Tonkin.
Pousargues. — H.hainanus. Von Hainan. Pousargues. — H.siamanga. Die
ersten Entwicklungsstadien. Selenka (1). — H.rafflesii. Die ersten Ent-
wicklungsstadien. Selenka (2).
Cercopithecidae. Lophopithecus femoralis. Morphologie. Carruecio (3).
Semnopitheeus. Morphologie des Siebbeins.. Paulli (1 u. 2%). — Anatomie des
Musculus cucularis und M. sternocleidomastoideus. Streissier. — Anatomie
des Ganglion vestibulare. Alexander (2 u. 3). — S. presbytes. Entwicklung
der Lymphknötchen im Blinddarm. Kollmann (2). — S. nasicus. Die
ersten Entwicklungsstadien. Selenka (1). — S. spec. Untersuchungen .
am schwangeren Uterus. Belk. — S. leucoprymnus. Untersuchungen am
schwangeren Uterus. Bolk.
Colobus ( Procolobus) kirki. Geographische Verbreitung. Matschie (7). — €. (Pilio-
colobus) preussi spee. nov. von Nordkamerun. Beschreibung des äusseren
Habitus. Matschie (7). — €. (P.) gordonorum spee. nov. von Uhehe, im Süden
D.-Ost-Afrikas. Beschreibg. Matsehie (7). — ©. (P.) ferrugineus. Von
Sierra Leone und Liberia. Matschie (3). — ©. (P.) pennanti identisch mit
©. ferrugineus. Geogr. Verbreitung. Matsehie (9). — ©. (P.) temminkt.
Von Gambia. Matschie (?). — (©. tholloni. Geographische Verbreitung.
I. Mammalia für 1900. 109
Maischie (7). — (©. foai spec. nov. vom Tanganjica-See. Beschreibung.
Pousargues (2). — Geographische Verbreitung. Matschie (9). — C. satanas.
Ausrottung. Prometheus XI, 31—32. — C. caudatus. Vom West-Abhang
des Mt. Kenya, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (20). — C. abyssinieus occi-
dentalis. Aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (3). — (. a. poliurus
subspec. nov. Vom Omo-River, nördlich vom Rudolph-See; Beschreibung.
Thomas (21).
Cercopithecus (Rhinostictus) nicticans. Aus dem Hinterlande von Kamerun.
Watschie (3). — €. rufoviridis. Von Juba, Webi Dawa und Omo-River,
Nordost-Afrika. Thomas (21). — €. (Mona) albigularis. Von Nairobi,
8-10 000 Fuss, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (26). — €. (M.) omensis
spee. nov. Von Mursu am Omo River, Nordost-Afrika. Beschreibung,
Angabe von Schädelmaassen. Thomas (21). — €. (M.) centralis spec. nov.
Von Uganda. Neumann. C. (Pogonocebus) neglectus. Vom Omo-River,
Nordost-Afrika. Thomas (21).
Oercocebus chrysogaster spee. nov. aus dem Kongogebiet. Beschreibung. Ly-
dekker (5). — (©. hagenbecki spec. nov. aus dem Kongogebiet. Beschreibung.
Lydekker (6). — ©. (Semnocebus) albigena rothschildi subspee. nov. Aus dem
Kongoland. Beschreibung. Lydekker (6). — €. (S$.) a. johnstoni subspee. nov.
vom Tanganyika-See. Beschreibung. Eydekker (6).
COynomolgus cynomolgus. Die ersten Entwicklungsstadien. Selenka (1). —
C. pumilus spec. nov. Von den Tambelan Ids. Beschreibung. Miller (25).
— Entwicklung der Placenta. Kollmann.
Macacus. Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander (2 u. 3). — Die Neu-
roglia des Corpus callosum. Capobiance (2). — Uterus. Keith. — Bau und
Entwicklung der Carotisdrüse. Kohn (1). — Entwicklung der Placenta.
Kollmann (1). — Anatomie des Musculus cucularis und M. sternocleidoma-
stoideus. Streissler. — Ana omie der Augenmuskulatur. Corning.
Innuus. Vergleichende Osteologie des Schultergelenks. Ludkewitch.
Macacus (Innuus) inwus. 130 Individuen befinden sich z. Zt. noch auf Gibraltar.
Selater (3). — M. spec. Knochenreste von Mauritius. Forsyth Major (5).
— M. yokoensis spee. nov. von Yoko, Japan. Beschreibung. Maischie (3).
Papio. Anatomie des Riechcentrums. Zuckerkandl (4). — P. cynocephalus.
Nervenendkörperchen im subkutanen Bindegewebe. Crevatin (1). — P.
doguera.. Vom Omo-River, Nordost-Afrika. Thomas (21).
Cebidae. Alouata nigra. Von Südost-Peru. Allen (%).
Ateles. Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander (% u. 3).
Lagothrix. Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4).
Callitrichidae. Callithrix cuprea leucometopa suhspee. nov. von Ecuador,
Latorre.
Hapale. Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4).
Prosimiae.
Megaladapidae. Megaladapis brachycephalus spee. nov. Aus dem Plei-
stoeän von Madagaskar. Lorenz - Liburnau. — M. dubius spee. nov. Aus
dem Pleistocän von Madagaskar. Lorenz-Likurnau. — M. madagascariensis.
Aus dem Pleistocän von Ambolisatra, Madagaskar. Grandidier (1). — Be-
110 I. Mammalia für 1900,
schreibung der Zähne im Vergleich zu andern Arten. Forsyth Major (tk u. 2).
— M. filholi spec. nov. aus dem Pleistocän von Ambolisatra, Madagaskar.
6randidier (1). — M. insignis spee. nov. Beschreibung von Kieferfragmenten
und Zähnen. Forsyth Major (1). — Beschreibung der Zähne im Vergleich
zu andern Arten. Forsyth Major (2). — Woodward (2).
Mesoadapis gen. nov. Lorenz-Liburnau 1909. — NM. destructor spec. nov. Aus
dem Pleistocän von Madagaskar. Lorenz-Liburnau. — Identisch mit M.
insignis. F. Major (2).
Peloriadapis gen. nov. Grandidier 1899. —' P. Edwardsii spec. nov. aus dem
Pleistoeän von Andrahomana, Madagaskar. 6Grandidier (1).
Thaumastolemur grandidieri. Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1).
Lemwuridae. Dinolemur grevei. Aus dem Pleistocän von Madagascar.
Grandidier (1).
Palaeopropithecus gen. nov. Grandidier 1899. — P. ingens spec. nov. Aus dem
Pleistocän von Ambolisatra, Madagaskar. Grandidier (1).
Propithecus verreauxi spee. nov. aus dem Pleistocän von Madagaskar. 6Gran-
didier (1).
Bradylemur gen. nov. Grandidier 1899. — B. robustus spee. nov. Aus dem
Pleistoeän von Ambolisatra, Madagaskar. Grandidier (1). — B. (Archaeo-
lemur) bastardi spee.noev. Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Gran-
didier (1). —
Lophiolemur edwardsi. Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1).
— Beschreibung der Zähne im Vergleich zu andern Arten. Forsyth Major (2).
Nesopithecus roberti. Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1).
Protoindris gen. nov. Lorenz-Liburnau 1900. — P. globiceps spee. nov. Aus dem
Pleistocän von Madagaskar. Lorenz-Liburnau.
Globilemur flacourti. Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1). —
Forsyth Major (2).
Hadropithecus gen. nov. Lorenz-Liburnau 1960. — H. stenognathus spec. noV.
Aus dem Pleistocän von Madagaskar. Lorenz-Liburnau. — Beschreibung
der Zähne im Vergleich zu andern Arten. Forsyth Major (2).
Pithecodon gen. nov. Lorenz-Liburnau 1900. — P. sikorae spec. nov. Aus dem
Pleistoeän von Madagaskar. Lorenz-Liburnau.
Lemur. Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Gefässsystem. Patten
(1). — Morphologie des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — L. intermedius. Aus
dem Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1). — L. insignis. Aus dem
Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1). — L. spec. Fossil von Mada-
gaskar. F. Major (2). — L. catta. Anatomie des Riechcentrums. Zueker-
kandi (4). — L. varius. Anatomie des Riechcentrums. Zuckerkandl (4). —
L. coronatus. Anatomie des Riecheentrums. Zuckerkandl (4).
Palaeochirogalus gen. nov. Grandidier 1899. — P. jullyi spee.nov. Aus dem
Pleistocän von Madagaskar. Grandidier (1).
Chiromyidae. Chiromys madagascariensis. Nervensystem, Muskeln,
Viscera, Aorta, Larynx, Urogenitalsystem. Chapmann. — Anatomie. Zueker-
kandl (1).
Nyeticebidae. Nyecticebus tardigradus. In medizinischer Beziehung bei
den Malayen. Ridley.
I. Mammalia für 1900. I
Stenops gracilis. Morphologie des Siebbeins. Paulli (1 u. 2%). — Ueber das Os
planum. Maggi (2).
Galago galago. Südöstlich vom Stephanie-See, Galla-Land. Thomas (21).
Chiroptera.
Untersuchungen am Eierstock. Hahn. — Von Calvados. Letaeg. — Mono-
graphie ungarischer Chiropteren. Mehely. — Fledermäuse von Nord-Irland.
Patterson (5). — Neue Species und Subspecies von Afrika. Seabra (3).
Pteropodidae. Pteropus. Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons.
— P. lepidus spec. nov. Von den Tambelan Ids. Beschreibung. Miller.
Roussettus (Pterocyon) stramineus. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas (17).
— R. amplexicaudatus. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Oynopterus sphinx. Von Nan, Siam. Bonhote (3).
Cephalotes aello spec. nov. von Milne Bay, Südost-Neu-Guinea. Beschreibung
des äusseren Habitus, Körper- und Schädelmaasse. Thomas (4).
Microchiroptera. Verzeichniss der im National-Museum zu Lissabon
befindlichen Arten. Seabra (1).
Rhinolophidae. Rhinolephus. Anatomie der Nasenhöhle und des Rachens.
Grosser (1). — Anatomie des Riechcentrums. Zucekerkandl (4). — Anatomie
des Ganglion vestibulare. Alexander (% u. 3). — Orientirungsvermögen.
Rollinat u. Trouessart. — R. achilles spec. nov. Von den Key Islands. Be-
schreibung des äusseren Habitus. Thomas (1). — R. minutus spec. nov.
Von den Anambas Ids. Beschreibung. Miller (25). — R. ferrumequinum.
Untersuchungen am Schädel. Maggi (3).
Hipposiderus tridens. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas (1%). — H. barbensis
spec. nov. Von St. Barbe-Id. Beschreibung. Miller (25).
Nyceteridae. Megaderma gigas. Von Australien. Waite (2). — M. (Lavia)
frons. Von Roseires am blauen Nil (1600 Fuss). de Winton (1).
Nyeteris thebaica. Von Myba, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Vespertilionidae. Plecotus auritu. Von Elgin. W. Taylor (l). —
P. foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1).
Vespertilio. Anatomie des Gehirns. Ärnbäck-Christie-Linde. Anatomie der
Nasenhöhle und des Rachens. Grosser (2). — Morphologie und Pneumaeität
des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — Anatomie des Riecheentrums. Zucker-
kandl (4). — Zellenanastomosen im Bulbus olfactorius. Crevatin (2). —
Anatomie der Nasenhöhle und des Rachens. Grosser (1). — Orientirungs-
vermögen. Rollinat u. Trouessart. — Anatomie des Musculus eueularıs und
M. sternocleidomastoideus. Streissier.
Scotophilus pachyomus siehe Miller (13).
Vespertilio arge. Von Sao Joao, Brasilien. Schädel. Rehn (1). — V. murinus.
Untersuchungen am Schädel. Maggi (3).
Pterygistes maximus = Large Noctule Bat. Miller (14).
Pipistrellus abramus. Von Nan, Siam. Bonhote (3). — P. leisleri. Von Irland.
Barret-Hamilton (9). — Von Co. Wexford. Moffat (2). — P. mimusculus
spee. nov. vom Mount Coffee, Liberia, Beschreibung. Miller (26). — P. kuhli.
Von Nan, Siam. Bonhote (3).
112 I. Mammalia für 1900.
Seotophilus schlieffenei. Von Jimel, Sheikh Othman und Lahej, Südwest-Arabien,
Thomas (17%). — .S. castaneus. Von Nan, Siam; Angabe von Körpermaassen.
Bonhote (3). — S. nigrita. Von Bilo, Abessinien (5500 F.). de Winton (1).
Lasiurus pfeifferi = Gundlach 1861. Allen (8). — L. blossevillü = Cuban Red
Bat. Miller (#1). — L. pallescens. Von Columbien. Allen (4).
Tompeas gen. nov. Gerrit Miller 1900. — T. ravus spec. nov. von Yayan (1000 m),
Cajamarca, Peru; Beschreibung des äusseren Habitus, des Schädels und
Gebisses (Zahnformel). Abb. des Kopfes von der Seite im Vergleich zu
Rhogeessa tumida. Gerrit Miller (2).
M yotis nattereri. Von Co. Autrim. Paiterson (7). — M. blythii siehe Miller (12).
— M. mystacinus. Von Co. Down, Irland. Patterson (1). — M. spec. Von
Südost-Peru. Allen (%). — M. californicus pallidus subspec. nov. von Cali-
fornien; Beschreibung des äusseren Habitus. Stephens. — M. nigricans. Von
Columbien. Allen (4). — Identisch mit Vespertilio concinnus. Miller (8).
— M. nesopolus spee. nov. von Curagao. Beschreibung. Miller (6).
Kerivoula harrisoni spee. nov. Von Walamo, zwischen dem Suai- und Margeritha-
See, Nordost-Afrika (6700 Fuss); Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körpermaassen. Thomas (21).
Noctilionidae. Emballonura anambensis spec. nov. von den Anambas
Ids. Beschreibung. Miller (25).
Saccopteryx bilineata. Von Columbien. Allen (4). — S. leptura. Von Columbien.
Allen (4).
Peropteryx canina. Von Columbien. Allen (4).
Thaphozous perforatus. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Rhinopoma microphyllum. Von Myba, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Molossus pygmaeus spec. nov. von Curagao. Beschreibung. Miller (1%).
Promops affinis spee. nov. Von Columbien, Santa Marta-Region; Beschreibung.
Allen (4). — P. milleri spee. nov. Von Guayabamba (2000 m) Peru. Be-
schreibung. Allen (4). — P. nanus spec. nov. von Bogava (250 m), Chiriqui,
Panama. Ausführliche Beschreibung des äusseren Habitus, des Schädels
und der Zähne; Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Miller (1).
N yetinomus anchieta spec. Nov. von Angola. Beschreibung. Seabra (1). —
N. brunneus spee. nov. von Angola. Beschreibung. Seabra (1). — N. bocagei
spec. nov. von Angola. Beschreibung. Seabra (1). — N. spec. Von Südost-
Peru. Allen (%).
Mormopterus whitleyi spee.nov. von Benin, West-Afrika. Beschreibung des
äusseren Habitus, Zahnformel. Abb. des Kopfes von der Seite und von
oben. Scharff (1).
Natalidae. Natalus tumidirostris spec. nov. von Curagao. Beschreibung.
Miller (17).
Thyroptera tricolor. Von Columbien. Allen (4).
Phyllostomidae. Mormoops. Vorkommen in den Vereinigten Staaten.
Mearns (2). — M. intermedia spee. nev. von Curagao. Beschreibung. Miller (17).
Dolichophyllum macrophyllum. Von Columbien. Allen (4).
Ohrotopterus auritus. Von Columbien. Allen (4).
Mieronycteris megalotis. Von Columbien. Allen (4). — M. hypoleuca spec. noV.
Von Bonda, Columbien. Beschreibung. Allen (4). — M. brachyotis siehe
Miller (10). — M. microtis siehe Miller (10).
Il. Mammalia für 1900 113
Trachyops eirrhosus. Von Columbien. Allen (4).
Phyllostoma hastatum. Von Columbien. Allen (4).
Hemiderma brevicauda. Von Columbien. Allen (4).
Glossophaga soricina longirostris. Von Columbien. Allen (4). — @. elongata
spec. nov. von Curagao. Beschreibung. Miller (6).
Monophillus portoricensis spee. nov. von Porto Rico. Beschreibung. Miller (20).
— M. plethodon spee. nov. von Barbados. Beschreibung. Miller (20). —
M. clinedaphus spec. nov. Beschreibung. Miller (20).
Leptonycteris curasoae spec. nov. von Curagao. Beschreibung. Miller (6).
Lichonyeteris obscurus. Von Suriname, Niederl. Guiana. Miller (15).
Uroderma bilobatum. Von Sao Joao, Brasilien. Schädel. Rehn (1). Von Co-
lumbien. Allen (4).
Arctibeus palmarum. Von Columbien. Allen (4).
Dermanura eva. Von Westindien. Schädel. Rehn (1).
Vampyrops dorsalis spec. nov. von Paramba, Nord-Ecuador. Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5).
— V. vittatus. Von Columbien. Allen (4).
Chiroderma jesupi spec. nov. von Cacagualito, Columbien. Beschreibung. Allen (4).
Sphaeronycteris toxophyllum. Von Peru. Schädel. Rehn (1).
Desmodus rufus. Von Columbien. Allen (4).
Diphylla ecaudata. Von Columbien. Allen (4).
Insectivora.
Vergleichende Anatomie der Hirn- und Rückenmarksarterien. Hofmann. —
Der Descensus testiculorum. Frankl.
Galeopithecidae. Galeopithecus. Flugvermögen. Döderlein. — Mor-
phologie und Pneumaeität des Siebbeins. Paulli (I u. 2).
Tupaiidae. Tupaja ferruginea belangeri. Von Nan und Chingmai, Siam.
Bonhoie (3). — T. bunoai spec. nov. von den Tambelan-Ids. Beschreibung.
Miller (25). — T. chrysomalla spec. nov. von den Anambas-Ids. Beschreibung.
Miller (25). — T. sordida spee.nov. von Tioman - Id. Beschreibung. Miller (25).
Macroscelidae. Macroscelides boranus spec. nov. Von Mega, südöstlich
vom Rudolf-See (4500 Fuss). Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körpermaassen. Thomas (21).
Erinaceidae. Die Igel des russischen Reiches. Satunin (3). — Wider-
spruch gegen die von Barret-Hamilton aufgestellten Subspecies mit 3 Schädel-
skizzen. Lönnberg (5).
Erinaceus europaeus typicus. Verbreitungsgebiet: Skandinavien. Barret-
Hamilton (2). — Anatomie des Gehirns. Bischoff. — Anatomie des Ganglion
vestibulare. Alexander (2 u. 3). — Beschaffenheit der Füsse. Orr. — Moifat.
— O’Connell. Die Zahl der Muskelfasern beträgt 4—5. Baum. — Die
Rolle des Ergastoplasmas in der Secretion seröser Drüsen. Garnier. —
Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Ueber Spermatocyten.
Regaud (12). — Anatomie des Musculus cucularis und M. sternocleido-
mastoideus. Streissler. — Erinaceus europaeus occidentalis subspee. nov.
Verbreitungsgebiet: Britische Inseln (mittleres West-Europa ?). Beschreibung
des äusseren Habitus. Körper- und Schädelmaasse von 4 Individuen.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. BA, IL H.1. (1.) 8
114 I. Mammalia für 1900.
Barret-Hamilton (2). — E. europ. hispanicus subspec. nov. Spanien. Körper-
und Schädelmaasse von 4 Individuen. Beschreibung des äusseren Ha-
bitus. Barret-Hamilton (2). — E. europ. italicus subspee. nov. Italien,
Schweiz. Beschreibung des äusseren Habitus. Körper- und Schädelmaasse
von 5 Individuen. Barret-Hamilton (2). — EZ. europ. concolor. Bisher
bekannt von Trabezunt und dem Libanon. Vergleich mit E. eur. typieus.
Barret-Hamilton (2). — E. europ. roumanicus subspeec. nov. Rumänien. Be-
schreibung des äusseren Habitus, Körper- und Schädelmaasse von 2 Indi-
viduen. Barret - Hamilton (2). — E. europ. consolei subspee. nov. von
Sizilien. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Barret-Hamilton (2). — E. europ. sibiricus. Verbreitungs-
gebiet: Sibirien. Barret-Hamilten (2). — EZ. europ. dealbatus. Verbreitungs-
gebiet: China. Barret-Hamilton (2). — E. europ. amurensis. Verbreitungs-
gebiet: Amurgebiet. Barret-Hamilton (2).
Soricidae. Sorex. Anatomie des Gehirns. Aernbäck-Christie-Linde. —
S. pygmaeus. Zum ersten Mal in der Schweiz gefunden. Fatio. — Von
Shropshire. Forrest (2). — S. minutus. Von Worcestershire. S$teele-Elliot.
— Von Berks. Noble. — Warner. — S. intermedius. Von Carnalia. Sordelli
(2). — 5. gracılis spec. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam (I). —
S. gracilis foss. Aus einem Steinbruch bei Baranya, Ungarn. Papp. —
S. personatus. Von der Prince Edward Insel. Young. — $. personatus
arcticus subspee. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam (1). S. alas-
censis shumaginensis subspec. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam (1).
— 5. navigator alascanus subspee. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam
(1). — 8. hoyi. Von der Prince Edward Insel. Young. — S. tundrensis
spec. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam (1).
Blarina brevicauda. Von der Prince Edward Insel. Young.
Neomys fodiens. Lebensweise. Grant.
Myosorex muricauda spee. nov. von Mount Coffee, Liberia. Miller (26).
Örocidura gibberodon foss. Aus einem Steinbruch von Baranya, Ungarn. Papp.
— (. spec. Vom West-Abhang des Mt. Kenya, 8—10 000 Fuss, Britisch-
Ost-Afrika. Thomas (20). — (©. lignicolor spec. nov. von Ost-Turkestan.
Miller (21).
Talpidae. Talpa europaea. Phylogenese und Ontogenese der Nebenniere.
Aichel (1 u. 2). — Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander (2 u. 3).
— Histologie der Wand der Nierenkanälchen. Bocecardi u. Citelli. — Nerven-
endkörperchen im subkutanen Bindegewebe. Crevatin (1). — Entwicklung
der Lymphknötchen im Blinddarm; Entwicklung der Milz und des Pancreas.
Kollmann (2%). — Abnorm gefärbtes Exemplar. Lomnicki. — Die Gelenke
der hinteren Extremität. Parsons. — Anatomie des Musculus cucularis
und M. sternocleidomestoideus. Streissler. — Greifft Hühner an. Hennicke
(1). — Irrthümlich zugeschriebene Schäden. Hornung. — Farbenabänderung
Forrest (1). — Maulwurfsbau. Ressinsky. — Varietäten. Grabblam. — Fox.
— T. spec. foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Sehlosser (1).
Scalops aquaticus. Auge. Slonaker (2).
Cenietidae. Microgale brevicaudata spee. nov. von Madagascar. Beschreibung
Grandidier (3).
I. Mammalia für 1900. BI
er
Carnivora.
Vergleichende Anatomie der Hirn- und Rückenmarksarterien. Hofmann —
Reste aus dem Kesslerloch. Nüesch. — Der Descensus testiceulorum. Frankl.
— Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt.
Oxyaenidae. Oxyaena lupina. Beschreibung des Skelets. Zahnformel.
Osborn (6).
Patriofelis ferox. Beschreibung des Skelets. Zahnformel. Osborn (6).
Ursidae. Thalassarctus maritimus. Lebensweise. Koeitlitz.
Ursus spelaeus. Aus der Höhle von Krapina, Kroatien. Kramberger. — Aus
den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller ete. — Aus dem
pleistocänen Ablagerungen Belgiens. Rutot. — Aus dem Dürrloch b. Schwaig-
hausen. Sehlosser (1). — Reste aus dem alten Phönizien. Zumoffen. —
Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau. — Von Bosnien. Grimmer.
— Reste aus einer Höhle in Baden bei Wien. Calliano. — Aus einer Höhle
von Seynes, Kanton Vezenobres. Sallustien. — Aus dem Pleistocän Belgiens.
Rutot. — U. arctos. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli
(# und 2). — Ehemaliges Vorkommen im Königreiche Sachsen.
Berge. — 29 Stück 1898 in österreichischen Kronländern erlegt. S. Abschuss.
— Anatomie des Musculus eucularis und M. sternocleidomastoideus. Streissler.
— In Östpreussen ausgestorben. Ehmke. — Verbreitung in China. Marshall.
— U. arctos foss.. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1). —
Reste aus einem Torfmoor von Dallerup in Dänemark. Finn. — U. ibetanus.
Geographische Verbreitung in China. Marshall. — U. (Danis) horribilis.
Veränderungen in der Lebensweise. Zool. Garten XLI, 154—156. — All-
mählige Vernichtung. Schäff (1). — U. (Euarctos) procerus spec. nov. Fossil
vom Ohio. Miller (4). — U. (E.) americanus. Von der Prince Edward Insel.
Young. — Allmählige Vernichtung. Schäff (1). — U. (Helarctos) böckhi. Aus
den Ligniten von Baroth Köpecz. Schlosser (3).
Ailuropus melanoleueus. Geographische Verbreitung in China. Marshall. —
Parailurus anglicus. Aus den Ligniten von Baroth Köpecz. Schlosser (3).
Procyonidae. Bassaricyon alleni. Anatomie. Beddard (3).
Nasua nasua. Von Südost-Peru. Allen (%).
Procyon pallidus spec. nov. von Californien. Beschreibung. Merriam (2).
Mustelidae. Meles taxus fos. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen.
Schlosser (1). — M. taxus. Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd
in Russland. Greve (3). — Morphologie und Pneumaeität des Siebbeins.
Paulli (1 u. 2).
Mellivora rate. Von Habil, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Helietis personata. Von Nan, Siam. Bonhote (3).
Conepatus zorilla spec. nov. von Eten, Peru. Beschreibung des äusseren Habitus,
Angabe von Körper und Schädelmaassen. Thomas (5). — (©. inca spee. nov.
von Callao und Surco in Peru. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (8).
Gulo borealis foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Sehlosser (1). — @.
borealis. Ehemaliges Vorkommen im Königreich Sachsen. Berge. — Geo-
graphische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland. Greve (3).
gr
116 I. Mammalia für 1900.
Galictis barbara typicus. Von Süd-Amerika. Vergleich mit den 3 neuen Sub-
species. Thomas (2). — @. barbara senex subspee. nov. Von Hacienda
Tortugas, Jalapa, Vera Cruz. Beschreibung. Thomas (2). — @. b. biologiae
subspee. nov. Von Caloverora, Veragua, Panama und von Costa Rica.
Beschreibung. Thomas (2). — @. b. trinitatis subsp. nov. Aus dem Caroni-
District der Insel Trinidad. Thomas (2).
Lyncodon patagonicus foss. Reste aus der Eberhardt Höhle von Ultima Esperanza.
Woodward.
Mustela. Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen während der
postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2). — M. martes foss. Aus
dem Dürrloch b. Schwaighausen. Scehlosser (1). — M. martes. Von Argyll-
shire. Buckley. — Von Cleveland. T. H. Nelson. — Biologie. Hocke. —
Trächtigkeitsdauer. Coceks. — M. sylvatica. Von Nord-Irland. Patterson (2).
Von Co. Londonderry. Patterson (3). — M. zibellina. Geographische
Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland. Greve (3). — Allmählige Ver-
nichtung. Sehäff (1). — M. americana. Von der Prince Edward Insel.
Young. — M. americana actuosa subspee. nov. von Alaska. Beschreibung.
Osgood (2).
Lutreola lutreola. Von Ostpreussen. Ehmke. — Allmähliges Aussterben. Sehäff.
— L. vison. Von der Prince Edward Insel. Young. — L. vison ingens
subspee. nov. von Alaska. Beschreibung. Osgood (2).
Putorius putorius. Fängt und frisst Fische. Schauenburg. — P. furo. Unter-
suchungen über den puerperalen Uterus. Bauer. — P. (Arctogale) nivalis
typicus. Arktisches und subarktisches Europa. Barret-Hamilton (1). —
— Die Grösse nimmt nach Norden zu immer mehr ab. Lönnberg (4). —
P. (Arct.) vulgaris. West- und Mittel-Europa. Körper- und Schädelmaasse.
Barret-Hamilton (1). — Fängt und frisst Fische. Schauenburg. — P. (Arct.)
italicus subspec. nov. von Grezzana, Italien. Beschreibung. Körper- und
Schädelmaasse. Barret-Hamilton (1). — P. (Arct.) ibericus subspeec. nov.
von Sevilla, Spanien. Beschreibung. Körper- und Schädelmaasse. Barret-
Hamilton (1). — P. (Arct.) nıömidus, Marokko. Barret-Hamilton (1). —
P.(Arct.) boccamela. Sardinien. Barret-Hamilton. (1). — Von Marsala, Sizilien
und Algier. — P. (Arect.) siculus subspee. nov. Beschreibung. Körper- u.
Schädelmaasse. Barret-Hamilton (1). — P. (Arct.) africanus. Aegypten
und Malta. Körper- u. Schädelmaasse. Barret-Hamilton (1). — P. (Arct.)
caucasicus subspee. nov. Aus dem Kaukasus und Kleinasien. Beschreibung.
Körper- und Schädelmaasse. Barret-Hamilten (1). — P. (Arct.) pallidus
subspec. nov. von Afghanistan und Ferghana. Beschreibung. Schädel-
maasse. Barret-Hamilton (1). — (P. Arect.) stoliczkanus. Von Yarkand,
Ost-Turkestan. Barret-Hamilton (1). — P. (Arct.) ? subpalmatus. Von
Aegypten. Barret-Hamilton (1). — P. ermineus. Weissgestreiftes Exemplar
im Mus. zu Leyden. Jentink (1). — P. allegheniensis spec. nov. von West-
Pennsylvanien. Beschreibung. Rhoads. — P. rixosus escimo subspee. noV.
von Alaska. Beschreibung. Stone (1).
Lutra vulgaris. Tabellarische Zusammenstellung von Gewicht und Länge. Lang-
kavel (1). — Anatomie des Musculus cucularis und M. sternocleidomastoideus.
Streissier. — Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Von ÖOst-
preussen. Ehmke. Lebensweise. Schauenburg. — L. canadensis. Von
I. Mammalia für 1900. a7
der Prince Edward Insel. Young. — L. paranensis. Siehe Nehring (12).
— L. brasiliensis. Im Berliner Zoologischen Garten. Nehring (14).
Canidae. Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur
u. Brives.
Canis familiaris. Untersuchungen an frischen Epithelien der gewundenen Nieren-
canälchen. Albrecht. — Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander
(2? u. 3). — Vorkommen kernhaltiger Erythrocyten im normalen Blute.
Aseoli. — Veränderung der Form der Zellkerne der fixen Hornhautzellen
während der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. %). — Die
Spinalganglienzellen gehören dem Sympathicus zu. Barbieri. — In der
hinteren Wurzel der 5., 6. und 7. Lumbal- und Sacralnerven befinden sich
vasomotorische Fasern. Bayliss (1 u. 2). — Histologie der Nierenkanälchen-
wand. Boceardi u. Citelli. — Die respiratorischen und Herzhemmungs-
fasern im Wurzelgebiet des 9., 10. u. 11. Cranialnervs. Cadmann. — Die
Neuroglia des Corpus callosum. Capobianco (2). — Der Bau der Pons und
der Oblongata im Vergleich zu Trichechus und Phoca. Dräseke. — Haemo-
Iymphdrüsen. Drummond. — Histologie und Entwicklung der Nebennieren.
Flint. — Die Rolle des Ergastoplasmas in der Secretion seröser Drüsen.
Garnier. — Veränderungen der Rindenzellen nach Ermüdung. Guerrini.
-— Vorhandensein normaler Poren zwischen den Lungenalveolen. Hanse-
mann. — Das Bindegewebe in der eatten Muskulatur. Henneberg (3). —
— Ueber die Secretion im Nebenhoden. Henry. — Untersuchungen an
wachsenden Eiern aus dem Ovarium neugeborener Individuen. Holmgren.
— Die sympathischen Ganglienzellen. Huber (1). — Verhältniss der Clasma-
tocyten zu den Mastzellen. Jolly (2). — Plasmazellen im Omentum majus.
Jolly (4). — Vorhandensein eines Nervenplexus mit eingestreuten Ganglien-
zellen im Uterus. Keiffer. — Bau und Entwicklung der Carotisdrüse. Kohn
(1). — Der Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin. — Entwicklung der Glandulae
molares. Lafite-Dupont (1). — Pilomotorische Reflexe in den präganglionären
Fasern des Sympathicus. LBangley (2). — Experimentelle Untersuchung
am N. lingualis. Lener. — Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes
in der Lunge. Linser. — Verlauf der Herznerven. Lomakina. — Der Hund
im Altertume. Löbe. — Die Struktur des Zellleibes der Spinalganglien-
zellen. Martinotti u. Tirelli (2). — Veränderungen der Speicheldrüsen nach
Durehschneidung der Chorda tympani. Maximow (5). — Histologie von
Milz und Pancreas.. Mayr. — Gaumenepithel. Mercer. — Regeneration
der Thyreoidea nach Verletzungen. Motta-Coco (1). — Die feinere Struktur
der Zellen des Pancreas, der Parotis, der Schilddrüse, sowie der Epithelzellen
des Nervenhodens und Ovariums. Negri (1 u. 2). — Spinalganglienzellen
ohne Centrosoma. Nelis. — Histologie der Langerhans’schen Inseln. Opie.
—- Histologie der thätigen Milchdrüse. ®ttolenghi. — Ueber Spermatocyten.
Regaud (12). — Ueber die Zellen des Säulen- und grossblasigen Knorpels
der Epiphysen. Retterer (9). — Es sind keine Nerven an den Blutgefässen
der grossen Nervencentren vorhanden. Rohnstein. — Ueber das Knorpelfett.
Sacerdotti (3). — Markhaltige Nervenfasern. Sala. — Der feinere Bau der
Hirnarterien. Schöppler. — Die Nerven des Tastballens.. Siameni (}). —
Ueber Nervenenden in der Selera. Smirnew (1). — Motorische Nerven-
enden in den Herzmuskeln. Smirnoew (2). — Verhalten bei Injektionen
118 I. Mammalia fir 1900,
von Giften. Stassano. — Anatomie des Musculus cucularis und M . sterno-
cleidomastoideus. Streissler. — Der feinere Bau des Epithels der gewundenen
Harnkanälchen. Theohari. — Ueber Nervenendigungen im Central-Nerven-
system. Turner u. Hunter. — Ueber die Held’schen Acusticuskelche. Vincenzi.
— Einfluss der Narkose auf die Struktur der Ganglienzellen. Wright. —
Der feinere Bau des Ischiadicus. Wynn. — Anatomie des Riecheentrums.
Zuckerkandl (4). — Die Dressur. Zborzill. — Der Hund und seine
Rassen. 4. Bd. Megnin. — Buch vom gesunden und kranken Hunde.
Hoffmann. — Anatomie u. Leben. Laur. — Deutsches Hunde-
Stammbuch XXI. — Oesterreichisches Hunde-Stammbuch XVII. — (.
jamiliaris X Vulpes vulpes. Angeblicher Bastard von Worcestershire. Poeock
(1). — (©. palustris. Aus dem Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen,
Müller ete. — (©. matris optinae. Aus dem Kjökkenmöddingern Dänemarks.
Madsen, Müller ete. — ©. dingo. Allmählige Vernichtung. Sehäff (1). —
C. lupus foss. Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller
ete. — Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1). — ©. lupus.
Ehemaliges Vorkommen im Königreich Sachsen. Berge. — 45 Stück 1898
in den österreichischen Kronländern erlegt. S. Abschuss. — In Hartigs-
walde in Ostpreussen erlegt. Wild u. Hund, 202. — Nützliches Auftreten
im Nordwesten Russlands. Mayr. — (. occidentalis albus. Biologische
Notizen. Southwell. — ©. pallipes. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas
(17).
Canis (Thos) aureus. Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland.
Greve (3).
Canis (Thos) eruesemanni spee. nov. aus dem Menam-Gebiet. Beschreibung.
Matschie (5).
Canis (Cerdocyon) sechurae spee. nov. aus der Ebene von Sechura, Nordwest-Peru;
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Schädelmaassen. Thomas (3).
Nyetereutes procynoides. Biologie, Jagd und Fang. @use. — Geographische
Verbreitung; Nahrung, Jagd in Russland. Greve (3).
Vulpes vulpes. Schädliehkeit. Degener. — Als nützliches Thier im Nordwesten
Russlands. Mayr. — Als Fischräuber. Sehauenburg. — Verkümmerung
der Tibia. Steuer. — Allmähliges Verschwinden in Co. Autrim. Patterson (8).
— Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland. &6reve (3). —
V. vulpes foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (I). —
Aus den Erdelyer Höhlen in Ungarn. Papp. — V. corsaec. Biologie, Jagd
und Fang. — Guse. — Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russ-
‚land. Greve (3). — V. melanotus. Biologie, Jagd und Fang. Guse. —
Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland. &Greve (3). — V.
leucopus. Von Sheikh Othman und Wadi Bilik, Südwest-Arabien. Thomas
(17). — Geographische Verbreitung, Nahrung, Jagd in Russland. Greve (3).
— V. lagopus foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1).
— V. fulvus. Von der Prince Edward Insel. Young. — Von Virginia.
Beschreibung. Vergleich mit V. vulpes. Merriam (4). — V. macrourus.
Vom Salt Lake Valley, Utah. Beschreibung. Merriam (4). — V. necator
spee. nov. von Whitney Meadows, Californien (9500 Fuss). Beschreibung
des äusseren Habitus u. des Schädels. Merriam (4). — V. cascadensis spee. NOV.
vom Trout Lake, Washington, Beschreibung des äusseren Habitus u. des
f. Mammalia für 1900. 119
Schädels. Merriam (4). — V. rubricosa. Von Dieby, Nova Scotia. Be-
schreibung. Merriam (4). — V. rubricosa bangsi subspee. nov. von Lance au
Loup, Labrador. Beschreibung des Schädels u. des äusseren Habitus.
Merriam (4). — V. deletrix. Von Bay St. George, Newfoundland. Be-
schreibung. Merriam (4). — V. alascensis spec. nov. von Andreafski, Alaska.
Beschreibung des äusseren Habitus und des Schädels. Merriam (4). —
V. alascensis abietorum subspee. nov. von Stuart See, Britisch Columbia. Be-
schreibung des äusseren Habitus u. des Schädels. Merriam (4). — V. regalis
spec. nov. von EIk-River, Sherburn Co., Minnesota. Beschreibung des
äusseren Habitus u. des Schädels. Merriam (4). — kenaiensis spec. noV.
von der Kenai-Halbinsel, Alaska. Beschreibung des äusseren Habitus u.
des Schädels.. Merriam (4). — V. harrimani spee. nov. von Kadiak Id.
Beschreibung. Merriam (1). — V. hallensis spec. nov. von Hall Id. Be-
schreibung. Merriam (1). — V. macrotis. Osteologie. Shufeldt.
Cyon sardous. Unterkiefer aus einer Höhle Sardiniens. Forsyth Major (3).
Lycaon pietus. Von Hado, Somaliland. Thomas (21).
Hyaenidae. Geographische Formen. Matschie (1).
Hyaena spelaea. Reste aus einer Höhle in Baden bei Wien. Calliano. — Aus
dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1). — H. (Crocotta) wissmanni
spec. nov. von Epukiro. Beschreibung des äusseren Habitus. Matschie (1). —
H. (Croec.) noltei spec. nov. aus dem Hinterlande von Kamerun. Beschreibung
des äusseren Habitus u. des Schädels. Matschie (9). — H. (Croc.) gariepensis
spec. nov. von Gariep (Orangegebiet). Beschreibung des äusseren Habitus
u. des Schädels. Matschie (1). — H. (C'roc.) thierryi spee. nov. von Nord-
Togo. Beschreibung des äusseren Habitus u. des Schädels. Maischie (1).
— HA. (Oroc.) togoensis spec. nov. von West-Togo. Beschreibung des äusseren
Habitus u. des Schädels. Matschie (£). — H. (Croc.) germinans spee. nov.
vom Ruckwa-See. Beschreibung des äusseren Habitus u. des Schädels.
Matschie (1). — H. (Croc.) germinanti aff. von Kibwesi und Tabora. Matschie
(8). — H. hyaena. Von Habil, Südwest-Arabien. Thomas (17).
Viverridae. Die Thysonschen Drüsen sind Produkte des Präputiums.
Beauregard. — Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier.
Ficheur u. Brives.
Viverra civetia. Aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (3). — V. port-
manni. Aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (3).
Nandinia binotata. Anatomie. Carlsson.
Helogale atkinsoni. Von Fijambiro (5500 Fuss), Abessinien. de Winten (1).
Felidae. Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur
u. Brives.
Felis (Unecia) leo. Bericht über eine Geburt vor 100 Jahren. Friedel. — F. spelaea.
Aus der Höhle von Seynes, Kanton Vezenobres. Sailustien. — Aus den
pleistocänen Ablagerungen Belgiens. Rutot. — F. (Uncia) kamptzi spee. nov.
aus dem Hinterlande von Kamerun. Beschreibung. Matschie (3). — F.
(Uneia) tigris. Vergleichende Osteologie des Schultergelenks. Ludkewitch.
— Anatomie des Riechcentrums. Zucekerkandi (4). — Auf Java. Wild
und Hund 1900, 563. — Verbreitung in China. Marshall. — F. (Unecia)
concolor. Beschreibung der Zähne. Duges.. — F. (Leopardus) leo-
pardus. Aus dem Hinterlande von Kamerun. Matschie (3). — F. (Leo-
20
Il. Mammalia für 1900.
pardus) pardus. Geographische Verbreitung in China. Marshall. m.
(Leopardus) uncıa. Geographische Verbreitung in China. Marshall. Ye
(Leopardus) uncia foss.. Reste aus der Eberhardt-Höhle von Ultima
Esperanza. Woodward. — F. catus. Ehemaliges Vorkommen im Königreich
Sachsen. Berge. — 1035 Stück 1898 in österreichischen Kronländern er-
legt. S. Abschuss. — (Angebliches) Unterscheidungsmerkmal von
wildfarbener Hauskatze: weisser Fleck zwischen den Sohlenballen. Brandt.
— Vorkommen in Westfalen. Landois. — Missgeburt. Paravieini. Von
Östpreussen. Ehmke. — F. catus fos. Aus den Kjökkenmöddingern
Dänemarks. Madsen, Müller ete. — F. maniculata. Von Lahej, Südwest-
Arabien. Thomas (1%). — F. maniculata aff. Aus dem Hinterlande von
Kamerun. Matschie (3). — F. domestica. Anatomie des Ganglion vestibulare.
Alexander (2 u. 3). — Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen
während der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2). — Das
Epithel der Membrana elastica posterior im Auge. Ballowitz (3). — Die
Spinalganglienzellen gehören zu dem Sympathicus. Barbieri. — Die Zahl
der Muskelfasern beträgt 5—12. Baum. — Ueber Spürhaare am vorderen
Fussgelenk. Beddard (5). — Die mit dem Ganglion ciliare in Verbindung
stehenden Nerven. Bumm. — Die Lage der respiratorischen und Herz-
hemmungsfasern im Wurzelgebiet des 9., 10. u. 11. Cranialnervs. Cadmann.
— Die Neuroglia des Corpus callosum. Capobianco (2). — Nervenendkörperchen
im subkutanen Bindegewebe. (revatin (1). — Die Zahl der markhaltigen
Nervenfasern die centrifugal und centripetal das Ganglion spinale verlassen.
Dale. — Rücktritt der Därme aus dem Nabelstrang in die Bauchhöhle. Dexter.
— Untersuchungen an Ovarium. Ebner (1). — Die Theilung der Sperma-
tocyten. Ebner (%). — Histologie und Entwicklung der Nebennieren. Flint.
— Die Rolle des Ergastoplasmas in der Secretion seröser Drüsen. Garnier.
— Struktur der Rindenzellen des Gehirns. Golgi (1 vw. 2). — Das Bindegewebe
ın der glatten Muskulatur. Henneberg (3). — Untersuchungen an wachsenden
Eiern aus dem Ovarium neugeborener Individuen. Holmgren. — Die sym-
pathischen Ganglienzellen. Huber (1). — Sensible Nervenendigungen an
den Augenmuskeln. Huber (3). — Inspirationsmuskeln. Koraen u. Möller.
— Der Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin. — Verbindungsfasern zwischen
sympathischen Ganglien. Langley (1). — Pilomotorische Reflexe in den
präganglionären Fasern des Sympathicus. LBangley (2). — Regeneration
von präganglionären Fasern im Halssympathicus. Langley (3). — Degene-
rationsversuche an den weissen Rami communicantes. Langley (4). — Die
Secretion der Parathyreoidea und Thymusläppchen. Livini (1). — Der
Musculus coraco-olecranolis. Mae €lure (1). — Varietäten der Vena cava
posterior und ihre Zuflussvenen. Mae Clure (3). — Gaumenepithel. Mereer.
— Peritonealepithel. Miller. — Histologie der Langerhans’schen Inseln.
Opie. — Nervenendigungen und Struktur der Spinalganglien. Retzius (1).
— Normale und pathologische Anatomie der Thymus. Roger u. Ghika. —
— Es sind keine Nerven an den Blutgefässen der grossen Nervencentren
vorhanden. Roehnstein. — Ursprung der dicken myelinhaltigen Nerven-
fasern des Sympathieus. 3. Roux. — Ueber Nervenenden in der Selera.
Smirnew (1). — Motorische Nervenenden in den Herzmuskeln. Smirnow (2).
— Anatomie des Musculus eucularis und M. sternocleidomastoideus. Streissler.
I. Mammalia für 1900. 191
— Der feinere Bau des Epithels der gewundenen Harnkanälchen. Theohari.
— Ueber Nerven-Endigungen im Central-Nervensystem: Turner u. Hunter.
— Ueber die Held’schen Acusticuskelche. Vincenzi. — Der feinere Bau des
Ischiadieus.. Wynn. — Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4).
— Die Harnblase. Stewart. — Filzähnliches Fell. Parke. — Missgeburt.
Paravieini. — Als Fischräuber. Schauenburg. — Vertheidigt sich gegen
2 Füchse. Weiss. — Verwildert auf Sardinien. Keller. — Anatomie u.
Lebensweise. Laur. — F. domestica subfoss. (?) Aus dem Dürrloch b.
Schwaighausen. Schlosser (1).
Caracal caracal. Von Habil, Südwest-Arabien. Thomas (1%).
Felis Iynx. Ehemaliges Vorkommen im Königreich Sachsen. Berge. — 39 Stück
1898 in österreichischen Kronländern erlegt. S. Abschuss. — Aus den
Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller ete. — Von Östpreussen.
Ehmke. — Als Nützling im Nordwesten Russlands. Mayr. — Die in
Deutschland erlegten Exemplare. Hippel.
Lynx spec. Von der Prince Edward Insel. Young. — ZL. lynx cervaria. Geo-
graphische Verbreitung in China. Marshall. — L. canadensis mollipilosus
subspec. nov. von Alaska. Beschreibung. Stone (1).
Pinnipedia.
Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Morphologie und Pneumaecität
des Siebbeins. Paulli (1 u. 2).
Otariidae. Otaria jubata. Beschreibung der weiblichen Geschlechtsorgane.
Cieland.
Trichecidae. Trichechus rosmarus. Beschreibung der weiblichen Geschlechts-
organe. €Cleland. — Bau des Pons und der Oblongata. Dräseke.
Phocidae. Macrorhinus leoninus. Lebensweise, Jagd, geogr. Verbreitungs-
gebiet. Vorkommen auf den Kerguelen. Hall.
Orystophora ceristata. Von der Galway Bay. Gilmore.
Halichoerus grypus. Von Cumbrae. Gray.
Palaeophoca. Vollständiges Skelett aus dem Pliocän des Orciano von Pisa.
Ugolini.
Phoca vitulina. Gebiss. Anderson (2). — Bau des Pons und der Oblongata.
Dräseke. — Ph. (Pusa) foetida saimensis subspec. nov. Vom Saima-See,
Finnland. Beschreibung. Nordquist. — Ph. (Pusa) foetida ladogensis subspee.
nov. Vom Ladoga-See, Russland. Beschreibung. Nordquist.
Rodentia.
Abhängigkeit der Gelenkflächen im Ellbogen von der Prono-Supination des
Vorderarms. Alezais (1). — Vergleichende Anatomie der Hirn- und Rücken-
marksarterien. Hofmann. — Zahnwechsel. Cederblom. — Myologie. Alezais
(6). — Morphologie des Quadriceps femoris. Alezais (2). — Der Descensus
testiculorum. Franke. — Phylogenie. Tullberg. — Funktionelle Anpassungen
des Peetoralis major und Dorsalis major. Alezais (3 u. 4). — Pleistocäne
Reste von Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur u. Brives.
Seturidae. Petaurista Iylei spec. mov. von Siam; Beschreibung des äusseren
Habitus — mit colorirter Tafel — Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
123 I. Mammalia für 1900.
Benhote (3). — P. thomasi spee. nov. vom Silat River, Ost-Sarawak, Borneo.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Hose.
Sciuropterus thomsoni spec. nov. aus dem Baram-Distrikt, Ost-Sarawak, Borneo.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Themas (6). — S. hosei spee. nov. aus dem Baram-Distrikt, Ost-Sarawak,
Borneo. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Thomas (6). — 8. phayrei. Von Nan, Siam. Bonhote (3).
— 8. harrisoni spee. nov. von Borneo. Beschreibung. Stone (2). — 9.
sabrinus. Von der Prince Edward Insel. Young. — $. sabrinus makkovi-
kensis subspee. nov. von Labrador. Beschreibung. Sornborger. — S. ore-
gonensis stephensi subspee. nov. von Californien. Beschreibung. Merriam (2).
— 8. yukonensis spec. nov. von Alaska. Beschreibung. Osgood (2).
Heliosciurus jacksoni. Vom West-Abhang des Mt. Kenya (8000 Fuss) und von
Nairobi, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (20). — H. rufobrachiatus. Vom
West-Abhang (8000 Fuss) des Mt. Kenya, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (20).
— H. rufobrachiatus libericus subspee. nov. vom Mt. Coffee, Liberia. Be-
schreibung. Miller (26).
Funiseiurus multicolor. Von Mendi, Abessinien. de Winton (4). — Von Luoi
am oberen Nil. Thomas (21).
Funambulus castaneus spee. nov. von Tiomans Id. Beschreibung. Miller (25).
Xerus saturatus spec. mov. Von Ukamba. Neumann.
Funambulus berdmorei. Von Sokotai, Nam Phi und Maang Prome, Siam. Bon-
hote (3). — F. castaneus spee. nov. Von den Anambas Ids. Beschreibung.
Miller (25).
Ratufa (Seiurus) gigantea. Synonyme. Beschreibung des äusseren Habitus.
Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Verbreitungsgebiet. Bonhote (2).
— Von Nan, Siam. Bonhote (3). — AR. (Sc.) bicolor. Synonyme. Beschreibung
des äusseren Habitus. Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Ver-
breitungsgebiet. Bonhste (2). — R. (Sc.) melanopepla spec. nov. Von Siam.
Beschreibung. Miller (22). — R. (Sc.) anambai spec. nov. Von den Anambas
Ids. Beschreibung. Miller (25). — R. (Sc.) tiomanensis spec. nov. Von
Tioman Id. Beschreibung. Miller (25). — AR. (Se.) affinis typica. Be-
schreibung des äusseren Habitus. Angabe von Körper- und Schädelmaassen,
Verbreitungsgebiet. Benhote (2). — R. (Se.) affinis aureiventer. Vergleich
mit affinis typica. Angabe von Körper- und Schädelmasssen. Bonhste (2).
— R. (Sc.) pyrsonota spec. nov. Von Siam. Beschreibung. Miller (22). —
R. (Sc.) ephippium typica. Beschreibung des äusseren Habitus. Angabe
von Körper- und Schädelmaassen. Verbreitungsgebiet. Bonhote (%). —
R. (Se.) ephippium baramensis subspee. nov. aus dem Baram-Distrikt, Borneo.
Synonyme. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Bonhote (2). — R. (Se.) ephippium sandakanensis subspec.
nov. von Sandakan, Britisch-Nord-Borneo. Synonyme. Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Bonhote (2).
— R. (Se.) ephippium bunguranensis. Beschreibung des äusseren Habitus,
Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Bonhote (2). — R. (Se.) ephippium
nanogigas. Vergleich mit ephippium bumguranensis. Angabe von Körper-
und Schädelmaassen. Bonhote (2). — R. (Se.) ephippium sirhassenensis
subspee. nov. von der Insel Sirhassen der Natuna-Gruppe. Synonym.
I. Mammalia für 1900, 123
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Bonhote (2).
Seiurus (Heterosciurus) atrodorsalis. Von Nan und Chingmai, Siam. Bonbhote (3).
— Se. (H.) rufigenis. Von Chingmai, Siam. Bonhote (3). — Sc. (H.) mimellus
spee. nov. Von den Tambelan Ids. Beschreibung. Miller (25). — Se. (H.)
mimieilus spee. nov. Von den Anambas Ids. Beschreibung. Miller (25).
— Sec. (H.) finlaysoni. Von 8 Fundorten in Siam. Bonhote (3). — Se. (H.)
notatus miniatus subspee. nov. von Trong, Süd-Siam. Beschreibung. Miller (23).
— Sc. (H.) tenuwirostris spee. nov. Von Tioman Id. Beschreibung. Miller (25).
— Se. (H.) anambensis spee. nov. Von den Anambas Ids. Beschreibung.
Miller (25). — S. (H.) abbotti spee. nov. Von den Tambelan Ids. Beschreibung
Miller (25). — Sc. (H.) klossi spec. nov. Von den Tambelan Ids. Beschreibung
Miller (25). — S.c (H.) tenuis surdus subspec. nov. von Trong, Süd-Siam.
Beschreibung. Miller (23).
Seiurus vulgaris. Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen während
der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2). — Ueber Spürhaare
am vorderen Fussgelenk. Beddard (5). — Schädlichkeit. Hofmann. —
Entwicklung der Glandulae molares. Lafite-Dupont (1). — Schädlichkeit.
Lorey. — Schädlichkeit im Nordwesten Russlands. Mayr.
Seiurus mac Olellandi typieus. Geogr. Verbreitung. Körper- und Schädelmaasse.
Bonhote (1). — Sc. m. manipurensis subspee. nov. von Manipur. Beschreibung
Bonhote (1). — Sc. m. maritimus subspee. nov. von Foochow, Fokien, China.
Beschreibung. Körper- und Schädelmaasse. Bonhote (1). — Sc. m. monticolus
subspee. nov. von Ching-Feng-Ling (2000 Fuss hoch). Beschreibung. Körper-
u. Schädelmaasse. Bonhote (1). — Sc. m. swinhoei. Geogr. Verbreitung.
Beschreibung. Bonhote (1). — Sc. m. formosanus subspec. nov. von Formosa.
Angabe der Körpermaasse. Bonhote (1). — Sc. m. barbei. Geogr. Verbreitung.
Beschreibung. Bonhote (1). — Von Nan, Siam. Bonhote (3). — Se. m.
leucotis. Geogr. Verbreitung. Beschreibung. Benhote (1). — Se. m. rodolphi.
Geogr. Verbreitung. Beschreibung. Bonhete (1).
Seiurus (Parasciurus) ludoviecianus. Nomenclatur. E. W. Nelson. — Scale)
ludovieianus neglectus Gray 1867 = Se. I. vieinus. Nelson, E. W.
Sciurus (Tamiasciurus) hudsonicus gymnicus. Von der Prince Edward Insel.
Angabe von Körpermaassen. Young.
Sciurus (Bchinosciurus) hudsonicus petulans subspee. nov. von Alaska. Be-
schreibung. Osgood (2). — Sc. (Ech.) variabılis morulus subspec. nov. von
Panama. Beschreibung. Bangs (4). — Sc. (Ech.) versicolor spec. Nov. von
Cachabi, Provinz Esmeraldas, Nord-Eeuador. Beschreibung des äusseren
Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (12). — Se.
(Eeh.) igniventris. Geographische Verbreitung. Thomas (9). — Sc. (Ech.)
pyrrhonotus. Geographische Verbreitung. Themas (9). — Sc. (Ech.) stra-
mineus gquayanus subspee. nov. von den Balzar-Mountains, am oberen Pa-
lenque-Fluss, West-Ecuador. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körpermaassen. Themas (3).
Sciurus (Guerlinguetus) aestuans cuscinus. Von Südost-Peru. Allen (7). —
Se. (@.) cocalis spee. nov. von der Mündung des Coca River; Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (9).
— Se. (@.) tricolor. Geographische Verbreitung. Thomas (9).
124 I. Mammalia für 1900.
Sciurus (Microsciurus) simonsi spee. nov. von Porvenir, Provinz Bolivar, Ecuador.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (10).
— Se. (Mierose.) peruanmus napi subspec. nov. von der Coca River-Mündung.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (10).
Eutamias caniceps spec. nov. von Alaska. Beschreibung. ®sgood (2).
Tamias striatus. Von der Prince Edward Insel. Young. — Der Haarbalg der
Spürhaare. Ksjunin.
Citellus (Ammospermophilus) empetra plesius subspee. nov. von Alaska. Be-
schreibung. Osgood (2). — (©. (Am.) osgoodi spee. nov. von Fort Yukon,
Alaska. Beschreibung. Merriam (1). — (©. (Am.) barrowensis spec. Nov.
von Point Barrow, Alaska. Beschreibung. Merriam (1). — (©. (Am.) berin-
gensis spee. nov. von Cape Lisbourne, Alaska. Beschreibung. Merriam (1).
Marmotta. Einbürgerungs-Versuche in Aflenz, Steiermark. Schreiner. — Die
Elemente der Harnkanälchen während des Winterschlafs und während ihrer
Funktion. R. u. A. Monti. — M. marmotta. Beobachtungen über den
Winterschlaf. Rina u. Monti. — M. marmotta. foss. Aus der Höhle von
Krapina, Kroatien. Kramberger. — Von Mosbach; im Museum zu Mainz.
Reichenau. — Aus den Höhlen von Maniton, Rocky Mountains. (Cragin.
— M. bobac foss. Von Kolozsvär, Ungarn. Papp.
: Castoridae. Castor fiber. Die Thysonschen Drüsen sind Produkte des Prä-
putiums. Beauregard. — Ehemalige und jetzige Verbreitung in West-
preussen bezw. in Deutschland. Conventz (2 u. 3). — In Ostpreussen aus-
gestorben. Ehmke. — Ausrottung in Westpreussen. Alluviale Funde.
Dahms. — Verbreitung in Russland. Silantjew (2). — Aus dem Herzogthum
Anhalt. Servestanus. — (©. f. foss. Aus der Höhle von Krapina, Kroatien.
Kramberger. Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller
ete. — Vom Gsprengberg b. Kronstadt. Teutsch. — Von Mosbach; im Mus.
zu Mainz. Reichenau. — Diluvialer Schädel von Charlottenthal, Provinz
Westpreussen. Abbildung desselben. Dahms.
Trogontherium cuvieri. Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau.
Myozidae. Myoxus glis. Lebensweise. Bächler. — Vorkommen im Kogr.
Sachsen. Hempel.
Muscardinus avellanarius typicus. Angabe von Körper- u. Schädelmaassen
von 6 Individuen. Barret-Hamilten (5). — Topographie und Bau der Glandula
submaxillaris, Gl. retrolingualis und Gl. sublingualis. Auerbach. — M.
avellanarius anglicus subspee. nov. von England. Angabe von Körper- und
Schädelmaassen von 5 Individuen. Barret-Hamiltoen (5). — M. avellanarius
speciosus. Synonym. Beschreibung des äusseren Habitus. Barret-Ha-
milten (5).
Graphiurus murinus. Vom West-Abhang des Mt. Kenya (11 000 Fuss), Britisch-
Ost-Afrika. Thomas (20).
Muridae. Gerbillus gerbilus. Von El Khaur, Südwest-Arabien. Thomas (17).
— @. spec. Von Sheikh Othman, Südwest-Arabien. Thomas (17). — @.
mwurinus. Von Roseires am Blauen Nil. (1400 Fuss). de Winton (1). —
@. arenicolor spec. nev. von Öst-Turkestan. Beschreibung. Miller (18).
— @. famulus. Von El Khaur, Südwest-Arabien. Körpermaasse. Thomas (1%).
— @. poecilops. Von Lahej, Wani Bana und El Khaur, Südwest-Arabien.
Thomas (17).
I. Mammalia für 1900. 125
Meriones eryplorhinus. Von Kara Sai, Chinesisch Turkestan. Barret-Hamilton
(%). — M. rex. Von Shaka, 15 Meilen N. W. von Lahej. Südwest-Arabien.
Thomas (1%).
Otomys ürroratus. Aus dem Wald-Gebiet des West-Abhanges (3—10 000 Fuss)
des Mt. Kenya, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (20). — O0. irroratus orestes
subspec. nov. Vom Teleki-Thal (13 000 Fuss) und vom Höhnel-Thal, Mt.
Kenya, Britisch-Ost-Afrika. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (20).
Dendromys mesomelas. Vom Fusse (7000 Fuss) des Mt. Kenya, Britisch-Ost-
Afrika. Thomas (20). — D. lovati spec. nov. Von Managasta (7000 Fuss),
Abessinien. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper-
und Schädelmaassen. Abbildung: Tafel 10. de Winton (1).
Mus norvegicus. Prioritätsnachweis. Rehn (6). — NM. eiliata spec. nov. Von
Gunong Inas, Malay. Halbinsel (4000 Fuss); Beschreibung, Angabe von
Körper- und Schädelmaassen. Mit colorirter Abbildung. Bonhote (4). —
M.vociferans spec. nov. von Siam. Beschreibung. Miller (9). — M. vociferans
lancavensis subspec. nov. von Pulo Lankawi. Beschreibung. Miller (19).
— M. strepitans spec. nov. von den Anambas Ids. Beschreibung. Miller (25).
— M. pellax spec. nov. von Siam. Beschreibung. Miller (7). — M. anambae
spee. nov. von den Anambas Ids. Beschreibung. Miller (25). — M. lingensis
spec. nov. von Linga Id. Beschreibung. Miller (25). — M. surifer spec. nov.
von Siam. Beschreibung. Miller (%). — M. surifer flavidulus subspeec. nov.
von Pulo Lankawi. Beschreibung. Miller (19). — M. surifer butangensis
subspee. nov. von den Butang Ids. Beschreibung. Miller (19). — M. cre-
moriventer spec. nov. von Siam. Beschreibung. Miller (7). — M. cremori-
ven'er-? subspeec. nov. von der Insel Pulo Lankai. Miller (7). — M. flaviventer
spee. nov. von den Anambas Ids. Beschreibung. Miller (25). — M. asper
spec. nov. von Siam. Beschreibung. Miller (9). — M. ferreocanus spec. nov.
von Siam. Beschreibung. Miller (7). — M. validus spec. nov. von Siam.
Beschreibung. Miller (7). — M. ratius. Von Nan, Siam. Bonhete (3).
Von Orkney. J. Taylor. — Von Forfashire. Baring. — Vorkommen in
Boston. Mearns (1). — M. rattus alexandrinus. Von Lahej, Südwest-Arabien.
Thomas (1%). — M.decumanus. Rattenkönig von 7 Individuen von Ceur-
talain, Frankreich. Hesse. — M. auratus spee.nov. Von Madagaskar.
Beschreibung. Miller (25). — M. tiomanicus spee. nov. von Tioman Id.
Beschreibung. Miller (25). — M. pannosus spec. nov. von den Butang Ids.
Beschreibung. Miller (19). — M. tambelanicus spee. nov. von Tambelan Id.
Beschreibung. Miller (25). — M. obscurus spee. nov. von Tioman Id. Be-
schreibung. Miller (25). — M. siantanicus spec. nov. von den Anambas Ids.
Beschreibung. Miller (25). — M. goliath spee. nov. von Neu-Guinea. Be-
schreibung. Milne Edwards. — M. barbatus spec. nov. von Neu-Guinea.
Beschreibung. Milne Edwards. — M. fuscipes. Ausführliche Beschreibung.
Waite (3). — M. hildebrandti. Von Nairobi. Br.-O.-A. (6000 Fuss). Thomas
(20). — M. defua spec. nov. von Mount Coffee, Liberia. Beschreibung.
Miller (26). — M. tullbergi rostratus subspee. nov. von Mt. Coffee, Liberia.
Beschreibung. Miller (26). — M. jacksoni. Aus dem Wald-Gebiet (8000 F.)
des Mt. Kenya, Britisch-Ost-Afrika. Thomas (20). — M. sylvaticus. In-
sektivoren-Eigenschaften. Oldham. — M. sylvaticus intermedius. Geo-
126 I. Mammalia für 1900.
graphische Verbreitung. Beschreibung. Barret-Hamilten (8), — M. s.
celticus subspee. nov. Von West-England. Beschreibung. Barret-Hamilton
(8). — M.s. hebridensis. Von den Inseln Lewis und Barra. Barret-Hamilton
(8). — M. s. hirtensis. Von der Insel St. Kilda. Barret-Hamilten (8). —
M. s. typicus. Geographische Verbreitung. Barret-Hamilton (8). — M. s.
cellarius. Geographische Verbreitung. Barret-Hamilton (8). — M. s. wintoni
subspee. nov. Sporadisch in England. Beschreibung. Barret-Hamilton (8).
— M. s. princeps subspee. nov. Von Bustenari, Rumänien; Beschreibung.
Barret-Hamilton (8). — M. s. islandieus. Von Island. Barret-Hamilton ($).
— M.s. hayi. Von Sieilien, Spanien, (Portugal und Marokko). Barret-
Hamilton (8). — M. s. algirus. Von Algier. Barret-Mamilton (8). — M. s.
tauricus subspee. nov. Vom Bulgar Dagh, Kleinasien. Beschreibung.
Barret-Hamilton (8). — I. s. major. Aus ÜUentralasien (?). Barret-Hamilton
(8). — M. s. arianus. Synonyme. Nord-Persien. Barret-Hamiiton (8).
— M. s. griseus. Von Kaschmir. Barret-Hamilton (8). — M. s. pallipes
subspee. nov. Von Turkestan. Beschreibung. Barret-Hamilten (8). —
M. s. chevrieri. Von Moupin, Tibet. Barret-Hamilten (8). — 4. s. draco
subspec. nov. Von Kuatun, Nordwest-Fokien, China. Beschreibung.
Barret-Hamilton (8). — M. s. lewisi. Fossil von Ightham, Kent. Barret-
Hamilton (8). — M. argentus. Von Japan. Barret-Hamilten (8). — M.
concolor. Von Chingmai, Siam. Bonhote (3). — M. musculus. Von Nan,
Siam. Bonhote (3). — Von der Prince Edward Insel. Young. — Physiologie
des Labyrinthes der Tanzmaus. Alexander u. Kreid. — Die Umbilical-
arterien bei Embryonen. Henneberg (2).
Mus. (M. decumanus, M. rattus, M. musculus). Kerntheilung der Sertolischen
Zellen. Regaud (1). — Das Bindegewebe des Hodens. Begaud (2%). — Normale
und pathologische Anatomie der Thymus. Roger u. Ghika. — Es sind keine
keine Nerven an den Blutgefässen der grossen Nervencentren vorhanden.
Rohnstein. — Ueber Knorpelfett. Sacerdotti (3). — Motorische Nervenenden
in den Herzmuskeln. Smirnow (2). — Anatomie des Musculus eueularis und
M. sternocleidomastoideus. Streissler. — Ueber Nervenendigungen im Central-
Nervensystem. Turner u. Hunter. — Postoccipitaler Wirbelkörper bei
Embryonen. Weiss. — Die Entwicklung des Balkens und Gewölbes.
Zuekerkandl (2). — Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4). —
Kreuzungsversuche. Guaita. — Tarsus. Bignotti. — Anatomie des Gehirns.
Haller. — Die Zahl der Muskelfasern beträgt 4—5. Baum. — Ueber Follikel-
artresie. Bouin (2). — Die Zahl der Nervenfasern der Milchdrüsen während
der Lactationsperiode. Brun. — Nervenendkörperchen im subkutanen
Bindegewebe. Crevatin (1). — Zellenanastomosen im Bulbus olfaetorius. .
Crevatin (2). — Pankreasdrüsen. Debeyre. — Degeneration des Tractus
olfactorius nach Durchschneidung bei Mus. Dömeny. — Haemolymphdrüsen.
Drummond. — Theilung der Spermatocyten. Ebner (2). — Darmepithel-
Wucherungen bei Mus. Filimowski. — Die Rolie des Ergastoplasmas in
der Secretion seröser Drüsen. Garnier. — Kernvermehrung in den quer-
gestreiften Muskeln. Gedlewski. — Gehirn. Haller. — Vorhandensein von
Poren zwischen den Lungenalveolen. Hansemann. — Entwicklung der
Mammarorgane. Henneberg (1). — Die Arteriae umbilicales bei Embryonen.
Henneberg (2). — Ueber die Secretion im Nebenhoden. Henry. — Die
I. Mammalia für 1900. 127
ersten Entwicklungsstadien. Jenkinson. — Verhältniss der Clasmatocyten
zu den Mastzellen. Jolly (2). — Leucocyten in der Peritoneallymphe bei
erwachsenen Individuen. Jolly (3). — Plasmazellen im Omentum majus.
Joliy (4). — Bau und Entwicklung der Carotisdrüse. Kohn (1). — Der
Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin. — Bau und Entwicklung des elastischen
Gewebes in der Lunge. Linser. — Bau der Glandula infraorbitalis. Löwen-
thal. — Gaumenepithel. Mercer. — Blutgefässe in der Nebenniere. Minot (3).
— Entstehung der Achsenfaden des Spermiums. Niessing. — Histologie
der thätigen Milchdrüse. Ottolenghi. — Entwicklung und Verknöcherung
des Sternums. Paterson. — Nervenfasern des Rückenmarks. Pontier u.
Gerard (1 u. 2). — Plastieität der Lymphzellen. Ranvier (1). — Clasma-
toeyten. Ranvier (2). — Entwicklung der Mammarorgane. Henneberg.
— Histologie und Morphologie eines epithelialen Haaranhanges. Calei. —
Mus spec. (Von der musculus-bactrianus-Gruppe) von Lahej und Sheikh
ÖOthman. Thomas (17). — M. albipes. Von Borumeda (8000 Fuss), Abessinien.
de Winton (E). — M. mahomet. Von Chellika (8000 Fuss), Abessinien. de
de Winton (8). — M. minutus typieus. Verbreitungsgebiet: Sibirien. Barret-
Hamilton (3). — M. m. agilis. Verbreitungsgebiet: Nordeuropa. Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Barret-
Hamilton (3). — M. m. campestris. Verbreitungsgebiet: Nordfrankreich,
Belgien. Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Barret-Hamilton (3). — M. m. minimus. Von England.
Barret-Hamilton (3). — AT. m. pratensis. Von West-Ungarn und Rumänien.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Barret-Hamilton (3). — M. hibernicus von Irland. Pack Beresfiord. — M.
orthodon. Aus der Knochenbreccie vom Mt. San Giovanni, Sardinien.
Barrett-Hamilton (8). — M. arborarius. Von Loavie, zwischen Tarangolo
und Fort Berkeley, Nordost-Afrika. Thomas (21).
Mus (Leggada) minutoides. Vom Fusse (7000 Fuss) des Mt. Kenya, Britisch-
Ost-Afrika. Thomas (29).
Lophuromys aquilus. Vom West-Abhang (8—10000 Fuss) des Mt. Kenya, Britisch-
Ost-Afrika. Thomas (20).
Acomys dimidiatus. Von El Khaur, Südwest-Arabien. Thomas (1%).
Dasymys rufulus spee. nov. vom Mount Coffee, Liberia. Beschreibung. Miller (26).
Arvicanthis variegatus. Von Lahej, Südwest-Arabien. Thomas (17). — 4. dem-
beensis. Von Kombolsha, Abessinien. Abbildung der oberen u. unteren
Molarenreihe. de Winton (1). — A. abyssinicu. Von Laga Hardim,
Abessinien. de Winton (8). — Von Nairobi, Britisch-Ost-Afrika. Thomas
(20). — 4. planifrons spec. nev. vom Mount Coffee, Liberia. Beschreibung.
Miller (26).
Ascopharynxz: Neuer Name für Thylacomys. Waite.
Cricetus. Anzahl der Mammae. Nehring (%).
Cricetus vulgaris Leske 1779. Prioritätsnachweis. Nehring (5). — C. nigricans
foss. Aus einem Steinbruch bei Baranya, Ungarn. Papp. — (©. phaeus foss.
Aus einer Höhle bei Kassa, Ungarn. Papp. — Von Velburg. Schlosser (2).
— (. vulgaris foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Sehlosser (1).
— Aus einer 2000 m hochgelegenen Höhle in der Tatra. Papp. — Aus den
128 l. Mammalia für 1900.
Erdelyer Höhlen in Ungarn. Papp. — Ü. arenarius foss. Aus einem Stein-
bruch b. Boranya, Ungarn. Papp.
Mesocricetus. Die kaukasischen Arten. Satunin (2). — Anzahl der Mammae.
Nehring (%). — M. koenigi spec. nov. von Kasikoporan, Gouvernement
Eriwan; Beschreibung des äusseren Habitus; Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Abbildung zweier Schädel von unten und der dazu gehörige
Unterkiefer von oben. Satunin (2).
Anomalomys gen. nov. Gaillard 1900. — 4. gaudryi spec. nov. Schädel und Skelet-
theile von La Grive St. Alban. Gaillard.
Peromyscus canadensis. Von der Prince Edward Insel. Young.
Rhipidomys goodfellowi spec. nov. vom oberen Rio Napo; Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körper- u. Schädelmaassen. Thomas (5).
— R. dryas spec. nov. vom Paramba, Nord-Ecuador; Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5). —
R. venezuelae cumananus subspee. nov. von Cumana. Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5).
— R. venustus spee. nov. von Merida, Las Vegas del Chama, 1400 m. Be-
schreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Thomas (3).
Nectomys garleppi. Von Südost-Peru. Allen (%).
Oryzomys keaysi spec. nov. Vom Rio Inambari, Peru. Beschreibung. Alten (?).
— 0. obtusirostris. Von Juliaca, Peru. Allen (7). — O. sylvaticus spec. Nov.
von Santa Rosa, Süd-Ecuador; Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5). — 0. balneator spec. nov.
von Mirator (1500 m), Ecuador; Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe
von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5). — 0. praelor spec. nov.
von Paramo (4000 m), Peru, Beschreibung des äusseren Habitus, Angabs
von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (?).
Hesperomys pwerulus spec. nov. Von Tarapaca, Chile. Philippi. — H. doli-
chonyx spec. nov. Von Tarapaca, Chile. Philippi. — H. cinnamomea
spec. nov. Von Tarapaca, Chile. Philippi. — H. aethiops spec. nov. Von
Santiago, Chile. Philippi. — ZH. capito spec. nov. Von Alacama, Chile.
Philippi. — H. dumetorum spee. nov. Von Valdivia, Chile. Philippi. — H.
dichrous spee. nov. Von Santiago. Philippi. — H. megalotis spec. nov. Von
Santiago. Philippi. — H. lepturus spec. nov. Von Santiago. Philippi. —H.
psilurus spee. nov. Von Colchagua, Chile. Philippi. — H. trichotis spec. nov.
Von Santiago. Philippi. — H. exiguwus spec. nov. Von Santiago. Philippi.
— H. foncki spee. nov. Von Llanguihue, Chile. Philippi. — H. mollis spee.
nov. Von Santiago. Philippi. — H. chonoticus spee. nov. Von Chonos Id.,-
Chile. Philippi. — AH. vincalis speec.nov. Von Santiago. Philippi. — H. com-
mutatus spee. nov. Von Valdivia, Chile. Philippi. — H. landbecki spec. nov.
Von Illapel, Chile. Philippi. — H. senilis spee. nov. Von Santiago. Philippi.
— AH. illapelinus spee. nov. Von Illapel, Chile. Philippi. — H. simpsoni
spec. nov. Von Patagonien. Philippi. — H. macrocerus spee. nov. Von Col-
chagua, Chile. Philippi. — H. segethi spee. nov. Von Santiago. Philippi.
— H. saltator spec. nov. Von Santiago. Philippi — H. amblyrhynchus
spec. nov. Von Valdivia. Philippi. — H. brachytarus spec. nov. Von Santiago.
Philippi. — JH. nasica spee. nov. Von Süd-Amerika. Philippi. — H. cam-
I. Mammalia für 1900. 129
pestris spec. nov. Von Choapa, Chile. Philippi. — H. melanızon spec. nov.
Von Chile. Philippi. — H. melanotis spee. nov. Von Süd-America. Philippi.
— H. ruficaudus spee. nov. Von Chile. Philippi. — H. macronychos spee. nov.
Von Chile. Philippi. — Ä. infans spee. nov. Von Chile. Philippi. — A.
xanthopus spec. nov. Von Ösorno. Philippi. — H. mochae spee. nov. Von
Mocha Id. Philippi. — H. pachycephalus spee.nov. Von der Magellan-Strasse.
Philippi. — H. diminutivus spee. nov. Von Illapel. Philippi. — FH. agilis
spee. nov Von Illapel. Philippi. — A. subrufus spec.nov. Von Chile. Philippi.
— H. nigribarbis spec. nov. Von Talcaregue, Chile. Philippi. — H. ger-
maini spec. nov. Von Santiago. Philippi. — FH. fusco-ater spec. noVv.
Von Süd-Amerika. Philippi. — H. pencanus spec. nov. Von Concepeion.
Philippi. — H. araucanus spec. nov. Von Concepcion. Philippi. — #. platy-
tarsus spee. nov. Von La Ligua. Philippi. — H. pernix spec. nov. Von La
Ligua. Philippi. — H. leptodactylus spee. nov. Von Valparaiso. Philippi. —
H.nemoralis spee. nov. Von Valdivia. Philippi. — H. melampus spee. nov.
Von Carthagena. Philippi. — H. saltuwum spec. nov. Von Andes. Philippi.
— H. glaphyrus spec. nov. Von Maule. Philippi. — H. longibarbus spee.
nov. Von Valdivia. Philippi. — H. coquwimbensis spee. nov. Von Coquimbo.
Philippi. — FH. cyaneus spee. nov. Von Constitucion. Philippi. — H. griseo-
flavus spee.nov. Von Coquimbo. Philippi. — H. peteroanus spec. nov. Von
Peteroa. Philippi. — H. osorninus spee. nov. Von Ösorno. Philippi. —
H. microtis spec. nov. Von Maule. Philippi. — H. atratus spec. nov. Von
Maule. Philippi. — H. dasypus spee. nov. Von Süd-America. Philippi. —
H. cauquensis spec. nov. Von Maule. Philippi. — H. melaenus spec. nov.
Von Maule. Philippi.
Oligoryzomys subgen. nov. für Oryzomys navus. Bangs (2).
Neacomys gen. nov. Thomas 1900. — N. spinosus. Von Südost-Peru. Allen (7).
— N. spinosus tenuwipes subspee. nov. von Guaquimay. Beschreibung des
äusseren Habitus, Angabe von Körpermaassen. Thomas (3).
Erioryzomys subgen. nov. für Oryzomys monochromos. Nelson.
Zygodontomys brevicauda tobagı subspee. nov. von der Insel Tobago, West-Indien.
Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- u. Schädelmaassen.
Thomas (5).
Oryzomys longicaudatus spec. nov. Von Ost-Patagonien. Philippi.
Reithrodontomys chrysopsis spec. nov. von Mexico. Beschreibung. Merriam (3).
Eligmodontia sorella spee. nov. von Huamachuca (3500 m), Nordwest-Peru; Be-
schreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. . Thomas (10).
Phyllotis sublimis spec. nov. vom Rinconado-Malo-Pass (5500 m), Peru. Be-
schreibung des äusseren Habitus, Körper- und Schädelmaasse. Thomas (15).
— P. amicus spec. nov. von Tolon, Provinz Cajamarca, Nordwest-Peru
(100 m); Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Thomas (%). — P. amicus maritimus subspee. nov. von Eten,
Nordwest-Peru; Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Thomas (10). — P. amicus montanus subspee. nov. von Uramarca (1200 m),
Nordwest-Peru; Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Thomas (10). — P. gerbillus spee. nov. von Piura, Nordwest-Peru. Be-
schreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (3).
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903, Bd. II. H.1. (I.) 9
130 I. Mammalia für 1900,
Akodon amoenus spec. nov. von Calalla (3500 m) am Rio Colca, Peru. Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas
(15). — 4. caliginosus. Von Südost-Peru. Allen (%).
Oxymycterus inca spec. nov. von Perene, (800 m) Provinz Junin, Ost-Peru; Be-
schreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (10). —
— 0. juliacae spec. nov. Von Juliaca, Peru. Beschreibung. Allen (7). —
O. apicalis spec. nov. Von Juliaca (2000 m) Peru. Beschreibung. Allen (%).
Neotoma saxamans spec. nov. von Alaska, Beschreibung. ®sgood (2).
Phenacomys celatus crassus subspee. nov. von Süd-Labrador. Beschreibung.
Bangs (3).
Evotomys orca spee. nov. von Alaska. Beschreibung. Merriam (1). — E. gapperi
von der Prince Edward Insel. Young.
Crasseomys subgen. nov. für Hypodaeus rufocanus Sundwall. Miller (24).
Anaptogonia siehe Miller (9).
Microtus. Zusammenstellung der nordamerikanischen Arten, Biologie. Bailey.
— M.arvalis foss. Aus einer Höhle bei Kassa, Ungarn. Papp. — M. agrestis.
Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — M. cali-
fornieus constrieta subspee. nov. von der Küste Californiens, Beschreibung.
Bailey. — M. scirpensis spee. nov. von Californien. Beschreibung. Bailey.
— M. spec. Von der Prince Edward Insel. Young. — M. innuitus spec. nov.
von der Insel St. Lawrence, Behringsmeer. Beschreibung. Merriam (1).
— M. yakutatensis spec. nov. von Yakutat-Bay. Beschreibung. Merriam (1).
— M. unalasensis popofensis subspec. nov. von Unalaska. Beschreibung.
Merriam (1). — MT. abbreviatus fisheri subspee. nov. von der Insel St. Matthew,
Behringsmeer. Beschreibung. Merriam (1). — M. macfarlani subspee. nov.
von Alaska. Beschreibung. Merriam (1). — M. (Lagurus) lagurus. Vor-
kommen in der Steppe zwischen Don u. Wolga. Silantjew (1). — M. (Alticola)
lama spec. nov. Von Chinesisch Turkestan und West-Tibet; Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Barret-
Hamilton (7). — M. (Pedomys) ludovicianus spec. nov. von Südwest-Louisiana;
Beschreibung. Bailey.
Arvicola. Der Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin. — Entstehung der Thyroidea,
der Thymus und Kiemenspaltenderivate. Roud.
Microtus (Arvicola) terrestris foss. Aus den Erdelyer Höhlen. Papp. — M. (Arvi-
cola) glareola. Von Berks. Noble. — Morphologie und Pneumaeität des
Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — M. (Arvicola) amphibius. Als Fischräuber.
Schauenburg. — NM. (Arvicola) amphibius foss. Aus dem Dürrloch bei
Schwaighausen. Schlosser (1).
Fiber zibethicus. Von der Prince Edward Insel. Young. — F. spatulatus spee. nov.
von Alaska. Beschreibung. @sgood (2).
Synaptomys dorsatus pieinus subspee. nov. von Süd-Labrador. Beschreibung.
Bangs (3).
Lemmus lemmus foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Sehlosser (1). —
— L. alascensis spee. nov. Von St. Michael von Alaska. Beschreibung.
Merriem (1). — M. yukonensis spee. nov. Vom Yukon in Alaska.
Beschreibung. Merriam (1).
Dierostonyx hudsonius alascensis subspee. nev. von Alaska. Beschreibung.
Stone (1). — D. unalascensis spee. nov. von Unalaska. Beschreibung. Merriam
ji. Mammalia für 1900. 131
(N). — D. nelsoni spee. nov. von St. Michael bis Point Barrow, Alaska. Be-
schreibung. Merriam (1). — D. richardsoni spee. nov. von Fort Churchill,
Alaska. Beschreibung. Merriam (1).
Spalacidae. Rhizomys minor. Von Nan, Siam. Bonhote (3).
Tachyoryctes splendens. Von Shola (7000 Fuss), Abessinien. de Winton (1).
— T. splendens ibeanus subspee. nov. Aus dem Narobi-Forst, Britisch-Ost-
Afrika. Beschreibung des äusseren Habitus, Körper- und Schädelmaasse.
Schädel-Abbildung von oben. Thomas (20).
Spalax. Von Nordafrika. Sordelli (I). — S. iyphlus. Rudimentäres Auge.
Hanke (1 u. 2). — S. giganteus. Artberechtigung. Abbildung des Schädels
im Vergleich zu Sp. aeyytiacus. Nehring (1). — Sp. aegyptiacus. Abbildung
des Schädels im Vergleich zu Sp. giganteus. Nehring (Il u. 13). — S. spec.
Vorkommen in der Öyrenaica. Nehring (1 u. 13).
Geomyidae. Geomys bursarius. 4eorge.
Heteromyidae. Perognathus merriami gilvus subspee. nov. von West-
Texas. Beschreibung. ®sgood (1). — P. apache melanotis subspec. nov.
von Mexico. Beschreibung. Osgood (1). — P. callistus spee. nov. von Wyo-
ming. Beschreibung. Osgood (1). — P. paramintinus brevinasus subspee.
nov. von Californien. Beschreibung. Osgood (1). — P. panamintinus
arenicola subspee. nov. Von Californien. Beschreibung des äusseren Habitus.
Stephens. — Merriam (2). — P. amplus spec. nov. von Arizona. Beschreibung.
Osgood (1). — P. parvus magruderensis subspe. nov. von Nevada. Be-
schreibung. Osgood (1). — P. hispidus zacatecae subspec. nov. von Mexico.
Beschreibung. ®sgood (1). — P. penicillatus angustirostris subspee. noV.
von Colorado. Beschreibung. ®sgood (1). — P. pernix rostratus subspec.
nov. von Mexico. Osgood (1). — P. anthony spec. nov. von Californien.
Beschreibung. ®sgood (1). — P. californicus dispar subspee. nov. von Cali-
fornien. Beschreibung. Osgood (1).
Bathyergidae. Georhychus zechi spee. nov. von Togo. Beschreibung des
Schädels u. des äusseren Habitus. Matschie (6).
Jaculidae. Zabus hudsonius. Hudson Bay. Allen (1). — Z. h. ladas. Öst-
liches Quebek bis Hamilton, Labrador. Allen (1). — Z. h. americanus.
Umgegend von Raleigh, Küstenebene biszum südl.Connecticutund dem unteren
Hudson-Thal. Allen (1). — Z. h. campestris. Von Manitoba bis Nebraska
und Nordost-Colorado. Allen (1). — Z. h. alascensis. Yakutat Bay. Allen (1).
— Z. tenellus. Aus der Umgegend von Kamloops. Allen (1). — Z. princeps.
Rocky Mountains bis Alberta. Allen (1). — Z. pr. minor. Ebenen von
Saskatchewan. Allen (1). — Z. pr. oregonus. Blaue Berge, Oregon. Allen (tl).
— Z. major. Warner Mountains, Oregon. Allen (1). — Z. nevadensis Ruby
Mountains, Nevada. Allen (1). — Z. trinotatus. Küstenstrich vom Frazer
River bis Nord-Californien. Allen (1). — Z. tr. alleni. Berg Shasta und
Sierra Nevada. Allen (1). — Z. montanus. Cascade Range, Oregon. Allen (1).
— 2. orarius. Küste von Californien von Point Reyes bis Mendoecino Co.
Allen (1). — Z. pacifieus. Rogue River-Thal und südlich bis Californien.
Allen (1). — Z. saltator. Nördliches Britisch Columbien. Allen (1).
Zapus (Napaeozapus) insignis. Neu Braunschweig, nördliches Neu England,
Adirondacks und Catskills von New York und südlich in den Allerhanies
9+
132 I. Mammalia für 1900.
bisMaryland. Allen (1). — Z. (N.) roanensis. Roan Mountains. Allen (1).
— Z. (N.) abietorum. Quebec und West-Ontario. Allen (1).
Dipus. Anatomie der Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Urogenital-
organe. Armour. — D. deasyi spec. nov. Von Nura (7500 Fuss), Chinesisch
Turkestan; Beschreibung, Körpermaasse. Barret-Hamilton (7). — D. spec.
ine. Von Kotaz Sangai (4700 Fuss), Turkestan. (Wahrscheinlich ein junges
Exemplar von D. deasyi). Barret-Hamilton (?).
Alactaga elater. Geographische Verbreitung. Schädelmessungstabelle. Nehring
(9). — A. jaculus. Aus der Steppe zwischen Don und Wolga. Silantjew (1).
— 4. suschkini spee. nov. aus der Kirgisensteppe; Beschreibung des äusseren
Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Satunin (1). — Be-
schreibung des Schädels mit Angabe von Maassen. Nehring (1). — 4. annu-
lata. Beschreibung des Schädels mit Angabe von Maassen. Nehring (1 u. 2).
Alactagulus acontion. Geographische Verbreitung. Schädelmessungstabelle.
Nehring (9).
Platycercomys platyurus. Schädel-, Gebiss- und Schwanzbildung. Abb. der
Zahnreihen. Schädelmessungstabelle. Nehring (3).
Euchoreutes naro. Von Ak Langar, Turkestan (4500 Fuss). Barret-Hamilton (7).
Ctenodactylidae. Thryonomys swinderianus. Von Fort Berkeley, Nord-
Öst-Afrika. Thomas (21).
Octodontidae. Ütenomys torquatus. Schädel- und Gebissmaasse. Be-
schreibung des Schädels. Nehring (10). — (Üt. tucumanus spec. Nov. von
Tucuman (450 m); Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper-
und Schädelmaassen. Thomas (10). — (Ct. opimus nigriceps subspee. noV.
von Tetiri (16 000 Fuss). Beschreibung des äusseren Habitus, Angabe von
Körper- und Schädelmaassen. Thomas (12). — (t. opimus luteolus subspee.
nov. von den Cordilleren von ‚Jujuy, Argentinien. Beschreibung des äusseren
Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (12). — (tt.
pundti spee. nov. aus dem Süden der Provinz Cordoba Argentinien. Be-
schreibung des Schädels mit Maasstabelle. Nehring (4 u. 9). — Ct. minutus.
Beschreibung des Schädels mit Angabe von Maassen. Nehring (4 u. 9).
Ct. neglectus spee. nov. Beschreibung des Schädels, Angabe von Maassen.
Nehring (6). — Ct. nattereri. Beschreibung des Schädels mit Maasstabelle.
Nehring (6). — Of. Iujanensis. Beschreibung des Schädels mit Maasstabelle.
Nehring (6).
Dactylomys peruanus spee.nov. Von Juliaca (2000 m), Peru. Beschreibung.
Allen (?).
Proechimys simonsi spee. nev. vom Perene River (800 m), Provinz Junin, Ost-
Peru; Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaasse. Thomas (10).
— Von Südost-Peru. Allen (7). — P. rosa spee. nov. von Santa Rosa, Süd-
west-Ecuador. Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Thomas (5). — P. centralis panamensis subspee. nov. von Pocoume, Panama.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5). —
P. centralis chiriquinus subspee. nov. von Bogava, Chiriqui, Nordwest-Panama.
Beschreibung, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (5).
Hystrieidae. Hwysirix. Morphologie und Pneumaeität des Siebbeins.
Paulli (1 u. 2). — Reste von Ramondan, Dordogne, Frankreich. Feaux.
I. Mammalia für 1900. 133
Hystrix primigenius. Zähne aus dem Belvedereschotter vom Eichkogel b. Wien.
Vacek. — H. leucura. Von Sheikh Othman, Südwest-Arabien. Thomas (17).
— AH. leucura foss.. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1).
— H. senegalica. Aus dem Hinterlande von Togo. Matschie (4).
Coentidae. Erethizon darsatus. Anlage und Gestalt der Felder. Behaarung.
Loweg. — E. dorsatus pieinus subspec. nov. von Süd-Labrador. Beschreibung.
Bangs (3). — E. epixanthus myops subspee. nov. von Californien bis Neu-
Mexico. Beschreibung. Merriam (1).
Viscaciidae. Vizcacia vizcacia Brandis 1786 hat die Priorität vor Lago-
stomus trichodactylus Brookes 1828. Allen (9). — Rehn (6).
Lagidium peruanum. Von Südost-Peru. Allen (7).
Cavia cobaya. Untersuchungen an frischen Epithelien der gewundenen Nieren-
canälchen. Albrecht. — Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander
(2 u. 3). — Entwicklung und Bau der Pars inferior labyrinthi. Alexander (1).
— Anatomie. Alezais (5). — Stab- und fadenförmige Kristalloide im Linsen-
epithel. Ballowitz (%). — Die Spinalganglienzellen gehören zu dem Sym-
pathicus. Barbieri. — Sekretorische Thätigkeit des Tubenepithels. Bouin.
— Beschreibung der Kerne des Endothels des Mesentheriums. Branca (2).
— Die Rolle des Ergastoplasmas in der Secretion seröser Drüsen. Garnier.
— Kernvermehrung in den quergestreiften Muskeln. Godlewski. — Idiozom
und Centralkörper im Ovarialei. Gurwitsch (1). — Vorhandensein normaler
Poren zwischen den Lungenalveolen. Hansemann. — Das Bindegewebe in
der glatten Muskulatur. Henneberg (3). — Ueber die Secretion im Neben-
hoden. Henry. — Die sympathischen Ganglienzellen. Huber (1). — Ueber
granulirte Lymphzellen des Knochenmarks. Jolly (1). — Verhältniss der
Clasmatocyten zu den Mastzellen. Jolly (2). — Plasmazellen im Omentum
majus. Jolly (4). — Experimentelle Untersuchungen an castrirten Individuen.
Ivanoif. — Der feinere Bau der Gehörschnecke. Joseph. — Bau und Ent-
wicklung der Carotisdrüse. Kohn (1). — Der Haarbalg der Spürhaare.
Ksjunin. — Die Struktur des Zellleibes der Spinalganglienzellen. Martinotti
u. Torelli (2). — Lage der Thymusdrüse, Vorkommen von Lymphfollikein
in der Submaxillarisdrüse. WMaziarski. — Gaumenepithel. Mercer. —
Histogenese der quergestreiften Muskelfaser. Motta-Coce (%). — Struktur
der Leber bei neugeborenen Individuen. Nattan-Larrier (1). — Secretion
der Placenta. Nattan-Larrier (2). — Entstehung der Achsenfaden des Sper-
miums. Niessing. — Histologie der thätigen Milchdrüse. Ottolenghi. —
Kern- und Zelltheilung in den Bindegewebszellen. Poljakoff. — Clasma-
tocyten. Ranvier (2). — Ueber Lymphgefässe. Regaud (14). — Entwick-
lung der Lymphknoten. Retterer (? u. 3). — Ueber die Zellen des Säulen-
und grossblasigen Knorpels der Epiphysen. Retterer (4). — Entwicklung
der Blutcapillaren und rothen Blutkörperchen am Omentum majus.
Retterer (13). — Normale und pathologische Anatomie der Thymus. Roger
u. Ghika. — Es sind keine Nerven an den Blutgefässen der grossen Nerven-
centren vorhanden. Rohnstein. — Nerven und ihre Endigungen an der
Milz. Ruffini. — Ueber das Knorpelfett. Saeerdotti (3). — Bedeutung der
Langerhans’schen Inseln im Pancreas. W. Schulze. — Motorische Nerven-
enden in den Herzmuskeln. Smirnow (2). — Anatomie des Musculus cu-
cularis und M. sternocleidomastoideus, Streissier. — Der feinere Bau des
134 I. Mammalia für 1900.
Epithels der gewundenen Harncanälchen. Theohari. — Ueber Nerven-
Endigungen im Central-Nervensystem. Turner u. Hunter. — Ueber die
Held’schen Acusticuskelche. Vineenzi. — Die Arteria pudenda interna.
Zuekerkandl (3). — Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4).
Hydrochoerus capyraba. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli
(1 u. 2). — Gehirn. Holl.
Ochotonidae. Titanomys. Vergleichend osteologische Untersuchungen.
Forsyth Major (4).
Prolagus. WVergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4).
Lagopsis. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4).
Lagomys. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4). —
L. pusillus foss. Aus einer Höhle bei Kassa, Ungarn. Papp.
Ochotona davurieus. Prioritätsnachweis. Rehn (6). — ©. ladacensis. Von
Chinesisch Turkestan und West-Tibet. Barret-Hamilton (7).
Leporidae. Palaeolagus. Vergleichend osteologische Untersuchungen.
Forsyth Major (4).
Caprolagus. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4).
— (. furnessi spec. nov. von den Liu-kiu-Inseln. Beschreibung. Stone (2).
Orycetolagus. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4).
Oryetolagus cumiculus. Ontogenese und Phylogenese der Nebenniere. Aichel
(1 u. 2). — Untersuchungen an frischen Epithelien der gewundenen Nieren-
canälchen. Albrecht. — Anatomie des Ganglion vestibulare. Alexander
(2 u. 3). — Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen während der
postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2%). — Die Spinalganglien-
zellen gehören zu dem Sympathicus. Barbieri. — Histologie der Nieren-
kanälchenwand. Boccardi u. Citelli. — Ueber das Centrosoma in den Eiern.
Barberio. — Zellenanastomosen im Bulbus olfactorius. (revatin (2). —
Vorhandensein normaler Poren zwischen den Lungenalveolen. Hansemann.
— Bau der vorderen Schicht des Irisepithels. Heerfordt. — Ueber die
Seeretion im Nebenhoden. Henry. — Untersuchungen an wachsenden Eiern
aus dem Ovarium neugeborener Individuen. Holmgren. — Die Call- und
Exner’schen Körper und die Entstehung des Liquor folliculi. Honore (1).
— Untersuchungen am Ovarium. 62 Stunden postcoitum (mehreiige Follikel).
Honor& (2). — Die sympathischen Ganglienzellen. Huber (1). — Verhältniss
der Clasmatocyten zu den Mastzellen. Jolly (2). — Plasmazellen im Omentum
majus. Jolly (4). — Experimentelle Untersuchungen an castrirten Indi-
viduen. Ivanoii. — Bau und Entwicklung der Carotisdrüse. Kohn (f). —
Die gekreuzte aufsteigende Spinalbahn und ihre Beziehung zum Gowersschen
Strang. Kohnstamm. — Entwicklung der Lymphknötchen im Blinddarm.
Kollmann (2). — Inspirationsmuskeln. Koraen u. Möller. — Bau der Vorder-
hörner des Rückenmarks. Krause u. Philippson. — Der Haarbalg der Spür-
haare. Ksjunin. — Entwicklung der Glandulae molares. Lafite-Dupont (}).
— Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge. Linser.
— Die Secretion der Parathyreoidea und Thymusläppehen. Livini (I). —
Die Struktur des Zellleibes der Spinalganglienzellen. Martinotti u. Torelli (2).
— Die ersten Entwicklungsstadien der Placenta. Waximew (1). — Rege-
neration des Eierstocks bei trächtigen und jungen Individuen. Maximow (2).
-— Spinalganglienzellen ohne Centrosoma, Nelis. — Histologie der thätigen
I. Mammalia für 1900. 135
Milchdrüse. ®ttelenghi. — Die centralen Verbindungen des Nervus opticus.
Pavlow (2). — Regeneration des Ovariums. Pugnat. — Regeneration der
Linse. Randolph. — Clasmatocyten. Ranvier (2). — Anatomie und Ontogenie
des Gebisses. Reiniger. — Ueber die Zellen des Säulen- und grossblasigen
Knorpels der Epiphysen. Retterer (9). — Entwicklung der Blutcapillaren
und rothen Blutkörperchen am Omentum majus. Retterer (13). — Nerven-
endigungen und Struktur der Spinalganglien. Retzius (1). — Die Deiters’schen
Zellen (Histologie). Retzius (2). — Normale und pathologische Anatomie
der Thymus. Roger u. &hika. — Es sind keine Nerven an den Blutgefässen
der grossen Nervencentren vorhanden. Rohnstein. — Ueber das Knorpelfett.
Sacerdotti (3). — Der feinere Bau der Hirnarterien. Schöppler. — Motorische
Nervenenden in den Herzmuskeln. Smirnow (2). — Stark entwickelter Hypo-
physenstiel bei einem 38 mm langen Embryo. Staderini (1). — Verdickung der
dorsalen Pharynxwand bei 9—20 mm langen Embryonen. Staderini (2). —
Entwicklung der Thränenwege. Staneuleanu (1 u. 2). — Verhalten bei Injektionen
von Giften. Stassane. — Anatomie des Musculus cucularis und M. sternoclei-
domastoideus. Streisster. — Histologie der Harderschen Drüsen. Taddei.
— Der feinere Bau des Epithels der gewundenen Harnkanälchen. Theohari.
— Entstehung der Kloakenmembran. Tourneux. — Ueber Nerven-
endigungen im Central-Nervensystem. Turner u. Hunter. — Ueber die
Held’schen Acusticuskelche. Vincenzi. — Sensible secundäre Bahnen im
Gehirnstamm. Wallenberg. — Entstehung der Flemming’schen Zwischen-
körperchens im Omentum majus und im Amnios. Winiwarter (1). — Bildung
des Ovariums und der Eier bei Embryonen, neugeborenen und jungen Lepus
euniculus. Winiwarter (2). — Einfluss der Narkose auf die Struktur der
der Ganglienzellen. Wright. — Anatomie des Riechcentrums. Zucker-
kandl (4). — Auffallend grosse Produktion von Hippursäure. Parker u.
Gramham. — Schädlichkeit. Müller. — Vermehrungsfähigkeit. Zwinger
und Feld, 898. — Rationelle Zucht. 3. Blech. — Beck-Corrodi. — Havemann.
Sylvilagus. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4).
— 8. sylvaticus. Abnormes Gefässsystem. Slenaker (1). — S. orinocı spec.
nov. von Maipures am oberen Orinoco, Venezuela. Beschreibung des äusseren
Habitus; Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (7).
Brachylagus subgen. nov. Miller 1900 (für Lepus idahoensis Merriam 1891).
Miller (16).
Lepus. Vergleichend osteologische Untersuchungen. Forsyth Major (4). — L.
timidus foss. Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (lH). — ZL.
timidus typicus. Synonyme. Geogr. Verbreitung: Süd-Skandinavien,
Schottland und europäische Gebirge. Maasstabelle von 8 Individuen Barret-
Hamilton (6). — Krankheiten (Pseudotuberkulose). Buss. — Lungentuber-
kulose. Zwinger und Feld, 153. — L. variabilis foss. Reste aus dem Kessler
Loch. Nueseh. — L. timidus collinus. Synonyme. Skandinavien. Barret-
Hamilton (6). — L. timidus hibernicus. Synonyme. Verbreitungsgebiet:
Irland. Beschreibung des äusseren Habitus. Maasstabelle von 5 Individuen.
Barret-Hamilton (6). — L. timidus lutescens subspee. nov. An der Küste
von Malahide bis Balbriggan, Co. Dublin, Irland. Barret-Hamilton (6).
— L. timidus altaicus. Altai, Central-Asien. Barret-Hamiltoen (6). — ZL.
timidus ainu subspee. nov. von Jesso, Japan. Beschreibung des äusseren
136 I. Mammalia für 1900.
Habitus. Barret-Hamilton (6). — L. timidus tschuktschorum. Verbreitungs-
gebiet: Nordost-Sibirien und Nordwest-Alaska, nördlich der Kuskoquim-
Mündung. Barret-Hamilton (6). — ZL. europaeus. Schädlichkeit im Nord-
westen Russlands. Mayr. — L. arabicus. Von Shaka, Hiswa, La Mileh,
Südwest-Arabien. Thomas (1%). — L. zechi. Aus dem Hinterlande von Togo.
Matschie (4). — L. labradorius spee. nov. von Labrador. Beschreibung.
Miller (3). — L. groenlandicus. Schädelmaasse. Barrett-Hamilon (6). —
L. othus spee. nov. von St. Michael, Nord-Alaska. Beschreibung. Merriam (1).
— L. poathromus spee. nov. von der Stepovak-Bay, Halbinsel Alaska. Be-
schreibung. Merriam (1). — L. americanus dalli subspec. nov. von Alaska.
Beschreibung. Merriam (1). — L. americanus macfarlani subspee. nov. von
Great Bear Lake, Alaska. Beschreibung. Merriam (1). — L. americanus
virginianus (?) Von der Prince Edward Insel. Young. — ZL. saliens spec.
nov. von Alaska. Beschreibung. ©Osgood (%). — L. (Macrotolagus) alleni
palitans subspec. nov. von West-Mexico; Beschreibung des äusseren Habitus.
Bangs (1).
Ungulata.
Der Descensus testiculorum der Artiodactyla und Perissodactyla. Frankl. —
Vergleichende Anatomie der Hirn- und Rückenmarksarterien der Artio-
dactyla und Perissodactyla. Hofmann. — Der metallglänzende Wein-
stein an den Zähnen der Wiederkäuer. Ascherson. — Die Halswirbelsäule.
Grix. — Hornbildung. Brandes (2). — Abstossen der Hornscheiden. Just. —
Müller-Liebenwalde.
Procaviidae. Procavia (Hyrax). Die Gelenke der hinteren Extremität.
Parsons. — Procavia shoana. Von Wogodi (9000 Fuss), Abessinien. de Winton
(1). — P.kerstingi. Aus dem Hinterlande von Togo. Matschie (4). — P.syriaca
jayakari. Von den Abyan-Mountains, 70 Meilen nordöstlich von Aden.
Thomas (17). — P. mackinderi spec. nov. Von Teleki-Thal (13 000 Fuss),
Mt. Kenya; Britisch-Ost-Afrika. Beschreibung des äusseren Habitus, Körper-
und Schädelmaasse Thomas (20).
Procavia (Dendrohyrax) erawshayi spee. nov. Vom West-Abhang des Mt. Kenya
(10 000 Fuss) und von Roromo, Britisch-Ost-Afrika (7800 Fuss). Beschreibung
des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (20).
— P. (D.) mima spec. nov. von Nyasa-Tanganyika-Plateau, Nord-Nyasaland.
Thomas (13).
Toxodontia. Acrotherium platyodon. Reste von St. Nazaire en-Royans.
Mermier (1).
Isotemnidae. Archaeoplus incipiens. Fossil aus dem bunten Sandstein
Patagoniens. Ameghino (1).
Dinotheriidae. Dinotherium giganteum. Von Mosbach, im Museum zu
Mainz. Reichenau. — D. bavaricum. Von Valles, Spanien. Bofill y Poch.
— D. levius. Zähne aus dem Belvedereschotter vom Eichkogel bei Mödling.
Vacek.
Elephantidae. Die Markhöhle im Humerus bei fossilen und recenten
Elephanten. Fraas.
Mastodon longirostris. Von Mosbach, im Museum zu Mainz. Reichenau. — Reste
aus der Provinz Barcelona, Almera, — M, angustidens. Von Mosbach, im
I. Mammalia für 1900. 137
Museum zu Mainz. Reichenau. — Von Valles, Spanien. Boifill y Poch. —
M. pentelici. Zähne aus dem Belvedöreschotter vom Eichkogel bei Mödling.
Vacek. — M. arvernensis. Von Mosbach, im Museum zu Mainz. Reichenau.
Elephas. Morphologie und Pneumaeität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2%). — E.
indieus. Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt. — Molaren. Miller u.
Dieck. — Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons. — Trächtigkeits-
dauer. : Böttger (1). — Lebensweise, Begattung. Vos. — Charaktereigen-
schaften, Produktion auf Ceylon. Vos. — E. africanus. Grösse und Gestalt
der Stosszähne. Cocehi. — Domestikation (?) Foa. — Als Hausthier im
französischen Kongo-Staat. Bul&on. — Allmählige Vernichtung. Sehäff I).
Jagd. Schellendorf (1). — E. cyclotis spee. nov. von Süd-Kamerun. Be-
schreibung. Matschie (8). — E. capensis. Aus dem Oranje-Flussgebiet.
Matschie (8). — EZ. oxyotis spee. nov. aus dem Sudan. Beschreibung.
Matschie (8). — E. knochenhaueri spee. nov. von Barikiwa, Deutsch-Ost-
Afrika. Beschreibung. Matschie (8). — E. atlanticus. Zähne von der
paläolithischen Station von Karar in Algerien. Boule. — E. trogontherü.
Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau. — E. antiquus. Knochen
u. Zähne aus Taubach in ‚Thüringen. Moeller. — Aus den pleistocänen Ab-
lagerungen Belgiens. Rutot. — Aus dem Pleistocän Belgiens. Rutot. — Von
Sansevero (?) Cheechia. — Zähne aus der Provinz Calabrien. Flores. —
Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau. — E. americanus. Unter-
kiefer mit Zähnen von Yuma, Arizona. Blak. — E. primigenius. Aus dem
Scharkathale b. Prag. Woldrich (1). — Schädel mit sehr grossen Stoss-
zähnen von Mauthausen b. Linz. S. unter Diluvium. — Ursache des Aus-
sterbens (infolge Hypertrophie der Stosszähne). Brandes. — Skelet von
Moskau. Pavlow, A. — Skelet aus dem Gouvernement Permj. Stuckenberg.
— Reste aus der Provinz Barcelona. Almera. — Aus dem Dürrloch b. Schwaig-
hausen. Schlosser (1). — Von Könisgrätz. Schneider. — Aus dem Löss von
Krems. M. u. R. Hörnes. — Aus dem Kesslerloch. Nüesch. — Von Ost-
preussen. Ehmke. — Von Rzeszow. Friedberg. — Stosszahn von Kwoika
b. Kiew. Volkow.
Rhinocerotidae. Trigonias osborni spec. nov. Aus dem Miocän von Süd-
Dacota. Lucas (1).
Ronzotherium gaudryi. Beschreibung der Zähne. Osborn (5). — R. velaunum.
Beschreibung der Zähne. @sborn (5).
Dicatheriinae. Vorkommen im Oligocän Europas und Nordamerikas. ®sborn (5).
Caenopus copei. Phylogenie. Osborn (5).
Diceratherium minutum. Fundorte. Zahnformel. Phylogenie. Oshern (5).
— D. douvillei. Phylogenie. ®sborn (5).
Acetheriinae. Phylogenetische Entwicklung der einzelnen Arten. ©sborn (5).
Aceratherium filholi. Beschreibung der Zähne. @sborn (5). — A. Humerus
aus dem älteren Miocän von Wittingau-Budweis. Woldrich (3). — 4. lema-
nense. Reste aus der Provinz Barcelona. Almera. — Beschreibung des
Schädels. ®:born (5). — 4. platyodon. Beschreibung der in der Umgegend
von Saint Nazaire-en Royans (Dröme) aufgefundenen Reste. Mermier
(tu. 2). — Beschreibung von Schädeltheilen. Osbern (5). — 4. tetra-
dactylum. Beschreibung der Zähne. Osborn (5). — 4. incisivum. Be-
schreibung des Schädels. Phylogenie. @sborn (5). — Zahn von Gaya, Süd-
138 . Mammalia für 1900.
mähren. Hofmann. — 4. goldfussi. Zähne aus dem Belvedereschotter vom
Eichkogel bei Mödling. Vacek.
Teleoceras fossiger. Vergleich mit T'. aurelianense. Osborn (5). — T. aurelianense.
Vergleich mit T. fossiger. @sborn (5). — T. brachypus. Beschreibung der
Zähne. Fundorts-Angaben. Osborn (5).
Cerathorinae. Phylogenetische Entwicklung. Osborn (5). — Ü. sansaniensis.
Beschreibung der Zähne. @sborn (5). — C. steinheimensis. Beschreibung
der Zähne. Osborn (5). — (©. schleiermacheri. Beschreibung der Zähne.
Osborn (5).
Rhinoceros. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). —
Untersuchungen am Gehirn. Holl. — AR. inermis. Pleistocäne Reste von
Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur u. Brives. — R. pachygnathus.
Beschreibung des Schädels u. der Zähne. Osborn (5). — R. neumayri spec.
nov. von Maragha. Vergleich mit A. pachygnathus. Beschreibung. Osborn
(5). — R. mauritanicus. Zähne von der paläolithischen Station von Karar
in Algerien. Boule. — R. bicornis. — Biologie. Schellendorf. — R. spec.
Atlas und Scapula aus dem Untermiocän von Mogharo, Aegypten. Andrews.
— R. antiquitatis. Schädel von Pössnek in Thüringen. Schröder. —
R. mercki. Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau. — Aus der
Höhle von Krapina, Kroatien. Kramberger. — Knochen u. Zähne aus
Taubach in Thüringen. Moeller. — Aus den pleistocänen Ablagerungen
Belgiens. Rutot. — R. etruscus. Von Mosbach; im Museum zu Mainz.
Reichenau. — Von Ostpreussen. Ehmke. — R. unicornis. Lebte 30 Jahre
im Hamburger Zoolog. Garten. Bolau.
Tapirus. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — Unter-
suchungen am Gehirn. Holl.
Eqwidae. Hipparion gracile. Von Valles, Spanien. Bofill y Poch. — Zähne
aus dem Belvedereschotter von Mödling. Vacek. — Boule.
Onohippidium ist nicht mit Equus identisch. Hauthal. — Beschreibung von
Haut u. Haaren. Lönnberg. — O. saldiasi. Aus der Glossotheriumhöhle
von Ultima Esperanza. Nordenskjöld.
Equus fraternus. Astragalus von Gay Head am Long Island Sund. Woodwarth.
— E. scoiti spee. nov. Aus dem Sheridan Bed am Rock Creek in Texas.
Beschreibung eines vollständigen Skeletts u. von 4 Schädeln. &idley. —
— E. foss. Aus den Höhlen von Maniton, Rocky Mountains. (ragin. —
— E. przewalskii. Geographische Verbreitung in China; Dsungarei. Mar-
shall. — E. caballus foss. Aus dem Scharkathale b. Prag. Woldrieh (1). —
Aus den Erdelyer Höhlen in Ungarn. Papp. — Von Mosbach; im Museum zu
Mainz. Reichenau. — Aus den pleistocänen Ablagerungen Belgiens. Rutot. —
Aus dem Dürrloch b. Schwaighansen. Sehlesser (#).— Von der paläolithischen
Station Veil le Comte. Verniere. — Aus Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau.
Equwus caballus. Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen während
der postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2). — Intracranielle
Durehtrennung des Nervus vestibularis des Acustieusstammes. Biehl. —
Mammarorgane. Hamburger. — Das Bindegewebe in der glatten Muskulatur.
Henneberg (3). — Anatomie des Gehirns. Holl. — Bau und Entwicklung
der Carotisdrüse. Kohn (1). — Zungenranddrüsen und Unterzunge. Lange.
I. Mammalia für 1900. 139
— Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge. Einser. —
Verlauf der Herznerven. Lomakina. — Schultergelenk. Ludkewitch. —
Eisengehalt im Hämoglobin. Lapieque u. Gilardoni. — Die Gelenke der
hinteren Extremität. Parsons. — Morphologie und Pneumaeität des Sieb-
beins. Paulli (1 u. 2). — Ueber das Grosshirn. Schellenberg. — Atlas des
Rumpfes und der Gliedmaassen. Schmaltz. — Der feinere Bau der Hirn-
arterien. Schöppler. — Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4). —
Anatomie. Martin. — Aus dem Hinterlande von Togo. (Pony). Matschie (4).
— Bau, Pflege, Zucht, Hufbeschlag und Krankheiten. S. unter Equus.
— Im Alterthum und in der Jetztzeit. Chomel. — Verwildert auf Sardinien.
Keller. — Wachsthumsrichtung der Haare, besonders der Lenden-, Post-
humeral- und Pektoralgegend. Kidd. — Equus X Zebra. Ewart. — Siehe
auch unter Zebroid. — Anatomie u. Lebensweise. Baur. — Anatomie.
Armstrong. — Stood Book francais. — Künstliche Befruchtung. Iwanoff.
Equus (Hippotigris) penricei spec. nov. von Mossamedes, Süd Angola. Be-
schreibung des äusseren Habitus. Vergleich mit E. zebra. Thomas (14).
— Ist wohl identisch mit E. hartmanni. Matschie (10). — E. (Hippotigris)
quagga. Anfrage über eventuelles Museums-Material. Renshaw. — E. (Asinus)
asinus. Mammarorgane. Hamburger. — Verwildert auf Sardinien. Keller.
— E. (Asinus) asinus africanus. Pleistocäne Reste von Bains-Romains,
west]. von Algier. Ficheur u. Brives. — E. (Asinus) hemionus. Geographische
Verbreitung in China. Marshall. — E. (Asinus) kiang. Geographische Ver-
breitung in China. Marshall.
Artiodactyla. Fossiles Auftreten in Nordamerika und Europa (speciell
in Russland). M. Pavlow.
Anthracotheriidae. Anthracotherium rütimeyeri spee. nov. aus Russland.
Beschreibung. M. Pavlow.
Brachypodinae. Phylogenetische Entwicklung der einzelnen Arten. Beschreibung
der Skelettheile. ®sborn (5).
Swuidae. Beschreibung des Gebisses. Stehlin. — Trächtigkeitsdauer der indischen
Schweine. Retterer (1).
Dieotyles. Morphologie und Pneumaecität des Siebbeins. Paulli (1 u. ?).
Sus palustris. Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller ete.
— Aus Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau. — Von Mauthausen.
b. Linz. Siehe unter Diluvium. — Zähne von der paläolithischen
Station von Karar in Algerien. Boule.e — Reste aus einem Torf-
moor von Dollerup in Dänemark. Finn. — 5. palustris? Aus dem
Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (tl), — Aus dem Scharka-
thal b. Prag. Woldrieh (1). — Reste aus der Höhle von Seynes, Kanton
Vezenobres. Sallustien. — Aus der Höhle von Krapina, Kroatien. Kranı-
berger. — S. scrofa ferus. Allmählige Vernichtung. Sehäft. — 8. scrofa ferus
x 8. serofa domestica. Brsfeld. — S. scrofa domestica. Polymorphie der
Zellkerne der fixen Hornhautzeilen während der postembryonalen Ent-
wieklung. Ballowitz (1 u. 2). — Entwicklung der Stammesmuskeln. Bardeen.
— Histologie und Entwieklung der Nebennieren. Flint. — Funktioneller
Bau der Zähne. Gebhardt. — Das Bindegewebe in der glatten Muskulatur.
Henneberg (3). — Anatomie des Gehirns. Holl. — Bau und Entwicklung
der Carotisdrüse. Kohn (#). — Zungenranddrüsen und Unterzunge. Eange.
140 I. Mammalia für 1900.
— Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge. Linser. —
Schultergelenk. Ludkewiteh. — Anordnung der Herzmuskulatur bei Em-
bryonen. Mae Callum. — Untersuchungen an Embryonen. Minot (1).
Mesotheliale Zotten der Allantois bei Embryonen. Minot (2). — Spanische
Rassen. Moyano (2). — Entwicklung der Hypophyse. Orru. — Ueber Sperma-
tocyten. Regaud (12). — Ueber das Grosshirn. Schellenberg. — Der feinere
Bau der Hirnarterien. Schöppler. — Entwicklung der Thränenwege.
Stanculeanu (1 u. 2). — Die Gefässe am embryonalen Auge. Versari (13).
— Anatomie des Riecheentrums. Zuekerkandl (4). — Anatomie, Physiologie,
Rassen und Krankheiten. Thierry. — Anlage der Milchdrüsen beim Embryo.
Parker u. Bullar. — Aus dem Hinterlande von Togo. Matschie (4). — Anatomie
u. Leben. Laur. — Embryologie. Minot. — Verwildert auf Sardinien. Keller.
— Histologie und Morphologie eines epithelialen Haaranhanges. Calef.
Babirussa babirussa. Geschichtliches. Jugendkleid nicht vom späteren verschieden.
J. Stehlin.
Phacochoerus. Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt. — Ph. africanus. Aus
dem Hinterlande von Togo. Matschie (4).
Hippopotamidae. Hippopotamus fossilis. Zähne von der paläo-
lithischen Station von Karar in Algerien. Boule. — Pleistocäne Reste von
Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur u. Brives. — Praemolaren von
Ras el Keb, Kleinasien. Zumoffen. — H. amphibius. Funktioneller Bau
der Zähne. Gebhardt. — Jagd. Klitzing. — Allmählige Vernichtung. Schäff
(1). — Schellendorf (1). — H. major. Aus den pleistocänen Ablagerungen
Belgiens. Rutot.
Agriochoeridae. Merycochoerus laticeps spec. nov. Beschreibung des
Schädels von Montana. Douglass.
Camelidae. Auchenia. Anatomie des Riecheentrums. Zuckerkandl (4). —
A. lama. Aus der Glossotherium-Höhle von Ultima Esperanza. Norden-
skjöld.
Camelus. Die postbranchialen Körper im verschiedenen Lebensalter. Herrmann
u. Verdun (1,2u. 3). — Untersuchungen am Gehirn. Holl. — Anatomie;
Vergleich mit Lama. Lesbre. — (©. thomasi. Metatarsus von Ternifine,
Algerien. Pallary. — €. bactrianus. Als Hausthier der Chinesen. Köhler. —
C. dromedarius. Zähne. Bossi (2).
Tragulidae. Tragulus. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli
(1 u. 2%). — T. javanicus. Osbeck 1765. Prioritätsnachweis. Fox. — T.
umbrinus spec. nov. von Pulo Lankawi. Beschreibung. Miller (19). — T.
rufulus spee. nov. von Tioman-Id. Beschreibung. Miller (25).
Cervidae. Die Geweihentwicklung in phylogenetischer, histologischer und
histogenetischer Beziehung. Rörig (2 u. 3). — Histologie und chemische
Zusammensetzung des Geweihs. Rörig (3). — Ueber Kreuzungen. Rörig (1).
— Kreuzungsprodukte von verschiedenen Arten. Rörig (1).
Moschus moschiferus. Die Thysonschen Drüsen sind Produkte des Präputiums.
Beauregarl.
Dierocerus anocerus. Geweihbildung. Rörig (2). — D. furcatus. Geweihbildung.
Rörig (2).
Rusa tavistocki spee. nov. von den Philippinen (?). Beschreibung des Felles.
Lydekker (2). — R. porcinus X Capreolus vulgaris. Rörig (1).
I. Mammalia für 1900, 141
Axis axis X Cervus elaphus. Beschaffenheit des Geweihs eines Coburger Exemplars.
Rörig (1).
Sika sika. Biologie. Waidwerk in Wort u. Bild IX, 299.
Cervus. Bau und Entwicklung des elastischen Gewebes in der Lunge. Linser.
— Untersuchungen am Gehirn. Holl. — C. elaphus. Verhalten beim Ab-
werfen der Stangen; Folgen der Castration. Pressentin-Rautter. — In der
Krim. Brauner. — Brunft der Mönche, Vererbung der Einstangigkeit.
Brandt (2). — Abnormes Geweih. Matiegka. — (. el. barbarus. Zähne von der
paläolithischen Station von Karar in Algerien. Boule. — (©. el. foss. Reste
aus einem Torfmoor von Dollerup in Dänemark. Finn. — Aus dem Dürrloch
b. Schwaighausen. Schlosser (1). — Aus dem alten Phönizien. Zumoifen
— Aus den Erdelyer Höhlen in Ungarn. Papp. — Von Mosbach; Geweih im
Museum zu Mainz. Reichenau. — Vom Gsprengberg b. Kronstadt. Teutsch.
— Von Mauthausen b. Linz. Siehe unter Diluvium. — Von der Via aurelia.
Tuceimei. — ©. elaphus X Axis azis. Rörig (1). — Ü. elaphus X ©. canadensis.
Heck (2). — C. elaphus X ©. maral. Heck (?). — C.maral. Zucht in Sibirien.
Martenson. — Einbürgerungsversuche in Deutschland. Wild u. Hund, 1900,
540. — Ü. asiaticus. Geweih, Brunft, Lebensweise. D. Jäg.-Ztg. XXXV,
350. — ©. bactrianus spec. nov. von Turkestan. Beschreibung. Lydekker
(1). — ©. canadensis X C. elaphus. Rörig (1).
Dama dama. Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons.
Megaceros giganteus. Jungpleistocäne Reste von Endingen, Vorpommern. Deecke.
— Von Östpreussen. Ehmke. — M. hibernicus. Aus den pleistocänen Ab-
lagerungen Belgiens. Rutot.
Elaphurus davidianus. Geographische Verbreitung in China. Marshall.
Alcelaphus. Zähne von der paläolithischen Station von Karar in Algerien. Boule.
Alce machlis. Schädliches Auftreten im Nordwesten Russlands. Mayr. — Bestand
in Ostpreussen. Dach. — Schaufelbildung. Rörig (2). — Bestand in Ost-
preussen. Boy. — Ehmke. — A. machlis foss. Jungpleistocäne Reste von
Endingen, Vorpommern. Deecke. — Diluviale Reste aus einem Torfmoor
von Dollerup in Dänemark. Finn. — Reste von der Plagotte bei Rimont,
Ariege. Harle (1). — Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen,
Müller ete. — Von Bosnien. Grimmer. — A. latifrons. Von Mosbach;
im Museum zu Mainz. Reichenau. — A. gigas spee. nov. von Alaska. Be-
schreibung. Miller (5).
Rangifer. Untersuchung am Gehirn. Hol. — Embryonale Entwicklung.
Retzius (4). — Biologie. Southwell. — R. tarandus. Einbürgerungsversuche
in den Alpen. Wismann. — Von Östpreussen. Ehmke. — Geweihbildung.
Rörig (2). — R. tarandus fossilis. Aus dem Scharkathale b. Prag. Woldrich.
— Von der paläolithischen Station Veil le Comte. Verniere. — Aus dem
Kesslerloch. Nüeseh. — Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Sehlosser (1).
— R. dawsoni spee. nov. von Queen Charlotte Island. Beschreibung. Thompson
(1 u. 2). — R. montanus. Vergleich mit anderen nordamerikanischen Arten.
Biologie. Allen (2). — R. caribou. Vergleich mit anderen nordamerikanischen
Arten. Allen (2). — Biologie. Southwell. — R. terrae novae. Vergleich mit
anderen nordamerikanischen Arten. Allen (2). — R. groenlandicus. Vergleich
mit anderen nordamerikanischen Arten. Allen (2).
142 I. Mammalia für 1900.
Capreolus caprvolus. Entwieklung des Gehörns; Schwankungen in Stärke und
Sprossenzalil desselben. Hennicke (2 u. 3). — Totaler u. partieller Albinismus.
Melanismus. Brandt. — Das Gehörn. Schäffer. — Schädliches Auftreten
im Nordwesten Russlands. Mayr. — Becken. Wurm. — Gehörn mit doppelten
Rosen. Sehäff (2). — Embryonale Entwicklung. Retzius (4).
Capreolus capreolus foss. Reste aus einem Torfmoor von Dollerup in Dänemark.
Finn. — Reste aus der Höhle von Seynes, Kanton Vezenobres. Sallustien.
— Aus dem Dürrloch b. Schwaighausen. Schlosser (1). — Vom Gsprengberg
b. Kronstadt. Teutsch.h — Von Mauthausen b. Linz. Siehe unter
Diluvium. — Haarwechsel. Deutsche Jäger-Ztg. XXXV, 827.
Odocoileus virginianus. Allmählige Vernichtung. Sehäft (1).
Blastoceros campestris. Lebensweise, Jagd. Langkavel (2).
Furcifer chilensis. Geweihbildung. Rörig (2).
Giraffidae. Helladotherium. Zähne aus dem Belvedereschotter vom Eich-
kogel bei Mödling. Vacek.
Okapia johnstoni spee. nov. Erste vorläufige Mittheilung. Johnston.
Giraffa camelopardalis. Allmählige Vernichtung. Sehäff (1). — @. camelopardalis
foss. Metatarsus und Femur von Ternifine, Algerien. Pallary.
Antilocapra. Arten-Unterschiede. €oekerell. — A. americana. Secundäre Ge-
schlechts-Charaktere, Färbung. Pocock (4). — Allmählige Vernichtung.
Sehäff (1). — Abstossen der Hornscheide. Vincent.
Bovidae. Wachsthumsrichtung der Haare. Kidd. — Als Hausthiere der
Chinesen. Köhler. — The Book of Antelopes. XV—XVII. Selater u. Thomas.
Bubalis leucocephalus. Gehörnwechsel. Knochenhauer. — B. lelwel. Von Lado
und Fort Berkeley. N.-O.-Afrika. Thomas (21).
Damaliscus tiang. Vom Sobot-River. Thomas (16).
Connochaetes. Gehörnwechsel. Knochenhauer. — (©. gnu. Zähne von der paläo-
lithischen Station von Karar in Algerien. Boule. — Pleistocäne Reste von
Bains-Romains westl. von Algier. Ficheur u. Brives.
Cephalophus silvieultor. Färbung, Alters- und Geschlechtsunterschiede am Gehörn
und Gebiss. Jentink (3).
Oreotragus oreotragus. 190 Meilen östlich von Lado, Nordost-Afrika. Thomas (21).
Ourebia montana. 120 Meilen östlich von Lado, Nordost-Afrika. Thomas (21).
— ©. haggardi. Von Lado und Sogodi, Nordost-Afrika. Thomas (21).
Pediotragus tragulus. Beschreibung mit Maassangaben. Jentink (2). — P. hor-
stockii nom. nov. Von P. tragulus abgezweigt. Jentink (2). — P. kelleni
spec. nov. Aus dem westlichen Süd-Afrika. Beschreibung des Habitus..
Jentink (2). — P. rufescens. Aus dem östlichen Süd-Afrika. Beschreibung
des Habitus. Jentink (2). — P. neumanni. Aus dem östlichen Süd-Afrika..
Beschreibung des Habitus. Jentink (2).
Madoqua guentheri. Von Webi Dawi, Somaliland. Thomas (21). — IM. quentherö
smithii subspee. nev. 30 Meilen südöstlich vom Stephanie-See. Beschreibung.
Thomas (21).
Cobus leucotis. Vom Sobat-River. Thomas (16). — C. mariae. Vom oberen Sobat-
River, 220 Meilen vor seiner Einmündung in den Nil. Thomas (16).
Cervicapra thomasinae spee. nov. Vom Songwe River, 6 Meilen von seiner Mündung:
in den Nyasa-See. Beschreibung. Selater (2). — C. bohor. Oestlich von
Lado, N.-O.-Afrika. Thomas (21). — Ist nur eine Subspecies von ©. redunca.
l. Mammalia für 1900. 143
Thomas (11). — ©. chanleri. Von der Südspitze des Stephanie-Sees. Thomas
(21). — ©. redunca wardi subspee. nov. vom Man-Plateau, Britisch Ost-
Afrika. Beschreibung des äusseren Habitus, Schädelmaasse. Thomas (11).
Antilopinae. Wachsthumsrichtung der Haare. Kidd. — Zähmungsversuche in Ost-
Afrika. Schellendorf (2). — Untersuchungen am Gehirn. Holl. — Allmählige
Vernichtung. Schäff (1).
Saiga (prisca). Reste von Eyzies, Dordogne. Harle (2).
Gazella subgutturosa sairensis subspee. nov. von den Sair Mts., Altaı. Beschreibung.
Lydekker (%). — @. rufifrons. Von Fashoda. Thomas (16). — @. thomsoni.
90 Meilen östlich von Lado, Nordost-Afrika. Thomas (21). — @. granti brighti
subspee. nov. Östlich von Lado, Nordost-Afrika. Beschreibung. Thomas (21).
Tragocerus amaltheus. Astragalus aus dem Belvedereschotter vom Eichkogel
bei Mödling. Vacek.
Tragelaphinae. Färbung, Zeichnung und Grösse des Gehörns. Schutzfärbung.
Pocock (3). — Artenunterschiede. Pocock (3).
Tragelaphus scriptus. 80 Meilen östlich von Lado, Nordost-Afrika. Thomas (21).
— T. scriptus ornatus subspee. nov. vom Chobe-Fluss. Beschreibung. Pocock
(2). — T. scriptus fasciatus subspee. nov. von San Morettu am Webbe-Fluss,
Somaliland. Beschreibung. Pocock (2). — T. delamerei spee. nov. von Sayer,
Somaliland. Beschreibung. Pocock (2).
Oreas oreas. Jagd. Schellendorf. (1)
Rupicapra. Untersuchungen am Gehirn. Heoll.
Nemorhaedus sweddenhami spee. nov. von den Larut-Hüzgeln bei Perak. Be-
schreibung. Butler. — N. palmeri spee. nov. Aus den Höhlen von Maniton,
Rocky Mountains. Cragin.
Oreamnus montanus. Ueber das Jugendkleid. Selater (1). — O. kennedyi spec. nov.
von Alaska; Beschreibung. Abbildungen. Elliot.
Dorcas crassicornis. Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier.
Fieheur u. Brives. — D. nodicornis. Pleistocäne Reste von Bains-Romains,
westl. von Algier. Ficheur u. Brives. — D. triquetricornis. Pleistocäne Reste
von Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur u. Brives.
Capra. Reste aus der Höhle von Seynes, Kanton Vezenobres. Sallustien. — Aus
Pfahlbauten im Fuldathal. Vonderean.
Capra hircus. Der Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin. — Morphologie und Pneu-
macität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2). — Ueber das Grosshirn. Sehellenberg.
— Anatomie des Riechcentrums. Zucekerkandl (4). — Temperatur frisch
getöteter Individuen. Stallard. — Die Gelenke der hinteren Extremität.
Parsons. — Verwildert auf Sardinien. Keller. — Als Hausthiere der Chinesen.
Köhler. — Untersuchungen am Gehirn. Holl. — (©. aegagrus. Jagd. Wild
u. Hund 1900, 546. — C. aegagrus foss. Von Mosbach; Gehörne im
Museum zu Mainz. Reichenau.
Ibex ibex. Allmählige Vernichtung. Sehäff (1). — /. ibex foss. Aus dem alten
Phönizien. Zumoffen. — /. sibirica. Lebensweise und Jagd. Demidofif. —
I. sibirica Iydekkeri subspee. nov. aus dem Altai. Beschreibung u. Abb.
Rothschild. — /. sibirica wardi subspee. nov. von Baltistan. Beschreibung.
Lydekker (7). — /. nubiana sinaitica. Von den Abyan-Bergen, Südwest-
Arabien. Thomas (1%).
Capra (Caprovis) savini. Von Mosbach; Gehörne im Museum zu Mainz. Reichenau,
144 I. Mammalia für 1900.
Ovis.. Vom Gsprengberg b. Kronstadt. Teutsch. — Von der paläolithischen
Station Veil le Comte. Verniere. — Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks.
Madsen, Müller ete. — Aus Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau. — ©.
musimon. Anatomie des Riecheentrums. Zuekerkandl (4). — Einbürgerungs-
versuche im Riesengebirge. Wismann. — Synonyme. Geographische Ver-
breitung. Greve (2). — ©. argali. Synonyme. Geographische Verbreitung.
Greve (2). — Abstossen der Hornscheide. Müller-Liebenwalde.
Ovis aries. Polymorphie der Zellkerne der fixen Hornhautzellen während der
postembryonalen Entwicklung. Ballowitz (1 u. 2). — Intracranielle Durch-
trennung des Nervus vestibularis des Acusticusstammes. Biehl. — Ueber
Neuroblasten in den Vorderhörnern des Rückenmarks und der Spinalganglien.
Capobianco (1). — Entstehung der Milz, Leber, Gallenblase, Bauchspeichel-
drüse und des Pfortadersystems. Choronshitzky. — Haemo-
Iymphdrüsen. Drummond. — Der Plexus chorioides. Findlay. — Histologie
und Entwicklung der Nebennieren. Flint. — Histogenese der Schwann’schen
Scheide. Gurwi sch (2). — Das Bindegewebe in der glatten Muskulatur.
Henneberg (3). — Anatomie des Gehirns. Holl. — Entwicklung der Glandulae
molares. Lafite-Dupont (1). — Zungenranddrüsen und Unterzunge. Lange.
— Schultergelenk. Ludkewiteh. — Ueber das Knorpelfett. Sacerdotti (3).
— Ueber das Grosshirn. Sehellenberg. — Verdickung der dorsalen Pharynx-
wand bei 15—22 mm langen Embryonen. Staderini (2). — Entwicklung
der Thränenwege. Staneuleanu (1 u. 2). — Die Gefässe am embryonalen
Auge. Versari (1—3). — Pyramidenkreuzung. Ziehen. — Anatomie des
Riecheentrums. Zuekerkandl (4). — Abstossen der Hornscheide. Just. —
Als Hausthier der Chinesen. Köhler.
Ovis platyura. Vererbung des Fettschwanzes. Thilenius. — 0. ammon. Lebens-
weise und Jagd. Demidoff. — O. sairensis. Lydekker (3). — O. cypria. Syno-
nyme. Geographische Verbreitung. Greve (2). — O. orientalis. Synonyme.
Geographische Verbreitung. Greve (2). —O.vignei. Synonyme. Geographische
Verbreitung. Greve (2). — ©. polü. Synonyme. Geographische Verbreitung.
Grev6 (2). — O. karelini. Synonyme. Geographische Verbreitung. Greve (2).
— 0. heinsi. Geographische Verbreitung. Greve (2). — O0. nigrimontana.
Geographische Verbreitung. Greve (2). — O. hodgsoni. Synonyme. Geo-
graphische Verbreitung. Greve (2). — O. nivicola. Synonyme. Geographische
Verbreitung. Greve (2). — O. nahura. Synonyme. Geographische Ver-
breitung. Greve (2). — O. montana. Synonyme. Geographische Verbreitung.
Greve (2). — O. montana var. dalli. Lokalvarietät für Aljaska. Greve (2).
— O. montana var. nelsoni. Lokalvarietät für die Küstenregion Süd-Cali-
forniens. Greve (2). — O. montana var. stonei. Lokalvarietät für das britische .
Nordwestterritorium Amerikas. Greve (2). — O. tragelaphus, Synonyme.
Geographische Verbreitung. Grev& (2). — O. dalai-lamae. Geographische
Verbreitung. Greve (2). — O. brookei. Wahrscheinlich Bastarde von Ovis
hodgsoni u. O. vignei. Greve (2).
Ovibos moschatus wardi subspee. nov. von Ost-Grönland. Beschreibung. Lydekker
(4). — Verbreitung in Grönland. Conwentz. — Biologie. Southwell. — O.
moschatus. Die Furchen und Windungen des Gehirns. Retzius (3). — Anatomie
u. Osteologie. Lönnberg (1 u. 2). — Acelimatisation. Mewius. — Biologische
Notizen. Southwell. — ©. moschatus foss. Geographische Verbreitung.
I Mammalia für 1900. 145
Vorkommen im Pleistocän Mitteleuropas. Ist ursprünglich von Sibirien
eingewandert. Köhler.
Bubalus antiquus. Zähne von der paläolithischen Station von Karar in Algerien.
Boule. — Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier. Ficheur
u. Brives.
Poephagus grunniens. Geographische Verbreitung in China, nördlichstes Tibet.
Marshall.
Bison sivalensis. Phylogenie. Duerst. — B. priscus (bonasus). Alte römische
Statuetten. Fraas (2). — Von Bosnien. Grimmer. — B. priscus. Aus der
Höhle von Krapina, Kroatien. Kramberger. — Aus dem Dürrloch b. Schwaig-
hausen. Schlosser (1). — Von Mosbach; im Museum zu Mainz. Reichenau.
— B. antiquus. Schädel von Vincennes in Indiana. Middleton u. Moore. —
B. europaeus foss. Aus den pleistocänen Ablagerungen Belgiens. Rutot. —
B. americanus. Biologie, Jagd, Aussterben. Kadieh. — Allmählige Ver-
nichtung. Schäff (1). — Lebensweise. Sullivan. — B. bison athabascae'
Beschreibung. Allen.
Bos spec. foss. Von der paläolithischen Station Veil le Comte. Verniere. — Aus
Pfahlbauten im Fuldathal. Vondereau. — Von Mauthausen b. Linz. Siehe
unter Diluvium. — Reste aus der Höhle von Seynes, Kanton Vezenobres.
Sallustien.
Bos opisthonomus. Pleistocäne Reste von Bains-Romains, westl. von Algier.
Ficheur u. Brives. — B. primigenius. Reste aus einem Torfmoor von Dollerup
in Dänemark. Finn. — Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen,
Müller ete. — Aus dem Scharkathal bei Prag. Woldrich (1). — Abstammung.
Duerst. — Horn aus einem Torfmoor Hinterpommerns. Abb. Nehring (8).
— Böttger (3). — Von Ostpreussen. Ehmke. — Alte römische Statuetten.
Fraas (2). — B. taurus. Untersuchungen an frischen Epithelien der ge-
wundenen Nierencanälchen. Albrecht. — Polymorphie der Zellkerne der
fixen Hornhautzellen während der postembryonalen Entwicklung. Ballo-
witz (1 u. 2). — Rassen der Normandie. Rozeray. — Zebus von Madagaskar.
Collin. — Anatomie u. Leben. Laur. — Oesterreichishee Rinder-Rassen.
Bayer. — Leistungsfähigkeit. Bogdanoff. — Ursprung, Geschichte (und Ver-
erbung) des weissen Rindes.. Wallace. — Herd-Book francais. —
Haemolymphdrüsen. Drummond. — Theilung der Spermatocyten.
Ebner (2). — Der Plexus chorioides.. Findlay. — Histologie und Ent-
wicklung der Nebennieren. Flint. — Bau der vorderen Schicht des Iris-
epithels. Heerfordt. — Das Bindegewebe in der glatten Muskulatur. Henne-
berg (3). — Anatomie des Gehirns. Holl. — Entstehung der Osteoblasten
bei endochondraler Ossification der kurzen Knochen (Tarsalia, Astragalus)
bei Embryonen. Kazzander. — Der Haarbalg der Spürhaare. Ksjunin.
— Entwicklung der Glandulae molares. Lafite-Dupont (1). — Zungenrand-
drüsen und Unterzunge. Lange. — Bau und Entwicklung des elastischen
Gewebes in der Lunge. Linser. — Schultergelenk. Ludkewiteh. — Die
Nervenfaserschicht der Retina. Marenghi. — Die Struktur des Zelleibes
der Spinalganglienzellen. Martinotti u. Tirelli (2). — Histologie der Lunge.
Mayr. — Gaumenepithel. Mercer. — Histologie der thätigen Milchdrüse.
Ottolenghi. — Ueber das Peritonealserum. Sabrazes u. Muratet (1 u. 2). —
Ueber das Grosshirn. Sehellenberg. — Spermatogenese. Schoenfeld. — Der
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd.II. H.1. (I) - 10
x
146 I. Mammalia für 1900.
feinere Bau der Hirnarterien. Schoeppler. — Ueber Kernreihen im Myocard.
Solger. — Untersuchungen am Schädel. Staurenghi (?—4). Die Gefässe
am embryonalen Auge. WVersari (1—3). — Entwicklung des Magens.
Zimmerl. — Anatomie des Riechcentrums. Zuekerkandl (4). — B. taurus
brachyceros. Aus den Kjökkenmöddingern Dänemarks. Madsen, Müller etc.
Sirenia.
Halicore. Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt.
Cetacea.
Die Wale der Arktis. Kükenthal (1). — Cetacea von Irland. Patterson (4). —
Scharif (2). — Fangergebnisse 1899. Southwell. — Buch der Wale. Beddard.
— Eintheilung der Wale. Brown. — Körpertemperatur. Guldberg.
Basilosauridae. Basilosaurus cetoide. Untersuchungen am Skelet.
Lucas (2). — Gebiss. Lucas (4).
Squalodontidae. Squalodon bariensis bellunensis subspee. nov. aus dem
Miocän von Belluno. Piaz (1).
Platanistidae. Champsodelphis. Fossiler Zahn aus dem Miocän von Bellu-
nese. Paolo.
Oyrtodelphis gen. nov. Abel 1900. — C. sulcatus planotus subspee. nov. aus dem
Miocän Oesterreichs. Abel. — C. sule. incurvatus subspee. nov. aus dem
Miocän Oesterreichs. Abel.
Acrodelphis gen. nov. Abel 1900. — A. Krahuletzi spee. nov. Aus dem Wiener
Becken. Abel.
Delphinidae. Steno bellardii. Reste aus dem Pliocän von Pisa. Ugolini (2).
Delphinus delphis var. mediterranea subspee. nov. Von Algarve. Nobre.
Phocaena communis. Anatomie des Kehlkopfs u. der Nase; Muskulatur des
Larynx, des Zungenbeins, der Zunge und des Gesichts. Rawitz (2). —- Aus
dem Golf von Neapel. Terentieif.
Orca semseyi spee. nov. aus dem unteren Miocän von Salgötarjan. Böckh.
Monodon monoceros. Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt.
Physeteridae. Physeter. Funktioneller Bau der Zähne. Gebhardt.
Mesoplodon. Rostrum. Forbes.
Balaenidae. Balaenoptera spec. foss. Aus dem Miocän von San Marino.
Capellini (1). — Aus dem Miocän von San Micheli. Capellini (2). — B. rostrata.
Von St. Stefano, Italien. Vollständiges Skelet. Carrueeio (1 u. %). — Von
Essex. Fitch. — B. musculus. Von Dievenow a. d. Ostsee. Henking (1 u. 2).
— Von Querqueville Jouan.
Megaptera boops. Rawitz.
Balaena mysticetus. Von Calabrien. Stefano.
Edentata.
Bradypodidae. Bradypus. Die Gelenke der hinteren Extremität. Parsons.
Choloepus. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2).
Megalonichidae. Morotherium gigas. Oberarm aus dem Pleistocän der
Tomales Bay in Californien, Merriam,
I. Mammalia für 1900. 147
Megatheridae. Glossotherium darwini. Aus einer Höhle von Ultima Espe-
ranza. Nordenskjöld.
Neomylodon listai. Aus einer Höhle von Ultima Esperanza. Nordenskjöld. — Ist
nicht mit Grypotherium domesticum Roth identisch. Hauthal. — Unter-
suchungen vornehmlich am Schädel. Woodward. — Beschreibung. Moreno
u. Woodward.
Myrmecophagidae. Die Linne’schen Arten. Relhn (2).
Myrmecophaga jubata. Biologie. Sokolowsky.
Tamandua. Morphologie und Pneumacität des Siebbeins. Paulli (1 u. 2).
Oyclopes didactylus ida subspec. nov. von Ecuador; Beschreibung, Angabe von
Körper- und Schädelmaassen. Thomas (10).
Dasypodidae. Dasypus. Anatomie der Hirn- und Rückenmarksarterien.
Hofmann. — Ein bei Boppard a. Rh. ausgesetztes Individuum hat sich
11 Jahre gehalten. Langkavel (3). — Die Gelenke der hinteren Extremität.
Parsons.
Manidae. Manis javanica. Von Nan, Siam. Bonhote (3).
Oryeteropidae. Orycteropus haussanus spec. nov. aus dem Hinterlande
von Togo. Beschreibung des Schädels und des äusseren Habitus. Matschie (4).
Marsupialia.
Der arboricole Ursprung. Bollo. — Embryologie. Hill (1). — Der Descensus
testiculorum. Frankl.
Phalangeridae. Phascolarctos einereus. Brustthymus. Symington (?).
Phalanger. Ueber Spürhaare am vorderen Fussgelenk. Beddard (5). — Mark-
haltige Nervenfasern in der Molkularschicht des Kleinhirns. Kölliker (1).
Trichosurus. Entwicklung und Morphologie des Schultergürtels. Broom.
Pseudochirus. Entwicklung und Morphologie des Schultergürtels. Broom.
Diprotodontidae. Zygomaturus. Unterkiefer. Vis.
Diprotodon. Beschreibung und phylogenetische Entwicklung der Extremitäten-
knochen. Dollo. — D.australis. Ausführliche Beschreibung und Abbildung
der Extremitätenknochen vom Callabonna-See, Australien. Stirling. —
Stirling u. Zietz.
Macropodidae. Macropus. Die Spürhaare am vorderen Fussgelenk fehlen.
Beddard (5). — Beobachtung über Eihüllen. Hill (1). — Anatomie des Riech-
sentrums. Zuckerkandl (4). — Allmählige Vernichtung. Sehäff (I). — Biologie.
Soueif. — M. bedfordi spee. nov. von Queensland; Beschreibung des äusseren
Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen. Thomas (19). — Ma-
cropus robustus cervinus subspee. nov. von der Pinda-Station, Murchison-
Distrikt, West-Australien. Beschreibung, Angabe von Körper- und
Schädelmaassen. Thomas (19).
Halmaturus. Anatomie des Riecheentrums. Zuckerkandl (4).
Petrogale. Entwicklung und Morphologie des Schultergürtels. Broom.
Caenolestidae. Zuygolestes gen. nov. Ameghino 1898. — Z. paranensis
spee.nov. Aus dem Tertiär von Parana. Ameghino (3).
Peramelidae, Perameles. Stadien der Placentation. Hill (1).
10*
148 1. Mammalia für 1900.
Dasyuridae. Wynyardia gen. nov. Spencer 1900. — W. bassiana spec. nov.
Beschreibung von Skelettheilen (mit Abbildungen) aus dem Turritella-
sandstein Tasmaniens. Spencer.
Thylacinus eynocephalus. Allmählige Vernichtung. Sehäff (1).
Dasyurus viverrinus. Eihäute, Placentation und Geburt. Hill (2).
M yrmecobiinae. Myrmecobius fasciatus. Beschreibung der weiblichen
Geschlechtsorgane. Hill (3).
Microbiotheridae. Proteodidelphis praecursor spee. nov. Fossil aus dem
bunten Sandstein Patagoniens. Ameghino (1).
Didelphidae. Die Linneschen Arten. Rehn (2).
Didelphis. Anatomie des sechsten Ventrikels. Devez. — Nomenclatur. Rehn (2).
— D. virginiana. Ursprung der Vena cava posterior. Mac Clure (2). —
D. carcinophaga caucae subspec. nov. Aus dem Cauca-Thal, Columbien.
Beschreibung. Allen (6). — D. carcinophaga colombica subspee. nov. Von
Santa Marta, Columbien. Beschreibung. Allen (6). — D. pernigra spec. nov.
Von Südost-Peru. Allen (6 u. 7).
Metachirus opossum. Entwicklung der Ossicula auditus. Weil. — M. fuscogriseus
spec. nov. Von Greytown, Nicaragua. Beschreibung. Allen (6). — M. tschudiüi
spec. nov. Von Guyabamba, Peru. Beschreibung. Allen (6). — M. nudi-
caudatus colombianus subspee. nov. Von Donamo, St.Marta, Columbien.
Beschreibung. Allen (6).
Caluromys = neuer Genusname für Philanter. Allen (5).
Marmosa chapmani spec. nov. Von der Insel Trinidad. Beschreibung. Allen (6).
— M. klagesi spee. nov. Von Bolivar, Venezuela. Beschreibung. Allen (6).
— M. keasyi spee. nov. von Südost-Peru, Beschreibung. Allen (%). — M.
caucae spec. nov. von Rio Cauqueta, in der Nähe von Cali, Columbien. Be-
schreibung des äusseren Habitus, Angabe von Körper- und Schädelmaassen.
Thomas (5).
Chironectes minimus. Von Südost-Peru. Allen (7).
Monotremata.
Untersuchungen an Carpus und Tarsus. Emery. — Uebereinstimmung mit den
Reptilien im Schädelbau, in der Beschaffenheit der Eihüllen, des Herzens,
des Gefässsystems und des Gehirns. Sixta (1 u. 2%). — Untersuchungen am
Schädel. Bemmelen (1—6).— Hautdrüsen. Eggeling. — Larynx. Symington (1).
Echidna aculeata. Untersuchungen am embryonalen Schädel. Wilson. — Anatomie
des Gehirns. Haller. — Schädelbau. Bemmelen (1—6). — Markhaltige
Nervenfasern in der Molecularschicht des Kleinhirns. Kölliker (1). — Die
Gelenke der hinteren Extremität. Parsons.
Ornithorhynchus paradoxus. Untersuchungen am embryonalen Schädel. Wilson.
— Schädelbau. Bemmelen (1-6). — Markhaltige Nervenfasern in der
Molecularschicht des Kleinhirns. Kölliker (1). — Die Gelenke der hinteren
Extremität. Parsons. — Lebensweise. Reeker.
i. Mammalia für 1900.
Inhaltsverzeiehniss.
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen . .
II. Uebersicht nach dem Stoff .... . .
ed jed
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
"Fooouaoounmew@MN m
. Lebensweise . . ....
. Nutzen und Schaden . .
. Einheimische Namen . .
. Ausrottung, Krankheiten, Mean.
Variabilität, Bastarde, Vererbung
Gefangene und accelimatisirte Thiere
Hausthiere . .
. Nomenklatur . RTERLRE RN. MAR
Bene Tamelschmibr gt, 2 ru la a Ts a rn ale
. Allgemeines über geographische Verbreitung. . . . ......
BER uRuStisches: Cora lie Mer - ea
A. Europa
BeAftııka ...
GrAsIen. . .
D. Amerika . ee:
a) Nord-Amerika
b) Mittel-Amerika und Wet finden ,
e), Bud-Amerika .. ...e.
Beeäustrahen ©... oo... ..
Phylogenetische Entwicklung
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Muskeln, Bänder und Gelenke. . .
Haut und Hautgebilde
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Rumpf und Gliedmaassen . . .
Nervensystem : 2...
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150 I. Mammalia für 1900.
Seite
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Marsepialia nu, Ban. een Yale, 147
Monotrematan re. 2 see ee ar ER 148
Mammalia für 1901.
Von
Dr. Knottnerus-Meyer.
(Inhaltsverzeichniss befindet sich am Schlusse des Berichtes.)
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen.
Abel, ©. Untersuchungen über die fossilen Platanistiden des
Wiener Beckens. Denk. Ak. Wien. LXVIII, S. 839—874. Taf. I—IV,
1899. (Cetacea). 8, F.
— (2). Les Dauphins Longirostres du Balderien (Miocöne Su-
perieur) des Environs d’Anvers. Mem. Mus. Belgique I, 8. 1—95,
Taf. I-XV. (Cetacea). 8, F.
— (3). Ueber die Hautbepanzerung iossiler Zahnwale. Beitr.
Pal. Oesterr.-Ung. XIII, 8. 299—317, Taf. XX u. XXI. (Cetacea).
v. Adelung, N. Ueber den jüngsten Fund einer Mammuthleiche
in Ostsibirien. Globus. Bd. 80. Nr.6, 8.8587. SF.
Adloff, P. Zur Entwicklungsgeschichte des Zahnsystems von
Sus scrofa domest. Anat. Anz. XIX, 8. 481—490. (Suidae). 8.
Aigner, Albert. Ueber das Epithel im Nebenhoden einiger Säuge-
thiere und seine sekretorische Thätigkeit. Sitzungsberichte Akad.
Wien 109. Bd. 3. 8. 555—581. 3 Taf.
Beobachtet an: Pithecus, Felis, Canis, Lepus, Mus, Equus, Bos,
Ovis.
Albert, F. (1). La Chinchilla. An Univ. Chile 1900, S. 913—934.
(Chinchillidae). 8.
— (2). Los Pinipedos de Chile. Act. Soc. Chile XI, S. 215—272.
(Pinnipedia). 8, F.
Albini, Guiseppe. Su una nuova tunica muscolare dell’ intestino
tenue del lane e di alcuni altrı anımali. Atti Accad. Napolı. Bd. 10.
N6!'3,2 8. Tall
Findet transversale Muskelbündel im Dünn- und Dickdarm von
Canıs.
Aleock, N. H. u. Moffat, €. B. The natural history of Irish Bats
the Long-eared Bat (Plecotus auritus). Irish Natural. X, S. 241—244.
(Chiroptera). 8, F.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (I.) 1
2 I. Mammalia für 1901.
Alexander, G. (1). Das Labyrinthpigment des Menschen und
der höheren Säugethiere. Arch. f. mikrosk. Anatomie. Bd.58, 8.1
—133, Taf. 1—2.
Gibt eine Beschreibung des perilymphatischen Gewebes und der
Pigmentzellen. Untersuchungen an: Primates, Prosimiae, Insectivora,
Carnivora, Pinnipedia, Ungulata.
— (2). Zur Anatomie des Ganglion vestibulare der Säugethiere.
Arch. f. Ohrenheilkund. Bd. 51, S. 109—125, 1 Taf., 7 Figg.
— (3). Beiträge zur Morphologie des Ohrlabyrinthes. Centralbl.
f. Physiol. Bd. 14, S. 604—608.
Behandelt die Entwicklung des Labyrinths von Cavia.
Alexander, G. u. Kreidel, A. Anatomisch-physiologische Studien
über das Ohrlabyrinth der Tanzmaus. Arch. f. ges. Physiol. Jahrg. 88,
S. 509—574, 3 Taf. (Muridae).
Alezais, — —. Le canal rachidien et les fonctions de locomotion
chez les Mammiferes. ©. R. Soc. Biol. LIII, S. 918—920.
A. machte Untersuchungen an: Lama pacos, Cervus aristotelis
Ovis steatopyge, Lepus timidus, Felis leo, Ursus, Macropus giganteus.
— (2). Les muscles du membre posterieur du Kangourou (Ma-
cropus bennetti). Ebenda S. 971—972. (Marsupialia).
Findet an den Hinterbein-Muskeln von Macropus bennetti die allen
guten Springern zukommenden typischen Eigenschaften.
— (3). Etude anatomique de la Cobaye. J. Anat. Physiol. neuro-
path. XXXVII, S. 102—126. (Cavitdae).
Unvollendete Arbeit über die Muskulatur von Cavva.
Allen, G. M. The Louisiana Deer. Amer. Natural. XXXV, S. 499
—454, figg. (Cervidae). 8.
Allen, J. A. (1). The Mountain Caribou of Northern British Co-
lumbia. Bull. Amer. Mus. XIII, S. 1—18, figg., 1900. (Cervidae). F, 8.
— (2). Note on the Wood Bison. Ebenda S. 63—68. (Bovidae). 8.
— (3). List of Bats collected by Mr. H. H. Smith in the Santa
Marta region of Columbia, with descriptions of new species. Ebenda
S.87—94. 8.
— (4). Note on the generic names Didelphis and Philander. Ebenda
S. 185—190. (Marsupialia). 8.
— (5). Descriptions of two new species of South American.
(Muridae). Ebenda XIV, S.39 u. 40. 8, F.
— (6). On a further collection af Mammals from South-eastern
Peru collected by Mr. H. H. Keays, with descriptions of new species.
Ebenda, S. 41—46. (Muridae). 8, F.
— (7). Tne musk-oxen of Arctic America and Greenland. Ebenda
S. 69—86, Taf. XII—XVI. (Bovidae). 8. F.
—- (8). Description of a new Caribou from Kenai Peninsula.
Alaska. Ebenda, S. 143—148, figg. (Cervidae). 8, F.
— (9). A preliminary study of the North American Opossums
of the genus Didelphis. Ebenda, S. 149—188. (Marsupiala). 8, F.
— (10). Descriptions of two new Opossums of the genus Metachirus.
Ebenda, S. 213-——218. (Marsupiala). 8.
I. Mammalia für 1901. 3
— (11). New South American Muridae and a new Metachirus.
Ebenda, 8. 405—412. (Muridae und Marsupiala). 8, F.
— (12). The generic names Myrmecophaga and Tamandua, and
the species names of the Opossums of the genus Didelphis. P. Soc.
Washington XIV, 8. 91—93. (Edentata und Marsupialia). 8.
— (BB). The proper generic names of the Viscacha, Chinchilla, and
their aihen. Ebenda, S. 181 u. 182. (Chinchillidae). 8.
— (14). Notes on the Names of a few South American Mammals.
Ebenda, S. 183—185. 8.
— (15). The generic names of the Mephitinae. Ebenda, S. 325
—334. (Musteldae). 8.
Ameghino, F. (1). Notices Preliminaires sur des Ongules nouveaux
des terrains eretaces de Patagonie. Bol. Ac. Cordoba XVI, 8. 349—426.
(Primates, Ungulata). 8, F.
— (2). Grypotherium, nom de genre a effacer. Commun. Mus.
Buenos Aires I, S. 257—260. (Edentata). 8.
Ambler, Gerold. Aus dem Hundeleben. Mitteil. d. Aarg. Naturf.
Gesellsch. Heft 9, S. 78—79.
Anderson, Rich. 3. (1). Abnormal dentition in the Dog. Irish
Naturalist, Bd. X. 8. 89—90.
Terrier mit je zwei Schneidezähnen im Unterkiefer und je einem
dritten hinter diesen.
— (2). The Dentition of the Seal. Rep. 70. Brit. Ass. Adv. Se.,
S. 790— 792.
Bau und Entwicklung des Gebisses von Phoca vitulina.
— (3). A Note on a Beaked Whale, Mesoplodon hectori Gray.
Irish Natural. X, $S. 117—119, figg. (Cetacea). 8.
Anderson, 3. u. De Winten, W. E. On a undescribed species of
Hedgehog from South Arabia. Ann. Nat. Hist. (7) VII, S. 42—45.
(Insectivora). 8, F.
Andrews, €. W. (1). Preliminary note on some recently discovered
extinct Vertebrates from Egypt. Geol. Mag. (4) VIII, S. 400—409 u.
436—444, figg. (Probocidea). 8, F.
— (2). A new name for an Ungulate. Nature LXIV, 8. 577.
KanaBaiekiae). S.
— (3). Ueber das Vorkommen von Proboscidiern in untertertiären
Ablagerungen BErBIEIR: Tagebl. V. Internat. Zoolog. Kongress.
Nr. 6, 8.45. SF.
Androim, Jules. Notes sur le groupement des spermatozoides
dans les tubes seminiferes sur les cellules de Sertoli. Compt. Rend.
Soc. Biol. Paris. Bd.53. $. 903—904.
Untersuchungen an Cavia, Lepus, Canis.
Anile, R. (1). Contributo alla conoscenza delle glandole dı Brunner.
Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 233—234.
Beschreibt die Brunnerschen Drüsen im Duodenum von Felis.
(2). Ueber Entwickelung und Bau der Pars inferior labyrinthi
der höheren Säugethiere. Ein Beitrag zur Morphologie des Ohr-
1*
4 1. Mammalia für 1901.
labyrinths. Denkschr. Akad. Wien. Math. Nat. U. Bd. 70. 1900.
S. 427—482, 9 Taf., 4 Figg. |
— (3). Das Labyrinthpigment des Menschen und der höheren
Säugethiere nebst Bemerkungen über den feineren Bau des peri-
Iymphatischen Gewebes. Arch. Mikr. Anat. Bd.58. S. 134—181.
2 figg., 3 Taf.
Das perilymphatische Gewebe besteht aus zwei Schichten, die
Pigmentzellen im Labyrinth aus zwei Gruppen. Untersuchungen an
Homo, Primates, Chiroptera, Insectivore, Pinnipedia, Carnivora, Perisso-
dactyla, Artiodactyla.
Anthony, R. Note sur la morphogenie du sternum chez les Mammi-
feres & propos de l’etude de Paterson sur le developpement de cet os.
Bull. Mem. Sc. Anthr. Paris, Bd. 1, S. 19—43, 15 Figg.
Behandelt den Praesternalis der Säugethiere.
Aylin, ©. V. The whiskered bat (Vespertilio mystacinus) in Ox-
fordshire. The Zoologist, Bd. V, August, 8.315. F, 8.
Apolant, Hugo. Üeber den Verhornungsprozess. Arch. f. Microsk.
Anat. Bd. 57, 8. 766—798. 2 Taf.
Beim Embryonen von Sus von 9 cm Länge eingeleitet.
Athanasiu, 3. La structure du nerf depresseur. Journ. Anat.
Phys. Paris. Bd. 57, S. 265—269. 1 Taf.
Der N. depressor gehört zwischen die Cerebrospinal- und die
sympathischen Nerven. Versuchsthier: Lepus.
Atkinson, R. T. The early development of the circulation in the
suprarenal of the Rabbit. Anat. Anz. XX, 8. 610—612. (Leporidae).
Bangs, ©. The Mammals collected in San Miguel Island, Panama,
by W. W. Brown, Jr. Amer. Natural. XXXV, 8. 631—-644. (Rodentia
and Marsuprvalia). 8.
‚Banchi, A. La parafibula nei Marsupiali. Anat. Anz. XX, S. 273
—283. (Marsupralia).
Beschreibt ein selbstständiges Skelettstück der Gliedmassen
von Beuteljungen von Halmaturus, das er als Parafibula bezeichnet.
v. Bardeleben. Heinrich. Die Heilung der Epidermis. Arch. f.
Patholog. Anatomie. Bd. 163, S. 498—550, 13 figg.
Am hinteren unteren Zungenrande und der Innenfläche der
Unterlippe von Lepus.
Barpi, Ugo u. Tornelli, F. &. I vası aberranti del fregato dei Soli-
pedi. Prima “Nota. Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 129-140, 1 Taf.
Beschreiben die Vasa aberrantia hepatis von Zgquus und Asinus.
Bartels, Paul. Ueber den Verlauf der Lymphgefässe bei Säuge-
thieren und beim Menschen. Anat. Hefte. 1. Abt. Bd. 16, S. 333—379
2 Taf.
Typus nur wenig variabel. Untersuchungen an Homo, Felis,
Canis, Lepus, Mus, Capra, Sus in jedem Alter.
Bate, D. M. A. (Miss). A short account of a bone-cave in the
Carboniferous Limestone of the Wye Valley. Geol. Mag. (4) VIII,
S. 101—106, figg. (Rodentia). 8, F.
I. Mammalia für 1901. 5
Beddard, F. E. (1). Some Notes upon the brain and other struc-
tures of Centetes. Nov. Zool. VIII, S. 89—92, pl. VIII (Inseetivora).
Beschreibt das Gehirn und Rückenmark von Centetes ecaudatus.
— (2). On certain points in the anatomy of Callithrix torquata.
Ebenda, 8. 362—366, pl. XI. (Primates).
Lehrbuch der Anatomie des genannten Krallenaffen.
— (3). Notes on the Broad-nosed Lemur (Hapalemur simus).
P. Zool. Soc. London 1901, I, S. 121—129. (Primates). 8.
— (4). A note upon Galago garnetti. Ebenda, S. 271—276, figg.
(Primates). 8.
— (5). Contribution towards a knowledge of the osteology of the
Pigmy Mhale (Neobalaena marginata). Tr. Zool. Soc. London XVI,
S. 87—114, pls. VII—IX. (Cetacea).
Beschreibt das Skelett von Neobalaena marginata und vergleicht
es mit dem anderer Arten von Balaena und Balaenoptera.
Bembow, €. A. The Eland (Oreas canna) for Western Districts of
N.S. Wales und lateral Australia. Agrie. Gaz. N. S. Wales. Bd. 12,
T, 5, 8. 5837—600, 1 Taf.
Tritt für Einführung der Elenantilope in die geeigneten Gegenden
Neu-Südwales und Central-Australiens ein.
von Bemmelen (1). Ueber das Os praemaxillare der Monotremen.
Tagebl. V. Internat. Zoolog. Kongress. Nr. 4, 8.3.
Charakteristisch ist der ventrale Fortsatz. Die doppelte Anlage
des Praemaxillare besteht bis ins Alter hinein.
— (2). Over de praemaxillarıa van den Monotremen. Tijdskr.
Nederl. Dierk. Ver. D.7. Aufl. 2. Versl. 8. 37.
(3). Over den schedel von Ornithorhynchus. Ebenda, S. 17.
— (4). Third note concerning certain details of the Monotreme
skull.e. P. Ak. Amsterdam 1901, S. 405—407. (Monotrema).
— (5). Der Schädelbau der Monotremen. Denk. Ges. Jena WI;
Semon’s Reise III, S. 731—799, pls. XXX—XXXIl (Monotremata).
Ausführliche Beschreibung der Schädel von Echidna und Ornitho-
rhynchus, die Verf. beide als typische Säugerschädel ansieht.
Benham, W. B. (1). On the larynx of certain Whales (Cogia,
Balaenoptera and Ziphius). P. Zool. Soc. London 1901, I, S. 278—300,
Taf. XXV—XXVII. (Cetaöea).
Stellt überall das Fehlen der Chorda vocalis fest und vergleicht
den Larynx der Cetacea mit denen von Homo und Canıs.
— (2). On the anatomy of Cogia breviceps. Ibid. II, 8. 107
—134. pls. VIII--XI. (Cetacea).
Bensley, B. A. (1). On the question of an arboreal ancestry of the
Marsupialia and the inter-relationships of the Mammalıan subelasses.
Amer. Natural. XXXV, 8. 117—138. (Marsupialia).
— (2%). A theory of the origin and evolution of the australian
Marsupialia. T. ce. 8. 245—268, pls. I-III. (Marsupialia).
Die Stammform hatte eine Zahnformel wie Didelphys.
— (3). A cranial variation in Macropus benetti. Bull. Amer. Mus,
XIII, S. 109—110, fig. 1900. (Marsupialia),
6 I. Mammalia für 1901.
Bethe, A. Ueber die Regeneration peripherischer Nerven. Arch.
f. Psychiatrie. Bd. 34, Heft 3, 7 8.
Versuche an Canıs und Lepus. Durchschneidung des Ischidiacus.
Bignotti, 6. Sul tarso del Mus decumanus. Mont. Zool. Ital.
Ann. 11., 8. 17—19.
Untersuchung am Tarsus, Deutung der Knochen wie Emery.
Bild, A. Die Entwicklungsgeschichte des Zahnsystemes bei
Sus domesticus und das Verhältniss der Lippenfurchenanlage zur Zahn-
bahn. Dissert. Breslau, 66 pgg.
Blanford, W. T. (1). The distribution of Vertebrate animals in
India, Ceylon and Burma. Phil. Trans. (B.) CXIV, 8. 335—436,
map. F. |
— (2). Directions of spinals in horns. Nature LXXIII, $. 298
— (Bovidae).
Blasius, W. Schädel einer alten Ricke (Cervus capreolus). Tage-
bl. V. Internat. Zoolog. Kongress. Nr. 8, 8. 6—7.
Blaxland, R. N. Angora goats. Mit 22 Tafeln. Agrie. Gaz.
N. S. Wales. Bd. 12, S. 1147—1159. 8.
Böttger, Oskar. Ein tapferer Hase. Zoolog. Garten, Jahrg. 42.
Heft 11, S. 350.
Handelt von einer Häsın, die ın der Feldmark von Döllnitz ihre
Jungen erfolgreich gegen Krähen vertheidiste. (Nach der „Saale-
Zeitung‘“).
Bolk, L. (1). Beiträge zur Affenanatomie. 2. Ueber das Gehirn
des Orang-Utang. Petrus camper Jena Deel. 1, S. 25—84. 34. Jhg.
2 Taf.
— (2). Bemerkungen zu meiner Abhandlung ‚Untersuchungen
am schwangeren Uterus von Semmopithecus“. Anat. Anz. Bd. 20,
S. 95—96.
Die Uteri stammten nicht von Semnopithecus, sondern von anderen
Affen.
Bonhote, 3. L. (1). On the Quirrels of the Scezurus erythraeus group.
Ann. Nat. Hist. (7) VII, S. 160--167 (Sciuridae). 8.
— (2). On the Quirrels of the Sciurus prevostii group. Ebenda,
S. 167—177. (Seiuridae). 8.
— (3). On Sciurus caniceps and allied species. Ebenda, S. 270
—275. (Sciuridae). 8.
— (4). On the Martens of the Mustela flavigula group. Ebenda,
S. 342—349. (Mustelidae). 8.
— (5). On Seiurus notatus and allied species. Ebenda, S. 444
—455. (Seiuridae). 8.
— (6). On two new species of Squirrels from the East Indies.
Ebenda, S. 455—457. (Seiuridae). 8.
— (%). Ona second collection of Mammals made by Mr. T. H. Lyle
in Siam. P. Zool. Soc. London, 1901, I, S. 52—56. (Sciuridae). 8.
Bonnet, R. Beiträge zur Embryologie des Hundes. 1. Fortsetzung.
Anat. Hefte. 1. Abteil. 16. Bd., 8. 231—232. 2. Jhg., 11 Taf.
Entwicklung des Embryos.
I. Mammalia für 1901. 7
Bonomi, A. Il Tasso (Meles taxus Pall.) nel Trentino. Bull.
Soc. Zool. Ital. Jahrg. 10. Heft 1/2, S. 44.
Vorkommen des Dachses im Trentino. F, 8.
Botezat, E. Die Innervation des harten Gaumens der Säugetiere.
Zeitschr. wiss. Zool. LXIX, S. 428—443, 2 Taf.
Untersuchte den harten Gaumen von Felis und behandelt haupt-
sächlich die Nervenendigungen, unterscheidet Tastmuskeln und Ter-
minalknöpfe. ’
Botti, U. Sui moları dı Elefante. Bol. Soc. geol. Ital. XX, S. 438
—444. (Proboscidea).
Bräuer, Karl. Die Gestüte des In- und Auslandes. Eine Be-
schreibung der bekanntesten Pferdezuchtanstalten (Haupt-, Land-
und Privatgestüte) nebst Angabe ihrer Ziele und Erfolge. Mit vielen
Abbildungen von Gestüts-Brandzeichen. Dresden. 400 8.
Brandes, G. Die Zähne der Elephanten. Zeitschr. Naturw. Stutt-
gart. Bd. 73, S. 445—449.
Brandt, A. Ueber Backentaschen. Tagebl. d. V. Internat. Zool.
Kongr. Nr. 4, 8.3.
Morphologie der Backentaschen von Coelogenys und Cricetus.
Brockhausen, A. Eine singende Hausmaus. 25. Jahresber. des
Westfäl. Provinz. Vereins 1900/1901. 8. 37—38.
Broom, R. (1). Note on a Echidna with eisht cervial vertebrae.
P. Linn. Soc. N. S. Wales 1900, 8. 733 u. 734. (Monotremata).
— (2). On the ossification of the vertebrae in the Wombat and
other Marsupials. T. c., S. 735—139. (Marsupialia).
Verf. erklärt den ventralen Bogen des Atlas bei Phascolomyx und
Phascolarctus für ligamentös. Bei vielen Beutlern giebt es keine
Grenze zwischen Sacral- und Schwanzwirbeln.
Brown, A. E. On some points in the phylogeny of the Primates.
P. Ac. Philad. LIII, S. 119—125. (Primates).
Br. leitet die Anthropoiden unmittelbar von den Prosimae ab.
Bugnion, E. L’articulation de l’epaule chez les anımaux et chez
l’homme. Compt. Rend. Assoc. Anat. 3. Sess. 1893. S. 93—103, 2 Figg.
Vergleich des Schultergelenkes von Homo und Equus.
Burckhardt, 6. Die Implantation des Eies der Maus in die Uterus-
schleimhaut und die Umbildung derselben zur Decidua. Arch. mikr.
Anat. LVII, 8. 528—569, Taf. XXVI-—XXVII (Muridae).
Genaue Beschreibung der Implantation, der Lage der Placenta
foetalis und Hinweis auf die Uebereinstimmung mit Momo. Ferner
Beschreibung der Decidua capsularis.
Burckhardt, R. Das Gehirn zweier subfossiler Riesenlemuren.
Anat. Anz. XX, 8. 229—237, figg. (Lemuroidea).
Giebt nach Gypsabgüssen eine Beschreibung der Gehirne von
Globilemur und Megaladapis. Ersteres gleicht dem von Lemur, letzteres
mehr dem von /Indris.
Burne, R. H. A contribution to the myology and visceral anatomy
of Chlamydophorus truncatus. P. Zool. Soc, London 1901, I, $S. 104
—121, figg. (Edentata), |
8 I. Mammalia für 1901.
Anatomie der Muskeln u. Speicheldrüsen, Dasypus ähnlich.
Cabrera, D. A. Description de tres nuevos Mamiferos Americanos.
Bol. Soc. Espan. I. S. 367—373, figg. (Chiroptera, Rodentia). 8.
Cabrera Latorre, A. Sobre los caracteres y la classification del
puerco espin pequeüo de Colombia. (Erethizon rufescens). Bol. Soc.
Espan. Hist. Nat. 71. No. 3, 8. 158—162.
Beschreibung und systematiche Stellung. 8, F.
Cade, A. Des elements secreteurs des glandes gastriques du fond
chez les Mammiferes. Arch. anat. mier. IV. S. 1-86, Taf.
Untersuchte den Bau der sekretorischen Zellen der Fundusdrüsen
des Magens von Homo, Felis, Mus, Arctomys, Erinaceus.
Camerano, L. Ricerche intorno alle Renne delle Isole Spitzberghe
Mem. Acc. Torino (2) LI, S. 159—240, Taf. I—III. (Cervidae). 8. F.
Cameron, A. G. Typical Stags. Field 1901, S. 305, 377, 475 u.
560. (Cervidae). 8.
Campbell, Bruce. Curious behavicur of Field - Voles (Mierotus
agrestis). Ann. Scott. Nat. Hist. Jan. S. 48 u. 49.
Camus, L. und Gley, E. Sur la seeretion pancreatique des chiens
jeun. C. R. Soc. Biol. Paris T. 53, Nr. 7, S. 194—196.
Capobianco, F. Deila partecipazione mesodermica nella genesi dell
neuroglia cerebrale. Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 230—232.
Untersuchungen an 7 mm langen Embryonen von Mus.
Caradonna, Giamb. Ricerche sulla constituzione del plesso
brachiale dei suoi ramı terminalı e sull’ anastomosi fra il nervo muscolo-
cutaneo ed il nervo mediano neglı Equini. Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12,
S. 62— 75, 84—95, 2 Taf.
Zusammensetzung des Plexus brachialis der Eguidae und An-
gaben über die sensiblen Hautfelder.
Carucei, V. Ueber ein elastisches Band im Genus Bos und die
Homologie desselben mit den Vincula tendinum Hom. Anat. Anz.
XX, 8.19, Taf. I u. II. (Bovidae).
Beschreibt ein elastisches Band in der Sehne des tiefen Phalangen-
beug rs de : Hinterbeines von Bos, hält es mit den Vincula t ndinum
von Homo für gleichwerthig.
Cesaris Demel. Sulla sostanza cromatofila endoglobulare in
alcuni Eritociti. Attıi Accad. Sc. Torino Bd. 36, 8. 351-365. Verf.
fand im Blut von ZLepus mit Mythelenblau sich färbende Körnchen.
Chantre, E.E L’Homme quaternaire dans le bassın du Rhone.
Ann. Univ. Ly n 1901, 189 S. figg. 8.
En’hält eine Aufzählung der pleistocänen Mammalia des Rhone-
thales.
Chapman, F. M. A revision of the genus Capromys. Bull. Amer.
Mus. XIV. 8. 313— 324. (Octodontidae). 8.
Chapman, H. €. Observations upon the placenta and foetus of
Dasypus sexcinctus. P. Ac. Philad. LXXX, S. 366, 369, Taf. XVIIL.
(Edentata).
Carbonnier. Variety of Vesperugo pipistrellus. The Zoologist,
Bd. V, Dezember, 8. 472. 8,
I. Mammalia für 1901. 9
Chemin u. Tribondeau. Dissociation du plexus brachial du Gilbon!
Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, 8. 894—895, figg.
Der Plexus brachialis von Hylobates dem von Homo ähnlich.
Chesnaye, €. P. Notes on the fauna and flora of North Eastern
Rhodesia. Rep. Administration of Rhodesia 1898—1900, 5. 81—85. F.
Cockerell, T. D. A. Mongoose in Jamaica. Science. Bd. 13,
S. 990—991. F.
Crevatin, F. Ueber das strudelartige Geflecht der Hornhaut
der Säugethiere. Anat. Anz. XIX, S. 411-413.
Verf. fand drei solcher Nervengeflechte bei Aystrix.
— (2). Ueber Muskelspindeln von Säugethieren. Anat. Anzeiger,
Bd. 19, 8. 173—176.
Untersuchung mit Goldchlorid, Schwanzmuskeln ven Fels,
Augenmuskeln von Mus, Hystrix, Bos. Verf. unterscheidet 3 Typen.
Dahms, P. (1). Der Biber in Westpreussen. Schrift. d. Naturf.
Gesellsch. D nzig, N. F. Bd. X, Heft 2/3, S.57—59. FR, 8.
— (2). Der Biber. 2 Abbild. Natu w. Wochenschr. Bd. XII.
No. 22, 8. 249—257, No. 23, 8. 251—267, No. 24, 8. 273—279. Eine
historische Studie. F, 8.
Dal Piaz, 6. Di aleuni resti di Oyrtodelphis sulcatus dell’ arenaria
miocenica di Belluno. Palaeontogr. ita.. VII. S. 287—292, Taf. XXXIV
(Cetacea). 8.
Paul, A. Die Ziege, ihre Zucht, Haltung und Nützlichkeit, ihre
Verbreitung über die ganze Erde. Magdeburg, 30 8. 8.
Delheid, E. Une Marmotte Prequaternaire? Ann. Soc. Malac.
Belgique XXXV, 8. LVIII—-LX, 1900 (Seiuridae). 8.
Della Valle, Claudie.. Ricerche sulle terminazıoni nervose della
mucosa olfattiva nei Mamniiferi adulti. Ricerche Lab. Anat. Roma,
Bd. 8, S. 93—114, 1 Taf.
Nimmt Theilung von Nervenfasern in der Nasenschleimhaut von
Canis und Lepus an.
Denker, A. Zur Anatomie des Gehörorgans der Monotremata.
Denk. Ges. Jena VI; Semon’s Reise III, S. 637—662, pls. XXI u. XXII
(Monotremata).
Giebt einen Beitrag zur makroskopischen Anatomie der Gehör-
organe von Echidna und Ornithorhimechus. Das Ohr bildet eine Ueber-
gangsform zwischen dem der höheren Säuge‘ und dem der Saurier;
ersterem ähnlicher.
Deperet, €. u. Carriere. ©. Sur un nouveau gisement de Mammi-
feres de l’Eocene moyen & Robiaec, pres St. Mamert (Gard) R. C. Ac.
Pars, CXXXII, S. 616-618. S, F.
Dogiel. A. S. Die Nervenendigungen im Bauchfell, in den Sehnen,
den Muskelspindeln und den Centrum tendineum des Diaphragmus
an Mens hen und bei Säugethieren. Arch. Mikr. Anat. LIX, S. 31,
2 Taf.
Untersuchungen an Primates, Canis, Lepus, Cavia.
Dollo, L. Le pied du Diprotodon et l’orıgine arboricole des Mar-
supiana. Bull. Sc. France Belge, Bd. 33, 1900, 8. 275—280, 3 figg.
10 I. Mammalia für 1901.
Leitet die Marsupialia von auf Bäumen lebenden Formen ab.
Dominiei, H. Origine du polynucleaire a granulations amphophiles
des Mammiferes. ©. R. Ass. Anat. 3 Sess., S. 111—118.
Die polynukleären Blutzellen stammen von Myllocyten des
Knochenmarkes. Untersuchungen an Lepus.
Donaggio, Ant. Sur les appareils fibrillaıres endocellulaires de
conduction dans les centres nerveux des Vertebr&es superieurs.
Untersuchungen an (anıs.
Dorello, Primo. Sopra lo sviluppo dei solchi e delle cireonvoluzioni
nell cervello del Maiale. Ricerche Lab. Anat. Roma Bd.S, 8. 211
—247, 1 Taf.
Entwicklung der Gehirnfurchen und- windungen von Sus.
Dettweiler, Fr. Die Simmenthaler und ihre Zucht. Farb. Titel-
bild, 32 Abbild. und 1 Karte. Leipzig 104 S., 12 S. Tafeln. 8.
De Winton. W. E. List of Mammals collected by Messrs. Roth-
schild and Woollaston on the Upper Nile. Nov. Zool. VIII S. 397
—401, pl. XX (Rodentia). 8, F.
— (2). Description of a new Mongoose from West Africa. Bull.
Liverp. Mus. III, p. 35—37, Taf. I. (Vierridae). 8, F.
— (3). On Cymnictis selousi. P. Zool. Soc. London 1901, I, 8.2
u. 3, Taf. I. (Viverridae). 8.
— (4). Notes on Bats of the genus Nyetinomus found in Africa
ete. Ann. Nat. Hist. (7) VII, S. 36—42. (Chiroptera). 8, F.
— (5). On a new species of Bat from the Soudan. Ebenda 8. 45
u. 46. (Chiroptera). 8, F.
Dienlape, Lem. Sinus reineux du foie du Phoque. Bibl. Anat.
Paris, Bd. 9, S. 233—238, 2 fog.
Beobachtungen an der Leber von Phoca, sie besteht aus sechs,
durch Einschnitte getrennten Abtheilungen.
Diifloth, R. Paul. Les chevaux russes. Rev. Scient. Nr. 9, S. 270
—275. 8 F.
Dimitrova, Z. Recherches sur la structure de la glande pineale
chez quelques Mammiferes. Le Nevraxe Louvain. Bd.2, 8.259
—321, 3 Taf.
Douglass, E. (1). New species of Merycochoerus in Montana.
Amer. J. Sci. (4) X, 8. 428—438 (1900), XI, 8. 73—83, figg. (Artio-
dactyla). 8, F.
— (%). Fossil Mammalia of the Wite River beds of Montana.
Trans. Amer. Phil. Soc. XX, 43 S., Taf. IX. (Carnivora, Rodentia, _
Artiodactyla). 8, F.
v. Droste-Hülshoff, Friedrich Frhr. Seit wann ist die Hauskatze
in Deutschland heimisch? 29. Jahresbericht des Westfäl. Prov.
Vereines 1900/01, 8. 332-—37. 8.
Dubois, Eugen. Donnees justifications sur l’essai de recon-
s ruction plastique du Püthecanthropus erectus. 1 Taf. Petrus
camper 2 D. 2. Aufl. S. 237—241.
— (2). Zur systematischen Stellung der ausgestorbenen
Menschenaffen. Zool. Anz. Bd. 24, S. 556-560. 8.
I. Mammalia für 1901. 11
Anthropodus und Dryopithecus, nahe verwandt mit Homo.
Polemik gegen Schlosser.
Dürst, 3. U. (f). Die Rinder von Babylonien, Assyrien und
Aegypten und ihr Zusammenhang mit den Rindern der alten Welt;
ein Beitrag zur Geschichte des Hausrindes. Berlin 1899, 4 to, 94 S.,
. 8 Taf. (Bovidae). 8, F.
Dürst, 3. U. u. Gaillard, S. Studien über die Geschichte des
ägyptischen Hausschafes. In Maspero’s Recueil des travaux relatıfs
ä& la philologie et & l’archeologie des Egyptiennes et Assyriennes.
Zurich. (Bovidae). 8, F.
Dunn, H. N. Field-notes on the Antlopes of the White Nile.
P. Zool. Soc. London 1901, II S. 291—298. (Bovidae). 8, F.
v. Ebner, V. Ueber Eiweisskrystalle in den Eiern des Rehes.
Sitzungsber. Akad. Wien, Bd. 110, 3. Abt., S.5—12, 2 feg.
. Im Dezemberei von Capreolus capreolus 2—6 reguläre Krystalle,
die sich in Eosin färben.
Eggeling, H. (1). Ueber die Stellung der Milchdrüsen zu den
übrigen Hautdrüsen; die Entwicklung der Mammardrüsen, Ent-
wicklung und Bau der übrigen Hautdrüsen der Monotremen. Denk.
Ges. Jena VI; Semon’s Reise IV, S. 175— 204, Taf. XII. (Monotremata).
Verf. bespricht die Vertheilung der Talg- und der Mammardrüsen
im Brutbeutel, geht weiter auf die Giandula femoralis, sowie die drüsen-
artigen Gebilde am Schnabel von Ornithorhynchus ein. Die Talgdrüsen
sind holoerin, die Mammardrüsen merocrin.
— (2%). Ueber die Deckzellen im Epithel von Ureter und Harn-
blase. Anat. Anzeide , Bd. 20, S. 116—123, 4 figg.
Das Deckepithel besitzt eine helle, homogene Deckmembran bei
Homo, Felis, Cavia, Lepus, Mus, Sus, Bos.
— (3). Ueber die Schläfendrüsen des Elephanten. Biolog.
Centralbl.. Bd. 21, S. 443-453.
Die Schläfendrüse von Elephas besteht aus einem Hautsacke
mit enger Oeffnung und der eigentlichen Drüse.
Ellenberger, W. u. Günther, &. Grundumriss der vergleichenden
Histologie der Haussäugethiere. 2. Aufl. Berlin, 345 pgg., 414 feg.
Elliot, D. &. (8). A synopsis of the Mammals of North Amerika
and the adjacent seas. Field Mus. Zool. II, S. 1-471, Taf. I-XLIX.
S, F.
—- (2). Alıstoftheland and sea Mammals of North American north
of ua (supplement to the synopsis). Ebenda $. 477—522, Taf.L
— S, F.
— (3). List of Mammals obtained by Thaddeus Surber in the
ne 3 New Brunswick and Queb:c, Canada. Ibid. III, $. 19
— (4). A List of Mammals obtained by Thaddeus Surber in
North and South Carolina, Georgia and Florida. Ebenda 8. 31-57,
Taf. VI-X. SF.
— (5). The Caribou of the Kenai Peninsula, Alaska. Ebenda
8. 59—62, pls. X—XII. (Cervidae). 8, F.
12 I. Mammalia für 1901.
Elliot, J. Steele. Observations on the Noctule (Pipistrella noetula).
The Zoologist, Bd. V, 8.150. 8.
Emery, € Hand und Fussskelet von Echidna hystrix. Denk.
Ges. Jena VI; Semon’s Reise III, 8. 665—676, figg. (Monotremata).
E. bestätigt für den Carpus und Tarsus die Beschreibung Owens.
Der Randknochen der Hand ist dem von Didelphys ähnlich. Doch .
fehlen Echidna knorpelige Sehnenbeine. Ihr Fuss ist dem von Embry-
onen von Lacerta ähnlich.
Evans, W. Natterer’s Bat. (Vespertilio nattereri) ın Scotland.
Ann. Scott. Nat. Hist. 1901, S. 129—131. (Chiroptera). 8, F.
Faleone, ©esare. Contributo allo studio del tessuto connetivo
embrionale. Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12. S. 155—164. 6 Taf.
Studium des Bindegewebes der Gelenkhöhlen und peritendinösen
Höhlen von Embryonen von Canis, Lepus, und Felis.
Fatio, V. Deux petits vertebres nouveaux pour la Suisse. C. R.
Soc. Helvet. 1901, 8. 61. (Insectivora). 8, F.
Favaro, Guiseppe. Contributo alla filogenesi ed all’ ontogenesi
del vestibolo orale. Ricerche Lab. Anat. Roma. Pd. 8, 8. 157—159.
1. Taf.
Beschreibt die Schleimhautfalten der Mundhöhle von Marsu-
praha, Ungulata, Rodentia, Carnivora, Primates.
Fernbach. Untersuchungen und Beobachtungen über das Os cornu.
Zeitschr. f. Naturw. Stuttgart. Bd. 74, S. 1-16, 2 Taf.
Os cornu von der äusseren Fläche des Periostes auf dem
wachsenden Stirnbeinfortsatz von Bos und Capra gebildet.
Fickler, Alfred. Zur Frage der Regeneration des Rückenmarkes.
Neues Centralblatt. 20. Jahrg., S. 738—744.
- Sowohl Associationsfasern, wie Ausläufer centraler Neurone können
sich regeneriren (Fels, Homo).
Figueireido-Rodriguez, 3. A. Das Rückenmark des Orang-utan.
Areh.; mikr. Anat.» LXIX,o8. 417-456, Taf NIE. BER
(Primates).
Verf. bespricht die Komponenten des Rückenmarkes von Simia
und ihr Verhalten in den Segmenten. Er stellt Vergleiche an mit
Homo, Gorilla, Troglodytes.
Fischer, E. (1). Bemerkungen über das Hinterhauptgelenk der
Säuger. Anat. Anz. XIX, 8. 1—6, figg.
— (2%). Das Primordialeranıum von Talpa europaea. Anat.
Hefte. 1. Abtheil., Bd. 17, 8. 467—548, 2 feg., 6 Taf. Behandelt
den Knorpelschädel von Talpa.
Finsch, © Der Dugong. Zoologisch-ethnographische Skizze
einer untergegangenen Sirene. Hamburg, 32 8.
Verf. hält den Dugong (Halicore australis Owen) für ausgerottet.
Forrest, H. E. The building of a dormouse’s Nest (Muscardinus
awvellanarius). The Zoologist, Bd. V, Febr., S. 68—69.
Beobachtungen des Nestbaues der Haselmaus.
— (2). Antumnal litter of Dormice (Muscardinus avellınarius),
The Zoologist, Bd. V, November, $, 423.
I. Mammalia für 1901. 13
Behandelt einen Herbstwurf der Haselmaus.
Forster, Andreas. Beiträge zur Kenntniss der Entwicklungs-
geschichte des Interparietale. Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol.
Stuttgart. Bd. IV, 8. 99—140, 45 figg., 3 Taf.
Das Interparietale bei Sus nicht konstant.
Fortin, R. Sur un fragment de machoire de Felvs leo Linn. (race
spelaea Doldf.) des graviers quaternaires de St. Aubin Jouxte-Boulleng
(Seine-Inferieure). Bull. Soc. Elbeuf .XIX, 8. 99—108, 1 Taf.
(Felidae). FR, 8.
Fountain, P. The great deserts and forests of North America.
London, 1901. 8vol., S. IX plus 25. 8, F.
Umfasst eine volksthümliche Beschreibung vieler Arten von
Säugethieren.
Fränkel, Ludwig u. Cohn, Franz. Experimentelle Untersuchungen
über den Einfluss des Corpus luteum auf die Insertion des Eies. (Theorie
von Bonn). Anat. Anz. Bd. 20, S. 294—300.
Untersuchungen an Lepus.
Fraipont, 3. Mat£riaux pour l’histoire des temps quaternaires
en Belgique. Un repaire d’Ours dans la grande caverne d Engihoul
(Engis). Bull. Ac. Belgique 1901, 8. 463—482. (Ursidae). 8, F.
Franke, U. 3. 3. B. Der Uterus von Cercocebus cynomolgus in den
verschiedenen Lebensperioden mit einem Anhange über die Theorie
des unteren U e.ussegmentes bei dem Menschen. 3 Taf. Petrus
Camper. 1.D. 3. Aufl. 8. 326—369.
Fraser, E. H. An experimental research into the relat.ons of the
posterior longitudinal bundel and Deiter’s nucleus. Journ. Phys.
Cambridge Bd. 27, 8. 372—397, 36 figg.
Untersuchungen an Affen und Fels.
Frasetto, F. Sui quattro centri di ossificazione del frontale in
un ceranio di Equus caballus, juv. Boll Mus. Torino XVI, No. 385,
S. 4, fig. (Perissodactyla).
Vier Verknöcherungszentren am Frontale eines jungen Pferdes.
Friedel, E. Die Giraff n des Berliner Zoologischen Gartens.
Zool. Garten, Jahrg. 42, 8. 90—91. 8.
Fuld, Ernst. Ueber Veränderungen der Hinterbeinknochen von
Hunden infolge Mangels der Vorderbeine. Arch. f. Entwicklungsgesch.
Bd. XI, Heft 1, 8. 1—64, 1 fig., 4 Taf.
Das Verhältniss von Temur und Fibia ändert sich.
Gaillard, €. Le Belier de Mendes, ou le Mouton Domestique de
l’Ancienne Egypte, ses rapports avec les Antilopes vivantes et fossiles.
(Bovidae). 8, F.
Garman, H. Rabbits and their injuring to young trees. 5 Taf.
Kentucky Agricult. Exper. Shetl. Bull. No. 93, $. 111—118.
Ueber Schädigung junger Anpflanzungen durch Kaninchenfrass.
Gaudry, A. Sur la similitude des dents de ’Homme et de quelques
animaux. Anthropologie 1901 8. 93—102, figg. (Primates).
Gaupp, E. Ueber die Ala temporais des Säugerschädels. Verh.
Anat. Ges. XXVIJ, S.41 u. 22.
14 I. Mammalia für 1901.
Bringt eine vorläufige Mittheilung.
Geeraard, N. Les variations fonctionelles des cellules nerveuses
corticales chez le Cobaye &tudiees par la methode de Nizzel. Trav.
Labor. Physic. Instit. Solvay Bruxelles. Bd. IV, S. 209—248, t. 2.
Natürliche Arbeitsleistung der motorischen Ruidenzellen von
Cavia ist an den Chemismus der chromophilen Substanz gebunden.
Ghigi, A. Sull’ origine dell moları dei Mammiferi. Riv. ital.
Pal. VI, S. 98—107 (1900).
Gidley, 3. W. (1). A new species of Pleistocene Horse from the
Staked Plains of Texas. Bull. Amer. Mus. XIII, S. 111—116, figg.
1900. (Perissodactyla). 8, F.
— (2). Tooth-charakters and revision of the North American
species of the genus Zquus. Ebenda XIV, 8. 91—141, Taf. XVII
— XXI. (Perissodactyla). F, 8.
Gill, Theodor. The rat-genus Pteronotus renamed Dermon tus.
Proceed. Biol. Soc. Washington. Bd. XIV, 8.177. 8.
Erklärt den Namen Pteronotus für irrthümlich.
Girtanner, A. Der Moschusochse (Ovibos moschotus Zimm.).
Mit 1 Taf. Ber. über d. Thätigkei d. St. Gall. Naturw. Gesellsch.
f. 1899— 1900, 8. 120—146. 8.
Godlewski, E. Die Entwicklung des Skelett- und Herzmuskel-
gewebes der Säugethiere. Bull. Ac. Cracovie 1901, S. 353—358, 2 Taf.
G. führt die Entstehung der Muskelfasern hauptsächlich auf Ver-
schmelzung der muskelbildenden Zellen zurück. Das Material ist in
den Skelett- und Herzmuskeln fast gleichmässig im Plasma der Myo-
blasten vertheilt.
Godlewski, Emil. Ueber die Entwicklung des quergestreiften
muskulösen Gewebes. Bull. Acad. Cracovie, S. 146—158, 1 Taf.
Untersuchungen an Cavia, Lepus, Mus und Ovis.
Goeldi, E. A. (1). Dois Roedores notaveis da famıilia dos Ratos
do Brazil. Bol. Mus. Para. III, p. 166—180, 3 Taf. (Muridae. Octo-
dontidae). 8, F.
— (2). O primeiro exemplar authentico de una genuina donimba
do Brazil (Putorius paraensis). Bol. Mus. Para Bd. 3, 8. 195—203.
S, F.
Goppert, E. Beiträge ur vergleichenden Anatomie des Kehl-
kopfes und seiner Umgebung mit besonderer Berücksichtigung der
Monotremen. Denk. Ges. Jena VI; Semon’s Reise III, S. 535—634,
Taf. XVII—XX. (Monotremata).
Behandelt den Kehlkopf von Amphibien, Reptilien, Monotremen,
Marsupialiern und Placentaliern, Kehlkopfeingang, -skelett und
-muskeln. Bespricht ferner die En wicklung der Kehlkopfmuskeln
und ihre Innervation.
v. Gossnitz, W. Beitrag zur Diaphragmafrage. Denk. Ges. Jena
VI; Semons Reise IV, S. 207—262, Taf. XIII u. XIV.
v. G. giebt einen Beitrag zur Frage nach der Abstammung des
Musculus diaphragmaticus. Versuchsthiere: Monotremata, Marsu-
jialia, Insectivora, Rodentia, Carnivora, Prosimiae, Primates, Homo.
I. Mammalia für 1901. 15
Grandidier, 6. (1). Description de l’Archaeolemur robustus. Bull.
Mu . Paris 1900, 8. 323—324, fig. (Primates). 8.
— (2). Un nouvel Edent& subfossile de Madagaskar. Ibid. 1901,
S. 54-56, fig. (Zdentata). 8, F.
Greve, €. (1). Die Verbreitung von Owibos moschatus Blainv.
einst und jetzt. SB. Ges. Dorpat XII, S. 371—374. (Bovidae). R.
— (2). Das schottische Parkrind.. Ebenda, 8. 375 —377.
(Bovidae). 8.
Historische Notizen über seine Verbreitung.
— (3). Equus przewalskii Poljakoff im Moskauer Zoologischen
Garten und einige Bemerkungen über das wilde Pferd überhaupt.
Zool. Garten, Jahrg. 42, S. 275—282. Abbild. 8.
Beschreibung der Wildpferde des Moskauer Zoolog. Gartens und
Notizen über asiatische und südrussische Wildpferde.
Grönberg, G. Die Ontogenese eines niedern Säugerhirns nach
Untersuchungen an Erinaceus europeus. Zool. Jahrb. Anat. XXV,
S. 261—384, Taf. IX— XIV. (Insectwora).
Beschreibt die sieben Stadien der Entwicklung des Gehirns von
Erinaceus. Die beiden von His beobachtet n Verwachsungen der
Medulla oblongata von Homo fehlen.
Grosser, ©. (1). Zur Anatomie und Eintwicklungsgeschichte des
Gefässsystemes der Chiropteren. Anat. Hefte. 1. Abtheil., Bd. 17,
S. 203—424, 25 fgg., 13 Taf.
Die Eigenthümlichkeiten des Gefässsystemes beruhen grössten-
theils auf der Art der Ernährung und dem Flugvermögen.
— (2). Bau und Funktion der arterio-venösen Anastomosen,
besonders bei den C'hiropteren. Centralbl. Phys. Bd. 15, S. 126—127.
Auszug aus Abhandlung. 1
Guldberg, Gustav. Cetologische Mittheilungen. I. Bemerkungen
über das Auftreten und den Fang von Potwalen (Physeter macro-
cephalus L.) an den nordeuropäischen Küsten im letzten Dezennium.
Nyt. Magaz. f. Naturwiss. Bd. 39. Heft 4, 8. 343—353.
Guieysse, A. La capsule surrenale du Cobaye. J. Anat. Physiol.
norm. path. XXXVII, S. 312--341, 402—426 u. 435—467. (Cavridae).
G. erklärt die Nebenniere für eine aus Mark und Rinde bestehende
Blut efässdrüse. Untersuchung an Cavia.
Haacke-Kuhnert. Das Thierleben der Erde. 3. Bde., 1870 S8.,
531 figg., 120 Taf. Berlin. F, 8.
Populäre Darstellung des gesammten Thierreiches in seinen
wesentlichsten Typen und in tiergeographischer Anordnung.
Haagner, A. €. The Aardwolf (Proteles eristatus) in the Transvaal
Colony. The Zoologist Bd. V, 8.219. 8, F.
„Hagmann, 6. Kritische Bemerkungen zur Systematik der amazo-
nischen Füchse. Zool. Anz. XXIV, 8.509514. (Canidae). 8, F.
Hamilton, 6. H. Barrett (1). Note on local variation in the Common
Hedgehog. Ann. Scott. Nat. Hist. 1901, 8.2 u. 3. (Insectivora). 8.
— (2%). Antarctic Seals. The Antarctic Manual, $. 209—224.
(Pinnipedia). 8, F.
16 I. Mammalia für 1901.
— (3). Note on the Ehiomys of Sardinia. Ann. Nat. Hist. (7)
VII, 8.340 u. 341. (Gliridae). 8, F.
— (4). The Field-mice (Mus sylvaticus) and Wrens (Troglotes
borealis) of St. Kilda and Shetland. Nature, Bd. 63, 8.299. F, 8.
(35). Probable occurrence of the Lesser Rorqual (Balaenoptera
rostrata) on the coast of Co. Wexford. Irish Naturalist, Bd. 10, No. 3,
8.74. SF.
Hamilton, A. The division of differentiated cells in the central
nervous system of the White Rat. 2 Taf. Journ. Compar. Neurol.
Bd. XI, Nr. 4, S. 297—317—320.
Harmer, 8. F. On some markings on the skin of a Dolphin (Del-
phinus delphis). Tr. Norfolk. Soc. VII, S. 185—187, Taf. (Cestacea). 8.
Harting, 3. E. On a female Roe-deer (Capreolus capraea) bearing
antlers. Proceed. Linn. Soc. London 1900/01, 8. 13.
Ueber eine gehörnte Ricke.
Hasbach, V. H. Die rationelle und einträgliche Kaninchenzucht.
Mit vielen Abbildungen. Leipzig, 65 8.
Hatai, Shinkishi. On the Mitosis in the nerve cells of the cerebellar
cortex of foetal cats. 1 Taf. Journ. Comp. Neurol. Bd. XI, No. 4,
S. 277—29%6.
Hatcher, 3. B. Some new and little known fossil Vertebrates.
Ann.. Carnegie Museum I, S. 128—144, Taf. I—IV. (Artiodactyla). 8.
Helly, K. Zur Pancreasentwicklung der Säugethiere. Arch.
mik‘. Anat. LVII, S. 271—334, Taf. XV—XVIl.
H. untersuchte die Entwickelung de Pancreas an Mus, Cavia und
Lepus unter Berücksichtigung von Homo, Felis und Sus.
Henking, H. (1). Ueber das Blasen der Wale. Zool. Anz. XXIV,
S. 103—111, figg. (Cetacea).
Beobachtete Balaenoptera musculus.
Die Wale blasen Luft aus, nicht Wasser.
— (2). Norwegens Walfang. Abhandl. des Deutschen See-
fischerei-Vereins. Bd. 6, S. 121-167, 2 Taf., 32 Abbild.
Fang und Fangergebnisse des Wales.
Henneberg, B. Ruhende und thätige Muskelzellen in der Arterien-
wand. Anat. Hefte. 1. Abtheil. Bd. 17, S. 425—466, 1 Taf.
Zwei Formen von ringförmigen Muskelzellen der Carotis bei Bos.
Henning, Karl. Das Gebären des Elephanten. Sitzungsber.
d. Naturf. Gesellsch. Leipzig 26/27. Jhg. S. 36—37.
Behandelt Tragezeit und Geburt.
Hepburn, D. Notes on a collection of Mammalıan and other
fragmentary bones obtained from Smoo Cave, Durness, Sutherland-
shire. P. Phys. Soc. Edinb. 1899—1900, S.514—318. 8, F.
Hilpert, Felix. Anleitung zur Ziegenzucht und Ziegenhaltung.
Berlin. 40 S., 12 Abbild.
Hofimann, L. Spezielle Pferdezucht. Zugleich eine Lanze für
die Zucht des schweren Pferdes. Leipzig. 315 8.
Hofmann, Max. (1). Das Verhalten der Bauchmuskeln im
I. Mammalia für 1901. 17
Bereiche der medialen Leistengrube. Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol.
Stuttgart. Bd. III. S. 239—299, 6 figg., 5 Tat.
Untersuchungen an Cavia, Mus, Canıs, Ursus, Simüda .
— (2%). Zur vergleichenden Anatomie der Gehirn- und Rücken-
marksvenen der Vertebraten. Zeitschr. f. Morphol. u. Anthrop.
Stuttgart. Bd. 3, 8. 239—299, 6 figg., 5 Taf.
Intersuchte von Säugethieren Canıs, Felis, Erinaceus, Cavia,
Lepus, Equus, Sus, Capra u.a.
Holmes, 6. M. The nervous system of the Dog withou a forebrain.
Journ. Phys. Cambridge, Bd. 27, S. 1—25, 2 figg., 1 Taf.
Verf. beschreibt ausführlich die Histologie des Centralnerven-
systems des 18 Monate ohne Grosshirn am Leben erhaltenen Goltzschen
Hundes.
Hornaday, W. T. Notes on the Mountain Sheep of North America,
with a description of a new species. Rep. N. York Zool. Soc. 1901,
8. 77—122, fiıgg. (Bovidae). 8, F.
Hornung, Viktor (1). Klugheit eines Hundes. Zoolog. Garten,
Jahrg. 41, S. 60—61.
Ein Spitz schläft immer an der Thür, um seinen Herrn begleiten
zu können.
— (2%). Trinkende Kaninchen. Zool. Garten. Jahrg. 42. Heft 9,
S. 286.
Berichtet von Hauskanin ‘hen, die trotz reichlichen Grünfutters
an einem Troge sich aufzurichten pflegten, um Wasser zu trinken.
— (3). Eichhörnchen in Gefangenschaft. Zool. Garten, Jahrg. 42,
8. 20—85.
Haltung und Pflege, biologische und psychologische Beobachtungen.
Howell, A. H. Revision of the Skunks of the genus Chincha.
North American Fauna, No. 20. (Mustelidae). F, S.
Hoyer, H. Ueber die Kontinuität der kontraktilen Fibrillen in
den Herzmuskelzellen. Bull. Acad. Cracovie S. 143—146, 1 fig.
Untersuchungen am Embryo von Lepus.
Huber, &. € Studies on the neuroglia. Amer. Journ. Anat.
Bd. I, 8. 45—61.
Beschreibung der Neuraglia von Canis, Felis, Lepus.
Ingram, A. R. Winnington. Polydactylism in Cats; and other
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Forstwirthschaft. Flugblatt Nr. 10, 8.4.
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kohlenstoffes.
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beim Menschen und den Anthropoiden. Dissert. Leipzig,
PS-
Jentink, F. A. (1). On Cephalophus silvieultor (Afzelius). Notes
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Arch. «. Naturgesch. 69, Jahrg. 1603. Bd. II. H.1. (1) 2
-
18 I. Mammalia für 1901.
— (2). The Antelopes in the Leyden Museum. Ibid. XXIL,
S. 17—31. (Bovidae). 8.
— (3). On Felis badia Gray. Ebenda S. 91—93. (Felidae). 8.
Johnson, 6. L. Contribution to the comparative anatomy of
the Mammalian eye, chiefly based on ophthalmoscopie examination.
Phil. Trans. OXCIV, 8. 1—82, Taf. I-XXX.
Verf. unternahm ophthalmologische Untersuchungen an 82 Arten,
bespricht die Entstehung der Farbe des Fundus, die Blutversorgung,
Form der Pupille und Zustandekommen des Netzhautbildes.
Johnstone, James. Cervical glands of Marsupials. 3 figg. Proc.
Liverp. Biol. Soc. Bd. XV, 8. 354—362.
v. Kadich, Hanns. Die zoologische Frage Nordamerikas. Zool.
Garten, Jahrg. 42, 8. 5—17.
Behandelt Ausrottung der Thierwelt und Nothwendigkeit des
Jagdschutzes der nordamerikanischen Grossthierwelt.
— (2%). Tafelfreuden der nordamerikanischen Thierwelt. Ebenda,
S. 371—381. h
Behandelt Nahrung und Fressweise der nordamerikanischen
Säuger.
Kascenke, R. Steneocranius ot Platycranius deux nouveaux
sousgenres d’Arvicolides de Sıberie. Annuaire Mus. St. Petersb.
VI, 8. 166—201, figg. (Muridae). 8, F.
Keibel, F. Frühe Entwicklungsstadien des Rehes und die Gastru-
lation der Säuger. Verh. Anat. Ges. XVII, S. 184—191 (Cervidae).
Es tritt keine Pause in der Entwickelung des Embryos von Capre-
olus ein.
Keller, €. Die Abstammung des Bündnerschafes und Torfschafes.
Act. Soc. Helvet. LXXXII, 8. 86—98, figg. (Bovidae).
Keller, R. Ueber die Folgen von Verletzungen in der Gegend der
unteren Olive bei der Katze. Arch. Anat. 1901, S. 187—249. (Felidae).
K. stellt nach operativen Verletzungen in der Gegend der Olive
gekreuzte Strickkörperfasern fest, die von den Oliven zum Klein-
hirn gehen, ausserdem ungekreuzte Fasern.
Kemel, 3. Ueber eine stummelschwänzige Hauskatze und ihre
Nachkommenschaft. Ein Beitrag zur Lehre von der Variation der
Thiere. Zool. Jahrb., Abteil. Syst. Bd. 15, S. 219—242, 2 Figg.
Von 28 durch einen normalen Kater gezeugten Jungen waren
42,86% normal, 14,28%, hatten einen Stummelschwanz, 42,86%
waren vollkommen schwanzlos.
Kermode, P.M. E. Irish Elk Remains. Report of the Committee
70. Meet. Brit. Assoc. S. 349—350.
Aufgefundene Reste des Megaceros hibernicus in Irland. 8, F.
Kerville, H. u. Gadeau, de. Note sur une recolte de Chiropteres
dans la carriere de la Brique'aire a Mauny (Seine-Inferieure). Bull.
Soc. Rouen 1901, 4 S. (Chrroptera). 8, F.
Kidd, W. Use-Inheritance; illustrated by the direction of hair
on th: bodies of Anımals. London, 47 S., illustriert.
-
I. Mammalia für 1901. 19
Kingsley, The Origin of the Mammals. Science, Bd. 14, 8. 193
— 205, 5 figg.
Knottnerus-Meyer, Theodor. Allerlei Beobachtungen aus dem
Affenhause des hannoverschen Zoologischen Gartens. Zool. Garten,
Jhrg. 42, Heft 12, S. 353—371.
Biologische und psychologische Beobachtungen über das Gesell-
schaftsleben der Affen (O’ynomolgus cynomolgus, Hamadrya hamadryas,
Macacus rhesus u. a.).
— (2). Ein freudiges Ereigniss mit Hindernissen im hannoverschen
Zoologischen Garten. Zoologischer Garten, Jhg. 42, 5. 46—48.
Geburt junger Nasenbä en (Nasua rufa) Desm. in einem Gesell-
schaftskäfige von Affen.
Kobelt, W. Die Verbreitung der Tierwelt. Leipzig. Lief. 1—5,
S. 1—180, Figg., Taf. 1—6. F.
Lief. 1—5: Geographische Verbreitung der Säugethiere.
Koelliker, A. Die Medulla Oblongata und die Vierhügelgegend
von Orni horhynchus und Echidna. Leipzig, 100 S., 27 figg. (Monotre-
mata).
Kohlbrugge, 3. J. F. Die Umgestaltungen des Uterus der Affen
nach der Geburt. Zeitschr. Morph. Anthrop. Stuttgart. Bd. 4, S. 1—16,
34 fige.
Bespricht hauptsächlich den Uterus von Semnopitheeus.
Kollmann,“3. Die Zotten der Chorionblase bei dem Menschen und
den Makaken und der erste Zusammenhang mit der Schleimhaut des
Uterus. Verh. Ges. Deutsch. Naturf. u. Aerzte. 72. Versamml., 2. Theil,
2. Hälfte, S. 272—273.
Kolmer, Walther. Beitrag zur Kenntnis der „motorischen“ Hirn-
rindenregion. Arch. f. Mikrosk. Anatomie. Bd. 57, S. 151—183, 1 Taf.
St Ilt das Auftreten dieser Region fest bei Homo, Macacus, Papvo,
Canis, Felis, Vespertilio. Erinaceus, Lepus, Mus, Cavia, Sus, Bos haben
ke ne motorischen Rindenzellen.
Kolster, Rudolf. (1) Vergleichend-anatomische Studien über den
M. pronator teres der Säugethiere Anat. Hefte, 1. Abteil., Bd. 17,
S. 671—834, Taf. 36—30.
Giebt eine Beschreibung nach eigenen Untersuchungen und nach
der Litteratur. Der M. pronator kommt allen Säugern ausser den
noch nicht genügend erforschten Cetacea zu.
— (2). Die Embryotrophe placentaler Säuger mit besonderer
he der Stute. Ebenda, Bd. 18, S. 455—505, Taf. 36
Embryo von Equus verbraucht ausser im Blute gelösten Stoffen
viel festes mütterliches Gewebe.
— (3). Die Centralgebilde in Vorderhornzellen der Wirbelthiere.
Anat. Hefte. 1. Abteil. Bd. 16, 8. 151—230, 4 Taf.
Untersuchungen an Ovis, Bos, Sus, Homo.
Kopp, Philipp. Ueber die Vertheilung und das topographische
Verhalten der Nerven an der Hand der Fleischfresser, nebst einer ver-
gleichenden Zusammenstellung der Verschiedenheiten in dem Ver-
I*
20 I. Mammalia für 1901.
lauf dieser Nerven beı Mensch, Hund und Katze. Berner Dissert.
Metz, 30 8.
Kranenburg, W. R. H. Over de zoutzuur en de pepsine of echei-
dende cellen van de maagkliwren. Onderz. Phys. Lab. Utrecht, Teil 3,
S. 1—90, 2 Taf.
Thätigkeit der Fundusdrüsen von Homo, Canis, Felis, Cavia, Lepus,
Mus, Sus, Ovis, Bos.
Krause, Ernst (1). Die Säugetier-Fauna der Santa Cruz-Schichten
Patagoniens. Prometheus, 12. Jahrg. No. 32, S. 498—501 8, E.
— (2). Die Seelöwenrfage in Kalifornien (Otaria calijornica) Less.
1 Abb. Ebenda, Nr. 41, S. 641—644. 8, F.
— (3). Moschu ochsen in Europa. 1 Abbild. Ebenda, Nr. 44,
8. 696—698. 8. F.
Krause, R. u. Philippson, M. Untersuchungen über das Central-
nervensystem des Kaninchens. Arch. mikr. Anat. LVII, S. 488—527,
Taf. XXII—XXV. (Lep ridae).
Verff. beschreiben den feineren Bau des Vorderhornes des Rücken-
markes von Lepus.
Krüger, Em. La funzione del nervo glossofaringeo nella anni-
nazione. Atti Real. Accad. Line. Rendic. Class. fis.-math. Bd. 16,
Heft 8, S. 188—196.
Kriz, Martin. Prämon (Ovebos moschatus Bl.) na Morave. Casopis
moravsk. musea. zemsk Roen. I 8. 3—23.
Früheres Vorkommen des Moschusochsen in Mähren. FR, S
Kükenthal, W. Die Wale der Arktis. In Römer und Schaudinn’s
Fauna Arctica. Jena, I, S. 179—234, 1900. (Cetacea). S, F.
Kytmanofii, K. A. Ueber die Nervenendigungen in den Lymph-
gefässen der Säugetiere. Anat. Anz. XIX, 8. 369—377.
K. beschreibt die reiche Innervation der Lymphgefässe von
Canis, Felis und Bos. Nerven sind meist marklos. Es gibt sensible
und feine motorische Nervenendigungen.
Lagriffe u. Mauvel. Determinations des plus basses temperatures
compatibles avec la vie des lapins. (Reponse & Mr. Lefevre) Compt.
Rend. Soc. Biol. Paris. S. 495 —496.
Zahlreiche Versuche an Kaninchen, meist ohne Nachtheil für das
Thier.
Lahille, F. Ensayo sobre la distribution geografica de los Mami-
feros en la Republica Argentina. Bol. Mus. La Plata 1901, 42 8.
us Tat: SF:
Lang, A. Praktische Ziegenzucht. Anleitung zur Zucht, Er-
nährung, Pflege und Behandlung der Hausziege. Leipzig. 26 Textbilder.
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Sussex The Zoologist, Bd. V, 8.153. 8, F.
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Taf. XVIII—XX. Procyonidae). 8.
— (2). On Okapia johnstoni. P. zool. Soe. London 1901, VI,
8. 279—281 u. 472—474. (Giraffidae). 8.
I. Mammalia für 1901. 9
— (3). L’Okapia johnstoni, nouveau mammifere voisin des Giraffes,
decouvert dans l’Afrique centrale. C. R. Ac. Paris, XXIII, S. 857
—859. (G@iraffidae). 8, F.
Laube, 6. Ueber einen Säugethierrest aus den aquitanischen
Thonen von Preschen bei Bilin in Böhmen. Verhandl. geol. Reichsanst.
1901, 8. 233—284. 8, F.
Lauber, Hans. Beiträge zur Anatomie des vorderen Augenab-
schnittes der Wirbelthiere. Anat. Hefte, 1. Abt. Bd. 18, S. 369—453,
2 figg., 7 Taf.
Untersuchungen an Fischen, Amphibien, Schlangen, Vögeln und
von Säugern an Felis und Halmaturus.
Leche, W. Ueber den miocänen Insectivoren Galerix exilis. Zool.
Anz. XXV, 8.8u.9. (Insectwora). 8.
Galearix exilis gehört zu den Erinaceidae.
Leckie, Johannes. Le Coati (Nasua) comme anımal domestique.
Ber. Scient. T. 16, Nr. 24, S. 760—761.
Leichte Zähmbarkeit des Nasenbären.
Ledouble, F. Les incisives des Leporides; leur croissance physio-
logique illimitee et les conf rmations defectueuses qui peuvent en
resulter pour elles. C. R. Ass. Anat. 3. Sess., S. 240—241, 2 Figg.
Anomalien der Schneidezähne.
Lehmann-Nitsche, R. (I). Der Mensch und das Grypotherium in
Süd-Patagonien. Vers. Ges. deutscher Naturf. 1900, 8. 129—131.
(Edentata). 8, F.
— (2). Zur Vorgeschichte der Entdeckung von Grypotherium
bei Ultima Esperanza. Berlin. F, 8.
Leshre, F.X. (1). Notes sur la syndactylie des doigts medians des
Artiodactyles. L. R. Ass. Anat., 3. Sess., 5. 189—195.
Verwachsen der mittleren, des dritten und vierten Fingers der
Paarhufer. Untersuchungen an Sus.
— (2). Notes sur quelques dispoistions anatomiques inedites ou
peu connues constatees chez les Camelides et chez le Porc-&pie commun.
Ebenda, $. 196—197.
Die Clavicula von Hystrix besteht aus zwei Gliedern. Bei Lama ist
die Pectoralis in der Mitte fingerförmig getheilt. Den Camelidae fehlt
der Accessorius.
— (3). Considerations generales sur les muscles olecraniens et
les muscles rotuliens de ’Homme et des Mammiferes. Fbenda, S. 200
—208, 7 Figg.
Die Bezeichnungen Triceps und Quadriceps sind nicht verwendbar,
Lesshaft, P. Ueber das Verhältniss der Form der Gelenkflächen
zur Bewegung. Anatom. Anzeiger, Bd. 19, Nr. 12, 8. 289—299.
Limon, L. Note sur l’epithelium des vösicules seminales et de
l’ampoule des canaux deferents du%Taureau.'* Journ. Phys. Paris.
37. Annee. 8. 424—434, figg. i SR
Die Ampulle u. Sammelblasen sind Drüsen. °
Lindholm. Zur Kenntniss der Zwergpfeifhasen Zagomys pusillus
Pall.). Nach Tagebuchnotizen. Zool, Garten, Jahrg. 42, 8. 147—153,
23 I. Mammalia für 1901.
Biologische Beobachtungen an {reilebenden und gefangenen
Thieren.
Loeb, Lev. On progressive changes in the ova in Mammalium
ovaries. Journ. Med. Research Boston, S. 39-46.
Die Follikelatresie übt wahrscheinlich in den Ovarien junger
Thiere von Cavia einen chemischen Reiz aus, so dass letztere sich
parthenogenetisch furchen. Genaue Beschreibung der einzelnen
Prozesse.
Lönnberg, E. (1). Studies on Ruminants, I u. II. Svenska Ak.
Handl. XXXV, No. 3, 58 S., 3 Tf (Artiodactyla). 8.
— 2%). Uebe das Geweih von einem Hirsch von der Insel Mothi.
Zoolog. Anzeiger, Bd. 24, 8.255. F, 8.
v. Lorenz, Ludwig. Ueber Hadropithecus stenognathus nebst
Bemerkungen zu einigen anderen ausgestorbenen Lemuren von
Madagaskar. Ausz. aus Anz. kais. Akad. Wien, No. XIII, S. 196—
IM.
v. Lorenz - Liburnau. Säugetiere. (Gesch. d. Zoologie in Oester-
reich 1850—1900). Festschrift der k. k. zoolog.-botan. Gesellschaft
Wien, 8. 488—493. 8.
Lucas, F. A. Animals of the Past. New York, S. 253, ılustrirt. 8.
Lühe, M. Der Bronchialbaum der Säugethiere. Zool. Centralbl.
VIII, S. 73—85, figg. (Referat).
Lydekker, R. (1). Musk-Ox and Bison at Woburn Abbey. Na-
ture. Bd. 64, 8.63, 1 fig. F.
Moschusochsen und Bisons im Besitze der Herzogin von Bedford.
— (2). Przewalski’s horse at Woburn Abbey. Nature. Bd. 65,
S. 103—104. F.
Mitteil. über Wildpferde im Besitze der Herzogin von Bedford.
— (3). The age of the Woburn Musk-Ox. Ebenda, $. 103.
— (4). Die geographische Verbreitung und die geologische Ent-
wickelung der Säugethiere. Aus dem Englischen von G. Siebert.
2. Aufl., Jena, 532 Seiten, 82 Figg., K rte. 8, F.
— (5). Mammoth ivory. Rep. Smithson. Inst. für 1899, S. 361
—366. (Nachdruck aus Knowledge). (Proboscidea). 8.
— (6). Notice of an apparently new estuarine Dolphin from
Borneo. P.Zool. Soc. London 1901, I, S. 88—91, p.l VIII. (Cetacea).
S, F.
— (9). Note on the Kashmir /bex (Capra sibirica sacin). Ebenda,
S. 91—94, Taf. IX. (Bovidae). 8, F.
— (8). An instance of adaption among the Deer. Nature LXIV,
S. 257. (Cervidae).
— (9). On the Skull of a Chiru-like Antelope from the ossiferous
deposits of Hundes (Tibet). Quart. J. Geol. Soc. LVII, S. 289—292,
figg. (Bovidae).
— (10). Antarectic C’etacea. The Antarctic Manual, S. 205—208.
(Cetacea). 8, F,
I. Mammalia für 1901. 25
— (11). The Great and Small Game of Europe, Western and
Northern Asia, and American. London, 4 to, S. XX plus 445, illustrirt.
S, F.
— (12). The origin and habits of the bactrian Camel. Nature.
Bd. 64, S. 355/56.
— (13). Skull of a fox (©. vulpes) with two perfect canine teeth.
Prov. Zool. Soc. London, Bd. I,T. 1, 8. 3, Figg.
Fuchsschädel mit je zwei Eckzähnen in jeder Hälfte des Ober-
kiefers.
Lyon, M. W. A comparison of the osteology of the Jerboas
and Jumping Mice. P. U. S. Mus. XXXIII, S. 659—668, Taf. XXV
—XXVI.
Mac Callum, 3. Br. Development of the Pig’s intestine. Bull.
J. Hopkins. Hosp. Baltimore, Bd. 12, S. 102—108, 2 Figg., 2 Taf.
Beschreibt Bildung von Darmschlei engruppen bei Sus.
Mae Clure, €. F. W. The anatomy and development of the posterior
vena cava in Didelphys virginiana Kerr. Linne. Biol. Bull. Boston.
Bd. 2, 8. 333—335.
Aorta mesenterica posterior fehlt, Vena cava post. varlüirt stark.
Me Mahon, A. H. (1). Notes on the fauna of Chitral-Mammals.
J. Asia . Soc. Bengal LXX, S.2—5. 8, F.
— (2). Notes on the fauna of Dir and Swat-Mammals. Ebenda,
6u9. SF.
Madsen, 3. Polarjagd auf Moschusochsen und Eisbären. Zool.
Garten XLII, S. 129—139 u. 161—169, figsg. (Bovidae).
Jagderlebnisse, Fang von Moschusochsen und Leben eines jungen
Moschusochsen im Kopenhagener Zoologischen Garten.
Maggi, L. (1). Nuovi ossicini cranıali negli Antropoidi e loro signi-
ficato morfologico. Rend. Ist. Lomb. Sc. Milano. Bd. 34, 8. 147
—163, Tafel.
Zwischen Supra-, Exoceipitale und Petrosum junger Anthropo-
morphen kleine Knochen von wahrscheinlich knorpeliger Anlage.
— (2%). Aggiunte ai nuovi ossieini craniali negli Anthropoidi.
Ebenda, S. 471—475.
— (3). Di un carattere osseo-facciale dei giovani Gorilla. Ebenda,
S. 547—556, fig.
Besonderer Schädelcharakter ist die glockenförmige Sutura
maxillopraemaxillaris.
— (4). Semiossieini fontanellari coronali e lambdoidei e adatta-
mento di sutura nel cranio dei Mammiferi e del uomo. Ebenda, $. 1104
—1116, Taf.
— (5). Di un carattere osseo-faeiale dei giovanni Gorilla. Monit.
Zool. Ital. Anno 12, 8. 204-205.
Bespricht das häufige Auftreten von Fontanellen.
Majocchi, D. Intorno alle terminazioni dei nervi nei peli dell’
uomo e d’alcuni Mammiferi. Rendic Acad, Sc. Istit, Bologna. An. 72,
Vol. 1, 8. 553—554,
24 I. Mammalia für 1901.
Major, €. 3. Forsyth (1). The Musk-rat of Santa Lucia (Antillen)
Ann. Nat. Hist. (7) VII, S. 204—206. (Muridae). 8, F.
— (2). The transference of secondary sexual characters Mammals
from males o females. Geol. Mag. (4) VII, S. 241—245.
— (3). On the reported occurence of the Camel and the Nilghei
in the Upper Miocene of Samos. Ebenda, S. 354 u. 355. (Artio-
dactyla). 8, F.
— (4). On some characters of the Skull in the Lemurs and Mon-
keys. P. Zool. Soc. London 1901, I, p. 129—153, Taf. XI—XII.
(Primates).
Alle Lemuridae, ausgenommen Chiromys, besitzen ein Os planum
des Ethmoides. Meist verschmilzt es mit dem Palatinum. Aus-
führliche Besprechung des Lacrymale und dessen Ausdehnung bei
Lemuridae, Primates, einschliesslich Homo.
— (5). On Lemur mongoz and Lemur rubriventer. Ebenda, S. 248
—268, Taf. XXII. (Primates).
Beschreibung der Schädelcharaktere.
— (6). Exhibition and remarks on the skull of a new fossil Mammal
(Enhydrictis galictordes). Ebenda, I, S. 625—628. Mustelidae).
— (7). Ueber lebende und ausgestorbene Säugethiere Mada-
gascars. Tagebl. V. Internat. Zoolog. Kongress, Nr.6, S.4. 8, F.
Marschner, L. Beiträge zur Anatomie und Physiologie des Her-
zens und der grossen Gefässsysteme der Wassersäugethiere. Dissert.
Breslau. 49 8.
Marshall, F. H. A. (1). The copulatory organ in the Sheep. Anat.
Anz. XX, S. 261—268, figg. (Bovidae).
Beschreibt den Penis von Owis. Dieser besitzt hinter der Glans
ene linksseitige Protuberanz des Corpus spongiosum. Die Urethra
verläuft in dem fadenförmigen Anhange. Die Protuberanz dient als
Stütze bei der Erection des letzteren. Aehnlich bei Moschus, Giraffa,
Bos.
— (2). Preliminary communication on the oestrous cycle and the
formation of the corpus luteum in the Sheep. P. R. Soc. London,
LXVIII, S. 135—140. (Bovidae).
Nach M. gelten für Ovis die Geschlechtsperioden von Heape.
Die Ovulation fällt nicht immer mit der Geschlechtszeit zusammen.
Ferner beschreibt Verf. die Entwicklung des Corpus luteum.
— (3). On Hair in the Equidae. Proc. R. Soc. Edinburgh, Bd. 25,
S. 375—390, 6 Taf.
Unterscheidungsmerkmale und Masse. Durch die immer vorhande
handene Marksubstanz gekennzeichnet.
Marshall, Gay. A. K. Note on the Scaly Ant-Eater (Manis Tem-
minckü). The Zoologist, Bd. V, September, 8. 351—353. 8.
Martin, €. 3. (1). Observations physiologiques sur les mammi-
feres inferieurs. Entr. Rev. Scient. T. 16, 8.313. 8.
— (2). Th:rmal adjustement and respiratory exchange in Mono-
tremes and Marsupials. A. study in the development of homothermism.
Proc, Royal Soc, London, Bd. 68, 8. 352—353.
I. Mammalia für 1901. 25
Betrifft Körperwärme und Athmung bei Monotremen und Marsu-
pralia.
Masson, W. P. Note on four Mammals from the neighbourhood of
Darjeeling. J. Asiat. Soc. Bengal. LXIX, 8.89 u. 90. 8, F.
Matschie, P. (1). Ueber kaukasische Steinböcke. S8.B. Ges.
naturf. Fr. Berlin 1901, S. 27—33. (Bovidae). 8, F.
— (2). Uebe' rumänische Säugethiere. Ebenda, 5. 220—238,
(Chiroptera, Insectivora, Carnivora, Rodentia). 8, F.
— (3). Zoogeographische Betrachtungen über die Säugethiere
der nördlichen Alten Welt. Arch. Naturg. 1901, S. 307—328, Taf. X.
S, F.
— (4). Die Säugethiere der von W. Kükenthal auf Halmahera,
Batjan, und Nord-Celebes gemachten Ausbeute. Abh. Senckenb.
Ges. XXV, 8. 247—296, Taf. XI—XIll. (Primates, Chiroptera, In-
sectivora, Muridae). 8, F.
— (5). Der Riesengorilla des Museum Umlauff in Hamburg.
3 Abbild. Ebenda, Bd. 16, No. 17, 8. 194—197. 8.
— (6). Die Verbreitung der Affen auf Celebes. Naturw. Wochen-
schrift, Bd. XVII, No. 12, $. 141149. F, S.
— (%). Die siebente Deutsche Geweihausstellung zu Berlin.
Neudamm 1901. F, 8.
Giebt Beschreibung der Geweihe und Gehörne deutscher Hirsche
und afrikanischer Antilopen u. a.
Matthew, W. D. (1). Additional observations on the Creodonta.
Bull. Amer. Mus. XIV, S.1—38, fieg. (Carnivo a). 8.
— (2). Fossil Mammals of the Tertiary of North-Eastern Colo-
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(Insectivora, Carnivora, Artiodachı yla). 8, F.
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. Bei Felis, Canis, Mus und Cavia fand M. in der Iris ausser den
cireulären Muskelfasern des Sphincter glatte radiäre Muskeln vor.
Der Dilator pupillae besteht aus Drüsen.
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Bespricht die Ernährungsweise des Eichhörnchens.
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von Homo bereits in den ersten Lebensjahren, oder erst in späteren
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melidae). 8, F.
— (3). Die Zahl der Zitzen und die Embryonen bei Mesocricetus
und Cricetus. Zool. Anz. XXIV, 8. 130. (Muridae).
Nach N. haben die @ aller Arten von Mesocricetus acht Paar Zitzen,
die von Oricetus nur vier. Mit der grösseren Zitzenzahl hängt die grössere
Zahl der Embryonen zusammen.
— (4). Ein Schädel des Rhinoceros simus im Naturhist. Museum
zu Hamburg. Ebenda, $. 225—228, fig. (Perissodactyla). 8.
— (5). Ueber Mesocricetus newtoni. 8. B. Naturf. Berlin 1901,
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von Sarepta an der Wolga. Ebenda, S. 137—144. (Camelidae). 8, F.
— (9). Ueber Alactaga williamsi Thomas, von Taliysch-Gebirge
und vom Gr. Ararat. Ebenda, 8. 145 u. 146. (Dipodidae). 8, F.
— (8). Ueber lebende Moschus-Ochsen, welche kürzlich nach
Europa gebracht sind. Ebenda, S. 151—153. (Bovidae). 8.
— (9). Ueber neue Exemplare und neue Fundorte von Meso-
ericetus newtoni Nhrg. Ebenda, S. 153—157. (Muridae). 8.
— (10). Ueber Dipus schluetter. sp.n. und einige andere Nager
aus Palästina. Ebenda, S. 163—176. (Dipodidae). 8, F.
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@. allemandi Bell. Ebenda S. 209—216. (Mustelidae). 8.
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aus Syrien. Ebenda 8. 216—219, (Muridae). 8, F,
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del vitello nutritivo nell’ uovo dei Mammiferi durante i primi tempi
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Die Flüssigkeit der Decidna bildet im 1. Monat die Nahrung des
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Napolı Anno 8, 8. 127—134.
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besteht aus drei Schichten
Pallin, Gustav. Beiträge zur Anatomie und Embryologie der
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P. beschreibt die Körper- und Gliedmassen-Muskeln wie die Ge-
lenke von Chrysochloris.
— (2). On the notches and fissures of the spleen and thei meaning.
J. Anat. Physiol. XXXV, S. 416—427, figg.
Die Einschnite und Fissuren am oberen und unteren Rande der
Milz von Homo entstehen nach P.’s Ansicht durch den Druck der
Eingeweide und an den Insertionspunkten von Ligamenten. Unter-
suchungen an: Cercopitheeus, Phoca, Cervus, Lama.
I. Mammalia für 1901. 3l
— (3). Foramina in the transverse processes of the anterior five
thoracie vertebrae of Galictis vittata. Journ. of Anat. and Physiol.
Bd. 36, t.1.
Behandelt die Foramina in den Querfortsätzen der fünf Thorakal-
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Philippi, R. A. Noticias preliminares sobre los huesos fosiles de
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Edentata). 8, F.
. — (2%). Observaeiones ulteriores sobre los Delfines Chilenos.
Ibid. 1894, S. 1,8; (Cetacea). 8, F. h
— (3). Contribution a la osteolojia del Grypotherium domesticum
Roth., i un nuevo Delphin. Ibid. 1900, 8. 1—8, 3 Taf. (Cetacea und
Edentata). 8.
— (4). Nuevo especie Chilena de Zorras. Ibid. 1901, S. 167—170,
1 Taf. (Canidae). 8, F.
32 l. Mammalia für 1901.
— (5). Beiträge zur Kenntniss der Knochen von Grypotherium
domesticum Roth. Arch. Naturg. 1901, I, S. 271—275, Taf. XV.
(Edentata).
— (6). Tursio (?) chiloensis Ph., eine neue Art chilenischer
Delphine. Ebenda S. 276—278. (Cetacea). 8, F.
Pieconi, Gino. Sul rapporto dei corpuscoli dı Pacin modifieati
coglo organi musculo-tendinei di Golgi e su di uno speciale modo di
aggruppamento dei medesimi nel perimisio del’ Uomo e dello
Scoiattolo. Monit. Zool. Ital., Jahrg. 12, S. 325—327.
Weist auf eigenthümliche Gruppirung der Pacinischen Körperchen
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— (3). Sur la presence de la @azella isabella Gr. dans le Sud-Est
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und Cavva.
Bachmanow, A. W. Zur Frage der Nervenendigungen in den
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R. fand Pacinische Körperchen in der Tunica adventitia der
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— (2). Pluralite des Chryokineses des spermatogonies chez les
Mammiferes (Rat.). C. R. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, S. 56—58.
— (3). Division directe ou bourgeonnement du noyau des sperma-
togonies chez le Rat. Ebenda S. 74—76, fig.
— (4). Sur le mode de formation des chromosomes pendant
les karyokin&ses des spermatogonies chez le Rat. Ebenda, S. 406—407.
I. Mammalia für 1901. 33
;; Bei der Mitose der Spermatogonien von Mus keine Längs-
theilung.
— (5). Note sur les cellules glandulaires de l’epididyme du Rat.
Ebenda, S. 616—618.
Die Epididymiszellen enthalten ein dem Epithel der Hoden-
kanälchen ähnliches Sekret.
— (6). Independance relative de la fonction seeretoire et de la
fonction spermatog ne de l’epithelium seminal. Ebenda 8. 472—473.
Sezerni ung der Sertollischen Zellen, Untersuchungen an Mus,
Canis und Sus.
— (7). Phagocytose dans l’epithelium seminal de spermatozoides
en apparence normaux. Bibl. Anat. Paris, Bd. 9, $. 57—63, 3 figg.
Nicht alle weissen Spermien werden bei Mus ausgestossen, sondern
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Regaud, Cl. u. Policard. (1). Secretion, par les cellules folliculeuses,
d’un produit particulier, et accumulation de ce produit dans le proto-
plasma de l’ovule, ch z le Chien. C. R. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, 8. 449
—450.
— 2). Etude comparative du testicle du Pore normal, impubere
et ectopique, au point de vue des cellules inter;titielles. Ebenda,
S. 450—452.
Die interstiliellen Zellen des normalen Hodens von Sus produziren
ein mit Kupfer-Hämatoxylın sich grau oder schwarz färbendes Sekret,
unabhängig von der Spermatogenese.
— (3). Fonction glandulaire de l’epithelium ovarique et de ses
diverticules tubuliformes chez la Chienne. Ebenda, 8. 615—616.
Ins Ovarıum von Canis eindringende Schläuche, Kerne meist
blass. Funktion wahrscheinlich sekretorisch.
Rehn, 3. A. @. (1). Notes on Chiroptera. P. Ac. Philad. LII,
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34 I. Mammalia für 1901.
— (3). Notes on the Egyptian Jerboa (Dipus jaculus) in captivity
The Zoologist, Bd. V, August, S. 305—309.
Gebahren, Haltung und Pflege der ägyptischen Springmaus in
Gefangenschaft.
— (4). Notes histologiques sur l’ovaire des Mammiferes. (Com-
munications preliminaires). C. R. Ass. Anat. 3. Sess., 8. 45—61,
12 figg.
Sich stärker färbende Kerne im Ovarienepithel und den Schläuchen
bei Canis. Ebenso in Follikeln und Bindegewebe. Ferner Unter-
suchungen an Mus, Cavia und Lepus.
Retterer, E. (1). Evolution de ’amygdale du Chien. C.R. 13. Con-
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des Knochenmarkes. Verh. d. anatom. Gesellsch. 15. Verhandl. 8. 92
Untersuchungen an jungen Thieren von Lepus und Felıs.
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Rehes. Biolog. Unters. Retzius. N.F. Bd. IX. No.9, 8. 109—117.
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Ac. Lincei X, S. 14—17, fig. (Proboscidea). 8, F.
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di Nievole (Lucca). Ebenda, $. 93—98, figg. (Proboscidea). 8, F.
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Membrana tectoria des Meerschweinchens. Anat. Hefte, 1. Abteil.,
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Bestätigt Köllikers Angaben.
Ridewood, W. 6. (1). On the structure of the hairs of Mylodon.
listai and other South American Edentates. Quart. J. Micr. Sci. (2)
XLIV, 8. 393—411, Taf. XXVI. (EZdentata)
R. beschreibt die Haare von Bradypus, Choloepus, M yrmecophaga,
Tamandua, Cyclothurus, Chlamydophorus, Dasypus, Tolypeutes, Tatusia
und besonders Mylodon, vergleicht sie und zieht daraus Schlüsse auf die
Verwandtschaft.
— (2). On the structure of the horny excrescence, known as the
„bonnet‘, of the Southern Right Whale (Balaena australis). P. Zool.
Soc. London 1901, I, S. 44-47, Taf. VI. (Cetacea).
I. Mammalia für 1901. 35
Verf. erklärt die hornigen Auswüchse am Vorderkopfe von Balaena
als Stellen, wo die verhornte Epidermis nicht abgestossen worden ist,
sondern sich angehäuft hat.
Roberts, T. Vaughan. Antumnal litter of Dormice. The Zoologist,
Bd. V, Dezember, S. 472.
Geburt junger Haselmäuse im Herbste.
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Arch. Entwickmech. X, S 525—644, 9 Taf 1900) u. XI, 8. 65—148,
figg. (Cervidae).
R. behandelt Individualpotenz und Existenzbedingungen, Onto-
genese der Geweihe, Gestaltungsfolge, Geweihtypen, individuelle
Variationen, sowie die Vererbung beider.
— (2) 4 Abschnitt. Abnorme Geweihbildungen und ihre
Ursache, ebenda, S. 225—309, Taf. 7—10.
Ursachen: abnormer Bau der Stirnzapfen, Erkrankung, Ver-
letzungen. Verletzung der Vorderbein-Weichtheile wirkt aui beide
Stangen, die eines Hinterbeins auf die Geweihbildung der Gegenseite,
— (3). Meinungen und Tatsachen in Beziehung auf das Geweih der
Cerviden. Naturw. Wochen chr. Bd. XVII, S. 49—52.
— (4. Korrelation zwischen gewissen Organen der Cervidae
und den Geweihen derselben. Tagebl. V. Internat. Zoolog. Kongr.
Nr.6,:8.5.
— (5). Phylogenie des Cervidengeweihee. Ebenda, $. 5—6.
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Kaukasus. Mt. Kaukasus Mus. I, 154 S. (Muridae). 8, F.
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— (6). Die kaukasischen Mesocricetus-Arten nebst Beschreibung
einer neuen Art; Mesocricetus koenigi n. sp. Ibid. XXIII, S. 301—305,
1900. (Muridae). Vermerkt im Zool. Rec. XXXVII, Mamm. $. 12
als von Nehring). 8, F.
— (7). Zwei neue Säugetiere aus Transkausien. Ibid. XXIV.
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— (8). Ueber ein neues Nager-Genus (Prometheomys) aus dem
Kaukasus. Ebenda, S 572—575. figg. (Muridae). 8. F.
Sauvinet, E. Note sur un Ötarie di Californie nee a la Menagerie,
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mir mitgebrachten Tiere. F, 8. |
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Selater, Ph. L (1). Skull and strip of skin of the newly disco-
vered african mammal (Okapia Johnstoni). Tagebl. V. Internat.
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Zool. Soc. London 1901, I, $. 35 auch II, S. 505. (Perissodactyla). 8.
— (3). On a apparently new species of Zebra from the Semliki
Forest. Ebenda, S.50—52 fig. (Perissodactyla). 8, F.
— 4). On a new African Mammal. Ebenda, 8. 3—6, Taf.
(Giraffidae). 8, F.
— (5). Note on Grant’s Zebra. Ebenda, $. 503 u. 504. (Perisso-
dactyla). 8.
Schimkewitsch, W. €. Ueber einen Fall von Heterotopie der
Haare. Trav. Soc. Natural. Petersbourg, Bd. 30, Lief. 4. 1900.
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Haare auf den Knochen eines Schädels von Bos.
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der schwäbischen Alp. Zool. Anz. XXIV, 8. 261—271, fig. (Primates).
Schmaltz, Reinold. Atlas der Anatomie des Pferdes. I. Teil:
Das Skelett des Rumpfes und der Gliedmassen mit Zeichnungen
von Vincenz Umwira. Berlin. 23 Taf.
Schnee. Veränderungen der Wolle bei australischen Schafen.
Zoolog. Garten, Jhg 42, S. 109.
Haare werden länger und weniger dicht.
I. Mammalia für 1901. 37
Schoenemann, A. Beitrag zur Kenntnis der Muschelbildung und
des Muschelwachstums. Anat. Hefte. 1. Abteil. Bd. 18, S. 97—109,
20 Figg.
Untersuchte die Bildung der Nasenmuschel an Zepus und Felis
und beobachtete das Wachsthum ausserdem noch an Bos.
Schoenfeld. H. La spermatogenese chez le Taureau et chez les
Mammiferes en general. Arch. Biol. XVII, S. 1—72.
Sch. giebt eine Beschreibung vom Kerne einer Spermatocyte von
Bos und beschreibt weiterhin eingehend die Spermatogenese.
Schweder, &@. Die Baltischen Wirbeltiere; — Mammalia. Arb.
Ver. Riga X, 8, 1—12. 8, F.
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Selenka, E. (1). Placentaranlage des Lutung (Semnopithecus
pruinosus) von Borneo. S.-B. Ak. München 1901, S.3—14, 1 Taf.
(Primates).
S. beschreibt die Keimblase, den Keimschild und den intevillösen
Raum. Zum Schlusse bespricht er die heterochronischen Verschiebungen
in den ersten embryonalen Organen der Primates.
— (2). Die Gleichartigkeit der Embryonalfötusse bei Primates.
14 Abbild. Biolog. Centralbl. Bd. 21, No. 15, S. 484—49%.
Beschreibung der Embryonen von Homo, Macacus u. a.
— (3). Studien über Entwicklungsgeschichte der Tiere. 9. Heft:
Menschenaffen (Anthropomorphae). Studien über Entwicklung und
Schädelbau. Der Unterkiefer der Anthropomorphen und des Menschen
in seiner funktionellen Entwicklung und Gestalt. Von Otto Walk-
hoff. Wiesbaden, S. 209—327, 59 Figg.
Beschreibung der durch Röntgenstrahlen zu erkennenden inneren
Struktur des Unterkiefers.
Sernoff, D. Zur Frage über die morphologische Bedeutung der
schwanzförmigen Bildungen beim Menschen. Bull. Soc. Moscou 1901,
S. 232—258. (Primates).
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il Rhinoceros merki Jaeg. nel Quaternario di reggio Calabria. Boll. Soc.
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‚Sfameni, Pasquino (1). Gli organi nervosi terminali del Ruffini
ed i corpuscoli del Pacini studiati nelle piante e nei polpastrelli del
Cane, del Gatto e della Scimmia. Memor. Accad. Se. Torino. Bd. 50,
S. 63—80, 3 Taf. “4
Ueber Nerven und ihre Enden im Fettgewebe, Periost und den
Gelenkkapseln des Kniees von Canis. Ruffinische Tastkörperchen
sind druckempfindliche Elemente. Untersuchung an Homo, Primates,
Canis, Felis.
38 I. Mammalia für 1901.
— (2). Contributo allo studio delle terminazioni nervose nei vasi
sanguigni dei genitali feminili esterni. Nota preventiva. Monit. Zool.
Jhg. 12, S.5—6 u. Arch. Ital. Biol. Bd. 36, 8. 255—256.
Fand Nervenendplatten an den Kapillaren und kleineren Arterien
der äusserlichen weiblichen Genitalien von Homo, Canis, Equus, Ovis,
Bos.
— (3). Contributo alla conoscenzo delle terminazioni nervose
negliı organı genitali esterni e nel capezzolo della femmina. Nota
preventiva.. Ebenda, S. 6—10, bezw. S. 256—261.
An den weiblichen Genitalien von Homo viererlei Nervenend-
körperchen, an denen von Canıs zweierlei. Am Ductus lactifer von
Bos und Ovis Krause’sche Keulen.
Sheppard, T. Notes on the skeleton of Sibbald’s Rorqual in the
Hull Museum. Yorkshire Nat. 1901. 8. 233—240. (Cetacea). 8.
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Simionescu J. Ueber das Auftreten von Hipparion gracile in
Rumänien. Verh. geol. Reichsanst. 1901, S.311 u. 312. (Perisso-
dactyla). 8, F.
Morandi, E. u. Sisto, Pietro. Contributo allo studio del reticolo delle
linfoglandule. Atti Accad. Sc. Torino, Bd. 36, S. 94—112, Taf.
Die Lymphdrüsen von Canis, Fe'is, Lepus, Equus, Capra, Bos be-
sitzen ein Reticulum von zweierlei Art
Sixta, V. Vergleichend-osteologische Untersuchung über den
Bau der Füsse der Reptilien, Monotremen und Marsupialier. Zool.
Anz. XXIV, S. 321—332. (Marsupialia, Monotrema).
Verf. vergleicht das Extremitätenskelet von Ornithorhynchus,
Echridna und Dasyurus mit dem von Psammosaurus und Sphenodon und
stellt fest, dass die Monotremata darin viel reptilienartiges behalten
haben.
Sjoerall, Einar. Ueber die Spinalganglienzellen des Igels. Ein
neuer Befund von kristalloiden Bildungen in Nervenzellen. Die intra-
cellulären „Kanälchen“-Systeme. Anat. Hefte. Rd. 18, $. 239—266,
Tar. 19 u. 16.
Untersuchungen an Hystrix und Erinaceus.
Skitkow, B. M. Mus rattus L. im europäischen Russland. Zool.
Anz. XXIV, 8. 171—173. (Muridae). 8, F.
Smirnow, A. E. v. Ueber die Nervenendigungen in den Nieren
der Säugetiere. Anat. Anz. XIX, S. 347—359, Taf. I.
Fand sekretorische und sensible Nerven in Nierenpa’enchym von
Homo, Canis, Felis, Lepus, Mus u. a.
Sobotta, — (1). Die erste Entwicklung des Mäuseeies nach der
Furchung. Verh. Anat. Ges. XXVII, 8.4—11 figg. (Muridae).
er A
I Vo
I. Mammalia tür 1901. 39
Das Ei bleibt drei Tage im Eileiter. Den Uterus erreicht es als
kleinzellige, feste Morula. Weiter bespricht Verfasser die Umwandlihng
des Eies m Uterus. Das Dotterentoderm ist besonders früh entwickelt.
— (2). Ueber den Uebergang des befruchteten Eies der Maus
aus dem Eileiter in den Uterus, die ersten Veränderungen des Eies
in der Gebärmutter und seine Beziehungen zur Uteruswand. Sitz-Ber.
Physik. Med. Ges. Würzburg, S. 23—27.
Das Ei von Mus bleibt drei Tage im Eileiter.
Sokolowsky, Alexander. Das neu entdeckte Säugetier Okapia
Johnstoni. 1 Abb. Naturw. Wochenschr. Bd. XVII. No. 3. 8.33. 8.
Sordelli, T. I Buoi Muschiati del Museo dı Milano. Attı Soc.
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Southwell, T. Notes on the Seal and Whale fishery of 1900.
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Spampani, Giuseppe. Alcune ricerche sull’ origine e la natura del
vitreo. Monit. Zool. Ital. Jhg. 12, S. 145—153, 1 Taf.
Deutliche Grenze zwischen Linse und Glaskörper und diesem und
Retina fand Verf. bei Canis, Felis, Vesperugo, Cavia, Mus, Ovis, Bos
u. 2.
Spee, Graf F. Die Implantat'on des Meerschweincheneies in die
Uteruswand. Zeitschr. Morph. u. Anthrop. Bd. 3, S. 130—183, 3 Figg.
Taf. 5—11l.
Verlegt die Kräfte, die das Ei fixiren, ins Ei selbst.
Spule, A. Ueber die Teilungserscheinungen der Eizellen in
degenerirenden Follikeln des Säugerovariums. Anat. Hefte I. Abt.,
Bd. 16, S. 85—114, Taf. 5 u. 6.
Auftreten von Mitosen in Ovarienleitern von Cavra.
Staurenghi, €. Note dieraniologia.. Ann. Mus. Civ. Genova,
Bd. 20, 8. 635—660, 2 Taf.
Behandelt Sutura fronto -ineisiva bei Semnopithecus cristatus,
Nasalia von Satyrus und anderen Affen.
Stone, A. J. Some results of a natural history journey to Northern
British Columbia, Alaska, and the North-west Territory. Bull. Amer.
Mus. XIII, S. 31—62 (1900). 8, F.
‚ Storch, August. Untersuchungen über den Blutkörperchengehalt
des Blutes der landwirtschaftlichen Haussäugetiere. Berner Dissert.
Karlsruhe, 52 S.
Untersuchungen an Föten und ausgewachsenen Tieren von Bos,
Ovis, Capra, Sus, Equus.
Strahl, H. Eine neue Placentarform. Verh. d. Anatom. Gesellsch.
15. Verhandl. S. 89—91.
Kurze Notiz über die Placenta von Centetes ecaudatus, die er von
einem mit einem Stile der uterinen Seite aufsitzenden Blutextravasat.
durchbrochen fand. 3
Strahl, H. u. Henneberg, B. Ueber Rückbildungserscheinungen
am graviden Säugethieruterus. Anat. Anz. XX, 8. 20-27.
Verff. untersuchten die Rückbildung einzelner Fruchtkammern
von Putorius, Talpa, Cricetus, Lepus. Stets geht das Placentarlabyrinth
40 I. Mammalia für 1901.
rasch zurück, die mütterlichen Theile ausserhalb des Labyrinthes erst
nach längerer Zeit.
v. d. Stricht, 0. (1). L’atresie ovulaire et l’atresie folliculaire du
follieule de Graaf dans l’ovaire de Chauve-souris. Communication
preliminaire. Verh. d. Anat. Gesellsch. 15. Vers. S. 108—121
Verf. fand Ovocyten 2. Ordnung im Ovarıum von Vesperugo
noctula und V. pipistrellus, Vespertilio und Plecotus.
— (2). La rupture du follicule ovarique et l’histogenese du corps
jaune. Compt. Rend. Assoc. Anatom. 3. Sess. $. 33—40.
Ueber Abstammung der Luteinzellen der ge!ben Körper der
Chiropteren.
Studer, Th. Die prähistorischen Hunde in ihrer Beziehung zu den
gegenwärtig lebenden Rassen. Mit 1 Taf. Abhandl. d. Schweiz.
paläontol. Gesellschaft, Bd. 28. Nr. 1.1378. SF.
Suchard. E. Observations nouvelles sur la structure du ronc de
la veine porte du Rat, du Lapin, du Chien, de ’Homme et du Poulet.
C. Rend. Soc. Biol. Parıs. Bd. 53, S. 192—194.
Vena portae von Homo, Canis, Lepus, Mus enthält circuläre und
longitudinale Muskelfasern, die von Vögeln nicht.
Sudler, Mervin, The architecture of the gall-bladder. Bull. J.
Hopkins Hosp. Baltimore. Bd. 12, S. 126—129, 2 Taf.
Beschreibt Wandstruktur, Nerven und Gefässe der Gallenblase von
Canis, Felis, Sus und Bos.
Süssbach, Ss. Der Darm der Cetaceen. Jena. Zeitschr. XXXV,
S. 495—542, Taf. XVI u. XVII. (Cetacea).
S. untersuchte Phoeaena communis, Delphinapterus leucas, Hypero-
odon rostratus, Balaenopterus physalus. Verf. stellt weiter das über den
Darm der Cetacea bisher Bekannte zusammen, vergleicht den Darm
der Zahn- und der Bartenwa e und betrachtet den Darm der Landsäuger
im Allgemeinen.
Szombathi, Josef. Die Markhöhle in den langen Knochen von
Elephas primigenius. 9 Textbilder. Mittheil. d. Anthropol. Ges.
Wien, Bd. 31. Heft 3/4, S. 74-88.
Tändler, J. Zur vergleichenden Anatomie der Kopfarterien bei
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— (4). A new Scotophiline Bat from British East Africa, with
the descripition of a new genus of the group. Ebenda, S. 263—265.
(Chiroptera). 8, F.
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Tatu from South America. Ebenda 8. 366—371. (Chiroptera,
Rodentia, Edentata). 8, F.
— (6). On a new genus and species of Vespertilionine Bat from
East Africa. Ebenda S. 460—462. (Chrroptera). 8, F.
— (#). New Myotis, Artibeus, Sylvilagus and M tachirus from
Central and South America. Ebenda S 541 —555. (Chiroptera,
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(Chiroptera). 8, F.
— (13). New species of Macroscelides and Glauconycteris. Ebenda
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— (14). New Neotropical Mammals, with a note on the species
of Rheitrodon. Ebenda 8. 246—255. (Chiroptera, Carnivora, Ro-
dentia). 8.
— (15). New insular forms of Nasua and Dasyprocta. Ebenda
S. 271—273. (Procyonidae, Dasyproctidae) 8.
— (16). On a collection of small Mammals from the Upper Nile
obtained by Mr. R. M. Hawker. Ebenda $. 274—278. (Rodentia).
S, F.
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from South America. Ebenda $. 536—539. (Rodentia). 8, F.
— (20). The name of the Ard - Vark. P. Soc. Washington XIV,
S.24. (Edentata). 8.
— (21). The name of the Och toma. Ebenda. (Rodentia). 8.
— (22). The name of the Viscacha. Ebenda 8.25. (Rodentia). 8.
— (23). A new Spiny Rat from La Guaira, Venezuela. Ebenda
S.27 u. 28. (Octodontidae). 8, F.
— (24). The generic names Myrmecophaga and Didelphys. Amer.
Natural. XXXV. S. 143—145. (Edentata, Marsupialia). 8.
42 I. Mammalia für 1901.
— (25). On the Mammals of the Balearic Islands. P. Zool. Soc.
London 1901, I, 8. 35—44. (Insectivora). 8, F.
— (26). On the more notable Mammals obtained by Sir Harry
Johnston in the Uganda Protectorate. Ebenda, II, S. 85—90, Taf.V.
(Primates, Viverridae, Ungulata). 8, F.
— (27). Note on the Type specimen of Rhinoceros lasiotis Sclater;
with remarks on the generic position of the living species of Rhinoceros.
Ebenda S. 154—158. (Perissodactyla). 8.
— (28). On the five-horned Giraffe obtained by Sir H. Johnston
near Mt. Elgon. Ebenda S. 474—483. (Giraffidae). 8, F.
— (29). Une Antilope nouvelle. An. Mus. Congo (1) II, 8. 15
u. 16, Taf. VI. (Bovidae). 8.
— (30). On some Kangaroos and Bandicoots from Barrow Island
N. W. Australia and the adjoining mainland. Nov. Zool. VIII. S. 394
—35%. (Marsupiala). 8, F.
Thompson, d’A. W. (1). Risso’s Dolphin, a Cetacean new to the
Irish fauna. Irish Natural. X, S.88 u. 89. (Cetacea). 8, F.
— (2). Note on the Dolphin showing traces of an encounter with
a Cuttlefish. Ann. Nat. Hist. (7) VII, S. 503—505, fig. (Cefacea).
Thomson, Arthur. A remarkable condition in a rabbit simulating
the occurrence of a double hart. Mit 2 Holzschnitten. Journ. of
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Tims, H. W. M. Tooth-genesis in the Caviidae. J. Linn. Soc.
Zool. XXVIII, S. 261—290, Taf. XXVI. (Caviidae).
T. fand bei Embryonen von Cavia keine prälakteale Dentition.
Der Milchzahn gehört seiner Form nach zu den Molaren, der Ersatz-
zahn zu den Prämolaren. Die Molaren gehören zum zweiten Gebiss.
An den Molaren Epithelgebilde.
Totsuka, F. Ueber die Centrophormien in dem descemetschen
Epithel des Rindes. Intern. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. Bd. 19,
B. 68—73, fig.
Untersuchung an Bos, stellt im Descemetschen Epithel die von
Ballowitz beschriebenen Centrophormien fest.
Toula, F. Das Nashorn von Hundsheim bei Deutsch-Altenburg
in Niederösterreich. Verh. geol. Reichsamt. 1901, $.309—311.
(Perissodactyla). F, 8.
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queue des Rongaws. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris Bd. 53, 8. 676
—677.
Die oberflächlichen Schwanzsehnen von Mus bestehen aus zwei
Theilen.
Tournouer, A. Sur le Neomylodon et l’Hyimch@ de Indiens
Tehuelches. Bull. Mus. Paris 1901. S. 343—344. (Edentata). 8, F.
Tretiakoff, V. Zur Frage über die Nerven an den Haaren. Vor-
läufige Mittheilung. Trav. Soc. Natural. Moscou. Bd. 31, S. 391—394.
Am Halse der Sinushaare des Rüssels von Sus drei Nerven-
endigungen. An sinuslosen Haaren diese einfach,
I. Mammalia für 1901. 43
van Trostenburg, I. A. Die topographische Beziehung der Tränen-
drüse zur lateralen Orbitalwand als Differenzmerkmal zwischen Ost-
und Westaffen. 9 Abbild. Petrus Camper. 1 D., 2. Aufl. S. 208—227.
_ Tsehaganasky, N. Zur Frage über den anatomisch-histologischen
Bau der Haut des Sinus maxillaris bei Säugethieren (Vorläufige
Mittheilung). Trav. Soc. Natural. Petersbourg. Bd. 31, 1900,
S. 153—154.
Tschistowitsch, N. u. Piwowarow, W. Die Morphologie des
Kaninchenblutes im Fötalzustande und in den ersten Lebenstagen.
Arch. mikr. Anat. LVII, 8. 335—345. (Leporidae).
Verff. untersuchten das Zahlenverhältniss der körperlichen Be-
standtheile des Blutes an Föten von Lepus. Das fötale Blut besitzt
wenig Leutocyten. Diese vermehren sich nach der Geburt schnell.
Turner, John. Öbservations on the minute structure of the brain
as revealed by the Methylene Blue und proxide of hydrogen method
of staining the tissue direct on its removal from the body. Brain
Bd. 24, S. 238—256, 18 figg.
Untersuchungen an Felis, Mus, Erinaceus.
Ussow, 8. S. Ueber Alters- und Wachstumsveränderungen
am Knochengerüst der Haussäuger. Arch. Prakt. Wiss. Tierheilk.
Bd. 27, 8. 339—394, 3 Taf.
Vaerst, K. u. Guillebeau, A. Zur Entwicklung der Niere beim
Kalbe. Anat. Anz., Bd. 20, 8. 340—347, 8 figg.
Bei 4%, gesunder, gut genährter Kälber tritt weisse Fleckniere
in verschiedenem Zustande auf.
Vallentin, R. Fauna and Flora of the Falklands. I. Inst. Corn-
wall XIV, 8. 339—364, 0 figg. (Cetacea). FR, 8.
Varaldi, L. (1). Sulla frequente presenza di elementi cartilaginei
nello spessore dei tendini regli Animalı domestici. Parma, 118.
— (2). Su di una speciale disposizione dell’ aponeurosi del m.
obliquus externus abdominis nei Solipedi e nei Ruminantia. Milana,
15 8.
Versari, Riccardo. Contributo alla conoscenza della morfogenesi
degli strati vascolari della corvide nell’ ochio dell’ Uomo e di altrıi
Mammiferi. Ricerche Lab. Anat. Roma Bd.8, 8. 1-31, Taf. 1—3.
Pr nn Gefässanordnung in der Chorioidea von Homo, Sus,
vis, Bos.
Vineenzi, Liviv. (1). Sul revestimento delle cellule nervose. Anat.
Anz. Bd. XIX, 8. 33—42, 20 figg.
5 Untersuchungen der Medulla oblongata von Canis, Felis, Cavia,
epus.
— (2). Sulla fina anatomia del nucleo ventrale dell’ acustico.
Anat. Anzeiger. Bd. 19, 8. 33—42, 20 figg.
Behandelt Akustikuskern von Felis
— (3). Di aleuni nuovi fatti risguardanti la pina anatomia del
nucleo del corpo trapezoide. Ebenda 8. 359—364, 8 figg.
Bestandtheile der Heldschen Akustikuskelche des Trapezkernes.
44 I. Mammalia für 1901.
Violett, P._ Absence de vaisseaux dans l’&pithelium olfactif du
Cobaye. Bull. Mem. Soc. Anat. Paris, S. 153.
Behandelt das Riechepithel von Cavva.
Vram, U. 6. Icrani dı Gorilla (Gorilla gina) del Museo di Genova.
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Besonderer Charakter glockenartige Sutura maxillo - prae-
maxillaris.
Waite, E.R. A description of Macropus isabellinus Gould. R. Rec.
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Walkhoff, —. Die Unterkiefer der Anthropomorphen. Biol.
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Wallenberg, A. Das basale Riechbündel des Kaninchens. Anat.
Anz. XX, S. 175—137, figg. (Leporidae).
W. bespricht den Ursprung des basalen Riechbündels von Lepus
aus der basalen Schicht der Area olfactoria und beschreibt das Riech-
bündel eingehend.
Wallinger, W. A. „Kills“ by Carnivorous Animals. J. Bombay
Soc. XIII, S. 632—640. (Carn vora). 8.
Watt, H. B. Mammalia of Clyde distriet. Brit. Assoc. Handbook
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Weigener, K. Bemerkungen zur Entwicklung des Ganglion acustico-
facıale und des G. semilunare.. Anat. Anz. Bd. IXX, S. 145—155.
6 fige.
W. untersuchte Spermophilus, Sus und Homo, fand keine
Verbindung mit dem Ektoderm.
Wells, Comment se comportent les animaux sauvages a l’egard
de ’homme. Rev. Scientif. t. 15, Nr. 11, S. 345—346.
Werner, H. Die Rinderzucht. Körperbau, Schläge, Züchtung,
Haltung und Nutzung des Rindes. Praktisches Handbuch. 2. Aufl.
31 Abbild. im Text. 120 Tafeln, 638 S.
Weiss, A. Die Entwickelung der Wirbelsäule der weissen Ratte,
besonders der vordersten Halswirbel. Zeitschr. wiss. Zool. LXIX,
8. 493—532, Taf. XXXVII u. XXXIX. (Muridae).
W. unterscheidet in der Anlage der Wirbelbogen eine Horizontal-
platte, eine Vertikalplatte und den eigentlichen Wirbelbogen. Körper
und Bogen verknorpeln unabhängig von einander. Ventrale Spange
findet sich nur am Atlas und am Oceipitalwirbel. Infolge Rückbildung
hat dieser keinen Körper.
Wherry, @. Direction of spirals in horns. Nature LXIII, S. 252.
(Bovidae).
— (2). The value of the horns in Bighorn Wild Sheep as ear-
trumpets. Ibid. LXV, 8. 127. (Bovidae).
Wiedersheim, R. (1). Beiträge zur Kenntniss der äusseren Nase
von Semnopithecus nasicus. Eine physiognomische Studie. Zeitschr.
f. Morph. u. Antropol. Stuttgart, Bd. 3, S. 300—350, 9 figg., Taf. 21—24.
I. Mammalia für 1901, 45
Die Nase ist ein sehr bewegliches Organ, zwischen einem Rüssel
und der Nase von Homo stehend.
— (2). Nachträgliche Bemerkungen über den Semnopithecus
nasicus und Beiträge zur äusseren Nase des Genus Rhinopithecus.
Ebenda, 8. 576—582, 2 figg. '
W. berichtet über die äussere Nase von Semnopithecus nasicus
nach Untersuchung zweier Föten und nach der Litteratur. Die mimische
Muskulatur ist gering, erinnert an die der Halbaffen. Die Prominenz
der Nase ruht auf dem vorgeschobenen Septalknorpel. W. leitet
S. nasicus von einer 8. entellus-Form ab.
Wiesel, Josef. Ueber die Entwicklung der Nebenniere des
Schweines, besonders der Marksubstanz. Anat. Hefte, 1. Abtheil.,
Bd. 16, S. 115—150, Taf. 7—11.
Die Rindensubstanz der Nebennieren von Sus leitet W. von einer
Verdickung des Cölomepithels ab. Das Mark stammt nur vom Sym-
pathicus ab. Die Beziehungen von Mark und Rinde sind topischer
Natur. Die chromaffinen Zellen sind Bestandtheile des Sympathicus.
Windle, B. €. A. On the muscles oı the Ungulata. P. Zool. Soc.
London, 1901, II, S. 656— 704, figg.
v. Winiwarter, H. DBeirag zur Öogene e der Säugethiere.
Centralbl. . Phys. Bd. 15, S. 189—191.
Untersuchungen am Menschen und Kaninchen.
Woodward, A. S. On the bone-beds of Pikermi, Attica and on
similar deposits in Northern Euboea. Geol. Mag. (4) VIII, S. 481
—486. F.
Workmann, W. H. (1). The hedgehog near Belfast. Irish Na-
turalist, Bd. XI, 8.24. 8, F.
— (2). The Vision of Whales. Irish Naturalist, Bd. 10, Nr. 2, S. 51.
Wortmann, 3. L. (1). A new American species of Amphicyon.
Amer. J. Sci. (4) XI, S. 200-204. (Canidae). 8, F.
— (2). Studies of Eocene Mammala in the March Collection
Peabody Museum. PartI. Carnivora. Ebenda 8. 333—348, 437—450,
Taf. V u. VI, XII, S. 143—154, 193—206, 281—296, 377—882, 421
—432, Taf. I-IV, VII u. VIII. (Carnivora). 8.
Wortman, 3. S. The probable successors of certain NorthAmerican
Primates. Journ. An. Phys. Bd.34. 8.
v. Wrangel, Graf €. ©. Das Buch vom Pferde. Ein Handbuch
Bi a Besitzer und Liebhaber von Pferden. 4. verb. Auflage.
ief. 1—2.
Wrench, Thomas. Native cats as fruitcaters. Agricult. Gaz.
N. S. Wales. Bd. 12, $. 1651.
Neuseelandkatzen als Fruchtfresser.
Wüst, E. Untersuchungen über das Pliozän und das älteste
Pleistozän Thüringens. Abh. Ges Halle XXIII, 8. 1—356, Taf. I-IX.
(Perissodactyla). 8, F.
v. Zeissl, M. Ueber die Innervation der Blase und der Harnröhre
des männlichen Hundes. Centralbl. f. Phys. Bd. 15, 8. 126.
46 l. Mammalia für 1901.
Durch Reizung des Nervus erigens tritt Contraction der Längs-,
Erschlaffung der Ringmuskulatur ein.
Ziehen, T. Die Centralnervensysteme der Monotremen und
Marsupialier; II. Mikroskopische Anatomie. Der Faserverlauf im
Hirnstamm von Pseudochirus peregrinus. Denk. Ges. Jena VI.
Semon’s Reise III, 8. 679— 728, Taf. XXXIII—XXXIX. (Marsu-
pialıa und Monotremata).
Verf. beschreibt den Faserverlauf und die Kerngruppirungen im
Hirnstamm von Pseudochirus, wie sie sich auf Schnitten zeigen.
Zimmerl, Ugo. (f). Intorno ad un’ anomalia della ossa nasali
in aleune specie di Animalı domestiei. Monit. Zool. Ital. Anno 12,
8. 43—50, 5 figg
Beschreibt durch quere Struktur getheilte Nasalia von Zquus
und Sus.
— (2). Ricerche anatomo-comparate sui vasi cardiacı degli Animalı
domestici, Parma 1900. 36 S., 3 Taf.
Untersuchungen an den Herzklappen der Haussäugethiere.
Zoth, ©. Ein Beitrag zu den Beobachtungen und Versuchen an
japanischen Tanzmäusen. Arch. Ges. Phys. Bd. 86, 8. 147—176,
2 figg., Taf. 4.
Tanzmäuse besitzen nach Ansicht des Verfassers sehr voll-
kommenes Gleichgewichtsvermögen. Leistungsfähigkeit des Muskel-
apparates ist dagegen vermindert.
Zuckerkandl, E. (1). Zur Morphologie der Affenspalte. Centralbl.
Phys. Bd. 15, 8. 501—504.
a an Homo, Papio, Ateles, Lagothrix.
(2). Zur Anatomie von Chiromys madagascariensis. Denk.
Ak. Wien LXVIII, S. 89—200, Taf. I-X. (Primates). 8.
Zürn, E. (1). Die Hausziege. Leipzig, 72 S., 1 Abb.
— (2). Das ostfriesische Milchschaf. Ebenda 31 S., 1 Abb.
Zumstein, — Ueber den Bronchialbaum der Säuger und Vögel.
SB. Ges. Marburg 1900, S. 39—48.
II. Uebersicht nach dem Stoff.
1. Allgemeine und vergleichende Anatomie.
Anatomie von Cavia (unvoll.).. Alezais (1). — Anatomie von Callithrix
torquata. Beddard (2). — Anatomie von Chlamydophorus truncatus. Burne. —
Anatomie von Cogia brevipes. Benham (2). — Vergleichende Osteologie von
Gerbillus und Dipus. Lyon. — Monotremata, allg. Anatomie. Nusbaum. —
Anatomie der Katze. Reighard u. Jennings. — Anatomie von Potamogale velox.
Seabra. — Anatomie von C'hiromys madagascariensis. Zuckerkandl (2).
Morphologie der Affenspalte (Homo, Papio, Ateles, Lagothrix). Zucker-
kandl (1).
I. Mammalia für 1901. 47
2. Lebensweise.
Tapfere Häsin. Böttger. — Neugierde von Mecrotus agrestis. Campbell.
— Der Biber in Westpreussen. Dahms (1). — Der Biber. Dahms (2). — Nestbau
von Muscardinus avellanarius. NForrest (1). — Herbstwurf von Muscardinus
avellanarius. Forrest (2). — Schädigung junger Anpflanzungen durch Lepus
cuniculus. Garman. — Equus przewalskyi im Zool. Garten und in der Freiheit.
Greve. — Das Thierleben der Erde. Haacke-Kuhnert. — Der Erdwolf (Proteles
cristatus) in Transvaal. Haagner. — Das Blasen der Wale ist ein Ausblasen von
Luft, nicht Wasserdampf. Henking (1). — Das Gebären der Elephanten. Henning.
— Tafelfreuden der nordamerikanischen Thierwelt. v. Kadriich (2). — Er-
probung der niedrigsten, Lepus erträglichen Kältegrade. Lagriffe u. Maurel.
— Lebensweise von Lagomys pusillus. Lindholm. — Beisplel von Anpassung
(Cervidae). Lydekker (8). — Lebensweise von Camelus bactrianus. Lydekker (12).
— Versuche der Einführung fremden Rot- und Rehwildes in Deutschland und
ihre Aussichtslosigkeit. Matschie. — Nahrung.der Seelöwen. Merriam. — Nahrungdes
Eichhörnchens. Moffat. — Marmotta marmotta überwinternd. Monti. — Biologisches
vom Eisbären. Müller (1). — Polarwolf und Moschusochse in Ostgrönland.
Nathorst. — Leben der Monotremata.. Nusbaum. — Winterleben von Palpa
europaea. Remus. — Geburt junger Haselmäuse im Herbste. Roberts. Chi-
roptera, Ueberwintern von. Rulot. — Aus Aequatorial-Ostafrika mitgebrachte
Thiere, Colobus caudatus und Connochaetes jubatus, Lebensweise und Ernährung.
Schillings.. — Tragen junger Fledermäuse durch ihre Mütter. Shipworth. —
„Morde“ durch fleischfressende Säugethiere. Wallinger. — Verhalten der Thiere
beim Anblick des Menschen. Wells. — Neuseelandkatzen als Fruchtesser.
Wrench.
3. Thiere in der Gefangenschaft.
Das schottische Parkrind (histor. Skizze). Grev& (1). — Equus przewalskyi
Poljakoff im Moskauer Zoologischen Garten. Greve (3). — Eichhörnchen in
Gefangenschaft. Hornung (3). — Psychologische und biologische Beobachtungen
aus dem Affenhause des hannoverschen Zoologischen Gartens. Knottnerus-
Meyer (1). — Geburt junger Nasenbären (Nasua rufa Desm.) in einem Gesell-
schaftskäfige von Affen. Knottnerus-Meyer (2). — Lebensweise von La-
gomys pusillus Pall. in Gefangenschaft. Lindholm. — Ovibos und Bison
bison in Woburn Abtei. Lydekker (1). — Equus przewalskyi in Woburn
Abtei. Lydekker (2). — Das Altern des Moschusochsen in Woburn Abtei.
Lydekker (3). Moschusochse im Zool. Garten zu Kopenhagen. Madsen. —
Dipus jaculus in Gefangenschaft. Renshaw. (3) — Geburt eines Seelöwen in
einer Menagerie. Sauvinet. — Gnus und Guerezas aus Aequatorial-Ostafrika,
Lebensweise in der Freiheit und Gefangenschaft. Schillings.
4. Hausthiere.
Angoraziegen. Blaxland. — Gestüte des In- und Auslandes. Bräuer. —
Die Simmentaler und ihre Zucht. Dettweiler. — Die russischen Pferde. Diftloth.
— Hauskatze in Deutschland. v. Droste-Hülshoff. — Rationelle Kaninchen-
zucht. Hasbach. Anleitung zur Ziegenzucht. Hilpert. — Spezielle Pferde-
zucht. Hoffmann. Klugheit eines Hundes. Hornung (1). — Trinkende
48 I. Mammalia für 1901.
Kaninchen. Hornung (2). — Stummelschwänzige Hauskatze und ihre
Nachkommenschaft. Kennel. — Praktische Ziegenzucht. Lang. — Der Coati
(Nasua) als Hausthier. Leckie. — Das Pferd in der Volksmedizin. v. Negelein.
— Kater als Amme. Perez. — Rinderzucht. Werner. — Das Buch vom Pferde.
v. Wrangel, Graf €. — Die Hausziege. Zürn. (1) — Das ostfriesische Milchschaf.
Zärne (2).
5. Ausrottung, Jagd, Missbildung, Bastarde, Varietaten.
Schädelvariation bei Macropus bennetti. Bensley (3). — Schädel einer
alten Ricke. Blasius. — Echidna mit acht Nackenwirbeln. Broom (1‘. — Der
Dugong (Halicore australis) ausgerottet. Finsch. — Veränderungen der Hinter-
beinknochen von Canis bei Fehlen der Vorderbeine Fuld. — Auftreten und
Fang von Physeter macrorephalus L. Guldberg. — Hautverletzungen von
Delphinus delphis. Harmer. —- Gehörnte Ricke. Harting. — Norwegens Wal-
fang. Henking (2). — Polydaktylie bei Katzen. Ingram. — Bekämpfung der
Hamsterplage. Jacobi. — Die Zoologische Frage Nordamerikas. v. Kadich (3).
— Folgen von Verletzungen der unteren Olive von Felis. Keller, R. — Stummel-
schwänzige Hauskatze und ihre Nachkommenschaften. Kennel. Früheres
Vorkommen des Moschusochsen in Mähren. Kriz. — Anomalieen der Schneide-
zähne der Leporidae. Ledouble. — Syndaktylie der mittleren Finger der Artio-
dactyla. WLesbre (1). — Schädel von Canis vulpes mit je zwei Eckzähnen in jeder
Hälfte des Oberkiefers. Lydekker (13). — Polarjagd auf Moschusochsen und
Eisbären. Madsen. — Uebertragung sekundärer Geschlechtscharaktere von
Männchen auf Weibchen. Major, L. — Weisswerden der Haare. Metehnikoff.
— Jagd auf Pricheckus. Müller (2). — Partieller Albinismus. Neveu-Lemaire.
— Ausrottung von Hypotragus leucophaeus. Benshaw (2). — Das echte Quagga.
Renshaw (1). — Abnorme Geweihbildungen. Roerig (2). — Rudimentärer Schwanz
beim Menschen. Gernoff. — Robben- und Walfang von 1900. Southwell. —
Ein Delphin mit Narben von einem Fische. Thompson (2). — Kaninchen mit
einem scheinbar doppeltem Herzen. Thomson. — Polydaktylismus bei Katzen.
Winnington-Ingram.
6. Nomenklatur.
Gattungsnamen Didelphys und Philander. Allen (5). — Gattungsnamen
Myrmecophaga und Tamandua und die Artnamen der Gattung Didelphys.
Allen (13). — Gattungsnamen der Chinchillidae Allen (14). — Namen einiger
südamerikanischer Säugethiere. Allen (15). — Gattungsnamen der Mephitinae.
Allen (16). — Das Genus Pteronotus wieder Dermonotus genannt. Gill. — Der
erste Gattungsname des nordamerikanischen Seelöwen. Palmer. — Nord-
amerikanische Landthiere (Didelphys marsupialis L.).. BRehn. — Name des Erd-
ferkels.. Thomas (20). — Name von Ochotona.. Thomas (21). — Name des
Viscacha. Thomas (22). — Gattungsnamen Mwyrmecophaga und Didelphys.
Thomas (23).
7. Ontogenie und Phylogenie.
Phylogenese der Marsupialis. Bensley. — Phylogenie der Primates.
Brown. — Mäuseei in der Uterusschleimhaut. Burckhardt, 6. — Anordnung
I. Mammalia für 1901. 49
der Spermatozoiden in den Samenleitern von Canis, Lepus, Cavia. Andrian.
— Entwicklung des Embryos von Canis. Bonnet. — Implantation des Eies im
Uterus von Mus musculus. Burckhardt, & — Ableitung der Marsupialia von
Baumbewohnern. Dollo. — Ontogenese des Gehirns von Erinaceus europaeus.
Grevenberg. — Frühe Entwicklungsstadien von Capreolus capreolus und
Gastrulation im Allgemeinen. Keibel. — Abstammung des Bündnerschafes und
des Torfschafes. Keller, Konrad. — Ursprung der Säugethiere. Kingsley. —
Embryotrophe von Eqguus. MKolster (2). — Veränderungen in den Eiern der
Ovarien von Cavia. Loeb. — Abstammung des (amelus bactrianus. Lydekker (12).
— Ernährung des Embryo durch die Flüssigkeit der Decidua. Paladino, 6.
(1 u. 2). — Fissuren der Milz von Cercopthecus, Phoca, Cervus, Lama. Parsons. (2)
— Entwickelung und Verknöcherung des Sternum, beim Menschen und Säuge-
thieren. Paterson. — Entwickelungsgeschichte von Capreolus und Rangifer.
Retzius, L. — Embryonale Membrana tectoraria von Cavia. Rickenbacher. —
— Spermatogenese bei Bos. Schönfeld. — Embryonalfötusse der Primates.
Selenka. — Entwickelung des Eies von Mus nach der Furchung. Sobotta (1).
— Uebergang des Eies von Mus aus dem Eileiter in den Uterus. Sobotta (2%). —
Implantation des Eies von Cavia. v. Spee. — Rückbildungen am graviden Uterus
von Putorius, Talpa, COricetus, Lepus. Strahl u. Henneberg. — Entwickelung
der Niere beim Kalbe. — Vaerst u. Guillebeau. — Oogenese der Mammalia
v. Winiwater.
8. Muskeln und Bänder.
Transversale Muskelbündel im Dünn- und Dickdarm von Canis. Albini. —
Muskeln der Hinterbeine von Macropus bennetti. Alezais (2). — Muskulatur von
Cavia (unvollendet). Alezais (3). — Muskeln und Speicheldrüsen von C'hlamy-
dophorus truncatus. Burne. — Elastisches Band am Hinterbeine von Bos. Carucei.
— Muskelspindeln von Felis, Mus, Hystrix, Bos. Crevatin (%). — Vergleichende
Histologie der Mammalia. Ellenberger u. Günther. — Longitudinal-Bündel und
Deiters’scher Kern von Primates und Felis. Fraser. — Skelett und Herzmuskel-
gewebe der Mammalia. Godlewski (1). — Entwickelung des quergestreiften
Muskelgewebes von Cavia, Lepus, Mus, Ovis. Godlewski (2). — Abstammung
des Musculus diaphragmaticus von Homo, Primates, Prosimiae, Insectivora,
Carnivora, Rodentia, Marsupialia, Monotremata. v. Gössnitz. — Bauchmuskeln
von Simiidae, Canis, Ursus, Mus, Cavia. Hofmann. — Kontraktile Fibrillen in den
Herzmuskelzellen von Embryonen von Lepus. Hoyer. — Musculus pronator
teres, vergl. Anatomie. Kolster (1). — Muskeln von Homo und Mammalia. Les-
bre (3). — Muskeln des dilator pupillae. Miyake. — Muskeln und Bänder von
Chrysochloris tevelyani. Parsous. — Muskelfasern der Vena postae von Homo,
Canis, Felis, Mus. Suchard. — Oberflächliche Schwanzsehnen von Mus. Tour-
neux. — Besondere Art von Aponeurose des Musculus obliquus externus abdo-
minalis bei den Runimantia. Varaldi (2). — Aeussere Nase von Semnopithecus
nasicus. Wiedersheim (1). — Aeussere Nase der Gattung Rhinopithecus. Wieders-
heim (2). Muskeln der Ungulata. Windle.
Arch. i, Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (I.) 4
50 I. Mammalia für 1901.
9. Haut und Hautgebilde.
Verhornung der Hufe bei Embryonen von Sus. Abel. — Heilung der Epidermis
an Zunge und Unterlippe von Lepus. Apolant. — Hautbepanzerung fossiler Zahn-
wale (Cetacea). v. Bardeleben. — Hornwindungen (Bovidae). Blanford (2). —
Backentaschen von Coelogenys und Cricetus. Brandt. — Mesoderm von Embry-
onen von Mus. Capobianco. — Schleimhautfalten der Mundhöhle von Primates,
Carnivora, Rodentia, Ungulata, Marsupialia. Favare. — Hautpanzer von Delphinus
delphis. Harmer. — Richtung der Haare. Kidd. — Geweih von Riesenhirsch Loenn-
berg, — Haare der Equidae. Marshall, F. H. A. (3). — Beschreibung der Geweihe
und Gehörne von Cervus elaphus, Dama dama, Capreolus capreolus, Alce salus
Bison bonasus, Rupicapra tragus, ferner von Ü. asiaticus, ©. maral, Capra sakin,
Ovis ammon, O. himsi, von Matschica, Eudorcas, Aepyceros, Bubalis, Cobus,
Strepsicerastes, Nesotragus u. a., sowie der Häute von Felis leo, Leopardus u. a.
Matschie. Die siebente deutsche Geweihausstellung zu Berlin 1901. — Weiss-
werden von Haaren. Metsehnikoifi. — Papillar-Muskeln. Miyake. — Haare von
Bradypus, Choloepus, Myrmecophaga, Tamandua, Cyclothurus, Chlamydophorus,
Dasypus, Tolypeutes, Tatusia, M ylodon. Ridewood (1). — Hornige Auswüchse am
Vorderkopfe von Balaena. Ridewood (2). — Geweihentwickelung und -bildung.
Roerig (1 u. 5). — Meinungen und Thatsachen in Beziehung auf das Cerviden-
Geweih. Roerig (3). — Korrelation zwischen dem Geweih und anderen Organen.
Roerig (4). — Heterotopie der Haare von Bos. Schimkewitsch. — Veränderungen
der Wolle von Ovis. Schnee. — Hautverletzungen eines Delphins. Thompson (2).
— Centrophormien im Descemet’schen Epithel von 5os. Totsuka. — Bau der
Haut des sinus maxillaris der Mammalia. Tschaganasky. — Hornwindungen
(Bovidae). Wherry (1). — Hörner als Ohrtrompeten bei Ovis cyeloceros. Wherry (2).
10. Schädel.
Das Os praemaxillare der Monotremata. van Bemmelen (1 u. 2). — Schädel
von Ornithorkynchus. van Bemmeien (3). — Schädel der Monotremata. van Bem-
melen (4 u. 5). — Os cornu von Bos und Capra. Fambach. — Hinterhaupts-
gelenk der Mammalia. Fischer (1). — Primordialeranium von Talpa europaea.
Fischer (2). — Interparietale von Sus. Forster. — Kieferfragment von F. leo
spelaeus. Fortin. — Vier ÖOssifikationspunkte am Schädel von Eguus (juv.).
Frasetto. — Ala temporalis des Säugethierschädels. Gaupp. — Ursprung der
Molaren der Mammalia. Ghigi. — Grössenverhältnisse der Schädel- und Gesichts-
höhlen bei Homo und den Anthropomorphi. Jacobi. — Schädel einer Panthalops
ähnlichen Antilope. Eydekker. (4) — Schädel junger Anthropomorphen. Maggi
(1 u. 2). — Schädelcharakter eines jungen Gorilla. Maggi (3 u. 5). — Schädel-
charaktere von Homo und Mammalia. Maggi (4). — Schädelcharaktere der
Primates und Lemuridae. Major (4). — Schädel von Lemur mongoz und L. rubi-
venter. Major (5). — Schädel von Enhydrictis galictoides. Major (6). — Schädel
von Sus scrofa palustris Rüt. Otto. — Anatomie (Skelett) des Pferdes. Schmaltz.
— Nasenmuschel von Felis, Lepus, Bos. Sehönemann. — Schädel von Okapia
Johnstoni. Selater (1). — Sutura fronto-ineisiva von Semnopithecus cristatus,
Nasalia von Satyrus. Staurenghi. — Glockenartige Sutura maxillo-praemaxillaris
von Gorilla gina. VWram. — Unterkiefer der Anthropomorphi. Walkhoffi. 8. a.
Selenka (3). — Nasalia von Equus und Sus, durch quere Struktur getheilt.
Zimerl (1).
ee
I. Mammalia für 1901. 51
il. Gebiss.
Entwickelung bei Sus scrofa domestica. Adloff. — Abnormes Gebiss eines
Terriers (Canis familaris). Andersen. (1). — Bau und Entwickelung des Gebisses
von Phoca vitulina. Anderson (2). — Zahnsystem von Sus domesticus. Bild. —
Molaren von Elephas. Botti. — Zähne von Elephas. Brandes. — Zähne von
Homo und Primates. &audry. — Zahncharaktere der nordamerikanischen Art von
Equus. Gidley. — Entwickelung der Molaren. &higi. — Reproduktion der
Schneidezähne bei Cavia. Maurel. — Gebiss von Aeluropus. Lankester. —
Beide Dentitionen von Lepus cuniculus. Beiniger. — Zähne ausgestorbener
Anthropomorphi. Schlosser. — Zahnentwicklung der Caviidae. Tims.
12. Skelett.
Skelett fossiler Cetaceer. Abel (1 — 3): — Praesternalis der Mammalia. An-
thony. — Beschreibung der Parafibula an Gliedmassen von Beuteljungen von
Halmaturus. Banchi. — Skelett von Neobalaena marginata. Beddard (55). —
Monotremen-Schädel. van Bemmeien (1). — Tarsus von Mus decumanus. Bignotti
— Echidna, acht Halswirbel von. Broom (1). — Verknöcherung der Wirbel bei
Phascolomys u. a. Broom (2). — Schultergelenk von Homo und Equus. Bugnion.
— Muskel- und Visceralanatomie von Chlamydophorus truncatus. Burne. —
Plexus brachialis der Equidae. Caradonna. — Plexus brachialis von Hylobates.
Chemin u. Tribondeau. — Fuss von Diprotodon. BDollo. — Hand- und Fussskelett
von Echidna. Emery. — Hinterbeinknochen von Canis bei fehlenden Vorder-
beinen. Feld. — Entwickelung des Skeletts. Godlewski. — Skelett von Aeluropus.
Lankester (1). — Clavicula von Hystrix, Pectorales von Lama. Lesbre (1). —
Gelenkflächen und Bewegung. Lesshaft. — Vergleich. Osteologie der Dipodidae.
Lyon. — Gelenke von Chrysochloris trevelyani. Parsous (1). — Foramina an den
Querfortsätzen der Thorakalwirbel von Galictis vittata. Parsous (3). — Sternum
der Mammalia. Paterson. — Östeologie von Grypotherium domesticum. Phi-
lippi, R. A. (3). — Knochen von Grypotherium domesticum. Philippi, R. A. (5).
— Skelett der C’reodontia. Matthew (1). — Kanälchenbildung im Knochenmark
von jungen Thieren von Felis und Lepus. Retzius (1). — Rumpf- und Gliedmassen-
skelett des Pferdes. Schmaltz. — Bedeutung schwanzförmiger Bildungen bei
Homo (Primates). Sernoffi. — Skelett von Balaena. Sheppard. — Bau der Füsse
der Reptilia, Monotremaia, Marsupialia. Sixta. — Markhöhle in den langen
Knochen von Elephas. Szembathi. — Fünfhorn-Giraffe. Thomas (2). — Knochen
gerüst der Haussäugethiere, Alters- und Wachsthumsveränderungen. Ussow. —
Wirbelsäule der weissen Ratte. Weiss,
13. Nervensystem
Stellung des Nervus d>pressor. Versuchsthier Zepus. Athanasin. — Gehirn
und Rückenmark von Centetes ecaudatus. Beddard (#). — Regeneration peri-
pherischer Nerven von Canis und Lepus. Bethe. — Gehirn von Simia satyrus.
Boik (1). — Nervenendigungen im harten Gaumen von Felis. Botozat. — Gehirn
von Globilemur und Megaladapis. Burekhardt, R. — Nervenfasern in der Nasen-
schleimhaut von Canis und Lepus. Delia Valle. — Gehörorgan der Monotremata.
Denker. — Nervenendigungen im Bauchfell, in Sehnen und Muskelspindeln von
Primates, Canis, Lepus, Cavia. Dogiei. — Fibrillen in den Nervenzellen von Canis.
4%*
52 I. Mammalia für 1901.
Donaggio. — Gehirnfurchen und -windungen von Sus. Dorello. — Regeneration
des Rückenmarkes von Felis und Homo. Fiekler. — Rückenmark von Simia
satyrus. HFigueireido-Rodriguez. — Arbeitsleistung der motorischen Rinden-
zellen von Cavia. Geeraard. — Ontogenese des Gehirns von Erinaceus europaeus.
Groenberg. — Zelltheilung im Centralnervensystem der weissen Ratte. Hamilton,
A. — Mitosis in den Nervenzellen der Hirnrinde von Katzenfötussen. Hatai.
Gehirn- und Rückenmarksnerven von Canis, Felis, Erinaceus, Cavia, Lepus,
Eguus, Sus, Capra. Hoimann (2). — Nervensystem eines Hundes ohne Grosshirn.
Holmes. — Neuraglia von Canis, Felis, Lepus. Huber. — Medulla oblongata und
Vierhügelgegend der Monotremata. Koelliker. — Motorische Hirnrindenregion
von Primates und Carnivora. Kolmer. — Nervenvertheilung an der Hand der
Flei chfresser (Homo, Canis, Felis). Kolster (3). — Centralnervensystem von
Lepus. Krause u. Philippson. — Nervus glosso-pharyngeus bei den Ruminantia.
Krüger. — Nervenendigungen in den Lymphgefässen der Mammalia (Felis, Canis,
Bos). Kytmanofi. — Degenerationsversuche an der Gehirnrinde von Canis und
Macacus. Mellus. — Altersveränderungen der Nervenzellen von Cavia. Mühl-
mann. — Subcerebrales Phonationszentrum von Canis. @nodi. — Nerven-
system von Phalangista vulpina. Parsous (4). — Nervenzellen der erwachsenen
Cavia. Perrin de la Touche. — Regeneration peripherischer Nerven bei Canis,
Felis, Lepus, Cavia. Purpura.. — Nervenendigungen bei Homo, Canis, Felis,
Lepus, Cavia. Rachmanew. — Struktur und Entwickelung der lymphatischen
Ganglien von Cavia. Retterer (2). — Nervenendigungen, Ruffinische Tast-
körperehen, Paceini’sche Körperchen von Primates, Canis, Felis. Sfameni (1).—
Nervenendplatten an weiblichen Genitalien von Homo, Canis, Equus, Ovis, Bos.
Sfameni (2 u. 3). — Nerven an den Sinushaaren von Sus. Tretiakoif. — Spinal-
ganglienzellen von Hystrix und Erinaceus, krystalloide Bildungen. Sjoevall. —
Gehirnrinde von Felis, Erinaceus, Mus. Turner. — Medulla oblongata von Canis,
Felis, Cavia, Lepus. Vincenzi (1). — Ganglion acustico-faciale und G. semilunare
von Homo, Spermophilus, Sus. Weigner. — Centralnervensystem der Monotremata
und Marsupialia (Pseudochirus peregrinus). Ziehen.
14. Sinnesorgane
Beschreibung des perilymphatischen Gewebes und der Pigmentzellen des
Ohres von Primates, Prosimiae, Insectivora, Carnivora, Pinnipedia, Ungulata.
Alexander (1). — Entw ckelung des Ohrlabyrinthes von Cavia. Alexander (3). —
Ohrlabyrinth der Tanzmaus, anatom.-physiologische Untersuchungen. Alexander
u. Kreidl. —Entwickelung und Bau der Pars inferior abyrinthi der höheren
Säugethiere (Mammalia). Anile (2). — Beschreibung des perilymphatischen Ge-
webes und der Pigmentzellen von Homo, Chiroptera, Insectivora, Carnivora, Pri-
mates, Perissodactyla, Artiodactyla. Anile (3). — Strudelartiges Geflecht der
Hornhaut v.n Hystrix. Crevatin (1). — Gehörorgan der Monotremata. Denker.
— Vergleichende Anatomie des Säugethierauges auf Grund ophthalmologischer
Prüfung. Johnson. — Anatomie des vorderen Augenabschnittes von Felis und
Halmaturus. Lauber. — Musculus dilator pupillae bei den Mammalia (Felis, Canis,
Mus, Cavia). Miyake. — Gchörorgan der Tanzmäuse. Panse. — Das Auge der
Wasser:äugethiere. Pütter. — Gehörorgan japanischer Tanzm"use. Rawitz. —
Struktur des Glaskörpe:s von Cunis Felis, Vesperugo, Cavia, Mus, Ovis, Bos.
Be. -*
I. Mammalia für 1901. 53
Spampani. — Gefässanordnung der Chorioidea von Homo, Sus, Ovis, Bos. Ver-
sari. — Akustikuskern von Felis. Vincenzi (2). — Held’sche Akustiku :kelche des
Trapezkernes. Vincenzi (3). Riechepithel von Cavia. Violett. — Basale Riech-
bündel von Zepus. Wallenberg. — Herzklappen der Haussäugethiere. Zimerl (2).
— Gleichgewichtsvermögen japanischer Tanzmäuse. Zoth
15. Athmungsorgane.
Larynx von Kogia, Balaenoptera und Ziphius. Benham (1). — Vergleichende
Anatomie des Kehlkopfes, besonders der Monotremata. Göppert. — Bronchial-
baum der Mammalia. Lühe. — Athmung und Körperwärme der Monotremata.
Martin (2). — Luftsäcke der Primates. Meyer. — Bronchialbaum der Mammalia.
Narath. — Bronchialbaum der Mammalia. Zumstein.
16. Blut- und Lymphgefässe.
Entwickelung des Blutumlaufes bei Zepus cuniculus. Atkinson. — Verlauf
der Lymphgefässe bei Homo, Felis, Canis, Lepus, Mus, Capra, Sus. Bartels. —
Chromatophile Körnchen im Blute von Zepus. «Cesaris Demel. — Ursprung der
vielkörnigen Blutzellen von Lepus. Dominiei. — Gefässsystem der C'hiroptera.
Grosser (1 u. 2). — Vena cava von Didelphis virginiana. Mae Clure. — Herz und
grosses Gefässsystem der grossen Wassersäugethiere. Marschner. — Lymphgefässe
von Equus caballus. Rossi u. Spampani. — Blut der Mammalia. Sacerdotti. —
Lymphdrüsen von Canis, Felis, Lepus, Equus, Capra, Bos. Siste u. Morandi. —
Blutkörpercheng halt im Blute von Fötussen von Equus, Sus, Capra, Ovis, Bos.
Storch. — Kopfart rien von Echidna, Dasypus, Hystrix, Lagostomus, Tragus,
Heliarctos, Fötus eines Pinnipediers. Tändler. — Kaninchenblut beim Fötus und
in den ersten Lebenstagen. Tschistowitsch u. Piwowarow.
17. Verdauungsorgane und Leibeshöhle.
Transversale Muskelbündel in Dünn- und Dickdarm von Canis. Albini. —
Vasa aberrantia hepatis von Equus und Asinus. Barpi. u. Tornelli — Nerven-
endigungen des Gaumens. Botezat (1). — Bauchdrüsen, Absonderungen der. Cade.
— Sekretion des Pancreas von Canis. Camus u. Gley. — Sinus venosus der Leber
von Phoca. Dieulafe. — Pancreas-Entwickelung von Mus, Cavia, Lepus. Helly.
— Darmschleifentildung bei Sus. Mae Callum. — Gallenblase (Nerven u. Gefässe)
von Canis, Felis, Sus, Bos. Sudler. — Darm der Cetacea (Phocaena communis,
Delphinapterus leucas, Hyperoodon rostratus, Balaenoptera physalus). Süssbach.
18. Drüsen.
Beschreibung der Brunner’schen Drüsen im Duodenium von Felis. Anile (1).
— Sekretorische Zellen der Fundusdrüsen des Magens von Homo, Felis, Mus, Arc-
tomys, Cricetus. Cade. Monotremata, Stellung der Milchdrüsen zu den übrigen
Hautdrüsen, Entwickelung der Mammardrüsen und der übrigen Hautdrüsen
und deren Bau. Eggeling (1). — Schläfendrüse von Elephas. WEggeling. (3) —
Nackendrüsen der Marsupialia. Johnstone. — Thätigkeit der Fundusdrüsen von
Homo, Canis, Felis, Cavia, Lepus, Mus, Sus, Ovis, Bos. Kranenburg. —
Speicheldrü:en von Canis. Maximow. — Mammae der Cricetinae, Zahl der
54 I. Mammalia für 1901.
Zitzen und Embryonen bei Mesocricetus und Cricetus. Nehring (3). —
Histologie der funktionirenden Milchdrüse von Mus, Cavia, Lepus, Bos. ®tho-
lenghi (1 u. 2). — Thymus von Phoecaena communis L. Pettit u. Buchet. — Ent-
wickelung der Mandel bei Canis. Retterer (1). — Thränendrüse, trogographische
Beziehung zur Orbitalwand als Unterscheidungsmerkmal zwischen Ost- und West-
affen. von Trostenburg.
19. Harn- und Geschlechtsorgane.
Epithel im Nebenhoden und seine sekretorische Thätigkeit (Pithecus, Felis,
Canis, Lepus, Mus, Equus, Sus, Ovis,) Aigner, Albert. — Frühe Entwickelung des
Blutumlaufes in der Nebenniere von Lepus. Atkinson. — Uterus von Semnopithecus.
Bolk (2). — Dasypus sexcinctus. Placenta und Foetus. Chapman (2). — Ei-
weisskrystalle in den Eiern von Capreolus. v. Ebner. — Deck pithel von Ureter
und Harnblase von Homo, Felis, Cavia, Lepus, Mus, Sus, Bos. Eggeling. (2?) —
Corpus luteum von ZLepus. Fränkel u. Cohn. — Uterus von Cercocebus cynomolgus.
Franke. — Caviidae. Suprarenal-Kapsel. Gueysse. — Uterus von Semnopithecus,
Umgestaltung nach der Geburt. Kohlbrügge. — Zotten der Chorionblase, Zu-
sammenhang mit der Schleimheit des Uterus bei Homo und Macacus. Koll-
mann. — Epithel der Samenbläschen und Ampulle der vasa deferentia von Bos.
Limon. — Penis von Ovis. Marshall, F. H. A. (1). — Corpus luteum bei Ovis.
Marshall, F. H. A. (2). — Uebergang sekundärer Geschlechtscharaktere auf Weib-
chen. Major (2). — Phagocytosis im Ovarium von Felis. Metcali. — Zahl der
Zitzen und Embryonen von Mesocricetus und Cricetus. Nehring (3). — Wand
des Dottersackes von Canis, Felis, Lepus. Paladino, R. — Anatomie und Embryo-
logie der Prostata und Samenblasen von Homo, Lepus, Mus, Bos. Pallin. —
Paccinische Körperchen, Gruppirung im Perimysium von Homo und Seiurus.
Picconi. — Spermatogenese bei Mus u.a. Regaud (1). — Karyokinese der Samen-
bildner bei Mus decumanus. Regaud (2 u. 3). — Bildung der Chromosomen
während der Karyokinese der Spermatogonien. Regaud (4). — Sekret ın den
Epidermiszellen von M. decumanus. BRegaud (5). — Absonderung der Sertolli-
schen Zellen von Canis, Sus, Mus. BRegaud (6). — Absorbtion von reifen Spermien
von Mus. Regaud (7). — Absonderung und Anhäufung eines besonderen Stoffes
im Protoplasma des Eies bei Canis. Regaud u. Policard (1) — Luteinzellen der
gelben Körper der Chiroptera. v. d. Stricht (2). — Chromatophiles Sekret der
interstitiellen Zellen des Hodens. Regaud u. Policard (2). — Funktion des Ei-
epithels und seiner Divertikel bei Canis (9). Regaud u. Policard (3). — Histo-
logie des Ovariums von Canis, Mus, Cavia, Lepus. BRenshaw (4). — Samenleiter
und Samenbildung beim Stier und im Allgemeinen. Schoenfeld. — Placentar-
anlage von Semnopithecus prwinosus. Selenka. — Nervenendigungen in den
Nieren. Smirnow. — Mitosen in den Övarienleitern von Cavia. Spuler. — Pla-
centa von Centetes ecaudatus. Strahl. — Rückbildungen am graviden Uterus.
Strahl u. Henneberg. — Ovocyten von Vesperugo-Arten und Plecotus. v.d Steht.
— Nebenniere von Sus, Entwickelung, Marksubstanz. Wiesel. — Innervation der
Blase und Harnröhre von Canis (9). Zeissl,
I. Mammalia für 1901. 3%)
III. Faunistik.
I. Allgemeine Faunistik.
Das Thierleben der Erde. Haacke- Kuhnert. — Verbreitung der Thierwelt.
Kobelt. — Geographische Verbreitung der Säugethiere. Lydekker (4). — Gross-
und Kleinwild von Europa, Nord- und Westasien und Amerika. Lydekker (11).
— Zoogeographische Betrachtungen über die Säugethiere der Alten Welt. Matschie
(3). — Verbreitung der Edentaten. Palacky (2). — Verbreitung der Micro-
chiroptera. Palacky (3).
II. Europa.
Allgemeines. Der Biber. Dahms (1). — Ovibos moschatus in Europa.
Krause (3). — Fünf neue Spitzmäuse aus Europa. Miller (%).
Deutschland. Biber in Westpreussen. Dahms (2).
Geographische Verbreitung und Standortsvarietäten von Cervus elaphus,
Capreolus capriolus, Dama dama in Deutschland und ihre Unterschiede im
Geweih. Matschie (7).
Grossbritannien. Vespertilio mystacinus in Oxfordshire. Aplin. — Microtus
glareolus in Sussex. Langdale u. Marmaduke. — Ovibos und Equus przewalskyi
in Woburn Abbey. Lydekker (1 u. 2). — Vespertilio bechsteint, zweites Vorkommen
in Grossbritannien. Millais. — Mus sylvaticus in Worcestershire. Pocock (1).
— Sorex minutus in Yorkshire. Pocock (2). — Vertebrata von Solway. Service.
— Igel in Argylishire. Watt (2). — Mammalia des Clyde-Distrikts. Watt (1).
Schottland. Auftreten von Vespertilio nattereri. Evans. — Das Park-
rind. Greve (2). — Mus sylvaticus. Hamilton (4).
5 Irland. Plecotus auritus, Naturgeschichte von. Alcock u. Moffat. —
Wahrscheinliches Vorkommen von Balaenoptera rostrata an der Küste von
Wexford. Hamilton (5). — Rothirsche. @tway. — Igel bei Belfast. Wookmann.
Italien. Eliomys in Sardinien. Hamilton (3). — Neuer Myoxus aus Italien.
Miller (6).
Oesterreich-Ungarn. Vorkommen von Meles taxus im Trentino. Bonomi.
— Galizische Fauna. Niezabitowski.
Rumänien. Chiroptera, Insectivora, Carnivora, Rodenta. Matschie (2).
Russland und Kaukasus. Die russischen Pferde. Difiloth. — sSteneo-
ranius und Platycranius, zwei neue Untergattungen von sibirischen Arvicolidae.
Kascenke. Kaukasische Steinböcke. Matschie (1). — Igel des russischen
Reiches. Satunin (1). — Säugethiere der Wolga-uralischen Steppe. Satunin (2).
— Säugethiere der Steppen der nördlichen Kaukasus. Satunin (3). — Neuer
Igel aus Transkaukasien. Satunin (4). — Mesocricetus-Arten. Satunin (6). —
Zwei neue Säuger (Chiroptera, Dipodidae). Satunin (7). — Genus Promethyomys.
Satunin (8). — Baltische Wirbelthiere. Schweder. — Mus rattus im euro-
päischen Russland. Skitkow.
Schweiz. Zwei kleine, für die Schweiz neue Wirbelthiere.. Fatio. — Eine
neue Spitzmaus aus der Schweiz. Miller (8).
Alpen. Der Alpenhase. Miller (9).
Spanien, Insectivora von den Baläarischen Inseln. Thomas (25),
56 I. Mammalia für 1901.
II. Afrika und Arabien.
Allgemeines. Fledermäuse vom Genus N yctinomus in Afrika. De Winton (4).
— Neue afrikanische Flede mäuse.. Thomas (8).
Abyssinien. Von Mr. Pease gesammelte Insectivora, drei neue Arten von
Macroscelide.. Thomas (10).
Algerien. Gazella isabella in Südost-Algerien. Pousargues.
Aegypten. Rinder und ihr Zusammenhang mit denen der Alten Welt.
Dürst. — Studien über das Hausschaf. Dürst u. Gaillard. — Hausschaf des alten
Aegyptens. aillard.
Arabien. Ein neuer Erinaceus. Anderson u. de Winton.
Centralafrika. Entdeckung von Okapia Johnstoni. Lankester. — Okapia
Johnstoni aus Centralafrika. Selater (1). — Neue Art von Zebra aus dem
Semlikiforst. Selater (3). — Neues afrikanisches Säugethier (Giraffidae).
Sclater (4).
Madagaskar. Säugethiere. Major (6).
Nil. Rodentia vom oberen Nil, gesammelt von Sir Walter Rothschild u.
Mr. Woolaston. De Winton (1). — Antilopen vom Weissen Nil. Dunn. — Ro-
dentia vom oberen Nil, ges. von Mr. Hawker. Thomas (16).
Ostafrika. In Somaliland und Südabyssinien erlegte Antilopen. Pease.
— Aus Aequatorial-Afrika mitgebrachte Thiere. Schillings. — Neue Fledermaus
aus Britisch-Ostafrika und ein neues Genus der betreffenden Gruppe. Thomas (4).
— Neue Gattung und Art von Fledermäusen. Thomas (6). — Primates, Vi-
verridae, Ungulata, von Sir Harry Johnston im Uganda-Protektorate gesammelt.
Thomas (26). — Fünfhorn-Giraffe von Mr. Elgon. Thomas (28).
Sudan. Eine neue Fledermaus. De Winton (3).
Südafrika. Grants Zebra. Selater (5). — Proteles cristatus in Transvaal.
Haager.
Westafrika. Eine neue Monoguste. De Winton (2). — Cynictis selousi.
De Winton (3). — Potamogale velox du Chaillu. Seabra.
IV. Asien.
Allgemeines. Drei neue asiatische Fledermäuse. Miller (10).
Assyrien u. Babylonien. Rinder und ihre Beziehungen zu den europäischen
Dürst.
Indien und indischer Archipel. Verbreitung der Vertebrata in Indien, Ceylon
und Burma. Blanford (1). — Mangusten auf Jamaica. Lockerell. — Neuer
Delphinus von Borneo. Lydekker (6). — Chitral-Mammalia. Mac Mahon (1).
— Säugethiere von Dir. Mae Mahon (2). — Vier Säugethiere von Darjeeling.
"Masson. — Die von Kükenthal auf Halmahera, Batjan und Nordcelebes ge-
sammelten Primates, Chiroptera, Insectivora, Muridae. Matschie (4). — Ver-
breitung der Affen auf Celebes. Matschie (5). — Neuer Tragulus aus Siam.
Miller (2). — Neues Eichhörnchen von Borneo. Miller (4). — Hylobates nasutus
Pousargues (2). — Säugethiere der Philippinen (Schluss). Sanchey y Sanchez.
— Neue Fledermaus aus Borneo. Shelford.
Kaschmir, Notiz über Capra sibirica sacin, Lydekker (7).
u
I. Mammalia für 1901.
or
a)
Kleinasien. Alcataga williamsi vom Ararat. Nehring (7).
Palästina und Syrien. Dipus schlüteri u.a. Nehring (10). — Meriones
myosurus Wagn. Nehring (11).
Sibirien. Steneocranius und Platycranius n. gener. Kascenke.
V. Amerika.
Nordamerika.
Allgemeines. Studie über Didelphys. Allen (9). — Synopsis der Mammalia.
Elliot (1). — Steppen und Wälder. Fountain. — Revision des Genus Cincha.
Howell. — Die Jaguare. Mearns (2). — Zwei neue Katzen der Eryra-Gruppe.
Mearns (4). — Nordöstliches Nordamerika, Säugethiere. Miller (12). — Nord-
amerikanische Landsäugethiere. Miller u. Rehn.
Alaska. Ein neues Ren von der Kenai-Halbinsel. Allen (8). — Ein neues
Ren der Kenai-Halbinsel. Elliot (5). — Insectivora, Muridae der Cook Inlet
Region. Good (2). — Nördliches Britisch Kolumbien und Alaska. Stone.
Kanada. Von Surber gesammelte Mammalia. Elliot (4). — Insectivora,
Carnivora, Rodentia, Artiodactyla der Königin Charlotte In eln und aus Britisch
Columbien. Osgood (1).
Vereinigte Staaten. Neue Art von Merycochoerus aus Montana. Douglass (1)
— Seelöwenfrage in Californien. Krause (2). — Zwei neue Dickhornschafe.
Merriam (1). — Sechs neue Säugethiere von den Cozumel-Inseln. Merriam (2).
— Synopsis der Gattung Oryzomys. Merriam (9). — Zwei neue Arten der Muridae
und Seiuridae aus Nordwest-Kalifornien. Merriam (6). — Sechs neue Arten, eine
neue Gattung von /Insectivora, Rodentia, Cervidae aus Neumexiko. Merriam (11).
— Von Dr. Abbott auf den Natuma-Inseln gesammelte Chiroptera, Insectivora,
Carnivora, Rodentia, Ungulata. Miller (1). — Neue Weissfussmaus aus Cali-
fornien. Osgood (3). — Fledermaus von Florida und Südkalifornien. Rhoads (1).
Centralamerika und Westindien.
Mexiko. Land- und Seesäugethiere des nördlichen Mexiko. Elliott (2).
— Bisamratte der Antillen. Major, Forsytt (1). — Neuer Ozelot aus Texas und
Nordmexiko. Mearus (3). — Neue Antilope aus Mexiko. Merriam (1). — Ein
neuer Odocoileus von Yucatan. Merriam (3). — Vier neue Pekaris. Merriam (5).
— Synopsis der Gattung Oryzomys. Merriam (9). — Neuer Hirsch aus Costa
Rica. Merriam (5).
Südamerika.
Allgemeines. Studie über Didelphys. Allen (9). — Zwei neue Arten von
Mäusen. Allen (5). — Die Jaguare. Mearns (2). — Zwei neue Katzen der Eyra-
Gruppe. Mearns (4). — Peromyscus leucopus Rafin. Mearns (5). — Neue süd-
amerikanische Rodentia und Marsupialia. Thomas (3). — Neue Arten von
Saccopteryx, Sciurus, Rhiphidomys und Tatu. Thomas (5). — Neue Myotis,
Artibeus, Sylvilagus und Metachirus aus Central- und Südamerika. Thomas (%).
— Neue Arten von Oryzomys, Proechimys, Cavia und Sylvilagus. Thomas (19).
Argentinien. Geogr. Verbreitung der Mammalia. Lahille.
Bolivia. Neue Säugethiere. (Primates, Carnivora, Rodentia). Thomas (1).
58 Il. Mammalia für 1901,
Brasilien. Muridae und Octodontidae Goeldi (1). — Putorius pa-
raensis. Goeldi (2). — Amazonische Füchse. Hagemann. — Felis cacomitli vom
Rio Grande. WMearns (6). — Neue freischwänzige Fledermaus vom unteren
Amazonas. Thomas (2). — Chiroptera von Parä. Thomas (12). — Rodentia,
von Mr. Robert am Rio Jordao gesammelt. Thomas (18).
Chile. Die Chinchilla. Albert (1). — Pinnipedia. Albert (2). — Ein
neues Beutelthier. Philippi, F. (1 u. 2). — Vergleich der Säugethiere Chiles und
des Kaukasus. Philippi F. (3). — Delphine. Philippi, R. A. (2). — Neuer Canide.
Philippi, BR. A. (4). — Tursio chilensis, ein neuer Delphin. Philippi, R. A. (6).
— Neuer Delphin. Philippi, R. A. (3).
Peru. Sammlung von Säugethieren aus Südost-Peru mit Beschreibung
neuer Arten. Allen (6). — Neue Muridae und ein neuer Metachirus. Allen (11).
Columbien. Erethizon rufescens in C. Cabrera-Latorre.
Paraguay. Chiroptera. Thomas (1%).
Patagonien. Neue Ungulata. Ameghino. — Neuer Puma Thomas (11).
Peru. Neue Säugethiere (Primates, Carnivora, Rodentia),. Thomas (1).
Venezuela. Neue Art. von Capromys. Pousargues (1). — Liste von
Chiroptera und Muridae von La Guaira. Robinson u. Lyon. — Neuer Octodontide
von La Guaira. Thomas (23).
VI. Australien.
Australische Zoologie. Metcalfe (1).
Känguruhs und Bandricoohs von den Barrow-Inseln, N. W. Australien.
Thomas (30).
Vo. Arktis.
Der Moschusochse von Grönland. Allen (7). — Das Ren (Rangifer) von
Spitzbergen. Camerano. — Wale (Cetacea) der Arktis. Kükenthal. — Polar-
wolf und Moschusochse in Ostgrönland. Nathorst.
VII. Antarktis.
Pimipedia. Hamilton (2). — Cetacea. Lydekker (10).
IX. Pelagische Fauna.
Verbreitung der Meeressäugethiere. Palacky (1). — Delphinus delphis bei
Belfast. Patterson (3). — Prodelphinus und andere Delphine in der Nähe Schott-
lands. Taylor. — Risso Delphin, neu für Irland. Thompson (1). — Fauna der
Falklands-Inseln (Cetacea). Vallentin.
X. Prähistorische Faunen.
Allgemeines. Die prähistorischen Hunde und die gegenwärtig lebenden
Rassen Studer. — Eocäne Carnivora des Peabody-Museums. Wortmann (2).
Deutschland. Perissodactyla aus dem Pliccän und dem älteren Pleistocän
Thüringens. Wüst.
Belgien. Cetacea aus dem oberen Miocän von Antwerpen. Abel (2%). —
Ursus bei Engihoul. Fraipont.
I. Mammalia für 1901. 59
Frankreich. Mammalia aus dem mittleren Eocän von Robion. Deperöt
u. Carriere. — Felis leo (spec. spelaea) im Departement Seine-Inferieure. Fortin.
— Chiroptera in Mauny (S.-J.). Kerville u. Gadeau. — Myoxus glis im Allier.
Olivier.
Griechenland. Knochenlager von Pikermi, Attika, Nord-Euböa. Wood-
ward.
Grossbritannien. Fossile Rodentia des Wye Thales.. Bate. — Fossile
Mammalia in Sutherlandshire.. Hepburn.
Italien. Lophiodon aus dem Eocän von Monte Bolca. Omboni. — Elephas
primigenius bei Toskana. Ricei (1). — Elephas trogontherii bei Luna. Ricei (4).
— Blephas meridionalis und Rhinoceros mercki in Kalabrien. Setefano.
Oesterreich-Ungarn. Fossile Platanistidae des Wiener Beckens. Abel (1).
— Ovibos in Mähren. Kviz. — Säugethierrest aus Preschen bei Bilin in Böhmen.
Laube. — Nashorn von Hundsheim. Toula.
Rumänien. Fossile Kamele. Nehring (1). — Elephas primi genius in der
Dobrutscha. Ricei (3). — Hipparion gracile in Rumänien. Simioneseu.
Russland. Fossiles Kamel in Südrussland, Bemerkungen über die Heimat
des Kameles. Nehring (2). — Schädel von Camelus knoblochi von Sarepta.
Nehring (6). — Vergleich der Säugethiere des Kaukasus und Chiles. Philippi, F. (3).
Schweiz. Quaternäre Elephanten des Aa-Thales. Pontier.
Türkei. Camelus und Boselaphus im oberen Miocän von Samos. Major (3).
Afrika und Arabien.
Aegypten. Neu entdeckte Proboscidea. Andrews (1). — Proboscidea in
unterteriären Ablagerungen. Andrews (3).
Madagaskar. Subfossile Edentata. Grandidier (2). — Beschreibung von
Archaeolemur robustus. Grandidier (1). — Ausgestorbene Säugethiere. Major (6).
Asien.
Sibirien. Mammutfund in Östsibirien. v. Adelung. — Proboscidea aus
Kurgan. Rieci (2). :
Amerika.
Nordamerika. Carnivora, Rodentia, Artiodactyla nMontana. Douglass
(?). — Eine neue Art von Eguus im Pleistocän von Texas. Gidley. — Fossile
Insectivora, Carnivora, Artiodactyla des Tertiärss von Nordost-Kolorado.
Matthew (2). — Heteromyidae aus Südkalifornien. Mearns (1). — Edentata
im Quaternär von Kalifornien. Merriam, 3. €. — Neue Art von Amphicyon.
Wortmann (1).
Südamerika. Chile. Fossile Edentata und Proboscidea. Philippi, R. A. (1).
— Grypotherium domesticum, Osteologie. Philippi R. A. (3). — Knochen von
von Grypotherium domesticum. Philippi, R. A. (5). — Patagonien. Mam-
malia der Sta Cruz-Schichten. Krause (1). — Grypotherium in Süd-Patagonien.
Lehmann-Nitsche,
60 I. Mammalia für 1901.
IV. Systematik.
Primates.
Allgemeines.
Labyrinthpigment. Alexander (1). — Labyrinthpigment des Menschen und
der höheren Säugethiere. Andrain (3). — Affenanatomıie Bolk (1).
Phylogenie der Primates. Brown. — Nervenendigungen ins Bauchfell,
Sehnen, Muskelspindeln. Dogiel. — Schleimhautfalten. Fararo. — Ver-
gleich zwischen Menschen- und Affenzähnen. Gaudry. — Beitrag zur
Diaphragmafrage. v. @össnitz. — Verhalten der Bauchmuskeln im Bereiche
der medialen Leistengrube. Hofmann (1). — Haarwechsel der Affen. Kidd.
— Beschreibung des Lacrymale. Major (4). — Luftsäcke der Affen.
Meyer, Arch. f. Laryngologie, Bd. 12,S.1. Die von Kükenthal auf Hal-
mahera, Batjan und Nordcelebes gesammelten Affen. Matschie (5). —
Schwanzähnliche Anhänge bei Homo. Sernoff. — Nervenendigungen im
Fettgewebe, Gelenkkapseln des Kniees und Ruffinische Körperchen.
Siameni (1).
Pithecantropwus. Püthecanthropus erectus, Versuche der Rekonstruktion.
Dubeois (1).
Anthropodus und Dryopithecus, systematische Stellung. Dubois (2).
Simiidae. Grössenverhältnisse der Schädel- und der Gesichtshöhle.
Jacobi. — Schädelknochen. Maggi (1 u. 2). — Vergleich des Schädel-
baues der Anthropoidea und Lemuroidea. Major (2). — Unterkiefer.
Walkhoff.
Anthropopithecus. Rückenmark. Figueireido-Rodriguez.
Anthropopithecus troglodytes aus Uganda. Selater.
Gorilla. Rückenmark. Figueireido-Rodriguez
Gorilla, glockenförmige Sutura maxillo-praemaxillaris eines jungen. Maggi (3).
— Gorilla, häufiges Auftreten von Fontanellen beim jungen. Maggi (5). —
Riesengorilla (Gorilla) des Museums Umlauff. Matschie (5). — Gorilla gina.
Beschreibung der glotkenförmigen Sutur afronto-ineisiva. Vram.
Pithecus. Epithel im Nebenhoden und seine sekretorische Thätigkeit. Aigner.
Simia satyrus. Wirbelsäule. Figueireido-Rodriguez. — Simia. Rückenmark.
Figueireido-Rodriguez. — Simia. Nasalia. Staurenghi.
Hylobatidae. Hwylobates. Beschreibung des Plexus brachialis.. Chemin u.
Tribondeau. — H. nasutus. Bemerkungen. Pousargues. — Anthropodus
n.2. für A. brancoi n.sp. Tertiär Sc';waben. Sehlosse‘.,
Semnopithecidae. Colobus caudatus aus Aequatorial-Ostafrika. Sehillings.
— Ü. ruwenzoriü n. spec. Beschreibung. Thomas.
Semnopithecus. Bemerkungen zur Abhandlung ‚Untersuchungen am schwangeren
Uterus“. Bolk (2). — Semnopithecus. Umgestaltungen des Uterus nach
der Geburt. Kohlbrugge. — S. pruinosus. Placentaranlage. Selenka. —
S. eristatus. Sutura fronto-ineisira. Staurenghi. — S. nasicus. Aeussere
Nase. Wiedersheim (1 u. 2).
Rhinopithecus. Aeu‘ser Nase de Genus. Wiedersheim (2).
Ceropithecidae. Cercopithecus. Fissuren am Rande der Milz. Parsons (2).
4 EPERe 7
I. Mammalia für 1901. 61
Macacidae. Cercocebus cynomolgus. Uterus in verschiedenen Lebens-
perioden. Franke.
COynomolgus cynomolgus, Macacus rhesus, Hamadryas hamadryas. Psycho-
logische und biologische Beobachtungen aus dem hannoverschen Zoologischen
Garten. Knotinerus-Meyer, Zool. Garten Heft 12, S. 353.
Cynopithecus niger, Verbreitung in Celebes. Matschie (5). — (©. nigrescens. Ver-
breitung auf Celebes. Matschie (5).
Macacus. Beitrag zur Kenntniss der motorischen Hirnrindenregion. Kolmer.
— Macacus. Degenerationsversuche an der Gehirnrinde Mellus. —
Macacus. Gleichartigkeit der Embryonalverhältnisse der Primates. Se-
lenka (2).
Macacus brunnescens auf Celebes n.sp. Matschie (5). — M. heeki n.sp. Ver-
breitung auf Celebes. Matschie (5). — M. hypomelus auf Celebes n. sp.
Matschie (5). — M. inornatus Gray. Verbreitung auf Celebes. Matschie (5).
M. maurus F. Cuv. auf Celebes. Matschie (5) — M. ochreatus Ogilby auf
Celebes. Matschie (5). — M.tonkeanus A. B. Meyer auf Celebes. Matschie (5).
— M. tonus n.sp auf Celebes. Matschie 5).
Papio (Inuus) hecki n. sp., tonsus n. sp., hypomelas n. sp. Celebes. Matschie (4).
Der Autor sieht C’ynopitheeus für untrennbar von Macacus an und gebraucht
Papio im weitesten Sinne, um eine grosse Anzahl altweltlicher Affen zu-
sammenzufassen. — FPapio. Beitrag zur Kenntniss der motorischen Hirn-
rindenregion. Kolmer. — Papio. Morphologie der Affenspalte. Zuckerkandl.
Gebidae. Cebus fatellus peruanus n. subsp. aus Peru. Thomas (1). — C.
flavescens cuscinus n, subsp. aus Peru. Thomas (1).
Ateles. Morphologie der Affenspalte. Zuckerkandl (1).
Callithrix torquat«. Anatomie. Beddard (1). — Callit rix. Morphologie der
Affenspalte. Zuckerkandl (1).
Prosimiae.
Megaladapidae. Megaladapis und Globilemur. Gehirm. Burckhardt,
Anatom. Anzeiger, $. 229.
Hadr pithecus stenognathus und andere ausgestorbene Lemuren Madagaskars.
v. Lorenz.
Lemuridae. Allgemeines. Labyrinthpigment. Alexander, Arch. f£.
mikrosk. Anatomie, Bd. 58, S. 1—133.
Beitrag zur Diaphragmafrage. v. Gössnitz, Denksch. Ges. Jena VI, Semon
Reise IV, S. 207
Os planum des Ethmoides bei allen Lemuridae vorhanden ausser C'hiromys.
Major, Proc. Zool. Soc. London 1901, I, S. 129.
Lebende und ausgestorbene Lemuridae. Major, Tagebl. V. Intern. Zool. Kongr.,
Nr. 6, S.4.
Archaeolemur robustus im Pleistocän Madagaskars.. 6Grandidier, Bull. Mus.
Paris 1900, 8. 233.
Galago garneth. Beddard, Proc. Zool. Soc. London 8. 271.
Hapalemur simus. Kennzeichen. Beddard, Proc. Zool. Soc. London, 8. 121.
Lemur mongoz und Lemur rubriventer. Schädelcharaktere. Major, Proc. Zool.
Soc. London, 8. 248.
62 I. Mammalia für 1901
Chiromyidae. Chiromys fehlt das Os planum des Ethmoids. Majer, Proc.
Zool. Soc. London I, 8. 129.
Chiromys madagascariensis.. Anatomie. Zuekerkandl, Denkschr. Akad. Wien
S. 89.
Nyceticebidae. Galago garnetti n.sp. Fuss. Beddard, Proc. Zool. Soc.
London I, S. 127. — @. gallarum n.sp. Gallaland, Boran. Thomas, Ann.
Nat. Hist. VIII S.27 (7).
Chiroptera.
Allgemeines. Anatomie und Entwickelungsgeschichte des Gefässsystemes.
Grosser (1), Anat. Hefte, Abt. I, S. 203.
Bau und Funktion der arterio-venösen Anastomosen. Grosser (2), Centralbl. £.
Physiol. Bd. 15, S. 126.
Fledermäuse im französischen Gouvernement Seine-Inferieure. Kervilleu. Gadeau,
Bull. Soc. Rouen.
Systematische Notizen über. Rehn, Proc. Ac. Philad. p. 755.
Ueberwintern. Rulot, Bull. Acad. Belgique, S. 17, Arch. Biol., S. 365.
Fledermäuse ihre Jungen tragend. Shipworth, Zoologist Bd. V, S. 315.
Vesperugo. Ursprung und Beschaffenheit des Glaskörpers. Spampani, Monit.
Zool. Ital., Jahrg. 12, S. 145.
Abstammung der Luteinzellen der gelben Körper. v. d. Strieht, Compt. Rend.
Assoc. Anatom. 3. Sess., 8. 33.
Fledermäuse Paraguays. Thomas, Ann. Natur. Hist., S. 435.
Rhinolophidae. Claotis n.g. für Cl. perivali n.sp., Britisch Ostafrika.
Thomas, ebenda S. 28.
Hipposiderus batchianus n.sp. Bathan. Matschie, Abh. Senckenb. Naturf. Ge-
sellsch. 8. 273. — coxi n. sp. Borneo. Shelford, Ann. Nat. History S. 113.
Rhinolophus mehelyi n. sp. Rumänien. Matschie, Sitzungsb. Ges. naturf. Freunde
Berlin, S. 225. — R. spadir, n. sp. Natuna Inseln. Miller, Proc. Washington
Acad. 8. 136.
N yceteridae. Glauconycteris floweri n.sp. Sudan. De Winton. Ebenda
VII. S. 46. — beatrix n. sp. französ.-Kongo. Thomas. Ebenda VIII S. 254.
Nycteris aethiops luteola n.subsp. Britisch Ostafrika. Thomas. Ebenda S. 30.
Vespertilionidae. Eptesicus fuscus osceola n.subsp. Florida, V. ber-
nardinus n. subsp. Kalifornien. Rhoads, Proc. Ac. Phil. Ebenda p. 618, 619.
Loephotis n. g. für L. wintoni n. sp. Britisch Ostafrika. Thomas, ebenda S. 460.
Myotis bechsteini in Grossbritannien. Millais, Proc. Zool. Soc. London, 8. 216.
— M. nattereri in Schottland. Evans, Ann. Scott. Nat. Hist., S. 129. —
M. simus n. sp. Peru. Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 541. — M. thomasi n. sp.
Brasilien. €abrera, Bol. Soc espan., S. 370.
Plecotus auritus in Irland. Aleock u. Moftat, Irish Natural, p. 241. — Plecotus.
Ovocyten 2. Ordnung im Ovarium. v..d. Siricht, Verh. d. Anat. Gesellsch.,
15. Vers., S. 208.
Pipistrella noctula. Beobachtungen. Elliot, Zoologist, Bd. V, S. 150. — P. kuhlii
fuscatus n. subsp. Britisch-Ostafrika. Thomas, Ann. Nat. Hist, 8.34. —
P. noctula. Lebensweise. Oldham, Zoologist, S. 51. — P. subulidens n. Sp.
Natuna Inseln. Miller, Proc. Washington Acad., S. 134.
er Fe
I. Mammalia für 1901. 63
Pieropus haldemanni. Biologisches. Rehe, American Naturalist, Bd. 63, 8. 201.
Pterygistes azoreum n. sp. Azoren. Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 33.
Scotoecus n. g. für Sc. hindei n. sp. Britisch Ostafrika. Thomas, Ann. Nat. Hist.,
S. 264 u. 265.
Vespertilio. Motorische Hirnrindenregion. Koimer, Arch. f. mikrosk. Anatomie,
S. 151. — Vespertilio, Ovocyten 2. Ordnung im Ovarium. v. d. Stricht,
Verh. d. Anatom. Gesellsch., 15. Vers., S. 208. — V. (Glischropus) batjanus
n.sp. Matschie, Abhandl. d. Senkenb. naturf. Gesellsch., 8. 277. — V.
espaedae n. sp. Equador. @abrera, Proc. Soc. espan., 8. 368. — V. minutus
somalicus n. subsp. Somaliland. Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 31. — V.mysta-
cinus in Oxfordshire. Aplin, Zoologist, Bd. V, S. 315.
Vesperugo caucasicus n. sp. Transkaukasien. Satunin, Zool. Anzeiger, S. 462. —
V. noctula, Ovocyten 2. Ordnung im Ovarium. v..d. Stricht, Verh. d. Anat.
Gesellsch., 15. Vers., 8.208. — V. pipistrellus, Varietät. €Charbonnier,
Zoologist Bg. V, 8. 472. — V. pipistrellus, Ovocyten 2. Ordnung im Ovarium.
v. d. Stricht, Verh. d. Anat. Gesellsch. 15. Vers., S. 208.
Emballurionidae. Dasypterus ega argenlinus n. subsp. Corrientes.
Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 247.
Dasypterus ega fuscatus n. sub:p. Columbien. Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 246.
— D. ega panamensis n. subsp. Panama. Thomas, Ann. Nat. Hist., S. 246.
Lophostoma venezuelae n.sp. Venezuela. Robinson u. Lyon, P. U. S. Museum
XXIV, 8. 154.
Molossus maurus n.sp. Britisch Guiana. Themas, Ann. Nat. Hist., S. 141. —
M. obscurus cerastes n. subsp. Paraguay. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII,
8.439. — M. obscurus currentium, M. obscurus fosteri. Thomas, ebenda
S. 38. — M. planirostris paranensis n. subsp. Para. Thomas, ebenda S. 190.
Nyetinomus emini n.sp. Usambiro. De Winton, Ann. Nat. Hist. VII, 8. 39. —
N. gambianus n.sp. Westafrika. De Winton, ebenda S. 40.
Promops trumbulli n.sp. Unterer Amazonas. Thomas, ebenda VII, 8. 191.
Saccopteryx canescens n. sp. Amazonas. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII, S. 366 (%).
Phyllostomatidae. Artibeus Watsoni n.sp. Panama. Thomas, Ann.
Nat. Hist. VII S. 542 (%).
Centurio senex. Der Typus einer Unterfamilie. Rehn, Proc. Acad. Philadelphia
LIII, 8. 295.
Mesophylla n.g. für M. macconnelli Britisch-Guiana. Thomas, ebenda, S. 143.
Phyllostoma latifolium n.sp. Britisch Guiana. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII
S. 142 (%).
Tonatia Gray 1827 älterer als Vampyressa Thomas 1900. Allen, P. Soc. Washington
XIV, 8. 184.
Inseetivora.
Tupaiidae. Tupaia sirrha senensis n.sp. Natuna Inseln. Miller, Proc.
Washington Acad. 8. 133.
Macroscelididae. Macroscelides delamerei n.sp. Britisch-Ostafrika.
Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII, S. 155. — M. peasei n. sp. Abyssinien. Thomas
ebenda 8. 155. — M. rozeti deserti n. subsp. Oran. Thomas, ebenda S. 157.
Erinaceidae. Erinaceus europaeus. Rassen des Igels. Barret-Hamilton,
Ann. Scott. Nat. Hist. S. 1. — Ontogenie des Gehirns. @rönberg, Zoolog. Jahr-
64 I. Mammalia für 1901.
bücher, Anat. Abt. S.261. — Vergleichende Anatomie der Gehirn- und
Rückenmarksvenen. Hofman, Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol. Bd. 3, S. 239.
— Motorische Hirnrind-nregion. Kolmer, Arch. f. mikrosk. Anatomie, Bd 57,
S. 151. — Notizen. Patterson, Irish Naturalist, Bd. 10, S. 254. — Russische
Arten. Satunin, Trudui Kazan Univers. XXIII, S.1. — Krystalloide
Bildungen in den Spinalganglienzellen. Sjoevall, Anat. Hefte. Bd. 18,
S. 239. — Untersuchungen der Gehirnrinde. Turner, Brain Bd. 24, S. 238.
— Erinaceus europaeus in Argylishire. Watt, Ann of Scott. Nat. Hist.,
Oktober, 8. 232. — Igel nahe Belfast. Workmann, Irish Naturalist Bd. XI,
S. 24.
Erinaceidae algirus vagans n. subsp. Balearische Inseln. Thomas, Proc.
Zool. Soc. London, 8.38. — EZ. calligoni n.sp. Transkaukasien. Satunin,
Proc. Zool. Soc. London $S. 284 (mit einer Liste der russischen Arten). —
E. danubicus n.sp. Matschie, Sitzungs-Ber. d. Ges. Naturf. Freunde Berlin
S.229. — E. dorsalis n.sp. Süd-Arabien. Anderson u. De Winton, Ann.
N t. Hist., 8. 22.
Galerixz, nahe verwandt mit Necrogymmarus und Gynnura. Leche, Zool.
Anzeiger XXV, 8.8.
Lanthanotherium, nahe verwandt mit Necrogynnurus und Gymmura. Leche,
ebenda.
Soricidae. Blarina mayensis n. sp. Yukatan. Merriam, Proc. Acad.
Washington, S. 559.
Crocidura antipoö n.sp. Rumänien. Matschie, Sitzber. d. Ges. naturf. Freunde
Berlin, $8. 228. — ©. caudata n. sp. Sizilien. Miller, Proceed. Soc. Washington,
S. 42. — (©. ilensis n. sp. Centralasien. Miller, ebenda, S. 157. — ©. (Pachyura)
kükenthali n.sp. Halmahera. Matschie, Abhandl. d. Senkenb. Naturf.
Gesellsch., 8.279. — (©. macropygmaeus, Kamschatka. Miller, Proceed.
Soc. Washington, 8.158. — C. shantungensis n.sp. Schantung. Miller,
ebenda 8. 157. — C. sicula n. sp. Sicilien. Miller, ebenda S. 41.
Neomys fodiens minor n.subsp. Pyrenäen. Miller, Proceed. Soc. Washington
XIV p. 45.
Proscalops n.g. für Pr. miocoenus n.sp., Miocän in Colorado. Matthew, Mem.
Amer. Mus. 8. 375.
Sorex, Phagocytosis im Ovarium. Metcali, Biol. Bull. Boston Bd. 2, S. 338. —
S. araneus alticola n.subsp. Algen. Miller, Proc. Soc. Washington, $. 43.
— S. araneus eurynotus n. subsp. Pyrenäen. Miller, ebenda, $.44. — 8.
elassodon n. sp. Moresby-Inseln, Königin Charlotte Gruppe. ®sgood, North
American Fauna No. 21, 8. 35. — $. (Microsorex) eximius n. sp. Cook Inlet,
Alaska. Osgood, ebenda, S. 71. — S. longicauda prevostensis n. subsp. Prevost-
Inseln. Osgood, ebenda S. 35. — S. minutus in Yorkshire. Pocock, Zoo-
logist, Bd. 5, $. 388. — S. pygmaeus in der Schweiz. Fatio, Compt. Rend.
Soc. Helvet. 1900, S. 61.
Talpidae. Proscalops n.g. für P. miocoenus n.sp. Miocaen von Colorado.
Matthew, Mem. Amer. Museum, p. 375.
Talpa europaea. Primordialeranium. Fischer, Anat. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 17,
S.467. — Beobachtungen über das Winterleben. Remus, Prometheus,
Jahrg. 12, 8. 652. — Rückbildungserscheinungen am graviden Uterus.
Strahl u. Henneberg, Anat. Anzeiger XX 8. 20.
Na
aan =
I Mammalia für 1901. 65
Potamogalidae. Potamogale velox. Anatomie. Seabra, J. Si. Lissabon (?)
VI. S. 145.
Centetidae. Centetes ecaudatus, Gehirn u.a. Beddard, Nov. Zool. VIII.
S. 84. — Placenta. Strahl, Verh. d. Anat. Gesellsch., 15. Vers., S. 89.
COhrysochloridae. Chrysochloris trevelyani Myologie. Parsons, Proc.
Zool. Soe. London, S. 26.
*Ictopsidae. Ictops acutideus n.sp. Tertiäir von Montana. Douglass, Pr.
Amer. Phil. Soc. XX 8.9 (2).
Creodontia.
Allgemeine Bemerkungen über die Klassification der Creodontia. Matthew,
Bull. Amer. Museum XIV, 8.1.
Harpagolestes n.g. für H. macrocephalus n. sp. Eocän von Nordamerika. Wort-
man, Amer. Journ. Sci. XII, 8. 286.
Hyaenodon minutus n. sp. Tertiär von Montana. Douglass, ebenda. — H. montanus
n.sp. Tertiär von Montana. Bouglass, Pr. Amer. Philos. Soc. XX.
Palaeosinopa veierrima n.sp. Eocän von Wyoning. Matthew, Bull. Amer. Museum,
a 8. 22.
Sinopha opistothona n.sp. Eocän von Wyonning. Matthew, ebenda, S. 28.
Carnivora.
Canis brasiliensis und verwandte Formen, Bemerkungen über. Hagmann, Zool.
Anzeiger XXIV, 8. 509.
Canis cancrivorus savannarım n. subsp. Britisch Guiana. Thomas, Ann. Nat.
Hist. VIIL, $. 146.
Canis domeykoanus n.sp. Chile. Philippi, Ann. Univ. Chile, S. 168.
Canis familiaris. Epithel im Nebenhoden. Aigner, Sitzungsber. d. Akad.
Wien 109, Bd. 3, 8.555. — Transversale Muskelbündel im Dünn- und
Dickdarm. Albini, Atti Accad. Napoli, Bd. 10, No. 3. — Aus dem Hunde-
leben. Amsler, Mittheil. d. Aargauer Naturf. Gesellsch., Heft 9, S. 78. —
Terrier mit je drei Schneidezähnen in jeder Hälft> des Unterkiefers.
Anderson, Irish Naturalist, Bd. X, S. 89. — Anordnung der Spermatozoiden
in den Samenleitern. Andrain, Compt. Rend. Soe. Biol. Paris, Bd. 53,
S. 903. — Verlauf der Lymphgefässe. Bartels, Anat. Hefte. 1. Abtheil.
Bd. 16, S. 333. — Vergleich des Larynx mit dem der Cetacea. Benham,
Proceed. Zool. Soc. London I, 8.270. — Beiträge zur Embryologie des
Hundes. Bonnet, Anatom. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 16, S. 231. — Sekretion
des Pankreas. Camus u. &ley, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, T. 53,
Nr. 7, 8. 194. — Theilung von Nervenfasern in der Nasenschleim-
haut. Della Valle, Ricerche Lab. Anat. Roma, Bd.8, 8. 93. — Nerven-
endigungen im Bauchfell, in Sehnen und Muskelspindeln. Dogiel, Archiv
f. mikrosk. Anatomie 8. 1. — Nervencentren. Donaggio. — Bindegewebe
der Gel nkhöhlen und peritendinösen Höhlen von Embryonen. Falcone,
Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 155. — Bauchmuskeln im Bereiche der medialen
L istengruben. Hofmann, Zeitschr. f. Morphol. und Anthropologie, Bd. III,
8.239. — Gehirn- und Rückenmarksnerven. Hofmann, ebenda. — Hund ohne
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Spitzes. Hornung, Zool. Garten Jahrg. 41, S. 60. — Neuraglia. Huber, Amer
"nturzresch. 69. Jahrg. 1903. Bd.Il. H.1. (I.) 5
66 I. Mammalia für 1901.
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in den Lymphgefässen. Kytmanofi, Anat. Anzeiger XIX, S. 369. — Histologie
und Physiologie der Speicheldrüsen. Maximow, Arch. f. mikrosk. Anat..
Bd. 58, S.1. — Degenerationsversuche an der Hirnrinde. Mellus, Bull.
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Miyake, Verhandl. d. Gesellsch. Würzburg XXXIV, S. 192. — Subcerebrales
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Sertollischen Zellen. Regaud, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, 8. 472.
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Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, S. 615. — Chromatophile Kerne im
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Anat. 3. Sess., $. 45. — Entwickelung der Mandel. Ratherer, Compt. Rend.
13. Congr. Internat. Med. Paris 1900, Sect. Histol., 8.96. — Nerven-
endigungen im Fettgewebe, Periost und Gelenkkapseln des Kniees; Ruffinischs
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endplatten in den Kapillaren und kleineren Arterien der weiblichen Genitalien.
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und sensible Nerven im Nierenparenchym. Smirnow, Anatom. Anzeiger
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Neovulpavus n.g. für N. washakius n. sp. Eocän von Nordamerika. Wortman,
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Oreodectes n. g. für O. herpestoides n. sp. Eocän von Nordamerika. Wortmann,
ebenda, 8. 148.
I. Mammialia für 1901. 67
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Vulpavus hargeri n.sp. Eocän von Nordamerika. Wortman, ebenda, S. 201.
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Zoolog. Garten. Knottnerus-Meyer, Zool. Garten Jhg. 42, S. 46. — N. ther-
sites n. sp. Cozumel-Inseln. Thomas, ebenda, S. 271.
Procyon pygmaeus n. sp. Cozumel-Inseln. Merriam, Proc. Zool. Soc. Washington
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layısche Halbinsel. Bonhote, Ann. Nat. Hist. VII, S. 346. — M. huatunensis
n.sp. Kuatan, Fokien. Bonhote, ebenda, 8. 348. — M. nesophila n. sp.
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Viverridae. Arctogalidia inornata n.sp. Natuna Inseln. Miller, Proc.
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Chincha Lesson 1842 tritt an Stelle von Mephitis Cuv. 1800 ein für die echten
Skunks. Howell, North American Fauna Nr. 20, S. 14. — Ch. occidentalis
major n.subsp. Ost-Oregon. Howell, ebenda, 8.37. — Ch. occidentalis
notata n.subsp. Caskadeflus. Howell, ebenda, 8.36. — Ch. platyrhina
n. sp. Kalifornien. Howell, ebenda, 8. 39.
Oynictis selousi. Beschreibung. De Winton, Proc. Zool. Soc. London, 1. Abb.
Galera barbara brunea n. subsp. Bolivia. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII S. 101 (7).
Galictis canaster n.sp. Mexiko. Nelson, Proceed. Soc. Washington XIV S. 129.
— @. crassideus Nehrg. Nehring, Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde
Berlin, S. 209. — @. vittata, Foramina in den Querfortsätzen der fünf Thorakal-
wirbel. Parsons, Journ. of Anat. and Physiol., Bd. 30, T.1.
Genetta victoriae n.sp. Uganda. Thomas, Proceed. Zool. Soc. London II, 8. 87.
5*
68 I. Mammalia für 1901.
Herpestes naso n.sp. West-Afrika. De Winton, Bull. Liverp. Mus. III. S. 35,
1 Abb.
Leucomitra n.subg. für Mephitis macrura Lichtenstein 1332. Hiowell, North
American Fauna 8. 39.
Mephitis Cuwvier tritt an Stellle von Spilogale Gray 1865. Howell, ebenda S. 14.
Felidae. Felis apache n.sp. Tamauligas. Mearns, Proceed. Washington
Acad. XIV. 8. 150. — F. badia. Bemerkungen über. Jentink, Notes Leyden
Museum XXVIII, S. 91. — F. bangsi n. sp. Nord-Anden. Merriam, Proceed.
Washington Acad. III, S. 595. — F. cacomitli Bernardino aus Texas, Unter-
schied von yaguarondi. Mearns, P. U. S. Mus. XXIV, S. 207. — F. catus.
Vielfeigrigkkeit bei. Winnington u. Ingram, Publ. Cotteswold Club XIII,
S. 303. — F. centralis n.sp. Costa Rica. Mearns, Proc. Washington Acad,
XIV, 8.139. — F. concolor und seine Verwandten. Merriam, Proc.
Washington Acad. III, S. 577. — F. concolor pearsoni n.subsp. Thomas,
Ann. Natur. Hist. VIII, S. 188. — F. costaricensis n. sp. Costa Rica. Merriam,
Proceed. Washington Acad., S. 597.
Felis domestica. Epithel im Nebenhoden. Aigner, Sitzungsber. d. Akad.
Wien, Bd.3, 8.555. — Verlauf der Lymphgefässe. Bartels, Anatom.
Aefte, 1. Abt. Bd. 16, 8.333. —- Innervation des harten Gaumes.
Rotezat, Zeitschr. f. wissensch. Zoologie LXIX, 8. 428. — Sekretorische
Zellen der Fundusdrüsen des Magens. Cade, Arch. anat. Mier. IV, 8.1.
— Muskelspindeln in den Schwanzmuskeln. Crevatin, Anat. Anzeiger,
Bd. 19, 8.173. — Seit wann in Deutschland heimisch ? v. Droste-
Hülshoff. Jahresber. d. Westfäl. Prov. Vereines 1900/01, 8.32. —
— Deckzellen im Epithel von Ureter und Harnblase. Eggeling, Anatom.
Anzeig., Bd.20, S. 116. — Bindegewebe der Gelenkhöhlen und peritendinösen
Höhlen von Embryonen von Felis. Falcone, Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12,
S 155. — Regeneration des Rückenmarkes. Fickler, Neurol. Centralbl.
Jahrg. 20, 8. 738. — Mitosis in den Nervenzellen der Gehirnrinde
von Katzenfötussen. MHatai, Journ. Comp. Neurol., Bd. XI, 8.277. —
Entwicklung des Pankreas. Helly, Arch. f. mikrosk. Anatomie, Bd. 57,
S. 271. — Vergleich'nde Anatomie der Gehirn- und Rückenmarksvenen.
Hoimann, Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol. III, S. 239. — Beschreibung
der Neuraglia. Huber, Amer. Journ. Anat., Bd. I, S. 45. — Polydaktylismus.
Ingram, P. Cotteswold. Club XIII, S. 303. — Folgen von Verletzungen in der
Gegend der unteren Olive. Keller, R., Arch. f. Anat., S. 187. — Nach-
kommenschaft einer stummelschwänzigen Hauskatze. Kennel, Zool. Jahrb.,
Abt. f. System. Bd. 15, S. 219. — Motorische Hirnrindenregion. Kolmer,
Archiv f. mikrosk. Anatomie, Bd. 57, S. 151. — Thätigkeit der Fundusdrüsen.
Kranenburg, Onderz. Phys. Lab. Utrecht. Theil 3, S. 1. — Innervation der
Lymphgefässe.. Kytmanofi, Anatom. Anzeiger XIX, S. 364. — Anatomie
des vorderen Augenabschnittes. Lauber, Anatom. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 18.
S. 369. — Musculus dilator pupillae. Miyake, Verhandl. d. Gesellsch. Würz-
burg XXXIV, S. 192. — Phagocytosis im Ovarium. Metcalf, Biol. Bull.
Boston, Bd.2, 8.338. — Wand des Dottersackes.. Paladino, Arte Med.
Milano, Jahrg. 3, Nr. 6—9 u. Arch. Ital. Ginecol. Napoli, Jahrg. 8, S. 127.
— Kater als Amme. Perez, Proc.-verb. Soc. Linn. Bordeaux, Bd. 56, S. 133.
— Memoiren meiner Katzen. Perrens, Rev. Scient. No. 13, 8.398. —
I. Mammalia für 1901. 69
Regeneration der Nerven am Ischidiacus. Purpura, Arch. Ital. Biol. Bd. 35,
S. 273. — Paeinische Körperchen in der Tunica adventitia der Bauchaorta.
Rachmomow, Anat. Anzeiger, Bd. 19, 8.555. — Kanälchenbildungen in
den Riesenzellen des Knochenmarkes. Retzius, Verhandl. d. anatom. Ge-
sellschaft, 15. Versamml., S. 92. — Anatomie. Reighard u. Jennings, Publ.
Cotteswold Club XIII, S. 263. — Bildung der Nasenmuschel. Schoene-
mann, Anatom. Hefte. 1. Abtheil., Bd. 18, S. 97. — Nerven und ihre Endi-
gungen im Fettgewebe, Periost und in den Gelenkkacheln des Kniees.
Spameni, Memor. Accad. Sci. ToriCo, Bd. 50, S. 63. — Lymphdrüsen. Sisto
u. Morandi, Atti Accad. Sci. Torino, Bd. 36, S. 99. — Nervenendigungen
im Nierenparenchym. Smirnow, Anatom. Anzeiger XIX, 8. 347. — Corpus
vitreum. Spampani, Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 145. — Gallenblase.
Sudler, Bull. John Hopkins Hospit. Baltimore, Bd. 12, S. 126. — Gehirn-
antersuchungen. Turner, Brain, Bd. 24, 8.238. — Medulla oblongata
Vincenzi, Anatom. Anzeiger, Bd. XIX, S. 33. — Akustikuskern. Vincenzi,
ebenda. — Neuseeländische Eingeborenenkatzen als Fruchtesser. Wrench,
Agrieult. Gaz. N. S. Wales, Bd. 12, S. 1651.
Felis fossata n. sp. Yukatan. Mearns, Proceed. Washington Accad. XIV, S. 150.
— F.hernandesii goldmanni n. subsp. Yukatan. Mearns, ebenda. — F. hippo-
lestes azetecus n.subsp. Mexiko. Merriam, Proceed. Washington Acad., 8.593.
— F. leo. Tuba eustachii und ihre Beziehungen zur Lokomotion. Alezais, Compt.
Rend. Soc. Biol. LIII, S. 918. — F. limitis n. sp. Texas. Mearns, Proceed.
Washington Acad. 8.148. — F. pajeros crucina n.subsp. Patagonien.
Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII, 8.249. — F. puma patagonica n. subsp.
Patagonien. Merriam, Proceed. Washington Acad., 8.188. — F. wiedi
Schinz 1821 ist älter als F. macrura Wied. 1826. Allen, Proc. Zool. Soc.
Washington XIV, 8.184. — F. leo var. spelaea aus dem französischen
Becken. Fortin, Bull. Soc. Elboeuf XIX, S. 99.
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Pinnipedia.
Allgemeines. Chilenische Pinnipedia. Albert, Act. Soc. Chile XI, $. 215.
— Labyrinthpigment und feinerer Bau des perilymphatischen Gewebes,
Anile, Arch. f. mikrosk. Anat., Bd. 58, S. 134. — Antarktische, Bau und
Lebensweise. Hamilton-Barrett, Antarctic Manual, S. 209. — Geographische
Verbreitung. Palacky, Zoolog. Jahrbücher, Abtheil. f. Systematik, XXV.
S. 249. — Anatomie und Physiologie des Herzens und der grossen Gefäss-
systeme. Marschner, Dissert. Breslau. — Auge der Wassersäugethiere.
Pütter, Dissertation Breslau. — Robbenfang. Southwell, Zoologist V, S. 81.
Macrorhinus leoninus, illustrirte Mittheilungen über. Vallentin, J. Inst. Corn-
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Phoca, Leber. BDienlafe, Bibl. Anat. Paris, Bd. 9, S. 233. — Fissuren der Milz.
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Anderson, Brit. Assoc. Adv. Sc. $. 790.
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metheus Nr. 41, 3.641. — O. gillespü, Nahrung von, Merriam, Science
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XII. S. 777 (2%). — O. gillespii. Geburt eines jungen in einer Menagerie.
Sauvinet, Bull. Mus. Paris, S. 341.
Otoes. Der erste Gattungsname von Otaria ursina. Palmer, Proc. Soc. Washington
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Trichechus rosmarus, Jagd. Müller, Ent. Rev. Scient. S. 407.
Rodentia.
Sciuridae. Schleimhautfalten der Mundhöhle. Favaro, Ricerche Lab.
Anat. Roma, Bd. 8, S. 157. — Beitrag zur Diaphragmafrage. v. Gössnitz,
Deutsche Ges. Jena VI, Semons Reise IV, 8. 207.
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Soc. malac. Belgique XXXV, S. 88.
Callospermophilus chrysodeirus n. sp. Kalifornien. Merriam, Proc. Zool. Soc.
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Washington Acad. III, S. 563.
Marmotta marmotta, Beobachtung überwinternder. Monti, Rend. Istit. Lomb. Sei.
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Ratufa angusticeps n. sp. Natuna. Miller, Proc. Washington Acad. III, S. 130.
Sciurotamias n. g. für Sciurus davidianus Milne-Edwards und Bemerkungen
über Rhinosciurus. Miller, Proceed. Soc. Washington XIV, 8. 23.
Sciurus. Gruppierung der Paceini’schen Körperchen im Perimysium. Rieconi,
Monit. Zool. Ital., Jahrg. 12, S. 325. — S. andrewsi n. sp. Java. Bonhote,
Ann. Natur. Hist. VII, S. 457. — $. baluensis n. sp. Kinaberg, Balu. Bon-
hote, ebenda, S. 174. — 8. baluensis suffusus n. subsp. N. W. Borneo. Bon-
hote, ebenda, S. 175. — $. caroli n. sp. Laram. Bonhote, ebenda, S. 173. —
S. caroli griseicauda n. subsp. Baram. Bonhote, ebenda, S. 174. — S. casta-
neoventris ningpoensis n. subsp. Ningpo. Bonhote, ebenda, S. 163. — S. deppei
vivax n. subsp. Campeche. Nelson, Proced. Soc. Washington XIV, S. 131.
— S. epomorphus n. sp. Malayische Halbinsel. Bonhote, Ann. Nat. Hist.
VII, S. 272. — $. epomorphus davisoni n. subsp. Burma. Bonhote, ebenda,
S. 273. — 8. erythraeus buthanensis n. subsp. Buthan. Bonhote, ebenda,
S. 161. — 8. floweri n. sp. Siam. Bonhote, ebenda, S. 456. — $. griseogena
meridensis n. subsp. Merida. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII, S. 112. —
S. Tautensis n. sp. Natuna-Inseln. Miller, Proceed. Washington Acad. III,
S. 128. — 8. lingungensis n. sp. Natuna-Inseln. Miller, ebenda, S. 123. —
S. macclellandi kongoensis n. subsp. Siam. Bonhote, Proceed. Zool. Soc.
London, 8. 55. — S. macconelli n. sp. Ravaina-Gebirge. Thomas, Ann. Nat.
Hist. VII, S. 148. — S. nigrani n. sp. Minas Geraes. Thomas, ebenda, S. 368.
— $. notatus albescens n. subsp. Sumatra. Bonhote, Ann. Nat. Hist. VII,
S. 446. — S. otinus n. sp. Columbien. Thomas, ebenda, S. 194. — 8. parvus
n. sp. Borneo. Miller, Proc. Soc. Washington XIV, 8.33. — 8. prevosti
humei n. subsp. Selangar. Bonhote, ebenda, S. 170. — S. prevosti kuchin-
gensis n. subsp. Sarawak. Bonhote, ebenda. — $. prevosti navigator n. subsp.
Sirhassan-Inseln. Bonhote, ebenda, S. 171. — $. procerus n. sp. Natuna-
Inseln. Miller, Proc. Washington Acad. III, S. 122. — $. procerus lutescens
n, subsp. Natuna-Inseln. Miller, ebenda, S. 124. — S. quelchi n. Sp. Britisch-
N
I. Mammalia für 1901. 71
Guiana. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII, S. 147. — $. rubidiventris n. Sp.
Natuna-Inseln. Miller, ebenda, S. 127. — 8. rufus in Gefangenschaft. Hor-
nung, Zool. Garten. Jahrg. 42, S. 80. — Ernährungsweise. Moffat, Irish
Naturalist. Bd. 10, S. 148. — $. rutiliventris n. sp. Natuna-Inseln. Miller,
Proceed. Washington Acad. III, S. 126. — S. seraiae n. sp. Natuna-Inseln.
Miller, ebenda, S. 125. — S. thaiwanensis n. sp. Formosa. Bonhote, Ann.
Nat. Hist. VII, S. 165. — 8. thaiwanensis centralis n. subsp. Formosa. Bon-
hote, ebenda, S. 166. — $. thaiwanensis roberti n. subsp. Formosa. Bonhote,
ebenda. — 8. vittatus dulitensis n. subsp. Borneo. Bonhote, ebenda, S. 451.
— S. yucatensis baliolus n. subsp. Mexiko. Miller, Proc. Soc. Washington
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Sciurus jeffersoni n. sp. Tertiär von Montana. Douglas, Tr. Amer. Philos. Soc.
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Spermophilus. Entwickelung des Ganglion acustico - faciale und des G. semilunare.
Weigner, Anatom. Anzeiger. Bd. XIX, S. 145.
M yozxidae. Eliomys cincticauda n. sp. Italien. Miller, Proc. Soc. Washington
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— Herbstwurf. Forrest, ebenda, Novb., S. 423. — Geburt im Herbst.
Roberts, The Zoologist, Bd. V, Dezb., S. 472.
Myoxus glis im Allier. Olivier, Rev. Scient. Bourbon, Jahrg. 14, S. 74.
Castoridae. Castor fiber. Dahms, Naturw. Wochenschrift XII, Nr. 22,
S. 249, Nr. 23, S. 251, No. 24, S. 273. — In Westpreussen. Dahms, Schrift.
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ebenda, S. 11.
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— A. pulcherrimus ceruceri n. subsp. Crucero. Allen, ebenda, $. 186. — A.
pulcherrimus inambarii n. subsp. Inambarifluss. Allen, ebenda, 8. 185. —
A.tucumanensis n. sp. Tucuman. Allen, ebenda, S. 410.
Acomys hunteri n.sp. — witherbyi n.sp. Oberer Nil. Suakin. De Winton, Nov.
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Blarinomys breviceps, Beschreibung und Abbildung. Goeldi, Bol. Mus. Para III,
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Oricetus. Backentaschen. Brandt, Tagebl. des V. Internat. Zoolog. Kongr.
No. 4, 8. 3. — Vernichtung. Jacobi, Kaiserl. Gesundheitsamt, biolog. Abth.,
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XXIV, 8. 130. — Rückbildungen des graviden Uterus. Strahl u. Henneberg,
Anat. Anzeiger XX, 8.20. — CC. nehringi n. sp. Rumänien. Matschie,
S.-B. Ges. naturf. Freunde Berlin, $S. 232.
Dipodillus dasyuröides n. sp. Palästina. Nehring, S.-B. Ges. naturf. Freunde
Berlin, S. 173.
Eligmodontia callosa boliviae n. subsp. Bolivien. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII,
S. 253. — E. ducilla n.sp. Peru. Thomas, ebenda, VII, S. 182. — E. morgani
n. sp. Patagonien. Allen, Bull. Amer, Mus, XIV, S. 409,
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Gerbillus harwoodi n. sp. Ostafrika. Thomas, Ann. Nat. Mus. VIII, S. 275. —
@G. stigmonyx luteolus n. subsp. Oberer Nil. Thomas, ebenda. — G. watersi
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Holochilus guianae n. sp. Britisch-Guiana. Thomas, ebenda, S. 149.
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XXIV, 8. 130. — M. newtoni. Beschreibung Nehring, S.-B. naturf. Freunde
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I Mammalia für 1901. 18
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viarisn.sp. Ecuador. Allen, Bull. Americ. Museum XIV, S. 405. — O. casta-
neusn.sp. Ecuador. Allen, ebenda, S. 406. — O. chapmani caudatus n. subsp.
Mexiko. Merriam, Proc. Washington Accad. III 8.289. — O0. chapmanı
dilutior n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, 8. 290. —O. chapmani saturator
n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda. — O. cozumelae n. sp. Cozumel-Inseln.
Merriam, ebenda, 8. 280 u. Proc. Soc. Washington XIV. S. 103. — O. erinitus
n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 281. — 0. crinitus aztecus n. subsp.
Mexiko. Merriam, ebenda, S. 280. — O. goldmanni n. sp. Mexiko. Merriam,
ebenda, $. 288. — O. hylocetes n. sp. Mexiko. Merrim, ebenda, S. 291. —
O. jalapae rufinus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, 8. 285. — O0. lamia
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Santa Lucia. Forsyth Major, Ann. Natur. Hist. VIII, S. 204. — O. mexi-
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Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII, S. 204. — O. palatinus n. sp. Mexiko. Mer-
riam, Proc. Washington Accad., S. 290. — O0. panamensis n. sp. Pommern.
Thomas, ebenda, $. 252. — O. perenensis n. sp. Peru. Allen, Bull. Amer.
Mus. XIV, 8. 406. —O. rkabdops n. sp. Mexiko. Merriam, Proc. Washington
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—0O.rivulariusn.sp. Ekuador. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV, S. 407. — ©.
rufus n. sp. Mexiko. Merriam, Proc. Washington Acad. III, 8. 287. — O0.
rostratus n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, 8. 293. — O. rostratus megadon
n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 294. — O. teapensis n. sp. Mexiko.
Merriam, ebenda, S. 286. — O.iectus n. sp. Panama. Thomas, Ann. Nat.
74 I. Mammalia für 1901.
Hist. VIII, S. 251. — O. yucatanensis n. sp. Yukatan. Merriam, Proc.
Washington Acad., 8.294. — O.zygomaticus n. sp. Guatemala. Merriam,
ebenda, S. 285.
Ototylomys n. g. für O. phyllotis n. sp. Mexiko. S. 562, pliphocus n. subsp. Mexiko.
S. 563. Merriam, ebenda.
Oxymyecterus iris n. sp. Beni-Fluss. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII, S. 183. —
O. minus n. sp. Puno. Thomas, ebenda. — O. roberti n. sp. Rio Jordao.
Thomas, ebenda, VIII, S. 530.
Peromyscus cozumelae n. sp. Kozumel-Inseln. Merriam, Proc. Soc. Washington,
S. 103. — P. leucopus minnesota n. subsp. Minnesota. Mearns, Proc. Soc.
Washington, S. 154. — P. oreas rubidus n. subsp. Kalifornien. Osgood,
Proc. Soc. Washington XIV, 8. 193. — P. prevostensis n. sp. Königin Charlotte
Inseln. Osgood, North Americ. Fauna, No. 21, S. 29.
Phenacomys albipes n. sp. Kalifornien. Merriam, Proc. Soc. Washington XIV,
8.128.
Phyllotis cachinus. Salta. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV. S. 409. — Ph.chacoensis
n. sp. Paraguay. Allen, ebenda, S. 409. — Ph. osilae n. sp. Peru. Allen,
ebenda, S. 44.
Platycranius n. subg. für M. strelzowi Kascenke 1898. Kascenko, ebenda.
Prometheomys n. g. 8.572 für P. schaposchnikowi 8. 574, Kaukasus. Satunin,
Zool. Anzeiger XXIV.
Rheitrodontomy chryocopsis tolucae n. subsp. Mexiko. Merriam, Proc. Washington
Acad. III, S. 594. — Rh. colinae n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda. S. 551. —
Rh. colinae nerterus n. subsp. Merriam, ebenda. — Rh. costaricensis jalapae
n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda. S. 552. — Rh. difficilis n. sp. Mexiko.
Merriam, ebenda, S. 556. — Rh. dorsalis n.sp. Guatemala. Merriam, ebenda,
S. 557. — Rh. goldmanni n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 552. —
Rh. griseoflavus n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 553. — Rh. griseoflavus
helvolus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 554. — Rh. hirsutus n. sp.
Mexiko. Merriam, ebenda, S. 553. — Rh. levipes n. sp. Mexiko. Merriam,
ebenda, 8.554. — Rh. levipes otus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda,
S. 555. — Rh. levipes toltecus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda. — Rh.
megalotis zacatecae n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 558. — Rh. mega-
lotis obscurus n. subsp. Mexiko, Merriam, ebenda, S. 000. — Rh. microdon
n. sp. Guatemala. Merriam, ebenda, 8.548. — Rh. micgrodon albilabris
n. subsp. Guatemala. Merriam, ebenda, $.594. — Rh. oryzabae n. Sp.
Mexiko. Merriam, ebenda, S. 550. — Rh. perotensis n.sp. Mexiko. Merriam,
ebenda. — Rh. saturatus alticolus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 556.
— Rh. saturatus cinereus n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda. — Rh. tenuwi-
rostris n.sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 547. — Rh. tenuirostris aureus
n. subsp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 548.
Rhiphidomys benevolens n. sp. Bolivien. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII, S. 369.
— Rh. nitela n. sp. Britisch-Guiana. Thomas, ebenda, VIII, S. 149. —
Rh. ochrogaster n, sp. Peru. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV, S.43. — Rh.
phaeotis n. sp. Peru. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII S. 81.
Sicista Gray 1827 älter als Sminihus Keys und Blasius 1840. Allen, Proc, Soc,
Washington XIV, 8. 185.
Sigmodon simonsi n. sp. Peru. Allen, Bull, Amer. Mus. XIV. 8.40,
I. Mammalia für 1901. 19
Sigmomys n. g. für Rheitrodon alstoni Thomas 1880. Thomas, Ann. Nat. Hist.
VIII, S. 150. — $. savannarum n. sp. Britisch-Guiana. Thomas, ebenda,
S. 254.
Steneocranius n. subg. für Microtus slowzowi Poljak. 1881. Kascenko, Annuaire
Mus. St. Petersb. VI, S. 166.
Tyglomys bullaris n. sp. Mexico. Merriam, Proc. Washington Acad. III, S. 561.
— T. tumbalensis n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 560.
Zygodontomys swesus n. sp. San Miguel-Inseln. Bangs, Amer. Naturalist. XXXIV,
S. 642. — Z. thomasi n. sp. Venezuela. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV, S. 39.
Eumys minor n. sp. Tertiär von Montana. Douglass, Pr. Amer. Phil. Soc. XX,
S. 16 (2).
Spalacidae. Spalax nehringi n. sp. (1898) Kasikoporom, Araxes. Satunin,
Zool. Anzeiger, XXI, S. 314.
Geomyidae. Thomomys angularis pascalis n. subsp. Kalifornien. Merriam,
Proc. Soc. Washingtod XIV, 8. 111. — Th. aureus perpes n. subsp. Kali-
fornien. Merriam, ebenda. — Th. aureus pervagus n. subsp. Neumexiko.
Merriam, ebenda, S. 110. — Th. baylei n.sp. Texas. Merriam, ebenda,
S. 109. — Th. bridgeri n.sp. Wyoming. Merriam, ebenda, S. 110. — Th.
cabezonae n.sp. Kalifornien. Merriam, ebenda, S. 110. — Th. clusius osius
n. sp. Wyoming. Merriam, ebenda, S. 114. — Th. desertorum n. sp. Arizona.
Merriam, ebenda. — Th. douglasıi oregonus n.subsp. Oregon. Merriam,
ebenda, 8. 115. — Th. fuscus fisheri n. subsp. Kalifornien. Merriam, ebenda,
S. 111. — Th. hesperus n. sp. Oregon. Merriam, ebenda, S. 116. — Th. gold-
manni n.sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 108. — Th. idahoensis n. SP.,
Idaho. Merriam, ebenda, S. 114. — Th. latirostris n. sp. Arizona. Merriam,
ebenda, 8. 107. — Th. leucodon navus n.subsp. Kalifornien. Merriam.
ebenda, S. 112. — Th. limosus n. sp. Washington. Merriam, ebenda, S. 116.
— Th. myopsis n.sp. Washington. Merriam, ebenda, S. 112. — Th. nelsoni
n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 109. — Th. niger n. sp. Oregon. Merriam,
ebenda, S. 116. — Th. perditus n.sp, Mexiko. Merriam, ebenda, S. 108.
— Th. pygmaeus n.sp. Idaho. Merriam, ebenda, S. 115. — Th. sinaloe
n. sp. Mexiko. Merriam, ebenda, S. 108. — Th. winta n. sp. Utah. Merriam,
ebenda, S. 112.
Heteromyidae. Heteromys australis n.sp. Ecuador. Thomas, Ann. Nat.
Hist. VII, S. 194 (%).
Micropodops californicus n.sp. Kalifornien. Merriam, Proc. Washington Acad.
XIV, 8.128. — M. megacephalus oregonensis n. subsp. Oregon. Merriam,
ebenda, S. 127. — M. pallidus n. sp. Nevada. Merriam, ebenda.
Perognathus fallax pallidus n.subsp. Kalifornien. Mearns, Proc. Washington
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Mizxzodectidae. Systematik. ®@sborn, Science, Bd. 13, Nr. 229, S. 623.
Dipodidae. Alcataga, Dipus, Zapus u. a., Osteologie. Lyon, P. Un. Stat.
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Alcataga aralchyensis n.sp. Transkaukasien. Satunin, Zo>l. Anzeiger XXIV.,
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Dipus jaculus in Gefangenschaft. Renshaw, The Zoologist, Bd. V, 8.305. —
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S. 163.
76 I. Mammalia für 1901.
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S. 372. Capromys geayi n.sp. Venezuela. FPousargues, Bull. Mus. Paris
1899, S. 150. — ©. prehensilis gundlachi n.subsp. Insel Prinos.. Chapman,
Bull. Amer. Mus. XIV, S. 317.
Euryzogomatomys n. g. für Mesomys spinosus. Goeldi, ebenda.
Mesomys ist ungültig, da der typische M. ecaudatus auf ein schwanzloses Exemplar
von Loncheres hin aufgestellt ist. Goeldi, Bol. Mus. Para III, S. 179.
Procapromys n. g. für Capromys geayi Pousargues 1899. Chapman, Bull. Amer.
Museum XIV, 8. 322.
Proechimys bolivianus n.sp. Bolivien. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII, 8. 537.
— P. burrus n.sp. San Miguil-Inseln. Bangs, Amer. Naturalist XXXV,
S. 640. — P. guairae n.sp. Venezuela. Thomas, Proc. Soc. Washington
XIV, 8. 27. — P. roberti n.sp. Rio Jordan. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII,
S. 531.
Viscaciidae. Viscaccia oder Vizcacia für Lagostomus. Thomas, Proc.
Soc. Washington XIV, 8. 25.
Ohinchillida . Chinchillidae. Gattungsnamen. Allen, Proc. Soc. Wa-
shington XIV, S. 181.
Chinchilla lanigera, allgemeine Beschreibung. Albert, Ann. Univ. Chile, S. 913.
Agowutidae. Üoelgenys.. Backentaschen. Brandt, Tagebl. des V. Internat.
Zoolog. Kongr. Nr. 4, 8. 3.
Dasyprocta callida n.sp. San Miguel Inseln. Bangs, Amer. Naturalist XXXV,
S. 635. — D. ruatanica n.sp. Ruatan-Inseln, Honduras. Thomas, Ann.
Nat. Hist. VIII, S. 272.
Lagomyidae. Lagomys pusillus in Freiheit und Gefangenschaft. Lind-
holm, Zoolog. Garten, Jahrg. 42, S. 147.
Erethizontidae. Erethizon rufescens, Beschreibung und systematische
Stellung. Cabrera-Latorre, Bol. Soc. Espan. Hist. Nat. No. 3, S. 158.
Hystricidae. Hwystrix. Strudelartiges Geflecht der Hornhaut. €revatin,
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gewachsenen Meerschweinchen. Maurel, Bull. Soc. H. N. Toulouse, Bd. 33,
1900, S. 177. — Glatte radiäre Muskeln in der Iris. Miyake, Verhandl. d.
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verschiedenem Alter. Mühlmann, Anat. Anzeiger XIX S. 377. — Histologie
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Anatom. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 16, S. 85. — Keine prälakterale Dentition.
Tims, Journ. Linn. Soc. Zool. Jahrg. 28, S. 261. — Nervenzellen. Vincenzi,
Anat. Anzeiger, Bd. 19, S. 33. — Riechepithel. Viollet, Bull. M&m. Soc.
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78
l. Mammalia für 1901.
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gestreiften muskulösen Gewebes. Godlewski, Bull. Acad. Cracovie, S. 146.
— Kaninchenzucht. Hasbach, Leipzig. — Entwicklung des Pankreas.
Helly, Acrh. f. mikrosk. Anat. Bd. 57, S. 271. — Gehirn- und Rückenmarks-
nerven. Hofmann, Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol. III, 8.239. —
Trinkende Kaninchen. Hornung, Zool. Garten, Jahrg. 42, Heft 9, 8. 286.
— Kontraktile Fibrillen in den Herzmuskelzellen. Hoyer, Bull. Acad.
Cracovie, 8. 146. — Neuraglia. Huber, Amer. Journ. Anat., Bd.I, 8.45.
— Motorische Hirnrindenregion. Kolmer, Arch. f. mikrosk. u. Anatomie,
Bd. 57, 8.151. — Thätigkeit der Fundusdrüsen. Kranenburg, Önderg.
Phys. Labor. Utrecht, T. 3, S. 1. — Vorderhorn des Rückenmarkes. Krause
u. Philippson, Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 57, S. 488. — Bestimmung der
niedrigsten erträglichen Kältegrade. Lagrifie u. Maurel, Compt. Rend.
Soc. Biol. Paris, S. 495. — Anomalien im Wachsthume der Schneidezähne.
Ledouble, Compt. Rend. Assoc. Anatom. 3. Sess., S. 240. — Histologie der
funktionirenden Milchdrüse. ®ttolenghi, Arch. f. mikrosk. Anat. Jahrg. 58,
S. 581. — Wand des Dottersackes. Paladino, Arte Med. Milano, Jahrg. 3,
No. 6—9 u. Arch. Ital. Ginecol. Napoli, Jahrg. 8, S. 127. — Anatomie und
Embryologie der Prostata und. Samenblasen. Pallin, Arch. f. Anat. u.
Physiol., Anat. Abtheil., S. 135. — Regeneration der Nerven am Ischidiacus.
Purpura, Arch. Ital. Biol. Bd. 35, S.273. — Nervenendigungen in den Gefässen.
Rachmanow, Anat. Anzeig., Bd. 19, S. 555. — Anatomie und Ontogenie beider
Dentitionen. Reiniger, Dissert. Erlangen. — Chromatophile Kerne im Ovarien-
epithel. Renshaw, Compt. Rend. Assoc. Anatom., 3. Sess., 8.45. —
Kanälchen in den Riesenzellen des Knochenmarkes. Ret:ius, Verh. d.
anatom. Gesellsch., 15. Verh., S. 92. — Lymphdrüsen. Sisto u. Morandi,
Atti Accad. Sci. Torino, Bd. 36, S. 94. — Nerven des Nierenparenchyms.
Smirnow, Anat. Anzeiger XIX, 8.347. — Rückbildungen des graviden
Uterus. Strahl u. Henneberg, Anat. Anzeiger XX, S. 20. — Muskelfasern d.
Vena portae. Suchard, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, S. 192. —
Kaninchen mit doppeltem Herzen. Thomson, Journ. of Anatomy and
Physiology, Bd. 35, S. 16. — Bestandtheile des fötalen Blutes. Tschistowitsch
u. Piwowarow, Arch. f. mikr. Anat. Jahrg. 57, 8.335. — Nervenzellen.
Vincenzi, Anatom. Anzeiger, Bd. 19, S. 33. — Basales Riechbündel. Wallen-
berg, Anatom. Anzeiger XX, S. 175. — Oogenese. v. Winiwarter, Centralbl.
f. Physiologie, Bd. 15, S. 189.
Lepus europaeus. Ein tapferer Hase. Böttger, Zool. Garten, Jahrg. 42,
S.350. — hawkeri n. sp. Oberer Ni. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIII,
Ss. 277 (%).. — LZ. incitatus n. sp. Sankt Michael Inseln. Bangs,
Amer. Naturalistt XXXV, S. 633. — L. timidus. Tuba eustachi und
ihre Beziehungen zur Lokomotion. Alezais, Compt. Rend. Soc. Biol. LIII,
S. 918. — L. transsylvanicus n.sp. Rumänien. Matschie, Sitzungsber. d.
Gesellsch. naturf. Freunde Berlin, S. 236. — L. varonis n.sp. Älgen. Miller,
Proc. Soc. Washington XIV, 8. 97.
ER Zee Te"
I. Mammalia für 1901. 9
Romerolagus nelsoni, seine systematische Stellung. Nelson, Rev. Soc. Antonio
Abzate, No. 3.
Sylvilagus minensis n. sp. Rio Jordan. Thomas, Ann. Nat. Hist. VIIL, S. 534 (9).
— S. paraguensis n.sp. Paraguay. Thomas, ebenda, S. 539. — S. surdaster
n.sp. Ecuador. Thomas, ebenda, 8. 543.
Palaeolagus temnodon n.sp. Tertiär von Montana. Douglass, Tr. Amer. Phil.
Soc. XX, 8. 14 (2).
Ungulata.
Hyracoidea.
Procaviidae. Procavia erlangeri n. sp. Websi Schebeli. Neumann,
Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde Berlin, 8.239. — P. (Dendro-
hyrax) marmotta n.sp. Uganda. Thomas, Proc. Zool. Soc. London II, 8. 88.
— P. thomasi n.sp. Kaffa. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf.
Freunde Berlin, S. 240.
Proboscidea.
Elephantidae. Zähne der Elephanten. Brandes, Zeitschr. f. Naturwissen-
schaft, Stuttgart, Bd. 73, 8.445. — Schläfendrüse. Eggeling, Biolog.
Centralblatt XXI, S. 443. — Gebären der Elephanten. Henning, Sitzungsber.
d. Naturf. Gesellsch. Leipzig, Jahrg. 26/27, S. 36. — Elephantidae, Zahnbau.
Botti, Bull. Soc. geol. Stal. XX, 8.438. — Elephanten des Ara-Thales.
Pontier, Naturaliste XV, 8. 185 (2).
Elephas primigenius, Leichenfund in Östsibirien. v. Adelung, Globus, Bd. 80,
Nr.6, 8.85. — E. primigeniu. Markhöhle in den langen Knochen.
Szombati, Mittheil. d. Anthropol. Gesellsch. Wien XXXI, Heft 3, 8. 74.
Palaeomastodon n.g. für P. beadnelli n.sp. Oligocän von Aegypten. Andrews,
Geological Magazine VIII. 8.491 (4).
Pyrotheriidae. Bradytherium n. g. für D. grave n. sp. Eocän von
Aegypten. Andrews, ebenda, S. 407.
Barytherium n.nom. zum Ersatz von Bradytherium. Andrews, Nature LXIV,
S. 577.
Moeritherium n.g. für M. Iyonsi Eocän von Aegypten. Andrews, Geol. Magaz.
VIII, S. 402.
Perissodactyla.
Tapiridae. Lophiodon isselensis aus dem Eocän von Monte Bolea. Omboni,
Atti Ist. Veneto LX, S. 631.
Rhinocerotidae. Rhinoceros, Dicerorhinus und Diceros, als Gattungs-
namen für die lebenden Arten angenommen. Thomas, Proc. Zool. Soc.
London, II S. 151. — Rh. simus, Schädel im Hamburger Museum. Nehring,
Zool. Anzeiger XXIV, 8.225. — Rh. sumatrensis lasiotis, Kennzeichen.
Thomas, Proceed. Zool. Soc. London II, 8. 151.
Rhinoceros hundsheimensis n.sp. Tertiäir von Altenburg (Oesterreich). Toula,
Verhandl. d. geolog. Reichsanstalt, S. 109.
Equwidae. Plexus brachialis, sensible Hautfelder. €Caradonna, Monit. Zool.
Ital. Jahrg. 12, S. 62. — Das Haar. Marshall, F. H. A., Proc. R. Soc. Edinb.
XXIII, S. 375. — Frühere Arten im Londoner Zoologischen Garten. Selater,
Zoologist V, S. 166.
80 I. Mammalia für 1901.
Asinus asinus, Vasa aberrantia hepatis. Barpi u. Tornelli, Monit. Zool. Ital.
Jahrg. 12, S. 129.
Equus caballus. Epithel im Nebenhoden und seine sekretorische Thätigkeit.
Aigner, Sitzungsber. d. Akad. Wien, Bd. 3, 8.555. — Vasa aberrantia
hepatis. Barpi u. Tornelli, Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S. 129. — Gestüte
des In- und Auslandes. Bräuer, Dresden. — Schultergelenk im Vergleiche
zu dem von Homo. Bugnion, Compt. Rend. Assoc. Anat. 3. Sess., 8. 93.
— Die russischen Pferde. Biffloth, Rev. Scient. No. 9, 8.270. — Ver-
knöcherungscentren am Frontale eines jungen Pferdes. Frasetto, Boll.
Mus. Torino XVI, Nr. 385, S.4. — Spezielle Pferdezucht. Hoffmann,
Leipzig. — Gehirn- und Rückenmarksvenen. Hofmann, Zeitschr. f. Morphol.
u. Anthropol., Bd. 3, 8.239. — Embryotrophe. Kolster, Anat. Hefte,
1. Abtheil., Bd. 18, S. 455. — Das Pferd in der Volksmedizin. v. Negelein,
Globus, Bd. 80, Nr. 13, 8.201. — Lymphgefässe. Rossi u. Spampani, Il.
Nuovo Ereolani VI, No. 16, $. 301, No. 17, S. 321. — Atlas der Anatomie,
Theil I, Sehmaltz, Berlin. — Nervenendplatten an den weiblichen Genitalien.
Sfameni, Monit. Zool. Ital., Jahrg. 12, S. 5 u. Arch. Ital. Biol. Bd. 36, S. 255.
— Lymphdrüsen. Sisto u. Morandi, Atti Accad. Sci. Torino, Bd. 36, S. 194.
— Blutkörperchengehalt des Blutes. Storch, Berner Dissert., Karlsruhe.
— Das Buch vom Pferde. v. Wrangel, 4. Aufl. — Nasalia. Zimmerl, Monit.
Zool. Ital. XII, S. 43.
Equus granti. Beschreibung. Selater, The Zoologist II, — E. (?) johnstoni
n. sp. Semliki Wald in Centralafrika. Selater, Proc. Zool. Soc.
London I, 8. 50 (s. Okapi 8. 35!). — E. przewalskyi Poljakoff im
Moskauer Zoologischen Garten. Greve, Zool. Garten, Jahrg. 42, 8. 275.
— In Woburn Alberg. Lydekker, Nature, Bd. 64, S. 63. — Bemerkungen
über. Selater, Proc. Zool. Soc. London I, S. 35. — Beschreibung. Teget-
meyer, Field, August, S. 391. — E. quagga. Ausrottung. Renshaw, Zoologist
V, 8.41.
Hipparion graeilis in Rumänien. Limionescu, Verh. d. geol. Reichsanst., 8. 311.
Artiodaetyla.
I. Non Ruminantia.
Tayassidae. Olidosus n. subgen. für T’yassu albirostris. Merriam, Proceed.
Washington Acad. XIV, 8. 120.
Tayassu albirostris ringens n.subsp. Mexico. Merriam, ebenda, S. 121. — T.
angulatus humeralis n. subsp. Mexico. Merriam, ebenda, S. 122. — T. nanus
n. sp. Cozumel-Inseln. Merriam, ebenda, S. 102.
Suidae. Sus natunensis n.sp. Natuna-Inseln. Miller, Proc. Washington
Acad. III, S. 117.
S. scrofa domestica. Verhornungsprocess der Hufen von Embryonen.
Apolant, Arch. f. mikrosk. Anat., Bd. 57, S. 766. — Verlauf der Lymph-
gefässe. Bartels, Anat. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 16, 8.333. — Ent-
wickelung des Zahnsystems. Bild, Dissertation, Breslau. — Gehirn-
furchen und- windungen. Dorelle, Ricerche Lab. Anat. Roma, Bd. 8, S. 211.
— Deckzellen im Epithel von Ureter und Harnblase. Eggeling, Anat. An-
ri
fi. Mammalia für 1901. 81
zeiger XX, 8. 116. — Entwickelungsgeschichte des Interparietale. Forster,
Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol. Stuttgart IV, 8.99. — Entwickelung
des Pancreas. Helly, Arch. f. mikrosk. Anat. LVII, S. 271. — Gehirn- und
Rückenmarksvenen. Hofmann, Zeitschr. f. Morph. u. Anthrop. III, S. 239.
— Fehlen der motorischen Hirnrindenzellen. Kolmer, Arch. f. Mikrosk.
Anat., Bd.57, 8.151. — Thätigkeit der Fundusdrüsen des Magens.
Kranenburg, Onderz. Phys. Lab. Utrecht III, S.1. — Verwachsen der mittleren
Finger. Lesbre, Compt. Rend. Assoc. Anat., 3. Sess., S. 189. — Bildung von
Darmschleifengruppen. Mac Calium, Bull. John Hopkins Hosp. Baltimore.
Bd. 12, S. 102. — Absonderung der Sertollischen Zellen. Regaud, Compt.
Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, S. 56. — Blutkörperchengehalt des Blutes.
Storch, Berner Dissertation, Karlsruhe. — Gallenblase. Sudler, Bull. John
Hopkins Hosp. Baltimore XII, S. 126. — Nerven in den Sinushaaren des
Rüssels. Tretiakoff, Prov. Soc. Natural. Moscou XXXI, 8. 391. — Gefäss-
anordnung in der Chorioidea. Versari, Ric. Lab. Anat. Roma XV, 8.33. —
Entwicklung zweier Ganglien. Weigner, Anat. Anzeiger XIX, S. 145. —
Entwickelung der Nebenniere. Wiesel, Anat. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 16,
S. 115.
Suidae scrofa palustris (Torfschwein), osteologische Studien zur Geschichte.
Otto, Rev. Suisse Zool. IX, S. 43.
Agriochoeridae. Agriochoerus maximus n.sp. Tertiär von Montana.
* Douglass, Pr. Americ. Philos. Soc. XX, 8. 28.
Aretotherium n. g. für A. accidens, Tertiär von Montana. Douglass, ebenda, S. 29.
Bathygenys n. g. für B. alpha n. sp. Tertiär von Montana. Douglass, ebenda, S. 19.
Colodon angulatus n. sp. Tertiär von Nebraska. Hatcher, Ann. Carnegie Museum
I, 8.131.
Eporeodon major cedrensis n. subsp. Miocän von Colorado. Matthew, Mem. Amer.
Mus. I S. 396.
Eucrotaphus helenae, Tertiär von Nebraska. Hatcher, Ann. Carnegie Museum I,
S. 29.
Leptochoerus quadricuspis n. sp. Tertiär von Nebraska. Hatcher, ebenda, S. 131.
Limmenetes n. g. für L. anceps n. sp. Tertiär von Montana. Douglass, Tr. Americ.
Philos. Soc. XX, S. 26. — L. platyceps n. sp. Tertiär von Montana. Douglass,
ebenda, 8. 24.
Merycochoerus altirannus n.sp. Miocän von Montana. Douglass, ebenda, XI,
S. 73. — M. compressidens n.sp. Miocän von Montana. Douglass, Amer.
Journ. Sci. X, 8.79. — M. elrodi n.sp. Miocän von Montana. Douglass,
ebenda XX, 8.78. — M. laticeps n.sp. Miocän von Montana. Douglass,
ebenda X, S. 428. — M. madisonius n. sp. Miocän von Montana. Douglass,
ebenda XI, S. 75.
Oreodon robustum n.sp. Miocän von Montana. Douglass, Tr. Amer. Phil. Soc.
XX, 8.28.
I. Ruminantia.
Tragulidae. Tragulus bunguranensis n.sp. Natuma Inseln. Miller, Proc.
Washington Acad. III, S. 113. — T. canescens n.sp. Siam. Miller, Proc.
S c. Washington XIII, S. 185. — T. pallidus n. sp. Natuna Inseln. Miller,
Proc. Washington Acad. III, S. 116.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bl. II. H.1. (1.) 6
82 I. Mammalia für 1901.
Camelidae. Camelus bactrianus, Ursprung und Lebensweise. Lydekker,
Nature, Bd. 64, S. 355.
Lama. Pectorales. Lesbre, Compt. Rend. Assoc. Anatom., 3. Sess., $S.1. —
Fissuren der Milz. Parsons, Journ. Anat. Physiol. XXXV, S. 416.
Lama pacos, Tuba eustachii und Lokomotion. Alezais, Compt. Rend. Soc.
Biol. LIII, 8. 918.
Alticamelus für Procamelus altus Marsh. 1894, Miocän von Colorado. Matthew,
Mem. Amer. Mus. I, S. 429.
Camelus alutensis und andere Arten. Nehring, Globus, Bd. 29, S.264. —
O. knoblochi, Pleistocän von Sarepta. Nehring, ebenda, Bd. 30, S. 180°
u. Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde, S. 137. — Camelus, fossil aus
Samos für ein Giraffoid erklärt von Major, Mem. Americ. Mus. I, $. 422.
Protomeryx campester, n.sp. ebenda. Derselbe, ebenda, $. 422,
Cervidae. Geweihe. Matschie, Siebente deutsche Geweihausstellung zu
Berlin. Neudamm 1901. — Geweihbildung. Roerig, Arch. f. Entwickelungs-
mech. X, 8. 525. — XI, S. 65, S. 225, Naturw.-Wochenschr. XVII, S.’45.:
Capreolus capreolus, Eiweisskrystalle in den Eiern. v. Ebner, Sitzungsber. d.
Akad. Wien., Bd. 110, 3. Abtheil., S. 5. — Gehörnte Ricke. Harting, Proceed.
Linn. Soc. London 1900 01, S. 13. — Frühe Entwickelungsstadien. Keibel,
Verh. d. Anat. Gesellsch.h XVII, 8.184. — Entwickelungsgeschichte.
Retzius, Biolog. Untersuch. Retzius, N. F., Bd. IX, Nr. 9, S. 109.
Cervus. Fissuren in der Milz. Parsons, Journ. Anat. Physiol. XXXV, S. 416.
— (. aristotelis, Tuba eustachii und Lokomotion. Alezais, Compt.‘ Rend.
Soe. Biol. LIII, S. 918. — C. capreolus, Schädel einer alten Ricke. Blasius,
Tagebl. V. Intern. Zool. Kongr. Nr. 8, S. 6. — (©. elaphus und Verwandte,
Verbreitung. Cameron, Field, S. 307, 377, 475, 560. — C. elaphus, fossil in
Irland. Otway, Irish Naturalist X, 8.101. — (©. eldi cornipes n. subsp.
Manipur. Lydekker, Nature, Bd. 64, S. 257.
Elaphurus davidianus, Abwurf des Geweihes. Lydekker, Proc. Zool. Soc. II.
S. 472.
Mazama pandora n.sp. Yukatan. Merriam, Proc. Soc. Washington XIV, S. 105.
Odocoileus (= Odocoelus) americanus borealis n.sp. Nordamerika. Miller, Bull.
N. York Museum III, S. 83 (1900). — O0. costaricensis n. sp. Costa Rica.
Miller, Proc. Soc. Washington XIV, 8.35. — O. hemionus canus n. subsp.
Mexico. Merriam, Proc. Washington Acad. III, S. 560. — O. virginianus
louisianae n.subsp. Louisiana. Allen, @. M., Amer. Naturalist XXXV,
S. 449.
Rangifer. Entwickelungsgeschichte. Betzius, Biolog. Untersuch. Retzius,
N.F., Bd. IX, Nr. 9, S. 109. — R. dawsoni S. Thompson 1900 = arcticus.
®sgood, North American Fauna Nr. 21, 8. 26. — R. montanus. Bemerkungen
über. Allen, Bull. Amer. Mus. XIII, S. 1 (1900). — R. spützbergensis. Be-
schreibung. Camerano, Mem. Accad. Torino I, 8.159. — R. stonei n. sp.
Kenai Halbinsel, Alaska. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV, S. 143.
Wernweros hibernicus. Ueberreste in Irland. Kermode, Rep. of the Comm.
70. Mast. Brit. Assoe., 8. 344.
Giraffidae. Hörner der Giraffiden. Thomas, Proc. Zool. Soc. London,
Il, 8. 475.
I. Mammalia für 1901. 83
Antilocapra americana mezxicana n.subsp. Mexico. Merriam, Proc. Soc. Wa-
shington XIV, 8. 31.
Okapia n. g. für Equus (?) johnstoni Sclater. Hankester, Proc. Zool. Soc. London
II, S. 281 und 472 und C. R. Acad. Paris CXXXILL, S. 857. — O. Johnstont.
Schädel und Fell. Selater, Tagebl. V. Internat. Zool. Kongr. Nr. 6, 8. 6.
— 0. Johnstoni, das neu entdeckte Säugethier. Sokolowsky, Naturw.
Wochenschrift XVII, Nr. 3, S. 33.
Giraffa. Die Giraffen des Berliner Zoologischen Gartens. Friedel, Zool. Garten,
Jahrg. 42, S. 10. — Gürajfa camelopardalis, Stellung von reticulata, eine
Art. Thomas, Proc. Zool. Soc. London.
@. vetusta Wagner und parva Wheitover = Palaeotragus. F. Mayer, Geol.
Masaz. VII, 8. 354 (4). — sSamotherium F. Major 1888, voraus-
sichtlich identisch mit Palaeotragus Gaudyo 1862. F. Major, Geol. Magaz.
VII, 8. 355.
Cephalophidae. Cephalophus johnstoni n.sp. Uganda. Thomas, Proc.
Zool. Soc. London II, S. 89. — ©. leucochilus n. sp. Loango. Jentisch, Notes
Leyden Museum XXIII, S. 21. — ©. rubidus n. sp. Uganda. Thomas, Proc.
— Zool. Soc. London II, 8. 89. — (©. sclateri n. sp. Westafrika. Jentink, Notes
i Leyden Mus. XXII, 8. 187. — C. sylvicultor n.sp. Färbung u. a. Jentink,
j ebenda, 8. 171. — (©. thoması n.sp. Westafrika. Jentink, ebenda, 8. 187.
— C. weynsi n. sp. Kongogebiet. Thomas, Ann. Mus. Congo II, S. 15, Tf. VI.
Gacellidae. Gacella isabella in Südost-Algerien. Pousargues, Bull. Mus.
Paris, 8. 341.
Panthalopidae. Panthalops hundesiensis. Beschreibung des Schädels.
Lydekker, Quart. J. Geol. Soc. LVII, S. 289.
Hippotragidae. Hippotragus leucophaeus, seine Ausrottung. BRenshaw,
Zoologist V, 8. 441 (4).
Bubalidae. Bubalis neumanni und lelwel (? = jacksoni), Kennzeichen
_ von. Rothschild, Nov. Zool. VIIL, S. 177.
Capridae. Capra hircus. Verlauf der Lymphgefässe. Bartels, Anat. Hefte,
1. Abtheil., Bd. 10, 8. 333. — Zucht, Haltung, Nutzen, Verbreitung. Daul,
Magdeburg. — Untersuchungen über das Os cornu. Fambach, Zeitschr. f.
Naturw. Stuttgart, Bd. 74, S.1. — Anleitung zur Ziegenzucht. Hilpert,
Berlin. — Gehirn- und Rückenmarksvenen. Hoimann, Zeitschr. f. Morphol.
u. Anthropol., Bd. 3, 8. 239. — Praktische Ziegenzucht. Lang, Leipzig. —
Lymphdrüsen. Sietoe u. Morandi, Atti Accad. Sci. Torino, Bd. 36, 8. 94.
— Biutkörperchengehalt des Blutes. Storch, Berner Dissertation. Karls-
ruhe. — Die Hausziege. Zürn, Leipzig.
Capra hircus angorensis. Blakland, Agric. Gaz. N. S. Wales, Bd. 12, $. 1147.
— C. raddei n.sp. Kaukasus. Matschie, Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde
Berlin, S. 32. — C. sibirica sacin. Lydekker, Proc. Zool. Soc. London I,
S. 97, T. IX. — 0. walie Rüppel, Unterschied von Capra nubiana. BRoth-
schild, Proc. Lool. Soc. London, 8. 281.
Tauwrotragidae Oreas canna, ihre Einführung in Neu Südwales ii Central-
Australien. Bembow, Agric. Gaz. N. S. Wales, Bd. 12, 75, S. 587.
Ovidae. Ovisaries. Epithel im Nebenhoden und seine sekretorische Thätigkeit.
Aigner, Sitzungsber. d. Akad. Wien, Bd. 3, 8.555. — Aegyptisches Haus-
schaf. Dürst, Zürich. — Alte ägyptische Schafe, Dürst u. Gaillard, Nature
6*
84 I. Mammalia für 1901.
LXV, 8.85. — Entwicklung des quergestreiften Muskelgewebes. God-
lewski, Bull. Akad. Cracovie, S. 146. — Abstammung des Bündner und
des Torfschafes. Keller, Act. Soc. Helvet. Jahrg. 83, S. 86. — Thätigkeit
der Fundusdrüsen des Magens. Kranenburg, Onderz. Phys. Lab. Utrecht
III, S.1. — Penis. Marshall, F. H. A., Anatom. Anzeiger XX, $. 262. —
Bildung des Corpus luteum, Geschlechtsperioden. Marshall, F. HB. A.,
ebenda, S. 262. — Entwickelung. Marshall, Proc. Zool. Soc. London XVI,
S.135. — Veränderungen der Wolle bei australischen Schafen. Schnee,
Zool. Garten, Jahrg. 42, S. 109. — Nervenendplatten an den weiblichen
Genitalien. Sfameni, Monit. Zool. Ital. Jahrg. 12, S.5 u. Arch. Ital. Biol.,
Bd. 36, S. 255. — Linse und Glaskörper. Spampani, Monit. Zool. Ital. XII,
S. 145. — Blutkörperchengehalt des Blutes. Storch, Berner Dissertation,
Karlsruhe. — Gefässanordnung in der Chorioidea. Versari, Ricerche Lab.
Anat. Roma, VIII, S.. 31. — Das ostfriesische Milchschaf. Zürn, Leipzig.
Ovis canadensis auduboni n. subsp. Oberer Missouri. Merriam, Proc. Soc.
Washington XIV, S. 31. — O. canadensis und nivicola, Funktion der Hörner
als Ohrtrompeten. Wherry, Rep. N. York Zool. Soc. S. 130. — O0. mezxicana
n.sp. Mexico. Merriam, Proc. Soc. Washington XIV, S. 30. — O. famini
n.sp. Yukatan. Hornaday, Rep. N. York Zool. Soc. 8. 78. — O. steatopyga,
Tuba eustachii und Lokomotion. Alezais, Compt. Rend. Soc. Biol. LIII,
S. 918.
Ovibovidae. Connochaetes albojubatus. Lebensweise in Freiheit und in der
Gefangenschaft. Sehillings, Zool. Garten, Jahrg. 42, 8.70. — C. gnu.
Anatomie. Lönnberg, Svenska Ak. Handl. XXXV, Nr. 3, S. 43.
Ovibos moschatus. 6Girtanner, Ber. über d. Thätigk. d. Skt. Gall. Naturw. Ges.
f. 1899/00, S. 120. — Verbreitung. Greve, Sitzungsber. d. Ges. Dorpat XII,
S. 31. — In Europa. Krause, E. Prometheus XII, Nr. 44, S. 696. — Früheres
Vorkommen in Mähren. Kviö, Casopisk. moravsk. musea zemsk. Roen I,
S.6. — In Woburn Abbey. Lydekker, Nature, Bd. 64, 8. 63. — Alter des
in Woburn Abbey Abley. Lydekker, Nature, Bd. 64, S. 103. — Jagd, Fang
und Lebensweise im Kopenhagener Zoologischen Garten. Madsen, Zoolog.
Garten, Jahrg. 42, $. 129 u. $. 161. — In Ostgrönland. Nathorst, Globus,
Nr. 2, S. 12. — In Gefangenschaft, Anzahl. Nehring, Sitzungsber. d. Ge-
sellsch. naturf. Freunde Berlin, S. 151 u. Sordelio, Atti Soc. Ital. XXXIX,
S. 357. — O. moschatus wardi. Beschreibung. Allen, Bull. Amer. Mus.
XIV, 8. 60.
Bovidae. Bison bison in Woburn Abbey. Lydekker, Nature Bd. 64, S. 63.
Bos taurus. Epithel im Nebenhoden und seine sekretorische Thätigkeit. Aigner,
Sitzungsber. d. Akad. Wien, Bd. 3, S. 555. — Elastisches Band im Phalangen-
beuger des Hinterbeines. €Carueei, Anat. Anzeiger XX, S.1. — Muskel-
spindeln. €revatin, Anat. Anzeiger XIX, S. 173. — Die Simmenthaler und
ihre Zucht. Dettweiler, Leipzig. — Rinder von Aegypten, Assyrien und
Babylonien, Zusammenhang mit den Rindern der alten Welt. Dürst, Berlin
1899. — Deckzellen im Epithel von Ureter und Harnblase. Eggeling, Anat.
Anzeiger XX, 8.116. — Untersuchungen über das Os cornu. Fambach,
Zeitschr. f. Naturw. Stuttgart, Bd. 74, $S.1. — Das schottische Parkrind.
Greve, Sitzungsber. d. Ges. Dorpat XII, $. 371. — Fehlen der motorischen
Hirnrindenzellen. Koln:er, Arch, f. mikrosk. Anat., Bd. 57, 8.151. —
I. Mammalia für 1901. 85
Thätigkeit der Fundusdrüsen des Magens. Kranenburg, ÖOnderz. Phys.
Lab. Utrecht III, S.1. — Innervation der Lymphgefässe. Kytmanoff,
Anatom. Anzeiger XIX, S. 396. — Bau der Hörner. Lönnberg, Svenska
Akad. Handl. XXXV, Nr. 3, S. 1. — Histologie der funktionirenden Milch-
drüse. ®ttolenghi, Arch. f. mikrosk. Anat. LVIII, S. 581. — Anatomie und
Embryolodie der Prostata und der Samenblasen. Pallin, Arch. f. Anat. u.
Physiol., Anatom. Abtheil., S. 135. — Heterotogie der Haare. Schimkewitsch,
Trav. Soc. Natural. Petersbourg XXX, Lfg. 4, 1900, S. 29. — Bildung und
Wachsthum der Nasenmuschel. Schoenemann, Anat. Hefte, 1. Abtheil.,
Bd. 18, S. 97. — Spermatogenese. Schönfeld, Arch. Biol. XVII, 8.1. —
Nervenendplatten an den weiblichen Genitalien. Sfameni, Monit. Zool.
Stat., Jahrg. 12, 8.5 u. Arch. Ital. Biol. XXXVI, S. 255. — Nervenend-
körperchen in den weiblichen Genitalien. Sfameni, ebenda 8.6 u. 8. 256.
— Lymphdrüsen. Sirto u. Morandi, Atti Accad. Sci. Torino, Bd. 36, S. 94.
— Linse und Glaskörper. Spampani, Monit. Zool. Ital., Jahrg. 12, S. 145.
— Blutkörperchengehalt des Blutes. Storch, Berner Dissertation, Karlsruhe.
— Gallenblase. Sudler, Bull. John Hopkins Hosp. Baltimore XII, S. 126.
— Centrophormien im Descemetschen Epithel. Totsuka, Intern. Monatsschr.
f. Anat. u. Physiol., Bd. 19, S. 68. — Weisse Fleckniere bei Kälbern. Vaerst
u. Guillebeau, Anat. Anz. XX, S. 340. — Gefässanordnung in der Chorioidea.
Versari, Ricerche Lab. Anat. Roma XIX, S. 33. — Die Rinderzucht. Werner,
2. Aufl. — Richtung der Formwindungen. Wherry, Nature, Bd. 53, S. 252.
Sirenia.
Anatomie und Physiologie des Herzens und der grossen Gefässsysteme. Marschner,
Dissert. Breslau. — Auge. Pütter, Dissertation Breslau.
Halicore dugong, ausgerottet. Finsch, Hamburg.
Cetacea.
Das Blasen der Wale. Henking, Zool. Anz. XXIV S. 103. — Anatomie und
Physiologie des Herzens und der grossen Gefässysteme. Marschner, Dissert.
Breslau. — Auge. Pütter, Dissertation. Breslau. — Arktische Wale.
Kükenthal, Römer u. Schaudinns Fauna arctica, Jena, S. 179. — Antarktische
Wale. Lydekker, Antarctic Manual, 8.205. — Verbreitung. Palacky,
Zool. Jahrbücher, Systemat. Abtheil. XXV, 8.249. — Darm. Süssbach,
Jenaische Zeitschrift XXXV, 8. 495.
Balaenidae. Balaena. Hornige Auswüchse am Vorderkopfe. Ride-
wood, Proc. Zool. Soc. London I, S. 44. — B. australis. Ridewood, Proc.
Zool. Soc. Soc. Londen I, S. 44. — h
Balaenoptera, Larynx. Benham, Proc. Zool. Soc. London I, $. 278. — B. musculus,
Blasen. Henking, Zool. Anzeiger XXIV, S. 103. — B. physalus. Darm.
Süssbach, Zeitschr. Jena XXXV, S. 495. — B. rostrata, wahrscheinliches
Auftreten an der Küste von Wexford. Hamilton, Irish Naturalist X, Nr. 3,
86 I. Mammalia für 1901.
S. 74. — B. rostrata. Biologisches. Patterson, A. The Zoologist V, S. 28.
— B. sibbaldi. Typisches Skelett in Hull. Sheppard, Tr. Yorksh. Union,
S. 233.
Neobalaena marginata, Osteologie. Beddard, Tr. Zool. Soc. London XIV, S. 87.
Physeteridae. Kogia. Larynx. Benham, Proc. Zool. Soc. London I, S. 278.
Kogia breviceps. Anatomie. Benham, Proc. Zool. Soc. London II, 8. 107.
Mesoplodon hectori. Bemerkungen über. Andersen, Irish Natural X, 8. 117.
Physeter macrocephalus. Auftreten und Fang an nordeuropäischen Küsten im
letzten Dezenium. Guldherg, Nyt. Magaz. f. Natur-oid. Bd. 39, Heft 4,
S. 343.
Ziphius. Larynx. Benham, Proc. Zool. Soc. London I, S. 278.
Delphinidae. Delphinapterus leucas. Darm. Süssbach, Zeitschr. Jena
XXXV, S. 495.
Delphinus delphis, Verletzungen von geschlechtlichen Kämpfen. Harmer, Pr.
Norfolk Soc. VII, S. 185. — D. delphis in Belfast Lough. Patterson, R.,
Irish Naturalist X, S. 74.
Grampus griseus in Irland. Thompson, Irish Naturalist X, S. 88.
Hwyperoodon rostratus. Darm. Süssbach, Jena Zeitschr. XXXV, S. 499.
Phocaena communis, Thymusdrüse Pettit u. Binchet, Bull. Mus. H. N. Paris
VI, S. 374. — P. communis. Darm. Süssbach, Jena Zeitschr. XXXV,
S. 495.
Prodelphinus in schottischen Gewässern. Taylor, Ann. Scott. Nat. Hist., 8. 3.
Sotalia borneensis n.sp. Borneo. Lydekker, Proc. Zool. Soc. London I, 8. 91,
Th VIII.
Tursio (?) chiloensis n.sp. Chile. Philippi, Ann. Univ. Chile 1900, S. 10 und
Arch. f. Naturg. 8. 271.
Balisosauridae. Zeuglodon. Hautbepanzerung. Abel, Mem. Mus.
Belgique und Beitr. z. Paläaret. Oesterr.-Ung. VIII S. 299. — Delphine aus
dem Belgischen Miocän und phylogenetische Zahnentwicklung und Haut-
panzer der Odontoceti. — Derselbe. Mem. Mus. Belgique I, S. 1.
Fossile Zahnwale. Hautbepanzerung. Derselbe. Beitr. z. Paläont. Oesterr.-
Ungarns XIII, S. 299.
Platanistidae. Platanistiden, ausgerottete vom Wiener Becken. Abel,
Denk. Ak. Wien, Bd. XVIII, S. 839 (1899).
Arctodelphis n.g. für Champsodelphis macrognathus Brandt 1873. Abel, ebenda
S. 851 (1899).
Cryptodelphis n.g. für Delphinus sulcatus Gervais 1893. Abel, ebenda, S. 849.
— Ueberreste in Italien. Dal Piaz, Palaeontogr. ital. VII, S. 287.
*Squalodontidae. *Squalodon. Uebergang zwischen Squ. und modernen
Delphinen. Abel, Mus. Belgique I, S. 1.
Edentata.
Bau der Haare von lebenden und ausgestorbenen Zahnarmen. Ridewood, Quart.
Journ. Mier. Sci. Jahrg. 44, S. 313.
Bradypodidae. Bradypus, Choloepus. Haarstruktur. Ridewood, ebenda.
I. Mammalia für 1901. s7
Bradytherium n.g. für Br. madagascariensa n. sp. Pleistocän von Madagaskar.
Grandidier, Bull. Mus. Paris, S. 54.
Megalonichidae. Morotherium gigas aus dem Pleistocän von Kalifornien.
Merriam, Bull. Geol. Soc. Amer. XI, 8. 614.
Megatheriidae. Glossotherium steht an Stelle von @ryptotherium.
Ameghino, Comm. Mus. Buenos Aires I, S. 257.
Gryptotherium listai (sc. domesticum). Haare. Ridewood, Quart. J. Micr. Sci.
XLIV, 8. 393 (2). — Osteologie. Philippi, An. Univ. Chile 1900, 8.1 u.
Archiv f. Naturgesch. I, 8.273, s. a. Lehmann-Nitsche, Bull. Mus. Paris,
S. 343.
Myrmecophagidae. Mwyrmecophaga. Haarstructur. Ridewood, Journ.
Quart. Mier. Sei. Jahrg. 44, 8. 393. — M. tridactyla (an Stelle von jubata)
der eigentliche Name für den grossen Ameisenfresser. Thomas, Americ.
Natural. XXXV, 8.143. Allen, Proc. Soc. Washington XIV, 8.91.
Tamanduas (und nicht Uronoleptes), der eigentliche Name für den kleineren
Ameisenfresser. Allen, ebenda, S. 92.
Tamandua, Haarstruktur. Ridewood, Quart. Journ. Mier. Sci. Jahrg. 44, S. 193.
Dasypodidae. COhlamydophorus. Haarstruktur. Ridewood, ebenda.
Chlamydophorus truncatus. Muskel und Visceralanatomie. Burne, Proc. Zool.
Soc. London I, S. 104.
Dasypus, Tatusia, Tolypeutes. Haarstruktur. Ridewood, Quart. Journ. Micr.
Sci., Jahrg. 44, 8. 193. — D. sexcinctus. Placentation und Fötus. Chapman,
Proc. Acad. Philadelphia, Bd. III, S. 306, Taf. 18.
Zaedius ciliatus (Fischer) für Dasypus minutus. Allen, Proc. Soc. Washington
XIV, 8. 183.
Manidae. Manis Temmincki. Mittheilung über. Marshall, Gay, The
Zoologist, Bd. V, Septb., S. 351.
Oryceteropodidae. ÖOrycteropus afer (an Stelle von afra), der eigentliche
Name für das Aard-Varken (Erdferkel. Thomas, P. Soc. Washington
XIV, 8. 24.
Marsupialia.
Allgemeines. Parafibula.. Banchi, Anat. Anzeiger XX, 8. 273. — Schädel.
van Bemmelen, P. Acad. Amsterdam, S. 405 u. Denkschr. d. Ges. Jena VI,
Semons Reise III, S. 731. — Ursprung, Verwandtschaft, Wanderung und Ent-
wickelung australischer Formen. Bensley, Amer. Natural. XXXV, 8.117 u. 245.
— Verknöcherung der Wirbel. Broom, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales 1900,
— Phylogenie. Dollo, Bull. Soc. France Belge, Bd. 33 (1900), 8.285. —
Gehörorgan. Denker, Denkschr. d. Ges. Jena VI, Semons Reise IV, S. 175.
S. 175. — Milchdrüsen und andere Hautdrüsen. Eggeling, Denkschr. d.
Ges. Jena VI, Semons Reise IV, S. 175. — Schleimhautfalten der Mund-
höhle. Favaro, Ricerche Lab. Anat. Roma VIII, $S. 157. — Abstammung
des Musculus diaphragmaticus. v. össnitz, Denkschr. d. Ges. Jena VI,
Semons Reise IV, S. 207. — Nase. Göppert, ebenda, S. 535. — Nacken-
88 I. Mammalia für 1901.
drüsen. Johnstone, Proc. Biol. Soc. XV, 8. 354. — Medulla oblongata und
Corpora quadrigemina. v. Kölliker, Zool. Anzeiger XXIV, S. 140. — Körper-
wärme und Athmung. Martin, Proc. Royal Soc. London, Bd. 68, S. 352.
— Fussbau. Sixta, Zool. Anzeiger XXIV, S. 321. — Nervensystem. Ziehen,
Denkschr. d. Gesellsch. Jena VI, Semons Reise III, S. 679.
Macropodidae. Halmaturus. Parafibula der Gliedmassen von Beutel-
jungen. Banchi, Anat. Anz. XX, S. 273. — Anatomie des vorderen Augen-
abschnittes. Lauber, Anat. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 18, S. 369.
Macropus bennetti. Hinterbein-Muskeln. Alezais, ©. R. Soc. Biol. L. III, S. 971.
— Schädel-Abnormität. Bensley, Bull. Amer. Mus. XIII, S. 109 (1900).
— M. giganteus, Tuba eustachii und ihre Beziehungen zur Lokomotion.
Alezais, Compt. Rend. Soc. Biol. LIII, S. 918. — M. isabellinus, neu be-
schrieben. Waite, Rec. Austral. Mus. IV, S. 131. — M. robustus woodwardi
n. subsp. Nordwest-Australien. Thomas, Novit. Zool. VIII, S. 395.
Dasywridae. Dasyurus. Extremitätenskelett, vergl. mit dem der Marsu-
pialia. Sixta, Zool. Anz. XXIV, S. 321.
Didelphyidae. Didelphys und Philander, Geschichte der Gattungsnamen.
Allen, Bull. Amer. Mus. XIII, S. 185. (1900) und Proceed. Soc. Washington
XIV, 8. 92. Thomas, Americ. Naturalist XXXV, S. 143. Rehn, ebenda,
S. 147.
Caluromys laniger pyrrhus n. subsp. Kolumbien. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII,
S. 196.
Didelphys marsupialis tabuscensis n. subsp. Mexico. Allen, Bull. Amer. Museum
XIV, 8.173. — D. marsupialis texensis n.subsp. Texas. Allen, ebenda,
S. 172. — D. richmondi n. sp. Nicaragua. Allen, ebenda, S. 175. — D. vir-
giniana. Anatomie und Entwicklung der hinteren Vena cava. Mac Clure,
Biol. Bull. Boston, Bd.2, 8. 333. — D. yucatanensis cozumelae n. subsp.
Cozumel-Inseln. Merriam, Proc. Soc. Washington XIV, S. 101.
Marmosa fulviventer n. sp. Sankt Michael Inseln. Bangs, Americ. Natural. XXXV,
S. 632.
Metachirus fuscogriseus pallidus n. subsp. Orizaba. Allen, Bull. Amer. Mus. XIV,
S. 215. — M. grisescens n. sp. Kolumbien. Allen, ebenda, S. 217. — M. medi-
caudatus phaeurus n. subsp. Ecuador. Thomas, Ann. Nat. Hist. VII S. 545.
— M. nudicaudatus boliviensis n. subsp. Bolivien. Allen, Bull. Amer. Mus,
XIV, S. 411.
Peramelidae. Perameles barrowensis n. sp. Barrow-Inseln. Thomas, Novit.
Zool. VIII, S. 395.
Phalangeridae. Phalangistes vulpina, Nervensystem. Parsons, Journ.
Anat. and Physiol., Bd. 36.
Phascolarctus. Verknöcherung der Wirbei. Broom, Linn. Soc. N. 8. Wales
(1900), 8. 733.
Phascolomyidae. Phascolomys. Ossifikation der Wirbel. Broom, ebenda.
Diprotodontidae. Diprotodon. Fuss. Delle, Bull. Soc. Franc. Belg.
Bd. 33, S. 275.
I. Mammalia für 1901. 89
Monotremata.
Allgemeines. Os praemaxillare. van Bemmelen, Tagebl. V. Intern. Zool.
Kongr. Nr.4, 8.3. u. Tydskr. Nederl. Dierk. Vereenig. 2. Versl., 8. 37. —
Anatomie des Gehörorganes. Denker, Denkschr. d. Ges. Jena V, Semons Reise
III, S. 637. — Milchdrüsen und ihre Stellung zu übrigen Hautdrüsen.
Eggeling, Denkschr. d. Ges. Jena VI, Semons Reise IV, 8.175. — Ab-
stammung des Musculus diaphragmaticus. v. Gössnitz, Denkschr. d. Ges.
Jena VI, Semons ReiseIV, S. 207. — Körperwärme und Athmung. Martin,
Proc. Royal Soc. London, Bd. 68, S. 352.
Ornithorhynchidae. Schädel. van Bemmelen, Tijdskr. Nederl. Dierk. Vereenig,.,
2 Versl., S. 37, ferner P. Akad. Amsterdam, S. 405 u. Denkschr. d. Ges.
Jena VI, Semons Reise III, T. 31. — Drüsenartige Gebilde am Schnabel.
Eggeling, Denkschr. d. Ges. Jena VI, Semons Reise IV, S. 175. — Lebens-
weise und Anatomie. Nusbaum, Wrzechswiat Warschau, T..20, S. 361.
— Extremitätenskelett, verglichen mit dem der Reptilien und Marsupialier.
Sixta, Zool. Anzeiger XXIV, S. 321. — Fortpflanzung. Metcalfe, Proc.
Zool. Soc. London II, S. 624.
Echidnidae. Echidna. Acht Nackenwirbel bei. Broom, P. Linn. Soc.
New South Wales 1900, S. 173. — Füsse. Emery, Denk. Ges. Jena VI,
Semons Reise III, 8. 665. — Lebensweise und Anatomie. Nusbaum, W
Wszechswiat, Warschau, T. 20, S. 361. — Extremitätenskelett, verglichen
mit dem der Marsupialia. Sixta, Zool. Anzeiger XXIV, S. 321.
90 I. Mammalia für 1901.
Inhaltsverzeichniss.
Seite
I. Verzeichniss. der Veröffentlichungen . . 2... 2.2.2 2.00% 1
II. Uebersicht nach dem Stoff.
13 Ale uf werglilAnatomie .i! url. a. er .. 46
2. Lebensweise, Nutzen und Schaden . . . . 2. 2. 2 2... 47
3.".Gefangen gehaltene Thiere ;-. WE 2 m dteniunk Die 47
4rHausthiere . . 2.2.2 SER REIF Dr 47
5. Ausrottung, Jagd, Missbildungen, Bastarden. ....... 48
6.1Nammenklatau ei uhr Id ER I Pe 48
7. Ontogenie und Phylagenie-4 .... 11 ut si 48
8. Muskeln und Ballen I% wel. u WI ARE En 49
9:,Haüt und. ‚Hautgebildeicn./ . anna » sat AH 50
10: Schädel ni) nal Dan ala rk TE 50
14uBlekies. uratitd TE BE RLEE ui öl
12. Skelett z..7..,800 ad Sl, 800 10 ET de A a Der öl
13... Nerycasystem „Jealnialuneandonfe adlalıı air A öl
14, Sinnesargane, vom fh » era. IT 52
16.\.Athmungsorgane kun) uarweaund u ah „TI See 53
16. Blutious Lymphgefässe-.- „\..0. 28.1. anime Te er 53
17. Verdauungsorgane u. Leibeshöhlle . . . .. » 2.2... > tiuad
18. Drüsen’. , 2 ua WB ae ee 53
19. Harn- und Geschlechtsorgane. . . .« ».. » 2 napmee 54
III. Faunistik. Allgemeines.
Hutope 37 u le Sue a) Bla Zu: ae ea Mole 55
AIE@. „iu. “ee au. 5 va pi ah raten ne: (pl 6 a 56
ASIOR .' ._ = are rar er ahnt Blarınk Bm ante Yalla we 56
Amerika sl zu 1 a aan Wie te ann 2 57
Australien «= . 0 ame na.der.en Allee haar lern, Le 58
Arktıa 2x. 2 1 See 2 er) Bus a PH n a Be 58
Antarktis: ae a fee ae) Sa one ce a a Te 58
Polagische Faunem. .. » - - »2:.,> ounn u. 00m wi ee 58
Prahistorissche Faunen : ... » ..0.0/e u nm 0 onen 58
EV.JSyalenaliR .. . . “00 00 0. 0 we 6 nn ne un 60
Mammalia für 1902.
Von
Dr. Knottnerus-Meyer.
(Inhaitsverzeichniss befindet sich am Schlusse (es Berichtes.)
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen.
Abel, ©. Les Dauphins longirostres du Bolderin (Miocene Su-
perieur) des environs d’Anvers. Pt.II. Mem. Mus. Pam on
S. 101—188, Taf. XI—-XVIIl. (Cetacea). F, Ss.
— (2). Die Ursache der Asymmetrie des Zahnwalschädels. SB.
Ak. Wien OXI, sep. 8.17, 1 Taf. (Cetacea).
Die Asyınmetrie ist bedingt durch die Verlegung der Nasenlöcher
nach oben. und die Reduktion der Nasalia
Adachi, B. Hautpigment beim Menschen und bei Affen. Anat.
Anz. XXI, S. 16—18. (Primates).
Im Corium sind zwei Arten von Pigmentzellen vorhanden, kleine
höher und grosse tiefer gelegene. Letztere fehlen bisweilen. Unter-
suchungen an Simia, COynocephalus, Macacus, Cercopithecus, Cebus,
Chrysothrix.
Adam, P. Die Lehre von der Beurtheilung der Pferde in Bezug
auf Körperbau und Leistung. 2. Aufl. Viele Abbild. Stuttgart,
219 8.
Adametz, L. Studien über das polnische Rotvieh. Wien, 133 8.
Addario, €. (1). Ueber die Matrix des Glaskörpers im mensch-
lichen und thierischen Auge. Anatom. Anz. Bd. 21, 8. 9—12.
— (2). Sulla strüttura del vitreo embrionale e dei nervatı, sulla
matrice del vitreo e sull’origine della zonula.. Ann. Oftalmol. Pavia.
Jahrg. 30, S. 721—739, Jahrg. 31, S. 141—154, 281—322, 9 Tafeln.
Verf. berichtet in 1 und 2 über die Struktur und die Matrix des
Glaskörpers, sowie die Herkunft der Zonulafasern von Homo, Capra,
Lepus.
Adloff, P. Zur Kenntniss des Zahnsystems von Hyrazx. Zeitschr.
f. Morphol. u. Anthropol. Stuttgart. V, S. 181—200, Ti. 4 u. 5.
Beschreibung des embryonalen Milchgebisses. Prälakterale An-
lagen wurden gefunden.
Arch. f. Naturgesch. 68. Jahrg. 1902, Bd, I. H.1. (I.) 1
2 I. Mammalia für 1902.
Adolphi, H. Ueber ein Hundeskelett mit sogenannten „Hals-
rippen“ bei nur 26 Präsacralwirbeln. Morphol. Jahrb. XXX, S. 374
u. 375.
Alexander, Gustav. Ueber Entwicklung und Bau der Pars inferior
labyrinthi der höheren Säugethiere. Ein Beitrag zur Morphologie
des Ohrlabyrinths. Mit 9 Taf. u. 4 Textf. Denkschr. d. Kaiserl. Akad.
d. Wiss. Wien Mathem.-naturw. Kl. Bd. 70, S. 429—482.
Alexander, 6. u. Kreidl, A. (I). Anatomisch-physiologische
Studien über das Ohrlabyrinth der Tanzmaus. 2. Mittheilung. Arch.
f. Ges. Physiol. Bd. 88, S. 509—563, Taf. 3—5.
Verff. verglichen das Ohrlabyrinth der Tanzmaus mit dem von
Mus musculus. Tanzmäusen fehlt die knöcherne Scheidewand zwischen
lateralen und hinterem Bogengange. Tanzmäuse haben keine Schall-
eindrücke, kein Gleichgewicht.
— (2). Zur Physiologie der neugeborenen Tanzmaus. Ebenda,
S. 564— 574.
Das Verhalten der ausgewachsenen Tanzmäuse zeigen auch die
jungen; es ist also angeboren.
— (3). Die Labyrinthanomalien japanischer Tanzmäuse.
Centralbl. f. Physiol. Bd. 16, S. 45—46.
Inhaltlich wie 1.
Alezais, —. (1). Les adductuers de la cuisse chez les Rongeurs.
J. Anat. Physiol. XXXVIIL, 8.1—13, figg. (Rodentia).
Beschreibt die Gruppen der Adduktoren am Oberschenkel der
Rodentiva.
— (2). Etude anatomique du Cobaye (Cavia cobaya). Ebenda,
8. 259—275 u. 624—648, figg. (Caviidae).
Fortsetz. der Muskelbeschreibung von 1901.
— (3). Les membre pelvien du Kangurou. Ann. Mus. Marseille
VII, S. 113—133, Taf. IX u. X. (Marsupiala).
Beschreibt die Muskulatur der Hinterbeine von Halmaturus und
ihre Beziehungen zur Sprungfähigkeit, vergleicht sie mit der der
Rodentiva.
— (4). L’articulation du conde de la Taupe. Ebenda, S. 14991501.
Beschreibung des Ellenbogengelenkes von Talpa und der leichten
Beweglichkeit seiner Unterarmknochen.
— (5). Le muscle petit fessier. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris,
Bd. 54, 8. 771—773.
Die Muskelplatten unter dem Glutaeus medius ist eine morpho-
logische Einheit. Versuche an Cavia.
Allen, &. M. (1). The type locality of Ametrida minor, H. Allen.
P. Soc. Washington XV, 8.88 u. 89. (Chiroptera). 8.
— (2). The Mammals of Margarita Island, Venezuela. Ebenda,
S. 91—97. (Soricidae). F, 8.
Allen, 3. A. (1). Zimmermann’s „Zoologiae Geographicae“ and
„Geographische Geschichte“ considered in their relation to Mammalıan
nomenelature. Bull. Amer. Mus. XVI, S. 13—22. (Cervidae). F, 8.
I. Mammalia für 1902. 5
— (2). The generic and specific names of some of the Otarüidae.
Ebenda, S. 111—118. (Pinnipedia). 8.
(3). A new Caribou from the Alaska Peninsula.. Ebenda,
S. 119—127, figg. (Cervidae). F, 8.
— (4). A new Bear from the Alaska Peninsula. Ebenda, $. 141
— 143, Taf. XXX. (Ursidae). F, 8.
— (5). A new Sheep from the Kenai Peninsula.. Ebenda S. 145
—148. (Bovidae). F, 8.
— (6). Description of a new Caribou from the Northern British
Columbia, and remarks on Rangıfer montanus. Ebenda S. 149—158,
fisg. (Cervidae). R, 8.
— (7). Nomenclatorial notes on American Mammals. Ebenda
S. 159— 168. (Sciuridae, Cervidae). 8.
— (8). List of Mammals collected in Alaska by the Stone Ex-
pedition of 1901. Ebenda S.215—230. FR, 8.
— (9). A study of the South American Opossums of the genus
Didelphis. Ebenda S. 249—279. (Marsupialia). F, 8.
— (10). Mammal names proposed by Oken in his „Lehrbuch
der Zoologie.“ Ebenda $. 373—379. 8.
— (11). A new Caribou from Ellesmeere-land. Ebenda S. 409
—412, figg. (Cervidae). P, 8.
— (12). The Hair-Seals (Phocidae) of the North Pacific Ocean
and Bering Sea. Ebenda 8. 459—499, fisg. (Pinnipedia). F, 8.
— (13). A further note on the generic names of the Mephitinae.
P. Soc. Washington XV, S. 59—66. (Mustelidae). 8.
Ameghino, F. (#1). Notices sur des Mammiferes nouveaux des
Terrains Cretaces de Patagonie. Bol. Ac. Cordoba XVII, 8. 5—68.
(Primates, Ungulata, Edentata, Marsupialia ete.). F, 8.
— (2). Contribution a la connaissance de la faune mammalogique
des couches & Colpodon. Ebenda 8. 71—141. (Primates, Rodentia,
Ungulaia, Marsupialia, ete.). FR, 8.
— (3). Cuadro Sinoptico de las formaciones Terciarias y Cre-
taceas de la Argentina. An. Mus. Buenos Aires (2) VIII, S.1 u. 2.
— (4). Linea filogenetica de los Proboscides. Ebenda $. 19—43,
figg. (Proboscidea).
— (5). Le Pyrotherium n’est pas parent du Diprotodon. Ebenda
8.223 u. 224. (Marsupialia). 8.
— (6). Notas sobre Mamiferos fosiles del Valle de Tarıja. Op.
eit. (3) I S. 225—261, Taf. I-VII. (Carnivora, Rodentia, Ungulata,
Edentata). F, 8.
— (%). Sur le type primitif des Molaires plexodontes des Mammi-
feres. Ebenda S. 419—439, figg.
Anderson, 3. u. De Winton, W. E. Zoology of Egypt.; Mammalia.
London, 4to, S. XVII plus 373, illustrated. P, 8.
Anderson, R. 3. (1). Note on the occipito-atloid artieulation in
some Arctoids. J. Anat. Physiol. norm. path. XXXVI, 8. 368—371,
figg. (Carnivora).
1*
4 l. Mammalia für 1902.
— (2). A note on the Praemaxilla in some Mammals. Verh. d.
V. Internat. Zool. Kongr., S. 118—128.
— (3). The relationship of the Premaxilla in Bears. Rep. 71.
Meet. Brit. Ass. Adv. Sec., 8. 681—682.
Andrews, €. W. (1). Extinct Vertebrates from Egypt, pt. II.
Geol. Mag. (4) IX, 8. 291—295, figg. (Proboscidea, Sirenia). F, 8.
— (2). On a Pliocene Vertebrate Fauna from the Wadi-Natrun,
Esypt. Ebenda 8. 433—439, Taf. XI. (Ungulata). F, 8.
Andrews, €. W. u. Beadnell, H. 6. L. Preliminary note on new
Mammals from the Eocene of Egypt. Cairo Survey Dept. 9 S., figg.
(Carnivora, Ungulata). F, 8.
Anile, Antonio. Ganglı nervosi compresi nella spessezza della
muscularis mucosae dell’intestino. Atti Accad. Med. Chir. Napolı,
Jahrg. 56, Nr.4, 7 8., 1 Taf.
Stellt in der Muscularis mucosa des Darmes von Canis, Felis,
Lepus, Sus verschieden grosse Ganglien fest.
Annandale, N. Note on a living specimen of Galeopithecus volans.
P. Phys. Soc. Edinb. XIV, S. 444—445. (Insectivora). 8.
Anon. Are there races of the Asıatic Elephant? Asian, 19. Juli,
S.509 u. 510. (Proboscidea). 8.
Arbel, Lucas. Mammiferes et Oiseaux de l’Inde. Bull. Mus. Hist.
Nat. Parıs; Nr. 3,:8..174,
Bringt eine Aufzählung vieler Vogelarten, die Verf. erlegte und
bespricht Pieropus edulıs.
Arkwright, W. The Pointer and his predecessors. Illustrated
history of the pointing dog from earliest times. 250 S., London.
Armando, L. Mammalıa Calabra. Riv. ıtal. Sci. XXIL, 8. 5-9,
131—137, u. 155—159. P, 8.
Arnoid, 3. (1). Ueber vitale und supravitale Granulafärbung
der Nierenepithelien. Anat. Anzeiger XXI, 5. 417—425.
Unternahm Farbenreaktionen an den Nierenepithelien von Canis,
Lepus, Cavia, Mus, Capra.
— (2). Ueber Plasmosomen und Granula der Nierenepithelien.
Arch. f. Pathol. Anat., Bd. 169, S. 117, Taf. 1.
Färbungsversuche an Canis, Felis, Cavia, Mus, Lepus, Capra.
Aschheim, Seimar. Zur Kenntniss der Erythrocytenbildung.
Arch. f. Mikr. Anat. Bd. 60, S. 261-290.
Untersuchten Mus var. alba, hält die Polychromasie der Erythro-
cyten für Zeichen des Haemoglobinmangels, Folge pathologischer
Einflüsse.
Auerbach, M. Das braune Fettgewebe bei schweizerischen und
deutschen Nagern und Insectivoren. Arch. mikr. Anat. IX. S. 291
338, Taf. XVI u. XVII. (Insectivora u. Rodentiva).
Untersuchte die Winterschlafdrüse von Lepus timidus, Mus,
Arvicola, Myoxus, Arclomys, Erinaceus, Vespertilio, Sciurus, Lepus
cuniculus, Cavia. Winterschlafdrüse, braunes Fettgewebe fehlt ganz
Meles und Felis. Das Primitivorsan findet sich bei Embryonen von
Helis, Talna, Mus.
I. Mammalia für 1902. 5
Bach, R. Robbenjagd und Robbenindustrie in Neufundland.
6 Abbild. Prometheus, Jahrg. 13, S. 614.
Bailey, V. (8). Synopsis of the North American species of Sigmodon.
P. Soc. Washington XV, 8. 101—116. (Muridae). 8.
— (2). Seven new Mammals from Western Texas. Ebenda
S. 117—120. (Rodentia). 8, F.
Ballowitz, B. Ueber das regelmässige Vorkommen zweischwanziger
Spermien im normalen Sperma der Säugethiere. Anat. Anz. XX,
S. 561—563.
Baginsky, B. Zur Frage über die Zahl der Bogengänge bei japa-
nischen Tanzmäusen. Centralbl. f. Physiologie XVI, 8.2—4, fig.
Drei normale Bogengänge vorhanden, Ampullen nicht abweichend.
Bangs, ®. (1). Descriptions of two insular Blarinas from Eastern
Massachussets. P. New England Zool. Club III, 8. 75—78. (Insecti-
vora). F, 8.
— (2). Chiriqunı Mammalia. Bull. Mus. Harvard XXXIX,
S. 17—51. figg. (Rodentia, Dicotylidae). 8.
Barber, €. M. Notes on little-known Mexican Mammals. P. Soc.
Washington XV, 8. 191—193. F, 8.
Barford. Biber (in Schleswig-Holstein.. Natur und Haus.
Jahrg. 10, Nr. 17, 8. 365—366.
Barpi, Uge. Intorno dı ramı minori dell’aorta addominale ed
all’irrigazione arterioza del ganglio semilunare, del plesso solare e delle
capsule surrenali negli Equini, nei Carnivori e nei Roditori domestict.
Arch. Ital. Anat. Embr. Firenze Bd.I, S. 491—522, Taf. 33—35.
Untersuchte die kleineren Aeste der Aorta abdominalıs, fand sie
ausserordentlich variabel bei Canis, Felis, Cavia, Lepus, Equus. Neben-
niere von Cavia wenig mit Blut versorgt.
Beadnell, H. I. L. Note on Arsinotherium zittei. Cairo Survey
Dept. 1902, 4 S., 6 Taf. (Perissodactyla). 8.
Beddard, F. E. (1). Mammalia (Cambridge Natural History X)
London, S. XII plus 605. Ilustrirt. 8.
— (2). Observations upon the carpal vibrissae of Mammals.
P. Zool. Soc. London 1902, I, S. 127—136.
Verf. untersucht die Tasthaare am Fussgelenk, findet sie bei
Dasyurus, Petaurus, Nasua, Hyras. Fehlen Felis tigris, den Anthro-
pomorphris und den meisten Ungulatis. Felis leo besitzt sie.
— (3). On the carpal organ in the female of Hapalemur griseus.
Ebenda, II, S. 158—163, figg. (Primates).
B. fand das Carpalorgan auch bei Hapalemur griseus 9.
— (4). Note on the Birth of an Indian Elephant. Ebenda
S. 320—323, fig. (Proboscidea).
Berichtet von der Totgeburt eines indischen Elephanten im Lon-
doner Zoologischen Garten.
— (3). Exhibition and remarks upon the malfermed neck vertebrae
= a Giraffe, that had died in the Society’s Menagerie. Ebenda, T. I,
. 52—54.
6 i. Mammalia für 1902.
Berichtet über die Missbildung einiger Halswirbel von Giraffa,
besonders des vierten und fünften.
— (6). The ‚„Chestnuts‘“ of the Horse. Natur, Bd. 65, S. 222.
B. hält die Katanen der Pferde für analog den Spürhaaren am
Fussgelenk von Dasypus und Lemur caita.
von Bemmelen, 3. F. Ueber das Os praemaxillare der Mono-
tremen. Verh. d. V. Intern. Zool. Kongr., S. 596—597.
Verf. stellte die centralen Fortsätze des Praemaxillares (Processus
accessorii) als für die Monotremata charakteristisch fest.
Benham, W. B. (1). Note on the osteology of the Short-nosed
Spermwhale. Ibid. I, 8. 54—62, Taf. II—IV. (Cetacea).
Beschreibt das Skelett von Cogia breviceps. Beckenknochen
fehlen.
— (2). External anatomy of a baby Rorqual (Balaenoptera
rostrata). Tr. N. Zealand Inst. XXXIV, S.151—155. (Cetacea).
— (3). Notes on Cogia breviceps, the Lesser Spermwhale. Ebenda
S. 155—168. (Cetacea). 8.
Behandelt besonders das Skelett.
Bensley, B. A. On the identification of Meckeilan and mylohyoid
grooves in the jaws of recent and fossil Mammalia. Toronto Stud.
Biol. No.3, 9 S., 1 Taf. (Marsupiala).
Beretta, A. (1). La moltiplicazione cellulare nel midollo delle
ossa d’el’Riecio durante l’ibernazione. Monit. Zool. ıtal. XIII, S. 211
— 215. (Insectivora).
Die Mitosen im Knochenmarke von Erinaceus hören während
des Winterschlafes nicht auf.
— (2). Dell’ influenza dell’ accumulo dell’ adipe sulla determina-
zione e sul decorsa del sonno invernale nei Mammiferi ibernanti.
Ebenda 8. 234—244.
Beri, Vietor. Einiges über die Beziehungen der Sehbahnen zu
dem vorderen Zweihügel der Kaninchen. Arb. d. Neurol. Instit. Wien,
Heft 8, S. 308—313.
Untersuchungen an Lepus cunieulus.
Bernard, Leon u. Bigart. Quelques details de la structure des
glandes surrönales normales du Cobaye, deceles par l’acide osmique.
Bull. Soc. Anat. Paris, Jahrg. 77, S. 837—839.
Untersuchungen an der Nebenniere von Cavia.
Bertaechini, P. Sviluppo e struttura de corpo vitreo in aleuni
vertebrati. Theil I. Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol.
Bd. XIX, S. 77—118, Taf. 6 u. 7.
B. untersuchte die Entwicklung und Struktur des Glaskörpers
von Felis, Erinaceus, Cavia, Mus, Lepus, Bos.
Bethe, A. Ueber die Regeneration peripherischer Nerven. Arch.
f. Psychiatrie, Bd. 34, Heft 3, 7 8.
Bei Canis und Lepus können sich die Fasern peripherischer Nerven
unabhängig von ihren Ursprungszellen regeneriren.
ee
I. Mammalia für 1902, 7
Bild, A. Die Entwickelungsgeschichte des Zahnsystems bei Sus
domesticus und das Verhältniss der Lippenfurchenanlage zur Zahn-
leiste. Anat. Anz. XX, 8. 401—410, figg. (Suwidae).
An Embryonen von Sus fand B. bei mehreren Zähnen prälakteale
Anlagen.
Blasius, R. Ueber einen Fall von einseitiger Geweihbildung bei
einer alten Ricke (Cervus capreolus 2 adult.) infolge eines örtlichen
Reizes. Mit 2 Taf. Verh. d. V. Internat. Zoolog. Kongr., S. 464—466.
Verf. berichtet von einer aus Böhmen stammenden Ricke der
Betramschen Thierhandlung in Braunschweig, die einige in den Kopf
eingewachsene Glassplitter aufwies, wodurch das Wachsen der
Stange veranlasst sein soll.
Bocage, 3. V. Barboza Du. Les Antilopes d’Angola. J. Sci.
Lisb. (2) VI, S. 234—242. (Bovidae). P, 8.
Boenninghaus, & Der Rachen von Phocaena communis. Zool.
Jahrb. Anat. XXVII, S. 1—98, Taf. I. (Cetacea).
B. behandelt die Veränderungen im Rachen der Zahnwale gegen-
über dem der Landsäugethiere als Vorfahren der Wale.
Bolk, L. (1). Beiträge zur Affen-Anatomie, IV. das Kleinhirn
der Neuweltaffen. Morphol. Jahrb. XXXI, S. 44-84, Taf. IV.
(Primates).
Das Cerebellum besteht nur aus einem Lobus anterior und einem
Lobus posterior, durch Furchen getrennt, diese sehr variabel. Unter-
sucht wurden Aapale, Midas, Mycetes, Chrysothrix, Cebus, Ateles.
— (2). Beiträge zur Affenanatomie. — II. Ueber das Gehirn
vom ÖOrang-Utan. Mit 2 Taf. u. 34 Textabbild. Petrus Camper.
1. Theil, 1. Aufl. 8. 25— 84.
— (3). III. Der Plexus cervico-brachialis der Primates. Petrus
Camper Jena. Theil 1, S. 371—567, 39 fige.
Bonhote, 3. L. (1). On a collection of Mammals made by Mr.
T.H.Lyle in Siam. P. Zool. Soc. London 1902, I, S. 38—41. .(Le-
poridae). F, 8.
— (2). Mammals obfained by the Hon. N. C. Rothschild from
Okinawa, Liu-kiu Islands. Nov. Zool. IX, 8. 626—628. (Chiroptera,
Muridae). F, 8.
Bonnet, R. Beiträge zur Embryologie des Hundes. 2. Fortsetz.
Anat. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 20, 8. 323—499, 9 figg., Taf. 22—27.
B. behandelte Uterindrüsen, Bluteireulation, Placentarlabyrinth,
geburtsreifen Placenta, Capillaren, Leucocyten u.a. von Canis familiaris.
Bonnet, — u. Kolster, R. Bemerkungen über die vergleichende
Histologie der Placenta und die Embryotrophe der Säugethiere. Anat.
Anz. XXI, suppl. 8. 25—34.
Vorläufige Mittheilung.
Botezat, E. (1). Die Nervenendigungen in der Schnauze des Hundes
Morphol. Jahrb. XXIX, 8. 339—449, Taf. XXV. (Canidae).
B. beschreibt die sensiblen Nervenenden in den Tasthaaren und
an der Grenze von Cutis und Epidermis. Es giebt Tastmenisken und
einfache Enden.
8 I. Mammalia für 1902.
— (2%). Ueber das Verhalten der Nerven im Epithel der Säuge-
thierzunge. Zeitschr. wiss. Zool. LXXI, 8. 211—226, Taf. XI.
B. berichtet von dem Nervenreichthum und der Nervenvertheilung
in den Zungen von Canis, Erinaceus, Talpa, Cavia, Mus, Lepus.
Boses, Cam. Lophiodon sardus n.sp. delle ligniti di Terras di
lollu (Sardinien). 3figg. AttiR. Accad. Bd. 11,2. Sem., S. 178—182. 8.
Böttger, Oskar. Neues über das Okapi. Zool. Garten, Jahrg. 43,
Heft 10, 8.330331. 8.
Boule, M. (f). Revision des especes europeennes de Machairodus.
Bull. Soc. geol. France (4) I, S. 551—573, figg., 1901. (Felidae). 8.
— (2). Sur des fossiles provenant d’une caverne a ossements pres
de Montmaurin (Haute-Garonne). Ibid. II, S. 205 u. 206. 8, F.
— (3). Les ereatures geantes d’autrefois. Rev. gen. Sci. 1902,
8. 903—915. 8.
— (4). Sur un Carnassier gigantesque trouve dans l’argile plastique
de Vangirard pres de Paris (Pachyhyaena). Compt. Rend. Acad. Scı.
Paris, Nr. 14, S. 543-545. 8.
Boy. Elchbestand in Ostpreussen. (Referat). Naturwissen-
schaftliche Wochenschrift 8. 546.
Gibt den Bestand auf ca. 350 Stück an.
Bradley, ®. €. (1). A case of left anterior (superior) vena cava in the
Dog. Anat. Anz. XXI, S. 142—144, fieg. (Canidae).
— (3). Two cases of dental anomaly. J. Anat. Physiol. norm.
path. XXXVI, 8. 356—367, figg. (Perissodactyla).
Anormales Gebiss von Equus caballus.
(3). A method of craniometry for Mammals. P. Phys. Soc.
Edinb. XV, S. 43—56.
Brandes, Gustav. Ueber den ‚„Mammut‘-Fund in Sibirien. Natur
und Schule I, S. 149—153, 4 figg.
Bremer, John, L. (1). On the origin of the pulmonary arteries
in Mammals. Amer. Journ. Anat. Bd.1, S. 137—144, 9 fige.
Die Entstehung der Pulmonararterien vollzieht sich bei Embryonen
von Lepus ähnlich wie bei Reptilien und ®ögeln.
Bresian, E. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Mammar-
organe bei den Beutelthieren. Zeitschr. f. Morphol. IV. p. 260—317,
Taf. 10 und 11.
Br. beschreibt die verschiedenen Entwickelungsstadien der
Mammarorgane von Macropus, Didelphys, Trichosurus, Perameles,
Dasyurus). Aus den sekundären Drüsen entstehen die Milchdrüsen. _
Weiter bespricht Br. die Marsupier.
— (2). Weitere Untersuchungen über Ontogenie und Phylogenie
des Mammarapparates der Säugethiere. Anat. Anz. XXI, S. 178—189,
figg.
Behandelt die Entstehung und Bedeutung der Milchlinie. Dreierlei
Taschen nur bei Trichosurus vorhanden. Zitzentaschen bilden sich
zurück bei Didelphys virginiana, der Beutel bei Myrmecobius.
Breukink. A. Zum Aufbau des Kaninchenrückenmarkes.
1. Mittheil. Monatsschr. f. Psychiatrie u. Neurol. Bd. 12, 8. 123—124,
I. Mammalia für 1902. 9
Britton, W. E&. The Gray Squirrel (Sceiurus cinereus) as a twig-
pruner. Science, Bd. 25, 8. 950.
Behandelt den Schaden des Grauhörnchens in Baumbeständen.
Broom, R. (3). On the organ of Jacobson in the Elephant-Shrew.
P. Zool. Soc. London 1902, I, S. 224228, Taf. XXI. (Insectivora).
Das Jakobsonsche Organ von Macroscelides gleicht dem der
Marsupialıa.
— (2). On the early condition of the shoulder-Girdle in the Poly-
prodotont Marsupials Dasyurus and Perameles. J. Linn. Soc. London,
Zool. XXVIII, S. 449-454, Taf. XLI. (Marsupialve).
Bei Beuteljungen von Dasyurus und Pseudochirus artikulirt das
Korakeid mit dem Sternum, bei Perameles und Petrogale sind beide
Stücke knorpelig verbunden.
Brunelii, & Intorno alla fisiogenia del letargo nei Mammiferi.
Riv. ital. Sci. XXI. 8. 31—36.
Brunner, 3. ©. OÖccurence of fossil remains of Mammals in the
interior of Pernambuco and Algaoas. Brazil. Amer. J. Sci. (4) XII,
8. 133—137, Taf. L, FR, 8.
Burne, R. H. Flexor carpı radialis of Elephant, showing great
development of elastie tissue. P. Anat. Soc. Britain 1902, S. LXII
—LXIV, figg. (Proboscidea).
Das elastische Gewebe des Flexor carpi radialis bildet eine dicke
Schicht auf der Aussenseite des Muskels, von wo viele Lamellen zwischen
die Muskelbündel ausgehen.
Butza, 3. Un nouveau moyen pratigue pour distinguer le sang
de l’homme d’avec celui des anımaux. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris,
Bd. 54, Nr. 12, S. 406—408.
Buxton, E. N. Two African Trips. London, S. XIII plus 208,
illustrirt.
Bespricht die Erhaltung. afrikanischen Grosswildes.
Cabrera, A. (1). Nota sobre la iconografia del Vespertilio espadae.
Bol. Soc. espan. II. S. 131. (Chiroptera). 8.
— (2). Un nuevo Mamifero del genre Herpestes. Ebenda S. 138
u. 139. (Vierridae). 8.
— (8). Nota sobra el verdadero habitat del Myotis thoması.
Ebenda 8.293. (Chiroptera). 8.
— (4). Sobre un Globicephalus encontrado en la costa del Medi-
terraneo. Ebenda 8. 293—295. (Cetacea). 8.
Calamida, Umberto. Terminazioni nervose nelle mucose dei seni
nasali. Anat. Anzeiger XXI, 8. 455—461, 4 figg.
©. bespricht die Innervation der Nebenhöhlen der Nase von Canıs.
Nerven bilden ein reiches Netz in allen drei Schichten der Macosa.
Cals, Guilleaume. Recherches sur quelques muscles de la region
pectorale au point de vue de l’anatomie comparee. Publ. Anat. Paris,
Bd. XI, 8. 89—111, Fig.
©. behandelt die vergleichende Anatomie des Musculus supra-
costalis von Colobus, Cercocebus, Inwus, Ateles, Midas, Chrysothrix,
Tarsius, Perodictieus, Nucticebus, Lemur, Lepidilemur, Mierocebus,
10 I. Mammalia für 1902.
Propiüthecus, Plecotus, Erinaceus, Felis, Mus, Petrogale, Trichosurus,
Phalangista.
Camerano, L. Materiali per lo studio delle Zebre. Atti. Ace.
Torino XXXVII, 15 S., 1 Taf. (Perissodactyla). 8.
Camphell, 3. Maceraught. Hedgehog in Argylishire. Ann. Scott.
Nat. Hist. Jan. S. 50.
Camus, L. u. Langlois, 3. P. Toxicite du chloralose du rat. Compt.
Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. LIV, 8. 268.
Verf. machten Einspritzungen bis zu 0,2 gr bei Mus decumanus.
Bis 0,1 gr. ertrugen die Mehrzahl der Versuchsthiere, 0,2 gr tötete alle.
Capitain, — u. Breull, —. Reproduction des figures paleolithiques
peintes sur les parois de la grotte de Font-de-Gaume (Dordogne).
C. R. Ac. Paris CXXXIV, 8. 1536—1539, fisg. (Artiodactyla).
Capurro, M. Ag. (1). Sulla questione degli spazi linpatici peri-
tubulari del testicolo.. Anatom. Anzeiger XX, 8. 563—570, 4 figg.
C. hält die weiten Lymphräume um die Hodenkanälchen von
Canis und Ovis für künstlich durch Präparation hervorgerufen.
— (2). Sulla cireulazione sanguigna normale e di compenso del
testicolo.. Ebenda $. 577—598, 6 fıgg.
Verf. unternahm anatomisch-physiologische Untersuchungen
über den normalen und den kompensatorischen Blutkreislauf im Hoden
von Canıs.
Caradonna, 6. B. Costituzione anatomica e tipografica delle
regioni del piedi dei Bovini. 13 Taf. Turin, 52 8.
Carlsson, A. (1). Ueber die systematische Stellung von Zupleres
goudoti. Zool. Jahrb. Syst. XXVI, 8. 217—236, Taf. X u. XI. (Wi-
verridae). 8.
— (2). Ueber die systematische Stellung von Nandinia binotata.
Ebenda XXV. 8.220. 8.
Stellt sie zu den Viverridae.
Cavalie, — (1). Terminaisons nerveuses dans le testicule chez le
Lapin et chez le Poulet, et dans l’epididyme chez le Lapin. C. R. Soc.
Biol. LIX, S. 298—303. (Leporidae).
C. fand im Hoden von Lepus ein reiches Nervennetz und die
Gefässkapillaren und Samenkanälchen.
— (2). Sur les terminaisons nerveuses motrices dans les muscles
stries chez le Lapin. Ebenda, S. 1280—1281.
Behandelt die motorischen Nervenenden im Cremaster und in
den Bauchmuskeln von Lepus.
Cavali6, M. u. Jolyet, F. Sur le rein du Dauphin. Ebenda, S. 878
—880.
Verf. fanden an der Niere von Delphinus einen vaskulären und
einen zur Ableitung des Harnes dienenden Hilus, ebenso ein intra- und
ein perirenales Gefässsystem.
Chaine, J. Contribution a la myologie de la region sus-hyoidienne
du Blaireau (Meles taxzus). Ebenda, S. 674—676. (Mustelidae).
Musculus Mylo-hyoideus und M. geniohyoideus sind nicht mit
einander verbunden.
te nn
I. Mammalia für 1902. 11
Chambrelent, — Etude radiographique du bassın de la femelle
du Cobaye pendant la gestation. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris.
Bd. 54, No. 15, 8. 671—673.
Beschreibt das Becken eines tragenden Weibchens von Cavia
cobaya und vergleicht es mit dem des Männchens.
Chapman, B. €. (1). Observations upon Galeopithecus volans.
P. Ac. Philad. 1902, S. 241—254. (Insectwora).
Behandelt das Patagium von @aleopithecus volans.
— (2). Observations upon the placenta and young of Dasypus
sexeinctus. Ebenda, Bd. 53, 8. 366—369, Taf. 18.
Placenta diffus, der von Sus ähnlich. Das Junge (&) war auf
dem Rücken gestreift, der Penis auffallend gross.
Chipman, Walter. Observations on the placenta of the Rabbit
with special reference to the presence of glycogen, fat and iron. Studies
R. Vietoria Hosp. Montreal I, S. 227—485, 185 figg.
Clark, A. Sport in the Low-Country of Ceylon. Colombo, 1901,
S. 159 plus IX. (Proboscidea). P. 8.
Verf. beschreibt die Elephantenjagd.
©oenen, H. Das Trigeminusganglion des Orang. Arch. mikr.
Anat. LX, S. 514—516. (Primates).
Das Trigeminusganglion von Simia enthält vier Zelltypen. Das
Bindegewebe um die Ganglienzellen ist nicht so regelmässig an-
geordnet wie bei Homo.
Cristalli, Guiseppe. Contributo all’istogenesi del corpo luteo.
Giorn. Ass. Med. Natural. Napoli Jahrg. 12, S.14—32. Taf.
Bespricht die Bildung der Corpora lutea vera und spuria von Lepus.
Cotton, P. H. &. Powell. A Sporting Trip through Abyssinia.
London, 8. XXIHI plus 531, illustrated.
Cuenot, L. La loi de Mendel et l’heredite de la pigmentation
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v. Cyon, E. Beiträge zur Physiologie des Raumsinnes. 1. Theil.
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v. C. glaubt die Bewegungen der Tanzmaus auf Verbildung der
Bogengänge zurückführen zu können.
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D. untersuchte den Bau des Corpus geniculatum internum von
Lepus.
Davison, Alwin. The lymph-system in the extremities of the Cat.
Anat. Anzeiger XXII, 8. 125—128, 2 figg.
D. untersuchte die Lymphgefässe der vorderen und hinteren
Extremitäten von Felis, fand die Lymphnetze dicht.
12 l. Mammalia für 1902.
Delamare, Gabriel. Recherches sur les cellules granuleuses et les
hematies du ganglion Iymphatique. Journ. Anat. Physiol. Paris,
Jahrg. 38, 8. 549—554, Taf. 14.
D. fand in den Mesenterialdrüsen von Felis, Erinaceus, Lepus,
Sus Lymphkörnerchen, die sich in eosinophile Zellen umwandeln.
Denis, P. Recherches sur le developpement de l’oreille interne
chez les Mammiferes (Vespertilio murinus). Arch. Biol. XVIIL, 8. 377
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D. beschreibt das innere Ohr von Vespertilio murinus und seine
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Denker, Alfred. Zur Anatomie des Gehörorgans der Cetacea.
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D. bespricht besonders ausführlich die knöchernen Wände des
Gehörorganes von Phocaena. Gehörgang eng, zur Schallleitung
ungeeignet.
Deperet, €. (1). Sur les caracteres craniens des Lophiodon. Bull.
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Dexter, Franklin. On the vitelline vein of the Cat. Amer. Journ.
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Bespricht den Bau und die Lage der Dottersackgefässe von Felis
domestica.
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rapporti che esso assume colle varie formazioni dell’ arco marginale
nel cervello del Maiale e di altri Mammiferi domestiei. Attı Accad.
Linceı Rend. XI, S. 58—63.
Untersuchung des Balkens von Sus. Der innere Randbogen ist
an seiner Bildung nicht betheiligt.
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Douglass, W. R. Bank-Vole (Microtus glareola) as gardens pest.
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Verf. beschreibt Microtus glareola als Gartenschädling.
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hivernants & l’inanition. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, No. 9,
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D. behandelt den Winterschlaf eines Paares von Murmelthieren
(Arctomys marmotta).
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Die letzten wurden erlest 1878 und 1901 in Ostpreussen, 1898
ın Anhalt (?)
Eeonome, Const. Die centralen Bahnen des Kau- und Schluck-
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Anatomie der Hausthiere. 10. Aufl. Berlin. 1004 S., 565 figg.
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Felieine, Lydia. Beitrag zur Anatomie der Nebenniere. (Vorläuf.
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Beschreibt Bau und Funktion des Markes von Mus und Lepus.
Ferroni, Ersilio. Note embriologiche ed anatomiche sull’utero
fetale. Ann. Ostetric Napoli V, 8. 21—24.
F. behandelt die Entstehung des Müllerschen Ganges, Heraus-
bildung des Uterus, Bau des Uterus an einem 6 Monate alten Fötus
von Bos taurus u.a.
Filhel, H. Contribution & l’etude des Felides fossiles dont on a
decouvert les restes dans les cavernes des Pyr&nees. Bull. Soc. Philom.
(9) IV, S. 104—120. (Felidae). FR, 8.
14 I. Mammalia für 1902.
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Untersuchungen an Lepus cuniculus.
Fischer, E. Zur Kenntniss des Primordialorganismus der Affen.
Anat. Anz. XX, 8. 410—417, fig. (Primates).
F. beschreibt ein Plaktonmodell des Knorpelschädels von Macacus,
der dem von Homo ähnlich ist.
Fleischmann, A. Morphologische Studien über Kloake und
Phallus der Säugethiere. Morphol. Jahrb. XXX, S. 653—666.
Bei Canis, Felis, Talpa und Cricetus ist Kloakenform nur bei
jungen Embryonen gewahrt.
Fliet, 3. M. The development of the reticulated basement mem-
branes in the submaxillary gland. Amer. Journ. Anat. Bd. II, S. 1—11,
9 figg.
Die Basalmembran des Submaxillaris von Sus entwickelt sich
als ein bindegewebsartiges Gebilde.
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(Prov. di Como). Riv. ital. Pal. VIII, S. 26 u. 27, fig. (Ursidae). F,S.
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Berichtet über die Lebensweise der dortigen Säugethiere.
Fraas, E. Ausgrabung eines römischen Brunnens bei Donnstetten,
nebst Untersuchungen über die dort gefundenen Hunde- und Pferde-
rassen. Fundber. Schwaben X, 8. 42—52. (Canidae, Perissodactyla).
pP, =
Franke, H. H. B. Der Uterus von Cercocebus cynomolgus in den
verschiedenen Lebensperioden mit einem Anhang über die Theorie
des unteren Uterussegments bei dem Menschen. Petrus Camper, Jena,
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der Blindmaus (Spalax typhlus). Arb. d. Neurol. Inst. Wien Hit. 8,
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nerven bei Säugethieren. Arch. Anat. 1902, 8. 135—145.
Fuchs, Hugo. Ueber das Epithel im Nebenhoden der Maus. Anat.
Hefte, 1. Abtheil., Bd. 19, S. 311—347, Taf. 6—8.
Das Epithel des Nebenhodens von Mus musculus zerfällt in drei
Abschnitte.
Gadow, H. (1). The origin of the Mammalia. Zeitschr. Morphol.
IV, 5. 345—364, figg.
E
I. Mammalia für 1902, 15
G. sieht die monocondyle Form des Hinterhauptsgelenkes als
Endform an. Leitet entgegen Fürbringer die Säugethiere von
Reptilien ab.
— (2). The evolution of horns and antlers. P. Zool. Soc. London
1902, I, S. 206— 222. (Artiodactyla).
G. untersuchte die Geweihe der Cervidae wie die Gehörne von
Antilocapra, Okapia, Giraffa, die er für rückgebildet hält. Weiter unter-
suchte er Ovis und Bos, von fossilen Formen Dinoceras, Protoceras
und Siwvatherium.
Ganfini, €. Struttura e sviluppo delle cellule interstizialı del
testicolo. Arch. Ital. Anat. Embr. Florenz, Bd.I, 8. 233—294,
Taf. 15—18.
G. besprieht die Entwickelung und Struktur der interstitiellen
Zellen des Hodens bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und bei Semno-
pithecus, Vespertilio, Mus. ‘Je höher entwickelt das Thier, desto
komplizirter ihre Struktur.
Gaudy, A. Sur la similitude des dents de ’Homme et de quelques
Animaux. Compt. Rend. Acad. Sci. Paris Bd. 134, 5. 269—270.
Nach G. beruhet die Verkürzung der menschlichen Molaren
auf Verkürzung der Kiefer. G. vergleicht mit Dryopithecus, Simia,
Gorilla, Hylobates, Anthropopitecus.
Gaupp, Ernst. Ueber die Ala temporalis des Säugethierschädels
und die Regio orbitalis einiger anderer Wirbelthierschädel. 15. Figg.
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Geisenberg, Karl. Ein Fall von Tuberculosis pulmonum eines
Ursus malayanus. Centralbl. f. Bakter. u. Paras. 1. Abtheil. Bd. 31,
Nr. 6, 8. 248—250.
Gemmellare, 6. & Sul rinvenimento dı un teschio di Squalo-
dontidi nel calcare bituminoso di Ragusa in Sicilia. Rend. Acc. Lincei
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G. macht Angaben über die Inseln im Pancreas von Felis leo, die
spärlicher als bei Hauskatzen sind.
— (2). Note sur les terminaisons nerveuses des ilots de Langer-
hans du pancreas. Ebenda, Bd. 54, S. 202—203.
Nach Golgischer Methoden untersuchte G. die Nervenendigungen
der Langerhansschen Inseln im Pancreas von Mus.
— (3). Note sur les nerfs et les terminaisons nerveuses de l’uterus.
Ebenda, S. 425-427.
Untersuchungen mit Mythelenblau an den Uterusnerven von
Mus und Lepus.
Gill, T. (1). Note on the names of the genera of Peccaries. P. Soc.
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— (2). The first use of Mammals and Mammalıans. Science (2)
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Gmelin, W. Untersuchungen über die Magenverdauung neu-
geborener Hunde. Arch. f. Ges. Physiol. Bd. 90, S. 591—616, Taf. 4.
16 I. Mammalia für 1902.
Fermentbildung in den Magendrüsen von Canis beginnt mit dem
18. Tage und nimmt dann ständig zu.
Godirey, Robert. Hedgehog in Argylishire. Ann. Scott. Nat.
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Godlewski, E. Die Entwicklung des Skelett- und Herzmuskel-
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Goldbeck, Paul. Pferdezucht und Pferderassen Englands, sowie
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auf 22 Tafeln, 20 S., Leipzig 8°.
Gordon, Reginald. Bones of a Mastodon found. Science VIII,
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Graino, €. Mamiferos del litoral di Asturias. Bol. Soc. espan. II,
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Wahrscheinlich handelt es sich um Palorchestes azael.
Greve, Karl. Die fossilen und recenten Edentaten und deren
Verbreitung. Sitzungsber. d. naturf. Gseellsch. Dorpat, Bd. 13, 8. 77
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Grönroos, H. Ueber zwei Oberarmmuskeln bei der Gattung
Hylobates. SB. Ges. naturf. Berlin 1902, 8. 245—246. (Primates).
G. nahm seine Untersuchungen an fünf Exemplaren von Hylobates
vor. Es handelt sich um den Musculus biceps brachii und den H. la-
tissimo-condyloideus. Untersucht wurden Hylobates gibbon Miller, -
H.lar. L., H. müilleri Mart., H. javanicus Matschie.
Grosser, ©. Ueber arterio-venöse Anastomosen an den Extre-
mitätenenden beim Menschen und den krallentragenden Säugethieren.
Arch. mikr. Anat. LX, $. 191—216, Taf. XI u. XU.
G. fand Anastomosen im Markraum der Endphalangen der
Zehen in grosser Zahl bei Lepus.
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rein et du foie dans la fatigue (Vorläuf. Mittheil.). Arch. Ital. Biol.
Bd. 37, S. 200—202.
I. Mammalia tür 1902, 17
G. beschreibt die infolge von Ermüdung in Leber und Niere von
Canıs auftretenden Veränderungen.
(2). Action de la fatigue sur la fine structure des cellules
nerveuses de la moelle epiniere (Vorl. Mittheil.). Ebenda, S. 247—251.
G. beschreibt die Veränderung in den Nervenzellen des Rücken-
marks von Canıs, die durch Ermüdung hervorgerufen sind.
Gunning, 3. W. B. Hyloid between Dunkey and Burchells Zebra.
The Zoologist VI, Mai, 192 S.
Haagner, Alwin. Some habiıts of South African Hares. The
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— (2). Large extinct Red Deer of Ireland. The Irish Naturalist
XI, No.1, 8. 25.
Giebt die Masse des Geweihes.
— (3). Breeding habits of the British Squirrel. Ebenda, S. 188
—189.
Berichtet von der Aufzucht junger Thiere durch die alten.
Hammar, 3. August. Das Schicksal der zweiten Schlundspalte.
Zur vergleichenden Embryologie und Morphologie der Tonsille. Arch.
Mikr. Anat. Bd. 61, S. 404—458, Tf. 21 u. 22.
Untersuchte Felis, Canıs, Erinaceus, Sciurus, Mus, Lepus, Sus,
Ovis, Bos.
Hammer, Ernst. Das Löwengehirn. Internat. Monatsschr. f£.
Anat. u. Physiol. Bd. 19, S. 262—303, 21 figg., Taf. 14 u. 15.
Verf. beschreibt die Oberflächen der Hemisphären und des Kleın
hirns von Felis leo, zwei erwachsenen und einem neugeborenen Thiere.
v. Hansemann, V. Untersuchungen über das Winterschlaforgan.
Arch. f. Anat. u. Physiol., Phys. Abtheil., S. 161—166.
Bei Mus, Lepus u. a. liegt das Organ dorsal zwischen den Schulter-
blättern. v. H. behandelt weiter Bau und Entwicklung des Organs
Hardesiy, Irving. (1). The neuraglia of the spinal cord of the
Elephant with some preliminary observations upon the development
of neuroglia fibers. Amer. Journ. Anat. II, S. 81—109, 4 figg.
H. beschreibt die Neuroglia des Rückenmarkes von Blephas und
kurz die Entwicklung ihrer Fasern.
— (2). Observations on the Medulla spinalis of the Elephant
with some comparative studies on the Intumescentia cervicalis and
the Neurones of the Columna anterior. Mit 5 Taf. Journ. of Compar.
Neurol. Bd. 12, Nr. 2, 8. 125, 179, 182.
Harle, E. Un crane de Boeuf Musque, des Eyzies (Dordorgne).
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scapular gland corresponding to the hibernating gland of lower Mammals
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H. fand bei Embryonen u. Föten von Homo ein paar Drüsen nahe
den Schulterblättern, die der Winterschlafdrüse entsprechen.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd, II. H.1. (I) 2
18 I. Mammalia für 1902.
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root fibers in the white rat at different ages. Journ. Compar. Neurol.
Granville. Bd. 12, S. 107—124.
Beschreibt die Spinalganglien weisser Ratten verschiedenen Alters.
— (3). Observations on the developing neurones of the cerebral
cortex of foetal cats. Ebenda, S. 199—204, Taf. 14.
Behandelt die Entwicklung der Neuronen an der Gehirnrinde
von Föten von Felis domestica.
— (4). Preliminary note on the presence of a new group of neurones
in the dorsal roots of the spinal nerves of the white rat. Biol. Bull.
Woods Hall. Bd. III, S. 140—142, 3 figg.
Stellt eine Zellgruppe in den dorsalen Wurzeln der Spinalnerven
von Mus decumanus var. alba test.
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— (2%). Ueber das Gehirn des Delphins. Centralbl. f. Physiol.
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Verf. untersuchten den Bau der Medulla oblongata, des Mittel-
und des Zwischenhirnes von Delphinus.
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westlichen Patagonien. Zeitschr. Deutsch. geol. Ges. LIII, 8. 570
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Untersuchte die Milz von Lepus cuniculus, die im’Allgemeinen "an
der Bildung rother Blutkörperchen keinen Antheil hat.
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von Felis domestica.
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von Erinaceus.
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Berichtet von einem zahmen Hasen im Besitze des Verfassers, der
sich muthig gegen Hühner und einen zudringlichen Tauber wehrt.
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Berichtet von einer Katze, die sich nach Hundeart durch Auf-
springen auf die Klinke Thüren öffnet.
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Skunks. P. Soc. Washington XV, 8.1—9. (Mustelidae). 8.
Pi
20 1. Mammalia für 1902.
— (2). Three new Skunks of the genus Spilogale. Ebenda,
S.241 u. 242. (Mustelidae). 8.
Hrdlicka, Ales. New instances of complete division of the malar
bone with notes on incomplete division. 15 figg. Amer. Naturalist,
Bd. 36, Nr. 424, 8. 273—294.
H. fand partielle oder vollständige Theilung der Kiefer bei Cerco-
pithecus callitrichus, ©. sabaeus, Papio olivaceus, Mwycetes alonata,
M. niger, M. seniculi, Lagothrix humboldti, Phascolomys wombatus,
vollständige Theilung bei Simia satyrus.
Hubrecht, A. A. W. Furchung und Keimblattbildung bei Tarsius
spectrum. Verh. Ak. Amsterdam (2) VIII, No.6, 113 8., 12 Taf.
(Primates).
Bringt über Furchung und Anlage des Embryonalknotens nichts
Neues. Weist auf die Aehnlichkeit des Embryos mit dem von Homo hin.
Hülsen, Karl. Die Druckfestigkeit der langen Knochen. Verh.
d. V. Intern. Zool. Kongr., S. 452—458.
Jackson, €. M. On the structure of the corpora cavernosa in the
domestic cat. in Amer. Journ. Anat. II, S. 73—80, 7 figg.
Bei Felis ist Os penis nur selten verhanden. Durch Kastration
geht das Schwellgewebe zurück, das fibröse Gewebe nimmt zu, so
besonders bei Bos.
Jacobi, A. Der Ziesel in Deutschland nach Verbreitung und
Lebensweise. Arch. Naturg. 1902, I, S. 199—238, figg. (Sciuridae). F, 8.
Jacobi, Arnold u. Appel, ®tto. Beobachtungen und Erfahrungen
über die Kaninchenplage. 6 Abb. u. 1 Kartenskizze. Arb. d. biol.
Abt. f. Land- u. Forstwirthschaft. Kaiserl. Gesundheitsamt. Bd. II,
Heft 4, S. 506511.
Janosik, 3. Le developpement des globules sanguins chez les
Amniotes. Bibl. Anat. Parıs X, S. 273—292, 1 Taf.
Behandelt Entstehung und Vermehrung der Blutzellen von
Spermophilus und Sus.
Jenkinson, 3. W. Observations on the histology and physiology
of the placenta ofthe Mouse. Tijdskr. Nederl. Dierk. Vereenig. Theil III,
S. 124—198, Taf. 4—6.
Untersuchungen an Mus.
Jentink, F. A. (1). On Felis badia, Gray. Notes Leyden Mus.
XXIH, 8. 91—93. (Felidae). 8.
— (2). The Proboscis Monkey from Borneo. Ebenda, 8.113.
— 122, Taf. I-V. (Primates). F, 8.
— (3). Revision of Macroglossus and Syconycteris, and de-
seription of a new genus and species, Odontonycteris meijeri. Ebenda,
S. 131—142. (Chiroptera). 8.
— (4). On Kervioula picta Pall. and description of a new bat
from Paramaribo. Ebenda, 8.174. 8.
Johnston, Sir H. H. (1). The Uganda Protectorate. London,
2 Bände, ıllustrirt. FR.
Bringt Notizen über die Säugethiere Ugandas.
I. Mammalia für 1902. 9]
— (2). The Okapi: the newly discovered beest living in Central
Africa. 3 Taf. Ann. Rep. Smithsonian Instit. 1901, S. 661—666. F, S.
Jolly, 3. (k). Sur les mouvements des Iymphocytes. Compt.
Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, S. 661-664.
J. beobachtete in den Lymphocyten von Homo und Lepus amö-
boide Bewegungen.
— (2). Die Entwicklung der äusseren Körperformen der Wirbel-
thierembryonen, insbesondere der menschlichen Embryonen aus
den ersten zwei Monaten. Handb. f. Entw. d. Wirbelt. Hertwig,
Jena. I. 2, S. 1—176, figg. 1—81.
— (3). Die Entwicklung des Rehes nach der Anlage des Meso-
blasts. Arch. Anat. Physiol., Anat. Abtheil., S. 292—314, Taf. 16 u. 17.
Es tritt keine Pause in der embryonalen Entwicklung von Capreolus
capreolus ein.
Jolyet, F. Sur quelques conditions de l’adaptation des Mammi-
feres cetaces & la vie constante aquatique. Compt. Rend. Soc. Biol.
Paris. Bd.54, No. 9, 8. 293—29.
Behandelt die Anpassung im Körperbau und die der Sinnesorgane
an das Leben im Wasser.
v. Kadich, Hans. Ueber das Verhalten verschiedener wilder
Thiere Nordamerikas gegen den Menschen. Zoologischer Garten,
Jahrg. 43, S. 220. |
v. K. berichtet über Danis horribilis, Euarctos americanus, Felis
concolor, Lynx rufus, Tayassus torguatus u.a.
Kascenko, M. (1). Sur le Meles arenarius Bat., et les races Sıberi-
ennes du Taison. Annuaire Mus. St. Petersb. VI, S. 609—614, 1901.
(Mustelidae). FR, 8.
— (2). Note sur !’Arctomys bungei, n. Sp., et les autres Marmottes
Sıberiennes. Ebenda, S. 615—620. (Sciuridae). F, 8.
Kammerer, Paul. Das Käfigleben des Kammfingers (Ütenodactylus
Gundi Rothm.). Zool. Garten, Jahrg. 43, Nr. 6, 8. 188—193.
K. bespricht die Pflege, Haltung, Todesursache und das Seelen-
leben von ihm gehaltener Kammfinger.
Keibel, F. Zur Anatomie des Urogenitalkanals der Zchidna
aculeata. Anat. Anz. XXII, 8. 301—305, figg. (Monotremata).
Der Urin von Echidna aculeat« gelangt in die Blase. Weiter
beschreibt K. die Mündung der Ureteren, das Samenrohr und die
vordere Region der Kloake.
Keith, A. (k). Inflation of the nasal canal in the skulls of Gorillas
and Chimpanzees, and the sinus maxillaris and inferior meatus in Man
and Apes. P. Anat. Soc. Gr. Britain 1902, S. 47—51, figg. (Primates).
— (2). The extent to which the posterior segments of the body
have been suppressed and transformed in the evolution of Man and
allied Primates. J. Anat. Physiol. norm. path. XXXVII, 8. 18—40,
figg. (Primates).
K. bringt Tabellen über Zahl und Vertheilung der Wirbel und
bespricht die Verschiebung des Beckens kopfwärts. Untersuchte
Gorilla, Simia, Anthropopithecus, Hylobates.
22 I. Mammalia für 1902.
Keller, €. Die Abstammung der ältesten Hausthiere. Zürich,
232 8., ıllustrirt.
Kidd, W. Certain habits of animals traced in the arrangement
of their hair-slope. P. Zool. Soc. London 1902, II, S. 145—158.
Haarwirbel, Haarkämme u. dergl. sieht Kidd als Nebenerzeugnisse
der Muskelthätigkeit an.
Kishi, K. Das Gehörorgan der sogenannten Tanzmaus. Zeitschr.
wiss. Zool. LXXI, S. 457—485, Taf. XXVI. (Muridae).
K. vergleicht das Ohr der Tanzmaus mit dem der Hausmaus.
Führt die Kreisbewegungen auf beständigen Aufenthalt in engen
Käfigen, eine ererbte Eigenschaft zurück fand am Ohr keine Rege-
nerationszeichen.
Klöpfer, E. Die Ernährung und Haltung der Hausziege. Essen,
85 8.
Koch, A. (1). Vjadat a Muflon Korabbi Elter jedesehez. Foldtani
Kosl. XXXII, S. 346—350, Taf. (Bovidae). 8.
Köhler, Arthur Armin (). Untersuchungen über die Phalangen-
bänder der Hausthiere und das Vorkommen der Sesambeine an den
Zehen der Fleischfresser. Arch. Wiss. Prakt. Thierheilk. 29. Bd.,
44 S., 7 figg.
Untersuchte Zquus, Sus, Ovis, Capra, Bos, Canıs, Fels.
— (2). Der Mandschurische Hirsch (Cervus dybowskii) in seiner
Heimat. Zool. Garten XLIII, S. 78—86. (Cervidae). F, 8.
Behandelt Fang und Jagd.
Köppen, Theodor. Ueber die frühere und jetzige Verbreitung
des Bibers in Russlands Grenzen. Journal des Ministeriums der
Volksaufklärung.
Köster, G. u. Tschermak, A. Ueber den Ursprung und Endigung
des Nervus depressor und N. laryngeus superior beim Kaninchen.
Arch. Anat. 1902, 8. 255—294, Taf. X u. Xl. (Leporidae).
Kohlbrügge, J. HB. F. (1). Die Umgestaltungen des Uterus der
Affen nach der Geburt. Zeitschr. Morph. IV, S. 1—16, figg. (Primates).
— (2). Schädelmasse bei Affen und Halbaffen. Ebenda, 8. 318
—344. (Primates).
— (3). Das Gehirn von Pteropus edulis. Monatsschr. f. Psychiatrie
u. Neurol. Bd. 12, 8. 85—89, 4 figg.
Kohnstam, @skar. Der Nucleus salivatorius chordae tympani
(nervi intermedit). Anatom. Anzeiger XXI, S. 362—363.
K. weist durch die Degenerationsmethode an Canis die Ursprungs-
zellen der im Ganglion submaxillare endigenden präcellulären
Fasern nach.
Kolster, R. (I). Ueber einen eigenartigen Process in den Samen-
blasen von Cervus alces. Arch. mikr. Anat. LX, S. 100—110, pl. V.
(Cervidae).
K. untersuchte die Samenblase eines am Anfange der Brunft
erlegten Cervus alces, beschreibt die Wandung der Schläuche, das
Epithel und ihre Veränderungen.
I. Mammalia für 1902. 23
— (2). Weitere Beiträge zur Kenntniss der Embryotrophe der
Indeniduaten. Anatom. Hefte 1. Abtheil. XX, S. 231—321, Taf. 16—21
Bespricht die Vorgänge in der uterinen Schleimhaut während
der Brunft und nach der Befruchtung. Versuche an Sus, Cervus,
Ovis, Bos.
Korif, K. von. Zur Histogenese der Spermien von Phalangista
vulpina. Arch. mikr. Anat. LX, 8.233—260, pls. XIV u. XV.
(Marsupialia).
v. K. beschreibt den Kern der Spermatide, den distalen Central-
körper, die Kopfkappe und die Schwanzmanschette und ihre Ent-
wickelung.
Koslowsky, J. 3. Zur Frage über die Nerven der Speiseröhre bei
den Säugethieren. Trav. Soc. Natur. Petersburg Jahrg. 32, II, 8.51
57, 3 Taf.
K. untersuchte die Innervation der Speiseröhre von Fels und
Lepus. Fand sympatische Nervenzellen und motorische Endplatten
in den quergestreiften Muskeln.
Kotzenberg, W. Zur Entwicklung der Ringmuskelschicht an den
Bronchien der Säugethiere.. Arch. mikr. Anat. LX, S. 460—468,
Taf. XXIII.
Die Lunge von Mus legt sich durch Ausstülpung von Bläschen
aus der vorderen Wand des Schlundrohres beiderseits an. Aus den
Bläschen werden nachher Bronchien, die Rinne wird zur Trachea.
Krause, Ernst (1). Der Hautpanzer der Zahnwale. Prometheus,
Jahrg. 13, S. 458—460.
— (2). Maulesel und Maulthier. Naturw. Wochenschrift Bd. 17.
Nr. 36, S. 428—429.
Behandelt die Entstehung der beiden Bezeichnungen und hält
sie für gleich, befürwortet für Pferd X Esel die Bezeichnung Hinnus.
Kühnemann, Geo. Die Strassenhunde von Konstantinopel.
Mit 3 Abbild. Natur u. Haus. Jahrg. 11, Heft 4, S. 49—53.
Laguesse, E. Structure d’une greffe pancreatique chez le Chien.
C. R. Soc. Biol. LIV, S. 852—854. (Canidae).
Laguesse, B. u. Gontier de la Roche, A. Les ilots de Langerhans
dans le pancreas du Cobaye apres ligature.. Compt. Rend. Soc. Biol.
Paris. Bd. 54, S. 854—857.
Nach Unterbindung des Pancreas von Cavia atrophirt der exocrine
Theil der Drüse, die endocrinen Inseln bleiben.
Lambkey, W.E. u. Lucas, F. A. Blue Fox trapping on the Pribiloff
Islands. Science (2) XVI, S. 216—218. (Canidae). F, 8.
Lameere, A. L’Okapi. Rev. Univ. Bruxelles 1902, 24 8.
(Giraffidae). 8.
Landsberg, B. Das Okapi, Okapia Johnstoni Lankester. 2 Abbild.
Natur u. Schule I. Heft 1/2, 8. 59—62.
Lankester, R. E. (1). Okapia, a new genus of Giraffidae from
Central Africa. Trans. Zool. Soc. London XVI, S. 279—307, Taf. XXX
—XXXI. (Giraffidae). F, 8, |
24 I. Mammalia für 1902.
— (2). The specific name of the Okapı presented by Sir Harry
Johnston. Ann. Nat. Hist. (7) X, 8.417 u. 418. (Grraffidae). 8.
— (3). On the affinities of Aeluropus melanoleucus A. Milne-
Edwards. Trans. Linn. Soc. London VIII, S. 163—172, Th. 18—20.
Beschreibt Schädel und Gliedmassenskelett und stellt Aeluropus
melanoleucus zu den Procyonidae.
Lapouge, 6. de. Note sur un nouveau Singe Pliocene (Anthro-
podus rouvillei). Bull. Soc. Queste France 1894, S. 202—208.
(Primates). 8.
de Eapparent. Etudes sur les races, varietes et le eroisement de
l’espece bovine en France. Paris, 139 8.
Laube, 6. €. Säugethierzähne aus dem Basalttuff von Waltsch.
SB. Ver. Lotos 1899, No. 8, 8 8. figg.
Laville, — u. Bollain, —. Sur la presence du Spermophilus super-
ciliosus dans les terriers de la fin du Quaternaire aux Hautes-Bruyeres
(Seine). Bull. Soc. Anthrop. Paris 1902, S. 60 u. 61, fig. (Sciuridae). 8.
Leche, W. (4). Ein Fall von Vererbung erworbener Eigenschaften.
Biol. Centralbl. XXII, S. 79—82. (Suidae).
Die Carpalschwielen von Phacochoerus treten schon beim Embryo
auf, werden also vererbt.
— (2). Zur Entwicklungsgeschichte des Zahnsystems der Säuge-
thiere; — BErinaceidae. Zoologica XV, Heft 57, 104 S., 4 Taf.
(Erinaceidae).
L. behandelt auf Grund des Zahnsystemes die Phylogenie der
Erinaceidae, fossiler und lebender, zieht daraus Schlüsse für die genea-
logische und geographische Behandlung der Familie (Necrogymnurus,
Erinaceus, Hwylomys, @Galerix, Palaeoerinaceus, Lanthanotherium,
Gymnura). Bespricht die Variation der Eckzähne und die Milchzähne.
— (3). Ueber den miocänen Insectivoren @aleriz ezilis. Zool.
Anzeiger XXV, 8.8. 8.
— (4). Säugethiere, Mammalia. Bronns Klassen und Ordnungen
des Thierreiches. 6. Bd., 5. Abtheil., Lief. 61—64, 8. 1171—1218,
fig. 174—195, Taf. 122—125.
Behandelt das Gefässsystem.
Lee, Thomas (1). Demonstration of the placentation of Spermo-
philus. Science XV, No. 379, 8. 525—526.
— (2). On the early development of Spermophilus tridecemlineatus.
Ebenda, S. 525.
Lehmann-Nitsche, R. Die Gleichzeitigkeit der südpatagonischen
Höhlenbewohner mit @ryphotherium und anderen ausgestorbenen
Thieren der argentinischen Höhlenfauna. Arch. Anthrop. XXVII,
S. 583—597. (Edentata). F, 8.
— (2). La pretenda existencia actual dei @ryphoterium. Rev.
Mus. Las Plata X, S. 269—279. (Edentata). 8.
Leney, F. List of types, or figured and described fossils in the
Norwich Museum, Geol. Mag. (4) IX, 8. 166—171 u. 220—231. 8,
f. Mammalia für 1902 35
Lesbre u. Forgeot. Note sur un cas d’hermaphrodism glandulaire
alterne et tubulaire bilateral. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris Bd. 53,
8. 1159—1161.
Verf. beobachteten an einem drei Jahre alten Bos rechts Hoden,
links Ovarium, beide in der Entwicklung zurückgeblieben.
Letulle, Maurice u. Nattan-Larier, L. (1). Identifications de
certains element constitutifs du thymus. Le corpuscule de Hassal.
Ebenda, S. 485—486.
Beschreibung und Auftreten der Hassalschen Körperchen im
Thymus von Cavia und Lepus.
— (2). Les elements a protoplasma basophile homogene. Ebenda,
S. 619—620.
Besondere Zellen im Thymus von Lepus.
Levi, Giuseppe (1). Dei corpi di Called Exner dell’ovajo. Monit.
Zool. Ital. Jahrg. 13, S. 298—304, Taf. 6.
Behandelt Entstehung der Call-Exnerschen Körperchen ım
Ovarıum von Cavia und Lepus.
— (2). Morfologia della arterie iliache. Arch. Ital. Anat. Embr.
Florenz, Bd. I, S. 120—172, 295—346, 523—605. 77 figg., Taf. 19.
Giebt eine vergleichend-anatomische Untersuchung der Arteriae
illacae von Canıs, Felis, Cavia, Lepus, Equus.
Lewis, Fred. T. The development of the vena cava inferior. Amer.
Journ. Anat. I, 8. 229—244, 11 figg., 2 Taf.
Beschreibt die Pfortader und ihre Wandung von Canis, Mus, Lepus.
Lewis, Thomas. The structure and functions of the haemolymph
glands and spleen. Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. XX,
S.1—56 Taf. 1 u. 2.
Behandelt Bau und Thätigkeit der Hämolymphdrüsen von
Amphibien, Vögeln und Macaeus, Canis, Felis, Talpa, Mus, Equus, Bos.
Eimon, 3. (1). Note sur les vacuoles de la granulosa des follicules
de Graaf. Bibl. Anat. Paris X, S. 153—159, 7 figg.
Beschreibt die Vacuolen im Granulosaepithel der Graafschen
Follikeln von Lepus.
— (2). Thenomenes histologiques de la secretion lactee. Journ.
Anat. Physiol. Paris, Jahrg. 38, S. 14—34, Taf. 1.
Die Milchdrüse von Cavia funktionirt wie eine seriöse Drüse.
— (3). Etude histologique et histolgenique de a glande inter-
stitielle de l’ovaire. Arch. Anat. Micr. Paris, V, S. 155—190, Taf. 7 u. 8.
Behandelt die ınterstitiellen Zellen des Ovarıums von Erinaceus,
Talpa, Mus, Cavia, Myotus, Lepus.
Leverkus-Leverkusen, — Der Elch. Verh. Ver. Rheinland
LVIII, S. 11—52, 1901. (Cervidae). 8.
Behandelt den Elch in forst- und jagdzoologischer Beziehung
u. seine Ausbreitung.
Lönnberg, E. (1). On some digestive adaptations in Diprotodont
Marsupials, P. Zoo!. Soc. London 1902, I, S.12—31. (Marsupialia).
26 I. Mammalia für 1902.
Die Mannigfaltigkeit des Gebisses der diprotodonten Marsupialıa
(Phascolarctos, Trichosurus, Pseudochirus, Phalanger, Petaurus,
Acrobates) ist nur durch Anpassung entstanden.
— (2%). Onthe variation of the Elk. Ebenda, II, S. 352—360, figg.
(Cervidae). 8.
— (3). On the female generative organs of Cryptoprocta. Bih.
Svenska Ak. XXVIII, pt. IV, art. 3, 11 S., Taf. 1. (Viverridae).
— (4). Zur Kenntniss des Kehlsackes beim Rennthier. Anat.
Anz. XXI, S. 467—474, figg. (Cervidae).
Beschreibt den beiden Geschlechtern zukommenden Kehlsack
von Rangıfer tarandus.
— (5). Ueber die Anatomie von Antilope cervicapra. Zool. Anz,
XXV, No. 661, 8. 85—86.
L. fand anatomische Aehnlichkeiten mit Saiga, so im Bau des
Penis u. a.
Löwenthal, M. Beitrag zur Kenntnis der Beziehungen der Taenia
semicireularis. Morphol. Jahrbücher Bd. 30 S. 48—41, Taf. 2.
Untersuchte Erinaceus, Mus, Cavia.
Loisel, 6. La seeretion interne du testicule chez l’embryon
et chez l’adulte. Compt. Rend. Ac. Sci. Paris. Bd. 135, 5. 250—262.
L. behandlt die Sekretion des Hodens von Canis, Felis, Vesper-
tilio, Cavia.
Lomnicki, Jaromir. Zapinski ze spostrzezen nad surlem (Spermo-
philus guttatus). Kosmos, Lwow, Bd. 27, S.19—22. 8.
Lorenz, L. v. (1). On the specimen of the Quagga in the Imperial
Museum, Vienna. P. Zool. London 1902, I, S. 32—38, fig. (Perisso-
dactyla). 8.
— (2). Ueber Hadropithecus stenognathus, Lz. Denk. Ak. Wien
LXXIL, S. 12, Taf.2. (Primates). 8.
Lucas, F. A. Orange county Mastodons. Science. VIII, Bd. 16;
Nr. 408, 8.669. 8.
— (2). North American Elephantids. Science, N. S., Bd. 15,
Nr. 379, 8. 554-555. F, 8.
Lydekker, R. (1). Notes on certain Monkeys in the Zoological
Society’s Menagerie. Nov. Zool. IX, 8. 138—140. (Primates). 8.
— (2). On an Elk from Siberia. P. Zool. Soc. London 1902, I,
S. 107—109, fie. (Cervidae). F, 8.
— (3). Note on a Wapiti from Siberia.. Op. eit. II, p.79.
(Cervidae). FR, 8.
— (4). The Wild Sheep of the Upper Ili and Yana Valleys.
Ebenda $S. 80-85, Taf. VII u. VIII. (Bovidae). F, 8.
— (5). Note on the Markhor of Cabul. Ebenda $. 323—324,
Taf. XXVII. (Bovidae). F, 8.
— (6). Note on a Reindeer skull from Novaia Zemlia. Ebenda,
5. 360—362, fig. (Cervidae). 8.
— (#). Przewalski’s Horse at Woburn Abbey. Nature LXV,
S. 103 u. 104. (Perissodactyla). 8.
I, Mammalia für 1902. 27
— (8). The Quagga. Knowledge XXV, 5. 220—222. (Perisso-
dactyla). 8.
— (9). Lemur. Eneyelop. Brit. 10th ed. XXX, 8.193 u. 194,
(Lemuroidea). 8.
— (10). Mammalia. Ebenda 8. 505—511, figg. 8.
— (11). Zoologieal distribution. Ebenda XXXIIL, 8.838
—941. FR.
— (12). The coloration of large animals. Field, S. 606 u. 637.
(Ungulata).
— (13). Przewalski’s Horse. Ebenda 8. 680. (Perissodactyla). 8
— (14). The coloration of Deer. Ebenda 8. 687 u. 688. (Cervidae).
— (15). Le cerf de Pekin (Elaphurus davidianus A. M.-Edwards).
Extr. Rev. Scientif. Bd. 18, 8.568 F, 8.
— (16). European Wild-Cattle. Knowledge. Bd. 25, S. 100
—102. FR, S.
— (19). A rare Wild Sheep (Ovis borealis Severtzoff). Nature.
Bd. 66, 8.32. 8.
— (18). How the sabre toothed tiger killed their prey. Nature.
Bd. 66, 8. 357—358.
Wahrscheinlich, nach Matthews Ansicht, durch Stösse mit den
Hauern bei heruntergeschlagenem Unterkiefer.
Lyon. M. W. (1). Description of a new Phyllostome Bat from the
Isthmus of Panama. P. Soc. Washington XV, 8.83 u. 84. (Chiro-
ptera). FR, 8.
— (2). Description of a new Bat from Colombia. Ebenda S. 151
u. 152. (Chiroptera). F, 8.
— (3). Observations on the number of young in the Lasiurine
Bats. P. U. S. Mus. XXVI, 8. 425 u. 426, Taf. XVII. (Chiroptera).
Mae Callum, W. &. Die Beziehung der Lymphgefässe zum Binde-
gewebe. Arch. f. Anat. u. Physiol. Anatom. Abtheil. $. 273—291,
7 fieg.
"Bearbeitet besonders die Haut von Embryonen von Sus.
Mae Endoo, Wm. Notes on the hedgehog. The Irish Naturalist
ZI FN0U1% 8.25. 8.
Maior, €. E Forsyth. (£). On Pliocene Voles. P. Zool. Soc. London
1902, I, S. 102—107, fie. (Muridae). 8.
— (2). On Mustela palaeattica from the Upper Miocene of Pikermi
and Samos. Ebenda $. 109—-114, Taf. VII. (Mustelidae).. F, 8.
— (2). Remarks on remains of a Pigmy Hippopotamus from
Cyprus. Ebenda 8.238 u. 239. (Hippopotamidae). F, 8.
— (4). Onthe Okapi. Ebenda, II, S. 73—79, figg. (G@üraffidae).S.
Okapia ist keine degenerirte Giraffe, sondern ein Bindeglied mit
anderen Wiederkäuern.
— (5). On the Pigmy Hippopotamus from the Pleistocene of
Cyprus. Ebenda’S. 107”—112, Taf. IX u. X. (Hippopotamidae). F, 8.
— (6). On a specimen of the Okapi at Brüssel. Ebenda, $. 339
— 350, fies. (Giraffidae). 8. "
28 I. Mammalia für 1902.
— (9). Account of a skeleton of Hippopotamus madagascariensis
from Sirabe. Geol. Mag. (4) IX, 8. 193—199, Taf. XII. (Hippopo-
tamidae). FR, 8.
— (8). L’Okapi. La Belgique Coloniale, 25. Mai, 1902, 8. 244
u. 245, and June 8, 8.260. (Giraffidae). 8.
— (9). Nouveaux renseignements sur l’Okapi. Ebenda, 1. Nov.,
5. 532—534. (Güraffidae). 8.
— (10). Encore su l’Okapı. Ebenda 30. Nov., $. 568—570, figg.
(Giraffidae). 8.
— (1). Ueber das Okapı. C. R. Zool. Congress 1902, S. 1056
u. 1057. (Giraffidae). 8.
— (12). On a fossil aquatic musteline anımal (Enhydrictis ga-
lictoides n. sp.). Proc. Zool. Soc. London 1901 II, Taf. 2 S. 625—628.
— (13). Ueber lebende und ausgestorbene Säugethiere Mada-
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M. untersuchte unter Berücksichtigung der gewöhnlichen Herz-
muskelfasern die Purkinjeschen Fasern von Owvis aries.
— (2%). Recherches sur le developpement et sur les fonctions des
traits scalarıformes, zönes de bätonnets, pouits intercellulaires ou pieces
intercalaires des fibres cardiaques des Mammiferes. Compt. Rend.
Soc. Biol. Paris. Bd. 54, S. 714-716.
Verlauf der Herzmuskelfasern bei Sus und Bos.
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Erklärt Magermilch für schwerer verdaulich als Vollmilch.
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auf Grund der Entwicklungsgeschichte. Stuttgart, 888 S., 601 figg.
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ni, du zen 2 " Anatom. Anzeiger XXIIL,”S. s3 nn - fige-,
2 Taf. 133 vl, in > hihi
Beschreibt einen neuen Kern mit kleinen Nervenzellen y von n Gone
-Felis, Lepus.
I. Mammalia für 1902. 29
Matschie, P. (1). Die Säugethierwelt Deutschlands einst und
jetzt in ihren Beziehungen zur Thierverbreitung. Zeitschr. Ges. Erd-
kunde Berlin 1902, 8. 473—497. F, 8.
Von eocänen Gattungen leben noch in Westeuropa Sceiurus,
Myozus, Vespertilio, Sorex, Genetta, Viwerra. Die heutige Verbreitung
ist beeinflusst durch die Eiszeit und ihren Folgen, Verdrängung der
Steppenthiere u. der tropischen Thiere.
— (2). Neuere Forschungen auf dem Gebiete der Säugethier-
kunde. Natur u. Schule I, Heft 1/2, S. 50—56.
Behandelt die systematische Stellung von Okapia, tiergeographische
Gesichtspunkte und tritt für die binäre Nomenklatur ein.
— (3). Ueber die geographischen und individuellen Abänderungen
der Ginsterkatzen (Viverra). Mit 1 Taf. Verh. V. Internat. Zoolog.
Kongr., 8. 1128—1144. 8.
Verf. unterscheidet 34 Arten Ginsterkatzen, deren Verbreitungs-
gebiete nur wenig in einander übergreifen, und weist auf die Färbungs-
unterschiede zwischen den Geschlechtern besonders hin. Es folgt
eine Bestimmungstafel der aufgezählten Arten.
— (4). Die achte deutsche Geweihausstellung zu Berlin 1907.
Deutsche Jägerzeitung Neudamm ı.N.
Bespricht die Geweihe von Cervus elaphus, Dama dama, Capreolus
capreolus, Alces alces sowie die Gehörne von Rupicapra tragus und
betont das Vorkommen mehrerer sehr verschiedener Rothirscharten
in Westeuropa. Ferner wurden u. a. beschrieben ein in Östpreussen
erlegtes Exemplar von Lynx virgata und ein Geweih von Capreolus
mantschuricus.
— (5). Kann man am Geweih den Donauhirsch, den deutschen
Küstenhirsch und den deutschen Inlandshirsch unterscheiden. Ebenda
S. 735— 139, 751—157, T771—177.
Verf. bejaht diese Frage und widerlegt Rörigs Angriffe.
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— (3). New Canidae from the Miocene of Colorado. Ebenda
5. 281—290, figg. (Canidae). 8.
— (4). A horned Rodent from the Colorado Miocene, with a
revision of the Mylagauli, Beavers, and Hares of the American Tertiary.
Ebenda 8. 291—310, fig. (Rodentie). F, 8.
— (5). The skull of Hypisodus, the smallest Artiodactyle, with
a revision of the Hypertragulidae. Ebenda 8. 311—316, figg. (Hyper-
tragulidae). 8.
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Ebenda 8. 317—322, figg. (Antilocapridae). F, 8.
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30 1. Mammalia für 1902.
M. stellt die Beziehungen zwischen dem Gewichte der Leber und
dem Gesammtgewichte fest bei Vögeln und bei Canıs, Erinaceus,
Cavia, Lepus.
Mearns, E. A. The Ocelot Cats. P. U. S. Mus. XXV, S. 237—249,
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(Primates, Carnivora, Rodentia). FW, 8.
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Ebenda 8.71 u. 72. (Felidae). F, 8.
— (4). Three new Foxes of the Kit and Desert Fox Groups.
Ebenda, 8.73 u. 74. (Canidae). 8.
— (5). Two new Shrews of the Sorex tenellus group from California.
Ebenda 8.75 u. 76. (Insectwora). F, 8.
— (6). Two new Bears from the Alaska Peninsula. Ebenda
S. 77—79. (Ursidae). F.
— (7). Six new Skunks of the genus Oonepatus. Ebenda S. 161 |
— 163. (Mustelidae). 8.
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nd
a
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shinston XV, 8.39. (Cervidae). 8.
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— (5). Two new Malayan Mouse-Deer. Ebenda 8. 173—175.
(Tragulidae). F, 8.
— (6). A new Bat from the island of Dominica. Ebenda S. 243
u. 244. (Ohrropiera). FR, 8.
— (9%). Two new tropical Old World Bats. Ebenda $. 245 u. 246.
(Chiroptera). 8.
— (8). General Notes. Ebenda S. 247—250. (Chiroptera). 8.
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Verf. untersuchten die Magendrüsen von Arctomys im Sommer
und während der Ruhe im Winter.
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Münzer, Egmont und Wiener, Hugo. Das Zwischen und Mittelhirn
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— (2). Ueber Spalax fritschi äus der Antelias-Höhle am Libanon.
Ebenda 8. 77—85. (Spalicidae). FR, 8.
— (3). Ueber die heutige Verbreitung der Säugethiere in Palästina.
Ebenda 8.85 u. 86. F,S8.
— (4). Ueber Nesokia gracilis von der Insel Ceylon. Ebenda,
S. 116—120. (Muridae). FR, 8.
— (5). Ueber einen neuen Sumpfluchs (Zyneus chrysomelanotis)
aus Palästina. Ebenda S.123 u. 124. (Felidae). F, S.
— (6). Ueber eine neue Myozus-Species (M. intermedius) aus
Tirol. Ebenda S. 155—158. (Gliridae). F, 8.
— (7). Ueber Dipus (Alactaga) aulacotis, Wagner. Zool. Anz.
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— (8). Galictis allamandi, Bell, aus Honduras. Ebenda 8. 475
—478. (Mustelidae). F, 8.
— (9). Die geographische Verbreitung der Säugethiere in Pa-
lästina und Syrien. Globus LXXXI, 8. 309314. F.
— (10). Noch einiges über den Moschus-Ochsen. Waidwerk
in Wort und Bild. 15. Nov. $. 49 u. 50, fig. (Bovidae). 8.
— (11). Ueber Mustela foina syriaca n. subsp. und M. palae-
syrvaca n. sp. Ebenda, 8. 145—147. 8.
— (12). Ueber Foetorius sarmaticus und Spermophilus (citillus ?)
von Konstantinopel. Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. Freunde,
Berlin, Nr. 718, 8.148. F, 8.
Beschreibt Bälge und Schädel.
— (13). Die Geburt eines jungen Seehundes (Phoca vitulina)
im Berliner Zoologischen Garten. Naturwissensch. Wochenschrift.
Bd. 17, Nr. 46, 8. 547—548.
Behandelt den 2. Fall einer Geburt in der Gefangenschaft. Das.
junge Thier starb bereits in der Geburtsnacht.
— (14). Ueber Mesocricetus auratus Waterhouse. Zoolog. Anzeiger
Bd. 26, 8. 57—60. 8.
— (15). Der Nörz in Ostpreussen. Deutsche Jägerzeitung,
Neudamm ı.N. Bd. 39, 8. 540.
Berichtet von einem bei Skirwieth erlegtem Nörz (Putorvus
lutreola), erklärt ihn aber für selten.
— (16). Das Vorkommen des Nörzes in Mecklenburg. Ebenda
S. 762.
m
I. Mammalia für 1902. 33
Verf. berichtet von einem bei Sternberg erlegtem Exemplar von
Putorius lutreola.
— (1%). Noch einiges über den Nörz ın Mecklenburg. Ebenda,
S. 831.
N. beruft sich auf Oberlehrer Struck, nach dessen Nachforschungen
der Nörz in Mecklenburg noch häufig, aber wenig sichtbar ist.
— (18). Die Wurf- und Begattungszeiten unserer Seehundsarten.
Ebenda, 8. 378.
Phoca vitulina wirft im Juni und trägt 10!/, Monate, Ph. annellata
ım März und trägt 9 Monate, Halychoerus gryphus wirft Ende September
bezw. Oktober und trägt 11!/, Monate.
— (19). Eine Ringelrobbe bei Misdroy an der Ostsee. Ebenda
Bu TE.
Es handelt sich um einen jungen Halichoerus gryphus.
— (20). Ein Seehund an der Havel. Ebenda, 8. 811.
Wahrscheinlich ein grosses Exemplar von Phoca vitulina.
— (21). Der Luchs von Misdroy. Ebenda, S. 690.
M. stellt fest, dass es sich um ein aus einer Menagerie in Wollın
entsprungenes Thier unbekannter Herkunft handelt.
Nelson, E. W. A new species od Elk from Arizona. Bull. Amer.
Mus. XVI, S. 1—12. (Cervidae). F, 8.
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Camelus fest.
Niessing, Karl. Kurze Mittheilungen und Bemerkungen über
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N. beschreibt die Lageveränderungen in den Centralkörpern der
Spermatiden von Cavia.
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(Perissodactyla). F, 8.
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Berichtet über drei Monate lang fortgesetzte Beobachtungen
und macht Angaben über die Gewichte des heranwachsenden Lepus
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chez les Herison. Ebenda, Bd. 54. Nr. 13, 5. 450—452.
N. stellt die Abhängigkeit der Urinmenge von der Jahreszeit
bei Erinaceus fest.
— (4). Toxieite urinaire du Herisson. Ebenda Nr. 3, S. 95—97.
Der Giftgehalt des Urins nimmt mit der Grösse ab, ist bei Homo
klein, bei Zrinaceus gross.
— (5). La desassimilisation azotee chez le Chien. Ebenda S. 227
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Durch Anpassung an verschiedene Lebensverhältnisse können
in denselben Familien parallele Reihen entstehen.
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London 1901. Bd. II, Taf. 2, S. 499—502. F, 8.
van Pee, P. Recherches sur l’origine du corps vitre. Arch. Biol.
Bd. 19, 8. 317—385, Taf. 10 u. 11.
Bespricht die Entwicklung des Glaskörpers von Ov:s.
Pentland, 6. H. Strange conduct ofa hadger. The Irish Naturalist
XI, No.1, 8. 24.
Perrier, E. La Vie des Animaux. Illustrir. Mammiferes. By
A. Menegaux. Paris (im Erscheinen).
Peter, K. (1). Zur Bildung des primitiven Gaumens bei Mensch
und Säugethieren. Anat. Ant. XX, 8. 545—5352, figg.
Es besteht keine grosse Differenz in der Bildung des primitiven
Gaumens von Felis, Lepus und Homo.
— (2%). Anlage und Homologie der Muscheln des Menschen und
der Säugethiere. Arch. mikr. Anat. LX, 8. 339—367, Taf. XVII.
Bespricht die Nasenmuscheln von Homo und Lepus.
Pettit, A. u. Girard, Josef. Sur la fonction secretoire et Ja morpho-
logie du plexus choroides des ventricules lateraux du systeme nerveux .
central. Arch. Anat. Mier. Paris V, S. 213—264, 6 figg., Taf. 10.
Verf. besprechen Bau und Thätigkeit der Plexus chorioidei von
Cavia, Homo und Reptilien.
Phisalix, €. Action du venin de vipere sur le sang de chien et de
lapin. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, Nr. 27, S. 1067—1070.
Behandelt die Wirkung des Giftes von Vipera auf das Blut von
Canis und Lepus.
Piper, Hans, Die Entwicklung von Leber, Pancreas und Milz
bei den Vertebraten. Dissertat. Freiburg, 95 S., Taf.
I. Mammalia für 1902. 97
Plüddemann, Werner. Ueber die Ernährung von aufgezogenen
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Pocock, R. I. A new arrangement of the existing Zqguidae, with
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Poppe, S. A. Ueber die Mäuseplage im Gebiete zwischen Ems
und Elbe und ihre Verhinderung. Sep. Abdr. Abh.d. Ver. f. Naturk.
v. d. Unterweser I. Bremerhaven. 67 8. F.
Portis, A. Di un dente anomalo di Elefante fossile e della presenza
dell’ Zlephas primigenius in Italia. Boll. Soc. geol. Ital. XXI, S. 93
—114, Taf. IV. (Proboscidea). F, 8.
Poulton, E. B. u. Thayer, A. H. The meaning of the white under-
sides of anımals. Nature. Bd. 65, 8. 596-597.
Sehen die weisse Färbung als Schutzfärbung an, da sie durch
Schattengeben bewirkt, dass der Körper flach erscheint.
Preble, E. A. (1). New Species of Synaptomys and Phenacomys
from Canada. P. Soc. Washington XV, S. 181 u. 182. (Rodentia). F, 8.
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Rodentia). F. 8,
Prichard, H. H. Field-Notes on the larger Mammals of Patagonia.
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346, ıllustrirt. (Felidae, Edentata). 8, F.
Probst, Moritz (1). Zur Anatomie und Physiologie des Kleinhirns.
Arch. f. Psych. u. Nervenkrankh. Bd. 35, S. 692—777, 3 Taf.
— (2). Experimentelle Untersuchungen über die Anatomie und
Physiologie der Leitungsbahnen des Gehirnstammes. Arch. f. Anat.
u. Physiol. Anatom. Abtheil. Suppl., S. 147—254, Taf. 7—9.
P. studirte die Degenerationen im Gehirnstamm von Canis und
Felis nach sagittalen Läsionen.
Pütter, A. (I). Die Augen der Wassersäugethiere. Zool. Jahrb.
Anat. Abtheil. XXVII, 8. 99—404, Taf. 2—4. (Pinnipedia, Sirenia,
Cetacea).
P. untersuchte von Pinnipediern Macrorhinus leoninus, Phoca
barbata, Phoca groenlandica, Phoca vitulina, Halichoerus gryphus,
Odobaenus rosmarus, Otaria jubata, von Sirenen Manatus latirostris,
Manatus koellikeri, Halicore dugong, bon Mysticeten Balaenoptera
rostrata, Balaenoptera physalus, Balaenoptera musculus, Megaptera
boops, Balaena mysticetus: von Denticeten Delphinus delphis, Delphi-
napterus leucas, Hyperoodon rostratus, Phocaena communis.
— (2). Die Anpassung des Säugethierauges an das Wasserleben.
Verh. d. V. Internat. Zool. Kongr., S. 613—620.
Rabes, 0. Zur Mittheilung über die letzten in Deutschland erlegten
Luchse (K. Eckstein). Naturw. Wochenschr. Bd. 17, Nr. 35, 8. 417.
Erklärt die von Eckstein als fraglich bezeichnete Nachricht von
Erlegung eines Luchses in Anhalt für irrthümlich. Es handelt sich
um einen Dachs.
38 1. Mammalia für 1902.
Rabl, €. Die Entwicklung des Gesichtes. 1. Heft. Das Gesicht
der Säugethiere 1. Leipzig, S. 1—21, Taf. 1—8.
Behandelt Homo, Lepus, Sus.
Raimondi, A. Mandibula inferior del Mastadon andium del Rio
de Moyobamba al Huallaga. EI Peru IV, S.439—444, figg. (Pro-
boscidea). F.
Rathonyi, R. F. A Spalax hungaricus (typhlus) kosponti idegrends-
zere. Math. term. Ertes. Magyar Ak. XVIII, S. 330—360, figg. 1900.
(Spalacidae). 8.
Rawitz, B. Zur Frage über die Zahl der Bogengänge bei japanischen
Tanzmäusen. Centralbl. f. Physiol. XV, 5. 649—651.
Hält gegenüber Alexander u. Kreidl seine Ansicht aufrecht.
Behn, 3. A. ©. (1). On the standing of Pteropus haldemani, Halo-
well. Amer. Natural. XXXVI, S. 201 u. 202, (Chiroptera). 8.
— (2). A new Bat of the genus Glassophaga. P. Ac. Philad.
1902, 8.37 u. 38. (Chiroptera). 8.
— (3). A revision of the genus Mormoops. Ebenda, S. 160—172.
(Chiroptera). 8.
— (4). Three new American Bats. Ebenda S. 638—641.
(Chiroptera). 8.
Renaut, J. Sur la variation modelante des vaisseaux sanguins.
La periode des cellules vascoformatives et des taches laitenses primaires.
2. comunication prealable. Compt. Rend. Ass. Anat. 4. Sess., S. 230
—244, 3 figg.
Die Elemente der taches laiteuses primaires bestehen beim OÖmentum
von acht Tage alten Lepus aus drei Zellenarten.
Renshaw, 6. (1). Notes from Zoological Gardens of Western
Europe. Zoolosist (4) VI, S. 361—367, Taf. II. (Artiodactyla).
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1900—1902. The Zoologist VI (May) S. 179—188.
Repelin, — Decouverte du Mammouth dans la Basse-Provence.
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Resink, A. J. Bydrage tot de Kennis der placentatie van Eri-
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membres des Mammiferes. ©. R: Soc. Biol. LIV, S. 1118—1121.
— (2). Structure et evolution de l’ebauche squelettogene des
membres des Mammiferes. Ebenda, S. 1149—1152.
R. untersuchte Embryonen von Homo, Lepus, Cavia, Equus,
Sus, Ovis, Bos.
Retzius, & (1). Zur Morphologie der Insula Reili. Biol.
Untersuch. Retzius. Bd. 11, S. 15—20, Taf. 4—6.
Untersuchungen am Gehirn von Simia, Anthropopithecus, H'ylo-
bates, anderen Primates und Prosimiae.
— (2). Zur Kenntniss der Riesenzellen und der Stützsubstanz
des Knochenmarkes. Ebenda, S. 37—44, Taf. 13 u. 14.
N. untersuchte das rothe Knochenmark von Homo, Felis, Lepus.
I. Mammalia für 1902. 39
— (3). Weitere Beiträge zur Kenntniss der Spermien des Menschen
und einiger Säugethiere. Ebenda, S. 45—60, figg., Taf. 15—17.
Behandelt typische und atypische Spermienformen von Homo,
Cavia, Lepus, Bos.
Revell, Dan. 6. The pancreatie ducts in the dog. Amer. Journ.
Anat. I, S. 443—457, 14 figg.
R. beschreibt die Ausführungsgänge des Pancreas von Canıs,
die Varianten in der Verbindung beider und ihre Mündung in den Darm.
Rhoads, S. N. (1). The Marsh or Rice-field Mice of the United
States. Amer. Natural. XXXVI, 8. 661—663. (Muridae). F, 8.
— (2). Synopsis of the American Martens. P. Ac. Philad. 1902,
S. 443—460. (Mustelidae). ®, 8.
— (3). On the Mammals of Pensylvanıa and New Yersey. Abstr.
Science. Bd. 15, S. 689—690. F, 8.
— (4). The proper name of the At’antic Bottlenose Whale
(Hyperoodon ampullata Forster). Science. Bd. 65, Nr. 384, 5.756. 8.
Richet, Ch. Variations suivant les saisons de la ration alimentaire
par unite de surface chez le chien. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris.
Bd. 54. No. 3, 8. 76—79.
Richter, 3. Vergleichende Untersuchungen über den mikro-
skopischen Bau der Lymphdrüsen von Pferd, Rind, Schwein und Hund.
Arch. mikr. Anat. LX, S. 469—513, pls. XXIV u. XXV. (Carniwora
u. Ungulata).
Lymphdrüsen von verschiedenen Stelen des Körpers zeigen
histologische Unterschiede. Untersuchungen an Canis, Eguus, Sus, Bos.
Riegler, W. (1). Der Wasserwirbel des Fischotters. Weidmannsheil
(Klagenfurt) Jahrg. 22, S. 185.
— (2). Die Zeichen des Fischotters (Lutra vulgaris). Ebenda,
S. 113—116.
Riradeau-Dumas, L. Recherches sur les aspects de la cellule
renale du Cobaye dans son acte secretoire. Compt. Rend. Soc. Biol.
Paris, Bd. 54. Nr. 15, S. 484—485.
Verf. reizte die Sekretion durch Pilocarpineinspritzungen. Bild
dasselbe wie ohne Reizung.
Roberts, P. Vaughan. Black variety of Water-Vole (Arvicola
amphibius). The Zoologist VI, Juni, S. 232. 8.
Rodger, Alex. Harp Seal (Phoca groenlandica) in the Tay. Ann.
Dcott. Nat. Hıst. Juli, Nr. 43,.8.182—183. F, 8:
Röhler, E. Das Leben des Steinmarders (Mustela foina) ın der
Gefangenschaft. Zool. Garten, Jahrg. 43, Heft 4, S. 109—114.
Behandelt die Aufzucht und Ernährung (rein vegetabilisch) eines
Steinmarders.
Römer, F. Ueber Haus- und Wanderratte. Ber. d. Senekenberg.
Naturf. Gesellsch. Frankfurt a. M.; $S. 150—152.
Röhrig, A. (1). Korrelationen zwischen gewissen Organen der
Cerviden und den Geweihen derselben. Verh. d. 5. Internat. Zool,
Kongr., S. 529—533
40 I. Mammalia für 1902.
S. Bericht f£. 01.
R. bespricht den Einfluss partieller und völliger Kastration, Ver-
letzung der Testikel, Atrophie der Hoden, ferner den Einfluss der
Ernährung und der Verletzung der Extremitäten auf die Geweih-
bildung. Das Perückengeweih ist nach R. eine Folge von Hoden-
atraphie. |
— (2). Phylogenie des Cervidengeweihes. Ebenda, 8. 538—543.
Roosevelt, T. and others. The Deer Family. (American Sports-
man’s Library). New York and London, 8. IX plus 334, illustrirt.
(Cervidae u. Antilocapridae). F.
Rossi, Gilberte. Di aleune proprieta microchimiche delle isole
del Langerhans. Studio critico sperimentale. Monit. Zool. Ital.
Jahrg. 13, 8. 205—211.
B. sucht die mikrochemischen Eigenthümlichkeiten der Inseln
von Canis und Lepus aufzuklären.
Roth, S. (1). Nuevos restos de Mammiferos de la Caverna Eberhard
en Ultima Esperanzo. Rev. Mus. La Plata XI, S. 37—60, Taf. I—-IH.
(Felidae). 8, F.
Rothschild, W. Notes on Abyssinian Mammals, in Powell-Cotton’s
Sporting Trip through Abyssinia, S. 453—486. (Bovidae). F, 8.
— (2). Two new subspecies of Proteles. Nov. Zool. IX, 8. 443.
(Proteleidae). 8.
(3). Note on Alces bedfordiae. P. Zool. Soc. London 1902, II,
S. 317. (Cervidae). 8.
Ruge, &. Die äusseren Formverhältnisse der Leber bei den Primaten.
Morphol. Jahrb. XXIX, S. 450—552 u. XXX, 8.42—84, figg. (Primates).
Behandelt ausführlich die Leber der Primates, die Leberlappung
u. a., weiterhin auch der Prosimiae. Awahi laniger, Chiromys mada-
gascariensis, Lemur nigrifrons, Microcebus smithir, N yeticebus ardi-
gradus, Peridicticus potto, Otolicnus, Stenops gracilis, Tarsius spectrum.
Ryge, Johann. Die Innervation der Zahnpulpa Internat.
Monatsschr. Anat. Phys. Bd. 19, S. 158—166, Taf. 8.
Sabatier, A. Du systeme sternal des Vertebres. Compt. Rend.
Ass. Anat. 4. Sess. S. 99—102.
Das Sternum hängt nicht immer mit den Rippen zusammen.
Weiter bespricht Verf. die zum Sternalsystem gehörenden Knochen.
Sabin, Flor R. On the origin of the Iymphatie system from the
veins and the development of the Iymph hearts and thoracie duet in
the Pig. Amer. Journ. Anat. I, S. 367—389, 12 figg.
Behandelt die Entwicklung des Lymphgefässsystems bei
Embryonen von Sus.
Salensky, W. Equus przewalskii, Pol. Result. Przewalski Reisen,
Mammalia, sect. II, 74 S., 1 Taf. (Perissodactyla). 8.
Sanyal K. B. Observations on the Orang-utan in captivity.
J. Asiat. Soc. Bengal LXXI, 8. 92 u. 93. (Primates). 8.
Schäfer, E. A. (1). On nutritive channels between the liver cells,
of canalıculi which are in direct communication with the blood capil'aries
Journ. Phys. Cambridge Bd. 27, 8. 34-35, fig.
I. Mammalia für 1902. 41
— (2). On the existence within the liver cells of channels which
acn be directly injected from the blood vessels. Proc. R. Soc. Edinburgh
XXIV, 8. 65—69, 2 figg.
1. u. 2. Stellt an der injieirten Leber von 'Lepus cuntculus fest,
dass die intracellulären Kanälchen direkt mit Blutkapillaren in Ver-
bindung stehen.
Schäff, Ernst. (1). Ueber einen jungen Cercopithecus albiqularis.
Verh. V. Internat. Zoolog. Kongr., S. 537.
Verf. weist auf eine abweichende Jugendfärbung eines Cerco-
pithecus albigularis hin und nimmt überhaupt Jugendfärbung bei den
Cercopithecidae an.
— (2). Unzeitiges Abwerfen beim Rehwild. Deutsche Jäger-
zeitung, Neudamm, 8. 811.
Sch. berichtet von einem Rehbock des Zoologischen Gartens zu
Hannover, der im Mai abwarf und im Herbst gering aufsetzte.
Scharff, R. F. (l). A White-beaked Dolphin (Lagenorhynchus
albirostris) in Dublin Bay. Irish Natural. XI, S. 66 u. 67, fig. (Cetacea).
F, Ss.
— (2). Lesser Horse-shoe Rat (Rhinolophus hipposideros) in
Co. Mare. The Irish Natura ist. Bd. 11, Nr. 7, 8.175. F,S8.
— (2). Ueber den Einfluss der Pyrenäen auf die Thierwanderungen
zwischen Frankreich und Spanien. Ber. d. V. Internat. Zool Kongr.
S. 356.
Verf. behandelt die geographische Verbreitung von Capra pyre-
naica, Rupicapra tragus, Arctomys marmotta, M yogale pyrenarca, Lepus
varvabılıs.
Schepens, ©. A propos de prostates. Verh. d. 5. Internat. Zool.
Kongr., S. 1016.
Sch. behandelt den Einfluss der Kastration auf die Prostatadrüse,
der desto grösser ist, je früher die Kastration erfolgte, und die Funktion
dieser Drüse.
Schleiff, V. Einiges über die Verbreitung der Gemse. Natur
u. Schule, I, 8. 487—489. F, 8.
Schlosser, M. (1). Ueber Tullberg’s System der Nagethiere nebst
Bemerkungen über die fossilen Nager und die während des Tertiärs
existirenden Landverbindungen. Centralbl. Mineral. 1902, S. 705
— 713 u. 737—748. (Rodentia). 8, F.
— (2). Die fossilen Säugethiere China’s. Ebenda S. 529—535. F.
Verf. schlägt eine Anzahl neuer Gattungs- und Artnamen vor, die
aber, da ohne Beschreibung, ungültig sind.
— (3). Beiträge zur Kenntniss der Säugethierreste aus den süd-
deutschen Bohnerzen. Pal. Abh. IX, S. 217—258, Taf. VI-X. (Pri-
mates, Carnivora, Rodentia, Ungulata). 8, F.
Schmidt, H. Zucht und Mastschweine, ihre sachgemässe Haltung
und Ernährung. Aus der Praxis für die Praxis. Berlin, 95 8.
Schmidt, Joh. (1). Vergleichend-anatomische Untersuchungen
über die Ohrmuschel verschiedener Säugethiere. Leipziger Dissert.
Altenburg, 46 S., fig., 10 Taf,
42 I. Mammalia für 1902,
— (2). Vergleichend-histologische Untersuchungen über die
Ohrmuschel und die Glandulae ceruminales der Haussäugethiere. Arch.
f. Wiss. Prakt. Thierheilk. Bd. 28, S. 510—522, 2 figg.
Schmitt, F. Ueber das postembryonale Wachsthum des Schädels
verschiedener Hunderassen. Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 69, S. 69—134,
Tabelle, Taf. 4 u. 5.
Schnee, —. Der bellende Hirsch der Philippinen (Elaphodus Sp.).
Natur u. Haus. Jahrg. 10, Heft 13, 8. 302.
Schönichen, Walther. Das Geweih des Rothhirsches. Natur
u. Schule I. Heft 1(2 S. 66—68.
Schoetensack, ©. Die Bedeutung Australiens für die Heranbildung
des Menschen aus einer niederen Form. Zeitschr. Ethnol. XXXII,
S. 127 et seq., 1901. (Primates). F.
v. Schuhmacher, 8. (1). Zur Frage der Herzinnervation bei den
Säugethieren. Anat. Anz. XXI, S. 1—7, fig.
v. Sch. behandelt die Innervation des Herzens von Felis leo, Felis
domestica, Canis familiaris, Ovis musimon.
— (2). Die Herznerven der Säugethiere und des Menschen. Anz.
Akad. Wien, Jahrg. 39, $. 228—229.
Der Nervus depressor kommt allen Säugethieren zu. Untersuchung
suchungen an Homo und Primates.
Schulz, W. A. Ueber wenig bekannte und noch zu entdeckende
Affenarten des Rio Tapajos. Verh. Ges. Wien 1902, S. 467—469.
(Primates). FR, 8.
Slater, P. L. (1). The generic term Dama. Ann. Nat. Hist. (7)
IX. 8.289 u. 290. (Cervidae). 8.
— (2). Report on additions to the (Zoological) Society’s Menagerie.
P. Zool. Soc. London 1902, S. 137 u. 237, Taf. XIII u. XXV. (Primates,
Perissodactyla). 8.
— (3). On a pair of Przewalsky’s Wild Horse. (Equus Prze-
walskyi Poljakoff). Proceed. Zool. Soc. London I, Taf. 2, S. 137—138.
Beschreibt ein Paar vom Herzog von Bedford der Zoologischen
Gesellschaft geschenkter Wildpferde.
— (4). Cercopithecus otoleucus. Mit 1 Tafel. Proc. Zool. Soc.
London I, Taf. 2, S. 237—238 8.
— (5). Ph. L. On Eguus Granti. Mit 1 Taf. u. 2 Textfig. Proc.
Zool. Soc. London 1901. Bd. Il, S. 503—505. 8.
Seott, W. B. The origin and development of South american
Mammals. Abstr. Science, N. S. Bd. 15. Nr. 377, 8.40—471. F
de Seabra, A. F. Mammiferos de Madagascar no Museo de Lisboa.
Jorn. Sc. Math. phys. nat. Lisboa, Nr. 24, Taf. 5, S. 223—230. F.
Seguenza, &. I Vertebrati fossili della Provincia dı Messina-
Mammiferi del Piano Pontico. Boll. Soc. geol. Ital. XXI, S. 111—174,
Taf. V-VI. Fs®.
Service, Robert. Grampuses (Orca gladiator) in the Solway. Ann.
Scott. Natur. Hist., Nr. 44, S. 251. F.
Sherrington, R. S. Note upon descending intrinsie spinal tracts
in the Mammalian cord. P. R. Soc. London LXXI, S. 115—121, fige.
I Mammalia für 1902, 43
Verf. wandte die successive Degenerationsmethode beı Canıs an
und fand absteigende Reflexbahnen.
Shufeidt, R. W. On the habits of the Kangaroo-Rats in Captivity.
Amer. Natural. XXXVI, 8. 47—5l, fisg. (Heteromyidae).
Berichtet über Dipodomys richardsoni Allen als Käfigthier.
Simon, L. Beiträge zur Anatomie und Entwicklung “der Bradı Y-
podiden. Arch. Naturg. 1902, 8. 239—261, Taf. X u. XI. (Edentata).
S. untersuchte an Embryonen und erwachsenen Thiere von Bra-
dypus tridactylus marmoratus den Bronchialbaum, Herz, Muskeln,
Gebiss, das Epitrichium und die Placenta.
Smith, 6. E. (I). On a peculiarity of the cerebral commissures
distinctive of the Diprotodontia. P. R. Soc. London LXX, 8. 226—231.
5 fisge. (Marsupialia) u. Zool. Anz. XXV, 8. 584—589, 5 figg.
Das aberrante Faserbündel der ventralen Hirnkommissur ist ein
Kennzeichen des Gehirnes der Diprotodontia.
— (2). The primary subdivision of the mammalian cerebellum.
J. Anat. Physiol. norm. path. XXXVI, S. 381—385, figg.
Verf. behandelt die primäre Gliederung des Kleinhirnes der
Mammalia.
— (3). Note on the presence of an extra pair of molar teeth in a
Lemur fulvus. P. Zool. Soc. London 1902, II, S. 61 u. 62, fig. (Primates).
Beschreibt ein Exemplar aus dem Zoologischen Garten in Kairo.
— (4). Notes on the brain of Macroscelides and other Insectivora.
J. Linn. Soc. London XXVIII, 8. 443—448, fisg. (Insectivora).
Vergleicht das Gehirn von Macroscelides mit dem primitiveren
von Erinaceus.
— (5). On the homologies of the cerebral sulei. Journ. Anat.
Physiol. London, Bd. 36, S. 309—319, 3 figg.
Behandelt die Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen der Mammalıa
und anderer Vertebraten. Untersuchungen an Primates, Chiroptera,
Insectivora, Rodentia, Edentata, Marsupialia, an Prosimiae, besonders
Chiromys.
Smith, 3. 6. The Mastodon of Mount Brydges. 32. Ann. Rep.
Entom. Soc. Ontario 1901, S.40. F, 8.
Sobotta, 3. Die Entwicklung des Eies der Maus vom Schlusse
der Furchungsperiode bis zum Auftreten der Amniosfalten. Arch.
mikr. Anat. LXI, S. 274-330, Taf. XV—XVI. (Rodentia).
Bespricht das Ei von Mus musculus var. alba, behandelt die Fur-
chungshöhle, Eizapfen, Proamnionshöhle.
Sokolowsky, A. (). Ueber Fütterung und Pflege des Finger-
thieres (Ohiromys madagascariensis) im Zoologischen Garten zu Berlin.
Zool. Garten XLIH, 8.353 u. 354. (Primates).
Bespricht Fütterung und Lebensgewohnheiten des Thieres.
— (2). Merkwürdige Insektivoren. 9 figg. Natur und Haus.
Jahrg. 10. Heft 5, S. 135—137.
Behandelt Macroscelides u.a.
44 I. Mammalia für 1902.
Solger, Bern. Bemerkungen zu einem Fall von schiefer Gesichts-
spalte beim Schaf. Mit 1 Taf. Mathem. Naturw. Verein Neu Vor.
pommern und Rügen, Jahrg. 33, S. 34, 56.
Soulie, A. Sur les premiers stades du d&veloppement de la capsule
surrenale chez quelques Mammiferes. Compt. Rend. Ass. Anat. 4 Sess,.,
S. 67—13.
Behandelt die Entwicklung der Nebenniere der Vögel und Mam-
malıa, besonders Owis.
Southwell, T. Notes on the Seal and Whale fishery of 1901. Zoo-
logist (4) V, 8.41—48. (Pinnipedia, Cetacea).
Ssobelew, L. W. Zur normalen und pathologischen Morphologie
der inneren Sekretion der Bauchspeicheldrüse. Arch. f. Pathol. Anat.
Bd. 108, S. 91—128, Taf. 4 u. 5.
Nach Unterbindung des Pankreas von Felis, Canis, Lepus atro-
phiren die Drüsen; die Langerhans’schen Inseln bleiben erhalten. Be-
schreibung dieser Inseln.
Stahr, H. Ueber die Papilla foliata beim wilden und beim domesti-
zirten Kaninchen. Anatom. Anzeiger XXI, 8. 354—361, 3 figg.
Papilla foliata von Lepus cuniculus und Lepus cuniculus var.
domest. sind sehr verschieden.
Statkewitsch, Paul. Zur Anatomie des Wickelschwanzes. 1. Die
Fascien und Muskeln des Schwanzes von Cercoleptes caudivolvulvus.
Physiologist Russe. Moskau IV, 8. 255—261, 3 figg.
Theilt die Muskulatur in drei Gruppen.
Steineger, Bernhard. Blue Foxes in the Pribiloff Islands. Science
No. 399, 8. 310/311. F, 8.
Stephan, P. Sur la structure du testicule du mulet. Compt.
Rend. Ass. Anat., 4 Sess., 8. 37—46, 6 figg.
Behandelt den Hoden des erwachsenen Equus mulus, der keine
Samenkanälchen enthält.
Sterzi, Guiseppe. Sviluppo delle meningi midollari dei Mammiferi
e loro continuazione con le guaine dei nervi. Arch. Ital. Anat. Embr.
Florenz I, S. 173—195, Taf. 12.
St. behandelt die Entwicklung der Hüllen des Rückenmarkes
von Homo, Cavia, Ovis.
Stingelin, Theodor. Ueber ein im Museum zu Olten aufgestelltes
Cranium von Elephas primigenius Blumenbach. Abh. d. Schweiz.
paläontol. Gesellsch. Bd. 29, Nr. 5, 9 S., 2 Taf., 1 fig.
Stone, Witmer. Felis oregonensis Rafın. again! Science N. 8.
Bd. 15, No. 378, 8. 510.
Polemik gegen Dr. ©. W. Merriam, der Felis oregomensis für nicht
gültig ansieht und an seiner Bezeichnung F. hippolestes olympus festhält.
Stone, W. u. Cram, W. E. (1). American Mammals; a popular
guide to the Mammals of North America. New York, 1902 (London,
1903), S. XXIII plus 318, illustrirt. F, 8.
Stone, W. u. Rehn, 3. A. A collection of Mammals from Sumatra
with a review of the genera N ycticebus and Tragulus. P. Ac. Philad.
1902, 5. 127—142. (Primates, Sciuridae, Tragulidae). FR, 8.
I. Mammalia für 1902, 45
Strahl, H. (1). Uteri gravidi des Orang-utan. Anat, us XXI,
S. 170—175. (Primates).
Str. untersuchte fünf gravide Uteros von Simıa saly yrus und fand
die Placenta der von Homo sehr ähnlich.
— (2). Zur Kenntniss des Placentarsyneytiums. Ebenda XXI,
S. 641—644.
Entstehung des intervillösen Raumes bei Centeles ecaudatus und
Funktion des Syneytiums.
— (3). Die Embryonalhüllen der Säuger und die Placenta.
Handb. d. Entw. d. Wirbelt. Hertwig, Jena I, S. 235—368, S. 121—213
— (4). Ueber die Fortpflanzung einheimischer Wildarten, ins-
besondere des Rehwildes und des Dachses. 33. Ber. d. Oberhess.
Gesellsch. f. Natur u. Heilk., S. 206.
Strahl, H. u. Henneberg, B. Ueber Rückbildungserscheinungen
am graviden Säugethieruterus. Anatom. Anzeiger XXII. S. 644—650.
Untersuchungen am Uterus von Putorius furo.
v. d. Stricht, ©. Le spermatozoide dans l’oeuf de Chauve-Souris
(V. noctula). Verh. d. Anat. Gesellsch. 16. Vers., S. 163—167, fig.
Nach v.d. Str. dringt bei Vesperugo noctula das ganze Spermium
in den Eileiter ein.
Striekland-Goodall, 3. The comparative histology of the urethra.
Journ. Anat. Physiol. London. Bd. 36, S. 405—416, 5 figg.
Behandelt die Urethra von Felis, Sciurus, Mus, Cavia, Lepus.
Stroinigg, Josef. Naturgeschichtliches vom Marder (Mustela
martes L.) und dessen Fang. Weidmannsheil (Klagenfurt), S. 313—315.
Stromer v. Reichenbach, Ernst (1). Die Wirbel der Landraub-
thiere, ihre Morphologie und systematische Bedeutung. Zoologica
Stuttgart, Heft 36, 277 S., Tabelle, 5 Taf.
Verf. behandelt die Wirbel, ihre Apophysen und ihre Beziehungen
zur Muskulatur, u.a. von Melliwora, Mydaus meliceps, Ursus mari-
timus und fossiler Carnwora.
— (2%). Ueber die Bedeutung des Foramen entepicondyloideum
und das Trochanter tertius der Säugethiere. Morphol. Jahrb. XXIX,
S. 553—565, 2 figg.
Foramen entepicondyloideum fehlt bei Chiroptera, C’etacea, Sirenia,
Ungulata, ıst vorhanden bei Monotremata, Toxodontia, Typotheria,
Pachylemures und Prosimiae.
— (3). Ein Aceratherium-Schädel aus dem Dinotherien-Sand
von Niederbayern. Geognost. Jahresh. XV, 8. 57—63, Taf. I. (Perisso-
dactyla). 8, F.
— (4). Ueber eine Reise nach Aegypten. SB. bayer. Ak. XXXJ,
S. 341—352, fig. (Cetacea). F, 8.
Studer, T. (1). Die praehistorischen Hunde in ihrer Beziehung zu
den gegenwärtig lebenden Rassen. Abh. Schweiz. pal. Ges. XXVIII,
Art. 1, 137 S., 9 Taf. 1901. (Canidae). F.
St.’s Untersuchungen umfassen die Haushunde der holarktischen,
orientalischen und äthiopischen Region. Dem Gebiss nach ist der
Hund wolfsähnlich. Für die südlichen Formen hat als Stammform
46 I. Mammalia für 1902,
der erst kürzlich ausgestorbene Canis tenggeranus Kohlbrügse zu gelten.
Verf. bespricht ferner Lupus orientalis, Canis latrans und C©. dingo.
— (2). Die Thierreste aus den pleistocaenen Ablagerungen des
Schweizerbildes bei Schaffhausen. 2. Ausg. Deut. Schweiz. Ges.
XXXV, 8. 123—157, 3 Taf. F, 8.
Suchard, E. Observations nouvelles sur la structures des reines.
Arch. Anat. Micr. Paris V, 8. 1—16, 2 figg., Taf. 1.
Beschreibt die Entstehung der Wand der Pfortader der Leber von
Canıs, Mus, Lepus und die einiger Vögel.
Szakall, 3). Ueber das Ganglion ciliare bei unseren Hausthieren.
Arch. Wiss. Prakt. Thierheilk. Bd. 28, S. 476—483, 5 figg.
Tändler, 3. Zur Entwickiungsgeschichte der Kopfarterien bei den
Mammalia. Morphol. Jahrb. XaX S. 275—373, Taf. III—V.
Behandelt die Kopfarterien von Homo und Mus.
Taylor, Wm. Bottle-nosed dolphins in the Moray Firth (Tursiops
tursio). Ann. Scott. Nat. Hist. Jan., S.51—52. F, 8.
Teuffel, E. Zur Entwicklung der elastischen Fasern in der Lunge
des Fötus und des Neugeborenen. Arch. f. Anat. u. Physiol. Anatom.
Abtheil., S. 377—392, 3 figg.
Untersuchungen an Mus, Lepus, Föten und Neugeborenen von
Homo.
Thomas, ©. (1). A Blue Duiker from Nyasaland. Ann. Nat.
Hist. (7) IX, 8.58 u. 59. (Bovidae). F, 8.
— (2). On Mammals from the Serra do Mar of Parana. Ebenda,
S. 59—64. (Rodentia). R, 8.
— (3). On Mammals from Cochabamba, Bolivia, and the region
north. Ebenda S. 125—143. (Carnivora, Rodentia). F, 8.
— (4). On the Bear of Equador. Ebenda S. 215—217. (Ursidae).
P,S.
— (5). On species of Mus discovered in British E. Africa. Ebenda
S. 218—220. (Muridae). F, 8.
— (6). On a new genus of Bat from New Guinea. Ebenda $. 220
—222. (Chiroptera). F, S.
(7). On Mammals collected in the southern Bolivian plateau.
Ehonde S. 222—230. (Rodentia). F, 8.
— (8). On Mammals collected at Cruz del Eje, Cordova. Ebenda
S.237—245. (Chiroptera, Mustelidae, Rodentia, Edentata). F, 8.
— (9). On geographical races of the Kinkajou. Ebenda 8.266 -
—270. (Procyonidae). 8.
— (10). Ona species of Atherura discovered on the Congo. Ebenda
8.270 u. 271. (Hysiricidae). F, 8.
— (11). A new Hipposiderus from Borneo. Ebenda S. 271 u. 272.
(Chiroptera). F, 8.
— (12). New species of Dipodillus and Psammomys. Ebenda
S. 362—365. (Rodentia). 8.
— (13). A Genet from British E. Africa. Ebenda S. 365 u. 366.
(Viwerridae). F, 8.
I. Mammalia für 1902. 47
— (14). The Lycaon and Pedetes ot British E. Africa, and a
Gerbille from N. Nyasa. Ebenda S. 438—442. (Canidae, Muridae,
Pedetidae). F, 8.
— (15). On the species of Mydaus found in Borneo and the
Natuna Islands. Ebenda S. 442—444. (Mustelidae). F, 8.
— (16). On a Marmot from North Liberia. Ebenda S. 444—445.
(Seiuridae). F, 8.
— (1%). Description of a new Uromys from the Solomon Islands.
Ebenda S. 446—447. (Muridae). F, 8.
— (18). Notes on the Phyllostomatous genera Mimon and
Tonatia. Ebenda S. 53—54. (Chiroptera). 8.
— (19). On Marmosa marmota and elegans, with deeriptions
of subspecies of the latter. Ebenda S. 158—162. (Marsupialia). 8.
— (20). The Genet of the Balearic Isles. Ebenda S. 162—163.
(Vierridae). F, 8.
— (21). Two new Mammals from China. Ebenda S. 163—166.
(Chiroptera, Insectivora). F, 8.
— (22). A Vole from the Yang-tse-kiang. Ebenda S. 166—169.
(Muridae). F, 8.
— (23). Diagnosis of a Central American Porcupine. Ebenda
S. 169. (Erethizontidae). 8.
— (24). A Dik-dik from British East Africa. Ebenda S. 242
—243. (Bovidae). F, 8.
— (25). On a Monkey from Nyasaland. Ebenda S. 245—244.
(Primates). F, 8.
— (26). On Hares allied to Oryctolagus erassicaudatus. Ebenda
S. 244—246. (Leporidae). 8.
— (27). New forms of Saimiri, Oryzomys, Phyllotis, Coendou,
and C'yclopes. Ebenda S. 246—250. (Primates, Rodentva, Edentata). 8.
— (28). On the Panda of Szechuen. Ebenda S. 251—252. (Pro-
cyonidae). F, 8.
— (29). On the East African reprensentative of the Bongo.
Ebenda S. 309—310. (Bovidae). F, 8.
— (30. On a new form of Otomys. Ebenda 8. 311—314.
(Muridae). 8.
— (31). A new Rhynchocyon from Nyasaland. Ebenda S. 403
—404. (Insectivora). F, 8.
— (32). On Mammals from Arabia and Persia. Ebenda $. 487
—491. (Carnivora, Rodentia). F, 8.
— (33). Two new Australian Mammals. Ebenda $. 491—492.
(Muridae, Marsupialia). F, 8.
— (34). On Myotis ruber and an allied species. Ebenda S. 493
—494. (Chiroptera). 8.
— (35). On the Mole of the Roman district. Ebenda $. 516—517.
(Insectivora). 8.
— (36). On new genera of Rodents from the Highlands of Bolivia.
P. Zool. Soc. London 1902, I, S. 114—117, Taf. VIII u. IX. (Muridae,
Octodontidae). P, 8
48 I. Mammalia für 1902
— (3%). On Mammals from Northern Nyasaland. Ebenda
S. 118—121. (Primates, Carnivora, Rodentia). F, 8.
(38). On Mammals collected during the Whitaker expedition
to Tripoli. Ebenda II, S. 2—13, Taf. I. (Öhiroptera, Rodentia). F, 8.
— (39). On Mammals from Abyssinia, including some from
Lake Tsana. Ebenda $.308—316. (Carnivora, Rodentia). F, 8.
— (40\. On Mammals from Coiba Island, West Coast of Panama.
Zool. IX, 8. 135—137. (Primates, Rodentia, Marsupialia). F, 8.
— (41). The generie names of the Peccaries, Northern Fur-Seal,
and Sea-Leopard. P. Soc. Washington XV, 8. 153—156. 8.
— (42). On the genric names Notophorus, Alces, Dama, and
Cephalotes. Ebenda S. 197198. 8.
— (43). Antilope nouvelle (Cephalophus weynsi n.sp.) 1 Taf.
Ann. Mus. Congo Zool. Serie 1. Bd. II, 1, 8. 16—17. 8.
— (44). On the skin and skull of Cephalophus sylvieultrix (P).
Proc. Zool. Soc. London I, S. 1—2, Taf. 1.
Thomson, Geo. Fayette. Die Angora-Ziege. Berlin, 1 Titelb.,
17 Tal 768:
Tichomirow, A. Zur näheren Kenntniss des Equus przewalskyi.
Zool. Anz. XXV, S. 344—349, figg. (Perissodactyla). 8.
Historischer Rückblick u. Beschreibung der neu eingeführten
Thiere. Es sind echte Pferde.
Timofejew, V. A. Ueber die Nervenendigungen im Bauchfell und
ım Diaphragma der Säugethiere. Arch. Mikr. Anat. Bd. 59, S. 629
—646, Taf. 30.
Im Peritoneum von Cavia und Lepus fand T. zahlreiche sensible
Nervenendapparate und drei Arten von Nervenenden im Diaphragma.
Tims, H. W. M. The succession and Homologies of the molar
and premolar teeth in the Mammalia. Journ. Anat. Physiol. norm.
path. XXXVI, S. 321—343.
Der letzte Milchprämolar entspricht nicht dem bleibenden Zahn,
da Verkürzung des Gaumens eintritt. Verf. bespricht Insectivora,
Carnivora, Rodentia, Marsupialia.
Tobler, L. Der Achselbogen des Menschen, ein Rudiment des
Panniculus carnosus der Mammalier. Morphol. Jahrb. XXX, S. 453
—507, figg. (Primates).
Toldt, €. Die Herznieren der Säugethiere und des race
Ausz. aus Anz. d. Kais. Akad. d. Wiss. Wien. Mathem.-naturw. Kl.
XVII, 8. 228—229.
Tornier, G. Entstehen eines Schweinehinterfusses mit fünf Zehen
und der Begeiterscheinungen. Arch. f. Entwicklungsgesch. XV,
S. 327—353, 13 figg.
Führt die Hyperdaktylie auf Knochenwunden zurück.
Torrey, W. B. The prepotencey of Polydactyous Cats. Science (2)
XVI, 8.544 u. 545. (Felidae).
Hebt den überwiegenden Vererbungs-Einfluss der polydaktylen
Katzen auf die mit normalen Katern erzeugten Jungen hervor.
Di
I. Mammalia für 1902. 49
'Toula, F. Das Nashorn von Hundsheim, Adinoceros (Cerato-
rhinus) hundseimensis. Abh. geol. Reichsanst. XIX, T, 92 S., 12 Taf.
(Perissödactyla). F, 8.
Tourneux, F. Note sur le d&veloppement de la paroı primitive
du thorax chez le Lapin. Compt. Rend. Ass. Anat., 4. Sess., S. 168
e L11. 3. hop,
Behandelt die Entwicklung der vorderen Wand der Parietal-
höhle von Zepus ceuniculus.
Traquair, R. H. Albino shrew (Sorex vulgaris L.) ın Banffshire.
Ann. Scott. Nat. Hist., April, 8. 117.
Tropper, Johann. Schakale in dem Walde der Broder Vermögens-
gemeinschaft in Slavonien. Weidmannsheil (Klagenfurt). Jahrg. 22,
S. 176.
Tretjakoif, V. Zur Frage der Nerven der Haut. Zeitschr. f.
Wissensch. Zoologie. Bd. 71, 8. 625—643, Taf. 31 u. 32.
Untersuchte die sensiblen Nervenenden ın der Haut des Rüssels
von Sus domesticus.
Tribondeau. Membrane de Jacob de la retine des Chatonouveau-
nes. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, S. 1284—1285.
Die Elemente der Stäbehenschicht sind bei Felis schon bei der
Geburt sichtbar.
True, Frederich. The identity of the Whalebone Whales of Western
North Atlantic. Science. Bd. 15, Nr. 303, 8. 690. 8.
Tschermak, Armin. Studien über das Binokularsehen der Wirbel-
thiere. Arch. f. Ges. Physiol. Bd. 91, S. 1—20, 6 figg.
Fand bei Mus, Lepus und anderen Wirbelthieren einen binocularen
Sehraum.
Turner, William. Occurrence oi the Harp Seal (Phoca groen-
landica) in the north of Shetland. Ann. Scott. Nat. Hist., April,
8.117. FB, 8.
Ugolini, R. (1). Di un resto fossile di Dioplodon del giacimento
pliocenico di Orciana. Atti Soc. Toscana XVII, S. 10—15. (Cetacea).
E, S
(2). Nuovi resti dı Cetacei fossili, del giacımento pliocenico
di Orciana. Ebenda S. 16—21. (Cetacea). F, 8.
— (3). Resti di Sus erymanthius della lignite di Corvarola di
Bagnone (Val di Magra). Pr.-verb. Soc. Toscano XII, 8. 27—29.
(Suidae). FR, 8.
— (4). Resti di Ursus spelaeus nelle breccei ossifere di Uliveto,
Ebenda 18. F,S.
Vastarini-Cresi, G. Comunicazioni dirette tra la arterie e la vene
(Anastomosi artero-venose) nei Mammiferi. Monit. Zool. ital. XIII,
S. 136—142.
Fand Anastomosen zwischen Venen und Arterien im OÖhrläppchen
von Lepus.
Vaughan, T. W. Notes on Cuban fossil Mammals. Science (2)
XV, 8. 148—149. (Rodentia). F, 8.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903, Bd. IL. H.1. (1.) 4
50 I. Mammalia für 1902.
Völker, A. Ueber die Entwicklung des Diaphragmas beim Ziesel
(Spermophilus citillus). Bibl. Anat. Paris X, 5. 240259, 2 Taf.
Beriehtet über die Bildung des Cöloms und des Septum trans-
versum.
Vogt, ©. u. 6. Neurobiologische Arbeiten; Beiträge zur Hirn-
faserlehre. Denk. Ges. Jena IX, S. 145, pls. 171.
Voirin, V. (1). Ueber Polydaktylie bei Ungulaten. Missbildung
oder Atavismus? Zeitschr. f. Thiermed. VI, S. 16—37, 4 figg.
— (2). Ueber die Bedeutung der Samenblasen (Vesiculae semi-
nales) speziell bei Thieren. Ebenda S. 263—283.
Volpino, Guido. Del pericondrio e di altre membrane fibrose.
Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. XX, S. 91—100, Taf. 5.
Das Perichondrium von Canis, Felis, Lepus steht in keiner Be-
ziehung zum Knorpel.
Volz, W. Elephas trogontherü in Schlesien. Centrbl. Mineral.
1902, 8. 55—57. (Proboscidea). F, 8.
Vosseler, 3). Ueber den Bau der Dünndarmzotten. Verh. d.
Zool. Gesellsch. 12. Vers., S. 203—212, 3 tigg.
Behandelt die Oeffnung der Zottenspitzen des Dünndarmes von
Felis, Mus, Lepus und von Vögeln.
de Vriese, B. Ueber die Entwicklung der Extremitäten-Arterien
bei den Säugethieren. Anat. Anz. XXI, Suppl. S. 160—161.
Ward, 3. On a tusk of a Mammoth from Fenton, with notes on
Mammalian remains in North Staffordshire. Rep. N. Staffordsh.
Club XXXVI, S. 90—93. (Proboscidea). F, 8.
Watt, H. B. The Seals, Whales and Dolphins of the Clyde Sea
Area. Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow VI, S. 191—1%. F, 8.
Weber, M. Der Indo-Australische Archipel und die Geschichte
seiner Thierwelt. Jena, 44 S. u. Karte. F, 8.
Weidenreich, F. (1). Die Blutlymphdrüsen und ihre Beziehung
zu Milz und Lymphdrüsen. Verh. d. Anatom. Gesellsch, 16. Vers.
S. 47—56, 3 figg.
Untersuchungen an Ovıs.
— (2). Studien über das Blut und die blutbildenden und
zerstörenden Organe. Arch. Mikr. Anat. Bd. 61, p. 459—507, fig.
Taf. 23 u. 24.
Behandelt das Blut der Mammalia und Amphibien.
Weinberg, R. Die Interzentralbrücke der Carnivoren und der
Suleus Rolandi Anat. Anz. XXII, $. 268—280 figg. (Carnıvora).
Der Gyrus intercentralis medius liegt bei den C’arnivora stets frei.
Werner, Franz. Mein Tigeriltis (Putorius sarmatieus). _ Zool.
Garten, Jahrg. 43, Heft 4, S. 105—109.
Beschreibt die Aufzucht und Haltung eines jungen Tigeriltis und
betont die bleibende Wildheit des Thieres.
Wherry, &. Observations on the horns of anımals. Brit. Med.
J. Sept. 1902, 5 8.
Wiedershein, R. Vergleichende Anatomie der Wirbelthiere.
5. Aufl. Jena. 686 S., 379 fieg., Taf.
008°)
I. Mammalia für 1902. 1
Wilson, B. A. .Notes on Antaretie Seals. Report on Southern
Cross Colleetions (Brit. Mus.), 8. 67—78, Taf. II—VI. (Pinnipedra).
F, S.
Wilson, 3. T. On the skeleton of the snout of the mammary foetus
of Monotremes. P. Linn. Soc. N. S. Wales 1901, S. 717—737,
Taf. XXXVII-XLIl. (Monotremata).
Verf. untersuchte Plattenmodelle junger Thiere von Echidna und
Ornithorhynchus, die Beziehungen der Lippenknorpel von Ornitho-
rhynchus zur knöchernen Nasenscheidewand.
Windle, B. ©. A. u. Parsous, F. & On the muscles of the Ungulata.
Proc. Zool. Soc. London 1901. II, 5. 660-704, figg. S6—N1.
Beschreiben eingehend einen Theil der Muskeln der Ungulata.
Winge, H. Conspectus Faunae Groenlandicae. Mammalıa (Gron-
lands Pattedyr). Medd. Gronland XXI, 8. 319—521, Karte. F, 8.
v. Winiwarter, H. Nachtrag zu meiner Arbeit über Oogenese
der Säugethiere. Anat. Anz. XXI, S. 401—407, figg.
Bespricht die Balbianischen Körper und die Avocyten von Lepus
cumieulus.
Wittich, E. Cryptopithecus macrognathus, ein neuer Primate aus
den Braunkohlen von Messel (i. Mainzer Becken). Centrbl. Mineral.
1902, 8. 289—298, figg. (Primates). FR, 8.
— (2). Myolagus ziteli n.sp., von Eppelsheim in Rheinhessen.
Ebenda $. 562—565. (Ochotonidae). F, 8.
Woodward, A. 8. (1). On Grypotherium, etc. In Prichard’s
„Trough the Heart of Patagonia“, S. 305—333. (Edentata). F, 8.
— (2). On the bone-beds of Pikermi, Attica and on sinilar deposits
in Northern Euboea. Rep. 71. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sei. 8. 656
—659. F.
Wortmann, J. L. Studies of Eocene Mammalıa ın the Marsh
Collection, Peabody Museum. Teil I. Carnivora (Fortsetz.). Amer.
J. Sei. (4) XTII, S. 39—46, 115— 128, 197—206, 333—448, XIV, 8. 17
— 23, Taf. VI-X. (Carnivora, Marsupialia). 8.
v. Wrangel, Graf €. 6. Das Buch vom Pferde. Ein Handbuch
für jeden Besitzer und Liebhaber von Pferden. 4. verm. u. verbess.
Aufl. Bd. I. Mit 629 Abb. in Holzschn., 10 Kunstbeil. 703 S. u. d.
Portr. d. Verf.’s. Bd. II. Mit 289 Abbild. in Holzschn. u. 10 Kunst-
beilagen, 688 S. Stuttgart. 8°.
Wüst, E. Ueber Elephas trogontherii in Schlesien. Centrbl.
Mineral. 1902. 8. 183—185. (Proboscidea). F, 8.
Yoshiwara, S$. u. Iwasaki, J. Notes on a new fossil Mammal.
J. Univ. Tokyo XVI, Art. 6, 13 S., 3 Taf. (Proboscidea). 8.
4*
52 I. Mammalia für 1902,
Zietschmann, ©. Riückbildungsvorgänge am Schwanze des Säuge-
: i ge at o
thierembryo mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse am
Medullarrohre.. Arch. Anat. 1902, 8. 225—272, Taf. XV. “N
Untersuchte Embryonen von Mus und Sus.
Zingerle, H. Ueber Störungen der Anlage des Üentra!nerven-
systems auf Grundlage der Untersuchung von Gehirn - Rückenmark-
Missbildungen. Mit 11 Taf. Arch. f. Entwickelungsgeschichte. XIV,
Heft 1/2, S. 65—226.
Zuckerkandl, E. (1). Zur Morphologie des Musculus ischiocaudalıs.
SB. Ak. Wien CX, 8. 47—53, Taf.
Bringt Ergänzungen zu seinen Untersuchungen über die Morpho-
logie des Ischiocaudalıs.
— (2). Zur Entwicklung des Balkans und des Gewölbes. Ebenda
S. 233—307, Taf. I-VII.
7. untersuchte Mus.
— (3). Zur Morphologie des Affengehirnes. Zeitschr. Morphol.
IV, S. 463—499, Taf. XV— XVII (Primates).
Z. beschreibt die Furchen im Gehirn von Aylobates, vergleicht es
es mit Papio, Macacus u.a. und mit Ateles, Lagothrix, Simia und
Anthropopithecus und geht weiter auf die Affenspalte ein.
— (4). Beitrag zur Anatomie der Riechstrahlung von Dasypus
villosus. Arb. Neurol. Inst. Wien. Heft 9, S. 300—321, 7 figg.
— (5). Ueber die Nasenmuschel der Monotremen. Anatom.
Anzeiger XXI, 8. 386—391, 4 figg.
Das Maxilloturbinale ist bei Ornithorhynchus durch Lamellen-
bildung wesentlich komplizirter als bei Echidna.
— (6). Die Epithelkörperchen von Didelphys azarae nebst Be-
merkungen über die Epithelkörperchen des Menschen. Anat. Hefts
1. Abtheil. XIX, 8. 59—84, 4 figg., Taf. 1—4.
Zürn, F. A. und Zürn, E. S. Das Pferd und seine Rassen, Ein
Lehrbuch für Pferdezüchter und Pferdefreunde, auch für Thierärzte,
Künstler und Kunstgewerbetreibende. Illustrirtt von Bungartz
und nach Liehtdruckbildern von Dr. Mertens u. Co., Berlin. _ Leipzig,
230 8., 11 Taf., zahlreiche Textbi!der.
Zürn, 3. Vergleichend-histologische Untersuchungen über die
Retina und die Area centralis retinae bei Haussäugethieren. Arch.
Anst. 1902, Suppl., S. 99—146, Taf. VI.
Untersuchungen an Canis, Felis, Equus, Capra, Ovis, Bos.
de Zuiueta, A. Corps d’un „Globicephalus“ trouve sur la plaze
de Vilazar (Espagne). Feuille jeun. Natural. Jahrg. 32. Nr. 381/82,
S. 202.
I. Mammalia für 1902. 53
lI. Uebersicht nach dem Stoff.
I. Lebensweise, Nutzen und Schaden.
taleopithecus, Lebensweise. Annandale, — Kastanien von Equwus. Beddard (6)
— Erinaceus, Ueberwintern. Beretta (1 u. 2). — Sciurus cinereus als Baum-
schädiger. Britton. — Physiogenie des Winterschlafes. Brunelli. — Microtus
glareola als Gartenschädling. Douglas. — Widerstandsfähigkeit überwinternder
Murmelthiere. Buhois. — Lepus variabilis in Caithnesshire. Dunbar. — Mus-
cardinus avellanarius, Nestbaumaterial. Forrest. — Lebensweise der Säugethiere
auf dem Berge und in den Wäldern Südamerikas. Fountain. — Arvicola amphibius,
Nahrung. Dalgleish. — Erinaceus europaeus in Argylishire.. Godfrey. — Das
Ren. Grant. — Einige Gewohnheiten afrikanischer Hasen. Haagner. — Er-
nährungsweise des jungen britischen Eichhörnehens. Hamilten (3). — Lebens-
weise afrikanischer Säugethiere. Hinde, S. L. u. H. — Mus minutus, Beob-
achtungen über. Hocke. — Lepus europaeus, Tapferkeit gegenüber Hühnern
u. Tauben. Hornung (1). — Hauskatze, sich Thüren öffnend. Hornung (2). —
Spermophilus citillus, Lebensweise in Deutschland. Jacobi, A. — Lepus cuni-
culus, Beobachtungen und Erfahrungen über die Kaninchenplage. Jacobi u.
Appel. — Cetacea, Anpassung an das Wasserleben. Jolyet. — Säugethiere Ugandas.
Johnston. — Johnston (1). — Verhalten nordamerikanischer Thiere gegenüber
dem Menschen. v. Kadich. — Die Strassenhunde von Konstantinopel. Kühne-
mann. — Blaufüchse, Vorkommen auf den Pribiloff-Inseln. Lambkey u. Lucas.
— Der Elch. Leverkus-Leverkusen. — Tötung der Beutethiere durch den Säbel-
tiger (Machaerodus). Lydekker (18). — Cervidae, Färbung. Lydekker (14). —
Färbung grosser Thiere. Lydekker (12). — Zahl der Jungen der Chiroptera.
Lyon (3). — Erinaceus europaeus, Beobachtungen. Mae Endoo. — Talpa europaea.
Mansion. — Abänderungen der Ginsterkatzen. Matschie (3). — Gazellen des
Somalilandes. Moreau (1). — Neotragas saltianus Blainv. Moreau (2). — Mustela
martes in Rossshire. Morley. — Ovibos moschatus. Nehring (10). — Wurf- und
Begattungszeiten unserer Seehundsarten. Nehring (18). — Ringelrobbe bei
Misdroy. Nehring (19). — Seehund an der Havel. Nehring (20). — Folgen des
Winterschlafes von Erinaceus. Noe (?—5). — Biologische Beobachtungen über
Echidna und Ornithorhynchus. Nusbaum. — Anpassung. Osborn (?). —
Nahrung von Arvicola amphibius. Patterson (kl). — Delphinus albirostris
in Great Yarmouth. Patterson (?).. — Heranwachsen kleiner Säugethiere.
Patterson (3). —- Afrikanisches Grosswild. Pease (I). — Meles tazus,
sonderbares Verhalten. Pentland.. — Leben der Thiere. Perrier. —
Die Mäuseplage zwischen Ems und Elbe. Poppe. — Weisse Unterseite
als Schutzfärbung. Poulton u. Thayer. — Thierwelt der Hudson-Bay. Preble (2).
— Thierwelt Patagoniens. Priehard (1 u. 2). — Anpassung des Auges an das
Wasserleben. Pütter (2). — Lutra vulgaris, Wasserwirbel. Riegler (1). — Lutra
vulgaris, Zeichen. Riegier (2). — Phoca groenlandica im Tay. Rodger. — Haus-
und Wanderratte. Römer. — Die Hirschfamilie. Roosevelt u.a. — Equus
przewalskii. Salensky. — Jugendfärbung von Cercopithecus albigularis. Schäft.
Lagenorhynchus albirostris in Dublin Bay. Seharit (1). — Rhinolophus kippo-
sideros in Co. Clare. Scharli (2). — Einfluss der Pyrenäen auf die Thierwanderung
zwischen Frankreich und Spanien. Scharfi (3). — Verbreitung von Rupicapra
54 I. Mammalia für 1902,
tragus. Sehleiff. — Elaphodus, der bellende Hirsch der Philippinen. Schnee.
— Orca gladiator, Vorkommen im Solway. Service. — Canis lagopus, Vorkommen
auf den Pribiloff-Inseln. Stejneger. — Fortpflanzung heimischer Wildarten;
besonders von Reh und Dachs. Strahl (4). Mustela martes, Naturgeschichtliches.
Stroinigg. — Tursiops tursio, Vorkommen im Moray Firth. — Equus przewalskü.
Tichomirow. — Sorex vulgaris, Vorkommen in Banffshire. Traquair. — Schakale
im Broder Walde in Slavonien. Trapper. — Phoca groenlandica, Vorkommen im
Norden von Schottland. Turner.
2. Jagd, Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Bastarde.
Canis familiaris, Skelett mit Halsrippen und 26 Präsakralwirbeln. Adelphi.
— Öhrlabyrinth der Tanzmaus. Alexander und Kreidel (2). — Physiologie der
neugeborenen Tanzmaus. Alexander u. Kreidel (3). — Ausgerottete Proboscidea
und Sirenia aus Aegypten. Andrews (1). -——- Robbenjagd und -industrie in Neu-
fundland. Bach. — Der Biber in Schleswig-Holstein. Barford. — Missbildete
Halswirbel von Giraffa. Beddard (5). — Einseitige Geweihbildung bei einer alten
Ricke. Blasius. — Elchstand in Ostpreussen. Boy. — Canis familiaris, anormale
Vena cava. Bradley (1). — Equus, abnormes Gebiss. Bradley (3). — Mammuth-
fund in Sibirien. Brandes. — Erhaltung des afrikanischen Grosswildes. Buxton.
— Einwirkung von Chloral-Einspritzungen auf Mus decumanus. Camus und
Langlois. — Elephantenjagd auf Ceylon. Clark. — Jagd in Abyssinien. Cotton.
— Verbildung der Bogengänge bei der Tanzmaus. v. Cyon. — Hylobates muelleri,
unregelmässige Schädelbildung. Duckworth (2). — Zahme und wilde Rinder
der Vorzeit. Durst (3). — Die letzten in Deutschland erlegten Luchse. Eekstein.
— Rhachitis bei Primates. Frassetto (1). — Tuberculosis pulmonum bei Ursus
malayamıs. Geisenberg. — Ausgestorbene Lemuridae von Madagaskar. Grandidier.
— Bastard zwischen Esel und Burchells Zebra. Gunning. — Ausgestorbener
irischer Rothhirsch. Hamilton (2). — Schädel von Ovibos aus der Dordogne.
Harle. — Auffindung eines Schädels von Ovibos cavifrons in Ohio. Hatcher (2).
— Höhlenhunde in Ultima Esperanza, Patagonien. Hauthal. — Ausgrabung
eines Mammuths durch die Kolyma Expedition. Herz. — Die Vertebrata der
Torfmoore von Westbury in Severn. Hinton. — Felis domestica, abnorme Pfoten.
Howe. — Einfluss der Kastration auf die Corpora cavernosa bei Felis domestica.
Jackson. — Pseudaxis dybowskii, Fang und Jagd. Köhler, E. WM. — Castor fiber
in Russland, jetzt und früher. Köppen. — Vererbung der Karpalschwielen bei
Phacochoerus. Leche. — Hermaphroditismus bei Bos. Lesbre u. Forgeot. —
Alces alces, Variation. Lönnberg. — Ausgestorbene Lemuridae von Madagaskar.
Lydekker (13). — Säugethiere Madagaskars, lebende und ausgestorbene. Major
(13). — Wolfbastarde in Gilgit. Manners-Smith. — Säugethiere Deutschlands,
einst und jetzt. Matschie (1). — Sehr verschiedene Rothhirscharten in West-
deutschland. Matschie (4). — Kennzeichen des Donauhirsches. Matschie (5).
— Putorius lutreola in Östpreussen. Nehring (15). — Putorius lutreola in Mecklen-
burg. Nehring (16 u. 17). — Anatomie einer monströsen Katze. Neven-Lemaire.
— Der Biber im Themsethal. Newton. — Das Ren als Jagdthier der Polarvölker.
Nitsche. — Anatomie eines Doppelkalbes. Osborn (2). — Die letzten in, Deutsch-
land erlegten Luchse. Rabes. — Arvicola amphibius, schwarze Varietät. Roberts.
— Schädelabnormität bei einem Hunde. Paravieini. — Jagd in Afrika. Pease (1).
I. Mammalia für 1902. 55
— In Südabyssinien und Somaliland erlegte Antilopen. Pease (2). — Wirkung
des Viperngiftes auf das Blut von Canis und Lepus. Phisalix. — Ein fossiler
Elephant mit anormalem Zahn. Portis. — Frühes Abwerfen eines Rehbocke.
Schäff. — Ein besonderes Paar Molaren bei einem Lemur fulvus im Londoner
Zoologischen Garten. Smith (3). — Ovis, schiefe Gesichtsspalte. Solger. —
Robbenfang und Walfischerei. Southwell. — Mustela martes, Fang. Strönigg.
— Entstehung eines Schweinehinterfusses mit fünf Zehen. Tornier. — Präpotenz
der vielzehigen Katzen in der Fortpflanzung. Torrey. — Sorex vulgaris, Albino
in Banffshire. Traquair.
3. Gefangene Thiere.
Elephas indicus, Geburt im Londoner Zoologischen Garten. Beddard (4).
— Ctenodactylus gundi im Käfig. Kämmerer. — Affen im Londoner Zoologischen
Garten. Lydekker (1). — Equus przewalskii in Woburn Abbey. Lydekker (%).
— Paarung von Nasua socialis und Geburt im Zoologischen Gartzn zu Halle
a. d. Saale. Müller-Liebenwalde (1). — Die Hirschsammlung des Berliner Zoo-
logischen Gartens. Müller-Liebenwalde (2). — Prähistorische Pferde Europas
und ihre angebliche Domestikation. Munroe. — Geburt von Phoca vitulina im
Berliner Zoologischen Garten. Nehring (10). — Ein, aus einer Menagerie ent-
sprungener Luchs. Nehring (21). — Igel im Zimmer. Neubronner. — Thiere des
Jardin des plantes. @ustalet. — Ernährung eines aufgezogenen Steinmarders.
Plüddemann. — Ueber westeuropäische Zoologische Gärten. Renshaw (1). —
Eine private Sammlung lebender Thiere. Renshaw (2). — Mustela foina in der
Gefangenschaft. Köhler. — Beobachtungen am Orang Utan in der Gefangenschaft.
Sanyal. — Zugänge zum Londoner Zoologischen Garten. Selater (%?). — Ein
Paar Equus przewalskii im Londoner Zoologischen Garten. Selater (3). — Pero-
dipus richardsoni in Gefangenschaft. Shufeldt. — Chiromus madagascarienris,
Fütterung und Pflege im Berliner Zoologischen Garten. Sokolowsky (1). —
Putorius sarmaticus in Gefangenschaft. Werner.
4. Hausthiere.
Beurtheilung des Pferdes in Bezug auf Körperbau und Leistung. Adam.
— Das polnische Rotvieh. Adametz. — Der Pointer und seine Vorgänger. Ark-
wright. — Das englische Vollblutpferd und seine Zuchtwahl. Dünkelberg. —
Geschichte des ägyptischen Hausschafes. Dürst u. Gaillard. — Vergleichende
Anatomie der Hausthiere. Ellenberger u. Baum. — Pferdezucht und Pferde-
rassen Englands und ihr Einfluss auf Amerika. Goldbeck. — Klugheit einer
Hauskatze. Hornung (2). — Abstammung der ältesten Hausthiere. Keller.
— Ernährung und Haltung der Hausziege. Klöpfer. — Maulesel und Maulthier.
Krause, Ernst. — Strassenhunde von Konstantinopel. Kühnemann. — Rassen,
Spielarten und Wachsthum der französischen Rinder. de Lapparent. — Bos,
Hermaphroditismus. Lesbre u. Forgeot. — Anatomie und Histologie der Haus-
thiere. Martin. — Das Ren als Hausthier. Nitsche. — Französische Pferdezucht.
Oetken. — Rathschläge für rheinische Pferdezüchter. Oldenburg. — Das Pferd
auf Island, Grönland und den Farören. Palleske. — Zucht- und Mastschweine,
ihre Haltung und Pflege. Schmidt. — Die Angoraziege. Thomson. — Das Buch
vom Pferde. Graf v, Wrangel. — Das Pferd und seine Rassen. Zürn, F. A. u.
Zürn, E. S.
56 l. Mammalia für 1902.
5. Nomenklatur.
Zimmermanns „Zoologiae geographicae‘“ und ‚Geographische Geschichte‘
und ihre Beziehung zur Säugethier-Nomenklatur. Allen, 3. A. (1). — Gattungs-
und Artnamen einiger Otariidae. Allen, 3. A. (2). — Amerikanische Sciuridae
und Cervidae, nomenklatorische Notizen. Allen (6). — Säugethiernamen, von
Oken in seinem „Lehrbuch der Zoologie‘‘ vorgeschlagen. Allen, J. A. (10). —
Gattungsnamen der Mephitinae. Allen, J. A. (13). — Synopsis der nordameri-
kanischen Species von Sigmodon. Bayley (1). — Revision der europäischen
Arten von Machairodus. Boule (1). — Gattungsnamen der Pekaris (Tayassidae).
Gill (1). — Gattungsnamen der nordamerikanischen Skunks (Maustelidae). Howell
(1). — Revision von Macroglossus und Syconyeteris und eine neue Gattung und
Art, Odontonycteris meyeri. Jentink (3). — Maulesel und Maulthier. Krause,
Ernst, H. L. — Okapia eine neue Gattung der Güraffidae. Lankester (1). — Der
von Sir H. Johnston vorgeschlagene Artname von Okapia. Lankester (2). —
Befürwortung der binären Nomenklatur. Matschie (2). — Die jagdlichen Namen
des virginischen Hirsches. Miller (3). — Einige Namen amerikanischer Cervidae.
Osgood. — Gattung Mormops. Rehn (3). — Hyperoodon ampullata Forster,
eigentlicher Name. Rhoads (4). — Gattungs- und Artnamen für fossile Säuge-
thiere Chinas (ungültig). Schlosser (2). — Der Gattungsbegriff Dama. Selater (1).
— Nomenklatorische Polemik gegen Dr. C. H. Merriam. Stone. — Gattungs-
namen der Pekaris, der nördlichen Pelzrobben und des Seeleoparden. Thomas (41).
— Gattungsnamen Noctophorus, Alces, Dama und Cephalotes. Thomas (42).
6. Phylogenetische Entwicklung und prähistorische Thiere.
Delphinidae aus dem oberen Miocän von Antwerpen. Abel (1). — Pliocäne
Säugethiere Aegyptens.. Ameghino (2). — Tertiär-Fauna Argentiniens.
Ameghino (3). — Proboscidea, Phylogenie. Ameghino (4). — Pyrotherium und
Diprotodon. Ameghino (5). — Fossile Mammalia des Tarija-Thales. Ameghino.
(6). — Der Pointer und seine Vorläufer. Arkwright. — Arsinotherium zitteli.
Beadnell. — Lophiodon sardus von Collu. Bosco. — Nlachairodus, europäische
Arten. Boule (1). — Fossile Thiere von Montmaurin. Boule (2). — Ausgestorbene
Riesenthiere. Boule (3 u. 4). — Mammuthfund in Sibirien. Brandes. — Fossile
Thiere von Pernambuco und Alagoas. Branner. — Mammarapparat der Marsu-
pialia. Breslau (2). — Wiederherstellung paläolithischer Zeichnungen in der
Grotte von Font-de-Gaume. Capitain u. Breuil. — Lophiodon, Schädelcharaktere.
Deperet (1). — Lophiodon, Systematik. Dep£ret (2). — Wilde und zahme Rinder
der Vorzeit. Dürst (3). — Fossile Felidae aus den Pyrenäen. Filhol. — Ursus
spelaeus der Provinz Como. Flores. — Bei Donnstetten ausgegrabene Hunde -
und Pferde. Fraas. — Mammalia, Ursprung. Gadow (1). — Squalodontidae,
bei Ragusa gefunden. Gemmellaro. — Masiodon-Fund. Gordon. — Palorchestes
azael (?) auf der Sorrento-Halbinsel gefunden. Gregery. — Verbreitung der
fossilen Edentata. Greve. — Riesenhirsch von Irland. Hamilton (2%). — Höhlen-
funde von Ultima Esperanza. Hauthal. — Fossile Vertebraten Nordamerikas.
Hay. — Ausgrabung eines Mammuthkadavers. Herz. — Abstammung der ältesten
Hausthiere. Keller. — Anthropodus rouvillei, ein neuer pliocäner Affe. Lapouge.
— Säugethierzähne aus dem Basalttuff von Waltsch. Laube. — Galerix exilis.
Leehe (3). — Phylogenie der Erinaceidae. Leche (2). — Grypotherium, Lehmann-
I. Mammalia für 1902. 57
Nitsche (1 u. 2). — Fossile Thiere im Norwich - Museum. Seney. — Hadropithecus
stenognathus. Lorenz (2%). — Mastodon. Lucas (1). — Nordamerikanische Zle-
phantidae. Lucas (2%). — Pliocäne Muridae. Major (1). — Mustela palaeattica
von Pikermi und Samos. Major (2). — Zwergflusspferd von Cypern. Major (3).
— Hippopotamus madagascariensis von Sirabe. Major (7). — Enhydrietis galie-
toides, neuer Wassermarder. Major (12). — Fossile Säugethiere Madagaskars.
Maior (13). — Dinocyon-Schädel aus Texas. Matthew (1). — Bunaelurus-Schädel.
Matthew (2). — Neue Canidae aus dem Miocän von Kolorado. Matthew (3). —
Nagethiere aus dem amerikanischen Tertiär. Matthew (4). — Schädel von Hypi-
sodus. Matthew (5). — Pleistocäne Fauna von Hay Springs. Matthew (6). —
Carolibergia azulensis, ein neuer Toxodontier. Mercerat. — Prähistorische Pferde
Europas und Domestikation. Munroe. — Säugethierfossilien im Tarijatale.
Nordenskjöld. — Ein Verwandter von Desmotylus aus Japan. Osborn (4). —
Vier Stämme der oligocänen T'itanotheriidae. @sborn (5). — Eocäne Primaten
Amerikas. Osbern (6). — Mesohippus, Rekonstruktion und Aufeinanderfolge
fossiler Vertebraten der Vereinigten Staaten. Osborn (%). — Multituberculata
aus dem Nordwesten. ®sborn (8). — Fossile Knochen aus dem Gouvernement
Cherson. Pawlow (1). — Mastodon borsoni, neue Funde. Pavlow (2). — Elephas
primigenius in der Basse-Provence. Repelin. — Cervidae, Phylogenie des Ge-
weihes. Roerig (2). — Elephas primigenius, anormaler Zahn. Portis. — Mastodon
andium, Mandibula inferior. Raimondi. — Neue Säugethiere aus Ultima Espe-
ranza. Roth. — Australiens Bedeutung für Heranbildung des Menschen aus einer
niederen Form. Schoetensack. — Fossile Vertebraten aus Messina. Seguenza.
— Mastodon von Mount Brydges. Smith. — Elephas primigenius, Schädel im
Museum zu Athen. Stingelin. — Acerathium, Schädel aus Niederbayern. Stromer
v. Reichenbach (4). — Prähistorische und recente Hunde. Studer (1). — Thier-
reste von Schaffhausen. Studer (2). — Rhinoceros hundsheimensis. Toula. —
Diplodon von Orciana. Ugolini (1). — Fossile Cetacea von Orciana. Ugolini (?).
— Sus erymanthicus aus dem Val di Magra. Ugolini (3). — Ursus spelaeus von
Uliveto. Ugolini (4). — Elephas trogontherii in Schlesien. Volz. — Mammuth
u.a. aus Nord Straffordshire. Ward. — Cryptopithecus macrognathus von Messel.
Wittich (1). — Myolagus zitteli von Eppelsheim. Wittieh (2). — @rypotherium
u.a. Woodward (1). — Fundstellen von Attika, Pikermi und Nord-Euböa. Wood-
ward (2). — Eocäne Marsupialia und Carnivora im Peabody-Museum. Wortmann.
— Elephas trogontherii in Schlesien. Wüst. — Fossiler Proboscideer. Yoshiwara
und Iwasaki. — @lobicephalus, in Spanien gefunden. Zulueta.
7. Ontogenetische Entwicklung.
Procavia, embryonales Milchgebiss. Adloffl. — Entwickelung des Pars
inferior labyrinthi. Alexander. — Mus var. alba, Erythrocytenbildung.
Ashimi. — Zweischwänzige Spermien, regelmässig im Sperma der Säuge-
tbiere. Ballowit. — Entwicklung des Glaskörpers. Bertachini. —
Regeneration peripherischer Nerven. Bethe. — Entwickelung des Zahn-
systems von Sus. Bild. — Embryologie von Canis. Bonnet und -Kolster.
— Ursprung der Pulmonararterien bei Embryonen von Lepus. Brenler. — Ent-
wickelung der Mammarorgane bei den Beutelthieren. Breslau (1 u. 2). — Aufbau
‚les Rückenmarks von Lepus. Breuking. — Entwickelung des Schultergürtels bei
58 I. Mammalia für 1902,
Beuteljungen. Broom (2). Bildung der Corpora lutea von Lepus. Cristalli.
— Entwickelung des inneren Ohres von Vespertilio murinus. Denis (1 u. 2). —
Entwicklungsgeschichte der Hörner der Cavicornia. Dürst (1 u. %). — Histogenese
der Zähne. v. Ebner. — Entstehung des Müllerschen Ganges und des Uterus.
Ferroni. — Entwickelung der Basalmembran der Submaxillaris von Sus. Flint.
— Uterus von Cercocebus cynomolgus. Franke. — Entwicklung von Hörnern
und Geweihen. Gadow (2). — Interstitielle Zellen des Hodens. Ganfini. —
Fermentbildung in den Magendrüsen von Canis. Gmelin. — Skelett- und Herz-
muskelgewebe. Godlewski. — Geweihentwicklung. Göldi. — Entwicklung der
zweiten Schlundspalte. Hammar. — Entwickelung von Neuronen in der Gehirn-
rinde von Felis domestica. Hatai (3). — Funktion der Milz. Heinz. — Ent-
wickelung des Pankreas bei den Amnioten. Helly. — Entwickelung der Binnen-
muskulatur des Auges. Herzog. — Keimblattbildung bei Tarsius spectrum.
Hubrecht. Entstehung und Vermehrung der Blutzellen bei Spermophilus und
Sus. Janosik. — Entwicklung der äusseren Körperformen bei Embryonen.
Jolly (3). — Embryonale Entwickelung des Rehes. Jolly (3). — Verschiebung des
Beckens bei den Anthropoiden. Keith (2). — Haarwirbel durch Muskelthätigkeit.
erzeugt. Kidd. — Umgestaltungen des Uterus der Affen nach der Geburt. Kohl-
brügge (1). — Eigenartiger Process in der Samenblasen von Alces. Kolster (1).
— Embryotrophe der Indeciduaten. Kolster (2). — Histogenese der Spermien von
Phalangista vulpina. v. Korff. — Entwickelung der Ringmuskeln an den Bronchien.
Kotzenberg. — Vererbung der Karpalschwielen bei Phacochoerus. Leche (1). —
Entwicklung des Zahnsystemes der Erinaceidae. Leche (2). — Placentation
von Spermophilus. Lee (1). — Spermophilus decemlineatus, frühe Entwickelung.
Lee (2). — Call-Exnersche Körperchen im Ovarium von Cavia und Lepus. Levi (1).
— Entwickelung der Pfortader. Lewis, Fred. — Sekretion des Hodens. Leisel.
— Spermatogenese von Cavia. Niesing. — Gesetz der Anpassung. ®sborn (3).
— Ursprung der Gefässe vom Arcus aortae. Parsons (1). — Entwicklung des
Glaskörpers von Ovis. van P&e. — Bildung des primitiven Gaumens. Peter.
— Entwickelung des Gesichtes. Rabl. — Entwickelung des Skeletts. Retterer (2).
— Lymphgefässsystem der Embryonen von Sus. Sabin. — Cercopithecus albi-
gularis, abweichende Jugendfärbung. Schäff (1). — Bedeutung Australiens für
Heranbildung des Menschen. Schoetensack. — Bradypodidae Simen. — Ei
von Mus. Sobotta. — Hüllen des Rückenmarkes von Homo, Cavia, Ovis. Sterzi.
— Entstehung des intervillösen Raumes bei Centetes ecaudatus. Strahl (2%). —
Rückbildungen am graviden Uterus. Strahl und Henneberg. — Spermium von
Vesperugo noctula. v. d. Strieht. — Entstehung der Wand der Pfortader bei
Canis, Mus, Lepus. Suchard. — Kopfarterien von Homo und Mus. Tändler.
— Elastische Fasern in der Lunge des Fötus und des Neugeborenen von Homo,
Mus, Lepus. Teufiel. — Aufeinanderfolge der Molaren und Prämolaren. Tims.
— Vordere Wand der Parietalhöhle von Lepus. Tourneux. — Cölom und Septum
transversum von Spermophilus. Völker. Entwickelung der Extremitäten-
Arten. de Vriese. Blutbildende und -zerstörende Organe. Weidenreich (2).
— Oogenese von Lepus (Nachtrag). v. Winiwater. — Rückbildungen am Schwanze
der Embryonen von Mus und Sus. Zietschmann. — Balken und Gewölbe von
Mrs. Zuckerkandl (2).
I. Mammalia für 1902. h9
8. Muskeln, Bänder und Gelenke.
Adduktoren der Oberschenkel der Rodentia. Alezais (1). — Muskeln von
Cavia cobaya (Fortsetzung). Alezais (2). — Muskulatur der Hinterbeine von
Halmathurus. Alezais (3). — Talpa, Ellenbogengelenk und leichte Beweglichkeit.
der Unterarmknochen. Alezais (4). — Muskelplatten von Cavia. Alezais (5).
— Ganglien in der Muscularis mucosa des Darmes. Anile. — Tasthaare an den
Fussgelenken der Marsupialia, Carnivora, Ungulata und der Anthropomorphi.
Beddard (2). — Hapalemur griseus (2) Karpalorgan. Beddard (3). Artikulation
von Korakoid und Sternum bei Dasyurus, Perameles, Pseudochirus, Petrogale.
Broom (2). — Elephas, Flexor carpi radialis. Burne. — Musculus supracostalis
von Primates, Prosimiae, Chiroptera, Carnivora, Rodentia, Marsupialia. Cals.
— Nervenendigungen in den Bauchmuskeln von Lepus. Cavali& (2). — Meles
taxus, Musculus hyoideus und geniohyoideus. Chaine. — Herzmuskelgewebe
der Säugethiere. Godlewski. — Zwei Oberarmmuskeln von Hylobates. Grönroos.
— Entwicklung der Binnenmuskulatur des Auges von Homo, Macacus, Mus,
Lepus. Herzog. — Haarwirbel als Nebenerzeugniss der Muskelthätigkeit. Kidd.
-—— Phalangenbänder der Hausthiere. Köhler, Arthur. — Ringmuskelschicht der
Bronchien von Mus. Kotzenberg. — Ovis, Purkinjesche Fasern. Marceau (1).
— Sus und Bos, Herzmuskelfasern. Marceau (2). — Musculus pupillae von
Erinaceus. Nicolai. — Bradypus tridactylus marmoratus, Muskeln. Simon.
— (Cercoleptes candivolvulus, Muskeln des Wickelschwanzes. Statkewitschh —
Muskeln der Ungulata. Windle. — Musculus ischiocaudalus. Zuckerkandl (1).
9. Haut- und Hautgebilde.
Hautpigment bei Homo und Primates. Adachi. — Tasthaare am Fuss-
gelenk der Marsupialia, Carnivora, Rodentia, Ungulata, Anthropomorpht.
Beddard (2). — Sensible Nervenenden an der Grenze von Cutis und Epidermis
bei Canis. Botezat (1). — Nerven im Zungenepithel von Canis, Erinaceus, Talpa,
Cavia, Mus, Lepus. Botezat (2). -— Patagium von Galeopithecus volans. Chap-
man (1). — Entwicklungsgeschichte der Hörner der Bovidae. Dürst (1 u. 2%). —
Entwickelung der Hörner. Gadow (2). — Haarkämme und -wirbel als Neben-
erzeugnisse der Muskelthätigkeit. Kidd. — Hautpanzer der Zahnwale. Krause,
Ernst. — Rangifer tarandus, Kenntniss des Kehlsackes. Lönnberg (4). — Haut
der Embryonen von Sus. Mae Callum. — Hautpigment der Wirbelthiere. Negri.
— Weissfärbung der Unterseite als Schutzfarbe. Poulton u. Thayer. — Cepha-
lophus sylvieultrix, Fell. Thomas (42). — Sus, sensible Nervenenden in der Haut
des Rüssels. Tretjakoif. — Hörner. Wherry. — Didelphys azarae, Epithel-
körnchen. Zuckerkandl (6).
10. Schädel.
Ursache der Asymetrie des Zahnwalschädels. Abel (2). — Verbindung von
Hinterhaupt und Atlas bei den Arcfoidea. Anderson, R. H. (1). — Praemaxilla.
Anderson, H. J. (2). — Praemaxilla der Ursidae. Anderson (3). — Os prae-
maxillare der Monotremata. von Bemmelen. — Einseitige Geweihbildung bei
einer alten Ricke. Blasius. — Schädelmessungsmethode bei Säugethieren.
Bradley (3). — Lophiodon, Schädelcharaktere. Deperet. — Balken von Sus.
Dorellg. — Anormales Nasenbein von Homo. BDuckworth (1). -— Unregelmässige
50 I. Mammalia -für 1902:
Bildung am Oceiput von Hylobates muelleri und dem eines australischen Ein-
geborenen. Duckworth (2). — Macacus, Primordialeranium. Fischer. — Plagio-
kephalie und Plagioprosopie der Primates.. Frassetto. — Entwicklung von Hörnern
und Geweihen. Gadow (2). — Ala temporalis des Säugethierschädels. Gaupp.
— Geweihe. Goeldi. — Schädel eines Moschusochsen aus der Dordogne. Harle.
— Ovibos cavifrons, Schädel aus Ohio. Hatcher (2). — Titanotherium, Schädel-
charaktere. Hateher (1). — Höhlenfunde von Ultima Esperanza. Hauthal.
— Inflation des Nasalkanales bei Gorilla und Anthropopithecus, Sinus maxillaris
von Homo und Primates. Keith (1). — Schädelmasse bei Primates und Prosimiae.
Kohlbrügge (2). — Rangifer, Schädel von Nowaja-Semlja. Lydekker (6). —
Geweihe von Cervus elephas, Dama dama, Capreolus capreolus, Alces alces, Gehörne
von Rupicapra tragus. Matschie (4). — Geweih des Donauhirsches und des
Deutschen Küsten- und des Inlandhirsches. Matschie (5). — Dinocyon, Schädel
aus Texas. Matthew (1). — Bunaelurus, Schädel. Matthew (2). — Gehörnter
Nager aus dem Miocän von Kolorado. Matthew (4). — Hypisodus, Schädel.
Matthew (5). — Eqguus przewalskii, Entwiekelung des Schädels. Noack (3). —
Dolichokephalie und Brachykephalie bei niederen Säugern. Osborn (4). —
Schädelasymmetrie bei einem Hunde. Paravieini. — Fossile Knochen aus Süd-
russland, Mastodon borsoni u.a. Pavlow. — Mastodon andium, Unterkiefer.
Raimondi. — Geweihe der Cervidae und Korrellationen zu anderen Organen.
Rörig (1). — Cervidae, Phylogenie des Geweihes. Röhrig (2). — Unzeitiges Ab-
werfen beim Rehwild. Schäff (2). — Säugethierresten aus den süddeutschen
Bohnerzen. Schlosser (3). — Postembryonales Wachsthum des Schädels ver-
schiedener Hunderassen. Schmitt. — Geweih des Rothhirsches. Sehönichen.
— Fossile Wirbelthiere der Provinz Messina. Seguenza. — Elephas primigenius,
Schädel im Museum zu Olten. Stingelin. — Bedeutung des Foramen entepi-
condylicum bei Monotremata, Prosimiae, Pachylemures, Toxodontia, Typotheria.
Stromer v. Reichenbach (2). — Acerathium, Schädel aus Niederbayern. Stromer
v. Reichenbach (3). — Thierreste von Schaffhausen. Studer. (2?) — (ephalophus
sylvieultrix, Schädel. Thomas (44). — Rhinoceros hundsheimensis. Teula. —
Diplodon von Orciana. Ugoeolini (}). Cetacea, fossile Reste von Orciana. Ugo-
lini (2). — Sus erymanthicus aus dem Val di Magra. Ugelini (3). — Ursus spelaeus
von Uliveto. Ugelini (4). — Elephas trogontheri in Schlesien. Volz. — Hörner.
Wherry. — Schnauzenskelett des Fötus der Monotremata. Wilson. — Orypto-
püthecus macrognathus, aus den Braunkohlen von Messel. Wittich (1). — Myo-
lagus zitteli von Eppelsheim. Wittich (2). — @rypotherium. Woodward (1). —
Neues fossiles Säugethier. Yoshiwara u. Iwasaki. — Entwicklung des Balkens
und Gewölbes. Zuckerkandl (2).
IE. Gebiss.
Procavia, Zahnsystem. Adlofi. — Primitiver Typus der plexodonten Molaren.
Ameghino (7). — Entwicklung des Zahnsystems von Sus domesticus. Bild. —
Anomalie des Gebisses bei Zguwaus. Bradley (2). — Histologie und Histogenese
der Zähne. v. Ebner. — Achnlichkeit der Zähne von Homo und der Anthropoidea.
“audry. — Gebiss von Titanotherrum. Hatcher (1). — Säugethierzähne aus dem
Basalttuff von Waltsch.‘ Laube. — Entwickelung des Zahnsystems der Erina-
eeidae und Bedeutung für die Familie. .Leche (4). — Anpassung des Gebisses an
I. Mammalia für 1902. 61
die Verdauungsthätigkeit und seine Mannigfaltigkeit bei den Diprotodonten
(Marsupialia). Löunberg (7). -— Hippopotamus von Cypern, Gebiss. Major (3 u: 5).
—_ Wachsthum der Schneidezähne bei heranwaehsenden Kaninchen. Ne6 (U). —
Lophiodon, Zähne (Ergänzung). Omboni. — Anormaler Zahn von Klephas primi-
genius. Portis. — Innervation der Zahnpulpa. Ryge. — Bradypus tridactylus
marmoratus, Gebiss. Simon. — Lemur fulvus mit einem besonderen Paar Molaren.
Smith (3). — Aufeinanderfolge und Homologien der Molaren und der Prämolaren.
Tims. — Schnauzenskelett des Mammarfötus der Monotremata. Wilson.
12. Rumpf und Gliedmassen.
Delphinidae aus dem oberen Miocän von Antwerpen, Skelett. Abel (1). —
Hundeskelett mit „Halsrippen‘“ und nur 26 Präsakralwirbeln. Adolphi. — Talpa,
leichte Beweglichkeit der Unterarmknochen. Alezais (4). — Verbindung von
Hinterhaupt und Atlas bei den Arctoidea. Anderson, R. 3. — Skelett von Cogia,
brevipes. Benham (1 u. 3). — Aeussere Anatomie von Balaenoptera rostrata.
Benham (2). — Mitosen im Knochenmark von Erinaceus. Beretta (1). — Frühes
Stadium des Schultergürtels bei Dasyurus und Perameles. Broom (2). — Anatomie
der Fussregion der Rinder. Caradonna. — Becken eines tragenden Weibchens
von Cavia cobaya, Beschreibung und Vergleich mit dem Becken des Männchens.
Chambrelent. — Vergleichende Anatomie der Hauthiere. Ellenberger u. Baum.
— Arterio-venöse Anastomosen im Markraume der Endphalangen der Zehen
von Lepus cuniculus. Grosser. — Sakralregion von Phocaena communis. Hep-
burn u. Waterston (2). — Granula der Zellen des Knochenmarkes von Lepus.
cunieulus. Hesse. — Druckfestigkeit der langen Knochen. Hülsen. — Ent-
wickelung der äusseren Körperformen der Wirbelthierembryonen in den ersten
zwei Monaten. Jolly (2). — Vertheilung der Wirbel und Verschiebung des
Beckens kopfwärts bei Gorilla, Simia, Anthropopitheeus, Hylobates. Keith (2).
— Anatomie von Antilope cervicapra. Lönnberg (5). — Anatomie der Hausthiere.
Martin, Paul. — Skelett v.Hippopotamus madagascariensis. Major (7). — Anatomie
zweier junger monströser Katzen. Neven-Lemaire. — Riesenzellen u. Stützsubstanz
des rothen Knochenmarkes von Homo, Felis, Lepus. BRetzius (2). — Cercoleptes
caudivolvulus, Bänder und Muskeln des Wickelschwanzes. Statkewitsch. —
Wirbel, Apophysen und ihre Beziehungen zur Muskulatur u.a. bei Mellivora,
Thalassarctos maritimus, fossilen Carnivoris. Stromer v. Reichenbach (1). —
Bedeutung des Trochanter tertius bei den Säugethieren. Stromer v. Reichen-
bach (2). — Zeuglodon in Aegypten gefünden. Stromer v. Reichenbach (4). —
Der Achselbogen des Menschen, ein Rudiment des Panniculus carnosus. Tobler.
— Entstehen eines Schweinehinterfusses mit fünf Zehen. Tornier. — Ent-
wickelung der vorderen Wand der Parietalhöhle von Zepus eunieulus. Tourneux.
— Perichondrium von Canis, Felis, Lepus. Volpino. — Anatomie der Wirbel-
thiere. Wiedersheim. — Extremitäten-Arterien, Entwickelung. de Vriese. —
Rückbildungsvorgänge am Schwanze des Säugethierembryos. Zieischmann.
— Körper eines „Globicephalus‘‘ aus Vilazar. de Zuiueta. ykas
13. Nervensystem.
Beziehungen der Sehbahnen zu dem vorderen Zweihügel bei Lepus euniculus.
Beri. — Regeneration peripherischer Nerven bei Canis familiaris und Lepus.
Bethe. — Kleinhirn der Neuweltaffen. Bolk (1). — Gehirn des Orang-Utans.
62 L Mammalia für 1902,
Bolk (2). — Nervonendigungen in der Schnauze des Hundes. Botezat (1), —
Nerven im Zungenepjthel von Canis, Erinaceus, Talpa, Mus, Cavia, Lepus.
Botezat (2). — Aufbau des Kaninchenrückenmarkes. Breukink. — Innervation
der Nebenhöhle der Nase von Canis. Calamida. — Nervennetz im Hoden von
Lepus cunieulus. «Cavalie (1). — Motorische Nervenenden im Cremaster und
in den Bauchmuskeln von Lepus cuniculus. «Cavalie (2). — Trigeminusganglion
des Orangs. Coenen. — Nervenendigungen der Langerhansschen Inseln im
Pankreas von Mus musculus. Gentes (2). — Nerven und Nervenendigungen
des Uterus von Mus musculus und Lepus cunieulus. @entes (3). — Veränderungen
in den Nervenzellen des Rückenmarkes von Canis familiaris, hervorgerufen durch
Ermüdung. Guerrini (2). — Felis leo, Gehirn. Hammer. — Neuraglia des Rücken-
markes von Elephas und Entwickelnug ihrer Fasern. MHardesty. — Medulla
spinalis von Zlephas. Hardesty (2%). — Spinalganglion weisser Ratten verschiedenen
Alters. Hatai (2). — Entwickelung der Neuronen an der Gehirnrinde von Föten
von Felis domestica. MHatai (3). — Zellengruppe in den dorsalen Wurzeln der
Spinalnerven von Mus decumans var. alba. Matai (4). — Hirnstamm des Delphins.
Hatschek und Schlesinger (1). — Gehirn des Delphins. Hatschek und Schlesinger
(2). — Insel des Menschen- und des Anthropoidengehirnes. Holl. — Ursprung
und Ende des Nervus depressor und des N. laryngeus superior bei Lepus cunieulus.
Köster u. Tschermak. — Gehirn von Pteropus edulis. Kohlbrügge (3). — Der
Nucleus salivatorius chordae tympani bei Canis familiaris. Kohnstamm. —
Innervation der Speiseröhre bei Felis domestica und Lepus cuniculus. Kos-
lovsky. — Neuer Kern mit kleinen Nervenzellen bei C’anis familiaris, Felis do-
mestica, Lepus cuniculus. Martinotti. — Folgen des Durchschnittes der sensiblen
Wurzeln im unteren Centralmarke, im Sakralmarke und in der Cauda equina
des Hundes. WMeesbacher. — Zwischen- und Mittelhirn des Kaninchens und
ihre Beziehungen zu dem übrigen Centralnervensystem. Münzer u. Wiener. —
Dorsale Vertheilung der Nerven bei den Marsupialia. Parsons (2). — Seitliche
Ventrikel des Centralnervensystems bei Homo und Cavie. Pettit u. Girard. —
Anatomie und Physiologie des Kleinhirnes. Probst (1). — Anatomie und Physio-
logie der Leitungsbahnen des Gehirnstammes bei Canis familiaris und Felis
domestica. Probst (2). — Morphologie der Insula Reilii von Homo, Simia, Anthro-
pithecus, Hylobates u.a. Retzius (1). — Mikrochemische Eigenthümlichkeiten
der Langerhansschen Inseln bei Canis und Lepus. Rossi. — Innervation der
Zahnpulpa. Ryge. — Innervation des Herzens von Felis leo, F. domestica, Canis
familiaris, Ovis musimon. v. Sehuhmaeher (1). — Herznerven der Säugethiere.
v. Schuhmacher (2). — Absteigende Reflexbahnen im Rückenmark von Canis
familiaris. Sherringten. — Das aberrante Faserbündel der ventralen Hirn-
kommissur der Diprotodontia. Smith (1). — Primäre Gliederung des Kleinhirns. _
Smith (2). — Gehirn von Macroscelides und Erinaceus. Smith (2). — Verschieden-
artigkeit der Hirnfurchen der Mammalia und anderer Vertebrata. Smith (5).
— Entwickelung der Hüllen des Rückenmarkes von Homo, Cavia, Ovis. Sterzi.
— Das Ganglion eiliare bei den Hausthieren.: $zakall. — Herznerven. Toldt.
— Die sensiblen Nervenenden in der Haut des Rüssels von Sus. Tretjakoif. —
Hirnfaserlehre. Vogt, ©. u. €. — Intercentralbrücken der Carnivora und der
Sulcus Rolandi. Weinberg. — Das Medullarrohr und die Rückbildungsvorgänge
am Schwanze von Säugethierembryonen. Zietschmann. — Störungen der Anlage
I. Mammalia für 1902. 63
des Centralnorvensystmes auf Grundlage der Untersuchung von Gehirm-Rücken-
mark-Misshildungen. Zingerle. — Morphologie des Affengehirnes (Anthropro-
morphidae, Macacidae, Cebidae u. a.). Zuckerkandi (3).
14. Sinnesorgane.
Matrix des Glaskörpers von Homo, Lepus, Capra. Addario (1 u. 2%). — Ent-
wickelung der Pars inferior labyrinthi. Alexander. — Ohrlabyrinth der Tanz-
maus. Alexander u. Kreidl. — Labyrinthanomalien japanischer Tanzmäuse.
Alexander u. Kreidl (3). — Zahl der Bogengänge bei japanischen Tanzmäusen.
Baginsky. — Spürhaare am Fussgelenk der Marsupialia, Carnivora, Ungulata
und Anthropoidea. ' Beddard (2). — Beziehungen der Sehbahnen zu dem vorderen
Zweihügel bei Zepus cuniculus. Beri. — Entwickelung und Struktur des Glas-
körpers von Felis, Erinaceus, Cavia, Mus, Lepus, Bos. Bertachini. — Inner-
vation der Nebenhöhle der Nase von Canis. Calamida. — Physiologie des Raum-
sinnes. v. Cyon. — Lepus, Gehörgang. Dantschakoif, — Vespertilio murinus,
inneres Ohr. Denis (1 u. 2). — Phocaena, Anatomie des Gehörorganes. Denker.
— Binnenmuskulatur des Auges von Homo, Macacus, Mus, Sus. Herzog. —
Gehörorgan der Tanzmaus. Kishi. — Bulbus olfactorius von Cavia cobaya,
Körnerschicht. Marburg. — Musculus papillae opticus bei Primates, Felis, Sus,
Camelus. Nieolai. — Ovis, Entwickelung des Glaskörpers. van P&e. — Homo
und Lepus, Anlage und Homologie der Nasenmuscheln. Peter (1). — Augen der
Pinnipedia, Cetacea und Sirenia. Pütter (2%). — Entwickelung des Gesichtes von
Homo, Lepus, Sus. Rabl. — Zahl der Bogengänge bei den japanischen Tanz-
mäusen. Rawitz. — Vergleichend-anatomische Untersuchungen über die Ohr-
muschel verschiedener Säugethiere. Sehmidt, Johann (1). — Histologische Unter-
suchungen über die Ohrmuschel der Haussäugethiere. Schmidt, Johann (2).
— Retina neu geborener Katzen. Tribondeau. — Binokulares Sehen von Mus,
Lepus u.a. Tsehermak. — Dasypus villosus, Anatomie der Riechstrahlung.
Zuekerkandl (4). — Nasenmuschel der Monotremata. Zuckerkandl (5). — Retina
und Area centralis retinae bei Canis, Felis, Equus, Capra, Ovis, Bos, vergleichend-
anatomisch betrachtet. Zürn, J.
15. Athmungsorgane.
Innervation der Nebenhöhlen der Nase bei Canis. Calamida. — Tubereulosis
pulmonum bei Ursus malayanus. Geisenberg. — Schicksal der zweiten Schlund-
spalte bei Felis, Canis, Erinaceus, Sciurus, Mus, Lepus, Sus, Ovis, Bos. Hammar.
— Inflation des Nasalkanales bei Gorilla und Anthropopithecus. Keith (1). —
Ringmuskelschicht an den Bronchien von Mus. Kotzenberg. — Wärme und
Athmung bei Monotremata und Marsupialia. Martin, €. J. — Athmungs - Apparat.
Oppel (2). — Primitiver Gaumen bei Homo, Felis, Lepus. Peter (1). — Nasen-
muscheln von Homo und Lepus. Peter (2). — Entwickelung der elastischen Fasern
der Lunge bei Föten und Neugeborenen von Homo, Mus, Lepus. Teuifel. —
Bradypus tridactylus marmoratus, Bronchialbaum. Simon. — Anatomie der
Riechstrahlung von Dasypus villosus. Zuekerkandl (4). — Nasenmuschel der
Monotremata. Zuekerkandl (5).
64 I. Mammalia für 1902.
g ER } 16. Blut- und Lymplhegefässe,
Zur Kenntniss der Erythroeytenbildung bei Mus var. alba. Aschheim. —
Variabilität der kleineren Acste der Aorta abdominalis bei Canis, Felis, Cavia,
Lepus, Equus. Barpi. — Blutzirkulation, Capillaren, Leuceocyten von Canis
Jamiliaris-Embryonen. Bonnet. — Fehlen der Vena cava anterior bei Canis.
Bradley (1). — Entstehung der Pulmonararterien bei Embryonen von Lepus.
Bremer. — Neues praktisches Mittel zur Unterscheidung von Menschen- und
Thierblut. Butza. — Lymphräume um die Hodenkanälchen von Canis und
Ovis. Capurro (1). — Blutkreislauf im Hoden von Canis. Capurro (2%). — Lymph-
system in den Extremitäten von Felis. Davison. — Eosinophile Zellen im Ganglion
Iymphatium "von Felis, Erinaceus, Lepus, Sus. Delamare. — Arterio-venöse
Anastomosen im Markraum der Endphalangen von Lepus. Grosser. — Antheil
der Milz an der Bildung rother Blutkörperchen bei Zepus. Heinz. — Leucocyten
von Lepus euniculus. Messe. — Spermophilus und Sus, Entstehung und Ver-
mehrung der Blutzellen. Janosik. — Amöboide Bewegungen der Lymphocyten
‚von Homo und Lepus. Jolly (1). — Gefässsystem der Säugethiere. Leche (4). —
Vergleichend-anatomische Untersuchung der Arteriae iliacae von Canis, Felis,
Cavia, Lepus, Equus. Levi (2). — Canis, Mus, Lepus, die Pfortader und ihre
Wandung. Lewis, Fred. — Bau und Thätigkeit der Homolymphdrüsen von
Macacus, Canis, Felis, Talpa, Mus, Equus, Bos. Lewis, Thomas. — Beziehungen
der Lymphgefässe zum Bindegewebe bei Embryonen von Sus. Mae Callum. —
Ovis, Herzmuskelfasern und Purkinjesche Fasern. Marceau (1). — Sus und Bos.
Herzmuskelfasern. Marceau (2). — Chiasmus und Kommissuren am Boden des
dritten Ventrikels von Lepus. Myers. — Ursprung der Gefässe vom Arcus aortae,
'Parsons (1). — Wirkung des Giftes von Vipera auf das Blut von Canis und Lepus.
Phisalix. — Lymphgefässsystem bei den Embryonen von Sus. Sabin. — Mikro-
skopischer Bau der Lymphdrüsen von Canis, Equus, Sus, Bos. Richter. —
Entwickelung des Lymphgefässsystems bei Embryonen von Sus. Sabin. — Blut-
kapillaren und intercelluläre Kanälchen der Leber von Lepus eunieulus. Schäfer
{1 u. 2). — Herzinnervation bei Felis domestica, F. leo, Canis familiaris, Ovis
musimon. 'v. Sehuhmaeher (#). — Herznerven von Homo und Primates. v. Schuh-
macher (2). — Bradypus tridactylus marmoratus, Herz. Simon. — Entstehung
der Wand der Pfortader in der Leber von Canis, Mus, Lepus. Suchard. — Ent-
wiekelungsgeschichte der Kopfarterien von Homo und Mus. Tändler. — Herz-
nerven der Säugethiere. Toldt. — Anastomosen im Ohrlappen von Lepus. Vasta-
rini-Cresi. — Extremitätenarterien von Ovis, Entwickelung. Vriese. — Blut-
Iymphdrüsen und Beziehungen zu Milz und Lymphdrüsen. Weidenreieh (1).
— Blut, blutbildende und -zerstörende Organe. Weidenreich (2).
17. Verdauungsorgane und Leibeshöhle.
Ganglien in der Muscularis mucosa des Darmes von Canis, Felis, Lepus, Sus.
: Anile. — Veränderungen im Knochen von Phocaena. Bönninghaus. — Lymph-
system in den Extremitäten von Felis. Davison. — Lepus, centrale Bahnen
des Kau: und Schluckaktes. Economo. — Kloake von Canis, Felis, Talpa, Cricetus
Fleischmann. — Entfernung der extrakardialen Herznerven. »Friedenthal —
Langerhanssche Inseln im Pankreas von Felis leo. Gentes (1). — Nerven-
endigungen der Langerhansschen Inseln des Pankreas von Mus. Gentes (%). —
I. Mammalıa für 1902. {
w.
-
-
Magenverdauung neugeborener Hunde. @melin. — Veränderungen in der Leber
von Canis infolge von Ermüdung. Guerrini. — Schicksal der zweiten Schlund-
spalte. Hammar. — Funktion der Milz bei Zepus. Heinz. — Bemerkungen zu
Völkers Aufsatz Entwickelung des Pankreas bei den Amnioten. Helly. — Pho-
caena commaunis, Eingeweide. Hepburn u. Waterson. — Trophospongien der
Darmepithelzellen bei Felis. Holmgren (1). — Saftkanälchen der Leberzellen.
Holmgren (2). — Innervation der Speiseröhre von Felis u. Lepus. Koslowsky.
— Struktur des Pankreas von Canis. Laguesse. — Folgen der Unterbindung
des Pankreas von Cavia. Kaguesse u. Gontier de la Roche. — Taenia semicircu-
laris bei Erinaceus, Mus, Cavia. Löwenthal. — Anpassung des Gebisses bei den
Diprotodontes. Lönnberg (1). — Beziehungen zwischen dem Gewichte der Leber
und dem Gesammtgewicht bei Canis, Erinaceus, Cavia, Lepus. Maurel. — Magen-
drüsen von Marmotta marmotta im Sommer und Winter. Monti. — Verdauungs-
apparat (Zunge, Leber, Pankreas). @ppel. (1) — Bildung des primitiven Gaumens
bei Homo, Felis, Lepus. Peter (1). — Entwicklung von Leber, Pankreas und
Milz. Piper. — Aeussere Formverhältnisse der Leber bei Primates und Pro-
simiae. Ruge. — Ausfuhrgänge des Pankreas von Canis, ihre Mündung in den
Darm. Revell. — Intercelluläre Kanälchen der Leber von Lepus cunieulus und
Blutkapillaren. Schäfer (1 u. %). — Normale und pathologische Morphologie
der inneren Sekretion des Pankreas von Canis, Felis, Lepus. Ssobelew. — Ent-
stehung der Wand der Pfortader in der Leber von Canis, Mus, Lepus. Suchard.
— Nervenendigungen im Bauchfell und Diaphragma von Cavia und Lepus.
Timofejew. — Entwickelung der vorderen Wand der Parietalhöhle von Lepus.
Tourneux. — Spermophilus eitillus, Entwickelung des Diaphragmas. Völker.
— Bau der Dünndarmzotten von Felis, Mus, Lepus. Vosseler. — Milz und ihre
Beziehungen zu den Blutlymphdrüsen bei Ovis. Weidenreich (1). —
15. Drüsen.
Winterschlafdrüse von Lepus, timidus Mus, Arvicola, Myoxus, Marmotta,
Sciurus, Cavia, Lepus cuniculus, Erinaceus und Vespertilio. Auerbach. — Karpal-
organ bei Hapalemur Griseus. Beddard (3). — Kastanien der Pferde. Beddard (6).
— Entwickelung der Mammarorgane bei den Marsupialia. Breslau (1 u. 2). —
Mesenterialdrüsen von Felis, Erinaceus, Lepus, Sus. Delamare. — Basalmembran
der Submaxillardrüse von Sus. Flint. — Langerhanssche Inseln im Pankreas
von Felis leo. Gentes. — Fermentbildung in den Magendrüsen von Canis. Gmelin.
— Veränderungen in der, Leber von Canis infolge Ermüdung. &uerrini (1). —
Winterschlaforgan bei Zepus, Mus u.a. v. Hansemann. — Interskapulardrüsen
bei Embryonen von Homo. Hatai. — Funktion der Milz von ZLepus. Heinz. —
Saftkanälchen der Leberzellen von Erinaceus. Holmgreen (2). — Folgen der
Unterbindung des Pankreas bei Cavia. Laguesse u. Gontier de la Roche. —
Hassalsche Körperchen im Thymus von Cavia und Lepus. Letulle u. Nattau-
Lar mier (1). — Besondere Zellen der Thymusdrüse von Lepus. Letulle u. Nattau.
Larmier (2). — Hämolymphdrüsen von Macacus, Canis, Felis, Talpa, Mus, Equus,
Bos, Bau und Thätigkeit. Lewis. — Funktion der Milchdrüse von Cavia. Limon
(b). — Gewicht der Leber und seine Beziehungen zum Gesammtgewicht bei
-Canis, Erinaceus, Cavia, Lepus. Maurel. — Magendrüsen von Marmotta im
Sommer und Winter. Monti, R. u. A. — Pankreas und Leber. Oppel (1). —
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (I.) 5
66 . I. Mammalia für 1902.
Entwickelung von Leber und Pankreas. Piper, — Ausführgänge des Pankreas
bei Canis. Revell. — Mikroskopischer Bau der Lymphdrüsen von Canis, Equus,
Sus, Bos. Riehter. — Die äusseren Formverhältnisse der Leber bei Primates.
Ruge. — Intercelluläre Kanälchen der Leber von Lepus cuniculus. Schäfer (1 u. 2).
— Normale und pathologische Sekretion des Pankreas bei Felis, Canis, Lepus.
Ssobelew. — Blutlymphdrüsen von Ovis und ihre Beziehungen zu Milz- und
Lymphdrüsen. Weidenreich (1).
19. Harn- und Geschlechtsorgane.
Farbenreaktionen der Nierenepithelien von Canis, Felis, Cavia, Mus, Capra.
Arnold (1). — Färbungsversuche der Nierenepithelien. Arnold (2). — Zwei-
schwänzige Spermien im Sperma der Säugethiere. Ballowitz. — Nebenniere von
Cavia. Bernard u. Bigat. — Uterindrüsen, Placentarlabyrinth und geburtsreife
Placenta von Canis familiaris. Bonnet. — Vergleichende Histologie der Pla-
centa. Bonnet. u. Kolster — Lymphräume um die Hodenkanälchen von Canis
und Ovis. Capurro (1). — Blutkreislauf im Hoden von Canis. Capurro (2). —
Nervenendigungen im Hoden von Lepus. «Cavalie (1). — Bau der Niere von
Delphinus. Cavalie u. Jolyet. — Placenta von Dasypus sexeinctus. Chapman (2).
— Placenta des Kaninchens, ihr Gehalt an Glykogen, Fett und Eisen. Chipman.
Bildung der Corpora lutea von Lepus. Cristalli. — Bau und Lage der Dottersack-
gefässe von Felis domestica. Dexter. — Bau und Funktion des Markes in der
Nebenniere von Mus und Lepus. Felieine. — Entstehung des Müllerschen Ganges,
Ausbildung und Bau des Uterus von einem Fötus von Bos u. a. Ferroni. —
Histologie der Muttertrompete während der Trächtigkeit des Uterus bei Lepus
cuniculus. Fiori. — Kloake und Phallus bei Canis, Felis, Talpa, Cricetus. Fleisch-
mann. — Epithel im Nebenhoden von Mus musculus. Fuchs. — Entwickelung
und Struktur der interstitiellen Zellen des Hodens von Semnopithecus, Vespertilio,
Mus. Ganfini. — Nerven und Nervenendigungen im Uterus von Lepus cuni-
culus und Mus musculus. Gentes (3). — Veränderungen in der Niere von (anis
infolge von Ermüdung. Guerrini (1). — Saftkanälchen der Epithelzellen der
Nebenniere von Erinaceus. Holmgreen (2). — Corpora cavernosa von Felis
domestica. Jackson. — Histologie und Physiologie der Placenta von Mus.
Jenkinson. — Anatomie des Urogenitalkanales von EZchidna aculeata. Keibel.
— Umgestaltung des Affenuterus nach der Geburt. Kohlbrügge (1). — Eigen-
artiger Process in den Samenblasen von Alces alces. Kolster (1). — Vorgänge
in der Schleimhaut des Uterus während der Brunft und nach der Befruchtung.
Kolster (2). — Histogenese der Spermien von Phalangista vulpina. v. Korfi.
— Placentation von Spermophilus. Lee (1). — Hermaphroditismus bei Bos;
rechts Hoden, links Ovarium. Lesbre u. Forgeot. — Entstehung der Call-Ex-
nerschen Körper im Ovarium von Cavia und Lepus. Levi (1). — Vakuolen im
Granulosaepithel der Graafschen Follikeln von Lepus. Limon (1). — Inter-
stitielle Zellen des Ovariums von Erinaceus, Talpa, Mus, Cavia, Myotus, Lepus.
Limon (3). — Weibliche Fortpflanzungsorgane von Oryptoprocta. Lönnberg (3).
— Sekretion des Hodens von Canis, Felis, Vespertilio, Cavia. Loisel. — Ver-
suche mit osmiumhaltigen Reagenzien an den Spongiocyten der Zona faseicularis
der Nebenniere von Canis und Cavia. Mulon. — Lageveränderungen in den
Üentralkörpern der Spermatiden von Cavia. Niesing. — Abhängigkeit der Urin-
J. Mammalia für 1902, 67
menge von Erinaceus von der Jahreszeit. No& (3). — Giftgehalt des Urins.
No& (4). — Zur Kenntniss der acessorischen, para-urethalen Gänge am Penis.
Paschkis. — Omentum vom acht Tage alten Lepus cuniculus. Renaut. — Pla-
centa von Erinaceus europaeus. BResink. — Typische und atypische Spermien-
formen von Homo, Cavia, Lepus, Bos. Retzius (3). — Beziehungen zwischen
den Geschlechtsorganen und dem Geweih der Cervidae. Rörig (1). — Renal-
kapsel von Cavia während der Sekretion, zum Theil durch Pilocarpin-Ein-
spritzungen hervorgerufen. Riradeau-Dumas. — Prostata-Drüsen. Schepens.
— Placenta der Bradipodydae. Simon. — Entwickelung der Nebenniere von
Ovis u. a. Soulie. — Hoden des erwachsenen Maulthieres. Stephan. — Gravide
Uteri von Simia. Strahl (1). — Entstehung des intervillösen Raumes und Funktion
des Syneytiums bei Centetes ecaudatus. Strahl (2). — Embryonalhüllen und Pla-
centa. Strahl (3). — Rückbildungserscheinungen am graviden Uterus von Putorius
/uro. Strahl u. Henneberg. — Das Spermatozoid im Ei von Vesperugo noctula.
v. d. Stricht. — Vergleichende Anatomie der Urethra von Felis, Sciurus, Mus,
Cavia, Lepus. Striekland- Goodall. — Oogenese von Lepus cuniculus. v. Wini-
water.
III. Faunistik.
I. Allgemeine Faunistik.
Verbreitung der fossilen und rezenten Edentata. Greve. — Thierverbreitung.
Lydekker (11). — Thiergeographie. Matschie (2). — Geographische Abänderungen
der Ginsterkatzen. Matschie (3). — Verbreitung der Edentata. Palacky. —
Verbreitung der Mikrochiropteren. Palacky (2). — Verbreitung der Marsupialia.
Palacky (3). — Fossile Rodentia und die während des Tertiärs bestehenden Land-
verbindungen. Schlosser (1).
II. Europa.
Allgemeines. Europäische Wildrinder. Lydekker (16). — Rupicapra tragus,
Verbreitung. Schleiff.
Deutschland. Die letzten hier geschossenen Luchse. Eekstein. — Spermo-
philus eitillus, Verbreitung. Jacobi. — Die Säugethierwelt Deutschlands einst
und jetzt in ihren Beziehungen zur Thierverbreitung. Matschie (1). — Deutsche
Hirscharten. Matschie (4 u. 5). — Putorius lutreola in Ostpreussen. Nehring (15)
— Putorius lutreola in Mecklenburg. Nehring (16 u. 1%). — Eine angebliche
Ringelrobbe bei Misdroy. Nehring (19). — Ein Seehund in der Havel. Nehring (20).
— Der Luchs von Misdroy. Nehring (21). — Mäuseplage zwischen Ems und Elbe.
Poppe.
Balkanhalbinsel. Griechische Gliridae und Muridae. Nehring (1).
Frankreich. Einfluss der Pyrenäen auf die Thierwanderungen zwischen
Frankreich und Spanien. Scharff (3).
Grossbritanienn. Lepus variabilis in Caithnessshire. Dunbar. — Der Igel
in Argylishire. Godfrey. — Vespertilio mystacinus in Co. Waxford. Meoffat. —
Mustela martes in Ross-shire. Morley. — Der Biber im Themsethal. Newton.
— Rhinolophus hipposideros in Co. Clark. Scharfif (2).
Italien. Kalabrische Säugethiere. Armando.
A*
68 I. Mammalia für 1902.
Oecsterreich- Ungarn. Myozxus intermedius in Tirol. Nehring (6).
Skandinavien (mit Island). Das Pferd auf Island und den Faröern. Palleske.
Spanien. Säugethiere der asturischen Küsten. Granio. — Einfluss der
Pyrenäen auf die Thierwanderungen zwischen Spanien und Frankreich. Scharff (3).
Eine @enetta von den Balearischen Inseln. Thomas (20).
III. Afrika.
Allgemeines. Afrikanische Eichhörnchen. Neumann (5).
Abyssinien. Jagdreise durch Abyssinien. Cotton. — Primates, Hyracoidea.
Neumann (3). — Während Powell-Cottons Reise erbeutete Säugethiere ( Bovidae).
Rothschild (1). — Carnivora und Rodentia von Abyssinien und dem Tsana See.
Thomas (39).
Aegypten. Aegyptische Zoologie. Anderson u. de Winton. — Zwei neue
Arten von @erbillus. Be Winton (1). — Zwei neue Leporidae. De Winton (3).
—— Reise nach Aegypten. Stromer v. Reichenbach (4).
Angola. Antilopen. Bocage. — Carnivora und Rodentia. Thomas (32).
Central- Afrika. Das neu entdeckte Okapi. Johnston (2). — Okapia, ein
neues Genus der Giraffidae. Lankester (1). — Eine am Kongo entdeckte Art von
Atherura. Thomas (10).
Loango. Zwei neue ‘Potto-Arten vom französischen Kongo-Gebiet. De
Winton (2).
Nordafrika. Von der Whitaker-Expedition in Tripolis gesammelte C'hiroptera
und Rodentia. Thomas (38).
Ostafrika. Ostafrikanischer Wildschutz. Buxten. — Die Säugethiere
Ugandas. Johnston (1). — Säugethiere des Masailandes. Hinde. — Gazellen
des Somalilandes. Moreau (1). — Neue nordost- und ostafrikanische Primates,
Carnivora, Rodentia, Artiodactyla. Neumann (1). — Zebra vom Kilima-Ndjaro.
Noack (5). — Ostafrikanische Reise und Jagd. Pease (1). — Antilopen aus dem
Somalilande und Abyssinien. Pease (2). — Blaue Schopfantilope von Nyassa-
land. Thomas (1). — In Britisch-Östafrika entdeckte Mäusearten. Thomas (5).
— Eine Ginsterkatze von Britisch-Ostafrika. Thomas (1). — Der Lycaon und
der Pedetes von Britisch-Ostafrika und ein @erbillus von Nord-Nyassaland.
Thomas (14). — Ein Dik-Dik aus Britisch-Ostafrika. Thomas (24). — Ein Affe
von Nyassaland. Thomas (25). — Der ostafrikanische Vertreter des Bongo.
Thomas (29). — Ein neuer Rhynchocyon von Nyassaland. Thomas (31). — Säuge-
thiere vom nördlichen Nyassaland. Thomas (37).
Westafrika. Die Sirenia des Niger. Gratiolet.
Madagaskar. Thierwelt am Ende des XIX. Jahrhunderts. Grandidier (2).
— Säugethiere. Major (13). — Madagassishee Säugethiere im Museum zu Lissabon.
de Seabra.
IV. Asien.
Afghanistan. Der Markhor von Kabul. Lydekker (5).
Ceylon. Jagd im Tieflande. Clark. — Nesokia gracilis von Ceylon. Nehring (4).
China, Mandschurei, Mongolei und Japan. Von Rothschild in Okiwana
(Liu-Kiu-Insein) gesammelte C'hiroptera und Muridae. Bonhote (2). — Pseu-
I. Mammalia für 1902. 69
dazis dybowskyi in seiner Heimat. Köhler, E. M. — Elaphurus davidianus.
Lydekker (0). — Neuer Hirsch der Dsungarei. Noack (2%). — Zwei neue Säuge-
thiere (Chiroptera, Insectivora) aus China. Thomas (21). — Eine Fledermaus
vom Yangtse-kiang. Thomas (22). — Der Panda von Szechuen. Thomas (28).
Hinter-Indien. Hyelaphus porcinus in Burma. Evenas. — Arctitis binturong,
Verbreitung. @ustalet (2). — Von Mr. Lyle in Siam gesammelte Leporidae.
Bonhote (1).
Kleinasien und Palästina. Spalax fritschi von Libanon. Nehring (2). —
Heutige Verbreitung der Säugethiere in Palästina. Nehring (3). — Lyncus chryso-
melanotis aus Palästina. Nehring (5). — Geographische Verbreitung der Säuge-
thiere in Palästina und Syrien. Nehring (9).
Malayischer Archipel. Die kleinen Raubthiere Sumatras. Henne am Rhyn.
— Der Nasenaffe von Borneo. Jentink (2). — Primates, Chiroptera, Insectivora,
Rodentia, Artiodactyla der Andamanen und Nikobaren. Miller (1). — Zwei neue
malayische Tragulidae. Miller (5). — Rodentia und Ungulata aus Sumatra.
Miller (9). — Arctitis binturong, Verbreitung. @ustalet (2). — Primates, Sciuridae,
Tragulidae von Sumatra. Stone u. Rehn. — Neuer Hipposiderus von Borneo.
Thomas (11). — Neue Fledermaus von Neu-Guinea. Thomas (6). — Mydaus-
Arten von Borneo. Thomas (15). — Eine neue Uromys von den Salomons-Inseln.
Thomas (17). — Der indo-australische Archipel und die Geschichte seiner Thier-
welt. Weber.
Persien. Carnivora und Rodentia. Thomas (32).
Sibirien u. Centralasien. Meles arenarius Satunin und die sibirischen Arten
des Dachses. Kascenko (l). — Arctomys bungei n.sp. und andere sibirische
Murmelthiere. Kascenko (2). — Ein neuer Elch. Lydekker (2). — Ein Wapiti.
Lydekker (3). — Centralasiatische Steinböcke. Noack (4). — Murmelthier von
Nordsibirien. Thomas (16).
V. Amerika.
Allgemeines. Zwanzig neue Fledermäuse. Miller (2). — Synopsis der ameri-
kanischen Mustelidae. Rhoads (2). — Die Hirschfamilie (Cervidae und Antilo-
capridae). Roosevelt u. a. — Nordamerikanische Säugethiere. Stone u. Crane.
Nordamerika. Alaska. Neues Ren von der Alaskahalbinsel. Allen,
3. A. (3). — Neuer Bär von der Alaska-Halbinsel. Allen, 3. A. (4). — Neues
Schaf von der Kenai Halbinsel. Allen, 3. A. (5). — Von der Stone-Expedition
gesammelte Säugethiere. Allen, 3. A. (8). — Zwei neue Bären. Merriam (6).
Kanada. Neues Ren vom nördlichen Britisch-Kolumbien. Allen, J. A. (6).
— Kanadische Säugethiere. Hollis. — Neuer Elch von Arizona. Nelson. —
Neue Arten von Synaptomys und Phenacomys. Preble (1). — Biologisches aus
der Hudson Bay Region (Insectivora, Mustelidae, Rodentia). Preble (2).
Vereinigte Staaten: Synopsis der nordamerikanischen Arten der
Gattung Sigmodon. Bailey (1). — Sieben neue Rodentia von West-Texas.
Bailey (2%). — Zwei insulare Insectivora von Ost-Massachusets. Bangs (1). —
Lynx wınta vom Felsengebirge. Merriam (3). — Zwei neue Soricidae aus Kali-
fornien. Merriam (5). — Zwei neue Leporidae vom südlichen Texas. Miller (4).
— Reismaus der Vereinigten Staaten. Rhoads (1). — Säugethiere von Pen-
sylvanien und Neu- Yersey, Rhoads (3).
70 1. Mammalia für 1902.
Centralamerika, Westindien, Mexiko. Wenig bekannte Säugethiere.
Barber. — Neue Fledermaus (Gatt. Phyllostoma) vom Isthmus von Panama.
Lyon (1). — Fledermäuse aus Mexiko. Menegaux (% u. 3). — Zwanzig neue
Taschenmäuse (Heteromys und Liomys) aus Mexico. Merriam (1). — Neue Pri-
mates, Carnivora, Rodentia aus Mexico. Merriam (2). — Neue Fledermaus von
Dominica. Miller (6). — Galictis allamandi aus Honduras. Nehring (8). — Marsu-
ptalia von der Westküste von Panama. Thomas (40).
Südamerika. Allgemeines. Südamerikanische Opossums der Gattung
Didelphys. Allen, 3. A. (9). — Die Thierwelt der grossen Gebirge und Wälder.
Fountain. — Zwei Fledermaus-Arten. Menegaux (1). — Entwickelung süd-
amerikanischer Säugethiere. Seott.
Bolivien. Carnivora und Rodentia von Cochabamba. Thomas (3). —
Rodentia der Hochebene von Südbolivien. Thomas (7). — Neue Gattungen
der Muridae und Octodontidae des Hochlandes. Thomas (36).
Brasilien. Fossile Säugethiere im Inneren von Pernambuco und Ala-
goas. Brunner. — Rodentia von Parana. Thomas (2).
Columbien: Neue Fledermaus. Lyon (2).
Guiana: Säugethiere aus Französisch-Guiana. Menegaux (4).
Patagonien. Cervidae und Camelidae aus Patagonien. Prichard (1).
— Reise durch Patagonien (Felidae, Edentata). Priehard (2).
Venezuela. Soricidae der Margarita Insel. Allen, @. M. (2).
VI. Australien.
Die Bedeutung Australiens für die Heranbildung des Menschen aus einer
niederen Form. Schoetensack. — Neue Muridae und Marsupialia. Thomas (33).
VII. Arktis.
Die Phocidae des nördlichen Stillen Ozeans und des Berings-Meeres. Allen,
3. A. (12). — Vier neue arktische Füchse. Merriam (8). — Fauna Grönlands.
Winge.
VIII Antarktis.
Antarktische Säugethiere. Hamilton (1). — Pinnipedia. Wilson.
IX. Pelagische Formen.
Delphinus albirostris in Great Yarmouth. Patterson (%2).. — Phoca
groenlandica im Tay. Rodger. — Lagenorhynchus albirostris in der Bucht von
Dublin. Seharff (1). — Orca gladiator in der Solway-Bucht. Service. — Tarsiops
tursio im Moray Firth. Taylor. — Phoca groenlandica im Norden von Shetland,
Turner. — Robben, Wale und Delphine des Clydie Sees. Watt,
I. Mammalia für 1902. al
X. Prähistorische Faunen.
1. Europa.
Allgemeines. Europäische Pferde und ihre mutmassliche Domestikation.
Munro.
Deutschland. Die Ausgrabung eines römischen Brunnens bei Donstetten.
(Canidae, Equidae). Fraas. — Primates, Carnivora, Rodentia, Ungulata aus
den süddeutschen Bohnerzen. Schlosser (3). — Acerathium-Schädel aus dem
Dinotheriensand von Niederbayern. Stromer v. Reichenbach (3). — Elephas
trogontherii in Schlesien. Volz u. Wüst. — Uryptopithecus macrognathus aus den
Braunkohlen von Messel. Wittich (1). — Myolagus zitteli von Eppelsheim.
Wittich (2).
Balkanhalbinsel. Mustela palaeattica aus dem oberen Miocän von Pikermi.
Major (2). — Knochenlager von Pikermi, Attika und Nord-Euböa. Woodward (2).
Belgien. Delphinidae aus dem oberen Miocän der Umgegend von Antwerpen.
Abel (1).
Frankreich. Fossilien aus der Nähe von Montmaurin (Haute-Garonne).
: Boule (2). — Auffindung von Pachyhyaena in der Nähe von Paris. Boule (4). —
Elephas primigenius in der Basse-Provence. Repelin.
Grossbritannien. Ausgestorbene Wirbelthiere in Westbury an Severn.
Hinton. — Proboscidea, Reste in Nord-Staffordshire. Ward.
Italien. Ursus spelaeus in der Provinz Como. Flores. — Palorchestes azael ( ?)
auf der Sorrento-Halbinsel. Gregory. — Elephas primigenius in Italien. Portis.
— Fossile Vertebrata aus der Provinz Messina. Seguenza. — Reste von Diplodon
aus dem Pliocän von Ociana. Ugolini (1 u. 2%). — Reste von Sus erymanthicus
aus dem Val di Magra. Ugolini (3). — Reste von Ursus spelaeus von Uliveto.
Ugolini (4).
Mittelmeerinseln. Zwergflusspferd von Cypern. Major (3 u. 5). — Mustela
palaeattica von Samos. Major (2).
Oesterreich-Ungarn. Säugethierzähne aus dem Basalttuff von Waltsch.
(Böhmen). Laube.
Russland. Knochenfunde im Gouvernement Cherson. Pavlow (1). — Ma-
stodon borsoni, neue Funde im Süden Russlands. Pavlow (2). —
Schweiz. Prähistorischen Hunde und die jetzt lebenden Rassen. Studer (1).
— Thierreste aus dem Pleistocän von Schaffhausen. Studer (2).
Spanien. Fossile Felidae aus den Pyrenäen. Filhol. — Auffindung eines
Körpers von „Globicephalus“ in Vilazar. de Zulueta.
2. Afrika.
Aegypten. Ausgestorbene Proboscidea und Sirenia. Andrews (1). — Ein
pliocäner Ungulate von Wadi-Natrun. Andrews (2). — Neue Carnivora und
Ungulata aus dem Eocän. Andrews (3) u. Beadnell.
Madagaskar. Ausgestorbene Lemuroidea. Grandidier (1). — Hippopotamus
madagascariensis von Sirabe. Major (2). — Ausgestorbene Säugethiere.,
Maior (13).
3. Asien.
China. Fossile Säugethiere Chinas. Schlosser (2).
Al I. Mammalia für 1902.
4. Amerika.
Allgemeines. Hasen und Biber des nordamerikanischen Tertiärs. Matthew (4).
Nordamerika. Allgemeines. Die fossilen Wirbelthiere Nordamerikas.
Hay.
Kanada. Mastodon von Mount Brydges. Smith, J. 6.
Vereinigte Staaten: Fossile Säugethiere von Montana. Dou-
wlass, E. — Auffindung eines Schädels von Ovibos cavifrons in Ohio. Hatcher. (%)
— Dinocyon-Schädel aus dem Miocän von Texas. Matthew (1). — Neue Canidae
aus dem Miocän von Kolorado. Matthew (3). — Pleistocäne Antilocapridae von
Hay Springs, Nebraska. Matthew (6). — Primates und Mixodectidae aus dem
Eocän. Osborn (6). — Aufeinanderfolge fossiler Gattungen. Osborn (7). —
Multituberculata aus dem Nordwesten. Osborn (8).
Centralamerika. Fossile Rodentia von Cuba. Vaughan.
Südamerika. Argentinien. Tertiär- und Kreideformationen.
Ameghino (3). — Säugethiere und Vögel der Tierra del Fuego. Dabbene. —
Carolibergia azulensis, ein neuer Toxodontier des Pampas-Gebietes. Mercerat.
Bolivien: Carnivora, Rodentia, Ungulata, Edentata aus dem Tarija-
Thale. Ameghino (6). — Säugethierfossilien im Tarija-Thale. Nordenskiöld,
Patagonien: Neue Primates, Ungulata, Edentata, Marsupialia.
Ameghino (1). — Primates, Rodentia, Ungulata, Marsupialia des Tertiärs in
Colpodon. Ameghino (2). — Höhlenfunde von Ultimo Esperanza im südwest-
lichen Patagonien. Hauthal. — Grypotherium u.a. und ihre Gleichzeitigkeit
mit den südpatagonischen Höhlenbewohnern. Lehmann-Nitsche (1). — Neue
Reste von Säugern (Felidae) aus der Eberhardhöhle in Ultima Esperanza. Roth.
IV. systematischer Theil.
Primates.
Allgemeines.
Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16. — Plexus cervico-brachialis
der Primates. Bolk, Petrus Camper Jena. Theil I, S. 371—567, 39 fig. —
Musculus pupillae opticus. Nicolai, Verh. d. Ak. Amsterdam, Theil 9, No. 3,
13 S., fig., Taf. — Besonderheiten des menschlichen Schädels im Gegensatze
zu den entsprechenden Schädelgegenden der Simiidae. Duekworth, Journ.
Anat. Physiol. norm. pathol. XXXV, 8. 257—260. — Primordialeranium
Fischer, Anat. Anzeiger XXI, S. 410. — Plagiokephalie und Plagioprosopie.
Frasetto, Anatom. Anzeiger XXIII, 8. 25>—30. — Rhachitis bei Primatis.
Frassetto, Zeitschr. f. Morphologie IV, S. 365—377, Taf. III. — Inseln des
Menschen- und Anthropoidengehirnes. Moll, Arch. f. Anatomie 1902, S. 1
— 44, Taf. 1 u. 2. — Inflation des Nasenkanales, sinus maxillaris und inferior
meatus bei Menschen und Affen. Keith, Proc. Anat. Soc. Great Britain
1902, S. 57—61, figg. — Vertheilung der Wirbel und Verschiebung des
Beckens. Keith, Journ. Anat. Physiol. norm. pathol. XXXVII, S. 18—40,
figg. — Umgestaltungen des Uterus nach der Geburt. Kohlbrügge, Zeitschr.
f. Morphol. IV, 8. 1—16, figg. — Schädelmasse der Affen und Halbaffen,
I. Mammalia für 1902. 73
Kohlbrügge, ebenda S. 318—348. — Nordamerikanische eocäne Primates.
Osborn, Bull. Amer. Museum XVI, S. 169.
Anthropopithecus. Verkürzung der menschlichen Kiefer und Molaren, verglichen
mit denen von Anthropopithecus. Gaudry, Compt. Rend. Acad. Sci. Paris,
Bd. 134, S. 269—270. — Inflation des Nasalkanales. Keith, Proc. Anat.
Soc. Gr. Britain 1902, S. 47—5l, figg. — Morphologie der Insula Reilii.
- Retzius, Biolog. Untersuch. Retzius, Bd. 10, S. 15—20, Taf. 4—6. — Mor-
phologie des Gehirnes. Zuckerkandl, Zeitschr. f. Morphologie IV, S. 463
—499, Tf. 15—17.
Gorilla gina. Verkürzung der menschlichen Kiefer und Molaren verglichen mit
denen von Gorilla. Gaudry, Compt. Rend. Acad. Sci. Paris, Bd. 134, S. 269
—270. — Wirbelzahl und Vertheilung, Verschiebung des Beckens. Keith,
Journ. Anat. Physiol. Norm. pathol. XXXVII, S. 18—40, figg. — Inflation
des Nasalkanales. Keith, Proc. Anat. Soc. Great Britain 1902, S. 47—5l,
fisg. — Der Riesen-Gorilla des Museum Umlauff. Paschen, Hamburg, 16 S.,
Ilustr.
Simia satyrus, Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18. —
Gehirn. Bolk, Petrus Camger, Jena. Theil I, 1. Aufl., S. 25—84, 2 Taf.,
34 Textabbildungen.
Papio, Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18. — Morpho-
logie der Insula Reilii. Retzius, Biolog. Untersuch. Retzius, Bd. 10, S. 15
—20, Taf. 4-6. — Aeussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Mor-
pholog. Jahrbücher XXIX, 8. 450 u. XXX, S. 42. — Herznerven (Nervus
depressor). v. Schuhmacher, Anz. d. Akad. Wien, Jahrg. 39, S. 223—261.
— Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen bei den Mammalia und anderen
Wirbelthieren. Smith, @. E., Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 309
—319, 3 figg. — Der Achselbogen des Menschen und paniculus carnosus.
Tobler, Morphol. Jahrbücher XXX, S. 450.
Anthropodus n. g. für A. rouvillei, n. sp., Pliocän von Frankreich. Lapouge, Bull.
Soc. Ouest. France, 1894, S. 202. — Anthropodus (Schlosser 1901, nicht
Lapouge 1894) brancoi aus den süddeutschen Bohnerzen. Sehlosser, Pal.
Abhandl. IX, S. 111.
Dryopithecus, Verkürzung der menschlichen Kiefer und Molaren verglichen mit
Dryopithecus. Gaudry, Compt. Rend. Acad. Sci. Paris, Bd. 134, S. 269—270.
Anthropopithecidae Allgemeines. Tasthaare am Fussgelenk-
Beddard, Proc. Zool. Soc. London I, S. 127. — Inflation des Nasalkanales
beim Schimpansen. Keith, Proc. Anat. Soc. Great Britain 1902, S. 57—61,
fieg. — Verschiebung des Beckens. Keith, Journ. Anat. Physiol. norm.
path. XXXVII, S. 18—40, figg.
Simia. Trigeminusganglion. Coenen, Arch. f. mikrosk. Anatomie XL, S. 514.
— Verkürzung der menschlichen Molaren, verglichen mit denen von Simia.
Gaudry, Compt. Rend. Acad. Sci. Paris, Bd. 134, S. 269—270. — Vollständige,
Theilung der Kieferknochen. Hrdlieka, Amer. Naturalist, Bd. 36, Nr. 244
S.273—294. — Zahl und Vertheilung der Wirbel, Verschiebung des
Beckens. Keith, Journ. Anat. Physiol. norm. pathol. XXXVII, S. 18—40,
figg. — Morphologie der Insula Reilii. Retzius, Biolog. Untersuch. Retzius,
Ba. 10, S. 15—20, Taf. 4—6, — Beobachtungen in der Gefangenschaft.
74 I. Mammalia für 1902.
Sanyal, Journ. Asiat. Soc. Bengal. Jahrg. 71, S. 92. — Trächtiger Uterus.
Strahl, Anatom. Anzeiger XXII, S. 170.
H ylobatidae. Hwylobates spe. Verkürzung der menschlichen Kiefer und
Molaren verglichen mit denen von Hylobates. Gaudry, Compt. Rend. Acad.
Sci. Paris, Bd. 134, S. 269—270. — Wirbelzahl und -Vertheilung, Ver-
schiebung des Beckens. Keith, Journ. Anat. Physiol. norm. pathol. XXXVII,
S. 18—40, figg. — Morphologie der Insula Reilii. Retzius, Biolog. Untersuch.
Retzius, Bd. 10, S. 15—20, Taf. 4—6. — Morphologie des Gehirns. Zucker-
kandl, Zeitschr. f. Morphol. IV, S. 463—499, Taf. 15—17.
Hiylobates gibbon Miller, 7. javanicus Matschie, H. lar L., H. mülleri Mart.,
Untersuchung des Musculus biceps brachii und des Musculus latissimo-con-
dyloideus. Grönros, Sitzungsber. d. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1902,
S. 245 — 256.
Hylobates mülleri, Unregelmässigkeiten in der Bildung des Hinterhauptes.
Duckworth, Journ. Anat. Physiol. norm. pathol. XXXVI, S. 257—259,
figg. — Musculus biceps brachii und Musculus latissimo - condyloideus.
Grönros, Sitzungsber. d. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1902, S. 245 —256.
Sennopithecidae. Colobus spec. Vergleichende Anatomie des Musculus
supracostalis. Cals, Bibl. Anat. Paris, Bd. XI, S. 89—111, 5 figg. — Colobus
gallarum n.sp., Gallaland. Neumann, Sitzungsber. d. Ges. Naturf. Freunde
1902, S. 19. — Colobus sharpei n.sp., Nördl. Nyassaland. Neumann, Proc.
Zool. Soc. London II, S. 118.
Nasalis larvatus, Form der Nase. Jentink, Notes Leyden Museum XXIII, 8.113.
— Beschreibung eines jungen Thieres. Selater, Proc. Zool. Soc. London II,
Taf. 18.
Semnopithecus spec. Entwickelung und Struktur der interstitiellen Zellen des
Hodens. Ganfini, Arch. Ital. Anat. Embr. Florenz, Bd.I, S. 233—294,
Taf. 15—18.
Cercopithecidae. Annahme einer Jugendfärbung. Schäff, Verh. d.
V. Internat. Zool. Kongr., S. 537.
Cercopithecus spec., Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18.
C. albigularis, Jugendfärbung. Schäff, Verh. d. V. Internat. Zool. Kongr., S. 537.
C. callitrichus und C. sabaeus, Theilung der Kieferknochen. Hrdlicka, Amer.
Naturalist, Bd. 36, Nr. 424, S. 273—294. i
©. djamdjamensis n. sp., Jam-Jam Länder. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch.
Naturf. Freunde, Berlin, 8.51. — (. ellenbeckii n.sp., Zuori-See. Neu-
mann, ebenda, S. 50.
C. francescoe n. sp., Nyassaland. Thomas, Ann. Nat. Hist. (VII) X, 8. 243.
C. hilgerti n.sp., Webbi Schebeli. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch.
Naturf. Freunde Berlin, S. 50. — (©. kolbi n.sp., Kenia-Berg. Neumann,
Proc. Zool. Soc. London II, S. 144.
'. leucampyzx, Nachricht über Lydekker, Nov. Zool. IX, 8. 138.
©. otoleucus n.sp. (= stuhlmanni?), Uganda. Selater, Proe. Zool. Soc. London
I, S. 237.
Macacidae. Cercocebus spec. Vergleichende Anatomie des Musculus supra-
costalis. Cals, Bibl. Anat. Paris, Bd. XI, S. 89—111, 5 Taf. — (C. cyno-
molgus, der Uterus in den verschiedenen Lebensperioden. Franke, Petrus
Camper-Jena. Theil I, S. 329—396, 3 Taf.
a
I. Mammalia für 1902. 75
Junus spec. Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. als, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S. 88 —111, 5 figg.
Macacus spec. Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18. —
Primordialeranium, dem von Homo ähnlich. Fischer, Anatom. Anzeiger XX,
S. 410—417, fig. — Entwickelung der Binnenmuskulatur des Auges. Herzog,
Arch. Mikr. Anat. Bd. 60, S.517—586, 2 Taf., 6figg.,. — Struktur und
Thätigkeit der Hämolymphdrüsen. Lewis, Internat. Monatsschr. f. Anat.
u. Physiologie XX, S. 1—56, Taf. 1 u. 2. — Morphologie des Gehirnes. Zueker-
kandl, Zeitschr. f. Morphol. IV, S. 436—499, Taf. 15—17.
M. umbrosus n. sp. Nikobaren. Miller, Proc. Un. States Museum XXIV, S. 789.
Papio spec. Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18. — Gehirn-
furchen. Zuckerkandl, Zeitschr. f. Morphologie IV, S. 463—499, Tf. 15—17.
P. hamadryas arabicus, Nachrichten über Lydekker, Nov. Zool. IX, S. 139.
P. Iydekkeri n. sp. Ostafrika. Rothschild, ebenda, S. 140.
P. neumanni, Notizen. Lydekker, ebenda, S. 140.
P. olivaceus, Theilung der Kieferbeine. Hrdlicka, Amer. Naturalist, Bd. 36,
Nr. 424, S. 273— 294.
Cebidae. Kleinhirn. Bolk, Morph. Jahrb. XXXI, 5.44 — Aus dem Rio
Tapajoz Distrikt. Schulz, Verh. d. Ges. Wien, S. 467.
Alouatta palliata coibensis n. subsp., Coiba-Inseln. Thomas, Nov. Zool. IX, S. 135.
— 4. palliata mexicana n. subsp., Mexico. Merriam, Proc. Soc. Washington
XV, S. 67.
Ateles, Kleinhirn. Bolk, Morpholog. Jahrbücher XXXI, S. 44—84, Taf. —
Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. Cals, Bibl. Anat.
Paris, Bd. XI, S. 89—111, 5 fige.. — Gehirnfurchen. Zuekerkandl,
Zeitschr. f. Morphol. IV, S. 463—499.
Cebus, Hautpigment. Adachi, Anatom. Anzeiger XXI, S. 16—18. — Kleinhirn.
Anatomie. Bolk, Morphol. Jahrbücher, XXXI, S. 44—84, Taf.
Mycetes, Kleinhirn. Bolk, Morpholog. Jahrbücher XXXI, S. 44—84, Taf. —
M. alouata, M. niger, M. seniculi, Theilung der Kieferknochen. Hrdlicka,
Americ. Naturalist, Bd. 36, Nr. 424, S. 273—294.
Chrysothrix, Hautpigment. Adaehi, Anatom. Anzeiger XXI, 8. 16—18. —
Kleinhirn. Bolk, Morpholog. Jahrbücher XXXI, S. 44—84, Taf. — Ver-
gleichende Anatomie des Musculus supracostalis. €Cals, Bibl. Anat. Paris,
Bad. XI, S. 89—111, 5 figg.
Lagothrix, Gehirnfurchen. Zuekerkandl, Zeitschr. f. Morphol. IV, S. 463—499,
Taf. 15—17.
L. humboldti, Theilung der Kieferknochen. Hrdlicka, Amer. Naturalist, Bd. 36,
Nr. 424, S. 273-294.
Homunculidae. Homunculits n.g. für H. pristinus n.sp., Tertiär von
Patagonien. Ameghino, Bol. Acad. Cordoba XVII, S. 75.
Pitheculites n. g. für P. minimus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S$. 76.
Arctopitheeidae.
Hapalidae. Kleinhirn. Belk, Morphol. Jahrb. XXXI, S. 44. — Aus dem
Rio Tapajoz-Distrikt. Schulz, Verhandl. d. Ges. Wien, S. 467.
Hapale, Kleinhirn, Bolk, Morpholog. Jahrbücher XXXI, S. 44—84, Taf.
76 I. Mammalia für 1902.
Midas, Kleinhirn. Bolk, Morpholog. Jahrbücher XXXI, S. 44-—84, Taf. — Ver-
sleichende Anatomie des Musculus supracostalis. «als, Bibl. Anat. Paris,
Bd. IX, 8. 89—111.
Prosimae.
Allgemeines. Ausgerottete madagassische Arten. Grandidier, Bull. Mus.
Paris, S. 497. — Schädelmasse. Kohlbrügge, Zeitschr. f. Morphologie, S. 318
— 348. — Ausgestorbene Arten. Eydekker, Encyclop. Britt. 10th ed, XXX,
S. 193. — Morphologie der Insula Reilii. Retzius, Biolog. Untersuch.
Retzius, Bd. 10, S. 15-20, Taf. —6. — Aeussere Formverhältnisse der
Leber. Ruge, Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30,
S. 42—84, figg. — Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen der Mammalia und
anderer Wirbelthiere. Smith, @. E., Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36,
S. 309— 319, 3 figg. — Bedeutung des Foramen entepicondylicum und
des Trochanter tertius der Säugethiere. Stromer v. Reichenbach,
Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29, S. 553—562, 2 figg.
Lemwridae. Arctocebus aureus n. sp., französisches Kongogebiet. Be Winton,
Ann. Nat. Hist. IX, S. 48.
Awahi laniger, äussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Morphol. Jahrbücher,
Jahrg. 29, S. 450—552.
Hapalemur griseus, Karpalorgan des Weibchens. Beddard, Proc. Zool. Soc.
London II, S. 158.
Lemur, Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. als, Bibl. Anat.
Paris, Bd. XI, S. 88 —111, 5 figg.
L. catta. Spürhaare am Fussgelenk. Beddard, Nature, Bd. 65, 8. 222.
L. fulvus, mit besonderem Paar Molaren. Smith, ebenda, S. 61.
L. nigifrons, Leber, Leberlappung. Ruge, Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29,
S. 450—522, u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
Lepidilemur. Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. als, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S. 88 —111, 5 figg.
Mierocebus, Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. Cals, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S. 89—111, 5 figg.
M. smithii, äussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Morpholog. Jahr-
bücher, Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figeg.
Nyeticebus. Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. Cals, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S.89—111, 5 figg.
N. coucang hilleri n. subsp., Sumatra; N. coucang javanicus n. subsp. Java; N.
coucang natunae n. subsp. Natuna-Inseln. Stone u. Rehn, Proc. Acad. Philad.,
S. 139 u. 140.
N. tardigradus, äussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Morphologische
Jahrbücher, Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—8S4, figg.
Otolicnus, Leber, Leberlappung u.a. Ruge, Morpholog. Jahrbücher, Jahrg. 29,
S. 450522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
Perodieticus. Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. €Cals, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S. 89 —111, 5 figg.
P. batesi n. sp., französ. Kongogebiet. De Winton, Ann. Nat. Hist. (7) IX, 8. 48.
I. Mammalia für 1902, 717
P. potto, äussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Morpholog. Jahrbücher,
Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
Propithecus spec. Vergleichende Anatomie des Musculus supra costalis. Cals,
Bibl. Anat. Paris, Bd. XI, S. 89-111, 5 figg.
Stenops gracilis, äussere Formverhältnisse der Leber. Ruge, Morphol. Jahr-
bücher, Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
Tarsius speetrum. Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. Cals,
Bibl. Anat. Paris, Bd. XI, S. 89-111, 5 figg. — Embryologie. Hubrecht,
Verh. Ak. Amsterdam (2) VIII, Nr. 6. — Leber und Leberlappung. Ruge,
Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29, 8. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
Pachylemures. Bedeutung des Foramen entepicondylieum und des Trochanter
tertius. Siromer v. Reichenbach, Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29, S. 553
—562, 2 figg.
Hadropithecus stenognathus, Beschreibung. v. Lorenz, Denkschr. d. Akad. Wien,
Jahrg. 42, 8.1.
Chiromyidae. Chiromys madagascariensis, Leber, Leberlappung. Ruge,
Morphol. Jahrbücher, Jahrg. 29, S. 450—522 u. Jahrg. 30, S. 42—84, figg.
— Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen. Smith, 6. E., Journ. Anat. Physiol.
London, Bd. 36, S. 309-319, 3 figg. — Fütterung im zoologischen Garten.
Sokolowsky, Zool. Garten, Jahrg. 43, S. 353.
Adapidae. Cryptopitheeus n.g. für Or. macrognathus n.sp., Tertiär von
Messel. Wittich, Centralbl. f. Mineralogie, S. 289.
Anaptomorphidae. Hyopsodus marshi, H. wintensis, H. wortmani n. SPP,
Eocän von Nordamerika. ®sborn, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 187, 185, 185.
Notharctus venticolus n. sp., ebendaher. ®sborn, ebendaher, S. 195.
Notopithecidae. Adpithecus plenus, A. plexostephanus, A. reduncus,
A. subtenuis n. spp., Tertiär von Patagonien. Ameghino, Bol. Acad. Cordoba
XVII; 8: 9;-10, 11.
Infrapithecus diversus, I. expansus n. spp., Eocän von Nordamerika. Ameghino,
ebenda, S. 11.
Chiroptera.
Allgemeines. Vespertilio. Winterschlafdrüse. Auerbach, Arch. f. mikrosk.
Anat. LX, S. 291—338, Taf. 16 u. 17. — Nervenreichthum und Nerven-
vertheilung in der Zunge. Botezat, Zeitschr. f. wissensch. Zoologie LXXI,
S. 211-226, Taf. 11. — Entwickelung des inneren Ohres. Denis, Arch.
Biol. XVIII, S. 377. — Entwickelung und Struktur der interstitiellen Zellen
des Hodens. Ganfini, Arch. Ital. Anat. Embr. Florenz, Bd. I, 8.233
— 294, Taf. 15—18. — Fledermäuse einer französischen Höhle. De Ker-
ville, Bull. Soc. Rouen (1901), S.1. — Sekretion des Hodens. Loisel, Compt.
Rend. Acad. Sei. Paris, Bd. 135, S. 250-252. — Ihre durch die Eiszeit
beeinflusste Verbreitung. Matschie, Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde
Berlin, S. 473—497. — Mexikanische Fledermäuse. Menegaux, Bull. Mus.
Paris, S. 11. — Verbreitung der Microchiropteren. Palacky, Sitzungsber.
d. Böhm. Gesellsch. (1901), Art. 34, 23 S. — Verschiedenartigkeit der Hirn-
furchen. Smith, 6. E., Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 309—319,
3 figg. — Fehlen des Foramen entepicondylicum. Stromer v. Reichenbach,
Morpholog. Jahrbücher, Jahrg. 20, S. 553—562, 2 figg.
78 I. Mammalia für 1902.
Megachiroptera.
Pteropodidae. Macroglossus und Syconyeteris, Arten dieser Gattungen.
Jentink, Notes Leyden Museum XXIII, S. 131—142.
Odontonycteris n. g. für O. meyeri n.sp., Sangi-Inseln. Jentink, Notes Leyden
Museum XXIII, S. 140.
Pteropus edulis. Arbel, Bull. Mus. Hist. Nat. Paris, Nr. 3, S. 174. Gehirn. Kohl-
brügge, Monatsschr. f. Psychiatrie und Neurologie, Bd. 12, S. 85—89, 4 figg.
P. faunulus n.sp., Nikobaren. Miller, P. Unit. States Museum XXIV, S. 785.
P. haldemani Hallowell 1846 = Epomorphus gambrinus Ogilby 1835. Behn,
Amer. Natural. XXXVI, S. 201—202.
Rhinolophidae. Hipposiderus dyacorum n.sp., Borneo. Thomas, Ann.
Nat. Hist. IX, S. 271.
H. nicobarulae n. sp., Nikobaren. Miller, P. Unit. Stat. Museum XXIV, S. 781.
Rhinolophus hipposiderus in Co. Clare. Seharff, The Irish Naturalist, Bd. XI,
Nr. 7, 8. 175.
Vespertilionidae. Antrozous minor n.sp., Kalifornien. Miller, Proc.
Acad. Phil., $S. 389.
Dasypterus floridanus n. sp., Florida. Miller, Proc. Acad. Phil., S. 389.
Jan. g. für J. ion. sp., Tschung- Yang, Süd Hupeh (China). Thomas, Ann. Nat.
Hist. X, S. 163—164.
Kerivoula pieta Pall. von Paramaribo. Jentink, Notes Leyden Museum XXIII,
8. 174.
Lasiurus borealis gebiert drei oder vier Junge bei einer Geburt. Thomas, Ann.
Nat. Hist. IX, 8.238. — L. borealis salinae n.subsp., Central-Cordova.
Thomas, ebenda.
Miniopterus fuscus n.sp., Liu-Kiu-Inseln. Bonhote, Nov. Zool. IX, S. 626.
M yotis bechsteini in New Forest im Jahre 1886. Jourdain, Proc. Zool. Soc. London
II, S. 228.
M. californicus jaliscensis n. subsp., Jalisko. Menegaux, Bull. Mus. Paris (1901),
S. 321.
M. dinellii n.sp., Tukuman. Thomas, Ann. Nat. Hist. X, S. 493.
M. dominicensis n. sp., Dominika. Miller, Proc. Soc. Washington XV, S. 293.
M. rivesi n.sp., Cardonal-Inseln. Wenegaux, Bull. Mus. Paris (1901), S. 321.
M. thomasi, Wohnort. @abrera, Bol. Soc. espan. II, S. 295.
Natalus major n.sp., San Domingo. Miller, Proc. Acad. Philadelphia, S. 398.
N. mexicanus n. sp., Mexico. Miller, ebenda, S. 399.
Philetor n.g. für P. rohui n.sp., Neu-Guinea.. Thomas, Ann. Nat. Hist. IX,
S. 222.
Pipistrellus camortae n. sp., Nikobaren. Miller, P. Un. Stat. Mus. XXIV, S. 779.
P. einnamomeus n. sp., Mexiko, Miller, Proc. Acad. Philadelphia, S. 390.
P. deserti n. sp., Tripolis. Thomas, Proc. Zool. Soc. London II, S. 4.
Plecotus, vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. «Cals, Bibl. Anat.
Paris, Bd. XI, S. 89—111, 5 figg.
Vespertilio espadae Calv. 1901 = Vesperus petersi. Cabrera, Boll. Soc. espan. II,
8. 131.
V. murinus. Entwickelung des inneren Ohres. Denis, Arch. Biol. XVIII,
S. 3774-493, Taf. 15—21.
=
I. Mammalia für 1902, 79
V. mystacinus. in Co. Waxford. Moffat, The Irish Naturalist XI, April, S. 103.
V. noctula, Spermatozoid im Ei. v. d. Strieht, Verh. d. Anat. Gesellsch.,
16. Vers., S. 163—167, fig.
Vepserus melanopterus n. sp. Jentink, Notes Leyden Muscum, S. 174.
Emballuronidae. Molossus nasutus, Bemerkung über. Menegaux, Bull.
Mus. Paris (1901), S. 321.
M. nigricans n. sp., Mexiko. Miller, P. Acad. Philadelphia, 8.395. — M.
pretiosus n.sp., Venezuela. Miller, ebenda, S. 396.
N yctinomops n. g. für N. yucatanensis u. sp., Yukatan. Miller, Proc. Acad. Phil.,
S. 389.
Nyetinomus antillularum n.sp., Dominika. Miller, Proc. Acad. Phil., S. 398 u.
Proc. Soc. Washington XV, S. 250.
N. bahamensis n. sp., Bahama-Inseln. Rehn, Proc. Acad. Philadelphia, S. 641.
N. gracilis, Bemerkung über. Menegaux, Bull. Mus. Paris (1901), S. 321.
N. jobensis n. sp., Jobi-Inseln. Miller, Proc. Washington XV, S. 246.
N. pusillus n. sp., Aldabra-Inseln. Miller, ebenda, S. 245.
Phyllostomatidae. Ametrida minor H. Allen. 6. M. Allen, P. Soc.
Washington XV, 8.91.
Artibeus hercules n. sp., Peru. Rehn, P. Acad. Philadelphia, S. 638.
A. parvipes n.sp., Kuba. Rehn, ebenda, S. 639.
Brachyphylla nana n. sp., Kuba. Miller, P. Acad. Philadelphia, S. 409 u. P. Soc.
Washington XV, S. 249.
Chilonycteris davyi fulvus Thomas, eine besondere Art. Miller, P. Soc. Washington
XV, 8. 155.
Ch. mexicana n.sp., Mexiko. Miller, P. Akad. Philadelphia S. 401.
Ch. portoricensis n.sp., Porto Rico. Miller, ebenda, S. 400.
Ch. psilotis, neue Arten. Miller, P. Soc. Washington XV, S. 155>
Ch. fulvus. Miller, Science, Bd. 15, S. 155.
Dermanura phaeotis n.sp., Yucatan. Miller, P. Akad. Philadelphia, S. 405.
D. rana n. sp., Ekuador. Miller, ebenda, S. 404.
Glossophaga soricina antillarum n.subsp., Jamaika und Bahma-Inseln. Rehn,
P. Acad. Philadelphia, S. 37.
Hemiderma tricolor n. sp. Paraguay. Miller, P. Acad. Philadelphia, S. 408.
Lophostoma venezuelae = Tonatia venezuelae. Miller, P. Soc. Washington XV,
S. 248.
Mimon bennetti, Bemerkung über. Thomas, Ann. Nat. Hist. X, S. 53.
Monophyllus cubanus u.sp., Kuba. Miller, P. Acad. Philadelphia, S. 410. —
M. luciae n. sp., Santa Lucia. Miller, ebenda, S. 411.
Mormops megalophylla senicula n.subsp., Kinney Co., Texas. Rehn, P. Acad.
Philad., S. 169.
M. tumidiceps n.sp., Trinidad. Miller, ebenda, S. 103.
Stenoderma luciae n.sp., Sankta Lucia. Miller, P. Acad. Philadelphia, S. 407.
Vampyros fumosus n.sp., Brasilien. Miller, P. Acad. Philadelphia, S. 405.
V. umbratus n.sp., Sankt - Michael Inseln, Kolumbien. Lyon, P. Soc. Wa-
shington XV, S. 151.
Tonatia, Unterschied von Vampyressa, mit einer Betrachtung über 7’. amblyotis.
Thomas, Ann. Nat. Hist. X, 8. 53—54.
Uroderma convexum n.sp., Panama. Lyon, P. Soc. Washington XV, S. 83.
s0 I. Mammalıia für 1902,
Inseetivora.
Fettgewebe. Amerbach, Archiv f. mikrosk. Anatomie LX, 8. 291-338, 'Tf. 16
u. 17. — Ueberwinterung (besonders von Erinaceus). Beretta, Monit. Zool.
ital. XIII, 8. 211—215 u. 234—244. — Verschiedenartigkeit der Hirm-
furchen. Smith, @. E., Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 309—319,
3 figg. — Gehirn (besonders von Macroscelides). Smith, @. E., Journ. Linn.
Soc. London XXVIII, S. 443—448, fig. — Merkwürdige Insektivoren. Soko-
lowsky, Natur u. Haus X, Heft 5, S. 135—137. — Aufeinanderfolge und
Homologie der Molar- und Prämolarzähne. Tims, Journ. Anat. Physiol.
norm. pathol. XXXVI, 8. 321—343.
Soriceidae. bBlarina brewicauda aloga n. subsp.. Inseln von Massachusetts.
Bangs, Proc. New England Zool. Club III, S. 76. — B. brevicauda compacta
n. subsp., ebenda. Bangs, ebenda, 8. 77.
Chimarrogale leander n. sp., Kuatan, N. W. Fokien (China). Thomas, Ann. Nat.
Hist. X, S. 165.
Crocidura andamanensis n.sp., Andamanen. Miller, Proc. Unit. Stat. Museum
XXIV, 8. 777.
C. nicobarica n.sp., Nikobaren. Miller, ebenda, S. 776.
M yogale pyrenaica. Einfluss der Pyrenäen auf die Verbreitung zwischen Frankreich
und Spanien. Scharff, Ber. d. V. Internat. Zool. Kongr. S. 356.
Sorex. Verbreitung dieser Gattung und die Eiszeit. Matschie, Zeitschr. d. Ge-
sellsch. f. Erdkunde Berlin, S. 473—497.
S. (Mierosorex) alnorum n.sp., Hudson Bay Distrikt. Preble, North Amer. Fauna,
Nr. 22,8. 72.
S. tenellus Iyelli n. subsp., Lyell-Gebirge (Kalifornien). Merriam, Proc. Soc. Wa-
shington XV, S. 75. — 8. tenellus myops n. subsp., Weisse Berge (Kalifornien).
Merriam, ebenda, $. 76.
S. vulgaris. Albino in Banffshire. Traquair, Ann. Scott. Nat. Hist., April,
8. 1417,
Gymnuridae. Gymnura. KEntwickelungsgeschichte des Zahnsystemes.
Leche, Zoologica XV, 104 S., 4 Taf.
Hylomys. Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica XV,
104 S., 4 Taf.
Necrogymmurus. Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica
XV, 104 S., 4 Taf.
Talpidae. Talpa europaea. Ellenbogengelenk und Beweglichkeit der Unter-
armknochen. Alezais, Ann. Mus. Marseille VII, S. 1499—1501. — Primitiv-
organ bei Embryonen. Auerbach, Arch. f. mikrosk. Anatomie XI, $. 291
—338, Taf. 16 u. 17. — Kloake und Phallus. Fleischmann, Morphol. Jahr-
bücher XXX, S. 653—666. — Bau und Funktion der Hämolymphdrüsen.
Lewis, Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. XX, S. 1—56, Taf. 1 u. 2.
— Histologie und Histogenese der interstitiellen Zellen des Ovariums. Limon,
Arch. Anat. Mier. Paris V, S. 155, Tf.7 u. 8 u. Mansion, Rev. Scientif.,
Bd. 17, Nr. 1, S. 13—18.
Ta!pa romana n.sp., Rom. Thomas, Ann. Nat. Hist. X, 8. 516.
Centetidae. entetes ecaudatus. Placentarsyneytium und intervillöser
Raum. Strahl, Anat. Anzeiger XXII, S. 641—644.
I. Mammalia für 1902, Sl
Erinaceidae. Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica
XV, Heft 37, 104 S., 4 Taf. — Gebiss und Phylogenie. Leche, Zoologica
XXXVILI, 104 S., 4 Taf.
Erinaceus europaeus. Winterschlafdrüse. Auerbach, Arch. f. mikrosk. Anat. LX,
S. 291-338, 2 Taf. — Mitosen im Knochenmarke während des Winter-
schlafes. Beretta, Monit. Zool. ital. XIII, S. 211—215. — Winterschlaf.
Beretta, ebenda, S. 234—244. — Entwickelung und Struktur des Glas-
körpers. Bertachini, Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiologie, Bd. 19,
S. 77—118, Taf.6 u. 7. — Nervenreichthum und -vertheilung in der
Zunge. Botezat, Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie LXXI, S. 211—226,
Taf. 11. — Vergleichende Anatomie des Musculus supracostalis. Cals, Bibl.
Anat. Paris, Bd. XI, S. 89—111. 5 figg. — In Argylishire. Campbell, Ann.
Seott. Nat. Hist., Januar, S. 50. — Lymphkörnerchen in den Mesenterial-
drüsen. Delamare, Journ. Anat. Physiol. Paris, Jahrg. 38, S. 549—554,
Taf. 14. — In Argylishire. Godirey, Ann. Scott. Nat. Hist. IX, 8. 117. —
Schicksal der zweiten Schlundspalte. Hammar, Arch. mikrosk. Anatomie,
Bd. 61, S. 404-438, Taf. 21 u. 22. — „Saftkanälchen‘“ der Leberzellen und
Epithelzellen der Nebenniere. Holmgreen, Anatom. Anz. XXII, S. 9—14,
3 figg. — Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica XV,
Heft 37, 104 S., 4 Taf. — Histologie und Histogenese der interstitiellen Zellen
des Ovariums. Limon, Arch. Anatom. Microsc. Paris V, S. 155—190, Taf. 7
u. 8. — Beitrag zur Kenntniss der Beziehungen der Taenia semicircularis.
Löwenthal, Morpholog. Jahrbücher, Bd. 30, S. 23—31, Taf.2. — Nach-
richten über. Mae Endoo, The Irish Naturalist XI, Nr. 1, 8.25. — Be-
ziehungen zwischen dem Gewichte der Leber und dem Gesammtgewichte.
Maurel, Compt. Rend. Acad. Sci. Paris, Bd. 135, S. 1002—1005. — Im
Zimmer. Neubronner. Natur u. Haus X, S. 277—279. — Abhängigkeit
der Urinmenge von der Jahreszeit. No, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris,
Bd. 54, Nr. 13, S. 451-452. — Giftgehalt des Urins. No, ebenda, Nr. 3,
S. 95—97. — Veränderlichkeit des Widerstandes gegen Entkräftung. No6,
ebenda, Bd. 53, No. 36, S. 1009—1010. — Beiträge zur Kenntniss der Pla-
centation. Resink, Tijdskr. Nederl. Dierk. Vereenig. T. 7, Aufl. 3/4, Ss. 199
— 232. — Gehirn, verglichen mit dem von Macroscelides. Smith, 6. E., Journ.
Linn. Soc. London XXVIII, 8. 443—449.
E. senaarensis n.sp., Senar. Leche, Zoologica XV, pt. XXXVI, 8. 87.
Palaeoverinaceus. Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica
XV, 104 S., 4 Taf.
Lanthanotherium. Entwickelungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica
XV, 104 S., 4 Taf.
Tupajidae. Tupaia nicobarica surda n. subsp., Nikobaren. Miller, P. Unit.
Stat. Museum XXIV, S. 774.
T. phaeura n.sp., Sinkey-Inseln. Miller, Proc. Acad. Philad., S. 157.
Macroscelididae. Macroscelides, Jacobsonsches Organ. Broom, Proc.
Zool. Soc. London I, S. 224. — Gehirn. Smith, 6. E., Journ. Linn. Soc.
London XXVIII, S. 443. — Merkwürdige Insektivoren. Sokolowsky, Natur
und Haus X, S. 135—137. —
Rhynchocyon hendersoni n.sp., Nyassaland. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX,
S. 403.
arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1908, Bd. II. H.1. (I.) 6
89 1. Mammalia für 1902.
Galeopithecidae. Galeopithecus volans. Ein lebendes Exemplar. Annan-
dale, P. Phys. Soc. Edinburgh XIV, S. 444. — Anatomie und Beziehungen
zu den Chiroptera. Chapman, P. Acad. Philadelphia, S. 241.
Galerix exilis aus dem Miocän. Leche, Zool. Anzeiger XXV, S. 8. — Entwicke-
lungsgeschichte des Zahnsystemes. Leche, Zoologica XV, 104 S., 4 Taf.
Creodontia.
Systematische Stellung der Creodontia und ihre Beziehungen zu den Marsupialia
mit einer Synopsis eocäner amerikanischer Formen. Wortman, Amer. Journ.
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S. 49.
Arminiheringiidae. Arminiheringia n.g. für A. anceta und A. cultrata
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Dilestes n.g. für D. dilobus n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 48.
Prothylacinidae. Procladosictis n.g. für Pr. anomala und Pr. erecta
n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 49.
Pseudothylacinus n. g. für Ps. rectus n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 129.
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beine an den Zehen. Köhler, Arthur, Arch. f. wissensch. u. prakt. Thier-
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6*
84 I. Mammalia für 1902.
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4
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Promephitis gaudryi n.sp., Tertiär von Süddeutschland. Schlosser, Paläontol.
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Lutridae. Lutra capensis meneliki n.subsp., Thoma-See. Thomas, Proc.
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L. concolor n.sp., Adis-Abeba.. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturf.
Freunde Berlin, 8. 55.
L. vulgaris. Wasserwirbel. Riegler, Weidmannsheil (Klagenfurt), Jahrg. 22,
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Viverridae. Arctitis binturong. Verbreitung. @usfalet, Bull. Mus. Paris
(1901), S. 318— 320.
Cryptoprocta ferox. Weibliche Geschlechtsorgane. Bönnberg, Bih. Svenska Akad.
XXVIII, Theil IV, Art. 3.
Eupleres gondoti. Systematische Stellung. Carlsson, Zool. Jahrb., Abt. f. System,
XXVL S. 217—236, Tf. 10 u. 11.
Genetta. Verbreitung durch die Eiszeit beeinflusst. Matschie, Zeitschr. d. Ges.
f. Erdkunde Berlin, S. 473—497. — Geographische und individuelle Ab-
änderungen. Matschie, Verhandl. d. V. Internat. Zoolog. Kongr., S. 1128
—1144, 1 Taf.
@. bettoni n. sp., Britisch-Ostafrika. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 365.
@G. genetta balearica n. subsp., Balearische Inseln. Thomas, ebenda X, S. 162.
@G. granti n.sp., Süd-Arabien. Thomas, ebenda X, S. 487.
G. guardafuensis n.sp., @. haraensis n.sp., @. matschiei n. sp., @. terrae-sanctae
n.sp. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturf. Freunde Berlin, 8.1.
88 I. Mammalia für 1902,
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S. 119. — H. victorina n.sp., Viktoria-Nyanza.. Thomas, ebenda, S. 120.
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Nandinia binotata, systematische Stellung. Carlsson, Zool. Jahrbücher, Abth. f.
System. XXVI, S. 217—236, Taf. 10 u. 11.
Viverra. Beeinflussung der heutigen Verbreitung durch die Eiszeit. Matschie,
Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde Berlin, S. 473—497.
Hyaenidae. Pachyhyaena aus Vaurigard bei Paris. Boule, Compt. Rend.
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Protelidae. Proteles cristatus harrisoni n. subsp., Angola. Rothschild, Novit.
Zool. IX, S. 443. — P. cristatus septentrionalis n. subsp., Somaliland. Roth-
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Felidae. Felis aequatorialis sp.n., Ekuador. Mearns, Proc. Unit. States
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F. badia. Mittheilung. Jentink, Notes Leyden Museum XXIII, S. 91.
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tomie XL, S. 291—338, Taf. 16 u. 17. — Primitivorgan bei Embryonen.
Auerbach, ebenda. — Variabilität der kleineren Aeste der Aorta abdominalis.
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5 figg. — Lymphgefässe der vorderen und der hinteren Extremitäten.
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S. 549—554, Taf. 14. — Bau und Lage der Dottersackgefässe. Dexter,
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des Eies vom Schlusse der Furchungsperiode bis zum Auftreten der Amnios-
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der Pfortader der Leber. Suehard, Arch. Anat. Micr. Paris V, S. 1—16,
2 figg., Taf. — Entwickelungsgeschichte der Kopfarterien in der Lunge des
Fötus und des Neugeborenen. Teuffel, Arch. f. Anat. u. Physiol., Physiol.
Abtheil., S. 377—392, 3 figg. — Binokulares Sehen. Tschermak, Arch. f.
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Verh. d. Zool. Ges., 12 Vers., S. 203—212, 3 figg. — Rückbildungsvorgänge
am Schwanze des Embryo, besonders des Medullarrohres. Zietschmann,
Anatom. Anz., S. 225—272, Taf. 15. — Entwickelung des Balkans und des
Gewölbes. Zuekerkandl, Sitzungsber. d. Akad. Wien, CX, S. 233—302,
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S. 564-574. — Labyrinthanomalien. Alexander u. Kreidl, Centralbl. f.
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O. irroratus tropicalis n. subsp., Kenia. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) X,
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O. sloggetti n. sp., Kapkolonie. Thomas, ebenda, S. 311.
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Pelomys harringtoni n.sp., Schoa. Thomas, Proc. Zool. Soc. London II, S. 313.
Phyllotis arenarius n.sp., Bolivianische Hochebene. Thomas, Ann. Nat. Hist.
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Ph. hirtipes n. sp., Poocho-See (Bolivien. Thomas, ebenda IX, S. 225.
Ph. lutescens n. sp., Choro (Bolivien). Thomas, ebenda, S. 133. — Ph. wolffsohmi
h. sp., Tapacari (Bolivien). Thomas, ebenda, S. 133.
Psammomys algiricus n. sp., Algerien. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 36.
P. terrae-sanctae n.sp., Palästina. Thomas, ebenda, S. 363.
P. tripolitanus n. sp., Tripolis. Thomas, Proc. Zool. Soc. London II, 8.9.
Tatera liodon n.sp., Mweru-See. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 441.
Uromys sapientis n. sp., Salomon-Inseln. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 446.
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A. fumeus n. sp., ebendort. Thomas, ebenda, S. 137.
A. pacificus n. sp., La Paz (Bolivien). Thomas, ebenda, S. 135.
4A. puer n.sp., Choquecamata (Bolivien. Thomas, ebenda, S. 136.
A. serrensis Panama. Thomas, ebenda, S. 61.
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O. devius n.sp., Chiriqui. Bangs, Bull. Mus. Harvard, Jahrg. 39, S. 34.
O. levipes n. sp., Choro (Brasilien). Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 129.
O. phaeopus olivinus n. subsp., Zaruma (Ekuador). Thomas, ebenda X, S. 247.
O. vegatus n. sp., Chiriqui. Bangs, Bull. Mus. Harvard, Jahrg. 39, S. 35.
O. yunganus n. sp., Charuglaya (Bolivien). Thomas, Ann. Nat. Hist. (7) X,
S. 247.
Oxymycterus paramensis n.sp., Choquecamata (Bolivien. Thomas, Ann. Nat.
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Megadontomys flavus n. sp., Chiriqui. Bangs, Bull. Mus. Harv., Jahrg. 39, S. 27.
Peromyscus cacabatus n.sp., Chiriqui. Bangs, ebenda, S. 29.
Rheithrodontomys creper n. sp., Chiriqui. Bangs, ebenda, S. 39.
Sigmodon alleni n.sp., Mexiko. Bailey, Proc. Soc. Washington XV, S. 112. —
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Bull. Mus. Harvard, Jahrg. 39, S. 32. — S. hispidus major n. subsp., Mexiko.
Bailey, Proc. Soc. Washington XV, S. 109. — S. hispidus microdon n. subsp.,
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Bailey, ebenda, S. 111. — $. hispidus toltecus n. subsp., Mexiko. Bailey,
ebenda, S. 110. — $. hispidus tonalensis n. subsp., Mexiko. Bailey, ebenda,
S. 109. — S. leucotis n. sp., Mexiko. Bailey, ebenda, S. 115. — S. melanotis
n.sp., ebendort. Bailey, ebenda, S. 115. — S. melanetis n.sp., ebendort.
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Otenomys bergi n. sp., Cordova. Thomas, ebenda, S. 241.
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Matyoscor n. g. für M. perditus n. sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, ebenda,
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Neoctodon n.g. für N. simonsi n.sp., Bolivische Anden. Thomas, ebenda,
S. 114 u. 115.
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Prospaniomys n. g. für Pr. priscus n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 115.
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C. rothschildi n.sp., Panama. Thomas, ebenda X, S. 169.
©. simonsi n.sp., Charuglaya (Bolivien). Thomas, ebenda IX, S. 141.
Eosteiromys n. g. für E. homagenideus n. sp., Kreide von Patagonien. Ameghino,
Bol. Ac. Cordoba XVII, S. 112.
Protacaremys n. g. für Pr. avunculus, Pr. prior, Pr. pulchellus n. spp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 114.
Sieiromys axiculus, St. rectus (8. 111), St. segregatus (S. 112), St. tabulatus (S. 111)
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Archiv f. mikrosk. Anatomie LX, S. 291—338, Taf. 16 u. 17. — Variabilität
der kleineren Aeste der Aorta abdominalis. Barpi, Arch. Ital. Anat. Embr.
Florenz I, S. 491—522, Taf. 3—35. — Nebenniere. Berrard u. Bigart,
Bull. Soc. Anat. Paris, Jahrg. 77, S. 857—839. — Bau und Entwickelung
des Glaskörpers. Bertachini, Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol.,
Bd. 19, S. 77—118, Taf. 6 u. 7. — Nerven im Zungenepithel. Botezat,
Zeitschr. f. wissensch. Zool., Jahrg. 71, S. 211—226, Taf. 11. — Becken
eines tragenden Weibchens, Beschreibung und Vergleich mit dem des
Männchens. Chambrelent, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Jahrg. 54, No. 15,
S. 671-673. — Langerhansschen Inseln im Pankreas nach dessen Unter-
bindung. Laguesse u. Gontier de la Roche, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris,
I. Mammalia für 1902. 99
Jahrg. 54, S. 854—857. — Hassalschen Körperchen im Thymus. Letulle u.
Nattau-Larnier, ebenda, Jahrg. 53, S. 485—486. — Entstehung der Call-
Exnerschen Körperchen im Ovarium. Levi, Monit. Zool. Ital. XIII, S. 298
—304, Taf. 6. — Morphologie der Arteriae iliacae. Levi, Arch. Ital. Anat.
Embr. Florenz I, S. 120—172, 295—346, 523—605, 77 figg., Taf. 19. —
Funktion der Milchdrüse. Limon, Journ. Anat. Physiol., Paris Jahrg. 38,
S. 1434, Taf. 1. — Interstiellen Zellen des Ovariums. Limon, ebenda,
S. 155—190, Taf. 7 u. 8. — Sekretion des Hodens. Loisel, Compt. Rend.
Acad. Sci. Paris, Bd. 135, S. 250—252. — Körnerschicht im Bulbus olfactorius
Marburg, Arb. d. Neurol. Instit. Wien, Heft 8, S. 233—238, 2 figg. — Gewicht
der Leber und Gesammtgewicht. Maurel, Compt. Rend. Ac. Sci. Paris,
Bd. 135, S. 1002—1005. — Die Spongiocyten der Zona fascicularis der Neben-
niere. Mulon, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, S. 1310—1312. — Sperma-
togenese. Niesing, Anatom. Anzeiger XXII, S. 112—118, 13 figg. — Bau
und Thätigkeit der Plexus chorioidei der seitlichen Ventrikel des Central-
nervensystems. Pettit u. Girard, Arch. Anat. Microsc. Paris V, S. 213—264,
6 figg., Taf. — Entwickelung des Gliedmassenskelettes. Retterer, Compt.
Rend. Soc. Biol. Paris LIV, S. 1118—1121 u. S. 1149—1152. — Typische
und atypische Spermienformen. Retzius, Unters. Retzius, Bd. 10, S. 45—60,
Taf. 15—17, fig. — Renalkapseln beim Sekretionsakte, Pilocaryineinspritzung.
Riradeau-Dumas, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, Nr. 15, S. 484—485.
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Embr., Floren I, S. 173—195, Taf. 12. — Urethra, vergleichende Histologie.
Striekland-Goodall, Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 405—416,
5 figg. — Nervenendigungen im Bauchfell und im Diaphragma. Timofejew,
Arch. Mikr. Anat., Bd. 59, S. 629—646, Taf. 30.
Dolichotis magellanica centricola n. subsp., Cordova.. Thomas, ebenda, S. 242.
Kerodon niata pallidior n.subsp., Pamya Rullaga (Bolivien). Thomas, Ann.
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Dasyproctidae. Agouti paca virgatus n.subsp., Chiriqui. Bangs, Bull.
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Dasyprocta coibae n. sp., Coiba-Inseln. Thomas, Nov. Zool. IX, S. 136.
Hydrochoerus tarijensis n.sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, Ann. Mus.
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Luanthus n. g. für L. initialis n. sp., Patagonische Kreide. Ameghino, Bol. Acad.
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P. transversus (S. 118) n. spp., Patagonische Kreide. Ameghino, Bol. Acad.
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Lagomyidae. Lagomys corsicanus. Herkunft und geographische Ver-
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Leporidae. Lepus spec.?! Lebensweise afrikanischer Hasen. Haagner,
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beim zahmen Kaninchen. Stahr, Anatom. Anzeiger XXI, S. 354— 361, 3 figg.
L. cuniculus var. domest. Bau und Matrix des Glaskörpers, Herkunft der
Zonulafasern. Addario, Anatom. Anzeiger XXI, S. 9—12 u. Annal.
7*
100
I. Mammalia für 1902.
Oftalmol. Pavia, Jahrg. 30, S. 271—279, Jahrg. 31, S. 141—154, 281
—322, 9 Tafeln. — Verschieden grosse Ganglien in der Musecularis
mucosa des Darmes. Anile, Atti Acad. Med. Chir. Napoli, Jahrg. 56,
Nr.4, 78., 1 Taf. — Vitale und supravitale Granulafärbung der
Nierenepithelien. Arnold, Anatom. Anzeiger XXI, S. 417—425. — Plasmo-
somen und Granula der Nierenepithelien. Arnold, Arch. f. Pathol.
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Archiv f. mikrosk. Anatomie LX, S. 291—338, Taf. 16 u. 17. — Variabilität
der kleineren Aeste der Aorta abdominalis. Barpi, Arch. Ital. Anat. Embr.
Florenz I, S. 491—522, Taf.33—35. — Beziehungen der Sehbahnen zu dem
vorderen Zweihügel. Beri, Arb. d. Neurol. Instit. Wien, Heft 8, S. 308—313.
— Bau und Entwicklung des Glaskörpers. Bertacehini, Internat. Monatsschr.
f. Anat. u. Physiol., Jahrg. 19, S. 77—118, Taf. 6 u. 7. — Regeneration
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— Nerven im Zungenepithel. Botezat, Zeitschr. f. wissensch. Zoologie,
Jahrg. 71, S.211—226, Taf. 11. — Entstehung der Pulmonar-Arterien.
Bremer, Amer. Journ. Anat. I, S. 137—144, 9 fisg. — Aufbau des Rücken-
markes. Breukink, Monatsschr. f. Psychiatrie u. Neurologie XII, S. 123
— 124. — Reiches Nervennetz im Hoden. Cavalie, Compt. Rend. Soc. Biol.
Paris LIV, S. 298—303. — Nervenenden in Cremaster und Bauchmuskeln.
Cavalie, ebenda, S. 1280—1281. — Anwesenheit von Glykogen, Fett und
Eisen in der Placenta. Chipman, Studies R. Vietoria Hosp. Montreal I,
S. 227—285, 185 figg. — Bildung der Corpora lutea und C. spuria. Cristalli,
Giorn. Ass. Med. Natural. Napoli, Jahrg. 12, S. 14—32. — Bau des Corpus
genieulatum internum. Dantschakoif, Bull. Akad. Med. Brüssel, 22 S.,
2 Taf. — Lymphkörnerchen in den Mesenterialdrüsen. Delamare, Journ.
Anat. Physiol. Paris, Jahrg. 38, S. 549—554, Taf. 14. — Centrale Bahnen
des Kau- und Schluckaktes. Eeonomo, Arch. f. Ges. Physiol., Jahrg. 91,
S. 629—641, Taf. 2, figg. — Bau und Funktion des Markes der Nebenniere.
Felieine, Anatom. Anzeiger XXI, S. 152—156 (Vorl. Mitt.). — Histologie
der Tromba während der Trächtigkeit der Uterus. Fiori, Riforma Med.
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Uterus. Gentes, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris LIV, S. 425—427. — Ana-
stomosen im Markraume der Endphalangen der Zehen. Grosser, Archiv
f. mikrosk. Anatomie LX, S. 191—216, Taf. 11 u. 12. — Schicksal der zweiten
Schlundspalte. Hammar, Archiv f. mikrosk. Anat., Bd. 61, S. 404—438,
'Tf. 11 u. 12. — Winterschlaforgan. v. Hansemann, Archiv f. Anat. u. Physiol.,
Physiol. Abtheil., S. 160—166. — Funktion der Milz. Heinz, Archiv f.
pathol. Anatom., Bd. 168, S. 485—500, Taf. 16. — Entwickelung der Beinen-
muskulatur des Auges. Helly, Arch. f. mikrosk. Anat. LX, S. 517—586,
2 Taf. — Granula der Zellen des Knochenmarkes, Leucocyten. Hesse, Anat.
Anzeiger XX, $S. 452—461 (Vorl. Mitt.). Kaninchenplage. Jacobi u. Appel,
Arb. d. Biolog. Abtheil. f. Land- u. Forstwirthschaft d. Kaiserl. Gesundheits-
amtes II, Heft 4, S. 506—511, 6 Abbild., 1 Karte. — Amöboide Bewegungen
{er Lymphocyten. Jolly, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, S. 661
664. — Ursprung und Endigung des Nervus depressor und des N. laryngeus
uperior. Köster u. Tschermak, Archiv f. Anatomie, S. 255—294, Taf. 10
a. 11. — Innervation der Speiseröhre. HKoslowsky, Trav. Soc. Natur. Peters-
I. Mammalia für 1902. 101
burg, Jahrg. 32, II, S. 51—57, 3 Taf. — Hassalsche Körperchen im Thymus.
Letulle u. Nattau-Larnier, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, 8. 485
— 486. — Entstehung der Call-Exnerschen Körperchen im Ovarium. Levi,
Monit. Zool. Ital. XIII, S. 298—304, Taf. 6. — Morphologie der Arteriae
iliacae. Lewi, Arch. Ital. Anat. Embr. Florenz I, S. 120—172, 295—346,
523—605, 77 figg., Taf. 14. — Entwicklung der Vena cava inferior. Lewis,
Amer. Journ. Anat. I, S. 229—244, 11 figg., 2 Taf. — Vakuolen im Granulosa-
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zwischen dem Gewichte der Leber und dem Gesammtgewichte. Maurel,
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und Kommissuren am Boden des dritten Ventrikels.. Myers, Archiv für
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Soc. Biol. Paris LIV, S. 531—532. — Homologie der Nasenmuscheln mit
denen des Menschen. Peter, Archiv f. mikrosk. Anat. LX, S. 339—367,
Taf. 18. — Wirkung des Viperngiftes auf das Blut. Phisalix, Compt. Rend.
Soc. Biol. Paris, Bd. 54, Nr. 27, S. 1067—1070. — Entwickelung des Ge-
sichtes. Rabl, Leipzig, 21 S, 8 Taf. — Omentum eines acht Tage alten
Kaninchens. Renaut, Compt. Rend. Assoc. Anat., 4 Sess., 5. 230—244,
3 figg. — Entwickelung des Gliedmassenskelettes. Retterer, Compt. Rend.
Soc. Biolog. LIV, S. 1118—1121 u. S. 1149—1152. — Typische und atypische
Spermienformen. Retzius, Untersuch. Retzius, Bd. 10, S. 45—60, Taf. 15
—17. — Riesenzellen und Stützsubstanz des Knochenmarkes. Retzius,
ebenda, S. 37—44, Taf. 13 u. 14. — Mikrochemische. Eigenthümlichkeiten
der Langerhansschen Inseln. Rossi, Monit. Zool. Ital. XIII, S. 205—211.
— Intercelluläre Kanälchen der Leber. Schäfer, Journ. Physiol. Cam-
bridge, Bd. 27,. S. 34—35, fig. u. Proc. Royal Soc. Edinburgh XXIV, 8. 65
—69, 2 figg. — Normale und pathologische Morphologie der inneren Sekretion
des Pankreas. Ssobelew, Arch. f. pathol. Anat., Bd. 168, S. 91—128, Taf. 4
u. 5. — Papilla foliata, beim wilden und beim zahmen Kaninchen. Stahr,
Anatom. Anz. XXI, S. 354—361, 3 figg. — Vergleichende Histologie der
Urethra. Striekland-Goodall, Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 405
—416, 5 figg. — Entstehung der Wand in der Pfortader der Leber. Suchard,
Arch. Anat. Micr. Paris V, S. 1—16, 2 figg., Taf. — Entwickelung d. elastischen
Fasern in der Lunge des Fötus oder des Neugeborenen. Teuffel, Arch. f.
Anat. u. Physiol., Anat. Abtheil., S. 377—392, 3 figg. — Nervenendigungen
im Bauchfell und im Diaphragma. Timofejew, Arch. Mikr. Anat., Bd. 59,
S. 629—646, Taf. 30. — Entwickelung der vorderen Wand der Parietal-
höhle. Tourneux, Compt. Rend. Ass. Anat., 4 Sess., S. 168—173, 3 figg.
— Binokulares Sehen. Tschermak, Arch. f. Ges. Physiol., Bd. 91, S. 1—20,
6 figg. — Perichondrium und Knorpel. Volpino, Internat. Monatsschr. f.
Anat. u. Physiol. XX, S. 91—100. — Bau der Dünndarmzotten. Vosseler,
Verhandl. d. Zool. Gesellsch., 12, Vers., S, 203—212, 3 figg. — Balbianische
102 I. Mammalia für 1902.
Körperchen und Ovocyten. v. Winiwater, Anatom. Anz. XXI, S. 401-407,
fig. —
L. arcticus canus n. subsp., Hudsonbay-District. Preble, North America Fauna
Nr. 22, S. 39.
N
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Jahrg. 43, 8. 250.
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. innensi n. sp., Aegypten. De Wintoen, Nov. Zool. X, 8. 445.
. rothschildi n. sp., Aegypten. De Winton, ebenda, S. 444.
. siamensis Dn. Sp., Siam. Bonhote, Proc. Zool. Soc. London I, S. 40.
. simiplieianus n. sp., Texas. Miller, Proc. Soc. Washington XV, 8.81.
. timidus. Winterschlafdrüse. Auerbach, Arch. f. mikrosk. Anatomie LX,
S. 291—338, Taf. 16—17. — Tapferkeit. Hornung, Zool. Garten, Jahrg. 43,
S. 250 u. 251.
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zwischen Frankreich und Spanien. Scharif, Ber. d. V. Internat. Zool.
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L. primaevus n. sp., Tertiär von Süddeutschland. Schlosser, Paläontol. Ab-
handl. IX, S. 134.
Oryctolagus cerassicaudatus curryi n.subsp., Oranje-Freistaat. Thomas, Ann.
Nat. Hist. (7) X, S. 245.
O.Xcrassicaudatus nyikae n. subsp., Nyika - Hochebene, Nyassaland. Thomas,
” ebenda, S. 244.
M yolagus zitteli. Im Pleistocän von Eppelsheim. Wittich, Centralbl. f. Mineral.,
S. 562.
Palaeolagus. Nordamerikanische Arten. Matthew, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 306.
M ylagaulidae. Ceratogaulus n.g. für ©. rhinocerus n.sp., Miocän von
Kolorado. Matthew, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 291.
Mylagaulus laevis n.sp., Tertiäir von Kolorado. Matthew, ebenda, S. 298. —
M. paniensis n. sp., ebendort. Matthew, ebenda, S. 299.
Mixodectidae. Kennzeichen und Uebersicht der eocänen Gruppe „Proglüres“.
®sborn, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 203.
Olbodotes n. g., für O. copei n. sp., Eocän von Nordamerika. ®sborn, ebenda, S. 205.
Cephalomyidae. AÄsteromys annectens n.sp., Kreide von Patagonien.
Ameghino, Bol. Acad. Cordoba, XVII, S. 37.
Cephalomys prorsus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda.
SISUSESESES
N
Incertaesedis.
Otonomysops n. g. für O. spiniferus n. sp., Patagonische Kreide. Ameghine, Bol.
Acad. Cordoba, 8. 37.
Palaeocardia n. g. für P. mater n.sp., ebendaher. Ameghino, ebendaher, S. 119.
Ungulata.
Färbung der Hufthiere. Lydekker, Field, S. 606 u. 637. — Beobachtungen aus
westeuropäischen Zoologischen Gärten, Renshaw, The Zoologist (4) VI,
I. Mammalia für 1902. 103
S. 361. — Fehlen des Foramen entepicondyloideum. Stromer v. Reichen-
bach, Morpholog. Jahrbücher XXX, 8. 553—562, 2 figg. — Polydaktylie
der Ungulata Missbildung oder Atavismus. Veoirini, Zeitschr. f. Thier-
medizin VI, S. 16—37, 4 figg. — Muskeln. Windle, Proc. Zool. Soc. London
(1901) II, S. 666—704, figg. 86—91.
Hyracoidea.
Procaviidae. Procavia spec. Zahnsystem. Adloff, Zeitschr. f. Morphologie
V, S. 181. — Tasthaare am Fussgelenk. Beddard, Proc. Zool. Soc. London I,
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Freunde Berlin, S. 239.
P. ferruginea n.sp., Nord-Abyssinien. Neumann, Proc. Zool. Soc. London II,
S. 143.
P. ruwenzorii n.sp., Ruwenzori-Gebirge. Neumann, ebenda.
P. thomasi n. sp., Kaffaland. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturf.
Freunde Berlin, S. 240.
Saghatherium n.g. für 8. antiquum und $. minus n.spp., Eocän von Aegypten.
Andrews u. Beadnell, Cairo Survey Dept., S.5 u. 7.
Acoelodidae. Acoelodus prochirus, A. terminalis n. spp., Tertiär von Pata-
gonien. Ameghino, Bol. Acad. Cordoba XVII, S. 14.
Archaeohyracidae. Archaeohyrax sulcidens n.sp., Tertiär von Pata-
gonien. Ameghino, ebenda, 8. 12.
Acoelohyrax n.g. für A. coronatus n.sp., Tertiär von Patagonien. Ameghino,
ebenda, 8. 12.
Eohyrax brachyodus, E. praerusticus n. spp., Tertiar von Patagonien. Ameglıino,
ebenda, 8. 13.
Typotheria.
Bedeutung des Foramen entepicondyloideum und des Trochanter tertius. Stromer
v. Reichenbach, Morphol. Jahrb. XXIX, 8. 533—562, 2 figg.
Interatheridae. Cochilius n. g. für Cochilius columifer (S. 79), C. pludens,
C. volvens n. spp., Tertiär von Patagonien. Ameghino, Bol. Acad. Cordoba
XVI.
Toxodontia.
Vorhandensein des Foramen entepicondyloideum. Stromer v. Reichenbach,
Morpholog. Jahrbücher XXIX, S. 553—562, fig.
Nesodontidae. Proadinotherium muensteri n.sp., Tertiär von Patagonien.
Ameshino, Bol. Acad. Cordoba XVII, S. 80.
Pronesodon vates n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 82,
104 I. Mammalia für 1902.
Condylarthra.
Phenacodontidae. Didolodus colligatus n.sp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, S. 20.
Nephacodus n.g. für N. laticonus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 21.
Se lenoconidae. Selenoconus spiculatus n.sp., ebendaher. Ameghino,
ebendaher, $. 22.
Ambylopoda.
Pantostylopidae. Pantosiylops completus n.sp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, 8. 33.
Albertogaudryidae. Albertogaudrya regia, A. tersa n.spp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 21.
Astrapotheriidae. Astrapothericulus n. g. für A. laewiusculus und A. mi-
nusculus n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 103.
Astrapotherium symmetricum, A. triangulideus n.spp., ebendaher. Ameghino,
ebendaher, S. 97.
Parastrapotherium paucum, P. ruderiarium n.spp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, S. 100 u. 98.
Proplanodus n.g. für Pr. adnepos n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, $. 22.
Uintatheriidae. Arsinoitherium n.g. für A. zitteli n.sp., Eocän von
Fayum (Aegypten). Beadnell, Surv. Dep. Publ. Works Min., 4 $., 6 Taf.
Ancylopoda.
Isotemnmidae. Pleurostylodon complanatus n.sp., Tertiär von Patagonien.
Ameghino, Bol. Acad. Cordoba XIII, S. 30.
Prostylops typus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 26.
Dimerostephanos n.g. für D. angustus (S. 30), D. attritus, D. chicoensis (8. 31),
D. colhuehuapensis (S. 30), n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda.
Anisorhizus n.g. für A. atriarius n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, 8. 27.
Porotemnus n. g. für P. crassiramis n. sp., obere Kreide Patagoniens. Ameghino,
ebenda, 8. 28.
Leontiniidae. Leontinia tertiaria n.sp., Unteres Eocän von Patagonien.
Ameghino, ebenda, S. 105.
Colpodon distinctus n.sp., Eocän von Patagonien. Ameghino, ebenda, S. 108.
Homalodontheridae. Anisotemnus n.g. für I/sotemnus Amegh. 1901,
Patagon. Kreide. Ameghino, ebenda, S. 25 u. 26.
Maxschlosseria anatona n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 28.
Thomashuzxleya externa, Th. principalis n.spp., ebendaher. Ameghino, ebenda,
S. 25.
Proasmodeus armatus (8. 23), Pr. exaustus n. sp., (S. 24), ebendaher. Ameghino,
ebenda.
Diorotherium cohuelhuapense n. sp., Eocän von Patagonien. Ameghino, ebenda,
S. 104.
Prochalicotherium n. g. für Pr. patagonicum n. sp., ebendaher. Ameghino, eben-
daher, Ameghino, ebenda, S. 102,
I. Mammalia für 1902. 105
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— Medulla spinalis und Neuronen der Columna anterior. Hardesty, Journ.
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E. antiqwus. Anormaler Molar. Portis, Boll. Soc. geol. Ital. XXI, S. 93.
E. columbi und E. imperator. Lucas (%).
E. primigenius. „Mammutfund‘ in Sibirien. Brandes, Natur u. Schule I,
S. 149—153, 4 fisg. — Schädel im Museum zu Olten. Stingelin, Abhandl.
d. Schweizer. paläontol. Gesellsch., Bd. 29, Nr. 5, 9 8., 2 Tf., 1 fig. — Aus-
grabung eines Kadavers durch die Kolyma-Beresowska-Expedition. Herz,
Skt. Petersburg, 38 S., 10. Taf. — Beschreibung. Lucas (2). — Fund-
stellen in Italien. Portis, Boll. Soc. geolog. Ital. XXI, S. 93. — Vorkommen
in der Provence. Repelin, Compt. Rend. Acad. Paris, Jahrg. 130, S. 127.
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S. 183.
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Lucas, Science VIII, Bd. 16, Nr. 408, S. 669. — Von Mount Brydges. Smith,
J. 6. 32. Ann. Rep. Entom. Soc. Ontario (1901), S. 40.
M. americanus, M. angustideus, M.floridanus, M. mirificus, M. obscurus, M. pro-
avus, M.rugosidens, M. serridens, M. shepardi, n.spp. Lucas, Science VIII
Bd. 16, Nr. 408, S. 669.
M.anduim in Peru. Raimondi, El Peru IV, S. 439.
M. borsoni in Russland. Pawlow, Ann. Geol. Russie V, Theil 2 u. 3.
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Moeritherium gracile und M. Iyonsi n.spp., Tertiär von Fayum (Aegypten).
Andrews, Geol. Magazine (4) IX, 8. 292.
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Arch. Ital. Anat. Embr. Florenz, Bd. 1, S. 491—522, Taf. 33—35. — Ka-
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Fundber. Schwaben X, 8.50. — Pferdezucht und Pferderassen England
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20 S., 33 Abb., auf 22 Taf., 11 Textabb. — Phalangenbänder. Köhler,
Arthur. Arch. Wissensch. Prakt. Thierheilk., Bd. 29, 44 S., 7 figg. — Ver-
gleichend-anatomische Untersuchungen der Arteriae iliacae. Levi, Arch.
Ital. Anat. Embr., Florenz I, S. 120—172, 295—346, 523—605, 77 figg.,
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Monatsschrift f. Anat. u. Physiol. XX, S. 1—36, Taf. 1 u. 2. — In vor-
historischen Zeiten. Munro, Archäol. Journ., Jahrg. 54, S. 109—143. —
Nordfranzösische Pferdezucht (Bericht des vom Auswärtigen Amte ent-
sandten Sachverständigen). ®etken, Ber. über Land- und Forstwirthschaft
im Auslande. Mitgetheilt vom Auswärt. Amte, 66 S. — Rathschläge und
Winke für rheinische Pferdezüchter (Kaltblüterzucht). ®@ldenburg, Bonn,
52 S., 2 Taf. — Das Pferd auf Island, den Faröern und Grönland. Palleske,
Globus, Bd. 81, S. 365— 368, 5 Abbild. — Entwickelung des Gliedmassen-
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Anatomie LX, S. 469—513, Taf. 24 u. 25. — Das Buch v. Pferde. v. Wrangel,
Graf €. G., Stuttgart, 2 Bde. — Das Pferd und seine Rassen. Zürn, F. A. u.
Zürn, E. 8., Berlin u. Leipzig, 230 S., 11 Taf., zahlr. Textbilder. — Ver-
gleichend-histologische Untersuchungen der Retina und der Area centralis
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Pleurystomus n.g. für Eurystomus Roth. 1901. Ameghino, ebenda, S. 14.
Pseudhippus n. g. für Ps. tournoueri n.sp., unteres Eocän von Patagonien.
Ameghino, ebenda, S. 85.
Argyrohippus n.g. für A. boulei, A. fraterculus n. spp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, S.83 u. 84.
Hyracotheriidae. Prohyracotherium (n.g.) matutinum, Pr. medialis
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Protohippus. Wiederherstellung. ®sborn, Compt. Rend. VIII, Congr. Geol.
Internat. 1990, 11 S., 2 Taf. h
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Megacerops brachycephalus, M. bicornutus, M. marshi n,spp., Osborn, ebenda,
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Brontotherium leidyi n. sp., Oligocän von Nord-Amerika. @sborn, ebenda, S. 105.
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Carolibergia n.g. für ©. azulensis n.sp., Pleistocän von Argentinien. Mercerat,
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Protherotheridae. Eolicaphrium n.g. für E. inaequifacies n. sp., obere
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Prolicaphrium n. g. für Pr. festinum, Pr. specillatum, Pr. spectabile n. spp., unteres
Eocän von Patagonien. Ameghino, ebenda, S. 87.
Prothoatherium n. g. für Pr. lacerum, Pr. scammatum n. spp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, S. 88.
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n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 93.
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Rend. Acad. Paris, Jahrg. 134, S. 1278—1282. — Zähne aus dem italienischen
Eocän. @mboni, Atti Istol. Veneto LXI, S. 189—192.
L. sardus. Aus Collu (Sardinien) Bosco, Atti. Real. Accad. XI, 2 Sem., 8. 178
—182, 3 figg.
Lophiodonticulus n. g. für L. patagonicus und L. retroversus n. spp., obere Kreide
von Patagonien. Ameghino, Bol. Ac. Cordoba, 8. 17.
Artiodaectyla.
Antilopen von Angola. Bocages, Journ. Sci. Lisboa (2) VI, S. 234. — Ent-
wickelungsgeschichte der Hörner der Cavicornia. Dürst, Forsch. Ges. Land-
wirthschaft Fraunfeld (Krämers Festschrift) 47 S. und derselbe, Bull. Mus.
Paris, S. 197—203, figg. — Entstehung von Hörnern und Geweihen. Gadow,
Proc. Zool. Soc. London I, S. 206—222. Lankester, Transact. Zool. Soc.
London XVI, S. 279 und Wherry, Brit. Medie. Journ., Sept., 5 S. — Glosso-
pharyngeus und Innervation des Wiederkauaktes. Krüger, Zeitschr. f.
Biologie, Jahrg. 44, S. 23—44.
I. NonRuminantia.
Tayassidae. Tayassu-Dicotyles, seine Arten und Unterarten. Allen, Bull.
Amer. Mus. XVI, S. 159—168. — Beide Gattungsnamen (Tayassu und
Dicotyles) gültig. Gill, P. Soc. Washington XV, 8. 38—39.
Tayassu erusnigrum n. sp., Chiriqui. Bangs, Bull. Mus. Harvard, Jahrg. 36, S. 20.
T. torquatus. Verhalten gegen den Menschen. v. Kadich, Zool. Garten, Jhrg. 43,
S. 220. |
Suidae. Ausgestorbene aus dem ägyptischen Pliocän. Andrews, Geol. Magaz.
(4) IX, S. 436.
Sus nicobaricus n.sp., Nikobaren. Miller, Proc. Unit. States Museum XXIV,
S. 755.
S. erymanthicus in Italien. Ugolini, Pr.-verb. Soc. Toscana XII, S. 27.
S. scrofa domestica. Ganglien in der Muscularis mucosa des Darmes.
Anile, Atti Accad. Med. Chir. Napoli, Jahrg. 56, Nr. 4, 7 S., 1 Taf. — Ent-
wickelungsgeschichte des Zahnsystemes und das Verhältniss der Lippen-
I. Mammalia für 1902. 109
furchenanlage zur Zahnleiste. Bild, Anatom. Anzeiger XX, 8. 401—410,
figg. — Lymphkörnerchen in den Mesenterialdrüsen. Delamare, Journ.
Anat. Physiol. Paris, Jahrg. 38, S. 549—554, Taf. 14. — Untersuchung des
Balkens. Dorelle, Atti Accad. Lincei Rend. XI, S. 58—63. — Basalmembran
des Submaxillaris. Flint, Amer. Journ. Anat. II, S. 1—11, 9 figg. — Schicksal
der zweiten Schlundspalte. Hammar, Arch. f. mikrosk. Anat., Bd. 61, S. 404
—438, Taf. 21 u. 22. — Entstehung und Vermehrung der Blutzellen. Janosik,
Bibl. Anat. Paris X, S. 273—292, Taf. — Phalangenbänder. Köhler, Arthur,
Arch. Wissensch. Prakt. Thierheilk., Bd. 29, 44 S., 7 figg. — Vorgänge in der
uterinen Schleimhaut während der Brunft und nach der Befruchtung. Kolster,
Anat. Hefte, 1. Abtheil. XX, S. 231—321, Taf. 16—25. — Beziehungen der
Lymphgefässe zum Bindegewebe. Mae Calium, Arch. f. Anat. u. Physiol.,
Anatom. Abtheil., S. 273—291, 7 figg. — Vorhandensein des Musculus
pupillae opticus. Nicolai, Verh. d. Akad. Amsterdam, Theil X, No. 3, 13 S.,
fig., Taf. — Entwickelung des Gesichtes. Rabl, Leipzig, 21 S., Taf. — Ent-
wickelung des Gliedmassenskelettes. Retterer, Compt. Rend. Soc. Biol.
Paris, Jahrg. 54, S. 1118—1121 u. S. 1149—1152. — Histologie der Lymph-
drüsen. Richter, Archiv f. mikrosk. Anatomie L, S. 469—513, Tf. 24 u. 25.
— Entwickelung des Lymphgefässsystemes bei Schweineembryonen. Sabin,
Amer. Journ. Anat. I, S. 367—389, 12 figg. — Zucht- und Mastschweine,
sachgemässe Haltung und Pflege. Schmidt, Berlin, 95 S. — Entstehung
eines Schweinehinterfusses mit fünf Zehen. Tornier, Archiv f. Entwickelungs-
gesch. XV, S. 327—353, 13 figg. — Sensible Nervenenden in der Haut, des
Rüssels. Tretjakoff, Zeitschr. f. Wissenschaftl. Zoologie, Bd. 71, S. 625—643,
Taf. 31 u. 32. — Rückbildungserscheinungen am Schwanze des Embryo,
besonders am Medullarrohre. Zietzsehmann, Arch. f. Anatomie, $. 225
— 272, Taf. 15.
Phacochoerus spec. Vererblichkeit der Korpalschwielen. Leehe, Biolog. Central-
blatt XXIL, S. 79—82.
Hippopotamidae. Hippopotamus hipponensis aus dem ägyptischen
Pliocän. Andrews, Geol. Magaz. (4) IX, S. 434.
H. madagascariensis. Aus Sirabe und Abbildung des Skelettes. Major,ebenda,
S. 193—199, Taf. 12.
H. melitensis n. sp., Malta. Major, Proc. Zool. Soc. London I, S. 233—239.
H. minutus. Östeologie. Major, ebenda, S. 107—112, Taf. 9 u. 10.
Gelvcidae. Paragelocus n.g. für P. scotti n. sp., Tertiär von Süddeutschland.
Schlosser, Paläontol. Abhandl. IX, S. 179.
Pseudogelocus n. g. für Ps. suevicus n. sp., Tertiäir von Süddeutschland.
Schlosser, ebenda.
Anthracotheriidae. Ancodes gorringei n.sp., Eocän von Aegypten.
Andrews u. Beadnell, Cairo Surv. Dep., 8.7.
I. Ruminantia.
Tragulidae. Tragulus, Synopsis des Genus. Stone u. Rehn, P. Akad. Phila-
delphia, S. 130.
T. borneanus n. sp., Borneo. Miller, P. Soc. Washington XV, 8. 174.
T. nigrocollis n. sp., Snikey-Inseln. Miller, ebenda, S. 145.
110 I. Mammalia für 1902.
T. pretiosus n. sp., Linga-Inseln. Miller, ebenda, S. 144.
T. ravus n.sp., Tromp (Siam). Miller, ebenda, S. 173.
Hypertragulidae. Kennzeichen von Hwyperiragulus, Hypisodus und
Leptomeryx. Matthew, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 313.
Camelidae. Lama huanachus, Lebensweise. Prichard, Proc. Zool. Soc.
London I, S. 275.
Camelus spec.? Vorhandensein des Musculus pupillae opticus. Nicolai, Verhandl.
d. Akad. Amsterdam, Theil IX, No. 3, 13 S., fig., Taf.
Cervidae. Geweihe brasilianischer Hirsche. Göldi, Mem. Mus. Goeldi Nr. 3,
46 S., 3 Taf. — Färbung. Lydekker, Field, S. 6837—688. — Geweihe
auf der deutschen Geweihausstellung zu Berlin 1902. Matschie, Deutsche
Jägerzeitung, Neudamm i. N., 8.111. — Die Hirschsammlung des
Berliner Zoologischen Gartens im Hochsommer 1901. Müller - Lieben-
walde, Zool. Garten, Jahrg. 43, Heft 5, S. 145—151. — Nomenklatur
nordamerikanischer Hirsche. ©®sgood, Proc. Soc. Washington XV, S.87
—87. — Amerikanische Hirsche. Rooseveit u.a., New York u. London,
334 S., illustrirt. — Korrelationen zwischen gewissen Organen und den
Geweihen. Rörig, Verh. d. V. Intern. Zool. Kongr., S. 529—532. — Phylo-
genie des Geweihes. BRörig, ebenda, S. 538—543.
Elaphodus spec.? Der bellende Hirsch der Philippinen. Schnee, Natur u. Haus
X, Heft 13, S. 302.
C'upreolus eupreolus. Einseitige Geweihbildung bei einer alten Ricke. Blasius,
Verh. d. V. Intern. Zool. Kongr., S. 464—466, 2 Taf. — Entwickelung nach
Anlage des Mesoblasts. Jolly, Arch. f. Anat. u. Physiol., Anat. Abtheil.,
S. 292—314, Taf. 16 u. 17. — Geweihe auf der deutschen Geweih-Ausstellung
zu Berlin 1902. Matschie, Deutsche Jägerzeitung, Neudamm. i. Neum.,
S. 11—52. — Unzeitiges Abwerfen eines Rehbockes im Hannoverschen
Zoolog. Garten. Schäff, Deutsche Jägerzeitung, Neudamm, S. 811. — Fort-
pflanzung des Rehwildes. Strahl, 33. Ber. d. Oberhess. Gesellsch. f. Natur-
u. Heilk., S. 206.
C. mantschuricus. Geweih auf der deutschen Geweihausstellung zu Berlin 1902.
‘ Matschie, Deutsche Jägerzeitung, Neudamm ji. Neum.
Dama. Der Gattungsname Dama Zimmermann von Allen (Bull. Amer. Mus.
XVI, 8.15) für den virginischen Hirsch angenommen, von Selater (Ann. Nat.
Hist. (7) IX, 8. 290) und Miller (P. Soc. Washington XV, S. 39) wieder ver-
worfen.
D.dama. Geweihe auf der deutschen Geweihausstellung zu Berlin 1902.
Matschie, Deutsche Jägerzeitung, Neudamm i. Neum.
D. rotkschildi n. sp., Coiba-Inseln. Thomas, Nov. Zool. IX, S. 136.
Pseudazxis dybowskyi. In seiner Heimat. Köhler, E.M. Zoolog. Garten, Jahrg. 43
S. 78—86.
Odocoileus percultus, u. sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, An. Mus. Buenos
Aires VIII, S. 251.
Megaceros giganteus, Masse des Geweihes. Hamilton-Barrett, The Irish Naturalist
XI, Nr. 1, S. 25.
Alces alces. Bestand in Ostpreussen. Boy, Naturwissenschaftl. Wochenschrift,
S. 546 (Referat). — Eigenartiger Vorgang in den Samenblasen. Kolster,
Arch. f. mikrosk. Anatomie, Jahrg. 60, S. 100—110, Tf.5. — Variation.
I. Mammalia für 1902. 111
Lönnberg, Proc. Zool. Soc. London II, S. 352—360, figg. — Geographische
Verbreitung. Leverkus-Leverkusen, Verh. d. Ver. Rheinl., Jahrg. 58, 8. 11.
— Geweihe auf der deutschen Geweihausstellung zu Berlin 1902. Matschie,
Deutsche Jägerzeitung, Neudamm i. Neum.
A. bedfordiae n. sp., Ostsibirien. Eiwes, Proc. Zool. Soc. London II, S. 144.
Lydekker, ebenda I, S. 109 und Rothschild, ebenda II, S. 317.
Porralces n. g. zum Ersatz für Alces Jardine, nicht aber Alce Blumenbach. Allen,
Bull. Amer. Mus. XVI, S. 159.
Rangifer spec. Grant, 7. Ann. Rep. New York Zool. Soc., S. 1—24, 20 Taf.,
2 figg. — Das Ren als Jagd- und Hausthier der Polarvölker. Nitsche, Natur-
wiss. Gesellsch. Isis, Dresden 1901, Juli/Dezember, S. 26.
R. granti n.sp., Alaska. Allen, Bull. Amer. Mus. XVI, S. 122.
R. montanus. Notiz. Allen, ebenda, S. 156.
R. osborni n.sp., Britisch-Kolumbien. Allen, ebenda, S. 149.
R. pearyi n.sp., Ellesmere-Land. Allen, ebenda, S. 409.
R. tarandus. Prähistorische Zeichnungen in der Grotte von Font-de-Gaume
(Dordogne). Capitan u. Brenil, Compt. Rend. Acad. Paris, Jahrg. 134, 8.1536
— 1539, figg. — Kehlsack. Lönnberg, Anatom. Anzeiger XXI, S. 467—474,
figg. —
R.tarandus pearsoni n. subsp.,, Nowaja Semlja. Lydekker, Proc. Zool. Soc.
London II, S. 360.
Elaphurus davidianus in der Heimat. Köhler, E. W., Zoolog. Garten, Jahrg. 43,
S. 78—86.
Hyelaphus porcinus. Vorkommen in Burma. Evans, Journ. Bombay Soc. XIV,
S. 310—315.
Cervus spec.? Schleimhaut des Uterus während der Brunft und nach der Be-
fruchtung. Kolster, Anatom. Hefte, 1. Abtheil., XX, 8. 231—321, Taf. 16
—2.
CO. canadensis bactrianus, Nachricht über. Lydekker, Proc. Zool. Soc. London
11..8..279.
C. elaphus. Geweihe deutscher Rothirsche. Matschie, Achte deutsche Geweih
ausstellung Berlin 1902. Deutsche Jägerzeitung, Neudamm i. Neum. —
Unterschiede im Geweih des deutschen Küstenhirsches, des deutschen
Inlandshirsches und des Donauhirsches (Polemik gegen Rörig). Maischie,
ebenda, S. 735— 739, 751—757, 771—777. — Geweih. Schöniehen, Natur
u. Schule I, Heft 1/2, S. 66—68.
. lühdorffi. In der Freiheit. Köhler, E. M., Zool. Garten, Jahrg. 43, 8. 78
—86.
. merriami n.sp., Arizona. Nelson, Bull. Amer. Mus. XVI, 8.7.
. wachei n.sp., Tsungarei. Noack, Zool. Anzeiger XXV, 8. 145—147.
. suevicus N. Sp., Tertiär von Süddeutschland. Sehlosser, Paläontol. Abhandl.
IX, S. 192.
Hippocamelus chilensis (Xenelaphus bisulcus). Lebensweise. Richard, Proc.
Zool. Soc. London I, S. 272.
H. (Furcifer) incognitus n. sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, An. Mus.
Buenos Aires VIII, S. 250.
Antilocapridae. Antilocapra americana. TEntwickelung des Gehörnes.
Gadow, Proc. Zool. Soc. London I, S. 206-222.
Q
SiS)
112 I. Mammalia für 1902,
Capromeryx n. g. für ©. furcifer n. sp., Pleistocän von Nebraska. Matthew, Bull.
Amer. Mus. XVI, S. 318.
Gjraffidae. Okapia johnstoni. Neues über das Okapi. Böttger, Zool. Garten,
Jahrg. 43, Heft 10, S. 330—331. — Entwickelung des Gehörnes. 6adow,
Proc. Zool. Soc. London I, S. 206-222. — Das neu entdeckte Säugethier
aus Central-Afrika. 3ehnsten, Ann. Rep. Smithson Instit. 1901, S. 661
—666. — Beschreibung. Lameere, Rev. Univ. Brux., 24 S., — Landsberg,
Natur u. Schule I, Heft 1/2, S. 59—62, 2 Abb. — Lankester, Transact. Zool.
Soc. London XVI, S. 279—307, 3 Taf. — Major, La Belgique Coloniale,
25. Mai, 8. 244-245, 8. Juni, S.260, 9. Novb., 8. 532—534, 30. Novb.,
S. 568-570, figg. — Derselbe, Compt. Rend. Zool. Congr. 1902, S. 1056—1057.
— Derselbe, Proc. Proc. Zool. Soc. London II, S. Soc. London II, S. 73—79,
fieg. u. 8. 339—350, figg. — Systematische Stellung. Matschie, Natur u.
Schule I, Heft 1(2, S. 50—56.
Okapia liebrechtsi n.sp., Mundala i. Kongoland. Major, ebenda, 8.73 u. La
Belgique Coloniale, 9. Novb., S. 532—534. — Für identisch mit Okapia
johnstoni erklärt und als Speciesname eriksoni an Stelle von johnstoni Lank.
1902 (nicht Sclater 1901) vorgeschlagen von Lankester, Ann. Nat. Hist. (7)
X, 8. 417—418.
Giraffa. Missbildung einiger Halswirbel eines im Londoner Zoologischen Garten
gestorbenen Thieres. Beddard, Proc. Zool. Soc. London I, 8. 52—54. —
Entwickelung des Gehörnes. Gadow, Proc. Zool. Soc. Soc. London I, S. 206
— 222.
Helladotherium tigrinum n.sp., Semliki-Wald. Johnston in Cornish’s „Living
Animals of the world I, S. 270.
Sivatherium. Gehörentwickelung. @adow, Proc. Zool. Soc. London I, S. 206
— 222.
Redumidae. Cobus defassa u. Reduma bonor, Jagd und Lebensweise. Pease, (2)
Cervicapra fulvorufa shoana n. subsp., Schoa. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch.
Naturf. Freunde Berlin, S. 99.
C. redunca cottoni n. subsp., Kordofan bis Meron, C. redunca donaldsoni n. Sp.,
Osten von Lado und West-Somaliland. Rothschild, in Powell-Cotton ‚‚Spor-
ting Trip through Abyssinia‘“.
Neotragus saltianus Blainv. Biologisches. Moreau. Le Naturaliste, Jahrg. 24,
S. 227—228, 3 figg. 2
Oreotragus saltator. Pease, Proc. Zool. Soc. London II (1901) Tf.2 S. 499—502.
O. schillingsi n. sp., Kilima-Ndjaro und nordöstliches Masailand. Neumann,
Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturf. Freunde Berlin, S. 169.
O. somalicus n. sp., Nord- und Mittel-Somaliland.. Neumann, ebenda.
Ourebia montana. Pease, Proc. Zool. Soc. London II (1901) S. 499 —502.
Madoqua kirki hindei n. subsp., Britisch-Ostafrika. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7)
X, 8. 242.
Antilopidae. Antilope cervicapra. Anatomie (Aehnlichkeit mit Saiga).
Lönnberg, Zool. Anzeiger XXV, Nr. 661, S. 85—86.
Cephalophidae. Cephalophus nyassae n. sp., Mlanye, Nyassaland. Thomas,
Ann. Nat. Hist. (7) IX, 8. 58.
En
I. Mammalia für 1902. 113
©. sylvieultor (Terpone sylvieultrix). Vorkommen in Ostafrika. Thomas, Proc.
Zool. Soc. London I, S. 1—2, T£. 1.
CO. weynsin.sp. Thomas, Ann. Mus. Congo Zool. Serie I, Bd. II, S. 16—17.
Sylvicapra spec.?, Lebensweise, Jagd. Pease, Proc. Zool. Soc. London Il,
Ss. 499—502
Gacellidae. Gazellen des Somalilandes. Moreau, Le Naturaliste, Jahrg. 24,
S. 281—284, 6 figg.
Gazella granti, @. pelzelni, G. soemmeringi, Jagd und Lebensweise. Pease, wie
oben.
Lithocraniidae. Lithocranius sclateri. Häufiges Vorkommen in Abys-
sinien und Somaliland, Jagd. Pease, Proc. Zool. Soc. London (1901) VI,
S. 199—512, Tf. 2.
Bubalidae. Bubalis swaynei. Jagd. Pease, Proc. Zool. Soc. London II,
Ss. 499—502.
Hippotragidae. Hippotragus cordieri aus dem ägyptischen Pliocän.
Andrews, Geol. Mag. (4) IX, S. 437.
Orycidae. Oryx beisa, Jagd und Lebensweise. Pease, Proc. Zool. Soc.
London II (1901) S. 499—502.
O. beisa gallarum n. subsp., Gallaland. Neumann, Sitzungsber. d. Gesellsch.
Naturforsch. Freunde Berlin, S. 99.
Addax nasomaculatus. Färbung in den Jahreszeiten. Renshaw, The Zoologist
(4) VI, S. 363, Tf. 2.
Tragelaphus dama n.sp., Kavirondo. Neumann, Sitzungsber. d. Ges. Naturf.
Freunde Berlin, S. 97.
T. massaicus n. sp., Massailand. Neumann, ebenda, S. 96.
T. meneliki n.sp., Abyssinien. Neumann, ebenda, S. 93.
T. multicolor n.sp., Hauasch-Thal. Neumann, ebenda, S. 95.
T. nigronotatus n.sp., Barssa-Flussgebiet. Neumann, ebenda, S. 97.
Boocerus n. nom. für Euryceros Gray 1850 (nicht Lesson 1830). Thomas,
Ann. Nat. Hist. (7) X, S. 309. — B. euryceros isaaci n. subsp., Britisch-
Ostafrika, Thomas, ebenda.
Strepsicerastes imberbis, Strepsiceros capensis. Pease, Proc. Zool. Soc. London
II (1901), S. 499—502.
Rupicapridae. Rupricapra tragus. Gehörne auf der deutschen Geweih-
ausstellung zu Berlin 1902. Miatschie, Deutsche Jägerzeitung, Neudamm
i. Neum. — Einfluss der Pyrenäen auf ihre Wanderungen zwischen Spanien
und Frankreich. Seharff, Verhandl. d. V. Internat. Zool. Kongr., S. 356.
— Verbreitung. Scehleiff, Natur u. Schule I, S. 4837—489.
Capra hircus. Matrix des Glaskörpers, Herkunft der Zonulafasern. Addario,
Anatom. Anzeiger XXI, S.9—12 u. Ann. oftalmol. Pavia XXX, S. 721
— 739, XXXI, S. 141—154, 281—322, 9 Taf. — Vitale und supravitale
Granulafärbung der Nierenepithelien. Arnold, Anatom. Anz. XXI, S. 417
—425. — Plasmosomen und Granula der Nierenepithelien. Arnold, Arch.
f. Pathol. Anat., Bd. 169, S. 1—17, Taf. 1. — Ernährung und Haltung der
Hausziege. Kiöpfer, Essen, 85 S. — Phalangenbänder. Köhler, Arthur,
Arch. Wiss. Prakt. Thierheilk., Bd. 29, 44 S., 7 figg. — Vergleichend-histo-
logische Untersuchungen der Retina und der Area centralis retinae. Zürn, J.,
Arch. f. Anat. (Suppl.), S. 99—146, Taf. 6.
Arch. f. Naturgesch 69. Jahrg. 1963 Bd 11. H.1. (I.) fe
114 I. Mammalia für 1902.
. alaiana n. sp., Alai. Noack, Zoolog. Anzeiger XXV, S. 624.
. fasciatus n. sp., Nordost-Altai. Noack, ebenda, S. 623.
CO. falconeri megaceros. Abbildung. Lydekker, Proc. Zool. Soc. London II,
8.323, Taf. 27. 3
C. pyrenaica. Einfluss der Pyrenäen auf ihre Wanderungen zwischen Frank-
reich und Spanien. Scharffi, Ber. d. V. Intern. Zoolog. Kongr., S. 356.
©. vali. Beschreibung. Rothschild, in Powell-Cotton ‚Sporting Trip through
Abyssinia‘‘, S. 478.
Ovis aries L. Studien über die Geschichte des ägyptischen Hausschafes. Dürst
v. Gaillard, Paris, 35 S., Abb. — Gehörnentwickelung. Gadow, Proc. Zool.
oe. London I, S. 206—222. Schicksal der zweiten Schlundspalte. Hammar,
Arch. f. mikr. Anat., Bd. 61, S. 404—-438, Tf. 21 u. 22. — Phalangenbänder.
Köhler, Arthur, Arch. Wissensch. Prakt. Thierheilk., Bd. 29, 44 S., 7 figg.
— Die Schleimhaut des Uterus während der Brunft und nach der Befruchtung.
Kolster, Anatom. Hefte, 1. Abtheil. XX, S. 231—321, Taf. 16—25. — Pur-
'iinjesche Fasern und gewöhnliche Herzmuskelfasern. Marceau, Bibl. Anat.
Paris X, $S. 1-70, 17 figg., Taf. 1 u. 2. — Verlauf der Herzmuskelfasern.
Marceau, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, S. 714—716. — Entwicklung
des Gliedmassenskelettes an Embryonen. Retterer, Compt. Rend. Soc.
Biol. Paris, Jahrg. 54, S. 1118—1121, 1149—1152. — Entwickelung der
Nebenniere. Soulie, Compt. Rend. Ass, Anatom., 4. Sess., 8. 67—73. —
Entwickelung der Hüllen des Rückenmarkes. Sterzi, Arch. Ital. Anat.
Embr. Florenz I, S. 173—175, Tf. 12. — Blutlymphdrüsen und Beziehungen
u Milz und Lymphdrüsen. Weidenreieh, Verh. d. Anatom. Gesellsch.,
16. Vers., 8. 47—56, 3 figg. — Vergleichend-histologische Untersuchungen
der Retina und der Area centralis retinae. Zürn, J., Arch. f. Anat. (Suppl.),
S. 99—147, Taf. 6.
O. borealis. Ein seltenes Wildschaf. Lydekker, Nature, Bd. 66, 8. 32.
O. canadensis borealis n. subsp. Beschreibung. Lydekker, Proc. Zool. Soc.
London II, S. 84, Tf. 8.
O. dalli kenaiensis n. subsp., Kenai-Halbinsel. Allen, Bull. Amer. Mus. XVI,
S. 145.
O0. musimon. Innervation des Herzens. v. Schuhmacher, Anatom. Anzeiger XXI,
S. 1-7. — Fossil in Ungarn. Koch, Foldtani Kozl XXXII, S. 346.
O. sairensis littledalei n. subsp., Ili-Thal. Lydekker, ebenda, S. 82.
Ovibovidae. Ovibos moschatus wardi, Notiz. Nehring, Waidwerk in Wort
und Bild, Neudamm ji. Neum., 15. Novb., S. 49.
O. cavifrons aus Ohio. Hateher, Science (2) XVI, 8. 707— 709.
O. moschatus aus dem Pleistocän der Dordogne. Harle, Bull. Soc. geol. France
AD
I, 8. 455—458.
Bovidae. Europäische Wildrinder. Lydekker, Knowledge, Bd. 25, S. 100
—102.
Bos taurus. Das polnische Rotvieh. Adametz, Wien, 133 S. — Ent-
wickelung und Bau des Glaskörpers. Bertachini, Internat. f. Anat. u.
Physiol., Bd. 19, S. 77—118, Taf. 6 u. 7. — Anatomische und typographische
Verhältnisse der Fussregion. €Caradonna, Turin, 13 Taf., 52 S. — Wilde
und zahme Rinder der Vorzeit. Dürst, Natur u. Schule II, S. 26—35, 87—93,
11 figg. — Entstehung des Müllerschen Ganges, Herausbildung und Bau
I. Mammalia für 1902. rr9
des Uterus an einem sechs Monate alten Fötus. Ferroni, Ann. Ostetric.
Napoli V, 8. 21—24. — Gehörnentwickelung. Gadow, Proc. Zool. Soc.
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Phalangenbänder. Köhler, Arthur, Arch. Wissensch. Prakt. Thierheilk.,
29. Bd., 44 S., 7 figg. — Vorgänge in der uterinen Schleimhaut während
der Brunft und nach der Befruchtung. Kolster, Anatom. Hefte, 1. Abt.,
XX, S.231—321, Taf. 16—25. — Rassen, Varietäten in Frankreich.
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Thieres. Lesbre u. Forgeot, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 53, S. 1159
— 1161. — Bau und Thätigkeit der Hämolymphdrüsen. Lewis, Internat.
Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. XX, S. 1—56, Taf. 1 u. 2. — Verlauf der
Herzmuskelfasern. Marceau, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Bd. 54, S. 714
— 716. — Anatomie eines Doppelkalbes. @sborn, Amer. Naturalist, Jahrg. 36,
S. 259-271, figg. — Entwickelung des Gliedmassenskelettes bei Embryonen.
Retterer, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris, Jahrg. 54, S. 1118—1121, 1149—1152.
— Typische und atypische Spermienformen. Retzius, Biolog. Untersuch.
Retzius X, S. 45—60, fig., Tf. 15—17. — Mikroskopischer Bau der Lymph-
drüsen. Richter, Arch. f. mikrosk. Anatomie LX, S. 464—513, Tf. 24 u. 25.
— Vergleichend-histologische Untersuchungen der Retina und der Area
centralis retinae. Zürn, J., Arch. Anatomie (Suppl.), S. 99—146, Tf. 6.
B. (Bison) priscus. Prähistorische Malereien in der Grotte von Font-de-
Gaume. Capitan u. Brenil, Compt. Rend. Acad. Paris, Jahrg. 134, S. 1536
—1539.
Sirenia.
Auge. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil., XXVII, 5. 99—404. —
Fehlen des Foramen entepicondyloideum. Stromer v. Reichenbach, Morphol.
Jahrb. XXIX, S. 553—562, 2 figg.
Halicoridae. Halicore dugong. Auge. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom.
Abtheil., XX VII, S. 99—404, Tf. 2—4.
Eosiren n. g. für E. libyca n. sp., Tertiär von Fayum (Aegypten). Andrews, Geol.
Magaz. (4) IX, S. 293.
Trichechidae. Manatus koellikeri, M. latirostris. Auge. Pütter, Zoolog.
Jahrbücher, Anatom. Abtheil., XXVII, S. 99—404, Tf. 2—4.
M. senegalensis Desm. vom Niger. Gratiolet, Bull. Mus. Paris (1901), S. 248
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Cetacea.
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Gehörganges.. Denker, Anatom. Hefte, 1. Abtheil., Bd. 19, S. 421—448,
Tf. 14 u. 15. — Anpassungen an das Wasserleben. Jolyet, Compt. Rend. Soc.
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Krause, Ernst, Prometheus XIII, S. 458—460. — Anpassung des Auges an
8*+
116 I. Mammalia für 1902.
das Wasserleben. Pütter, Zoolog. Jahrb., Anatom. Abtheil. XXVII, $. 99
—104, Tf. 2—4. — Walfang im Jahre 1901. Southwell, The Zoologist (4)
V, 8.41. — Fehlen des Foramen entepicondyloideum. Stromer v. Reichen-
bach, Morphol. Jahrbücher XXIX, S. 553—562, 2 figg. — Die Identität
der Bartenwale des nordwestlichen Atlantischen Oceans. True, Science XV,
Nr. 383, S. 690. — Die Wale und Delphine des Clyde-See-Gebietes. Watt,
Transact. Nat. Hist. Soc. Glasgow VI, S. 191—198.
Squalodontidae. Squalodon im sizilianischen Tertiär. Gemmellaro, Rend.
Accad. Sincei XI, 8.3.
Delphinidae. Cogia breviceps. Anatomie. Benham, Transact. New Zealand
Inst. XXXIV, S. 155. — Osteologie. Benham, Proc. Zool. Soc. London I,
S. 54—62, Taf. 2—4.
Delphinapterus leucas. Auge. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil.,
XXVII, S. 99—404, Tf. 2—4.
Delphinus albirostris in Great Yarmouth. Patterson, The Zoologist VI, März,
Ss. 111.
D. delphis. Niere. Cavali6 und Jolyet, Compt. Rend. Soc. Biol. Paris
LIV, S.298—303. — Hirnstamm. Hatschek u. Schlesinger, Arb. d.
neurol. Instit. Wien, Heft 9, S. 1—117, 25 figg. — Gehirn, Medulla oblongata,
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XV, S. 782—783. — Anpassung des Auges an das Wasserleben. Pütter,
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Delphinus und Steno aus dem Pliocän von Toskana. Ugolini, Atti Soc. Toscana
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Eurhinodelphis. Osteologie. Abel, Mem. Mus. Belgique II, S. 101.
Globiocephalus melas im Mittelmeergebiet. @Cabrera, Bol. Soc. espan. II, S. 293.
Lagenorhynchus albirostris in der Bucht von Dublin. Scharff, The Irish Naturalist
RT, 18.66:
Orca gladiator in der Solway-Bucht. Service, Ann. Scott. Natur. Hist., Nr. 44,
S. 251.
Phocaena communis. Rachen. Bönninghaus, Zool. Jahrb., Anatom. Abtheil.
XXVI, 8. 1-98, Tf. 1. — Anatomie des Gehörganges. Denker, Anatom.
Hefte, 1. Abtheil., Bd. 19, S. 421-448, Tf. 14 u. 15. — Beckenhöhle und
Sakralregion. Hepburn u. Waterston, Rep. 71. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sci.,
S. 680—681. — Verdauungstraktus. Hepburn u. Waterson, Trans. R. Soc.
Edinb. XL, S. 313—330, Tf. 3. — Anpassung des Auges. an das Wasserleben
Pütter, Zool. Jahrb., Anat. Abtheil., XXVII, S. 99—404, 3 Tf.
Tursiops tursio im Moray Firth. Taylor, Ann. Scott. Nat. Hist., Januar, S. 51—52.
Ziphiidae. Hwyperoodon ampullata Forster. Der eigentliche Name des
atlantischen Grossnasen-Wales. Rhoads, Science, Bd. 65, Nr. 384, S. 756.
— H. rostratus. Auge. Pütter, Zbolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil.,
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Balaena mysticetus. Auge. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil.,
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Balaenoptera musculus ‚B. physalus, B. rostrata. Anpassung des Auges an das
Wasserleben. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil., XXVII, S. 99
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B. rostrata. Aeussere Anatomie eines jungen Thieres. Benham, Transact. New
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Megaptera boops. Auge. Pütter, Zoolog. Jahrbücher, Anatom. Abtheil., XXVII,
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Edentata.
Fossile und recente Edentata und ihre Verbreitung. Greve, Sitzungsber. d. Naturf.
Gesellsch. Dorpat XIII, S. 77—107. — Geographische Verbreitung der fossilen
und recenten Edentata. Palacky, Sitzungsber. d. Böhm. Gesellsch. (1901)
Heft 13, 5 S. — Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen. Smith, E. G., Journ.
Anat. Physiol. London XXVIII, S. 443—448, figg.
Bradypodidae. Anatomie und Entwickelung. Simon, Arch. f. Naturg.,
S. 239—261, Taf. 10 u. 11.
Cyclops didactylus eva n. subsp., Nordwest-Ekuador. Thomas, Ann. Nat. Hist.
(7) X, S. 250.
Bradypus tridactylus marmoratus. Anatomische Untersuchung von Embryonen
und ausgewachsenen Thieren. Simon, Arch. f. Naturgesch., S. 239—261,
21.10 u. 11.
Megatheriidae. Grypotherium. Gleichzeitig mit dem südpatagonischen
Höhlenbewohnern lebend. Behmann-Nitsche, Arch. f. Anthropol. XXVII,
S. 583—597. — Angeblich noch lebend. Lehmann-Nitsche, Rev. Mus. La
Plata X, S. 269-—279. — Neue Reste verwandter Thiere aus der Eberhard-
Höhle von Ultima-Esperanza. Roth, ebenda XI, S. 37—60, Taf. 1—3. —
Beschreibung. Woodward in Prichard ‚„Trough the Heart of Patagonia‘‘,
S. 305— 333.
Pseudolestodon tarijense n. sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, An. Mus. Buenos
Aires (3) I, S. 252.
Dasypodidae. Dasypus vellerosus pannosus n. subsp., Cordova. Thomas,
Ann. Nat. Hist. (7) IX, S. 244.
D. sexcinctus. Placenta und. junge Thiere.. @Chapman, Proc. Acad. Philad.
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D. villosus. Anatomie der Riechstrahlung. Zuekerkandl, Arb. d. Neurol. Instit.
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D. tarijensis n. sp., Tertiär von Bolivien. Ameghino, An. Mus. Buenos Aires (3)
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Cachicama n.nom. für Tatusia. Duges, Mem. Soc. Ant. Alzate XVII, 8. 35.
Tatusia novemcincta. Nachrichten über. Duges, ebenda.
Amblytatus n.g. für A. areolatus, A. pandus n.spp., Patagonien. Ameghino,
Bol. Acad. Cordoba XVII, 8. 59.
Anteutatus n. g. für A. laevus, A. lenis n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 60.
Anutaeus n. g. für A. circumdatus, A. tenuissimus, A. turtuosus n. spp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 67.
Archaeutatus n. g. für A. malaspunensis n. sp., ebendaher. Ameghine, ebenda, 8. 5.
Astegotherium n. g. für A. dichotomum n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 69.
118 I. Mammalia für 1902.
Coelutaetus n. g. für ©. cribellatus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, 8. 66.
Hemiutaetus n. g., ebendaher. Ameghine, ebenda, S. 67.
Isutaetus u. g. für /. depictus, I. petrinus n. spp., ebendaher. Ameghine, ebenda,
S. 67.
Machlydotherium n.g. für M. asperum (8. 54), M. aterum, M. intortum (8. 55),
M. sparsum (8.57) n.spp., ebendaher. Ameghine, ebenda.
Meteutatus n. g. für M. anthinus (8. 58), M. attonsus (8. 57), M. concavus, M. lucidus
(S. 58), M. percarinatus, M. rigidus (S. 57) n.spp., ebendaher. Ameghino,
ebenda.
Orthutaetus n.g. für O. clavatus, O. crenulatus n.spp., ebendaher. Ameghino,
ebenda, S. 65.
Pachyzaedius n.g. für P. cuneiformis n.sp., ebendaher. Ameghino, ebendort,
S. 69.
Pareutaetus n.g. für P. chicoensis, P. clusus, P. signatus n. spp., ebendaher.
Ameghino, ebendort, S. 64.
Posteutatus n. g. für P. indemnis (8..63), P. indeutatus (S. 62), P. scabridus (S. 63)
n.spp., ebendaher. Ameghino, ebendort.
Prodasypus centralis, ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 157.
Proentatus postpunctus n.sp., ebendaher. Ameghinoe, ebendort, S. 136.
Prostegotherium n. g. für Pr. astriferum, Pr. notostylopianum n. spp., ebendaher.
Ameghino, ebendort, S. 71.
Prozaedius humilis n.sp., ebendaher. Ameghino, ebendort, S. 137.
Pseudentatus n.g. für Ps. clypeus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, 8. 59.
Pseudostegotherium n. g. für Ps. chubutanum (S. 70), Ps. glangeaudi (8. 139) n. sPp.,
ebendaher. Ameghino, ebendort.
Sadypus n.g. für S. ascendeus, S. confluens (S. 66), $. nepotulus (S. 67) n. SPp.,
ebendaher. Ameghino, ebendort.
Stegotherium variegatum n.sp., ebendaher. Ameghine, ebenda, S. 138.
Ütaetus n. g. für U. argos, U. buccatus (8. 61), U. deustus (8. 62), U. laxzus (S. 61)
n. spp., ebendaher. Ameghino, ebendort.
Protobradydae. Protobradys n.g. für Pr. harmonicus n.sp., Patagonien.
Ameghino, Bol. Acad. Cordoba XVII, 8.51.
Megalonichidae. Hapaloides n. g. für H. ignavus (S. 133), A. laeviusculus,
H. ponderosus (S. 134) n.spp., ebendaher. Ameghino, ebendort.
Proschismotherium n. g. für Pr. oppositum n. sp., ebendaher. Ameghino, ebendort,
S. 132.
Peltephilidae. Peltecoelus n. g. für P. praeluceus n. sp., ebendaher.
Ameghino, ebendort, S. 140.
Peltephilus granosus n. sp., ebendaher. Ameghino, ebendort, S. 140.
Glyptodontidae. Glyptatelus fractus (8.53), @l. malaspinensis (S. 52)
n. spp., ebendaher. Ameghino, ebendort.
Glyptodon fiorini, @l. falkneri, Gl. nunizüi, Gl. perforatum, @l. reticulatum, @l. rudi-
mentarium n.spp., Pliocän von Argentinien. Ameghine, An. Mus. Buenos
Aires, S. 256.
Lomaphorelus n.g. für L. despectus n.sp., Patagonien. Ameghino, Bol. Acad.
Cordoba XVII, S. 53.
Palaeopeltis tessaratus n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S, 54.
Propalaeophorus bilineatus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 136,
I. Mammalia für 1902. 119
Marsupialia.
Unterschied der Meckelschen Körperchen und der Mylohyoids. Bensley, Toronto
Stud. Biol. No,3. 9 S., 1 Taf. — Verbreitung. Palacky, Sitzungsber. d. Böhm.
Gesellschaft, Heft 17, 7 S. — Besonderheiten der Cerebral-Kommissuren.
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Homologieen der Molar- und Prämolarzähne. Tims, Journ. Anat. Physiol.
norm. pathol., Jahrg. 36, S. 321—343. — Beziehungen zu den Creodontia.
Wortman, Amer. Journ. Sci. XIII, S. 39—46, 115—128, 197—206, 433—448,
XIV, S. 17—23, Tf. 6—10. — Verschiedenartigkeit der Hirnfurchen. Smith,
6. E., Journ. Anat. Physiol. London, Bd. 36, S. 309—319, 3 figg.
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Petaurus. Tasthaare am Fussgelenk. Beddard, Proc. Zool. Soc. London I, S. 127
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London I, S. 12-31.
Phalangista vulpina. Entwickelungsgeschichte der Mammardrüsen. Breslau,
Zeitschr. f. Morphol., S. 260—317, Taf. 10 u. 11. — Ontogenie und Phylogenie
des Mammarapparates. Breslau, Anatom. Anzeiger XXI, S. 178—188. —
Histogenese der Spermatozoen. v. Korff, Arch. f. mikrosk. Anatomie L,
S. 233—260, Taf. 14 u. 15. — Anpassungen der Verdauungsorgane. Bönnberg,
Proc. Zool. Soc. London I, S. 12—31. — Wärmeregulirung und Athmung.
Martin, Phil. Transact. B. 195, S. 1—37. — Besonderheit.
Phascolarctus spec. Anpassung der Verdauungsorgane. Lönnberg, Proc.Zool.
DocHkondone 2821231.
Pseudochirus. Bau des Schultergürtels bei Beuteljungen. Broom, Journ. Linn.
Soc. London, Zool. XX VIII, S. 449—454, Tf. 41. — Anpassung der Ver-
dauungsorgane. Lönnberg, Proc. Zool. Soc. London I, S. 12—31.
Diprotodon. Unterschied von Pyrotherium. Ameghine, Ann. Mus. Buenos Aires
VII, S. 223—224.
Diprotodonta. Das aberrante Faserbündel der ventralen Hirnkommissur. Simth,
E. G., Proc. Royal Soc. London LXX, S. 226—231, 5 figg.
Macropodidae. Healmathurus bennetti. Muskeln der Hinterbeine und ihre
Beziehungen zur Sprungfähigkeit.
Macropus spec. Becken. Alezais, Ann. Mus. Marseille VII, S. 113—133, Tf. 9
u. 10. — Entwickelung der Mammarorgane. Breslau, Zeitschr. f. Morpho-
logie IV, S. 260—317, Tf. 10 u. 11.
Palorchestes azael. Knochenfund, wahrscheinlich dieses Thieres, auf der Sorrento-
Halbinsel. Gregory, Proc. Roy. Soc. Vietoria XIV, S. 139—144, Tf. 2.
Peramelidae. Früher Entwickelungszustand des Schultergürtels von
Perameles. Broom, Journ. Linn. Soc. Zool., Jahrg. 28, S. 449-454, Tf. 12.
Perameles. Entwickelungsgeschichte der Mammardrüsen. Bresiau, Zeitschr.
f. Morphol., S. 260—317, Taf. — Bau des Schultergürtels bei Beuteljungen.
Broom, Journ. Linn. Soc. London, Zool. XXVIII, S. 449—454, Tf. 41.
Dasywridae. Früher Zustand des Schultergürtels von Dasyurus. Broom,
Journ. Linn. Soc. Zool., Jahrg. 28, S. 449-454, Taf. 12. — Tast-
120 I. Mammalia für 1902.
haare am Fussgelenk. Beddard, Proc. Zool. Soc. London I, S. 127—136.
— Entwickelungsgeschichte der Mammarorgane. Breslau, Zeitschr. f.
Morphol., S. 260—317, Taf. 10 u. 11. — Bau des Schultergürtels bei Beutel-
jungen. Broom, Journ. Linn. Soc. London, Zool. XXVIII, S. 449 —454,
Taf. 41.
Myrmecobius. Ontogenie und Phylogenie des Mammarapparates, Rückbildung
des Beutels. Breslau, Anatom. Anzeiger XXI, S. 178—189, figg.
Sminthelops crassicaudata centralis n. subsp., Inneres von Südaustralien. Thomas,
Ann. Nat. Hist. (7) X, S. 492.
Didelphyidae. Didelphysazarae. Epithelkörnchen. Zucekerkandl, Anatom.
Hefte, 1. Abtheil., XIX, S. 59—84, 4 figg., Tf. 1—4.
D. marsupialis battyi n. subsp., Biba-Inseln. Thomas, Nov. Zool. IX, S. 137.
D. marsupialis etensis n. subsp., Piura (Peru). Allen, 3. A., Bull. Amer. Mus.
XVI, S. 262.
D. marsupialis insularis n. subsp., Trinidad. Allen, 3. A., ebenda, S. 259.
. paraguensis andina n. subsp., Ekuador. Allen, 3. A., ebenda, S. 272.
. paraguensis meridensis n. subsp., Merida (Venezuela). Allen, J. A., ebenda,
S. 274.
D. virginiana. Entwickelungsgeschichte der Mammarorgane. Breslau, Zeit-
schr. f. Morphol., S. 260—317, Taf. 10 u. 11. — Entstehung u. Bedeutung
der Milchlinie. Breslau, Anatom. Anzeiger XXI, S. 178—189, figg.
Marmosa elegans cinderella n. subsp., Tucuman. Thomas, Ann. Nat. Hist. (7)
X, S. 159.
M. elegans pallidior n. subsp., Challapata (Bolivien). Thomas, ebenda, S. 159.
M. elegans venusta n. subsp., Peru und Nordbolivien. Thomas, ebenda, S. 159.
Abderitidae. Abderites crispulus, A. crispus n. spp., Patagonien. Ameghino,
Bol. Acad. Cordoba XVII, S. 122.
Parabderites n.g. für P. bieristatus (S. 123), P. invelatus (125), P. minusculus
(S. 45) n. spp., ebendaher. Ameghino, ebenda.
Epanorthidae. Palaeopanorthus n.g. für P. primus n.sp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 125.
Microbiotheridae. Ideodelphis n. g. für I. microscopicus n. sp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 45.
Oligobiotherium n. g. für O. divisum n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 126.
Pachybiotherium n. g. für P. aulinum n. sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 125.
Triconodontidae. Argyrolestes n. g. für A. peralestinus n. sp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 50.
Nemolestes n.g. für N. spalacotherinus n.sp., ebendaher. Ameghine, ebenda.
>
Aloltheria.
Odontomysopidae. Odontomysops n.g. für O. spiniferus n.sp., obere
Kreide Patagoniens. Ameghino, ebenda, S. 35.
Promysops n. @. für Pr. acuminatus und Pr. primarius n. spp., ebendaher.
Ameghino, ebenda, S. 36.
Polydolopidae. Amphidolops n.g. für A. serrifer, A. serrula n. sp., eben-
daher. Ameghino, ebenda, S. 44.
I. Mammalia für 1902. 121
Pliodolops n.g. für Pl. primulus n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 43.
Polydolops clavulus (8.43), P. crassus, P. fur, P. serra (8.41), ebendaher.
Ameghino, ebenda.
Pseudolops n.g. für Ps. princeps n.sp., ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 42.
Neoplagiaulacidae. Eomannodon n.g. für E. multituberculatum n. sp.,
ebendaher. Ameghino, ebenda, S. 121.
Monotremata.
Os praemaxillare mit ventralen Fortsätzen. van Bemmelen, Verh. d. V. Intern.
Zool. Kongr., S. 596—597. — Wärmebildung und Athmung. Martin, Philos.
Transact. B 195, S.1. — Bedeutung der Foramen entepicondyloideum.
Stromer v. Reichenbach, Morpholog. Jahrbücher XXIX, S. 553—562, 2 figg.
Echidna spec. Neue Beobachtungen über Leben und Anatomie. Nusbaum,
Wsceehsurat, Warschau, XX, S. 361—367. — Schnauzenskelett des Mammar-
fötus. Wilsen, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (1901), S. 717—737, Tf. 37—42.
— Bau der Nasenmuschel. Zuekerkandl, Anatom. Anzeiger XXI, S. 386
—391, 4 figg.
E. aculeata. Anatomie des Uragenitalkanales. Keibel, Anatom. Anzeiger
XXII, S. 301—305, figg. — Neue Beobachtungen über Leben und Anatomie.
Nusbaum, Wscechswiat, Warschau, XX, S. 361—367. — Schnauzenskelett
des Mammarfötus Wilson, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (1901), S. 717—737,
Tf. 377—42. — Nasenmuschel. Zuekerkandl, Anatom. Anzeiger, XXI,
S. 386—391, 4 figg.
d1.)
122 l. Mammalia für 1902.
Inhaltsverzeichniss.
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II. Uebersicht nachdem Stoff . . ":1c:%. hut Hulkeaieh: ee 53
1. Lebensweise, Nutzen u. Schaden De v: se
2. Jagd, Ausrottung, Krankheiten, Mengen Bastras :.
3. Gelangene "Thiere . 2°. 2: „7.0. eu ug un Pe 55
4. /Hansthiere 2°. „rl EM SS Be
5/Nomerklaiuriserus ur . lite anlowahv -da ee 56
6. Phylogenetische Biiielilihe er Prähäsieriashe Ei Te NT
7.'Ontogenetische' Entwicklung \.! :.... . ..t. Zus 2. rent 57
8..Muskeln, Bänder und Gelenke .: „1.4 „usnzumdsindl. 1 Asa 59
9x Hasitsund: Hautgebilde ! add. nat a a re 59
10 Schädel ua u REIN a 59
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12. Rumpf und Ghiodindsckinn u - loan eh
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14: Sinnesitgahe nit. . rleimdletlaguint) “ah SralEn
151. Akhmunpsörgekle na. el al are rt A
16. Blut- und Tyssıhgötiite Re len et ee ee
17. Verdauungsorgane und Leibeihöhle er re
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19. Harn- und Beschlechitsorgamd". ne N a To
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Reptilia und Amphibia für 1900.
Von
Dr. Franz Werner
in Wien.
(Inhaltsverzeichniss am Schlusse des Berichts.)
Reptilia.
Auch die Arbeiten, welche Reptilien und Amphibien behandeln,
sind hier referiert.
Litteratur. Den Bericht über Wirbelthiere im „Zoologischen
Jahresbericht für 1900°, herausgegeben von der Zoologischen Station
in Neapel, redigirt von Paul Meyer, Berlin, R. Friedländer & Sohn,
1901, 210 pgg. lieferten wie bisher M. von Davidoff,C.Emery
und E. Schoebel. Bericht in Sharp’s Zoological Record für 1900,
London 8°, Bd. 36 des ‚‚Record of Zoological Litterature‘“ (Reptilia
and Batrachia, p. 1I—31) erstattete ebenfalls wie in den früheren
Jahren G. A. Boulenger.
Nomenklaturfiragen. 6ill, T. The Earliest Use of the
Names Sauria and Batrachia. Science (2) XII, p. 730.
Andersson, L. G. Catalogue of the Linnean Type Specimens of
Linnaeus’s Reptilia in the Royal Museum in Stockholm. Bih. Svensk.
AEARXVE IV,.No.1,‘23 pp.
Caiman scelerops = Lacerta crocodilus L., Varanus bengalensis =
L. monitor L., Iguana tuberculata = L. iquana 1., Calotes ophiomachus
— L.calotes L., Agama colonorum = L. agamaL., Ameiva surinamensis
—= L. ameiwva L., Chamaeleon vulgaris = L. chamaeleon L., Salamandra
maculosa = L. salamandra L., Mabuia homalocephala = L. punctata L.,
Gymnophthalmus quadrilineatus = L. lineata L., Bufo molitor = Rana
marginata L., Testudo tabulata = T. denticulata L., Sceineus officinalis
— Lacerta scineus L. — Ferner ist von den Sparrman’schen Typen
Lacerta bimaculata mit Anolis leachi, Lacerta sputator mit Sphaero-
dactylus jantastieus, Lacerta geitje mit Pachydactylus ocellatus identisch.
(S. auch Ber. f. 1899 p. 36). Ref. in Zool. Centralbl. VIII. 1901 p. 138.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. Il. H.1. (I11.) 1
” III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Anatomie. Sixta, V. Der Monotremen- und Reptilien-
Schädel. Eine vergleichend - osteologische Untersuchung. Zeitschr.
Morph. II, pp. 323—364, figg.
Derselbe. Vergleichend-osteologische Untersuchungen über
den Bau des Schädels von Monotremen und Reptilien. Zool. Anz.
XXIII, pp. 213—229, figg.
Verfasser vergleicht den Schädel von Ornithorhynchus und Echidna,
mit dem der Saurier, speziell Varanus (Psammosaurus).
Osborn, H. F. Origin of the Mammalia. III. Occipital condyles
of Reptilian Tripartite Type. Amer. Natural. XXXIV. pp. 943—947, figg.
Verf. leitet die Condyli occipitales der Säugethiere von einem
dreitheiligen Reptilien-Condylus durch Reduction des medianen,
basioccipitalen Antheiles und Ausdehnung der seitlichen, exoceipitalen
Elemente ab. Da bei niedrigen Sängethieren der basioceipitale Con-
dylus noch deutlich nachweissbar, bei den Amphibien aber, soweit
wir wissen, stets knorplig oder reducirt ist, so spricht gegen dies die
Ableitung der Säugethiere von Amphibien. Die Abbildungen stellen
der 1. eine Serie von Condylen vor, die vom einfachen basioceipitalen
Condylus am Alligator zum paarigen exoceipitalen am Cynogathus
führt, die zweite eine Serie von Säugethiercondylen in der dritten die
Öccipitalregion von Echidna und ÖOrnithorhynchus mit dem meist
sehr deutlichen basioccipitalen Condylus.
Derselbe. Intercentra and Hypapophyses in the Cervical
Region of Mosasaurs, Lizards, and Sphenodon. Amer. Natural.
XXXIV, pp. 1—7 figg.
Vordere Halswirbel bei Reptilien (Platecarpus, Sphenodon, Varanus
ete.). Kurz. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 107.
Cligny, A. Vertebres et coeurs Iymphatiques des Ophidiens.
Bull. Sc. France Belg. Tome 32, p. 341—461, 15 figg. Taf. I—-IX.
Die Rippen von Vipera aspis sind schon der Anlage nach ein-
köpfig. Verf. meint, dass aber im Allgemeinen die Rippen der Reptilien
durch Verschmelzung der dorsalen und ventralen Fischrippen hervor-
gegangen und ursprünglich zweiköpfig waren. Die Wirbel der Schlangen
und Eidechsen bestehen aus einem vorderen Pleurocentrum und aus
einem hinteren (Hypocentrum); bei, Schlangen u. Anguis fehlt der
knorpelige Intervertebralring; der Neuralbogen ist bei Schlangen und
Eidechsen doppelt.
Verf. behandelt auch die Cardinalvenen u. Caudalvene bei Vipera,
Coronella und Anguis (bei Vipera schwindet letztere); ferner die
Lymphherzen bei Vipera aspis, Coronella laevis und Anguis fragihs.
Bei Vipera liegen sie in dem durch Spaltung der Pleurapophysen
gebildeten Raum und erstrecken sich durch 5 Körpersegmente; bei
Anguis ist jedes Lymphherz gar in einen vorderen (Vorhof) und hinteren
(Ventrikel) Abschnitt unvollständig getheilt. Bei V. erhält jedes
Lymphherz in jeden Metamer einen Ast aus dem lateralen Lymph-
gefässstamm und zwei aus der caudalen Fortsetzung der Bauchhöhle;
bei A. dagegen ausser den Gefässen aus dem lateralen Lymphgefäss-
stamm drei Fortsätze der caudalen Bauchhöhle. Der Abfluss geschieht
Bee
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 3
bei F. durch Zweige der Cardinal-, bei A. durch solche der Caudalvenen.
Coronella verhält sich wie V. Die Lymphherzen waren ursprünglich
sesmental angeordnet. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 197.
Banchi, A. Rudimenti dı un terzo elemento scheletrico (Para-
fibula) nella gambe di aleuni rettili. Monit. Zool. ital. XI. pp. 231—243,
figg.
„Parafibula“; am Kniegelenk von Zacerta, zwischen Femur u.
u. Fibula eingekeilt; auch bei anderen Sauriern; ein ähnlicher Knochen
bei Plesiosaurus rugosus, lateral von der Fibula gelegen, wie ursprünglich
auch bei Lacerta.
Derselbe. Contributo alla morfologia dell’artieulatio genu.
Monit. Zool. Ital. Anno XI, p. 261—275, 294— 303, 344—352, 7 figg.,
Taf. 10—12.
Anlage des Kniegelenkes bei Triton, Geotriton, Siredon, Sala-
mandrina, Bufo. Sie geschieht ın Form einer Zellsäule, aus der sich
die Theile unabhängig differenziren und zwar sind die Gelenkköpfe
in ihrer Grundform schon bestimmt, bevor noch ein Muskeleinfluss
in Frage kommt. Bei den Anuren greifen schon wie bei den höheren
Wirbelthieren die Gelenkknorpel auf die Knochen über.
Prenant, A. Sur les cavites cephaliques des Reptiles. Bull. Soc.
Nancy (3) I, pp. 178—181.
Fürbringer, M. Zur vergleichenden Anatomie des Brustschulter-
apparates und der Schultermuskeln. IV. Theil, Jena. Zeitschr.
XXXIV, pp. 215—718, figg., Taf. XIII—XV1M.
Eine sehr ausführliche und werthvolle Untersuchung an Eidechsen,
Krokodilen und Sphenodon, stets mit Rücksicht auf die Innervation;
auch der Brustschultergürtel und Humerus der fossilen Reptilien wird
in Anschluss daran behandelt und zum Schluss die Systematik und
Phylogenie der Reptilien auf Grund dieser Ergebnisse revidirt (s. Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 93).
Sihler, Chr. Die Muskelspindeln. Arch. Mikr. Anat. 56. Bd.
p. 334—354, Taf. B.
Neuromuskelspindeln bei Zacerta, Schlangen u. Rana. Ref. im
Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 153.
Huber, 6. €. A Contribution to the Minute Anatomy of Sympa-
thetic Ganglia of the different Classes of Vertebrates. Journ. Morph.
Boston, Vol. 16, p. 27—%, 3 figg., Taf. 3—5.
Sympathische Ganglienzellen von Rana, Chrysemys, Chelydra,
Emys.
Noon, L. Some observations on the nerve cell connection of the
efferent vagus fibre in the tortoise. Journ. Phys. Cambridge, Vol. 26,
Proc. p. 5—17.
Vagusganglion bei Schildkröten und Krokodilen.
Steiner, J. Die Functionen des Centralnervensystems und ihre
Phylogenese. 4. Abtheilung. Reptilien, Rückenmarksreflexe, Ver-
mischtes. Braunschweig 1900, 62 pag., 10 figg., 1 Taf.
Funktion u. Phylogenese des Rückenmarkes bei Lacerta viridis,
sowie Reflexbewegungen des Rückenmarks bei Triton und Salamandra.
1*
4 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Hofmann, M. Zur vergleichenden Anatomie der Gehirn- u.
Rückenmarksarterien der Vertebraten. Zeitschr. Morph. Anthrop.
Stuttgart, 2. Bd., p. 247—322, 7 figg., Taf. VII—X.
In der Arbeit sind von Reptilien /guana, Tropidonotus, Testudo,
von Batrachiern Salamandra und Rana behandelt.
Studnicka, F. K. Zur Kenntniss der Parietalorgane und der sog.
Paraphyse der niederen Wirbelthiere. Verh. anat. Ges. 1900, pp. 44
—52, figg.
Histologische Unterscheidung der Parietalorgane von der Paraphyse.
Choronshitzky, B. Die Entstehung der Milz, Leber, Gallenblase,
Bauchspeicheldrüse u. des Pfortadersystems bei den verschiedenen
Abtheilungen der Wirbelthiere. Anat. Hefte, 1. Abth., 13. Bd., p. 363
—623, 85 figg.
Untersucht werden von den hier in Betracht kommenden Classen
Salamandra, Necturus, Rana, Anguis. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1900 p. 176.
Matthews, A. The changes in structure of the pancreas cell.
Journ. Morph. Boston, Vol. 15 Suppl. p. 171—222, Taf. 10—12.
Structur der Pancreaszellen u. a. auch bei Amphibien und Schild-
kröten. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 65.
Laguesse, E. Corpuscules paranucleaires (parasomes) filaments
basaux, et zymogine dans les cellules secretantes (pancreas, sous
maxillaire). Cinquantenaire Soc. Biol. Paris 1899 p. 309—315.
Paranuclearkörper in Pancreas und Submaxillaris bei Salamandra,
Triton, Rana, Coluber; zwischen der Secretion und dem zahlreichen
Auftreten dieser Körper wird ein directer Zusammenhang angenommen.
Derselbe. Sur les variations de la graisse dans les cellules
secretantes sereuses (pancreas). C. R. Soc. Biol. Paris, Tome 52,
p. 706—708.
In den Pancreaszellen von Rana, Triton, Salamandra, Anguis,
Coluber und Vipera vermehren sich die Fetttröpfehen während der
Ruhe der Zellen, vermindern sich oder verschwinden bei der Secretion.
Tonkoff, W. Die Entwicklung der Milz bei den Amnioten. Arch.
mikr. Anat. Bd. 56, p. 392—458, 8 figg., Taf. XVII—XIX.
Entwicklung der Milz u. a. bei Zacerta agilis u. C’rocodilus biporcatus.
Tornier, @&. Ueber Amphibiengabelschwänze und einige Grund-
gesetze der Regeneration. Zool. Anz. XXIII. pp. 233—256, figg.
Ueber natürliche Gabelschwänze bei Triton vulgaris, Pelobates fuscus
und Lacerta und experimentelle Erzeugung von solchen bei Siredon
durch Anschneiden des embryonalen Schwanzes kurz vor dem Aus-
schlüpfen und zwar in der Weise, dass die Wirbelsäule eben noch mit
angeschnitten wird. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 75.
Wilson, & The Development of the Müllerian Ducts of Reptiles.
Tr. R. Soc. Edinb. XXXIX, pp. 613—621, 2 Taf.
Entstehung des Müller’schen Ganges bei Crocodilus biporcatus
und Chelone viridis. Ref. ın Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 207.
Loyez, Marie. Sur la constitution du follicule ovarıen des
Reptiles. ©. R. Ac. Sci. CXXX, pp. 48—50. ö
+
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 5
r
Zwei Arten von Zellen finden sich bei Zacerta, Anguis u. Tropv-
donotus im Follikelepithel der Ovarien, nämlich kleinere, welche Abortiv-
eier sind, direct um das Ei herum liegen und die Ernährung des Eies
besorgen, und grössere. Durch Theilung entsteht aus den kleineren
Follikelzellen eine zweite Schicht von grösseren, trichterförmigen
Zellen, die sich mit ihrem verjüngten Ende bis zum Dotter erstrecken.
Henry, A. Etude histologique de la fonction secretoire de l’epi-
didyme chez les Vertebres superieurs. Arch. Anat. Mier. Paris III.
p. 229—292, Taf. XII—XIV.
Secretion im Nebenhoden u. a. bei ZLacerta, Hemidactylus, Anguis
und Vipera. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 209.
Cunningham, 3. T. Sexual Dimorphism in the Anımal Kingdom.
A Theory of the Evolution of Secondary Sexual Characters. London,
1900, 8°, 317 pp., figg.
Gamble, F. W. The Power of Colour-change in Animals. Tr.
Manchester Soc. 1899, pp. 92—106 (1900).
Behandelt u. a. den Farbenwechsel von C’hamaeleon u. Hyla.
Schnee, —. Kleine Mittheilungen über das Freileben einiger
australischer Reptilien. Zool. Garten XLI pp. 17—19.
Der Verf. hat interessante Bemerkungen über Färbung und Frei-
leben von Trachysaurus rugosus, der in der Nähe Sydney’s nicht,
wohl aber 30-40 Meilen landeinwärts, so wie bei Adelaide zu Hause
ist, wo er in der Umgebung der Stadt auf sandigen Hügeln lebt, von
dem Leuten für giftig gehalten und unbarmherzig totgeschlagen wird.
Bei manchen Exemplaren zeigen sich auf dem Rücken Spuren von
Verletzungen, die von Buschbränden herrühren sollen, während welcher
sie sich nur oberflächlich einwühlen. T. lebt sowohl auf dem mit
stacheligem Grase und niederem Gestrüpp bewachsenen Dünen am
Meere auf den Hügeln landeinwärts von der Stadt; er lässt keine An-
passungsfärbung erkennen. Die australischen Reptilien verkriechen
sich im Winter nicht in die Erde, sondern in hohle Baumstämme,
namentlich Eucalyptus, deren abgestorbenes Holz in eine schwarz-
braune, erdige, dabei ziemlich haltbare Masse zerfällt. in der sich nach
Ansicht des Verf. gut Gänge graben lassen müssen. Das Kriech-
thierleben ist übrigens bei Sydney im Winter durchaus nicht ganz unter-
brochen; Lygosoma wurde bei Sydney so häufig angetroffen, dass
Verf. annehmen zu dürfen glaubt, dass diese Eidechsenart überhaupt
keinen Winterschlaf hält. Auch die übrigen Echsen halten keinen
regulären Winterschlaf. Die Varane Australiens leben mit Vorliebe
in hohlen Bäumen und sind anscheinend in diesen ebenso zu Hause
wie auf dem Erdboden.
6 III. Reptilia und Amphibia für 1900,
Faunistik.
Fossile Faunen.
Sauvage, H. E. Les Poissons et les Reptiles du Jurassique
superieur de Fumel (Lot-et-Garonne). Bull. Soc. geol. France XXVIII,
pp: 496—499.
Derselbe. Note sur les Poissons et les Reptiles du Jurassique
inferieur du Departement de l’Indre. T.c. pp. 500—504, Taf. IX.
Derselbe. Catalogue des Reptiles trouves dans le terrain
Jurassique superieur du Boulonnais. C. R. Ass. Franc. XXVIH, II,
pp. 416—419.
Roger, 0. Wirbelthierreste aus dem Dinotheriensande. III. Ber.
Ver. Augsburg XXXIV, pp. 53—70.
Pabst, W. Beiträge zur Kenntniss der Thierfährten in dem Roth-
liegenden Deutschlands. Zeitschr. deutsch. geol. Ges. LII, pp. 48—60.
Recente Faunen.
Europa. Boulenger, 6. A. Reptiles and Batrachians. Victoria
History of Counties of England. Hampshire and the Isle of Wight I,
pp- 204—207.
Fawcett, 3. W. Reptiles and Amphibians of the County of Durham.
Naturalist 1900, p. 36.
Kensall, 3. E. The Reptiles of Hampshire and the Isle of Wight.
P. Hampshire Field Club III, 1897 pp. 267—273.
Acloque, A. Faune de France. Les Poissons, les Reptiles les
Batrachiens, les Protochordes. Paris, 1900, 8%, pp. 339—548, fig.
Picaglia, L. Aggiunte ai Vertebrati del Modenese. Atti Soc.
Modena (4) I, pp. 119—123.
Kolombatovie, 6. Druge Zoologiske Vijesti iz Dalmacije. Spalato,
1900, 8°, 34 pp.
Moequard, F. Liste de Reptiles captures au cours de ses voyages
scientifiques par S. A. S. le Prince Albert I. de Monaco. Bull. Mus.
Paris 1899, p. 282.
Ref. bereits im Ber. f. 1899 (Seite 9), ohne Titel.
Asien. Nikolski, A. M. Reptilien und Amphibien gesammelt
von P. P. Schuschkin in Turgai, Turkestan (Russisch). Bull. Soe.
Moscou 1900, pp. 366—368.
Derselbe. Contia satunini, n. sp., und Agama ruderata Olıv.,
von Transcaucasia (Russisch. Annuairi Mus. St. Petersbourg IV.
pp. 449—431.
Boulenger, 6. A. On the Reptiles, Batrachians and Fishes collected
by the late Mr. John Whitehead in the Interior of Hainan. P. Z. S.
1899, pp. 956—962, taf. LXVI—LXIX.
Von den durch J. Whitehead, der dem Klima der Insel daselbst
erlag, gesammelten Arten sind die meisten neu (s. Agamidae, Ranıdae),
II. Reptilia und Amphibia für 1900. 7
die übrigen sind: Calotes versicolor Daud. und Tropidonotus chrysargus
Schleg.; von den Reptilien, Rana andersonii Blngr., Rhacophorus
leucomystax Grash. und Bufo melanostietus Schn. von Batrachien.
Derselbe. Descriptions of new Batrachians and Reptiles
from the Larut Hills, Perak. Ann. N. H. (7) VI. pp. 186—193.
Derselbe. Descriptions of new Reptiles from Perak, Malay
Peninsula. Ann. Nat. Hist. (7) V, pp. 306—308.
Derselbe. Descriptions of two new Lizards from Selangor.
J. Bombay Soc. XIII, pp. 333 u. 334, Taf. —.
Werner, F. Reptilien u. Batrachier aus Sumatra. Zool. Jahrb.
Syst. XIII, pp. 479—508, Taf. XXXI—XXXV.
Die Ausbeute von G. Schneider brachte eine wesentliche Be-
reicherung seiner Kenntnisse über die Herpetologie Sumatra’s. Von
den 14 gesammelten Schildkrötenarten sind Liemys inornata Blingr.,
Batagur baska Gray, Belli borneensis Gray (ausf. beschrieben), Testudo
emys Gray, Pelochelys cantoris Gray hervorzuheben; von Emydosauriern
Tomistoma schlegelii S. Müll., welche Art neu für Sumatra ist und bis
4.70 m Länge erreicht, sowie Crocodilus porosus Schn.; von Eidechsen
Draco quinquefasciatus Gray (neu für Sumatra), melanopogon Blngr.
(ebenfalls neu für Sumatra), Gonyocephalus liogaster Gthr. (ebenfalls,
erst v. Borneo bekannt), beyschlagi Bttgr. (erst 2 $S bekannt gewesen;
© beschrieben), Acanthosaura armata Gray (neu für Sumatra und über-
haupt für die ganze malayische Inselwelt); Dendragama boulengeri
Doria (abgeb. Taf. 31, fig. 2), Aphamiotis fusca Ptrs. (Unterschiede
von acutirostris Mod. angegeben), Varanus rudicollis Gray (nur auf
Bäumen im Urwald, lebt nur von Insekten); Mabwia quinguecarinata
Wern. (neu beschrieben), Zygosoma olivaceum Gray; ferner Typhlops
muelleri Schleg. (identisch mit nigroalbus DB.), Python reticulatus u.
curtus (Schuppenformel der letzteren Art), Hypsirhina punctata Gray
(ausf. Beschr.), Dipsadomorphus nigriceps Gthr. — Von Batrachiern
waren besonders zu nennen: Rana novae-britanniae Wern. (Beschreib. ;
Abbildg. Taf. 32, fig. 3, neu für Sumatra), signata Gthr. (erst von den
Philippinen bekannt, neu f. Sumatra), Rhacophorus colletti Blngr.
(ausf. beschr., abgeb. Taf. 32, fig. 4), und nigropalmatus Bingr. (neu f.
Sumatra, abgeb. Taf. 34, fig. 8; Beschreibung); Microhyla bedmorii
Blyth. (erst vom ind. Festland bekannt; Phrynella pulchra Bilngr.
(ebenfalls neu f. Sumatra); Nectes subasper (ist n. sp. N. werneri
v. Kampen) und N. sumatranus n. sp. (ist N. subasper Tsch.). Schliesslich
Megalophrys nasuta Schleg. (Beschr.) und Ichthyophis glatinosa L. —
Anschliessend ist eine Uebersichtstabelle aller bisher aus Sumatra
bekannten Reptilien (13 Schildkröten ohne die marinen, 2 Krokodile,
46 Eidechsen, 93 Schlangen, zusammen 154 Arten) und Batrachier
(29 Salientia, 2 Apoda, zusammen 31 Arten gegeben, mit Angabe der
übrigen Verbreitung. Man ersieht hieraus, dass 2Gattungen(Phoxophrys
und Zophocalotes) sowie 12 Arten von Eidechsen (L. schneideri ist mit
dem borneensischen Z. bamfyldei identisch), sowie 2 Gattungen (Ano-
mochilus und I/guanognathus) und 8 Arten von Schlangen, sowie 6 Arten
von Batrachiern für Sumatra eigenthümlich sind. Zum Schlusse sind
8 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
die geographische Verbreitung der sumatranischen Reptilien und
Batrachier sowie ihr Verhältniss zu denen von Ceylon, Borneo, Java
und Celebes erörtert.
Boulenger, 6. A. Descriptions of new Reptiles and Batrachians
from Borneo. P. Z. S. 1900, pp. 182—187, Taf. XIV’—XVI.
Hanitsch, R. An Expedition to Mount Kına Balu, British North
Borneo. J. Straits Asiat. Soc. XXXIV, pp. 49—88, 2 Taf.
Boulenger, 6. A. Reptilia. In ©. W. Andrews Monography of
Christmas Island (Indian Ocean), London, 1900, 8 vo, pp. 51—54,
Taf. VII.
Die Insel ist nur 5 Arten von Eidechsen und einer Schlange (Ty-
phlops exocoeti Blngr.) bewohnt; von den Eidechsen sind zwei Geckoniden
von welchen der eine, G@ymnodactylus marmoratus Kuhl, in Java,
Sumatra u. Borneo, sowie in den Bergen von Perak lebt, während der
andere, Gecko listeri Blngr., abgeb. Taf. VII, fig. 1, nächstverwandt
dem papuasischen @. pumilus Blngr.) für die Insel characteristisch
ist; sowie drei Scineiden, Z. atrocostatum Less. (von den Philippinen,
Celebes, den Molukken, Neuguinea, Cap York, den Carolinen und
Sta. Cruz-Inseln, sowie neuerdings von Pulo Tikos, Penang bekannt
geworden sind mit Mabouyia jerdoniana Stol. identisch), Lygosoma
nativitatis Blngr. (abgeb. Taf. VII, fig. 2), Ablepharus egeriae Bingr.,
(abgeb. Taf. VII, fig. 3); letztere beide, von denen A. egeriae nur eine
Rasse von A. boutoni sein dürfte, sind endemisch, ebenso wie der
Typhlops. Seeschildkröten (wahrscheinlich allen 3 Cheloniden-Arten
angehörig) werden oft an den Küsten der Insel gesehen.
Werner, F. Beschreibung einiger noch unbekannter neotropischer
und indischer Reptilien. Zool. Anz. XXIII, pp. 196—198.
Steindachner, F. Expedition S. M. Schiff „Pola“ in das Rothe
Meer, nördliche u. südliche Hälfte, 1895.96 und 1897/98. Zoologische
Ergebnisse. XVII. Bericht über die herpetologischen Aufsammlungen
Denk. Ak. Wien LXIX, pp. 325—335, 2 Taf.
Genannt sind Testudo leithi Gthr. von Tor, T. :ibera Pall. von
Akaba, sowie C'helone mydas u. imbricata (massenhaft ım Rothen Meer)
ferner 20Arten von Eidechsen, worunter ausser einer n. sp. (s.@eckonidae)
das Vorkommen von Uromastix acanthinurus Bell bei Sherm Sheikh,
sowie U. ornatus Heyden von Tor, Sherm Sheikh u. Dahab (abgeb.),
erwähnt werden möge, ferner drei Arten von Chamäleons, darunter
Ohamaeleon vulgaris var. musae n. von den Mosesquellen gegenüber
Suez und Ch. calcarifer (abgeb.), sowie 7 Schlangen (darunter Zamenis
rogersi Anders., im Meere bei Kameran gefangen) und 4 Batrachier.
Die übrigen Arten sind: Stenodactylus elegans Fitz. von Dahab u.
Abu Zenima, Tropiocolotes steudneri Ptrs. von Mersa Halaib, Pristurus
[lavipunctatus Rüpp. von Sarso, Bir el Mashiya und der Noman - Insel,
P. rupestris Blanf. vom Jebel Shamshan, Piyodactylus hasselquisti
Donnd. von Ras Abu Zenima, Hemidactylus flaviviridıs Rüpp. von
Massaua, H. tureieus L. von verschiedenen Fundorten, Tarentola
mawuritanica L. von Mersa Halaib, Sahitı u. Dahalak, Agama sinaita
Heyden von Sherm Sheikh, Uromastiz aegyptius von der Sinai-Halb-
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 9
insel, Zatastia longicaudata Rss. von Mersa Halaib (ausf. beschr.),
Latastia neumanni Mtsch. Lahe], Acanthodactylus boskianus Daud. von
zahlreichen Fundorten, ebenso auch Z. guttulata Licht. ;, E. rubropunctata
Licht. von Zatarana, E. mueronata Blanf. von Mersa Halaib; Chalcides
ocellatus Forsk. von versch. Fundorten, C'hamaeleon basiliscus Cope
von Massaua, @lauconia cairi DB. von Dahalak, Zamenis rhodorhachts
Jan von Haitarlem, Psammophis schokari Forsk. von Sahiti, ('erastes
vipera L. von Tor (36 em lang), ©. cornutus Forsk. von Mersa Halaib,
Echis carinatus Schn. ebendaher u. v. d. Insel Nakra. Die Batrachier
sind Rana mascareniensis DB., ceyanophlyetis Schn., Bufo regularis
Rss. u. blanfordi Bingr. (diese von Dahalak).
Papuasien. Lönnberg, E. Reptiles and Batrachians collected
in German New Guinea by the late Dr. Erik Nyman. Ann. Nat. Hist.
(7) VI, p. 574—582.
Die gesammelten Arten stammen von vier verschiedenen Orten
Deutsch-Neuguineas, nämlich v. Stephansort, Simbang, Sattelberg (zwei
Missionsstationen) und Friedrich-Wilhelmsort. Es sind die folgenden:
Gymmodactylus pelagieus Gir. (St.), @ymnodactylus lowisiadensis De Vis
(ausf. beschr.; Sa.), @onyocephalus dilophus DB. (Sa.), @. modestus
Meyer; Varanus indicus Daud., Lygosoma elegantulum Ptrs. u. Doria,
jobiense Meyer, baudinii DB., rufescens Shaw., (die letzteren ohne
Fundortsangabe, wahrscheinlich von Sattelberg), Chondropython virıdıs
Schleg. (Färbung ausf. beschr.), (Sa.), Enygrus asper Gthr. (St.), Tropr-
donotus mairii Gray, Stegonotus modestus Schleg.; Dendrophis callı-
gaster Gthr. u. Dipsadomorphus irregularis Merr. (Si.) und ein n.g.
(s. Colubridae proteroglyphae). — Von Batrachiern enthält die Coll.
Nyman Rana papua Lew. (Sa.), Cornufer corrugatus A. Dum. (Sa.),
Mantophryne robusta Blngr. (Sa.), Hyla dolichopsis Cope (Sa., junges
Ex. ohne Vomerzähne ausf. beschr.), #. impura Ptrs. u. Doria (Sa.).
Werner, F. Die Reptilien u. Batrachierfauna des Bismarck-
Archipels. Mt. Mus. Berlin I, 4, 132 pp., figg.
Die Arbeit zerfällt in zwei Abschnitte, deren erster den Archipel
als Kriechthiergebiet und seine Beziehungen zu den Nachbargebieten
behandelt und selbst wieder in zwei Kapitel 1. Die Kriechthierarten
des Archipel (a) Verzeichniss der Arten, b) Eindrücke der dortigen
Kriechthierwelt auf den Sammler), 2. der Archipel in Beziehung zu
den Nachbargebieten (mit einer Tabelle der geographischen Verbreitung
der im Archipel vorkommenden Arten), zerfällt. Der zweite Abschnitt
enthält 1. die Bestimmungstabelle, 2. die specielle Beschreibung der
Arten und ihrer Lebensweise. Die Schildkröten sind nur durch die
beiden marinen Arten oder Gattung Chelone, die Krokodile durch
©. porosus Schn. vertreten. Von Eidechsen finden sich 6 Geckoniden,
3 Agamiden, 1 Varanide und 11 (mit einer im Nachtrag verzeichneten
Art 12) Seinciden, davon eigenthümlich für den Archipel Diptychodera
lobata Bttgr. (wenn nicht mit Gonyocephalus modestus identisch) und
Lygosoma impar Wern., von Schlangen 3 Typhlopiden, 5 Boiden,
12 Colubriden (darunter vier Seeschlangen; von den übrigen gehören 6
zu den Aglyphen, je eine zu den Opistho- und Proteroglyphen); eigen-
10 II. Reptilia und Amphibia für 1900.
thümlich für den Archipel sind alle 3 Typhlops-Arten, die Gattung
Nardoa, beide Tropidonotus, Stegonotus heterurus Blngr. und Hydrophis
pacificus Blngr.; schliesslich sind unter den 6 Batrachiern 3 Raniden
und 2 Hyliden; Cornufer boulengeri Bttgr. und Hylella brachypus
Werner, sowie die var. pollicaris Wern. von Hyla dolichopsis Cope sind
auf den Archipel beschränkt. — Die Arbeit stützt sich in erster Linie
auf das von Prof. Dahl mitgebrachte Material. Seit ihrem Erscheinen
ist dem Ref. keine weitere Art vom Archipel bekannt geworden, so
dass sie als Monographie noch immer vollkommen brauchbar ist. Die
zahlreichen biologischen Angaben des Sammlers sind von grossem |
Interesse.
Afrika. Boulenger, ©. A. A List of the Batrachians and
Reptiles of the Gaboon (French Congo), with Descriptions of new
Genera and Species. Proc. Zool. Soc. London 1900, pp. 433—456,
figg., Taf. XXVII—XXXLU.
Die Arbeit behandelt nicht nur die von G. L. Bates am Benito-
Fluss (nördlich vom Gabun-Fluss und 20—30 Meilen landeinwärts)
gesammelten Reptilien und Batrachier, sondern stellt auch gleichzeitig
eine Liste aller bisher aus dem Gebiete bekannten Arten vor. Nur
5 Arbeiten (von Dumeril, Hallowell, Peters u. Buchholz, Günther
und Mocquard) haben bisher mit der Herpetologie des Gabun-
Distrietes sich befasst. Von Batrachiern sind 39 Arten, von Reptilien
6 Schildkröten, 3 Krokodile, 20 Eidechsen, 6 Chamäleons und 46
Schlangen zusammen also 81 Arten bekannt geworden. Von der Aus-
beute von Bates wären ausser den neuen, theilweise sehr bemerkens-
werthen Arten besonders zu erwähnen: Xenopus calcaratus Ptrs.,
Hymenochirus boettgeri Tornier, Bufo tuberosus Gthr., supereihiaris
Bingr., gracilipes Blngr., Nectophryne afra Ptrs., Rana crassipes Ptrs.,
subsigillata A. Dum., aeqwiplicata Wern., mascareniensis DB., albo-
labris Boc. Petropedetes newtoni Bocage (anschliessend Bestimmungs-
schlüssel der drei bekannten Arten), Arthroleptis africanus Hall.,
Rappia phantastica Blngr., Hylambates brevirostris Wern., ferner von
Reptilien: Poromera fordi Hall. (abgeb. Taf. XXXI, fig. 1), Dipsadoboa
unicolor Gthr. (= assimilis Mtsch.), Boulengerina annulata Ptrs. u.
Buchh. Abbildg. Taf. XXXI (nur durch Färbung und Schuppen-
reihenzahl von B. stormsi Dollo unterscheidbar), Naia goldii Bingr.
(= quentheri Blngr. = yakomae Mocq.). Neu 10 Arten und 5 Gattungen
von Batrachiern (s. Bufonidae, Ranidae, Dendrobatidae) und 1 Ei-
dechse (s. Scincidae).
Bethencourt-Ferreira, 3. Sobre alguncs exemplares pertenentes
4 fauna do Norte de Angola (Reptis, Batrachios, Aves e Mammiferos).
J. Sei. Lisb. (2) VI, pp. 48—54.
Von den in der Arbeit genannten Arten (15 Reptilien, sowie Rana
oxyrhyncha Sund.) sind nur wenige von grösserem Interesse, wie z. B.
eine Varietät von Mabuwia petersii Boc., Chamaeleon gracilis Hall.,
dessen Exeremente von den Eingeborenen für giftig gehalten werden,
Typhlops boulengeri Boc., Boodon lineatus DB. (var. angolensis Boc.,
wird von den Eingeborenen, wie auch im Sudan, für äusserst giftig
gehalten), Philothamnus irregularis Leach var. angolensıs Boc. (aus-
II. Reptilia und Amphibia für 1900. il
führliche Beschreibung), Thelotornis kirtlandi Hall. (nach Angabe
des Sammlers sehr giftig). Bucephalus typus Smith (baumlebend;
das Ex. wurde gefangen, als es ein Chamaeleon verschlungen hatte),
Elapsoidea quentheri Boc. var. semiannulata Boc. und Dendraspes
neglecta Boc.
Tornier, 6. Neue Liste der Örocodile, Schildkröten und Eidechsen
Deutsch Ost-Afrikas. Zool. Jahrb. Syst. XIII, pp. 579—618, figg.
Infolge des dem Verf. neu zugekommenen Materials sind nunmehr
im ganzen 1 Krokodil, 7 Schildkrötenarten mit 1 Varietät und 65 Ei-
dechsen-Arten mit 14 Varietäten aus Deutsch Ost-Afrıka bekannt,
von welchen 3 Schildkröten und 10 Eidechsen neu für das Gebiet sind;
drei von ihnen (s. @eckonidae, Lacertidae, C'hamaeleontidae) sind über-
haupt hier zum ersten Male beschrieben. Die übrigen sind: Thalasso-
chelys caretta (L.), Pelomedum galeata Schoepff, C'ycloderma [renatum
Ptrs., Pachydactylus bibronii A. Sm., Phelsuma laticauda Bttgr.,
Chamaesaura miopropus Blngr., Amphisbaena phylofiniens Torn.,
Nucras delalandii M. Edw., Mabwia chanleri Stejn., Chamaeleon werneri
Torn., goetzei Torn., tempeli Torn., ferner wäre der Hervorhebung
wert: Vorkommen von Crocodilus niloticus am Victoria Nyanza (nach
Fülleborn), Fehlen von Testudo radiata ın D. O. Afrika, Identität von
Sternothaerus nigricans u. sinuatus (nach Siebenrock aber zwei wohl
unterschiedene Arten), Beschreibung von Gonatodes africanus Wern.,
Lygodactylus conradti (= thomensis Wern., nicht Ptrs.) u. picturatus.
Nucra tessellata, Holaspis quentheri, Fehlen von G@errhosaurus maior
in D. O.-Afrika, Identität von @. nigrolineatus Hall. mit flavigularis
Wiegm., Beschreibung von Mabuia brevicollis, Identität von M. isseli
mit M. varia und Variabilität dieser Art überhaupt, Varietäten von
L. sundevalli (damit identisch L. modestum Gthr. ; ebenso wie L. laeviceps
und guwineense wahrscheinlich nur Varietäten einer Art sind), Be-
schreibung von L. kilimense, Beschr. und Lebensweise von Ablepharus
boutoni, Beschr. u. Abbildung von Chamaeleon laevigatus Gray (gute
Art), Variabilität von Ch. dilepis (parvilobus und roperi gehören auch
zu dieser Art) und Beschr. von Ch. fischeri.
Flower, S. S. Notes on the Fauna of the White Nile and its Trı-
butaries. P. Z. S. London 1900, IV. Reptiles p. 967, V. Batrachians
p- 968.
Nach langer Zeit bringt diese Mittheilung wieder einmal die erste
Nachricht über die herpetologische Fauna des aegyptischen Sudan.
Verf. nennt Sternothaerus adansonii Schweigg., O’yclanorbis senegalensis
(DB.), Crocodilus niloticus Laur., Hemidactylus brooküi (Gray), Varanus
milotieus (L.), ocellatus Rüpp., Mabuia striata Ptrs., Glaucomia cairi
(DB.), Python Sebae (Gmel.), Tropidonotus olivaceus (Ptrs.), Chlorophis
emini (Gthr.), Psammophis sibilans (L.), Rana mascareniensis DB.
Eine ansehnliche Zahl dieser Arten ist vom Ostsudan noch nicht bekannt
gewesen, namentlich das Vorkommen von Hemidactylus brokii (erst von
Östindien u. Westafrika bekannt), Varanus ocellatus (bisher nur in
Abessynien und — als V. mierostietus Rüpp. — in Kordofan gefunden),
12 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Mabwia striata, Glauconia cairi (diese Art bisher ausschliesslich aus
Aegypten bekannt) ist von Interesse.
Anderson, 3. On the Presence of Echis coloratus Günther, in
Africa. Ann. Nat. Hist. (7) VI, pp. 419—425.
Verf. nennt von den Smaragdminen am Rothen Meer (in der Breite
von Assuan) ausser der ausführlich beschriebenen und mit E. carınatus
verglichenen, für Aegypten neuen Echis coloratus Gthr. noch Peyo-
dactylus hasselquisti, Agama spinosa, Eremias guttulata und Psammophrs
schokarti.
Mocquard, F. Nouvelle contribution ä& la faune herpetologique
de Madagascar. Bull. Soc. Philom. (9) II, pp. 93—111, Taf. II.
Nach kurzer Schilderung der Reiseroute Grandidiers, der unsere
Kenntnisse der Herpetologie Madagascars abermals durch seine
Forschungsresultate bereichert hat, zählt Verf. die von ihm gesammelten
Arten auf, von welchem nur folgende genannt werden sollen: Testudo
radiata Shaw, Pelomedusa galeata Schpff., C'hamaeleon oustaleti Moegq.,
verrucosus Cuv. (Q von 107 mm Kopfrumpflänge schon mit Eiern),
parsonii Cuv., melanocephalus Gray (erst aus Natal bekannt gewesen),
labordir Grand. (2 $ & dieser Art aus Belo), lateralis Gray, brevicornis
Gthr., Blaesodactylus boiwini A. Dum., Phyllodactylus stumpffii Boettger
Ph. pietus Ptrs. (neu beschrieben, = Ph. madagascariensis Mocq.),
Lygodactylus madagascariensis Ptrs., verticillatus Moeq., Uroplatus
fimbriatus Schneid. (Bestätigung der übrigens seit Dumeril u. Bibron
kaum jemals mehr angezweifelten arboricolen Lebensweise), Chalarodon
madagascariensis Peters, Zonosaurus quadrilineatus Grand., Karsten
Grand. und laticaudatus Gvand., Tracheloptychus madagascariensis
Peters, Mabwia aureopunctata Grand., Pygomeles braconnieri Grand.
(gräbt im Sand), Scelotes igneocaudatus Grand., Acrantophis (Boa)
dumerihi Jan., Stenophis granuliceps Bttgr., Rana madagascariensıs
DB., labrosa Cope, Rhacophorus Crossleyi Peters, Calophrynus calcaratus
Mocq. und Dyscophus insularis Grand (Unterscheidung von D. grandıdieri
Bingr.). Neu sind 9 Arten (s. Rhiptoglossa, @eckonidae, Iguanidae,
Gerrhosauridae; Ranidae, Dendrobatidae).
Amerika. Cope, E.D. The Crocodilians, Lizards, and Snakes
of North America. Rev. U. S. Nat. Mus. f. 1898, pp. 153—1270, figg.,
36 Taf. (1900).
Ein ebenso wichtiges als umfangreiches Werk, welches nicht etwa
bloss die Faunistik der behandelten Gruppen, sondern auch die Anatomie
und Systematik, sowie die Verbreitung nicht bloss der amerikanischen
Familien eingehend behandelt. Die Beschreibungen sind sehr aus-
führlich, fast zu ausführlich, so dass sie oft die Uebersichtlichkeit ver-
missen lassen; die Abbildungen lassen an Exactheit nichts zu wünschen
übrig. Nomenklatur und Systematik weicht, wie man dies ja von den
amerikanischen Autoren gewöhnt ist, erheblich von der im Europa
gebräuchlichen ab; die Gattungsspalterei, welche z.B. bei den
Schlangen den Eindruck hervorruft, als sei die Schlangenfauna Nord-
amerika’s von der europäischen weitgehend verschieden, ist ent-
schieden vielfach zu weit getrieben; auch viele der angeführten Arten
.]
a
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 13
sind von sehr zweifelhaftem Werthe, andere wieder immerhin acceptabel.
Im Text ist der geographischen Verbreitung, auf den Tafeln dem Bau
der Hemipenes ein ausreichender Raum gewahrt. Alles ın allem ge-
nommen, ist nicht zu bezweifeln, dass dieses Buch eines der funda-
mentalen Werke der modernen herpetologischen Litteratur vorstellt
und dass es nicht nur für die Kenntniss der Reptilien Nordamerika’s
von grossem Werthe ist, sondern auch, mit Vorsicht gelesen, in den
verschiedensten Gebieten der Reptilienkunde anregend wirkt. Ueber die
Zahl der Arten des Gebietes erhalten wir keinen direkten Aufschluss.
Abgebildet sind 347 Arten und Unterarten, bei weitem die meisten,
welche in dem Werk beschrieben sınd.
Cox, P. Fresh-water Fishes and Batrachıa of the Maritime Pro-
vinces of Canada. Tr. R. Soc. Canada (2) V, pp. 141—154.
Me Lain, R. B. Notes on a Collection of Reptiles made by Mr.
C. J. Pierson at Fort Smith, Arkansas, wıth Remarks on other Eastern
Reptiles. Wheeling, W. Va., 1899, 8°, 5 pp.
Eine Liste von 8 Arten von Schildkröten, 9 Eidechsen und
26 Schlangen, vorwiegend von obengenanntem Fundort, die übrigen
von verschiedenen Theilen der östlichen Vereinigten Staaten.
Erwähnenswerth sind darunter nur Sceleporus floridanus Baird von
Waco, Texas, Natrix jasciata pleuralis Cope von Fort Smith, Ark.
(Beschr.), N. jasciata transversa Hall., ebendaher (Beschr.) und
N. rhombifera Hall., ebendaher (Beschr.).
Derselbe. Critical Notes on a Collection of Reptiles from
the Western Coast of the United States. T.c. 13 pp.
Bringt vorwiegend weitere Fundortsangaben für die meist schon
von Van Denburgh aus dem westlichen Vereinigten Staaten genannten
Arten. Nur bei wenigen (Sceloporus occidentahis B. u. G., Eumeces
skiltonianus B. u. G. und Onemidophorus tigris undulatus Hall., Tham-
nophis elegans B. u. G., hammondi Kenn. und mareciana B. u. G.) giebt
es so etwas wie eine Beschreibung. Die Arbeit ist wohl nur von localem
Interesse.
Derselbe. Contributions to Neotropical Herpetology.
Wheeling, W. Va, 1899, 8 vo, 5 pp., 1 Tat.
In dieser Arbeit sind Reptilien von Mexico, Panama, S. Salvador,
Guatemala und Niedercalifornien verzeichnet. Von ihnen waren
hervorzuheben: Gonatodes fuscus Hall. von Panama und Salvador,
Basiliscus guttulatus Cope von Panama, (Beschr.), Holbrookia texana
Trosch. von Chihuahua. sSceloporus elarkii B. u. G. von Mazatlan,
Se. variabilis Wiegm. von Orizaba u. Sc. /ulvus Boc. von Acajutla.
Salvador, Phrynosoma coronatum Blainv. von Santa Anita, Nieder
Californien, Ameiwa undulata Wiegm. von Ratalhuleu, Guatemala;
ferner von Schlangen Siagonodon humilis B. u. G. von Mazatlan, Xipho-
soma annulatum Cope (in einem Bananenfruchtstand gefunden, keine
Lokalität angegeben), Drymobius chloroticus Cope (Retalhuleu), Tham-
nophis insignarum Cope von Mexico, Hydrus platurus L. von Mazatlan
sowie Crotalus lucifer B. u. G. vom S. Pedro Gebirge, N. Cal. und
14 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
C. enyo Cope von 8. Jose de Cabo, N. Cal. — In.sp. (s. Colubridae
aglyphae).
Werner, F. Ueber Reptilien u. Batrachier aus Columbien u.
Trinidad. II. Verh. Ges. Wien I, pp. 262—272.
Von den in dieser Abhandlung behandelten Arten sind folgende
von grösserem Interesse: C'rocodilus americanus Laur. aus dem Magda-
lenenstrom (von intermedius durch nur 4 Längsreihen von Rücken-
schildern auch in der Jugend zu unterscheiden; auch ©. rhombifer
u. moreletii gehören in den Formenkreis dieser Art. — Ref.), Gonatodes
vittatus Licht. von Port of Spain, Trinidad und @. caudiscutatus Gthr.
von Orocue u. Bogota, Columbien. Arphocercus heterodermus A. Dum.
von Päramo nach Chigaque, 3000 m, Anolis metallicus Boc. von Orocue
u. biporcatus Wiegm. von Port of Spain, Corythophanes eristatus Merr.
von der Mine Purnio, Columbien, Ameiva surinamensis Laur. von
Curacao u. Orocue, Anadia bogotensis Ptrs. von verschiedenen colum-
vischen Fundorten, Oreosaurus striatus Ptrs. von Bogotä, Scolecosaurus
cwvieri Fitz. von Arıma, Trinidad, Tretiosceineus bifasciatus A. Dum.
von Opon; ferner Corallus cookii var. Ü. von Port of Spain, Drymobius
boddaerti Sentz. von Orocue, Liophis albiventris San von Fuguene,
(neu für Columbien), Atractus badius DB. von der Mine Purnio und
A. crassicaudatus DB. von verschiedenen hochgelegenen Fundorten
(2600—2800 m), Himantodes cenchoa 1. von der Mine Purnio und von
Port of Spain, Elaps marcgravi Wied. von Port of Spain (neu für Tri-
nidad), schliesslich Spelerpes adspersus Ptrs. von verschiedenen co-
lumbischen Fundorten. Bei letzterem ist das Fehlen präformirter
Bruchstellen bei dem leicht abbrechbaren Schwanz und das inter-
vertebrale Abbrechen desselben hervorzuheben.
Boulenger, 6. A. Report on a Collection made by Messrs. F. V.
Me Connell and J. J. Quelch at Mount Roraima in British Guiana.
Reptiles, Batrachians. Tr. Linn. Soc. London (2) VIII, pp. 55—56,
Taf. V.
Es sind folgende Arten gefunden worden: Anolis fuscoauratus
D’Orb., Centropyz calcaratus Spix u. striatus Daud. Lachesis lanceolatus
Laec., Oreophrynella Quelchi Blngr. “Alle übrigen Arten sind neu
(s. Teiidae, Engystomatidae, Cystignathidae). Vorstehende Arten
stammen vorwiegend vom Fuss (3500°), Oreophynella vom Gipfel
(8500— 8600‘) des Berges.
Boulenger, 6. A. Descriptions of new Batrachians and Reptiles
collected by Mr. P. O. Simons in Peru. Ann. Nat. Hist. (7) V. VI,
pp. 181—186.
Schnee, —. Ueber eine Sammlung südbrasilianischer Reptilien
und Amphibien, nebst Beschreibung einer neuen Schildkröte (Platemys
werneri). Zool. Anz. XXIII, pp. 461—464, figg.
Von den meist aus der Umgebung von Säo Paulo stammenden
Arten (5 Eidechsen, 16 Schlangen, 2 Schildkröten, 3 Frösche und
Dermophis brasiliensis R. u. 1.) gehören meist zu der allbekannten
„Normal“fauna Brasiliens. Von Interesse sind eventuell Helicops
ee
III. Reptilia und Ampbibia für 1900. 15
modestus Gthr., Liophis typhlus L., Sinophis rhimostoma Schleg. (in
mehreren Punkten mit 8. rhodii Btter. übereinstimmend), Apostolepis
assimilis Rhdt., Platemys spixii und eine neue Art (nach Siebenrock
mit Hydraspis radiolata Mik, identisch, aber thatsächlich zu Platemys
gehörig).
Einzelne Abtheilungen.
Geckonidae.
Sewertzoffi, A. N. Zur Entwicklungsgeschichte von Ascalabotes
fascicularis. Vorläuf. Mittheilung. Anat. Anz. XVIII, pp. 33—40, figg.
Verf. zeigt namentlich den Einfluss der Entwicklung des Gehirnes
auf die Bildung des Schädels bei Ascalabotes, und vergleicht die prımären
Schädelelemente mit denen der Selachier, welche beide aus sehr ähn-
lichen, sicher homologen Anlagen, (den Parachordalia, den Alisphenoid-
knorpeln und den Trabeculae) hervorgegangen sind.
Haase, A. Untersuchung über den Bau und die Entwicklung der
Haftlappen bei den Geckotiden. Arch. Naturg. LXV1i, pp. 321—345,
Taf. XIII u. XIV.
Haftlappen bei Geckonen (Hemidactylus, Platydactylus, Phyllo-
dactylus, Gymnodactylus). Die Aussenschicht der ausgebildeten Haft-
lappen ist kein Epitrichium, sondern eine echte Cuticula mit Stäbchen-
u. Härchenbesatz. Histologie der Haftlappen, Anlage bei Embryonen
von Hemidactylus. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 97.
Teratoscincus microlepis Nik., und bedriagai, Nik., beschrieben von Nikolsky,
Ann. Mus. St. Petersb. 1899, pp. 376 u. 378. (S. Ber. f. 1899 p. 13).
Stenodactylus lumsdenü, Blgr. Bemerkung von Nikolsky, t. c. p. 388. (S.
Ber. f. 1899 p. 13).
Tropiocolotes nattereri, sp. n. Steindachner, Denk. Ak. Wien LXIX, p. 326,
Taf. I, fig. 2, Golf von Akaba.
Bunopus tuberculatus, Blanf. Bemerkung von Nikolsky, t. c. p. 387. (S. Ber.
f. 1899 p. 13).
Gymnodacetylus sagittifer, p. 379, kirmanensis, p. 381, agamuroides, p. 384,
Taf. XX, fig. 1, u. zarudnyi, p. 385, Taf. XX, fig. 2, spp. nn. Nikolsky, t. c. Persien;
@. lowisiadensis, De Vis, neubeschrieben von Lönnberg, Ann. Nat. Hist. (7) VI,
p: 575.
Gonatodes africanus, Werner. Bemerkungen von Tornier, Zool. Jahrb. Syst.
XIII, p. 584.
Pristurus rupestris, Blanf. Bemerkungen von Steindachner, Denk. Ak. Wien
LXIX, p. 327.
Phyllodactylus stumpffi, Bttgr. und pietus, Ptrs. Bemerkung von Moequard,
Bull. Soc. Philom. (9) II, pp. 101 u. 103; P. brevipes und bastardi, spp. nn., id.
ibid. pp. 99 u. 101, Taf. II, fig. 5 u. 6, Madagaskar.
Diplodactylus wolterstorffi, sp. n., Tornier, Zool. Jahrb. Syst. XIII, p. 584,
fig., Tanga, Deutsch-Ost-Afrika.
Gehyra butleri, sp. n., Boulenger, J. Bombay Soc. XIII, p. 333, Taf.—, fig. 1,
Selangor; @. larutensis, sp. n., id. Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 188, Perak.
16 III. Reptilia und Amphibia für 1900,
Luygodactylus vertieillatus Mocq. Bemerkung von Moequard, Bull. Soc. Philom.
(9) II, p. 104.
Lepidodactylus harterti, sp. n., Werner, Zool. Anz. XXIII, p. 196, Malacca.
recko rhacophorus, Blgr. abgebildet von Manitsch, J. Straits Asiat. Soc.
XXXIV, Taf.l, fig. 1; @. lösteri Blgr., abgebildet v. Boulenger, Monogr. Christmas
Island, Taf. VII, fie. 1.
Sphaerodactylus buergeri, sp. n., Werner, Verh. Ges. Wien L, p. 264, Trinidad.
Uroplatidae.
Uroplates fimbriatus, Schn. Lebt an Bäumen und nicht aquatisch. Moequard,
Bull. Soc. Philom. (9) II, p. 104.
Pygopodidae.
Werner, F. Der Flossenfuss (Pygopus lepidopus) in Gefangenschaft
Natur u. Haus, Bd. IX. 1900/01 p. 272.
Bläulicher Reif oder Schimmer auf der Oberseite des hinteren
Körperabschnittes und des Schwanzes; Bewegungen natterartig ge-
schmeidig, Biegsamkeit des Körpers weit grösser, als bei anderen fuss-
losen Eidechsen. Häutung vollkommen nach Schlangenart, in einem
einzigen Stück, die Innenseite nach aussen, auch die Haut über dem
Auge geht im Zusammenhang damit ab. Pupille bei Tag und Nacht
rund. Hinterbeinrudimente werden stets an den Körper angelegt
getragen.
Agamidae.
Wandolleck, B. Zur Kenntniss der Gattung Draca L. Abh. Mus.
Dresden IX, No. 3, 16 pp., 1 Taf.
Eine Revision der im Mus. Dresden befindlichen Draco-Arten
(volans L., everetti Blngr., spelopterus Wiegm. (nicht Gray!), timorensis
Gray, cornutus Gthr., lineatus Gray, beccarüi Ptrs. u. Doria, spilonotus
Gthr., fimbriatus Kuhl, taeniopterus Gthr. u. 1 n. sp.). Die Schnauzen-
u. Öceipitalregion der meisten Arten ist gut abgebildet.
Schnee, —. Die Kalote und ihr Farbenwechsel. Natur u. Haus,
Bd. IX, 1900/01 p. 84.
Ausführliche Beschreibung des Farbenwechsels von Calotes
verstcolor, nebst Beschreibung des Thieres und seiner Lebensweise in
Gefangenschaft.
Derselbe. Aufrechter Gang der Kragenechse. Zool. Garten
Bd. 41, 1900, p. 61.
Verf. berichtet nach den Mittheilungen eines Gewährsmannes
in Australien über das Laufen des C'hlamydosaurus auf den Hinter-
beinen; dasselbe soll nur an heissen Tagen oder in der Erregung statt-
finden; namentlich beim Flüchten nimmt er diese Fortbewegungsart an.
Draco, L. Bemerkungen über die Exemplare des Dresdener Museums.
Wandolleck, Abh. Mus. Dresden IX, no. 3; D. ornatus Gray ist das 9, D. spilo-
pterus Wiegm. das $ einer u. derselben Art, die letzteren Namen tragen muss.
er.
III. Reptilia und Amphibia für 1900. ' 17
id. ibid. p. 3—5, D. rizali, sp. n., id. ibid. p. 15, Taf.—, figg. 6 u. 17, Mindanao;
D. whiteheadi, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1899, p. 956, Taf. LXVI, fig. 1, Hainan;
D. punctatus und formosus, spp. nn., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, pp. 189
u. 190, Perak.
Gonyocephalus beyschlagi, Btter. Bemerkung von Werner, Zool. Jahrb.
Syst. XIII, p. 484.
Dendragama boulengeri, Doria, neubeschrieben und abgebildet von Werner,
t. c. p. 484, Taf. XXXI, fig. 2.
Aphaniotis floweri, sp. n., Werner, t.c. p. 486, Singapore (?)
Acanthosaura hainanensis, sp. n., Boulenger, P.Z.S. 1899, p. 957, Taf. LXVI,
fig. 2, Hainan.
Agama ruderata, Oliv., angeführt aus Transkaukasien von Nikolsky, Ann.
Mus. St. Petersburg 1899, p. 389, Kirman, Persien. (S. Ber. f. 1899 p. 13).
Phrynocephalus spiniventris, Nik. wird als Varietät zu P. maculatus And.
gestellt, von Nikolsky, t. c. p. 392.
Uromastix ornatus, Heyden. Beschrieben und abgebildet von Steindachner,
Denk. Ak. Wien LXIX, p. 328, Taf. 1, fig. 1.
Iguanidae.
Stejneger, L. Description of two new Lizards of the genus Anolis
from Cocos and Malpelo Islands. Bull. Mus. Harvard XXXVI, pp. 161
—164, 1 Taf.
Anolis agassizi, p. 161, Taf.— Insel Malpelo, Pacifisch. Ocean, Küste von
Columbien, und townsendi, p. 163, Cocos-Insel, Pacifisch. Ocean, Küste von Costa
Rica, spp. nn., Stejneger, Bull. Mus. Harvard XXXVI.
Basiliscus guttulatus, Cope. Bemerkung von Me Lain, Contrib. Neotrop.
Herpetol. p. 1 (1899).
Hoplurus grandidieri, sp. n., Mocquard, Bull. Soc. Philom. (9) II, p. 105,
Madagascar.
Stenocercus melanopygus und chrysopygus, spp. nn., Boulenger, Ann. Nat.
Hist. (7) VI, pp. 182 u. 183, Anden von Peru.
Tropidurus thomasi, sp. n., Boulenger, t.c. p. 184, Küste von Peru.
Sceloporus graciosus, B. u. G., und oceidentalis B. u. G. Bemerkungen von
Me Lain, Critic. Notes Coll. Rept. W. Coast U. S., p. 3 (1899).
Anguidae.
Boulenger, &. A. Description of a new Lizard from Jamaica.
Ann. N. H. (7) VI. pp. 193—194.
Schneider, G. Der Sheltopusik. Zool. Garten XLI, pp. 117—120.
Beobachtung über in der biologischen Station zu Sebastopol
(Krim) gefangen gehaltene, bezw. innerhalb der Stationsräume frei-
lebende Exemplare des Sheltopusiks (richtig Shjoltopusik = Gelb-
bauch).
Nicolas, A. Recherches sur l’embryologie des Reptiles. I. Contri-
bution & l’etude de la fecondation chez l’Orvet, Arch. anat. mier. III,
pp- 457—489, taf. XX.
Arch. f, Naturgesch. 69, Jahrg. 1968. Bd II. H.L. (IIT.} 2)
18 II. Reptilia und Amphibia für 1900.
Befruchtung der Eier von Anguis fragilis. Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1900: p. 81.
Ophisaurus ventralis compressus, subsp. n., Cope, Rep. U. S. Mus. f. 1898,
p. 501, fig. Süd-Carolina.
Diploglossus bakeri, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 193, Jamaica.
Varanidae.
Varanus hofmanni Roger (foss.). Wirbel abgebildet von Roger, Ber. Ver.
Augsburg XXXIV, Taf. III, figg. 12—14.
Helodermatidae.
Van Denburgh, =: u. Wight, 0. B. On the Physiologieal Action
of the Poisonous Secretion of the Gila Monster (Heloderma suspeetum).
Amer. J. Physiol. IV, pp. 209—238.
Die Versuche wurden an Hunden, Katzen und Fröschen ausgeführt.
Das Gift wurde von drei Heloderma-Exemplaren geliefert. Die Versuche
gliederten sich in solche über allgemeine Symptome, Wirkung auf
Athmung, Herzschlag, Blutdruck, Blutbeschaffenheit, ferner auf das
Nervensystem, die willkürlichen Muskeln, Harnausscheidung. Weitere
Bemerkungen beziehen sich auf Ergebnisse der Section. Die Schluss-
folgerungen des Verf. sind im Wesentlichen folgende: Die Giftwirkung
unterscheidet sich in keinem wesentlichen Punkte von den verschiedenen
Schlangengiften; das Gift wirkt anscheinend direkt auf das Athmungs-
centrum und verursacht eine Beschleunigung und dann eine allmähliche
Paralyse der Athmung; dasselbe wurde auch bei der Herzthätigkeit
beobachtet. Auf die Injection des Giftes folgt unmittelbar ein starker
Fall des Blutdruckes, durch Erweiterung der Gefässe verursacht;
ein zweiter, allmählicher Fall ist auf Herzschwäche zurückzuführen.
Die motorischen Nerven bleiben mit ihren Nerven und Endorganen
unbeeinflusst; die Sinnesorgane nehmen an Reizbarkeit zu, worauf
ein vollständiger Verlust derselben, und zwar von hinten nach vorn
erfolgt. Die Blutgerinnung ist zuerst beschleunigt, dann verzögert.
Der Tod erfolgt durch Paralyse der Athmungscentren, bei Einleitung
künstlicher Athmung aber durch Herzschwäche. Die Harnabsonderung
ist eingestellt. Schwellungen und leichte Extravasate kommen sehr
selten infolge der Wirkung des Heloderma-Giftes vor.
Berg, 3. Giftige Eidechsen. Natur u. Haus, Bd. IX. 1900/01,
p- 89.
Eine anschauliche Schilderung der Heloderma-Arten (Beschreibung,
Bemerkung über Giftigkeit, Lebensweise von suspectum in Gefangen-
schaft). Gute Abbildungen beider Arten (suspectum nach phot. Auf-
nahme).
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 19
Teiidae.
Onemidophorus stejnegeri, Van Denb. = undulatus, Hallow.: Me Lain, Critic.
Notes Coll. W. Coast U. S. p. 9 (1899); C'. tessellatus aethiops, subsp. n., Cope, Rep.
U. S. Mus. f. 1898, p. 582, Sonora.
Neusticurus rudis, sp. n., Boulenger, Tr. Linn. Soc. London (2) VIII, p. 53,
Taf. V, fig. 1, Mt. Roraima, Brit. Guiana (3500').
Prionodactylus leucostictus, sp. n., Boulenger, t.c. p. 54, Taf.V, fig. 2, Mt.
Roraima, Brit. Guiana (8600').
Anadia bogotensis, Ptrs. Bemerkung von Werner, Verh. Ges. Wien, I, p. 267.
Oreosaurus striatus, Ptrs. Bemerkung von Werner, ]. c.
Proctoporus ventrimaculatus, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 185,
Anden von Peru.
Tretioscincus bifasciatus, A. Dum. neubeschrieben von Werner, t.c. p. 268.
Amphisbaenidae.
Fischer, E. Beiträge zur Kenntniss der Nasenhöhle und des
Thränennasenganges der Amphisbaeniden. Arch. mikr. Anat. LV,
pp. 441—478, Taf. XXII—XXIV.
Bau des Skelettes der Nasenregion bei den Amphisbänen; im
Allgemeinen nach den Sauriertypus; einige Eigenthümlichkeiten
können nicht auf Rechnung der Anpassung gesetzt werden, andere
sind ursprünglicher Natur und mit den anderen Sauriern gemeinsam.
Ref. im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 112.
Lacertidae.
Gaupp, E. Das Chondrocranium von Lacerta agilıs. Ein Beitrag
zum Verständniss der Amniotenschädels. Anat. Hefte, Arb. XV,
pp. 435—595, figg., Taf. XLII—XLVII.
Ausführliche Darstellung des knorpligen Schädels von Lacerta
nach einer Plattenmodell-Reconstruction eines 31 mm langen Embryos.
Eingehendes Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 110.
Motta-Coco, A. Genesi delle fibre muscoları striate. Boll. Soc.
Natural. Napoli Vol. 13 p. 1b—32, Taf. 2—3.
Quergestreifte Muskelfasern (Histogenese) bei Lacerta.
Capobianco, F. Della primitiva genesi delle cellule nervose della
midolla e dei gangli spinalı. Verh. anat. Ges. 14. Vers. p. 213—214.
Zu einer Nervenzelle verschmolzene Neuroblasten in den Vorder-
hörnern des Rückenmarks u. in den Spinalganglien bei erwachsenen
Exemplaren von Lacerta.
Jolly, 3. Recherches sur la division indirecte des cellules lym-
phatiques granuleuses de la moelle des os. Arch. Anat. Mier. Paris
Tome 3, p. 168—228, 2 figg., Taf. 10—11.
Untersuchung der granulirten Lymphzellen des Knochenmarkes.
u.a. bei Lacerta.
Kollmann, 3. Die Entwicklung der Lymphknötchen in dem
Blinddarm und in dem Processus vermiformis. Arch. Anat. Phys.
Anat. Abth. p. 155—186, 6 figg.
9%
20 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Scharfe Abgrenzung zwischen Darm-Epithel und Mesoderm bei
Einbryonen, u. a. auch bei Lacerta.
Grundmann, E. Ueber Doppelbildungen bei Sauropsiden. Anat.
Hefte, 1. Abth., 14. Bd. p. 257—-300, 11 figg., Taf. X—XI.
Beschreibung eines Bies v. Zacerta mit 2 Keimscheiben in Furchung.
Peter, K. Mittheilungen zur Entwicklungsgeschichte der Eidechse.
I. Das Wachsthum des Riechgrübehens. Ein Beitrag zur Lehre vom
embryonalen Wachsthum. Arch. mikr. Anat. LV, pp. 585-616,
figg., taf. XXXIT.
Wachsthum des Riechgrübchens und Jacobson’schen Organs
bei Lacerta.
Rollinat, R. Observations sur quelques Reptiles du Departement
de l’Indre. Moeurs et reproduetion du Lezard vert. Mem. Soc. zool.
France XIII, p. 5—50.
Eingehende Schilderung des Freilebens von Lacerta virıdis,
Färbung, Winterschlaf, Paarung und Eiablage, Ausschlüpfen der
Jungen u.s. w. Durch Vollständigkeit und Exactheit der Angaben
ist die Arbeit zur Örientirung über die Lebensverhältnisse dieser Art
sehr geeignet.
Zang, W. Einiges von der Smaragdeidechse (Lacerta viridis).
Natur u. Haus, Bd. IX. 1900,01, p. 358.
Beschreibung des Gefangenlebens von Exemplaren aus Südtirol
Abbildg. nach phot. Aufnahme.
Marty, P. Le Lezard ocelle@ (Lacerta ocellata Daud.) dans le
Cantal. Feuille Natural. XXXI, pp. 27 u. 28.
Hornung. Fütterung der Mauereidechse (Lacerta muralis) in der
Gefangenschaft. Zool. Garten XLI. 1900 p. 93.
Verf. fütterte L. muralis mit verschiedenen kleinen Insekten,
aber in der letzten Zeit nicht mehr mit Mehlwürmern; ein Exemplar
überwinterte 4 mal in Gefangenschaft, aber im ungeheizten Terrarium.
Er verfütterte meist kleine Grashüpfer und Ohrwürmer.
Neumann, ©. Description of a New Lizard of the genus Nucras
from Usoga, British East Africa. Ann. Nat. Hist. (7) V, p. 56.
Poromera fordi, Hallon. Bemerkungen und Abbildung von Boulenger, P.
Z. S. 1900, p. 449, Taf. XXXI, fig. 1.
Lacerta agilis, Linn., und viridis, Laur. Ueber dalmatinische Exemplare:
Kolombatovie, Druge Zool. Vij. Dalm. pp. 20 u. 21; ZL. viridis Laur. Ueber
Lebensweise und Fortpflanzung: R. Rollinat, M&m. Soc. zool. France XIII, p. 5; {
L. ocellata Daud. Ueber ihre Verbreitung in Frankreich: P. Marty, Feuille
Natural. XXXIJ, p. 27.
Nucras boulengeri, sp. n., ©. Neumann, Ann. Nat. Hist. (7) V, p. 56, Usoga,
Brit. ©. Afrika.
Gastropholis lutzei, sp. n., Tornier, Zool. Jahrb. Syst. XIII, p. 59,1 fig. 1,
Tanga, Deutsch O. Afrika.
Latastia longicaudata, Beuss, und neumanni Matschie. Bemerkungen von
Steindachner, Denk. Ak. Wien LXIX, pp. 329 u. 330.
IH. Reptilia und Amphibia für 1900. 21
Eremias nigrocellata, Nik., angeführt als eine Varietät von E. intermedia,
Strauch. Nikolsky, Ann. Mus. St. Petersburg 1899, p. 399. (S. Ber. f. 1899 p. 13).
Scapteira persica, sp. n., Nikolsky, t. c. p. 395, Taf. XX, fig. 3, Persien. (S. Ber.
f. 1899 p. 13).
Gerrhosauridae.
Gerrhosaurus nigrolineatus, Hallow = @. flavigularis, Wgm.: Tornier, Zool.
Jahrb. Syst. XIII, p. 593.
Zonosaurus karstenii, Grand. Bemerkung von Mocquard, Bull. Soc. Philom.
(9) II, p. 107; Z. longicaudatus, sp. n. id. ibid. p. 106, Madagascar.
Scincidae.
Staderini, R. Intorno alle cavita premandiboları del Gongylus
ocellatus e al loro rapporto con la tusca ipofisarıa dı Rathke. Attı
Ace. Gioen. (4) XIII, no. XII, 10 p., 1 Taf.
Valenti, @ Sopra le prime fası dı sviluppo della musculatura
degli arti nel Gongilus ocellatus. Rend. Acc. Bologna (2) III, 1899,
pp. 113—116.
Orrü, E. Sullo sviluppo dell’ipofisi. Internat. Monatsschr. Anat.
Phys. 17. Bd. p. 424—434, Taf. 15.
Entwicklung der Hypophyse von Gongylus; von den beiden Drüsen-
lappen ist der dorsale, wo das Infundibulum anlegt.
Derselbe. Sulla sviluppo del pancreas e del figato nel Gongylus
ocellatus. Boll. R. Acc. Medica dı Roma XXV, pp. 303—318, 2 Taf.
(1899).
Derselbe. Sulla sviluppo degli isolotti del Langerhans nel
Gongylus ocellatus. Monit. Zool. ital. XI, pp. 119—124, taf. VI.
Langerhans’sche Inseln bei @ongylus; zweierlei Arten, die eine
Iymphoid, aus der Milz stammend und nur im Milztheil des Pancreas
vorkommend, die anderen überall, jedoch vorwiegend im Lebertheil.
Dorello, P. Studi embriologiei sui Rettili. Richerche Lab. Anat,
Roma, Vol.7, p. 215—251, Taf. 10—11.
Entstehung der Prämandibularhöhle bei Seps chalcıdes. Ref. ın
Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900, p. 82.
Boulenger, 6. A. Description of a new Lizard from the Batu
Caves, Selangor. J. Bombay Soc. XIII p. 335.
Derselbe. Description of a new Lizard from British East
Africa. Ann. Nat. Hist. (7) V. pp. 194 u. 19.
Trachysaurus rugosus, Gray. Bemerkungen über die Lebensweise: Schnee,
Zool. Garten XLI, p. 17.
Mabuia quinquecarinata, Werner. Bemerkung von Werner, Zool. Jahrb.
Syst. XIII, p. 487; M. isseli Ptrs. = M. varia, Ptrs.: Tornier, Zool. Jahrb. Syst.
XIII, p. 596, fig.; M. batesi, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 449, Taf. XXXI,
fig. 2, Gabun.
Lygosoma nativitatis, Blngr., abgebildet von Boulenger, Monogr. Christmas Id,
Taf. VII, fig. 2; L. kilimensis, Stejneger. Bemerkung von Ternier, Zool. Jahrb.
Syst. XIII, p. 601; Sepacontias modestus Gthr. = L. sundevalli, Smith: Tornier,
22 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
t. c. p. 599, fig.; L. bampfyldii, E. Bartlett. Bemerkung von Boulenger, Ann.
Nat. Hist. (7) VI, p. 192. Anscheinend dieselbe Art beschrieben und abgebildet,
als L. (Riopa) schneideri, sp.n. von Werner, Zool. Jahrb. Syst. XIII, p. 487,
Taf. XXXIJ, fig. 1, Sumatra; L. shelfordi, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 182,
Taf. XIV, fig. 1, Sarawak; L. larutense, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) V,
p. 306, Perak; L. praesigne und stellatum, spp. nn., id. op. cit. VI, pp. 191 u. 192,
Perak; L. clathrotissp n id. t. c. p. 194, Brit. O. Afrika; L. surdum, p. 333, Taf.—,
fig. 2, Selangor, spp. nn., Boulenger, J. Bombay Soc. XII.
Ablepharus egeriae, Blgr., abgebildet von Boulenger, Mon. Christmas Id.
Taf. VII, fig. 3.
Eumeces skiltonianus, B. u. G. Bemerkungen v Me Lain, Critie. Notes Coll.
W. Coast. U. S. p. 10 (1899); E. zarudnyi, sp. n., Nikolsky, Ann. Mus. St. Peters-
burg 1899, p. 399, Taf. XX, fig. 4, Persien. (S. Ber. f. 1899 p. 13).
Chalcıdes ocellatus, Forsk. Bemerkung von Steindachner, Denk. Ak. Wien
LXIX, p. 330; ©. ocellatus, var. n. occidentalis, id. ibid., p. 331, Canarische Inseln.
Melanoseps ater, Gthr., var. n. longicauda, Tornier, Zool. Jahrb. Syst. XIII,
p. 602, Deutsch O. Afrika.
Ophiopsisepsidae.
Jensen, A. S. Om ÖOphiopsiseps nasutus Du Bocage og dens
Stillingi Reptiliernes System. Vid. Medd. 1900 pp. 317—328, fig.,
Taf. Ill.
Die mit einer schönen Abbildung der merkwürdigen Eidechse
geschmückte Abhandlung zeigt, dass diese, obwohl schlangenähnlicher
als die anderen bekannten Eidechsen, dennoch eine echte Eidechse
ist. Kopf mit regelmässig angeordneten Schildern bedeckt, klein,
etwas plattgedrückt, die Schnauze etwas vorspringend. Unteres
Augenlid mit dem oberen verwachsen, durchsichtig; keine Ohröffnung.
Die Schuppen des langgestreckten, drehrunden Körpers sind relativ
gross, nicht verknöchert, im Quincunx angeordnet, auf dem Bauch
2 Reihen schienenartiger Ventralen bildend. Gliedmassen fehlen, die
hinteren jedoch durch ein Paar kleine Schuppenzipfel jederseits vom
After angedeutet. Präanalporen keine, Zunge platt, vorn wenig aus-
geschnitten, mit schuppenartigen Papillen besetzt, ohne Scheide an
der Basis. Der Schädel zeigt primitive Verhältnisse. Unterkiefer-
hälften fest verbunden, Zähne nur auf dem Dentale (2), Columella
cranii u. Beckenrudiment vorhanden. — Ref. möchte die Gattung
einfach den Pygopodiden anreihen, auf die viele Merkmale hinweisen.
Rhiptoglossa.
Ramon y Cajal, P. Algunas experiencias sobre los cambios de
color del camaleön. Ac. Soc. Espan. 1900, p. 242—251.
Campana. Le varıazıonı del colorito della cute del Cameleonte,
Ric. Fis. L. Lucianı Milano p. 31—46, 5 figg.
Haut und Farbenwechsel von C'hamaeleon.
Farbenwechsel des Chamaeleons ss Gamble p.5,
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 23
Tornier, &. Beschreibung eines neuen Chamaeleons. Zool. Anz.
XXIII, p. 21—23, figg.
Chamaeleon vulgaris, Daud., var. n. musae, Steindachner, Denk. Ak. Wien
LXIX, p. 331, Ain Musa gegenüber Suez; (. calcarifer, Ptrs., Notizen und Ab-
bildung, id. ibid. p. 332, Taf. II; ©. verrucosus, Cuv., melanocephalus, Gray, und
lateralis, Gray. Bemerkungen von Moequard, Bull. Soc. Philom. (9) II, pp. 95
u. 96; ©. laevigatus, Gray gute Art, neubeschrieben und abgebildet von Tornier,
Zool. Jahrb. Syst. XIII, p. 603, fig.; ©. parvilobus, Blgr. = (. roperi, Blgr. =
C©. dilepis, Leach, id. ibid. p. 606; ©. fischeri, Reichen. Bemerkungen von Tornier,
t.c. p. 611; C. tempeli, Tornier, var. n. wolffi, id. t. c. p. 613, fig., Deutsch Ost
Afrika; ©. fülleborni, sp. n, id. t.c. p. 614, fig., Deutsch Ost Afrika; C. pfefferi,
sp. n., Tornier, Zool. Anz. XXIII, p. 21, fig., Kamerun; (©. grandidieri (= gastro-
taeniaBlngr. — Ref.) und fallax, spp. nn., Mocquard, t. c. p. 96, Taf. II, figg. 1 u. 2,
Madagascar. n
Brookesia dentata, sp. n., Mocquard, t.c. p. 98, Taf. II, fig. 4, Madagascar.
Pythonomorpha.
Whitfield, R. P. Note on the principal Type Specimen of Mosa-
saurus maximus Cope. Bull. Amer. Mus. XIII, pp. 25—29, figg.
Mosasaurus mazimus, Cope. Type beschrieben und abgebildet von Whitefield,
‘Bull. Amer. Mus. XIII, p. 25, figg.
Ophidia.
Kathariner, L. Die Nase der im Wasser lebenden Schlangen als
Luftweg und Geruchsorgan. Zool. Jahrb. Syst. XIII, pp. 415—442,
figg., Taf. XXVIL, XXVIM.
Bei den rein oder vorwiegend aquatischen Schlangen ist das Nasen-
loch und der Vorhof der Nase durch Schwellgewebe automatisch ver-
schlossen und wird bei der Athmung durch Muskeln, die diese Gewebe
comprimiren, geöffnet; der Vorhof besitzt bei Seeschlangen und Cher-
sydrus eine sonst bei Schlangen unbekannte Ausdehnung. Die sonst
bei Wasserschlangen wohl entwickelte Nasendrüse fehlt bei Pelamıs.
Das Sinnesepithel der eigentlichen Nasenhöhle nimmt mit der zu-
nehmenden Anpassung an das Leben im Wasser an Fläche ab. See-
schlangen und C'hersydrus haben keine, die Homalopsiden eine kleine
Muschel. g
Laguesse, E. Sur la repartition du tissu endocrine dans le pancreas
des Ophidiens. €. R. Soc. Biol. LII, pp. 800—801.
Herkunft der nicht seltenen kleinen, accessorischen, dicht bei
der Milz liegenden Pancreasläppchen der Schlangen.
Leighton, 6. The Adder swallowing Theory from an anatomical
point of view. Zoologist (4) IV, pp. 393— 396, fig.
Pellegrin, J. Duree de la vie et perte de poids chez les Ophidiens
en inanition. Bull. Soc. Philom. (9) IL, pp. 112—116.
Verf. citirt zuerst ältere Fälle langandauernden Hungerns bei
Schlangen (nach A. Dumeril Calopisma abacura 15 Monate; Crotalus
24 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
durissus 26 Monate; Pelophilus madagascariensis 23 Monate; ein anderes
Exemplar 29 Monate; in einer Anmerkung erwähnt er ein Exemplar
von Python reticulatus, welches bisher 14 Monate fastete; (Ref. kann
diesem Exemplar ein solches von Boa oceidentalis an die Seite stellen,
welches bei völliger Gesundheit ebenfalls 14 Monate die Annahme
jeglicher Nahrung verweigerte). Wägungen wurden an zwei Pelophilus
madagascarıensis ausgeführt, von denen das eine Ex. (1.90 m lang)
mehr als 49 Monate ohne Nahrung ausgehalten und in dieser Zeit an
Körpergewicht 0.51 kg (von kg 2.29 auf 1.78) verloren hatte, während
das andere (1.52 m lang) nach 3 jährigem Fasten von 1.075 auf 0.794 kg
(also um 0.281 kg) heruntergegangen war. (Ref. erlaubt sich in die
Richtigkeit dieser Wägungen einigen Zweifel zu setzen. Eine Boa
madagascariensis von fast 2m Länge hat sicherlich mehr als 21/, ke,
wenn sie nicht bereits sehr heruntergekommen ist und die Reduction
des Körpergewichts beträgt schon in 6 Monaten bei Fasten, ja nur
bei verminderte Nahrungsaufnahme relativ bedeutend mehr; so verlor
ein Python regius von 898g in 6 Monaten, trotzdem er drei Ratten
gefressen hatte, 64 g, ein P. spilotus von 866 g, der in derselben Zeit
5 Ratten verzehrt hatte, 86 g (beide Thiere vollständig gesund; bei
genügender Nahrung ist das Wachsthum viel bedeutender, als bei dem
zum Vergleich eitirten, gut fressenden Pelophilus der Pariser Menagerie,
der bei 1.55 m Länge in nicht ganz 2 Jahren nur 472 g zugenommen
hatte. Die ansehnlichen Hungerleistungen der Pariser Exemplare
sprechen nicht sehr für eine rationelle Behandlung derselben). — Verf.
machte nun mit jungen Ringelnattern Versuche über das Ertragen
des Hungerns mit und ohne Wasseraufnahme und fand, dass diejenigen,
welche zum absoluten Fasten gezwungen waren, 21—84, ım Mittel
36.3 Tage, diejenigen, welchen das Trinken und Baden ermöglicht war,
52—218, im Mittel 116 Tage lebten, also mehr als 3 mal so lang, als
die übrigen; dagegen war der Gewichtsverlust bei beiden Gruppen
wenig verschieden und Verf. nimmt daher an, dass zwar die Möglichkeit
der Wasseraufnahme die Hungerfähigkeit bedeutend verlängert,
dagegen der Gewichtsverlust davon ziemlich unabhängig ist. Verf.
vergleicht seine Ergebnisse auch mit denen von &. Manca an Lacerta
muralis (s. Ber. f. 1895, 1896) bei welchem die zum absoluten Fasten
verurtheilten Eidechsen 13, die mit Trinkgelegenheit 81 Tage lebten,
und der mittlere Gewichtsverlust gleichfalls bei beiden Gruppen wenig
verschieden war (28.87—30%, im ersteren, 31.88% im letzteren Falle).
Schnee, —. Mimikry bei Schlangen? Zool. Garten, 41. Bd.,
1900, pp. 219—222.
DerVerf. betrachtete kritisch die bisherigen als Mimiery gedeuteten
Fälle von Uebereinstimmung giftiger und giftloser Schlangen und
kommt zu dem Resultat, dass die Mimiery hier wegen des zum mindesten
sehr zweifelhaften Nutzens für die „nachahmend“ giftlose Schlange
keine Rede sein könne. Ref. ist zu denselben Ergebnissen gelangt
(vergl. Biol. Centralbl. 1907).
Vornier, &. Ueber Atractaspis hildebrandti Ptrs. Zool. Jahrb.
Syst. XIV, pp. 85—86
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 25
Wall, F. u. Evans, 6. H. Notes on Ophidia collected in Burma
from May to December, 1899. Journ. Bombay Soc. XIIl. pp. 343
— 354, fig.
Die Verf. nennen von Burma folgende Schlangen: Ablabes por-
phyraceus von Tiddim in den North Chin Hills, Ober-Burma; Bungarus
coeruleus von Insein (N. Burma) und Mongora (N. B.), ferner von den
S. Shan-Staaten und von Meiktila (0. B.); abweichende Färbung be-
schrieben; Bungarus fasciatus (Rangoon, Moulmein u. a. O.); der Biss
soll nach Angabe der Burmesen nicht gefährlich sein und die Schlange
selbst scheint nach den Erfahrungen der Verf. nicht bissig zu sein;
Callophis maculiceps (Rangoon); Färbung beschrieben; Cerberus
rhynchops (Rangoon- u. Hlaing-Fluss; die häufigste Homalopsiden-
Art; ein Ex. gefangen, das einen Aal zu verschlingen im Begriff war;
Ohrysopelea ornata (Rangoon, Mandalay u. a. O.); Beschreibung der
Färbung u. Pholidose; im Magen ein Gecko gefunden; Coluber radıatus
(Rangoon; Myingyan, O. B.); Pholidose; im Magen gefunden: erwachsene
Ratte; Eier: 9 ohne Spur von Embryonen in einen 15. VII. getödteten
Exemplar; Cylindrophis rufus (Wuntho, O.B.); Dendrophis pietus
(Rangoon u. sonst in N.B.); Pholidose; Dipsada cyanea (Inseln,
Rangoon District); D. hexagonata (Rangoon; im Magen Calotes mysta-
ceus); D. multimaculota (Pholidose; im Magen dieselbe Calotes-Art;
eine der häufigsten Schlangen in Rangoon, bis in die Wohnungen
kommend); Distira cyanocinca (Myaurymya, N.B. und Watya,
Hlaing-Fluss); D. Iapemidoides (Watiya und Rangoon-Fluss); Dryophis
frontieinetus (ebendaher; Pholidose; Eier 7 ohne Embryonen in einem
Ende November getödteten Ex.; leben auf Gebüsch am Flussufer,
flüchten ins Wasser); D. mycterizans (Rangoon, Toungoo, N. B.; bei
Ransoon ebenso wie Dendrophis nicht annähernd so häufig wie in
Indien); Enhydrina valakadjen (Watiya); Fordonia leucobalia (Watiya);
Hipistes hydrinus (Watiya; Färbung beschrieben; Embryonen ım
September 3—4, ohne Glanz der Schuppen und wenig lebhafte Färbung);
Homalopsis buccata (Rangoon- Fluss); Hypsirhina enhydris (Hmabobı,
N.B., am 16. Nov. in Copula gefunden); A ydrophis spiralis (Myaurymya-
Fluss, N. B.); Zycodon aulicus (Rangoon u. Districts; Magore O. B.),
Pholidose; Mageninhalt: Maus, Geckoschwanz; am 20. December in
einem getödteten Ex. 5 Eier noch ohne Embryonen gefunden. Nara
bungarus (angeblich aus der Provinz B.); N. tripudians (Rangoon u.
Distriets; Myaurymya, N. B.); 12 Eier ohne Embryo in einem am
5. August getödteten Ex.; viel weniger häufig als in Indien; Psammo-
dynasies pulverulentus (Wumbezat, N.B.); Python molurus (Pyin-
bongyi N. B.), Pholidose; Simotes eruentatus (Rangoon u. Districts),
Pholidose u. Färbung; verschiedenartigesVerhalten gegen den Menschen,
S. cyclurus (ebendaher); Pholidose u. Färbung; 8. theobaldi (Myingyan,
O.B.); S. violaceus (Rangoon u. Distriets; Arrakan-Hügel, 1000’);
Pholidose; Trimeresurus gramineus (Rangoon u. Distriets; Verhalten
beim Beissen; geringe Gefährlichkeit des Bisses; lebt in Bambus-
gebüsch, dem sie in der Färbung vollkommen gleicht; im Magen eine
kleine Ratte gefunden). Tropidonotus stolatus (Rangoon u. Districts);
26 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Pholidose; Nahrung kleine Frösche; Eier 7 in einem am T. Juli ge-
tödteten Ex.; ein anderes legte am 11. Aug. 9 Eier; ein am 8. Okt.
getödtetes enthält 6 Eier; aus dem vom August schlüpften die Jungen
am 10.—11. September; häufig wie in Indien; Lebensweise; T. sub-
miniatus (Rangoon); Pholidose; T. punctulatus (Watiya); T. piscator
(Rangoon u. Districts); gemein wie in Indien; drei Farbenvarietäten
beschrieben; Nahrung vorwiegend Frösche; nach Echis die lebhafteste
und bissigste Schlange des Gebietes; Aufrichtung des Vorderkörpers
und Ausbreitung des Halses wird beschrieben; Typhlops diardi
(Rangoon); Xenopeltis unteolor (Rangoon u. Distriets); Pholidose; im
Magen gefunden: Maus, Feldratte und Tropidonotus stolatus, zu ?/, ver-
schlungen; meist zur Regenzeit gefunden, wenn sie durch das Wasser
aus ihren Löchern vertrieben werden; Zamenis korros (Rangoon u.
Districts); Pholidose; 9 Eier in einem am 9. Juni getödteten Ex.; keine
Embryonen; Färbung der Jungen; Z. mucosus (Rangoon u. Districts);
Pholidose; Vipera russellii (Rangoon u. Distriets; Yamethin, O. B.);
sehr häufig, namentlich bei Mahleing, Magwe u. Myo-thit in O.B.
Beschreibung der Beschuppung um das Nasenloch.
Jensen, A. 8. Lagoa Santa Egnens Slanger. Et Bidrag til det
indre Brasiliens Herpetologie. Vid. Medd. 1900, pp. 99—111, figg.
Aus der Zahl der vom Verfasser genannten 33 Arten waren die
folgenden bemerkenswerth: Boa imperator Daud., Helicops modestus
Gthr., Liophis taeniurus Tsch., fraseri Blngr., typhlus L., Rhadinaea
poecilopogon Cope, Pseudablabes agassizii Jan. Drei Arten sind neu
(s. Colubridae aglyphae und opisthoglyphae).
Typhlopidae.
Boulenger, 6. A. On a new Blind Snake from Lifu, Loyalty
Islands. Willey’s Zool. Results V, pp. 603 u. 604, fig.
Typhlops nigroalbus, D. u. B. = T. muelleri, Schleg., Werner, Zool. Jahrb.
Syst. XIII, p. 488; T. mutilatus, sp. n., Werner, Zool. Anz. XXIII, p. 196, fig.,
Malacca, T. willeyi, sp. n., Boulenger, Willey’s Zool. Results V, p. 603, fig., Lifu,
Loyalitätys-Inseln.
Boidae.
Werner, F. Riesenschlangen in Gefangenschaft. Zool. Garten
XLI, pp. 233—243, 274—287. |
Ausführliche Mittheilungen über die Lebensweise von 13 Boiden-
Arten (Python reticulatus, spilotes, molurus, sebae, regius,; Boa con-
strietor, occidentalis, madagascariensis, Corallus madagascariensis;
Ungalia semicincta, Eryxz jaculus, conicus u. johnii) und zwar über
Nahrung (S. 234); Verhältniss zu Wasser, Licht und Wärme (S. 240);
Temperament (8. 274); über Häutung und Färbung (S. 278); Pflege
und Krankheiten (8. 281).
Wall, F. und Evans, 6. H. Öccurrence of Python molurus in
Burma. Jourm. Bombay Soc. XIII. pp. 190 u. 191.
u
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 7
Python molurus ist in Burma entschieden häufiger als P. retieulatus,
obwohl sie von Boulenger von dort nicht genannt wird; beide Arten
werden von Eingeborenen nach der Zahl der Oberlippengruben deutlich
unterschieden. Python-Fleisch wird von den Burmesen und Karinern
gegessen, von diesen sogar sehr geschätzt, die Gallenblase als Heil-
mittel benutzt; die Bebrütung der Eier durch das Weibchen ist der Be-
völkerung bekannt; das & soll Wache halten.
Chondropython viridis, Schleg.. Bemerkung von Lönnberg, Ann. Nat. Hist.
LE VE, m. 017.
Colubridae.
Aglypha.
Stoliczkaia borneensis, Blgr., abgebildet von Hanitsch, J. Straits Asiat. Soc.
XXXIV, Taf. I, fig. 2.
Wetzel, ©. Drei abnorm gebildete Eier von Tropidonotus natrix.
Anat. Anz. XVIII, pp. 425—440, figg.
Beschreibung eines Eies von Tropidonotus natrix mit 4 jungen
Keimscheiben und zweier Eier mit doppelten Einstülpungen.
Glas, E. Ueber die Entwicklung der Milz bei Tropidonotus natr x.
SB. Ak. Wien CIX, III, pp. 265—297, 3 Taf.
Anlage der Milz bei Tropidonotus natrix; sie ist entodermal und
entwickelt sich gemeinsam mit dem Pancreas aus einer Ausstülpung
an der dorsalen Duodenumwand. Kurz. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1900 p. 200.
Wall, F. Notes on the Breeding of Tropidonotus piscator. T. c.
pp. 373—9374.
Eine Schlange dieser Art legte vom 9. bis 23. März 24 Eier, 14 am
9., die übrigen zwischen 15. u. 23. Dimensionen u. Gewicht beschrieben.
Ein Ausschlüpfen von Jungen fand nicht statt, da die Eier zu Grunde
gingen.
Tropidonotus, Kuhl. Bemerkungen über californische Arten, die zu Tham-
nophis Fitz. gerechnet werden; Me Lain, Critic. Notes Coll. W. Coast U. S. p. 11
(1899).
Thamnophis stejnegeri, sp. n., Me Lain, Contrib. Neotrop. Herpetol. p. 4,
Taf. — (1899) Salamanca, Guanajuato, Mexico.
Wall, F. und Evans, 6. H. Notes on two Specimens of Lycodon
fasciatus. Journ. Bombay Soc. XIII. pp. 372 u. 373.
Boulenger, G. A. Description of a new Snake from the Perak
Hille. EG. p. 3906.
Lycodon fasciatus, And. Bemerkung von Wall u. Evans, J. Bombay Soc.
XII, p. 372; L. buileri, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 193, und
J. Bombay Soc. XIII, p. 336, Perak.
Lepturophis, g. n., verwandt mit Lycodon, für L. borneensis, sp. »., Boulenger,
P. Z. S. 1900, p. 183, Taf. XV, Sarawak.
Wall, F. u. Evans, 6. H. Incubation of a Brood of Zamenis
mucosus. Journ, Bombay Soc. XIII. pp. 188 u, 189.
28 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Ausschlüpfen von jungen Zamenis mucosus, Tageslicht scheint
als Stimulans zu wirken, da keine Schlange nach 5 Uhr Nachm. und
vor 7.30 Früh auskroch. Der Vorgang selbst nahm zwischen 2 und
8 Stunden in Anspruch, manchmal wurde er auch zeitweilig unter-
brochen, indem sich die Schlange wieder in das Ei zurückzog. Weitere
Bemerkungen beziehen sich vornehmlich auf die Färbung der Eier
und Jungen.
Schmidt, P. Die Dahl’sche Natter (Zamenis dahlı Fitz.) in der
Gefangenschaft. Zool. Garten XLI, pp. 217 u. 218.
Das Verhalten dieser Schlange in Gefangenschaft wird an-
schaulich geschildert. Als Nahrung wurden kleine Zaun- und Berg-
eidechsen genommen, die ohne vorherige Umschlingung lebend verzehrt
wurden.
Zamenis rogersi, And., und rhodorhachis, Jan. Bemerkungen von Stein-
dachner, Denk. Ak. Wien LXIX, p. 333.
Xenclaphis ellipsifer, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 184, Taf. XVI,
Sarawak.
Philothamnus angolensis, Bocage, wird als eine Varietät von P. irregularis
Leach betrachtet, von Betheneourt-Ferreira, J. Sci. Lisb. (2) VI, p. 51.
Coluber quatuorlineatus Lac&p. Ueber dalmatinische Exemplare: Kolom-
batovic, Druge Zool. Vij. Dalm. p. 23.
Rhadinaea lineata, sp. n., Jensen, Vid. Medd. 1900, p. 105, fig., Lagoa Santa,
Brasilien.
Grayia smythü, Leach. Bemerkung von Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 453.
Ablabes hamptoni, sp. n., Beulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 409, Burma.
Contia satunini, sp. n., Nikolsky,. Annuaire Mus. St. Petersb. IV, p. 449,
Elisabetpol, Transkaukasien.
Dirosema collare sp. n., Werner, Zool. Anz. XXIII, p. 197, fig., Mexico.
Atractus badius, D. u. B. und crassicaudatus, D. u. B. Bemerkungen von
Werner, Verh. Ges. Wien 1, p. 270.
Orecocalamus hanitschi, Bler., abgebildet v. Hanitsch, J. Straits Asiat. Soc.
XXXIV, Taf. 1, fig. 3.
Opisthoglypha.
Hypsirhina punctata, Gray, neubeschrieben von Werner, Zool. Jahrb. Syst.
XI, p. 490.
Wall, —. Notes on Dipsas multimaculata in Captivity. Journ.
Bombay Soc. XIII. p. 534—535.
Dipsadomorphus multimaculatus Boie; Kannibalismus; Eiablage (7 Eier
vom 19.—21. April); Haltung beim Angriff.
Wall, F. u. Evans, G. H. Öccurence of Dipsas cyanea in Burma.
FE: e. p. 188
Dipsadomorphus eyaneus, D. u. B. Ueber ein Exemplar von Rangoon,
Burma: Wall u. Evans, J. Bombay Soc. XIIL, p. 188.
Schnee, —. Der Rüssel der Peitschenschlangen. Zool. Garten
Bd. 41, 1900, p. 228.
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 29
Verf. beobachtete, dass der Rüssel von Dryophis (gemeint kann
nur D. myeterizans 1. sein) zur Wasseraufnahme in Beziehung steht
und das Aufleeken oder Sehlürfen eines Wassertropfens erleichtert.
Phisalix, €. Proprietes physiologiques du venin de Coelopeltis
insignitus. Affinites zoologiques des Opisthoglyphes. Bull. Mus.
Parıs 1900, pp. 33-—39.
Versuche, die Verfasser an Meerschweinchen anstellte, ergaben,
dass die physiologische Wirkung des Coelopeltis-Giftes von der des
Viperiden-Giftes vollständig verschieden ist und dem des Cobra-
Giftes ähnelt. Verf. betont die Wichtigkeit derartiger Versuche auch
für die Systematik der Schlangen und möchte die Viperiden nicht
von den Opisthoglyphen ableiten. (Ref. möchte dieser Schlussfolgerung
nur zum Theil zustimmen; so sehr die Opisthoglyphen der Coelopeltis-
Gruppe auch ethologisch an die Elapinen erinnern, so stehen doch
die der Dipsadomorphus-Gruppe wahrscheinlich den Vipern näher.
Taton - Baulmont, EE Note sur Coelopeltis lacertina Wagl.
Feuille Natural. XXX, p. 85—87.
Dipsadaboa unicolor, Gthr. Bemerkung von Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 454.
Oxyrhopus undulatus, sp. a., Jensen, Vid. Medd. 1900, p. 106, fig., Lagoa
Santa, Brasilien.
Philodryas campicola, sp. n., Jensen, t. c. p. 108, fig., Lagoa Santa Brasilien;
P. laticeps, sp. n., Werner, Zool. Anz. XXIII, p. 198, St. Catharina, Brasilien;
P. simonsüi, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 185, Anden von Peru.
Atractaspis hildebrandti, Ptrs. = Calamelaps unicolor, Rıhdt., Tornier, Zool.
Jahrb. Syst. XIV, p. 85.
Proteroglypha.
Hudrophis rhombifer, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) V, p. 306, Küste
von Perak.
Distira wrayi, sp. n., Boulenger, t.c. p. 307, Küste von Perak. D. sara-
vacensis, sp. n. id., P. Z. S. 1900, p. 184, Taf. XIV, fig. 2, Küste von Sarawak.
Goring, Jones. Can a Cobra eject its Poison? Journ. Bombay
Soc. XIII. p. 376. Kleine Notiz über Angriff einer Cobra in Mandalay,
welche Lt. Gibson Speichel oder Gift (nach Analogie mit N. nigricollis
jedenfalls ersteres) ins Auge spritzte, was starke entzündliche Schwellung
und grosse Schmerzen verursachte. (Es scheinen also auch die indischen
Naja’s dieselbe Fähigkeit wie ihre afrikanischen Gattungsgenossen
zu besitzen).
Seurat, L. G. Sur quelques especes du genre Elaps de la Collection
du Museum. Bull. Mus. Paris 1900, pp. 229—233.
Pseudapistocalamus, g.n., nahe Apistocalamus, Blegr., und Pseudelaps,
D. u. B., für P. nymani, sp. n., Lönnberg, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 578, Neu
Guinea.
Naia quentheri, Blgr. = N. goldii, Blgr. Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 455.
Boulengerina annulata Buchh. u. Peters, abgebildet von Boulenger, t. c.
Taf. XXXIL.
30 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Doliophis intestinalis, Laur., var. n. vertebralis, Werner, Zool. Jahrb. Syst.
XIII, p. 491, Sumatra.
Elaps marcgravi, Wied., lemniscatus, L., und frontalis, D. u. B. Bemerkungen
von $Seurat, Bull. Mus. Paris 1900, pp. 230 u. 231.
Amblycephalidae.
Amblycephalus nuchalis, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 185, Taf. XVII,
fig. 1, Sarawak; A. vertebralis, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7)V, p. 307,
Perak.
Viperidae.
Kathariner, L. Die Mechanik des Bisses der solenoglyphen Gift-
schlangen. Biol. Centralbl. XX, pp. 45—53, figg.
Die bei dem mit weit geöffnetem Rachen erfolgenden Bisse auf-
gerichteten Giftzähne hauen bei dem unmittelbar darauf folgenden
Zurückziehen des Kopfes von vorn oben nach hinten unten ein; die
Oberkiefer legen sich selbständig nach hinten um, wobei die Giftzähne
tief in den Körper des gebissenen Thieres eindringen; der Oberkieter
wird nicht durch Gesperre festgestellt, wie Thilo annimmt. Weitere
Angaben beziehen sich auf die Art und Weise der Aufriehtung und
Niederlegung des Oberkiefers und die dabei betheiligten Muskeln,
sowie das Auspressen des Giftes durch Druck des gespannten Joch-
bandes auf die Drüse.
Martin, H. Sur le developpement de l’appareil venimeux de la
Vipera aspis. Evolution du canal venimeux. Ü. R. Ass. Franc. XXVIII
II, pp. 522—526, Taf. V.
Tribondeau, —. A propos de la communication de M. Laguesse.
C. R. Soc. Biol. Paris, Tome 52, p. 801—802.
Ueber versprengte Milzen im Pancreas von Vipera.
Vipera ursini, Bp. Ueber ein dalmatinisches Exemplar: Kolombatovie,
Druge Zool. Vij. Dalm. p. 24; V. russellii Daud. Ueber die das Nasenloch um-
gebenden Schilder: Wall u. Evans, J. Bombay Soc. XIII, p. 353, fig.
Wall, F. Parturition of an Echis carinata. J. Bombay Soc.
XIII, p. 184.
Geburt von 12 Jungen von Echis carinatus; eine Anzahl davon
wurden vermuthlich von der Mutter aufgefressen. Die erste Häutung
der Jungen erfolgt vor der nächsten Nacht nach der Geburt.
Echis carinatus, Schn., und E. coloratus, Gthr. verglichen, und die letztere
für Egypten nachgewiesen: Anderson, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 419, figg.
Atractaspis hildebrandti Ptrs. s. Col. opisthogl. p. 29.
West, 6. $. On the Sensory Pit of the Cotalinae. Quart. J. Mier.
Sci XLIII, pp. 49—59, Taf. IV.
Histologie der Zügelgrube; Innervirung ete.
Schnee, — Ancıstrodon blomhoffi Boie. Zool. Garten XLI.
pp: 395 u. 396.
Beschreibung der Färbung im Leben.
Be Te
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 31
Dinosauria.
Osborn, H. F. Reconsideration of the Evidence for a Common
Dinosaur - Avian Stem in the Permian. Amer. Natural. XXXIV.
pp. 777—799, figg.
Die Aehnlichkeiten zwischen Dinosauriern und Vögeln beruhen
auf Verwandtschaft; beide sind von einer tetrapoden gemeinsamen
Stammform, die in der Bildung der Gliedmassen ähnlich Kadahiosaurus
war, ableitbar.
Van den Broeck, E. Les Depots a Iguanodons de Bernissart et
leur transfert dans l’Etage Purbeckien ou Aquilonien du Jurassique
Superieur. Expose comprenant une revue de la faune des Vertebres
du Purbeckien et du Wealdien dans le Sud-Est de l’Angleterre. Mem.
Soc. Belge Geol. 1900, pp. 39—112.
H&@"Nopesa, F. v. Dinosaurierreste aus Siebenbürgen (Schädel von
Limnosaurus, transsylvanicus, n.g. n. sp.). Denk. Ak. Wien LXVIII,
pp. 555—591, 6 Tat.
Limnosaurus transylvanıcus, g. und sp. nn, Ueber Schädelreste anscheinend
verwandt mit /guanodon und Hadrosaurus, F. v. Nopesa, Denk. Ak. Wien LXVIII,
p. 555, 6 Tafeln; obere Kreide von Szentyeterfalva, Ungarn.
Holland, W. 3. The Vertebral Formula ın Diplodocus Marsh.
Science (2) XI, pp. 816—818. |
Hatcher, 3. B. Vertebral Formula of Diplodocus (Marsh).
Science (2) XII, pp. 828—830.
Fraas, E. Zanclodon schützu n. sp. aus dem Trigonodus dolomit
von Hall. Jahresb. Ver. Württemb. LVI, pp. 510—513, figg.
Zanclodon schützii, sp. n., für einen Zahn aus der Trias von Hall, Württem-
berg, E. Fraas, Jahresh. Ver. Württemb. LVI, p. 510, figg.
Deperet, €. Sur les Dinosauriens des etages de Rognac et de
Vitrolles, du pied de la Montagne-Noire. C. R. Ac. Sci. CXXX pp. 637
—639.
Derselbe. Note sur de nouveaux Dinosauriens du Cretace
superieur de la Montagne Noire. Bull. Soc. geol. France XXVIII,
p. 530.
Emydosauria.
Göldi, E. A. Hufförmige Verbreitungen an den Krallen von
Crocodilembryonen. Zool. Anz. XXIIH, pp. 149—151.
Hufförmige Verbreiterungen der embryonalen Krallen, von
Voeltzkow bei Crocodilus beobachtet, bei Caiman auf die 3 mittleren
Finger beschränkt, eine häutige Scheide der definitiven Kralle bildend.
32 III. Reptilia und Amphibia für 1900,
Chelonia.
Reinach, A. v. Schildkrötenreste im Mainzer Tertiärbeeken und
in benachbarten, ungefähr sgleichaltrigen Ablagerungen. Abh.
Senckenb. Ges. XXVIII, pp. 1—135, Taf. I—-XLIV.
Die beschriebenen Schildkröten stammen ausser aus dem Mainzer
Becken aus dem Unter-Oligocän von Mühlhausen in Elsass, sowie aus
dem Unter-Miocän von Haslach bei Ulm. Eine orosse Anzahl von
Arten sind neu; bereits bekannt aus der zwischen Emys und Crstudo
zu stellenden Gattung Ptychogaster Pt. laharpei Portis (Melanienkalke
von Mühlhausen im Elsass), Pt. laurae Becker u. Förster (ebendaher),
Pt. heeri (Portis) aus Mergel- u. Thonablagerungen von Erbstadt-
Kaichen. Verf. behandelt auch ausführlich Verbreitung, Systematik
und Phylogenie der Gattung; Nicoria und Ü'yclemys stammen nicht
von ıhr ab, haben aber die gleichen Vorfahren gehabt. Zu Ocadia
gehören ausser einer n.sp. und protogaea (H. v. M.) aus dem Unter-
miocän von Hasbach noch Emys renevieri Portis, (0. Oligocän von
Lausanne). Clemmys gaudryi Deperet aus dem Pliocän v. Roussillon,
Emys micoleti Pietet u. Humbert aus der Schweizer Molasse und
E. etrusca Portis aus dem Pliocän des oberen Arnothales. — Von
Trionychiden sind ausser zwei neuen Arten T. gergensi (H. v. M.) aus
dem Litorinellenkalk von Hechtsheim, oweni Kaup. aus dem Eppels-
heimer Sande beschrieben; schliesslich auch noch Reste einer C'helydra.
Den Schluss machen Bemerkungen über individuelle Abweichungen
bei Schildkröten und eine Uebersichtstabelle der behandelten Arten.
Ref. Zool. Jahrb. IX. 1902 p. 66.
Laube, 6. €. Neue Schildkröten und Fische aus der böhmischen
Braunkohlenformation. Abh. Ver. Lotos II, pp. 37—56, Taf. I—IV.
Kammerer, P. Ueber gefangene Sumpfschildkröten. Natur u.
Haus, Bd. IX, 1900—1901, p. 8, 45, 127.
Beschreibung der Lebensweise verschiedener Schildkröten in
Gefangenschaft, mit einer allgemeinen Einleitung. Behandelt sind
Chelydra serpentina, Cinosternum odoratum, pennsylvanıcum, Ohrysemys
pieta, ornata, concinna, Malacoclemmys terrapen, Ulemmys caspica,
leprosa u. japonica, Emys orbieularis, Cistudo, Üyclemys amboinensis,
Nicoria trijuga, Hydromedusa, Chelodina, Hydraspis, Platemys u. s. w.
Die beigegebenen Abbildungen sind nur zum Theil kenntlich.
Trionychoidea.
Trionyx, Geoffr. Ueber die fossilen Arten aus dem Mainzer Becken: A.
v. Reinach, Abh. Senckenb. Ges. XXXVIII, p. 104, Taf. XXXVII—XLII;
T. boulengeri, p. 104, Taf. XXXVII u. XXXVIII, Oligocän von Alzey, messe-
lianus, p.118, Taf. XLI u. XLIl, Miocän ( ?) von Messel bei Darmstadt, spp. nn.
(foss.), id. ibid.; 7’. prechenensis, p. 40, Taf. I u. II, fig. I, und aspidiformis, p. 44,
Taf. II, fig. 2, spp. nn. (foss.), Laube, Abh. Ver. Lotos II, Braunkohle von Böhmen,
oe
III. Reptilia und Amphibia für 1909. 33
Gregory, Emily R. Observations on the Development of the
Exeretory System in Turtles. Zool. Jahrb. Anat. XIII, pp. 683—714,
taf. XLV—L.
Entwicklung der Excretionsorgane bei Embryonen von Schild-
kröten. Namentlich wurde Platypeltis zur Untersuchung benutzt.
Es finden sich auch Angaben über das Auftreten der Farben und der
Bewegung des Embryo.
Pleurodira.
Andrews, €. W. A New Species of Chelonian (Podocnemis
aegyptiaca) from the Lower Miocene of Egypt. Geol. Mag. (2) Dec. IV,
VL, pp-1 u. 2, Taf. I.
Hooley, R. W. Note on a Tortoise from the Wealden of the Isle
of Wight. Geol. Mag. (2) Dec. IV, VII, pp. 263—3265, figg.
Schnee, —. Mimikry bei südamerikanischen Schildkröten? Zool.
Garten XLI pp. 315—317.
Verf. erwähnt die ausserordentlich grosse Aehnlichkeit des aus
dem Wasser hervorragenden Kopfes von Hydraspis hilarii und auch
von Hydromedusa tectifera mit einem Frosche, kommt aber doch zu
dem Schluss, dass wir es hier nicht mit Mimicry zu thun haben.
Sternothoerus sinuatus, Smith = $S. nigricans, Donnd., Tornier, Zool. Jahrb.
Syst. XIII, p. 582 (nach Siebenrock sind aber beide Arten wohl verschieden!).
Podoenemis aegyptiaca, sp. n. (foss.), €. W. Andrews, Geol. Mag. (2) Dee. IV,
VI, p.I, Taf. I, Untermioeän von Moghara, Egypten.
Platemys werneri, sp. n., Schnee, Zool. Anz. XXIII, p. 463, figg., S. Paulo,
Brasilien (= Hydraspis radiolata Mik. nach Siebenrock, ist aber eine Platemys).
Plesiochelys nectensis, sp. n. (foss.), Hooley, Geol. Mag. (2) Dez. IV, VII,
p- 265, Wealden der Insel Wight.
Cryptodira.
Chelydra argillarum, sp. n. (foss.), Laube, Abh. Ver. Lotos II, p. 27, Taf.VII,
fig. 7, Braunkohle von Böhmen.
Bellia borneensis, Gray. Bemerkung von Werner, Zool. Jahrb. Syst. XIII,
p- 481.
Boulenger, 6. A. Exhibition of and Remarks upon, a specimen
of a large Bornean Tortoise. P. Z. S. 1900 p. 661.
Brookia baileyi, E. Bartl. Ueber ein sehr grosses Exemplar mit Bemerkung
über die Synonymie: Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 661.
Promalacoclemmys, g.n., nahe Malacoclemmys, Gray, für P. boulengeri,
sp. n. (foss.), A. v. Reinach, Abh. Senckenb. Ges. XXVIII, p. 92, Taf. XXXI,
Miocän von Hessler, nächst Biebrich.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. it. H.1. (111.)
FIG
ee
34 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Ocadı., Gray. Ueber die fossilen Arten: A. v. Reinach, t. c. p. 95, Taf. XXXI
—XXXVI und XLIII; O. hessleriana, sp. n. (foss.), id. ibid., p. 95, Taf. XXXI,
Miocän von Hessler bei Biebrich.
Ptychogaster, Pomel (foss.) Revision der Arten von A. v. Reinach, t. c. p. 21,
Taf. VI-XXIX; P.lepsiü p. 33, Taf. XIV—XVI, Oligocän von Alzey, erbstadianus
p. 55, Miocän von Erbstadt-Kaichen, francofurtanus p. 56, Taf. XX, Miocän
von Frankfurt a. M., roemeri, p.58, Taf. XXI, Miocän, Wiesbaden, boettgeri, p. 60,
Taf. XXII—XXVIJ, Miocän von Hessler bei Biebrich, kinkelini, p.76, Taf. XXVII
u. XXIX, Miocän von Hessler, spp. nn., id. ibid.
Fleteher, W. B. The Florida Gopher. P. Indiana Ac. 1899,
pp. 46—52.
Baznosanu, P. A. Notes sur les Cheloniens terrestres de Roumanıe.
Bull. Soc. Bucarest IX. pp. 278—283, figg.
In der Dobrudscha lebt T. zbera Pall., im Distriet von Mehedintzi
bei Turn-Severin 7. graeca L., ebendaselbst auch eine dritte Form, die
Merkmale dieser Art und von T. marginata Schpff. vereinigen soll,
aber jedenfalls auch zu T. graeca gehört. Verf. bildet auch drei Ano-
malien des Rückenpanzers ab. — Ref. in Zool. Centralbl. VIII. 1901.
p. 616.
Siebenrock, F. Der Zungenbeinapparat und Kehlkopf sammt
Luftröhre von Testudo calearata Schneid. S. B. Ak. Wien CIX, I,
pp. 441—448, Taf.
In Zungenbeinapparat, Kehlkopf und Luftröhre von Tesiudo
calcarata vereinigen sich Merkmale zweier systematisch und geographisch
weit getrennter Arten; nämlich 7. radiata und microphyes.
Vaillant, L. La Tortue de Perrault (Testudo indica Schneider).
Arch. Mus. Paris (4) II, pp. 25—48, figg., Taf. VIII.
Derselbe. Documents relatifs a la Tortue gigantesque de la
Reunion. Bull. Mus. Paris 1899, pp. 354—356.
Derselbe. Carapaces du Testudo microphyes Günther,
appartenant au Musee du Havre. Bull. Mus. Paris, 1900, pp. 228
u. 229.
Fauvel, A. A. Textes inedits concernant les Tortues de terre
gigantesques de l’ile Juan de Nove (I. Farquhar) [Ocean Indien].
Bull. Mus. Paris, 1900, pp. 170—174.
Verf. hat in den Berichten der französischen Schiffskapitäne
J. Grossin und L. Picault, welche 1742 zur Erforschung der von den
Portugiesen entdeckten Inselgruppe von Jean de Nove (Joäo da Nova)
ausgesandt worden waren, das Vorkommen von Riesenlandschild-
kröten auf dieser jetzt Farquhar genannten Inselgruppe erwähnt
gefunden und vermuthet, dass diese daselbst nunmehr vollständig
ausgestorbene Art mit der Aldabra-Schildkröte (7. elephantina)
identisch sei.
Sehnee, —. Kann eine Sumpfschildkröte überhaupt ausserhalb
des Wassers fressen. Zool. Garten XLI. pp. 215—217.
Verf. erklärt die Thatsache, dass Wasserschildkröten mit Vorliebe
ihre Beute im Wasser verzehren, dadurch, dass sie als im Allgemeinen
DI. Reptilia und Amphibia für 1900. 5
wehrlos, zur Rettung auf die Flucht angewiesen sind, die aber nur im
Wasser für sie Aussicht auf Entkommen bietet. Dass sie ausserhalb
des Wassers Nahrung aufnehmen können, haben schon ®. Schneider,
Hanau und Werner beobachtet, auch Verf. bei Damonia reevesii,
Oyclemys diardi und Clemmys leprosa, sowie Nicaria triyuga.
Haller, Be Vom Bau des Wirbelthiergehirns. II. Theil. Emys.
Morphol. Jahrb. XXVIII, pp. 252—346, taf. XV—XIX.
Hinderer, W. Ueber Emys leprosa. Natur u. Haus, Bd. IX,
1900,01 p. 387.
Ausführliche Beschreibung der Lebensweise von Clemmys I. ın
Gefangenschaft.
Schnee, —. Grosse Geschwulst im Magen einer Schildkröte.
Zool. Garten, Bd. 41, 1900, p. 358.
Es handelt sich um Emys blandingi.
Derselbe. Kurze Mitteilung über die Erkrankung von
Schildkröten und die einer Schlange. Ebenda p. 120—121.
Behandelt eine Art Schlaganfall bei einer unbestimmt gebliebenen
Schlange, auffallend runzeliges Rückenschild bei Emys orbicularis
aus der Mark und Italien, Geschwürbildungen bei Crstudo carolina,
Lockerung der Verbindung zwischen Rücken- u. Bauchpanzer bei
Schildkröten mit beweglicher Verbindung beider (Orstudo, Emyps,
Cyclemys).
Testudo, L. Ueber die rumänischen Arten (T. graeca, ibera), Baznosanu,
Bull. Soc. Bukarest IX, p. 278, figg. L. Vaillant, Bull. Mus. Paris, 1899, p. 354,
hat Bemerkungen über die Geschichte der ausgestorbenen Riesenschildkröten
von Reunion, und A. A. Fauvel, op. cit. 1900, p. 170, über diejenigen von Juan de
Nove (Farquhar Id.); 7. ündica, Schneide. Ueber das Original-Exemplar:
Vaillant, Arch. Mus. Paris (4) II, p.25, Taf. VIII; T. microphyes, Gthr. Be-
merkung von Vaillant, Bull. Mus. Paris 1900, p. 228; T. polyphemus, Daud. Be-
merkungen über die Lebensweise, von W. B. Fleteher, P. Indiana Ac. 1899, p. 46;
T. zarudnyi, Nik. Bemerkung von Nikolsky, Annuaire Mus. St. Petersb. IV,
p: 375. (S. Ber. f. 1899 p. 13). 7. promarginata, p. 7, Taf. I—-IV, und ptycho-
gastroides, p. 19, Taf. V, spp. nn. (foss.), A. v. Reinach, Abh. Senckenb. Ges.
XXVIII, Miocän des Mainzer Beckens.
Wieland, G. R. The Skull, Pelvis, and Probable Relationships of
the Huge Turtles of the Genus Archelon from the Fort Pierre Cretaceous
of South Dakota. Amer. J. Sci. (4) IX, pp. 237—251, figg., Taf. II.
Derselbe. Some Observations in Certain Wellmarked Stages
in the Evolution of the Testudinate Humerus. T. ce. pp. 413—423, figg.
Archelon ischyros, Wieland (foss.). Ueber Schädel u. Becken und die muth-
massliche Verwandtschaft. Wieland, Amer. J. Sci. (4) IX, p. 237, figg., Taf. II;
A. marshiti, sp. n. (foss.), id. ibid., p. 248, Kreide von Fort Pierre, Dakota.
Capellini, ©. Le piastre marginali della Protosphargis veronensis.
Rend. Acc. Bologna (2) II, 1898, pp. 97”—113, Taf.
Protosphargis veronensis, Capellini (foss.). Bemerkungen von Capellini,
Rend. Acc. Bologna (2) II, 1898, p. 97, Taf.—.
3%
36 III. Reptilia und Amphıbia für 1900.
Ichthyosauria.
Bauer, F. Osteologische Notizen über Ichthyosaurier. Anat.
Anz. XVII, pp. 574—588, figg.
Ueber den Ausschnitt des Coracoids bei Z/chthyosaurus-Arten;
Vergleich mit Fensterbildungen bei anderen Reptilien. Das Becken
besteht auch noch bei den jüngsten Arten (/. trigonus) Owen aus drei
Stücken und wird mit den sehr ähnlichen von Chamaeleon verglichen.
Weitere Bemerkungen über die Occipital- und Gehörregion des Schädels,
namentlich was die Stellung von Stapes u. Opisthoticum zur Fenestra
ovalıs anbelangt.
Geinitz, E. Ichthyosaurus von Dobbertin in Mecklenburg. N.
Jahrb. Min. 1900, I, pp. 60 u. 64, fig.
Ueber einige Wirbel aus dem oberen Lias von Dobbertin.
Andrews, €. W. On a cast of a portion of the Jaw of an Ichthyo-
saurus. P. Z. S. 1900, p. 660, fig.
Ichthyosaurus australis, Me Coy (?). Ueber ein Kiefer-Fragment von
Flinders-Fluss, Queensland, €. W. Andrews, P. Z. S. 1900, p. 660, fig.
Plesiosauria.
Knight, W. €. Some New Jurassic Vertebrates. Amer. J. Scı.
(4) X, pp. 115—119, figg. |
Geinitz, H. B. Sur Stereosternum tumidum Cope du Musee royal
de Min£ralogie de Dresde, provenant de Säo-Paulo (Brösil). Ann.
Soc. geol. Belgique XXV bis, pp. 37—42, Taf. I.
Plesiosaurus shirleyensis, sp. n., W. €. Knight, Amer. J. Sci. (4) X, p. 115,
fig., Jura des Felsengebirges, N. Amerika.
Cimoliosaurus laramiensis, sp. n., W. €. Knight, t.c. p. 117, fig., Jura des
Felsengebirges.
Stereosternum tumidum, Cope. Exemplar im Dresdner Museum, beschrieben
und abgebildet von Geinitz, Ann. Soc. geol. Belgique XXV bis, p. 37, Taf. I.
Rhyncehocephalia.
Howes, 6. B. u. Swinnerton, H. H. On the Development of the -
Skeleton of the Tuatera, Sphenodon (Hatteria) punctatus. Auszug
P.Z.S. 1900, pp. 516 u. 517.
Schauinsland, H. Weitere Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der Hatteria. Skelettsystem, schallleitender Apparat, Hirnnerven,
etc. Arch. mikr. Anat. LVI, pp. 747—867, Taf. XXXI—XXXIV.
Burckhardt, R. On Hyperodapedon gordoni. Geol. Mag. (2)
Dec. IV, VII, pp. 486—492, 529—535, figg., Taf. XIX.
Vergleich von Hyperodapedon mit Sphenodon; erstere Art ist mit
den echten Rhynchocephalen (Sphenodon) nicht näher verwandt und
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 37
gehört in dieselbe Abtheilung wie Rhynchosaurus. Unterschied von
Sph. in der Grösse und Stellung des Postorbitale; Zähne keine im
Oberkiefer, dagegen mehrere Zahnreihen am Palatinum; Unterkiefer
mit einem Angulare.. Nach Meinung des Verf. lebte H. am Strande
u. im Wasser (wohl etwa wie die grossen Leguane der Galapagos. — Ref.)
Hwyperodapedon minor, sp. n. (foss.), Burckhardt, t.c. p. 492, Trias von
Schottland.
Newton, E. T. On a Remarkable Bone from the Chalk of Cuxton
possibly referable to the Rhynchocephalia. P. Geol. Ass. XVI, pp. 496
—499, fig.
Der fragliche Knochen ist ein Palatinum oder Pterygoid.
Anomodontia.
Sceley, H. & On an Ancomodont Reptile, Aristodesmus rüti-
meyeri (Wiedersheim) from the Bunter Sandstone near Basel. Quart.
J. Geol. Soc. LVI, pp. 620—645. figg.
Derselbe. On the Skeleton of a Theriodont Reptile from the
Baviaans River (Cape Colony), Dieranozygoma leptoscelus, gen. et
sp.nov. T.c. pp. 646—656, Taf. XXXVI.
Derselbe. Further Evidence of the Skeleton of Eurycarpus
oveni. T. c. pp. 325—8332, Taf. XXI.
Broom, R. On a new Theriodon Reptile (Tetidosuchus primaevus)
from the Karoo Beds, South Africa. Ann. Nat. Hist. (7) VI, pp. 314
—316, fig.
Aristodesmus rütimeyeri, Wiedersheim (siehe Ber. für 1896) beschrieben u.
abgebildet von Seeley, Quart. J. Geol. Soc. LVI, p. 620, figg.
Dieranozygoma leptoscelus, g. und sp. nn., anscheinend ein Cynodont, Seeley,
t. c. p. 646, Taf. XXXVI, Trias der Cap-Colonie.
Eurycarpus oweni, Seeley. Ueber einige neu entdeckte Reste: Seeley, t. c.
p- 325, figg., Taf. XXI.
Ictidosuchus, g.n. für $. primaevus, sp. n., begründet auf die Reste eines
kleinen Theriodonten von generalisirten Form, aus den Karoo-Schichten bei
Pearston: R. Broom, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 314, fig.
38 IH. Reptilia und Amphibia für 1900.
Batrachia.
Anatomie, Biologie, Faunistik.
Zschokke, F. Die Thierwelt der Hochgebirgsseen. Denk.
Schweiz. Ges. XXXVII, 400 pp., 8 Taf. |
In den Alpengewässern verbringen Hyla viridis Laur., Alytes
obstetrıcans Laur., Bufo vulgaris Laur., Bombinator bombinus Wagl.,
Rana fusca Rösel und Triton alpestris Laur. ihre Jugendzeit; Bombinator
geht bis 1500, Alytes bis 1673 m hoch; Ayla am Lunersee bis 2000 m,
Bufo 2000—2100, echte Hochgebirgsthiere sind Rana fusca und Triton
alpestris und mit diesen beiden Arten befassen sich die Beobachtungen
des Verf.’ s. Er giebt von beiden Arten Daten für das Vorkommen
im Hochgebirge. Die Dauer des Wasserlebens hängt bei den Anuren
mit der Seehöhe zusammen; bei Bombinator (1200—1500 m) beträgt
sie 124—134, bei Rana fusca (2500—2600 m) dagegen 85—95 Tage.
Die Verschiebung der Laichzeit bei Rana hängt ebenfalls mit der See-
höhe zusammen; im Schwarzen See (Böhmerwald, 1008 m) ist die
Laichzeit Anfang Mai, der Schluss der Metamorphose Anfang August;
im Sella-See (2231 m) ist die Laichzeit 4.—12. Juni (12. Juli im Jahre
1899), der Schluss der Metamorphose am 2.—4. September. Die
Beobachtungen erweisen, dass zwar Eiablage und Met. im Hochgebirge
ım Vergleich zum Flachland um Wochen und Monate verschoben sind,
dass aber eine Verlängerung der Met. im Hochgebirge nicht eintritt.
Ueberwinterung der Larven findet nicht statt. Lebensweise des
Frosches im Laufe des Jahres, Tabelle der Entwicklung im Rhätikon,
eine alpine Varietät existirt nicht. Bei Triton alpestris verlängert
sich die Met. im Gebirge; in warmen Tümpeln wird sie beschleunigt,
in kalten Seen verlangsamt; die Ausdehnung des Larvenlebens führt
zur Ueberwinterung im Larvenzustand, zur Fortpflanzungsfähigkeit
der kiementragenden Larven. ‚Rana fusca verhilft die Kürze, Triton
alpestris die Länge der Metamorphose zur Einbürgerung in den Hoch-
alpen“. T.alpestris erzeugt im Hochgebirge ausgesprochene, durch
Färbung und Masse ausgezeichnete Varietäten. (Vergl. auch die var.
Reiseri Wern. aus dem bosnischen Hochgebirge. — Ref.). Die Arbeit
ist für die Kenntniss der Ethologie der einheimischen Batrachier von
grossem Interesse.
Sampson, Lillian V. Unusual Modes of Breeding and Development
among Anura. Amer. Natural. XXXIV, pp. 687—715.
Eine eingehende Besprechung aller bekannten Fälle von Brut-
pflege und abweichende Entwicklungsweise bei Anuren, Rhacophorus
Schlegelii (8. 689), Chiromantıs quineensis (8. 689), Phyllomedusa
theringüi u. hypochondrialis (5. 690), Hyla nebulosa (S. 691), Paludicola
gracılıs (8.691), Rhacophorus eques (8.691), O'ystignathus (Lepto-
dactylus) mystaceus (mystacinus) (S. 692) u. typhonius, Hyla faber
(S. 692), Polypedates (Rhacophorus) maculatus (S. 693), Rana temporalis
(8. 693), Hyla abbreviata (S. 693), Pipa americana (S. 693), Alytes
IH. Reptilia und Amphibia für 1900. 39
obstetricans (8.696), Nototrema oviferum (5.698), marsupiatum (8. 700),
fissipes (8. 699), testudineum, plumbeum, pygmaeum (8. 700), Amphigna-
thodon quentheri (8. 700), Rhinoderma darwinis (8. 700), Hyla goeldir
(8. 701), Rhacophorus reticulatus (S. 701), Spea (Scaphiopus) kammondi
(?) (8. 701), Zithodytes (H ylodes) latrans (8. 702), Phryniscus nigricans
(S. 702), Paludicula fuscomaculata (8. 702), Engystoma ovale (8. 702),
Spea (Scaphiopus) bombifrons (S. 702), Dendrobates trivittatus u. braccatus
(S. 703), Phyllobates trinitatis (S. 703), Arthroleptis seychellensis (8. 704),
Hylodes martinicensis (8. 704), Hylella platycephala (S. 706), Hylodes
lineatus (8. 706), Rana opisthodon (S. 706), Dactylethra capensis (8. 707).
Der zur Orientirung über Brutpflege bei Fröschen sehr nützlichen
Abhandlung ist ein sehr vollständiges Litteraturverzeichniss an-
geschlossen, ebenso ein alphabetischer Index der erwähnten Arten
mit Angabe des Fundortes.
Wiedersheim, R. Brutpflege bei niederen Wirbelthieren. Biol.
Centralbl. XX. pp. 304—316, 321—342, figg.
Auch diese Arbeit ist ein zusammenfassendes Referat, dem aber
einige Abbildungen beigegeben ist. Sie behandelt die Brutpflege von
Alytes obstetricans, Rhacophorus reticulatus, Hyla goeldii, Arthroleptis sey-
chellensis (alle abgebildet), Phyllobates trinitatis, Dendrobates trivitatus
u. braccatus, Hylodes lineatus (Abbildg.), Desmognathus fusca (Abbildg.),
Ichthyophis glutinosus (Abbildg.), Amphiuma, Pipa dorsigera (Abbildg.),
ferner p. 321ff. Notodelphys ovifera, Rhinoderma Darwini (Längs-
schnitt d. Körpers), CO'ystignathus mystaceus, IIylodes martinicensis,
Rana opisthodon (Abbildg.), Chiromantis rufescens, Phyllomedusa
iheringüi (Abbildg. des Nestes) u. Ayla nebulosa, Phyllomedusa hypo-
chondrialis, Rhacophorus schlegelii (Abbildg.), Hyla faber (Abbildg.
des Nestes). Da die beschriebenen Thatsachen bisher schon mehrfach
in Referaten erwähnt sind und nichts Neues beigebracht wird, so soll
nur darauf hingewiesen werden. Litteratur in Anmerkungen; Ueber-
sichtstabelle über die Brutpflege p. 338; Resum& p. 340.
Sabatier, A. Morphologie de la ceinture pelvienne chez les
Amphibiens. ©. R. Ac. Sci. COXXX, pp. 633—637.
Verf. vergleicht das Becken der Urodelen mit einer von einem
Rippenpaar getragenen Sternalplatte. Bei den Anuren, wie bei den
Knochenfischen fehlt das Ileum (Hyperzygale) der bei den Anuren
am Sacrum aufgehängte Theil des Beckens ist das Pubis (Prozygale).
Schulz, P. Ueber die Anordnung der Musculatur im Magen der
Batrachier. Arch. Physiol. 1900, pp. 1—8, figg.
Musculatur des Magens von Rana, Hyla, Bufo, Salamandra,
Triton eristatus und taeniatus, Proteus. Rana hat nur dicht am Oeso-
phagus und Darm Längs-, sonst nur Ringmuskulatur de Wagens;
dasselbe gilt für die beiden anderen untersuchten Anurer Längs-
und Ringmuskelschicht haben die Urodelen, nur Ringer ıkulatur
T. taeniatus. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. «73 und
Zo0l. Centralbl. VII. 763.
Lampert, K. Laichzeit und Laichformen unserer deutschen
Amphibien. Natur u. Haus, Bd. IX. 1906/01, p. 291,
40 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Ellermann, V. Ueber die Schleimsecretion im Eileiter der Am-
phibien. Anat. Anz. XVIII, pp. 182—189, figg.
Schleimsecretion im Oviduct von Rana esculenta und Triton
alpestris (Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 208).
Ranvier, L. Des Clasmatocytes. Arch. Anat. Micr. Paris Tome 3,
p. 122—139, Taf. 6—7.
Zusammenfassung seiner bisherigen Untersuchungen über Clasma-
tocyten u. a. auch bei Triton u. Rana, die er als ungewandelte Leuco-
cyten betrachtet, zu denen sie auch wieder werden können; sie anasto-
mosiren mit ihren langen varikösen Fortsätzen niemals miteinander
oder mit anderen Zellen.
Gurwitsch, A. Zur Entwicklung der Flimmerzellen. Anat. Anz.
17. Bd. p. 49—58, 5 figg.
Entwicklung der Cilien des Rachenepithels und der Tela chorioidea
bei Larven von Salamandra und Bufo. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1900 p. 64.
Ciaceio, G. V. Parallelo tra glı spermatozoidi del Triton eristatus
e quelli della Rana esculenta. Rend. Acc. Bologna (2) III, 1899, pp. 95
—102, Taf. —.
Raffaele, F. Per la genesi dei nervi da catene celluları. Anat.
Anz. XVIII, pp. 337—344, figg.
Quer- u. Längstheilung der Nervenzellen bei Rana, Bufo, Sala-
mandra. Die Nerven werden von Zellketten abgeleitet.
Koelliker, A. Gegen die Entstehung von Nervenfasern aus Zellen-
strängen. Anat. Anz. XVIII, pp. 511—512.
Verf. bemerkt gegen Raffaele, dass er diese Zellstränge schon
früher beobachtet habe, dass die Zellen aber der Schwann’schen
Scheide angehören.
Günther, A. Biologia Centrali-Americana. Batrachia. pp. 197
—236, Taf. LX—LXVl.
Fatio, V. Deux petits Vertebres nouveaux pour la Suisse (Sorex
pygmaeus Pall. et Rana graeca Boul.) et quelques interessantes
varietes. Rev. Suisse Zool. VIII, pp. 467—476. Auch Arch. Sci. Nat.
(4) X, pp. 567—570.
Verf. nennt Rana graeca Blngr. von Mendrisio im Canton Tessin
(ist nach Boulenger R. latastii), R. esculenta L. var. Lessonae Cam. von
See von Muzano und identificirt, Triston eristatus Laur. subsp. merionalif
(= var. platycephalus Fatio = var. Karelini Strauch) und Triton lobatus
Ötth. (= vulgaris L.) subsp. meridionalis Bingr.
Einzelne’Abtheilungen.
Ecaudata.
Kahn, R. H. Ueber die in den Sehnen der schiefen Bauchmuskeln
bei Fröschen vorkommenden ‚„Inscriptiones elasticae‘“. Arch. mikr.
Anat. 57. Bd. p. 107—117, Taf. 8.
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 41
Zellenreiches, fibrillenarmes Bindegewebe mit Kernen von be-
sonderer Grösse und Form in den Sehnen der schiefen Bauchmuskeln
von Rana u.a. Anuren.
Raffaele, F. Ricerche intorno allo sviluppo della linea e del nervo
laterale negli Anfıbi. la nota. Internat. Monatsschr. Anat. Phys.
17. Bd. p. 389—407, Taf. 12—13.
Entstehung der Seitenlinie und des Nervus lateralis bei Bufo,
Discoglossus u. Rana.
Bernard, H. M. Studies in the Retina. Rods and Cones in the
Frog and in some other Amphibia. Quart. J. Mier. Sci. XLIII, pp. 23
—47, Taf. I.
Verf. macht den Versuch, nachzuweisen, dass die Zapfen in der
Retina des Frosches u.a. Amphibien nur Entwickelungsstadien von
Stäbchen sind. Ref. in Zool. Centralbl. VIII. p. 441.
Srdinko, ©. V. Bau und Entwicklung der Nebenniere bei Anuren.
Anat. Anz. XVIII, pp. 500—508, figg.
Srdinko kommt nach Untersuchungen an Rana temporana, Rana
esculenta, Bombinator igneus, Bufo vulgarıs und Hyla arborea zu dem
Ergebniss, dass die Nebenniere als ein Blutorgan aufzufassen ist, in
welchem das Blut eigenthümliche Wandlungen erfährt, wie sich aus
dem Vorkommen von Erythocyten im Inneren der Nebennierensubstanz
und der relativ grossen Menge venöser Räume daselbst ergiebt.
Lebrun, H. Les Phenomenes de la ponte chez les Batrachiens.
Rev. Quest. Sci (2) XVII, pp. 615-677.
Carnoy, 3. B. u. Lebrun, H. La vesicule germinative et les globules
polaires chez les Batraciens. 2. Partie. Les Anoures. Cellule, Tome 17,
p. 201—265, 7 Taf.
Entstehung der Chromosomen bei der Bildung der Richtungs-
körper im Ei von Alytes obstetricans, Bombinator, Bufo vulgaris, cala-
mita, Rana temporaria. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 81
u. Zool. Centralbl. VIII. p. 347.
Kopsch, F. Ueber das Verhältniss der embryonalen Achsen zu
den drei ersten Furchungsebenen beim Frosch. Ein Beitrag zur Ent-
wickelungsphysiologie. Internat. Monatsschr. Anat. Phys. 17. Bd.
p. 1—26, 5 figg., Taf. 1.
Die Untersuchungen werden an Rana fusca und esculenta, sowie
an Siredoon angestellt. Verf. fand bei 8 Fällen den Verlauf der 1. Furche
wellig, also nicht der idealen Symmetrieebene entsprechend, in 4 Fällen
eine Grössenverschiedenheit der beiden ersten Blastomeren, in 3 die
beiden ersten Furchen gebrochen; in 6 Fällen wurde eine Veränderung
der Richtung der 1. Furchungsebene während der 2.—4. Furchung;
auch entspricht die 2. Furchungsebene nicht der Transversalebene
des Embryos und die von Pol zu Pol gezogene Achse der Furchungs-
stadien ist nicht seine Dorsoventralachse, welche vielmehr von hinten
oben nach vorn unten verläuft. |
Weber, |. Ueber auffallende Ecaudaten-Larven von Tjibodas
(Java). Ann. Jard. Botan. Buitenzorg, Suppl. II, 1898, pp. 5—10, figg.
-49 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Laesecke, F. Ueber das Vorkommen von Pelobates fuscus Laur.
bei Kohle (Kreis Sorau).
Verf. fand im Februar und Mai diese Art daselbst; zur Laichzeit
auch R. temporaria L., arvalis Nilss. und esculenta L., ebenso Molge
vulgaris L.
Fe Phaneroglossa.
Ranvidae.
Gaule, J. Ueber die geschlechtliche Differenz der Muskeln bei
Fröschen. Arch. ges. Physiol. LXXXIII, pp. 83—88, Taf. III.
Sihler, Chr. Neuere Untersuchungen über die Nerven der Muskeln
mit besonderer Berücksichtigung umstrittener Fragen. Zeitschr.
wiss. Zool. 68. Bd. p. 323—378, T. 23—24.
Nerven der Muskeln, namentlich bei Rana. Ausf. Ref. in Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1900, p. 151.
Weiss, 6. L’exeitabilite du nerf, sa conductabilite et la structure
du eylindre ax. C. R. Soc. Biol. Paris, Tome 52. p. 284—286.
Erregbarkeit und Reizleitung in den Nerven von Rana.
Steinach, E. Ueber die centripetale Erregungsleitung im Bereiche
des Spinalganglions. Pflüger’s Archiv £. d. ges. Physiol., 11. BE,
1899 p. 611—638. Ref. in Zool. Centralbl. VII. p. 565.
Es wurde der Nachweis geführt, dass beim Frosch die Erregungs-
wellen auf sensiblen Nervenbahnen das Spinalganglion noch in einem
Stadium durchsetzen, in welchem bereits sämmtliche Spinalganglien-
zellen der Degeneration verfallen sind, so dass es also genügt, wenn
die Nervenfortsätze ihre Wegsamkeit unversehrt erhalten haben.
Der Nachweis wurde experimentell erbracht sowohl durch Ausscheiden
des Ganglions, als auch durch Isolirung von der Bluteireulation. Im
ersteren Falle konnte noch 48 Stunden, im letzteren noch 14 Tage
nach der Operation Erregungsleitung nachgewiesen werden.
Smirnow, A. E. Zur Kenntniss der Morphologie der sympathischen
Ganglienzellen beim Frosche. Anat. Hefte, Arb. XIV, pp. 403—431,
figg., Taf. XVII u. XVIO.
Sympathische Ganglienzellen von Rana; die des Grenzstranges
und des Herzens haben nur einen Fortsatz (Neurit). Ref. ın Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 155.
Derselbe. Zur Frage von der Endigung der motorischen
Nerven in den Herzmuskeln der Wirbelthiere. Anat. Anz. 18. Bd.
p. 105—115, 3 figg.
Motorische Nervenenden in den Herzmuskeln bei Rana.
Holmgren, E. Studien in der feineren Anatomie der Nervenzellen.
Anat. Hefte, 1. Abth. 15. Bd. p. 1-89, 3 figg. Taf. 1—14.
Saftkanälchen der Nervenzellen bei Rana.
Dogiel, J. Contribution & la question de la circulation pulmonaire
chez la Grenouille. Cinquantenaire Soc. Biol. Paris 1899 p. 98—9%8, Tat.
Pe ZT Tg
ER er A
III. Reptilia und Amphibia für.1900. 43
In der Lunge von Rana gehören die Nervenfasern theils dem Vagus,
theils dem Sympathicus an. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900
p. 157.
Rohnstein, R. Zur Frage nach dem Vorhandensein von Nerven
an den Blutgefässen der grossen Nervencentren. Arch. Mikr. Anat.
55. Bd. p. 576—584, fig.
Nerven fehlen hier u.a. auch bei Rana.
Arnold, 3. Die Demonstration der Nervenendausbreitung in den
Papillae fungiformes der lebenden Froschzunge. Anat. Anz. XVII,
pp- 517—519.
Darstellung der Nervenendigungen der Papillae fungiformis der
lebenden Zunge von Rana durch Aufstreuen von Methylenblau
und Anfeuchten mit Normalsalzwasser.
Woodworth, R. 8. Studies on the Üontraction of the Smooth
Muscles. Amer. Journ. Physiol. Bd. III. 1900. p. 26—44.
Verf. studirte die Contraction eines aus dem Froschmagen ge-
schnittenen Ringes glatter Muskeln, die Wirkung der Temperatur
und der Schliessring und Oeffnung eines constanten Stromes. Die
spontanen Contraetionen dauerten 13—30 Stunden.
Baglioni, $. Der Athmungsmechanismus des Frosches. Arch.
Physiol. 1900, Suppl. pp. 33—59.
Athmung bei Rana: Inspiration durch Muskulatur der Mund-
höhle, Exspiration durch Elastieität des Lungengewebes, den intra-
abdominalen Druck und vielleicht auch durch die Thätigkeit der Bauch-
muskeln.
Shore, T. W. Unusual arrangement of the Renal Portal Vein
in the Frog (Rana temporaria). J. anat. Physiol. norm. path. (2) XIV,
pp- 398—402, fig.
Abweichender Verlauf der linken Nierenpfortader bei Rana tempo-
raria. Sie verlief, anstatt in die Niere einzutreten, längs ihres Aussen-
randes nach vorn und mündete in die Cava posterior, in ihrem Verlauf
nahm sie 4 Dorsolumbalvenen auf und dicht an ihrer Mündung auch
die linke Nierenvene, die des Hodens und des Fettkörpers.
Warren, E. A further Note on a Variation in Rana temporarıa.
Anat. Anz. XVIII, pp. 122 u. 123, fie.
Verf. fand öfters bei Rana temporaria ein Gefäss, welches von der
Spitze der linken Lunge ausgehend, mit dem Leberpfortadersystem ın
Verbindung stand.
Bunnett, R. €. Note on a Hermaphrodite Frog. Ann. Nat. Hiıst.
Ki) VI. pp, 179.0. 180, Taf. IR.
Das Exemplar hatte die Daumendrüsen wie ein 5 entwickelt;
rechts war ein wohlentwickelter Hoden mit einem ganz kleinen Ovarium-
Rudiment am Aussenrand, links ein ebenfalls wohlentwickeltes Ovarıum
mit einem kleinen Hodenrest am Innenrand vorhanden. Der Müller’schs
Gang war auf beiden Seiten entwickelt und stark gewunden, auf der
Weiblichen Seite etwas grösser als auf der männlichen: die Uterus-
Erweiterung war auf der ersteren auch grösser; der Urether besass
eine kleine Erweiterung (Vesicula seminalis) auf beiden Seiten. Trotzdem
44 IH. Reptilia und Amphibia fir 1900,
die Paarungszeit nicht mehr fern war, als das Thier getödtet wurde,
war doch kein Ueberwiegen des einen oder des anderen Geschlechts-
charakters zu erkennen. Die Abbildungen zeigen den ganzen Ge-
schlechtsapparat in Seiten und Schnitte durch die Geschlechtsdrüsen
‚an der Stelle, wo die kleine Anhäufung von Zellen des anderen Ge-
schlechtes liegt.
Bouin, M. Histogenese de la Glande genitale femelle chez Rana
temporaria (L.). Arch. Biol. XVII, pp. 201—383, Taf. IX—XIl.
Anlage der weiblichen Geschlechtsdrüse, welche unpaar und
median gelegen ist und im hinteren Körperdrittel des Embryos gelegen
ist, Bildung der Geschlechtszellen, Entstehung der Primodialeier und
ÖOvogenien. Ausf. Referat in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900,
Vert. p. 44 und Zool. Centralbl. VIII p. 320.
Derselbe. Expulsion d’ovules primordiaux chez les tetards
de Grenouille rousse. Bibliog. anat. VIII, pp. 53—59, figg.
Elimination von Primordialeiern aus dem Keimepithel der Ge-
schlechtsdrüse bei jungen Larven von Rana temporaria, Verf. ver-
muthet, dass diese Ausstossung, nach welcher diese Stelle, wo die
Eier gelegen waren, leer sind, nur bei $ Larven stattfindet.
Derselbe. Ebauche genitale primordiale chez Rana temporaria
(L.). T.c. pp. 103—108.
Derselbe. Origine des corps adıpeux chez Rana temporarıa
(L.). Bibl. Anat. Paris Tome VII p. 301—308, 3 figg.
Entstehung des Fettkörpers bei Larven von Rana temporaria.
(Geschlechtsdrüse und Fettkörper entstehen aus gemeinsamer Anlage;
der vordere Theil derselben, ın welchen keine Primordialeier zur Ent-
wicklung kommen, wird zum Fettkörper. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1900 p. 81.
Bataillon, E. La segmentation parthenogenetique experimentale
chez les Amphibiens et les Poissons. C©. R. Ac. Sci. CXXX, pp. 115
—118.
Furchung von Eiern von Rana nach 1—2!/, stündigem Verweilen
in Salzlösungen und in Antidiphtherieserum; Ausstoss zur Furchung
scheint nicht durch chemische, sondern durch wasserentziehende
Wirkung des Mediums gsgeben zu werden.
Tonkoff, W. Ueber die elastischen Fasern in der Froschhaut.
Arch. mikr. Anat. 57. Bd. p. 95—101, Taf. VII.
Elastische Fasern in der Haut von Rana, drei Schichten, die unterste
ein dichtes Netz loser Bündel bildend, von wo Faserzüge nahezu senk-
recht in die Mittelschicht aufsteigen, aber nie anastomosiren; in der
obersten Schichte lösen sie sich in feinste Fasern auf und es anastomo-
siren hier sogar Fasern verschiedener Bündel; sie umspinnen auch die
Drüsen und sind daher bei der Entleerung der Drüsensekrete von
Bedeutung; Aussen- und Mittelschicht sind an der Schwimmhaut
nicht unterscheidbar.
Arnold, 3. Siderofere Zellen und die Granulalehre. Anat. Anz,
17. Bd. p. 346—354.
Pe U U Zw
III. Reptilia und Amphibia für 1900, 45
Verf. führte Eisen im verschiedener Form in den Lymphsack von
Rana ein und fand, dass verschiedene Zellen (Leucocyten, Leberzellen,
einige rote Blutzellen u.a.) das Eisen in sich aufnehmen und an die
Granula der Zelle binden. Ref. Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1890
. 60.
R Stassano, H. Sur la function du noyau dans la formation de
l’hemoglobine et dans la protection cellulaire. €. R. Ac. Sc. Paris 1,
Tome 130, p. 1780—1783.
Vermischung der Kerne der Erythrocyten von Rana mit dem
Stroma, bei künstlicher Aenderung der Beschaffenheit des Blutserums.
Stassano, H. u. Haas, 6. E. Contribution a la physiologie des
clasmatocytes. ©. R. Soc. Biol. Paris, Tome 32 p. 807—808.
Zunahme der Clasmatocyten in der periösophagealen Membran
bei Winterfröschen, die im Wärmeschrank auf 20° C. erwärmt wurden.
Bergel. Beiträge zur Physiologie der Flimmerbewegung. Arch.
ges. Phys. 78. Bd. p. 441—465, 8 figg.
Untersuchung der Flimmerbewegung an Flimmerkörperchen
aus der Rachenschleimhaut ven Rana. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1900 p. 182.
Arnold, 3. Ueber Granula-Färbung lebender und überlebender
Gewebe. Arch. Path. Anat. 159. Bd. p. 101—116, Taf. 2.
Färbung von lebendem Gewebe aus Zunge, Schwimmhaut, Haut,
Mesenterium bei Rana mit Methylenblau u. Neutralrot. Ref. Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1890 p. 60.
Morgan, T. H. Further Experiments on the Regeneration of
Tissue composed of parts of two Species. Biol. Bull. II, pp. 111—119,
figg. (S. auch Ber. f. 1899 p. 55).
Doppelschwänze bei Anpfropfung des Larven-Schwanzes einer
Rana-Art an den Schwanz einer anderen; an den beiden Schwanz-
gabelästen gehört der eine der einen, der andere der anderen Art an.
Erklärung durch nicht ganz genaue Aufeinanderpfropfung der beiden
Stücke.
Gaule, 3. Ueber den Einfluss der Nacht. Centralbl. Phys. 14. Bd.
p. 23—31.
Die Fettkörper der Winterfrösche nehmen bei Nacht und über-
haupt im Dunkeln an Gewicht ab, doch ist die Abnahme in der Nacht
bedeutender als bei Dunkelhaltung am Tag.
Maurel, — und Eagriffe, —. Determination et action des plus
hautes temperatures compatibles avec la vie de la Grenouille C. R.
Soc. Biol. LII, pp. 217—219.
Levy, M. Das Leben der Frösche unter dem Wasser. II. Zool.
Garten XLJ, pp. 178—180. (S. Ber. f. 1899 p. 57).
Die Experimente ergaben, dass Wasserfrösche bei Temperaturen
von 0—9° ohne Schaden ihr Leben unter Wasser fristen können, dass
sie aber zu Grunde gehen, wenn die Körpersäfte gefrieren.
Hertwig, ©. Ueber das Temperaturmaximum bei der Entwicklung
der Eier von Aana fusca. Cinquantenaire Soc. Biol. Paris 1899
p. 14—16.
46 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Je mehr Zellen aus dem Ei von Rana fusca beim Furchungsprocess
entstehen, desto höhere Temperaturen verträgt es; das Maximum
steigt im Laufe der Entwicklung vom 23—30 °. Bei geringer Ueber-
schreitung des Optimums entstehen Missbildungen.
Moraezewski, W. v. Ausscheidungsverhältnisse bei blutleeren
und hungernden Fröschen. Pflüger’s Archiv, Bd. 77, 1899, p. 290-310.
Fröschen wurde der grösste Theil des Blutes durch Aderlass ent-
zogen und durch eine wässerige Lösung von verschiedenen Salzen,
Harnstoff oder Rohrzucker ersetzt; dieselbe wurde gut vertragen
und der Stoffwechsel nicht wesentlich beeinflusst; nur fand eine Ver-
minderung der Ausscheidung statt, mit Ausnahme der stickstoffhaltigen
Endprodukte, deren Menge sogar etwas zunahm.
Godlewski, E. Jun. Ueber die Einwirkung des Sauerstoffs auf
Entwicklung und über den Gaswechsel in den ersten Entwicklungs-
stadien von Rana temporaria. Bull. Ac. Cracovie 1900, pp. 232—255,
figg.
Entwicklung von Eiern der Rana temporaria in Gefässen, in
welchen die athmosphärische Luft durch Wasserstoff ersetzt war;
Verlauf und Tempo der Furchung erwiesen sich als mit der Anwesenheit
von Sauerstoff in innigstem Zusammenhange, doch kann sie auch
ohne Sauerstoff vor sich gehen, doch langsam und schliesslich starben
die Eier ab. Kohlensäure erwies sich giftig für die Entwicklung.
Wolterstorif, W. Ueber die Verbreitung des Springfrosches
(Rana agilis) in Deutschland. Naturw. Wochenschr. XV, pp. 205—207.
Terry, F.W. Rana temporaria in the Scilly Islands. Zoologist (4)
IV, p. 383.
Rana cyanophlyetis, Schn., var. n., seistanica, Nikolski, Annuaire Mus. St.
Petersb. IV, p. 406 (s. Ber. f. 1899 p. 13) Persien, R. macrodon, Kuhl, und tigrina,
Daud. Larven beschrieben und abgebildet von 8. Flower, P. Z. S. 1899, pp. 889
u. 892, Taf. LIX, figg. 1 u. 2; (s. Ber. f. 1899 p. 14), R. esculenta, var. lessonae,
Camer., angeführt aus dem Tessin von Fatio, Rev. Suisse, Zool. VIII, p. 474;
R. latastii, Blgr., angeführt aus demselben Theil der Schweiz unter dem irrigen
Namen R. graeca, Blgr. id. ibid. p. 474 (das Exemplar wurde von Boulenger
als R. latastii bestimmt. — Ref.); R. temporaria, L. Angeführt von den Seilly-
Inseln, von F. W. Ferry, Zoologist (4) IV, p. 383, R. agilis, Thom. Ueber Ver-
breitung in Deutschland: Wolterstorfi, Naturw. Wochenschr. XV, p. 205;
R. forreri Blngr. u. pustulosa Blngr. abgeb. bei Günther, Centr. Amer., Batr.,
Taf. LX, fig. u. LXI, fig. B; R. aeqwiplicata, Werner beschrieben von Bou-
lenger, P. Z. S. 1900, p. 437; R. novae- britanniae, Werner, beschrieben und
abgebildet von Sumatra von Werner, Zool.Jahrb. Syst. XIII, p. 493, Taf. XXXII,
fig. 3; R. jerboa, Gthr. Larve (unbestimmt) beschrieben u. abgebildet von M.
Weber, Ann. Jard. Botan. Buitenzorg, Suppl. II, 1898, p. 10, fig.; R. graminea,
sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1899, p. 958, Taf. LXVII, fig. 1, Hainan; R. pigra,
sp. n., Moequard, Bull. Soc. Philom. (9) II, v. 109, Madagascar; R. omiltemana,
p. 200, Taf. LXI, fig. A, Omilteme, Guerrero (= R. halecina, Kalm. nach Bler.)
bonaccana, p. 201, Taf. LX, fig. B, Insel Bonacca, Yucatan (= palmipes, Spix
1 2 Aue
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 47
nach Bingr.), melanosoma, p. 203, Taf. LXIII, fig. B, Guatemala und Nicaragua
(= palmipes, Spix nahe Blngr.), und godmani, p. 204, Taf. LXUI, fig. A, Costa
Rica, spp. nn., Günther, op. cit. f
Staurois hainanensis, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1899, p. 958, Taf. LXVII,
fig. 2, Hainan.
vs Scotobleps, g. n. ähnlich Rana, aber mit verticaler Pupille: Boulenger, op. cit.
1900, p. 438; S. gabonicus, sp. n., id. ibid. p. 439, Taf. XXVII, fig. 1, Gabun.
Petropedetes, Reichenow. Ueber die Merkmale der 3 Arten, und Bemerkung
über P. (Tympanoceros) newtoni, Bocage; Boulenger, t. c. p. 439.
Phrynobatrachus auritus und latirostris, spp. nn., Boulenger, t.c. p. 440,
Taf. XXVIII, figg. 2 u. 3, Gabun.
Arthroleptis africanus, Hallow, neu beschrieben von Boulenger, t.c. p. 441;
A. inguinalis, sp. n., id. ibid. p. 442, Taf. XXVII, fig. 2, Gabun.
Gampsosteonyx, g. a., bemerkenswerth durch die freiliegenden Krallen-
phalangen der Zehen, für @. batesi, sp. n., Boulenger, t.c. p. 442, Taf. XXIX,
Gabun.
Trichobatrachus, g.n., mit haarigen Hautpapillen an den Seiten (nach
Nieden = Astylosternus Wern.), für T. robustus, sp. n., Boulenger, t. c.
p- 443, taf. XXX, Gaboon.
Gadow, H. Trichobatrachus. Anat. Anz. XVIIl, pp. 588 u. 589.
Die haarförmigen Excrescenzen dieses merkwürdigen Frosches
wurden von F. F. Laidlaw untersucht; sie liegen bei beiden Geschlechtern
an.den Flanken, sowie an den Ober- u. Hinterflächen des Oberschenkels;
sind filamentös, häutig, dunkel pigmentirt, mehrere Milliimeter lang
bestehen aus fingerförmigen Verlängerungen der Haut, mit einer
Achse fibrösen Bindegewebes; die Epidermis ist weder besonders
verdickt, noch irgendwie verhornt, aber sehr reich an den bekannten,
flaschenförmigen, einfachen Schleimdrüsen. Nerven oder Nerven-
endigungen waren nicht nachweisbar, die Deutung als sensible Apparate
ist daher ausgeschlossen. Funktion unbekannt; Aehnlichkeit mit
den Laichpinseln des männlichen Lepidosiren während der Paarungszeit.
Dilobates, g. n., mit nahezu 4 Zehen und einer verticalen Pupille: Boulenger,
t.c. p. 443; D. platycephalus, sp. n., id. ibid. p. 444, Taf. XXVII, fig. 3, Gabun.
Rhacophorus leucomystax, Gravh. Larven abgebildet von 8. Flower, P. Z. S.
1899, Taf. LIX, fig. 3; (s. Ber. f. 1899 p. 14), R. colletti, Blgr., und nigropalmatus
Blgr. beschrieben und abgebildet von Werner, Zool. Jahrb. Syst. XIII, pp. 494
u. 496, taf. XXXII, fig. 4, und Taf. XXXIV, fig.8; R. reinwardti, var. n. lateralis,
id. ibid. p. 495, Taf. XXXIIL, fig. 6, Sumatra; P. phyllopygus, p.494, Taf.XXXII,
fig. 5, und pulchellus, p. 495, Taf. XXXII, fig. 7, spp. nn., id. ibid., Sumatra;
R. oxycephalus, sp.n., Boulenger, P. Z. S. 1899, p. 959, Taf. LXVII, fig. 3, Hainan;
R. shelfordi, sp. n., id. op. cit. 1900, p. 185, Taf. XVIII, fig. 2, Sarawak.
Nikolsky, A. M. Chiromantis Kachowskii, eine neue Amphibien-
Art aus Abessinien (russisch. Annuaire Mus. St. Petersburg V,
p. 246.
Chiromantis kachowskü, sp. n., Nikolsky, Annuaire Mus. St. Petersb. V,
p- 246, Abessinien.
48 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Ixalus petersi, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 185, Taf. XVII, fig. 3,
Sarawak; 7. larutensis, und vermiculatus, spp. nn., Boulenger, Ann. Nat. Hist. .
(7) VI, p. 187, Perak.
kappia platyceps, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 444, Taf. XXVII, fig. 4,
Gabun.
Hylambates brewirostris, Werner. Bemerkung von Boulenger, t.c. p. 445.
Y { D
Dendrobatidae.
Mantella aurantiaca, sp. n., Moquard, Bull. Soc. Philom. (9) II, p. 110, Mada-
gascar.
Cardioglossa, g.n., mit grosser herzförmiger Zunge, und Sternum ohne
knöchernen Stil; Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 445; €. gracilis, sp. n., id. ibid.
p. 446, fig., Gabun.
Engyystomatidae.
Atelopus varius, Stann. Varietäten abgebildet von Günther, Biol. Centr. Amer.
Batr., Taf. LXII, figg. A—C.
Oreophrynella quelchii, Blgr., abgebildet von Boulenger, Tr. Linn. Soc. London
(2) VIII, Taf.V, fig. 3; O. macconelli, sp. n., id. ibid. p. 55, Taf. V, fig. 4, Mt. Ro-
raima, Brit. Guiana.
Calophrynus heterochirus, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 186, taf. XVII,
fig. 4, Sarawak.
Microhyla ornata, D. u. B., Larve beschrieben und abgebildet von 8. Flower,
P. Z. S. 1899, p. 902, Taf. LX, fig. 1 (s. Ber. f. 1899 p. 14); M. butleri, und annectens,
spp. nn., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 188, Perak.
Otophryne, g.n., verwandt mit Hypopachus, für O. robusta, sp. n., Boulenger,
Tr. Linn. Soc. London (2) VIII, p. 55, Taf. V, fig. 5, Mt. Roraima, Brit. Guiana.
Engystoma elegans, Blngr., abgebildet von Günther, Biol. Centr.-Amer.,
Batr. Taf. LXII, fig. D.
Glossostoma, g. n., nahe Eingystoma, für @. aterrimum, sp. n., Günther, op. eit.
p. 210, Taf. LXIV, fig. A, Costa Rica.
Dyscophidae.
Dyscophus insularis, Grand. Bemerkung von Moequard, Bull. Soc. Philom
(IE PIE
Oystignathidae.
Hylodes polyptychus, Cope, Taf.LXVI, fig. C, underwoodi, Blgr., Taf. LXVI,
fig. D, und rhodopis, Cope Taf. LXVII, fig. C, abgebildet von Günther, Biol.
Centr.-Amer., Batr.; H. melanostictus, Cope, abgebildet als 4. brocchü, Blegr.,
von Günther, op. cit. Taf. LXVIII, figg. Au. B.; A. plicatus, p. 228, Taf. LXVI,
fig. B, Jalapa, calcitrans, p. 230, Taf. LXVII, fig. B, Guerrero und Jalisco, taf.
LXVIII, fig. C, Jalapa, spp. nn. id. ibid., 9. marmoratus, sp. n., Boulenger, Tr.
Linn. Soc. London (2) VIII, p. 56, Taf. V, fig. 6, Mt. Roraima, Brit. Guiana.
Liohyla guentheri, Ref., Taf.LXVI, fig. A, und fleischmanni, Bttgr., Taf.LXIV,
fig. B abgebildet von Günther, op. cit.; L. pittieri, p. 223, Taf. LXV, fig. B, und
engytympanum, p.224, Taf. LXV, fig. C (= Hylodes melanostictws, Cope nach
Blogr.), spp. nn., id. ibid., Costa Rica.
II. Reptilia und Amphibia für 1900. 49
Syrrhophus omiltemanus, sp. n., Günther, Biol. Centr.-Amer., Batr. p. 216,
Omilteme, Guerrero.
Paludiecola simonsüi, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 182, Anden
von Peru.
Tomodactylus, g.n., verschieden von Paludicola, Wagl. durch den Besitz
von Saugscheiben, an den Fingern, für T. amulae, sp. n., Günther, Biol. Centr.-
Amer., Batr., p. 219, Taf. LXIV, fig. C, Amula, Guerrero.
Bufonidae.
Nectophryne afra, Ptrs., Bemerkung von Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 436, fig.
Camerano, L. Ricerche intorno alla variazione del „‚Bufo vulgaris“
Laur. Atti Ace. Torino (2) I, pp. 81—150, 2 Taf.
Policard, A. Note sur les effets de l’ablation et de la greffe de
l’organe de Bidder du Crapaud. C. R. Soe. Biol. LII, pp. 846 u. 847.
Wenn man bei Bufo das Bidder’sche Organ theilweise oder voll-
ständig exstirpirt, so hat dies den Tod des Thieres zur Folge; ebenso
führen Stücke dieses Organes, einem Frosch in die Schenkelmuskulatur
eingenäht, rasch den Tod herbei.
Bufo penangensis, Stol. Larve abgebildet und beschrieben von 8. Flower,
P. Z. S. 1899, p. 909, Taf. LX, fig. 3 (s. Ber. f. 1899 p. 14); B. vulgaris, Laur.,
Camerano, Atti Acc. Torino (2) L, p. 81, 2 Taf., studirte die Variationen dieser
Art, vorwiegend nach der statistischen Methode. Die östliche Form von Japan
wird unter den Namen B. praetextatus, Boie als besondere Art getrennt;
B. viridis, Laur., var. n. persica, Nikolsky, Annuaire Mus. St. Petersb. IV, p. 406,
Persien (s. Ber. f. 1899 p. 13); B. cophotis, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7)
VI, p. 181, Anden von Peru; B. latifrons, sp. n., Boulenger, P. Z. S. 1900, p. 438,
Taf. XXVIL, fig. 1, Gabun.
Nectes subasper, Tsch., abgebildet von Werner, Zool. Jahrb. Syst. XII,
Taf. XXXV, fig. 10 = N. werneri v. Kampen, N. sumatranus, sp. n., id. ibid.
Taf. XXXV, fig. 10 = N. werneri v. Kampen (= N.subasper Tschudi) N. suma-
tranus, sp. n., id. ibid. p. 437, Taf. XXXV, fig. 9, Sumatra.
H ylidae.
Wilson, H. V. Formation of the Blastopore in the Frog Egg.
Anat. Anz. XVIII, pp. 209—239, figg. Postseript, p. 384.
Entwicklung des Blastoporus beim comprimirten und normalen
Eı von Chorophilus.
Schulze, ©. Vom Laubfrosch. Natur u. Haus, Bd. IX. 1900/01
p. 112.
Verf. beobachtete bei Laubfröschen nach Verlassen der Winter-
herberge Entleerung vonSandballen, was darauf hinweist, dass jedenfalls
vor Beginn des Winterschlafs Sand verschluckt wurde. Hunger ist
nicht die Ursache.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (III.) 4
50 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Müller, L. Der australische Goldlaubfrosch (Hyla aurea). Natur
u. Haus Bd. IX, 1900(01 p. 315.
Beschreibung der Färbung, Farbenwechsel,’Rana-artiger Habitus,
Nahrung besonders Frösche, Stimme. — Gute Abbildung p. 316.
Hyla arborea, L. Ueber den Farbenwechsel: F. W. Gamble, Tr. Manchester
Mier. Soc. 1899, p. 96; H. dolichopsis, Cope. Bemerkung über ein junges
Exemplar: Lönnberg, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 580; H. impura, Peters u. Doria,
neubeschrieben, id. ibid. p. 581; H. euenemis, und obsoleta, spp. nn., Lönnberg,
t. c. pp. 579 u. 580, Deutsch Neu Guinea.
Nototrema peruanum, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7) VI, p. 181,Anden
von Peru.
Pelobatidae.
Leptobrachium baluense, Blgr., abgebildet von Hanitsch, J. Straits Asiat.
Soc. XXXIV, Taf. II, fig. 1; L. heteropus, sp. n., Boulenger, Ann. Nat. Hist. (7)
VI, p. 186, Perak.
Megalophrys montana, Kuhl. Ueber die Larve; M. Weber, Ann. Jard.
Botan. Buitenzorg, Suppl. II, 1898, p. 5, figg.; M. nasuta, Schleg. Bemerkung
von Werner, Zool. Jahrb. Syst. XIII, p. 498.
Discoglossidae.
Wolterstorfi, W. Ueber Discoglossus pietus und Glossosiphona
algira auf Corsica. Zool. Anz. XXIII, pp. 23—27.
Reuter, K. Ueber die Entwicklung der Darmspirale bei Alytes
obstetricans. Anat. Hefte, Arb. XIII, pp. 339—361, Taf. XVIII—XX.
Verf. führt die Entstehung der Darmspinale auf die exentrische
Lage des Dotters im Ventraltheil der Darmwand und auf das Längen-
wachsthum zurück und schliesst für die Amphibien im Allgemeinen,
dass die Spinale bei gleichmässigem Wachsthum umso vollendeter
wird, je grösser der Dotter wird und je länger er seine Lage beibehält.
Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900, Vert. p. 174.
Derselbe. Ueber die Rückbildungserscheinungen am Darm-
kanal der Larve von Alytes obstetricans. Op. eit. XIV, pp. 433—446,
fıgg. Taf. XIX u. XX, and XV, pp. 625—672, Taf. LII—LVI.
Reduction der Lunge und des Umfanges des Darmkanals am Ende
des Larvenlebens von Alytes obstetricons, namentlich was die Darm-
spirale und das Duodenum anbelangt.
Broman, 3. Ueber Riesenspermatiden bei Bombinator igneus.
Anat. Ant. XVII, pp. 20—30, figg.
Derselbe. Ueber Bau und Entwicklung der Spermien. Von
Bombinator igneus. T.c. pp. 129—145, fıgg.
Derselbe. Ueber die Histogenese der Riesenspermien bei
Bombinator igneus. Verh. Anat. Ges. 1900, pp. 157—164, figg.
Bau und Bildung der normalen und der Riesenspermien bei
Bombinator igneus. Erstere bestehen aus dem kurzen Spies, dem
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 51
länglichen Kopf, vorn mit den beiden nahezu unveränderten Central-
körpern, u. dem vom hinteren Centralkörper ausgehenden Schwanz,
an welchem der aktive und der stützende Faden durch eine undulirende
Membran verbunden ist. Die Spermatiden wandeln sich erst im Juli
in Spermien um. — Die Riesenspermatiden enthalten 2—12 oder
mehr Kerne und ein centrales, glattes oder zackiges Idiozom; sie ent-
stehen durch 3 oder 4 polige Mitosen und ebenso auch die Riesen-
spermien durch pluripolare Mitosen aus Riesenspermatocysten. —
Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel p. 51—52.
Discoglossus pietus, Otth. Bemerkung über corsische Exemplare:
Wolterstorif, Zool. Anz. XXIII, p. 23.
Bombinator igneus, Laur. (richtig B. pachypus, Bp.). Ueber Vorkommen
in der Provinz Modena. Picaglia, Atti Soc. Modena (4) I, p. 120.
Aglossa.
Ridewood, W. & On the Hylobranchia Skeleton and Larynx
of the new aglossal Toad, Hymenochirus Boettgeri. J. Linn. Soc.
XXVII, pp. 154—462, Taf. XXXI.
Stimmt mit Xenopus u. Pipa im Besitz eines ‚‚Hyoglossal-Foramen“
überein, auch ein Paar nach hinten gerichteter knorpliger Flügel, Grösse
und Bau des Larynx sind wie bei diesen beiden Gattungen. X. besitzt
keine Stimmbänder. Copula verknöchert, vordere Epiphysen nur
beim g z. T. verknöchert, beim 2 knorpelig. Der vordere Theil des
Hyobranchialapparates gehört seiner Entstehung nach dem Hyoid-
bogen an und bleibt vom hinteren getrennt; der mit dem von Pipa sehr
übereinstimmt, der im erwachsenen Theil der vordere Theil ganz fehlt.
Der Larynx besitzt eine knorpelige Vorderwand, die einzelnen Stücke
des Chyt. sind aber verknöchert.
Derselbe. Note on the Carpus of the new Aglossal Toad,
Hymenochirus boettgeri. T.c. pp. 460—462, Taf. XXXI, fig. 5.
Der Carpus von Hymenochirus ist aus 5 Stücken zusammengesetzt,
ähnelt dem von Pipa.
Xenopus calcaratus, Ptrs. hat nur 7 praesacrale Wirbel: Boulenger, P. Z. 8.
1900, p. 434.
Caudata.
Moore, 3. P. Post-larval Changes in the Vertebral Articulation
of Spelerpes and other Salamanders. P. Ac. Philad. 1900, pp. 613—622.
Verf. untersuchte von Amblystomatiden A. opacum, tigrinum,
punctatum u. jeffersomianum, sowie Chondrotus tenebrosus, fand aber
4*
52 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
auch bei grössten Exemplaren ausgesprochen amphicöle Wirbel und
keine Verkalkung des Intervertebratenknorpels; von Pletho-
dontiden wurden Hemidactylium scutatum, Plethodon cinereus, glutinosus,
aeneus, oregonensis, Autodax lugubris, Geotriton fuscus, Oedipus variegatus
@yrinophilus porphyriticus, Spelerpes bellüi, longicaudus, bilineatus,
quttolineatus, von Desmognathiden 7yphlotriton spelaeus, Desmognathus
nigra und Leurognathus marmorata untersucht. Von den Plethodontiden
bleiben Plethodon u. Hemidactylium im primitiven Zustand mit amphi-
cölen Wirbeln und zeigen wenig oder keine postlarvale Verkalkung
der Intervertebralknorpel; bei den Uebrigen zeigen sich Uebergänge
zum opisthocoelen Typus und frühere oder spätere Verkalkung des
Knorpels bis zur vollständigen Verknöcherung des Gelenkkopfes;
Desmognathus und Verwandte erreichen das opisthocöle Stadium zwar
auch postlarval aber früher als vorige Verf tritt für die Vereinigung
der Plethodontinae und Desmognathinae, unter dem ersteren Namen,
ein, da beide durch keine wesentlichen Charactere unterschieden sind.
Perrin, A. Contribution & l’e&tude de la myologie et de l’osteologie
comparee: Membre anterieur chez un certain nombre de Batraciens
et de Sauriens. Bull Sc. France Belg. Tome 32, p. 220—282, Taf. 1—2.
Muskulatur der Vorderextremität bei Salamandra, Triton, Siredon,
Amblystoma, Pleurodeles ausführlich behandelt; die in der Arbeit ge-
brauchte Nomenclatur beruht auf der Function der Muskeln. Bei
Pleurodeles wurden individuell wesentliche Unterschiede gefunden.
Ref. ın Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 125.
Bruner, H. L. On the Heart of Lungless Salamanders. Journ.
Morph. Boston. Vol. 16, p. 323—336, Taf. XV.
Vergleich des Herzens von Salamandra maculosa mit dem der
lungenlosen Molche Salamandrıina perspicillata u. Plethodon erythronotus,
diesen fehlt Pulmonalvene u. Septum atriorum, während die Klappe
zwischen Sinus venosus und rechtem Atrium erhalten ist; Truncus
arteriosus mit Spiralklappe. Die Arterie pulmonalis ist in ihrem
proximalen Stück obliterirt, so dass sie ihr Blut nur durch den Ductus
Botalli erhält. Das Atrialseptum ist bei Salamandra durch eine Oeffnung
durchbrochen, die aber so klein ist, dass nur eine geringe Mischung
von arteriellem und venösem Blut in den Vorhöfen erfolgen kann.
Das erste während der Systole der Kammern in die Aorta ascendens
(bei Rana in die A.pulmonalis) eintretende Blut ist hauptsächlich venös.
Livini, F. Sviluppo di aleuni organi derivati della regione branchiale
negli anfibi urodeli. Monit. Zool. ital. XI, pp. 365—370, Taf. XV.
Olivier, E. Les Rayons X en Biologie. Regeneration des membres
chez les Batraciens urodeles. Rev. Sei. Bourbonnais XIII, pp. 103
—108, figg.
Eigenmann, €. H. Degeneration in the Eyes of the Cold-blooded
Vertebrates of the North American Caves. P. Indiana Ac. 1899,
pp. 31-46, figg. Auch in: Science (2) XI, pp. 492—503, fige.
III. Reptilia und Ampbhibia für 1900. 53
Salamandrinae.
Blanc, H. Development de l’epiphyse et de la paraphyse chez
la Salamandra atra. Arch. Sch Nat. (4) X, pp. 571 u. 572.
Phisalix, Picot (Mme). Sur les clasmocytes de la peau de la Sala-
mandre terrestre et de sa larve. Bull. Mus. Paris 1900, pp. 72—75, fig.
Dieselbe. Sur les clasmatocytes de la peau de la Sala-
mannre terrestre et de sa larve. C. R. Soc. Biol. LII, pp. 178—180.
Zahlreiche Clasmatocyten in der Cutis von Embryonen, Larven
und Erwachsenen von Salamandra, namentlich in der Nähe der Drüsen.
Dieselbe. Origine et developpement des glandes & venin
de la Salamandre terrestre. T.c. pp. 479—481.
Dieselbe. Recherches embryologiques histologiques et
physiologiques sur les glandes a venin de la Salamandre terrestre.
Bull. Mus. Paris 1900, pp. 294—300.
Dieselbe. Recherches embryologiques, histologiques et
physiologiques sur les glandes a venin de la Salamandre terrestre.
Paris 8°., 1900, 140 pp., 7 Taf.
Ancel, P. Recherches sur le developpement des Glandes ceutanees
de la Salamandre terrestre. C. R. Soc. Biol. LIII, pp. 959—961.
Ancel P. A propos de l’origine des Glandes cutanees de la Sala-
mandre. T.c. pp. 1059 u. 1060.
Phisalix, €. Remarques sur la note precedente (P. Ancel). C. R.
Soc. Biol. LII, pp. 962—1060 und 1061.
Phisalix, Picot (Mme). Travail secretoire du noyau dans les
glandes granuleuses de la Salamandre terrestre. T.c. pp. 481—483.
Die Secretkörnchen, welche den aktiven Bestandtheil des Sala-
mandra-Giftes bilden, sind Produkte des Kerns und entstehen ın dicken,
sich intensiv färbenden Nucleinröhren, die durch Querhänge unter-
einander in Verbindung stehen.
Fischel, A. Zur Histologie der Urodelen-Cornea und des Flimmer-
epithels. Anat. Hefte, Arb. XV, pp. 233—266, Taf. XXVII.
Bildung von Leydig’schen Zellen bei der Regeneration des Corneal-
epithel der Salamandra-Larven; auch über Entstehung von Flimmer-
zellen mitten in der Cornea.
Brachet, A. u. Benoit, F. Sur la regeneration du cristallin chez
les Amphibiens Urodeles. Bibl. Anat. Paris, Tome 7, p. 277—295,
14 fieg.
Regeneration der Linse bei Salamandra.
Fischel, A. Ueber die Regeneration der Linse. Anat. Hefte,
Arb. XIV, pp. 1—255, figg., Taf. I-IX.
54 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Sobotta, 3. Demonstration lebender Kerntheilungsfiguren. SB.
Phys. Med. Ges. Würzburg 1899, p. 91—94.
Verf. empfiehlt die Knorpel der Kiemenbogen der Larven von
Salamandra maculosa zur Untersuchung lebender Kerntheilungsfiguren.
Reinke, F. Ueber den mitotischen Druck. Untersuchungen an
den Zellen der Blutcapillaren der Salamanderlarve. Arch. Ent-
wicklungsmech. 9. Bd. p. 321—328, fig., Taf. 14.
Ueber Auftreibung des Kerns (durch mitotischen Druck, wohl
auf Osmose zurückführbar) bei der Mitose; in platten Endothelzellen
der Capillaren im Bauchfell von Salamandra. Kurzes Referat im
Zool. Jahresb. Neapel f. 1900 p. 62.
Suchard, BE. Des vaisseaux sanguins et lymphatiques du poumon
du Triton er&te. Arch. anat. mier. III, pp. 140—146, Taf. VII.
Capillares Netz an der Innenseite von Arterien und Venen der
Lunge von Triton cristatus; das Plattenepithel der inneren Lungen-
oberfläche besteht im Bereich des Venenverlaufes aus Flimmer- oder
Becherzellen. Die grossen Gefässe haben anstatt Iymphoider Scheiden
entsprechende Capillarnetze, die quer anastomosieren.
Janssens, 3. A. Rapprochements entre les cineses polliniques et
les cıineses sexuelles dans le testicule des Tritons. Anat. Anz. XVII,
pp: 520—524. fieg.
Die alien des Hodens von Triton verhalten sich in Bezug
auf die Theilung sehr ähnlich wie die Pollenmutterzellen von F.ıhum.
Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 Vert. p. 48.
Benda, €. Weitere Beobachtungen über die Mitochondrien und
ihr Verhältniss zur Secretgranulationen nebst kritischen Bemerkungen.
Arch. Anat. Phys. Phys. Abt. p. 166—178.
Mitochondrien in den Zellen älterer Blastulae von Triton, sowie
in jungen Eiern derselben Art.
Vigier, P. Note sur le röle du nucleole dans la seeretion. Ok. Soc.
Biol. Paris Tome 52, p. 446—448.
Sekretkörnchen in den Hautdrüsen des Triton-Schwanzes sind
Produkte des Kerns.
Heidenhain, M. Ueber die erste Entstehung der Schleimpfropfe
beim Oberflächenepithel des Magens. Anat. Anz. 18. Bd. p. 417—425,
4 figg.
Am Magenepithel von Triton taeniatus untersucht. Ref. in Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 64.
Tonkoff, W. Experimentelle Erzeugung von Doppelbildungen
bei Triton. S. B. Ak. Berlin 1900, pp. 794—797, fig.
Doppelbildungen aus Eiern von Triton taeniatus nach der Methode
von Schultze; meist Duplic. ventrales u. laterales mit gesonderten
Köpfen, die meisten unsymmetrisch, der eine Embryo kleiner und
weniger entwickelt als der andere, manche Organe, wie z. B. die Chorda,
III. Reptilia und Amphibia für 1900. 55
fehlend ; nur in einem Falle waren zwei (ventral verbundene) Embryonen
ganz gleich, in diesem Falle nur der Dottersack gemeinsam.
Randolph, R. L. The regeneration of the erystalline lens.. An
experimental study. J. Hopskins Hosp. Rept. Baltimore Vol. 9 p. 237
— 263, 6 figg.
Regeneration der Linse von Triton.
Banchi, A. Neotenia nel Triton vulgarıs, subsp. meridionalis.
Monit. Zool. ital. XI, pp. 194—200, figg.
Linden, Maria, v Die ontogenetische Entwicklung der Zeichnung
unserer einheimischen Molche. Biol. Centralbl. XX, pp. 144—167,
226— 241, figg.
ÖOntogenese der Zeichnung bei Molge taeniata, palmata, alpestris,
cristata;, Verf. stellt fest, dass sich die Zeichnung aus Längsstreifen
oder längsgerichteten Punktreihen entwickelt und meint, dass dies
bei allen Amphibien der Fall ist, weil die Melanoblasten nur an be-
stimmten Körperregionen gebildet werden und deren Entwicklung
selbst wieder mit der Bildung der Blutgefässe in Zusammenhang steht.
Die Zeichnung entsteht am Rücken zuerst; Umwandlungen beginnen
meist hinten, nach vorn fortschreitend. (Die Verf. begeht denselben
Fehler wie Eimer, von einer beliebigen, phylogenetisch ganz und gar
unwichtigen Formengruppe auszugehen und die daselbst gewonnene
Ergebnisse zu generalisiren. Die Salamandrinen gehören ja zu den
höchststehenden Urodelen. Dass noch bei ihnen im Larvenzustand
Punktreihen auftreten, spricht gewiss eher für die Ableitung des Ref.
— Verf. möge einmal die tiefstehenden Salamandrıden (Amblystoma-
tinen) auf diese Verhältnisse hin untersuchen!
Laesecke, F. Beobachtungen an einigen Molge-Arten und ihre
Larven. Zool. Garten XLI, pp. 52—54.
Beschreibung der Begattung bei Molge palmata, der Färbung
und Grösse der Eier bei M. alpestris, cristata var. carnifex, marmorata,
blasiust und boscar; auch die Larven werden kurz, etwas ausführlicher
die des Marmor- und Blasıusmolches beschrieben.
Gerbing, W. Triton palmatus im Thüringerwalde. Zeitschr.
Naturw. LXXII, p. 452.
Wolterstorff, W. Revision des especes de Tritons du genre Eu-
proctus Gene, suivi d’un apercu des Urodeles de la Region Palearetique.
Feuille Natural. XXXI, pp. 33>—38, 73—81, Taf. V.
Salamandra maculosa, Laur. Beobachtungen über die Lebensweise, von
Mme. Phisalix, Rech. embryol. Sal. terr. p. 5.
Molge, Merr. Triton cristatus, subsp. meridionalis, n.n. für var. Karelinii
Strauch: Fatio, Rev. Suisse Zool. VIII, p. 474; M. vulgaris, var. meridionalis,
Blgr. Bemerkung von Fatio, t.c. p. 475. Ueber dalmatinische Exemplare:
Kolombatovie, Druge Zool. Vij. Dalm. p.26. Ueber Fortpflanzung kiemen-
56 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
tragender Exemplare: Banchi, Monit. Zool. ital. XI, p. 194, figg.; M. blasii, de
l’Isle. Bemerkung über die Larve: Laesecke, Zool. Garten XLI, p. 54; M. palmata,
Schn. Ueber ihr Vorkommen in Thüringen: W. Gerbing, Zeitschr. Naturw.
LXXII, p. 452.
Euproctus, Gene. Die Arten dieser Gruppe der Gattung Molge revidirt und
abgebildet von Wolterstorif, Feuille Natural. XXXI, p. 36, Taf. V.
Valenti, G. Sopra i rapporti di sviluppo fra la capsula del pronefrio,
la muscolatura ventrale e Ja muscolatura degli artı neglı Anfibi (Axolot!).
Verh. Anat. Ges. 1900, pp. 189—194, figg.
Der die ventrale Bauchmuskulatur und die Vornierenkapsel bei
Amblystoma liefernde Zellstrang geht nicht aus der äusseren Urwirbei-
lamelle, sondern aus dem Selerotom hervor. Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1900 p. 203.
Amblystomatinae.
Bensley, R.R. The Oesophageal Glands of Urodela. Biol. Bull. II,
pp. 87—104, figg.
Oesophagusdrüsen der Urodelen,; verschieden aussehend bei der
Larve und dem erwachsenen Thier von Amblystoma.
Osborn, H. L. A remarkable Axolotl from North Dakota. Amer.
Natural. XXXIV, pp. 551—562, fige.
Verf. beschreibt ausführlich eine Axolotl-Larve von Nord-Dakota,
welche sich ausser durch besondere Grösse (312 mm) auch durch die
Färbung von allen zum Vergleich in Betracht kommenden Formen
unterscheidet und schon durch die Art ihres Vorkommens in einem
z. Th. versumpften kleinen Fluss in geringer Meereshöhe und im nörd-
lichen Theil der Vereinigten Staaten bemerkenswerth ist. In den
einleitenden Bemerkungen unterscheidet er scharf „Siredon‘ als Larve
von der Grösse erwachsener Thiere vom ‚„Axolotl“, bei welchem unter
Beibehaltung der äusseren Larvencharactere Geschlechtsreife ein-
getreten ist. Er hebt auch hervor, dass A. mexicanum niemals in die
Amblystoma-Form umgewandelt worden sei, sondern dass seit Dumeril
immer die nordamerikanische Art A. tigrinum zu diesen Versuchen
benutzt wurde.
Eisen, 6. A Preliminary Account of the Spermatogenesis of
Batrachoseps attenuatus, Polymorphous Spermatogonia, Auxocytes
and Spermatocytes. Biol. Bull. I, pp. 99—113, figg.
Verf. bringt weitere Beiträge zur Kenntniss der cytologischen
Verhältnisse von Batrachoseps und beschäftigt sich eingehend mit der
Spermatogenese, speciell mit den beiden ersten Zell- u. Kerntheilungen
Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 Vert. p. 49.
OI. Reptilia und Amphibia für 1900. 57
Ueber spindelförmige Körperchen im Blute von Reptilien und
Amphibien, ohne Haemoglobin und Membran, aber noch mit Kern;
an jedem Pol liegen die Plasmocytoblasten, die sich ablösen und zu
wahren Blutplättchen (Plasmocyten) werden. Batrachoseps hat
Spindelkörperchen und Plasmocyten, die übrigen Amphibien und die
Reptilien nur erstere. Zweierlei Spindelkörperchen u. Erythrocyten
werden bei Rept. u. Amph. unterschieden; bei Amphiuma u. Necturus
sind die Erythrocyten länglich oder rund.
Bowers, Mary A. Peripheral Distribution of the Cranıal Nerves
of Spelerpes bilineatus. P. Amer. Ac. XXXVI, pp. 179—192, 2 Taf.
Sperlerpes adspersus, Ptrıs. Bemerkung von Werner, Verh. Ges. Wien L,
p. 272. (Schwanz brüchig, bricht aber intervertebral ab.)
Desmognathinae.
Barrows, Anne I. Respiration of Desmognathus. Anat. Anz.
XVIII, pp. 461—464, figg.
Reiches arterielles Gefässnetz am Oesophagus von Desmognathus
/usca und zwar im Epithel selbst, wie bei Spelerpes und Salamandra
nach Bethe.
Eigenmann u. Denny, W. A. The Eyes of the Bind Vertebrates
of North America. III. The Structure and Ontogenic Degeneration
of the Eyes of the Missouri Cave Salamander, an Account based on
material collected with a Grant from the Elizabeth Thompson Science
Fund. Biol. Bull. II, pp. 33—41, figg.
Das Auge von Typhlotriton ist beim erwachsenen Thiere immer vom
oberen Lid bedeckt; die Sclera besitzt bei der Larve einen Knorpel-
ring, der beim Erwachsenen fehlt. Linse normal; bei der Metamorphose
bilden sich die äussere retieuläre Schicht, die Stäbchen und Zapfen
zurück.
Amphiumidae.
Me Gregor, J. H. The spermatogenesis of Amphiuma. Journ.
Morph. Boston Vol. 15. Suppl. p. 57—104, Taf. 4—5.
Bei den grossen, primären Spermatogonien von Amphriuma ge-
schieht die Vermehrung normal auf amitotischem Wege, dagegen
kommen bei den kleinen, secundären nur Mitosen vor. Ausf. Ref. in
Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 Vert. p. 50.
Proteidae.
Smith, F. Some additional Data on the Position of the Sacrum
in Necturus. Amer. Natural. XXXIV, pp. 635—638, fig.
Flower, $S. S. Necturus maculosus Rafinesque in the Lower Dela-
ware River, Science (2) XI, p. 555.
(111)
58 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Norman, W. W. Remarks on the San Marcos Salamandra Typhlo-
molge rathbuni Stejneger. Amer. Natural. XXXIV, pp. 179—183, fig.
Beschreibung des Verhaltens in Gefangenschaft, das sehr an das
von Proteus erinnert, namentlich was Bewegungen anbelangt, trotz
der gedrungeneren Körpergestalt und der längeren Gliedmassen.
Stejneger betrachtet diese bloss als ‚Fühler‘ und nicht zur Locomotion
dienend, was nach den Beobachtungen des Verf.’s nicht zutreffend ist,
wie auch die photographische Abbildung nach dem Leben klar erweist.
Gsgen Licht war das Thier unempfindlich; das Gefühl ist hochent-
wickelt, doch anscheinend nicht auf einen bestimmten Theil des Körpers
localisirtt. Nahrung wurde nur einmal genommen; im Magen eines
toten Exemplares wurden Reste von Crustaceen (Ü'yclops) gefunden.
Die Abbildungen zeigen ein lebendes Exemplar von der Seite und von
oben, sowie ein grösseres, conservirtes, von oben und unten.
Eigenmann, €. H. The Eyes of the Blind Vertebrates of North
America. II. The Eyes of Typhlomolge rathbuni Stejneger. Tr.
Amer. Mier. Soc. XXI, pp. 49—60, Taf. III u. IV.
Das Auge von Typhlomolge liegt dicht unter der Haut, die an
dieser Stelle nur etwas dünner ist. Augenmuskeln, Linse, Stäbchen
u. Zapfen, Glaskörper sehr klein. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel
f. 1900 p. 162 u. Zool. Centralbl. VIII. p. 386.
Vire, A. Sur trente exemplaires de Protees recemment rapportes
au Museum. Bull. Mus. Paris 1900, pp. 174—175.
Heidenhain, M. Ueber die Centralkapseln und Pseudochromo-
somen in den Samenzellen von Proteus ete.. Anat. Anz. 18. Bd.
p. 513—550, 8 figg. Ref. Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1900 p. 50.
Verf. hat die Hodenzellen von Proteus untersucht. Die polar
differenzirten Kerne liegen excentrisch, über ihnen ist das Protoplasma
zu einem Hügel emporgewölbt, der sich in Eisenhaematoxylin tief-
schwarz färbt, welche an das Vorhandensein eines Haufens von zahl-
losen Microsomen gebunden ist, in welchem sich auch die Benda’schen
Mitochondrien finden. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf zwei
später im Protoplasma auftretende Elemente, nämlich die Pseudo-
chromosomen und die um die Sphäre eine durchlöcherte Kapsel
bildenden kern- oder spiremartigen Körper. — Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1900 p. 51.
Necturus maculosus, Raf. Ueber sein Vorkommen im unteren Delaware’
Fluss: H. W. Fowler, Science (2) XI, p. 555.
Typhlomolge rathbuni, Stejneger. Bemerkungen und Abbildungen über
lebende Exemplare: W. W. Norman, Amer. Natural. XXXIV, p. 179, figg.
Proteus anguinus, Laur. Ueber lebende Exemplare im Pariser Museum:
A. Vire, Bull. Mus. Paris 1900, p. 174. (Bringt gar nichts Neues).
III. Reptilia und Ampbibia für 1900. 59
Apoda.
Brauer, A. Zur Kenntniss der Entwicklung der Exceretionsorgane
der Gymnophionen. Zool. Anz. XXIII, pp. 353—358.
Entwicklung der Excretionsorgane bei Hypogeophis. Die Vor-
nierentrichter entstehen als Ausstülpungen der ventralen Aus-
stülpungen des segmentirten Mesoderms (Nephrotom). An der Ver-
bindungsstelle zwischen Nephroton und Coelom entstehen die Peri-
tonealtrichter.
Stegocephala.
Ward, J. Notes on Labyrinthodonts from the North Stafford-
shire Coalfield. Rep. North Staffordsh. Club XXXIV, pp. 101—107.
Derselbe. ‘On the Occurrence of Labyrinthodont Remains
in the Keuper Sandstone of Stanton. T. c. pp. 108—112, Taf. IV u. V.
Williston, S. W. Notes on the Coraco-Scapula of Eryops Cope.
Kansas Quart. VIII, pp. 185 u. 186, Taf. XXVII u. XXIX.
Woodworth, 3. B. Vertebrate Footprints on Carboniferous Shales,
of Rainville, Massachusetts. Bull. Geol. Soc. Amer. XI, pp. 449—454
Taf. XL.
Dasyceps, Huxley. Ueber einen Schädel von dem Keuper Sandstein von
Stanton, Staffordshire. J. Ward, t. c. p. 108, Taf. IV u. V.
Eryops megacephalus, Cope. Coraco scapula und Zahn beschrieben und
abgebildet von Williston, Kansas Quart. VIII, p. 185, Taf. XXVII u. XXIX.
Batrachichnus plainvillensis, g. und sp. nn., für Fussstapfen in Kohlen-
schichten in Plainville, Massachusetts. Woodworth, Bull. Geol. Soc. Amer. XI,
p. 453, Taf. XL.
60 III. Reptilia und Amphibia für 1900.
Inhalisverzeichniss.
Seite
Reptilia. j
Litteratur. — Nomenclaturfragen. — Anatomie, Skelett, Muskulatur,
Nervensystem u. Sinnesorgane, Darmderivate, Genitalapparat, Ge-
schlechtsdimorphismen, Farbenwechsel. — Biologie. . : ... . 1
DB ee Be mie me ae Anne a: 5 We aa 6
Einzelne Abtheilungen.
Squamata (Lacertilia, Riphoglossa, Ophidia). . . ». 2.2... RN)
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Einzelne Abtheilungen.
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Apoda 221.8 WEINE IE a er 59
Pisces für 189%.
Von
Dr. Karl Eckstein,
Professor an der Forstakademie Eberswalde.
(Inhaltsübersicht am Ende des Berichtes.)
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen.
Aichel, ©. Kurze Mittheilung über den histologischen Bau der
Riechschleimhaut embryonaler Teleostier. Sitz.-Ber. d. Ges. f. Morphol.
u. Physiol. München XI. p. 73—78. fig.
Historischer Ueberblick. Die Riechschleimhaut der Embryonen
von Salmo salvelinus, Corregonus Warthmanni und Trutta fario er-
mangeln der beim erwachsenen Thier vorhandenen Falten. Die Stütz-
elemente zerfallen in solche mit deutlich differenzirtem Zelleib und
solche ohne deutlich erkennbaren Zelleib. Sie zeigen Aehnlichkeit
mit den radıär angeordneten Stützfasern im Rückenmark, den Müller-
schen Fasern der Retina und den Stützzellen des Optieusdaches. Die
Riechzellen besitzen die von Retzius für erwachsene Thiere als typisch
erkannte Form. In der Riechschleimhaut wurden freiendigende Nerven-
fasern gefunden; es sind Trigeminusfasern. U-förmige Verbindung
zweier Riechzellen, die Grassi und Castronowo beim Hund fanden,
werden in Frage gestellt.
Alcock, A. Illustrations of the Zoology of the Royal Indian
Marine Surveying Steamer Investigator. Fishes, Part IV, Calcutta.
1897.
Diplacanthosoma rivers-andersoni, Dipl. brachysoma, Dermatorus
melampeplus, Neobythites conjugator, Boopsetta umbrarum, Bathy-
pterois atricolor Alc., Scopelarchus guentheri Ale.
Alessandri, 6. de (I). Avanzi di Oxyrhina hastalis del Miocene di
Alba. Atti Soc. Ital. XXXVI. p. 263—269.
Lamna hastalıs Ag., fossil.
— (2%). La pietra da Cantoni di Rosignano e di Vignale (Basso
Monferrato). Studi stratigrafici e paleontologici. Mem. Mus. Milano.
VI. No.1 (98 Seiten).
Lamna bassanii n. sp. foss.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. Il. H.1. (IV.) 1
2 IV. Pisces für 1897.
Allen, E. J. (1). The Regulations of the Zakal See Fischerie Com-
mittees in England and Wales. Journ. Mar. Biol. Assoc. N.S. IV.
p. 386—395.
— (%). Report on the present state of knowledge with regard to
the habits and migrations of the Mackerel (Scomber scomber). Journ.
Mar. Biol. Ass. (2) V. p. 1—29.
Biologie von Scomber scomber.
Allis, E. P. (1). The cranıal muscles and cranial and first spinal
nerves in Amia calva. Journ. Morph. Boston. XII, p. 489—808.
Das Occipitale laterale entsteht aus drei occipitralen Dorsalbögen.
Die dorsale Oberfläche des Basioceipitale hat zwei komplette Dorsal-
bögen. Oceipitalregion mit fünf Wirbelsegmenten. Das letzte ver-
schmilzt mit dem Schädel. Zusammensetzung der larvalen Wirbel-
körper aus Knorpelstücken. Die Rippen von Amia sind wahre Rippen
(Pleurapophysen). Die Kopfmuskeln werden eingehend dargestellt.
Innervation des Sternohyoideus durch die vereinigten 1.—3. Occipital-
nerven.
— (2). The morphology of the pretrosal bone and of the sphenoidal
region of the Skull of Amia calva. Zool. Bull. Boston I, p. 1—26.
Sphenoidverknöcherungen bei Amia, Vergleiche mit anderen
Fischen. Schlussfolgerungen. Der Säugethierschädel ist aus einem
dem Amiaschädel ähnlich gebauten entstanden. .
Andres, A. Le Miospine della Tinca. Rend. Ist. Lombardo Se.
Milano (2) XXX, p. 1123—1139.
Eingehende Beschreibung der Fleischgräten bei Tinca, Perca, Trutta,
Abramis. Zahl und Form der Fleischgräten, die durch einen Knorpel-
stiel mit dem Achsenskelett verbunden sind und zwar die dorsalen
mit je einer Neurapophyse, die ventralen mit einer Pleurapophyse,
jene des Schwanzes mit den Hämapophysen.
Arbeiten der ichthyologischen Sektion der kais. russ. Akklimations-
gesellschaft. Bd. II. Moskau 1897. Referat in Zoolog. Centralbl. IV.
1897. p. 430—432.
Terjuchin: Fischfauna der Pachra - Mündung; Tichnorawow:
ÖOkazuflüsse; lwanowsky: Altynkolsee; Dobroklonski: Fische von
Bogorodsk,; Stohl: Nutzfische, Schwarzes Meer. Ignatow: Fische
und Fischerei, Irtysch. Kowraiski: Turkestan (Schizothorax sp., Dip-
tychus sewerzowü, D. dybowskii Kessl., Cobitis uranoskopus, Salmo
oxianus Kessl.; Satunin: Fische der artesischen Brunnen in Algier.
(Chromis tristrami, Cyprinodon calaritanus. Melnikow (s. Greve [2]).
Semenow: Mageninhalt von Fischen des „Glubokojeosero“. Solotnizki:
Futter für Jugendstadien. Praktische Fischzucht.
Armistead, J. 3. Fish Culture. Proc. Roy. Instit. Great Brit.
Vol. 15. p. 39—52.
Bade, E. (1). Der Chenchito (Heros fasciatus Steind.) als Zierfisch
und seine Zucht im Zimmeraquarium. Berlin 1897.
— .(2). Die künstliche Fischzucht. Magdeburg 1897.
IV. Pisces für 1897. 3
Ballowitz (1). Zur Anatomie des Zitteraales (Gymnotus electricus
L.); mit besonderer Berücksichtigung seiner elektrischen Organe.
Arch. Mikr. Anat. Bd. 50. p. 686—750.
Makroskopische Beschreibung: Zwei grössere obere, zwei kleinere
untere bandförmige Abschnitte von individueller Verschiedenheit.
Zwischen beiden ein Muskel. Bindegewebige Scheidewände der Organe,
durch welche Platten abgeschieden werden, den Prismen bei Torpedo
vergleichbar. Im grossen Organ Sachs’sche Säulenbündel. Zahl
derselben. Ausführliche Angaben des mikroskopischen Baues.
— (2). Ueber die sogenannten ‚Dornpapillen“ im elektrischen
Organ des Zitteraales (Gymnotus electricus L.). Anat. Anz. XII.
p. 643—648.
Die Nervenendausbreitung bei Gymnotus ist ganz ähnlich wie
bei Torpedo und Raja. Den langen Zotten fällt die Aufgabe zu, haupt-
sächlich, aber nicht ausschliesslich Träger der Nervenendausbreitung
geworden zu sein.
— (3). Ueber den feineren Bau des elektrischen Organs des ge-
wöhnlichen Rochen (Raja clavata L.). Anat. Hefte (Merkel u. Bonnet)
1. Abt. 23. Hft. (7. Bd. Heft 3) p. 283, 285—368, 369—375.
Bei Torpedo und Raja wurden dieselben Strukturen festgestellt.
Das elektrische Element besteht aus: 1. dem Nervenendnetz, 2. zahl-
losen mit jenem in innigem Kontakt stehenden den Membranhüllen
des Netzes angehefteten elektrischen Stäbchen, welche aber bei Raja
einfacher gebaut und einfacher angeordnet sind als bei Torpedo,
3. einem feinfädigen mit kleinsten Körnchen in den Fäden durchsetzten
Netzgerüst, das sich in der Rindensubstanz verdichtet und in der Netz-
substanz durch zahlreiche Netzlamellen repräsentirt wird. In diesem
zu einer spezifischen Zwischensubstanz gewordenen Netzgerüst befinden
sich Zellen. Gegen dieses Gewebe hin sind die elektrischen Stäbchen
gerichtet.
— (4). Ueber die Uebereinstimmung des feineren Baues der
elektrischen Organe bei den starkelektrischen und schwachelektrischen
Fischen. Vorläufige Mittheilung über die Arbeit (3). Anat. Anz. XII.
p. 124—126.
Bamps, €. u. Geraerts, E. Faune des poissons de la Province de
Limbourg, avec tableaux diehotomiques pour la determination des
genes et des especes. Hasselt: 1897, 8°, 44 p.
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Bataillon, E. Nouvelles recherches sur les meconismes de l’evo-
lution. — Les premiers stades du developpement chez les Poissons
et les Amphibiens. Arch. Zool. exp. (3) T.5 p. 281—317.
Entwicklungmechanik. Die Eier von Leueiscus rutilus, jaculus
und Phoxinus laevis sind wie Kröten- und Froscheier isotrop und ver-
halten sich bei der Segmentation wie diese. Der Embryo liest
meist rechtwinklig zur ersten Furche. Blastodermzellen anfangs
ohne deutliches Chromatin. Dieses entsteht aus Körnchen, die vom
1*
4 IV. Pisces für 1897.
Dotter geliefert und während der Mitose zu den achromatischen Theilen
der Kerne hinzutreten. Respiratorische Thätigkeit: Sie steigt während
der Segmentation, fällt kurz vor der Umwachsung des Dotters zum
erstenmal, um später abwechselnd zu steigen und zu fallen, und bleibt
schliesslich konstant. — Störungen durch Mangel an Sauerstoff als Ur-
sache der Metamorphose.
Baudouin, M. (1). Le Congres international des P&ches maritimes
des Sables d’Olone (1896). Revue Scient. (4) T.7 p. 233—240.
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Salmo fario L. x fontinalis Mitch.; Coregus quadrilateralis Rich. ;
Coregonus labradoricus Rich.; Argyrosomus artedi Les.; A. hoyi Gill.;
A. tullibee, Rich.
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Kamchatka and Japan by Leonhard Stejneger and N. A. Grebnitski,
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Pholidapus (n. g.) grebnitskii n. sp.
— (2). Contributions to the natural History of the Commander
islands XII. Fishes collected at Bering and Copper islands by Nikolai
A. Grebnitski and Leonhard Stejneger. Proc. U. S. Nat. Mus. XIX.
1897, p. 237—251.
Squalus acanthias L.; Salvelinus Malma Jord. a. Gilb.; Onco-
rhynchus Gorbuscha Gill & J.; O.Kisutch Jord. a. Gilb., OÖ. nerka Gill
a. J.; Mallotus villosus Cuv.; Hexagrammus ordinatus Cope, H. asper
Steller; H. supereiliosus Jord. a. Gilb., Pleurogrammus monopterygius
Gill., Sebastichthys sp. ?; Cottus quadricornis L.; Cottus sp.?; C. poly-
acanthocephalus Pall.; ©. platycephalus Pall., ©. niger Bean; C. axillaris
Bean; Enophrys Diceraus Pall.; Blepsias cirrhosus Günth.; Hemi-
lepidotus Jordani Bean, Artedius lateralis Girard, Gymnacanthus
pistilliger Gill, Cyclopterichthys ventricosus J. a. Gilb., Eumicrotemus
spinosus Gill., Liparis calliodon Günth., L. tunicata Reinh., Hypsa-
gonus quadricornis Gill.; Padothecus acipenserinus Gill.; Aspido-
phoroides monopterygius Storrer, Bathymaster signatusCope, Trichodon _
trichodon (Tilesius), Anoplarchus alectrolophus Jord. a. Gilb.; Pholis
ornatus Gill.; Ph. ruberrimus Cuv. and Val.; Gymnelis viridis Reinh. ;
Anarrhichas lepturus Bean; Ammodytes personatus Girard, Gadus
morrhua L., Eleginus navaga Kolr.; Pleuronectes stellatus Pall.;
Gasterosteus cataphractus Jord. a. Gilb., G. microcephalus Gir.;
G. pungitius brachypoda Bean.
Bean, T. H. u. B. A. Description of a new Blennylike Fish of the
genus Opisthocentrus, collected in Vulcano Bay, Port Mororan, Japan,
by Nicolai, A. Grebnitski. Proc. U. $. Mus. XX p. 463, 464.
IV. Pisces für 1897. 5
Opisthocentrus tenuis n. Sp.
Berg, €. Contribuciones al conocimento de los Peces Sudameri-
canos, especialmente de les de la Repüblica Argentina. An. Mus.
Buenos Ayres, V, p. 263—302.
Pygidium Schmidti n. sp., P. spegazzinii n. sp., P. riojanum n. sp.
Cynolebias gibberosus n. sp., ©. holmbergi n. sp.
Biesenbach, R. Künstliche Fischzucht und Teichwirthschaft.
Ein Hand- und Merkbuch für Fischzüchter und Teichwirte, Leipzig,
Ernst. 1897.
Bigot, A. Catalogue des Selaciens Jurassiques du Calvados et de
l’Orne. Bull. Soc. Linneenne de Normandie (4) X, p. 7—13.
Borggreve, B. Die Wirbelthiere des Regierungsbezirks Wiesbaden.
Jahrb. nassau. Ver. f. Naturk. 1895 p. 145—178.
von dem Borne, M. Kurze Anleitung zur Fischzucht in Teichen.
3. Aufl. Neudamm.
Teiche, Bau, Behandlung, Benutzung, Besatz, Abfischung,
Fische, Ernährung, Feinde, Züchtung, Akklımatisation.
Borodine, N. Material zur Biologie der Störe (russisch). Moskau
1897. Fol.
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and presented to the British Museum by Sir Harry H. Johnston. Trans-
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Chromis (Ctenochromis) rendalli n. sp., Oreochromis shiranus n. sp.,
Corematodus shiranus n. g. n. sp., Barilius guentheri n. sp.
— (2). On a specimen of Acanthocybium solandri from the
Arabian Sea. Trans. Zool. Soc. London 1897. p. 272, 273.
— (3). An account of the Freshwater-Fishes collected in Celebes
by P. u. F. Sarasin. Trans. Zool. Soc. London p. 426429.
(14 [4 nn.]spp.); n. sp.: Gobius sarasinorum, @. latifrons, Telma-
therina n. g. celebensis, Hemirhamphus Weberi).
— (4). Description of a new fish from lake Nyassa. Ann. Nat.
Hist. (6) XIX. p. 155.
Ötenochromis (Chromis) auratus n. sp.
— (5). Viaggio del Dott. Alfredo Borelli nel chao boliviano e
nella Reppublica Argentinia. III. Poissons. Boll. Mus. Torino XII.
No. 279.
Plecostomus Borellii n. sp., Triehomycterus cordovensis Weynb.,
Chirodon interruptus Jen., Jenynsia lineata Jen.
— (6). Description of a new Ceratopterine Eagle-Bay from
Jamaica. Ann. Nat. Hist. (6) XX. p. 227—228.
Ceratobatis n. g. robertsi n. sp.
— (7). On a collection of Fishes from the Island of Marajo,
Brazil. Ann. Nat. Hist. (6) XX. p. 294—299.
Diagramma goeldii n. sp., Heros goeldii n. sp., Arius pleurops n. sp.
— (8). Description of a new Gymnotine Fish of the genus Sterno-
pygus. Ann. Nat. Hist. (6) XIX. p. 305,
Sternopygus macrops n. sp,
6 IV. Pisces für 1897.
— (9). Description of new Fishes from the Upper Congo 1.
Ann. Nat. Hist (6) XX. p. 422—427.
Pelmatochromis congicus n. sp., Synodontis pleurops n. sp., Syno-
dontis vaillanti n.n. = 8. labeo Vaill., Citharinus congicus n. Sp.,
Distichodus sexfasciatus n. sp., Distichodus leptorhynchus n. sp.,
Mormyrus bentleyi n. sp., M. stanleyanus n. sp., M. psittacus n. sp.
— (10). A List of the Fishes obtained by Mr. J. Stanley Gardiner
at Rotuma South Pacific Ocean. Ann. Nat. Hist. (6) p. 371—374.
Kuhlia taenivora €. u. V.; Epinephelus merra Bl.; Plesiops
nigricans Rüpp.; Grammistes sexlineatus Thumb.; Apogon hypselo-
notus Blkr.; A. frenatus Val.; A. fasciatus White; A. savayensis Gthr.;
Gerres gigas Gthr.; Cirrbites arcatus ©. u. V.; Cirrhitichthys oxy-
rhynchus Blkr.; Upeneus trifasciatus Lacep., Chaetodon strigangulus
Sol. ; sentifer Bl.; quadrimaculatus Gray; vittatus Schn.; lunuta Lacep.
pelevensis Kner; citrinellus Gthr.; Holacanthus ceyanobis Gthr.;
nicrobariensis Bl.; Myripristis murdjan Forsk.; Holocentrum diplo-
xiphus Gthr.; microstoma Gthr.; erythraeum Gthr.; sammara Rüpp.;
Rhynchichthys brachyrhynchus Blkr.; Acanthurus triostegus L.;
nigros Gthr.; lineatus L.; Olivaceus Bl. Schn.; Acanthurus flavescens
Benn.; Naseus unicornis Forsk.; lituratus Forst.; Zanclus cornutus L.;
Pereis tetracanthus Lacep., Scorpaena guamensis Q. u. G.; dentata
Gthr. ; nuchalis Gthr.; tristis Klunz. ; diabolus ©. u. V.; Pterois volitans
L.; zebra C. u. V.; Synancia verrucosa Bl. Schn.; Antennarius nummifer
Cuv.; Gobius albopunctatus Cuv.; neophytus Gthr.; Gobiodon rivu-
latus Rüpp.; eitrinus Rüpp.; ceramensis Blkr.,; Salarias tridactylus
Bl. Schn.; marmoratus Benn.; edentulus Bl. Schn., periophthalmus
C. u. V.; quadricornis C. u. V.; caudolineatus Gthr.; Atherina lacu-
nosa Forst.; Amphiprion ephippium Bl.; Pomacentrus scolopsis Q u.
G.; pavo Bl.; trılineatus Ehrenb.; Glyphidadon Dickiı Lien.; Brown-
riggii Benn; antjerius C. u. V.; uniocellatus Q. u. G.; Dascyllus armanus
L.; xanthosoma Blkr.; Heliastes lepidurus ©. u. V.; Labroides dimidiatus
Rüpp.; Chilinus chlorurus Bl.; punetatus Benn.; Pseudochilinus
hexataenia Blkr.; Epibulus insidiator Pall.; Xemigymnus fasciatus
Thunb., Shethojulis axillarıs Q. u. G.; phecadopleura Blkr.; casturi
Ren.; Platyglossus hortulanus Lacep.; opercularis Gthr.; trimaculatus
Q. u. G.; notopsis K. u. V.H.; nigromaculatus Gthr.; Julis ambly-
cephalus Blkr., umbrostigma Rüpp.; dorsalis Q. u. G.; Gomphosus
varıus Lacep.; Coris greenoughii Gthr.; Fierasfer homei Rich.; gracilis
Blkr.; parvipennis Kaup.; Belone depressa Gthr.; Ophichthys colu-
brinus Bodd.; Muraena Petelli Blkr.; fimbriata Benn; undulata Lacep.;
flavomarginata Rüpp.; Gymnomuraena marmorata Lacep.; Dory-
ichthys seulptus Gthr., exeisus Kaup.; Balistes aculeatus L. ; reetangulus
Bl. Schn.; undulatus Mungo Park.; Monacanthus scopas Cuv.; longi-
rostris Bl. Schn.: melanocephalus Blkr.; Tetrodon papua Blkr.; Valen-
tinı Blkr.; Ostracion eubiscus L.
— (11). Description of new Fishes from the Mekran Coast, Persia;
Ann. Nat. Hist. (6) XX p. 420422,
IV. Pisces für 1897. A
Anthias towsendi n. sp., Pseudochromis nigrovittatusn. sp. Gobius
Townsendi n. sp. Salarias curtus n. sp., S. phantasticus n. sp.
Brachet, A. Sur le developpement du foie et du pancreas de l’Am-
mocoetes. Anat. Anz. XIII p. 621—636.
Der Mitteldarm besitzt eine grose Drüse. Leber, durch Ab-
schnürung der ventralen Darmwand als weite Rinne entstanden.
Sie besitzt verästelte Drüsenschläuche und eine Gallenblase. Allmähliche
Verschiebung des Leberausführungsganges bauchwärts, rechts, zum
Rücken, um schliesslich links zu verbleiben. Homologie der seitlichen
Divertikel der Leberanlage mit jenen der Leberrinne der Selachier.
Pancreas. Feinerer Bau des Mitteldarms, von jenem des Vorderdarmes
abweichend.
Bridge, T. W. (1). The morphology of the skull in the Paraguayan
Lepidosiren and other Dipnoi. Abstr. P. Zool. Soc. London 1897
p- 602—609.
Die Schädelform ist am einfachsten bei Ceratodus; bei Protopterus
höher entwickelt als bei Lepidosiren.
— (2). On the presence of Ribs in Polyodon (Spatularia) folıum.
Abstract P. Zool. Soc. London 1897 p. 722—724. Zool. Anz. Bd. 20.
No. 535. p. 240.
Polyodon folium fossil hat echte Rippen. Beschreibung der-
selben.
Broom, R. On the occurrence of an apparantly distinct premover
in Gomphognathus. Journ. of Anat. and Physiol. London. Vol. 31.
(N. S. Vol. 11) p. 276—279.
Die „Median choana“, welche Seeley bei Gomphognathus beschreibt,
entspricht den Foramina palatina anteriora. Der darin vorspringende
Knochen ist analog dem Praemover gewisser Säuger.
Bungartz, J. Aquariumfische und ihre Pflege. Lechenich, Rhnl.
F. Bungartz, 1897. (16 S.)
Bunker, F. S. On the Structure of the sensory organs of the lateral
line of Ameiurus nebulosus, Le Sueur. Anat. Anz. XIII. p. 256—260.
Abst. Journ. R. Mier. Soc. London 1897 P. 3. p. 196.
Das Sinnesorgan der Seitenlinie besitzt eine Basalmembran,
Stützzellen, Sinneszellen. Ausserhalb der Basalmembran sind die
Nerven ohne Markscheide, verzweigen sich, umspinnen das Organ,
durchdringen die Basalmembran und bilden einen Korb an der Basis
der Sinneszellen. Andere Fasern bilden keinen Korb, sondern legen
sich fest an die Sinneszellen an.
Burckhardt, R. (1). Sur le cerveau des Selaciens et son impor-
tance au point de vue de la zoologie systematique. Arch. Sci. Naj. (4)
IV. p. 480—483.
— (2). Beitrag zur Morphologie des Kleinhirns der Fische. Arch.
Anat. Phys. Anat. Abt. Suppl. 1897. p. 111—136.
Vergleichende Betrachtung des Kleinhirns bei Selachiern, Ganoiden
und Teleostiern.
Buxbaum, L. Der Zug der Mainfische im Frühjahr 1897, All-
gemeine Fischerei-Zeitung XXI. p. 320,
8 IV. Pisces für 1897.
Alburnus lueidus, Leueiscus rutilus, Scardinius erythrophthalmus,
Perca fluviatilis, Abramis brama, Squalius cephalus, Chondrostoma
nasus, Barbus vulgaris, Squalius leuciseus, Anguilla fluviatilis, Petro-
myzon fluviatilis.
Calandruceio, S. Sul ramo laterale do trigemini nei Murenoidi.
Atti Accad. Gioenia Sc. N. Catania (4) X. No. 2.
Ramus lateralis des Trigeminus bei Muraenoiden. Bestätigung
der Angaben von Stannius (1896) über Anguilla.
Carraroli, A. Avanzı dı pesci fossılı pliocenici del Parmense e del
Piacentino. Riv. ital. Pal. III. p. 233—27.
Tetrodon lawleyi n. sp. Edaphodon pliocenicus n. sp. Myliobates
placentinus n. sp.
Carruceio, A. Note anatomo-zoologiche sulle mascelle dentifere
di un Hexanchus griseus adulto preso a Porto d’Anzio. Boll. Soe.
Romana Stud. Z. Anno 5. p. 166—176.
Hexanchus, Kiefer.
Catois. Sur V’histologie et ’anatomie microscopique de l’eneephale
chez les Poissons. Comptes rendus T. 124. p. 204—206.
Injeetionen von Methylenblau in das Hirn der Fische bestätigen
die von Ramon y Cajal bsechriebenen Strukturen.
Clarke, F. E. (1). On two Globe-fish. Transact. N. Zealand Inst.
XXIX. p. 243—250.
Tetrodon gillbanksıı n. sp. Tetrodon cheesemanii n. sp.
— (2). Notes on the occurrence of a species of Lophotes on the
Coast of Taranaki. Transact. N. Zealand Inst. XXIX. p. 251— 2532.
Clarke, W. 6. A list of the Vertebrate animals found in the neigh-
bourhood of Thetford. Transact. Norfolk. Soc. p. 300—327.
Claypole, E. W. (1). On the Teeth of Mazodus. Transact. Amer.
Mier. Soc. XVIII. p. 146—150.
— (2). On the strukture of some Paleozoic Spines from Ohio.
Transact. Amer. Micr. Soc. XVII. p. 151—154.
Ütenacanthus angustus.
— (3). A new Dinichthys —D. kepleri. Amer. Geol. XIX. p. 322
und 324.
Dinichthys kepleri n. sp.
Collett, R. (1). On Chlamydoselachus anguineus, Garm., a re-
markable Shark found in Norway 1896. Univ. Festskrift Till H. M.
Kong Oskar II. Jubil. 1897 (17 Seiten).
— (2). Om Pterycombus brama Fries. Bergens Mus. Aaarbog,
1896 No. VI. (13 Seiten).
(3). On a Samling Fiske fra Azorerne, tilhoerende Museet i
Ponta Delgada. Arch. Naturv. Christian. XIX. No. 7. p. 4.
Echeneis albescens Temm. u. Schleg. Tripterygium melanurum
Guich. Lepadogaster bimaculatus Penn., Argyropelecus olfersii
Cuv. Isurus oxyrhynchus Raf. (Lamna spallanzanıi Bp.).
— (4). Onen Del for Norges Fauna nyl Fiske fundne i 1880— 1896.
Arch, Naturw. Christian, XIX, No, 8. (25 Seiten).
IV. Pisces für 1897. 9
Collinge, W. E. The suprarenal Bodies of Fishes. Natural Science
X. 318—321, 322.
Cope, E. D. On new Paleozoic Vertebrata from Illinois, Ohio and
Pensylvania. Public. Amer. Phil. Soc. XXXVI p. 71%.
Holoptychius Ag.: H. serrulatus n. sp., H. latus n. sp., H. flabellatus
n. sp., Sagenodus foliatus n. sp., S. lacovianus n. sp., S. quincuneiatus
n. sp., $. browniae n. sp., S. magister n. sp., S. gurleianus n. sp.
Cunningham, J. T. (t). On the histology of the ovary and of the
ovarian ova certain Marine fishes. Quart. Journ. Mier. Soc. (2) Vol. 40
p. 101—163.
Ovarien und Ovarialeier von Rhombus, Iipidorhombus Zeugo-
pterus, Pleuroneetes, Hippoglossus, Hippoglossoides, Molva, Gadus,
Trigla, Scomber, Conger Anguilla. Die Entwicklung des Eies dauert
nicht länger als 6 Monate. Oelkugeln. Verhalten der beim Laichen
geplatzten Follikel, Resorption derselben und der beim Laichen noch
unreifen Eier. — Dotterkern. Zwei oder mehrere Dotterkerne bei
Syngnathus acus. Keimbläschen und seine Wandlungen.
— (2). On the peculiarities of Plaice from different fishing
grounds. Journ. Mar. Biol. Ass. (2) IV. p. 315—359.
Variationen.
— (3). Recapitulation. Science progress London (2) 1. p. 483
—510.
— (4). Ovary and Ovarian Ova in Marine Fishes. Abstr. Journ.
R. Micr. Soc. London 1897. P. 5. p. 353—354. (Quart. Journ. Mier. Se.)
— (5). The Discovery of the Larva of the common Eel, Nature,
Vol. 53 No. 1429 p. 467—468.
Aal-Larve.
Daday, E. v. Fische, auf Grund der litterarischen Daten zusammen-
gestellt. Result. wiss. Erforsch. des Balatonsees II. Fauna. No. 12.
p- 217—231.
Perca fluviatilis L., Acerina cernua L., Acerina Schraitzer Cuv.,
Lucioperca sandra Cuv., L. volgensis Pall., Aspro vulgaris Cuv., Gobius
marmoratus Pall., Cyprinus carpio L., Carassius vulgaris Nils., C. bu-
cephalus Heck., Oyprinus kitaibeli Reis., Tinca vulgaris Cuv., Barbus
fluviatilis Ag., Gobio fluviatilis Cuv., G. uranoscopus Ag., Rhodeus
amarus Ag., Abramis brama L., Abramis ballerus L., Blieca Björkna
L., Spirilinus bipunetatus Heck., Alburnus mento Ag., A. lucidus Heck.,
Sardınius erythrophthalmus L., Leueiscus rutilus L., Idus melanotus
Heck. u. Kner, Pelecus cultratus L., Squalius cephalus L., Aspius
rapax Ag., Phoxinus laevis Ag., Chondrostoma nasus L., Misgurnus
fossilis L., Cobitis taenıa L., Nemachilus barbatulus L., Esox lucius L.,
Umbra krameri Fitz., Silurus glanis L., Anguilla vulgarisL., Lota vul-
garis Cuv., Acipenser ruthenus L.
Dahlgren, M. (1). The giant ganglion cells in the spinal cord of
the order Heterosomata, Cope (Anacanthini, Pleuronectoidei, Günther).
Anat. Anz. XIII. p. 281—29.
Die Riesenganglionzellen finden sich bei allen untersuchten Arten
Paralichthys dentatus, Jordan and Gilbert, Bathus maculatus, Jordan
10 IV. Pisces für 1897.
and Gilbert, Pleuronectes americanus Welbaum, Achirus lineatus L.,
Paralichthys oblongus Jordan and Gilbert. Sie entstehen aus Ganglion-
zellen schon bei den Embryonen.
— (2). Giant Ganglion-Cells in Spinal Cord of Flat Fishes.
Abstract. Journ. R. Micr. Soc. London 1897. P. 3. p. 196.
Paralichthys dentatus, P. oblongus, Bothus maculatus, Pleuro-
nectes americanus, Achirus lineatus besitzen im Rückenmark Riesen-
sanglıenzellen.
Dannevig, &. M. The Hatchery for Marine Fishes and Flodevigen,
Norway. Rep. 66. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. Lpool 1896 p. 831.
Dannewig, H. On the rearing of larval and postlarval Plaice and
other Flat-Fishes. Annual Report of the Fishery Board for Scotland,
XV. III. p. 175—193.
Davis, B.M. On the origin of the epiphysis cerebri in Amia (Ab-
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Indiana Acad. of Science 1896 p. 259—271.
Dean, B. (1). On the development of the Californian Hag-fish,
Bdellostoma stonti, Lockington. Quart. Journ. Mier. Soc. (2) Vol. 40.
3. 269— 279.
i Ei mit elastischer Kapsel abgelegt, welche bei der Befruchtung
platzt und die Haftorgane freilegt. Neuralrohr in der ganzen Länge
des Embryo, vor Erscheinen der Somiten. Gehirnanlage. Cranial-
abschnitt nicht gekrümmt. Meroblastische Furchung ohne Keim-
ringbildung. Niere wahrscheinlich einem Pronephros homolog. Ver-
schiedenheit der Entwicklung der Bdellostoma von jener des Petro-
myzon.
— (2). Note on the ventral armoring of Dinichthys. Trans.
N. York Ac. XVI. p. 57—61.
Beschreibung eines Dinichthys. Verwandschaft desselben mit
Coccosteus.
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Edestus ist ein Dornengebilde eines Selachiers. Die Dornen
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polylepis n. sp., Austrophycis n. g. megalops n. sp., Otophidium geny-
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Der radiale (tibiale) Rand des Chiridiums entspricht dem Pro- -
pterygium, der ulnare (fibulare) dem Metapterygium von Polypterus,
nicht umgekehrt. Das Stylopodium fehlt bei Polypterus, es kommt erst
den Landwirbelthieren zu. Das biseriale Flossenskelett von Ceratodus
ist kein Archipterygium, sondern ein Districhopterygium.
— (2). Sulla Morfologia degli Acanthodidae. Riv. ital. Pal. II.
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Die Quertheilung der Mandibel ist primitiv.
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Die Niere von Bdellostoma stonti ist ein Pronephros.
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Die Extrabranchialia von Raja, Trygon und Torpedo werden
als Homologa der Branchiostegalstrahlen am Hyoid angesehen (vgl.
Ridewood).
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Franz, K. Ueber die Entwicklung von Hypochorda und Liga-
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p. 356.
Die Hypochorda bei Embryonen von Salmo u. Trutta trennt
sich von vorn nach hinten allmählich vom Darm ab. Das Ligamentum
longitudinale entsteht aus Mesenchym um die Hypochorda, die später
schwindet und nicht an der Bildung des Ligamentes teilnimmt.
Friedmann, E. Beiträge zur Zahnentwicklung der Knochenfische.
Morphol. Arbeiten. VIl. p. 546—582.
Zahnentwicklung bei Esox unter dem Epithel nach dem placoiden
Typus. Die Odontoblasten gleichen anfangs den Osteoblasten. Eine
Zahnleiste fehlt; die Zähne entstehen auf getrennten Epithelzapfen.
Von Hartgebilden entsteht erst Zahnbein, dann Schmelz. Am Gaumen
ist der Zahnwechsel regellos, auch werden Zähne resorbirt, ohne ersetzt
zu werden. Bei Cyprinus entstehen die Zähne auf tief ins Mesoderm
eingedrungenen Epithelsprossen. Schmelz fehlt. Gaumenknochen
bei Cyprinus mit knorpeliger Anlage.
Fritsch. Haben die Fische ein Gedächtnis? Allgemeine Fischerei-
Zeitung XXI. p. 64, 65, 86. Revue Scient. (4) T. 7. p. 475—476.
IV. Pisces für 187. 15
Antwort an Ed’nger. Vorhandensein der Hirnrinde. Vgl. Fritsch:
Ueber den feineren Bau des Fischgehirns. Berlin 1878.
Fürbringer, M. Ueber die spino-oceipitalen Nerven der Selachier
und Holocephalen und ihre vergleichende Morphologie. Festschrift
Gegenbaur III. p. 349— 788.
Das Werk zerfällt in drei Abschnitte und einen Anhang. Der
erste behandelt die spino-occipitalen Nerven der Selachier und Holo-
cephalen und die von ihnen versorgten Gebiete. Untersucht wurden
I. Selachii. A. Squaloidei: 1. Notidanidae: Hex-
anchus griseus, Cuv., Heptanchus cinereus Cuv.; 2.Spinacidae.
Spinacinae: Centrophorus calceus Lowe, C. granulosus Bl.,
Spinax niger Bonap., Acanthias vulgaris Risso, Sceymninae:
Scymnus liehia Cuv., Laemargus borealis Müll.; 3. Cestracionti-
dae: Cestracion philippi Bl. Schn.; 4. Scylliidae: Seyllium
canicula L.; 5. Lamnidae: Odontaspis americanus Mitch.;
6.Carchariidae: Mustelinae: Mustelus vulgarıs Müll.; Zy-
gaeninae: Zygaena malleus Shaw.; Carchariinae: Galeus canıs Rond.,
Prionodon glaucus Rond., B. melanopterus Quoi u. Gaim.; 7.Rhini-
dae: Rhina squatina Dumeril. B. Batoidei. 8. Pristidae:
Pristis cupidatus Latham.; 9. Rhinobatidae: Rhynchobatus
djeddensis Rapp. (= laevis Bl. Schn.), Rhinobatus columnae Müll.
Henle. (= annulatus Müll. Henle); 10. Torpedinidae: Torpedo
marce Rıisso; 11. Rajidae: Raja clavata L.; 12. Trygonidae:
Trygon brucco Bonap. II. Holocephali. Chimaeridae:
Chimaera monstrosa L.; Callorhynchus antarcticus Lac&p.; Zahl und
Stärke der occipitalen resp. spino-oceipitalen Nerven. Ventrale
und dorsale Wurzeln, Ursprung und Abgang von der Medulla, Be-
ziehung zum Nervus vagus, intracranieller Verlauf. Durchtritt durch
die Schädelwand. Peripherisches Verhalten der Nerven. Plexus-
bildung mit den Spinalnerven, Verhalten der Rumpfmuskulatur.
Plexus cervicalis und brachialis, peripherische Anastomose mit dem
N. vagus. Aeste des Plexus cervicalis. Epibranchiale spinale Musku-
latur. Hypobranchiale spinale Muskulatur. Zusammenfassung. Der
zweite Abschnitt giebt eine Vergleichung mit den spino-oceipitalen
Nerven der höheren Wirbelthiere. Untersucht wurden A.Ganoiden
Acipenser sturio L., Polyodon folium Lacep., Polypterus bichir Geoffr.,
Lepisdosteus osseus L., Amia calva L. B. Teleostier:Physo-
sto mi: Esox lucius L., Salmo salar L., Tinca vulgaris Cuv., Cyprinus
carpo L.. — Anacanthini: Gadus callarıas L. — Acan-
thopteri: Trachinus draco L., Caranx trachurus Castr., Dentex
vulgaris Cuv., Mullus surmuletus L. €. Dipnoi: Ceratodus Forsteri
Krefft, Protopterus annecteus Owen; Lepidosiren paradoxa Fitz.
(resp. L. articulata Ehlers). — Amphibien, Sauropsiden, Mammalia.
Zusammenfassung. — Der dritte Abschnitt giebt eine Vergleichung
mit den spino-oceipitalen resp. spinalen Nerven der niederen Wirbel-
tiere. Versuch einer Homologisierung der cerebralen und spinalen
Nerven. Untersucht wurden: 1. Protomyzontes: Ammocoetes bran-
chialis, Petromyzon Planeri, Petromyzon marinus. 2. Myxinoides:
16 IV. Pisces für 1897.
Bdellostoma bischoffi Schneider, Bd. buergeri, Bd. eirrhatum Bl. Schn.,
Bd. polytrema Gthr., Bd. stonti Lockington. Myxine glutinosa.
3. Acrania: Amphioxus lanceolatus Yarell, A. californiensis Cooper.
Paramphioxus cultellus Peters, P.bassanus Günther. Ueber die Stellung
der Petromyzonten, Myxinoiden und Akranier zu einander und zu den
Gnathostomen. Versuch einer Vergleichung der Gehirn- und Spinal-
nerven. Vierter Abschnitt: Anhang: Extremitätentheorie, Nerv und
Muskel.
Gadeau de Kerville, H. Faune de la Normandie, Fase. IV. Reptiles,
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Ophiosceion strabo n. sp., Astroscopus zephyreus n. sp., Emmnion
bristolae n. g. n. sp., Emblemaria oculocirris n. sp., Ulvicola sanctae
rosaen.g.n.sp., Xesurus clarionis n. sp., Lepidium verecundum n. sp.,
Paralichthys woolmani n. sp., Tachysurus liropus n. sp., Netuma
insularum n. sp., Mugil thoburni n. sp., Epinephelus niphobles n. sp.,
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n. g.: Argyripnus, Collocephalus, Pelecanichthys.
n. sp.: Promyllantor alcocki, Congermuraena aequorea; Chloro-
phthalmus proridens; Diaphus urolampus; D. chrysorhynchus; Mycto-
phum fibulatum; Dasuscopelus pristilepis; Argyrıpmus ephippiatus;
Melanostoma argyreum; Scorpaena remigera; Peristedion hians;
Coelorhynchus gladius; Coelocephalus acipenserinus; Macrourus ectenes;
M. propinquus; -M. holocentrus: M. gibber; Hymenocephalus antroeus;
Trachonurus sentipellis; Chalinura ctenomelas; Optonurus atherodon;
Pelecanichthys crumenalis; Malthopsis mitriger.
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tatusn. sp. Lycodes concolor n.sp. Macruruslepturusn. sp. Macrurus
dorsalisn. sp. Macrurus firmisquamisn.sp. M. (Nematonurus) magnus
n. sp. M. (Nematonurus) suborbitalis n. sp. Hippoglossoides robustus
n. sp. Ericara (n. g.) salmonea n. sp. Raja rosispinis n. sp. Raja
obtusa n. sp. Raja interrupta n. sp.
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Die Aale werden geschlechtsreif in der Tiefsee, wo sie grosse Augen
erwerben. Hier erfolgt die Begattung. Die Eier schweben wahrschein-
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Gregory, Emily R. Origin of the pronephrie duct in Selachians.
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Acanthias. Die Anlage der Vorniere verschmilzt vorübergehend
mit dem Ecetoderm. Mitosen in der ganzen Länge des Vornierenganges,
dessen hinteres Ende mit dem Ectoderm verbunden ist; Lage der Vor-
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Die Plötze ist Allesfresser; Ceratodus Fosteri nımmt nur Pflanzen,
um die daran sitzenden Thiere zu erbeuten; dis Pflanzen bleiben un-
verdaut; Brachsen fressen Sand und Schlamm der darin enthaltenen
Difflugien wegen.
— (2). Ueber das Massensterben der Fische in Ob und Irtisch.
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Nach der russischen Arbeit des J. Melnikow über Fische und
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Akklım. Ges. Bd. II. 1897.
Perca fluviatilis, Acerina cernua, Lota vulgarıs, Esox lucius, .
Tinca vulgaris, Gobio fluviatilis, Idus melanotus, Squalius leuciscus,
Phoxinus laevis, Salmo fluviatilis, Stenodus nelma, Salmo ravaretus,
Salmo muksun, Salmo polcur, Salmo wimba, Thymallus vulgaris,
Acipenser Baerii, Acipenser ruthenus, Petromyzon fluviatilis im Ob.
Das Sterben findet alljährlich unter dem Eise statt.
Grimm, ©. Die Kaspi-Wolga-Fischerei. Auszug vonM. Volkmann.
Mitteilgn. Deutsch. Seefischereiver. 13. No.11. p. 387—420.
Fischfang auf der Wolga. Bedeutung. Ausdehnung. Rückgang.
Wirthschaftlicher Charakter der Wolgafischerei. Natürliche Be-
IV. Pisces für 1897. 19
dingungen, die den Fischbestand bestimmen. Beschreibung der Fisch-
arten des Wolga-Gebietes.
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Haller, B. Der Ursprung der Vagusgruppe bei den Teleostiern.
Festschrift Gegenbaur III. p. 45—100.
Untersucht wurden: Salmo farıo, Salmo irideus, Leuciscus rutilus,
Esox lucius, Cyprinus carpio, Lota vulgaris, Anguilla vulgaris, Barbus
fluviatilis. Selachier mit 5—1 Vaguswurzeln. Teleostier, Ganoiden,
Dipnoer mit 1 Postvagalnerv. Ursprung des Vagus im Gehirn. Glosso-
pharyngeus. Vergleich des Ursprungs der Vagusgruppe der Fische mit
dem der übrigen Wirbelthieren.
Hämmerle, L. Zur Anatomie der Brustflosse des Periophthalmus
koelreuteri. Ber. Ges. Freiburg X p. 20—32.
Im Skelett der Brustflosse ist der dorsale Theil verkürzt, der
untere Abschnitt verbreitert, die Radien sind gestreckt und locker
mit dem Schulterbogen verbunden, dafür aber untereinander durch
Knorpel vereint. Vergleiche mit Perca. Muskulatur reicher ditffe-
renzirt als bei den übrigen Teleostiern. Vertheilung der Muskelelemente
auf die fächerartig beweglichen Strahlen.
Haswell, W. A. On the development of Heterodontus (Cestracion)
philippi. Part I. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales. XXII. p. 96—103.
Auszug Zool. Anz. 20. No. 534. p. 223.
Das Blastoderm liegt am breiten Ende der Eischale, an deren
schmalem Ende das Hinterende des Embryo sich befindet. Furchung
und Gastrulation wie bei Selachiern. Furchungshöhle frühzeitig.
Embryonalhöhle (Urdarmhöhle) fehlt; Merocyten zur Zeit, da der
Embryonalwulst entsteht, in lockerer Schicht mit dazwischen be-
findlichen Coagula der Blastocölflüssigkeit. Wachsthum des Ur-
darmes.
Hatta, S. (1). Preliminary Note on the development of the Pro-
nephros in Petromyzon. Annot. zool. Japon. I. p. 137—140.
Der Segmentalgang und die Vornierenkanälchen entstehen aus
dem lateralen unsegmentirten Theil des Mesoblastes. Die Vornieren-
kanälchen der Cyclostomen sind homolog den Nierenkanälchen von
Amphioxus, die persistirenden Kanälchen der Vorniere von Petro-
myzon sind homolog jenen der Selachier, Teleostier und Amphibien.
Das Mesonephros ist nicht ein Abschnitt des Pronephros.
— (2). Contributions to the Morphology of Cyclostomata. I. On
the Formation of the Heart in Petromyzon. Journ. Coll. Sc. Tokyo
Vol. 10. P.2. p. 225—234; 235—238.
Der Vorderdarm ist im Winkel zwischen Kopf und Rumpf stark
ausgedehnt. Aus dort zerstreut liegenden Mesenchymzellen bildet sich
die Anlage des Endocardepithels, nicht aus einer Spaltung des splanch-
nischen Mesoblastes. Durch Wachsthum des Kopfendes rückt die Herz-
9%
2
20 IV. Pisces für 1897.
anlage an den Mitteldarm. Längenwachsthum und mittlere Ein-
schnürung derselben; der so entstandene vordere Abschnitt entspricht
dem Ventrikel und Truncus arteriosus, der hintere dem Vorhof und
Sinus venosus.
Haus, @. A. Beiträge zur Anatomie und Histologie des Darm-
kanales bei Anarrhichas lupus. Monthly Intern. Journ. Anat. XIV.
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Die Unterschiede des Darmkanals bei Anarrhichus und bei anderen
Teleostiern ist durch die Art der Nahrung bedingt.
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Betont die leitenden Gedanken, die für die Ausstellung massgebend
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IV. Pisces für 1897. 21
Aufzählung der erbeuteten Fische.
His, W. Ueber den Keimhof oder Periblast der Selachier. Archiv
Anat. 1897. p. 1—64.
Torpedo ocellata. Die Keimanlage besteht aus dem Keimhof
(Periblast), einer Grube mit Keimlager und Keimwall, welche die
Keimscheiben in sich aufnimmt. Die Keimzellen bestehen aus Spongio-
und Hyaloplasma. Die Zona limitans kann Dotterkörner in sich auf-
nehmen. Entstehung der offenen Keimhöhle. Der Keimhof wird zu
einem zwischen Dotter und Keimhöhle eingeschobenen Syneytium.
Der fertig angelegte Keimhof u. seine Bestandtheile. Kerne des Keim-
hofs. Die Theilung. Riesenkerne. — Es giebt keine amitotische Kern-
theilung im Keimhof der Selachier.
Hofer, Br. (1). Welche Aussicht hat der Versuch zur Einbürgerung
des Aales im Donaugebiet ? Allgem. Fischerei-Zeitung XXII p. 445—449.
»i Keine; Ursachen.
3 — (2). Ueber einige Darmerkrankungen bei der Fütterung von
Salmoniden. Allgemeine Fischerei-Zeitung XXII. p. 450—451.
Die Krankheiten entstehen durch nicht sachgemässes Füttern.
— (3). Eine Krankheit des Bachsaiblings. Allg. Fischerei-Zeitung
XXH, p. 6—7.
Darmerkrankung, Hautverletzung.
— (4). Immunisirende Eigenschaften des Aalblutes gegen
Schlangengift. Allgem. Fischerei-Zeitung XXII, p. 49.
Versuche mit Kaninchen.
— (5). Einfluss der Witterung auf die Laichzeit der Forelle.
Allgem. Fischerei-Ztg. XXII. p. 48.
Milde Witterung und stärkerer Wasserzufluss befördern die
Geschlechtsreife.
— (6). Fischsterben im Neckar, im Kocher, Iller und Oker. All-
gem. Fischerei-Zeitung XXII. p. 290—291.
Ursachen.
Hoffmann, €. K. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Selachıii.
(Fortsetzung). 4
Das 4. u. 5. palingenetische Kopfsomit. Das 6. paling. Kopfsomit
und die 4 caenogenetischen Kopfwirbel oder Occipitalsomite. Die
ventralen Nervenwurzeln der Kopfsomite. Entwicklungsgeschichte
des Nervus trochlearis.
Holm, 3. F. Ueber den feineren Bau der Leber bei den niederen
Wirbelthieren. Zool. Jahrb. Anat. X. p. 277—286.
Die Leber ist bei Myxine eine tubulöse Drüse von der Struktur
der Submaxillaris bei Säugern, bei Petromyzon in der Jugend tubulös;
sie wird verändert, verliert Gallenblase, -Gänge, und -Capillare; bei
Acanthias und Seyllium durch starke Fettablagerungen verändert.
2 Holt, E. W. L. (1). Preliminary notes on the reproduction of
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surinamensis Bl., Holocentrum marianum €. u. V.; Cynoscion jamai-
censis Vaill. u. Bocourt, Umbrina coroides C. u. V., Holocentrum
marianum (. u. V., Vomer spixi Swains; Chloroscombrus actenurus
n. sp., Trachynotus rhomboides Bl., Eupomacentrus diencoeus n. Sp.,
Scarus emblematieus n. sp., Stolephorus productus Pocy; Stolephorus
robertsi n. sp., St. astilbe n. sp., Siphostoma robertsi n. sp., Alutera
punctata Ag. Alutera punctata, Lagocephalus pachycephalus Ranz.;
Chilomycterus antillarum n. sp., Rhinobatus stellio n. sp.
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IV. Pisces für 1897, 23
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Bestätigung der Angaben Foettingers (1876) bezüglich der Epi-
dermiszellen. Dieselben sind von innen nach aussen 1. unregelmässige
Cylinder oder Prismen, 2. spindelförmig, 3. rundlich, 4. variable
Zellen mit poröser Cutieula. Lockerer Zusammenhang derselben.
Intercellularsubstanz. Intercellularbrücken, welche die Intercellular-
substanz durchsetzen und die Zellen unter einander verbinden. Ver-
schleimung der oberen Zellschichten. Kolbenzellen werden für End-
apparate des peripheren Nervensystems angesehen. Basalmembran
zwischen Epidermis und Cutis, die an verschiedenen Stellen durch-
brochen ist. Nervendurchtritt. — Die Cutis besteht aus geschichteten
Bindegewebsbündeln. Starkverzweigte Pigmentzellen zwischen Cutis
und subeutanem Bindegewebe.
Kawraisky, F. F. Die Lachse der Kaukasusländer und ihrer
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London 1897. P. 5. p. 357.
24 IV. Pisces für 1897.
Die Hypochorda ist das Homologon der Epibranchialrinne von
Amphioxus, kein segmentales Organ. Beziehung der Reduktion der
Hypochordalrinne zur Verschmelzung der unpaaren Aorten zu einem
unpaaren Gefäss.
— (2). Bemerkungen über die Gastrula des Amphioxus. Morphol.
Jahrb. XXV. p. 224-243. Ref. Zool. Centralbl. (4) No. 20/21 p. 712
—714. Abstr. Journ. R. Micr. Soc. London. 1897. P. 5. p. 352.
Untersucht werden Amphioxus und Ascidien (Rhopalea nea-
politana).
— (3). Ueber die Chorda und die Chordascheiden der Amphibien.
Verh. Anat. Ges. 11. Vers. p. 822—90.
Uebereinstimmung mit jener der Fische.
Knauthe, K. Untersuchungen über Verdauung und Stoffwechsel
der Fische. Z. f. Fischerei V. p. 189—239.
Der erste Abschnitt behandelt Düngung und Fütterung in Karpfen-
teichen; der zweite untersucht die Leistungen der Verdauungsdrüsen.
Ergebnisse in Tabellenform.
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tericus. S.-B. Ges. naturf. Fr. Berlin. 1897. p. 5—13.
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— (%). Ueber die Ei-Ablage von Scyllium canicula in dem Aqua-
rıum der zoologischen Station in Rovigno. Biol. Centralbl. XVII.
p- 885—893.
Die Eier befinden sich bei der Ablage im Morulastadium. Die
Lage der Keimscheibe ist variabel, letztere wandert stets zum höchsten
Punkt des Dotters. Furchungshöhle sichelförmig. (Kein Urdarm,
Hoffmann). Die Keimscheibe streckt sich, Verdiekung ihres neuen
Endes, Incisura neurenterica.
— (3). Die Entwicklung der äusseren Form des Forellen-Embryo.
Arch. Mikr. Anat. Bd.51. p. 181—213.
Aufstellung typischer Bilder; Abweichungen; kritischer Vergleich
der Angaben anderer Autoren.
Kouliabko, A. Notice biologique sur la Lamproie (Petromyzon
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Amphioxus vermag mit seinem ganzen Rückenmark Licht wahr-
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IV. Pisces für 1897. 25
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Ja.
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Dasselbe entspricht in seinem Bau ienem von Pdellostoma, doch
ist es weniger ausgebildet. Vgl. Anat. Anzeiger XII. 1896. p. 570
— 513.
— (2%). Ueber Entwicklungsstadien der Vorniere und Urniere
bei Myxine. Zool. Jahrb. Anat. X. p. 473—510.
Herkunft des malpighischen Körperchens des Mesonephros.
Die Glomeruli sind bi- oder multipolar bezüglich der austretenden
26 IV. Pisces für 1897.
Gefässe — stets ist nur ein eintretendes da. Die Vorniere ist zwei-
theilig, ihre einzelnen segmentalen Kanälchen beginnen im Coelom,
sind von einem lacunösen Gefässnetz umgeben und münden einzeln
oder nach Vereinigung zu einem Sammelgang nach aussen. Die Ur-
niere trägt in den Verlauf der Kanälchen eingesenkte Glomeruli, aus
denen die wässerigen Stoffe abgezogen werden. Die Vorniere gehört
zum Lymphsystem, sie führt Flüssigkeit aus dem Coelom in die Blut-
sinuse. Ihr hinterer Theil funktionirt bei Myxine zeitlebens. Myxine
steht daher bezüglich des Excretionssystems zwischen Amphioxus
und den eigentlichen Fischen.
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Wegen Mangels lateraler Augen und Besitz des Kiemenatriums
wird Amphioxus von den Vertebraten getrennt und mit den Tunicaten
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Die Nervenfasern enden frei mit Anschwellung nahe der Ober-
fläche des Epithels, andere stehen in Verbindung mit der Basis der
Haarzellen. (Vgl. Everett).
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gewandert? Mittheil. Deutsch. Seefischerei-Ver. 13. p. 216—218.
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deutung der „Pseudobranchie‘ und ihrer Umgebung bei Lipidosteus
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Die Untersuchung erstreckt sich auf 6 verschiedene Stadien der
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Sie entsteht nicht aus dem Eetoderm, sondern wie bei den Gnatho-
stomen aus Knospen der Myotome. Homologie der Muskeln beider
Arten nach Entwicklung und Beziehung.
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Beobachtung der Wanderung der Augen bei einem Plattfisch
(Plagusia?), welche einen mittleren Modus zwischen den bekannten
Arten der Wanderung darstellt.
Nordgaard, ©. 1ste Beretning om de ved Bergens biologiske
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N
IV. Pisces für 1897. 29
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lischen Resume).
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Bestätigung der Angaben von Babuchin über die Entwicklung
des electrischen Organs bei Torpedo (marmorata, ocellata). — Raja,
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Hippoglossoides sp. Pseudorhombus olivaceus, Ps. cinnamomeus.
Pleuronectes yokohamae, scutifer, stellatus, eynoglossus, asperimus,
variegatus. Parophry: cornuta Blkr. Synaptura zebra, Cynoglossus
joyneri.
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Die Lorenzinischen Ampullen von Gallus. Feinerer Bau derselben.
Tastorgan, keine Drüse.
Perugia, A. (1). Di alcunı Pesci nuovi pel Golfo dı Genova. Ann.
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— (2%). Di alcuni Pesci raccolti nell’ Alto Paraguay dal Cav. Guido
Baggiani. Ann. Mus. Genova (2) XVIII. 68. p. 147—150.
30 IV. Pisces für 1897.
Brycon microlepis n. sp. Boggiana n.g. ocellata n. sp. Raja
undulata Lac.; Dentex gibbosus (Raf.); Smaris insidiator Cuv. u. Val.
Sargus cervinus Cuv. u. Val. Scorpaena ustulata Lowe, Ruvettus
pretiosus Cocco; Luvarus imperialis Raf. Echeneis holbrookii Günth.;
Schedophilus medusophagus Cocco, Gobius knerii Steind. Blennius
Rouxi Cocco, Crenilabrus coeruleus Risso, Molva vulgaris Flem.; Sco-
pelus canıinianus Cuv. u. Val.; Belone Cantrainii Cuv. u. Val.; Ranzania
truncada Nardo; Ophichthys hispanus Bellotti; Petromyzon fluviatilisL.
Petersen, €. 6. J. Report of the Danish biological station to the
Home department. VI. 1895. Fiskeri-Beretningen f. 1895—96 (1897).
(48 Seiten).
Wanderung der Plattfische nach dem Limfjord.
Pfeifer, 6. Zur Faunistik Deutsch-Ost-Afrikas. 2. Fische. Arch.
f. Naturg. LXIlI. Bd. I. p. 60—62.
Enthält eine nach Familien geordnete Aufzählung der bisher
bekannten Arten, im Ganzen 103 Species, entnommen aus dem Werke:
Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete Bd. III Berlin
1896. Nachgetragen wird: Ctenochromis obliquidens Hilg. vom
Viktoria Nyansa und Pelotrophus mierolepis Günth. vom Nyassa-
See, ferner Synonymie von 4 Barbusarten.
Philippi, E. Ueber Ischyodus suevicus n. sp. Ein Beitrag zur
Kenntnis der fossilen Holocephalen. Palaeontogr. XLIV. p. 1—10.
Genaue Beschreibung der Skeletteile, nach dem Material des
Tübinger Museums.
Plate, L. Ein neuer Cyclostom mit grossen, normal entwickelten
Augen, Macrophthalmia chilensis n. g. n. sp. Sitz. Ber. Ges. nat. Fr.
Berlin 1897, p. 137—141.
Macrophthalmia chilensis n. g. n. sp.
Poli, €. Zur Entwicklung der Gehörblase bei den W rbelthieren.
Arch mier. Anatomie XLVIII. p. 644—686. Autoreferat: Monitore
2. Ital. Anno 8. p. 236—237.
Poppe. Haben die Fische ein Gedächtnis? Allgemeine Fischerei-
Zeitung XXII. p. 64, 65, 86 (vgl. Edinger).
Price, 6. €. Development of the excretory organs of a Myxinoid,
Bdellostoma stouti, Lockington. Zool. Jahrb. Anat. X. p. 205—226.
Abstr.: Journ. R. Mic. Soc. London 1897. P. 5. p. 356.
Segmentalorgane von Bdellostoma stouti in zwei jüngeren und
einem älteren Entwicklungsstadium. Das ganze System ist ein Pro-
nephros, das ev. beim Erwachsenen als Mesonephros zu bezeichnen
ist. Die Niere von Bdellostoma wird als Holonephros in Anspruch
genommen.
Priem, F. (1). Note sur Propristis Dames du tertiaire inferieur
d’Egypte. Bull. Soc. Geol. France (3). T. 25. No. 3. p. 228—232.
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senoniens (Villedieu, Meudon, Folx-les-caves). Bull. Soc. geol. France
(3). XXV. p. 40—56.
Lamna borealis n. sp. (fossil).
a
IV. Pisces für 1897. al
Quelch, 3. J. The Electric Eel (Gymnotus). Nature LV. p. 508.
7 feet 2 inches = 2,2 m lang.
Ramelet, J. L’elevage de la Truite arc-en-ciel (Salmo irideus) &
l’etablissement piscicole de Nevon (Cöte d’Or). Bull. Soc. nation.
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Aufzucht der Regenbogenforelle.
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Ravenel, W. de €. Report on the Propagation and Distribution
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Reeker, H. Haben die Fische ein Gedächtnis? (Referat). Jahres-
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— (2). Können die Fische hören? (Nach Kreidl). Jahresber.
zool. Sekt. Westf. Prov. Ver. 1896/97. p. 82—84.
Reis, 0.M. (1). Palaeohistologische Beiträge zur Stammesgeschichte
der Teleostier. N. Jahrb. f. Min. Geol. Pal. 1895. Bd. I. p. 162—182.
Struktur des Knochengewebes der Knochenfische. Die Schuppen
der Seitenlinie, die Kielschuppen und Flossenstrahlen enthalten immer
Knochenkörperchen. Der Verlust der Knochenkörperchen im Skelett
der Teleostier hat polyphyletisch stattgefunden. Sie fehlten in den
Stammformen der Acanthopterygier; ihr Vorhandensein bei Thynnus
beruht auf Regeneration in der Phylogenese. Die Verwandtschaft
verschiedener Gruppen der Teleostier.
— (2). Das Skelett der Pleuracanthiden und ihre systematischen
Beziehungen. Abh. Senckenb. Ges. Frankfurt. XX. p. 57—156.
Die Pleuracanthiden bilden keine primitive Gruppe, sondern
einen Seitenzweig der Selachier. Chlamydoselachus ist mit Pleura-
canthus nicht besonders verwandt. Die ‚Knorpelplatte“ existirt
nicht. Der Kopfstachel ist kein Flossenstrahl, sondern ein dem Kopf
aufsitzender Wehrstachel.
—- (3). On the Strukture of the Frontal Spine and the Rostro-
labial Cartilages of Squaloraja and Chimaera. In Geol. Mag. (4)
Vol. 2. 1895. p. 385—-391.
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Ridewood, W. @. Note on the extrabranchial cartilages of Elasmo-
branch Fishes. Anat. Anz. XIII. p. 499—501.
Polemik gegen Foote.
Röse, €. Ueber die verschiedenen Abänderungen der Hartgewebe
bei niederen Wirbelthieren. Anat. Anz. Bd. 14. p. 21—31; 33—69.
Vasodentin nur bei wenigen Knochenfischen, Gadiden.
32 IV. Pisces für 1897.
Rohon, 3. V. Beiträge zur Classification der palaeozoischen
Fische. Sıitz.-Ber. Böhmisch. Ges. 1896. No. XXXVI. (33 Seiten).
Die neue Unterklasse Protocephali umfasst die Ordnungen:
Aspidorhini Rohon (Pteraspidae) und Aspidocephali Brandt (Thy-
estidae, Cephalaspidae, Tremataspidae).
Romano, A. Sopra le fibre commensurali del proencefalo dei
Selacei. Monit. Zool. ıtal. VIII. p. 206—212.
Die dorsalen und basalen Commissurenfasern des Vorderhirns
der Selachier (Sceyllium) entsprechen zusammen der Comm. anterior
der höheren Vertebraten.
Ruge, 6. Ueber das peripherische Gebiet des Nervus facialis
bei Wirbelthieren. Festschrift Gegenbaur III. p. 193—348.
Anordnung und Verzweigung des Nervus facialis der Selachier
als Grundlage “ür diejenigen der höheren Formen (Facialis als Schlund-
bogennerv, Verästelung, Anastomose des F. mit dem benachbarten
Gehirnnerven. Segmentation). Motorisches Endgebiet des Facialıs
(Selachier, Holocephaliı, Ganoidei, Dipnoi, Teleostei).
Rutter, €. A. A collection of Fishes obtained in Swatow, China,
by Miss Adele M. Fielde. Proc. Acad. Philad. 1897. p. 56—90.
Gobius giurinus n. sp. Prionobutis serrifrons n. sp. Pomacentrus
jordani n. sp. Acanthorhodeus dieoeus n. sp. Acanthopsis lachno-
stoma n. sp. Trichosoma —= Thrissa, Trichosoma adelex n. sp.
Sauvage, H. E. Note sur les Lepidosteides du terrain garumnien
du Portugal. Bull. Soc. geol. France (3) XXV. p. 92—96.
Clastes lusitanicus n. sp. Cl. pustulosus n. sp.
Saville-Kent, W. The naturalist in Australia. London, 1897,
(302 Seiten).
Schaifer, Jos. Bemerkungen über die Histologie und Histogenese
des Knorpels der Cyelostomen. Arch. f. mikr. Anat. 50. p. 170—180.
Auszug: Journ. R. Mier. Soc. London. 1897. P. 5. p. 362
Verfasser hält an seinen früheren Anschauungen fest.
Schaper, A. Die frühesten Differenzirungsvorgänge im Central-
nervensystem. Kritische Studie und Versuch einer Geschichte der
Entwicklung nervöser Substanz. Arch. Entwicklungsmechanik. Bd. 5.
p-. 81—132.
Cyelostomi.
Schiemenz, P. Zweisommeriger Karpfen mit vollkommen ge-
schlossenem Mund. Sıtz.-Ber. Ges. naturf. Fr. Berlin 1897. p. 156—157.
Schillinger. Ueber den Kilch des Bodensees und seine Beziehungen
zum Blaufelchen. Allgemeine Fischerei-Zeitung XXIlI. 235—237.
Lebensgewohnheiten, Darminhalt, Aromatischer Geruch, Laich-
zeit, Auf- und Absteigen. Verzehrt Blaufelcheneier.
‚Schirmer. Auftreten eines unbekannten Fisches in der Saale bei
Dürrenberg. Allgemeine Fischerei-Zeitung XXIH. p. 46—47.
Beschreibung und Abbildung einer Salmonide; nicht Lachs, nicht
Regenbogenforelle.
Schneider, 6. Ueber die Niere und die Abdominalporen von
Squatina angulus. Anat. Anz. XIII. p. 393—401.
IV. Pisces für 1897. 33
Verf. erforscht mit Hilfe von Tuscheinjection in die Leibeshöhle
den feineren Bau der Niere und der Pori abdominales.
Scott, T. The Marine Fishes and Invertebrates of Loch Fyne.
Rep. Fish. Board Scotland XV. T. III. p. 107—174.
Seabra, A. F. de. Sur les Corps rouges des Teleosteens. (Vor-
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Seagle, &. A. The artifical Propagation of the Rainbow Trout
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Zucht der Regenbogenforelle.
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LXI. p. 38—46.
— (2). Etwas vom Aal. Abh. Ver. Kassel LXI. p. 47—50.
Semon, R. (1). Das Excretionssystem der Myxinoiden in seiner
Bedeutung für die morphologische Auffassung des Urogenitalsystems
der Wirbeltiere. Festschrift Gegenbaur III. p. 167—192.
Myxine glutinosa, Bdellostoma Bischoffi.
— (2). Das Excretionssystem der Myxinoiden. Anat. Anz.
XII. p. 127—137.
Antwort auf Spengels Einwendungen.
— (3). Vorniere und Urniere. Anat. Anz. XIII. p. 260—264.
(Myxine).
Polemik gegen Spengel.
Sewertzoff, A. Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Wirbel-
tierschädels. Vorläufige Mitteilung. Anat. Anz. XIII. p. 409—425.
Die charakteristische Gehirnform, die Gliederung des Hirnes in
Abschnitte und die Ausbildung der mesocephalen Krümmung ist
bereits ausgesprochen, bevor noch die Anlage des Schädels vorhanden
ist.
Acanthias, Raja, Torpedo, Ammocoetes.
Shufeldt, R. W. Chapters on the Natural History of the United
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Sim, 6. Molva abyssorum in British waters. Ann. Scott. Nat.
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Sobotta, 3. (1). Beobachtungen über den Gastrulationsvorgang
beim Amphioxus. Verh. phys. med. Ges. Würzburg (2). XXXI. No. 2.
p. 101—121. Ausz. von H. E. Ziegler. Zool. Centralbl. 4. Jahrgan
No. 20,21 p. 712—714.
Bestätigung der Angaben von Hatschek, nimmt Stellung zu
Lwoff.
— (2%). Die Reifung und Befruchtung des Eies von Amphioxus
(Branchiostomum) lanceolatum. Arch. £f. mier. Anat. 50. p. 15—69
—71. Auszug: Journ. R. mier. Soc. London. P.5. p. 353.
— (3). Die Furchung des Wirbeltiereies. Anat. Hefte 2. Abt.
Bd. 6. p. 493 —59.
Arch. f. Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. II. H.1. (LV.) 3
[0%
34 IV. Pisces für 1897.
Amphioxus, Petromyzon.
Sörensen, W. Some remarks on Dr. Thilo’s memoir on ‚Die Um-
bildung an den Gliedmassen der Fische“. Morphol. Jahrb. XXV.
170—189.
+ Unterschiede der Ergebnisse Sörensens und Thilos betr. Siluroiden,
sowie Monacanthus und Acanthus.
Southwell, T. (1). Further notes on the reproduction of the
common Eel, Anguilla vulgaris. Fr. Norfolk Soc. VI. p. 262—268.
Fortpflanzung.
— (2). Thresher Shark (Alopecias vulpes) and Angel-fish (Rhina
squatina) at Lowestoft. The Zoologist (4) Vol. 1. Oct. p. 475.
Spengel, 3. W. (1). Die Excretionsorgane von Myxine. Anat. Anz.
XII. p. 49—60.
Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zu jenen der Semon’schen
Arbeit.
— (2). Semons Schilderung des Mesonephros von Mxyine. Anat.
Anz. XIII. p. 211—216.
Polemik gegen Semon.
Stahr, H. Zur Funktion der Seitenorgane. Eine Beobachtung an
chinesischen Zierfischen. Biol. Centralbl. XVII. p. 273—282. Abstr.:
Journ. R. Mier. Soc. London 1897. P. 4. p. 275.
Polyacanthus (Macropus) Durch die Seitenorgane des 2 wird
die Wasserbewegung empfunden, welche das & bei seinen Liebes-
spielen hervorruft.
Staudinger, Dr. 3. v. Anleitung zum Fischen in Waldgewässern.
Berlin 1896.
Angelfischerei, Netz- und Reusenfischerei. Einzelne Fischarten:
Forellen, Bachsaibling, Aesche, Huchen, Hecht, Barsch, Zander,
Karpfen, Schleie, Rapfen, Döbel, Barbe, Blei, Güster, Nase, Köder-
fische.
Steindachner, F. Beiträge zur Kenntnis der Süsswasserfische
der Balkanhalbinsel. Denk. Ak. Wien. LXIII. p. 181—182.
Barbus albicans, Barbus graecus n. sp. Paraphoxinus epiroticus
St., Squalius cephalus L.
Stone, Livingston. The Artificial Propagation of Salmon on the
Pacific Coast of the United States with Notes on the Natural History
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Künstliche Zucht.
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netolies van Leueciscus rutilus.. K. Akad. Wet. Amsterdam Wis. —
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Studnicka, F. K. (1). Ueber die Histologie und Histogenese des
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Parenchymknorpel.
IV. Pisces für 1897. 35
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thiere. Jena. Zeitschr. XXXI. p. 1—25.
Petromyzon, Myxine, Protopterus, Ceratodus, Lepidosiren,
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Sundvik, E. E. Bidrag till fragan om fiskarnas resp. de kallblodiga
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25x30 m grossen, 10—20 cm tiefen Tümpel.
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Zeus, Triacanthus, Cenbriscus, Chorinemus, Amphacanthus,
Gasterosteus, Synodontis u. a. Siluroiden, Acanthurus, Cyprinoiden,
Naseus, Monocentrus, Dactylopterus u. a. wurden auf die Sperrung
an der Einlenkung der Stacheln untersucht. Schutzstacheln, Stütz-
und Gehwerkzeuge, Lautorgane. Bei Plectognathen (Balıstes, Monaca-
canthus, Triodon) stehen »Stachelträger in Beziehung zur Aufnahme
von Luft in den Darm.
Tichomirow, A. Formen und Varietäten der Karausche. Tage-
blatt zool. Abt. Ges. naturf. Fr. Moskau. T. 2. No. 5. p. 9—12.
Traquair, R. H. (1). Note on the affinities of Palaeospondylus
gunni Traq. In reply to Dr. Bashford Dean, of New York. Proc.
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Die paarigen Flossen, welche Dean (2) beschreibt, gehören nicht
zum Fisch, sondern sind Streifen des Gesteins.
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bed at Abden near Kinshorn, Tifeshire. Proc. Geol. Ass. XV. p. 143
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Trois, E. F. Sopra un esemplare di Acipenser stellatus proveniente
dall’ Adriatico. Boll. Natural. Coll. (Riv. Ital. Sc. nat.) Siena. 17.
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Vaillant, L. (1). Siluroide nouveau de l’Afrique orientale (Chi-
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Chimarrhoglanis n. g. verbunden mit Pimelodus Vaillant (= Ano-
plopterus Pfeff. — Rec.). Chimarrhoglanis leroyi n. sp. (A. platychir
Gthr. — Rec.). Douma typica, Sauvage.
— (2). Sur quelques exemplaires du genre Scorpis, appartenants
aux collections du musee d’histoire naturelle. Bull. Mus. Paris.
1897. p. 84-87.
— (3). Sur les especes a distinguer dans le genre Nebris, Cavier
et Valenciennes. Bull. Mus. Paris. 1897. p. 124.
— (4). Sur un Poisson rare pour la faune francgaise, le Trichiurus
lepturus Linne. Bull. Mus. Paris 1897. p. 166 u. 167.
— (5). Contribution a !’etude ichthyologique du Chagres. Bull.
Mus. Paris. 1897. p. 220—223.
Pimelodus gracilis.
3*
36 IV. Pisces für 1897.
— (6). La repartition des Siluroides dans l’espace et dans le
temps. Rev. Sei. (4) VII. p. 685—689.
Valenza, 6. B. J. cambiamenti microscopieci delle cellule nervose
nella loro altivitä fun zionale e sotto l’azione di agenti stimolanti e
sotto l’azione di agen!i stimolanti e distruttiori. Atti Accad. Napoli (2)
Vol. 8. No. 3. (56 Seiten.)
Der Embryo kann elektrische Schläge austheilen.
Varigny, H. de. Les Pecheries de la Volga. Revue Scientif. (4).
7. p. 364—368 u. 397—401.
Verrili, A. E. Nocturnal and diurnal changes in the colors of
certain Fishes and of the Squid (Loligo), with notes on their sleeping
habits. Amer. J. Sci. (4). III. p. 135—136.
Vieira, L. Catalogo dos peixes de Portugal en collegao no Museu
de Zoologia da Universidade de Coimbra. Ann. Sci. Nat. Porto IV.
p. 62—68 u. 170—176.
Villatte des Prugnes, Rob. (1). Les poissons de l’arrondissement
de Montlugson. Herbin Monlugon 1896 (52 Seiten).
Vineent, 8. (1). Contributions to the comparative anatomy and
histologie of the Suprarenal Capsules. The suprarenal Bodies in Fishes
and their relation to the so-called Head-kidney. Trans. Zool. Soc.
London XIV. p. 41—84.
Suprarenale Organe sind 1. solche, die den intereostalen Arterien
ansitzen und segmental angeorndnet sind, 2. solche, die in der hinteren
Region der Nieren liegen (intervenales Organ von Balfour).
— (2). On the morphology and physiology of the Suprarenal
Capsules in Fishes. Anat. Anz. XIII. p. 39—48.
Uebereinstimmung mit den Ergebnissen Diamares (Mem.) Soc.
Ital. Sc. (3) Roma 1896 T. 10.
Chemische Wirkung des Organsaftes. Die interrenalen Organe
der Selachier, die suprarenalen der Teleostier entsprechen der Cortical-
substanz der Nebennieren der Säuger. Die suprarenalen und die
segmentalen der Selachier entsprechen der Medullarsubstanz.
— (3). On the suprarenal Capsules and the Lymphoid Tissue
of Teleostean Fishes. Anat. Anz. 14. No. 5. p. 151—132.
Vineiguerra, D. (1). Pesci raccolti da don Eugenio dei Principi
Ruspoli durante l’ultimo suo viaggio nelle regioni dei Somalı e dei Galla.
Ann. Mus. Genova (2) XVII, p. 24-31.
Clarias mossambieus n. sp. Barbus ruspolii n. sp. Alestes affınis
Gthr.
— (2). Pesei raccolti dal Cap V. Bottego durante la sua seconda
spedizione nelle regioni dei Somali e dei Galla. Ann. Mus. Genova (2)
XVII, p. 343—364.
Ailia somalensisn. sp. Synodontis zanzibaricus Ptrs., S. leopardus
Pfeff., S. serratus Rüpp. Barbus gananensis Vineig. Fundulus micro-
lepis n. sp. Mormyrus gliroides n. sp.
Virchow, H. (1). Ueber Dottersacknaht und primären Kreislauf
bei Seylium. Sitz. Ber. Ges. naturf. Fr. Berlın. 1897. p. 49—59.
u
IV. Pisces für 1897. 37
— (2). Ueber Unterschiede im Syneytium der Selachier nach
Ort, Zeit und Genus. Sitz. Ber. Ges. naturf. Fr. Berlin. 1897. p. 91
—110.
Das Syneytium ist eine fixe Formation, bietet jedoch Unterschiede
des Ortes und der Zeit (bezügl. siner Entstehung) und hinsichtlich
der Genera.
— (3). Dottersyneytium, Keimhautrand and Beziehungen zur
Conerescenzlehre. Anat. Hefte 2. Abt. 6. Bd. p. 594—651.
Waite, E. R. The Mammals, Reptiles and Fishes of Funafuti.
Mem. Austral. Mus. III. p. 165—201.
Öphichthys colubrunus Bodd. Tetrodon nigropunctatus Bl.
Walter, E. Die Bewirtschaftung und Ausnützung der kleineren
Dorf und Hausteiche durch Besetzung mit schnellwüchsigen Karpfen.
Zeitschrift f. Fischerei V. 1—28.
Ward, R.H. Ovum in Testis of a Lamprey. Amer. Monthly Journ.
Vol. 18. No. 6. p. 215—217.
Warpachowski, N. Sur la faune ichthyologique du bassin du
fleuve Obi. I. (Russisch). Annuaire Mus. Zool. Acad. Imp. St. Petersb.
1897. p. 241—271.
Squalius suwarzewi, Sq. mehdem n. sp.; Phoxinus strauchi Warp. ;
Ph. altus Warp.; Oreoleuciscus potanini Kessl.; ©. humilis Warp.;
Nemachilus compressirostris n. sp.
Warwell, H. €. Eels feeding on the Eggs of Limulus. Amer. Na-
turalist. Vol. 31. p. 347—348.
Weber, M. Beiträge zur Kenntnis der Fauna von Südafrika.
1. Zur Kenntnis der Süsswasserfauna von Süd-Afrika. Zool. Jahrb.
Syst. X. p. 135—199.
Gobius dewaali n. sp., Chromis natalensis n. sp., Ctenochromis
philander n. sp., Clarias theodorae n. sp., Barbus anoplus n. sp., Barbus
viviparus n. sp., Barbus breijeri n. sp.
Whitman, €. ©. u. Eycleshymer, A. €. The egg of Amia and its
cleavage. J. Morphol. XII. p. 309, 354.
Das Ei ıst oval, wird durch Fäden an seinem unteren Pole fixirt,
am oberen Ende befindet sich die Keimscheibe, das Keimbläschen
liegt excentrisch noch halb im Dotter. Eine Furche meist meridional.
Die Furchungshöhle entsteht durch Zusammenfluss der sich immer
tiefer senkenden Furchen. Die Keimscheibe (Calotte) dehnt sich schliess-
lich über den Dotter aus. Zellen derselben rund, am Rande plötzlich
in die grossen Dottersegmente übergehend. Die erste Furche coineidirt
nur in 10% mit der Längsachse des Embryo.
Wijhe, 3. W. van. Över de opvatting eener spinale zenuw als
complex van twee zelfstandigen zenuwen. Versl. Akad. Amsterd.
Deel. V. p. 273—281.
Der ventrale Nerv ist bei Amphioxus gleichzeitig motorischer und
sensibler Nerv seines Myotoms. — Selachier, Myxine.
Wikström. D. A. Ueber die Innervation und den Bau der Myo-
meren der Rumpfmuskulatur einiger Fische. Anat, Anz. XIII. p. 401
—408,
38 IV. Pisces für 1897.
Esox, Acanthias, Heptanchus, Mustelus, Myxine Bdellostoma,
Petromyzon.
Willey, A. New Amphioxus. Auszug: Journ. R. Micr. Soc.
London 1897. P. 4. p. 275—276. Nach Quart. Journ. Mier. Sc.
Asymmetron caudatum n. sp.
Williamson, H. Ch. Report....a) on the Life-history of the Eel;
b) on the Absorption of the Yolk id Pelagic Te eostean Ova. Rep.
66. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. Liverpool. 1896. p. 479—481.
Pelagische Fischeier.
Wilson, H. V. u. Mattocks, 3. E. The lateral sensory Anlage in
the Salmon. Anat. Anz. XIII. p. 658—669.
Branchialsinnesorgane, Gehörorgane und Seitenlinie entstehen aus
einer gemeinsamen Ectodermverdickung.
Winslow, G. M. The Chondrocranium in the Ichthyopsida. Bull.
Essex. Inst. XXVII. p. 87—141.
Woodward, A. S. (1). Echidnocephalus, a Halasauroid Fish
from the Upper Cretaceous Formation of Westphalia. Proc. Zool. Soc.
London. 1897. p. 268—271.
Phylogenese.
— (2). A contribution to the osteology of the Mesozoie Amioid
Fishes Caturus and Osteorachis. Ann. Nat. Hist. (6) XIX. p. 292
—297 u. 379—386.
Caturus u. Osteorhachis leedsi n. sp.
— (3). The Ostracoderms of Professor Cope. Natural Science.
Vol. 11. p. 144.
Zacharias, E. Ueber einige mikrochemische Untersuchungs-
methoden. Ber. D. Bot. Ges. 14. Jahr 1896 p. 210—280.
Sperma von Salmo.
— Strange oceurrencee at Durban (Chanos salmoneus)! The
Zoologist (4) Vol. 1. p. 369—370.
— The first Feeding of Youg Trout. Bull. Liverpool Mus. Vol. 1.
No. 1. p. 24—25.
Nahrung der Forellenbrut.
IH. Uebersicht nach dem Stoff.
Entwicklung.
Amphioxus, Gastrulation; Klaatschh — Amphioxus, Petromyzon, Be-
fruchtung, Furchung: Sobotta (2, 3). — Petromyzon: Ward. — Petromyzon
Blut; Giglio-Tos (2). — Ammocoetes, Darm Blut: Giglio-Tos (1). — Sperma,
Salmo: Zacharias. — Eier Petromyzon: Dean and Summer. — Hensen u. Ap-
stein. Mazza. — Eiablage: Kopsch (2). — Pelagische Fischeier: Williamson. —
Pelagischer Laich der Knochenfische: Masterman (2). — Pelagische Eier, Larven,
junge Fische: Kyle (1). — Eier und Larven: Ehrenbaum, Me Intosh (1, 2),
Masterman (1), Fabre-Doumerge u. Biötrix (1). — Dottersynceytium: Virchow
(2, 3). — Entwicklungsmechanik: Bataillon, — Spermatogenese; Hermann, —
IV. Pisces für 1897. 39
Postlarvale Periode: Fabre-Doumerge u. Bietrix (2). — Künstliche Befruchtung:
Seelig (1). — Dotterresorption: Williamson. — Bdellostoma. Embryonen: Dean (1).
— Heterodontus: Haswell. — Torpedo Keimanlage: His. — Amia Eier: Whit-
mann u. Eyeleshymer. — Trutta Embryo: Kopsch (3). — Knochenfische:
Cunningham (1). — Embryo, Gewebe: Leisel. — vgl. auch Me Intosh and
Masterman.
Phylogenie.
Cunningham (3). — Fossilia: Lankester, Weodward (1). — Palaeospondylus:
Traquair. — Amphioxus: Minot, Mae Bride. — Pleuracanthinen: Reis (2).
Organisation im Allgemeinen.
Me Intosh a. Masterman, Lavocat, Neuville (1).
Haut.
Petromyzon: Kapelkin. — Schuppen: Maerner. — Pigment: Ehrmann.
Farbwechsel: Verrili.
Skelett.
Cyclostomen: Schaffer, Reynolds, Neuville (1). — Petromyzon: Stud-
nieka (1). — Knochengewebe: Reis (1). — Pleuracanthiden: Reis (1). — Di-
nichthys: Dean (2), Eastmann (1). — Selachierdornen: Dean (3). — Flossen-
strahlen: Duncker (3). — Zähne: Röse, Friedmann. — Wirbelsäule: Gaup, Hay,
v. Ebner. — Chorda: Klaatsch (1, 3), v. Ebner. — Oceipitale: Allis. — Knorpel:
Göppert. — Rippen: Bridge, Göppert. — Fleischgräten: Andres. — Stacheln,
Flossen: Thilo.
Schädel- und Visceralskelet.
Minot. — Knorpelschädel: Winslow. — Pleuracanthiden: Reis (2) —
Hexanchus: Carruceio. Macropetalichthys: Eastmann (%). — Knorpelfische
Entwicklung: Sewertzofi. — Extrabranchialia: Foote, Ridewood. — Acan-
thodes: Emery (1). — Ceratodes: Bridge (1). — Geschlossener Mund: Schiemenz.
Muskeln.
Selachier Kopfmuskeln: Hoffmann, Allis.. — Mesodermgebilde Neeturus:
Platt. — Flossenmuskeln, Stör: Mollier. — Pleuracanthus: Reis (2). — Muskeln
und Nerven: Fürbringer. — Selachier: Ruge. — Hypoglossusmuskulatur Petro-
myzon, Acanthias: Neal. — Rumpfmuskulatur: Wikström. — Brustflosse Perioph-
thalmus: Hämmerle.
Elektrisches Organ.
Raja: Ballowitz (3). — Gymnotus: Ballowitz (1, 2). — Torpedo Entwicklung:
Ogneif. — Torpedo, Embryo: Valenza.
Nervensystem.
Stort. — Entwicklung Petromyzon, Cyelostomen: Schaper. -— Nervenzellen:
Levi. — Riesenganglienzellen: Dahlgren,
40 IV. Pisces für 1897.
Ceniralorgane.
Gehirn: Davis, Garman (1), Kingsbury (1). — Struktur: Catois. — Oblongata:
Kingsbury (2). — Ammocoetes: Mayer. — Zwischenhirndach: Galeotti. — Klein-
hirn: Burckhardt.
Peripherische Nerven.
Fürbringer (s. 0.) — Amphioxus: Heymans, van Wijhe. — Selachier, Fa-
cialis: Ruge. — Trigeminus, Muraenoiden: Calandrueeio. — Trigemino-Facialis
Teleostier: Goronowitseh. — Vagus Teleostier: Haller. — Kopfnerven Teleostier:
Herriek. — Hypoglossus Petromyzon, Squalus: Neal.
Seitenorgan.
Seitenlinie, Ameiurus: Bunker. — Polyacanthus, Liebesspiele: Stahr. —
Anlage des Organs: Wilson und Mattocks.
Geruchsorgane.
Riech :chleimhaut Salmoniden: Aichel.
Augen.
Selachier: Neumayer. — Plattfische: Nishikawa. — Cryptobranchus:
Reisek. — Nerven: Studnicka (2). — Retina Leuciscus: Genderen-Stödrt. — Augen-
muskelkanal: Allis (1).
Geschmacksorgane.
Geschmacksknospen Acipenser: Dogiel.
Gehörorgane.
Epithel: Morill. — Cyclostomen: Norris.
Verdauungskanal.
Salmo: Felix (2). — Spiraldarm Raja: Mayer, P. — Leber: Holm, Brachet.
— Pankreas: Maas (1), Mayr. — Mund geschlossen: Schiemenz.
Blut und Blutgefässe.
Blutkörper: De Sceabra, Knoll, Hofer (4). — Herz Petromyzon: Hatta (2).
— Kiemendeckelkieme: Müller. — vgl. Vincent (1).
Harn- und Geschlechtsorgane.
Excretionssystem : Spengel, Semon, Felix. — Segmentalorgan :
Price, Felix, Hatta. — Vorniere: Hatta, Gregory, Maas. — Niere: Schneider. —
Suprarenales Organ: Vineent (1). — Spermatogenese: Herman. — Ovum in
Testis: Ward, — Ovarium: Cunningham (1).
IV. Pisces für 1897. 41
Lebensweise, Gefahren, Krankheiten, Parasiten.
Gedächtniss: Edinger, Reeker. — Seefische: Me Intosh u. Masterman,
Murie. — Lepidosiren: Meerwarth. — Scholle: Mortensen. — Plattfische:
Peterson. — Aal: Warnwell, Williamson, Hofer (1). — Wanderung, Scomber:
Allen (2), Buxbaum. — Laichen: Hofer (5), Masterman (1, 2), Hensen u. Apstein,
Kopsch (2), Mazza. — Nahrung s. Arbeiten. — Parasiten, Chimaera: Olsson. —
Krankheiten: Josephy (2), Hoier (2, 3), — Sterben: Hofer (6), Greve (2).
Missbildung, Verstümmelung, Regeneration.
Schiemenz, Leger.
Stoffwechsel, Nahrung.
Knauthe, Dröscher, Greve (1), Schillinger, Strodtmann.
Fischzueht.
Armistead, Seagle, Anonymus, Biesenbach, Stone, Jaffier, de Mareillae,
Moucheron, Ramelet, v. d. Borne, Bade, Bungartz, Dürigen, Mitth. d. Deutsch.
Seefischerei - Vereins, Seelig, Fabre - Doumerge u. Bietrix (2), Trichomirow,
Dröscher, Schillinger, Strodtmann, Metzger, Walter.
Fischerei.
Allen (4), Baudouin (1), Detten, Garbini, Garstang, Grimm, Herwig, Hensen
u. Apstein, Hinkelmann, Liebenau, Matzdorf, Meek (1), Rathbun, Ravenal, Smith,
Southwell (2), Staudinger, de Varigny, Hensen u. Apstein.
IH. Geographische Verbreitung.
Europa.
Grossbrittanien.
Loch Fyne: Seott. — Liverpool: Herdmann. — Great Yarmouth: Patter-
son (2). — Marlborough: E. Meyriek. — Thetford (Norfolk): W. 6. Clarke.
Norwegen.
Collett (3).
Dänemark.
Jensen.
Frankreich.
Normandie: Gadeau de Kervilles. — Allier: Olivier — Auvergne: Du-
ehasseint. — Montlucon: Villatte. — Loire: Marchand.
Belgien.
Limbourg: Bamps u. Geraerts,
42 IV. Pisces für 1897.
Deutschland.
Wiesbaden: Borggreve.
Ungarn.
Kroatien: Mojo. — Balaton-See: Daday.
Balkanhalbinsel.
Albanien (Janina): Steindachner.
Russland.
Murmanküste: Weisses Meer, Knipowitschh — Pakra-Mündung, Oka,
Altyn-köl, Bogorodsk, schwarzes Meer s. Arbeiten.
Italien.
Golf von Genua: Perugia.
Portugal.
Museum Coimbra: Lopes Vieira. — Osorio.
Azoren.
Collett (3).
Asien.
Sibirien.
Ob: Warpachowski.
Irtisch: s. Arbeiten.
Centralasien.
Turkestan s. Arbeiten.
Arabien.
Aden: Meek.
Persien.
Ost-Persien: Nikolsky.
Indi:n.
Bassetts-Smith.
Burma.
Fea.
China.
Swatow: Rutter.
Celebes,
Süsswasserfische: Boulenger (3).
IV. Pisces für 1897.
Afrika.
Ost-Afrika.
Somali- und Gallaland: Vineiguerra (1, 2). — Deutsch-Ost-Afrika
Central-Afrika
Shire-Fluss: Boulenger (1). Johnston.
Congo.
Oberer Congo: Boulenger (1).
Süd-Afrika.
Weber.
Amerika.
Ost-Grönland: Lütken.
Beering-See: Gill u. Townsend
Vereinigte Staaten.
Shufeldt.
New York: Bean.
Indiana, Dubois county: Moenkhanus.
Turkey-See: Eigemann.
Californien: Gilbert.
Missouri: Evermann u. Scovell.
Arizona, Colorado: Gilberi u. Scofield.
Mexico: Gilbert.
Centralamerika.
Chagres-Fluss: Vaillant (5).
Jamaica
Kingston: Jordan u. Rutter.
Brasilien.
Rio Grande do Sul: v. Ihering.
MarajolInseln.
Boulenger (%).
Boliviau. Argentinien.
Boulenger (4). Berg.
Australien und Polynesien.
Australien: Douglas-Ogilby (2), Saville- Kent.
Vietoria: Lucas (2).
Tasmanien: Douglas-Ogilby (4).
Polynesien, Funafuti: Waite.
Rotuma Insel: Boulenger (9).
43
: Pieffer.
44 IV. Pisces für 1897.
Fossile Fische.
Kohlenfo:mation Abden, Kinghorne Fifeshire: Traquair (2).
Calvados et Orne, Normandie: Rigot.
Frankreich (Senon): Priem.
Alba (Miocän): De Alessandri.
Parma, Pacenza (Pliocen): Carragoli.
Illinois, Ohio, Pensylvanien Palaeozoisch: Cope.
Siluridae, Vertheilung in Raum u. Zeit. Vaillant.
IV. Uebersicht der behandelten Species unter besonderer Berücksichtigung
der Nova.
Teleoste:i.
Vgl. Thilo, Hämmerle, Anders, Franz, Friedmann, Haus, Cunningham (1),
De Scabra, Aichel, Genderen-Stort, Herrick, Goronowitsch, Calandruceio, Haller,
Dahlgren, Bunker, Stahr, Wilson u Mattocks, Ballowitz, Me Intosh u. Master-
man, Masterman (1 u. 2), Kyle (1), Fabre-Doumerge u. Bietrix (2), Seelig (1),
Verrill, Pfeifer.
Acanthopterygii.
Percidae.
Lucioperca sandra Cuv. Daday, Droescher.
Lucioperca volgensis Pall. Kroatien: Mojo, Daday.
Perca fluviatilis L. Daday, Buxbaum, Greve (2).
Percina caprodes Raf. Variation: Moenkhaus (2).
Per ina aspro Cope u. Jord. Variation: Moenkhaus (2).
Beleosoma nigrum Raf. Variation: Moenkhaus (2).
Acerina cernua L. Loire: Marchand, Kroatien: Mojo, Balaton: Daday, Duncker (3),
Greve (2).
Acerina Schraitzer Cuv. Daday.
Aspro vulgaris Cuv. Daday.
Serranidae.
Epinephelus niphobles n. sp. Gilbert.
Mycteroperca hopkinsi n.sp. Jordan u. Rutter.
Dules dispilurus Gthr. Jordan a. Rutter.
Anthias townsendi n.sp. Persien. Boulenger (11).
Lobotes surinamensis Bl. Jordan a. Rutter.
Pristipomatidae.
Diagramma goeldii n.sp. Brasilien, Marajo-Inseln. Boulenger (%).
Brachydenteres corvinaeformis Stdr. Jordan a. Rutter,
Orthopristis forbesi n.sp. Galapagos Ins. Gilbert.
- gr
IV. Pisces für 1897.
. Squamipennes.
Holacanthus iodicus n. sp. Galapagos Ins. Gilbert.
Scorpis, C. u. V. Vaillant (2).
Mullidae.
Mulloides samoensis Gthr. Beschreibung. Waite.
Sparidae.
Dentex gibbosus, Raf. Perugia (1).
Scorpaenidae.
Sebastes maderensis, C. u. V. Collet (3).
Sebastodes semicinetus n. sp. Gilbert.
Sebastodes ayressi n. sp. 6ilbert.
Sebastodes crameri n.sp. Gilbert.
Scorpoena pannosa n.sp. &ilbert.
Beryeidae.
Myripristis clavionensis n.sp. Gilbert.
Holocentrum marianum C. u. V. Jordan a. Rutter.
Sciaenidae.
Ophioseion strabo n. sp. Gilbert.
Oynoscion jamaicensis Vaill. u. Bocourt. Jordan a. Rutter.
Umbrina coroides C. u. V. Jordan a. Rutter.
Nebris occidentalis n.sp. Vaillant (3).
Anomalopidae.
Anomalops palpebratus, Rodd. Reuvens (2).
Trichiuridae.
Trichiurus lepturus L. Grossbrittanien. Vaillant (4).
Carangidae.
Caranz trachurus L. (?). Jugendstadium. Me Intosh (1).
Seriola lalandi:, C. u. V. Bean.
Psettus falciformis, Lac&p. Weber.
Vomer spixi Swains. Jordan a. Rutter.
Chloroscombrus ectenurus n.sp. Jordan a. Rutter.
Trachynotus rhomboides Bl. Jamaica. Jordan a. Rutter.
Capros asper L. Eier. Larve. Holt (1).
Coryphaenidae.
Lampris luna, Risso. Tasmanien. Morton '2).
45
46 IV. Pisces für 1897.
Scombril
Scomber scombrus L. Wanderung. Allen.
Scomber colias Gm. Kitahara.
Scomber microlepidotus Rupp. Kitahara.
Thynnus thynnus L. Kitahara.
Thynnus sibi Temm u. Schleg. Kitahara.
Thynnus germo Lacep. Kitahara.
Thynnus macropterus Them. u. Schleg. Kitahara.
Thynnus thunnina C.u.V. Kitahara.
Thynnus palamys L. Kitahara.
Pelamys chilensis C. u. V. Kitahara.
Cybium niphonium C. u. V. Kitahara.
Acanthocybium solandri, ©. u. V. Boulenger (2).
Pterycombus brama Fries. Collet (2).
Auzxis rochei, Risso. Kitahara.
Echeneis albescens, Temm u. Schleg. Collet (3).
Trachinidae.
Astroscopus zephyreus n.sp. Gilbert.
Pseudochromis nigrovittatus n. sp. Boulenger.
Batrachidae.
Batrachus argentinus n.sp. Berg.
Pediculati.
Antennarius mitchelii n.sp. Tasmanien. Morton (1).
Cottidae.
Prionotus loxias n.sp. Bucht von Panama. Gilbert.
Pterois ellioti n.sp. = Pterois antennata, Rupp. Somaliküste. Meek (2).
Cottus scorpius L. Biologie. Me Intosh (2).
Cottus sibiricus Kessl. Warpachowski.
Triglidae.
Trigla hirundo Bl. Pattersen (5).
Cataphracti.
Percis, Scop. = Cottus japonicus, Pall. Subfamilie Percidinae = Agonomalus
+ Hypsagonus. Gill.
Discoboli.
Cyclopterus lumpus L. Me Intosh (2), Guitel.
U'yelopterus (Eumicrotremus) spinosus Mull. Collett (3).
IV. Pisces für 1897. 47
Gobiidae.
Gobius jeffreysii Gthr., Plymouth. Holt (3).
Gobius marmoratus Pall., Kroatien. Mojo. Daday.
Gobius gymnauchen n. n. für @. nudiceps Blkr. nec C. u. V. Weber.
Gobius dewaali n. sp. Natal. Weber.
Gobius giurinus n. sp. China. Rutter.
Gobius sarasinorum n. sp. Celebes. Boulenger (3).
Gobius latifrons n. sp. Celebes. Boulenger (3).
Gobius toumsendi n. sp. Persien. Boulenger (11).
Prionobutis serrifrons n. sp. China. Rutter.
Aphia pellucida Nardo. Plymouth. Holt (3).
Gülichthys detrusus n. sp. Colorado. Gilbert u. Secofield.
Eleotris Gron. Australische Arten. Douglas-Ogilby (1).
Carassiops n. g. für Bleotris compressus. Douglas- Ogilby (1).
Carassiops longi n. sp. New South Wales. Douglas-Ogilby (}).
Krefftius n. g. für Bleotris australis Krefft. Douglas-Ogilby (1).
Mulgoa n. g. für Bleotris coxii Krefft. Douglas-Ogilby (1).
Ophiorrhinus n. g. für Eleotris grandiceps Krefft. Douglas-Ogilby (1).
Callionymus maculatus Bp. Falmouth-Bai. Holt (3).
Liparis montagni Donov. Evans.
Blennidae.
Emmnion n.g. entfernt verwandt mit Labrosomus und Pseudoblennius. Gilbert.
E.bristolae n. sp. Galapagos. Gilbert.
Emblemaria oculocirris n. sp. Californien. Gilbert.
Salarias curtus n. sp. Boulenger (il).
Salarias phantasticus n. sp. Boulenger (14).
Tripterygium melanurum Guich. Collett (3).
Ulvicola n. g. sanctae rosae n. sp. Californien. Gilbert.
Opisthocentrus tenuis n. sp. Japan. Bean.
Atherinidae.
Telmatherina n. g. celebensis n. sp. Boulenger (3).
Mugilidae.
Mugil thoburni n. sp. Gilbert.
Mugil hypselosoma n.sp. Douglas Ogilby (2). i
Mugil georgii mn. sp. New South Wales. Douglas- Ogilby (2).
Cestroeus norfolcensis n. sp. ebenda. Douglas Ogilby (2).
Pseudomugil signifer Kner. Douglas- Ogilby (2).
Gasterosteidae.
Gasterosteus pungitius L. in Salzwasser. Forbes (1). Sirodtmann.
Gasterosteus pungitius var. brachypoda Bean. Boulenger (10).
Gasterosteus cataphractus Jord. u. Gilb. Boulenger (10).
Casterosteus microcephalus Gir. Boulenger (10).
48 IV. Pisces für 1897.
Teuthididae.
Xesurus clarionis n. sp. Clarion-Insel, Mexico. Gilbert.
Gobiesocidae.
Lepadogaster bimaculatus Penn. Collett (3). Eier und Junge. Me Intosh (2).
Lophotidae.
Lophotes sp.? Taranaki-Küste, Neuseeland. Clarke (2).
Notacanthidae.
Macdonaldia alta n. sp. Bering-Meer. Gill u. Townsend.
Macdonaldia longa n. sp. Bering-Meer. Gill u. Townsend.
Pharyngognathi.
Pomacentridae.
Eupomacentrus diencoeus n. sp. Jamaica. Jordan u. Rutter.
Chromis multilineatus Guich. Jordan u. Rutter.
Pomacentrus paru Bl. Jordan u. Rutter.
Pomacentrus jordani n. sp. China. Rutter.
Angelichthys ciliaris L. Jordan u. Rutter.
Labridae.
Orenilabrus coeruleus Risso. Perugia (1).
Odax attenuatus n. sp. Tasmanien. Douglas-Ogilby (4).
Scarus emblematicus n. sp. Jamaica. Jordan u. Rutter.
COhromides.
Chromis natalensis n. sp. Weber.
Ctenochromis philander n. sp. Natal. Weber.
Ctenochromis auratus n. sp. Nyassa. Boulenger (4).
COtenochromis rendalli n. sp. Shire. Boulenger (1).
Ctnenochromis obliquidens Hilg. Victoria Nyansa. Pfeffer.
Oreochromis shiranus n. sp. Shire. Boulenger (1).
Corematodus (n. g.) shiranus n. sp. Shire. Boulenger (1).
Docimodus (n. g.) johnstoni n. sp. Congo. Boulenger (9).
Pelmatochromis congieus n. sp. Congo. Boulenger (9).
Heros fasciatus Stdr. Bade.
Heros goeldii n. sp. Guiana. Boulenger (%).
Boggiana (n. g.) ocellata n. sp. Paraguay. Perugia (2).
IV. Pisces für 1897. 49
Anacanthini.
Lycodıdae.
Lycodes digitatus n. sp. Gil! u. Townsend.
Lycodes concolor n. sp. Gill u. Townsend.
Gadidae (vgl. Röse).
Gadus morrhua L. Me. Intosh (1). Boulenger (10).
Gadus aeglefinus L. ' Me Intosh (1).
Gadus merlangus L. Me Intosh (1).
Gadus pollachius L. Me Intosh (2).
Gadus esmarkii Nielss. Holt. Dunn u. Holt.
Lepidion verecundum n. sp. Mexiko. &ilbert.
Lota vulgaris Cuv. Mojo. Daday. Greve (2).
Molva vulgaris Cuv. Kyle (2).
Molva abyssorum'Nilss. Sim. \
Onos maustela L. Me Intosh (1). '
Ramiceps raninus L. Me Intosh (1).
Ophidiidae.
Diplacanthopoma rivers-andersoni Alc. Alcock.
Diplacanthopoma brachysoma Gthr. Alcock.
Dermatorus melampeplus Alc. Alcock.
Neobythites conjugator Alec. Alcock.
Dermatopsis macrodon Douglas-Ogilby (2).
Monothrix (n. g.) polylepis n. sp. Douglas- Ogilby (2).
Austrophyeis (n. g.) megalops n. sp. Douglas- Ogilby (2).
Otophidium genyopus n. sp. Douglas-Ogilby (2).
Coelorhynchus mortoni n. sp. Douglas-Ogilby (4).
Ammodytes tobianus L. Me Intesh (2)
Ammodytes personatus Girard. Boulenger (10).
Macruridae.
Macrurus lepturus n. sp. Gill u. Townsend.
Macrurus dorsalis n. sp. ill u. Townsend.
Macrurus firmisgquamis n. sp. Gill u. Townsend.
Macrurus (Nematonurus) magnus n. sp. Gill u. Townsend.
Macrurus (Nematonurus) suborbitalis n. sp. Gill u. Townsend.
Steindachnerella n. n. für Steindachneria. Goode u. Bean nec Eigenm. Eigen-
mann.
Arch. f.Naturgesch. 69. Jahrg. 1903. Bd. 11. H.1. (IV.) 4
50 IV. Pisces für 1897,
Pleuroneetidae. (Vgl. Dannevig).
Plagusia. Nishikawa.
Hippoglossus vulgaris. Kermode.
Hippoglossoides robustus D. SP. Gill u. Townsend.
Hippoglossoides sp.?! Japan. Otaki.
Phrynorhombus unimaculatus Risso. Holi (1).
Arnoglossus laterna Walb. Holt (1).
Arnoglossus Grohmanni Gthr. Holt (1).
Ps udorhombus olivaceus Schleg. Otaki.
Pseudorhombus cinnamomeus Schleg. ®taki.
Paralichthys oestuarius. Gilbert u. Seofield.
Paralichthys woolmani n. sp. Gilbert.
Pleuronectes platessa L. Cunningham (2). Petersen.
Pleuronectes americanus. WDahlgren.
Pleuronectes yokohamae Gthr. Abbildung. Otaki.
Pleuronectes scutifer Stdr. Otaki.
Pleuronectes stellatus Pal. ®taki. Boulenger (10)
Pleuronectes cynoglossus L. ®taki.
Pleuronectes asperrinus Schleg. ®taki.
Pleuronectes variegatus Schleg. ®taki.
Parophrys cornuta Blkr. ®taki.
Boopsetta umbrarum Ale. Aleock.
Symaptura zebra C. u. V. Otaki.
Cynoglossus joyneri Gthr. Otaki.
Physostomiü.
Siluridae.
Silurus glanis L. Daday.
Clarias mossambicus Ptrs. Vineiguerra (1).
CI rias theodorae n. sp. Weber.
Ailia somalensis n. sp. Vineiguerra (2).
Pimelodus gracilis Val. Vaillant (5).
Tachysurus liropus n. sp. Gilbert.
Chimarrhoglanis n. g. leroyi n. SP. Vaillant (1).
Arius pleurops BD. SP. Boulenger (%).
Netuma insularum n. sp. Gilbert.
Dormea typica Sauvage. Vaillant (1).
Synodontis zanzibaricus Ptrs. Vineiguerra (2).
Synodontis leopardus Pfef!. Vineiguerra (2).
Synodontis serratus Rüpp. Vineiguerra (2).
Synodontus pleurops N. SP. Boulenger (9).
Synodontis vaillanti n. n. = S. Iabeo Vaill. nec Gthr. Boulenger (9).
Malapterurus electricus. Forbes (3).
Pleeostomus borellii n. sp. Boulenger (5).
IV. Pisces für 1897.
Trichomycterus cordovensis Weynb. Boulenger (5).
Trichomyceterus borellüi n. sp. Boulenger 5).
Pygidium Schmidti n. sp. Berg.
Pygidium spegazzinii n. sp. Berg.
Pygidium riojanum n. sp. Berg.
Scopelidae.
Bathypterois atricolor Alcock. Aleock.
Argyropelecus olfersii Cuv. Collett (3).
Scopelarchus guentheri Alcock. Alcock.
Cyprinidae.
Catostomus arizonae n. sp. Gilbert u. Scofield.
Cyprinus carpio L. Sehiemenz. Daday. Garbini. Josephy (2).
Oyprinus kisaibeli Reis. Daday.
Carassius vulgaris Nils. Daday. Sundvik.
Carassius bucephalus Heck. Daday.
Labeo bottegi n. sp. Vineiguerra.
Apiostoma n. g. (Apiorrhynchus) Apiostoma zarudnyi n. sp. Nikolsky.
Capoeta fusca n. sp. Nikolsky.
Capoeta nudiventris n. sp. Nikolsky.
Capoeta gibbosa n. sp. Nikolsky.
Barbus. Pfeifer.
Barbus aphya Bloch. Hilgendorf.
Barbus albicans. Steindachner.
Barbus gananensis. Vineiguerra (2)
Barbus graecus n. sp. Steindachner.
Barbus ruspolüi n. sp. Vineiguerra (1).
Barbus anoplus n. sp. Weber.
Barbus viviparus n. sp. Weber.
Barbus breijeri n. sp. Weber.
Barbus fluwviatilis Ag. Daday Buxbaum.
Tinca vulgaris Cuv. Daday. Greve (2. Levi.
Gohio fluviatilis Cuv. Mojo. Daday.
Gobio uranoscopus Ag. Daday.
Rhodeus amarus Ag. Daday.
Abramis brama L. Daday. Strodtmann.
Abramis ballerus L. Daday.
Blicca bjorkna L. Daday.
Spirilinus bipunctatus Heck. Daday.
Alburnus alborella. Garbini.
Alburnus mento Ag. Daday. 6atti.
Alburnus lucidus Heck. Daday. Buxbaum. Strodtmann.
Sardinius erypthrophthalmus L. Daday, Buxbaum, Strodtmann.
4*
51
52 IV. Pisces für 1897.
Leueiscus rutilus L. Daday, Gatti, Genderen-Sfort, Buxbaum, Grev& (1), Strodt-
mann, Galeotti.
Idus melanotus Heck. u Kner. Daday.
Pelecus cultratus L. Daday.
Squalius ephalus L Daday. Buxbaum.
Squalius leuciscu. Buxbaum.
Squalius cephalus L. var. albus Bp. Steindachner.
Squalius suworzewi. Warpachowski.
Squalius meddem n. sp. Warpachowski.
Tiaroga cobitis Gir. Gilbert u. Scoiield.
Aspius rapax Ag. Daday.
Phozinus strauchi Warp. Warpachowski.
Phoxinus altus Warp. Warpachowski.
Phoxinus laevis Ag. Daday. Grev& (2).
Paraphoxinus epiroticus Stdr. Steindachner.
Oreoleuciscus potanini Kessl. Warpachowski.
Oreoleuciscus humilis Warp. Warpachowski.
Acanthorhodeus dicoeus n. sp. Butter.
Barilius quentheri n. sp. Boulenger (1).
Nemachilus compressirostris n. sp. Warpachowski.
Chondrostoma nasus L.. Daday. Buxbaum.
Acanthopsidae.
Acanthopsis lachnostoma n. sp. Butter.
Cobitis uranoscopus s. Arbeiten.
Cobitis taenia L. Daday.
Misgurnus fossilis L. Daday.
Nemachilus barbatulus L. Daday
Characinidae.
Citharinus congicus n. sp. Boulenger (9).
Alestes affinis Gthr. Vineiguerra (1).
Chirodon interruptus Jen. Boulenger (5).
Brycon microlepis n. sp. Perugia (2).
Distichodus sexfasciatus n. sp. Boulenger (9).
Distichodus leptorhynchus n. sp. Boulenger (9).
Cyprinodontidae.
Cynolebias gibberosus n. sp. Berg.
Cynolebias holmbergi n. sp. Berg.
Jenynsia lineata Jen. Boulenger (5).
Fundulus microlepis n. sp. Vineiguerra (2).
Lebia ; calarıtana Bonelli. Mazza.
IV. Pisces für 1897.
Umbridue.
Umbra canina Mars. Majo.
Umbra krameri Fite. Daday.
Scomberesocidae.
Hemirhamphus weberi n. sp. Boulenger (3).
Mormyridae.
Mormyrus gliroides n sp. Vineiguerra (2).
Mormyrus bentleyi n. sp. Boulenger (9).
Mormyrus stanleyanus n. sp. Boulenger (9).
Mormyrus psittacus n. sp. Boulenger (9).
Esocidae.
Esox lucius L. Daday. Greve. Strodtmann.
Salmonidae (vgl. Ehrmann, Zacharias).
Salmonidae. Kaukasus. Kawraisky.
Salmo. Nerdgaard.
Salmo ischehan Kessl. Kawraisky.
Salmo caspius Kessl. Kawraisky.
Salmo lacustris L. Kawraisky.
Salmo lacustris L. var. romanovi. Kawraisky.
Salmo nelma. Greve (2).
Salmo lavaretus. Greve (2).
Salmo muksun. Grev& (2).
Salmo polcur. Grev& (2).
Salmo wimba. Greve (2).
Salmo fario L. Kawraisky. Hoeffer (2 u. 5).
Salmo fario L. X fontinalis Mitch. Bean.
Salmo salar L. Metzger.
Salmo irideus Gibb. Forbes (2). de Mareillac. Ramelet.
Salmo fontinalis Mitch. Hofer (3).
Salmo fontinalis Mitch. X Salmo fario L. Bean.
Salmo lacustris L. 6arbini.
Salmo oxianus Kessl. s. Arbeiten.
Seagle.
54 [V. Pisces für 1897.
Salmo sp.? | Schirmer.
Salmo namaycush Walb. Bean.
Salmo aureolus n. sp.? Josephy (1).
Salvelinus marstoni. Josephy (1).
Salvelinus alpinus. Josephy (1).
Salvelinus malma Jord. u. Og. Bean u. Bean.
Oncorhynchus nerka Walb. Evermann. Scovell (2).
Coregonus oxyrhynchus Pall. Ferrant. Lewin.
Coregonus wartmanni Bl. Fatio (1 u. 2).
Coregonus hiemalis Jur.. Sehillinger.
Coregonus albula L. Strodtmann.
Coregonus quadrilateralis Rich. Bean.
Coregonus labradoricus Rich. Bean.
Coregonus omul Pall. Lewin.
Argyrosomus artedi Les. Bean.
Argyrosomus hoyi. Gill. Bean.
Aryjyrosomus tullibee Rich. Bean.
Thymallus baicalensis Dyb. Lewin.
Thymallus vulgaris. &reve (2).
Clupeidae.
Alosa finta Cuv. Garbini.
Alosa alabamae n. sp. Evermann (1).
Trichosoma Swains. = Thrissa Gray nec Raf. Ruiter.
Trichosoma adelex n. sp. Rutter.
Spratelloides robustus n. sp. Douglas- Ogilby.
Kowala castelnaui n. sp. Douglas- Ogilby.
Hyperlophina n. subfam. (Potamalosa Douglas-Ogilby und Hyperlophus Douglas-
Ogilby). BDouglas-Ogilby.
Hyperlophus copii n. sp. Douglas-Ogilby.
Stolephorus productus Poey. Jordan u. Rutter.
Stolephorus robertsi n. sp. Jordan u. Rutter.
Stolephorus astilbe n. sp. Jordan u. Rutter.
Chanos (Lutodeira) salmoneus Forst. (anonym, vgl. hinter Woodward).
Alepocephalidae.
Ericara (n. g.) salmonera n. sp. Gill u. Townsend.
Halosauridae.
Echidnocephalus troschelii v. d. Marck. (foss.) Woodward.
IV. Pisces für 1897. 55
Gymnotidae.
Gymnotus electricus L. Quelch.
Sternopygus macrops n. Sp. Boulenger (8).
Muraenidae (Vgl. Grassi u. Calandruceio).
Anguilla vulgaris L. Southwell (1). Seelig (1 u.2). Buxbaum. Dröscher. Gar-
bini. Grassi u. Calandruceio (2 u. 3). Hofer (1 u. 4). 6Galeotti. Falciola
(2). €Cunningham (5). Daday.
Conger vulgaris Cuv. Faeceiola (1).
Scolenchelis n. g. (Muraenichthys) australis Macleay. Douglas-Ogilby (3).
M yeropterura n. g. (Myrus) laticaudata n. sp. BDouglas-Ogilby (3).
B scanichthys hemizona n. sp. Douglas-Ogilby (3).
Goodella n. g. (Synodus) hypozona n. sp. BDouglas-Ogilby (3).
Ophichthys colubrinus Bodd. Waite,
Muraena helena L. Holt.
Lophobranchii.
Siphostoma robertsi n. sp. Jordan u. Rutter.
Plectognaihki.
Alutera punctata Ag. Jordan u. Rutter.
Tetrodon nigropunctatus Bl. Waite.
Tetrodon gillbanksii n. sp. Clarke, F. E. (1).
Tetrodon cheesemanni n. sp. Clarke, F. E. (1).
Tetrodon lawleyi. Carraroli.
Lagocephalus pachycephalus Ranz. Jordan u. Rutter.
Chilomycterus antillarum n. sp. Jordan u. Rutter.
Orthagoriscus nasus Ranz. Reuvens (1).
Ranzania truncata Nardo. Perugia (1).
Ganoidei.
(Vgl. Aliis (1 u. 2), Davis, Whitman u. Eyeleshymer, Bridge (2), Garman (1),
Borodine, Kingsbury (1), Lankester, Miollier).
Amia calva. Allis (1 u. 2), Davis, Whitman u. Eyeleshymer.
Polyodon folium. Bridge, T. W. (2), Garman (1).
Caturus Ag. (fossil). Woodward (2).
Osteorhachis leedsi n. sp. (fossil). Woodward (2).
Clastes lusitanicus n. sp. Sauvage.
Clastes pustulosus n. sp. Sauvage.
56 IV. Pisces für 1897.
Acipenser ruthenus L. Mojo. Daday. Greve (2).
Acipenser stellatus Pall. Mojo. Trois.
Acipenser baerii. Grev& (2).
Crossopterygii.
Holoptychius Ag. (fossil) Cope.
Holoptychius serrulatus n. sp. Cope.
Holoptychius latus n. sp. Cope.
Holoptychius flabellatus n. sp. Cope.
Protocephali n. subel. fossil. BRohon.
Dipnoi. (Vgl. Bridge (1), Leger).
Ceratodus sp.? ©’ Connor.
Ceratodus forstori Krefft. ®’Connor. Greve (1).
Ceratodus kannemeyeri n. sp. (fossil). Seeley.
Protopterus annecteus. Leger.
Lepidosiren paradoxa Fitz. Goeldi.
Sazenodus foliatus n. sp. (fossil). Cope.
Sagenodus lacovianus n. sp. (fossil). Cope.
Sagenolus quincunciatus n. sp. (fossil). Cope.
Sajenodus brouwmiae n. sp. (fossil). Cope.
Sagenodus magister n. sp. (fossil). Cope.
Sagenodus gurleianus n. sp. (fossil). Cope.
Arthrodira.
Dinichthys. Dean (2).
Dinichthys kepleri n. sp. Claypole.
Macropetalichthys sullivanti Newberry. Bastmann (2).
Elasmobranchii
(Vgl. Emery (1). Reis. Foote. Claypole (1). Peabody. Schneider. Neumayer.
Burckhardt (1). Romano. Morrill. Neuville (1, 2). Haswell. Sewerzoff. Hoff-
mann. His. Gregory. Virchow (I u. 2). Ogneff. Distant. Ridewood. Levi.
Reis (3). Seweretzoff. Hermann. Leisel.)
Ischyodus suevicus n. sp. (fossil). Philippi.
Edaphodon pliocenicus n. sp. (fossil). Carraroli.
Ohimaera monstrosa. Oilsson.
Hexanchus. Carrueio.
Acanthias. Seweretzoff.
Galeus canis Everett. Merrill.
Rhina spatina Bell. Southwell (2).
IV. Pisces für 1897.
Mustela. Galeotti.
Isurus oxyrhynchus (Lamna spallanzanii Bp.). Collet‘ (3).
Lamna cornubica L. Kermode.
Lanına borealis n. sp. (foss.). Priem.
Lamna bassanii n. sp. (foss.). de Alessandri.
Oxyrhina hastalis Ag. (foss.). de Alessandri.
Scyllium canicula L. Kopsch (2). Galeo ti.
Gyropleurodus n. sp. Douglas-Ogilby. (3)
Heptranchias haswellt n. sp. Douglas-Ogilby
Chlamydoselachus angwineus Garm. Collett
Rhinobatus stellio n. sp. Jordan u. Rutter.
Raiva rosispinis n. sp. Gill u. Townsend.
Raia obtusa n. sp. Gill u. Townsend.
Raia interrupta n. sp. Gill u. Townsend.
Raia sp.? Patterson (3).
Myliobates placentinus n. sp. (foss.). Carrareli.
Ceratobatis n. g. (ähnlich Dicerobatis) robertsii n. sp. Boulenger (6).
Tamniobatis n. g. vetustus n. sp. Eastman (1).
Edestus lecontei n. sp. Dean (3).
Ctenacanthus angustus Newberry. Claypole (2).
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Cyelostomi.
(Vgl. Norris. Studnicka (1). Kapelkin. Mayer. Giglio-Tos. Dean (1).
u. 2). Brachet. Price. Spengel. Semon. Felix (1). Hatta (1). Levi.
Seweretzoff. Sebotta (3).
Petromyzon wilderi Gaze. Dean u. Summer.
Petromyzon fluviat'lis. Buxbaum. Greve /2).
Macrophthalamia n. g. chilensis n. sp. Plate.
Palacospondylus gunni Trag. Traquair (1).
Leptocardii.
97
Maas (1
Schaper.
(Vgl. Me Bride. Minot. Kopsch (1). Sobotta (3). Klaatsch. Krause.
Nakagawa.)
Amphioxus. Nakagawa.
Asymetron caudatum n. sp. Willey. Wijhe.
(IV.)
58 IV. Pisces für 1897.
Inhaltsverzeichniss.
Seite
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen . . .. . u m 2... 2% 1
II. Uebersicht nach dem Stoff
Entwicklung, : .% 5 lkefedn IE Mueasi „IN ERRSE 38
Phylogenie, Organisation im Allgemeinen, Haut, Skelett, Schädel u.
Visceralskelett, Muskeln, Elektrisches Organ, Nervensystem . 39
Centralorgan, peripherische Nerven, Seitenorgan, Geruchsorgan,
Auge, Geschmacksorgan, Gehörorgan, Verdauungskanal, Blut,
Blutgefässe, Harn- und Geschlechtsorgane . . . .. 2... 40
Lebensweise, Gefahren, Krankheiten, Parasiten, Missbildung, Ver-
stümmelung, Regeneration, Stoffwechsel, Nahrung, Fischzucht,
Fischerei». 2 0.= was. «ou raue: BASE Eee 41
III. Geographische Verbreitung Zuarsım) +» ..nuk)ınite dd abtlnmiu Bue 41
IV. Uebersicht der behandelten Spezies unter besonderer Berücksichtigung
det Nova . .'. ch) anskhal - Ei.. Blau ne ee 44
Teleostei, Acanthopterygi, Percidae, Serranidae, Pristipomatidae 44
Squamipennes, Mullidae, Sparidae, Scorpaenidae, Berycidae, Sciae-
nidae, Anomalopidae, Trichiuridae, Carangidae, Coryphaenidae 45
Scombridae, Trachinidae, Batrachidae, Pediculati, Cottidae, Tri-
glidse, Oataphraeti, Discobal . =. 1»... = 0 as ae 46
Gobiidae, Blennidae, Atherinidae, Mugilidae, Gasterosteidae . . . 47
Tenthididae, Gobiesocidae, Lophotidae, Notacanthidae, Pharyngo-
gnathi, Pomacentridae, Labridae, Chromides. ....... 48
Anacanthini, Lycodidae, Gadidae, Ophidiidae, Maeruridae -. . . . #9
Pleuronectidae, Physostomi, Siluridae . -. ». » 2» 2 22220. . 50
Scopelidae, Cyprinidae % rar) . „umuarulls un lau Kerr 5l
Acanthopsidae, Characinidae, ERTRENNEE E ENG .- 52
Umbridae, Scomberesocidae, Mormyridae, Esocidae, Salmonidae . 53
Clupeidae, Alepocephalidae, Halosauridae . . »... 22.2... 54
Gymnotidae, Muraenidae, Lophobranchii, Plectognathi, Ganoidei 55
Crossopterygü, Dipnoi, Arthrodira, Elasmobranchi ....... 56
Uyelostomi, Leptovardü . - » » sn a0 0 = 0/6 se nee 57
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Archiv für Naturgesch. 40 Tafel XXI.
Fig. 1.
Schöndorff, Farbenwechsel bei Forellen.
Archiv £.Naturgesch.1903 | Taf. XXıl.
KVerfweffnd Nat gez.
1/Zhomas, Zih.Inst, Berlin 5.53
K.Verhoeff: Interkalarsegmente der Chil opoden.
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