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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
WE, BRICHSON, F. DH. TROSCHEL,
E. VON MARTENS UND F. HILGENDORF.
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. W. WELTNER,
KUSTOS AM KÖNIGL. ZOOLOG. MUSEUM ZU BERLIN.
VIERUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG.
l. BAND.
Berlin 1908.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRICKER,
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Inhalt des ersten Bandes.
Dr. Emanuel Trojan. Holostaspis sita, eine neue Acarine. (Hierzu Tafel I
und 5 Textfiguren) . .
Embrik Strand. Verzeichnis der von ea Ne in , Süd- ae
gesammelten Spinnen. (Hierzu Tafel Il, Figur 1—27) . ;
Embrik Strand. Nordafrikanische Spinnen, Tauplschlieh von Carlo Fr ae
von Erlanger gesammelt. (Hierzu Tafel II, Figur 1a—8a) . .
W. Michaelsen. Zur Kenntnis der Tubifieiden. (Hierzu Tafel III).
Dr. K. W- Verhoeff. Über Isopoden. 12. Aufsatz. Neue Oniscoidea aus
Mittel- und Südeuropa und zur Klärung einiger bekannter Formen.
(Hierzu Tafel IV und V) s
Jacques Felber. Die '[richopteren von Bad are Umgakune De Bee
sichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. (Hierzu Tafel VI)
Dr. Max Bernhauer. Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika .
Franz Poche. Synonymische Übersicht der bisher bekannten Actinotrochidae
Dr. Theodor Arldt. Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen .
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Holostaspis sita, eine neue Acarine.
Von
Dr. Emanuel Trojan,
Assistenten am Zoologischen Institut der k. k. deutschen Universität in Prag.
Aus dem Zoologischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag.
Hierzu Tafel I und 5 Textfiguren.
In den ersten Novembertagen des verflossenen Jahres hatte ich
Gelegenheit, an den Stubenfliegen (Musca vom.) meiner Wohnung
eine Epidemie zu konstatieren. Es fiel mir nämlich auf, daß eine
größere Anzahl dieser Tiere kein normales Aussehen zeigte, sondern
zum Unterschiede von anderen geradezu einen jämmerlichen Anblick
bot. Die armen Fliegen glichen leeren Hautskeletten und waren
lässig im Flug und ihren Bewegungen überhaupt. Schenkte man
einer solchen Fliege längere Zeit seine Aufmerksamkeit, so konnte
man bemerken, daß sie sich bemühe, mit ihren Füßchen etwas vom
Körper abzustreifen. Diese Bewegungen veranlaßten mich, die Lupe
zur Hand zu nehmen. Mit Erstaunen sah ich nun, daß die Fliege
von Ektoparasiten befallen war. Zwei, drei, ja selbst fünf winzige
Tierchen saßen derart tief eingezwängt in dem Einschnitt zwischen
Kopf und Thorax, bezw. Thorax und Abdomen der Fliege, daß nur
ihre abdominalen Teile zu sehen waren. Fing ich die Fliegen mit
der Hand, was bei ihrem kläglichen Zustande zugleich den Tod be-
deutete, dann ließen die Parasiten augenblicklich von ihrem Wirte
ab und es war mitunter bei ihrer Kleinheit und ihren raschen
Bewegungen nicht leicht, sie von den Fingern aufzuklauben.
Dennoch gelang es mir, 60 Individuen zu sammeln; ich hielt diese
Anzahl zwecks näherer Bestimmung der Art des Parasiten für
hinreichend.
Der erste Blick ins Mikroskop ließ mich erkennen, daß ich es
hier mit einer Acarine zu tun haben werde.
Technisches.
Die Parasiten waren, da keine besondere Absicht als die Be-
stimmung der Gattung und Art vorlag, bloß im Alkohol, beziehungs-
weise Formol (10 °/,) fixiert. Nach solchen Exemplaren eine ge-
naue Beschreibung des Tieres zu geben, erkannte ich alsbald als
unmöglich und zwar aus folgenden Gründen: Die Tierchen haben
eine dunkelbraune Farbe und ihr Körper ist undurchsichtig; es ist
daher bei solchen Exemplaren höchstens die Feststellung grober
Merkmale wie Körperform, Größe, Zahl und Art der Extremitäten
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.1. 1
2 Dr. Emanuel Trojan:
möglich, die der feineren Details aber, die für eine genaue
Beschreibung einer Acarine unentbehrlich sind, nie. Die Tierchen
mußten aufgehellt werden. Um dies in kurzer Zeit durchführen zu
können, wandte ich stärkere Kalilauge an, mußte aber leider wahr-
nehmen, daß die Tiere dabei deformierten und zu jeglicher Unter-
suchung untauglich wurden. Da half nichts anderes als Behandlung
in recht schwacher Kalilauge und geduldig abzuwarten. Bei diesem
Verfahren konnte ich nach 6 Wochen feststellen, daß ich dem ge-
wünschten Ziele, der Aufhellung ohne irgendwelche schädliche
Beeinträchtigung der Form des Tieres, viel näher sei. Die dunkle
Farbe und die Undurchsichtigkeit waren geschwunden und nun
konnten die feinsten Details bis ins Kleinste beobachtet werden.
Das beste Untersuchungsmaterial lieferten Tiere, die 8 Wochen in
50%, Kalilauge gelegen hatten.
Im Besitze solcher Präparate konnte ich auch dem Rate meines
hochverehrten Chefs, Herrn Professor von Lendenfeld, der alsbald
erkannte, daß eine mikrophotographische Darstellung die Ver-
hältnisse viel genauer zum Ausdruck bringen wird als die beste
Zeichnung, nachkommen und stellte nahezu ausschließlich die Mikro-
photographie in den Dienst meiner Arbeit. Wenn ich dessen-
ungeachtet einige Skizzen und Zeichnungen meiner Arbeit beifügte,
so betrifft dies solche Teile, die wegen ihrer Plastizität eine scharfe
Mikrophotographie ihres Ganzen nicht zuließen; zumal sind manche
von ihnen so hyalin, daß ihre Umrisse kaum erkannt werden
können, auf der Mattscheibe der photographischen Kamera über-
haupt nicht zum Vorschein kommen und daher eine scharfe Ein-
stellung ausschließen. Im großen und ganzen aber gewann ich
die Überzeugung, daß es um unsere systematischen Bestimmungen
auf diesem Gebiete besser bestellt wäre, wenn, wo möglich, die
Photographie, beziehungsweise die Mikrophotographie an Stelle der
Zeichnung treten würde.
Eine wesentliche Erleichterung für meine Untersuchungen bot
ferner das binokulare Mikroskop ‚von Zeiß, daß die Präparation
der feinsten Details zuließ, so das Ofinen der mandibularen Scheren
— sie sind 0,08 mm lang — das Abheben des Flagellulum —
dieses mißt 0,06 mm in der Länge — das Herauspräparieren von
Embryonen aus dem Uterus — sie sind 0,35 mm lang. Wer
dieses vortreffliche Instrument einmal kennen gelernt hat, wird es
ebensowenig entbehren können wie das gewöhnliche Mikroskop.
Genus Holostaspis Kolenati 1857.
Es nahm mich nicht wenig wunder, daß ich mir kurz nach
der Entdeckung des Parasiten keinen Rat über das Vorkommen
von Acarinen auf Fliegen aus den mir zu Gebote stehenden Lehr-
und Bestimmungsbüchern holen konnte. Nur bei Brehm (1892,
S. 732) fand ich im Anschlusse an die Beschreibung der ge-
meinen Käfermilbe (Gamasus coleoptratorum) folgende Notiz; „Ganz
Holostaspis sita, eine neue Acarine, 3
ähnliche“ (nämlich wie G. c.) „Milben habe ich tot und meist mit
der Hinterleibsspitze durch einen kurzen Faden anhängend gefunden
und besitze eine Fliege (der Gattung Cyrtoneura), welche mit Aus-
nahme des Kopfes, der Beine und der Flügel, jedoch an der Wurzel
dieser, so dicht über und über mit einer graugelben Milbe besetzt
ist, daß man auch nicht ein Pünktchen ihrer wahren Oberfläche
zu erkennen vermag. Die Milbe gehört einer anderen Gattung von
mehr länglicher Form an.“ Mit dieser Angabe war mir natürlich
wenig gedient, sie hatte nur insofern für mich einen Wert, daß ich
in meiner Vermutung, einen selteneren Fund gemacht zu haben,
bekräftigt wurde. Um nicht unnütz Zeit zu vergeuden, wandte
ich mich direkt an einen Fachmann, Herrn Professor Dr. Berlese
in Florenz, dem ich eine Mikrophotographie des frisch ein-
gefangenen Tieres zusandte. Ich muß gestehen, daß jene Mikro-
photographie aus den auf Seite 1 angeführten Gründen als eine
bloße Silhouette des Tieres bezeichnet werden muß. Dennoch
erhielt ich von dem genannten Forscher in zuvorkommendster
Weise einen Wink, in welcher Richtung ich die Bestimmung des
Tieres vorzunehmen hätte, Herrn Professor Dr. Berlese sei für
seine Liebenswürdigkeit, die mir große Zeitersparnis brachte, mein
wärmster Dank ausgesprochen.
Auf Grund des umfangreichen Werkes „Acari, Myriopoda et
Scorpiones hucusque in Italia reperta* von Berlese (1902) wurde
es mir möglich, die Gattungszugehörigkeit der von mir auf der
Stubenfliege gefundenen Milbe festzustellen; sie gehört der Gattung
Holostaspis an.
Diese Gattung ist nicht neu; sie stammt von Kolenati (1857)
und wird von ihm folgendermaßen beschrieben: „Corpus ovale,
subdepressum, cute longitudinaliter-striolata, capite oblongo, ocellis,
duobus in basi capitis infera, rostro conico, palpis, obeonieis in
apice aut chelatis aut patellatis, pedibus gracilibus, artieulis setoso-
eingulatis anticis in articulatione approximatis, empodiis oblongo-
pyriformibus, unguiculis aut patentibus aut absconditis, stigmate
laterali inter pedes intermedios absque peritremate, scutello coriaceo
aut corneo contiguo, dorsum fere tegente, scutello ventrali aut contiguo
aut partito, pedes posticos superante, orificio genitali inter pedes
intermedios aut posticos, ano vix terminali.
Inveniuntur sive vagae in locis similibus ut Porrhostaspidae, sive
corporis platinitici insectorum adpressae.“
Wenn auch zugegeben werden muß, daß diese Beschreibung
von der Gattung Holostaspis vieles besagt, erschöpfend ist sie nicht;
demzufolge ist es verzeihlich, wenn nach Kolenati manche Milbe
als Holostaspide beschrieben wurde, obzwar sie gar nicht zu dieser
Gattung gehörte und umgekehrt. So war es um die Gattung
Holostaspis immer schlecht bestellt, ja nicht nur um diese, sondern
auch um manch andere; es fehlte ein festes System für die Acarinen
überhaupt. Erst nachdem Kramer (1876) gezeigt hatte, daß bei der
Bestimmung der Milben eine ganze Reihe von Merkmalen berück-
1*
4 Dr. Emanuel Trojan:
sichtigt werden müsse, die von den älteren Autoren außeracht gelassen
worden war, wurde durch Canestrinis und Berleses intensive
Studien die Systematik der Acarinen in neue, zeitgemäße Bahnen
gebracht. In dem von Berlese (l. c.) zum großen Teile neu-
geschaffenen System kam die Gattung Holostaspis Kolenati zu ihrer
vollen Geltung; wir finden sie scharf begrenzt und ihre Angehörigen
gründlich gesichtet.
Ich will nun zunächst an der Hand von Skizzen, die zum
Teile der Mikrophotographie entnommen sind, die Beschreibung
der Gattung Holostaspis nach Berlese geben.
Der flachgedrückte Körper der Holostaspisarten hat eine längliche,
hinten abgerundete Gestalt und wird von mehreren Platten bedeckt.
Unter diesen Platten ist die große, den ganzen Rücken überziehende
Rückenplatte zu erwähnen. Auf der Bauchseite der Tiere, namentlich
der weiblichen, werden mehrere Platten unterschieden und zwar
(Textfig. 1) zwischen dem ersten und zweiten Fußpaare die Sternal-
platte (s), hinter ihr seitlich 2 kleine Metasternalplatten (m), zwischen
diesen die Genitalplatte (y) und in unmittelbarem Anschlusse an
diese die Analplatte (a). Nicht unbedingt nötig ist das Vorhanden-
sein von Jlugular- und accessorischen Platten; die ersteren wären
als ganz kleine Schildchen in der Figur 1 bei i, die letzteren
bei ae zu ergänzen. Auch die obenerwähnten Metasternalplatten (m)
können fehlen. Zu beiden Seiten des Vorderkörpers zieht zwischen
der Dorsal- und der Sternalplatte ein langes, schmales Plättchen,
das die Tracheen deckt (£) und ein anderes, ebensolches zwischen
den Coxalgliedern des 3. und 4. Beinpaares einerseits und den
Ventralplatten andererseits (b). Diese beiden letztgenannten Arten
von Platten führen bei den Systematikern keinen besonderen Namen,
Ich werde die ersteren Stigmal-, die letzteren Coxalplatten nennen.
Die Männchen pflegen von den hier beschriebenen Verhältnissen
darin von den Weibchen abzuweichen, daß die Ventralplatten, ins-
besondere aber die halbkreisförmige Genital- und die fünfeckige
Analplatte miteinander verschmelzen. Die drei großen Ventral-
platten sind stets grob gefeldert. Von den vier Paar Beinen ist
das erste von den drei übrigen dadurch verschieden, daß es
am Ende statt eines Haftapparates ein Haarbüschel trägt. Die
mandibularen Scheren (Textfig. 4) haben auf dem unbeweglichen
Gliede eine Borste (A), beim Männchen überdies einen zurück-
gebogenen Sporn. Am Grunde der Scheren sitzt auf der einen
Seite ein kurzes Haar (d), auf der anderen ein langes, gefiedertes,
das sogenannte Flagellulum (/). Das Epistom (Textfig. 3) ist hyalin
und besteht aus zwei Paar Gabeln; das vordere Paar ist fein
behaart. Das Hypostom (Textfig. 2) geht vorn in zwei seitliche,
verhornte (le) und ein mittleres, bewimpertes Glied (%) aus. Die
Nymphen sind der Stammform sehr ähnlich, haben eine weiche
Haut und längliche Platten. Die Tiere kommen auf Fliegen und
anderen Insekten vor. Die Männchen der erwachsenen Form sind
häufiger als die der Nymphen.
Holostaspis sita, eine neue Acarine. 5
11
N
Fig. 2. Fig. 3. Fig. 4.
Genus Holostaspis Kolenati 1857.
Fig. 1 Ventralansicht eines weiblichen Tieres; Fig. 2 das Hypostom; Fig. 3 das
Epistom; Fig. 4 die mandibulare Schere eines Weibchens.
a Analplatte, ac accessorische Platten, b Basalplatten, d Dorn, f Flagellulum,
9 Genitalplatte, % Haar, i Jugularplatten, } Zunge, le Lobi externi, li Lobi
interni, m Metasternalplatten, s Sternalplatte, © Trachealplatte.
6 Dr. Emanuel Trojan:
Die hier angeführten Gattungsmerkmale passen auf das von
mir gefundene Tier und es erscheint mir über jeden Zweifel er-
haben, daß die vorliegende Milbe zur Gattung Holostaspis gehört.
Vorausgeschickt möge werden, daß sich sämtliche folgende Angaben
auf Weibchen beziehen.
Holostaspis sita
(Taf. I Fig. 1-14),
wie ich das neue Tier nennen will, besitzt einen längsovalen,
flachgedrückten Körper von der Längendimension 1,2 mm; am
breitesten ist das Tierchen zwischen dem dritten und vierten Bein-
paare; es mißt daselbst 0,65 mm. Der Kopf, das sogenannte
Capitulum wird lediglich durch die Mundteile dargestellt, die zum
Teil die Kopfröhre bilden, zum Teile in derselben stecken. Er ist
zurückziehbar und in der Ansicht von oben deutlich vom Thorax
abgesetzt. Hinsichtlich der scharfen Abgrenzung wirkt in der
Ansicht von unten der Umstand beirrend, daß das erste Beinpaar
eng am Capitulum und mit diesem zugleich aus der Vorderöffnung
des Hautpanzers hervortritt und leicht als Lippentaster angesehen
werden kann, dazumal es anders gestaltet ist als die übrigen Bein-
paare; man wäre bei oberflächlicher Betrachtung geneigt, die er-
wähnte Grenze hinter dieses Beinpaar zu setzen, was jedoch die
Acarine zu einem Hexapoden machen würde. Eine äusserlich
erkennbare Grenze zwischen Thorax und Abdomen ist nicht aus-
geprägt. Beim Genus Ptilonyssus und Leiognathus, wo sich unter
den Acarinen eine solche Grenze am deutlichsten zeigt, liegt sie
hinter dem vierten Beinpaare und so ist sie auch hier anzunehmen.
Von den Mundteilen sind Ober- und Unterlippe, die Mandibeln,
die Maxillen mit den Maxillartastern und die Zunge zu nennen.
Es ist nicht leicht, alle diese für die Systematik höchst wichtigen
Teile in ihrer richtigen Form zu erkennen, ja geradezu unmöglich,
wenn man unter den eingesammelten Tieren keines mit ausgestoßenen
Mundwerkzeugen antrifft. Daß solche Exemplare nicht häufig sind
beweist der Umstand, daß ich in meinem Material kaum 4 Tiere,
also !/,, vom Ganzen in dieser für die genaue Bestimmung günstigen
Stellung fand. Ich will mit Rücksicht darauf bei der Beschreibung
der Mundteile so vorgehen, daß ich mit den Teilen beginne, die an
den Tieren unter jeder Bedingung zu sehen sind, die also nicht
eingezogen werden können.
Beim ersten Blick ins Mikroskop fallen an der Milbe vorn in
der Mitte 2 spitze Dornen auf; sie gehören dem Unterkiefer, Berlese’s
Hypostoma, an. Die Maxillen bilden nämlich mit ihren langaus-
gezogenen Basalteilen die Unterseite der Kopfröhre. Diese Basal-
teile gehen nach vorne in 2 Paar von Fortsätzen über u. z. 1 Paar
innerer (Fig. 6li) und 1 Paar äußerer (Fig. 6le) Diese beiden
Paare sind wesentlich von einander verschieden. Die äußeren
Fortsätze sind 47 « lang, stark chitinisiert, scharf zugespitzt, messer-
artig und an ihrem unteren Innenrande gefranst. Die inneren
Holostaspis sita, eine neue Acarine. 2
Fortsätze sind etwas kürzer, dünn und an ihren Enden stark
gekrümmt. Nach Berlese (1902 Fasc. XLIV. Nr. 2 Fig. 3) sollte dies
letztere nicht der Fall sein, da diese Gebilde dortselbst nur schwach
gekrümmt abgebildet werden. Es wäre möglich, daß jene Krümmung
in meinen Präparaten postmortal auf das Konservierungsmittel zurück-
zuführen sei. Ich habe sie dennoch in der Zeichnung zum Aus-
drucke gebracht, da ich kein einziges Tierchen mit anders geformten
inneren Maxillarfortsätzen in meinem Material finden konnte. Etwas
anderes, was mir an diesen Gebilden abweichend von den Angaben
früherer Autoren (Berlese:l.c.; Winkler, 1888, S. 8) auffiel, war
der Umstand, daß ich keine Behaarung an ihnen konstatieren
konnte; sie sind nackt.
Diese 2 Paare von Fortsätzen haben im Laufe der Zeiten ver-
schiedene Deutungen erfahren. Kramer (1876) und Haller (1882)
identifizierten die inneren Fortsätze mit den Lippentastern und den
ventralen Grund der Kopfröhre mit der Unterlippe. Pagenstecher
(1877) deutete diese Mundteile bei Gamasiden anders; er räumte
nicht den ganzen Basalteil der Maxillen der Zunge ein, sondern
nur einen schmalen, mittleren Lappen derselben; die äußeren Maxillar-
fortsätze sah er als Kauladen an. Nalepa (1884) machte sich
diese Erklärung für Tyroglyphen zunutze, verharrte aber aller-
dings noch bei der fälschlichen Deutung der Unterlippe. Einen
einwandfreien Aufschluß über den Unterkiefer der Gamasiden schuf
erst Winkler (1888) auf Grund eingehender Studien der Anatomie
dieser Tiere. Er bewies, dab die Unterlippe überhaupt keinen
Anteil an den obenerwähnten Teilen hat, daß ferner das Paar
äußerer Maxillaranhänge den lobi externi, das Paar innerer den
lobi interni entspricht, welch letztere am Grunde verschmelzen und
und am Ende in 2 Zipfel ausgehen. Mir scheinen die äußeren
Maxillarfortsätze wegen ihrer Stärke und scharfer Kanten dazu
geeignet zu sein, dem Beutetier eine tiefe Wunde zu schlagen,
selbst durch dessen Chitinpanzer durch, und dieselbe zu vergrößern.
Ob die inneren Laden-Endzipfel als Stechborsten fungieren, vermag
ich nicht zu sagen.
Genau in der Mitte zwischen all diesen Fortsätzen ragt bisweilen
eine pfriemenähnliche, äußerst fein behaarte Zunge (Fig. 6 1) hervor.
Von den Basalteilen der Maxillen entspringen lateral die fünf-
gliedrigen Maxillartaster (Fig. 2, 5, 8 k); ihr letztes Glied ist gegenüber
den anderen vier gleich langen bedeutend verkürzt und lang behaart.
Damit ist die Reihe der nahezu stets der Betrachtung zu-
gänglichen Teile erschöpft.
Von obenher wird die Kopfröhre durch das sogenannte Epistom
(Fig. 3) gedeckt. Dieses Gebilde, das der Oberlippe analog ist,
mibt in seiner Länge 0,096 mm. Bei normalem Aussehen, d.h.
wenn das Capitulum vollkommen ausgestoßen, das Epistom infolge-
dessen ganz ausgestreckt und nicht gefaltet ist, erkennt man, daß
es durch eine plötzliche Verjüngung der oberen Kopfröhrendecke,
deren Rand fein gedornt ist, zustande kommt, Die Verjüngung
8 Dr. Emanuel Trojan:
trägt ebenfalls eine kurze Strecke kleine Dornen, läuft hier aber
nicht wie bei einer grossen Zahl von Acarinen in eine Spitze aus,
sondern verbreitert sich und gibt nach rechts und links je einen,
nahezu in einer Horizontalen liegenden Ast ab, der sich am Ende
gabelig teilt. Den Rand dieses Gebildes überragt in der Mitte ein
Haar, das sich ebenfalls gabelig teilt. Die Endzipfel desselben sind
umgebogen. Dieses Gebilde, das den „lobi interni* der Maxillen
ähnelt und wie diese nach Berlese (l. c. Fig. 6) behaart sein soll,
habe ich stets ohne Behaarung gefunden; es ist nackt. Ob diese
Gabel vorgestoßen werden kann, ist fraglich; ich wenigstens habe
sie in einem solchen Zustande bei keinem Individuum angetroffen;
immer lieb sich der gemeinsame Stamm der Gabel eine Strecke
weit unterhalb der hyalinen Epistommembran ohne irgendwelchen
Muskelapparat verfolgen.
In der also durch das Epistom und den Unterkiefer gebildeten
Röhre bewegen sich außer der bereits erwähnten Zunge die
Mandibeln (Fig. 8, 0). Diese Kieferfühler sind dreigliedrig; ihr
bewegliches drittes Glied ist unterhalb des Endes vom zweiten
eingelenkt und bildet mit diesem eine vortrefflich ausgebildete
Schere (Fig. 4, 10, 13, 14). Die Beschaffenheit der Mandibeln verrät
deutlich, daß sie dem Tiere für das Erreichen, Fassen und Fest-
halten der Beute ausgezeichnete Dienste leisten müssen. Sie können
in ihrer ganzen Länge, die 0,33 mm beträgt, d. i. ungefähr !/, der
gesamten Körperlänge, vorgestoßen werden. Das basale und mittlere
Glied sind besonders lang und zum Unterschied von der end-
ständigen Schere nicht chitinig. Man sieht daher auch auf nicht
aufgehellten Präparaten, natürlich bei vorgestoßenen Mandibeln, die
inneren Organe dieser Teile, d. s. der Muskelapparat zur Bewegung
der Schere und eine große, ovale Drüse, durchschimmern; die
letztere hat ihren Sitz in dem Basalgliede. Winkler (1888, S. 5)
erwähnt bereits eine solche Drüse bei den Gamasiden; er ist nicht
geneigt, sie als Giftdrüse anzusehen. Ich kann dieser Ansicht auf
Grund meiner Beobachtungen nur beipflichten, denn gewiß kommt
es diesen Ektoparasiten der Stubenfliege nicht darauf an, ihren
Wirt durch Gift umzubringen; sie entnehmen ihm ja Nahrung, so-
lange er lebt. Auffällig ist es, daß, wenn man die von den
Holostaspiden geplagte Fliege umbringt, die Schmarotzer im Nu
von ihr ablassen und sich auf die Beine machen, als wollten sie
mit dem Cadaver nichts zu tun haben. Eine Chelizerengiftdrüse
wäre also meiner Ansicht nach für die Tiere unzweckmäßig.
Besondere Aufmerksamkeit habe ich den mandibularen Scheren
geschenkt. Sie sind 0,08 mm lang und bestehen, wie bereits bei
der Beschreibung der Gattung erwähnt, aus einem beweglichen
und einem unbeweglichen Gliede. Die Innenseite dieser beiden ist
bezahnt. Die Art der Bezahnung und die Zahl der Zähne spielt
beim Erkennen der Arten eine große Rolle. Bei meiner Milbe fand
ich an dem beweglichen Arme der Schere 5, an dem unbeweglichen
4 Zähne. Es ist ferner zu bemerken, daß diese Zähne niemals in
Holostaspis sita, eine neue Acarine. 9
einer, sondern in zwei oder drei Ebenen liegen; deshalb war es
mir nicht möglich, diese Verhältnisse mikrophotographisch darzu-
stellen; dafür habe ich sie in der Zeichnung (Fig. 4) zum Ausdrucke
gebracht. Zwischen dem 2. und 3. Zahne des unbeweglichen
Scherenarmes ragt nach innen eine Borste (Fig. 4, h) vor; eine
andere (Fig. 4, 14, d), die ich wegen ihrer Stärke und Steifheit
eher als Dorn bezeichnen möchte, befindet sich an der Basis des-
selben Gliedes außen. Ihr gegenüber, nur etwas tiefer, sitzt das
sogenannte Flagellulum (Fig. 4, 14fJ. Es ist 0,06 mm lang und
mit fiederförmig angeordneten, stark verlängerten Haaren besetzt.
Was den basalen Rand der Schere betrifft, war all mein Suchen
nach einem solchen, wie ihn Winkler (1888, S. 4, 5) für das Genus
Holostaspis schildert, umsonst; er soll nach jenem Autor mit Fransen,
die ihrerseits wieder fein behaart sind, besetzt sein und überdies
einen pinselförmigen Anhang tragen. Daß es sich bei dieser
Diagnose um einen Irrtum handelt, geht schon daraus hervor, daß
sich eine solche Angabe bei keinem anderen Autor vorfindet. In-
dessen kann ich mir vorstellen, wie leicht ein solcher Fehler unter-
laufen kann. Hat man nämlich weder Glück, noch Geschick, das
Flagellulum von der Schere abgehoben zu sehen, dann pflegt es
sich um die Basis der Schere umzulegen und täuscht das von
Winkler geschilderte Verhältnis vor. Ich habe nicht gesäumt, diese
trügende Stellung des Flagellulum in einer Mikrophotographie meiner
Arbeit beizufügen (Fig. 10, f). Es erübrigt bei der Beschreibung
der Mundteile noch die Unterlippe zu erwähnen (Fig. 1). Sie liegt
ventralwärts über der Mitte des vorderen Sternalplattenrandes und
besteht aus einem basal verbreiterten Stammglied, der distal in
2 langgefiederte Haare ausgeht. Die Gesamtlänge dieses Gebildes
beträgt 0,15 mm. Seit Winkler (1888) weiß man, daß dieser Mund-
teil der Acarinen nicht anders als Unterlippe gedeutet werden kann.
Von alten Autoren wurde er nämlich als „Bauchtaster“ aufgefaßt.
Von den 4 Beinpaaren stimmt das erste mit dem letzten, das
zweite mit dem dritten in Länge überein, wobei die ersteren länger
sind als die letzteren. Alle Beine sind sechsgliedrig und mit Aus-
nahme des 1. Paares mit einem gestielten, kompliziert gebauten
Haftapparat versehen; an Stelle eines solchen trägt das erste Bein-
paar zahlreiche lange Borsten.
Das Integument des Körpers bildet einen eiförmigen, vorn ab-
gestutzten Sack und besteht aus einer derben Haut, die überdies
an gewissen Stellen zu den für die Gattung charakteristischen
Chitinplatten erhärtet. Die Rückenplatte ist glatt und mit kurzen
Borsten spärlich besetzt. An allen übrigen Stellen des Körpers
werden diese Borsten durch solche, von doppelter, ja dreifacher
Länge ersetzt. Die Rückenplatte bedeckt bis auf einen schmalen,
peripheren Hautsaum den ganzen Rücken des Tieres. Von den Bauch-
platten ist zunächst die Sternalplatte (Fig. 5, s; Fig. 11) zu nennen.
Sie mißt 0,2 mm in der Länge und hat seitlich je 2 Ausschnitte für
die Coxalglieder des 2. u. 3. Beinpaares. Die Oberfläche dieser
10 Dr. Emanuel Trojan:
Ventralplatte, sowie der 2 nächstfolgenden ist nicht glatt, sondern
weist muldenförmige Vertiefungen auf, die sich zu Reihen ordnen
und die ganze Platte in einige Felder
a, ..- teilen. Dadurch kommt die in Textfig.5
ea. Her siegt schematisch dargestellte charakteristi-
unse! 1a ut sche Oberflächenzeichnung derSternal-
EiBnkle Tal Ss »lir platte zustande. Für die ungefähr in
BESTER ETTFOR SEE der Mitte der Ventralseite liegende
Se Br Genitalplatte (Fig. 59) die Längen-
o dimension oder Form genau anzugeben,
05, _ „e®°*e,,.c ist nicht möglich, weil weder die eine,
Be Tl ee noch die andere genügend zum Aus-
Se °°e drucke kommt. Es zeigt sich nämlich,
Fig. 5. daß die Körperhaut unmittelbar hinter
der Sternalplatte überhaupt nicht chi-
tinig ist, sondern erst weiter hinten in eine echte Chitinplatte übergeht,
die annähernd Halbkreisform besitzt. Die Oberflächenzeichnung
dieser Platte ist von der früher erwähnten wesentlich verschieden;
sie ähnelt der einer beschuppten Haut. Die Umrisse der Schuppen
rühren, wie ich mich durch das Heben und Senken des Tubus
überzeugte, von Reihen kleiner Hügel her. Die Analplatte (Fig. 5, a;
Fig. 7, 9) hat die typische Form eines nahezu gleichseitigen Fünf-
eckes, ist 0,33 mm lang und 0,315 mm breit. Von ihrer Ober-
fläche gilt das bereits bei der Genitalplatte Gesaste, das in der
Mikrophotographie dieser Platte (Fig. 7) deutlich zum Ausdruck
kommt. Die Metasternalplatten (Fig. 5m) haben ungefähr eliptische
Form und tragen je eine lange Borste. Hinsichtlich der Stigmal-
und Coxalplatten verweise ich, um eine Wiederholung zu ver-
meiden, auf das bereits oben Erwähnte (S. 4). Alle chitinisierten
Teile der Milbe, die Rückenplatte ausgenommen, sind fein gekörnelt
(Fig. 9, die Mikrophotographie der Analplatte bei tiefer Einstellung,
bringt dieses Verhältnis zum Ausdrucke).
Von den bisher bekannten Holostaspiden trägt keiner der hier
gegebenen Beschreibung in vollkommener Weise Rechnung. Bei
meiner Suche nach einem solchen Tier kam ich zunächst auf Kramers
(1876) Gamasus stercorarius. Die Beschreibung und schematische
Darstellung dieses Tieres sind nicht darnach angetan, daß ich es
mit meiner Milbe identifizieren könnte. Überdies ist der Fundort
verschieden, dort Geotrupes, hier Musca vomitoria. Indessen fand
ich eine genauere Beschreibung und Abbildung des Gamasus
stercorarius Kram. bei Berlese (1882); auf Grund derselben kann
ich mit Sicherheit behaupten, daß die vorliegende Acarine kein
Gamasus stercorarius Kram. ist. Bei dieser Gelegenheit muß ich
auf die komplizierten Generationsverhältnisse der Äcarinen, wie sie
Berlese (l. ce.) schildert, näher eingehen. Bei manchen Milben soll
es nämlich 2 Arten der Entwicklung geben: eine normale („ordinaire“)
und eine abnormale („extraordinaire“). Die erstere bestehe darin,
daß ein Tier eine sechsfüßige Larve hervorbringt, die sich in eine
Holostaspis sita, eine neue Acarine. 11
achtfüßige Nymphe verwandelt; diese wächst zum Muttertier, be-
ziehungsweise dessen Männchen heran. Die abnormale Entwicklungs-
reihe kommt dadurch zustande, daß die achtfüßige Nymphe im
Stande ist, auf diesem Stadium zu verbleiben und ihresgleichen
hervorzubringen (sie führt dann den Namen Protonymphe); diese
Nymphenform vermag auch durch Metamorphose zu einer höher
entwickelten zu werden, der sogenannten Deutonymphe, die ihrer-
seits ebenfalls fortpflanzungsfähig ist; diese Deutonymphe kann sich
abermals verwandeln und zur Tritonymphe werden, die entweder
ihresgleichen zur Welt bringt, oder schließlich die letzte Meta-
morphose, die zur Stammform führt, durchmacht. Das Studium
dieser Generationsverhältnisse führte Berlese bei Gamasus tardus
Koch zu dem Resultate, daß die Tritonymphe dieser Milbe mit den
Gamasus stercorarius Kramers identisch sei. Als solche beschreibt
er die Form genauer und gibt auch ihr Bild wieder; auf beides
habe ich oben hingewiesen, Die einzelnen Nymphenstadien werden
heutzutage von den Acarologen als selbständige Arten aufgefaßt;
als eine solche finden wir auch die erwähnte Tritonymphe unter
dem Namen Holostaspis badius (Holostaspis deshalb, weil auch die
Stammform zur Gattung Holostaspis herübergenommen wurde) ein-
gehend beschrieben und dargestellt bei Berlese (1902) wieder. Von
dieser Form weicht die von mir gefundene Milbe in der Art der
Bezahnung der mandibularen Scheren, in Einzelheiten des Epi- und
Hypostoms, im Habitus der Ventralplatten und endlich in der
Körpergröße ab; der Fundort (Musca vomitoria) ist allerdings der
gleiche. Auf Grund der genannten Unterschiede sah ich mich ge-
nötigt, die vorliegende Art als eine neue zu betrachten; ich nenne
sie Holostaspis sita. Ob sie eine Nymphengeneration oder Stamm-
form ist, vermag ich derzeit nicht zu sagen, denn es gibt Gründe
sowohl für das eine, wie für das andere; daß unter den 60 Exemplaren
kein einziges Männchen war, würde für eine Nymphe sprechen, die
Art des Integuments wieder gegen eine solche. Der Umstand,
daß beinahe alle Tiere bereits wohlentwickelte Larven in ihrem
Leibe trugen (Fig. 5, 12) besagt hierin wenig, denn sowohl Nymphen
als auch erwachsene Tiere sind vivipar; man kann ihn nur soweit
bei der Bestimmung mit heranziehen, als er die Auffassung meiner
Milbe als Zwischenform ausschließt. Zur endgiltigen Lösung der
Frage wird es allerdings weiterer Untersuchungen bedürfen; doch
sollten diese zu Gunsten einer Nymphe oder einer Stammform
ausfallen, das bleibt für die Aufstellung dieser neuen Art ohne
Belang, da, wie bereits erwähnt, die Nymphengeneration und die
Stammform als Arten für die Acarinensystematik gleichwertig sind.
Wenn es auffallen sollte, daß ich weder die Stammform des
Hol. badius, nämlich den Hol. marginatus, noch dessen Proto-,
Deutonymphen und bekannten Zwischenformen in den Kreis meiner
vergleichenden Betrachtungen einbezogen habe, so muß ich be-
merken, daß mir die Unterschiede zwischen jenen Tieren und
12
Dr. Emanuel Trojan: Holostaspis sita, eine neue Acarine.
Holostaspis sita zu groß erschienen, als daß überhaupt ein Ver-
gleich
möglich gewesen wäre.
Prag, am 1. März 1908.
1882.
1902.
1892.
1882.
1857.
1876.
1884.
1885.
1877.
1888.
Literaturverzeichnis.
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Acariens (Gamasides). Arch. Ital. Biol. Tome II, Fasc. 1.
Derselbe. Acari, Myriapoda et Scorpiones hucusque in Italia
reperta. (Gamasidae).
Brehm: Brehm’s Tierleben. Insekten.
Haller, G.: Über den Bau der vögelbewohnenden Sarcoptiden
(Dermaleichiden). Z. wiss. Zool. Bd. 36, S. 356—388, 2 Taf.
Kolenati, F. A.: Parasiten der Chiropteren.
Kramer, P.: Zur Naturgeschichte einiger Gattungen aus der
Familie der Gamasiden. Arch. Naturg. S. 46—105, 2 Taf.
Nalepa, A.: Anatomie der Tyroglyphen 1. SB. Ak. Wien.
Derselbe. 2. SB. ebenda.
Pagenstecher, H. A.: Allgemeine Zoologie II.
Winkler, W.: Anatomie der Gamasiden. Arb. Inst. Wien.
Bd. VILWISS. SEMESTER.
Tafelerklärung.
a Analplatte I Zunge
d Dorn le Lobus externus
f Flagellulum % Lobus internus
g9 Genitalplatte m Metasternalplatte
Ah Haar o Mandibeln
k Kiefertaster s Sternalplatte.
Fig.1. Die Unterlippe. Vergr. 300.
Die Ventralansicht eines weiblichen Tieres. Vergr. 30.
Das Epistom. Vergr. 700.
Die mandibulare Schere. Vergr. 550.
Die Ventralansicht eines weiblichen Tieres mit dem Embryo. Vergr. 60.
Das Hypostom. Vergr. 500.
Die Analplatte. Vergr. 120.
Die Dorsalansicht eines weiblichen Tieres. Vergr. 30.
Die Genital- und Analplatte. Vergr. 120.
. Die mandibulare Schere mit umgelegten Flagellulum. Vergr. 400.
. Die Sternalplatte. Vergr. 140.
. Eine aus dem Uterus des Weibchens herauspräparierte Larve. Vergr. 150.
. Die mandibulare Schere. Vergr. 400.
. Die mandibulare Schere mit dem Flagellulum in normaler Stellung.
Vergr. 400.
Verzeichnis der von Oscar Neumann in
Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen.
Von
Embrik Strand (Berlin).
(Aus dem Kgl. Naturalien-Kabinett zu Stuttgart).
Hierzu Tafel II Figur 1—27.
Da vorliegende Arbeit sich eng an die beiden anderen kürzlich
in dieser Zeitschrift erschienenen Arbeiten über afrikanische, von
Baron Erlanger gesammelte Spinnen anschließt, indem das Material
aus denselben oder jedenfalls benachbarten Lokalitäten stammt,
so erlaube ich mir, auf die Einleitung zu der Lycosiden-Arbeit
(Bd. 73, p. 291) hinzuweisen. — Die Typen gehören dem Kgl.
Naturalienkabinett in Stuttgart, einige Cotypen dem Zoolog. Museum
in Berlin. — Das Manuskript lag schon vor zwei Jahren fertig ab-
geschlossen vor.
Herrn Professor Oscar Neumann bin ich für gefällige Ueber-
lassung des interessanten Materiales sehr zu Dank verpflichtet.
Fam. Aviculariidae.
Gen. Pterinochilus Poc. 1897.
1. Pterinochilus raptor Strand 1906: Zool. Anz. S. 606.
Von Uba (23—25 — I— 1901) liegt ein J' vor, das wahr-
scheinlich zu dem l.c. als Pier. raptor m. beschriebenen 2 gehört.
2. Wesentliche Unterschiede vom Typenexemplar (2) unseres
Pterin. raptor kann ich nicht finden. Zwar ist der Bauch beim
letzteren schwarz behaart, beim vorliegenden g' erscheint er unrein
graugelblich, ist aber fast gänzlich kahl abgerieben, so dab die
Färbung die der Haut ist; die Scopulen des 2 glänzen stärker
grün und Coxen und Sternum sind etwas dunkler als beim d'.
Die Beine des J' sind auch stark abgerieben, scheinen aber ganz wie
beim 2 behaart gewesen. Die Augen des g' etwas mehr gedrängt,
sonst gleich. Abdomen des g' ist an der einen Seite und z. T. oben
gänzlich abgerieben; es erscheint daselbst an den Seiten hell grau-
gelblich, oben dunkelbraun mit hellgraugelblichen Flecken, die in
etwas unregelmäßigen und etwas gebogenen Querreihen angeordnet
zu sein scheinen. Wo die Behaarung des Abdomen erhalten, ist
sie wie beim 2.
14 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Totallänge 22 mm (ohne Mam., mit Mand.). Cephal. mit
Mand. 12,5, ohne 10 mm lang, 8 mm breit in der Mitte, vorn
am Clypeus nur 4 mm breit. Entfernung der Rückengrube vom
Clypeusrande 6, vom Augenhügel 5mm. Abdomen 9 mm lang,
5,5 mm breit. Beine: I Coxa +- Troch. 6, Fem. 8, Pat. 4,5, Tib.
6,5, Met. 6,5, Tars. 4,5 mm; II bezw. 5; 7,7; 4,2; 5,5; 6; A mm;
III bezw. 4,5; 6,5; 3,8; 4,5; 6,5; 4mm; IV bezw. 5; 8,5; 4; 6,5;
9; 4,5 mm. Totallänge: 136; II 32,4; III 29,8; IV 37,5 mm; ohne
Grundglieder 130; Il 27,4; III 25,3; IV 32,5 mm. Palpen: Coxen-
glied 3,5, Troch. 1,5, Fem. 5, Pat. 3, Tib. 4, Tars, 2 mm, zusammen
19 mm.
Augenhügel wenig breiter als lang (bezw. 1,5 und 1,2 mm),
in der Mitte hoch gewölbt, vorn scharf, hinten und seitlich etwas
schräg abgesetzt, vom Clypeusrande deutlich entfernt (die vorderen
S. A. etwa in ihrem Durchmesser vom Clypeusrande entfernt). Die
vordere Reihe so stark procurva gebogen, daß eine die M. A. vorn
tangierende Gerade die S. A. deutlich hinter dem Zentrum schneiden
würde; die M.A, ein wenig größer, unter sich in ihrem Radius,
von den S. A. um noch weniger entfernt; letztere länglich (die
Breite kaum gleich ?/; der Länge), nach hinten stark divergierend,
von den hinteren, sehr wenig kleineren S. A. in dem kürzesten
Durchmesser der letzteren entfernt. Die hintere Reihe mindestens
so lang als die vordere, hinten gerade, vorn schwach procurva,
die M. A. reichlich halb so groß als die S. A., diese fast berührend,
von den vorderen M. A. in ihrem längsten Radius entfernt (alles
trocken gesehen).
Die hinteren Sternalsigillen kaum in ihrem kürzesten Durch-
messer vom Rande entfernt.
Tibia I weder verdickt noch gebogen; der Haken offenbar
abgebrochen (nur das eine Bein I erhalten!), stellt nun einen
kurzen (etwa 0,7 mm), abgestumpft konischen Fleischhöcker vor, der
unten innen sitzt und dessen „Haken“ wahrscheinlich nach innen
gerichtet gewesen. Metatarsus I in der Basalhälfte fast unmerklich
nach oben und außen konvex gebogen. — Bulbus, kurz, dick, birnen-
förmig, mit deutlich abgesetzter Basis, mit der Spina zusammen
2,5 mm lang und wie diese hell blutrot gefärbt. Letztere dick,
wenig zugespitzt, nach unten sowie ein wenig nach hinten und
außen gerichtet, gegen die Spitze seitlich zusammengedrückt; von
der Seite gesehen erscheint sie vorn fast gerade, hinten deutlich
nach hinten konvex gebogen, an der Spitze kurz, aber ganz scharf
zugespitzt, und in der Endhälfte mit 2—3 niedrigen Carinae außen,
innen dagegen ganz schwach ausgehöhlt.
Scopulaan I—II bis fast zur Basis der Metatarsen, an III bis
zum basalen Viertel, an IV bis zur Mitte des Metatarsus, an
Metatarsus IV deutlich geteilt, sonst ungeteilt. — Metatarsen
II—IV unten an der Spitze mit 3 ziemlich starken Stacheln,
oben nahe der Spitze 2, unten vorn in der Basalhälfte 1, IV außer-
dem hinten in der Basalhälfte 1 Stachel; I—II unbewehrt. Tibien
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 15
H—III unten an der Spitze 2,-I daselbst hinten 1 (vorn (innen)
sitzt der Haken!), IV daselbst vorn I, hinten 2 oder 1 Stacheln.
Scopula erheblich breiter als die Glieder, an der Spitze (d.h. die
Unguicularfascikeln) scharf dreieckig zugespitzt. — Tibialglied der
Palpen innen an der Spitze 1 Stachel. — Mandibeln außen mit
dichter Scopula, innen keine. Kein Stridulationsorgan. Trochanter-
glied der Palpen hinten dicht mit ziemlich langen, sehr schräg
gestellten oder fast anliegenden Haaren, die doch nicht plumos sind,
bekleidet. — Rückengrube tief, schmal, gerade, nicht breiter
(transversal gemessen) als der Augenhügel lang.
Fam. Dietynidae.
Gen. Dictyna Sund. 1833.
2. Dictyna abyssinica Strand 1906: Zool. Anz. 1906, S. 667.
Ein 2 von Ejcre-Metscha, 17. September 1900.
9. Totallänge ca. 3 mm. — Cephalothorax chagriniert, nicht oder
sehr matt glänzend. — Der innere Falzrand gerade. — Die vorderen
M.A. kleiner als die S. A. — Patella + Tibia I ein wenig länger
als IV. — Sternum glänzend, ziemlich glatt, jedoch mit feinen ein-
gedrückten, wenig regelmäßig in Längsreihen gestellten Punkten.
Das vorliegende adulte 2 möchte ich für dieselbe Art halten
wie meine D. abyssinica, deren Typenexemplare unreif waren.
Außer durch erheblichere Größe weicht es von den Typen durch
dunklere Färbung des Cephalothorax ab, am Kopfteile hell rötlich-
braun, am Brustteile dunkelbraun, gegen den Rand unbestimmt heller.
Abdominalrücken mehr und deutlicher gezeichnet; vorn ein sich
hinten erweiternder und hinten mitten ausgeschnittener, dunkelbrauner
Fleck, ähnlich wie bei den Typen, hinter diesem vier schmale,
gleichlange, winkelförmig gebogene, quergestellte, an beiden Enden
in einen kleinen runden Fleck endenden Striche, von denen der
hintere undeutlicher ist, aber seine beiden Endflecke ebenso groß
wie die der übrigen (Fig. 14).
Epigyne bildet ein ganz schwach gewölbtes, behaartes, grau-
liches, unbestimmt begrenztes Querfeld, das vorn in der Mitte zwei
kleine, dicht nebeneinander gelegene (oder vielleicht zusammen-
hängende) länglichrunde, tiefe Gruben aufweist, sowie am Hinterrande,
erheblich weiter seitwärts gelegen, jederseits eine unbestimmte,
dunkler gefärbte Einsenkung hat, die hinten am schärfsten begrenzt
ist. In Flüssigkeit erscheint Epigyne wie in Fig. 15 dargestellt.
Fam. Sicariidae.
Gen. Loxoscella Strand 1906.
3. Lowoscella (??) sp.
Ein mutiliertes, nicht sicher bestimmbares Exemplar von
Modschofall oder Bali (Schoa).
16 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Fam. Oonopidae.
Gen. Xestaspis Sim. 1884.
4. Xestaspis recurva Strand 1906, 1. c. 8. 680, No. 1.
Lok.: Dalota (Süd-Schoa) 11. 8. 00 (222).
2. Totallänge 2,3 mm. — Unterscheidet sich leicht von X. nitida
Sim. durch die recurva gebogene hintere Augenreihe, geringere Größe
et. — Von X. hyperion Sim. ebenfalls durch die Recurvatur der
hinteren Augen verschieden, sowie durch erheblichere Größe etc.
Auch bei X. tumidula Sim. und parumpunctata Sim. ist die hintere
Augenreihe gerade oder (parumpunctata) fast gerade.
Cephalothorax gelbbraun, an den Seiten und hinten am
dunkelsten, mit braungrauem Rande und einem schmalen ebensolchen
Submarginalstreifen am Brustteile.. Am letzteren ist Andeutung dunk-
lerer Strahlenstriche. Augen in tiefschwarzen, vorn etwas verdickten
Ringen, dunkel glasartig glänzend. Mandibeln, Maxillen, Lippen-
teil und Sternum wie der Kopfteil, Mandibelklaue kaum dunkler,
Maxillen mit weißer Spitze und schmalem schwarzem Längsstrich
längs der Mitte des Innenrandes, sowie außen schmal schwarz
umrandet, Sternum fein braun, hier und da schwärzlich, umrandet.
Basis der Coxen bräunlich, auch die Femoren z. T. ganz schwach
gebräunt, sonst die Beine lehmgelb, gegen die Spitze am hellsten,
weißlich. — Abdomen. Dorsalscutum längs dem Rande bräunlich-
gelb, längs der Mitte mehr graulich, mit einer feinen, undeutlichen,
helleren Mittellinie und ebensolchen Querlinien, die eine höchst un-
deutliche und unregelmäßige Netzzeichnung bilden. Ventralscutum
gelb, kaum gebräunt, Epigaster bräunlichgelb mit schmalem dunkel-
braunem Rande, Spalte und Stigmendeckel; der Rand vorn nahe dem
Petiolus beiderseits schmal schwärzlich. Epigaster bildet somit eine
Zeichnung, wie sie in Fig. 18 dargestellt ist. Der Zwischenraum
der Scuten weißlich. — Ein schwach entwickeltes inframamilläres
Scutum läßt sich, da es von der Umgebung in Färbung kaum ab-
weicht, sehr schwer erkennen,
Die beiden Vorderaugen ein klein wenig länger als breit, etwas
schräg gestellt (nach hinten divergierend), unter sich etwa in ihrem
doppelten, vom ÜClypeusrande etwa in dem anderthalben Durch-
messer entfernt. Die vier hinteren Augen so stark recurva ge-
bogen, daß eine die M. A. hinten tangierende Gerade die S. A. in
oder vor dem Zentrum schneiden würde; die M. A. sich berührend
oder fast so, von den ein wenig kleineren S. A. etwa in dem Radius
entfernt. Letztere von den Vorderaugen in weniger als ihrem
Radius entfernt; diese in Größe etwa gleich den hinteren M. A.
Die hintere Reihe erheblich länger als die vordere.
Femoren und Tibien unten mit ziemlich langen, feinen,
gebogenen, nicht dicht stehenden Haaren, die Metatarsen und
Tarsen unten mit kräftigeren, geraden, schräg abstehenden
Borsten, z. T. Stachelborsten, besetzt. Oben sind die Extremitäten
haarlos oder fast so (abgerieben?), jedoch mit einigen Hörhaaren,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen, 17
von denen ich jedenfalls je 1 am Ende der vorderen Metatarsen
und an der Basis der hinteren Tibien sehe.
Sternum und Cephalothorax sehr deutlich und regelmäßig reti-
culiert, bei stärkerer Vergrößerung als ein feines, fast geometrisch
genau regelmäßiges Netzwerk erscheinend, aber dennoch glänzend;
längs der Mittellinie des Kopfes eine Reihe von 5—6 eingedrückten,
unter sich gleich weit entfernten Punkten. Abdominalscuta eben-
falls glänzend, ähnlich, aber weniger deutlich reticuliert. —
Sternum ist stark erhöht und an den Seiten gewölbt, in der Mitte
dagegen abgeflacht, hinten zwischen den Coxen IV quergeschnitten
und diese etwa in ihrer Breite unter sich getrennt. — Epigaster
etwas erhöht gewölbt, mit ganz scharf abgesetzter Spalte.
Cephalothorax von hinten bis zwischen den Coxen II ganz
stark schräg, aber nicht gewölbt, ansteigend, daselbst mit dem
horizontalen Rücken fast winklig zusammenstoßend, vorn wiederum
stark abfallend, so daß die hinteren S. A. etwa in ihrem Durch-
messer unter dem Höhepunkt des Cephalothorax sitzen; die größte
Breite zwischen den Coxen II. — Abdomen von oben gesehen lang
eiförmig, fast doppelt so lang als breit, an beiden Enden gleich-
mäßig gerundet, oben etwas abgeflacht. Das Dorsalscutum beim
einen Exemplar ganz deutlich, beim anderen kaum die Spitze über-
ragend. Ventralscutum fast ganz die Mamillen erreichend. Letztere
sowie das inframamilläre Scutum mit einigen kurzen, ziemlich starken
Borsten besetzt.
Fam. Drassidae.
Gen. Drassodes Westr. 1861.
5. Drassodes carinatus Strand 1906, 1. c. S. 609,
Fundorte: Ejere-Metscha (17. IX. 1900), Modschofall (7. VIH.).
Bei den vorliegenden, nicht ganz reifen 2? stehen die hinteren
M. A. ein wenig näher beisammen als bei den reifen (meinen
Typenexemplaren). g'd‘ wie 22 variieren in Größe ganz erheblich,
6. Drassodes sternatus Strand 1906, 1. ce. S. 681, Nr. 2.
Lok.: Modschofall (7. August) oder Bali (8. August), Schoa.
2. Epigyne hat etwas Aehnlichkeit mit derjenigen von Drassodes
subviduatus Strand; von dieser Art unterscheidet sich die vorliegende
doch u. a. durch breiteren und gewölbteren, etwa Amaurobius-
ähnlichen Kopfteil, dunkleres Abdomen, geringere Größe etc. —Femoren
I oben 1.1, vorn nahe der Spitze 1, Il oben 1.1, vorn 1.1, III oben
1.1.1, vorn und hinten je 1.1, IV oben 1.1.1, vorn und hinten
an der Spitze je 1 Stachel. Tibien I unten vorn 1 (subbasal), 1 (sub-
median), II unten vorn 1 (submedian), III unten vorn 1.1.1, unten
hinten an der Spitze 1, vorn 1.1.1, hinten 1.1, oben subbasal 1,
IV unten vorn 1.1.1, unten hinten 1.1. (median und apical), vorn
und hinten je 1.1.1, oben 1.1 Stacheln. Metatarsus I unten an
der Basis 2, II scheint daselbst nur 1 zu haben, III unten 2.2.2,
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd, I. H.1, 2
18 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
hinten 1.1.1, vorn 1.1, oben vorn 1.1.1, IV unten 2.2.2, vorn
1.1, hinten 1.1.1, oben 1.2.2 Stacheln. — Scopula an den Tarsen
I—III (Tarsus IV fehlt!) und wahrscheinlich an den Metatarsen
I—II (fast kahl abgerieben!). Femoralglied der Palpen oben (1?).
1.3, Patellarglied innen 1, Tibialglied innen 1.1, oben subbasal 1,
Tarsalglied innen 1.1, außen (subbasal) 2 Stacheln; Femoralglied
unten mitten mit einer Reihe von 5 Borsten.
Am hinteren Falzrande zwei kleine, gleichgroße, unter sich
weit entfernte, gegenüber der Klaue stehende Zähne, am vorderen
Rande 3 Zähne, von denen der mittlere der größte ist. Am
vorderen Rande nahe der Einlenkung ein vorstehender, abgerundeter
Lobus oder Querfalte, die bei zusammengeschlagener Klaue von
hinten und unten gesehen über die Klaue sichtbar ist. — Die
unteren Spinnwarzen etwa 1!/, so lang und etwas dicker als die
oberen, die kaum länger, aber deutlich dicker als die mittleren sind.
Die hintere Augenreihe so stark procurva, daß eine die M. A.
vorn tangierende Gerade die S. A. kaum schneiden würde; die
M. A. erheblich größer, abgerundet-viereckig, länglich, schräg ge-
stellt, hinten unter sich in ihrem kürzesten Radius, von den 8. A.
etwa in ihrem doppelten kürzesten Durchmesser entfernt. Die
vordere Reihe so stark procurva, daß eine die M. A. unten tangierende
Gerade die S. A. im oberen Drittel schneiden würde, die M. A.
größer, unter sich in ihrem Radius, von den S. A. um noch weniger
entfernt; letztere ein klein wenig größer als die hinteren S. A., von
diesen und. vom Ülypeusrande um weniger als den Durchmesser
entfernt. Das Feld der M. A. erheblich länger als breit.
Cephalothorax rötlich gelbbraun, vorn am stärksten gerötet,
mit schmalem schwarzem Rand und Mittelritze (1 mm lang), sowie
schmalen, schwarzen, innen (S. A.) oder hinten (M. A.) sich
erweiternden aber nicht zusammenfließenden Ringen um die Augen.
Mandibeln rotbraun, Klaue in der Endhälfte hellrot, in der Basal-
hälfte braunrot. Maxillen dunkelrot, an der Spitze schmal weiß,
sonst schwarz umrandet, Lippenteil rotbraun, am Seitenrande
schwärzlich. Sternum bräunlichgelb, am Rande vor den Üoxen
je ein schmaler schwärzlicher Fleck, welche Flecke jedenfalls vor
der Mitte zusammenfließen, außerdem jederseits Andeutung dreier
höchst undeutlichen braunen Flecke. Coxen unten blaßgelb, sonst
die Beine braungelb mit geröteteten (besonders an I—II) Metatarsen
und Tarsen. — Abdomen oben und an den Seiten mattschwarz, fein
und dicht undeutlich grau gestrichelt und punktiert, von der Basis
bis etwa zur Mitte ein graulicher, undeutlicher, hinten zugespitzter
Herzstreif und hinter diesem 5—6 feine, aus Punkten gebildete
Winkelquerlinien; um die hintere Hälfte des Herzstreifens vier
große, runde, braungraue Muskelpunkte, die ein Trapez bilden,
das hinten unbedeutend breiter als vorn und länger als breit ist.
Unterseite graubräunlich, welche Färbung sich vorn auch auf die
Seiten hinauf streckt, mit Andeutung zweier helleren Punktreihen vor
den Spinnwarzen, Epigaster hellgraulich, Epigyne mit rotbraunen
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 19
Samentaschen und schwarzen Leisten, sonst graulich. Spinnwarzen
gelbbraun.
Epigyne (post partum) erscheint trocken gesehen als ein kleines
(ca. 0,7 mm langes), schwach erhöhtes, braunes, vorn tief punktiertes,
besonders hinten glänzendes Feld, das von einer breiten Längs-
furche, die nach hinten allmählich tiefer wird, durchzogen ist; der
Rand dieser ist vorn breit, abgerundet, hinten an der Außenseite schräg
abgeflacht und zu einer dünnen Leiste erhöht, sowie in der Mitte
schwach nach innen konvex gekrümmt. In Spiritus gesehen machen
sich besonders bemerkbar die sehr großen, rundlich birnenförmigen,
rötlichbraunen Samentaschen (Fig. 3).
Totallänge 8,5 mm. Cephalothorax 4 mm lang, 2,8 mm breit.
Abdomen (post partum) 4,5 mm lang, 2,5 mm breit. Mandibeln
1,6 mm lang. Sternum 2,2 mm lang, 1.5 mm breit. Beine:
I Coxa + Troch. 1,7, Fem. 2,7, Pat. + Tib. 3,5, Met. 2, Tars.
1,5 mm; U bezw. 1,6; 2,6; 3; 1,8; 1,4 mm; III bezw. 1,5;
2,4; 2,9; 2; 1,4 mm; IV bezw. 1,9; 3,5; 4; 3; (Tarsus fehlt!) mm.
Totallänge: I 11,4; II 10,4; III 10,2; IV 13,9 (letzteres voraus-
gesetzt, daß Tarsus 1,5 mm ist!) mm.
7. Drassodes adisensis Strand 1906, 1. ce. S. 681, No. 3.
Lok.: Letzter Tag vor Adis Abeba, August 1900.
2 (?). Trotzdem nur ein Cephalothorax mit dem einen Bein III
vorliegt, (sowie noch ein Cephal. eines kleineren Exemplars derselben
Art) möchte ich die Art doch, soweit möglich, beschreiben; die
Zeichnung des Cephalothorax ist so charakteristisch, dab die Art
sich dennoch wird wiedererkennen lassen können. — ÜCephalo-
thorax hellgelb um die Rückenfürche, an den Seitenstreifen und im
Augenfelde ganz schwach gebräunt, die schmale, scharfe, 0,8 mm
lange Mittelritze schwarzbraun, der Rand des Brustteiles (bis zu
den Palpen) breit schwarzgrau und zwei ebensolche schmale, etwa
l mm lange, nach vorn divergierende, hinten unter sich um etwa
l mm getrennte Längsflecke kurz vor der Mittelritze (die Hinter-
spitzen der Flecke und Vorderspitze der Mittelritze eine nicht stark
procurva gebogene Linie bildend). Mandibeln schwach bräunlich-
gelb, Klaue hell rötlich, an den Seiten bräunlich. Augen in
schmalen, schwarzen, sich innen schwach erweiternden Ringen, die
zuweilen um die Augen der vorderen Reihe zusammenfließen.
Ganze Unterseite hellgelb, Maxillen am Ende innen weißlich, außen
grau umrandet, Lippenteil grau umrandet mit schmaler weißlicher
Spitze, Sternum am Rande breit und unbestimmt grau. Jedenfalls
Bein III ganz einfarbig hellgelb. — Femur III oben mitten 1.1.1, vorn
und hinten je 1.1. (submedian und subapical) Stacheln; die der
vorderen Reihe ein wenig weiter basalwärts als die entsprechenden
der hinteren; Patella unbewehrt (?), Tibia oben subbasal 1, vorn
kurz außer- und innerhalb der Mitte je 1, hinten 1.1.1 in nach
oben schwach konvex gebogener Reihe und zwar die beiden
proximalen näher beisammen als der distale und der mittlere
D%*
20 Embrik Strand: Verzaichnis der von Oscar Neumann
Stachel, unten vorn 1.1.1, unten hinten 1 an der Spitze; Metatarsus
unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1, oben 2.2 Stacheln.
Die vordere Augenreihe so schwach procurva, daß eine die
M. A. unten tangierende Gerade die S. A. in oder ein wenig unter
dem Zentrum schneiden würde, alle 4 etwa gleichgroß, die M. A.
unter sich etwa in °/, ihres Durchmessers, von den S. A, in ihrem
halben Radius entfernt; letztere vom Clypeusrande in ihrem Radius,
von den hinteren S. A. in ein wenig mehr entfernt. Die vorderen
M. A. schwarz, die vorderen S. A. und die hinteren M. A. weißlich,
die hinteren S. A. gelblich glänzend. Die hintere Reihe so schwach
procurva, daß eine die M. A. vorn tangierende Gerade die S. A,
im Zentrum schneiden würde, die M. A. größer, schräg gestellt,
oval, wenig länger als breit, unter sich in ihrem kleinsten Radius,
von den S. A. in reichlich ihrem längsten Durchmesser entfernt.
Die hintere Reihe um den doppelten Durchmesser der S. A. länger
als die vordere. Das Feld der M. A. vorn und hinten gleichbreit,
erheblich länger als breit.
Am hinteren Falzrande zwei sehr kleine, unter sich weit ent-
fernte Zähne, am vorderen Rande drei ebenfalls unter sich weit
entfernte (die beiden äußeren am nächsten beisammen stehend, von
denen der mittlere der größte, der innere bei weitem der kleinste
ist. Am vorderen Rande unweit der Einlenkung ein abgerundeter,
etwas vorstehender, quergestellter Lobus, sowie eine Reihe dicht
stehender Borsten. Die Mandibeln senkrecht gestellt, die Vorder-
seiten ganz gerade, die Außenseiten gerade, gegen das Ende zu
ganz schwach konvergierend, die Innenseiten ebenfalls gerade, gegen
das Ende unbedeutend divergierend.. — Sternum zwischen den
Coxen II am breitesten, von da nach vorn und hinten etwa gleich
stark verschmälert, zwischen den Coxen IV in eine feine Spitze
endend, vorn gerade abgestutzt, jederseits mit drei ganz schwachen
Quererhöhungen, sehr glatt und stark glänzend. Auch Mandibeln
und Cephal. glatt und glänzend; letzterer fein reticuliert, mit ganz
schwachen Kopf- und Seitenfurchen. Der Rand des Cephalothorax
deutlich aufgeworfen und umgeschlagen. — Dimensionen (ob dasEx.
reif?): Cephalothorax 3,4 mm lang, zwischen den Coxen III und II 2,2,
vorn 1,2 mm breit. Entfernung der Rückengrube von den Augen
1,6 mm. Mandibeln 1,2 mm lang und beide zusammen so breit
an der Basis. Sternum 2 mm lang, in der Mitte 1,3, vorn 0,9 mm
breit. Coxen I=IV 1,1 mm, II 1 mm, III 0,9 mm. Femur III 2,
Pat. 1, Tib. 1,5, Met. 1,45, Tars. 1 mm.
Gen. Scotophaeus Sim. 1893.
8. Scotophaeus coruscus (L. Koch) 1875.
Lokalität: Zwischen Gidole und Uba, 10.—25. I. 1901.
Das einzige vorliegende reife 2 weicht von den von Erlanger
gesammelten Exemplaren dadurch ab, daß der Zahn des hinteren
Falzrandes ein wenig weiter von der Klaueneinlenkung steht, Epigyne
2 00 0
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. >21
erscheint (nur wenn in Flüssigkeit gesehen!) ein wenig anders und
die Bestachelung ist nicht ganz dieselbe: Femoren I—II oben
1.1.1, vorn unweit der Spitze 1.1 Stacheln, III oben 1.1.1, vorn
und hinten in der Endhälfte je 1.1, IV wie III, aber hinten bloß
1 Stachel Patellen I-II unbewehrt, III vorn und hinten je 1,
IV nur hinten 1 Stachel. Tibien I unten in der Endhälfte 1 (vorn).
2, II daselbst 2.2, III unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1 ın
nach oben schwach konvex gebogener Reihe, oben subbasal 1 Stachel,
IV wie II, doch oben keinen Stachel. Metatarsen III unten
an der Basis 2, III unten 2.2.2, vorn 1.1.1, hinten an der Spitze 1,
oben 2.2.2 Stacheln, III oben und unten je 2.2.2, vorn und
hinten je 1.1.1 Stacheln. — Diese Unterschiede rühren teils daher,
daß Neumanns Exemplar schon nach der Eiablage, Erlangers
sich vor derselben befinden und teils werden sie wohl rein individueller
Natur sein.
Gen. Prostkesima L. Koch 1872.
9, Prosthesima Neumanni Strand 1906, 1 e. S. 681, Nr. 4.
Lokalität: Ejere-Metscha, 17. IX. 1900.
9. Mit Pr. abbajensis Strand verwandt, unterscheidet sich aber
durch Abweichungen in der Epigyne, robustere Extremitäten und
Körperbau etc.
Bestachelung. Alle Femoren oben mit 2 oder 3 langen,
gekrümmten, schräg abstehenden Borsten und jedenfalls I vorn
unweit der Spitze mit 1 ganz kleinen Stachel; wahrscheinlich haben
auch die anderen Femoren je einen ebensolchen gehabt. Paiellen
{—II scheinen unbewehrt zu sein, III—IV hinten mitten 1 Stachel;
alle Patellen an der Spitze oben eine feine Borste. Tibia I scheint
keine, II scheint unten zwei kleine Stachelborsten zu haben, III
unten 2.2.2, hinten 1.1, vorn scheinen 1 in der Basalhälfte oder
auch 1.1 vorhanden gewesen, sowie 1 überzähliger, höher sitzender
Stachel, Tibia IV unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1 m nach
oben konvex gebogener Reihe. Metatarsus I und II unten 2 Stacheln
unweit der Basis, III unten 1 (submedian), 3 (apical), vorn 1.2.2,
hinten 1.1.1, IV scheint oben 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1
starke, unten 2.2.3 schwächere Stacheln zu haben. Tarsen und
Metat. I—II dünn scopuliert, die Metat. doch nicht bis zur Basis.
Metatarsen III ohne Pecten, [IV mit einer Reihe Borsten, die etwas
-ähnlich aussehen.
Am vorderen Falzrande nahe der Spitze der Klaue 3 kleine
Zähnchen, von innen nach außen an Größe abnehmend, am hinteren,
diesen gegenüber, scheint ein winzig kleines Zähnchen vorhanden
zu sein. Lippenteil viel länger als breit, etwa die Innenecke der
Spitze der Maxillen erreichend; letztere stark quer niedergedrückt
(in der Endhälfte), stark gebogen (besonders der Außenrand), die
Palpen etwa in der Mitte der Außenseite inseriert.
Epigyne erscheint trocken gesehen als ein etwas abgerundet
viereckiges, stark glänzendes, hellbraunes Feld, das erheblich länger
22 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
als breit (ca. 0,6 mm lang) ist, nicht erhöht, vorn mit einer Quer-
einsenkung und der Rand vor dieser durch einen Eindruck in die
Mitte in zwei Höckerchen geteilt; nach hinten eine mittlere Längs-
einsenkung, die in der Mitte durch eine schmale, in der Mitte
unterbrochene, procurva gebogene Querfurche geschnitten wird.
Die Ränder mit Punkteindrücken und etwas runzelig, aber nicht
glanzlos. Aussehen in Flüssigkeit zeigt Fig. 1.
Cephalothorax dunkel pechbraun, eine feine Mittellinie über
Kopf- und Brustteil, feine Linien, die weder Rand noch Mittelritze
erreichen, in den Seitenfurchen, sowie in der hinteren Hälfte der
Kopffurchen schwarz (letztere bilden dadurch eine feine V-förmige
Figur!), ebenso der Rand und das Augenfeld schwarz. Mandibeln
heller braun, innen, außen, sowie eine feine Linie vorn schwärzlich.
Maxillen, Lippenteil und Coxen heller, rötlicher als Cephalothorax
und mit schwach violettlichem Anfluge, erstere an der Spitze weiß-
lieh, in dem Eindruck schwärzlich, Lippenteil an den Seitenrändern
geschwärzt. Sternum schwarzbraun, stark olivengrünlich glänzend.
Femoren, Patellen und Tibien schwarzbraun, die beiden letzteren
oben mit zwei undeutlichen rötlichen, an den Patellen zusammen-
fließenden Längsstreifen (ähnlich den Haarblößen der Vogelspinnen),
Metatarsen I—III dunkel rötlichbraun, an den Enden am hellsten,
IV schwarzbraun, Tarsen rötlich, an den Enden gelblich. Femoren I
außen und innen in der Mitte mit je 1 länglichrunden rötlich-
gelben Fleck. Die drei Endglieder der Palpen rötlichbraun, das
Femoralglied dunkler. — Abdomen oben und unten matt schwarz,
unten mit zwei parallelen, unter sich in der Breite der Epigyne
getrennten, helleren, undeutlichen, weit vor den Spinnwarzen endenden
Längslinien und beiderseits der Hinterspitze dieser eine ganz kurze,
auch nicht die Spinnwarzen erreichende, helle Längslinie, welche
Linien unter sich doppelt so weit als die vorderen entfernt sind.
Am Rücken drei Paar hellere, längliche (die hinteren fast dreimal
so lang als breit) Muskeleindrücke, von denen die der beiden vorderen
Paare ein Trapez bilden, das vorn breiter als hinten und breiter
als lang ist, die des mittleren und hinteren Paares eines, das
hinten breiter als vorn und erheblich länger als breit ist. Spinn-
warzen einfarbig wie Abdomen. Lungendeckel lebhaft und scharf
begrenzt schwefelgelb. Epigyne rötlichgelb mit dunkelbrauner
Mittelfigur (siehe Fig. 1) und schwarz umsäumten, in der Mitte
helleren Samentaschen. — Abdomen fast gänzlich abgerieben, doch
an den Seiten mit Resten einer braunen Behaarung. Cephalo-
thorax mit entfernt stehenden, schwarzen, kurzen, abstehenden
Haaren, die z. T. deutlich in Längsreihen angeordnet sind.
Cephalothorax sehr fein und gleichmäßig reticuliert, ganz schwach
glänzend, trocken gesehen obne Kopf- oder Seitenfurchen, mit fein
erhöhtem Rande und tiefer Mittelritze. — Die hintere Augenreihe
gerade, die $. A. ein klein wenig größer, die M. A. etwas abgeflacht,
nach vorn divergierend, unter sich etwa in ihrem Durchmesser,
von den S. A. um weniger entfernt; die hintere Reihe wenig länger
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 23
als die vordere. Die vordere Reihe stark procurva, besonders unten,
die M. A. viel kleiner, unter sich um reichlich ihren Radius, von
den S.A. um weniger entfernt; letztere vom Rande des Clypeus
in deutlich weniger als ihrem Durchmesser entfernt.
Totallänge 6,5 mm, Cephalathorax 2,3 mm lang, 2 mm breit.
Abdomen 4 mm lang, 2,5 mm breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,4,
Fem. 1,6, Pat. + Tib. 2, Met. + Tars. 1,8 mm; II bezw. 1,1; 1,5;
1,7; 1,6 mm; III bezw. 1; 1,3; 1,6; 1,7 mm; IV bezw.:1,2; 1,9;
2,3; 2,5 mm. Totallänge: I 6,8; II 5,9; III 5,6; IV 7,9 mm.
10. Prosthesima dalotensis Strand 1906, l.c. S. 682, Nr. 5.
Lok.: Dalota (Süd-Schoa) 11. VIII. 00. Unter Steinen. 12.
2 (subad.?). Mit Prosthesima Neumanni Strand so nahe ver-
wandt, daß ich nicht ganz sicher bin, ob sie von letzterer Art
verschieden ist. Es ist das Exemplar, trotzdem daß es wahrschein-
lich nicht ganz reif ist, ein wenig größer als die Type von Neumanni,
die Färbung des Cephalothorax und der Beine ist noch dunkler,
mit Ausnahme der Metatarsen und Tarsen, die heller sind, die
Stigmendeckel viel dunkler und heben sich nur wenig von der
Umgebung ab, während sie bei Neumanni scharf und abstechend
gelb sind. Ferner einige Abweichungen in der Bestachelung etc.
Femoren I—II oben 1.1, vorn nahe der Spitze 1 Stachelborste,
III scheint oben, vorn und hinten je 1.1 zu haben, IV scheint vorn
nur 1 zu haben, sonst wie Ill. Patellen I—II unbewehrt, III—IV
hinten mit 1 Stachel. Tibien I—II scheinen unbewehrt zu sein.
Metat. I—-Il' 2 Stacheln nahe der Basis. Tibia III unten 2.2.2,
vorn und hinten je 1.1.1 in nach oben konvex gebogener Reihe,
oben nahe der Basis 1 Stachel, Tibia IV oben, vorn und hinten
in der Basalhälfte je 1.1 oder hinten 1.1.1, unten 2.2.2 Stacheln.
Metatarsus III oben 2.2.2, vorn 1.1.1, hinten an der Spitze 1,
unten 2.2, sowie an der Spitze ein dichter Kamm (Pecten) von
kleineren Stacheln; schon dadurch von Prost. Newmanni ‚zu unter-
scheiden. Metatarsus IV unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1,
oben 2.2.2 Stacheln.
Totallänge 7 mm. Cephalothorax 3,5 mm lang, 2,5 mm breit in
der Mitte, vorn 1,2 mm breit. Abdomen 4 mm lang, 2,6 mm breit.
Sternum 1,8 mm lang, 1,4 mm breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,5,
Fem. 2,2, Pat. + Tib. 2,9, Met. + Tars. 2,2 mm; II bezw. 1,4; 2;
2,3; 2,2 mm; III bezw. 1,3; 1,9; 2,1; 2,4 mm; IV bezw. 1,6; 2,5;
3; 3,2 mm. Totallänge: 18,8; II 7,9; UI 7,7; IV 10,3mm. Palpen:
Femoralglied 1,1, Pat. 4- Tib. 1, Tarsalglied 0,95, zusammen 3,05 mm.
Die hintere Augenreihe hinten gerade, vorn ganz schwach
procurva; die M. A. kleiner, oval, schräg gestellt, nach vorn diver-
gierend, unter sich kaum in ihrem kürzesten, von den S. A. reichlich
in ihrem längsten Durchmesser entfernt. Die vordere Reihe kaum
um den Durchmesser der S. A. der hinteren Reihe kürzer als diese;
die S. A. erheblich größer und auch größer als die hinteren S. A.,
von diesen in kaum ihrem Durchmesser (trocken gesehen, in Spiritus
24 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
weiter), vom Clypeusrande in deutlich weniger entfernt, die vorderen
M.A. fast berührend; diese auf einer Erhöhung sitzend und daher
weit vorstehend, unter sich kaum in ihrem Durchmesser entfernt.
Die vordere Reihe unten so stark procurva, daß eine die M. A. unten
tangierende Gerade die S. A. im Zentrum schneiden würde, oben
etwa eine Gerade bildend. Das Feld der M.A. viel länger als
breit und hinten um ein Unbedeutendes breiter als vorn.
Cephalothorax oben gleichmäßig dicht und fein chagriniert,
ganz schwach mattglänzend, die Mittelritze kurz und tief, von ihr
geht eine sehr feine, eingedrückte Mittellinie bis zu den Augen, hinten
steil ansteigend, die größte Höhe um die Mittelritze, von da bis
zwischen den Hinterseiten der Coxen I fast horizontal, dann schwach
allmählich nach vorn bis zu den vorderen M. A. abfallend, der
Rand fein erhöht, kaum umgeschlagen, die größte Breite zwischen
den Coxen IH. — Mandibeln vorn der Länge nach fast unmerklich
gewölbt, senkrecht gestellt, die Außenseiten fast parallel, die
Innenseiten von der Mitte ab deutlich divergierend, vorn tief und
dicht quergestreift, aber etwas glänzend. — Sternum vorn und
hinten fast gleich abgerundet verschmälert, am Rande kurz ge-
wölbt ansteigend ohne deutliche Erhöhungen vor den Coxen, sonst
ganz flach, stark glänzend, mit ganz tiefen und nicht dicht stehenden
Punkten gleichmäßig besetzt; die größte Breite zwischen den Coxen II.
— Maxillen erheblich länger als der Lippenteil (bezw. 1 und 0,6 mm),
mit tiefem Eindruck, stark glänzend, in der Mitte fein quergestreift,
entfernt punktiert, sonst glatt. — Lippenteil in der Mitte gewölbt,
an der Basis fein quergestreift, gegen die Spitze schwach nieder-
gedrückt.
Epigaster bildet einen niedrigen Längswulst, der etwa l mm
lang und in der Mitte halb so breit, hinten ein wenig erweitert
und daselbst mit einem kreisrunden, weißen Mittelfeld, das zwei
parallele, schwach gebräunte, seichte Längseinsenkungen aufweist.
Aussehen des Epig. und Umgebung in Spiritus zeigt Fig. 4. Epigyne
ist doch ziemlich sicher nicht voll entwickelt.
Cephalothorax bräunlich schwarz, mit rein schwarzen, schmalen
Seitenstreifen, Augenfeld und Rand; die Mittelritze nicht schwarz.
Mandibeln hellbraun, unbestimmt geschwärzt; die Klaue in der Mitte
schwärzlich, sonst hellrot. Maxillen und Lippenteil olivenfarbig-
braun, erstere an der Spitze schmal weiß, im mittleren Eindrucke
am dunkelsten, letzterer längs des Randes unbestimmt schwarz-
grau. Sternum und Coxen dunkel olivenbraun, letztere an der
Basis unbestimmt heller, Femoren schwarz oder braunschwarz,
Patellen und Tibien dunkelbraun, oben mit je zwei helleren Längs-
streifen, die an allen Patellen sehr undeutlich, an den beiden
hinteren Tibienpaaren am deutlichsten sind. Metatarsen IV wie die
Tibien, die anderen Metatarsen sowie die Tarsen rötlichgelb. Palpen
bräunlichgelb, die drei proximalen Glieder unbestimmt geschwärzt.
Abdomen oben und an den Seiten mattschwarz, trocken gesehen
blauschimmernd, unten etwas graulich; oben mit drei Paaren großer,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 25
grauer Muskelpunkte, von denen Paar I und II (von vorn) ein
Trapez bilden, das vorn 0,8 mm breit, hinten ein wenig schmäler
und 0,5 mm lang ist, sowie rundlich sind, während die „Punkte“
des III. Paares mehr als doppelt so lang als breit, etwa komma-
förmig sind und ein Trapez bilden, das länger als das erste, hinten
breiter als vorn und etwa so lang als hinten breit ist. Die Unter-
seite undeutlich heller punktiert, sowie mit zwei parallelen, unter
sich um 0,5 mm entfernten und soweit vor den Spinnwarzen
endenden, aus mehr oder weniger zusammengeflossenen Punkten
gebildeten, hellgrauen Längslinien, sowie beiderseits der Spitze
dieser je 1 etwa 0,5 mm lange und fast so weit von den größeren
Linien entfernte ähnliche Linie, welche beide nach hinten divergieren
und kaum die Spinnwarzen erreichen. Letztere wie Abdomen oben,
nur die mittleren graulich; die unteren etwa doppelt so lang als die
oberen. Stigmendeckel graugelb.
11. Prosthesima schoaönsis Strand 1906, 1. c. S. 682, No. 6.
Lokalität: Modschofall oder Bali (7.—8. August).
9. Die hintere Augenreihe vorn schwach procurva, hinten
gerade, die S. A. deutlich größer, den M. A. anscheinend ein wenig
näher stehend als diese unter sich entfernt sind. Die vordere Reihe
sehr wenig kürzer als die hintere, so stark procurva, daß eine die
M. A. unten tangierende Gerade die S. A. im obersten Drittel
schneiden würde; die M. A. erheblich kleiner, aber an einem Hügel
sitzend, so daß sie weiter als die S. A. vorstehen und daher größer
erscheinen als sie in der Tat sind; die S. A. die größten aller Augen,
vom Ülypeusrande in kaum ihrem Durchmessser, von den hinteren
S. A. reichlich in ihrem Radius entfernt. — Hinter den Augen eine
schmale, schwache Quereinsenkung.
Am hinteren Falzrande zwei kleine, unter sich entfernte Zähne,
von denen der äußere kleiner ist und der Klaue am nächsten
steht. — Bestachelung nicht länger mit Sicherheit festzustellen;
die Metatarsen I—II doch unten nahe der Basis mit 2 Stacheln,
III scheint unten 2.2.2, oben 2.2.2 gehabt zu haben, sowie
vielleicht 1 oder 2 überzählige an den Seiten, IV oben und unten je
2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1 Stacheln.. Das Vorhandensein
eines Pectens bleibt fraglich. Tarsen und Metatarsen I—II dünn
scopuliert, letztere nicht bis zur Basis.
Cephalothorax dunkelbraun, um die Mittelritze am hellsten,
mit feinen schwärzlichen Strahlenstrichen und ebensolcher hinteren
Abdachung, Rand und Augenfeld; der Clypeus gelblich. Die vorderen
M. A. schwärzlich, die anderen glasartig hellglänzend. Mandibeln
rötlichbraun, undeutlich schwärzlich gestreift, am Ende unten und
hinten sowie die Klaue hellrötlich. Maxillen, Lippenteil und Coxen
unrein dunkelbraun, etwas olivenfarben, erstere an der Spitze weiß,
nahe der Basis aufgehellt, Lippenteil gegen das Ende zu heller;
Sternum schwarzbraun, mit olivengrünlichem Anflug, stark glänzend.
Beine schwarzbraun bis schwarz, die Patellen oben am hellsten,
26 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
alle Tarsen rotgelb, an beiden Enden am hellsten, die Metatarsen I—IIl
rot, IV schwärzlichbraun. Femoren I außen und innen mit einem
(besonders innen) undeutlichen hellen Fleck. Abdomen oben und
an den Seiten matt schwarz, oben mit drei Paaren wenig hellerer,
rundlicher Muskelpunkte, von denen I und III ganz undeutlich
sind; I und I bilden ein Trapez, das breiter als lang und vorn
breiter als hinten ist, II und III eins, das länger als breit und
hinten breiter als vorn ist. Die Unterseite graubraun, etwas vor
den Spinnwarzen zwei unter sich weit entfernte, nach hinten schwach
konvergierende Reihen von je 2—3 helleren Punkten. Lungendeckel
trüb dottergelb, Spinnwarzen schwarz, die äußerste Spitze grau-
weiblich.
Totallänge 8 mm. Cephalothorax 3 mm lang, 2,3 mm breit,
Breite des Clypeus 1—1,2 mm. Abdomen 5 mm lang, 3 mm breit,
2,5 mm hoch. Mandibeln 1 mm lang. Sternum 1,8 mm lang,
1,5 mm breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,6 mm, Fem. 2, Pat. +
Tib. 2,5, Metat. + Tars. 2,1 mm; II bezw. 1,5; 1,9; 2,3; 2 mm; III bezw.
1; 1,7; 1,9; 2,3 mm; IV bezw. 1,6; 2,4; 3; Metat. 2,1, Tars. 1,1 mm.
Totallänge: 18,2, II 7,7, III 6,9, IV 10,2 mm. Also IV, I, IL IL
An I und II sind Metatarsen und Tarsen etwa gleich lang, an III
Metatarsus wenig, wenn auch unverkennbar länger, an IV etwa
doppelt so lang.
Aussehen der Epigyne in Spiritus zeigt Fig. 2. Sie erscheint
daselbst gelblich bis bräunlich mit dunkelbraunen Samentaschen
und ebensolchen Leisten, im Ganzen erheblich heller als die Um-
gebung, und hinten erstreckt sie sich bis zur Spalte. Trocken
gesehen erscheint Epigyne als ein nicht oder (hinten) nur schwach
erhöhtes Längsfeld, das 1 mm lang und 0,7 mm breit, rötlichbraun,
in der vorderen Hälfte längs der Mitte gelblich, glänzend, in der hinteren
Hälfte an den Seiten tief, aber nicht dicht punktiert ist; der
Vorderrand ist schwach erhöht und E-förmig gebogen (die beiden
Konkavitäten nach hinten gerichtet) und längs der Mitte zieht
eine seichte Längseinsenkung, deren Rand hinten am deutlichsten ist;
etwa in der Mitte des Feldes findet sich eine }_-förmig gebogene
Furche, deren Öffnung nach vorn gerichtet ist. Die vordere
Hälfte der Längseinsenkung wird von einem vom Vorderrande aus-
gehenden, nach hinten sich allmählich verlierenden, niedrigen Längs-
kiel durchzogen.
Gen. Pythonissa C.L. Koch 1837.
12. Pythonissa exornata 0. L. K. 1839 (?).
Ein unreifes Exemplar von Ejcre-Metscha gehört wahrscheinlich
dieser Art an.
Fam. Theridiidae.
Gen. Argyrodes Sim. 1864.
13. Argyrodes atriajicatus Strand 1906, 1. ec. S. 682, No. 7.
Lokalität: Abbaja See, Ost-Ufer, 26. XII. 1900.
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 27
2. Scheint Aehnlichkeit mit Arg. modestus Th. 1900 zu haben,
weicht aber in der Färbung des Abdomen und in der Epigyne zu sehr ab
um damit identisch sein zu können. — Von Arg. argyrodes (Walck.)
u.a. dadurch abweichend, daß die Größe ein wenig bedeutender
ist, die S. A. sich fast berühren, die vorderen M. A. unter sich um
weniger als ihren Durchmesser entfernt (in Flüssigkeit gesehen,
trocken erscheint die Entfernung etwa gleich dem Durchmesser),
eine schwarze Dorsalbinde am Abdomen fehlt, dagegen ist der
Gipfel desselben schwarz, die Form des letzteren ist anders u. s. w.
Cephalothorax 1,8 mm lang, 1,35 mm breit, Abdomen von
Petiolus bis zu den Spinnwarzen 2,2 mm, längs des Rückens 3,6 mm
lang, 2,7 mm breit, 3,7 mm hoch. Beine: I Femur 5, Patella + Tibia
4,5, Metatarsus + Tarsus 6 mm; II bezw. 2,8; 2,5; 3,2 mm; III bezw.
1,7; 1,5; 1,9 mm; IV bezw. 2,7; 21; 3mm. Totallänge: I 15,5;
1.85; UI 49> IV 7,8 mm!’ Alsos1T, IE YTVy’IE.
Cephalothorax braun, an der Vorderseite der Rückeneinsenkung
bis zu den Rändern eine höchst undeutliche, heller braune Querbinde;
von der Rückeneinsenkung bis zum Hinterrande eine gelbweißliche,
schmale, in der Mitte undeutlich unterbrochene und daselbst beider-
seits von einem hellen Längsfleck begrenzte Längsbinde; der Rand
zwischen den Coxen IV und der Einlenkung der Palpen graulich;
die vorderen M. A. und die S. A. von schmalen schwarzen, sich
innen ein wenig erweiternden Ringen umgeben. Clypeus hellbraun,
Mandibeln noch heller, die Klaue an den Seiten bräunlich, Maxillen
dunkelbraun, innen und an der Spitze graulich, letztere schmal
tiefschwarz umrandet. Lippenteil schwärzlich, die Spitze schmal
weißlich. Sternum unrein dunkelbraun. Beine gelb, Femoren
-(I ausgenommen) in der Mitte mit einem bräunlichen Ring und die
hinteren auch an der Spitze schmal gebräunt. Patellen unten
gebräunt, Metatarsen ebenso ganz schwach gegen die Spitze. Femoral-
glied der Palpen blaßgelb, Tarsalglied schwach gebräunt.
Abdomen grau, etwas bräunlich, mit ziemlich großmaschiger,
hellgrauer Netzaderung, die Längseinsenkung des Rückens heller,
nicht geadert, vorn aber durch eine schwärzliche Längslinie an-
gedeutet; an der Basis des Rückens ein in der Mitte unterbrochener
silberweißer Querfleck, über die Mitte des Rückens eine ebensolche,
schmälere, sich nach unten gegen die Spinnwarzen hinziehende,
aber in der Mitte der Seiten endende Silberbinde und eine ähnliche,
oben schmälere, an den Seiten breitere,’ mit der ersten parallel
verlaufende und in demselben Nivau endende Silberbinde kurz vor
der Spitze des Rückens; in der Mitte zwischen diesen beiden
Binden ein kleiner Querfleck silberweiß. Beide Binden oben in der
Mittellinie schmal unterbrochen, die hintere daselbst schwarz. Basal-
seite des Abdomen unbestimmt schwärzlich, die Spitze desselben
(die drei Höcker) schwarz, welche Färbung sich an der Hinterseite
bis zur Mitte hin unterzieht und nach vorn sich bis zur Bildung eines
schwarzen Fleckes vor der hinteren Silberbinde erweitert. Die
Spinnwarzen in einer schwärzlichen Querbinde gelegen, die sich an
28 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
den Seiten zwischen den beiden Silberbinden, fast bis zur Rücken-
fläche, emporzieht. Sonst sind Bauch, Hinterseite und die untere
Hälfte der Seiten bräunlich grau, etwas dunkler und undeutlicher
netzgeadert als die Oberseite. Spinnwarzen graubräunlich. Lungen-
deckel braun, schmal schwarz umrandet, Spalte schmal graulich,
Epigyne rötlich und bräunlich mit schwarzen Leisten.
Cephalothorax von oben gesehen etwa fünfeckig; die größte
Breite zwischen den Coxen II, von da in gerader Linie nach vorn
und hinten verschmälert, hinten fast winklig in den geraden Hinter-
rand übergehend; dieser verhält sich zur größten Breite wie 1:1,35;
die Breite an der breiteren Augenreihe etwa 0,5 mm, also wenig
mehr als !/, der größten Breite. Von der Seite gesehen erscheint
der Cephalothorax zwischen der ganz schwach recurva gebogenen,
fast geraden Rückeneinsenkung und dem Hinterrande deutlich nach
oben gewölbt und diese Wölbung ist etwa im Niveau mit dem
Kopfteile; das ganz stark vorstehende Feld der M. A. ein wenig,
die hinteren M. A. deutlich den Höhepunkt des Kopfteiles überragend.
Clypeus unten stark vorstehend, ganz schwach gewölbt. — Die
hintere Augenreihe so schwach recurva gebogen, daß eine die M. A.
hinten tangierende Gerade die S. A. in oder hinter dem Zentrum
schneiden würde; die Augen gleich groß, die M. A. unter sich um
1!/;, von den S. A. um unbedeutend weniger entfernt. Die vordere
Augenreihe gerade, (oder mit den Unterrändern ganz schwach
recurva), die M. A. erheblich größer, überhaupt die größten aller
Augen, unter sich und von den S. A. etwa in ihrem Durchmesser,
vom Clypeusrande in ihrem 2!/,fachen Durchmesser entfernt. Das
Feld der M. A. vorn breiter als hinten und mindestens so breit als lang.
Abdomen der Hauptsache nach wie bei Arg. argyrodes geformt,
oben der ganzen Länge nach eine seichte Längeinsenkung mit einer
feinen eingedrückten Mittellängslinie; der Rücken beiderseits der
Quere nach etwas gewölbt, aber nicht höckerig. Die stumpfe
Spitze des Abdomen mit zwei seichten Längseinschnürungen, wodurch
sie in drei neben einander gelegene kleine Höcker, von denen der
mittlere der größte ist, geteilt wird. Die Längseinschnürungen
setzen sich konvergierend nach unten an der Hinterseite gegen die
Spinnwarzen fort und eine feine eingedrückte Längslinie von dem
Mittelhöcker bis zu den letzteren läßt sich erkennen. Die größte
Breite des Abdomen kurz hinter der Basis, von da nach hinten bis
zur Spitze etwa in gerader Linie sich verschmälernd.
Spinnwarzen ganz stark vorstehend. — Epigyne erscheint von
der Seite gesehen als ein niedriger, der Länge nach nach oben
gewölbter, hinten schräg geschnittener und etwas überhängender,
vorn allmählich abfallender Hügel, der von oben gesehen zwei kleine
runde, unter sich um kaum oder weniger als ihren Durchmesser
getrennte Gruben am Hinterrande zeigt. Trocken gesehen erscheinen
die Gruben von je einem feinen erhöhten Rand umgeben. Aussehen
in Spiritus zeigt Fig. 21.
Fig. 22. Schematisches Bild vom Abdomen von oben gesehen.
in Süd-Aetbiopien gesammelten Spinnen. 29
Gen. Latrodectus Walck. 1805.
14. Latrodectus cinctus Blackw. 1865.
Fundort: Ejere-Metscha, 17. September 1900.
15. Latrodectus 13-guttatus (Rossi) 1790 (?)
Ein unreifes und beschädigtes Exemplar von Modschofall ge-
hört wahrscheinlich dieser Art an.
Gen. Lithyphantes Th. 1870.
16. Lithyphantes Paykullianus (Walck.) 18095.
Fundorte: Ejere-Metscha und zwischen Gidole und Uba.
Fam. Argiopidae.
Gen. Pachygnatha Sund. 1823.
17. Pachygnatha africana Strand 1906, 1. c. S. 616, No. 29,
Fundort: Abera (Djamdjam). 20. XII. 1900. 1%.
2. Das vorliegende 2 stimmt in Größe und Zeichnung sowie
Augenstellung so gut mit der Type (J') von Pachygn. africana Strd.,
daß es wahrscheinlich dieselbe Art sein wird. Cephalothorax,
Sternum und Mundteile wie beim g' gefärbt, nur ein wenig heller,
Beine ebenfalls, nur sind die dunklen Ringe und Umrandung der
Gliederenden undeutlicher. Abdomen viel heller, hellgrau gefärbt,
doch oben mit Andeutung einer ähnlichen Zeichnung wie beim d:
Das Rückenfeld vor der Mitte jederseits von einem schmalen, unbe-
stimmt begrenzten, schwärzlichen Streifen begrenzt, etwa in der Mitte,
etwas näher beisammen stehend, zwei schwärzliche, dreieckige, mit
der Spitze nach außen gerichtete Flecke und an der hinteren Ab-
dachung jederseits ein schmaler, unbestimmt begrenzter, dunkler
Längsstrich. Der Bauch und die Spinnwarzen einfarbig hellgrau,
Epigaster weißlich. — Mandibeln auch beim 2 lang und stark
divergierend, wenn auch nicht in dem Maße wie beim g'; um die
Mitte des vorderen Falzrandes zwei lange, starke, scharf zugespitzte,
schräg nach innen und vorn gerichtete Zähne, weiter innen ein
dritter, ähnlicher, aber ein wenig kleinerer Zahn, in der Mitte
zwischen dem äußeren dieser Zähne und der Klaueneinlenkung,
etwas höher gerückt, ein ganz kleiner, höckerförmiger Zahn und ein
kleines Höckerchen unmittelbar über der Klaueneinlenkung. Am
hinteren Rande eine von Klauenbasis und -spitze gleich weit ent-
fernte Reihe von 3 gleichgroßen Zähnen, die kleiner als die des
vorderen Randes sind und von denen die beiden äußeren unter sich
doppelt so weit als der innere und mittlere entfernt sind. —
Epigyne (unreif?) bildet eine niedrige, rundliche Erhöhung, die
hinten ein glattes, glänzendes, flaches, ca. 0,7 mm breites und nur
halb so langes, beiderseits zugespitztes, vorn durch eine seichte,
ganz schwach recurva gebogene Querfurche begrenztes Feld, dessen
Hinterrand ein wenig stärker als der Vorderrand und zwar procurva
30 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
gebogen ist, bildet. Dies Feld ist weißlich, dessen Hinterrand
bräunlich. — Totallänge 4,2 mm, Cephalothorax 1,9 mm, Abdomen
2,5 mm lang, 2 mm breit. Mandibeln 1,5 mm lang, die Außenseiten
an der Spitze um 1,6 mm entfernt. Beine: I Fem. 2, Pat. + Tib. 2,6,
Met. + Tars. 3 mm; Il bezw. 1,9; 2,5; 2,5 mm; III bezw. 1,5; 1,5;
1,7 mm; IV bezw. 1,8; 2,1; 23mm. Totallänge: I 7,6; II 6,9;
III 4,7; IV 6,2 mm.
Gen. Tetragnatha Latr. 1804.
18. Tetragnatha nitens Aud. et Sav. 1825.
Fundort: Mole Thal, 12. I. 1901. 12.
Gen. Leucauge White 1841.
19. Leucauge profundi-foveata Strand 1906, 1. c. S. 683, No. 8.
Lok.: Ejere-Metscha, 17. Septbr. 1900, — 3000 m. 1%.
2. Epigyne hatÄhnlichkeit mit derjenigen von Leucauge Levanderi
(Kulez.). Sie bildet eine tiefe, etwa trapezförmige Grube, die etwa
so lang als breit ist, vorn ein wenig breiter als hinten, ganz
scharfeckig, hinten mit sehr niedrigem Rand (fast offen?), vorn mit
scharfem, ein wenig nach hinten überhängendem Rand und im
Grunde mit einer feinen, erhöhten Längsleiste und am Rande jeder-
seits der Länge nach niedergedrückt. Das vorn angrenzende Feld
schwach gewölbt und quergestreift. In Fluidium erscheint die Grube
als ein hellbraunes, etwa trapezförmiges Feld, das ein wenig länger
als breit ist und dessen Vorderrand schwach nach vorn konvex ge-
bogen ist; beiderseits ist es von einem großen schwarzen Fleck
umgeben und vorn bräunlichgelb begrenzt. — Von ZL. Levanderi unter-
scheidet sich unsere Art jedoch sofort durch das Fehlen einer
dunklen Längsbinde am Cephalothorax.
Totallänge 6 mm. Cephalothorax 2,6 mm lang, 1,9 mm breit;
Abdomen 4 mm lang, 2,5 mm breit und hoch. Mandibeln 1,2 mm
lang und etwa so breit (beide zusammen) an der Basis. — Bein Il:
Coxa + Troch. 1,2, Fem. 3,5, Pat. + Tib. 3,8, Met. 3,7 mm; III:
Coxa + Troch. 1, Femur 2,1; IV: Coxa + Troch. 1,1, Fem. 3,4 mm.
(Übrige Glieder fehlen!), Palpen: Fem. 1, Pat. + Tib. 0,9, Tars.
1 mm. Sternum 1,2 mm lang, 1 mm breit.
Abdomen von oben gesehen länglich, vorn und hinten stumpf
gerundet, hinten nur ganz wenig mehr verschmälert als vorn, ohne
irgendwelche Höcker. Von der Seite gesehen erscheint die Rücken-
seite ganz schwach und allmählich gewölbt, auch die Bauchseite,
aber noch weniger gewölbt, die Höhe an beiden Enden gleich und
daselbst gleich schwach schräg abgerundet geschnitten, so daß die
Hinterseite unbedeutend über die Spinnwarzen überhängend ist und
diese daher von oben nicht sichtbar sind, die Vorderseite ebenfalls
nur wenig (über den Cephalothorax) überhängend; von der Seite
erscheint Abdomen demnach abgerundet trapezförmig. Die Spinn-
warzen sehr kurz, nicht vorstehend, in Niveau mit der Hinter-,
bezw. der Bauchseite.
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 31
Cephalothorax von der Seite gesehen am Brustteile fast un-
merklich, am Kopfteile ein wenig deutlicher gewölbt, mit seichter Ein-
senkung zwischen beiden, der Gipfel der hinteren M. A. im Niveau mit
der Kopfhöhe. Mandibeln in der Basalhälfte ganz stark vorgewölbt,
die Innenseiten von der Basis an stark divergierend, die Außenseiten
etwa parallel, mit schwach vorstehender Spitze; am oberen Falz-
rande drei Zähne, von denen die beiden äußeren größer sind und näher
beisammen stehen, (der dritte, sehr kleine scheint nur an der einen
Seite vorhanden zu sein!), ein wenig höher am Mandibel eine Quer-
reihe von 7—8 regelmäßig gestellten Borsten; am unteren Falzrande
4 etwa gleich große und unter sich gleich weit entfernte Zähne.
Augenstellung (in Spiritus gesehen!). Die hintere Reihe schwach
recurva, die M. A. vielleicht ein klein wenig größer, unter sich in
reichlich ihrem Durchmesser, von den S. A. um etwa doppelt so
weit entfernt. Die vordere Reihe so stark recurva, daß eine die
M. A. oben tangierende Gerade die S. A. kaum berühren würde,
die M. A. unter sich um weniger als den Durchmesser, vom Rande
des Clypeus um etwa denselben entfernt. Das Feld der M. A. vorn
deutlich schmäler als hinten. Die vorderen S. A. ein wenig größer
als die hinteren.
Cephalothorax einfarbig blaßgelb, doch die Augen in schmalen,
tiefschwarzen Ringen, von denen nur die der S. A. sich berühren. Die
Ecken des Clypeusrandes schmal braun. Mandibeln wie Cephalo-
thorax, an der äußersten Spitze schmal dunkelbraun angeflogen;
Klaue dunkelbraun, an beiden Enden rötlich. Maxillen und Lippen-
teil graubraun, letzterer an der Basis schwärzlich. Sternum hell-
braun. Extremitäten (soweit erhalten!) einfarbig blaßgelb, Tarsal-
glied der Palpen gegen die Spitze schwach gebräunt, die Spitze
selbst schwarz. — Abdomen im Grunde hellgrau mit silberweißen,
glänzenden Zeichnungen; jederseits des Rückenfeldes eine von der
Basis bis zur Spitze des Rückens bezw. des Abdomens reichende,
gleichbreite (so breit als 3 der hinteren Augen mit ibren Zwischen-
räumen), an beiden Enden stumpf abgerundete, nach oben und innen
schwach konvex gebogene Silberbinde, die innen scharf begrenzt
ist, außen dagegen ohne scharfe Grenze in eine blab goldselbliche
Seitenbinde übergeht, die an der Basis des Abdomen schmal an-
fängt, sich nach hinten bis zur Mitte der Seiten erweitert, dann
sich wiederum rasch verschmälert und vor der Spitze der ge-
dachten Rückenbinden endet; diese Seitenbinden bilden somit je
eine länglich dreieckige Figur. In den vorderen zwei Dritteln
des Rückenfeldes zwei Reihen von je 3 weißen Silberflecken, von
denen der mittlere der größte und lang ellipsenförmig, der hintere
der kleinste und dreieckig, der vordere abgerundet viereckig ist;
die Flecken jeder Reihe unter sich und von den Seitenbinden ganz
schmal, von denen der anderen Reihe ein wenig weiter getrennt.
Das Rückenfeld hinten schwarz, von einer schmalen graubraunen,
undeutlichen Mittelbinde und zwei bis drei ebensolehen Querbinden
durchzogen. Die untere Hälfte der Seiten mehr bräunlich, die
32 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Hinterseite (über den Spinnwarzen) schwärzlich mit drei schmalen,
parallelen, unter sich gleich weit entfernten helleren Querbinden,
die jederseits in einem kleinen runden gelblichen Fleck enden. Der
Bauch graubräunlich, jederseits von einer geraden Silberbinde be-
grenzt, die von der Spalte bis etwas hinter der Mitte reicht und
vorn etwa halb so breit als das Mittelfeld ist, nach hinten etwas an
Größeabnimmt. Zwischen der Spitze dieser Binden und den Spinnwarzen
jederseits ein kleiner gelber Fleck. Spinnwarzen braun. Epigaster
bräunlichgelb, Lungendeckel graubräunlich, heller umrandet. Epigyne
siehe oben!
Selbst an dem vorhandenen Bein (II) ist über die Bestachelung
Genaues nicht festzustellen, da die Stacheln abgebrochen sind.
Femur scheint jedoch oben vorn eine Reihe von drei, weiter unten
vorn 1.1 Stacheln gehabt, Patella unbewehrt, Tibia scheint mit vielen
Stacheln bewehrt gewesen und Metatarsus hat jedenfalls nahe der Basis
einige solche gehabt. An der Oberseite der Femoren IV mindestens
5 Stacheln, die kürzer als der Durchmesser des Gliedes sind,
außen mit zwei Reihen der dieser Gattung eigentümlichen Setae,
von denen die hintere aus etwa 15 (in der Endhälfte abwechselnd
ein größeres und ein kleineres Haar), die vordere aus 13 Setae
bestand (nur die Wurzeln erhalten!). Tibialglied innen jedenfalls
1.1, oben wenigstens in der Endhälfte 1 Stachel, wahrscheinlich
auch 1 nahe der Basis, Tarsalglied mit vielen Borsten und Stachel-
borsten, von denen einige mehr als doppelt so lang als der Durch-
messer des Gliedes sind.
Gen. Aranea L. 1758.
20. Aranea submodesta Neumanni Strand 1906, 1. c. S. 683, No. 9.
Von Ejcre-Metscha, 17. September 1900, liegen zwei Exemplare
vor, die wohl kaum specifisch von Aranea submodesta Strand
verschieden sein werden, trotzdem sie sowohl in Färbung und
Zeichnung als in Epigyne etwas abweichen; die Zeichnung ist
jedoch auch bei den beiden unter sich verschieden, so daß die Art
ganz variabel sein wird.
Cephalothorax wie bei der Hauptform gefärbt, aber die
Zeichnungen des Kopfteiles deutlicher; von beiden hinteren M. A.
schräg nach hinten divergierend zwei schwärzliche Striche, die auch
bei der Hauptform, aber undeutlich, vorhanden sind, das Feld der
M. A. beim einen Exemplar schwarz, beim andern gelblich, Olypeus
schwärzlich. Mundteile wie bei der Hauptform, Sternum schwarz,
beim einen Exemplar mit ganz kleinem, beim anderen mit grobem
gelbem Fleck. Beine etwa wie bei /. prine. Abdomen oben und
an den Seiten bräunlich mit weißlichen und schwärzlichen Zeichnungen,
Folium wie bei der Hauptform geformt und Muskelpunkten ähnlich
gestellt. Beim einen Exemplar erscheint Abdomen fast einfarbig
bräunlich, beim andern ist das Folium schwärzlich, außen schmal
weiß angelegt, hinter und zwischen den Abdominalhöckern unregel-
mäßig von weiß- und grauweißen zusammengeflossenen Flecken
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 33
unterbrochen und es hat in der Mitte zwei mehr oder weniger unter-
brochene weißliche Längsstreifen, die einen schmalen, dunklen
Spießfleck begrenzen; vor der Mitte ein breiter, stumpfer endender,
schwarzer Fleck, der von sich hinten erweiternden weißen Strichen
begrenzt wird. Die Zeichnung erinnert an die unserer einheimischen
Ar. „patagiata“ oder „cornuta“. Der Bauch wie bei der Hauptform
gezeichnet, aber heller gefärbt, so ist das Mittelfeld graubräunlich
statt schwarz und die Spinnwarzen schwarzbraun. Der Nagel der
Epigyne ist in der Endhälfte breiter und oben deutlicher ausgehöhlt
als bei der Hauptform, etwa löffelförmig; von der Seite gesehen
erscheint der horizontale Teil des Nagels ganz gerade (bei der
Hauptform nahe der Basis schwach nach oben konvex gebogen)
und am Ende deutlicher verdickt.
21. Aranea darolicola Strand 1906, 1. c. S. 623, No. 48.
Lok.: Mole Thal 12.—18. I. 1901 (1 2 subad.).
Das einzige vorliegende, leider unreife, 2 möchte ich zu dem
l. c. als Ar. darolicola beschriebenen J' ziehen. — Färbung ein
klein wenig bräunlicher, Cephalothorax und Beine wie beim J' ge-
zeichnet, die Ringe der letzteren doch unregelmäßiger und weniger
scharf. Abdomen ähnlich gezeichnet, die etwas dunklere Rücken-
fläche zeigt jedoch ein deutliches Folium, die dunkle vordere Be-
grenzung der weißen Binde oder Linie zwischen den Schultern
erstreckt sich weiter nach vorn und schließt zwei rundliche, weiße,
schmal schwarz begrenzte Flecke ein, die unter sich in ihrem
1!/; Durchmesser, von der weißen Querbinde kaum in ihrem Radius
entfernt sind. Die beiden braunen Flecke in oder ein wenig hinter
der Mitte sind außen abgekürzt und erscheinen rundlich. Die
schwarzen Schrägflecke an der Grenze der Rückenfläche zusammen-
fließend, und die Seiten durch feine schwärzliche Längsstriche dunkler
erscheinend als beim Jg. Sternum und Mittelfeld des Bauches
dunkler und deutlicher gezeichnet als beim J'; in letzterem vier
oder vielleicht sechs kleine weiße Punkte. Stigmendeckel hellgrau,
undeutlich bräunlich quergestreift und dunkelgrau umrandet. Epi-
gaster hellgrau, in der Mitte mit einem dunkelgrauen, scharf be-
grenzten, länglich-viereckigen (1X 1,3 mm), vorn in der Mitte aus-
geschnittenen Fleck, der in der Mitte einen kleinen bräunlichgelben,
eiförmigen Querfleck einschließt. Die unreife Epigyne bildet einen
oben grauen, unten weißen, abgerundet dreieckigen, abgeflachten
Fortsatz, der etwa so lang als an der Basis breit ist und unten
(d.h. dem Bauche zu) zwei kleine braune, basalwärts konvergierende
Furchen aufweist; diese sind nur erkennbar, wenn man den Fort-
satz emporhebt.
22. Aranea (?) ursimorpha Strand 1906, 1. c. S. 683, No. 10.
Ein 2 von Mole Thal, 12. I. 1901.
2. Die Art scheint Analogien mit der Gattung Ursa Sim. zu
haben, weicht aber in mehreren Beziehungen davon ab, vw. a. durch
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.1 3
34 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
das Vorhandensein von Stacheln und das Fehlen der Mimetus-
ähnlichen Borsten an den vorderen Metatarsen, stärker gebogene
vordere Augenreihe u.s. w. Durch letzteres Merkmal weicht sie
auch von Aranea ab, und die Reihe der Zähne der Tarsalkrallen
reicht ein wenig näher bis zur Spitze als gewöhnlich bei Aranea.
Totallänge 5,5 mm. Üephalothorax 2 mm lang, der Brustteil 1,5,
der Kopftel lmm breit. Abdomen 4mm lang, 2,8 mm breit,
2,2 mm hoch. Beine: I Fem. 1,5, Pat. + Tib. 1,6, Metat. -- Tarsus
1,5 mm; II bezw. 1,3; 1,6; 1,4mm; Ill bezw. 1,1; die übrigen
Glieder 2 mm; IV. bezw. 1,5; 3 mm. Totallänge: I 4,6; II 4,3;
III 3,1; IV 4,5 mm.
Die hintere Augenreihe schwach procurva, die M. A. unter sich
in reichlich ihrem Durchmesser, von den S. A. um etwa dreimal
so weit entfernt. Die vordere Reihe so stark procurva, daß “eine
die M. A. unten tangierende Gerade die S. A. oben tangieren würde;
die M. A. unter sich fast in ihrem doppelten Durchmesser entfernt.
Das Feld der M. A. vorn breiter als hinten und etwa so lang als
vorn breit. Die vorderen M. A. vom Rande des Clypeus und von
den hinteren M. A. gleich weit entfernt. Die S. A. ganz schmal
getrennt, die vorderen scheinen unbedeutend kleiner zu sein. Die
vorderen M. A. kaum größer als die hinteren.
Palpenkralle und Tarsalkrallen (wenigstens die der Vorderbeine)
wenig gebogen und mit ca. 15 feinen, dichtstehenden Zähnen, welche
Reihe fast bis zur Spitze der Kralle reicht, Afterkralle lang, dünn,
scharf knieförmig gebogen. — Lippenteil und Maxillen scheinen wie
bei Aranea zu sein. — Sternum ganz grob lederartig genarbt und
glanzlos. — Am hinteren Falzrande zwei kleine, gleichgroße, unter
sich etwa in ihrer basalen Breite entfernte, nahe der Klauen-
einlenkung stehende Zähne und gegenüber am vorderen Rande drei
ähnliche Zähne, von denen der mittlere ein wenig größer ist. — Die
vorderen Metatarsen kaum gebogen, unten vorn mit einer Reihe
von etwa 15 Borsten, die aber von denjenigen der Vorderseite
kaum verschieden sind, unten hinten eine ähnliche Reihe kleiner
Borsten; an den hinteren Metatarsen und Tarsen ganz ähnliche
Beborstung; also eigentlich gar nichts besonderes. — Tibien I—II
unten an der Spitze 2, oben vorn in der Mitte 1, oben hinten etwas
weiter basalwärts 1, III--IV jedenfalls unten an der Spitze 2 und
oben submedian 1 Stachel oder Stachelborste, III (vielleicht auch IV)
außerdem unten vorn 1.1 oder 1.1.1 Stacheln. Alle Patellen oben
an der Spitze 1 Stachelborste. Alle diese Stacheln oder Stachel-
borsten kürzer als der Durchmesser des betreffenden Gliedes. Die
beiden hinteren Metatarsen scheinen unten ein Paar Stachelborsten, die
aber von den gewöhnlichen Borsten wenig verschieden sind, zu haben.
Epigyne mit Umgebung in Fluidum gesehen zeigt Fig. 5. —
Sie ist sehr klein, liegt unmittelbar vor der Spalte in einem kaum
erhöhten, ganz tief und dicht quergestreiften und punktierten Felde
und besteht aus einem schmalen, erhöhten, dreimal scharf oder
etwa $-förmig gebogenen (siehe Figur!) Leiste, die vorn in der
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen, 35
Mitte eine (in der Figur hell erscheinende), und hinten jederseits
eine schmale Längsfurche einschließt. Etwas vor der Epigyne eine
seichte Quereinsenkung, die in Fluidum (und in der Figur!) heller
erscheint.
Cephalothorax schwarzbraun, das Augenfeld schwarz, der
Brustteil mit rein weißem Rand. Mandibeln hell dottergelb, außen in
der Basalhälfte geschwärzt, Maxillen dunkelbraun mit weißlicher
Spitze, Lippenteil schwarz mit weißer Spitze, Sternum tief schwarz
blauschimmernd. Femoralglied der Palpen unbestimmt schwärzlich,
Patellarglied gelblich, mit dunkel untermischt, Tibialglied schwarz,
oben mit gelblichem Längsstreif, Tarsalglied hell dottergelb. Coxen
dunkelbraun, Trochanteren unten braun, oben gelblich, Femoren
schwarz, die des dritten Paares an der Basis gelb, Patellen I—II
hell dottergelb, oben an der Basis ein runder, schwarzer Fleck,
III—IV oben dunkelbraun mit undeutlicher heller Längslinie, unten
trüb gelb. Tibien I—II hell dottergelb, oben an der Basis ein
ganz kleiner, runder, etwa in der Mitte zwei dicht neben einander
gelegene oder zusammengeflossene, längliche und an der Spitze ein
größerer, runder Fleck schwarz, III—IV gelb mit zwei schwarzen
Ringen (submedian und apical), die an IV unten unterbrochen
sind, an UI fast das ganze Glied bedecken. Metatarsen I—II hell
dottergelb mit zwei schwarzen, vorn zusammenfließenden Ringen
etwa in der Mitte und am Ende, III schwarz, nur an der Basis ein
schmaler gelber Ring, IV wie I, nur fließen die Ringe hinten statt
vorn zusammen. Tarsen I—III schwärzlich mit gelber Spitze und
Basis, IV einfarbig gelb. — Abdomen oben an den Seiten trüb blau,
etwas grünlich schimmernd, Mittelfeld des Bauches schwarz, mit
schwachem blauem Schimmer. Der Bauch führt beiderseits eine
lebhaft dottergelbe, von der Spalte bis zur Spitze des Abdomen sich
erstreckende, am Vorderende abgerundet verschmälerte, in der
Mitte schwach erweiterte (reichlich '/;, mm breit), an den Seiten
der Spinnwarzen wieder verschmälerte, an den Seiten etwas wellen-
förmige Längsbinde; beide Binden sind hinter den Spinnwarzen
durch eine ebensolche, etwa doppelt so breite Querbinde verbunden.
Das dunkle Mittelfeld, das auch das ganze Epigaster und die
Spinnwarzen umfaßt, führt in der Mitte der Seiten jederseits eine
Reihe von drei kleinen gelben Fleckchen und Andeutung eines
ebensolchen jederseits der Spinnwarzen. Letztere wie der Bauch,
an der Spitze undeutlich heller.
Abdomen von oben gesehen eiförmig, vorn breit gerundet,
hinten ein wenig schmäler, mit der größten Breite kurz vor der
Mitte, oben abgeflacht, an der hinteren Abdachung mit zwei Paaren
kürzer (kaum so lang oder (die unteren) kürzer als die Tarsen IV),
scharf konischer, in Färbung und Konsistenz von dem Rücken
nicht abweichender Spitzhöcker, die etwa ein Parallelogramm bilden,
das 0,7 mm breit und ein wenig kürzer ist; das untere Paar steht
unmittelbar am Ende des Abdomen und dessen Spitzen sind
ein wenig kürzer und stumpfer. Die Spitze des Abdomen die
3*+
36 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Spinnwarzen so weit überragend, daß dieselben von der Spitze
etwa in der Hälfte der Entfernung vom Petiolus stehen. Auf dem
Rücken zwei Paar Muskelpunkte, die ein Trapez bilden, das vorn
ein wenig schmäler als hinten und unbedeutend kürzer als breit
ist. Hinter diesen ein drittes Paar, dessen Punkte viel kleiner sind
und mit denen des zweiten Paares ein Parallelogramm bilden, das
länger als breit ist.
Cephalothorax und Abdomen sparsam mit kurzen, feinen, an-
liegenden, weißen Schuppenhaaren bekleidet. Die Haut des Ab-
domen hart und fest, doch eigentlich nicht verhornt.
Durch die stark gebogene vordere Augenreihe von den typischen
Aranea abweichend.
Gen. Nephila Leach 1815.
23. Nephila pilipes (Luc.) 1858.
Ein 2 von Suksuk, Schale und Korre See, mehrere vom Ost-
ufer des Abbaja-Sees.
Gen. Argiope Aud. 1825.
24. Argiope trifasciata (Forsk.) 1775.
Mehrere Exemplare von Suksuk, Schale und Korre See.
25. Argiope nigrovittata Th. 1859.
Fundort: Djabdjabdn (Ennia Galla).
Gen. Gasteracantha Sund. 1833.
26. Gasteracantha abyssinica Strand 1907, in: Zool. Anz. p. 537 und
in: Zool. Jahrb., Syst. Abt., Bd. 25, p. 644—5.
Fundort: Südende vom Abbaja See.
Fam. Thomisidae.
Gen. Xysticus C. L. Koch 1835.
27. Xysticus aethiopieus L. Koch 1875.
Zwei Weibchen von Ejcere-Metscha, 17. Septbr. 1900.
2. Zu Kochs Beschreibung, bezw. Abbildung wäre zu be-
merken: Die vorderen M. A. unverkennbar näher dem Clypeusrande
als den hinteren M. A. Die hinteren M. A. um ein Unbedeutendes
weiter von den hinteren S. A. als unter sich entfernt. Keines der
beiden vorliegenden Exemplare zeigen auf dem Abdominalrücken
vorn ein dunkleres Mittelfeld, sondern es läßt sich, wenn auch
höchst undeutlich, ein gezacktes, helleres Längsfeld, ähnlich wie bei
unserem Xyst. viaticus (L.) erkennen, das in der Mitte zwei tief-
schwarze, in Querreihe gestellte, unter sich nicht weit getrennte
Querflecke aufweist und diese sind beim einen Exemplar größer,
schwach halbmondförmig procurva gebogen und vorn von je einem
hellen Querfleck begrenzt; beim anderen Stück sind sie viel kleiner
und undeutlicher, so daß es schon ganz wahrscheinlich sein wird, daß
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 37
sie wie bei Kochs Exemplar (-en?) bisweilen ganz fehlen. Kurz
vor den Innenenden dieser Flecke ein Paar kleiner, runder, tief-
schwarzer Punktflecke. Die Seiten des Rückenfeldes beim einen
Exemplar, besonders hinten, durch Reihen tiefschwarzer Punkte
oder kurzer Längsstriche begrenzt, die beim anderen Exemplar fast
fehlen. Maxillen größtenteils graubräunlich, mit weißlicher Spitze
und Rand. — Femoren I vorn in der Mitte mit einer Schrägreihe
von drei starken, unter sich etwa gleich weit entfernten Stacheln.
Tibien I—II unten mit zwei Reihen von je drei Stacheln; in der
vorderen Reihe bisweilen ein vierter, kleinerer Stachel am proximalen
Ende derselben, Metatarsen I—II unten mit zwei Reihen von je 4
(hinten bisweilen nur 3), vorn in der Endhälfte 1.1, hinten in der
Mitte 1 Stachel.
Gen. Oxyptila Sim. 1864.
28. Oxyptila metschensis Strand 1906, 1. c. S. 683, No, 11.
Lok.: Ejere-Metscha, 17. Septbr. 1900. (1 2.)
Weicht von Oxyptila dadurch ab, daß die vordere Augenreihe
ein wenig stärker als die hintere recurya gebogen ist; auch scheint
mir der vordere Hügel der S. A. jedenfalls nicht größer als der
hintere zu sein. — Abdomen oben mit sehr großen, breiten, spatuli-
formen Haaren.
2. 6,5 mm Totallänge. Cephalothorax 2,8 mm lang und breit,
Clypeus 1,6 mm breit. Abdomen 4,5 mm lang, hinter der Mitte
5,2 mm breit, vorn 3—4 mm breit. Beine: I Fem. 2, Pat. + Tib.
2,5, Met. + Tars. 2,3 mm; U gleich I; III bezw. 1,5; 1,6; 1,5 mm;
IV bezw. 1,8; 1,6; 1,6 mm. Totallänge: I 6,8; II 6,8; III 4,6;
IV 5 mm.
Epigyne bildet einen roten, runden, gleichmäßig gewölbten,
glänzenden, fein und dicht quergestreiften Höcker, der hinten eine
seichte, ebenfalls deutlich gestreifte Einsenkung zeigt, in welcher
vier kleine, stumpf gerundete, glatte und stark glänzende Höcker
sitzen, deren Außenseiten ein Trapez bi den, das breiter als lang
und hinten ein wenig breiter als vorn ist; die beiden hinteren
Höcker sind erheblich größer und tiefschwarz gefärbt (besonders
in Spiritus stark auffallend). Das ganze Feld ist entfernt sechs-
eckig, die größte Breite (0,8 mm) hinter der Mitte und deutlich
größer als die Länge. In Flüssigkeit erscheint die Mitte desselben
hell, die Seiten braunrot, die beiden hinteren Höcker schwarz, die
vorderen kaum zu erkennen. Aussehen in Spiritus zeigt Fig. 7.
.. Die ganze Oberseite war von einem bräunlichen, krustenartigen
Überzug(künstlicher Natur(?)bedeckt, der zum Teil etwaslosgelöst war,
zum Teil so fest klebte, daß es mit Schwierigkeit verbunden war, es zu
entfernen, wodurch aber erst die Hautfärbung und Struktur zu er-
kennen waren. Nachher war aber von der Beborstung wenig er-
halten; einige sehr breit spatuliformen oder claviformen Haare
waren noch da. — Die Extremitäten mit viel schwächeren, kurzen
und etwas gebogenen claviformen Haaren nichtdicht besetzt. FemorenI
38 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
scheinen vorn zwei Stacheln, einen unteren kurz innerhalb und
einen oberen kurz außerhalb der Mitte zu haben. Tibien I werden,
nach den großen, höckerartigen Wurzeln zu urteilen, zwei große
kräftige Stacheln vorn gehabt haben; unten vorn stehen 1.1.1, von
denen der Mittlere doppelt so lang als die beiden anderen, aber
dennoch kürzer als der Durchmesser des Gliedes ist. Unten hinten
wird vielleicht eine ähnliche Reihe vorhanden gewesen. Tibien I
unten vorn 1.1.1 kurze, gleichlange Stacheln, unten hinten jedenfalls
1.1 Stacheln; vorn sind jedenfalls keine Stacheln vorhanden. An
den beiden Hinterpaaren scheinen nur die Metatarsen Stacheln zu
tragen und zwar unten vorn 1 (Mitte), 1 (Apex); vielleicht sind
jedoch 2 oder 3 an der Vorderseite der Tibien vorhanden gewesen.
Metatarsen I und II unten vorn 1.1.1, unten hinten 1.1, hinten an
der Spitze 1 Stachel.
Die hintere Augenreihe nicht stärker recurva, als daß eine die
M.A. hinten tangierende Gerade etwa um den halben Durchmesser
der M. A. vor den S. A. zu liegen käme; die M. A. kleiner und
weiter von den S. A. als unter sich entfernt. Die vordere Augen-
reihe erheblich kürzer als die hintere (bezw. 0,8 und 1,1 mm) und
ein wenig stärker recurva gebogen; die M. A. viel kleiner (auch
kleiner als die hinteren M. A.) und unter sich ein wenig weiter als
von den S. A. entfernt; die Hügel der letzteren ein wenig kleiner
als die der hinteren S. A. Das Feld der M. A. länger als breit
und vorn um ein Unbedeutendes breiter als hinten. Die M. A.
unter sich erheblich weiter als die S. A. entfernt.
Cephalothorax so breit als lang, die größte Breite zwischen den
Vorderseiten der Coxen III, nach vorn ganz stark sich verschmälernd,
über der Insertion der Palpen eine sehr schwache Einsenkung bildend,
der Clypeus von oben gesehen deutlich vorgewölbt und gerundet;
die größte Höhe zwischen den Coxen II und III, von da nach
vorn schwach gewölbt abfallend mit einer fast unmerklichen Quer-
einsenkung hinter den Augen, diese deutlich niedriger als der
Höhepunkt des Cephalothorax sitzend; letzterer auch der Quere
nach etwas gewölbt, mit undeutlichen Seiten- und Kopffurchen,
letztere oben am deutlichsten. Auf dem Kopfteil drei doppelte
oder mehrfache Reihen ganz starker Körnchen, die wahrscheinlich
je ein Haar getragen haben; die beiden äußeren Reihen hinten
schwach nach außen, vorn nach innen konvex gebogen und ihr
Zwischenraum ziemlich glatt. Auch der Brustteil mit Körnchen,
die z. T. in Reihen angeordnet sind.
Abdomen von oben gesehen entfernt sechseckig, vorn gerade
abgeschnitten, hinten sehr breit abgerundet, die größte Breite er-
heblich hinter der Mitte, nach vorn stark verschmälert, oben, ins-
besondere vorn, etwas abgeflacht, hinten nach hinten gewölbt, so daß
die Spinnwarzen ziemlich weit vor der Spitze zu liegen kommen; die
Höhe in der hinteren Hälfte (3,5 mm) erheblich geringer als die
Länge oder Breite des Abdomen. Die untere Hälfte der Seiten und
der Bauch tief gefurcht (gefaltet). Der Rücken mit großen, tiefen,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen, 39
braunen Muskelpunkten, von denen die drei vorderen ein Dreieck
bilden, dessen Spitze nach vorn gerichtet und dessen Seiten gleich
lang (1,4 mm) sind.
Cephalothorax hell rötlichbraun, die hintere, vom Abdomen
bedeckte, Abdachung gelblichweiß, auf dem Hinterkopfe in Quer-
reihe 5 unbestimmt begrenzte, mehr oder weniger zusammen-
fließende, schwärzliche Flecke, die beschriebenen Körnchenreihen des
Kopfes schwärzlich, der Rand des Brustteiles weiß, ein Querfleck
am Clypeus dunkelbraun, ein abgerundet dreieckiger Fleck zwischen
den vorderen und hinteren M. A. dunkelbraun, an den Seiten fein
und unbestimmt bräunlich marmoriert. Augen schwarz. Mandibeln
vorn bräunlichgelb, dunkler marmoriert, außen und innen schmal
schwarz umrandet, am Ende eine dunkle Querbinde. Maxillen und
Lippenteil hell gelblich, grau angeflogen, erstere am Ende weißlich.
Sternum und Coxen blassgelb, schwach gebräunt, ersteres dicht und
unregelmäßig gesprenkelt, letztere ebenso am Ende. Extremitäten
bräunlichgelb, dicht braun gesprenkelt, besonders die beiden vorderen
Tibien, die fast einfarbig braun erscheinen, die Patellen oben, sowie
die Metatarsen und Tarsen fast einfarbig bräunlichgelb; an den
beiden letzten Paaren tragen die Tibien oben an der Basis und die
Metatarsen am Ende einen dunkelbraunen Fleck. Palpen hell
bräunlichgelb, Femoralglied oben am Ende, Tibialglied innen an
der Basis, sowie außen je einen dunklen Fleck. — Abdomen
dunkelgrau, etwas grünlich angeflogen, mit reihenförmig gestellten
helleren Punkten in den Furchen; oben höchst undeutlich dunkler
gezeichnet auf ein wenig hellerem Grund, vorn nahe der Basis ein
dunkler Querfleck, etwa in der Mitte eine dunkle, recurva ge-
bogene, schmale Querbinde und weiter hinten eine ebensolche, aber
gerade Querbinde. Die Muskelpunkte hellbraun, schmal grau um-
randet. Die äußerst kurzen Spinnwarzen (die Spitze fast in Niveau
mit der umgebenden Haut) hell bräunlichgelb, schmal braun um-
randet. Epigaster graubraun.
Gen. Philodromus Walck. 1825.
29. Philodromus maculato-vittatus Strand 1906, 1. c. S. 684, No. 12.
Lokalität: Dalota (Süd-Schoa), unter Steinen 11. VIII. 1900.
1 2 (subad. (?)).
Fig. 6a Epigyne, 6b Abdomen von oben gesehen.
2. Totallänge (NB. nicht ganz reif!) 4,5 mm. Cephalothorax
2 mm lang, 1,9 mm breit, vorn etwa nur halb so breit. Abdomen
3 mm lang, 1,5 mm breit. Beine: I Fem. 2,1, Pat. 4 Tib. 2,5,
Met. + Tars. 2,4 mm; II bezw. 2,7; 3,3; Metat. 1,7; (Tars. fehlt!);
III bezw. 2,1; 2,3; 2 mm; IV bezw. 2,6; 2,9; 2,7 mm. Totallänge:
17; IL 7,7 ohne Tars.; III 6,4; IV 8,2 mm. Also: IV oder II, I, II.
Mandibeln 0,7 mm lang. Sternum mindestens so breit als lang
(1 mm).
Von der Bestachelung sehr wenig zu erkennen, so dab
40 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
folgende Angaben etwas unvollständig sein werden. Alle Femoren
oben 1 (Mitte), 1 (Spitze), I scheint vorn einen oder zwei gehabt
zu haben. Alle Tibien wahrscheinlich unten 2.2.2, sowie zwei oder
drei an den Seiten; die unteren Stacheln, jedenfalls an III, etwa so
lang ‚als der Durchmesser des Gliedes. Alle Metatarsen unten 2
(subbasal), 2 (submedian), 2 (apical), sowie wahrscheinlich 2—3
Seitenstacheln; die beiden proximalen Paare der Unterseite so
lang oder länger als der Durchmesser des Gliedes, die Stacheln des
distalen Paares kürzer und gebogen. An den Palpen jedenfalls 3
am Femoralgliede oben an der Spitze, 1 submedian oben am Patellar-
gliede, 1.1 oder 2.2 oben am Tibialgliede und 2 oben an der
Basis sowie 2.2 unten am Tarsalgliede.
Epigyne, die wahrscheinlich nicht ganz reif ist, erscheint trocken
gesehen als ein flaches, schwach bräunlichgelbes, spitz trapezförmiges
oder fast dreieckiges Feld, das hinten erheblich breiter als vorn
und ein wenig länger als hinten breit ist, hinten die Spalte erreicht
und daselbst kurz vor derselben mit zwei kleinen, bräunlichen,
eckigen Grübchen, die sich durch je eine sehr feine Furche bis zur
Spalte fortsetzen und unter sich um mehr als ihren Durchmesser
entfernt sind. Das Feld ist an beiden Seiten von einer seichten,
dunkelgefärbten Längseinsenkung begrenzt. In Fluidum erscheint
Epigyne wie in Fig. 6a dargestellt.
Die hintere Augenreihe so stark recurva gebogen, daß eine
die S. A. vorn tangierende Gerade etwa um den halben Durchmesser
der M. A. hinter diesen zu liegen käme; die M. A. unbedeutend
kleiner und fast unmerklich weiter unter sich als von den stark
vorstehenden S. A. entfernt. Die vordere Reihe so schwach recurva,
daß eine die S. A. unten tangierende Gerade die M. A. im oberen
Drittel schneiden würde; die M. A. von den $. A. in ihrem Durch-
messer, unter sich etwas mehr entfernt; die S. A. unbedeutend
weiter von den hinteren als von den vorderen M. A, entfernt. Das
Feld der M. A. hinten ein wenig breiter als lang und reichlich so
lang als Clypeus hoch. Die S. A. unter sich um deutlich weiter
als die M. A. unter sich entfernt.
Cephalothorax mit einer blaßgelben, scharf begrenzten Rücken-
binde, die vorn das ganze Augenfeld einnimmt (ca. 1 mm breit),
sich gleichbreit bis zur hinteren Abdachung fortsetzt, sich an letzterer
schwach nach hinten verschmälert, sich wieder über den ganzen
Hinterrand erweitert und sich als eine schmale Submarginalbinde nach
vorn bis zur Vorderseite der Coxen II fortsetzt, der Rand daselbst
undeutlich dunkler, weiter vorn bis zum Clypeus schmal tiefschwarz.
Die Mittelbinde in der Mitte mit einem kleinen, runden, braunen
Fleck und vielen sehr feinen und undeutlichen grauen Punkten. Die
Seiten braun, schwach violettlich, fein heller und dunkler marmoriert,
mit einer schmalen, gebogenen Längslinie unter den hinteren S. A.
und einem gelblichen Schrägfeck an den Seiten des Clypeus.
Letzterer hell bräunlich, mit einem undeutlichen Querfleck in der
Mitte. Augen schwarz, Mandibeln blaßgelb mit helbrauner Quer-
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 4]
binde an der Basis, die Klaue ebenfalls blaßgelb, an den Seiten
schwach gebräunt. Maxillen weißlich, am Rande schmal undeutlich
schwärzlich, Lippenteil graubräunlich, an den Seiten undeutlich
dunkler. Sternum gelblich weiß, mit zahlreichen bräunlichen
Punkten, die eine sich vorn gabelnde, sonst ziemlich gleichbreite
Mittelbinde und Andeutungen zu Flecken vor den drei hinteren
Coxen bilden. Beine violettlich braun, gelbweißlich längsgestreift;
Fem. I—-III oben mit ca. 4 hellen Längsstreifen, IV innen größten-
teils hell, außen braun mit hellen Streifen. Alle Patellen oben mit
zwei meistens zusammengeflossenen hellen Schrägstreifen, Tibien
oben mit einem einzigen gleichbreiten Streifen, unten undeutlich
heller. Metatarsen wie die Tibien, nur undeutlicher gezeichnet.
Tarsen einfarbig hellgelb. Die hellen Partien sehr fein und undeut-
lich dunkler punktiert. Palpen: Femoralglied gelblich, jederseits
mit braunem Längsstreif, ebenso das Patellarglied, Tibialglied braun,
undeutlich heller längsgestreift und an der Spitze weiß, Tarsalglied
weißlich, an der Basis schmal gebräunt. — Abdomen (Fig. 6b) violett-
lich braun, fein heller punktiert, von der Basis bis fast zu den
Spinnwarzen eine weißliche, hinten fein zugespitzte Mittelbinde, die
in der Mitte am breitesten ist, an den Seiten undeutlich begrenzt
und einen schmalen, hinten scharf zugespitzten, bis etwas hinter die
Mitte reichenden, violettbraunen Spießfleck einschließt, der vorn und
in der Mitte jederseits am Rande 4—5 kleine schwärzliche, hinten in
der Mitte zwei ebensolche größere (insbesondere der vordere) Flecke
aufweist. An der hinteren Abdachung am Rande der Mittelbinde
jederseits zwei schwärzliche Winkelflecke, von denen der vordere
der größte ist. An den Seiten von der Basis bis etwas hinter der
Mitte eine schmale, gleichbreite Längsbinde; die Seiten unter dieser
heller längsgestreift. Bauch weißlich, mit zwei gleichbreiten, violett-
braunen Längsstreifen von den Enden der Spalte bis gegen die
Spinnwarzen konvergierend, diese jedoch nicht erreichend; im Mittel-
felde zwischen diesen zwei damit parallel verlaufende, schmälere
undeutlichere Längsstreifen. Spinnwarzen unten weißlich, oben
bräunlich.
Gen. Tibellus Sim. 1875.
30. Tibellus punctifasciatus Strand 1906, 1. c. 8.628, No. 60.
Ein unreifes Exemplar von Dalota (Süd-Schoa) 11. VIII. 1900.
Fam. Cl/ubionidae.
Gen Eusparassus Sim. 1903.
31. Eusparassus ubae Strand 1906, 1. c. S. 684, No. 13.
Lok.: Uba, 23.—25. I. 1901. (1 2.)
2. Cephalothorax 5,5 mm lang und ebenso breit. Abdomen 10 mm
lang, 5,5 mm breit. Beine: I Fem. 6,5, Pat. + Tib. 8,2, Met. + Tars.
8,2 mm; II bezw. 7; 9,5; 10 mm; III bezw. 5,5; 6; 6 mm; IV bezw.
6,5; 7; 7 mm. Totallänge: I 22,9; II 26,5; III 17,5; IV 20,5 mm.
})
49 Embrik Strand: Verzeichnis der von Osear Neumann
Also: I, IL, IV, III. — Am unteren (hinteren) Falzrande 4 nach
innen an Größe allmählich abnehmende Zähne; der innere vielfach
kleiner als der äußere, am oberen scheint nur 1 vorhanden zu sein
(gegenüber dem kleinsten derjenigen des unteren Randes).
Alle Femoren oben mitten 1.1, vorn I 1.1 in der Basalhälfte,
II—IV 1.1.1, hinten I—II 1.1.1, II 1.1 in der Endhälfte, IV hinten
keine Stacheln. Alle Patellen unbestachelt. Tibien I unten 2. 2, vorn
keine oder 1 in der Endhälfte, hinten 1.1, II vorn 1.1, sonst wie
I, III wie U, IV hinten keine, sonst wie II. Metatarsen I—III unten
2.2, vorn und hinten je 1.1, alle in der Basalhälfte, IV unten in
der Basalhälfte 2.2, vorn und hinten je 1.1.1 Stacheln. — Palpen:
Femoralglied oben nahe der Spitze 1,4, Tibialglied oben außen 1,
Tarsalglied außen und innen in der Basalhälfte je 1 Stachel.
Die vordere Augenreihe gerade; die M. A. größer, unter sich
um ?/; ihres Durchmessers, vom Clypeusrande um noch weniger,
von den S. A. im ganzen Durchmesser entfernt. Die hintere Reihe
um reichlich den doppelten Durchmesser der S. A. länger als die
vordere, schwach procurva, die M. A. ein wenig kleiner und
weiter unter sich als von den S. A. entfernt. Das Feld der M. A.
vorn schmäler als hinten und hinten breiter als lang; die vorderen
und hinteren S. A. nicht ganz so weit als die vorderen und
hinteren M. A. entfernt. Die S. A., insbesondere die hinteren, auf
Hügeln sitzend.
Cephalothorax so breit als lang, zwischen den Coxen I
und III am breitesten, zwischen den Coxen II am höchsten, der
Länge und Quere nach ganz stark gewölbt, mit fast unmerklichen
Kopf- und Seitenfurchen; die schmale, tiefe, sich am Vorderende
grubenförmig erweiternde Mittelritze ist ca. l mm lang und der
Seitenrand ganz schwach verdickt. Clypeus an den Seiten gewölbt
und erheblich breiter als das Augenfeld (bezw. 3,2 und 2,6 mm).
Mandibeln beide zusammen an der Basis erheblich breiter als
lang (bezw. 2,9 und 2,2 mm), vorn in der Mitte deutlich gewölbt,
aber nicht knieförmig gebogen, glatt, glänzend, am Innenrande
mit langen, feinen, abstehenden und außen und an der Spitze mit
kürzeren, ähnlichen Haaren sparsam besetzt; der Basalfleck groß,
gewölbt, glänzend, etwa dreieckig; die Klaue kurz, (1,5 mm lang),
dick, stark gebogen. — Sternum herzförmig, reichlich so breit als
lang (bezw. 2,6 und 2,5 mm), vorn breit ausgerandet mit ganz
scharfen Ecken, hinten scharf zugespitzt, die größte Breite zwischen
den Coxen II, glatt, glänzend, sehr wenig gewölbt, nicht dicht mit
langen, feinen, abstehenden Haaren besetzt. — Maxillen sehr kurz
und dick, stark gewölbt, in der Basalhälfte unten außen mit einer
ganz besonders glatten, glänzenden, gewölbten Partie; die Länge
wenig größer als die Breite (bezw. 1,3 und 1 mm). — An den
Palpen ist Femoralglied so lang als Patellar- und Tibialglied zu-
sammen (2 mm), aber kürzer als das Tarsalglied (2,5 mm). —
Abdomen vorn quergeschnitten, an den Seiten breit gerundet, die
größte Breite vor der Mitte, nach hinten allmählich verschmälert,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 43
in eine ganz scharfe Spitze endend, die Spinnwarzen von oben
sichtbar; die Oberseite etwas abgeflacht. — Epigyne bildet ein
hellbraunes, etwas erhöhtes, stark glänzendes Feld, das etwa so
breit als lang ist (ca. 1 mm) und beiderseits von einer ganz breiten,
nach außen konvex gebogenen, besonders vorn tiefen, aber im
Grunde abgeflachten Längsfurche begrenzt ist. Diese Furchen be-
grenzen ein längliches, etwa flaschenförmiges Mittelstück, das vorn
verschmälert und in der Mitte der Länge nach ganz schwach
niedergedrückt ist, hinten erweitert, daselbst in der Mitte gewölbt,
sowie beiderseitsund hinten voneinemabgerundeten, erhöhten, niedrigen
Rand begrenzt ist; dieser ist hinten ganz gerade und neben den beiden
hinteren Seitenecken ein wenig niedergedrückt. Aussehen in Spiritus
zeigt Fig. 8; die Seitenränder des Mittelstückes erscheinen in Spiritus
dunkelbraun, das Mittelstück sowie die Seitenfurchen bräunlichgelb,
der Hinterrand schwarz.
Cephalothorax undExtremitäten hellbräunlichgelb, das Vorder-
ende der Mittelritze, Clypeus, Seiten des Augenfeldes und breite
Ringe um die Augen dunkelbraun; letztere fein tiefschwarz um-
randet. Ecken des Clypeus schwarz, Rand des Cephalothorax und
des Clypeus schmal weiß. Mandibeln braunschwarz, Klaue in der
Endhälfte hellrötlich. Tibien und noch mehr Metatarsen und Tarsen
gerötet, Scopula hellgrau: an I—II bis zur Basis der Metatarsen, da-
selbst aber viel dünner, reichend, an IV nur bis zur Mitte des
Metatarsus; die Scopula-Haare lang (an den Tarsen fast gleich
dem Durchmesser des Gliedes) und Scopula viel breiter als die
Glieder. — Tarsalglied der Palpen dicht behaart, schwarz er-
scheinend. Beine graugelblich behaart. Stacheln hellbraun. — Sternum
blaßgelb. — Abdomen blaßgelb, oben mit einem schmalen, scharf
begrenzten, bis zu den Spinnwarzen reichenden, braunen Längs-
streifen, der sich kurz vor der Mitte in zwei nach vorn diver-
gierenden, aber am Vorderrande wieder genäherten ebensolchen,
gabelt; der von diesen eingeschlossene lanzettförmige Raum ist etwa
4 mm lang und 1,2 mm breit. An den Seiten und z. T. oben kleine,
längliche, unter sich sehr weit entfernte und unregelmäßig gestellte
braune Punktflecke. — Behaarung des Abdomen erscheint trocken’
gesehen weißlich, die der braunen Streifen bräunlichgelb.
Gen. CGtenus Walck. 1805.
32. Otenus debilis Pav. 1895 (?) (debilatus Strand).
Von „Gidole bis Uba* liegen reife Weibchen einer Ütenus-
Art vor, die ich für Ot. debilis (Pav.) halten möchte, jedenfalls sind
sie von den aus Erlanger’s Sammlung als debilis identifizierten
unreifen Exemplare nicht spezifisch verschieden. Größe und Färbung
etwa wie bei diesen, Augenstellung ebenso. — Epigyne von dem-
selben Typus wie bei Eusparassus ubae nob., unterscheidet sich aber
dadurch, dab die Seitenfurchen nicht wie bei letzterer Art gleich-
breit sind, sondern vorn stark verbreitet, hinten verschmälert und
44 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
den Hinterrand nicht ganz erreichend; das Mittelstück ist vorn
stärker verschmälert, kaum !/, so breit als in der Mitte, in der
hinteren Hälfte flach, nicht gewölbt, am Hinterrande dagegen nieder-
gedrückt und etwas längsgefurcht; die Seitenränder hinten in je
einen spitz konischen, nach hinten und innen gerichteten Höcker
ausgezogen. Das Mittelstück etwas matt und fein quergestreift.
Aussehen in Spiritus zeigt Fig. 9.
Bei einer Körperlänge von 10 mm (post partum) sind die
Beine IV: Femur 5, Pat. + Tib. 6, Metat. 5, Tarsus 2 mm, zusammen
15 mm, I bezw. 4,5; 6; 3; 1,8, zusammen 15,3 mm. Ein weiteres
Exemplar ist 12 mm lang.
Von Uba, 23.—25. I. 1901, ein unreifes Ex., dessen Dorsal-
zeichnung des Cephalothorax weniger regelmäßig ist und sich am
Kopfteile und um die Mittelritze sternförmig erweitert, wird wahr-
scheinlich derselben Art angehören. — Von Gadat (Gofa) ein
vielleicht hierzu gehöriges d':
g. Alle Femoren oben 1.1.1, I vorn 1.1, hinten 1.1.1.1,
II und III vorn und hinten je 1.1.1.1, IV vorn 1.1.1.1, hinten
1.1 Stacheln; diejenigen der Mittelreihen gegen die Spitze, die der
Seitenreihen gegen die Basis an Länge abnehmend; alle Stacheln
fein und schräg gestellt. Alle Patellen vorn und hinten je 1 Stachel.
Alle Tibien oben 1.1.1, I unten 2.2.2.2.2, vorn in der Basal-
hälfte I, hinten 1.1, II wie I, III unten 2.2.2, vorn und hinten
je 1.1, IV wie III. Die unteren (mit Ausnahme der apicalen) und
seitlichen Tibialstacheln lang und dünn, meistens erheblich länger
als der Durchmesser des Gliedes. Metatarsen I unten 2.2.2.1
Stacheln, von denen die der beiden proximalen Paare 2—3mal so
lang als der Durchmesser des Gliedes sind, der apicale dagegen
sehr kurz, vorn 1.1.1, hinten 1.1 (der apicale fehlt; ob immer?);
II wie I, doch auch hinten 1.1.1; III unten 2.2. 2, vorn 1.1. 2, hinten
1.2.2, IV scheint ähnlich wie III, jedoch mehr unregelmäßig be-
stachelt zu sein. — Palpen: Femoralglied oben in der Endhälfte 1. 4,
bisweilen auch 1 in der Basalhälfte, Patellarglied in der Mitte
innen 1, Tibialglied oben innerhalb der Mitte 1, dem gegenüber
innen 2 Stacheln.
Totallänge 9 mm. Cephalothorax 4,5 mm lang, 3,5 mm breit in
der Mitte, vorn ca. 2mm breit. Abdomen 5 mm lang, 2.5 mm
breit. — Beine: I Fem. 4, Pat. 2, Tib.4, Met. 4, Tars. 2 mm; II
bezw. 3,8; 1,8; 3,6; 3,5; 1,7 mm; III bezw. 3,5; 1,5; 2,5; 3; 1,4mm;
DV "bezw. 4,55) 1,9,3,7: "452 mm. Totallänge: I 16; II 14,4;
II 11,9; IV 16,2 mm. Also: IV, I, II, III, jedoch I und IV fast
gleich. Palpen: Fem. 2,5, Pat. 1, Tib. 1,5, Tars. 1,5 mm, zusammen
6,5 mm, also viel länger als Cephalothorax.
Jedenfalls mit C#. debilis Pav. verwandt, aber Öephalothorax
ist deutlich länger als Tibia IV, die Färbung und Zeichnung des
Cephalothorax weichen ab und die Augenstellung stimmt auch nicht
ganz mit Pavesi’s Beschreibung: die vorderen $. A. und hinteren
M. A. bilden zwar mit ihren Unterrändern eine gerade oder fast
I
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 45
gerade Linie, die Centra dagegen eine ganz stark procurva gebogene
Linie; die vorderen M. A. unter sich in ihrem Radius entfernt,
also nicht „quasi contigui*. An den Mandibeln ist vorn in der
Basalhälfte nur schwache Andeutung je einer dunkleren Längslinie.
Cephalothorax im Grunde hell bräunlichgelb mit je einer höchst
undeutlichen graulichen Seitenbinde von den hinteren S. A. bis zur
Mitte der hinteren Abdachung; diese Binde ist vom Rande in ihrer
eignen Breite entfernt, unten von einer schwach zickzackförmig
gebogenen Linie begrenzt und verlängert sich oben 2—3 mal zacken-
förmig gegen die Mittelritze. Die Kopffurchen oben schmal, aber
ganz scharf dunkel angedeutet und in der Mitte des Kopfteiles eine
kurze, dunkle Längslinie.e Der Rand durch eine feine schwarze
Linie bezeichnet. Cephalothorax ist hinten, auch für einen Ütenus,
stark konvex. Weder Cephalothorax noch Mandibeln sind schwarz
behaart; ersterer ist am Rücken gelb, an der hinteren Wölbung
braun, an den Seiten weiblich, die Mandibeln weißlich behaart mit
einigen braunen Haaren dazwischen. Beine einfarbig gelb behaart,
an den Femoren aber weißliche Punkte an der Basis der Stacheln.
Lippenteil in der Basalhälfte jederseits mit einem braunen marginalen
Längsfleck, sonst wie die Maxillen. Der Haken des Tibialgliedes
der Palpen stimmt mit der Beschreibung, jedoch ist er entschieden
kürzer als der Durchmesser der Apicalhälfte des Gliedes. Die
Femoren tragen, wie aus obigem ersichtlich, oben mehr als 9 Stacheln.
— Sonst stimmt die erwähnte Beschreibung mit unserem Tier. —
Fig. 10a zeigt die Kopulationsorgane, 10b Ende des Tibialgliedes
und Tarsalglied von außen. An den Kopulationsorganen fällt be-
sonders auf ein dünner, halbkreisförmig gebogener, wenig vor-
stehender, schwarzer Haken am inneren Rande des Bulbus (Fig. 10a)
und ein größerer, braungefärbter, nur am Ende hakenförmig ge-
bogener, etwas stärker vorstehender Fortsatz am äußeren Rande
(Fig. 10b).
Gen. Corinna C.L. Koch 1842.
33. Corinna mandibulata Strand 1906 1. c.
Ein 3' von Dalota (Süd-Schoa) 11. VIII. 1900.
Fam. Agelenidae.
Gen. Agelena Walck. 1805.
34. Agelena agelenoides (Walck.) 1841.
Ein Exemplar von Adis-Abeba.
Fam. Pisauridae.
Gen. Tetragonophthalma Karsch 1878.
35. Tetragonophthalma brevipes Strand 1906, l.c. S. 685, No. 14.
Ein 2 subad. von Mole Thal, 18. I. 1901.
Bestachelung: (I fehlt!) Fem. II oben mitten 1. 1.1, oben vorn
submedian und subapical je 1, hinten 1.1.1.1, III und IV oben und
46 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
vorn wie I, hinten nur 1 an der Spitze; Patellen II—IV scheinen
oben an der Spitze 1 Stachel gehabt zu haben; Tibien II oben 1.1,
vorn und hinten je 1.1, unten 2.2.2 (das letzte Paar von der
Spitze entfernt!), III oben, vorn und hinten wie II, unten 2.2
(subbasal und submedian, vielleicht auch noch 2 an der Spitze),
IV scheint oben und an den Seiten wie III, unten 2.2.2 (Basis,
Mitte und Apex) zu haben. Metatarsus II vorn und hinten je 1.1.1,
unten 2.2.2, III wie II, IV an den Seiten wie II, unten 2.2.2.2
Stacheln. — Femoralglied der Palpen oben nahe der Spitze 1.2,
Patellarglied oben submedian, apical und innen median je 1 Stachel
oder -borste, Tibialglied innen 2 und oben 1 langer, subbasaler, ge-
bogener Stachel, Tarsalglied innen 2.1, außen mitten 2, unten nahe
der Spitze 2 Stacheln. Palpenkralle wenig gebogen, mit etwa 7—8
dichtstehenden Kammzähnen. Tarsalkrallen scheinen bis zu 10—11
Zähne zu haben. Die fast rechtwinklig gebogene Afterkralle hat
einen Zahn.
Am unteren Falzrande zwei scharf konische Zähne, von denen
der innere ein wenig größer ist, am oberen (vorderen) Rande
3 Zähne, von denen der mittlere bei weitem der größte, die seitlichen
etwa gleich denen des unteren Randes sind.
Von der aus Giuba beschriebenen 7‘. bilineata Pav. dadurch
am leichtesten zu unterscheiden, daß Cephalothorax viel länger als
Metatarsus III ist (hier bezw. 1,8 und 1 mm). Von der Beschreibung
von Tetr. bilineata ferner abweichend durch das Fehlen der weiben
Längslinien am Cephalothorax und Fehlen weißer Punkte am
Abdominalrücken (Fig. 11) und schwarzer Punkte am Bauch, (der
hier weißlich, fein grau geadert ist), die Augen der vorderen Reihe
sind unter sich gleich weit und zwar um weniger als ihren Radius
entfernt; die Spitze der Glieder der Palpen mit Ausnahme der
Tarsen nicht dunkler gefärbt; Tibien nicht geringelt, Tarsen nicht
gebräunt. Von T. phylla Karsch und Stuhlmanni: Bös. et Lenz
ebenfalls zweifelsohne distinkt (Stuhlmanni wäre nach Simon
Synonym von bilineata, was nicht wahrscheinlich zu sein scheint).
Von der Beschreibung von Stuhlmanni weicht unsere Art haupt-
sächlich dadurch ab, daß die oberen Spinnwarzen nur wenig länger
als die unteren sind (bei Stuhlmanni noch einmal so lang!) Eine
besonders weiße Grenzlinie an der dunklen Dorsalbinde des Cephalo-
thorax ist nicht zu erkennen (Fig. 11). Dorsalbinde des Abdomen
ziemlich gleichfarbig dunkel, von einer schmalen, hinten zugespitzten
Längsbinde durchzogen (Fig. cit.), die wieder von einem dunkleren
Streifen geteilt wird. Bauchfeld jederseits von einer braunen,
schmalen Längsbinde begrenzt (wie bei bilineata). Beine hellgelb,
Femoren, Patellen und Tibien unten vorn olivengrau, an den
Femoren III—IV von zwei gelblichen Schrägstrichen geteilt.
Da leider nur ein unreifes Ex. vorliegt, bleiben die Artrechte
dieser Form fraglich; es scheint mir jedoch besser bis weiteres
dieselbe als distinkt zu betrachten. Dab alle die drei erwähnten,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 47
so nahestehenden Formen schließlich ihre (selbstständigen) Artrechte
behaupten, ist nicht unwahrscheinlich.
36. Tetragonophthalma bilineata Pav. 1895.
Lok.: Zwischen Gidole und Uba, 10.—25. I. 1901 (1 2).
9. Totallänge 11,5 mm. Cephalothorax 3,2 mm lang, kürzer
als Metatarsus III (4 mm), 2,4 mm breit. Abdomen 8 mm lang,
2,5 mm breit. Beine: I Fem. 5,5, Pat. + Tib. 6,6, Met. 5,2, Tars. 2,5,
zusammen 19,8 mm; IV bezw. 6,5; Pat. + Tib. 6,5; 6,2; 2,5 mm,
zusammen 21,7 mm; II bezw. 5,5; 7; 5,5; 2,7, zusammen 20,7 mm;
III bezw. 4,5; 5; 4; 1,8 mm, zusammen 15,3 mm. Also: IV,
211, I.
"Von der Beschreibung von Tetr. Stuhlmanni Bös. et Lz. weicht
die vorliegende Art dadurch ab, daß die Bauchseite nur im Grunde
schmutziggelb ist, aber mit zwei schmalen, graubraunen, nach
hinten konvergierenden Längsstrichen, an deren Außenseite je eine
Reihe von 7 kleinen, aber scharfen, schwarzen, runden Punkten
gelegen sind, sowie eine Anzahl unregelmäbßige solche im Mittel-
felde. Die Seiten nicht unregelmäßig gestreift, sondern mit je 3
von der Rückenfläche bis zu der Basis der Spinnwarzen verlaufenden,
graubraunen, ganz scharf markierten, parallelen Schrägstreifen; vor
dem ersten dieser ist Andeutung eines vierten ebensolchen. Ferner ist
unsere Art kleiner als Stuhlmanni und die Epigynen sind etwas ver-
schieden: cfr. unsere Fig. 16. Die weißen Dorsallinien des Cephalo-
thorax konvergieren, wenn auch höchst unbedeutend, nach hinten,
während sie bei Stuhlmanni nach der Abbildung zu urteilen nach
hinten divergieren.
Mit der Beschreibung von bilineata stimmt dagegen unsere Art,
nur mit Ausnahme der Längenverhältnisse der Beine, indem hier
Bein IV etwas länger als bei der Type ist. Diesem Umstand wird
man doch keine besondere Bedeutung beimessen können, und wir
möchten somit annehmen, daß die vorliegende Art bilineata Pav.
ist und daß diese von Stuhlmanni Bös. et Lenz verschieden ist.
Gen. Rothus Sim. 1898.
37. Rothus atlanticus Sim. 1898 (?).
Ein unreifes und mutiliertes Exemplar von Mole Thal 12. I. 1901
gehört wahrscheinlich dieser Art an.
38. Rothus aethiopieus (Pav.) 1884.
Lok.: Mole Thal, 12.—18. I. 1901 (1 Q' subad).
g' subad. Totallänge 12 mm. Cephal. 5 mm lang, 4,5 mm
breit. Abdomen 7 mm lang, 3,5 mm breit. Beine: I Fem. 5,5,
Pat. + Tib. 7, Met. 5, Tars. 3,5 mm; I gleich I; III bezw. 4,7;
5,3; 4; 2,5 mm; IV bezw. 5,5; 6,5; 5,5; 2,5 mm. Totallänge:
1.21, I 21, IT 16,5,'IV 205smm.© Also D= I\TV, oe
48 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Weicht von der Originalbeschreibung durch ein wenig kürzere
Beine (mit den Grundgliedern ungefähr wie von Pavesi angegeben),
Augenfeld nicht schwarz, nur solche Ringe um die Augen, Clypeus
wenig dunkler, die vorderen M. A. unter sich um unbedeutend
weniger als ihren Durchmesser, von den S. A. in diesem entfernt,
mittleres Augenfeld reichlich so breit als lang, alle Patellen jeder-
seits 1 Stachel, nur die Tibien I—II haben unten vier Paare,
III—IV nur drei Paare Stacheln.
Fam. Lycosidae.
Gen. Hippasa Sim. 1885.
39. Hippasa partita (0. P. Chr.) 1876.
Fundorte: Mole Thal, Uba, zwischen Gidole und Uba, sowie
Suksuk, Schale und Korre See.
Gen. Ocyale Aud. 1825.
40. Ocyale maculata (L. Koch) 1875.
Fundort: Mole Thal.
Gen. Tarentula Sund. 1833.
41. Tarentula radiata (Latr.) 1817.
Fundorte: Uba und zwischen Gidole und Uba. — Das einzige
reife 2 unter den vorliegenden hat am hellgelben Sternum einen
schmalen, schwarzen durchlaufenden Längsstrich, ähnlich wie bei
Hippasa partita (Cbr.).
42. Tarentula scopulitibiiss Strand 1906 1. c.
Ein unreifes, ziemlich sicher hierzu gehöriges 2, wurde unter
Steinen zusammen mit Ameisen gefunden 20. VI. 1900: Djugi
(Arussi-Galla). Es ist etwas heller gefärbt als die Typen, was wahr-
scheinlich zum Teil daher kommt, daß es stark abgerieben ist; der
Spießfleck und die denselben umgebenden und folgenden Flecke des
Abdominalrückens sind deutlicher und die Rückenhaut und z. T.
Seiten fein hell punktiert. Unterseite des Cephalothorax dunkler,
olivenfarbig schwarz, und die vorderen Femoren unten schwach
geschwärzt. Bauch hellgelb, weil (?) abgerieben.
43. Tarentula urbana molensis Strand 1906, 1. c. S. 685, No. 15.
Lok.: Mole Thal, 12.—18. I. 1901 (1 Q.
d.. Alle Femoren oben 1.1.1 Stacheln (der apicale sehr fein, die
anderen lang), I vorn nahe der Spitze 2, hinten daselbst 1, II vorn
und hinten in der Endhälfte je 1.1, III vorn 1.1, hinten 1.1 oder
1.1.1, IV vorn 1.1, hinten an der Spitze 1 Stachel. Patellen I-I
unbewehrt, III—IV jederseits 1 Stachel. Tibien I unten 2.2.2,
bisweilen 1 oder mehr überzählige nahe der Basis, vorn und hinten
je 1.1, II unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1, II und IV wiel
und außerdem oben je 1.1 Stacheln. Metatarsus I—II unten
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 49
2.2.3, vorn und hinten je 1. 1, bisweilen (II) vorn 1.1.1, III unten
2.2.3, vorn und hinten je 1.1.1, IV unten 1.2.2.3, vorn und
hinten je 1.1.1 Stacheln. Palpen: Femoralglied oben 1.1.4,
Patellarglied innen 1 feine Borste, Tibialglied oben und innen je 1
ebensolche.
Totallänge 7” mm. Cephalothorax 4,1 mm lang, in der Mitte 3,
vorn 1,5 mm breit. Abdomen 3 mm lang, hinter der Mitte 2,2 mm
breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,8, Fem. 2,9, Pat. + Tib. 3,8,
Met. + Tars. 4 mm; Il bezw. 1,6; 2,7; 3,3; 3,5 mm; III bezw.
1,5; 2,5; 3; 3,6 mm; IV bezw. 1,9; 3,5; 4,2; Metat. 3,8, Tars. 1,7 mm.
Totallänge: 1 12,5; II 11,1; III 10,6; IV 15,1 mm, also IV, I, I,
IH. Palpen: Fem. 1,7, Pat. 0,9, Tib. 1, Tars. 1,1 mm, zusammen
4,7 mm. Mandibeln 1,5, unbedeutend länger als die Patellen I:
1,4 mm.
' Die vordere Augenreihe gerade, etwa so lang als die zweite,
die M. A. erheblich größer, unter sich etwa in ihrem halben Radius,
von den S. A. noch weniger, vom Ülypeusrande in ?/, des Durch-
messers entfernt; letztere vom Rande des Clypeus in ihrem Durch-
messer, von den Augen II etwa halb so weit entfernt. Diese
unter sich in ihrem Radius und nur unbedeutend weiter von den
Augen III entfernt. Quadrangulus hinten breiter als vorn und er-
heblich breiter als lang.
Am hinteren Falzrande drei fast gleich große und gleich weit
unter sich entfernte Zähne, am vorderen ebenfalls drei, von denen
der äußere ganz rudimentär, der mittlere vielfach größer und etwas
größer als der innere ist.
Steht Tar. urbana (Cbr.) nahe, auch die Palpen beider Formen
ähneln sich sehr, aber die Zeichnung der Oberseite weicht etwas ab
und die Beine sind kürzer (so z. B. Bein I hier 3mal, bei urbana 4mal
so lang als Cephalothorax, letzterer ist hier etwa gleich Patella +
Tibia IV, länger als Metatarsus IV, bei urbana dagegen erheblich
kürzer als sowohl Patella + Tibia als Metatarsus IV). Ferner sind
bei urbana die vorderen M. A. dem Clypeusrande ein wenig näher,
etwa in ihrem halben Durchmesser entfernt, und die Augen III scheinen
ein wenig weiter von denjenigen II entfernt zu sein. — Die Mittel-
binde des Cephalothorax um die Mittelritze erweitert, daselbst etwa
doppelt so breit als an der hinteren Abdachung, vor der Mittelritze
zusammengeschnürt, auf dem Kopfteile wiederum erweitert, indem
sie mit den bei der Hauptform vorhandenen isolierten Seitenstreifen
zusammenfließt. Grundfarbe des Cephalothorax dunkler als bei
dem mir vorliegenden Exemplar von der Hauptform. Die Zeichnung
des Abdominalrückens weniger distinkt und weniger regelmäßig;
der Spießfleck ist in der vorderen Hälfte weißlichgelb, erweitert
sich kurz hinter der Basis kreuzförmig und ist auch in der Mitte
ein wenig fleckförmig verdickt, nur am Ende schwarz begrenzt.
Da wesentliche Abweichungen in den Kopulationsorganen nicht
vorhanden sind, wird diese Form wohl nur als eine Subspecies
anzusehen sein,
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.1, 4
50 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
44. Tarentula urbana gofensis Strand 1906, 1. c. S. 685, No. 16.
Lokalität: Gadat (Gofa), 31. I. 1901 (mehrere 22),
2. Weicht von dem oben als wurbana (Chr.) identifizierten 2
durch folgendes ab: Patellen II vorn unbestachelt, Tibia II und
bisweilen auch I vorn 1.1 Stacheln, sowie durch die Epigyne.
Die Epigyne der f. gofensis stimmt anscheinend besser mit der
von Cambridge abgebildeten, jedoch ist seine Abbildung zu stark
schematisch, sowie nach trockenen Exemplaren gemacht, so daß
ein Vergleich nicht gut möglich ist. Da die zusammen mit dem 2
von Daroli gefundenen g'd' mit der Hauptform übereinstimmen,
möchte ich eben diese Form als die /. prince. betrachten, und die
Exemplare von Gofa als eine neue abtrennen. — Letztere variieren
unter sich in Größe ziemlich stark; die kleinsten reifen sind im
Ganzen nur 9,5, die größten 12 mm lang, also durchgehend etwas
kleiner als die Hauptform. — Der Unterschied in den Epigynen
geht am besten aus den Figuren hervor: Fig. 19 (f. prine.), 20
(gofensis), beide nach in Spiritus gesehenen Objekten gezeichnet.
Ein 2 derselben Subspecies liegt von „Suksuk, Schale und
Korre See“ vor:
2. Bestachelung. Femur I oben 1.1.1 (an der Spitze nur
eine feine Borste), vorn nahe der Spitze 2 in schräger Reihe und nahe
beisammen stehend, hinten mitten eine kleine Borste, II oben 1.1.(1?),
vorn 1.1, hinten keine, III oben 1.1.1, vorn 1.1 (median und
apical), hinten 1.1. 1 Stacheln oder Borsten, IV wie III, nur hinten
bloß 1. Patellen III—IV vorn und hinten je 1 Stachel. Tibia I
unten 2.2.2, vorn in der Endbälfte 1, Il unten 1 (od. 2?). 2.2,
vorn 1.1 Stacheln; III unten 2.2.2, vorn, hinten und oben je 1.1,
IV wie III. Metatarsus I—II unten 2.2.3, III unten 2.2.3, vorn
und hinten je 1.1.1, IV wie III. — Palpen: Fem. oben 1.1.4,
Pat. innen 1, oben an der Spitze 1, Tibialglied innen 2, oben 1,
Tarsalglied innen 2.1 Stachelborsten.
Am unteren Falzrande drei unter sich gleich große und gleich
weit entfernte Zähne, sowie nahe der Einlenkung eine dünne, er-
höhte Carina, am oberen (vorderen) Falzrand drei Zähne, von
denen der mittlere bei weitem der größte, der vordere ganz
rudimentär ist.
Totallänge 9 mm. Cephalothorax 4,7 mm lang, 3,5 mm breit,
vorn 2,1 mm breit. Abdomen (post partum!) 4,4 mm lang, 2,9 mm
breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,5, Fem. 3,2, Pat. + Tib. 3,9,
Met. + Tars. 3,8 mm, II bezw. 1,8, 3; 3,6; 3,5 mm; III bezw. 1,6;
2,8; 3; 4mm; IV bezw. 2; 3,5; 4,2; Metat. 3,8; Tars. 2 mm. Total-
länge: 1 12,7; I 11,9; IH 11,4; IV 15,5 mm. Palpen: Fem. 1,6,
Pat. + Tib. 1,5, Tars. 1,4, zusammen 4,5 mm.
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 51
45. Tarentula molicola Strand 1906, 1. c. S. 685, No. 17.
Lok.: Mole Thal, 12.—18. I. 1901 (4 Ex.)
2 (nicht ganz reif!). Alle Femoren oben 1.1.1, hinten 1.1.1,
vorn nahe der Spitze 2, II vorn 1.1, hinten 1.1.1, III vorn und
hinten je 1.1.1, IV vorn 1.1, hinten nahe der Spitze 1 Stachel.
Patella I unbewehrt, II vorn eine kleine Borste, III und IV vorn
und hinten je 1 Stachel. Tibia I unten 2.2.2, vorn in der Basal-
hälfte 1 Borste, in der Endhälfte 1 Stachel, II unten 2.2.2, vorn
1.1 Stacheln, III und IV unten 2.2.2, oben, vorn und hinten je
1.1 Stacheln. Metatarsus I unten in der Endhälfte 2.2 oder 2.1
(hinten), unten Spitze 3, II unten 2.2.3, vorn 1.1, III unten 2. 2.3,
vorn und hinten je 1.1.1, IV unten 1.2.2.3, vorn und hinten je
1.1.1 Stacheln. — Palpen: Femoralglied oben 1.1.4, Pat. innen 1,
oben Spitze 1, Tib. innen nahe der Basis 2, außen submedian 1,
Tarsalglied innen 2.1, unten außen 1 Stachel.
Totallänge (NB. nicht ganz reif!) 11 mm. Cephalothorax
5,5 mm lang, in der Mitte 4,2, vorn 2,5 mm breit. Abdomen 5,5 mm
lang, 4 mm breit. Beine: I Coxa —- Troch. 2,5, Fem. 3,6, Pat. +
Tib. 4,5, Met. + Tars. 4,6 mm; II bezw. 2,4; 3,4; 4; 4,3 mm; II
bezw. 2,3; 3,2; 3,8; 4,7 mm; IV bezw. 2,6; 4,5; 5; Metat. 4,5;
Tars. 2,5 mm. Totallänge: I 15,2; I 14,1; II 14; IV 19,1 mm,
also IV, I, IH, II. Palpen: Fem. 2, Pat. 4 Tib. 2, Tars. 1,5 mm,
zusammen 5,5 mm.
Die vordere Augenreihe fast gerade (fast unmerklich procurva),
die M. A. ein wenig größer, unter sich in reichlich ihrem Radius,
von den S.A. um deutlich weniger entfernt; die Reihe ein klein
wenig kürzer als die zweite. Augen Il groß, unter sich etwa in 2/,,
von den kleineren Augen III in ihrem ganzen Durchmesser entfernt.
Die vorderen S. A. vom Rande des Clypeus in reichlich, von den
S. A. II in kaum ihrem Durchmesser entfernt. Quadrangulus hinten
breiter als vorn.
Am hinteren Falzrande drei gleichgroße, scharf konische Zähne,
am vorderen auch 3, von denen der mittlere bei weitem der
größte, der äußere ganz rudimentär ist. — Tarsen, sowie Metatarsen
bis zum basalen Drittel, des I. und I. Paares ziemlich dicht,
Tarsen III und IV ganz dünn und breit geteilt scopuliert.
Mandibeln 2,2 mm lang und beide zusammen so breit an der
Basis. Sternum fast so breit als lang (bezw. 2,1 und 2,4 mm).
Epigyne, die unreif sein wird, erscheint als ein niedriger
Querwulst (von der umgebenden Haut nicht verschieden), der hinten
eine glatte, bräunlichgelbe, quergestellte Fläche mit zwei seichten
Längsfurchen und am Hinterrande zwei kleinen dunkelbraunen
Gruben (?) zeigt. In Spiritus erscheint sie (von oben und etwas
von hinten gesehen) wie in Fig. 25 dargestellt.
Cephalothorax hellbraun mit jederseits vier schmalen, geraden,
tiefschwarzen, strahlenförmig gegen die 0,9 mm lange, feine, tief-
4*
52: . Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
schwarze Mittelritze gerichteten Schräglinien, schwarzem, schmalem
Rand und ebensolchen, sich innen erweiternden, aber nicht zu-
sammenfließenden Ringen um die Augen; vom Hinterrande eine
unbestimmt hellere, nach vorn bis zur Mitte des Kopfteiles sich
allmählich erweiternde (daselbst ca. 1,5 mm breite), sich dann
wiederum verschmälernde und zwischen den Augen endende Mittel-
binde, die vor der Mittelritze zwei Paar dunkle Punkte einschließt,
die fast ein Quadrat bilden und von denen die beiden vorderen
Punkte ganz undeutlich sind; die beiden hinteren bilden mit der
Vorderspitze der Mittelritze ein etwa gleichseitiges Triangel (die
Seiten ca. 0,7 mm lang). Eine hellere Submarginalbinde durch
3—4 undeutliche Wische angedeutet. Mandibeln ein wenig rötlicher
als der Cephalothorax; die Klaue hell rötlich, an der Vorderseite
schwärzlich. Die ganze Unterseite weißlichgelb, Lippenteil, sowie
Basis und Innenhälfte der Mandibeln ganz schwach gebräunt.
Beine hell bräunlichgelb, oben am dunkelsten; die Femoren mit
drei unregelmäßigen, wenig dunkleren Ringen, von denen der mittlere
der deutlichste und breiteste ist und zwar unten deutlicher als oben.
Alle Tibien mit Andeutung zu zwei, Metatarsen zu drei dunkleren,
schwer erkennbaren Ringen. Palpen ähnlich gefärbt, Tarsalglied
gebräunt. — Abdomen oben hellgraubräunlich, fein und undeutlich
heller und dunkler punktiert, an der Basis jederseits etwas dunkler;
oben vor der Mitte vier kleine Muskelpunkte, die ein Trapez bilden,
das hinten 1 mm, vorn 0,6 mm breit und 1,2 mm lang ist, und von
denen die beiden hinteren durch einen grauweißen Ring begrenzt
sind; hinten und innerhalb dieser Punkte, dieselben berührend, je
ein dreieckiger schwarzer Fleck und dann weiter nach hinten 4—5
schmale, schwärzliche, schwach recurva gebogene, nach hinten an
Länge allmählich abnehmende Querstriche, von denen die beiden
vorderen vorn keilförmig vorgezogen sind, daselbst heller begrenzt
und mit einem schwarzen Punktfleck jederseits der Spitze dieser
Verlängerung. Hinten sind diese Striche von je einer grauweib-
lichen Linie begrenzt. An den Enden des ersten und dritten dieser
Querstriche oder je 1 in und hinter der Mitte des Rückens jeder-
seits zwei schwarze, quergestellte, erheblich breiter als lange, außen
etwas verschmälerte Flecke, die das Charakteristikum der ganzen
Rückenzeichnung bilden; sie beschreiben mit ihren Innenecken ein
Trapez, das vorn 1,5, hinten I,lmm breit und 1,3 mm lang ist,
mit den Aubßenecken eins, das vorn 3,3, hinten 2,5 mm breit und
2 mm lang ist. Die Seiten ohne schwarze Flecke. Der Bauch
graugelblich, jederseits am Rande ein Reihe von 3—4 dunkleren
Punkten, hinter der Epigyne zwei schmale, kurze, dunkle Längs-
striche, deren Enden etwa ein Quadrat bilden; hinter diesen zwei—
drei Paare dunkler Punkte, in Parallelreihen gestellt; jederseits der
unteren Spinnwarzen ein großer, runder, schwarzer Fleck. Die
Spinnwarzen selbst graugelblich. — Trocken gesehen erscheint die
Behaarung der helleren Partien des Cephalothorax und der Beine
hellgelb, der dunkleren bräunlich bis schwärzlich, der helleren des
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 53
Abdominalrückens goldgelblich mit einigen spärlichen grauweißlichen
Haaren, der schwarzen Zeichnungen tiefschwarz, des Bauches weibß-
gelblich, der Unterseite des Cephalothorax teils anliegend und hell-
gelb, teils abstehend und schwarz.
Bei allen 4 vorliegenden (2 J'd' 2 22), leider unreifen Exemplaren
ist Färbung und Zeichnung der Hauptsache nach gleich; bei allen
sind die vier schwarzen Flecke des Abdominalrückens vorhanden und
gleich. Bei dem einen Weibchen sind dagegen die schwarzen
Querstriche undeutlich und anstatt deren die zwischenliegenden hellen
Querbinden oder -flecke so viel deutlicher und zwar treten die
vorderen als je zwei getrennte, schräg gestellte, je einen kleinen
dunklen Punkt einschließende grauliche Querflecke auf.
46. Tarentula subannulipes Strand 1906, 1. c. S. 686, No. 18.
Lok.: Mole Thal, 12.—18. I. 1901 (2 22).
Mit Tar. annulipes (L. K.) verwandt, aber wahrscheinlich distinkt.
2. Alle Femoren oben mitten 1.1. 1, I—II vorn an der Spitze 1,
III an der Spitze vorn und hinten je 1, IV wie III, aber an den
Seiten der Spitze keine Stacheln. Patellen I—II vorn 1, II—IV
vorn und hinten je 1 Stachel. Tibia I unten hinten submedian 1,
unten an der Spitze 2, vorn 1.1, bisweilen noch 1 kleinerer vorn
nahe der Basis, Il unten wie I, vorn 1.1; III unten 2.1(vorn).2
oder 1.1 (beide vorn).2, oben, vorn und hinten je 1.1; IV unten
1.2.2 (bisweilen 2.2.2), vorn und hinten je 1.1, oben in der End-
hälfte 1 Stachel, sowie bisweilen nahe der Basis 1 Borste. Meta-
tarsen I—II unten 2.2.3, vorn 1.1.1; III unten 2.2.3, vorn und
hinten je 1.1. 1, IV wie Ill. — Palpen: Fem. oben 1.1.2, vorn
an der Spitze 1, Pat. innen 1, Tibialglied innen 2, Tarsalglied
innen 1.1 Stacheln.
Totallänge 7,5 mm. Cephalothorax 4 mm lang, 3 mm breit,
vorn 2 mm breit. Abdomen 3,5 mm lang, 2,5 mm breit. Beine:
(I fehlt); II Coxa + Troch. 1,5, Fem. 2,2, Pat. + Tib. 2,7, Met. +
Tars. 3 mm; III bezw. 1,4; 2,1; 2,5; 3,3 mm; IV bezw. 1,6; 3,2;
3,8; 3,2; 1,5 mm. Totallänge: (I?); II 9,4; III 9,3; IV 13,3 mm.
Bei einem anderen Exemplar: I bezw. 1,7; 2,5; 3; 3,1 mm; II bezw.
1.6: 2,9:,2,7, 2,9 .mm;, II bezw. 169.::2,2; 2.7: S'mm; IV bezw.
1,5; 3; 3,9; 3; 1,5 mm, zusammen: 110,3; II 9,7; III 9,4; IV 12,5 mm.
Vordere Augenreihe gerade, etwa so lang als die zweite, die
M. A. größer, unter sich etwa in ihrem Radius, von den S. A.
kaum halb so weit entfernt; letztere vom Rande des Clypeus in
ihrem Durchmesser, von den Augen II nur in dem Radius entfernt.
Letztere unter sich in etwa ihrem Radius, von den Augen III in
ihrem Durchmesser entfernt. Quadrangulus hinten breiter als vorn.
Am hinteren Falzrande drei fast gleichgroße Zähne, am vorderen
ebenfalls drei, von denen der mittlere bei weitem der größte, der
vordere ganz rudimentär ist.
54 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Die Art ist durch die Epigyne, durch erheblichere Größe, ab-
weichende Bestachelung etc. von annulipes zu unterscheiden. Epi-
gyne ist bei gegenwärtiger Art größer, die beiden Gruben sind vom
Hinterrande der Epigyne entfernt, die Scheidewand ist breiter (etwa
gleich !/, Durchmesser der Gruben) und vor der eigentlichen Grube
findet sich jederseits eine kleine, rundliche, seichte, grubenförmige
Vertiefung (an der Fig. 26 gut zu erkennen), die bei annulipes
nicht vorhanden ist. Jederseits finden sich bei beiden Arten eine
kleine, runde, beerenähnliche Samentasche, die bei annulipes nahe
der Mitte des Außenrandes der Gruben, bei unserer Art dagegen
weiter vorn, fast vor der Grube sich findet. Der kleine rundliche
Höcker in der Mitte des Außenrandes der Gruben fehlt bei gegen-
wärtiger Art, dagegen ist der Rand vorn, an der Grenze der vor
der Grube gelegenen Vertiefung, schwach plattenförmig erhöht
und ein klein wenig nach innen geneigt. Fig. 26: Epigyne in
Fluidum gesehen.
Färbung des Cephalothorax und Extremitäten etwa wie bei
annulıpes; ersterer oben, trocken gesehen, mit fleckenförmiger, weißer
Behaarung, letztere an den Zwischenräumen der olivenbraunen
(nicht schwarzen) Ringen weiß behaart; die Ringelung wenig deut-
lich. Der .Brustteil mit breitem, tiefschwarzem Rand. Abdomen
oben dunkelbraun bis schwärzlich, mit einem schmalen, graugelb-
lichen Längsstreif bis zur Mitte, an dessen Basis, denselben be-
rührend, jederseits ein runder ebensolcher Fleck, etwas vor seiner
Spitze jederseits ein ähnlicher Fleck, der um seinen Durchmesser
vom Längsstreif entfernt ist, kurz hinter seiner Spitze zwei weitere
ebensolche, unter sich nur halb so weit entfernte Flecke. Weiter
hinten 3—4 undeutliche, helle, schwach recurva gebogene Quer-
fiecke. An den Seiten ganz kleine, unregelmäßig gelegene, helle
Punktflecke.
47. Tarentula oryx (Sim.) 1885.
Lokalität: Uba, 23. I. 1901 (1 9).
Die vorliegende Art weicht von der Gattung Tarentula dadurch
ab, daß der Lippenteil nicht länger als breit ist. Wenn man die allzu-
große Gattung Tarentula in Untergattungen zerlegen würde, würde
dies Merkmal, das an und für sich keine so große Bedeutung haben
darf, wie Simon will, zur Begründung einer solchen schon ge-
nügen (Brevilabus m.).
g. Totallänge 9,5 mm. Cephalothorax 5 mm lang, 3,3 mm
breit. Abdomen 5 mm lang, 2,5 mm breit. Beine: I Coxa + Troch.
2,2, Fem. 3,5, Pat. + Tib. 4,5, Met. 2,8, Tars. 2,2 mm; II bezw.
2,1; 8,9; 41; 2,5; 2 mm;' TI bezw.'1,95 03, 13H, a8 2m:
IV bezw. 2,5; 4; 4,9; 4,5; 2,5 mm. Totallänge: I 15,2; II 14,2;
III 13,2; IV 18,4 mm. Palpen: Fem, 2, Pat. 1, Tib. 1, Tars. 1,5,
zusammen 5,5 mm,
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 55
Die vordere Augenreihe kürzer als die zweite, schwach procurva,
die M. A. erheblich größer und stark vorstehend, unter sich und
von den S. A. etwa in ihrem Radius entfernt; letztere vom Rande
des Clypeus und von den Augen II etwa in ihrem Durchmesser
entfernt. Augen II groß, unter sich um weniger entfernt, (in
Spiritus erscheinen diese Entfernungen wesentlich größer), von
oben gesehen würde eine die Augen II vorn tangierende Gerade
die vorderen M. A. an der Basis (hinten) tangieren (schneiden).
Quadrangulus hinten am breitesten.
Tegument einfach behaart. Tarsalkrallen normal geformt
und gezähnt. — Clypeus viel niedriger als die beiden vorderen
Augenreihen + ihr Zwischenraum. Kopfteil an den Seiten etwas
schräg, so daß eine die Augen II außen tangierende senkrechte
Linie erheblich innerhalb des Außenrandes fallen würde. —
Rücken des Cephalothorax horizontal, Augenplatte fast unmerklich
erhöht, zwischen den Augen II und III der Länge nach ganz
schwach gewölbt, Kopfteil etwa halb so breit als der Brustteil
(bezw. 1,7 und 3,3 mm).
Bestachelung. Alle Femoren oben 1.1. 1 lange feine Stacheln,
I vorn nahe der Spitze 2, hinten 1.1.1, II vorn 1.1, hinten 1.1.1,
III wie II, IV vorn 1. 1, hinten 1 nahe der Spitze. Patellen I un-
bewehrt, II vorn 1, III—-IV vorn und hinten je 1 Stachel. Tibia I
unten 2.2.2, vorn und hinten je 1. 1, von denen die hinteren kleiner
sind, II unten 1 (hinten) 2.2 (oder 2.2.2), an den Seiten wie I
oder vielleicht hinten auch ein Endstachel, III—-IV unten 2.2.2,
vorn, hinten und oben je 1.1 Stacheln. Metatarsus I unten 2.2.3,
vorn und hinten je 1.1 in der Endhälfte, II wie I jedoch vorn
1.1.1; III und IV unten 2.2.3, vorn und hinten je 1.1.1 Stacheln.
Palpen: Femoralglied oben 1.1.4, Patellarglied innen 1, oben an
der Spitze wahrscheinlich 1, Tibialglied innen submedian 1, Tarsal-
glied innen nahe der Basis 2 feine Borsten.
Lippenteil mindestens so breit als lang, quadratisch, am Ende
fast unmerklich ausgerandet. Am hinteren Falzrande drei fast
gleich große Zähne, am vorderen (oberen) drei, von denen der
äußere rudimentär, der mittlere am größten ist. — Tarsen und
Spitze der Metatarsen I—II scopuliert, Tarsen III—IV schwach,
breit geteilt, scopuliert.
Rechtes Tarsalglied der Palpen von außen zeigt Fig. 24. Von
innen und ein wenig von unten und hinten gesehen erscheint der
in der Fig. erkennbare abstehende Fortsatz mehr nach hinten ge-
richtet, nach vorn konvex gekrümmt, die nach hinten gerichtete
Spitze scharf zugespitzt; an der Basis ziemlich breit, allmählich
gegen das Ende verjüngt. Von unten gesehen fällt ein weißes,
membranöses, nierenförmiges (die Konvexität nach hinten), in der
Mitte fast abgeschnürtes, quergestelltes Feld in der Endhälfte des
Bulbus auf; beiderseits und hinten von einem schmalen, schwarzen
Rand umgeben. Am Ende des Tarsalgliedes unten mehrere kurze,
starke Stacheln,
56 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Cephalothorax dunkelbraun mit schmalem, tiefschwarzem Rand,
schwarzem Augenfeld und Clypeus, einer schmalen blaßgelben, vorn
und hinten verschmälerten, scharf und regelmäßig begrenzten Mittel-
binde, die um die dunkelbraune, lange, feine Mittelritze am breitesten
ist (0,6 mm oder etwa halb so breit als die von der Grund-
farbe gebildeten Seitenbinden), sich zwischen den Augen stark ver-
schmälert und zwischen den Augen II fast verschwindet, sich aber
noch als eine feine Linie bis zum Rande des Clypeus erkennen
läßt. Vom Hinterrande bis zu den Ecken des Clypeus jederseits
eine von hinten nach vorn an Breite allmählich zunehmenden,
blaßgelben, scharf begrenzten Randbinde, die in der Mitte nicht
viel schmäler als die braunen Seitenbinden ist und am Kopfteile
fast bis zu den Augen II emporsteigt,. daselbst eine unbestimmte
schwärzliche Längslinie und über der Einlenkung der Palpen einen
ebensolchen Längsfleck einschließt. Die braunen Seitenbinden be-
sonders unten schwärzlich marmoriert und fein gestreift. Mandibeln
braungelb, vorn mit je einem durchlaufenden, die Spitze er-
reichenden, schwarzen Längsstreif, an die Basis außen mit einem
schwarzen Fleck und am Innenrande bis zur Mitte einem eben-
solchen Längsstrich; Klaue rötlichgelb, beiderseits dunkelbraun.
Maxillen, Lippenteil, Sternum und Coxen einfarbig blaßgelb. Palpen
blaßgelb, Tibialglied an der Basis jederseits ein kleiner undeutlicher
schwarzer Fleck und das Tarsalglied hellbraun. Beine gelblich,
Femoren und Patellen, besonders oben, grau und olivenfarbig an-
geflogen, die übrigen Glieder gebräunt.
Abdomen (abgerieben!) oben schwarz, undeutlich fein punk-
tiert, vorn mit einem reichlich bis zur Mitte reichenden, grau-
bräunlichen, weißlich punktierten, schmal schwarz umrandeten
Lanzettfleck, der in der Mitte etwa so breit als der Zwischenraum
der Augen III ist und vorn und beiderseits von einer unregelmäßigen,
graugelblichen, vorn etwas rötlichen Längsbinde begrenzt wird;
diese beiden Binden sind etwa halb so breit als die Mitte des
Lanzettfleckes und lösen sich hinter diesem in je 3—4 etwas schräg
gestellte Querflecke auf, die je 1—2 kleine dunkle Punkte einsch-
ließen. Die ganze Unterseite sowie die Seiten blaßgelb; letztere
von der Rückenfläche scharf begrenzt. Spinnwarzen graubräunlich.
Wird vielleicht mit der aus Senegal beschriebenen Zycosa
ory® Sim. identisch sein; Simons Beschreibung stimmt mit der Aus-
nahme, daß die Patellen II hier nicht unbewehrt und die Mandibeln
nicht weiß behaart sind. Beide Abweichungen lassen sich aber
leicht durch Abreiben der betreffenden Exemplare erklären. Eventuell
möge die meinige den Namen orycella bekommen. Sollte der zu
kurze Lippenteil (Simon führt seine Art ohne weiteres als Zycosa
(subg. Hogna) auf) durch Monstrosität oder Beschädigung zu er-
klären sein?
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 57
48. Tarentula aballicola Strand 1906 |. c.
Ein @ von Ejcre-Metscha, 17. 9. 1900. — Es ist etwas kleiner
als die Typen und die Färbung erscheint rötlicher, was wahr-
scheinlich dadurch, daß die Behaarung größtenteils abgerieben,
verursacht ist. Die schwarzen Ventralbinden sind mit kleinen
runden hellrötlichen Punkten gezeichnet.
Gen. Trabaea Sim. 1876.
49. Trabaea bidentigera Strand 1906, 1. c. S. 686, No. 19.
Fundort: Abera (Djamdjam), in Bambuswald 20. 12. 1900 (1 2).
9. Totallänge 4,8 mm. Cephalothorax 2,6 mm lang, 1,7 mm
breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,1, Fem. 1,8, Pat. + Tib. 2,3,
Met. 1,4, Tars. 0,9 mm; I bezw. 1; 1,7; 2; 1,3; 0,9 mm; III bezw.
0,9; 1,5; 1,7; 1,4; 0,9 mm; IV bezw. 1,1; 2; 2,5; 2; 1mm. Total-
länge: 1 7,5; II 6,9; II 6,4; IV 8,6 mm. Also: IV, I, I, IH.
Palpen: Fem. 0,8, Pat. + Tib. 1, Tars. 0,9 mm, zusammen 2,7 mm.
Abdomen (post partum, etwas geschrumpft) 2,2 mm lang, 1,6 mm
breit. Sternum 1,1 mm lang, 1 mm breit. Mandibeln 1 mm lang.
Am unteren Falzrande zwei lange, scharf zugespitzte, gleich-
große, unter sich kaum in ihrer Breite entfernte Zähne. Am
oberen (vorderen) Rande, ober- und innerhalb der Klaueneinlenkung
eine dichte Bürste gebogener Haare, wodurch die Zähne teilweise
verborgen werden, es sind deren aber jedenfalls zwei, von denen
der innere erheblich kleiner ist.
Vordere Augenreihe so stark procurva, daß eine die M. A.
vorn tangierende Gerade die S. A. kaum berühren würde; die
M. A. scheinen ein klein wenig größer zu sein, unter sich in
reichlich ihrem Durchmesser, von den S. A. mindestens noch !/,mal
soweit entfernt; letztere vom Clypeusrande kaum in ihrem Radius,
von den Augen II. Reihe in reichlich ihrem Durchmesser entfernt;
diese vom Ülypeusrande etwa in ?/,, unter sich in ihrem ganzen
Durchmesser, von den kleineren hinteren Augen um mehr als den
Durchmesser entfernt. Das Feld der Augen II und III hinten ein
wenig breiter als vorn und breiter als lang. Reihe I unbedeutend
kürzer als II. (Alles in Spiritus gesehen.)
Bestachelung. Alle Femoren oben mitten 1.1.1, I vorn nahe
der Spitze 2, II vorn 1.1, III vorn und hinten je 1.1, IV vorn und
hinten an der Spitze je 1 Stachel. Patella I scheint unbewehrt,
II vorn 1, II—IV vorn und hinten je 1 Stachel. Tibia I unten
2.2.2 fast anliegende, dicht beisammen stehende, ziemlich lange
Stacheln, sowie vorn submedian 1 Stachel; unten an der Spitze
scheinen keine zu sein. Tibia II unten 2.2 in der Basalhälfte und
2 kleinere an der Spitze, vorn 1.1, hinten scheint eine kleine
Borste zu sein. Tibia III und IV unten 2.2.2, vorn, hinten und
oben je 1.1 Stacheln. Metatarsus I unten 2.2.3, II unten 2.2.3,
vorn 1.1, hinten scheinen keine zu sein, III und IV unten 2.2.3,
vorn und hinten je 1.1.1 Stacheln. — Palpen: Fem. oben 1.1.1,
58 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
vorn an der Spitze 1, hinten (außen) daselbst anscheinend keine,
Patell. oben nahe der Basis 1 kleine Borste, oben an der Spitze
eine größere, innen 1, Tibial. oben 1.1, innen 2, Tarsalgl. jeden-
falls innen mitten 1 Stachelborste. — Lippenteil fast unmerklich
breiter als lang.
Cephalothorax dunkel graubraun, dicht mit feinen schwarzen
Strichelchen gezeichnet, durch welche jederseits drei höchst undeut-
liche, hellere, den Seitenrand nicht erreichende Strahlenstreifen begrenzt
werden; Seitenrand des Brustteiles graugelblich, Clypeus schwärzlich,
Augenfeld tiefschwarz mit Ausnahme eines vorn stumpf zugespitzten
Fleckes zwischen den hinteren Augen. Vom Hinterrande ausgehend
eine hellgelbe, scharf begrenzte Längsbinde, welche daselbst etwa
so breit als die Femoren II an der Spitze sind, sich nach vorn
schwach allmählich erweitert, auf dem Kopfteil fast die doppelte
Breite erreicht und sich daselbst in drei feine Aeste teilt, von
denen die beiden seitlichen bis zu den Augen III, der mittlere bis
zur Mitte des Quadrangulus verläuft. Mandibeln ein wenig heller
als Cephalothorax und ebenso die Klaue, Maxillen blaß bräunlich-
gelb, Lippenteil ein wenig dunkler, beide mit weißlicher Spitze,
Sternum und Coxen blaßgelb, ersteres sehr undeutlich und schmal
umrandet. Trochanteren, Femoren und Patellen unten blaßgelb,
oben ein klein wenig dunkler mit (an den Femoren) Andeutung
einer Ringelung; die übrigen Glieder gebräunt, an den hinteren
Tibien Andeutung eines helleren Mittelringes.. — Abdomen grau-
schwärzlich, dicht, fein und undeutlich heller punktiert, welche
Punkte eine undeutliche, nach hinten sich verschmälernde Mittel-
binde bilden, die vorn einen hellgelben, scharf begrenzten
Spießfleck, der nicht ganz die Mitte des Rückens erreicht und
etwa so breit als das Patellarglied der Palpen ist, einschließt und
in und hinter der Mitte jederseits 4—5 feine, undeutliche, schräge
Querstriche neben sich hat, hinter welehen noch 2—-3 ebensolche,
in der Mitte nicht unterbrochene folgen. Beiderseits des Spieß-
fleckes zwei helle rundliche Punkte, von denen die beiden hinteren
die größten sind und fast ein Quadrat bilden. Die Seiten
nach unten allmählich ein wenig heller werdend, fein dunkel längs-
gestreift; der Bauch hellgraulich, Epigaster hell bräunlichgelb,
Epigyne vorn mit zwei großen, hellbräunlichen, nach vorn diver-
gierenden Samentaschen (Fig. 23), hinten mit schmalem, schwarzem
Rand und dunkelbraunen Seitengruben. Spinnwarzen bräunlich
mit grauer Spitze.
Trocken gesehen erscheint das ganz umfangreiche Genitalfeld
als eine ganz schwach konvexe, nach hinten allmählich erhöhte,
hinten breit gerundete und vorstehende und am Hinterrande drei-
mal seicht ausgeschnittene Erhöhung, die nur vor dem Hinterrande
glatt und etwas glänzend ist und daselbst eine seichte Längs-
einsenkung zeigt. Die seitlichen Ausschnitte des Hinterrandes bilden
zwei dunkelgefärbte, schmale, schräggestellte (Fig. 23) Gruben oder
Furchen, die unter sich um weniger als ihre Länge getrennt sind.
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 59
Gen. Lycosa Latr. 1804.
50. Lycosa (?) saltuarides Strand (saltuaria Pav. 1884 necL.K. 1870).
Lok.: Ejere-Metscha, 17. 9. 1900 (1 2).
9. Bestachelung. Femoren oben 1.1.1, vorn nahe der Spitze
2 in schräger Reihe, II oben 1.1.1, vorn 1.1, hinten vielleicht
1 oder 1.1, II oben 1.1.1, vorn und hinten je 1.1, IV oben
1.1.1, hinten an der Spitze 1, vorn 1.1, alles kleine, feine Stachel-
borsten. Jedenfalls die beiden hinteren Patellen vorn und hinten
je 1 Stachalborste. Tibien I—II unten 2.2.2, oben 1.1, I vorn
submedian 1, II vorn 1.1, III unten 2.2.2, oben, vorn und hinten
je 1.1, IV unten 2.2.1 (vorn), oben, vorn und hinten je 1.1 feine
Stacheln. Metatarsen III unten 2.2.2, II vorn 1.1 (Mitte und
Spitze), II unten 2.2.1 (vorn) 2, vorn 1.1.2, hinten 1.1.1,
IV unten 2.2.2, vorn 1.1.2, hinten 1.1 (Mitte und Spitze) Stacheln.
— Palpen: Femoralglied oben in der Endhälfte 1.1.2, an der Spitze
beiderseits je 1 Stachel, Patellarglied oben nahe der Basis 1, innen
submedian 1, vielleicht auch außen 1, Tibialglied oben 1.1, sowie
wahrscheinlich 2 innen nahe der Basis, Tarsalglied innen 1.1 (Basis
und Mitte).
Totallänge 8,5 mm. Cephalothorax 3,5 mm lang, 2,6 mm breit.
Abdomen 5 mm lang, 3,5 mm breit. Beine: I Coxa + Troch. 1,4,
Fem. 2,6, Pat. + Tib. 3,3, Met. 2, Tars. 1,4 mm; I bezw. 1,3;
2,5; 3; 1,9; 1,4 mm; III bezw. 1,3; 2,5; 3; 2,2; 1,4 mm; IV bezw.
1,8; 3,4; 4; 3,8; 1,9 mm. Totallänge: I 10,7; I 10,1; II 10,4;
IV 14,9 mm. Palpen: Fem. 1,3, Pat. + Tib. 1,5, Tars. 1,1 mm,
zusammen 3,9 mm.
Augenreihe I kürzer als II. Lippenteil etwa so lang als breit.
Am inneren Falzrande 2 gleichgroße Zähne.
Die Art weicht von Lycosa (Pardosa) dadurch ab, daß die
hinteren Metatarsen ein wenig kürzer als Patella + Tibia sind und
durch das Fehlen des dritten Zahnes am hinteren Falzrande.
Die Originalbeschreibung stimmt mit der einzigen Ausnahme,
daß der Abdominalrücken oben an der Basis den gewöhnlichen
Spießfleck aufweist, und hinter diesem, aus Flecken zusammen-
gesetzt, ist eine bis zu den Spinnwarzen erkennbare Längsbinde,
beiderseits von unregelmäßigen schwarzen Flecken begrenzt. Diese
Längsbinde und der Spießfleck bräunlichrot, wenig deutlich und sie
werden vielleicht bei haarbedeckten Tieren (das meinige oben gänzlich
abgerieben) ganz undeutlich sein.
51. Lycosa subproximella Strand 1906, 1. c.
Lok.: Dalota (Süd-Schoa), 11. 8. 00 12.
Weicht von der Type nur dadurch ab, daß die bei dieser
scharf ausgeprägten, hellen, paarigen Schrägfiecken des Abdominal-
rückens undeutlich sind, fast so dunkel wie die Umgebung, zeigen
aber ganz dieselbe Form und Anordnung wie bei der Type.
60 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Von „Letzter Tag vor Adis-Abeba, August 1900“, liegen
9 Exemplare dieser Art vor. Einige dieser tragen am Sternum zwei
längliche, schwarze, häufig undeutliche, unter sich etwa in ihrem
kürzesten Durchmesser entfernte, den Hinterrand nicht erreichende
Flecke. Diese sind bei allen angedeutet; höchst selten fließen sie
zusammen. — Auch zwei Ex. von „Ejere-Metscha, 17. 9. 1900*.
52. Lycosa sordidecolorata Strand 1906, 1. c.
7 Exemplare von Mole Thal, 12/1801. — Sämtliche sind etwas
deutlicher gezeichnet als die Typen, sonst wie diese,
53. Lycosa naevia L. Koch 1875. ®
Fundorte: Mole, Didda und Ejere-Metscha.
Fam. Oxyopidae.
Gen. Peucetia Th. 1870.
54. Peucetia striata Karsch 1878.
Ein 2 von „Suksuk, Schale und Korre See“, XII (1900). Weicht
von der Originalbeschreibung nur dadurch ab, daß die Mandibel-
klaue rötlich, nur in der Mitte schwärzlich, ist, die Patellen
hinten 1, vorn O0, oben 1.1 Stacheln tragen und die gegenseitige
Entfernung der Augen um ein Unbedeutendes geringer ist als von
Karsch angegeben.
Gen. Oxyopes Latr. 1804.
55. Oxyopes ubensis Strand 1906, 1. c. S. 686, No. 20.
Lok.: Uba, 23.—25.1.1901. 12.
Fig. 17 Epigyne in Fluidum gesehen.
2. Totallänge ll mm. Cephalothorax 3,6 mm lang, 2,7 mm
breit. Abdomen 7 mm lang, 2,2 mm breit. Beine: I Fem. 3,5,
Pat, + Tib. 4,2, Met. + Tars. 4,5 mm; II bezw. 3,5; 3,7; 4,5 mm;
III bezw. 2,5; 2,6; 2,6 mm; IV bezw. 4,5; 4,5; 5 mm. Totallänge:
1122217 11,0: II 000 IV 14 mm Alan VE
Die hintere Augenreihe so stark procurva gebogen, dab eine
die M. A. vorn tangierende Gerade die S. A. kaum berühren würde,
die Augen gleich groß, die M. A. unter sich um unbedeutend weniger
als von den S. A. entfernt; letztere ein klein wenig näher den
vorderen S. A. als den hinteren M. A. Die vorderen S. A die größten
aller Augen, mit den hinteren M. A. ein Feld bildend, das länger
als breit und vorn ein klein wenig breiter als hinten ist. Die
vorderen M. A. die kleinsten aller Augen, unter sich etwa in ihrem
Durchmesser, von den $S. A. um fast unmerklich weniger weit
entfernt. — Clypeus halb so hoch als die Mandibeln lang (2 mm);
letztere wenig länger als die Höhe des Kopfes,
Die meisten Stacheln abgerieben, so daß folgende Angaben mit
Vorbehalt zu gebrauchen sind. Femoren I vorn mitten l, vorn, etwas
höher gestellt, halbwegs zwischen Mitte und Spitze, 1, oben und
hinten je 1.1 (Mitte und Apex); IT=I, doch scheinen hinten
1.1.1 Stacheln vorhanden gewesen; III oben 1.1, vorn und hinten
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 61
anscheinend nur je 1 (Ende); IV wie III (hinten vielleicht 1.1
Stacheln); Femur IV scheint auch einen basalen oberen Stachel
gehabt zu haben. Alle Patellen oben an Spitze 1 sehr langer
Stachel. Tibia I unten Basis, Mitte und wahrscheinlich Apex je 2,
vorn, oben und hinten je 1 in der Mitte, am Ende vielleicht je
1 Stachel vorn und hinten, oben an der Basis 1. Tibia II wie I,
jedoch sind von Endstacheln kaum Spur zu erkennen; III unten
2.2 kurze schwache Stacheln je Mitte und Basis, vielleicht noch
auch 2 an der Spitze oben Basis und Mitte je 1, vorn etwa 1.1,
hinten jedenfalls 1 in der Mitte; IV unten 2.2, vorn, hinten und
oben je 1.1, alles Basis und Mitte; entsprechende Stacheln am
Ende scheinen nicht vorhanden zu sein, höchstens durch Borsten
vertreten. Metatarsus I unten 2.2.2, von denen die beiden proxi-
malen Paare etwa dreimal so lang als der Durchmesser des Gliedes
sind, vorn und hinten je 1.1.1; II wie I; III auch wie I, jedoch
sind die unteren Stacheln gleich lang und viel kürzer als an I;
IV unten wie III, jedoch mit einem überzähligen Stachel unten vorn
zwischen dem basalen und medianen Paar, vorn und hinten je
1.1.1, von denen die der beiden proximalen Paare sehr lang sind. —
Patellarglied der Palpen oben 1.1, Tibialglied innen 2 in schräger
Reihe, oben 1.1, außen keine (?) Stacheln. Tarsalglied mit einem
basalen und einem submedianen Verticillus.
Cephalothorax dunkel rotbraun, fein schwarz netzartig ge-
strichelt oder marmoriert, Clypeus heller braun mit schärferer und
weitmaschiger schwarzer Netzzeichnung. Rückenfläche ein wenig heller
als die Seiten, auf dem Brustteile mit zwei parallelen, nach hinten
ein wenig verschmälerten bräunlichgelben Längsbinden, die sich an
der hinteren Abdachung erweitern und sich als breitere und hellere,
oben etwas gezackte Randbinden bis über den Coxen I fortsetzen;
diese Rückenbinden setzen sich nach vorn an den Seiten des Kopf-
rückens als viel schmälere Binden fort, aber ohne die hinteren
S. A. zu erreichen und eine ganz ähnliche schmale Binde zieht über
die Mitte des Kopfrückens, ist zwischen den hinteren Augen unter-
brochen und setzt sich vor diesen wieder als schmale Linie bis
zum Unterrand des Augenfeldes fort, erweitert sich dann, nimmt eine
hellere Färbung an und endet am Clypeusrande in einen gelbweiß-
lichen Fleck, der beiderseits von einem schwarzen Schrägfleck be-
grenzt ist. Der Rand des Olypeus fein schwarz, an den Ecken des
letzteren ein schwarzer Fleck, der Rand des Kopfteiles schmal und
etwas unregelmäßig, der des Brustteiles breit und scharf begrenzt
schwarz. Augenfeld mit Ausnahme der erwähnten hellen Längs-
linie schwarz, zwischen den vier vorderen Augen etwas heller,
diese von schmalen, schwarzen Ringen umgeben. Mandibeln hell-
rötlich, vorn gebräunt und schwarz netzartig gezeichnet, außen und
innen mit je einem braunen Längsstreif und am Ende schwarz;
Klaue rot, an den Seiten schwarz. Lippenteil schwarz mit kurzer
weißer Spitze, Maxillen in der Außenhälfte schwarz, in der inneren
bräunlichgelb, Sternum hellgelb, mit schwarzer, etwas wellenförmig
62 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
begrenzter, vorn und hinten in der Mittellinie unterbrochener Rand-
binde. Coxen hellgelb, I—II unten mit schmaler, schwarzer Mittel-
linie, II in der Endhälfte, IV nur an der äußersten Spitze unten
geschwärzt. Die Grundfarbe der Beine hellgelb, die Femoren I—IH
unten gänzlich, oben größtenteils olivengraubraun gefärbt, so daß
nur an beiden Enden, sowie an zwei parallelen Längsstreifen die
gelbe Färbung hervortritt. Femoren IV in der Endhälfte grau,
oben mit hellen Längsstreifen wie II. Patellen unten und an den
Seiten, Tibien an 3 unregelmäßigen, oben unterbrochenen Ringen
dunkel, Metatarsen mit 3 schärferen, zusammenhängenden Ringen,
Tarsen an beiden Enden schmal geringt. — Abdomen graubraun,
dicht mit runden oder länglichrunden helleren Punkten überstreut;
von der Basis bis fast zur Mitte ein an beiden Enden scharf zu-
gespitzter schwärzlicher Spießfleck, der in der Mitte so breit als
die Reihe der vorderen S. A. lang ist und beiderseits von drei grau-
gelblichen Längsflecken, von denen der vordere der größte ist,
begrenzt wird; nach hinten verlängert er sich in eine feine schwarze
Mittellinie, die jedoch nicht die Spinnwarzen erreicht und zwischen
dem Spießfleck und den letzteren finden sich 6-7 sehr feine,
winklig gebrochene helle Querlinien, von denen die vorderen unter
sich weiter als die hinteren entfernt sind. An den Seiten von der
Basis bis zum Anfang des letzten Drittels eine unbestimmte grau-
weißliche Längsbinde, die am Ende schräg nach oben gekrümmt
ist und vor demselben einen Querast schräg nach oben und hinten,
aber nur bis zum Rande des Rückenfeldes entsendet. Bauchfeld
graulich, von zwei schmalen, nach hinten konvergierenden, schwach
wellenförmigen, weder Spalte noch Spinnwarzen ganz erreichenden
weißlichen Längsbinden begrenzt und zwei ebensolche, von kurz
hinter der Spalte bis ein wenig hinter der Mitte reichende, nach
vorn schwach divergierende ebensolche Längsbinden einschließend.
Epigaster schwärzlich, nahe dem Petiolus weißlich, Epigyne rot-
braun mit schwarzen Leisten, die Spalte hinten weiß angelegt. Die
unteren Spinnwarzen dunkelbraun, an der Basis unten und jeder-
seits mit einem gelblichen Fleck, die oberen gelblich, schmal
schwarz längsgestreift. — Die beschriebene Färbung ist die der
Haut. — Am Bauche und Epigaster weiße und schwach rostgelb-
liche Schuppen.
Abdomen lang, schmal, so hoch wie breit, nach hinten sich
schwach allmählich verschmälernd, an der Basis quergeschnitten,
das Ende schwach nach oben gebogen, die Spinnwarzen dagegen
etwas nach unten gerichtet. Die Form also wie bei Peucetia. —
Epigyne bildet ein kleines, braunes, runzelig und punktiertes, glanz-
loses, hinten etwas erhöhtes Feld, das eine seichte Längseinsenkung
aufweist, in welcher hinten eine kleine, ganz tiefe, etwa herzförmige,
mit der Spitze nach hinten gerichtete Grube gelegen ist, die im
Grunde eine ganz undeutliche erhöhte Längslinie hat und mehr
rötlichbraun gefärbt ist. Aussehen in Spiritus zeigt Fig. 17.
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 63
Fam. Salticidae.
Gen. Hyllus C. L. Koch 1840.
56. Ayllus ventrilineatus Strand 1906, 1. c. S. 665.
Ein reifes @ von Suksuk, Schale und Korre See, XII (1900).
Meiner obigen Beschreibung dieser Art als Ergänzung folgendes:
Abdominalrücken braun mit wenig regelmäßigen, schräg ge-
stellten Längsreihen kleiner weißer Punkte, vorn und an den Seiten
von einer grauweißlichen, unregelmäßigen, undeutlich begrenzten,
etwas gezackten und gewellten Binde begrenzt und von einer grau-
weißlichen Mittelbinde durchzogen; diese fängt vorn schmal an und
ist daselbst von einer braunen, unterbrochenen Längsbinde geteilt,
erweitert sich allmählich bis etwas hinter der Mitte, wo sie jeder-
seits in einen langen, spitz endenden Schrägstrich ausläuft. Weiter
hinten zwei grauweißliche quergestellte Winkelstriche; an beiden
Seiten dieser ist das Rückenfeld von einem schwarzen Längsfleck
begrenzt. In und vor der Mitte des Rückens je ein Paar hell-
brauner, weiß umringter Muskelpunkte, die ein Trapez bilden, das
vorn 0,9, hinten 1,1 mm breit und 1,5 mm lang ist. Die be-
schriebene Färbung ist die der Haut, da die Behaarung meistens
abgerieben ist. Cephalothorax an den Seiten und hinten weiß be-
haart und zwar bildet die weiße Behaarung hinten einen sich gegen
den Rand erweiternden Mittelstreif, jederseits dieses zwei schmale,
vorn zusammenhängende, schräg verlaufende und nach vorn konkav
gebogene Streifen, von denen jedenfalls der hintere den Rand erreicht,
und vor diesen Streifen jederseits einen dritten, der nach vorn konvex
gebogen ist und bis zum Rande verläuft. (Alles in Spiritus ge-
sehen). Quadrangulus gelblich beschuppt. — Größe etwa wie bei
der Type. — Trocken gesehen fällt die lange, abstehende, weiße
Behaarung an Extremitäten und Mandibeln auf; auch der Körper
größtenteils weiß behaart und die beschriebene Streifung des
Cephalothorax weniger deutlich hervortretend als in Spiritus. Am
Abdominalrücken auch rostgelbliche und bräunliche Behaarung. —
Epigyne bildet ein ganz kleines, hinten quergeschnittenes und
erhöhtes, vorn breit gerundetes und eingedrücktes Querfeld, das
hinten jederseits eine nach vorn schwach konkav gebogene Quer-
furche bildet; die beiden Furchen sind innen unter sich in ihrer
Breite (longitudinell gemessen!) getrennt. Aussehen in Spiritus
zeigt Fig. 12.
64 Embrik Strand: Verzeichnis der von Oscar Neumann
Artenverzeichnis.
Seite
Agelena Walck.
agelenoides Walck.
AraneaL.
45
Lithyphantes Th.
paykullianus Walck. .
Lycosa Latr.
darolicola Strand 5 33| naevia L. K.
submodesta Neumanni Strand 32| saltuarides Strand .
ursimorpha Strand 33 | sordidecolorata Strand
Argiope Aud. et Sav. subproximella Strand
nigrovittata Th. 36|Nephila Leach
trifasciata (Forsk.)
Argyrodes Sim.
atriapiecatus Strand
Corinna C. L. K.
mandibulata Strand
Ctenus Walck.
debilis Pav. (debilatus Strand)
Dicetyna Sund.
abyssinica Strand . 15| africana Strand
Drassodes Westr. Peucetia Th.
adisensis Strand 19| striata Karsch .
carinatus Strand 17 |Philodromus Walck.
sternatus Strand 17| maculatovittatus Strand.
Eusparässus Sim. Prosthesima L. K.
ubae Strand . . 41) dalotensis Strand .
Gasteracantha Sund. Neumanni Strand .
abyssinica Strand . 36) schoaönsis Strand .
Hippasa Sim. Pterinochilus Poe.
partita (0. P. Obr.) 48 | yaptor Strand
HyllusC.L.K. Pythonissa C. L. K.
ventrilineatus Strand. 63| exornata C.L. K.
Latrodeetus Walck. Rothus Sim.
einctus Bl. { 29| aethiopicus Par.
13-guttatus (Rossi) 29| atlanticus Sim. .
Leucauge Wh. Scotophaeus Sim.
profundifoveata Strand . 30| coruscus (L. K.)
36
26
pilipes (Luc.)
Ocyale Aud. et Sav.
maculata (L. K.) .
Oxyopes Latr.
ubensis Strand .
Oxyptila Sim.
metschensis Strand
Pachygnatha Sund.
Seite
29
60
59
60
59
36
48
60
32
29
60
39
23
21
25
13
26
47
47
20
in Süd-Aethiopien gesammelten Spinnen. 65
Seite Seite
Tarentula Sund. Tetragnatha Latr,
mmuleole Strand’. .*',..: vr 8 DE) Snatens And. eb Savı. +4 u a.
Oryx Sim. te ae a RER TBeIlgE Sun.
= 28 a a » ee punctifasciatus Strand . . . . 4
seopulitibiis Strand . . . .. 48 s
subannulipes Strand . ee Trabaea Sim.
urbana molensis Strand. . . . 48 hidenlipers; Strand‘... . „= 57
— gofensis Strand. . . . 50, Xestaspis Sim.
Tetragonophthalma Karsch reeurva Strand... ..... 16
Bilmeata, PaV, „ » = : sen MIXyBtleug CT KR.
kvevipes, Strand . . .°.. . .-48| sebliopiem L.K... . . .'. 36
Arch. £. Naturgesch. 74. Jahrg 1908. Bd. 1. H.1. 5
Ssesrnzeanrumwn
=?
»
Embrik Strand.
Tafelerklärung.
Taf. II.
Prosthesima Neumanni Strand. Epigyne.
” schoa@nsis Strand. Epigyne.
Drassodes sternatus Strand. Epigyne.
Prostbesima dalotensis Strand. Epigaster.
Aranea ursimorpha Strand. Epigyne.
Philodromus maculatovittatus Strand. Epigyne.
2 Abdomen von oben.
Vena metschensis Strand. Epigyne.
Eusparassus ubae Strand. Epigyne.
Ctenus debilis (Pav.) Epigyne.
r » Kopulationsorgane des &. — 10b. Ende des Tibial-
gliedes und Tarsalglied von außen.
Tetragonophthalma brevipes Strand. Q von oben.
Hyllus ventrilineatus Strand. Epigyne.
Euophrys convergentis Strand Epigyne. (Die Beschreibung dieser Art
siehe Strand: „Nordafrikanische, hauptsächlich von Carlo Freiherr von
Erlanger gesammelte Oxyopiden und Saltieiden“ in: Societas entom.,
Vol. 23 (1908)).
Dietyna abyssiniea Strand. Abdomen von oben.
» » Epigyne.
Tetragonophthalma bilineata Pav. Epigyne.
ÖOxyopes ubensis Strand. Epigyne.
Xestaspis recurva Strand. Abdomen von unten.
Tarentula urbana (O. Chr.) Epigyne.
» gofensis Strand. Epigyne.
re es atriapieatus Strand. Epigyne.
BR Abdomen von oben.
Trabaen bidentigera Strand. Epigyne.
Tarentula oryx Sim. (2). Rechtes & Tarsalglied von außen.
N molicola Strand. Epigyne.
” subannulipes Strand. Epigyne.
Aranea Liberiae Strand. Linkes Z' Tarsalglied von innen. (Beschreibung
dieser Art siehe: Zool. Anzeiger 1906, p. 687, No. 2 und Soeietas
entomologica, Vol. 22, pag. ca. 66 (1907)).
Die übrigen Figuren der Taf. II gehören zur folgenden Arbeit.
un,
Nordafrikanische Spinnen,
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger
gesammelt.
(Dictynidae, Eresidae, Sicariidae, Dysderidae, Caponiidae,
Palpimanidae, Zodariidae, Urocteidae, Pholcidae, Agelenidae,
Pisauridae.)
Mit Verzeichnis der gesamten systematisch-faunistischen Literatur
über afrikanische Spinnen.
Von
Embrik Strand (Berlin).
(Aus dem Kgl. Naturalienkabinett in Stuttgart.)
(Hierzu Taf. II, Fig. 1a—8a.)
Da vorliegende Arbeit gewissermaßen eine Fortsetzung von der
im letzten Heft des vorigen Bandes dieser Zeitschrift erschienenen
Arbeit über die von Baron Erlanger gesammelten Lycosiden bildet,
erlaube ich mir auf die daselbst gegebene Einleitung hinzuweisen;
in dieser sind auch die anderen, die Erlanger’sche Reiseausbeute
behandelnden Arbeiten verzeichnet.
Fam. Dietynidae.
Dictyna Bund. 1833.
1. Dictyna abyssinica Strand 1906, in: Zool. Anz. S. 667, No. 120.
Taf. II Fig. 7a, Abdomen von oben gesehen.
Q (subad?). Die hintere Augenreihe kaum recurva; die M.A.
ein klein wenig größer, unter sich und von den S. A. etwa gleich
weit oder vielleicht von den S. A. ein klein wenig weiter entfernt.
Die vordere Reihe ganz schwach recurva; die M. A. kleiner, unter
sich um ihren 1'/;, von den 8. A. um kaum ihren ganzen Durch-
messer entfernt. Die vorderen M. A. vom Rande des Olypeus nicht
viel weiter als unter sich entfernt. Das Feld der M. A. hinten breiter
als vorn, hinten ein wenig breiter als lang und ein wenig länger
als der Clypeus hoch. Die vorderen M. A. von einem schmalen,
sich vorn und hinten verdickenden, schwarzen Ring umgeben. —
Trocken gesehen erscheint Cephalothorax am Kopfteile glatt,
n*
68 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
glänzend, fein reticuliert, gegen den Rand hin gröber reticuliert
und etwas runzelig. Sternum punktiert und reticuliert, ganz glanz-
los, am Rande mit langen weißen Haaren, ebenso wie die übrige
Unterseite des Oephalothorax. — Die Mandibeln kurz, dick, etwa
doppelt so lang als dick, von der Basis bis zum Anfang des letzten
Drittels gleichbreit, parallelseitig, dann von außen und noch mehr
von innen breit zugerundet, sparsam und kurz behaart, nur an der
Spitze innen über dem Klauenfalzrande eine Reihe schwarzer,
längerer, nach vorn und innen gerichteter und nach innen ge-
bogener Borsten, von denen eine unmittelbar an der Klauenein-
lenkung besonders lang ist. — Das Tibialglied der Palpen gegen
die Spitze, besonders an der Außenseite, erweitert und kaum noch
!/,mal länger als an der Spitze breit, daselbst so breit als das
gegen die stumpfe Spitze allmählich verschmälerte Tarsalglied, das
kaum um seinen Drittel länger als das Tibialglied ist. Letzteres
an der Spitze innen mit einer Borste.
Cephalothorax erscheint in Spiritus im Grunde unrein bräun-
lich gelb; auf dem Kopfteile vier von den hinteren Augen ausgehende,
den Brustteil nicht erreichende, dunklere Längsstriche, auf dem
Brustteile undeutlich dunklere Strahlenstreifen, und ebensolche
unregelmäßigen Fleckchen, sowie eine sehr undeutliche hellere,
dunkler gesprenkelte Submarginalbinde. Clypeus einfarbig bräun-
lich gelb. Die hinteren Augen von schmalen, gleichbreiten, dunkleren
Ringen umgeben. Beine und Palpen einfarbig blaßgelb, erstere
grauweiblich behaart. Sternum dunkelbraun mit unbestimmten
feinen helleren Punkten, hinten und seitlich breit, vorn undeutlich
schwarz umrandet. Mandibeln mit Klaue hellgelb, Maxillen blaß-
gelb, an der Basis schwach gebräunt, Lippenteil bräunlich mit
hellerer Spitze. Die Coxen unten weiß. — Abdomen oben weib-
lich, fein grau geadert, mit schmaler, brauner, etwas rötlicher,
Längszeichnung (Fig. 7a): Vorn auf der größten Höhe zwei neben
einander gelegene, rundliche, braune Flecke, durch helleres Braun
unter sich und mit einem kurz weiter hinten gelegenen halbmond-
förmigen, nach vorn konvex gebogenen oder aus zwei undeutlich
getrennten Schiefflecken bestehenden Querfleck verbunden; von der
Mitte des letzteren zieht ein kurzer, schmaler, brauner, der sich
am Ende undenutlich erweitert, etwa bis zur Mitte des Abdomen.
Hinter der Mitte noch 3 in Längsreihe gestellte, höchst undeut-
liche, braune Fleckchen, die unter sich durch eine feine graue
Mittellinie, die von einigen ebensolchen Querlinien geschnitten wird,
verbunden sind. Ein Paar ganz großer, runder, dunkelbrauner Muskel-
punkte in dem halbmondförmigen Fleck und ein zweites Paar hinten
an der Mitte des Rückens; diese bilden ein Trapez, das hinten
breiter als vorn und ein wenig länger als hinten breit ist. Die
Seiten einfarbig braungrau; an der Spitze nicht oder kaum heller.
Epigaster grau; die Lungendeckel braun. Die Unterseite des Ab-
domen weil behaart.
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 69
Totallänge 2,3 mm. Cephalothorax 1 mm lang; Abdomen 1,7 mm
lang, 1,2 mm breit.
Fundort: Akaki, XI. 1900 (v. Erlanger).
Fam. Eresidae.
Stegodyphus Sim. 1873.
2. Stegodyphus lineatus (Latr.) 1803.
Ein Weibchen der Form lituratus C. L. K. von Mecheria, 2. VI. 94
(Vosseler) und zwei Weibchen von Tunis (Spatz).
3. Stegodyphus molitor (C. L. K.) 1846.
Ein Weibchen von Bir Hooker, Lybische Wüste, Wad-i-Natron
VI. 1902 (Fr. Heim).
Außer den von Simon (Ann. Soc. ent. France 1873) angegebenen
Unterschieden in der Augenstellung von lineatus und molitor unter-
scheidet sich letztere Art durch mehr robuste Beine, insbesondere
das I. Paar ist viel dicker als bei lineatus; ferner ist der Kopfteil
vorn breiter und mehr scharfeckig, aber nicht so hoch gewölbt wie
bei lineatus, und die dunkle Ringelung der Beine ist viel schärfer.
Der Bauch mit schwarzem, abgerundet viereckigem Mittelfeld, das
etwa doppelt so breit als lang ist. Die Coxen hell; Sternum mit
hellerem Mittelfeld. Epigyne erscheint in Fluidum gesehen als ein
rötliches, vorn gerundetes, hinten quergeschnittenes Feld, das hinten
ein trapezförmiges, beiderseits von einer schwarzen Linie begrenztes
Mittelstück, das ein wenig breiter als lang und rein weiß mit einem
rötlichen Mittellängsstreif gefärbt ist, einschließt; die schwarzen
Grenzlinien divergieren nach hinten und biegen sich vorn nach
außen um, erweitern sich und schließen daselbst einen weißen Punkt
ein. — Die Färbung des Exemplars ist viel dunkler als Kochs
Figur, indem die 5 Paare brauner Flecke des Abdominalrückens
viel größer sind und flüchtig angesehen als eine Randbinde um das
ganze Rückenfeld erscheinen; zusammengeflossen sind sie doch nicht.
Der Brustteil an den Seiten dunkelbraun; über das Gesicht ein
rostgelber Querstreif, der die vorderen S. A und alle M. A. einfaßt.
Alle Metatarsen mit einem fast das ganze Glied einnehmenden
Mittelring und alle Tarsen an der Spitze schwarz. — Totallänge
14,5 mm.
4. Stegodyphus africanus (Blackw.) 1866 (lineifrons Poc. 1898).
9. Das ganze Abdomen hell bräunlichgelb, etwas ockerfarbig,
behaart, hie und da mit braunen Haaren untermischt, die zwei
höchst undeutliche, trocken gesehen schwer erkennbare Seiten-
längsbinden auf dem Rücken bilden. Auch die Spinnwarzen gelb-
lich behaart, nicht schwarz. Die Unterseite des Cephalothorax hell
rostgelblich, weiß untermischt, behaart; oben mitten graulichgelb,
kaum mit weißen Haaren dazwischen, an den Seiten und im Gesicht
dunkel braungrau behaart; der Brustteil mit einer Randbinde, die
70 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
in der unteren Hälfte von weißen, oben von gelblichen Haaren
gebildet wird. Mandibeln und Clypeus einfarbig dunkelgraubraun
behaart. Die Beine an den helleren Partien gelblichbraun, an den
dunkleren schwärzlich oder graulich behaart. Auch die ganzen Tibien II
innen und unten schwarz. Eine dunklere Augenbinde jederseits des
Kopfes ist nicht vorhanden. — Epigyne stimmt ganz mit der Ab-
bildung derjenigen von lineifrons Poc.
Dimensionen: Totallänge 19 mm. Ceph. 8 mm |, 5,5 mm br.
Abd. 12 mm ]. und in der hinteren Hälfte 8 mm br. Mand. 3,2 mm
lang. Beine: I C.+ Tr. 4, 'P.6, P. + T.6,M. FTeT
bezw. 3,4; 5; 5; 5 mm; III bezw. 3; 4; 4,1; 3,9 mm; IV bezw.
3,5; 5,1; 6,2; 5,2 mm. Totallänge d. Beine: I 23; II 18,4; III 15;
IV 20 mm. Met. I5 mm. Met. IV 3 mm. Tibia II 2,8 mm. Tibia IV
34 mm. — Palp.: Fem. 2, Pat. 1,1, Tib. 1, Tars. 2 mm lang.
Abdomen oben mit drei Paaren eingedrückter Punkte, von denen
die hinteren erheblich kleiner sind; die beiden Vorderpaare bilden
ein Trapez, das vorn 2,3, hinten 3 mm breit und 2,3 mm lang
ist; das hintere Trapez ist etwa 2 mm lang.
Das Exemplar stimmt mit St. lineifrons in Dimensionen und
Epigyne, so daß es wahrscheinlich diese Art sein wird, wenn es
auch in Behaarung etwas abweicht.
1 2 von Ginir-Daua, 22./4.—5./5. Ol (v. Erl.) und 1 2 von
Fluß Mane, III. 01 (v. Erl.).
Das Ex. von Fluß Mane ist etwas kleiner (Totallänge 14 mm),
weil es die Eier abgelegt hat, und trägt an der hinteren Hälfte des
Abdominalrückens vier—fünf weiße Querlinien, von denen die vordere
in der Mitte unterbrochen ist. Von dunklen Seitenbinden ist hier
keine Spur.
5. Stegodyphus 2/g-vittatus Strand 1906, 1. c.
Taf. II, Fig. 5 a, S' Palpus von außen (etwas schräg von oben und
hinten).
2. Totallänge 10 mm. Abd. 7? mm ],, 5 mm br. Cephal.
5 mm l., 3,2 mm br. — Beine: IC.+T.2, F. 32, P.+T. 3,5,
M. + Ts. 3.8 mm; II bezw: 1,8; 2,6; 3,1; 3,1 mm; III bezw. 1,6;
2,3; 2,7; 2,1 mm; IV bezw. 2; 3; 3,6; 3 mm.
Epigyne bildet eine trapezförmige, hinten offene, vorn durch
einen dunkelbraunen, schwach erhöhten, tief punktierten und quer-
gestreiften Rand begrenzte Höhlung, die hinten reichlich doppelt so
breit (0,8 mm) als vorn und breiter als lang (0,6 mm), im Grunde
weißlich und mit zwei schmalen, vor dem Hinterrande etwas nieder-
gedrückten Längserhöhungen versehen ist. In Fluidum erscheint sie
vorn noch schmäler, also triangelförmig und die Furche zwischen
den beiden Längserhöhungen braungefärbt.
g. Totallänge 4,6 mm. Ceph. 2,3 mm 1., Kopft. 1,5 mm I,,
Abd. 3 mm 1., 2 mm breit. Beine: IC. + Tr. 1,1, F. 1,6, P.+T.2,
M. +T. 2,4 mm; II bezw. 1; 1,3; 1,6; 1,9 mm; II bezw. 0,8;
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. vol
1,2; 1,4; 1,5 mm; IV bezw. 1; 1,6; 1,9; 2 mm. Sternum 1,3 mm
l., 1 mm br. Mand. 1,5 mm ]. Tibia IV 1 mm. Met. IV 1 mm.
In Fluidum gesehen erscheinen die vorderen M. A. (des Q')
unter sich um ihren Durchmesser, vom Rande des Olypeus fast so
weit, von den hinteren M. A. um deutlich weniger als ihren Durch-
messer entfernt; die viel größeren hinteren M. A. unter sich um
etwa ihren 1!/, Durchmesser entfernt.
Lamina tarsalis erscheint von oben, bezw. vorn gesehen, lang
kommaförmig, etwa 4mal so lang als die größte Breite, an der
Innenseite in der Basalhälfte schwach nach außen konvex gebogen,
in der Endhälfte gerade, außen um die Mitte seicht eingebuchtet,
in dem letzten Viertel gegen die Spitze verjüngt.
2. Färbung in Spiritus. Cephalothorax oben am Kopfteile
lebhaft hellrot, an den Seiten und am Brustteile rotbraun mit einer
breiten weißen oder grauweißen Seitenbinde. Clypeus braunrot.
Die Augen in schmalen, schwarzen Ringen, die sich, jedenfalls bei den
M. A., hinten verdicken. Mandibeln schwarzbraun, nahe der Basis
mit einer rein weißen Querbinde, die etwa so breit als !/, der Länge
der Mandibeln ist, und durch eine schmale hellrötliche Binde, die
/, so breit als die weiße Binde ist, von der Basis getrennt wird.
Maxillen und Lippenteil gelblich braun, an der Spitze schmal grau-
weiß; erstere außen fein schwarz umrandet. Sternum braun mit
drei unbestimmten helleren, gebogenen Querstreifen. Coxen unten
an der Basis gelb, in der Endhälfte graulich. Trochanteren wie
die Coxen, an der Spitze schmal rötlich umrandet. Femoren I
ganz schwarz, Il in der Endhälfte schwärzlich, in der Basalhälfte
hellbraun, III und IV gelblich braun mit schmalem schwarzem Ring
an der Spitze. Die übrigen Glieder am I und II im Grunde dunkler,
am III und IV heller braungelb; Patellen I unten und an den
Seiten größtenteils schwärzlich, II unten und seitlich an der Spitze
geschwärzt, III und IV einfarbig. Tibia I und II unten und an
den Seiten schwarz, oben braun mit zwei feinen, gegen die Spitze
schwach divergierenden schwarzen Längslinien; III und IV an der
Spitze mit einem oben unterbrochenen, braunen, an den Seiten
schwärzlichen Ring, IV auch in der Mitte mit Andeutung eines
solchen. Metatarsen und Tarsen unten durch die Behaarung dunkler,
die Tarsen an der Spitze schwarz. — Abdomen im Grunde schwarz
oder schwarzbraun; am Rande der Rückenfläche jederseits eine
trübgelbe, nach vorn und hinten sich verschmälernde, in der Mitte
fast 1 mm breite, innen gezackte, außen geradlinige Längsbinde;
das von diesen Binden eingeschlossene länglichrunde Mittelfeld hat
einen Basalfleck, der so breit und gefärbt wie die Binden und 2 mm
lang ist und stumpf endet, hinter diesem einen rundlichen, gelblichen
Fleck und dann von der Mitte an 4—5 helle Querlinien, von denen
die vordere in der Mitte undeutlich winkelförmig gebogen ist. Um
den großen Fleck liegen zwei Paare großer, brauner, heller um-
randeter Muskelpunkte, die ein Quadrat bilden. Die hellen Rücken-
binden sind außen von einer schmalen, schwarzen Binde begrenzt;
12 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
sonst sind die Seiten graugelblich mit 4—5 aus schwärzlichen
Flecken gebildeten Schrägstreifen. Der Bauch schwarz, vorn jeder-
seits mit einem großen, eckigen, graugelben Fleck und in der Mitte
drei ebenso gefärbten, schmalen Längslinien. Spinnwarzen gelb,
an der Spitze weißlich. Epigaster und Lungendeckel graubraun;
Epigyne schwarz, die Grube im Grunde weiß mit rötlichbraunem
Rand und Längsstreifen.
g ist wie das @ gefärbt und gezeichnet, nur etwas dunkler.
Hinter dem Basalfeld des Abdominalrückens finden sich meist zwei
rundliche Flecke und die beiden Hinterbeinpaare sind intensiv
schwefelgelb und fast ganz einfarbig, I] sind nur ein klein wenig
bräunlicher als die Hinterbeine, mit undeutlichem braunem Halb-
ring am Ende der Tibien und Femoren, ganz ohne schwarze
Zeichnungen. Tibien I unten und an den Seiten tiefschwarz, dicht
bürstenförmig behaart. Epigaster schwarzbraun, die Spalte grau-
weißlich; vor den Spinnwarzen ein heller, schmaler Querstrich.
Die hellen Querstreifen des Sternum präsentieren sich z. T. als je
zwei runde Flecke.
Fundort: Fluß Mane, März 1901 (v. Erlanger).
Dresserus Sim. 1876.
6. Dresserus inconspicuus Strand 1906, 1. c. S. 668, No. 122.
9. Augen. Die vorderen M. A. unter sich um ihren Durch-
messer, von den hinteren M. A. um weniger, vom Rande des Clypeus
fast nur um ihren Radius entfernt. Die Reihe der hinteren M. A.
1,1 mm, die der vorderen 0,4mm lang. Das Viereck der Lateralaugen
ist hinten 3,5, vorn 3,2 mm breit und 1,4 mm lang. — Die Beine
fast mutik, nur die Metatarsen I und II sind an der Spitze mit 2,
III und IV mit 4—5 kleinen Stacheln bewehrt. Die Beine
sind so kurz und dick, daß z. B. Tibia III fast so breit wie
lang erscheint. — Abdominalrücken oben mit 3 Paaren ein-
gedrückter Flecken, von denen die beiden vorderen schräg gestellt,
nach hinten divergierend und 1,1 mm lang sind, sowie mit ihren
Vorderenden unter sich und von den runden Punkitflecken des
II. Paares um 1,6 mm weit entfernt. Die Punkte des letzten
Paares sind undeutlich, unter sich um 1,3, von denen des vor-
letzten Paares um 1 mm entfernt. Alle diese Flecke sind heller
als die Haarbekleidung. — Epigyne bildet einen rötlichen oder
etwas violettlichen, vorn sanft, hinten ziemlich steil abgerundet
abfallenden Querwulst, der oben abgeflacht und fein quergestreift
ist und an der hinteren Abdachung jederseits eine vorn ge-
rundete, hinten quergeschnittene, am inneren Rande dunkelbraun
gefärbte Grube hat; diese Gruben konvergieren nach hinten und
sind unter sich weit getrennt. Epigyne ist hinten 1,2 mm breit
und 0,7 mm lang.
Cephalothorax in Spiritus gesehen trüb rotgefärbt, am Brust-
teile gegen den Rand hin etwas heller, besonders hinten und der
Rand selbst schmal gelblich; der Rand des Clypeus schmal schwarz;
hauptsächlich von Carlo Fıeiherr von Erlanger gesammelt. 73
die Rückengrube erscheint als ein runder, schwarzbrauner Fleck.
Die Augen von sehr schmalen schwarzen Ringen umgeben. Die
Mandibeln etwas tiefer rot und an der Spitze durch die Behaarung
schwarz erscheinend. Maxillen und Lippenteil hellbraun, erstere mit
dreieckigem weißen Fleck an der Spitze, Sternum und Üoxen etwas
heller, ersteres mit schmalem, braunem Rand. Die Beine hellbraun,
an den zwei Vorderpaaren die vier äußeren Glieder etwas dunkler,
und zwar die Metatarsen und Tarsen gerötet. Die Spitze aller Tarsen
schwarz. Palpen wie die Beine, Tib. und Tarsalglied rötlich. Ab-
domen oben braungrau, seitlich undeutlich heller längsgestrichelt;
die oben erwähnten Flecke hellbraun, heller umrandet. Die
Seiten braungrau, der Bauch ein wenig heller mit zwei grauweißen,
nach außen schwach konvex gebogenen Längsstrichen, welche die
Spinnwarzen nicht erreichen. Epigyne wie der Bauch; vor der
Epigyne liegen zwei Paare runder, hellerer Flecke, von denen die
Flecke des vorderen größer und näher beisammen liegen. Lungen-
deckel hellgrau. Spinnwarzen bräunlichgrau, an der Spitze kaum
heller. Epigyne hellgrau mit rötlichbraunen Gruben.
Die Behaarung gelb oder graubraun, an den Femoren, be-
sonders unten und an der Unterseite des Cephalothorax heller
bräunlichgelb, an den Mandibeln, Clypeus und den Endgliedern
der Extremitäten dunkel graubraun.
Totallänge 11 mm. Cephalothorax 5 mm lang, am Kopfteile
4 mm breit. Abdomen 6,5 mm lang, 5 mm breit. Mandibeln
2,5 mm lang und beide zusammen 3,2 mm breit an der Basis.
Sternum 2,5 mm lang, 1,5 mm breit. — Beine: I Coxa + Troch. 2,
Femur 2,9, Patella 1,5, Tibia 1,5, Metatarsus + Tarsus 2,9 mm;
IH bezw. 2 2,5975; 1,99 Pä’mn: IN bezw. 18: 2 DEI 85
1,8 mm; IV bezw. 2,2; 3,2; 2; 2,2; 2,5 mm. Totallänge: I 10,8;
II 10; III 8,7; IV 12,1 mm. — Palpen; Femoralglied 1,5, Patellar-
+ Tibialglied 1,2, Tarsalglied 1,1 mm.
Fundorte: Daroli und Fluß Mane (v. Erl.).
Eresus Walck. 1805.
7. Eresus niger (Petagna) 1787.
?. Die hinteren S. A. unter sich 5, die vorderen 6 mm ent-
fernt. Länge des Augenfeldes 4 mm. Die hinteren M. A. etwa
0,5 mm im Durchmesser, kaum um 1'/,mal so weit unter sich
entfernt. Mandibeln 5 mm lang und 6,7 mm breit an der Basis,
4 mm an der Spitze. Sternum 6 mm lang und 3 mm breit kurz
hinter der Mitte. Länge der Palpen: Femoralglied 3, Patellar-
glied 1,5, Tibialglied 1,2, Tarsalglied 2,1 mm lang. Beine: I Coxa
+ Troch. 4, Femur 6, Patella + Tibia 6, Metatarsus + Tarsus
6 mm; II bezw. 4; 5,5; 5,9; 5 mm; III bezw. 3,8; 5; 4,5; 4 mm;
IV bezw. 5; 6,5; 7; 5,9 mm. Totallänge: I 22, II 20, III 17,3,
IV 24 mm. Alles bei einer Körperlänge von 24 mm; Cephalothorax
7,5 mm breit, Il mm lang; Abdomen 18 mm lang, 13,5 mm breit,
11,5 mm hoch.
74 Embrik Strand: Nordatrikanische Spinnen,
Abdomen schwarzbraun behaart, dicht und gleichmäßig mit
kleinen weißen Punktflecken bestreut, die am deutlichsten im trockenen
Zustande hervortreten und hinten undeutliche Querlinien bilden.
Am Cephalothorax weiße und dunkle Haare mehr gleichmäßig
unter sich gemischt. Die Beine dunkelbraun behaart, mit einer
kleinen weißen Querlinie oben an der Spitze der Metatarsen.
Unterseite des Cephalothorax einfarbig graulichbraun, des Abdomen
gelblichbraun behaart. Die Mandibeln ein wenig heller als die dunkle
Behaarung der Oberseite. — Epigyne stimmt ganz mit Beschreibung
und Abbildung in Kulczynski’s „Araneae Hungariae*. — Am
Abdominalrücken 3 Paare Muskelpunkte, von denen die der beiden
vorderen Paare unter sich 5, die hinteren kaum 4 mm entfernt
sind; Paar I und II unter sich 3,5, II und III 3 mm entfernt.
Das erste Paar länglich schräg gestellt, und alle diese Punkte sind
fein weiß umrandet,
Fundorte: Perregaux, VI. 1894 (Vosseler) (39), Alt Saida
(Vosseler) (J)).
Es ist eine auffallende Tatsache, daß nachdem das J‘ dieser
Art schon 1787 beschrieben worden war und in allen größeren
späteren araneologischen Arbeiten erwähnt oder beschrieben wird,
wurde das 2 erst ca. 100 Jahre später (Bertkau: Ueber fünf beı
Bingen gefundene Weibchen einer Eresus-Art, 1887) bekannt ge-
macht.
Fam. Sicariidae.
Lowosceles Hein. et Lowe 1831.
8. Lowosceles erythrocephala (C. L. K.) 1839.
Ein 3' von Ghand-OuN’Sa, Hammaden. (Krauss leg. (?)).
g. Totalläinge 5 mm. Cephalothorax 2,5, Abdomen 2,5 mm
lang, ersterer 2, letzteres 1,8 mm breit. Beine: IC. + Tr. 1, Fem. 4,
P.-+ Tib. 5,6, Me. + Ts. 6.5...mm; IL bezw...1; 5: ‚65.7 mm
bezw. 1; 4,5; 4,8; 6 mm; IV bezw. 1; 5; 5,5; 7,2 mm. Totallänge:
177172:211. 19:07 7103: 17 218.7 mm:
9. Loxosceles rufescens (L. Duf.) 1820.
Tunis: Sebkha Sedjourni, 7. VI. O1 (Vosseler) 2. — Ferner
mehrere schlecht erhaltene und zum Teil unreife 22 von Tunis
(Spatz), die wahrscheinlich hierzu gehören.
Loxoscella Strand 1906, 1. c. S. 668.
Mit Lowoscele am nächsten verwandt; weicht davon durch
etwas andere Augenstellung, kürzere, aber länger und zahlreicher
bezahnte, Tarsalkrallen, sowie dadurch, daß Sternum nicht länger
als breit ist und Beinpaar I und II gleich lang und ein wenig
kürzer als IV sind. — Type und einzige Art: Z. pallidecolorata Strand.
10. Loxoscella pallidecolorata Strand 1906, 1.c. 8. 668, No. 123.
2. Die 6 Augen bilden ein 0,6 mm langes Feld; die vier
vorderen mit den Unterrändern in gerader oder vielleicht ganz schwach
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 5
recurva gebogener Reihe; die M. A. die kleinsten, die vorderen S. A.
die größten aller Augen. Die M. A. sind länglich rund, nach vorn
divergierend, hinten sich berührend oder fast so, von den S. A. um
kaum ihren kürzesten Durchmesser entfernt; letztere bilden mit den
M. A., von oben gesehen, einen deutlichen Winkel, und das Augenfeld
erscheint von oben trapezförmig mit der größten Breite hinten.
Die S. A. auf einer schwachen Erhöhung, unter sich um kaum den
halben Durchmesser der hinteren getrennt, die nach hinten und
außen gerichtet sind; die vorderen etwas breiter als lang. Die
vorderen S. A. stark gelblich glänzend, die hinteren mehr trüb gelb,
die M. A. schwärzlich. — Die Mandibeln ziemlich lang, dünn,
eylindrisch, fast parallelseitig, an der Basis beide zusammen 0,9,
an der Spitze 1 mm breit, von der Seite gesehen gesen die Spitze
ganz allmählich verschmälert, wenig oder kaum vorstehend, die
Innenseiten von der Basis an schwach divergierend; die ganze Ober-
fläche fein retieuliert, schwach glänzend, mit großen Haarhöckerchen
sparsam und gleichmäßig besetzt, am Innenrande und an der Spitze
mit kurzen braungelblichen Haaren. Die Mandibeln am Innenrande
mit einer hellbraunen, durchscheinenden Chitincarina, die vorn oben
an der Spitze der Klaue zahnartig vorsteht und mit der Spitze ein
wenig außerhalb der Klaue ragt. Letztere an der Basis ziemlich
dick, kurz gegen die Spitze allmählig und scharf verschmälert, sowie
stark gekrümmt. An der Einlenkung oben ein kleiner Höcker und
ein ebensolcher, deutlicherer, unter der Einlenkung. Am unteren
Rande keine Zähne, aber an der Mitte desselben ein kleiner dunkel-
brauner Höcker. Keine Falzbürste. Zwischen dem Zahn und der
Einlenkung der Klaue eine dünne, weiße Membran, welcher die ein-
geschlagene Klaue dicht anliegt. — Die Maxillen bis zur Spitze
der Mandibeln reichend, gleichbreit, gegen die Spitze konvergierend,
ganz schwach über den Lippenteil gebogen, ein wenig gewölbt,
ohne Eindrücke, etwa 2!/;mal so lang als breit und mit entfernt
stehenden Haaren gleichmäßig bewachsen; die Enden innen längs-
geschnitten, je eine scharfe Spitze bildend und nur an der letzteren
unter sich deutlich getrennt. Die Enden sind membranös mit deut-
lich aufgeworfenem Rande, aber ohne Bürste. — Der Lippenteil
ein wenig länger als breit, an der Basis schmäler als in der Mitte,
vorn breit gerundet und mit aufgeworfenem Rande, gewölbt, bis
zur Innenecke der Enden der Maxillen reichend und durch eine
Furche vom Sternum getrennt. — Sternum fast kreisförmig, so
breit als lang (1,4 mm), vorn breit gerundet, hinten kurz stumpf
zugespitzt, kaum gewölbt, ziemlich glatt, etwas glänzend, sparsam
behaart. — Die Coxen unter sich ziemlich gleich lang und gleich
geformt. Die Beine lang, dünn, cylindrisch, kurz und nicht dicht
behaart, unbestachelt; die Patellen sehr kurz, die Tarsen gegen das
Ende schwach verdickt, mit Onychium, welches zwei lange, kräftige,
stark gebogene, bis zum letzten Viertel bezahnte Krallen trägt;
neben diesen lange Ungues spurii. Die Zähnchen der Krallen sind
lang, stehen nahe beisammen und sind 8 in Anzahl. — Die Palpen
76 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
mit kurzem Patellarglied, das aber ein wenig breiter als das 1!/,mal
so lange Tibialglied ist; das Tarsalglied 1 mm lang, länger als die
beiden vorhergehenden zusammen (0,85 mm), gegen das Ende all-
mählich und stark zugespitzt, unten und am Ende dicht beborstet;
eine wirkliche Kralle scheint zu fehlen. — Eine unpaare Tarsal-
kralle ist nicht vorhanden. — Abdomen länglich eiförmig, vorn
und hinten fast gleich zugespitzt, die Oberseite gleichmäßig ge-
wölbt, die Spinnwarzen schwach vorstehend; letztere ziemlich kurz
und dünn, die oberen und unteren gleich lang und gleich dick; der Colu-
lus lang und spitz. Die oberen wenig weiter seitwärts als die
unteren, die an der Basis unter sich um ihre halbe Breite getrennt
sind, mit den Spitzen sich berührend. Der Analhügel kurz und
stumpf. — Am Abdomen sparsame Reste einer schwärzlichen,
robusten Behaarung. — Ein Paar Lungenstigmen; die Tracheen-
stigmen von den Spinnwarzen in der Länge der letzteren entfernt.
Cephalothorax breit herzförmig, am Hinterrande tief ausge-
schnitten, vorn so stark verschmälert, daß die Breite des Kopfteiles
nicht die Hälfte derjenigen des Brustteiles ist (bezw. 1 und 2,2 mm),
mit der größten Breite zwischen den Coxen II und III. Von der
Seite gesehen erscheint er der Länge nach gewölbt, vorn und hinten
ziemlich gleich abfallend mit der größten Höhe vor der Rücken-
grube; letztere eine breite, tiefe, etwa 0,7 mm lange und fast drei-
eckige (hinten am breitesten) Einsenkung, die sich vorn in die
ganz tiefen Kopffurchen fortsetzt; Seitenfurchen des Brustteiles
schwach. Letztere an den Seiten ganz stark konvex; der Kopfteil
mit den Seiten vertical gestellt. Die hintere Abdachung mit einer
seichten mittleren Längseinsenkung. Der Rand schmal aufgeworfen.
Die ganze Oberfläche ziemlich grob reticuliert, matt glänzend. Die
Kopfwölbung ohne Ecke in den etwas vorstehenden Clypeus über-
gehend; letzterer von oben gesehen in der Mitte gerade, an den
Seiten breit gerundet und 0,5 mm hoch, d.h. gleich der Hälfte der
Länge der Mandibeln.
Der ganze Cephalothorax und die Extremitäten im Grunde hell
olivenbräunlich gelb mit einer feinen bräunlichen Mittellinie, die
sich von der Rückengrube an nach vorn gabelt; die beiden Aeste
sind doch an den hinteren M. A. nicht weiter als um ihre Breite
unter sich getrennt. Hinter den Augen liegen jederseits zwei
kurze, noch schmälere braune Linien oder Striche, von denen die
äußere die kürzeste ist. Die Seiten des Kopfteils ein wenig dunkler
als die Rückenfläche und der Clypeus, oben deutlich begrenzt und sie
schließen daselbst einen feinen helleren Längsstreifen ein. Das
Augenfeld ein klein wenig gebräunt, um die Augen sehr schmale
schwarze Ringe, die sich um die M. A. vorn, um die $. A. hinten
und innen verdicken. Am Brustteile strahlen von der sich als ein
breiter, brauner, etwa sternförmiger Fleck zeigenden Rückenfurche
jederseits drei grauweißliche, schmal braun umgrenzte Schrägstreifen
gegen die Öoxen II, III und IV aus; diese Streifen spitzen sich nach
innen zu, der vordere auch nach außen und erreichen den Rand
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. AR
nicht; die beiden vorderen sind durch je eine feine braune Linie
der Länge nach geteilt, der hintere ist der kürzeste und am Ende
breit quergeschnitten. Der Rand fein dunkler. Mandibeln wie der
Cephalothorax, außen und innen ein wenig verdunkelt; die Klaue
an der Basis rotgelb, sonst hellgelb. Die ganze Unterseite hell
graugelblich; die Maxillen an der Spitze breit weiß, Lippenteil höchst
undeutlich, Coxen an der Basis und beiderseits deutlicher dunkel
umrandet. Beine ganz einfarbig‘ an den Palpen ist das Tib. ein
wenig heller, das Tars. ein wenig dunkler (als die übrigen Glieder).
— Abdomen ganz einfarbig hell graugelblich; die Spinnwarzen ein
klein wenig gebräunt.
Totallänge 7,5 mm. Cephalothorax 2,3 mm lang, 2,2 mm
breite. Abdomen 5 mm lang, ca. 3 mm breit. — Beine: I Coxa +
Troch. 1,3, Femur 4,7, Patella + Tibia 5,5, Metatarsus + Tarsus
6:5>mm;“ II bezw. 1,5; 5; 5,5; 6 mm; "IE /bezw.l,5; 4,4; 4,5;
6 mm; (IV fehlt!). Totallänge: I 18; I 17,8; III 16,4; (IV?) mm.
— Bei einem anderen Exemplar: I bezw. 1,4; 4,5; 5; 5,5; II=[];
III bezw. 1,2; 4; 4; 5; IV bezw. 1,5; 4,5; 5; 6 mm. Totallänge:
1091642 11716,4 I 1423 TV 169mm. Ako: W, I=% UM
Fundort: Fluß Mane, März 1901 (v. Erlanger).
Das Tier sieht wie ein Höhlenbewohner aus, wenn auch die
Augen nicht rudimentär sind.
Scytodes Latr. 1804.
ll. Scytodes delicatula Sim, 1873.
3 22 von Hammam bou Hadjar (Vosseler. — Von „Tunis
(Spatz)“ liegt ein Cephalothorax fast ohne Extremitäten vor, der
wahrscheinlich dieser Art angehört hat.
12. Scytodes affinis Kulez. 1901.
Lok.: „22./4.—5./5. 1901“ (wahrscheinlich Ginir-Daua). 12.
2. Totallänge 7 mm. ÜCephalothorax 3,5 mm lang mit Man-
dibeln, 2,3 mm breit. Abdomen (abwas geschrumpft!) 3,2 mm lang,
2,9 mm breit. — Beine: IC. + Tr. 1,5, Fem. 3,2, P.+T.4, M. +T.
5 mm; II bezw. 1,3; 2,7; 3,2; A mm; III bezw. 1; 2,2; 2,6; 3 mm;
IV bezw. 1,5; 3; 4; 4,2 mm.
Das vorliegende Exemplar wird gewiß mit obiger Art identisch
sein, wenn es auch in den Dimensionen ein wenig abweicht (z. B.
durch längere Coxen + Troch.) und ein wenig auch in der Färbung,
so haben die Femoren IV unten an der Spitze einen dunklen
Halbring und die Tibien III und IV zeigen undeutliche braune
Mittelringe. Von den M. A. zieht nach hinten und außen an der
Innenseite der S. A. eine schmale gelbliche Binde, wodurch letztere
von den dunklen Mittelbinden des Kopfteiles getrennt werden. —
Epigyne stimmt genau.
8 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Fam. Dysderidae.
Dysdera Latr. 1804.
13. Dysdera maurusia Thorell 1873.
Lok.: Hammam bou Hadjar, V. 1894 (Vosseler) 1 2.
®. Von den Femoren haben IV nur oben an der Basis Stacheln
und zwar 2. Tib. III unten 1 (vorn). 2.2, vorn und hinten je 1.1
Stacheln. Tib. IV vorn unbestachelt, sonst gleich III. Metatarsen IV
unten 2.2.2, vorn 1.1.1.1, hinten‘ I. oder 1.1.1. Stacheln:
Totallänge 14,5, Oephalothorax mit Mandibeln 6,5, oben 5 mm.
Abdomen 8 mm lang. Cephalothorax größte Breite 3,8, des Clypeus
2,9 mm. Abdomen 4,9 mm breit. — Beine: I C. + Tr. 2,7, Fem. 3,5,
P. + Tıb. 4,6,. Met. 2,6, Ts. 0,7 mm; Il’bezw. 22; 3; 25792
0,7% mm; Ill bezw. 1,7; 2,7: 2,9; 2,6; 0,7 nm; IV. beaw.ı2.2. 08
4; 3,2; 0,7 mm. — Tibia I 2,6 mm.
14. Dysdera cornipes Karsch 1881 (?).
Lok.: Tunis (Spatz).
2. Femoren I vorn nahe der Spitze 2, II ebenda 1, III oben
1 subbasalen, vorn 1 medianen und 1 subapicalen, IV oben an der
Basis 2.1.1.1 oder 2.1.1 nahe beisammenstehende Stacheln; die
Längsreihe von 4, bezw. 3 ist nahe dem Hinterrande. Tib. III
unten 2.1 (vorn), vorn und hinten je 1. I Stacheln; IV unten 1.2.1
(vorn). 2, vorn und hinten je 1.1 Stacheln, Met. III unten 1.1
(vorn). 2, vorn 1.1.1, hinten 1.1] Stacheln. Met. III und IV unten
an der Spitze mit einer Borste dicht stehender Haare. Met. IV unten
1 (vorn). 2.2, vorn 1.1.1.1, hinten 1.1.1 Stacheln.
Totallänge (Spitze des Abdomen fehlt!) ca. 11,5 mm, Ceph.
mit Mand. 6,5 mm, ohne 4 mm, 3.2 mm breit in der Mitte, 2,2 mm
am Ulyp., Abd. 3 mm breit. — Beine: I C.+ Tr. 2,5, Fem. 3,4,
P. + Tib. 5, Met. 3, Ts. 0,7 mm. Tibia I3 mm. — Länge der
Mand. 2,5 mm. Mand. an der Basis 2 mm breit.
Die vorderen Augen unter sich um ihren Durchmesser ent-
fernt. Die hinteren S. A. von den vorderen Augen und den hinteren
S. A. gleichweit und zwar kaum in ihrem halben Durchmesser ge-
trennt. Die hinteren M. A. sich berührend. Die hintere Reihe so
stark procurva, daß eine die $S. A. oben tangierende Gerade die
M. A. in oder ein wenig vor dem Zentrum schneiden würde.
Die ganze Oberfläche des Ceph. gleichmäßig fein granuliert, am
Kopfteile ganz matt glänzend. Sternum granuliert, kaum glänzend.
Die Mand. fein quergestreift und quergerunzelt, glänzend, mit großen
Haarhöckern, sonst ohne besondere Auszeichnungen,
Epigyne erscheint in Fluidum gesehen hellgelb mit einem
braunen Querfleck, der sich an den Enden ein wenig rundlich er-
weitert und etwa so lang als 4—5mal der größten Breite, sowie
von der Spalte etwa um seine Länge entfernt ist. Wahrscheinlich
ist Epigyne nicht völlig entwickelt.
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 79
Die Bestimmung bleibt fraglich, teils weil Karsch’s Beschreibung
unvollständig, teils weil das Ex. wahrscheinlich unreif ist. Karsch’s
Ex. stammten von Uadi Mader (Tripolitanien).
15. Dysdera Römeri Strand 1906, 1. c. S. 668, Nr. 124.
Taf. U, Fig. 6a, 9' Palpus von außen.
d. Alle Femoren und Patellen sowie alle Glieder der Beine I und
II unbestachelt. Tib. III und IV vorn nahe der Spitze 1 Stachel,
unten an der Spitze 2, am IV scheint kurz vor diesen 2 noch ein
dritter vorhanden gewesen. Metatarsen III vorn jedenfalls in der
Endhälfte 1, unten vorn in der Endhälfte 1, vielleicht noch 2 an
der Spitze; IV vorn 1.1.1, unten vorn 1.1.1, vielleicht noch unten
hinten 1 an der Spitze.
Totallänge 5,2, Ceph. 2,3 mm ohne Mand. 2,7 mit Mand., 1,9 mm
breit. Clypeus 1,2 mm breit. Abdomen 2,7 mm l., 1,5 mm breit.
— Beine: IC. + Tr. 1,4, F. 2, P. + Tib. 2,5, Met. 1,5, Ts. 0,8 mm;
Teibeamil,l; 1:95.92,25 1,5:,0;4 mim; .! IIliibezw.n0,95' 15501365
M. + Ts. 1,7 mm; IV bezw. 1; 1,9; 2,4; 2,3 mm. — Palpen:
Fem. 1 mm, die drei übrigen zus. 2 mm ]., unter sich (anscheinend)
gleich lang.
Cephalothorax dunkel blutrot mit schwärzlichem Rande, auch
am Ülypeus, der am Kopfteile oben undeutlich dunkler angelegt ist,
sowie mit Andeutungen feiner, dunklerer Schräglinien am Brustteile
und Mittellinie am Kopfteile; die Augen von sehr feinen schwarzen
Linien umgeben. Mandibeln ein wenig heller als der Cephalothorax;
Klaue gelblich, im basalen Drittel rötlichgelb mit ganz scharfer Grenze.
Sternum und Lippenteil wie die Mandibeln, ersteres dunkelbraun um-
randet, letzterer an der Spitze schmal weiß. Maxillen etwas heller,
an der Spitze weiß. Beine hell orangegelb, Coxen I, sowie II unten
wie die Maxillen, die Coxen etwas heller, wenn auch dunkler als
die übrigen Glieder. Palpen wie die Beine, Fem. an der Basis
schwach gerötet. Abdomen grauweiß. — Die ganze Oberseite des
Ceph. sehr groß und tief genarbt punktiert, am Brustteile unregel-
mäßig, am Kopfteile die Grübchen in nicht ganz regelmässigen Längs-
reihen geordnet, von denen zwei durch die Mitte und je eine jeder-
seits des Kopfrückens zu erwähnen sind. Clypeus unpunktiert, aber
fein quergestreift. — Die hinteren Augen in ganz schwach procurva
Linie, gleichgroß, die M. A. sich berührend, die S. A. fast be-
rührend (in Fluidum erscheint der Zwischenraum etwa gleich dem
halben Radius). Die vorderen Augen ein wenig größer, unter sich
um weniger als ihren Durchmesser entfernt. — Die Mandibeln stark
vorstehend, divergierend, dünn, ganz schwach nach außen konvex
gebogen, glatt, glänzend, sehr fein quergestreift, innen mit entfernt
stehenden, gerade abstehenden, nicht langen Haaren, an der Spitze
mit einigen längeren ebensolchen besetzt, 1 mm lang, an der Apex
(zwischen den Außenseiten) 1,2 mm breit. — Sternum 1,6 mm
lang, 1,3 mm breit, grob genarbt, nur in der vorderen Hälfte eine
so Embrik Strand: Nordatrikanische Spinnen,
glatte erhöhte Mittellinie, die den Vorderrand doch nicht erreicht;
am Rande ganz tiefe Eindrücke.
Palpen: Fem. von oben gesehen gleichbreit, in der Basalhälfte
deutlich gebogen, Pat. an der Basis ein klein wenig schmäler als
an der Spitze, jedenfalls nicht länger als das Tibialglied; letzteres
gleichbreit, wie das Ende des Patellargliedes; das Tarsalglied in
und kurz innerhalb der Mitte breiter als das Tibialglied, gegen die
stumpfe Spitze allmählich verschmälert, dicht, aber kurz behaart;
Bulbus etwa 1 mm lang; das Basalstück nicht hutförmig, sehr kurz,
glockenförmig, von der Seite gesehen vorn gerade, hinten stark er-
weitert, deutlich breiter als lang, hinten (etwas mehr nach außen)
nach unten als ein schmales, schwarzes, plattenförmiges, abgerundetes,
mit der Spitze unter einem rechten Winkel nach hinten gebogenes
Stück verlängert. Der membranöse Endteil erscheint von innen
gesehen weiß, nur die äußerste Spitze dunkelbraun, ein Längsstreif
längs des Vorderrandes in der oberen Hälfte rötlichbraun, der
Vorderrand daselbst, der einen starken, nach hinten konvex ge-
krümmten Bogen daselbst bildet, schwarz; die Länge des Endteiles
dreimal der des Basalteiles. Das ziemlich breite Ende wenig schräg
geschnitten, hinten in eine kurze, ziemlich scharfe, ein wenig schräg
nach hinten und unten gerichtete Spitze verlängert; hinten bildet
der Endteil eine, ebenfalls weiße, abgerundete, breite, höckerförmige
Ausbuchtung etwas oberhalb der Spitze. Von außen gesehen er-
scheinen die Genitalien wie in Fig. 5a dargestellt.
Fundort: Daroli (v. Erlanger).
Die Art ist zu Ehren des Herrn Prof. Dr. F. Römer in Frank-
furt a. M. benannt.
16. Dysdera Leprieuri Sim. 1882.
Von Oran, V. 1894 (V osseler) liegt ein d' vor, das von Simons
Beschreibung insofern abweicht, als Tibia nicht länger als Patella
und Tarsus mindestens so lang als Tibia ist.
Fam. Caponiidae.
Öaponia Sim. 1887.
17. Caponia abyssinica Strand n. sp.
Zwei 22 von Fluß Mane, März 1901 (v. Erlanger).
2. Cephalothorax und Extremitäten rötlichgelb, Coxen, Tro-
chanteren und Palpen ein wenig heller, Endglied der Palpen wegen
der Behaarung dunkler erscheinend; Augenfeld tiefschwarz, die beiden
M. A. schwärzlich, die 6 seitlichen graugelblich. Sternum ein wenig
stärker gerötet, schmal braun umrandet, mit je einem kleinen
schwarzen Randfleck vor den Coxen. Maxillen außen und vorn
schmal braun umrandet, Lippenteil an der Basis jederseits braun
umrandet. Abdomen hellgraugelblich, Epigaster und Spinnwarzen
blaß bräunlichgelb. — An der Hinterseite der Spalte zwei kleine
bräunliche Querflecke, die unter sich um die basale Breite des
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. si
Sternum entfernt sind. — Die beiden M. A. die größten aller Augen
(ihr Durchmesser allerdings kaum oder sehr wenig kürzer als der
längste Durchmesser der vorderen S. A., aber diese niedriger und
deren kürzester Durchmesser deutlich kleiner) und unter sich um
kaum ihren Radius entfernt; die 3 S. A. jederseits nehmen von
vorn nach hinten an Größe allmählich ab und sind unter sich und
von den M. A. gleichweit, etwa um den Radius der mittleren S. A.
entfernt; die beiderseitigen vorderen S. A. unter sich um 1'/, ihres
längsten (queren) Durchmessers entfernt. — Totallänge 9,3 mm.
Cephal. 3,3 mm l., 2,6 mm breit. Augenfeld 0,9 mm breit. Ab-
domen 6,3 mm lang, 3 mm breit. Beine: I Fem. 2,3; Pat. + Tib.
25,1Met> -# Tars!-2,lımm; IL. gleiehi, LE; IIE bezwi 2;..2;,'2, mm;
IV bezw. 2,4; 3; 2,8 mm. Totallänge: I = 11 6,9; III 6; IV 8,2 mm.
Also IV, 41 == 11, EI:
Fam. Palpimanidae.
Palpimanus L. Duf. 1820.
18. Palpimanus gibbulus L. Duf. 1820.
Fundorte: Tunis (Spatz); Hammam bou Hadjar (Vosseler);
Alt Saida (Vosseler); Fluß Mane (v. Erlanger).
Fam. Urocteidae.
Uroctea L. Duf. 1820.
19. Uroctea limbata (C. L. K.) 1843.
Tunis (Spatz).
am. Zodariidae.
Hermippus Sim. 1893.
20. Hermippus affinis Strand 1906, 1. c. S. 668, No. 125.
d. Der ganze Körper grob gekörnelt, die Haut von harter
Consistenz, oben wie unten und an den Extremitäten mit feinen,
kurzen, anliegenden, grauweißen Federhärchen bekleidet. — Die
vordere Augenreihe 2 mm, die hintere 2,3 mm lang; das mittlere
Augenfeld vorn 1 mm, hinten 0,9 mm breit und 0,85 mm lang oder
etwa halb so lang als Ulypeus hoch (1,6 mm). Die vorderen M. A.
viel größer als die anderen, unter sich gleich großen Augen, unter
sich um !/, ihres Durchmessers, von den hinteren M. A. um ihren
halben Durchmesser entfernt. Die vordere Reihe so stark procurva,
daß eine die M. A. unten tangierende Gerade die S. A. oben nicht
berühren würde. Die vorderen M. A. bilden mit den hinteren S. A.
eine gerade Linie; ihre Vorderränder in ganz schwach procurva Linie.
Bestachelung. Femur I oben jedenfalls 1.1, vorn nahe der
Spitze 1; II oben 1.1.1.1, vorn 1 an der Spitze, III und IV
oben 1.1.1.4 Stacheln. Alle Patellen jedenfalls je 1 vorn und
hinten, aber diese Stacheln sind sehr kurz und schwer zu sehen.
Arch. f, Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. 1. H.1. 6
82 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Alle Tibien unten 2.2.2, II und IV vorn 1.1, (I vorn 1.1 feine
Borsten), III und IV hinten 1.1.1, oben 1 an der Spitze, sowie je
i Borste an der Mitte und Basis; I und II oben 1.1 feine Borsten,
Alle Metatarsen unten 2.2.2.3, I und II oben an der Spitze 1,
sowie ein sehr langes, feines Haar (Hörhaar?) in der Basalhälfte;
ein solches Haar auch an III und IV, die obendrein vorn und
hinten je 1 1.1 Stacheln haben. Alle Stacheln der Metatarsen und
Femoren kurz, die der Unterseite der Tibien, besonders die der
hinteren Reihe, länger. — Palpen: Femoralglied oben 1.1.3, oben
an der Spitze 1 Stachel, Tibia oben mindestens 4 Borsten. —
Mandibeln wie bei l/oricatus Sim., 2,2 mm lang. — Palpen,
Femoralglied 1,7 mm lang, 0,6 mm breit, Patellarglied 0,7 mm lang,
Tibialglied 0,5 mm lang, von der Spitze des Gliedes bis zur Spitze
des Forsatzes 1,1 mm, Tarsalglied 2,4 mm lang, 1,7 mm breit,
1,5 mm hoch. Das Femoralglied von oben gesehen stark gebogen,
gleichbreit, nicht oder kaum zusammengedrückt, an der Spitze
außen mit einem Büschel langer Haare. Das Patellarglied von
oben gesehen an der Spitze von beiden Seiten schräg geschnitten,
mit der inneren Ecke schwach ausgezogen, während die äußere in
einen kurzen, breit konischen, stumpfen, nach außen und hinten
gerichteten Höcker, der sowie die ganze Spitze ziemlich stark, aber
kurz, haarbekleidet ist, ausgezogen. Tibialglied von oben gesehen
doppelt so breit als in der Mitte lang, innen abgerundet, außen mit
der hinteren Ecke zu einem an der Basis sehr dicken, scharf und
lang zugespitzten, konischen, geraden, gerade nach hinten gerichteten
Fortsatz verlängert, während die vordere Ecke in einen nur halb
so langen, von oben gesehen schmalen, gleichbreiten, schräg nach
vorn und außen gerichteten, von der Seite gesehen ebenfalls gleich-
breiten, sichelförmigen, seitlich etwas zusammengedrückten Fortsatz
ausgezogen ist. Das Tarsalgliel erscheint von oben ungefähr wie
bei loricatus (cfr. Simons Abbildung in „Ann. Soc. ent. France“
1893), doch am Ende etwas schärfer zugespitzt, und Bulbus tritt,
das Glied von oben gesehen, nur an der Basis hervor; an seiner
Spitze nahe der Außenseite ein kurzer, spitz konischer Fortsatz,
der schräg nach vorn und außen gerichtet ist.
Cephalothorax und Mandibeln tief schwarz, schwach blau
schimmernd, unten, sowie die Coxen und Femoren dunkel kastanien-
braun, die Trochanteren ein wenig heller, Coxen und Trochanteren
an der Spitze fein schneeweiß umrandet, die übrigen Glieder braun,
an der Basis der Tibien oben einige undeutliche hellere Punkte.
Palpen braun, Tarsalglied schwarz, Copulationsorgane braun und
rötlich; der hintere Fortsatz des Tibialgliedes unten mit einem sehr
charakteristischen, leuchtend weißen Längsstreif. — Abdomen oben
mit einer länglich-runden, schwarzbraunen Hornplatte, die 4 mm
lang und hinter der Mitte 2,5 mm breit ist und einen undeutlichen,
sich zweimal erweiternden helleren Längsstreif hat. Abdomen sonst
im Grunde grauschwarz oder schwarz mit weißen, scharf begrenzten
Linien und Punkten. In der Mitte der Seiten zwei halbmondförmig
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 3
nach vorn konvex gebogene Querlinien, von denen die hintere in
der Mitte mit dem unteren Ende der vorderen zusammengeflossen
ist; an der Basis der Seiten zwei schräge Querlinien, die eine eben-
solche rotgefärbte einschließen. Kurz hinter der Rückenplatte eine
nach hinten konvexe Bogenreihe von vier kleinen Querflecken, dann
ein größerer Querfleck und endlich ein aus zusammengeflossenen
Flecken gebildeter Längsstrich, der bis zur Basis der Mamillen
reicht. Unten ein großer Querfleck vor den hellbraunen Spinn-
warzen und eine verworrene, nicht zu beschreibende weiße Netz-
zeichnung. Spalte und Hinterrand des Epigasters breit rotgefärbt;
letzteres sonst hell orangebraun mit einem dunkelbraunen, drei-
eckigen Mittelfleck hinten; die Lungendeckel rötlich braun.
Totallänge 10,5 mm. Cephalothorax 6 mm lang, 4,2 mm breit.
Abdomen 4,6 mm lang, 3,6 mm breit. Länge der Beine: I Coxa +
Troch. 2,2, Femur 3,5, Patella + Tibia 4,5, Metatarsus 3,5 Tarsus
2,8 mm; II bezw. 2,2; 3,6; 4; 3,7; 2,6 mm; III bezw. 2,1: 3,6; 4; 4:
2,7 mm; IV bezw. 2,4; 4; 5; 5; 3 mm. Totallänge: 116,5; II 16,1;
III 16,4; IV 19,4 mm.
Bei einem unreifen g' von 9 mm Totallänge ist Cephalothorax
oben schwarzbraun, Sternum und Lippenteil hellbraun, Maxillen
weißlich, am Innenrande und an einem Längsstrich am Außenrande,
Coxen, Trochanteren und Femoren unten olivengrün, erstere beiden
oben gelbbräunlich, letztere oben geschwärzt; die übrigen Glieder
lebhaft orangegelb, die Tibien I und II unten etwas olivenfarbig.
Palpen unten weiß, oben olivengelb; Endglied hellbraun. Abdomen
ohne Hornplatte, schwarzbraun, etwas violettlich schimmernd, an
den Seiten desBauchfeldes rötlich gesprenkelt; die weißen Zeichnungen
ungefähr wie beim erwachsenen g', aber der Bauch größtenteils
und Epigaster ganz weiß. Der Höcker der Mandibelklaue kaum
angedeutet; der hintere Fortsatz des Tibialgliedes ist als ein
kurzer, stumpfer, noch nicht horniger Fortsatz zu erkennen.
Das g' dieser Art ist mit ZI. loricatus Sim. nahe verwandt,
aber durch die Färbung und Unterschiede an den Palpen, z. B. dab
der nach hinten gerichtete Fortsatz des Tibialgliedes bei affinis
gerade ist, leicht zu unterscheiden.
2 ist wie d' gefärbt und gezeichnet; es fehlt ihm aber die
Hornplatte des Abdominalrückens, und es finden sich daselbst
folgende weiße Zeichnungen: vorn ein schmaler, hinten gabelförmig
gespalteter Längsstrich, in diesem in Längsreihe 2 und an seinem
Vorderende in Querreihe 2 kleine Flecke.. An den Seiten häufig
alle Linien zusammenhängend und sie bilden dadurch eine etwa
zickzackförmige oder W-ähnliche Zeichnung. Epigaster ist schwarz,
die Spalte, Hinterrand der Lungendeckel sowie zwei Flecke am
Vorderrand des Epigasters rötlich. — Bei der großen Anzahl vor-
liegender Exemplare sind die Zeichnungen sehr wenig varierend.
Länge eines sehr großen, graviden 2 17 mm. — Ein kleineres
fie. Dimensionen: Totallänge 13 mm. Ceph. 6,5 mm l., Abdomen 6 mm
l., beide 5 mm br. Beine: I C.+Tr. 25, F. 4, P.+Tib. 5,
u*
84 Embrik Strand: Nordafrikauische Spinnen,
M. 4, Ts. 3 mm; II bezw. 2,5; 4; 5,1; 4,2; 3 mm; III bezw. 2,5;
4; 5; 4,2; 2,7 mm; IV bezw. 2,9; 5; 6; 5,5; 3,2 mm.
Mandibeln mit einer schwachen Querfurche als Andeutung des
Höckers des d. Epigyne bildet einen sehr großen, rötlichbraunen,
hohen, nach vorn allmählich abfallenden und undeutlich begrenzten,
hinten steil, fast vertical, abfallenden Querwulst, der beiderseits kurz
vor dem Hinterrande eine kleine Grube aufweist; die Entfernung dieser
Gruben = 1,35 mm. Vorn und oben ist er haarbekleidet, hinten
glatt und glänzend; die hintere Seite oder Abdachung mit einer
seichten viereckigen, im Grunde quergefurchten Grube, die breiter
als lang ist und von einem schwarzen, stark glänzenden, breiten,
aber kaum erhöhten Rand begrenzt wird.
Fundort: Daroli, Febr. 1901; Fluß Mane, März 1901, (v. Er-
langer).
Laches Thorell 1870.
21. Laches vittatus Strand 1906, 1. c. S. 669, No. 126.
d. Die vordere Augenreihe so stark procurva, daß eine die
M. A. unten tangierende Gerade die S. A. oberhalb des Centrums
schneiden würde; die M. A. ein wenig größer, von den S. A. kaum
um 1'/;mal so weit als unter sich entfernt; die vorderen S. A. von
den vorderen M. A. und hinteren S. A. fast gleich weit und zwar
kaum in ihrem halben Durchmesser entfernt. Die hintere Reihe
weniger procurva gebogen als die vordere; alle 4 Augen gleich-
groß, die M. A. unter sich um ihren halben Durchmesser entfernt.
— Die Beine sehr reich bestachelt; alle Femoren oben in der
Mittellinie 1.1.2; I oben vorn eine Reihe von 6—9, oben hinten
eine von 9 und parallel zur letzteren läuft längs der Mitte eine von
5 Stacheln; II vorn etwa 6, hinten wie I; II vorn ca. 11 Stacheln
in Zickzacklinie, hinten eine Reihe von 6 Stacheln; IV vorn 9,
hinten 5 Stacheln. An Ill und IV außerdem weiter unten an den
Seiten: vorn 2, hinten 4 Stacheln. Alle Patellen hinten 1 und
wahrscheinlich oben an der Spitze 1 Stachel, sowie vorn I 1, IL 1.1,
Il und {[V 1.1.1 Stacheln. Tibia I unten 2.2.2.2, vorn eine
obere Reihe von 1.1.1, eine untere von 1.1, hinten eine untere
von 1.1.1; II unten wie I, vorn und hinten zwei Reihen von je
2 und 3 oder 3 und 3 Stacheln; III unten 2.2.2, vorn zwei
Reihen von je 4 und 2, hinten von je 2 und 2, oben 1.1.1;
IV unten und oben wie Ill, beiderseits zwei Reihen von je 3
und 2 Stacheln. Metatarsus I unten 5 Paare, vorn 1.1; lI unten
6 Paare, vorn zwei Reihen von je 4 und 2, hinten von etwa 1.1.2,
oben von 1.1 Stacheln; III scheint 4 Reihen von je 5 Stacheln zu
haben und IV ist noch zahlreicher und höchst unregelmäßig be-
stachelt. Tarsen I unten hinten 4, unten vorn 2 oder 1 kleine
Stacheln, II unten hinten 5, unten vorn 2; Ill und IV zahlreicher,
höchst unregelmäßig bestachelt. Ueberhaupt ist an allen Gliedern
die Bestachelung sehr unregelmäßig und häufig ungleich rechts und
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 85
links. — Palpen: Femoralglied oben mitten 1.1.2, hinten in der
Mitte 1, Patellarglied wahrschemlich 1 an der Spitze, Tibialglied
innen 1 Stachel. Femoralglied an der Basis schwach zusammen-
gedrückt und gebogen und unten außen mit einem Büschel langer,
gerade abstehender Haare; das Patellarglied sehr wenig länger als
in der Mitte breit, an der Spitze breit gerundet und von der Seite
gesehen schräg geschnitten; das Tibialglied an der Basis schmäler
als das Patellarglied, gegen die gerade geschnittene Spitze beider-
seits gleichmässig erweitert, kürzer als an der Spitze breit, stark
behaart, unten außen mit ähnlicher Bürste wie das Femoralglied,
außen mit einem Fortsatz, der länger als das Glied selbst ist, aber
nicht ganz bis zur Mitte des Tarsalgliedes reicht, an der Mitte dem
Tarsalgliede dicht anliegt und daselbst breiter als an der Basis,
in der Endhälfte stark zugespitzt und etwas nach außen gebogen;
von der Seite geschen, ähnelt dieser Fortsatz einem Fuß, dessen
Zehen nach oben, die Ferse nach unten gerichtet wären; zwischen
diesen beiden Enden eine tiefe, in der Mitte erweiterte Aushöhlung.
Bulbus ist am Ende in eine hell gefärbte, kurze, konische, nach
vorn und außen gerichtete Spitze verlängert, die bei weitem nicht
den Rand der Lamina tarsalis erreicht. Femoralglied 2, Patellar-
glied 0,9, Tibialglied 0,6 und Tarsalglied 1,9 mm lang; letzteres
1,2 mm breit. — Abdomen mit den Spinnwarzen 6 mm lang, von
oben gesehen abgerundet 5-eckig, mit der größten Breite (4 mm)
weit hinter der Mitte; an der Basis 2—2,5 mm breit. Epigaster
bildet eine stark vorstehende Erhöhung (ca. 1,4-mm hoch); die
Höhe des Abdomen daselbst ca. 4 mm, hinter dem Epigaster, wo
sich eine ganz tiefe Querfurche findet, nur 2,5 mm. - Epigaster hinten
in der Mitte mit einer kleinen Hornplatte; sonst ist das ganze
Integument des Abdomen von fester, aber nicht horniger Oonsistenz.
Die Behaarung weißlich oder hellgelblich.
Der ganze Cephalothorax einfarbig gelb, an den Beinen
gegen die Spitze ganz schwach gebräunt, an der Spitze der Femoren
und Tibien oben zwei rotbraune Punktflecke, die auch an der Basis
der folgenden Glieder zu erkennen sind, an der Spitze der Patellen
ein ähnlicher Punkt und an der Basis der Tarsen ein ebensolcher
größerer Querfleck, indem die Gelenkplatte gebräunt ist. Alle
Stacheln hellbraun, an der Basis dunkler; die Krallen und die
dieselben umgebenden Haare schwarz. Mandibelklaue rot, an der
Basis beiderseits dunkler. Lippenteil bräunlich, an der Spitze
heller. Die Augen in sehr schmalen, schwarzen Ringen, von denen
die der vorderen M. A. vorn erweitert und zusammengeflossen sind.
— Abdomen hellgelb, von der Basis bis fast zu den Spinnwarzen
mit einer rötlichbraunen Binde, die an der Basis kaum so breit als
das Femoralglied ist, sich kurz vor der Mitte bis zu etwa der
dreifachen Breite rundlich erweitert, sich dann allmählich ver-
schmälert und spitz endet; durch feine hellere Marmorierung
erscheint sie etwas unregelmäßig und an beiden Seiten ihrer er-
weiterten Partie liegen zwei kleine runde, bräunliche Punkte, die
86 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
ein Trapez bilden, das vorn 1,5, hinten 1,7 mm breit und 1,3 mm
lang ist. Die Unterseite wie oben; die Lungendeckel hinten bräunlich
umsäumt. Die Spinnwarzen durch die Behaarung ein wenig dunkler
erscheinend.
Cephalothorax 6 mm lang, größte Breite 4,2, an der Insertion
der Palpen 2,5 mm breit. Beine: I Coxa + Troch. 2,4, Femur 4,8,
Patella + Tibia 5,2, Metatarsus + Tarsus 5,2 mm; II bezw. 2,4;
5; 5; 7 mm; Il bezw. 2,3; 5; 4,8; 8,2 mm; IV bezw. 2,5; 5,2;
5,5; 9 mm. Totallänge: I 17,6; II 19,4; III 20,3; IV 22,2 mm.
Fundort: Tunis (Spatz).
Zodarium Walck. 1847.
22. Zodarium tunetiacum Strand 1906, 1. c. S. 669, No. 127.
2. Die hinteren S. A. gleich weit von den hinteren M. A. und
vorderen S. A.; letztere berühren fast die vorderen M. A. — Man-
dibeln fast doppelt so lang als der Clypeus hoch (bezw. 1,1 und
0,6 mm). Das Tarsalglied der Palpen deutlich länger als das
Tibialglied, wodurch die Art sich leicht von Z. germanicum, mit
welchem sie in der Färbung Aehnlichkeit hat, unterscheidet. —
Sternum länger als breit (bezw. 1,5 und l mm). — Epigyne er-
scheint in Fluidum gesehen als ein kleines grauliches Querfeld
unmittelbar vor der Spalte, das etwa doppelt so hreit als lang ist
und vorn von einem schmalen, schwarzen, halbmondförmig nach
vorn konvex gebogenen Rand begrenzt ist. Trocken gesehen er-
scheint sie als eine Quergrube von der angegebenen Form, die
gänzlich von einem grauweißlichen, abgerundeten, kaum über den
Rand emporragenden Höcker, der hinten jederseits ein wenig nieder-
gedrückt ist, ausgefüllt wird. Von der Mitte des Vorderrandes
ragen etwa 7 Borstenhaare nach hinten über die Grube.
Die Behaarung scheint am Abdomen gelblichbraun gewesen
und zwar unten wie oben. ÜCephalothorax unten hellgraulich, oben
dunkelbräunlich behaart. Trocken schimmern Cephalothorax und
Abdomen blau. — In Flüssigkeit gesehen erscheint Cephalothorax
schwarzbraun bis rein schwarz; Mandibeln dunkelbraun, in der
Endhälfte am hellsten, die Klaue gelblich braun, an den Seiten
etwas dunkler. Maxillen bräunlich grau, an der Spitze kaum heller,
Lippenteil an der Basis schwarzbraun, sonst wie die Maxillen.
Sternum hellbraun, schmal schwarz umrandet. Palpen schwarz-
braun bis schwarz, Patellen oben ein wenig heller, Tarsalglied
vorn nahe der Spitze mit einem länglichrunden, braungelben Fleck.
Femur I schwarz, schwach bläulich glänzend, die übrigen Femoren
in der Endhälfte schwarzbraun, und alle oben mit Andeutung einer
feinen, weiblichen Längslinie von der Spitze an; die Femoren sonst,
sowie die Coxen, Trochanteren und Patellen, weiß oder weißgelb,
die drei Endglieder ganz schwach gebräunt. — Abdomen schwarz
mit violettem Anflug, das Bauchfeld rötlichviolett, ganz allmählich
in die Seiten übergehend; Epigaster wie der Bauch, vorn mit einem
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 87
undeutlichen helleren Fleck. Lungendeckel rein weiß, Spalte grau-
weiß. Spinnwarzen an der Basis violettlich, in der Endhälfte
grauweib.
Totallänge 6,5 mm. Cephalothorax 2,5 mm lang, 1,6 mm
breit, Abdomen 4mm lang, 2,8 mm breit und 3mm hoch. —
Beine: I Coxa + Troch. 1,2, Fem. 1,9, Pat. + Tib. 2,1, Met. + Tarsus
SL mm; II bezw: 1; 1,9; 2; 3,1 mm, IT bezw. 11,9; 2,1; 5,6. mm;
IV bezw. 1,2; 2,9; 3; 4,5 mm. Totallänge: I 83; II 8; IH 8,6;
IV 11,6 mm. Palpen: Fem. 1,2, Pat. + Tib. 1, Tars. 1, mit der
Kralle 1,15 mm lang. Spinnwarzen 1 mm lang.
Fundort: Gabes (S. Tunesien) 18. VI. 1901 (Vosseler).
23. Zodarium dubium Strand 1906, 1. c. S. 669, No. 128.
Taf. II Fig. 4a, Epigyne.
2. Cephalothorax vorn etwas zerdrückt, so daß die Augen-
stellung und Kopfform nicht zu erkennen sind; alle erkennbare
Merkmale stimmen aber mit Zodarium, so daß die Gattungsbe-
stimmung wahrscheinlich richtig ist.
Epigyne in Sprit gesehen (Fig. 4a) der Hauptsache nach wie
bei tunetiacum. Epigyne trocken gesehen erscheint als eine der
Quere nach ganz schwach gewölbte, beiderseits von schwachen
Längsfurchen begrenzte Erhöhung, die am Hinterrande eine seichte,
halbmondförmig nach vorn konvex gebogene Querfurche, die von
einem feinen dunkleren Rand begleitet ist, hat; das zwischen dieser
Furche und der Spalte eingeschlossene Feld ist in der Mitte schwach
erhöht, und etwa dreimal so breit als in der Mitte lang und beider-
sehr stark zugespitzt, (erscheint in Fluidum gesehen und also in
unserer Figur stumpfer). — Sternum 1,8 mn lang, 1,5 mm breit,
hinten mit deutlichen Randhöckern.
Cephalothorax oben dunkel olivenbraun (Kopfteil und Mandibeln
scheinen heller, was wahrscheinlich auf die Beschädigung zurück-
zuführen ist). Maxillen graugelblich, an der Spitze weißlich, Lippen-
teil hellbraun, beiderseits am Rande dunkelbraun, Sternum braun-
gelb, der Rand beiderseits und hinten, aber nicht vorn, scharf
schwarzbraun gefärbt. Die Beine hell bräunlichgelb, die Femoren I
braun, oben dunkler mit zwei gelben parallelen Längslinien in der
Endhälfte und zwei ebensolchen Längsflecken an der Basis, unten
heller mit brauner Marmorierung und einer braunen Längslinie an
der Außenseite. Metatarsen und Tars. nicht dunkler als die übrigen
Glieder, dagegen scheinen Tibien IV schwach verdunkelt gewesen.
Von denPalpen ist nur ein Femoralglied erhalten; dies ist hellbraun mit
einer gelben Längslinie an der Außenseite. Bauch grauweißlich,
welche Färbung sich auch auf die Seiten erstreckt, wo sie ganz
allmählich in die Rückenfärbung übergeht. Spinnwarzen lebhaft
gelb. Die Behaarung scheint oben dunkler, unten heller gelblich-
braun oder unten gelblichweiß gewesen.
Totallänge ca. 8 mm. Üephalothorax ca. 3 mm lang, 2,4 mm
breit. Abdomen 6 mm lang (mit Mamillen), 4 mm breit, 4,5 mm
88 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
hoch. Beine: I Coxa + Troch. 1,5, Fem. 2,5, Patella + Tibia 2,9,
Metat. + Tarsus 4 mm; II bezw. 1,4; 2,6; 3; 4,7 mm; III bezw.
1,5; 3; 3; 5 mm; IV bezw. 1,6; 3,5; 3,7; 5,6 mm. Totallänge: I 10,9;
II 11,7; III 12,5; IV 14,4mm. — Die Tarsen mit den für die
Zodariinen eigentümlichen Haaren.
Fundort: Tuggast-Teman (Dr. Krauß).
Mallinus Sim. 1893.
24. Mallinus (2) defectus Strand 1906, 1. c. S. 670, No. 129.
d. Der Cephalothorax vorn etwas zerdrückt, so daß die
Augenstellung nicht genau zu erkennen ist; die relative Größe der
Augen scheint wie bei Zodarium zu sein. Cephalothorax nach
vorn stark verschmälert, die größte Breite an der Hinterseite der
Coxen II, der Hinterrand ganz schwach emarginiert. — Abdomen
sehr hoch und stark gewölbt, etwa kugelförmig, vorn den Cephalo-
thorax stark überragend und daselbst etwas ausgehöhlt, von oben
gesehen hinten und vorn ganz gleich geformt; die Spinnwarzen
von oben nicht sichtbar. Die Form des Abdomen eben typisch
Mallinus. — Die Tarsalkrallen IV geformt wie bei Zodarium, aber
die Zähne sind kurz, die äußeren etwas schräg nach vorn gerichtet
und 7 in Anzahl. An dem einzigen vorhandenen Tarsus sind die
für Zodarium charakteristischen Haare vorhanden gewesen; die
Zacken derselben sind aber sehr klein. Auch an anderen Gliedern
kommen solche Haare vor, z.B. an den Patellen; da sind die
Zacken größer und deutlicher. Nur die eine der oberen Krallen
erhalten; über die Afterkralle kann ich also keinen Aufschluß geben.
Nur die unteren Spinnwarzen vorhanden; diese sind auch sehr
klein (eingezogen?), von unten gesehen gegen die Spitze ganz schwach
verschmälert, in ihrer ganzen Länge sich berührend; die Basal-
membran ganz schmal, doch erheblich breiter als die Hälfte der
Länge des freien Teiles der Spinnwarzen. Die Falte vor denselben
ist nicht beborstet (vielleicht abgerieben). Das Endglied verhältnis-
mäßig groß. — Der Lippenteil ist groß, abgerundet dreieckig, der
Quere nach gewölbt, kaum länger als breit; die Maxillen kurz,
mit den Spitzen ziemlich weit von einander entfernt; doch möchte
ich dies z. T. jedenfalls auf die Beschädigung des Cephal. zurück-
führen.
Ganz mutik scheinen die Beine nicht gewesen; jedenfalls finden
sich am einzigen vorhandenen Metatarsus unten zwei kleine Stacheln,
wie sie bei Zodarium vorkommen können.
Cephalothorax oben dunkelbraun mit violettem Anflug, die
Mandibeln heller braun, mit rötlicher Klaue, Lippenteil und Maxillen
hell-graubraun, Sternum hellbraun mit violettem Anflug und un-
bestimmt gebräuntem Rande, Coxen I gebräunt, II—IV weißlich,
Femur I-II violettbraun, II jedoch unten an der Basis schmal
weiß, III--IV in der Basalhälfte weiß, in der Endhälfte violett-
braun. Am IV. Paar ist Patella weiß, Tibia gebräunt, Metatarsus
und Tarsus grauweiß. Abdomen oben violettbraun, nach unten zu
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 89
mehr rötlich werdend und allmählich in die graurötliche Färbung
des Bauches übergehend. Spinnwarzen weiß. Epigaster rötlich-
braun mit zwei helleren, parallelen Querflecken.
Totallänge 4 mm. Cephalothorax 1,8 mm lang, 1,5 mm breit.
Abdomen 2,7 mm lang, 2 mm breit, 2,3 mm hoch. Mandibeln
0,8 mm lang. Palpen: Fem. 1, Pat. + Tib. 0,6, Tars. 0,8 mm
lang. Beine: I—II Coxa + Troch. 0,7, Femur 1,5, III bezw. 0,7; 1,6;
IV bezw. 0,9; 2; Pat. + Tib. 2,1; Met. + Tars. 3 mm. (Die übrigen
Glieder fehlen!)
Das Femoralglied der Palpen dick, von oben gesehen gleich-
breit, kaum 4mal so lang als breit, nicht in der Mitte zusammen-
gedrückt, aber deutlich gebogen, von der Seite gesehen an beiden
Enden ganz schwach verschmälert. Das Patellarglied von oben
gesehen gegen die Spitze schwach erweitert, sehr wenig länger als
an der Spitze breit, dieselbe quer geschnitten, von der Seite ge-
sehen oben stark gewölbt, an der Spitze sehr schräg geschnitten,
fast doppelt so breit als an der Basis. Das Tibialglied von oben ge-
sehen nicht halb so lang als das Patellarglied, doppelt so breit als
lang, außen am stärksten erweitert; von außen gesehen erscheint
es in einen bis zur Mitte des Tarsalgliedes reichenden, demselben
dicht anliegenden, nach vorn gerichteten, in der Basalhälfte nach
unten schwach konvex gebogenen, gegen die Spitze allmählich und
scharf zugespitzten Fortsatz verlängert; die Spitze pfriemenförmig,
tiefschwarz. Von der Oberseite, ungefähr in der Mitte, entspringt ein
ähnlicher, aber viel kleinerer pfriemenförmiger Fortsatz, der parallel
zum ersten gerichtet ist, dessen Spitze aber um seine (d. h. des
Fortsatzes) Länge hinter der Spitze des unteren Fortsatzes bleibt.
Das Tarsalglied erscheint von außen gesehen an der Basis breit ge-
rundet, gegen die Spitze allmählich verschmälert, etwa birnenförmig,
die Länge kaum das Doppelte der größten Breite; oben in der End-
hälfte mit kurzen, dicken, sehr dicht stehenden Härchen, die eine
Scopula zu bilden scheinen, unten mit kurzen Stachelchen und
ähnlichen gezackten Haaren wie an den Beinen; an der Spitze mit
einer dicken, stumpfen, fast geraden, zahnlosen Kralle oder Dorn.
Bulbus etwa um !/, der größten Breite der Lamina vorstehend;
ohne besondere Fortsätze. Von innen gesehen zeigt Bulbus an der
Spitze einen kurzen, schwarzen, stumpfen, zahnförmigen Fortsatz.
Da die Augenstellung und die Form des Cephalothorax nicht
genau zu erkennen sind, bleibt die generische Stellung zweifelhaft;
Abdomen stimmt aber ganz mit Mallinus und ich lasse daher das
Tier bis weiteres in dieser Gattung.
Fundort: Tunis (Spatz).
Mallinella Strand 1906, l. c. 8. 670.
Mit Mallinus am nächsten verwandt, aber Cephalothorax hat
seine größte Breite in der hinteren Hälfte, die vordere Augenreihe
ist stark procurva, die hinteren Augen nicht deutlich kleiner. Clypeus
ganz stark konvex. Abdomen länger als breit und hoch, gegen die
90 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Spinnwarzen verschmälert; letztere stark vorstehend. Die Beine reich
bestachelt. Mamillen wie bei Zodarium. — Type: M. maculata Strand.
25. Mallinella maculata Strand 1906, 1. c. S. 670, No. 130.
2. Die hinteren M. A. vielleicht um ein unbedeutendes kleiner
als die übrigen, unter sich gleichgroßen Augen. Die M. A. bilden
ein vorn und hinten gleichbreites Viereck, das erheblich länger
als breit ist. Die hintere Reihe so stark procurva gebogen, daß
eine die M. A. vorn tangierende Gerade fast um ihren halben
Durchmesser von den S$. A. entfernt wäre. Die vordere Reihe
weniger procurva, doch würde eine die M. A. vorn tangierende Ge-
rade die S. A. nicht berühren. Die vorderen M. A. unter sich um
reichlich ihren halben Durchmesser, von den S. A. um ein klein
wenig mehr entfernt; letztere sich fast berührend. Höhe des Clypeus
weit größer als die Länge des mittleren Augenfeldes.. Alle M. A.
unter sich deutlich weniger als von den S. A. entfernt.
Alle Femoren oben mitten 1.1.1 Stacheln, I vorn nahe der
Spitze 1, II vorn 1.1, lII vorn 1.1.1, hinten an der Spitze 1; IV
vorn 1.(1?).1, hinten wie III. Pat. III und IV jederseits 1 Stachel,
II jedenfalls vorn 1 Stachel, I unbewehrt (?). Tibien I und U
unten vorn 1.1, unten hinten 1. 1.1 Stacheln, jedenfalls vorn 1.1
sehr kleine Stacheln; IIl unten 2.2.2, vorn 1.1.1, hinten an-
scheinend 1.1, oben 1.1 Stacheln; IV scheint unten hinten nur 1.1
zu haben, sonst wie Ill. Met. I und II unten 2.2.2, vorn an-
scheinend 1.1 Stacheln; III unten 2.2.2, vorn und hinten je 1.1.1
Stacheln, IV scheint gleich HI zu sein.
Totallänge 9 mm. Ceph. 3,5 mm l., 2,6 mm br. Abd. 6 mm|.,
3,5 mm breit. — Beine: I C. + Tr. 1,5, F. 2,2, P. + Tib. 2,6,
M. + Ts. 3,3 mm; Il bezw. 1,5; 2,2; 2,5; 3,1 mm; III bezw. 1,3;
2; 2,2; 3,0 mm; IV bezw. 1,5; 2,5; 3; 4,8 mm.
Epigyne erscheint trocken gesehen als eine quergestreifte, grob
genarbte, dunkelbraune, glanzlose Quererhöhung (etwa 1 mm breit
und halb so lang), die hinten eine seichte Quereinsenkung zeigt,
die hinten von einem schwach erhöhten, breiten, abgerundeten,
schwarzen, stark glänzenden, nr -förmig gebogenen Rand begrenzt
wird; die mittlere Ausbuchtung derselben ragt als ein kleiner Höcker
nach hinten.
Cephalothorax schwarz, der Rand des Clypeus gezähnt; Man-
dibeln schwarzbraun, gegen die Spitze und außen etwas rötlich;
Sternum braun, in der Mitte gelblich; Lippenteil dunkelbraun, an
der Spitze weißlich; Maxillen bräunlichgelb, an der Spitze weißlich;
Coxen hellgelb; alle Femoren oben an der Spitze, die drei hinteren
Paare außerdem ringsum an der Basis hellgelb, sonst dunkel oliven-
braun (I. Paar also einfarbig), die übrigen Glieder bräunlichgelb, Met.
und Tars. gerötet, Tibien beiderseits schwärzlich. Femoralglied der
Palpen wie Fem. I, Pat. gelblich, Tib. braungelb, seitlich geschwärzt,
Tarsalglied rötlichbraun. Abdomen schwarz, oben mit fig. weißgelben
Flecken: an der Basis jederseits ein größerer, kurz vor der Mitte
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 91
jederseits ein schmaler Schrägfleck, in der Mitte zwei kleine rund-
liche, neben einander liegende, kurz hinter der Mitte zwei ähnliche
zusammenhängende, über die Spinnwarzen 3 in Längsreihe geordnete,
zusammenhängende Flecke, von denen der letzte bei weitem der
größte ist; Spinnwarzen bräunlichgelb. Der Bauch im Grunde
rötlichbraun, aber fast gänzlich von flg. weißlichen Zeichnungen ein-
genommen: Von der Spalte bis hinter der Mitte vier Längsstreifen,
die beiden seitlichen die längsten, sowie jederseits zwei große
länglichrunde Flecke, von denen der vordere mit den Längsflecken
zusammenhängt; Lungendeckel braungelb, Epigaster in der Mitte
etwas dunkler, vorn mit großem, weißen Fleck, Epigyne in der
Mitte rötlich, seitlich schwärzlich.
Fundort: Fluß Mane, Ende März 1901 (v. Erlanger).
26. Mallinella scutata Strand 1906, 1. c. S. 670, No. 131.
g. Hat so viel Aehnlichkeit mit der vorigen Art, daß man es
für das g' dazu halten könnte, wenn nicht der Unterschied in der
Augenstellung wäre. — Totallänge 6 mm.
Clypeus nicht stark gewölbt, viel höher als das mittlere Augen-
feld lang. Die vordere Augenreihe kürzer als die zweite und so
stark procurva, daß eine die M. A. vorn tangierende Gerade die S. A.
nicht berühren würde; die M. A. erheblich größer, unter sich um
etwa ihren halben Radius, von den S. A. um etwa ?/, ihres Durch-
messers entfernt; letztere die hinteren S. A. fast berührend. Die
hintere Reihe noch stärker procurva; die Augen unter sich gleich
groß, etwa gleich den vorderen S. A; die M. A. unter sich um
reichlich ihren halben Durchmesser, von den S. A. um erheblich
weiter entfernt. Das Feld der M. A. vorn breiter als hinten, deut-
lich länger als hinten breit, wenig länger als vorn breit.
Alle Femoren oben mitten mit 1.1.1 Stacheln; I und II vorn
an der Spitze 1, hinten keinen, III und IV vorn 1 (Basis), 1 (Apex),
hinten 1 (Apex) Stachel. Pat. Ischeinen unbewehrt zu sein, Il vorn 1,
hinten keine (?), III und IV vorn und hinten je 1 Stachel. Tib. I
unten hinten 1.1.1, unten vorn 1 (Spitze), oben vorn 1 in der
Basalhälfte; II wie I, aber oben vorn 1.1 Stacheln; III und IV
unten 2.2.2, vorn, hinten und oben je 1.1 Stacheln. Met. I unten
hinten 1.1.1, unten vorn 1 an der Spitze; II unten 2.2.2; II
unten 2. 2.2, vorn 1. 1. 1, hinten 1. 1 Stacheln; IV unten vorn 1.1.1.1,
unten hinten 1.1.1 Stacheln, vorn und hinten je 1.1.1 Stacheln.
Metatarsen und Tarsen unten dicht mit den eigentümlichen Zodariid-
Haaren besetzt; diese sind hier schwarz und an der Spitze der
Metatarsen dichter zusammengehäuft, bilden gewissermaßen eine
Bürste daselbst.
Die Mandibeln reclinat. Die größte Breite des Cephalothorax
hinter der Mitte, zwischen den Coxen II und Ill; nach vorn stärker
als nach hinten verschmälert. Die Beine ziemlich lang, gracil, wie
oben angegeben bestachel. Abdomen eiförmig, oben mit der
flachen, scharf abgesetzten Hornplatte (siehe oben), hinten stark
92 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
zugespitzt und die Mamillen daher von oben in ihrer ganzen Länge
sichtbar.
Die unteren Spinnwarzen kurz, sonst wie die des Zodarium;
die oberen und mitteren gleich lang und zwar halb so lang als die
unteren und in einer Querreihe gestellt; die mittleren ein wenig
dünner als die äußeren.
Palpen: Femoren oben 1 (Basis). 2 (Ende) Stacheln, gleichbreit,
gebogen, ein wenig schmäler als die Mitte des Patellargliedes, das
sehr wenig länger als in der Mitte breit ist, an beiden Enden ge-
rundet, unbestachelt, oben stark gewölbt; das Tib. ist oben ab-
geflacht, an der Basis ein wenig schmäler, sowie kürzer als das
Patellarglied, gegen die schwach schräg geschnittene Spitze beider-
seits gerundet erweitert, die Spitze ca. 1!/,mal so breit als das
Glied lang und sie zeigt von oben gesehen an und innerhalb der
äußeren Ecke zwei kurze, stumpfe, höckerartige Fortsätze, die nach
vorn gerichtet und nicht oder kaum so lang als breit sind. Auch
von außen erscheint das Tibialglied gegen die Spitze stark erweitert;
das Ende ist in der Mitte breit ausgeschnitten mit beiden Ecken
als kurze Fortsätze nach unten und vorn, bezw. nach oben und
vorn ausgezogen; wenn man das Glied von unten und etwas von
innen betrachtet, erscheint es zusammen mit dem unteren Fortsatz
etwa wie eine Hand mit ausgestrecktem Vorderfinger. Das Tarsal-
glied sehr umfangreich; erscheint von oben gesehen außen schwach,
innen sehr stark ausgebuchtet und am Ende stark zugespitzt.
Bulbus hat an der Basis einen großen, weißen, membranösen
Querfleck und in der Mitte einen ähnlichen Längsfleck.
Die Falte vor den Spinnwarzen ist mit einer einzelnen, in der
Mitte 2—3-fachen, Reihe von sehr dicken, claviformen, tiefschwarzen,
regelmäßig angeordneten Haaren bekleidet. Hinter der Falte einige
weniger regelmäßig angeordnete, schwarze, abstehende, vielfach
längere Borstenhaare. Sonst ist die Unterseite ziemlich dicht mit
sehr kurzen, steifen, abstehenden dunklen Härchen bekleidet; am
Rande des Sternum und an den Mundteilen entfernt stehende,
schwarze, starke Borstenhaare. Die Oberseite des Abdomen ähnlich
behaart; Cephalothorax oben ganz nackt (abgerieben), grob reticu-
liert, schwach glänzend. Die Beine oben mit einzelnen, entfernt
stehenden, abstehenden, meist ziemlich wenig längeren Haaren
in der kurzen Grundbehaarung.
Cephalothorax und Mandibeln schwarzbraun, letztere an der
Spitze ein wenig heller, die Klaue hellrot, über die Mitte ein
schwarzer Ring. Sternum hell olivenbraun, fein rötlich umrandet;
Lippenteil hellbraun, an der Spitze weißlich, Maxillen außen gelb,
Coxen gelblichweiß; Fem. I und II in der Basalhälfte, III und IV
im basalen Drittel gelblich weiß, sonst olivengrün, IV schwärzlich.
Die übrigen Glieder im Grunde gelblich, die Patellen und Tibien
stark olivenfarbig angeflogen, die Met. und Tarsen etwas gebräunt.
Palpen: Fem. dunkel olivengrün, Pat. gelblich, Tib. rötlichbraun,
Tarsalglied schwärzlich braun, an der Spitze heller. — Abdomen im
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 93
Grunde schwarz, oben mit einer mehr bräunlichen, ellipsenförmigen,
fast flachen und daher mit den Rändern abstehenden Hornplatte,
die 2,5 mm lang und 1,5 mm breit ist und beiderseits vor und
hinter der Mitte des Randes je einen dreieckigen, mit der Spitze
gerade nach innen (die hinteren) oder schräg nach innen und hinten
(die vorderen) gerichteten gelblichen Fleck. An der hinteren Ab-
dachung zuerst ein Paar schmale, schräge, weißliche Querflecke,
dann ein sehr schmaler Einzelfleck und endlich über die Spinn-
warzen zwei rautenförmige, zusammengeflossene, ebenfalls weiße
Flecke, von denen der hintere vielfach größer ist und sich auf die
weißen Spinnwarzen fortsetzt. Bauch und das untere Drittel oder
Hälfte der Seiten weiß, scharf begrenzt; vor den Spinnwarzen ein
großer, brauner, viereckiger Fleck, der jederseits einen schmalen
Streifen bis gegen die Spalte und in der Mitte einen viel kürzeren
ebensolchen nach vorn entsendet. An der weißen Seitenpartie in
der Mitte ein schmaler schwarzer Schrägstrich und zwei ebensolche
kürzere nahe den Spinnwarzen. An der Spalte jederseits ein kleiner
brauner Fleck. Epigaster und Lungendeckel trübgelb, in der Mitte
schwärzlich; daselbst kurz vor der Spalte jederseits ein kleiner,
runder Fleck, in der Mitte und an beiden Enden der Spalte je ein
weiber Querstrich.
Fundort: Fluß Mane, Ende März 1901 (v. Erlanger).
Fam. Pholcidae.
Pholcus Walck. 1805.
27. Pholcus phalangioides (Fübly) 1775.
Fundort: Gabes (S. Tunesien) 18. VI. 1901 (Vosseler).
Ein großes 9‘: Totallänge 8 mm. Beine: I Femur 16, Patella +
Tibia 17, Metatarsus 27, Tarsus 3,5, zusammen 63,5 mm; ll bezw.
10; 9; 13; 2, zusammen 34 mm.
Holoenemus Sim. 1873.
28. Holocnemus rivulatus (Forsk.) 1775.
Fundorte: Terga (Oran) 30. VI. 1895 (Vosseler), Hammam bou
Hadjar, V. 94 (Vosseler), Bir-Hooker, Wad-i-Natron (Heim).
Smeringopus Sim. 1890.
29. Smeringopus affinitatus Strand 1906, 1. c. S. 670, No. 132.
2. Die vordere Augenreihe nicht stärker recurva, als dab eine
die S. A. unten tangierende Gerade die M. A. schneiden würde, wenn
auch oberhalb des Zentrums; die M. A. unter sich und von den
S. A. etwa gleich weit und zwar um reihhlich ihren halben Ducch-
messer (in Spir. gesehen) getrennt.
Epigyne ähnelt der von folgender Art, ist aber viel dunkler
gefärbt. Trocken gesehen erscheint sie als eine kreisförmige, etwas
abgeflachte Erhöhung, die im Durchmesser 1 mın ist, dunkel rötlich-
braun, durch eine ganz tiefe Querfurche vom vorderen Teil des
(4 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Epigasters, das schwarz ist, getrennt und durch eine seichte Quer-
furche in zwei gleiche Hälften geteilt; die vordere stark quer-
gestreift.
Totallänge 5 mm. Cephalothorax 1,5 mm lang, 1,6 mm breit.
Abdomen 3,5 mm lang, 2 mm breit. — Beine: I Femur 7,5,
Pat. + Tibia 7,8, Metatarsus 12, (Tarsus fehlt!); II bezw. 6; 5,5;
8; Tars. 1,3 mm; III bezw. 4,7; 4,5; 6; 1 mm; IV bezw. 6,5; 6,6;
9; 1,4 mm. Totallänge: I 27,3 ohne Tarsus; II 20,8; III 16,2;
IV 23,5 mn.
Der folgenden Art nahe verwandt, aber durch die Färbung leicht
zu unterscheiden. — Cephalothorax im Grunde gelb, schwach
gebräunt, der Rand des Brustteiles breit schwarz und jederseits
vier submarginale braune Flecke, von denen der hinterste vielfach
so grob als der vorderste ist, eine vom Hinterrande bis zu den Augen
sich erstreckende, scharf begrenzte, dunkelbraune oder schwärzliche,
zusammenhängende Binde, welche hinten so breit ist, daß sie den
größten Teil des Randes einnimmt, nach vorn sich allmählich ver-
schmälert und im vorderen Drittel gleichbreit (parallelseitig) ist
und zwar so breit als die beiden hinteren M. A. + deren Zwischen-
raum; hinter den Augen hat sie 2-3 gelbliche Flecke. Die Augen
schwarz umringt. Clypeus mit schwarzen Binden wie bei folgender
Art, die aber viel breiter sind, nur einen schmalen hellen Streifen
zwischen sich freilassend und am Rande einen unbestimmten helleren
Fleck einschließend. Sternum schwarzbraun mit vier kleinen gelben
Flecken jederseits am Rande und 2 Längsreihen von je 3 Flecken
in der Mitte. Mandibeln dunkelbraun, an der Spitze etwas heller,
Max. und Lippenteil dunkelbraun. Coxen unten blaßgelb, Femoren
in der Basalhälfte stark gebräunt, an der Basis dunkelbraun, sonst
die Beine wie bei voriger Art, nur die Ringe noch etwas schärfer.
Die Palpen schwarzbraun, Fem. und Tib. außen heller gestreift,
das Tarsalgl. an der Spitze heller. — Abdomen hat Aehnlichkeit
in der Färbung mit dem Ex. von Mane der folgenden Art: Oben mit
einer rötlichbraunen, von der Basis bis zu den Spinnwarzen reichenden,
vorn ziemlich breit, hinten undeutlicher weiß umsäumten Binde, die
aus 6 Flecken zusammengesetzt ist; der vordere ist rhombisch,
nimmt den ersten Viertel des Rückens ein und seine Vorderecke
sowie die beiden Seitenecken sind sehr spitz und deren weiße Be-
grenzung verlängert sich zur Basis, bezw. nach unten und hinten
bis zur Mitte der Seiten; in der Mitte hat dieser Fleck einen un-
bestimmten helleren Wisch. Der zweite Fleck, der bis zur Mitte reicht,
bildet ein gleichschenkeliges Dreieck, dessen Gipfel nach vorn gekehrt
ist und mit dem ersten Fleck zusammenhängt und dessen beiden Seiten-
ecken sich wie beim ersten Fleck seitwärts verlängern; die Hinter-
seite (Grundlinie des Dreiecks) kaum weiß margiriert. Die drei
folgenden Flecke sind halbmondförmig mit der Konvexität nach vorn
gerichtet und nur vorn und seitlich weiß margiriert, unten unter sich
und mit dem Fleck No. 2 durch einen undeutlichen schmalen Längs-
streif verbunden; nur die Ecken des ersten Fleckes sind seitwärts
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 95
ausgezogen. Alle diese Flecke fein, undeutlich hell gsstrichelt.
Der letzte Fleck ist abgerundet trapezförmig, vorn ein wenig breiter
als hinten und länger als breit, hell rötlich gelb gefärbt, kaum
mit weißer Begrenzung, z. T. aber mit ebensolchen Querlinien und
die helle Verbindungslinie der übrigen Flecke meist erkennbar.
Die Seiten sind braun, fein und dicht weißlich, wellenförmig ge-
strichelt und die erwähnten Schräglinien in vier gleichgroße Felder
geteilt, die unten zusammenhängen. Die Unterseite mit einem
schwarzbraunen Bauchfeld, das vorn so breit als als Epigaster ist,
gegen die Spinnwarzen sich schwach verschmälert, von zwei feinen,
unter sich um die Breite der Palpen getrennten weißlichen Längs-
linien durchzogen und seitlich nur von einer etwas breiteren, weißen
Linie von den braunen Seiten getrennt ist; kurz hinter der Mitte bildet
das Feld jederseits einen breiten zahnförmigen Vorsprung, vor
welchem die Begrenzungslinie sich etwas verdickt. Epigaster wie
das Bauchfeld, Epigyne heller, rötlicher, vorn mit zwei runden,
schwarzen Flecken und hinten mit einem ebensolchen Querfleck.
Lungendeckel weib.
Fundort: Fluß Mane (v. Erlanger).
30. Smeringopus zonatus Strand 1906, 1. e. S. 671, No. 133.
Taf. II Fig. 3a, Epigyne mit Umgebung.
9. Die Art ähnelt elongatus (Vins.), aber an der Unterseite des
Abdomen ist kein schwarzes Längsband vorhanden, nur beim $
Andeutung eines solchen, dagegen von den Spinnwarzen nach vorn
gerichtet zwei scharfe, schwarze, nach vorn divergierendeLängsstriche,
die bei weitem nicht die Mitte des Bauches erreichen. Die weißen
Endringe der Femoren und Tibien sind innen durch einen dunkel-
braunen, oben fast unterbrochenen Ring, begrenzt. — Sternum am
Vorderrande breit hellgelb, sonst braun, jederseits mit drei hell-
gelben Marginalflecken, die ein Trapez bilden, das breiter als lang
und vorn breiter als hinten ist. — Von Smer. lineiventris Sim.
durch das Vorhandensein von zwei schwarzen Linien am Clypeus,
der bei lineiventris einfarbig ist, zu unterscheiden.
Epigyne erscheint trocken gesehen als eine gewölbte, glatte,
stark glänzende, gelblichbraune Area, die etwa abgerundet sechs-
eckig ist; der Hinterrand gerade mit scharfen Ecken und länger
als die anderen, die hinteren Seitenränder die kürzesten, durch
je einen schwarzen Längsfleck angedeutet; der Vorderrand und
die vorderen Seitenränder ohne scharfe Ecken in einander über-
gehend. Die größte Breite (kurz hinter der Mitte) 0,7, die Länge
0,5 mm. — In Flüssigkeit gesehen (Fig. 3a) zeigt Epigyne die an-
gegebene Form deutlicher; die schwarzen Seitenflecke treten scharf
hervor und außerdem erscheinen zwei kleine runde, braune Flecke
unweit dem Vorder- und den Seitenrändern. Durch die Mitte zieht
eine weibliche Längszone, sonst erscheint Epigyne hellbräunlich.
Ringsum läßt sich ein Feld von der in der Figur angegebenen
Form erkennen.
56 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Totallänge 5,5 mm. Cephalothorax 2, Abdomen 3,5 mm lang.
— Beine: I Fem. 10, Patella + Tib. 10,5; Metat. 15,5; Tarsus
2,5, mm; IL bezw. 757,2; 10; 1,5..mm;. IT. bezwi.6; Sara
1,2 mm. Totallänge: I 38,5; II 25,7; III 19,9; IV 28,5 mm. Bei
einem anderen Ex. mißt IV bezw. 7,2; 7; 12,5; 1,5 mm.
Cephalothorax im Grunde hellgelb mit bräunlichem Anflug;
von der Mitte des Hinterrandes ein länglicher, viereckiger, brauner,
schwärzlich begranzter Fleck, der ein wenig breiter als der Zwischen-
raum der hinteren M. A. ist und vorn in drei feine Spitzen aus-
läuft, von denen die mittlere sich als eine feine Linie bis zur
Rückengrube verlängert; der Zwischenraum der letzteren und des
Hinterrandfleckes sowie die Grube selbst unbestimmt hell gebräunt.
Vor der Grube ein ähnlicher, ein wenig schmälerer, hinten gerundeter,
von einer scharfen schwarzen Linie begrenzter brauner Fleck; diese
Linien setzen sich nach vorn gegen die hinteren M. A. fort, ohne
sie zu erreichen, Submarginal ein dunkelbrauner, höchst unregel-
mässiger Fleck über den Coxen Il und III und ein kleinerer,
undeutlicher, über den Coxen I. Der Rand an den genannten
Coxen unbestimmt geschwärzt. Die beiden vorderen M. A. und
die beiderseitigen hinteren Augengruppen in je einem schwarzen
Fleck. Clypeus grauweiß mit je einer dunkelbraunen Binde von
dem Zwischenraum der vorderen M. A. und S. A. bis zum Rande;
diese ist zuerst schwach nach innen gebogen, verschmälert sich
gegen den Rand hin und verbreitert sich als eine bräunliche
Marmorierung über die Seiten des ÖOlypeus in der unteren Hälfte.
Mandibeln wie der Cephalothoray, Maxillen und Lippenteil noch
heller, erstere mit brauner Umrandung. Sternum siehe oben!
Beine bräunlichgelb, Patellen unten und seitlich dunkelbraun, Basis
der Metatarsen weiblich, sonst siehe oben! — Abdomen im Grunde
hell graugelblich, von der Basis ein brauner Längsstreif, der etwa
so breit als die Tibien ist, sich vor der Mitte zu einem länglich-
runden, in der Mitte helleren Fleck erweitert, von dessen Hinter-
ende jederseits ein schmaler brauner, sich am Ende fleckförmig er-
weiternder Querstrich ausgeht und in der Mitte einen großen drei-
oder viereckigen, sowie weiter hinten noch drei große dreieckige,
quergestellte, in der Mitte hellere Flecke bildet. Ueber den Spinn-
warzen ein viereckiger, weißer Fleck, jederseits von einem schwarzen
Längsfleck und vorn von einem ebensolchen, dreieckigen, kleinen
Querfleck begrenzt. An den Seiten des Rückenfeldes noch drei
große, unbestimmt begrenzte, braune Flecke. Alle braune Zeich-
nungen des Abdominalrückens sind eigentümlicherweise fein hell
längsgestreift. Spinnwarzen bräunlich. Der Bauch im Grunde
hellgrau (weiteres siehe oben!) — Die Färbung bei beiden 2 genau
gleich.
Das unreife g' ist wie @ gefärbt, aber viel undeutlicher; alle
Zeichnungen zum Unkennbarwerden verwischt.
Nachher habe ein @ ad. von Webi Mane, Ende März, auf-
gefunden, welches gewiß derselben Art angehört, trotzdem die Färbung
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 97
ziemlich verschieden ist. Es ist ein gravides 9, dessen Beine alle
verloren gegangen; Größe: Totall. 6,5 mm, Ceph. 2 mm ]. und br.,
Abdomen 4,5 mm lang, 3 mm breit. Epigyne wie oben beschrieben,
ebenso die Färbung der Unterseite, nur daß die Flecke des Sternum
sehr undeutlich und die schwarzen Striche vor den Spinnwarzen fast
verschwunden sind; letztere stark vorstehend. Cephalothorax wie oben
beschrieben, jedoch ist die Grube dunkler gefärbt und die beiden Flecke
daher fast zusammenhängend (der Kopffleck am deutlichsten ge-
trennt). Abdomen wie oben angegeben gezeichnet, aber die etwas
rötlichbraunen Flecken haben, besonders die an den Seiten, eine
größere Ausdehnung und sind unter sich und von der Rückenbinde
nur durch schmale, gelbliche, gleichbreite, wohl begrenzte Binden
getrennt, von denen jederseits drei nach unten und hinten herunter-
ziehen. Auch die Flecke der Rückenbinde unter sich fast getrennt.
Fundorte: Webi Daua (Type!); Webi Mane (v. Erlanger).
Fam. Agelenidae.
Subfam. Ageleninae.
Textrix Sund. 1833.
167. Textrix flavomaculata (Luc.) 1842.
Fundort: Hamam-bou-Hadjar V. 1894 (Vosseler). 2,
Totallänge (2) 5,5 mm (ohne Spinnwarzen); Cephalothorax
2,8 mm lang, 2 mm breit. Abdomen 3 mm lang, 2 mm breit.
Länge der Beine: I Coxa + Trochanter 1, Femur 2, Patella + Tibia 2,
Metatarsus + Tarsus 2,5 mm; (II fehlt); III bezw. 1,2; 2; 2,1;
2,6 mm; IV bezw. 1,3; 2,2; 2,5; 3,5 mm. Totallänge der Beine:
RI 23: 107,9; TV 95a
167 bis. Textrix nigro-marginata Strand 1906, 1. c. S. 656, No. 86.
Taf. II Fig. 8a, Epigyne.
9. Die vordere Augenreihe ganz schwach recurva, die M. A.
kleiner, unter sich um ihren Durchmesser, von den S. A, und den
hinteren M. A. um weniger, vom Rande des Clypeus in ihrem
1’/;, Durchmesser entfernt. Die hintere Reihe so stark recurva,
daß eine die M. A. hinten tangierende Gerade die S. A. vorn nicht
tangieren würde; die M. A. bei weitem die größten aller Augen,
unter sich um weniger als ihren Durchmesser, von den S. A. um
noch weniger entfernt. — Am unteren Falzrande zwei gleichgroße
Zähne. — Tibia I hat unten 2.2.2 Stacheln.. — Epigyne erscheint
trocken gesehen als ein graulicher, breit abgerundeter Hügel, der
vorn zwei tiefschwarze, länglichrunde Flecke, die mit dem Vorder-
rande fast zusammenhängen, nach hinten aber stark divergieren,
hat und an der hinteren Abdachung mit einer kleinen, rundlichen Grube
versehen ist, die ein wenig breiter als lang, aber schmäler als der
Lippenteil ist, vorn breit gerundet, hinten fast gerade geschnitten,
vorn und an den Seiten von einem tiefschwarzen, stark glänzenden;
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.1. 7
98 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
hinten etwas erweiterten Rand umgeben und fast gänzlich von
einem rundlichen Höcker ausgefüllt ist, so daß von der Höhlung
nur noch eine schmale Randfurche übrig bleibt; diese ist an den
Seiten am breitesten, hinten noch kaum zu erkennen. Der Höcker
ist oben etwas abgeflacht und ragt ein wenig über die Spalte
hinaus, Das Ganze ca. 0,6 mm breit. In Fluidum erscheint Epigyne
wie in Fig. 8a.
Totallänge mit Spinnwarzen 5 mm. Cephalothorax 2,4 mm
lang, 1,5 mm breit. Abdomen mit Spinnwarzen 3 mm lang, 1,5 mm
breit. Beine: I Coxa + Troch. 0,9, Fem. 1,5, Pat. + Tib. 2, Met.
+ Tars. 2,3 mm; IV bezw. 1,1; 1,8; 2; 2,7 mm; zusammen I 6,7,
IV 7,6 mm.
Cephalothorax im Grunde unrein braun, am Brustteile mit 3
schwärzlichen, sich unten erweiternden, schmalen Schrägstrichen,
hinten am Kopfteile jederseits ein spitz ellipsenförmiger schwarzer
Schrägfleck, der sich als eine feine Linie weiter nach vorn und
unten fortsetzt; das Augenfeld sowie der breite Rand des Brust-
teiles tiefschwarz, eine unten geradlinige, oben etwas gezackte
Randbinde, die sich noch auf den Clypeus fortsetzt und so breit
als die Tibien sind, bräunlichgelb und eine ebensolche Rücken-
binde, die vorn an den Seiten geradlinig und scharf begrenzt ist,
die ganzen vorderen ?/;, der Rückenfläche des Kopfteiles ein-
nimmt und daselbst etwa 0,7 mm breit ist, sich gegen die Mittel-
ritze bis zu !/, dieser Breite verschmälert, um dieselbe (die sehr
fein und wenig deutlich ist) sich ein wenig erweitert und am
Rande etwas gezackt wird, um dann wieder ein wenig ver-
schmälert sich bis zum Hinterrande fortzusetzen, wo sie durch eine
schmale schwärzliche Binde jederseits von den Seitenbinden getrennt
wird. Mandibeln hellbraun, die Klaue rötlich. Maxillen bräunlich-
gelb, an der Spitze weißlich. Lippenteil grauschwärzlich. Sternum
unrein braun mit schmalem schwarzem Rande. Die Beine hellgelb,
die Femoren unten und seitlich mit 3 schmalen, scharfen, schwarzen
Halbringen sowie unten an der Spitze schmal schwarz umsäumt,
die Patellen unten und seitlich geschwärzt, die Tibien mit einem
schmalen Mittel- und einem breiten Endring, die beide oben und
unten unterbrochen oder undeutlich sind, die Metatarsen mit drei
geschlossenen Ringen und die Tarsen am Ende ein wenig ver-
dunkelt. — Abdomen im Grunde schwarz, dicht gelblich punktiert
und gestrichelt, oben mit einer hellgelben Rückenbinde, die vor
der Mitte die ganze Rückenfäche einnimmt (etwa 1,3 mm breit
ist), sich dann etwas verschmälert und jederseits zwei stumpfe
Zacken bildet, dann am Anfang der hinteren Abdachung jederseits
einen spitzeren, schräg seitlich und nach hinten gerichteten Zacken
bildet, über den Spinnwarzen undeutlich wird und nur noch als
ö—4 feine Querstriche erkennbar ist. Die vordere Hälfte dieser
Binde wird größtenteils von einem vorn und hinten scharf zu-
gespitzten, vorn mit der schwarzen Seitenfärbung zusammenhängenden,
in der vorderen Hälfte schwarzen, in der hinteren rötlichen Längs-
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt, 99
fleck ausgefüllt, der bis zur Mitte des Rückens reicht, in seiner
Mitte eine Querreihe von vier kleinen schwarzen Punkten und etwas
hinter diesen jederseits einen größeren, dreieckigen, schwarzen
Punktfleck hat. Hinter dem Längsfleck schließt die Rückenbinde
vier Paare kleiner, schwarzer Punkte ein. Der Bauch heller als
die Seiten, heller und dunkler grau gesprenkelt; jederseits an
der Basis der gelblichen, an den Seiten des Basalgliedes graulichen
Spinnwarzen ein schmaler, tiefschwarzer Halbrmg, welche Ringe
unten schmal, oben breit getrennt sind.
Fundorte: Abbaja See-Ladscho (Type!); Akaki oder Djam-
Djam (v. Erlanger).
Agelena Walck. 1805.
168. Agelena maculinotum Strand 1906, 1. c. S. 656, No. 87.
g. Die vordere Augenreihe so stark procurva, daß eine die
M. A. vorn tangierende Gerade die S. A. bei weitem nicht berühren
würde; die M. A. ein wenig größer, unter sich und von den 8. A.
um ihren halben Durchmesser entfernt. Die hintere Augenreihe
weniger procurva; die Augen gleichgroß, die M. A. und S. A. ein
klein wenig näher beisammen als die M. A. unter sich; letztere
Entfernung etwa gleich dem Durchmesser. Die beiderreihigen S. A.
unter sich so weit als die vorderen Augen entfernt. Das Feld der
M. A. vorn und hinten gleich breit, ein wenig länger als breit,
gleich dem Clypeus. — Am unteren Falzrande 2, am oberen
3 Zähne. — Bestachelung der Beine: Femur I oben 1.(1?.1%),
vorn 1.1, hinten 1; II jedenfalls mit je 1 oben (innerhalb der
Mitte), vorn und hinten; III und IV gleich II. Die Patellen
scheinen je 1 Stachel oben an der Basis, an der Spitze und hinten
zu haben. Die Femoren unten mit reihenförmig angeordneten
langen Borstenhaaren. Tibia I unten 2.2 lange, vorn 1.1, oben 1;
II wie I und außerdem 1 hinten; III und IV unten 1.2, vorn und
hinten je 1.1, oben 1. (1?) Stacheln. Metatarsus I scheint unten 2. (2?).
2; II unten 2.2.2; II und IV unten 2.2.2, vorn und hinten je
1.1.1 Stacheln zu haben. — Palpen: Femoralglied keine (?),
Patellarglied oben Mitte und Spitze je 1 sehr lange Borste, Tibial-
glied oben 2 Paare ähnlicher, Tarsalglied außen 1.(1 ?) kürzere
Borsten. Das Patellarglied von oben gesehen doppelt, von außen
gesehen mehr als doppelt so lang als das Tibialglied; von der
Außen- und Unterseite, etwas näher der Basis als der Spitze, ent-
springt ein rotbrauner, vorwärts und schwach nach unten gerichteter
Fortsatz, dessen Spitze doch nicht die des Gliedes überragt; von
außen gesehen erscheint er ziemlich stumpf, von unten dagegen
etwa keilförmig, scharf zugespitzt. Ein weiterer Fortsatz befindet
sich in der Mitte der Spitze der Außenseite; er ist vom unteren
Fortsatz durch eine tiefe, braun umrandete Ausrandung (Ausschnitt)
getrennt, überragt ein wenig die Spitze des Gliedes, ist aber er-
heblich kürzer und stumpfer als der untere. Das Tibialglied er-
scheint von außen gesehen doppelt so breit als lang, am Ende in
7*
100 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
der Mitte außen wie innen etwas ausgerandet und unten in einen
schräg nach unten und vorn gerichteten Fortsatz verlängert, der
von außen gesehen schmal, allmählich und scharf zugespitzt, sowie
länger als das Glied erscheint, während er von unten breit, dünn,
wenig zugespitzt, breit abgerundet plattenförmig erscheint. Das
Tarsalglied ist doppelt so lang als die beiden vorhergehenden
Glieder zusammen, von außen gesehen an der Basis und in der
Mitte hoch, stark gewölbt, an der Spitze dagegen plötzlich und
stark verjüngt. Von außen gesehen tritt Bulbus unter dem Rande
der Lamina tarsalis nur wenig hervor, hat aber an der Spitze einen
nach unten gerichteten, rotbraunen Fortsatz, dessen Entfernung von
der Spitze des Gliedes etwa gleich seiner Länge ist, und der an
der Basis fast so breit als lang erscheint. Von innen und etwas
von außen gesehen zeigt der Bulbus an der Spitze zwei kurze,
dicht an einander liegende, rote, schwarz umrandete Fortsätze, von
denen der untere scharf zugespitzt, sowie nach außen und vorn
gerichtet ist, während der obere an der Basis breiter ist, sich
gegen das Ende noch mehr erweitert und daselbst in der Mitte
ausgerandet mit den beiden Ecken kurz nach vorn gezogen; die
Breite zwischen den beiden Ecken gleich der Länge des ganzen
Fortsatzes. Das Tarsalglied hat nach der Abbildung zu urteilen
viel Aehnlichkeit mit demjenigen von Agelena pupia Karsch 1881.
Cephalothorax hell bräunlichgelb, am Rande schwarz, an den
Seiten dunkelbraune Flecke und zwar zwei parallele Längsflecke
an der hinteren Abdachung, drei schräge Querflecke an den Seiten
des Brustteiles und jederseits des Kopfteiles ein ovaler Längsfleck,
der sich als feine schwarze Linie gegen die hinteren S. A. ver-
längert. Dazwischen noch undeutliche, bräunliche Marmorierung.
Das Augenfeld schwarz, doch die beiden hinteren M. A. von Gelb
umgeben. Mandibeln hellrötlich braun, die Klaue an der Basis
dunkler. Maxillen bräunlichgelb, an der Spitze weiblich, fein
schwarz umrandet. Lippenteil dunkelbraun, an der Spitze weißlich.
Sternum bräunlichgelb, am Rande breit und unregelmäßig schwarz.
Beine bräunlichgelb; die Endglieder rötlich; die Femoren mit drei
breiten, schwarzen, oben mehr oder weniger unterbrochenen Ringen.
Patellen, Tibien und Metatarsen an der Spitze schmal schwarz um-
randet. Tibien außerdem zweimal bräunlich geringt. Tarsen wenig
heller als die Metatarsen. — Abdomen oben und an den Seiten
graulich hellbraun, dicht und fein schwarz gesprenkelt, an den
Seiten mit kurzen, schwarzen Längsstrichen. Oben an der Basis
beiderseits ein weißlicher, etwa bis zur Mitte reichender Längsfleck
und hinter demselben drei Paare rundlicher, weißer Flecke; die
Längsflecke sind innen und hinten, die rundlichen ringsum schwarz
angelegt. Oberhalb und beiderseits der Spinnwarzen je ein kleiner,
heller Fleck. Die Seiten unten, sowie der Bauch grauweib, letzterer
beiderseits mit einer Reihe von etwa 5, erstere mit zerstreut ge-
legenen schwarzen Fleckchen. Spinnwarzen rötlichbraun. Epigaster
ein wenig dunkler grau als der Bauch.
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt, 101
Fundort: Fluß Mane, März 1901 (v. Erlanger).
Wahrscheinlich mit Agelena lepida O. P. Cbr. verwandt.
169. Agelena agelenoides (Walck.) 1841.
9. Beide Augenreihen procurva; die M, A. der vorderen
Reihe ein wenig kleiner als die S. A., aber ungefähr gleich den
hinteren M. A., unter sich um kaum ihren halben Durchmesser,
und von den S. A. etwa ebenso weit entfernt. Die vorders Augen-
reihe nicht stärker procurva, als daß eine die M. A. vorn tangierende
Gerade die S. A. hinten wenigstens berühren würde. Die Entfernung
der beiderreihigen M. A. reichlich gleich dem Durchmesser der
hinteren M. A. Clypeus ist niedriger als die Länge des mittleren
Augenfeldes, aber etwa doppelt so hoch als der Durchmesser der
vorderen M. A. — Am oberen Falzrande 3 Zähne, von denen der
eine erheblich kleiner ist, am unteren 2. — Bestachelung der
Beine: Femoren I oben 1.1.1, vorn 1.1, hinten 1; II oben 1.1.1,
vorn und hinten je 1.1; III oben 1.1. (1?), vorn 1.1, hinten 1. (19);
IV oben 1.1.(1?), vorn 1.1, hinten 1 Stachel. Die Endstacheln
der Feimoren meistens sehr klein. Alle Patellen oben an der Basis
und der Spitze, sowie beiderseits je 1 kleiner Stachel. Tibia I
unten 2.2.2, vorn 1.1, hinten keine (?); II unten 1.2.2, vorn 1.1,
hinten keine (?); III unten 1,2.2, vorn und hinten je 1.1; IV
unten 1.1.1, vorn 1.1.(1?), hinten 1.1.1, oben 1.1 Stacheln.
Metatarsus I und I unten 2.2.2, vorn 1 oder 1.1, hinten (jeden-
falls an IT) 1 Stachel; III wahrscheinlich unten 2.2.2, vorn und
hinten je 1.1.1; IV scheint gleich III zu sein, sowie obendrein
mit 1 Stachel oben an der Basis. — Epigyne bildet eine tiefe,
vorn abgerundete, hinten quergeschnittene Grube, die ein wenig
länger als breit ist und im Grunde ein vom Vorderrande ausgehendes,
den Hinterrand nicht erreichendes, niedriges, scharfes Septum hat,
sowie beiderseits von einem breiten, abgerundeten, glänzenden, hell-
gelben, vorn von einem dünneren, dunkleren, gestreiften Rand, der
sich beiderseits nach hinten als eine kurze, feine Spitze bis etwa
zur Mitte der Seiten der Epigyne verlängert, umgeben; der Hinter-
rand ist auch dünn, scharf gestreift, dunkel und niedriger als der
Vorderrand.
Färbung. Alle helleren Partien am Cephalothorax und Abdomen
sind weißbehaart. Die Coxen sind unten ganz einfarbig hell dottergelb
und stechen gegen die übrigen Glieder der Extremitäten, die dunkel-
bräunlich oder rötlich sind, scharf ab. Sternum ist schwarzbraun
mit einem gelben Keilfleck, der vorn so breit als der Lippenteil
ist, hinten aber in eine scharfe Spitze endet; ein dunklerer Mittel-
fleck ist nicht vorhanden. Der Bauch ist in der Mitte rötlichgrau,
dunkelbraun punktiert, beiderseits von einem schwarzen, außen weib-
grau angelegten Längsstreif begrenzt; diese Längsstreife konvergieren
nach hinten und vereinigen sich kurz vor den Spinnwarzen. Die
Seiten des Abdomen sind fein grau und schwärzlich getupfelt, auf
rötlichgrauem Grunde. — Mandibeln dunkelbraun.
102 .„Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Totallänge 9 mm ohne Spinnwarzen, 10 mm mit denselben.
Cephalothorax 4 mm lang, 2,5 mm breit. Abdomen ohne Spinn-
warzen 5 mm lang, 3 mm breit. Länge der Beine: I Coxa + Tro-
chanter 1,5, Femur 2,5, Patella-+ Tibia 3, Metatarsus + Tarsus 4 mm;
II bezw. 1,5; 2,5; 3; 3,8mm; III bezw. 1,4; 2,5, 2,9; 4 mm;
IV bezw. 2; 3; 4; 5,2mm. Totallänge: I 11; II 10,8; IH 10,8;
IV 14,2 mm.
Fundorte: Fluß Mane; Abbaja See-Ladscho; Adis-Abeba. Alles
von Baron von Erlanger gesammelt.
Ich möchte diese Art für Agelena agelenoides halten, bin aber
nicht ganz sicher, denn die vorliegenden Exemplare weichen in
mehreren Punkten von den Beschreibungen dieser Art ab und
sichere Vergleichs-Exemplare stehen mir nicht zur Verfügung. Die
obige Beschreibung bezieht sich hauptsächlich auf die mit agele-
noides anscheinend wenig gut übereinstimmenden Partien. Sollte
es sich hier um eine neue Art handeln, möchte ich den Namen
Agelena dubiosa m. in Vorschlag bringen.
170. Agelena leucopyga Pav. 1884.
2 subad. Die hintere Augenreihe schwach procurva; die
M. A. unter sich um ihren Durchmesser, von den S. A. um etwas
mehr entfernt. Die vordere Augenreihe procurva und zwar würde
eine die M. A. hinten tangierende Gerade die S. A. hinten berühren;
die Augen fast gleich groß, oder die M. A. ein klein wenig größer;
letztere unter sich um ihren halben Durchmesser, von den S. A.
um ein unbedeutendes weniger entfernt; letztere von den hinteren
S. A. und vorderen M. A. ungefähr gleich weit entfernt. Das Feld
der M. A, so lang als Clypeus hoch; letzterer schwach reclinat, und
der Augenhügel etwas vorstehend. — Die Mandibeln an der Basis
kurz, aber scharf knieförmig gebogen, die Vorderseite sonst gerade
und etwas zurücktretend, die Außenseiten gegen die Spitze schwach
divergierend, die Breite an der Basis gleich der Länge (2,5 mm). —
Die Beine an der Unterseite derFemoren und Tibien charakteristischer-
weise mit sehr langen, feinen, abstehenden Haaren bewachsen und
ähnliches auch an den Metatarsen. Femur I oben 1.1.1, vorn
nahe der Spitze 1.1, hinten 1.(1?); II und III vorn und hinten
je 1.1, oben 1.1.1; IV oben 1.1.1, vorn 1.1, hinten 1 Stachel.
Alle Patellen an der Basis, Apex und beiderseits mit je 1 Stachel.
Alle Tibien oben an der Basis und der Mitte mit je einer Stachel-
borste; I und II unten 2.2.2, jedenfalls vorn 1; III und IV unten
2.2.2, vorn und hinten je 1.1 Stacheln. Metatarsus I und II
unten 2.2, vorn 1, sowie an der Spitze ein Verticillus von 4 oder
5 kurzen Stacheln; III und 1V unten 2.2, vorn und hinten je 1.1,
an der Spitze ein Verticillus von 5—6 Stacheln. — An den Palpen
hat das Femoralglied oben 1.1.2 (oder 3?), das Patellarglied
innen 1, das Tibialglied innen 1.2 (letztere sehr lang!), außen 1.1,
das Tarsalglied unten 2.2, außen 1.2, innen 2.2.1 Stacheln.
Cephalothorax unrein gelbbraun, längs der Rückenmitte eine
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 103
hellere, vorn sich erweiternde, unbestimmte Binde und an den
Seiten unbestimmt begrenzte, schwarzbraune Flecke und zwar drei
in einer Linie gegenüber dem II., III. und IV. Beinpaar, ein ähn-
licher aber tiefschwarzer und höher sitzender Fleck über dem
I. Beinpaar, sowie ein verloschener Fleck an den Seiten des Kopf-
teiles. Letzterer, sowie Augenfeld und Clypeus rötlich; die Augen in
schwarzen Ringen, welche um die ganze vordere Reihe und die
Lateralaugen zusammenfließen. Die Rückengrube ist tiefschwarz,
der Rand schwärzlich. Die Mandibeln dunkel rotbraun, an den
Enden am hellsten; der kleine ovale Basalfleck hellgelb, die Klaue
schwärzlich, an den beiden Enden rötlich. Maxillen dunkel gelb-
braun, Lippenteil schwarzbraun, beide an der Spitze weiblich.
Sternum unrein gelbbraun, vorn am Rande dunkler. Die Coxen
unten wie das Sternum, in der Mitte schwärzlich gefleckt; die
Trochanteren ein wenig rötlicher, unten an der Basis mit einem
runden, schwarzen Fleck. Die Femoren gelbbraun, unten undeut-
lich breit dreimal dunkel geringt, oben unregelmäßig dunkler ge-
sprenkelt, in der Mitte ein hellerer, fast weißlicher Ring. Patellen,
Tibien und Metatarsen mehr rötlich; die beiden ersteren oben mit
feinen, unbestimmten, dunkleren Längslinien, die Tibien mit je
einem schmalen, helleren Ring in der Mitte und an der Basis, die
Metatarsen mit einem ebensolchen an der Basis, die Tarsen gelb-
lich. Palpen hell gelblichbraun, Patellar und Tibialglied an der
Spitze schwärzlich, Tarsalglied rötlich. — Abdominalrücken mit
einer roten, hinten an Breite abnehmenden, die Spinnwarzen nicht
erreichenden Längsbinde, die in der vorderen Hälfte beiderseits
von zwei hell- oder rostgelben, am Hinterende sich erweiternden
und stumpf endenden Längsflecken, von denen der erste doppelt
so lang als der zweite ist, und welche bisweilen zusammenfließen,
begrenzt wird; die Breite der Binde daselbst gleich der hinteren
Augenreihe. In der hinteren Hälfte ist sie mit 3—4 feinen hell-
gelben Winkelstrichen gezeichnet, deren Schenkel ein wenig außer-
halb der Binde reichen und daselbst fleckenförmig erweitert sind;
häufig ist von dieser ganzen Zeichnung weiter nichts als die Flecke
zu erkennen. Die Seiten des Abdomen sind schwarz bis dunkel-
rötlichbraun, fein und undeutlich heller gesprenkelt.e. Der Bauch
und die Umgebung der Spinnwarzen rot, fein heller gesprenkelt;
ersterer mit zwej schmalen, schwarzen, nicht die Spinnwarzen er-
reichenden Längsstrichen. Spinnwarzen dunkelrotbraun, das Endglied
der oberen gelbbraun. Epigaster und Lungenderkel hellgrau. —
Die Federbehaarung, soweit dieselbe noch erkennbar ist, weißlich.
Dimensionen (NB. unreifes Tier!); Totallänge 13, Cephalo-
thorax 5,5 mm lang, 4mm breit. Abdomen $mm lang, 5 mm
breit. — Länge der Beine: I Coxa + Trochanter 2,5, Femur 4,5,
Patella + Tibia 6, Metatarsus 4, Tarsus 2,5 mm; II bezw. 2,5; 4,5;
5; 3,9; 2,2 mm; Ill bezw. 2,2; 4; 4,5; 3,5; 2,2 mm; IV bezw. 2,7;
3a 22mm. Totalläanes: A 95H. 17,73/IH 10,4%20,9 mm.
Palpen: Femoralglied 2, Patellar- + Tibialglied 1,6, Tarsalglied 2 mm,
104 | Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
d' subad. Färbung ganz wie beim 2, nur sind die Zeichnungen
etwas reiner und schärfer. Bestachelung ebenfalls dieselbe und
Totallänge des einzigen, unreifen Exemplar wie beim 2 13 mm.
Länge der Beine: I Coxa + Trochanter 2,5, Femur 5, Patella +
Tibia 7, Metatarsus 5, Tarsus 3 mm, zusammen also 22,5 mm;
IV bezw. 2,6; 6; 7; 6; 3,5 mm, zusammen also 25,1lmm. Die
Beine also etwas länger als beim 2.
Bei einem weiteren unreifen d' (von Daroli) tritt der für
Ag. leucopyga so charakteristische weiße Analfleck sehr deutlich
hervor, während derselbe bei obigen, allerdings nicht ausgezeichnet
erhaltenen Exemplaren fehlte. Daß alle einer Art angehören ist
gar keine Frage.
Fundorte: Daroli, Februar 1901; „Akaki, September 1900 oder
Djam-Djam, 30. I. 1901“ (v. Erlanger).
Fam. Pisauridae.
Euprosthenops Poc. 1897,
31. Euprosthenops bayaonnianus (Brito Capello) 1866,
d‘. Totallänge 20 mm. Cephalothorax 8,5 mm lang, 6,5 mm
breit. Abdomen 12 mm lang, 4 mm breit. Mandibeln 3 mm lang.
Palpen: Femoralglied 4,5, Patellarglied 1,4, Tibialglied 1,5, Tarsal-
glied 4 mm lang. — Länge der Beine: I Coxa + Trochanter 3,7,
Femur 15,5, Patella 4,2, Tibia 14, Metatarsus 15, Tarsus 7 mm;
IL bezw. 3,6; 15; 4; 13,5; 13,5; 6,5 mm; III bezw. 3,2; 12,5; 3,5;
10; 11; 5 mm; IV bezw. 4; 16,5; 4,5; 14,5; 15; 7 mm. Total-
länge: I 59,4; II 56,1; III 45,2; IV 61,5 mm, Stacheln der
Beine 2—2,5 mm lang.
Das mittlere Augenfeld wenig länger als hinten breit (bezw.
1,4 und 1,2 mm). Die vordere Augenreihe 2,6 mm lang, die Ent-
fernung der vorderen und zweiten Reihe 1,5 mm, die Länge der
Seiten des von den 4 vorderen Augen gebildeten Trapeziums 2 mm,
also kürzer als die der Vorderseite. Die Augen der II. und
III. Reihe nicht ganz in ihrem Durchmesser unter sich entfernt.
Cephalothorax ziemlich abgerieben, aber schneeweiße Be-
haarung findet sich doch, hauptsächlich längs dem Rande, wo sie
eine breite, bis zu den vorderen $. A. sich erstreckende Binde
bildet, sowie längs der Mitte des Rückens. Um die Augen II und
III gelbliche Behaarung; zwischen den Augen I und II ein Längs-
strich schneeweißer Haare. Die Hügel der vorderen Augen oben
dicht weiß, unten gelblich behaart. Auch das Tarsalglied der Palpen an
der Basis und innen weiß behaart, an der Spitze und unten bräunlich.
Femoralglied unten weiß mit einer Längsreihe schwarzer Flecke in
der Mitte. Behaarung desEpigaster und Sternum scheint trüb (gelblich
oder graulich) weiß zu sein, ebenso die Femoren unten. Die
Beine hellbraun, an den Femoren gelblichbraun behaart. Mandibeln
gelblichweiß behaart; die Bürste des Falzrandes rotgelblich grau.
Abdomen oben und unten bräunlichgelb behaart; das Rückenfeld
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 105
von zwei schmalen (etwa so breit als der Hügel der Augenreihe IV),
schneeweißen, hinten in Flecken aufgelösten, an den Seiten schwach
wellenförmigen Längsbinden begrenzt, die sich von der Basis bis
gegen die Spinnwarzen fortsetzen und vorn unter sich um 3, hinten
um 2 mm entfernt sind; innerhalb dieser verlaufen zwei feine
weiße Haarlinien, die unter sich ein wenig weiter als von den
Binden entfernt sind, und kurz vor der Mitte und an der Basis in
der oberen Hälfte der Seiten je eine feine weiße Schräglinie, die
oben mit der Rückenbinde zusammenhängt. Unten keine weiße
Zeichnung. Abdomen ist doch so abgerieben, daß es in frischem
Zustande wohl etwas anders aussehen würde. — Verglichen mit
der Beschreibung von E. hilaris Cbr. weicht das Tier, in Spiritus
gesehen, davon in mehreren Punkten ab; gelbe Längsbinden am
Cephalothorax sind nicht oder fast nicht zu sehen, dagegen ist der
Kopfteil gelb mit zwei schmalen braunen Binden zwischen den
Augen II und III, welche sich weiter nach hinten durch die Augen
III und IV fortsetzen; ferner eine braune Marginalbinde am Kopf-
teile. Die Mandibeln tragen vorn je eine undeutliche braune Längs-
binde. Maxillen und Lippenteil sind schwärzlich braun mit gelb-
licher Spitze. Sternum bräunlich mit unbestimmt hellerem Rande.
Abdomen ist im Grunde dunkler als von Cambridge beschrieben und
von den Zeichnungen im Inneren der braunen Rückenbinde ist fast
nichts zu erkennen; dieselbe ist doch vorn etwas rötlich und zeigt
in der hinteren Hälfte Andeutung einer dunkleren Mittellinie. An
den Seiten gibt es keine andere hellere Schrägbinde als die er-
wähnte weißlich behaarte Linie, die auch in Fluidum weißlich er-
scheint. Dunklere Flecke an der unteren Hälfte der Seiten sind
nicht vorhanden. Die Unterseite zeigt in Sprit ein längs der Mitte
schwach verdunkeltes, von zwei schmalen, undeutlichen, nach hinten
schwach konvergierenden Linien begrenztes Bauchfeld; weißliche
Behaarung daselbst scheint ganz zu fehlen. — Die Beine sind
braun, oben mit Andeutung eines helleren Ringes kurz vor der
Spitze der Femoren, an der Basis und Spitze der Tibien; letztere
Ringe die deutlichsten und breitesten. Die Femoren sind oben an
der Basis der Stacheln schwarz punktiert, an der Spitze schmal
schwarz umrandet, die Tibien tragen oben an der Basis einen
tiefschwarzen, scharfen Fleck und sind am Ende, ebenso wie die
Metatarsen, schwarz umrandet. Von weißer Behaarung an den
Beinen ist bei vorliegei.der Art nichts zu sehen.
Die Palpen stimmen ziemlich gut mit Simons Figur von
bayaonnianus in „Hist. nat.“; von den Palpen von Aularis ist mir leider
keine Beschreibung bekannt. Von der (stark schematischen) Figur
Simons weichen sie dadurch ab, daß Lamina tarsalis mit der Hälfte
ihrer Länge den Bulbus überragt (bei bayonzianus nach der Figur zu
urteilen nur mit '/,), und ist daselbst verhältnismäßig dünner und
stärker zugespitzt. Der obere (d. h. der Lamina am nächsten) der
zwei feinen, gebogenen, nach vorn gerichteten Fortsätze des Bulbus
reicht fast so weit nach vorn wie der untere, erscheint von der
106 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Seite gesehen in seiner ganzen Länge linienförmig (drahtförmig)
dünn, in einem langen und breiten Bogen nach oben und die
Spitze wieder nach hinten gebogen; dieser nach oben gebogene
Teil dieses Fortsatzes ist nicht viel kürzer als der vor dem Bulbus
sich befindende Teil des horizontalen Abschnittes. Eben an der
Umbiegungsstelle befinden sich zwei kleine, parallele, scharfe Spitzen,
die gerade vorwärts, in der Verlängerung des horizontalen Ab-
schnittes, gerichtet sind. — Etwa von der Mitte der Unterseite des
Spitzenteiles der Lamina sind 2 schräg nach unten und vorn ge-
richtete Stacheln, die fast die Spitze des Gliedes erreichen. —
Die größte Höhe des Bulbus + Lamina = 1,8 mm, größte Breite
der Lamina 1,5 mm. Das Tibialglied ist vorn mit zwei tiefschwarzen
Längslinien gezeichnet und das Tarsalglied hat außen nahe der Basis,
an der größten Wölbung, einen schwarzen Querfleck ; daselbst scheint ein
Stachel vorhanden gewesen. Das Tibialglied oben mit 1 submedianen
(oder subbasalen). innen mit 2 ebensolchen Stacheln, Patellarglied
oben an der Spitze 1, Femoralglied oben in der Endhälfte 1.1.1
(oder 1.1.2 [?] Stacheln, innen gegenüber No. 2 der oberen
1 Stachel; innerhalb dieser Stacheln längs der Mitte ein tief-
schwarzer Längsstrich. Der Stachel des Patellargliedes erreicht
fast 3 mm Länge, die des Tibialgliedes sind etwas kürzer, die des
Femoralgliedes sehr kurz, kürzer als der Durchmesser des Gliedes.
Bei anderen Exemplaren ist der Endteil der Lamina unten
nahe dem Bulbus dicht, lang, fein, hell behaart, und der untere
der beiden horizontalen Fertsätze ist hell, nur der obere schwarz
gefärbt. — Der Rand des Cephalothorax ist hinten schwarz, und
ebenso finden sich zwei große Flecke an der hinteren Abdachung
und Ringe um die Augen von schwarzer Farbe.
Fundort: Abbaja See-Ladscho, Februar 1901 (v. Erlanger).
Q. Von Akaki, Ende Oktober 1900 (v. Erlanger) liegt ein
unreifes ® von 17 mm Totallänge vor. Es stimmt in der Färbung
ziemlich gut mit dem g\, nur sind die Zeichnungen deutlicher, das
Bauchfeld ist ein wenig heller als die Seiten mit einem schwarzen
Mittelband, und Sternum hat eine schwärzliche Mittelbinde, die
vorn drei kleine gelbe Flecke einschließt. Die Oberseite wie beim
g‘, doch sind die hellen Seitenbinden viel breiter, das braune Mittel-
feld schließt vorn, zwischen den inneren helleren Längslinien einen
breiten, lanzettförmigen, rötlichbraunen Fleck ein, der nicht ganz
die Mitte erreicht, und hinter diesem folgt ein schwarzer Mittel-
streifen, der den Auszackungen des Außenrandes der braunen Binde
entsprechend, sich fleckenförmig erweitert. Die Beine wie beim &,
aber deutlicher gezeichnet.
Dimensionen dieses unreifen Exemplars: Cephalothorax 6,5 mm
lang, 4,5 mm breit, Abdomen 11,3 mm lang, 4,5 mm breit. Man-
dibeln 3mm lang. Palpen: Femoralglied 3, Patellarglied 1,2,
Tibialglied 1,5, Tarsalglied 3 mm lang. — Beine: I Coxa+ Troch. 2,5,
Femur 9, Patella + Tibia 12, Metatarsus 8, Tarsus 4 mm; II bezw.
2,9; 9; 10,5; 7;:4mm; II bezw. 2,2; 858; 6; 3 mm; IV bezw.
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 107
35.410 ;: 11:53 8,55 74mm. Totallänge:'135,5; 1133 ; IH» 27;2; IV
36,5 mm. Also wie beim 3: IV, I, II, III. — Bei einem zweiten
unreifen @ (von Daroli) sind die Längenverhältnisse der Beine
folgende: I bezw. 2,5; 9,7; 11; 8; 4mm; U bezw. 2,5; 9,5; 10,5;
171,8; 4mm; IH bezw. 2,3; 8; 8,5; 6,5; 3,5 mm; IV bezw. 2,7;
10; 115: 8,5; 3,7 mm. Totallänge: I 35,2; I 34,3; III 28,8; IV
35,9 mm.
Bei einem reifen (?: nur der Cephalothorax!) 2 (von Adis-
Abeba), dessen Cephalothorax 8 mm lang und 6,5 mm breit ist,
messen die Beine: I bezw. 3,5; 11,5; 15; 10; 4,5 mm; II bezw.
Bl, 14 bezw. r3;11050.105 19503; TV bezw:
3,6; 12,5; 1,4; 11,5; 45mm. Totallänge I 44,5; U 43,5; II
34,5; IV 46,1mm. Also wie oben: IV, I, OD, II. — Nach
Karsch’s Angaben wären dagegen die Längenverhältnisse der
Beine: I, IV, II, III und zwar der Unterschied zwischen IV
und I gleich 1 mm, IV und II gleich 2, IX und III gleich 8, III
und IV gleich 9mm. Es werden dann diese Längenverhältnisse
etwas variierend sein. — Die Färbung ist dagegen sehr wenig ver-
änderlich, nur die Breite der weißen Rückenbinden ist etwas ver-
schieden, und bei einigen Exemplaren ist die schwarze Mittelbinde
des Bauches vorn durch eine weiße Linie geteilt. Die hellen
Flecken in der dunklen Binde des Sternum scheinen immer deut-
lich zu sein. — Beim 2 ist die Entfernung der Außenränder der
Augen Il = 2,2 mm, des Vorderrandes der Augen I und Hinter-
randes der Augen II = 1,6 mm. Auch wenn man die Entfernungen
der Innenränder der Augen I und die wirkliche Länge des Trapeziums
der vier Vorderaugen vergleicht, zeigt es sich, dab das Trapez er-
heblich breiter als lang ist, —
Pisaura Sim. 1885.
32. Pisaura rufofasciata (D. G.) 1778 (mirabilis Cl.).
Zwei Männchen von Teneriffa (Dr. Krauß), die ein wenig
größer als gewöhnliche deutsche Exemplare sind.
Rothus Sim. 1898,
33. Rothus catenulatus Sim. 1898 (?).
Von Adis-Abeba, September 1900 (v. Erlanger) liegt ein un-
reifes @ vor, das unter den bisher (1905) beschriebenen 5 Hothuus-Arten
am besten mit catenulatus übereinstimmt, aber, vielleicht wegen des
jungfräulichen Zustandes des Exemplares, nicht mit Sicherheit mit
catenulatus idendificiert werden kann; die Diagnose dieser Art ist
auch zu kurz gefaßt.
Cephalothorax oben braun mit folgenden gelben Zeichnungen:
eine vorn schmale, linienförmige Längsbinde, die sich auf dem
Brustteile bis zur 3—-4fachen Breite erweitert; durch die Kopf-
furchen je eine Schrägbinde, die etwas breiter als die Mittellängsbinde
ist und sich bis zur Insertion der Palpen fortsetzt; von dieser
Binde, ziemlich weit vom Rande entfernt, läuft nach hinten eine
108 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
schmale, wenig deutliche Binde, welche die obere Grenze einer
breiten, braunen Submarginalbinde bildet, die deutlich die Zusammen-
setzung aus einzelnen Flecken zeigt (von Simon als Fleckenreihe
beschrieben); endlich ist der Rand schmal gelblich. Die Augen
von schwarzen, sichinnenerweiternden Ringen umgeben; Clypeus etwas
dunkler als der Rücken. Die Mandibeln stark gebräunt, undeutlich
längsgestreift, weißlich (in Sprit gesehen) behaart, ebenso wie der
Cephalothorax. Maxillen und Lippenteil graubraun, erstere vorn
und innen, letztere vorn weiblich umrandet. Die Coxen bräunlich-
gelb, dicht und ganz scharf braun gesprenkelt; Femoren unten
braun, heller marmoriert und gesprenkelt; alle Stacheln der Beine
gelblich, nur an der Basis braun. Patellen oben bräunlichgelb,
unten dunkelbraun. Metatarsen und Tarsen bräunlichgelb, unten
olivenfarbig. Palpen im Grunde heligelb, alle Glieder braun ge-
fleckt und längsgestreift. — Abdomen mit einer von der Grund-
farbe gebildeten schmalen Mittelbinde, die hinten aus 4—5 drei-
eckigen, zusammenhängenden Flecken zusammengesetzt und weiter
vorn am Rande mit den von Simon erwähnten „punctis nigris
longis biseriatis* geschmückt ist. Die oberen Spinnwarzen und die
Spitze der unteren rötlichgelb, letztere sonst braun. Die untere
Hälfte der Seiten unregelmäßig gebräunt und gefleckt; jederseits
der Spinnwarzen ein schwarzer Fleck. Die Unterseite mit einem
nach hinten allmählich verschmälerten hellgrauen Bauchfeld, jeder-
seits von einer gelblichen Binde, in welcher 3 schwärzliche Punkte
gelegen sind, begrenzt, und in der Mitte mit zwei dunkelbraunen,
hinten zusammenhängenden, vorn ganz schmal getrennten Linien.
2 subad. Totallänge 9,5 mm. Cephalothorax 4,2 mm lang, 3,5 mm
breit. Abdomen 6 mm lang, 3,5 mm breit. — Beine: (I und II
fehlen); III Coxa -—- Troch. 1,7, Femur 4,2, Patella + Tibia 4,5,
Metatarsus 3,5, Tarsus 2 mın; IV bezw. 1,8; 5; 5,2; 4,5; 2,4 mm.
Zusammen: III 15,9, IV 18,9 mm.
Sollte diese Art nicht mit cutenulatus Sim. identisch sein, möge
sie den Namen subcatenulatus m. bekommen.
Thalassius Sim. 1885.
34. Thalassius margaritatus Poc. 1898.
Taf. II Fig. 1a, Tarsalglied 9 von unten gesehen.
2. Eine sehr veränderliche Art; die Größe der reifen 22
varliert zwischen 15 und 10,5 mm Totallänge, die Färbung zwischen
hell bräunlichgelb (gravide 2?) und fast schwarz (post partum);
bei letzteren sind die Palpen ganz scharf geringelt oder gefleckt.
Auch die Form des Abdomen verändert sich mehr als gewöhnlich
mit dem Alter des Tieres, indem es nach der Eiablage nicht nur
stark abgeflacht, sondern (besonders unten) sogar ausgehöhlt er-
scheint, und sein Vorderrand ist in der Mitte häufig niedergedrückt
oder ausgeschnitten.
Bei einer Totallänge von ll mm ist Cephalothorax 4,6 mm
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt, 109
lang, 4,5 mm breit, Abdomen 6,5 mm lang und 4,5 mm breit.
Beine: I Coxa + Troch. + Fem. 7,5, Patella + Tibia 7, Meta-
tarsus + Tarsus 6,5 mm; II bezw. 7,5; 7,3; 7mm; DI bezw. 7;
6,5; 6,2 mm; IV bezw. 8; 8,5; 8,5 mm; Totallänge also: I 21;
I 21,8; II 19,7; IV 25mm. -— Bei einem alten £ von 16 mm
Länge mißt Cephalothorax 7—7,5 mm bei 6,5 mm Breite; Abdomen
10 mm lang, 6,5 mm breit; Beine: I Coxa + Troch. 3, Femur 8,
Patella + Tibia 10, Metatarsus 7, Tarsus 2,8 mm; IV bezw. 3,6;
9; 10,5; 9; 3,5 mm. — Cephalothorax ist gleich oder ein wenig
kürzer als Tibia I (7,5 bei letzterem Exemplar), etwa so lang als
Metatarsus I, ein wenig schmäler als Tibia III (7 mm), Clypeus
fast noch !/;mal höher als das mittlere Augenfeld lang; die vorderen
S. A. sind ein wenig näher den vorderen M.A. als den hinteren
S. A. — Am vorderen Falzrande drei an Größe verschiedene Zähne;
der äußere der kleinste. Auch der hintere Rand bezahnt.
Trocken gesehen erscheint Cephalothorax oben mitten gelbweib
oder hell rostgelblich, längs den Seiten fast rein weiß, schwach
gelblich behaart; die weißen Submarginalbinden scheinen aus-
schließlich durch die Behaarung gebildet zu werden. Die Unter-
seite gelblich weiß behaart, die Beine ebenfalls oder graulich weiß;
die Stacheln schwarzbraun. Abdomen im Rückenfelde rostbraun,
an den Seiten gelblich weiß behaart; jederseits am Rande des
dunklen Feldes 4—5 kleine, rein weiße Flecke, von denen der
vorletzte größer und breiter als die anderen, die rundlich sind.
Vorn ist ein dunkler Spießfleck und beiderseits dieses 2—3 ganz
kleine, weiße Flecke. Der Bauch graulich behaart. An den größten
der weiben Randflecke ist das Rückenfeld plötzlich verschmälert
und von da bis zu den Spinnwarzen fast parallelseitig. Der Spieb-
fleck ist bisweilen undeutlich gelblich angelegt, welche Farbe eine
zu den Spinnwarzen sich erstreckende schmale Mittelbinde bilden
kann. — Bei dem kleinsten vorliegenden Exemplar, das kaum 10 mm
lang ist, aber doch ganz reif, ist die vordere Hälfte der Ober-
seite des Abdomen grauweiß mit Ausnahme des schwarzen Mittel-
fleckes; die hintere Hälfte schwarz mit deutlichen, weißen Rand-
zeichnungen.
Epigyne bildet (post partum) einen dunkelbraunen, runzeligen,
besonders hinten stark erhöhten Wulst, der vorn 1,5 mm breit,
hinten etwas schmäler, 1,2 mm lang, vorn gerade geschnitten und
unbestimmt begrenzt, hinten in der Mitte etwas ausgerandet und
ungefähr trapezförmig (die Seiten nach hinten konvergierend) ist.
Die vordere Hälfte wird von einer heller gefärbten, seichten, vorn
offenen, hinten und seitlich von einem schmalen, erhöhten, glänzenden,
tiefschwarzen Rand umgebenen Grube, die im Grunde eine schmale
Leiste parallel zum Außenrande hat, eingenommen. An den Seiten
und hinten ist diese Grube von einer breiten, etwa hufeisenförmig
gebogenen, braunen, wulstigen Erhöhung, die hinten in der Mitte
ganz tief niedergedrückt ist, umgeben.
Fundort: Ginir-Daua, III. V. 1901 (v. Erlanger).
110 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Die Eisäcke sind kugelrund, 9—10 mm im Durchmesser, grau-
weiß, filzig, dickwändig, anscheinend etwas locker, aber doch stark
und fest zusammengewebt; die Eier sind sehr klein (0,7 mm Durch-
messer), weißlich und in großer Zahl vorhanden; in dem größten
Sack habe ich deren ca. 1000 gezählt.
dä sieht den am hellsten gefärbten 22 gleich; auffallend sind
2 Paar schwarze Punktflecke jederseits des Rückenstreifens und
rötlicher Anflug an der Basis des Rückens, was sich beides ge-
legentlich auch bei den Weibchen vorfindet, bezw. angedeutet ist.
Dann fällt auf, daß alle Metatarsen und Tarsen, sowie die End-
hälfte der Tibien I sehr stark gebräunt sind. Sternum ganz ein-
farbig bräunlichgelb. Trochanteren sehr scharf braun umrandet.
Totallänge 14,5, Cephalothorax 7 mm lang, 6 mm breit. Ab-
domen 8 mm lang, 4,5 mm breit. Beine: I C.+ Tr. 3, Fem. 9,
P. + Tib. 10,5, Met. 7,5, Tars. 3,5 mm; II bezw. 3; 9; Pätella
3,5 (das Uebrige fehlt!); III bezw. 2,9; 9; 10,5; 7,5; 3,5 mm;
IV bezw. 3,4; 10; 11,2; 9,7; 42 mm. — Palpen: Fem. 3,5,
Pat. 1,5, 'Tib. 1,5, Tars. 2,7. mm’ lang, 1,2 mm breit.
Palpen. Femoralglied oben mit 1.1.1.2, vorn und hinten
weiter von der Spitze als die beiden oberen Stacheln je 1 Stachel,
Patellarglied innen submedian 1, oben an der Spitze 1 Stachel, der
reichlich so lang als das Glied ist, oben an der Basis wahr-
scheinlich 1 vorhanden gewesen, Tibialglied nahe der Basis oben,
außen und innen je 1 Stachel, der so lang oder länger als das
Glied ist und stark gebogen; unten und innen ist das Glied, be-
sonders gegen die Spitze lang und fein abstehend dicht behaart;
außen und oben mehr vereinzelt lange Haare. Das Femoralglied
von oben gesehen sehr wenig gebogen oder zusammengedrückt, an
der Spitze ein klein wenig breiter als das Patellarglied; letzteres
ziemlich gleich breit, an der Spitze breit gerundet, von der Seite
gesehen daselbst sehr schräg geschnitten und unten knölförmig
verdickt, die Oberseite gleichmäßig und stark gewölbt; das Tibial-
glied von oben gesehen deutlich nach innen konvex gebogen, die
Konkavität der Außenseite doch stärker als die Konvexität der
Innenseite, indem erstere an der Basis eine knölförmige Verdickung
bildet, an der Basis so breit als das Patellarglied, in der Mitte und
am Ende ein wenig schmäler, die Länge kaum das Doppelte der
kleinsten Breite; von der Seite gesehen erscheint es in der Mitte
unten ganz tief gerundet ausgeschnitten mit einer breiten, rund-
lichen Verdickung an der Basis und einer schmäleren, etwa leisten-
förmigen an der Spitze; letztere ist außen dunkelbraun gefärbt; das
Tarsalglied erscheint von außen gesehen oben an der Basis stark
gewölbt, von der Mitte bis zur Spitze fast gerade, letztere ziemlich
stumpf, unten dicht, aber nicht lang behaart, erheblich kürzer als
Bulbus, der von der Seite gesehen keine besonders auffallenden
Fortsätzet zeigt. Von unten gesehen erscheint er wie in Figur 1a
dargestellt.
Ferner liegen 2 g'd' ad. von „Fluß Mane, Ende März 1901*
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt. 111
vor. Bei beiden ist der schwarze Längsfleck des Abdominalrückens
scharf markiert, bildet in der Mitte eine deutliche Ecke und ist
ringsum breit gelblich angelegt; das dunkle Rückenfeld erscheint
daher als zwei schmale, nach hinten konvergierende Seitenbinden;
die Auszackung desselben vor der Hinterspitze nicht so deutlich
wie beim 9. Das kleinste Exemplar (Totallänge 12 mm) hat das
Bauchfeld unbestimmt schwärzlich, vorn durch einen weißlichen
Keilfleck geteilt. Von hellen Seitenbinden fast nichts zu erkennen.
Fundorte: Ginir-Daua und Fluß Mane.
35. Thalassius radiato-lineatus Strand 1906, 1. c. S. 671, No. 134.
Taf. II Fig. 2a, Epigyne.
9. Totallänge 18,5, Cephalothorax 9 mm lang, 8 mm breit:
Abdomen 10 mm lang, 6,5 mm breit. Beine: I C.+Tr. 4,2.
Fem. 11, .Pat. 4,5, Tib. 9,5, Met. 9, Tars. 4,5 mm; II bezw. 4,2,
11; 4,5; 10; 9; 45 mm; Ill bezw. 4; 11; 4,2; 9,5; 8,7; 4,5 mm;
IV bezw. 5; 12; 4,5; 11;-11,5; 5 mm. Totallänge der Beine;
I 42,7; II 42,2; III 41,9; IV 49 mm (IV, I, II, IID. — Palpen:
Fem. 3,5, Pat. 1,5, Tib. 2,1, Tarsen 3,5 mm lang. — Mandibeln
3,6 mm lang.
Augenreihe I 2,2, Il 2,9 mm lang. Das Feld der M. A. hinten
1,2, vorn 1 mm breit, 1,2 mm lang. Höhe des Clypeus 1,3 mm.
Die Augen I. Reihe fast gleich; die S. A. gleich weit von den
M.A.I und den S. A. II; die M. A. I deutlich kleiner als M. A. 1.
Cephalothorax im Grunde oben braun behaart mit zwei
breiten (ca. 2,2 mm) Marginalbinden von graugelblicher Behaarung
und ähnlichen, im trockenen Zustande scharf hervortretenden
3 Schräglinien von der Rückenfurche bis zum Rande, sowie zwei,
welche nach außen konvex gebogen zu den hinteren S. A. verlaufen;
zwei kurze ähnliche Linien von den M. A. II bis kaum zur Mitte
des Kopfteiles. Der Rand selbst schmalschwarz. Das Augenfeld und
die Mitte des Clypeus ebenfalls graugelb behaart; um die Augen
außerdem rotgelbliche längere Haare. Die Marginalbinden erstrecken
sich nach vorn bis unter den vorderen S. A., biegen dann nach
unten und setzen sich auf den Seiten der Mandibeln fort. Letztere
sonst mit graugelben langen Borsten behaart. Aehnliche Behaarung
an den Beinen, deren hellere Ringe außerdem weiße Haare auf-
weisen; die Unterseite der Beine ganz einfarbig bräunlich grau.
Abdomen im Grunde braun wie der Cephalothorax, mit einem bis
über die Mitte reichenden graulichen Spießfleck, der sich weiter
hinten als eine feine Linie, kaum die Spinnwarzen erreichend, fort-
setzt, und 4 scharf markierten grauweißlichen oder gelblichen
Querlinien, von denen die vordere eigentlich eine Binde ist (breiter
als die anderen also!), sich an den Spießfleck etwas vor dessen
Ende, anheftet und schräg und gebogen nach den Seiten verläuft,
während die anderen gerade sind oder in der Mitte einen stumpfen
Winkel bilden. Die Seiten des Abdomen graubräunlich und gelblich
behaart, deutlich trüber als die Binden des Cephalothorax behaart.
112 Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
Behaarung des Cephalothorax unten hellgraulich, das Abdomen
mehr braungraulich.
In Alkohol erscheint Cephalothorax hell kastanienbraun mit den
hellen Linien und Binden wie oben beschrieben, jedoch erscheinen die
Lateralbinden nun nur 1,5 mm breit und durch eine fast gleich-
breite braune, fein heller marmorierte Binde vom Rande getrennt;
letzterer wie gesagt schwarz, erscheint nun oben fein grauweiß an-
gelest. Die Augen schwarz umringt, und das Augenfeld nicht
heller als der Rücken; Clypeus graulich mit von den 8. A. I
zwei nach unten divergierenden Binden von der Grundfarbe. Rücken-
furche tiefschwarz; die hintere Abdachung kaum dunkler als der
Rücken. Mandibeln dunkel kastanienbraun, an der Spitze vorn und
innen ein wenig heller; Klaue schwärzlich. Maxillen hellbraun, an
der Spitze gelblich; Lippenteil schwärzlich, an der Spitze schmal
gelblich. Sternum hellbraun, schwach olivenfarbig, mit Andeutung
eines helleren Mittelstreifens. Die Beine unten einfarbig gelblich-
braun, schwach olivenfarbig; die Metatarsen und Tarsen stark
gebräunt. Die Femoren oben, besonders an III und IV, mit An-
deutung dreier dunkleren Halbringen, sowie mit kleinen, tief-
schwarzen Punktflecken an der Basis der Aculei. Patellen an der
Basis schmal gebräunt, Tibien an der Basis und Apex mit je
einem, !/, der ganzen Länge des Gliedes einnehmenden, braunen
Halbring. Metatarsen an der Basis undeutlich heller, sonst ein-
farbig. — Abdomen oben im Grunde wie der Cephalothorax mit
Zeichnung wie oben angegeben; der Spießfleck ganz undeutlich,
nur etwas heller braun ohne deutliche Begrenzung. Die beiden
vorderen Querlinien oder -binden, welche beide mit dem Spießfleck
in Verbindung stehen, sind vorn dunkler angelegt und daher deut-
licher erscheinend; die beiden hinteren undeutlich. Bei No. 3 (von
vorn) dieser Binden haben die hellen Seitenbinden des Abdomen
an der Innenseite eine stumpfe Ausbuchtung nach innen. Die
untere Hälfte der Seiten braun, unbestimmt heller getupfelt; der
Bauch braun, mit drei schmalen, schwarzen, nach hinten konver-
gierenden Längslinien, die an der Spalte um 1,5 mm unter sich
entfernt sind. Epigaster grau, an den Seiten mehr bräunlich;
Epigyne braun mit schwarzen Leisten. Spinnwarzen braun, an der
Spitze heller.
Epigyne bildet ein Feld, das 1,2 mm lang und hinten so breit
ist, vorn gerundet, hinten quergeschnitten, aus zwei braunen,
stark genarbten und fein quergestreiften, abgerundeten Wülsten
bestehend, die vorn zusammenhängen und eine Längsgrube zwischen
sich freilassen, die ungefähr so breit als der eine der Wülste ist;
das Ganze ähnelt sehr einem Hufeisen, nur vorn ein wenig spitzer.
Die Grube ist im Grunde sehr glatt, glänzend, in der Mitte breit
gerundet längserhöht, am Hinterende tief schwarz, sonst hellgelb.
Das Ganze stark von Haaren verdeckt (Fig. 2a).
Fundort: Fluß Mane, März 1901 (v. Erlanger).
hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt.
Figurenerklärung.
Tafel I.
Fig. 1a. Thalassius margaritatus Poc. & Tarsalglied von unten gesehen.
„ 2a. Thalassius radiato-lineatus Strand. Epigyne.
„ 3a. Smeringopus zonatus Strand. Epigyne mit Umgebung.
Epigyne.
„ 5a. Stegodyphus 2'/, vittatus Strand. g' Palpe von außen.
& Palpe von außen.
„ 7a. Dictyna abyssinica Strand. Abdomen von oben gesehen.
„ 8a. Textrix nigromarginatus Strand. Epigyne.
„ 4a. Zodarium dubium Strand.
„ 6a. Dysdera Römeri Strand.
Artenverzeichnis.
Seite
Agelena Walck. Mallinella Strand
agelenoides Walck. . 101| maculata Strand .
leucopyga Pav. 102 | scutata Strand
maculinotum Strand 99 | Palpimanus Duf.
Caponia Sim, gibbulus Duf. .
abyssinica Strand 80 Pholeus Walck.
Dietyna Sund. phalangioides (Füßly)
abyssinica Strand 67 Pisaura Sim.
Dresserue Sim rufofasciata MG -
inconspicuus Strand . 72 Rothus Sim. j
ee Tan catenulatus Sim. .
Be ; [subeatenulatus Strand]
cornipes Karsch . 78 Seytodes Latr
Leprieuri Sim. 80 äffinis Kulez 2
maurusia Th. . 78 delicatnia Sim ;
Römeri Strand 79 Ke he
meringopus Sim.
Eresus Walck. affıinitatus Strand
niger (Pet.) 73) zonatus Strand
Euprosthenops Poe. Stegodyphus Sim.
bayaonnianus Br. Cap. . 104| africanus (Bl.).
Hermippus Sim. 21/,- vittatus Strand
affinis Strand . 81| lineatus (Latr.)
Holocnemus Sim. molitor (C. L. K.)
rivulatus (Forsk.). 93 | Textrix Sund.
Taches. Th: flavomaculata (Luc.)
vittatus Strand 84 nigromarginata Strand .
1 Thalassius Sim,
Loxosceles Hein. et Lowe margaritatus Poc.
erythrocephala (C.L.K.). 74 ae Inäatnse streng
rufescens (Duf.) . 74 Hincteä nit
Loxoscella Strand limbata (C. L. K.)
pallidecolorata Strand . 74|Zodarium Walck.
Mallinus Sim. dubium Strand
defectus Strand 88) tunetiacum Strand
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H,1,
113
Seite
90
91
8
93
107
107
108
77
77
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70
69
69
97
97
108
111
8
87
86
114
19.
Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
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Characters of a new genus and descr. of three rec. disc.
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Descer. of... Araneida from the East of Central Africa
[ibid. 3 S. XVI (1865)].
Descriptions of the male of Lycosa tarantuloides maderiana
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Senckenbergischen naturf. Gesellsch. Bd. 30 (1906)].
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21
22.
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d’Africa occident. [Jorn. sc. math., phys. et nat. Lisboa,
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hauptsächlich von Carlo Freiherr von Erlanger gesammelt, 115
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[Jahreshefte Ver. Trencsen, 1892—93]. (Wertlos!)
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27. — On Arachnida from the Mascarene Islands and Madagascar
[Proc. Zool. Soc. London, 1879].
28. — Preliminary Notice of new Species of Arachnida and
Myriopoda from Rodriguez [Ann. Mag. Nat. Hist. 4 S. 17
1876)].
29. — On a small collection of Arachnida from the Island of
Johanna, 5 S. IV (1879)].
30. — On some new and little-known spiders from Madagascar
[Proc. Zool. Soc. 1882].
3l. — Deser. of a remark. new sp. from Madagascar [Proc. Zool.
Soc. London, 1878].
32. Cambridge, O.P.: Notes on a collect. of Arachnida made
by J. R. Lord in the Peninsula of Sinai ete. [ibid. 1870].
33. — Notes on some spiders and scorpions from St. Helena
[ibid. 1869].
34. — Üatalogue of a collect. of spiders made in Egypt. [ibid.
1876].
35. — General list of spiders of Palestine and Syria’ [ibid. 1872].
36. — On the spiders of St. Helena [ibid. 1873].
37. — On some new genera and spec. of Araneidea [ibid.]
38. — Arachnida [of Socotra]. [ibid. 1898].
39. — Deser. of some new sp. and characters of three new
genera of Araneida from South Africa [Ann. South Afric.
Mus. 3 (1904)].
40. — Deser. and sketsches of some new. species of Araneida
[Ann. Mag. Nat. Hist. 4 S. III, (1869)].
41. — On some new genera and species of Araneidea [ibid. 4 S.
XIV, (1879).
42. — On a new genus and species of Trap-door Spiders from
South-Africa [ibid. 4 S. XVI (1875)].
43. — On the habits and distribution of Lycosa ingens [ibid.
4 8.X.].
44. — On some new genera and species of Araneidea [ibid.
4 8. XIX, (1877)).
45/6.— „Monograph of the Genus Idiops“ und „Supplem. notice
of the genus Idiops“ [Proc. Zool. Soc. London, 1870].
47, — On some new genera and species of Araneidea [ibid.
1870).
g*
116
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48. Cambridge, O. P.: Descriptions of twenty-four new species
69. —
of Erigone [ibid. 1872].
On some new species of Drassidae [ibid. 1874].
On some new species of Erigone [ibid. 1875].
Descr. of a new genus and six new sp. of spiders [Journ.
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On some new and little-known spiders of the genus
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On some new and interesting exotic spiders coll. by
Messrs. Marshall and Shelford [Proc. Zool. Soc. 1901].
On some new species and two new genera of Araneidea
[ibid. 1890].
On some new genera and species of spiders. [ibid. 1883].
On some new and little-known species of Araneidea with
remarks on the genus Gasteracantha [ibid. 1879].
On some new spec. of Araneidea etc. [ibid. 1877].
On some new species and a new genus of Araneidea
[ibid. 1889].
Notes on some Arachnida ... coll. in the China Sea.
[ibid. 1871].
On some new spec. of exotic Araneidea [Proc. Zool. Soc.
1899].
On some new genera a. spec. of Araneidea [ibid. 1881].
On new genera and species of Araneidea [ibid. 1882].
On some new species of European Spiders [Journ. Linn.
Soc. Zool. XI].
Descript. of some new species and char. of three new
genera of Araneidea from South-Africa [Ann. South-Afr.
Mus. 3 (1904)].
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Mag. Nat. Hist. Octbr. 1885].
On some new and little-known Araneidea. |[Proc. Zool.
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— Ueber eine neue in Ostafrika entdeckte Harlekin-Krabben-
spinne, Gelotopoeus scytodimorphus n. g.n. sp. [ibid.].
118
98
9.
100.
101.
102.
103.
104.
105.
106.
107.
108.
109:
110,
117:
112.
la
114,
115.
116.
117.
118
112%
120.
121
122.
123.
124.
Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen,
. Karsch: Reliquiae Rutenbergianae. Spinnen. [Abhandl. Naturw.
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[Sitz. ber. Ges. Marburg 1884].
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Bremer Museums [Abh. Nat. Ver. Bremen IX].
Westafrikanische Myriopoden und Arachniden [Zeitschrift
f. d. ges. Naturw. 52 (1879)].
Ueber Cryptostemma Gu£r. [Berliner ent. Zeitschrift, 37
1892)].
EEE von Angola [ebenda. 25 (1881)].
Phoneyusa, eine neue Vogelspinnengattung aus Central-
Afrika [ibid. 28 (1884)].
Eine neue Vogelspinne aus Südafrika [ebenda 25. (1881).
Eine neue Thomiside von Quango [ebenda]
Verzeichnis der von Fischer in dem Massailand ge-
sammelten Myriopoden und Arachniden [Jahrbuch d.
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Arachnologische Beiträge. I—V [Zeitschrift f. ges. Naturw.
52 (3 F.4 Bd.), 1879].
Die Zwergmännchen der Araneidengattungen Nephila,
Celaenia und Caerostris [Zeits. ges. Nat, 52].
Arachnologische Blätter. Decas I. [ibid. 53 (1880)].
Ueber einige von Hildebrandt im Zanzibargebiete er-
beutete Arachniden [ibid. 51 (1878)].
Westafrikanische Arachniden, gesammelt von Falkenstein
[ibid. 52 (1879)].
Ueber ein neues Laterigraden-Geschlecht von Zanzibar
(ibid.).
Uebersicht der von Herrn Prof. Peters in Mosambique
gesammelten Arachniden [Berliner Acad. Monatsberichte
1878 (1879)].
Exotisch - Arachnologisches [Zeitschr. f. ges. Naturw. 51
(1878)).
Drei neue afrikanische Araneiden [Mitteil. d. Münchener
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258.
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2ue
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Perez au Golfe Persique [Bull. Mus. Hist. Nat. Paris 1902].
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338. — Diagnosen neuer aubßereuropäischer Argiopiden [Zool.
Anz. 1908].
339. — Neue außereuropäische Spinnen [ibid.]
340. — Diagnosen neuer außereuropäischer Spinnen [ibid.].
341. — Vorläufige Diagnosen afrikanischer und südamerikanischer
Spinnen. [Zool. Anz. 1907].
342. — Diagnosen neuer Spinnen aus Madagaskar und Sansibar
(ebenda).
343. — Beiträge zur Spinnenfauna Madagaskars [Nyt mag. f.
naturv. (1907)].
344. — Ueber einige tropisch-afrikanische Spinnen [Societas
entomologica 1907].
345. — Afrikanische und südamerikanische Aviculariiden [Zeitschr.
Nat. (Halle) 79 (1907)].
345. — Nordafrikanische, hauptsächlich von Carlo Freiherr
v. Erlanger gesammelte Lycosiden [Archiv f. Natur-
geschichte, Bd. 73 1908].
347. — Afrikanische Spinnen (exkl. Aviculariiden), hauptsächlich
aus dem Kapland. [Zool. Jahrb. 25 (1907)].
347b. — vide Bösenberg.
348. Thorell: Descriptions of several European and North-African
Spiders. [Kgl. Sv. Vetenskaps- Akad. Handl., N. F. 13
(1874—75)].
349. — On European Spiders. [Nova Acta Acad. Scient. Upsala,
1869].
128
Embrik Strand: Nordafrikanische Spinnen.
350. Thorell: Nya exotiska Epeirider [Üfvers. Vet. Akad. Förhandl.,
351.
1859].
Soiders from N. Caledonia, Madagascar and Rö&union
[Proc. Zool. Soc. 1875].
Remarks on Synonyms of European Spiders.
Araneae Camerunenses. [Bihang k. Sv. Vet. Akad. Förh.
25, .Afd. IV, »No,].
Till kännedomen om slägtena Mithras och Uloborus.
[Öfv. k. Vetensk.-Akad. Förhandl. XV (1858)].
Om Aranea lobata Pallas. [ibid. XXIV (1867)].
Due ragni esotici [Ann,. Mus. Civ. Genova, IX (1877)].
Spiders of Burma. London (British Museum) 1895.
en M.: Reisen in der Regentschaft Algier. Bd. Ill.
Leipzig 1841 [Arachniden von ©. L. Koch].
. Westwood: Öbservations on the species of spiders which
inhabit cylindrical tubes etc. [Trans. entom. Soc. London,
III 1840; auch in: Ann. Mag. Nat. Hist. 1 S. Vol. VI
(1841)].
Insectorum arachnoidumgue decades duo. [Zoological
Journal, Vol. V (1834)].
. White: Description of a new genus of Arachnida with notes
on two other species of spiders [Ann. Mag. Nat. Hist.
Vol. XVIII (1846)]. (Enthält an Afrikanisches nur eine
Abbildung von Homalattus pustulatus White).
Descriptions of new or little known Arachnida [ibid.
1 S. VII (1841)].
3. Vinson: Araneides des iles de la Reunion, Maurice et Mada-
gascar. Paris 1863.
Zur Kenntnis der Tubifieiden.
Von
W. Michaelsen (Hamburg).
Hierzu Tafel IL.
Bei der Zusammenstellung einer synoptischen Tabelle der Tubi-
ficiden Deutschlands und benachbarter Gebiete stieß ich auf ver-
schiedene Hindernisse, die die Ausführung dieser Arbeit zunächst
unmöglich machten. Viele der in Betracht zu ziehenden Art-
Beschreibungen sind so unvollständig, daß eine Einordnung der
Arten in engere, nach bestimmten Charakteren gebildete Gruppen
nicht ausführbar war. Vielfach beruht diese Lückenhaftigkeit der
Beschreibungen auf der Unzulänglichkeit des Materials. Wo nur
einfach in Spiritus konserviertes Material vorlag, wie das BENHAM’sche
aus dem Taupo-See oder das von mir untersuchte aus dem Baikal-
See, oder gar nur ein einziges geschlechtsreifes Stück wie bei
BEDDARD’S Branchiura Sowerbyi und wie bei PIGuET’s Rhyacodrilus
lemani, da war eine vollständige Klarstellung der Organisation von
vorn herein ausgeschlossen. Die feineren Verhältnisse des Blut-
gefäßsystems und andere Verhältnisse lassen sich an solchem Material
nicht untersuchen. Die Schwierigkeit einer Zusammenstellung wächst
noch dadurch, dab manche Forscher die Literatur nicht genügend
berücksichtigen. Das ergibt einen Ballast von mehrfach beschriebenen
Arten, der um so schwerer zu bewältigen ist, als die Lückenhaftigkeit
vieler Beschreibungen einen genauen Vergleich mutmaßlich zusammen-
gehöriger Formen unmöglich macht. Auch die verschiedenartige
systematische Bewertung der Charaktere brachte Konfusion in die
Systematik der Oligochäten. Es mag hier eine allgemeine Fr-
örterung über die systematische Bedeutung der verschiedenen Organ-
systeme am Platze sein, soweit sie für die Tubificiden in Betracht
kommen.
Borsten. Das Fehlen von Haarborsten soll nach manchen
Autoren bei einzelnen Arten individuell sein. Ich glaube, daß
diese Angabe in den meisten Fällen darauf beruht, daß die Haar-
borsten dicht über der Körperoberfläche abgebrochen sind. Die
in der Haut übrig bleibenden Stümpfe sind dann schwer erkennbar,
oder wenigstens schwer von den Stümpfen der Hakenborsten zu
unterscheiden. Es mag aber auch tatsächlich manchmal ein in-
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.1. 9
130 W. Michaelsen:
dividueller Charakter sein. Jedenfalls hat dieser Charakter keine
höhere als artliche Bedeutung, kennen wir doch nahe verwandte
Formen, die sich in dieser Hinsicht verschieden verhalten: Taupo-
drilus coccineus (VEsJD) mit Haarborsten in fast ganzer Körperlänge
(nach BENHAM [bei Taupodrilus simplex, = T. coccineus] individuell
fehlend); 7. palustris (DITLEVSEN) mit Haarborsten an den ersten
2 bis 4 borstentragenden Segmenten; 7‘. lemanı (PıGuET) ganz ohne
Haarborsten.
Das Vorkommen von Fiederborsten oder „behaarten haar-
förmigen Borsten* soll nach DitLevsen keine generische Bedeutung
haben. Ich stimme dem jetzt zu, nachdem weitere Arten mit
diesem Charakter gefunden sind, die der Lophochaeta ignota STOLC
nicht besonders nahe verwandt sind. Ich muß aber zugleich
DitLevsen’s auf diesen Fall bezügliche Kritik ablehnen. DITLEVSEN
drückt sich inkorrekt aus, wenn er sagt, daß „MICHAELSEN ohne
genügenden Grund eine einzelne Art aus seiner großen Gattung
Psammoryctes abtrennt“. Die Abtrennung geschah durch StoLc als
er die Gattung Lophochaeta aufstellte. Ich meinerseits habe lediglich
von einer Vereinigung derselben mit Tubifee (= Tubifex plus
Psammoryctes) abgesehen, da ich nicht ohne zwingenden Grund eine
einmal aufgestellte Gattung aufhebe; ein solcher Grund aber war
damals nicht gegeben, da wir nur eine einzige Art mit diesem
‚Charakter kannten, also über dessen systematische Wertigkeit nichts
sicheres aussagen konnten. Ich habe dabei aber auf die nahe
Verwandtschaft zwischen Lophochaeta und Tubifex hingewiesen
(Die geographische Verbreitung der Oligochaeten, p. 48).
Geschlechtsborsten jeder Art ergeben vorzügliche Art-
Charaktere, für die Sonderung von Gruppen höherer Kategorie,
z. B. für Gattungsdiagnosen, haben sie jedoch im Allgemeinen keine
Bedeutung. In fast allen Gruppen finden wir Arten mit Penial-
borsten oder anderen Geschlechtsborsten, die nahe verwandt sind
mit Formen ohne irgend welche geschlechtlich modifizierte Borsten.
Peloryctes velutinus (GRUBE) (= Embolocephalus velutinus (RANDOLPH)
steht zweifellos den Arten Peloryctes ferox (Eisen) (= Embolocephalus
plicatus RANDOLPH) und anderen ohne Geschlechtsborsten sehr nahe.
Aus diesem Grunde kann ich die von DITLEVSEN vorgeschlagene
Teilung der Tubificiden mit massigen Prostatadrüsen in die beiden
Gattungen Psammoryctes mit Geschlechtsborsten am 10. Segment
und T7ubifee ohne Geschlechtsborsten nicht gerechtfertigt finden.
Es läßt sich auch gar keine scharfe Sonderung zwischen Formen mit
lediglich normalen und solchen mit geschlechtlich modifizierten Borsten
ausführen. Bei Tubwfex Nerthus n. sp. (siehe unten!) beruht die ge-
schlechtliche Modifikation z.B. lediglich darauf, daß dieZahl der Borsten
in den ventralen Bündeln des 10. Segments geringer ist als in den
entsprechenden Bündeln der vorhergehenden Segmente. Bei anderen
Arten ist die Modifikation bei den Borsten eines und desselben
Bündels verschieden weit vorgeschritten; so fand Store unter den
Geschlechtsborsten von Taupodrilus (Ilyodrilus) coccineus (VEJID.)
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 131
einzelne, die noch die Gabelung der normalen Borsten aufwiesen.
Auch die Beziehungen dieser Geschlechtsborsten zu den Samen-
taschen ist eine sehr verschieden innige. Bei Ilyodrilus hammo-
niensis MICHLSN (= Psammoryctes fossor DITLEVSEN) stehen die
Geschlechtsborsten ganz unabhängig von den Samentaschen, bei
Tubifex albicola (MıcuLsn) (= Psammoryctes illustris DITLEVSEN)
mündet der Geschlechtsborstensack in den Ausführgang der Samen-
tasche ein.
Das Centralnervensystem mag in einzelnen Fällen gute
Charaktere für die Sonderung größerer systematischer Gruppen er-
geben. An konversiertem Material, zumal an schlecht konserviertem,
sind diese Charaktere aber schwer festzustellen. Da unsere Kenntnis
der außereuropäischen Oligochäten fast ausschließlich auf solchem
Material beruht, so habe ich die Einführung von diesbezüglichen
Charakteren in die Diagnosen höherer systematischer Gruppen
möglichst vermieden. Eine hiervon abweichende Anschauung ließe
sich vielleicht auch rechtfertigen.
Das Blutgefäßsystem darf meiner Ansicht nach nur mit großer
Vorsicht zur Charakterisierung von Gattungen benutzt werden.
Eine mehr oder weniger komplizierte Ausbildung des Blutgefäß-
systemes hängt zu sehr von Umständen ab, die für das System
bedeutungslos sind. Mit der Größenzunahme der Formen gestaltet
sich das Blutgefäßsystem komplizierter, um bei einer Größen-
abnahme wieder einfacher zu werden (z. B. Glossoscolex peregrinus
(MiıcHhLsn) mit ungemein weit reduziertem Blutgefäßsystem besitzt
nahe verwandte Gattungsgenossen mit sehr reich entwickeltem
Blutgefäßsystem). Auch die verschiedene Lebensweise kommt in
Frage. Arten, welche in Sauerstoff-armen Oertlichkeiten leben,
pflegen ein reiches Integumental-Blutgefäßsystem zu ent-
wickeln, das bei nahe verwandten Formen, die einer intensiven Haut-
Atmung nicht bedürfen, ganz fehlen kann. Auf dieser Ueberlegung
beruht auch meine Meinung von der geringeren systematischen Be-
deutung der Kiemen (z. B. von Dranchiura Sowerbyi Beddard),
die meiner Ansicht nach als einfache Auftreibungen der Hypodermis
samt den darauf verlaufenden Integumental-Blutgefäßen höchstens
artliche Bedeutung haben; sind sie doch nur eine Anpassung an
die Sauerstoff-Armut warmer stagnierender tropischer Gewässer.
Nephridialsystem: Die systematische Bedeutung des Nephridial-
systems muß von Fall zu Fall festgestellt werden. Wir kennen
große Gruppen, in denen die Gestalt der Nephridien sehr konstant
erscheint (z. B. fam. Lumbricidae), während sie in anderen Gruppen
auffallend verschiedene Ausbildungen aufweist (z. B. subfam. Mega-
scolecinae (Plutellus, [ Trinephrus,] Lampito, Plionogaster, Pheretima).
Geschlechtsorgane: In jahrzehntelanger mühsamer Arbeit
haben wir älteren Oligochätologen die Erkenntnis erworben, dab
die Anordnung der Geschlechtsorgane die bedeutsamsten Anhalts-
punkte für die Feststellung der Verwandtschaften darbietet. Sämt-
liche neueren Forschungen festigen diese Anschauung. Die geogra-
9%
132 W. Michaelsen:
phische Verbreitung, der beste Prüfstein für die Natürlichkeit einer
systematischen Gliederung, zeigte, daß wir durchaus auf dem richtigen
Wege sind; lassen sich doch bei Zugrundelegung des in Rede
stehenden Systems die historisch-faunistischen Verhältnisse der
Oligochäten durchaus in Einklang bringen mit den auf anderem
Wege erworbenen erdgeschichtlichen Erkenntnissen'). Der Grad
der Wahrscheinlichkeit, daß dieses hauptsächlich auf Grund der
Geschlechtsorgane aufgebaute System im Wesentlichen durchaus
natürlich ist, kommt der Gewißheit nahe. Bei dieser Sachlage
wirkt es verblüffend, wenn ein junger Zoologe darauf aufmerksam
macht „von welchem geringen Wert dieser Charakter ist“ (DITLEVSEN,
Studien an Oligochäten, p. 425). Es bedarf kaum der Erklärung,
daß dieser Satz lediglich auf der besonderen Methode DITLEvsEn’s
beruht. DiTLEvsen macht sich zunächst ein ganz falsches Bild von
dem Familien-Charakter der Tubificiden, indem er eine der höchst
spezialisierten Arten zum Vorbild nimmt („Tubifex tubifex, der das
Vorbild der Tubificiden ist* — 1. c. p. 405), und nun alle in Frage
kommenden Formen an dieser höchsten Spezialisierung mißt, ohne
die vermittelnden Glieder zu berücksichtigen. Ülitellio arenarius
(MuELL.) (LEUCKART) wäre z. B. ein sehr empfehlenswertes Studien-
Objekt gewesen. Wenn diese Form dem dänischen Zoologen auch
nur in einem Exemplar vorlag, so hätte er sich doch aus der
Bepparp’schen Beschreibung über diese Form orientieren können.
DitLevsen läßt bei seiner Beurteilung des Tubificiden-Charakters
ganz außer Acht, daß innerhalb des weiten Raumes einer Familie
doch recht weit reichende Entwicklungsreihen vertreten sein können,
daß die phyletisch älteren Formen der Familie sehr wohl Anklänge
an ältere Familien aufweisen mögen. Schon der Umstand, daß er
mit einer der angeblich aus der Familie der Tubificiden auszu-
scheidenden Gruppen (Gattung Monopylephorus ) nichts rechtes an-
zufangen wußte — ein Anschluß an die Enchyträiden war ja trotz
der Aehnlichkeit der Nephridien mit denen von Mesenchytraeus aus-
geschlossen — hätte DITLEVSEN von einem Beharren in seiner Methode
abbringen sollen. Für diese Gattung bliebe tatsächlich nichts anderes
als die Schaffung einer eigenen Familie übrig, Wie würden die
Diagnosen für diese Familien im DirLevsen’schen Sinne lauten?
Warum hat DITLEVsen nicht einmal versucht, eine Diagnose der
Familie Naididae incl. Ilyodrilus (Taupodrilus im modernsten Sinne,
siehe unten!) zu formulieren? Vielleicht wäre ihm bei diesem
Versuch die Haltlosigkeit seiner Familie Naididae zum Bewußtsein
gekommen. Mit irgend welchen Anklängen an phyletisch ältere
Familien in Folge von Rückbildung — und die Gattung Monopyle-
phorus macht mir ganz den Eindruck, als sei hier die einfachere
Organisation als Rückbildung zu erklären — darf nach DitTLevsen’s
Methode gar nicht gerechnet werden. Das aber ist gerade die
1) Vergl. Tu. ARLDT: Die Ausbreitung der terricolen Oligochäten im Laufe
der erdgeschichtlichen Entwicklung des Erdreliefs,
Zur Kenntnis der Tubificiden. 133
hohe systematische Bedeutung der Gonaden-Lage, daß sie (als an
und für sich für die Tiere durchaus belangloser Nummern-Charakter)
durch irgend welche äußeren und inneren Umstände, mögen sie
nun zu Rückbildungen oder zur Weiterentwicklung führen, im
Allgemeinen nicht beeinflußt wird. Selbst wo in Folge der kolossalen
Größen- bezw. Dickenzunahme der Tiere eine Zurückverlagerung
der Kopulationsorgane mit den Geschlechtsöffnungen notwendig
wird, wie bei den höheren Oligochäten, den Megascoleciden, Lum-
briciden ete., behalten die Gonaden ihre Lage im Vorderkörper bei
(nämlich im 10.—13. Segment), also nicht weiter vorn beginnend,
als bei den Tubificiden, Phreodriliden und Enchytraeiden). Die auf-
fallende, im Allgemeinen für die ganzen Familien oder Familiengruppen
zutreffende Konstanz dieses Charakters liegt wohl, abgesehen von der
oben erwähnten physiologischen Belanglosigkeit desselben, haupt-
sächlich mit an dem Ziffernmäßigen desselben. Eine allmähliche
Verschiebung der Gonaden ist nicht angängig; eine Veränderung
derselben ist nur sprungweise, von einen Segment auf ein anderes,
möglich. Eine Veränderung wird demnach hauptsächlich wohl in
Folge von Abnormitäten eintreten, und damit erklärt sich die
Seltenheit der Veränderung resp. die weit gehende Konstanz dieses
Charakters. Tatsächlich sind ja Ausnahmen von dieser Konstanz
innerhalb einer Familie vorhanden — DiTLEvsen erwähnt nur einen
Teil derselben — aber das ist doch durchaus kein triftiger Grund
zu einer Auflösung der durch die Gonaden-Anordnung recht einheit-
lich erscheinenden Familie der Tubificiden.
Von hoher systematischer Bedeutung innerhalb der Familie
der Tubificiden ist die Gestaltung des männlichen Ausführ-
apparates. Es sind besonders zwei bedeutsame Spezialisierungen
hervorzuheben, das Auftreten einer massigen Prostatadrüse und
das eines blindsackartigen Paratriums am Atrium. Dagegen ist
die feinere Struktur der Wandung des Atriums, die häufig
als Art-Merkmal, einmal sogar als Gattungs-Merkmal aufgeführt
wurde (so der Flimmerwimper-Besatz an der Innenseite der Atrial-
wand, der Besatz mit Drüsenzellen an ihrer Außenseite), systematisch
nicht verwertbar. Schon Store hat in seiner Monographie der
Tubificiden nachgewiesen, daß die histologischen Elemente der
Atrialwandung ihre Struktur im Laufe der Geschlechtsperiode
ändern. Eine systematisch wichtige Bildung ist ferner der Penis.
Der eigentliche Penis der Tubificiden ist zu unterscheiden von einem
Pseudo-Penis. Der eigentliche Penis ist ein doppelwandiger Kegel,
dessen innere Wand durch den Atrialschlauch, dessen äußere Wand
durch die vorgetriebene Körperwand gebildet wird. Diese beiden
Wandungen sind durch Bindegewebe fest zusammen gewachsen.
Dieser eigentliche Penis kann also nicht ausgeglättet werden, er
kann nur durch Bildung weiterer Hautduplikaturen in seinem Um-
kreis — Penisscheide! — eingezogen werden. Der Pseudo-Penis
andererseits entsteht durch Ausstülpung des einfach schlauchförmigen
distalen Endes des Atriums. Nach Wiedereinziehung glättet er sich
134 W. Michaelsen:
vollständig aus. Ein eigentlicher Penis findet sich hauptsächlich
bei allen höheren, mit massigen Prostatadrüsen ausgezeichneten
Tubifieiden, während die niederen Tubificiden ohne massige Prostata-
drüsen meist eines eigentlichen Penis entbehren. Die Gattung
Olitellio bildet einen Uebergang zwischen diesen beiden Gruppen.
Sie besitzt eigentliche Penisse bei einem Mangel von massigen
Prostatadrüsen. Die Natur des Penis bei der Gattung Heterodrilus
PIERANTONI (siehe unten!) ist fraglich.
Samentaschen: Von hoher systematischer Bedeutung ist es,
ob sich die Samentaschen bei der Empfängnis mit formlosen
Samenmassen füllen oder ob die Samentaschen nach der Begattung
Spermatophoren enthalten; das letztere findet sich bei den
höheren Tubificiden mit massigen Prostatadrüsen und außerdem bei
Clitellio, das erstere bei den meisten niederen Tubificiden ohne
massige Prostaten. Eine besondere Stellung nimmt die Gattung
Bothrioneurum ein, bei der Samentaschen ganz fehlen und dafür
Spermatophoren äußerlich an die Körperwand des begatteten Tieres
geheftet sind. Auch der Gattung Heterodrilus PIERANTONI sollen
Samentaschen fehlen. Doch möchte ich, bevor ich in eine Er-
örterung dieser Gattung eintrete, eine genauere Beschreibung
derselben abwarten. Es müßte vor allem der Verbleib der Samen-
massen bei der Begattung, eventuell das Vorhandensein von äußer-
lichen Spermataphoren, nachgewiesen werden. Erwünscht wäre
auch eine genauere Angabe über die Struktur des Penis. Nach
der Angabe PıERANToN!s, „Pene piccolo retrattile“, erscheint es
mir noch zweifelhaft, ob diese Gattung mit eigentlichen Penissen
oder mit Pseudo-Penissen ausgestattet ist.
Branchiura Sowerbyi Beddard.
Tafel III Fig. 1—6.
1892. Branchiura Sowerbyi BEDDARD, A New PBranchiate Oligochaete
(Branchiura Sowerbyi), p. 325, Pl. XIX.
Neuer Fundort: Hamburg, in einem Warmwasser-Bassin des
Botanischen Gartens (W. MICHARLSEN leg.).
Ein glücklicher Fund setzte mich in den Stand, mehrere
Exemplare dieser höchst interessanten Art zu untersuchen. Dieselbe
ist zuerst von BEDDARD im Victoria-regia-Bassin der Londoner
Botanical Gardens in Regents Park entdeckt worden. Vor kurzem
fand ich sie in ähnlicher Oertlichkeit im Hamburger Botanischen
Garten. Da, wie mir von berufener Seite mitgeteilt wurde, keine
solchen direkten Beziehungen zwischen dem Hamburger und dem
Londoner Garten existieren, die eine direkte Ueberführung dieses
Oligochäten erklärlich machen — der Austausch zwischen jenen
Gärten beschränkt sich angeblich auf trockene Materialien — so
darf wohl angenommen werden, daß dieses Tier von einem dritten
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 135
Orte in Hamburg eingeführt worden ist, daß es also wohl ein
weiter verbreiteter Gast in Botanischen Gärten sei.
Die von mir untersuchten Stücke stimmen, wenn wir vom
Geschlechtsapparat einstweilen absehen, im Wesentlichen mit den
BEDDArD’schen überein, doch muß ich erwähnen, daß ich am
Vorderkörper einzelne dorsale Hakenborsten fand, die fast gleich-
zinkig gegabelt waren, während allerdings meistens die obere
Gabelzinke der Hakenborsten beträchtlich kleiner ist als die untere,
wenn sie nicht ganz fehlt.
Eine bedeutsamere Abweichung von der BEppDArD’schen Be-
schreibung ergab jedoch die Untersuchung des männlichen Ausführ-
apparates der reifen Tiere. Es erscheint mir nicht ganz aus-
geschlossen, daß das BEDDARD’sche Untersuchungsobjekt trotz des
wohl ausgebildeten Gürtels und der offenbar schon erlittenen Em-
pfängnis — die Samentaschen erwiesen sich als mit Sperma gefüllt
— in Hinsicht auf den männlichen Geschlechtsapparat noch nicht
vollkommen ausgebildet war. Doch würde diese Annahme nur
einzelne der verschiedenen Abweichungen erklären. Vielleicht auch
hat sich BEDDARD in gewissen Hinsichten geirrt; denn auch der
als unentwickelt angesprochene männliche Ausführapparat der
BeppArp’schen Beschreibung läßt sich nicht ohne Weiteres mit
meinen Befunden vereinen. Keiner, der die Schwierigkeit der be-
treffenden Feststellungen bei unzureichendem Untersuchungsmaterial
kennt, wird dem verdienstvollen englischen Forscher aus einem
etwaigen Irrtum einen Vorwurf machen; mußte er sich doch auf
die Untersuchung eines einzigen reifen oder nahezu reifen Stückes
beschränken. Ich muß gestehen, daß auch ich nach Untersuchung
des ersten Exemplares nicht ins Klare über die betreffenden Ver-
hältnisse gekommen bin. Einige im Darm enthaltene Sandkörnchen
vereitelten den Versuch, dasselbe in eine gute Schnittserie zu zer-
legen. Erst ein zweites Exemplar ergab eine lückenlose Schnitt-
serie und setzt mich nun in den Stand, eine sichere Feststellung
zu liefern. Ich lasse zunächst eine genaue Beschreibung des
männlichen Ausführapparates folgen. Der männliche Ausführ-
apparat (Taf. IIl Fig. 5), ist viel komplizierter, als er sich nach
der Bepparp’schen Beschreibung darstellt. Betrachten wir zunächst
den distalen oder atrialen Teil: Die Ausmündung erscheint ganz
einfach. Ein einfacher Porus an Stelle der vollständig fehlenden
ventralen Borsten des 11. Segments führt in den distalen Teil des
Atriums (Fig. 3, 4, 5 dest. at.). Dieser distale Atrial-Teil ist voll-
ständig eingeschlossen in einen dünnwandigen Cölomsack von birn-
förmiger Gestalt. Dieser Cölomsack (Fig. 3, 4, 5 cs) erstreckt sich
frei und unabhängig von den Dissepimenten 10/11 und 11/12 (Fig. 5
ds 10/11, 11/12) durch die Leibeshöhle des 11. Segments vom
männlichen Porus gerade nach oben. Er ist ungefähr 600 w lang,
am dickeren proximalen Ende 250 « dick, am dünneren distalen
Ende ca. 100 « dick. Seine Wandung ist dünne, mit zarten
Muskelsträngen ausgestattet. Aehnliche Muskelstränge durchziehen
136 W. Michaelsen:
ihn in schrägen Richtungen; auch feine, verästelte Blutgefäße (Fig. 3,
4 bg.) verlaufen teils an der Innenseite seiner Wandung, teils frei
durch seinen Innenraum. Das distale engere Ende dieses Cölom-
sackes umschließt eng und fest das äußerste distale Ende des
Atriums. Der distale Teil des Atriums (Fig. 3, 4, 5 dist. at.) ist
ein ca. 600 « langer, im Allgemeinen 100 u dicker Schlauch, der
den Cölomsack frei durchzieht und dessen proximales Ende haken-
förmig umgebogen ist, so daß es nicht das proximale Ende des
ungefähr ebenso langen Cölomsackes erreicht; unterhalb dieser
Biegung ist er etwas, bis auf etwa 70 u, verengt. Dieser distale
Atrialteil besitzt eine äußerlich glatte, nackte, muskulöse Umhüllung;
seine Epithelschicht, die der Flimmerwimpern entbehrt, ist sehr
verschieden dick und bildet viele in das Lumen hineinragende
Längsfalten. Aus dem kuppelförmig gerundeten Ende des distalen
Atrialteiles entspringt in scharfem Absatz ein enger, zunächst ca.
30 u dicker Schlauch, der mittlere Atrialteil (Fig. 4 m. at.). Das
Lumen desselben ist verhältnismäßig weit und sein Epithel ist mit
Flimmerwimpern ausgestattet. Dieser engere mittlere Atrialteil be-
schreibt innerhalb des weiten proximalen Endes des Cölomsackes
mehrere unregelmäßige (aber, soweit ich es erkennen konnte, bei
den 4 näher untersuchten männlichen Ausführapparaten mindestens
annähernd gleich verlaufende) Windungen, um schließlich vorn
oben aus dem Cölomsack auszutreten. Schon bald nach dem
distalen Ende des mittleren Atrialteiles, nachdem er kaum !/, Kreis-
bogen der ersten Windung beschrieben hat, teilt sich sein Lumen
durch Bildung einer längsverlaufenden Scheidewand (Fig. 4). Diese
Teilung führt dann schnell zur Bildung eines besonderen Schlauches,
den wir als Paratrialschlauch bezeichnen wollen (Fig. 4, 5 p. at.),
und der zunächst noch ganz mit dem Atrialschlauch verwachsen
ist. Ein Querschnitt durch diesen Doppelschlauch — Atrialschlauch
plus Paratrialschlauch — zeigt in dieser Region noch einen kreis-
förmigen Umriß. Bald jedoch sondert sich der Paratrialschlauch
auch äußerlich vom Atrialschlauch, ohne sich aber von ihm zu
trennen. Ein Querschnitt durch den Doppelschlauch hat in diesem
weiteren Verlaufe einen biskuitförmigen Umriß (Fig. 4). Bei der
Absonderung des Paratrialschlauches verengt sich der Atrialschlauch
zunächst auf eine Dicke von etwa 20 w, um sich erst dicht vor
dem Austritt aus dem Cölomsack wieder auf etwa 27 u zu ver-
dicken. Der Paratrialschlauch ist in dem bisher geschilderten
distalen Teil — innerhalb des Cölomsackes, an den Atrialschlauch
angeschmiegt — dünner als der Atrialschlauch, etwa 10 w dick.
Sein Lumen ist sehr eng, kaum deutlich ausgeprägt. Flimmer-
wimpern konnten in ihm nicht erkannt werden und sind vermutlich
auch nicht vorhanden. Vor seinem Austritt aus dem Cölomsack
verdickt sich der Paratrialschlauch schnell auf eine Dicke von etwa
15 und schließlich 20 «. Erst bei diesem Austritt aus dem Cölom-
sack trennen sich der Atrialschlauch und der Paratrialschlauch von
einander (Fig. 5). Wir wollen zunächst den weiteren Verlauf des
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 137
letzteren verfolgen. Nach wenigen seichten und kurzen Schlängelungen
wendet er sich nach unten und dann nach hinten, um medial am
Cölomsack vorbeistreichend, und zugleich wieder etwas in die
Höhe biegend, in das folgende 12. Segment einzudringen, und
dasselbe zu durchziehen. Dabei ändert sich auch das Aussehen
und die Struktur des Paratrialschlauches. Es wird bald dicker
und bildet sich zu einem ca. 75 w dicken, hinten breit gerundet
endenden Blindschlauch um, der in ganzer Länge von einem dicken
Besatz von Drüsenzellen (Fig. 5, 1 d. pa.) umgeben ist. Mit Ein-
schluß dieses drüsigen Besatzes hat das Paratrium — als solches
möchte ich dieses Organ bezeichnen — eine Dicke von etwa 300 u.
Eine eigentümliche Umwandlung hat die Epithelschicht (Fig. 1, 5
e. pa.) des Paratriums erfahren. Ihre Zellen haben sich stark ver-
größert, zu relativ dicken Oylinderzellen umgewandelt, deren Körper
eine gleichmäßige ziemlich grobe, sich in Pikrokarmin ziemlich stark
färbende Granulation darstellt. Das Lumen des Paratriums (Fig. 1,
5 I. pa.) ist sehr stark verengt, fast bis zum Schwinden. Nur im
proximalen blinden Ende des Paratriums ist die innere Begrenzung
der Epithelzellen, und damit das Lumen dieses Organs, noch
scharf und deutlich, in den mehr distalen Partien sind die Zellen
nicht scharf gegen das hier undeutliche Lumen abgesetzt, an-
scheinend in Auflösung begriffen. Die Zellwände sind zwar überall
erkennbar, besonders im proximalen Blind-Ende, aber nicht scharf
ausgeprägt. Irgend welche Muskulatur war an und in dem Paratrium
nicht zu erkennen. Wenden wir uns nun zum Atrialschlauch zurück.
Auch dieser erweitert sich nach seinem Austritt aus dem Cölom-
sack (Fig. 5) schnell und stark, bis zu einer Dicke von schließlich
ca. 100 «, abgesehen von dem später zu besprechenden Drüsen-
besatz. Auch der Atrialschlauch wendet sich zunächst nach unten und
dann rückwärts, medial am Cölomsack vorbei in das 12. Segment
hinein, jedoch nicht ganz so weit wie das Paratrium (Fig. 5).
Seiner Struktur nach weicht dieser proximale Teil des Atriums
stark von dem Paratrium ab. Zwar ähnelt er dem letzteren in dem
dichten Besatz von Drüsenzellen (Fig. 5, 6 d. at.), die wenigstens
annähernd denen des Paratriums gleichen. Nur durch eine sehr
wenig hellere Färbung unterscheiden sie sich im Pikrokarmin-Präparat
von den letzteren. Die hauptsächlichsten Strukturunterschiede zwischen
Paratrium und Atrium finden sich in den inneren Schichten. Die
Epithelschicht des Atriums (Fig. 5, 6 e. at.) besteht aus langen,
schmalen Cylinderzellen mit deutlichen Wandungen und einem aller-
dings sehr undeutlichen inneren Besatz von Flimmerwimpern. Die-
selben erscheinen im erweiterten proximalen Teil des Atriums spär-
licher und undeutlicher als im mittleren engen Atrialteil. Das
Lumen ist deutlich begrenzt und mäßig weit (Fig.5, 6 1. «t.).
Dann kommt eine zwar nicht sehr dicke, aber deutliche Ring-
muskelschicht (Fig. 6 m.). Das proximale Ende des Atriums ist
breit gerundet. Den proximalen Teil des männlichen Ausführ-
apparates und seinen Zusammenhang mit dem geschilderten Atrial-
138 W. Michaelsen:
teil betrachten wir am besten in umgekehrter Richtung, vom inneren
Ende ausgehend. Ventral vor dem Dissepiment 10/11 im 10. Segment
liegt der große, in vielen Falten vorragende, an der Hinterseite
mit Dissepiment 10/11 verwachsene Samentrichter (Fig.5 s.). Das
Dissepiment 10/11 nach hinten hin durchbohrend, geht derselbe in
einen zunächst ca. 50 « dieken, mit Flimmerwimpern ausgestatteten
Samenleiter (Fig. 5 s.) über. Dieser Samenleiter ist mäßig lang,
nach ziemlich unzureichender Schätzung an der Schnittserie etwa
1000 #. Er beschreibt einige unregelmäßige, aber nicht sehr weit
ausholende Schlängelungen. In seinem weiteren Verlauf distalwärts
nimmt er an Dicke ab, so daß er schließlich nur eine Dicke von
etwa 25 u aufweist. Dieses dünne distale Ende des Samenleiters
tritt, die Drüsenzellenschicht des Atriums durchsetzend, etwas
unterhalb des gerundeten proximalen Endes des Atriums in dieses ein
(Fig. 6 sl.). Er mündet jedoch nieht direkt in das Lumen desselben
ein, sondern zieht sich als enger, mit Flimmerwimpern ausgestatteter
Kanal innerhalb der epithelialen Wandung des Atriums bis an
dessen äußerstes proximales Ende hin, um erst hier in das Atrium
einzumünden (Fig. 6).
Erörtern wir nun den morphologischen Wert der verschiedenen
Teile dieses männlichen Ausführapparates. Der Einheitlichkeit wegen
habe ich, das Resultat dieser Erörterung vorwegnehmend, schon in
der obigen Beschreibung diese verschiedenen Teile unter den Be-
zeichnungen aufgeführt, die ihnen meiner Ansicht nach zukommen.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß wir den kontinuierlichen
Kanal vom Samentrichter bis zur Ausmündung durch den männlichen
Porus als Samenleiter plus Atrium anzusprechen haben. Es ist
ferner nicht zweifelhaft, das wir als Samenleiter jenen einfachen,
engen Schlauch vom Samentrichter bis zum Eintritt in den dicken,
muskulösen, mit dickem Drüsenbesatz ausgestatteten Schlauch, und
diesen letzteren von diesem Punkte an bis zum männlichen Porus
als Atrium ansehen müssen. Das Atrium besteht demnach aus drei
verschiedenen Teilen, dem proximalen dicken Drüsenteil, der auch
als Atrialkammer bezeichnet werden kann, dem mittleren, eng
schlauchförmigen Teil und dem distalen, diek schlauchförmigen
Ausmündungs-Ende. Von dem mittleren, eng schlauchförmigen
Teil des Atriums zweigt sich ein Drüsenapparat ab, der im
großen Ganzen einen Blindsack repräsentiert. Als Homologon
für diesen Blindanhang am Atrium stellt sich bei anderen Tubifieiden
zunächst das sogenannte Paratrium von Bothrioneurum dar. Daß
dieses letztere verhältnismäßig viel weniger umfangreich ist, und
daß sich sein Drüsenbesatz auf einen viel geringeren Teil des
blinden Endes beschränkt, kanu nicht gegen die Berechtigung dieser
Homologisierung angeführt werden. Diese Unterschiede sind durch-
aus unwesentlich. Ich glaube deshalb dieses Drüsenorgan mit Recht
als Paratrium bezeichnen zu dürfen. Es ist aber die Frage, ob sich
bei den Tubificiden sonst noch Organe finden, die als homolog
diesem Paratrium angesehen werden könnten. Man könnte etwa
Zur Kenntnis der Tubificiden, 139
die massige Prostatadrüsen von Tubifer und Verwandten als Homo-
logon eines solchen Paratriums ansehen, aus einem solchen Paratrium
entstanden durch Auflösung der Epithelschicht und Verlust des
Lumens, wie es bei Branchiura Sowerbyi fast schon vorbereitet
erscheint. Es ist aber bis jetzt kein genügender Grund für eine
solche Annahme vorhanden. Man kann ebensowohl jene massige
Tubifer-Prostata als Homologon des Besatzes von Drüsenzellen
direkt am Atrium ansehen, der ja auch bei Branchiura Sowerbyi
noch neben dem Paratrium erhalten ist. Der Vergleich mit
Telmatodrilus, bei dem eine größere Zahl derartiger Prostatadrüsen
auftritt, scheint mir eher dafür zu sprechen, daß diese Prostata-
drüsen nur eine Lokalisierung des ursprünglich über den ganzen
rue Atrialteil, die sogenannte Atrialkammer, ausgebreiteten
esatzes von Drüsenzellen sind, eine Lokalisierung, die unter Ver-
größerung und Zusammenstellung dieser Drüsenzellen schließlich
zur Bildung der einzigen gesonderten T’ubifex-Prostatadrüse führte.
Es erübrigt noch, meine Befunde im Einzelnen mit denen
BEDDARD’s zu vergleichen. Auch bei Beovarv findet sich an dem
einen kontinuierlichen Kanal: „Samenleiter plus Atrium“ ein mit
Drüsenbesatz ausgestatteter Blindanhang (l. c. Pl. XIX Fig. 12 Ar).
Es liegt nahe, diesen Blindsack dem von mir gefundenen ee
gleich zu achten. Es ergäbe dann eine Fortführung dieses Ver-
leiches, daß der von BeppArn als Vas deferens bezeichnete Teil
( c. Fig. 12 Vd) dem proximalen Teil des Atriums plus Samen-
eiter bei meinem Untersuchungsmaterial entspräche. Diese An-
nahme würde zur Voraussetzung haben, daß Benparn’s Objekt sich
noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befände, daß bei
ihm der proximale Teil des Atriums (nach Bevvarp der distale
Teil des Vas deferens) noch nicht jene starke Erweiterung und
Drüsen-Ausstattung erlangt hätte, wie bei meinem Exemplar, daß
sich dieser Teil des Atriums beim Londoner Stück noch gar nicht
vom eigentlichen Samenleiter oder Vas deferens unterschiede.
Uebereinstimmung mit dieser Annahme wäre sicherlich die Kürze
der verschiedenen Atrialteile, besonders des mittleren, eng schlauch-
förmigen, und ferner der Umstand, daß sich der Cölomsack bei
Beovarv’s Stück noch nicht so weit ausgebildet hat wie bei dem
Hamburger Stück. Angedeutet ist die Bildung des Cölomsackes
übrigens schon in der Bepparp’schen Abbildung, und zwar als
schmaler Spaltraum zwischen dem distalen Atrialteil, dem „petrusible
penis“, und dem ihn umhüllenden Sack, der „muscular sheath“
(1. e. Fig. 12 b). Es sprechen aber verschiedene Umstände gegen
die Annahme, daß der männliche Ausführapparat der BevpArp’schen
Schilderung lediglich als jüngeres Stadium des von mir oben ge-
schilderten aufzufassen sei. Vor allem ist kaum anzunehmen, daß
der proximale Teil des Atriums noch keine Spur einer Differenzierung
vom Samenleiter aufweise, während das Paratrium (BEDpARrDv’s
Atrium) schon so weit ausgebildet sei. Dann auch will mir über-
haupt die Identität zwischen diesem Atrium der BEppArp’schen
140 W. Michaelsen:
Beschreibung und dem Paratrium meines Befundes nicht einleuchten.
In seiner Struktur gleicht jenes durchaus dem Atrium meines Be-
fundes mit seiner Muskelschicht, dem klarzelligen Cylinder-Epithel
und der Flimmerwimperung, dagegen gar nicht dem oben ge-
schilderten Paratrium. Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren,
daß BEDDARD sich geirrt hat, daß er in Folge der Unzulänglichkeit
seines Materials, eines einzigen Stückes mit Geschlechtsorganen, das
Paratrium ganz übersehen, und die durchaus nicht leicht feststellbare
Beziehung des Samenleiters zum Atrium mißverstanden habe. Zumal
das Uebersehen des Paratriums ist nur zu leicht erklärlich, ist doch
sein Drüsenbesatz so fest an den des Atriums angepreßt und
letzterem so ähnlich, daß beide leicht für Teile eines und desselben
Organs gehalten werden könnten.
Es muß noch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, ob
nicht BEDDARD und mir überhaupt verschiedene Arten mit ver-
schiedenen männlichen Geschlechtsapparaten vorgelegen haben.
Ich glaube jedoch nicht an diese Lösung der Differenzpunkte.
Die Unterschiede in den Beschreibungen erscheinen so wesentlicher
Natur, daß man eine verschiedene Gattungszugehörigkeit aus ihnen
folgern müßte, falls man ihre Tatsächlichkeit annehmen wollte. Nun
kommt allerdings hinzu, daß auch die Samentaschen der Londoner
und der Hamburger Stücke nicht vollständig übereinzustimmen
scheinen. Nach BEDDARD sind die Samentaschen seines Stückes
„more or less pear-shaped, narrowing towards the external opening“.
Für die Samentaschen der Hamburger Stücke (Fig. 2) trifft diese
Beschreibung nicht zu. Bei diesen findet sich, und zwar bei allen
4 Samentaschen der beiden untersuchten Stücke, ein scharf aus-
geprägter, lang cylindrischer Ausführgang (ungefähr 300 u lang
und 70 „ dick) und eine scharf abgesetzte, annähernd kugelige,
stets etwas nach vorn übergebeugte Ampulle, so daß die Gestalt
der ganzen Samentasche als retortenförmig, keineswegs aber als
birnförmig, bezeichnet werden kann. Für den Fall, daß es sich
bei Nachuntersuchung von Stücken der Londoner Kolonie heraus-
stellen sollte, daß doch ein wesentlicherer Unterschied zwischen
diesen und den Hamburger Stücken besteht, daß also die letzteren
artlich abgesondert werden müssen, schlage ich für die Hamburger
Form den Namen Branchiura hammoniensis vor.
Was nun die verwandtschaftlichen Beziehungen der Branchiura
Sowerbyi (bezw. der B. Sowerbyi und B. hummoniensis) anbetrifft,
so ist es klar, daß nach den obigen Untersuchungen eine generische
Vereinigung mit (Ilyodrilus) coccineus (VEJD.), wie ich sie früher
befürwortet habe, nicht mehr aufrecht erhalten bleiben kann. (Die
Benennung dieser letzteren Art wird später unter Taupodrilus
coecineus erörtert werden). Die Gattung Branchiura im jetzigen
engeren Sinne ist zweifellos näher verwandt mit der Gattung
Bothrioneurum StoLc. Von dieser Gattung ist sie im Wesentlichen
lediglich durch den Besitz von Kiemen unterschieden, nachdem
BEDDARD einen Bothrioneurum ohne Penialborsten, B. americanum,
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 141
dieser Gattung zugeordnet hat. Ob der Besitz von Kiemen aus-
schlaggebend für die generische Absonderung der betreffenden
Arten sein darf, will mir zweifelhaft erscheinen. Wir kennen ver-
schiedene Gattungen, bei denen einzelne Arten Kiemen besitzen,
andere nicht, ohne daß je an eine generische Sonderung der
ersteren gedacht worden ist, so Alma und Phreodrilus. Die Kiemen
der Branchiura sind ja nichts anderes als einfache Ausstülpungen
der Hypodermis, in die eine Schleife des integumentalen Blutgefäß-
Netzes mit hineingezogen ist. Das sind keine Bildungen von
morphologisch sehr bedeutsamem Charakter. Ich verschiebe eine
endgültige Feststellung über die generischen Verhältnisse dieser
Tubifieiden-Gruppe auf später, da ich sie nicht vor eingehenden
eigenen Untersuchungen an echten Bothrioneurum-Arten ausführen
möchte. Für die nahe Verwandtschaft zwischen Branchiura und
Bothrioneurum scheint übrigens auch die geographische Verbreitung
zu sprechen. Dranchiura ist wahrscheinlich ursprünglich ein Be-
wohner tropischen Gebietes, dafür spricht sein Vorkommen lediglich
in Warmwasser-Bassins botanischer Gärten. Während nun die
Familie der Tubificiden im Allgemeinen eine eircummundane Ver-
breitung in der nördlichen gemäßigten und borealen Zone aufweist
(abgesehen von dem Kosmopoliten Taupodrilus coceineus, dem sehr
zweifelhaften Limnodrilus ohne Geschechtsorgane von Neuseeland
und etwaigen marinen Arten, wie (litellio Abjornsen! MICHLSN),
geht die Gattung Bothrioneurum in verschiedenen Linien bis in die
Tropen hinein (B. iris BEpparp von der Malayischen Halbinsel)
oder gar über sie hinweg (B. americanum BEDDARD von Buenos
Aires in Argentinien).
Taupodrilus coccineus (Vejd.).
1870. Tubifex rivulorum (part.), Mac IntTos#, On some points in the structure
of Tubifex, p. 253.
1875. Tubifex coccineus VEJDOVSKY, Beiträge zur Oligochaetenfauna Böhmens,
p- 193.
1884, Tubifex rivulorum var. coccineus, VEJDOVSKY, System und Morphologie der
Oligochaeten, p. 46.
1885. Ilyodrilus coceineus, SToLc, Vorläufiger Bericht über Ilyodrilus coceineus
Veyd., p. 638 und p. 656.
1886. Ilyodrilus coccineus, „ÖTOLC, Prehled £eskych Tubifieidu, p. 642.
1888. Ilyodrilus coceineus, SToLc, Monografie Ceskych Tubifieidu, p. 38, T. 1,
Fig. 1,2, T. 2 Fig. 1—4, 7, 8, T.3 Fig. 1—3, T. 4 Fig. 4, 5, 12, 13e, 13d.
1895. Ilyodrilus eoccineus, BEDDARD, A Monograph of the Order of Oligochaeta,
. 266.
1900. mh coceinea, MICHAELSEN, Oligochaeta; in Tierreich, Lief. 10, p. 40.
1903. Branchiura coccinea, MICHAELSEN, Hamburgische Elbuntersuchung IV,
Oligochaeten, p. 187, Taf. Fig. 8.
142 W. Michaelsen:
1904. Taupodrilus simplex BENHAM, On some new Species of Aquatic Oligochaeta
from New Zealand, p. 209, Pl. XXIV Fig. 1—9.
1904. Ilyodrilus coceineus, DITLEVSEN, Studien an Oligochäten, p. 408, Taf. XVI
Fig.2 D—F.
1905. Branchiura coccinea, * simplex, var. MICHAELSEN, Die Oligochaeten der
Deutschen Südpolar-Expedition 1901—1903, p. 7.
Die Geschichte der Synonymie dieser Art ist eine der kom-
pliziertesten in der Öligochäten-Kunde. Anfangs von Mac IntosH
und VEJDovsky mit dem Typus der Gattung Tubifex, T. tubifex
(MvErL.) (T. rivulorum Lam.), zusammen gestellt, wurde sie 1866
von StoLc aus diesem unnatürlichen Verbande gelöst. Aber SroLc
brachte dabei ein anderes Moment der Verwirrung in die systematische
Bewertung dieser Art, insofern er sie mit Ilyodrilus fragilis EISEN
identificierte und sie dementsprechend in die Gattung Ilyodrilus
stellte, /. fragilis besitzt, wie auch die beiden anderen Ilyodrilus-
Arten Eısen’s und wie der echte europäische Ilyodrilus (I. hammo-
niensis MICHLSN) eine massige, gesonderte T’ubifex-Prostatadrüse,
gehört also in eine ganz andere Gruppe der Tubificiden als jene
Art „coccineus“. Dieser Irrtum StoLo’s wurde leider von BEDDARD
in seiner Monographie der Oligochäten fixiert, trotzdem er wohl
erkannte, dab die Ilyodrilus-Arten Eısen’s in keiner näheren Ver-
wandtschaft zur Art „coceineus“ stehen. Er nahm die Eısen’schen
Ilyodrilus-Arten, also auch den Typus der Gattung, aus der Gattung
heraus und behielt den Namen Ilyodrilus nur für die Art „coccineus“
bei. Welchen Nomenklatur-Regeln man auch folgen will, den
modernen oder den alten, dieses Vorgehen ist auf keine Weise zu
rechtfertigen. Selbst wenn man die Eısev’sche Gattung Ilyodrilus
nicht für genügend begründet hielte — wie ich später nachwies,
ist sie gut charakterisiert und muß für ihre ursprünglichen Arten
mit dem Typus aufrecht erhalten bleiben —, so dürfte doch nicht
dieser Gattungsname für eine ganz andere Form verwandt werden.
Tubifieiden ohne massige Tubifex-Prostatadrüsen dürfen nie als
Ilyodrilus bezeichnet werden. BEDDARD hätte für die Art „coccineus“
einen neuen Gattungsnamen feststellen müssen. In Anbetracht
dieser Verhältnisse nahm ich 1900 die Art „coccineus“ aus der
Gattung Ilyodrilus, deren Diagnose ich lediglich nach Berücksichtigung
der drei Eısen’schen Arten formulierte, heraus, und vereinte sie
generisch mit Dranchiura Sowerbyi BEpparn. Nach der Be-
schreibung BEDDARD’s mußte angenommen werden, daß die Art
„coccineus“ in Bezug auf den männlichen Geschlechtsapparat im
Wesentlichen mit Dranchiura Sowerbyi übereinstimmte, eine An-
nahme, die sich allerdings kürzlich als irrtümlich herausstellte.
Da ich den übrigen Unterschieden, dem Vorhandensein oder Fehlen
von Kiemen bezw. von Geschlechtsborsten, keine generische Be-
deutung beimessen konnte, so erschien mir jene Zuordnung der
Art „coccineus* zur Gattung Branchiura gerechtfertigt. Im Jahre
1904 hob dann DiTLEVsEN diese Vereinigung mit Branchiura wieder
Zur Kenntnis der Tubificiden. 143
auf, wie sich später herausstellte, mit Recht, aber unter einer Be-
gründung, deren Stichhaltigkeit ich (l. c. 1905) nicht anerkennen
konnte. Zugleich fiel Drruevsen in den alten Srorc’schen und
BEpDarD’schen Irrtum zurück, indem er den Gattungsnamen Ilyodrilus
wieder für die Art coccineus anwandte. DITLEVSEN verwirrte die
Sachlage noch mehr, indem er nun diese Gattung und Art aus dem
Verbande der Tubificiden löste und zur Familie der Naididen
stellte. Ich glaube, daß wir in Bezug auf diesen Vorschlag
Dittevsen’s zur Tagesordnung übergehen können. Ich habe die
Unhaltbarkeit der Zuordnung der Art „coccineus“ zur Familie der
Naididen oben genügend klar gestellt. Als Synonym der Art
„eoccineus“, die sich als eine weltweit verbreitete Art herausstellte,
muß auch BexuAam’s Taupodrilus simplex von Neuseeland gestellt
werden. BENHAM war so liebenswürdig, mir zwei typische Stücke
dieser Art zur Verfügung zu stellen. Ich kann nach Untersuchung
derselben BrxHaum’s Angaben im Allgemeinen bestätigen, muß aber
zugleich meine früher (l. c. 1905 p. 7) geäußerte Ansicht aufrecht
erhalten, die Ansicht nämlich, daß die anscheinenden Unterschiede
zwischen Tlaupodrilus simplex und der Art coceineus lediglich auf
verschiedenen geschlechtlichen Zuständen beruht. Schon SroLc hat
in seiner Monographie der Tubifieiden (l. e. 1888, p. 29) darauf
hingewiesen, daß die histologische Beschaffenheit gewisser Zell-
schichten des Atriums während verschiedener geschlechtlicher Zu-
stände sehr verschieden aussieht, daß sich die einfachen Zellen der
Epithelschicht während der Periode geschlechtlicher Tätigkeit in
Drüsenzellen umwandeln, und daß auch ihre Flimmerwimpern un-
deutlich werden. Ich glaube, daß die Befunde an Taupodrilus
simplex lediglich dartun, daß auch der äußere Besatz von Drüsen-
zellen nur zeitweilig zur Ausbildung gelangt, in gewissen Perioden
dagegen schwindet. Es ist noch die Gestalt der ventralen Borsten
zu erörtern. Nach BenHan sollen dieselben bei seiner neusee-
ländischen Form kleine Mittelzähnchen zwischen den äußeren Gabel-
zinken besitzen. Ich habe diese Mittelzähnchen an keiner der von
mir an einem typischen Stück untersuchten ventralen Borsten
deutlich sehen können. Diejenigen Borsten, die rein waren und
klar zur Anschauung kamen, besaßen jedenfalls keine Mittelzähnchen.
An einigen unreinen, mit kleinen Schmutzpartikelchen behafteten
Borsten glaubte ich dagegen feine Mittelzähnchen zu sehen. Es
liegt nahe, hier an eine optische Täuschung in Folge der an-
haftenden Schmutzpartikelchen zu denken. Andererseits aber muß
noch bedacht werden, ob nicht gerade die etwaigen Mittelzähnchen
das Anhaften der Schmutzpartikelchen hervorrufen, daß also gerade
die Borsten mit feinen Mittelzähnchen sich leicht mit Schmutz-
partikelchen behaften. Vielleicht liegt hierin gerade die Bedeutung
dieser komplizierten Gestaltung des distalen Borsten-Endes. Ich
will hier nur noch daran erinnern, daß auch bei 7. Korotnepfü
(MicHELsN) und 7. multispinus (MIiCHELSN) die ventralen Borsten
144 W. Michaelsen:
nicht einfach gegabelt, sondern mit Spreiten versehen sind, die als
Homologon der Mittelzähnchen angesehen werden müssen.
Durch den BexHaAm’schen Taupodrilus simplex gewinnen wir
endlich einen eindeutigen Gattungsnamen für die Art coccineus und
ihre Gattungsgenossen. Es wäre allerdings möglich, daß später
der BRETSCHER’sche Gattungsname Rhyacodrilus, der älter ist, an
seine Stelle gesetzt werden müsse. Einstweilen aber ist der Typus
dieser Gattung, R. faleiformis, als species inquirenda zu bezeichnen,
die nur deshalb keine species spuria ist, weil immerhin die Möglichkeit
besteht, daß sich ihr Autor noch zu einer ausführlicheren Be-
schreibung aufschwinge.
Taupodrilus palustris (Ditlevsen).
Tafel IIL Fig. 7, 8.
1904. Ilyodrilus palustris DITLEVSEN, Studien an Oligochaeten, p. 408.
1905. Branchiura coceinea var. inaequalis Michaelsen, Die Oligochaeten des
Baikal-Sees, p. 10.
1905. Branchiura coccinea var. palustris, Michaelsen, Die Oligochaeten der
Deutschen Südpolar-Expedition 1901—1903, p. 9.
Zur Klarstellung des Verhältnisses dieser Form zu ihren Ver-
wandten opferte ich noch ein Exemplar des wertvollen, leider
nicht besonders gut konservierten Materials vom Baikal-See. Eine
über Erwarten gut ausgefallene Schnittserie offenbarte einen eigen-
tümlichen Charakter; derselbe ist zweifellos bedeutsam genug, um
eine artliche Absonderung dieser Form von 7". coceineus, dem ich
sie früher als Varietät unterordnete, zu rechtfertigen. Dieser
Charakter beruht auf der Gestaltung der Samentaschen. Die-
selben unterscheiden sich von denen des 7. coccineus nicht nur
durch ihren längeren, dünneren, wenn auch nur kleinen Ausführ-
gang (Die Samentaschen von 7. coccineus erscheinen fast sitzend,
mit kurzem, dickem Ausführgang), sondern hauptsächlich durch
den Besitz eines Divertikels an der Ampulle. Die Ampulle (Fig. 7,
8 ap) ist annähernd kugelig.. Von ihrer distalen Seite ziemlich
dicht neben dem Ursprunge des Ausführganges (Fig. 7 ag) hebt
sich ein kleines, sackförmiges Divertikel (Fig. 7 dv) ab, das sich
proximalwärts verengt. Das Divertikel ist sitzend, ungestielt, und
mündet durch eine verhältnismässig weite Oeffnung in die Ampulle
ein. Die formlosen Samenballen der Ampulle ragen in dieses
Divertikel hineim und füllen es fast ganz aus. Die Wandung des
Divertikels ist wie die Wandung der Ampulle im Umkreise des
Ausführgang-Ursprunges dicker als die Wandung der Ampulle
im Allgemeinen, und weist unregelmäßige, in das Lumen ein-
springende Falten auf, wie auch jene distale Partie der Ampullen-
Wandung; während die übrigen Teile der Ampullen-Wandung dünn
und glatt sind. Proximalwärts sich verengend, geht das Divertikel
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 145
in einen kurzen, dünnen Schlauch (Fig. 8 dv) über, der zwischen
die Chloragogenzellen des Oesophagus (Fig. 8 chl.) tritt. Es ist
mir durchaus nicht zweifelhaft, daß dieser schlauchförmige Fortsatz
des Ampullen-Divertikels in den Oesophagus eintritt, und so eine
Kommunikation zwischen Samentasche und Darm bildet, wie wir
sie bei so vielen Oligochäten nachweisen konnten. Doch ist es mir
nicht möglich gewesen, diese Kommunikation an dem vorliegenden
Präparat sicher nachzuweisen. Fig. 7 und 8 der Tafel III stellen
zwei Schnitte durch die Ampulle und ihr Divertikel dar. In Fig. 7
ist die Einmündung des Divertikels in die Ampulle getroffen, sowie
die Verdickung der Ampullenwand im Umkreis des Ausführgang-
Ursprunges. Fig. 8 zeigt dagegen einen Schnitt, der die verengte
proximale Partie des Divertikels ziemlich dicht vor seinem Herantritt
an die Oesophagus-Wandung getroffen hat. Die im Umkreise des
Divertikelschlauches abgebildeten Chloragogenzellen deuten auf die
Nähe der eigentlichen Oesophagus-Wandung hin. Es ist dies nicht
das erste Mal, daß eine solche Kommunikations-Vorrichtung bei
einer Art dieser Gattung gesehen worden ist; doch ist ihre Natur
bisher nicht erkannt worden. Pıscver fand nämlich bei seinem
T. lemani (Rhyacodrilus lemani PıGuET) einen Anhang an gleicher
Stelle der Samentasche (Oligochetes de la Suisse francaise, p. 399 und
Textfig. c). Er bezeichnet denselben als „glande annexe arrondie*;
doch ist es zweifellos, daß wir es auch hier mit einem Kommunikations-
Divertikel zu tun haben. Daß PısvEr die schlauchförmige Fort-
setzung dieses Divertikels nicht erkannte, ist nicht zu verwundern,
da ihm nur ein Balsam-Präparat zur Untersuchung vorlag, und
da der zwischen den Chloragogenzellen verschwindende Schlauch
schon an und für sich schwer zu erkennen, wohl nur an Schnitt-
serien nachzuweisen ist. Es darf wohl aus dieser gemeinsamen
Organisation geschlossen werden, dab 7. palustris und T. lemani
nahe verwandte Formen sind. Es liegt der Gedanke nahe, daß
auch andere Arten dieser Gattung ein derartiges Kommunikations-
Divertikel der Samentasche besitzen mögen. Leider konnte ich nur
T. coccineus und T'. Korotneffi daraufhin untersuchen. Das Resultat
dieser Untersuchung war ein negatives. Es ließ sich an Schnitt-
serien durch je ein Exemplar dieser Arten keine Spur einer
Divertikel-Bildung erkennen. Zwar legt sich die proximale Partie
der Samentaschen bei 7. coccineus fach und ziemlich fest an den
Oesophagus an, doch schien eine Kommunikation nicht eingetreten
zu sein. Auch zeigen herauspräparirte Samentaschen dieser Art
keine Andeutung einer solchen, die doch mindestens in einer Zer-
reißung der Divertikelwandung zum Ausdruck kommen müßte.
Zur Charakteristik der Art ist noch zu bemerken, daß die
Ausstattung mit Haarborsten noch etwas mehr schwankt, als ich
in meiner Beschreibung der Baikal-See-Tiere angegeben habe. Ich
fand neuerdings ein Exemplar, an dem die dorsalen Bündel von
4 Segmenten Haarborsten enthielten. Es finden sich also Haar-
borsten am 2. und 3. oder am 2., 3. und 4. oder auch am 2., 3.,
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.1. 10
146 W. Michaelsen:
4. und 5. Segment. Diese Haarborsten stehen fast konstant zu
zweien in einem Bündel (neben den Hakenborsten), einer gleich-
mäßig langen und einer beträchtlich kürzeren, deren Länge aber
sehr verschieden ist.
Die Penialborsten stehen zu mehreren im Bündel. Sie sind
deutlich dicker, aber kaum länger als die normalen Borsten, nämlich
ungefähr 0,1 mm lang und im Maximum 5 « dick (gegen eine
Länge von ca. 0,1 mm und eine maximale Dicke von etwa 3!/, w
der normalen Borsten). Das distale Ende der Penialborsten ist
einfach spitzig, sehr schwach sichelförmig gebogen, an der Konkav-
seite abgeflacht.
Taupodrilus lemani (Piguet).
21901. Rhyacodrilus falciformis BRETSCHER, Beobachtungen über Oligochaeten
der Schweiz, p. 205, Pl. 14 Fig. 4, 5,
21903. Rhyacodrilus faleiformis, BRETSCHER, Beobachtungen über die Oligo-
chaeten der Schweiz, VII Folge, p. 13, Pl.1 Fig. 2, 3.
21904. Ilyodrilus filiformis DITLEVSEN, Studien an Oligochaeten, p. 408, Taf. XVI
Fig. 3—5.
1906. Rhyacodrilus lemani PIGVET, Oligochetes de la Suisse frangaise, p. 397,
Textf a—c.
Neuer Fundort: Niederelbgebiet, Wittenbergen unter-
halb Blankenese, im sandigen Grund klarer Quellen im alluvialen
Vorlande der Elbe; W. MIcCHAELSEN leg.
Durch den Fund eines einzigen Exemplars kann ich das Vor-
kommen dieser Art im Niederelbgebiet feststellen. Leider war das
Exemplar, als ich es zu Gesicht bekam, schon abgestorben und
halb verdorben, so daß ich an dem dann hergestellten Präparat
nicht viel mehr erkennen konnte als PıguEr an dem seinigen. Das
norddeutsche Stück ist etwas kleiner als das schweizer Original-
stück, nämlich nur ca. 8 mm lang bei einer Segmentzahl von 48.
(Das nicht ganz vollständige Original war (wenig?) größer als 9 mm
und hatte mehr als 36 Segmente).
Ich erwähne nur, dab die Penialborsten nicht nur in der Ge-
stalt, sondern auch in der Größe fast genau mit denen des PısurT’schen
Stückes übereinstimmen. Sie sind 116 «lang und 14 w dick (gegen
124 u bezw. 13 «4 beim Originalstück).
Die obige Synonymie-Liste umfaßt drei als selbständig be-
schriebene Arten, die wahrscheinlich nahe verwandt mit einander
sind, vielleicht aber auch als Varietäten einer variablen Art
angesehen werden müssen. Bei der Unvollständigkeit der Be-
schreibungen von Rhyacodrilus faleiformis BRETRCHER und Ilyodrilus
fliformis DITLEVSEN ist ein sicheres Urteil über die Beziehungen
zwischen diesen drei Formen zur Zeit nicht zu fällen. Nur
Rhyacodrilus lemani PıiGVET entspricht den Anforderungen, die man
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 147
an eine gute Art-Beschreibung stellen darf, trotzdem gerade diese
Art ihrem Autor nur in sehr unzureichendem Material, einem einzigen
Balsam-Präparat, vorlag.
Taupodrilus lemani (PıGvErT) steht zweifellos dem 7. palustris
(DITLEVSEN) sehr nahe. Er hat mit diesem das eigentümliche
Kommunikations - Divertikel an der Ampulle der Samentasche
(PısvEer’s „glande annexe“) gemein (siehe oben, unter 7. palustris).
Er unterscheidet sich von dieser nahe verwandten Art unter
anderem dadurch, daß ihm die Haarborsten gänzlich fehlen,
während sie bei jener Art noch an einigen wenigen (2—4) Segmenten
erhalten geblieben sind, und ferner durch die beträchtliche Größe
der Penialborsten.
Soweit man aus den unzulänglichen Beschreibungen von
Rhyacodrilus faleiformis und Ilyodrilus filifermis ersehen kann, die
ebenfalls der Haarborsten entbehren sollen, unterscheiden sich auch
diese durch eine geringere Größe der Penialborsten von Taupodrilus
lemanı. Was zunächst Rhacodrilus faleiformis anbetrifft, so sollen
bei dieser Form die Geschlechtsborsten etwa doppelt so dick wie
die normalen Borsten sein, während sie bei T'aupodrilus lemani
sechsmal so dick sind. Ein fragliches Moment bei der BRETSCHER’schen
Form bildet noch die Lage der Geschlechtsorgane, die hier um ein
Segment weiter vorn liegen sollen als es für die Tubificiden normal
ist. Hier liegt wohl nur ein Versehen BRETSCHER’s vor. Das
1. Segment pflegt bei Taupodrilus sehr kurz zu sein und mag
leicht übersehen werden. Die Gestalt der Samentaschen von
Rhyacodrilus faleiformis (l. ce. 1903 Pl.1 Fig. 25) erinnert mehr
an die von Taupodrilus coccineus als an die von 7. lemani; eine
klare Vorstellung von der wirklichen Gestalt der Samentasche
kann man sich aber nach der BrETSCHEr’schen Zeichnung, bei der
eigentümlicherweise das Lumen des Ausführganges gar nicht mit
dem Lumen der Ampulle in Kommunikation steht, nicht machen.
Auch mit der Angabe über die Gestalt der Gabelborsten, die „von
der gewöhnlichen Form“ sein sollen, ist nichts anzufangen. Eine
etwas klarere Vorstellung kann man sich von Ilyodrilus filiformis
DitLevsen machen, wenngleich auch hier wesentliche Punkte un-
aufgeklärt blieben. Vor allem vermisse ich jegliche Angabe über
die Dimensionen. Auch hätte ich gern den genaueren Fundort
dieser Form erfahren. Die Borsten des Ilyodrilus filiformis scheinen
im Wesentlichen (obere Gabelzinke der dorsalen Gabelborsten viel
länger als die untere) mit denen von T'aupodrilus lemani überein-
zustimmen, ebenso die Penialborste, die allerdings wohl etwas
kleiner ist als bei der PıGuErT’schen Art, wenigstens im Verhältnis
zu den normalen Borsten. (Ich habe weder ein Leitz Obj. 6,
noch die genügende Zeit, um die DitLevsex’schen Vergrößerungs-
Angaben auf absolute Maße zu reduzieren). Beachtenswert ist
die Gestalt der Samentasche (l. c. Taf. XVI Fig. 4B), ihr ver-
hältnismäßig langer, deutlich abgesetzter Ausführgang, und vor
allem die Verdickung dieses letzteren am proximalen Ende. Be-
10*
148 W. Michaelsen:
ruht diese anscheinende Verdickung des Ausführganges vielleicht
auf dem Vorkommen eines verkannten Kommunikations-Divertikels
an der Ampulle neben dem Ursprung des Ausführganges? (in der
Abbildung DirLevsen’s als vor oder hinter dem proximalen Ende
des Ausführganges gelegen zu denken, so daß es nur im Profil-
Umriß zur Anschauung kam!) DirtLevsen führt als Unterschied
dieser Art von Taupodrilus coccineus und T. palustris das Fehlen
von Flimmerwimpern am Epithel des Atriums an. Ich habe schon
oben, in der Einleitung und unter 7! coccineus darauf hingewiesen,
daß dieser Unterschied systematisch ganz belanglos ist, da er,
wie schon Srtouc nachwies, auf verschiedenen geschlechtlichen Zu-
ständen beruht.
Taupodrilus Korotneffi (Michlsn).
Tafel III Fig. 21—23.
1905. Clitellio Korotneffi MICHAELSEN, Die Oligochaeten des Baikal-Sees, p. 6
Textfig. 1.
Um die Borstenform dieses großen Taupodrilus aus dem Baikal-
See genauer festzustellen, opferte ich nachträglich noch ein Exemplar
des wertvollen Materials. Es fand sich, daß die ventralen und
dorsalen Borsten nicht ganz gleich gebildet sind, wie ich in meiner
Originalbeschreibung angab, sondern daß sie in der feineren Ge-
staltung des distalen Endes etwas von einander abweichen. Leider
konnte ich nur die Borsten des Vorderendes untersuchen; am
Mittel- und Hinterkörper waren bei dem untersuchten Stück die
distalen Enden anscheinend sämtlicher Borsten abgebrochen. In
den Dimensionen und in der Stellung der Gabelzinken stimmen die
ventralen und dorsalen Borsten fast genau überein (Fig, 21, 22).
Die obere Gabelzinke ist kaum merklich länger und dünner als die
untere, und die Gabelzinken fassen einen spitzen Winkel zwischen
sich, der deutlich kleiner als ein rechter ist, einen Winkel von
etwa 75° Da die Gabelzinken distal dünner werden und etwas
gebogen sind, so ist natürlich dieser von der ideellen Achse
der Zinken gebildete Winkel nur annähernd zu bestimmen. Die
Gabelung der dorsalen Borsten ist fast einfach. Nur im innersten
Teil des Winkels zwischen den Gabelzinken ließ sich eine Art
Spreite erkennen (Fig. 21), die aber ebenso wohl als saumartige
Verdünnung der inneren Kante der oberen Gabelzinke aufgefaßt
werden könnte. Die ventralen Borsten weichen darin von den
dorsalen ab, daß sie eine deutliche Spreite zwischen den Gabel-
zinken aufweisen (Fig. 22). Diese Spreite reicht fast bis an die
distalen Enden der Gabelzinken; ihr freier Rand ist konkav aus-
geschnitten. Bei einer dieser ventralen Borsten (es ließen sich nur
sehr wenige intakte Borsten auffinden) saß außerdem noch ein
deutlicher, rundlicher Höcker im innersten Winkel zwischen den
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 149
Gabelzinken (Fig. 22). Bei anderen ventralen Borsten war ein
solcher Höcker, anscheinend das Rudiment einer dritten, mittleren
Gabelzinke, nicht vorhanden. Da man bei Tubificiden im All-
gemeinen nur in dorsalen Borstenbündeln Fächerborsten findet, so
ist dieses Verhalten des 7. Korotneffi, bei dem die ventralen
Bündel Fächerborsten enthalten, während die dorsalen Borsten ein-
facher gestaltet sind, sehr auffallend. Ein solches Verhältnis fand
BENHAM bei seinem Taupodrilus simplex (siehe oben unter Taupo-
drilus coccineus!).
Auch die Penialborsten konnte ich bei dem neuerdings zer-
schnittenen Stück genau untersuchen. Es fanden sich bei diesem
12 in einem Bündel, also eine beträchtlich größere Anzahl als bei
dem früher untersuchten Stück, bei dem nur 7 in einem Bündel
vereint waren. Sie sind viel schlanker als die normalen Borsten,
nämlich bei ungefähr doppelter Länge ebenso dick (früher unter-
suchtes Stück) oder gar etwas dünner (neuerdings untersuchtes
Stück). Während die normalen Borsten ungefähr 0,15 mm lang
und im Maximum 7 u dick sind, zeigen die Penialborsten folgende
Dimensionen: Länge !/,;, mm, Dicke 7 « (früher untersuchtes Stück);
bezw. Länge 0,3 mm, Dicke 6 w (neuerdings untersuchtes Stück).
Bei dem kürzlich untersuchten Stück sind also die Penialborsten bei
größerer Anzahl etwas kleiner, als bei dem früher untersuchten Stück.
Taupodrilus multispinus (Michlsn).
Tafel III Fig. 12—14.
1905. Olitellio multispinus MICHAELSEN, Die Oligochaeten des Baikal-Sees, p. 8.
Zwecks Nachuntersuchung der Borsten dieser anscheinend
T. Korotneffi sehr nahe stehenden Riesenform standen mir die
Reste eines schon früher sezierten Vorderendes zur Verfügung.
Die Borsten erwiesen sich als ca. 0,26 mm lang und im Maximum
als ungefähr 9 « dick. Sie sind also beträchtlich größer als die
von T. Korotneffi, wie es ja auch den größeren Körper-Dimensionen
des 7’. multispinus entspricht. Wie bei jener Art, so sind auch bei
dieser die ventralen und dorsalen Borsten in der feineren Ge-
staltung des distalen Endes nicht ganz gleich. Meine irrtümliche
frühere Angabe beruht darauf, daß ich die Borstenform nur am
intakten Tier, ihre die Profillinie überragenden distalen Enden also
nur bei verhältnismäßig schwacher Vergrößerung untersucht habe.
An herauspräparierten Borsten ließ sich erkennen, daß sie nicht so
einfach gestaltet sind, wie es mir früher schien, und daß die
dorsalen und ventralen Borsten etwas verschieden gestaltet sind.
Bei beiden ist die obere Gabelzinke länger als die untere, nämlich
ungefähr doppelt so lang; die untere dagegen ist plumper ge-
staltet, basal dicker als die obere. Der Winkel zwischen den
beiden Gabelzinken ist bei ventralen und dorsalen Borsten etwas
150 W. Michaelsen:
verschieden, bei den ventralen Borsten (Fig. 13) ein geringes kleiner
als ein rechter (etwa 80°), bei den dorsalen (Fig. 12) etwas größer
als ein rechter (ca. 100%. Die dorsale Borstengabelung scheint
im Allgemeinen einfach zu sein; doch erkannte ich bei einem
der wenigen genau untersuchten dorsalen Borsten zwei winzige
Höckerchen, anscheinend rudimentäre intermediäre Gabelzinken, im
innersten Winkel zwischen den beiden Haupt-Gabelzinken (Fig. 12).
Wie bei T. Korotneffi so spannt sich auch bei 7. multispinus eine
Fächerspreite zwischen den Gabelzinken der ventralen Borsten
aus (Fig. 13, 14). Diese Spreite füllt jedoch hier nur den innersten
Winkel aus und reicht bei weitem nicht bis zu den distalen Enden
der Gabelzinken. An der längeren oberen Gabelzinke reicht sie
weiter als bei der unteren.
Penialborsten waren bei dem untersuchten Stück, das trotz
seiner Größe noch unreif war, leider noch nicht ausgebildet.
Clitellio arenarius (Müll.), (Leuckart).
Tafel III Fig. 9—11.
21776. Lumbricus arenarius OÖ. F. MÜLLER, Zoologiae Danicae Prodromus, p. 216.
21780. Lumbricus arenarius FABRIcIUs, Fauna Groenlandica, p. 280.
21820. Clitellio [arenarius], Savıany, Description de l’Egypte, T.1 III, p. 104
(sec. &d. 1826, T. 21, p. 443).
21824. Nais littoralis BORY DE ST.-VINCENT, in: Tabl. ene. möth., Vers Infus.,
p. 134, T. 54, F. 4, 5.
1849. Peloryctes arenarius, LEUCKART, Zur Kenntnis der Fauna von Island, p. 161.
21855. Tubifex hyalinus UDEREM, Nouvelle classification des Annölides setigeres
abranches, p. 544.
21859. Tubifex hyalinus, UDEREM, Nouvelle classification des Anne@lides setigeres
abranches, p. 11 (non Tubifex lineatus, Hoffmeister, ib. p. 11).
1861. Clitellio arenarius, CLAPAREDE, Etudes anatomiques sur les Annelides,
Turbellaries, Opalines et Gr&garines observes dans les Hebrides, p. 34, Pl. 3.
1879. Limnodrilus hyalinus, TAUBER, Annulata Danica, p. 71.
1884. Clitellio arenarius, LEVINSEN, Systematisk-geografisk-Oversigt overde nordiske
Annulata, Gephyrea, Chaetognathi og Balanoglossi, Anden Halvd., p. 228.
1888. Clitellio arenarius, BEDDARD, On certain Points in the Structure of Clitellio
(Claparede), p. 485, Textfig. B, Pl. XXIIl Fig. 1—5.
Neue Fundorte: Port Vladimir an der Murman-Küste
(Horn leg.). Oestliches Schweden am Bottnischen Meer,
Insel Agön in den Schären außerhalb der Stadt Hudiksvall in
Helsingland (Eınar LoENNBERG leg.).
Einige Stücke von den oben angegebenen Fundorten ver-
anlaßten mich, diesen litoralen Oligochäten einer näheren Unter-
suchung zu unterziehen. Ü. arenarius ist schon mehrmals das
Objekt eingehender Untersuchung gewesen. Jedenfalls gehört sie
nicht „zu den in anatomischer Beziehung am wenigsten gekannten“,
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 151
wie DITLEVSEN (l. c. 1904, p. 415) aussagt, wenigstens nicht mehr
seit dem Erscheinen der BEppArD’schen Bearbeitung von 1888. Es
sind jedoch noch einige wenige Unklarheiten aufzuhellen.
Es ist zunächst die Frage, ob die Autoren der obigen Synonymie-
Liste wirklich die gleiche Art vor sich hatten, oder ob ihren Fest-
stellungen verschiedene, vielleicht nahe verwandte Arten vorlagen.
Was die ältesten Autoren, O. F. MvELLER und FABrıcıus anbetrifft,
so ist aus deren kurzen Diagnosen und Beschreibungen nicht zu
ersehen, ob sie tatsächlich einen Clitellio moderner Anschauung
oder einen Oligochäten anderer Gattung oder Familie vor sich
hatten. Ebenso fraglich ist die Natur des Tubifex hyalinus ÜDEREN.
Selbstverständlich sind die hierauf zurückzuführenden Synonyme
ebenso fraglich. Die Beschreibung der Nais littoralis BoRY DE
St.-VIncENT ist mir unzugänglich. Ueber diese kann ich deshalb
nichts aussagen. Die älteste Beschreibung von denen, die ein an-
nähernd genügend deutliches Charakterbild der ihnen zu Grunde
liegenden Art geben, ist die LEUCKART's über Peloryctes arenarius
(Mverr.) von Island. Ich lege deshalb diese LeuckArrT’sche Be-
schreibung meiner Anschauung über Olitellio arenarius zu Grunde,
unbeschadet der offen bleibenden Frage, ob diese Island-Form tat-
sächlich mit dem Zumbricus arenarius MuELL. von den dänischen
Küsten identisch sei. Da jene Island-Form nachweislich an den
dänischen Küsten vorkommt, so spricht nichts wesentlich gegen
diese Identifizierung. Um dieser Auffassung der Art einen syste-
matischen Ausdruck zu geben, füge ich den Autornamen LEUCKART
an den des ursprünglichen Autors an und nenne die Art demnach
„Clitellio arenarius“ (MUELL.), (LEUCKART).
Dieser LeukArT’schen Island-Form sind nicht nur die von mir
untersuchten Stücke von der Murman-Küste und vom Bottnischen
Meerbusen zuzuordnen, sondern zweifellos auch die von LEVINSEN
am Kallebodstrand, an der dänischen Küste, gefundenen Würmer.
Diesem Material steht das von CLAPArkpE an den Hebriden und
das von BrppAarp bei Plymouth gefundene gegenüber, das unter
sich zweifellos gleichartig ist, aber von dem isländischen, dänischen
und skandinavischen Material anscheinend etwas abweicht.
Was zunächst die Borstenform anbetrifit, so sagt LEUCKART
ausdrücklich, daß sie „nicht zweizähnig, sondern stumpf zugespitzt“
sind (l. c. p. 162). CLAPARkDE fand dagegen die Borsten seiner
Form von den Hebriden deutlich gegabelt, und in der betreffenden
Abbildung (l. ec. Pl. II Fig. 17) erscheint die Borste auch sehr
deutlich und gleichzinkig gegabelt. CLArArkpE glaubt die Angabe
LEUCKART’Ss auf einen Irrtum zurückführen zu sollen, beruhend
auf einer Untersuchung bei zu schwacher Vergrößerung. Ich glaube
nicht, daß LeuckArT sich in diesem Falle geirrt habe. Der aus-
drückliche Hinweis auf die einfache Zuspitzung der Borsten läßt
erkennen, daß LEUCKART die gewöhnliche Gabelspitzigkeit der
Tubificiden-Borsten wohl gekannt, und daß er sein Objekt hierauf
hin genau angesehen habe. Meine Untersuchungsobjekte nun
152 W. Michaelsen:
stimmen eher mit der LeuckArT'schen als mit der CLAPARkDE’schen
Angabe überein; sie bilden aber eine Vermittlung zwischen den-
selben. Ein großer Teil der Borsten ist einfach spitzig, und zwar
sind sie dabei sehr glatt konturiert und scharf zugespitzt; es kann
nicht angenommen werden, daß eine etwaige Gabelung nur durch
Abnutzung der Borsten undeutlich geworden und geschwunden sei.
Außer diesen einfachspitzigen Borsten findet man aber an dem-
selben Stück auch gabelspitzige Borsten. Dieselben sind aber bei
meinem Material nie auch nur annähernd gleichzinkig gegabelt,
wie beim CLaparkpe’schen Material. Stets ist die obere Gabel-
zinke viel kürzer und dünner als die untere. Fig. 10 zeigt die
Borsten eines Port-Vladimir-Exemplars mit der stärksten von mir
beobachteten Gabelspitzigkeit. Zwischen dieser maximalen Aus-
bildung der Gabelspitzigkeit und der Einfachspitzigkeit finden sich
alle möglichen Uebergänge, wie Figur 9 einen solchen zur An-
schauung bringt, und zwar an einem und demselben Tier. Bei
den Stücken von Port Vladimir an der Murman-Küste halten sich
die gegabelten und die einfachspitzigen Borsten annähernd das
Gleichgewicht. Bei den Stücken vom Bottnischen Meerbusen scheinen
dagegen die einfachspitzigen zu überwiegen. Ein Gesetz der An-
ordnung dieser verschiedenen Borsten konnte ich nicht erkennen.
Zweifellos liegt eine gewisse Variabilität der Borstenform vor. Ich
halte es für durchaus annehmbar, daß bei einzelnen Tieren oder
bei den Tieren von einem bestimmten Fundort sämtliche Borsten
einfachspitzig seien, wie es der LEUCKART’schen Angabe entspricht.
Es bedarf aber kaum dieser Annahme. Wenn bei den LEUCKART’schen
Exemplaren die einfachspitzigen Borsten nur in dem Maße über-
wogen, wie bei den Bottnischen, so mögen die wenigen undeutlich
gabelspitzigen Borsten einfach übersehen worden sein. Wenn ich
bei den Bottnischen Stücken nicht besonders auf diese gabel-
spitzigen Borsten gefahndet hätte, möchte ich sie ebenfalls über-
sehen haben. Ich will hier zunächst erwähnen, daß das Levissen’sche
Material vom Kallebodstrand mit dem meinigen, nicht mit dem
CLApArkDe’schen, übereinstimmt. LEVvInsEn gibt, allerdings nur in
der Bestimmungstabelle für die Gattungen für Ckitellio, nicht als
Charakteristikum der Art C. arenarius, an: Borster deelviis med
enkelt, deelviis med svagt toklovet Spids“ (l. c. p. 226). Auch
DirLevsen’s Exemplar stimmt hiermit überein. Wenn nun eine
Variabilität in der Borstenform kaum von der Hand zu weisen ist,
so mag sie auch als weiter gehend angesehen werden, über das
von mir und Levinsen beobachtete höchste Stadium der Gabelung
hinaus, so daß das CLAararipe’sche Stadium der überall deutlichen
annähernd gleichzinkigen Gabelung nur als das eine Extrem, die
Einfachspitzigkeit als das andere Extrem einer weiten Variabilität
erscheint. Vielleicht tritt die Gabelung in der CLAPAarkpe’schen
Abbildung etwas deutlicher hervor, als es der Tatsache entsprach.
Es liegt nahe, bei der besonderen Betonung dieser Gabelspitzigkeit
an eine geringe Uebertreibung bei der Darstellung zu denken.
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 153
Die Ausführung jener Abbildung (l. ec. Pl. III Fig. 17) spricht nicht
gegen die Annahme einer gewissen Inkorrektheit. So, wie sie dar-
gestellt, fast geschlängelt, sah die Borste ursprünglich jeden-
falls nicht aus. Sie scheint bei der Präparation arg gequetscht und
verzerrt zu sein. Auch die Gestalt der Gabelung hat etwas un-
wahrscheinliches. Dazu kommt, daß CLAPAREDE aussagt, er habe
die Gabelung anfangs nicht erkannt; also mag sie doch wohl nicht
so scharf ausgeprägt gewesen sein, wie wir sie bei anderen
Tubifieiden-Borsten finden.
Wenn nur diese Borsten-Verschiedenheit in Betracht käme,
würde die artliche Zusammengehörigkeit der ÜrAaParkpe’schen
Stücke mit den LEuckArT’schen, den Levissen’schen, sowie den
meinigen kaum weiter in Zweifel zu ziehen sein. Es kommt aber
ein anderes Moment hinzu. Zwecks Klarstellung desselben müssen
wir die BzppArv’sche Beschreibung seines Ciitellio von Plymouth
in die Erörterung hineinziehen. Wie die unten noch zu besprechende,
sehr charakteristische Gestaltung der Samentaschen ergibt, ist dieses
BeppArv’sche Material von Plymouth zweifellos artlich mit dem
CLAPAREDE’schen zu vereinen. Auch in der Borstenform scheint
es besser mit diesem übereinzustimmen, wenigstens sagt BEDDARD
in der Diagnose für Chitellio: „Bifid setae only“ (l. c. p. 494). In
dieser Diagnose nun findet sich außerdem eine Angabe, die nicht
durchaus mit meinen Befunden übereinstimmt, nämlich die Angabe:
„penis with a chitinous covering“. Unter dieser „chitinous covering“
können wir nicht wohl etwas anderes verstehen, als eine deutlich
erkennbare dickere Chitinbekleidung, die dem Penis durch ihre
Starrheit eine feste Gestalt verleiht, eine sogenannte chitinöse
Penisröhre. Eine solche ist aber bei meinen Untersuchungs-
objekten nicht vorhanden und ebenso wenig bei denen LEvInsen’s
(l. c. p. 226: „Penis uden Chitinskede*). Bei meinem Material
war der Penis nur mit einer zarten Cuticula bekleidet, die nicht
stärker als die allgemeine Cuticula der Haut ist. Fig. 11 der
Tafel III zeigt einen Querschnitt durch den eingezogenen Penis
eines Exemplares vom Bottnischen Meerbusen, an dem die Zartheit
der Cuticula-Bekleidung zur Anschauung gebracht ist. So wie sie
an diesem Schnitt sich zeigt, war sie an der ganzen Schnittserie
durch den Penis; nirgends fand sich am Penis eine Verstärkung
der Cuticula-Bekleidung, die als Penisröhre hätte bezeichnet
werden können. Wenn nun diese fragliche Abweichung der
BeppAarv’schen Exemplare noch einen Zweifel an der artlichen
Indentität läßt, so muß dieser Zweifel doch bei der Betrachtung
der eigentümlichen Gestaltung der Samentaschen schwinden.
Nach BEppaArp’s Untersuchungen zeigen die Samentaschen
bei seinen Objekten eine ganz besondere Gestaltung. Der kurze,
enge eigentliche Ausführgang führt zunächst in einen erweiterten
Raum, der nach der Empfängnis die Spermatophoren enthält.
Durch eine halsartige Verengung steht dieser Vorkammer-artige
Raum proximal mit der eigentlichen Ampulle, die keine Sperma-
154 W., Michaelsen:
tophoren enthalten soll, in Kommunikation. Da jener Vorkammer-
artige Raum sich durch seine dünnere, nicht drüsige Wandung von
der eigentlichen Ampulle unterscheidet, so darf wohl angenommen
werden, daß er ein Teil des ursprünglichen Ausführganges ist,
der aufgeblähte proximale Teil desselben. Die Samentaschen des
Crararüpe’schen Materials stimmen im Wesentlichen hiermit überein,
wie schon BEDDARD hervorhob, und besonders aus diesem Grunde
halte ich die artliche Zusammengehörigkeit des BeppArp’schen und
CLaparüpe’schen Materials für erwiesen. Von anderen Autoren ist
diese Eigentümlichkeit der Samentaschen nicht erwähnt. Zwei von
mir untersuchte Stücke, je eines von jedem der beiden neuen Fund-
orte, zeigten deutlich diese eigentümliche Gestaltung der Samen-
taschen. Es ist deshalb an einer artlichen Identität der Formen
nicht zu zweifeln. Erwähnen will ich jedoch ein anscheinend ab-
normes Verhältnis bei einem jener beiden Stücke. Während im
Allgemeinen nur der Vorkammer-artige Raum des Ausführganges
Spermatophoren enthält, die Ampulle aber nur mit Sekretmassen
gefüllt erscheint, fanden sich an dem untersuchten Stück vom
Bottnischen Meer bei der Samentasche der einen Seite auch in
der Ampulle Spermatophoren (die der anderen Seite zeigte den
normalen Zustand).
Zur weiteren Charakteristik der Art will ich nur noch an-
führen, daß die Samentaschen-Poren, wie schon LEUCKART an-
gibt, dicht lateral an den normal ausgebildeten ventralen Borsten-
bündeln des 10. Segments liegen, während die männlichen Poren
die Stelle der fehlenden ventralen Borsten des 11. Segments einnehmen.
Tubifex (Ilyodrilus) hammoniensis Michlsn.
1901. Ilyodrilus hammoniensis, MICHAELSEN, Neue Tubifieiden des Niederelb-
gebiets, p. 1.
21901. Tubifee Camerani, DE VISART, Tubifex Camerani n. sp., p. 1.
1903. Ilyodrilus hammoniensis, MICHAELSEN, Hamburgische Elb-Untersuchnng IV.
Oligochaeten, p. 188, Taf. Fig. 10.
1904. Psammoryctes fossor, DITLEVSEN, Studien an Oligochäten, p. 417, Taf. XVI
Fig. 15—17.
Die fragliche Zugehörigkeit von Tubifex Camerani DE VISART
zu dieser Art habe ich schon an anderer Stelle (l. c. 1903, p. 189)
erörtert. Zweifellos ist andererseits, daß DiTLEvsen’s Psammoryctes
‚fossor mit ihr identisch ist. DITLEvsEn gibt der Vermutung Raum,
daß Tubifew Heuscheri BRETSCHER mit seinem Psammoryctes fossor
identisch sein möchte. Ich glaube nicht, daß diese Vermutung sich
als Tatsache bestätigen werde; BRETSCHER müßte denn schon die
Gestalt der Geschlechtsborste seiner Art durchaus ungenau ab-
gebildet haben.
Was die systematische Stellung dieser Art und ihrer Ver-
wandten anbetrifft, so bin ich jetzt der Ansicht, dab sich eine
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 155
generische Absonderung derselben von der Gattung Tubifex (s. s.)
nicht aufrecht erhalten läßt. Der Hauptcharakter von Ilyodrilus,
die Kürze des Samenleiters, ist wohl bei den europäischen Ver-
tretern sehr scharf ausgeprägt; unter den nordamerikanischen Ver-
tretern finden sich aber Formen, die einen Uebergang zu Tubifex
(s. s.) mit normal langen Samenleitern darstellen. Ich betrachte
Ilyodrilus als Untergattung der Gattung Tubifex im weiteren Sinne,
die sich demnach aus drei Untergattungen zusammensetzen würde,
den Untergattungen Ilyodrilus, Tubifex (s. s.) und Peloscolew.
Tubifex albicola (Michlsn).
1900. Lophochaeta ignota (part.—Exempl. von Westpreußen), MICHAELSEN, in
SELIGO, Untersuchungen in den Stuhmer Seen, p. 44, 46.
1900. „DITLEVSEn’s Tubificide“, BERGH, Ueber den Bau der Gefäße bei den
Anneliden, Erste Mitteilung.
1901 Lophochaeta albicola MICHAELSEN, Neue Tubificiden des Niederelbgebietes, p. 4.
1903. Lophochaeta albicola, MICHAELSEN, Hamburgische Elbuntersuchung. IV.
Oligochaeten, p. 202, Taf. Fig. 5—7.
1904. Psammoryctes illustris DITLEVSEN, Studien an Oligochaeten, p. 416, Taf. XVI
Fig. 18—20.
Es ist zweifellos, daß DirLevsen’s Psammoryctes ilustris mit
meinem Tubifex albicola vereint werden muß.
Tubifex Nerthus n. sp.
Tafel III Fig. 15—20.
1907. Tubifex insignis (EISEN), MICHAELSEN in THIENEMANN, Die Tierwelt der
kalten Bäche und Quellen auf Rügen, p. 22 (des Separ.).
Vorliegend einige wenige nicht gut konservierte Exemplare.
Aeußeres. Dimensionen: Länge ca. 15 mm, Dicke max.
0,7 mm, Segmentzahl ca. 52.
Färbung der konservierten Tiere gelblich grau.
Kopflappen einfach, kuppelförmig gerundet. Segmente des
Vorderkörpers zweiringlig, mit kürzerem vorderen Ringel.
Borsten der ventralen Bündel (Taf. III Fig. 17) am Vorder-
körper meist zu 4’im Bündel, am Hinterkörper weniger, in ganzer
Körperlänge annähernd gleichartige gabelspitzige Hakenborsten, am
7. Segment 0,09 mm lang und in der Mitte 4!/, « dick, mit
deutlichem Nodulus. Obere Gabelzinke ebenso dick, aber ungefähr
doppelt so lang wie die untere. Winkel zwischen den Gabel-
zinken kleiner als 90°. Dorsale Borstenbündel am Vorderkörper
mit 3 oder 4 Hakenborsten und 3 oder 4 Haarborsten, am Hinter-
körper Borstenzahl geringer. Dorsale Hakenborsten am Vorder-
körper (Fig. 20) ca. 0,1 mm lang und in der Mitte ca. 4!/, « dick,
156 W. Michaelsen:
fast gleichzinkig xegabelt, obere Gabelzinke nur sehr wenig länger
als die untere; Winkel zwischen den Gabelzinken kleiner als ein
rechter. In dem innersten Winkelraum spannt sich eine Membran-
artige Spreite zwischen den äußeren Gabelzinken aus; die distalen
Partien der Gabelzinken schienen frei zu sein; doch glaubte ich
manchmal ein sehr zartes schlankes Mittelzähnchen, ungefähr so
lang wie die Gabelzinken, zwischen den letzteren zu erkennen;
manchmal auch schien es mir, als ob dieses scheinbare Mittel-
zähnchen die Längsfalte einer sehr zarten Fächermembran sei.
Da die Haut der vorliegenden Stücke stark verschmutzt war, so
ließ sich die feinere Gestaltung des distalen Borstenendes leider
nicht genauer feststellen. Eine dorsale Hakenborste vom Mittel-
körper schien dieselbe Gestalt zu haben, wie die des Vorder-
körpers. Die dorsalen Haarborsten (Taf. III Fig. 19) zeigen eine
sehr charakteristische Bildung. Es finden sich verschiedene lange
Haarhorsten in einem Bündel. Dieselben sind etwas gebogen.
Die größten sind ungefähr 0,5 mm lang und proximal 3!/, w dick,
nur proximal glatt, im übrigen scharf und eng gegliedert, an-
scheinend mit 2 Längsreihen von Schuppen besetzt, die in je ein
feines Haar auslaufen. Die beiden Längsreihen stehen sich nicht
gerade gegenüber. Manchmal sieht man nur am Profil einer Seite
die schuppenartige Gliederung mit den Haaren, während das Profil
der anderen Seite glatt erscheint, manchmal, bei anderer Lage der
Borste, zeigen die Profillinien beider Seiten eine Schuppen- und
Haarreihe. Die Zwischenräume zwischen den Kuppen der Schuppen
sind etwas geringer als die Borstendicke, die Härchen sind etwas
länger als die Borstendicke, in spitzem Winkel von der Borste ab-
stehend, distalwärts von der Borstenseitenlinie divergierend. Nur
die größten Borsten zeigen diese charakteristische Skulptur im
größten Teil ihrer Länge. Die kleineren Haarborsten sind ganz
glatt oder nur am äußersten distalen Ende mit Schuppen und
Härchen versehen.
Männliche Poren dicht lateral an dem «Bündel der zu
Penialborsten (siehe unten!) umgewandelten ventralen Borsten des
11. Segments.
Samentaschen-Poren dicht lateral an den ventralen Borsten
des 10. Segments, die normal gestaltet, aber an Zahl reduziert sind
und höchstens zu 2 im Bündel stehen.
Innere Organisation. Darm: Schlund mit ziemlich niedrigem
dorsalen Schlundkopf. Großzellise, lockere Söptaldrüsen - artige
Speicheldrüsen im 3.—5. Segment. Darm vom 6. Segment an mit
Besatz von Chloragogenzellen.
Männliche Geschlechtsorgane: Ein Paar Hoden ragen vom
ventralen Rande des Dissepiments 9/10 in das 10. Segment hinein.
Ein unpaariger Samensack erstreckt sich von Dissepiment 10/11
durch mehrere Segmente. Die männlichen Ausführapparate zeigen
die Gestaltung, wie sie in Fig. 16 der Tafel III dargestellt ist. (Es
ist hier jedoch zu bemerken, daß diese Figur den Apparat zwecks
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 157
besserer Uebersicht etwas verzerrt wiedergibt, wie sich der heraus-
präparierte Apparat eben am deutlichsten betrachten ließ: Das
distale Ende des Atriums mit Penis und Penialborste ist so ge-
wendet, wie es im optischen Querschnitt durch den Wurm sich
geben würde, die den proximalen Teil des Atriums in situ deckende
Prostatadrüse ist etwas abgebogen). Der breite schüsselförmige
Samentrichter (Fig. 16 st.) mit vielfach eingeschnittenem und ge-
fälteltem Rande liegt vor Dissepiment 10/11 (ds. 10/11) und geht
nach hinten, dieses Dissepiment durchbohrend, in scharfem Absatz
in einen ca. 1,2 mm langen, proximal 46 «, distal 52 « dicken
Samenleiter über. Dieser Samenleiter (Fig. 16 sl.) zeigt eine
deutliche Ringmuskulatur und eine dichte Auskleidung mit Flimmer-
wimpern. Er mündet distal in das dicke proximale Ende des
Atriums ein. Das Atrium ist ungefähr 0,6 mm lang, in der distalen
Hälfte einfach schlauchförmig, ca. 42 bis 52 « dick, in der proxi-
malen Hälfte birnförmig angeschwollen, bis zu einer Dicke von ca.
120 u. Diese angeschwollene proximale Hälfte (Fig. 16 prox. at.)
zeigt eine kompliziertere Gestaltung. Ihr Lumen ist stark verengt,
am äußersten proximalen Ende durch eine starke Verdickung der
Wandung, im übrigen durch das Hineinragen einer in schmalem
Längsstreifen an der Innenseite der Wandung sitzenden Wucherung
(Fig. 15, 16 at. d.). Sowohl die Zellen der verdickten Wandung
am äußersten proximalen Ende, wie diejenigen dieser Wucherung
scheinen drüsiger Natur zu sein. Ein Flimmerwimper-Besatz ist
wohl erkennbar, aber nicht rein ausgebildet, anscheinend degeneriert.
Etwas proximal von der Mitte der proximalen verdickten Atrial-
hälfte mündet eine große, unregelmäßig und dick lappenförmige
Prostatadrüse (Fig. 15, 16 pr.) durch einen kurzen und engen Stiel
in das Atrium ein. Diese Einmündung liegt an jener Längslinie,
in der die drüsige Wucherung an der Innenseite der Atrialwandung
hängt, und die Ausführgänge der Prostata-Zellen gehen durch diese
drüsige Wucherung hindurch. Die schlauchförmige distale Hälfte
des Atriums (Fig. 16 dist. at.) erschien distal etwas angeschwollen ;
doch beruhte das vielleicht auf zufälligen Kontraktions- und Dehnungs-
erscheinungen. Distal mündet das Atrium unter ziemlich plötzlicher
und starker Verengung in das proximale Ende des Penis ein. Der
Penis (Fig. 6 p.) ist abgestumpft kegelförmig, bei dem konservierten
Stück wenig länger als dick (ca. 50 « dick), in gestrecktem Zu-
stande wahrscheinlich viel länger. Er ist axial eng durchbohrt und
die ihn äußerlich bekleidende Cuticula (Fig. 16 c. pr.) viel dicker
als die gewöhnliche Cuticula - Bekleidung der Hypodermis. Ich
glaube, daß man diese dickere Cuticula des Penis schon als chitinöse
Penisröhre (Fig. 16 pr.) bezeichnen darf, wenn sie auch nicht so
dick ist, wie bei manchen anderen Tubrfex-Arten und wie bei den
. Limnodrilus. Diese chitinöse Penisröhre des Tubifex Nerthus ist
nicht dick genug, um dem Penis Starrheit zu verleihen. Sie ist in
den vorliegenden Präparaten stark verschrumpft, hat also der
Kontraktion des Penis nachgegeben. Sie umhüllt fast den ganzen
158 W. Michaelsen:
Penis und läßt nur dessen äußerste distale Spitze frei. Der Penis
hängt mit seinem breiteren proximalen Ende im innersten Winkel
einer Penisscheide (Fig. 16 ps.). Diese Penisscheide ist im ein-
gezogenen Zustande nahezu kugelig, oder vielmehr apfelförmig.
Ihre Wandung ist am proximalen Pol und am distalen Pol ziemlich
dünne, im übrigen verhältnismäßig dick, ohne besonders dicke
Cuticula-Auskleidung. Sie ist zweifellos ausstülpbar und würde bei
ihrer Ausstülpung den Penis weit vortreiben. Dicht neben und
medial von der Penisscheide liegt ein Penialborstensack, der eine
oder zwei Penialborsten enthält. Die Ausmündung dieses Penial-
borstensackes liegt noch im Bereich der Einsenkung, die als männ-
licher Porus anzusehen ist. Die Penialborsten (Fig. 18, Fig. 16 pb)
sind ungefähr 0,12 mm lang und 5 « dick, schwach S-förmig ge-
bogen, distal schlank und scharf zugespitzt. Verhältnismäßig weit
unter der distalen Spitze zeigt sie an der konkaven Krümmungs-
seite einen sehr stumpfen Höcker, das Rudiment einer unteren
Gabelzinke.
Weibliche Geschlechtsorgane: Ein Paar große Ovarien
ragen vom ventralen Rand des Dissepiments 10/11 weit in das
1l. Segment hinein. Ein zweifellos von Dissepiment 11/12 aus-
gehender unpaariger Eiersack umhüllt eng den unpaarigen Samen-
sack (und ragt über diesen hinaus noch einige Segmente nach
hinten)? Er enthält in seiner hinteren Partie, neben (und hinter?)
dem hinteren Ende des Samensackes, bei dem untersuchten Stück
mehrere Eizellen in verschiedenen Entwicklungsstadien. Die an-
scheinend reifen Eier enthalten grobkörnige Dottermassen und sind
ungefähr 0,2 mm dick.
Die Samentaschen bestehen aus einer großen, unregelmäßig
sackförmigen Ampulle und einem kurzen, eng schlauchförmigen,
von einer anscheinend ziemlich lockeren muskulösen Scheide um-
hüllten Ausführgang, der in scharfem Absatz aus der Ampulle ent-
springt. Die Ampulle enthält bei dem untersuchten Stück zahlreiche
verschiedenartig gebogene, im Maximum, nahe dem einen Ende, ca.
90 u dicke, gegen das andere Ende schlanker auslaufende Sperma-
tophoren. Die distalen Enden der Samentaschen sind weder mit
Drüsen noch mit Geschlechtsborsten ausgestattet. Die ventralen
Borsten des 10. Segments sind, wie oben erwähnt, im Wesentlichen
unabhängig von den Samentaschen und normal ausgebildet, nur in
der Zahl etwas reduziert.
Fundnotiz. Rügen: Jasmund, Quellen in Hohen Holz und
Rinnsal zwischen Hellgrund und Schwiesergrund; Dr. A. THIENE-
MANN leg.
Bemerkungen: Diese Art ist wegen des Besitzes von be-
haarten Haarborsten und von Penialborsten interessant. Den ersten
Charakter hat sie mit anderen Arten ihrer Gattung gemein, mit
Tubifex ignota (Store) und T. albieola (MicHLss) (= Psammo-
ryctes illustris DITLEVSEN). Penialborsten sind innerhalb der Gattung
Tubifev meines Wissens nur bei der fraglichen Art T. Blanchardi
Zur Kenntnis der Tubifieiden. 159
VEJD. von Algerien gefunden worden; sind aber in anderen Tubficiden-
Gattungen mehrfach nachgewiesen worden, so bei den Gattungen
Taupodrilus (siehe oben!) und Heterodrilus, sowie bei einer Zyco-
drilus-Art.
Ich glaubte nach der ersten Untersuchung (l. c. p. 22) diesen
Tubificiden von Rügen mit Tubrfex (Hemitubifex EISEN) insignis
(Eisen) von Schweden identifizieren zu sollen. Die Behaarung der
Haarborsten war mir bei der ersten Untersuchung, bei der ich
zufälligerweise nur glatte Haarborsten bei stärkerer Vergrößerung
zu Gesicht bekam, entgangen. Sie könnte wohl auch Eisen ent-
gangen sein; aber andere Abweichungen, die sich bei näherer
Untersuchung herausstellten, veranlassen mich, diese Vereinigung
aufzuheben, und eine neue Art für diesen Wurm von Rügen auf-
zustellen. Die von Eisen bei 7. insignis genau festgestellte Ge-
staltung des Atriums läßt sich mit meinen Befunden an 7. Nerthus
nicht in Einklang bringen. Auch fehlen bei dieser letzteren Form
die für 7. insignis charakteristischen Drüsen an der Ausmündung
der Samentaschen. Ich glaubte bei der ersten Untersuchung mit
der Möglichkeit rechnen zu sollen, daß Eisen die Borstensäcke der
ventralen Bündel des 10. Segments für Drüsen gehalten haben
könne. Es erscheint mir nach weiterer Ueberlegung besser an-
gebracht, T. insingnis für eine mit Geschlechtsborsten an den
Samentaschen-Mündungen ausgestattete Art und jene Drüsen für
Borstendrüsen anzusehen, wie sie z. B. bei 7. albicola vorkommen.
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Figursn-Erklärung.
Tafel III.
Fig. 1—6. Branchiura Sowerbyi BEDD. (B. hammoniensis n. sp.?)
=
j ©
a
Ries
Fig. 8.
bg.= Blutgefäße; cs. = Cölomsack;, d. at.—= Drüsenzellenbesatz des
Atriums; dist. at —= distaler Teil des Atriums; d. pa. = Drüsenzellen
besatz des Paratriums; ds. 10/11, 11/12= Dissepiment 10/11, 11/12
e. at.= Epithel des Atriums; e. pa. —= Epithel des Paratriums; I. at. =
Lumen des Atriums; /.pa.= Lumen des Paratriums; lw.= Leibes
wand, m.= Muskeln; m. at.=mittlerer Teil des Atriums; pa. s.=
Paratrialschlauch; sl.—= Samenleiter; st. = Samentrichter; $ p. = männ-
licher Porus.
Querschnitt durch den proximalen Teil des Paratriums;
Vergr. 200.
Samentasche; Vergr. 100.
Querschnitt durch den distalen Teil des Cölomsackes mit
dem distalen Teil des Atriums; Vergr. 200.
Längsschnitt durch den proximalen Teil des Cölomsackes
mit dem mittleren Teil des Atriums und dem Paratrialschlauch,
der bei » in das Atrium einmündet; Vergr. 200.
Männlicher Ausführapparat, etwas schematisch, halb durch-
sichtig; Vergr. 100.
Längsschnitt durch das proximale Ende des Atriums mit
der Einmündung des Samenleiters; Vergr. 200.
Fig. 7—8. Taupodrilus palustris (DITLEVSEN).
ay. = Ausführgang der Haupttasche, ap. = Ampulle; chl.= Chlora-
gogenzellen des Oesophagus; dv.=Divertikel der Ampulle; sm. =
formlose Samenmassen in der Ampulle.
Querschnitt durch eine Samentasche in der Höhe der
Divertikelmündung; Vergr. 120.
Querschnitt durch eine Samentasche in der Höhe der
schlauchförmigen Verengung des Divertikels; Vergr. 120,
Fig. 9—11. Clitellio arenarius (MuELL.), (LEUCKART).
Fig. 9.
Fig. 10.
c. kp. = Hypodermiszellen des Gürtels; e a. = Epithel des distalen
Atrium-Endes; m. = Muskeln; p. kp. = Hypodermis des Penis; ps. hp.
= Hypodermis der Penisscheide; ri. = Retraktoren des Penis.
Distales Ende einer Borste mit sehr kleiner, rudimentärer
oberer Gabelzinke; Vergr. 2000.
Distales Ende einer Borste mit der größten beobachteten
oberen Gabelzinke; Vergr. 2000.
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.1. H.1. 11
W. Michaelsen: Zur Kenntnis der Tubificiden.
. Querschnitt durch die Penisscheide mit dem eingezogenen
Penis; Vergr. 275.
Fig. 12—14. Taupodrilus multispinus (MICHLSN).
. Distales Ende einer dorsalen Borste von der Seite; Vergr. 2000.
. Distales Ende einer ventralen Borste von der Seite; Vergr.
2000.
. Distales Ende einer ventralen Borste von vorn; Vergr. 2000.
Fig. 15—20. Tubifex (Tubifex) Nerthus n. sp.
at. d.= drüsige Wucherung im prooximalen Teil des Atriums; c. pr.
— chitinöse Penisröhre; dist. at. = distaler Teil des Atriums; ds. 10/11
— Dissepiment 10/11; Zw. = Leibeswand; p. = Penis; pb.= Penial-
borste; pr. —= Prostatadrüse; prox. at.—= proximaler Teil des Atriums;
ps. = Penisscheide; sl. — Samenleiter; st. = Samentrichter; d p. =
männlicher Porus.
. Querschnitt durch den proximalen Teil des Atriums mit der
Einmündung der Prostatadrüse; Vergr. 110.
. Männlicher Ausführapparat, etwas schematisch, zum Teil
durchscheinend gezeichnet; Vergr. 110.
. Distales Ende einer ventralen Borste; Vergr. 2000.
. Distales Ende einer Penialborste; Vergr. 2000.
. Stück einer dorsalen behaarten Haarborste; Vergr. 2000.
. Distales Ende einer dorsalen Hakenborste (Fächerborste?)
vom Vorderkörper; Vergr. 2000.
Fig. 21—23. Taupodrilus Korotneffi (MıcHLsn).
. Distales Ende einer dorsalen Borste vom Vorderkörper;
Vergr. 2000.
. Distales Ende einer ventralen Borste vom Vorderkörper;
Vergr. 2000.
. Distales Ende einer Penialborste; Vergr. 2000.
Uber Isopoden.
12. Aufsatz.')
Nene Oniscoidea aus Mittel- und Südeuropa und zur Klärung
einiger bekannter Formen.
Von
Dr. K. W. Verhoeff in Dresden-Striesen.
Hierzu Tafel IV und V.
Inhaltsübersicht.
Vorbemerkungen.
I. Stenoniscidae und Parastenoniscus n. g.
Il. Sphaerobathytropa n.g. und Bathytropina m.
III. Pleurocyphoniscus karawankianus n. Sp.
IV. Trichoniscoides scoparum n. Sp.
V. Platyarthrus-Arten.
VI. Leptotrichus-Arten, Euleptotrichus und Agabiformius m.
VII. Cylistieus-Arten
VIli. Zur Kenntnis der Gatt. Haplophthalmus.
Schlüssel der Haplophthalmus-Arten, Haplophthalmus-Larven,
Verbreitung der Haplophthalmus.
Unterfamilien der Trichoniscidae.
IX. Erklärung der Abbildungen.
Vorbemerkungen.
Die neuen Gattungen und Arten europäischer /sopoden, welche
ich im Folgenden bekannt mache, stammen zunächst von meinen
Forschungsreisen, welche ich teils in früheren, teils in den letzten
'!) Der 1.- 9. Aufsatz ist zu finden im zoologischben Anzeiger und zwar
1896 N. 493, 1900 N. 609, 1901 N. 634, 635, 636, 638, 643, 647, 1902 N. 667,
der 9. Aufsatz 1907 in N. 15 und 16,
Der 10. Aufsatz findet sich in den Sitz. Ber. d. Gesellsch. naturf. Fr. Berlin
1907, N.8 S. 229—281.
Als 11. Aufsatz gilt ein Teil meiner Schrift, welche 1908 in den zoolog.
Jahrbüchern erschien unter dem Titel: Über Chilopoden und Isopoden aus
Tripolis und Barka
11*
164 Dr. K. W. Verhoeff:
Jahren unternahm; besonders erwähne ich die Reisen nach Griechen-
land, Mittel- und Ostalpen und Oberitalien, von deren Ergebnissen
in den Gruppen der Chilo- und Jiplopoden sowie /sopoden bereits
eine Reihe von Aufsätzen Zeugnis abgelegt haben. Zwei neue
Formen verdanke ich Herrn Prof. H. Ribaut in Toulouse, der sich
fortgesetzt durch die Erforschung der Pyrenäen-Fauna ein großes
Verdienst erworben hat. — Wie auch schon in mehreren früheren
Aufsätzen habe ich auf diagnostische Tabellen, an denen es
in der bisherigen Litteratur leider oft genug gefehlt hat, besonderen
Wert gelegt. Es ist dies das einzige erlaubte Mittel, um die
übrigen Diagnosen vor einer breitspurigen Weitschweifigkeit mit
unnützen Wiederholungen zu bewahren. Eine noch so ausführliche
Beschreibung kann nicht das leisten was eine knappe, aber mit
Schlüssel verbundene Beschreibung leistet, schon weil der Unter-
sucher entschiedener gezwungen wird „Farbe zu bekennen“ und
bei seiner persönlichen vergleichenden Arbeit vielerlei findet, was
abgekürzt oder durch Vergleich mit wenigen Worten angedeutet
werden kann. Mit den Zeichnungen steht es ähnlich. Kaum auf
irgend einem Gebiete scheint mir in der Biologie heutzutage das
Dichterwort „in der Beschränkung zeigt sich erst der Meister“ so
angebracht zu sein, wie auf dem der bildlichen Darstellungen.
Wir wollen doch nicht vergessen, daß die Zoologie in erster Linie
eine Gedankenwissenschaft sein soll und nicht eine Hilfsquelle
für Malerschulen, Bilderbücher und dergl. Damit will ich nun
durchaus nicht etwa sagen, daß die Tafeln, welche wir unsern
Schriften beigeben, überflüssig seien, davon bin ich weit entfernt,
wie zur Genüge die vielen Tafeln bezeugen, die ich selbst meinen
Veröffentlichungen beigegeben habe. Aber das behaupte ich aller-
dings, dab man sich mehr auf das Notwendigste beschränken
soll, sodaß die Zeichnungen lediglich eine Ergänzung des Textes
bilden. Heutzutage ist es nicht selten umgekehrt, jedenfalls da,
wo wenige Formen mit einer solchen Fülle von Zeichnungen
illustriert werden, daß man „den Wald vor Bäumen nicht mehr
sieht“. Die betr. Autoren vergessen jedenfalls eines, daß sie mit einer
Unmenge von Abbildungen uns die Natur in vereinfachter Weise vor
Augen führen, aber die notwendigste Gedankenarbeit, welche in
dem Vergleichen, dem Zusammenfassen und Unterscheiden liegt,
also die eigentliche wissenschaftliche Arbeit dem einzelnen
Leser überlassen, jedenfalls da, wo der Text in der von mir be-
mängelten Weise zurücksteht und die Menge der Zeichnungen an
die Stelle der logischen Gedankenoperationen tritt. Es
liegt hierin zugleich ein Mangel an persönlichem Heraustreten
des Autors. Auch unsere zoologische Wissenschaft erhält in ihren
Außerungen zahlreiche individualistische Färbungen und es zeugt
von geringem Nachdenken über die einschlägigen Verhältnisse,
wenn behauptet worden ist, es sei irgend einer Untersuchung gleich-
giltig, wer der Wissenschaft einen bestimmten Dienst erweise.
Freilich wird die Wahrheit an und für sich durch den Einzel-
Über Isopoden., 165
forscher nicht beeinflußt, — obwohl zu hoffen ist, daß die Er-
kenntnis, daß menschliche Wissenschaft von Menschen gemacht
wird, unter den Menschen wieder etwas zunehme, — aber die
Art und Weise wie die Unmenge der Einzelwahrheiten von den
einzelnen Forschern gewonnen und verbunden und verarbeitet wird,
ist so verschieden, daß hierin genug individualistische Färbung
zum Ausdruck kommt. Von der Raumverschwendung, welche auf
Tafeln nicht selten angetroffen wird, abgesehen, wissen die Heraus-
geber der Zeitschriften ein Lied zu singen von den praktischen
Einflüssen der Zeichnungshochflut von heutzutage. Der den einzelnen
Forschern zur Bearbeitung gegebene Stoff ist außerordentlich ver-
schieden. Der eine hat zu viel, der andere genug, der dritte wenig,
der vierte zu wenig, jeder aber gibt eine seinem persönlichen Zu-
stand entsprechende Bearbeitung. Werden nun Abbildungen ge-
liefert, so liegt es nahe, daß der dem nur spärliche Objekte vor-
liegen, verhältlich mehr Abbildungen zu bringen geneigt ist als ein
anderer, der aus einer Fülle von Formen nur herausgreifen kann.
Ersterer sollte sich in den Zeichnungen beschränken, letzterer
muß sich darin beschränken.
Bei der Bearbeitung der im Folgenden beschriebenen Formen
sind mir zwei biologisch bemerkenswerte Erscheinungen auf-
gestoßen, welche ich hier vorwegnehmen möchte.
a) Wer lebende Landasseln aufmerksam beobachtet, wird bald
bemerken, daß das erste der 7 Beinpaare mit Rücksicht auf den
Kopf eine von den übrigen teilweise abweicheude Rolle zu spielen
hat, indem es häufig, wie ein Paar Kieferfüße, hinter den Mund-
teilen nach vorne gerichtet wird und über den einen oder anderen
Teil der Kopfgliedmassen hinfährt.
Zeigt dies schon darauf hin, daß das 1. Beinpaar eine gewisse
Hülfsrolle bei der Tätigkeit der Mundwerkzeuge spielt, so wurde
ich in dieser Ansicht bestärkt durch die Auffindung eines Putz-
apparates bei SpäAaerobathytropa (Abb. 22), dessen Einzelheiten
weiter unten beschrieben sind. Ich verglich nun auch andere
Landasseln in dieser Hinsicht und fand bei allen wenigstens einen
Borstenkamm an der Innenfläche des Propodit des 1. Beinpaares
und zwar bei beiden Geschlechtern. (Abb. 32 und 38). In der
Litteratur habe ich diesen Putzapparat nirgends erwähnt ge-
funden, nur einige Abbildungen desselben findet man in einer
Arbeit von E. Racovitza, Archives de Zool. exp. et gen. Paris 1907
in seiner Biospeologica IV, Isopodes terrestres, wo er den Borsten-
kamm innen am Propodit für Porcelio (Abb. 180), Oylisticus
(Abb. 208) Zleoniscus und Armadillidium angegeben hat, einen be-
sonders auffälligen Kamm hat er in Abb. 147 für Anaphiloscia
stınon? Rac. gezeichnet, wobei derselbe in der Form kurzer Stäbchen
auch innen endwärts am Carpopodit auftritt. Im Text finde ich
jedoch keine Erwähunng dieser Bildungen. Jedenfalls stellt die
unten beschriebene Putzvorrichtung von Sphaerobathytropa das auf-
fallendste mir bekannte Vorkommnis dieser Art dar.
166 Dr. K. W. Verhoeff:
b) Platyarthrus ist bis jetzt als myrmekophile Isopoden-Gattung
bekannt geworden und ich muß betonen, daß auch alle von mir
gefundenen Formen dieser Gattung, einschließlich der unten be-
schriebenen neuen von mir ausschließlich bei Ameisen an-
getroffen worden sind.') Pl. hoffnannseggi habe ich allerdings monate-
lang ohne Ameisen in Gefangenschaft gehalten, womit ihre Fähigkeit
ohne dieselben existieren zu können, belegt wird, zumal es mir
gelang, in einer humusreichen Kapsel auch die Larven zur Ent-
wickelung gelangen zu lassen. 22. VIII. sperrte ich Weibchen mit
geschwollenem Brutraum ein und schon am 6. VIII. liefen die
Larven umher. Schöbl, der schon 1860 in den Sitz. Ber. d. math.
nat. Cl. d. Ak. d. Wiss. i. Wien eine vortreffliche Arbeit über
Platyarthrus (Typhloniscus) veröffentlichte, sagt, daß die „Weibchen
im Monate Mai nur wenige, blaßgelbe Eier unter ihre Brustplatten
legen, woselbst sie bis Ende Juni verweilen, um welche Zeit die
Jungen die Mutter zu verlassen pflegen“. Meine Angabe bezieht
sich also offenbar auf die zweite Gruppe der Nachkommenschaft.
Ich fand bei dem 2 8 Embryonen, welche in 4 Paaren hinter
einander geordnet sind,
Hinsichtlich der Antennen irrte sich Schöbl insofern, als er
ihre Geißel als eingliederig angab, was sich daraus erklärt, daß
das 2. Geißelglied bei hoffmannseggi sehr kurz ist und etwas ver-
steckt liegt. Die Antennen besitzen nun gerade eine Eigentümlichkeit,
welche ich als myrmekophile Anpassung auffassen möchte,
die ich bei Schöbl und anderwärts aber nicht erwähnt finde.
Das 5. Antennenschaftglied hätte schon längst wegen seiner auf-
geschwollenen Gestalt die Aufmerksamkeit erregen sollen, zumal
es am Grunde stark eingeschnürt ist und hinter demselben doppelt
so breit als an ihm selbst. Die Undurchsichtigkeit der Antennen
hat wohl bisher die innere Beschaffenheit des 5. Schaftgliedes zu
erfahren, verhindert. Bei einigen Stücken gelang es mir aber in
Glycerin ein klares Bild zu gewinnen, sodaß ich im Innern vier
große rundliche Drüsen erkennen konnte, welche zu 2 und 2
schräg hinter einander liegen. Jede dieser Drüsen besteht aus
einer mäßigen Zahl von mit deutlichem Kern versehenen Zellen,
welche sich kugelig beerenartig um ein centrales Bläschen
gruppiert haben. Die Ausführkanälchen habe ich nicht gesehen,
es scheint aber, daß sie am Ende des 5. Schaftgliedes ausmünden,
da sich oberhalb der Geißelbasis eine auffallende, spaltartige Grube
vorfindet. Bei der Größe dieser fast das ganze Innere des 5. Gliedes
erfüllenden Drüsen liegt es auf der Hand, daß sie einen Saft ab-
sondern, der mit ihrer myrmekophilen Lebensweise in Zu-
sammenhang steht. Ob das aber ein Mittel der Anziehung oder
der Abwehr ist, kann erst durch Verfolgung des Benehmens der
Ameisen und Platyarthrus gegen einander festgestellt werden.
t) Nur P. hoffmannseggi habe ich bei Lugano einmal unter Moos ohne
Ameisen beobachtet, ein Fall, der auch von andern Forschern erwähnt worden ist.
Über Isopoden. 167
I. Stenoniscidae und Parastenoniscus n. g.
(Dazu Abb. 1—15.)
1890 veröffentlichten A. Aubert und Ad. Dollfus einen Auf-
satz unter dem Titel „Notice sur les Isopodes terrestres de Marseille
et de Salon“, Societe d’Etudes scientifiques de Paris, Pl. I, S. 1—12,
in welchem u. A. die hervorragend interessante neue Gattung
Stenoniscus beschrieben wird. Dollfus sagt über dieselbe S. 11
folgendes:
„Provisoirement nous le considörons comme voisin des Por-
cellioniens & cause de la presense de deux articles au fouet des
antennes. Toutefois la disposition si particuliöre des &pimeres
pereiaux, ainsi que celle du pleon et du telson font certainement de
ce genre nouveau le type d’un groupe special.“
Anfang Oktober 1907 hatte ich selbst Gelegenheit, eine hierhin
gehörige Form am Strande der kroatischen Felsenküste zu sammeln
und konnte in ihr bei der eingehenderen Untersuchung den Ver-
treter einer neuen, aber mit Stenoniscus nahe verwandten Gattung
nachweisen. In einer Reihe hervorstechender, wichtiger Merkmale
stimmen diese beiden Gattungen überein, wahrscheinlich auch noch
in einer Anzahl anderer, über welche ich an der Hand der neuen
Gattung im Folgenden Mitteilung mache, während Stenoniscus
daraufhin noch geprüft werden muß.
Fam. Stenoniscidae mihi.
Innere Antennen bis auf ungegliederte Höcker verkümmert.
Geißel der äußeren Antennen mit 2 kräftigen Gliedern. Ocellen
fehlen. Körper weißlich. Mandibeln ohne Reibplatten, die linke
mit einem, die rechte ohne gewimperten Borstenfortsatz. Endopodite
der vorderen Maxillen mit einem einfachen Härchenbüschel endend.
Endo- und Exopodite der Kieferfüße ohne deutliche Gliederung.
Trunkus auffallend parallelseitig, das 2.—7. Segment mit scharf
durch Naht abgesetzen, schmalen Epimeren. 1. Caudalsegment fehlt
bis auf schwache ventrale Reste. Telson breit und abgerundet.
Uropoden von oben nicht sichtbar, völlig auf die Bauchfläche ge-
rückt. Caudalanhänge ohne Trachealbezirke. Basalia der Laufbeine
stark ausgehöhlt. Kein Einrollungsvermögen, vielmehr haben diese
Tiere eine verhältlich steife Haltung, sind wenig einkrüämmbar und
auch Pereion und Pleon wenig gegen einander drehbar. Tiere der
mittelmeerländischen Strandzonen. —
Die beiden hierhin gehörigen Gattungen will ich, soweit die
Beschreibung von Dollfus es gestattet, durch folgende Gegen-
überstellung hervorheben;
168
Stenoniscus Dollfus.
TrunkussegmenteohneHöcker
und Längswülste 3.—5. Caudal-
segment nach hinten mit trapez-
förmigem Wulst vorspringend.
Endopodite der Uropoden sehr
zurückliegend, weit hinter den
Exopoditen zurückbleibend. Deck-
platten des 5. Caudalsegments nicht
zwischen die Uropoden-Propodite
Dr. K. W. Verhoeff:
Parastenoniscus n. g.
TrunkussegmentemitHöckern
und Längswülsten. 3.—5. Caudal-
segment nach hinten einfach im
Bogen abgerundet.
Endopodite der Uropoden
nicht auffallend zurückliegend,
vielmehr zwischen den Exopoditen
befindlich, diese trennend und
noch etwas überragend, zugleich
eingreifend, kräftiger wie jene. Deckplatten
des 5. Caudalsegmentes zusammen
in Form eines hinten beinahe recht-
winkeligen Dreiecks zwischen die
Uropoden eingreifend.
Parastenoniscus adriaticus n. Sp.
Körper weiß, matt augenlos, hoch gewölbt, größtes Stück
3 mm lang.
Kopf mit einer Anzahl Buckel, Segmente des Trunkus und
der Cauda mit regelmäßig angeordneten Buckeln und Wülsten.
(Abb. 1, 2 und 5.) 1. Trunkussegment im mittleren Drittel vorn
mit drei, dahinter mit vier Höckern, weiter außen mit Längswulst
jederseits, zwischen diesem und dem Seitenrande noch ınit einem
kleineren Längswulst. 2.—6. Segment ebenso, aber in der Mitte
mit 4-+ 4 Höckern, 4 am Vorder- und 4 vor dem Hinterrand,
die letzteren länglicher und daher mehr rippenartig. 7. Segment
in der Mitte mit 4+ 2 Höckern. 2.—5. Caudalsegment mit je
4 Höckern, von denen die beiden inneren viel kräftiger sind wie
die beiden äußeren. Telson mit 2 Höckerchen. Hinterrand des
1. -6. Segmentes einfach zugerundet, der des 7. mit den Hinter-
zipfeln ein wenig nach hinten vorspringend. Epimerenzipfel des
3.—5. Caudalsegmentes mäßig groß, abgerundet. An den Epimeren
des 2.—7. Trunkussegmentes wird durch eine tief eingeschnittene,
feine Naht ein schmales Randstück (Abb. 4 und 5) scharf abgesetzt.
Am 4.—6. Segment ist dieses Randstück am Hinterrande, indem es
gegen diesen etwas zurückbleibt, auch durch eine kleine Ein-
buchtung abgesetzt.
Die äußeren Antennen (Abb. 5 und 8) sind gedrungen, am
Schaft fast nur mit kurzen Stiftchen, an der Geißel, namentlich
deren 2. Glied länger beborstet. Dieses ist mehr als doppelt so
lang wie das 1. Geißelglied und läuft am Ende in den Sinnesstift
aus, dessen Ende in divergierende Fasern zerschlitzt ist.
Die inneren Antennen sind nur noch als ungegliederte,
abgerundete, niedrige Höcker vorhanden. Da ihnen die Sinnes-
stifte völlig fehlen, können sie als rudimentäre Gebilde an-
gesprochen werden.
Über Isopoden. 169
Von den Höckern des Scheitels abgesehen, besitzt der Kopf
kleine Seitenlappen und eine tiefe Querfurche (Abb. 6) zwischen den
Antennulen trennt vorderes und hinteres Kopfschild, welcke beide
in der Mitte durch einen medianen Längswulst kantig erhoben sind,
wodurch auf dem hinteren Kopfschild ein abgerundeter Stirnmittel-
höcker entsteht.
Mandibeln ohne Reibplatten, am Ende mit fünf abgerundeten
braunen Zähnen, die linke mit einem äußerst kurz bewimperten
Borstenfortsatz, den ich an der rechten nicht bemerkt habe. (Abb. 12
und 13.) An den vorderen Maxillen finden sich in 5—6 Zähnchen
auslaufende Exopodite, während die Iindopodite nur ein einziges
Fäserchen-Endbüschel tragen. Die hinteren Maxillen enden mit
zwei sehr fein behaarten, abgerundeten Läppchen, deren äußeres
etwas breiter ist wie das innere.
An den Kieferfüßen sind Exo- und Endopodite ungegliedert,
die Endopodite (Abb. 10) als ein einfaches, fein bewimpertes, fast
kreisförmiges Läppchen entwickelt, die Exopodite annähernd drei-
eckig, mit einem etwas hakig gebogenen, in eine Fasergruppe aus-
laufenden Fortsatz endend. Die Basopodite sind auffallend schmal,
parallelseitig, es fehlt also jener bei so vielen Oniscordeu vor-
kommende äußere Lappen. Epipodite länglich.
Die Laufbeine (Abb. 8) sind durch ihre Basalia ausgezeichnet,
indem sich an deren Hohlfläche, welche an den vorderen Bein-
paaren mehr nach vorn, an den hinteren mehr nach hinten ge-
wendet ist, eine tiefe Längsrinne findet. (Abb. 15.) Außerdem
sind die Basalia an dieser Längsrinnenseite eingeknickt, was be-
sonders an den die Längsrinne flankierenden Wülsten und Lappen
zum Ausdruck kommt, indem diese eingeschnitten oder eingebuchtet
sind. An allen 7 Beinpaaren sind die beiden auf das Basale
folgenden Glieder, Ischiopodit und Meropodit, gedrungen und
kugelig. Neben den Endkrallen findet sich ein Zarter, glasiger
Fortsatz. Die Beborstung der Beine ist vorwiegend spärlich und
kurz. An der Innenfläche des 4. und 5. Beingliedes finden sich aber
1—2 + 2—3 kräftigere Tastborsten, welche am 1. Beinpaar dick
sind und am Ende in feine Spitzchen zerschlitzt, am 2.—7. Bein-
paare als einfache Tastborsten ausgebildet.
Das Hautskelett zeigt an den meisten Körperteilen eine groß-
zellige, rundliche Wabenstruktur und dazwischen spärlich zerstreut
sehr kurze, ziemlich stumpfe Stifte, auf den Höckern des Rückens
etwas kräftigere, dünne Tastborsten finden sich nur ganz vereinzelt.
Die Deckplatten des 2.—5. Caudalsegmentes zeigen eine sehr
zierliche Struktur rundlicher, durch ziemlich große Zwischenräume
getrennter Zellen. Die Deckplatten des 2.—4. Caudalsegmentes
des @ sind quer rechteckig, am 3. und 4. Segment verläuft der
Hinterrand derselben gerade, am 2. ist er nach hinten etwas aus-
geschwungen und springt innen in einen kurzen dreieckigen Fort-
satz vor. Die Anhänge des im Uebrigen fehlenden 1. Caudal- .
segmentes sind durch ein Paar sehr kleinsr querer Streifen an-
170 Dr. K. W. Verhoeff:
gedeutet. Die Deckplatten des 5. Caudalsegmentes bilden nach
hinten eine große dreieckige Erweiterung, welche von unten den
After verdeckt und sich zwischen die Uropoden einschiebt.
Die Uropoden (Abb. 3) sind von oben her nicht zu sehen, nur
die langen Borsten, welche den Endo- und Exopoditen aufsitzen,
ragen über den Hinterrand des Telson hinaus. Die ovalen Uropoden-
propodite sitzen schräg hinter den Epimeren des 5. Caudalsegmentes
und tragen auf ihrem Ende kurze dicke Exopodite. Im Vergleich
mit diesen sind die die Propodite trennenden Endopodite breiter
und länger, inseriert auf einer weiter nach innen liegenden Ab-
schrägung der Propodite, welche teilweise verdeckt wird durch den
unteren inneren, deckelartigen Vorsprung derselben.
Der stark mit dunkeln faeces angefüllte Darm durchzieht den
Körper in einfachem geraden Verlauf.
Vorkommen: Bei Bukkari an der kroatischen Küste sammelte
ich diesen eigenartigen Isopoden Anfang Oktober unter feuchten
Steinen, von denen einige sich noch im Bereich des Wogenschlages
befanden, andere ein wenig außerhalb desselben. Der steifen
Segmentierung entsprechend machen diese Tierchen schwerfällige
Bewegungen.
Die Familie der Stenoniscidae ist eine höchst originelle und
scharf genug charakterisierte Gruppe, welche einzelne Merk-
male verschiedener anderer Gruppen in merkwürdiger Mischung
vorführt, außerdem aber eine Vermittelung bildet zwischen den
Tylidae einerseits und der Hauptmasse der Landasseln anderer-
seits. An Tylos schließen sich die Stenonisciden an durch die zu
einem Höcker verkiimmerten inneren Antennen, die durch Naht ab-
gesetzten Epimeren des 2.—7. Trunkussegmentes, die Clypeusbildung
des Kopfes und die auf die Ventralfläche gerückten Uropoden. Den
Porcellioniden dagegen nähern sie sich durch die zweigliedrige
Antennengeißel und den übrigen Bau der Uropoden. Ein Anklang
an Syspastus ist in der Verkümmerung des 1. Caudalsegmentes ge-
geben, während der Habitus und die Rippenwülste an Haplophthalmus
erinnern.
In den Annali del Museo civ. Stor. Naturale Genova, 1897
S. 415, beschrieb F, Silvestri von Marsala einen Stenoniscus
carinatus Silv. Die kümmerliche Diagnose läßt es als möglich er-
scheinen, daß hiermit eine 2. Parastenoniseus-Art gemeint ist. Von
der Diagnose einer so wichtigen Form hätte man sicher mehr er-
warten dürfen! S. sagt hinsichtlich der Uropoden „exopodite minimo,
endopodite sat magno, longitudine exopodite vix superante“, das
spricht eher für Parastenoniseus wie Stenoniscus. Da er ferner sagt,
„Pereion somitis omnibus carinis 6 longitudinalibus auctis“, so kann
hinsichtlich einer specifischen Verschiedenheit von carinatus und
adriaticus kein Zweifel herrschen.
Über Isopoden. 171
II. Sphaerobathytropa n.g. [Bathytropina m.]
Aeußere Antennen mit 2gliedriger Geißbel, innere Antennen
ö gliedrig, das 2. Glied sehr kurz, das 3. schlank. Körper einrollbar,
mit unvollkommener Anpassung des Telson, die Antennen kurz und
bei der Einrollung an die Kopfseiten angedrückt. Ocellen jeder-
seits wenige (6—7) in einem kleinen Häuflein. Stirn mit gebogener,
kräftiger Querleiste, welche seitwärts in kurzen abgerundeten Seiten-
lappen ausläuft. (Abb. 17.) Die Querleiste bildet zugleich den
Hinterrand eines breiten Stirndreiecks, welches mit seinen leicht
eingebogenen Vorderseiten einen medianen, etwas vorragenden,
zum Kopfschild abfallenden Höcker bildet. Antennenlappen fehlen.
Mandibeln ohne Mahlplatten, mit 3 - 4 zerfaserten Borstenfortsätzen.
(Abb. 20 und 21.) Rechte Mandibel mit glasigem Nebenzahn.
Endopodite der vorderen Maxillen mit 2 zerfaserten Zapfen, an den
hinteren Maxillen (Abb. 24) ist der äußere Lappen doppelt so breit
wie der innere. Kieferfüße (Abb. 25) mit abgerundet-quadratischem
Endopodit. Exopodit mit sehr kurzem Grundglied, während das
3 eckige Endglied in einen unvollständig abgegliederten Fortsatz
ausgezogen ist.
Rücken reichlich mit Schuppen besetzt, wodurch derselbe rauh
erscheint. In den Schuppen (Abb. 26) finden sich einige sehr feine
Verzweigungen. Rand der Epimeren des 1. Trunkussegmentes der
ganzen Länge nach aufgespalten, sodaß unter dem eigentlichen
Rande sich ein länglicher Coxopoditstreifen vorfindet. (Abb. 16.)
Die Epimeren greifen mit einem dreieckigen, spitzen Vorderzipfel
um die Kopfseite unterhalb der Ocellen. Hinterrand des 1. und
2. Trunkussegmentes deutlich ausgebuchtet, des 3.—7. ganz un-
bedeutend oder überhaupt nicht. Epimeren des 3.—5. Caudal-
segmentes kräftig und ziemlich spitz. Telson nur unbedeutend über
die letzten Epimeren hinausragend, nach hinten mit dreieckigem,
fast spitzem Mittelteil vortretend. Die Uropodenpropodite (Abb. 19)
sind schräg oval und ragen ungefähr so weit vor, wie das Ende
des Telson. Die Endo- und Exopodite der Uropoden sind ungefähr
gleich stark entwickelt und ragen ungefähr gleich weit vor, die
Gelenkgrube der Exopodite ist nach innen geschoben und findet
sich eine Strecke vor dem Endrand der Propodite.
l. Beinpaar an dem 3. und 4. Gliede mit einem Putzapparat.
(Abb. 22.) Daktylit der Laufbeine mit einfachem, nicht zer-
schlitzten Fadenfortsatz. (Abb. 23.) Caudale Spaltbeine ohne
Trachealbezirke.
Sphaerobathytropa ribauti n. Sp.
Körper bis 3!/, mm lang, grau und braun marmoriert, nur das
Ocellenhäuflein schwarz abgehoben. Rumpf hoch gewölbt. Am
Kopf ist das braune Pigment sehr zierlich angeordnet und läßt
172 Dr. K. W. Verhoeff:
zahlreiche ovale bis rundliche helle Fenster frei. Die gebogenen
Schüppchen finden sich besonders auf dem Scheitel und der Hinter-
hälfte der Tergite. Linke Mandibel (Abb. 20) mit 4 zerfaserten
Borstenfortsätzen und davor statt eines glasigen Nebenzahnes ein
sehr feines zerfasertes Läppchen, rechte Mandibel (Abb. 21) mit
drei zerfaserten Borstenfortsätzen und vor denselben mit einem
glasigen, dreieckigen Zahn. Schaft und Geißel der Antennen
reichlich, aber einfach beborstet, am 5. Glied vorn eine lange,
2 gliedrige Borste. 2. Geißelglied reichlich dreimal so lang wie das 1.
Das 1. Beinpaar ist durch einen ausgeprägten Putzapparat
ausgezeichnet. An der Vorderfläche (Abb. 22) des Meropodit
findet sich eine dichte mehrreihige Gruppe feiner Grannen x unter
einem mit gekräuselten Fäden besetzten Wulst. Das Gegenstück
sitzt am Innenrande des Carpopodit in Gestalt einer Säge y von
straffen Borsten. Nähern sich Mero- und Carpopodit, so muß ein
schlankes zwischen Borstensäge und Grannen durchgezogenes Glied
abgebürstet werden. Neben den Grannen findet sich noch eine
mehrzähnige Stachelborste, während mehrere andere einfache unten
am Mero- und ÜÖarpopodit sowie Daktylit sitzen, denen höchstens
ein sehr feines Nebenspitzchen zukommt. Allen weiteren Bein-
paaren kommen nur diese einfachen Stachelborsten zu. Der Faden-
fortatz am Daktylit aller Beinpaare läuft einfach aus und endet
mit einem winzigen Knöpfchen. Die Schüppchen sind besonders
an den Rändern aller Segmente zierlich gereiht.
Vorkommen: Herr Prof. H. Ribaut, dem ich diese Art in
Dankbarkeit gewidmet habe, sammelte dieselbe bei St. Beat in den
Pyrenäen.
Stellung der Gatt. Sphaerobathytropa:
Durch das Stirndreieck und das Kugelvermögen erinnert Sphaero-
bathytropa nicht wenig an die Armadillidiidae, zumal es mit einigen
Formen derselben auch in den gespaltenen Epimeren des 1. Trunkus-
segmentes übereinkommt. Indessen gehört Sphaerobathytropa nicht
zu jener Gruppe, da ihm die Antennenlappen fehlen, das Stirn-
dreieck eine viel größere Breite aufweist als wir sie bei Armadillidium
und Genossen beobachten und auch die Uropoden einen abweichenden
Bau darbieten, der sie neben den sonstigen Charakteren den
Porcellionidae (s. str.) zuweist. Unter diesen aber ist Sphaerobathy-
tropa durch sein Kugelvermögen und die gedrungenen Antennen
Porcellidium Verh genähert, unterscheidet sich aber scharf genug
durch das breite, einheitliche Stirndreieck, die gespaltenen 1. Epi-
meren und die Stellung der Uropodenexopodite. Gleichfalls durch
das Kugelvermögen ist eine Annäherung an Cylisticus und Spelae-
oniscus gegeben, welche beiden Gattungen aber schon durch die
sehr starken und bei der Einrollung nach oben getragenen An-
tennen auffallend unterschieden sind, außerdem noch durch die
Uropoden. Von Bathytropa ist vorliegende Gattung ebenfalls reichlich
unterschieden durch Stirndreieck, Uropoden und Kugelvermögen.
Über Isopoden. 173
Eine unverkennbare Beziehung zeigt Sphaerobathytropa ferner
zu einem Teil jener Gattungen, welche Budde-Lund') 1904 unter
seiner Gruppe Spherilloninae zusammengefaßt hat und zwar ins-
besondere zu den Gattungen mit zweigliedriger Antennengeißel und
dreieckigem Telson, vor allem zu der malayischen Gattung Said-
jahus B. L. Ich betone deshalb, daß Sphaerobathytropa von dieser
schon durch das große und sehr scharf ausgeprägte Stirndreieck,
die viel w:iter nach innen gerückten Uropodenexopodite und die
völlig längsgespaltenen !. Epimeren reichlich unterschieden ist.
Bathytropa und Bathytropina m.
1885 führte Budde-Lund in seinen Isopoda-Terrestria für
Bathytropa die zwei Arten meinerti und costata auf, beide für Algier,
letztere außerdem noch für Südfrankreich. Dollfus sah 1899
costata für das 2 des meinerti J' an, was ich dahingestellt sein
lasse. 1896 beschrieb Dollfus im Feuille d. j. Naturalistes N. 305
aus Pariser Treibhäusern eine BDathytropa thermophila, 1892 ın
Anal. Soc. esp. de Hist. nat. XXI eine B. hispana und 1890 in
Societe d’etudes scientifiques de Paris von Marseille eine B. granulata.
Ich habe jedoch den Eindruck erhalten, daß die Arten thermophila
und granulata keine eigentlichen Bathytropa sind, weshalb ich sie
unter dem Gruppennamen Bathytropina abzutrennen vorschlage.
Eine genauere Begründung kann ich aus Mangel an Objekten
nicht vornehmen, weise aber vorläufig wenigstens auf folgende
Differenzen:
Bathytropa B.L. Bathytropina mihi.
Trunkussegmente mit Längs- Trunkussegmente ohne Längs-
rippen. rippen, einfach beschuppt oder
Telson hinten trapezförmig. auch gekörnt
Uropodenpropodite von oben breit Telson hinten völligabgerundet.
sichtbar, ihr Hinterrand ungefähr Uropodenpropodite in der Ansicht
so weit vorragend wie das Telson. von oben mehr oder weniger ver-
steckt, ihr Hinterrand hinter dem
Telson deutlich zurückbleibend.
III. Pleurocyphoniscus karawankianus n. Sp.
In meinem 5. Aufsatz über Isopoden, N. 638 des zoolog. An-
zeigers 1901 beschrieb ich u. A. einen Pleurocyphoniscus n. g
bertkaui n. sp., dessen Fundort leider nicht sichergestellt war.?)
Diese und die neue Art unterscheiden sich durch Folgendes:
!, A Revision of Crustacea Isop. terr. 2, Spherilloninae. Koppenhagen,
S. 41, 42.
2) Das einzige Originalstück habe ich nach meiner Bearbeitung dem
naturlist. Verein für Rheinl. und Westfalen gegeben. Es war ursprünglich
leider trocken conserviert, verstaubt und überhaupt schlecht erhalten, sodab
die Beschreibung notwendig lückenhaft ausfallen mußte. Auf manche Merkmale,
174 Dr. K. W. Verhoeff:
bertkaui karawankianus
Scheitel mit Doppelhöcker, Scheitelmit zweiHöckerpaaren,
die Hinterhaupthöcker genähert. deren vordere genähert sind,
Ocellen fehlen. (?) während die hinteren weit von
einander abstehen. Jederseits ein
schwarz pigmentierter, sehr deut-
licher Ocellus.
Pl. karawankianus n. sp.!) (Abb. 27— 34).
Körper 4!/, mm lang, grau, aber durch die dem Rücken an-
geklebten Fremdkörper (Humuskrümchen und hier und da auch
ein feines Wurzelfäserchen), braun gesprenkelt erscheinend. 3. Caudal-
segment mit einem seitlich zusammengedrückten Riesenfortsatz
(Abb. 31), der schräg nach hinten herübergeneigt ist und in der
Seitenansicht keulig erscheint, am Ende abgerundet und viel breiter
als am Grunde.
Auch die 7 Trunkussegmente besitzen je 2 große, seitlich
zusammengedrückte, paramediane Fortsätze, (Abb. 30) von denen
die des 1.—4. Segmentes hinten einfach abfallen, während die des
5.—7. in nach hinten zunehmender Stärke mit dreieckigem Lappen
nach hinten vorragen, die beiden des 7. Segmentes fast so stark
wie der Medianfortsatz des 3. Caudalsegmentes. Außerdem besitzen
die 7 Trunkussegmente jederseits noch einen Längskiel, der viel
niedriger ist wie jene großen Fortsätze und ungefähr in der Mitte
steht zwischen ihnen und dem Grunde der Epimeren.
Kopf mit 2 + 2 kräftigen Längshöckern, (Abb. 29) deren
vordere genähert sind, während die zusammengedrückten hinteren
weit von einander abstehen, der Längsaxe parallel gerichtet,
die vorderen schräg gegen einander geneigt sind. Im Profil ragen
die vorderen Kopfhöcker höher auf wie die hinteren. An den
Seiten des Kopfes finden sich noch drei kleine Höckerchen. Alle
Höcker und Kiele an Kopf und Rumpf sind mit Schüppchen be-
setzt, wodurch sie ein gekörntes Aussehen gewinnen.
Zwischen ÖOcellen und Antennengrube springt jederseits ein
dreieckiger, fast spitzer, beschuppter Kopflappen vor.
welche vielleicht noch mehr Differenzen ergeben, kann ich hier deshalb auch
nicht eingehen. An einer artlichen Verschiedenheit von bertkaui und karawankianus
ist aber nicht gut zu zweifeln. Die bertkaui-Type suchte ich s. Z. durch Auf-
kochen der Untersuchung soviel wie möglich zugänglich zu machen.
') Der von J. Carl in seinem „Beitrag zur Höhlenfauna der insubrischen
Region“ Revue Suisse de Zoologie, Genf 1906 beschriebenen Leucocyphoniscus
cristallinus scheint mir mit meinem verruciger identisch zu sein. Der zerfaserte
Fadenfortsatz des Daktylit kommt allgemein bei Trichonisciden an allen Bein-
paaren vor. Daß am 2. Geißelglied auch bei andern Uyphoniscellinen einige
Sinnesstäbchen vorkommen, lehrt karawankianus.
Über Isopoden. 175
Innere Antennen 3 gliedrig, das Grundglied viel breiter wie
das 2. und 3., welche nahezu gleich lang sind. Auf dem 3. sitzen
zwei Stäbchen. Aeußere Antennen (Abb. 27) mit gedrungenen Schaft-
gliedern, welche mit kurzen Spitzchen besetzt sind, nur eine
2 gliedrige längere Borste am Ende vorn am 5. Schaftglied. Geißel
sehr deutlich 3 gliedrig, das 3. Glied mit einem sehr kräftigen
Faserbüschel (Abb. 28), das 2. Glied vorn mit einigen langen
Sinnesstäbchen.
Mandibeln mit kräftigen Mahlplatten, die linke (Abb. 33) mit
einer abgerundeten, die rechte (Abb. 34) mit einer spitz-dreieckigen.
Außerdem besitzt die linke Mandibel zwei, die rechte einen schwach
gefaserten Borstenfortsatz. Während sich vor den zwei braunen
Endzähnen an der linken Mandibel keine weitere Auszeichnung vor-
findet, kommt der rechten an derselben Stelle ein in 2 X 3 Spitzchen
gespaltener glasiger Fortsatz zu.
Endopodit der vorderen Maxillen mit 3 gefaserten Zapfen,
deren innerster viel kräftiger ist wie die beiden äußeren. Exopodit
derselben mit 6—7 Endzähnchen. Hintere Maxillen am Endrande
in zwei ungefähr gleich große gewimperte Endlappen geteilt.
Kieferfüße fast genau mit denen der Gatt. Cyphoniscellus über-
einstimmend, (vergl. Abb. 3 im 2. Aufsatz über Isopoden, zool. An-
zeiger N. 609, 1900), also Endopodite 2 gliedrig, Exopodite aber
nur 3gliedrig und auch das 3. kleine Endglied etwas undeutlich
abgesetzt.
Beine des 1.—7. Trunkussegmentes unten am 2.—5. Gliede
mit in Fasern zerschlitzten Stachelborsten besetzt (Abb. 32), das
Ende des Carpopodit und das ganze Daktylit mit einem Büschel
von Borsten und länglichen Schuppen besetzt, welche mehr oder weniger
gekräuselt sind, dazwischen am Daktylit noch ein Fadenfortsatz,
der am Ende zerfasert ist. Carpopodit des 1. Beinpaares innen
mit Borstenkamm. Basalia aller Beinpaare unten außen der Länge
nach ausgehöhlt.
1. und 2. Caudalsegment deutlich ausgebildet, das Tergit be-
schuppt. Telson hinten abgestutzt, seitlich leicht eingebuchtet, die
5 Caudalepimeren erreichen seinen Hinterrand nicht,
Die Uropodenexopodite sitzen in einer tiefen Ausbuchtung
der Propodite, welche nach hinten ungefähr so weit vorragen wie
das Telson.
Die Endopodite überragen das Telson fast um die Hälfte ihrer
Länge, bleiben ein wenig zurück hinter den Exopoditen, auf deren
Ende mehrere kräftige Tastborsten sitzen, während sich auf dem
Ende der Endopodite eine sehr kräftige Borste befindet.
Vorkommen: Das erste hinsichtlich seines Aufenthaltsortes
beobachtete, dieser Beschreibung zu Grunde liegende weibliche
Stück dieser merkwürdigen Gattung entdeckte ich am 20. IX. 07
am Südabhang der Karawanken in einem Alnus-Gebüsch im Humus
zwischen Kalkblöcken. Das halb eingekrümmte Tierchen machte
langsame Beinbewegungen, andernfalls würde es mir vielleicht ent-
176 Dr. K. W. Verhoeff:
gangen sein. Die ihrer Umgebung überaus ähnliche Färbung dieser
Gattung sowohl als auch der Cyphoniscellus, hervorgerufen durch
das Ankleben von Krümchen ihrer Umgebung zwischen den Rücken-
wülsten und Höckern, läßt diese überaus verborgen lebenden
Krebschen auch noch außerdem schwer erkennen. Meine Be-
mühungen, an genannter Stelle weitere Stücke zu erlangen, schlugen
fehl. Auch Anfang Oktober habe ich in demselben Buschwalde
vergeblich nachgesucht.
IV. Trichoniscoides scoparum n. sp.
Trichoniscoides Sars: Endopodite des 1. Pleopod peitschenförmig,
Exopodite mit nach außen gekrümmtem Endfortsatz. 7. Beinpaar
des $ am Meropodit ohne Greiffortsatz. Epimeren des 2.-— 7. Trunkus-
segmentes innen durch eine abgekürzte, feine Nahtlinie abgesetzt,
welche am 2.—4. Segment durch eine äußere Furche stärker
hervortritt. 2. Geißelglied der Antennen länger als das 1. und 3.
(Hierhin scoparum n. sp. und Trichoniscordes pyrenaeus Raco. auch
cavernicola B. L. und tuberculatus Raco.)
Trichoniscoides scoparum n. Sp.
Körper fuchsrötlichgelb, ungefähr 6 mm lang.
Schaft der äußeren Antennen außer den kurzen, mit einigen
längeren Borsten, welche aber einfach auslaufen; eine Reihe Borsten
sitzt oben auf dem 5. Schaftglied. Geibßel 6 gliedrig, das 2. Glied bei
weitem das längste. Faserbüschel am Ende ungefähr so lang wie
das 5. und 6. Geißelglied zusammen. Kopf jederseits mit einem
großen, von rötlichem Pigment umgebenen Ocellus.
Beide Mandibeln mit ovaler Reibplatte, die eine am Ende mit
nur zwei braunen Zähnen (Abb. 37), davor mit einem fein ge-
kerbten glasigen Zahn und 3 Borstenfortsätzen, von denen einer
am Rande der Reibplatte steht, die andere Mandibel am Ende mit
5 braunen Zähnen, (1 +2 -+ 14 1) aber ohne glasigen Zahn und mit
3 Borstenfortsätzen, aber keiner an der Reibplatte. Exopodite der
vorderen Maxillen mit 10 in 2 Reihen geordneten Zähnen, der
Außenrand stark gewimpert, Endopodit mit 3 gefaserten Zapfen,
deren innerer größer wie die beiden äußeren.
Endopodite der Kieferfüße 2 gliedrig, das 1. Glied innen am
Ende mit langer Stachelspitze, Exopodite auch 2 gliedrig, am Einde
mit dichtem Haarbüschel.
Rücken ohne Schuppen und ohne Körner, die Tergite nur mit
einfachen, zerstreuten Borsten besetzt, ihre Hinterränder nackt, die
Seitenränder mit kurzen, gegen den Grund verdickten Spitzen be-
setzt. Im hinteren Drittel des 2.—7. Segment zieht schräg von
hinten außen nach vorn innen eine feine Nahtlinie über den
Epimerengrund.
Über Isopoden. 177
An den Laufbeinen besitzt das 2.—5., besonders aber das
3. und 4. Glied eine Anzahl Stachelborsten, welche durch feine
Einschnürungen beim g' 2—3 gliedrig erscheinen und vor dem Ende
Nebenspitzchen führen, (Abb. 40) während sie beim 2 einfach aus-
laufen. J' und 2 zeigen an den Laufbeinen aber noch ander-
weitige Verschiedenheiten.
Das 1. Beinpaar des 2 besitzt sowohl am 3. als auch
4. Gliede 5—6 längere Stachelborsten außer einer Anzahl von
kürzeren, innen am 3. Gliede aber keine Haarbürste. Auch sind
die Stachelborsten am 4. Gliede nicht allmählich abgestuft, sondern
von unregelmäßiger Längenverschiedenheit.
Das 1. Beinpaar des g' dagegen (Abb. 38) führt an der
ganzen Innenfläche des 3. und auch noch am Ende des 2. Gliedes
einen dichten, bürstenartigen Haarüberzug sc, der bei der Copula
sicher irgend einer Haltfunktion dient, ebenso wie die regelmäßige
Abstufung, der nach endwärts länger werdenden Stachelborsten
innen am 4. Gliede, während dem 3. Gliede nur kurze Stachel-
borsten zukommen.
Ein Kamm kurzer Borsten an der Innenfläche des Daktylit des
1. Beinpaares kommt beiden Geschlechtern zu. [Putzkamm.]
Beim Jg‘ zeigen auch das 2. und 3. Bein noch einige Be-
sonderheiten:
Am 2. Beinpaar ist das 2. Glied sehr gedrungen, fast drei-
eckig, am Ende unten besitzt es ebenso wie das 3. am Grunde ein
kleines Polster haarartiger, schmaler Schuppen. Das 3. Glied ist
unten auffallend konkav, ausgehöhlt und entbehrt der Stachelborsten.
Das 3. Beinpaar des g' verhält sich wie das 2., doch fehlen
die kleinen Schüppchenpolster und die Aushöhlung des 3. Gliedes
ist schwächer, auch besitzt dasselbe unten 2—3 kurze Stachelborsten.
Das 4.—7. Beinpaar des J' führen unten am 3. Gliede wieder
mehrere längere Stachelborsten, ähnlich dem 4. Gliede, verhalten
sich also von der geschilderten Gestalt der Borsten abgesehen, dem
2 ähnlicher als die 3 vorderen Beinpaare. Am 3. Gliede des
7. Beinpaares des gJ' findet sich von Greiffortsatz keine Spur
(Abb. 39), doch findet sich bei x am Ende der Basalia ein kleines
Schüppchenpolster.
Die 1. Pleopode des gJ' (Abb. 36) zeigen viel Aehnlichkeit mit
denen des pyrenaeus Racov., unterscheiden sich aber schon dadurch
sofort, dab an den Exopoditen außen kein abgesetzter Lappen zu
finden ist. Die Endopodite überragen mit ihrem feinen peitschen-
artigen Ausläufer die Exopoditspitzen um ein bedeutendes Stück
und sind fast nur nach außen fein gewimpert, etwas vor der Mitte
dagegen steht ein nach allen Seiten auseinanderfahrendes Büschel
feiner Härchen. Das breite Grundglied der Endopodite, welches
sehr gegen den Grund der dünnen Endglieder absticht, wird voll-
ständig von den mit ihrem dicken Endfortsatz nach außen ge-
krümmten Exopoditen verdeckt.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg- 1908. Bd.I. H.2. 1
178 Dr. K. W. Verhoeff:
Die 2. Pleopode des 3‘ sind innen in zweigliedrige, allmählich
verschmälerte, schlanke Endopodite ausgezogen.
Der von E. Racovitza in Archives de Zool. experim. et gen.
Paris 1907 N. 4 beschriebene und durch Taf. XI und XII erläuterte
Trichoniscoides pyrenaeus unterscheidet sich außer durch die
Pleopode noch durch eine Reihe anderer Merkmale, so die zer-
schlitzten Stachelborsten der 8 Geibßelglieder führenden Antennen,
durch die Fadenfortsätze der Daktylite, (welche bei scoparum
Abb. 35 nicht in zwei gleiche Büschel zerteilt sind, sondern in
2 ungleiche, deren einer x fein bewimpert ist), ferner durch die
angeblich wenigstens beim J' einfach endenden Stachelborsten der
Laufbeine. Von den oben beschriebenen Eigentümlichkeiten des
1.-3. Beinpaares des gd' kommt bei pyrenaeus (nach Racovitza)
ebenfalls nichts vor. Diese Art gibt ihr Autor an aus Höhlen der
Basses-Pyrönöes,.
Vorkommen: T. scoparum verdanke ich Herrn Prof. H. Ribaut,
welcher diese Art oberirdisch in der Umgebung von St. Beat in den
Pyrenäen sammelte.
V. Platyarthrus-Arten.')
Zur Klärung der hier behandelten Platyarthrus-Arten gebe ich
folgenden Uebersichts-Schlüssel:
A. Rücken ohne Längsrippen .... „u len. We ee
B. Rücken mit Längsrippen . . . A
C. Telson mindestens so weit nach Hieön hinausragend wie
die Uropodenpropodite.
a) Exopodite der Uropoden nur halb so lang wie die Propodite
an ihrem Außenrand. Telson so weit hinausragend wie die Uropoden-
propodite, 1. caudatus Dollf.
b) Exopodite der Uropoden nur wenig kürzer wie die Propodite
an ihrem Außenrand. Telson über den Hinterrand der Uropoden-
propodite ein gut Stück hinausragend.
2. caudatus squamatus n. subsp.
D. Telson recht kurz, nur etwa bis zur Mitte der Uropoden-
propodite reichend, Exopodite wenig kürzer wie die Propodite am
Außenrand. 3. hojfmannseggii Bra.
San der schon genannten Revision, Teil 2, Spherillonin«e 1904, gab
Budde-Lund auf 8.36 einen Conspectus der „Oniscidae“, der mich in ver-
schiedener Hinsicht wenig befriedigt hat, auch wenn man davon absieht, daß
den einzelnen Gruppen keinerlei Diagnose beigegeben ist. Geradezu rätselhaft
aber erscheint es mir, dab Philoscia und Pletyarthrus sich in einer Gruppe
zusammenfinden und getrennt von einer zweiten, in welcher u. A, Armadillidium,
Porcellio und Oniscus bei einander stehen. Auf die nähere Begründung dieses
Systems darf man recht gespannt sein!
Über Isopoden 179
E. Trunkussegmente mit je 3 + 3 Längsrippen (4 4-4), deren
innere die schwächsten, deren äußere die stärksten sind. Telson
lang, den Hinterrand der Uropodenprojpodite ein beträchtliches
Stück überragend. 4. costulatus n. sp.
F. Telson sehr kurz, höchstens bis zur Mitte der Uropoden-
propodite reichend. Trunkussegmente mit 5 + 5 Längsrippen,
a) Körper weiß, nicht mit Fremdkörpern verklebt. Schüppchen
der Trunkussegmente nicht in die Breite gezogen, abgerundet-vier-
eckig. Die Schüppchen an den Epimeren-Rändern geben diesen ein
eingeschnitten-gekerbtes Aussehen. Höckerchen des Scheitels auf
6 (3-+3) regelmäßigen Längsrippen geordnet. Mittlerer Kopf-
lappen abgerundet. Die letzten Caudalepimeren erreichen bei den
Erwachsenen den Hinterrand der Propodite, bei den Halbwüchsigen
bleiben sie ein Stück dahinter zurück, aber nicht so weit wie bei
dalmaticus. Bis 3'!/, mın lang. 5. schoeblü B. L.
b) Körper graugelblich, am Rücken durch zahlreiche angeklebte
Fremdkörper marmoriert erscheinend. Schüppchen der Trunkus-
segmente etwas in die Breite gezogen, was an den Hinterrändern
besonders auffällig ist. Die Schüppchen an den Epimeren-Rändern
geben diesen ein wellig-gekerbtes Aussehen. Höckerchen des
Scheitels mehr unregelmäßig geordnet. Mittlerer Kopflappen breit
abgerundet. Die letzten Caudalepimeren bleiben weit hinter dem
Hinterrande der Uropodenpropodite zurück. 2!/,—-2!/, mm lang.
6. dalmaticus n. Sp.
* #
+
Bemerkungen zu einigen Platyarthrus-Arten.
1. Pl. costulatus n. sp.
Körper weiblich, bis über 3 mm lang, reichlich besetzt mit
einer überaus zierlichen Schuppenform (Abb. 42), zarte Blättchen
durchzogen von einer nach drei Richtungen feine Nebenzweige ent-
sendenden Mittelrippe. Betrachtet man diese Schüppchen seitwärts,
so erscheinen sie als gekerbte Streifen. Das 1. Geißelglied der
Antennen (Abb. 43) ist mehrmals kürzer wie das 2., ragt aber
doch sehr deutlich aus dem Ende des 5. Schaftgliedes hervor.
Der Antennenschaft ist dicht beschuppt, die Geißel ausschließlich
mit Borsten besetzt.
Der Hinterrand aller Trunkussegmente ist ausgebuchtet, vom
2.—7. Segment treten die Hinterzipfel nach hinten allmählich immer
stärker vor. Abgesehen von den 3 genannten Rippenpaaren findet sich
weiter außen auf den Epimeren noch die Andeutung eines vierten.
Von schöblii und dalmatinus unterscheiden sich die Rippen dieser
Art auffällig durch die aut ihnen nicht in einer, sondern in zwei
etwas unregelmäßigen Reihen angeordneten Schüppehen. Die
unregelmäßig zerstreuten Schüppchen des Kopfes zeigen auch auf
dem Scheitel kaum eine Reihenbildung.
12*
180 Dr. K. W. Verhoeff:
1. und 2. Caudalsegment mit deutlicher, zierlicher Schüppchen-
hinterrandreihe besetzt, 3.—5. Caudalsegment mit je 3 Schüppchen-
querreihen. Die Uropodenendopodite überragen das Telson nicht oder
um etwas. Die 5. Caudalepimeren bleiben ein gutes Stück hinter dem
Endrand der Propodite zurück. Telson, Pro- und Exopodite sind
ebenfalls reichlich mit den gerippten Schüppchen besetzt. Daktylit
der Laufbeine mit einfachem Fadenfortsatz, 3.—5. Glied unten mit
einfachen Stachelborsten.
Hinsichtlich Telson und Uropoden vergl. Abb. 44.
Vorkommen: 7. und 9. IV. sammelte ich diese Art bei
Myrmiciden und zwar bei Vado a. Riviera nahe der Küste unter
Steinen im Porphyrgebiet, bei Noli auf Urschiefer, im Olivenwald,
12. IV. bei Portofino ebenfalls in Olivenpflanzungen in Myr-
miciden-Kolonien unter Steinen.
2. Pl. dalmaticus n. Sp.
Außer den in dem Schlüssel genannten Charakteren erwähne
ich noch, daß im Vergleich mit schöblii die Rippen etwas weniger
auffallen. An Seitenrandschüppchen zählt man am 5.—7. Segment
9, 10 und 10 (bei schöblii fand ich 18, 20, 17). Die Hinterecken
des 3. Trunkussegment sind nur schwach nach hinten gewendet,
die des 5. deutlich, aber der dreieckige Epimerenzipfel ragt nur
mäßig nach hinten vor. (Bei schöblii sind die Hinterecken des
3. Segmentes schon so deutlich nach hinten gerichtet wie bei
dalmaticus die des 5., während die des 5. Segmentes mit kräftigen
dreieckigen Spitzen nach hinten ragen).
Am 1. Segment fand ich auf den zwei innersten Rippenpaaren
nur 6—7 Schüppchen, bei schöbl«i an der 1.--5. Rippe 15—19 und
nur bei Halbwüchsigen von 1’/, mm Länge, erst 6—7 Schüppchen
auf den inneren Rippen.
An der Hand zahlreicherer Objekte und namentlich auch
Männchen dürften sich die Unterschiede beider Arten noch mehr
hervorheben lassen.
Vorkommen: Ich sammelte mehrere Stücke in Ameisenkolonien
unter Kalksteinen bei Ragusa in Süddalmatien. (Lapad und Gravosa.)
3. Pl. schoeblii B. L. erbeutete ich im April 1907 in wenigen
Stücken an der Riviera bei kleinen Myrmiciden, bei Vado an der
Küste und bei Noli in Olivenbestand. Diese Individuen sind durch-
gehends weißlich und frei von jenen Fremdkörperchen, welche dem
Rücken des dulmaticus anhaften. Budde-Lund hat seinen schöblii
von Alsier und der Krim angegeben, wogegen ich mit Rücksicht
auf den dalmaticus Bedenken erhebe, auch habe ich Individuen von
4—4!/, mm, weder bei diesem noch bei schöblii gesehen.
4. Pl. caudatus sguamatus n. subsp.
Die Schüppchen sind nieht nur größer wie diejenigen des
hoffmannseggi, sondern auch im Bogen auffallend nach hinten
herübergekrümmt, was besonders an den randständigen deutlich zu
erkennen ist.
Über Isopoden. 181
Hierin stimmt diese Form mit caudatus überein. Die Schüppchen
erinnern auch an diejenigen des costulatus, unterscheiden sich aber
von denselben dadurch, daß die Mittelrippe gegen den Grund mehr
verdickt ist, borstenähnlich, während die Nebenästchen viel blasser
erscheinen.
Mittlerer Kopflappen vollkommen abgerundet, nach vorn etwas
weiter vorragend wie die fast halbkreisförmigen Seitenlappen.
Hinterrand des 1. Trunkussegmentes leicht ausgebuchtet, das
2. nicht, das 3. wieder leicht, vom 4.—7. Segment immer reichlicher
ausgebuchtet und die Hinterzipfel immer deutlicher vorspringend.
Epimeren des 5. Caudalsegmentes beträchtlich hinter dem Endrand
der Uropodenpropodite zurückbleibend.
Mit caudatus stimmt diese Form sonst überein, namentlich auch
in den Antennen, doch bezeichnet Dollfus den Kopfmittellappen
derselben als „triangulaire ob us“.
Vorkommen: Gegen 30 Stück dieser Form fand ich 9. IV.
bei Noli a. Riviera in Olivenpflanzungen unter Steinen bei Myrmiciden.
5. Pl. hoffmannseggi Br. ist die einzige weiter verbreitete Art
der Gattung, von welcher ich zahlreiche Stücke mikroskopisch ge-
prüft habe und zwar aus West- und Ostdeutschland, Ungarn und
Herzegowina, Tirol, Oberitalien und Riviera.
VI. Leptotrichus-Arten.
Im 8. Aufsatz über Isopoden, zool. Anz. 1902 N. 667 habe ich
unter Anderm für einige Porcellio-Arten die Sektio Agabiformes
aufgestellt. Diese Arten gehören in den Rahmen der von Budde-
Lund begründeten Gattung ZLeptotrichus, welche ich in die nach-
folgenden beiden Untergattungen teile und dabei die Sektivendung
formes den Gattungsnamen entsprechend in formius umänder..
A. Untergatt. Euleptotrichus m. Rücken sehr hoch gewölbt,
ungekörnt, sehr fein beschuppt oder fein behaart. Epimeren-
ränder mit oder ohne abstehende Wimperhaare. Hinterränder des
1.—4. Trunkussegmentes gerade oder leicht gebogen verlaufend,
ohne Spur seitlicher Ausbuchtung. Hinterecken der Epimeren nach
hinten nicht vortretend, sondern abgerundet. Hinterecken des
5.—7. Segmentes spitzwinkelig bis fast rechtwinkelig, aber nicht
als Zipfel nach hinten vorgezogen. Stirnmitte viel weiter nach
vorn vorspringend wie die Seitenlappen, außerdem ist die Stirnmitte
aufgebläht und von der Seite gesehen vollkommen abgerundet.
Ocellenhaufen sehr deutlich, mit 3—4 Reihen Ocellen, schräg von
vorn nach hinten. Vor dem Kopfhinterrand keine Querfurche.
1. Epimeren-Ränder des Trunkus ungewimpert. Rücken grau-
silberig beschuppt, matt, ohne auffallende Punktierung. Telson
mit breiter deutlicher Längsrinne, aber ohne Querfurche. Hinter-
ecken des 5. Caudalsegmentes weit hinter der Telsonspitze zurück-
bleibend. Hinterecken des 6. und 7. Trunkussegmentes deutlich
182 Dr. K. W. Verhoeff:
spitzwinkelig. Alle Caudalepimeren mit sehr spitzen Hinter-
zipfeln. Seitenlappen des Kopfes klein. 1. naupliensis Verh.
2. Epimeren-Ränder des Trunkus gewimpert.
a) Rücken deutlich und ziemlich dicht eingestochen punktiert,
allenthalben kurz und fein behaart. Telson mit Längsrinne und
außerdem der Quere nach eingedrückt. Epimerenränder des Trunkus
und der Cauda ziemlich dicht gewimpert. Hinterecken des 5. Caudal-
segmentes hinter der Telsonspitze mehr oder weniger zurückbleibend,
Hinterecken des 6. und 7. Trunkussegmentes ungefähr rechtwinklig,
Seitenlappen des Kopfes ziemlich klein. 2. syrensis Verh.
b) Rücken fast glatt, entweder in der Hinterhälfte kurz und
fein behaart oder beschuppt. Telson mit Längsrinne.
a) Rücken in der Hinterhälfte fein behaart. Ränder der
Trunkusepimeren dichter gewimpert. 3. panzeri Aud. u. Sav.
8) Rücken fein beschuppt. Ränder der Trunkusepimeren
weniger gewimpert. 4. tauricus B. L.
B. Untergatt. Agabirormius m. Rücken mäßig gewölbt, ge-
körnt, außerdem fein beborstet-beschuppt. Epimerenränder ohne
abstehende Wimpern. Hinterränder des 1. und 2. Trunkussegment
gerade oder leicht gebogen verlaufend, der des 2. höchstens mit
Andeutung einer Ausbuchtung, Hinterecken des 1. völlig abgerundet.
Hinterrand des 3. und 4. Segmentes jederseits deutlich ausgebuchtet,
indem die Hinterzipfel der Epimeren deutlich nach hinten vor-
springen, am 4. Segment stärker als am 3., Hinterecken des
5.—7. Segmentes mit dreieckigen, ziemlich spitzen Zipfeln nach
hinten vorgezogen. Die Stirnmitte springt nach vorn. deutlich
weiter vor als die Seitenlappen, sie ist aufgebläht und hinter dem
Vorderrande ausgehöhlt durch Querfurche, erscheint daher von der
Seite gesehen nicht vollkommen abgerundet, sondern kantig vor-
springend. Ocellenhaufen deutlich, aber aus wenigeren Ocellen be-
stehend. Vor dem Kopfhinterrande eine Querfurche.
1. Körper kurz und breit, Hinterrand des 2. Trunkussegmentes
mit Andeutung einer Ausbuchtung, Hinterecken mit Andeutung eines
Vorsprungs. Epimeren des 5. Caudalsegmentes fast so weit vor-
ragend wie die Telsonspitze. Telson die letzten Epimeren wenig
überragend, diese wenig divergierend. 4. Schaftglied der Antennen
nach oben dreieckig erweitert. 4°/,;, mm lang. (Das einzige dieser
Form zu Grunde liegende Stück sammelte ich auf Korfu).
d. corcyraeus N. SP.
2. Körper länglicher. Hinterrand des 2. Trunkussegmentes
völlig ohne Ausbuchtung, gerade oder schwach gebogen verlaufend,
die Hinterecken völlig abgerundet. Epimeren des 5. Caudalsegmentes
weit hinter der Telsonspitze zurückbleibend. Telson die letzten
Epimeren ein gut Stück überragend, diese Epimeren stark diver-
gierend. 4. Schaftglied nach oben nicht dreieckig erweitert.
5 mm lang. 6. pseudopullus Verh. (Herzegowina.)
* en
+
Über Isopoden. 183
Zu L. coreyraeus n. sp. bemerke ich noch Folgendes:
Die äußeren Antennen reichen angelegt kaum bis zu den Hinter-
ecken des 1. Segmentes. Das 1. Geißelglied ist nur halb so lang
wie das 2. Körper grau und matt mit einigen verwaschenen
dunkleren Stellen. Die Körnelung ist fein und unregelmäßig zer-
streut, an der Cauda etwas regelmäßiger. Hinter dem dreieckig-
abgerundeten Mittellappen des Kopfes stehen zwei feine Querwülste.
Die beiden abgerundeten Seitenlappen des Kopfes sind außen ge-
rade begrenzt.
Anmerkung: Die beiden vorstehenden Gruppen, namentlich
Agabiformius s. str. sind hinsichtlieh verschiedener Organisations-
verhältnisse weiterer Aufklärung bedürftig, dieselbe kann aber erst
nach Frlangung zahlreicherer Objekte, wie sie mir zu Gebote
stehen, gegeben werden. Jedenfalls bildet Agabiformius eine ver-
mittelnde Gruppe zwischen Zuleptotrichus und Porcellio.
VII. Cylisticus-Arten.
Budde-Lund beschrieb auf S. 79 seiner Isopoda terrestria
1885 u. A. einen Cylistieus gracilipennis B. L. aus der Nachbar-
schaft Roms. Ich selbst habe aus Südtirol den Cyl. plumbeus Verh.
im 4. meiner Aufsätze über Isopoden beschrieben in N. 635 des
zoolog. Anzeigers 1901.
Als ich vor ca. 2'!/, Jahren die Land-Isopoden des Berliner
zoolog. Museums besichtigte, fand ich den Belegstücken des plumbeus,
welche das Berl. Museum von mir erhielt, einen offenbar von
Budde-Lund stammenden Zettel beigelegt, wonach plumbeus und
gracilipennis identisch sein sollen. Hiergegen muß ich aber wie
schon gegen mehrere andere Identifizierungen Budde-Lunds ent-
schieden Protest erheben. Budde-Lund beschreibt seinen graczli-
pennis als „C. convexo affınis eique statura et habitu persimilis“
und führt dann die Unterschiede an. Unter diesen ist aber gar
nichts von einer Verschiedenheit hinsichtlich der Körnelung gesagt,
der gracilipennis muß also wie convexus mindestens an dem 1. Trunkus-
segment deutlich gekörnt sein. €. plumbeus ist dagegen eine völlig
glatte Art, welche auch im entwickelten Zustand keine Spur von
Körnelung besitzt. Schon hieraus folgt, daß entweder die Identi-
fiierung Budde-Lunds oder seine Beschreibung falsch ist. Durch
die untenstehende Tabelle weise ich einen weiteren noch wichtigeren
Unterschied zwischen convexus und plumbeus hinsichtlich der Be-
schaffenheit der Basalgelenke der Uropodenexopodite nach, der zu-
gleich ein Gruppenunterschied ist, dessen Bedeutung bisher nicht
gewürdigt wurde.
Da zwischen Rom und den Alpen von mir zwei neue Üylisticus-
Arten nachgewiesen wurden, von denen plunbeus auf die
Nachbarschaft der oberitalienischen Seeen beschränkt zu sein
scheint, während die andere, unnulicornis in Ligurien und dem
184 Dr. K. W. Verhoeff:
apuanischen Gebiet verbreitet ist, wo mir der plumbeus nicht mehr
vorkam, so sprechen auch schon geographische Gründe gegen die
Identificierung Budde-Lunds. Viel eher könnte vermutet werden,
dab gracilipennis und annulicornis übereinstimmten. Indessen sollte
man doch annehmen, daß ein so auffallendes Merkmal wie die
weiße Fühlerringelung von Budde-Lund erwähnt worden wäre.
Da das nicht geschah und im Uebrigen jeder Autor sich an die
tatsächlichen Diagnosen halten muß, so ist gracilipennis B. L. mit
keiner der Arten identisch, derer Uebersicht ich nachfolgend gebe,
sondern eine Art, welche ich in natura nicht kenne.
Nun hat A. Dollfus (1899 in N. 348 des Feuille d. jeun.
Natural.) den gracilöpennis B. L. als an der französischen Riviera
und auf Corsika vorkommend angegeben. Ist die Beschreibung des
gracilipennis B. L. aber richtig, dann muß ich auf Grund meiner
geographischen Befunde den gracilipennis Dollf. entweder für eine
neue Art halten oder für identisch mit meinem annulicornis.
Schließlich erwähne ich noch, daß die beiden von Dollfus aus
Rumänien beschriebenen Cylisticus-Arten, welche ich selbst in Sieben-
bürgen und Rumänien nicht gefunden habe, mit meinem transsil-
vanicus nichts zu tun haben, obscurus Dollf. nicht wegen seiner
„lobes tres peu developpes* und grandis Dollf. nicht wegen der
„granulation punctiforme sur les cötes des six premiers segments
pereiaux* und der als „extrorses* beschriebenen Seitenlappen des
Kopfes. Im Uebrigen gehören diese beiden rumänischen Arten
offenbar zur Gruppe II meines folgenden Schlüssels:
I. Der Hinterrand der Uropodenpropodite läuft über der Gelenk-
grube der Exopodite von außen vorn schräg nach innen hinten
und biegt innen im Bogen um den Grund der Exopodite nach hinten
ab. Die Exopodite sind also schräg nach außen eingefügt und in
Folge der tiefen Einlenkung auffallend stark gegen die Propodite
abgesetzt. Letztere außen nicht länger als der Querdurchmesser.
Rücken aller Segmente einschließlich der Epimeren ungekörnt.
(Größe des convexus.)
a) Das letzte Drittel oder Hälfte des 5. Antennenschaftgliedes
bildet an den im Uebrigen verdunkelten Antennen einen weißlichen
Ring. Einbuchtung am Hinterrande des 1. Trunkussegments in
der Bucht (wenigstens bei den Erwachsenen) leicht eingedrückt,
indem das Tergit vor der Bucht ein wenig gewölbt ist.!)
Telsonmittelteil so breit wie daneben die Propodite, auch
der Spitzenteil etwas breiter. Die 1. Epimeren ohne abgesetzten
weißlichen Fleck, statt dessen höchstens 2 kleine weißliche Punkte,
1. annulicornis n. SP.
Wurde von mir früher bei Florenz und Fiesole, im letzten
April in den ligurischen Apenninen im Buschwald bei Ferrania,
an der Riviera in Olivenbestand bei Noli, ebenso bei S. Margherita
') Man erkennt das am besten schräg von hinten ber durch einen feinen
Schatten an der Hinterrandbucht.
Über Isopoden. 185
und Portofino gesammelt bei Massa auf Kalkgestein. Nur von
Savona besitze ich ein Stück, dem die hellen Antennenringel fehlen.
b) 5. Antennenschaftglied dunkel, ohne Ring. Einbuchtung am
Hinterrande des 1. Trunkussegments in der Bucht nicht eingedrückt,
indem sich vorher keinerlei Wölbung bemerklich macht.
Telsonmittelteil am Grunde schmäler wie die Uropodenpropodite,
der Spitzenteil recht schlank auslaufend. Die 1. Epimeren mit rings
deutlich abgesetzten, weißlichen Fleckchen. 2. plumbeus Verh.
Die Art habe ich zuerst von Südtirol verzeichnet. Neuerdings
habe ich sie nachgewiesen am Ufer des Lago Maggiore 5. IV. unter
Kalk- und Granitgestein. Bei Brunate am Comer See in 750 m
Höhe in einer Schlucht zwischen Kalkgeröll.
II. Der Hinterrand der Uropodenpropodite verläuft einfach quer,
die Exopodite sind nicht auffallend tief eingelenkt, stehen auch nicht
schräg nach außen, sondern sind nach hinten gerichtet. Propodite
außen länger als ihr Querdurchmesser.
a) Rücken mit Einschluß der 1. Epimeren völlig ungekörnt
Seitenlappen des Kopfes auffallend breit, noch breiter als der
mittlere zwischen ihnen gelegene Stirnteil.e Nach außen sind die
Seitenlappen des Kopfes allmählich abgeschrägt. Uropodenexopodite
beim 2 auffallend kurz, kürzer als die Außenkante der Propodite,
beim g' ungefähr ebenso lang wie diese. Seiten der Uropoden-
Propodite nicht eingedrückt. Exopodite der Pleopoden am 1. Caudal-
segment des g' innen auffallend nach unten umgebogen, die Endo-
podite am Ende stark hakig nach außen gebogen. Ischiopodit am
7. Beinpaar des 3 auffallend krumm und innen stark ausgebuchtet.
3. transsilvanicus n. SP.
b) Rücken mehr oder weniger gekörnt, meistens deutlich nur
an den Trunkusepimeren. Mindestens sind aber die großen Epimeren
des 1. Segmentes der Erwachsenen deutlich gekörnt.
Seitenlappen des Kopfes höchstens so breit als der mittlere
Stirnteil zwischen ihnen, nach außen stärker abgeschrägt. Uropoden-
exopodite beim 2 so lang wie die Außenkante der Propodite beim
g' deutlich länger. Seiten der Uropoden-Propodite flach eingedrückt.
Exopodite der Pleopoden am I. Caudalsegment des g' innen nicht
nach unten umgebogen, die Endopodite am Ende nur mäßig nach
außen gebogen. Ischiopodit am 7. Beinpaar des J' innen leicht
ausgebuchtet. 4. converus aut.
* &
&
©. trunssilvanieus n. sp. gleicht im Uebrigen dem convexus, ist
aber noch etwas kräftiger, 9 14 mm. 2 16'/,--17!/, mm lang.
Unreife von 5'/,—7 mmlassen schon diebreiten, charakteristischen
Seitenlappen erkennen und entbehren ebenfalls der Körnelung.
Vorkommen: An zwei Orten Siebenbürgens habe ich diese
interessante Art nachgewiesen; einmalin 16 Stück in der berühmten
Torda-Klamm unweit des Wassers in Steingeröll und dann ein
einzelnes 9’ bei Dees an einem Waldrande.
156 Dr. K. W. Verhoeff:
C. converus D. G. habe ich an einer großen Zahl von Orten
des mittleren und östlichen Europa gesammelt und zwar von der
Mosel im Westen und den oberitalienischen Seeen im Südwesten an-
gefangen, bis nach Brandenburg im Norden, dann über Mittel-
Süd-Deutschland, Alpengebiete und Oesterreich-Ungarn bis Rumänien
und Bosnien.
0. convexzus zeigt seiner größeren Verbreitung entsprechend
auch eine stärkere Variabilität, doch habe ich bisher noch keine
geographisch ausgeprägten Formen feststellen können.
Die Dichtigkeit der Beschuppung und die Stärke des Schillers
varlieren, mehr aber noch die Körnelung, welche aber mindestens
in leichter Ausprägung an den 1. Epimeren der Erwachsenen auf-
tritt, während sie dort nicht selten ziemlich kräftig ist und in
feinerer Ausprägung über die Rückenhöhe verteilt sein kann. Bis-
weilen findet man Körnelung an den Epimeren des 1. --3. Segmentes,
nicht selten aber an denen des 1.—7., oder etwas auch noch an
den Caudalepimeren. Ueberall aber sind die Jüngeren weniger
gekörnt als die Erwachsenen und die Anordnung der Seiten-
knötchen ist durchaus konstant. Die mit Sinnesstiftchen besetzten
Seitenknötchen (Noduli laterales), deren Stellung für Oylisticus sehr
charakteristisch ist, besprach ich bereits im 10. Aufsatz über Isopoden,
1907 Sitz. Ber. Ges. nat. Fr. Berlin N. 8, S. 239. Recht konstant
fand ich auch die Zeichnung bei den Tieren zahlreicher Fund-
orte: Das 2.—7. Segment mit hellem Längsfleck am Grunde der
Epimeren, von denen die am 5.—7. Segment am größten sind.
Außerdem ist fast immer deutlich ein runder heller Fleck in den
Epimeren des 5. und 6. Segmentes, die I. Epimeren mit deutlichem
aber weniger abgesetztem weißlichen Fleck. Cauda mit 3 Reihen
kleiner etwas unregelmäßiger Flecke, von denen die Median-
reihe bisweilen fehlt. Das 5. Antennenglied besitzt niemals einen
weißen Ring.
VIII. Zur Kenntnis der Gatt. Haplophthalmus B.1.
Haplophthalmus wurde von Budde-Lund zunächst als Unter-
gattung von Trichoniscus aufgestellt, von späteren Autoren aber
stets als selbständige Gattung behandelt und das mit Recht, denn
schon nach ihrer Lebensweise und Erscheinung sind Haplophthalmus
und Trichoniscus grundverschiedene Asseln. Langsam und schwer-
fällig laufen die Ersteren an Steinen oder Holz umher, während
die Letzteren äußerst unruhige Krebschen sind, welche sich oft
blitzschnell unsern Blicken zu entziehen trachten. Die Arten-
kenntnis ist bei /aplophthalmus durchaus rückständig und muß es
bleiben, solange die Beschreibungen der zuerst aufgestellten Arten
nicht als unrichtig oder mangelhaft festgestellt werden, was hiermit
geschehen soll:
Budde-Lund beschreibt seinen dunicus a. a. O. als „concinne
Uber Isopoden. 187
parcius granulatum, trunci annuli granulati in lineolas rectas
digestis, costasque formantibus obsoletas. Color albus.“
Ich will hier gleich hervorheben, daß die Beschreibung „granu-
latum“ streng genommen auf keine der mirbekannten Haplophthalmus-
Arten paßt und daß es heißen mußte sguamatum, denn alle Haploph-
thalmus-Arten sind am Rücken durch Schuppen rauh, nicht aber
durch Körner, wie sie bei vielen andern Asseln vorkommen. Diese
Schuppen sind zwar körnerartig gestaltet, gedrungen, am Grunde
aber deutlich abgesetzt. Ferner werden die Rippen nicht von den
Schuppen (Körnern) gebildet, sondern die Rippen sind an und für
sich als erhobene Längswülste vorhanden und erst auf diesen sitzen
die Schuppen. Endlich ist auch die Bezeichnung „albus“ höchstens
auf frisch gehäutete danicus anwendbar, nicht aber auf normale
Individuen, welche ein schmutzig graugelbliches Aussehen darbieten.
H. mengei Zadd. ist von B. L. noch unklarer beschrieben worden,
denn „caput in transversum manifesto bisulcatum, ad basim in
longitudinem costatum“ erweckt eine Vorstellung, die mit der
Wirklichkeit, nämlich einem teilweise und zwar vorn unregelmäßig
gehöckerten hinten aber innen längs und außen schräg gewulstetem
Scheitel, nicht recht in Einklang zu bringen ist Ferner lautet
die Diagnose: „Annulus primus trunci costarum paribus sex, annuli
sequentes costarum paribus quinis exornati, costis omnibus crenatis“.
Eine Abbildung lieferte dann Dollfus in N. 305 des Feuille des
jeunes Naturalistes 1896 allerdings für danicus, aber das 1. und
2. Trunkussegment sind so dargestellt, als wäre es eine Erläuterung
zu Budde-Lunds mengei-Diagnose. Angesichts solcher (wie sich
für mich erst später herausgestellt hat) falscher Diagnosen war ich
geradezu gezwungen, einen Haplophthalmus aus Südtirol im 4. Auf-
satz über Isopoden, zool. Anzeiger 1901 N. 636 S. 78 als neue Art
dollfusi zu beschreiben, zumal ich damals aus Deutschland noch
keinen menge! kannte. Seitdem habe ich aber durch meine Ex-
kursionen in Deutschland und Reisen nach andern Ländern so
viele //aplophthalmus zu sammeln Gelegenheit gehabt, daß über die
Arten, welche Budde-Lund mit seinem «unicus und menge: gemeint
hat, gar kein Zweifel mehr bestehen kann. Den danicus kenne ich
von den Pyrenäen bis zu den siebenbürgischen Gebirgen und
mengei aus Deutschland, Oberitalien und Oesterreich.
Ueberall aber zeigen diese Formen dieselben Abweichungen
von den Diagnosen Budde-Lunds. Zum Ueberfluß gibt nun B.L.
selbst für seinen danirus an „in hortibus in humo saepe gregatim
legi“, während ich dasselbe für beide Arten erfahren habe,
z. B. in Bonn. Ueber die Uebereinstimmung meiner danicus und
mengei mit denen Budde-Lunds kann also kein Zweifel mehr
bestehen und der Schluß, daß seine Diagnosen unrichtig sind,
ist unabweisbar. Die Einzelheiten der Abweichung ergeben sich
am besten aus meinen Beschreibungen, ich will aber doch als
ein Beispiel der unrichtigen Angaben B. L.’s das 1. Trunkussegment
des mengei nennen, welches man nach der Beschreibung „costarum
188 Dr. K. W. Verhoeff:
paribus sex“ nicht wiedererkennen kann, denn man muß annehmen,
daß die sechs Rippenpaare unter einander ganz oder doch wenigstens
annähernd gleich sind. Vergleicht man aber die Wirklichkeit
(Abb. 45 anbei), so stimmt dieselbe durchaus nicht damit, denn
6 Rippenpaare existieren überhaupt nicht, sondern höchstens 5, von
denen aber wieder zwei schwächer sind wie die drei andern und
namentlich die mittelsten jederseits ganz auffallend abgekürzt.
Ferner ist die Angabe von 6 Paaren am 1. und 5 Paaren am
2. Segment auch dann nicht richtig, wenn man beide Tergite mit
einander vergleicht. Sie stimmen zwar hinsichtlich ihrer Rippen-
anordnung durchaus nicht überein, wenn man aber die Beschreibung
auf eine Angabe der Zahl der Rippen beschränken will, so hätte
für beide vorderste Segmente angegeben werden müssen 5 (oder 4)
Rippenpaare.
Uebergehend zu einer vergleichenden Betrachtung aller Rippen
der Trunkussegmente auf Grund aller hier behandelten Arten stelle
ich zunächst fest, daß als Grundschema für die Rippen-
anordnung sechs Paare für alle Trunkussegmente in Be-
trachtt kommen. Um eine einheitliche Nomenklatur schon mit
Rücksicht auf systematische Verständigung zu gewinnen, schlage
ich vor, die Rippen jederseits von außen nach innen mit 1—6 zu
bezeichnen, wie es durch die Abbildungen 45 und 47 erläutert
wird. H. mengei ist für die Betrachtung des sechspaarigen Rippen-
verlaufes besonders lehrreich, da sich hier die 6 Paare, wenn auch
nicht alle als deutlich ausgeprägte Rippen, so doch in den Fällen
des Fehlens derselben wenigstens durch die den Rippen aufsitzenden
Schuppenreihen angedeutet finden. Am 2. und den folgenden
Trunkussegmenten findet man zwischen den beiden innersten Rippen-
paaren jederseits einen Zwischenraum, der etwas breiter ist als die
weiter nach außen folgenden Zwischenräume und in ihm bei den
einen Individuen mehr bei den andern weniger deutlich einige in
einer Längsreihe stehende, nur bei stärkeren Vergrößerungen er-
kennbare Schüppchen. Da nun im inneren Bereich der Trunkus-
segmente die Schüppchen sonst nur auf den Rippen vorkommen,
ausgenommen die Fälle, in denen die Schüppchen der inneren
Rippen zerstreuter stehen, so betrachte ich diese schwachen Streifen
als Andeutungen von Rippen (Abb. 45, II 5). Da nun die 2. Rippen
am 2.—7. Segment verhältlich schwach entwickelt sind, die 1. der-
selben hinter den 1. des 1. Segmentes stehen und die 3. isostich
mit den 2. des 1. Segmentes, so darf man annehmen, daß am
1. Segment ein Rippenpaar nicht zur Ausbildung gelangte. Es
scheint das das 2. zu sein, so daß ich die abgekürzten Rippen
am 1. Segment des mengei als 4. bezeichne, während die drei
inneren Paare desselben gegenüber den folgenden Segmenten ein
wenig mehr nach außen geschoben liegen, was man auf die stärkere
Knickung des Vorderrandes des 1. Segmentes zurückführen kann.
Auch bei danicus lassen sich auf den Trunkussegmenten sechs
Rippenpaare verfolgen, die aber der obigen Beschreibung Budde-
Über Isopoden. 189
Lunds und der Abbildung von Dollfus gleichfalls nicht entsprechen,
denn die inneren Rippenpaare (5 und 6) sind nicht nur entschieden
schwächer wie die äußeren, sondern die Schüppchen haben im
Bereich dieser auch ihre regelmäßige Anordnung aufgegeben,
(oder beibehalten, wenn man das als das Ursprünglichere an-
sehen will), indem sie nur zum Teil an den inneren Rippen stehen,
z. T. aber zwischen denselben unregelmäßig zerstreut sind.
Bei juwmaranus (Abb. 47) sind am 1. Trunkussegment nur
4 Rippenpaare zur Ausbildung gelangt, das 2. und 4. Paar sind
verschwunden, während der ZH. siculus nach Dollfus an den
Trunkussegmenten nur noch 2 + 2 Kielreihen aufweist.
Die danicus-Gruppe halte ich für die primitivere und mithin auch
die zerstreute Schüppchenanordnung für das Ursprüngliche,
woraus sich allmählich unter Rippenentwicklung die Ordnung in
der Richtung derselben vollzog.
Aus Nordamerika ist nur eine Haplophthalmus-Art bekannt
geworden und zwar puteus Hay (Proceed. U. S. Nat. Mus. XXI
N. 1176), dieselbe ist aber offenbar mit danicus B. L. identisch.
Den einzigen auffallenden Unterschied, nämlich eine dreieckig-
winkelige Ausbuchtung des Telson halte ich für einen Beobachtungs-
fehler, hervorgerufen durch den zarten und daher übersehenen
Telsonhinterrand, während die konvergierenden Innenränder der
Uropodenpropodite, welche sehr deutlich nach oben durch das
Telson durchschimmern, für eine Telsonlinie gehalten worden sind.
Schlüssel der Haplophthalmus-Arten'):
A. Drittes Caudalsegment mit zwei rippenartigen Längshöckern.
a) Am 1. Trunkussegment fehlt das Paar der abgekürzten
Rippen (4) vollständig, die 3. Rippen sind an allen Trunkussegmenten
wesentlich stärker als die übrigen Rippen. Körper mit vielen
braunen bis violetten unregelmäßigen Pigmentverzweigungen (welche
nur bei lang konservierten Stücken zuweilen verbleichen). Längs-
höcker auf dem 3. Caudalsegment länger wie der Raum zwischen
ihnen, also mehr einander genähert. Antennenschaft mit violetten
feinen Pigmentzweigen.
l. Seitenlappen des Kopfes abgerundet, nur mäßig nach außen
gebogen. Violette Pigmentzweige in den Epimeren schwächer
entwickelt, nur in der Mitte derselben. 1.—3. Segment am
Hinterrande nicht oder nur schwach ausgebuchtet.
l. fiumaranus n. Sp.
2. Seitenlappen des Kopfes groß, dreieckig, fast spitz, mehr
nach außen gebogen. Violette Pigmentzweige der Epimeren reichlich
und in breiter Ausdehnung entwickelt. 1.—3. Segment am Hinter-
rande deutlich ausgebuchtet. (Pleopoden des g' siehe unten.)
2. fiumaranus dolinensis n. subsp.
1) Die Größen der einzelnen Formen gebe ich meist nicht an, weil fast
alle hier genaunten Arten ungefähr dieselbe Länge aufweisen.
190 Dr. K. W. Verhoeff:
b) Am 1. Trunkussegment ist das 4. Paar der abgekürzten
aber sonst sehr deutlich erhobenen Rippen vorhanden. Längs-
höcker auf dem 3. Caudalsegment nicht länger wie der Raum
zwischen ihnen, also nicht besonders genähert. Epimeren ohne
violette Pigmentverzweigungen.
1. Am 2.—5. Trunkussegment sind die 3 inneren Rippenpaare
kräftig entwickelt, die beiden äußeren ganz oder fast ganz fehlend.
3. portofinensis n. Sp.
2. Am 2.—5. Segment sind außer den 3 inneren Paaren
mindestens die äußersten (1.) Rippen gut entwickelt . . . 3, 4,
3. Uropodenendopodite des g' ungefähr 1!1/;, mal länger wie
die Exopodite, in eine dicke und sehr lange Borste auslaufend,
jene ein gut Stück überragend.. Am 2.—6. Segment ist das
2. Rippenpaar deutlich entwickelt, wenn auch erheblich schwächer
wie das 1. und 3. Die innersten Rippen sind entschieden schwächer
wie die weiter nach außen folgenden. 4. apuanus n. SP.
4. Uropodenendopodite des g' nicht verlängert, höchstens bis
zum Ende der Exopodite hinausgehend. Am 2.—6. Segment ist
das 2. Rippenpaar mehr oder weniger schwach bis fast verkümmert,
die innersten Rippen sind fast ebenso kräftig wie die weiter nach
außen folgenden. 5. mengei Zadd.
B. Drittes Caudalsegment ohne rippenartige Längshöcker.
‚. .a) Am 1. Trunkussegment sind die Rippenpaare |, 2, 3 und 5
kräftig und durchlaufend entwickelt, 4 abgekürzt, 6 hinten wulstig,
aber sonst schwächer. Am 2.—7. Segment ist Rippenpaar 3 be-
sonders kräftig entwickelt und ragt am 7. Segment als dicker
Höcker nach hinten vor. Die Rippen sind auch im Allgemeinen
stärker und höckeriger. Seitenlappen des Kopfes abgerundet-
abgestutzt. 6. graecus n. SP.
b) Am 1. Trunkussegment sind die Rippenpaare 1, 2 und 3
ziemlich kräftig, 4 mäßig entwickelt, aber nicht abgekürzt, 5 und
6 abgeschwächt und etwas unregelmäßiger erscheinend. Rippen 3
am 2.—7. Segment kräftig, am 7. aber hinten nicht als dicker
Höcker ausgebildet und nicht vorragend. Seitenlappen des Kopfes
abgerundet.
l. Epimeren besonders der Cauda auf der Fläche mit zerstreuten
Spitzchen besetzt. Verzweigte feine Härchen an den Tergiten sind
zahlreicher und deutlicher. 7, danicus transsilvanicus n. subsp.
2. Epimeren auf der Fläche ohne Spitzchen, die verzweigten
Härchen an den Tergiten sind weniger zahlreich und viel un-
deutlicher. 8. danicus B. L.
* *
+
Bemerkungen zu den Haplophthalmus-Arten
und über Haplophthalmus-Larven.
1. A. iumaranus n. sp. An Stirn und Scheitel kann man von
einigen kleineren Höckerchen abgesehen 7 rundliche Höcker und
Über Isopoden. 191
Wülste unterscheiden, welche von oben gesehen in Form eines
Dreiecks angeordnet sind (1 +2 + 2 + 2), indem der unpaare
vorderste auf dem Kopfmittellappen sitzt, die 3 folgenden Paare
aber so angeordnet sind, daß sie nach hinten immer weiter aus-
einanderrücken, das vorderste Paar also gleich hinter dem unpaaren
vordersten Höcker, das hinterste als große Wülste an den Seiten
des Hinterkopfes, das mittelste zwischen den beiden anderen Paaren.
Die Antennengeißel von Haplophthalmus bezeichnen wir zwar als
3 gliedrig, aber es muß daran erinnert werden, daß sie genau ge-
nommen nur 2gliedrig ist, denn nur zwischen dem 1. und 2. Glied
findet sich eine deutliche, echte Gliedbildung, während das 2. und
3. Glied nur durch eine zudem noch unvollkommene Einschnürung
gegen einander abgesetzt sind, ein Umstand, der auch gegenüber
Trichoniscus ins Gewicht fällt. Beide Mandibeln haben kräftige
Mahlplatten, deren eine eckig, deren andere abgerundet ist. Die
Schüppchen sind, wie überhaupt bei Zlaplophthalmus, klein und
knotig, abgerundet, ohne zartes Blättchen. Durch die zweiästigen
und am Ende zerfaserten Fadenfortsätze des Daktylit schließt sich
diese Gattung an T’richoniscus an, durch die vielen gekräuselten
Haare aber, welche sich am Daktylit der Laufbeine vorfinden, er-
gibt sich eine Uebereinstimmung mit den auch sonst den Haploph-
thalmus nahe verwandten Cyphoniscellinae.
Am 7. Tergit des jiwmaranus sind die 2 inneren Rippenpaare
hinten besonders stark entwickelt und ragen zapfenartig nach
hinten herüber. Die Ränder der Caudalepimeren und der Außen-
rand der Uropodenpropodite sind durch feine Spitzehen etwas gesägt.
(Die Pleopoden des S' dürften denen des dolinensis ähnlich sein.)
Bei einem 2 fand ich 7 Embryonen im Brutraum, deren Dotter-
masse noch ziemlich reichlich war, obwohl die Beine schon An-
zeichen einer Gliederung erkennen ließen. Sie sind von der Larven-
haut umhüllt, während das Chorion in Fetzen anhängt.
Bei einem andern 2 von 2°/, mm dagegen fand ich im Brutraum
nur 4 Larven sitzend, von etwa i mm Länge, welche aus der
Bruttasche zu 2 und 2 schief herausschauten. Dies sind im Ver-
gleich mit den Brutraum-Larven mancher andern Oniscoideu, z. B.
Porcellio und Oniscus geradezu Riesen-Larven. Sie zeigen ver-
schiedene bemerkenswerte Abweichungen von den Erwachsenen:
Die Geißel ist noch durchaus 2 gliedrig, das 2. Glied, welches wenig
länger ist wie das 1., zeigt noch keine Einschnürung in 2 Teile.
Die inneren Antennen dagegen sind schon 3 gliedrig und stimmen
überhaupt fast ganz mit denen der Entwickelten überein. Am
Kopfe sind von Seitenlappen höchstens schwache Andeutungen zu
sehen und die Ocellen fehlen noch, wenigstens ist weder Pigment-
mantel noch Cornealinse vorhanden. Die Epimeren aller Segmente
sind noch kürzer und abgerundeter, tragen am Rande erst eine
geringe Spitzchenzahl, je 3 an den Trunkus-, O—1 an den Caudal-
segmentepimeren. Die Rippen fehlen noch vollständig, aber
einzelne spärliche Schüppchen hier und da liefern die erste schwache
192 Dr. K. W. Verhoeff:
Andeutung für dieselben. In der Hauptsache sind die Tergite durch
feine wellige Struktur ausgezeichnet, hinter dem Vorderrande durch
viele feine Haarfortsätze. Nicht unwichtig ist der Umstand, daß
an den Larven-Beinen neben den zerschlitzten Fadenfortsätzen der
Daktylite auch schon eine Gruppe gekräuselter Haare zu deutlicher
Ausprägung gelangt ist.
Vorkommen: Anfang Oktober 07 fand ich in der Fiumara-
Schlucht bei Fiume 4 2 unter Kalksteinen nnd Holzstücken,
nachdem ich mehrere andere Stücke auch früher schon dort ge-
sammelt hatte.
2. H. fiumaranus dolinensis n. subsp.
Durch ihre überaus zierlichen violetten Pigmentverzweigungen
gewährt diese Form unter dem Mikroskop einen hübschen Anblick.
Am Oberkopf besitzt sie ebenfalls die 7 bei fiumaranus genannten
Höcker und Wülste, die Pigmentverzweigungen sind auch am Kopfe
reichlicher. Die Epimerenränder sind wieder mit Spitzchen besetzt
und an den Caudalepimeren deutlicher als an denen des Trunkus.
Einzelne Spitzen sind auch auf der Fläche der Epimeren zerstreut.
Von mengei ist diese Form, von den im obigen Schlüssel genannten
andern Unterschieden abgesehen, auch durch die Copulationsorgane
unterschieden, wofür ich folgende Uebersicht gebe:
dolinensis Q' (Abb. 48).
Exopodite der 1. Pleopoden
außen leicht eingebuchtet, neben
der Bucht mit kräftiger, gebogener
Längsleiste.
Endglied der Endopodite viel
schlanker, gegen das Ende spitz
auslaufend, auch die Längsrinne
ist sehr schmal, das Haarbüschel
fehlt. Penis am Ende selbst
und vor demselben mit feinen
Fäserchen.
Propodit am 7. Beinpaar unten
am Ende mit 4 Stachelborsten,
aber nicht buckelig vortretend,
Endrand oben auffallend vor-
springend und mit 2 deutlichen
Stäbchenreihen besetzt.
Vorkommen:
mengei g' (Abb. 46).
Exopodite der 1. Pleopoden
außen stark eingebuchtet, neben der
Bucht ohne auffallendeLängsleiste.
Endglied der Endopoditenahe-
zubis zum Endegleichbreitbleibend
und auch die Rinne bis zum Ende
breiter verlaufend, weiter grund-
wärts steht ein feines Haarbüschel.
Penis nur vor dem Ende mit feinen
Fäserchen.
Propodit am 7. Segment unten
am Ende buckelig vortretend und
mit 3 Stachelborsten besetzt, End-
rand oben nicht vorspringend und
mit schwächerer Stäbchenreihe.
Unter feuchten Kalksteinen sammelte ich am
2. X. in einer tiefen mit Gebüsch bestandenen Doline bei Divala
etwa 20 Stück, darunter ein 2 mit 12 Eiern im Brutraum.
3. H. portofinensis n. sp.
Am 1. Trunkussegment sind das 3., 5. und 6. Rippenpaar
kräftig ausgebildet, das 4. ebenfalls recht deutlich, aber abgekürzt
wie bei mengei, das 1. aber ist nur schwach angedeutet, das
2. noch weniger.
Über Isopoden. 193
An den folgenden Segmenten sind die Rippenpaare 3, 4 und 6
kräftig entwickelt, 1 und 2 nur durch einige in Reihen gesetzte
Schüppchen angezeigt. Zwischen den beiden innersten Rippen-
paaren findet man jederseits (wie bei mengei) das 5. Rippenpaar
durch 1—2 Schüppchen angedeutet. Bei dieser Art sah ich die
Rippenschüppchen besonders deutlich als beinahe nierenförmige
Knötchen, welche in der Mitte vorn gerinnt sind und mit der Rinne
einem erhobenen Zäpfchen anliegen. An den Tergiten sind die
Querfurchen sehr deutlich. Das Gebiet vor den Furchen ist dicht
besetzt mit einfachen Spitzchen, während sich hinter der Quer-
furche zerstreute winzige Körnchen vorfinden. Auf dem Kopfe
stehen wieder 7 Wülste in einem Dreieck, außerdem aber zwischen
dem hintersten Paare vor dem Hinterrande noch zwei Längswülste.
Seitenrand der Epimeren mit deutlich vorragenden Spitzchen in
mäßiger Zahl besetzt, auf der Fläche der Epimeren zerstreut
spärliche stumpfe Spitzchen. Am 6. Segment sind noch 3, am 7.
nur noch 2 innere Rippenpaare stark entwickelt, ohne aber am
Hinterrande zapfenartig vorzuspringen. 1. und 2. Caudalsegment
vorn mit einfachen, hinten mit verzweigten Haarspitzchen besetzt.
Vorkommen: 2 2 dieser charakteristischen Art entdeckte ich
bei Portofino 12. IV. in einer von Bächlein durchrieselten, mit
Oliven bestandenen Schlucht.
4. H. apuanus n. sp. ist vor allen anderen Arten, soweit deren
d' bekannt wurde, durch die verlängerten männlichen Uropoden-
endopodite ausgezeichnet, welche (von den dicken und langen End-
borsten abgesehen) mit ihrem Ende ein gut Stück über das der
Exopodite hinausragen, zugleich in der Endhälfte innen dicht mit
teilweise gebogenen Haaren bekleidet sind. Die Uropodenpropodite
haben außen eine auffallend starke Aushöhlung. Caudalsegmente
oben dicht besetzt mit feinen, manchmal recht blassen Haar-
spitzchen, welche gegabelt oder vielfach sogar in mehrere Aestchen
zerschlitzt sind. Hierin wie in vielen andern Merkmalen herrscht
übrigens mit mengei Uebereinstimmung. Einige Besonderheiten bieten
wiederum die 1. Pleopoden des _g‘: Ihre Exopodite stimmen mit
denen des dolinensis überein, sind aber am Ende fast abgestutzt.
Auch die Endopoditendglieder erinnern in ihrer schlanken Gestalt
mehr an die des dolinensis, haben aber in der Grundhälfte ein
feines Faserbüschel und am Ende eine sehr zarte Abstutzung. Das
Propodit des 7. Beinpaares des g' besitzt am Ende unten vier
Stachelborsten, aber keinen Wulst, oben am Endrand auch keinen
Vorsprung und überhaupt keine Stäbchenreihe.
Vorkommen: Die Art ist charakteristisch für die östliche
Riviera, wo ich sie am 7. IV. unter Urschieferstücken in Anzahl
bei Bergeggi zwischen Gebüsch und Kräutern in einer Rinne
sammelte, welche zur Regenzeit als Bachbett dient; weiter süd-
östlich im Mündungsgebiet des Frigido bei Massa, wo ich 16 Stück,
darunter mehrere Weibchen mit Embryonen 19. IV. in Alnus-
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908, Bd. I. H.2. 13
194 Dr. K. W. Verhoeff:
Stucken an morschem Holz und in Humus fand, ebenfalls in
Alnus-Humus 3 Stück im großen Pinienwalde südlich von Viareggio.
5. MH. graecus n. sp. Körper weißlich, mit schwarzen Ocellen,
4!/, mm lang. 2. Geißelglied der Antennen nur undeutlich in
2 Teile abgesetzt, wie bei danicus. 4. Schaftglied hinten tief längs-
gefurcht, tiefer wie bei danicus. Innere Antennen am Ende mit
5 Sinnesstäbehen (ebenso bei danıcus).
Am 1. Trunkussegment sind alle 6 Rippenpaare deutlich ent-
wickelt, das 4. Paar ist abgekürzt. Während also diese Rippen
im Allgemeinen stärker sind als bei danicus, ist bei diesem das
4. Paar stärker, wenigstens nicht abgekürzt. Am 2.—6. Segment
sind das 3. und 4. Rippenpaar entschieden am stärksten
ausgeprägt (bei danicus ist das 4. Paar schwächer als das 3.
und auch nicht stärker als das 1.), das 1. Paar ist deutlich ent-
wickelt, aber doch niedriger und nimmt am 2.—6. Segment nach
hinten ab, sodaß es am 4.—6. den 4. Rippen entschieden nach-
steht. Am 7. Segment haben allein die Rippenpaare 3 und 6 eine
starke Entfaltung erfahren und stehen vor dem Hinterrand als
besonders dicke Wülste, die 3. sind zugleich nach vorn etwas
abgekürzt (während bei danicus die 3. Rippen nicht abgekürzt sind
und hinten nicht auffallend wulstig aufgetrieben). Die Caudal-
epimeren sind kräftiger entwickelt als bei danzcus, was besonders
darin zum Ausdruck kommt, daß die des 5. Segmentes fast bis
zum Hinterrand der Uropodenpropodite reichen, bei danicus dagegen
ein bedeutendes Stück dahinter zurückbleiben.
Vorkommen: 2 ® dieser einzigen aus Griechenland bekannten
Haplophthalmus-Art erbeutete ich in einer Schlucht des Pentelikon
in der 2. Hälfte des April. Eines derselben trug 10 Eier im Brut-
raum,
6. H. danicus transsilvanicus n. subsp. Größtes @ 4?/, mm lang.
Körper gelblich, Steht dem danicus äußerst nahe, ist aber
an glasigen Spitzchen auf den Epimeren gut zu erkennen. Auf den
Trunkusepimeren stehen diese zerstreuten Spitzchen in einiger Ent-
fernung vom Seitenrande in einer Reihe neben demselben, einzelne
auch noch weiter nach innen. Von-den Spitzchen, welche in dichter
Folge dem Rande aufsitzen, unterscheiden sie sich durch gerade,
dreieckige Gestalt. Auf den Caudalepimeren stehen die Spitzchen
bis weit nach innen spärlich verstreut. Das g' ist gegenüber mengei
durch die 1. Pleopoden ausgezeichnet, an welchen die Exopodite
schlank, dreieckig und außen etwas eckig ausgebuchtet sind. Auch
die Endopodite sind schlanker wie bei mengei, indem die Endglieder
mehr denen des dolinensis gleichen und gegen das Ende, an dem
sie sehr fein abgestutzt sind, sich ganz allmählich verschmälern,
dabei fast ungefasert sind.
Das 7. Beinpaar des g' ist am Carpopodit unten, in Ueber-
einstimmung mit danicus, durch einen vorspringenden Höcker
ausgezeichnet, gegen welchen von oben her ein Fältchen ausläuft.
Dieser mit 2 Stachelborsten bewehrte Höcker steht aber nicht vor
Über Isopoden. 195
dem Ende, sondern in der Mitte der Unterfläche, während sich
vor dem Ende 3 kürzere und eine lange zerschlitzte Stachelborste
vorfinden.
Vorkommen: Den transsilvanicus fand ich nur bei Hoßufalu
in der Nähe von Kronstadt, 25 Stück J'®.
7. H. danicus B. L. kenne ich, von Deutschland abgesehen, aus
der Fiumara-Schlucht bei Fiume und St. Beat in den Pyrenäen
(H. Ribaut). Ich habe zwischen den Individuen dieser weit
auseinander gelegenen Fundplätze keine Abweichungen nach-
weisen können.
8. H. mengei Zadd. ist in Mitteleuropa reichlich verbreitet.
Von den Funden in Gärten abgesehen, verzeichne ich noch folgende:
Am Kalksee bei Rüdersdorf fand ich mehrere Stücke Anfang
Oktober unter Steinen. Am Rhein habe ich die Art im freien Ge-
lände nur einmal beobachtet, und zwar in den Oberkasseler Stein-
brüchen. Mehrere Stücke fand ich am Gardasee bei Salö und
Chiarana (H. dollfusi siehe oben), am Langensee 5. IV. bei Laveno.
Zahlreiche Individuen, welche gleichzeitig durch auffallend helle
Färbung ausgezeichnet sind, sammelte ich im September bei Pontafel
unter Urschieferplatten an feuchter Stelle neben Buschwerk. Da-
runter befanden sich mehrere Weibchen, welche im Brutraum teils
8 Eier, teils 4 Embryonen trugen. Alle bisher daraufhin von mir
untersuchten kleinen Land-Isopoden-Arten sind durch eine
geringe Zahl von paarweise hinter einander gelagerten
Embryonen ausgezeichnet. Die Zahlen 4, 6, 8, 10, 12 habe
ich bei Trichonisciden wiederholt beobachtet, bisweilen aber auch
ungerade Zahlen. Zum Vergleich erwähne ich, daß mir bei
Armadelblidium vulgare von der Riviera im Brutranm 230 Larven
vorgekommen sind.
Geographische Verbreitung der Haplophthalmus:
Die für kleinere Gebiete charakteristischen Arten dieser Gattung
sind fast ausschließlich Bürger des Mediterrangebietes, der dol-
nensis ist demMittelmeer und zugleich dem nahe verwandten 1umaranus
benachbart, während der transsilvanicus eine nur wenig von danicus
abgewichene Form vorstellt, die zudem weiter südlich in Rumänien
erwartet werden kann. Die ganze Gattung betrachte ich als eine
charakteristische Mittelmeererscheinung, welche nur in den
beiden Arten daniens und mengei sich über Mittel- und Nordeuropa
verbreitet hat, zum Teil durch Gartenkultur verschleppt. Mit dieser
ist auch danicus nach Nordamerika vertragen worden, zudaß ich
hiermit schon die 3. Isopoden-Gattung vorführen kann, von welcher
Angehörige nach Amerika verschleppt wurden und dort mit
Unrecht als durch eigene Arten vertreten reclamiert worden
sind. (Vergleiche auch den 9. und 10. Aufsatz über Isopoden,
wo auf vermeintliche nordamerikanische Arten der Gattungen
Armadillidium und Porcellio hingewiesen worden ist.) Immer
weiter mehren sich die Zeugen dafür, daß wir in den Mittelmeer-
13*
196 Dr. K. W. Verhoeff:
ländern einen Schöpfungsherd von außerordentlichem Reichtum
vor uns haben. Auch die Arten danicus und mengei kommen
wenigstens im nördlichen Grenzgebiet der Mediterranea vor, d. h.
in den warmen Südgebieten der Alpen, Gegenden, welche ich
für die eigentliche Heimat dieser Expansionsarten halte.
Unterfamilien der Trichoniscidae:
A. Körper ohne Rippen und Wülste, beborstet, beschuppt oder
gekörnt, Epimeren schwächer entwickelt, namentlich am Pleon.
Körper schlank, schnellfüßig. Aeußere Antennen mit einem mehr-
gliedrigen Flagellum, dessen Gliederzahl schwankt, Endglied der
inneren Antennen schlank. Daktylit der Laufbeine ohne Büschel
gekräuselter Haare. beide Pleopodenpaare des J' gut entwickelt.
1. Unterfam. Trichoniscinae mihi (Trichoniscus, Trichoniscoides Sars,
Androniscus Verh.).
B. Ebenso, aber das Endglied der inneren Antennen keulig,
die Vasa deferentia getrennt ausmündend und die 1. Pleopoden des
g' schwach entwickelt.
2. Unterfam. Mesoniscinae mihi (Mesoniscus Carl und eine 2. neue
Gattung, welche an anderer Stelle beschrieben wird).
C. Körper mit 2—6 Paar Längsrippen auf den Trunkus-
segmenten, welche sich jedoch als feine, nicht besonders auf-
geschwollene Erhebungen darstellen. 3. Caudalsegment ohne großen
Medianhöcker. Epimeren kräftig entwickelt, Körper mit langsameren
Bewegungen, Flagellum der äußeren Antennen zweigliedrig, das
2. Glied unvollkommen in zwei Abschnitte abgesetzt. Endglied der
inneren Antennen schlank. Daktylit der Laufbeine mit Büscheln
gekräuselter Haare und Schuppenhaare, Beide Pleopodenpaare des
g' gut enywickelt.
3. Unterfam. Haplophthalminae m. (Haplophthalmus B. L.).
D. Jedes Trunkussegment innen mit einem Paar dicker, mehr
oder weniger erhobener Wülste. 3. Caudalsegment mit unpaarem
großem bis riesigem Medianhöcker. Epimeren recht kräftig ent-
wickelt, Körper mit langsameren Bewegungen. Flagellum der äußeren
Antennen deutlich dreigliedrig.. Endglied der inneren Antennen
schlank. Daktylit der Laufbeine mit Büscheln gekräuselter Haare
und Schuppenhaare.
4. Unterfam. Oyphoniscellinae m.
(Oyphoniscellus, Pleurocyphoniscus und Leueocyphoniscus Verh.)
(Vielleicht gehört hierhin auch Buddelundiella Silv.)
Über Isopoden. 197
IX. Erklärung der Abbildungen.
Tafel V und VI.
Abb. 1—15. Parastenoniscus n. g. adriaticus n. sp. 9.
4.
5.
6.
e
8.
9.
10.
dt,
12.
13.
14.
15.
Abb. 16—26.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
Abb. 27—34.
27.
28. Geißel derselben, 1>< 220.
29.
30. Hälfte vom Tergit des 1. Trunkussegmentes, 156,
31. Vorderansicht auf das 3. Caudalsegment |
1. Ansicht von vorn auf das 1. Trunkussegment. 1<56.
2.
3.
Das 7. Trunkussegment und Pleotelson des 2 von oben ges. 1x 56.
Ansicht von unten auf das 5. Caudalsegment, Telson und Uropoden.
1>x< 220.
Seitenansicht auf das 5. Trunkussegment. 1>< 220.
Jüngeres Individuum von 1?/, mm Länge in der Seitenansicht.
1x 56.
Ansicht schräg von vorn und von der Seite auf die zu Höckern
verkümmerten inneren Antennen, vorderen und hinteren Clypeus.
mgr Mandibular - agr Antennengrube. 1< 220.
Die drei letzten Antennenglieder. 1>< 220.
ein 7. Laufbein, 1x 56,
cje Endglieder desselben, 1< 220.
ein Kieferfuß, 1 >< 220.
Deckplatte des 2. Caudalsegmentes, 1 >x< 220.
linke Mandibel, 1 >x< 220,
rechte Mandibel, 1>< 240.
eine vordere Maxille, 1 >< 220.
Seitenansicht eines Basale des 1. Laufbeines. 1>< 220.
Sphaerobathytropa n. g. ribauti n. sp. 9.
Seitenansicht eines Halbwüchsigen von etwa 2!/, mm Länge in
fast eingerolltem Zustand. 1>< 56.
Kopf eines erwachsenen 9, von vorn ges. Aeußere Antennen
ausgehoben.
ein 1. Bein, 1x 56.
Ansicht von hinten auf die letzten Pleotelson-Segmente. 1x<80.
Endhälfte einer linken Mandibel,
rechte Mandibel, 1>< 220.
Endhälfte eines 1. Laufbeines. von vorn ges. Die Spitzen bei
x und y bilden zusammen einen Putzapparat. 1>< 350.
Endhälfte eines 6. Beines, 1>< 220.
eine hintere Maxille, |
Endhälfte eines Kieferfußes, 1220.
drei Schüppchen von einem Segmenthinterrand. |
Pleurocyphoniscus karawankianus n. Sp.
eine äußere Antenne, 1x 56,
obere Hälfte des Kopfes mit beschuppten re
198
32.
33.
34.
Abb. 35—41.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
41.
Abb. 42—44.
42.
43.
44.
Dr. K. W. Verhoeff: Über Isopoden.
Endhälfte eines 1. Laufbeins,
Endhälfte einer linken, 152208
Endhälfte einer rechten Mandibel.
Trichoniscoides scoparum n. SP.
Daktylit vom 7. Bein des d, x Fadenanhang desselben, 1>< 220.
Penis P, Vasa deferentia vd, linker Pleopod des 1. Caudalsegmentes
des &. spz Spermatozoen. Rechts a das peitschenförmige Endo-
podit isoliert. 1>< 220.
Mandibelendhälfte, 1x 220.
ein Bein des &, sc Bürstenrand, 156; rechts bei g die Stachel-
borste und ihre Nachbarschaft am Endrand des Carpopodit. 1>< 220.
ein 7. Bein des &, 156.
einige Stachelborsten von der Innenfläche desselben, g!
zwei Stachelborsten von der Innenfläche desselben, 2
Platyarthrus costulatus n. Sp.
einige Schüppchen vom Hinterrand der Trunkussegmente.
Geißel und Schaftende der äußeren Antennen 1x220.
Ansicht von oben auf die letzten Segmente des Pleotelson, 1>< 56.
11x20.
Abb. 45 und 46. Haplophthalmus mengei Zadd.
45.
46.
Die beiden ersten Trunkussegmente, absichtlich mehr als in natura
in die Breite gedehnt, Rippen numeriert. 1><56.
Endo- und Exopodit eines 1. Pleopod, & 1>< 220.
Abb. 47 und 48. Haplophthalmus fiumaranus dolinensis m.
47.
48.
Das 1. Trunkustergit, 1>< 56,
Rechter 1. Pleopod von unten gesehen, pr Propodit, 1>< 220.
Die Trichopteren von Basel und Umgebung
mit Berücksichtigung der
Trichopteren-Fauna der Schweiz.
Von
Jacques Felber,
Assistent am Zoologischen Institut der Universität Genf.
(Hierzu Taf. VL.)
Einleitung.
Vorliegende Arbeit soll grundlegend sein für weitere faunistisch-
biologische Untersuchungen der Trichopterenfauna der Rheinebene
bei Basel, der Jura- und Schwarzwaldgewässer und der alpinen
Regionen. Eine vollständige Durchforschung und lückenlose Kenntnis
der Fauna des Untersuchungsgebietes ist erst nach Jahren möglich,
indem viele Arten infolge ihrer kurzen Flugzeit und ihrer noch
unbekannten Lebensweise oft nur durch Zufall als einheimisch nach-
gewiesen werden können. Immerhin hat mich die Zeit Mai 1906—
Januar 1908, während welcher mich die Arbeit beschäftigte, eine
stattliche Anzahl Arten finden lassen und mir zugleich eine Fülle
Beobachtungen biologischer und faunistischer Natur erlaubt.
Meine Untersuchungen erstreckten sich im ersten Jahre haupt-
sächlich auf die Metamorphosen der einzelnen Arten, die Be-
stimmungen derselben führte ich aus nach den Tabellen und Arbeiten
von Klapälek, Siltala und Ulmer und kontrollierte später diese
Ergebnisse mit den zugehörigen Imagines, determiniert nach den
Beschreibungen und Tafeln in Mac Lachlans Werk: „Monographic
revision and synopsis of the Trichoptera of the European fauna“.
Sehr gutes Vergleichsmaterial zu diesen Arbeiten lieferte mir die
Aufzucht von Larven und Puppen in Aquarien, indessen bieten
bei diesen Versuchen die Temperaturverhältnisse, der Sauerstoff-
und Kalkgehalt des Wassers einige Schwierigkeiten. Die Bewohner
der sonnendurchwärmten Tümpel und der stagnierenden Wasser,
lassen sich nur dann mit Erfolg groß ziehen, wenn ihnen durch
eine Durchlüftungsanlage Luft in stehendes, mit Pflanzen besetztes,
Wasser zugeführt wird, in diesem Falle schadet den Tieren eine
Ueberwärmung des Wassers bis zu 20° C nicht das geringste.
Ganz anders verhalten sich die Bewohner von Bach und Fluß,
ihre Metamorphose zu erhalten ist nur dann möglich, wenn stets
frisches, kaltes, nicht zu kalkreiches Wasser in die Aquarien
300 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
strömt. Sogar bei Erfüllung dieser Bedingungen können plötzliche
Temperaturschwankungen, allzu starke Beleuchtung oder zu intensive
Bestrahlung den Tod der Rhyacophiliden und Hydropsychiden zur
Folge haben. Nur eine äußerst genaue Kontrolle über Temperatur
und Reinheit des Wassers kann bei diesen Arten die Aufzucht noch
ermöglichen.
Im Sommer 1906 kontrollierte ich die Metamorphosen von
12 Arten.
Limnophilus rhombicus.
Limnophilus politus.
Limnophilus decipiens.
Limnophilus nigriceps.
Stenophylax latipennis.
Anabolia nervosa.
Micropterna nycterobia.
Halesus interpunctatus.
Sericostoma pedemontanum.
10. Odondocerum albicorne.
11. Rhyacophila vulgaris.
12. Ptilocolepus granulatus.
Während den Sommer- und Herbstmonaten 1907 hielt ich in
den Aquarien folgende Arten:
Neuronia ruficrus.
Limnophilus lunatus.
Stenophylax nigricornis.
Micropterna sequax.
Drusus trifidus.
Chaetopteryx villosa.
Chaetopterygopsis maclachlani.
Goera pilosa.
Silo pallipes. -
10. Brachycentrus subnubilus.
11. Leptocerus senilis.
12. Hydropsyche pellucidula.
13. Hydropsyche angustipennis.
14. Rhyacophila obtusidens.
15. Agapetus fuscipes.
16. Oxyethira costalis.
Larven und Puppen sammelte ich zu diesem Zweck nach
den von Ulmer angegebenen Methoden und stellte dabei von
jedem Fundort eine Liste der vertretenen Spezies auf. Vielleicht
daß später aus einer großen Anzahl solcher Beobachtungen, das ge-
meinsame Auftreten oder eine Isolierung einzelner Arten auf diese
Weise sich zeigen läßt. Bei Fängen im Winter und bei der Durch-
forschung von Gewässern mit constant niedriger Temperatur wurde
die Wärme des Wassers bestimmt, auch hier wird es erst an Hand
zahlreicher Messungen möglich sein, Temperaturmaximum und
ee
DI
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 201
-Minimum festzustellen, bei welchen die Entwicklung der einzelnen
Arten noch vor sich gehen kann.
Imagines finden sich je nach den Lokalitäten und der Lebens-
weise der zu beobachtenden Art zu jeder Tageszeit, doch fallen
solche Fänge gewöhnlich recht spärlich aus. Ein an Individuen-
und Artenzahl viel reicheres Ergebnis liefern die Excursionen während
des Spätnachmittags und des Abends, wo sich die Tierchen einzeln
oder schwarmweise über den Gewässern tummeln, oder als schwer-
fällige Najaden dem Wasser entsteigen, um einige Zeit später als
leicht geflügelte Dryaden den ersten Flug in ein neues Element zu
wagen. Sehr günstig für den Fang sind ferner die frühen Morgen-
stunden, wo die erstarrten, an Gemäuer, Baum oder Busch sitzen-
den Imagines mit Leichtigkeit abgeklopft oder abgelesen werden
können. Reiche Ausbeute geben auch Nachtfänge, Gas- und
elektrische Lampen sind oft eine Fundstätte sonst selten gesehener
Arten. Für Excursionen während dieser Zeit benützte ich mit
bestem Erfolg eine gewöhnliche Acetylenlampe, mit ihrer Hilfe habe
ich an den Bachverbauungen jedesmal in kürzester Zeit reiche
Ausbeute gehabt, gewöhnlich aber nur die Vertreter von zwei bis
drei Arten in einem Abend erhalten. Die eingefangenen Exemplare
wurden durch Chloroform getötet.
Als Conservierungsmittel der Metamorphosestadien benutzte ich
mit bestem Erfolg Formol 10°/,; Alkohol härtet die Tiere zu sehr,
verändert gewöhnlich ihre Körperfarbe und entzieht den Pflanzen-
gehäusen das Chlorophyl.
Zur Beobachtung von chitinösen Teilen, zur Enthaarung der
Flügel und des Abdomens habe ich die Tiere in verdünnter Kali-
lauge gekocht, in destilliertem Wasser ausgewaschen und direkt in
Glycerin oder Glyceringelatine überführt. Für die Bestimmung der
Imagines leisten gespannte Exemplare die besten Dienste, indessen
ist für die genaue Determination der Art die Herstellung eines
mikroskopischen Präparates der Genitalanhänge oft unerläßlich.
Bei den Excursionen kamen folgende Gebiete zur Durchforschung.
1. Die Rheinebene bei Basel bis Istein; ihre Fauna ist auf
keinen Fall charakteristisch zu nennen, eine allgemeine Sumpf- und
Stromfauna ist vermischt mit Vertretern des Juras und der sub-
alpinen Zone.
2. Der südliche Schwarzwald. Untersucht wurde das
Wiesen- und das Wehratal und deren Zuflüsse. Eingehends
wurden beobachtet die Bewohner des Heidenwuhrs, eines kalten
Bergbaches bei Säckingen, der den Hochmooren des Jungholzes
entströmt. Der Norden und die Alpen senden hier hinauf noch
ihre Bewohner, da ihnen in den kalten Quellbächen wieder die
Bedingungen ihrer Heimat geboten sind.
3. Jura. Im Sommer 1907 sammelte ich an der Birs und
ihren Zuflüssen, sehr reiches Material lieferten mir die Gegenden
an der Ergolz; ein Ferienaufenthalt im Val de Ruz und Val de
Travers gab mir Auskunft über die Fauna jener Gegenden.
202 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
4. Alpen. Eine von Herrn Prof. Dr. F. Zschokke geleitete
Excursion führte mich im Juli 1906 in die rhätischen Alpen an
die Seen von Partnun, Garschina und Tilisuna; die Schmelzwasser-
tümpel und die dem Firn entströmenden Wasseradern lieferten reiche
Ausbeute an Larven und Puppen der spezifisch hochalpinen Ver-
treter. Eine zweite Excursion im August 1907 in jenes Gebiet
ergänzte diese Beobachtungen und eröffnete mir auch einen kleinen
Einblick in die Fauna des Ober-Engadins und der südlichen Alpen-
hänge. Eine Menge der interessantesten alpinen Arten erhielt ich
von Herrn Prof. Dr. F. Zschokke, unter dessen sachkundiger
Leitung vorliegende Arbeit ausgeführt worden ist.
Meinem hochverehrten Herrn Lehrer spreche ich dafür meinen
innigsten Dank aus, danke ihm auch an dieser Stelle für die
Anregung zu dieser Arbeit und für die Unterstützung, die er mir
in ihrem Verlauf mit seinem reichen biologischen Wissen nach
jeder Richtung hin zu Teil werden ließ.
Trichopteren-Material erhielt ich ferner von Herrn Dr. P. Stein-
mann aus den Alpen und dem Schwarzwald, von Herrn Dr. K.
Klausener aus den Pascuminer-Seen, von Herrn cand, phil. F. Heinis
aus dem Gotthardgebiet. Herr Ed. Graeter, cand. phil. überließ
mir seine Höhlenfunde zur Durchsicht, Herr Neracher diejenigen
aus der Umgebung Basels. Herr Walter Schmassmann stud.
lieferte mir eine Fülle Material aus den Rheinsümpfen unterhalb
Basel, auf meinen Excursionen im Schwarzwald und in den Alpen
war er mir stets ein unermüdlicher, anregender Begleiter gewesen.
Ich will nicht unterlassen, allen diesen Herren meinen verbindlichsten
Dank auszusprechen.
Alle irgendwie für mich zweifelhafte Formen habe ich mir
erlaubt, bewährten Spezialisten vorzulegen. Den Herren Dr. F. Ris,
Rheinau und Georg Ulmer, Hamburg, möchte ich für ihre Freund-
lichkeit, meine eigenen Bestimmungen zu revidieren und unbestimmte
Arten zu determinieren, an dieser Stelle bestens danken.
Im weitern schulde ich Herrn Prof. Dr. Standfuß in Zürich
herzlichen Dank für das Interesse, das er stets meiner Arbeit
entgegengebracht und für die Erlaubnis die Trichopteren Sammlung
des eidg. Polytechnikum benützen zu dürfen.
A. Allgemein faunistischer Teil.
In diesem Kapitel sollen nicht nur die in der Umgebung von
Basel gefundenen Arten berücksichtigt werden, sondern es wird
hier meine Aufgabe sein, diese Vertreter der Trichopteren Fauna
mit ihren Verwandten in Beziehung zu bringen, um so die Kenntnis
der schweizerischen Phryganiden bis zur Zeit der Vollendung dieser
Arbeit zusammen zu fassen und übersichtlich darzustellen. Ich
glaube mich zu diesen Ausführungen umsomehr berechtigt, da
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 203
seit der Arbeit von Ris 1889 kein weiteres Verzeichnis mehr
erschienen ist, das die Fortschritte der letzten Jahre auf diesem
Gebiet berücksichtigt hätte. Eine kurze, systematische Anführung
der seit 1889 in der Schweiz neu gefundenen Arten, möge diese
Ausführungen einleiten, Ergänzungen und Streichungen zu frühern
Arbeiten, hier ihre Berücksichtigung finden. Diese Aenderungen
und Korrekturen sind hauptsächlich den Arbeiten von Dr. Ris zu ver-
danken, viele seiner Sammelresultate sind hier in diesen Zusammen-
stellungen zum ersten Mal niedergelegt, ich fühle mich deshalb
Herrn Dr. Ris für seine wertvollen Mitteilungen und seine freund-
liche Hülfe, die er mir stets in so zuvorkommender Weise gewährte,
zu besonderm Dank verpflichtet.
Seit 1889 sind für die Schweiz neu folgende 35 Arten:
Limnophilus borealis.!)
Limnophilus lunatus.
Limnophilus flavospinosus,
Anabolia lombarda, Ris.
Stenophylax infumatus.
Micropterna fissa.
Drusus chapmanni, Mac Lach.
Sericostoma timidum.
Brachycentrus montanus, Klap.
Helicopsyche spec.
11. Beraeodes minuta.
12. Leptocerus nigro-nervosus.
13. Leptocerus alboguttatus.
14. Oecetis notata,
15. Diplectrona atra.
16. Wormaldia subnigra.
17. Polycentropus kingi, Me Lach.
18. Cyrnus insolutus.
19. Tinodes sylvia, Ris.
20. Tinodes luscinia, Ris.
21. Tinodes rostocki.
22. Rhyacophila rectispina.
23. Rhyacophila philopotamoides.
24. Hydroptila maclachlani, Klap.
25. Hydroptila tigurina, Ris.
26. Hydroptila rheni, Ris.
27. Hydroptila insubrica, Ris.
28. Stactobia fuscicornis.
29. Orthotrichia tetensi, Kolbe.
30. Microptila minutissima, Ris.
31. Microptila risi, Felber.
oo
SOFT
1) Die Autornamen sind hier nur bei Arten beigefügt, die in der Mac Lach-
lan’schen Monographie nicht erwähnt sind, für die übrigen halte ich die
Nomenclatur jenes Werkes als verbindlich.
204
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
32. Oxyethira saggitifera, Ris.
33. Oxyethira felina, Ris.
34. Oxyethira falcata,
35. Oxythira simplex,
Morton.
Ris.
Aus dem Verzeichnis von 1889 sind einstweilen zu streichen:
36°). Anabolia laevis ersetzt durch Anabolia lombarda, Ris.
164.
218.
219:
222.
224.
225.
Im weitern ist zu ersetzen:
Pleetrocnemia scruposa ersetzt durch Polycentropus kingi, Me. L.
Hydroptila nova spec. ersetzt durch Hydroptila tigurina, Ris.
Hydroptila nova spec. ersetzt durch Hydroptila maclachlani Klap.
Orthotrichia angustella ersetzt durch Orthotrichia tetensi, Kolbe.
Oxyethira nova spec. ersetzt durch Oxyethira falcata, Mort.
Oxyethira nova spec. ersetzt durch Oxyethira simplex, Ris.
Cyrus fenestratus, Ris, durch synon. Cyrnus insolutus, McL.
Hydroptila uncinata, Mort. durch
Hydroptila insubrica.
Verzeichnis der Schweizerischen Trichopteren.
September 1908.
I. Phryganeidae.
Neuronia ruficrus, Scop.?)
Neuronia reticulata, L.
Neuronia clathrata, Kol.
Phryganea grandis, L.
Phryganea striata, L.
Phryganea varia, F.
Phryganea obsoleta, Me Lach.
Phryganea minor, Ourt.
Agrypnia pagetana, Curt.
II. Limnophilidae.
Colpotaulius incisus, Curt.
Grammotaulius atomarius F.
Glyphotaelius punctato-lineatus,
Retz.
Glyphotaelius pellucidus, Retz,
Limnophilus rhombicus, L.
Limnophilus subcentralis, Brauer.
Limnophilus flavicornis, F.
Limnophilus decipiens, Kol.
Limnophilus marmoratus, Curt.
Limnophilus stigma, Curt.
Limnophilus flavo-spinosus.
Stein.
Limnophilus xanthodes, Mc Lach,
Limnophilus lunatus, Ourt.
Limnophilus germanus, Me Lach.
Limnophilus politus, Me Lach.
Limnophilus borealis®), Zett.|
Limnophilus ignavus, Mc Lach.
Limnophilus nigriceps, Zett.
Limnophilus centralis, Curt.
1) Die Zahlen bedeuten die Nummern des Ris’schen Verzeichnisses von 1889.
2) In diesem Verzeichnis sind die Autornamen der Vollständigkeit halber
überall angeführt, im weiteren Vg. ') pg. 11.
3) Die gesperrt gedruckten Arten sind im Ris’schen Verzeichnis von 1889
noch nicht angegeben.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
vittatus, F.
affınis, Curt.
auricula, Curt.
griseus, L.
bipunctatus, Curt.
despectus, Walker.
extricatus, Mc Lach.
hirsutus, Pict.
sparsus, Curt.
Anabolia nervosa, Curt.
Anabolia lombarda, Ris.
Anisogamus difformis, Me Lach.
Acrophylax zerberus, Brauer.
Asynarchus coenosus, Curt.
Stenophylax alpestris, Kol.
Stenophylax pieicornis, Pict.
Stenophylax consors, Me Lach.
Stenophylax infumatus,
Mc Lach.
Stenophylax rotundipennis, Brauer.
Stenophylax nigricornis, Pict.
Stenophylax stellatus, Curt.
Stenophylax latipennis, Curt.
Stenophylax permistus, Zett.
Stenophylax vibex, Curt.
Stenophylax mucronatus, Me Lach.
Mesophylax impunctatus, Mc Lach,
Micropterna sequax, Mc Lach.
Micropterna lateralis, Steph.
Micropterna testacea Gmelin.
Micropterna nycterobia, Mc Lach.
Micropterna fissa, Mc Lach.
Platyphylax pallescens, Mc Lach.
Halesus interpunctatus, Zett.
Halesus tessellatus, Ramb.
Halesus digitatus, Schrk.
Halesus ruficollis, Pict.
205
Halesus
Halesus
Halesus
' Halesus
Halesus
Halesus
Halesus
antennatus, Mc Lach.
hilaris, Me Lach.
mendax, Mc Lach.
auricollis, Pict.
melampus, Mc Lach.
rubricollis, Pict.
guttatipennis, Me Lach.
| Metanoea flavipennis, Pict.
discolor, Ramb.
chrysotus, Ramb.
trifidus, Me Lach.
mixtus, Pict.
alpinus, Meyer-Dürr.
Drusus monticola, Me Lach.
Drusus muelleri, Mc Lach.
Drusus chapmanni, Mc Lach.
Drusus nigrescens, Meyer-Dürr.
Drusus melanchaetes, Me Lach,
Drusus annulatus, Steph. (?).
Drusus
Drusus
Drusus
Drusus
Drusus
Peltostomis sudetica, Rol.
Cryptothrix nebulicola, Me Lach.
Potamorites biguttatus, Pict.
Ecclisopteryx guttulata, Pict.
Psylopteryx zimmeri, Me Lach.
Chaetopteryx villosa, F.
Chaetopteryx obscurata, Mc Lach.
Chaetopteryx gessneri, Me Lach.
Chaetopteryx major, Mc Lach. (?).
Chaetopterygopsis maclachlani,
Stein.
Enoicyla pusilla, Burm.
Enoicyla amoena, Hagen.
Apatania fimbriata, Pict.
Apatania muliebris, Mc Lach.
206
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
III. Sericostomatidae.
Sericostoma pedemontanum,
Me Lach.
Sericostoma timidum, Hagen.
Sericostoma faciale, Mc Lach.
Notidobia ciliaris, L.
Goera pillosa, F.
Lithax niger, Hagen.
Silo pallipes, F.
Silo piceus, Brauer.
Silo nigricornis, Pict.
Brachycentrus subnubilus, Curt.
Brachycentrus montanus,
Klap.
Oligoplectrum maculatum, Foure.
Micrasema morosum, Mc Lach.
Micrasema tristellum, Mac Lach.
Micrasema nigrum, Brauer.
Micrasema setiferum, Pict.
Micrasema longulum, Mc Lach.
Micrasema microcephalum, Pict.
Helicopsyche spez.
Crunoecia irrorata, Curt.
Lepidostoma hirtum, F.
Lasiocephala basalis, Kol.
IV. Leptoceridae.
Beraea pullata, Curt.
Beraea maurus, Curt,
Beraea articularis, Pict.
Beraea vicina, Mc Lach.
Beraeodes minuta, L.
Molanna angustata, Curt.
Odondocerum albicorne, Scop.
Leptocerus
Retz.
Leptocerus fulvus, Ramb.
Leptocerus senilis, Burm.
Leptocerus albo-guttatus,
Hagen.
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leeptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
nigro-nervosus,
annulicornis, Steph.
aterrimus, Steph.
cinereus, Ourt.
albifrons, L.
bilineatus, Mc Lach.
aureus, Pict.
dissimilis, Steph.
yiparius, Albarda (?).
Mystacides nigra, L.
Mystacides azurea, L.
Mystacides longicornis, L.
Mystacides monochrea, Me Lach.
Homilia leucophaea, Ramb. (?).
Triaenodes bicolor, Curt.
Triaenodes conspersa, Ramb.
Erotesis baltica, Mc Lach.
Adicella reducta, Me Lach.
Adicella filicornis, Pict.
Oecetis ochracea, Curt.
Oecetis furva, Ramb.
Oecetis lacustris, Pict.
Oecetis notata, Ramb.
Oecetis testacea, Curt.
Setodes tineiformis, Curt.
Setodes interrupta, F.
Setodes argentipunctella, Mc Lach.
Setodes punctata, F.
Setodes viridis, Fourc.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
207
V. Hydropsychidae.
Hydropsyche pellucidula, Curt.
Hydropsyche saxonica, Mc Lach.
Hydropsyche angustipennis, Curt.
Hydropsyche bulbifera, Mc Lach.
Hydropsyche ornatula, Mc Lach.
Hydropsyche guttata, Pict.
Hydropsyche instabilis, Curt.
Hydropsyche lepida, Pict.
Diplectrona atra, Mc Lach.
Philopotamus ludificatus, Me Lach.
Philopotamus montanus, Donov.
Philopotamus variegatus, Scop.
Dolophilus copiosus, Me Lach.
Dolophilus pullus, Mc Lach.
Wormaldiasubnigra, Mc Lach.
Wormaldia oceipitalis, Pict.
Neureclipis bimaculata, L.
Plectrocnemia conspersa, Curt.
Plectrocnemia geniculata, MeLach.
Plectrocnemia brevis, Me Lach.
Polycentropus flavo-maculatus,
Pict.
VI. Rhya
Rhyacophila torrentium, Pict.
Rhyacophila albardana, Me Lach.
Rhyacophila dorsalis, Curt.
Rhyacophila otusidens, Mc Lach.
Rhyacophila persimilis, Mc Lach.
Rhyacophila septentrionisMcl.ach.
Rhyacophila praemorsa, Mc Lach.
Rhyacophila aurata, Brauer.
Rhyacophila proxima, Me Lach.
Polycentropus multiguttatus, Curt.
Polycentropus kingi, Me Lach.
Holocentropus dubius, Ramb.
Cyrnus trimaculatus, Curt.
Cyrnus insolutus, Me Lach.
Cyrnus flavidus, Me Lach.
Cyrnus crenaticornis, Kol.
Eenomus tenellus, Ramb.
Tinodes waeneri, L.
Tinodes aureola, Zett.
Tinodes sylvia, Ris.
Tinodes lusciana, Ris.
Tinodes maculicornis, Pict.
Tinodes unicolor, Pict.
Tinodes zelleri, Me Lach.
Tinodes rostocki, Me Lach.
Tinodes dives, Pict.
Lype phaeopa, Steph.
Lype reducta, Hagen.
Lype fragilis, Pictet.
Psychomia pusilla, F.
Chimarrha marginata, L.
cophilidae.
Rhyacophila meyeri, Me Lach.
Rhyacophila stigmatica, Kol.
Rhyacophila philopota-
moides, MceLach.
Rhyacophila hirticornis, Me Lach.
Rhyacophila laevis, Pict.
Glossosoma boltoni, Curt.
Glossosoma vernale, Pict.
Rhyacophila rectispina,
Me Lach.
Rhyacophila pascoei, Me Lach.
Rhyacophila vulgaris, Pict.
Rhyacophila tristis, Pict.
Rhyacophila pubescens, Pict.
Rhyacophila glareosa, Mc Lach,
Agapetus fuscipes, Curt.
Agapetus nimbulus, Mc Lach.
Agapetus comatus, Pict.
Agapetus laniger, Pict.
Synagapetus iridipennis, Mc Lach.
Synagapetus dubitans, Me Lach.
Ptilocolepus granulatus, Pict.
208
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
VIII. Hydroptilidae.
Agraylea multipunctata, Curt.
Agraylea pallidula, Mc Lach.
Allotrichia pallicornis, Eaton.
Hydroptila sparsa, Curt.
Hydroptila occulta, Eaton.
Hydroptila femoralis, Eaton.
Hydroptila pulchricornis, Eaton.
Hydroptila forcipata, Eaton.
Hydroptila maclachlani, Klap.
Hydroptila tigurina, Ris.
Hydroptila rheni, Ris.
Hydroptila insubrica, Ris.
Stactobia fuscicornis,
Schneider.
Stactobia eatoniella, Me Lach.
Orthotrichia tetensi, Kolbe.
Microptila minutissima, Ris.
Microptila risi, Felber.
Oxyethira costalis, Curt.
Oxyethira saggitifera, Ris,
Oxyethira felina, Ris.
OÖxyethira falcata, Morton.
Oxyethira simplex, Ris.
Ithytrichia lamellaris, Eaton.
B. Allgemein systematischer Teil.
Die Fundorte sind nach den Arbeiten von Meyer-Dürr, Ris,
Ulmer, Kolbe und Mac Lachlan zusammengestellt, dabei wurden
im Allgemeinen nur solche Angaben berücksichtigt, mit denen ein
charakteristisches Bild der Verbreitung einer Art gegeben werden
konnte. Eigene Fundstellen sind gesperrt gedruckt.
I. Phryganeidae.
Neuronia rufierus.
In alpinen und subalpinen Regionen ein typischer Bewohner
stehender Gewässer.
Alpen: Rosenlaui, Melchalp, Handeck, Oberengadin, Maloja,
Tirol; Pascuminersee.
Mittelland: Katzensee, Bünzener Moos, Burgdorf (Meyen Moos).
Jura: Sentier Torfmoor.
Schwarzwald: Mummelsee, Hornisgrinde, Jungholz.
Flugzeit: In einer Generation von Mai bis September.
Neuronia reticulata.
Alpen: —
Mittelland: Bünzener Moos, Albisrieden, Glatt Sümpfe Zürich,
Riffersweiler Moos.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 20%
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mitte April bis Mai, eine Generation.
Neuronia clathrata.
In Sumpf-Gebieten ganz vereinzelt.
Alpen: —
Mittelland: Bünzener Moos, Glattbrugg, Oerlikon.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mitte Mai.
Phryganea grandis.
Nur für vereinzelte Orte der Schweiz bekannt.
Alpen: —
Mittelland: Tunersee, Bünzener Moos, Zürich, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Phryganea striata.
Im alpinen Gebiet verbreitet, da und dort als Bewohner alpiner
Seen.
Alpen: Melchalp, Klöntal. Garschina See, Pascuminer
Tümpel. Tirol.
Mittelland: Bünzener Moos, Lobsiger See.
Jura: Ergolz bei Sissach, Teich bei Itingen.
Schwarzwald: Mummelsee; Titisee; Feldsee. Teich bei
Willaringen.
Flugzeit: Mai—Juli.
Phryganea vario.
In Flachland-Sümpfen häufig.
Alpen: —
Mittelland: Bremgarten, Bünzener Moos, Burgaeschi-See, Lobsiger
See, Katzensee. Rheinsümpfe bei Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und August.
Phryganea obsoleta.
Bewohnt die alpine und subalpine Zone.
Alpen: Engadin, Garschina See, Misurinasee.
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.2. 14
3210 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Phryganea minor.
Nur hie und da im Mittellande.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Agrypnia pagetana.
Steigt bis an die obere Grenze der subalpinen Gebiete.
Alpen: Klöntal.
Mittelland: Katzensee, Hofwylersee, Hallwyler-See, Torfwässer
um Zürich.
Jura: Sentier Orbe.
Schwarzwald: Fischteich bei Willaringen.
Flugzeit: Mai — Juni; Mitte August.
II. Limnophilidae.
Colpotaulius incisus.
Eine nordisch-alpine Form.
Alpen: Ursern Tal, Riffelsee.
Mittelland: Glatt Rieter bei Oerlikon.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Grammotaulius atomarius.
In alpinen und subalpinen Regionen vorkommend.
Alpen: Samaden, Pontresina, Rosegtal, Stazersee.
Mittelland: Schlierenwiesen bei Zürich, Moor bei Hindelbank.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
(Glyphotaelius punctato-Llineatus.
Als nordische Form nur selten in der Schweiz gefunden.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Glyphotaelius pellucidus.
An Flachland Sümpfen der Mittelschweiz.
Alpen: Karst: Timavo, Dervent.
Mittelland: Genf, Burgdorf, Basel, Katzensee, Burgaeschi See.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. >11
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Limnophilus rhombicus.
Bewohner des Tales und der subalpinen Zone; in kleinerer Form alpin.
Alpen: Engadin, Statzer und St. Moritz-See, Simplon, Bern-
hardin, Tirol. Mendrisio. Parpan.
Mittelland: Genf, Solothurn, Basel, Burgdorf, Hofwylersee.,
Jura: Sentier, Birs bei Basel, Teich bei Itingen.
Schwarzwald: Mummelsee.
Flugzeit: Mai und September, Oktober.
Limnophilus borealis.
Eine typische nordische Form.
Alpen: —
Mittelland: —
Jura: Sentier Torfmoor.
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Limnophilus subcentralis.
Nur in tiefern Lagen der Schweiz.
Alpen: —
Mittelland: Bünzener Moos, Hindelbank Moor. Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai-Juni und September.
Limnophilus flavicornis.
In subalpinen Regionen stellenweise häufig.
Alpen: Pontresina.
Mittelland: Genf, Bern, Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Limnophilus decipiens.
Im Mittelland häufig.
Alpen: —
Mittelland: Hofwyler See, Katzen-See, Pfäffiker See, Limmat bei
Schlieren. Sissach Wolfloch.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und September, Oktober.
[597
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Limnophilus marmor.atus.
Wie L. decipiens aber vereinzelter.
Alpen: —
Mittelland: Hofwyler See, Lobsiger See, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September, Oktober.
Limnophilus stigma.
An großen Sümpfen verbreitet.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Hindelbank, Egelmoos, Katzensee.
Jura: Sentier.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Limnophilus flavo-spinosus.
Eine südliche Form.
Alpen: Torfmoore von Cazzago, Lago di Muzzano.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September und Oktober.
Limnophilus xanthodes.
Alpin und subalpine Art.
Alpen: Sierre (Wallis).
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September, Oktober.
Limnophilus lunatus.
In unserm Gebiet sehr verbreitet.
Alpen: —
Mittelland: Verbreitet.
Jura: Val de Ruz (St. Martin).
Schwarzwald: Titisee. Fischmatten bei Willaringen.
Flugzeit: Mai und September, Oktober.
Limnophilus germunus.
Alpin und subalpine Art.
Alpen: Wallis, Klöntalersee, Mollis.
Mittelland: Altstätten, Schlieren.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und Oktober.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 23213
Limnophilus politus.
In ähnlichen Lokalitäten wie vorige.
Alpen: Gräppelensee (Toggenburg).
Mittelland: Katzensee. Wolfloch bei Sissach.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: —
Limnophilus ignavus.
Bewohnt Teich und Bach des Mittellandes.
Alpen: Glarneralpen.
Mittelland: Katzensee, Gattikon, Murgtal, Wallis.
Jura: St. Aubin.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und August, September.
Limnophilus centralis.
Alpin und subalpin.
Alpen: Murgtal,PascuminerSee. Grimselpaß, Große Scheidegg,
Wengernalp, Melchalp. Gotthard.
Mittelland: Meyenmoos, Gattiker Weiher,
Jura: Salöve, Weiher bei Arlesheim.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und August.
Limnophilus vittatus.
Selten in der Schweiz.
Alpen: Cran (Wallis).
Mittelland: Burgdorf, Genf.
Jura: -—
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Limnophilus affinis.
Alpen: Bernina.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Limnophylus auricula.
In der Schweiz ziemlich selten.
Alpen: —
Mittelland: Hofwylersee, Hindelbank. Genf,
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September,
214 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Limnophilus griseus.
Im Jura und Tiefland vorkommend.
Alpen: —
Mittelland: Hindelbank.
Jura: Weißenstein, Saleve, La Chaux.
Schwarzwald: Rüttihofweier.
Flugzeit: Juni und August, September.
Limnophilus bipunctatus.
Alpin und subalpin.
Alpen: Oberengadin, Flatzbach (Samaden), Churwalden.
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und Oktober.
Limnophilus despectus.
Alpine Form.
Alpen: Mieschbrunnen bei Partnun, Statzersee, Val Bevers.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Limnophilus extricatus.
Alpin und subalpine Art.
Alpen: Albula, Gotthardt, Tarasp. Tirol.
Mittelland: Burgdorf, Katzensee, Schlieren.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Limnophilus hirsutus.
Alpen: Sedrun:
Mittelland: Genf. Katzensee.
Jura: Hohe Rhone.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni, Juli.
Limnophilus sparsus.
In der Tal- und subalpinen Region vereinzelt.
Alpen: Tirol, Stubaital.
Mittelland: Meyenmoos, Oerliken, Krauchtal, Katzensee,
Toggenburg.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, September, Oktober.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz 215
Limnophilus nigriceps.
Alpen: —
Mittelland: Katzen- und Pfäffiker See. Mühleteich beiLausen.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, September, Oktober.
Anabolia nervosa.
Ueberall häufig bis alpin.
Alpen: Rosenlaui.
Mittelland: In stagnierenden und schwachfließendem Wasser
verbreitet.
Jura: Unterlauf der Birs, Birsig, Ergolz, Val de Ruz,
Val de Travers.
Schwarzwald: Wiese bei Klein Hüningen, Titisee, Feldsee.
Flugzeit: Juli und Oktober.
Anabolia lombarda, Ries.
Eine südliche Form.
Agno-See bei Lugano, Laveggio.
Flugzeit: September und Oktober.
Anisogamus difformis.
Nordisch-alpine Art.
Alpen: Sustenpaß, Bedrettotal, Rosenlaui, Sandalp Tirol.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Acrophylax zerberus.
Hochalpin.
Alpen: Bernina, Bergün, St. Bernhard, Pontresina, Grimselhöhe,
Flüela Paß 2405 m auf dem Schnee. Schottensee.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Asynarchus coenosus.
Alpin.
Alpen: Samaden, Pontresina, Melchalp, Murgtal. Tirol,
Riffelberg.
Mittelland: —
Jura:Sentier Torfmoor. la Chaux.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und (bis) September,
316 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Stenophylax alpestris.
Alpin und subalpine Art.
Alpen: Gadmental, Champery, Oberalpsee, Rhätische Alpen,
Tirol. Wäggital, Murgtal.
Mittelland: Egelsee.
Jura: — La Chaux.
Schwarzwald: —
Flugzeit: April bis August.
Stenophylax picicornis.
Subalpine Art, bis zur Grenze der alpinen Zone.
Alpen: Faucigny, Bergün, Hospental, Engadin, Rosegtal, Gott-
hardpab.
Mittelland: Zürichberg.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai-April bis Juli (Alpen).
Stenophylax consors.
In subalpinem und alpinem Gebiet.
Alpen: Murgtal, Mürtschenalp, Savoyen.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
Stenophylax infumatus.
Alpen: Blausee bei Kandersteg.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Stenophylax rotundipennis.
Subalpin vereinzelt.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Genf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Stenophylax nigricornis.
Wie die vorige Art.
Alpen: —
Mittelland: Albisrieden, Trichtenhausen-Tobel.
Jura: Salöve. Sissach.
Schwarzwald: --
Flugzeit: Juni.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
Stenophylax stellatus.
In der Schweiz selten.
Alpen: Tarasp.
Mittelland: Bechburg.
Jura: —
Schwarzwald: Titisee.
Flugzeit: —
Stenophylax latipennis.
Bis an der Grenze der subalpinen Gebiete.
Alpen: Albula, Val Celerina, Bergell, Tarasp. Mursgtal.
Mittelland: Burgdorf, Schaffhausen, Zürich, Bern. Tessin.
Jura: Solothurn.
Schwarzwald: Wehra bei Wehr.
Flugzeit: September bis Oktober.
Stenophylax permistus. Mac Lachl.
Alpen: Samaden, Laveggio, Lugano.
Mittelland: Zürich, Schaffhausen, Oerlikon, Burgdorf.
Jura: Höhle bei Wenslingen.
Schwarzwald: —
Flugzeit: April, Mai und Oktober.
Stenophylax vibex.
Alpin.
Alpen: Cran (Wallis).
Mittelland: —-
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Stenophylax mucronatus.
Für die Schweiz ziemlich selten,
Alpen: —
Mittelland: Oerlikon, Seebach.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Mesophylax impunctatus.
Alpen: Lugano. Sierre (Wallis).
Mittelland: Limmat, Sihl, Katzensee. Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und Oktober.
217
218 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Micropterna sequax.
Alpen: Sierre, Cran.
Mittelland: Mettmenhasli, Wintertur, Wolfloch bei Sissach.
Jura: —
Schwarzwald: Heidenwuhr.
Micropterna lateralis.
Alpen: Vierwaldstättersee.
Mittelland: Seengen (Kt. Aargau).
Jura: —
Schwarzwald: —
Micropterna testacea.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Basel, Seebach, Oerlikon.
Jura: St. Aubin.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September, Oktober.
Micropterna nycterobia.
In subalpinen Regionen verbreitet.
Alpen: Wallis, Mendrisio.
Mittelland: Genf, Mühlental Zürich, Sissach.
Jura: Saleve, Orisweiher bei Liestal.
Schwarzwald: Langenbach, Wehra bei Wehr.
Flugzeit: Juli und September, Oktober.
Micropterna fissa.
Nur aus dem Tessin bekannt.
Alpen: Mendrisio am Laveggio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Platyphylaw pallescens.
Alpin.
Alpen: Berneroberland, Salgesch (Wallis).
Mittelland: —
Alma? —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Halesus interpunctatus.
Subalpine Bewohner.
Alpen: Chur.
Mittelland: Zürich, Burgdorf, Hindelbank, Genf, Sissach.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 219
Jras
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus tessellatus.
Weniger häufig als Hal. interpunctatus.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Oerlikon, Haslibach, Ergolz bei Sissach,
Liestal.
Jura: Birsmündung.
Schwarzwald: Wiesental.
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus digitatus.
Alpen: Murgsee, Wallis.
Mittelland: Zürich, Haslibach, Oerlikon, Bern. Sissach Ergolaz.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus ruficollis.
Alpin.
Alpen: Murgtal, Mürtschenalp. Pontresina, Champery, St. Bern-
hard. Gadmental. Cran. Rhätikon.
Mittelland: —
Jura: Quellbach im Kriental, Sommerau.
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus antennatus.
Aus dem Tessin bekannt.
Alpen: Mendrisio, Capolago.
Mittelland: —
ra
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Halesus hilaris.
Alpin und subalpin.
Alpen: Cran, Murgseealp, Airolo, Bedrettotal.
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
2230 Jaeques Felber: Die Triehopteren von Basel und Umgebung
Halesus mendaz.
Eine häufige alpine Art.
Alpen: Frohnalp, Mürtschenalp, Murgtal, Sixt, Col d’Anterne.
Airolo, Bedrettotal. Rhätische Alpen.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus auriecollis.
In subalpinen Regionen stellenweise massenhaft; ferner alpin.
Alpen: Mürtschenalp, Siders, Julierpaß, Chur, Tarasp, Samaden,
Pontresina, Airolo.
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
Halesus melampus.
Alpine Art.
Alpen: Airolo, Wallis, Murgtal.
Mittelland: —
Jura
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Halesus rubricollis.
Alpin.
Alpen: Faucigny, Gadmental, Chur.
Mittelland: —
Inrarı
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, Oktober.
Halesus guttatipennis.
Alpen: —
Mittelland: Bätterkinden, Basel, Liestal im Oris, Genf,
Burgdorf. —-
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September bis November.
Metanoea flavipennis.
Alpin und subalpine Art.
Alpen: Rosenlaui, Flatzbach, Val d’ Illiers, Disentis, Klosters,
Val Celerina, Bergün. Leuk, St. Bernhard, Murgtal.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 221
Mittelland: —
Jura: —
Flugzeit: Juli—September.
Drusus discolor.
Alpin und subalpin.
Alpen: Sehr weit verbreitet, Rhätikon.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und September.
Drusus chrysotus.
Viel seltener als Dr. discolor.
Alpen: Gotthard, Oberengadin, Val Rosegg, Val Cadlimo, Val
de fain, Bergün.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Drusus trifidus.
Im Tiefland verbreitet.
Alpen: Pontresina, Samaden.
Mittelland: Burgdorf, Sissach Wolfloch. Rheinau,
Jura: Champ du Moulin.
Schwarzwald: Heidenwuhr, Langenbachtal.
Flugzeit: Mai, Juni und Oktober.
Drusus mixtus.
Für die Jura Fauna charakteristisch.
Alpen: —
Mittelland: —
Jura: Tavanne, Taubenlochschlucht. Genfer Jura.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni.
Drusus alpinus.
Alpin.
Alpen: Urserental, Lago di Naret. Monte Rosa, Simplon, Val
Tremola, Hospental.
Mittelland: —
Jura: —
Flugzeit: Juni bis August.
222 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Drusus monticola.
Wie Dr. alpinus, aber seltener.
Alpen: Bergün? Glärnisch.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Drusus muellert.
Alpin.
Alpen: St. Bernhard, Hospental, Sustenpaß, Gotthard, Furka
Tiefengletscher.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Drusus chapmanni. Mc. Lach.
Alpen: Locarno.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: April.
Drusus nigrescens.
Alpen: Gotthard, Davos, Furka. Airolo, Splügen.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Drusus melanchaetes.
Alpen: Furkastrasse, Saas. Gotthard Pab.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli.
Drusus annulatus.
Für die Schweiz zweifelhaft.
Alpen: —
Mittelland: Mühlental (?).
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und Oktober.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz, 293
Peltostomis sudetica.
Alpen: Wengernalp.
Mittelland: Liestal Oris.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und September.
Oryptothryx nebulicola.
Alpin und subalpin.
Alpen: Murgtal, Lucendrotal, Disentis, Gadmental, Rosegtal,
Pontresina, Engelberger Alpen, Predelp.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli bis September.
Potamorites biguttiatus.
Alpin.
Alpen: Andermatt, Wallis, Davos, Gadmental, Val Bevers,
Pontresina, Melchalp, Partnun, Parpan, Predelp.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli bis September.
Ecclisopterix guttulata.
Flachland und subalpin.
Alpen: Oberengadin.
Mittelland: Lissacherbach bei Burgdorf.
Jura: Taubenlochschlucht.
Schwarzwald: Zwickgabel.
Flugzeit: Juni.
Psilopteryx zimmert.
Alpin.
Alpen: Cran, Mursgtal, Airolo.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
COhaetopteryx villosa.
Im Tale oft sehr verbreitet.
Alpen: Airolo.
Mittelland: Glarus Burgdorf, Emmental.
Jura: Zufluß der Ergolz bei Sissach.
Schwarzwald: Bach bei Willaringen.
Flugzeit: Oktober.
224
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Chaetopteryx obscurata.
Sehr selten.
Alpen: —
Mittelland: Basel, Bern.
Jura: —
Ohaetopteryx gessneri.
Alpen: Airolo.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Ohaetopteryx major.
Für die Schweiz zweifelhaft.
Alpen: —
Mittelland: Genf.
Jura: —
Schwarzwald: — f
Chaetopterygopsis maclachlani.
Selten in der Schweiz.
Alpen: —
Mittelland: Bätterkinden.
Jurae —
Schwarzwald: Quellbäche des Heidenwuhrs.
Flugzeit: Oktober.
Enoicyla pusilla.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Meyenmoos, Wangener Ried.
Zürichberg.
Jurasr
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Oktober.
Enoicyla amoena.
Alpen: Murstal.
Zürich,
Mittelland: Zürich, Biberbrücke (Schwyz). Liestal im Oris;
Sissach, Rheinau, Schaffhausen.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Apatania fimbriata.
Alpen: Oberengadin, Bedrettotal.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 225,
Apatania muliebris.
Alpen: Sierre, Meyringen, Guttannen.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
III. Sericostomatidae.
Sericostoma pedemontanum.
Alpen: Mendrisio, Lugano. Tirol.
Mittelland: Verbreitet.
Jura: Birs bei Arlesheim, Oristal bei Liestal.
Schwarzwald: Schücht, Wehra. |
Flugzeit: Mai, in Mendrisio vielleicht als 2. Generation im
Oktober.
Sericostoma faciale.
Alpen: —
Mittelland: Meyringen, Hallwylersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Sericostoma timidum.
Alpen:
Mittelland: Rheinau, Istein, Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Notidobia ciliaris.
In der Ebene weit verbreitet.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee, Genf, Hallwylersee, Oerlikon. Klein
Hüningen.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Goera pilosa.
In den Talregionen verbreitet.
Alpen: —
Mittelland: Meilen, Katzensee, Genf, Waadt, Wallis, Hofwylersee,
Basel.
Jura: Val de Ruz, Oernier. St. Martin.
Schwarzwald: Heidenwuhr, Wiese, in den langen Erlen.
Flugzeit: Mai und August.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.2. 15
226 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Lithax niger.
Alpin.
Alpen: Furka, Gadmental, Urbachtal, Mürrenalp. Pontresina.
Flüelapaß, Gotthard, Zermatt, Klöntal.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: Urbachtal.
Flugzeit: Juni-Juli.
Silo pallipes.
Eine verbreitete Art bis in die alpine Zone.
Alpen: Oberengadin, Bellinzona.
Mittelland: Thalweil, Bach bei Allschwil.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, August.
Silo piceus.
In ihrem Vorkommen wie $. pallipes.
Alpen: Monte Baldo.
Mittelland: Burgdorf, Lissach, Zürich, Limmat.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Wenige Tage im Juni.
Silo nigricornis.
Alpen: Bergün, Melchalp, Agno Tessin.
Mittelland: Genf, Basel, Burgdorf, Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Süden Mai und September.
Brachycentrus subnubilus.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Zürich, Basel, Glatt Limmat bei Dietikon.
Jura: —
Schwarzwald: Wehra, Langenbach. Wehrabergland.
Flugzeit: Mitte März bis Juni.
Brachycentrus montanus.
Alpen: —
Mittelland: —
Jura: Suze bei Sonceboz.
Schwarzwald: ---
Flugzeit: Mai, Juni.
mit Berücksichtigung der Triebopteren-Fauna der Schweiz. 93T
Oligoplectrum maculatum.
Alpen: — |
Mittelland: Limmat unterhalb der Stadt Zürich, Aare bei Bern,
Burgdorf, Rhein unterhalb Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Ende Mai bis Juli.
Micrasema morosum.
Alpen: Bergün.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Micrasema tristellum.
Alpen: Sushi,
Mittelland:
durar
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Micrasema microcephalum.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Rhone.
Jura: —
Schwarzwald: —
Micrasema nigrum.
Alpen: —
Mittelland: Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Micrasema setiferum.
In der ebenen Schweiz häufig.
Alpen: —
Mittelland: Rhone, Aare, Emme, Limmat, Schaffhausen, Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Micrasema longulum.
Alpen: —
Mittelland: Schaffhausen.
Jura: —
Schwarzwald: —
15*
228 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Helicopsyche sperata.
Alpen: Lugano-Casserate.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Crunoecia irrorata.
An Quellen in der subalpinen Zone.
Alpen: Rosenlaui, Champery. Wallis, Bellinzona.
re Zürichberg, Hasenberg, Genf, Bern.
ura: —
Schwarzwald: Heidenwuhrgquellen.
Flugzeit: Mai bis August, September.
Lepidostoma hirtum.
Alpen: Klosters, Riffelsee.
Mittelland: Zürich, Bändlikon, Kleinhüningen.,
Jura: —
Schwarzwald: Wehrabergland.
Flugzeit: Juli bis September.
Lasiocephala basalis.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
IV. Leptoceridae.
Beraea pullata.
Alpen: Beverser Tal. Chamonyx.
Mittelland: Burgdorf, Zürich Seebach, Trichtenhauser Tobel.
Jura: Genfer Jura.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai bis Juli.
Beraea maurus,
Alpen: Andermatt.
Mittelland: Trichtenhauser Tobel. Rheinau.
Ile —
Schwarzwald: —
Beraea articularis.
Alpen: —
Mittelland: Trichtenhauser Tobel, Rheinau, Basel.
Jura: Saleve.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai bis Juli.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 229
Beraeca vicina.
Alpen: Visptal, Bedrettotal, Airolo.
Mittelland: Zürichberg.
Jura: —
Schwarzwald: Wehra.
Flugzeit: Mai bis Juli.
Beraeodes minuta.
Alpen: Blausee bei Kandersteg.
Mittelland: Oerlikon, Zürichberg, Trichtenhauser Tobel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Molanna angustata.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Hallwylersee, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni bis August.
Odondocerum albicorne.
Alpen: Rosenlaui, Genf, Lugano, Samaden.
Mittelland: Sehr weit verbreitet. . Ergolz.
Jura: Sentier Torfmoor, Suze bei Sonceboz, Val de Ruz-Seyon.
Schwarzwald: Wiese, Wehra. Titisee.
Flugzeit: Mai, Juni und September, Oktober.
Leptocerus nigronervosus.
Alpen: —
Mittelland: Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Leptocerus fulvus.
Alpen: —
Mittelland: Hofwylersee, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: Titisee.
Flugzeit: Juni; August, September.
Leptocerus sentlis.
Alpen: —
Mittelland: Torfmoore um Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
330 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Leptocerus alboguttatus.
Alpen: —
Mittelland: Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: August.
Leptocerus annulicornis.
Alpen: —
Mittelland: Brugg, Genf, Basel. Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni.
Leptocerus aterrimus.
Alpen: Talalpsee.
Mittelland: Zürichsee, Sümpfe bei Zürich. Teich bei Böckten.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli; 2. Generation nicht sicher.
Leptocerus cinereus.
Häufig und allgemein verbreitet.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Zürich, Egelmöösli (Bern), Hofwylersee, Genfersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, im Süden 2. Generation im September.
Leptocerus albifrons.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Genf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni bis Oktober.
Leptocerus bilineatus.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Hofwylersee.
Jura: Sentier, Orbe.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli bis September (vielleicht 2 Generationen).
Leptocerus aureus.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Zürich. Rheinau. Istein.
Jura: — —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Sehweiz. 231
Leptocerus dissimilis.
Alpen: —
Mittelland: Hofwylersee, Zürich, Oerlikon.
Jura: Saleve.
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: August, September.
Leptocerus riparius.
Alpen: —
Mittelland: Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Mystacides nigra.
Alpen: St. Moritz See.
Mittelland: Kloster Fahr; Genf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Mystacides azurea.
Die häufigste dieser Gattung.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Zürich, Hofwyler- und Hallwylersee, Basel.
Jura: —
Schwarzwald: Titisee. Mummelsee,
Flugzeit: Mai, Juni und September, Oktober.
Mystacides longicornis.
Alpen: —
Mittelland: Torfseen und Sümpfe um Zürich, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli und September.
M ystacides monochrea.
Alpen: Glarus.
Mittelland: Zürichsee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Homilia leucophaea.
Für die Schweiz zweifelhaft.
Alpen: —
Mittelland: Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober,
232 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Triaenodes bicolor.
Alpen: —
Mittelland: Torfstiche am Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Triaenodes conspersa.
Alpen: —
Mittelland: Rhein bei Basel und Istein, Bern, Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Erotesis baltica.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Adicella redueta.
Alpen: —
Mittelland: Fraubrunner Torfmoor.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Adicella filicornis.
Alpen: —
Mittelland: Trichtenhauser Tobel, Hasenberg, Uetliberg, Genf
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni, Herbst (Genf).
Oecetis ochracea.
Alpen: Glarus.
Mittelland: Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Juni und Oktober.
Oecetis furva.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee, Metmenhaslersee. Üazzaga.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Frühsommer. Varese 3. September.
Oecetis lacustris.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Egelmoos Genfersee, Bünzener Moos, Aargau.
mit: Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 233
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Oecetis notata.
Alpen: —
Mittelland: Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Oecetis testacea.
Alpen: —
Mittelland: Genfersee.
Jura: St. Aubin.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Setodes tineiformıs.
Alpen: —
Mittelland: Bremgarten, Egelmoos, Zürich, Lobsigersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Setodes interrupta.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Aargau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und August.
Setodes argentipunctella.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Wollishofen am See.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Setodes punctata.
Alpen: —
Mittelland: Bünzener Moos, Rhein bei Basel, Rheinau,
Istein, Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Setodes viridis.
Alpen: —
Mittelland: Bünzener Moos.
234
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
V. Hydropsychidae.
Hydropsyche pellucidula.
Alpen: Lugano.
Mittelland: Zürich, Genf, Basel, Rheinau, Ergolz.
Jura: Tramelan, Suze bei Reuchenette, Val de Ruz, Cernier.
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni und Oktober.
Hydropsyche sawonica.
Alpen: Wallis.
Mittelland: Gattiker Weiher, Oerlikon.
Jura: Suze bei Reuchenette.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und Oktober.
Hydropsyche angustipennis.
Alpen: Wallis, Goldau, Lugano.
Mittelland: Zürich, Oerlikon, Mettmenhaslersee, Katzensee,
Dietikon, Gattikon, Liestal Ergolz.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: April, Mai und August, September.
Hydropsyche bulbifera.
Alpen: —
Mittelland: Sihlhölzli-Zürich, Riet-Oerlikon.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Hydropsyche ornatula.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Lausanne an Bächen.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai (?) und August.
Hydropsyche yuttata.
Alpen: —
Mittelland: Bern, Basel. Genf, Burgdorf, Bremgarten.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und August, September.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 235
Hydropsyche instabilis.
Alpen: Sierre, Bellinzona.
Mittelland: Burgdorf, Schaffhausen, Bechburg. Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: Verbreitet. Wehra bei Hasel.
Flugzeit: Mai und August.
Hydropsyche lepida.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Schaffhausen.
Jura: Saut du Doubs.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli und Oktober.
Diplectrona atra.
Alpen: Mendrisio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und August.
Philopotamus ludificatus.
Alpen: Murgtal, Klöntal, Mendrisio, Gotthard, Bedrettotal.
Mittelland: Balgrist, Itschnach.
Jura: —
Schwarzwald: Urbachfälle, Wehra, Schücht.
Flugzeit: Juli bis August, September.
Philopotamus montamus.
Alpen: Mendrisio, Bellinzona.
Jura: —
Schwarzwald: Wehra, Albtal, Schücht, Haslerhöhle,
Flugzeit: August.
Philopotamus variegatus.
Alpen: Mendrisio, Bergell.
Mittelland: Burgdorf, Genfersee, Zürich, Itschnach, Lowerz.
Murg a. Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni.
Dolophilus copiosus.
Alpin.
Alpen: Macugnaga, Val Celerina, Murgtal.
Mittelland: Trichtenhauser Tobel.
236
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Dolophilus pullus.
Alpen: Val Reposoir.
Mittelland: Trichtenhauser Tobel. Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli.
Wormaldia occeipitalis.
Alpen: St. Moritz See, Pontresina, Murgtal, Wallis.
Mittelland: Zürich, Lägern, Liestal-Oristal. Basel.
Jura: Clemsin, Val de Ruz.
Schwarzwald: Heidenwuhr.
Flugzeit: Mai bis September.
Wormaldia subnigra.
Alpen: Tirol.
Mittelland: Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Neureclipsis bimaculata.
Alpen: Interlaken.
Mittelland: Zürich, Limmat, Brestenberg, Hofwylersee.
Jura: Kriental bei Sommerau.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni, September.
Plectrocnemia conspersa.
Alpen: Goldau, Wallis. Macugnaga. Lugano, Engadin.
Mittelland: Trichtenhauser Tobel, Genf.
Jura: Saut du Doubs.
Schwarzwald: Wehra, Herrenwies, Heidenwuhr.
Flugzeit: Mai, Juni und September.
Plectrocnemia geniculata.
Alpen: Sedrun, Wallis.
Mittelland: Zürichberg.
Jura: —
Schwarzwald: Geroldsauer Wasserfall, Herrenwies.
Flugzeit: Mai, Juni und September.
Plectrocnemia brevis.
Alpen: Sedrun.
Mittelland: Zürichbergim Stöckentobel und TrichtenhauserTobel.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 237
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und September.
Polycentropus flavomaculatus.
Alpen: Murgsee, Mendrisio.
Mittelland: Zürich, Genf, Rhein bei Basel.
Jura: Sentier Orbe, Kriental.
Schwarzwald: Wehrabergland. Wehra, Schücht.
Flugzeit: Mai, Juni und August, September.
Polycentropus multiguttatus.
Alpen: Laveggio, Luganersee.
Mittelland: Zürich, Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Polycentropus kingi. Me Lachl.
Alpen: —
Mittelland: Trichtenhauser Tobel.
Ara
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September (?).
Holocentropus dubius.
Alpen: Statzersee.
Mittelland: Zürich, Torfstiche am Katzensee, Mettmenhaslersee,
Robenhausen, Bern.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai und September.
Öyrnus trimaculatus.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Genf, Hallwylersee, Zürichsee, Egelsee.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Juni und September.
Öyrnus insolutus.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
238 Jacques Felber: Die Trichopteren vou Basel und Umgebung
Oyrnus flavidus.
Alpen: —
Mittelland: Hausersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Uyrnus crenaticornis.
Alpen: —
Mittelland: Zürich Quais, Katzen- und Mettmenhaslersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, September.
Ecenomus tenellus.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Zürich, Katzensee, Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August, Lugano: September.
Tinodes waeneri.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Sehr verbreitet.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni und September.
Tinodes aureola,
Alpen: Locarno, Bellinzona.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald; —
Flugzeit: September.
Tinodes sylvia.
Alpen: Valle di Muggio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Tinodes luscinia, Ris.
Alpen: Mendrisio, Boscarina.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
mit Berücksichtignng der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 239
Tinodes maculicornis.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Zürich.
Tara
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Tinodes unicolor.
Alpen: Sierre, Spietz.
Mittelland: Trichtenhauser- und Stöckentobel am Zürichberg.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Juli, August.
Tinodes zelleri.
Alpen: Visptal.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Tinodes rostocki.
Alpen: —
Mittelland: Trichtenhauser Tobel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Tinodes dives.
Alpen: Mendrisio, Laveggio. Wallis, Zugerberg.
Mittelland: Burgdorf, Liestal an der Ergolz.
Jura: Suze bei Reuchenette,
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni, September.
Lype phaeopa.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Glatt bei Opfikon.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Lype reducta.
Alpen: Mendrisio.
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: In Mendrisio im Oktober.
>40 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Lype fragtlis.
Alpen: —
Mittelland: Zürich an der Limmat.
Jura: ——
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Psychomia pusilla.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Bern, Burgdorf, Rhein bei Basel, Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai bis Juli.
Chimarrha marginata.
Alpen: Chur.
Mittelland: Schaffhausen am Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
VI. Rhyacophilidae.
Ihyacophila torrenticum.
Subalpin und alpin.
Alpen: Murgtal, Genfersee, Oberengadin, Silsersee, Simmental,
Klosters, Churwalden, Tarasp. Andermatt; Anzasca, Macugnaga.
Mittelland: Burgdorf.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Juli und August.
Rhyacophila albardana.
Alpin.
Alpen: Tarasp, Sierre, Meiringen.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September, Oktober.
Rhyacophila dorsalis.
Alpen: Wailis.
Mittelland: Genf an der Rhone, Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: September.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 241
Rhyacophila obtusidens.
Alpen: Mendrisio.
Mittelland: Zürich, Basel am Rhein.
Jura: Tramelan, Seyon bei Valangin.
Schwarzwald: Albtal, Wehra bei Wehr.
Flugzeit: Mai und September, Oktober.
Rhyacophila persimilis.
Alpen: Pallanza. Interlaken, Tarasp. St. Moritz, Goldau.
Mittelland: —
Aura
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Rhyacophila septentrionis.
Alpen: —
Mittelland: Oerlikon, Ergolz oberhalb Sissach.
Jura: Tramelan.
Schwarzwald: Wehrabergland, Langenbach. Wiese.
Flugzeit: September, Oktober.
Rhyacophila praemorsa.
Alpen: Meiringen, Murgtal.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
Rhyacophila aurata.
Alpen: Churwalden, Goldau.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli.
Rhyacophila proxima.
Alpin.
Alpen: Champery, Engadin, Pontresina, Julier, Tusis, Val
d’Anivers, Murgtal, Mürtschenalp. Bedrettotal, Ossasco.
Mittelland: —-
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Rhyacophila pascoei.
Alpen: —
Mittelland: Genf an der Rhone, Bern, Basel am Rhein.
le —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.2, 16
242 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Rhyacophila vulgaris.
Alpin und subalpin.
Alpen: Glarneralpen, Murgtal, Mendrisio, Airolo, Lago di
Naret, Gotthard.
Mittelland: Zürichberg, Dachsen.
Jura: Kriental.
Schwarzwald: Heidenwuhr.
Flugzeit: Juni, Juli und September, Oktober.
Rhyacophila tristis.
Alpen: Murgtal. Siders, Tarasp, Gadmental, Mendrisio.
Mittelland: Zürich, Basel am Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni.
Rhyacophila pubescens.
Alpen: Rosenlaui, Spiez.
Mittelland: Zürichberg an Quellen, Liestal im Oristal.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und August, September.
Rhyacophila rectispina.
Alpen: Bellinzona.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
Rhyacophila glareosa.
Alpin.
Alpen: Oberengadin, Val Bevers, Rosenlaui, Murgthal, All’ Aqua.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Rhyacophila meyert.
Alpen: Gadmental, Locarno, Bellinzona.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: September.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 243
Rhyacophila stigmatica.
Alpen: Samaden, Predelp, Anzasca.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Rhyacophila hirticornıs.
Subalpin.
Alpen: —
Mittelland: Zürichberg, Trichtenhauser Tobel, Stöckentobel,
Rheinau.
Jura: Quellbäche des Kriental.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni.
Rhyacophila philopotamoides.
Alpen: —
Mittelland: —
Jura: Vallorbe.
Schwarzwald: Baden.
Rhyacophila laevis.
Alpen: Wallis.
Mittelland: —
Jura =
Schwarzwald: —
Glossosoma boltonı.
Alpin und subalpin.
Alpen: Murgtal, Zermatt, Bedrettotal.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: Herrenvies, Langenbach, Heidenwuhr.
Flugzeit: Juli, Bedrettotal im September.
Glossosoma vernale.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Bern, Zürich, Basel am Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni.
Agapetus fuscipes.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Zürich, Sissach Wolfloch.
Jura: Kriental, Bärschvil, Champ du Moulin.
Schwarzwald: Urbach Fälle, Heidenwuhr, weit verbreitet.
Flugzeit: Juli.
16*
244
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Agapetus nimbulus.
Alpen: Interlaken, Glarus, Mendrisio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Oktober.
Agapetus comatus.
Alpen: —
Mittelland: Burgdorf, Zürich, Genf, Rheinau, Basel.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Mai, Juni.
Agapetus laniger.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Zürich an der Limmat, Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: Baden.
Flugzeit: Juni und Oktober.
Synagapetus iridipennis.
Alpen: —
Mittelland: Trichtenhauser Tobel.
Jura: Bergbach bei Genf.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli.
Synagapetus dubitans.
Alpen: —
Mittelland: Nyon. Ergolz bei Liestal. Zürich, Rheinau.
Jura: St. Aubin.
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli und August, September.
Ptilocolepus granulatus.
Alpen: Tun, Chamonyxtal, Spiez, Locarno, Mendrisio.
Mittelland: Trichtenhausertobel, Katzensee, Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: Quellbäche des Heidenwuhrs.
Flugzeit: Juni, in Mendrisio Mai und September.
VI. Hydroptilidae.
Agraylea muliipunctata.
Alpen: —
Mittelland: Quais in Zürich.
Jura:
Schwarzwald: —
Flugzeit; Mai, Juni und September.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
Agraylea pallidula.
Alpen: —
Mittelland: Quais in Zürich.
ur —
Schwarzwald: —
Flugzeit: —
Allotrichia pallicornis.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Rhein in Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Hydroptila sparsa.
Alpen: —
Mittelland: Zürich (?). Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, in Pavia: September.
Hydroptila occulta.
Alpen: Wallis, Champery.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und August, September.
IHydroptila femor.alis.
Alpen: Bellagio, Luganersee.
Mittelland: Zürich, Riet bei Oerlikon, Basel.
Jura; —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai, Juni und September.
Hydroptıla forcipata.
Alpen: —
Mittelland: Zürich, Oerlikon, Basel am Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Hydroptila maclachlani, Klap.
Alpen: Wallıs.
Mittelland: Ergolztal und Oristal bei Liestal.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: März, September, Oktober.
245
246
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Hydroptila pulchricornis.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Zürich, Hofwylersee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni.
Hydroptila tigurina.
Alpen: —
Mittelland: Zürich.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Hydroptila rheni.
Alpen: —
Mittelland: Rhein bei Rheinau.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August.
Hydroptila insubrica.
Alpen: Mendrisio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Ithytrichia lamellaris.
Alpen: —
Mittelland: Genf, Mooseedorf- und Hallwylersee, Bern.
Jura: —
Schwarzwald: Heidenwuhr bei Säckingen.
Stactobia eatontiella.
Alpen: Val d’llliez.
Mittelland: Trichtenhauser Tobel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Stactobia fuscicornis.
Alpen: Valle di Muggio, Mendrisio, Canobbio.
Mittelland: —
Jura: —
Schwarzwald: Heidenwuhr.
Flugzeit: Mai.
Rheinau.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz
Ortotriehia tetensi.
Alpen: Luganersee.
Mittelland: Zürichsee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: August, September.
Microptila minutissima, Ris.
Alpen: —
Mittelland: Zürichberg.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni, Juli.
Microptila risi, Felber.
Alpen: —
Mittelland: Basel am Rhein.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juli, August.
Ozxyethira costalis.
Alpen: Riva san Vitale.
Mittelland: Zürichsee. Basel.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Juni und September.
Oxyethira saggitifera, Ris.
Alpen: —
Mittelland: Hausersee bei Ossingen.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: Mai.
Oxyethira felina, Ris.
Alpen: —
Mittelland: Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: April, Mai.
Oxyethira falcata, Morton.
Alpen: —
247
Mittelland: Trichtenhauser Tobel, Riet bei Oerlikon, Katzensee.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: April, Mai und Juni, August.
248 Jacques Felber: Die Triehopteren von Basel und Umgebung
Owyethira simplex, Ris.
Alpen: —
Mittelland: Pfynwald (Wallis), Oerlikon.
Jura: —
Schwarzwald: —
Flugzeit: März bis Mai.
C. Speciell systematischer Teil.
Beiträge zur Metamorphose der Trichopteren.
Metamorphose von Chaetopterygopsis maclachlani, Stein.
(Mit Textfig. 1—5.)
Ueber das Larven- und Puppenstadium der vorliegenden Art sind
von mir in einer vorläufigen Mitteilung im „Zoologischen Anzeiger“,
Bd. XXXII, Nr. 17, pg. 473—476 einige Angaben veröffentlicht
worden. Dieser kurzen Beschreibung mögen an dieser Stelle noch
Einzelheiten und weitere Ausführungen folgen.
1. Die Larre.
Die raupenförmige Larve ist 15—18 mm lang und am ersten
Hinterleibsringe, dem breitesten Körperteile, 2—2,2 mm breit. Die
Abdominalsegmente verschmälern sich kaum gegen das hintere
Körperende, das letzte Segment ist jedoch ziemlich dorso-ventral kom-
primiert und bedeutend schmäler. Der Prothorax besitzt denselben
Breitendurchmesser wie der Kopf, Meso- und Metathorax über-
treffen ihn und einander etwas an Breite. Aehnlich wie bei den
Imagines (vgl. MacLach. Rev. and Syn. p. 200), so sind auch bei
der Larve und bei der Nymphe zwei verschieden große Formen
deutlich zu unterscheiden,
a) Kopf.
Der Kopf (Fig. 1) ist von länglich-eiförmiger, dorso-ventral
komprimierter Form. Von der gelbbraunen Grundfarbe heben sich
deutlich die schwarzen Punktzeichnungen ab. Im Clypeuswinkel
findet sich eine aus zwölf bis vierzehn Punkten bestehende keil-
ähnliche Figur, vor derselben zwei weitere Punkte und nahe
seinem ovalen Rande bilden 6 dunkle Makeln und ein blasser,
medianer Punkt eine nach vorn gebogene Linie. Den Pleuren fehlen
die Gabellinienbinden, an ihre Stelle treten einige aus Punkten zu-
sammengesetzte Linien. Ueber den Augen hin zieht sich eine ge-
krümmte Punktreihe. Die Beborstung ist ziemlich schwach, wenige
run
5
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 249
schwarze Borsten auf den Pleuren, vier finden sich am Vorderrand
des Clypeus und drei weitere Paare entspringen in der Nähe der
Gabellinien. Die Unterseite des Kopfes besitzt jederseits zwei
Gruppen dunkler Punkte.
Die gelbe Oberlippe (Fig. 5, c) ist quer-elliptisch geformt und
besitzt einen tief eingebuchteten Vorderrand. Die Seitenränder und
die Vorderecken sind braun gesäumt und tragen eine Reihe feiner
Chitinhärchen und jederseits zwei Chitinzapfen. Zwei ähnliche, jedoch
viel kürzere Gebilde stehen in der Bucht des Vorderrandes. Ueber
der Mitte der etwas chagrinierten Fläche stehen in einer Linie vier
starke, schwarze Borsten, mehr oralwärts, median, findet sich eine
helle Makel und jederseits je ein großer Chitinzapfen. Der Hinter-
rand ist braun, median tief eingeschnitten, seine Ecken tragen die
gekrümmten, dunkeln Gelenkzapfen. Die Unterseite der Oberlippe
ist der Länge nach stark ausgehöhlt, an den Seiten dieser Ein-
senkung stehen feine Härchen.
Die Mandibeln (Fig. 3,a) sind von konischer Gestalt, schwarz,
meißelförmig. Die Spitze trägt vier deutliche Zähnchen, von denen das
äußerste das kleinste, das darauffolgende das kräftigste ist. Die
Innenseite trägt in einer Rinne einen Büschel gefiederter Haare; der
Außenrand au seiner Basis eine starke Borste.
Maxillen und Labium (Fig. 4)sind verwachsen. Der Maxillartaster
ist viergliedrig, das erste Glied trägt eine Reihe feiner Haare, das
letzte endigt in drei Papillen. Der Kieferteil ist eingliedrig, reicht
bis zum vierten Gliede des Tasters und trägt einen starken Chitin-
zapfen, der von feinen Härchen umstellt ist. Das Labium ist vorn
kreisförmig abgerundet, seine Taster sind zweigliedrig, der basale
ist ziemlich kräftig ausgebildet und trägt einige Zäpfchen, das zweite
Glied trägt ein Chitinstäbchen.
Die Antennen sind rudimentär, zweigliedrig aufgebaut und
stehen an der Mandibelbasis.
b) Thorax.
Von den drei Brustringen (Fig 1) ist der Prothorax der schmälste,
Meso- und Metathorax übertreffen ihn und einander stufenweise an
Breite. Die Farbe des median geteilten Schildes des ersten Brust-
segmentes ist hellgelb, das vordere Dritteil nicht dunkler gefärbt,
wohl aber die Mitte der Querfurche. Der Hinterrand ist schwarz
gesäumt:; die Seitenränder eingebuchtet. Median findet sich eine
X förmige Zeichnung, in den Hinterecken je eine weitere Punkt-
gruppe. Der Vorderrand ist fein behaart und trägt eine Reihe von
acht Borsten. Hinter der Querfurche stehen zwei große und zwei
kleine Borsten, ferner unregelmäßig gestellt wenige kurze Stacheln.
Das Mesonotum ist ähnlich chitinisiert, blos ist der Schild bedeutend
schmäler als derjenige des Pronotums. Die Seiten werden hier
durch die zwei großen Stützplättchen der Beine gedeckt. Die
Punktzeichnungen, die sich von der gelben Grundfarbe deutlich ab-
heben, bestehen aus einer rechteckförmigen Figur in der Mitte und
350 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
zwei kreisförmigen Punktgruppen nahe den Vorderecken. In den
Hinterecken findet sich jederseits eine große schwarze Makel, zwei
ähnliche stehen bei der mittleren Einbuchtung des Hinterrandes.
Am Vorderrand finden sich sechs Borsten, in den Vorderecken je
vier solche. Das Metanotum trägt drei Paare schwach chitinisierter
Plättchen, das mediane Paar ist getrennt, das folgende Paar dreieck-
förmig mit der Spitze gegen die Mittellinie gerichtet. Die äußersten
Plättchen sind mondförmig und schwach punktiert. Sämtliche
Schildchen sind schwach beborstet.
Die Stützplättchen der Beine sind groß, ihr Hinterrand schwarz
gefärbt, ihre gelbe Grundfarbe ist durch eine Punktlinie und einige
Borsten unterbrochen.
Das erste Beinpaar (Fig. 2, c) ist kurz aber kräftig; die Innenseite
des Schenkelringes und des Schenkels trägt einen Saum kurzer, gelber
Spitzen; auf dem Schenkelring stehen zwei gelbe Sporne. Die
beiden Sporne des Femur sind kurz, die additionelle Spornborste
steht über dem proximalen Sporne. Die beiden anderen Beinpaare
sind schlanker gebaut, das dritte kaum länger als das zweite. Ihre
Coxen sind stark behaart, Trochanter und Femur mit feinen Spitzchen;
die Sporne fehlen, mit Ausnahme des distalen Spornes des Mittel-
trochanters. Das Ende jeder Schiene trägt zwei Dorne. Die Klauen
sind lang, ziemlich gebogen und mit einem Basaldorn versehen.
c) Abdomen.
Die einzelnen Segmente, mit Ausnahme des letzten, sind alle
von gleicher Größe, durch deutliche Strikturen voneinander getrennt.
Ihre Farbe ist ein blasses Gelb. Die fein behaarte Seitenlinie be-
ginnt mit dem dritten Segment und endigt mit dem achten. Auf
der Unterseite der Ringe findet sich eine feine, braune, elliptische
Zeichnung. Das erste Segment trägt drei niedrige Höcker. Die
Kiemen stehen einzeln, sie sind dünn, fadenförmig und nach folgendem
Schema geordnet:
über
Seitenlinie
[6] 0,0 0/0 °| | |
1 ı0. mW. vo Novo
unter
En
EB
Auf dem Rücken des achten Segmentes liegt eine quer-ovale
er e
Chitinplatte mit sechs langen und fünf kurzen Borsten. Das neunte
Segment (Fig. 5, a) besitzt als Stütze der Nachschieber zwei rauhe
Chitinplättehen. Die Nachschieber sind kurz, zweigliedrig und tragen
eine starke Klaue mit kleinem Rückenhaken.
u A ar
mit: Berücksichtigung der Trichopteren-Fa.na der Schweiz.
Fig. 1. Fig. 2.
251
252 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
2. Die Nymphe.
Länge: 12—15 mm. Breite: 2,5—2,8 mm; cylindrisch, dunkel-
braun.
a) Kopf.
Die Grundfarbe des Kopfes ist braun, mit einigen hellen,
elliptischen Flecken durchsetzt. Auf der Fläche stehen einige
schwarze Borsten, ferner finden sich solche an der Augenbasis. Die
Fühler sind fadenförmig, ihr basales Glied ist etwas größer und
dicker, die letzten Glieder erreichen das Ende des siebenten Ab-
dominalsegmentes.
Die Oberlippe (Fig. 5, b) ist elliptisch, auf den weißen Vorder-
ecken stehen fünf lange, an ihrer Spitze zu einem Häkchen ge-
bogene Borsten, sie dürften als „Putzorgane“ im Sinne Thienemanns
funktionieren. Zwei weitere Borstenpaare stehen am Hinterrande.
Die Mandibeln (Fig. 3,b) sind kegelförmig, sehr spitzig, ihre
Schneide ist: fein gesägt. Die Palpi maxillares des Männchens sind
dreigliedrig, diejenigen des Weibchens fünfgliedrig. Palpi labiales
dreigliedrig, das zweite Glied kurz.
b)Ehorax.
Die Farbe des Thorax ist dunkelbraun. Die Flügelscheiden
reichen bis zum Ende des dritten Abdominalsegmentes; der Hinter-
rand des Hinterflügels ist eingebnehls, Die "Spornzahl der Beine
(Fig. 2, b) beträgt beim J' 0, 2, 2; beim @ 1, 3, 3. Femur und Tibia
des Vorderschenkels tragen einen Saum kurzer, schwarzer Haare;. die
Tarsalglieder des ersten Beinpaares sind kahl, diejenigen der Mittel-
füße sehr stark, der Hinterfüße schwächer bewimpert.
c) Abdomen.
Die Grundfarbe ist hellbraun, dunkel marmoriert. Der Haft-
apparat ist von brauner Farbe, die auf dem ovalen Rande der
Segmente stehenden Chitinplättchen sind mit drei oder vier nach
hinten gerichteten Häkchen bewehrt. Auf dem aboralen Rande
des fünften Segementes finden sich zwei weitere Plättchen mit zehn
bis zwölf nach vorn gestellten Spitzchen. Die Seitenlinie beginnt
auf dem fünften Segment und endigt an der Ventralfläche des
achten. Die Kiemen stehen einzeln, fadenförmig nach folgendem
Schema angeordnet:
oo oo o |
| |
oo 0 |
o|o oo o/o lo |
—
Dr IM»... IV, \z VI. SVIE VIER
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 253
Die Appendices anales (Fig. 2, a) sind zwei gerade, schwach be-
borstete Chitinstäbchen, an ihrer Basis stehen drei Borsten und auf
der Ventralseite des letzten Segmentes finden sich zwei längliche Lobi.
3. Das Gehäuse.
Cylindrisch, bis zu 2,5 cm lang, aus Laub- oder Lebermoos-
blättchen hergestellt. Die von mir gefundenen Larven benützten
sämtlich Blättchen von Fontinalis antipyretica, die dachziegelig an-
geordnet waren. Jedes Blatt ist nur an seinem Grunde befestigt,
Fläche und Spitze sind etwas abstehend und geben so dem Ge-
häuse das Aussehen eines Fontinaliszweiges, so dab es oft schwer
fällt, die Tiere in den überspülten Moospol»tern zu entdecken. Das
Puppengehäuse ist (wie oft auch dasjenige der Larve) an den Moos-
zweigen befestigt, seine Enden durch eine Siebmembran und vor-
gelegte lange Stengelstücke geschlossen.
Ich fand die Larven sehr zahlreich anfangs Juni 1907 in den
rasch fließenden Quellbächlein des Heidenwuhrs in etwa 950 m
Höhe. Im Aquarium verpuppten sich die Tiere anfangs September,
die Imagines schlüpften in der ersten Hälfte des Oktobers aus.
Herr Dr. A. Thienemann hatte die Freundlichkeit, mir noch
folgendes über die Larven der vorliegenden Art mitzuteilen.
„Als Baumaterial dienen Moosblättchen, und zwar werden
die Blätter unzerstückelt und ohne bestimmte Reihenfolge
dachziegelartig aufeinander gesetzt, doch so, daß, besonders
bei Verwendung von Lebermoos, ein fast ganz glattes Ge-
häuse entsteht.“
Die nach dieser Beschreibung determinierten Larven fanden sich
ferner nach Angaben von Prof. Dr. Lauterborn und Dr. A. Thiene-
mann an folgenden Stellen:
Schwarzwald:
Seebach bei Bärental, ca. 900 m, ausgewachsene Larven am
18. Juni 1904; Langebach bei Notschrei, Larven am 20. Juni 1904;
Schwarzbach bei Herrenwies, junge Larven am 8. Mai 1904.
Vogesen:
Fischbödle, Larven am 17. Juli 1904.
Pfälzerwald:
Johanniskreuz, Larven, Juni 1904; Helmbach, Puppen am
1. Oktober 1904.
Chaetopterygopsis maclachlani scheint demnach in den Ge-
birgen von Mittel- und Süddeutschland eine weite Verbreitung zu ge-
nieben. Für die Schweiz ist das Tier einstweilen als sehr selten
zu bezeichnen, immerhin bleibt abzuwarten, ob die Art in Zukunft
durch ihre jetzt bekannten Larven und Puppen für andere Orte
unseres Gebietes noch nachgewiesen werden kann.
Herrn Georg Ulmer in Hamburg verdanke ich die Kontrolle
meiner Bestimmung der Imagines.
254 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Helicopsyche sperata.
(Hierzu Tafel VI.)
1. Larve.
Einige kurze Mitteilungen über die Larve dieser Gattung ver-
öffentlichte Rougemont und in einer vorläufigen Anzeige im „Zoolo-
gischen Anzeiger“, Bd. XXXI, Nr. 17, pag. 476 - 478 erschien von
mir eine gedrängte Beschreibung der Larve von Helicopsyche
sperata. Obschon mir die Aufzucht dieser Larven bis heute wegen
Mangel an lebendem Material noch nicht möglich gewesen ist, so halte
ich die Larve für sich allein wertvoll genug, um an dieser Stelle von
ihr eine detaillierte Beschreibung zu geben. Im fernern hoffe
ich, in nächster Zeit die vollständige Metamorphose geben zu können.
Der Körper der Larve ist spiralig gewunden, er erreicht eine
Länge von 5—6 mm und eine Breite von 0,8—1 mm (Fig. 1, Taf. VD).
a) Kopf.
Die Form des Kopfes (Fig. 2, Taf. VI) ist eiförmig, seine Mund-
gliedmaßen sind ziemlich prominent. Auf der hellbraunen, dunkel-
marmorierten Grundfarbe fehlt mit Ausnahme zweier Flecken an
der Augenbasis jede Punktzeichnung. Die Beborstung beschränkt
sich hauptsäc hlich auf die Pleuren, hier findet sich je eine Borste
auf der Höhe der Gabelung der Medianlinie, eine weitere Borsten-
gruppe umstellt die Augen "und zieht sich gegen die Mandibelbasis
hin. Der nach vorn stark gewölbte Clypeus trägt an seinem Rande
jederseits drei Borsten. Die Pleuren sind in der Mitte eingesenkt
und tragen hier die großen, schwarzen Augen.
Die Oberlippe (Pie. 3, ar VD) ist rechteckig, ihr Vorderrand
schwach eingebuchtet mit einem blassen medianen Feld. Die Vorder-
ecken sind stark abgerundet und tragen einen Saum feiner, langer
Haare und je zwei Öhitinzapfen. Zwei weitere Paare solcher Zapfen
stehen auf dem blassen Feld des Vorderrandes. Die ganze Fläche
ist mit kurzen Spitzchen überdeckt, vier Borstenpaare stehen in einer
gebogenen Linie, die sich quer durch die Lippe zieht, mehr oralwärts
finden sich noch drei helle Makeln. Die Seitenränder und haupt-
sächlich die Hinterränder sind braun und durch eine Chitinleiste
verstärkt.
Die ae (Fig. 4, Taf. VI) sind kegelförmig, von tiefbrauner
Farbe. Ihre Schneide trägt vier stumpfe Zähne. Auf der Innenseite
findet sich ein Büschel gelber Haare und zwischen denselben stehen
einige Chitinstäbchen. Der Außenrand trägt an seiner Basis zwei
lange Borsten. Die ganz rudimentären Fühler sind vor den Augen
gelegen.
Maxillen (Fig. 5, Taf. VI) und Labium sind miteinander ver-
wachsen. Der Me lantastor ist viergliedrig, sein erstes und zweites
Glied kurz, das dritte Glied dann kräftig, das abgerundete letzte
Glied trägt einige Chitinstäbchen. Der stumpf, konische Kieferteil
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 255
reicht bis zum Ende des dritten Tastergliedes und trägt eine Anzahl
Borsten und Papillen an seinem Ende, eine Borste und einige
Haare an seiner Innenseite. Das Labium ist kegelförmig und er-
reicht die Länge der Maxillen. Das basale Glied der Taster ist
kräftig, das zweite Glied trägt ein feines Stäbchen.
b) Thorax
Das Pronotum ist stark chitinisiert, sein Schild dunkelbraun
gefärbt und lateral zugespitzt. Der Vorderrand trägt eine Reihe
schwarzer Borsten, zwischen welchen eine Anzahl gelber Dornen
sich finden. Auf der Fläche stehen einige kurze Borsten, nahe dem
Hinterrand treten einige blasse Flecken "hervor.
Das Mesonotum schützt auf dem ovalen Rand ein blasses,
längliches Chitinschildchen, während das häutige Metanotum nur
eine An ahl Borsten trägt.
Die Stützplättchen "der Beine sind dreieckig, ziemlich kräftig
und mı Ausnahme einer Seite schwarz gesäumt.
Die Beinpaare (Fig. 6, 7, 8, Taf. VD) “übertreffen sich an Länge.
Das erste Paar ist das kürzeste, dafür aber kr: äftig gebaut. Der Innen-
rand des Schenkelringes und des Schenkels ist stark beborstet, der
erstere trägt einen, der letztere zwei gelbe Sporne. Tibia und Tarsus
kurz, beide tragen je zwei Endspornen. Die kleine Klaue trägt einen
Basaldorn. Das zweite und dritte Beinpaar ist bedeutend schlanker
als das erste, die Sporne fehlen, dafür ist die Beborstung reichlicher
geworden. Die Coxen aller drei Paare sind schwarz behaart.
c) Abdomen.
Die einzelnen Segmente sind durch schwache Strikturen von-
einander getrennt, die Seitenlinie fehlt vollkommen. Aeußere Respi-
rationsorgane nicht sichtbar, eigentümlich sind aber bei groben
Exemplaren die ventral gelegenen, äußerst kleinen, schwarzen Kreise,
die oft von einigen Härchen umstellt sind. Ob diese „stigmen-
ähnlichen“ Gebilde die Respiration wirklich übernehmen oder ob
sie von der Haut besorgt wird, werden spätere anatomische Unter-
suchungen klarlegen. Das_ erste Abdominalsegment trägt dorsal
einen sehr großen, konischen Höcker, dessen Basis rötlich piementiert
ist; die seitlichen Höcker sind kleiner und mit kurzen Spitzchen
bewehrt. Die Rückenfläche der vier folgenden Segmente ist eben-
falls rot tingiert, die Grundfarbe der übrigen Ringe ist weiß mit
blasser Marmorierung.
Das achte Segment trägt seitlth sieben schwarze Punkte.
Der letzte Ring ist etwas schmäler als die vorhergehenden und
trägt dorsal einige starke Borsten. Der kurze Haftapparat (Fig. 9 u. 10,
Tal. VD) ist nach abwärts gerichtet, seine kräftige Klaue ist doppelt,
nach unten ein kurzer, stumpfer Zahn, nach rückwärts ein starker
Haken, der auf seiner Innenseite fünf starke Zähne besitzt.
256 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
2. Das Gehäuse (Fig. 11, 12, 13, Taf. VD.
Das Gehäuse ist aus kleinen Steinchen, Sand und Sekret spiralig
aufgebaut, seine Gestalt ist am besten mit derjenigen eines Helix-
Gehäuses zu vergleichen. Das Baumaterial ist zuerst äußerst fein
und wird später immer gröber.
Helicopsyche sperata findet sich in einer kleinen Waldquelle im
Casserate Tal bei Lugano, die nächsten Fundorte liegen zur Zeit in
der Nähe Neapels. Daß die so südlichen Tiere auch diesseits der
Alpen ihre Vertreter haben sollten, ist kaum anzunehmen. Durch
die Funde im Kanton Tessin ist aber immerhin der Nachweis geliefert,
dab die Gattung Helicopsyche als ein interessantes, neues Glied
in die Liste der schweizerischen Trichopteren aufgenommen werden
kann.
Microptila risi, Felber.
‚ Mieroptila risi, Felber mag an dieser Stelle als neue Art der
Iydroptiliden eingeführt werden; eine vorläufige Mitteilung nebst
einer kurzen Beschreibung des Tieres erschien im „Zoolog. Anzeiger,
Bd. XXXI, Jg. 1908.
Es ist leicht möglich, daß später, wenn reicheres Material eine
noch genauere Untersuchung zuläßt, für diese Art eine neue Gattung
aufzustellen ist. Da mir gegenwärtig aber noch gute Flügelpräparate
fehlen, ordne ich sie einstweilen noch der Gattung Microptila, Ris.
unter, welche am meisten mit der neuen Art übereinstimmende
Merkmale aufweist. Von der etwa noch in Frage stehenden
Gattung Oxythira ist sie durch die eigentümlich gebauten Genital-
anhänge und durch das Vorhandensein eines basalen Anhanges am
Vorderflügel ziemlich scharf getrennt.
Ich habe mir erlaubt die Art nach Herrn Dr. F. Ris in
Rheinau zu benennen, ich verdanke ihm auch an dieser Stelle die
Kontrolle des diesbezüglichen Materials.
Microptila risi, Felber (Textfig. 6 u. 7).
Die Färbung des Tieres, dessen Flügelspannung etwa 4—4,5 mm
erreichen kann, ist dunkel mit einigen weißlichen Flecken am Vorder-
flügel. Das ganze Tier ist dicht behaart, die einzelnen Fransen sehr
lang. Die perlschnurartigen Fühler zählen 34—35 Glieder. Das
basale Glied ist bedeutend länger als die folgenden, sämtliche sind
von einem Quirl feiner, kurzer Härchen umstellt. Die Ocellen sind
deutlich vorhanden, die Stirne besitzt keinen Fortsatz wie dies bei
Hydroptila der Fall ist. Der Vorderflügel besitzt an seiner Basis
einen kurzen Anhang. Spornzahl der Beine 0, 3, 4.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
[4]
N
1
Genitalanhänge.
An das letzte Abdominalsegment schließt sich auf dem Rücken
eine kleine, rbombische Dorsalplatte an: median trägt sie einen
kurzen, stumpfen Fortsatz, seitlich ein unpaarer Fortsatz >> = des
Penis. Zuerst ventralwärts geri richtet, biest er bald rech klie
nach oben ab und endigt mit einer schwachen Verbreiterung zwise schen
den obern Anhängen.
An der Basis des leizten Segmentes findet sich
hakenförmiger Fortsatz. Das Ende des achten Segmentes um-
spannt ein gelber Chitinring.
Fundort:
1 3; Ende August 1907, Rheinufer unterhalb der Stadt Basel
Nafursexrh 72 Jabre,. IR BiLLH2 17
258 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Allotrichia pallicornis.
Da bis heute für die Bestimmung von Allotrichia pallicornis
eine gute Abbildung und deutliche Beschreibung der männlichen
Genitalanhänge mangelt, benutzte ich mein Material auf eine dies-
bezügliche Anregung von Dr. Ris hin, den sehr komplizierten Bau
des männlichen Geschlechtsapparates eingehender zu verfolgen und
zu beschreiben. Eine beigefügte Figur wird die einzelnen Teile
noch besser erklären als eine Beschreibung zu tun vermag.
Die Genitalanhänge (Textfig.8) sind in ihrem komplizierten Bau
und Anordnung für die Art charakteristisch. Am Ende des letzten Seg-
mentes findet sich eine blaßgelbe, durchscheinende Rückenplatte,
ein schmales Rechteck mit etwas gebogenen Rändern. Unter diesem
Dorsalfortsatz findet sich ein eigentümlich geformter, dreiteiliger,
gewölbter Anhang. Seine beiden äußeren Partien tragen je einen
Fig. 8.
kürzern, gekrümmten und einen längern, geraden Fortsatz, an deren
Basis noch drei kurze, stumpfe Höcker sitzen. Der mittlere Teil ist
breiter, ohne Fortsätze am Rande, einzig auf seiner Fläche trägt er
einen kurzen, medianen Dorn. Die untern Anhänge sind von oben
gesehen breit, dreieckförmig mit schwach eingebuchtetem Hinter-
rand. An den äußeren Ecken stehen zwei Borsten; die ganze Fläche
ist mit feinsten Härchen bedeckt, die in einem hellen Felde stehen.
In der innern Ecke ist ein kurzer Haken, ein viel größerer findet
sich fast auf der Mitte des Feldes. Der Zahn des linken und derjenige
des rechten Lobus sind so gestellt, daß sie einander fast berühren.
An ihrer Basis stehen drei kleine Papillen mit je einem Tasthärchen.
Der Penis ist nach aufwärts gebogen, sein Ende stark zweilappig
und die Ränder der einzelnen Teile verdickt. Die innere Partie be-
sitzt eine eigentümliche, spiralige Scheide. Das achte Segment trägt
ventral einen langen Appendices.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 259
D. Biologischer Teil.
Zur Biologie der Trichopteren-Fauna stagnierender
Gewässer.
Teich und Tümpel beherbergen eine von der Bachfauna ganz
verschiedene Tierwelt, die Bedingungen, unter denen die Bewohner
des erstern zu leben haben, sind von denjenigen der fließenden Ge-
wässer in mancher Hinsicht verschieden. Gefahren, welche der
überstürzende Bergbach mit sich führt, kennt der stille Teich nicht,
die hier lebenden Tiere führen in dieser Beziehung ein beschauliches
Dasein. Anders sind auch die Temperaturverhältnisse von Bach
und Teich. Auf der einen Seite rasch strömendes Wasser mit
ziemlich constant niedriger Temperatur, schwacher Beleuchtung und
erheblichem Sauerstoffgehalt; dem gegenüber steht die unbewegte
Wasserfläche des Teiches, deren Temperatur durch intensive Be-
strahlung in den meisten Fällen ein hohes Maximum erreicht,
während der schon geringe Sauerstoffgehalt dadurch noch beträcht-
lich herabgesetzt wird. Den Eigenschaften des Teiches hat sich
seine Fauna im Laufe der Zeit so angepaßt, daß es ihr heute kaum
mehr möglich ist, ihr Leben im kalten Bach zu fristen. Dabei sind
die m nnigfachen Einrichtungen, mit denen das Tier mit Erfolg sich
dort zu erhalten wußte, entweder verloren gegangen oder sind zu
andern Zwecken angewendet worden.
Mit dem Eintritt ins stille Wasser wird das Gehäuse leichter,
und oft wird der massive Steinbau gegen eine leichte Umhüllung
aus Pflanzenfragmenten vertauscht. Anabolia nervosa läbt, wo sie
Teichbewohnerin wird, da und dort ihre 2—3 längsgelegten Be-
lastungszweige zurück, wenn sie noch vorhanden sind, mögen sie dem
Tier Schutz gegen räuberische Fische gewähren. Der Leib, der sich
im Gebirgsbach eng an den Stein anschmiegte, um von der Gewalt
des Wassers nicht fortgerissen zu werden, erhebt sich im ruhigen
Wasser von seiner Unterlage und gestattet dem Kopf eine vertikale
Stellung. Auch im Baue der Fortbewegungs- und Retensions-
organe sind Aenderungen eingetreten. Die kurzen, dorso-ventral
abgeflachten Beine, die sich auf ihrer ganzen Länge an das Geröll
des Baches anklammerten, sind im Teich schlanker, säulenförmig
geworden, nur die Tarsen tragen noch kräftige Haftapparate, an
den übrigen Gliedern sind sie auf wenige Borsten und Dorne
reduziert, in einzelnen Fällen auch durch Schwimmhaare
ersetzt. Den gleichen Prozeß durchlaufen die Nachschieber. Mit
ihnen krallt sich der Bachbewohner an seiner Unterlage fest, die
108
260 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
nach abwärts gerichteten Haken erlauben ihm, diese zugleich als
Gehwerkzeuge zu benutzen. Im Teiche werden diese Klammer-
organe klein, stehen nicht mehr nach unten, sondern nach der
Seite, mit ihrer Hülfe vermag das Tier bloß noch sein Gehäuse
festzuhalten. Der ruhige Aufenthaltsort gestattet den Tieren auch
eine freiere Bewegung, die Gattungen T’riaenodes und Setodes ver-
lassen sogar die feste Unterlage, um eine kurze Strecke „schwimmend“
zurückzulegen.
Immerhin ist die Grenze zwischen Bach- und Teichfauna keine
scharfe. Eecnomus und Holocentropus, auch Hydropsyche angusti-
pennis und die Vertreter der Aydroptiliden mögen als die jüngsten
Einwanderer in den Teich gelten, ihre starke Bekrallung der Beine
und Nachschieber, sowie die Stellung des Kopfes läßt vermuten,
daß auch diese Arten früher nur der Bachfauna angehörten. Andrer-
seits besitzt auch das fließende Wasser Formen, die eigentlich der
Teichfauna anzugehören scheinen. Die großen Gattungen Halesus,
Stenophilax, Silo sind in diese Gruppe einzureihen, indem die Nach-
schieber hier so gebaut sind, wie wir sie bei den Teichbewohnern
finden. Der Mangel eines starken Haftapparates wird aber hier
durch die Bauart des Gehäuses vollständig gehoben. Aus Stein und
Sand angefertigt, oft mit Belastungsstücken beschwert oder seitlich
verbreitert, bietet die eigene Schwere des Gehäuses dem Tiere voll-
kommene Sicherheit, und dieses hat weiter nichts zu tun als sich
in seiner Wohnung festzuhalten, zu welchem Zweck Bau und Stellung
der Nachschieber vollkommen genügen.
Betrachten wir die Zusammensetzung der Fauna der Teiche;
es sind sämtlich Arten, die eine weitgehende Verbreitung aufweisen
und stets Glieder der nordischen Fauna. Die rein arktischen Formen
unseres (Gebietes sind an die stagnierenden Tümpel unserer Hoch-
moore gebunden.
Daß die Temperaturverhältnisse die Fauna des stehenden
Wassers in stärkstem Maße beeinflussen zeigt folgendes Beispiel.
Oberhalb Sissach finden sich die beiden Wolfloch Teiche, beide
nur wenige Schritte voneinander entfernt und von ganz geringer
Ausdehnung. Teich I. zeigt einen dichten Bestand von Carex- und
Juncus-Arten, seine Wasserfläche steigt und fällt mit dem Grund-
wasser der nahen Ergolz. Sein Temperaturminimum ist durch den
Sommer hindurch 10° das Maximum erreicht bei der intensiven
Bestrahlung, welcher der Teich stets ausgesetzt ist, gegen 20°. Eine
reiche Fauna belebt durch den Sommer hindurch diese kleine Wasser-
ansammlung. Ich fand massenhaft die Larv.n von
Limnophilus decipiens,
Limnophilus rhombicus,
Micropterna nycterobia.
Teich U. ist stets tief beschattet, seine Temperatur erreicht
höchstens 10°, da das zufließende Quellwasser constant 8° aufweist.
Es fanden sich an dieser Stelle:
mit Berücksichtigung der Triehopteren-Fauna der Schweiz. 261
Micropterna nycterobbia in wenigen Exemplaren. In der
Nähe der Quelle hielten sich auf:
Drusus trifidus,
Micropterna sequax,
Limnophilus nigricornis.
Auch im Aquarium bleibt in fließendem Wasser die Entwicklung
der Larven aus stehendem Wasser weit zurück und die zur Ver-
puppung kommenden Exemplare erreichen lange nicht die natür-
liche Größe.
In den Teichen finden sich folgende Arten:
Neuronia rufierus
Neuronia reticulata.
Phryganea striata.
Phryganea varia.
Phryganea obsoleta.
Phryganea minor.
Agrypnea pagetana.
Limnophilus politus.
Limnophilus nigriceps.
Limnophilus deecipiens.
Limnophilus flavicornis.
Limnophilus sparsus.
Limnophilus stigma.
Limnophilus rhombicus.
Anabolia nervosa.
Mieropterna nycterobia.
Molanna angustata.
Leptocerus cinereus.
Leptocerus atterimus.
Leptocerus tineoides.
Mystacides longicornis.
Triaenodes bicolor.
Oecetis ochracea.
Oecetis furva.
Oecetis lacustris.
ıHydropsyche angustipennis.
'Erotesis baltica.
Polycentropus flavomaculatus.
Polycentropus multiguttatus.
Holocentropus dubius.
Cyrnus trimaculatus.
‚Agraylea multipunctata.
Allotrichia pallicornis.
Oxyethira costalis.
Leptocerus senilis.
Verhalten der Larven und Imagines bei verschiedenen
Temperaturen.
a) Larven von Brachycentrus subnubilus.
0°. Die Larven sind ruhig angeheftet an Fontinalis-Zweigen.
10° Die Larven kriechen lebhaft an den Pflanzenstengeln herum.
20°. Die Bewegung der Tiere wird unruhig, einige verlassen bereits
das Gehäuse.
25°. Sämtliche Larven haben das Gehäuse verlassen.
370—38°. Temperaturmaximum. Die Tiere (Vertreter der ver-
schiedensten Arten) sterben immer nach wenigen Minuten.
Im Eise eingefroren hält sich Brachycentrus subnubilus einige
Tage lebend, Leptocerus atterimus erträgt diesen Zustand bis zu
14 Tagen.
262 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebuug
b) Imagines. (Verschiedene Arten).
bis 10°. Die Tiere sitzen wie erstarrt an Gegenständen und lassen
sich leicht einfangen.
12°. An der Sonne, bei Annäherung fliegen sie scheu davon.
20°. Die Tiere sind in lebhafter Bewegung.
25°. Die Bewegungen sind noch lebhafter, 1 Pärchen in copula.
30°. Sämtliche Tiere in copula.
36°. Die Tiere trennen sich plötzlich.
37°. Die Bewegungen werden unruhig.
38,5°. Die Tiere legen sich auf den Rücken.
390—42°. Die meisten Tiere bewegen nur noch ihre Fühler.
430— 44°. Temperaturmaximum. Die Tiere sterben immer in
kürzester Zeit.
Beiträge zur Lebensweise von Halesus tessellatus.
Halesus tessellatus findet sich in der Umgebung Sissachs ziem-
lich häufig, die Larven dieser Art beleben hier die ruhigen Stellen
der Ergolz und bauen sich aus Holz ein sehr voluminöses Gehäuse.
Während der ganzen Larvendauer ist das Tier im höchsten Grade
carnivor, sein Hunger, den es im Aquarium gezeigt hat, ist un-
glaublich. Dabei begnügt sich die Larve nicht nur mit kleinen
Lebewesen, sondern hängt sich bei günstiger Gelegenheit auch an
größere Tiere, um ihnen in kürzester Zeit tiefe Wunden beizubringen.
In ein Wassergefäß, das mit 15 Larven besetzt war, brachte ich
eines Abends einen großen lebenden Triton alpestris, am nächsten
Tag war das Tier nicht nur tot, sondern fast vollständig skelettiert.
Um Material für den Bau seines Gehäuses zu erlangen, frißt die
Larve tiefe Löcher in morsche Bretter, nicht selten traf ich auch
Larven, die an den Holzwänden des Aquariums emporgeklettert
waren und sich außerhalb des Wassers auf der feuchten Erde ganz
wohl zu fühlen schienen.
Wenn die Larve in der freien Natur eine solche Gefräßigkeit
entwickelt, so spielt sie bei ihrem massenhaften Auftreten eine tief-
gehende Rolle in der Fauna eines Baches. Einerseits wird das
Tier bis zu seiner Verpuppung eine Menge verwesender, animalischer
Stoffe aus dem Wege räumen, andrerseits ist aber auch anzunehmen,
daß eine große Anzahl lebender Tiere seinem Hunger zum Opfer
fällt. Immerhin wird der Nutzen größer sein als der Schaden, indem
die absterbenden Imagines wieder in erster Linie der Fischfauna
zur Nahrung dienen.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 263
Trichopteren als Höhlenbewohner.
Hamann gibt in seinem Werke über die „Europäische Höhlen-
fauna“ bloß
Anabolia pilosa = Micropterna nycterobia
als Höhlenbewohnende Trichoptere an; Ris fügt bei als Vertreter
in südlichen Höhlen:
Mesophylax aspersus,
und Kolbe findet in der Bielshöhle im Harz:
Micropterna_ testacea.
Herr cand. phil. Ed. Graeter überließ mir die auf seinen
Excursionen in Höhlen gefundenen Trichopteren. Meine Bestimmung
ergab folgende Liste:
1. Bruderloch bei Wenslingen. 25. VI. 06.
Stenophylax permistus, 12.
2. Höhle bei Pfirt. 28. V. 06.
Stenophylax permistus, verschiedene J' d'.
Mesophylau impunctatus, 19, 12.
Micropterna lateralis.
3. Wildmannlishöhle (Selun). 28. IX. 06.
Micropterna nycterobia, zahlreich.
4. Bärenhöhle bei Baar. 3. VI. 06.
Stenophylax permistus.
5. Beatenhöhle.
Mesophylax impunctatus.
6. Haslerhöhle.
Eingewanderte Larven von Philopotamus montanus.
Das Verzeichnis der bis jetzt gefundenen Höhlentrichopteren
zeigt folgende Arten:
1. Stenophylax permistus. 2 ACH|
Mesophylax impunetatus. INS
Mesophylax aspersus. In
Micropterna nycterobia. Kaps
Micropterna lateralıs.
Micropterna testacea.
mem
264 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebuug
Tabelle über die Flugzeit der schweizerischen
Trichopteren.
Im vorhergehenden Abschnitt haben wir gesehen, daß die Zeit,
welche die Metamorphosestadien zu ihrer Entwicklung brauchen,
in erster Linie von der Temperatur des Wassers abhängig ist. Nach
diesem Faktor wird sich also auch die Flugzeit der Imagines richten.
Hochgebirge und Norden werden vor allem die Flugzeit verzögern,
in diesen Gebieten wird die Larvenentwicklung durch den späten
Frühling um mehrere Wochen im Rückstande sein gegenüber Arten,
die in der Talsohle leben. Die spätere Flugzeit in den Alpen ist
mit wenigen Ausnahmen eine allgemeine Erscheinung und wird bei
allen Arten zu beobachten sein, welche nicht nur alpin sondern
auch Tiefland Bewohner sind. Der kurze Sommer wird der alpinen
und der nordischen Art auch nicht gestatten in zwei Generationen
zu erscheinen, während in den günstigen Temperaturverhältnissen
der gemässisten und südlichen Gebiete die dort lebenden Arten ge-
wöhnlich die lange Wintermetamorphose bereits in den ersten
Frühlingsmonaten beenden; der Sommer genügt dann aber wieder,
um noch eine zweite (Generation bis zum Herbst zu entwickeln.
In einzelnen Fällen vermag die Entwicklung zum Imago auch
während des Winters vor sich gehen; Killias und Meyer-Dürr be-
obachteten sogar den hochalpinen Arcrophylax cerberus auf dem
Schnee des Flüela-Passes (2405 m), Zschokke fand am Muttsee,
dessen Eis sich kaum zu lösen begann, verschiedene Imagines. Erst
kurz hat auch Siltala auf die £ntwicklung von Owyethira-Puppen
unter dem Eise hingewiesen. Ich selbst erhielt Puppen von Oxyethura
costalis aus den ' Tiroler Alpen, die Anfangs April unter dem Eise
bereits soweit sich entwickelt hatten, daß die Imagines deutlich
durchschimmerten.
Im Tiefland finden sich Imagines von den ersten Frühlings-
tagen an bis in den Spätherbst hinein. Ueber die Flugzeit der
einzelnen Arten mögen die folgenden graphischen Tabellen einen
Ueberblick geben:
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 265
S A|
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| 5 2 a =
=] - N ._ A u = Be} [=] © o
Earl al, 58
Ss [e = < Ss r | 5 < n (=) za |a
I. Phryganeidae.
Neuronia ruficrus.
Neuronia reticulata.
Neuronia celathrata.
Phryganea grandis.
Phryganea varia.
Phryganea obsoleta.
Phryganea striata.
Agrypina pagetana.
Il. Limnophilidae.
Colpotaulius
ineisus
Grammotaulius atomarius
Gl]yphothaelius
lineatus.
punctato-
Glyphothaelius pellueidus.
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
Limnophilus
rhombieus.
borealis.
subecentralis.
flavicorins.
decipiens
marmoratus.
stigma.
flavospinosus.
xanthodes,
lunatus.
germanus,
politus.
ignavus.
centralis.
vittatus.
affinis.
auricula.
griseus.
bipunctatus.
despectus.
extricatus.
hirsutus.
sparsus.
nigriceps.
266 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Anabolia nervosa.
Anabolia lombarda, Ris.
Anisogamus difformis.
Acrophylax zerberus.
Asynarchus coenosus.
Stenophylax alpestris.
Stenophylax pieicornis.
Stenophylax consors,
Stenophylax infumatus.
Stenophylax rotundipennis.
Stenophylax nigricornis.
Stenophylax latipennis.
Stenophylax permistus.
Stenophylax vibex.
Stenophylax mucronatus.
Mesophylax impunctata.
Micropterna sequax.
Micropterna lateralis.
Micropterna testacea.
Micropterna nyeterobia.
Mieropterna fissa.
Platyphylax pallescens.
Halesus interpunctatus.
Halesus tessellatus.
Halesus digitatus.
Halesus rufieollis.
Halesus antennatus.
Halesus hilaris.
Halesus mendax.
Halesus auricollis.
Halesus melanmıpus.
Halesus rubricollis.
Halesus guttatipennis.
Metanoea flavipennis.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
3
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IE VER VEEREEEE VEEREEEE ERRE BEREER EEE E E
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Drusus discolor. a? LE
Drusus chrysotus. le
Drusus trifidus. Ze Ze
Drusus mixtus. wen
Drusus alpinus. a
Drusus muelleri. —
Drusus chapmanni. ——
Drusus nigrescens. re
Drusus melanchetes. el
Drusus annulatus. re Zee
Peltostomis sudetica. a ee
Cryptothrix nebulicola. — 1
Potamorites biguttatus. | en Bee
. 1}
Eeclisopteryx guttulata. Ben
Psilopteryx ziınmmeri. _—
Chaetopteryx villosa. en
Chaetopteryx gessneri. m
Chaetopterygopsis mac- | |
lachlani.
Enoieyla pusilla.
Enoieyla amoena.
Apatania fimbriata. Fe
Apatania muliebris. m
Ill. Sericostomatidae.
Sericostoma pedemonta-
Oktober
November
Dezember
num. — —
Sericostoma timidum. Fre
Notidobia ciliaris. ——
Goera pillosa. u ur
268
Jacques Felber: Die Triehopteren von Basel und Umgebang
Lithax niger.
Silo pallipes.
Silo piceus.
Silo nigricornis.
Brachycentrus subnubilus.
Brachycentrus montanus.
Oligopleetrum maculatum,
Micrasema
tristellum.
Micrasema setiferum.
Crunoeccia
irrorata.
Lepidostoma hirtum.
Lasiocephala basalis.
IV.
Leptoceridae.
Beraea pullata.
Beraea
maurus.
Beraea artieularis.
Beraea vicina.
Beraeodes minuta.
Molanna angustata.
Odondocerum albicorne.
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Leptocerus
Mystacides
Mystacides
Mystacides
Mystacides
nigronervosus.
fulvus.
senilis.
alboguttatus.
annulicornis,
atterimus.
einereus.
albifrons.
bilineatus.
aureus.
dissimilis.
nigra.
azurea
longicornis.
monochrea.
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
September
August
Oktober
November
Dezember
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 269
3 a |.»
= R=} = © ©
- = a E=}
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Saal erals|ı Br ale
SE ee Eee ae
Homilia leucophaea.
Triaenodes bicolor.
Triaenodes conspersa.
Erotesis baltica.
Adicella filicornis.
Oecetis ochracea.
Oecetis furva.
Oecetis lacustris.
Oecetis notata.
Oecetis testacera.
Setodes tineiformis.
Setodes interrupta.
Setodes argentipunctella.
Setodes punctata.
Setodes viridis.
V. Hydropsychidae.
Hydropsyche pellucidula.
Hydropsyche saxonica.
Hydropsyche angusti-
pennis.
Hydropsyche bulbifera.
Hydropsyche ornatula.
Hydropsyche fulvipes.
Hydropsyche guttata.
Hydropsyche instabilis.
Hydropsyche lepida.
Diplectrona atra.
Philopotamus Judificatus.
Philopotamus montanus.
Philopotamus variegatus.
Dolophilus copiosus.
Dolophilus pullus.
Wormaldia oceipitalis.
Wormaldia subnigra.
Nenreclipsis bimaculata.
270 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Januar
Februar
Mirz
April
Mai
Juni
Juli
August
September
November
Dezember
Pleetroenemia conspersa.
Plectrocnemia geniculata.
Pleetrocnemia brevis.
Polycentropus flavomacu-
latus
Polycentropus - multi-
guttatus
Polycentropus kingi. Mac
Lach.
Holocentropus dubius.
Cyrnus trimaculatus.
Cyrnus insolutus,
Cyrnus flavidus.
Cyrnus crenaticornis.
Eenomus tenellus.
Tinodes waeneri.
Tinodes aureola.
Tinodes sylvia.
Tinodes luscinia.
Tinodes maeulicornis.
Tinodes unieolor.
Tinodes dives.
Tinedes rostocki.
Tinodes dives.
Lype phaeopa.
Lype reducta.
Lype fragilis.
Psychomia pusilla.
Chimarrha marginata.
V1. Rhyacophilidae.
Rhyacophila torrenticum.
Rhyacophila albardana.
Rhyacophila dorsalis.
Rhyacophila obtusidens.
Rhyacophila
Rbyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
Rhyacophila
moides.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 371
5 u =
R=} Ps = >
u | 5 E49 3856
= = S = — 33 | © © ©
stTsksızeratarel2ei2ja)s]>
RR |. A < sa > = < 107) (=) z|ıa
persimilis.
septentrionis.
praemorsa.
aurata.
proxima.
pascoei.
vulgaris.
tristis,
pubescens.
rectispina.
glareosa,
meyeri.
stigmatica.
hirticornis.
philopota-
Glossosoma boltoni.
Glossosoma vernale,
Agapetus fuscipes.
Agapetus nimbulus.
Agapetus comatus.
Agapetus laniger.
Synagapetus iridipennis.
Synagapetus dubitans.
Ptilocolepus granmnlatus.
VIl. Hydroptilidae.
Agraylea multipunctata.
Allotrichia pallicornis.
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
Hydroptila
sparsa.
oceulta.
femoralis.
foreipata.
maclachlani.
pulchricornis.
tigurina.
rheni.
insubrica.
272 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Ithytrichia lamellaris.
Stactobia eatoniella.
Stactobia fuseicornis.
Ortotrichia tetensi.
Microptila minutissima.
Ris.
Microptila risi. Felber.
Oxyethira costalis.
Oxyethira saggitifera.
Oxyethira felina, Ris.
Oxyethira falcata, Morton.
Oxyethira simplex. Ris.
Januar
Februar
März
„
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< A s a) « mn =) =.
E. Geographischer Teil.
Fauna der Rheinebene.
Die Trichopteren der Rheinebene bilden eine richtige Tiefland-
fauna, die stets an die Tal- und Waldregion gebunden ist; sie setzt
sich zusammen aus Bewohnern der Flüsse und Sümpfe, denen da
und dort noch einzelne wenige Arten der Bach- und Quellenfauna
beigemischt sind. Eine übersichtliche Zusammenstellung zeigt für
die Rheinebene von Schaffhausen
Phryganea varia.
Limnophilus rhombicus.
Limnophilus decipiens.
Limnophilus lunatus.
Limnophilus nigriceps.
Anabolia nervosa.
Mesophylax impunctatus.
bis Istein folgende Arten:
Drusus trifidus.
Micropterna testacea.
Micropterna nycterobia.
Halesus interpunctatus.
Halesus tessellatus.
Halesus guttatipennis.
Sericostana pedemontanum.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
Sericostoma timidum.
Notidobia ciliaris,
Goera pilosa.
Brachycentrus subnubilus.
Oligoplectrum maculatum.
Micrasema nigrum.
Micrasema setiferum.
Beraea maurus.
Beraea articularis.
Odondocerum albicorne.
Leptocerus alboguttatus.
Leptocerus nigronervosus.
Leptocerus annulicornis.
Leptocerus bilineatus.
Leptocerus aureus.
Mystacides azurea.
Triaenodes conspersa.
Oecetis notata.
Setodes punctata.
Hydropsyche pellucidula.
Hydropsyche instabis.
Hydropsyche guttata.
Philopvtamus variegatus.
Wormaldia oceipitalis.
273
Wormaldia subnigra.
Polycentropus flavomaculatus.
Ecnomus tenellus.
Tinodes waeneri.
Tinodes dives.
Psychomia pusilla.
Chimarrha marginata.
Rhyacophila obtusidens.
Rhyacophila hirticornis.
Rhyacophila pascoei.
Rhyacophila tristis.
Glossosoma vernale.
Agapetus laniger.
Agapetus comatus.
Allotrichia pallicornis.
Hydroptila sparsa.
Hydroptila foreipata.
Hydroptila femoralis.
Hydroptila rheni.
Microptila risi,
Oxyethira costalis.
Synagapetus dubitans.
Ptitocolepus granulatus.
Trichopteren des Jura.
Neben Arten, die den subalpinen Gebieten angehören, besitzt
die Jurafauna Vertreter der arktischen Gebiete, so vor allem den
hochnordischen Asynarchus coenosus und Limnophilus borealis. Drusus
miztus ist für den Jura charakteristisch.
In manchen Beziehungen
ist die Fauna des Schwarzwaldes derjenigen des Juras ziemlich
ähnlich.
Bis jetzt sind im Jura folgende Arten nachgewiesen:
Neuronia ruficrus.
Phryganea striata.
Agrypina pagetana.
Limnophilus rhombicus.
Limnophilus borealis.
Limnophilus decipiens.
Limnophilus stigma.
Limnophilus xantodes.
Limnophilus lunatus.
Limnophilus politus.
Limnophilus centralis.
Limnophilus griseus.
Limnophilus hirsutus.
Anabolia nervosa.
Asynarchus coenosus.
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H.2,
Stenophylax alpestris.
Stenophylax nigricornis.
Stenophylax latipennis.
Stenophylax permistus.
Micropterna sequax.
Micropterna nycterobia.
Micropterna testacea.
Halesus tessellatus.
Halesus guttatipennis.
Halesus ruficollis.
Drusus trifidus.
Drusus mixtus.
Ecelisopteryx guttulata.
Chaetopteryx villosa.
Peltostomis sudetica.
18
274 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
Enoicyla amoena
Sericostama pedemontanum.
(Goöra pilosa.
Brachycentrus montanus.
Beraea pullata.
Beraea articularis.
Odondoceron albicorne,
Leptocerus bilineatus.
Leptocerus dissimilis.
Leptocerus aterimus.
Hydropsyche pellucidula.
Hydropsyche saxonica.
Hydropsyche lepida.
Philopotamus variegatus.
Wormaldia ocecipitalis.
Neureclipsis bimaculata.
Plectrocnemia conspersa.
Polycentropus flavomaculatus.
Tinodes dives.
Rhyacophila obtusidens.
Rhyacophila septentrionis.
Rhyacophila vulgaris.
Rhyacophila pubescens.
Rhyacophila hirticornis.
Rhyacophila philopotamoides.
Agapetus fuscipes.
Synagapetus iridipennis.
Synagapetus dubitans.
Hydroptila maclachlani.,
Trichopteren des Schwarzwaldes.
Ueber die Trichopteren des Schwarzwaldes berichten bereits
Ulmer und Rostoc, die Zusammensetzung der Fauna ist ähnlich
I o
derjenigen des Juras.
Gebiete bekannt:
Phryganea striata.
Neuronia ruficrus.
Agrypnia pagetana.
Limnophilus rhombicus.
Limnophilus lunatus.
Limnophilus griseus.
Anabolia nervosa.
Stenophylax picicornis.
Stenophylax luctuosus.
Stenophylax stellatus.
Stenophylax latipennis.
Micropterna sequax.
Micropterna nycterobia.
Halesus tessellatus.
Drusus trifidus.
Peltostomis sudetica.
Ecelisopteryx guttulata.
Chaetopteryx villosa.
Chaetopterygopsis maclachlani.
Apatania fimbriata.
Enoicyla pusilla.
Sericostoma personatum.
Sericostoma pedemontanum.
Micrasema minimum.
Go&ra pilosa.
Silo piceus.
Bis heute sind folgende Arten aus diesem
Lithax niger.
Brachycentrus subnubilus.
Lepidostoma hirtum.,
| Crunoeccia irrorata.
OÖdondoceron albicorne,
Mystacides azurea.
| Beraea maurus.
‚Molannodes zelleri.
Leptocerus fulvus,
Leptocerus alboguttatus.
Leptocerus tineoides.
ıOecetis ochracea.
Adicella reducta.
Adicella filicornis.
Hydropsyche instabilis.
Philopotamus montanus.
Philopotamus ludificatus.
Plectrocnemia conspersa.
Pleetrocnemia geniculata.
Polycentropus flavomaculatus.
Hydropsyche pellucidula.
Wormaldia triangulifera.
Wormaldia oceipitalis.
Cyrnus trimaculatus.
Tinodes dives.
Tinodes waeneri.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 2375
Tinodes unicolor.
Rhyacophila septentrionis.
Rhyacophila obtusidens.
Rhyacophila vulgaris.
Rhyacophila tristis.
Rhyacophila aquitanica.
Rhyacophila praemorsa.
Rhyacophila dorsalis.
Rhyacophila torrenticum.
Rhyacophila evoluta.
Rhyacophila philopotamoides.
Chimmarha marginata.
Agapetus fuscipes.
Agapetus laniger.
Agapetus comatus.
Ptilocolepus granulatus.
Stactobia fuscicornis.
ıStactobia eatoniella.
ıOxyethira costalis.
Fauna der Alpen.
Die alpine Trichopteren-Fauna läßt sich ziemlich scharf in
drei Gruppen teilen:
I. Alpine und zugleich nordische Tiere.
Alpin-nordische Arten genießen weiteste Verbreitung in den
Gebirgen und Ebenen des centralen und nördlichen Europas. Mit
wenigen Ausnahmen überschreiten diese Formen die obere Grenze
der subalpinen Zone nicht.
Stark vertreten sind hier die Gattungen:
Limnophilus, Stenophylax, Silo, Beraea. Asynarchus.
II. Subalpine Formen.
Die Vertreter dieser Gruppe fehlen dem Norden und sind an
die subalpine Zone der centraleuropäischen Gebirge gebunden, ver-
treten durch Halesus und Rhyacophila.
IIf. Rein hochalpine Fauna.
Die Verbreitung der zu dieser Gruppe gehörenden Arten be-
schränkt sich auf die alpine und subnivale Region der Alpen, die
oberste Grenze ihres Vorkommens mag bei 2800 m sein.
Die hochalpine Fauna ist verschieden in ihrer Zusammensetzung
von derjenigen des arktischen Gebietes. Als hochalpine Trichopteren,
welche dem Norden fehlen, mögen folgende Arten angeführt werden:
Arcrophylax zerberus.
Stenophylax consors.
Halesus ruficollis.
Halesus mendax.
Halesus rubricollis.
Platyphylax palescens.
Drusus alpinus.
Drusus monticola.
Drusus nigrescens.
Drusus melanchaetes.
Drusus muelleri.
Drusus chrysotus.
Anisogamus difformis.
Anisogamus norricans.
Eine Ausnahme hiervon macht Asynarchus coenosus, als hoch-
nordische Art steigt sie in den Alpen bis zu 2800 m hinauf.
18*
276
Tabelle
Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
über die horizontale und vertikale Verbreitung der
alpinen Trichopterenfauna.
a e En) Schweiz
elle | =
I. Phryganeidae.
Neuronia ruficrus I | 1) 2 | 1 | 1 |2000| Pascuminer See.
Phryganea striata 1| 1 | 1 | 1 | 1 |2189| Garschina See.
Phryganea obsoleta l I ı 1 |2189| Garschina See.
Agrypnia pagetana 12,71 I | I | 828] Klöntal-See.
II. Limnophilidae.
Grammotaulius atomarius | I | E | E | I | 1 |1800 | Engadiner Seen.
Limnophilus rhombicus I) ı |) ı | I | I [2000 | Parpan.
Limnophilus flavicornis i|ı 1) 1 | 1 | 1 [1800| Pontresina.
Limnophilus xanthodes ‚Ua u Up Fr DR 16 PRLAET. | Sierre (Wallis).
Limnophilus ignarus I| | 1) ı | 1 |1370| Murgtal.
Limnophilus centralis | I | I | 1 [2000 | Pascuminer See.
Limnophilus vittatus LEE Aa a | Cran (Wallis).
Limnophilus affinis l } I Bernina.
Limnophilus bipunctatus I | 1 |) 1 | 1. 1 |1800| Oberengadin.
Limnophilus despectus I I | 1800 | Mieschbrunnen (Partnun).
Limnophilus extricatus ı| 12) 11 1 | 1 12114 | Gotthardt.
Limnophilus hirsutus | I Sedrun.
Limnophilus sparsus i| 12/135 1 | 1 |1260 | Stubaital.
Anabolia nervosa 1a NS ern Rosenlaui.
Anisogamus difformis I 12262 | Sustenpaß.
Anisogamus norricans ? i Mallnitz.
Arcrophylax zerberus I |2405 | Flüela Paß.
Asynarchus coenosus | l I |2800 | Kesselkopf (Tirol).
Stenophylax alpestris I | 1| 15 1 | 1 [2200 | Sonnenwendjoch (Tirol).
Stenophylax pieicornis l i/ 11) 1 | 1 [2112| Gotthardtpaß.
Stenophylax consors I | 2000 | Murgtal.
Stenophylax infumatus ! l } Blausee bei Kandersteg.
Stenophylax stellatus rs | Tarasp.
Stenophylax latipennis I) ı,\,1ı)| 1) 1|1825| Murgtal.
Stenophylax permistus ®?ı 2 | 11 1 | 1 [1800| Engadin.
Stenophplax vibex ? } Cran (Wallis).
Micropterna sequax LU ae IE a be a Sierre (Wallis).
Platyphylax pallescens | Salgesch.
Halesus digitatus I|ı ı|) 1) 1 | 1 1825| Murgtal.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. DAR
a 5 = Schweiz
a a | |<
Halesus rufricollis I |2400 | Dolomiten.
Halesus hilaris I | 1 1850| Murgtal.
Halesus uncatus | I | 1900 | Murgtal
Halesus mendax I | 1900 | Murgtal.
Halesus auricollis I | ı , 1 |1900 | Engadin.
Halesus melampus I | 1900 | Murgtal.
Halesus rubricollis I Gadmental.
Halesus moestus | Kay‘ Savoyer Alpen.
Metanoea flavipennis I I [1900 | Murstal.
Drusus discolor I I 12756 | Stilfzerjoch.
Drusus chrysotus I | 2200 | Gotthardt.
Drusus trifidus I | I | 1 |1700| Engadin.
Drusus chapmanni ) Südseite der Alpen.
Drusus alpinus i 12240 | Lago di Naret.
Drusus monticola I | 2400 | Dolomiten.
Drusus nigricens I | 2436 | Furkapab.
Drusus melanchaetes I [2400 | Furkapab.
Drusus muelleri I |2436 | Furkapaß.
Peltostomis sudetica I ı | 1 |1800| Wengernalp.
Chryptotherix nebulicola I I | 1750| Engadin.
Potamorites biguttatus ) i 1800 | Partnun.
Ecclisopteryx guttulata ) I | ı | 1 |1750| Engadin.
Psylopteryx zimmeri | ! I 11900 | Murgtal.
Apatania fimbriata LE I | 1750 | Oberengadin.
III. Sericostomatidae.
Sericostoma pedemontanum| I | 1 | 11 1 | 1 [1884| Tonalpab.
Lithax niger Iagl I | 2400| Furka.
Silo pallipes L\- 12) Isla 141800 Oberengadin.
Silo piceus I | i| 1) 1 1500| Monte Baldo.
Silo nigrieornis a ae Bergün.
Micrasema morosum 1 Bergün.
Micrasema tristellum | I | 1 |1100| Murgtal.
Crunoeccia irrorata I Kiste Rosenlaui.
IV. Leptoceridae. |
Beraea pullata Ki Dietz Chamonix.
Beraea maurus Ik [RE We Andermatt.
Beraea vieina E (SEI ee Airolo, Visptal.
Odondoceron albicorne I| ı| 1 [| I | 1 [1800 | Engadin.
278
Jacques Felber. Die Trichopteren von Basel und Umgebung
en e Schweiz
3 |2o |8:31| 3 F E23)
Sean
Leptocerus annulicornis I) ı) 2 | | 1 [1200| Talalpsee.
Mystacides nigra | ie. un Ka I | St. Moritz See.
Mystacides azurea IE ee 1132 | Mumelsee (Schwarzwald).
V. Hydropsychidae.
Hydropsyche instabilis ee Sierre (Wallis).
Philopotamus montanus | [In ae Bu Mendrisio.
Philopotamus ludificatus I | I | 1 |2100| Rhätische Alpen.
Dolophilus copiosus ij 1 | 1 |1700| Celerina.
Wormaldia oceipitalis ? I| ı | 1 |1800| Engadin.
Wormaldia subnigra rd 11200 Tirol.
Plectroenemia conspersa I|ı 1, 8) 2 | 1 |2150|Oetztal (Tirol).
Plectroenemia geniculata IE ac Re ler) ve DE Bu Van Sedrun.
Pleetroenemia brevis | Sedrun.
Polycentropus
flavomaculatus ı) ı | 1| 1 | 1 |1836 | Murgtal.
Holocentropus dubius el al a I I Statzersee.
VI. Ehyacophilidae.
Rhyacophila torrenticum I | ı | I |1800 | Oberengadin.
Rhyacophila albardana | Tarasp.
Rhyacophila persimilis I a St. Moritz.
Rhyacophila praemorsa I} 1 | 1 11400 | Murstal.
Rhyacopbila aurata | i 11250 | Churwalden.
Rhyacephila intermedia | ı 11175 | Innichen, Tirol.
Rhyacopbila vulgaris ı| i | 1 |2240|Lago di Naret.
Rhyacophila tristis I! 1 | 1 |1800| Murgtal.
Rhyacophi!a proxima I | ; | 2000 | Mürtschenalp.
Rhyacophila glareosa | I 5 1950 | Murgtal.
Rhyacophila stigmatica i | 1750 | Oberengadin.
Rhyacophila laevis I 51800 | Savoyer Alpen.
Rhyacophila meyeri ! Gadmental.
Glossosoma boltoni II 2 | 1 j16001 Murgtal, Zermatt.
Vii. Hydroptilidae.
Stactobia Eatoniella | il Val d’Illiez.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz. 279
F. Zusammenfassung der Resultate.
Die Trichopteren-Fauna der Schweiz besteht gegenwärtig aus
253 Arten, seit der letzten Zusammenstellung von 1889 sind
35 neue Species nachgewiesen worden.
Im Verlaufe der Untersuchungen wurden die Metamorphosen von
28 Arten kontrolliert, darunter befinden sich die bisher unbekannten
Entwicklungsgänge von Chaetopterypopsis maclachlani und das Larven-
stadium von Helicopsyche sperata.
Die Gattung Helicopsyche ist ein neues interessantes Glied der
Schweizerfauna; Nieroptila risi, Felber ist als bisher gänzlich
unbekannte Art neu in dieselbe einzuführen.
Die Flugzeit der Trichopteren ist in erster Linie von den Tempe-
raturverhältnissen abhängig, sie tritt durch diesen Faktor geleitet in
den Alpen und im Norden bedeutend später als in der Ebene und
im Süden ein. Die Zahl der Generationen ist im Allgemeinen für
die Art nicht charakteristisch; durch die Verzögerung der Flugzeit
in alpin-nordischen Regionen und durch die kurze, warme Jahres-
zeit wird die Bildung einer zweiten (Generation unmöglich,
während im Süden die nämliche Art durch günstige Temperatur-
verhältnisse beeinflußt, in zwei Perioden auftreten kann.
Tiergeographisch läßt sich die schweizerische Trichopteren-
Fauna einteilen in:
1. Cosmopoliten. Sie genießen weitgehendste Verbreitung in
horizontaler und vertikaler Richtung.
2. Alpin-nordische Formen. Sie sind weit verbreitet in den
kalten Quellen und Bächen der Tiefebene und finden sich im Norden
und in der subalpinen-alpinen Zone der Gebirge wieder. Da diese
Formen die von Zschokke geforderten Bedingungen erfüllen, dürfen
sie als Glacialrelikte aufgefaßt werden.
3. Hochalpine Formen. Die Fauna der hochalpinen Zone ist
von derjenigen des hohen Nordens ganz verschieden. Diese Isolierung
auf die höchsten Alpengebiete erlaubt den Schluß, daß die wenigen
Vertreter dieser Gruppe während der Eiszeit ihre Wohnstätte, den
Gletscherrand, nie verlassen haben, sodab sie sich auch mit der
Fauna des Arktis nicht vermengen konnten. Zschokke sagt von
solchen Arten „Von der Mischung (der getrennten Faunenelemente
der Alpen und des Nordens) schlossen sich wohl nur wenige streng
hochalpine und arktische Tiere aus; sie verließen nicht die Gletscher-
ränder und ihre eisigen Schmelzwassertümpel.“
280 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung
G. Literatur-Verzeichnis.
Für die vorliegende Arbeit benutzte ich als Literaturangaben
die ausführlichen Verzeichnisse der folgenden Werke:
Ulmer: Ueber die Metamorphose der Trichopteren. Abhandlg.
naturw. Verein Hamburg. Vol. 18. 1903.
Ulmer: Trichoptera. Genera Insectorum Brüssel 1907.
Siltala: Trichopterologische Untersuchungen. Zool. Jahrb. Systematik.
Jg. 1907. Il. Supplementband IX.
Thienemann: Biologie der Trichopteren-Puppe. Zoolog. Jahrb.
Bd. 22. Systematik. 1905.
Seit Zusammenstellung des Literaturverzeichnisses sind noch
folgende Trichopteren-Arbeiten erschienen:
I. Ebsen Petersen: Om planktonfangende, fangnetspindende
Hydropsychidlarver i Danmark. Meddel. Soc. Fauna,
Flora. fenn. 1907.
II. Ebsen Petersen: Trichoptera Daniae. Meddel. Soc. Fauna,
Flora. fenn. 1907.
IH. Jacques Felber: Ueber eine neue Hydroptilide aus der
Schweiz. Microptila risi. nov. spez. Zool. Anzeiger.
1908. Bd. XXXII, pag. 720—722.
IV. F.Zschokke: Die postglaciale Einwanderung der Tierwelt in
die Schweiz. Vortrag gehalten an der Jahresversammlung
der Schweiz. Nat. forsch. Gesellschaft in Freiburg 1907.
mit Berücksichtigung der Trichopteren-Fauna der Schweiz.
H. Tafelerklärung.
1. Figuren im Text.
Chaetopterygopsis maclachlani (pg. 251).
Fig.
Fig.
3;
2,
a.
Kopf und Thorax der Larve.
Analstäbchen der Puppe.
Fuss der Puppe.
Bein der Larve.
Mandibel der Larve.
Mandibel der Puppe.
Maxillen und Labium der Larve.
Haftapparat der Larve.
Oberlippe der Puppe.
Oberlippe der Larve.
Microptila risi, Felber (pg. 257).
Fig. 6. Genitalanhänge seitlich.
Fig. 7. Genitalanhänge von oben.
Allotrichia pallicornis (pe. 258).
Fig. 8. Genitalanhänge von oben.
3. Figuren auf Tafel VI.
Larve von Helicopsyche sperata.
1
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
o°
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EESsannnen:
—
>
Gesamtansicht.
Kopf.
Oberlippe.
Mandibel.
Maxillen und Labium.
Erstes Beinpaar.
Zweites Beinpaar.
Drittes Beinpaar.
Haftklaue.
Letztes Segment.
Gehäuse von oben.
Natürliche Grösse des Gehäuses.
Gehäuse von unten,
281
282 Jacques Felber: Die Trichopteren von Basel und Umgebung.
Inhaltsangabe.
Seite
Einleitung . . RE EA IE
A. Allgemein are. Teil NR N ee SE
Verzeichnis der Schweizer Mean er. .
B. Allsemein’ systematischer Teil... u ur, We. or
C. Speziell systematischer Teil.
Chaetopterygopsis maclachlani . . . „0 u u... . 2 BER
Helicopsyche 'speratar Ye Na am 2 nr. ee
Mieroptile ‚risi,' Belber. "Win a con... a ee
Allotrichiapallicormis_ 31027. 2.0. RE u
Er,
Biologischer Teil.
Zur Biologie der Trichopteren-Fauna stagnierender Gewässer . . . 259
Verhalten der Larven u. Imagines bei verschiedenen Temperaturen . 261
Beiträge zur Lebensweise von Halesus tessellatus . . . . 2... .262
Höhlentrichopteren. . . ie
Tabelle der Flugzeit der nei een en ae
. Geographischer Teil.
Fauna. der -Rheinebene 7... N 12 RR nn 2 Re
Trichopteren des Jura . . . dm aa hr SE So
Trichopteren des Sarnen PER än. - >.
RFanna. der. Alpen: le uetals re selsuene Aee
Tabelle über horizontale und vertikale Verbreitung der alpinen
Trichopterenfauna ; 1 207 Br 5 ee ne
. Zusammenfassung der Resultate. ". 1... 2 20000.
Literaturverzeichnis. .e=-t. las a dl: ae le A er
Tafelerklärung ...-: Annan nah Sl ne
Beitrag zur Staphylinidenfauna von
Südamerika.
Von
Dr. Max Bernhauer,
Grünburg.
Durch die Güte des Herrn Professors Dr. Gustav Kraatz, welchem
hierfür der gebührende Dank abgestattet wird, wurde mir die Be-
arbeitung der von Dr. Drake in Paraguay gesammelten Staphyliniden
übertragen; außerdem erhielt ich von mehreren anderen Seiten
größere und kleinere Sendungen südamerikanischer Staphyliniden,
von denen ich hier nur die interessanten Sammelergebnisse des
Museums in Sao Paolo, welche mir durch Herrn Direktor
Dr. von Ihering übermittelt wurden, — die Tiere selbst wurden
von Herrn Lüderwaldt gesammelt — und die erfolgreiche Ausbeute
des Herrn A. A. Barbiellini ebenfalls aus der Umgebung Santo
Paulo’s erwähne.
Ich benutze diese Gelegenheit mit Vergnügen, um dem Präsidenten
der Deutschen entomol. Gesellschaft Herrn Dr. Walther Horn für
die mir gegebenen Beweise seiner Unterstützung insbesondere durch
Verschaffung des nötigen Materials seitens außereuropäischer
Koleopterologen bestens zu danken.
Da sich auch in meiner Sammlung eine Anzahl neuer Arten
befand, ging ich daran, eine zusammenfassende Arbeit über die
neuen Arten zu verfassen, welche ich im Nachfolgenden vorlege.
Ich konnte aus Anlaß dieser Arbeit die höchst interessante Tat-
sache feststellen, daß trotz der naturgemäß recht nahen Ver-
wandtschaft des südamerikanischen Faunengebietes mit dem mittel-
amerikanischen doch nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von
Arten beiden Gebieten gemeinsam sind, was wohl auf die schmale
Landbrücke zwischen denselben zurückzuführen sein dürfte, die mit
ihrem gebirgigen Terrain auf die Verbreitung von Arten der Ebene
hemmend wirkte.
Daß die Fauna von Chile zum Teile ganz andere Formen auf-
weist und sich öfter an die paläarktische und nearktische Fauna
anschließt — es tritt dies hauptsächlich bei den Aleocharinen hervor
— wurde bereits früher festgestellt.
984 Dr. Max Bernhaner:
Indem ich allen Herren, die mich bei meiner Arbeit unter-
stützten, meinen Dank sage, gebe ich nunmehr eine nach dem
System geordnete Aufstellung und Beschreibung der von mir fest-
gestellten neuen Gattungen und Arten:
Tribus: Piestini.
Calocerus obscuricollis nov. spec.
Piceus, elytris pedibusque rufulis, subnitidus, capite thoraceque
subopacis, antennis sat elongatis, articulis mediis haud, penultimo
parum transversis. Long. 3,5 mm.
Brasilien: Ohne nähere Fundortangabe (Bang Haas). Durch
die ziemlich verlängerten Fühler ausgezeichnet. Ganz von der Ge-
stalt des Calocerus punctatoplicatus Solsky, fast dreimal größer,
dunkler gefärbt und weiters in nachfolgenden Punkten verschieden:
Der Kopf ist breiter, deutlich breiter als der Halsschild, feiner und
weitläufiger punktiert, viel matter, nur auf der Scheibe etwas
glänzend, die Schläfen deutlich länger; die Fühler viel länger, das
das 3. und 4. Glied kaum quer, die folgenden so lang oder gar
etwas länger als breit, das 10. kaum breiter als lang. Der Hals-
schild kürzer und breiter, nach rückwärts weniger verengt, matter
und namentlich in der Mitte weitläufiger punktiert; die Flügeldecken
weniger glänzend, stärker und etwas dichter punktiert, auch die
Punktierung des Abdomens scheint mir gröber und etwas gedrängter
zu sein.
Calocerus nitens nov. spec.
Obseure-rufus, nitidus, convexus, pedibus dilute rufis; antennis
crassis, articulis mediis modice transversis; elytris quam thorace
parum longioribus. Long. 2,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Von der Größe, der Gestalt und Farbe des C. punctatoplicatus,
aber deutlich gewölbter, robuster, ziemlich glänzend.
Kopf deutlich schmäler als bei der genannten Art, kaum so
breit als der Halsschild, etwas weitläufiger punktiert. Fühler länger
aber nicht so lang als bei obscuricollis, die mittleren Fühlerglieder
bis zum 10. zwar deutlich, aber nur schwach quer. Halsschild im
Verhältnis zu den Flügeldecken breiter, kürzer, gewölbter, gröber
aber weitläufiger punktiert als bei punctatoplicatus. Flügeldecken
nur wenig länger als der Halsschild, nicht länger als breit, gröber
und dichter punktiert, gewölbter. Hinterleib gewölbter, mehr
cylindrisch, gröber aber viel weitläufiger punktiert.
Calocerus nitidus nov. spec.
Piceus, nitidus, elytris pedibusque rufis; antennis crassis,
brevibus, articulis mediis valde transversis, corpore antico parce
punctato. Long. 2,4 mm.
Paraguay (Drake).
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika, 285
Ebenfalls mit C. punctatoplicatus Solsky nahe verwandt, von
demselben durch die spärliche Punktierung des Vorderkörpers leicht
zu trennen:
Der Kopf ist breiter, aber dabei weniger kurz mit stärker ver-
rundeten Hinterecken, nur einzeln punktiert, glänzend glatt, wie
poliert. Die Fühler sind ähnlich gebildet, Unterschiede nicht be-
merkbar. Halsschild etwas breiter und kürzer, viel weitläufiger
punktiert, längs der Mittellinie sind nur 3 Punktpaare vorhanden,
von denen das mittlere viel stärker ausgebildet ist und dem hinteren
Paare viel näher steht als dem vorderen. Flügeldecken viel glänzen-
der und viel weitläufiger punktiert; zwischen der nur schwach aus-
gebildeten Mittelrippe und der Naht befinden sich nur vorn 4 und
hinten 2 in je einer Reihe stehende Punkte, während bei punctato-
plicatus eine größere Anzahl (ca. 11) ersichtlich sind. Der Hinter-
leib endlich ist deutlich gröber und dichter punktiert.
Calocerus Klimschi nov. spec.
Rufocastaneus, sat depressus, minimus angustulus, nitidus, ab-
domine subopaco; antennis brevibus, elytris parce strigosopunctatis,
unicostatis. Long. 2 mm (abdomine extenso).
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
In der allgemeinen Körperform der vorhergehenden Art eben-
falls ähnlich, jedoch viel kleiner und schmäler.
Kastanienrot, glänzend mit mattem Abdomen. Kopf deutlich
breiter als der Halsschild, quer, vor dem Hinterrande in der Mitte
mit 2 kräftigen, vor denselben mit 2 feinen querstehenden Punkten,
sonst kräftig und weitläufig punktiert. Schläfen deutlich, ungefähr
halb so lang als der von oben sichtbare Augendurchmesser. Fühler
kurz, die mittleren Glieder bis zum 10. stark quer. Halsschild
schmäler als die Flügeldecken, so lang als breit, nach hinten stark
verengt, an den Seiten kräftig und ziemlich dicht, auf der Scheibe
weitläufig punktiert, in der Mittellinie schmal unpunktiert, vor der
Basis mit zwei gröberen Punkten.
Flügeldecken viel länger als der Halsschild, viel länger als
breit, die Längsrippe schwach entwickelt, innerhalb derselben vorn
hinter dem Schildchen mit 3 Längsstrichelchen, auf der hinteren
Hälfte nur neben der Rippe mit einer Reihe dicht an einander ge-
drängter feiner Punkte. Hinterleib sehr grob narbig und dicht
punktiert, nur in der Mitte des Hinterrandes der einzelnen Segmente
geglättet und daselbst etwas glänzend,
Ein einziges von Herrn Pfarrer Klimsch erhaltenes Stück.
Thoracophorus nitidus now. spec.
Obscure rufo-piceus, nitidus, pedibus rufis; capite minimo, thorace
fere duplo angustiore; thoracis lateribus quadri-dentatis; elytris ab-
domineque nitidis, fere laevibus. Lang. 2 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
286 Dr. Max Bernhaner:
Unter allen Arten durch den stark glänzenden Körper, außer-
dem durch kleinen Kopf ausgezeichnet; ich begründe für diese Art
das neue Subgenus Stilbogastrus. Dunkelrötlich, pechfarben, Hinter-
leib namentlich gegen die Spitze heller, Beine rot.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, mit 4 kräftigen Längs-
kielen, zwischen denselben unpunktiert, glänzend. An den Fühlern
ist das 1. Fühlerglied verdickt, kurz, das 2. schmäler und kürzer
als das 1., so lang als breit, das 3.—7. gleichgebildet, viel schmäler
und kürzer als das 2., quer, eng an einander gedrängt; die übrigen
fehlen bei dem einzigen vorliegenden Exemplare. Halsschild schmäler
als die Flügeldecken, quer, wenig glänzend, an den Seiten mit
4 starken Zähnen, von denen zwei sich in den Ecken befinden. In
der Mittellinie befindet sich vorn eine größere, hinten eine
schwache Grube, welche von Wülsten eingeschlossen sind, zu beiden
Seiten befinden sich je zwei dicke, kielförmige gebogene Wülste,
zwischen denen die Oberfläche sehr zart gerunzelt ist. Flügeldecken
etwas länger als der Halsschild, jede mit 4 kräftigen Längsrippen,
zwischen denselben glänzend glatt, unpunktiert. Abdomen nach
hinten deutlich zugespitzt, an der Basis äußerst zart gerunzelt, sonst
glatt, fast unpunktiert, am 1. freiliegenden Tergit mit 2, am 2. mit
einem Seitenkielchen, auf den folgenden an deren Stelle mit einem
kleinen Grübchen.
Pholidus Ganglbaueri nov. spec.
Nigerrimus, opacus, minus dense squamosus; capitis tuberculo
frontali parvulo; antennis valde elongatis, articulo primo clavaque
longissimis, angustis. Long. 2 mm,
Brasilien: Blumenau (Hetschko 1889).
Mit Pholidus insignis Muls. et Rey nahe verwandt, aber in
folgenden Punkten verschieden:
Die Beschuppung der Oberseite ist viel spärlicher, die einzelnen
Schuppen viel kleiner, so daß die tiefschwarze Grundfärbung und
die Skulptur stärker hervortritt. Der Kopf ist flacher, die mittlere
Stirnbeule viel kleiner und weniger erhoben, der Halsschild etwas
schmäler und die Flügeldecken ein wenig länger, am auffallendsten
ist jedoch die Fühlerbildung verschieden. Die Fühler sind nämlich
außerordentlich verlängert, das erste Glied fast viermal so lang als
breit, schmal, unbeschuppt, in der Mitte kaum erweitert, fast eylindrisch,
das 2. Glied doppelt so lang als breit, dicker als das dritte, das
3. bis 8. Glied sehr dünn, das 3. wenig länger als das 2., das 4.
etwas kürzer als das 3., das 5. viel länger als das 4., das 6. fast
nur halb so lang als das 5., das 7. fast gleich lang dem 6., das
8. viel kürzer und wenig dicker als das 7., das 9. bis 11. eine
schwach abgesetzte Keule bildend, die einzelnen Glieder kaum
breiter als lang.
Ein einziges Exemplar in der Sammlung des k. k. natur-
historischen Hofmuseums in Wien.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 2387
Tribus: Oxytelinr.
Apocellus opacus nov. spec.
Parvus, fusco-niger, antennarum basi apiceque rufotestaceis,
pedibus testaceis, femoribus infuscatis; capite thorace elytrisque
opacis, abdomine nitido; elytris thorace fere brevioribus. Long. 2 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Jedenfalls mit dem mir unbekannten Apocellus sordidus Shrp.
am nächsten verwandt, jedoch schon durch viel kürzere Flügel-
decken und die Geschlechtsauszeichnung des g' verschieden.
Kopf fast breiter als der Halsschild, deutlich länger als breit,
ganz matt chagriniert, ohne Punktierung; Fühler gegen die Spitze
verdickt, die vorletzten Glieder schwach aber deutlich quer. Hals-
schild so lang als breit, nach rückwärts mäßig verengt, wie der
Kopf chagriniert, matt. Flügeldecken nicht länger als der Hals-
schild aber etwas breiter, nach hinten schwach erweitert, voll-
ständig mattchagriniert und außerdem weitläufig und sehr flach,
schwer erkennbar punktiert und dünn behaart. Abdomen nach
rückwärts erweitert, ziemlich glänzend, sehr fein und weitläufig
punktiert.-
Beim g' ist das 6. Sternit der ganzen Breite nach sehr tief
bogenförmig ausgeschnitten, die Seiten des Ausschnittes in starke
spitze Zähne nach hinten gezogen; letztere tragen Hautlappen.
Ein einziges J'.
Apocellus argentinus nov. spec.
Castaneo-testaceus, nitidissimus, impunctatus, antennispedibusque
testaceis; capite postice subtruncato, thorace subgloboso, elytris hoc
longioribus, antennis breviuseulis. Long. 3,5 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Von Apocellus laevis Shrp., dem die Art sehr nahe steht, in
nachfolgenden Merkmalen verschieden: Der Kopf ist deutlich kürzer,
hinten breiter verrundet, an der Basis deutlicher abgestutzt, die
Fühler kürzer und stärker verdickt, die vorletzten Glieder deutlich
quer; das Halsschild deutlich länger und schmäler, die Flügeldecken
länger und breiter, um ein gutes Stück länger als der Halsschild.
2 anscheinend weibliche Exemplare.
Apocellus longipennis nov. spec.
Praecedenti proximus; differt elytris multo longioribus, thorace
minus globoso, antennis longioribus. Long. 2,6 mm (abdomine
contracto).
Paraguay (Drake).
Mit der vorhergehenden Art sehr nahe verwandt und von
derselben nur durch längere Fühler, nicht quere vorletzte Fühler-
glieder, kürzeren Kopf, etwas kürzeren, weniger kugeligen Hals-
schild mit weniger gerundeten Seiten und namentlich durch viel
längere Flügeldecken verschieden. Durch letzteres Merkmal dem
288 Dr. Max Bernhauer:
Ap. mendozanus ähnlich, jedoch mit dickeren kürzeren Fühlern und
kleinerem weniger trapezförmigen Halsschild.
Apocellus parvipennis nov. spec.
Castaneo-testaceus, nitidissimus, impunctatus, antennis pedibusque
testaceis; capite postice subtruncatus, thorace subgloboso, elytris
hoc non longioribus, antennis longiusculis. Long. 2,5—2,8 mm.
Paraguay (Drake).
Ebenfalls mit Ap. laevis Shp. nahe verwandt, kleiner der Kopf,
hinten schwach abgestutzt, die Hinterecken in viel weniger flachem
Bogen verrundet, deutlich etwas kürzer; die Fühler kaum ver-
schieden; der Halsschild etwas schmäler, nach hinten stärker und
geradliniger verengt, die Flügeldecken schmäler und fast kürzer als
der Halsschild, der Hinterleib meist an der Basis stärker ver-
schmälert.
Beim g' ist der Hinterrand des 6. Sternites breit und flach aus-
geschnitten, der Ausschnitt mit einer häutigen Membran ausgefüllt.
Thinobius bacıllus nov. spec.
Niger, opacus, antennis infuscatis, basi pedibusque testaceis;
capite thorace multo angustiore, non transverso, antennis brevibus;
thorace longitudine parum latiore. Long. 1 mm.
Paraguay (Drake).
In der Körpergestalt dem atomus Fauv. sehr ähnlich, in der Größe
zwischen diesem und dem minutissimus Fauv. in der Mitte stehend,
die Fühler noch kürzer als bei diesem, die vorletzten Glieder stark
quer, das 5. größer als die einschließenden. Kopf fast länger als
bei atomus, fast länger als breit; der Halsschild ist viel weniger
quer als bei atomus Fauv., nur wenig länger als breit, der Hinterleib
weniger dicht punktiert, stärker glänzend als bei diesem.
Trogophloeus pauloönsis nov. spec.
Niger, subnitidus, latus, pedibus piceis, thorace basin versus
curvatim impresso elytrisque sat fortiter, modice dense punctatis;
antennis longiusculis. Long. 3,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
In die arcuatus-Gruppe gehörig (Subg. Carpalimus), hier dem
Tr. brasilianus m. recht ähnlich aber in nachfolgenden Punkten
von demselben sicher specifisch verschieden:
Die Färbung ist etwas weniger dunkel, was an den Beinen und
Fühlern stärker hervortritt, der Kopf etwas schmäler und kleiner,
die Stirnfurchen tiefer und schärfer ausgeprägt. Die Fühler um
vieles länger und schlanker, die mittleren Glieder doppelt so lang
als breit, die vorletzten nicht quer. Halsschild im Verhältnis zu
den Flügeldecken größer, etwas gröber und weniger dicht und
weniger tief punktiert; Flügeldecken kürzer, kaum so lang als breit,
viel stärker und weitläufiger, fast genau wie bei arcuatus punktiert.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 289
Trogophloeus hovinus nov. spec.
Niger, subopacus, thorace dilutiore, elytris sordide rufo-
testaceis, antennarum basi pedibusque rufo-testaceis, antennarum
articulis penultimis vix transversis, oculis maximis; thorace dorso bi-
impresso, elytris subtilissime densissime punctatis. Long. 2,5 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
In die Nähe des obesus Kiesw, gehörig, wit größerem Kopfe,
größeren Augen und viel dichterer Punktierung.
Schwarz, das Halsschild etwas lichter, die Flügeldecken dunkel-
rötlichgelb, die Wurzel der bräunlichen Fühler und die Beine
hellgelb.
Kopf nur wenig schmäler als der Halsschild, äußerst fein
punktiert-chagriniert, die Augen sehr groß, die ganzen Kopfseiten
einnehmend. Fühler ziemlich lang, die mittleren Glieder länger,
die vorletzten so lang als breit. Halsschild viel schmäler als die
Flügeldecken, nach rückwärts stark verengt, deutlich quer, auf der
hinteren Hälfte mit 2 ziemlich tiefen Längseindrücken, sehr fein und
sehr dicht punktiert, wenig glänzend. Flügeldecken viel länger als
der Halsschild, sehr fein und äußerst dicht punktiert. Hinterleib
äußerst fein und dicht punktiert.
2 Exemplare.
Trogophloeus argentinus nov. spec.
Niger, antennis totis pedibusque testaceis; oculis maximis;
antennarum articulis penultimis valde transyersis; thorace opaco,
alutaceo, sine impressionibus, elytris minus subtiliter dense punctatis.
Long. 1,5—1,3 mm.
Argentinien: Chaunar-Region.
Dem Trog. globicollis Epp. ungemein nahestehend, nur in nach-
folgendem verschieden:
Die Fühler sind viel heller gefärbt, meist ganz hellgelb, der
Kopf im Verhältnis zu dem Halsschilde größer, die Flügeldecken
etwas kürzer, am Hinterrande meist gelblich, viel stärker und viel
weniger dicht punktiert, stärker glänzend.
Sonstige Unterschiede konnte ich nicht feststellen.
Eine Reihe von Exemplaren.
Trogophloeus subdenticeulatus nov. spec.
Niger, parallelus, thorace piceo, opaco, elytris laete rufis,
antennis laete brunneis, brevibus, basi pedibusque testaceis; oculis
parvis, temporibus longis, thoracis lateribus subtiliter sed acute
tridentieulatis. Long. 2,5 mm.
Paraguay (Drake).
Durch die kleinen Augen und die Zähnelung der Halsschild-
seiten in der Taenosoma-Gruppe leicht kenntlich.
Kopf so breit als der Halsschild, groß, quer, ohne deutliche
Eindrücke, matt chagriniert; Augen klein, nicht vortretend, die
Arch, f, Natuigesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.3. 19
290; Dr. Max Bernhauer:
Schläfen länger als ihr halber Längsdurchmesser. Fühler kurz,
die mittleren Glieder breiter als lang, die vorletzten stärker quer,
das 5. größer als das 4. und 6., Halsschild schmäler als die Flügel-
decken, matt chagriniert mit 2 schwachen Längseindrücken auf der
hinteren Hälfte, an den Seiten nach rückwärts verengt, in der
apicalen Hälfte mit 3 feinen aber scharfen Zähnchen, von denen
sich eines an den Vorderecken, eines in der Mitte und das 3. näher
der letzteren befindet. Flügeldecken viel länger als der Halsschild,
mäßig fein und dicht punktiert. Hinterleib äußerst fein und dicht,
hinten weitläufiger punktiert, ziemlich glänzend.
Oxytelodes nov. gen.
'- Corpus elongatum, depressum, opacum. Antennae subeclavatae,
articulis 5—10 multo latioribus quam 3. Caput sat elongatum,
parum transversum, late excavatum, lateribus acute carinatis,
angulis posticis acutis. Palpi maxillares 4 articulati, quarto tertio
longitudine subaequali,subulato. Thorax transversum, parum concavum,
angulis posticis prope marginem posteriorem exeisis. Elytra paulo
concava, lateribus elevatis carinatis. Abdomen latum, lateribus valde
dilatatis. Prothoracis stigmata occulta. Coxae intermediae distantes.
Tibiae vix spinulosae. Tarsi triarticulati, simplices.
Die neue Gattung unterscheidet sich von Oxytelus durch den
concaven flachen Körper, Jie kielförmige seitliche Begrenzung des
Kopfes und der Flügeldecken, die stark erweiterten Seiten des Ab-
domens und die scharfen Hinterwinkel des Kopfes, sowie durch die
Bewaffnung der Schienen; diese besitzen nämlich nicht die langen,
+ weitläufig gestellten spießförmigen Dorne wie bei Oxytelus,
sondern sind bei Lupenvergrößerung nicht erkennbar bedornt.
Unter dem Mikroskope erscheinen dieselben mit äußerst kurzen und
ziemlich stumpfen Dörnchen dicht, wie geschoren, besetzt. Die
Seiten des Hinterleibes sind sehr breit abgesetzt, und an jedem
einzelnen Segmente winkelig vorgezogen. Von Delopsis und Oxyte-
lopsis unterscheidet sich die neue Art durch die Schienen- und
Tarsenbildung und die kielförmige seitliche Begrenzung des Körpers
hinlänglich. Bisher ist mir als Vertreter dieser Gattung nur die
folgende Art bekannt geworden.
Ozxytelodes Holdhausi nov. spec.
Sordide-testaceus, opacus, abdomine nitidulo, capite, abdominis
linea media infuscatis, antennis nigritulis, articulis 4 primis, ore
pedibusque laete testaceis.- Capite thoraceque impunctatis, densissime
strigosulo-alutaceis, elytris subtiliter densius punctatis. Long. 3,5 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
Schmutzig-gelb, der Kopf und die Mittellinie des Abdomens
angedunkelt, die Fühler schwärzlich, die 4 ersten Glieder, der Mund
und die Beine hellgelb. Kopf etwas schmäler als der Halsschild,
kaum breiter als lang, schwach ausgehöhlt, äußerst dicht ge-
strichelt chagriniert, mit stark erhobenem Vorderrande, welcher
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 291
in der Mitte abgestutzt ist und sodann schief nach rückwärts
divergierend sich vor den Augen mit den gekielten Seitenrändern
vereinigt; diese selbst divergieren stark nach rückwärts, die Hinter-
ränder sind scharf und ragen über den Seitenrand seitwärts vor.
Der Hinterrand ist in der Mitte ausgebuchtet und zieht seitwärts
gerundet zu den etwas nach vorne gerückten Hinterecken. Die
kleinen Augen sind teilweise durch den Seitenrand verdeckt. Fühler
ziemlich lang, das erste Glied keulig verdickt, das 4. klein, kugelig,
die folgenden viel breiter als lang, schwach ausgehöhlt, äußerst
fein und äußerst dicht chagriniert gestrichelt, an den Seiten unregel-
mäbig schwach gebuchtet, nach rückwärts verengt, die Hinterecken
längs des Hinterrandes ausgeschnitten, neben der Mittellinie mit
zwei feinen nach vorn divergierenden Längskielen, zwischen diesen
und dem Seitenrande mit je einem viel schwächeren und zarteren
Längskiel. Flügeldecken so lang als der Halsschild, zusammen
stark quer, an den Seiten stark kielförmig erhoben, auf der Scheibe
schwach ausgehöhlt, fein und ziemlich dicht punktiert, im Grunde
ähnlich wie der llalsschild längsgestrichelt, matt. Hinterleib ziem-
lich glänzend, schwach ausgehöhlt, an der Wurzel der 3 ersten
vollkommen freiliegenden Dorsalsegmente bogenförmig quer ein-
gedrückt, äußerst fein und ziemlich weitläufig, hinten spärlich
punktiert.
Ich widme vorstehende ausgezeichnete Art meinem lieben
Freunde Herrn Dr. Holdhaus am naturhistorischen Hofmuseum in
Wien.
Oxytelus subnitidus nov. spec.
Niger, subnitidus, elytris brunneis, pedibus, albidis; capite
magno, alutaceo, opaco; thorace profunde trisulcato, elytris dense
stıigosis, Long. 2,5 mm.
Brasilien: S. Paulo, Estacao Raiz da Serra, Ihering, 15. 6. 07.
Von Oxytelus nitidulus Grvh, dem die Art nahe verwandt, ist
in folgenden Punkten verschieden:
Kopf breiter, nach rückwärts nicht erweitert, flacher nieder-
gedrückt, die Stirnfurchen breiter und tiefer und weiter nach hinten
reichend, die Oberfläche außer 2 Punkten am Scheitel unpunktiert,
matt chagriniert. Halsschild etwas kürzer, die Dorsalfurchen viel
tiefer, die ganze Halsschildlänge durchziehend, die Längskiele deut-
licher und schmäler, die Seiteneindrücke größer und tiefer. In der
Skulptur der Flügeldecken und des Hinterleibes ist kein besonderer
Unterschied festzustellen.
Oxytelus quinquesulcatus nov. spec.
Piceus, sat nitidus, elytris testaceis, antennis obscuris, basi
pedibusque testaceis; capite trifoveolato, thorace profunde quinque-
sulcato, elytris subtiliter parce strigosopunctatis. Long. 2,2 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
19*
292 Dr. Max Bernhaner:
In der Körpergestalt ebenfalls dem Oxytelus nitidulus Grvh.
ähnlich, von derselben Größe, viel feiner skulptiert, durch die
Skulptur des Halsschildes ausgezeichnet.
2 Kopf viel schmäler als der Halsschild, nach hinten etwas
verengt, mit vorstehenden Augen und kurzen Schläfen, stark quer,
hinter den Fühlerwurzeln mit je einem matten runden Grübchen,
am Scheitel mit einem kurzen tiefen Längseindruck, glänzend, fein
und weitläufig punktiert. Fühler kurz, die vorletzten Glieder stark
quer. Halsschild mehr als um die Hälfte breiter als lang, mit
5 tiefen Längsfurchen, von denen die 3 mittleren die ganze Länge
des Halsschildes einnehmen, während die seitlichen nach rückwärts
etwas verkürzt sind, neben den Seitenrändern mit einem schwachen
Eindruck, überall fein und weitläufig mit länglichen Punkten be-
setzt. Flügeldecken so lang als der Halsschild, fein und wenig
dicht, längsgestrichelt punktiert, wie der Halsschild ziemlich glänzend.
Hinterleib wenig glänzend, erloschen punktiert.
1 einziges 9.
Oxytelus Barbiellinii nov. spec.
Nigerrimus, nitidissimus, elytris testaceis, basi lateribusque
nigricantibus, pedibus piceo-testaceis; capite subtiliter thoraceque
subtiliter sed acute trisulcatis, fere planis, subtilissime parce
punctatis. Long. 3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Etwas an Plathysthetus arenarius erinnernd. Ziemlich klein,
tiefschwarz, stark glänzend, die Flügeldecken außer den Seiten und
der Basis hellgelb, die Beine gelblich mit dunkleren Schenkeln.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, doppelt so breit als lang,
an den Seiten parallel, oben fast eben mit 2 feinen langen Längs-
furchen, ein Scheitelgrübchen kaum angedeutet, sehr fein und weit-
läufig punktiert. Fühler kurz, die vorletzten Glieder stark quer.
Halsschild kaum schmäler als die Flügeldecken, um die Hälfte
breiter als lang, fast eben, mit 3 feinen aber scharfen Furchen auf
der Scheibe, von denen die mittlere in der Mitte etwas unterbrochen
ist, neben dem gleichmäßig gerundeten Seitenrande in der Mitte
mit einem Grübehen, sehr fein und spärlich, an den Seiten, stärker
und dichter punktiert. Flügeldecken etwas länger als der Hals-
schild, fein und weitläufig punktiert. Hinterleib glänzend, sehr fein,
fast erloschen und spärlich, hinten fast gar nicht punktiert.
Ein einziges anscheinend weibliches Stück.
Anancosorius nov. gen.
Genus Osorio valde affınis, sed thoracis lateribus non mar-
ginatis facillime distinguendum. Palporum maxillarium articulo
ultimo triplo fere longiore quam praecedente, hoc brevissimo.
Caput et thorax densissime altucea, opaca, brevissime densissime
pubescentia.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 293
In der Körperform und in den meisten Merkmalen stimmt die
neue Gattung mit Osorius im wesentlichen überein, ist jedoch durch
die außerordentlich feine und dichte Skulptur des Kopfes und
Halsschildes, welche dadurch vollständig matt ohne den geringsten
Schimmer sind, und die dichte Behaarung dieser Körperteile und
besonders durch den an den Seiten gleich dem Hinterleibe nicht
gerandeten Halsschild stark abweichend und wohl gewiß generisch
zu trennen. Eine mikroskopische Untersuchung der Mundteile und
der anscheinend fünfgliedrigen Tarsen konnte ich mit Rücksicht
auf das einzige bisher vorliegende Exemplar nicht vornehmen.
Anancosorius Klimschi nov. spec.
Minor, niger, opacus, antennis testaceis, pedibus sordide-
testaceis; capite thoraceque elongatis, alutaceo-opacis, impunctatis,
elytris subtiliter, abdomine sat fortiter asperato-punctatis. Long.
9,9 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
Kopf mit den Augen fast breiter als der Halsschild, außer-
ordentlich dicht matt gewirkt, ohne Punktierung, der Clypeus an
den Seiten in 2 starke vorragende Zähne ausgezogen, etwas länger
als breit. Fühler kurz, ihre vorletzten Glieder mehr als doppelt
so breit als lang. Halsschild verkehrt trapezförmig, nach rückwärts
stark und geradlinig verengt, länger als breit, ohne Seitenrand,
ebenso wie der Kopf sculptiert und behaart. Flügeldecken etwas
länger als der Halsschild, fein und dicht körnig punktiert. Hinter-
leib viel kräftiger und dichter als die Flügeldecken körnig punktiert.
Osorius peruvianus nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, capite alutaceo, sat nitido, sat fortiter,
modice parce punctato; thorace transverso, marginibus lateralibus
postice sat dilatatis, sat fortiter modice parce punctato, vix alutaceo;
elytris nitidissimis, subtilissime parce rugulosis, subtiliter parce
punctatis. Long. 11 mm.
Peru: Ohne nähere Fundortangabe.
In der Punktierung und Chagrinierung des Kopfes dem
O. puncticeps Shrp. ziemlich ähnlich, jedoch um die Hälfte größer,
die Kopfpunktierung ist viel weitläufiger, die des Halsschildes stärker
und dichter, die der Flügeldecken weitläufiger.
Kopf deutlich chagriniert, mäßig stark und mäßig dicht punktiert,
vorn doppelt gebuchtet, die Seiten wenig vorragend, gerundet.
Halsschild beträchtlich breiter als lang, nach rückwärts verschmälert,
die Seitenränder hinter der Mitte breit abgesetzt, vor den Hinter-
ecken mit einem Längseindruck, in der Mittellinie hinter der Mitte
mit einer erloschenen Mittelfurche, kaum chagriniert, mäßig kräftig
und mäßig weitläufig punktiert. Flügeldecken länger als der Hals-
schild, auf der Scheibe je mit einem Längseindruck, fein und weit-
läufig gerunzelt und fein und weitläufig punktiert, glänzend. Ab-
domen glänzend, unpunktiert.
Ein einziges Exemplar.
294 Dr. Max Bernhaner:
Osorius latimargo nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, antennis pedibusque piceis; capite thoraceque
vix alutaceis, nitidissimis, subtilissime parce punctatis; elytris densius
rugulosis. Long. 10 mm.
Peru: Ohne nähere Fundortangabe.
Osorius latimargo Faur. ıi. 1.
Der vorigen Art sehr nahestehend, etwas kleiner, der Kopf
deutlich länger, glänzender, nicht chagriniert, viel feiner und weit-
läufiger punktiert; der Halsschild ebenfalls länger, sehr fein und
weitläufig punktiert; die Flügeldecken sind im Gegensatz hierzu viel
kräftiger und dichter punktiert und kräftig und dicht gerunzelt.
Ich erhielt 2 Stücke dieser Art unter dem obigen Namen von
Herrn Bang-Haas.
Eines dieser Exemplare zeigt am Halsschild eine deutliche
Chagrinierung, derKopf ist jedoch auch bei diesem Stücke spiegelblank.
Osorius laevicollis nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, antennis pedibusque piceis; capite antice
subtruncato, minus subtiliter modice parce punctato, vix alutaceo;
thorace subtilissime parcissime punctato; elytris subtiliter dense
rugulosis, minus nitidis, abdomine fere impunctato. Long. 7,5 mm.
Bolivia: Mapiri (Bang-Haas).
Doppelt so klein als die vorigen Arten, durch die äußerst feine
und spärliche Punktierung des Halsschildes sehr ausgezeichnet.
Kopf vorn abgestutzt und flach der ganzen Breite nach aus-
gerandet, nur bei stärkster Lupenvergrößerung erkennbar punktiert,
mäßig fein und mäßig weitläufig punctiert. Halsschild fast so lang
als breit, nach hinten geradlinig verengt, mit stark abgesetzter
Seitenrandkehle, der Eindruck vor ‘den Hinterecken ziemlich
schwach, hinter der Mitte mit kurzer erloschener Mittelfurche,
äußerst fein und nur ganz spärlich punktiert und äußerst zart
chagriniert. Flügeldecken wenig länger als der Halsschild, ziemlich
dicht gerunzelt und dazwischen ziemlich kräftig aber flach punktiert.
Hinterleib fast unpunktiert, glänzend.
Ein einziges Exemplar.
Osorius dentatus nov. spec.
Nigerrimus, subnitidus, antennis pedibusque rufopiceis; capite
antice bidentato, antice alutaceo, subopaco, postice glaberrimo
nitidissimo, obsoleto punctato; thorace nitido, vix alutaceo, subtiliter
densius punctato, elytris alutaceis, subopacis, abdomine subtilissime
punctato. Long. 6,5 mm.
Bolivia: Mapiri.
Durch den zweizähnigen Clypeus und den Gegensatz der
Punktierung am Kopfe und Halsschild und die chagrinierten Flügel-
decken leicht kenntlich.
Kopf vorn an den Seiten in je einen kräftigen Zahn vorgezogen,
mit Ausnahme des rückwärtigen spiegelglänzenden, scharf ab-
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 295
geerenzten Teiles dicht chagriniert, schwach glänzend, erloschen
punktiert, hinten in der Mitte unpunktiert, an den Seiten dicht ge-
runzelt-punktiert. Halsschild etwas breiter als lang, mit obtusen
Hinterwinkeln, die Seitenrandkehle hinten breit abgesetzt, der Ein-
druck vor den Hinterecken erloschen, oben ziemlich stark gewölbt,
mit erloschener kurzer Mittelfurche fein und verhältnismäßig dicht
punktiert, stark glänzend, selbst bei scharfer Lupenvergrößerung
kaum mit Andeutung einer Chagrinierung. Flügeldecken mit Aus-
nahme der Basis und der Partie um das Schildchen dicht chagriniert,
ziemlich matt, vereinzelt erloschen punktiert, der Eindruck auf der
Scheibe in zwei erloschene Längsgrübchen aufgelöst. Hinterleib
deutlich chagriniert, sehr fein und spärlich punktiert.
Ebenfalls nur ein Exemplar.
Osorius neotropicus nov. spec.
Nigerrimus, antennis pedibusque rufo-piceis; capite alutaceo,
fortins parce punctato; thorace non alutaceo, biseriatim, praeter
series parce punctato, lateribus rectis, posterius aequaliter angustato.
Long. 5,5 mm.
Brasilien: Rio Grande do Sul.
Nach der Beschreibung muß diese Art infolge der Punktierung
des Halsschildes dem Osorius parvulus Scriba nahe stehen, sich
jedoch von demselben durch den Mangel der durchgehenden un-
punktierten Mittelpartie des Kopfes, den glänzenden nur äußerst
fein lederartig gewirkten Halsschild und die von vorn nach hinten
gleichmäßig gerade verengten Seiten des Halsschildes leicht unter-
scheiden lassen.
Kopf dicht und deutlich chagriniert, ziemlich kräftig und mäßig
weitläufig punktiert, vorn und hinten längs der Mitte unpunktiert.
Halsschild so lang als breit, an den Seiten continuierlich verengt,
jederseits der unpunktierten Mittellinie mit einer Reihe von 7—8
ziemlich kräftigen Punkten außerhalb derselben ungleichmäßig spär-
lich, gegen die Seiten zahlreicher punktiert; Flügeldecken deutlich
gerunzelt, flach und wenig dicht punktiert. Hinterleib weniger
glänzend als der Vorderkörper, kräftiger und dichter als dieser
punktiert. Die Seitenrandkehle des Halsschildes fast bis hinten
schmal abgesetzt, der Eindruck vor den Hinterecken aber bis zum
Seitenrande reichend, so daß knapp vor den Hinterecken der Seiten-
rand etwas verflacht erscheint.
Ich erhielt ein Exemplar dieser Art als Osorius erassus Shrp.,
von welchem sich jedoch die neue Art durch geringere Größe,
schmälere Gestalt, größeren Glanz, weitläufiger punktierten, an den
Seiten mehr geradlinigen Halsschild und nicht chagrinierte, aber
gerunzelte, stärker punktierte Flügeldecken leicht unterscheiden läßt.
Holotrochus laticollis nov. spec.
Piceus, antennis testaceis, pedibus rufo-piceis, corpore antico
nitidissimo, abdomine subnitidulo; capite elytrisque fere impunctatis,
296 Dr. Max Bernhaner:
thorace subtiliter parce punctato; abdomine coriaceo, subtiliter
parcius punctato. Long. 4,5 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
Mit Hol. syntheticus Shrp. nahe verwandt, jedoch, wie ich
glaube, von demselben sicher specifisch verschieden.
Der Körper ist kleiner, die Fühler kürzer, die vorletzten stark
quer; der Kopf ist außerordentlich fein, kaum erkennbar und sehr
spärlich punktiert; der Halsschild ist viel kürzer, die Hinterecken
etwas weniger scharf, die Grube vor derselben tiefer und schärfer,
die Punktierung viel feiner und spärlicher. Die Flügeldecken sind
nur sehr undeutlich punktiert und stellenweise äußerst zart ge-
runzelt; der Hinterleib weniger dicht chagriniert und stärker
punktiert.
Sonstige Unterschiede konnte ich vorläufig nicht feststellen.
Craspedus nov. gen.
A generi Holotrocho capitis marginibus antieis et lateribus
acutis, oculis semi-occultis, thoracis marginibus lateralibus dilatatis,
crenulatis et structura palporum maxillarium facile distinguendus.
Die neue Gattung weicht schon habituell durch den breiten,
an den Seiten breit kehlförmig abgesetzten und gezähnelten Hals-
schild von Holotrochus ab, mit welcher Gattung sie im übrigen
durch ungerandeten Hinterleib, 5gliedrige Hintertarsen und nur
spärlich bedornte Schienen übereinstimmt.
Der Kopf ist im Verhältnis zum Halsschild etwas größer, vorn
abgestutzt, an den Seiten mit je einem kräftigen, breiten, lamellen-
artigen Vorsprung; der Seitenrand des Kopfes vor den Augen bis
zu diesen Lamellen ist scharf und doppelbuchtig; über den Augen
ist der Seitenrand scharf kielförmig aufgeworfen und überdeckt bei
Ansicht von oben einen Teil der Augen. An den Maxillartastern
ist das letzte Glied langgestreckt conisch, mehr als dreimal so
lang als das sehr kurze 2. — Fühler kurz und gedrungen, das
l. Glied lang und schmal, die folgenden kurz, an Breite allmählich
abnehmend, vom 7. Gliede an stark keulig erweitert, die vorletzten
fast doppelt so breit als lang. Die Vorder- und Mittelschienen
tragen an der Apicalhälfte eine Anzahl feiner Dorne. —
Craspedus Iheringi nov. spec.
Piceus, nitidus, antennis pedibusque piceo-rufis; capite thorace-
que sat fortiter densiusque punctatis, hoc valde transverso; elytris
thorace longioribus, impunctatis, subtiliter rugulosis, abdomine sub-
tiliter densius punctato. Long. 4 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Pechschwarz, mit hellerem Abdomen und schmal-rötlichen Hals-
schildseiten, Fühler und Beine rötlich. Kopf glänzend, um ein
gutes Stück schmäler als der Halsschild, ziemlich stark und ziemlich
dicht punktiert, Augen vortretend, klein. Halsschild wenig schmäler
als die Flügeldecken, glänzend, vorn flach ausgeschnitten mit kurz
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 297
vorragenden Vorderecken, an den Seiten gleichmäßig gerundet und
gezähnelt, neben der breiten Seitenrandkehle vor den Hinterecken
mit einer tiefen und scharfen mattchagrinierten Grube, vor derselben
mit einem schrägen Längseindruck, kräftiger als der Kopf und ver-
hältnismäßig dicht punktiert mit unpunktierter Mittellinie. Hinter-
ecken stumpfwinklig. Flügeldecken länger als der Halsschild, kaum
punktiert, aber sehr fein gerunzelt, mäßig glänzend. Hinterleib sehr
dick eylindrisch, dicht chagriniert mit geringem Glanze, fein und
mäßig dicht punktiert.
Am 30. September 1907 unter Baumrinde aufgefunden. Die
Tiere sind nach einer brieflichen Mitteilung Dr. Ihering’s träge und
leicht zu fangen.
Tribus: Steninıt.
Sämtlich zu Hemistenus Motsch mit ungerandetem Abdomen
gehörig. u.
Stenus Moritzi nov, spec.
Nigerrimus, sat brevis, nitidus, antennarum palporum basi
testaceis, pedibus nigris, tibiarum basi abrupte testaceis; parcius
grosse punctatus, capite callis tribus elevatis laevissimis, abdomine
parcissime punctato. Long. 4,3 mm.
Venezuela (Moritz 1858).
Durch kurze Gestalt, ziemlich weitläufige Punktierung und die
charakteristische Färbung der Beine ausgezeichnet.
Tiefschwarz, stark glänzend, die Basalhälfte der Fühler und
Taster und das basale Viertel der Schienen gelb. Kopf etwas
breiter als der Halsschild, mit zwei tiefen Steinfurchen, der
Zwischenraum zwischen denselben und eine kurze Längserhabenheit
ober jeder Fühlerwurzel geglättet. Halsschild viel schmäler als die
Flügeldecken, etwas länger als breit, in der Mitte am breitesten,
nach hinten ausgeschweift, nach vorn gerundet verengt, grob und
wenig dicht punktiert, mit je einer elatten Längserhabenheit hinter
der Mitte in der Mittellinie und jederseits neben der Mittellinie.
Flügeldecken länger als der Halsschild, genau so lang als breit,
quadratisch, die Seiten sanft gerundet, mit vortretenden, stumpf
abgerundeten Schultern. Hinterleib nach rückwärts verschmälert,
an der Basis der einzelnen Segmente tief quer abgeschnürt, sehr
fein und spärlich, wenig sichtbar punktiert.
In der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in
Wien und in meiner eigenen.
Stenus angulipennis nov. spec.
Niger, nitidus, palpis totis, antennis pedibusque testaceis, illarum
apice, tibiarum basi femorumque apice late infuscatis; fortiter dense
punctatus, capite callis tribus elevatis laevissimis, elytrorum angulis
humeralibus acutis, abdomine subtiliter parce punctato. Long. 4 mm.
Paraguay (Drake).
298 Dr. Max Bernhaner:
Schwarz glänzend mit hellgelben Tastern, die Fühler gelb, mit
dunklerer Keule, Beine hellgelb, mit breit bräunlichen Knieen.
Kopf viel breiter als der Halsschild, fast so breit als die Flügel-
decken, mit 2 tiefen Stirnfurchen, kräftig und ziemlich dicht punktiert,
der Zwischenraum zwischen den Furchen stark erhoben, breit und
lang, ebenso wie zwei kleine Längserhabenheiten hinter den Fühler-
wurzeln spiegelglatt. Halsschild fast halb so schmal als die Flügel-
decken, viel länger als breit, in der Mitte fast winkelig erweitert,
vor derselben schwach, hinter derselben stark gebuchtet, seitlich
daselbst eingedrückt, mäßig kräftig und dicht punktiert, hinter der
Mitte mit erloschener glatter Mittellinie. Flügeldecken an der Naht
nur wenig länger als der Halsschild, so lang als breit, die Schulter-
ecken stark vorstehend, stark erhoben und deutlich winkelig, viel
schärfer entwickelt als normal, stärker als der Halsschild und sehr
dicht punktiert. Hinterleib außerhalb der Querfurchen mäßig fein
und mäßig dicht, hinten feiner und weitläufiger punktiert. Beim
g' ist das 6. Sternit fast bis zur Wurzel, zuerst breit, dann plötz-
lich schmäler werdend, ausgeschnitten.
Stenus Darbiellini nov. spec.
Niger, nitidus, antennis palpis pedibusque flavis, antennarum
apice parum infuscatis; capite callis tribus elevatis obsoletioribus
laevissimis; fortiter densius punctatus, thorace lineis tribus elongatis
laevissimis, abdomine subtiliter, sat dense, postice pareius punctato.
Long. 5—-5,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Mit St. operosus Er. nabe verwandt, durch längeren Halsschild,
die seitlichen unpunktierten Flecke desselben und feiner punktierten
Halsschild gewiß verschieden. Schwarz, die ganzen "Taster und
Beine und die Fühler bis auf die angedunkelte Spitze hellgelb.
Kopf breiter als der Halsschild, aber etwas schmäler als der Hals-
schild, ziemlich stark und dicht punktiert, die Stirnfurchen mäßig
tief und ziemlich breit, der Zwischenraum zwischen denselben mäßig
erhoben, nicht scharf, glänzend glatt wie 2 schmale kurze Längs-
beulen ober den Fühlerwurzeln. Halsschild um die Hälfte schmäler
als die Flügeldecken, oblong, in der Mitte erweitert, nach vorn fast
mehr als nach hinten verengt, hinter der Mitte schwach ausgeschweift,
in der Mitte mit fast durchgehender breiter glatter, erhobener Mittel-
linie, seitwärts mit ebensolchen, jedoch hier und da unterbrochenen
Längsschwielen, sonst kräftig und nicht allzu dicht punktiert.
Flügeldecken länger als der Halsschild, mit vortretenden aber etwas
verrundeten Schultern, zusammen etwas länger als breit, kräftiger
als der Halsschild, aber nicht dichter punktiert. Hinterleib an der
Basis der Segmente mäßig eingedrückt, ziemlich fein und ziemlich
dicht, hinten weitläufiger punktiert.
Beim J' ist das 6. Sternit tief dreieckig ausgeschnitten.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 299
Stenus pauloensis nov, SPpec.
Praecedenti valde affinis, sed statura multo minore, capite
minore, elytris parcius, abdomine subtilius parcius punctato, praecipue
antennis multo brevioribus facile distinguendus. Long. 4 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Doppelt so klein und schlanker als der vorige, außerdem in
nachfolgendem verschieden. Der Kopf etwas schmäler, nur mäßig
breiter als der Halsschild; die mittlere Längsschwiele kürzer, die
seitlichen länger; die mittlere glatte Schwiele am Halsschild breiter
und flacher, die seitlichen stärker und weiter unterbrochen, die
Flügeldecken fast kräftiger und weitläufiger punktiert, das Abdomen
feiner und weitläufiger punktiert. Der auffallendste Unterschied be-
steht in der Fühlerbildung.
Während bei Barbiellinii die Fühler sehr lang und schlank, die
mittleren Glieder sehr gestreckt, wohl sechsmal so lang als breit,
die vorletzten noch immer sehr verlängert, doppelt so lang als
breit sind, sind die Fühler bei der gegenwärtigen Art kurz, die
mittleren Glieder doppelt so kurz, die vorletzten kaum länger als
breit.
Stenus tilicacanus nov. spec.
Niger, nitidus, antennis praeter clavam parum infuscatam,
palpis pedibusque testaceis, geniculis angustissime infuscatis; capite
subtiliter parcius, thorace elytrisque fortiter sat dense, abdomine
fortiter parum dense, posterius subtiliter parce punctatis, thorace
linea media abbreviata laevissima. Long. 4 nım.
Peru: Titicacasee (Bang-Haas).
Von den vorigen Arten durch gedrungenere Gestalt, das Fehlen
der mittleren Längsschwiele am Kopfe und der seitlichen Hals-
schildschwielen sowie durch die Punktierung des Abdomens leicht
zu unterscheiden.
Kopf viel breiter als der Halsschild, jedoch etwas schmäler
als die Flügeldecken, ziemlich fein und wenig dicht punktiert, mit
2 mäßigen tiefen und breiten Stirnfurchen und zwei kurzen glänzen-
den Längskielchen vor den Fühlereinlenkungsstellen. Fühler kurz,
die vorletzten Glieder nicht länger als breit, Halsschild nur
mäßig schmäler als die Flügeldecken, nicht viel länger als
breit, stark und ziemlich dicht punktiert, mit abgekürzter geglätteter,
ziemlich breiter Mittellinie. Flügeldecken etwas länger als der Hals-
schild, kräftig und ziemlich dicht punktiert. Abdomen dick eylindrisch,
wenig schmäler als die Flügeldecken, kräftig und ziemlich weit-
läufig, hinten fein und weitläufig punktiert.
Ein einziges Exemplar (2).
Stenus peruvianus nov. spec.
Niger, subnitidus, antennarum palporumque basi, pedibus obscure
rufotestaceis, geniculis infuscatis; capite posterius callis tribus
300 Dr. Max Bernhauer:
minoribus laevissimis, transverse positis, thorace brevi, linea media
abbreviata laevissima, elytris permagnis, thorace duplo fere longioribus
et latioribus. Long. 3 mm.
Peru: Puno (Bang-Haas).
Von allen bekannten südamerikanischen und überhaupt neo-
tropischen Arten dieser Gruppe durch die außerordentlich stark
entwickelten Flügeldecken und die Kopfschwielen ausgezeichnet.
Kopf etwas breiter als der Halsschild, kräftig und sehr dicht
punktiert, am Scheitel mit drei in einer Querreihe gestellten kurzen
glatten Längsschwielen. Fühler kurz, die vorletzten Glieder fast
quer. Halsschild kurz, fast breiter als lang, an den Seiten ziemlich
gleichmäßig gerundet, kräftig und sehr dichtrunzelig punktiert,
hinter der Mitte mit deutlicher glatter Mittellinie. Flügeldecken
doppelt so breit und fast doppelt so lang als der Halsschild, ebenso
wie der Halsschild punktiert. Hinterleib nach rückwärts deutlich
verjüngt, kräftig und ziemlich dicht punktiert, an den Seiten des
ersten freiliegenden Segmentes deutlich gerandet.
Beim {' ist das 6. Sternit breit und tief dreieckig ausgeschnitten.
Tribus: Euaesthetini.
Stenuesthetus Kraatzi nov. spec.
Castaneo-testaceus, antennis pedibusque flavis; capite, thorace
abdomineque subtilissime, elytris subtiliter, omnium dense punctatis,
his nitidulis, illis opacis; thorace elongato, fere cylindrico, elytris
hoc brevioribus. Long. 2 mm.
Paraguay (Drake).
Durch den fast cylindrischen Halsschild, kurze Flügeldecken
und die Skulptur der Oberseite von der 2. südamerikanischen Art
(illatus Shp.) stark abweichend.
Kopf so breit als der Halsschild, mit den Mandibeln fast kreis-
förmig, matt chagriniert und äußerst zart und erloschen, ziemlich
dicht punktiert. Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken,
viel länger als breit, an den Seiten gleichmäßig sanft gerundet,
nach hinten nicht stärker als nach vorn verengt, etwas deutlicher
und viel dichter als der Kopf punktiert, im Grunde matt chagriniert.
Flügeldecken kürzer als der Halsschild, nach rückwärts erweitert,
zusammen quer, hinten winkelig ausgeschnitten, mäßig fein und
dieht punktiert, mäßig glänzend; Abdomen dick, cylindrisch, außer-
ordentlich fein und sehr dicht punktiert chagriniert, matt.
Tribus: Pinophilini.
Taenodema Bang-Haasi nov, spec.
Nigerrimum, capite thoraceque viridibus, elytris cyaneis, ano
rufo-testaceo; capite thoraceque dense grosseque punctatis, illo
spatio frontali transverso angusto laevi, elytris subtiliter parcius
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 301
punctatis, abdominis segmentorum basi dense grosseque punctatis,
apice laevibus. Long. 16 mm.
Peru: Chanchamayo (Bang-Haas).
Durch den Gegensatz der Punktierung sehr ausgezeichnet und
mit keiner der bekannten Arten zu verwechseln.
Abdomen tiefschwarz mit breit hellrotgelber Spitze, Beine und
Fühler ganz schwarz, Kopf und Halsschild grünlich, Flügeldecken
blau, glänzend, ziemlich gleichbreit. Kopf mit groben Augen-
punkten dicht besetzt, dazwischen mit eingestreuten feineren
Pünktchen, am Scheitel mit einem schmalen und langen glänzenden
unpunktierten Querflecken, auf der vorderen Hälfte jederseits Nach
niedergedrückt. Fühler sehr lang und dünn, die vorletzten Glieder
mehr als 3mal so lang als breit. Halsschild quadratisch mit ab-
gerundeten Hinterecken, ebenso grob, aber weniger dicht mit Augen-
punkten besetzt, dazwischen mit feineren Punkten, ein sehr kleiner
Fleck jederseits vor der Mitte, ein solcher hinter der Mitte, längs
der Mittellinie geglättet, vor den Hinterecken weitläufiger punktiert.
Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild, ziemlich fein
und weitläufig, hinten feiner und noch weitläufiger punktiert; Ab-
domen an der Wurzel der Tergite breit quer eingedrückt, daselbst
sehr grob aber flach und sehr dicht punktiert, die Apicalhälfte der
3 ersten vollkommen freiliegenden Tergite ganz unpunktiert bis auf
die Hinterrandpunkte, die der folgenden Tergite und das ganze
8. Tergit, außerordentlich fein und sehr spärlich kaum wahrnehmbar
punktiert, mit einzelnen eingestreuten größeren Punkten.
Zwei 9.
Taenodema Walteri nov. spec.
Nigrum, capite, thorace elytrisque cyaneis, abdominis segmentorum
marginibus laete rufotestaceis; capite fortius, thorace elytrisque
subtiliter dense aequaliter punctatis, abdomine subtiliter eruciatim
punctato, antennis compressis. Long. 17 mm.
Brasilien: Rio de Janeiro (Bom Jesu de Itepaboana, Walter).
Diese Art unterscheidet sich von den übrigen Arten sehr wesent-
lich durch die gleichmäßig dichte Punktierung des Halsschildes und
der Flügeldecken, die seitlich stark zusammengedrückten Fühler und
besonders das in gekreuzten Schrägreihen punktierte Abdomen.
Auch die Färbung des letzteren ist auffallend, indem nämlich die
Hinterränder der einzelnen Tergite und zwar der vorderen
breiter, der hinteren schmäler hell rötlichgelb gefärbt sind. Beine
und Fühler sind ganz schwarz, der Vorderkörper hell blau. Kopf
ziemlich kräftig und dicht, in der Mitte und vorne weitläufig mit
Porenpunkten und außerdem mit sehr feinen eingestreuten Pünktchen
besetzt. Fühler mäßig lang, seitlich stark zusammengedrückt, die
vorletzten Glieder bei breiter Ansicht so lang als breit. Halsschild
viel länger als breit, nach hinten schwach verengt, fein und gleich-
mäßig punktiert. Flügeldecken deutlich länger als der Halsschild,
ähnlich, jedoch an der Basis dichter und feiner punktiert. Hinter-
302 Dr. Max Bernhauer:
leib fein und ziemlich dicht, deutlich in gekreuzten Schrägreihen
punktiert, die Hinterränder der vorderen Tergite sind weitläufiger
punktiert oder ganz geglättet. Der ganze Körper ist mit feiner
gelber Pubescenz und die Seiten mit langen Borstenhaaren ziemlich
dicht bekleidet.
Beim 3 ist das 6. Sternit sehr breit und tief bogenförmig aus-
geschnitten, der Ausschnitt halbkreisförmig mit sehr langen, dicht
kammförmig angeordneten Dornen besetzt.
Ein einziges dJ'.
Ich widme diese ausgezeichnete Art dem Herrn Bürgerschul-
lehrer Karl Walter in Komotau, dessen Güte ich diese und einige
andere neue Arten verdanke.
3
Taenodema laevspenne nov. spec.
Nigerrimum, antennarum palporumque basi rufotestacea, capite
thorace elytrisque viridieyaneis: capite grosse denseque, thorace
minus fortiter inaequaliter, elytris minus fortiter, parce punctatis,
his apice fere laevigatis. Long. 12 mm.
Brasilien: Apiahy (Krug).
Gewiß mit T. filum Shrp. nahe verwandt, jedoch kleiner, die
Skulptur des Halsschildes nach der Beschreibung jedoch anders.
Schwarz, die Wurzel der Fühler und Taster gelbrot, Kopf
bronzegrün, Halsschild bläulichgrün, Flügeldecken grünlichblau.
Kopf mit großen Nabelpunkten und eingestreuten kleineren Punkten,
bis zum Vorderrande sehr dicht besetzt, in der Mitte etwas weniger
punktiert, am Scheitel quer geglättet. Fühler lang, seitlich schwach
zusammengedrückt, die vorletzten Glieder viel länger als breit.
Halsschild länger als breit, hoch gewölbt, nach rückwärts schwach
verengt, mäßig kräftig und dicht, an den Seiten weitläufig punktiert
und mit feinen eingestreuten Pünktchen besetzt, ein Fleck jederseits
vor der Mitte, ein solcher hinter der Mitte längs der Mittellinie und
die Hinterecken und der Hinterrand geglättet. Flügeldecken un-
gefähr um die Hälfte länger als der Halsschild, etwas feiner und
viel weitläufiger, auf der hinteren Hälfte spärlich punktiert, vor dem
Hinterrande geglättet. Abdomen an der Basis der vorderen Tergite
kräftig und dicht punktiert, in der Apicalhälfte derselben geglättet,
hinten fein und spärlich punktiert.
Ein weibliches Exemplar.
Taenodema peruvianum nov. spec.
Nigrum, nitidum, capite, thorace elytrisque cyaneis, antennarum
palporumque basi rufotestacea, capite thoraceque dense grosseque,
elytris parce fortiter punctatis, apice sublaevibus. Long. 9,5 mm
(abdomine extenso).
Peru: Pachitea (Bang-Haas).
Dem Taenodema Bang-Haasi sehr nahestehend, dreimal kleiner,
überdies in nachfolgenden Punkten verschieden: Das Abdomen ist
ganz schwarz, die 2 ersten Fühlerglieder ganz gelbrot, während bei
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 303
Bang-Haasi höchstens die Innenseite dieser Glieder etwas rötlich
sind. Der Kopf etwas schmäler, weniger dicht punktiert mit
schärferen Hinterecken, die Fühler viel kürzer, die vorletzten Glieder
nur wenig länger als breit; der Halsschild etwas kürzer, kräftiger
und etwas dichter, auf der Scheibe ziemlich gleichmäßig punktiert,
mit einem kleinen glatten Löngsfleck vor dem Schildchen, dagegen
sind die Seiten viel weitläufiger punktiert, die Hinterecken breit ge-
glättet. Flügeldecken etwas kürzer, doppelt so stark, aber viel
weitläufiger punktiert, nach hinten zu noch weitläufiger punktiert,
längs des Hinterrandes fast ganz glatt. Hinterleib ähnlich, jedoch
weitläufiger und schwächer punktiert.
Beim g' ist das 6. Sternit der ganzen Breite nach tief halb-
kreisförmig ausgeschnitten.
Ebenfalls nur ein Stück.
Palaminus Barbiellinii nov. spec.
Minimus, testaceus, abdomine testaceo-castaneo, antennis
pedibusque albidis, subnitidulus, capite thoraceque alutaceis, opacis
obsoletissime punctatis. Long. 3,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Durch die Skulptur des Kopfes und des Halsschildes sehr aus-
gezeichnet. Von kleiner Gestalt, gelb, der Hinterleib dunkler,
Fühler und Beine weißgelb.
Kopf so breit als der Halsschild, quer, matt chagriniert und
dicht, aber erloschen punktiert; die Augen etwas von den scharf-
winkeligen Hinterecken abgerückt. Halsschild schmäler als die
Flügeldecken, breiter als lang nach hinten etwas verengt, mit ver-
rundeten Hinterecken, an den Seiten mit einigen feinen spitzen
Zähnchen, matt chagriniert und ebenso erloschen wie der Kopf,
aber viel weitläufiger punktiert, flachgedrückt, die Mitte etwas er-
hoben. Flügeldecken doppelt so lang als der Halsschild, mäßig
stark uud dicht, gleichmäßig punktiert. Hinterleib von dem des
Pal. ferrusineus Sahlb. kaum verschieden.
Ich besitze nur ein einziges Exemplar dieser auffallenden Art,
welches ich durch Herrn Amadeo Barbiellini erhielt, dem ich an
dieser Stelle für die Ueberlassung dieser und der anderen mir über-
lassenen Arten meinen Dank ausdrücke.
Geschlechtsauszeichnungen treten an diesem Exemplare nicht
deutlich hervor.
Pinophilus Kraatzi nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, antennis rufulis, palpis pedibusque piceo-
rufis; capite longitudine breviore, thorace biseriatim punctato, elytris
subtilius dense punctatis. Long. 14 mm.
Paraguay (Drake).
Mit Pin. major Blanch. nahe verwandt, halb so klein und in
folgenden Merkmalen verschieden: Die Beine sind dunkler gefärbt,
der Kopf deutlich kürzer, breiter als lang, die Punktgruppen auf
304 Dr. Max Bernhaner:
demselben bestehen aus viel weniger zahlreichen Punkten. Der
Halsschild ist sehr ähnlich gebaut, jedoch ist auch hier die
Punktierung viel weitläufiger, die Flügeldecken sind ebenso dicht,
aber viel feiner punktiert.
Beim g' ist das fünfte Sternit in der Mitte schwach aus-
geschnitten, vor der Ausbuchtung bis zur Mitte breit und tief der
Länge nach eingedrückt, das 6. hinten breit trapezförmig aus-
geschnitten, der Ausschnitt längs der Ränder schmal geglättet, vor
demselben etwas niedergedrückt und dicht punktiert; außerdem sind
die Hinterschenkel im apicalen Drittel in einen langen, dicken, an
der Spitze stumpfen Dorn ausgezogen.
Pinophilus Klimschi nov. spec.
Niger, nitidus, antennis, palpis pedibusque rufo-testaceis, capite
subtiliter, inaequaliter, postice dense punctato; thorace quadrato,
dense grossegue punctato, linea media angustissima, calloque ante
angulos anticos laevissimis. Long. 15 mm.
Brasilien: S. Catharina (Klimsch).
Durch die sehr grobe und dichte Halsschildpunktierung und
dessen sehr schmale, etwas unregelmäßige glatte Mittellinie auf-
fallend.
Schwarz, Fühler, Taster und Beine rötlichgelb, glänzend, mit
gedämpftem Glanze auf den Flügeldecken und dem Abdomen. Kopf
etwas schmäler als der Halsschild, quer, mit spitzwinkeligen Hinter-
ecken und deutlichen Schläfen, fein und dicht punktiert, mit einigen
weitläufig punktierten oder fast ganz geglätteten Stellen, hinten und
zwischen den Augen mit einigen sehr großen Punkten, von denen
4 in der Mitte rechteckig gestellt sind. Halsschild vollkommen
quadratisch mit abgerundeten Hinterecken, sehr grob und dicht
punktiert, ein breiter Fleck vor den Vorderecken und eine äußerst
schmale, hier und da unterbrochene Mittellinie, glatt. Flügeldecken
so lang als der Halsschild, weniger grob als der Halsschild und
sehr dicht, Hinterleib mäßig grob und dicht punktiert, gelb behaart.
Pinophilus scaber nov. spec.
Nigerrimus, subopacus, antennis palpisque piceis; corpore antico
fortiter denseque punctato; thorace subquadrato, elytris hoc parum
longioribus. Long. 15—18 mm.
Brasilien: Espirito Santo.
Pin. scaber fauv. i. 1.
Tiefschwarz, wenig glänzend, Fübler und Taster pechfarben.
Kopf deutlich schmäler als der Halsschild, quer, mäßig stark und
dicht, unregelmäßig, hinten viel dichter punktiert, daselbst die
Punkte in Längsrunzeln zusammenfließend, matt, überall und be-
sonders hinten neben den Augen mit einer größeren Anzahl großer
flacher Augenpunkte besetzt. Augen gewölbt, aber nicht über die
Seiten vorragend, Schläfen deutlich entwickelt, ein Drittel so lang
als der Augendurchmesser, Fühler dünn, das 3. und die folgenden
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 305
dünner als die 2 ersten, das 3. wohl sechsmal so lang als breit,
die folgenden an Länge allmählich abnehmend, gegen die Spitze
deutlich, allmählich immer stärker verdickt, das Endglied am
kürzesten kaum doppelt so breit als lang. Halsschild so breit als
die Flügeldecken, so lang als breit, mit sehr groben und flachen
Augenpunkten sehr dicht besetzt, mit durchgehender glatter aber
sehr schmaler Mittellinie. Flügeldecken nur sehr wenig länger als
der Halsschild, ebenso stark und dicht, aber viel tiefer punktiert,
die Zwischenräume scharf. Abdomen viel feiner und weniger dicht,
gleichmäßig punktiert.
Ich besitze 2 Weibchen dieser Art, welche ich unter obigem
Namen von Herrn Bang-Haas erhielt.
Pinophilus Drakei nov. spec.
Niger, nitidulus, ano, antennis, palpis pedibusque rufis; capite
sub-orbieulari parcius, fortius, irregulariter, thorace oblongo similiter
sed densius punctatis, linea media spatioque ante angulos anticos
laevigatis, elytris thorace vix longioribus parum fortius sed crebrius,
abdomine subtiliter punctatis, hoc alutaceo; temporibus valde
elongatis. Long. 12—13 mm.
Paraguay (Drake).
Kopf um ein gutes Stück schmäler als der Halsschild, so lang
als breit, die Seiten vor den Augen normal, ziemlich parallel, hinter
den Augen flacher als gewöhnlich verrundet; die Augen flach, klein,
die Schläfen hinter denselben langgestreckt, fast länger als deren
von oben sichtbarer Längsdurchmesser; die Oberfläche ist glänzend
glatt, vorn zwischen und vor den Augen mit einer halbkreisförmig
angeordneten Gruppe mäßig starker Punkte, welche jedoch in der
hinten befindlichen Mitte des Bogens spärlich sind, hinten mäßig
stark und ziemlich weitläufig punktiert, in der Mitte dieser Partie
schmal unpunktiert. Halsschild gleich breit, länger als breit, zu
beiden Seiten der ziemlich breiten glatten Mittellinie mit einem
breiten Bande dicht stehender, mäßig starker Punkte besetzt, außer-
halb derselben viel weitläufiger und unregelmäßig, mäßig stark
punktiert, ein ziemlich breiter Fleck, vor den Vorderecken glatt,
im Grunde glänzend, nicht chagriniert. Flügeldecken kaum länger
als der Halsschild, wenig kräftiger und gleichmäßig dicht punktiert.
Abdomen chagriniert, fein und dicht, auf der Apicalhälfte der Tergite
weitläufiger punktiert.
Beim g' ist das 5. Sternit flach, das 6. tief und schmal drei-
eckig ausgeschnitten, der letztere Ausschnitt an den Rändern
schmal geglättet.
Pinophilus monachus nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, antennis, palpis pedibusque testaceis; capite
glabro, parcissime, thorace parce fortiter punctato, linea media
calloque ante angulos anticos laevibus, elytris thorace haud longioribus
fortiter densissime punctatis. Long. 10,5 mm.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.3. 20)
306 Dr. Max Bernhaner:
Brasilien: Rio Janeiro (Bom Jesu de Itepaboana, Walter).
Durch kurze Flügeldecken und die Punktierung von Kopf und
Halsschild leicht kenntlich.
Kopf ungefähr von der Form wie suffusus Er., jedoch stärker
quer, die Augen weiter gegen den Hinterrand gerückt, glänzend
glatt, in der Mitte der Scheibe mit 4 quer rechteckig stehenden
kräftigen Punkten, jederseits vor denselben nach außen zu mit drei
ebensolchen Punkten neben und hinter den Augen mit einigen
weiteren schwächeren Punkten. Halsschild ziemlich gleich breit,
glänzend glatt, etwas länger als breit, mit geglätteter aber bis-
weilen unterbrochener Mittellinie, grob und ziemlich weitläufig
punktiert, ein großer, bis an den Seitenrand reichender Fleck, vor
den Vorderecken glatt. Flügeldecken so lang als der Halsschild,
grob und sehr dicht punktiert, wenig glänzend. Abdomen chagriniert,
fein und dicht punktiert, am Hinterrand des 7. Tergites breit ge-
glättet.
Ich besitze von dieser Art nur ein einziges weibliches Exemplar.
Pinophilus Klimai nov. spec.
Niger, nitidus, elytris laete rufis, antennis, palpis pedibusque
totis testaceis; capite sparsim, thorace posterius angustato sub-
rotundato parce fortiter irregulariter, elytris parum dense, abdomine
haud dense punctatis. Long. 10 mm.
Brasilien: Petropolis (Schulz).
Von ziemlich gedrungener Form, in die Nähe von laxus Shrp.
zu stellen, schwarz, glänzend, die Flügeldecken lebhaft rot, Fühler,
Taster und Beine hellgelb, Knie nicht gebräunt. Kopf etwas
schmäler als der Halsschild, quer, nach rückwärts etwas verengt,
glänzend glatt, hinten nicht dicht, aber kräftig punktiert, in der
Mitte und vor dem Vorderrande mit einer Querreihe großer Augen-
punkte, welche seitlich durch einige ähnliche Punkte verbunden
sind; das letzte Fühlerglied nicht länger als das vorletzte; die
Schläfen kurz, aber deutlich, ungefähr ein Viertel so lang als der
Augendurchmesser. Halsschild etwas schmäler als die Fiügeldecken,
so lang als breit, glänzend, nach rückwärts deutlich verengt, an
den Seiten gerundet, die Hinterecken fach verrundet, in der Mittel-
linie bis auf die Apicalpartie geglättet, seitwärts derselben kräftig
und weitläufig, längs der Mittellinie etwas dichter punktiert, eine
große Stelle auf der vorderen Hälfte glatt. Flügeldecken viel
länger als der Halsschild, grob und nur mäßig dicht punktiert,
glänzend‘ Abdomen chagriniert, ziemlich matt, fein und wenig
dicht punktiert.
leh widme diese schöne Art meinem lieben Freunde Dr. A. Klima,
dem ich das bisher einzige Stück dieser Art verdanke.
Pinophilus rufoniger nov. spec.
Rufotestaceus, nitidus, capite, thorace anoque nigerrimis,
antennis, palpis pedibusque flavis, geniculis mediis et posticis nigris;
u A he
EEE
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Siidamerika. 307
statura et magnitudine omnino praecedentis, capite abdominisque
densius punctatis. Long. 10 mm.
Brasilien: Espirito Santo (Bang-Haas).
Mit der vorigen äußerst nahe verwandt, ganz von der Gestalt
und Größe des vorigen, jedoch anders gefärbt. Der Körper ist
gelbrot, Kopf, Halsschild und das Abdomen vom 7. Tergit an-
gefangen schwarz, Fühler, Taster und Beine weißgelb, die Knie der
Mittel- und Hinterbeine schwarz. Die einzelnen Körperteile sind
dem P. Klimai so täuschend ähnlich, daß ich nur die wenigen
divergierenden Merkmale aufführe. Der Kopf ist im allgemeinen
weniger weitläufig punktiert, namentlich tritt zwischen den 2 Quer-
reihen größerer Punkte die feinere Punktierung deutlicher und
dichter hervor. Die Punktierung des Halsschildes ist ganz ähnlich,
doch ist dasselbe etwas kürzer und breiter, an den Seiten stärker
und in weniger flachem Bogen gerundet. "Flügeldecken etwas länger
und wie der Hinterleib etwas dichter punktiert.
Die Aehnlichkeit der beiden Arten ist abgesehen von der auf-
fallenden Farbenverschiedenheit eine so große, daß es nicht un-
möglich ist, daß sich P. rufoniger als eine auffallende Farbenvarietät
des Klimai herausstellt.
Ich erhielt die Art von Bang-Haas als laxus Shrp., von dem
sie sich, jedoch abgesehen von der Färbung, durch die weitlänfige
Punktierung des Halsschildes auffallend unterscheiden muß.
Pinophilus Sharpi nov. spee.
Niger, nitidus, antennis, palpis pedibusque totis albidis: capite
parceissime punctato, thorace posterius angustato, subrotundato,
parce fortiter irregulariter punctato, elytris parum dense punctatis,
thorace fere duplo longioribus. Long. 11 mm.
Brasilien: Petropolis (Schulz).
Mit den vorigen Arten nahe verwandt, in der Kopf- und Hals-
schildbildung übereinstimmend, aber durch die viel längeren Flügel-
decken allein schon leicht zu unterscheiden.
Kopf fast ganz wie bei Klimai geformt, mit sehr ähnlicher
Punktierung, an den Fühlern ist das Endglied ein wenig länger als
das vorletzte. Halsschild ganz so wie bei Klimai, ebenso punktiert,
nur ist dasselbe im Verhältnisse zu den Flügeldecken schmäler;
Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild, grob und
mäßig dicht punktiert. Hinterleib mäßig stark und wenig dicht,
hinten viel feiner und weitläufiger punktiert.
Beim og‘ ist das 6. Sternit fast der ganzen Breite nach stark
nach hinten vorgezogen, am Hinterrande breit abgestutzt und in
der Mitte flach ausgerandet und geglättet.
Ein einziges J'.
207
308 Dr. Max Bernhauer:
Tribus: Paederini.
Dibelonetes latemargınatus nov. spec.
Niger, subnitidus, elytrorum apice late testaceis, antennis palpis
pedibusque totis albidis; thorace latitudine modice longiore, lateribus
subangulatis, elytris fortiter, parum dense punctatis. Long. 4,7 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini, Oktober 1907).
Durch die am Hinterrande breit gelb gefärbten Flügeldecken
auffallend, außerdem von dem verwandten Dibelonetes hybridus Er.
in nachfolgendem verschieden.
Kopf hinten in gleichmäßig gerundetem Bogen verengt, oben
weitläufiger punktiert, weniger matt, die Augen weniger vortretend.
Halsschild etwas kürzer und breiter, stärker und weniger dicht
punktiert, weniger matt. Flügeldecken kürzer, viel weitläufiger und
viel gröber punktiert, stärker glänzend. Auch der Hinterleib ist
weniger fein und weniger dicht punktiert, mehr glänzend.
Dibelonetes monachus nov. spec.
Niger, subopacus, elytrorum angulis posticis angustissime,
antennis, palpis pedibusque totis albidis; thorace angusto, elongato,
elytris hoc multo longioribus, dense punctatis. Long. fere 4 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini, Oktober 1907).
Ebenfalls dem D. hybridus Er. nahe verwandt und in folgenden
Merkmalen verschieden. Die gelbe Färbung auf den Flügeldecken
ist fast geschwunden, nur der äußerste Rand der Hinterwinkel ist
gelblich. Der Kopf ist etwas länger, sonst in der Form und
Punktierung kaum verschieden; der Halsschild ist viel schmäler
und länger, nur ungefähr halb so breit als die Flügeldecken, an
den Seiten weniger erweitert, in der Punktierung sehr ähnlich,
Flügeldecken schmäler und länger, nach rückwärts etwas erweitert,
etwas stärker, aber nicht weniger dicht punktiert. Hinterleib
äußerst zart, aber deutlich ehagriniert und ziemlich dicht erloschen
punktiert.
Astenus brasilianus nov. spec.
Pallide-testaceus, subnitidus, capite thoraceque rufo-testaceis,
elytrorum macula maxima, abdominis segmento septimo, femorum
posticorum apice late nigris; angustus. Long. 3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini, Oktober 1908).
Diese kleine, zierliche, einem Seopaeus nicht unähnliche Art,
ist jedenfalls mit dem mir unbekannten Astenus tenuis Shrp. nahe
verwandt. Von dieser Art, aus deren kurzer Diagnose sich keine
sonstigen Unterschiede mit Sicherheit ableiten lassen, ist die neue
Art durch die Färbung der Hinterschenkel sofort zu trennen. Hell-
gelb, mit mehr rötlichem Kopf und Halsschild, eine große, von den
Seiten bis fast zur Naht reichende Makel, mitten auf jeder Flügel-
decke, das 7. Tergit und die Spitze der Hinterschienen breit schwarz.
Kopf breiter als der Halsschild, nicht länger als breit, dicht, aber
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 309
ziemlich erloschen mit flachen Augenpunkten besetzt, der Hals-
schild fast nur halb so breit als die Flügeldecken, kaum länger als
breit, im ersten Drittel am breitesten, nach hinten geradlinig ver-
engt, ähnlich wie der Kopf punktiert. Flügeldecken fast doppelt
so lang als der Halsschild, viel länger als breit, stark und dicht
punktiert. Hinterleib gegen die Basis deutlich verengt, äußerst fein
und dicht, schwer sichtbar punktiert.
Paederus anguinus nov. spec.
Angustus, capite metasternoque nigris, thorace abdomineque toto
rufis, elytris cyaneis; antennis, palpis pedibusque rufo-testaceis,
antennis apicem versus, palporum apice angustissime, geniculis vix
infuscatis; capite parvo elongato, elytris thorace multo longioribus.
Long. 8,5 mm.
Columbia: Ohne nähere Angabe.
Durch den schmalen und langen Kopf und das ganz gelbrote
Abdomen leicht von den übrigen Arten zu trennen.
Kopf und Hinterbrust schwarz, Flügeldecken blau, der Hals-
schild und das ganze Abdomen gelbrot, Fühler, Taster und Beine
rötlichgelb, die Apicalhälfte der Fühler und die äußerste Spitze der
Kiefertaster bräunlich, die Knie kaum angedunkelt. Kopf mit den
vorgequollenen Augen genau so breit als der Halsschild, lang-
gestreckt, ungefähr um ein Drittel länger als breit, nach hinten
geradlinig und stark verengt, äußerst fein, aber deutlich lederartig
gewirkt, wenig glänzend, fein und ziemlich dicht, in der Mitte weit-
läufiger punktiert. Halsschild lang und schmal, fast nur halb so
breit als die Flügeldecken, um die Hälfte länger als breit, an den
Seiten flach gerundet, nach rückwärts stärker verengt, längs der
Mittellinie glatt, zu beiden Seiten sehr fein und weitläufig punktiert,
glänzend. Flügeldecken viel länger als der Halsschild, zusammen
viel länger als breit, fein und sehr dicht punktiert, glänzend. Hinter-
leib äußerst zart chagriniert, mäbig glänzend, fein und dicht, längs
der Mitte weitläufiger punktiert.
Ich besitze von dieser sehr charakteristischen Art nur ein
einziges Exemplar, welches ich als Paed. ferus Er. erhielt.
Paederus pauloensis mov. spec.
Niger, nitidus, thorace, abdominis segmentis 4 primis sequentis-
que basi-rufis, elytris cyaneis, antennarum basi apiceque, palporum
femorumgue basi late, tibiarum basi angustissime rufotestaceis;
capite suboblongo, elytris thorace parum longioribus. Long. Il mm
(abdomine extracto).
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Im Allgemeinen mit der vorigen Art nahe verwandt, die Hinter-
leibspitze ist jedoch schwarz, die vorderen 4 freiliegenden Segmente
und die Basis des 5. gelbrot, die Wurzel der Schenkel breit und
die der Schienen in geringer Ausdehnung und die Tarsen größten-
teils rötlichgelb; die Fühler auch an der Spitze gelb, die Taster in
310 Dr. Max Bernhaner:
größerer Ausdehnung dunkel. Der Kopf ist breiter als der Hals-
schild, kürzer als bei anguinus, nach hinten weniger stark und
etwas gerundet verengt, nicht chagriniert, viel weitläufiger punktiert,
glänzend; der Halsschild ist breiter, nur um ein Drittel länger als
breit, stärker gewölbt, an den Seiten mehr gerundet und im ersten
Drittel stärker erweitert, nach hinten mehr verengt, die Punktierung
viel erloschener und spärlicher; die Flügeldecken kürzer, nur wenig
länger als der Halsschild, sehr grob, runzelig und ziemlich dicht
punktiert. Hinterleib in den breiten Basalfurchen kräftig und dicht,
außerhalb derselben fein und weitläufig punktiert.
Paederus Schusieri nov. spec.
Praecedenti valde affinis, sed capite minus elongato, elytris
brevioribus, abdomine obscure rufo, segmento septimo tibiisque
totis nigris facile distinguendus. Long. 9 mm (abdomine contracto).
Brasilien: Espirito Santo.
Dem P. pauloensis sehr nahestehend, von demselben in Nach-
folgendem verschieden: An den Fühlern ist das dritte Glied ganz
gelbrot, während es bei pauloensis im apicalen Drittel schwarz ist,
das Abdomen dunkler, schwärzlichrot, das ganze 7. Tergit und die
ganzen Schienen schwarz. Kopf weniger verlängert, nur mäßig
länger als breit, die Augen mehr über die Seiten vortretend, etwas
stärker und weniger weitläufig punktiert. Halsschild kürzer, nur
mäßig länger als breit. Flügeldecken kürzer, kaum länger als der
Halsschild, weniger grob und dichter, nur wenig runzelig punktiert.
Der Hinterleib ist viel feiner und um die Hälfte weitläufiger, mehr
gleichmäßig punktiert.
Ich widme diese Art meinem lieben Freunde Professor
Adr. Schuster in Wien, durch dessen Güte ich ein einzelnes Stück
dieser Art unter dem Namen brasiliensis Er. erhielt. Von dieser
Art ist sie jedoch auf den ersten Blick durch den langen und
schmalen, von den Augen zum Halse fast geradlinig verengten,
Kopf verschieden.
Paederus punctiventris nov. spec.
Etiam Paedero pauloensi valde affinis, sed differt abdomine
obscuriore, segmento septimo tibiisque totis nigris, thorace majore,
latiore, capitis latitudine sensim superante, elytris densius, abdomine
fortius, profundius et densius punctato. Long. 10,5 mm.
Brasilien: Apiahy (Krug, 13. 12. 1902).
Von Paederus pauloensis in nachfolgenden Punkten verschieden:
Das Abdomen ist viel dunkler rot mit schwärzlichem Anflug, das
ganze 7. (fünfte vollkommen freiliegende) Tergit und die ganzen
Schienen schwarz. Der Kopf sehr ähnlich, jedoch nach hinten
etwas weniger stark verengt; die Fühler etwas länger; der Hals-
schild robuster, kürzer und breiter, deutlich breiter als der Kopf:
die Flügeldecken sind deutlich weniger grob und viel dichter und
weniger runzelig punktiert, der Hinterleib endlich ist an der Wurzel
[23
Beitrag zur Staphylinidenfauns von Südamerika. sl
der Tergite viel weniger tief quer abgesehnürt, stärker, dichter
und tiefer punktiert.
Acalophaena laevipennis nov. spec.
Rufotestacea, nitidissima, elytrorum abdominisque segmentorum
basi leviter infuscata: capite posterius dilatato, singulariter punctato,
angulis postieis subobtusis, thorace valde transverso elytrisgue hoc
multo longioribus impunctatis, abdomine subtilius dense punctato.
Long. 5,2 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Durch den stark queren Halsschild, den nach hinten erweiterten,
hinten fast winkligen Kopf und lange unpunktierte Flügeldecken
von den übrigen Arten sofort zu unterscheiden.
Rötlichgelb, stark glänzend, Beine etwas heller, die Basis der
Flügeldecken und der einzelnen Tergite unbestimmt dunkler; der
Vorderkörper an. den Seiten lang schwarz behaart, der Hinterleib
ziemlich dicht gelb pubescent. Kopf wenig schmäler als der Hals-
schild, doppelt so breit als lang, nach rückwärts ziemlich stark
erweitert, mit in der Anlage deutlich stumpfwinkligen Hinterecken,
einzeln punktiert. Fühler mäßig lang, die vorletzten Fühlerglieder
viel länger als breit. Halsschild vorn so breit als die Flügeldecken
an den Schultern, stark quer, um die Hälfte breiter als lang, nach
rückwärts stark und deutlich ausgeschweift verengt, gewölbt, außer
den Randpunkten unpunktiert. Flügeldecken um die Hälfte länger
als der Halsschild, nach hinten etwas erweitert, unpunktiert, in der
Mitte mit einer erloschenen Längsfurche. Hinterleib mäßig fein
und dicht punktiert.
Ein einziges weibliches Exemplar.
Medon nigerrimus nov. spec.
Nigerrimus, subdepressus, latus, subopacus, abdominis seg-
mentorum marginibus posticis angustissime ferrugineis, antennis
palpis rufis, pedibus piceorufis, femoribus nigro-piceis; capite
maximo, quadrato, thorace latiore et multo longiore, thorace sat
transverso, posterius angustato, post medium subtiliter canaliculato.
Long. 3,3—5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Durch tiefschwarze Färbung und die Bildung des Kopfes und
Halsschildes sehr ausgezeichnet.
Tiefschwarz, wenig glänzend, die Hinterränder der Abdominal-
segmente schmal rostrot, Fühler und Taster rötlich, Beine pechrot
mit dunkleren Schenkeln. Kopf, der größte Teil des Körpers, fast
breiter als die Flügeldecken, genau so lang als breit, an den Seiten
parallel mit breit verrundeten Hinterecken, vor dem Halse stark
ausgebuchtet mit kräftiger, kurzer Längsfurche, vor der letzteren
mit einer schmalen, bis zur Mitte reichenden geglätteten Mittel-
linie, sonst mäßig fein und sehr dicht. punktiert, im Grunde
chagriniert, matt. Fühler mäßig kurz, das 2. und 3. Glied gleich,
12 Dr. Max Bernhauer:
oblong, die folgenden allmählich kürzer werdend, die vorletzten
schwach quer. Halsschild schmäler als die Flügeldecken, stark
quer, fast um die Hälfte breiter als lang, nach rückwärts ziemlich
stark geradlinig verengt, ähnlich wie der Kopf, aber viel feiner
skulptiert hinter der Mitte mit feiner Mittelfurche. Flügeldecken
viel länger als der Halsschild, etwas stärker als der Halsschild und
sehr dicht punktiert, etwas glänzend. Abdomen sehr fein und sehr
dicht punktiert, grau pubescent. Vordertarsen deutlich erweitert.
Am 27. 9. 1907 im Angeschwemmten des Rio Mogy auf-
gefunden.
Medon vilis Kr.
Mir liegt ein Medon (2) von S. Paulo (leg. Barbiellini) vor,
welchen ich von Medon vilis Kr. nicht im geringsten unterscheiden
kann. Diese letztere Art war bisher nur aus dem indo-malayischen
Gebiete und aus Madagaskar bekannt, scheint aber über die
tropischen Gebiete der ganzen Erde verbreitet zu sein.
Lathrobium (subg. Heterosoma) grandiceps nov. spec.
Nigrum, nitidum, sutura, antennis palpisque rufis, abdominis
segmentorum marginibus pedibusque testaceis; capite, thorace
elytrisgue subtiliter opalescentibus; capite parce punctato, nitido,
angulis posticis late alutaceo-punctatis, opacis; thorace capite multo
angustius, subquadrato; elytris minus crebre substriato-punctatis.
Long. 8 mm (abdomine contracto).
Brasilien: Matto Grosso (Cuyaba).
Mit L. opalescens Shrp. nahe verwandt, durch viel breiteren
Kopf und kürzeren Halsschild leicht zu trennen.
Kopf breiter als der Halsschild, breiter als lang, nach rück-
wärts etwas erweitert, mit rechteckig verrundeten Hinterecken, auf
der Scheibe glänzend, ziemlich fein und weitläufig, in der Mitte
spärlich, überall ungleichmäßig punktiert, auf beiden Seiten ein
großer dreieckiger vom Hinterrande der Augen schief zur Hinter-
randmitte des Kopfes sich ausdehnender Fleck, matt chagriniert
und fein punktiert, dicht behaart. Fühler lang und schlank, die
mittleren Glieder stark verlängert, die vorletzten oblong, diese an
der Basis schmal, dann plötzlich kenlig erweitert. Halsschild so
breit als die Flügeldecken, an den Seiten gerade, nach hinten
schwach verengt, deutlich etwas breiter als lang, mit glatter, breiter
Mittellinie, sonst mäßig stark und nicht sehr dicht punktiert. Flügel-
decken mäßig länger als der Halsschild, ähnlich wie der Halsschild,
aber stellenweise unregelmäßig gereiht punktiert. Hinterleib äußerst
fein chagriniert und überdies sehr fein und nicht allzu dicht
punktiert. Erstes Glied der Hintertarsen deutlich länger als das
zweite.
Ein einziges durch Herrn Bang-Haas erhaltenes Exemplar.
Beitrag zur Stapbyliuidenfauna von Südamerika. 313
,
Lathrobium argentinicum nov. sper.
Castaneo-testaceum, nitidum, abdomine infuscato, opaco,
densissime punctato, palpis pedibusque testaceis; capite parcius,
postice erebrius punctato; thorace dorso biseriatim dense, lateribus
irregulariter crebrius punctato, spatio longitudinali lato glaberrimo,
elytris densius, substriato-punctatis. Long. fere 6 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Durch die eigentümliche Punktierung des Halsschildes und
schmalen Kopf ausgezeichnet und mit keiner der Sharp’schen Arten
zu verwechseln.
Kopf schmal, viel schmäler als der Halsschild, etwas länger
als breit, die Seiten parallel, am Hinterrande und hinter den Augen
fein und dicht, sonst kräftig und mäßig weitläufig, in der Mitte
spärlich punktiert. Fühler lang, ihr 3. Glied viel länger als das 2.
Halsschild oblong, gleich breit, glänzend glatt, nicht sehr stark,
aber tief punktiert; die Punkte bilden längs der breiten unpunktierten
Mittellinie zwei dicht punktierte Doppelreihen, zu deren Seite sich
ein breiter, nach vorn verschmälernder, vom Hinterrande bis zum
ersten Viertel reichender unpunktierter Zwischenraum befindet,
außerhalb desselben ist das Halsschild ziemlich dicht punktiert mit
einigen unpunktierten Stellen in der Nähe des Vorderrandes. Flügel-
decken nicht länger, aber etwas breiter als der Halsschild, ziemlich
fein und undeutlich in unregelmäßigen Längsreihen punktiert.
Ahdomen äußerst dicht und äußerst fein punktiert und dicht grau
behaart, matt dunkelbraun, die Spitze und die Hinterränder der
Segmente gelb.
Ein einziges 2.
Luthrobium Jensen! nov, spec.
Colore et statura fere praecedentis, capite latiore, breviore,
thorace breviore, multo parcius punctato facile distinguendum.
Long. 5,9 mm.
Vom selben Fundorte.
Mit der vorigen Art nahe verwandt, aber bestimmt durch nach-
folgende Merkmale specifisch verschieden.
Der Körper ist unmerklich kleiner, aber schmäler, der Kopf
viel breiter und kürzer, kaum schmäler als der Halsschild, bis zum
Vorderrand des Clypeus nicht länger als breit, nach rückwärts
deutlich erweitert: der Halsschild etwas kürzer, nach rückwärts
etwas verengt, um die Hälfte weitläufiger und etwas feiner, die
Flügeldecken etwas schärfer und weniger gereiht punktiert.
Beim Jg ist das 5. Sternit in der Mitte etwas flach gedrückt,
am Hinterrande der ganzen Breite nach fast unmerklich aus-
geschnitten, das 6. an der Spitze tief und schmal ausgeschnitten,
die beiden Seitenteile an der Spitze kurz gekielt.
Ein Pärchen.
314 Dr. Max Bernhaver:
Uryptobium.
I. Augen dem Hinterrande des Kopfes viel näher
stehend als dem Vorderrande des Ölypeus. Die Seiten der
Flügeldecken ohne erhabene Längslinie.
Uryptobium minimum nov. spec,
Piceum, minus nitidum, thorace dilutiore, elytris rufo-marginatis,
abdominis segmentorum marginibus antennisque rufulis, palpis
pedibusque testaceis, thorace elytrisque subtiliter dense punctatis.
Long. 4,5 mm.
Argentinien: Ohaunar-Region (Jensen).
In der Größe und Gestalt den Oryptobium disjuncetum Lynch
vollkommen gleich, weniger glänzend, etwas anders gefürbt, der
Halsschild lichter, jede einzelne Flügeldecke rot gerandet. Der
Kopf ist ähnlich punktiert, im Grunde aber äußerst fein chagriniert,
wenig glänzend. Der Halsschild ist feiner und dreimal so dicht
punktiert, außer der glänzend glatten Mittellinie ziemlich matt;
ebenso sind die Flügeldecken und der Hinterleib feiner und dichter
punktiert, weniger glänzend,
Beim g' ist das 6. Sternit tief und schmal ausgeschnitten.
Ein einzelnes d'.
Uryptobium rufescens nor. spec.
Rufescens, subnitidum, antennis pedibusque testaceis; capite
posterius parallelo, thorace elytris parum angustiore, his illo non
longioribus. Long. 5,5 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Ebenfalls dem disjunetum Lynch ähnlich, jedoch einfarbig gelb-
rot, mit lichteren Fühlern und Beinen, etwas größer und breiter,
Kopf hinten breiter, die Seiten parallel, die Hinterecken in weniger
flachen Bogen verrundet, etwas stärker punktiert, weniger glänzend.
Halsschild im Verhältnis zu den Flügeldecken breiter, nur wenig
schmäler als die Flügeldecken, etwas stärker und viel weitläufiger
punktiert, mit mehreren unpunktierten Stellen, weniger glänzend.
Die Flügeldecken sind kürzer, nicht länger als der Halsschild.
Das Abdomen ist etwas stärker punktiert.
Einige Stücke (2).
Uryptobium flavoquttatum nov. spec.
Obscure rufo-testaceum, opacum, elytris nigris, angulis posticis
late pedibusque testaceis, capite medio, abdomine ante apicem,
antennarum articulis mediis infuscatis; capite thoraceque obsoletissime
punctatis, elytris thorace multo longioribus, subtilius densissime
ruguloso-punctatis Long. 6,5 mm (abdomine contracto).
Paraguay: Ohne nähere Fundortangabe.
Dunkel gelbrot, bis auf den zwischen und vor den Augen etwas
glänzenden Kopf matt, die Flügeldecken schwarz, die Hinterecken
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 35
und der Hinterrand sowie die Beine gelb, die Fühler angedunkelt,
mit hellerer Basis und Spitze, der Kopf in der Mitte und das Ab-
domen vor der Spitze schwärzlich. Kopf etwas schmäler als der
Halsschild, viel länger als breit, die Augen dem Hinterrande viel
näher als dem Vorderrande, hinter den Augen schwach erweitert,
äußerst fein und dicht chagriniert, hinten äußerst dicht runzelig
chagriniert, überdies weitläufig und erloschen punktiert. Fühler
lang, das erste gekrümmte Glied fast so lang als die 5 folgenden,
die mittleren langgestreckt, die vorletzten schwach oblong. Hals-
schild länger als breit, an den Seiten ziemlich gleichmäßig ge-
rundet, nach vorn stärker verengt als nach rückwärts, sehr dicht
und ganz matt chagriniert, fein und erloschen punktiert, in der
Mittellinie unpunktiert. Flügeldecken viel breiter als der Hals-
schild, und viel länger als dieser, mäßig fein und außerordentlich
dicht rauhrunzelig punktiert. Abdomen äußerst fein und äußerst
dicht punktiert und dicht pubescent.
Uryptobium obsoletum nov. spec.
Nigrum, opacum, antennarum basi apiceque, ore pedibusque
rufotestaceis; thorace latitudine parum longiore, obsolete parce
punctato, elytris hoc vix longioribus subtilius densissime aspero-
punctatis. Long. 7,5 mm (abdomine contracto).
Brasilien: Rio de Janeiro (Bom Jesu de Itepaboana, Walter).
Der vorigen Art nahe verw andt, jedoch anders gefärbt, größer
und breiter. Kopf kürzer nnd breiter, weniger matt und hinten
weniger dicht und weniger ausgedehnt serunzelt. Halsschild kürzer
und breiter, nur wenig länger als breit, schw ach, aber doch etwas
glänzend, hinten mehr eleichbreit, deutlicher und tiefer punktiert.
Flügeldecken viel kürzer, nur wenig länger als der Halsschild, nach
hinten schwach erweitert.
Die Färbung des Körpers ist einfarbig schwarz, die ganzen
Taster und Beine, sowie die Wurzel tind Spitze der sonst schwärz-
lichen Fühler hellgelb.
Ein einziges Exemplar.
U. Augen vom Hinterrande und Vorderrande ziemlich gleich
weit abstehend, Flügeldecken auf den umgeschlagenen
Seiten ohne erhobene Läneslinie.
Uryptobium calviventre nov, spec.
Pieeum, capite thoraceque dilutioribus, antennis palpis pedibusque
yufo-testaceis: capite minus elongato thoraceque nitidissimis, parce
punctatis; elytris thorace parum longioribus, oculis pone capitis
medium sitis. Long. 8 mm.
Bolivien: Coroico (1500 m über dem Meere, X.—XII. 1906).
Diese Art bildet mit den folgenden 4 Arten eine durch ver-
hältnismäßig kurzen Kopf ausgezeichnete Gruppe. Außerdem ist
316 Dr. Max Bernhauer:
die Art durch die meines Wissens bei Staphyliniden nicht beob-
achtete Sexualauszeichnung des 3‘ sofort leicht kenntlich.
Kopf so breit als der Halsschild, bis zum Vorderrande des
Clypeus nur weniger länger als breit, hinten breit verrundet, vor
den Augen ziemlich gleich breit, vorn schwach ausgebuchtet, in der
Mitte wulstig abgesetzt, ziemlich kräftig und weitläufig, hinten
dichter, in der Mitte spärlich, unregelmäßig punktiert, glänzend,
Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, mäßig länger als
breit, an den Seiten schwach und gleichmäßig gerundet, mit
unpunktierter Mittellinie, sonst kräftig und sehr weitläufig punktiert,
glänzend, mit einigen größeren unpunktierten Stellen. Flügeldecken
mäßig länger als der Halsschild, weniger stark als dieser, aber
sehr dicht punktiert, Hinterleib fein und dicht punktiert, im Grunde
äußerst fein chagriniert, fast matt.
Beim g' trägt das 3. Sternit in der Mitte der Basis einen fast
kreisrunden, scharf erhobenen, oben ganz flachen Höcker, die folgen-
den und insbesondere auch das 6. Sternit sind einfach, ohne Aus-
zeichnung.
Uryptobium spiniventre nov. spec.
Rufescens, elytris piceis, antennis palpis pedibusque rufotestaceis;
capite subtilissime alutaceo, ıninus nitido, thorace minus parce
punetato; elytris hoc multo longioribus. Long. 7 mm (abdomine
contracto).
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Von der vorherigen Art in nachfolgenden Punkten verschieden. :
Größer, robuster, weniger glänzend, Kopf noch kürzer, nicht länger
als breit, vorn ohne Wulst, ähnlich aber dichter punktiert, im Grunde
äußerst fein chagriniert, matt glänzend. Die Fühler sind länger,
alle Glieder deutlich länger als breit, während die vorletzten bei
calviventre fast quer sind. Halsschild ähnlich, aber etwas länger,
nach vorn deutlich verschmälert, weniger weitläufig punktiert, die
geglätteten Stellen kleiner. Flügeldecken länger, feiner, aber ebenso
dicht punktiert.
Beim J' besitzt das 3. Sternit in der Mitte der Scheibe einen
oben stumpf gekielten und daselbst dicht und kurz schwarz be-
haarten Höcker, der Hinterrand ist in einen schmalen dreieckigen
Zapf n ausgezogen, welcher den Hinterrand des nächsten Sternites
nicht überragt und mit einigen spärlichen schwarzen Borstenhaaren
besetzt ist, das 6. Sternit ist hinten breit dreieckig und nicht tief
ausgeschnitten. Die Trochanteren der Hinterhüften sind stark ver-
längert und scharfspitzig ausgezogen.
Ein Exemplar.
Uryptobium hastiventre nov. spec.
Rufescens, nitidus, capitis medio elytrisgue obseurioribus,
antennis palpis pedibusque rufo-testaceis; capite brevi thoraceque
nitidissimis, parce punctatis, abdomine parce punctato. Long. 8,5 mm.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 317
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Dem Cr. calviventre noch näher stehend als die vorige Art
und nur in nachfolgenden wenigen Merkmalen, aber gewiß specifisch
verschieden.
Die Färbung ist etwas lichter, die Gestalt robuster, der Kopf
viel kürzer, fast breiter als lang, die Augen dem Vorderrande des
Ulypeus näher stehend als dem- Hinterrande, die Oberseite deutlich
weniger weitläufig und mehr gleichmäßig punktiert. Halsschild von
dem des calviventre kaum verschieden, Flügeldecken etwas weniger
dicht, Abdomen viel weitläufiger punktiert.
Am auffallendsten und sicher sten ist die Verschiedenheit in der
Geschlechtsauszeichnung des 9. Bei diesem besitzt das 3. Sternit
in der Mitte eine hinten scharf gerandete und daselbst dicht schwarz
behaarte Quererhabenheit, w elche sich in eine lange lanzettförmig
über die Mitte des Hinterrandes ausgezogene, gegen die Spitze
spitz verlaufende und lang behaarte Platte fortsetzt. Dieser Fort-
satz reicht fast bis zur Spitze des 5. Sternites. Das 6. Sternit ist
tiefer und schmäler ausgeschmitten als bei der vorigen Art. Die
Trochanteren der Hinterhüften sind stark verlängert und scharf-
spitzig ausgezogen.
Ein Exemplar.
Uryptobium trochanterinum nov. spec.
Rufo-castaneum, nitidissimum, antennis palpis pedibusque rufo-
testaceis; capite thoraceque parcissime punctatis, elytris thorace
brevioribus parum dense punctatis, abdomine alutaceo, subtilissime,
parce punctato. Long. 7 mm (abdomine contracto).
Paraguay (Drake).
Von dem in der Geschlechtsauszeichnung ähnlichen Cr. rufipes
Lynch durch breiteren Halschild und weitläufig punktierten Kopf
gewiß verschieden. Gesättigt kastanienrot, Fühler, Taster und
Beine rötlichgelb. Kopf so breit als der Halsschild, wenig länger
als breit, hinten breit verrundet, vor den Augen verschmälert, mäßig
stark und sehr spärlich, in den Hinterecken dichter punktiert,
außerdem noch überall mit spärlichen äußerst zarten Punkten be-
set.t, vorn wulstig abgesetzt, zwischen den Fühlerwurzeln der
ganzen Breite nach ausgehöhlt und runzlig punktiert. Augen etwas
vor der Mitte der Kopfseiten gelegen. Halsschild kaum schmäler
als die Flügeldecken, mäßig länger als breit, neben der glatten
Mittelinie mit je einer "Punktre eihe, seitwärts mäßig stark und spärlich
unregelmäßig punktiert, mit einigen oeolätteten Stellen. Flügel-
decken kürzer als der Halsschild, nicht stärker, aber viel dichter
als dieser punktiert. Abdomen chagriniert, sehr fein und weitläufig
punktiert.
Beim g' sind die Trochanteren der Hinterschenkel außer-
ordentlich verlängert und scharf zugespitzt, das 3. Sternit besitzt
eine schwarz behaarte Querkante und ist sehr breit und stark vor-
gezogen, der Fortsatz hinten abgestutzt und fast bis zur Spitze des
318 Dr. Max Bernhanuer:
5. Sternites reichend. Das 6. Sternit ist ziemlich tief dreieckig,
aber breit ausgeschnitten.
Uryptobium spinipes nov. spec.
Piceo-rufum, palpis pedibusque rufo-testaceis; capite thoraceque
parce punctatis, elytris thorace longioribus, fortiter dense punctatis.
Long. i0 mm.
Brasilien: Ohne nähere Fundortangabe.
Mit Or. trochanterinum sehr nahe verwandt und nur in Nach-
folgendem verschieden. Der Körper ist größer, robuster, dunkler
gefärbt. Der Kopf und Halsschild deutlich weniger weitläufig und
etwas stärker, vor dem Vorderrande dicht punktiert, der Hals-
schild ist etwas länger; die Flügeldecken sind viel länger und deut-
lich breiter als der Halsschild, nach rückwärts kaum erweitert, viel
dichter und tiefer punktiert.
Beim g' sind die Trochanteren der Hinterbeine stark ver-
längert und in einen langen spitzen Enkel ausgezogen; das
2, Sternit besitzt eine dicht schwarz beborstete gebogene Quer-
linie in der Mitte und ist hinten in einen breiten, an den Seiten
parallelen, dicht schwarz beborsteten, längs der Mitte wallförmig
erhobenen Fortsatz ausgezogen, der an der "Spitze breit abgestutzt
und in der Mitte des Hinterrandes schmal dreieckig: ausgerandet
ist und fast bis zum Hinterrande des 5. Sternites reicht; das
6. Sternit ist ziemlich tief und ziemlich schmal dreieckig aus-
geschnitten, an den Seiten des Ausschnittes und vor demselben bis
zur Basis geglättet.
Diese Art, von welcher ich ein Stück unter dem Namen capi-
tatum fauv. erhielt, ist dem Cr. centraie noch näher, als dem
trochanterinum verwandt und demselben täuschend ähnlich und von
demselben fast nur durch deutlich längeren Kopf, längere Schläfen
und weitläufiger punktierten Kopf und Halsschild verschieden.
Uryptobium nigrotestaceum nov. spec.
Nigerrimum, nitidissimum, elytris rufo-testaceis, parte tertia
apicali abrupte nigerrima, antennis rufis, palpis pedibusque rufo-
testaceis, capite orbiculari parce, thorace biseria tim, lateribus parce
punetatis, elytris thorace vix longioribus profunde regulariter
striatopunctatis. Long. 8,5 mm.
Brasilien (?): Ohne nähere Fundortangabe.
Durch die Punktstreifen auf den Flügeldecken und deren Farbe
sehr auffallend.
Tiefschwarz, die Flügeldecken rotgelb mit schwarzem Apical-
drittel, sehr glänzend, Fühler rot, Taster und Beine rötlichgelb.
Kopf fast kreisrund, etwas länger als breit, deutlich breiter als der
Halsschild, ziemlich 'stark und weitläufig, auf der Scheibe viel feiner
und weitläufiger, in der Mitte nur einzeln punktiert, Vorderrand
wulstartig, vor demselben tief quer eingedrückt und fein runzelig
punktiert, Augen klein, etwas vor der Mitte gelegen. Fühler kurz,
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 319
ihr 3. Glied fast doppelt länger als das 2., die 7 letzten fast
perlschnurartig. Halsschild nur sehr wenig schmäler als die Flügel-
decken, wenig länger als breit, an den Seiten schwach gerundet,
nach rückwärts etwas verengt, glänzend glatt mit zwei dichten,
kräftigen Punktreihen, an den Seiten weitläufig und kräftig ‚ unregel-
mäßig punktiert, mit einigen unpunktierten Stellen. Flügeldecken
kaum länger als der Halsschild. kräftig, in regelmäßigen Reihen
punktiert. Hinterleib fein und ziemlich dicht punktiert, an der
Seite gelb.
Ein Weibchen.
Uryptobium striatipenne nov. spec.
Nigerrimum, nitidum, elytris obscure rufis, antennis, palpis
pedibusque piceis; capite orbienlato thorace multo latiore, depresso,
fere opaco, alutaceo, fortiter dense punctato; thorace dorso sub-
tiliter biseriatim, lateribus parce punctatis, elytris fortiter striato-
punctatis, abdomine dense grosseque sed obsolete ruguloso-
punctato. Long. 9,5 mm.
Brasilien; Petropolis (Schulz).
In der Gestalt und Deckenpunktierung der vorigen Art ähnlich,
durch matten Kopf, die Färbung und die Hinterleibspunktierung
sehr ausgezeichnet.
Kopf viel breiter als der Halsschild, flach gedrückt, matt-
schwarz, chagriniert, grob und dicht, in und vor der Mitte viel
weitläufiger punktiert, daselbst glänzender, vorn wulstartig, in der
Mitte deutlich ausgebuchtet, vor dem Vorderrande mit zwei, durch
einen schwachen Mittelwulst getrennten, nicht punktierten, aber
chagrinierten Gruben. Augen dem Vorderrande deutlich näher
stehend als dem Hinterrande, klein. Fühler länger als bei der
©
vorigen Art, die vorletzten Glieder länger als breit, das 3. um die
Hälfte länger als das 2. Halsschild glänzend, um ein gutes Stück
schmäler als die Flügeldecken, an den Seiten geradlinig ‚ gleich-
breit, viel länger als breit, mit sehr breitem unpunktiertem Zwischen-
yaum und 2 feinen Punktreihen, zu beiden Seiten mäßig kräftig
und weitläufig punktiert mit einigen geglätteten Stellen. Flügel-
decken kaum länger als der Halsschild, kräftig gereiht-punktiert.
Hinterleib grob aber seicht und sehr dicht runzlig, hinten weit-
läufiger punktiert, äußerst fein chagriniert.
Beim 9 besitzt das 2. und 3. Sternit je eine dicht schwarz
beborstete Querlinie, das 6. ist breit und mäßig tief gerundet aus-
geschnitten.
Ein einziges Exemplar.
Uryptobium Klimai nov. spec.
Nigrum, nitidum, elytris rufis, antennis, palpis, ano pedibusque
rufescentibus; capite subquadrato, subtiliter sat dense punctato;
thorace minus elongato, posterius valde angustato, subtiliter sat
dense punctato, abdomine densius asperato-punctato. Long. 8 mm.
320 Dr. Max Bernhaner:
Brasilien: Petropolis (Schulz).
Durch die Gestalt des Kopfes und Halsschildes und die
Punktierung des Abdomens auffallend.
Schwarz, mit roten Flügeldecken, glänzend, Fühler, Taster,
Hinterleibspitze und Beine gelblich-rötlich, Kopf etwas breiter als
der Halsschild, so lang als breit, hinter den Augen ziemlich gleich-
breit, hinten in wenig flachem Bogen verrundet, ziemlich fein und
ziemlich dicht, fast gleichförmig, nur vor der Mitte etwas weit-
läufger punktiert, vor dem Vorderrande dicht nadelrissig; Augen
klein, etwas näher dem Vorderrande als dem Hinterrande stehend;
Fühler kurz, vom 6. Gliede an fast perlschnurartig. Halsschild
wenig länger als breit, an den Seiten fast geradlinig, nach hinten
stark verengt, mit breiter geglätteter Mittelzone, an den Seiten
ziemlich fein und ziemlich dicht, etwas ungleichmäßig, hinten neben
der Mittelpartie weitläufiger punktiert, Flügeldecken wenig länger
als der Halsschild, kräftig und dicht, seitwärts und hinten etwas
feiner punktiert. Hinterleib ziemlich matt, ziemlich stark und dicht,
deutlich rauh punktiert.
Ich widme diese Art meinem Freunde Dr. Klima, durch den
ich das bisher einzige Stück dieser interessanten Art erhielt.
Uryptobium tropicum nov. spee.
Nigsrum, subnitidum, antennis, palpis pedibusque obscure rufo-
testaceis; capite minus elongato thorace multo latiore, postice valde
dilatato, fortius densissime thorace parce punctato. Long. 7 mm.
Brasilien: Sao Paölo.
Kopf viel breiter als der Halsschild, wenig länger als breit,
nach hinten stark erweitert, ziemlich stark und sehr dicht, gleich-
mäßig punktiert, die Punkte hier und da zusammenfließend. Augen
klein, dem Vorderrande etwas näher liegend als dem Hinterande;
Fühler ziemlich lang, das vorletzte Glied so breit als lang, die
vorhergehenden oblong. Halsschild fast so breit als die Flügel-
decken, wenig länger als breit, nach hinten deutlich verengt, mit
unpunktierter breiter Mittellinie, an den Seiten kräftig und wenig
dicht, etwas ungleichmäßig punktiert. Flügeldecken wenig länger
als der Halsschild, rechteckig, etwas länger als breit, kräftig und
sehr dicht, Abdomen fein und ziemlich dicht punktiert.
Beim 9‘ ist das 6. Sternit ziemlich breit und tief ausgeschnitten,
das 3. Sternit besitzt knapp vor dem Hinterrande eine kleine,
glänzende Beule mit einem eingestochenen großen Punkte.
Ich erhielt diese Art unter dem Namen Cr. triste Shrp., von
welchem sie sich jedoch schon durch den großen, den Halsschild
an Breite stark übertreffenden Kopf sicher unterscheiden mub.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 321
IN. Augen vor der Mitte der Seiten stehend, dem Vorder-
rand um ein gutes Stück näher als dem Hinterrande; Flügel-
decken auf den umgeschlagenen Seiten ohne erhabene
Längslinie.
Uryptobium iridescens nov. spec.
Nigrum, subopacum, palpis, antennis pedibusque rufo-testaceis;
thorace elytrisque fortiter opalescentibus; capite subtilius parce,
postice dense punctato, thorace elongato, fortius sat dense, elytris
hoc multo longioribus dense punctatis. Long. 9,5 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Durch den stark irisierenden opalfarbigen Halsschild und eben
solche Flügeldecken leicht kenntlich.
Kopf so breit als der Halsschild, um ein gutes Stück länger
als breit, nach rückwärts verengt, mit flach verrundeten Hinter-
ecken, ziemlich fein, auf der Scheibe ziemlich weitläufig, vorn nur
vereinzelt, hinter den Augen und gegen den Hinterrand zu dicht
punktiert. Fühler lang, alle Glieder länger als breit. Halsschild
ziemlich schmäler als die Flügeldecken, viel länger als breit, an
den Seiten gerundet, in der Mitte am breitesten, nach vorn etwas
mehr verengt als nach rückwärts, ziemlich kräftig und ziemlich
dicht punktiert, mit breiter unpunktierter Mittelzone. Flügeldecken
viel länger als der Halsschild, ziemlich kräftig und dicht punktiert,
wie der Halsschild stark irisierend, wie in Seifenwasser getaucht.
Hinterleib fein und dicht punktiert.
Beim g' sind die Trochanteren der Hinterbeine einfach, das
3. Sternit besitzt in der Mitte eine dicht beborstete Querlinie, der
Hinterrand ist in der Mitte in einen mäßig breiten, nur wenig über
die Mitte des folgenden Sternits nach hinten reichenden, an der
Spitze verrundeten Zapfen ausgezogen, das 6. hinten flach und
wenig ausgeschnitten, größtenteils geglättet.
IV. Augen nahe dem Vorderrande, von demselben
höchstens ein Drittel so weit entfernt als vom Hinterrande.
a) Flügeldecken auf den umgeschlagenen Seiten mit
einer erhabenen Längslinie.
Cryptobium pseudoprolixum nov. spec.
Nigrum, subnitidum, antennis piceis, basi palpisque rufulis,
femoribus flavis, tibiis tarsisque piceis; capite elongato, fortius dense,
anterius parce punctato, thorace fortiter minus dense, elytris hoc
longioribus fortiter dense punctatis. Long. 10 mm.
Brasilien: S. Catharina.
Dem Cr. prolixum Er. sehr nahe stehend aber in nachfolgen-
den Punkten verschieden:
Die Gestalt ist etwas robuster, der Kopf viel länger, wohl um
die Hälfte länger als breit, hinten dichter, in der Mitte und vorn
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H,3. |
322 Dr. Max Bernhaner:
viel weitläufiger punktiert; die Fühler länger, die einzelnen Glieder
gestreckter.. Halsschild stärker und weniger dicht punktiert, hinten
fast unpunktiert, sonst auch noch mit einigen geglätteten Stellen,
von denen die größte längs der Mitte langgestreckt ist. Flügel-
decken etwas kürzer, deutlich gröber punktiert. Hinterleib stärker
und rauher punktiert.
Beim g' ist das 3. Sternit breit und ziemlich kurz, hinten ge-
rundet vorgezogen, der Fortsatz die Spitze des 4. Sternites nicht
erreichend, an den Seiten und am Hinterrande außergewöhnlich
lang und dicht behaart, die übrigen Segmente einfach.
-.
Oryptobium marginellum nov. spec.
Nigrum, subnitidum, elytrorum margine anguste, antennis palpis
coxisque rufotestaceis, pedibus flavis, antennarum articulis mediis
infuscatis; corpore antico sat fortiter, dense fere aequaliter punctato.
Long. 7,5 mm.
St. Vincent, W. J. (H. H. Smith).
Kopf deutlich breiter als der Halsschild, länger als breit, nach
rückwärts kaum merklich verengt, ziemlich stark und sehr dicht,
in der Mitte und vorne weitläufiger, aber noch immer ziemlich dicht
punktiert, zwischen den Augen quer niedergedrückt und daselbst
fast unpunktiert, wenig glänzend. Fühler ziemlich lang, alle Glieder
länger als breit. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken,
wenig länger als breit, nach rückwärts unmerklich verengt, glänzend,
mit glatter Mittelpartie, zu beiden Seiten grob und ziemlich dicht,
viel stärker und weitläufiger als der Kopf und fast gleichmäßig
punktiert. Flügeldecken viel länger als der Halsschild, weniger
stark als der Halsschild, aber kräftiger als der Kopf und sehr dicht,
regelmäßig und etwas runzelig punktiert. Hinterleib fein und
ziemlich dicht punktiert.
Geschlechtsauszeichnung des g' unbekannt.
In der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in
Wien und in meiner eigenen.
Oryptobium (JQuedenfeldti nov. spec.
Nigrum, subnitidum, antennis, palpis pedibusque piceis, femoribus
flavis; capite posterius angustato densius subtiliter, thorace
subtiliter modice dense punctato, angusto; elytris hoc fere duplo
longioribus. Long. 9,5 mm.
Columbia: Bogota (Quedenfeldt).
Von Cr. longipenne Er., dem die Art sehr nahesteht, in nach-
folgenden Punkten verschieden:
Fühler, Taster, Schienen und Tarsen dunkler, Schenkel im
Gegensatze hierzu lichter. Der Kopf schmäler, nach rückwärts
stärker und deutlicher verengt, nicht feiner, aber weitläufiger, auch
vorn spärlicher punktiert. Halsschild nach vorn stärker verengt,
feiner und weniger dicht punktiert, die Punktierung mehr gleich-
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 323
mäßig, auch hinten ziemlich dicht, während bei longipenne die
Punkte hinten weitläufiger als vorn stehen.
Beim g' ist der Fortsatz des 3. Sternits viel kürzer, kaum
über deu Hinterrand des 4. Sternits reichend, während derselbe
bei longipenne bis fast zum Hinterrande des 5. Sternits ver-
längert ist.
Ich besitze nur ein einziges als longipenne Er. erhaltenes
Exemplar in meiner Sammlung.
Cryptobium sparsum nov. spec.
Nigerrimum, nitidum, antennis, palpis pedibusque nigro-piceis;
capite elongato, minus fortiter parce, thorace parcissime, dorso
biseriatim punctatis; elytris thorace brevioribus dense, minus fortiter,
abdomine subtiliter parce punctatis.. Long. 7,5—9 mm.
Bolivien: Ohne nähere Fundortangabe.
Crypt. sparsum Faur. i. l.
Tiefschwarz, stark glänzend, Fühler, Taster und Beine pech-
schwarz. Kopf etwas breiter als der Halsschild, viel länger als
breit, an den Seiten ziemlich parallel, wenig kräftig und weitläufig,
in der Mitte weitläufiger, vorn nur ganz vereinzelt punktiert. Fühler
mäßig lang, das vorletzte Glied so lang als breit. Halsschild um
ein Stück schmäler als die Flügeldecken, etwas länger als breit,
nach hinten schwach, etwas ausgeschweift verengt, mäßig stark
und sehr weitläufig, nur vorn und in einer seitlichen Längspartie
dichter punktiert, zu beiden Seiten der glatten Mittelzone mit je
einer ziemlich feinen Punktreihe, hinten ganz unpunktiert. Flügel-
decken viel kürzer als der Halsschild, mäßig stark und dicht, deutlich
runzelig punktiert. Hinterleib fe n und ziemlich weitläufig punktiert.
Ich erhielt ein Exemplar dieser Art unter obigen Namen von
meinem Freunde Herrn Prof. Adrian Schuster in Wien.
Cryptobium Sharpi nov. spec.
Piceo-testaceum, thoracis basi, elytris praeter maculam maximam
angularem testaceis; antennis palpis pedibusque flavis; capite oblongo,
thorace angustiore, subtiliter, inter oculos fortiter punctato; thorace
dorso biseriatim, lateribus parcissime punctato, elytris substriato-
punctatis. Long. 5,5 mm.
Brasilien: Amazonasgebiet (Ega).
Durch die Farbe und schmalen Kopf ausgezeichnet. Kopf
schmäler als der Halsschild, viel länger als breit, die Seiten fast
spurlos in den Hals übergehend, nicht deutlich abgeschnürt, hinten
äußerst fein chagriniert, und fein und weitläufig punktiert, vorn
glänzend glatt, sehr spärlich punktiert, zwischen beiden Partien
mit einer bogenförmig angeordneten Querreihe kräftiger Punkte.
Fühler lang, alle Glieder länger als breit: Halsschild nur wenig
schmäler als die Flügeldecken, sehr wenig länger als breit, an den
Seiten nur unmerklich nach vorn verengt, fast quadratisch, mit je
einer Dorsalreihe von mäßig starken Punkten, seitwärts ebenso
21*
324 Dr. Max Bernhaner:
stark und sehr weitläufig punktiert. Flügeldecken länger als der
Halsschild, ziemlich fein und weitläufig, deutlich gereiht punktiert.
Hinterleib ziemlich fein und mäßig dicht punktiert.
Ein einziges durch Herrn Bang-Haas erhaltenes Stück.
b) Flügeldecken auf den umgeschlagenen Seiten ohne
deutliche erhabene Längslinie. ö
Cryptobium cuyabanum nov. spec.
Cr. nigriventri Sharp valde affinis sed capite longiore, subtilius
et multo densius punctato, thorace nitidissimo, subtilius et densius
punctato primo visu distinguendum. Long. 9 mm.
Brasilien: Matto Grosso (Cuyaba, Bang-Haas).
Dem Cryptobium nigriventre Sharp in der Gestalt und Farbe
außerordentlich nahestehend, auch die Punktierung der Flügeldecken
und des Hinterleibes gleich und nur in nachfolgenden wenigen
Merkmalen, aber gewiß specifisch verschieden.
Der Kopf ist länger und schmäler, viel feiner und viel dichter
punktiert. Der Halsschild ist nicht chagriniert, sondern stark
glänzend, etwas weniger kräftig und viel dichter, mehr gleichmäßig
punktiert, mit wenigen kleinen geglätteten Stellen.
Ein einziges Weibchen.
Cryptobium princeps nov. spec.
Testaceo-rufum, nitidum, elytris anoque nigris, antennis,
pedibusque flavis, antennarum articulo primo geniculisque nigri-
cantibus; capite thoraceque elongatis, hoc fere ovato, elytris profunde
regulariter punctatis, abdomine subtiliter sed profunde denseque
punctato. Long. 10,5 mm.
Paraguay: (?).
Glänzend gelbrot, die Flügeldecken und die Hinterleibspitze
tiefschwarz, das erste Glied und die Spitze des 3. Gliedes der hell-
gelben Fühler, die Taster und die Knie der hellgelben Beine,
außerdem die Schenkel am Innenrande bis zur Mitte schwärzlich.
Kopf lang und schmal, kaum so breit als der Halsschild, fast
doppelt so lang als breit, hinter den Augen zuerst gleich breit, dann
stark vırschmälert, ziemlich stark und ziemlich dicht, in der Mitte
weitläufiger, vorn spärlich und sehr grob punktiert, am Scheitel
mit zwei großen Längseindrücken, in welchen sich außer den
normalen Punkten noch einige grobe Punkte befinden. Fühler
mäßig lang, die vorletzten Glieder wenig länger als breit. Hals-
schild viel schmäler als die Flügeldecken, fast doppelt so lang als
breit, in der Mitte stark erweitert, nach vorn mehr als nach rück-
wärts verengt, mit gewölbter, glatter Mittellinie, beiderseits stark
und dicht punktiert und mit einer geglätteten langen Längsschwiele.
Flügeldecken viel länger als der Halsschild, grob, tief und dicht
regelmäßig punktiert. Hinterleib mäßig fein und dicht tief ein-
gestochen punktiert.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 325
.. Ich erhielt ein Stück dieser ausgezeichneten Art alsCr.Traili Shrp.,
von welchem dieselbe sich jedoch durch die Färbung und die Form
des Halsschildes wesentlich unterscheiden muß.
Tribus: Xantholinini.
Somoleptus laevis nov. spec.
Piceus, aeneomicans, abdominis basi dilutiore, antennis palpisque
rufotestaceis, pedibus albidis; thorace valde elongato, angusto, elytris
hoc multo brevioribus. Long. 4—5 mm.
Brasilien: S. Paulo (X. 1907, Barbiellini).
Dem Somoleptus subtilis Er. nahe verwandt, in nachfolgenden
Punkten verschieden:
Der Kopf ist deutlich länger und schmäler, nur äußerst spärlich,
kaum erkennbar punktiert. Halsschild viel schmäler und viel länger,
fast doppelt so lang als breit, ebenso fein, aber noch viel weit-
läufiger punktiert. Flügeldecken viel kürzer als bei subtilis Er.,
ungefähr um ein Drittel kürzer als der Halsschild, fast unpunktiert,
dunkler gefärbt, schwarz, mit ziemlich starkem Erzglanz, an der
äußersten Basis im Gegensatz hierzu heller. Hinterleib sehr fein,
deutlich und dicht punktiert.
Von dieser Art liegen mir einige übereinstimmende Exemplare
von S. Paulo vor; außerdem wurde sie auch von Dr. Drake in
Paraguay aufgefunden.
Agerodes capitalis Bernh.
Diese von mir nach Fauvel’schen Stücken beschriebene Art ist,
wie ich mich persönlich im Kgl. Museum in Berlin überzeugt habe,
identisch mit insignis Er.
Agerodes quadriceps Bernh.
Ebenso ist diese Art identisch mit lucidus Er.
Tesba Iheringi nov. spec.
Nigerrima, nitidissima, ano rufo, capite parce punctato,
antennarum articulis 4—10 maxime transversis. Long. 17 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, 29. 3. 07, Ihering).
Viermal kleiner als Tesba gigas Shrp. mit viel kürzeren Fühlern
und schmälerem, längerem Halsschild.
Tiefschwarz, stark glänzend, Hinterleibspitze in geringer Aus-
dehnung rot, die Beine mehr pechschwarz. Kopf etwas breiter als
der Halsschild, quer, nach rückwärts erweitert, die Hinterecken
spitzig nach vorn tretend, sonst verrundet, fein und weitläufig
punktiert und überdies spärlich mit großen Augenpunkten besetzt,
Fühler kurz, die Glieder vom 4. angefangen stark quer, die vor-
letzten mehr als dreimal so breit als lang. Halsschild schmäler als
die Flügeldecken, viel länger als breit, nach hinten ziemlich stark,
etwas ausgeschweift verengt, glänzend glatt, vorn mit einem großen
326 Dr. Max Bernhaner:
Seitenpunkte, innerhalb desselben mit zwei kleineren in einer Längs-
linie stehenden Augenpunkten. Flügeldecken etwas länger als der
Halsschild, ziemlich fein und ziemlich weitläufig punktiert, längs
der Mittellinie breit geglättet.
Platyprosopus Kraatzi nov. spec.
Obscure rufescens, antennis, palpis pedibusque rufotestaceis;
capite fortiter parcius punctato, medio laevi, thorace dorso
biseriatim, lateribus parce irregulariter punctato. Long. 7,5—8 mm.
Paraguay: (Dr. Drake).
In der Körpergestalt und Färbung ist diese Art dem Pl. rectus
Sharp sehr ähnlich, unterscheidet sich jedoch von demselben leicht
durch die Punktierung des Halsschildes.
Die Färbung ist dunkler, der Kopf lichter, die Gestalt um die
Hälfte kleiner, der Kopf ziemlich lang und schmäler, fast länger
als breit und deutlich etwas schmäler als der Halsschild, die
Punktierung ist ziemlich kräftig und ziemlich dicht, längs der
Mitte nicht oder nur spärlich punktiert, die Zwischenräume mit
äußerst feinen aber deutlich vortretenden Pünktchen ziemlich dicht
besetzt; Fühler mäßig lang, die vorletzten Fühlerglieder bei breitester
Ansicht deutlich etwas breiter als lang. Halsschild kaum so lang
als breit, fast quadratisch, mit breiter glatter Mittelzone, zu deren
Seiten mit je einer kräftigen, etwas unregelmäßigen Dorsalreihe
von 6—9 Punkten, beiderseits kräftig und mäßig dicht punktiert;
die Punkte lassen den breiten Hinterrand und im Zusammenhang
mit demselben allmählich nach vorn verschmälert den Seitenrand
und einen geglätteten Raum in der Mitte neben den Dorsalreihen
frei. Flügeldecken länger als der Halsschild, sowie das Abdomen
äußerst fein und äußerst dicht punktiert und gelb seidenschimmernd
pubescent.
Tribus: Staphylinini.
Trigonophorus viridicollis nov. spec.
Niger, nitidus, capite thoraceque laete viridibus, omnium sub-
tiliter punctatis, elytris purpureis fortiter dense punctatis, abdomine
nigro-aeneo opaco, subtiliter parce punctato. Long. 17,5 mm.
Brasilien: Goyaz (Jatahy).
Durch die Färbung, den Glanz und den Contrast in der
Punktierung des Vorderkörpers leicht kenntlich. Schwarz, Kopf
und Halsschild hellgrün, glänzend, Flügeldecken purpurn, glänzend,
Abdomen schwarz-erzfarbig, matt chagriniert. Kopf wenig schmäler
als der Halsschild, breiter als lang, nach rückwärts etwas erweitert,
fein und weitläufig, dazwischen eingestreut kräftiger punktiert, die
Punktierung ist ziemlich regelmäßig verteilt und erstreckt sich bis
vor die Mitte der Augen, vorn nur spärlich und unregelmäßig
punktiert, in größeren Stellen unpunktiert. Fühler mäbig kurz, die
vorletzten Glieder nur mäßig quer. Halsschild länger als breit,
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 327
nach rückwärts verengt, längs der Mitte unpunktiert, sonst sehr
fein und weitläufiger als der Kopf, überall ziemlich regelmäßig
verteilt punktiert, mit einer Anzahl eingestreuter größerer Punkte,
von denen sich eine unregelmäßige Längsreihe auf jeder Seite neben
der Mitte befindet, die Oberfläche ist wie beim Kopfe außer-
ordentlich fein quergestrichelt, wodurch jedoch der Glanz nur wenig
beeinträchtigt wird. Flügeldecken, so lang als der Halsschild,
kräftig und sehr dicht punktiert, mit einzelnen feineren Pünktchen,
glänzend. Schildchen schwarz-erzfarbig, kräftig punktiert. Hinter-
leib mattchagriniert, fein und mäßig weitläufig punktiert.
Beim g' ist das 5. Sternit am Hinterrande breit und flach
ausgeschnitten, vor dem Querschnitt bis zur Mitte breit und tief,
trapezförmig niedergedrückt, das 6. Sternit in der Mitte dreieckig
ausgeschnitten, hinter dem Hinterrande mit einer fast die ganze
Segmentbreite einnehmenden gegen die Mitte stark verbreiterten
häutigen Lamelle, welche in der Mitte ebenfalls breit und ziemlich
tief dreieckig ausgeschnitten ist.
Ein einziges von Donckier erhaltenes Männchen,
Staphylinus Fassli nov. spec.
Niger, nitidus, capite thoraceque obscure viridiaeneis, illo
fortiter, hoc subtiliter pareius punctatis, elytris aureis densissime
fortiter acieulato-rugosis, thorace transverso, capite transverso-
quadrato thorace parum angustiore. Long. 17,5 mm.
Bolivien: Coroico (1800 m, X.—XIH. 1906, lg. Gerlopp).
Eine stattliche Art der Abemus-Gruppe aus der Nähe des
acupunctipennis Brh., durch größeren Kopf, stärker queren Hals-
schild und die feine Punktierung desselben leicht zu unterscheiden.
Von St. cribratipennis Blanch. durch schmäleren Kopf, stark
queren fein punktierten Halsschild, andere Färbung der Flügel-
decken und der Hinterleibspitze und doppelt größere Gestalt gewiß
verschieden.
Kopf und Halsschild dunkel grünlich-erzfarbig, Flügeldecken
goldglänzend, Hinterleib ganz schwarz. Kopf quer, etwas schmäler
als der Halsschild, rückwärts nicht erweitert, sondern fast etwas
verengt, quer rechteckig mit verrundeten Hinterecken, zieml ch
stark und ziemlich dicht punktiert, die Punkte deutlich genabelt,
auf der hinteren Hälfte längs der Mitte geglättet, zwischen den
Augen in der Mitte mit einer Quergrube. Fühler mäßig kurz, die
vorletzten Fühlerglieder um die Hälfte breiter als lang. Hals-
schild wenig schmäler als die Flügeldecken, stark quer, nach vern
verengt, hinten halbkreisförmig gerundet, längs der Mitte ziemlich
schmal geglättet, diese Miffeliinie vorn verkürzt, die ganze Ober-
fläche außer der geglätteten Mittelpartie verhältnismäßig sehr fein
und weitläufig punktiert. Flügeldecken wie bei acupunctipennis,
Hinterleib äußerst fein aber dicht längsgestrichelt-chagriniegt, über-
dies sehr fein und weitläufig punktiert, ziemlich dicht schwarz be-
haart, ohne Tomentierung.
328 Dr. Max Bernhaner:
Beim g' ist das 6. Sternit sehr breit, aber ziemlich tief aus-
gerandet.
Ein Männchen.
Staphylinus bolivianus nov. spec.
Niger, capite thorace viridiaureis, nitidis, densius, fortiter et
praeterea subtilissime punctatis, elytris rufis, opaecis, subtiliter parce
punctatis, abdominis segmento dorsali 6.° et 7.° dense laete aureo-
tomentosis, antennarum basi, palpis pedibusque obscure rufo-testaceis,
femoribus infuscatis; capite postice dilatato, oculis minoribus. Long.
13 mm.
Bolivien: Coroico (1800 m. X.—XII. 1906, Garlopp).
Durch die Färbung und kleine Augen unter den Arten der
Platydracus-Gruppe auffallend.
Schwarz, Kopf und Halsschild glänzend goldig mit leichtem
grünen Schimmer, die Flügeldecken rot, matt, die Wurzel der
Fühler, die Taster und die Beine dunkel rotgelb mit etwas an-
gedunkelten Schenkeln. Kopf etwas schmäler als der Halsschild,
um ein gutes Stück breiter als lang, nach rückwärts erweitert mit
kleinen Augen und langen, den Augendurchmesser übertreffenden
Schläfen, auf der hinteren Hälfte der Mitte entlang geglättet, sonst
mäßig dicht mit groben Augenpunkten und zahlreichen dazwischen
eingestochenen sehr feinen Punkten besetzt. Die vorletzten Fühler-
glieder ungefähr um die Hälfte breiter als lang. Halsschild deut-
lich schmäler als die Flügeldecken, um ein beträchtliches Stück
breiter als lang, nach vorn schwach verengt, ähnlich wie der Kopf
punktiert, mit schmaler, fast kielförmiger geglätteter Mittellinie auf
der hinteren Hälfte. Schildchen dicht schwarz tomentiert. Flügel-
decken länger als der Halsschild, außer der kräftigen Chagrinierung
noch fein und weitläufig, deutlich körnig punktiert. Hinterleib
dicht behaart, auf den vorderen Tergiten mit je zwei schwarzen
Tomentflecken, an den Seiten fein silberweiß, am 6. und 7. Tergit
sehr dicht hellgoldig tomentiert, das 8. Tergit ist bei dem vor-
liegenden Exemplar unter dem 7. zurückgezogen und dessen Be-
haarung nicht deutlich‘ erkennbar. Die Punktierung des Hinter-
leibes ist unter dem dichten Tomente nicht zu erkennen. Die
Hinterbrust ist ziemlich dicht hellgoldig behaart.
Beim g' ist das 6. Sternit fast der ganzen Breite nach, aber
nur sehr flach ausgeschnitten.
Ich kenne bisher nur ein einziges Exemplar dieser Art, welche
ich mit der vorigen von Herrn Fassl in Teplitz erhielt.
Ophionthus nov, ge
In die Gruppe Philonthini gehörig, mit Belonuchus nahe ver-
wandt, von allen verwandten Gattungen durch die unten dicht
bürstenartig behaarten Tarsen und die in gleicher Weise behaarten
Mittel- und Vorderschienen sofort zu erkennen. Auch sonst von
den nächst verwandten Gattungen stark abweichend.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 329
Schlank, der Halsschild sehr schmal und lang, kaum halb so
breit als die Flügeldecken, die Seitenrandlinie stark nach unten
geschlagen, der seitliche Porenpunkt von derselben weit abgerückt.
Mandibeln außerordentlich langgestreckt und dünn, in der Ruhe-
lage zwei gekreuzten Säbeln gleich, Oberlippe tief zweilappig;
Fühler sehr lang gestreckt, das 1. Glied lang schaftförmig, fast so
lang als die 3 folgenden zusammengenommen; Taster außerordentlich
lang und dünn, an den Kiefertastern das 2. Glied sehr lang, un-
gefähr so lang als das 1. Fühlerglied, das 3. kaum halb so lang
als das 2., das Endglied außergewöhnlich dünn, fast so lang als
das 2. und fast doppelt so lang als das 3. An den Lippentastern
das 2. Glied fast doppelt so lang als das 1., das Endglied ähnlich
wie bei den Kiefertastern gebildet, viel länger als das 2. Vorder-
hüften ohne deutliche Querkiellinie, Mittelhüften sehr weit von ein-
ander abstehend, die Mittelbrust hinten stumpfspitzig. Vorder-
schenkel mit 2 Längsreihen kräftiger Dorne (wahrscheinlich Ge-
schlechtsauszeichnung des 9‘), Hinterschenkel einfach, Vorder- und
Mittelschienen unten sehr dicht bürstenartig behaart, alle Tarsen
ebenfalls mit Ausnahme des Klauengliedes mit ebensolchen Haar-
bürsten. Vordertarsen schwach erweitert. Das 6. Tergit wie die
vorhergehenden an der Basis tief quer eingedrückt.
Ophionthus serpentinus nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, ano rufo-testaceo, antennarum articulis
duobus ultimis albidis; capite thorace multo latiore, hoc elytris
plus quam duplo angustiore, seriebus dorsalibus 4 punctatis, elytris
fortius minus dense, abdomine subtilius densius punctatis. Long.
ll mm.
Peruvia centralis: Ohne nähere Fundortangabe.
Tiefschwarz, glänzend, die Hinterleibspitze rötlichgelb, die
beiden letzten Fühlerglieder weißgelb. Kopf viel breiter als der
Halsschild, nach hinten verengt, quer rundlich, vorn in der Mitte
mit einer großen Längsgrube, neben und hinter den Augen und
hinten am Scheitel mit einigen wenigen Punkten. Fühler lang, das
3. Glied viel länger als das 2., die folgenden oblong, an Länge
allmählich abnehmend, die vorletzten so lang als breit, das End-
glied oblong, an der Spitze einseitig ausgerandet. Halsschild viel
schmäler als die halben Flügeldecken, fast um die Hälfte länger
als breit, nach rückwärts stark ausgeschweift verengt, in den Dorsal-
reihen mit 4 starken Punkten, sonst gegen den Vorderrand mit
wenigen Punkten und mit einer zum Seitenrande fast parallelen
gekrümmten Reihe von 4—5 Punkten. Flügeldecken fast um die
Hälfte länger als der Halsschild, nach rückwärts stark erweitert,
im letzten Viertel wieder ziemlich verengt, ziemlich stark und wenig
dicht punktiert. Hinterleib fein und ziemlich dicht, etwas rauh
punktiert.
Beim g' ist das 6. Sternit flach und breit, kaum sichtbar aus-
geschnitten.
330 Dr. Max Bernhauer:
Ich erhielt die Art von meinem verehrten Freunde Herrn k.k.
Hofrat Dr. Karl Skalitzky in einem einzigen Exemplar.
Belonuchus coelestinus nov. spec.
Nigro-piceus, elytris cyaneis, capite thoraceque coeruleo-mican-
tibus, ano late testaceo; capite quadrato, thorace latiore, hoc parum
longiore quam latiore, seriebus dorsalibus 5 punctatis, elytris fortiter
dense punctatis. Long. 6 mm.
St. Vincent, W. J. (H. Smith).
Durch die Färbung, flache Gestalt und den quadratischen
Kopf ausgezeichnet.
Pechschwarz, Kopf und Halsschild mit lebhaftem blauen
Schimmer, Flügeldecken glänzend blau, die Hinterleibspitze gelb.
Kopf fast genau so lang als breit, viel breiter als der Halsschild,
an den Seiten parallel mit abgerundeten Hinterecken, vorn in der
Mitte mit einer längsgefurchten Grube, zwischen den Augen vorn
mit 4 quergestellten Punkten, sonst mit Ausnahme der Mitte mit
vereinzelten großen Punkten. Fühler kurz, das 3. Glied kaum
länger als das 2., die vorletzten stark quer. Halsschild wenig
länger als breit, um ein gutes Stück schmäler als die Flügeldecken,
nach hinten wenig verengt, in den Dorsalreihen mit 5 kräftigen
Pnnkten, an den Seiten vorn mit einigen wenigen weiteren Punkten.
Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, kräftig und dicht
punktiert Hinterleib stark, aber nicht tief und ziemlich dicht,
hinten weitläufiger und feiner punktiert, der Hinterrand des 6. und
die folgenden Segmente gelb. Die Hinterschenkel etwas hinter der
Mitte und die Vorderschenkel in der Apicalpartie mit einigen
Dornen besetzt.
Die Typen befinden sich in der Sammlung des k. k. natur-
historischen Hotmuseums in Wien und in meiner eigenen.
Belonuchus pulchripennis nov. spec.
Niger, nitidus, elongatus, elytris viridi- vel purpureo-aureis;
capite transverso, postice angustato; thorace dorso utrinque quinque-
punctato, posterius sinuato-angustato, elytris subtiliter minus dense
punctatis; abdomine basi segmentorum laevi, apice abrupte parce
punctato. Long. 10 mm.
Peruvia centralis: Montana de Nancho (7000’ über dem Meere,
leg. Jekel).
Aus der Verwandtschaft des Belon. Jelskyi Solsky und in
folgendem verschieden:
Bei gleicher Länge schlanker, anders gefärbt, mit schmälerem
Halsschild, die Flügeldecken feiner und weitläufiger, das Abdomen
ganz anders punktiert.
Mit Ausnahme der grünlich- oder purpur-goldigen Flügeldecken
schwarz. Kopf beim Jg‘ breiter als der Halsschild, stark quer,
beim 2 so breit als der letztere, wenig breiter als lang, nach rück-
wärts deutlich und gerundet verengt, zwischen den Augen mit zwei
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 331
gebogenen Querreihen von je 4 Punkten, von denen die 2 mittleren
von einander viel weiter entfernt sind als von den seitlichen, vorn
in der Mitte beim g' mit einem Grübchen. Fühler schlank, die
vorletzten Glieder fast länger als breit. Halsschild um ein Stück
schmäler als die Flügeldecken, etwas länger als breit, nach hinten
stark, deutlich ausgeschweift verengt, in den Dorsalreihen mit je
5 kräftigen Punkten, von denen der am Vorderrande stehende weiter
absteht, an den Seiten mit 4—5 Punkten, von denen 2 in einer
zur Dorsalreihe schiefen Linie stehen. Flügeldecken länger als der
Halsschild, fein und nicht sehr dicht punktiert. Abdomen an der
Basis der Tergite glänzend glatt, auf der hinteren Hälfte scharf
abgegrenzt fein und weitläufig punktiert, die Punktierung am
7. Tergite weiter ausgedehnt.
Beim g' ist das 6. Sternit breit und flach gerundet aus-
geschnitten, die Vorderschienen bis zur Mitte bedornt.
Ich erhielt 3 Exemplare dieser schönen Art durch Dr. Skalitzky.
Musicoderus convexus nov. spec.
Nigerrimus, nitidissimus, convexus, antennarum articulis 5 ultimis
anoque albidis, thorace fere quadrato, posterius angustato, elytris
hoc latioribus et longioribus, subtilissime parcius punctatis.
Long. 8 mm.
Peru: Pozuzo (Bang-Haas).
Von stark gewölbter Körpergestalt, tiefschwarz, am Kopf und
Halsschild mit äußerst schwachem Metallschimmer, die Hinterleib-
spitze schmal und die 5 letzten Fühlerglieder gänzlich weißgelb. Kopf
so breit als der Halsschild, quer, stark gewölbt, die Hinterecken voll-
kommen verrundet, viel breiter als lang, vorn in der Mitte mit
einem breiten, gefurchten Längseindrucke, vorn zwischen den Augen
mit einer Querreihe von 4 Punkten, vor denen die mittleren von
einander fast nur halb so weit abstehen als von den seitlichen, am
Innenrande .der Augen stehenden, hinter den Augen jederseits mit
einer schrägen Querreihe weiterer 4 Punkte und einigen feineren
Punkten, auf den herabgebogenen Seiten hinten und hinter den
Augen deutlich gestrichelt. Halsschild so lang als breit, nach
hinten wenig verenst mit geraden Seiten, kissenartig gewölbt, wie
der Kopf sehr stark glänzend, glatt, in den Dorsalreihen mit
4 kräftigen einander paarweise genäherten Punkten, an den Seiten
mit mehreren starken Punkten, wovon 4 bis 5 je eine Längsreihe
vor den herabgebogenen und deutlich gestrichelten, mattglänzenden
Seiten bilden. Flügeldecken viel breiter und länger als der Hals-
schild, vor den Schultern, auf der Scheibe, vor den Hinterecken
und an der Naht mit je einer stärker gewölbten Stelle, sehr fein
und ziemlich weitläufig, auf den Beulen weitläufiger punktiert.
Hinterleib fein und ziemlich dicht punktiert.
An dem einzigen, vermutlich weiblichen Exemplar sind die
Vorderschenkel in der Apicalhälfte mit zahlreichen Dornen besetzt.
332 Dr. Max Bernhanuer:
Paederomimus flavoguttatus nov. spec.
Niger, nitidus, elytrorum basi, antennarum basi pedibusque
testaceis, antennarum apice obscure testacea, ore rufo-piceo, seriebus
dorsalibus 5 punctatis, elytris minus fortiter parce punctatis. Long.
7,5 mm.
Brasilien: Ohne nähere Fundortangabe.
Durch die Färbung im Genus auffallend; schwarz, Kopf und
Halsschild mit leichtem Metallschimmer und schwach grünlich
irisierend, die Basis der Flügeldecken, die Wurzel der Fühler und
die Beine hell rotgelb, die Fühlerspitze etwas heller als die mittleren
schwarzen Glieder, der Mund pechrot.
Kopf beim dJ' viel, beim 2 wenig breiter als der Halsschild,
quer, nach hinten verengt, mit verrundeten Hinterecken, zwischen
den Augen mit 4 großen Punkten, von denen immer zwei ein-
ander paarweise genähert sind, hinten mit Ausnahme der Mitte mit
vereinzelten großen Punkten, vor dem Vorderrande in der Mitte
mit einer gefurchten Längsgrube. Fühler mäßig kurz, die vor-
letzten Glieder mäßig quer. Halsschild viel schmäler als die Flügel-
decken, etwas breiter als lang, nach rückwärts geradlinig, schwach
verengt, in den Dorsalreihen mit 5 großen Punkten, an den Seiten
mit einer Anzahl kräftiger Punkte, von denen vier in einer zum
Seitenrande fast parallelen, etwas gekrümmten Linie stehen. Flügel-
decken kaum länger als der Halsschild mit stark vortretenden
Schultern, wenig kräftig, aber ziemlich weitläufig punktiert. Abdomen
fein und weitläufig punktiert.
Beim g' besitzen die Vorderschenkel in der größeren Apikal-
hälfte eine größere Anzahl kräftiger Dörnchen.
Paederomimus densiceps nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, elytrorum basi rufotestacea, capite posterius
angustato, postice densius punctato, thorace oblongo, subcordato;
seriebus dorsalibus 5-punctatis, elytris fortiter densius punctatis.
Long. 8 mm.
Brasilien: Petropolis (Schulz).
Durch die Färbung und die Punktierung des Kopfes gleich
ausgezeichnet. Schwarz, glänzend, das basale Drittel der Flügel-
decken hell rotgelb.
Kopf viel breiter als der Halsschild, bis zum Kreuzungspunkt
der säbelförmigen Mandibeln ein regelmäßiges Fünfeck bildend, vorn
in der Mitte mit einer Längsgrube, welche mit einer unterbrochenen
Furche versehen ist, zwischen den Augen mit den 4 normalen
großen Porenpunkten, vor denen immer 2 einander genähert sind,
hinter denselben außer der glatten Mitte stark und ziemlich gleich-
mäßig” dicht punktiert, die geglättete Stelle reicht spitzwinklig bis
fast zum Hinterrande. Fühler sehr gestreckt, alle Glieder länger
als breit. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, länger als
breit, herzförmig, nach hinten ausgeschweift und ziemlich stark ver-
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika, 333
engt, in den Dorsalreihen mit 5 kräftigen Punkten, von denen bei
dem vorliegenden Exemplare, auf der einen Seite einer geschwunden
ist, neben den Mittelreihen mit je 2 Punkten, welche in einer zu
der M.ttelreihe parallelen Reihe stehen, vom hinteren dieser Punkte
zieht eine Punktreihe schräg außen zum Vorderwinkel. Flügel-
decken etwas länger als der Halsschild, kräftig und ziemlich dicht
punktiert. Hinterleib mäßig fein und mäßig dicht, rauh punktiert.
Beim g ist das 6. Sternit sehr schwach ausgerandet, die
Vorderschenkel besitzen eine größere Zahl spitziger Dorne, welche
die Basis und Spitze freilassen.
Paederomimus interjectus nov. spec.
Piceo-aeneus, nitidissimus, ano, antennarum basi apiceque,
palpis rufotestaceis, pedibus albidis; thorace longiore quam latiore,
seriebus dorsalibus profunde 6-punctatis, spatio intermedio post
medium transverse bipunctato. Long. 6 mm.
St. Vincent: W. J. Windward side (H. H. Smith).
Durch dunkle Färbung und die 2 Querpunkte auf der hinteren
Hälfte des glatten Mittelzwischenraumes leicht kenntlich.
Kopf beim g' wenig, beim 2 kaum breiter als der Halsschild,
quer nach rückwärts verengt, glänzend, vor dem Vorderrande mit
der normalen gefurchten Längsgrube, zwischen den Augen mit
4 einander paarweise genäherten Punkten, hinten mit einer größeren
Anzahl größerer Punkte. Fühler mäßig lang, die vorletzten Glieder
deutlich quer. Halsschild um ein gutes Stück schmäler als die
Flügeldecken, länger als breit, nach hinten geradlinig verengt,
außerordentlich grob, deutlich nabelig punktiert, in den Dorsal-
reihen mit 6, an den Seiten mit 6—7 Punkten, in der geglätteten
Mittelpartie hinter der Mitte mit 2 quergestellten Punkten. Flügel-
decken so lang als der Halsschild, nach rückwärts schwach er-
weitert, grob und dicht punktiert. Hinterleib mäßig stark und
wenig dicht punktiert.
Beim g' sind die Vorderschenkel in der Apicalhälfte mit einer
Anzahl feiner Borsten bewehrt und an der Außenseite kurz bürsten-
artig behaart.
Paederomimus insularis nov. spec.
Forma et colore praecedentis, statura minore, antennis
longiuseulis, thorace absque 2 punctis interjectis, seriebus dorsalibus
5-punctatis facile distinguendus. Long. 4,5 mm.
Ins. St. Thomas (v. Eggers).
In der Körperform und Färbung dem vorigen außerordentlich
ähnlich und nur in nachfolgenden Punkten verschieden.
Die Gestalt ist viel kleiner, die Fühler an der Wurzel dunkler,
mit den mittleren Gliedern gleich gefärbt, die Taster und Beine
auch dunkler, schmutziggelb, der Hinterleib bis zur Spitze einfarbig,
Kopf im Verhältnis zum Halsschild breiter, hinten mit mehr Punkten,
Fühler länger, die vorletzten Fühler nur um ein Geringes breiter
334 Dr. Max Bernhaner:
als lang. Halsschild schmäler und länger, halb so grob, nicht
deutlich nabelig punktiert, in den Dorsalreihen mit 5 Punkten,
zwischen denselben ohne Punkte, an den Seiten mit weniger
Punkten. Flügeldecken etwas dichter punktiert.
Beim g' besitzen die Vorderschenkel viel weniger Dorne; diese
sind nur auf die Spitze beschränkt und ist eine dichte bürsten-
artige Behaarung an der Außenseite kaum wahrnehmbar.
Phileciton Wasmanni nov. spec.
Rufotestaceus, nitidulus, capite, elytris, antennis praeter basin,
tibiisque infuscatis; capite thorace parum angustiore, thorace latitudine
tertia parte longiore, seriebus dorsalibus 5 vel 6-punctatis. Long.
3,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini, Okt. 1907).
Dem Ph. Badariottii Wasm. recht ähnlich, jedoch in nach-
folgenden Punkten leicht zu unterscheiden. Die Farbe ist licht
rötlichgelb, der Kopf und die Flügeldecken, die Fühler mit Aus-
nahme der hellen Wurzel und der untere Rand der Schienen ge-
schwärzt, Kopf länger und im Verhältnis zum Halsschilde schmäler;
Fühler länger, die vorletzten Glieder kaum quer; Halsschild breiter,
daher im Verhältnis kürzer, hinten weniger ausgeschweift, stärker
punktiert und in den Dorsalreihen mit wenigen Punkten. Bei dem
einzigen mir vorliegenden Exemplar sind in der einen Reihe 5 in
der anderen 6 Punkte vorhanden. Die Flügeldecken sind länger,
etwas feiner punktiert. Im Uebrigen stimmen die beiden Arten
fast mit einander überein.
Philonthus formicarius nov. spec.
Niger, latus, elytris brunneis, abdominis dimidio apicali,
antennarum articulo ultimo pedibusque rufotestaceis; capite trans-
verso, thorace subquadrato, postice rotundato, seriebus dorsalibus
6-punctatis; antennis serratiformibus. Long. 7 mm.
Brasilien: Mar d’Hespanha (Minas Geraes, Walter).
Durch die Fühlerbildung und breite Gestalt mit lucanicornis m.
aus Afrika verwandt.
Schwarz, Flügeldecken braun, das Abdomen vom 6. Segmente
angefangen, das letzte Fühlerglied und die Beine rötlichgelb. Kopf
nur wenig schmäler als der Halsschild, stark quer, mit großen
Augen und kurzen nur ein Drittel so langen Schläfen, gegen
dieselben zu mit einer Anzahl größerer Punkte, vorn stark erhoben,
der erhobene Teil äußerst fein aber deutlich quer gestrichelt, vorn
bogig, stumpfkantig begrenzt, weniger glänzend als der übrige
glatte Kopf. Fühler mäßig kurz, das 3. Glied doppelt so lang als
das 2., die folgenden einseitig eckig erweitert, sägeförmig, das End-
glied assymetrisch ausgerandet. Halsschild wenig schmäler als die
Flügeldecken, so lang als breit, nach vorn wenig verengt, hinten
halbkreisförmig gerundet, in den Dorsalreihen mit je 6 Borsten-
punkten, beiderseits mit einer größeren Anzahl mäßig starker
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 335
Borstenpunkte, von denen 3 in einer zur Dorsalreihe ziemlich
parallelen Längslinie stehen. Flügeldecken so lang als der Hals-
schild, ziemlich fein und mäßig dicht, Hinterleib fein und weitläufig
punktiert. Erstes Glied der Hintertarsen viel länger als das letzte.
Ein Exemplar in meiner Sammlung, welches am 20. 12. 1903
bei einer Blattschneiderameise gefangen wurde.
Philonthus pulcher nov. spec.
Nigerrimus, elytris laete viridibus; capite subquadrato, oculis
minoribus; thorace fere quadrato, seriebus dorsalibus subtiliter
5-punctatis, elytris thorace longioribus subtiliter parce punctatis.
Long. 6,5 mm.
Peru: Ohne nähere Fundortangabe (Bang-Haas),
Durch die Farbe und die Bildung des Kopfes und Halsschildes,
sowie die feine und weitläufige Punktierung der Flügeldecken aus-
gezeichnet.
Tiefschwarz, die Flügeldecken hell metallischgrün. Kopf beim
J' breiter, beim? so breit als der Halsschild, bei diesem kaum quer,
beim g' dagegen deutlich breiter als lang, parallelseitig mit kleinen
Augen und sehr langen Schläfen, an den Seiten und hinten spär-
lich punktiert, in der Mitte des Scheitels mit kurzer, ziemlich
scharfer Mittelfurche, vorn beim g' mit einem tieferen, beim 2
schwächeren Längseindruck, zwischen den Augen mit einer Quer-
reihe von 4 Punkten, von denen die mittleren von einander deutlich
weiter abstehen als von den seitlichen. Fühler mäßig kurz, die
vorletzten Glieder ziemlich stark quer. Halsschild wenig schmäler
als die Flügeldecken, so lang als breit, mit fast parallelen Seiten,
in den Dorsalreihen mit 5 feinen Punkten, seitwärts mit wenigen
ebenso feinen Punkten, wie der Kopf äußerst fein quergestrichelt.
Flügeldecken länger als der Halsschild, fein und weitläufig punktiert.
Hinterleib sehr fein und noch weitläufiger punktiert. Erstes Glied
der Hintertarsen kürzer als das Endglied.
Beim J' ist das 6. Sternit stumpfwinklig ausgerandet.
Philonthus monachus nov. spec.
Niger, nitidus, elytris, antennis, ore, pedibusque piceis, capite
transverso, thorace angustiore; hoc dorso 4-punctato; elytris thoracis
longitudine, subtiliter parcius punctatis. Long. 6,5 mm.
Paraguay: (Dr. Drake).
Dem Phil. immundus Gyllh. ungemein nahestehend in der
Färbung und Körpergestalt, sowie in der Größe täuschend ähnlich,
aber durch nachfolgende Merkmale verschieden:
Kopf kleiner, schmäler, nach hinten schwach erweitert, hinten
mit weniger zahlreichen Punkten. Fühler deutlich kürzer, die
Glieder vom 5. angefangen deutlich quer, das Endglied auch kürzer,
so lang als breit, Halsschild in den Dorsalreihen nur mit 4 Punkten,
zu beiden Seiten mit 2 in einer schief zu den Dorsalreihen ver-
laufenden Linie stehenden Punkten, während diese bei immundus
336 Dr. Max Bernhaner:
in einer fast parallel zu den Mittelreihen verlaufenden Linie stehen.
Flügeldecken kürzer als bei immundus, nicht so lang als der Hals-
schild, deutlich weitläufiger punktiert.
Die Hintertarsen kürzer, das erste Glied verdickt, aber deutlich
länger als das Endglied, wenn auch viel kürzer als bei immundus.
Neobisnius flavomaculatus nov. spec.
Nigritulus, capite thoraceque fusco-rufis, elytrorum macula
humerali, sutura margineque posteriore, abdominis segmentorum
marginibus posticis et lateralibus, antennarum basi articuloque ultimo,
palpis pedibusque rufotestaceis; thoracis lateribus parcius punctatis.
Long. 4,5 mm.
Brasilien: S. Catarina (Lüderwaldt), Grenada W. J. (Balthazar,
H. H. Smith).
N. coloratus Epp. i. l.
Durch die Färbung leicht kenntlich. Kopf so breit als der
Halsschild, quadratisch mit abgerundeten Ecken, außer der ge-
glätteten Mittellinie mäßig stark und weitläufig punktiert. Hals-
schild schmäler als die Flügeldecken, wenig länger als breit, neben
der geglätteten Mittellinie, mit je einer mäßig fein und dicht
punktierten unregelmäßigen Dorsalreihe, beiderseits mäßig fein und
weitläufig punktiert. Flügeldecken länger als der Halsschild, fein
und mäßig dicht, Hinterleib sehr fein und sehr dicht punktiert.
Neobisnius scutellaris nov. spec.
Fusco-rufus, capite, elytris, abdomine apicem versus antennisque
nigricantibus; elytrorum macula scutellari margineque posteriore,
antennarum basi articulisque duobus ultimis, palpis pedibusque rufo-
testaceis; thoracis lateribus dense punctatis. Long. 4,5 mm.
Paraguay: (Dr. Drake),
Der vorigen Art nahe verwandt, abgesehen von der Färbung
noch durch schmäleren, längeren Kopf, etwas dichtere Punktierung
desselben und schmäleren und längeren, zu beiden Seiten viel
dichter punktierten Halsschild verschieden. Die Punktierung desselben
ist dicht und gleichmäßig. Der Scutellarfleck auf den Flügeldecken
ist von der dunkleren Umgebung nicht scharf abgegrenzt.
Tribus: Quediini,
Acylophorus Kraatzi nov. spec.
Nigerrimus, nitidus, abdomine fortiter iridescente, antennarum
basi palpis pedibusque obscure-rufescentibus; elytris subtiliter
densissime punctatis, abdomine dense punctato. Long. 8 mm.
Paraguay: Dr. Drake, 1885.
Dem Acyloph. glaberrimus Herbst sehr nahe verwandt, aber
in nachfolgenden Punkten verschieden.
Fast doppelt so groß, etwas breiter, die Fühlerbasis die Taster
und die Beine heller gefärbt, der Hinterleib in den Regenbogen-
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 337
farben stark glänzend; der Halsschild fast breiter als die Flügel-
decken, diese viel feiner und wohl dreimal so dicht der Hinterleib,
rauher und doppelt so dicht punktiert.
Ich widme die Art meinem hochverehrten Collegen Professor
Dr. Gustav Kraatz, durch dessen Güte ich die Paraguay-Ausbeute
Dr. Drake’s aus dem Jahre 1885 zur Bearbeitung erhielt. Wie
schon früher, sei auch an dieser Stelle demselben mein bester
Dank hierfür ausgesprochen.
Tribus: Tachyporini.
Üonosoma angusiiforme nov. spec.
Obscure rufo-testaceum, opacum, angustum; omnium subtilissime
et densissime punctatum, dense pubescens; antennis valde elongatis,
articulis omnibus oblongis. Long. 2,5—3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering), S. Catarina
(Lüderwaldt).
Von langer, schmaler Gestalt, mit außerordentlich lang-
gestreckten Fühlern.
Schmutzig rötlichgelb, Kopf, Flügeldecken und die Mitte der
Fühler mehr oder minder angedunkelt, Taster und Beine hellgelb.
Kopf klein, sehr fein und weitläufig, kaum erkennbar punktiert,
glänzend. Fühler dünn und lang, gegen die Spitze wenig verdickt,
kaum zusammengedrückt, das 3. Glied etwas länger als das 2.,
wie die folgenden wohl viermal so lang als breit, die Glieder gegen
die Spitze allmählich an Länge abnehmend, die vorletzten länger
als breit. Halsschild so breit als die Flügeldecken, etwa um ein
Viertel breiter als lang, nach vorn stark verengt, außerordentlich
fein und dicht punktiert; Flügeldecken mehr als um die Hälfte
länger als der Halsschild, nach rückwärts verengt, wie der Hals-
schild punktiert. Abdomen etwas flacher gewölbt als der Vorder-
körper, etwas stärker aber ebenso dicht punktiert wie dieser,
Conosoma pustulatum nov. spec.
Nigrum, subopacum, elytrorum macula basali, thoracis ab-
dominisque segmentorum marginibus posticis rufotestaceis, anten-
narum basi, palpis pedibusque flavis; thorace elytrisque sub-
tilissime parce punctatis et alutaceo-strigellis. Long. 3,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini, X. 1907).
Ziemlich schmal, schwarz, eine Makel an der Basis jeder
einzelnen Decke, weiche weder bis zum Seitenrande noch bis zur
Naht reicht, der Hinterrand des Halsschildes schmal, der der Hinter-
leibsringe breiter rötlichgelb, die Fühlerwurzel, Taster und Beine
hellgelb. Kopf erloschen punktiert, glänzend; Fühler kurz, die vor-
letzten Glieder stark quer, seitlich ziemlich stark zusammengedrückt.
Halsschild um ein Viertel breiter als lang, nach vorn stark ver-
engt, äußerst fein quer gestrichelt und außerdem weitläufig und er-
loschen, kaum wahrnehmbar punktiert. Flügeldecken viel länger
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd I. H.3, 22
338 Dr. Max Bernhauer:
als der Halsschild, ähnlich wie dieser, aber etwas deutlicher und
dichter punktiert. Hinterleib äußerst fein und dicht, in der Apical-
hälfte der Tergite kaum punktiert.
Tribus: Dinopsini.
Dinopsis Drakei nov. spec.
Piceo-testacea, sat depressa, capite thorace elytris circa scutellum,
abdominis segmentorum marginibus posticis anguste nigricantibus,
pube grisea densissime vestita omnium subtilissime densissime
punctata. Long. 2 mm.
Paraguay: Drake.
Die Art muß der Dinopsis ferruginea Shrp. sehr nahe stehen
und ich war anfangs versucht, sie für diese Art zu halten. Da
jedoch die Größenangabe nicht stimmt, außerdem die Färbung eine
etwas andere ist und der Kopf nach der Beschreibung viel breiter
sein muß, bin ich doch zur Ueberzeugung gelangt, daß wir es hier
mit einer specifisch verschiedenen Art zu tun haben.
Der Kopf ist ziemlich breit, der Halsschild vorn etwas ab-
gestutzt, fast um die Hälfte breiter als lang mit stark nach hinten
vorgezogenen rechtwinkligen Hinterecken, Flügeldecken so lang als
der Halsschild, innerhalb der Hinterecken ausgerandet. Der ganze
Körper ist außerordentlich fein und äußerst dicht punktiert, matt,
dicht seidenschimmernd behaart.
Tribus: Bolitocharini.
Parasilusa nov, gen.
Palpi maxillares 4-, labiales 2-articulati. Maxillae mala interiore
tota cornea angusta intus media spinulis paucis ciliata, apice
tuberculata. Ligula apice fissa. Mesosternum inter coxas inter-
medias late truncatum, coxae intermediae distante® Tarsi antici
et intermedii 4-, postiei 5-articulati.
Im Aussehen, ganz einer Silusa ähnlich, jedoch mit ganz
anderer Bildung der Zunge, der inneren Maxillarlade und des
Mesosternums. Die Kiefertaster 4gliedrig, die Lippentaster 2gliedrig,
ähnlich wie bei Silusa. Die innere Maxillarlade ist ebenfalls wie
bei dieser sehr schmal und langgestreckt, ganz verhornt, sie besitzt
jedoch nur in der Mitte wenige weitläufig stehende Zähne, das
apicale Drittel ist ohne Zähne und besitzt am Innenrande eine
Reihe kräftiger Turberkeln, die Behaarung ist fast geschwunden,
die Außenlade ist viel breiter und an der Spitze dicht bewimpert.
Das Kinn ist quer trapezförmig, vorne halbkreisförmig ausgeschnitten.
Die Zunge ist schmal, fast bis zur Mitte geteilt. Die Mittelbrust
ist zwischen den Mittelhüften breit abgestutzt und daselbst fast
ausgerandet, die letzteren von einander breit getrennt. Der Fort-
satz der Mittelbrust reicht bis zur Mitte der Mittelhüften. An den
Hintertarsen sind die 4 ersten Glieder ungefähr gleichlang.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 339
Parasılusa Iheringi nov. spec.
Nigra, subnitida, sat convexa, antennarum 4 primis, ore
pedibusque rufotestaceis, femoribus infuscatis; antennis crassis,
articulis penultimis longitudine duplo brevioribus; thorace brevissimo
basi fortiter foveolato, angulis posticis acutis. Long. 2,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Schwarz, mäßig glänzend, ziemlich gleich breit, dick und ge-
wölbt, die 4 ersten Fühlerglieder, der Mund und die Beine rötlich-
gelb, die Schenkel angedunkelt.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, quer, sehr fein und
erloschen punktiert, glänzend, ohne Eindrücken, die Schläfen hinter
den Augen kurz, unten scharf gerandet; Fühler kurz, gegen die
Spitze stark verdickt, das 3. Glied viel länger als das 2., das
4. mäßig, das 5. schon stark quer, die vorletzten doppelt breiter
als lang, das Endglied fast so lang als die 3 vorhergehenden zu-
sammengenommen. Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken,
mehr als doppelt so,breit als lang, an den Seiten nach vorn ge-
rundet verengt mit scharfen Hinterwinkeln, vor dem Schildchen
mit einem breiten und tiefen, hinten scharf abgesetzten Quer-
eindruck, sehr fein und dicht punktiert, wenig glänzend. Flügel-
decken wenig länger als der Halsschild, innerhalb der Hinterecken
ausgerandet, wenig fein und dicht, deutlich rauh punktiert, wenig
glänzend. Hinterleib an der Wurzel der 3 ersten freiliegenden
Tergite quer eingedrückt, fein und mäßig dicht, hinten weitläufig
punktiert.
Beim d' besitzt das 7. Tergit in der Mitte der Scheibe einen
scharfen Längskiel, das 8. ohne deutliche Auszeichnung.
Im Angeschwemmten des Rio Mogy (27. 9. 1907).
(ryrophaena Iheringi nov. spec.
Rufotestacea, nitidula, capite thoraceque parum infuscatis, elytris
nigris basi testaceis, abdomine ante apicem nigricante, antennis
nigris basi rufotestaceis; thorace elytrisque subtilissime sat dense,
regulariter punctatis. Long. 1,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Eine winzige, durch die gleichmäßige, sehr feine und ziemlich
dichte Punktierung des Halsschildes und der Flügeldecken aus-
gezeichnete Art.
Rötlichgelb, mäßig glänzend, Kopf und Halsschild etwas dunkler,
Flügeldecken schwarz mit schwachem stahlblauem Schimmer, an
den Schultern ausgedehnt gelb. Das Abdomen vor der Spitze
schmal schwarz.
Kopf stark quer, äußerst fein, fast kaum erkennbar punktiert
mit normalen Augen. Fühler gegen die Spitze mäßig verdickt,
schwarz mit gelber Wurzel, die vorletzten Glieder ungefähr um die
Hälfte breiter als lang. Halsschild sehr kurz, fast dreimal so breit
als lang, sehr fein, ziemlich dicht und gleichmäßig punktiert. Flügel-
92%
340 Dr. Max Bernhaver:
decken viel länger als der Halsschild, ähnlich wie dieser punktiert,
Hinterleib kaum punktiert, glänzend glatt.
Das J' dieser Art ist mir noch nicht bekannt. Am 28. 9. 1907
in einem Baumschwamme gefunden.
Gyrophaena Lüderwaldti nov. spec.
Nigra, nitida, abdominis basi apiceque rufotestaceis, antennis,
palpis pedibusque albidis, thorace parce, elytris densius subtiliter
punctatis. Long. 1,5—1,8 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Durch die Farbe und die Geschlechtsauszeichnung des g' gleich
ausgezeichnet und nicht zu verwechseln.
Tiefschwarz, die Basis des Hinterleibes in größerer, die Spitze
in geringerer Ausdehnung rötlichgelb, die ganzen Fühler, Taster
und Beine weißgelb. Kopf stark quer, fein und weitläufig punktiert,
mit normalen Augen, die Fühler vom 4. Gliede an plötzlich verdickt,
das 4. sehr klein und kurz, doppelt so breit als lang, das 5. viel
länger aber genau so breit als das 4., schwa@h quer, die vorletzten
kaum um die Hälfte breiter als lang. Halsschild etwas schmäler
als die Flügeldecken, mehr als doppelt so breit als lang, fein und
weitläufig, unregelmäßig punktiert. Flügeldecken wenig länger als
der Halsschild, fein und ziemlich dicht, ganz gleichmäßig punktiert.
Hinterleib außerordentlich zart, kaum erkennbar punktiert.
Beim d' besitzt das 7. Tergit in der Mitte der Scheibe zu
beiden Seiten der Mittellinie 2 scharfe und lange, nach hinten con-
vergierende Kielchen das 8. an beiden Seiten ein ziemlich kurzes
Zähnchen, welche durch eine einfache flache Ausrandung von ein-
ander geschieden sind.
Gemeinsam mit der vorigen Art entdeckt.
Gyrophaena bicarinata nov. spec.
Nigra, nitidissima abdominis basi dilutiore, antennis totis,
pedibusque testaceis, elytris maris tuberculis nonnullis armatis
feminae fere impunctatis. Long. 1—1,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Reiz da Serra, Ihering).
Der Gyrophaena sparsa Shrp. äußerst nahe stehend, im Habitus
und Größe ganz übereinstimmend und nur in nachfolgendem ver-
schieden.
Die Färbung ist viel dunkler, tiefschwarz, die Hinterleibs-
wurzel meist nur unmerklich heller, die Fühler entweder hellgelb
oder gegen die Spitze schwach dunkler. In der Bildung der Fühler,
des Kopfes und Halsschildes kann ich greifbare Unterschiede nicht
finden. Dagegen sind die Flügeldecken des 3 nicht wie bei sparsa
glänzend glatt, sondern deutlich chagriniert, wenig glänzend, die
Körnelung feiner und auf eine kleinere Fläche beschränkt. Die
Flügeldecken des 2 sind glänzend glatt, ohne oder nur mit äuberst
zarter Chagrinierung, kaum punktiert. — Das 2 der sparsa ist mir
leider nicht bekannt. Die Geschlechtsauszeichnung des J’ am Hinter-
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 341
leibe ist ebenfalls anders; am 7. Tergite befinden sich nämlich in
der Mitte der Scheibe zwei kleine zahnförmige, nach hinten scharf
vorspringende, nach ‘hinten divergierende Kielchen, das 8. ist in
der Mitte des Hinterrandes in einen scharfen schief nach oben ge-
richteten Zahn ausgezogen. Die seitliche Begrenzung dieses Terzits
ist bei den vorliegenden Stücken nicht gut sichtbar.
Mit den vorigen Arten gemeinsam gefangen.
(yrophaena pauloensis nov. spec.
Rufotestacea, capite thoraceque rufopiceis, elytrorum apice,
abdomine ante apicem nigricantibus, antennis leviter infuscatis, basi,
palpis pedibusque testaceis; thorace fere impunctato, elytris parcius
granulatis. Long. 1,1 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Rötlichgelb, Kopf und Halsschild etwas dunkler, die Apical-
hälfte der Flügeldecken und ein Gürtel vor der Hinterleibsspitze
schwärzlich. Fühler leicht gebräunt, ihre Basis, der Mund und die
Beine hellgelb. Kopf quer, mit vereinzelten deutlichen Punkten be-
setzt, Augen normal, Fühler ähnlich wie bei der vorherigen Art,
jedoch länger, die vorletzten Glieder weniger stark quer, höchstens
um die Hälfte breiter als lang. Halsschild deutlich schmäler als
die Flügeldecken, doppelt so breit als lang, fast unpunktiert, auf
der Scheibenmitte ohne Punkte, nur an den Seiten und vorn ver-
einzelt punktiert. Flügeldecken länger als der Halsschild, im inneren
Apicalviertel kräftig und mäßig weitläufig gekörnt. Hinterleib zu-
gespitzt, kaum punktiert.
Beim g' ist das 7. Tergit einfach, das 8. in 2 sehr feine und
lange Spieße an den Seiten ausgezogen, in der Mitte unbewehrt.
Mit den vorigen an gleicher Stelle gefangen.
Gyrophaena granulipennis nov. spec.
Picea, nitida abdominis basi parum dilutiore, antennis totis,
palpis pedibusque laete testaceis antennis longiusculis, articulo
4. oblongo, minimo, sequentibus haud, penultimis parum transversis,
elytris fortiter dense granulatis. Long. 1 mm (abdomine contracto).
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Schwarz, glänzend, die Basis des Hinterleibes etwas heller,
die ganzen Fühler, Taster und Beine hellgelb. Kopf quer, Augen
normal, Fühler lang, gegen die Spitze schwach verdickt, ihr 3. Glied
viel kürzer und doppelt so dünn als das 2., das 4. länger, die
folgenden so lang als breit, die vorletzten nur wenig quer. Hals-
schild wenig schmäler als die Flügeldecken, mehr als doppelt so
breit als lang, mit einer größeren Anzahl ziemlich kräftiger Punkte
unregelmäßig besetzt. Flügeldecken viel länger als der Halsschild,
mit Ausnahme der äußersten Basis grob und dicht gekörnt. Das
Abdomen ist bei dem einzigen bisher vorliegenden Exemplare stark
eingezogen und läßt die Skulptur und Geschlechtsauszeichnung der
Hinterleibspitze nicht erkennen. Vorn ist dasselbe fast unpunktiert.
342 Dr. Max Bernhauer:
Homalota brasiliana nov. spec.
Rufotestacea, fere parallela, capite, elytris abdomine ante apicem
nigricantibus, antennis apicem versus infuscatis; capite thorace
angustiore minus subtiliter, thorace elytrisgue multo subtilius
punctatis, illo medio depresso; abdomine antice parce punctato,
postice fere laevigato. Long, 1,5—2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Rötlichgelb, Kopf, Flügeldecken, ein Gürtel vor der Hinterleib-
spitze schwarz oder schwärzlich, die Fühler gegen die Spitze ge-
bräunt. Vom Aussehen der Homalota plana Gylih. aber schmäler.
Kopf etwas schmäler als der Halsschild, matt, wenig fein und
dicht punktiert, nach hinten etwas verengt. Fühler gegen die
Spitze stark verdickt, das 3. Glied viel kürzer als das 2., die
folgenden stark quer, allmählich an Breite zunehmend, die vor-
letzten fast mehr als doppelt so breit als lang. Halsschild etwas
schmäler als die Flügeldecken, deutlich quer, ungefähr um ein
Viertel breiter als lang, an den Seiten gerundet, nach hinten etwas
stärker verengt, in der Mittellinie niedergedrückt, sehr fein und
ziemlich dicht punktierti. Flügeldecken länger als der Halsschild,
etwas weniger fein, ziemlich dicht punktiert, innerhalb der Hinter-
ecken kaum ausgerandet, wie der Halsschild nur mäßig glänzend.
Hinterleib gleich breit, glänzend an der Basis der 3 ersten voll-
kommen freiliegenden Dorsalsegmente quer eingedrückt, vorn sehr
fein und ziemlich weitläufig, hinten nur sehr spärlich punktiert.
Beim J'ist das 8. Tergit gerade abgestutzt, ohne weitere Aus-
zeichnung.
Von Homalota rufa Shrp. durch glänzenden, viel weitläufiger
punktierten Körper unterschieden. |
Am 28. 9. 1907 unter Baumrinden aufgefunden.
Diestota pauloensis nov. spec.
Nitidissima, brunneo-aenea, elytrorum macula humerali, anten-
narum nigricantium basi, abdominis basi pedibusque rufotestaceis,
femoribus infuscatis, abdominis dimidio apicali nigerrimo; corpore
antico parce subtilissime punctato, abdomine laevigato. Long. 2,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Durch die Färbung, den unpunktierten Hinterleib und zugleich
die sehr feine Punktierung des Vorderkörpers von allen übrigen
Arten leicht zu trennen.
Der Vorderkörper ist bronzebraun, die Flügeldecken mit gelber
Humeralmakel, die Fühler schwarz, die 2 ersten Glieder gelb, die
Kiefertaster schwärzlich, der übrige Mund und die Beine gelb mit
dunkleren Schenkeln, der Hinterleib tiefschwarz, die 2 ersten frei-
liegenden Segmente hellgelb, an den Seiten und in der Mitte mit
je einer schmalen Quermakel.
Kopf, Halsschild und Flügeldecken sehr fein und weitläufig,
der Hinterleib fast gar nicht punktiert, glänzend. Kopf kaum
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 343
schmäler als der Halsschild, ohne Eindrücke, quer; die Schläfen
hinter den Augen kaum ein Drittel so lang als deren Längs-
durchmesser, unten scharf gerandet. Fühler gegen die Spitze ver-
dickt, das 3. Glied viel länger als das 2., das 4. bis 6. kaum, die
folgenden deutlich quer, die vorletzten Glieder um die Hälfte breiter
als lang, das Endglied etwas länger als die 2 vorhergehenden
zusammen. Halsschild schmäler als die Flügeldecken, um die
Hälfte breiter als lang, nach rückwärts stark verengt mit ver-
rundeten Ecken, vor dem Schildchen mit einem Grübchen, welches
sich zach vorn in eine schwache breite Mittelfurche fortsetzt.
Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, innerhalb der Hinter-
ecken kaum ausgerandet. Hinterleib gegen die Basis schwach
verengt.
Am 30. 9. 1907 gefangen.
Diestota angusticollis nov. spec.
Picea, thorace rufo-piceo, elytrorum apice maculaque humerali,
abdominis basi, antennarum basi apiceque testaceis, pedibus albidis;
thorace elytris multo angustiore, abdomine laevigato. Long. 2,2 mm.
Brasilien: S. Catharina (Lüderwaldt).
Ebenfalls mit unpunktiertem Hinterleib und durch schmalen
Halsschild sehr ausgezeichnet.
Pechschwarz, der Halsschild mehr rötlich, die Flügeldecken
am Hinterrande und an der Schulter gelb, die Fühler angedunkelt,
ihr erstes und letztes Glied gelblich, die Beine weißgelb, die
2 ersten Hinterleibssegmente hellgelb. Kopf und Fühler fast wie
bei der vorigen Art, doch ist ersterer etwas schmäler als der
Halsschild. Dieser viel schmäler als die Flügeldecken, nur mäßig,
beiläufig um ein Viertel breiter als lang, nach rückwärts schwach,
deutlich ausgeschweift verengt, ohne Eindrücke, sehr fein und wenig
dicht punktiert. Flügeldecken kaum länger als der Halsschild,
zusammen stark quer mit stark vortretenden Schultern, innerhalb
der Hinterecken nicht gebuchtet, etwas deutlicher und dichter
punktiert als der Halsschild. Hinterleib nach rückwärts etwas
verengt, fast unpunktiert.
Apheloglossa Lüderwaldti nov. spec.
Rufotestacea, capite, elytris, abdominis cingulo ante apicem,
antennis praeter basim nigris; corpore antico opaco, abdomine
nitido, antennis modice incrassatis. Long. 2—2,3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, 15. 2. 07, Ihering;).
Fine durch die Färbung leicht kenntliche Art. Rötlichgelb,
Kopf, Flügeldecken und der Hinterleib vor der Spitze schwarz oder
schwärzlich, die Flügeldecken meist mit schwachem gelblichroten
Schimmer, ähnlich wie bei Oxypoda formosa Kr., die Fühler schwärz-
lich mit hellerer Wurzel, die Taster meist angedunkelt. Sehr selten
ist das Halsschild schwarz, die Flügeldecken an der Basis gelblich
344 Dr. Max Bernhaner:
(var. obseuricollis m.) Ob wir es hier vielleicht mit einer eigenen
Art zu tun haben, wäge ich vorläufig nicht zu behaupten.
Außer der Färbung unterscheidet sich die Art von A. brasiliana
Bernh. noch in folgendem:
Der Vorderkörper ist matt, glanzlos, der Hinterleib aber
glänzend, während bei brasiliana der ganze Körper deutlich glänzt.
Die Fühler sind länger, weniger verdickt, das 3. Glied länger, so
lang als das 2., die vorletzten nur mäßig quer. Kopf, Halsschild
und Flügeldecken sind viel feiner und außerordentlich dicht, fast
chagrinartig punktiert; auch der Hinterleib ist etwas weniger weit-
läufig punktiert.
Beim g' besitzt das 8. Tergit am Hinterrande 6 Stacheln, von
denen die zwei seitlichen von den übrigen etwas mehr abstehen
und schwach nach innen gekrümmt sind.
Eine Reihe von Exemplaren liegt von dieser Art vor, welche
ich dem verdienten Sammler des Museums in S. Paulo, Herrn
Lüderwaldt, widme.
Phymatura brasiliana nov. spec.
Rufotestacea, abdomine nitidulo; elytris, abdomine ante apicem,
antennarum articulis 4--10 infuscatis; capite thoraceque impunctatis
opacis, elytris ereberrime, abdomine sat dense punctatis. Long.
1,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, Ihering).
Durch die geringe Größe und die Skulptur des Vorderkörpers
sehr ausgezeichnet. Da ich wegen der Kleinheit des Tieres und
der folgenden Art, welche im Uebrigen habituell ganz unserer
heimischen Art ähnelt, Bedenken über die Zugehörigkeit zu vor-
stehenden Genus hatte, habe ich ein mikroskopisches Präparat ver-
fertigt und diese Zugehörigkeit zweifellos festgestellt.
Kopf und Halsschild sind rotgelb, ganz matt chagriniert, ohne
sichtbare Punktierung, die Schläfen unten scharf und vollständig
gerandet; die Fühler gegen die Spitze verdickt, das 3. Glied viel
kürzer als das 2., das 4. oblong, die vorletzten mäßig quer, rötlich-
gelb, das 4.—10. Glied braun, Halsschild etwas 'schmäler als die
Flügeldecken, um mehr als die Hälfte breiter als lang, nach vorn
gerundet verengt, der Eindruck vor dem Schildchen fast erloschen,
Flügeldecken viel länger als der Halsschild, innerhalb der Hinter-
ecken ausgerandet, mäßig fein und sehr dicht punktiert. Hinterleib
fein und ziemlich dicht, hinten etwas weniger dicht punktiert.
Geschlechtsauszeichnungen treten bei den vorliegenden Stücken
nicht deutlich hervor.
Die Art wurde am 25. September und 6. Oktober 1907 in
einem Reisigbündel im Walde erbeutet.
Phymatura Barbiellinii nov. spec.
Rufotestacea, nitidula, elytris infuscatis, antennarum articulis
4—8 nigris, 9—11 albidis; thorace foveolato, nitido, parce punctato,
abdomine dense punctato, Long. 1,8 mm.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 345
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Von der vorigen Art durch geringere Größe, die Färbung,
glänzenden Vorderkörper, dichter punktierten Hinterleib usw. ver-
schieden.
Rötlichgelb, die Flügeldecken vor den Hinterecken angedunkelt,
die Fühler an der Basis rötlichgelb, das 4.—8. Glied tiefschwarz,
das 9.—11. Glied weißgelb. Kopf viel schmäler als der Halsschild,
sehr fein und erloschen punktiert, glänzend, ohne Eindrücke, die
Schläfen unten vollständig gerandet. Die Fühler kurz, gegen die
Spitze stark verdickt, das 3. Glied viel kürzer als das 2., das 4.
deutlich, die folgenden stark quer, die vorletzten ungefähr doppelt
so breit als lang, das Endglied eiförmig, etwas länger als das 9.
und 10. zusammen. Halsschild schmäler als die Flügeldecken,
ungefähr um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten gerundet,
nach vorn etwas stärker verengt, vor dem Schildchen mit einem
starken oft zweiteiligen Eindruck, sehr fein und wenig dicht
punktiert, glänzend. Flügeldecken viel länger als der Halsschild,
innerhalb der Hinterecken schwach ausgerandet, wenig fein und
dicht, deutlich rauh punktiert. Hinterleib fein und dicht, ziemlich
gleichmäßig punktiert.
Beim Z$ besitzt das 7. Tergit vor dem Hinterrande eine Quer-
reihe von 4 länglichen Höckerchen, das 8. ist hinten stark gezähnelt.
Tribus: Myrmedoniini.
Drepanopora nov. gen
Caput postice constrietum latum. Mandibulae valde elongatae,
dentatae, faleiformes; mala exteriore dense pubescente, interiore
intus apicem versus spinis longis nonnullis ciliata, posterius longe
barbata. Palpi maxillares 4-, labiales 3-artieulati, illis articulo
ultimo subulato minimo, his articulo secundo primo parum breviore,
Mesosternum postice acuminatum, coxae intermediae approximatae.
Tarsi antici 4-, medii et postice 5-articulati.
Mit Borboropora nahe verwandt, insbesonders durch den
breiten Kopf an diese Gattung erinnernd, jedoch mit breiterem Hals,
beide Mandibeln innen mit einem einfachen Zahn, sehr schlank und
dünn, sichelförmig. An den Maxillartastern ist das Endglied sehr
klein, kaum ein Viertel so lang als das 3.; an den Lippentastern
ist das erste Glied gestreckt, dick, das 2. Glied nur wenig kürzer
aber schmäler als das 1., das Endglied schmäler und nur wenig
länger als das 2. — Das Kinn ist trapezförmig, vorn gerundet aus-
geschnitten. Die Mittelbrust ist hinten zugespitzt, zwischen die
ganz an einander stehenden Mittelhüften eintretend. An den Vorder-
tarsen ist das 1. Glied etwas länger als das 2., das Endglied so
lang als 2. und 3. zusammen. An den Mittel- und Hintertarsen ist
das gestreckte erste Glied so lang als das 2. und 3. zusammen-
genommen.
346 Dr. Max Bernhaner:
Drepanopora borboroporoides nov. spec.
Piceo-nigra, nitidula, abdominis basi dilutiore, elytrorum margine
apicali anguste testaceo, antennis, ore, pedibusque sordide testaceis;
capite thorace fere latiore, transverso; antennis apicem versus vix
incrassatis, elytris thorace fere brevioribus. Long. 2,3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Pechschwarz, ziemlich glänzend, der Hinterleib an der Basis
etwas heller, der Spitzenrand der Flügeldecken gelb, Fühler, Mund
und Beine schmutziggelb.
Kopf etwas breiter als der Halsschild, quer, hinten eingeschnürt,
mit ziemlich breitem Halse, gleichbreit, sehr fein und weitläufig
punktiert, glänzend. Die Schläfen hinter den Augen so lang als
deren Längsdurchmesser, deutlich abgesetzt. Fühler gegen die
Spitze nicht verdickt, gleichbreit, ziemlich eng gegliedert, das 3. Glied
kürzer als das 2., das 4. und 5. so lang als breit, die folgenden
bis zum 10. ziemlich gleich gebildet, schwach quer, das Endglied
außerordentlich verlängert, fast so lang als die 4 vorhergehenden
zusammen, schmal walzenförmig. Halsschild etwas schmäler als
die Flügeldecken, wenig breiter als lang, an den Seiten fast gleich-
mäßig gerundet, in der Mittellinie mit einem Längseindrucke, sehr
fein und wenig dicht punktiert, glänzend, die Epipleuren bei seit-
licher Ansicht deutlich sichtbar. Flügeldecken fast kürzer als der
Halsschild, fein und dicht punktiert. Hinterleib an der Basis etwas
eingeschnürt, fein und dicht, hinten etwas weitläufiger punktiert.
Leptoglossa Hubenthali nov. spec.
Brunneo-rufa, capite, elytrorum angulis posticis, abdomine
ante apicem nigricantibus; antennis infuscatis, basi, ore pedibusque
testaceis; thorace brevissimo, dorso bisulcato, alutaceo opaco, dense
punctato, abdomine modice parce punctato. Long.: fere 3 mm.
Chile: (Hubenthal).
Durch die Skulptur des Halsschildes und des Hinterleibes von
den übrigen bekannten Arten insbesondere auch von L. sculpticollis
Fauv. verschieden.
Dunkelbraunrot, der Kopf schwarz, die Flügeldecken in den
Hinterecken und am Seitenrande vor denselben geschwärzt, der
Hinterleib vor der Spitze ebenfalls dunkler, die Spitze heller als
der übrige Körper. Die Wurzel der dunkeln Fühler, der Mund und
die Beine gelb. Kopf quer, breiter als der halbe Halsschild, mit
Ausnahme eines kleinen deutlich glänzenden, unpunktierten Fleckes
in der Mitte, matt chagriniert und mäßig fein aber undeutlich
punktiert; Schläfen kurz, unten vollständig gerandet. Fühler kurz,
gegen die Spitze stark verdickt, das 3. Glied so lang als das 2.,
das 4. deutlich, die folgenden stark quer, die vorletzten um mehr
als die Hälfte breiter als lang, das Endglied etwas länger als die
2 vorhergehenden zusammen. Halsschild wenig schmäler als die
Flügeldecken, mehr als doppelt so breit als lang, mit stumpfen
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 347
Hinterecken, in der Mitte mit 2 tiefen Längseindrücken, ganz matt
chagriniert und überdies wenig fein und dicht, etwas rauh punktiert.
Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild, innerhalb der
Hinterecken ausgerandet, kräftiger und dichter als der Halsschild,
rauhkörnig punktiert, matt. Abdomen glänzend, wenig fein, vorn
ziemlich dicht, hinten viel weitläufiger, an der Spitze einzeln
punktiert.
Ich widme diese Art Herrr Pfarrer Hubenthal jin Bufleben,
dessen Güte ich dieselbe verdanke.
Leptoglossa punctiventris nov. spec.
Minor, sordide testacea, elytris dilutioribus, capite abdominis
apice nigris, antennis infuscatis, basi, ore pedibusque testaceis;
omnium densissime punctata, thorace non sulcato. Long. 2 mm.
Chile: (Hubenthal).
Durch die geringe Größe und die sehr dichte Punktierung des
ganzen Körpers ausgezeichnet.
Schmutziggelb, die Flügeldecken heller, mit geschwärzten
Hinterecken und Seiten, der Kopf und der hintere Teil des Hinter-
leibes außer dem Spitzenrand der Segmente schwärzlich, Fühler
schwärzlich, die Wurzel, die Taster und Beine gelb. Kopf breiter
als der halbe Halsschild, dicht in einander fließend punktiert, voll-
kommen matt. Fühler gegen die Spitze verdickt, das 3. Glied viel
kürzer als das 2., das 4. schwach, die folgenden stärker quer,
Halsschild um ein gutes Stück schmäler als die Flügeldecken, nur
um die Hälfte breiter als lang, mit stumpfen Hinterecken, ohne Ein-
drücke, wenig fein und sehr dicht punktiert, nur mit geringem
Schimmer. Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild,
innerhalb der Hinterecken schwach ausgerandet, ebenso wie der
Halsschild skulptiert. Hinterleib nach rückwärts etwas verengt,
mäßig fein und sehr dicht, hinten kaum weniger dicht punktiert,
mit geringem Glanze.
Geschlechtsauszeichnungen treten bei dem einzigen bisher be-
kannten Exemplar nicht hervor.
Zyras peruvianus nov. spec.
Rufotestaceus nitidus, capite, thoracis dorso, elytrorum macula
angulari, antennis praeter basim nigris, abdomine nigro-testaceo
variegato, impunctato nitidissimo, thorace fortiter quadri-impresso
parce punctato, elytris fortiter dense asperato-punctatis. Long.
7 mm.
Peru: Pachitea.
Eine große Art, durch die Färbung und die Skulptur von
Halsschild und Flügeldecken besonders ausgezeichnet.
Rötlichgelb, der Kopf, eine große Makel auf dem Halsschilde,
welche bis zum Vorderrande reicht, eine nicht ganz den Hinter-
rand der Flügeldecken erreichende große seitliche Makel vor den
Hinterecken derselben, fast das ganze 6. die Apicalhälfte und Basal-
348 Dr. Max Bernhauer:
mitte des 5., die Mitte des 4. Tergites, endlich der Hinterrand der
einzelnen Seitenrandabschnitte schwarz oder schwärzlich, die Fühler
schwarz, ihre 4 ersten Glieder und die Beine hellgelb, die Kiefer-
taster dunkel. Kopf viel schmäler als der Halsschild, ziemlich
kräftig und spärlich punktiert. Schläfen hinter den Augen kürzer
als deren halber Durchmesser, unten nur rückwärts gerandet. Fühler
lang, ziemlich schlank, das 3. Glied doppelt so lang als das 2.,
das 4. doppelt so lang als breit, die folgenden oblong, das vor-
letzte kaum quer, das letzte länger als die 2 vorhergehenden zu-
sammen. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, nur sehr
wenig breiter als lang, nach hinten geradlinig verengt, kräftig und
weitläufig punktiert, mit 4 starken Eindrücken, einem kleinen
Grübcehen vor dem Schildchen, einem breiten und großen bogen-
förmigen Eindruck in der Mitte und je einem Längseindruck auf
der hinteren Hälfte neben dem Seitenrande. Flügeldecken nicht
länger als der Halsschild, stark quer mit vortretenden Schultern,
grob und dicht körnigrunzelig punktiert. Hinterleib in der Mitte
etwas erweitert, mit sehr breitem Seitenrande.
Beim Q' besitzt das 7. Tergit an der Basis jederseits der Mitte
einen breiten Längseindruck, vor dem Hinterrand wenige Körnchen,
das 8. Tergit ist oben ziemlich dicht gekörnt, hinten gezähnelt, in
der Mitte etwas ausgeschnitten.
Ein einziges Männchen.
Zyras Drakei nov. spec.
Rufotestaceus, abdomine ante apicem infuscato; capite magno,
thorace brevi posterius valde angustato, elytrisque subtilissime parum
dense punctatis, abdomine glaberrimo, nitidissimo, fere impunctato.
Long. 2,5—2,7 mm.
Paraguay (Drake).
Eine kleine, durch den breiten und kurzen, nach hinten stark
verengten Halsschild ausgezeichnete Art, wahrscheinlich aus der
Verwandtschaft des mir unbekannten Zyras brevicollis Shrp., von
welchem sie aber durch ganz andere Färbung, den Längseindruck
am Halsschild usw. abweicht.
Rötlichgelb, nur ein breiter Gürtel vor der Hinterleibspitze
schwärzlich; Vorderkörper mäßig, Hinterleib stark glänzend. Kopf
breit und kurz, wenig schmäler als der Halsschild, sehr fein und
spärlich punktiert mit unpunktierter breiter Mittellinie; Schläfen
hinter den Augen deutlich kürzer als deren von oben sichtbarer
Längsdurchmesser, unten sehr fein und unvollständig gerandet.
Fühler gegen die Spitze verdickt, das 3. Glied länger als das 2.,
das 4. so lang, die folgenden kürzer als breit, die vorletzten um
die Hälfte breiter als lang, das Endglied etwas länger als die
2 vorhergehenden zusammen. Halsschild im vorderen Drittel fast
so breit als die Flügeldecken an den Schultern, fast doppelt so
breit als lang, nach hinten stark verengt, in der Mittellinie breit
und stark eingedrückt, an den Seiten bewimpert, sehr fein und
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 349
weitläufig punktiert. Flügeldecken nur wenig länger als der Hals-
schild, etwas dichter als dieser punktiert, Hinterleib fast unpunktiert.
Beim g' ist das 8. Tergit am Hinterrande fein gezähnelt.
Zyras perversus nov. spec.
Rufotestaceus, elytris infuscatis, capite abdominisque apice
brunneis; antennis longiusculis, articulis 3 ultimis albidis; capite
thoracegue maris opacis impunctatis, feminae nitidulis dense
subtilissime punctatis; abdomine fere impunctato. Long. 2,7 mm.
Paraguay (Dr. Drake).
In das subg. Zyras gehörig, einer Diestota nicht unähnlich,
jedoch mit fünfgliedrigen Mitteltarsen und nach den Mundteilen ein
echter Zyras.
Rötlichgelb, die Flügeldecken mehr oder minder angedunkelt,
der Kopf und die Hinterleibspitze mehr oder minder bräunlich, oft
auch der Halsschild dunkler rötlichgelb. Die Fühler bräunlich, ihre
Wurzel schmutziggelb, die 3 letzten Glieder weißgelb.
Kopf etwas schmäler als der Halsschild, hinten ziemlich
parallelseitig, vor den Augen stark dreieckig verengt, beim J' ganz
matt chagriniert unpunktiert, beim 2 glänzend, mäßig fein und dicht
punktiert; Schläfen etwas kürzer als der Augendurchmesser, unten
unvollständig gerandet. Fühler ziemlich lang, das 3. Glied länger
als das 2., die folgenden länger als breit, an Länge allmählich ab-
nehmend, die vorletzten schwach quer, das Endglied so lang als
die 3 vorhergehenden zusammengenommen. Halsschild viel schmäler
als die Flügeldecken, fast so lang als breit, nach rückwärts gerad-
linig verengt, ohne Eindrücke, beim g' vollkommen matt chagriniert
ohne Glanz, beim 2 ziemlich glänzend, sehr fein und dicht punktiert
und behaart. Flügeldecken so lang als der Halsschild, zusammen
stark quer, die Schultern vorragend, sehr fein und sehr dicht
punktiertt und behaart. Hinterleib glänzend glatt, fast ohne jede
Punktierung.
Beim g' ist des 8. Tergit schmäler verrundet als beim 9, in
der Mitte etwas abgestutzt oder sogar ausgerandet.
Tropidera nov. gen.
Generi Astilbus proxima, sed differt structura ligulae, palporum
labialium, collo fortiter carinato.
Das neue Genus steht der Gattung Astilbus jedenfalls sehr
nahe, ist jedoch, wie ich glaube, von demselben bestimmt zu
trennen.
Der Hals ist sehr schmal, oben der ganzen Länge nach seitlich
zusammengedrückt und scharf gekielt, der Halsschild ist zur Auf-
nahme des. Halses in der Mitte des Vorderrandes scharf aus-
geschnitten. Was den Bau der Mundteile betrifft, ist die Zunge
nur an der Spitze ausgerandet, nicht bis zur Mitte gespalten; das
2. Lippentasterglied ist schmäler und viel kürzer als das erste, mehr
an Zyras erinnernd, das Endglied länger als das 2. — Die Schläfen
350 Dr. Max Bernhauer:
sind unten ungerandet, die Mittelbrust hinten flach verrundet,
zwischen die Mittelhüften nicht eintretend. Die Beine sind sehr
schlank, die vorderen mit 4, die mittleren und rückwärtigen mit
5 Tarsengliedern; das erste Glied der Hintertarsen sehr lang ge-
streckt, so lang als die 3 folgenden zusammengenommen.
Die Gattung wird auf die folgende Art aufgestellt, welche
bisher den einzigen Gattungsvertreter bildet.
Tropidera Jenseni nov. spec.
Testacea, elongata, nitidissima, elytris prope angulos posticos,
abdomine ante apicem leviter infuscatis, capite thorace abdomineque
fere impunctatis, elytris obsoletissime punctatis.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
Rötlichgelb, sehr stark glänzend wie poliert, die Flügeldecken
in den Hinterecken schwach, das Abdomen vor der Spitze stärker
gebräunt.
Kopf so breit als der Halsschild, quer, hinten gleichbreit, vorne
verengt, ohne deutliche Punktierung; die Schläfen kaum ein Drittel
so lang als der Augendurchmesser, unten ungerandet. Die Fühler
lang, an der Wurzel dünn, gegen die Spitze stark verdickt, die
Glieder ziemlich eng gegliedert, das 3. Glied länger als das 2.,
die folgenden oblong, allmählich an Breite zunehmend, die vor-
letzten so lang als breit, das Endglied einseitig ausgerandet, seitlich
zusammengedrückt und länger als die 2 vorhergehenden zusammen-
genommen. Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, länger
als breit, nach hinten verengt, stark gewölbt, ohne deutliche
Punktierung; der Seitenrand schon vor der Mitte abwärts ge-
schwungen, die Epipleuren sichtbar. Flügeldecken kürzer als der
Halsschild, nach hinten etwas erweitert, äußerst fein und weitläufig
punktiert und behaart. Hinterleib nach rückwärts erweitert, ohne
Punktierung, glänzend glatt.
Geschlechtsauszeichnungen treten bei den vorliegenden Stücken
nicht deutlich hervor.
Örphnebius tuberculatus nov. spec.
Nigro-piceus, nitidissimus, capite thoraceque nigerrimis, ano,
tibiis tarsisque rufescentibus; thorace medio subtiliter, elytris fortiter
sat dense tuberculatis. Long. 3,5 mm.
Brasilien: Petropolis (Schulz).
Eine durch die dunkle Färbung und die eigenartige Skulptur
des Halsschildes und der Flügeldecken sehr ausgezeichnete Art.
Pechschwarz, stark lackiert glänzend, die Flügeldecken dunkel-
braun, Kopf und Halsschild tiefschwarz, die Hinterleibspitze, die
Schienen und Tarsen rötlichgelb. Kopf wenig schmäler als der
Halsschild, quer, zwischen den Augen mit einigen Punkten. Fühler
gegen die Spitze schwach verdickt, das 3. Glied so lang als das 2.,
die folgenden oblong, die vorletzten schwach quer, das Endglied
etwas länger als die 2 vorhergehenden zusammen. Halsschild viel
Beitrag zur Staphyliuidenfauna von Südamerika 351
schmäler als die Flügeldecken, nur um ein Drittel breiter als lang,
an den Seiten gerade, nach hinten schwach verengt, in der Mitte
der Scheibe mit einer größeren Anzahl deutlicher Höckerchen be-
setzt, vor dem Schildchen mit einer starken, oben etwas ausge-
randeten Beule (wahrscheinlich nur dem d' eigen). Flügeldecken
viel länger als der Halsschild, grob und verhältnismäßig ziemlich
dicht granuliert. Hinterleib ohne Punktierung, nur am 7. Tergit
fein gestrichelt und beim g' mit 4 starken langen Längskielen
besetzt.
Ein einziges g', welches ich der Güte meines lieben Freundes
Dr. A. Klima verdanke.
Hoplandria aleocharoides nov. spec.
Nigra, nitidissima, elytrorum margine apicali, antennarum basi,
ore pedibusque rufo-testaceis; thorace subtiliter parce, elytris fortius
parum dense punctatis, abdomine parcius strigoso. Long. 2—2,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, Ihering, 14. 5. 1907).
Schwarz, der ganze Körper wie lackiert glänzend, der Spitzen-
rand der Flügeldecken, die Fühlerwurzel, der Mund und die Beine
hell rötlichgelb.
Kopf schmäler als der halbe Halsschild, spärlich punktiert, die
Schläfen unten vollständig gerandet. Fühler gegen die Spitze ver-
dickt, das 3. Glied kürzer als das zweite, das 4. mäßig, die folgen-
den stark quer, die vorletzten doppelt so breit als lang, das End-
glied länger als die 2 vorhergehenden zusammen. Halsschild so
breit als die Flügeldecken zwischen den Schultern, nicht ganz
doppelt so breit als lang, an den Seiten gerundet, nach vorn stark
verengt, vor dem Schildchen mit oder ohne deutlichem Grübchen,
ziemlich fein und weitläufig punktiert, jederseits neben der Mitte
auf der Scheibe mit 1 oder 2 größeren Punkten. Flügeldecken
wenig länger als der Halsschild viel kräftiger und etwas dichter,
deutlich rauhkörnig punktiert. Hinterleib nach rückwärts verengt,
kräftig und wenig dicht mit kielförmigen Strichen besetzt.
Beim g' ist das 4. Tergit mit 2 einander genäherten dicken
und langen Längshöckern, das 7. Tergit mit einem fast über die
ganze Segmentlänge reichenden sehr kräftigen, hinten stärker
erhobenen Kiel bewehrt.
Hoplandria Schusteri nov. spec.
Picea, nitidissima, antennarum articulis 4 primis rufotestaceis,
pedibus piceo-rufis; thorace sat subtiliter, elytris vix fortius punctatis.
Long. 4,5 mm. :
Brasilien: Espirito Santo.
Mit der vorigen Art in der dunkeln Färbung und im Habitus
ziemlich übereinstimmend und in Nachfolgendem verschieden:
Viermal größer, der Spitzenrand der Flügeldecken nicht heller,
die Apicalhälfte der Fühler lichter, die Beine dunkler. Kopf etwas
stärker und dichter punktiert, die Fühler länger, die vorletzten
352 Dr. Max Bernhauer:
Glieder weniger kurz, nur um die Hälfte breiter als lang, der Hals-
schild nach vorn weniger stark verengt, mehr gleichmäßig gerundet,
etwas stärker und weitläufiger punktiert, die Flügeldecken länger,
feiner und etwas weitläufiger punktiert.
Die Geschlechtsauszeichnung des $ ist anders: Auf den Flügel-
decken befinden sich am Hinterrande jederseits neben der Naht ein
kräftiges Höckerchen, das 3. (erste vollkommen freiliegende) Tergit
ist in der Mitte in eine schwache Beule erhoben, an den Seiten
hinten in einen starken, scharfen Zahn ausgezogen, das 4. Tergit
in der Mitte mit zwei großen, breiten hoch erhobenen beulen-
föormigen Erhabenheiten, der Seitenrand rückwärts nach außen
ziemlich stark erweitert. Der Kiel am 7. Tergit ist auf einen
kräftigen Zahn vor dem Hinterrande reduziert.
Ich erhielt die auffallende Art von meinem lieben Freunde
Prof. A. Schuster.
Hoplandria minuta nov. spec.
Praecedenti valde affınis, sed minor, antennis multo longioribus,
thorace latiore, breviore, subtilius punctato abdomine fere impunctato.
Long. 3,2 mm.
Bolivia: Mapiri (Bang-Haas).
In der Gestalt der vorigen Art recht ähnlich, jedoch um die
Hälfte kleiner, lichter pechbraun mit hellem Halsschild und heller
Hinterleibspitze, die Fühler sind lichter, nur gegen die Spitze ge-
bräunt, lang und schlank; der Kopf ist viel feiner, fast erloschen
punktiert; der Halsschild ist viel breiter, etwas breiter als die
Flügeldecken zwischen den Schultern, fast mehr als doppelt so
breit als lang, feiner punktiert.
Der Hinterleib ist fast unpunktiert und besitzt nur die bei
Hoplandria üblichen Längskörnchen vor dem Hinterrande der
Segmente, während bei Schusteri m. auf der hinteren Hälfte eine,
wenn auch sehr feine, aber doch deutliche Punktierung auf der
vorderen Hälfte des 5. und 6. Tergites und eine ziemlich dichte
Längsstrichelung am ganzen 7. Tergite deutlich zu erkennen ist.
Ein einziges Weibchen.
Hoplandria dentipennis nov. spec.
Picea, nitida, thorace dilutiore, abdomine obscure testaceo-
rufo, antennarum apice pedibusque rufo-testaceis, thorace sub-
tilissime densius, elytris minus subtiliter dense punctatis. Long.
3,9 mm.
Paraguay (Drake).
Durch den sehr fein und ziemlich dicht punktierten Halsschild
und die sehr dicht punktierten Flügeldecken sehr ausgezeichnet.
Pechschwarz, der Halsschild heller mit gelblichen Rändern,
der Hinterleib intensiv dunkel rotgelb, die Spitze der Fühler und
die Beine rötlichgelb.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 353
Kopf halb so breit als der Halsschild, fein und erloschen
punktiert, glänzend. Fühler gegen die Spitze mäßig verdickt, das
3. Glied ungefähr so lang als das 2., das 4. oblong, die folgenden
quer, die vorletzten um die Hälfte breiter als lang. Halsschild so
breit als die Flügeldecken, um die Hälfte breiter als lang, an den
Seiten gerundet, nach vorn mäßig verengt, rückwärts wenig vor-
gezogen, vor dem Schildehen nur mit einem erloschenen Eindruck,
sehr fein und ziemlich dicht punktiert. Flügeldecken deutlich
länger als der Halsschild, mäßig fein und sehr dicht punktiert, in
der Mitte jeder Decke etwas beulenartig aufgetrieben. Hinterleib
glänzend glatt, wie lackiert, an der äußersten Basis der einzelnen
Tergite fein und dicht punktiert, am Seitenrande derselben fein
gekörnt.
Beim dg' besitzt jede Flügeldecke neben dem Nahtwinkel ein
starkes, erhobenes Zähnchen, das 4. Tergit ein kräftiges Höckerchen
und das 7. Tergit einen starken, die ganze Segmentlänge ein-
nehmenden Mittelkiel.
Hoplandria Skalitzkyi nov. spec.
Rufobrunnea, nitida, sat depressa, capite, abdominis medio,
antennisque piceis, horum basi apiceque, ore pedibus elytrisque
rufotestaceis his prope latera infuscatis; capite thorace elytrisque
fortiter, modice dense punctatis, abdomine antice fere laevigato,
postice parcius strigoso. Long. 4,5 mm.
Bolivia: Ohne näheren Fundort.
Von ansehnlicher breiter Gestalt, hell braunrot, der Halsschild
etwas dunkler, der Kopf, das Abdomen längs der Mittellinie und
die Fühler schwärzlich, diese mit gelbem 1., 2. und letztem Gliede,
Mund, Beine und Flügeldecken rötlichgelb, diese an den Seiten vor
den Hinterecken angedunkelt.
Kopf halb so breit als der Halsschild, grob und ziemlich dicht
punktiert, quer; Fühler kurz, die vorletzten Fühlerglieder mehr als
doppelt breiter als lang. Halsschild stark quer, wenig schmäler
als die Flügeldecken, an den Seiten stark gerundet, nach vorn
schwach verengt, hinten stark nach rückwärts gezogen, vor dem
Schildehen wie bei den meisten Arten mit aufgebogenem Hinter-
rande, davor flach eingedrückt, in der Mitte der Scheibe mit 4 in
einem Rechteck stehenden Punkten, sonst kräftig und verhältnis-
mäßig dicht punktiert. Flügeldecken deutlich länger als der Hals-
schild, nicht stärker aber fast weitläufiger als der Halsschild
punktiert. Hinterleib vorn äußerst fein und spärlich punktiert,
ae weitläufig gestrichelt und mit eingestreuten Längskielchen
esetzt.
Ich besitze nur ein vermutlich weibliches Exemplar dieser
Art, welche ich meinem verehrten Freunde Dr. Skalitzky widme.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.3. 23
354 Dr. Max Bernhauer:
Hoplandria analis nov. spec.
Picea, nitida, elytris praeter angulos posticos, ano, antennarum
basi, ore pedibusque rufotestaceis; thorace fortiter parcius, elytris
minus fortiter densius punctatis. Long. 4,5 mm.
Brasilien: Espirito Santo.
Von der Gestalt, Größe und ähnlicher Färbung wie die vorige
Art, der Hinterleib ist jedoch bis zum 7. Tergit rötlich pechfarben,
die Spitze rötlichgelb, der Halsschild und die Makel in den Hinter-
ecken der Flügeldecken ausgedehnt dunkler, an den Fühler nur
die Basis hell. — Außerdem unterscheidet sich die Art von der
vorherigen in Nachfolgendem:
Der Kopf weniger stark und etwas weitläufiger punktiert; die
Fühler viel kürzer, die vorletzten Glieder fast dreimal so breit als
lang, das Endglied länger, ungefähr so lang als die 3 vorhergehen-
den zusammen. Der Halsschild ist etwas stärker quer, gewölbter,
nach rückwärts weniger vorgezogen, weniger stark und deutlich
weitläufiger punktiert. Im Gegensatz hierzu ist die Punktierung
auf den Flügeldecken doppelt dichter und etwas feiner. Der Hinter-
leib ist vorn ähnlich fein und spärlich punktiert, dagegen treten
auf der hinteren Hälfte die Kielchen auf den Hinterrändern der
Tergite stärker, die strichförmigen Punkte weniger hervor und sind
die letzteren fast nur auf das 7. Tergit beschränkt.
Ein einziges, anscheinend weibliches Stück, das ich von Herrn
Prof. Adr. Schuster als Hoplandria analis Fauv. erhielt.
Dinusella nov. gen.
Palpı maxillares 4-, labiales 3-articulati. Mala interior intus
apicem versus spinis 6 ciliata, posterius dense barbata. Thorax
latissimum, elytris multo latior, epipleuris latissimis excavatis. Ab-
domen acuminatum. Metasternum postice parum productum; coxae
intermediae distantes.
Die merkwürdige Gattung, die im Habitus vollkommen einer
Dinusa gleicht, gehört infolge der 4gliedrigen Vordertarsen in die
Tribus Myrmedoniini und ist hier durch den die Flügeldecken an
Breite stark übertreffenden kurzen Halsschild und den keilförmig
verjüngten Hinterleib sofort zu erkennen. Ob die Gattung myrme-
cophil ist, ist noch zweifelhaft. Die bisher aufgefundenen Stücke
wenigstens dürften nicht in Ameisengesellschaft gefangen worden
sein. Die innere Maxillarlade ist schmal, an der Spitze mit 6 dorn-
förmigen Zähnen, hinter denselben dicht mit nicht allzu langen
Haaren besetzt. Kiefertaster 4gliedrig, das 3. Glied länger als
das ?., gegen die Spitze wenig erweitert, das Endglied dünn
pfriemenförmig, halb so lang als das 3. Lippentaster 3gliedrig,
das 1. Glied gestreckt, das 2. viel kürzer und schmäler als das 1.,
das Endglied viel schmäler und länger als das 2. Die Zunge ist
bei meinem Präparat nicht deutlich zu sehen. Kinn trapezförmig.
Halsschild fast dreimal so breit als lang, an der Basis jederseits
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 355
stark ausgebuchtet, die verrundeten Hinterecken nach hinten gezogen.
Die Epipleuren sind vollkommen umgeschlagen. bei seitlicher An-
sicht nicht sichtbar, sehr breit und stark ausgehöhlt. Die Mittel-
brust kurz, der Fortsatz stumpf, nur wenig zwischen die Mittel-
hüften eintretend, diese ziemlich weit von einander getrennt.‘ Die
Hintertarsen gestreckt, ihr erstes Glied kürzer als die 2 folgenden
zusammen.
Dinusella brasiliana nov. spec.
Rufotestacea, capite, elytris, abdomine ante apicem pectoreque
nigris; corpore antico subopaco, densissime alutaceo-punctato,
abdomine nitidissimo impunctato. Long. 2—2,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini).
Rötlichgelb, der Kopf, die Flügeldecken, das 5. und 6. Tergit
mit Ausnahme des Spitzenrandes und die Hinterbrust schwarz oder
schwärzlich. Der ganze Vorderkörper außerordentlich fein und
äußerst dicht chagrinartig punktiert, seidig behaart. Kopf quer,
ohne Eindrücke mit mäßig großen Augen. Fühler ziemlich lang,
das 3. Glied etwas kürzer als das 2., die folgenden nicht, die vor-
letzten nur schwach quer, das Endglied sehr groß und langgestreckt,
länger als die 3 vorhergehenden zusammengenommen. Halsschild
an den Seiten gerundet, nach vorn stärker verengt, vor dem
Schildchen mit einem erloschenen Grübchen, sonst wie in der
Gattungsübersicht dargestellt. Flügeldecken so lang als der Hals-
schild, zusammen stark quer, am Hinterrande innerhalb der Hinter-
ecken stark ausgerandet. Hinterleib keilförmig verengt, glänzend
glatt, nur am Hinterrande der einzelnen Segment mit je einer
Querreihe von Punkten, am 5. und 6. Tergite, welche schwarz
sind, sind diese Punkte in kleine Höckerchen vergrößert. Ob dies
vielleicht die Geschlechtsauszeichnung des J' ist, ist mir noch nicht
zweifellos.
Atheta (Apimela) calida nov. spec.
Picea, subnitida, thoraceabdominisque basi plerumque dilutioribus,
antennis obscurescentibus, basi pedibusque testaceis, capite thorace
angustiore, temporibus longiusculis, thorace vix transverso, elytris
hoc multo longioribus, abdomine dense, apicem versus parum
parcius punctato. Long. 2,2 mm (abdomine extracto).
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering).
Ziemlich von der Gestalt und Größe und auch der Färbung
der macella Er., mit kleinerem Kopfe, etwas kürzeren Schläfen,
kürzeren Flügeldecken und dichter punktiertem Hinterleibe.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, rundlich, wenig breiter
als lang, fein und dicht punktiert, längs der Mitte deutlich ein-
gedrückt. Augen mäßig groß, die Schläfen hinter denselben deut-
lich länger als ihr Längsdurchmesser (von oben betrachtet), auf
der Unterseite hinten deutlich gerandet. Fühler gegen die Spitze
verdickt, ziemlich kurz, das 3. Glied viel kürzer als das 2., das
23°
356 Dr. Max Bernhauer:
4. bereits stark quer, die folgenden breiter und kürzer werdend,
die vorletzten mehr als um die Hälfte breiter als lang, das End-
glied so lang als die 2 vorhergehenden zusammengenommen. Hals-
schild wenig schmäler als die Flügeldecken, nur sehr wenig breiter
als lang, an den Seiten fast parallel, wenig gerundet, mit stumpfen
Hinterecken, etwas flach gedrückt, sehr fein und nicht allzu dicht
punktiert, ziemlich glänzend. Flügeldecken um ein Drittel länger
als der Halsschild, stärker als der Halsschild und sehr dicht punktiert,
wenig glänzend, innerhalb der Hinterecken deutlich schwach aus-
gerandet. Hinterleib gleichbreit, vorn dicht, hinten nur wenig weit-
läufiger, fein punktiert. Geschlechtsauszeichnungen treten bei den
wenigen vorliegenden Stücken nicht hervor.
Am 27.9.1907 am Ufer des Rio Magy unter faulenden
Vegetabilien aufgefunden.
Atheta subg. nov. Paramidobia.
Mit Amidobia durch ungerandete Schläfen, lange Schläfen und
die Abdominalbildung übereinstimmend, aber durch weniger kurze
Fühler, depresse Körpergestalt und namentlich durch den langen
Kopf verschieden.
Atheta (Paramidobia) longiceps nov. spec.
Picea, depressa. thorace elytrisque brunneis, antennarum basi
sordide testacea, pedibus testaceis; capite oblongo-quadrato; oculis
sat magpis, sed quam temporibus sensim brevioribus; thorace sub-
quadrato, elytris duplo fere angustiore, subtiliter canaliculato.
Long. !,6 mm.
Brasilien; Mar d’Hespanha (Minas Geraes, Walter, 2.8. 04).
Durch den fast quadratischen Halsschild etwas an Atheta
quadricollis m. erinnernd, mit welcher die Art gemeinsam gefangen
wurde, aber mit verlänsertem Kopfe; dieser ist länger als breit,
gleichseitig, fein und erloschen punktiert, bisweilen mit feinem
Grübchen in der Mitte, wenig glänzend, mit großen Augen, die
Schläfen jedoch trotzdem noch länger als der Augendurchmesser.
Fühler mäßig kurz, das 3. Glied wenig kürzer, aber schmäler als
das 2., das 4. schwach, die folgenden stärker quer, die vorletzten
kaum um die Hälfte breiter als lang, das Endglied länger als 9.
und 10. zusammen. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken,
nicht oder nur wenig breiter als lang, fast quadratisch, mit deut-
licher durchgehender Mittelfurche, sehr fein und nicht zu dicht
punktiert, im Grunde chagriniert. Flügeldecken länger als der
Halsschild, sehr fein und äußerst dicht punktiert, wenig glänzend,
innerhalb der Hinterecken nicht ausgerandet. Hinterleib gleichbreit,
fein und ziemlich dicht, hinten nur sehr vereinzelt punktiert.
Beim J' ist das 8. Tergit der ganzen Breite nach ausgerandet
und deutlich gezähnelt.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 357
Atheta (Philhygra) Barbiellini nov. spec.
Nigra, nitida, elytris totis, abdominis basi, antennarum basi,
palpis pedibusque laete testaceis; thorace capiteque nitidissimis sub-
tilissime parce punctatis, antennarum artieulo ultimo tribus praece-
dentibus conjunctim fere aequali. Long. 2—2,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Barbiellini leg.).
Eine durch die Färbung sehr ausgezeichnete Art und nicht
zu verwechseln.
Tiefschwarz, glänzend, die ganzen Flügeldecken, die zwei ersten
freiliegenden Abdominalsegmente, bisweilen auch mehr oder minder
das dritte, die Fühlerwurzel, der Mund und die Beine hellgelb;
spärlich behaaıt.
Kopf siel schmäler als der Halsschild, rundlich, fast so lang
als breit, ohne Eindrücke, kaum punktiert, stark glänzend. Augen
groß, etwas vortretend, die Schläfen kürzer als ihr Längsdurchmesser,
unten vollständig gerandet. Fühler gegen die Spitze verdickt, das
3. Glied fast so lang als das 2., das 4. schwach, die folgenden
stärker quer, die vorletzten um die Hälfte breiter als lang, das
Endglied abnormal groß, so lang als die 3 vorhergehenden zusammen-
genommen. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, nur
wenig breiter als lang, an den Seiten fast gerade, nach hinten kaum,
nach vorn im vordersten Drittel stärker verengt, vor dem Schildchen
kaum eingedrückt, glänzend glatt, äußerst fein und weitläufig
punktiert. Flügeldecken zusammen quer, etwas länger als der Hals-
schild, sehr fein und wenig dicht punktiert. Abdomen gleichbreit,
vorn ziemlich dicht, hinten spärlich, deutlich stärker als der Vorder-
körper punktiert.
Beim d' besitzt das 7. Tergit in der Mitte der Scheibe ein
kleines, ziemlich langes Kielchen, das achte ist einfach, das 6. Sternit
nicht vorgezogen.
Atheta (Microdola) parallela nov. spec.
Nigro-picea, nitida, parallela, capite magno, thorace parum
angustiore fortiter punctato, thorace subquadrato elytrisque fortius
parceque punctatis. Long. 2,3 mm.
Brasilien: S. Catharina (Lüderwaldt).
Ziemlich von der Farbe und der Gestalt und Größe der
A. festinans Er., namentlich auch mit ähnlicher Punktierung; die
letztere ist jedoch durchwegs kräftiger, dieFlügeldecken viel länger usw,
Der Kopf nur mäßig schmäler als der Halsschild, kaum quer,
grob und ziemlich dicht punktiert, in der Mittellinie mit einer
breiten unpunktierten, nur vor der Mitte durch einige Punkte unter-
brochenen Längslinie, spiegelglänzend. Die Schläfen ziemlich kurz,
unten vollständig und scharf gerandet; Fühler mäßig kurz, das
3. Glied ziemlich kürzer als das 2, die vorletzten um die Hälfte
breiter als lang. Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken,
quer viereckig, die Seiten wenig und gleichmäßig gerundet, kräftig
358 Dr. Max Bernhauer:
bewimpert, ziemlich stark aber nicht tief und weitläufig punktiert,
glänzend, die Epipleuren stark sichtbar. Flügeldecken viel länger
als der Halsschild, ähnlich wie der Halsschild, aber dichter punktiert.
Hinterleib gleichbreit, fein und mäßig dicht, überall fast gleichförmig
punktiert, an der Basis der 3 ersten freiliegenden Tergite stark
quer eingedrückt.
Atheta (Microdota) brasiliana nov. spec.
Minima, subnitida, nigropicea, crassiuscula, thorace elytrisque
brunneis, pedibus testaceis; antennis minus crassis, articulis penul-
timis dimidio brevioribus quam longioribus; thorace minus dense
punctato. Long. 1,2 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, Ihering;).
Mit Atheta liliputana Bris. nahe verwandt und derselben sehr
ähnlich, jedoch von gedrungener Gestalt, außerdem in nachfolgendem
verschieden:
Die Fühler weniger kurz, das 3. Glied deutlich länger, das
vierte und die folgenden Glieder weniger quer, die vorletzten nur
um die Hälfte breiter als lang.
Der Halsschild ist deutlich weitläufiger aber doch noch deutlich
und viel dichter als bei atomaria punktiert, deutlicher glänzend.
Die Flügeldecken sind kürzer, ungefähr um ein Viertel länger
als der Halsschild, kaum weitläufiger aber etwas kräftiger punktiert.
Sonstige Unterschiede konnte ich bisher nicht feststellen.
Da mir nur wenige weibliche Exemplare vorliegen, kann ich
vorläufig nicht angeben, ob die Geschlechtsauszeichnung eine ver-
schiedene ist.
Atheta (Atheta s. st.) quadricollis nov. spec.
Piceo-nigra, subopaca, thorace elytrisque dilutioribus, antennis
brunneis, basi, palpis pedibusque testaceis, corpore antico alutaceo-
punctato, thorace transverso-quadrato. Long. 2 mm.
Brasilien: Mar d’Hespanha (Minas Gera&s, Walter).
Mit A. nigricornis 'Thoms habituell am nächsten verwandt,
aber mit ganz anderer Skulptur und auch sonst sehr verschieden.
Pechschwarz, die Flügeldecken, oft auch der Halsschild braun,
die Wurzel der bräunlichen Fühler, die Taster und die Beine gelb.
Kopf schmäler als der Halsschild, aber verhältnismäßig groß,
äußerst fein chagriniert und mit einigen Pünktchen besetzt, beim g'
stark und breit flachgedrückt; Schläfen ziemlich kurz, nur hinten
gerandet. Fühler kurz, gegen die Spitze verdickt, das 3. Glied
etwas kürzer als das 2., das 4. und die folgenden quer, die vor-
letzten um die Hälfte breiter als lang, das Endglied länger als die
2 vorhergehenden zusammengenommen. Halsschild deutlich schmäler
als die Flügeldecken, um die Hälfte breiter als lang, fast rechteckig
mit gerundeten Ecken, an den Seiten fast parallelseitig, hinten
etwas gerundet vorgezogen, äußerst fein und äußerst dicht chagrin-
artig punktiert, beim J' mit breiterer und tieferer, beim 2 mit
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 359
schmälerer und flacherer Mittelfurche. Flügeldecken länger als der
Halsschild, sehr fein und äußerst dicht punktiert. Abdomen gleich-
breit, auf den 3 ersten freiliegenden Tergiten sehr dicht, am 4. nur
in der Apikalhälfte dicht und fein punktiert, sonst fast glatt.
Beim g ist das 8. Tergit der ganzen Breite nach sanft ausge-
schnitten, das 6. Sternit stark vorgezogen, nach rückwärts dreieckig
verengt und an der Spitze schmal verrundet.
In hohlen Pflanzenstengeln. (2. August 1904.)
Atheta (Atheta s. st.) Sanctae- Catharinae nov. spec.
Minor, subnitida, nigra, elytris laete brunneis, antennarum basi
pedibusque testaceis, thorace minus dense, subtiliter asperato-
punctato, abdomine basi dense, apice sparsim punstato. Long.
1,2 mm.
Brasilien: S. Catharina (Lüderwaldt).
Im Habitus und der Färbung der A. oblita Er. recht ähnlich,
aber in nachfolgenden Punkten verschieden:
Der Körper ist um die Hälfte kleiner, die Fühler weniger kurz,
die einzelnen Glieder weniger quer, die vorletzten nur um die
Hälfte breiter als lang, das Endglied dagegen länger als die 2
vorhergehenden zusammengenommen; der Halsschild ist viel stärker
und doppelt weitläufiger, deutlich rauh punktiert, weniger matt,
die Flügeldecken ebenfalls viel kräftiger und viel weitläufiger
punktiert; der Hinterleib ist im Gegensatz hierzu vorn viel dichter
als bei oblita Er. punktiert.
Die Geschlechtsauszeichnung des g' ist eine ähnliche wie bei
dieser Art. Das 8. Tergit ist nämlich hinten in 4 Zähne ausge-
zogen, von denen die inneren zwei breiter und an der Spitze ab-
gerundet, die äußeren schlank und spitzig sind. Alle 4 Zähnchen
sind von einander ziemlich gleichweit entfernt; das 6. Sternit ist
kaum vorgezogen.
Atheta (Atheta s. st.) Walteri nov. spec.
Nigra, subnitida, capite thoraceque subaenescentibus, elytris
fuscescentibus basi testaceis, antennarum basi, palpis pedibusque
rufotestaceis; thorace subtilissime parum dense, abdominis basi
sparsim punctatis, apice fere impunctato. Long. 2 mm.
Brasilien: Mar d’Hespanha (Minas geraes 16. 7. 1904, Walter),
Ziemlich von der Gestalt der nigritula Gravh., aber anders
gefärbt, mit anderer Punktierung, anderer Geschlechtsauszeichnung
des d'.
Schwarz, wenig glänzend, der Kopf und Halsschild mit deut-
lichem grünlichen Metallschimmer, die Flügeldecken gelb, jedoch
mit Ausnahme der Basis angedunkelt, die Wurzel der Fühler, die
Taster und Beine rötlichgelb.
360 Dr. Max Bernhauer:
Kopf viel schmäler als der Halsschild, sehr fein und weitläufig
punktiert, deutlich chagriniert, seidig glänzend. Schläfen kurz,
unten gerandet. Fühler gegen die Spitze zu stark verdickt, ihr
3. Glied so lang als das 2., das 4. bereits stark quer, die vorletzten
mehr als um die Hälfte breiter als lang, das Endglied länger als
die zwei vorhergehenden zusammengenommen. Halsschild schmäler
als die Flügeldecken, um die Hälfte breiter als lang, ohne Eindrücke,
an den Seiten gerundet, nach vorn deutlich verengt, sehr fein und
wenig dicht punktiert, im Grunde sehr zart lederartig gewirkt, mit
mattem Seidenschimmer. Flügeldecken um ein Viertel länger als
der Halsschild, fast gleich breit, nur vorn mit einzelnen Pünktchen,
sonst unpunktiert.
Beim g' ist das 8. Tergit in 4 Zähnchen ausgezogen, von denen
die beiden mittleren verrundet und höckerchenartig verdickt, die
seitlichen sehr dünn und mäßig lang sind; vor dem mittleren
Zähnchen befinden sich 2 kräftige Höckerchen.
Atheta (Atheta s. st.) Lüderwaldti nov. spec.
Nigra, subnitida, elytris brunneis, pedibus testaceis; ab Atheta
lurida Er. statura minore, colore obscuriore, thorace latiore, corpore
densius punctato diversa. Long. 1,7 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, Ihering, Mai 1907).
Schwarz, wenig glänzend, die Flügeldecken braungelb, die
Beine gelb, die Fühlerwurzel meist kaum heller als der übrige
Teil Kopf viel schmäler als der Halsschild, quer, äußerst fein
chagriniert, fast matt, fein aber deutlich, wenig dicht punktiert;
Schläfen kurz, unten gerandet. Fühler gegen die Spitze verdickt,
das 3. Glied so lang als das 2., das 4. kaum, die folgenden nur
wenig quer, die vorletzten kaum um die Hälfte breiter als lang,
das Endglied länger als die zwei vorletzten zusammen. Halsschild
schmäler als die Flügeldecken, um die Hälfte oder fast um die
Hälfte breiter als lang, an den Seiten fast gerade, die Ecken ver-
rundet, vor dem Schildchen mit einem Quereindrucke, der sich nach
vorn in eine mehr oder minder deutiiche Längsfurche fortsetzt,
sehr fein und dicht punktiert, im Grunde chagriniert, wenig
glänzend. Flügeldecken um ein Viertel länger als der Halsschild,
fein und dicht punktiert, mäßig glänzend. Hinterleib fast gleich-
breit, sehr fein und verhältnismäßig dicht, hinten weitläufig punktiert.
Beim JS besitzt das 8. Tergit am Hinterrande 4 Zähnchen,
welche stumpfwinklig und kurz sind und durch Ausrandungen von
einander getrennt sind; die seitlichen Zähnchen ragen nach hinten
nicht so weit vor als die mittleren.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika, 361
Atheta (Atheta s. st.) Iheringi nov. spec.
Nigra, subnitida, elytris antennarumque basi sordide testaceis,
pedibus rufo-testaceis; antennis crassiusculis, articulis penultimis
vix transversis; thorace sat transverso, abdominis basi sat dense,
apice sparsim punctatis. Long. 3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ihering, Barbiellini).
In die castanoptera Gruppe gehörig, aber mit robusteren Fühlern,
besonders durch die Geschlechtsauszeichnung des J' ausgezeichnet.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, quer, fein und weitläufig
punktiert, wenig glänzend, Schläfen viel kürzer als der Augen-
durchmesser, unten gerandet. Fühler ziemlich robust, nach der
Spitze zu aber doch nur wenig verdickt, das 3. Glied kürzer als
das 2., das 4. quer, das 5. so lang als breit, die vorletzten wenig
breiter als lang, das Endglied so lang als die 2 vorhergehenden
zusammengenommen. Halsschild schmäler als die Flügeldecken,
ziemlich quer, aber nicht ganz um die Hälfte breiter als lang, an
den Seiten ziemlich gleichmäßig gerundet, vor dem Schildchen mit
einem Grübchen, welches sich nach vorne beim g' in einen
schwachen Längseindruck fortsetzt, nicht fein und wenig dicht,
deutlich rauh punktiert, an den Seiten kräftig bewimpert. Flügel-
decken etwas länger als der Halsschild, ähnlich wie der Halsschild,
aber viel dichter punktiert. Abdomen gleichbreit, fein und ziemlich
dicht, hinten nur sehr spärlich punktiert.
Beim J' ist das 8. Tergit in vier große Zähnchen ausgezogen,
von denen die 2 mittleren abgerundet, die seitlichen spitz dorn-
förmig sind.
Die von Herrn Dr. R. von Ihering herrührenden Stücke wurden
im Juli 1905 in der Stadt S. Paulo gefangen.
Atheta subgenus novum: Xestota.
Abdomen plus minusve apicem versus attenuatum, lateribus
setosum, thoracis epipleuris visibilibus, antennarum articulis pen-
ultimis sat transversis, tertio quam secundo multo breviore, oculis
sat magnis.
In die nächste Nähe von Dimetrota zu stellen, aber durch das
viel kürzere dritte Glied der Fühler und den mit Ausnahme der
Basis fast ganz glatten Hinterleib zu unterscheiden.
Atheta (Aestota) biarmata nov. spec.
Fusiformis, capite thoraceque subaeneo-brunneis opacis, dense
alutaceis, fere impunctatis, elytris nigrescentibus, basi testaceis,
abdomine nigro, basi rufotestacea, nitidissimo fere impunctato.
Long. 2 mm.
Brasilien: Minas Geraes (Mar d’Hespanha, Walter).
362 Dr. Max Bernhaner:
In der Färbung und durch den fast unpunktierten Hinterleib
einer Diestota nicht unähnlich.
Kopf und Halsschild bräunlich mit sehr schwachem Metall-
glanze, vollständig matt chagriniert, letzterer ohne erkennbare
Punktierung. Kopf viel schmäler als der Halsschild, quer, an den
Seiten mit vereinzelten Punkten. Die Schläfen hinter den Augen
sehr kurz, unten gerandet. Fühler gegen die Spitze deutlich ver-
dickt, das 3. Glied viel kürzer als das 2., obwohl dieses Verhältnis
manchmal nicht ganz deutlich sichtbar ist (infolge der Praepariations-
art), das 4. schwach, die folgenden stärker quer, die vorletzten um
die Hälfte breiter als lang, das Endglied so lang als die zwei vorher-
gehenden zusammengenommen. Halsschild schmäler als die Flügel-
decken, um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten gleichmäßig
gerundet, ohne Eindrücke und ohne sichtbare Punktierung, an den
Seiten mit einigen Wimperhaaren. Flügeldecken viel länger als
der Halsschild, sehr fein, schwer sichtbar und dicht punktiert,
etwas glänzend. Hinterleib nach rückwärts deutlich verengt, an
den Seiten stark bewimpert, an der Wurzel des 3. bis 5. Tergites
quer eingedrückt, auf dem 3. und 4. Tergit sehr fein und weit-
läufig, sonst nur ganz vereinzelt punktiert, spiegelglänzend.
Beim g' ist das 4. (2. vollkommen freiliegende Tergit) am
Seitenrande in 2 dünne, lange Spieße ausgezogen, welche nach
rückwärts und außen gerückt sind, das 6. Tergit ist der ganzen
Breite nach bogenförmig ausgeschnitten, das 8. besitzt in der Mitte
des Hinterrandes ein kleines Höckerchen, das 6. Sternit ist nicht
vorgezogen.
Unter faulenden Orangen am 16. Juli 1904 aufgefunden.
Aiheta (Xestota) bicarinulata nov. spec.
Rufotestacea fere impunctata, capite, elytris praeter basin,
abdominis cingulo ante apicem, antennis praeter basin nigricantibus,
corpore antico dense alutaceo, opaco, abdomine nitido. Long. vix
ultra 1 mm.
Brasilia: ebenda (Walter).
In der Körpergestalt und Färbung der vorigen Art ziemlich
ähnlich, jedoch vier mal kleiner, der Hinterleib weniger zugespitzt,
die Flügeldecken mit anderer Skulptur und die Geschlechts-
auszeichnung vollständig verschieden.
Rötlichgelb, der Kopf, die Flügeldecken mit Ausnahme der
gelben Basis, ein Ring vor der Hinterleibsspitze und die Fühler
schwärzlich, deren Wurzel gelb. Kopf genau wie bei der vorigen
Art, jedoch ohne deutliche Punktierung, die Fühler viel kürzer,
das 3. Glied viel kürzer als das 2., das 4. schon stark quer, die
vorletzten doppelt so breit als lang. Halsschild ähnlich wie bei
der vorigen Art, jedoch ist meist in der Mitte ein Längseindruck
und vor dem Hinterrande ein ausgedehnter Quereindruck deutlich
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 363
sichtbar. Flügeldecken nicht wie bei biarmata punktiert, sondern
rauh chagriniert, matt. Hinterleib nach rückwärts weniger verengt,
weniger spärlich punktiert, aber doch stark glänzend, vorn weit-
läufig, hinten spärlich aber immerhin deutlich punktiert.
Beim g' besitzt das 7. Tergit in einiger Entfernung vom Hinter-
rande zwei feine, ziemlich weit von einander abstehende Längs-
kielchen, das 8. Tergit ist bei meinen Exemplaren eingezogen und
daher eine allfällige Geschlechtsauszeichnung nicht sichtbar. Das
6. Sternit ist kaum vorgezogen, hinten breit gerundet und in der
Mitte des Hinterrandes schwach gebuchtet.
Die Art wurde am 2. 8. 1904 in hohlen Stengeln erbeutet.
Atheta (Datomicera) pauloensis nov. spec.
Nigra, subopaca, subfusiformis, pedibus testaceis, antennis
modice inerassatis, articulis penultimis transversis, abdomine
creberrime, apicem versus crebre punctato. Long. 1,3—1,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Estacao Raiz da Serra, Ihering;).
Der Atheta celata Er. ungemein nahestehend und derselben
täuschend ähnlich, aber durch nachfolgende Merkmale verschieden:
Kopf etwas breiter, weniger deutlich punktiert, die Fühler länger,
die einzelnen Glieder weniger kurz, der Halsschild im Verhältnis
zu den Flügeldecken breiter und kürzer, feiner punktiert, weniger
matt, vor dem Schildchen meist mit einem Längseindruck; auch die
Flügeldecken sind etwas feiner punktiert. In der Punktierung des
Abdomens kann ich einen Unterschied nicht feststellen.
Am auffallendsten ist der Unterschied in der Geschlechts-
auszeichnung Jes dJ'.
Bei diesem ist nämlich das 8. Tergit an den Seiten in zwei
lange, spitzige einander genäherte Zähne ausgezogen, welche Zahn-
paare durch einen breiten Zwischenraum von einander getrennt sind.
In Anzahl am 15. 6. 1907 gefangen.
Atheta (Datomicra) unigranosa nov. spec.
Forma et magnitudine praecendentis, dilutior;antennis crassioribus
et brevioribus, basi dilute testaceis, abdomine minus dense punctato.
Long. 1,3 —1,5 mm.
Brasilien: Mar d’Hespanha (Minas Geraes, Walter, 2. Aug. 1904).
Ganz von der Gestalt und der Größe der pauloensis von ihr in
nachfolgendem verschieden:
Die Farbe ist etwas lichter, pechbraun mit heller Abdominal-
spitze, die Fühler viel lichter, an der Basis hellgelb, viel kürzer
und dicker, die einzelnen Glieder robuster, das zweite und dritte
nur mäßig länger als breit. Der Kopf viel deutlicher und ziemlich
dicht punktiert, der Halsschild feiner punktiert, ohne Eindrücke,
364 Dr. Max Bernhaner:
an den Seiten nach hinten stärker verengt, während das Verhältnis
bei pauloensis gerade umgekehrt ist; die Flügeldecken ebenfalls
feiner, der Hinterleib viel weniger dicht punktiert, hinten nur weit-
läufig punktiert.
Die Geschlechtsauszeichnung des Jg‘ ist ganz anders: Das
7. Tergit besitzt vor der Mitte des Hinterrandes ein kräftiges
Längshöckerchen, das 8. ist am Hinterrande abgestutzt und kräftig
gezähnelt, das 6. Sternit ist kaum vorgezogen.
Atheta (Acrotona) flavonıgra nov. spec.
Nigro-picea, abdominis basi pedibusque laete-tastaceis, subnitida,
abdomine subaequaliter dense punctato, antennis totis nigris, arti-
culis penultimis modice transversis. Long. 1.83—2 mm.
Paraguay (leg. Dr. Drake).
Pechschwarz, schwach glänzend, die 2 ersten freiliegenden
Abdominalsegmente und die Beine hellgelb, die Fühler ganz pech-
schwarz. — Der Halsschild und die Flügeldecken mehr oder minder
mit einem rötlichen Anflug.
Kopf klein, spärlich und erloschen punktiert, glänzend; Schläfen
unten nur rückwärts gerandet. Fühler gegen die Spitze schwach
verdickt, das 3. Glied so lang als das 2., das 4. nicht, die folgenden
schwach quer, die vorletzten nur mäßig quer, das Endglied so lang
als die 2 vorhergehenden zusammen. Halsschild etwas schmäler
als die Flügeldecken, gewölbt, an den Seiten gleichmäßig gerundet,
fein und ziemlich dicht punktiert, ohne Eindrücke, ziemlich glänzend.
Flügeldecken fast kürzer als der Halsschild, weniger fein und sehr
dicht punktiert, wenig glänzend. Hinterleib zugespitzt, kräftig be-
wimpert, fein und dicht, hinten fast nicht weitläufiger punktiert
und dicht behaart. Das erste Glied der Hintertarsen mäßig lang,
kürzer als die zwei folgenden zusammengenommen.
Geschlechtsunterschiede treten an den vorliegenden Stücken
nicht hervor.
Atheta (Acrotona) aspericollis nov. spec.
Piceonigra, subnitida, thorace, elytris antennarumque basi
dilutioribus, pedibus testaceis; thorace obsolete canaliculato ely-
trisque creberrime asperato-punctatis. Long. 2—2,5 mm.
Paraguay (Drake).
Ganz vom Habitus und der Größe der Atheta laticollis Steph.
auch in der Färbung mit ihr übereinstimmend, von ihr durch nach-
folgende Merkmale verschieden:
Der Kopf ist nur etwas dichter punktiert, sonst völlig gleich,
die Fühler dunkler, an der Wurzel etwas lichter als gegen die
Spitze, aber immer noch angedunkelt, viel robuster, gegen die Spitze
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Södamerika. 365
stärker verdickt, bereits das 4. Glied deutlich quer, die vorletzten
fast um die Hälfte breiter als lang. Halsschild etwas weniger breit,
etwas stärker und rauher punktiert; Flügeldecken ebenfalls stärker
und dichter punktiert.
Beim g' ist das 8. Dorsalsegment in der Mitte einfach aus-
gerandet, nicht mit verdickten Zähnchen besetzt, seitwärts ohne
scharfe Zähne, nur winklig vorgezogen.
Atheta (Acrotona) convewicollis nov. spec.
Nigra, nitida, antennarum basi pedibusque sordide testaceis;
thorace convexo valde transverso, elytris hoc dimidio longioribus,
antennis crassiusculis, articulis penultimis sat transversis. Long.
1,5 mm.
Brasilien: S. Paulo (Ypiranga, Ihering).
Im Habitus etwas an Atheta fungi Gravh erinnernd, jedoch
kleiner, schmäler, besonders durch die langen Flügeldecken aus-
gezeichnet.
Schwarz, glänzend, die Wurzel der Fühler, der Mund und die
Beine gelblich.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, quer, äußerst fein und
erloschen punktiert, glänzend, die Schläfen kürzer als der Längs-
durchmesser der Augen, unten scharf und deutlich, aber nicht voll-
ständig gerandet. Fühler ziemlich kurz, gegen die Spitze verdickt,
das 3. Glied ungefähr so lang aber schmäler als das 2., das 4.
klein, quer, die Glieder 5—10 viel breiter als das 4., um die
Hälfte breiter als lang. Halsschild etwas schmäler als die Flügel-
decken, stark quer, mehr als um die Hälfte breiter als lang, ge-
wölbt, an den Seiten ziemlich gleichmäßig gerundet und stark
bewimpert, sehr fein und weitläufig punktiert, dünn behaart,
glänzend. Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild,
fein und dicht punktiert, wenig glänzend. Hinterleib nach rückwärts
mäßig verengt, fein und mäßig dicht, hinten nur sehr weitläufig
punktiert.
Geschlechtsauszeichnungen treten nicht deutlich hervor.
Die Art wurde am 25. IX. 1907 in einem zum Insektenfang
aufgehängtem Reisigbündel in einem Walde aufgefunden.
Tribus: Aleocharini.
Ocalea chilensis nov. spec.
Brunneo-rufula, capite abdomineque piceis, antennis nigritulis,
basi sordide testacea, pedibus rufotestaceis; thorace parvo, medio
profunde lateque impresso, elytris maximis, quadratis. Long. 5 mm.
Chile. (Hubenthal.)
366 Dr. Max Bernhauer:
Die Zugehörigkeit dieser habituell etwas an O. rivularis Mill.
erinnernden Art zum Genus Ocalea wurde von mir auf Grund
mikroskopischer Untersuchungen der Mundteile festgestellt.
Dunkel braunrot, der Kopf und das Abdomen größtenteils
dunkler, die Fühler dunkel mit gelblicher Wurzel, die Beine rötlich-
gelb. Kopf der kleinste Körperteil, viel schmäler als der Hals-
schild und nicht einmal halb so breit als die Flügeldecken, hinten
stark eingeschnürt, glänzend, mit einer kurzen Mittelfurche und
2 Längseindrücken über den Fühlerwurzeln, mäßig fein und weit-
läufig punktiert. Fühler ziemlich lang, das 3. Glied viel länger
als das 2., die vorletzten schwach aber deutlich quer. Halsschild
viel schmäler als die Flügeldecken, fast fünfeckig, an den Seiten
gerade, nach hinten etwas erweitert mit scharfeckigen Hinterwinkeln,
in der Mitte mit einem breiten und tiefen Längseindruck, der sich
nach vorn verschmälert und in der Mitte gefurcht ist, ziemlieh
kräftig und dicht körnig punktiert, mäßig glänzend. Flügeldecken
glänzend, wenig fein und spärlich punktiert.
Beim g' ist das 7. Tergit dicht gekörnt, das 8. kräftig gezähnelt.
Calodera Ganglbaueri nov. spec.
Nigerrima, nitida, elytris, abdominis segmentis apice, ano,
antennarum articulo primo laeto rufotestaceis, pedibus rufotestaceis;
thorace subtilissime parcius, elytris subtiliter vagepunctatis. Long.
3 mm.
Chile: Valdivia (Simon).
Eine durch die Färbung leicht kenntliche Art. Tiefschwarz,
stark glänzend, die Flügeldecken, die Hinterränder der Hinterleibs-
ringe, die Hinterleibsspitze und das erste Fühlerglied intensiv
rötlichgelb, die Beine heller gelb.
Kopf viel schmäler als der Halsschild, rundlick, hinten stark
eingeschnürt, fein und weitläufig punktiert. Schläfen hinter den
Augen länger als der Augendurchmesser, unten nicht gerandet.
Fühler mäßig verdickt, das 4. Glied quer, die folgenden bis zum
10. gleichgebildet, mäßig quer. Halsschild viel schmäler als die
Flügeldecken, wenig breiter als lang, an den Seiten gerade, ziemlich
parallelseitig mit stumpfen Hinterecken, vorn stark verengt, vor dem
Schildchen mit einem Quergrübchen, sehr fein und ziemlich weit-
läufig punktiert. Flügeldecken viel länger als der Halsschild,
stärker und dichter als der Halsschild aber nur sehr flach punktiert,
stellenweise fein gerunzelt. Hinterleib gleichbreit, an der Wurzel
der 4 ersten freiliegenden Tergite stark quer eingedrückt, mäßig
fein und mäßig weitläufig punktiert.
Geschlechtsauszeichnungen treten an den beiden bisher be-
kannten Stücken nicht hervor.
Diese und die folgende Art befinden sich in der Sammlung des
kk. naturhistorischen Hofmuseums in Wien und in meiner eigenen.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 367
Calodera (?) valdiviana nov. spec.
Rufotestacea, subnitida, capite abdomineque ante apicem
obscurioribus, pedibus testaceis; corpore antico fortiter, capite
densissime, thorace dense, elytris parcius, abdomine subtilissime
parce punctatis. Long. 3,5 mm.
Chile: Valdivia (Simon).
Diese Art gehört wohl kaum in diese Genus, der große Kopf,
die Halsschildbildung und die unten rückwärts gerandeten Schläfen
weisen die Art in eine andere Gattung; da jedoch eine mikro-
skopische Untersuchung der Mundteile vorläufig nicht möglich ist,
belasse ich dieselbe bei Calodera, als welche sie in der Eppels-
heim’schen Sammlung bezettelt war. Färbung wie in der obigen
Diagnose ersichtlich; Kopf fast breiter als der Halsschild, so lang
als breit, hinten stark eingeschnürt, kräftig und äußerst dicht
punktiert, matt; Schläfen länger als der Augendurchmesser, unten
rückwärts gerandet. Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken,
oblong, im ersten Drittel am breitesten, nach rückwärts stark,
deutlich ausgeschweift verengt, vor dem Schildehen mit einem läng-
lichen hufeisenförmigen, ziemlich schwachen Doppeleindruck, kräftig
und dicht punktiert, mäßig glänzend. Flügeldecken etwas länger-
als der Halsschild, viereckig, innerhalb der Hinterecken scharf aus-
gerandet, kräftig und weitläufig punktiert, glänzend. Abdomen
parallel, an der Wurzel der 3 ersten freiliegenden Tergite stark
quer eingedrückt, stark glänzend, in den Querfurchen stark und
dicht, sonst sehr fein und spärlich punktiert.
Polylobus Netolitzkyi nov. spec.
Niger, capite, thorace elytrisque fusco-testaceo variegatis,
antennis totis, ore pedibusque cum coxis laete rufotestaceis; thorace
subtilissime parce, elytris subtiliter dense punctatis. Long. 2,5
—3 mm.
Chile: Valparaiso (Netolitzky).
Ein echter Polylobus, wie ich mich durch Untersuchung der
Mundteile überzeust habe. In dieses Genus wurden eine größere
Anzahl von Arten gestellt, welche absolut nichts mit dieser Gattung
gemein haben, als eine ganz oberflächliche habituelle Aehnlichkeit.
Schwarz, ziemlich glänzend, der Vorderteil des Kopfes, die
Seiten des Halsschildes und die Flügeldecken rötlichgelb, der ganze
Scheitel, die Scheibe des Halsschildes, eine spitzige lange Scutellar-
makel und die Hinterecken der Flügeldecken bräunlich, die ganzen
Fühler, Taster und Beine hellrötlichgelb. Kopf mäßig schmäler
als der Halsschild, ziemlich groß, fein und mäßig dicht punktiert;
die Schläfen hinter den großen vorspringenden Augen sehr kurz,
auf der Unterseite rückwärts gerandet. Fühler gegen die Spitze
wenig verdickt, das 3. Glied kürzer und schmäler als das 2., das
368 Dr. Max Bernhauer:
4. länger, das 5. so lang als breit, die folgenden schwach, die vor-
letzten etwas stärker quer. Halsschild wenig schmäler als die
Flügeldecken, um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten fast
gleichmäßig gerundet, fein und weitläufig punktiert, im Grund
äußerst fein chagriniert. Flügeldecken um die Hälfte länger als
der Halsschild, stärker und viel dichter als dieser punktiert, äußerst
fein chagriniert. Hinterleiv nach rückwärts etwas verengt, ziemlich
kräftig und wenig dicht, am Hinterrande der Tergite außer dem
7. kaum punktiert.
Beim g' besitzt das 7. Tergit vor der Mitte des Hinterrandes
ein kleines Höckerchen, das 8. ist ausgerandet und spärlich
gekörnt.
Die zierliche Art wurde von meinem Freunde Dr. Netolitzky
auf Blüten einer Laureolusart am 3. 9. 1901 erbeutet.
Tricolpochila nov. gen.
Generi Oxypoda valde affınis, sed mandibulis duabus muticis et
structura labri alia; hoc medio trilobato. — Tarsi omnes 5 articulati.
Von Oxypoda, dem die neue Art auch habituell nahe steht,
durch die ungezähnten Mandibeln und die in der Mitte dreilappige
Oberlippe verschieden, im übrigen kaum abweichend. Die Ober-
lippe ist quer und besitzt jederseits neben der Mitte einen großen
verrundeten Vorsprung; zwischen denselben befindet sich ein kleiner
verrundeter lappenartiger Fortsatz. Die Mandibeln sind kurz,
beide ungezähnt, während bei Oxypoda die eine einen kleinen
Zahn besitzt. Die beiden schmalen Zungenlappen besitzen an ihrer
Spitze ein kleines, aber deutlich sichtbares Höckerchen. Die Kiefer-
taster sind schlank, das pfriemenförmige Endglied nur mäßig kürzer
als das vorletzte, nicht stark angeschwollene Glied. An den Hinter-
tarsen ist das erste Glied gestreckt, aber kürzer als die zwei
folgenden zusammengenommen. Die Fühler ziemlich kurz, gegen
die Spitze stark verdickt, das 3. Glied viel kürzer als das 2., das
4. mäßig, die folgenden stärker quer, die vorletzten stark quer.
Mittelbrust ungekielt, hinten scharf zugespitzt und bis zur Hälfte
der Mittelhüften nach rückwärts reichend.
Ich kenne bisher nur die nachfolgend beschriebenen Arten
dieser Gattung.
Tricolpochia Kraatzi nov. spec.
Rufotestacea, nitida, abdomine praeter basin plus minusve
infuscato; thorace parcius, elytris dense subtilitergue punctatis,
abdomine apicem versus attenuato, minus subtiliter densius punctato.
Long. 2,3 mm.
Paraguay (Drake).
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Südamerika. 369
Einer Oxypoda oder noch mehr einer Ocyusa der pieta-Gruppe
nicht wnähnlich, rötlichgelb, glänzend, der Hinterleib pechbraun,
die Wurzel und die Hinterränder der Segmente lichter. Kopf viel
schmäler als der Halsschild, quer, fein aber deutlich, mäßig dicht
punktiert. Schläfen kürzer als der von oben sichtbare Augen-
durchmesser, unten vollständig und scharf gerandet. Fühler wie in
der Gattungscharakteristik angegeben. Halsschild etwas schmäler
als die Flügeldecken, fast um die Hälfte breiter als lang, an den
Seiten gerundet, nach vorn deutlich verengt, fein und wenig dicht
punktiert; die Epipleuren bei seitlicher Ansicht nicht sichtbar.
Flügeldecken fast um die Hälfte länger als der Halsschild, innerhalb
der Hinterecken etwas ausgerandet, ziemlich fein und dicht punktiert.
Hinterleib nach rückwärts deutlich schwach verengt, wenig fein und
ziemlich dicht, hinten etwas weitläufiger punktiert.
Beim g' besitzt das 7. Tergit vor der Mitte des Hinterrandes
ein kleines Höckerchen, das 8. ist in der Mitte ziemlich schmal ge-
rundet ansgeschnitten, zu beiden Seiten des Ausschnittes befinden
sich am Hinterrande je drei winzige Zähnchen und vor denselben
einige ungleichmäßige Körnchen.
Trieolpochila flavipennis nov. spec.
Nigerrima, nitidula, pedibus nigro-piceis, tarsis, ore elytrisque
sordide testaceis, antennis totis laete flavis; elytris thorace plus
quam dimidio longioribus. Long. 2 mm.
Peru: Pachitea (Bang-Haas).
Durch die eigentümliche Färbung leicht kenntlich. Tiefschwarz,
die ganzen Fühler hellgelb, die Beine dunkel mit lichteren Tarsen,
der Mund rötlichgelb, die Flügeldecken gelb, bisweilen angedunkelt.
Kopf kaum halb so breit als der Halsschild, kräftig und ziemlich
dicht punktiert, im Grunde deutlich mattchagriniert. Schläfen etwas
länger als bei der vorigen Art, unten vollständig gerandet. Fühler
wie in der (Gattungscharakteristik angegeben. Halsschild wenig
schmäler als die Flügeldecken, ähnlich wie beim vorigen, aber
kürzer, mehr als um die Hälfte breiter als lang, ziemlich kräftig
aber wenig dicht punktiert, mäßig glänzend. Flügeldecken fast
doppelt so laug als der Halsschild, nach hinten etwas erweitert,
innerhalb der Hinterecken deutlich ausgerandet, fast feiner aber viel
dichter als der Halsschild punktiert. Hinterleib nach rückwärts
verengt, an der Wurzel.der 3 ersten freiliegenden Tergite wie beim
vorigen stark quer eingedrückt, fein und weitläufig punktiert.
An den vorliegenden 3 Exemplaren treten Geschlechts-
auszeichnungen nicht hervor.
Tricolpochila armata nov. spec.
Rufotestacea, subnitida, abdomine praeter hasin et apicem nigro;
capite opaco fortius densiusque, thorace nitidulo minus subtiliter
Arch, f, Naturgesch, 74. Jahrg, 1908. Bd. IL, H,3. 24
370 Dr. Max Bernhaner:
parciusque punetatis, hoc loneitudine plus quam dimidio breviore.
Long. 2,6—2,8 mm.
Peru: Pachitea (Bang-Haas).
In der Färbung der Tr. Kraatzi ähnlich, jedoch weniger
glänzend; der Kopf ist etwas größer, mattchagriniert, kräftig und
dicht punktiert, in der Mitte fach gedrückt, die Schläfen fast länger
als der Querdurchmesser; die Fühler sind viel kürzer, die vorletzten
doppelt so breit als lang. Der Halsschild ist etwas kürzer, um
mehr als die Hälfte breiter als lang, ziemlich glänzend, viel
kräftiger, jedoch weniger stark als der Kopf und wenig dicht
punktiert. Die Flügeldecken sind ebenfalls stärker und viel weniger
dicht und der Hinterleib endlich etwas stärker aber viel weitläufiger
punktiert als bei Kraatzi m. Nur das 7. Tergit ist dichter, deutlich
etwas längsrissig punktiert.
Die Geschlechtsauszeichnung ist wesentlich anders. Das 7. Tergit
besitzt vor der Mitte des Hinterrandes ein langes scharfes Kielchen,
das 8. ist der ganzen Breite nach tief ausgeschnitten, die beiden
Ecken sind mit größeren Zähnen besetzt, außerdem sind in der
Ausrandung noch vier kleine aber scharfe Zähnchen deutlich sichtbar.
Das 6. Sternit ist stark vorgezogen und hinten abgerundet.
Tricolpochila peruviana nov. spec.
Colore praecedentis; capite thoraceque opacis, hoc brevissimo,
obsolete punctato, elytris minus subtiliter parum dense punctatis.
Long. 2 mm.
Peru: Pachitea (Bang-Haas).
Der vorigen Art sehr nahe stehend, in der Färbung vollkommen
gleich, aber durch nachfolgende Merkmale gut zu trennen:
Der Körper ist um die Hälfte kleiner, der Kopf ist schwächer
und flacher, weniger deutlich punktiert; die Fühler noch kürzer,
der Halsschild ist viel kürzer und breiter, mehr als doppelt so
breit als lang, an den Seiten viel stärker gerundet, auch nach
hinten stark, wenn auch etwas weniger als nach vorn verengt,
vollständig matt chagriniert, mit äußerst zarter kaum wahrnehm-
barer Punktierung. In der Bildung und Skulptur des Hinterleibes
kann ich kaum einen Unterschied finden. Dagegen ist die wenn
auch sehr ähnliche Geschlechtsauszeichnung des $ etwas anders,
indem nämlich der Querschnitt des 8. Tergites keine deutlichen
Zähnchen besitzt.
Ein einziges Exemplar.
Polylobinus nov. gen.
Generi Tricolpochilae valde affinis, sed structura labri et ligulae
alia; labrum medio bilobatum, ligula elongata, palporum labialium
articulo primo vix breviore.
Beitrag zur Staphylimidenfauna von Südamerika. 71
Mit Tricolpochila fast üereinstimmend, jedoch die Oberlippe in
der Mitte nur zweilappig, der Zwischenraum zwischen den beiden
Lappen nicht vorgezogen, die Zunge ist viel länger, kaum kürzer
als das 1. Glied der Lippentaster, bis zur Mitte gespalten.
Polylobinus brasiliensis nov. spec.
Niger, nitidulus elytris brunneis, ore, pedibus antennisque
testaceis, his apicem versus infuscatis; thorace subtilissime parcius,
elytris elongatis minus subtiliter dense, abdomine subtilius minus
dense punctatis. Long. 2,3 mm.
Brasilien: S. Paulo (Campos de Jordao, Ihering).
Einem Tetrallus in der Gestalt recht ähnlich, auch gewissen
Oxypoden-Arten auf den ersten Blick gleichend. Schwarz, ziemlich
glänzend, Flügeldecken braun, die Fühler bis auf die bräunliche
Spitze, der Mund und die Beine gelb.» Kopf halb so breit als der
Halsschild, fein und wenig dieht punktiert mit großen Augen, die
Schläfen kurz, unten vollständig gerandet. Fühler gegen die Spitze
verdickt, das 3. Glied viel kürzer als das 2., das 4. nicht quer,
die vorletzten um die Hälfte breiter als lang. Halsschild an der
Wurzel so breit als die Flügeldecken, um '/, breiter als lang,
nach vorn fast gerade und stark verengt, sehr fein und ziemlich
weitläufig punktiert, glänzend; die Epipleuren bei seitlicher Ansicht
nicht sichtbar. Flügeldecken fast um die Hälfte länger als der
Halsschild, innerhalb der Hinterecken stark ausgerandet, ziemlich
stark punktiert, wenig glänzend. Hinterleib nach hinten verengt,
an der Wurzel des 3.—5. Tergites quer eingedrückt, fein und mäßig
dicht, hinten weitläufiger punktiert.
Aleochara argentina nov. spec.
Nigra, parallela, subnitida, elytris obsolete rufo-brunneis,
antennis brunneis, basi, ore pedibusque piceo-testaceis; thorace
elytrisque subtiliter dense, abdomine minus subtiliter sat dense fere
aequaliter punctatis. Long. 5 mm.
Argentinien: Chaunar-Region (Jensen).
In das Subgenus Isochara gehörig, im Habitus und der Größe
mit moesta Gravh (crassiuscula Sahlb.) ziemlich übereinstimmend,
der Hinterleib viel weitläufiger punktiert. Schwarz, die Flügel-
decken schwach rotbraun, die Wurzel der bräunlichen Fühler, der
Mund und die Beine schmutziggelb, gleichbreit, ziemlich dicht
behaart, schwarz glänzend.
Kopf klein, fein und wenig dicht punktiert; Fühler gegen die
Spitze mäßig verdickt, das 3. Glied länger als das 2., das 4. schwach,
die folgenden stärker quer, ziemlich gleichgebildet, ungefähr um
die Hälfte breiter als lang. Halsschild so breit als die Flügel-
decken, um ein Drittel breiter als lang, nach vorn sanft gerundet
24*
372 Dr. Max Bernhaner: Beitrag zur Staphylinidenfauna etc.
verengt, ziemlich fein und dicht punktiert, auf der Scheibe mit
4 größeren in einem Viereck gestellten Punkten. Flügeldecken
kürzer als der Halsschild, am Hinterrande sehr schwach gebuchtet,
ziemlich fein und sehr dicht punktiert. Hinterleib gleichbreit, in
den basalen Querfurchen der Tergite grob und dicht, sonst wenig
fein und ziemlich dicht, fast gleichmäßig punktiert.
Aleochara lacustris nov. spec.
Nigerrima, nitida, elytris laete sanguineis, ano rufulo, pedibus
piceis; antennis minus crassis, thorace parum transverso, fortius
parce, elytris fortiter dense punctatis. Long. 3 mm.
Peru: Titicaca-See (Bang-Haas).
Eine durch die Färbung und die ziemlich grobe und weitläufige
Punktierung des Halsschildes auffallende Art der Baryodma-Gruppe.
Tiefschwarz, ziemlich glänzend, die ganzen Flügeldecken ge-
sättigt blutrot, die Hinterleibspitze schmal rötlich, die Beine pech-
braun; gelblich behaart.
Kopf fein und weitläufig punktiert, klein; Fühler gegen die
Spitze nur schwach verdickt, das 3. Glied länger als das 2., die
folgenden nicht, die vorletzten nur mäßig quer. Halsschild hinten
so breit als die Flügeldecken an den Schultern, mäßig quer, nach
vorn sanft gerundet verengt, verhältnismäßig kräftig und weitläufig
punktiert. Flügeldecken länger als der Halsschild, innerhalb der
Hinterwinkel nicht ausgerandet, kräftig und dicht punktiert. Hinter-
leib nach rückwärts kaum verengt, mäßig fein und mäßig dicht,
hinten etwas weitläufiger punktiert.
Beim g' ist das 8. Tergit ausgerandet und deutlich gezähnelt.
Ein einziges Exemplar.
Synonymische Uebersicht der bisher
bekannten Actinotrochidae.
Von
Franz Poche,
Wien.
In seiner ausgezeichneten Bearbeitung der Gattung Aectinotrocha
(Fauna Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907) wendet sich
Marc de Selys-Longchamps auf p. 13f. gegen die von mir (Zool.
Anz. XXVI, 1903, p. 466) vorgenommene Ersetzung des Namens
Phoronis Str. Wright durch Actinotrocha J. Müll., aber mit Gründen,
die einer näheren Prüfung durchaus nicht standhalten können. Da
ferner auch die von ihm angenommenen Artnamen zum großen
Teile nicht haltbar sind und überdies durch die von ihm im syste-
matischen Teile durchgeführte getrennte Behandlung de rLarven und
der entwickelten Tiere die systematische Uebersicht sehr erschwert
wird, so gebe ich im folgenden ein synonymisches Verzeichnis aller
bisher benannten Formen der Gruppe, mit Hinzufügung von kritischen
Bemerkungen, wo mir dies nötig zu sein scheint.
Was zunächst den Namen des Genus betrifft, so verweist
Selys-Longchamps diesbezüglich zuerst auf seine Bemerkungen in
den Mem. Cl. Sci. Acad. Belg. I, 1904, p.4. Da er aber hier
meine Ansicht rein referierend anführt und ausdrücklich erklärt,
daß er dieselbe nicht discutieren will, mit dem Hinzufügen, daß er
sich ihr nicht anschließen zu müssen glaubt, so können wir über
dieselben ohne weiteres hinweggehen. Fortfahrend sagt er dann,
daß er seitdem diesbezüglich R. Blanchard consultiert hat, dessen
spezielle Kompetenz in Nomenklaturangelegenheiten bekannt ist,
und dieser ihn sehr richtig darauf aufmerksam macht, daß die
374 Franz Poche:
Regeln, die er 1889 und 1892 zur Abstimmung brachte, Ausnahmen
vom Prioritätsgesetz zu Gunsten von Tieren mit Metamorphose zu-
lassen. Dies ist nun an sich vollkommen richtig, für die Ent-
scheidung unseres Falles aber deshalb gänzlich belanglos, weil
eben diese Ausnahme am Berliner Zoologencongreß aus-
drücklich gestrichen wurde (s. Verh. V. Internat. Zool.-Congr.
Berlin 1901, 1902, p. 884 u. 210) und dementsprechend auch in
den Internat. Regeln Zool. Nomenklatur, 1905, nicht enthalten ist,
sondern es hier im Gegenteil (Art. 27) ohne jede Einschränkung
heißt: „Das Prioritätsgesetz gilt, d. h. der älteste zulässige Name
ist beizubehalten:“ ....... „d) wenn die Larve vor dem erwachsenen
Tiere benannt worden ist“. — Nicht belanglos ist es aber von
einem viel allgemeineren Standpunkte aus, ob Blanchard
Selys-Longchamps auf jene Tatsache aufmerksam gemacht hat bloß
im Sinne eines Hinweises auf ein historisches Factum — in
welchem Falle letzterer dies allerdings völlig mißverstanden und
daraus ganz unberechtigte Folgerungen gezogen hätte —, oder aber
als auf eine Richtschnur zur Entscheidung der Frage. Und wenn
— wie es nach der ganzen Sachlage der Fall zu sein scheint —
tatsächlich letzteres zutrifft, so erlaube ich mir, an Herrn Professor
Blanchard, dessen grundlegende Verdienste um das Zustande-
kommen der Internationalen Nomenklaturregeln ich gewiß eben-
sosehr anerkenne wie irgend jemand anderer, die Frage zu richten,
wer denn diese Regeln befolgen soll, wenn der Vor-
sitzende der Kommission für Nomenklatur dies nicht tut,
bezw. Gutachten erteilt, die sowohl mit dem Geiste wie
mit dem klaren Wortlaute derselben in direktem Wider-
spruche stehen?
Weiter bemerkt Selys-Longchamps, daß ihm scheint, dab
Larvenformen, die vom erwachsenen Tier so verschieden sind, wie
es bei Actinotrocha der Fall ist, es verdienen einen eigenen Namen
zu behalten, daß sich niemals jemand darüber beklagt hat, dab sie
solche haben, und daß es ihm scheint, daß diese vielmehr die
Sprache vereinfachen und klarer gestalten als daß sie Verwirrung
erzeugen. — Auf die Frage, ob und inwieweit es zweckmäbig ist,
daß man solche Larvenformen mit eigenen Namen bezeichnet (wofür
sich gewiß manches sagen läßt), brauchen wir hier gar nicht ein-
zugehen, und habe auch ich mich in keiner Weise darüber „be-
klagt“; ganz selbstverständlich aber ist es, dab derartige
spezielle Bezeichnungen — die als solche natürlich nicht den
Charakter systematischer Namen haben, sondern lediglich termini
technici für bestimmte Entwicklungszustände gewisser Tierformen
darstellen — die Entscheidung über den giltigen Namen
einer Art oder Gattung in keiner Weise beeinflussen
können und daher in weiterer Folge Bezeichnungen, die nach dem
Prioritätsgesetze giltige Namen darstellen, logischer Weise wegen
der dadurch hervorgerufenen Zweideutigkeit eben nicht als termini
für solche Entwicklungszustände gebraucht werden können. —
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae,. 375
„Ueberdies wäre es absurd, dem erwachsenen Tier einen Namen
geben zu wollen der eine Bedeutung hat die nur für die Larve
paßt.“ — Dagegen ist einzuwenden, daß die Internat. Regeln
Zool. Nomenklatur, 1905, Art. 32, ausdrücklich bestimmen, dab ein
Gattungs- oder Artname nicht deshalb verworfen werden kann,
weil er seinem Wortsinne nach nicht zutreffend ist — umsoweniger
also dann, wenn er diesem Wortsinne nach zwar nicht für das er-
wachsene Tier, wohl aber für die Larve zutrifft! Daß Selys-
Longchamps diese wohlerwogene Bestimmung der Nomenklatur-
regeln, bezw. mein ihr entsprechendes Vorgehen als „absurd“ zu
bezeichnen sich für berechtigt hält, ist seine Privatansicht,
kann aber natürlich unsere Entscheidung des vorliegenden Falles
nicht im Geringsten beeinflussen. — Endlich gibt er noch seiner
Meinung dahin Ausdruck, daß nichts damit zu gewinnen wäre,
statt Phoronis zu sagen: die erwachsene Actinotrocha, und statt
Actinotrocha im bisherigen Sinne: die Larve von Actinotrocha, und
schließt mit der Versicherung, daß für ihn die Actinotrocha die
Larve von PAhoronis bleiben wird. — Darauf kann ich nur er-
widern, daß bei der gedachten Aenderung das „gewonnen“ wird,
dab unser Tier dann mit dem richtigen, ihm nach den Nomen-
klaturregeln zukommenden Namen bezeichnet wird, während
dies bisher nicht der Fall war. Und den Wert von Nomen-
klaturregeln, sowie daß dieser nur dann zur Geltung kommen
kann, wenn dieselben auch befolgt werden, brauche ich hier
wohl nicht erst eigens zu beweisen.
Völlig unzulässig ist natürlich auch das weitere Vorgehen
Selys-Longchamps’ (worin er übrigens, wie ich ausdrücklich bemerken
will, nicht allein steht), den Namen Actinotrocha statt — wie man
es von seinem prinzipiellen Standpunkte in dieser Frage aus
logischer Weise allein tun könnte — als bloße konventionelle Be-
zeichnung für die Larven von „Phoronis* in aller Form als
Gattungsname für dieselben zu gebrauchen (cf. p. 188—199, ins-
besondere p. 188f.), während der Name Phoronis nur als solcher
für das bereits metamorphosierte Tier gebraucht wird, sodaß also
Arten derselben Gattung, ja bisweilen sogar dieselben
Arten unter zwei verschiedenen Gattungsnamen an-
geführt werden.
Aus Vorstehendem dürfte wohl zur Genüge hervorgehen, daß
die von mir (l. c.) vorgenommene Ersetzung des Namens Phoronis
durch Actinotrocha J. Müll. nach wie vor durchaus zu Recht be-
steht, und dab man angesichts der an sich gewiß nicht erfreulichen
Notwendigkeit derselben wie in so manchen anderen Fällen eben
nur sagen kann: Dura lew, sed lex.
Ich gehe nunmehr zu einem synonymischen Verzeichnis aller
bisher benannten Formen unserer Tiergruppe über.
3716 Franz Poche:
Klasse Actinotrochoidea.
Actinotrochoidea. („Klasse“). Poche, Zool. Ann. II, 1908, p. 321 (cf.
p. 277);
Vermiformia („Section*) Ray] L[ankester], in Encyclop. Britann.,
9. Aufl, XIX, 1885, p. 430 [eine dem Range nach zwischen
Klasse und Unterklasse stehende Abteilung bildend];
P’horonida („Klasse“) Hatschek, Lehrb. Zool., 1888, p. 40;
Phorenidea Heider in Korschelt u. Heider, Lehrb. Entwicklgesch.
Wirbellos. Thiere, Spec. Th., 1893, p. 1178;
Diplochorda Masterman, Proc. Roy. Soc. Edinburgh XXI, 1896,
p- 135 [augenscheinlich als Abteilung von höherem Range
als dem einer Klasse betrachtet];
P’horonaria („Klasse“) Haeckel, Syst. Phylog., II, 1896, p. 264 (cf.
p- 315);
Phoronia („Klasse“) Haeckel, Syst. Phylog., II, 1896, p. 313;
Vermiformiue („Unterklasse*) Delage et Herouard, Trait& Zool.
Concröte, V, 1897, p. 156 (cf. p. 157).
Ordnung Actinotrochidea, nom. nov.
(rephyrei tubrcoli („Ordnung“) Claus, Grundz. Zool., 2. Aufl., 1871,
p- 339;
(rephyrea tubicola Balfour, Treat. Compar. Embryol., I, 1880, p. 294
[nach dem Namen und der der Gruppe gegebenen Stellung
anscheinend als Ordnung betrachtet];
Phoronidea („Ordnung“) A. Lang, Lehrb. vergl. Anat. Wirbellosen
Thiere, 1888, p. 183.
Zu dieser Synonymie ist zu bemerken, daß ich als Synonyme
des Klassennamens jene Namen angeführt habe, deren Autoren
die betreffende Gruppe als eine solche von höherem als Ordnungs-
range ausdrücklich bezeichnet oder wenigstens augenscheinlich be-
trachtet haben, als solche des Ordnungsnamens jene, deren
Autoren die betreffende Gruppe als eine solche vom Range einer
Ordnung ausdrücklich bezeichnet oder anscheinend betrachtet
haben. — Ohne hier etwa auf die spezielleren Verwandtschafts-
beziehungen der Actinotrochidae zu anderen Tiergruppen eingehen
zu wollen, können wir doch das eine konstatieren, daß es ganz
zweifellos gerechtfertigt ist, wenn wir dieselben (worin wir uns in
Uebereinstimmung mit der Mehrzahl der neueren Autoren und ins-
Synorngmische Uebersicht der bisher bekanuten Actinotrochidae. 377
besondere wohl auch mit dem Tenor der bezüglichen Ausführungen
Selys-Longchamps’ [p. 274] befinden) als Repräsentanten einer
eigenen Klasse betrachten. Innerhalb dieser müssen wir natürlich
wieder eine Ordnung unterscheiden, da letztere — ebenso wie
erstere — eine obligatorische Kategorie darstellt (ich verweise
diesbezüglich der Kürze halber bloß auf die Ausführungen
v. Maehrenthals, Zool. Ann. I, 1904, p. 92 f. [Erklär. a], und be-
tone nur noch, daß diese nicht etwa der Willkür des genannten Autors
entspringen, sondern lediglich den Geist der zoologischen Systematik
und die ganz überwiegende — und im Prinzip wohl von niemand
bekämpfte — Uebung der exaktesten Systematiker zum Ausdruck
bringen). Von den von früheren Autoren vorgeschlagenen Namen
ist aber leider keiner geeignet, fortan als giltiger solcher für die
Klasse oder die Ordnung gebraucht zu werden, und zwar aus
folgenden Gründen: ein Teil derselben (s. oben) ist nicht uni-,
sondern binominal und daher nach den Internat. Regeln Zool.
Nomenklatur, 1905, Art. 2 überhaupt nicht zulässig, da nach
diesem die wissenschaftlichen Namen für die Untergattung und alle
übergeordneten Gruppen uninominal sein müssen; die von dem
Gattungsnamen Phoronis abgeleiteten sind durchaus unangebracht,
seitdem dieser als bloßes Synomym erkannt worden ist, und würden
fortan — und umsomehr, je mehr sich der Name Actinotrocha als
giltiger Name für unser Tier einbürgert — nur eine unnütze Be-
lastung des Gedächtnisses darstellen; der Name Diplochorda ist
noch entschiedener zurückzuweisen, da er auf einer direkt un-
richtigen oder zum mindesten höchst zweifelhaften morphologischen
Auffassung beruht; und die Namen Vermiformia und Vermiformiae
endlich sind zu vag, als daß sie sich für unsere Gruppe empfehlen
würden — wie ja auch sie sowohl wie der Name Diplochorda nur
oder fast nur von den betreffenden Autoren selbst gebraucht worden
sind. Ich habe mich daher veranlaßt gesehen, die obigen zwei
Namen einzuführen, die nicht nur zahlreiche Vorbilder in unserer
Nomenklatur, sondern insbesondere auch den großen Vorteil haben,
selbst zu sagen, welche Tierform darunter zu verstehen ist.
Familie Actinotrochidae.
Aetinotrochidae Poche, Zool. Anz. XXVI, 1905, p. 466;
Phoronidae Hatschek, Arb. Zool. Inst. Univ. Wien III, 1880, p. 72;
Phoronididae Dalla Torre, Zool. Jahrb., Syst., IV, Suppl., 1889,
p- 90.
Einziges Genus: Actinotrocha J. Müll.
Actinotrocha J. Müller, Arch. Anat. Physiol. 1846, p. 101 (ef. p. 104);
einzige Art: A. branchrata.
BYE: Franz Poche.
Phoronis Strethill Wright, Proc. Phys. Soc. Edinburgh I, 1856,
p. 167; Arten: P. hippocrepia u. P. ovalis.
Örepina P. J. van Beneden, Ann. Sci. Nat. (4) X, 1858, p. 11 (ef.
p. 19); einzige Art: ©. gracilis; wieder beschrieben in Acad.
Roy. Belg., Bull. Cl. Sei. 1858, 1859, p. 348 (cf. p. 359).
Phoronella Haeckel, Syst. Phylog., II, 1896, p. 264 (ef. p. 313 u. 315);
einzige Art: P. austral:s.
Bei der nachfolgenden Uebersicht der Arten habe ich soviel
als möglich eine natürliche Reihenfolge eingehalten — wobei mir
die Arbeit von Selys-Longchamps vielfach von Nutzen gewesen ist
—, wenn dies auch infolge unserer zum überwiegenden Teile sehr
mangelhaften, in sehr vielen Fällen überhaupt nur auf die Larven
gegründeten Kenntnis der betreffenden Formen großenteils nur in
sehr unvollkommener und hypothetischer Weise möglich war.
1. Actinotrocha hippocrepia (Str. Wright).
Phoronıs hippocrepia Strethill Wright, Proc. Phys. Soc. Edinburgh
I, 1856, p. 167.
a) Actinotrocha hippocrepia hippocrepia (Str. Wright).
Phoronis hippocrepia Strethill Wright, Proc. Phys. Soc. Edinburgh
I, 1856, p. 167;
[Phoronis] Kowalevskyi (Caldwell) Benham, Quart. Journ. Mier. Sci.
(N. S.) XXX, 1889, p. 126;
Phloronis] Kowalevskii (Caldwell) Benham, Quart. Journ. Mier. Sci.
(N.S.) XXX, 1889, p. 143;
Phoronis caespitosa Cori, Beitr. Anat. Phoronis, 1889, p. 20;
Ph[oronis] hippocrepis Roule, Compt. Rend. Acad. Sci. CIX, 1889,
p-.195 (ck. ,p.. 196);
P[horonis] kowalewsky [errore pro: kowalewskyi?] Ikeda, Journ.
Coll. Sci. Univ. Tokyo XIII, 1901, p. 583;
Ph[oronis| Kowalewskii, M. de Selys Longchamps, Wiss. Meeres-
unters. (N. F,) VI, Abt. Helgoland, 1903, p. 19;
Phoronis hippoerepina Giard, Bull. Inst. Gen. Psych. Paris V, 1905,
p.9 [eit. nach M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 172];
Ph|oronis] hippocrepia-Kowalevskyi M. de Selys-Longchamps, Fauna
Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 25 (cf. p. 179);
„Phloronis] Iuppocrepia var. Kowalevskyi“ M. de Selys-Longchamps,
Fauna Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 25 [an-
scheinend nicht als systematische Einheit betrachtet (s. unten)].
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae. 379
Wie Selys-Longehamps (Fauna Flora Golf. Neapel, 30. Monogr.,
1907, p. 25 u. 173£.) in überzeugender Weise nachgewiesen hat, besteht
zwischen Actinotrocha hippocrepia hippoerepia (Str. Wright) und
P. Kowalevskyi Benham kein wie immer gearteter morphologischer
(im weitesten Sinne) Unterschied, sondern nur ein solcher in der
Lebensweise, und betrachtet er demgemäß letztere nicht als von
ersterer spezifisch verschieden, sondern als nichts anderes als „eine
ethologische Varietät oder eine lokale Form“ derselben, als
„nur eine Varietät*, „nichts weiter als eine lokale Varietät“
derselben. Es macht auch nicht den Eindruck, als ob Selys-
Longchamps hier mit dem Ausdruck Varietät, bezw. varietas
(s. oben) eine systematische Kategorie bezeichnen will;
da derselbe aber nachlässiger Weise leider sehr oft in diesem
Sinne gebraucht wird, so weise ich eigens darauf hin, daß im Lichte
unserer gegenwärtigen Kenntnisse jede Trennung der beiden
Formen als systematische Einheiten welcher Kategorie
immer selbstverständlich durchaus unzulässig ist.
b) Actinotrocha hippocrepia ijimat (Oka).
P’hloronis] Ijimai Oka, Annot. Zool. Japon. I, 1897, p. 148;
Alctinstrocha| Ikedai A. M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. /kedai B
nec 4A. Ikedai C nec A. Ikedai D id., 1. e.
Die von Selys-Longchamps als A. /kedal A benannte Art stellt
nach Ikeda (Journ. Coll. Sei. Univ. Tokyo XIII, 1901, p. 534) „in
aller Wahrscheinlichkeit“ die Larve von A. hippocrepia ijimai dar,
und lassen die bezüglichen Ausführungen dieses Autors (t. c., p. 308,
534 u. 580) es wohl gerechtfertigt erscheinen, obige Synonymisierung,
wenigstens bis auf weiteres, vorzunehmen.
Da sich JPhoronis Ijimai nach den Ausführungen Selys-
Longchamps’ (t. c., p. 179) von P. hippocrepia, wenigstens bei dem
gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse, nur durch bedeutendere
Größe und größere Zahl der Tentakel unterscheiden läßt, und die
Unterschiede in dieser Hinsicht zudem beträchtlich geringer sind
als die Variationsbreite der bezüglichen Verhältnisse bei der letzt-
genannten Form selbst (s.t.c., p. 174—176), so ist es in An-
betracht dieser nahen Verwandtschaft der beiden Formen durchaus
gerechtfertigt, dieselben nur als Subspecies einer Art zu be-
trachten, und möchte ich nur noch speziell darauf hinweisen, dab
auch nach den auf eigene Vergleichung beider Formen gestützten
Untersuchungen Ikedas (Journ. Coll. Sci. Univ. Tokyo XII, 1901,
p. 584) ein anderweitiger Unterschied zwischen denselben nicht
existiert. Uebrigens sagt auch schon Selys-Longchamps (t. c., p. 179),
daß, wenn sich der angegebene Unterschied tatsächlich als der
einzige herausstellen sollte, ebenso wie er dazu geführt wurde
P. Kowalevskyi als eine einfache ethologische Varietät von P. huppo-
380 Franz Poche.
crepia zu betrachten, man in P. Jjima’ „eine zweite Varietät
derselben Art“ sehen müßte. Was er hier mit dem Ausdruck
„Varietät* sagen will, ist leider nicht klar (cf. oben); auf jeden
Fall aber müssen die beiden Formen in Anbetracht der wenn auch
geringen, so doch tatsächlich bestehenden Unterschiede zwischen
ihnen als systematische Einheiten getrennt werden.
2. Actinotrocha ashworthi M. Selys.
Aletinotrocha] Ashworthi M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 24 (ef. p. 194).
Nach Selys-Longchamps (t. c., p. 194) steht nichts dem im
Wege, dab dies die Larve von Actinotrocha hippocrepia hippocrepiu
sei, „aber es ist das nichts weiter als eine Möglichkeit“ [cf. id.,
t. c., p. 25].
3. Actinotrocha australis (Hasw.).
Plhoronis] australis Haswell, Proc, Linn. Soc. New South Wales
VIL, 1883, p. 607;
Phoronella (australis) Haeckel, Syst. Phylog., II, 1896, p. 313 (ef.
p. 315).
4. Actinotrocha buskii (M’Int.).
Phoronis buskii M’Intosh, Rep. Phoronis buskü (in: Rep. Voyage
Challenger, Zool., XXVID, 1888, p. 5;
P’hloronis] Buski Oka, Annot. Zool. Japon. I, 1897, p. 148.
5. Aectinotrocha pacifica (Torr.).
I’horonis pacijica Torrey, Biol. Bull. II, 1901, p. 283;
? Aletinotrocha] Spauldingi M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 196.
Nach Spaulding (Zool. Anz. XXX, 1906, p. 184f.) ist es wahr-
scheinlich, daß die von. ihm untersuchte Larve, auf welche Selys-
Longchamps seine A. Spauldingi gründete, die von Actinotrocha
paeifica ist. — Die Gründe für diese Vermutung scheinen, wenigstens
in erster Linie, zoogeographischer Natur zu sein, indem A. pacijica
die einzige von der Küste Californiens — sowie von der West-
küste Amerikas überhaupt — bekannte Art ihrer Gattung ist, und
ebendaher auch die von Spaulding untersuchte Larve stammt.
6. Actinotrocha psammophila (Cori).
Phoronis psammophila Cori, Beitr. Anat. Phoronis, 1889, p. 20.
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae. >81
a) Actinotrocha psammophila psammophila (Cori).
P’horonis psammophila Cori, Beitr. Anat. Phoronis, 1889 [Juli], p. 20;
Aletinotrocha] Hatscheki M. de Selys-Longehamps, Fauna Fiora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 23 (ef. p. 193).
Nach Selys-Longcehamps (t. c., p. 193) ist A. Hatscheki „sehr
wahrscheinlich“ die Larve von 4A. psammophila psammophila, und
wir können uns dieser Anschauung, zumal in Anbetracht des massen-
haften gemeinsamen Vorkommens beider Formen in einem fast ab-
geschlossenen kleinen Strandsee, wohl mit ziemlicher Sicherheit an-
schließen.
b) Actinotrocha psammophila sabatieri (Roule).
Phoronis Sabatieri Roule, Compt. Rend. Acad. Sci. CIX, 1889,
p. 196 (Sitzung v. 29. Juli, also keinesfalls vor August ver-
öffentlicht);
Atcinotrocha Sabatieri |nom. nov.!] M. de Selys Longchamps, Mem.
Cl. Sci. Acad. Belg. I, 1904, p. 5 [als systematischer Name
gebraucht: ef. id., t.c., p.4, u. Fauna Flora Golf. Neapel,
30. Monogr., 1907, p. 188f.].
Angesichts der großen Aehnlichkeit zwischen Phoronis
psammophila und P. Sabatieri sowohl im entwickelten wie im Larven-
zustande — ich verweise der Kürze halber diesbezüglich bloß auf
die eingehenden Untersuchungen Selys-Longchamps’ (Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 180—187 u. 192—194) — und
insbesondere des Umstandes, daß die zwischen diesen beiden Formen
bestehenden Unterschiede in fast allen Punkten geringer sind
als die Variationsbreite der betreffenden Merkmale innerhalb jeder
der beiden Formen selbst und zum Teil überhaupt nur auf Durch-
schnitten beruhen, halte ich es für durchaus angezeigt, dieselben
bloß subspezifisch zu trennen, wie ich es im Obigen getan habe.
— Erwähnt sei noch, daß auch Selys-Longchamps (t.e., p- 26)
darauf hinweist, daß Actinotrocha psammophila sabatieri vielleicht
„nur eine Varietät“ von A. psammophila psammophila ist.
7. Actinotrocha architecta (Andrews).
Phoronis architeta Andrews, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) V, 1890,
. 445;
A inestocha] Wilsoni A. M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 195 [non A. Wilson: B
id. ,;c]:
Nach Brooks u. Cowles (Mem. Nat. Acad. Sei. Washington X,
1905, 1906) ist die von Selys-Longchamps späterhin als A. Wilson? A
bezeichnete Larve die von Actinotrocha architecta. [Cit. nach M. de
Selys-Longchamps, Fauna Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907,
p. 10 u. 278f.] — Cf. auch das weiter unten bei A. wilsoni Gesagte.
382 Franz Poche:
8. Actinotrocha gracilis (Bened.).
Crepina gracilis P. J. van Beneden, Ann. Sci. Nat. (4) X, 1858,
p- 20; wieder beschrieben in Acad. Roy. Belg., Bull. Cl. Sci.
1858,.1859, p. 359;
Plhoronis] (Crepina) gracilis Torrey, Biol. Bull. II, 1901, p. 283;
Phoronis gracilis M. de Selys Longchamps, Wiss. Meeresunters.
(N. F.) VI, Abt. Helgoland, 1903, p. 7 (cf. p. 25).
9. Actinotrocha branchiata J. Müll.
Actinotrocha branchiata J. Müller, Arch. Anat. Physiol. 1846, p. 101;
Phoronis norvegica Dalla Torre, Zool. Jahrb., Syst., IV, Suppl.,
1889, p. 90;
Phoronis Mülleri M. de Selys-Longchamps, Arch. Biol. XVIIL, 1902,
p- 497; cf. id., Wiss. Meeresunters. (N. F.) VI, Abt. Helgoland,
1903..p. 5.0.19:
Alctinotrocha] Mülleri [nom. nov.!] M. de Selys-Longchamps, Fauna
Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 189.
Der Name Phoronis norvegica wird von Dalla Torre (l. c.) als
„Phoronis norvegiea J. MürL.* angeführt. Tatsächlich kommt
aber in den Schriften J. Müllers nirgends ein solcher
Name vor, und auch in der sonstigen Literatur konnte ich einen
solchen nicht finden (cf. auch M. de Selys Longehamps, Wiss.
Meeresunters. (N. F.) VI, Abt. Helgoland, 1903, p.5f.). Es ist
also nicht J. Müller, sondern Dalla Torre als Autor des-
selben anzusehen. Er findet sich in einer Aufzählung der
Fauna von Helgoland (und dem umgebenden Meere), und ist
lediglich von dem Zusatze: „Mit Actinotrocha-Larve: J. MÜLLER®
begleitet. Durch diesen wird aber eine — wenn auch natürlich
höchst ungenügende — Kennzeichnung der betreffenden Form
(nämlich durch ihre Larve) gegeben, und stellt der Name somit
kein nomen nudum dar. — Andererseits ist es aber ganz klar
-—- worauf ich wohl nicht erst näher einzugehen brauche —
daß Dalla Torre hier nicht im entferntesten die Absicht
hatte, einen neuen Namen einzuführen oder gar eine neue Species
aufzustellen. Wie ist aber dann jener Name zustande gekommen?
Ich glaube annehmen zu dürfen, daß hier eine partielle Namens-
verwechslung mit Chaetopterus norvegicus Sars (s. Dalla Torre, t. c.,
p- 89), dessen Larve von J. Müller in derselben Arbeit wie
Actinotrocha branchiata und unmittelbar nach dieser unter
dem Namen Mesotrocha sexoculata, und zwar gleichfalls von Helgoland,
beschrieben wurde (Arch. Anat. Physiol. 1846, p. 104), vorliegt, und
jener Name also lediglich einem Versehen seine Ent-
stehung verdankt. Diese Auffassung gewinnt eine weitere Stütze
durch die Tatsache, daß Dalla Torre betreffs der Actinotrocha auf
jeden Fall irgend ein Versehen unterlaufen ist, indem diese sich
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae. 353
nicht, wie Dalla Torre (p. $f.) angibt, bei späteren Untersuchungen
J. Müllers (Arch. Anat. Physiol. 1847, p. 157—17V) als eine Larve
herausstellte, sondern dieser vielmehr (p. 158) ausdrücklich sagt:
„von der Actinotrocha branchiata ist es nicht gelungen, eine
Metamorphose nachzuweisen und sie ist auch zufolge ihres Baues
nicht ganz wahrscheinlich“. —- Als Beweis, daß ähnliche Versehen
tatsächlich vorkommen, mag auch auf meinen Artikel über „Zernan-
thropus tetradactylus“ B.-S. (Zool. Anz. XXIX, 1906, p. 671—672),
der einen analogen Fall behandelt, verwiesen sein. — Ganz un-
abhängig von der Frage aber, wie der in Rede stehende Name zu-
stande gekommen ist, ist durch die ausdrückliche Anführung
J. Müllers als desjenigen Autors, der die betreffende Form von
Helgoland nachgewiesen hat (ef. Dalla Torre, t. e., p. 2), das eine
und wichtigste außer jeden Zweifel gestellt, daß sich derselbe auf
eine von diesem Autor von Helgoland beschriebene Art, und
somit, da dies nur Actinotrocha branchiata ist, auf diese Species
bezieht und infolgedessen ein Synonym derselben darstellt.
(Die Bezeichnung Alctinotrocha] Mülleri war auch schon von
Roule (Ann, Sci. Nat. (8) XI, 1900, p. 214) gebraucht worden,
aber nicht als Name für eine systematische Einheit,
sodaß sie also nomenklatorisch selbstverständlich über-
haupt nicht in Betracht kommen kann. Roule unterscheidet
nämlich (l. c.) zwei „Formen“ von „Actinotrochen“, zu deren einer
alle in der Nordsee und den benachbarten Meeresteilen, zu deren
anderer sämtliche im Mittelmeer vorkommenden Actinotrochen ge-
hören. „Es ist erlaubt, um sie besser zu unterscheiden, ihnen
Namen zu geben“, und nennt er die erstere Alctinotrocha] Mülleri
und die letztere A. Metschnikowi. Er betrachtet dieselben jedoch
nicht als Species, bezw. überhaupt nicht als systematische
Einheiten, wie aus seiner ganzen bezüglichen Darstellung (p. 214
— 217) aufs klarste hervorgeht. Insbesondere spricht er von ihnen
constant nicht als von Arten, sondern als von „Sorten“, „Typen“
oder „Formen“ von Actinotrochen, und sagt auf p. 217 ausdrück-
lich, dab diese larvalen Unterschiede unabhängig sind von den
spezifischen Verschiedenheiten. — Es ist also klar, daß die
gedachten beiden Bezeichnungen nomenklatorisch überhaupt nicht
in Betracht kommen können.)
10. Actinotrocha wilsoni M. Selys.
Aletinotrocha] Wilson? B M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 195 [non A. Wilsoni A
id, 1. e.].
Es ist nach den Prinzipien der zoologischen Nomenklatur wohl
ohne weiteres einleuchtend, daß Buchstaben, wenn sie lediglich zur
Bezeichnung einer Reihenfolge, also im Sinne einer Nummerierung
verwendet werden, nicht als systematische Namen, bezw. Teile von
solchen, betrachtet werden können. In diesem Sinne äußert sich
384 Franz Poche:
auch v. Maehrenthal (Zool. Ann. I, 1904, p. 100, Erklär. b)), und
ich: kann mich seinen bezüglichen Ausführungen nur durchaus an-
schließen. — Als ÜUonseqnuenz dieser Erkenntnis ergibt sich aber
unmittelbar mit zwingender Notwendigkeit die weitere, dab Be-
zeichnungen von Arten oder Unterarten, die sich nur durch in
diesem Sinne beigefügte Buchstaben unterscheiden, — da diese eben
nicht Teile der betreffenden Namen sind — gleiche Namen
und somit Homonyme darstellen. Es ist demgemäß bei der
nomenklatorischen Beurteilung derselben genau nach den für die
Behandlung von Homonymen überhaupt geltenden Regeln vor-
zugehen. — In dem vorliegenden Falle, wo die betreffenden Namen
gleichzeitig aufgestellt wurden, bestimme ich als der erste
revidierende Schriftsteller, daß der Artname wilsoni der von
Selys-Longchamps als A. Wilsoni B bezeichneten Art als
giltiger Name zu belassen ist — und zwar aus dem Grunde,
weil die als A. Wilson? A bezeichnete Species bereits ein älteres
Synonym hat, welches als giltiger Name für sie zu verwenden ist.
ll. Actinotrocha ornata Leuck.
Aletinotrocha] ornata Leuckart, Arch. Naturg., 33. Jg., II, 1867,
p. 238.
12. Actinotrocha olgae M. Selys.
Aletinotrocha] Olgae M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 24 (cf. p. 195).
Nach Selys-Longchamps (t. c., p. 195) vielleicht identisch mit
A. ornala.
13. Actinotrocha euxinicola (M. Selys).
Ph[oronis] ewxinicola M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 21 (ef. p. 188).
14. Actinotrocha metschnikoffi M. Selys.
Aletinotrocha] Metschnikoffi M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 23 (ef. p. 192).
Nach Selys-Longchamps (t. e., p. 192) vielleicht die Larve
von A. euwinicola.
(Betreffs der Bezeichnung A. Metschnikowi Roule siehe das
oben bei A. branchiata Gesagte.)
15. Actinotrocha pallida Schn.
Actinotrocha pallida A. Schneider, Arch. Anat. Physiol. 1862, p. 64.
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae. 385
16. Actinotrocha brownei M. Selys.
Aletinotrocha] Brownei M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 190.
17. Actinotrocha gegenbauri M. Selys.
Aletinotrocha] (regenbauri M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 23 (ef. p. 191).
18. Actinotrocha dubia M. Selys.
Aletinotrocha] dubia M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 24 (cf. p. 194).
Nach Selys-Longchamps (ll. cc.) möglicherweise mit A. ornafta
oder A. gegenbauri identisch.
19. Actinotrocha henseni M. Selys.
Aletinotrocha] Henseni M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 196.
20. Actinotrocha ikedai M. Selys.
Aletinetrocha] Ikedat B M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora Golf,
Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. /kedai A nec
A. Ikedai Ü nec A. Ikedai D id., 1. c.].
Cf. das oben bei 4A. wilsoni Gesagte. — Als der erste revi-
dierende Schriftsteller bestimme ich, dab der Artname :kedai
der von Selys-Longchamps als A. Ikedai B bezeichneten
Species als giltiger Name zu belasssen ist.
21. Actinotrocha glandulifera, nom. nov.
Aletinotrocha] Ikedai © M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 |non A. Zkedai A
nec A. Ikedai B nec A. Ikedai D id., 1. c.].
Cf. das bei der vorhergehenden Art Gesagte. — Den Namen
glandulifera gebe ich dieser Art im Hinblick auf das für sie (im
Larvenzustande) in hohem Maße charakteristische Drüsenpaar an
der dorsalen Fläche des Präorallappens.
22. Actinotrocha elongata, nom. nov.
Aletinotrocha] Ikedai D M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. /kedai A nee
A. Ikedai B nec A. Ikedar C id., 1. e.).
Arch, f, Naturgesch. 74. Jahrg. 1908, Bd.I, H. 3, »5
386 Franz Poche:
Cf. das oben bei A. ikedai Gesagte. — Den Namen elongat«
lege ich der Art im Hinblick auf ihre relativ große Länge und
Schlankheit (im Larvenzustande) bei.
23. Actinotrocha menoni M. Selys.
Aletinotrocha] Menoni A M. de Selys-Longchamps,. Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non [A. Menoni] B
nec [A. Menoni] C nec A. Menoni X id., 1. e.].
Cf. das oben bei A. wilsoni Gesagte. — Selys-Longchamps
sagt zwar nicht ausdrücklich, auf welche der drei von Menon
(Quart. Journ. Mier. Sei. (N. S.) XLV, 1902, p. 473) charakterisierten
Actinotrocha-Arten sich jede einzelne der drei von ihm für dieselben
eingeführten Bezeichnungen „A. Menoni A, b u. C* bezieht; da
aber Menon von denselben ausdrücklich als von der einen, der
zweiten und der dritten spricht, so sind wir wohl sicher berechtigt
anzunehmen, daß die unterscheidenden Buchstaben A, B u. € von
Selys-Longchamps in derselben Reihenfolge gebraucht werden.
Nomenklatorisch ist übrigens die Entscheidung darüber ohnedies
ohne Belang, da die bezüglichen Namen ja Homonyme dar-
stellen, und bestimme ich als der erste revidierende Schrift-
steller, daß der Artname menoni der von Menon (l.c.) an
erster Stelle angeführten, durch kurzen dicken Körper, kurze
Tentakel, kleinen Kopfschirm usw. charakterisierten und (wegen
einer auffallenden breiten pigmentierten Zone rings um den Körper)
vermutungsweise mit A. australis identifizierten Art als giltiger
Name zu belassen ist.
24. Actinotrocha indica, nom. nov.
[Aletinotrocha] Menoni] B M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. Menoni A
nec [A. Menoni] Ü nec A. Menoni X id., 1. e.].
Cf. das oben bei A. menoni Gesagte. — Der von Menon (|. c.)
als „die zweite Art“ angeführten und durch viel größere Länge
[gegenüber der vorhergehenden], längere Tentakel, gut entwickelten
Kopfschirm usw. charakterisierten Actinotrocha-Art gebe ich den
Speciesnamen indica — nach ihrem häufigen Vorkommen an der
Küste von Indien, speziell bei Madras.
25. Actinotrocha corii, nom. NOV.
[Aletinotrocha] Menoni] © M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. Menoni A
nec [A. Menoni] B nec A. Menoni X id., 1. c.].
Cf. das oben bei A. menoni Gesagte. — Die von Menon (l. c.)
als „die dritte Art“ angeführte und durch viel geringere Größe als
die zweite usw. gekennzeichnete Art erlaube ich mir A. coröi zu
Synonymische Uebersicht der bisher bekannten Actinotrochidae. 387
nennen — nach Herrn Professor ©. I. Cori in Triest, dem wir in
inehrfacher Hinsicht wertvolle Bereicherungen unserer Kenntnis der
Actinotrochidae verdanken,
26. Actinotrocha lacunifera, nom. nov.
Aletinotrocha] Menoni X M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 197 [non A. Menoni A
nee [A. NMenoni] B nec [A. Menoni) € id., 1. e.].
Cf. das oben bei A. menoni Gesagte. — Den Namen lacunifera
gebe ich dieser Species im Hinblick auf ihr für sie (im Larven-
zustande) in hohem Maße charakteristisches ausgedehntes subepider-
males Lacunensystem.
27. Actinotrocha goodrichi M. Selys.
Aletinotrocha] Goodrichi M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr,, 1907, p. 199.
28. Actinotrocha sheareri M. Selys.
Alctinotrocha] Sheareri M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora Golf.
Neapel, 50. Monogr., 1907, p. 199.
29. Actinotrocha selysi M. Selys.
Afetinotrocha] Selysi (Shearer) M. de Selys-Longehamps, Fauna
Flora Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 199.
Da aus der eben citierten Veröffentlichung nicht nur nicht
deutlich hervorgeht, daß nicht der Veröffentlichende (Selys-Long-
champs), sondern ein anderer Urheber des Namens und der Kenn-
zeichnung ist, sondern vielmehr geradezu erhellt, dab Selys-
Longchamps der Urheber der Kennzeichnung ist, so ist natürlich
dieser als der Autor des Namens anzusehen (s. Internat. Regeln
Z00l. Nomenkl., 1905, Art. 21).
30. Actinotrocha gardineri M. Selys.
Alctinotrocha] (Gardineri M. de Selys-Longehamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 199.
31. Actinotrocha ovalis (Str. Wright).
Phoronis ovalis Strethill Wright, Proc. Phys. Soc. Edinburgh 1,
1856, p. 167.
Eine zweifelhafte und bisher nicht wiedergefundene Art. —
Entgegen den in der Literatur, sogar der neuesten Zeit, ziemlich
allgemein verbreiteten Angaben, wonach Str. Wright diese Species
25"
388 Franz Poche: Synonymische Uebersicht ete.
später als seine Phoronis hippocrepia beschrieben hätte, weise ich
ausdrücklich darauf hin, dab beide Arten von ihm gleich-
zeitig und in demselben Artikel aufgestellt wurden.
Ueberdies wurden für Angehörige der Familie Actinotrochidae
folgende nomina nuda eingeführt:
Aletinotrocha] Haswelli A M. de Selys-Longchamps, Fauna Flora
Golf. Neapel, 30. Monogr., 1907, p. 196 [non [A. Haswelli) B
ds aljc au:
[A[etinotrocha] Haswelli) B id., 1.c. [non A. MHaswell« A i1d., 1. c.].
Dieselben sind auf die beiden von Haswell (Proc. Linn. Soe.
New South Wales (2) VII, 1892, 1893, p. 341) als von ihm beobachtet
angeführten, aber in keiner Weise charakterisierten Actinotrocha-
Arten gegründet. Da auch Selys-Longchamps keinerlei Charakte-
risierung dieser gibt, so stellen dieselben, wie bereits erwähnt, ledig-
lich nomina nuda dar, und wäre es daher natürlich ein grober
Unfug, einen derselben durch einen neuen Namen zu ersetzen (cf.
im übrigen das oben bei A. welsoni Gesagte).
Die Gattung Actinetrocha umfaßt also gegenwärtig 31 Arten
und 4 Unterarten. Von diesen sind jedoch, wie sich aus der vor-
stehend gegebenen Synonymie leicht ergibt, bloß 4 Arten und
3 Unterarten sicher oder fast sicher und 1 Art zweifelhaft sowohl
im entwickelten wie im Larvenzustande und 5 Arten und 1 Unter-
art nur im ausgebildeten Zustande bekannt, während 21 Arten
lediglich im Larvenzustande bekannt sind. Leider sind diese letzteren
zum Teile überdies sehr ungenügend beschrieben, und es ist sehr
wahrscheinlich, daß einzelne davon in Wirklichkeit mit anderen
derselben — oder vielleicht auch mit bloß im ausgebildeten Zu-
stande bekannten Arten — identisch sind.
Die Ausbreitung einiger Arachniden-
ordnungen.
(Mygalomorphen, Skorpione,Pedipalpen,Solipugen,Palpigraden.)
Von
Dr. Theodor Arldt,
Radeberg.
Soll eine Hypothese über die Entwicklung des Erdreliefs mit
einiger Wahrscheinlichkeit als richtig erscheinen, so muß sie mög-
lichst viel Einzelheiten auch in der Geschichte und Verbreitung der
Lebewelt zu erklären gestatten. Es ist deshalb nötig, sie möglichst
in allen Klassen des Tier- und Pflanzenreiches nachzuprüfen, soweit
diese genügend erforscht sind, um eine derartige Behandlung zu
gestatten. Das hat neuerdings in umfassender Weise Simroth')
getan, und man kann nicht leugnen, daß seine Ausführungen
etwas bestechendes haben und der ganzen Entwicklung der Lebewelt
eine grobartige Einfachheit zuschreiben, die fast zuviel mathematische
Präzision besitzt, als daß sie uns wahrscheinlich dünkt; hat sich
doch bis jetzt stets gezeigt, dab mit einem Gesetze, das alles er-
klären soll, auf die Dauer allein nicht auszukommen ist, überall
treten uns die Geschehnisse als Folgen des komplizierten Inein-
andergreifens zahlreicher Kräfte entgegen. Besonders aber ist
es die physikalische Möglichkeit der Pendulation, die in recht
zweifelhaftem Lichte erscheint. Wir können uns keine Ursache
denken, die ein derartiges periodisches Schwingen des Erdballs um
eine ununterbrochen rotierende und revolvierende Achse verursachen
könnte. Die angenommene Bewegung widerspricht vollständig den
Gesetzen der Kreiselbewegurg, als welche die Bewegung unserer
Erde doch anzusehen ist; ein von außen kommender Stoß, wie die
Verteidiger der Pendulation meist annehmen, würde ein Schwanken
der Erde im ganzen, eine zeitweilige Vergrößerung der Präzession,
aber nie eine Pendulation hervorbringen, ganz abgesehen davon,
dab nach den Ausführungen von G. H. Darwin das Einstürzen
eines Mondes auf die Erde aus dem Bereiche der Möglichkeiten
!) Siimroth, H. Die Pendulationstheorie. Leipzig 1907.
390 Dr, Theodor Arldt:
gerückt ist, würde doch ein solcher bei seiner Annäherung lange
vor dem Zusammenstoße sich in einen Schwarm kleiner Körperchen
aufgelöst haben, wie wir dies etwa bei den Ringen des Saturn,
besonders bei dem inneren Schleierring neuerdings vermuten.
So verführerisch also auch die Einfachheit des Simroth’schen
Entwicklungsgedankens ist, soviel Anregung auch die Lehre von der
Entwicklung der Lebewelt ihm zu verdanken hat, in seiner Gesamt-
heit können wir uns nicht zu seiner Annahme entschließen. Auch
jetzt noch dürfte es als zweckdienlich erscheinen, an den früher
gefaßten Schlüssen festzuhalten. Verfasser hofft zeigen zu können,
daß auch seine Ansicht die Verbreitung der verschiedensten Tier-
klassen zu erklären gestattet, und wahrlich nicht unter Aufwendung
größerer Verschiebungen als die Pendulation sie erfordert. Ist
doch das Auftauchen und Versinken großer Kontinente unbedeutend
im Verhältnisse zu den gewaltigen Umsetzungen, die eine Verlagerung
der Rotationspole um 30—40° mit sich bringen mußte, denn diese
erstrecken sich über die ganz Erdoberfläche. Auch er hat Gesetze
für diese Entwicklung aufzustellen gesucht, doch glaubt er dabei
nicht über die Grenze unserer direkten Erfahrung hinausgegangen
zu sein, auch läßt sich ihre physikalische Möglichkeit nicht in
Zweifel ziehen. Während er zunächst die Ausbreitung der Wirbel-
tiere, einiger Insekten- und Molluskenfamilien etwas eingehender
untersuchte!), und auf die anderen Klassen nur andeutungsweise
einging, ist an anderer Stelle schon der Versuch gemacht worden,
auf Grund der Forschungen von Michaelsen die Ausbreitung der
terrikolen Oligochäten?) zeitlich und örtlich festzulegen. Bei dieser
(Gelegenheit wurde auch eine kurze Uebersicht der Verteilung von
Land und Meer seit der Triaszeit gegeben, aus der wir hier das
wesentlichste wiederholen, um das Verständnis der folgenden Er-
örterungen zu sichern. Wenn wir jetzt der Untersuchung einiger
Spinnenordnungen uns zuwenden, so müssen wir in der Geschichte
der Erde bis zur Silurzeit zurückgehen, da bereits aus dieser fossile
Reste von Skorpionen uns überliefert sind. Es macht sich daher
nötig, zunächst die geographischen Verhältnisse auch der paläo-
zoischen Formationen zu skizzieren.
Besonders in die Augen springt während der ganzen paläozoischen
Zeit der große Südkontinent, der von Südamerika über Afrika bis
Australien, aber nicht bis Neuseeland reichte, das erst in der Trias-
zeit angeschlossen wurde. Nur in Unterkambrium wurde dieser
Kontinent durch eine breite Transgression zwischen Afrika und
Australien in zwei Teile zerlegt, deren einer Indien und Nord-
australien umfaßte, während zum zweiten Madagaskar, Afrika und
das tropische Südamerika gehörten. Aber schon in Oberkambrium
traten beide wieder in Verbindung. Im Silur schloß noch Vorder-
!) Die Entwicklung der Kontinente und ihrer Lebewelt. Leipzig 1907.
°) Zool. Jahrbücher, Abt, f, Syst. Geogr, u. Biologie d. Tiere, Bd. 26.
1908, 8. 285-318,
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 391
asien sich an, während auch im Süden das Meer sich zurückzog,
um daun im Devon wieder einen großen Teil von Südamerika zu
überfluten, der im Karbon wieder trocken gelegt wurde. Dafür
wurde in dessen Verlaufe der ganze Norden Südamerikas Meer und
ebenso das Gebiet der malayischen Inseln. Dauernd Land blieb
besonders Afrika, was für die Entwicklungsgeschichte nicht un-
wesentlich ist. Wechselvoller waren die Geschicke des Nordens,
Hier bestand im Kambrium und vielleicht auch schon im Algonkium
ein nordatlantischer Kontinent, der im wesentlichen Nordamerika
östlich vom Felsengebirge umfaßte, aber doch bis Spitzbergen und
Nordschottland ostwärts reichte. Ein zweiter Kontinent reichte von
Frankreich über Mitteleuropa, Italien, die Balkanhalbinsel und
Rußland etwa bis an den Jenissei. Vom Südkontinente waren beide
Festländer getrennt. Noch im Kambrium wurde das Mississippi- und
Hudsonbaigebiet überflutet und die Nordatlantis auch sonst ver-
kleinert, dafür trat sie im Untersilur über Westindien und Mittel-
europa mit dem Südkontinente in doppelte Verbindung, die im
Obersilur sich wieder löste. Der paläarktische Kontinent hatte
sich ganz aufgelöst. Der Süden schloss sich, wie schon erwähnt,
an den Südkontinent an, der nördliche breitete von Finnland nach
Spitzbergen, Franz Joseph-Land und den Neusibirischen Inseln sich
aus, in ziemlich schwankenden Grenzen. Dazu kam eine Mand-
schurische Insel von fast kontinentaler Größe, auch die Gobi und
das Amurland umfassend. Im Devon hat die Nordatlantis in
Amerika fast dieselbe Ausdehnung wie im Kambrium und steht auch
mit Südamerika in Verbindung. Das Mississippigebiet ist ein Mittel-
meer, das im Mitteldevon über das jetzige Felsengebirgs- und
Mackenziegebiet mit dem arktischen und dem pazifischen Ozean in
Verbindung trat. Nach Osten hin reichte die Nordatlantis im Unter-
devon bis zum Ural, im Oberdevon noch bis Finnland. Ostsibirien
vom Jenissei an wurde durch einen Angarakontinent eingenommen,
der im Karbon bis Nowaja Semlja und Japan sich ausdehnte.
Auch die Nordatlantis war in diesem ausgedehnter, indem sie fast
sanz Europa und Nordamerika, letzteres nur ohne das westliche
Hochland, umfaßte und auch im Oberkarbon über das Bering-
Gebiet mit dem Angarakontinent in Verbindung trat. Dafür drang
von Norden her zwischen Grönland und Labrador das Davisbecken
ein, das im Perm schließlich Europa ganz von Nordamerika trennte,
Dafür traten beide Teile für sich mit dem Südkontinent in Ver-
bindung, im oberen Perm auch der Angarakontinent, der gleich-
zeitig sich von Nordamerika trennte, aber dafür mit Europa verband.
indem das Wolgabecken landfest wurde, sodaß die Verteilung von
Land und Meer sich der der Trias annäherte. In dieser umfaßt
Eurasien Skandinavien, Rußland, Sibirien bis zur Lena und Inner-
und Ostasien bis ans Japanische Meer. Die Nordatlantis aber um-
schließt außer Nordamerika auch Asien östlich des Janagebietes,
sowie Schottland und Portugal. In der unteren Trias traten alle
392 . Dr. Theodor Arldt:
drei Kontinente wenigstens zeitweise in Verbindung, während sie im
Keuper isoliert waren.
Im Jura löst der Südkontinent sich endgiltig auf, in die größere
westliche Südatlantis von Südamerika bis Vorderindien und in
Australien mit Neuseeland, die wahrscheinlich wenigstens zeitweise
mit Eurasien in Verbindung traten, wenn auch nicht so breit und
dauernd, als es nach Neumayrs Karte den Anschein hat. In der
Mitte der Jurazeit wurde das Wolgabecken überflutet und so
Skandinavien von Asien abgetrennt, auch sonst wurden die Kontinente
beträchtlich beschränkt und ihre Verbindungen gelöst. In der
unteren Kreide hatte sich aber Skandinavien schon wieder an die
Nordatlantis angeschlossen, dafür war Australien dauernd isoliert.
In der Mitte der Kreidezeit trat die gewaltigste Transgression ein,
die wir kennen. Skandinavien und Alaska trennten sich durch
diese Ueberflutung von der Nordatlantis und verschmolzen mit: dem
Angarakontinente zu einem mächtigen Landkomplexe, der im Osten
über Alaska und das Felsengebirge als schmale Landzunge bis nach
Südamerika sich erstreckte. Im Süden trennte sich Brasilien von
Afrika, mit dem es sich aber in der oberen Kreide wieder ver-
einigte, ebenso wie die Nordkontinente untereinander. Endlich ist
wohl spätestens in der mittleren Kreide die transpazifische Ver-
bindung zwischen Südamerika und Australien angelegt worden, die
wir ins polynesische Gebiet verlegen möchten, während v. Ihering
sie im antarktischen sucht. In der oberen Kreide ist jedenfalls Neu-
seeland von ihr abgetrennt.
Das ältere Tertiär zeigt im Süden zunächst ganz ähnliche
Verhältnisse, doch lösten sich alle Verbindungen der Südkontinente
bis zum Oligozän; auch Südamerika ist schon im Eozän von Nord-
amerika, Madagaskar von Indien getrennt. Zwischen Brasilien und
Patagonien schiebt sich ein Meeresarm vom La Plata zum Amazonas-
gebiete. Im Norden trennt das obische Meer Nordeuropa und
Asien. Letzteres wird vielleicht durch das Hanhai in zwei Teile
zerlegt, den sibirischen Angarakontinent und das tibetanisch-mand-
schurisch-hinterindische Festland. Europa, dessen Festlandsrand
etwa durch die südliche Ostsee ging, stand in immer schmaler
werdender Verbindung mit Nordamerika, nach Afrika hin gestattete
ein inselreiches Meer zeitweilig den Uebergang einer beschränkten
Anzahl von Formen. Im jüngeren Tertiär hat das Obbecken sich
gehoben, dafür Grönland sich von Nordamerika getrennt, während es
wohl noch bis zum Diluvium über die isländische Landbrücke mit
Europa verbunden blieb, ebenso schlossen auch Spitzbergen und
Franz Josephland sich noch an Europa an. Im Miozän trennt ein
syrisch-persisches Meer Afrika von Asien und das sarmatische Mittel-
meer reicht vom Rhonegebiet bis zum Kaukasus. Im Pliozän im
Westen abgeschnürt, tritt es im Osten mit dem kaspischen Becken
in Verbindung, Afrika schließt an Asien sich an wie schon im
Miozän Dekhan. Die malayischen Inseln erheben sich und bilden
eine Brücke nach Australien und so nähern sich die Umrisse der
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen 395
Kontinente allmählich ganz den gegenwärtigen. Für die Entwick-
lung neuer Formen dürften besonders die Zeiten von grober Be-
deutung gewesen sein, in denen die Hauptkontinente vollständig
von einander getrennt waren. Dies sind die Perioden:
Kambrium, Unter-: 1. Südatlantis, 2. Gondwanaland, 3. Nordatlantıs.
4. Paläarktis.
4 Ober-: 1. Südkontinent, 2. Paläarktis, 3. Nordatlantıs.
Silur, Ober-: 1.Südkontinent, 2. Nordatlantis, 3. Mandschurische
Insel, 4. Paläarktıs.
Karbon: 1. Südkontinent, 2. Nordatlantis, 3. Angara-
kontinent.
Trias, Ober-: 1. Südkontinent, 2. Nordatlantis, 3. Eurasien.
Jura, Ober-: 1. Südatlantis. 2. Angarakontinent, 3. Nord-
atlantis, 4. Australien (zeitweise mit 2 verbunden).
Kreide, Unter-: 1. Südatlantis, 2. Nordatlantis, 3. Angara-
kontinent, 4. Australien.
„ Mittel-: 1. Eurasien, 2. Australobrasilien?, 3. Afrika,
4. Nearktis.
Oligozän, Miozän: 1. Nordkontinent, 2. Afrika, 3. Südamerika,
4. Australien.
Die Kontinente sind dabei nach ihrer Größe geordnet. Auber
der Isolierung kommen als die Entwicklung fördernd noch andere
Umstände in Frage. Besonders zu erwähnen sind die Zeiten der
Gebirgsfaltungen, die periodisch auftreten und an die kühlere
Perioden sich anzuschlieben scheinen. Hierher gehören das Algonkium,
Teile des Silur und Devon, das Oberkarbon und Perm und das
Tertiär und Quartär. Die Isolierung einzelner Gebiete durch neu
entstandene Gebirge, wie die züchtende Auslese des kalten Klimas
scheinen in gleicher Weise auf die Lebewelt differenzierend und
vervollkommnend einzuwirken.
Nach diesen einleitenden Bemerkungen wenden wir uns den
Spinnentieren zu, die nach allgemeiner Annahme ein sehr hohes
geologisches Alter besitzen, treten uns doch im Obersilur die
Skorpione bereits hochentwickelt und in zwei Zweige geteilt entgegen,
sodaß wir ihren Anfang mit einiger Wahrscheinlichkeit bis in das
Kambrium zurückverlegen können. Auch die anderen Arachniden-
ordnungen besitzen ein hohes Alter und mehrere haben im Karbon
fossile Reste hinterlassen. In dieser Beziehung sind wir also bei
den Arachniden besser daran als bei den Oligochäten, da wir ja
bei diesen gar keine fossilen Reste besitzen. Indessen ist das
paläontologische Material auch bei den Spinnen ein sehr
dürftiges, kennen wir doch weder aus dem Devon, noch aus der
Zeit vom Perm bis zur Kreide den geringsten Rest von ihnen. Wir
sind also auch bei ihnen im wesentlichen auf Rückschlüsse aus der
gegenwärtigen Verbreitung angewiesen, wollen wir nicht ganz auf
die Aufklärung der vergangenen Geschichte unserer Tierklasse Ver-
zicht leisten. Naturgemäß können nur Gruppen für uns in Frage
394 Dr. Theodor Arldt:
kommen, die möglichst gleichmäßig durchgearbeitet und aus allen
(rebieten der Erde bekannt sind, nicht blob aus dem europäisch-
nordamerikanischen Quadranten. Besonders aber ist es notwendig,
daß man für sie ein natürliches phylogenetisches System aufgestellt
hat, da dieses erst den roten Faden liefert, der uns durch das
Labyrinth mannigfacher Möglichkeiten hindurchführt. Nur in wenigen
wesentlichen Fällen bleibt schließlich das Resultat zweifelhaft.
Diese eben genannten notwendigen (Grundlagen einer paläo-
geographischen Rekonstruktion veranlassen uns, unsere Untersuchung
auf die Mygalomorphen und auf die Skorpione und ihre näheren
Verwandten zu beschränken, die durch Pocock und Kraepelin in
neuerer Zeit eine gründliche Bearbeitung auch vom geographischen
Standpunkte aus gefunden haben. Da die Abspaltung der Ordnungen
von ihrem gemeinsamen Stamme sicher schon sehr früh stattgefunden
hat, so können wir zunächst die einzelnen Ordnungen vollständig
unabhängie voneinander behandeln, um nur am Schlusse einige
allgemeinere Bemerkungen anzuknüpfen und dabei auch einen
flüchtigen Blick auf die übrigen Arachniden zu werfen, deren Be-
handlung uns hier zu weit führen würde.
I.
Mygalomorphae.
Als erste betrachten wir die Vogelspinnen, wobei wir uns auf
die Systematik von Pocock!) stützen, der auch zeitliche Rückschlüsse
über die Verbreitung der vierlungigen Spinnen gemacht hat, der
aber dabei ihre Entwicklung auf einen viel zu kurzen Zeitraum
zusammendrängt, eine ganz unnötige Rücksichtsnahme auf den Um-
stand, daß wir von dieser Ordnung nur aus oligozänen Schichten
fossile Reste kennen. Da aber Araneinen bereits aus dem Karbon
bekannt sind und die Tetrapneumonen primitiver sind als die
Dipneumonen, so haben wir allen Grund zu der Annahme, dab die
Vogelspinnen mindestens durch das ganze Mesozoikum zurück-
reichen. Da dieses auch keine Skorpionsreste enthält, während
doch diese Tiere damais sicher lebten, ebenso wie Molche, von
denen ja auch alle Reste fehlen, so beweist das Fehlen von fossilen
Vogelspinnen nicht im geringsten das Nichtvorhandensein dieser Tiere
in der mesozoischen Fauna, an Beutetieren hat es ihnen ja auch
damals nicht gefehlt. Es gibt verschiedene Umstände, die uns ver-
anlassen, das Alter der Ordnung mindesten bis zur Trias, wenn
nicht bis zum Perm zurückzudatieren. Besonders sind hier zu er-
wähnen die engen Beziehungen, die zwischen einzelnen Vogelspinnen
Australiens und solchen Afrikas bezw. Madagaskars bestehen. So
!) Pocock, R. J. On the Geographical Distribution of Spiders of the
Ordre Mygalomorphae. Proc. Zool. Soc. London 1903 v. I. p. 340—368.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 395
steht der madagassischen Dipluride Zntypesa dem australischen
Ixamatus am nächsten. Ebenso sind die Cyrtaucheniden (renys«
von Madagaskar und Arbanitis von Australien, Tasmanien und Neu-
seeland nächstverwandt. Bei den Migiden gehören Migas von Neu-
seeland und Noggridgeu von Sokotra, Nyassaland und Südafrika
sehr nahe zusammen, bei den Barycheliden Zophoryctes von Mada-
gaskar und Trittame von Australien. Das sind aber alles Be-
ziehungen, die sich kaum besser erklären lassen, als durch die
Landverhältnisse der Triaszeit und der früheren Perioden, in
denen Afrika und Australien landfest miteinander verbunden waren.
Allerdings könnten sich die Beziehungen zum Teil auch dadurch
erklären, daß im unteren Jura auf dem Umwege über Indien
Faunenmischung eintreten konnte, denn wenn auch Asien und
Australien nicht in so breiter Verbindung miteinander standen, als
es nach der Neumayr’schen Karte den Anschein hat, so muß doch
zum mindesten eine Inselbrücke nach der Art der jetzigen hinüber-
geführt haben, dafür spricht z. B. die Ausbreitung der angiospermen
Pflanzen, die sonst nicht so zahlreich hätten Neuseeland erreichen
können. Wir kommen aber auch auf anderem Wege zu dem
Schlusse, daß die Ordnung mindestens bis zur Trias zurückreicht.
So ist die Mucrothele-Gruppe, die sehr primitiv ist, nach ihrer Ver-
breitung unzweifelhaft im paläarktischen Gebiete ursprünglich
heimisch. An sie schließen sich im Süden zwei höher stehende
Gattungen an, zunächst /schnothele von Vorderindien, Madagaskar,
Süd- und Westafrika, Südamerika, Mittelamerika und Westindien,
und an diesen sich anschließend Zvagrus von Südafrika, Zentral-
amerika und Idaho. Diese Gattungen können kaum anders als
über Afrika nach Amerika gelangt sein, was auch Pocock annimmt.
Den Atlantischen Ozean können beide Gattungen nicht nach dem
Eozän überschritten haben, also müssen sie damals schon in Afrika
gelebt haben. Dann können sie aber nicht später als im unteren
Jura hierher gelangt sein, denn vom oberen Jura bis zum Miozän
war dieser Kontinent, abgesehen von kurzdauernden schmalen Ver-
bindungen im Öligozän von der nördlichen alten Welt durch das
Mittelmeer getrennt. /schnothele muß also bereits im Lias sich
spezialisiert haben; dann aber fällt der Beginn der Macrothele-
Gruppe mindestens in die Trias. Und weiter, bei den Idiopinen,
deren Heimat wir mit Pocock in Afrika suchen müssen, stammen
von Ötenizinen ab, die ebenfalls im Unterjura nach Afrika gelangt
sein müssen, aus den eben erörterten Gründen. Auch diese müssen
also mindestens bis zum Lias zurückreichen, die noch primitiveren
Cyrtauchenien also bis zur Trias. Diese selbst aber lassen sich
wieder von Nemesien ableiten, sodaß es nicht unangebracht scheint,
das Alter dieser Sektion bis aufs Perm zurückzuführen, zumal wir
schon oben für die ebenfalls von den Nemesien herzuleitenden
Migiden auch ein triasisches Alter hatten vermuten müssen, Kurz,
wir können auf den verschiedensten Wegen unserem Ziele zustreben,
396 Dr. Theodor Arldt:
I
immer kommen wir darauf, die primitivsten Gruppen ins Perm
zurückzudatieren.
Auf Grund dieses vorläufigen Ueberblicks können wir nun dazu
übergehen, die Ausbreitung der Familien im einzelnen zu verfolgen.
Wir wissen, daß im Karbon auf den Nordkontinenten Araneinen
lebten, besonders die europäischen Reste der Protolycosiden werden
gewöhnlich hierher gestellt, denen der lebende malayische Ziphästius
nahe steht, der in mehrfacher Beziehung von allen Spinnen ab-
weicht. In benachbarten Gebieten, also jedenfalls in der im Ober-
karbon ziemlich isolierten Nordatlantis, also zwischen Grönland und
Skandinavien bezw. in West- und Südeuropa möchten wir die
Heimat der Vogelspinnen suchen und zwar haben sich hier wohl
zunächst Tiere entwickelt, die den Macrothelen ziemlich nahe
standen. Im Rotliegenden gelangte ein Teil von diesen nach Afrika,
wo er zu den Barycheliden sich weiter entwickelte. Indem nun
weiter der westliche Teil der Nordatlantis an Nordamerika sich an-
schloß, während der östliche mit dem Angarakontinente im Zech-
stein zu einem Festlande Eurasien verschmolz, konnten die Mygalo-
morphen sich über alle nordischen Kontinente ausbreiten, allerdings
wohl nur über ihre südlichen Gebiete ; z. B. dürfte kein Austausch
im Norden des Großen Ozeans stattgefunden haben, da wir für das
Perm ein kühleres Klima annehmen müssen. Als dieses aber
wärmer wurde, war zunächst die Verbindung zwischen Asien und
Nordamerika abgebrochen. In Eurasien, das die eigentliche Heimat
der Vogelspinnen umfaßte, entwickelten 'sich die Maerothelen weiter
in der alten Richtung, während in der Nordatlantis und zwar be-
sonders in deren Osten, etwa zwischen Spanien und Großbritannien,
aus ihnen die Nemesien hervorgingen.
Wir verfolgen nun zunächst die reichverzweigte Hauptgruppe
der Mygalomor phen, die an die Macrothelen sich anschließt, an
erster Stelle die Dipluriden, zu denen ja auch die Macrothelen
gehören. Wie ihre ältesten Vertreter im permischen Eurasien aus-
sahen, wissen wir nicht mit Sicherheit anzugeben, doch standen sie
vielleicht dem neuseeländischen Hexathele nahe. Am Anfange der
Trias gelangten solche Tiere über die afghanische Brücke nach dem
indischen Gebiete des Südkontinentes und von hier nach Australien,
wo die einst wohl weiter verbreiteten Tiere dann später durch
jüngere Formen wieder verdrängt wurden. Nur auf Neuseeland
blieb /lewathele erhalten. Während der oberen Kreide hatte die
Gruppe sich über den pazifischen Kontinent nach Chile verbreitet,
wo der etwas höher stehende Scotinoecus heimisch ist, eine eigen-
tümliche Beziehung weit getrennter Gebiete, wie wir sie gerade bei
den in Frage kommenden ziemlich oft finden.
Im Norden entwickelten sich inzwischen in der Trias die ersten
Diplurinen, die Drachythele nahe standen, und zwar wahrscheinlich
etwa in der Gegend des Kaspischen Meeres. Von hier gelangten
sie ebenfalls nach dem Süden, doch wohl später als die Hexathelen,
also vielleicht erst im Lias, da während des Keuper keine Ver-
Die Ansbreitung einiger Arachnidenordnungen 397
bindung existierte, indessen wäre es auch denkbar, dab die Aus-
breitung schon in der unteren Trias erfolgte. Wahrscheinlich ging
diese Ausbreitung von Indien aus. Von hier gelangte die Gruppe
einerseits nach Madagaskar (Hapulothele. Entypesa) und Südafrika
(Brachytheliscus), andererseits nach Australien (name, !ramatus usw.),
das vielleicht erst im Malm erreicht wurde, da die Gruppe Neu-
seeland nicht erreicht. Später kann sie aber kaum sich ausge-
breitet haben, da dagegen die oben erwähnte enge Beziehung
zwischen madagassischen und australischen Formen spricht. Nach
Südamerika könnte die Gruppe in der Kreide von Australien oder
schon im Jura von Afrika gelangt sein. Trotz der wenigen be-
kannten afrikanischen Formen dürfte das zweite wahrscheinlicher
sein. Denn einmal muß Südamerika damals noch ziemlich frei von
Mygalomorphen gewesen sein, sodaß die Gruppe sich leicht und
konkurrenzlos ausbreiten konnte. Dann können die Tiere damals
in Afrika viel reicher entfaltet gewesen sein, sind doch hier sicherlich
viele alte Formen durch die moderneren Aviculariden und Cteniziden
zurückgedrängt. Endlich bleibt dann mehr Zeit für die ziemlich
weitgenende Differenzierung der neotropischen Diplurinen, finden
sich doch hier nicht nur Formen von der Organisationshöhe von
Brachythele (Fuflus, T'rissothele, Lycinus), sondern auch höher
organisierte Gattungen (T’rechona, Uruchus, Melodeus u. a.). Während
diese Tiere im Süden sich ausbreiteten, in vielen Gebieten, wie im
tropischen Afrika und in Indien auch wieder verschwanden, blieb
im Norden Brachythele erhalten. Da es sich um eine primitive Form
handelt, die später zurückgedrängt wurde, so ist sie jedenfalls
schon früh nach Nordamerika gelangt, wahrscheinlich im Cenoman,
in dem sie Kalifornien und Texas von Asien aus erreichen konnte.
In Europa hat sie sich anscheinend nieht weit verbreitet, jedenfalls
reicht sie nicht westlich über Griechenland hinaus.
An diese Gruppe und zwar an ihre südamerikanischen primi-
tiven Formen ist jedenfalls auch die Familie der Paratropiden
anzuschließen, die also in ihrer jetzigen Heimat sich entwickelt
haben muß d.h. im Amazonasgebiet bezw. Guayana. Die Zeit
dieser Entwicklung lag vielleicht in der Kreidezeit oder im Eozän,
als große Transgressionen den Kontinent zeitweilig in einzelne Teile
zerlegten, wie dies aus den Arbeiten v. Iherings und Kobelts folgt.
Jedenfalls liegt ihre Heimat nördlich vom Amazonasbecken, wie die
von Trechona und seinen Verwandten südlich davon in Brasilien.
Wenden wir uns nun den Macrothelinen zu, von denen wir
bisher nur die Hexathelen besprochen haben, so haben sich diese
wohl östlich von den Brachythelen entwickelt, etwa dort, wo jetzt das
Hochland von Tibet liegt. Von hier gelangte ein Zweig im Lias
nach Vorderindien, wo aus ihm /schnothele sich entwickelte, der in
seiner Verbreitung streng auf die jurassische Südatlantis beschränkt
ist. Während des Jura hatte die Gattung Zeit sich weit auszu-
breiten, sodab sie vielleicht im Malm Südamerika erreichte. In
Afrika ist sie übrigens später auch wieder zurückgedrängt worden,
398 Dr. Theodor Arldt:
findet sie sich doch nur im Süden und im Westen, d.h. in bevor-
zugten Rückzugsgebieten. In Afrika ging aus ihr Kvayrus hervor,
der etwa erst später nach Südamerika sich ausgebreitet haben mag
und zwar vielleicht erst im Senon. Da er nur in Zentralamerika
sich findet, so ist sein Weg vielleicht mehr nördlich vom jetzigen
Südamerika vorbeigegangen über das kontinentale Gebiet, das
Katzer vor der jetzigen Amazonasmündung annimmt. Die Aus-
breitung wäre dann direkt der entgegengesetzt, die wir in der
gleichen Zeit für die Oligochäten der Dichogaster-Gruppe annehmen
müssen, die ja auch im tropischen Südamerika fehlt. Im Pliozän
konnte dann Zvagrus auch nach Idaho gelangen, als einziger
nearktischer Vertreter seiner Unterfamilie. Die NMaerothele-Gruppe
im engeren Sinne schickte wohl spätestens im Lias Vertreter nach
Australien, das also gleichzeitig mit Indien erreicht wurde, ohne
daß aber hier die Formen sich wesentlich mehr spezialisierten.
Sie haben noch Neuseeland erreicht (P’orrhothele), während eine
andere Gattung (Stenygrocereus) Neukaledonien mit (Queensland
gemein ist, ein bei dem hohen Alter der Gruppe wenig auffälliger
Umstand. Im Norden hat sich Maerothele vom Verbreitungszentrum
bis Spanien, China und Java ausgebreitet, doch ist die Verbreitung
sehr lückenhaft, da die Gattung jetzt zwischen Spanien und China
völlig fehlt, nur in Transkaspien durch den nahe Verwandten
Physioschoema vertreten. Dies spricht dafür, daß die Ausbreitung
nach dem Westen ziemlich früh erfolgt ist. Nach den uns be-
kannten landverbindungen könnte NMacrothele Spanien bereits
in der mittleren Kreide erreicht haben und zwar auf dem Umwege
über das Ostseegebiet und Großbritannien. Hier im Norden wurde
die Gattung durch Klimaverschlechterung und ihre Folgen ver-
nichtet, in Spanien erhielt sie sich, während sie im übrigen Mittel-
meergebiete wahrscheinlich überhaupt nie heimisch war, da dieses
nur von einem Archipel erfüllt wurde, aber bis zum Oligozän nicht
kontinental war.
Wir haben angenommen, daß in der Trias die Hexathelen, im
Lias die Macrothelen und im Malm die Brachythelen von Indien
nach Australien gelangten. Gleichzeitig mit den letzteren mögen
die Vorfahren zweier weiteren Gruppen südwärts gewandert sein,
primitive Macrothelen, die in zwei Zweige sich spalteten, in den
südlichen der Atraces, die in Ostaustralien sich entwickelten, aber
nicht Tasmanien erreichten, und in den nördlichen der Masteriae, deren
Heimat wohl im papuanischen Gebiete zu suchen ist, von wo sie
vielleicht erst im Miozän oder Pliozän die Philippinen erreichten,
während sie Südamerika und zwar Venezuela auf transpazifischem
Wege schon in der Mitte der Kreidezeit erreicht haben müssen.
Besonders bemerkenswert ist, daß die beiden Gattungen Accola und
Masteria wahrscheinlich identisch sind, und dab das Vorkommen
auf Upolu vielleicht einen Fingerzeig über den Weg der Aus-
breitung geben kann.
An die Dipluriden schließen als hochspezialisierte Familie die
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 399
Avieulariiden sich an, die im Gegensatz zu dieser ältesten und
vielfach zurückgedrängten Gruppe ein ı großes Expansivbestreben und
außerordentliche Variationsfähigkeit bewiesen haben. Ihre primi-
tivsten Formen finden wir in Patagonien (Mitothele) und im tropischen
Afrika (Heterothele, Solenothele). Dies spricht dafür, dab die Familie
in der Südatlantis sich entwickelt hat, von wo sie sich nach allen
Richtungen hin ausbreiten konnte. Andererseits sollen sie sich an
primitive Macrothelinen anschließen. Nach deren Verbreitung ist
da nur folgende Annahme möglich. Wir hatten angenommen, dab
Maerothele oder ähnliche Formen in der unteren "Kreide bereits
über den Angarakontinent verbreitet war, sodaß er im Cenoman
einerseits bis "Spanien, andererseits aber auch nach dem Westen
Nordamerikas und über eine schmale Landbrücke auch nach Süd-
amerika gelangen konnte. Hier muß die Familie zunächst ihre
besondere Eigenschaften erworben haben und konnte dann im Senon
nach Afrika sich ausbreiten. In der im Eozän beginnenden Iso-
lierung konnte die Familie dann in Südamerika wie in Afrika einen
außerordentlich hohen Grad von Vielseitigkeit erreichen: besonders
in Südamerika zählt Pocock von den Avicularinen nicht weniger
als 28 Gattungen auf. Diese Zahl ist aber noch nicht erschöpfend
und dabei kennen wir in der nearktischen, der paläarktischen und
australischen Region weniger Vogelspinnen aus allen 12 Familien,
ja selbst die orientalische Region ist im ganzen nicht viel reicher,
als Südamerika in dieser einzigen Unterfamilie. Dabei erfüllt diese
auch die ganze Region in einer Weise wie keine andere Familie.
Im Pliozän haben dann die Avicularinen nach Nordamerika sich
ausbreiten können, wo sie aus Kalifornien, Arizona und Texas be-
kannt sind (Aphonopelma). In Afrika hat die gleiche Unterfamilie
eine geringere Differenzierung erfahren, dagegen haben sich hier
zwei andere Unterfamilien abgespalten, in Südafrika die Harpac-
tirinen, die im Osten bis zu den großen Seen nordwärts gehen,
und im tropischen Afrika die Eumenophorinen, die auch Mada-
gaskar erreicht haben (Zncyocrates). Die Entwicklung dieser
(Gruppen wird wohl nicht vor das Eozän anzusetzen sein, denn bis
zu dieser Zeit dürfte ein Austausch zwischen den neotropischen und den
äthiopischen Formen stattgefunden haben, danicht nur dieprimitivsten,
sondern auch höher stehende Gattungen der Avicularinen trans-
atlantische Beziehungen zeigen, so Aviculauria von Brasilien, West-
indien und Mittelamerika zu Scodra im tropischen Afrika. Die jetzt
paläarktischen Gattungen haben wohl auch auf dem afrikanischen
Kontinente sich entwickelt und zwar Choetopelma und Üratorrhagus
wahrscheinlich in Syrien, von wo sie sich im Pliozän im ost-
mediterranen Gebiete ausbreiten konnten. Das Wohngebiet von
Ischnocolus erstreckte sich aber westwärts bis Algier, von wo er
im Pliozän nach Südspanien gelangte. Die jetzt besonders vorder-
indischen Avicularinen sind wohl erst im Pliozän von Afrika nach
Indien gelangt, da sie nicht über Birma und Ceylon (Plesiophrictus)
hinausgekommen sind. Doch müssen schon früher Aviculariden
400 Dr. Theodor Arldt:
nach Indien gelangt sein, da hier drei besondere Unterfamilien sich
entwickelt haben. Dies war nun am frühesten im Senon möglich.
Damals können primitive Avicularinen über die madagassische Land-
brücke nach Vorderindien und ÜCeylon gelangt sein. Als dann im
Eozän die Landbrücke zerbrach, schlugen die isolierten Formen
eigene Entwicklungswege ein. Die älteste Gruppe waren wohl die
Selenocosminen, deren primitivste Gattung P’hlogiellus jetzt auf
Java und den Nikobaren lebt. Wir müssen bei dieser Gruppe an-
nehmen, daß sie früh, vielleicht schon im Oligozän nach Hinter-
indien gelangte& vielleicht mit Hilfe von Treibholz, und daß sie hier
hauptsächlich sich entwickelte als Selenocosmia, der schließlich vom
Himalaya über den Westen Hinterindiens, die Sunda-Inseln bis Nen-
geuinea und selbst Australien sich ausbreitete, letzteres kaum vor
dem Pliozän. In Australien gingen aus ihm Selenotypus und Seleno-
tholus hervor, während wieder westwärts gewanderte Formen in
Assam zu Lyrognathus, in Vorderindien von Birma bis Ceylon zu
Chilobrachys sich weiter bildeten. Der aberrante Poeczlotheria von
Vorderindien und Öeylon dürfte den im isolierten Vorderindien weiter-
entwickelten Zweig der Unterfamilie darstellen, mit dem im Pliozän
die Nachkommen von Selenocosmia zusammentrafen. Die anderen
beiden Unterfamilien sind wohl jünger. Die Thrigmopoeinen haben
sicher in Südindien sich entwickelt, ohne aber Ceylon zu erreichen.
Trotzdem ist es kaum denkbar, daß ihre Differenzierung erst nach
der Abtrennung dieser Insel erfolgt sei, hat diese doch kaum vor
dem Beginne der Quartärzeit stattgefunden. Ebenso sicher liegt die
Heimat der Ornithoctoninen östlich des bengalischen Golfes, wo
sie von Birma und Siam bis Celebes sich ausgebreitet haben, während
sie den Philippinen fehlen, die dafür einen Selenocosmiinen besitzen
(Orphnoeeus). Bemerkenswert ist unter den Ornithoctoninen Phor-
mängochilus, der auf Borneo, Celebes und den Molukken sich findet
und kaum in anderer Weise sich ausgebreitet haben kann, als die
Reihenfolge der Namen angibt. Weder die Java-, noch die
Philippinenbrücke der Vettern Sarasin erklären seinen Weg, da auf
diesen beiden Gebieten die ganze Unterfamilie fehlt. Während aber
die Ausbreitung der Selenocosmiinen über die malayische Inselwelt
wohl schon dem Miozän angehört, müßten wir die der Ornithoctoninen
nicht vor dem Pliozän ansetzen.
An die, wie wir annehmen, in Perm eurasischen Macrothelinen
schließt nun noch eine letzte Entwicklungsreihe sich an, die mit
den Mecicobothriiden beginnt, und deren Entwicklungsgebiet in
Nordamerika zu suchen ist. Ihre Ausbildung können wir uns
vielleicht folgendermaßen vorstellen. In Lias waren Nordostasien
und Nordamerika höchstens durch eine schmale Meeresstraße ge-
trennt, wie jetzt, wenn sie nicht gar in Verbindung mit einander
standen. Damals mögen also primitive Macrothelinen nach Nord-
amerika gelangt sein, wie später die Vorfahren der Aviculariden.
In der Nordatlantis bildeten sie zu unserer Familie sich aus, deren
primitivere Gattung Hexura jetzt in Oregon nnd Washington lebt.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 401
Die argentinische Gattung Alecicobothrium ist nach Pocock erst im
Pliozän nach Südamerika gelangt, doch ist es nicht weniger wahr-
scheinlich, daß sie bereits in der Kreide nach dem Süden gelangte,
bier aber infolge der Konkurrenz der gleichzeitig einwandernden
und mächtig emporstrebenden Aviculariden sich nicht weiter aus-
breiten Konnte, sondern inselartig in Argentinien isoliert wurde.
In Nordamerika entwickelten sich inzwischen aus Hlerura die
Brachybothriiden und zwar vielleicht noch im Jura. Jetzt finden
sie sich von Britisch-Columbien bis Virginien (Brachybothrium) und
in Kalifornien (Atypoides), doch müssen sie einst auch weiter
nördlich heimisch gewesen sein, da Acattyma Japan erreicht hat,
was frühestens in der oberen Kreide möglich gewesen ist. Aus
den amerikanischen Formen wieder ist nach Pocock die Familie
der Atypiden, speziell Atypus hervorgegangen, der von allen
Mygalomorphen das nördlichste Gebiet bewohnt. Da diese Gattung
auch im atlantischen Gebiete der Union jetzt noch ziemlich weit
nordwärts geht, so könnte sie in dem wärmeren Eozän recht gut
über die nordatlantische Landbrücke von Neufundland nach Irland
und weiterhin nach West- und Mitteleuropa, sowie im Pliozän nach
Algerien gelangt sein. Etwa gleichzeitig mag Atypus über das
Bering-Gebiet nach Japan gelangt sein und von hier im Pliozän
nach Birma und Java. In Ostasien ist aus ihm Culommata hervor-
gegangen, jetzt noch in Japan heimisch. Dieser gelangte wohl
schon im Miozän nach Indien, wenn er nicht hier sich entwickelte
und nach Japan nur zurückwanderte. Jedenfalls hat er im Pliozän
schon Afrika erreicht. Er findet sich hier zwar nur in der Wald-
region des Westens und fehlt auch in Vorderindien, doch ist diese
Verbreitung nicht auffällig, sie deckt sich mit der zahlreicher Wald-
tiere, die auch in den zwischenliegenden Gebieten wieder aus-
gestorben sind, worauf Lydekker zunächst bei den Säugetieren
hinwies, und wofür Verfasser auch aus anderen Tierklassen Bei-
spiele gegeben hat. Ist Calommata in Indien entstanden, so
müßten schon im Miozän Atypus-Arten Vorderindien erreicht haben,
um sich hier zu verändern, während sie in Hinterindien später
unverändert blieben.
Wir können uns nunmehr einer zweiten Hauptgruppe der
Vogelspinnen zuwenden, die durch die Cyrtaucheniden eingeleitet
wird und die nach unserer Annahme ihren Ausgang von der
triasischen bezw. permischen Nordatlantis genommen hat und zwar
von deren östlichem Teile. Hier mögen zunächst die primitiven
Nemesien sich entwickelt haben, um sehr früh schon in ihre einzelnen
Zweige sich zu spalten. Ein Zweig, der ganz im Anfange des
Trias über die spanisch-marokkanische Brücke nach Afrika ge-
langte, entwickelte hier zu den Migiden sich weiter, von denen
unten die Rede sein soll. Andere Formen aber blieben der alten
Enntwicklungsrichtung auch im Süden treu. Von ihnen leiten sich
die lebenden südafrikanischen Nemesien her (Zermachastes,
Lepthereus u. a.), ebenso die madagassischen ((renysa, Genysochaer«
Arch, £. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.3. 26
“
402 Dr. Theodor Arldt:
und Diadocyrtus). Während das Trias, d. h. ehe noch der Indische
Ozean zwischen Südafrika und Australien sich bildete, breitete die
Gruppe nach dem letzteren Kontinente und Neuseeland sich aus,
wo der lebende Arbanitis dem (renysa, wie schon erwähnt, sehr
nahe steht. An ihn schließt die neuseeländische Gattung Cantuarıa
sich an. Dem Diadoeyrtus ist nächstverwandt Scalödognathus von
Ceylon, neben dem noch Nemesiellus von Südindien zu erwähnen
ist. Diese Beziehungen sprechen dafür, daß auch die indischen
Formen an die afrikanischen sich anschließen. Dies ist auch ganz
natürlich, stand doch Vorderindien wahrscheinlich bis ans Ende der
Kreidezeit mit Afrika über Madagaskar in Verbindung. Da die
Gruppe streng auf den westlichen Teil der orientalischen Region
beschränkt ist, so dürfte ihre Einwanderung kaum vor dem Malm
anzusetzen sein, da von dieser Periode an Vorderindien von Hinter-
indien getrennt war. Endlich haben die Nemesien auch Südamerika
von Afrika aus erreicht. Dies beweist Fermacha, der nicht blob
in Südafrika, sondern auch in Brasilien und Chile gefunden wurde,
und an den zwei weitere neotropische Gattungen (Rhachias von
Brasilien und Carteria von Chile) sich anschließen, während die
Gruppe in Nordamerika völlig fehlt. Wann diese Ausbreitung über
die Südatlantis stattgefunden hat, läßt sich direkt kaum feststellen,
wahrscheinlich aber doch im Laufe der Jurazeit. Es bleiben nun
nur noch die paläarktischen Formen. Die Hauptgattung Nemesı«
lebt hier im Mittelmeergebiet und in China. Sie ist jedenfalls ein
Nachkömmling der primitiven Stammformen, dessen Ausbreitung
sich schwer genau feststellen läßt. Es ist nicht ausgeschlossen,
daß sie in der mittleren Kreide in umgekehrter Richtung erfolgte,
wie wir das oben bei Maerothele annahmen. Die afghanische Form
Anemesia ist wohl eine spezielle Form der Hauptgattung, die im
unteren Tertiär in insularer Abgeschlossenheit sich entwickelte.
Uebrigens dürften schon am Beginn der Triaszeit Nemesiinen
nach Eurasien gelangt sein, die von hier spätestens im Malm nach
Australien gelangten, wo aus ihnen die aus 4 Gattungen bestehende
Aganippe-Gruppe hervorging, bei der besonders die Augen speziali-
sierter sind als bei der Stammgruppe. Andere Nemesiinen ent-
wickelten sich nördlich von der Stammgruppe in der Trias zu den
Cyrtaucheninen, die über die Nordatlantis bis nach Amerika sich
ausbreiteten. Noch jetzt lebt Amblyocarenum in Nordafrika, Süd-
europa und Kalifornien. Nordafrika ist dabei sicher nicht vor dem
Pliozän erreicht worden, wie auch von Cyrtauchenius, der, ähnlich
verbreitet wie die vorige Gattung, nur in Kalifornien fehlt. Ueber-
haupt sind die Cyrtaucheninen sicher erst spät nach dem Süden
gelangt, auch nach Pococks Ansicht, da sie auf Madagaskar,
in Australien und größtenteils auch in Indien fehlen. Wenn also
auch aus ganz Afrika fünf endemische Gattungen bekannt sind
(Pelmatorycter u. a.), so sind diese doch kaum vor dem Pliozän in
ihre jetzige Heimat gelangt, und auch Hinterindien (Damarchus,
Atmetochilus) ist wohl nicht früher erreicht worden. Außerdem
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 403
können wir noch vermuten, daß die Vorfahren der afrikanischen
Gattungen von Europa her einwanderten, da die Gruppe in Vorder-
indien fehlt, denn an eine ähnliche Beziehung wie bei Calommata
können wir hier nicht denken, dagegen spricht z. B. die Verbreitung
von Pelmutorycter. Nordamerika dagegen ist sicher schon in der
Jurazeit erreicht worden und seitdem bildeten sich hier mehrere
endemische Gattungen sowohl im Osten (Myrmeciaphila) wie im
Westen (Actinoxia, Aptostichus) aus. Von hier aus breitete sich die
Gruppe zweimal nach dem Süden aus, in der oberen Kreide und
im Pliozän. Aus den letzten Einwanderern gingen Stenoterommata
und seine Verwandten hervor, alle zu den ÖOyrtaucheninen gehörig
und besonders in Mittelamerika entwickelt, wo von den sechs
Gattungen vier sich finden gegen drei in Brasilien und eine in
Chile. Während diese letzten Einwanderer nur wenig sich ver-
änderten, haben die kretazeischen Einwanderer zu den Aporoptychen
sich entwickelt und zwar ist diese Entwicklung wohl in den nord-
östlichen brasilischen Teil zu verlegen. Dafür spricht einmal, dab
die meisten Gattungen in Venezuela (RAytidicolus u. a.) und Ecuador
(Phrissoecia) sich finden, besonders aber, dab zwei Gattungen
(Aporoptychus, Bolostomus) nicht nur in Südamerika, sondern gleich-
zeitig auch in Westafrika leben. Im südöstlichen patagonischen
Teile, der im Eozän von einem durch v. Ihering nachgewiesenen
Binnenmeer „Nereis‘‘ von Brasilien abgetrennt war, entwickelten
ähnliche Formen zu den Actinopodiden sich weiter, von denen
Actinopus sich später von Argentinien bis Zentralamerika nördlich
verbreitete, während andere Formen im Senon oder Eozän über
den pazifischen Kontinent nach Australien gelangten, wo sie zu
Friodon (Missulena) sich weiterbildeten.
Weit früher war aus den Cyrtaucheniden die Familie der
Üteniziden entsprossen, die an die ältesten Cyrtaucheninen sich
anschließen. Wahrscheinlich sind letztere im Beginne des Lias
nach Eurasien gelangt und haben hier den neuen Entwicklungsgang
eingeschlagen. Noch jetzt sind die Ütenizinen in Eurasien weit
verbreitet, indem sie sich in Algerien, Spanien (Pachylomerus),
Frankreich, Italien (Üteniza), Sizilien, Sardinien (Aepycephalus),
dem östlichen Mittelmeergebiet (Uyrtocarenum), Turkesten (Ster-
vhochrotus), China, den Liukiu-Inseln (Zatowchia) und Japan
(Pachylomerus) sich finden; also in einem fast ganz zusammen-
hängenden Gürtel quer durch die ganze alte Welt. Latouchia ist
auch ins Himalayagebiet eingedrungen, aber wohl erst spät. Be-
merkenswerter ist P’achylomerus, der nicht nur im äußersten Osten
nnd Westen der Region auftritt, in der Mitte aber fehlt, sondern
auch im Südosten der Union, in Mexiko, Westindien, Mittel- und
Südamerika. Die Ausbreitung nach der neotropischen Region ist
sicher erst ganz jungen Datums, also etwa im Pliozän erfolet,
dagegen wurde Nordamerika wohl schon weit früher erreicht,
vielleicht in der oberen Kreide über Nordasien hin, da wir die
Heimat der Familie in Eurasien angenommen hatten. Die Vor-
26*
404 Dr. Theodor Arldt:
kommnisse in Spanien sprechen dann dafür, dab die Ausbreitung
in gleicher Richtung weitergegangen ist, sodaß Spanien im Eozän
über die nordatlantische Brücke und Algerien im Pliozän erreicht
wurde. In Nordamerika entwickelte sich noch eine zweite Gattung
(Bothriocyrtum, Kalifornien), deren Ausbildung aber erst in das Tertiär
fallen dürfte. Südasien kann erst sehr spät erreicht worden sein,
da hier nur der einzige Conothele von Birma bis zu den Salomonen
sich findet. Die Ausbreitung dieser Gattung ist kaum vor das
Pliozän oder frühestens das Miozän zu setzen. Dieses späte Vor-
dringen nach Südamerika und Australien läßt uns vermuten, dab
auch der südafrikanische sStasimopus erst ein pliozäner Ein-
wanderer ist, trotz seiner beschränkten Verbreitung, doch wäre
auch denkbar, daß er bereits in der Mitte der Tertiärzeit nach dem
Süden gelangt wäre. Dagegen spricht aber wieder das Fehlen der
Gruppe auf Madagaskar.
Uebrigens müssen schon früher Ötenizinen nach dem Süden
gelangt sein, nämlich im oberen Lias oder im Dogger auf dem Wege
über Vorderasien und Arabien, doch haben sie im Süden und zwar
in Afrika zu den Idiopinen sich entwickelt, etwa im Malm, als
Afrika wieder von den Nordkontinenten sich getrennt hatte. Die Ent-
wicklung muß in Nordafrika stattgefunden haben und hier muß die
Gruppe auch meist gehaust haben, da sie auf Madagaskar merk-
würdigerweise gänzlich fehlt. Die gewaltige Verbreitung, die jetzt
die Unterfamilie besitzt, ist also wahrscheinlich jungen Datums,
besonders ist auch Südafrika von seiner endemischen Form (Gory-
grella) wohl erst im Mitteltertiär erreicht worden. Die Hauptgattung
Idiops ist ganz auf das Gebiet der Südatlantis beschränkt: Guayana,
Brasilien, äthiopische Region, Arabien, Syrien, Vorderindien und
Birma. Da sie aber auf Madagaskar und Üeylon fehlt, so ist sie
nach Indien sicherlich erst spät, im Pliozän, von Afrika aus gelangt,
als eine direkte Landbrücke die beiden Gebiete verband. Mit /diops
hat auch Heligmomerus sich ausgebreitet, oder wahrscheinlich noch
etwas früher, da er auch Ceylon erreicht hat. In Südamerika hat
dagegen an /diops Pseudidiops sich angeschlossen.
Wir haben oben angenommen, daß die Ctenizinen im Jura be-
sonders in Eurasien heimisch waren. In dessen äußerstem Osten
mögen nun aus ihnen auch die Halonoproctiden hervorgegangen
sein, wann, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis. Diese ge-
langten auch nach Nordamerika, nicht vor der mittleren Kreide,
vielleicht auch erst im Tertiär, denn dem chinesischen Halonoproctus
entsprechen Oyclocosmia von Kalifornien und Alabama und Chorizops
von Mexiko.
Als letzten Zweig unserer Hauptgruppe sind noch die Migiden
zu betrachten, die, wie schon erwähnt, an die ältesten Nemesiinen
anzuschließen sind und aus ihnen sich am Anfang der Trias in Afrika
entwickelt haben mögen. An die afrikanischen Formen (Moggridgea,
Poecilomigas), die besonders in Südafrika sich finden, schließen zu-
nächst Gattungen von Madagaskar (Myrtale, Thyropaeus), Tasmanien
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 405
(Heteromigas) und Neuseeland (Aligas) sich an. Da letzterer nicht
nur Moygridgea sondern auch dem chilenischen Calathotarsus nahe
steht, und da eine zweite unbenannte Form Chiles Heteromigas
ähnelt, so dürfen wir weiter annehmen, daß die südamerikanischen
Formen erst in der Kreide von Australien her eingewandert sind.
Der Westen der Südatlantis ist also von Migiden zunächst nicht
besetzt worden.
Es bleibt nun als dritte Hauptgruppe nur noch die Familie
der Barycheliden übrig, für die wir bereits die Entwicklung in
das permische Afrika verlegt haben. Von hier haben sich an-
scheinend die Gattungen früh nach dem tropischen Südamerika
(Trichopelma und zehn andere), Madagaskar (Tigidia, Zophoryctes),
Vorderindien (Sasonichus u. a.) und Australien (Trittame u. a.) aus-
gebreitet. Australien wurde aber jedenfalls erst Ende Jura erreicht,
da Neuseeland keine Vertreter der Familie besitzt. Auch von Be-
ziehungen zwischen Australien und Südamerika ist nichts be-
kannt, doch sprechen Barychelus von Neukaledonien und Jdioctis
von Upolu dafür, daß die Familie über den pazifischen Kontinent
wenigstens ein Stück nach Osten vorgedrungen ist. Die Gattung
Eneyoerypta (Malakka und Borneo bis Queensland und Neukaledonien,
ist nach ihrer Verbreitung ganz unsicher, sie könnte von Australien
nordwärts, von Indien südwärts vorgedrungen sein, beides wohl
erst im Pliozän. Uns erscheint der erste Fall wahrscheinlicher,
doch kann hier nur die spezielle Verwandtschaft der Formen ent-
scheiden. In Afrika selbst sind alle Gattungen geographisch ziem-
lich scharf gesondert; Südafrika: Brachionopus, Ostafrika: Pisenor,
Pisenorodes, Westafrika: Cyphonisia, Somaliland: Eubrachythele,
Sokotra: Atrophothele, ein Beweis für das hohe Alter derselben.
An sie schließt in Nordafrika, also auch auf altsüdatlantischem Ge-
biete, aber auch, vielleicht seit dem Pliozän, nach Süditalien über-
sreifend, Zeptopelma, eine primitive Form, die verschiedenen neo-
tropischen Gattungen nahe steht. Auf der indomadagassischen Halb-
insel hat vom Jura bis zur Kreide die Gruppe der Diplothelen sich
entwickelt, von denen jetzt ein Teil (Diplothele) auf Ceylon und in
Vorderindien, der andere (Forsythula, Cestotrema, Acropholias) auf
Madagaskar sich findet. Die Sasonen dagegen haben wohl erst
nach dem Zerfall dieser Landbrücke im Eozän sich entwickelt, da
Sason nach Pocock zwar auf den Seychellen sich findet, aber wahr-
schemlich nur eingeschleppt ist, ebenso wie auf den Malediven,
während er Saleyer vielleicht allein erreicht hat, zumal auf Pinang
ein allerdings zweifelhafter Verwandter Allanus sich findet.
Nach dieser phylogenetischen Verfolgung der Mygalomorphen
sehen wir dazu über, diese auf einzelne Schichten zu verteilen,
wie dies aus dem obigen sich ergibt. Pocock schließt sich in seiner
Regioneneinteilung ziemlich eng an Wallace an und es sind aller-
dings beispielsweise zwischen Afrika und Madagaskar keine auf-
fallenden Unterschiede vorhanden. Trotzdem möchten wir hier die
von uns vorgeschlagene Abgrenzung der Regionen zu Grunde legen,
406 Dr. Theodor Arldt:
nicht bloß aus praktischen Gründen, des besseren Vergleichs mit
anderen Tiergruppen wegen, sondern auch aus sachlichen. Zu-
nächst ist die Trennung Madagaskars von Afrika zu rechtfertigen.
Von den 9 madagassischen Gattungen ist nur eine afrikanisch, der
weitverbreitete /schnothele. Das beweist also nichts für den Zu-
sammenhang. Dabei besitzt Madagaskar in den Diplothelen eine
Unterfamilie, die Afrika ganz fehlt, sodaß man die madagassische
nicht ohne weiteres als eine verarmte afrikanische ansprechen kann,
wenn auch Afrika viele Unterfamilien und selbst Familien vor
Madagaskar voraus hat. Ueberhaupt ist Madagaskar seiner ganzen
Mygalomorphenfauna wie auch sonst altertümlicher. Natürlich würde
die Betrachtung der Vogelspinnen allein nicht eine Abtrennung einer
madagassischen Region notwendig machen, ihre Verbreitung paßt
zu beiden strittigen Annahmen. Da wir aber bei anderen Tier-
gruppen eine Trennung notwendig vornehmen müssen, so lassen
wir uns darin auch durch die indifferenten Verhältnisse bei den
Mygalomorphen nicht beirren. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei
der holarktischen Region, zu der wir die paläarktische und die
nearktische zusammenziehen. Beide haben einen höheren Prozentsatz
gemeinsamer Gattungen aufzuweisen, als irgend zwei andere Regionen
(22 °/,), auch von den Unterfamilien sind 80 %, beiden Gebieten ge-
meinsam, während z. B. Afrika und Madagaskar nur in 60%, ihrer
Unterfamilien übereinstimmen. Dies spricht mindestens nicht gegen
eine Zusammenfassung sämtlicher Gebiete der nördlichen gemäßigten
Zone. Nun wäre es freilich vielleicht wünschenswert, kleinere Ge-
biete als die Regionen zu betrachten, etwa von der Größe der
Oligochätengebiete Michaelsens, also z. B. Mittelamerika, das süd-
liche Südamerika, Südafrika, Neuseeland, Japan usw. einer gesonderten
Betrachtung zu unterziehen. Das scheint dem Verfasser aber doch
noch verfrüht, zum mindesten bei den zeitlichen Bestimmungen würde
eine zu große Willkür Platz greifen müssen. Aus diesem Grunde
begnügen wir uns mit der Untersuchung der großen Regionen, um
nur gelegentlich besonders wichtige und interessante Untergebiete
hervorzuheben. Es ergeben sich also folgende Tierschichten!).
I. Australische Region.
N Neuseeland, S Samoa, NC Neukaledonien, * in einem dieser Gebiete endemisch.
5. Pliozän (Orient. Reg.) 7. Conothele.
12b. Selenocosmia, Selenotypus, Selenotholus.
4. Senon (Neotrop. Reg.) 9. Eriodon.
3. Malm (Indien) la. /xamatus, Aname, Chenistonia, Dekana.
lb. Atrax, Hadronyche; (*)Accola (Masteria) 8.
6c. Aganippe, Blakistonia, Anidiops, Idiosoma, Dyareyops.
(Afrika) 11a. Trittame, Idiommata,* BarychelusNC, " Idioctis S,
Eneyoerypta NC.
!) Die Familien sind durch die Zahlen 1 bis 12 unterschieden, nach der
Anordnung von Pocock, die Unterfamilien durch beigefügte Buchstaben.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 407
Ss)
2. Lias (Indien) Ib. Stenygrocereus NC, * Porrhothele N.
. Trias (Asien) Ib. * Hexathele N.
(Afrika) 6a. Arbanitis N, Cantuaria N.
10. Heteromigas. * Migas N.
—
II. Neotropische Region.
P. Patagonische UR, M Mittelamerika, A Antillen, * w. o.
-]
Pliozän (Nordamerika) 6b. Stenoterommata P, Pselligmus*,
* utychides MA, Neocteniza M, * Euceteniza M, * Enrico M.
Ta. Pachylomerus MA.
’. Senon (Afrika) 1b. (*) Zvagrus M.
. Cenoman (Nordamerika) 5. *Mecicobothrium P.
[6d. Phrissoecia, Phoeoclita, Celidotopus, Phoenothele, Rhyti-
docolus; Aporoptychus, Bolostomus.
lo. Actinopus MP.
12a. * MitotheleP, Thulerommata, Timesiphantes, Dryptopelma,
Magulla, Adranochelia, Choetorrhombus, Stichoplastus,
Hapalopus M, Metriopelma MP, * Cyrtopholis AM, *Cithara-
canthus M, * Brachypelma M, Homoeomma, * Paraphysa P,
*PhrysotrichusP, CitharoscelusP, Lasiodora, Pamphobeteus,
*Phormictopus A, Acanthoscurri« AP, Sericopelma, Ephe-
bopus, Avieularia AM, Tapinauchenius M, Psalmopoeus,
Theraphosia, Rhechosticta u. a.
(Australien) 1b. * Szotinoecus P, Accola (Masteria).
10. * Calathotarsus P, *unbenannte Gattung P.
4. Neokom (Afrika) 7b. Tdiops, Pseudidiops.
la. FufiusM, *TrissotheleP, * LycinusP. — Diplurus,
3. Malm (Afrika) Uruchus, Trechona, Melodeus, Harmonicon.
2. Paratropis, ” Anisaspis A, Anisaspoides.
lb. Ischnothele MA.
. Lias, Dogger (Afrika) 5a. Hermacha P, * Carteria P, Rhachras.
118 ns (Afrika) 11a. Trichopelma A, Psalistops, Stothis A, Euthy-
coelus, Epipedesis, Cosmopelma, Idiophthalma, Cyrtogrammomma.
Homoeoplacis, Acanthogonatus, Strophaeus.
oo
19
Ill. Madagassische Region.
3. Oligozän (Afrika) 12c. Encyocrates.
2. Lias (Indien) la. Zntypesa, Hapalothele.
1b. /schnothele.
1. Trias (Afrika) 6a. Genysa, Genysochaera, Diadocyrtus.
10. Myrtale, Thyropaeus.
[11a. Tigidia, Zophoryctes.
\l1b. Forsythula, Cestotrema, Acropholias.
408 Dr. Theodor Arldt:
Aethiopische Region.
S Südafrika, W Westafrika.
‚ Pliozän (Vorderasien) 6b. Pelmatorycter S, Microbatesia W,
* Stichogaster S, * Bessia S, * Homostola S,
(Indien) 3. ()Calommata W.
6. Oligozän? (Europa) 7a, *Stasimopus 8.
.Senon (Südamerika) 6d. (*) Aporoptychus W, (*).Bolostomus (Aney-
lotrypa) W.
(12a. * Heterothele W, * Solenothele W, * Scodra W, *Hetero-
scodra W, " Selenogyrus W.
12e. " Eumenophorus W, * Hysterocrates W, Phoneyusa W,
Pelinobius W, * Datesiella W, Citharischius, Anoploscelus,
Monocentropus, Loxomphalia.
12b. *Harpactira S, *Harpactirella S, * Coelogenium »,
* Ceratogyrus 8, Eneratoscelus, Pterinochilus 8.
. Dogger (Vorderasien) 7b. /diops SW, *Gorgyrella 8, Helig-
momerus 8.
. Lias (Indien) la. * Brachytheliscus 8.
1b. (#) Ischnothele SW, (*) Evagrus 8.
. Trias (Westeuropa) 10. Moggridgea 8, * Poecilomigas 8.
6a. *Hermachastes S, *Lepthereus 5, *Pionothele 8, * Spi-
roctenus 8, (*) Hermacha 8.
. Perm (Europa) lla. Pisenorodes, Eubrachythele, Atrophithele,
*Uyphonisia W, * Brachionopus 8.
V. Orientalische Region.
V Vorderindien, © Ceylon, M Celebes und Molukken, Ph Philippinen.
. Pliozän (Afrika) 7b. /diops V, (*) Heligmomerus VC.
12a. Phlogiodes V, * Plesiophrietus V, * Heterophrietus \V,
Acolismus.
(Australien) 1b. (*) Accola (Masteria) Ph.
lla. Eneyoerypta M
(Ostasien) 3. Atypus.
6b. Atmetochilus, Damarchus.
Ta. Latouchia.
. Miozän (Ostasien) Ta. Conothele M.
(Nordamerika, Ostasien) 3. Calommata.
. Eozän (Ostasien) 1b. Maerothele.
.Denon (Afrika-Madagaskar) 12b. Phlogiellus, * Poecilotheria VC,
Selenocosmia M, Chrlobrachys VC, * Lyrognathus \V,
| Coremioenemis, *Orphnoecus Ph.
I12c. *Thrigmopoeus V, Haploclastus \V.
12d. Ornithoctonus, Uyriopagopus, Melopoeus, Citharognathus,
| Phormängochilus M.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 409
3. Malm (Afrika-Madagaskar) 6a. * Nemesiellus V, * Scalidognathns ©.
(Inner- u. Ostasien) 1a. u ropner)
1b. [Macrothele-Gruppe]. s. Austr.
6a. |Nemesia-Gruppe]. |
2. Lias (Innerasien) 1b. Ischnothele.
1b. [Macrothele-Gruppe] s. Austr.
la. |Brachythele-Gruppe] s. Mad. Aeth.
7a. [Cteniza-Gruppe] s. Aeth.
(Madagaskar) 11a. * Sasonichus V, *Sipalolasma GC, * Pla-
giobothrus ©.
11b. * Diplothele VC.
llc. Sason. VOM, Rianus.
1, Trias (Ostasien) 1b. [Meerothele-Gruppe] s. Austr.
VI. Holarktische Region.
P Paläarktisch, N Nearktisch, Pj Japan.
2. Pliozän (Südamerika) 1b. Evagrus N.
12a. Aphonopelma N.
(Orient. Reg.) 3. * Calommata Pj.
(Afrika!)) 7b. Idiops P.
lla. Leptopelma P.
12a. Ischnocolus P, Oratorrhagus P, Chuelopelma P.
l. Perm (alteinheimisch) Macrothele P, Phyxioschoema P.
la. Brachythele PN.
3. Hexura N.
4. Brachybothrium N, Atypordes N, * Acaltyma Pj.
5. Atypus NP.
6a. Nemesia P, Anemesia P.
6b. Oyrtauchenius P, Amblyocarenum PN, Aptostichus N,
Actinowia N, Myrmeciaphila N.
\ Ta. Üteniza P, Aepycephalus P, Cyrtocarenum P, Sterrho-
chrotus P, Latouchia P, Pachylomerus PjN, Bothrio-
cyrtum N.
8. Halonoproctus P, Cyelocosmia N, Chorizops N.
Diese Schichten ordnen sich sämtlich bequem den früher auf-
gestellten Hauptschichten ein. Dabei ist aber zu beachten, dab
zwischen ihnen sich nicht immer eine scharfe Grenze ziehen läßt,
so bei Australien zwischen der zweiten und dritten, bei Südamerika
von der ersten bis vierten, bei Indien von der zweiten bis vierten.
Mit den Schichten oder Horizonten, auf die wir bei der Besprechung
der Oligochäten kamen, decken sich die jetzt aufgestellten ebenfalls
zum größten Teile, nur greift teilweise eine weitere Gliederung
Platz, entsprechend der oft lang andauernden Verbindung zweier
Kontinente, während andererseits manche Horizonte der Oligochäten
!) Hier handelt es sich nicht um Einwanderung, sondern um Angliederung
ursprünglich äthiopischer Länder an das paläarktische Gebiet.
410 Dr. Theodor Arldt:
hier nicht mit vorkommen. Von den 22 angenommenen Tier-
schichten sind 18 (82°/,) durch Mygalomorphen vertreten. Dabei
entfallen im Durchschnitt auf eine jungtertiäre allgemeine Schicht 1,
eine mitteltertiäre 1, eine alttertiäre 1,5, eine mesozoische 3 Mygalo-
morphenschichten, wir bekommen also fast dieselben Werte wie bei
den Oligochäten (1; 1; 1,5; 2,5). Auch hier ist die älteste Sammel-
schicht am meisten zu zerlegen, in drei Fällen in 4 Schichten. Sie
ist auch regelmäßig vertreten. Nur vier allgemeine Schichten haben
wir nicht bei den Mygalomorphen angetroffen, nämlich in der
holarktischen Region die alttertiäre (Didelphyiden-) und die mittel-
tertiäre (Hystrieiden-)Schicht und in der Madagassischen die mittel-
tertiäre (Viverriden-) und die jungtertiäre (Suiden-)Schicht. Damit
ist natürlich nicht gesagt, daß nicht doch vielleicht einzelne Formen
hierzu gerechnet werden könnten, doch ist dies nicht sehr wahr-
scheinlich, am wenigsten bei der letztgenannten. Dagegen könnte
allenfalls Zvagrus bereits der Didelphyidenschicht angehören. Was
den Reichtum der Hauptschichten an Gattungen anlangt, so sind die
ältesten (durchschnittlich 22) gerade doppelt so reich als die alt-
tertiären (11), diese annähernd doppelt so reich als die jungtertiären (6),
während die mitteltertiären (1) sehr arm sind, entsprechend den Ver-
hältnissen bei der übrigen Tierwelt. Im Einzelnen weichen die
Zahlen natürlich zum Teil wesentlich ab, so bei der neotropischen
und bei der äthiopischen Region, wo durch die Differenziation der
Aviculariden die alttertiäre Schicht am stärksten vertreten ist. Im
allgemeinen kann man aber sagen, daß die Hauptverschiebungen
der Mygalomorphen im wesentlichen vor dem Tertiär erfolgt sein
müssen, da die späteren Landverhältnisse nicht die eigentümlichen
Beziehungen derselben erklären können.
Die zoogeographischen Tafeln bedürfen einer Ergänzung durch
paläobiogeographische, da sich ja im Laufe der Erdgeschichte die
Grenzen der Regionen nicht unwesentlich verschoben haben. Wir
stellen also zusammen, welche Mygalomorphen in den einzelnen
Perioden in den Kontinenten gewohnt haben mögen, begnügen uns
aber dabei im wesentlichen mit den Unterfamilien und Sektionen,
und geben nur an besonders bemerkenswerten Stellen einzelne
Gattungen an, da deren Phylogenie noch nicht genügend klargelegt
ist. Die Zahlen beziehen sich auf die Familie.
Oberkarbon.
Nordatlantis: Urmygalomorphen.
Nearktis, Angarakontinent, Südkontinent. —
Perm.
Eurasien: 1 Macrothelinae.
Nordatlantis: 6 Nemesüinae.
Südkontinent:
Afrika: 11 Barychelinae,
Südatlantis; Australien. —
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnuxgen. 411
Trias (Keuper).
Eurasien: 1 Mucerothele-Gr., 1 Brachythele-Gr., 6 Nemesiinue.
Nordatlantis: 6 Nemesiinae, 6 Cyrtaucheninae.
Südkontinent:
Südamerika: 11 Barychelinae.
Afrika: 11 Barychelinae, 6 Nemesimae, 10 Migidae.
Vorderindien: 1 Macrothelinae.
Ausralien: 1 Hexatheleae, 6 Nemestinae, 10 Migidae.
Lias, Dogger.
Eurasien: s. Trias, dazu 7 Ütenizinae.
Nordatlantis: s. Trias, dazu 5 Mecicobothriidae (nur ım Westen).
Südatlantis:
Südamerika: s. Trias, dazu 6 Nemesiinae,
Afrika: s. Trias, dazu 1 Brachythele-Gr., Ischnothele,
7 Idiopinae.
Indomadagassisches Gebiet: 11 BDrachythele, Diplo-
thelinae, 6 Nemesünae, 10 Migidae, 1 Brachythele-Gr.,
Ischnothele.
Indoaustralien:
Hinterindien usw.: 1 Macrothele-Gr.
Australien: s. Trias, dazu 1 Macrothele-Gr.
Malm.
Angarakontinent: 1 Mucrothele-Gr., Brachythele-Gr., 6 Nemestinue,
7 Gtenizinae, 8 Halonoproctidae.
Nordatlantis: s. Lias, dazu 4 Brachybothriidae (nur im Westen).
Südatlantis:
Südamerika: s. Lias, dazu 1 Drachythele-Gr., Ischnothele.
Afrıka: s. Lias, dazu 2 Evagrus.
Indomadagassisches Gebiet: s. Lias, dazu 11 Sasoninae
(nur im Norden).
Indoaustralien:
Hinterindien: s. Lias, dazu 1 Brachythele-Gr., 6 Nemesiinae.
Australien: 6 Nemesüinae, 10 Migidae, 1 Macrothele-Gr.,
Atraces, Masteriae, Brachythele-Gr., 6 Aganippinae.
Neuseeland: 1 Hexatheleae, 6 Nemesiinae, 10 Migidae,
1 Maerothele-Gr.
Neokom.
Angarakontinent: s. Malm.
Nordatlantis: s. Malm.
Südatlantıs:
Südamerika: s. Malm, dazu /diopenae.
Afrika, Madagaskar: s. Malm.
Australien: s. Malm.
Neuseeland: s. Malm.
412 Dr. Theodor Arldt:
Genoman.
\ Eurasien: 1 Macrothele-Gr., Brachythele-Gr., 6 Nemesüinae,
\ 7 Ötenizinae, 8 Halonoproctidae, 4 Brachybothriidae.
“Pacifisches Nordamerika: 5 Hexura, 4 Brachybothnüdae,
$ Halonoproctidae, 7 Ötenizinac, 6 €. yrtaucheninae, 1 Mucro-
thelae, Brachythele.
Nearktis: 6 Oyrtaucheninae, 4 Brachybothriidae, 3 Atypidae.
Afrika, Madagaskar, Vorderindien: s. Malm.
[Australien, Neuseeland: s. Malm.
‚ Südamerika: s. Neokom, dazu 5 Mecicobothrium, 6 Aporoptychinue,
| 12 Avicularinae, 1 Hexatheleae, Masteriae, 10 Migidae.
Senen.
Eurasien: s. Cenoman.
Nearktis: 1 Drachythele, 3 Atypidae, 4 Brachybothrüdae, 5 Hexura,
6 Cyrtaucheninae, 7 Otenizinae, 8 Halonoproctidae, (? 1 Evagrus).
' Australien: s. Malm, dazu 9 Eriodon.
Südamerika: s. Cenoman, dazu 1 Kvagrus, Trechona-Gr. (Bras.),
2 Paratropidae (Norden).
Afrika: s. Lias, dazu 6 Aporoptychinae, 12 Avicularinae.
Madagaskar, Vorderindien: s. Malm, dazu 12 Avicularınue.
Neuseeland: s. Malm.
Eozän.
Asıen: 1 Macrothele-Gr., 3 Atypus, 4 Acattyma, 6 Nemesüinae,
7 Gtenizinae, 8 Halonoproctus.
Nearktis: s. Senon.
Paläarktis: 1 Brachythele, Macrothele-Gr., 3 Atypus, 6 Nemesüinae,
7 Ctenizinae.
Neuseeland: s. Malm.
{ Australien: s, Senon.
Südamerika S.: 1 Brachythele-Gr., Iexatheleae, 5 Mecicobothrium,
6 Nemesiinae, 9 Actinopus, 10 Migidae, 12 Avtcularınae.
Südamerika N.: 1 Brachythele-Gr., Trechona-Gr., Macrotheleae,
Masteriae, 2 Paratropidae, 6 Nemesünae, Aporoptychinae,
7 Idiopinae, 9 Actinopus, 11 Barychelidae, 12 Avicularinae.
Afrika: 1 Brachythele-Gr., Ischnothele, Evagrus, 6 Nemesüinae,
Aporoptychinae, 7 Idiopinae, 10 Migidae, 11 Barychelidae,
12 Avscularinae, Eumenophorinae, Harpactirıdae.
Madagaskar: 1 Brachythele-Gr., Ischnothele, 6 Nemesiinae, 10 Migidae,
ll Barychelinae, Diplothelinae.
Vorderindien: 1 /schnothele, 6 Nemesünae, 11 Barychelinae (ohne
Eneyoerypta), Diplothele, Sasones, 12 Selenocosmiinae, Thrigmo-
poeinae.
Oligozän.
Asıen, Paläarktis: s. Eozän.
Nearktis, Australien: s. Senon.
Die Anshreitung einiger Arachnidenordnungen. 413
Neuseeland: s. Malm.
Südamerika, Vorderindien: s. Eozän.
Afrika: s. Eozän, dazu ? 7 Stasömopus.
Madagaskar: s. Eozän, dazu 12 Eneyocrates.
Miozän.
Asien, Europa, Südamerika: s. Eozän
Nordamerika, Australien: s. Senon.
Neuseeland: s. Malm.
Indien: s. Eozän Vorderindien, dazu 1 Macrothele, 3 Calommata,
7 Conothele, 12 Ornithoctoninae.
Afrika, Madagaskar: s. Oligozän.
Pliozän.
Asien: s. Eozän, dazu 5 Calommata, 7 Idiops, 12 Üratorrhagus,
Chaetopelma.
Europa: s. Eozän, dazu 11 ZLeptopelma, 12 Ischnocolus.
Nordamerika: s. Senon, dazu 1 Evayrus, 12 Aphonopelma.
Südamerika: s. Eozän, dazu 6 Cyrtaucheninae, T Pachylomerus.
. . .. u < r ' .
Afrika: s. Oligozän, dazu 3 Calommata, 6 Uyrtaucheninue.
Madagaskar: s. Oligozän.
Indien: s. Miozän, dazu 1 Masteriae, 3 Atypus, 6 Uyrtaucheninae,
7 Latouchia, Idiopinae, 11 Eneyoerypta, 12 Avicularinae.
Australien: s. Senon, dazu 7 Conothele, 12 Selenocosmüinae.
Neuseeland: s. Malm.
Daß sich diese Zusammenstellung in allen Einzelheiten wird auf-
recht erhalten lassen, ist nicht anzunehmen, aber im großen glauben
wir doch darin eine brauchbare Erklärung der Verbreitung der
Mygalomorphen gegeben zu haben. Freilich bedarf sie noch in
vielem der weiteren Ausarbeitung, so in der Untersuchung der ein-
zelnen Unterregionen. Endlich müssen wir auch suchen, Gründe
für die verschiedene Ausbreitung bezw. Expansionsfähigkeit der
einzelnen Familien anzugeben, das kann aber nur der Spezialist
ausführen.
II.
Scorpiones.
Wir wenden uns nun den Skorpionen zu, die von Pocock!)
und später von Kraepelin?) eingehend bearbeitet worden sind und
1) Pocock, R. J., Scorpions and their Geographical Distribution. Natur,
Sc. 1894. p. 353—364.
®2) Kraepelin, K., Scorpiones and Pedipalpi. Lief. 8 in „Das Tierreich“.
1899, S. 1—200.
Kraepelin, K., die geographische Verbreitung der Skorpiona. Zool.
Jahrbücher, Abt. f. System. usw. Bd. 22. 1905. S. 321-364.
414 Dr. Theodor Arldt:
für die uns auch phylogenetische Entwicklungen wenigstens der
Unterfamilien zu Gebote stehen. Hier befinden wir uns nun einmal
in günstigerer Lage als bei den Mygalomorphen, denn wir besitzen
bereits aus dem Silur Europas und Nordamerikas fossile Reste, die
nicht nur beweisen, daß die Ordnung damals schon in typischen
Formen entwickelt war, sondern sie zeigen uns sogar, wie Kraepelin
nachgewiesen hat, daß bereits in dieser frühen Periode unserer
Erdgeschichte der Stamm der Skorpione in die beiden Hauptäste
sich geschieden hatte, die wir noch heute in der lebenden Tierwelt
beobachten können. Wir haben hier also einen ganz festen An-
haltspunkt, von dem aus wir die Geschichte der Ordnung geologisch
und geographisch verfolgen könnten, wenn nur aus der Folgezeit
entsprechende Reste in genügender Zahl uns zur Verfügung ständen.
Das ist aber leider nicht der Fall. Schon das Devon läßt uns
wieder ganz im Stiche. Dann kommt die Karbonzeit mit etwa
sechs verschiedenen Gattungen, die an die silurischen sich mehr
oder weniger anschließen, aber weiterhin hört das paläontologische
Material völlig auf, um erst im Oligozän mit wenigen Resten lebender
Gattungen wieder zu beginnen. Auch bei den Skorpionen sind wir
also im wesentlichen auf Rückschlüsse aus der gegenwärtigen Ver-
breitung angewiesen. Diese werden aber um so unsicherer, je
weiter wir zurückgehen, und viele Fragen werden über das Perm
hinaus ganz unbestimmbar. Im wesentlichen brauchen wir auch über
diese Periode meist nicht hinauszugehen, um die Verbreitung
der lebenden Familien zu erklären. Es hat auch früher schon
Skorpione gegeben, aber wir haben Grund zu der Vermutung,
daß diese besonderen wenn auch mit den lebenden nahe ver-
wandten Familien angehörten, stellt doch Zittel die silurisch-
karbonischen Gattungen in seinem Handbuche sogar als besondere
Unterordnung den lebenden Formen gegenüber.
Daß die lebenden Familien nicht wesentlich über das Perm
zurückreichen, dafür spricht besonders auch ihre außerordentlich
geringe Verbreitung in der australischen Region, die nur drei
Familien in 8 Gattungen erreicht haben, wodurch sie selbst hinter
den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel beträchtlich zurück-
steht. Besonders auffällige Beziehungen zwischen Australien und
Madagaskar bezw. Südafrika wie bei den Mygalomorphen sind nicht
zu verzeichnen; indessen beweisen besonders afrikanische Formen
in ähnlicher Weise, wie wir das bei den Mygalomorphen entwickelt
haben, daß ihre Vorfahren spätestens am Anfange der Jurazeit
Afrika erreichten, und daraus ist dann der Rückschluß auf ein etwa
permo-triasisches Alter der älteren der jetzt lebenden Familien un-
umgänglich. Dies gilt von den Buthiden sowohl wie von den
Vejoviden. Bei den letzteren ist es besonders der Umstand, dab
die Scorpioninen und Ischnurinen von Afrika herzuleiten sein dürften,
der ihr Alter ziemlich hoch anzusetzen zwingt. Es erscheint un-
nötig, diese Beziehungen hier schon summarisch zu erörtern, da wir
ja unten eingehender darauf zurückkommen werden.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 415
Wir wenden uns deshalb sofort dem ersten Hauptaste der
Skorpionordnung zu, der jetzt nur durch die Familie der Buthiden
repräsentiert wird und der mit dem JPalaeophonus beginnt, der ın
zwei Arten im Obersilur von Gotland und Schottland sich findet
und zu den ältesten Arthropodenresten gehört. Allerdings wird er
von einer zum anderen Hauptaste der Skorpione gehörigen und bei
New York gefundenen Gattung, Proscorpius, noch etwas an Alter
übertroffen. Diese Differentiation spricht dafür, daß die Entwicklung
der Skorpione mindestens bis ins Untersilur, wenn nicht bis ins
Kambrium zurückzuverlegen ist. Weiter zurück ist aber ihre Ab-
zweigung von primitiven Myriopoden sicher nicht zu datieren. Dann
kommt aber als Heimat der Ordnung und damit der gesamten
Arachnidenklasse kaum ein anderer Kontinent in Frage als die
Nordatlantis in den oben angegebenen Grenzen. Diese war bis zur
Mitte der Silurzeit isoliert, war also recht geeignet, einem neuen
Landtiertypus als Heimat zu dienen, zumal sie ja auch ein ge-
mäßigteres Klima besessen haben muß als der an zweiter Stelle
in Frage kommende Siüdkontinent. Dagegen muß die Paläarktis
bei der Frage nach der Heimat der Skorpione ganz ausscheiden.
Wir nehmen also an, daß diese im Kambrium in der Nordatlantıs
aus den Myriopoden sich entwickelten uud im Untersilur in die
zwei noch lebenden Aeste sich spalteten, von denen die Palae-
ophoniden (Apoxypoda) mehr im östlichen europäischen Teile, die
Proscorpionen mehr im Westen heimisch waren. Im Öbersilur ge-
langte ein Teil der ersteren über die mitteleuropäische Landbrücke
nach dem Südkontinente, wo aus ihm die Buthiden hervorgingen,
die während der vom Devon bis zum Beginn des Perm dauernden
Isolierung des Kontinentes sich genügend spezialisieren konnten.
Allerdings war im Devon Süd- mit Nordamerika verbunden, doch
konnte dies an der Isolierung der nach Afrika eingewanderten
Formen nichts ändern. Die Auslöschung der im Norden weiter-
lebenden Palaeophoniden ist vielleicht mit einer der Kälteperioden
in Verbindung zu bringen, denen die Tiere nicht durch Süd-
wanderungen ausweichen konnten. Für eine Entwicklung der
Buthiden spez. der Buthinen im östlichen Südkontinente, dem
Gondwanalande, zwischen Afrika, Indien und Australien, spricht be-
sonders der Umstand, daß in den genannten Gebieten die primitivsten
Gattungen dieser Gruppe sich finden. Natürlich kann man das
auch durch eine Zurückdrängung derselben erklären, und dazu be-
steht ja bei den meisten Tiergeographen eine sehr große Neigung,
die eigentlich keine sehr große Berechtigung besitzt, ist doch die
von uns angenommene Erklärung einfacher und natürlicher, da sie
viel weniger ausgedehnte Wanderungen annimmt, als wenn man
alles von Europa oder auch Nordamerika herleiten möchte. Dieser
„europozentrische* Standpunkt ist nicht berechtigter als der
anthropozentrische und geozentrische, alle drei haben ihre Ursache
in der Ueberschätzung des eigenen Ich und seiner unmittelbaren
Umgebung. Diese Bestrebungen, alles von unserem Kontinente her-
416 Dr. Theodor Arldt:
zuleiten, erfahren eine recht interessante Beleuchtung durch die Be-
mühungen des südamerikanischen Paläontologen Ameghino, der ganz
folgerichtig sich bemüht, alle Tierklassen von südamerikanischen
Formen herzuleiten und demzufolge beispielsweise die ganze
Systematik der Säugetiere umstößt. So werden wir wohl auch bald
erleben, daß Australien, Ostasien, Südafrika in ähnlicher Weise zu
allgemeinen Stammgebieten proklamiert werden, und dann wird
wohl der allgemeine Kompromiß endlich kommen, dem wir jetzt
schon das Wort reden. Diese primitivsten Buthinen sind Charmus
und Stenochirus von Ceylon, /sometroides von Australien, Mecrobuthus
von Abessinien und Nanobuthus von Suakin, alle im Bereiche des
Gondwanalandes.. Wir haben keinen Grund anzunehmen, daß sie
in diesen jetzt bewohnten Gebieten sich nicht entwickelt haben
sollten, höchstens geringe Verschiebungen infolge schwacher Küsten-
verschiebungen wären anzunehmen, im großen sind aber die ge-
nannten Gebiete nie wieder vom Meere überflutet worden. An
Nanobuthus schließt der ebenfalls vorwiegend afrikanische Uroplectes
sich an, den wir demzufolge ebenfalls für einen Angehörigen der
Urskorpionenfauna Afrikas halten. Dieser höher organisierte Skorpion
hat die Stammformen im größten Teile Afrikas ersetzt und ist be-
sonders im Süden stark entwickelt. Wann diese Entwicklung statt-
gefunden hat, läßt sich schwer sicher erschließen, doch bin ich ge-
neigt zu der Annahme, daß sie nicht vor dem Jura stattgefunden
hat, d. h. nicht vor der Abtrennung der madagassischen Halbinsel.
Allerdings findet U. jischeri sich auf Madagaskar, aber da dieselbe
Art auch in Ostafrika vom Nyassa- bis zum Somalilande lebt, so
kann sie unmöglich ein so uralter Bewohner Madagaskars sein.
Uroplectes dürfte vielmehr die ganze Jura- und vielleicht auch die
Kreidezeit auf Afrika beschränkt geblieben sein und erst im Kozän
Madagaskar erreicht haben, als dieses statt durch die alte südliche
durch eine mehr nördliche Landbrücke mit Mossambique, also mit
dem Wohngebiete von U. fischeri verbunden wurde. Eine zweite
weiter verbreitete Art ist U. occidentalis, der im ganzen tropischen
Afrika heimisch ist, aber auch in Cochinchina, auf Borneo, Sumatra,
Java und Celebes gefunden wurde. Hierbei handelt es sich aber
nach Kräpelin um eine Verschleppung. Sonst müßten wir diese
Art wohl als einen pliozänen Einwanderer in Indien ansehen.
Endlich wird noch ein U. mexicanus von Kalifornien und Texas an-
gegeben, eine zweifelhafte Form, bei der Kräpelin auch höchstens
an eine Verschleppung denken möchte. Möglich wäre das Vor-
kommen eines Buthinen in Amerika, wenn auch nicht sehr wahr-
scheinlich, weshalb wir hier von ihr ganz absehen können.
An die eben besprochene Gruppe primitiver Gattungen schließt
nun als eine höhere Stufe zunächst Butheolus sich an, der jetzt im
mittelmeerischen Gebiete von Sizilien bis Vorderindien ziemlich ver-
breitet ist. In ihm haben wir es sicherlich mit einem nordischen
Zweige der südlichen Gruppe zu tun, der nicht vor dem Beginne
des Perm nach Europa bezw. nach Eurasien gelangt sein kann.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 417
Seine Hauptentwicklung ist vielleicht während der Isolierung
Eurasiens im Keuper erfolgt. Uebrigens hat er damals sein jetziges
Wohngebiet sicher noch nicht besessen, dieses kann er erst im
Tertiär endgiltig erobert haben, da es bis dahin großenteils nur
ein Archipel kleinerer Inseln war. Als im Lias Eurasien aus seiner
Isolierung heraustrat, breitete die neugebildete Gattung sich weiter
aus. Ein Teil wendete sich nach Süden, nach den Gebieten, aus
denen die Vorfahren des Butheolus gekommen waren, und drängte
hier die alten Formen zurück. So ging aus Butheolus-Formen in
Madagaskar (Grosplus hervor, in Afrika Parabuthus, der besonders
in Südafrika zahlreich ist. Während der erste wohl über Vorder-
indien einwanderte, ist der zweite wahrscheinlich nördlich über
Arabien nach Afrika gekommen.
Butheolus blieb zunächst in Eurasien zurück und breitete wohl
nicht vor dem Miozän nach Vorderindien sich aus, wenn er dieses
nicht gar erst im Pliozän erreichte. In Eurasien ging aus ihm
auch die Hauptgattung Buthus hervor. Diese Entwicklung hat aber
wohl ziemlich spät eingesetzt, jedenfalls ist die Ausbreitung von
Buthus erst spät erfolgt, nach Vorderindien und Afrika kaum
vor dem Pliozän, bei dem ersteren, weil er wie Butheolus Ceylon
nicht erreicht hat. Die Entwicklung ist daher jedenfalls erst nach
der Jurazeit erfolgt, im unterkretazeischen Angarakontinente, von
dem aus in der oberen Kreide die Gattung auch westwärts sich
ausbreiten konnte, wenn auch die Hauptausbreitung wohl erst ins
Tertiär zu setzen ist. In letzterer Periode und zwar in ihrer zweiten
Hälfte können dann auch erst Anomalobuthus und Liobuthus im
zentralen Vorderasien aus Duthus sich entwickelt haben.
Früher als Buthus dürfte Homibuthus an Butheolus sich an-
geschlossen haben. Die Entwicklung dieser Gattung muß bereits
im Keuper in den mittleren Teilen des Angarakontinentes statt-
gefunden haben, wenn auch der Umstand merkwürdig ist, dab die
Gruppe dann nicht im Jura nach Australien gelangte. Es spricht
auch dies dafür, daß die Verbindung beider Kontinente im Jura
nicht so eng war, wie das früher angenommen wurde. Wie
Buthus und Butheolus greift auch Hemibuthus jetzt nach Vorder-
indien über, ist auch jedenfalls wie diese erst spät hierher gelangt.
Dagegen mag sich schon am Ende des Keuper oder am Beginne
der Liaszeit ein Teil der Gattung im Süden Eurasiens zu Lychas
weiterentwickelt haben. Dieser breitete einmal im Lias nach Australien
sich aus, wo wir jetzt zwei Arten vom Festlande und eine von
den Fidschi-Inseln kennen, andererseits aber auch nach Afrika und
dem Madagassischen Gebiete. In letzterem findet sich jedoch nur
je eine Art auf den Seychellen und auf Mauritius, während die
Gattung auf Madagaskar selbst fehlt. Wir können nicht anders
als annehmen, daß sie in letzterem wieder verschwunden ist, zurück-
gedrängt durch jüngere nahe verwandte Formen, von denen gleich
die Rede sein soll. In Afrika ist dagegen Zychas, besonders in den
Tropen, in mehreren Arten vertreten, erreicht in einer aber auch
Arch f., Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.I. H,3. Bari
418 Dr, Theodor Arldt:
den Süden. Hier haben wohl auch zwei nahestehende Gattungen
sich aus ihm entwickelt, der ostafrikanische Odonturus und der
über das ganze tropische Afrika verbreitete Babycurus, von denen
je eine Art auch auf Madagaskar sich findet. Hierher sind sie wohl
wie Uroplectes erst im Eozän gelangt, dafür spricht ihr Fehlen in
Südafrika, das vorher allein mit Madagaskar in Verbindung stand,
sowie, dab D. centrurimorphus auch jetzt noch in Ostafrika lebt.
Sie sind es am wahrscheinlichsten gewesen, die Zychas auf Madagaskar
zum Verschwinden brachten, während sie die Seychellen und Mas-
karenen nicht erreichten, was auch dafür spricht, daß die Gattungen
erst am Ende der Eozänzeit madagassischen Boden betraten. Seine
typische Entwicklung hat aber Zychas in der orientalischen Region
gefunden und zwar in Vorderindien, wo von 22 Arten 11 sich
finden. Es finden sich jetzt allerdings auch einige Arten in Hinter-
indien, China, Japan und auf den malayischen Inseln, doch möchte
ich diese für jüngere Einwanderer halten, die nicht vor dem Pliozän
sich ausbreiteten. Vom oberen Jura bis zum Miozän war jedenfalls
Lychas ım wesentlichen auf die Osthälfte des Südatlantıs: Afrika,
Madagaskar, Vorderindien und auf Australien beschränkt, in Hinter-
indien, oder wie wir besser sagen müssen, im südöstlichen Angara-
kontinente hatte er bereits im Malm zu /sometrus sich weiter ge-
bildet, der in derselben Periode vielleicht schon Australien erreichte,
wo eine Art (/. melanodactylus) sich findet. Vorderindien ist da-
gegen wohl erst im Pliozän erreicht worden, indem also ein Aus-
tausch von /sometrus und Lychas stattfand. Es bleibt nun noch der
in den Tropen kosmopolitische /. maculatus übrig, der nicht bloß
in Afrika und auf den entlegensten Inseln der Südsee, sondern selbst
in Mittel- und Südamerika sich findet. Kräpelin hält gerade diese
Form für leicht verschleppbar und wir haben keine Veranlassung,
von dieser Annahme abzugehen. Es würde sich seine Verbreitung
auch schwer erklären lassen. Wir könnten höchstens annehmen,
dab er etwa im Eozän in Australien sich entwickelt hätte und nach
Südamerika gelangt wäre, im Pliozän aber über Indien nach Afrika.
Dies ist aber bei einer Art nicht gerade sehr wahrscheinlich und
so sehen wir davon ab, die Art zum mindesten der südamerikanischen
Fauna einzuordnen. Anders liegen die Verhältnisse bei Afrika und
Australien. Hier könnte tatsächlich eine im Pliozän erfolgte selbst-
ständige Verbreitung vorliegen, natürlich nicht eine aktive, sondern
im pazifischen Gebiete könnte nur eine Verbreitung mit’Hilfe von
Treibholz stattgefunden haben.
Damit hätten wir die Besprechung der Buthinen erledigt. An
sie schließen aber sehr eng die Ananterinen sich an, vertreten
allein durch den südamerikanischen Ananteris, der von Paraguay
und Brasilien bis Ecuador verbreitet ist. Kräpelin glaubt in ihm
vielleicht einen Rest der Formengruppe sehen zu müssen, aus der
Lychas hervorging. Er müßte hiernach Hemibuthus nahe stehen
und wäre von dem triasischen bezw. oberpermischen Eurasien her-
zuleiten. Von hier muß die Gattung über Nordamerika nach Süd-
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 419
amerika gelangt sein. Dies war am ehesten im Cenoman bis Senon
möglich. In dieser Zeit gelangten also wohl Dutheolus- oder Hlemi-
buthus-ähnliche Formen von Nordasien über das westliche Nord-
amerika nach Südamerika, wo aus ihnen Ananteris hervor ging,
der hier aber kaum große Entwicklung erfuhr, da er schon eine
größere Anzahl anderer Skorpionsgruppen antraf. Soweit ließe sich
also die Verbreitung der Buthiden mit einiger Sicherheit oder
wenigstens Wahrschemlichkeit fixieren. Schwieriger liegen die Ver-
hältnisse aber bei den beiden anderen Unterfamilien, den Tityinen
und Centrurinen, die früher mit /sometrus vereinigt, jetzt durch
Kräpelin von diesem abgetrennt werden. Wir haben oben gesehen,
daß die Buthinen im wesentlichen auf Eurasien und Afrika be-
schränkt geblieben sind. Es liegt daher nahe, in den beiden nun
zu behandelnden Unterfamilien äquivalent dazu die alte Fauna der
Nordatlantis und Südamerikas zu sehen, und die Verbreitung derselben
gibt uns darin nicht unrecht, denn Centrurus findet sich nicht nur
wie Tityus in Südamerika, sondern auch in Nordamerika und von
Tityus ist sogar eine Art aus dem Bernstein beschrieben worden,
was alles dafür spricht, daß einst beide Gruppen in der Nord-
atlantis lebten. Nun fragt sich aber, in welcher Weise die Aus-
breitung erfolgte. Es konnten die Buthiden schon vor dem Perm
im Südkontinente Südamerika erreichen und von hier nach Nord-
amerika übergehen und zwar in der Zeit zwischen dem Unterperm
und der Untertrias. Es konnten aber die fraglichen Formen in
der gleichen Zeit auch die Nordatlantis direkt von Afrika aus er-
reichen und erst von Norden her nach Südamerika gelangen.
Letztere Ansicht gewährt in mehr als einer Hinsicht eine bessere
Erklärung, sie wollen wir uns deshalb zu eigen machen, und also
annehmen, daß etwa in der Untertrias die Nordatlantis mit Buthiden
besiedelt wurde, die hier in zwei Unterfamilien sich spalteten. Dab
keine Vermischung mit den Buthinen eintrat, erklärt sich dadurch,
dab die Nordatlantis meist nicht in enge Verbindung mit Eurasien
trat, nur nach Europa dürften einzelne Formen ihrer Familien zeit-
weilig vorgedrungen sein. An der Südküste der Nordatlantis
breiteten sich anscheinend besonders die Tityinen aus, sie ge-
langten daher auch früh nach Südamerika, wo sie jetzt in 48 Arten
bis Chile sich finden, ebenso wie auf den Antillen, während sie
Mittelamerika fehlen. Ihre Südwanderung kann aber doch, nach
unserer obigen Annahme über die Besiedelung der Nordatlantis,
nicht vor das Cenoman gesetzt werden. Damals, noch etwas vor
Ananteris gelangte Tityus südwärts und differenzierte sich weiter,
während er in der Nordatlantis bald ausstarb und nur auf den
mitteleuropäischen Inseln sich noch eine Zeit lang erhielt. Seine
Stelle nahm Centrurus ein, dessen Ausbreitung nach Südamerika
wohl erst im Pliozän erfolgt ist, trotzdem fünf Arten die Antillen
erreicht haben. Finden wir doch hier auch andere Tiere, wie z. B.
Hesperomyinen, die zweifellos der pliozänen (Feliden-) Schicht der
südamerikanischen Fauna angehören, und die durch Triften mit
27*7
420 Dr, Theodor Arldt:
Hilfe der Aequatorialströmung von Guayana bezw, Venezuela aus
die Inseln erreicht haben müssen.
So haben also die Buthiden allmählich über die ganze kontinentale
Erde sich ausgebreitet, dabei aber eine bemerkenswerte Constanz
bewiesen, indem die Unterschiede, die bei diesem uralten Hauptaste
der Skorpione sich herausbildeten, im wesentlichen nur generische
waren, während der andere gleich alte in nicht weniger als fünf
lebende Familien und 18 Unterfamilien sich spaltete. Dabei zeigen
allerdings diese Unterfamilien meist eine lokale Beschränktheit.
Ihnen wenden wir uns nunmehr zu. Eingeleitet werden sie durch
die Koscorpioniden des Silur und Karbon. Zu diesen gehört zu-
nächst der eine Unterfamilie für sich bildende Proscorpius osborni
aus dem ÖObersilur des Staates New York, also aus einem Teile der
westlichen Nordatlantis, der erst kurz vorher landfest geworden
war. Im Karbon ist die Familie bereits beträchtlich weiter ver-
breitet und ziemlich differenziert. Sicher hat sie Europa erreicht,
nach der devonischen Verteilung von Land und Meer können wir
aber auch als wahrscheinlich bezeichnen, daß der Südkontinent er-
reicht wurde, war doch schon im ÖObersilur Proscorpius auf die zu
demselben führende Brücke vorgedrungen. Indessen sind dies nur
Vermutungen. Aus dem (Gebiete der karbonischen Nearktis und
und Nordatlantis aber kennen wir zwei Unterfamilien, die vor-
wiegend europäischen Cyclophthalminen, die vielleicht mit zu der
Zurückdrängung der Palaeophoniden beigetragen haben, und von
denen zwei Arten auch in Nordamerika sich finden, und die für
uns besonders wichtigen Eoscorpioninen, von denen Kräpelin die
meisten lebenden Skorpione herleitet. Diese waren über das ganze
nordatlantische Gebiet verbreitet, schieden sich aber in zwei Gruppen:
der Nordatlantis bezw. Europa gehörten die fünf Arten von Üentro-
machus an, der Nearktis Eoscorpius mit den zweifelhaften Resten
von Muzonia. Aus diesen beiden Wurzeln erwuchs nun das lebende
Skorpionengeschlecht.
Wir verfolgen zunächst den nearktischen, an Koscorpius sich
anschließenden Zweig, in dem die Chactiden die primitivste
Familie sind, die sich bemerkenswert wenig ausgebreitet haben, da
sie nicht nur in Australien, sondern auch in Afrika und auf
Madagaskar fehlen. Dies spricht dafür, daß sie erst spät die alte
Welt erreicht haben und zwar wohl auf dem Wege über Asien.
Das war, abgesehen vom unteren Perm, zuerst im Lias möglich,
dann von der oberen Kreide an. Bei den Chactiden nun ist die
Ausbreitung kaum vor der letzteren anzunehmen. Damals mögen
Chactinen sich über das nördliche Asien ausgebreitet haben, ohne
aber hier dauernd festen Fuß fassen zu können. Nur im Südwesten
Transkaukasiens hat sich Calchas nordmanni erhalten, eins der be-
merkenswertesten Relikte, das freilich eine verschiedene Deutung
zuläßt. Gleichzeitig mögen die Chactinen auch Südamerika erreicht
haben, wo mehrere Gattungen hauptsächlich in Brasilien sich finden,
von denen Broteochactas dem Calchas nahe steht. In Nordamerika
Die Ausbreitung einiver Arachnidenordnungen. 2
3 5 © 2
ist die Unterfamilie wieder ausgestorben, diese zeigt also fast
dieselben Ausbreitungszüge wie später die Cameliden. Man könnte
ja Calchas auch auf anderem Wege von den südamerikanischen
Formen herleiten, nämlich über Afrika, von dem im älteren
Teıtiär die Skorpione über eine Reihe von Inseln leicht nach
Transkaukasien hätten gelangen können, doch spricht dagegen
einmal der Umstand, daß wir in Afrika nicht die geringste Spur
aus der Verwandtschaft unserer Gruppe kennen, dann aber auch,
daß wir auch ohne Calchas uns schon zu der Annahme genötigt
sehen, daß die Chactinen in der Kreide nach Asien gelangten, denn
hier sind aus ihnen zwei weitere Unterfamilien hervorgegangen.
Da haben wir zunächst die Euscorpioninen, die jetzt von der
Pyrenäenhalbinsel bis zum Kaukasus sich verbreiten. Ihre Heimat
dürfte in Vorderasien zu suchen sein, ihre Ausbreitung ist kaum
vor das Miozän zu setzen, besonders die eine Art von Algier ist
nicht vor dem Pliozän in ihr Wohngebiet gelangt. Früher könnten
die Chaerilinen sich entwickelt haben und zwar im südlichen
Teile des Angarakontinentes, im Gebiete des Himalaya. Schon im
Eozän konnten diese über Hinterindien sich ausbreiten, waren
übrigens damals wahrscheinlich durch das Han-hai von dem nörd-
lichen Asien getrennt, was der Ausbildung eines neuen Typus nur
förderlich sein konnte. Im Laufe des Tertiär erfolgte dann haupt-
sächlich im Pliozän die Besiedelung von Vorderindien und der
malayischen Inselwelt bis zu den Philippinen und Celebes.
Inzwischen hatten aus den Chactiden sich aber bereits die
Diplocentriden entwickelt, die jetzt eine eigenartig zerrissene Ver-
breitung besitzen. Die primitiveren Diplocentrinen sind rein
amerikanisch, es läge also nahe, ihre Heimat in Nordamerika zu
suchen, zumal hier ja auch die Chactiden sich entwickelt haben
müssen. Aber es scheint doch die Ausbildung einer ganz neuen
Familie von viel spezialisierteren Habitus eine räumliche Sonderung
von den Stammformen zu fordern. Da nun auch die andere Unter-
familie altweltlich ist, so ist wohl die wahrscheinlichste Lösung
die, daß in der Trias bereits Chactinen über das Gebiet der jetzigen
Beringstraße nach Nordostasien gelangten, das damals mit Nord-
amerika in Verbindung stand, von Asien aber durch die Janastraße
zwischen dem Ochotskischen Meere und der Taimyrhalbinsel ab-
getrennt war. Als diese Straße im Lias sich schloß und dafür in
der Gegend der Beringstraße eine Trennung eintrat, konnten die
isolierten Formen in Asien sich weiter ausbreiten und eine Sonder-
entwicklung erfahren. Die Ausbreitung erfolgte hauptsächlich nach
Südwesten, auf Arabien zu, und als dieses in der Mitte des Dogger
mit Afrika von Asien abgetrennt wurde, entwickelten sich hier, in
der Abgeschlossenheit einer Halbinsel die Nebinen, erst //eteronebo
und dann XNebe, die nicht über die Grenzen der genannten Halb-
insel hinausgreifen, denn wenn auch Syrien und Palästina jetzt
paläarktisch sind, so waren sie doch bis zum Miozän ein Teil des
afrikanischen Kontinentes. Die Diplocentrinen selbst wanderten im
422 Dr Theodor Arldt:
Cenoman zurück nach Nordamerika, den altertümlicheren Chactinen
entgegen und erreichten vielleicht im Senon auch Südamerika, wo
sie ausschließlich im tropischen Teile sich finden.
Wir müssen nun eine primitive Unterfamilie der Chactiden noch
nachträglich besprechen, die Megacorminen, jetzt auf Mexiko be-
schränkt, aber zweifellos einst weiter nördlich verbreitet und erst
spät, vielleicht im Alttertiär auf die mexikanische Halbinsel zurück-
gedrängt. Sie reichen sicher annähernd ebensoweit zurück als die
Chactinen, d.h. etwa bis zum Perm oder Karbon, und haben wie
diese in der Nearktis sich entwickelt. Die räumliche Sonderung
wurde vielleicht durch ein Gebirge vermittelt, das damals nach der
permokarbonischen Faltungsepoche, an der Stelle des jetzigen
Felsengebirges sich erhob. Nach ihrer Verbreitung zu schließen,
entwickelten sich die Chactinen östlich, die Megacorminen westlich
dieses Bergzuges. Im gleichen Gebiete gingen aus ihnen die Syn-
tropinen hervor, eine zu den Vejoviden gehörige Unterfamilie, die
mit dem monotypen Syntropis auf Kalifornien beschränkt sind. Be-
merkt sei gleich an dieser Stelle, daß nach der von Kräpelin ge-
gebenen phylogenetischen Uebersicht nicht nur die Vejoviden,
sondern auch die Scorpioniden diphyletischen Ursprungs, also
keine natürlichen Familien sind. Von den letzteren werden nicht
weniger als drei Unterfamilien, gerade die Hälfte, von den Syn-
tropinen abgeleitet, und zwar gerade die mit der eigenartigsten
Verbreitung, nämlich die wesentlich afrikanischen Hemiscorpioninen
und die madagassischen Heteroscorpioninen, sowie von letzteren die
australischen Urodaeinen. Dies läßt sich nun in folgender Weise er-
klären. Die Syntropinen müssen früher bedeutend weiter nach
Norden gereicht haben und von hier nach Asien gelangt sein, doch
war dies kaum vor dem Beginne der Liaszeit möglich, da im Unter-
perm die Entwicklung des Syntropinen kaum schon vollendet war.
Die Syntropinen hätten sich also in gleicher Weise ausgebreitet wie
die Chactinen. In Asien spalteten sie sich in zwei Zweige. Der
nördliche wanderte wie die Diplocentrinen in Arabien ein und
bildete hier nach dem Dogger zu dem Hemäscorpius sich um, der
bis Mesopotamien und Beludschistan reichend, wie die Nebinen nicht
wesentlich über den Boden des alten Afrika hinausgeht. In Süd-
asien bildeten dagegen die Heteroscorpioninen sich aus, die im
Dogger über Vorderindien Madagaskar erreichten, wo Heteroscorpio
in seinem primitiven Habitus sich erhielt, während er in Vorder-
indien der Konkurrenz höherer Formen, der Chaerilinen und
Scorpiopsinen weichen mußte. Ein anderer Zweig der Hetero-
scorpioninen hatte im Malm Australien erreicht, wo er zu Urodacus
und Hemihoplopus sich weiterentwickelte.
Die letzte Gruppe der Skorpione ist nach Kräpelin von Centro-
machus herzuleiten, also von der karbonischen Nordatlantis. Hier
haben zunächst zwei Zweige sich ausgebildet. Ein Teil gelangte im
Perm von der Nordatlantis nach dem Südkontinente, wo aus ihm
die Bothriuriden hervorgingen, die jetzt in den südlichen Ländern
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnimgen. 495
zu beiden Seiten des Großen Ozeans sich finden, während sie in
Afrika und Indien völlig fehlen. Dies spricht dagegen, daß die
Ausbreitung nach dem Süden über die europäische Brücke er-
folgt sei. Vielmehr kann man annehmen, daß Tiere der Centro-
machus - Gruppe sich noch im Karbon über die atlantische
Landbrücke nach dem Süden Nordamerikas verbreitet haben und
von hier im Perm nach Südamerika gelangten, um hier zu den
Bothriuriden sich zu entwickeln, die zunächst ebenso ausschließlich
den südamerikanischen Teil des Südkontinentes beherrschen, wie
die Buthiden das Gondwanaland. Daß die Familie zur alten Fauna
Südamerikas gehört, dafür spricht auch, daß sie vorwiegend im
Süden heimisch ist. Außer in Südamerika findet sich die Familie
nur mit Cercojhonius sguama auf Tasmanien und in Südaustralien,
sowie mit dem zweifelhaften Timogenes sumatranıs auf Sumatra.
Kräpelin betont nun, daß daraus kaum auf eine Verbindung
zwischen Südamerika und Australien geschlossen werden könnte.
Dies ist ganz richtig, wenn es sich um dieses Vorkommen allein
handelte. "Es gibt aber noch zahlreiche andere Beispiele, die für
eine direkte Verbindung zwischen Südamerika und Australien
sprechen. Gerade der Vergleich mit den Benteltieren, den Kräpelin
anwendet, ist sehr treffend, denn diese können wir nicht vom
Norden herleiten. Die nordischen Beuteltiere gehören einer be-
sonderen Ordnung an, dagegen sind zwei weitere Ordnungen lebend
und fossil ausschließlich Südamerika und Australien gemeinsam,
mit Ausnahme der Didelphyiden. Wenn man aber allenfalls durch
diese die Verbreitung der Polyprotodontier von Norden her erklären
könnte, so ist dies bei den Diprotodontier ganz ausgeschlossen.
Ein direkter Austausch zwischen Südamerika und Australien ist
daher auch bei den Bothriuriden zum mindesten ebenso wahr-
scheinlich, wie etwa ihre Herleitung von Europa, zumal Cerco-
phonius nahe verwandt mit dem chilenischen Centromachetes pococki
ist. Auch Tümogenes ist weit davon entfernt, der Annahme eines
pazifischen Kontinentes „einen erwünschten Riegel vorzuschieben*“,
wie Simroth meint, vielmehr erklärt sich auch sein Vorkommen
ganz ungezwungen, ganz abgesehen von seiner unsicheren syste-
matischen Stellung. Wir dürfen annehmen, daß in der oberen
Kreide von Südamerika die Bothriuriden westwärts sich ausbreiteten.
Dabei erreichten sie Australien und gelangten von dem papuanischen
Gebiete im Pliozän nach den malayischen Inseln, wo sie, soviel wir
wissen, nur auf Sumatra sich erhielten. In Cercophonius und Timo-
genes alte Reste der Urbevölkerung des Südkontinentes zu sehen,
ist mir nicht recht wahrscheinlich, hauptsächlich wegen der Ver-
breitung der Buthiden und wegen der engen Verwandtschaft der
australischen und chilenischen Formen, müßten wir doch dann an-
nehmen, daß diese schon seit paläozoischer Zeit voneinander isoliert
wären.
Während also ein Teil unserer Gruppe sich südwärts aus-
breitete, müssen andere im oberen Perm nach Osten gekommen
424 Dr, Theodor Arldt;:
sein, wo in der Trias in Eurasien die Vejoviden sich entwickelten,
die sich bald in vier selbständige Zweige spalteten. Während des
unteren Jura, oder noch wahrscheinlicher, während der unteren
Kreide, gelangten Vejoviden von Europa aus nach Nordamerika, wo
im atlantischen Teile die Vejovinen sich entwickelten, die später
auch in den pazifischen sich ausbreiteten und bis Mexiko und im Pliozän
bis Guatemala kamen. Ein anderer Teil hatte im Neokom schon
das pazifische Nordamerika erreicht und gelangte im Cenoman als
erste Skorpiongruppe dieser Schicht nach Südamerika, wo die
Caraboctoninen aus ihm hervorgingen, ähnlich den Bothriuriden
in den südlichen und andinen Ländern besonders entwickelt, aber
doch noch bis Ecuador nordwärts reichend. In Eurasien ent-
wickelten sich dagegen zwei weitere Unterfamilien. In Vorderasien,
wahrscheinlich auf insularem Gebiete entstanden die Jurinen, ver-
treten durch Jurus in Griechenland, Kreta und Kleinasien. Dem
südlichen Eurasien, also etwa Innerasien, gehören dagegen die
Sceorpiopsinen an, die sicher schon in der Trias sich ausgebildet
haben müssen und deren typische Formen, enthalten in der Gattung
Scorpiopsis, ähnlich Chaerilus später nach Indien sich ausbreiteten,
aber nur nach Vorderindien, das kaum vor dem Pliozän erreicht
wurde.
An die Unterfamilie schließen aber auch die modernsten Unter-
familien der Scorpioniden sich an, deren anfängliche Entwicklung
wir in den südlichen Gebieten des Angarakontinentes im Lias
suchen müssen. Ein Zweig wandte sich nach Südosten und bildete
in Hinterindien die Hormurinen. Von hier ist Hormurus wohl
nicht vor dem Pliozän nach Australien gelangt, da die auf dem
Festlande und den Inseln weitverbreiteten Formen höchstens den
Rang von Varietäten der indischen Arten besitzen. Besonders
H. australasiae ist aber trotzdem bis Tahiti vorgedrungen. Im
Pliozän wurde auch Vorderindien erreicht und von hier gelangte
Jomachris nach Afrika, wahrscheinlich erst verhältnismäßig spät, da
J. politus nur von Afrika bekannt ist. Aber schon im Lias waren
andere Scorpioniden nach Afrika gelangt, die Ischnurinen, deren
Hauptentwicklung dann in Afrika erfolgte. Die Stammgattung ist
Opisthacanthus, ım tropischen Gebiete reich entwickelt. Von hier
gelangte sie auch nach Südamerika, wo O. elatus in Brasilien, Kolumbia,
Panama, Mexiko, auf den Antillen und in Florida sich findet, Die
Gattung ist vielleicht im Malm nach Südamerika, dagegen sicher
nicht vor dem Pliozän nach Nordamerika gelangt. Der in Ostindien
sich findende 0. asiaticus ist nach Kräpelin wahrscheinlich von
Südafrika verschleppt, sonst könnte er nur im Pliozän sein jetziges
Wohngebiet besiedelt haben. Dagegen könnte O. daydovi von den
Aruinseln der Rest einer älteren Besiedelung des hinterindischen
Gebietes sein. Wir müssen ja annehmen, dab Opisthacanthus sich
nicht erst in Afrika differenziert hat. Er könnte also recht gut
im Malm bereits südwärts sich verbreitet haben, in derselben
Richtung wie später der verwandte Hormurus. Damit stimmt das
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 425
isolierte Vorkommen. Auch der vorderindische monotype Chiro-
machetes ferg 'son\ ist wohl schon seit dem Jura in seinem Wohnsitz
heimisch, wo er aus Opisthacanthus hervorging. Er schließt sich
dann an die madagassısche Art an. In Afrika gingen weiter
Hadogenes, Ischnur«s und Cheloctonus aus Opisthacanthus hervor,
von denen die beiden ersten auch Madagaskar erreichten. 7: schnurus
ochropus findet sich allerdings nur auf den Seychellen und bei
Mauritius, gleichzeitig aber auch bei Sansibar. Hiernach können
wir geneigt sein, seine Heimat in der madagassischen Region zu
suchen, von wo er erst später, im Eozän nach Ostafrika gelangte,
um dann in Madagaskar selbst durch die neu einwandernden
Formen verdrängt zu werden. Hladogenes opisthacanthoides hat
seine nächsten Verwandten alle in Südafrika und ist von hier
sicher schon vor dem Eozän nach Madagaskar gelangt; wahr-
scheinlich wohl während der Kreidezeit, etwa im Senon. Ueber-
haupt sind die Ischnurinen besonders in Südafrika zahlreich. Im
tropischen Afrika sind sie etwas durch die jüngeren aus ihnen
hervorgegangenen Scorpioninen zurückgedrängt worden, die
ziemlich spät sich entwickelt haben müssen, da sie in Madagaskar
fehlen, im wesentlichen vielleicht im Miozän. Im Norden bildete
Scorpio sich aus, dessen Gebiet sich im Pliozän in der Hauptsache
an die paläarktische Region anschloß, in der er sich auch noch
weiter ausbildete. Dem tropischen Afrika gehört Pandinus an, in den
Süden endlich ist die höchststehende Gattung Opisthophthalmus ın
zahlreichen Arten vorgedrungen. Endlich haben die Scorpioninen
im Pliozän auch Indien erreicht und hier zu Heterometrus sich um-
gebildet, der bis nach Oeylon, Java, Borneo und den Philippinen vorge-
drungen ist, Celebes aber nicht mehr erreicht hat, was ganz zu
einer späten Einwanderung stimmt.
Auch hier wenden wir bei der Trennung der Regionen dieselben
Abgrenzungen an wie bei den Mygalomorphen, wenn auch hier die
Unterschiede des nearktischen und paläarktischen Gebietes größer,
die zwischen Afrika und Madagaskar kleiner sind als bei "ihnen.
Beispielsweise haben Nordamerika und die Paläarktis nicht einmal
eine Unterfamilie gemeinsam. Indessen werden die Beziehungen
der beiden holarktischen Gebiete ja weiter unten in der zweiten
Zusammenstellung genügend klar gelegt. Bei Madagaskar be-
rechtigt das Vorkommen einer endemischen Unterfamilie Jetero-
scorpionin«e neben dem Fehlen von 4 äthiopischen zur Genüge die
Abtrennung als selbständige Region. Auch zwischen Nordamerika
und Südamerika ziehen wir die Grenze in gewohnter Weise, sodaß
das tropische Mexiko noch zu Südamerika kommt, ohne verhehlen
zu wollen, daß für die Skorpiona allein die Kräpelin’sche Einteilung
vorzuziehen ist. Wir stellen also nun die Schichten wie bei den
Myealomorphen zusammen und bezeichnen die Familien durch die
Zahlen 1 bis 6, wobei zu beachten ist, daß die Buthiden (1) eine
sämtlichen anderen Familien gleichwertige Gruppe repräsentieren.
496 Dr, Theodor Arldt:;
6.
m Hm
1. Australische Region.
F Fidsehiinseln. N Neuseeland.
. Pliozän (Orient-Reg.). la. ? /sometrus maculatus F.,
6d. Hormurus F (bis Tahiti).
. Cenoman—Senon (Neotrop. Reg.). 4 Cercophonius syama.
. Malm (Indien). 1a. Z/sometrus melanodactylus.
be. Urodacus, Hemihoplus.
be. Opisthacanthus daydovi (Aru).
Lias (Indien). la. Zychas F. (N verschleppt.)
. Devon—Perm (Afrika). la. /sometrordes.
II. Neotropische Region.
P,.M, As, ». 407.
Pliozän (Nordamerika). 1d. Centrurus (m. Rhopalurus) M, A.
(P verschleppt ?).
2a. "Megacormus M, "Plesiochactas M.
3b. (*)Uroctonus M, (*) Anuroctonus M, (*) Hadrurus M,
(*)Vejovis M (nur bis Guatemala).
da. (*)Diplocentrus M.
Eingeschleppt: la. /sometrus maculatus (von Ozeanien ?).
. Denon (Nordamerika). 5a. Didymocentrus A, *Oeclus A.
. Turon (Nordamerika). 1b. Ananteris.
2b. Chactas, Broteas, Broteochactas, Teuthraustes.
. Cenoman (Nordamerika). lc. Tityus (m. Zaödius) M, A.
3c. *Öaraboctonus P, Hadruroides P.
Malm (Afrika). 6e. Üpisthacanthus elatus.
. Perm (Nordamerika). 4 Bothriurus P, Urophonius P, * Brachisto-
sternus P, T’hestylus, * Phoniocereus P, *Centromachetes P.
ill. Madadassische Region.
S Seychellen M Mauritius.
. BEozän (Afrika). la. Uroplectes fischeri, Babycurus centrurimorphus,
Odonturus baroni.
. Senon (Südafrika). Ge. Hadogenes opisthacanthoides.
. Dogger (Indien). 6a. Zeteroscorpio.
. Lias (Indien). la. (Grosphus, (*)Lychas M, S.
be. Opisthacanthus, (")Ischnurus ochropus S, M.
. Devon--Perm (Afrika). |Charmus-Gruppe.]
IV. Aethiopische Region.
S,W s. 8. 408.
. Pliozän (Vorderasien). la Buthus, Butheolus. (Indien). la. /so-
metrus maculatus (eingeschleppt?).
6d. Jomachus politus.
. Eozän (Madagaskar) 6e /schnurus ochropus.
. Dogger (Vorderasien) 5b Heteronebo, Nebo.
6b. Hlemiscorpius.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 427
. Lias (Vorderasien) la Parabuthus S; Lychas S, Dabyeurus W,
Odonturus dentatus.
(6e. Opisthacantlus WS, *Cheloetonus S, (*)Hadogenes WS.
6b. Scorpio boehmei, Pandinus W, *Opisthophthalmus S.
. Obersilur (Europa) la Microbuthus, Nanobuthus, Uroplectes S.
V. Orientalische Region.
V;C,M, Ph. s. S. 408.
. Plioeän (Vorderasien): la Dutheolus V, Buthus V, IHemibuthus V,
(Innerasien): 3e Scorpiops V.
(Afrika) la Uroplectes occidentalis (verschleppt?) M.
be. Opisthacanthus asiaticus (verschleppt?) V.
6b. Heterometrus V C Ph.
(Australien) 4 Timogenes sumatranus.
. Eozän (Innerasien) 2d Chaerilus V M Ph.
. Malm (Madagaskar) 6e Chiromachetes V.
. Lias (Innerasien) la Zychas, Isometrus C.
64. Hormurus MPh, (*)Jomachus V.
be. jOpisthacanthus] s. Austr.,
. Devon-Perm (Afrika) la *Öharmus C, * Stenochirus C.
VI. Holarktische Region.
P. N. s. 8.409.
. Pliocän (Südamerika) 6e Opesthacanthus elatus N,
(Afrika) 5b Nebo P.
6b. Hemiscorpius P.
6b. Scorpio P.
(Indien) la Zychas.
. Untertrias (Afrika) 1b Tüyus 7 P [N].
ld. Centrurus N.
.‚ Perm (Afrika) la Butheolus P, Buthus P; * Anomalobuthus P,
*Liobulhus P, *Hemibuthus P, | Lychas P).
. Kambrium-Silur (alteinheimisch) 1° Palaeophonus PY.
%a. Proscorpius NT.
b. Eoscorpius NT, Mazonia N, Centromachus Pf [N].
c. Öyelophthalmus Pf, (rlyptoscorpius Pf, dazu eine
dritte Gattung PN}.
2a. [JMegacorminae \V].
| b. *Calchas nordmanni P.
| c. *Euscorpius P, * Belisarius P.
d. [Chaertlinae P).
| 5a. [Diplocentrinae P] Diplocentrus N.
3a. *Syntropis N [P].
6a. [Heteroscorpioninae P|.
3b. Vejovis N, Hadrurus N, Anuroctonus N, Uroctonus N.
3d. "Jurus dufoureius P.
3e. [Scorpiopsinae P].
| be. [/schnurinae P].
428 Dr, Theodor Arldt:
Der anderen Abgrenzung wegen seien ein paar kurze stati-
stische Bemerkungen darangeknüpft. Auch bei dieser Abgrenzung
steht trotz der Abtrennung Madagaskars die aethiopische Region
an Artenreichtum (ca. 180) weit oben an. Ihr folgen die neotropische
mit ca. 130, die holarktische mit 120, die orientalische mit 110 Arten,
während die australische mit 28 und die madagassische mit 15 Arten
eine ganz unbedeutende Rolle spielen. Anders ist es bei den
Gattungen. Da steht die neotropische Region oben an. Im übrigen
ordnen sie sich wie folgt:
Gattungen davon endemisch
Neotropische Regionen 26 Ita
Holarktische n 21 G=88 m
Aethiopische .; 21 V=B834,
Örientalische 5 16 T7=4„
Madagassische $„, 5) Dein)
Australische “ 8 4 =,905;
Der bedeutende Unterschied in der Stellung Afrikas liegt im
Artenreichtum mehrerer Gattungen, von denen gerade die höchst-
stehenden hier ihre Heimat haben. (Opisthophthalmus 35, Pandinus 21,
Hadogenes 15 Arten). Bemerkenswert ist der hohe Endemismus bei
Südamerika und Australien, der merkwürdig geringe bei Madagaskar.
Bei den Unterfamilien und Familien tritt Afrika noch weiter zurück,
indem von den ersten nur 32°/, gegen 45 °/, in Südamerika und
55°/, m der Holarktis sich finden.
Vergleichen wir die Skorpionenschichten mit den 22 Haupt-
schichten, sind 15—16 (68—73°/,) der letzteren vertreten und zwar
fehlen gänzlich die vier mitteltertiären Schichten. Bei den anderen
fallen im Durchschnitt auf eine jungtertiäre 1, auf eine alttertiäre
1,6, auf eine mesozoische 2,8 Skorpionenschichten, wieder fast die-
selben Zahlen wie bei den Oligochäten und bei den Mygalomorphen.
Außer den mitteltertiären Schichten fehlen die jungtertiäre (Suiden -)
Schicht bei Madagaskar und die alttertiäre bei der holarktischen
Region, die wir auch schon bei den Mygalomorphen vermibten.
Ueberhaupt fehlen alle den Mygalomorphen fehlenden Schichten
auch den Skorpionen. Bei diesen kommen nur die mitteltertiären
Schichten Indiens und Afrikas dazu. Es ist aber sehr leicht möglich,
daß gerade die erste nicht ganz unvertreten ist, ihr könnten besonders
Scorpiops und vielleicht auch die Buthinen angehören. Auch hier
sind die ältesten Hauptschichten besonders reich an Gattungen
(durchschnittlich ca. 10). Bei der neotropischen Region ist aber
wieder die alttertiäre Schicht am reichsten an Gattungen, während
Afrika der Regel folgt. Also auch hier müssen die Hauptverschie-
bungen vor dem Tertiär erfolgt sein.
Wir verzichten darauf, die Beziehungen zwischen dem neark-
tischen und dem paläarktischen Gebiete in ähnlicher Weise wie
die der Regionen tabellarisch darzustellen, zumal hier weniger leicht
Schichten sich unterscheiden lassen, da beide Gebiete fast kontinuierlich
in Wechselbeziehungen gestanden haben. Auch von den obigen
Die Ausbreitung einiger Arachnidenorduungen. 429
Skorpionenschichten gehen ja einige ineinander über, wie bei
Australien, Madagaskar und Afrika Schicht 2 und 3, bei Süd-
amerika die Schichten 3—5. Hier wird die folgende paläobio-
geographische Zusammenstellung vielleicht manches klarer machen,
die wir nach den früher erörterten Prinzipien aufstellen.
Kambrium, Untersilur.
Nordatlantis: Urskorpione.
Palaearktis, Südatlantis, Gondwanaland. —
Obersilur.
[Nordatlantis O: 1’ Palaeophonus.
| 5 W: 2% Proscorpius.
Palaearktis, Südatlantis. —
Gondwanaland: ?1’ Palaeophonidae.
Devon.
Europa: 1’ Palaeophonidae.
Nordatlantis: 2° Koscorpionidae.
Südatlantis: ?2° Eoscorpionidae.
(Gondwanaland: 1 Bauthidae.
Angarakontinent: —
Karbon.
[ Nordatlantis: 2° Cyelopthalminae, Centromachus.
\ Nearktis: 2° Koscorpius, Mazonia.
Angarakontinent: —
Südatlantis, Gondwanaland: s. Devon.
Perm.
Nordatlantis: O2 Chactinae.
a W 2 Megacorminae.
Südkontinent:
! Südamerika: 4 Bothriuridae.
Afrika: 1 Microbuthus, Nanobuthus,.
Indien: 1 Charmus, Stenochirus.
Australien: 1 /sometrordes.
L Eurasien: 1 Dutheolus, 2’ Centromachus Gr.
Trias.
Eurasien: 1 Butheolus, Hemibuthus, Lychas. 3 Vejovidae, Scor-
piopsinae.
Nordatlantis: 1 Tityus, Centrurus. 2 Megacorminae, Chactinae,
Syntropis.
Südkontinent: s. Perm.
430 Dr. Theodor Arldt:
Lias, Dogger.
Eurasien: s. Trias, dazu 5 Diplocentridae, 6 Heteroscorpioninae,
Öpisthacanthus.
Nordatlantis: s. Trias.
Südatlantis:
Südamerika: s. Perm.
Afrika: 1 Microbuthus, Nanobuthus, Uroplectes; Parabuthus;
Lychas; 6 Opisthacanthus; llemiscorpius (erst Ende
Dogger) —, 5 Nebinae (erst Dogger).
Madagaskar: 1 Grosphus, Lychas, 6 Opisthacanthus, Tletero-
scorpio (erst Dogger).
Vorderindien: 1 Charmus, Stenochirus, Lychas, 6 Opistha-
canthus.
Indoaustralien:
Hinterindien usw.: 1 ZLychas, 6 Opisthacanthus, ? Hormurus,
Heter oscorpioninae.
Australien: 1 /sometroides, I,ychas.
Malm.
Angarakontinent: 1 Butheolus, Lemibuthus, 3 Vejovidae, Scor-
piopsinae, 5 Diplocentrinae.
Skandinavien: 5 Vejovidae.
Nordatlantis: s. Trias.
Südatlantis:
Südamerika: 4 Bothriuridae, 6 Opisthacanthus?
Afrika: s. Lias.
Vorderindien: 1 Ckarmus, Stenochirus, Lychas, 6 Chiroma-
chetes.
Indoaustralien:
Hinterindien usw.: 1 Zychas, Isometrus, 6 Opisthacanthus,
IHomurus, LHeteroscorpioninae.
Australien: 1 /sometroides, Lychas, Isometrus, 6 Opista-
canthus, Urodacinae.
Neokom.
Angarakontinent: 1 Dutheolus, Buthus, llemibuthus, 3 Scor-
piopsinae, 5 Diplocentrinae.
Nordatlantis: s. Trias, dazu 3 Vejovinae (W), Jurinae (0).
Südatlantis:
Südamerika, Indien: s. Malm.
Afrika: s. Lias, dazu 1 Odonturus, Babycurus, 6 Hadogenes.
Cheloctonus.
Madagaskar: s. Lias, dazu /schnurus?
Australien: s. Malm.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 431
Genoman.
Eurasien: 1 Butheolus, Buthus, Hemibuthus, Tityus (W), 2 Chactinae,
Euscorpioninae, Chaerilinae, 3 Scorpiopsinae, Jurinae.
Paeifisches Nordamerika: 1 Tityus, Ananterinae, 2 Megacor-
minae, Chactinae, 3 Syntropis, | Caraboctoninae], 5 Diplocentrinae.
Nearktis: 1 Tityus, Centrurus, 2 Ohactinae, 3 Vejovinae.
Afrika, Madagaskar, Vorderindien: s. Neokom.
Australien: s. Malm, dazu 4 Cercophonius.
Südamerika: 1 Tityus, Ananteris (erst Turon), 2 Chactinae (Turon),
3 Caraboctoninae, 4 Bothriuridae, 6 Opisthacanthus.
Senon.
Eurasien: s. Cenomon.
Nearktis: 1 Centrurus, Tityus, 2 Megacorminae, Chactinae, 3 Syn-
tropis, Vejovinae, 5 Diplocentrinae.
Australien: s. Cenoman,
Südamerika: s. Cenoman, dazu 5 Diplocentrinae.
Afrika: s. Neokom.
Madagaskar: s. Neokom, dazu 4 Hadogenes.
Vorderindien: s. Malm.
Eozän.
Asien N: 1 Buthus, Chactinae.
„ 8:2 Chaerilus, 1 Lychas, Isometrus, 6 Hormurus.
Nearktis: 1 Centrur us, 2 Megacorminae, 3 Syntropis, Vejovinae,
5 Diplocentrinae.
Palaearktis: 1 Butheolus, Llemibuthus (südl. Inseln), Tityus,
2 Euscorpioninae (südl. Inseln), 3 Jurus (südl. Inseln).
[ Australien: s. Cenoman.
re S: 3 Caraboctoninae, 4 Bothriuridae.
N: 1 Tityus, Ananteris, 2 Chactinae, 6 Opistacanthus.
Afrika: 1 Uroplectes, Parabuthus, Lı ychas, Odonturus, Babycurus,
6 Opisthacanthus, Iladogenes, Cheloctonus, Ischnurus.
Afrika, syrisch-arabische Halbinsel 1 Microbuthus, Nano-
| buthus, 5 Nebinae, 6 Hemiscorpius.
Madagaskar: 1 Grosphus, Odonturus, Babycurus, Uro ‚lectes,
6 Heteroscorpio, Opisthacanthus, Hadogenes.
Maskarenen u. Seychellen: 1 Zychas, 6 Ischnurus.
Vorderindien: 1 Öharmus, Stenochirus,. Lychas, Chiromachetes.
Oligozän.
Asien, Nearktis, Palaearktis, Südamerika, Madagaskar,
Vorderindien: s. Eozän.
Australien: s. Cenoman.
Afrika: s. Eozän, dazu 1 Scorpioninae.
432 Dr. Theodor Arldt:
Miozän.
Europa: 1 Butheolus, Buthus, 2 Euscorpüus, Belisarius.
Asien: 1 Butheolus, Buthus, Anomalobuthus, Liobuthus, Hemibuthus;
Calchas, 2 Euscorpius, 3 Jurus.
Hinterindien: s. Eozän; Südasien.
Nordamerika, Südamerika, Madagaskar, Vorderinden:
s. Eozän,
Afrika: s. Oligozän.
Australien: s. Cenoman.
Pliozän.
Europa: s. Miozän, dazu Jurus.
Asien: s. Miozän, dazu 1 Lychas, Nebo, Hemiscorpius, Scorpio.
Indien:
Vorderindien: 1 Lychas, Isometrus, Butheolus, Buthus,
Hemibuthus, 2 Chaerilus, 3 Scorpiops, 6 /omachus, Chiro-
machetes, ? Opisthacanthus, Heterometrus.
Ceylon: 1 Charmus, Stenochirus, Isometrus, 6 Heterometrus.
Hinterindien u. Inseln: 1 Zychas, Isometrus, ? Uroplectes,
2 Chaerilus, 4 Timogenes, 6 Hormurus, Ileterometrus.
Australien: s. Cenoman, dazu Hormurus.
Nordamerika: ] Centrurus, 3 Syntropis, Vejovinae, 5 Diplocentrinae,
6 Opisthacanthus.
Südamerika:
Mittelamerika: 1 Tityus, Centrurus, 2 Megacorminae,
3 Vejovinae, 5 Diplocentrus, 6? Opisthacanthus.
Südamerika u. Antillen: s. Eozän, dazu 1 Üentrurus,
? Isometrus.
Afrika: s. Oligozän, dazu 1 Buthus, Butheolus; Isometrus?, 6 lo-
machus.
Madagaskar: s. Eozän.
Eine Unterscheidung noch kleinerer Gebiete, etwa der Unter-
regionen, würde hier zu weit führen, in Bezug hierauf ist ja auch
im Text schon genug angedeutet; auch ließen sich im dieser Zu-
sammenstellung einige Unsicherheiten nicht vermeiden, z. B. haben
wir keine festen Anhaltpunkte, wann eigentlich Odonturus, Babyeurus
und andere Gattungen in Afrika sich entwickelt haben, nur ungefähr
konnte dieser Zeitpunkt angegeben werden.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 433
III,
Pedipalpi und Palpigradi.
Als ein Seitenzweig der Skorpione werden allgemein die Pedi-
palpen angesehen, bei deren Besprechung wir uns ebenfalls auf
Poeock!) und Kraepelin®) stützen können. Auch hier stehen uns
einige allerdings nur wenige fossile Reste zu Gebote, aus dem
Bernstein sowohl wie aus dem Karbon, in dem in Europa wie in
Nordamerika @eralinura sich findet, eine Gattung, die den Tely-
phoniden nahe steht. Immerhin sind die Lücken des paläontologischen
Materials so klaffende, dab wir sie auf dem vergleichenden Wege
zu schließen suchen müssen. Dabei zeigen aber die Pedipalpen
eine ganz eigenartig beschränkte Verbreitung, die solche Unter-
suchung nur in geringem Maße unterstützt. Weitaus die meisten
Formen gehören dem südöstlichen Asien an. Nur wenig weit sind
sie von hier in die australische und in die aethiopische Region ein-
gedrungen. Weder das festländische Australien noch Neuseeland
sind von dieser Ordnung erreicht worden, wenigstens kennen wir
von dort keine Reste, Dafür kennen wir zwei Arten (Abulius
samoanus, Öharinus australianus) von den Samoainseln und eine
(Charinus seychellarum) von den Seychellen. Es hat hiernach den
Anschein, als wären die Pedipalpen in die genannten Regionen
erst sehr spät gelangt, kommen doch auf die sonst an Skorpionen
so reiche aethiopische Region von den 66 verschiedenen Arten nur
5 und auch auf die australische nur 11 gegen 41 orientalische.
Man könnte allerdings an eine Zurückdrängung durch die Skorpione
denken, besonders bei Afrika, wo diese ja sehr stark entwickelt
sind, doch kommen nur die Phrynichinen für die ältere Fauna
Afrikas in Frage.
Die australischen Formen stellen mehrfach Weiterentwicklungen
orientalischer Gruppen dar, was auch für eine junge Einwanderung
spricht, da wir sonst eher das Gegenteil erwarten sollten. Wir
kommen also zu dem Schlusse, dab die Ausbreitung der Pedipalpen
nach den Süderdteilen der Östhemisphäre im wesentlichen erst der
letzten Periode der Erdgeschichte angehören muB, nur diePhrynichinen
und Charinus mit seiner eigenartigen Verbreitung dürften eine Aus-
nahme machen, doch brauchen wir auch bei ihnen nicht allzuweit
zurückzugehen, höchstens bis zum Jura, vielleicht bis zur Kreide-
zeit. In der neuen Welt sind die Pedipalpen auch nur spärlich
vertreten, 3 Arten im nearktischen Gebiet und 10 in der neotropischen
) Pocock, R.J. The geographical Distribution of the Arachnida of the
orders Pedipalpi and Solifugae. Natur. Science, 1899.
®) Kraepelin, K. Scorpiones and Pedipalpi. Lief. S in „Das Tierreich“
Berlin 1899 S. 201—251.
Arch. f. Natnrgesch. 74. Jahrg. 1908. Pd. I. H.3. 28
434 Dr. Theodor Arldt:
Region. Die ersten finden sich in Florida, Texas, Arizona, Kali-
fornien und Mexiko, also nur im südlichen Uebergangsgebiete, was
im ganzen der sonstigen klimatischen Verbreitung der Tiere ent-
spricht, wenn sie auch im Amurgebiet noch höhere nördliche Breiten
(Typopeltis amurensis bis 44° N) erreichen. In Südamerika gehen
sie nicht wesentlich über den Amazonenstrom hinaus, fehlen ins-
besondere der patagonisch - chilenischen Unterregion gänzlich,
während auf den Antillen mehrere Arten vertreten sind. Auch
hier spricht die ganze Verbreitung nicht für eine sehr frühe Aus-
breitung nach dem Süden, diese dürfte kaum vor der oberen Kreide
erfolgt sein. Beziehungen zu Afrika fehlen bei dessen Armut an
Pedipalpen naturgemäß ganz, dagegen sind Beziehungen zu Indien
und Australien vorhanden.
Bei dieser Sachlage kann naturgemäß nicht die Rede davon
sein, die Geschichte der Ordnung so ins Einzelne gehend wie bei
den Mygalomorphen oder bei den Skorpionen zu verfolgen, bez.
auch nur den Versuch dazu machen. Es kann keinem Zweifel
unterliegen, daß die Pedipalpen einst Gebiete inne hatten, in denen
sie jetzt fehlen. Das könnten wir schon an sich für die wärmeren
Zeiten der Erdgeschichte voraussetzen, in denen die Tiere weiter
nordwärts leben konnten als jetzt, das wird auch durch das Vor-
kommen fossiler Reste in den oberoligozänen Süßwassermergeln von
Aix bestätigt, die beweisen, daß damals in Südeuropa die Tarantuliden
heimisch waren. Es sind also hier die Pedipalpen wohl infolge
klimatischer Schwankungen, vielleicht auch vor der Konkurrenz
der Skorpioniden wieder verschwunden und gleiches konnte an
vielen anderen Stellen der Fall sein, ja es ist auch nicht aus-
geschlossen, daß die Südkontinente eine ältere Pedipalpenfauna be-
saßen, die noch vor den Jura zurückreicht, nur wissen wir nichts
von dieser, nicht eine einzige Art weist auf sie hin.
Von den beiden Unterordnungen müssen die Uropygier als
die älteren angesehen werden. Die Amblypygier sind einmal durch
den Schwund des Postabdomen und durch die starke Verlängerung
der Tarsengeißel spezialisierter, wenn sie auch schon ziemlich früh
sich abgezweigt haben müssen. Dann aber besitzen die Uropygier
auch den ältesten fossilen Rest, da ihnen die karbonischen Geralinuriden
zugezählt werden müssen. Damals waren also primitive Pedipalpen
über das europäisch-nordamerikanische Festland, Nordatlantis (Ger«a-
linura bohemica) und Nearktis ((. carbonaria) verbreitet und es liegt
nahe, hier oder vielleicht noch eher in der devonischen Nordatlantis
das Gebiet zu suchen, in dem die Pedipalpen aus primitiven
Skorpionen sich entwickelt haben. Dann müssen sie aber den
Eoscorpioniden in ihrer Wurzel nahe stehen, was wohl nicht aus-
geschlossen ist, zumal wir bei den aus diesen hervorgegangenen
Chactiden auch nur sehr wenig gegliederte Abdominalkämme finden,
die ja den Pedıpalpen völlig fehlen, während sie bei den meisten
Skorpionen stark entwickelt sind. Auch besteht bei den ÜUhactiden
wie bei den Pedipalpen das Sternum aus drei Stücken; wenn die-
Die Ausbreitung einiger’ Arachnidenordnungen. 435
selben auch verschieden angeordnet sind, so geben sie doch einen
Fingerzeig über den Gang der Entwicklung. Es liegt uns ja auch
ganz fern, etwa die Pedipalpen von den Chactiden herleiten zu
wollen, vielmehr haben sie sicher eher als diese sich herausgebildet,
am wahrscheinlichsten also im nordamerikanischen Teile der devo-
nischen Nordatlantis. Man könnte dabei an die mexikanische Insel
denken, die nach Frech durch die mitteldevonische Transgression
von dem nordischen Kontinente abgetrennt wurde und mindestens
5 Mill. Quadratkilometer groß war, also groß genug, eine neue
lebenskräftige und verbr eitungsfähige Gruppe von Lebewesen hervor-
zubringen, die dann im Karbon nach der Nordatlantis sich aus-
breiten konnten. In dieser Periode haben sie sich wie schon oben
erwähnt, weit nach Osten hin ausgebreitet. Ob sie den Angara-
kontinent bereits jetzt erreichten, erscheint zweifelhaft, trotzdem
eine Verbindung zwischen Nordamerika und Asien im Ober-Karbon
existierte; später als im oberen Perm dürften sie aber nicht nach
Asien gelangt sein, jetzt aber von Europa aus. Die weitere Ent-
wicklung der in den lebenden Familien gipfelnden Pedipalpen-
gruppen muß nun im wesentlichen im europäischen Gebiete erfolgt
sein. ‘In der Trias und in den folgenden Perioden, die wir alle
als relativ warm anzusehen haben, dürften sie hier ziemlich weit
nach Norden gereicht haben. Erst die im Tertiär eintretende und
allmählich fortschreitende Abkühlung drängte die wärmeliebenden
Tiere nach dem Süden zurück. Von den beiden Familien der
Uropygier sind die Telyphoniden jedenfalls als die ursprünglicheren
anzusehen. Sie zeigen ganz besonders enge Beziehungen zwischen
Südamerika und Indien. So ähnelt Telyphonellus von Guayana
sehr dem ceylonischen Zabochirus und dem hinterindisch-malayischen
Ihypoctonus, wenn er auch etwas primitiver ist. Der amerikanische
Masiigoproctus wieder steht dem in Indien weit verbreiteten Te/yphonus
nahe. An eine Verbreitung über den pazifischen Ozean vermittelst
eines polynesischen Kontinentes ist hier aber trotzdem wahrscheinlich
nicht zu denken, dagegen spricht das Fehlen der Tiere in Australien.
Es ist diese Annahme auch nicht nötig, da ja die Arthropoden
überhaupt sehr konservative Sippen sind, deren Gattungen sich lange
Perioden der Erdgeschichte hierdurch fast unverändert erhalten haben,
sodaß aus der Verwandtschaft räumlich weit getrennter Gattungen
keine allzuweittragenden Schlüsse gezogen werden dürfen. Jeden-
falls gehen aber die amerikanischen Formen nicht direkt auf die
alten nearktischen Uropygier zurück, sondern sind von den asiatischen
Telyphoniden herzuleiten. Die Ausbildung der letzteren möchten
wir besonders in die Zeit der Isolierung Eurasiens während des
Keuper verlegen. Dann sind diese aber wahrscheinlich nicht vor
der Mitte der Kreidezeit nach Amerika gelangt. Wir dürfen nach
der damaligen Verteilung von Land und Meer annehmen, daß sie
damals auch schon Südamerika erreichten, in dessen nördlichem
durch das Amazonasbecken längere Zeit isoliertem Teile Tely-
phonellus sich entwickelte. Mastigoproctus dagegen hat wohl nach
I8*
436 Dr. Theodor Arldt:
der ım Eozän erfolgten Trennung beider Amerika auf der
mexikanischen Halbinsel der Nearktis gelebt, die bis Costarika süd-
wärts reichte. In diesem Stammgebiet lebt jetzt noch M. giganteus,
Im Miozän trennte der Teil südlich von der Enge von Tehuantapee
sich los und seine Bruchstücke traten mit dem Antillenbogen in
Verbindung. Das erklärt das Vorkommen von JA. proscorpio auf
Haiti und dem übrigen Westindien. Im Pliozän konnten dann auch
direkt Formen nach Brasilien gelangen (M. maximus und M. bra-
siltanus), die an die mexikanische Form anzuschließen sein dürften.
Im paläarktischen Gebiete lebt jetzt nur noch T'ypopeltis, vom
Amurgebiete bis Formosa, auf dem Festlande wie auf den Inseln.
Nach dem oben gesagten dürfen wir in ihm einen letzten Rest der
alten Palpigradenfauna des paläarktischen Asiens sehen. 7. cerwcifer
von Formosa ist also dann wahrscheinlich ein relativ junger Be-
wohner der orientalischen Region. Von den 31 Telyphoniden der
letzteren finden sich nur 3 in der westlichen Hälfte, d. h. in dem
einst an Madagaskar angeschlossenen Teile, nämlich Telyphonus
septarıs auf Ceylon und im südlichen Vorderindien und die mono-
typen Uroproctus assamensis in Assam und Bengalen und Zabochirus
proboscideus auf Ceylon. Dies stimmt vorzüglich zu unserer An-
nahme, daß die Telyphoniden im paläarktischen Asien sich ent-
wickelten, dann konnten sie eben nicht früh nach Vorderindien ge-
langen, wahrscheinlich nicht vor dem Pliozän, denn bis zu dieser
Zeit war die Gangesebene ein Meeresbecken. Ueber die malayische
Inselwelt dagegen konnte die Familie schon vom Miozän sich aus-
breiten und hier finden wir sie denn auch überall, auf den
Philippinen sowohl, wie auf Celebes und den Molukken, besonders
zahlreich aber auf Borneo. In die australische Region ist am
tiefsten eingedrungen und wohl der älteste vielleicht schon miozäne
Einwanderer Abalius, dessen drei Arten sich auf Neuguinea (A. rohdei),
den Bismarckarchipel (A. willeyi) und Upolu (A. samoanus) ver-
teilen. Die Erreichung der Samoainseln ist sehr auffällig und er-
weckt den Verdacht einer noch früheren Einwanderung, zumal es
sich um eine primitive Form handelt. Es ist dies auch nicht aus-
geschlossen, vielmehr könnten ihre Vorfahren etwa im Malm nach
Neuguinea gekommen sein. Unerklärt bleibt dann nur das Fehlen
der Familie auf dem australischen Festlande. Gehört Abalius der
jüngsten Schicht der australischen Fauna an, dann kann er nur
durch Trift nach. den Samoainseln gelangt sein, was freilich mit
den gegenwärtigen Strömungsverhältnissen auch nicht in Einklang
steht. Wir stehen hier also vor einem Dilemma, das noch der
sicheren Lösung harrt. Zweifellos neu in der Region ist aber
Telyphonus. T. manilanus hat von den Philippinen aus Halmahera
erreicht, wo er eine besondere Varietät ausgebildet hat, und
T, leucurus findet sich auf den Salomonsinseln. Dazu kommt aller-
dings noch eine zweifelhafte Art 7. insulanus auf den Fidschi-Inseln,
die 7. schimkewitschi von Siam nahe stehen soll. Doch beweist dies
nichts gegen eine späte Einwanderung, da gerade die Fidschi-Inseln
Die Ausbreitung einiger Arachnidenerdaungen. 437
manchen Bewohner besitzen, der erst spät Australien erreicht haben
kann, sie müssen also im Pliozän weit leichter zugänglich gewesen
sein als gegenwärtig. Jedenfalls ist aber die Art früher nach Süden
vorgedrungen als die anderen. Die zweite lebende Familie der
Uropygier, die der Schizonotiden besteht nur aus zwei Gattungen
mit vier Arten, Ein Hauptunterschied gegenüber den Telyphoniden
besteht darin, daß der Cephalothorax in zwei Abschnitte quer ge-
teilt ist. Auch ist das Abdomen (Caudalfaden) sehr verkürzt. In
der ersten Abweichung ist zweifellos die auch australische Gattung
Trithyreus weiter fortgeschritten, indem bei ihr der hintere Ab-
schnitt noch einmal längs geteilt ist. Auch die Gestalt des Caudal-
fadens widerspricht dieser Annahme nicht, besonders wenn wir
Schizonotus tenuicaudatus ins Auge fassen. Schizonotus findet sich
nun auf Ceylon und bemerkenswerter Weise auch in Westafrika
(Liberia), T’rithyreus in Birma, von wo eine Art auch Neuguinea er-
reicht hat. Uebrigens findet sich in Afrika Sch. tenwicaudatus, den
wir oben wegen der einfachen Griffelform seines Oaudalfadens als
die primitivere Art hingestellt hatten. Wann und wo die Schizo-
notiden von den Telyphoniden sich abgezweigt haben, läßt sich
schwer feststellen. Die Abweichungen von den letzteren sind nicht
unbeträchtlich, sonst müßte man als wahrscheinlich bezeichnen, dab
die Familie im Miozän in Vorderindien sich entwickelte. Ihre
Vorfahren wären dann am Anfange dieser Periode über die schmale
Indus-Brücke auf die Dekhanhalbinsel gelangt und hätten hier zu-
nächst Formen etwa vom Typus des Sch. tenwicaudatus gebildet.
Diese gelangten im Pliozän unverändert nach Afrika, wo sie später
auf den wa!digen Westen beschränkt wurden, während sie im Osten
verschwanden, ebenso wie auf Vorderindien, ein in der Geschichte
der äthiopisch-orientalischen Tierwelt ziemlich häufig eingetretenes
Ereignis. Auf Ceylon erhielt sich die Art ebenfalls und hier ent-
wickelte sich aus ihr Seh. erassicaudatus, während in Birma, das
auch im Pliozän erreicht wurde, Trithyreus in seinen zwei Arten
entstand, von denen die eine nach Neuguinea gelangte, aber eigen-
tümlicherweise von den malayischen Inseln nicht bekannt ist,
während doch 7. cambridgei Unterbirma und dem Bismarckarchipel
gemeinsam ist. Es ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, daß die
Schizonotiden schon im paläarktischen Asien sich entwickelt haben;
dann hätte Tröthyreus auch schon vor dem Pliozän Birma erreichen
können und wir könnten eher an eine Wiederverdrängung der
Gattung im malayischen Gebiete denken, wenn dies Fehlen nicht
etwa bloß ein scheinbares ist, das durch spätere Funde beseitigt
wird. An halbisolierten Gebieten, in denen die neue Unterfamilie
sich hätte entwickeln können, hat es ja auch im mittleren Asien
früher nicht gefehlt, besonders, wenn wir das Vorhandensein eines
eozänen „Han-hai“ annehmen, oder selbst noch früher. Jedenfalls
müssen die Tiere aber im Miozän in der Gegend des westlichen
Tibet heimisch gewesen sein, während die eigentlichen Telyphoniden
mehr nach dem Osten hin zu finden waren.
458 Dx Theodor Arldt:
Die zweite Unterordnung der Pedipalpen, die Amblypygier
umfassen nur die eine Familie der Tarantuliden. Wir haben
oben schon angedeutet, daß wir annehmen, diese seien aus primitiven
Uropygiern durch Reduktion des Caudalfadens und außerordentliche
Verlängerung der Tarsengeißel des ersten Beinpaares hervor-
gegangen, abgesehen von einer Reihe anderer Aenderungen. Die
Verbreitung der Familie, wie ihr fossiles Vorkommen im Oligozän
Europas veranlassen uns zu der Annahme, daß sie etwa im Keuper
während der Isolierung Eurasiens sich in dessen westlichem, ost-
europäischen Teile herausgebildet habe, etwa in der Gegend des
europäischen Rußland und Westsibiriens, von wo sie südwärts sich
ausbreitete. Die primitivste Unterfamilie sind in mehrfacher Hinsicht
z.B. nach der nur unter stumpfen Winkel einschlagbaren Hand der
Maxillarpalpe, die Phrynichinen, deren Heimat wir also in das
eben bezeichnete Gebiet verlegen. Von hier gelangten sie ım
unteren Jura nach Afrika, das jetzt noch alle 4 Arten der Unter-
familie beherbergt. Hier bildete sich zunächst Phrynichus aus, dessen
beide Arten eine außerordentliche Verbreitung besitzen, kennen wir
doch PAR. reniformis außer von Ostafrika auch von Ceylon, Vorder-
indien und möglicherweise von Siam, J/?h. bacillifer aber lebt außer
in Ostafrika auch auf Madagaskar. Bei der letzten Art veranlaßt
uns die Verbreitung, die Einwanderung auf Madagaskar etwa für das
Eozän anzunehmen, wie wir das bei den Skorpionen für Uroplectes,
Babyeurus und Odonturus ebenfalls taten. Ph. reniformis kann nicht
vor dem Pliozän in seine indischen Wohngebiete gelangt sein, er ist
ja auch in der orientalischen Region nicht sehr weit nach Osten
vorgedrungen.
Schon früher waren aber andere Tarantuliden nach Indien ge-
langt, die Charontinen, die etwa in Mittelasien aus den ältesten
Phrynichinen hervorgegangen sein müssen. Sie stellen in der
Gliederung ihrer Gliedmaßen in mehrfacher Beziehung den Höhe-
punkt unter den Amblypygiern dar. So ist am vierten Bein die
Tibia vier- selten dreigliedrig, der Tarsus fünfgliedrig, während die
entsprechenden Zahlen bei den anderen Unterfamilien 1 bis 3 und
4 sind. Auch hat das Tarsusendglied hier allein einen Pulvillus
und ähnlich liegen die Verhält:isse auch sonst. Trotzdem muß die
Unterfamilie schon ziemlich alt sein und im unteren Jura bereits
gelebt haben. Der nur dreigliedrige Tarsus läßt zunächst Catagius
von Birma ziemlich primitiv erscheinen. Aus wenigstens in dieser
Hinsicht ähnlichen Formen müssen Sarax und Charinus hervor-
gegangen sein. Sarax brachydactylus findet sich auf den Philippinen,
S. saravakensis auf DBorneo, Neuguinea und dem Bismarck-
archipel. Die australische Region ist wohl nicht vor dem
Pliozän erreicht worden. Am eigenartigsten verbreitet ist Charinus,
von dem Ch. seychellarum auf den Seychellen, Ch. neocaledonicus
auf Neukaledonien und Ch. australianus auf den Fidschi- und den
Samoainseln sich findet. Das Vorkommen der ersten Art läßt sich
einfach erklären. Die Stammformen der Charontinen müssen im
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 459
östlichen Randgebiete der Phrynichinen sich entwickelt haben,
Charinus schliesslich etwa im Gebiete des jetzigen Himalaya, der
im Jura ja noch nicht existierte. Von hier gelangte er vor der
in der Mitte des Jura eintretenden Transgression nach Vorder-
indien und breitete über die indomadagassische Halbinsel sich aus,
die er lange Zeit behauptete. Auf Madagaskar verdrängte ihn aber
schließlich Phrynichus, im indischen Gebiete besonders die Uropygier
und so erhielt er sich nur auf den Seychellen. Der andere Zweig
der Gattung bewohnte das südöstliche Asien, doch wohl erst
später, und erreichte wahrscheinlich auch erst im Miozän seine
australischen vorgeschobenen Posten, doch gilt von ihm dasselbe
wie von Abalius, eine bereits aus Malm erfolgte Einwanderung kann
nicht als unmöglich bezeichnet werden. Von den beiden noch
übrigen Gattungen ist Charon von den Philippinen und Java bis
zu den Salomonen verbreitet und zwar in einer einzigen Art
Ch. grayi, hier haben wir es also zweifellos mit einem Angehörigen
der jüngsten australischen Schicht zu tun. Mit ihm verwandt ist
schließlich noch der birmanische Stygophrynus. Alle diese orien-
talischen Formen haben sich jedenfalls langsam von NW her in ihr
jetziges Wohngebiet hereingeschoben, zum Teil, wie z. B. die letzt-
genannte Gattung, auch hier erst entwickelt.
Es bleiben nun noch die amerikanischen Tarantulinen übrig,
die nach ihrer Spezialisierung etwa in der Mitte der beiden anderen
Unterfamilien stehend, doch wohl als Parallelzweig der Charontinen
angesehen werden müssen. Wir haben deshalb auch hier keine
Veranlassung, uns des südpazifischen Kontinentes zu bedienen. Die
Verhältnisse liegen dann ziemlich einfach. Wie die Telyphoniden und
wahrscheinlich mit ihnen sind im Cenoman Phrynichinen nach Amerika
gelangt, die hier zu der neuen Unterfamilie sich umbildeten. Nach
der Trennung entwickelte sich im Norden Acanthophrynus (Mexiko,
Kalifornien), sicher im Süden Admetus (nördliches Südamerika) und
wahrscheinlich auch Tarantula (nördl. Südamerika, Westindien,
Zentralamerika bis Niederkalifornien und Texas. Die in letzt-
genannten Ländern lebende, aber auch bis Nicaragua gefundene
f. whitei ist wohl erst später nach dem Norden zurückgewandert.
Ehe wir nun den schematischen Zusammenstellungen uns zu-
wenden, seien noch kurz die Palpigraden!) betrachtet, bestehend
aus der einen Familie der Microtelyphoniden mit der monotypen
Koenenia mirabilis von Chile, Texas, Tunis, Sizilien, Mittel- und
Unteritalien, wurde doch diese Form oft zu den Pedipalpen und
zwar zu den Uropygiern gestellt, denen sie ja auch unter anderem
durch die Ausbildung des Caudalfadens ähnelt. Jedenfalls hat die
Ordnung also aus Pedipalpen sich entwickelt, aber da die Ab-
weichungen doch ziemlich beträchtlicher Natur sind, so muß die
Abzweigung auch schon sehr früh erfolgt sein, früher wahrscheinlich
!) n. Kraepelin, K. Pedipalpi und Solifugae, Lief. 12 in: Das Tierreich.
Berlin 1901. S. 1-3.
440 Dr. Theodor Arldt:
als die der Amblypygier, also auch wohl noch vor der Trias. Die
jetzige Verbreitung in ihrer Zerrissenheit ist ein Zeichen für die
Reliktennatur der Gruppe, sie hat sicher einst weitere Bezirke be-
wohnt. Wenn wir nun den Verbreitungstorso zu ergänzen suchen,
so werden wir aufs deutlichste auf die Südatlantis hingewiesen.
In dieser waren die Pedipalpen wenig entwickelt, wenigstens nicht
in den früheren Erdperioden, hier konnte deshalb bis zum Lias
eine selbständige Gruppe sich ungestört entwickeln. Aus der bis
jetzt bekannten Verbreitung der Tiere, es können ja die winzigen,
kaum 2 mm langen Tiere bisher irgendwo übersehen worden sein,
mag ihre Entwicklung sich etwa so vollzogen haben. Im Perm
gelangten Geralinuriden oder ähnliche primitive Pedipalpen von
Nordamerika aus nach dem Süden und breiteten im Westen des
Südkontinentes sich aus, dabei zu den Palpigraden sich entwickelnd,
von denen es einst vielleicht auch größere Formen gab. Ob diese
Ausbreitung über Afrika hinausging, oder ob die Tiere hierher erst
gelangten, als das Gondwanaland bereits zerbrochen war, wissen
wir nicht; solange aber noch kein Palpigrad aus Indien oder
Australien bekannt ist, brauchen wir es jedenfalls nicht an-
zunehmen; wenn die Ordnung in Australien wirklich fehlt, dürfen
wir es sogar wohl kaum. So bilden die Palpigraden schließlich
die den nordischen Pedipalpen aquivalente Fauna des jurassischen
Südatlantis. Doch von jetzt an wurden sie in den tropischen
Teilen Afrikas von den eindringenden Pedipalpen verdrängt und er-
hielten sich nur in den nördlichen Randgebieten, von wo sie wahr-
scheinlich in der Mitte der Tertiärzeit mit anderen afrikanischen
Tieren nach Italien gelangten. In Südamerika erlagen sie eben-
falls seit der oberen Kreide den Pedipalpen und erhielten sich nur in
dem von diesen gemiedenen gemäßigten Gebiete des Südens. Vorher
noch, also im Cenoman gelangten sie auch nach Nordamerika, Früher
möchten wir diese Wanderung der Identität der Art wegen nicht
ansetzen, später aber nicht wegen des Fehlens derselben im ganzen
tropischen Amerika.
Die eben gegebene Besprechung der Familien der Pedipalpen
zeigt deutlich, daß die australische Region Besonderheiten nicht
besitzt, sondern daß ihr überhaupt von Pedipalpen bewohntes Ge-
biet eng an die orientalische Region sich anschließt, wie das Pocock
besonders betont hat. Trotzdem trennen wir das geomorphologisch
zweifellos selbständige australische Gebiet auch hier bei unserer ge-
schichtlichen Betrachtung ab. Es hat ja auch eine endemische
Gattung (Abalius) und eine zweite relativ endemische, in Indien
fehlende (Oharinus) aufzuweisen, steht also darin Afrika mindestens
gleich. Madagaskar hat in den Charontinen vor Afrika eine Unter-
familie voraus, was ebenfalls seine Selbständigkeit rechtfertigt. Die
Schichten sind also folgende, wobei wir die in Frage kommenden
Familien durch die entsprechenden Zahlen, die Unterfamilien durch
die Buchstaben a bis c andeuten.
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u SPS SER Sn
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 44]
I. Australische Region.
F Fidschi-Inseln. S Samoa-Insen. NC Neukaledonien-
Pliozän (Indien) 1. Telyphonus F?. 2. Trühyreus cumubridgei.
3c. Sara sarawakensis, Charon grayi.
Miozän od. ? Malm (Indien) 1. Abalius 8. 3c. Charinus NC. F. >.
1I. Nevtropische Region.
P,M,A s. S. 407.
Pliozän (Nordamerika). 1. Mastigoproctus MA, 3b. Acuntho-
phrynus M.
Cenoman (Nordamerika). 1. Zelyphonellus, 3b. Admetus,
Tarantula MA.
. Perm (Nordamerika). 4 (*)Koenenia mirabilis P.
III. Madagassische Region.
S Seychellen.
. Eozän (Ostafrika). 3a. Phrynichus bacillifer.
. Dogger (Indien). 3c. *Charinus seychellarum S.
IV. Aethiopische Region.
S, W 8.8.408.
. Pliozän (Indien) 2. (*) Schizonotus tenuicaudatus W.
. Lias (Vorderasien) 3a. Phrynichus, Damon 8.
. Perm (Südamerika). 4. [Koenenia mirabılis].
V. Orientalische Region.
V,C,M, Ph s. 8. 408,
. Pliozän (Afrika). 3a. (*) Phrynichus renifer VC.
(Osttibet) 1. * Telyphonus sepiarisC, *Uroproctus assamensis V,
* Labochirus proboseideus Ö.
(Ostasien). 1. T’ypopeltis erueifer.
. Miozän (Westtibet). 2. *Schizonotus C, Trithyreus.
. Eozän (Ostasien). 1. * Mimoscorpius Ph, Tetrabalius M, Tely-
phonus MPh, Hypoctonus, 3c. Catagius, Sara Ph; Charon
Ph, M. Stygophrynus.
. Malm (od. Eozän) (Innerasien). 1. [Abalius], 3c. [Charzlus]
s. Australien.
VI. Holarktische Region.
P,Ns. S. 409.
. Pliozän (Südamerika). 3b. Tarantula whitei N. _
. Oligozän (Afrika). 4. Koenenia mirabilis P.
. Genoman (Südamerika). 4. Koenenia mirabilıs N.
Devon (alteinheimisch). 1’ Geralinura PNr: 1. Typopeltis P,
Mastigoproctus N, 3b. Acanthophrynus N. \
442 Dr. Theodor Arldt:
Auch hier seien ein Paar statistische Werte gegeben. Die
Regionen ordnen sich nach der Zahl ihrer Arten und Gattungen
wie folgt:
davon : davon
Arten, ondemisch. Gattungen, „ndemisch.
Örientalische Region 41 585% 13 Tan
Neotropische n 11 SEHd,% 6 2 =,
Australische e 11 ee, 6 on.
Holarktische n U 4i=51 „ 5 — 0
Aethiopische s 5 2=A0R, 3 In:
Madagassische „ 2 = 50, 2 94
Bemerkenswert ist die unbedeutende Rolle der Pedipalpen in
Afrika, die dessen Skorpionenreichtum gegenüber steht, während
umgekehrt die australische Region an Pedipalpen relativ reicher ist.
Bemerkenswert ist weiter, daß der Endemismus dem Artenreichtum
in ganzen fast parallel verläuft.
Vergleichen wir die Pedipalpenschichten mit den Hauptschichten
der Regionalfaunen, so könnte es uns nicht Wunder nehmen, wenn
viele derselben nicht vertreten wären, da ja die Pedipalpen wenig
zahlreich und nur beschränkt verbreitet sind. Das ist aber nicht
der Fall, vielmehr finden wir 17 Schichten vertreten (77°/,), also
noch etwas mehr als bei den Skorpionen. In der orientalischen,
neotropischen und holarktischen Region finden wir sämtliche
Schichten vertreten, in der australischen fehlt nur die das neo-
tropische Element enthaltende Marsupialierschicht. Einzig und allein
Afrika und Madagaskar entbehren zweier Schichten, was bei ihrer
Pedipalpenarmut sehr natürlich ist. Die Beziehungen der nordischen
Gebiete untereinander ergeben sich aus der folgenden paläo-
geographischen Zusammenstellung:
Devon, Karbon.
Nordatlantischer-nearktischer Kontinent: 1’ Geralinura.
Angarakontinent, Südkontinent: —
Perm, Trias.
Nordatlantis: 1” Geralinuridae.
Eurasien (erst seit nr 1’ (reralinuridae, seit Trias im OÖ
1 Telyphonidae, im W 3 Phrynichinae.
Südatlantis: 4 ae
Gondwanaland:
Jura, Untere Kreide.
Nordatlantis: s. Perm?
Eurasien (Angarakontinent) (v. W n. O): 3 Phrynichinae,
Charontinae, 1 Telyphonidae.,
Südatlantis:
Westen: 4 Microtelyphonidae.
Die Ausbreitung einiper Arachnidenordnungen, 445
Afrika: 3 Phrynichinae.
Indomadagassische Hl.: 3e. Charinus.
?Papuanisches Gebiet (seit Malm): 1 Abalius, 3e. Charinus.
Anustrahlen:* —
Obere Kreide.
Eurasien: s. Jura.
Nearktis: 1 Telyphonidae, 3 Tarantulinae, 4 Koenenia.
Südamerika: 4 Koenenia, 1 Telyphonidae, 3 Tarantulinae.
Afrika: 3 Phrynichus, 4 Koenenia (im NW).
Madagaskar u. Vorderindien: 3c. Charinus.
Papuanisches Gebiet, Australien: s. Jura.
Eozän, Oligozän.
Palaearktis: 3 Phrynichinae.,
Angarakontinent: 3 Charontinae, 1 Telyphonidae (vielleicht
2 Schizonotidae),
Nearktis: 1 Mastigoproctus, 3b. Acanthophrynus, 4 Koenenta.
Südamerika N: 1 Telypkonellus, 3b. Tarantula, Admetus.
2 S: 4 Koenenia.
[Afrika: s. Obere Kreide.
\Madagaskar: 3a. Phrynichus baeillifer.
Seychellen, Vorderindien: dc. Ckharinus.
Papuanisches Gebiet, Australien: s. Jura.
Miozän.
Europa S: 4 Koenenia.
Asien O: 1 Typopeltis.
Hinterindien malayisches Gebiet: | Telyphonidae, 36 Charontinae.
Papuanisches Gebiet: 1 Abalius. 3c Charinus.
Nordamerika, Südamerika, Afrika, Madagaskar, Seychellen
s. Eozän.
Vorderindien: 2 Schizonotus.
Australien, Nordeuropa, Nordasien, Arkt. Amerika. —
Pliozän.
Europa, Palaearktisches Asien s. Miozän.
Nordamerika: 1 Mastigoproctus, 3b Acanthophrynus, Tarantula,
4 Koenenia.
Südamerika N: 1 Mastigoproctus, Telyphonellus, 3b Acanthophrynus,
Tarantula, Admetus.
Südamerika S: Koenenia.
Afrika N: Koenenia.
„Wi: Schizonotus ienuicaudatus.
» Du. S: Phrynichus, Damon.
Madagaskar, Seychellen s. Eocän.
Indien.
Vorderindien: | Telyphonus, Uroproctus, 3a Phrynichus
reniformis.
444 Dr. Theodor Arldt:
Ceylon: 1 Telyphonus (nur im 8), Labochirus, 2 Schizonotus,
3a Phrynichus reniformis.
Hinterindien u. malayische Inseln: 1 Tetrabalius,
1elyphonus, Hypoctonus. 2 Trithyreus. 3a? Phrynichus
reniformis. 3c Catagius, Sarax, Charon, Stygophrynus.
Philippinen 1 Mrmoscorpius. Telyphonus, : Bo 'Saraz, Charon.
Celebes u. Molukken 1 Tetrabalius, Telyphonus, 3c Charon.
Papuanisches Gebiet: 1 Abalius, Telyphonus, 2 Trithyreus,
3c Charinus, Sarax, Charon.
Australien. —
Wir haben mehrfach verschiedene Einzelperioden zusammen-
gefabt, da diese nicht immer wesentliche Unterschiede aufzuweisen
haben. Es ist eben, wie wir schon oben erwähnten, bei den Pedi-
palpen eine soweit gehende Gliederung, wie bei den Skorpionen
oder bei den Myg salomorphen weder in zeitlicher noch in räumlicher
Hinsicht möglich.
IV.
Solifugae.
Ferner als die Pedipalpen stehen die Solifugen!) oder Solpugen
den Skorpionen, doch sind auch sie wohl als ein Seitenzweig der
letzteren anzusehen, wenn sie auch in manchem, so in dem viel-
gliedrigen Abdomen den Pedipalpen näher zu stehen scheinen.
Bei ihnen kennen wir nun leider noch keine fossilen Reste, die ein
hohes geologisches Alter mit Bestimmtheit bewiesen, doch spricht
dafür zur Genüge der von den Skorpionen ziemlich abweichende
Habitus, das Fehlen einer Cauda, die Abgliederung dreier Thorakel-
segmente vom Cephalothorax und die ganz andere Entwicklung der
Maxillarpalpen. Diese starken Abweichungen von den Skorpionen,
die größer sind als die der Pedipalpen, lassen es sogar nicht un-
wahrscheinlich sein, daß die Solifugen noch vor den Pedipalpen,
also vielleicht noch vor dem Devon sich spezialisierten. Merk-
würdig bleibt aber immerhin, daß wir von ihnen aus dem Karbon
so gar keinen Rest besitzen. Dies würde sich nun freilich sehr
einfach erklären, wenn sie damals nur außerhalb des nordatlantischen
Kontinentes, also im Angarakontinente oder im Südkontinente Be
hätten, was recht gut möglich wäre.
Fassen wir, um der Beantwortung dieser Frage eiller zu
kommen, die gegenwärtige Verbreitung der Solifugen ins Auge, so
ist an ihnen die äthiopische Region mit 86 Arten von 196 am
reichsten. Auf Afrika und Südamerika kommen die reichliche
') Poeock, R.J. The geographical Distribution of the Arachnida of the
orders Pedipalpi and Solifugae. Nat. Se. 1899. Kraepelin, K, Pedipalpi und
Solifugae, Lief. 12 in: Das Tierreich. Berlin 1901, S. 4—152.
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 445
Hälfte aller Arten. Trotz dieses Reichtums können wir aber die
Ordnung nicht als südlich betrachten, sie kann vielmehr erst spät
hierher gelangt sein und sich hier so reich differenziert haben.
Denn einmal fehlen die Solifugen der Australischen Region gänzlich,
ebenso den Sundainseln, doch mußten sie hier verbreitet sein, da
auf den Molukken Dinorhax heimisch ist. Ebenso fehlen sie der
madagassischen Region und dem Osten der neotropischen von
Venezuela und Guayana bis Paraguay und Brasilien. Das spricht
ganz entschieden dafür, daß sie nicht alte Bewohner des Südens
sind, daß sie ganz besonders auch der mesozoischen Südatlantis ge-
fehlt haben, denn sonst würden wir sie in Brasilien und wahr-
scheinlich auch auf Madagaskar finden. Wir kommen also auf
einen nördlichen Ursprung der Solifugen hinaus. Das spricht sich
auch in Verteilung der Gattungen aus, denn während von den
196 Arten 86 (83 endemisch) äthiopisch, 64 (59 end.) paläarktisch,
22 (22) neotropisch, 17 (17) nearktisch und 12 (10) orientalisch
sind, steht bei den 24 Gattungen das paläarktische Gebiet mit 15
(7 endem.) oben an, dann folgen die äthiopische Region mit 10 (4),
die neotropische mit 6 (4), die orientalische mit 4 (1) und das
nearktische Gebiet mit 2 (0). Hiernach kann auch das nord-
amerikanische Festland nicht sehr in Frage kommen, vielmehr mub
zum mindesten für die letzten Perioden der Erdgeschichte der
Verbreitungsmittelpunkt der Solifugen zweifellos im paläarktischen
Gebiete, in den gemäßigten Räumen der alten Welt gesucht werden.
Erst relativ spät haben von hier aus die lebenden Gruppen sich
ausbreiten können. Um ihre Verbreitung zu erklären, brauchen
wir auch nicht weit zurückzugehen, es reicht vielmehr die Zeit seit
dem Ende der Jurazeit bequem dazu aus. Trotzdem müssen wir
aber, wie schon gesagt, annehmen, daß sie auch früher schon
lebten, können sie doch nicht von den höher spezialisierten Skorpionen
abgeleitet werden, sondern höchstens von deren primitivsten Grund-
formen, die wir wohl noch gar nicht kennen. Man könnte nach
dem oben gesagten vermuten, daß der Angarakontinent bei dieser
Entwicklung eine bedeutende Rolle gespielt habe; der vom Kambrium
bis zur Karbonzeit isoliert war. Doch lag er teilweise dem nord-
atlantischen Kontinente nahe genug, sodaß alte Urskorpione hätten
nach ihm verschlagen werden können. Zu denken wäre besonders
ans Untersilur, in dem die Nordatlantis Nordnorwegen umfaßte,
während der paläarktische Kontinent in Finnland begann. Hier
konnte also leicht eine transmarine Ausbreitung erfolgen. Im Ober-
silur wurde der ganze Süden der Paläarktis überflutet, bis auf die
kleine finnische Insel, die Urskorpione mußten also in die nörd-
liche Hälfte zurückgedrängt werden. Auch diese verschwand im
Devon fast gänzlich in den Fluten des arktischen Weltmeeres und
nur ganz kleine Gebiete in der Gegend der Lenamündung traten
mit dem jetzt auftauchenden ostsibirischen Angarakontinente in
Verbindung. Im Mitteldevon wurde auch von diesem wieder der
Westen vom Meere bedeckt, so daß etwa im Untersilur nach Finn-
446 Dr. Theodor Arldt:
land gelangte Urskorpione, wenn sie sich überhaupt erhielten, bis
ostwärts einer Linie zurückgedrängt werden mußten, die etwa den
Argun mit der Kolymamündung verbindet. Hier könnten wir vielleicht
die Geburtsstätte der Solifugen suchen, d. h. besser gesagt, hier dürfte
ihre Entwicklung in der langandauernden Isolierung des Kontinentes
erfolgt sein und ist vielleicht erst im Karbon abgeschlossen worden,
als er anfıng, sich wieder beträchtlich auszudehnen. Als dann im
Perm die Skorpione eindrangen, war die neue Ordnung genügend
befestigt und erstarkt, daß die Konkurrenz derselben sie nicht zurück-
zudrängen vermochte, wenn sich die Solifugen auch nicht weit
ausbreiteten. Es fällt uns freilich schwer zu glauben, daß sie sich
sollten gar nicht über die Nachbarkontinente ausgebreitet haben.
Eher möchten wir an eine Wiederauslöschung von Solifugenformen
in einigen derselben denken. Doch schweben hier leider alle
Schlüsse haltlos in der Luft. Wir können also unsere Rückdatierung
der Solifugenentwicklung erst am Ende der Jurazeit beginnen lassen,
in einer Zeit, in der die Familien der Solifugen sich vielleicht schon
getrennt hatten.
Hatten wir eben festgestellt, daß der Angarakontinent die
Heimat der Solifugen sein könnte, so müssen sie sich doch später
mehr westwärts verschoben haben, spricht doch ihre gegenwärtige
Verbreitung mehr für eine Ausbreitung von Europa und Vorder-
asien her, als für eine solche vom Kernlande des Angarakontinentes.
Diese Westverschiebung konnte im Oberperm und in der Trias ein-
treten, als Osteuropa mit dem letzteren zu Eurasien sich zusammen-
schloß. In der unteren Kreide lebten sie demnach mindestens im
östlichen, europäischen Teile der Nordatlantis, während sie im
Angarakontinent vielleicht schon wieder verschwunden waren, ver-
drängt durch die nach unserer Annahme seit dem Jura reicher
entwickelten Skorpione. Von dem Kontinente aus hatten sie auch
die vorgelagerten Inselzüge besiedelt und haben auf ihnen sich
dauernd behauptet, hier vielleicht auch zu einem großen Teile sich
differenziert. Ihre jetzige Ausbreitung können sie dann endgiltig
erst seit dem Miozän erreicht haben, als die gegenwärtige Ver-
teilung von Land und Meer sich ausbildete.
Die erste Familie, die der Galeodiden, hat nun sicherlich von
Osteuropa ihren Ausgang genommen, von wo sie nach S, SO und
SW sich wendete. Im Miozän etwa erreichte ihre Hauptgattung
(aleodes Vorderasien, d. h. damals das Gebiet von Turkestan, Nord-
persien, Armenien, Kleinasien und der Balkanhalbinsel, in dem jetzt
noch 10 von den 16 Arten der Gattung leben, darunter auch die
am weitesten verbreiteten. Im Pliozän gelangte sie nach Afrika, wo
(raleodes besonders im Norden mehrere Arten ausbildete, von denen
(@. olivieri bis Togo vordrang, während der im Stammgebiete ent-
wickelte @. araneoides von Südrußland und Turkestan bis an den
oberen Senegal und den mittleren Kongo sich ausbreitete und
(. arabs von Kleinasien bis Algier, dem Sudan und Arabien. In
Nordafrika breitete sich von 'Turkestan aus auch Paragaleodes aus,
Die Ansbreitung einiger Arachnidenordnnngen. 447
der die bei (sateodes am ersten Beine noch ausgebildeten Endkrallen
verloren hat. Nach Osten hin gelangten nur (raleodes-Arten, zu-
nächst @. falalis, der von Persien bis Vorderindien reicht und an
den sich zwei weitere Arten (r. orientalis und (r. agilis anschließen.
Auch diese Einwanderung kann nicht vor dem Pliozän stattgefunden
haben.
Den Galeodiden steht die zweite Familie, die der Solpugiden
in mehrfacher Beziehung nahe, doch zeigt sie eine viel größere
Variabilität, und hat sich auch über weit größere Flächen aus-
gebreitet, ihr gehören ja auch von den 196 Solifugenarten nicht
weniger als 169 an. Jedenfalls haben sie schon ziemlich früh aus
Formen sich entwickelt, die den Galeodiden noch näher standen. Unter
ihren Unterfamilien machen den modernsten Eindruck die Solpuginen,
systematisch durch den großen Artenreichtum ihrer Gattungen
(Solpuga 52 Arten), geographisch durch ihr geschlossenes Ver-
breitungsgebiet, morphologisch z. B. durch die starke Gliederung
ihrer Tarsen, die bis zu 7 Gliedern aufweisen. Die andere große
Unterfamilie der Daesiinen macht dagegen mehr den Eindruck
höheren Alters durch Gattungsreichtum, zerstreute Verbreitung und
sehr schwankende Tarsengliederung. Sie weisen dadurch zu allen
anderen Unterfamilien Beziehungen auf, wie auch in anderen Merk-
malen. Ihnen wollen wir uns daher zuerst zuwenden. Sie be-
wohnen einmal Afrıka mit Spanien, Arabien und Vorderindien, dann
aber auch das westliche Amerika von Mexiko bis Chile. Wir
nehmen hiernach an, daß ıhre Heimat in der Kreidezeit westlich
von der der Galeodiden lag. Die Ausbreitung nach Nordamerika
ist dann jedenfalls ins Senon und Eozän zu setzen, die nach Indien
nicht vor das Pliozän. Zur gleichen Zeit wurde auch erst Süd-
amerika erreicht. Nur bei Afrika könnten wir zwischen zwei
Terminen schwanken. In Nordamerika sind die Däsiinen fast ganz
wieder verschwunden, nur zwei Arten von Ammotrecha haben sich
erhalten, A. texana in Texas und A. peninsulana in Niederkalifornien
und Mexiko. Sie gehören einer Gattung an, die wir als jünger be-
trachten müssen wegen der dreigliedrigen Tarsen des vierten Beines.
Sie steht darin Pseudocleobis nahe. Aber während Ammotrecha zwar
Kuba und Jamaika erreicht hat, aber nur bis Nordbrasilien und
Eeuador vorgedrungen ist, finden wir /’sewdocleobis von Bolivien bis
Chile, vielleicht auch in Patagonien. Er ist in P. andinus und
P. morsicans von allen Solifugen am weitesten nach Süden vor-
gedrungen. Nahe kommt ihm der westargentinische Procleobis
burmeisteri, der den altweltlichen (rluviopsis außerordentlich nahe
steht und auch nach seiner Tarsengliederung zu den primitivsten
Däsiinen Amerikas gehört. Hierin stehen ihm auch Saronomus
capensis von Venezuela und A/ummucia variegata von Chile und
Peru nahe. Alle diese monotypen Gattungen repräsentieren die ältere
Stufe, während die beiden jüngeren viel artenreicher (/’seudocleobis 4.
Ammotrech« 11 Arten) sind. Bei 4. fexana ist hiernach vielleicht
eine Rückwanderung vom Süden aus anzunehmen.
448 Dr. Theodor Arldt:
In Nordamerika werden die Däsiinen jetzt vertreten durch die
Eremobatinen, die allem Anscheine nach aus ihnen hervorgegangen
sind, besonders durch Reduktion verschiedener Merkmale wie der
Stridulationsriefen der Manudibeln, der Bezahnung des dorsalen
Mandibelfingers sowie des Flagellums, während die Bedornung der
Metatarsen des 2. und 3. Beines verstärkt worden ist. Die Ent-
wicklung der Unterfamilie ist auf das südliche Nordamerika be-
schränkt. Hier reichen sie von Nordkarolina und Washington bis
Mexiko.
Wir kehren nun zu den altweltlichen Däsiinen zurück, von
denen wir schon (Grluviopsis wegen seiner Beziehungen zu Procleobis
erwähnten. Diese Gattung ist auch die einzige, die in Vorderindien
eingedrungen ist. Hier findet sich im Westen @. atrata, während
die Hauptart (Gr. rufescens nicht bloß im Osten des mediterranen
(Gebietes, sondern auch in Algerien sich findet, ein Beweis für die
einst weitere Ausdehnung dieser Gattung. Dazu kommen noch drei
weitere Arten Gr. balfowri von Sokotra und (. nigripalpis und
(r. rivae vom Somaliland, die sicher erst im Pliozän ihr jetziges
Wohngebiet erreicht haben. Da diese Arten im Bereiche der mut-
maßlichen pliozänen Landverbindung zwischen Indien und Afrika
gelegen sind, wäre es nicht ausgeschlossen, dab Gluviopsis von
Indien aus Afrika erreicht hätte. Es kommt darauf an, welcher
der beiden Hauptarten die drei nahe verwandten äthiopischen am
nächsten stehen. Jedenfalls ist aber auch @. atrata kaum vor dem
Beginne der Pliozänzeit nach Indien gelangt. Wie (rluviopsis hat
auch Glavia einen eingliedrigen Tarsus am vierten Bein, stimmt
mit ihm auch in der Bedornung der Metatarsen überein. Dabei ist
(sl. dorsalis aber ganz auf Spanien beschränkt, findet sich also ın
einem Gebiete, das dauernd dem Wohngebiete der Familie angehört
hat, während (rluviopsis sich bald mehr östlich verbreitete, nachdem
ein Teil von ihm auf atlantischem Wege nach Nordamerika gelangt
war. Die Ausbreitung von (sluria ging mehr nach dem Süden:
Bei ihr wird schon beim Tarsus des 2. und 3. Beines durch eine
dorsale Querfurche eine Zweiteilung angedeutet, und beim vierten
Bein tritt eine andeutungsweise Dreiteilung auf. Diese Entwicklung
findet ihren Gipfel in Daesia, die allein von allen Daesiinen am
2. und 3. Bein zweigliedrige und am 4. viergliedrige Tarsen be-
sitzt. Wir können also in (Grluvia-ähnlichen Formen vielleicht die
Vorfahren von Daesia suchen, wenn auch kaum in (Grluvia selbst,
da diese durch ihre geringe Bezahnung der Mandibeln von der
normalbezahnten Daesia abweicht. Dagegen scheint die etwas ge-
ringere Bedornung des 3. Metatarsus bei Dacsiu als Weiterentwicklung
der normalen aufgefaßt werden zu können. Daesia ist nun vor-
wiegend afrikanisch, findet sich aber auch in Arabien, Palästina
und auf Kypern. Sie hat sich wohl erst seit dem Pliozän aus-
gebreitet, spricht doch auch ihr Artenreichtum (18) dafür, dab sie
eine junge aktive Form ist. Ihre Vorfahren sind wahrscheinlich
von Spanien aus in Afrika eingedrungen, haben sich hier weiter
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 449
entwickelt und verbreitet und sind auch in die Randgebiete gelangt,
am weitesten D, ehrenbergi, der von Nubien bis Palästina und Kypern
reicht. Die Einw anderung auf letztere Insel mub spätestens an
der Wende der Pliozän- und Diluvialzeit erfolgt sein, zugleich mit
verschiedenen anderen äthiopischen Formen, besonders unter den
Reptilien, da Kypern um diese Zeit etwa Insel geworden sein dürfte.
Primitiver ist wieder der ägyptisch-palästinische (@nosippus, der
jedenfalls innerhalb des Mittelmeergebietes ostwärts gewandert ist
und vielleicht Gluvia nahe steht, wie auch die südafrikanische
Hemublossia bowvieri, bei der die Bedornuug der 2. und 3. Meta-
tarsen ganz verschwunden ist. Dasselbe finden wir auch bei
Blossia, die aber durch die zweigliedrigen 4. Tarsen als höhere
Stufe sich kennzeichnet. Die Heimat beider Formen ist Afrika.
Von Blossia findet sich jetzt noch BD. setifera von Kapland bis
Maschonaland, /H. bowvieri am oberen Sambesi, B. spinosa in Algier
und Unterägypten. Ihre Vorfahren sind wahrscheinlich wie die
von Daesia im Pliozän von Spanien her vorgedrungen.
Auch die übrigen drei Unterfamilien sind sämtlich in Afrika
vertreten, die Solpuginen sind sogar ganz vorwiegend afrikanisch
mit 48 äthiopischen Arten, zumal auch die anderen alle in Afrika
sich finden bis auf zwei südeuropäische, die nach Kraepelin ver-
mutlich überhaupt nicht zu den Solifugen gehören. Hier kann kein
Zweifel daran sein, daß die Solpuginen in Afrika sich entwickelt
haben und zwar aus primitiven Däsiinen. Dabei ist eine sehr weit-
eehende Gliederung der Tarsen eingetreten, ähnlich wie bei den
lebenden afrikanischen Däsiinen, aber während Daesia es am 2. und
3. Tarsus nur auf 2, am 4. nur auf 4 Glieder bringt, sind die ent-
sprechenden Zahlen bei Solpuga 4 und 7! Die Einwanderung der
Vorfahren von Solpuga wird am besten auf das Oligozän fest-
zusetzen sein. Mit primitiven Viverriden und Proäluriden konnten
damals auch Solifugen in den isolierten äthiopischen Kontinent ge-
langen und entwic kelten sich hier zu den Solpuginen, deren Ent-
wW icklung fällt also zeitlich mit der der Skorpione zusamınen, mit
denen sie auch in ihrer Ausbreitung Ähnlichkeit zeigen.
Die Rhagodinen sind nordafrikanisch und vorderasiatisch und
sind kaum vor dem Pliozän nach Afrika gelangt und zwar vom
südlichen Vorderasien aus, zumal sie nur im Osten den Äquator
überschreiten, reichen sie doch hier bis zur Massaisteppe (Athagodes
termes, karschi), während sie im Westen mit Gambia (R. mirandus)
enden. Auch Vorderindien haben sie err eicht, ja mit A. phipsoni sogar
Ceylon. Sehen wir diese Ausbreitung von Rhagodes für ziemlich
jungen Datums an, so bereitet uns die zweite Wattung Dinorhax
größere Schwierigkeiten, findet sie sich doch in Annam, Cochinchina
und auf den Molukken in der einen Art D. rostrum psütaci. Dabei
steht diese isolierte Gattung anscheinend höher, so fehlen ihr am
1. Bein stets die Endkrallen, wie den Däsiinen, Eremobatinen, Solpu-
ginen und bei Z uragaleodes, während sie bei Zhagodes ebenso wie
hei Galeodes zum mindesten in mehreren Fällen vorhanden sind.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. I. H.3. 29
450 Dr. Theodor Arldt:
Jedenfalls haben wir es hier mit einem früheren Vordringen der
Rhagodinen zu tun, die einen Parallelzweig zu den Däsiinen dar-
stellen dürften und zwar einen östlichen, östlicher vielleicht noch
heimisch als die Galeodiden. Die Tiere konnten dann etwa im
Miozän in Hinterindien eindringen, wurden aber hier später durch
irgend welche äußere Einflüsse, vielleicht durch die Pedipalpen
zurückgedrängt. Immerhin ist diese Einschränkung etwas rätsel-
haft. Daß Vorderindien dagegen erst im Pliozän von Zthagedes
erreicht wurde, dafür spricht auch der Umstand, daß die indischen
Arten meist mit paläarktischen Arten nahe verwandt sind, so
R. phipsoni (Ceylon) mit R. aureus (Afghanistan), AR. brevipes
(Nepal) mit R. echropus (Algier, Tunis) und zwei weiteren Arten
von Transkaspien und Somaliland, R. vittatus und R. semiflavus
(Pandschab) mit /r.melanopygus (Transkaspien, Persien), ja R.nigriceps
ist Indien und Persien gemeinsam.
Eine dritte selbständige Linie müssen wir in den Karschiinen
sehen, die ebenfalls noch Endkrallen am ersten Bein besitzen, da-
gegen fehlen ihnen die sonst vorhandenen nur bei den Eremobatinen
abgeschwächten Stridulationsriefen der Mandibeln. Hier zeigt nur
die afrikanische Gattung Ceroma noch Anklänge an die anderen
Solpugiden und deshalb könnten wir sie als primitivsten Typus an-
sehen. Sie unterscheidet sich aber auch durch die zweigliedrigen
Tarsen von ihren Verwandten, deren Tarsen sämtlich eingliedris
sind. Nach den Beobachtungen bei den anderen Solpugiden mübten
wir sie daher wieder für spezialisierter halten, was mit ihrer Ver-
breitung besser übereinstimmt, denn Ceroma findet sich im Osten
Afrikas von Britisch-Afrika bis zum Kapland und Damaraland und
ist hier anscheinend ein junges Element der Fauna, während die
andere Gattung im Stammgebiete der Familie, im paläarktischen
Gebiete sitzen; in Vorderasien, aber auch in Algerien (Husimonia).
Die Ausbreitung in die äthiopische Region ist also wohl im Pliozän
über Ägypten erfolgt. Von den indischen Gattungen zeigt Kusimonia
die eigenartigste Verbreitung: Algier, Kypern, Syrien, Turkestan.
Die Verbreitung dürfte in westlicher Richtung stattgefunden haben.
Nach Osten hin schließt die verwandte Karschia sich an, die in
K. nasuta bis Ostturkestan gekommen ist. In Agypten kommt dazu
Barrus leto. urneuxi, von Buchara bis Kleinasien Gylippus, der
(G. syriacus) ebenso Kypern erreicht wie Eusimonia furcillata und
Daesia ehrenbergt.
Es bleibt nun nur noch die kleine Familie der Hexisopodiden
übrig, vertreten durch 5 südafrikanische Arten. In der Gliederung
der Tarsen schließen sie den primitivsten Daesiinen sich an, da-
gegen fehlen ihnen die Endkrallen der Beine, ebenso die Zähne der
Mandibeln und Dornen am 2. und 6. Metatarsus. Jedenfalls ist
Hexisopus der älteste Solifuge im äthiopischen Afrika, der durch
die jüngeren Solpuginen nach dem Süden zurückgedrängt wurde.
Doch wird es trotzdem nicht nötig sein, seine Einwanderung allzufrüh
anzusetzen. Er bez. seine Vorfahren könnten etwa im Kozän, an
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen. 451
der Wende gegen die Oligozänzeit nach Afrika gelangt sein, als auch
einige Creodontier und Ungulaten hierhin den Weg fanden, wie
die Reste von Fayum beweisen, und andererseits afrikanische
Edentaten, Oryeteropodiden und Maniden, nach Mitteleuropa hinüber-
gelangten. Im Oligozän breiteten sie sich dann in Afrika aus,
wurden aber durch die nachwandernden Däsiinen bez. durch die
aus ihnen hervorgegangenen Solpuginen wieder verdrängt. Daß sie
Madagaskar nicht erreichten, beweist nichts gegen die Annahme,
sie hätten im Paläogen in Afrika gelebt, denn einmal können sie
sehr langsam nach dem Süden sich ausgebreitet haben, sodaß sie
erst am Ende der Miozänzeit in die Gegend der Landenge von
Mozambique kamen, und dann braucht diese ja auch für sie nicht
bequem gangbar gewesen zu sein. Manche zweifellos alt-afrikanische
Tiere fehlen in Madagaskar wie die Chrysochloriden, die Maniden,
die Hyraciden. Es fragt sich nur, ob wir annehmen müssen, daß
die Familie in Afrika sich differenzierte. Dies ist recht wohl denkbar,
doch läßt sich auch nichts greifbares gegen die andere Annahme
vorbringen, dab die Tiere bereits im Norden sich spezialisiert hatten
und hier später ebenso verdrängt wurden wie im größten Teile
Afrikas.
Wenden wir uns den Regioneu zu, so zeigt sich ein ganz
hervorragender Unterschied zwischen Madagaskar und Afrika in
dem völligen Fehlen der relativ spät verbreiteten Solifugen auf der
Insel, eine Tatsache, die sich mit dem Fehlen der Affen, der
moderneren Raubtiere, der höchststehenden Ungulaten vergleichen
läßt. Madagaskar ist durch dieses negative Zeichen ganz scharf
als Region ausgeprägt. Die Molukken sind orientalisch. Bei den
beiden Gebieten der holarktischen Region gibt es zwar keine
identische Gattung, doch stehen die amerikanischen Gattungen z.T.
den paläarktischen außerordentlich nahe, wenn auch im ganzen die
Unterschiede beträchtlicher sind als bei den höheren Tieren. Wir
erhalten also folgende Solifugenschichten.
I. Australische Region. —
1]. Neotropische Region.
P M A732 .85407,
2. Jüngstes Pliozän od. Pleistozän (Südamerika): 2d (*) Eremo-
bates M.
1. Pliozän (Nordamerika): 2c* Procleobis P, Pseudocleobis P, Saro-
nomus, *Mummucia P, Ammotrecha AM,
III. Madagassische Region. —
IV. Aethiopische Region. „
SW s. 8. 408.
. Pliozän (Spanien): 2c Daesia S, *Hemiblossia S, (*) Blossia S,
[Gnosippus]) ? Gluviopsis.
r (Syrien): 1 Galeodes W, 2a Rhagodes, 2e Ceroma S.
5 (Indien): ? 2c Gluviopsss.
oo
29%
452 Dr. Theodor Arldt:
2. Oligozän (Südeuropa): 2b Solpuga, Zeriassa,
1. Eozän (Südeuropa): 3 Hewsopus.
V. Orientalische Region.
V,CMs 8.40.
2 Pliozän (Persien). 1 (*) Galeodes V, 2a. (*) Rhayodes VO, 2e.
(*) Gluviopsis atrata
1 Miozän (Innerasien). 2a. Dinorkax M.
VI. Holarktische Region.
3 Pleistozän (Südamerika). 2c. Ammotrecha N.
2 Pliozän (Afrika). 2b. Solfuga P, 2c. Daesia P, Blossia P.
1 Silur? (alteinheimisch). 1 Galeodes P, Paragaleodes P, 2a. Rha-
godes P, 2e. Gluvia P, Gnosippus P, Gluviopsis P, 2d. Kre-
mobates, Ze. Gylippus P, Barrus P, Eusimonia P, Karschia P.
Statistische Bemerkung haben wir schon am Anfange der Be-
sprechung der Solifugen gegeben (5.445), es erübrigt also, hier noch-
mals darauf einzugehen. Da die Solifugen Australien und Madagaskar
gänzlich fehlen, können natürlich nur relativ wenig Hauptschichten
durch sie vertreten sein, nämlich nur 7 (= 32°/,). Lassen wir
aber diese beiden Regionen außer betracht, so steigt der Satz auf
47°/,, was immerhin gegen 82°/, bei den Mygalomorphen, 77°/, bei
den Pedipalpen und Palpigraden und 68—73°/, bei den Skorpionen
wenig ist, eine Folge der anzunehmenden späten Ausbreitung der
Ordnung, die uns keine Gruppe den älteren Schichten zuzuordnen
zwang. Dagegen sind die jüngeren Schichten ziemlich vollzählig
vertreten, mehrmals sogar mehrfach geteilt (Südamerika, Afrika),
Bei dieser Sachlage wird auch unsere paläogeographische Ueber-
sicht beträchtlich vereinfacht.
Wahrscheinliche Sitze der Solifugen von Untersilur bis Senon:
Silur: Palaearktis.
Devon-Unterperm: Angarakontinent.
Oberperm-Dogger: Eurasien.
Malm-Neokom: Oestlicher Teil der Nordatlantis (Europa) mit
vorgelagerten Inseln.
Genoman-Senon: Westlicher Teil Eurasiens (Europa) mit
Inseln.
Eozän.
Nearktis: 2c. [Procleobis].
Palaearktis:
Bretonisch - iberische Halbinsel: 2ec. (rluvia-Gruppe.
W: 2c. (Gluviopsis-Gruppe.
OÖ: 1 (raleodes.
Südöstliche Inseln: 2a. Rhagodes, 2e. Karschüinae,
Angarakontinent, Südamerika, Australien: —
Afrika: 3 Hexisopus.
Madagaskar: —
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnungen, 453
Oligozän.
Afrika: 2b. Solpuga, 3 Hewisopus.
sonst s. Eozän.
Miozän.
Nearktis: 2e. [P’rocleobis]. 2d. Eremobates.
Europa:
Spanien: 2 (luvia.
Pontisch-Kaspisches Gebiet: 1 (ruleodes.
Vorderasien: 2a. Rhagodes, 2c. (Gluviopsis, 2e. Karschrinae.
Hinterindien und malayisches Gebiet: 2a. Dinorhax.
Afrika: 2b. Solpuga, Zeriassa, 3 Hexisopus,
sonst:
Pliozän.
Südamerika: 2c. Daesünae, 2e. Procleobis, Saronomus, Mummucia,
Ammotrecha, Pseudocleobis, seit Pleistozän: 2d. Eremobates.
Nordamerika: 2d. Kremobates, seit Pleistozän: 2e. Ammotrecha.
Eurasien:
Spanien: 2c. Gluvia.
Pontisch-Kaspisches Gebiet: 1 (Galeodes.
Vorderasien und Turkestan: 1 (aleodes, Paragaleodes,
2a. Rhagodes, 2c. Daesia, (inosippus, (Gluviopsis, 2e.
Gylippus, Eusimonia, Karschia.
Vorderindien und Ceylon: 1 (aleodes, 2a. Rhagodes, 2c. (rlu-
viopsis.
Hinterindien und Molukken: 2a. Dinorhax.
Nordafrika O: 1 (aleodes, 2a. Rhagodes, 2b. Solpuga, 2c. Daesıa,
(inosippus, Blossia, 2e. Barrus.
Nordafrika W: 1 (raleodes, 2a. Rhagodes, 2b. Solpuga, 2c. Daesia,
ı Blossia, Gluviopsis, 2e. Busimonia.
| Aethiopische Region: 1 Galeodes, 2a. Rhagodes, 2b. Solpuga,
Zeriassa, 2c. Daesia, Blossia, Hemiblossia, (rluviopsis, 2e. Ceroma,
ı 9 Hexisopus.
Nachdem wir so die Ordnungen der Skorpionsartigen Tiere
besprochen haben, ist es vielleicht nicht unangebracht, noch einmal
eine kurze Zusammenfassung der paläogeographischen Resultate zu
geben, die zeigt, wie die vier Stämme mit ihren Hauptästen in
räumlicher Sonderung erwuchsen. Natürlich müssen wir uns da
auf die ältesten Formationen beschränken, da später die Ordnungen
sich zu allgemein durcheinander schoben.
Kambrium, Silur.
Nordatlantis: 1 Scorpiones.
Palaearktis: erst seit Untersilur: 4 Solifugae.
Gondwanaland seit Obersilur: la. Scorpiones (Apoxypoda).
Südatlantis: —
Devon, Karbon.
Nordatlantis: 1 Scorpiones, 2 Pedipalpi.
Angarakontinent: 4 Solifugae.
454 Dr. Theodor-Arldt:
Südatlantis: Ib. Scorpiones.
Gondwanaland: la. Puthidae.
Perm.
Nordatlantis: 1 Scorpiones, 2 Pedipalpi.
Eurasien: 1 Scorpiones, 2 Pedipalpi, 4 Solifugae.
Südatlantis: 1b. Bothriurıdae, 3 Palpigradi.
Gondwanaland: la. Duthidae.
Von der Trias an wird die faunistische Mischung der vier
Ordnungen zu stark, als daß eine weitere Zusammenstellung gegen-
über den früher gegebenen besondere Vorteile böte. Auch der
hier gegebenen Uebersicht haben wir keine weiteren Worte zuzufügen.
nz
Bemerkungen zu einigen weiteren Arachnidengruppen.
Wir haben im vorhergehenden versucht, die Entwicklung von
fünf relativ wenig umfangreichen Ordnungen der Arachnidenklasse
paläogeographisch zu verfolgen. Dabei haben wir ihren Ursprung meist
nach dem Norden gelegt, den der Skorpione in die kambrische, den
der Pedipalpen in die devonische, den der Mygalomorphen in die
oberkarbonische Nordatlantis, den der Solifugen in die silurische
Paläarktis, und nur bei den Pedipalpen haben wir den Ursprung nach
dem Süden, in die Südatlantis zu verlegen uns veranlaßt gesehen,
doch gehen auch sie auf nordische Formen zurück. Natürlich kann
eine solche Annahme nur mit großem Vorbehalte gemacht werden.
Wir stützen uns dabei auf die paläozoischen fossilen Reste in
Europa und Nordamerika, aber wir müssen uns ja immer bewußt
sein, daß gleichzeitig auch in anderen Gebieten verwandte Arachniden
gelebt haben könnten, von denen wir nur zufällig keine fossilen
Reste besitzen. Indessen stimmt ja aber, wie wir gezeigt haben,
die Ausbreitung der besprochenen Gruppen recht gut zu der An-
nahme ihres nördlichen Ursprungs und so läßt sich dieser wohl
wenigstens vorläufig rechtfertigen, auch ohne dab wir auf all-
gemeine Entwicklungsgesetze uns ausschließlich verlassen.
Werfen wir noch einen kurzen Blick auf einige andere
Arachnidengruppen, die zu umfangreich sind, als daß Verfasser
sich jetzt an ihre geographische Durcharbeitung heranwagen möchte.
Nur Fragmente möchte er in den folgenden Zeilen geben. Pocock
gibt in seiner Arbeit über die Mygalomorphen auch einige interessante
geographische Daten für einzelne Arachnomorphenfamilien!),
die im europäischen Oligozän fossile Reste hinterlassen haben. Von
diesen sind die Urocteiden, vertreten allein durch Uroctea, im
Süden auf jeden Fall sehr jung, wie auch Pocock annimmt. Denn
wenn sie auch in Südafrika sich finden, so fehlen sie doch auf
Madagaskar. Sie gehören also wahrscheinlich der pliozänen Schicht
1) Proc, Zool. Soc. London 1903 I. p. 366—368,
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnunpen. 455
der äthiopischen Region an. Auch Vorderindien haben sie wahr-
scheinlich nicht früher erreicht, während sie das südpaläarktische
Gebiet fast in seiner ganzen Ausdehnung besiedeln. Ihre mäßige
Verbreitung in Indien läßt einen europäischen Ursprung möglich
erscheinen.
Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Eresiden, die aller-
dings in größerer Zahl Afrika (Dresserus, Seothyra, Stegodyphus,
Eresus) erreicht haben, und in Indien bis Ceylon und Birma (Stego-
dyphus) gekommen sind, aber auch auf Madagaskar, den malayischen
Inseln und Australien fehlen.
Die Heimat der Anyphaeniden liegt nach Pocock wahr-
scheinlich in Nordamerika. Von hier ist Anyphaena spätestens im
Eozän nach Europa gelangt, vielleicht auch nach Asien. Nach
Südamerika ist sie nicht vor dem Pliozän gelangt, vielleicht in der Kälte-
periode des Pleistozän, da sie im wesentlichen auf die gemäßigten
Gebiete beschränkt ist, also ähnliche Verbreitung zeigt, wie z. B.
verschiedene Coleopteren. 1
Anders ist es bei den Hersiliiden. Hier findet sich die
primitivste Gattung 7ama im Mittelmeergebiet, Indien, Australien
und Südamerika, hier ist also eine transpazifische Verbreitung nicht
unwahrscheinlich. Der Eindruck, daß die Gattung früh nach dem
Süden gelangte, wird dadurch verstärkt, daß ihr Hersiliola von
Südafrika und dem Mittelmeergebiete sehr ähnelt. Die Heimat der
Gruppe werden wir hiernach am besten im Eurasien der Jurazeit
suchen. Von hier gelangte 7Tama bis zum Malm nach Australien,
von hier in der oberen Kreide nach Südamerika. Im Eozän konnte
die Gruppe noch Afrika erreichen, und entwickelte sich hier zu
Hersiliola, die im Pliozän das Mittelmeergebiet erreichte. Auch
Hersilia macht den Eindruck, als hätte sie von Afrika aus über das
südliche Mittelmeergebiet und über Indien bis zu den malayischen
Inseln sich ausgebreitet, nach Indien dann vielleicht im Miozän
von Europa aus. Nach Europa könnte aber die Gattung schon im
Eozän gelangt sein. In Indien schließt sich noch Murrieia an, die
Hersiola nahe steht.
Die Archaeiden leben in ihrer einzigen Gattung Archaea jetzt
nur in der madagassischen Region, im Oligozän auch in Europa.
Es sind verschiedene Erklärungen möglich. Entweder ist Archaea
erst mit der Viverridenschicht im Mitteltertiär von Europa über
Afrika nach Madagaskar gelangt, oder die Wanderung hat im
Eozän in umgekehrter Richtung stattgefunden, oder die Familie war
früher beträchtlich weiter verbreitet. Welche Erklärung die richtige
ist, läßt sich nur durch genaue Feststellung der verwandtschaftlichen
Verhältnisse entscheiden.
Eine durchaus südliche Familie sind die Palpimaniden, bei
denen wir nach ihrer Verbreitung nur ein gelegentliches Ausgreifen
nach dem Norden annehmen möchten. Wir sind geneigt, ihre Ent-
wicklung bis zur Trias zurückzudatieren: sie bewohnten damals
wohl den ganzen Südkontinent von Südamerika bis Neuseeland,
456 Dr. Theodor Arldt:
In letzterem erhielt sich die primitivste Form Huttonia. Die
nächstniedere, Stenochilus, ebenfalls eine besondere Unterfamilie
repräsentierend, hat dann wohl der indomadagassischen Halbinsel an-
gehört, wenn sie auch auf Madagaskar jetzt fehlt, wie die Familie
überhaupt. Dafür hat Stenochilus sich ostwärts bis zu den Philippinen
ausgebreitet. Die Palpimaniden sind dann die Gruppe der Süd-
atlantis. JPalpimanus lebt noch jetzt auf Westindien, in Süd- und
Ostafrika und ist auch vielleicht seit dem Pliozän ins mediterrane
Gebiet eingedrungen. Die Chedimeen sind demnach auch in der
Südatlantis ‚heimisch (Otliothops und Anisoedu«s in Südamerika,
Diaphorocellus in Südafrika). Von hier sind sie im Pliozän über
Indien nach Ceylon (Steriphopus) und dem malayischen Gebiete
(Boagrus, Sarascelis) gelangt. Besonders interessant ist Sarascelis,
der auch in Westafrika heimisch ist und so ein weiteres Beispiel
für die genugsam bekannte Tatsache der Faunaähnlichkeit der
äthiopischen und orientalischen Waldgebiete bietet.
Aus den anderen Familien sei nur auf einige Gattungen hin-
gewiesen. „4gelena dürfte erst spät nach Südafrika gelangt sein,
etwas früher vielleicht nach Indien. Nephila scheint eher im
Süden heimisch zu sein und von hier erst nach dem Norden ge-
langt zu sein, da sie nur Japan, die Südstaaten der Union, aber
auch im Oligozän Europa erreicht hat. Ganz eigenartig ist die
Verbreitung von Amaurobius, der in Afrika, Madagaskar und
Indien fehlt. Da er in Australien wie in Südamerika heimisch ist,
ist er anscheinend im Cenoman von Nordamerika nach Südamerika
und weiterhin nach Australien gelangt, während er Europa im
Eozän erreicht haben könnte.
Der bequemeren Uebersicht wegen stellen wir die Schichten
dieser eben besprochenen Familien ganz kurz zusammen:
I. Australische Region.
3. Senon (Südamerika): 9 Amaurobius.
2. Malm (Indien): 4 Tama,
1. Trias (alteinh.): 6. */uttonia N, 8 Nephala.
II. Neotropische Region.
3. Pliozän (Nordamerika): 3. Anyphuena.
2. Cenoman (Nordamerika): 9. Amaurobius (Australien), 4 Tuma.
1. Trias? (alteinh.): 6. Palpimanus, Othiothops, Anisoedus. 8 Nephila.
III. Madagassische Region.
2. Oligozän (Europa): 5. Archaca?
7. Trias? (alteinh.): 5. Archaea? 6 [Stenochilinae?]) 8 Nephila.
IV. Aethiopische Region.
4. Pliozän (Südasien): 1. Uroctea, 2. Stegodyplus, Eresus, Seothyra,
Dresserus, 7. Agelena.
3. Oligozän (Europa od. Eozän Madagaskar): 5. [Archaea].
Die Ausbreitung einiger Arachnidenordnuugen. 457
2. Eozän (Südamerika): 4. Hersiliola, Hersilia.
1. Trias? (alteinh.): 6. Palpimanus, Diaphorocellus, Sarascelis,
8 Nephila.
V. Orientalische Region.
4. Pliozän (Südasien): 1. Uroctea. 2. Stegodyphus.
r (Afrika): 6. Surascelis, Steriphopus, Boagrus.
Miozän (Europa): 4. Zlersilia, Murricia. 71? Agelena.
Jura (Europa) 4. /ama.
Trias? (alteinh.): 6. Stenochilus,. 8. Nephila.
VI. Holarktische Region.
3. Pliozän (Afrika): 6. Palpimanus. 4. Hersiliola.
” (Indien): 8. Nephila.
is (Südamerika): 8. Nephila.
Eozän (Afrika): 4. Hersilia. 5. Archaeaf? Nephilay.
. Trias? (alteinh.): 1. Uroctea, 2. Stegodyphus, Adonea, Dorceus,
Eresus, 3. Anyphaena, 4. Tama, 5. Archaea? 7. Agelena,
Tegenaria, 9. Amaurobius.
mo oo
mw
Schon bei diesen wenigen Formen finden wir 17 (= 77°/,) der
angenommenen Hauptschichten vertreten. Eine eingehende Be-
sprechung der Übersicht würde aber bei deren Unvollständigkeit zu weit
gehen. Auch unter den übrigen Arachnidenordnungen gibt es eigen-
artive Beziehungen. So findet sich von der Chernetidengattung
Ideobisium eine Art auf Neukaledonien, die zweite in Venezuela.
Sie hat sich also wahrscheinlich entweder von Südamerika nach
Australien oder umgekehrt ausgebreitet, wie wir dies oben für
Amaurobius und Tama annahmen und wie es wohl auch von den
Araneinen Arcys (Australien, Chile, Brasilien), Uryptothele (Fidschi,
Samoa, Mexiko) und besonders von Uloborus gilt, bei dem sogar
eine Art amphipazifisch ist: U. zosis!) (australische Inseln, Süd-
amerika). Unter den Opilionen sei hier nur Uryptostemma wester-
manni?) erwähnt, die am Amazonenstrom und am westafrikanischen
Kribiflusse sich findet. Vieles ließe sich über die Acaren sagen,
doch einmal sind sie nur ziemlich einseitig bekannt, es überwiegen
die paläarktischen Arten in zu auffällig hohem Maße; andererseits
sind sie aber auch zu formenreich, als daß der Nichtfachmann sich
schon jetzt an ihre paläogeographische Verarbeitung heranwagen
könnte, solange nicht von fachmännischer Seite eine den gegen-
wärtigen Verbreitungsverhältnissen gerechtwerdende Zusammen-
fassung unter Berücksichtigung der verwandtschaftlichen Verhältnisse
geboten wird. Ferne Beziehungen weisen besonders die Halacariden
') Koch, C. L. Geographische Verbreitung der Spinnen. Verh. d. Ges.
deutscher Naturf. u. Ärzte zu Nürnberg. Leipzig 1894 S. 139.
2) Karsch, Über Oryptostemma Gudr. als einzigen rezenten Ausläufer der
fossilen Arachnoidenordnung der Meridogastra. Berliner entomologische Zeit-
schrift 1893 8. 25.
458 Dr. Theodor Arldt: Die Ausbreitung einiger Arachnidenvrdnungen.
auf in der typischen Gattung Halacarus, indem die Untergattungen
Halacarus und Polymele z. B. quer über den pazifischen Ozean ver-
breitet sind, darunter auch in einer identischen Art P. chevreuxi
(Sydney, Chile aber auch Azoren, Kanarische Inseln, Frankreich).
Indessen läßt sich diese Verbreitung ja nicht ohne weiteres mit
der typischer Landtiere zusammenstellen, immerhin spricht auch sie
dafür, daß die Milben älter sind, als man das aus ihren frühestens
oligozänen fossilen Resten direkt erschließen kann.
Erwähnt sei endlich auch die fossile Ordnung der Anthraco-
marten, die im Karbon den nordatlantischen Kontinent in vier
Familien bewohnten. Einzelne der hierher gerechneten Tiere wie
die nordamerikanische Arthrolycosa untigua zeigen nun aber Aehn-
lichkeit mit den ebenfalls karbonischen, aber in Enropa lebenden
Protolycosa anthracophila und Phalaranea borassifolia, die man zu
den Araneinen stellt. An sie schließt im Oligozän Clostes sich an.
und gegenwärtig wird diese Gruppe, vielleicht eine besondere Ord-
nung zwischen den Araneinen und Solifugen bildend, durch die
monotype Gattung Liphistium repräsentiert, die nur bei Malakka
sich erhalten hat. Diese Gattung ist nun jedenfalls erst nach der
Mitte der Tertiärzeit nach dem Osten gelangt. Ihre Vorfahren geben
unsaberinteressante Schlüsse über die Entwicklungder Hauptordnungen
der Arachniden an die Hand, indem sie mit aller Deutlichkeit für einen
nordatlantischen Ursprung aller Araneinen sprechen, wie wir ihn
ja schon für die Mygalomorphen angenommen hatten. Wir be-
kommen also etwa folgende Entwicklung: Im Kambrium bildeten
aus myriopodenartigen Vorfahren in der Nordatlantis zunächst primitive
Skorpione sich heraus. Aus ihrer östlichen Gruppe gelangte ein
Teil im Untersilur nach dem asiatischen Gebiete und bildete hier
zu den Solifugen sich um, ein anderer entwickelte im Devon in
dem halb isolierten skandinavischen Gebiete sich zu den Anthra-
comarten, an die die Araneinen, Mygalomorphen und Arachnomorphen,
im Oberkarbon sich anschlossen. Aus einem anderen nordatlantischen
Zweige der Skorpione entsprossen die Pedipalpen auch im Devon,
an die im Perm in der Südatlantis die Palpigraden sich anschlossen.
Über die mutmaßliche Angliederung der Acaren, Chelonethen und
Opilionen könnte erst nach eingehender Untersuchung entschieden
werden.
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NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W.E.ERICHSON, F.H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS UND F. HILGENDORF.
HERAUSGEGEBEN
YON
Prof. Dr. W. WELTNER,
KUSTOS AM KÖNIGL. ZOOLOG. MUSEUM ZU BERLIN.
VIERUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG.
I. BAND. 1. Heft.
(Jahresberichte für 1907, Vertebrata.)
Berlin 1908.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRICKER,
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Inhaltsverzeiehniss.
I. Mammalia für 190%. Von Dr. ©. Hennings.
Verzeichnis der Veröffentlichungen
Übersicht nach dem Stoff
Lenin SE en ee ee Er ie Ar
Ethologisches, Physiologisches, Färbung, Nutzen u. Schaden,
Nahrung, Ausrottung u. Einführung, Bastardbildung, Krank-
heiten u. Misbildungen, Psychologisches
Haustiere, Jagd u. Jagdtiere
Haut u: Hastsebilde, 3 MEET N nn a ra,
Skelet: Allgemeines, Rumpf, Extremitäten
Schädel
Zah I ER En Ser en Er
Muskeln, Gelenke, Bänder
Nervensystem
IERTIOSOTSANERIS Ban 0, ae A AIENBRRE SEN Nee a
IBRESPILalIONSOrFane, = na a Se. An ee a
Zirkulationsorgane, Leibeshöhle
Verdauungsorgane
EEE ee We EEE
Harn- und Geschlechtsorgane
ORTDgENeSesR HN ET ee ee, re
Degeneration, Regeneration, Autotomie . . . .. 2.2 2 2.2...
Mumifizierte Tiere, bildliche Darstellungen und ähnliches .
Phylogenese und Palaeontologisches
Faunistik
Ber ea ee
Inhaltsverzeichnis
Bu a De area gel var jet ae ea ie
Ne NER BO TE Re ae Sale Var ut ET Var ee
e Meute) Mean me Reale m
es Set BL ,aliuf ın. je se as ae Dei Leute m
RT u ee NEE, OT
Suhlate ale Haager eier ai ei Satan aan m nie aa Keira
Ba Bla ee ie le) Ta a ie ae ee an
IH. Aves für 190%. Von Prof. Dr. Ant. Reichenow.
Allgemeines, Geschichte, Zeitschriften
Museen, Sammlungen
Sammeln, Taxidermie
Versammlungen
TEREn, e E0 r
Personalien, Todesanzeigen, Lebensbilder
Anatomie, Physiologie, Entwicklung
BC wie ra ae Val ai ie WER ai Nele vs
ke, 7m „ee Deine alte. eu.
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Beute ler mit as w. Nele eine? er ans, ie Mn Te, in su, ae
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Fuß- und Schnabelform, Federn, Farben, Mauser, Flug ...... 11
Varietäten, Bastarde, Mißbildungen, Zwitter. . .» 2 2 2 2 2 20. 13
Balaontologie. . 2.2... 2. 0 m wre ee 14
Verbreitung, Wanderung. „Vs. % 0 an „er ee 14
Tiergebiete . ... 40. ac ee 17
Lebensweise 0. 00 a un u ee 60
Einbürgerung, Jagd, Schutz, Nutzen, Schaden . . . 2. 2 2 2 2... 69
Pflege, Hausgeflügel..,. „0... 2. en au Re 73
Krankheiten, Schmarotzer 2 2.0 74
Systematik, Nomenklatur, . . ... 2... um a. 75
Reptilia und Amphibia für 190%. Von Prof. Dr. Franz
Werner.
Verzeichnis der Veröffentlichungen mit Referaten . . . 2... 2... 1
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Baunistik anna se ae ee NE er
Systematikn.. a. ea al. nenne a ne re Re 79
Inhaltsverzeichnis‘. „002 00m u sea WE 97
Pisces für 190%. Von Prof. Dr. K. Eckstein.
Verzeichnis der Veröffentlichungen mit Referaten .. ....... 1
Übersicht nach dem Stoff.
Ontogenie, Histogenie, Organogenie . ... Wu... „BER 76
Histologie, Anatomie, Morphologie . „ . .. „0... „ emsmm: 77
Phylogenie, System u. Nomenklatur, Haut, Skelet....... 78
Muskeln, Bänder, Gelenke, elektrisches Organ, Nervensystem . . 79
Darmkanal "li 2 wre a BR. a ER 80
Gefäßsystem u. Leibeshöhle; Harn- u. Geschlechtsorgane;
Physiologie... ..:. «2.80. &., 2 0 er Mi sl
Gift. und Giftdrüsen; Biologie .- .,2. 2. rn. Kr 32
Fischerei und Fischzucht 1... Nee. er 84
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Systematisches Verzeichnis der Nova
Inhaltsverzeichnis. . ...'. 0.2... ae ee. re 100
I. Mammalia für 1907.
Von
C. Hennings, Karlsruhe.
(Inhaltsverzeichnis am Schlusse des Berichtes.)
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—119, 125—127, 138—140, 151—153, 165—167, 175—176, 185
—187, 199—200, 212—215, 222—224.
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Wilson, J. The nerves and nerve-endings in the membrana
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1 Taf. (vorläufige Mitteilung: Amer. Journ. Anat. VI Anat. Rec.
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Wilson, J. T. and Hill, J. P. (1). Observations on the develop-
ment of Ornithorhynchus. — Phil. Trans. B. CIC. 31—168. 15 Figg.
17 Taf.
— (2). Observations in tooth-development in Ornithorhynchus.
— Q. Journ. Mier. Se. (2) LI. 137—165. 2 Figg. 3 Taf.
Wimpfheimer, €. Zur Entwicklung der Schweißdrüsen der
behaarten Haut. — Anat. Hefte 1. Abtlg. XXXTV. 429—503. 4 Taf.
Winiwarter, J. v. Die Entwicklung der Lunge bei Talpa
europaea. — Anat. Hefte 1 Abtlg. XXXIV. 383—399. 3 Taf.
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influence on motility. — Verh. Akad. Amsterdam Deel XIV.
No. 1. 202 pgg. 21 Figg. 24 Taf.
Wölfel, K. Beiträge zur Entwicklung des Zwerchfells und
des Magens bei Wiederkäuern. — Anat. Anz. XXX. 233—255,
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Wolfrum, M. (1). Zur Genese des Glaskörpers. — Ber. XX XIII
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I. Mammalıa für 1907. 63
— (2). Zur Entwicklung und normalen Struktur des Glas-
körpers. — Arch. Ophthalm. LXV. 220—266. 1 Fig. 2 Taf.
Wollebaek, A. Springerfangst ved Bergen. Hiridskjaeving,
Delphinus acutus. — Bergen, Norsk Fisket. XXVI. 528—534. 3 Taf.
Woodland, W. (1). A suggestion concerning the origin and
significance of the „Renal—Portal System“, with an appendix
relating to the production of sub-abdominal veins. — Proc. Zool.
Soc. London f. 1906. 886—901. 1 Fig.
— (2). The ‚‚Renal-Portal System‘ and Kidney secretion. —
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Woodward, A. A reconstructed skeleton of Diprotodon
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Woosnam, R. B. Ruwenzori and its life-zones. — Geograph.
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Wurm, ... Eine Fortsetzung zu Herrn Sanitätsrat Weises
Artikel: „Über die Brunft und Nachbrunft der Rehe.“ — Deutsche
Jäger-Ztg. L. 27.
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Mr. S. A. Neave in Rhodesia, north of the Zambesi, with field-
notes by the collector. — Mem. Lit. Phil. Soc. Manchester LI.
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— (2). On three new mammals from South Africa. —Ann.
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A. L. Butler in the Bahr-el-Ghazal. — 1. c. 500—504.
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Yanase, J. Beiträge zur Physiologie der peristaltischen
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— (2). Die Beziehung der Arteria brachialis zur Mechanik
der vorderen Extremität. — ÜCentralbl. Phys. XX. 760—763.
64 I. Mammalıa für 1907.
— (3). Zur Anatomie und Entwicklungsgeschichte des In-
dusium griseum corporis callosi. — Arb. Neur. Inst. Wien XV.
17—51. 20 Figg.
Zuntz, N. Die Bedeutung des Blinddarmes bei Nagern nach
Versuchen von Dr. Ustjanzew aus Novo-Alexandria. — Sitz.-Ber.
Ges. naturf. Fr. Berlin 1907. 89—90.
II. Übersicht nach dem Stoff.
1. Lehrbücher: Allgemeine Anatomie, Morphologie, Histologie, Entwieklungs-
geschichte.
Wiedersheim gibt eine vergleichende Anatomie der Vertebrata, Mon-
giardino ein Handbuch der vergleichenden Anatomie der Haustiere, Share-
Jones eine Veterinär-Anatomie von Equus caballus, Barpi eine descriptive
Anatomie von Equus caballus unter Berücksichtigung von Sus und Canis,
Beddard (3) eine Anatomie von Galidictis striata. — Schäfer gibt ein Lehrbuch
der desceriptiven und praktischen Histologie, Lewis (2) gibt Stöhrs Histo-
logie, auf embryonaler Basis bearbeitet. — Von 0. Hertwig erscheint ein
Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Vertebrata.
Brachet behandelt Ziel und Methodik der modernen Embryologie:
2. Ethologisches, Physiologisches, Färbung, Nutzen und Schaden, Nahrung,
Ausrottung und Einführung, Bastardbildung, Krankheiten und Mißbildungen,
Psycehologisches.
Ethologisches. *Holder, ebenso auch *Ingersoll, *Long und
*Renshaw geben Ethologisches. — Shitkow berichtet über die Variabilität
der Mammalia und ihre Ursachen; spezielles über: Farbvariabilität bei
Muridae, Arvicolidae, Sciurus, Oricetus, Felidae, Rangifer; Variabilität der
Zehenzahl bei Arvicola, Canis Jamiliaris; Fehlen des Schwanzes bei Felis und
Canis; Fehlen der Hörner bei Bovidae. — Lönnberg (4) gibt Bemerkungen
über Colobus guereza, Seabra (2) über Simia, Seabra (3) über Semnopithecus
und Colobus, Paris über einen Lemur mongoz in der Gefangenschaft,
Schlaginhaufen (2) über Körpermasse und äußeren Habitus eines jungen
Troglodytes niger @ — A. Whitaker (1) berichtet über die Fortpflanzungs-
biologie der Chiroptera,A. Whitaker (2) über Pipistrellus leisleri, Cummings
gibt Biologisches über Rhinolophus ferrumequinum, Coward berichtet über
das Benehmen der Chiroptera im Winter, speziell von Rhinolophus ferrum
equinum. — Fletscher gibt Bemerkungen über Pteropus medius, Mason über
den ausgerotteten Pteropus mascarinus (n. sp.) von Mauritius. — Reeker be-
schreibt das Benehmen von Talpa europaea als Tagtier. — Shull gibt Be-
merkungen über Blarina brevicauda, Verrill über Solenodon paradoxus von San
Domingo, Dufaut über Myoxus muscardinus, Lopez über M yoxus quercinus. —
Friedrich beschreibt das Verhalten von Castor fiber in Wintersnot; Modin be-
handelt Vorkommen, Einfangen usw. von Castor fiber in Schweden während der
ersten Hälfte des19. Jahrhunderts, Dahms behandelt den Castor fiber und seine
Kunstfertigkeiten in Sage und Wirklichkeit. — Collett gibt Biologisches über
I. Mammalıa für 1907. 65
Lemmus lemmus und Sciurus vulgaris in Norwegen; Bridger gibt eine Bio-
logie von Sciurus vulgaris. — Ispoljatow berichtet, wie Sciurus vulgaris
seine Jungen fortträgt. — Yerkes gibt eine monographische Darstellung
der Tanzımäuse. — Hinton (1, 2) berichtet über das Vorkommen von Mi-
crotus nivalis in Essex, Kent und Somerset zur Pleistocaenzeit. — v. Dom-
browski bringt Biologisches (Fortpflanzung, Schaden, Verbreitung, Ver-
halten als Gefangener etc.) für Mesocricetus newtoni. — L. Schuster (1)
gibt Biologisches über die Art des Wohnens (Übergang vom Höhlen- zum
Freiwohner) und den Schaden von Oryctolagus cuniculus und behandelt (2)
die Frage, ob dieser seine Gewohnheit, unterirdische Bauten anzulegen,
lokal abändert, in bejahendem Sinne. — Otto behandelt die Art der Anlage
des Wohn- und Satzbaues bei Oryetolagus cuniculus. — Kunstler bespricht
das Verhältnis von Lepus und Oryctolagus zu einander „im Kampf ums
Dasein‘. — Monostori behandelt die Leporidenfrage. — Schäff, Wawersig
Kerz und Bütow widersprechen der von Millais geäußerten Ansicht über Zahl
der Jungen bei Lepus und Zahl der für die Jungen ausgesuchten Verstecke. —
Sjöstedt gibt Bemerkungen über die ostafrikanischen Hystrix und Pha-
cochoerus, Giglioli über Potamochoerus africanus, Trouessart (2) über ein mit
Ziegenmilch ernährtes Junges von Hippopotamus und (3) über dessen Tod. —
Sullivan berichtet über Ovis poli, Ognew über Bison bonasus aus den Wäldern
von Bjelowesch. — Mearns gibt ausführliche biographische (und morpho-
logische) Notizen über die Cervidae, Bovidae und Antilocapridae von Nord-
amerika. — Brandt (8) behandelt die Art und Weise des Kampfes bei unseren
Cervidae. — C. H. S. berichtet über Boocercus euryceros, Grieg (2) über
Okapia johnstoni, Kastschenko über Equus przewalskii; über letzteres auch
Salensky. Trouessart (7) gibt Bemerkungen über Equus granti, Vigadi
über das „Bergwerkspferd‘‘, Lucas über Größe ete. von Elephas primigenius,
Gille über Elephas mazimus in Ceylon. — Still behandelt die Einführung
von Elephas maximus-Zähnen in Ceylon aus Burma. — Perrier und Phi-
salix (1) berichten über die Autopsie eines in der Pariser Menagerie ein-
gegangenen Loxodon africanus. — Hippolyte-Boussae gibt eine Mitteilung
über Loxodon africanus im alten Egypten. — Lydekker (9) berichtet über
Hyrax als das ‚Kaninchen‘ der Bibel. — Vosseler gibt Biologisches über
Raubgier, Nahrung, Verbreitung, Wurfzeit ete. von: Felis somaliensis,
F. leopardus nimr, F. serval, Viverra orientalis, Genetta pardina, Nandinia
gerrardi, Bdeogale puisa, Crossarchus fasciatus, Herpestes galera, Rhynchocyon
petersi, Petrodromus tetradactylus, Potamochoerus und Phacochoerus afri-
canus, Loxodon africanus, Dendrohyrax terricola,. Manis temmincki, Orycte-
ropus, Rhizomys splendens, Aulacodus gregorianus, Anomalurus orientalis,
Sciurus pauli, Sc. mutabilis, Sc. palliatus, Oricetomys gambianus, Atlan-
toxerus getulus, Galago galago, G. sansibaricus, G. kirki, Colobus palliatus,
Papio langheldi, Cercopithecus albigularis, Anthropopithecus triglodytes,
Lycaon pictus, Halicore dugong und Tanzmäuse: sämtlich von Deutsch-
Ostafrika. — Burton berichtet über Felis tigris und F. leopardus, Satunin (10)
über Meles urartuorum und Mustela latifrons der Bronzezeit im Kaukasus. —
Biologisches berichten ferner: Thiemann über Putorius putorius, Lönnberg
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (I.) 5
66 I. Mammalıa für 1907.
(6) über Ailurus fulgens, Lech über Enhydra marina, Smirnow über die
arktischen Pinnipedia, Portier über ein Junges von Phoca vitulina in der
Gefangenschaft, Sokolowsky über Odobaenus rosmarus. — Guldberg (1)
berichtet über das Verfahren bei Berechnung des Rauminhaltes und Ge-
wichtes der großen Cetacea sowie (2) über Lebensweise, Verbreitung und
Fang der Mystacoceti. — Southwell (2) behandelt die sexuellen Größen-
verhältnisse der Mystacoceti. — H. (C. Hart gibt Bemerkungen über Lageno-
rhynchus acutus, Fitzsimons über ein gestrandetes Exemplar von Mesoplodon
bidens nebst einer Abbildung, Wollebaek über den Fang von Delphinus
acutus bei Bergen (Norwegen). — Freund berichtet über die bisher in der
Gefangenschaft gehaltenen Sirenia, Lönnberg (3) über Rhytina gigas, L.
Sehultze über Fortpflanzung, Biologie, Jagd ete. von Arctocephalus ant-
arcticus. — Anthony (1) gibt Biologisches für die Edentata, Nill Biologisches
(Verhalten in der Gefangenschaft, Copula, Placenta, Geburtsakt, Beschrei-
bung der Jungen) für Myrmecophaga jubata, Kreyenberg Biologisches
(Kletterfähigkeit, Art des Gehens, Verbreitung und Lebensweise) für Manis
javanica. — Conigreve berichtet über Notoryctes typhlops, Le Souef über
Biologie und Eiablage von Ornithorhynchus.
Physiologisches. *Trouessart (12) behandelt die Entwicklung
und Entstehung der tierischen Wärme, Grieg (1) die Körpertemperatur
der Cetacea, *C. Foa Bewegungsanalogien bei einigen Mammalia (und Homo),
Nopesa das Fliegen der Vertebrata, Uhlenhuth den biologischen Nachweis
der verschiedenen Blutarten und die Blutsverwandtschaft der Mammalia,
Osburn die durch Anpassung an das Wasserleben hervorgerufenen Ver-
änderungen des Extremitätenskeletts der Mammalia, *Lydekker (12) die
mechanischen Anpassungen der Mammalia, *L. H. Miller die Taubheit
bei wilden Tieren. — Hartmann sucht die Frage zu beantworten, warum
die Katze auf die Füße fällt. — Weinland und Riehl geben Beobachtungen
an winterschlafenden Marmotta.
Färbung. *Szilady (2) behandelt die Winterfarbe der Tiere,
Shitkow die Farbvariabilität (s. oben: Ethologisches). — Burg be-
richtet über das Winterkleid von Foetorius pusillus Fatio (= Mustela
nivalis L.). — Anfrie gibt Bemerkungen über den Albinismus, ebenso auch
*Frederie. Gibbs berichtet über Albinismus bei Talpa europaea, Harting
dsgl. bei Cervus elaphus, Forrest (2) dsgl. bei Meles taxus, Patterson dsgl.
bei Mus rattus, Poeock (1) dsgl. bei Mus norvegicus. — J. Whitaker berichtet
über Melanismus bei Microtus agrestis, Baker über abnorme Färbung bei
Melursus ursinus, Sanyal (2) über Farbabänderungen bei Hylobates hulock. —
Pocock (3) behandelt die „Black-and Tan‘“-Färbung bei Canis familiaris,
Pocock (5) die Färbung junger Felis leo und Felis concolor und gibt im An-
schluß daran phylogenetische Speeulationen über die Färbung der Felidae,
Pocock (6) die Färbung von Felis catus (= domesticus!) und F. torquata. —
Schröder kritisiert die von C. G. Schillings behauptete Farb-Mimiery von
Equus zebra und Giraffa camelopardalis. — *Spillman (1) behandelt die Ver-
erbung der Färbung bei den Mammalia, Cu¬ (1) behandelt dieselbe Frage
bei Mus und kommt zu dem Resultat, daß man hier nur die Mendelschen
I. Mammalia für 1907. 67
Charaktere kennt. — *Me Curdy und Castle behandeln Auslese und Kreuzung
in bezug auf Vererbung der Färbung und Zeichnung bei Mus rattus und
Cavia. — Gilbey berichtet über die Vererbung der Färbung bei Equus
caballus. — Spillman (2) berichtet ebenfalls über Vererbung bei Sus.
Nutzen und Schaden. Nahrung. Folkestad behandelt
Sciurus vulgaris als Waldverwüster, Dihm die Schädlichkeit von Sceiurus
vulgaris und ebenso Sammermeyer. Löns (1) berichtet über die Nahrung
von Sciurus vulgaris. — Criddle berichtet über Mustelidae, speziell Mephitis,
als Feinde des Federviehs. — Hiltner behandelt Auftreten (und Bekämpfung)
der Arvicolidae. — Fischer-Sigwart beschreibt die Wintervorräte von
Arvicola amphibius, Bätky die Nahrung von Elephas primigenius, Recker
die Insektennahrung von Meles taxus. — Primrose berichtet, wie Chiroptera
kleine Vögel verzehren.
Ausrottung. Domestication. *Distant behandelt die
Ausrottung der Tiere durch den Menschen. — Reindl gibt eine Aufstellung
der in Bayern in historischer Zeit ausgerotteten und ausgestorbenen Tiere. —
Lydekker (5) berichtet über die Ausrottung von Bos primigenius. — Vasse
betont die Notwendigkeit, Loxodon africanus vor Ausrottung zu schützen. —
Mingaud berichtet über den Schutz des Castor fiber in der Rhone, Jacobi
über die Einführung des zahmen Rangifer tarandus in Alaska, De Trafford
über Ursprung und Geschichte der domestizierten Equidae, A. Dubois (1)
über die Domestication von Loxodon africanus und (2) über das Einfangen
von Elephas indieus.
Bastardbildung. Scherren behandelt Hybriden von Ursidae,
Spillman (3) einen Hybriden von Ovis aries X Capra hircus, Waldow von
Wahl (2) die Riograndeser Rasse von Capra hircus und ihre Hybriden. —
Waldow von Wahl (1) berichtet über fruchtbare Hybriden von Equus
caballus X Equus asinus.
Krankheit und Mißbildung. Dexler (2) behandelt die
Frage nach der Hysterie bei Tieren. — A. Rörig (1) berichtet über Gestaltende
Correlationen zwischen abnormer Körperkonstitution der Cervidae und
ihrer Geweihbildung. — Olt (1, 2) behandelt die Parasiten und Seuchen
bei Capreolus. — G. Korff berichtet über Arvzcolidae als Träger von Dassel-
fliegenlarven, Blanchard und Blatin über Immunität winterschlafender
Marmotta gegen parasitäre Krankheiten. — *Ernst (1) behandelt die tierischen
Mißbildungen in ihren Beziehungen zur Entwicklungsmechanik und zur
Phylogenese. — *Schwalbe gibt eine Morphologie der Mißbildungen bei
(Homo und) den Tieren. — *Techoueyres gibt teratologische Studien,
*Salomon (1) anatomisch-histologische Studien über ectromelische Monstra
und (2) eine hemimelische Mißbildung. — *Regnault berichtet über tera-
tologische Rassen, Loisel über die schwanzlose Rasse von Felis der Insel
Man. — Mojeyko behandelt Morphologie und Systematik der Doppelmiß-
bildungen, spez. von Sus. — Netschajew beschreibt als seltenen Fall von
Mißbildung ein doppeltes Kalb, Anonymus (7) ein Equus caballus mit zwei
Zehen an einem Vorderfuß. —
5*
68 I. Mammalia für 1907.
Psychologisches. *Groos behandelt die Spiele der Tiere,
Dahl den Farbensinn von Cercopithecus griseoviridis, Cole die Intelligenz
von Procyon lotor, Flach die Psychologie von Canis familiaris, Gengler
die ‚Sprachkenntnisse‘ (das Gehorchen auf in verschiedenen Sprachen
gegebene Befehle) von Canis und Equus, G. Hamilton die Intelligenz von
Canis familiaris, Römer den Ausdruck der Gemütsbewegungen bei Felis
domesticus, Slonaker die Gewohnheiten von Mus rattus var. alba. — J. B.
Watson gibt Psychologisches über Mus rattus.
3. Haustiere. Jagd und Jagdtiere.
Haustiere. Mongiardino und ebenso auch Barpi geben Hand-
bücher der vergleichenden Anatomie der Haustiere. — Plumb gibt eine mono-
graphische Darstellung der Typen und Schläge landwirtschaftlicher Haus-
tiere. — Krämer behandelt die Beziehungen der Tierzucht zur Mutations-
lehre, €. Keller (2) die Haustiere als menschlichen Kulturerwerb und (.Keller
(i) den Speziesbegriff bei den Haustieren. — Koning berichtet über die
Biestperiode der Tiere und die Bestandteile der Milch. — Fröhlich unter-
sucht die Übergangszonen und einige histologische Besonderheiten der
Magenschleimhaut bei den Haussäugetieren, Baum die Hand- und Fuß-
arterien derselben. — Mladenowitsch gibt vergleichend-anatomische und
histologische Untersuchungen über die Regio analis und das Rectum der
Haussäugetiere, Spamer Untersuchungen über den Magen und seine Ent-
wicklung bei den Ruminantia. — Marchi (2) untersucht die Entwicklung der
Hörner bei den Cavicornia und gibt (1) Experimentelles über Verpflanzung
der Hörner und ähnl. bei denselben. — Mäder gibt Anatomisches über die
glans penis der Haustiere, Lapieque und Girard über das Hirngewicht der-
selben. — Ellenberger, Baum und Dittrich geben eine Anatomie für Künstler
von Bos taurus. — Diffloth berichtet über die Bordelaiser Rasse von Bos
taurus, Forbin über die einhörnige Rasse von Ovis aries in Nepal, Saeland
über das Wachstum der Zwillings- und der einzelngeborenen Lämmer von
Ovis aries und Savrow über die Angoraziege Capra hircus angorensis, in
Transkaukasien — De Trafiford behandelt Ursprung und Geschichte der
domestizierten Equidae, S. Petersen die Geschichte der Pferdezucht in
Norwegen, Turner-Pocock Vorfahren und Verwandtschaftsbeziehungen
der domestizierten Canidae, Noack die Beziehungen der verschiedenen
Rassen von Canis familiaris zu den wilden Canidae. — Vgl. im übrigen
die verschiedenen Organsysteme und Cap. IV unter Sus scrofa, Ovis aries,
Capra hircus, Bos taurus, Equus caballus etc.
Jagd und Jagdtiere. Schäff (1) gibt eine Naturgeschichte
(Anatomie, Biologie, Verbreitung, Jagdliches) der deutschen Wildarten
Sus. Cervus, Capreolus, Rupicapra, Arctomys, Castor, Lepus, Oryctolagus,
Felis, Canis, Vulpes, Mustelidae, Pinnipedia; hierzu gibt Behlen (1) kritische
Bemerkungen. — Seehusen berichtet über alte Wildbahnen. — Ghigi be-
handelt die Jagdgesetze vom zoologischen Standpunkt. — Selous berichtet
Jagdliches aus Britisch Nordamerika, Storey dsgl. aus Ceylon, Millais (2)
I. Mammalia für 1907. 69
dsgl. aus Neufundland. — Rörig (1) untersucht die Korrelationen zwischen
abnormer Körperkonstitution der Cervidae und ihrer Geweihbildung —
Brandt (8) berichtet, wie die Cervidae kämpfen. — Nach v. Korff ist das sog.
Erstlingsgeweih von Capreolus, das nur 11, Monat besteht, ein unechtes,
nicht unter echter Basthaut gebildetes Geweih; Histologisches und Physio-
logisches über das Geweih von Capreolus. — Brandt (1) berichtet über falsche
Demarkationslinien am Rosenstock von Capreolus, im Gegensatz zu ihm
läßt Behlen (3) das neue Geweih sich auf dem alten Rosenstock in unmittel-
barem Anschluß ohne innere Trennung in kontinuierlicher Verknöcherung
von unten nach oben aufbauen. — Nach Lüpkes gibt es keine Reihenfolge:
Spießbock, Gabelbock, Sechserbock bei Capreolus; Stärke und Länge der
Rosenstöcke unabhängig vom Alter. — Nach Brandt (5. 6) gibt es vier, voll-
kommen voneinander verschiedene Geweihbildungen des ersten Jahres bei
Capreolus (anormal langgewachsene Rosenstöcke, auf normalen Rosenstöcken
unter Bast gebildetes Geweih, Knöpfe auf spät entwickelten Rosenstöcken,
Rosenstöcke ohne Geweih); die bisher aufgestellten Theorien bezügl. der
Geweihentwicklung bei Cervus elaphus. — Auch Rörig (2) berichtet über die
Geweihentwicklung von Capreolus. — Brandt (2) und ebenso Laurent be-
richten über die als „Pergamentgehörn‘‘ bezeichnete Mißbildung des Ge-
weihes bei Capreolus, Brandt (3. 4) und auch Behlen (4) über das sog. ‚,Vogel-
nestgehörn‘““ bei demselben. — Behlen (2) gibt Schädelmessungen und Unter-
suchungen der Geweihbildung bei Capreolus auf Grund des Stuttgarter
Materials; Hilzheimer untersucht das Geweih einer ‚‚gehörnten‘ Ricke und
gibt einen|Vergleich des Schädels von $ und ® bei Capreolus. — Brandt (7)
beschreibt und bildet ab das Milch- und das Dauergebiß von Capreolus. —
Weise berichtet über Brunft und Nachbrunft bei Capreolus (erfolgreiche
Copula ev. auch Oktober bis Januar möglich, Tragzeit ausnahmslos 40
Wochen); hierzu gibt Wurm Ergänzungen. — Auch Razewig behandelt die
Dauer der Trächtigkeit bei Capreolus. — Martenson sucht die Ruhepause
in der Entwicklung des Eies von Capreolus durch Anpassung an klimatische
Verhältnisse zu erklären. Olt (1. 2) berichtet über Parasiten und Seuchen
(Cephenomyia stimulator, Strongylus filaria; Enteromycose) bei Caprolus.
— y. Notzrenk berichtet über die Rosenstockbildung bei Cervus elaphus
Sheppard über ein mißgebildetes Geweih desselben aus den Torfmooren von
Sutton-on-Sea, A, Hamilton über den Bestand und die Jagd von Cervus
elaphus in Exmoore. — Anonymus (1) behandelt Einführung und Jagd von
Ovis musimon in Anhalt (Unterharz), Millais (1. 2) die Jagd auf Rangifer
tarandus novaeterrae in Neufundland, Osborn (5) die Jagd auf Elephas im
Fayum (Ägypten). — Vill berichtet Historisches über Vorkommen und
Jagd in der Pfalz für Oryctolagus, L. Schuster (1) gibt eine Übersicht über die
seit 1891 in der Oberförsterei Mainz erlegten Lutra. — Vosseler berichtet
Jagdliches über die Mammalia Deutsch-Ost-Afrikas (vgl. unter 2). —
Haldane gibt Nachricht über den Fang der Cetacea in Schottland, South-
well (1) dsgl. aus dem arktischen Gebiet. — Guldberg (2) berichtet über den
Fang der Mystacoceten, L. Schultze über die Jagd auf die Ohrenrobbe
Deutsch-Südwest-Afrikas Arctocephalus antareticus. — Im übrigen vgl.
70 I. Mammalia für 1907.
die einzelnen Organsysteme und unter Cap. IV: Cervus elaphus, Capreolus,
Lepus, Oryctolagus, Mustelidae etc.
4. Haut und Hautgebilde.
Haut und Haar. Schubotz untersucht die Intercellularstruktur
der Epidermis von Cavia; Fehlen von Verbindungen zwischen den Zell-
brücken (opp. Amphibia). — Japha (1) studiert die Haut der Furchenwale
(Balaenoptera borealis, B. musculus, B. sibbaldii, Megaptera boops): Epidermis
(verhornt, ohne Keratohyalin), Subepidermalgewebe (= Cutis + Subeutis
der anderen Mammalia), Pigment, Sinushaare, Fehlen des Haarwechsels,
Fehlen der Mm. arrectores pilorum. — Lankaster (2) findet am Kopf eines
Fötus von Giraffa sowie bei Erwachsenen dunklere Streifen, denen Furchen in
der Haut entsprechen; Stellung und Färbung der Haare. — Sweet unter-
sucht Haut (2—3 Zellagen und eine dünne Hornschicht) und Haare (Bündel
von je einem großen und 9—20 kleinen Haaren; jedes Bündel mit einem
einzigen Follikel) von Notoryctes typhlops.— Friedenthal (1. 2) berichtet
über die Behaarung bei (Homo und) den Primates mit Bemerkungen über
Elephas, Rhinoceros, beider Vorfahren, Suwidae. — Toldt (2) versucht die
bisher bekannten Zaglossus (Proechidna) nach Haar- und Stachelkleid zu
klassifizieren; Übergänge zwischen Haar und Stachel; Unterschiede im
Bau der Stacheln gegenüber Tachyglossus. — Leche berichtet über die
Stacheln von Ericulus (weniger hoch differenziert als bei Erinaceus), und
das Haarkleid von Hemicentetes und Centetes. — Toldt (1) gibt eine Zu-
sammenstellung der Hautgebilde bei den C'hiroptera. — Hellwich studiert
experimentell bei Oryctolagus die Pigmentbildung ncah direkter Beleuchtung
der rasierten Haut; Epidermis besitzt die Fähigkeit autochthoner Pigment-
bildung. — Für „Färbung‘‘ vgl. unter 2.
Sonstige hornige Bildungen. Unna und Godoletz geben
Studien über die Hornsubstanz. — Nach Retterer (6. 7. 8) kommt es im
embryonalen Huf von Equus zur Verhornung der Epidermiszellen ohne
Austrocknung; in den Zellen der Vulva von Cavia treten neben Mitochondrien
und Chondrioconten Keratohyalinkörner auf, doch kommt die Verhornung nur
durch Verdichtung des Chondriocontennetzes zustande. — Toldt (2) be-
trachtet die Vermehrung der Klauen bei Zaglossus (Proechidna) als abnorm.,
— Mehely (2) behandelt den Bau der Hufe bei Procavia valida, Lydekker (41)
die Klauen von Castor fiber. — Für ‚Hörner‘ s. unter 6.
Drüsen. Nach Ärnbäck kommen Seitendrüsen (zusammengesetzte
tubulöse Drüsen) bei Sorex und Crossopus nur im männlichen Geschlecht,
bei Crocidura bei beiden Geschlechtern vor. — Nach Japha (1) fehlen Talg-
drüsen den Cetacea. — Nach Diem gehört bei Sus, Ovis, Bos und Cervus
zu jedem Haar als integrierender Bestandteil eine Schweißdrüse; Ent-
stehung der letzteren aus der äußeren Wurzelscheide; bei den Chiroptera
stehen die meisten Schweißdrüsenanlagen neben den Haaranlagen, sind
aber wohl aus diesen entstanden; Entstehung der Talgdrüsen. — Das gleiche
Thema mit gleichem Resultat behandelt Wimpfheimer für Talpa, Canis,
I. Mammalia für 1907. 71
Equus, Meles, Tarsius, Erinaceus, Bradypus. — Nach Chatin gehören die
Perinealdrüsen von Genetta senegalensis zu den Talgdrüsen, da ihre Kerne
durch typische Karyolyse zugrunde gehen.
Mammarapparat. Eggeling verfolgt die Entwicklung der
Mammardrüsen bei Echidna weiter, ohne seine Auffassung über dieselben
ändern zu müssen; Entwicklung der Haare im Drüsenfeld. — Bresslau
studiert Entwicklung und Ursprung des Mammarapparates bei Echidna:
die Primäranlage (längliche Verdickung der Epidermis an der seitlichen
Rumpfwand) als Reste von PBrütorganen ursprünglich bei beiden
Geschlechtern vorhanden; der Begriff der Mammartaschen hat zu ver-
schwinden. — Nach Bertkau (1. 2) ist die Milchproduktion bei Bos,
Canis (und Homo) eine reine Sekretion; die auf Necrobiose hinweisenden
Bilder Kunstprodukte. — Lenfers gibt Histologisches über den Bau der
Milchdrüse bei Bos. — Koning behandelt die Biestperiode und die Bestand-
teile der Milch. — Leche berichtet über die Zitzenzahl der Centetidae, Solen-
odontidae und Chrysochloridae. !
Sonstige Hautorgane. Fröhner gibt Anatomisches und
Morphologisches über die Halsanhänge der Ungulata. — Nach Lönnberg (1)
zeigt ein 5 Monate alter @ Fötus von Alces bereits am Hals die sog. Glöck-
chen. — Nach Ärnbäck besitzen Sorex und Crocidura 6 Hand- und Fußballen
sowie an den Fingern 2 Längsreihen von Warzen. — van Rijnberk (1. 3)
berichtet über die segmentale Hautversorgung durch den Sympathicus bei
Felis. — *Kidd untersucht die Hautfurchen und Papillen. — Nach Japha (1)
bildet der Bindegewebsteil des Haares — dessen epithelialer Teil verküm-
mert — ein hochentwickeltes Hautsinnesorgan.
5. Skelett: Allgemeines, Rumpf, Extremitäten.
Allgemeines. K. v. Korff untersucht die Knochenentwicklung
an jungen Bindegewebsknochen von Säugetierembryonen: Anlage (sich
kreuzende Fibrillenbündel ohne Interfibrillärsubstanz), Verkalkung (Auf-
treten einer zweiten Interfibrillärsubstanz), Osteoblasten (wohl aus Binde-
gewebszellen hervorgehend). — Nach Macewens Experimenten (Radius
von Canis) und Beobachtungen (geheilte Knochenbrüche von Cervus und
Homo) regeneriert die Knochensubstanz sich durch Proliferation der Osteo-
blasten des vorhandenen Knochengewebes. — *Triepel berichtet über die
Anordnung der Knochenfibrillen in transformierter Spongiosa. — (. Watson
(1) vergleicht die Knochenbildung bei Mus rattus unter ausschließlicher
Fleischdiät und unter ausschließlicher Milch- und Brotdiät: die Knochen im
ersteren Fall länger weich, zu Verkrümmungen geneigt und blutreicher. —
Arbeiten über mehrere Regionen. *Hue gibt eine
Osteometrie der Mammalia. — Adloff (2) gibt Osteologisches über aus-
gestorbene Anthropoidei und ihre Beziehungen zu Homo. — Trouessart (8)
gibt Osteologisches über die fossilen und rezenten Lemuroidea und behan-
delt die Beziehungen der fossilen Lemuroidea Madagaskars und Frankreichs.
— *Pittaluga berichtet Osteologisches über die Anthropomorphae. — Pfitzen-
meyer gibt eine Osteologie von Elephas primigenius, dsgl. Boitel, — Peterson
12 I. Mammalia für 1907.
(1) behandelt die Osteologie des fossilen Perissodactylen Moropus. — Osborn
beschreibt (3) das Skelett des columbischen Mammuth: Elephas columbi
und (4) des arabischen Pferdes: Equus africanus. — Depertt (2) berichtet
Osteologisches über den fossilen Lophiodon leptorhynchus.
Rumpf. Leche beschreibt das Rumpfskelett (Wirbel, Episternum etc.)
der Centetidae, Solenodontidae und C'hrysochloridae. — Minot findet bei Sus,
Ovis, Bos, Felis, Canis, Oryctolagus und Didelphys (sowie Homo) segmentale
Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene. — Ganfini (2) beschreibt
an Embryonen von Mus und Cavia Anlagen der Hypochorda als gegen pie
Chorda dorsalis vorragende Verdickung der dorsalen Darmwand. — Virchow
(1) behandelt die Eigenform der von Rippen und Muskeln befreiten Wirbel-
säule von Felis leo, Canis vulpes, Ursus malayanus, U. arctos, Zalophus
californianus, Equus Zebra, Subulo nemorivagus, Castor fiber und bespricht
die Bewegungsmöglichkeiten der einzelnen Abschnitte. — Sehlaginhaufen (5)
berichtet über Ossification des ligamentum apieis dentis epistrophei bei
Primates. — Nach Annandale hat der Beckengürtel von Halicore dugong 3
(nicht 2) Knochen. — Loisel berichtet über die schwanzlose Felis von der
Insel Man. — *Kravee gibt eine Entwicklungsgeschjichte des Sternums
und des Episternalapparates der Mammalia. — Abel gibt eine Morphologie
der Hüftbeinrudimente der Cetacea. — A. Brandt beschreibt den Schwanz
von Elephas primigenius, Shitkow berichtet über das Fehlen des Schwanzes
bei Felis und Canis. —
Extremitäten. (Osburn stellt die Veränderungen zusammen,
welche das Extremitätenskelett der (Reptilia und) Mammalia bei An-
passung an das Wasserleben durchmacht. — Nach Arthaber lassen sich die
marin angepaßten Amnioten in 2 Gruppen bringen, solche mit reduzierten
Vorder- und kräftigen Hinterextremitäten und solche mit gut entwickelten
Vorder- und reduzierten Hinterbeinen; zur letzteren gehören die Cetacea. —
Manners-Smith gibt eine vergleichende Darstellung des Os naviculare von
(Homo und) den Anthropoidei. — Lungwitz gibt eine Monographie des Fußes
von Equus caballus. — Sussdorf und ebenso auch Reinhardt behandeln die
Pleiodactylie bei Equus caballus. — Anonymus (7) berichtet über ein Equus
caballus mit 2 Zehen an einem Vorderbein. — Bradley (2) behandelt die
Variationen an den Carpalia von Equus caballus. — Leche gibt eine ein-
gehende Darstellung des Gliedmaßenskeletts der Centetidae, Solenodontidae
und Chrysochloridae. — Mehely (2) behandelt die Handwurzelknochen
von Procavia valida. — Annandale berichtet über Varietäten des Hand-
skeletts von Halicore dugong, Shitkow über Variationen der Zehenzahl
bei Arvicola und Canis familiaris.
6. Schädel.
Schädelknochen. *Anthony (3) berichtet über die Regene-
ration der Schädelknochen. — *Broom (2) behandelt einige wenig bekannte
Schädelknochen der Mammalia. — Leisewitz findet am Schädel von Lago-
ihrix canus und L.;poeppigü, Callicebus und anderen Primates, ähnlich auch
bei Cervus, Antilopa, Nemorrhaedus, Tapirus, Equus zebra und Egq. asinus und
I. Mammalia für 1907. 713
Rhinoceros Schädelasymmetrien, die auf stärkere Ausbildung der Kau-
muskeln der rechten (selten der linken) Seite hinweisen. — Bradley (3)
gibt Craniometrisches über Equus przewalskii und andere Equidae. —
Ewart (1) berichtet über den Schädel von Equus caballus und der Equidae
im allgemeinen, speziell von phylogenetischen Gesichtspunkten. — Steck
gibt die Resultate einer Untersuchung von 10 Schädeln von Sus vittatus
und Sus verrucosus. — Siegfried berichtet über fossile Schädel von Bos
taurus und ihre Beziehungen zu denen der subfossilen und rezenten Bos-
taurus-Rassen. — Fiedler gibt osteologische Geschlechtscharaktere am
Schädel von Bos taurus. — Mehely (2) berichtet über den Schädel von
Procavia valida, Lydekker (13) über den von Grampus. — Leche untersucht
eingehend den Schädel der Centetidae, Solenodontidae und Chrysochloridae:
die durch das Graben bedingte eigentümliche Form des Schädels bei Chry-
sochloris, das Fehlen des Jochbogens (nur bei Chrysochloris vollständig vor-
handen), die Form des jugendlichen Schädels von Centetes ete. — *Bertini-
Tancredi berichtet über den arcus zygomaticus bei Canis familiaris. —
Nach Fuehs (4) sind Operculum der Amphibia, Oiostapes der Reptilia und
Stapes der Mammalia homolog (nicht aber gleich der Hyomandibula der
Pisces) und stammen aus der Labyrinthkapsel. — Fuchs (3) berichtet über
die Gaumenbildung der Mammalia (Gegensatz zu derjenigen bei den Che-
lonia). — Nach Sippel ist bei den Mammalia (speziell Embryonon von Sus)
die Gaumenrinne, die vor dem Gaumenschluß die Zunge birgt, nicht direkt
dem Subchoanalraum der Aves zu vergleichen. — Gaupp berichtet aus-
führlich über die Entwicklung des Schädels von Echidna: Primordial-
cranium (im ganzen säugetierartig), Kopfgelenk und Condylen, Ohrkapsel,
Cavum epiptericum, Nasenkapsel ete. — Staurenghi (1) berichtet über
die fixura bregmatica lateralis der Equidae, ferner (2) über das os inter-
parietale bei Sus scrofa, (3) über die Duplizität der Ossificationszentren des
os nasale bei Owis aries und Sus scrofa, (4) über die processus petrosi post-
sphenoidales (dorsales postsphenoidales) der Sceiuromorpha, Prosimiae,
Antilopinae und die processus petrosi praesphenoidales bei Mustela foina
und,Canis vulpes, und schließlich (5) über die fixura bregmatica lateralis
der Mammalia im allgem. — Fuchs (2) bringt neue Argumente für seine
Anschauung, daß das os squamosum der Mammalia aus 3 Knochen ent-
standen sei: Untersuchungen an Felis domestica und F. tigris, Canis, Eri-
naceus; Zweiteilung des Jochbogens bei Paradoxurus und Didelphys und
Folgerungen hieraus. — Schlaginhaufen (1) berichtet über einen canalis
eraniopharyngeus persistens bei (Homo und) den Anthropoidei. — Weber
findet bei Primates (und Homo-Rassen) das Foramen ovale der Schädelbasis
mit dem Foramen lacerum teils vereinigt, teils von ihm getrennt. —
Knottnerus-Meyer untersucht an sehr großem Material das Os lacrymale
der Ungulata und stellt hauptsächlich auf Grund dieser Befunde ein neues
System dieser Gruppe auf (vgl. Cap. IV). — Lubosch studiert die Kau-
bewegungen verschiedener Mammalia und stellt die Kieferbewegung und
ihren Rhythmus graphisch dar; verschiedene Gruppen der Bewegungsarten,
Urform: Das universelle vielseitig verwendbare Gelenk, aus dem sich die
74 I. MammalJlia für 1907.
spezialisierten Gelenke ableiten; Phylogenetisches. — Dieulafe und Herpin
beschreiben die Ossifikation des Unterkiefers an Embryonen von (Homo
und) Ovis: Auftreten ohne Praeformation, mitten im Mesenchym, Histo-
logisches. — Bardeleben berücksichtigt bei seinen vergleichend-anatomischen
und phylogenetischen Studien über den Unterkiefer auch die Mammalia. —
van Kampen beschreibt das vordere Zungenbeinhorn von Putorius putorius
und die Anheftung des Zungenbeins am Schädel. — Boas untersucht den
Ohrknorpel der Mammalia im flachgestreckten Zustand: Unterscheidung
eines vorderen (inneren) und hinteren (äußeren) Randes, jeder mit Incisurae
posteriores resp. anteriores und zwischen ihnen liegenden Vorsprüngen
(‚ Anterons‘“, „Posterons‘‘); specielles für (Homo) Echidna, Phoca. — Hilz-
heimer gibt einen Vergleich des Schädels von $ und 9 bei Capreolus.
Geweihe und Gehörne: Rörig (1) untersucht die Correlationen
zwischen abnormer Körperkonstitution der Cervidae und ihrer Geweih-
bildung. — Über die Geweihbildung und -entwieklung bei Caprecolus und
Cervus siehe unter 2) Jagdtiere. — *Marchi (2) gibt Untersuchungen über
die Entwicklung der Hörner hei den Cavicornia und berichtet (1) über
Experimente über die Hörner, wie Umpflanzung u. ähnl. — Lancaster (1)
untersucht die Hornbildung bei Geiraffa und Okapia: „Ossiconus“ = der
unabhängig verknöchernde Knochenkegel, der zur Hornbildung führt;
Unterschiede gegenüber den Hornbildungen anderer Ungulata; die phylo-
genetische Beziehung der Horngebilde zu denen der übrigen Ungulata
noch ungeklärt. — Lancaster (3) läßt es unentschieden, ob die horn-
tragende Okapia johnstoni und die ungehörnte Ok. Liebrechtsi das $ und 9
derselben Art bilden, Beschreibung des Hornes von Ok. johnstoni: Durch-
brechen durch die Haut und wohl auch ein dem Abwerfen des Geweihes
ähnlicher Vorgang. — *Mitchell berichtet über die Hörner von Budorcas
taxicolor, Lydekker (16) über ein abnormes Gehörn von Gazella soemmeringi,
Lydekker (21, 23, 24) über Hornvariationen bei Ovis musimon, Leisewitz
über Asymmetrien des Gehörns von /bex, Shitkow über hornlose Bovidae.
7. Zähne.
Allgemeines: Korff behandelt die Vorgänge bei der Dentin-
bildung: Fehlen eines homogenen Stadiums ohne Fibrillen, die Fibrillen
anfangs radiär, später zur Pulpaoberfläche annähernd parallel, Unbeweis-
barkeit einer homogenen lamina terminalis interna dentis. Gegen ihn
wendet sich L. Fleischmann, der die Existenz dieser lamina histochemisch
nachgewiesen hat; ihre Identität mit dem Köllickerschen Häutchen. —
Lalog berichtet kurz über die Entwicklung des Zahnsystems bei den Mam-
malia. — Osborn und Gregory behandeln den tritubercularen Typus der
Molaren der Mammalia und seine Entwicklung. — Dependorf (2) spricht
sich gegen die Concreszenztheorie der Zähne der Mammalia aus: prae-
lacteale und postpermanente Zahnleiste nicht normal mit den Zahnanlagen
verwachsen; Zerfall rückgebildeter Zähne in Einzelzähne ist regressiv und
nicht für die Phylogenese beweisend, näheres über die Zahnleiste der Marsu-
I. Mammalia für 1907. 75
pialia und dieZahnanlagen der Cetacea in ihrer Bedeutung für die Auffassung
des Zahnsystems. — Dependorf (2) behandelt den Diphyodontismus der
Mammalia und die Bedeutung der Milchzahnreihe. — Gegen ihn betont
Adloff (1), daß die Unmöglichkeit, eine Verschmelzung von Zahnanlagen
heut nachzuweisen, nicht gegen ihr Vorkommen in früherer Zeit spreche.
— R. Hermann (1, 2) berichtet über hohle Zähne und Zahndefekte bei
fossilen und rezenten Mammalia, spezielles für Ursus spelaeus, U. priscus,
U. Riehardsoni, meles taxus, Hyaena, Cervus elaphus, Mastodon ameri-
canus, Anthropopithecus gorilla, Troglodytes niger, Simia satyrus,; Caries
keine Kulturkrankheit des Menschen, sondern auch bei Tieren, und zwar
schon in geologischer Vorzeit sich findend. — *W. D. Miller behandelt
das Vorkommen von Zahnschwund bei Mammalia, *Colyer Zahnabnormi-
täten. — Morgenstern berichtet über den Nachweis von Nerven und
Lymphgefäßen in den Zähnen.
Spezielles: Leche gibt eine eingehende Beschreibung der Zähne
bei den Centetidae, Solenodontidae und Chrysochloridae; spezielles für
Microgale, Hemicentetes, Ericulus, Centetes, Chrysochloris, Potamogale;
Convergenzerscheinungen zwischen Ericulus und Erinaceus. — Schweitzer
weist auf Grund von Injektionen Lymphgefäße nach in der Pulpa von
(Homo) Canis und Macacus. — Bradley (1) berichtet über Zahnanomalien
bei Equus und Canis; ihre Bedeutung. — Lambe (2) berichtet von über-
zähligen Zähnen bei Canis. — Evangelista untersucht Dentin und Zement
bei (Homo) Equus, Bos und Canis; verschiedene Härte, Vorkommen der
Havers’schen Kanäle, Verhalten der Zahnbeinkanälchen, Vorkommen
einer Schmelzschicht zwischen Zement und Dentin bei Equus. — Mehely (2)
berichtet kurz über das Zahnsystem von Procavia valida. — *Behlen (5)
gibt eine Studie über das Milchgebiß der Artiodactyla. — Brandt (7) be-
schreibt das Milch- und das Dauergebiß von Capreolus. — Lambe (1) be-
richtet über einen Zahn von Ovibos moschatus aus dem Pleistocaen von
Britisch-Columbia. — Studnieka hält die Fibrillen der Zahnpulpa für
praecollagen und studiert das Dentin der embryonalen Zähne von Dos
und Mus musculus. — Masur untersucht die Schmelzpulpa an embryonalen
Zähnen von Sus und Oryctolagus (und Homo) mit Carmin, Malloryscher
Färbung und Schnittverdauung; Histologisches. — Alezais berichtet über
Anomalien der Ineisivi bei Oryetolagus. — Nach Hagmann sind die Molaren
des Milchgebisses bei Coelogenys und Dasyprocta nahezu wurzellos, kom-
plizierter Bau der definitiven Molaren. — Nach Broom (1) ist die Formel
3 I:sb
des Gebisses eines soeben geborenen Oryeteropus — — —— ; das definitive
FE
Gebiß zeigt oben Praemolar III—VI, vielleicht auch II, Molar I—V,
unten Pr. II—VI und M. 1—V. Vasse (1) und ebenso auch R. Ward
berichten übr die Stoßzähne von Loxodon africanus, desgl. Lucas für
Elephas primigenius, Deperet (2) beschreibt das Gebiß von Lophiodon
leptorhynchus, *Bensley das der Didelphyidae. — Wilson und Hill (2)
untersuchen die Zahnanlagen zweier Beuteljungen von Ornithorhynchus
von etwa 8 und 25 cm Länge; je 4 Anlagen oben und unten nachweisbar;
76 I. Mammalia für 1907.
5 Zahntypen. — Lydekker (20) und ebenso auch Rothschild und Neuville
(3) berichten über unbestimmbare Zähne.
8. Muskeln, Gelenke, Bänder.
Muskeln. In MeMurriehs Arbeit über die Phylogenese der
Plantarmuskulatur sind auch die Verhältnisse, wie sie sich bei den Mam-
malia finden, berücksichtigt. — Ärnbäck studiert eingehend die Mus-
kulatur der Soricidae, hauptsächlich an Oroeidura murina; Kopfmuskulatur
mit ihrer Ursprungsstelle nach hinten gewandert; Muskulatur des Rumpfes
und der Extremitäten. — Futamura setzt seine Untersuchungen über
die Entwicklung der Facialis-Muskulatur fort; Untersuchungen an (Aves
und) Sus, Prosimiae, Primates; Entstehung aus dem Mesenchymgewebe
des zweiten Schlundbogens; das Platysma; 2 Schichten der Gesichts-
muskulatur; die oberflächlichen mimischen Muskeln erst mit der höheren
Entwicklung der species entfaltet; Entstehung des m. digastricus, stapedius
und Stylohyoideus. — Leche beschreibt die Muskulatur der Centetidae,
Solenodontidae und Chrysochloridae,; Spezielles über den Hautmuskel von
Ericulus und seine Ähnlichkeit mit dem von Erinaceus. — *liaceio (4)
berichtet über eine Muskelabnormität bei Cavia. — Bei der Besprechung
der tiefen Rückenmuskeln vom Homo macht Virchow (2) auch einige An-
gaben über diese Muskeln bei Mammalia (Meles, Macropus). — Chaine (1)
betrachtet die Bäuche des m. digastricus als Teile eines einzigen Muskels
und macht (2) Angaben über die Entwicklung dieses Muskels: Nach
Bijvoet ist der vordere Bauch des m. digastricus aus einer Masse entstanden,
der auch der m. mylohyoideus seine Entstehung verdankt; Spezielles für
Satyrus. — Ribbing gibt eine ausführliche Beschreibung der distalen Arm-
muskulatur nebst ihrer Innervation bei den (Reptilia und) Mammalia ;
Einführung einer neuen Nomenklatur, die des Verf. Auffassung von der
Abstammung klarlegen soll. — Nach Bruni hat der m. abductor pollicis
bei (Homo und) den Primates 2 Lagen von Fasern, eine von der Fascie,
eine von der Palmaroponeurose, ähnliches am m. abductor hallueis. — Frets
studiert die mm. peronei der Primates und Prosimiae und ihre Innervation.
— Nach Me Gill (1, 2) entsteht die glatte Muskulatur bei Canis, Felis und
Sus (sowie Homo) aus dem mesenchymatösen Syncytium, welches das
Darmrohr umgibt. — Me Gill (3) berichtet über die glatte Muskulatur
des Darmes und des Respirationstractes und ihre Entwicklung bei Sus.
(Vgl. unter Verdauungsorgane).
Gelenke etc. Retterer (5) beschreibt bei zwei Primates (Calli-
thrix ? und „Ouarabile‘“) einen ringförmigen Meniscus lateralis des Knie-
gelenks mit kreisrundem Loch: Beweis für die Abänderung der Organe
durch äußere Einflüsse und für Vererbung erworbener Eigenschaften. —
Loth berichtet über die Plantaraponeurose bei (Homo und) den Primates.
— Minervini sicht bei seiner Untersuchung der Regeneration der Achilles-
sehne von Canis sehr bald nach dem Eingriff junges Narbengewebe sich
bilden unter Beteiligung auch der Sehnenscheiden; Histologisches über
die Entstehung der Narbe.
I. Mammalia für 1907. 17
9. Nervensystem.
Allgemeines. *Johnsten gibt eine Monographie des Nerven-
systems der Vertebrata, *Bechterew Grundzüge der Lehre von den Funk-
tionen des Zentralnervensystems. — Hatai (1) studiert die Histologie der
Ganglienzellen von Mus rattus albus. — Reich (1) berichtet über die chemi-
schen Bestandteile des Nervenmarkes und ihr mikrochemisches und färbe-
risches Verhalten, besonders über Unna’s Neuromucin, das kein Mucin,
sondern ein protagonartiger Stoff ist. — Ernst (2) behandelt den Rad-
speichenbau der Markscheide der Nerven, auch &orowitz arbeitet über die
Struktur der Markscheide der peripheren Nerven. — Reich (2) stützt seine
Ansicht, daß das Neuron ein vielzelliges Organ ist, durch Befunde an einem
Tumor; Färbungsmethode zur Unterscheidung der myelinartigen Granula
(u-,Granula“) und der protagonartigen Granula (‚„zt-Granula“). —
*Marinesco (2) behandelt den Mechanismus der Nerven-Regeneration. —
Ramon (3) erörtert die Regeneration bei marklosen und markhaltigen
Nervenfasern am zentralen und peripheren Stumpf; seine Anschauung
über die Nervenzelle und ihren Bau: die Nervenzelle hat mehrere physio-
logische Einheiten. — Joris (1) berichtet über die Beziehungen zwischen
Nervenzellen und Fibrillen. — G. Levi (4) berichtet zusammenfassend
über einige Probleme, die den Bau des Nervensystems betreffen und macht
eine vorläufige Mitteilung über die Struktur der Ganglienzellen bei ver-
schiedenen Vertebrata und (1) speziell bei den Mammalia. — Collin schließt
aus früheren eigenen Arbeiten und denen anderer, daß die Nervenzelle
gewissen sekretorischen Zellen zu vergleichen ist. — Cerletti berichtet über
perivasale Körperchen in der Hirnsubstanz. — Legendre (3) nimmt auf
Grund seiner Experimente an Canis (Untersuchung der Pyramidenzellen
von nach längerer Schlaflosigkeit getöteten Individuen) an, daß das Neuro-
fibrillengerüst widerstandsfähiger ist als die chromatophile Substanz. —
Marineseo (1) studiert das Verhalten der Ganglienzellen nach Trans-
plantation von Spinalganglien bei Canis, Felis, Lepus, Cavia, Veränderung
der Ganglienzelle infolge der durch die Umgebung bedingten Veränderung
ihrer Oberflächenspannung. Marinesco und Minea (1, 2) geben gleichfalls
derartige Transplantations- bzw. Regenerationsversuche, (2) speziell bei
Felis. — Nach 6. Levi (2) haben die kleinen Ganglienzellen kleiner Mam-
malia (Mus, Cavia) keine oder wenige Amphicyten, die großen Zellen
großer Mammalia (Equus, Bos, Ovis, Delphinus, Homo) stets Amphieyten;
die Aufgabe der letzteren. — Cesa-Bianchi (2) studiert die Einschlüsse
in den Ganglienzellen (Vertebrata, Mollusca); die krystalloiden Körper
in Ganglienzellen bei Erinaceus, Vesperugo, Vespertilio und Arctomys zur
Zeit des Winterschlafs häufiger als nach diesem. — Carazzi (1) stellt an
Spinalganglienzellen von Bos fest, daß Cesa-Bianchi sich durch
bei Fixierung mit Sublimatgemischen auftretende Artefacte täuschen ließ.
Ihm widerspricht Cesa-Bianchi (3). Ramon (5) findet, daß Holmgren’s
intracelluläres Kanalsystem der Ganglienzellen aus einem System kleiner
Sinus besteht; Verhalten der Zellen des Ependymepithels. — Legendre (1)
berichtet über die von den Autoren beschriebenen Varikositäten der
78 I. Mammalia für 1907.
Dendrite nach Untersuchungen an den Ganglienzellen von Canis und
gibt (2) weiteres über die intracellulären Neurofibrillen. — Ramon (5) be-
schreibt die Vorgänge, die sich im Gehirn und im Rleinhirn an den Ganglien-
zellen und ihren Fortsätzen nach Verletzungen abspielen, und kommt zu
einer Reihe allgemeiner Schlüsse über Regeneration und Degeneration
der einzelnen Elemente. — Apäthy verteidigt seine Befunde gegenüber
den Arbeiten von Ramon und von Retzius. — Ramon (2) bringt
für die Neuronentheorie die Beweise, die sich aus der Nervenregeneration
und normalen Neurogenese ergeben; Regenerationsversuche speziell an
Felis und Oryetolagus. — Held bekämpft Ramon’s Verteidigung der Neuro-
blasten- und Neuronentheorie; Verhalten der Neuroblasten und Nerven-
fasern. — Goigi kommt auf Grund eigener Arbeiten und der anderer Autoren
zu der Ansicht, daß die Neuronentheorie nicht aufrecht zu erhalten ist. —
Ramon (1) berichtet zusammenfassend über seine Ansichten von der
Struktur und dem Zusammenhang der Neurone und über die regenerativen
und neurogenetischen Beweise für die Auswachstheorie.
Gehirn und Rückenmark. *Debierre gibt eine mono-
graphische Darstellung des Gehirns und Rückenmarkes, *Levandowsky
ein Lehrbuch über die Funktionen des zentralen Nervensystems. — Girard
(2) berichtet über die quantitativen Variationen in der chemischen Zu-
sammensetzung des Gehirns. — Haller (2) betont seine Priorität in Sachen
der Kontinuitätslehre des Zentralnervensystems. — Lapieque (1) findet bei
den 2 von Mus norvegicus ein geringeres Gehirngewicht als bei den &,
und berichtet weiter (2) über das Verhältnis von Gehirngewicht und
Körpergewicht. — Lapieque und Girard studieren das Gehirngewicht der
Haustiere, Girard (1) berichtet über den zahlenmäßigen Ausdruck der
cerebralen Superiorität. — Ärnbäck sieht am Gehirn von Sorex mehrere
Eigenschaften, die bei Aplacentaliern wiedergefunden werden; ihm sehr
ähnlich das Gehirn von Crocidura murina, das unter den Insectivora dem
von Talpa am nächsten steht. — Leche untersucht das Gehirn der Centi-
tidae, Solenodontidae und Chrysochloridae; das von Chrysochloris stark
abweichend und ähnlich dem von Notoryctes. — Roschig gibt Untersuchungen
über die individuellen Verschiedenheiten der Großhirnfurchen von Bos
taurus. — *Herxheimer studiert die Entwicklung der Nervenfasern im
Gehirn und im Rückenmark, *Herxheimer und Gierlich geben Studien
über Entwicklung und Verhalten der Neurofibrillen im Zentralnerven-
system. — (Capparelli berichtet über die Existenz einiger myelinhaltiger
Körper im Zentralnervensystem der höheren Tiere, besonders in der grauen
Hirn- und Rückenmarksubstanz; sie liefern wohl den Nervenzellen und
Nervennetzchen Ernährungs- und Funktionsmaterial. — Capparelli und
Polara (1, 2) sahen im zerfaserten frischen Großhirn, Kleinhirn und Rücken-
mark von Sus, Ovis, Bos, Oryctolagus, Canis (und Homo) die Nervenzellen
durch ihre Fortsätze miteinander anastomosieren. — Bonome untersucht
die Histogenese der Neuroglia bei Veriebrata; 3 Stadien der Spongioblasten
in der weißen Substanz. — Lugaro berichtet über die Funktionen der
Neuroglia: die Fasern ein Stützorgan, das Plasma ein Filter gegenüber
I. Mammalia für 1907. 79
den Blutgiften und zur Isolation der Nervenströme; pathologische Zu-
stände. — Nach Mauoutlian vermehren sich bei (Homo) Felis, Canis und
Equus während der Wutkrankheit und im Alter die Neurogliazellen um
die Ganglienzellen stark, dringen in sie ein und zerstören sie. — Shudde-
magen beschreibt den gröberen Bau des Zentralnervensystems von Tatu
novemeinctum. — Dexler (1) berichtet über das Zentralnervensystem eines
25 Tage alten Kalbes von Elephas indicus: Gewichtsangaben über Hirn
und Rückenmark. — Widakowich gibt eine eingehende Beschreibung der
äußeren Anatomie des Zentralnervensystems dreier verschieden weit ent-
wickelter Embryonen von Cavia. — Kappers und Theunissen untersuchen
vergleichend das Vorderhirn der Vertebrata und geben eine vorläufige Mit-
teilung über ihre Resultate. — Livini beschreibt in vorläufiger Mitteilung
das Vorderhirn und Zwischenhirn nebst den Bahnen von Hypsiprymnus
rufesceens. — Rossi erhält bei seinen Untersuchungen über die feinere
Struktur des Bulbus olfactorius von Felis, Mus und Canis keine
wesentlich andere Resultate als frühere Autoren. — Haller (1) und
ebenso Hirsch geben Untersuchungen an Pieropus edulis, der erstere
über das Großhirn, der letztere über den Verlauf der pallialen Com-
missur im Gehirn. — Brodmann beschreibt die Oberflächengliederung
der Großhirnrinde bei Homo und gibt dazu vergleichende Schemata von
niederen Primates und Lemuroidea. — Döllken (2) berichtet über die Reifung
des Zentralnervensystems. — Mellus stellt bei Macacus durch Entfernung
größerer Teile des Lobus frontalis fest, daß seine Fasern die Pyramiden
nicht erreichen; 4 Gruppen von Fasern, die außen vom Nucleus lenti-
cularis rückwärts verlaufen. — Marburg untersucht vergleichend die Hirn-
rinde von Satyrus, Hylobates, Semnopithecus, Macacus, Cynocephalus,
Ateles und Lemur; Unterscheidung von 5 Schichten. — *Bonne (1) gibt
eine Histologie der Hirnrinde. — G. Watson beginnt seine Darstellung
der Hirnrinde bei den Mammalia mit der Beschreibung der Befunde bei
Insectivora. — *Vogt berichtet über die elektrisch erregbaren Hirnrinden-
gebiete bei den Mammalia. — Nach Fragnito besteht bei Embryonen von
Canis die Hemisphärenrinde zuerst aus einem ependymalen und corticalen
Stratum, die durch eine dünne Schicht getrennt sind; weiteres über die
Entwicklung, die Pyramiden-Neuroblasten usw. — Holl untersucht die
Oberflächenskulptur des Hinterhauptlappens bei (Homo und) Primates. —
Bonne (2) berichtet über die bilaterale Symmetrie des Körpers und die
funktionelle Unabhängigkeit der Hirnhemisphären. — *Mott berichtet
über die progressive Entwicklung der Struktur und Funktionen der Seh-
rinde bei den Mammalia. — Döllken (1) verfolgt mit Ramon’s Methode
bei jungen Mus die Entwicklung des Bewegungszentrums in der Hirn-
rinde. — Jolly und Simpson lokalisieren bei Primates mit neuer Reiz-
methode die Gebiete des Cortex Rolandi, die zu den Bewegungen der
Körperteile in Beziehung. stehen. — Nach Streeter’s Untersuchungen an
Embryonen von Sus sind die Retziusschen Papillen in der Hirnrinde Kunst-
produkte infolge von Maceration der Gehirne. — Ramon und Illera bringen
ergänzende Mitteilungen zur Kenntnis der Struktur der Kleinhirnrinde
80 I. Mammalia für 1907.
von Mammalia. — *Edinger gibt Beiträge zur vergleichenden Anatomie
des Kleinhirns. — van Rijnberk (2) arbeitet über die funktionelle Lokali-
sation im Kleinhirn. — Gentes (1—5) gibt eine eingehende Beschreibung
der Hypophyse und des Saccus vasculosus von Vertretern sämtlicher
Vertebratenklassen, darunter Canis und Oryctolagus; die beiden Abschnitte
(ein nervöser, ein drüsiger) der Hypophyse und ihr Bau; der saccus vascu-
laris bei den höheren Vertebraten fast oder ganz verschwindend, ev. bei
den Mammalia in Resten vorhanden. — Auch *Joris (2) arbeitet über
die Hypophyse. — Arai findet im Canalis craniopharyngeus bei Felis,
Oryctolagus (und Embryonen von Homo) außer Gefäßen accessorische
Hypophysen, die auch am Boden der Sella tureica und im Pharynxdach
vorkommen. — Gemelli (1, 2, 5) zieht aus seinen Arbeiten über die Hypo-
physe der Mammalia den Schluß, daß der Drüsenteil nicht rudimentär,
sondern für den Organismus notwendig sei und antitoxisch wirke. — Nach
Thaon treten bei (Homo) Ovis und Canis die Sekrete der Hypophyse direkt
in die Blutkapillaren; ein Lymphgefäßsystem fehlt. — Meek gibt Unter-
suchungen über die Choroidplexus von Mus, Cavia, Felis, Canis, Ovis,
Equus, Bos (und Homo); Hervorgehen aus der Entfaltung der Hirn-
wandung durch die Pia mater, ihre Histologie; sekretorische Veränderungen
dor Epithelzellen und Zunahme der Cerebrospinalflüssigkeit nach Injektion
von Äther, Pilocarpin und Muscarin. — Auch *Franeini berichtet Histo-
logisches und Experimentelles über Struktur und Funktion der Choroid-
plexus. — Neumayer (1, 2) gibt Mitteilungen über das Gehirn des fossilen
Adapis parisiensis, das dem der Edentata am nächsten zu stehen scheint. —
*Bernheimer macht eine Mitteilung über die Guddensche Commissur. —
Trieomi-Allegra (2) bestätigt experimentell bei Oryctolagus die Ansicht
van Gehuchten’s, daß das Tubereulum bigeminum posterius nicht der
Endkern des Tracetus acusticus bulbo-mesencephalicus ist. — Bei E. Levi’s
Untersuchungen des Tractus tecto-bulbaris, die sich auf alle Vertebrata
erstrecken, finden auch die Mammalia Berücksichtigung. — Dorello (2)
gibt eine vorläufige Mitteilung über die Entwicklung des Nucleus tegmenti
bei Embryonen von Sus. — Muskens sucht experimentell den Verlauf
des Tractus cerebello-thalamicus bei Felis festzustellen. — Zuekerkandl (3)
gibt eine vergleichende Beschreibung des Baues des Indusium griseum
corporis callosi bei den Marsupialia, Edentata, Carnivora, Rodentia, Ungu-
lata, Cetacea, Insectivora, Chiroptera, Lemuroidea und Primates; Besonder-
heiten: das dorsale Ammonshorn bei Vespertilio mystacinus und V. murinus,
die Entwicklung des intermediären Indusiums bei Mus, Cavia, Felis,
Rhinolophus, Vesperugo, Vespertilio (und Homo). — Hulles beschreibt
vergleichend den Verlauf der cerebralen Trigeminuswurzel unter Berück-
sichtigung sämtlicher Ordnungen der Mammalia. — *van Londen gibt
Untersuchungen über den zentralen Verlauf des Nervus trigeminus nach
intraeranialer Durchschneidung seines Stammes. — Hatschek untersucht
vergleichend-anatomisch bei den Mammalia den Nucleus ruber, der aus
einem Nucleus ruber magnicellulatus und einem Nucleus parvicellulatus
besteht. — Winkler beschreibt für Oryctolagus die funktionellen Störungen
I. Mammalia für 1907. si
nach Entfernung des Labyrinthes; Zusammenhang des Nervus VIII mit
den Nn III, IV und VI. — *van Gehuchten berichtet über den zentralen
Verlauf des N. cochlearis. — *A. Hill (1) gibt eine Histologie des Nucleus
trapezoides. — Trieomi-Allegra (1) erweitert seine früheren Untersuchungen
über die Verbindungen des N. vagus innerhalb der Oblongata experimentell
an Oryctolagus; Spezielles über die Nn. laryngei und pharyngei. — *Hudo-
vernig gibt Beiträge zur mikroskopischen Anatomie und zur Lokalisations-
lehre der Kerne des N. hypoglossus, vagus und facialis. — Marinesco und
Parhon berichten über die motorischen Vaguskerne und ihre Lokalisation.
— *Staderini gibt Anatomisches über die Medulla oblongata und polemisiert
gegen van Gehuchten. — *Kattwinkel und Neumayer berichten über den
Verlauf der sogenannten Helwegschen Dreikantenbahn (Faseiculus paro-
livaris), *Schäfer und Bruce über Kleinhirnverbindungen des Rücken-
markes. — Barbieri (1, 3) gibt eine vorläufige Mitteilung über die Struktur
des Rückenmarkes. — Biach beschreibt eingehend nach Querschnitten
das Rückenmark von Antilope, Sus und Equus und gibt Charakteristika
des Ungulatenrückenmarkes. — *Schmidt gibt einen Beitrag zum Studium
des Verhältnisses von Rückenmarksbau und Extremitätenentwicklung. —
*Beccari behandelt die Mautherschen Fasern und ihre Beziehungen zum
acusticus. — Dendy gibt eine Darstellung des Pinealorgans. — Schöppler
untersucht den feineren Bau der Hirnarterien bei Sus, Cervus, Felis, Canis
vulpes und Lepus timidus.
Periphere Nerven und Sympathicus. Neumann er-
örtert kritisch einige ältere und neuere Lehren von der Degeneration und
Regeneration der Nerven. — Bethe (1) bespricht kritisch die Arbeiten
über die Regeneration der Nervenfasern und beschreibt die Ergebnisse
eigener Experimente an Canis. — Auch *Perroneito (1, 2) arbeitet über
die Regeneration der Nerven. — Bethe (2) schließt sich der Schwann-
Schiff’schen Ansicht an, daß eine funktionelle und trophische Vereinigung
zwischen receptorischen und motorischen Fasern nach Durchschneidung
eines gemischten Nerven nicht statthat. — Barbieri (2, 3) stellt durch
Experimente an Canis und Oryctolagus fest, daß keine Autoregeneration
der Nerven vorkommt. — Tello (1) durchschneidet den n. ischiadicus bei
Oryctolagus und studiert die De- und Regeneration der Nervenenden an
den Muskeln. — Tello (3) gibt eine vorläufige Mitteilung über die Regeneration
in den optischen Bahnen. — Fuchs (1) bestätigt die Angaben über die
Zusammensetzung der Markscheide der Vertebrata aus einer schwach und
einer stark färbbaren Substanz. — Ramon (6) berichtet zusammenfassend
über die Struktur der sensiblen Ganglien der Mammalia, Kohn (1) ebenso
über die Scheidenzellen (Randzellen) peripherer Ganglienzellen. — Auch
*Nageotte (1, 2) gibt Mitteilungen über die Ganglien. — 6. Levi (3) be-
schreibt aus den Cerebrospinalganglien die anomalen Ganglienzellen von
Canis, Bos, Ovis, Oryctolagus, Delphinus, Erinaceus, Cynocephalus und
Macacus; sie fehlen bei Cavia und Mus decumanus; ihre Entwicklung bei
Ovis, Sus und Bos. — $. Mayer zieht Schlüsse aus seinen und anderer
Arbeiten über die Wachstumsendkugeln und Ganglienzellen in peripheren
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (I.) 6
82 I. Mammalia für 1907.
Nerven. — Nach Carpenter und Main wandern bei Embryonen von Sus
in die ventralen Nervenwurzeln Medullarzellen: ihr Bau und ihr weiteres
Schicksal. — Nach Zander sind die ersten Stadien der Nerven schmale
oder breite Plasmastränge, ihre weitere Entwicklung und ihr Verhalten
bei der Regeneration. — Barelay-Smith gibt eine vorläufige Mitteilung
über die Anatomie der peripheren Nerven. — Wilson und Hill (1) berichten
über die Ganglienleiste und die Beziehungen der Neuromeren zu den
Ganglienanlagen in der Entwicklung von Ornithorhynchus. — Bender (2)
beschreibt die periphere Verteilung der Schleimhautnerven des N. facialis,
glossopharyngeus und vagus bei (niederen Vertebraten sowie) Ornitho-
rhynchus, Echidna und Petrogale;, Homologisierung der Paukenhöhle;
der N. palatinus, pharyngeus dorsalis IX und Chorda tympani (R. mand.
int. VII.); Bemerkungen über das Kiefergelenk und den schalleitenden
Apparat. Verf. berichtet weiter (1) über die Homologie des Spritzloches
der Selachier und der Paukenhöhle der Amphibien, Sauropsiden und
Mammalia auf Grund ihrer Innervation. — Dorello (1) untersucht bei
(Homo) Oryctolagus, Cavia und Canis an Erwachsenen sowie embryologisch
bei Sus und Plecotus die Verteilung des n. vagus am Öesophagus und
Magen. — Lesbre und Maignon stellen auf Grund von Experimenten an
Sus (Durchschneidung des n. accessorius) fest, daß der n. vagus rein sen-
sibler Natur ist. — Nach Dogiel und Archangelsky steht der Blutlauf in
den Kranzgefäßen des Herzens bei Mammalia (sowie bei Sauropsiden)
unter dem Einfluß der verengernden Nerven dieser Gefäße; Verlauf der
Nervenfasern. — Ribbing gibt eine ausführliche Beschreibung der Inner-
vation der distalen Armmuskulatur bei (Reptilien und ) Mammalia. —
T. R. Elliot stellt experimentell die Verteilung und Wirksamkeit der Nerven
für Harnblase und Urethra fest bei Felis, Canis, Mustelus, Macacus, Her-
pestes, Viverra, Sus und Capra. Auch A. Hill (3) berichtet über die Nerven
der Urethra. Es berichten ferner: *A. Hill (2) über die Nerven der Lunge,
*Dogiel über die sensiblen Nervenendigungen in den Augenmuskeln und ihren
Sehnen, Steinitz über die Nervenendigungen in den quergestreiften Muskeln.
— Jacobsohn gibt Beiträge zur Kenntnis des intramedullären Verlaufs von
hinteren Wurzeln des Conus medullaris. — van der Velde bestätigt die
Angaben früherer Autoren, daß in den Nervenendorganen die Neuro-
fibrillen in Schlingen und Netzen enden: Untersuchungen an Felis, Mus,
Sus. — Botezat (1) ergänzt seine früheren Beobachtungen an den Nerven-
endapparaten in der Haut; die Vater-Paeinischen Körperchen, die Tast-
menisken an den Merkelschen Tastzellen, die Eimerschen Tastorgane in
der Rüsselepidermis von Talpa ete.; Netze an den Kapillaren und Drüsen-
zellen. — Auch Ramström berichtet über die Vater-Paeinischen Körperchen
und ihre Funktion. — Bielsehowsky untersucht mit eigener Methode die
sensiblen Nervenenden im Rüssel von Talpa und der Sehnauzenhaut von
Centetes; die Eimerschen Papillen, die Endkolben, die Merkelschen Zellen
ete. — Auch Boeke und De Groot berichten über die Nervenenden im
Eimerschen Organ von Talpa, z. T. polemisch gegen Bielschowsky (s. oben).
— Botezat (2) untersucht das Verhalten der Nerven und ihrer Endungen
I. Mammalia für 1907. 83
in den Gaumenleisten von Talpa. — Michailow (1) beschreibt 2 neue Typen
eingekapselter Nervenendapparate aus dem visceralen Blatt des Peri-
cardiums von Equus und untersucht (2) die Nervenenden in der Harn-
blase von Felis, Sus und Equus. — Tello (2) untersucht an Felis und Oryeto-
lagus die De- und Regeneration der Kühneschen Spindeln in der Ischiadicus-
muskulatur nach Durchschneidung der Nerven; Schwierigkeit der Unter-
scheidung zwischen motorischen und sensiblen Fasern. — Nach Froriep
verlassen bei Oryctolagus die Nervenzellen die zum autonomen Nerven-
system gehörigen vertebralen, praevertebralen und terminalen Ganglien
als indifferente großkernige Bildungszellen das Medullarohr zusammen
mit den ventralen Spinalnervenwurzeln; ihr weiteres Verhalten. — Kohn
(2) berichtet über die Entwicklung des sympathischen Nervensystems bei
Oryctolagus. — van den Broek (1) beschreibt eingehend das sympathische
Nervensystem, speziell den Grenzstrang, von Echidna, Ornithorhynchus,
Didelphys, Trichosurus, Cuscus, Phascolarctos, Erinaceus, Tatusia, Coelo-
genys, Mus, Oryctolagus, Phoca, Felis, Canis, Ursus, Mustela, Bos, Dama,
Lemur, Ateles, Cercopithecus, Cynocephalus, Hylobates, Satyrus (und Homo).
— Nach van Rynberk (1) verteilen sich bei Felis die von den Ganglien
des Sympathicus ausgehenden Fasern, die die Bewegung der Haare regu-
lieren und in den nervösen Hautästen der Spinalganglien der dorsalen
Rumpfregion verlaufen, innerhalb der gleichen Region wie die ent-
sprechenden Nerven der Spinalganglien; über das gleiche Thema berichtet
auch van Rijnberk (1, 3). Nach Yanase treten bei den Embryonen
von Cavia peristaltische Bewegungen des Darmes noch nicht ein, solange
er erst die Ringmuskulatur besitzt, sondern erst, wenn sich die gleichzeitig
mit den nervösen Elementen des Darmes entwickelnden Längsmuskeln
ausbilden; Lage und Bau der Nervenplexus. — Nach La Torre gehören
die Uterusnerven von Canis zum Sympathicus; ihr Bau. — Auch Reith
berichtet über die Innervation des Uterus.
10. Sinnesorgane.
Sehorgane. *Sterling gibt eine Phylogenese der Augen bei den
Vertebrata. — Raehlmann (2) gibt einen Beitrag zur Theorie der Licht-
und Farbenempfindung auf anatomisch-physikalischer Grundlage. —
Dahl berichtet über den Farbensinn bei Cercopithecus griseoviridis. —
Heine bestätigt im wesentlichen Beer’s Untersuchungen über die Accomo-
dation und stellt fest, daß Augenbinnendruck und Accomadation un-
abhängig sind voneinander. — Pieron behandelt die Frage anch der Rolle
der centrifugen Fasern des n. opticus. — Szily findet bei einem 31 Tage
alten Embryo von Canis in einem Auge am vorderen Pol im Pigmentblatt
ein kompaktes Bündel von besonderen Nervenfasern; Erklärungsversuch.
— *De Lieto berichtet über elastisches Gewebe in Conjunctiva und Limbus,
Elsehnig und Lauber über die Klumpenzellen der Iris, Nepveu (1, 2) über
die Erregbarkeit der Iris durch Licht. — Fritz (1, 2) untersucht die Mem-
brana Descemetii und das Ligamantum pectinatum iridis von (Homo)
Pithecus, Semnopithecus, Cercopiüthecus, Macacus, Cynocephalus, Cebus,
6*
34 I. Mammalia für 1904.
“ Felis leo und domestica, Lynx, Canis familiaris und vulpes, Herpestes,
Putorius, Lutra, Ursus, Stenorrhynchus, Phoca, Erinaceus, Talpa, Sciurus,
Cricetus, Mus alexandrinus und rattus, Cavia, Hydrochoerus, Oryctolagus,
Bos, Bubalus, Ovis, Capra, Antilope, Camelus, Sus, Equus, Delphinus,
Tolypeutes, Bradypus, Macropus und Phalangista. — *Dubois und Castelain
berichten über die motorische Innervation der Iris, Weiß über die ver-
mehrte Purpurfärbung in der Sehleiste der Netzhaut von Oryctolagus,
*Raehlmann (1) über das Pigmentepithel der Netzhaut, Rabaud über die
Beziehungen zwischen Retina und Glaskörper, *Schaaff über den Zentral-
kanal des Glaskörpers. — *Wolfrum (1, 2) untersucht Struktur und Genese
des Glaskörpers, *Toufesco die Linse. — Franz gibt eine eingehende Be-
schreibung des Auges von Orycteropus afer: Cornea, Sclera und Chorioidea,
Corpus ciliare, Iris, Linse, Opticus, Nickhaut; Abweichungen von dem
Ungulatentypus. — Du Bois-Reymond beschreibt die 4 Recti des Retractor
bulbi und die Innervation bei Canis, Felis und Oryctolagus. — Auch *Howe
berichtet über die Augenmuskulatur. — Dogiel beschreibt die sensiblen
Nervenendigungen in den Augenmuskeln und ihren Sehnen bei den Mam-
malia, G«ramegna die Nervenendigungen in den Augenmuskeln von Orycto-
lagus. — Adachi gibt mikroskopische Untersuchungen über den Bau der
Augenlider bei den Primates. — Nach Sundwall besteht die Hardersche
Drüse bei Bos aus 2 Abschnitten, einem vorderen und einem hinteren;
ihr Bau. — Monesi gibt Embryologisches und Vergleichend-anatomisches
über die Tränenwege mit spezieller Berücksichtigung von Oryctolagus. —
*Dubreuil untersucht die Tränendrüsen der Mammalia.
Hörorgane. L. H. Miller berichtet über Taubheit bei wilden
Tieren. — Bondy behandelt das Tympanicum, die Shrapnellsche Membran
und den tympanalen Abschnitt der Chorda bei zahlreichen Vertretern
aus 26 Familien folgender Ordnungen: Primates, Chiroptera, Insectivora,
Rodentia, Carnivora, Artiodactyla, Perissodactyla, Edentata, Monotremata.
— Szakall beschreibt eingehend topographisch und histologisch das Ohr
von Spalax hungarieus. — Bender (1) sucht die Homologie des Spritz-
loches der Selachier und der Paukenhöhle der (Amphibien, Sauropsiden
und) Mammalia nachzuweisen auf Grund ihrer Innervation. — *N. van
der Stricht untersucht die Entwicklung des Neuroepithels des Ohres. —
Nach Benoit-Gonin und Lafite-Dupont liegt der horizontale halbzirkel-
förmige Kanal ganz horizontal; seine Lage bei Tieren, die von der ‚station
quadrupede“ zur „station bipede‘‘ übergehen. — Gruenberg berichtet
ebenfalls über die halbzirkelförmigen Kanäle. — Voit untersucht die Inner-
vation der Macula sacculi bei Embryonen von Oryctolagus, Talpa, Erinaceus,
Galeopithecus, Semnopithecus und Echidna; Schema der Verteilung des
N. acusticus bei den Mammalia. — J. Wilson beschreibt die Nerven in
der Membrana tympani von Canis, Felis, Oryctolagus, Macacus (und
Homo); Experimente zur Feststellung der Zugehörigkeit der Nerven zum
N. auriculo-temporalis und vagus. — Shambaugh (1) gibt eine neue Theorie
der Tonperception auf Grund seiner Untersuchungen über den Bau der
Cochlea, und sucht (2) bei neugeborenen Sus den Nachweis zu führen,
I. Mammalia für 1907. 85
daß die Membrana basilaris nicht das Vibrationsorgan des ÖOhres sein
kann. — Quix konstatiert Unterschiede zwischen Tanzmäusen und nor-
malen Mus musculus bezüglich des Ganglion spirale und G. Scarpae, des
Cortischen Organs, der Stria vascularis ete., Physiologisches; Vergleich
der histologischen mit den physiologischen Ergebnissen. — Auch *Katz
berichtet über die Histologie des inneren Ohres. — Kolmer untersucht
mit neueren Methoden das Ohr von Sus, Bos juv., Capra und Equus und
geht auf die Hörtheorien ein. — Bielschowsky und Brühl untersuchen
mit des ersteren Methode die Endorgane im häutigen Labyrinth von
Mammalia [Species ?J. — *Gray gibt eine monographische Darstellung
des Labyrinths bei den (Amphibien, Reptilien, Aves und) Mammalia. —
Winkler beschreibt bei Oryctolagus den zentralen Bahnenverlauf der beiden
Wurzeln des n. acusticus und der ab- und aufsteigenden Fasern seiner
sekundären Systeme und untersucht die funktionellen Störungen nach
Entfernung des Labyrinths und der Cochlea. — *Gemelli (3, 4) berichtet
über die feinere Struktur der Heldschen Endkelche. — Kishi gibt eine
eingehende Untersuchung der Cortischen Membran; sie, und nicht die
Basilarmembran fungiert als Schwingungsmembran. — Auch Kreidl und
Yanase berichten über die Physiologie der Cortischen Membran. — Hann
beschreibt die Entwicklung der Beziehungen zwischen Bindegewebe und
Epithel in der Stria vascularis bei (Homo und) Felis, Canis, Oryctolagus,
Mus, Cavia, Erinaceus. — *Beyer gibt Studien über den Schalleitungs-
apparat der Vertebrata und Betrachtungen über die Funktion des Schnecken-
fensters. — *Bryant gibt eine Anatomie der Tuba Eustachii und ihres
Bewegungsapparates, sowie eine Beschreibung der Knorpel, Muskeln,
Fascien und der Rosenmüllerschen Grube. — Henneberg untersucht die
Entwieklung der Ohrmuschel bei Mus, Oryctolagus und Sus; Revision
der Nomenclatur. — Boas untersucht den Ohrknorpel der Mammalia
im flachgestreckten Zustand: Unterscheidung eines vorderen (inneren)
und hinteren (äußeren) Randes, jeder mit Ineisurae anteriores und poste-
riores und Vorsprüngen (,„Anterons‘“ und ‚Posterons“) dazwischen. —
Lydekker (2) behandelt die Ohren von Elephas und ihre Bedeutung als
Rassemerkmal. f
Geschmacks-, Geruchs- und Hautsinnesorgane.
Botezat (2) untersucht die in den Gaumenleisten von Talpa sich verteilenden
Nervenstämmchen und ihre in Cutis und Epithel gelegenen Endapparate
(Vater-Pacinische Körperchen, Merkelsche Körperchen ete.). — Bender (2)
beschreibt die periphere Verbreitung der Schleimhautnerven der n. facialis,
glossopharyngeus und vagus bei Ornithorhynchus, Echidna, Petrogale (und
Homo). — Grosser (2) berichtet über die Nasenflügelknorpel bei Rhino-
lophus hipposideros. — van der Velde bestätigt bei Felis, Mus, Sus (und
Homo) die Angaben der Autoren über die Endigungen der Neurofibrillen
in den Nervenendorganen. — Bielsehowsky untersucht mit eigener Methode
die sensiblen Nervenenden im Rüssel von Talpa und der Schnauzenhaut
von Centetes. — Boeke und de Groot geben Histologisches über die Nerven-
86 I. Mammalia für 1907.
endigungen in dem Eimerschen Organ bei Talpa. — Botezat (1) ergänzt
seine früheren Beobachtungen an den Nervenendapparaten in der Haut:
Vater-Pacinische Körperchen, Tastmenisken, Eimersche Organe in der
Rüsselepidermis von Talpa etc. — Ramström berichtet über die Funktion
der Vater-Pacinischen Körperchen. — Kidd berichtet in monographischer
Darstellung über den Hautsinn bei den (Aves und) Mammalia unter be-
sonderer Berücksichtigung der Hautfurchen und Papillen.
11. Respirationsorgane.
*Öppel (2) behandelt den Atmungsapparat. — Soulie und Bonne
berichten über die ersten Entwicklungsstadien des Kehlkopfes bei Talpa:
Entstehung der Epiglottis aus dem Material des IV. Kiemenbogens, der
Arywülste aus den Rändern der Trachealrinne ete. — Franzmann beschreibt
die Knorpel, Bänder, Muskeln, Gefäße und Nerven des Kehlkopfes von
Equus, Sus, Bos, ferner von Delphinus, Cervus, Ovis, Giraffa, Didelphys,
Phoca und einiger Rodentia, Felidae und Insectivora; Schlüsse allgemeinerer
Natur fehlen. — Elias beschreibt den Kehlkopf von Rhinolophus, Taphozous
Rhinopoma, Vesperugo, Vespertilio, Plecotus, Miniopterus nach Schnitt-
serien und Rekonstruktionen, unter Berücksichtigung der Entwicklung. —
Nach Schaffer (1) ist ein zweifellos hyaliner Epiglottisknorpel bisher nicht
nachgewiesen; Spezielles über die Epiglottis von Rhinolophus ferrum-
equwinum, Felis (auch Entwicklungsgeschichtliches), Canis, Mus decumanus,
Chiromys, Lemur varius, Ornithorhynchus und Cetacea. — Auch Grosser (2)
gibt Histologisches über die Epiglottis nach Untersuchungen an Rhino-
lophus ferrum-equinum, Rh. hipposideros, mus musculus; Ähnlichkeit in
dem histologischen Bau zwischen den Nasenflügelknorpeln von Rh. hippo-
sideros und der Epiglottis. — Ruppricht berichtet über den histologischen
Bau der Trachealschleimhaut von Cavia. — Winiwarter studiert die Ent-
wicklung der Lunge bei Talpa; früh auftretende hochgradige Asymmetrie.
— Pick berichtet über die sehr einfach gebaute Lunge von Halicore dugong;
Morphologisches und Topographisches über die Vene und Arterie, die
Trachea ete., Histologisches über die Bronchalknorpel und die Lungen-
alveolen, sowie die Blutkörperchen. — W. S. Miller (1) hält die Unter-
scheidung des Atriums als eines besonderen Abschnittes im Gangsystem der
Lunge der Mammalia aufrecht; Ungeeignetheit der Corrosionsmethoden
zur Darstellung des feineren Baues. — Lönnberg (1) macht einige Angaben
über die Lunge von 2 Föten ({ und 9) sowie eines 61, Monate alten &
von Alces alces. — Ärnbäck dsgl. über die Lunge (die rechte noch einmal
so groß wie die linke) und die Trachea und ihre Ringe bei den Soricidae. —
A. Hill (2) berichtet über die Nerven der Lunge. — Me 6ill (3) studiert
die Entwicklung der glatten Muskulatur des Respirationstractes bei Sus.
12. Cirkulationsorgane und Leibeshöhle.
Allgemeines und Blut. Uhlenhuth berichtet über den biolo-
logischen Nachweis der verschiedenen Blutarten und die Blutsverwandt-
schaft unter den Tieren. — *Henderson-Smith berichtet über das Blut-
I. Mammalia für 1907. 87
serum. — Spadaro macht Angaben über die Blutplättchen, ihre Ab-
stammung von roten Blutkörperchen, ihr Verhalten in normalen und
pathologischen Zuständen bei (Homo und) den Mammalia. — In vorläufiger
Mitteilung berichtet Maximow (2) über die Entwicklung der Blutzellen
in den Embryonen von Oryctolagus, Cavia, Mus, Felis; gleichzeitige intra-
vasculäre Entstehung der ersten Leucocyten und der ersten Erythrocyten
in der Area opaca; Entstehung der histiogenen Wanderzellen (= Lympho-
cyten) und Mastzellen, sowie der Plasmazellen. — Martinoff äußert sich
über die Entstehung von Ranviers formativen Zellen, nach Untersuchungen
am Omentum von Cavia. — Jolly (2) berichtet über 2 Generationen kern-
haltiger roter Blutkörperchen im embryonalen Blut, aus denen beiden sich
kernlose Erythrocyten entwickeln; Verschiedenheit des Durchmessers der
roten Blutkörperchen beim Fötus und Erwachsenen von (Homo) Mus,
Felis, Capra. — Nissle macht Angaben über Centrosomen und Dehlersche
Reifen im kernlosen Erythrocyten. — Jolly (1) behandelt in sehr aus-
führlicher Arbeit die Natur und Abstammung der roten Blutkörperchen
bei Embryonen von Mus rattus und musculus, Cavia, Oryctolagus, Sus,
Bos, Ovis (und Homo), sowie bei jungen Individuen und Neugeborenen
von Canis, Oryctolagus, Capra und Erwachsenen von Canis, Felis, Equus,
Sus scrofa domesticus und ferus, Bos, Capra, Oryctolagus, Cavia, Mus,
Sciurus, Talpa, Vespertilio, Myotis. — Retterer (1) gibt eine eingehende
Studie über die roten Blutkörperchen der Mammalia und ihre Entwicklung;
die Blutplättchen; das Plasma der Lymphe. — Löhner (2) behandelt die
Histologie des Mammalia-Erythrocyts; eine echte „histologische‘‘ Membran
nicht nachweisbar. — Löhner (1) berichtet über einige Beobachtungen
am Blut nach Einwirkung des elektrischen Entladungsschlages, David
über optische Einstellungsbilder kreisscheibenförmiger Erythrocyten. —
Gütig beschreibt sämtliche zellige Elemente im normalen Blut von Sus;
die jungen Individuen von Sus bilden nach der Zusammensetzung ihres
Blutes 2 Gruppen; die Haemolymphknoten als germinative Centren. —
Corti (2) berichtet über das Verhalten des Blutes von Erinaceus im Winter-
schlaf: Abnahme der Gerinnungsfähigkeit und der Leucocyten, Erhöhung
des spezifischen Gewichts ete. — Auch Corti (3) behandelt, hauptsächlich
polemisch (gegen Patella), die Elemente des Bluts der Mammalia. — Nach
Jolly und Vallees Untersuchungen an mit Bleiacetat vergifteten Cavia
entstehen die basophilen Granulationen der roten Blutkörperchen bei
Anämischen und Vergifteten durch Veränderung des Discoplasmas. —
Nach Pick sind die roten Blutkörperchen von Halicose dugong 6—9 u
groß. — Weidenreich beschreibt die zelligen Elemente der Lymphe von
Oryctolagus, Canis, Mus raitus und Cavia, Experimentelles: aseptische
entzündliche Reizung; Untersuchung der aus dem Netz stammenden
Zellen; die sog. weißen Blutkörperchen. — Nach Ruzieka bestehen die
Erythrocyten von Cavia aus „einer Substanz, welche sich dem Begriff
des Nucleins nicht entzieht‘‘. — Cesaris Demel (2) findet durch Färbung
des Blutes im frischen Zustand in einigen Erythrocyten drei durch Form
und Färbbarkeit verschiedene Substanzen. — Hubrecht kommt bei seiner
88 I. Mammalia für 1907.
Untersuchung über die Entstehung roter Blutzellen in der Placenta von
Galeopithecus zu den gleichen Resultaten wie früher bei Tarsius und Tupaja
(vgl. 1899). — Nach Pollitzer ist das Protoplasma aller Blutzellen von
den ältesten Myelocyten an bis zu den reifsten Leucocyten eine eyanophile
hyaline Substanz, die in ihrer Cyanophilie graduell verschieden ist; Unter-
scheidung von 3 Arten der Myelocyten; weiteres über Morphologie und
Biologie der neutrophilen Leucocyten. — Maximow untersucht die post-
fötale Histogenese des myeloiden Gewebes in der Niere von Oryctolagus,
deren Gefäße unterbunden worden waren. — Ferrata untersucht das Blut
von (Homo) Cavia, Felis auf das Verhalten der uninucleären Leucocyten.
-— Cesaris Demel gibt Untersuchungen über die chromatischen und morpho-
logischen Modifikationen und die Bedeutung der Leucocyten. — Patella
berichtet über die endotheliale Entstehung der mononucleären Leuco-
eyten. — Corti (1) gibt Histologisches über die mononucleären Leucocyten
der Darmzellen von Erinaceus und Cavia; ihr Verhalten während des
Winterschlafs bei ersterem. — Walker (1) berichtet über die Entstehung
der Erythrocyten aus Leucocyten im Knochenmark. — Ciaceio (1) unter-
sucht die haematopoötischen Organe von Cavia auf die Abstammung und
Funktion der mononucleären Zellen hin; Polemik gegen Patellas Ansicht
(s. 0.) über die endotheliale Entstehung der mononucleären Zellen. —
Forgeot findet bei Bos und Capra normal außer dem die Verdauungs-
produkte führenden Chylus 2 Arten von Lymphe, die eine mit, die andere
ohne rote Blutkörperchen. — Dürck findet im perineuralen Bindegewebe
außer elastischen Fasern besondere Fasern, die Netze bilden, nicht zu
anastomosieren scheinen und besonders deutlich als longitudinales Netz
in der Elastica interna kleiner Arterien sind: anatomische Vorrichtung
zur Gefäßerweiterung.
Herz und Gefäße. *Snyder berichtet über die Herztätigkeit
der Mammalia. — Keith und Flack untersuchen be»einer Reihe von Verte-
brata, darunter an Hystrix, Delphinus, Mus den Zusammenhang der Vor-
hofs- und Ventrikelmuskulatur. — Auch Retzer berichtet in vorläufiger
Mitteilung über das Atrio-ventricularbündel und die Purkinjeschen Fasern.
— Fahr opponiert gegen Favaros Befunde am Atrioventrikularbündel
(vgl. 1906). — Nach Dogiel und Archangelsky steht der Blutlauf in den
Kranzgefäßen des Herzens bei (Homo, Sauropsidae und) Mammalia unter
dem Einfluß der verengernden Nerven dieser Gefäße. — Spaltehelz unter-
sucht an Canis, Bos (Homo) die Frage, ob die Herzarterien Endarterien
(Cohnheim) sind oder nicht; Methodik der Injektions- ete. Versuche. —
Trinei sucht festzustellen, ob an den sympathischen Nerven und Ganglien
des Herzens der Mammalia (Mus, Cavia, Felis, Erinaceus, Ovis) chromaffines
Gewebe vorkommt: Mastzellen und chromaffine Zellen scheinen im Körper
diffus verteilte Drüsenapparate darzustellen. — *Broman (2) berichtet
über Entwicklung, ‚Wanderung‘‘ und Variation der Bauchaortenzweige
bei den Vertebrata. — *Tonkow gibt Morphologisches über die Arterien
des Ober- und Unterarmes. — Ärnbäck berichtet über das Gefäßsystem
von Sorex und Crocidura: Verzweigung der Aorta, Lungenvenen etc. —
I. Mammalia für 1907. 89
Schöppler untersucht den feineren Bau der Hirnarterien an Sus, Cervus,
Felis, Canis vulpes und Lepus timidus. — Nach De Vriese zeigen die Ärteriae
cerebrales anteriores in der Vertebratenreihe 3 Typen, von denen 2 sich bei
Mammalia finden; Ontogenese des einen Typs bei Embryonen von Oryecto-
lagus eine vollständige Rekapitulation der Phylogenese. — W. J. Miller (2)
studiert die Art. bronchialis und pulmonalis und die Lymphgefäße der
Pleura bei Canis, Ovis, Equus (Homo). — Pick beschreibt die Lungen-
gefäße von Halicore dugong. — H. M. Evans beschreibt am Darm von
(Homo) Canis, Felis, Ovis und Capra einige Blutgefäße an Lymphgefäßen,
die viel kleiner sind als die kleinsten Blutgefäße, die noch Vasa vasorum
haben. —- Fransen untersucht die Gefäße in Abdomen und Becken bei (Homo)
Gorilla, Satyrus, Troglodytes, Hylobates, Semnopithecus, Cercopithecus, Cercc-
cebus, Macacus, Oynocephalus, Chrysothrix, Cebus, Mycetes, Hapale, N yeti-
cebus Lemur und Tarsius. — Nach Huber (1) sind in den Nieren von Canis,
Felis, Oryetolagus, Mus und Cavia die Arteriolae rectae Zweige der Vasa
efferentia der Glomeruli, bei Canis oft Äste einer Arterie, die direkt von
einem größeren Nierengefäß abgeht. — Nach Schumacher ist das Glomus
coccygeum von Homo eine arterio-venöse Anastomose und die Glomeruli
caudales der anderen Mammalia sind ihm vollkommen analog; die Lamellen-
körperchen als Feuchtigkeitsregulatoren. — Favaro bringt die Fortsetzung
seiner Untersuchungen über die Gefäße im Schwanz (vgl. 1905) und be-
handelt speziell den Schwanzkanal der Amnioten; Untersuchungen von
Bos, Felis, Mus (Homo). — Zuckerkandi (1, 2) untersucht das Verhalten
der Art. brachialis bei Echidna und Talpa sowie die Beeinflussung ihrer
Lagerung durch die Stellung der Extremität. — Baum giebt Nomenklato-
risches über die Hand- und Fußarterien: alle Art. am Metacarpus bez.
Metatarsus als Artt. metacarpeae bez. metatarseae, die am Ende des Meta-
carpus bez. Metatarsus aus der Vereinigung der dorsalen und volaren
Metacarpal- bez. Metatarsalarterien hervorgehende Art. als A. digitalis
communis, die sich in die 2 Artt. digitales propriae teilt. — Grosser (1, 3)
untersucht die Entwicklung der Kopfvenen bei verschiedenen Vertebrata,
darunter Rhinolophus (und Homo). — Bruner beschreibt bei einigen Reptilia
einen Mechanismus, der die Ausdehnung der Venen und Sinus und damit
Intumescenz und Erweiterung des Kopfes ermöglicht, und sieht im Os
turbinale der Mammalia einen Rest dieses Mechanismus. — Lönnberg (1)
beschreibt die Venen im Thorax bei Cervus sowie bei 2 Föten und einem
6 Monate alten Alces. — Beddard (1) untersucht systematisch das Ver-
halten der vena azygos vom vergleichend anatomischen Standpunkt an
Connochaetes, Raphiceros, Ourebia, Cephalophus, Oryx, Cervicapra, Gazella,
Hemitragus, Nemorrhoedus, Phacochoerus, Porcula, Moschus, Dorcatherium,
Tragulus, Cervus, Equus Chapmani, Hyrax, Erinaceus, Lemur, N yeticebus,
Myrmecophaga, Dasypus, Galictis, Viverra, Procyon, Herpestes, Phasco-
lomys, Macropus, Petrogale, Dolichotis, Hystrixz, Myopotamus, Cetacea,
Rodentia, Marsupialia. — Beddard (2) bestätigt das von Mc Clure (1906)
beschriebene Verhalten der V. azygos bei Tragulus meminna els typisch. —
Schulte untersucht die Postcava bei Echidna, Ornithorhynchus und austra-
90 I. Mammalia für 1907.
lichen Marsupialia (Trichosurus, Petaurus, Petrogale, Bettongia, Petau-
roides, Pseudochirus, Didelphys, Macropus).. — Nach Huntington und
Me Clure (1) bedarf die allgemein gültige Auffassung des postrenalen
Segmentes der definitiven Postcava einiger Modification. — Darrach be-
schreibt die Variationen der Posteava mit besonderer Berücksichtigung
des ureters und der venae spermaticae nach Untersuchung von Felis in
605 Fällen. — Nach Huntington und Me Clure (2) lassen sich die Varietäten
der Postcava leicht von früheren Stadien ableiten. — Huber (2) gibt einen
kurzen Bericht über Celluloideorrosionen der Nierenvenen bei Oryctolagus,
Cavia, Mus, Felis und Canis. — Broman berichtet über den embryonalen
Pfortaderkreislauf in der Nachniere von Sus, Talpa (Homo); Vergleich
mit dem zeitlebens währenden Nieren-Pfortaderkreislauf der niederen
Vertebrata. — Nach Woodland (1, 2) wird das Pfortadersystem der Niere
mit Unrecht so genannt; Vergleich mit den Verhältnissen, wie sie die Leber
bietet; Diskussion der Experimente von Oullis und Bainbridge-Beddard. —
Sereg& (1, 2) berichtet auf Grund von Injektionsversuchen der Leber bei
Oryctolagus über die selbständige Gefäßversorgung in den Leberlappen
und über 2 Blutströme in der Vena portae; die Bedingungen dafür,
daß diese beiden sich getrennt erhalten, gibt Serege (3). — Gegen ihn
wenden sich Brissaud und Bauer. *Antonini berichtet über die Blut-
drüsen der Ruminantia. —
Lymphdrüsen und Lymphgefäße. Nach Maximow (2)
(Untersuchungen an Oryetolagus, Cavia, Mus, Felis, Canis) scheinen sich
in der embryonalen Milz Lymphocyten aus indifferenten Mesenchym-
zellen (wie in den Lymphknoten) zu bilden. — P. Foä gibt Anatomisches
und Experimentelles über die Milzpulpa. — Lönnberg (1) beschreibt die
Milz von Föten und Jungen von Alces. — Ciaccie (2) untersucht das adenoide
Gewebe in Milz, Lymphdrüsen (und Darm) bei (Homo und) Oryctolagus;
die Milzkapsel und ihr Bau; Vergleich mit den Lymphdrüsen. — Forgeot
berichtet über das Vorkommen von 2 Arten von Lymphe (außer dem die
Verdauungsprodukte führenden Chylus) bei Bos und Capra. — Richter
gibt eine Untersuchung über den histologischen Bau des duetus thoracieus
bei Egquwus. — Huntington und Me Clure (3) berichten über die Entwicklung
der Lymphgefäße und ihre Beziehungen zum Venensystem bei Felvs; Ent-
wicklung der Lymphdrüsen. — Schweitzer beschreibt auf Grund von In-
jektionsversuchen bei (Homo) Canis und Macacus ein Lymphgefäßnetz im
Zahnfleisch und in der Pulpa. — Morgenstern beschreibt Iymphatische
Saftgänge in den Zähnen. — W. 8. Miller (2) studiert die Lymphgefäße der
Pleura bei Canis, Ovis, Equus (Homo). — Weidenreich berichtet über die
zelligen Elemente der Lymphe von Canis, Oryctolagus, Mus rattus und Cavia.
Leibeshöhle. Nach Brachet (1) entsteht das dorsale Dia-
phragma der Mammalia durch Umformung und Anpassung sehr alter
Gebilde, die schon bei den Selachiern bestehen. Hierzu bemerkt Bertelli
(2), daß er bereits früher zu denselben Resultaten gelangt sei. — *Focacei
gibt den zweiten Teil seiner Untersuchungen über das Diaphragma der
Mammalia, seine Anomalien und ihre morphologische Bedeutung. —
'I.. Mammalia für 1907. 91
Bertelli (1) berichtet über die Bildung des Diaphragmas bei den Mammalia
und polemisiert gegen Giglio-Tos und Keith (vgl. 1905). — Nach Phisalix
(2) stammen die beschriebenen Fälle vom Fehlen einer Pleurahöhle bei
Loxodon und Elephas (vgl. 1906) meist von kranken Individuen; ein
Fötus und ein vierzehnjähriges Tier zeigen keine Verwachsung der Pleura-
blätter. — Giard (1) referiert über die Fälle, in denen Loxodon und Elephas
eine Pleurahöhle fehlen soll, und hält (2) die Obliteration der Höhle für
caenogenetisch, daher bei Loxodon für weniger ausgebildet als bei Elephus.
— Nach Vasse ließ sich bei einem erwachsenen Q von Loxodon keine Ad-
haesionsstelle der Pleurablätter finden, wozu Giard (3) bemerkt, daß in
den 9 neuesten Fällen der Literatur von keinem Pleuraraum die Rede sei.
— Auch *Barns berichtet über Lunge und Pleurahöhle der Elephantidae.
13. Verdauungsorgane.
Allgemeines, Mund, Speicheldrüsen. *Oppel (1)
berichtet über den Verdauungsapparat der Vertebrata. — Nach A. Müller
beruht die Änderung der Größe von Hohlorganen, die aus glatter Musku-
latur bestehen, nicht nur auf Verlängerung und Verkürzung der Elemente,
sondern auf Änderung ihrer gegenseitigen Anordnung. — Lönnberg (1)
gibt eine kurze Beschreibung der Mundhöhle von Alces juv. — Lobenhoffer
beschreibt die histologischen Verhältnisse der Gaumenschleimhaut von
Ovis und Equus; Säulen besonderer, durch Größe nnd einen hellen perinu-
eleären Hof sich unterscheidender Zellen. — *Sehorr berichtet Entwick-
lungsgeschichtliches für den sekundären Gaumen der Mammalia. — Nach
Brian sind die Hornzähne auf der Zunge von Hystrix eristata in bestimmter
Richtung differenzierte Papillen oder Papillengruppen; ihr Bau. — Ärnbäck
beschreibt die Zunge von Sorex, Crossopus und Crocidura murina. —
Cohoe untersucht die Histologie der glandula submaxillaris von Oryeto-
lagus und Erinaceus; Veränderungen durch Reizung. — Löwenthal be-
schreibt für den mukösen und den serösen Teil der gl. submaxillaris von
Erinaceus je einen gesonderten Ausführgang. — Jlling gibt eine Unter-
suchung der mandibulären Speicheldrüsen von Macacus cynomolgus und
Rhesus; 2 Gruppen: die gl. mandibularis und die glandulae sublinguales
(gl. subl. monostomatica und polystomatica). — *Marchesini berichtet
über die Sekretion der Speicheldrüsen. — Rosenhaueh untersucht die
Entwicklung der Schleimzellen bei Embryonen an der Submaxillaris von
Sus, der Retrolingualis von Mus und dem Darmepithel von Mus; gegen
ihn wendet sich F. Hermann.
Oesophagus und Darm. Flint beschreibt die Entwicklung
des Oesophagus bei Sus; das Epithel, die Muscularis mucosae, die Drüsen
etc. — *Forssner gibt eine entwicklungsgeschichtliche und pathologisch-
anatomische Studie über die angeborenen Oesophagus- und Darmatresien.
— *Bruin gibt Physiologisches über den Magen der Ruminantia und das
Wiederkäuen, *Spamer einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des
Magens der Ruminantia, *Fröhlieh Untersuchungen über die Übergangs-
zonen und einige histologische Eigentümlichkeiten der Magenschleimhaut
92 I. Mammalia für 1907.
der Haussäugetiere. — *Massig untersucht die Verbreitung des Muskel-
und elastischen Gewebes und speziell den Verlauf der Muskelfasern in
der Wand des Magens bei den Ruminantia. — Harvey berichtet über die
Drüsen des Magens von Canis: die Fundusdrüsen, die Pylorusdrüsen, ihre
Verbreitung und ihr Bau. — Wölfel studiert an Embryonen von Ovis,
Bos und Capra die Entwicklung von Magen und Zwerchfell; das Wachs-
tum des Magens einerseits durch den Raum, anderseits durch innere
Differenzen bedingt. — Schaeppi untersucht nach Maceration in Osmium-
essigsäure die Darmepithelien von Mus musculus. — Ciaceio (2) berichtet
über das adenoide Gewebe im Darm von Oryctolagus. — Ärnbäck macht
Mitteilungen über den Magen der Soricidae. — Dorello (1) untersucht
bei (Homo) Oryetolagus, Cavia und Canis bei Erwachsenen und embryolo-
gisch bei Sus und Plecotus die Verteilung des n. vagus am ÖOesophagus
und Magen. — Yanase berichtet über das erste Auftreten der peristaltischen
Bewegungen des Darms bei Embryonen von Cavia (vgl. unter Nerven-
system). — Nach Me 6ill (3) entsteht die glatte Muskulatur des Darmes
bei Sus aus sternförmigen Mesenchymzellen, die durch ihre Fortsätze zu
einem Syneytium verbunden sind. — D’Errico berichtet über den Dünn-
darm von Canis. — Ciaceio (3) beschreibt bei zahlreichen tetrapoden Verte-
braten, speziell bei Canis und Cavia im Darmepithel neben den Panethschen
Zellen eine Art granulierter Zellen; die 4 Haupttypen dieser „entero-
chromaffinen‘‘ Zellen. — Zuntz berichtet über die Bedeutung des Blind-
darms bei Rodentia (Versuche von Dr. Ustjanzew an Oryctolagus); Der
Blinddarm ohne Einfluß auf die Verdauung derjenigen Nährstoffe, zu
deren Bewältigung in Magen und Dünndarm kräftige Enzyme secerniert
werden (Eiweiß, Fett, stickstoff-freie Extractstoffe), dagegen von großer
Bedeutung für die Verdauung der Rohfaser und der ihr nahestehenden
Pentosane. — Über die Darmresorption arbeiten Corti (4), Carazzi (2)
und Monti. — *Mladenowitsch gibt vergleichend anatomische und histo-
logische Untersuchungen über die Regio analis und des Rectum der
Haussäugetiere. — Lönnberg (1) berichtet kurz über den Darm von
Alces juv., desgl. Ärnbäeck über den der Soricidae.
Leber und Pancreas. (arlier untersucht die Sekretionsbilder
in der Leber von Mus decumanus: die Sekretion nach der Nahrungsauf-
nahme in 2 Absätzen erfolgend; Histologisches. — Geraudel (3) gibt ein
Schema des Leberläppchens von Sus mit peripherer Glissonscher Kapsel
und zentraler Lebervenenwurzel (Sinus eentrolobularis). — Nach Geraudel
(2) verhält sich die Leber von Canis, Oryctolagus, Cavia, Mus musculus
in bezug auf die innere Struktur wie die von Homo; weitere Unterteilung
eines Läppehens ev. auch bei Sus. — G£raudel (1) läßt (ohne eigene Unter-
suchungen) das Leberparenchym aus dem Mesoderm, die Ausführgänge
aus dem Entoderm stammen. — Vineent und Thompson untersuchen
das Pancreas bei Vertretern aller Vertebrata-Klassen, zum Teil in ver-
schiedenen Sekretionszuständen; Histologisches. — *Gianelli (2) berichtet
über die Entwicklung des Pancreas der Mammalia. — Auch van Rynberk (2)
gibt Mitteilungen über Funktion und Bau des Panereas. — 0. Hess findet
I. Mamm a] ia für 1907. 93
am Pancreas von Canis gewöhnlich 3 Ausführgänge, gelegentlich 4. —
Seaffidi untersucht das Pancreas von Canis nach Fixierung nach Flemming
und Färbung nach Galeotti; die endocellulären Vorgänge der Sekretion;
Experimentelles (Reizung von Vagus und Sympathicus, Resektion der
Vagi). — Pende berichtet über Veränderungen des Pancreas nach Ligatur
der Ausführgänge; kein Auftreten von Diabetes. — Lane gibt charakte-
ristische Reaktionen der Langerhansschen Inseln im Pancreas von Cavia
an: bestimmte Fixierung und Färbung; Histologisches: 2 Zelltypen in
den Inseln. — Laguesse und Debeyre finden im Pancreas von Equus asinus
deutliche tubulöse, verzweigte Drüsenhohlräume und endoecrine Inseln.
— Sirtori beschreibt die Veränderungen des Pancreas von Cavia und
Oryctolagus während der Gravidität. — Lönnberg (1) berichtet kurz über
die Leber von Alces juv. und Cervus; Ärnbäck dsgl. über Leber und Pan-
creas von Crossopus, Crocidura murina und Sorex.
14. Drüsen.
Für die Hautdrüsen vgl. unter 4. Haut und Hautgebilde.
Für die Tränendrüsen vgl. unter 10: Sinnesorgane.
Für die Milz und die Blutdrüsen sowie Lymphdrüsen vgl. unter
12: Gefäßsystem und Leibeshöhle.
Für die Speicheldrüsen, die Magen- und Darmdrüsen, Leber und
Pancreas vgl. unter 13: Verdauungsorgane.
Capobianeo untersucht die Thyreoidea von Cervus dama und Sus:
Histologisches; Verhalten bei der Sekretion. — Lönnberg (1) beschreibt
die Thyreoides von Alces juv. — Nach Alquier kommen bei der Para-
thyreoidea von Canis nicht selten Variationen und Vermehrung der Zahl
vor; Histologisches. — Estes berichtet in vorläufiger Mitteilung über die
Parathyreoidea von Equus. — *Pepere gibt Mitteilung über ein accessori-
sches Parathyreoidea-System bei einigen Mammalia. — Hammar hält
an seiner Behauptung fest, daß die kleinen Thymuszellen mit den Blut-
lymphoeyten identisch sind und nicht autochthon (gegen Stöhr, vgl. 1906).
— Tarozzi gibt Histologisches über die Thymus während des intra- und
extrauterinen Lebens. — Lönnberg (1) gibt kurze Mitteilungen über
Thymus und Thyreoidea von Alces juv., dsgl. Ärnbäck für die Thymus
von Sorex, Crocidura murina und Crossopus. — Maxinow (2) berichtet
über die Thymuslymphocyten und ihre Entwicklung bei Oryetolagus,
Cavia, Mus, Felis, Canis. — Meyer gibt eine vorläufige Mitteilung über
die Parathymus von Ovis.
15. Harn- und Geschlechtsorgane.
Allgemeines und Harnwerkzeuge. A. Fleischmann
(1, 2) erörtert die Entwicklung der Stilcharaktere am Urodäum und
Phallus und stellt die Ergebnisse der stilistischen Analyse der embryonalen
Differenzierung am Darmende tabellarisch zusammen; Unzulänglichkeit
der anatomischen Nomenelatur. — van den Broek (2) bearbeitet die Ent-
wicklung des Urogenitalapparates der Marsupialia bei jungen $ und Q
94 I. Mammalia für 1907.
von Didelphys, Dasyurus, Phascologale, Smintopsis, Phalangista, Tricho-
surus und Macropus. — Nach Kerens gibt es 3 Theorien über die Beziehungen
der 3 Excretionsapparate der Amniota zueinander; Untersuchung von
Talpa und Oryctolagus; es gibt nur ein einziges Exkretionsorgan (Holo-
nephros), das sich in Pro-, Meso- und Metanephros differenziert. — Retterer
(4) untersucht die Histogenese der bleibenden Niere bei Cavia und Felis.
— Lönnberg (1) gibt kurze Mitteilung über die Niere des foetus von Alces.
— Stadie berichtet über die Unterscheidung der Niere von Capreolus und
Ovis aries. — Janosik schildert die Entwicklung des nephrogenen Gewebes
bei Spermophilus und Sus und im zweiten Teil seiner Arbeit die Bildung
der Kanälchen der Nachniere. — Nach Standfuss variieren die Malpighischen
Körperchen in den Nieren der Vertebrata in Größe, Gestalt, Lage, Struktur
und Verhalten zum Harnkanälchen; Verhältnisse bei den Mammalia;
Spezielles für Mus. — Pettit (1, 2) beschreibt die 9200 g schwere gelappte
Niere eines Loxedon africanus. — Policard zerlegt das sezernierende Harn-
kanälchen nach seinem Epithel in 3 Teile; Histologisches. — Renaut und
Dubreuil geben Histologisches über den Bau der Nierenpyramide; das
Epithel der geraden Kanälchen im Mark bei Cavia; Sekretion der fixen
Zellen des Nierenbindegewebes bei Cavia und event. bei Canis. — Takaki
berichtet auf Grund zahlreicher Experimente an Mus decumanus und
M.rattus, deren Ernährung und äußere Lebensumstände er vielfach variiert,
über die Stäbchen des normalen Nierenepithels. — Mayer und Rathery
(1—3) untersuchen die histologischen Veränderungen der normalen Niere
von Mus rattus und Oryctolagus nach Injektion von Kochsalz, Zucker,
Harnstoff, Pilocarpin, Theobromin, Coffein und Phloridzin. — Lelievre
berichtet über die Tätigkeit der Nierenzelle bei Mus und Oryctolagus, die
teils mit wasserhaltiger vegetabilischer Nahrung, teils mit trockner, teils
mit wasserhaltiger Fleischkost gefüttert wurden. — Nach (C. Watson (2)
zeigen die Nieren von Mus rattus nach prolongierter Fleischdiät Hyper-
trophie. — Peter berichtet über den Bau isolierter Harnkanälchen von
(Homo) Felis und Oryctolagus. — Broman berichtet über den embryonalen
Pfortaderkreislauf in der Niere von Sus und Talpa. — Maximow (1) unter-
sucht die postfötale Histogenese des myeloiden Gewebes in der Niere von
Oryctolagus. — Huber (1) studiert die arteriolae rectae in der Niere bei
Canis, Felis, Mus, Oryctolagus und Cavia sowie (2) die Nierenvenen bei
denselben. — T. R. Elliot stellt experimentell die Verteilung und Wirk-
samkeit der Nerven für Harnblase und Urethra fest bei Felis, Canis, Ma-
cacus, Mustelus, Herpestes, Viverra, Sus, Capra (Homo). — Michailow (2)
berichtet über die Nervenenden in der Harnblase von Felis, Sus und Equus.
— Auch A. Hill (3) berichtet über die Nerven der Urethra.
Nebennieren. Pellegrino gibt eine Untersuchung der Neben-
niere von Bos. — Sabrazes und Husnot (1, 2) finden Mastzellen bei Orycto-
lagus, Cavia, Mus, Cercopithecus nur in der äußeren Kapsel der Neben-
niere (opp. Homo). — Sabrazes und Husnot (3) berichten über die histolo-
gischen Elemente des Zwischengewebes (Stützgewebes) bei Homo und
den Haustieren und konstatieren das Vorkommen von Mastzellen im
I. Mammalia für 1907. 95
interglomulären Bindegewebe von Sus, Felis, Canis, Equus, Ovis und
Cercopithecus. — Comolli berichtet in vorläufiger Mitteilung über seine
Untersuchungen an dem nach Bielschowsky gefärbten Stützgewebe der
Nebennieren von Oryctolagus. — Mulon konstatiert bei Cavia, Equus,
Bos Pigmentkristalle in den Zellen der Nebennieren; Anhäufung des
Pigments entsprechend der Tätigkeit’ der Nebennieren. — Da Costa
findet die von Guieysse beschriebenen ‚„corps siderophiles“ der Zona
reticularis der Nebennierenrinde bei Cavwia wieder; weiterer Nachweis der
Siderophilie (Haematoxylinophilie) in den Spongiocyten von Cawia, der
Reticulata von Oryctolagus, Canis, Felis, Erinaceus, im corpus luteum
und in der Zwischensubstanz des Hodens. — Alezais und Peyron stu-
dieren den Zusammenhang der Nebennieren mit Zuckerkandls Organ an
Jungen von Canis und Felis. — Lönnberg (1) berichtet kurz über die
Nebenniere von Alces juv.
Genitalorgane. R. Müller gibt eine vergleichend entwick-
lungsgeschichtliche Studie über das Geschlechtsleben bei (Homo und)
den höheren Tieren. — *Heape berichtet über das Verhältnis der Ge-
schlechter bei Canis, Southwell über sexuelle Größenverhältnisse bei den
Cetacea. — *Nussbaum gibt eine vorläufige Mitteilung über die Regeneration
der Genitalorgane. — Fiedler berichtet über osteologische Geschlechts-
charaktere am Schädel von Bos taurus. — Sweet berichtet über die Genital-
organe bei Notoryctes typhlops { und Q ; beide haben 1 Paar Analdrüsen
und ein Marsupium. — Lönnberg (1) beschreibt kurz die äußeren Geni-
talien von 2 Föten ($ Q) von Alces, dsgl. Leche die $ und Q Genital-
organe der Centetidae, Solenodontidae und Chrysochloridae. — Dürbeck (1)
untersucht die Entwicklung des äußeren Genitales von Sus scrofa und
(2) von Felis domesticus und gibt (3) zum Schluß eine tabellarische Über-
sicht über die Genitalentwicklung bei den Mammalia. — Nill berichtet
über die Copulation bei Myrmecophaga jubata. — Disselhorst (2) untersucht
die Gewichts- und Volumzunahme der männlichen Keimdrüsen in der
Paarungszeit bei den Mammalia. — E. €. Hill studiert die Entwicklung des
Wolffschen Körpers, der Niere und des Testikels bei Sus. — Morgera unter-
sucht die Entwicklung des Hodens bei Cavia mit besonderer Berücksichtigung
des Organs von Mihalkovics und zieht aus seinen Beobachtungen sowie
denen von Sainmont an Felis (vgl. 1906) eine Reihe von Schlüssen. — Regaud
studiert die Wirkung der X-strahlen auf den Hoden von Mus. — *Barnabö
gibt Morphologisches, Vergleichend-anatomisches, Histogenetisches,
Physiologisches, Pathologisches und Theoretisches über die Bedeutung
der interstitellen Drüse des Hodens. — *Whitehead berichtet in vorläufiger
Mitteilung über das Vorkommen von Granula in den interstitiellen Zellen
des Hodens. — Nach Lönnberg (1) scheinen die Vorfahren der Cervidae
sekundär den vorderen Abschnitt der Urethra verloren zu haben, während
sich bei Alces nachträglich das dorsale Stück des Penis am Ende zu einer
Art Eichel verlängert. — Ärnbäck berichtet über die Genitalorgane
von Sorex, Crossopus und Crocidura. — R. Perrier untersucht das $ Geni-
tale bei Bradypus cuculliger, einem alten Fötus eines anderen Bradypus
96 I. Mammalia für 1907.
und einem sehr jungen Choloepus didactylus; die Edentata in betreff der
Samenblase eine regressive Reihe bildend, das Verbleiben der Testikel
in der Bauchhöhle bei ihnen eine nachträgliche Rückkehr zu einer atavi-
stischen Anlage. — 0. Petersen studiert die Vesiculae seminales bei Orycto-
lagus, Cavia, Mus, Bos (Homo). — Polimanti gibt einen Beitrag zur Kenntnis
der Physiologie der Erektion und Fjaculation und studiert die Bewegungen
der Ausführgänge der vesiculae seminales bei Oryctolagus. — De Bonis
untersucht die Sekretion in den Drüsenzellen der Prostata von Canis mit
Galeottis Färbung. — Kaudern studiert den Bau der & Genitalorgane
der Insectivora, und zwar speziell bei Chrysochloris, Centetes, Solenodon, Talpa,
Erinaceus, Tupaja, Macroscelides, Petrodromus, Sorex, Potamogale sowie
bei Oryzoryetinae und Gymnurinae. — Linton beschreibt die accessorische
Geschlechtsdrüse bei Erinaceus (= 3. gl. prostatica nach Rauther), welche
Disselhorst (1) für wesentlich verschieden von der wahren Prostata
hält. — *Mäder gibt den Schluß seiner anatomischen Darstellung der
glans penis der Haustiere. — Braun hat bei 5 $ von Phocaena communis
einen Uterus masculinus in 5 Stadien der Ausbildung gefunden. — Pohlman
berichtet üher die Bulbovestibulardrüsen. — Koning berichtet über die
Biestperiode der Tiere und die Bestandteile der Milch. — Nach Strahl
hat Erinaceus einen Uterus ejicens, Talpa und Tupaja Uteri retinentes
(s. auch Placenta unter 16). — Bolk studiert Entwicklung und Anatomie
des Tractus urethro-vaginalis sowie die äußeren Genitalien bei (Homo
und) Primates (Cebus, Chrysothrix, Ateles, Nyctipithecus, Cynocephalus,
Inuus, Macacus, Satyrus, Troglodytes, Hylobates.. — *Retterer (9) be-
richtet über die Entwicklung des Ureters, der Vagina und des Hymen. —
Nach Aime sind die Zwischenzellen des Ovariums nicht bei allen Mammalia
anzutreffen; Nachweis bei Equus, sowie Rodentia, Chiroptera und Insecti-
vora. — Cesa-Bianchi (1) studiert den feineren Bau der interstititiellen
Drüse des Ovars bei Vesperugo, Vespertilio, Erinaceus, Sciurus, Arctomys
und Meles. — Auch *Lane-Claypon untersucht die Bildung der interstitiellen
Drüse des Ovars. — *Zalla berichtet über Mastzellen im Ovar. — Gianelli
(1) studiert den feineren Bau des Oviducts an Ovis, Bos, Oryctolagus, Sus
(und Homo). — Carmichael und Marshall beschäftigen sich mit der Frage,
ob die Funktion des Ovariums und Uterus in gegenseitiger Abhängigkeit
stehen; Experimente an Oryctolagus lassen sie z. T. bejahen. — Experi-
mente B. P. Watsons beweisen, daß die Ernährung mit ausschließlicher
Fleischkost bei Mus nachteilig auf die Fortpflanzung und die Milchdrüse
wirkt. — Campbell studiert den Einfluß der Nahrung auf den Uterus:
Experimente an Mus rattus, die serienweise mit Milch, Milch und Brot, und
Fleisch gefüttert wurden. — D.B. Hart untersucht histologisch die @ Genital-
organe von Didelphis, Lühe bespricht kurz das Verhalten der 2 Genitalorgane
bei Elephas. — Nach La Torre gehören die Uterusnerven bei Canis zum
Sympathicus. — Auch Roith berichtet über die Innervation des Uterus. —
Königstein behandelt die Veränderungen der Genitalschleimhaut bei einigen
Rodentia, speziell Cavia, während der Brunst und der Gravidität. — Über
den Bau etc. des Mammarapparates siehe unter 3: Haut und Hautgebilde.
I. Mammalia für 1907. 97
16. Ontogenese.
Allgemeines Oogenese Spermatogenese.
Bonnet sowohl wie 0. Hertwig geben Lehrbücher der Entwicklungsgeschichte,
Gurwitsch gibt einen Atlas und Grundriß der Embryologie der Vertebrata
(einschl. Homo). — Kingsley nimmt zur Erklärung der verschieden großen
Metamerenzahl bei den Vertebrata Knospungszonen an anderen Körper-
stellen als nur am Hinterende an. — 0. v. d. Stricht berichtet eingehend
über die Vitellogenese und die „Deutoplasmolyse‘“ im Ei von Vespertilio.
— Über die Ovogenese berichtet auch *Lane-Claypon. Nach Comes
steht die Struktur des Eies in Abhängigkeit von der Funktion des Ovariums
und des ganzen Organismus überhaupt (Brunst, Trächtigkeit, Hunger etc.);
die strukturellen Veränderungen hauptsächlich in der Zona pellucida sich
offenbarend; das Eiplasma; der Liquor follieuli; Regulation der Bewegungen
des Keimbläschens. — Russo (3) berichtet über Ursprung und Lage der
Chondromitome der Oocyten und die Bildung des Deutoplasmas bei Oryecto-
lagus, verfolgt das Verhalten der Chondromitome nach langem Hungern
und (4) verteidigt sich gegen eine Kritik vorstehender Arbeit. — *Bugnion
und Popoff geben Studien zur Spermatogenese. — Regaud studiert die
Wirkung der X-Strahlen auf den Hoden und die Spermatogenese, und zieht
daraus Schlüsse auf die letztere. — Duesberg berichtet über die Mito-
chondrien in den Samenzellen von Mus rattus. — Ballowitz studiert (1, 5)
die Spermien von Phocaena communis und Mesoplodon bidens sowie (2)
die von Manis; die letzteren mit manchen Abweichungen von denen der
anderen Mammalia.
Histogenese. Lewis (2) gibt eine Bearbeitung von Stöhrs
Histologie auf embryologischer Basis. — Arnold berichtet über Plasmosomen,
Granula, Mitochondrien, Chondriomiten und Netzwerke. — Meves (1, 2)
findet in allen 3 Keimblättern junger und in den Zellen der Organe etwas
älterer Embryonen von Mus und Cavia Stäbe oder Fäden (,Chondrio-
eonten‘‘); ihre Identität mit den Mitochondrien der Hodenzellen, ihre
Entstehung. — Guieysse berichtet über die Färbbarkeit des Bürsten-
saums in Darm und Niere von Oryctolagus mittels Lichtgrüns. (Prenantsche
Dreifachfärbung.) — Barratt findet in Epithelwucherungen (Experimente
am Ohr von Oryctolagus) somatische Mitosen (mit 23—36) und reduzierte
(mit 14—18 Chromosomen). — Nach Walker (3) findet man in der Milz
von Cavia bei den Leucocyten copulationsähnliche Vorgänge, die etwa
der Befruchtung bei Protozoen und Pflanzen entsprechen. — Walker
(2) berichtet über die granula in den Leucocyten aus dem Rücken-
mark von Cavia und ihre Entstehung. — Nach Renaut (2) bilden die den
Clasmatocyten ähnlichen rhagiocrinen Zellen die perithelialen Scheiden
junger Blutgefäße; ihr Verhalten in den Gefäßen im Omentum majus. —
Renaut (1) erweitert seine bisherigen Untersuchungen über rhagiocrine
Bindegewebszellen und faßt sie zusammen; diese Zellen im Epiploon von
Oryetolagus jvv.; die Bildung der Intercellularsubstanz des Bindegewebes
bei Embryonen von Ovis und Bos; die rhagiocrinen Zellen in der Nieren-
pyramide von Cavia. — Maximow (2) berichtet über die Blut- und Binde-
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.II. H.1. (I.) 7
98 I. Mammalia für 1907.
gewebszellen bei Embryonen von Oryctolagus, Mus, Cavia, Felis und Canis
sowie die Entwicklung der Thymuslymphocyten. — Schaffer (2) studiert
an Präparaten von lockerem Subcutangewebe von Mus die Mastzellen. —
Retterer (2) gibt experimentelle Studien über die Riesenzellen. — 6olo-
winsky gibt Untersuchungen über die Histogenese der Bindegewebsfibrillen
an der Nabelschnur der Embryonen von Sus. — Retterer (3) berichtet
über die Entstehung der elastischen Faser in der Aorta und dem Liga-
mentum nuchae von Canis und Equus. — Jores studiert die feineren Vor-
gänge bei der Bildung und Wiederbildung des elastischen Bindegewebes.
— Massig berichtet über das Muskelgewebe in der Magenwand der Rumi-
nantia. — Ciaceio (2) untersucht das adenoide Gewebe in Milz, Lymph-
drüsen und Darm bei (Homo und) Oryetolagus. —
Placenta. Hubrecht untersucht die Entstehung roter Blutzellen
in der Placenta von Galeopiühecus und kommt zu den gleichen Resultaten
wie bei Tarsius und Tupaja (vgl. 1899). — Nach Boecker ist die Placenta
von Elephas indicus eine deciduata; Beschreibung ihres Baues. — Strahl
unterscheidet Vollplaceenten und Halbplacenten, je nachdem post
partum die mütterliches Blut führenden Räume der Placenta ab-
gelöst und ausgestoßen werden oder nicht; dem entsprechend: Unter-
scheidung von Uteri retinentes mit Semiplacenta (Talpa, Tupaja) und
Uteri ejicentes mit Vollplacenta (Erinaceus). — Nach Bujard lassen sich
bei Strahls diffusen Halbplacenten (s. o.) 3 ineinander übergehende Typen
unterscheiden: der erste durch das Chorion von Sus gebildet, der zweite
durch Galago, die Cetacea und die ersten Stadien der Zottenentwicklung
bei Equus, der dritte durch die fertigen Zotten von Equus. — Nach Dieffen-
bach ist die Placenta von Dicotyles labiatus eine Semiplacenta diffusa in-
completa. — Duckworth gibt die Beschreibung eines frühen Stadiums
der Placenta von Macacus nemestrinus. — Nill gibt eine kurze Bemerkung
über die Placenta von Myrmecophaga jubata. — van Cauwenberghe gibt
Histologisches und Physiologisches über das Syncytium der Placenta von
Vesperugo noctula. — *Paladino berichtet über den Trophoblast.
Copulation,Befruchtung,frühesteundJugend-
stadien. Nill beschreibt die Copulation und den Geburtsakt bei
Myrmecophaga jubata. — *Brumpt berichtet über die Fortpflanzung (1)
von Dipus aegypticus und (2) von Mus rattus var. alba. — Iwanoff studiert
die künstliche Befruchtung bei den Mammalia. — Nach Sehlater (1, 3)
haben sich die Eier der Sauropsiden, der Amphibien, der Monotremata,
Marsupialia und Placentalia selbständig aus dotterreichen, eine partielle
und ungleiche Furchung eingehenden Fischeiern entwickelt; alle diese
Typen gleichzeitig in der Gruppe der primitiven Landvertebraten, der
Protammiota, vertreten; die Keimblase der Mammalia herausgebildet aus
dem Endstadium der Morula. — *Lewis (1) berichtet über spezifische
Charaktere bei Embryonen früher Stadien, *Paladino über den Tropho-
blast. — Nattan-Larrier und Brindeau finden (1) in der Wand eines nor-
malen graviden Uterus (von?) „plasmodiale Zellen“ fötalen Ursprungs
mit je mehreren Kernen und zahlreichen Fortsätzen, und zwar handelt
I. Mammalia für 1907. 99
es sich (2) um umgebildete Langhanssche Zellen des Chorions. — A. Whit-
aker (1) gibt Bemerkungen über die Fortpflanzungsbiologie der Chiroptera.
— Ganfini (2) findet bei Embryonen von Mus und Cawa im Rumpf
Anlagen einer Hypochorda, die eine gegen die Chorda dorsalis vorragende
Verdickung der dorsalen Darmwand darstellt und allmählich zugrunde
geht. — Schlater (2) mißt einem durch das Auftreten eines mächtig ent-
wickelten Mesenchyms charakterisierten Stadium aus der Entwicklung
der Primates eine besondere phylogenetische Bedeutung zu: Evertebrata
(exel. Hydrozoa) und Vertebrata auf diese Urform zurückführbar. —
Wilson und Hill (1) berichten über die Entwicklung des Eies von Orni-
thorhynchus; Vergleich bestimmter Stadien mit Embryonalstadien von
Perameles und Dasyurus. — Es berichten ferner Le Sou@f über die Eiablage
und sowohl @. Wilson wie auch Anonymus (4) über die Eier von Ornitho-
rhynchus. — Lee (1, 2) berichtet in 2 vorläufigen Mitteilungen über die
ersten Stadien und die Bildung der Deciduahöhle bei Geomys bursarius. —
Nach Sobotta bildet das Ei von Mus nur in etwa ein Fünftel der Fälle
2 Richtungskörper; Weiteres über diese und die stets im Ovidukt erfolgende
Befruchtung. — Auch Lams und Doorme behandeln die Reifung und Be-
fruchtung des Eies bei Mus musculus var. alba; weiteres über die Befruch-
tung bei Cavia. — Coe und Kirkham geben gleichfalls eine Mitteilung über
die Reifung des Eies bei Mus musculus, ebenso auch Kirkham (1, 2).
Melissenos untersucht die Entwicklung von Mus rattus albus und Mus
musculus var. alba von der Furchung bis zur Festsetzung der Allantois
an der Ectoplacentarplatte. — Nach Russo (1) halten sich normalerweise
bei Oryctolagus die beiden Geschlechter das Gleichgewicht, die Nach-
kommenschaft von 9, denen Lecithin injiziert wurde, enthält dagegen
viel mehr 9 als &; daher fraglich, ob das Chromatin alleiniger Träger
der Vererbung; Versuche mit Paarungen zwischen verschiedenen Rassen.
— *Russo (2) berichtet weiter über die Absorption im Ovarialepithel. —
Petermann untersucht Embryonen von Erinaceus aus den Stadien mit
3 Keimblättern, aber mit noch nicht ausgebildeter Medullarrinne. —
Burckhardt beschreibt einen schlecht erhaltenen, mindestens 1 Monat
alten Embryo von Okapia. — Lönnberg (1) macht Angaben über einige
Organe (s. d.) zweier Föten (d 9) von Alces sowie über ein 61, Monate
altes $. — Hubrecht und Keibel geben Normentafeln zur Entwicklungs-
geschichte von Tarsius spectrum und Nyeticebus tardigradus. — Trouessart
berichtet (2) über ein mit Ziegenmilch ernährtes Junge von Hippopotamus
in der Menagerie des Musee d’hist. nat. in Paris und (3) über dessen Tod.
— Germanos beschreibt den Geburtsakt und das Junge bei Camelo-
pardalis, Nill dasselbe für Myrmecophaga jubata. — M. Braun (2) be-
schreibt ein Junges von Halichoerus grypus, Sheak die Jungen von
Macropus rufus. — Sehäff (2), Bütow, Kerz und Wawersig berichten über
die Zahl der Jungen bei Oryetolagus (vgl. unter 2). — Wurm und Weise
behandeln Brunst und Nachbrunst bei Capreolus. — Razewig erörtert die
Trächtigkeitsdauer bei Capreolus. — Nach Martenson erklärt sich die
Ruhepause in der Entwicklung des Eies von Capreolus durch Anpassung
7*
100 I. Mammalisa für 1907.
an klimatische Verhältnisse. — Saeland behandelt das Wachstum der
Zwillings- und der einzelgeborenen Lämmer von Ovis aries. — Fournier
berichtet über die Kreuzung von Sus scrofa domesticus X S. sc. fera.
17. Degeneration, Regeneration, Autotomie.
Über Degeneration und Regeneration im Bereich des Nervensystems
vgl. unter 9.
Morgan-Moszkowski geben eine monographische Darstellung der
Regeneration. — 6Ganfini behandelt die physiologische Bedeutung der
Follikelatresie bei Oryctolagus, Vespertilio, Felis und Cavia. — Auch *Cesa-
Bianchi (4, 5) berichtet in 2 vorläufigen Mitteilungen über das Graafsche
Follikel und das corpus luteum. — *Nussbaum gibt eine vorläufige Mit-
teilung über die Regeneration der Genitalorgane. — Minervini studiert
die Regeneration der Achillessehne von Canis: nicht nur das Sehnen-
gewebe der Stümpfe, sondern auch das der Sehnenscheiden beteiligt;
Histologisches. — Loeb trägt kleine Stückchen Haut vom Ohr von Cavia
ab und transplantiert das regenerierende Epithel der Wunde in eine Tasche
des anderen Ohres; Histologisches; Vergleich mit dem Wachstum trans-
plantierter maligner Tumoren. — *Anthony (3) berichtet über Regeneration
der Schädelknochen. — Nach Macewens Experimenten am Radius von
Canis und Beobachtungen an geheilten Knochenbrüchen von Cervus
regeneriert sich die Knochensubstanz durch Proliferation der Osteoblasten
des vorhandenen Knochengewebes ohne Beteiligung des Periosts. — Nach
Cuenot (2, 3) findet sich bei Eliomys quercinus, Muscardinus avellanarius,
Mus silvaticus, vielleicht auch M. rattus und M. decumanus, sowie Myozxus
glis (nicht aber bei Mus musculus) eine Autotomie des Schwanzes: leichtes
Abreißen der Haut mit nachträglicher Eintrocknung und Abstoßung
der bloßgelegten Wirbelsäule nebst Muskel- und Nervenbündel.
18. Mumifizierte Tiere, bildliche Darstellungen u. ähnl., Tiernamen.
Gaillard und ebenso auch Lortet und Gaillard berichten über die
mumifizierte Fauna des alten Ägyptens. — Hippolyte Boussae berichtet über
Loxodon africanus im alten Ägypten. — Boussae (1, 2) behandelt die Frage
nach Set-Typhon und dem Okapi. — Ellenberger, Baum und Dittrich be-
handeln als II.Bd. ihres Handbuchs der Anatomie für Künstler das Rind.
— Haupt sieht in Physeter macrocephalus den Walfisch Jonas aus der Bibel.
— Leithäuser behandelt die Tiernamen im Volksmunde des bergischen
Landes. — Lönnberg (7) gibt ein Verzeichnis der wissenschaftlichen Namen
der schwedischen Vertebrata. — Szilady (1) behandelt die Tiernamen der
madjarischen Volkssprache.
19. Phylogenese und Palaeontologisches.
Allgemeines: Steinmann gibt eine Einführung in die Palae-
ontologie. — Trouessart (11) behandelt die Probleme der Biogeographie
und Palaeographie (Palaeogeographie ?) und gibt (2) eine Übersicht über
die geographische Verbreitung der (rezenten und) fossilen Tiere. — Arldt
I. Mammalia für 1907. 101
(1) behandelt die Entwicklung der Kontinente und ihrer Lebewelt, R.
Broom (3) den Ursprung der Mammalia. — *Hue gibt Osteometrisches
über die Mammalia der quaternären Fauna.
Europa.
Geologische Geschichte der europäischen Tierwelt: Scharff (1).
Deutschland: Bison priscus und Bos primigenius in D.: Auerbach.
— Mammalia-Reste aus den braunschweigischen Torfmooren, spez.
Bos taurus: Fiedler. Subfossile Cetacea-Knochen aus Ost- und
Westpreußen: Japha (3).
England: Die fossilen Mammalia von Essex: Christy, dsgl. mit Elephas
primigenius: Anonymus (6). — Die fossilen Mammalia von Clevedon:
Davies, Reynolds. — Kent: fossile Eguus caballus: Griffin. — Microtus
nivalis fossil im Pleistocaen: Hinton (1, 2). — Ein mißgebildetes Cervus
elaphus-Geweih von Sutton-on-Sea Lines: Sheppard. — Pleistocaene
Mammalia von Lincoln- und Yorkshire: Stather. Geologie von
Plymouth und Liskeard: Ussher.
Frankreich. Ardennen: Elephas primigenius: Boitel.e. — Die fossilen
Mammalia von Dehuge bei Apt (Vaucluse): Camons. — Die miocaene
Fauna von Givreuil: Glangeaud. Mastodon in Villefranche (Gers):
Pontier. Die eocaenen Mammalia von Montpellier: Roman und
Gennevaux. — Die fossilen Lemuroidea Frankreichs und ihre Be-
ziehungen zu denen Madagaskars: Trouessart (8, 9). Die Fossilien
von Tuilerie de Saunailles: Vasseur. Lophiodon in Sergy (Aisne):
H. Thomas und Deperet (2), Z. n. sp. ibid. Deperet (1).
Schweiz: Die Fauna des Kesslerlochs: Heierli. — Ovibos moschatus-
Reste vom Bodensee: Hescheler. Fossile Bos-Schädel von Pas-
quart: Siegfried. — Die Mammalia des Eocaens, mit Dichobune 2 n. sp.
und Oxacron 1 n. sp.: Stehlin (1).
Belgien und Holland: Die fossilen Vertebrata aus dem Pleistocaen
von Telegen-sur Meuse mit Mimomys 1 n. sp.: Newton und dasselbe
mit Miecrotus intermedius: Reid. Fossile Trichechidae von Zeeland,
mit Trichechus 1 n. sp.: Rutten.
Spanien und Portugal: Das kontinentale Neogen des Tajotals,
mit Rhinoceros 1 n. sp.: Roman. — Die fossilen Mammalia des
spanischen Pliocaens: Schlosser.
Italien: Die miocaenen Mammalia: Mereiai. Elephas antiquus aus
dem Pliocaen des Po-Tales: Portis (1). — Fossile Carnivora-Reste bei
Rom: Portis (2). Die Gleichzeitigkeit des Homo palaeolithieus mit
Elephas, Rhinoceros und Hippopotamus in Italien: Portis (3). — Hippo-
potamus-Reste bei Messina: Seguenza. — Marine Vertebrata-Reste
aus dem Pliocaen von Orciano: Ugolini. Elephas primigenius-
Reste: Mariani, Perona.
Rumänien: Die tertiäre Fauna, mit Dinotherium und Mastodon:
Athanasiu.
102 I. Mammalia für 1907.
Österreich-Ungarn: Fossile Fauna in Galizien, mit Rhinoceros
und EHlephas: Kaufmann (1, 2). — Rhinoceros n. subsp. aus dem
Pleistocaen: Toula. — Mammalia der Eibiswalder Schichten: Zdarsky.
— Mesocetus aus dem Miocaen Ungarns: Kadiec.
Rußland: Ein postglaciales Massengrab von Vespertilio daubentoni
in Livland: Doss. — Meles urartuorum und Mustela latifrons der
Bronzezeit im Kaukasus: Satunin (10). — Dinotherium von Cherson:
Pavlow.
Corsica: Ursus sp. fossil. Major.
Creta: Blephantidae-Reste mit El. creticus n. sp.: Bate.
Afrika.
Ägypten: Fossile Vertebrata des Fayum, mit Phiomia (= Palaeo-
mastodon): Andrews (1), Osborn (1). — Die tertiären Vertebrata:
Andrews (3). — Die fossilen Vertebrata-Reste aus dem Vadi Faragh
und Vadi Natrun: Stromer. Die mumifizierte Fauna des alten
Ägyptens: Lortet und Gaillard und Gaillard (Sorex araneus).
Südafrika: Die pleistocaene Fauna aus den Diamantseifen mit Mastodon
und Hippopotamus n. subsp.: Fraas. — Die pleistocaenen Mammalia von
Rhodesia: Mendell und Chubb.
Madagaskar: Die fossilen Lemuroidea: Standing (1, 2), Trouessart (8).
Neue subfossile Lemuriden-Reste: Grandidier.
Nordamerika.
Vereinigte Staaten: Die tertiären Mammalia: Osborn (2). —
Die Fauna von Mayfields cave: Banta. Die quaternären Felidae
Californiens, mit Felis 1 n. subsp. und Smilodon 1 n. sp.: Bovard.
Die Merycoidodontia von Montana, mit Eucrotaphus 2 n. Sp. Meso-
reodon 2 n. Sp. Promerychoerus 3 n. Sp., Pronomotherium n. g. und
in. sp,» Ticholeptus 3 n. sp.: Douglass (1—3). Die fossile Fauna
Californiens: Furlong. Revision der miocaenen und pliocaenen
Equidae, mit Hyohippus 1 n. sp., Merychippus 1 n. sp, Parahippus
2 n. sp., Gidley (2). — Die Fauna von Wasatsch und Windriver und
die dortigen fossilen Rodentia, mit Paramys 7 n. sp. und Sciuravus
In. sp. und Lambdotherium 1 n. sp.: Loomis (1, 2). — Die miocaene
Fauna von Dakota, mit Nimravus 1 n. sp., Cynodesmus 2 n. SP,
Enhydrocyon 1 n. Sp., Mesocyon 1 n. sp., Nothocyon 2 n. Sp., Mega-
lietis n. g. und In. sp., Oligobunis 1 n. sp., Euhapsis 1 n. Sp., Steneo-
fiber 3 n. Ssp., Eutoptychus 2 n. sp., Lepus 2 n. sp., Blastomeryx 1.n. Sp»,
Desmathyus 1 n. sp. und Hypertragulus 1 n. sp.: Matthew (2). Die
tertiären Mammalia von Californien: Merriam und Sinclair. Die
fossilen Vertebrata im U. St. Museum: Merrill. Die fossilen Mam-
malia von Yukon und Alaska: Obalski. Kansas: Mastodon n. Sp.:
Sternberg, und Epigaulus n. sp.: Gidley (1). Nebraska: T'hinohyus
n. sp. aus dem Miocaen: Peterson (2).
Britisch-Nordamerika: Bison occidentalis in Canada: Osgood
(4). Ovibos moschatus in Columbia: Lambe (1).
I. Mammalia für 1907. 103
Südamerika.
Geschichte der Fauna: Ihering. — Die älteste Mammalia-Fauna und ihre
Beziehungen: Arldt (2).
Brasilien: Fossile Knochenfunde in Iporanga (Sao Paulo): Ameghino (4),
Argentinien und Patagonien: Die fossilen Toxodontia, mit
Adinotherium n. Sp., Ceratoxodon n. Sp., Noaditherium n. Sp.: Ame-
ghino (2). Die fossilen Mammalia Patagoniens: Branca. Tetra-
prothomo n. g. argentinus n. Sp. aus dem Tertiär Argentiniens: Ame-
ghino (3).
Asien und Australien.
Suoidea aus dem Miocaen von Belutschistan, mit Anthracotherium
n. sp. und Telmatodon n. sp.: Pilgrim. — Rekonstruktion des australischen
Diprotodon: Stirling und Woodward.
Spezielles.
Primates.
Schlater (2) mißt einem bestimmten Stadium aus der Entwicklung
der Primates eine besondere phylogenetische Bedeutung zu (vgl. unter 16).
A. Anthropoidea. Die ausgestorbenen Formen und ihre
Beziehungen zu Homo: Adloff (2).
Tetraprothomo n. g. argentinus n. sp. aus dem Tertiär Argentiniens:
Ameghino(3) pg. 107.
B. Lemuroidea. Die L. als degradierte Anthropoidea: Smith.
— Die fossilen L. Madagaskars nicht zu trennen von den Anthropoidea:
Standing (1, 2). Östeologie der fossilen (und rezenten) L. und ihre Be-
ziehungen zu denen Frankreichs: Trouessart (8). Diphyletischer Ur-
sprung der rezenten L.: Trouessart (9). Neue subfossile Funde in Mada-
gaskar: Grandidier.
Adapis parisiensis: Untersuchung des Gehirns, das dem der Edentata
am nächsten zu stehen scheint: Neumayer (1, 2).
Chiroptera.
Die Chiroptera und Pterosauria unabhängig von einander hervor-
gegangen aus arboricolen Tetrapoden, bei denen alle 4 Extremitäten infolge
Entwicklung eines Patagiums gleich gut zum Flug, d. h. gleich schlecht
zur Bewegung auf dem Boden taugten: Nopesa.
Vespertilio daubentoni: fossil in Livland: Doss.
Insectivora.
Insectivora und Marsupialia aus gemeinsamer Stammform ent-
wickelt, Insectivora primitiva die Stammformen der Placentalia: Lubosch.
— Die Chrysochloridae unter allen lebenden Eutheria den niedersten Typus
darstellend mit Anklängen an Marsupialia und Sauria: Leche.
Sorex araneus; mumifiziert im alten Ägypten: Gaillard,
104 I. Mammalia für 1907.
Carnivora.
Felidae. Felis fasciatus parvus n. subsp. aus dem Pleistocaen
Californiens: Bovard, pg. 165.
Nimravus sectator n. sp. aus dem Miocaen von Dakota: Matthew
(2), pg. 204.
Smilodon bonaerensis: Osteologie: Ameghino (1); S. californicus
n. sp. aus dem Pleistocaen Californiens: Bovard pg. 157.
Canidae. Vorfahren und Verwandtschaftsbeziehungen: Turner-
Pocoek. — Beziehungen der verschiedenen Rassen von Canis familiaris
zu wilden Canidae: Noack.
O'ynodesmus thomsoni n. sp. pg. 186 und C. minor n. sp. pg. 189: beide
aus dem Miocaen von Dakota: Matthew (2).
Enhydrocyon crassidens n. sp. aus dem Miocaen von Dakota: Mat-
thew (2) pg. 190.
Mesocyon robustus n. sp. aus dem Miocaen von Dakota: Matthew
(2) pg. 185.
Nothocyon gregoriis n. sp. und N. vulpinus n. sp. aus dem Miocaen
von Dakota: Matthew (2) pg. 183.
Ursidae. Hyaenarctos insignis: Bemerkungen: Stehlin (2).
Ursus spelaeus und U. priscus: Zahndefekte: Hermann (1).
Ursus sp. aus Corsica: Major pg. 143.
Mustelidae. Megalctis n. g. ferox n. sp. aus dem Miocaen
von Dakota: Matthew (2) pg. 195.
Meles urartuorum der Bronzezeit im Kaukasus: Satunin (10).
Mustela latifrons der Bronzezeit im Kaukasus: Satunin (10).
Oligobunis lepidus n. sp. aus dem Miocaen von Dakota: Matthew
(2) pg. 194.
Pinnipedia.
Trichechus antverpiensis n. sp. aus dem Tertiär Antwerpens: Rutten.
Creodontia.
Die Sparassodonta zu den Creodontia gestellt: Lydekker (7); als Marsu-
pialia angesehen: Matthew (1).
Rodentia.
Seiuridae. Paramys primaevus n. Sp. pg. 124, quadratus n. Sp.
pg. 126, atwateri n. sp. pg. 127, bicuspis n. Sp. pg. 128, copei n. sp. pg. 128,
major n. Sp. pg. 128, excavatus n. sp. von Wyoming: Loomis (1).
Sciuravus depressus n. sp. von Wyoming: Loomis (1) pg. 130.
Mylagaulidae. Epigaulus n. g. hatscheri n. sp. aus dem Miocaen
von Kansas: Gidley (1) pg. 628.
Castori dia e. Euhapsis gaulodon n. sp. aus dem Miocaen von
Dakota: Matthew (2) pg. 208.
Steneofiber simplicidens n. sp. pg. 205, sciuroides n. sp. pg- 207,
brachyceps n. sp. pg. 208: sämtlich aus dem Miocaen von Dakota: Mat-
thew (2).
I. Mammalia für 1907. 105
Muridae. Microtus nivalis fossil in England zur Pleistocaenzeit:
Hinton (1, 2). intermedius fossil in Tegelen (Limburg): Reid und Reid.
— M. (Mimomys) pliocaenicus: im Pliocaen Belgiens: Newton.
Geomyidae. Entoptychus formosus n. Sp. pg. 212, curtus n. Sp.
pg. 213, beide aus dem Miocaen von Dakota: Matthew (2).
Leporidae. Lepus macrocephalus n. sp. pg. 214, primigenius
n. sp. pg. 215, beide aus dem Miocaen von Dakota: Matthew (2).
Ungulata.
A. Artiodactyla. DBovidae. Bison occidentalis in N.W.-
Canada: Osgood (4); B. priscus in Deutschland: Auerbach.
Bos taurus: fossile Schweizer Schädel: Siegfried; B. primigenius in
Deutschland: Auerbach.
Ovibos moschatus: Reste am Bodensee: Hescheler; Zähne aus dem
Pleistocaen von Britisch-Columbia: Lambe (1).
Antilocapridae, Giraffidae, Cervidae. Blasto-
meryx advena n. sp. aus dem Miocaen von Dakota: Matthew (2) pg. 219.
Cervus elaphus: ein mißgebildetes Geweih aus den Torfmooren von
Sutton-on-Sea Lincs: Sheppard; (©. giganteus: zu Dama gestellt: Scharff (2).
Suidae. Desmathyus n. g. pinensis n. sp. aus dem Miocaen von
Dakota: Matthew (2) pg. 217.
Hippopotamus amphibius robustus n. subsp. aus dem Pleistocaen
von Südafrika: Fraas pg. 233; H. sivalensis im Italischen Pliocaen: Seguenza.
Thinohyus (Bothrolabis) siouxensis n. Sp. aus dem Miocaen von
Nebraska: Peterson (2) pg. 308.
Dichobunidae. Dichobune nobilis n. sp. pg. 618, spinifera
n. sp. pg. 628, aus dem Eocaen der Schweiz: Stehlin (1.8
Oxacron valdense n. sp. aus dem Eocaen der Schweiz: Stehlin (1)
pg- 681.
Verschiedene fossile Familien. Anthracotherium bug-
tiense n. sp. aus dem Miocaen von Belutschistan: Pilgrim pg. 47.
Eucrotaphus dickinsonensis n. Sp. pg. 99, montanus n. sp. pg. 100;
beide aus dem Miocaen von Montana: Douglass (3).
Hypertragulus ordinatus n. sp. aus dem Miocaen von Dakota:
Matthew (2) pg. 218.
Merycoides n. g. cursor n. sp. aus dem Miocaen von Montana:
Douglass (3) pg. 101.
Mesoreodon (?) latidens n. sp. aus dem Miocaen von Montana:
Douglass (3) pg. 102; longiceps n. sp. ibid.: Douglass (1) pg. 811.
Promerycochoerus hatscheri n. sp. pg. 104, grandis n. sp. p. 104,
hollandi n. sp. pg. 106: sämtlich aus dem Miocaen von Montana: Douglass (3).
Pronomotherium n. g. für Merycochoerus laticeps Douglass (2) pg. 94;
P. altiramum n. sp. Douglass (1).
Ticholeptus breviceps n. Sp. pg. 107, bannaekensis n. sp. pg. 108: aus
dem Miocaen Montana: Douglass (3), trachymelis n. sp. ibid.: Douglass
(1) pg- 815.
106 I. Mammalia für 1907.
Telmatodon n. g. bugtiensis n. sp. aus dem Miocaen von Belutschistan:
Pilgrim pg. 51.
B. Perissodactyla. Equidae. Entwicklung der Familie
der E.: Lull. — Revision der miocaenen und pliocaenen Equidae: Gidley (2).
— Ursprung und Geschichte der domestizierten Equidae: De Trafford.
Equus caballus: Ursprung des domestizierten bez. modernen Pferdes:
Ewart (1, 2). Fossil in Kent: Griffin. — Entwicklung: Underhill. —
Beziehungen zum Tarpan und arabischen Pferd: Stejneger.
Equus caballus spelaeus der Name des praehistorischen Pferdes:
Lydekker (8). stenonis: Metacarpalknochen: Nugue.
Hippidion bonaerensis: Skelet: Ameghino (1).
Hypohippus osborni n. sp. aus dem Miocaen von Colorado: Gidley
(2) pg. 930.
Merychippus campestris n. sp. aus dem Miocaen von Colorado:
Gidley (2) pg. 928.
Parahippus pavniensis n. sp. und coloradensis n. sp. aus dem Miocaen
von Colorado: Gidley (2) pg- 932.
Rhinocerotidae. Rhinoceros antiquitatis mumifiziert in
Galizien: Kaufmann (1). — Rh. Ceratorhinus (?) tagicus n. sp. aus dem
Miocaen von Portugal: Roman pg. 42. — Rh. mercki vindobonensis N.
subsp. aus dem Pleistocaen von Österreich: Toula.
Ausgestorbene Familien. Lophiodon: Fund in Sergy
(Aisne): H. Thomas. — L. thomasi n. sp. aus dem Eocaen von Aisne:
Deperet (1) pg. 688; leptorhynchus: Osteologie und Dentition: Deperet (2).
Lambdotherium primaevum n. sp. von Wyoming: Loomis (2) pg. 363.
Moropus: Osteologie und Verwandtschaftsbeziehungen: Peterson (1).
C. Hyracoidea: Phylogenese der Procaviidae: Mehely (2).
D. Toxodontia. Rudimentäre Hörner: Ameghino (2).
Adinotherium corriguenense n. sp. aus dem Tertiär von Patagonien:
Ameghino (2) pg. 77.
Ceratoxodon n. g. corniculatus n. sp. aus dem Tertiär von Buenos
Aires: Ameghino (2) pg. 64.
Noaditherium n. g. für Adinotherium splendidum: Ameghino (2) pg. 84.
E. Proboscidea. Elephantidae. Phylogenese: Lönnberg (5).
Dinotherium giganteum von Tiraspol, Cherson: Pavlow; D. g. gigantis-
simum Stephanescu in Rumänien: Athanasiu.
Elephas primigenius: Skelettrestauration: Pfitzenmeyer; Funde in
Italien: Mariani, und ebenso Perona; Fund in den Ardennen: Boitel;
Becken von Barking (Essex): Anonymus (6); Nahrung: Bäthky; Schwanz:
Brandt; Körpergröße und Zähne: Lukas; mumifiziert in Galizien: Kauf-
mann (1). — E. columbi: Skelett: Osborn (3); Zähne, Sternberg. E. anti-
quus: im Pliocaen Italiens: Portis (1). — E. creticus n. sp. aus dem Pleistocaen
Kretas: Bate pg. 238.
Mastodon simorrensis: in Villefranche (Gers): Pontier. — M. (Trilo-
phodon) americanus: Zahncaries zu constatieren: Hermann (2). — M.borsoni:
I. Mammalia für 1907. 107
in Rumänien: Athanasiu. Mastodon sp. von Kansas: Sternberg pg. 971.
— Mastodon sp. aus dem Pleistocaen ( ?) Südafrikas: Fraas.
Phiomia = Palaeomastodon: aus dem Fayum: Andrews (1).
Sirenia.
Rhytina gigas: Bemerkungen: Lönnberg (3).
Cetacea.
Die fossilen Cetaceenreste im Harward Coll. Museum: Eastmann.
Agorophus pygmaeus: Schädel: True (2).
Anoplonassa forcipata: Bemerkung: True (1).
Mesocetus hungaricus n. sp. aus dem Miocaen Ungarns: Kadie pg. 21.
Zeuglodon wanklyni: Cervicalwirbel: Andrews (2).
Edentata.
Die Edentata phylogenetisch schon 'sehr früh entwickelt, zwar un-
zweifelhafte Placentalia, von diesen aber schon abgespalten, bevor der
Descensus testiculi eintrat: R. Perrier. Pleistocaene Edentata Brasiliens:
Ameghino (4).
Bradypodidae, spez. Hemibradypus mareyi: Verwandtschafts-
verhältnisse und Beziehungen zu den Hapalopsidae des Santacruziens
Südamerikas: Anthony;(2).
Marsupialia.
Sparassodonta als Marsupialia anzusehen: Matthew (1); zu den
Creodonta zu stellen: Lydekker (7).
Diprotodon: Skelettrestauration: Stirling; Woodward.
III. Faunistik.
Allgemeines: Die Säugetiere der Erde: Kirby. Die Pendu-
lationstheorie: Simroth. Die Probleme der Biogeographie: Trouessart
(11). Die Entwicklung der Kontinente und ihrer Lebewelt: Arldt (1).
— Die geographische Verbreitung der (fossilen und) rezenten Tiere:
Trouessart (10).
Spezielles.
I. Europäisch-Sibirisches Gebiet.
Geologische Geschichte und geographische Verbreitung der europäischen
Tierwelt: Scharff (1).
1. Deutschland. Tiernamen im Volksmund der Bergischen Lande: Leit-
häuser. Die Vertebrata der Lüneburger Heide: Löns (2). Lutra
lutra in der Oberförsterei Mainz: L. Schuster. — Myoxus glis bei
Blankenburg a. H.: Damköhler. Ovis musimon, Einführung im
Unterharz: Anonymus (1). Fossile und rezente Cetaceaknochen
in Ost- und Westpreußen: Japha (3). Die Cetacea der Ostsee:
108 I. Mammalia für 1907.
2»
7
je 2)
‘
9
.
10
11.
125
Japha (2). Sciurus vulgaris russulans n. subsp.: Miller (5). —
Castor albicus n. Sp., balticus n. Sp., vistulanus n. sp.: Matschie (2).
— (Cervus balticus n. Sp., albicus n. Sp., rhenanus n. SP., bajovaricus
n. sp.: Matschie (5).
Großbritannien. Die Mammalia Großbritanniens: Kearton, Dalgliesh,
Watson und Winder. Fauna der (fossilen und) rezenten Tiere
von Yorkshire: Lydekker, Borley u. a. — Die Mammalia der Lam-
bay-Insel bei Dublin: Baring. Die Mammalia von Edinburg:
Evans, von North Wales: Forrest (1), von Breconshire: Phillips.
England: Rhinolophus hipposideros in Devonshire: Hollis. —
Mus musculus nudoplicatus n. subsp.: A. Campbell.
Schottland: Fang von Cetacea: Haldane.e — Vorkommen. im
Forth von Grampus griseus: Eggleton, von Lagenorhynchus albirostris:
B. Campbell. Felis grampia n. sp.: Miller (4).
Irland: Putorius nivalis, Vorkommen: R. Warren. — Hoalichoerus
grypus bei Dublin: Baring.
Frankreich. Castor fiber der Rhone: Mingaud.
russus n. subsp.: Miller (5).
Österreich-Ungarn. Die Tiernamen der ungarischen Volkssprache:
Szilady (1). Mus rattus alexandrinus in Ungarn: Mehely (1).
Schweiz. Neomys milleri n. sp. aus Waad: Mottaz. — Ovibos moschatus-
Reste vom Bodensee: Hescheler.
Skandinavien. Die wissenschaftlichen Namen der schwedischen Verte-
brata: Lönnberg (7). Die Fauna der arktischen und subarktischen
Hochgebirgszone des nördlichen Schwedens: Eekman. Castor
fiber in Schweden: Modin. Lemmus lemmus, Biologisches aus
Norwegen: Collett. — Delphinus acutus, Fang bei Bergen: Wollebaeck.
Balkanhalbinsel. Mesocricetus, Verbreitung: v. Dombrowski. Ca-
preolus transsylvanicus n. sp.: Matschie (5).
Spanien. Die Pinnipedia Spaniens: Cabrera (3). — Talpa coeca ocei-
dentalis n. subsp., Crocidura russula pulchra n. subsp., Neomys
anomalus n. sp.: Cabrera (4). Felis tartessia n. Sp., Vulpes silaceus
n. sp.: Miller (4). Canis lupus signatus n. subsp. und lupus dei-
tanus n. subsp.: Cabrera (3). Sceiurus vulgaris numantius n. subsp.:
Miller (5). Eliomys hamiltoni n. sp. Micromys sylvaticus calli-
pedis n. subsp.: Cabrera (4). Lepus granatensis gallaecius n. subsp.
und granatensis iturissius n. subsp.: Miller (3).
Portugal. Cetacea Portugals: Seabra (1). Crocidura russula cintrae
n. subsp.: Miller (4).
Italien. Die Mammalia Calabriens: Lueifero. Myozus quercinus,
Verbreitung in Italien: Bianechini, Lopez. Grampus griseus bei
Sansovino: (Caruceio. Physalus antiquorum an der Küste Tos-
kanas: Ficalbi.
Griechenland. Sciurus vulgaris lilaeus n. subsp.: Miller (5).
Russisches Reich. Fauna im Gouvernement Stauropol, der Krim und
Bessarabien: Brauner (1, 3); des Kurtschum-Flußtales: Jablonsky
Sceiurus vulgaris
13.
1.
2;
3
I. Mammalia für 1907. 109
(1), des Marka-Kul-Sees: Jablonsky (2), des Kaspisee-Ufers: Satu-
nin (7, 8), von Transkaukasien: Satunin (9). Die Mammalia von
Urjum: Krulikowsky, von Ciskaukasien: Satunin (4, 5), von Kauka-
sien und Transkaspien: Satunin (6), von Transkaspien: Varencow.
— Graf Potockys Tierpark in Russ.-Polen: Lydekker (28).
Livland: Vespertilio daubentoni, Vorkommen: Doss.
Bjelowesch: Bison bonasus: Ognew.
Finnland: Foetorius, Verbreitung: Luther.
Südrußland: Die Muridae: Brauner (2).
Transkaspien: Cüellus schumakowi n. sp.: Satunin (6).
Kaukasus: Meles urartuorum und Mustela latifrons zur Bronzezeit:
Satunin (10). Putorius nivalis dinniki n. subsp.: Satunin (5).
Alactaga elater kizljaricus n. subsp.: Satunin (5). — Alactaga williamsi
schmidti n. subsp.: Satunin (6). Dipus nogai n. Sp., Cricetus vul-
garis stauropolicus n. subsp., Gerbillus ciscaucasicus n. sp.: Satunin
(5). Miecrotus schilkownikowi n. sp.: Satunin (6).
Transkaukasien: Erinaceus ponticus n. sp. und ponticus abas-
gieus n. subsp.: Satunin (1). Capra hircus angorensis in Trans-
kaukasien: Savrow.
Buchara: Vulpes cana, Vorkommen: Shitkow (1).
Sibirien: Enhydra marina: Biologisches: Lech. — Cervus bieder-
manni n.sp. vom Teletzker See (oberes Ob-Gebiet): Matschie (3).
Mittelmeer und Mittelmeer-Inseln. Physeter macrocephalus, Vorkom-
men im Mittelmeer zur Zeit der Assyrer: Haupt.
Balearen: Crocidura balearica n. sp.: Miller (4).
Sardinien: Vulpes ischnusae n. sp.: Miller (4). Glis melonii
n. sp.: Thomas (8). Ovis musimon, Rassen: Lydekker (21, 24).
Corsica: Crocidura eyrnensis n.sp.: Miller (4). Ursus sp.: Major.
— Ovis musimon, Rassen: Lydekker (21, 24).
Cypern: Vulpes indutus n. sp.: Miller (4).
Creta: Meles arcalus n. sp.: Miller (4).
II. Asien (exkl. Russisches Gebiet).
China und Nebenländer. Fauna von Westchina: Grum-Grzimailo.
Mammalia von Annam: Bonhote, von Annam und Tonkin: Men6-
gaux, der Provinz Kansu: Lyon (6).
China: Manis javanica, Vorkommen und Biologisches: Kreyenberg.
Fokien: Mogera latouchei n. sp.: Thomas (4).
Kansu: Myotalpa kansus n. sp. und Ochotona kansus n. sp.: Lyon (6).
Annam: Nyeticebus pygmaeus n. Sp, Tupaja concolor n. sp, Funam-
bulus rufigenis fuscus n. subsp., Sciurus leucopus fumigatus n. subsp.:
Bonhote. Nemorrhaedus marcolinus in Annam: Lydekker (356).
Himalaya: Verbreitung und Rassen von Capra falconeri: Browne.
Kleinasien. Dyromys nitedula phrygius n. subsp.: Thomas (14).
Zentralasien. Erinaceus ussuriensis n. sp. und chinensis n. sp.: Satunin
(3). — Hemiechinus russowi n. Sp., albulus minor n. subsp., przewalskii
110 I. Mammalia für 1907.
4.
6.
8.
. Malayasien. Die Jagdtiere: Lydekker (1).
n. sp.: Satunin (3). — Lepus prezwalskii n. Sp., kaschgaricus N. SP.
centrasiaticus N. SP., zaisanicus N. SP., gozlovi n. Sp., gobicus n. SP.:
Satunin (2). — Capra florstedi n. sp. und cilicica n. sp.: Matschie (5).
Japan, Formosa, Korea etc. Die Mammalia von Saghalien und
Hokkaido: Thomas (3), von Korea: Thomas (4).
Korea: Mogera wogera coreana n. subsp.; Sciuropterus aluco n. SP.,
Oricetulus nestor n. sp: Thomas (4).
Formosa: Petaurista lena n. sp.: Thomas (16).
Saghalien und Hokkaido. sSorex daphaenodon n. SP. shinto
saevus N. subsp., minutus gracillimus n. subsp., Sciuropterus russieus
athene n. subsp., Sciurus vulgaris rupestris n. subsp., Micromys
speciosus giliacus n. subsp., Sicista caudata n. sp.: 0. Thomas (3).
Arabien. Pierycyon sabaeus n. sp.: Andersen (1).
Philippinen. Verzeichnis der Mammalia mit Crunomys melanius
n. sp.: Thomas (2).
Persien. Die Mammalia Nordpersiens mit Mimiopterus schreibersi
pallidus n. subsp., Crocidura russula caspica n. subsp. und leucodon
caspica n. subsp., Microtus terrestris armenius n. subsp., Nesokia
bailwardi n. sp.: Thomas (3). Hemiechinus persicus n. Sp.: Satunin
(3). Ovis vignei arkal: Kennion, Lydekker (18).
Indien mit Nebenländern. Die Jagdtiere von Indien, Burma, Tibet und
Malayasien: Lydekker (1). — Die Mammalia Kaschmirs: A. E. Ward.
Indien: Eucheira lyra caurina n. subsp.: Andersen und Wroughton.
Plecotus puck n. sp.: Barrett-Hamilton. — Muridae von Calcutta:
Hossack (1, 2), Gourley. — Mus comberi listoni n. sp.: Wroughton (5).
Sind: Vierricula malaccensis, Vorkommen: Aitken.
Ceylon: Jagdliches: Storey. — Elephas indicus in Ceylon: Gille,
Still.
Burma: Rhinolophus feae n. sp.: Andersen (5).
Andamanen: Myotis dryas n. sp.: Andersen (4). — Mus rogersi
n. sp.: Thomas (12).
Die Fauna Malayasiens:
Maxwell. — Die Mammalia von Nord-Borneo: Lyon (10), von der
Batam-Insel (Rhio-Archipel): Lyon (7).
Malayische Halbinsel: Petaurista terutaus n. sp.: Lyon (1).
Bos taurus hubbacki n. subsp.: Lydekker (1, 19). — Bos bubalıs
malayische Form: Lydekker (17).
Penang: Gunomys varius n. Sp. und varillus n. sp.: Thomas (12).
Engano: Hipposiderus diadema enganus n. subsp.: Andersen (4).
Natuna: Megaderma natunae n. sp.: Andersen und Wroughton.
Java: Taphozous kampenii n. sp.: Jentink (2).
Borneo: Sciurus proserpinae n. sp.: Lyon (2). — Sciurus hippurellus
n. sp.: Lyon (4). Sciurus borneoensis palustris n. subsp. und san-
ganus n. Sp., Atherurus terutaus n. sp.: Lyon (10)..
Celebes: Rouseitus celebensis n. sp.: Andersen (1).
I. Mammalia für 1907. 111
Sumatra: Rhinolophus arcuatus beccarii n. subsp.: Andersen (5),
Rh. macrotis dohrni n. subsp.: Andersen (4). Mormopterus doriae
n. sp.: Andersen (4). Ratufa arusinus n. Sp. und catemana n. Sp.:
Lyon (9). Sciurus vittatus tarrussanus n. subsp. und v. tapaniulus
n. subsp.: Lyon (3). Sciurus hippurosus n. sp.: Lyon (4).
Thecurus n. g. sumatrae n. sp.: Lyon (11).
Aru-Inseln: Rhinolophus euryotis aruensis n. subsp.: Andersen (4).
Batani-Insel (Rhio-Archipel): Tupaja ferruginea bata-
mana n. subsp.: Lyon (7). Mus batamanus n. sp.: Lyon (7).
III. Afrika.
Die afrikanischen Rassen von Loxodon africanus: Lydekker (2, 10),
von Felis pardus: Pocock (2) und Lydekker (38). Gtg. Cerco-
pithecus: Geographische Verbreitung in Afrika mit Beschreibung
von n. spp. und subspp.: Pocock (9).
1. Nordafrika. Die Antilopidae Nordafrikas und ihre Verbreitung:
Lydekker (26). — Die Mammalia von Tunis (Khrumiri): Trouessart(5).
Ägypten: Loxodon africanus im alten Ägypten: Hippolyte Boussae,
im Fayum: Osborn (5). Sorex araneus mumifiziert: Gaillard.
Nesokia suilla n. sp.: Thomas (12).
Sudan: Loxodon africanus rothschildi n. subsp.: Lydekker (2, 10).
Kordofan: Damaliscus corrigum jonesi n. subsp.: Lydekker (26).
Marocco: Meriones grandis n. Sp. M. mariae n. Sp., Lepus maroc-
canus n. Sp.: Cahrera (2).
2. Zentralafrika. Vom Niger zum Nil: Alexander. — Jagdliches:
Dickinson. Die Mammalia von Zentralafrika: Matschie (4), vom
Ruwenzoni: Thomas (6) und Woosnam, vom Tschadsee und Congo:
Thomas und Wroughton (3), von Chartum und Shabluka Hills:
Trouessart (6), von Bahr-el-ghasal: Wroughton: (4).
Ruwenzori: Cercopihecus leucampyz carruthersi n. subsp.: Pocock
(9). Nyetinomus aloysii-sabaudiai n. subsp.: Festa. Sylvisorex
granti n. Sp., Crossarchus fasciatus macrosus n. subsp., Mungos
gracilis proteus n. subsp., Sciurus rufobrachiatus semlikii n. subsp.,
Thamnomys n. g. venustus n. SP., dryas n. sp.: Thomas (6).
Toro: Colobus tephrocelis n. sp.: Elliot (1).
Kongo und Tschadsee: Rhynchocyon claudi n. Sp., Erinaceus
spiculus n. SP. Mellivora concisa n. Sp., Tatera lacustris n. SP.,
Crossarchus alexandri n. Sp., Cr. talboti n. Sp., Poiana richardsoni
ochracea n. subsp., Lycaon pictus sharicus n. subsp., Funisciurus
alexandri n. sp. und F. antoniae n. sp., Colomys goslingi n. SP»,
Lophuromys major n. sp. und L. laticeps n. sp., Thamnomys kuru
n. Sp., T’hryonomys harrisoni n. Sp., Lepus chadensis n. Sp, Cepha-
lophus rufiatus rubidior n. subsp. und claudi n. subsp., Ourebia
goslingi n. sp.: sämtlich Thomas und Wroughton (3). Lozxzodon
africanus cottoni n. subsp.: Lydekker (2, 10). Cercopithecus nigro-
veridis n. sp.: Pocoek (9).
112 I, Mammalia für 1907.
Ituri: Cercopithecus denti n. sp.: Thomas (1).
ensis N. Sp.: Rothschild und Neuville (1).
Äquatorialafrika: Cephalophus centralis n. sp. und C. aequa-
torialis backeri n. subsp.: Rothschild und Neuville (2). Loxodon
africanus peeli n. subsp. und cavendishi n. subsp.: Lydekker (2, 10).
Bahr-el-Ghasal: Mus alghasal n. Sp., vlainii n. Sp., butleri
n. sp.: Wroughton (4). Thamnomys macmillani n. sp.: Wrough-
ton (4).
3. Ostafrika. Die Mammalia: Matschie (4).
Ostafrika: Maugham.
Felis somaliensis, F. (leopardus) nimr, F. serval, Viverra orientalis,
Genetta pardina, Nandinia gerrardi, Bdeogale puisa, Crossarchus
fasciatus, Herpestes galera, Rhynchocyon petersi, Petrodromus tetra-
dactylus, Potamochoerus africanus, Phacochoerus africanus, Loxodon
africanus, Dendrohyrax terricola, Manis temmincki, Orycteropus,
Rhizomys splendens, Aulacodus gregorianus, Anomalurus orientalis,
Sciurus pauli, Sc. mutabilis, Sc. palliatus, Atlantoxerus getulus,
Cricetomys gambianus, mus musculus (Tanz- und Singmaus), Colobus
palliatus, Papio langheldi, Cercopithecus albigularis, Galago galago,
@. sansibaricus, @. kirki, Anthropopithecus troglodytes, Lycaon pictus,
Halicore dugong: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Cercopithecus rufotinctus n. Sp., tantalus budgetti n. subsp., pyge-
rythrus johnstoni n. subsp., talapoin ansorgei n. subsp.: sämtlich:
Pocock (9). Papio furax n. sp.: Elliot (3). Galago hindei n. SP«s
gabonensis batesi n. subsp., braccatus n. Sp., nyassae n. Sp., thomast
n. Sp., Papio strepitus n. sp.: sämtlich Elliot (1). Felis serval
pantosticta n. subsp., s. poliotricha n. subsp. und s. liposticta n. subsp.:
Pocock (8). Mungos melanurus lasti n. subsp., m. zombae n. subsp.
und sanguineus ibeae n. subsp.: Wroughton (3). Bubalus schil-
lingsi n. sp. und B. wembaerensis n. sp.: Matschie (4). Damaliscus
corrigum selousi n. subsp.: Lydekker (26). Madoqua (Rhyncho-
tragus) nasoguttatus n. sp. und Cobus defassa tjaederi n. sp.: Lönn-
berg (2). — Die ostafrikanischen Hystrixe und Phacochoerus:
Sjoestedt.
Somaliland: Loxodon africanus orleansi n. subsp.: Lydekker (2, 10).
Mozambique: Cercopithecus stairsi mossambicus: Pocock (9).
4. Westafrika. Die Mammalia von Liberia: Pocock (19).
Cercopithecus leucampyx nigrigenys n. subsp., nictitans laglaizi n. subsp.,
albigularis beirensis n. subsp.: Pocock (9). — Genetta johnstoni n. SP.
und Poiana richardsoni leightoni n. subsp. (sämtlich Liberia):
Pocock (10). — Mungos canus n. sp. (Cap Verde): Wroughton (3).
5. Südafrika. Die Mammalia von Rhodesia: Wroughton (1), Chubb; von
Coguno (Inhambane): Thomas und Wroughton (1); von Beira:
Thomas und Wroughton (2).
Deutsch-Südwestafrika: Arctocephalus antarcticus, Biologie:
L. Schultze. — Orycteropus afer albicauda n. subsp.: Rothschild (1).
Cephalophus ituri-
Fauna von Portugiesisch-
I. Mammalia für 1907. 13
Capland etc.: Chrysochloris sclateri n. sp. (Beaufort West), Ch.
wintoni n. sp. (Port Nolloth): Broom (4), Ch. duthieae n. sp. (Knysna):
Broom (5). — Loxodon africanus toxotis n. subsp.: Lydekker (2, 10).
Natal: Chrysochloris hottentota albifrons n. subsp.: Broom (5).
Rhaphiceros horstocki natalensis n. subsp.: Rothschild (4).
Zululand: Galago zuluensis n. sp.: Elliot (1).
Maschonaland: Loxodon africanus selousi n. subsp.: Lydekker
(2, 10).
Namaqualand: Chrysochloris granti n. SP., namaquensis n. SP.
und tenuis n. Sp.: Broom (4).
Oranje: Otomys turneri n. Sp. Pedetes caffer orangiae n. subsp.:
Wroughton (2).
Transvaal: Pedetes caffer salinae n. subsp.: Wroughton (2). —
Lepus ruddi randensis n. subsp.: Jameson. — Chrysochloris hotten-
tota longiceps n. subsp.: Broom (5).
Rhodesia: Crocidura neavei n. sp., Funisciurus annulatus rhodesiae
n. subsp., mus walambae n. Sp., Tatera neavei n. Ssp., Georhychus
amatus n. Sp., sämtlich Wroughton (1). — Die Antilopidae: Why-
brow. — Cervicapra arundinum occidentalis n. subsp. und Cobus
robertsi n. Sp.: Rothschild (4).
Inhambane: Galago granti n. Sp, Petrodromus schwanni n. SP«
Crossarchus fasciatus senescens n. subsp., Funisciurus sponsus n. SP»,
Cricetomys gambianus adventor n. subsp., Lepus capensis aquilo:
sämtlich Thomas und Wroughton (1).
6. Afrikanische Inseln. Fauna von Madagaskar: Leche, Trouessart (4).
— Pteropus mascarinus n. sp. von den Mascarenen: Mason (s. auch
Andersen (2)). Plecotus teneriffae n. sp. von Teneriffa: Barrett-
Hamilton.
IV. Nordamerika.
Biologie und Morphologie der nordamerikanischen Cervicornia und
Cavicornia: Mearns. Mesoplodon bidens, europaeus (gervaisii) und densi-
rostris an der Küste: True (3).
1. Vereinigte Staaten. Die Mammalia von Yucatan: @. Allen, von
Colorado: Cary (1), Markman, E. K. Warren; von Indiana: Hahn (2),
Me Atee; von Südwest-Missouri: Jackson, vom Mt. Rainier: Lyon
(5); vom Grenzgebiet gegen Mexico: Mearns; von Alaska: Osgood
(3); von Dakota (Rosebud, Indianer-Reservat): Reagan.
Colorado: Anthrozous pallidus und Callospermophilus wortmanni:
Vorkommen: Cary (2). — Sylvilagus warreni n. sp.: Nelson (1).
Ontario: Alces columbae n. sp.: Lydekker (14).
Californien: Dipodomys spectabilis cratodon n. subsp., sp. nelsoni
n. subsp., D. platycephalus n. Sp., margaritae n. Sp., insularis n. SP«s
merriami kernensis n. subsp., Perodipus stephensi n. Sp., morroensis
n. Sp., perplexus n. SP., simulans peninsularis n. subsp.: sämtlich
Merriam. — Perognathus bombyeinus n. sp., P. penicillatus siccus
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (T.) 8
114
I. Mammalia für 1907.
n. subsp., pen. ammophilus n. subsp., spinatus magdalenae n. subsp.:
sämtlich Osgood (1). — Lepus californicus magdalenae n. subsp.:
Nelson (1). — Lepus bairdi cascadensis n. subsp.: Nelson (2).
Sylvilagus auduboni vallicola n. subsp. und bachmanni exiguus
n. subsp.: Nelson (2). — Ovis nelsoni n. sp. und ©. californicus gaillardi
n. subsp.: Mearns.
Puerto Angel: Sciurus socialis littoralis n. subsp.: Nelson (2).
Neu-Mexico: Sylvillagus cognatus N. SP., neomexicanus n. Sp. und
cedrophilus n. sp.: Nelson (1).
Wisconsin: Putorius rixosus allegheniensis n. subsp.: H. L. Ward.
Oklohama: Bison bonasus-Herde: Anonymus (2).
Nebraska: Sylvdagus floridanus similis n. subsp.: Nelson (1).
Alaska: Microtus miurus oreas n. subsp.: Osgood (3). Rangifer
tarandus, Einführung: Jacobi.
2. Britisch-Nordamerika. Jagdliches: Selous. — Jagdliches aus Neu-
fundland: Millais (1, 2)
Canada: Peromyscus bairdi, Vorkommen: Saunders.
Britisch-Columbia: Ovibos moschatus, Reste: Lambe. —
Ovis cowani n. sp.: Rothschild (4).
Neufundland: Rangifer tarandus novae-terrae: Jagd: Millais (1, 2).
3. Mexiko. Die Mammalia aus dem Grenzgebiet gegen die Vereinigten
Staaten: Mearns. — Sciurus socialis littoralis n. subsp.: Nelson (2).
— Sylvilagus mansuetus n. Sp.: Nelson (1).
4. Niearagua. Reithrodontomys modestus n. sp.: Thomas (10).
Die
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[er i
. Bolivia. Aotus bolöviensis n. Sp.: Elliot (1).
V. Südamerika.
Die Cervidae der Cordilleren: Neveu-Lemaire und Grandidier.
Mammalia von Südamerika: Arldt (3). Archhelenis und Archinotis:
Geschichte der Fauna der neotropischen Region: Ihering.
Brasilien. Fauna des Staates Goyaz: Baer. — Callicebus usto-fuscus
n. sp.: Elliot (1). — Cebus apiculatus n. sp.: Elliot (2). — Midas
thomasi n. SP., griseovertex n. Sp. und imperator n. sp. (sämtlich vom
Amazonas): Goeldi. — Die Riograndeser Rasse von Capra hircus:
Waldow von Wahl (2). — Grison furax n. sp. (von Minas Geraös):
Thomas (10).
Grison furax lutreolus
n. subsp.: Thomas (10). Viscaccia cuscus N. Sp., lutea N. Sp., perlutea
n. Sp. und tucumana n. sp.: Thomas (7), — Dasypus sexcinetus
boliviae n. subsp. und tucumanus n. subsp.: Thomas (10).
. Paraguay. Callicebus pallescens n. sp.: Thomas (10).
. Peru. Callicebus subrufus n. sp.: Elliot (1).
Viscaccia inca n. SP«s
subrosea n. Sp., saturata n. Sp., punensis n. Sp.: Thomas (7). —
Choloepus hoffmanni perwvianus n. subsp.: Mönegaux (5).
. Columbia. Lagothrix lugens n. sp.: Elliot (1).
. Eeuador. Saimiri macrodon n. sp.: Elliot (1). — Noctilio zaparo n. Sp.:
Cabrera (6).
I. Mammalia für 1907. 115
7. Guiana. Uroderma validum n. sp.: Elliot (4). — Marmosa chloe n. sp.:
Thomas (10).
8. Patagonien. Viscaccia wolffsohni n. sp.: Thomas (7).
VI. Australien.
Allgemeines über die Fauna: Le Souef. — Fauna von Victoria: Hall.
1. Neuguinea. Die Mammalia: Jentink (1, 3). — Crossomys n. g. moncktoni
n. Sp., Uromys anak n. sp., Phalangista (Phalanger) sericeus n. SP.«:
Thomas (9). — Pogonomys sexplicatus n. sp. und multiplicatus n. SP»:
Jentink (3). — Dendrolagus matschiei n. sp.: Rothschild (3) und
Foerster und Rothschild. — Acanthoglossus bruijnii bartoni n. subsp.:
Thomas (13).
2. Westaustralien. Notoryctes typhlops: Vorkommen: Conigreve.
3. Salawatti. Acanthoglossus goodfellowi n. sp.: Thomas (15).
VII. Marine Mammalia. Arktisches und antarktisches Gebiet.
1. Marine Fauna. Allgemeines: Bouvier. — Verbreitung der Cetacea:
Guldberg (2).
. Arktisches Gebiet. Über die Mammalia: Matschie (1). — Die arktischen
Pinnipedia: Smirnow. — Fang der Cetacea: Southwell (1). — Mono-
don monoceros und Delphinapterus leucas, in Grönland: Anonymus
(5). Lepus niedecki n. sp. (Kenia-Halbinsel) und Ows alleni n. Sp.
(Taiganos-Halbinsel): Matschie (1).
3. Antarktisches Gebiet. Die Mammalia: Anthony (4). — Die Pinni-
pedia: Trouessart (1) und E. A. Wilson. — Foeten der Pinnipedia:
Anthony (4). Die Cetacea: E. A. Wilson.
1
IV. Systematik.
1. Primates.
Behaarung: Friedenthal (1, 2). — Össification des ligamentum apieis
dentis epistrophei: Schlaginhaufen (3). — Durch stärkere Ausbildung der
Kaumuskulatur der rechten (seltener der linken) Seite hervorgerufene
Asymmetrie des Schädels: Leisewitz. — Verhältnis des foramen ovale der
Schädelbasis und des foramen lacerum: Weber. — Die processus petrosi
postsphenoidales: Staurenghi (4). Entwicklung der Faeialis-Muskulatur:
Futamura. — Zwei Lagen von Fasern im M. abductor pollicis und hallueis:
Bruni. — Die Mm. peronei: Frets. — Ein ringförmiger Meniscus lateralis
des Kniegelenks: Retterer (5). Die Plantaraponeurose: Loth. — Bau
der Hirnrinde: Marburg. — Schemata der Oberflächengliederung der Hirn-
rinde: Brodmann. — Oberflächenskulptur des Hinterhauptlappens: Holl.
— Lokalisation der Gebiete des Cortex Rolandi: Jolly und Simpson. —
Bau des Indusium griseum corporis callosi: Zuekerkandl (3). — Das
sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1).
— Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemeti: Fritz (1, 2).
Bau der Augenlider: Adachi. — Chorda tympani: Bondy. — Die Gefäße
in Abdomen und Becken: Fransen. — Verhalten der Vena azygos: Beddard
8*
116 I. Mammalia für 1907.
(1). — Entwicklung und vergleichende Anatomie des Tractus urethro-
vaginalis: Bolk. — Die phylogenetische Bedeutung eines bestimmten
Entwicklungsstadiums: Schlater (2).
A. Anthropoidei: ÖOsteologisches: Pittaluga. Das os navi-
eulare: Manners-Smith. — Der canalis craniopharyngeus persistens:
Sehlaginhaufen (1). — Beziehungen zu Homo: Adloff (2). — Beziehungen
zu den Lemuroidea: Standing (1, 2).
Simiidae: Monographische Darstellung: Seabra (1).
Anthropopithecus gorilla: Die Gefäße in Abdomen und Becken:
Fransen. — Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemetii:
Fritz (1, 2). Zahndefekte; Hermann (1).
Anthropopithecus troglodytes (Troglodytes niger). Biologisches:
Vosseler. — Körpermaße und äußerer Habitus eines jungen 9: Sehlag-
inhaufen (2). — Zahndefekte: Hermann (1). Die Gefäße in Abdomen
und Becken: Fransen. — Entwicklung und Anatomie des tractus urethro-
vaginalis: Bolk. — Simia satyrus: Der M. digastricus mandibulae: Bijvoet.
— Bau der Hirnrinde: Marburg. — Das sympathische Nervensystem,
speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Zahndefekte; Hermann (1).
— Die Gefäße des Abdomens und Beckens: Fransen. — Entwicklung und
Anatomie des Tractus urethro-vaginalis: Bolk.
Hylobates: Bau der Hirnrinde: Marburg. — Das sympathische Nerven-
system, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Die Gefäße in
Abdomen und Becken: Fransen. — Entwicklung und Anatomie des Tractus
urethro-vaginalis: Bolk. — H. hulock: Farbabänderungen: Sanyal (2).
Cercopithecidae. Cercopithecus: Das sympathische Nerven-
system, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Das Ligamentum
pectinatum iridis und die Membrana Descemetiü: Fritz (1, 2). — Histologie
der Nebennieren: Sabrazes und Husnot (3). — Mastzellen in den Neben-
nieren: Sabrazes und Husnot (1, 2) — Die Gefäße in Abdomen und Becken:
Fransen. — albigularis in Deutsch-Ostafrika, Biologisches: Vesseler. —
©. griseoviridis: Farbensinn: Dahl.
Cercopithecus: Revision der spezies: Pocock (9) pg. 677. — ©. leucam-
pyx carruthersi n. subsp. vom Ruwenzori: pg. 691; doggetti n. subsp. von
Ankole: pg. 691; nigrigenys n. subsp. von Westafrika: pg. 692; nietitans
laglaizei n. subsp. von Gabun: pg. 698; albigularis beirensis n. subsp. von
Beira: pg. 701; a. rufilatus n. subsp. vom Rufidschi: pg. 702; Kolbi hindei
n, subsp. von Kenia: pg. 703; stairst mossambicus n. subsp. von Mozambique:
pg. 705; rufotinetus n, sp, von Britisch-Ostafrika: pg. 706; tantalus budgeiti
n. subsp. von Uganda: pg. 733; pygerythrus johnstoni n. subsp. vom Kilima-
ndscharo: pg. 738; nigroviridis n. sp. vom Congo: pg. 739; talapoin ansorgei
n. subsp. von Angola: pg. 742: Pocock (9). — denti n. sp. von Ituri:
Thomas (1) pg. 2.
Semnopiüthecus: Monographische Darstellung: Seabra (3). — Bau der
Hirnrinde: Marburg. — Die Verästelungen des n. acustieus: Voit. — Das
Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2).
— Die Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen.
I. Mammalia für 1907. #17
Colobus: Monographische Darstellung: Seabra (3). — C. guereza,
Beschreibung: Lönnberg (4). — (©. palliatus: Biologisches: Vosseler.
C. tephrosceles n. sp. von Toro, Zentralafrika: Elliot (1) pg. 195. &
Macacus: Bau der Hirnrinde: Marburg. — Histologie der Cerebro-
spinalganglien: 6. Levi (3). — Der lobus frontalis cerebri: Mellus. — Ver-
teilung und Wirksamkeit der Nerven der Harnblase und Urethra: T. R.
Elliot. — Das Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana Descemetii:
Fritz (1, 2). — Die Nerven der membrana tympani: J. Wilson. Die
Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen. — Die Lymphgefäße in Zahn-
fleisch und Pulpa: Schweitzer. — Entwicklung und Anatomie des Tractus
urethro-vaginalis: Bolk. — M. nemestrinus: Histologie eines frühen Stadiums
der Placenta: Duekworth. — Bau und Einteilung der mandibulären Speichel-
drüsen: Illing. arctoides: Geographische Verbreitung: Sanyal (1).
Rhesus: Bau und Einteilung der mandibulären Speicheldrüsen:
Iling.
Inuus: Entwicklung und Anatomie des tractus urethro-vaginalis:
Bolk.
Papio (= Cynocephalus): Histologie der Cerebrospinalganglien:
G. Levi (3). — Gefäße in Becken und Abdomen: Fransen. — Bau der Hirn-
rinde: Marburg. — Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenz-
strang: van den Broek (1). — Das Ligamentum pectinatum iridis und die
Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Entwicklung und Anatomie des
tractus urethro-vaginalis: Bolk. — Papio langheldi (?): Biologisches:
Vosseler. — P. strepitus n. sp. vom Nyassaland: Elliot (1) pg. 194. — P.
furax n. sp. von Britisch-Ostafrika: Elliot (3) pg. 497.
Cercocebus: Die Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen.
Cebidae. Aotus boliviensis n. sp. von Bolivia: Elliot (1) pg. 187.
Ateles: Bau der Hirnrinde: Marburg. Das sympathische Nerven-
system, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Entwicklung und
Anatomie des tractus urethro-vaginalis: Boik.
Callicebus: Durch stärkere Ausbildung der Kaumuskulatur der einen
Seite hervorgerufene Asymmetrie des Schädels: Leisewitz. ©. pallescens
n. sp. von Paraguay: Thomas (10) pg. 161. — ©. usto-fuscus n. sp. von
Brasilien: pg. 191 und ©. subrufus n. sp. von Peru: pg. 192: Elliot (1).
Callithrix (?) ein ringförmiger Meniscus lateralis am Kniegelenk:
Reiterer (5).
Cebus: Ligamentum pectinatum. iridis und Membrana Descemetii:
Fritz (1, 2). — Die Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen. — Entwick-
lung und Anatomie des tractus urethro-vaginalis: Bolk. — C. apiculatus
n. sp. vom Orinoco: Elliot (2) pg. 292.
Chrysothrix: Die Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen. — Ent-
wicklung und Anatomie des tractus urethro-vaginalis: Bolk.
Lagothrix canus und poeppigii: Durch stärkere Ausbildung der Kau-
muskulatur der einen Seite hervorgerufene Asymmetrie des Schädels:
Leisewitz. — L. lugens n. sp. von Columbia: Elliot (1) pg. 193.
Mycetes: Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen,
118 I. Mammalia für 1907.
Nycetipithecus: Entwicklung und Anatomie des tractus urethro-
vaginalis: Bolk.
Saimiri macrodon n. sp. von Ecuador: Elliot (1) pg. 190.
Hapalidae. Hapale: Die Gefäße in Abdomen und Becken:
Fransen.
Midas thomasi n. sp. pg. 89, M. griseovertrex n. sp. pg. 92, M. impe-
rator n. sp. pg. 93: sämtlich von Amazonas: Goeldi.
B. Lemuroidea. Osteologie: Trouessart (8). Die processus
petrosi postphenoidales: Staurenghi (4). — Diphyletischer Ursprung der
rezenten Formen: Trouessart (9). — Als degenerierte Anthropoidei auf-
zufassen: Smith.
Chiromys: Die Epiglottis: Schaffer (1).
Galago: Placenta: Bujard. — @. galago, sansibaricus und kirki aus
Deutsch-Ostafrika: Biologisches: Vosseler. — @. zuluensis n. sp. von Zulu-
land: pg. 186; hindei n. sp. von Britisch-Ostafrika: pg. 186; gabonensis
batesi n. subsp. von Gabun: pg. 187; braccatus n. sp. vom Kilimandscharo:
pg. 187; nyassae n. sp. vom Nyassa: pg. 188; thomasi n. sp. von Semliki:
p- 189: Elliot (1). — @. granti n. sp. von Inhambane (Südafrika): Thomas
und Wroughton (1) pg. 286.
Lemur: Bau der Hirnrinde: Marburg. — Das sympathische Nerven-
system, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). Die Gefäße in
Abdomen und Becken: Fransen. — L. varius: Epiglottis: Schaffer (1). —
L. mongoz: Biologisches über Verhalten in der Gefangenschaft: Paris.
Nyeticebus: Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen. N. tardi-
gradus: Entwicklungsgeschichte: Hubreeht und Keibel. — N. pygmaeus
n. sp. von Annam: Bonhote pg. 3.
Tarsius: Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre Beziehungen zu
den Haaren: Wimpfheimer. — Gefäße in Abdomen und Becken: Fransen.
T. spectrum: Entwicklungsgeschichte: Hubrecht und Keibel.
2. Galeopithecoidea.
Galeopithecus: Die Verästelung des n. acusticus: Voit. — Die Ent-
stehung der roten Blutzellen in der Placenta: Hubrecht.
3. Chiroptera.
Über das Fliegen: Nopsea. — Ch. kleine Vögel fressend: Primrose.
Die Hautgebilde: Toldt (1). — Beziehung von Schweißdrüse und Haar:
Diem. — Bau des Indusium griseum: Zuckerkandl (2). — Anatomie des
Gehörorgans: Bondy. — Bau des Kehlkopfes: Elias. — Die interstitiellen
Zellen des Ovariums: Aime. — Fortpflanzungsbiologie: A. Whitaker (1).
Klassifikation: @ 8. Miller (1).
Pteropodidae. Desmalopex n. 8. für Pieropus leucopterus
Temminck: @. 8. Miller (1) pg. 61.
Pterocyon, Rousettus und Mwyonycteris: Revision der species: An-
dersen (1).
I. Mammalia für 1907. 119
Pterocyon sabaeus n. sp. von Arabien: Andersen (1) pg. 505.
Pteropus edulis: Bau des Großhirns: Haller (1). — Verlauf der pallialen
Commissur im Gehirn: Hirsch. Pt. medius: Bemerkungen: Fletscher. —
Pt. mascarinus n. sp. von den Mascarenen, bereits ausgerottet: Mason
pg. 221; Pt. mascarinus = Pt. rodricensis: Andersen (2) pg. 351.
Rousettus celebensis n. sp. von Celebes: Andersen (1) pg. 509.
Rhinolophidae. Hipposiderus diadema enganus n. subsp.
von Engano: Andersen (4) pg. 8.
Rhinolophus: Bau des Kehlkopfes: Elias. — Entwicklung der Kopf-
nerven: Grosser (1, 3). — R. ferrum-equinum: Biologisches: Coward,
Cummings; Histologie der Epiglottis: Grosser (2) und Schaffer (1). —
R. hipposiderus: gefunden in Devonshire: Hollis; Histologie der Epiglottis
und des Nasenflügelknorpels: Grosser (2); geographische Rassen: Andersen(3).
Rhinolophus feae n. sp. von Burma: pg. 474, und arcuatus beccarii
n. subsp. von Sumatra: pg. 477: Andersen (5); macrotis dohrni n. subsp.
von Sumatra pg. 29 und euryotis aruensis n. sp. von den Aru-Inseln: An-
dersen (4).
Rhinopoma: Bau des Kehlkopfes: Elias.
Nycteridae (Megadermatidae): Revision der Familie
und Einteilung in die Genera: Megaderma (spasma), Eucheira (M. lyra),
Macroderma (M. gigas), Lavia (M. frons) und Cardioderma (M. cor): An-
dersen und Wroughton.
Eucheira lyra caurina n. subsp. von Indien: Andersen und Wroughton
pg- 136.
Megaderma natunae n. sp. von Natuna: Andersen und Wroughton
pg- 133.
Vespertilionidae. Antrozous pallidus, gefunden in Colo-
rado: Cary (2).
Miniopterus: Bau des Kehlkopfes: Elias. — M. schreibersi pallidus
n. subsp. von Persien: 0. Thomas (11) pg. 197.
Myotis: Natur und Abstammung der Erythrocyten: Jolly (1). —
M. dryas n. subsp. von den Andamanen: Andersen (4) pg. 37.
Pipistrellus leisleri: Bemerkungen: A. Whitaker (2).
Plecotus: Verteilung des n. vagus an Oesophagus und Magen: Dorello
(1). Bau des Kehlkopfes: Elias. — Pl. teneriffae n. sp. von Teneriffa:
pg. 520 und P!. puck n. sp. von Indien: pg. 521: Barrett-Hamilton.
Vespertilio: größere Häufigkeit der krystalloiden Körper in den
Ganglienzellen zur Zeit des Winterschlafes: Cesa-Bianchi (2). — Bau des
Kehlkopfes: Elias. — Natur und Abstammung der Erythrocyten: Jolly (2).
— Feinerer Bau der interstitiellen Drüse im Ovarium: Cesa-Bianchi (1).
— Die Vitellogenese und Deutoplasmolyse im Ei: 0. v. d. Strieht. — Die
physiologische Bedeutung der Follikelatresie: Ganfini (1). — V. daubentoni
in Livland: Doss.
Vesperugo: Größere Häufigkeit der krystalloiden Körper in den
Ganglienzellen zur Zeit des Winterschlafes: Cesa-Bianchi (2). — Bau des
Kehlkopfes: Elias, — Feinerer Bau der interstitiellen Drüse im Ovarium;
120 I. Mammalia für 1907.
Cesa-Bianchi (1). — V. noctula: Histologie und Physiologie des Syneytiums
der Placenta: v. Cauwenbherghe.
Emballonuridae. Mormopterus doriae n. sp. von Sumatra:
Andersen (4) pg. 42.
Noctilio zaparo n. sp. von Ecuador: Cabrera (6) pg. 57.
Nyetinomus aloysü-sabaudiai n. sp. vom Ruwenzori: Festa pg. 1.
Rhynchiscus n. nom. für Rhynchonycteris Peters: Miller (2) pg. 65.
Taphozous: Bau des Kehlkopfes: Elias. T. kampenii n. sp. von
Java: Jentink (2) pg. 66.
Phyllostomatidae. Hemiderma (= Carollia Gray, nee
Carolia Cantraine), Revision der Arten: Hahn (1).
Uroderma validum n. sp. von Französisch-Guiana: Elliot (4) pg. 1.
Xenoctenes n. 8. für Schizostoma hirsutum Peters: Miller (1) pg. 124.
4. Insectivora.
Histologie der Hirnrinde: @ Watson. — Bau des Indusium griseum
corporis callosi: Zuekerkandl (3). — Anatomie des Gehörorgans: Bondy.
— Bau, Gefäß- und Nerven-Versorgung des Kehlkopfs: Franzmann. —
Verhalten der vena azygos: Beddard (1). — Bau der männlichen Genital-
organe: Kaudern. Die interstitiellen Zellen des Ovars: Aim6. — Auf-
stellung der Unterordnungen: Soricoidea (= Soricidae und Tealpidae),
Erinaceoidea (= Leptictidae und Erinaceidae) und Centetoidea (= Cente-
tidae, Solenodontidae und Chrysochloridae): Leche.
Macroscelidae. Tupajidae Macroscelids: Bau der männ-
lichen Genitalorgane: Kaudern.
Petrodromus: Bau der männlichen Genitalorgane: Kaudern. —
P. tetradactylus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler. — P.
schwanni 2. Sp. von Südafrika (Inhambane): Thomas und Wroughton
(1) pg. 289.
Rhynchocyon petersi: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
— Rh. claudi n. sp. vom Congo: Thomas und Wroughton (3) pg. 370.
Tupaja: Bau der männlichen Genitalorgane: Kaudern. — Uterus
und Placenta: Strahl. — T. concolor n. sp. von Annam: Bonhote, pg. 7;
ferruginea batamana n. Sp. Rhio-Archipel: Lyon (7) pg. 656.
Talpidae. Mogera wogera coreana n. subsp. von Korea, und
M. latouchei n. sp. von Fokien: 0. Thomas (4) pg. 463.
Talpa europaea: Albinismus: Gibbs. — Benehmen als Tagtier: Reeker.
— Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre Beziehungen zu den Haaren:
Wimpfheimer. Verhalten der Nerven an den Gaumenleisten: Botezat (2).
— Verästelungen des n. acusticus bei Embryonen: Voit. — Das Ligamentum
peetinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Die
Nerven der Eimerschen Tastorgane in der Rüsselepidermis: Botezat (1),
Boeke und De Groot, Bielschowsky. — Entwicklung der Lunge: Winiwarter.
Entwicklung des Kehlkopfes: Soulie und Bonne. — Verhalten der Art.
brachialis und ihre Beeinflussung durch die Mechanik der vorderen Extre-
mität: Zuckerkandl (2). — Natur und Abstammung der Erythrocyten:
I. Mammalia für 1907. 121
Jolly (1). Embryonaler Pfortaderkreislauf in der Nachniere: Broman.
— Entwicklung und Bau der Niere: Kerens. — Uterus und Placenta:
Strahl. Bau der männlichen Genitalorgane: Kaudern.
Talpa coeca occidentalis n. subsp. von Spanien: Cabrera (4) pg. 222
und (5) pg. 212.
Sorieidae. Hand- und Fußballen, Seitendrüsen, Muskulatur,
Gehirn, Darmkanal, Zunge, Magen, Leber, Pancreas, Lunge, Thymus,
Genitalorgane (speziell von Crocidura, Crossopus und Sorex): Ärnbäck.
Blarina caudata: Biologisches: Shull.
Crocidura neavei n. sp. von Rhodesia: Wroughton (1) pg. 7. — Cr.
russula caspica n. subsp. pg. 197 und leucodon caspica n. subsp. pg. 198,
beide von Persien: ©. Thomas (11); Cr. russula pulchra n. subsp. von
Spanien: Cabrera (4) pg. 223 und (5) pg. 218; Cr. russula cintrae n. subsp.
von Portugal und cyrnensis n. sp. von Corsica pg. 390, balearica n. SP.
von den Balearen, pg. 391: 6. S. Miller (4).
Neomys milleri n. sp. aus den Alpen: Mottaz pg. 20; anomalus n. SP.
von Spanien: Cabrera (4) pg. 224 und (5) pg. 214.
Sorex: Bau der männlichen Geschlechtsorgane: Kaudern. — 5.
daphaenodon n. sp. pg. 407, shinto saevus n. subsp., minutus gracillimus
n. subsp. von Saghalien: 0. Thomas (3). — S. araneus: mumifiziert in
Ägypten: Gaillard.
Sylvisorex granti n. sp. vom Ruwenzori: ©. Thomas (6) pg. 118.
Erinaceidae. Erinaceus europaeus: Entwicklung der Schweiß-
drüsen und ihre Beziehungen zu den Haaren: Wimpfheimer. — Zusammen-
setzung des os squamosum aus 3 Knochen: Fuchs (2). — Größere Häufig-
keit der krystalloiden Körper in den Ganglienzellen zur Zeit des Winter-
schlafs: Cesa-Bianchi (2). — Das sympathische Nervensystem, speziell
der Grenzstrang: van den Broek (1). — Histologie der Cerebrospinal-
ganglien: @. Levi (3). — Das Ligamentum pectinatum iridis und die Mem-
brana Descemetii: Fritz (1, 2). — Die Verästelung des n. acusticus bei
Embryonen: Voit. — Entwicklung der Beziehungen zwischen Bindegewebe
und Epithel in der Stria vascularis: Hann. — Verhalten der Vena azygos:
Beddard (1). — Vorkommen von chromaffinem Gewebe und von Mastzellen
an den sympathischen Nerven und Ganglien des Herzens: Trincei.
Histologie der mononucleären Lymphocyten der Darmzotten und ihr
Verhalten während des Winterschlafs: Corti (1). — Verhalten des Blutes
während des Winterschlafs: Corti (2). — Histologie der gland. submaxillaris:
Cohoe. — Die gland. submaxillaris und ihre Ausführgänge: Löwenthal (1).
— Siderophilie (Haematoxylinophilie) in der Reticulata ete.: Da Costa. —
Bau der männlichen Geschlechtsorgane: Kaudern. — Die sogenannte
dritte prostatische (accessorische) Geschlechtsdrüse: Disselhorst (1) und
Linton. — Uterus und Placenta: Strahl. — Der feinere Bau der interstitiellen
Drüse im Ovarium: Cesa-Bianchi (1). — Die frühen Entwicklungsvorgänge
am Ei: Petermann.
Erinaceus ponticus n. Sp. pg. 233 und E. p. abasgiceus n. subsp. pg. 234
von Transkaukasien: Satunin (1); ussuriensis n. sp. von Ussuri pg. 170 und
122 I. Mammalia für 1907.
chinensis n. sp. von Chingan pg. 173: Satunin (3); spiculus n. sp. vom Tschad-
see: Thomas und Wroughton (3) pg. 371.
Hemiechinus russowi n. sp. von Turkestan: pg. 177, albulus minor
n. subsp. von Semipalatinsk pg. 180, przewalskii n. sp. von China (?)
pg. 181, persicus n. sp. von Persien pg. 184: Satunin (3).
Macroechinus n. g. für Erinaceus hypomelus Brandt: Satunin (3)
pg. 189.
Chrysochloridae, Solenodontidae etc. Chrysochlo-
ridae, Centetidae, Solenodontidae: Zahnbau, Osteologie, Muskulatur, Haut
und Hautorgane (Haare, Stacheln), Gehirn, Darmapparat, Genitalorgane,
Phylogenese, Verbreitung, Zusammenfassung zu der Unterordnung Cen-
tetoidea: Leche.
Chrysochloridae: niederster Typus unter allen lebenden Eutheria
(mit Anklängen an Marsupialia und Sauria): Leche.
Centetes: Die sensiblen Nervenendigungen in der Schnauzenhaut:
Bielschowsky. — Bau der männlichen Genitalorgane: Kaudern.
Chrysochloris: Bau der männlichen Genitalorgane: Kaudern. — Ch.
sclateri n. sp. von Beaufort West pg. 263, wintoni n. sp. von Port Nolloth
pg. 264; granti n. sp. pg. 265, namaquensis n. sp. pg. 266 und tenuis n. Sp.
pg. 267: die letzten drei von Namaqualand: Broom (4); duthieae n. SP.
von Knysna pg. 293, hottentota longiceps n. subsp. von Transvaal pg. 299
und A. albifrons n. subsp. von Natal pg. 302: Broom (5).
Gymnurinae, Oryzoryctinae, Potamogale und Verw.: Bau der männ-
lichen Geschlechtsorgane: Kaudern.
Solenodon: Bau der männlichen Geschlechtsorgane: Kaudern. —
S. paradoxus: Biologisches aus San Domingo: Verrill.
5. Carnivora.
Bau des Indusium griseum corporis callosi: Zuckerkandl (3).
Anatomie des Gehörorgans: Bondy. — Verhalten der v. azygos: Beddard
(1). — Anatomie, Biologie, Verbreitung und Jagd der deutschen Carnivora:
Schäff (1).
Felidae. Farbvariabilität: Shitkow. — Phylogenetische Speku-
lationen über die Färbung: Pocoek (5). — Bau, Innervation und Gefäße
des Kehlkopfes: Franzmann.
Felis domesticus: Ausdruck der Gemütsbewegungen: Römer. —
Physikalische Antwort auf die Frage: Warum fällt die Katze auf die Füße ?:
Hartmann. — Segmentale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene:
Minot. — Die schwanzlose Rasse von Man: Loisel. — Über das Fehlen
des Schwanzes: Shitkow. — Zusammensetzung des os squamosum
aus 3 Knochen: Fuchs (2). — Entwicklung der glatten Muskulatur
aus dem mesenchymatischen Syneytium: Me&6ill (1, 2. — Die
Chorioidplexus: Meek. — Inhalt des canalis craniopharyngeus (accesso-
rische Hypophysen): Arai. — Experimentelle Feststellung des Verlaufs
des tractus cerebello-thalamicus: Muskens. Verhalten der Ganglienzellen
I. Mammalia für 1907. 123
bei Transplantation von Spinalganglien: Marinesco (2). — Phaenomene
der Nervenregeneration: Marinesco und Minea (2). Desgl., als Beweis
für die Neuronentheorie: Ramon y Cajal (2). — Vermehrung der Neuroglia-
zellen im Alter und bei Wutkrankheit: Manouelian. — Entwicklung des
intermediären Indusiums: Zuckerkandl (3). — Feinere Struktur des bulbus
olfactorius: Rossi. — Segmentale Hautversorgung durch den Sympathicus:
van Rijnberk (1, 3) und van Rynberk (1). — Das sympathische Nerven-
system, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Die Endigungen
der Neurofibrillen in den Nervenendorganen: van de Velde. — Das Liga-
mentum peetinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). —
Der retractor bulbi: Du Beis-Reymond. Die Nerven in der Membrana
tympani: J. Wilson. — Entwicklung der Beziehungen zwischen Epithel
und Bindegewebe der Stria vascularis: Hann. — Die Epiglottis und ihre
Entwicklung: Schaffer (1). — Die uninucleären Leucocyten im Blut:
Ferrata. — Zwei Generationen von kernhaltigen roten Blutkörperchen
und ihr Durchmesser bei Föten und Erwachsenen: Jolly (2). — Vorkommen
von chromaffinem Gewebe und von Mastzellen an den sympathischen
Nerven und Ganglien des Herzens: Trinei. — Natur und Abstammung
der Erythrocyten: Jolly (1). — Die arteriolae rectae der Niere: Huber (1).
— Eigene Blutgefäße an den Lymphgefäßen des Darmes: H. M. Evans. —
Die Gefäße im Schwanz, speziell der Schwanzkanal: Favaro. — Verhalten
der v. postcava und der vv. spermaticae: Darrach. — Varietäten der v.
posteava: Huntington und Me Clure (2). — Entwicklung der Lymphgefäße
und ihre Beziehungen zum Nervensystem: Huntington und Me Clure (3).
— Der feinere Bau der Hirnarterien: Schoeppler. — Histogenese der Niere:
Retterer (4). — Bau der Harnkanälchen: Peter. — Die Nierenvenen: Huber
(2). Verteilung und Wirksamkeit der Nerven an Harnblase und Urethra:
T. R. Elliot. — Die Nervenendigungen in der Harnblase: Michailow (3). —
Siderophilie (Haematoxylinophilie) in der Reticulata ete.: Da Costa. —
Histologie der Nebennieren: Sabrazes und Husnot (3). — Zusammenhang
der Nebenniere mit Zuckerkandls Organ: Alezais-Peyron. — Entwicklung
der äußeren Genitalien: Dürbeck (2). — Entwicklung der Blut- und
Bindegewebszellen: Maximow (2). — De- und Regeneration der Kühneschen
Spindeln in der Ischiadicusmuskulatur nach Durchschneidung der Nerven:
Tello (2). — Die physiologische Bedeutung der Follikelatresie: Ganfini (1).
Felis catus (= domesticus) und torquata: Farbzeichnung und Be-
ziehungen: Pocock (6); F. sylvestris für die Wildkatze: Pocock (6); F. leo:
Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemetii: Fritz (1, 2),
die Eigenform der Wirbelsäule und die Beeinflussung der Form der Wirbel
durch die Form der Wirbelsäule: Virchow (1); F. leo und F. concolor: Fär-
bung der Jungen: Pocock (5); F. somaliensis, F. (leopardus) nimr und F.
serval: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler; F. tigris: Zusammen-
setzung des os squamosum aus 3 Knochen: Fuchs (2); F. tigris und leo-
pardus: Biologisches: Burton; F. pardus: Afrikanische Rassen: Lydekker
(38) und Pocock (2); pardus suahelica: Bemerkungen: Lydekker (3): F.
tristis: Schädel: Annandale (2); F. serval: Melanismus: Anonymus (3).
124 l.. Mammalia für 1907.
Felis grampia n. sp. von Schottland pg. 396 und tartessia n. sp. von
Spanien: pg. 397: Miller (4); Bemerkungen über die afrikanischen species:
Pocock (8), Ohrysothrix cottoni keine Rasse: Pocock (8) pg. 660; serval
pantosticta n. subsp. von Uganda und s. poliotricha n. subsp. von Monbutta:
pg. 665, s. löiposticta n. subsp. von Mombassa: pg. 666: Pocock (8).
Felis (Otocolobus) manul und ihre subspecies: Pocock (7); F. manul
satunini n. nom, für Trichaelurus (= Felis) manul mongolica Satunin, nec
Felis tigris mongolica: Lydekker (1) pg. 334.
Lynz: Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemetii:
Fritz (1, 2); L. pardella n. nom. für Felis pardina Temming nec L. pardina
Oken: Miller (4) pg. 398.
Viverridae. Bdeogale puisa: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika:
Vosseler.
Crossarchus fasciatus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler;
Or. f. senescens n. subsp. von Inhambane: Thomas und Wroughton (1)
pg. 291; f. macrosus n. subsp. vom Ruwenzori: Thomas (6) pg. 120; Or.
alexandri n. sp. vom Congo pg. 373 und Cr. talboti n. sp. von Nigeria pg. 374:
Thomas und Wroughton (3).
Galidietis striata: Anatomie: Beddard (3).
Genetta pardina: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler; @.
senegalensis: Histologie der Perinealdrüsen und ihre Zugehörigkeit zu den
Talgdrüsen: Chatin; @. johnstoni n. sp. von Liberia: Poeoek (10) pg. 1041.
Herpestes: Verteilung und Wirksamkeit der Nerven der Harnblase
und Urethra: T. E. Elliot. — Ligamentum pectinatum iridis und Membrana
Descemetii: Fritz (1, 2). — Verhalten der v. azygos: Beddard (1). H.
galera: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Mungos graeilis proteus n. subsp. vom Ruwenzori: 0. Thomas (6)
pg. 119; melanurus lasti n. sp. von Sansibar: pg. 114, m. canus n. Sp. von
Cap Verde, m. zombae n. sp. von Zomba pg. 115, sanguineus ibeae n. SP»
von Britisch-Ostafrika: pg. 118: Wroughton (3).
Nandinia gerrardi: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Paradoxurus: Zweiteilung des Jochbogens: Fuchs (2).
Poiana richardsoni ochracea n. subsp. von Aruwimi: Thomas und
Wroughton (3) pg. 373; richardsoni leightoni n. subsp. von Liberia: Pocock
(10) pg. 1043.
Viverricula malaccensis in Sind: Aitken.
Viverra: Verhalten der v. azygos: Beddard (1). — Verteilung und
Wirksamkeit der Nerven der Harnblase und Urethra: T. R. Elliot. Vv.
orventalis: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Hyaenidae. Hwyaena Zahndefekte: Hermann (1).
Canidae. Canis Jamiliaris, Vorfahren und Verwandtschafts-
beziehungen: Turner-Pocock. Beziehungen der verschiedenen Rassen
zu wilden Canidae: Noack. — Descriptive Anatomie: Barpi. — Intelligenz:
6. Hamilton. Psychologisches: Flach, — Die sogenannten Sprach-
kenntnisse: @engler. — Schwarz-Gelb-Zeichnung: Pocock (3). — Über das
Fehlen des Schwanzes und die Variabilität der Zehenzahl: Shitkow. —
I. MammaJlia für 1907. 125
Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre Beziehungen zu den Haaren:
Wimpfheimer. — Die Milchproduktion eine reine Sekretion: Bertkau (1, 2).
— Segmentale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene: Minot. — Der
arcus zygomaticus: Bertini-Taneredi. Zusammensetzung des os squa-
mosum aus drei Knochen: Fuchs (2). — Regeneration der Knochensubstanz
nach Experimenten am Radius: Macewen. — Bau des Dentins und Zements
der Zähne: Evangelista.. — Zahnanomalien und ihre Bedeutung: Bradley
(1). Überzählige Zähne: Lambe (2). — Entwicklung der glatten Musku-
latur aus dem mesenchymatösen Syneytium: Me 6ill (1, 2). — Regeneration
der Achillessehne: Minervius. — Histologie der Pyramidenzellen und
des Neurofibrillennetzes von nach längerer Schlaflosigkeit getöteten Indi-
viduen: Legendre (3). Verhalten der Ganglienzellen bei Transplantation
von Spinalganglien: Marinesee (1). — Histologie der Ganglienzellen im
Gehirn: Legendre (1). — Die intracellulären Neurofibrillen: Legendre (2).
— Anastomosen der Nervenzellen im zerfaserten Centralnervensystem:
Capparelli und Polara (1, 2). Vermehrung der Neurogliazellen im Alter
und bei der Wutkrankheit: Manouelian. — Feinere Struktur des bulbus
olfactorius: Rossi. — Bau der Hemisphärenrinde bei Embryonen: Fragnito.
— Bau der Hypophyse: Gentes (1—5). — Bau und Sekrete der Hypo-
physe: Thaon. — Die Choroidplexus: Meek. — Verhalten durchschnittener
Nerven: Barbieri (2). — Experimente über Nervenregeneration: Bethe. —
Histologie der Cerebrospinalganglien: @. Levi (3). — Verteilung des n.
vagus an Oesophagus und Magen: Dorello (1). — Verteilung und Wirk-
samkeit der Nerven der Harnblase und Urethra: T. R. Elliot. — Das sym-
pathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). —
Bau der Uterusnerven, ihre Zugehörigkeit zum Sympathicus: La Torre.
Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). —
Atypische Nervenfasern in einem Auge am vorderen Pol im Pigmentblatt
bei einem Embryo: S$zily. — Der retractor bulbi: Du Bois-Reymond. —
Die Nerven in der membrana tympani: J. Wilson. — Entwicklung der
Beziehungen zwischen Bindegewebe und Epithel in der Stria vascularis:
Hann. — Die Epiglottis: Schaffer (1). — Natur und Abstammung der
Erythrocyten: Jolly (1). — Entwicklung der Blut- und Bindegewebszellen
bei den Embryonen: Maximow (2). — Die Art. bronchialis und pulmonalis
und die Lymphgefäße der Pleura: W. 8. Miller (2). — Injektionsversuche
über das Verhalten der Herzarterien: Spalteholz. — Die zelligen Elemente
der Lymphe und der serösen Häute: Weidenreich. — Lymphgefäße in Zahn-
fleisch und Pulpa nach Injektionsversuchen: Schweitzer. — Eigene Blut-
gefäße an Lymphgefäßen des Darmtractes: H. M. Evans. — Drüsen des
Magens: Harvey. — Eine besondere Art granulierter Zellen im Darm-
epithel: Ciaceio (3). — Der Dünndarm: D’Errieo. — Struktur der Leber:
Geraudel (2). — Zahl der Ausführungen des Pancreas: Hess. — Histologie
und Sekretion des Pancreas, sowie die Erscheinungen nach Resection
und Reizung der Vagi und des Sympathieus: Scaffidi, — Bau der Para-
thyreoidea: Alquier. — Sekretion in den Drüsenzellen der Prostata: De
Bonis. Histologie der Nierenpyramide: Renaut und Dubreuil. Die
126 I. Mammalia für 1907.
arteriolae rectae der Niere: Huber (1). — Die Nierennerven: Huber (2). —
Siderophilie (Haematoxylinophilie) in der Reticulata: Da Costa. — Histo-
logie der Nebennieren: Sabrazes und Husnot (3). — Zusammenhang der
Nebenniere mit Zuckerkandls Organ: Alezais-Peyron. — Entstehung der
elastischen Fasern in der Aorta und dem ligamentum nuchae: Retterer (3).
— Verhältnis der Geschlechter: Heape.
Canis lupus signatus n. subsp. pg. 196 und C. !. deitanus n. subsp.
pg. 127, beide von Spanien: Cabrera (3). — Canis vulpus: Die Eigenform
der von Rippen und Muskeln befreiten Wirbelsäule: Virchow (1). — Die
processus petrosi praesphenoidales: Staurenghi (4). — Das Ligamentum
pectinatum iridis und die Mambrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Feinerer
Bau der Hirnarterien: Schöppler.
Lycaon pietus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler. —
L. p. sharicus n. subsp. von Shari: Thomas und Wroughton (3) pg. 375.
Vulpes ischnusae n. sp. von Sardinien: pg. 391, V. indutus n. Sp.
von Cypern: pg. 392, V. silaceus n. sp. von Spanien: pg. 393: Miller (4);
V. cana von Buchara: Shitkow (1).
Ursidae. Bastarde bisher nur bekannt von americanus J X
arctos Q, arctos S X horribilis 2 und maritimus $ X arctos Q : Scherren.
Melursus ursinus: abnorme Färbung: Baker.
Ursus: Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang:
van den Broek (1). — Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Desce-
metii: Fritz (1, 2), — U. malayanus und arctos: die Eigenform der von
Rippen und Muskeln befreiten Wirbelsäule: Virchow (1). — U. richard-
soni: Zahndefekte: Hermann (1). — U. sp. aus Corsica: Major pg. 143.
Mustelidae. Enhydra marina: Biologisches: Lech.
Foetorius putorius: Verbreitung in Finnland: Luther. — F. pusillus
Fatio (= Mustela nivalis L.) Winterkleid: v. Burg.
Galictis: Verhalten der v. azygos: Beddard (1).
Grison furax n. sp. von Minas Geraes pg. 162, und f. lutreolus n. subsp.
von Bolivia pg. 163: 0. Thomas (10).
Lutra: Übersicht über die seit 1891 in der Oberförsterei Mainz er-
legten: L. Schuster. — Ligamentum pectinatum iridis und Membrana
Descemetii: Fritz (1, 2).
Meles tawus: Insektennahrung: Recker. — Zahndefekte: Hermann (1).
— Semi-albinismus: Forrest. — Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre
Beziehungen zu den Haaren: Wimpfheimer. — Die tiefen Rückenmuskeln:
Virchow (2). — Feinerer Bau der interstitiellen Drüse im ÖOvarium:
Cesa-Bianchi (1). — M. urartuorum der Bronzezeit im Kaukasus: Satunin
(10). — M. arcalus n. sp. von Creta: Miller (4) pg. 394.
Mellivora concisa n. sp. vom Tschadsee: Thomas und Wroughton
(3) pg- 376.
Mephitis Schädiger des Federviehs: Criddle.
Mustela: Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang:
van den Broek (1). — M. foina: Die processus petrosi praesphenoidales:
I. Mammalia für 1907. 127
Staurenghi (4). — M. latifrons der Bronzezeit im Kaukasus: Satunin (10).
— M. nivalis L. (= Foetorius pusillus Fatio): Winterkleid: v. Burg.
Putorius: Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana Desce-
metii: Fritz (1, 2). — P. putorius: Biologisches: Thiemann; das vordere
Zungenbeinhorn und die Anhaftung des Zungenbeins am Schädel: van
Kempen. — P. erminea ricinae n. subsp. von Islay: Miller (4) pg. 395. —
P. nivalis in Irland: R. Warren; n. dinniki n. subsp. vom Kaukasus: Sa-
tunin (5) pg. 12 und 58. — P. rixosus allegheniensis in Wisconsin:
H. L. Ward.
Procyonidae. Adurus fulgens: Biologisches: Lönnberg (6).
Procyon lotor: Intelligenz: Cole; Verhalten der v. azygos: Beddard (1).
6. Pinnipedia.
Über die arktischen P.: Smirnow, über die antarktischen: Trouessart
(1) und E. A. Wilson. — Fötus der antarktischen: Anthony (4).
Arctocephalus (Zalophus) antarcticus: Biologie: Fortpflanzung und
Jagd in Südwestafrika: L. Schulize; Z. californianus: die Eigenform der
von Rippen und Muskeln befreiten Wirbelsäule: Virchow (1).
Halichoerus grypus: bei Dublin: Baring. — Beschreibung eines Jungen:
Braun (2).
Odobaenus rosmarus: Biologisches: Sokolowsky.
Phoca: Biologisches über ein junges Tier in der Gefangenschaft:
Portier; das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van
den Broek (1); Morphologie des Ohrknorpels: Boas; Ligamentum pecti-
natum iridis und die Membrana Descemetiü: Fritz (1, 2); Bau, Innervation
und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann.
7. Rodentia.
Bau des Indusium griseum corporis callosi: Zuckerkandl (3). —
Anatomie des Gehörorgans: Bondy. — Bau, Innervation und Gefäße des
Kehlkopfes: Franzmann. — Verhalten der Vena azygos: Beddard (1). —
Bedeutung des Blinddarms: Zuntz. — Die interstitiellen Zellen des Ova-
riums: Aime. — Veränderungen der Genitalschleimhaut während der
Brunst und Gravidität: Königstein.
Sciuridae: Die processus petrosi postsphenoidales: Staurenghi
(4).
Atlantoxerus getulus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Arctomys marmotta: Anatomie, Biologie, Verbreitung, Jagd: Schäff
il: Beobachtungen an winterschlafenden Tieren: Weinland und Riehl.
— Immunität der winterschlafenden Tiere gegen parasitäre Krankheiten:
Blanchard und Blatin. Größere Häufigkeit der krystalloiden Körper in
den Ganglienzellen zur Zeit des Winterschlafs: Cesa-Bianchi (2). — Feinerer
Bau der interstitiellen Drüse im Ovar: Cesa-Bianchi (1).
Callospermophilus wortmanni in Colorado: Cary (2).
Citellus: Entwicklung des nephrogenen Gewebes: Janosik; ©. schuma-
kowi n. sp. von Transkaspien: Satunin (6) pg. 255 und 275.
128 I. Mammalia für 1907.
Funambulus rufigenis fuscus n. subsp. von Annam: Bonhote pg. 10.
Funisciurus alexandri n. sp. vom Welle, pg. 376, und F. antoniae n. sp.
vom Congo: pg. 377: Thomas und Wroughton (3); annulatus rhodesiae
n. subsp. von Rhodesia: Wroughton (1) pg. 15; sponsus n. sp. von Inham-
bane: Thomas und Wroughton (1) pg. 292.
Ictidomoides n. subsp. von Citellus für mexicanus Erxl.: Mearns
pg- 328.
Petaurista terutaus n. sp. von der Malayischen Halbinsel: Lyon (1)
pg- 17; lena n. sp. von Formosa: 0. Thomas (16) pg. 522.
Ratufa arusinus n. Sp. und catemana n. Sp., beide von Sumatra:
Lyon (9) pg. 442—443.
Sciuropterus russicus athene n. subsp. von Saghalien: Thomas (3)
pg. 410; aluco n. sp. von Korea: Thomas (4) pg. 464.
Seiurus vulgaris: Allgemeine Biologie: Bridger. Biologisches aus
Norwegen: Collett; als Waldverwüster: Folkestad. — Farbvariabilität:
Shitkow. — Schädlichkeit: Dihm, Sammermeyer. — Nahrung: Löns (1). —
Forttragen der Jungen: Ispoljatow. — Das Ligamentum pectinatum iridis
und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Natur und Abstammung
der Erythrocyten: Jolly (1). — Feinerer Bau der interstitiellen Drüse im
Ovar: Cesa-Bianchi (1). Sc. v. rutilans n. subsp. von Deutschland
pg. 426, v. russus n. subsp. von Frankreich pg. 427, v. numantius n. subsp.
von Spanien pg. 428 und v. lilaeus n. subsp. von Griechenland pg. 429:
Miller (5). — Sc. pauli, mutabilis und palliatus: Biologisches aus Deutsch-
Ostafrika: Vosseler.
Sciurus proserpinae n. sp. von Borneo: Lyon (2) pg. 275; vittatus
tarussanus n. subsp. von Sumatra pg. 279 und v. tapanulius n. subsp. von
Sumatra pg. 280: Lyon (3); hippurosus n. sp. von Sumatra pg. 26 und
hippurellus n. sp. von Borneo pg. 27: Lyon (4); leucopus fumigatus n. subsp.
von Annam: Bonhote pg. 9; socialis littoralis n. subsp. von Puerto Angel
Oaxaca: Nelson (2) pg. 87; borneoensis palustris n. subsp. pg. 553 und
sanganus n. Sp. pg. 554, beide von Borneo: Lyon (10); rufobrachiatus semlikii
n. subsp. von Semliki: Thomas (6) pg. 120; vulgaris rupestris n. subsp.
von Saghalien: Thomas (3) pg. 410; socialis litoralis n. subsp. von Mexico:
Nelson (2) pg. 88.
Spermophilus: siehe Oitillus.
Gliridae. Dyromys n. nom, für Dryomys Thomas nec Philippi,
pg- 406, D. nitedula phrygius n. subsp. von Kleinasien pg. 417: Thomas (14).
Eliomys quereinus: Autotomie des Schwanzes: Cuenot (2, 3); hamiltoni
n. sp. von Spanien: Cabrera (4) pg. 225.
Glis melonii n. sp. von Sardinien: Thomas (8) pg. 445.
Muscardinus avellanarius: Autotomie des Schwanzes: Cuenot (2, 3).
Myoxus glis: Autotomie des Schwanzes: Cuenot (2, 3); Vorkommen
bei Blankenburg a. Harz: Damköhler; M. muscardinus: Bemerkungen:
Dufaut; M. quereinus: Verbreitung in Italien: Lopez; Bianchini.
Castoridae. Castor fiber: Anatomie, Biologie, Verbreitung und
Jagd: Schäff (1). — In der Rhone: Mingaud. — Vorkommen ete. in Schweden
I. Mammalia für 1907. 129
während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Modin. — Kunstfertig-
keiten in Sage und Wirklichkeit: Dahms. — Verhalten in Wintersnot:
Friedrich. — Die Eigenform der von Rippen und Muskeln befreiten Wirbel-
säule: Virchow (1). — f. canadensis: Klauen: Lydekker (41). — albicus
n. sp. von der Elbe: pg. 216, balticus n. sp. von Pommern: pg. 217, vistulanus
n. sp. von der Weichsel pg. 219: Matschie (2).
Jaculidae. Alactaga elater kizljaricus n. subsp. vom Kaukasus:
Satunin (5) pg. 45, 79; williamsi schmidti n. subsp. vom Kaukasus: Satunin
(6) pg. 239, 279.
Dipus aegyptius: Biologisches: Brumpt (1); nogai n. sp. vom Kaukasus:
Satunin (5) pg. 34, 72.
Muridae. Von Calcutta: Hossack (1, 2), Gourley. — Von Süd-
rußland: Brauner (2). Farbvariabilität: Shitkow. Feldmäuse als
Träger von Dasselfliegenlarven: G@. Korff.
Arvicolinae: Auftreten und Bekämpfung: Hiltner. — Variabilität
der Zehenzahl: Shitkow.
Arvicola amphibius: Wintervorräte: Fischer- Sigwart.
Colomys n. g. pg. 379, goslingi n. sp. pg. 380, von Welle: Thomas
und Wroughton (3).
COricetomys gambianus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler;
g. adventor n. subsp. von Inhambane: Thomas und Wroughton (1) pg. 295.
Cricetulus nestor n. sp. von Korea: 0. Thomas (4) pg. 466.
Cricetus vulgaris: Farbvariabilität: Shitkow. — Ligamentum pecti-
natum iridis und Membrana Descemetii: Fritz (1, 2); v. stauropolicus
n. subsp. vom Kaukasus: Satunin (5) pg. 26 und 66.
Crossomys g. n., moncktoni n. sp. von Britisch-Neuguinea: 0. Thomas
(9) pg. 70—72.
Crunomys melanius n. sp. von Mindanao: 0. Thomas (2) pg. 141.
Gerbillus ciscaucasicus n. sp. vom Kaukasus: Satunin (5) pg. 20 u. 62.
Gunomys n. g. für Arvicola (Nesokia) bengalensis Gray et Hardwick
pg. 203, varius n. sp. pg. 204, und varillus n. sp. pg. 205 von Penang: 0.
Thomas (12).
Lemmus lemmus: Biologisches aus Norwegen: Collett.
Lophuromys major n. sp. von Ubanghi pg. 382 und laticeps n. Sp.
vom Kivusee pg. 383: Thomas und Wroughton (3).
Meriones grandis n. sp. pg. 175 und mariae n. sp. pg. 177: beide von
Marokko: Cabrera (2).
Mesocricetus: Verbreitung, und M. newtoni: Monographische Dar-
stellung (Biologie, Fortpflanzung, Schaden ete.): von Dombrowski.
Micromys speciosus giliacus n. subsp. von Saghalien: 0. Thomas (3)
pg. 441; sylvaticus callipedis n. subsp. von Spanien: Cabrera (4) pg. 217.
Mierotus agrestis: Melanismus: J. Whitaker; miurus oreas n. subsp.
von Alaska: Osgood (3) pg. 61; schelkovnikovi n. sp. vom Kaukasus: Satunin
(6) pg. 239 und 279; nivalis: fossil in England: Hinton (1, 2); terrestris
armenius n. subsp. vom Elbrus: 0. Thomas (11) pg. 201.
Arch, f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd.II. H.1. (I.) 9
130 I. Mammalia für 1907.
Mus: Vererbung der Färbung: Cuenot (1) und Me Curdy und Castle.
— Einfluß der Ernährung (Fleischdiät, Milch- und Brotdiät) auf die
Knochenbildung: €. Watson (1). Histologie des Dentins embryonaler
Zähne: Studnieka.. — Histologie der Ganglienzellen: Hatai (1) und
6. Levi (2). — Histologie der Cerebrospinalganglien: G. Levi (3). — Feinere
Struktur des bulbus olfactorius: Rossi. — Entwicklung des Bewegungs-
zentrums in der Hirnrinde: Döllken (1). — Die Choroidplexus: Meek.
Entwicklung des intermediären Indusiums: Zuekerkandl (3). — Die Endi-
gungen der Neurofibrillen in den Nervenendorganen: van de Velde.
Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van den Broek
(1). — Ligamentum pectinatum iridis und Membrana Descemetii: Fritz
(4,,:2) Entwicklung der Ohrmuschel: Henneberg. Entwicklung der
Beziehungen zwischen Bindegewebe und Epithel in der Stria vascularis:
Hann. — Die Epiglottis: Schaffer (1) und Grosser (2). Zusammenhang
der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur: Keith und Flack. — Die Gefäße
im Schwanz und Spezielles über den Schwanzkanal: Favaro. Die arte-
riolae rectae der Niere: Huber (1). — Die Nierenvenen: Huber (2). —
Natur und Abstammung der Erythrocyten: Jolly (1). — Zwei Generationen
kernhaltiger roter Blutkörperchen und ihr Durchmesser bei Embryonen
und Erwachsenen: Jolly (2). — Die zelligen Elemente der Lymphe und
der serösen Häute: Weidenreich. Das Vorkommen von chromaffinem
Gewebe und von Mastzellen an den sympathischen Nerven und Ganglien
des Herzens: Trinei. — Die Entwicklung der Schleimzellen in den Speichel-
drüsen und im Darmepithel: Rosenhauch. — Die Darmepithelien nach
Maceration in Ösmiumessigsäure: Schaeppi. — Struktur der Leber:
Geraudel (2). — Sekretion der Leber: Carlier. — Bau der Niere: Standfuss.
— Tätigkeit der Nierenzellen während der Harnsekretion nach Fütterung
mıt verschiedener Kost: Lelievre. — Die Stäbchen des normalen Nieren-
epithels: Takaki. — Die histologischen Veränderungen des normalen
Nierenepithels nach Injektion von Kochsalz, Zucker, Harnstoff ete.:
Mayer und Rathery (1—3). — Hypertrophie der Niere nach prolongierter
Fleischdiät: C. Watson (2). — Mastzellen in den Nebennieren: Sabrazes
und Husnot (1, 2). — Die nachteilige Wirkung der Fleischdiät auf die Fort-
pflanzung: B. P. Watson. — Wirkung der X-Strahlen auf den Hoden:
Regaud. — Bau der vesiculae seminales: O0. Petersen. — Einfluß der
Nahrung auf den Uterus: M. Campbell. — Befruchtung und Bildung der
Richtungskörperchen im Ei: Sobotta. — Reifung und Befruchtung des
Eies: Lams und Doorme. — Reifung des Eies: Coe und Kirkham, Kirkham
(1, 2). — Eientwicklung: Melissenos. — Anlage einer Hypochorda im
Rumpf von Embryonen: Ganfini (2). — Die Mitochondrien in den Samen-
zellen: Duesberg. — „Chondrioconten‘“ in den Keimblättern junger und
in den Organzellen älterer Embryonen: Meves (1, 2). — Entwicklung der
Die subkutanen Mast-
Blut- und Bindegewebszellen: Maximow (2).
zellen: Schaffer (2).
Mus rattus: Albinismus: Patterson. — Biologisches und Psycho-
logisches der verschiedenen Altersstufen: Slonaker. — Biologisches:
I. Mammalia für 1907. 131
Brumpt (2). — Psychologisches: J. B. Watson. — rattus alexandrinus in
Ungarn: Mehely (1). decumanus: ursprüngliche Heimat: Hossack (3).
— norvegicus: als die domestizierte weiße Ratte: Hatai; Albinos: Pocock
(1); Hirngewicht von Z und 9: Lapieque (1). — musculus: eingehende
Schilderung der Tanzmäuse: Yerkes; Tanz- und Singmäuse: Vosseler;
Gehörorgan der japanischen Tanzmaus: Quix. — rattus, decumanus und
silvaticus: Autotomie des Schwanzes: Cuenot (2, 3). — tompsoni Ramsay
= rattus: Me Culloch. — batamanus n. sp. vom Rhio-Archipel: Lyen (7)
pg. 654; musculus nudoplicatus n. var. von England: A. Campbell pe. 1;
rogersi n. sp. von den Andamanen: 0. Thomas (12) pg. 207; alghazal n. sp.
pg. 501, vlainei n. sp. pg. 502 und butleri n. sp. pg. 503: vom Bahr-el-
Ghazal: Wroughton (4); walambae n. sp. von Rhodesia: Wroughton (1)
pg. 21; comberi listoni n. subsp. von Indien: Wroughton (5) pg. 997.
Myotalpa cansus n. sp. von Kansu: Lyon (6) pg. 134.
Nesokia bailwardi n. sp. von Persien: O0. Thomas (11) pg. 199; swilla
n. sp. von Suez: ©. Thomas (12) pg. 203.
Otomys turneri n. sp. von Oranje: Wroughton (2) pg. 31.
Peromyscus bairdi in Canada: Saunders.
Pogonomys sexplicatus n. Sp. pg. 366, und multiplicatus n. sp. pg. 367:
beide von Neuguinea: Jentink (3).
Reithrodontomys modestus n. sp. von Nicaragua: O0. Thomas (10)
pg- 163.
Sticista caudata n. sp. von Saghalien: O0. Thomas (3) pg. 413.
Tatera lacustris n. sp. vom Tschadsee: Thomas und Wroughton (3)
pg. 378; neaver n. sp. von Rhodesia: Wroughton (1) pg. 18.
Tamnomys n. g. pg. 121, venustus n. sp. pg. 122, dryas n. sp. pg. 123:
vom Ruwenzori: 0. Thomas (6); kuru n. sp. vom Welle: Thomas und
Wroughton (3) pg. 381; macmillani n. sp. vom Bahr-el-Ghazal: Wroughton
(4) pg. 504.
Uromys anak n. sp. von Britisch-Neuguinea: O0. Thomas (9) pg. 72.
Spalacidae. Spalax hungaricus: Topographie und Histologie
des Gehörorgans: Szakall.
Rhizomys splendens: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Dieübrigen Familien der Myoidea. Aulacodus grego-
rianus und Anomalurus orientalis: Biologisches aus Deutsch-Östafrika:
Vosseler.
Dipodomys spectabilis cratodon n. subsp. und nelsoni n. subsp. pg. 75,
platycephalus n. Sp. und margaritae n. Sp. pg. 76, insularis n. Sp. und mer-
riami kernensis n. subsp. pg. 77: sämtlich von Californien: Merriam.
Geomys bursarius: Erste Entwicklungsstadien und Bildung der
Deciduahöhle: Lee (1, 2).
Georychus amatus n. sp. von Rhodesia: Wroughton (1) pg. 28.
Perodipus stephensi n. sp. und morroensis n. sp. pg. 78, perplexus
n. sp. und simulans peninsularis n. subsp. pg. 79: sämtlich von Californien:
Merriam. .
9*
132 I. Mammalia für 1907.
Perognathus bombycinus n. sp. von Arizona pg. 19, penicillatus siccus
n. subsp. von Californien und penicillatus ammophilus n. subsp ibid. pg. 20,
spinatus magdalenae n. subsp. ibid. pg. 21: Osgood (1).
Myopotamidae. Mwyopotamus: Verhalten der vena azygos:
Beddard (1).
Hystrieidae. Atherurus terutaus n. sp. von Borneo: Lyon
(10) pg. 567.
Hwystrix: Die ostafrikanischen: Sjöstedt; cristata: Die Hornschuppen
auf der Zunge als in bestimmter Richtung differenzierte Papillen: Brian.
— Zusammenhang der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur: Keith und
Flack. Verhalten der vena azygos: Beddard (1). fasciculata Shaw
zu Atherum gestellt: 0. Thomas (5).
Thecurus n. g. sumatrae n. sp. von Sumatra: Lyon (11) pg. 583.
Pedetidae. Pedetes caffer orangiae n. subsp. von Oranje pg. 32,
ce. salinae n. subsp. von Transvaal pg. 33: Wroughton (2).
Dasyproctidae und Octodontidae. Coelogenys und
Dasyprocta: Molaren des Milch- und bleibenden Gebisses und ihre Ab-
nutzung: Hagmann. — Coelogenys: das sympathische Nervensystem,
speziell der Grenzstrang: van den Broek (1).
Thryonomys harrisoni n. sp. von Lano: Thomas und Wroughton
(3) pg. 384.
Caviidae und Chinchillidae. Cavia: Vererbung der Fär-
bung: Me Curdy und Castle. — Die Intercellularstruktur der Epidermis:
Schubotz. — Über eine Muskelabnormität: Ciaeeio (4). Verhalten der
Ganglienzellen bei Transplantation von Spinalganglien: Marinesco (1) —
Histologie der Ganglienzellen: G. Levi (2). — Äußere Anatomie des Zentral-
nervensystems dreier verschieden weit entwickelter Embryonen: Widakowich.
— Die Chloroidplexus: Meek. — Entwicklung des intermediären Indusiums:
Zuckerkandl (3). Histologie der Cerebrospinalganglien: @. Levi (3). —
Verteilung des n. vagus an Oesophagus und Magen: Dorello (1). Das
Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2).
— Entwicklung der Beziehungen zwischen Bindegewebe und Epithel in
der Stria vascularis: Hann. — Histologie der Trachealschleimhaut:
Rupprieht. — Histologie der Erythrocyten: Ruzicka. Natur und Ab-
stammung der Erythrocyten: Jolly (1). Abstammung und Funktion
der mononucleären Zellen in den haematopoötischen Organen: Ciaceio (1).
— Das Blut von mit Bleiacetat vergifteten Tieren und die Entstehung der
basophilen Granulationen in den Erythrocyten: Jolly und Vallee. — Die
uninucleären Leucoeyten im Blut: Ferrata. — Histologie der mononucleären
Lymphocyten der Darmzotten: Corti (1). — Die Granulationen in den
Leucocyten und ihre Entstehung: Walker (2). — Über eine Art von Copu-
lation der Lymphoeyten in der Milz: Walker (3). — Die zelligen Elemente
der Lymphe und der serösen Häute: Weidenreich. Das Vorkommen von
chromaffinem Gewebe und von Mastzellen an den sympathischen Nerven
und Ganglien des Herzens: Trinei. — Die vasoformativen Zellen Ranviers
im Omentum: Martinoff. — Die arteriolae rectae der Niere: Huber (1). —
I. Mammalia für 1907. 133
Die Nierenvenen: Huber (2). — Das erste Erscheinen der peristaltischen
Bewegungen des Darmes bei Embryonen: Yanase, Eine besondere Art
granulierter Zellen im Darmepithel: Ciaceio (3). Veränderungen des
Pancreas während der Gravidität: Sirtori. — Die charakteristischen Re-
aktionen der Langerhansschen Inseln im Pancreas: Lane. — Die innere
Struktur der Leber: @eraudel (2). — Histogenese der Niere: Retterer (4).
— Histologie der Nierenpyramide: Renaut und Dubreuil. Pigment-
krystalle in den Zellen der Nebenniere: Mulon. — Mastzellen in der Neben-
niere: Sabrazes und Husnot (1, 2). Guieysses ‚„corps siderophiles‘“ in
der Zona pellucida der Nebennierenrinde und die Siderophilie in den Spon-
gioeyten: Da Costa. — Entwicklung des Hodens: Morgera. — Bau der
vesiculae seminales: 0. Petersen. — Histologie der vulva: Retterer (6, 7, 8).
— Veränderungen der Genitalschleimhaut während der Gravidität und
Brunst: Königstein. Die rhagiocrinen Zellen in der Nierenpyramide:
Renaut (1). — Entwicklung der Blut- und Bindegewebszellen bei Embryonen:
Maximow (2). Reifung und Befruchtung des Eies: Lams und Doorme.
— „Chondrioconten“ in den Keimblättern junger und in den Organzellen
älterer Embryonen: Meves (1, 2). Anlage einer Hypochorda im Rumpf
von Embryonen: Ganfini (2). — Die physiologische Bedeutung der Follikel-
atresie: Ganfini (1). — Transplantationsversuche am Ohr: Loeb.
Dolichotis: Verhalten der vena azygos: Beddard (1).
Hydrochoerus: Das Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana
Descemeti: Fritz (1, 2).
Viscaccia. wolffsohni n. sp. von Patagonien pg. 440, inca n. sp. von
Peru, subrosea n. sp. von Lima und saturata n. sp. von Puno pg. 442, punensis
n.sp. vom Titikakasee pg. 443, cuscus n. Sp., lutea n. sp. und perlutea n. sp.
von Bolivia pg. 443, tucumana n. sp. von Tucuman pg. 444: O0. Thomas (7).
Leporidae und Ochotonidae. Anatomie, Biologie, Ver-
breitung und Jagdliches für die deutschen Leporidae: Schäft (1). —
Lepus europaeus: Zahl der Jungen: Schäff (2), Wawersig, Bütow, Kerz.
Feinerer Bau der Hirnarterien: Schöppler. — Biologisches Verhalten dem
Kaninchen gegenüber: Thierry, Kunstler. — Die Leporidenfrage (Kreuzung
mit dem Kaninchen): Monostori.
Lepus niedecki n. sp. von der Kenai-Halbinsel: Matschie (1) pg. 240;
chadensis n. sp. vom Tschadsee: Thomas und Wroughton (3) pg. 384;
maroccanus n. sp. von Marokko: Cabrera (2) pg. 179; capensis aquilo n.
subsp. von Inhambane: Thomas und Wroughton (1) pg. 297; californicus
magdalenae n. subsp. von der Magdaleneninsel: Nelson (1) pg. 81; bairdi
cascadensis n. subsp. vom Cascade: Nelson (2) pg. 87; przewelski n. sp.
von Tsaidam pg. 156, kaschgaricus n. sp. von Kaschgaria pg. 157, centrasi-
aticus n. sp. von Sa-tschori pg. 159, zaisanicus n. sp. von Zaisan-Su pg. 161,
kozlovi n. sp. von Tibet pg. 162, gobieus n. sp. von Gobi pg. 164: Satunin
(2); ruddi randensis n. subsp. von Transvaal: Jameson pg. 404; granatensis
gallaecius n. subsp. von Corufia pg. 400 und gr. iturissius n. subsp. von den
Pyrenäen pg. 401: Miller (3).
Ochotona cansus n. sp. von Kansu: Lyon (6) pg. 136,
134 I.. Mammalisa für 1907.
Orycetolagus cuniculus: Gewohnheiten bei Anlage des Baues: L.
Sehuster (2), Otto. — Biologisches: L. Schuster (1). — Historisches über
Vorkommen in der Pfalz, Biologisches: Vill. — Biologisches Verhalten
gegenüber dem Hasen: Kunstler, Thierry. — Zur Leporidenfrage (Kreuzung
mit dem Hasen): Monostori. — Experimentelle Pigmenterzeugung: Hell-
wich. — Segmentale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene: Minot.
— Die Schmelzpulpa an embryonalen Zähnen: Masur. — Anomalien der
Ineisivi: Alezais. — Verhalten der Ganglienzellen bei Transplantation
von Spinalganglien: Marinesco (2). — Histologie der Cerebrospinalzellen:
@. Levi (3). — De- und Regeneration der Nervenenden nach Durchschnei-
dung des Sympathicus: Tello (1). — De- und Regeneration der Kühneschen
Spindeln in der Ischiadicusmuskulatur nach Durchschneidung der Nerven:
Tello (2). — Die Regeneration der Nerven als Beweis für die Neuronen-
theorie: Ramon y Cajal (2). — Verhalten durchschnittener Nerven: Bar-
bieri (2). — Die Nervenzellen der zum autonomen Nervensystem gehörigen
vertebralen, praevertebralen und terminalen Ganglien: Froriep. — Anasto-
mosen der Nervenzellen im zerfaserten Zentralnervensystem: Capparelli
und Polara (1, 2). — Inhalt des canalis craniopharygeus (accessorische
Hypophysen): Arai. — Experimentelle Bestätigung, daß das tuberculum
bigeminum posterius nicht der Endkern des tractus acusticus bulbo-mesen-
cephalicus ist: Trieomi-Allegra (2). Die Verbindungen des n. vagus
innerhalb der oblongata: Trieomi-Allegra (1). — Der zentrale Bahnen-
verlauf der beiden Wurzeln des n. acusticus und die funktionellen Stö-
rungen nach Entfernung des Labyrinths und der Cochlea: Winkler. —
Bau der Hypophyse: Gentes (1—5). Verteilung des n. vagus am Oeso-
phagus und Magen: Dorello (1). — Das sympathische Nervensystem und
speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Entwicklung des sympa-
thischen Nervensystems: Kohn (2). — Das Ligamentum pectinatum iridis
und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Die vermehrte Purpur-
färbung in der Sehleiste der Netzhaut: Weiss. — Embryologisches und
Anatomisches über die Tränenwege: Monesi. — Die Nervenendigungen
in den Augenmuskeln: Gramegna. — Der Retractor bulbi: Du Bois-Rey-
mond. — Die Verästelungen des n. acusticus bei Embryonen: Veit.
Entwicklung der Ohrmuschel: Henneberg. — Entwicklung der Beziehungen
zwischen Bindegewebe und Epithel in der Stria vascularis: Hann. — Die
Nerven in der Membrana tympani: J. Wilson. Die Aufgabe des Blind-
darms: Zuntz. — Natur und Abstammung der Erythrocyten: Jolly (1).
— Die zelligen Elemente der Lymphe und der serösen Häute: Weiden-
reich. — Das Verhalten der artt. cerebrales anteriores in seiner Onto-
genese eine Rekapitulation der Phylogenese: De Vriese. — Die selbst-
ständige Gefäßversorgung der Leberlappen: Serege (1, 2. — Die
arteriolae rectae der Niere: Huber (1). — Die Nierenvenen: Huber (2).
— Histologie der gland. submaxillaris: Cohoe. — Veränderungen des
Pancereas während der Trächtigkeit: Sirtor. — Veränderungen des
Pancreas nach Ligatur der Ausführgänge: Pende. — Innere Struktur der
Leber: @£raudel (2). — Entwicklung und Bau der Niere: Kerens. — Die
I. Mammalia für 1907. 135
histologischen Veränderungen der normalen Niere nach Injektion von
Kochsalz, Zucker, Harnstoff ete.: Mayer und Rathery (1—5). Tätigkeit
der Nierenzellen während der Harnsekretion von mit verschiedener Kost
gefütterten Tieren: Lelievre.. — Bau der Harnkanälchen: Peter. Post-
fötale Histogenese der myeloiden Gewebes in der Niere: Maximow (1). —
Mastzellen in der Niere: Sabrazes und Husnot (1, 2). — Das Stützgewebe
der Nebenniere: Comolli. — Die Bewegungen der Ausführgänge der vesi-
culae seminales (Beitrag zur Physiologie der Erektion und Ejakulation):
Polimanti. Bau der vesiculae seminales: O0. Petersen. — Gegenseitige
Abhängigkeit von Ovarium und Uterus: Carmichael und Marschall. —
Der feinere Bau des Ovidukts: Gianelli (1). — Die physiologische Bedeutung
der Follikelatresie: Ganfini (1). Die Chondriomitome der Ooeyten:
Russo (3, 4). — Die Beeinflussung der Jungen durch Änderung des Stoff-
wechsels im Ei: Russo (1). — Entwicklung der Blut- und Bindegewebs-
zellen in den Embryonen: Maximow (2). Färbbarkeit des Bürstensaums
in Darm und Niere: Guieysse. Die rhagiocrinen Bindegewebszellen im
Epiploon: Renaut (1). Mitosen in Epithelwucherungen an der Ohr-
muschel: Barratt. — Das adenoide Gewebe in Milz, Lymphdrüsen und
Darm: (Ciaceio (2). Siderophilie (Haematoxylinophilie) in der Reti-
culata: Da Costa.
Sylvilagus cogratus n. sp. von Neumexiko, floridanus similis n. subsp.
von Nebraska, fl. restrietus n. subsp. von Jalisco, auduboni vallicola n.
subsp. von Californien pg. 82, a. cedrophilus n. subsp., a. neomezxicanus
n. subsp. von Neumexico, a. warreni n. subsp. von Colorado, mansuetus
n. sp. von Mexico pg. 83, bachmanni exiguus n. subsp. von Californien
pg- 84: Nelson (1).
8. Ungulata.
Knottnerus-Meyer gibt vergleichend-anatomische Untersuchungen
über das Os lacrymale und stellt folgendes neue System auf: I. Ordn. Hyra-
coidea: Fam. Procaviidae. II. Ordn. Proboscidea: Fam. Elephantidae.
III. Ordn. Perissodactyla: Fam. Equidae, Rhinocerotidae, Tapiridae.
IV. Ordn. Artiodactyla. &) Unterordn. Non Ruminantia: Fam. Tayassidae,
Suidae, Hippopotamidae. b) Unterordn. Ruminantia: Fam. Camelidae,
Tragulidae, Cervidae (Moschinae, Hydropotinae, Muntiacinae, Elapho-
dinae, Cervinae), Giraffidae (Tetracerotinae, Antilocaprinae, Boselaphinae
Giraffinae), Reduncidae, Cephalophidae (Cephalophinae, Sylvicaprinae),
Nemorrhaedidae, Neotragidae (Neotraginae, Rhaphicerotinae), Gacellidae
(Gacellinae, Eudorcatinae, Antidorcatinae, Procaprinae), Panthalopidae, Sai-
gidae, Antilopidae, Lithocraniidae, Bubalididae, Hippotragidae, Orycidae,
Tragelaphidae, Taurotragidae, Rupicapridae, Capridae (Caprinae, Pseudo-
inae), Ovidae, Ovibovidae (Ovibovinae, Budorcatinae, Connochaetinae),
Bovidae (Buffelinae, Bisontinae, Bovinae).
Morphologie und Anatomie der Halsanhänge: Fröhner. — Hirn-
gewicht: Lapiege und Girard. — Bau des Indusium griseum corporis callosi:
Zuckerkandl (3). — Charakteristik des Rückenmarkes: Biach, — Anatomie
136 I. Mammalia für 1907.
des Gehörorgans: Bondy. — Hand- und Fußarterien: Baum. Die Über-
gangszonen und einige histologische Eigentümlichkeiten der Magenschleim-
haut: Fröhlich. — Vergleichend Anatomisches und Histologisches über
die Regio analis und das Rectum: Mladenowitsch. — Histologie der Neben-
nieren: Sabrazes und Husnot (3). — Anatomie der glans penis: Mäder.
A. Artiodactyla. Literaturgeschichtlich-vergleichende Studie
über das Milchgebiß: H. Behlen (5). — Verhalten der vena azygos: Beddard
(1) (vergl. Übersicht nach dem Stoff).
Ruminantia. Bilutdrüsen: Antonini. — Physiologie des Magens:
Bruin. — Entwicklung des Magens: Spamer. — Das Muskelgewebe und
sein Verlauf in der Wand des Magens: Massig.
Cavicornia. Experimente über Verpflanzung der Hörner u. ähnl.:
Marchi (1). — Die Entwicklung der Hörner: Marchi (2). — Die wildlebenden
Formen Nordamerikas, ihre Biologie und Morphologie: Mearns.
Antilocapra: Biologie, Morphologie: Mearns.
Antilopidae: Die processus petrosi postsphenoidales: Staurenghi (4).
— Die Antilopen von Rhodesia: Whybrow, diejenigen von Nordafrika:
Lydekker (26).
Antilope: Histologie des Rückenmarkes: Biach. — Durch stärkere
Ausbildung der Kaumuskeln der einen Kopfseite hervorgerufene Asymmetrie
des Schädels: Leisewitz. — Das Ligamentum pectinatum iridis und die
Membrana Descemetü: Fritz (1, 2).
Addax nasomaculatus und Oryx leucoryx: unbekannt in Syrien:
Lydekker (26).
Bison bonasus in den Wäldern von Bjelowesch: Ognew.
Boocercus euryceros: Bemerkungen: (. H. 8.
Bovidae: Hornlose Formen: Shitkow.
Bos taurus: descriptive Anatomie: Barpi. — Anatomie für Künstler:
Ellenberger, Baum und Dittrich. Eine neue, die bordelaiser Rasse:
Diffloth. — Beschreibung einer seltenen Mißbildung (doppeltes Kalb):
Netschajew. — Beziehung von Schweißdrüse und Haar: Diem. — Segmen-
tale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene: Minot. — Beziehungen
der Schädel fossiler, subfossiler und rezenter Rassen zu einander: Siegfried.
— ÖOsteologische Geschlechtscharaktere am Schädel: Fiedler. — Bau des
Dentins und Cements: Evangelista. — Histologie des Dentins embryonaler
Zähne: Studnieka. — Histologie der Spinalganglienzellen: Carazzi (1), und
Cesa-Bianchi (3). — Histologie der Cerebrospinalganglien: 6. Levi (3).
Anastomosen der Nervenzellen im zerfaserten Zentralnervensystem:
Capparelli und Polara (1, 2). Histologie der Ganglienzellen: 6. Levi (2).
— Die individuellen Verschiedenheiten der Großhirnfurchen: Roschig. —
Die Choroidplexus: Meek, — Das sympathische Nervensystem, speziell
der Grenzstrang: van den Broek (1). — Das Ligamentum pectinatum
iridis und die Membrana Descemeti: Fritz (1, 2). — Bau der Harderschen
Drüse: Sundwall. — Histologie des Gehörorgans: Kolmer. — Bau, Inner-
vation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann. — Injektionsversuche
über das Verhalten der Herzarterien: Spalteholz. — Die Gefäße im Schwanz,
I. Mammalia für 1907. 137
speziell der Schwanzkanal: Favaro. — Natur und Abstammung der Ery-
throcyten: Jolly (1). — Vorkommen von 2 Arten von Lymphe neben dem
Chylus: Forgeot. — Entwicklung des Zwerchfelles und Magens: Wölfel. —
Die Nebennieren: Pellegrino. — Pigmentkrystalle in den Zellen der Neben-
nieren: Mulon. — Bau der vesiculae seminales: 0. Petersen. — Feinerer
Bau des Oviduktes: Gianelli (1). — Histologie der Milchdrüse: Lenfers. —
Die Milchproduktion als reine Sekretion (keine Nekrobiose): Bertkau (1, 2).
— Die rhagiocrinen Bindegewebszellen und die Bildung der Intercellular-
substanz des Bindegewebes: Renaut.
Bos gaurus hubbacki n. subsp. von der Malayischen Halbinsel:
Lydekker (1) pg. 64 und (19) pg. 688; bison: Herde in Oklohama: Anonymus
(2); bubalis: Malayische Form: Lydekker (17); caffer: Schwarze und rote
Individuen derselben Herde: Lydekker (31).
Bubalis boselaphus: unbekannt in Syrien: Lydekker (26).
Bubalus: das Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana
Descemetii: Fritz (1, 2). — B. schillingsi n. sp. von Pangani und wembaerensis
n. sp. von Wembaeri: Matschie (4).
Budorcas tazxicolor: Hörner und Verwandtschaftsbeziehungen:
Mitchell, Lydekker (40); über ein lebendes Exemplar: Bailey.
Capra hircus: Verteilung und Wirksamkeit der Nerven der Harn-
blase und Urethra: T. R. Elliot. — Das Ligamentum pectinatum iridis
und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Histologie des Gehörorgans:
Kolmer. Über 2 Generationen von kernhaltigen roten Blutkörperchen
und ihr Durchmesser beim Fötus und Erwachsenen: Jolly (2). — Natur
und Abstammung der Erythrocyten: Jolly (1). — Vorkommen von 2 Arten
von Lymphe neben dem Chylus: Forgeot. — Über eigene Blutgefäße an
Lymphgefäßen im Darm: H. M. Evans. — Entwicklung von Zwerchfell
und Magen: Wölfel. — Kreuzung mit Ovis avies: Spillman (3). — Die Rio-
grandeser Rasse und ihre Bastarde: Waldow von Wahl. (2). — ©. h. ango-
rensis in Transkaukasien: Savrow. — C. florstedi n. sp. und cilicica n. Sp»
von Bulghar Dagh: Matschie (5) pg. 236; über dieselben: Lydekker (34);
falconeri, Rassen: Browne.
Cephalophus: Cephalophia, Cephalopidium, Cephalophella, Cephalops,
Cephalophela: n. subgg. für Cephalophus ogilbyi, nigrum, callipyga, dorsalis,
doriae: Knottnerus-Meyer pg. 99.
Cephalophus ituriensis n. sp. von Ituri: Rothschild und Neuville (1)
pg. 98; centralis n. sp. pg. 217, aequatorialis bakeri n. subsp. pg. 219: von
Zentralafrika: Rothschild und Neuville (2); rufilatus rubidior n. subsp.
vom Welle, pg. 385 und claudi n. sp. ibid. pg. 386: Thomas und Wrough-
ton (3).
Cervicapra arundinum orientalis n. subsp. von Rhodesia: Rothschild
(4) pg. 237.
Cobus robertsi n. sp. von Rhodesia: Rothschild (4) pg. 237; defassa
tjaederi n. subsp. von Leikipia: Lönnberg (2) pg. 7.
Damaliscus corrigum jonesi n. subsp. von Kordofan und c. selousi
n. subsp. von Uganda: Lydekker (26) pg. 249.
138 I. Mammalia für 1907.
Gazella soemmeringi: abnorme Hornbildung: Lydekker (16).
Grysboc n. g. für Rhaphiceros melanotis: Knotherus-Meyer.
Ibex: Asymmetrie der Hörner: Leisewitz.
Madoqua (Rhynchotragus) nasoguttatus n. sp. vom Baringosee: Lönn-
berg (2) pg- 1.
Matschiea n. g. für Gazella granti: Knottnerus-Meyer.
Nemorrhaedus: Durch stärkere Ausbildung der Kaumuskulatur der
einen Seite hervorgerufene Asymmetrie des Schädels: Leisewitz; N. argyro-
chaetes: Abbildung: Lyon (6); rubidus: Bemerkungen: Lydekker (25);
Marcolinus in Annam: Lydekker (36).
Ourebia goslingi n. sp. vom Welle: Thomas und Wroughton (3) pg. 387.
Ovibos moschatus: Reste am Bodensee: Hescheler, desgl. (Zahn) von
Britisch-Columbia: Lambe (1); Jagqliches: Bay.
Ovis aries: Beziehungen von Schweißdrüse und Haar: Diem.
Segmentale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene: Minot. —
Duplizität der Ossifikationszentren des os nasale: Staurenghi (3). Ossi-
fikation des Unterkiefers: Dieulaf® und Herpin. — Anastomosen der
Nervenzellen im zerfaserten Zentralnervensystem: Caparelli und Polara
(1, 2). — Histologie der Ganglienzellen: G. Levi (2). Histologie der
Cerebrospinalganglien: @. Levi (3). — Die Choroidplexus: Meek. — Bau
und Sekretion der Hypophysen: Thaon. — Das Ligamentum pectinatum
iridis und die Membrana Descemeti: Fritz (1, 2). Bau, Innervation
und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann. — Natur und Abstammung der
Erythrocyten: Jolly (1). — Die Art. bronchialis und pulmonalis und die
Lymphgefäße der Pleura: W. $. Miller (2). — Über eigene Blutgefäße an den
Lymphgefäßen im Darm: H. M. Evans, Das Vorkommen von chrom-
affinem Gewebe und von Mastzellen an den sympathischen Nerven und
Ganglien des Herzens: Trinei. — Histologie der Gaumenschleimhaut:
Lobenhoffer. — Entwicklung des Zwerchfells und Magens: Wölfel. Die
Parathymus: Meyer. — Zur Unterscheidung der Niere von der bei Capreolus:
Stadie. — Histologie der Nebenniere: Sabrazes und Husnot (3). Der
feinere Bau des Oviduktes: 6ianelli (1). — Die rhagiocrinen Zellen und
die Bildung der Intercellularsubstanz des Bindegewebes: Renaut (1). —
Wachstum der Zwillingslämmer und der einzelgeborenen Lämmer: Saeland.
Die einhörnige Rasse von Nepal: Forbin. — Bastarde von O. a. X Capra
hircus: Spillman (3). |
Ovis poli: Bemerkungen: Sullivan; musimon: Rassen von Sardinien
und Corsica: Lydekker (21, 24), Hornvariationen: Lydekker (23); Ein-
führung im Unterharz und Jagdliches: Anonymus (1); orientalis Brandt
und Ratzeburg hat Priorität vor gmelini Blyth: Lydekker (5); cowanı
n. sp. von Britisch-Columbia: Rothschild (4) pg. 238; vignei arkal von
Persien: Kennion, und Lydekker (18); alleni n. sp. von der Taiganos-Halb-
insel: Matschie (1) pg. 236; canadensis gaillardi n. subsp. von den Gila-
bergen pg. 240 und nelsoni n. sp. von der COalifornisch-Nevadischen Grenze
pg- 245: Mearns.
I. Mammalia für 1907. 139
Rhaphiceros horstocki natalensis n. subsp. von Natal: Rothschild
(4) pg. 237.
Rupicapra rupicapra: Anatomie, Biologie, Verbreitung, Jagd:
Schäft (1).
Taurotragus oryx pattersonianus: Beschreibung und Abbildung:
Lydekker (6).
Cervicornia. Gestaltende Correlationen zwischen abnormer
Körperkonstitution der Cervidae und ihrer Geweihbildung: Rörig (1). —
Die Cervidae der Cordilleren: Neveu-Lemaire und Grandidier. — Biologie
und Morphologie der Cervidae von Mexico und den Vereinigten Staaten:
Mearns. — Wie kämpfen unsere Cervidae ?: Brandt (8).
Alces machlis: Anatomie zweier Föten (| Q) und eines sechs Monate
alten & : Lönnberg (1). Über die Benennung: Lydekker (29) und Rad-
elyffe. — A. columbae n. sp. von Ontario: Lydekker (14) pg. 182.
Dama dama: Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenz-
strang: van den Broek (1). — Bau der Thyreoidea: Capobianco.
Capreolus capreolus (caprea): Anatomie, Biologie, Verbreitung, Jagd:
Schäff (1). — Zur Unterscheidung der Niere von der bei Ovis aries: Stadie.
— Für Geweihentwicklung und -Mißbildung, Schädel, Gebiß, Brunst
und Nachbrunst, Trächtigkeitsdauer, Krankheiten: siehe unter Übersicht
nach dem Stoff: Jagdtiere. — (0. transsylvanicus n. sp. von Rumänien:
Matschie (5) pg. 224.
Cervulus sclateri: Charakterisierung: Lydekker (33).
Cervus elaphus: Anatomie, Biologie, Verbreitung, Jagd: Schäff (1).
— Albinos: Harting. — Bildung des Rosenstocks: v. Notzrenk. — Ein
mißgebildetes Geweih aus den Torfmooren von Sutton-on-Sea, Lincs.:
Sheppard. — Bestand und Jagd in Exmoore: A. Hamilton. — Beziehungen
von Schweißdrüse und Haar: Diem. — Regeneration der Knochensubstanz
nach Untersuchung an geheilten Knochenbrüchen: Macewen. — Durch
stärkere Ausbildung der Kaumuskeln der einen Seite hervorgerufene
Asymmetrie des Schädels: Leisewitz. — Zahndefekte: Hermann (2).
Bau, Innervation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann. — Der feinere
Bau der Hirnarterien: Schöppler. — Verhalten der vena azygos: Beddard
(1). — Die Venen im Thorax und der Darmtract: Lönnberg (1).
©. elaphus scoticus Lönnb. = e. atlanticus Lönnb.: Stejneger; balticus
n. Sp., albicus n. Sp., rhenanus n. sp. und bajovaricus n. Sp., sämtlich in
Deutschland: Matschie (5) pg. 186; über dieselben: Lydekker (34) pg. 809;
biedermanni n. sp. vom Teletzkersee: Matschie (3) pg. 223.
Ocelaphus n. subg. für Cervus bezoarcticus L.: Knottnerus-Meyer
pg- 68.
Rangifer tarandus: Farbvariabilität: Shitkow; Einführung in Alaska:
Jacobi. — R. t. novaeterrae: Jagd in Neufundland: Millais (1, 2).
Giraffidae. Giraffa: Über die Mimikry: Schröder. — Be-
schreibung der Haut eines Fötus: Lankaster (2). — Hornbildung: Lan-
kaster (1). — Bau, Innervation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann.
140 I. Mammalia für 1907.
— Geburtsakt nebst Beschreibung des Jungen: Germanos. — @. camelo-
pardalis tippelskirchi: Bemerkungen: Lydekker (37); Abbildung: Duerden.
Okapia: Beschreibung: Grieg (2), Blot. — Das Exemplar des Ma-
drider Museums: Cabrera (1). — Hornbildung: Lankaster (1). — Ein
mindestens einmonatlicher Embryo: Burekhard. — Photographie eines
lebenden Kalbes: Lankaster (4). Beziehungen zu dem altegyptischen
Gott Set-Typhon: Boussae (1, 2). Das Horn von O. johnstoni und das
Verhältnis von ©. j. zu O. liebrechtsi: Lankaster (3).
Camelidae, Tragulidae Camelu: Das Ligamentum
pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2).
Tragulus: Verhalten der vena azygos: Beddard (1). — T. meminna:
desgl.: Beddard (2). —
Non-Ruminantia Suidae, Dicotylidae, Hippo-
potamidae. Sus: Descriptive Anatomie: Barpi. — Mißbildungen:
Mojeyko. — Beziehungen von Schweißdrüse und Haar: Diem. — Segmen-
tale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene: Minot. — Duplizität
der ÖOssifikationszentren des os nasale: Staurenghi (3). — Das os inter-
parietale: Staurenghi (2). — Gaumenbildung bei Embryonen: Sippel. —
Die Schmelzpulpa an embryonalen Zähnen: Masur. Entwicklung der
Facialismuskulatur: Futamara. — Entwicklung der glatten Muskulatur
aus dem mesenchymatösen Syneytium: Me Gill (1, 2). — Entwicklung
der glatten Muskulatur des Darmes und des Respirationstractes: Me Gill
(3). — Anastomosen der Nervenzellen im zerfaserten Zentralnervensystem:
Caparelli und Polara (1, 2). — Entwicklung des nucleus tegmenti: Dorello
(2). — Die Retziusschen Papillen in der Hirnrinde als Kunstprodukte:
Streeter. — Histologie des Rückenmarkes: Biach. — Nachweis, daß der
n. vagus rein sensibel (geführt durch Durchschneidung des n. accessorius):
Lesbre und Maignon. — Einwanderung von Medullarzellen in die ven-
tralen Nervenwurzeln bei Embryonen: Carpenter und Main. — Die Endi-
gung der Neurofibrillen in den Nervenendorganen: van de Velde. Die
Nervenendigungen in der Harnblase: Michailow (2). Verteilung und
Wirksamkeit der Nerven der Harnblase und Urethra: T. R. Elliot. — Ver-
teilung des n. vagus an Oesophagus und Magen: Dorello (1). — Das Liga-
mentum pectinatum iridis und die Membrana Descemetü: Fritz (1, 2). —
Histologisches und Physiologisches über das Ohr: Shambaugh (1, 2). —
Histologie des Gehörorgans: Koimer. — Entwicklung der Ohrmuschel:
Henneberg. Bau, Innervation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann.
— Der feinere Bau der Hirnarterien: Schöppler. — Histologie des Blutes:
Gütig. — Natur und Abstammung der Erythroceyten: Jolly (1). — Em-
bryonaler Pfortaderkreislauf in der Nachniere: Broman. — Entwicklung
der Schleimzellen in der submaxillaris: Rosenhauch. — Entwicklung des
oesophagus: Flint. Innere Struktur der Leber: G@eraudel (2). — Schema
der Leberläppchen: G6raudel (3). — Bau der Thyreoidea: Capobianeo. —
Entwicklung des nephrogenen Gewebes: Janosik. Histologie der Neben-
niere: Sabrazes und Husnot (3). Entwicklung der äußeren Genitalien:
Dürbeck (1). Entwicklung des Wolffschen Körpers, der Niere und des
I. Mammalia für 1907. 141
Testikels: E. €. Hill. — Feinerer Bau des Ovidukts: Gianelli (1). — Histo-
genese der Bindegewebsfibrillen in der Nabelschnur: Golowinsky. — Das
Chorion als I. Typ von Strahls diffuser Semiplacenta: Bujard. — Ver-
erbungserscheinungen beim Hampshire-Schwein: Spillman (2). — Kreuzung
von Sus scrofa domesticus mit s. sc. ferus: Fournier. — S. sc. ferus: Anatomie,
Biologie, Verbreitung, Jagd: Schäff (1). — Sus vittatus und verrucosus:
Schädel: Steck.
Dicotyles labiatus: Die Semiplacenta diffusa incompleta: Dieffenbach.
Phacochoerus africanus: Bemerkungen über die ostafrikanischen:
Sjöstedt; Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler; Verhalten der
vena azygos: Beddard (1).
Potamochoerus africanus: Bemerkungen: Giglioli. — Biologisches
aus Deutsch-Östafrika: Vosseler.
Hippopotamus amphibius: Über ein mit Ziegenmilch ernährtes Junges
und über dessen Tod: Trouessart (2, 3).
B. Perissodactyla: Populäre Darstellung: Mar£chal.
Equidae. Ursprung und Geschichte der domestizierten E.:
De Trafford; Lull. — Craniometrisches: Bradley (3). — Die fixura breg-
matica lateralis: Staurenghi (1).
Equus caballus: Descriptive Anatomie: Barpi. — Anatomie für
Veterinäre: Share-Jones. — Der Ursprung des domestizierten: Ewart
(E22): Geschichte der Pferdezucht in Norwegen: 8. Petersen. — Das
„Bergwerk-Pferd‘‘: Vigardi. — Über polnische Rassen: Lydekker (32). —
Über Farbvererbung: Gilbey. — Die sogenannten „Sprachkenntnisse“:
Gengler. Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre Beziehungen zu den
Haaren: Wimpfheimer. — Histologie des embryonalen Hufes: Retterer (6).
— Der Schädel: Ewart (1). — Bau des Fußes: Lungwitz. — Variationen
der Carpalia: Bradley (2). — Pleiodactylie: Reinhardt, Süssdorf, Anonymus
(7). — Bau des Dentins und Zements: Evangelista. — Zahnanomalien und
ihre Bedeutung: Bradley (1). — Histologie der Ganglienzellen: &. Levi (2).
— Vermehrung der Neurogliazellen im Alter: Manouelian. — Die Choroid-
plexus: Meek. — Histologie des Rückenmarkes: Biach. — Das Ligamentum
pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Histologie
des Gehörorgans: Kolmer. — Bau, Innervation und Gefäße des Kehl-
kopfes: Franzmann. — Natur und Abstammung der Erythrocyten: Jolly
(1). — Die art. bronchialis und pulmonalis und die Lymphgefäße der
Pleura: W. 8. Miller (2). — Histologie des ductus thoracicus: Richter.
Histologie der Gaumenschleimhaut: Lobenhoffer. — Die Parathyreoidea:
Estes. — Zwei neue Typen eingekapselter Nervenendapparate aus dem
visceralen Blatt des Pericardium: Michailow (1). — Die Nervenenden in
der Harnblase: Michailow (2). — Histologie der Nebennieren: Sabrazes
und Husnot (3). — Pigmentkrystalle in den Zellen der Nebennieren:
Mulon. — Die interstitiellen Zellen des Ovariıums: Aime — Entstehung
der elastischen Fasern in der Aorta und dem Ligamentum nuchae: Retterer
(3). — Die Placenta: Bujard. — Frucktbare Bastarde von E. ce. X E.
asinus: Waldow von Wahl (1).
142 I. Mammalia für 1907.
E. africanus: als das arabische Pferd; Osteologie: Osborn (4); E.
asinus: durch stärkere Ausbildung der Kaumuskeln der einen Seite hervor-
gerufene Asymmetrie des Schädels: Leisewitz, — Verzweigte Drüsen-
hohlräume und endocrine Inseln im Pancreas: Laguesse und Debeyre.
Fruchtbare Bastarde von E. a. und E.caballus: Waldow von Wahl (1). —
E. przewalskii: Bemerkungen: Salewsky; Kastschenko; Craniometrisches:
Bradley (3). — E. quagga und burchelli: im Pariser Museum: Pocock (4);
E. burchelli: ein typisches Exemplar im U. S. National Museum: Lyon (8).
— E. granti: Bemerkungen: Trouessart (7). — E. zebra: über die Mimicery:
Sehröder. — Durch stärkere Ausbildung der Kaumuskeln der einen Seite
hervorgerufene Asymmetrie des Schädels: Leisewitz. — Die Eigenform
der von Muskeln und Rippen befreiten Wirbelsäule: Virchow (1). — E£.
chapmanni: Verhalten der Vena azygos: Beddard (1).
Tapiridae. Tapirus: durch stärkere Ausbildung der Kaumuskeln
der einen Seite hervorgerufnee Asymmetrie des Schädels: Leise witz.
Rhinocerotidae. Rhinoceros: durch stärkere Ausbildung der
Kaumuskeln der einen Seite hervorgerufene Asymmetrie des Schädels:
Leisewitz. — Rh. simus: einhörniges Exemplar: Lydekker (39).
C. Hyracoidea. Hyrax: das „Kaninchen‘ der Bibel: Lydekker
(9). Verhalten der vena azygos: Beddard (1).
Dendrohyraz terricola: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Procavia valida: Hufe, Handwurzelknochen, Zähne, Schädel in Bau
und Bedeutung für die systematische Stellung und Phylogenese der Pro-
caviidae: Mehely (2).
F. Proboscidea. Elephantidae: Phylogenese: Lönnberg (5). —
Domestikation: A. Dubois (1, 2). — Die Pleurahöhle: Barns, Phisalix (2),
Giard (1, 2, 3), Vasse (2). — Weibliche Genitalorgane: Lühe.
Elephas maximus (indicus): in Ceylon: Gill. — Zähne in Ceylon
importiert von Burma: Still. Zentralnervensystem eines 25 Tage alten
Kalbes: Dexler (1). Bau der Placenta: Boecker.
Loxodon africanus: die Notwendigkeit, ihn vor Ausrottung zu
schützen: Vasse (1). — Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler. —
Jagd im Fayum: Osborn (5). — Im alten Egypten: Hippolyte-Boussaec. —
Über die Zähne: R. Ward; Vasse (1). — Die Niere: Pettit (1, 2). — Autopsie
eines in Paris eingegangenen Exemplars: E. Perrier; Phisalix (1). Die
Ohren als Rassemerkmal nebst Beschreibung von L. a. toxotis n. subsp.
vom Capland pg. 388, a. selousi n. subsp. von Maschonaland pg. 389, a.
peeli n. subsp. vom Aberdare-Berg pg. 394, a. cavendishi n. subsp. von
Rudolfsee pg. 395, a. orleansi n. subsp. von Somaliland: pg. 398, a. roth-
schildi n. subsp. vom Sudan pg. 399, a. cottoni n. subsp. vom Congo pg. 400:
Lydekker (2) und (10). — a. cottoni: Bemerkungen: Lydekker (3).
Incertae sedis. Zähne unbekannten Ursprungs: Rothschild
und Neuville (3) und Lydekker (20).
I. Mammalia für 1907. 143
9. Sirenia.
Zusammenstellung aller bisher bekannt gewordenen Fälle über S.
in der Gefangenschaft: Freund.
Rhytina gigas: Bemerkung: Lönnberg (3).
Halicore dugong: Biologisches: Vosseler. — Zusammensetzung des
Beckengürtels und Varianten im Handskelet: Annandale (1). Feinere
Anatomie des Respirationstracts, und die Blutkörperchen: Pick.
10. Cetacea.
Über das Verfahren bei Berechnung des Rauminhaltes und Gewichtes
der großen C©.: Guldberg (1). Lebensweise und Fang der Bartenwale:
Guldberg (2). — Walfang in Schottland: Haldane, desgl. in der Arctis:
Southwell (1). — Biologisches: Bouvier. — Über die antarktischen Formen:
E. A. Wilson, über die portugiesischen: Seabra (1). — Die Körpertemperatur:
Grieg (1). Sexuelle Größenverhältnisse: Southwell (2). — Anpassung
im Extremitätenbau an das Leben im Meere: Arthaber. — Hüftbein-
rudimente: Abel. Zahnanlagen: Dependorf (2). — Bau des Indusium
griseum corporis callosi: Zuckerkandl (3). Die Epiglottis: Schaffer (1).
— Verhalten der vena azygos: Beddard (1). — Die Placenta: Bujard. —
Bau der Spermien: Ballowitz (1, 3). — Subfossile und rezente Walknochen-
funde aus Ost- und Westpreußen: Japha (3). — Die in der Ostsee beob-
achteten Wale: Japha (2).
Balaenoptera borealis: Bau der Haut: Japha (1); rostrata: über ein 9:
Seabra (1); musculus und sibbaldi: Bau der Haut: Japha (1).
Grampus griseus: im Forth: Eggleton; bei Sansovino: Caruceio; über
den Schädel: Lydekker (13).
Delphinus delphis: Histologie der Ganglienzellen: @. Levi (2). —
Histologie der Cerebrospinalganglien: @. Levis (3). — Das Ligamentum
pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2). — Bau,
Irrevation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann. — Zusammenhang
der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur des Herzens: Keith und Flack.
D. acutus: Fang bei Bergen-Norwegen: Wollebaeck.
Lagenorhynchus albirostris: im Forth: B. Campbell.
merkung: H. C. Hart.
Megaptera boops: Bau der Haut: Japha (1).
Mesoplodon bidens, europaeus (gervaisi) und densirostris an der Küste
Amerikas: True (3); layardi: Beschreibung und Abbildung: Fitzsimons;
bidens: Spermienbau: Ballewitz (1, 3).
Monodon monoceros und Delphinapterus leucas: in Grönland: Ano-
nymus (5).
Orca gladiator: Schädel: Lydekker (13).
Phocaena communis: Bau der Spermien: Ballowitz (1, 3).
uterus masculinus: Braun (1).
Physalus antiquorum: in Toscana: Fiealbi.
‚Physeter macrocephalus: als „Jonas Walfisch‘“ der Bibel und sein
Vorkommen im Mittelmeer zur Zeit der Assyrer: Haupt.
acutus: Be-
Der
144 I. Mammalia für 1907.
11. Edentata.
Biologisches: Anthony (1). — Bau des Indusium griseum corporis
eallosi: Zuekerkandl (3). — Anatomie des Gehörorgans: Bondy. Ver-
halten der vena azygos: Beddard (1).
Bradypodidae: Beziehungen zu den Hapalopsidae des Santacruzien
Südamerikas: Anthony (2).
Bradypus: Entwicklung der Schweißdrüsen und ihre Beziehungen
zu den Haaren: Wimpfheimer; Ligamentum pectinatum iridis und Membrana
Descemetii: Fritz (1, 2). — B. cuculliger: Die männlichen Genitalorgane:
R. Perrier.
Choloepus didactylus: die männlichen Genitalorgane: R. Perrier. —
Ch. hoffmanni peruvianus n. subsp. von Peru: Menegaux (2) pg. 460.
Dasypus: Verhalten der vena azygos: Beddard (1). D. sexcinctus
boliviae n. subsp. von Bolivia, und s. tucumanus n. subsp. von Tucuman:
Thomas (10) pg. 166.
Hemibradypus mareyi: Verwandtschaftliche Beziehungen: Anthony (2).
Manis longicaudata: Bau der Spermien: Ballowitz (2). — M. javanica:
Biologisches aus China: Kreyenberg. — M. temmincki: Biologisches aus
Deutsch-Ostafrika: Vosseler.
Myrmecophaga jubata: Biologisches, Copula, Placenta, Geburtsakt,
Beschreibung der Jungen: Nill. — Verhalten der vena azygos: Beddard (1).
Oryeteropus: Biologisches aus Deutsch-Ostafrika: Vosseler. — Zahn-
formel des lactealen und des definitiven Gebisses: Broom (1). Bau des
Auges: Franz. — O. afer albicaudus n. subsp. von Deutsch-Südwestafrika:
Rothschild (1) pg. 506.
Tatu novemeinctum: Bau des Zentralnervensystems: Shuddemagen.
— Das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van den
Broeck (1).
Tolypeutes: das Ligamentum pectinatum iridis und die Membrana
Descometiü: Fritz (1, 2). — Die Chorda tympani etc,: Bondy.
12. Marsupialia.
Die Zahnleiste: Dependorf (2). — Bau des Indusium griseum corporis
callosi: Zuekerkandl (3). Entwicklung des Urogenitalapparates: van
den Broek (2). Die posteava: v. Schulte.
Cuscus: das sympathische Nervensystem, speziell der Grenzstrang:
van den Broek (1).
Dasyurus: einige Entwicklungsstadien: Wilson und Hill (1).
Dendrolagus matschiei n. sp. von Deutsch-Neuguinea: Förster und
Rothschild und Rothschild (3) pg. 506.
Didelphyidae: Bau der Zähne: Bensley.
Didelphis: Segmentale Krümmungen der Chorda in der Sagittalebene:
Minot. Zweiteilung des Jochbogens: Fuchs (2). Das sympathische
Nervensystem, speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Bau, Inner-
vation und Gefäße des Kehlkopfes: Franzmann. — Histologie der weib-
lichen Genitalorgane: D. B. Hart.
I. Mammalia für 1907. 145
Hypsiprymnus rufescens: Vorderhirn, Zwischenhirn und ihre Bahnen:
Livini.
Maeropus: die tiefen Rückenmuskeln: Virchow (2). Das Liga-
mentum pectinatum iridis und die Membrana Descemetii: Fritz (1, 2).
Verhalten der vena azygos: Beddard (1). M. rufus: Beschreibung der
Jungen: Sheak. M. hagenbecki n. sp.: Rothschild (2) pg. 333.
Marmosa chloe n. sp. von Britisch-Guiana: Thomas (10) pg. 167.
Notoryctes typhlops: in Westaustralien: Conigreve. Haut, Haare
und Genitalorgane: Sweet.
Perameles: einige Entwicklungsstadien: Wilson und Hill (1).
Petrogale: die periphere Verteilung der Schleimhautnerven des
Facialis, Glossopharyngeus und Vagus: Bender (2). Verhalten der vena
azygos: Beddard (1).
Phalangista (Phalanger): Das Ligamentum pectinatum iridis und die
Membrana Descemeti: Fritz (1, 2). — P. sericeus n. sp. von Britisch-Neu-
guinea: Thomas (9) pg. 74.
Phascolarctos: das sympathische Nervensystem, speziell der Grenz-
strang: van den Broek (1).
Phascolomys: Verhalten der vena azygos: Beddard (1).
Trichosurus: das sympathische Nervensystem, speziell der Grenz-
strang: van den Broek (1).
13. Monotremata.
Anatomie des Gehörorgans: Bondy.
Acanthoglossus bruijnii bartoni n. subsp. von Britisch-Neuguinea:
Thomas (13) pg. 294; goodfellowi n. sp. von Salawatti: Thomas (15) pg. 498.
Echidna und Ornithorhynchus: das sympathische Nervensystem,
speziell der Grenzstrang: van den Broek (1). — Die periphere Verteilung
der Schleimhautnerven des Facialis, Glossopharyngeus und Vagus: Bender
(2). Die postcava: v. Schulte.
Echidna: Entwicklung des Mammarapparates: Bresslau; Eggeling. —
Entwicklung des Schädels: Gaupp. Morphologie des Ohrknorpels: Boas.
Die Verästelung des n. acusticus bei Embryonen: Voit. — Verhalten der
Art. brachialis und ihre Beeinflussung durch die Mechanik der vorderen
‚Extremität: Zuekerkandl (1, 2).
Ornithorhynchus: Biologisches, Eiablage, Nestjunge: Le Souef, 6.
Wilson, Anonymus (4). — Die Zahnanlagen zweier Beuteljungen: Wilson
und Hill (2). Die Epiglottis: Schaffer (1). — Entwicklung: Wilson und
Hill (1).
Zaglossus: Haar- und Stachelkleid: Toldt (2).
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (I.) 10
146
I. Mammalisa für 1907.
Inhaltsverzeichnis.
I. Verzeichnis der Veröffentlichungen . ... 2.0.0.0.
IL. Übersicht nach dem, Stoff... : .. „era een ua 2 Br ee
1:
2.
Lehrbücher: .. 2... 3 2 a ea ne en eat.
Ethologisches, Physiologisches, Färbung, Nutzen und Schaden,
Nahrung, Ausrottung und Einführung, Bastardbildung,
Krankheiten und Mißbldungen, Psychologisches . . . .. .
‚Haustiere; .Jagdiund Jagdtiere =, . 2...» =.. u. se
blaut und Hautpebilde . .. . .... 00. eueho 220
. Skelett: ee Rumpf und Extremitäten. ... . -
. Schädel MERIDIEN IE .
..Zähne‘.. .
. Muskeln, Gelenke, Bänder
. Nervensystem .
. Sinnesorgane
. Respirationsorgane . ;
. Zirkulationsorgane und Leibeshöhle .
. Verdauungsorgane .
Drüsen». ;
. Harn- und Geschlechtsorgane
. Ontogenese . e
. Degeneration, Regeneration, Autotomie 3
. Mumifizierte Tiere, bildliche Darstellungen und ähnliches,
Tiernamen ;
Phylogenese und. Palaeontologisches {
EI ee
IV.
Sppewmn
- Europäisch- sibirisches Gebiet .
Asien (excel. Russisches Reich)
Afrika
Nordamerika
Südamerika .
. Australien ee ee Es a Pe
. Marine Mammalia. Arktisches und antarktisches Gebiet .
Systematik
ar ze
uPrıimates: "0.t >
: Galeopithecoidea.
. Chiroptera
4. Insectivora .
5. Carnivora
6. Pinnipedia
7. Rodentia .
8. Ungulata .
9. Sirenia .
10.
11
12
13
Cetacea
. Edentata .
. Marsupialia .
. Monotremata .
II. Aves für 1907.
Von
Ant. Reichenow.
Inhaltsverzeichnis siehe am Schlusse.
I. Allgemeines, Geschichte, Zeitschriften.
Field Museum of Natural History. Annual Report of the
Director to the Board of Trustees for the Year 1906. Chicago 1907.
Proceedings of the Fourth International Ornithological Con-
gres. London June 1905, Forming Vol. XIV of the „Ornis‘“.
Edited under the direction of the President R. B. Sharpe by the
Secretaries E. J. O. Hartert and J. L. Bonhote. London 1907.
Proceedings of the South African Ornithologists’ Union;
Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 210—215.
€. W. Beebe, The Bird, its Form and Function. With over
three hundred and seventy illustrations, chiefly photographed
from life by the Author. Westminster 1907.
P. H. Boussac, La Huppe dans l’ancienne Egypte; Natura-
liste Paris 29, 1907, 251—253.
Derselbe. L’Oie dans l’Egypte ancienne; La Nature
Paris 35. 1907, 311—314.
L. Bureau, Sur un Atlas des Planches Coloriees de l’Ornitho-
logie de Brisson attribue au Peintre Martinet, provenant de la
Vente Alph. Milne-Edwards; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 176—180. — Remarks on the Preceding by A. Newton
S. 180—182.
F. M. Chapman and C. A. Reed, Color Key to North American
Birds. Worcester 1907.
E. Comber, The Study of Birds; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay
17. 1907, 849—850.
R. Deane, Unpublished Letters of John James Andubon and
Spencer F. Baird. III; Auk 24, 1907, 53—70.
A. Dubois, De l’extinetion de certains oiseaux; Science et
Nature Bruxelles 1907, 97—100.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908 Bd.II Hi. (II) 1
2 II. Aves für 1907.
F. L. Burns, Alexander Wilson in Bird Census Work; Wilson
Bulletin 19. 1907, 100—102.
0. Helms, Dansk Ornithologisk Forenings Tidsskrift (Haslev).
E. Hartert, The Principal Aims of Modern Ornithology; Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 265—270.
G. Lönnberg, Caroli Linnaei Methodus Avium Sveticarum.
Upsala 1907. — Linnes Erstlingsarbeit auf dem Gebiete der Zoo-
logie. Das Manuskript war am 1. Januar 1731 fertig, doch ist es
nie zuvor gedruckt worden, weder zu Linnes Zeiten, noch später;
nur ein kurzes Referat von Swederus ist 1878 veröffentlicht worden.
Später hat Linnd die Arbeit durch Zusätze und Anmerkungen
bereichert, welche im vorliegenden Text durch kleinere Schrift
kenntlich gemacht werden.
Linne hat sich, wie der Herausgeber erzählt, schon als junger
Student für die Vögel lebhaft interessiert, und Olof Rudbeck soll
ihn besonders dazu angeregt haben, teils durch seine Vorlesungen,
vornehmlich aber durch die von letzterem gemalten Vogeltafeln,
welche für die damalige Zeit ganz vorzüglich gewesen sein sollen.
Dieses erste Linneö’sche ornithologische Werk führt 197 Art-
nummern auf. Diese Zahl muß jedoch herabgesetzt werden, da
ein Teil Arten unter 2 und sogar 3 Nummern und außerdem zahme
Vögel aufgeführt sind. Man kann sagen, daß Linne 1731 Kenntnis
von zwischen 160—170 schwedischen Vogelarten gehabt hat.
(In dem Rudbeck’schen Tafelwerk sind 122 Arten vertreten).
Derselbe. Utrotade Fäglar; Fauna och Flora. Uppsala 2.
1907, 70—73. Über ausgestorbene Vögel.
F. B. MeKechnie, Notes on the Ornithological Works of John
James Audubon; Auk 24, 1907, 226—227.
C. Parrot, Sitzungsberichte der Ornithologischen Gesellschaft
in Bayern 1906; Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII, 1907, 1—39. —
Kleinere Mitteilungen über Vögel Bayerns.
D. C. Phillott, Some Birds and other animals that have been
metamorphosed [being an extract from the Kitabu’l-Jamharah
fi 'ilmi ’l-Bazyarah, an Arabic manuscript, No. 865, in the Library
of the Asiatice Society of Bengal; Journ. Proc. As. Soc. Bengal
3.7907: 1392143
D. €. Phillot and R. F. Azoo, The Birds’ Complaint before
Solomon: being an extraet with a translation from the „Kitabu
I-Jamharah fi ’'ilm ’l-Bazyarah“; Journ. Proc. As. Soc. Bengal
3. 1977, 173—178.
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Problems; Condor 7, 1907, 65—71.
II: Aves für 1907. 3
W. Rothschild, Extinet Birds. An attempt to unite in one
volume a short account of those birds which have become extinct
in historical times — that is, within the last six or seven hundred
years. To which are added a few which still exist, but are on the
verge of extinetion. London 1907. Fol.
Derselbe. On Extinet and Vanishing Birds. A short
Essay on the Birds which have presumably become extinet within
the last 500 years, and also of those Birds, which are on the verge
of extinetion, including a few which, though not yet so far gone,
are threatened with extincetion in the near future; Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 191—217. — Neeropsittacus franciceus
nom. nov. für eine ausgestorbene, aber durch ältere Bilder und
Beschreibungen gekennzeichnete Papageienart von Mauritius.
Ferner von ausgestorbenen Papageien werden neu benannt: Ara
gossei und Ara erythrocephala von Jamaika, Anadorhynchus pur-
purascens und Conurus labati von Guadaloupe, Anadorhynchus
martinicus von Martinique. Aypotaenidia müllerı und Pareu-
diastes pacifieus sind abgebildet T. 7 und 8.
H. Schalow [Über Johannes Müler, Die vorzüglichsten Sing-
Vögel Teutschlands usw.]; Journ. Orn. 55, 1907, 309—310.
Derselbe. [Über Funde aus altägyptischen Gräbern];
Journ. Orn. 55, 1907, 159—162.
Derseibe. [Über Veröffentlichungen des Freiherrn von
Kittlitz]; Journ. Orn. 55, 1907, 157—158. — Hierbei Bemerkungen
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1*
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Bemerkungen über einzelne Arten der Sammlung, die 336 italie-
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Stücke.
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Darstellung der Begründung und Entwicklung der Vogelsammlung
des British-Museum.
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TheT'sschusi Collection of Palaearctic Birds; Ibis 1907, 223—224.
[Siehe auch E. D. van Ort unter VII Anatomie.]
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—243, 5, 305—318. — I. Über das Messen der Vögel, II. Über
Sammeln der Objekte, III. Uber Terminologie.
IV. Versammlungen.
Australasian Ornithologists’ Union. Sixth (Hobart) Session;
The Emu. 6. 1907, 85—106.
Jahresversammlung der Deutschen Ornithologischen Gesell-
schaft; Orn. Mntsb. 15. 1907, 156. — Journ. Orn. 55, 1907, 165—182.
Proceedings at the Annual General Meeting of the British
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Second annual meeting of the National Association of Au-
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II. Aves für 1907. 5
The Seventh International Congress of Zoology; Auk 24,
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Twenty-fourth Congress of the American Ormnithologists’
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E. Arrigoni degli Oddi, Note sul IV Congresso Ornitologico
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Return of the Alexander-Gosling Expedition; Ibis 1907, 514.
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Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Reise nach Mittel-
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Boyd Alexander, Forschungsreise durch Afrika; Orn. Mntsb.
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Dr. Bruce’s Arctic Expedition; Ibis 1907, 658.
W. Goodfellow [Voyage to New Guinea]; Bull. Br. ©. C. 19,
1907, 100—102.
C. H. B. Grant’s Collection of South African Birds; Ibis 1907,
371—372.
M. Gruner. Reise nach Island; Orn. Mntsb. 15, 1907, 192.
Hass. Sammlung aus Kiautschou; Orn. Mntsb. 15. 1907, 192.
Herrman. Reise nach Bolivien; Orn. Mntsb. 15. 1907, 192.
Kükenthal und Hartmeyer. Reise nach Westindien; Orn.
Mntsb. 15, 1907, 16.
Dr. Merzbachers Reise im Zentral-Tianschan; Ibis 1907,
511—512.
S. A. Neave. Expedition to Katanga; Ibis 1907, 223.
Niedieck. Reise nach Kleinasien; Orn. Mntsb. 1907, 72.
Niedieck und Hilgert. Reise nach Kleinasien; Orn. Mntsb.
15:. 1907, 192:
G. Tessmann. Reise nach dem Fan-Gebiet; Orn. Mntsb. 15,
1907, 192.
R. B. Woosnam. Ruwenzori Expedition; Bull. Br. O. C. 19,
1907, 98—100,
6 II. Aves für 1907.
VI. Personalien, Todesanzeigen, Lebensbilder.
N. E. Janney. Audubens Ornithological Biography; Auk 24.
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R. Heyder, Robert Berge. Nachruf; Orn. Mntsb. 15. 1907,
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Revista Semanal. Ano IV No. 132. San Jose de Costa Rica 1907,
2109— 2110. — Biographie.
Th. H. Douglass. Obituary; Auk 24. 1907, 366.
J. F. Tristan, Alejandro v. Frantzius. Paginas Illustradas.
Revista Semanal. Ano IV No. 128. San Jose de Costa Rica 1907,
2053—2056.
V. Fatio. Obituary; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 165.
R. Blasius, Vietor Fatio. Orn. Mntschr. 32 1907, 122—128.
Albert Girtanner. [Nachruf]; Avicula II. 1907, 94—95.
August Koch. Obituary; Auk 24. 1907, 238—239.
H. Kühn. Obituary by E. Hartert. Novit. Zool. 1907, 340
—341.
G. Leverkühn. The Ormithological Correspondence of the
late Professor Johann Friedrich Naumann; Proc. Fourth. Intern.
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Alfred Newton. By R.B. Sharpe; Brit. Birds I. 1907, 33—39.
— Nachruf mit Bildnis.
Death of Professor Newton; Ibis 1907, 516.
In Memoriam: Alfred Newton; Ann. Scott. Nat. Hist. 1907,
129—-130. Mit Bildnis.
A. Newton. Obituary; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907,
225—230. — Zoologist 11, 1907 272—273. — [Nachruf von
O. Helms]; Dansk. Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 167—168. —
Obituary; Auk 24. 1907, 365—366. — The Emu 7. 1907,
113—115.
G. R. Ockenden. Obituary by E. Hartert; Novit. Zool.
1907, 341—342.
Emile Oustalet. [Nachruf]; Bull. Soe. d’Acclim. France 54.
1907, 41—42. — Obituary, Journ. 8. Afr. Orn. Un. III. 1907,
165—166.
Julius Pungur. Nachruf; Aquila 14. 1907, I-XXXI.
Howard Saunders. [Lebenslauf von A. Chapman.] Mit
Bildnis; British Birds II. 1907, 197—201. — Obituary, Zoologist
11. 1907, 436—438.
II.. Aves für 1907. 7
E. Symonds. Obituary; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907,
167—168. — Mit Bildnis T. 7.
Vietor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen. Zum 60. Geburts-
tage. Von 0. Kleinschmidt. Falco 1907, 99—101.
€. H. B. Tristram. Obituary; Journ. S. Afr. Orn. Union III.
1907, 164—165.
Proposed Memorial to the late Joseph Wolf; Ibis 1907, 656
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Charles Augustus Wright. Obituary; Ibis 1907, 633.
VIE. Anatomie, Physiologie, Entwicklung.
L. Alpheraky. Über die Blinddärme einiger Vögel aus der
Subfamilie Scolopacinae [russisch]; Ann. Mus. St. Petersb. XI.
1906, XXXIV—XXXV. [März 1907.]— Gallinago gallinula und gal-
Iinago haben Caeca von 28—42 und 25—35 mm Länge. Bei
Scolopax rusticola und Galinago maior sind die Blinddärme rudi-
mentär. Bei zwei @. maior fand Verf. nur ein rudimentäres
Caecum.
E. A. Andrews. Some intercellular connections in an egg
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Leide 1907. — Der reichhaltige Katalog bringt als Beigabe auf
14 Tafeln Abbildungen von Vogelskeletten, und zwar: Apteryx
lawryi, Aptenodytes patachonica, Chauna chavaria, Polioaetus
ichthyaetus, Calopezus elegans, Penelope ochrogaster, Podica
senegalensis, Rhinochetus jubatus, Houbara undulata, Pulsatrix
perspicillata, Leptosomus discolor, Bucorvus abyssinicus, Furnarius
rufus, Meliphaga phrygia.
H. Poll und W. Tiefensee. Mischlingsstudien: Die Histologie
der Keimdrüsen bei Mischlingen; Stzb. Ges. naturf. Fr. 1907,
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Bonn 1907, 768—779. |
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der Keimzellen bei Vögelembryonen; Anatom. Hefte Wiesbaden,
Abt. I, 35, 1907, 241—261.
E. Schepelmann. Über die gestaltende Wirkung verschiedener
Ernährung auf die Organe der Gans, insbesondere über die funktio-
nelle Anpassung an die Nahrung. Kritische und experimentelle
Untersuchung. (II. Darm, Pancreas, Leber, Nieren, Keimdrüsen,
Begattungsorgane, Lungen, Milz, Thymus, Schilddrüsen, Neben-
nieren, Oldrüse); Archiv. Entwickl. Mechanik, Leipzig 23, 1907,
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Derselbe. Sur une serie d’embryons monstrueux provenent
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vasculaires et les ilots sanguins dans l’aire opaque des embryons
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[Siehe Carpenter unter Abschnitt XI.]
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experimentell nachgewiesen, indem er Vögel in künstlich erzeugter
feuchter Luft in Gefangenschaft hielt, und damit Abänderungen
erwirkt, wie sie unter geographischen Bedingungen in der Natur
vorkommen.
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A. K. Haagner and R. H. Ivy. A Contribution to our know-
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Un. III. 1907, 1—5 T. 1—2. — Behandelt die Pteryglose der
Gruppe.
F. W. Headley. Wind and Flight; Brit. Birds I. 1907, 115
—121, 143—146, 168—173.
C. R. Hennicke. Die Fänge der Raubvögel; Orn. Mntsschr.
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12 II. Aves für 1907.
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unabhängig von den anderen zu bewegen.
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Vogelfluges; Naturw. Wochenschr. Jena 22. 1907, 26—27.
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des Fluges der Vögel; Orn. Mntsb. 15. 1907, 17—24.
0. Neumann. [Über das Verschießen des Gefieders der
Glanzstare]; Journ. Orn. 55. 1907, 311.
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an Ostrich]; Bull. Br. O. C. 21. 1907, 32.
Derselbe. On the Tail-feathers of the Grebes; Ibis 1907,
472—476. — Beschreibung und Abbildung der degenerierten
Schwanzfedern von Colymbus.
E. Regalia.. Sui numeri eccezionali di Falangi dei Piedi
negli Uccelli; Avicula 11. 1907, 62—64.
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0. Riddle. A study of fundamental bars in feathers; Biol.
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Tidskrift 1. 1907, 49—58. — Unterschiede der Geschlechter,
Biologisches.
H. Schalow. [Das Dunenjunge von /bidorhynchus struthersi];
Orn. Mntsb. 15. 1907, 172.
S. Schaub. Beiträge zur Kenntnis der postembryonalen
Entwicklung der Ardeiden; Zool. Jahrb. Abt. Anat. u. Ontogenie.
25. 1907, 305—403, T. 10. — Behandelt die Entwicklung von
Ardea purpurea vom Moment des Ausschlüpfens bis zum er-
wachsenen Zustand, insbesondere die Entwicklung des Feder-
kleides. Eingehende vergleichende Untersuchungen über Puder-
dunen.
L. C. Schneider. Bemerkungen zu Exner’s Aufsatz: Über
das Schweben der Raubvögel; Arch. ges. Physiol. Bonn 116.
1907. 283—298.
W. Spill. Fernrohrbeobachtungen über den Wanderflug der
Vögel; Naturw. Wochenschr. 22. 1907, 293—296.
II. Aves für 1907. 13
E. Trouessart. Sur une Perruche presentant une curieuse
deformation du bec; Bull. Soc. zool. Paris 32. 1907. 165—166.
H. F. Witherby. [On the moult of Tringa subarquata]; Ibis
1907, 218—220.
W. H. Workman. Description of Wild Ducks’ Down; Zoo-
logist 11. 1907, 107—110. 1
Notiz; Orn. Mntsb. 15. 1907, 104. — [Über Fluggeschwin-
digkeit.]
IX. Varietäten, Bastarde, Mißbildungen, Zwitter.
M. Baudouin. Un cas d’Albinisme chez un Vanellus cristatus
capture en Vende&e; Bull. soc. sc. nat. Nantes (2.) 7. 1907, 89—%.
v. Besserer. [Beschreibung einer partiell albinotischen Kohl-
meise]; Verhandl. Orn Ges. Bayern VII. 1907, 27.
V. Bianchi. Über Melanismus bei Pyrrhula pyrrhula [russisch];
Ann. Mus. Zool. St. Petersb. XI. 1906 [März 1907, IV].
H. B. Bigelow. On Hybrids between the Mallard (Anas
boschas) and certain other Ducks; Auk 24. 1907, 382—388.
F. E. Blaauw. [On a curious variety of Anser segetum];
Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 70—71.
Derselbe. [On two curious hybrid Ducks]; Bull. Br.
0863 19:,1907;.71.
J. Blanc. Un Merle Mauvis albino; Bull. soc. sc. nat. Chalon-
sur-Saöne 33. 1907. 227.
J. L. Bonhote. Some Notes on the Hybridising of Ducks;
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 235—264. — Abbildungen
von Enten-Kreuzungen auf Taf. 9—11, auf Taf. 12 Federn von
Bastarden und Reinblütern.
A. Brooks. A Hybrid Grouse, Richardson’s X Sharp-Tail;
Auk 24. 1907, 167—169 T. 4. — Bastard von Dendragapus richard-
sonii und Pedioeceies columbianus beschrieben.
W. R. Butterfield. [On a variety of Turdus tliacus]; Bull.
Br. 0.5C- 19-1907, .59.
v. Forstner. Partieller Albinismus bei einer Amsel; ÖOrn.
Mntsschr. 32. 1907, 129—130.
A. Ghigi. Sulla forma progenitrice della Faraona domestica
e sugli ibridi di quest’ ultima con Numida ptilorhyncha; Atti del
congresso dei Natural. ital. Milano 1907, 532—539.
Derselbe. Contributio allo studio dell’ ibridismo negli
Uccelli; Rend. Acc. Linczi Roma (V.) 16. 1907, 791—800.
E. Gibson. [On a partial albino of Trupialis defilippii];
Bull. Br... O..,C. 191907943:
W. R. Ogilvie-Grant. [On supposed hybrids between Red
Grouse and Ptarmigan; Bull. Br. O. C. 21. 1907, 36—38.
0. Heinroth. [Über Bastarde im Berliner zoologischen Garten];
Journ. Orn. 55. 1907, 163.
14 II. Aves für 1907.
A. Hugues. Couleur des yeux d’oiseaux albinos; Bull. soec.
zool. Paris 32. 1907, 108.
Derselbe. Couleur des yeux d’oiseaux albinos; Bull.
Soc. zool. France 32. 1907, 108.
0. Kleinschmidt bildet einen Bastard von Ruticilla titys und
phoenicurus ab; Berajah 4. 1907, T. 7.
N. de Leone. Strix flammea a colorazione anormale; Avicula
11. 1907, 30—32.
Derselbe. Strix flammea maschio, a colore anormale;
Boll. Soc. zool. ital. Roma (2.) 8. 1907, 193—194.
6. Lönnberg. Egendomlig dubbelmissbildning hos sparfhök;
Fauna och Flora Uppsala 2. 1907, 212—213.
H. Löns. Gelbschnäbelige Nebelkrähen; Orn. Mntsb. 15.
1907, 143.
E. Ninni. Sopra una Ptilocorys cristata anomala nel Becco;
Avicula 11. 1907, 1—2.
G. Pays-Mellier et E. Trouessart. Sun deux hybrides de Paon
et de Poule cochin-chinoise; ©. R. Acad. Sc. Paris 145. 1907, 1203
— 1205.
D. Seth-Smith. [On an abnormally marked specimen of Munia
flaviprymna]; Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 38—39.
F. Smalley. [On a variety of Somateria mollissima]; Bull.
Br. O. C. 19. 1907, 80—81.
R. Snouckaert van Schauburg. Krähenbastarde in Holland;
Ornith. Jahrb. 18. 1907, 206—208.
J. E. Thayer and 0. Bangs. Another Hybrid Hummingbird —
Selas ‚phor us rufus X Atthis calliope — from California; Auk 24.
1907, 312—313.
E. Trouessart. Sur une perruche prösentant une curieuse
deformation du bec; Bull. Soc. Zool. France 32. 1907, 165—166.
F. M. Woedruff. Malformed Bill of Rose - breasted Grosbeak;;
Auk 24. 1907, 220—221.
Derselbe. [Über Albinos von Motacilla alba, Hirundo
rustica, Garrulus glandarius]; Aquila 14. 1907, 327.
[V el. auch Snouckaert van Schauburg Abschn. XII unter
Holland. ]
X. Palaeontologie.
E. Regalia.. Avifaune Fossili Italiane; Avicula il. 1907,
49—54, 79—84.
XI. Verbreitung, Wanderung.
R. Blasius. [Neue Methoden zur nes des Vogelzuges];
Journ. Orn. 55. 1907, 170—173.
M. Braun. Ältere M arkierungsversuche an Vögeln; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 59—60.
II. Aves für 1907. 15
A. Bütow. Der Zug der Waldschnepfe im Frühjahr 1907;
Waidmann, Berlin 38. 1907, 273—277, 290—295.
F. W. Carpenter. Telescope Observations of Migrating Birds;
Auk 24. 1907, 107—108.
K. Graeser. Witterungseinflüsse auf den Zug der Vögel;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 6—8.
J. H. Gurney. Bird Struck by Lightning; Brit. Birds I.
1907,729.
J. Hegyfoky. Der Vogelzug und die Witterung im Frühling
des Jahres 1906; Aquila 14. 1907, 120—136.
Derselbe. Vogelzug und Wetter; Aquila 14. 1907, 137
— 170. — Einfluß des Luftdruckes auf den Vogelzug.
F. Heim. Neuere Beobachtungen über den Herbstzug des
Stares (Sturnus vulgaris); Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907,
544—553.
0. Herman. On the Migration of Birds; Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, .163—175.
Derselbe. Das Südlicht, wichtige Beiträge zur Winterung
unserer Zugvögel; Aquila 14. 1907, XLII—XLIV. — Über Zug-
beobachtungen in Südafrika.
L. Jones. Aspects of the Spring Migration of 1907; Wilson
Bulletin 19. 1907, 102—109.
K. Kittenberger. Vogelzug im Danakil-Land; Aquila 14.
1907, 175—178.
D. v. Kaygoredofi, Vogelzugdaten aus Sankt Petersburg;
Aquila 14. 1907,.171—174.
0. Kleinschmidt. Zum Wanderfalkenzug im Winter 1906-1907;
Falco 1907, 3.
M. Lesmüller. [Einfluß der Höhenlage auf den Vogelzug];
Verhdl. Orn. Ges. Bayern UI. 1907, 10.
K. M. Levander. Tierphänologische Beobachtungen in Fin-
land 1906. Helsingfors 1907.
F. v. Lucanus. [Über Marcks Arbeit: Einfluß von Winter und
Wetter auf den Vogelzug]; Journ. Orn. 1907, 472—475.
H. Chr. €. Moriensen. Ringfugle; Dansk Ormnith. Foren.
Tidsskr. I. 1907, 144—155. — Über Versuche mit gezeichneten
Vögeln: Ciconia alba, Buteo vulgaris, Milvus vetinus, Astur palum-
barius, Sturnus vulgaris.
A. H. Patterson. Birds and the Great Snow; Zoologist 11.
1907, 81—91. 7
Ant. Reichenow. [Über den Zug von Ciconia ciconia und
Urinator;] Journ. Orn. 1907, 169—170.
E. Rössler. Historijski Podaci o Selidbi Ptica u Hrvatskoj
i Slavoniji; Soceitas Scient. Nat. Croatica Hft. 19. Agram 1907. —
Die historischen Daten über den Vogelzug in Kroatien und Sla-
vonien. Zusammenstellung der phaenologischen Aufzeichnungen
16 II. Aves für 1907.
über den Vogelzug in Kroatien vor Begründung der kroatischen
Ornithologischen Zentrale, also vor 1901, nach Auszügen aus der
Literatur. In kroatischer und deutscher Sprache.
Derselbe. Selidba Ptica u Hrvatskoj i Slavoniji 1901
—1905; Societas Scient. Nat. Croatica. Agram 1907. — Zu-
sammenfassende Bearbeitung des Materials, das von der kroatischen
ornithologischen Zentrale während 5 Jahre, von 1901—05, zusam-
mengebracht und in den Jahresberichten behandelt ist.
Derselbe. Hrvatska Ornitoloska Centrala. VI. Godisnji
Izvjestaj; Societas Scient. Nat. Croatica. Agram 1907. — 6. Jahres-
bericht der Kroatischen ormithologischen Zentrale über das
Jahr 1906.
W. E. Saunders. A Migration Disaster in Western Ontario;
Auk 24. 1907, 108—110. |
Stresemann. Ungewöhnlich starker Herbstzug auf Helgo-
land; Orn. Mntsb. 15. 1907, 44—45.
J. Thienemann. Über Ergebnisse des von der Vogelwarte
Rossitten unternommenen Vogelzugversuches; Ber. bot. zool.
Ver. Danzig 29. 1907, 66—68.
R. I. Ussher. Westward Movement of Birds during Snow;
Zoologist 11. 1907, 33. — Siehe auch ebenda S$. 74, 112, 153, 154.
Weidmann. Comment voyagent les Becasses?; Chasse et
peche Bruxelles 1907. 343.
O0. Widmann. Spring Migration Anomalies in 1907; Wilson
Bulletin 19. 1907, 54—59.
H. Winge. Fuglene ved de danske Fyr; 1906. 24 de Aars-
beretning om danske Fugle; Vidensk. Meddel. Foren. Kbhvn.
1907, 41—108. — Von 35 Leuchtfeuern wurden 1329 verunglückte
Vögel in 65 Arten an das Kopenhagener Museum geschickt.
Zunächst sind die Leuchtfeuer aufgeführt. Es folgen: Aufzählung
der eingesandten Vögel in systematischer Folge, Beobachtungen
des Verfassers bei Kopenhagen, Übersicht der Nächte, in welchen
Vögel an die Leuchtfeuer kamen, mit meteorologischen Ver-
merken, verschiedene Beobachtungen an den Leuchtfeuern, un-
gewöhnliche Begebenheiten im Jahre 1906, Kleine Mitteilungen
von den Färöern.
J. C. Wood. Autumn Warbler Migration; Auk 24. 1907, 322
—eallı
Report on the Immigration of Summer Residents in the
Spring of 1906. By the Committee appointed by the British
Ornithologists’ Club; Bull. Brit. Orn. Club Vol. 20 1907.
Zum Zug des Storches; Orn. Mntsb. 15. 1907, 137.
Zum Tannenheherzug; Orn. Mntsb. 15. 1907, 200.
[Vergl. auch: J. Thienemann, VI. Jahresbericht der
Vogelwarte Rossitten unter Deutschland.]
II. Aves für 1907. 17
XI. Tiergebiete.
Europäisch-Sibirisches Gebiet.
S. A. Buturlin. Neue paläarktische Formen; Orn. Mntsb.
15. 1907, 81—82. — Neu: Francolinus orientalis caucasicus,
Francolinus orientalis sarudnyi, Francolinus orientalis europaeus,
Tetrao urogallus volgensis, N yctala caucasica.
Derselbe. Palaearktische Formen von Picoides Lac£p.;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 9—11.
Derselbe. Die paläarktischen Formen von Syrnium
Savign.; Journ. Orn. 1907, 332—336. — Neu: Syrnium cinereum
sakhalinense (Insel Sachalin), $. uralense nikolskii (Untern Amur).
E. Hartert. Die Vögel der Paläarktischen Fauna. Syste-
matische Übersicht der in Europa, Nord-Asien und der Mittel-
meerregion vorkommenden Vögel. Hft. 4. Berlin 1907. — Ent-
hält den Schluß der Paridae, die Laniidae, Ampelidae, Brachypo-
didae, Campephagidae und den Anfang der Muscicapidae, in
welche Gruppe auch die Sylviidae, Turdidae und Timeliidae ein-
geschlossen werden. Neu sind beschrieben: Lanius excubitor
bianchii, Leptopoecile sophiae deserticola, Hypsipetes amaurotis
stejnegeri, H. a. jakuschima, Oryptolopha burki valentini, Phyllo-
scopus collybita exsul.
Derselbe. Miscellanea Ornithologica. Critical, Nomen-
clatorial, and other Notes, mostly on Palaearctic Birds and their
Allies; Novit. Zool. 1907, 335—339. — Siehe Muscicapa, Uryp-
tolopha, Phylloscopus.
L. Hopf. Der Waldrapp (Comatibis eremita) ein verschollener
europäischer Vogel; Jahresber. Ver. Naturk. Stuttgart 63. 1907,
273—278.
H. Johansen. Neue palaearktische Formen; Ornith. Jahrb.
18. 1907, 198—203. — Neu: Sylvia nisoria sibirica, Sylvia sim-
plex pallida, Pratincola rubetra altaica, Monticola cyanus tenwiro-
stris, Anthoscopus ssaposhnikowi, Certhia familiaris albomaculata,
Emberiza calandra buturlini, Pisorhina scops balcanica.
0. Kleinschmidt. Neue palaearktische Formen; Falco 1907,
103—104. — Neu: Falco hierofalco tschusii, Iynx torquilla tschusii,
Cinclus aquaticus tschusii.
C. Parrot. Zur Systematik der palaärktischen Corviden.
II.; Zool. Jahrb. Gießen 1907, 1—78. — Behandelt vorzüglich
auf Grund des im Münchener Museum befindlichen Materials
Arten der Gattungen Corvus, Coloeus, Pica, CO’ yanopica, Nucifraga,
Garrulus, Perisorius, Pyrrhocorax, Dendrocitta und ÜUrocissa.
Neu beschrieben: Urocissa flavirostris sharpii aus den Zentral-
provinzen Indiens.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (II.) 2
18 II. Aves für 1907.
N. Sarudny. Eine Bemerkung über zwei Formen aus dem
palaearktischen Gebiet; Orn. Mntsb. 15. 1907, 83—84. — Über
Surnia ulula korejewi und O'ynchramus pyrrhuloides korejewi n. Sp.
V. v. Tschusi zu Schmidhoffen. Über palaearktische Formen;
Orn. Jahrb. 18. 1907, 27—30. — Über Apus murinus, A. m.
illyricus n. Sp.
[Siehe auch Reichenow unter Abschn. XIII Syaenziz ]
Deutschland.
W. Baer. Die Brutplätze des Kranichs in Deutschland;
Orn. Mntsschr. 32, 1907, 7—14, 97—104 134—138, 164—171,
196—201, 227—234, 271—278, 300—313 410—418, 432—450.
A. Bau. Ornithologisches aus Vorarlberg; Orn. Jahrb. 18.
1907, 38—39. — Über Glaucidium passerinum, Picoides tridactylus
und Larus minutus in Vorarlberg.
R. Berge. Verspäteter Schwalbenzug bei Zwickau im Herbst
1905; Jahresb. Ver. Naturk. Zwickau 34-35. 1904-5. 1907,
27—33.
Derselbe. Aus dem westlichen Sachsen; Orn. Mntsb.
15. 1907, 43—44.
K. Bertram. Das Vorkommen der Rauchschwalbe und der
Hausschwalbe in der Pfalz; Pfälz. Heimatk. Kaiserslautern 3.
1907, 114—122.
R. Blasius. Ornithologischer Nachlaß des Gymnasial-Ober-
lehrers J. Rohweder; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 18—46, 105—122,
139—146.
B. Borggreve. Erlegung eines Schlangenadlers bei Wies-
baden; Zeitschr. Ornith. Stettin 31. 1907, 169—172.
Derselbe. Erlegung eines Schlangenadlers bei Wies-
baden; Zool. Beobachter 48. 1907 375—3717.
M. Braun. Die Besiedelung Ostpreußens mit Störchen;
Ber. bot. zool. Ver. Danzig 29. 1907, 4 8.
Derselbe, Zahl und Verbreitung des Hausstorches
(Ciconia alba) in Ostpreußen; Schrift. physik. Ges. Königsberg 47.
1907, 141—148,
Derselbe. Die Häufigkeit einiger Vogelarten in Ost-
Schrift. physik. Ges. Königsberg 47. (1906) 1907, 277
—280.
Derselbe. Ornithologische Mitteilungen; Schrift. physik.
Ges. Königsberg 47 (1906) 1907, 285—290.
E. Christoleit [Larus glaucus auf der Kurischen Nehrung];
Orn. Mntsschr. 32. 1907, 160—161.
E. Detmers. Einiges über die Corviden aus der Umgegend
von Lingen a. d. Ems; Zool. Beobachter 48. 1907, 117—120.
Derselbe. Einiges über Raubvögel aus der Umgebung
von Lingen a. d. Ems; Zool. Beobachter 48. 1907, 371—374.
II. Aves für 1907. 19
F. Eppelsheim. Tagebuchnotizen aus Oldenburg in Holstein;
Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 48—67.
Derselbe. Phaenologisches aus Grünstadt in der Pfalz;
Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 262—264.
K. Floerieke. Über die Vögel des deutschen Waldes. Vierte
Auflage. Stuttgart.
A. Fritze. Über zwei große Gerfalken (Falco gyrfalco islandus)
aus der Provinz Hannover; Jahrb. Provinz. Mus. Hannover 1907,
86—87.
L. Geisenhayner, Wirbeltierfauna von Kreuznach unter
Berücksichtigung des ganzen Nahegebietes. 1. Hälfte des III.
Teiles. Vögel. Kreuznach 1907. — Aufzählung von 123 Arten
mit eingehender Besprechung der örtlichen Verbreitung und
Bemerkungen über Aufenthalt und Lebensweise.
J. Gengler. Augustbeobachtungen im Harmersbach- und
Nordrachtale. Ein Beitrag zur Ornis des badischen Schwarz-
waldes; Ornith. Jahrb. 18. 1907, 228—237.
Derselbe. Zur Invasion des rotköpfigen Würgers bei
Mainz 1906 von Wilhelm Schuster; Ornith. Jahrb. 1907, 139.
Derselbe. [Über Monticola cyanus bei Metz erlegt];
Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 28.
0. Haase. Fuglelivet i Fyrreskovene ved Berlin; Dansk
Ornith. Foren. Tidsskr. T. 1907, 76—85. — Das Vogelleben in den
Kiefernwäldern bei Berlin.
W. Hagen. Einige Lübeckische Seltenheiten; Orn. Mntsb.15.
1907, 100—102.
M. Hagendefeldt. Zugdaten zur Vogelwelt der Insel Sylt;
Journ. f. Orn. 1907, 313—331.
Derselbe. Die Raubseeschwalbe (Sterna caspia-tsche-
grava, friesisch Tiarenk) auf dem Ellenbogen der Insel Sylt; Ztschr.
Ornith. Ver. Stettin 31. 1907, 117—118.
F. Helm. Das Vogelleben während des Winters und Frühlings
in dem bewaldeten gebirgigen und ebenen wasserreichen Teile
unseres Vaterlandes; Ber. naturw. Ges. Chemnitz 16. [1903-1907]
1907, 23—41.
W. Hennemann. ÖOrnithologische Beobachtungen im Sauer-
lande im Jahre 1905; Orn. Jahrb. 18. 1907, 30—37.
Derselbe. Mitteilungen über Rackelwild, Kreuzschnäbel,
Zaunammern, Einspiegelige Raubwürger und Schwarzbrauige
Schwanzmeisen aus dem Sauerlande; Jahresb. Prov. Ver. Wiss.
Münster 35. (1906-07) 1907, 64—66.
W. F. Henninger. The Paridae of Germany; Wilson Bullet.
19. 1907, 3—13.
Henrici. Nyeticorax nycticorax Brutvogel in Westpreußen;
Journ. Orn. 55. 1907, 616—620.
DE
=
20 II. Aves für 1907.
Derselbe. Verirrte Grauspechte im Sauerlande; Orn.
Mntschr. 32, 1907, 222—223.
Derselbe. Die Tannenmeise im Sauerlande; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 224—225.
E. Hesse. Beobachtungen in der Umgegend Leipzigs von
Frühling bis Winter 1905; Journ. Orn. 55. 1907, 91—134.
Derselbe. [Locustella flwviatilis bei Leipzig]; Orn. Mntsb.
15.219075, 0188.
R. Heyder. Ciconia ciconia als Brutvogel Westsachsens;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 181—182.
R. Jülicher. [Über Vorkommen von Otis tarda bei Britz-
Buckow, Mark Brandenburg; Brandenburgia, Mntsbl. Ges. f.
Heimatkunde der Prov. Brandenburg. Dez. 1907-08, 368.
0. Kleinschmidt. Die deutschen Wanderfalken; Falco 1907,
37—38.
Derselbe. Ein interessantes Brutpaar von Strix flammea ;
Falco 1907, 38—39.
Derselbe. Eine Exkursion nach Parus salicarius rhe-
nanus;, Falco 1907, 80—84.
Derselbe. Invasion des rotköpfigen Würgers bei Mainz ?;
Ornith. Jahrb. 1907, 140.
F. Knickenberg. Bericht über das Vogelleben im Kreise
Iburg (Berge, Täler, Tannenkomplexe, Hochwälder von Buchen
und Eichen, Feldhölzer, Brüche, Wiesen und Äcker) aus den Jahren
1885—1907. Nach Reichenow’scher Nomenklatur geordnet;
Jahresber. naturw. Verein Osnabrück 16. (1903—1906) 1907,
141—154.
P.L. Köhn. Der Vogelzug auf Helgoland im Frühjahre 1907;
Ornith. Jahrb. 18. 1907, 221—222.
0. Köpert. [Nueifraga macrorhyncha bei Riesa]; Orn. Mntsb.
15. 1907, T8&
F. Koske. Ornithologischer Jahresbericht über Pommern
für 1906; Ztschr. Orn. Ver. Stettin 31. 1907, 97—112, 145—160,
177—188.
H. Krohn. Berichtigung; Orn. Mntsb. 15. 1907, 4—5.
Derselbe. Berichtigung betreffend Piterocles arenarius
Pall., Orn. Mntsb. 15. 1907, 148—149.
Derselbe. Berichtigung betreffend Branta ruficollis (Pall.),
Orn. Mntsb. 15. 1907, 149—150.
Derselbe. Berichtigung betreffend Petronia petronia
(L.); Orn. Mntsb. 15. 1907, 150—151.
Derselbe. Berichtigung betreffend Anser canadensis (L.);
Orn. Mntsb. 15. 1907, 151.
Derselbe. Berichtigung betreffend Carpodacus ery-
thrinus; Orn. Mntsb. 15. 1907, 187.
II. Aves für 1907. 21
Derselbe. Berichtigung betreffend Anser albifrons inter-
medius; Orn. Mntsb. 15. 1907, 187—188.
Derselbe. Berichtigung betreffend Serinus pusilla; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 188.
D erselbe. Urinator arcticus in Schleswig-Holstein; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 189—19%.
K. Kullmann. [Erithacus suscicus auf dem Frühjahrszuge
bei Frankfurt a. M.]; Orn. Mntsb. 15. 1907, 64.
F. Landwehr. Der Rennvogel (Cursorius gallicus) ein seltener
Irrgast des Weserberglandes; Ravensberger Bl. Bielefeld 7. 1907, 14.
Derselbe. Zur Verbreitung des Haubentauchers (Co-
Iymbus cristatus) im nordwestlichen Deutschland; Ravensberger
Bl. Bielefeld 7. 1907, 30—31.
0. Leege. Nachtrag zu den ‚Vögeln der ostfriesischen Inseln‘“;
Orn. Mntsschr. 32. 1907, 246—252.
C. Lindner. [Spätes Vorkommen der Nachtschwalbe]; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 160.
Derselbe. Nachtrag zu meinem vorjährigen Aufsatz
über den deutschen Steinsperling (Petronia petronia); Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 398—410.
H. Löns. Hannovers Vogelwelt einst und jetzt; Monatsschr.
Hannoverland 1. Jan. 1907.
Derselbe. Der Uhu in Nordwestdeutschland; Ornith.
Jahrb. 1907, 134—138.
Derselbe. Die graue Bachstelze, Motacilla boarula L.,
als Tieflandsvogel; Orn. Mntsb. 15. 1907, 5—6.
Derselbe. Brutgebiet des Totanus ochropus (L.); Orn.
Mntsb. 15. 1907, 142—143.
Derselbe. Die Wirbeltiere der Lüneburger Heide. Die
Vögel; Jahreshefte naturw. Ver. Lüneburg 1905—07, 92—114.
M. Lühe. Beobachtungen über den Vogelzug dieses Jahres;
Schrift. physik. Ges. Königsberg 48. 1907, 105—108.
Derselbe. Über ostpreußische und russische Rebhuhn-
formen; Schrift. physik. Ges. Königsberg 48. 1907, 234—236.
Derselbe. Über den Zug der Störche in Ostpreußen.
Schrift. physik. Ges. Königsberg 47 (1906) 1907, 148—157.
Derselbe. Über den Frühjahrsvogelzug des Jahres 1906
in Ostpreußen; Schrift. physik. Ges. Königsberg 47. (1906) 1907,
157— 169.
R. Neubauer. Überwinternde Vögel; Orn. Mntsschr. 32.
1907, 257.
H. Otto. Bemerkungen zu dem Artikel ‚„Ornithologisches
aus Westfalen‘; Zool. Beobachter 48. 1907, 46—52.
Derselbe. Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) im
Rheinlande; zool. Beobachter 48. 1907, 266—268,
22 II. Aves für 1907.
C. Parrot. Materialien zur bayerischen Ornithologie. V.
Fünfter Beobachtungsbericht aus den Jahren 1905 und 1906.
Unter Mitwirkung von C. Bertram, von Besserer, W. Gallenkamp
und J. Gengler; Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 68—264. —
An den allgemeinen Bericht schließen sich an: Sonderbeobachtung
über Zug und Vorkommen von Alauda arvenis, Motacilla alba,
Scolopax rusticola, Hirundo rustica, C'helidonaria urbica von L. V.
Besserer (S. 146—167); Sonderbeobachtung über Zug und Vor-
kommen von Columba palumbus, Columba oenas, Ruticilla tithys,
Ruticilla phoenicura und Cuculus canorus von (. Parrot (S.168—192);
die Frühjahrsbesiedelung 1906 von Hirundo rustica, Cuculus
canorus und Ruticilla tithys in Bayern und Württemberg von
W. Gallenkamp (S. 193—202).
Graf Pocei. [Über das Erlegen eines Exemplars von Urinator
arcticus auf dem Starnberger See am 27. 2. 06]; Verhandl. Orn.
Ges. Bayern VII. 1907, 14.
v. Quistorp. Anser minutus, Zwerggans, neu für Pommern;
Ztschr. Ornith. Ver. Stettin 31. 1907, 26.
A. Reichenow. [Saxicola leucorhoa auf Helgoland erlegt];
Journ. Orn. 55. 1907, 312.
H. Reichling. Die Fischreiherkolonie in Salzbergen; Jahresb.
Prov. Ver. Münster 35. 1906—07, 145—147.
R. Schaber. Ein Seeadler im Thüringerwald; Falco 1907,
2I— 30.
H. Schacht. Die Vogelwelt des Teutoburger Waldes. Nach
eigenen Beobachtungen und Erfahrungen dargestellt und ge-
schildert. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Lemgo 1907.
Derselbe. Ein neuer Brutvogel in Lippe; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 161—162. — Über Serinus serinus.
E. Schäff. Jagdtierkunde. Naturgeschichte der in Deutsch-
land heimischen Wildarten. Berlin 1907.
W. Sehmidt. Kleinere Beobachtungen um Ingelheimzg im
Jahre 1906; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 252—253.
W. Schuster, Invasion des rotköpfigen Würgers bei Mainz
1906; Orn. Jahrb. 18. 1907, 71—172.
Derselbe. Invasion des Ba ea Würgers am hessischen
Rhein; Ber. Ges. Naturk. Gießen (n. F.) 1. (1904—06) 1907, 86—87.
L. Schwarz. Beobachtungen aus der Vogelwelt; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 73—80.
E. Stresemann. [Saxicola oenanthe leucorhoa auf Helgoland];
Orn. Mntsb. 15. 1907, 64—65.
J. Thienemann. Vogelwarte Rossitten; Orn. Mntsb. 15. 1907,
24—29. — Vogelzugverzug. Vorkommen von Branta bernicla.
Derselbe. Vogelwarte Rossitten. Orn. Mntsb. 15. 1907,
177—718. — Ungewöhnlich starker Herbstzug.
IL. Aves für 1907. 23
Derselbe. VI. Jahresbericht (1906) der Vogelwarte
Rossitten der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft; Journ.
Orn. 55. 1907, 481—548.
Derselbe. [Auftreten von Seidenschwänzen]; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 286.
F. Tischler. Zum Zuge der Sperbereule; Orn. Mntsschr. 15.
1907, 57—58.
Derselbe. Zur Verbreitung von Locustella fluviatılis
(Wolf) und Muscicapa parva Bechst. in Ostpreußen; Orn. Mntsb.
15. 1907, 123—126.
Derselbe. Nucifraga caryocatactes macrorhynchus auf
dem Zuge; Orn. Mntsb. 15. 1907, 200.
Derselbe. Die Vögel des Kinkeimer Sees; Schrift. physs
Ges. Königsberg 48. 1907, 101—104.
Derselbe. Parus salicarius borealis als Sspreu@ischen
Brutvogel; Falco 1907, 72—79.
P. Werner. [Ornithologische Notizen aus Westfalen. Kr.
widerung]; Zool. Beobachter 48. 1907, 89— 9.
Derselbe. Ankunft und Fortzug der Mauersegler, ee
apus (L.); Jahresb. Prov. Ver. Wiss. Münster 35. (1906—07)
1907, 100—103.
Derselbe. Einiges über den Bestand der Vogelfauna in
der Umgebung Münsters im Jahre 1907; Jahresb. Prov. Ver.
Wiss. Münster 35. (1906—07) 1907, 112—125.
B. Wiemeyer. Ornithologische Mitteilungen; Jahresb. nn
Ver. Wiss. Münster 35. (1906—07) 1907, 52—53.
Derselbe. Die Vogelwelt des Enkebruchs bei Warstein
einst und jetzt; Jahresb. Prov. Ver. Wiss. Münster 35. (190€—07)
1907, 59—60.
G. Woite. Kleine Beobachtungen aus den Jahren 1905 und
1906; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 159—160.
R. Zimmermann. Zur Avifauna von Rochlitz in Dach
Ornith. Jahrb. 18. 1907, 88—91.
Derselbe. Der Vogelzug auf Hela nach eigenen Beob-
achtungen; Ber. bot. zool. Ver. Danzig 29, 1907, 37—54.
F. Zumstein. Beobachtungen über Emberiza cirlus; Pfälzı
Heimatk. Kaiserslautern 3. 1907, 132—134.
[Siehe auch Stresemann Abschn. XI, weh hEn
unter Abschn. XVII, Systematik.]
Pr
Österreich-Ungarn.
A. Bau. Die Vögel Vorarlsbergs; 44. Jahresbericht d. Vor:
arlberger Museum Vereins, Bregenz 1907, 1—48. — Berichtet
über 275 Arten. Etwa 120 Arten brüten in Vorarlberg.
St. Chernel v. Chernelhäza. Daten zur Vogelfauna Ungarns;
Aquila 14. 1907, 179—187., — Erismatura leucocephala ist auf
24 II. Aves für 1907.
dem See von Velencze häufiger geworden, Anser fabalis neglectus
wurde im März 1904 bei Hortobägy erlegt, innerhalb sieben
Jahren sind 40 Syrnium uralense an verschiedenen Orten ge-
sammelt worden, Ruticilla mesoleuca ist am 8. April 1904 bei
Velenceze beobachtet.
J. Dostäl. Die Edelfalken (Falconinae) in Südmähren;
Ornith. Jahrb. 18. 1907, 217—221.
A. Fritsch. Ornithologische Notizen aus Abbazia; Orn.
Jahrb. 18. 1907, 37—38.
E. Großmann. Uber das Nisten des Olivenspötters in Süd-
Dalmatien; Ornith. Jahrb. 18. 1907, 223.
E. Hausmann. Vorkommen von Bernicla bernicla [in Ungarn];
Aquila 14. 1907, 336.
0. Herman. Noch einmal über den Kahlraben, @eronticus
eremita); Aquila 14. 1907, XXXIII—XLI. — Verf. kommt auf
Grund seiner Untersuchungen zu dem Schluß, daß @. eremita
in Ungarn gelebt habe.
K. Knezourck. Notizen eines Feldornithologen aus Böhmen;
Ornith. Jahrb. 1907, 81—88, 128—134.
Knotek. Zum Zuge des Seidenschwanzes in Obersteier im
Winter 1903/04; Ornith. Jahrb. 1907, 141—142.
F. 6. Kohn. Zur Fauna der Großstadt (Vogelleben in Wien
1900—1907); Zool. Beobachter 98. 1907, 140—145.
D. Lintia /nsere Geierarten in Südungarn; Aquila 14.
1907, 334—336.
Derselbe. Beiträge zum Nisten der Waldschnepfe in
Ungarn; Aquila 14. 1907, 336.
G. Marchi. Note e Osservazioni intorno all’ Avifauna Tri-
dentina; Trento 1907.
E. Nagy. Zug der Wildgänse im Hortobagy; Aquila 14.
1907, 332—334.
Derselbe. Überwinterung von Cyanecula suecica [in
Ungarn]; Aquila 14. 1907, 340.
L. v. Nozdroviezky. Vorkommen von Buteo ferox; Aquila 14.
1907, 337.
| €. Parrot. Reisenotizen aus Südtirol und Oberitalien; Ver-
handl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 28—29.
Ponebsek. [Falco aesalon in Krain]; Orn. Mntsschr. 32. 1907,
1907, 162.
Derselbe. [Falco tinnunculus Wintergast in Krain];
Orn. Mntsschr. 32. 1907, 253— 254.
E. Rzehak, Kommt der Steinsperling in Mähren vor ?; Falco
1907, 58—61.
P. A. Schaffer. Ornithologische Zugbeobachtungen aus
Mariahof 1906; Ornith. Jahrb. 18. 1907, 208—217.
TIL Aves für 1907. 25
J. Schenk. Der Rosenstar im Hortobägy im Jahre 1907;
Aquila 1907, 252—275. — In dem genannten von Heuschrecken
angegriffenen Gebiet erschienen Anfang Juli kleine Flüge von
Rosenstaren. Nach einigen Tagen wuchs die Anzahl auf ca.
30 000 Stück, welche zum Nisten schritten. Verf. gibt eingehende
Daten über das Auftreten der Art in Ungarn, eine Reihe von
biologischen Beobachtungen sowie Mitteilungen über das Brut-
geschäft. Schenk weist nach, daß die hauptsächlichsten biolo-
gischen Eigenschaften des Rosenstares im innigsten Zusammen-
hang stehen und alle durch die Anpassung an eine massenhaft,
‘aber unperiodisch auftretende und kurzlebige Nahrung hervor-
gerufen werden. Eine Abbildung zeigt den Paarungstanz, eine
andere Drainröhren an der Hortobägyer Brücke, die als Nist-
plätze dienten.
Derselbe. Das massenhafte Erscheinen der Uraleule in
Ungarn im Winter 1906/07; Aquila 1907, 276—290. — Der Nach-
weis des Vorkommens von insgesamt über 400 Uraleulen — Juni
1906 bis Juni 1907 allein 190 Stück — in Ungarn wird gegeben.
Das Brüten in dem genannten Gebiet wird in vielen Fällen
nachgewiesen.
Derselbe. Der Vogelzug in Ungarn im Frühjahr 1906.
XIII. Jahresbericht der U. O.C., Aquila 14. 1907, 1—119.
G. Schiebel. Beiträge zur Ornithologie der süddalmatinischen
Insel Lesina; Ornith. Jahrb. 1907, 161—198.
V. v. Tsehusi-Sehmidhoffen. Ornithologische Literatur Öster-
reich-Ungarns und des Okkupationsgebietes 1905; Verh. k. k.
zool. bot. Ges. Wien 1907, 245—274.
Derselbe. Ankunfts- und Abzugszeiten bei Hallein
(1906); Orn. Mntsschr. 32. 1907, 326—331.
Derselbe. [Aufforderung zur Beobachtung des Brütens
von Numenius tenuirostris Vieill. in Ungarn]; Aquila 1907, 330
—33l.
Derselbe. Omithologische Kollektaneen aus Österreich-
Ungarn (Aus Jagdzeitungen und Tagesblättern) 15 (1906); Zool.
Beobachter 48. 1907, 303—312, 337—345.
Derselbe. Einige Seltenheiten der Salzburger Ornis:;
Ornith. Jahrb. 18. 1907, 227.
Das Erscheinen von Ampelis garrula im Winter 1906/07 [in
Ungarn]; Aquila 14. 1907, 339.
Vorkommen von Pastor roseus, Merops apiaster, Otocorys
alpestris, Motacilla xanthophrys und Turdus pilaris in Ungarn;
Aquila 14. 1907, 337—338.
[Siehe auch Rössler Abschnitt XI.]
26 II. Aves für 1907.
Balkan-Halbinsel.
R.B. Lodge. Experiences with Eagles and Vultures in Albania;
Zoologist 11. 1907, 441—445. T. 3.
E. Rzehak. Ampelis garrulus in der Umgebung von Belgrad
in Serbien im Winter 1903/04; Orn. Mntsb. 15. 1907, 147—148.
V.v. Tsehusi. Corvus cornix valachus; Orn. Mntsb. 15. 1907, 11.
Europäisches Rußland.
S. Alpheraky. Ornithologische Notizen aus dem dGouv.
Petersburg [russisch]; Ann. Mus. Zool. St. Petersb. XI. 1906,.
VII—IX [März 1907].
W. Barowsky. Fulica atra im Gouv. Petersburg; Ann. Mus.
St. Petersbourg XI. 1906, XXXV—XXXVI [März 1907].
V. Bianchi. Übersicht der Vögel des St. Petersburger Gouver-
nements [russisch]; Ann. Mus. zool. Ak. St. Petersb. XII. 1907,
86—113. — Liste von 262 Arten.
Derselbe. Mitteilung über Nisten von Asio otus im
Gouv. Petersburg [russisch]; Ann. Mus. Zool. St. Petersb. XI.
1906 [März 1907, V].
Derselbe. [Nisten von Fringilla montifringilla im Gouver-
nement St. Petersburg] [russisch]; Ann. Mus. Zool. Ac. Se. St.
Petersbourg 12. 1907, XX—XXL.
Derselbe. Daten über Erscheinen der Vögel im Früh-
jahr 1907 in der Umgegend von Lebiajie, Gouv. St. Petersburg
[russisch]; Ann. Mus. zool. Ac. Se. St. Petersbourg 12. 1907, XIII
—XX.
A. Brauner. Über Aguila orientalis Cab. im taurischen
Gouvernement; Orn. Jahrb. 1907, 24—27.
Derselbe. Mitteilungen über die im Jahre 1905 im
Gouvernement Stavropol und in der Krim gemachten Exkur-
sionen; Mem. Soc. Nat. Odessa 30. 1907, 113—126.
Derselbe. Vorläufige Mitteilung über den echten Star
(Sturnus vulgaris); Mem. Soc. Nat. Odessa 30. 1907, 127—129.
S. A. Buturlin. Neue Formen aus dem Kaukasus; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 8—9. — Certhia familiaris caucasica, Loxia
curvirostra caucasica, Erithacus rubecula caucasicus.
A. Efimov. Durchzug und Brüten der Vögel am Oberlaufe
der Oka im J. 1906; Izv. Obsc. izsl. prir. Orl. Gub. Kiev. 1
1907, 683—75.
0. Kleinschmidt. Über eine Vogelsendung aus Südrußland;
Falco 1907, 46—47. — Neu beschrieben: Erithacus volgae.
Derselbe. Falco caucasicus forma nova; Falco 1907,
62—63.
A. M. Kobylin. Über einige interessante ornithologische
Funde im Kaukasus; Mitt. Kaukas. Mus. Tiflis 3, 1. 1907, 41—44.
II. Aves für 1907. 27
Th. Lorenz. Tetrao urogallus lugens (Lönnberg); Orn. Mntsb.
15. 1907, 102—104.
Harald Baron Loudon. Zur Ornis der russischen Ostsee-
provinzen; Orn. Jahrb. 18. 1907, 203—206. — Über Circaetus
gallvcus.
F. Rosenberg. Notizen über einige seltene Vogelarten der
russischen Ostseeprovinzen; Orn. Mntsb. 15. 1907, 180—181.
K. Satunin. [Materialien zur Kenntnis der Vögel des Kau-
kasus; russisch]; Schriften Kauk. Abt. k. Russ. Geogr. Ges. 26. 3.
1907. — Aufzeichnungen über 311 Arten. Wertvolle zoogeographi-
sche und biologische Mitteilungen.
[Siehe auch Kaygorodoff und Levander unter Abschnitt XI,
Buturlin unter Abschnitt XIII Systematik].
Dänemark, Irland, Färoer.
K. Barfod. Fuglene og den regnfulde Sommer 1907; Dansk
Ornith. Foren. Tidsskr. 2. 1907, 34—41.
R. Christensen. On Fotografering af vilde Fugle i Frihed.
Mit 5 Tafeln; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. 2. 1907, 19—33.
A. Christiani. Jagttagelser over Fugleträkket i Foraaret
1907 paa Stensmark ved Grenaa; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. 2.
1907, 1—7. — Über den Vogelzug im östlichen Jütland im Früh-
jahr 1907.
M. E. Hansen. Et Besög paa „Madstedborg‘‘; Dansk Ornith.
Foren. Tidsskr. 1. 1907, 93—95. — Vogelleben der Insel Madsted-
borg im nördlichen Jütland.
E. Hartert. [On a new form of Wren from Iceland]; Bull-
Br. O. C. 21. 1907, 25—26. — Troglodytes troglodytes islandicus-
Th. Jörgensen. Fuglekolonier paa Öen Vorsö i Horsens
Fjord; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 95—97. — Über eine
frühere große Kolonie von Phalacrocorax carbo auf der Insel Vorsö,
Ost-Jütland.
M. Klinge. Fuglenes Foraarsträk 1907 ved Esbjerg; Dansk
Ornith. Foren. Tidsskr. 2. 1907, 7—19. — Frühjahrszug der Vögel
1907 im westlichen Jütland.
Derselbe. Sortstrubet Bynkefugl, Pratincola rubicola,
og Rödtoppel Fuglekonge, Regulus ignicapillus, bed Esbjärg;
Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 61—64. — Vorkommen
der beiden Arten in West-Jütland.
A. Koefoed. Skoosneppens, Scolopax rusticula.. Ynglefor-
hold i Danmark; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 58—61.
— Vorkommen von Scolopax rusticola in Dänemark.
C. S. Larsen. Rördrum (Botaurus stellaris), forekommende
ved Faaborg; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 160—161.
28 11, Aryze s tur21907
H. Chr. €. Mortensen. Munkefugl, Sylvia atricapilla, Efter-
aarsforsinket; Dansk Orn. Foren. Tidsskr. I. 1907, 45—49. —
S. atricapilla bis zum 4. Dezember beobachtet.
Niels-Hedin. Jagttagelser af Fuglelivet paa Holmene ved
Samsö; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 85—93. — Vogel-
leben der kleien Insel Samsö im Kattegat.
3. P. Nörgaard. Lidt om Dagrovfuglenes Forekomst som
Yuglefugle i Danmark; Dansk Omith. Foren. Tidsskr. I. 1907,
139—140. — Über Vorkommen einiger Raubvögel und des Raben
in Dänemark.
R. 3. Olsen. En Sommerudflugt til Nordre Rönner; Dansk
Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 38—45. — Vogelfauna der Nordre
Rönner, einer Gruppe kleiner Inseln im Kattegat.
K. Soemundsson. Nyiv eda fagoetir fuglar a Islandi; Reyk-
javık Skyrrsla natturufv. 1907, 25—26.
L. J. Tusch. Liste over Fugle iagttagne paa Bornholm särlig
i Almindingen;, Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 155—160. —
Liste der auf Bornholm beobachteten Vögel.
A. Valentiner. Foraarsträkkel i Rönnede Egnen 1907; Dansk
Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 162—164.
H. Winge. Fortegnelse over Danmarks Fugle; Dansk Ornith.
Foren. Tidsskr. I. 1907, 5—25. — Verzeichnis der Vogelarten,
die aus Dänemark nach der Eiszeit bekannt geworden sind. 303
Arten sind aufgeführt, davon 190 Brutvögel, 45 mehr oder weniger
regelmäßige Gäste, 68 zufällige Gäste. Verschwunden sind: Tetrao
urogallus, Alca impennis, Pelecanus crispus, Picus martius.
Dierselbe. Om dräbte Rovfugle fra en lille dansk Ö;
Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. 2. 1907, 41—45. j
Kleinere Mitteilungen über Vorkommen, Zug und Lebensweise
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[Siehe auch Winge Abschnitt XI.]
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zuführen.
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Bull. Br. O. C. 19. 1907, 57—58. — Siehe auch Butterfield,
ebenda S. 59.
Derselbe. [Vanellus gregarius shot in Kent]; Bull. Br.
0.0.19. 2207,25
Derselbe. On the occurrence of the Black Lark, Melano-
corypha wyeltoniensis (Forst.), on the Sussex and Kent coast;
Hastings Nat. 1. 1907, 63—64.
N. F. Tieehurst. On the Grey Wagtail (Motacilla melanope
Pall.), as a Sussex bird; Hastings Nat. 1. 1907, 60—62, T. 6 u. 7.
Derselbe. The Semi-palmated Sandpiper (Zreunetes
pusillus) in Kent. A New British and European Bird. — Ereunetes
pusillus im September 07 in Romney-March erlegt.
Derselbe. [Sylvia nisoria obtained in Kent]; Bull. Br.
BIT LINE 8%
Derselbe. On the Nesting of a Pair of Herons on Dungeness
Beach; Brit. Birds I. 1907, 97—101.
Derselbe. On the Yellow Wagtails, and their Position
in the British Avifauna; Brit. Birds I. 1907, 133—142.
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Species in Norfolk; Brit. Birds I. 1907, 65—68.
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Additions to our knowledge of British Birds since 1899; Brit.
Birds I. 1907, 52—56, 81—85, 109—114, 147—159, 178—184.
Kleine Mitteilungen über Vögel Großbritanniens; Brit. Birds
I, 1907, 57—59, 89—94, 122—127, 153—159, 185—193, 224—233.
New „British Birds‘; Ibis 1907, 224. — Aufzählung von
14 in England erlegten seltenen Irrgästen.
Notes and Querries. Aves; Zoologist 11. 1907, 30—33, 69
—74, 111—116, 151—160, 193—198, 235—238, 274—275, 307
—309, 352—357, 382—388, 428—435. [Kleine Mitteilungen über
englische Vögel. ]
II. Aves für 1907. 33
Zoological Notes; Ann. Scott. Nat. Hist. 1907, 49—53, 112
— 119, 181—186, 246—250. — Kleinere Mitteilungen über Vögel
Schottlands.
Schweiz.
G. v. Berg. Die Verbreitung der Ammern in der Schweiz;
Verhandl. Orn. Ges. Bayern VII. 1907, 43—47.
H. Fischer-Sigwart. Die Felsenschwalbe in der Schweiz;
Ornith. Jahrb. 1907, 123—128.
Th. Studer und V. Fatio. Katalog der Schweizerischen Vögel.
4. Lieferung. Bearbeitet von G. v. Burg. Bern 1907. — Be-
handelt Accentor alpinus und modularis, Troglodytes parvulus,
Cinclus aquaticus (unter welchem Namen aquaticus, albicollis und
melanogaster zusammengefaßt sind) und die Meisen.
Holland.
F. E. Blaauw. [Linota cannabina caught in Gelderland];
Ball Br 0:C. 19. 1907, 71.
W. R. Ogilvie Grant. [Anser brachyrhynchus and arvensis
shot on the coast of Holland]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 57.
0. Leege. Ein Besuch bei den Brutvögeln der holländischen
Nordseeinseln; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 334—353, 357—-379,
389— 398, 419—432.
R. Snouckaert van Schauburg. Ormnithologische Notizen aus
Holland vom 1. Mai 1905 bis 30. April 1906; Orm. Mntsb. 15.
1907, 126—130.
Derselbe. [Phoenicopterus roseus bei Groningen]; Zool.
Beobachter 48. 1907, 58—59.
Derselbe. Über das Vorkommen von Ruticilla titys in
Holland; Falco 1907, 69—71.
Derselbe. Ornithologie van Nederland. Waarnemingen
van 1 Mei 1905 tot en met 30 April 1906; Tijdsschr. Ned. Dierk.
Vereen. (2.) DI. X Afl. 3 1907, 285—303. — Als besondere Selten-
heiten sind Turdus iliacus coburni, Merops apiaster und Buteo
ferox erwähnt.
Derselbe. Ornithologie van Nederland. Waarnemingen
van 1 Mei 1906 tot en met 30 April 1907; Nederl. Orn. Vereen.
Verslagen en Mededeel. 4. 1907, 25—38. Mit Tafel. — U. a.
Varietät von Perdix perdix beschrieben und abgebildet; mehrere
Enntenbastarde beschrieben.
T. de Vries.. De Tafeleend — Nyroca ferina (L.) — in Fries-
land; Nederl. Orn. Vereen. Verslagen en Mededeel. 4. 1907, 13—22.
Belgien.
St. Dubois. Quelques oiseaux nouveaux ou rares pour la
Belgique; Science et Nature Bruxelles 1907, 135—136, 150—153.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (IL) 3
34 II. Aves für 1907.
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Intern. Orn. Congress 1907, 554—579.
L. Bureau. La Perdrix grise des Pyrenees, Perdix perdix
charrela Lopez Seoane; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907,
494—512, T. 14 u. 15 [Abbildungen der Art], Taf. 16 [Verbreitungs-
karte. — Vgl. hierzu: Reichenow, ebenda S. 41.
C. Cote. Catalogue des Oiseaux du departement de l’Ain;
Ann. Soc. Linn. Lyon 53. (1906) 1907, 79—86.
G. Etoc. La ponte et les stations de ponte des Oiseaux de
France; Naturaliste Paris 29. 1907, 240, 253, 255, 265—266,
276—277.
Magaud d’Aubysson. Le Serin Meridional ou Cini et l’extension
de son habitat en France; Bull. Soc. d’Acclim. France 54. 1907,
87—96.
C. Mailles. Observation sur l’Acclimatation spontanee du
Serin Cini aux environs de Paris; Bull. Soc. d’Acelim. France 54.
1907, 145—147.
de Montlezun. Note sur quelques oiseaux des regions meri-
dionales tues en avril et en mai 1907 dans le departement de
la Hte Garonne et de l’Aveyron; Bull. Soc. Sc. nat. Toulouse 40.
1907, 11—13.
E. Olivier. La Perdrix de Montagne, Perdix montana (Brisson) ;
Bull. Soc. Zool. France 32. 1907, 72—173.
P. Paris. Note sur le Buzard Montagu (Circus pygargus) ;
Bull. Soc. Zool. Pris 32. 1907, 70—71.
E. Peignon. Notices ornithologiques; Bull. Soc. zool. Paris
32. 1907, 144—147.
G. Rogeron. Le Cini; Bull. Soc. d’Acelim. France 54. 1907,
346—349.
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6. Angelini. Un altro esemplare italiano del Larus leu-
copterus; Boll. Soc. Zool. ital. Roma 8. 1907, 271—273.
Derselbe. Nuova cattura dell’ Oedemia fusca (L.) in
provincia di Roma; Boll. Soc. zool. ital. Roma (2.) 8. 1907, 84.
Derselbe. Comparsa del Piterocles alchata setarius (Tem.)
in Sardegna; Boll. Soc. zool. ital. Roma (2.) 8. 1907, 82—83.
Derselbe. La nuova opera „Gli Uccelli d’Italia‘“ del
Prof. G. Martorelli; Boll. Soc. zool. ital. Roma (2.) 8. 1907, 88
—101.
E. Arrigoni Degli Oddi. [Rare Birds in Italy]; Ibis 1907,
363—364. — Larus leucopterus bei Venedig, Larus ichthyaetus auf
Sardinien, ‚„Fuligula homeyeri‘“‘ an der Po-Mündung erlegt.
A. Bonomi. Il Passer italiae nella regione dell’ Alto Adige;
Archivio pe l’Alto Adige Trento 1. 1907, 6—8.
I. Avesfür 1907. 35
G. Carini. Note per un vocabolario ornitologico Bresciano;
Avicula 11. 1907, 34—37, 37—R.
A. Chidini. Lo Zigolo minore (Emberiza pusilla) nei dintorni
del Lago di Lugano; Avicula 11. 1907, 32—34.
F. Chigi. Replica alle ‚Note intorno ai Passeri italiani del
Conte Prof. T. Salvadori‘“; Boll. Soc. zool. Ital. 1907, fasc. 1,
II e III. — Verf. hält seine früher dargelegten Ansichten über
die Formen des Haussperlings, insbesondere die Form valloni
aufrecht.
E. H. Giglioli. Avifauna Italia. Nuovo elenco sistematico
delle specie di uccelli stazionarie, di passaggio o di accidentale
comparsa in Italia. Secondo Resoconto dei risultati della
inchiesta ornitologica in Italia. Firenze 1907. — Zweite auf
Grund der von den ornithologischen Beobachtungsstationen in
Italien angestellten Untersuchungen aufgestellte Liste mit den
in den verschiedenen Provinzen landesüblichen Namen und Be-
merkungen über die Verbreitung. 496 Arten sind aufgeführt,
darunter aber durch seltenen Zufall in das Land getriebene, viel-
leicht nur aus Gefangenschaft entflogene Vögel wie Agelaeus
phoeniceus.
D. Giordano. Specie ornitologiche stazionarie e di passo
delle due Raguse, in Sicilia (1906); Atti del congr. dei Natural.
ital. Milano 1907, 737—743.
N. de Leone. Ricerche ornitologiche nel bacino del Salino.
(Agg. per l’anno 1906); Riv. Abruzzese di Sc. lett. arti Teramo
22. 1907, 6—8.
Derselbe. Nota sul valore specifico delle Acredule
italiano; Boll. Soc. zool. ital. Roma (2.) 8. 1907, 195—202.
R. Magnelli. Delle raccolte ornitologiche in Toscana; Avicula
11. 1907, 67—68.
Derselbe. [Onychoprion fuliginosum in Italia]; Avicula
1. 1907.:42;
6. Mari. Avifauna del circondario di Viterbo; Boll. Soc.
zool. ital. Roma 8. 1907, 363—373.
G. Martorelli. Di alcune nuove apparizioni in Italia di
uccelli migratori Siberiani ed Americani e del moto rotatorio
della Terra sulla direzione generale delle migrazioni; Atti Soc.
Ital. Sc. nat. Milano 46. 1907, 1—30.
P. Pavesi. Ottavo Calendario Ornitologico Pavese; Atti del
Congresso dei Nat. ital. (15. 19. sett. 1906) Milano 1907.
F. Pisani. Avifauna Calabra (Distretto di Rossano Calabro;
Avicula 11. 1907, 113—121.
L. Raggi. Monografia dei Rampicanti italiani. Vade-
mecum per una facile determinazione di qualungque specie di
rampicanti stazionaria o di passaggio in Italia. Tavola riassun-
3*+
36 II. Aves für 1907.
tiva delle dimensioni degli ‚Scansores“ italiani; Avicula 11.
1907, 39—46, 64, 91—93, 108—110.
A. Fuco Rao. Note ornitologiche da servire per la compi-
lazione di una avifauna Catanese; Avicula 11. 1907, 37—38.
E. Ronna. I Paridi italiani; Avicula 11. 1907, 12—19, 74—79.
P. Rosati. Note ornitologiche; Avicula 11. 1907, 68—69.
T. Salvadori. [Melanocorypha yeltoniensis in Piedmont 1808];
Bull. Br. 0. C. 19. 1907, 64.
G. Vallon. Avifauna Friulana. Catalogo degli Uccelli osser-
vati nell Friuli; Boll. Soc. adriat. sc. nat. Trieste 23. 1907, 263
—402. — Schluß der Arbeit, die im ganzen 298 Arten für das
Gebiet anführt. Bei jeder Art Synonymie und Literaturangaben;
italienische, französische, englische und deutsche Namen.
Derselbe. Escursioni ornitologiche nel Friuli; Avicula
11. 1907, 2—9, 54—62, 84-87, 121—130.
G. Zodda. Contributo allo studio degli uccelli sieiliani. Con-
tinuate dal Dott. G. Sturniolo; Avicula 11. 1907, 9—12, 97—101.
Derselbe. Dell’ attitudine mellisuga della Capinera;
Avicula 11. 1907, 25—30.
[La Sula bassana uccisa nella laguna di Chioggia]; Avicula 11.
1907, 46.
Catture di specie rare od avventizie; Avicula 11. 1907, 21
—22, 93—94.
[Siehe auch Hilgert unter Abschn. XVII Systematik,
Kleinschmidt unter Nordafrika.]
Nordafrika.
0. Kleinschmidt. Flückigers Sammelreisen in Algerien.
III. Die Haubenlerchen; Falco 1907, 8&—21. — Abänderungen
von Alauda thekla.
Derselbe. Zum geographischen Variieren von Strix
Athene; Falco 1907, 63—67. — Neu: Strix athene sarda von Sar-
dinien, S. a. ruficolor vom nördlichen Marokko.
Derselbe. Die nordafrikanischen Rotkopfwürger; Falco
1907, 67—68. — Lanius senator flückigeri nom. nov.
A. Koenig. Die Geier Ägyptens; Journ. Orn. 55. 1907, 59
—91, T. 4 u. 5 u. 3 Lichtdrucke. — Die Falconiden Ägyptens;
Journ. Orn. 55. 1907, 391—469, 549—582, T. 14.
Magaud d’Aubusson. Sur les especes d’Oiseaux des genres
Sazicola et Pratincola observes dans la Basse-Egypte; Naturaliste
Paris 29. 1907, 71—72, 84-85.
C. B. Tieehurst. [Remarks on the Blue-headed Wagtail of
the Nile Delta]; Bull. Br. ©. C. 21. 1907, 29. — Über Budytes
pygmaeus Brehm.
I. Aves für 197. 37
V. v. Tschusi zu Schmidhoffen. Über den egyptischen und
tunesischen Fahlsegler; Orn. Mntsb. 15. 1907, 201. — Über Apus
murinus, illyricus und pallidus.
Atlantische Inseln.
E. Sehmitz. Drei neue Vögel für Madeira; Orn. Mntsb. 15.
1907, 45—46. — Neu für Madeira: T'halassidroma leachi, Mergus
serrator, Coccothraustes coccothraustes.
Derselbe. On the Birds of Madeira; Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 1493—453.
Mittel- und West- Asien.
V. Bianchi. Aves expeditionis P. K. Kozlowi 1899—1901.
In: P.K. Kozlow, Mongolei und Kam usw. T. V. [in russischer
Sprache]. 1907. — Behandelt 287 Arten, darunter neue Species
und neue Gattungen. Abgebildet sind Taf. 1 Kozlowia roborowskii
und Emberiza kozlowi, T. 2 Loxia himalayana, Certhia khamensis,
Cinclus przewalski, T.3 Kaznakowia kozlowi, Accipiter nisus lady-
gini, Accentor collaris tibetanus, T. 4 Tetraogallus kozlowi, T. hima-
layensis grombezewskii. Mit Karte der bereisten Gebiete.
M. Härms. Galerida cristata vamberyi nov. subsp.; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 49—51.
E. Hartert. [On the Great Reed-Warbler from Turkestan];
Bull. Br. ©. C. 21. 1907, 26. — Acrocephalus arundinaceus za-
rudnyi n. Sp. N
H. Baron Loudon. Über N. A. Sarudny’s und B. P. Korejews:
Die ornithologische Fauna des Semiretschje-Gebietes; Ornith.
Jahrb. 1907, 143—147.
J. v. Madaräsz. Garrulus lendlii n.sp.; Orn. Mntsb. 15. 1907, 77.
C. Parrot. Aves in: Filchner, Expedition China-Tibet. Zool.
Botan. Ergebnisse. 1907, 126—133. — Besprechung von 16 auf
der Expedition gesammelten Arten. Neu: Erithacus auroreus
filchnert. h
A. Reichenow. [Über den Passer montanus Mittel-Asiens];
Journ. Orn. 55. 1907, 470. — P. montanus iubilaeus n. sp.
N. Sarudny. Über eine neue Grünfinken-Form, Chloris
chloris turkestanicus subsp. nov.; Orn. Mntsb. 15. 1907, 61—63.
[Vermutlich neue Art: Ch. ch. rossika.]
Derselbe. Beitrag zur Kenntnis der Turkestanischen
Caprimulgus-Arten; Orn. Mntsb. 15. 1907, 165—166. — Neu:
Caprimulgus europaeus angeri.
N. Sarudny und H. v. Loudon. Surnia ulula korejewi subsp.
nova; Orn. Mntsb. 65. 1907, 2—3.
Dieselben. Perdix perdix buturlini subsp. nov.; Orn,
Mntsb. 15. 1907, 47—49,
38 II. Aves für 1907.
H. Schalow. Zwei neue Subspezies aus dem zentralen Tien-
schan; Orn. Mn*sb. 15. 1907, 3—4. — Sylvia nisoria merzbacheri
und Acanthis cannabina merzbacheri.
Derselbe. [Über die Vogelfauna Zentralasiens]; Journ.
Orn. 55. 1907, 173—175.
H. F. Witherby. On a Collection of Birds from Western
Persia and Armenia. With Field-Notes by R. B. Woosnam;
Ibis 107, 74—111, T. 2 [Karte].
Nord-China, Japan.
E. Blaekwelder. Research in China. Expedition of 1903—04,
under the Direction of Bailey Willis. Report on Zoology, Class
Aves; Carnegie Instit. of Washington Publication No 54, Researches
in China Vol. I Pt. II p. 483—508 1907. — Behandelt eine Samm-
lung aus dem nördlichen China, den Provinzen Schantung, Tschili
und Schansi, 49 Arten umfassend, die von Ch. W.Richmond
bestimmt sind. Neu beschrieben ist: Olbiorchilus fumigatus idius.
Abgebildet sind auss r dieser Art: Calandrella brachydactyla dukhu-
nensis, Pericrocotus brevirostris, Buchanga leucogenis, Pardaliparus
venustulus, Emberiza yunnanensis und castaneiceps.
E. Hartert. [On a new species of bird from Northern China];
Bull. Br. O. C. 19. 1907, 50—51. — Neu: Larvivora ruficeps.
Derselbe. [On a new species of Bullfinch]; Bull. Br.
0.C. 21. 1907, 9—10. — Pyrrhula owstoni n. sp.
0. Kleinsehmidt. Uber chinesische Vögel vorwiegend aus
der Gegend von Kiautschou; Falco 1907, 94—97.
K. Kothe. Zur Vogelfauna von Kiautschou; Journ. Orn. 1907,
376— 3%.
A. Reichenow. Corvus hassi n. sp., Orn. Mntsb. 15. 1907,
91—52.
Ch. W. Riehmond, s. E. Blackwelder.
Sibirien.
M. P. Anderson. A Collecting Trip in Korea; Condor 9.
1907, 146—147.
A. Birula. [ÜÜber das Leben der Vögel an der sibirischen
Küste] [russisch]; M&m. Ac. Se. St. Petersbourg (8.) 18. 1907.
S. A. Buturlin. Neue ÖOst-Asiatische Formen; Orn. Mntsb.
15. 1907, 79—80. — Neu: C'yanecula suecica robusta, Sitta arctica,
Nyectala magna, Astur caesius, Periparus ater amurensis.
Derselbe. Budytes citreola werae n. sp.; Orn. Mntsp. 15.
1907, 197—198.
A. H. Clark. Eighteen New Species and One New Genus
of Birds from Eastern Asia and the Aleutian Islands; Proc. U.
St. N. M. 32. 1907, 467—475. — Neue Gattung der Finkenvögel:
Tisa, Neue Arten: Lagopus japonicus, Cerchneis perpallida, Bubo
II. Aves für 1907. 39
tenuipes, Syrnium ma, Ardea cinerea jouyi, Phasianus karpowi
buturlini, Lagopus rupestris chamberlaini, Aesalon regulus insignis,
Syrnium uralense japonicum, S. u. hondoense, Dryobates leucotos
coreensis, D. l. ussurianus, Gecinus canus griseoviridis, Pericrocotus
cinereus intermedius, Olbiorchilus fumigatus peninsulae, O. f. amu-
rensis, Remiz consobrinus suffusus, Acredula trivirgata magna.
H. Johansen. Muscicapa atricapilla L. in Westsibirien; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 141—142.
Derselbe. Emberiza pallasi (Cab.) auf dem’ Zuge in
Tomsk; Orn. Jahrb. 18. 1907, 103—103.
Derselbe. Über einige Vögel aus Krassnojarsk; Ornith.
Jahrb. 1907, 121—123. _
H. Baron Loudon. Über N. A. Sarudny’s und B. P. Korejew’s:
Die ornithologische Fauna des Semiretschje-Gebietes; Ornith.
Jahrb. 18. 1907, 143—147. — Übersicht der aufgeführten 305
Arten.
F. Rosenberg. Sechs Wochen in Daghestan; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 51—56.
K. E. Russow. Über den Vogelzug bei Nikolsk-Ussurisk und
Tschita; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 150—156.
[Siehe auch Parrot, Reichenow unter Abschn. XVII
Systematik.]
Afrikanisches Gebiet.
B. Alexander. [On six new species of birds]; Bull. Br. O.
C. 19. 1907, 46—47. — Neu: Cryptospiza sharpei, Callene lopezi,
Bathmedonia talboti, Erythropygia collsi, Caprimulgus claudi,
Caprimulgus goslingi.
Derselbe. [On a new species of Calamocichla]; Bull. Br.
0. C. 19. 1907, 63. — Calamocichla chadensis n. Sp.
Derselbe. [On three new species of birds from the
Ubanghi-river]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 88. — Neu: Mirafra
cranbrooki, Trochocercus kibaliensis, Sycobrotus herberti.
Derselbe. [On two new species of African birds]; Bull.
Br. O0. C. 19. 1907, 104—105. — Neu: Cisticola petrophila und
Amadina sudanensis.
N. Beecari. Contributo alla Avifauna della nn Eritrea;
Ann. Mus. Cic. Genova 43. 1907/08 113—165. |
A. Berger. Cinnyris mariquensis kiwuensis n. sp.; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 181.
Derselbe. Lybius tridactylus ugandae nov. subsp.; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 201—202.
J. A. Bucknill. List of Geese and Ducks which are known
to occur in the Transvaal, with account of known South African
breeding-dates and localities; Journ. South Afr. Orn. Un. I. 1907,
129—132,
40 II. Aves für 1907.
A. L. Butler. Notes on the Red-tailed Bush-Lark (Mirafra
erythropygia); Ibis 1907, 467—472. — Abändern, Lebensweise.
F. Camillo. Catalogo di una collezione di uccelli della Colonia
Eritrea; Atti Soc. Ital. Sc. N. XLVI. 1907, 73—103.
©. G. Davies. Notes on Birds observed and collected in the
Distriets of Port St. Johns, Lusikisiki, Flagstaff, and Bizana,
Pondoland, during the Years 1904 to 1906 and the beginning
of 1907; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 180—206, T. 8. u. 9.
— Aufzählung von 236 Arten, auch biologische Notizen. Auf
den Tafeln sind Nester von Cinnyris amethystinus und Dierurus
ludwigi abgebildet.
C. v. Erlanger. Beiträge zur Vogelfauna Nordostafrikas. V.;
Journ. Orn. 55. 1907, 1—58, T. 1—3. — DBehandelt Oriolidae,
Ploceidae, Fringillidae, Motacillidae, Alaudidae, Zosteropidae,
Certhiidae, Paridae, Nectarinidae. Neu: Plocepasser melano-
rhynchus erlangeri, Estrilda astrild erlangeri, Galerida cristata
somaliensis. Abgebildet sind: Poliospiza collaris, erlangeri,
reichardi, pachyrhyncha, Anthus nivescens, T'metothylacus tenellus.
0. H. Evans. The Ostrich and its allies; Rep. S. Afr. Assoc.
Cape Town (1906) 1907, 54—56.
F. W. Fitzsimons. New Records from Port Elizabeth; Journ.
S. AT Orn. Un: II. 19074 143
C. dal Fiume. Catalogo di una collezione di Uccelli della
Colonia Eritrea; Atti Soc. Ital. Sc. nat. Milano 46. 1907.
W. R. Ggilivie-Grant. [On five new species of birds from
the Ruwenzori]; Bull. Br. ©. C. 21. 1907, 14—16. — Neu: Pyrome-
lana crassirostris, Pytelia belli, Hyphantornis feminina, Malimbus
Jaganı, Cinnamopteryx mpangae.
Derselbe. [On anew Weaver-Finch from Fernando Po];
Bull. Br. ©. C. 21. 1907, 16. — Nigrita alexander n. sp.
Derselbe. [On three new species of birds from the Bahr-
el-Gazal]; Bull. Br. O. C. 21. 1907, 16—17. — Neu: Lagonosticta
butleri, Oisticola butleri, Cristicola wellsi.
Derselbe. [On five new species of birds from the Congo
Forest]; Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 40—42. — Neu: Phyllanthus
czarnikowi, Trochocercus bedfordi, Erythrocercus congicus, Pholi-
dornis denti, Gymnobucco sladeni.
Derselbe. [On a new Species of Swift from the Ruwen-
zori]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 56. — Oypselus maximus n. SP.
Derselbe. [On two new birds from Uganda]; Bull. Br.
0. €. 19. 1907, 86—87. — Neu: Apalis denti und Bleda woosnami.
Derselbe. [Description of the hitherto unknown male
of Campophaga petiti]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 87—88.
Derselbe. [On eight new species of African birds]; Bull.
Br. O. C. 19. 1907, 105—108. — Neu: Cinnyris tanganyicae,
C. marginatus, Anthothreptes carruthersi, Crateropus carrutherst,
Il. Aves für 1907. 41
Muscicapa brevicauda, Barbatula mfumbiri, Estrilda macmillani,
Barbatula sharpei.
Derselbe. Onthe Birds procured by Mr. W. N. Me Millan’s
Expedition to the Sobat and Baro Rivers; Ibis 1907, 578—614.
3. W. B. Gunning. On a new Genus and Species belonging
to the Fringillidae from the Transvaal; Journ. S. Afr. Orn. Un.
III. 1907, 208—210. — Neu: Heliospiza noomeae, ähnlich Ano-
malopsiza.
A. Haagner. [On a new Sunbird from South Africa]; Bull.
Br. O0. C. 21. 1907, 11. — Cinnyris olivaceus daviesi n. Sp.
Derselbe. The Birds of Albany Division, Cape Colony;
Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 76—116, T. 3—6. — Auf Taf.
3 u. 4 Abbildungen von Eiern, auf Taf. 5 u. 6 Buteo jakal und
Horst.
Derselbe. A full List of the more recent Works and
Papers published on South African Birds; Journ. S. Afr. Orn.
Un. III. 1907, 206—208.
Derselbe. [On a new species of Sunbird from Pondo-
land; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 214—215. — Cinnyris
olivaceus daviesi.
E. Hartert. [On two new African birds]; Bull. Br. O. C. 21.
1907, 10—11. — Andropadus ansorgei, Ploceus rubiginosus cin-
namominus.
Derselbe. [On new species of African birds]; Bull. Br.
O0. C. 19. 1907, 81—85. — Neu: Xenocopsychus ansorgei, Certhi-
lauda albofasciata erikssoni, C. a. obscurata, Mirafra hypermetra
gallarum, Serinus striolatus graueri, Turdinus moloneyanus iboensis.
Derselbe. [Some remarks on the subspecies of Mirafra
africana]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 92—94.
Derselbe. [Apalis ansorgei identical with Zremomela
atricollis]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 94—95.
Derselbe. [On new African birds]; Bull. Br. O. C. 19.
1907, 95—98. — Neu: Erythropygia reichenowi, E. paena dama-
rensis, E. p. benguellensis, Calamonastes fasciolatus pallidior,
Sylvietta ansorgei, Criniger barbatus ansorgeanus.
Derselbe. Notes on African Birds. I; Novit. Zool. 14.
1907, 484—503. — Behandelt Ploceiden, führt 45 Arten mit den
Fundorten der im Tring-Museum vorhandenen Bälge auf, bei
einzelnen Arten kritische Bemerkungen über Namen und Kenn-
zeichen. Neu: Plocepasser mahali ansorgei, Malimbus malimbica
melanobrephos.
0. Heinroth. [Hippolais hippolais in Kamerun]; Journ. Orn.
55.1907 ,,.156.
E. Lönnberg. Notes on Birds collected in the Congo Free
State by the Swedish Missionary K. E. Laman; Arkiv för Zoologi
27 No:21> 1907.
42 II. Aves für 1907.
A. Menegaux. Catalogue des Oiseaux rapportes par M. et
Mme. Ph. de Vilmorin du Soudan egyptien; Bull. Mus. d’hist.
nat. Paris 1907, 6, 385—401.
S. A. Neave. On a collection of birds from N. E. Rhodesia;;
Mem. Lit. Phil. Soc. Manchester 51. 1907, 1—104.
0. Neumann. Ein neuer Salpornis; Orn. Mntsb. 15. 1907,
52. — Salpornis spilonota erlangeri n. SP.
Derselbe. Neue Vogel-Arten aus Nordost- und Ost-
Afrika; Journ. Orn. 55. 1907, 593—597. — Neu: Coracias caudatus
suahelicus, Caprimulgus stellatus simplex, Batis mystica, Campe-
phaga rothschildi, Laniarius funebris rothschildi, Lanius antinorii
manuritii, Ploceus flavissimus, Pyromelana flammiceps rothschuldi,
Estrilda astrild massaica, nyassae und nyansae, Anthoscopus
rothschildi.
Derselbe. Revisionen afrikanischer Vogelgruppen; Journ.
Orn. 55. 1907, 343—379. — Über Barbatula, Batis, Nilaus und
Telophonus (siehe unter Systematik).
Derselbe. Neue afrikanische Webefinken; Orn. Mntsb.
15. 1907, 166—168. — Neu: Spermestes bicolor permista, Estrilda
larvata togoensis, Lagonosticta rubricata hildebrandti, L. r. haemato-
cephala.
Derselbe. Ein neuer Turaco; Orn. Mntsb. 15. 1907, 198.
— Neu: Turacus corythaiz phoebus.
Derselbe. Neue und verkannte Frankoline; ÖOrn.
Mntsb. 15. 1907, 198—200. — Neu: Francolinus icterorhynchus
emini, F. ugandensis, F. clappertoni heuglinv.
Derselbe. Über einige afrikanische Trappen; Journ. Orn.
55. 1907, 306—308. — Neu: Otis kori struthiunculus, Otis adolfi-
friederici, Otis arabs stieberi, Otis ruficrista hilgerti.
A. Reichenow. Turacus ugandae n. sp.; Orn. Mntsb. 15.
1907, 4.
Derselbe. Zwei neue afrikanische Arten; Orn. Mntsb.
15. 1907, 60. — Apus melanonotus und COrsticola isabellina.
Derselbe. Neue afrikanische Arten; Orn. Mntsb. 15.
1907, 171—172. — Neu: Bradornis parvus, Schoenicola brunneiceps.
Derselbe. Neue Arten; Orn. Mntsb. 15. 1907, 200—201.
— Neu: Cinnyris manoensis, Phyllastrephus ugandae, Diuca
behni (Bolivien).
Derselbe. Neue Arten aus dem Fan-Gebiet (südlich
Kamerun) in Westafrika; Orn. Mntsb. 15. 1907, 146—147. —
Neu: Psalidoprocne tessmanni, Pedilorhynchus tessmanni, T’heris-
ticus brevirostris.
II. Aves für 1907 43
Derselbe. [Über einen neuen afrikanischen Busch-
würger]; Journ. Orn. 55. 1907, 470. — Malaconotus melinoides n. sp.
T. Salvadori. Collezione di Uccelli delle vicinance del Lago
Moero, nell’ Africa centrale raccolti dal Dott. Ascenso; Boll.
Mus. Zool. Anat. comp. Torino 32. No 570 Agosto 1907. — 60
Arten, darunter neu: Psalidoprocne pallidigula, Maeronyx ascenst.
D. Seth-Smith. [COryptolopha budongoensis n. sp.]; Bull. Br.
840221. 1907, 12:
Derselbe. [On the male of Spermospiza rubricapilla];
Bull. Br: O.,C:.19.: 1907, 110.
Derselbe. Field-Notes on the Columba wnicinceta of
Cassin; Ibis 1907, 464—467.
R. B. Sharpe. [On a curious specimen of a Coly from Lyden-
burg district]; Bull. Br. O. C. 21. 1907, 31—32. — Colius kir-
byi n. sp.
Derselbe. On further Collections of Birds from the
Efulen District of Camaroon, West Africa. With Notes by the
Collector, G. L. Bates. Part IV; Ibis 1907, 416—464, T. 10. —
Neu: Dendropicus camerunensis. Abgebildet Diaphorophyia an-
sorgei und chlorophrys.
R. Sparrow. Notes on the Birds observed during a Shooting-
trip in Portuguese East Africa; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907,
174—180.
6. F. M. Swynnerton. On the Birds of Gazaland, Southern
Rhodesia; Ibis 1907, 30—74, 279—311, T.1 [Abbildung von
Erithacus swynnertoni.]
Derselbe. [On two new Flycatchers from Gazaland];
— Neu: Batis erythrophthalma und Trochocercus megalolophus.
E. Symonds. Some additional Notes on the Birds of the
Kroonstad District, Orange River Colony; Journ. S. Afr. Orn.
Un. III. 1907, 42—51.
C. H. Taylor and J. A. Bucknill.e Notes on a Collection of
Birds made in the Amsterdam District upon the Transvaal-
Swazieland Border between the Months of June and October,
1906; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 12—42.
F. Thomsen. Locust Birds in the Transvaal; Journ. S. Afr.
Un. III. 1907, 56—75.
G. Turner. Notes on some Birds observed during a Shooting-
trip in Portuguese East Africa; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907,
51—56.
Occurrence of Amadina fassiata in South Africa; Journ.
S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 141—.142.
South African breeding-dates and localities; Journ. S. Afr.
Orn. Un. III. 1907, 129—132.
[Siehe auch C. Hilgert unter Abschn. XVII Systematik,
Sclater unter Abschn. XIIT.]
44 II. Aves für 1907.
Madagassisches Gebiet.
A. Menegaux. Liste des oiseaux rapportes en 1906 par
M. Geay du sud-ouest de Madagascar; Bull. Mus. d’hist. nat.
Paris 1907, 2, 104—113.
E. Lönnberg. Den röda Mauritiusrallen (Aphanapteryx
broecki); Fauna och Flora Uppsala 2, 1907, 149—151.
Indisches Gebiet.
H. R. Baker. Some birds of Singapore; Journ. Nat. Hist.
Soc. Bombay 17. 1907, 755—764.
RE. €. St. Baker. Birds of Khasia Hills; Journ. Nat. Hist.
Soc. Bombay 17. 1907, 783—795, 957—975.
Derselbe. Additional Cuckoo Notes; Journ. Nat. Hist.
Soc. Bombay 17. 1907, 876—894.
R. M. Betham. Further Notes on Bird’s nesting round
Quetta; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 828—832.
Derselbe. Breeding of the Common or Grey Quail
(Coturnix communis) and the Desert Lark (Alaemon desertorum) ;
Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 848.
P. R. Cadell. The vernacular names of some Indian Ducks;
Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 1028—1029.
J. Clemens. Notes from the Philippines; Condor 9. 1907,
92—93. — Über Pithecophaga jeffert.
E. Comber. Occurrence of the Bittern (Botaurus stellaris)
in Southern India; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 1037.
G. Dalgliesh. Nesting of the Coot (Fulica atra) in India;
Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 1013.
Derselbe. Familiar Indian Birds. London 1907.
Derselbe. Some Common Indian Birds; Zoologist 11.
1907, 146—150, 188—192.
C. H. Donald. Hodgson’s Hawk-eagle (Spizaetus nepalensis) ;
Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 824—825.
Derselbe. Nesting of the Hobby (Falco severus) in
India; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 841—842.
0. Finsch. Neue Arten zur javanischen Ornis; Journ. Orn.
55. 1907, 301—305. — Neu: Zosterops maxi, Chibia ter-meuleni.
R. Germain et E. Oustalet. Catalogue des Oiseaux de la
Basse-Cochinchine; Bull. Soc. d’Acel. France 54. 1907, 43—5l,
83—86, 148—154.
W. R. Ogilvie-Grant and J. D. La Touche. On the Birds
of the Island of Formosa; Ibis 1907, 151—198, 254—279, T. 3
u. 4. — Enthält eine vollständige Liste der Vögel Formosas, im
ganzen 260 Arten, von denen 50 der Insel eigentümlich sind.
Aufzählung der Literatur. Abbildung von Regulus goodfellowi
und /anthia johnstoniae. Neu: Actinodura rippont.
II. Aves für 1907. 45
E. Hartert. On some rare Species of the Genus Larvivora
from China; Ibis 1907, 621—623, T. 13.
Ch. M. Inglis. The Bronze-capped Teal (Kunetta falcata) in
Tuhut; Journ. Nat. Hist. nat. Bombay 17. 1907, 1015.
A. M. Kinloch. The nesting of the Rufous bellied Hawk-
eagle (Lophotriorchis kieneri); Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17.
1907, 1027—1028.
H. A. Magrath. Occurrence of the waxwing (Ampelis garrulus)
in Bannu; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17. 1907, 1037.
R. €. Me Gregor. Notes on a collection of birds from the
Island of Basilan with descriptions of three new species; Philippine
Journ. Sc. Manila 2. 1907, 279—291. — Neu: Thriponax multi-
lunatus, Pitta fastosa, Orthotomus mearnst.
Derselbe. Description of four new Philippine birds;
Philippine Journ. Sc. Manila 2. 1907, 292—294. — Neu: Turnız
celestinoi, Zosterornis affinis, Pardaliparus edithae und albescens.
Derselbe. The oceurrence of Blyth’s Wattled Lapwing
and the Scaup Duck in the Philippine islands; Philippine Journ.
Se. Manila 2. 1907, 295. — Über Microsarcops cinereus und Fuli-
gula marila.
Derselbe. Note on a bird unrecorded from Mindanao;
Philippine Journ. Sc. Manila 2. 1907, 296. — Über Rhabdornis
inornata.
Derselbe. Notes on specimens of the Monkey-eating
Eagle (Pithecophaga jefferyi Grant) from Mindanao and Luzon;
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Derselbe. The birds of Bohol; Philippine Journ. Se.
Manila 2. 1907, 315—335. — Neu: Phapitreron albifrons, Otus
boholensis, Zosterops laeta, Eudrepants decorosa.
Derselbe. The birds of Batan, Camiguin, Y’Ami and
Babuyan Claro, islands north of Luzon; Philippine Journ. Sc.
Manila 2. 1907, 337—351 mit 5 Tafeln. — Neu: Terpsiphone
nigra, Zosterops batanis, Sphenocercus australis, Camiguinia (n. g.)
personata, Hwypsipetes camiguinensis, Hyloterpe lex, Zosierops
meylert.
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Derselbe. Descriptions of a new genus and nine new
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penteri, Rhipidura hutchinsoni, Hypsipetes batanensis, Merula
46 II. Aves für 1907.
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halconensis.
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II. Kl. 1907, 151—286. — Die kleine Insel Banka ist von dem
südöstlichen Sumatra durch eine schmale Meerenge getrennt.
Ihre Vogelfauna zeigt viele Beispiele einer Übereinstimmung mit
den Faunen von Sumatra, Malacka und Borneo. Neu werden be-
schrieben: Megalaema haemacephala delica [wohl identisch mit
indica Lath.? Ref.] ‚M. dwvauceli borneonensis, Rhamphococcyx
curvirostris singularis, (eyx rufidorsa robusta, Pitta atricapilla
rothschildi, Pycnonotus aurigaster martini, Sitta frontalis hageni,
Treron nipalensis harterti, Turtur tigrinus minor. Tringa canutus
wurde noch Mitte Mai im Hochzeitskleide auf Banka gesammelt.
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—483. — 197 Arten sind mit den Fundorten und Daten auf-
geführt, darunter neu: Hypotaenidia brachypus alberti, Poecilo-
dryas leucops albigularis, Olytomyias insignis oorti, Edoliisoma
montana minus, Myzomela obscura meeki, Ptilotis meekiana.
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A. P. Smith. The Thick-billed Parrot in Arizona; Condor 9.
1907, 104.
Derselbe. Summer Notes from an Arizona Camp;
Condor 9. 1907, 196—197.
B. H. Swales and P. A. Taverner. Recent Ornithological
Developments in Southeastern Michigan; Auk 24. 1907, 135—148.
P. A. Taverner and H. B. Swales. The Birds of Point Pelee;
Wilson Bulletin 19. 1907, 37—54, 82—99, 133—153.
3J. E. Thayer and 0. Bangs. A new race of the California
Thrasher from Lower California; Proc. New Engl. Zool. Cl. 4.
1907, 17—18.
Dieselben. Birds collected by W.W. Brown jr. on Üerros,
San Benito and Natividad Islands in the Spring of 1906, with
Notes on the Biota of the Islands; Condor 9. 1907, 77—81.
Dieselben. Catalog of Birds collectted by W. W. Brown jr.
in Middle Lower California; Condor 9. 1907, 135—140.
Ch. W. Townsend. Along the Labrador Coast. With illu-
strations from Photographs and a map. Boston 1907.
Ch. W. Townsend and 6. M. Allen. Birds of Labrador;
Proc. Boston Soc. N. H. 33. 1907, 277—-428, T. 29.
H. L. Ward. King Eiders at Milwaukee. — A correction;
Bull. Wis. Nat. Hist. Soc. Milwaukee (n. s.) 5. 1907, 136—137.
A. T. Wayne. Observations on some Birds procured near
Charleston, South Carolina; Auk 24. 1907, 377—382.
0. Widmann. A preliminary catalogue of the birds of Missouri;
Trans. Ac. Se. St. Louis, Mo. 17. 1907, 1—288.
G. Willett. Summer Birds of a Prairie Lake; Condor 9. 1907,
105—106.
R. W. Williams jr. Additional Notes on the Birds of Leon
County, Fiorida; Auk 24. 1907, 158—159.
Derselbe Game Commissions and Wardens, their
Appointment, Powers, and Duties; U. S. Dep. of Agriculture,
Biological Survey. Bulletin No 28. 1907, 1—285.
W.C. Wood. Additions to the ‚Autumn Birds of les Cheneaux
Islands“; Wilson Bulletin 19. 1907, 27—28.
II. Aves für 1907. 55
F. M. Woodruff. The Birds of the Chicago Area; Chicago
Academy of Nat. Se. Bulletin No 6 of the Nat. Hist. Survey.
1907, 1—221.
General Notes; Auk 24. 1907, 94—111, 211—227, 337—349,
435—450.
Kleinere Mitteilungen über Vögel der Vereinigten Staaten;
Wilson Bulletin 19. 1907, 30—34, 71—74, 118—120, 162—165.
From Field and Study; Condor 9. 1907, 27—28, 58—60,
109—111, 161—162, 198&—199.
[Siehe auch Abschnitt XIII unter Lebensweise und Jourdain
unter Nisten.]
Südamerikanisches Gebiet.
0. Bangs. A new race of the Hepatic Tanager; Proc. Biol.
Soc. Washington 20. 1907, 29—30. — Piranga hepatica dextra.n. sp.
Derselbe. An Owl, Rhinoptynz clamator (Vieill.), added
to the Costa Rican Ormis; Proc. Biol. Soc. Washington 20. 1907,
31—32.
Derselbe. A new race of the Mangrove Cuckoo, from
Grenada and the Grenadines; Proc. Biol. Soc. Washington 20.
1907, 53—54. — Neu: Coceyzus minor grenadensis.
Derselbe. A new Spiny-Tail from the Sierra Nevada
de Santa Marta, Colombia; Proc. Biol. Soc. Washington 20. 1907,
55. — Neu: Siptornis hellmayri.
Derselbe. On a Collection of Birds from Western Costa
Rica; Auk 24. 1907, 287—312. — Neu: Micrastur interstes, @Gymmo-
cichla nudiceps erratilis, Synallazis albescens latitabunda, Dendro-
colaptes sanctithomae hesperius, Leptopogon pileatus Jaustus,
CO'yanerpes lucidus isthmicus, Buarremon costaricensis.
Derselbe. Onthe Wood Rails, genus Aramides, oceurring
north of Panama; Amer. Nat. Boston 41. 1907, 177—187.
H. v. Berlepsch. Descriptions of new Species and Conspecies
of Neotropical Birds; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907,
347—371. — Neu: Heleodytes harterti von Colombia, ähnlich
H. albibrunneus; Basileuterus bivittatus chlorophrys von West-
Ecuador; Calospiza formosa sincipitalis von Mittel-Brasilien;
Phoenicothraupis rubica amabilis von Nordost-Bolivien; C'hloro-
thraupis carmioli frenata von Ost-Peru; Phrygilus alaudınus
excelsus von Ost-Bolivien und Ost-Peru; Poospiza hypochondriaca
affinis von Tucuman; Agriornis livida fortis von Ost-Patagonien ;
Myiotheretes striaticollis pallidus von Tucuman; Ochthoeca leuco-
phrys tucumana von Tucuman; O. polionota pacifica von West-
Bolivien; Todirostrum hypospodium von Columbia, ähnlich T.
schistaceiceps, Todirostrum schulzi von Para, ähnlich 7. schista-
ceiceps; Idioptilon rothschildi n. g. et p. Tyrannidarum, ähnlich
Lophotriccus, von Cayenne; Pogonotriccus venezuelanus von Vene-
56 II. Aves für 1907.
zuela; Mecocerculus hellmayri von Ost-Bolivien; Tyranniscus
petersi von Venezuela, ähnlich 7. vilössimus, Capsiempis leucophrys
von Bogota, ähnlich ©. flaveola; Ootinga simoni von Südwest-
Colombia, ähnlich ©. ridgwayi; Synallaxıs fuscipennis von Ost-
Bolivien, ähnlich $. frontalis, T'hripadectes bricenoi von Vene-
zuela, ähnlich 7%. flammulatus; Th. sclateri von Südwest-Colombia ;
Philydor columbianus bolivianus von West-Bolivien; Thamno-
philus heterocercus von Ost-Bolivien, ähnlich Th. ambiguus; Th.
connectens von Ost-Bolivien, ähnlich Th. dinellii; Nothoprocta
ornata rostrata von Tucuman.
0. Dearhorn. Catalogue of a collection of birds from Guate-
mala; Field Mus. Nat. Hist. Chicago Publ. Ornith. Ser. 1. 1907,
1—138.
C. Chubb. [On a new species of Sisopygis from Bolivia];
Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 63—64.
R. Crawshay. The Birds of Tierra del Fuego. London 1907.
— Nach einer allgemeinen Schilderung des Landes zählt Verf.
die (79) Vogelarten mit den wichtigsten Synonymen, Angaben
über Verbreitung und Lebensweise auf.
G. Hagmann. Die Vogelwelt der Insel Mexiana, Amazonen-
strom; Zool. Jahrb. 26. 1907, 11—62, T. 2—6. — Verf. führt
auf Grund eigener Sammlungen und Beobachtungen 123 Arten
auf mit eingehenden biologischen Beobachtungen. Am Schluß
eine Liste der nach Wallace und dem Verf. bisher auf Mexiana
nachgewiesenen Arten. Die Tafeln enthalten Landschaftsbilder
und Abbildungen von Eiern in Schwarzdruck.
E. Hartert. [On a new subspecies of Ammodramus from San
Domingo]; Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 73—74. — Ammodramus
savannarum intricatus n. SP.
C. E. Hellmayr. [On a new species of Cardinal from the
interior of Brazil]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 43. — Neu: Paro-
aria baeri.
Derselbe. [On new Birds from Brazil]; Bull. Br. O. C.
19. 1907, 51—55. — Neu: Selateria schistacea humaythae, Anoplops
hoffmannsi, Synallazis simoni, Phoethornis affinis ochraceiventris,
Nonnula selateri.
Derselbe. [On two new Spine-tailed Swifts from South
America]; Bull. Br. O0. C. 19. 1907, 62—63. — Neu: Chaetura
chapmani und meridionalis.
Derselbe. [On new forms of South American birds];
Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 74—76. — Neu: Synallaxis mazimilianı
argentina, Cistothorus platensis meridae.
Derselbe. [Remarks on some South-American birds];
Bull. Br. O. C. 19. 1907, 76—77. — Über Synallazis moreirae,
Scytalopus speluncae und Musciphaga obsoleta.
II. Aves für 1907. 57
Derselbe. Another Contribution to the Ornithology of
the Lower Amazons; Novit. Zool. 14. 1907, 1—39. — Behandelt
Sammlungen von W. Hoffmanns, 78 Arten von Santarem und
42 von Obidos. — Neu: Synallaxis rutilans amazonica und tertia.
Derselbe. On a Collection of Birds from Teffe, Rio
Solimoes, Brazil; Novit. Zool. 1907, 40—91. — Behandelt 108
von Hoffmanns gesammelte Arten, darunter neu: Pipra hoff-
mannsi, Dysithamnus schistaceus heterogynus, Thammomanes caestius
persimilis, Rhamphocaenus melanurus amazonum.
Derselbe. On a Collection of Birds made by Mr. W.
Hoffmanns on the Rio Madeira, Brazil; Novit. Zool. 14. 1907,
343—412, T. 3. — Unter den besprochenen 197 Arten sind zwei
neue: Cypsnagra ruficollis pallidigula, Nemosia flavicollis centralis.
Abgebildet: Anoplops melanosticta und hoffmannsi 3 2.
Derselbe. [On anew Humming-bird from Goyaz]; Bull.
Br. O0. C. 21. 1907, 27. — Thalurania eriphile baeri n. sp.
Derselbe. [Remarks on Todirosirum picatum and capitale];
Bull. Br. O. C.21. 1907, 28.
H. e R. v. Ihering. Catalogos da Fauna Brazileira editados
pelo Museu Paulista, S. Paulo-Brazil. Vol. 1. As Aves do Brazil.
Sao Paulo 1907. — Führt 1559 Arten für die Provinz St. Paulo
an, wozu noch eine Anzahl Nachträge kommt. Bei jeder Art
Angaben über allgemeine Verbreitung und die Fundorte der im
Museum vorhandenen Stücke, gelegentlich auch einige Hinweise
auf die Literatur. Sarkidiornis sylvicola nom. nov. für 8. carun-
culata Leht. nec Vieill.e Neu beschrieben sind: Dendrocolaptes
plagosus tardus vom Amazonas, Guracava (n. g. Tyrannidarum)
diffieilis von Rio Janeiro, Emberizoides macrourus itarareus von
S. Paulo, E. macrourus ypiranganus von Ypiranga. Auf der
beigegebenen Karte 1 ist die Verteilung von Wald und Steppe
in Südamerika angegeben, Karte 2 zeigt die faunistischen Gebiete
Brasiliens: Amazonische Fauna, Mittelbrasilianische und Küsten-
Fauna.
K. Kothe. [Über einen anscheinend neuen Rhynchotus aus
Argentinien]; Journ. Orn. 55. 1907, 163—164. — Rhynchotus
pallescens.
P. R. Lowe. On the Birds of Blanquilla Island, Venezuela;
Ibis 1907, 111—122.
Derselbe. On the Birds of Margarita Island, Venezuela;
Ibis 1907, 547—570.
M. de Marchi. I Trochilidi dell’ Argentina; Atti del Congresso
dei Naturalisti Italiani Milano 1906; 1907. — 16 Arten werden
mit Synonymie, Beschreibung, Verbreitung ausführlich ab-
gehandelt, zum Schluß ausführliche Mitteilungen über Lebens-
weise und Pflege in Gefangenschaft.
58 II. Aves für 1907.
W. Rothschild. [On a new Parrot from Brazil]; Bull. Br.
O. C. 19. 1907, 48—49. — Conurus canibuccalis n. Sp.
T. Salvadori. [On the alleged extinction of O’hrysotis bouqueti];
Ibis 1907, 365—366.
E. Simon. Liste des Trochilides observes par M. le Dr. Rivet
dans la Republique de l’Ecuador; Bull. Museum Paris 1907,
16—23.
E. Snethlage. Neue Vogelarten aus Südamerika; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 193—196. — Neu: Sporophila leucoptera aequa-
torialis, KEuscarthmus johannis, Euscarthmus zosterops minor,
Euscarthmus griseipectus, Serpophaga pallida, Myiobius erythrurus
hellmayri, Grallaria macularia berlepschi, Pteroglossus reichenowr.
Derselbe. Über unteramazonische Vögel [Fortsetzung];
Journ. Orn. 55. 1907, 283—299.
Derselbe. Neue Vogelarten aus Südamerika; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 160—164. — Neu: Pachysylvia muscicapina
griserfrons, Pipra fasciicauda purusiana, Xiphorhynchus multo-
striatus, Thamnophilus huberi, Dysithamnus capitalis squamosus,
Anoplops berlepschi, Thalurania furcata intermedia, C'hloronerpes
paraensıs.
[Vergl. auch Reichenow unter Afrika, ..Neue Arten“,
Orn. Mntsb. 1907, 200.]
Nordpolar-Gebiet.
A. Bertelsen. De i Grönland brugte Fuglenavne og deres
Betydning; Meddel. Grönl. 33. 1907, 69—93.
A. Birula. Skizzen aus dem Vogelleben der sibirischen Polar-
küste. Wissenschaftliche Ergebnisse der russischen Polar-
expedition im Jahre 1900—1903 unter Führung von Baron E. W.
Toll. T.1 No2 [russisch]. Mem. Akad. Imp. St. Petersbourg
VIII. Ser. XVII. 2. 1907. — Schilderungen des Lebens der hoch-
nordischen Vögel. Die Beobachtungen wurden während der
dreijährigen Polarexpedition des Barons v. Toll größtenteils vom
Verf. selbst gesammelt, einige rühren von dem verstorbenen Arzt
und Örnithologen Dr. H. Walter her. Die Einleitung enthält
eine kurze Übersicht über den Gang der Expedition und Mit-
teilungen physiko-geographischen Inhalts über die Nordküste
Sibiriens. Dann folgt das ornithologische Tagebuch des Ver-
fassers, während den Hauptinhalt des Bandes sehr ausführliche
biologische Beobachtungen über die einzelnen Vogelarten bilden.
[Nach Orn. Mntsb. 1908, 167.]
A. H. Clark. Characteristice Kamchatkan Birds; Auk 24.
1907, 278—280.
J. Dixon. Some Experiences of a Collector in Alaska; Con-
dor 9. 1907, 128—135.
II. Aves für 1907. 59
Th. N. Krabbe. Om de grönlandske Ederfugle, med särligt
Henblik paa deres Aftagen og ökonomiske Betydning; Dansk
Ornith. Foren. Tijdskr. I. 1907, 98—112. — Vorkommen von
Somateria mollissima und spectabilis in West-Grönland und deren
wirtschaftliche Bedeutung.
W. De W. Miller. The Ptarmigan of Franz-Josefs-Land;
Ibis 1907, 509. — Lagopus hyperboreus auf Franz-Josefs-Land.
H. J. Pearson. [On the occurrence of Lagopus hyperboreus
in Franz-Josefs-Land]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 77.
E.L. Schiöler. Hoinand, Clangula glaucion americana Bp.,
ny for Grönland; Dansk Orn. Foren. Tijdsskrift 1. 1907, 37—38.
' $#Derselbe. Vandrixen, Rallus aquaticus, ny for Grönland;
Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. 2. 1907, 45—46.
Derselbe. Dressers Ederfugl, Somateria mollissima dresseri
ny for Grönland; Dansk Ornith. Foren. Tidskr. 1. 1907, 164—167.
Südpolar-Gebiet.
W. S. Bruce. Some Ornithological Results of the Scottish
National Antarctic Expedition; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 271—274.
W. E. Clarke. Ornithological Results of the Scottish National
Antaretice Expedition. III. On the Birds of the Weddell and
adjacent Seas, Antaretic Ocean; Ibis 1907, 325—349.
Derselbe. The far Southern Winter Quarters of the
Arctie Tern; Brit. Birds I. 1907, 28. — Sterna macrura im ant-
arktischen Gebiet im Winter.
A. Menegaux. Oiseaux in: J. Charcot, Expedition Ant-
arctique Frangaise (1903—1905). Paris 1907. — Behandelt 23
auf der Expedition gesammelte Arten und enthält wertvolle
Beiträge zur Kenntnis der Verbreitung der antarktischen Vögel,
auch viele biologische Mitteilungen. Die Sammelorte sind auf
einer Kartenskizze Taf. 1 angegeben. Andere Tafeln geben
Lichtdrucke nach Photographien wieder von Pinguinen, Kor-
moranen, Möwen in ihrem Leben, besonders in ihrer Nistweise.
A. Reichenow. Über Phoebetria cornicoides und sSterna
antistropha, Orn. Mntsb. 15. 1907, 135—136.
A. Szielasko. Vogelleben auf Süd-Georgien; Journ. Orn. 55.
1907, 597—616.
E. A. Wilson. On some Antaretie Birds; Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 231—234.
Derselbe. Aves, in: E. Rey Lankester, National Ant-
arctic Expedition 1901—4. Natural History Vol. II. Zoology
(Vertebrata, Mollusca, Crustacea). London 1907, 8. 1—120,
T. 1—13. [U. a. über Lebensweise der Pinguine, prächtige Ab-
bildungen von Pinguinen.]
60 II. Aves für 1907.
XII. Lebensweise.
Lebensweiseimallgemeinen.
[Vergl. Löns unter XII. Deutschland. ]
S. Adams. An Experience with the South American Condor;
Condor 9. 1907, 44—48.
P. Altmann. Die Alpendohle (Pyrrhocorax pyrrhocorax) ein
Unwetterprophet; Zool. Beobachter 48. 1907, 378—379.
P. H. Bahr. [On the drumming of the Snipe]: Bull. Br7O2@:
19. 1907, 72—73.
J. Batey. Magpies or Crow-Shrikes; The Emu 7. 1907, 81
—86. — Biologisches über @ymnorhina leuconota.
C. W. Beebe. Notes on the Early Life of Loon Chicks; Auk
24. 1907, 34—41, T. 2. — Entwicklung, Benehmen, Schwimmen,
Tauchen, Nahrungsaufnahme usw. zweier in Gefangenschaft
den Eiern entschlüpfter und zehn Tage lang gepflegter Kücken
von Gavia imber (Urinator imber).
V. Bianchi. Zur Frage der Lebensdauer des Hausspatzes,
Passer domesticus [russisch]; Ann. Mus. Zool. St. Petersb. x
1906. [März 1907]. — Der Sperling lebte 13 Jahre in Gefangenschaft,
A. 6. Campbell. Observations on the Rearing of a Cuckoo;
The Emu 6. 1907, 120—126. — Beobachtungen an einem jungen
Cacomantis flabelliformis im Neste von Sericornis osculans.
Cowan’s Nature Books. Nol u. 5. Wild Birds at Home
(Weicher, Leipzig). — Photographien von Vögeln nach dem
Leben und in der Freiheit. Vertreter der verschiedensten Vogel-
gruppen: Lummen-, Alken-, Möwen- und Tölpelkolonien, Raub-
vögel, Horste mit Jungen, Dunenjunge von Strandvögeln, Nester
von Schnee- und Auerhuhn, aber auch kleinere Vögel bis herab
zu Blaumeise und Zaunkönig.
D. Dewar. An enquiry into the parasitic habits of the Indian
Koel; Journ. Nat. Hist. Soc. Bombay 17, 1907, 765—782.
E. Donner. Das Ende eines Sperbers 5 Falco 1907, 40—42.
J. E. Duerden. The Waltzing Instinet in Ostriches; Journ.
S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 169—174.
G. Ertl. Garrulus glandarius als Nesträuber; Aquila 14.
1907, 319—320.
W. Farren. Photographische Aufnahmen aus dem Familien-
leben der Misteldrossel; Kosmos, Stuttgart, 4. 1907, 217—219.
A Fekee. Falco merillus als Rebhuhnfeind; Aquila 14.
1907, 318.
W.L. Finley. Among the Gulls on Klamath Lake; Condor 9.
1907, 12—16.
Derselbe. Among the Pelicans; Condor 9; 1907, 35—41.
Derselbe. The Grebes of Southern Oregon; Condor 9.
1907, 97—101.
II. Aves für 1907. 61
Derselbe. Two Studies in Blue: Condor 9. 1907. 12]
— 127. — Über Sialia mexicana und Aphelocoma californica.
H. Fischer-Sigwart. Das Storchnest auf dem Chordache in
Zofingen (Kt. Aargau) im Jahre 1906, nebst Zutaten; Zool. Be-
obachter 48. 1907, 298—303.
W. K. Fisher. Gulls as Scavengers; Condor 9. 1907, 91—92.
S. A. Forbes. An Ornithological Cross-Section of Illinois
in Autumn; Bull. Illinois State Laboratory Nat. Hist. VII. 1907,
305—335. — Untersuchungen über die Individuenzahl bestimmter
Vogelarten in einem gewissen Gebiet und an gewissen Örtlich-
keiten.
v. Forstner. Nächstenliebe in der Vogelwelt; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 129.
M. F. Gilman. Magpies on the La Plata; Condor 9. 1907,
9—12.
Derselbe. Migration and Nesting of the Sage Thrasher;
Condor 9. 1907, 42—44.
Derselbe. Measuring a Condor; Condor 9. 1907, 106—108.
F. Gleadow. Bates feeding on birds; Journ. Nat. Hist. Soc.
Bombay 17. 1907, 1022.
E. Gresehik. Archibuteo lagopus als Hasenfeind; Aquila 14.
1907, 318—319.
H. Grote. Merkwürdige Todesursache Hunderter von Gold-
hähnchen; Zool. Beobachter 48. 1907, 264—266.
ve Hardenberg. Auffälliges Benehmen von Sperlingen; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 317—318.
F. Heim. Beobachtungen an einem Amselneste; Ber. naturw.
Ges. Chemnitz 16. (1903—1907) 1907, 1—12.
W. Hennemann. Ein nächtlicher Kampf im Storchennest
zu Gutmadingen am Schwarzwalde; Orn. Mntsschr. 32. 1907,
229334
P. W. F. Henninger. Der Heuschreckenfink (Coturniculus
savannarum passerinus),; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 69—73.
F. E. Howe. Observations on the Pilot-Bird (Pyenoptilus
floccosus); The Emu 6. 1907, 183—185. — Biologisches.
A. Hugues. Le jeune chez le Martinet; Bull. Soc. Zool.
France 32. 1907, 106—108. — Lange Ausdauer junger C'ypselus
apus ohne Nahrung.
W. J. Ingram. On the Display of the King Bird-of-Paradise
(Oieinnurus regvus); Ibis 1907, 225—229, T. 5.
R. Jäger. Sonderbares Benehmen von Alcedo ispida; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 255.
0. Kleinsehmidt. Beobachtungen über Sperber; Falco 1907,
42—45.
P. Koväcs-Kispäl. Ardea cinerea als Hochwasseranzeiger;
Aquila 14. 1907. 323.
62 II. Aves für 1907.
P. Leverkühn. Kaiseradler und Aasgeier am Horst; Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 218—230.
H. Löns. Die Brandgans, Tadorna tadorna (L.), als Binnen-
landbrüter; Orn. Mntsb. 15. 1907, 5.
E. Loew. Die ornithophilen Blüten in ihren Beziehungen
zu den Lebensgewohnheiten blumenbesuchender Vögel; Stzb.
Ges. naturf. Fr. Berlin 1907, 304—313.
C. Loos. Beobachtungen über den Waldkauz im ‚‚Teufels-
grunde“ im Jahre 1907; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 380—382.
P. Martin. Etude sur la grosseur des grelons dangereux pour
les oiseaux; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 656—657.
A. Mattingley. Some Notes on the Cuckoo; The Emu 6. 1907,
126—128. — Zwei Eier von Cacomantis flabelliformis im Nest
von Acanthiza pusilla.. Benehmen der Nesteigentümer (Malurus
cyaneus) gegenüber dem Kukuk.
J. Michel. Meine Beobachtungen über den Zwergfliegen-
fänger (Muscicapa parva); Orn. Jahrb. 18. 1907, 1—18.
H. W. Myers. Nesting Ways of the Western Gnatcatcher;
Condor 9. 1907, 48—51.
H. Nehrling. Die Gesangskönigin der nordamerikanischen
Vogelwelt; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 56—69. — Über Mimus
polyglottus.
L. v. Nozdroviezky. Lanius excubitor als Meisenfeind; Aquila
14. 1907, 319.
Derselbe. Buteo buteo als Hasenjäger; Aquila 14. 1907, 319.
J. Olt. Ursache der periodischen Taubheit des balzenden
Auerhahns; St. Hubertus, Cöthen 25. 1907, 156—159. — Be-
merkungen dazu von W. Wurm 8. 195—196, 234. — Antwort
des Verf. S. 204—205.
Derselbe. Auerhahntaubheit; St. Hubertus, Cöthen 25.
1907, 298—299.
H. Otto. Von unseren Schwalben; Zool. Beobachter 48.
1907, 380—383.
E. v. Päsztory. Ciconia nigra als Forellenfeind; Aquila 14.
1907, 321:
P. B. Peabody. The Prairie Falcons of Saddle-Back Butte;
Condor 9. 1907, 180—184. — Über Falco mexicanus.
W. M. Pierce. Experiences with the Dotted Canyon Wren;
Condori92 1907, 16 17:
Derselbe. Notes on the Pallid Wren-Tit; Condor 9.
1907, 151—152. — Über Chamaea fasciata henshawi.
E. Ploeg. Notes sur le Martin-Pöcheur; Bull. Soc. Zool.
France 32. 1907, 37—40.
Bela Räez. Lanius excubitor als Vogelräuber; Aquila 14.
1907, 319.
II. Aves für 1907. 63
G. Renshaw. The Californian Condor; Zoologist 11. 1907,
295—298.
R. B. Rockwell. Some Colorado Notes on the Rocky Moun-
tain Screech Owl; Condor 9. 1907, 140—145.
E. Rzehak. Beobachtungen über Strix flammea als Wald-
vogel; Falco 1907, 31—32.
Saxenberger. Etwas über Anpassung der Vögel; Orn. Mnts-
schr. 32. 1907, 318—321.
G. Schiebel.e. Eine Schwalbe von einem Radfahrer über-
fahren; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 256—-257.
L. Schuster. Der Rotkopfwürger (Lanius senator); Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 156—159.
Derselbe. Am Nest des grauen Fliegenschnäppers (Musci-
capa grisola); Ornith. Jahrb. 18. 1907, 223—227.
Derselbe. Über das Zuruhegehen der Spechte und über
Spechthöhlen; Ornith. Jahrb. 18. 1907, 147—150.
W. Schuster. Warum verläßt die Turteltaube so leicht ihr
Nest, und wird es auf Grund der Auslese der Natur mit der Zeit
dahin kommen, daß Turtur turtur weniger Nestscheu zeigt ?;
Zool. Beobachter 48 1907, 54—58.
W.L. Selater. The Birds Islands of South Africa; Condor 9.
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1907, 54—58.
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Gimpel (Pyrrhula pyrrhula); Zool. Beobachter 48. 1907, 260
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1907, 4—6.
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P. Wemer. Wie oft füttern die alten Vögel ihre Jungen ?;
Jahresb. Prov. Ver. Wiss. Münster 35. (1906—7) 1907, 81—100.
64 II. Aves für 1907.
K. v. Zeyk. Umsicht der Schwalben; Aquila 14. 1907, 324.
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Nisten, Eier.
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the Red-necked Phalarope; Brit. Birds I. 1907, 202—207.
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and the Pectoral Sandpiper; Ibis 1907, 570—573, T. 12. — Ab-
bildung der Dunenjungen von KRhodostethia rosea und Tringa
maculata.
A. @. Campbell and A. H. E. Mattingley. A Rookery of
Storm-Petrels; The Emu 6. 1907, 185—192. — Über Nisten von
Pelagodroma marina und Puffinus tenwirostris.
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melanurus.
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Species inhabiting the Western Palaearctic Area. Pt. 7 u. 8.
S. 213—288, 8 Taf. (London 1907).
Derselbe. On some rare Palaearctic Birds’ Eggs; Ibis
1907, 322—324, T. 6. — Beschreibung und Abbildung der Eier
von Ibidorhynchus struthersi, Gallinago solitaria und raddir.
G. Drew. Hens that have laid two eggs in a day; Science
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G. Ertl. Gefährlicher Nistplatz von Parus coeruleus; Aquila
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Derselbe. Nester von Totanus hypoleucus auf dem Eisen-
bahndamm; Aquila 14. 1907, 323—324.
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fowl; Biol. Bull. Woods Holl, Mass. 12. 1907, 360—374.
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Irish. Nat. Dublin 16. 1907, 315—319.
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108—109. — Sperling in einem Hornissen-Nest brütend.
A. Haagner gibt Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, T. 3 u. 4,
Abbildungen südafrikanischer Eier und zwar von: Fringillaria
tahapisi, Emarginata sinuata, Emberiza flaviventris, Pachyprora
pririt, C'hlorodyta neglecta, Campophaga hartlaubi, Cossypha bicolor,
II. Aves für 1907. 65
Irrisor viridis, Campophaga nigra, Laniarius rubiginosus, Tele-
phonus senegalus und tschagra, Lamprocolius melanogaster, Chr yso-
coccyx klaasi und cupreus, Indicator sparmanni, maior und minor.
Henriei. Frühzeitige Gelege; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 287.
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Shrike; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 142.
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arctic Birds; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 580—593.
Derselbe. Über die Gelegezahl bei @yps fulvus; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 196—197.
Derselbe. [On the egg of Oestrelata feae]; Bull. Br.
0.C. 19. 1907, 37—38.
Derselbe. On the Eggs of some American Limicolae;
Ibis 1907, 517—518, T. 11. — Beschreibung und Abbildung der
Eier von Totanus solitarius, Tringa maculata und bairdi.
0. Koenen. Einige weitere Gedanken über die Bauzeit bei
unseren Vögeln; Jahresb. Prov. Ver. Münster 35 (1906—7). 1907,
147—152.
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1907, 203—210. — Mitteilungen über das Brutgeschäft von Pele-
canus erispus.
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der einzelnen Geschlechtsindividuen beim Fortpflanzungsgeschäfte
der Spechte; Ornith. Jahrb. 18. 1907, 43—52.
H. W. Myers. Nesting Habits of Phainopepla nitens; Condor
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14. 1907, 323.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908 Bd. II. H. 1. (II.) B)
66 II. Aves für 1907.
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Vogelsoorten; Nederl. Orn. Vereen. Verslagen en Mededeel. 4.
1907, 56—72. — Beschreibung der Eier einer Anzahl in Holland
brütender Vögel (Corvidae, Oriolidae, Laniidae, Sturnidae, Frin-
gillidae).
F. W. Proctor. [On the eggs of Totanus solitarius and flavipes,
Tringa fuscicollis, bairdi and minutilla]; Bull. Br. O. C. 19. 1907,
35—931.
X. Raspail. Notion chez les Colombides du temps necessaire
& l’incubation de leurs oeufs; Bull. Soc. Zool. France 32. 1907,
LI—N. |
0. Reiser. Über die Nistweise der Zwergscharbe, Phala-
crocorax pygmaeus; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 219—222.
E. Rey. Ein sonderbares Kolibrinest; Orn. Mntsschr. 32.
3072129 I
Derselbe. Über die Gelegezahl bei Gyps fulvus (Gm.);
Orn. Mntsb. 15. 1907, 164—165.
A. Roberts. Remarks on the Breeding-Habits of the Pin-
tailed Widow Bird (Vidua prineipalis); Journ. 8. Afr. Orn. Un.
III. 1907, 9—11.
Rüdiger. Nest und Eier von Muscicapa atricapilla L.; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 80—82.
L. Schuster. Das Nest des Gartenlaubvogels (Hippolais
hippolais); Zool. Beobachter 48. 1907, 52—54.
G. L. Selater. [On the nesting-places of the Spoonbill (Platalea
leucerodia) in Holland]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 38.
Selmons. [Über Singvogelnester von eigenartiger Bauart an
der Seeküste]; Journ. Orn. 55. 1907, 158.
F. €. Selous. Nesting Habits observed abroad of some rare
British Birds; Brit. Birds I. 1907, 25—27, 48—51, 76—80. 107
— 108.
C. S. Sharpe. The Condor fifty years ago; Condor 9. 1907,
160—161. — Abdruck aus ‚„Brewer, North American Oology“,
Abschnitt über Cathartes californianus, Beschreibung der Eier
und Angaben über Verbreitung.
F. Simäk. Ouculus canorus im Neste der Rohrdrossel; Aquila
14. 1907, 325.
R. Sparrow. Further Notes on the Occurrence and Nesting
of some South African Birds; Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907,
5—9. — Brutzeit, Eierzahl, zum Teil Beschreibungen der Eier.
T. Tarjän. Nestbau von Lanius collurio; Aquila 14. 1907, 325.
J. E. Thayer. Eggs of the Rosy Gull; Condor 9. 1907, 179
— 180.
A. T. Wayne. The Nest and Eggs of Bachman’s Warbler.
Helmintophila bachmani, taken near Charleston, South Carolina;
Auk 24. 1907, 43—48.
II. Aves für 1907. 67
R. Söderberg. Om fisktärnäggensfärger;, Fauna och Flora
Uppsala 2. 1907, 14—20. — Farbe der Eier von Sterna hirundo.
P. Wemer. Einiges über die Bauzeit bei unseren Vögeln;
Jahresb. Prov. Ver. Wiss. Münster 35. (1906—7) 1907, 133—144.
B. Wigger. Über den Nestbau der Elstern; Jahresb. Prov.
Ver. Wiss. Münster 35. (1906—7) 1907, 18.
D. €. Worcester. On a nesting specimen of Caprimulgus
griseatus Walden; Philipp. Journ. Sc. 2. 1907, 271—272, mit
2 Taf.
Derselbe. On a nesting place of Sula sula and Sterna
anaestheta; ebenda S. 275—mit 2 Tafeln.
R. Zimmermann. Einiges über das Brutgeschäft der Raben-
krähe; Ztschr. Ornith. Ver. Stettin 31. 1907, 2—4, 17—18.
G. Wolff. [Eigenartiges Nest der Singdrossel]; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 383.
Reichenow 68.
[Zu vergleichen sind ferner die unter Abschnitt ‚Lebensweise‘
angegebenen Arbeiten und ‚Zeitschrift für Oologie und Orni-
thologie“‘ von H. Hocke, Berlin.]
Stimme, Gesang.
F. Braun. Über den Gesang der Vögel; 30. Bericht West-
preuß. Bot. Zool. Ver. Danzig 1907, 3—21.
E. Christoleit. Zur Frage des sog. Baumlaubvogels; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 147—149. — Über den Gesang der als Phyllo-
scopus sylvesiris meisneri unterschiedenen Form.
A. M. Dame. A New White-throat Song; Auk 24. 1907, 102
—103. — Gesang von Zonotrichia albicollis.
A. Dubois. Du chant des oiseaux (instinct ou imitation ?);
Science et Nature Bruxelles 1907, 100—105.
J. Gengler. Ein Beitrag zur Kenntnis der Stimmlaute von
Certhia; Orn. Mntsb. 15. 1907, 156—160.
K. Graeser. Die Gesangskunst der Vögel; Orn. Mntsb. 15.
1907, 178—180.
F. Gröbbels. Wo singt der Vogel?; Orn. Mntsb. 15. 1907,
184—187.
C. R. Hennicke. Leistungen eines Kuckucks im Rufen;
Orn. Mntsschr. 32. 1907, 84.
E. Hesse. Zum Gesang von Certhia; Orn. Mntsb. 15. 1907,
37—43.
0. Kleinschmidt. Der Herbstgesang der glanzköpfigen
Sumpfmeise; Falco 1907, 89.
F. v. Lueanus. Lokale Gesangserscheinungen und Vogel-
dialekte; ihre Ursachen und Entstehung; Orn. Mntsb. 15. 1907,
109—122.
5*
68 Il. Aves für 1907.
X. Raspail. Influence meteorologique de l’annde 1907 sur
le chant des oiseaux; Bull. Soc. Zool. France 32. 1907, 131—135.
Bela Räez. Auf dem Baum singende Alauda cristata; Aquila
14. 1907, 327.
J. Schenk. Calamodus melanopogon als Spötter; Aquila 14.
1907, 326.
A. Voigt. Zum Studium der Vogelstimmen; Natur und
Schule Leipzig 6. 1907, 127—132.
[Sishe auch Howell and Oldys Abschnitt XII unter
Nordamerika).
Nahrung.
W. B. Benham. Notes on the flesheating propensity of the
Kea (Nestor notabilis); Trans. New Zeal. Inst. Wellington 39.
1907, 71—89, T.4.
F. L. Berney. The Food of the Birds; The Emu 7. 1907,
79—81. — Über die Nahrung australischer Vogelarten.
E. (siki. Positive Daten über die Nahrung unserer Vögel;
Aquila 14. 1907, 188—202.
H. F. Geyr von Schweppenburg. Zur Nahrung südpalae-
arktischer Schleiereulen; Orn. Jahrb. 18. 1907, 39—43.
Derselbe. Die N ahrung der Waldohreule (Asio otus);
Wild und Hund Berlin 13. 1907, 99—100.
0. Herman. The Food of Birds; Proc. Fourth Intern. Orn.
Congress 1907, 630—635.
F. Houssay. Variations experimentales. Etudes sur six
generations de Poules carnivores; Arch. Zool. Paris (4.) 6. 1907,
137—332.
A. Jacobi. Berichtigung zu den ‚Untersuchungen über
die Nahrung einiger Eulen‘‘ von Freiherrn Geyr von Schweppen-
burg; Journ. Orn. 55. 1907, 300.
W. Leisewitz. Über neuere Untersuchungen und Beiträge
zur Kenntnis der Nahrung der Vögel; Verhandl. Orn. Ges. Bayern
VII. 1907, 265—274.
E. Nagy. [Neuere Daten über die Nahrung von Falco pere-
grinus]; Aquila 1907, 317—318. — Nachweis, daß der Wanderfalk
auch auf dem Boden lebende Säuger erbeutet.
E. Nessera. Mageninhalt eines Falco peregrinus; Aquila 14.
1907, 318.
A. Piehler. [Giftpflanzen als Nahrung von Vögeln]; Wissen-
sch. Mitt. Bosn. Herzegow. Landes-Mus. 10. 1907, 675—676.
E. Rey. Mageninhalt einiger Vögel und etwas über den
Verbleib der Steine im Vogelmagen; Orn. Mntsschr. 32. 1907,
185—189, 205—218, 235—246, 259—271, 296— 300.
Sieber. In der N ot frißt die Meise Lausfliegen; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 190—192.
II. Aves für 1907. 69
T. Tarjan. Parus maior als Maikäfervertilger; Aquila 14.
1907, 312.
[Siehe auch Zodda Seite 36].
Psychologie, Sinne.
G. Abelsdorff. Einige Bemerkungen über den Farbensinn
der Tag- und Nachtvögel; Arch. Augenheilk. Wiesbaden 58. 1907,
64—66.
C. Baltz. Witterungsvermögen und ÖOrientierungssinn bei
Vögeln; Sanct Hubertus (Cöthen) 25. 1907, 272—273.
J. E. Duerden. Death- a instinct in the Ostrich; Rep.
S. Afr. Assoc. (1906) 1907, 209—21
C. Hess. Untersuchungen ai Lichtsinn und Farbensinn
der Tagvögel; Archiv f. Augenheilk. Wiesbaden 57. 1907, 317
—327.
D. Katz und G. Revez. Ein Beitrag zur Kenntnis des Licht-
sinns der Hühner; Nachr. Ac. Wiss. mat. phys. Kl. Göttingen
1907, 406—409.
K. Soffel. Materialien zur Psychologie der Tiere: Dohle
und Krähe; Zool. Beobachter 48. 1907, 361—363.
[Siehe auch Herrick und Kidd 8. 8].
XIV. Einbürgerung, Jagd, Schutz, Nutzen, Schaden.
Bird-Lore.. A Bi-Monthly Magazine devoted to the Study
and Protection of Birds. Official Organ of the Audubon Societies.
Edited by F. M. Chapman. Published for the Audubon Societies
by the Macmillan Company, Harrisburg Pa.
Mitteilungen über die Vogelwelt. Organ des Österreichischen
Reichsbundes für Vogelkunde und Vogelschutz. Wien.
Magaud d’Aubusson. Sur la protection et la domestication
du Tetrao Urogalle (Tetrao urogallus); Bull. Soc. d’Accelim. France
54. 1907, 276—286.
A. Bau. Biologische Beobachtungen am Winterfutterplatz;
Orn. Mntsschr. 82. 1907, 279—286, 313—317.
H. v. Berlepsch. Die Vogelschutzfrage, ihre Begründung
und Ausführung; Jahrb. D. Landwirtsch. Ges. 22. 1907, 130—157.
R. Blasius. [Über ein neues Vogelschutzgesetz]; Journ. Orn.
55. 1907, 178—179.
F. Visart de Boearme. Note sur le Freux — Corvus frugilegus
L. — et son Utilite au point de vue de l’Agriculture et de la Sylvi-
eulture; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 646—652.
F. Braun. Über den Vogelfang im Frühling; Orn. Mntsb. 15.
1907, 93—97.
J. Gockburn. Bird Legislation in Australia; Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 609—612.
70 II. Aves für 1907.
T. Csörgey. Staatliche Mittel und Institutionen für den
praktischen Vogelschutz in Ungarn; Aquila 1907, 291—316.
A. Delaurier. Observations sur la conservation et l’elevage
de quelques oiseaux d’Asie; Bull. Soc. d’Acelim. France 54. 1907,
369— 375. — Über Fasanenzucht.
K. Eekstein. Jahresbericht für das Jahr 1906. Zoologie;
Suppl. d. Allgem. Forst- und Jagd-Zeitung, Frankfurt a. M. 1907.
Berichte über Arbeiten, die für den Forstmann Wichtigkeit haben.
Derselbe. Die Fischereiwirtschaftliche Bedeutung der
Vögel; Deutsche Fischerei-Zeitung, Stettin 1907. — Verf. vertritt
die Anschauung, daß alle Vögel geschont werden müssen, daß es
aber da, wo örtlich oder zeitlich ein greifbarer Schaden nach-
gewiesen wird, dem Geschädigten die Vernichtung der Feinde
seiner Bestrebungen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ge-
stattet sein soll.
6. Ertl. Schaden der Meisen im Mohn; Aquila 14. 1907, 322.
M. Siedler. Kirche und Vogelschutz. Ein Vorschlag zur
Verbreitung des Vogelschutzgedankens; Zool. Beobachter 48.
1907, 257—259.
E. H. Forbush. Useful Birds and their Protection. Con-
taining Brief Descriptions of the more common and useful Species
of Massachusetts, with Accounts of their Food, Habits and a
Chapter on the Means of Attracting and Proteceting Birds. Publi-
shed under Direction of the Massachusetts State Board of Agri-
culture.
K. Galle. Om Dagroofuglenes Forekomst som Ynglefugle
i Danmark: Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907, 73—76. —
Rückgang der Raubvögel. Tritt für Errichtung von Freistätten ein.
H. Geyr v. Schweppenburg. Künstliche Nistgelegenheiten
für Riparia riparia;, Orn. Mntsschr. 32. 1907, 182—184.
Derselbe. Tod durch Kurzschluß; Orn. Mntsb. 32.
1907, 286—287.
R. Goethe. Inwieweit kommt die Vogelwelt bei der Ver-
nichtung der Heu- und Sauerwürmer in Betracht. und was kann
geschehen, um sie nutzbar zu machen ?; Mitteil. Weinbauer Mainz
2. 1907, 49—53.
E. Gresehik. Nützlichkeit von Colaeus monedula; Aquila 14.
1907, 320.
(. Greve. Wintergäste auf einem Futterplatze bei Riga;
Zool. Beobachter 48. 1907, 185—188.
G. Heilmann. Rovfuglene og Vildtet; Dansk Ornith. Foren.
Tidsskr. I. 1907, 141—144. — Wendet sich gegen die Verfolgung
der Raubvögel, um Entartung des Wildes zu verhindern.
W. Hennemann. Vermutliche Verminderung des Stein-
schmätzers durch Wanderratten auf Borkum; Orn. Mntsschr. 32.
1907, 222—223.
II. Aves für 1907. 11
€. R. Hennicke. Wie alt ist die Idee der Nistkästen ?; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 172—182.
0. Herman. The International Convention for the Protection
of Birds concluded in 1902; and Hungary. Budapest 1907. —
Eine eingehende historische Darstellung der Vorgänge, die zu
der internationalen Vereinbarung geführt haben.
M. Hiesemann. Lösung der Vogelschutzfrage nach Freiherrn
v. Berlepsch. Leipzig 1907.
L. Hiltner. Einiges zur Vogelschutzfrage; Prakt. Bl. Pflan-
zenbau Stuttgart 5. 1907, 104—106.
C. 6. Jensen. Lidt om vore Rovfugle; Dansk Ornith. Foren.
Tidsskr. 1. 1907, 117—123. — Über notwendige Verminderung
der Raubvögel.
F. L. Lemon. The Rationale of Bird Protection; Proc. Fourth
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H. Löns. Der Gärtner und die Großtierwelt; Hannov. Garten-
u. Obstbau-Zeitung No. 3/4. 1907, 4—6. — Bespricht die Vogel-
arten, die für den Gartenbau Bedeutung haben.
St. v. Medreezky. Schaden von Corvus cornix; Aquila 14.
1907, 321.
H. Otto. Die Kramtsvogelherde an der rheinisch-west-
fälischen Grenze; Zool. Beobachter 48. 1907, 75—81.
Derselbe. Der Einfluß der Kultur auf die Ab- und
Zunahme verschiedener charakteristischer Vogelarten am Nieder-
rhein; Aus der Natur, Leipzig 3. 1907, 313—320.
Derselbe. Die Vermehrung der Wachtel am Niederrhein;
Aus d. Natur 2. 1907, 703.
D. €. Phillott and R. F. Azoo. Chapters on Hunting Dogs
and Cheetas, being an extract from the „kitabu’l-Bazyarah“ a
treatise on Falconry, by Ibn Kushajim, an Arab writer of the
Tenth Century; Journ. Proc. As. Soc. Bengal 3. 1907, 47—50.
D. Pigott. The Wild Birds Protection Acts as administered
by Orders in Great Britain and Ireland; Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 594—608.
Quinet. Ornithologie economique. A, propos d’etudes sur
le Regime alimentaire des Oiseaux; Proc. Fourth Intern. Orn.
Congress 1907, 636—645.
Bela Räez. Schaden von Perdix perdix im Mais; Aquila 14.
1907, 321—322.
L. Reh. Einige Bemerkungen zur Vogelschutzfrage; Naturw.
Wochenschr. Jena 22. 1907, 577—583.
H. Rosenkrantz. Jägere og Ornithologer; Dansk Ornith.
Foren. Tidsskr. 1. 1907, 130—132. — Gegen die von Ornithologen
wider die Jäger erhobenen Angriffe. Hauptgrund der Abnahme
der Raubvögel liegt in der forstlichen Kultur.
—]
[647
IH. Aves für 1907.
H. Rüdiger. Ein ‚‚videant consules“ zum Niedergang der
Wildentenjagd; Orn. Mntsschr. 32. 1907, 379—380.
E. Salzmann. Wie alt ist die Idee der Nistkästen ?; Orn.
Mntsschr. 32. 1907, 288.
J. Schenk. Die Heuschreckenplage auf dem Hortobägy im
3. 1907 und die Vogelwelt; Aquila 1907, 223—251. — Die be-
rüchtigte marokkanische Heuschrecke, Stauronotus maroccanus,
trat 1907, zum zweiten Male, in furchtbaren Mengen in Ungarn
auf. Eine große Anzahl von Vögeln zogen sich in das bedrohte
Gebiet, doch war die Arbeit der Vogelwelt unfähig, die Kalamität
zu bewältigen. Interessant ist der Nachweis, daß in der infizierten
Gegend selbst typische Körnerfresser, wie Emberiza calandra,
vorwiegend von Heuschrecken lebten. Als einige der wichtigsten
Henschree kenvertilger erwiesen sich neben dem Rosenstar, der
neu in das Gebiet einwanderte, Falco vespertinus und Ciconia
ciconia. Am?]Schlusse werden noch 72 den Hortobägy bewohnende
Arten behandelt.
W. Schuster. Ab- und Zunahme, periodisch stärkeres, bzw.
schwächeres Auftreten, gänzliches Verschwinden und Neuauf-
treten der einheimischen V ögel, für verschiedene Landesteile
Deutschlands, Österreichs und der Schweiz statistisch festgestellt
(IV); Zool. Beobachter 48, 1907, 17—23, 33—46.
M. Siedler. Kirche und Vogelschutz: Orn. Mntsschr. 32,
1907, 294—29.
J. Svetezär. The Sparrow! Is it useful or harmful to Agri-
culture ?; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 653655.
E. Teidoff. Naturwissenschaftliche Betrachtungen über das
Haselhuhn und seine Jagd mit der Lockpfeife; Zool. Beobachter
48. 1907, 211—217, 241—248.
L. Ternier. Notice sur l’opportunite de proteger la Becasse
au Printemps; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 658—672.
F. V. Theobald. Economic ornithology in relation to agri-
culture, hortieulture, and forestry; Science Progress, London
No 6, 1907, 263—283.
K. Tilseh. Schädlichkeit des Garrulus glandarius; Aquila 14.
1907, 320.
Derselbe. Herbstschäden von Corvus frugilegus; Aquila
14. 1907, 320.
V. v. Tehusi zu Schmidheffen. Aphorismen über den Vogel-
schutz; Falco 1907, 26—28.
Derselbe. Berichtigungen zu Wilh. Schusters: „Ab-
und Zunahme etc. der einheimischen Vögel“; Zool. Beobachter
48. 1907, 251.
P. Wemer. Eisenbahn und Telegraph, nützen oder schaden
sie unserer Vogelwelt?; Jahresb. Prov. Ver. Wiss. Münster 35.
(1906—7) 1907, 103—112.
II. Aves für 1907. 73
Derselbe. Eisenbahn und Telegraph, nützen oder
schaden sie unserer Vogelwelt; Zool. Beobachter 48. 1907, 6—17.
Eine Verordnung für den Schutz der Vögel; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 325—326.
Introduction of Englisch Starling [in South-Africa]; Journ.
S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 140—141.
Vogelansiedlungs-Resultate; Aquila 14. 1907, 328.
Vogelverminderung im Winter 1906/7; Aquila 14. 1907,
328— 330.
[Siehe auch Krabbe Abschnitt XII unter Nordpolar-Gebiet].
XV. Pflege, Hausgeflügel.
Die Gefiederte Welt. Wochenschrift für Vogelliebhaber.
Herausg. Karl Neunzig. Magdeburg 1907.
The Avicultural Magazine. The Journal of the Avicultural
Society. London 1907.
Magaud d’Aubusson. Sur la domestication de l’Outarde
Barbue, Otis tarda Linn.; Bull. Soc. d’Accelim. France 54. 1907,
213—221.
V. Bianchi. Das Nisten von Aegiothus linaria in Gefangen-
schaft [russisch]; Ann. Mus. Zool. St. Petersb. XI. 1906, V.
[März 1907].
F. E. Blaauw. [Breeding of Sarciophorus pectoralis in con-
finement]; Bull. Br. O. C. 19. 1907, 102—104.
F. Braun. Über Regungen des Spieltriebes bei gefangenen
Vögeln; Journ. Orn. 55. 1907, 135—147.
E. Detmers. Die Pflege, Zähmung, Abrichtung und Fort-
pflanzung der Raubvögel in der Gefangenschaft. Ein Lehrbuch
für Fachleute und Laien. Berlin 1906.
Derselbe. Die Raubvögel des Zoologischen Gartens in
Hannover; Zool. Beobachter 48. 1907, 329—335.
W. Engler. Pflege der Käfigvögel in China; Falco 1907,
53—54.
L. Erbeau. Les oiseaux chanteurs, soins & leur donner pour
les conserver en captivite; Bull. Soc. d’Acelim. France 54. 1907,
179—186.
A. Ghigi. Sull’ importanza dell’ Avicultura dal punto di
vista biologico; Atti congresso dei Naturalisti italiani Milano
1907, 111—113.
W. Heape. Note on the influence of extraneous forces upon
the proportion of the sexes produced by Canaries; Proc. Phil.
Soc. Cambridge 14. 1907, 201—205.
0. Heinroth. [Über Vögel des Berliner zoologischen Gartens];
Journ. Orn. 55. 1907, 163.
R. Hermann. Der Schneeammer (Plectrophenax nivalis);
Orn. Mntsschr. 32. 1907, 14—18.
74 II. Aves für 1907.
0. Kleinschmidt. Verheilte Schußwunde am Schnabel eines
Turmfalken; Fa co 1907, 34.
A. Menegaux. Sur l’elevage de l’Austruche et la production
des plumes dans la colonie du Cap; Rev. Sc. Paris (5.) 7. 1907,
491—496. |
K. Neunzig. Dr. Karl Ruß’ Vogelzuchtbuch. Ein Hand-
buch für Züchter von Stubenvögeln. Mit 210 Bildern im Text
und 4 Tafeln in Farbendruck. Dritte, gänzlich umgearbeitete
und vermehrte Auflage. Magdeburg 1907.
C. L. W. Noorduyn. Leitfaden für die Zucht schöner Kanarien-
vögel und ihrer Bastarde, u. a. die Technik der Farbenzucht,
die Verschönerung und die Erblichkeit der Färbung, sowie über
den Gebrauch von Futter als Färbungsmittel. Harlem 1907.
Derselbe. DBreeding experiments in Canaries: an ex-
ception to Mendel’s Law; Rep. Brit. Assoc. London 1907, 603.
G. Regelsperger. Elevage de l’Autruche dans les possessions
frangaises d’Afrique; La Nature Paris 35. 1907, 133—135.
H. Otto. Sperber und Brieftaube; Zool. Beobachter 48.
1907, 219.
K. Ruß. Der Kanarienvogel, seine Naturgeschichte, Pflege
und Zucht. 11. von R. Hoffschildt besorgte Auflage. Magde-
burg 1907.
H. Schacht. Alter der Vögel in Gefangenschaft; Orn. Mntsschr.
32. 1907, 192—193.
W. Sehuster. Deutsche Käfigvögel. Anweisung zur Pflege,
Zucht und Beobachtung der heimischen Singvögel in der Ge-
fangenschaft. Berlin.
D. Seth-Smith. The Importance of Aviculture as an Aid
to the Study of Ormnithology; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 663—675.
Birds of Paradise in England; Ibis 1907; 516.
The Ostrich-Farm at Matarich, Egypt; Ibis 1907, 512—513.
XVI. Krankheiten, Schmarotzer.
A. Balfour. A peculiar blood condition, probably parasitic,
in Sudanese Fowls; Journ. Trop. Med. London 10. 1907, 153
—157.
St. P. v. Durski. Die pathologischen Veränderungen des
Eies und Eileiters bei den Vögeln. Berlin 1907.
G. S. Graham-Smith. Some observations on ‚„swollen head‘
in Turkeys; Journ. Agric. Sc. Cambridge 2. 1907, 227—243.
T. Müller. Die Mallophagen des Haushuhns; Ber. bot. zool.
Vereins Danzig 29. 1907, 25—36.
E. Sergent. Etudes sur les H&matozoaires d’oiseaux; Ann.
Inst. Pasteur. Paris 21. 1907, 251—280.
II. Aves für 1907. 75
E. Sergent et E. L. Trouessart. Sur un nouveau type de
Sarcoptides (Myialges anchora), parasite des Dipteres pupipares;
C. R. Soe. biol. Paris 62. 1907, 443—445.
€. B. Tieehurst. [On a disease among Wood-Pigeons]; Bull.
Br. ©. C. 19. 1907, 85—86. — Taubendiphtherie unter Columba
palumbus.
E. Trouessart. Sur la presence de Sarcoptides detriticoles
(Tyroglyhinae) dans les os longs de l’aile des Oiseaux; C. R. Ac.
Sc. Paris 145. 1907, 598—601.
XVIH. Systematik, Nomenclatur.
[Siehe Pyeraft unter Abschnitt VII Anatomie.]
J. A. Allen. The Baeolophus bicolor-atriceristatus Group; Bull.
Amer. Mus. Nat. Hist. 23. 1907, 467—481. — Verbreitung der beiden Arten.
Alle Vögel, die eine Mischung der Kennzeichen beider Arten zeigen, sind
als Bastarde, nicht als geographische Zwischenformen anzusehen.
Derselbe. The Types of the North American Genera of Birds;
Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. 23. 1907, 279—384. — Verf. hat die Brisson-
schen Gattungsnamen angenommen, hingegen das Möhring-Nozeman’sche
Werk nicht berücksichtigt.
Derselbe. The first species rule for determining types of genera
— how it works in Ornithology; Science N. S. 25. 1907, 546—554. —
Wendet sich insbesondere gegen Erörterungen von Mr. Stone, der für den
Gebrauch eintritt, bei Gattungen ohne bezeichneten Typus die erste der
aufgeführten Arten als solchen anzusehen, weist nach, welche schwerwiegen-
den Umgestaltungen im Gebrauch Linnöscher Gattungsnamen daraus ent-
stehen würden, und zeigt an Beispielen, in welcher Weise die Eliminations-
methode zur Feststellung des Typus bei Gattungen ohne Typus-Bezeichnung
anzuwenden ist.
H. v. Berlepsch. Schlußstein zur Literatur über Erithacus caeirti;
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 460—462.
Y. Bianchi. Revision der Formen des Genus Pyrrhula Fam. Fringil-
lidae, ihre Phylogenese und geographische Verbreitung [russisch]; Bull.
Ac. Imp. Se. St. Petersb. 1906. V. Ser. T. 25 1907, 159—198. — Unter-
suchungen über das Verwandtschaftsverhältnis der 16 bekannten Pyrrhula-
Formen, wobei Verf. 6 phylogenetische Entwicklungsstadien unterscheidet.
Außer dem Jugendkleid unterscheidet Verf. bei den Arten der Gattung
Pyrrhula noch ein Nestkleid. Im zweiten Teil der Arbeit wird die geo-
graphische Verbreitung der einzelnen Formen behandelt und eine synop-
tische Übersicht gegeben. Protopyrrhula subgen. nov.
Derselbe. Die Formen des Genus Pyrrhospiza Hodgs. 1844.
Fam. Fringillidae [russisch]; Bull. Ac. Imp. St. Petersbourg 1907, 185—196.
— Kennzeichnung der Gattung und ihrer Verbreitung. Synonymie, Be-
schreibung, Verbreitung und Schlüssel zum Bestimmen der vier Arten
P. punicea, szetschuana n. Sp., longirostris und humei.
76 II. Aves für 1907.
Derselbe. Preliminary Review of the Palaearctic and Himalo-
Chinese Species of the Muscicapidae or family of Flycatchers; Ann. Mus.
Zool. Akad. St. Petersb. XII. No I, 1907, 13—85. — Schlüssel zum Be-
stimmen der Gattungen und Arten. Bei jeder Art Synonymie und Ver-
breitung. Muscicapella n. g. Typus: M. hodgsoni.
Derselbe. In defense of natural genera; Bull. Ac. St. Petersb.
No 11, 1907, 369— 376.
R. Blasius. Vorteile und Nachteile moderner Arten und Unterarten-
Beschreibung und Namengebung; Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 275—288.
L. Bureau. Monographie de la Sterne de Dougall (Sterna dougall);
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 289—346, T. 13 [Verbreitungs-
karte].
S. A. Buturlin. Notes on White-backed Woodpeckers and Rock-
Nuthatches; Mitt. Kaukas. Mus. III. 1907, 60—73. — Von Dendrocopus
leuconotus werden 8 Abarten unterschieden, darunter drei neue: D. I. ussuri-
ensis von Ussuri, D. Il. voznesenskii von Kamtschatka, D. 1. carpathicus
aus der Bukowina und D. sinicus von Nordost-China. -—- Für die Kleiber
mit grauen anstatt weißen Mittelteilen der Unterschwanzdecken und ohne
Rotbraun an den Weichen bildet Verf. die Untergattung Rupisitta und
unterscheidet 8 Arten, darunter S. zarudnyi n. Sp.
Derselbe. Über einige Acanthis-Formen; Orn. Mntsb. 15. 1907,
46—47.
Derselbe. Stryx doliata Pall.; Orn. Mntsb. 15. 1907, 100.
Derselbe. Linota sangwinea Hom. et Tanere; Orn. Mntsb. 15.
1907, 144.
Derselbe. [On Tetrao urogallus lugens]; Ibis 1907, 215—216.
Derselbe. [Grus niediecki identical with @. canadensis]; Ibis
1907, 364—36 5.
Derselbe. [On Oygnus davidi and bewicki]; Ibis 1907, 650—652.
Derselbe. Caucasian and Turkestan Red-backed Shrikes; Mitt.
Kaukas. Mus. III. 1907, 78—80. — Lanius (Enneoctonus) kobylini nom.
nov. und L. (E.) loudoni n. sp.
Derselbe. On Bean-Geese; Journ. Bombay N. H. Soc. 1907,
603—607. — Behandelt insbesondere Anser serrirostris, carneirostris, midden-
dorffi und oatesi. A. middendorffi ist auf A. arvensis zurückzuführen,
während der ostsibirischen Form der Name A. sibiricus Alpher. zukommt.
F. Cnigi. Dati diagnostiei di aleune forme della sottofamiglia Anse-
rinae. Estratti dal Libro „Oche della Russia‘ di Sergio N. Alpheraky;
Bull. Soc. Zool. Ital. Fasc. I, II e III, 1907.
W. E. Carke. [On Phoebetria cornicoides and Sterna antistropha];
Ibis 1907, 653—654.
A. Dubois. Remargues au Sujet de certains oiseaux me&connus;
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 519—523. — Über Bycanistes
leucopygius, Tiga borneonensis und Lampribis olivacea. — Vergl. hierzu:
Reichenow, ebenda 8. 43.
II. Aves für 1907. a7
F. D. Godman. A monograph of the Petrels (Order Tubinares) Pt. I.
London 1907.
C. Hilgert. Beschreibung neuer Arten; Orn. Mntsb. 15. 1907, 63
—64. — Galerida cristata neumanni aus Italien, Nilaus afer erlangeri
vom südlichen Somaliland.
J. Gengler. Emberiza citrinella L. & ad. Ein Versuch, den Gold-
ammer nach der Färbung gewisser Gefiederpartien in geographische Gruppen
einzuteilen; Journ, Orn. 55. 1907, 249—282, Taf. 12 und 13.
E. Hartert. Der richtige Name der Leinzeisige; Orn. Mntsb. 15.
1907, 97—98. — [Vergl. Fringilla flammea. ]
J. A. Harvie-Brown. Species, Subspecies ete.; Zoologist 11. 1907,
143—145. — Über ausstehende Fragen in der Ornithologie.
0. Kleinschmidt. Berajah, Zoographia infinita. Lief. 3 Strix athene.
Leipzig 1907. — Enthält 3 Tafeln mit erläuterndem Text: Taf. 1 Junge
von Athene noctua, Taf. 2 Athene chiaradiae, die Kennzeichen im Text
behandelt, Taf. 3 stellt die Kennzeichen und Verbreitung von Athene
noctua, bactriana, glaux und somaliensis dar.
Derselbe. Berajah, Zoographia infinita. Lief. 4 Erithacus
domesticus. Leipzig 1907. — Unter dem Namen E. domesticus werden
Rutieilla titys und als dazu gehörende geographische Formen die als ochrurus
und rufiventris unterschiedenen Arten auf 6 Tafeln (Männchen, Weibchen,
Schwanzzeichnung) abgebildet, deren Kennzeichen und Verbreitungs-
gebiete im Text erläutert.
Derselbe. Neuere Literatur über Parus salicarius; Falco 1907,
85—88.
E. Lönnberg. Welches ist der richtige Name des rotkehligen Tauchers;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 76—77.
Derselbe. Om rosenmäsen (Rhodostethia rosea); Fauna och
Flora Uppsala 2. 1907, 152—163.
H. v. Loudon. Über Pratincola maura mit Weiß an der Basis der
Schwanzfedern; Orn. Mntsb. 15. 1907, 1—2.
P. R. Lowe. [Remarks on Oestrelata arminjoniana]; Bull. Br. O. C.
29.219027, 98.
R. €. Me Gregor. Siphia erithacus Sharpe; a Correction; Condor 9.
1907, 162.
A. Menegaux. Die französischen Kunstwörter der Vogelbeschreibung;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 130—135.
0. Neumann. Über die geographischen Formen des Wüstentrompeters;
Orn. Mntsb. 15. 1907, 144—146. — Über Erythrospiza güthaginea n. eonsp.
E. D. van Oort. On a new Subspecies of the Genus Pitohui Lesson,
with en Enumeration of the Species of this Genus in the Collection of the
Leyden Museum; Notes Leyden Mus. 29. 1907, 71—76. — Pitohui cervi-
niventris pallidus n. SP.
Derselbe. On Edolisoma morio (S. Müller); Notes Leyden Mus.
29. 1907, 77—78. — E. morio auf die Form von Nord-Celebes zu beziehen,
die südliche ist als E. m. wiglesworthi n. sp. zu sondern.
78 II. Aves für 1907.
C. Parrot. Zwei neue Vogelformen aus Asien; Orn. Mntsb. 15. 1907,
168— 171. — Neu: Muscicapa griseisticta habereri von den Kurilen, Capri-
mulgus asiaticus minor von Nord-Ceylon.
F. Poche. Über das Prioritätsgesetz und seine Anwendung in der
zoologischen Nomenclatur; J.f. O. 1907, 336—342.
A. Reichenow. Neue Vogelarten; Orn. Mntsb. 15. 1907, 29—31.
— Accentor rufilatus turcestanicus, Alethe montana, Argya rubiginosa emint,
Prinia metopias, Gyps einnamomeus. 4
Derselbe. Über den Gattungsnamen Pamatorhynchus; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 98—99.
Derselbe. [Fringilla flammea L. nicht für Fr. linaria anzu-
wenden]; Journ. Orn. 55. 1907, 156.
Derselbe. [Über europäisch-sibirische Kleiber]; Journ. Orn. 55.
1907, 312. — Neu: Sitta caesia sordida und 8. biedermanni.
W, Rothschild. [Remarks on Carpodacus incertus]; Bull. Br. O. C.
21:4:1909,73,
Derselbe. [Remarks on some species of Pheasants]; Bull. Br.
0.C. 21. 1907, 22—25.
Derselbe. [On Palaeornis intermedia]; Bull. Br. O. C. 19. 1907,
49— 50.
W. Ruskin-Butterfieldle On Subspecies in Ornithology and their
Nomenclature; Aquila 1907, 216—222.
H. Schalow. Entgegnung; Orn. Mntsb. 15. 1907, 58—59.
Derselbe. [Über die Priorität des Namens Sterna tschegrava
Lep. vor S. caspia Pall.]; Journ. Orn. 1907, 470.
P. L. Sclater. [Remarks on some principal events in Ornithology];
Bull. Br. O0. €. 21. 1907, 2—8.
S. Schaub. Beiträge zur Kenntnis der postembryonalen Entwicklung
der Ardeiden; Zool. Jahrb. Jena, Abt. Anatom. 25. 1907, 304—404.
E. L. Sechiöler. Om den ydre Forskel mellem Können Hos Pomerants-
fuglen, Eudromias morinellus; Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. I. 1907,
49—58. — Unterschied der Geschlechter, auf der beigegebenen Tafel ab-
gebildet. Frühjahrszug.
R. Snouckaert van Schauburg. Dr. E. Harterts indeeling van Parus
caudatus; Nederl. Ornith. Vereen. No.4. 1907, 7—18.
Derselbe. De geschlachtskenmerken van den Patrijs, Perdix
perdix (L.); Nederl. Orn. Vereen. Verslagen en Mededeel. 4. 1907, 22—24.
W. Stone. The first species rule as it affects genera of North American
birds; Science New York (n. s.) 25. 1907, 708—709. 5
Derselbe. Some Changes in the Current Generic Names of
North American Birds; Auk 24. 1907, 189—199. — [Siehe unter den ver-
schiedenen Familiennamen. ]
E. Stresemann. Bemerkungen über Buteo zimmermannae; Orn.
Mntsb. 15. 1907, 182—184.
P. A. Taverner. The New Check. List; Condor 9. 1907, 55—56.
II. Aves für 1907. 79
W. Wurm. Der Trauerauerhahn Lönnbergs; Orn. Mntsschr. 32.
1907, 48—50, 256. — Verf. hält 7. urogallus lugens nur für eine verkümmerte
Varietät.
Struthionidae.
[SieheCistiakovu.Gerhardtunter Abschnitt VIL, Pyeraft
unter Aschnitt VIII, Duerden Abschn. XIII unter Lebensweise und
unter Sinne, Menegaux und Regelsperger unter Abschn. XV.]
Casuariidae.
[Siehe Fletcher, Giglioli, Kendall, Le Souef Ab-
schnitt XII unter Australien.]
W. Rothschild. Some Notes on Cassowaries; Novit. Zool. 14. 1907,
504—505, T. 5—7. — Beschreibung der ausgefärbten Vögel von Casuarius
mitratus, jamrachi und doggetti, alle drei abgebildet T. 5—7. C. intensus
auf C. altijugus zurückzuführen. Übersicht über alle bisher unterschiedenen
Kasuararten und deren Vorkommen (23 verschiedene Formen).
Dromaeus bassi n. sp. nach Knochenresten von King Island benannt;
Legge, The Emu 6. 1907, 116—119. — Fällt mit D. minor n. sp. zusammen;
Spencer, Victor. Nat. 23. 1907, 139—140. D. diemenensis beschrieben;
Le Souef, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 13.
Dromasus peroni nom. nov.; Rothschild, Extinct Birds 235, abgeb.TT. 40.
Dinornithidae.
Dinornis ingens abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 42.
Emeus boothi nom. nov.; Rothschild, Extinet Birds 8. 210. — E.
haasti nom. nov. ebenda 210. — E. parkeri nom. nov. ebenda 211.
Megalapteryx hamiltoni n. sp. von der Nord-Insel, Neuseeland;
Rothschild, Extinct Birds 1907, 197. — M. huttoni abgebildet; ebenda T. 41.
Spheniseidae.
[Vergl. Pyeraft unter Abschn. VII Anatomie; Wilson Ab-
schnitt XII unter Südpolar-Gebiet.]
Aleidae.
[Sehe Winge Abschn. XII unter Dänemark, Collett unter
Skandinavien, Fleming unter Nordamerika.]
Aethia Dum. 1816 anzuwenden für Simorhynchus Merr. 1819; Stone,
Auk 1907, 190.
Alca impennis abgeb.; Rothschild, Extinet Birds T. 38. — Vor-
kommen in Norwegen; Collett, Vid. Selsk. Forh. Christiania 1907, 1.
Alcella nom. nov. für Phaleris Tem. 1820 (Check List N. A. B.);
Stone, Auk 1907, 197.
Phaleris Tem. 1820. anzuwenden für Cyclorhynchus Kaup 1829
(Check List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 197.
Colymbidae.
[Vergl. Pyeraft unter Abschn. VIII (Fußformen, Federn usw.),
über Anordnung und Zahl der Schwanzfedern von Colymbus (Podiceps),
ferner Chernel v. Chernelhaza u. Ogilvie-Grant unter
80 II. Aves für 1907.
Abschn. VIII, Reichenow unter Abschn. XI, Krohn u. Graf
Pocci Abschn. XII unter Deutschland, Beebe, Finley, Turner
Abscehn. XIII unter Lebensweise].
Colymbus glacialis : Übergangskleid des zweiten Jahres beschrieben;
O0. Grant, Bull. Br. OÖ. C. 21. 1907, 35—39. — C. stellatus Brünn, ältester
Name für ©. septentrionalis L. (= lumme Brünn.).
Gavia imber : Entwicklung und Benehmen zweier in Gefangenschaft
den Eiern entschlüpfter und gepflegter Küchel; Auk 1907, 34—41, T. 2.
Tachybaptus Rehb. 1849 anzuwenden an Stelle von Podiceps Lath.
für die Untergruppe P. dominicus und Verwandte; Stone, Auk 1907. 190.
Procellariidae.
[Vergl. Sehmitz Abschn. XII unter Atlantische Inseln, Camp -
bellu. Mattingley, Jourdain Abschn. XIII unter Nisten].
E. Du Cane Godman. A Monograph of the Petrels (Order Tubinares).
With hand-coloured plates by J. G. Keulemans. Part I. London 1907. —
Das Heft enthält Abbildungen und Beschreibungen der folgenden Sturm-
vögel: Procellaria pelagica und tethys, Halocyptena microsoma, Oceanodroma
leucorrhoa (beali, beldingi, koedingi nur im Text), casiro, macrodactyla
(tristrami im Text), melania, markhami, homochroa, monorkis, hornbyi und
furcata, Oceanites oceanicus und gracilis, Garrodia nereis, Pelagodroma
marina, Pealea lineata, Oymodroma melanogaster, grallaria und albigularis.
R. W. Shufeldt. On the Osteology of the Tubinares; Amer. Naturalist
41. 1907, 109—124. — Auf Grund der osteologischen Eigenschaften sondert
Verf. die Gruppe in folgende Familien und Unterfamilien: 1. Procellariidae:
&) Procellariinae, b) Oceanitinae, ce) Puffininae, d) Fulmarinae. 2. Puffinidae.
3. Pelecanoididae. 4. Diomedeidae.
L. Stejneger. The systematie position of the Tubinares; Amer.
Naturalist 41. 1907, 281—282.
Aestrelata carribbaea abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 37.
Oestrelata arminjoniana gleichbedeutend mit Oe. wilsoni; Lowe, Bull.
Br.10./G.19!1907,798:
Phoebetria cornicoides : Verbreitung; Clarke, Ibis 1907, 653. — Neben
Ph. fuliginosa auf der Valdivia-Reise gesammelt; Reichenow, Orn. Mntsb.
1907,. 135
[Vgl. Notizen über Sturmvögel in Wilson, Nation. Antarct. Exp.
(s. unter Südpolar-Gebiet)].
Laridae.
[Siehe Grohs unter Abschn. VII, Clarke Abschn. VIII, Bau,
Christoleit, Hagendefeldt Abschn. XII unter Deutschland,
Angelini, Arrigoni, Magnelli unter Italien, Finley,
Fisher Abschn. XIII unter Lebensweis, Buturlin, Thayer,
Söderberg, Worcester unter Nisten.]
Rhodostethia rosea: Brutstätten, Abbildung des Dunenjungen;
Buturlin, Ibis 1907, 570, T. 12.
II. Aves für 1907. st
Sterna antistropha wird für identisch gehalten mit St. macrura von
Clarke, Ibis 1907, 347 [s. auch ebenda S. 653]. — Widerlegung dieser An-
schaung durch Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 136. — St. macrura im
Winter im antarktischen Gebiet; Clarke, Brit. Birds I. 1907, 28, 59.
Steganopodes.
[Siehe Jörgensen u. Winge Abschn. XII unter Dänemark,
Rhenius unter Indien, Finley Abschn. XIII unter Lebensweise,
Lodge, Reiser, Worcester unter Nisten.]
A. Dubois. Fam. Pelecanidae in: P.. Wytsman, Genera Avium
Part 7. Brüssel 1907. — Übersicht der Arten der Gattung Pelecanus mit
den wichtigsten Synonymen und Verbreitungsangaben. Auf der Tafel
sind abgebildet: Pelecanus sharpei (ganze Figur), onocrotalus, rufescens
und fuscus (Köpfe).
Carbo perspicillatus abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 39.
Fregata Lacep. 1799 anzuwenden für Fregata Briss. 1760; Stone, Auk
1907,.195.
Morus Vieill. 1816 anzuwenden für Dysporus Ill. 1811; Stone, Auk
1907, 194.
Anatidae.
[Siehe Boussac unter Abschn. I, Branca, Röthig, Mencl,
Pensa, Schepelmann, Weber unter Abschn. VII, Work-
mann unter Abschn. VIII, Bigelow, Blaauw, Bonhote,
Smalley unter Abschn. IX, Krohn, v. Quistorp, Thiene-
mann, Abschn. XII unter Deutschland, Chernelv. Chernel-
häza, Hausmann, Nagy unter Österreich, Cummings,
Sharpe, Smalley unter England, O.-Grant, de Vries unter
Holland, Arrigoni, Angelini unter Italien, Schmitz unter
Atlantische Inseln, Cadell, Inglis, Mc Gregor, Oates,
Thomson unter Indien, Henry unter Australien, Brewster
unter Nordamerika, Krabbe, Schiöler unter Nordpolar-Gebiet, Löns
Abschn. XIII unter Lebensweise, Rüdiger unter Abschn. XIV.]
Aethyia baeri in England; Saunders, Brit. Birds 1907, 14.
Anser : Referat über Alpherakys Werk über die Gänse Rußlands;
Chigi, Bull. Soc. Zool. Ital. Fase. I, II e III 1907. — A. serrirostris,
carneirostris und oatesi, Kennzeichen und Verbreitung; A. middendorffi
auf A. arvensis zurückzuführen, während der ostsibirische Vertreter 4.
sibiricus ist; Buturlin, Journ. Bombay N. H. Soc. 1907, 603— 607.
Camptolaemus labradorius abgebildet; Rotschild, Extinct Birds T. 36.
Clangula Cuv. 1817 als Gruppenname für Anas clangula L. zu ge-
brauchen; Stone, Auk 1907, 191.
Cygnus davidi fällt mit CO. bewicki zusammen; Kennzeichen von
C©. jankowskii; Buturlin, Ibis 1907, 650. — C. musicus in Seistan; Thomson,
Ibis 1907, 511.
Kamptorhynchus Eyton 1838 anzuwenden für Camptolaimus Gray
1841; Stone, Auk 1907, 191.
Arch. f. Naturgesch. 74 Jahrg. 1908, Bd. II. H.1. (II). 6
82 II. Aves für 1907.
Mareca americana auf den Hebriden; Sharpe, Bull. Brit. Orn. Club
192 1900,57.
Marila Oken 1817 anzuwenden für Fuligula Steph. 1824 (Check.
List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 191.
Nyroca Flem. 1822 anzuwenden für Aythya Boie 1822 (Check List
N. Am. B.); Stone, Auk 1907, 1%.
Phaeonetia nom. nov. für Melanitta Boie 1822; Stone, Auk 1907, 198.
Polionetta haringtoni n. sp. vom Irawaddy; ®ates, Journ. Bombay
Soc. 17. 1.907, 558.
Querquedula Gm. 1770 anzuwenden für Querquedula Steph. 1824;
Stone, Auk 1907, 191.
Sarkidiornis sylvicola nom. novV. für S. carunculata Leht. nee Vieill.;
ihering, Catalogos Fauna Brasileira 1907, 72.
Serrator [Sprungli] Storr. 1874 anzuwenden für Merganser Briss. 1760;
Stone, Auk 1907, 194.
Tadorna tadorna in Ungarn; Aquila 14. 1907, 336.
Charadriidae.
Siehe Graulu. Röthig unter Abschn. VII, C. B. Ticehurst
Abscehn. XII unter England, Mc Gregor unter Indien, North unter
Australien, Blaauw unter Abschn. XV.]
Eudromias morinellus : Unterschied der Geschlechter; Sehiöler,
Dansk Ornith. Foren. Tidsskr. 1907, 49—58, mit Abbildung.
Seolopaeidae.
Siehe Alpheraky, Workmann unter Abschn. VII, Johan-
sen, Schalow, Witherby unter Abschn. VIII, Baudouin
unter Abschn. IX, Bütowu. Weidmann unter Abschn. XI, Löns,
Parrot Abschn. XII unter Deutschland, Lintia, v. Tschusi
unter Österreich, Koefoed unter Dänemark, Arnold, Gladstone,
Harvie-Brown, Murıe, Nieoll, aNz ZRsrETsereihsuerise
Turner unter England, Bahr Abschn. XIII unter Lebensweise,
Buturlin, Bahr, Dres ser, #rt ln Jourdaın.n Briosetor
unter Nisten, Ternier unter Abschn. XIV.]
Aechmorhynchus cancellatus abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 35 Fig. 1.
Calidris Illiger 1811 anzuwenden für Calidris Cuv. 1800; Stone,
Auk 1907, 195.
Gallinago Koch 1816 anzuwenden für Gallinago Leach 1816; Stone,
Auk 1907, 191.
Ibidorhynchus struthersi. Beschreibung des Dunenkleides; Johansen,
Orn. Mntsb. 1907, 99. — Siehe auch: Schalow, ebenda S. 172.
Lobipes Cuv. 1817 anzuwenden für Phalaropus Briss. 1760 (Check
List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 196.
Machetes Cuv. 1817 anzuwenden für Pavoncella Leach 1816; Stone,
Auk 1907, 195.
II. Aves für 1907. 83
Macrorhamphus Forster 1817 anzuwenden für Macrorhamphus Leach
1816; Stone, Auk 1907, 195.
Phalaropus Briss. 1760 anzuwenden für COrymophilus Vieill. 1816
(Check List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 196.
Prosobonia leucoptera abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 35
Fig. 2.
Totanus melanoleucus auf den Scilly Inseln; Nicoll, Ibis 1907, 217—218.
Tringa maculata : Brutstätten; Abbildung des Dunenjungen; Buturlin,
Ibis 1907, 570 T. 12. e
Tringoides Bp. 1831 anzuwenden für Actitis Illiger 1811; Stone,
Auk 1907, 198.
Otididae.
[Siehe Jülicher Abschn. XII unter Deutschland, Magaud
d’Aubusson unter Abschn. XV.]
Otis adolfi-friederieie n. sp. vom Mara-Fluß, östlich des Viectoria-
Niansa; O. kori struthiunculus n. sp. von Nordost- und Ostafrika; O. arabs
stieberi n. Sp. vom westlichen Sudan; O. ruficrista hilgerti n. sp. vom nörd-
lichen Somaliland; O. erlangeri auf O. somaliensis zu beziehen; 0. Neumann,
Journ. Orn. 1907, 306—308.
Gruidae.
[Siehe Hesse unter Abschn. VIII, Baer Abschn. XII unter
Deutschland, Witherby unter England.]
Balearica : Beschaffenheit der Haubenfedern; Hesse, Orn. Mntsb.
1907, 73—76.
Grus niediecki nicht verschieden von @. canadensis nach Buturlin,
Ibis 1907, 364.
Rallidae.
[Siehe Barowsky Abschn. XII unter Rußland, Dalgliesh
unter Indien, Schiöler unter Nordpolar-Gebiet.]
Aphanapteryx bonasia abgebildet; Rothschild, Extincet Birds T. 29.
— A. broeki besprochen von Lönnberg, Fauna och Flora, Uppsala 1907, 149.
Apterornis coerulescens abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 32.
Aramides : Übersicht der Arten nördlich von Panama. Schlüssel,
Beschreibung, Verbreitung, Synonymie von A. azxillaris, cajanea, plumbei-
collis, albiventris und mezxicanus n. sp.; Bangs, Amer. Naturalist 1907,
177—187.
Cabalus modestus abgebildet; Rothschild, Extincet Birds T. 28 Fig. 1.
Erythromachus leguati abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 30.
Hypotaenidia brachypus alberti n. sp. von Britisch-Neuguinea; Roth-
schild und Hartert, Novit. Zool. 1907, 451. — H. muelleri abgebildet;
Rothschild, Proc. Fourth. Intern. Orn. Congress T. 7. — H. pacifica ab-
gebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 26 Fig. 1.
Leguatia gigantea abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 31.
Nesolimnas dieffenbachi abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 27.
Notornis alba und hochstetteri abgebildet; Rothschild, Extincet Birds
7.33 u. ‚34,
6*
84 II. Aves für 1907.
Pareudiastes pacificus abgebildet; Rothschild, Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress T. 8.
Pennula sandwichensis und millsi abgebildet; Rothschild, Extinct
Birds T. 26 Fig. 2 u. 3.
Porzana jamaicensis und coturniculus : Kennzeichen und Verbreitung;
Brewster, Auk 1907, 205—210.
Turnieidae.
Turnix celestinoi n. sp. von den Philippinen; Me Gregor, Philipp.
Journ. Sc. 2. 1907, 292.
Pteroclidae.
[Siehe Krohn Abschnitt XII unter Deutschland, Stainforth
unter England, Angelini unter Italien].
Ibidae.
[Siehe Hopf Abschn. XII unter Europ. Sibirisches Gebiet,
Hermann unter Österreich, Cummings unter England, van Oort
unter Australien, Iredale unter Neuseeland, Selater Abschn. XIII
unter Nisten.]
Geronticus eremita früher in Ungarn; Herman, Acguila 1907, XXXII
—XLI.
Lampribis olivacea verschieden von L. hagedash; Dubols, Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 522.
Platalea regia: Vorkommen auf Celebes, Buru und Timor; van
Oort, Notes Leyden Mus. 29. 1907, 68.
Theristicus brevirostris n. sp. vom Fan-Gebiet, ähnlich Th. hagedash ;
Reiehenow, Orn. Mntsb. 1907, 147.
Ciconiidae.
[Siehe Reiehenow unter Abschn. XL, Braun, Heyder,
Lühe Abschn. XII unter Deutschland, Fischer-Sigwart,
Hennemann, v. Päsztory Abschn. XIII unter Lebensweise. ]
Phoenicopteridae.
[Siehe Snouckaert van Schauburg Abschn. XII unter
Holland.]
Ardeidae.
[Siehe Schaub unter Abschn. VIII, Henrici, Reichling
Abschn. XII unter Deutschland, Larsen unter Dänemark, Algvist
unter Skandinavien, N. F. Tiecehurst unter England, Comber,
Phillott unter Indien, Mattingley unter Australien, Koväcs-
Kisp&]1 Abschn. XIII. unter Lebensweise, North unter Nisten.]
Ardea cinerea jouyi n. sp. von Kansu in China; Clark, Proc. U. St.
N. M. 1907, 467. — A. duboisi nom. nov. Rothschild, Extinct Birds S. 114.
Botaurus Steph. 1819 anzuwenden für Botaurus Herm. 1783; Stone,
Auk 1907, 195.
II. Aves für 1907. 85
Ixobrychus Billberg 1828 anzuwenden für Ardeita Gray 1842; Stone,
Auk 1907, 192.
Nycticorax Forster 1817 anzuwenden für Nycticorax Raf. 1816;
Stone, Auk 1907, 195.
Columbidae.
[Siehe €. Hess unter Abschn. VII, Parrot Abschn. XII unter
Deutschland, Fleming, Mershonunter Nordamerika, W.Schuster,
Seth-Smith Abschn. XIII unter Lebensweise, Raspail unter
Nisten, Otto, Ticehurst unter Abschn. XV.]
Alectroenas nitidissima abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 22,
Chalcophaps oceidentalis n. sp. von Nordwest-Australien; North,
Vietor. Natural. Melbourne 24, 1907, 135.
Chaemepelia Sw. 1827 anzuwenden für Columbigallina Boie 1826,
begründet auf die nicht zu deutende Columba carunculata Tem. Knip;
Stone, Auk 1907, 192.
Didus cucullatus abgebildet; Rothschild, Extincet Birds T. 24—24 ce.
— Didus solitarius abgebildet; ebenda T. 25 u. 25a Fig. 4—8.
Hemiphaga spadicea abgebildet; Rothschild, Extinct Brds T. 21.
Nesoenas duboisi n. sp. von Bourbon; Rothschild, Extinet Birds
S. 166. — N. meyeri abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 3 Fig. 3.
Pezophaps solitaria abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 23 und
25 a Fig. 1—3.
Phapitreron albifrons n. sp. von den Philippinen; Me Gregor, Philipp.
Journ. Sc. 1907, 317.
Sphenocercus australis n. sp. von den Philippinen; Me Gregor, Philipp.
Journ. Sc. 1907, 344.
Treron nipalensis harterti n. sp. von Deli; Parrot, Abhandl. Bayer.
Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 261.
Turtur tigrinus minor n. sp. von Deli; Parrot, Abhandl. Bayer. Ak.
Wass: IT. &1. 1907, 275.
Tinamidae.
Nothoprocta ornata rostrata n. sp. von Tucuman; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 371.
Rhynchotus rufescens pallescens n. sp. von Buenos Aires, vielleicht
mit Rh. r. catinga zusammenfallend; Kothe, Journ. Orn. 1907, 164.
Phasianidae.
[Siehe Andrews, Branca, G. dErrico, Fedorow,
Ganfrini, Hess, J. Tur, Verzär unter Abschn. VII, Brooks,
Ghigi, O. Grant, Pays-Mellier unter Abschn. IX, Lühe
Abschn. XII unter Deutschland, Olivier unter Frankreich, Betham
u. Venour unter Indien, Gilman unter Nordamerika, Drew und
Eycleshymer Abschn. XIII unter Nisten, Houssay unter Nahrung,
Katz u Rö&övez unter Sinne, Delaurier, Otto, Bela Räcz
unter Abschn. XIV, Balfour, Graham-Smith, Müller unter
Abschr. XVI.]
86 II. Aves für 1907.
Caccabis : Übersicht der mittelasiatischen Formen; Bianchi, Aves
expeditionis Kozlowi 178—179.
Calophasis nicht hinreichend begründete Gattung; Rothschild, Bull.
Br®. € 21.1907, 23:
Coturnix novaezealandiae abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 28 Fig. 2.
Crossoptilon : Übersicht der mittelasiatischen Arten; Bianchi, Aves
expeditionis Kozlowi 198—199.
Dendragapus richardsonii Pedioecetes columbianus beschrieben;
Brooks, Auk 1907, 167—169, T. 4.
Francolinus clappertoni heuglini n. sp. vom oberen Weißen Nil;
Neumann, Orn. Mntsb. 1907, 199. — F. icterorhynchus emini n. Sp. von
Unjoro; ebenda 198. — F. ugandensis n. sp. von Uganda, ähnlich F. emini;
ebenda 199. — F. orientalis caucasicus n. Sp. von Transkaukasien, F. o.
sarudnyi n. sp. von Nord-Persien, F. o. europaeus n. sp. von Süd-Europa;
Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 81.
Perdix montana beschrieben; Olivier, Bull. Soc. Zool. France 1907,
72—73. — P. perdix : Geschlechtskennzeichen; Snouckaert van Schauburg,
Nederl. Orn. Vereen. Verslagen en Mededeel. 1907, 4, 22—24. — P. perdix
buturlini n. sp. von Syr-Darja in Turkestan; Sarudny u. Loudon, Orn.
Mntsb. 1907, 47. — P. perdix charrela: Beschreibung, Verbreitung;
Bureau, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 72. — Älterer Name der Form
ist P. hispaniensis; Reiechenow, ebenda 41.
Phasianus karpowi buturlini n. sp. von Tsushima an der Koreastraße;
Clark, Un. St. N. M. 32. 1907, 468. — Ph. mikado beschrieben; Rothschild,
Bull. Br. O. C. 21. 1907, 22—23.
Tetraogallus kozlowi und himalayensis grombezewski abgebildet;
Bianchi, Aves exped. Kozlowi T. 4.
Tetraonidae.
[Siehe H. Baron Lo udon unter Abschn. II, Ehrlich Abschn. VII,
Ogilvie-Grant Abschn. IX, Winge Abschn. XII unter Dänemark,
Burns unter Nordamerika, Miller, Pearson unter Nordpolar-
Gebiet, Olt Abschn. XIII unter Lebensweise, Magaud,dAubusson,
Teidoff unter Abschn. XIV.]
Bonasa Steph. 1819 anzuwenden für Tympanuchus Glog. 1842 (Check
List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 198.
Hylobrontes nom. nov. für Bonasa Check List Amer. B. Typus:
Tetrao umbellus L.; Stone, Auk 1907, 198.
Lagopus hyperboreus auf Franz Josef-Land; Miller, Ibis 1907, 509.
— L. japonicus n. sp. von Hondo in Japan, ähnlich L. rupestris; Clark,
Proc. U. St. N. M. 32. 1907, 469. — L. rupestris chamberlaini n. sp. von
den Aleuten; ebenda.
Tetrao: Bescheibung abnormer und hybrider Vögel; Loudon, Orn.
Jahrb. 1907, 52—71, 92—103. — T. urogallus lugens ist Variätet mit abnormen
Geschlechtsorganen, Lorenz, Orn. Mntsb. 1907, 102 u. Ibis 1907, 215. —
II. Aves für 1907. 87
T. urogallus. lugens nur als zufällige Verkümmerung anzusehen; Wurm,
Orn. Mntsschr. 1907, 48. — T. urogallus volgensis n. sp. vom östlichen
Teil des europäischen Rußlands; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 81.
Vulturidae.
[Siehe Jourdain u. Reiser unter Abschn. VIIE Lintia,
Abschn. XII unter Österreich, Lod ge unter Balkan, Gilman, Ren-
shaw, Leverkühn, Abschn. XIII unter Lebensweise, Jourdain
Rey, Sharpe unter Nisten.]
Gyps cinnamomeus n. sp. von Naryn, südöstliches Turkestan; Reiche-
now, Orn. Mntsb. 1907, 30. — @. fulvus : Abbildung von Köpfen; Koenig,
Journ. Orn. 1907, 71.
Neophron percnopterus abgebildet; König, Journ. Orn. 1907, T. 4.
Kopf ebenda Taf. S. 59.
Otogyps auricularis abgebildet; König, Journ. Orn. 1907, T.5. —
Kopf ebenda Taf. S. 76.
Rhinogryphus Ridgw. 1874 anzuwenden für Cathartes Ill. 1811;
Stone, Auk 1907, 198.
Vultur monachus : Dunengefieder; Reiser, Orn. Mntsschr. 1907,
331—333.
Faleonidae.
[Siehe Baltz, Exner, Hennicke, Donner unter Absechn.
VIII, Kleinsehmidt unter Abschn. XI, Borggreve,Detmers,
Fritze, Kleinschmidt, Schaber Abschn. XII unter Deutsch-
land, Dostäl, Nozdroviezky, Ponebsek unter Österreich,
Lodge unter Balkan, Brauner unter Rußland, Nörgaard unter
Dänemark, Christy unter England, Snouckaertvan Schau-
burg unter Holland, Paris unter Frankreich, Clemens, Donald,
Kinloch, Me Gregor, Phillott unter Indien, Deane,
Criddle, Shufeldt unter Nordamerika, Adams, Donner,
Fekete,Greschik,Kleinschmidt,L.v.Nozdroviczky,
Peabody, Leverkühn, Thielemann Abschn. XIII unter
Lebensweise, Nagy, Nessera unter Nahrung, Abelsdorff unter
Stimme, Heilmann, Jensen, Rosenkrantz unter Abschn.
XIV, Detmers, Kleinscehmidt, Otto unter Abschn. XV.]
E. Hartert und 0. Neumann. Drei neue Falkenformen; Journ. Orn.
LV. 1907, 591—593 [s. unten].
Aceipiter nisus ladygini abgebildet; Bianchi, Aves exped. Kozlowi T. 3.
Aesalon regulus insignis n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St. N.
M. 32. 1907, 470.
Astur caesius n. Sp. von Sredue-Kolymsk (Ost-Asien), ähnlich A.
palumbarius; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 80. — 4A. schwedowi fällt mit
A. khamensis zusammen; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 80.
Buteo zimmermannae: Kennzeichen; Stresemann, Orn. Mntsb. 1907,
182—184,
88 II. Aves für 1907.
Cerchneis perpallida n. sp. von Korea, ähnlich C. tinnunculus; Clark,
Proc. U. St. N. M. 32. 1907, 470. — C. tinnunculus carlo n. Sp. von Öst-
afrika; Hartert u. Neumann, Journ. Orn. 1907, 592.
Circus : Übersicht der mittelasiatischen Arten; Bianchi, Aves expe-
ditionis Kozlowi 225—226.
Falco hierofalco tschusii n. sp. von Tanger; Kleinschmidt, Falco 1907,
103. — F. peregrinus caucasicus n. Sp. vom Kaukasus; Kleinschmidt, Falco
1907, 62. — F. subbuteo jugurtha n. sp. von Tunis bis Marocco; Hartert
u. Neumann, Journ. Orn. 1907, 591. — F. subbuteo streichi n. sp. von Süd-
China; ebenda 592.
Gennaia saceroides Menzb. n. sp. aus der Mongolei; Bianchi, Aves
expeditionis Kozlowi 204.
Micrastur interstes n. sp. von W.-Costa Rica, ähnlich M. guerilla;
Bangs, Auk 1907, 289.
Pithecophaga jefferii: Schwarzbild; Clemens, Condor 1907, 93.
Urubitinga Lefr. 1843 anzuwenden für Urubitinga Lesson 1839;
Stone, Auk 1907, 195.
Strigidae.
[Siehe Franz, Marshall, W. Müller unter Abschn. VII,
N. de Leone unter Abschn. IX, Bau, Kleinschmidt, Löns,
Tischler Abschn. XII unter Deutschland, ChernelvonChernel-
häzau. Schenk unter Österreich, Bianchi unter Rußland, Car-
penter unter Nordamerika, Bangs unter Südamerika, Loos,
Rockwell, Rzehak Abschn. XIII unter Lebensweise, Geyrvon
Schweppenburg, Jacobi unter Nahrung, Abelsdorff unter
Sinne. ]
Athene chiaradiae abgebildet und gekennzeichnet; Kleinsehmidt,
Berajah 3. 1907, Taf. 2. — 4. noctua, bactriana, glaux und somaliensis
abgebildet; Kleinschmidt, ebenda T. 3.
Bubo leguati nom, nov.; Rothschild, Extinet Birds 71. — B. tenuipes
n. sp. von Korea, ähnlich B. bubo; Clark, Proc. U. St. N. M. 32. 1907, 470.
Ninox goodenoviensis de Vis fällt mit Ninox goldii Gurn. zusammen;
Rothschild u. Hartert, Novit. Zool. 1907, 444.
Noctua Gm. 1771 anzuwenden für Glaucidium Boie 1826; Stone,
Auk 1907, 192.
Nyctala magna n. sp. von der Kolyma, ähnlich N. tengmalmi; Buturlin,
Orn. Mntsb. 1907, 80. — N. caucasica n. sp. vom Kaukasus, ähnlich N.
acadica; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 82.
Otus Penn. 1769 anzuwenden für Megascops Kaup 1848; Stone,
Auk 1907, 192. — O. boholensis n. sp. von den Philippinen; Me Gregor,
Philipp. Journ. Sc. 1907, 323.
Pisorhina scops bascanica n. sp. von Baskan (Sibirien); Johansen,
Orn. Jahrb. 1907, 202.
Rhinoptynx elamator in Costa Rica; Bangs, Proc. Biol. Soc. Washington
1907, 31.
II. Aves für 1907. 89
Scops usta Sel. fällt mit Ephialtis watsonii Cass. zusammen; Hell-
mayr, Novit. Zool. 1907, 407.
Strix athene: Geographisches Variieren. S. a. sarda n. sp. von Sar-
dinien, S. a. ruficolor n. sp. vom südlichen Marokko;Kleinschmidt, Falco
1907, 63—67. — S$. flammea meeki n. sp. von Britisch-Neuguinea; Roth-
schild u. Hartert, Novit. Zool. 1907, 446. — S. newtoni nom. nov.; Roth-
sehild, Extinct Birds 79.
Stryx doliata Pall. Synonym von Strix ulula L.; für die östliche Form
dieser Eule wird der Name Surnia ulula pallasi n. sp. vorgeschlagen; Buturlin,
Orn. Mntsb. 1907, 100.
Surnia ulula korejewi n. sp. vom Tian-Schan; Sarudny u. Loudon,
Orn. Mntsb. 1907, 2. — Zurückzuführen auf S. u. tianschanica; Sarudny,
Orn. Mntsb. 1907, 83.
Syrnium : Die paläarktischen Formen der Gattung; Buturlin, Journ.
Orn. 1907, 332—336. — S. cinereum sakhalinense n. sp. von Sachalin,
ebenda 334. — S. uralense nikolskii von Südost-Sibirien; ebenda 335. —
S. ma n. sp. von Korea, ähnlich $. aluco; Clark, Proc. U. St. N. M. 32.
1907, 471. — S. uralense japonicum n. sp. von Hokkaido; ebenda. — S.
uralense hondoense n. sp. von Hondo; ebenda 472.
Psittacidae.
[Siehe Denker unter Abschn. VII, Trouessart unter Abschn.
VIII, Marriner Abschn. XII unter Neuseeland, Smith unter Nord-
amerika, Salvadori unter Südamerika, Benham Abschn. XIII
unter Nahrung.]
T. Salvadori. Notes on Parrots. Part VII; Ibis 1907, 122—151, 311
— 322. — Behandelt Subfamilie Psittacinae, Pelaeornithinae und Platy-
cercinae. Am Schluß eine Liste der seit Erscheinen des Britischen Katalogs
neu beschriebenen Arten (95).
Amazona violaceus und martinicana abgebildet; Rothschild, Extinct
Birds T.17 u. 18.
Anodorhynchus martinicus nom. nov. und A. purpurascens N0M. NOY.;
Rothschild, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 202. — An. purpu-
rascens abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 13.
Ara gossei nom. nov.; Rothschild, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 201. — A. erythrocephala nom. nov. ebenda. — A. gossei, erythoce-
phala, martinicus und erythrura abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 11, 12, 14 u. 15. — A. tricolor abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 10.
Conuropsis Salvad. 1891 anzuwenden für Conurus Kuhl 1820; Stone,
Auk 1907, 198.
Conurus callogenys nicht verschieden von ©. leucophthalmus; Hell-
mayr, Novit. Zool. 1907, 85. — C. canibuccalis n. sp. vom Rio Madeira
in Brasilien; W. Rothschild, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 48. — C. canibuccalis
zurückzuführen auf ©. weddellii; Rothschild, Bull. Br. ©. €. 19. 1907, 64.
— C. labati abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 16.
90 Il. Aves für 1907.
Coriphilus cyaneus n. sp. von Bora-Bora (Tahiti), ähnlich C©. taitianus;
Wilson, Ibis 1907, 378, T. 8. — C. cyanescens für C. cyaneus; Wilson, Ibis
1907, 652—653.
Eos goodfellowi n. sp. von den Molukken, ähnlich E. rubra; O.
Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 102.
Lophopsittacus mauritianus abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 7.
Mascarinus mascarinus abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 9.
Necropsittacus borbonicus nom. nov.; Rothschild, Extinet Birds 62,
abgebildet T. 8. — N. francicus nom. nov.; Rothschild, Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 197.
Nestor norfolcensis und produetus abgebildet; Rothschild, Extinct
Birds T. 6.
Palaeornis exsul und wardi abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 19 u. 21. — P. intermedia : Kennzeichen; Rothschild, Bull. Br. O. €. 19.
1907, 49. j
Psittacula passerina und verwandte Formen: Kennzeichen, Ver-
breitung; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 86—88.
Pyrrhura picta und Abarten: Kennzeichen, Verbreitung; Hellmayr,
Novit. Zool. 1907, 36—38.
Trichoglossus brooki n. sp. von den Aru-Inseln, ähnlich 7. nigrogularis ;
0. Grant, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 102.
Musophagidae.
A. Dubois. Fam. Musophagidae in: P. Wytsman, Genera Avium,
Part 8. Brüssel 1907. — Übersicht der Gattungen und Arten der Familie.
Auf der 1. Tafel sind abgebildet: Turacus schalowi (ganze Figur, Flügel
und Fuß), ferner Turacus leucolophus und donaldsoni, Gallirex chloro-
chlamys und Ruwenzorornis johnstoni (Köpfe); auf der 2. Tafel: Muso-
phaga violacea (Kopf und Fuß), Corythaeola cristata (Kopf), Chizaerhis
leucogaster (Kopf, Flügel, und Schnabel), Gymnoschizorhis personata (ganze
Figur).
Turacus corythaix phoebus n. sp. von Ost-Transvaal; Neumann,
Orn. Mntsb. 1907, 198. — T. ugandae n. sp. von Uganda, ähnlich T. emin:;
Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 4.
Cueulidae.
[Siehe Marshall unter Abschn. VII, Parrot Abschn. XII unter
Deutschland, Grinnell unter Nordamerika, Campbell, Dewar,
Mattingley Abschn. XIII unter Lebensweise, Baker, Inglis,
Simak unter Nisten, Hennicke unter Stimme.]
Cacomantis excitus n. sp. von Südost-Neuguinea, ähnlich ©. meeki;
Rothschild u. Hartert, Novit. Zool. 1907, 436.
Centropus carpenteri n. sp. von den Philippinen, ähnlich C. min-
dorensis; Mearns, Philipp. Journ. Sc. 1907, 356.
Coccyzus minor grenadensis n. Sp. von den Grenadinen (südliche
Kleine Antillen); Bangs, Proc. Biol. Soc. Washington 1907, 53.
II. Aves für 190%. 91
Eudynamis orientalis alberti n. sp. von den Salomons-Inseln; Roth-
schild u. Hartert, Novit. Zool. 1907, 440.
Geococeyx californianus: Verbreitung; Grinnell, Condor 9. 1907, 51—53.
Rhamphococcyx curvirostris singularis n. sp. von Sumatra; Parrot,
Abhdl. Bayer.‘ Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 186.
Indieatoridae.
Indicatoridae: Pterylose der Gruppe; Haagner und Ivy, Journ.
S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 1—5, T. 1—2.
Rhamphastidae.
Pteroglossus reichenowi n. sp. von Monte Alegre, ähnlich Pt. bitor-
quatus; Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 195.
Buceonidae.
Nonnula sclateri n. sp. vom Rio Madeira in Brasilien; Hellmayr,
Bull. Br. O. €. 19: 1907,°55:
Capitonidae.
Barbatula : Revision der mit bilineata, leucolaima und subsulphurea
verwandten Arten; Neumann, Journ. Orn. 1907, 343—348. — B. sub-
sulphurea ituriensis n. sp. vom Ituri; ebenda 344. — DB. leucolaima
togoensis und nyansae nn. spp.; ebenda 347. — B. mfumbiri n. sp. vom
Mfumbiro-Vulkan, nördlich des Kivu-Sees, ähnlich B. leucolaema; 0. Grant,
Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 107. — B. sharpei n. sp. von der Goldküste, ähn-
lich B. leucolaema; 0. Grant, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 108.
Capito auratus und verwandte Formen: Kennzeichen, Verbreitung;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 82.
Gymnobucco sladeni n. sp. von Mawambi, Kongowald, ähnlich @.
peli; O. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907. 42.
Lybius tridactylus ugandae n. sp. von Uganda; Berger, Orn. Mntsb.
1907, 201.
Megalaema duvauceli borneonensis n. sp. von Borneo; Parrot, Abhdl.
Bayer. Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 171. — N. haemacephala delica n. sp. von
den Sundainseln und Indien; Parrot, Abhdl. Bayer. Ak. Wiss. II. Kl.
1307, 169.
Pieidae.
[Siehe Leiber unter Abschn. VII, Bau, Hennemann,
Otto Abschn. XII unter Deutschland, Winge unter Dänemark,
L. Schuster Abschn. XIII unter Lebensweise. ]
Chloronerpes paraensis n. sp. von Para, ähnlich Ch. capistratus:
Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 163.
Dendrocopus leuconotus und Verwandte: D. leuconotus, D. liljordi
D. sinicus n. sp. von Nordost-China, D. leuconotus uralensis, D. l. subeirris,
D. l. ussuriensis n. sp. vom südlichen Ussurigebiet, D. l. uralensis vozne-
senskii n. sp. von Kamtschatka, D. !. carpathicus n. sp. aus der Bukowina.
92 II. Aves für 1907.
Unterschiede dieser Arten in Schlüsselform; Buturlin, Mitt. Kaukas.
Mus. III. 1907, 60—63.
Dendropicus camerunensis n. sp. vom Ja-Fluß (Kamerun), ähnlich
D. lafresnayei, Sharpe, Ibis 1907, 443. — D. simoni: Bemerkungen über
die Synonymie; 0. Grant, Ibis 1907, 599.
Dryobates leucotos coreensis n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St.
N.M. 32. 1907, 472. — D. leucotos ussurianus n. sp. vom Ussuri; ebenda 473.
Gecinus canus griseoviridis n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St. N.
M. 32. 1907, 473. — @. guerini und tancola : Unterschiede; La Touche,
Ibis, 1907, 2.
Iynz torquilla tschusii n. sp. von Sardinien; Kleinschmidt, Falco
1907, 103.
Phloeotomus Cab. Heine 1863 anzuwenden für Ceophloeus Cab. 1862;
Stone, Auk 1907, 197.
Picoides : Übersicht der palaearktischen Formen und Kennzeichen.
P. tianschanicus n. sp., P. dzungaricus n. Sp., P. altaicus n. sp, P. uralensis
n. Sp., P. sakhalinensis n. sp.; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 9—11.
Thriponax multilunatus n. sp. von den Philippinen, ähnlich T. javensis;
Philipp. Journ. Se. 2. 1907, 285.
Coliidae.
[Siehe Haagner und Ivy unter Abschnitt VIIL]
Pycraft weist der Gruppe eine systematische Stellung bei den Macro-
pterygidae und Caprimulgidae an; Ibis 1907, 229—253.
Colius kirbyi n. sp. von Lydenburg; Sharpe, Bull. Br. O. €. 21.
1907, 32.
Trogonidae.
Trogon Briss. 1760 anzuwenden für Trogon L. 1766: Stone, Auk
1907, 192.
Coraeiidae.
Coracias caudatus suahelicus n. sp. von Ussagara; Neumann, Journ.
Orn. 1907, 593.
Bucerotidae.
Bycanistes leucopygius für besondere Art gehalten von Dubeis, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 519. — Vgl. auch Reichenow, ebenda 43.
Aleedinidae.
[Siehe Jäger u. Ploe q Abschn. XIII unter Lebensweise.]
Ceyx rufidorsa robusta n. sp. von Sumatra; Parrot, Abhdl. Bayer.
Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 208.
Meropidae.
[Siehe Snouckaert van Schauburg Abschn. XII unter
Holland. ]
II. Ave» %ur190%. 93
Upupidae.
[Siehe Boussac unter Abschn. I.]
Caprimulgidae.
[Siehe Marshall unter Abschn. VII, Lindner Abschn. XII
unter Deutschland, Worcester unter Indien und Abschn. XIII unter
Nisten.]
Antrostomus Bp. 1838 anzuwenden für Antrostomus Gould 1838;
Stone, Auk 1907, 196.
Caprimulgus asiaticus minor n. sp. von Nord-Ceylon; Parrot, Orn.
Mntsb. 1907, 170. — C. claudi n. sp. vom Ubangi, ähnlich ©. fervidus;
Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 47. — C. goslingi n. sp. vom Berg Kaga
Djirri am Kemofluß in französisch Kongo, ähnlich ©. trimaculatus; ebenda
47. — C. europaeus angeri n. Sp. von Russisch Turkestan; Orn. Mntsb.
1907, 165. — C. europaeus severzowi n. Sp. von Persien; Sarudny, Orn.
Mntsb. 1907, 166. — C. stellatus simplex n. sp. von Nord-Somaliland;
Neumann, Journ. Orn. 1907, 593.
Macropterygidae.
[Siehe Werner Abschn. XII unter Deutschland, v. Tschusi
unter Nordafrika, le Souef unter Australien, Bailey unter Nord-
Amerika, Hugues Abschn. XIII unter Lebensweise, Nagy unter
Nisten.]
Apus melanonotus n. Sp. von Kamerun; Reichenow, Orn. Mntsb.
1907, 60. — A. murinus ilyricus n. Sp.; v. Tschusi, Orn. Jahrb. 1907, 29.
— 4A. murinus, pallidus und ülyricus: Kennzeichen und Vorkommen;
v. Tsehusi, Orn. Mntsb. 1907, 201.
Chaetura andrei meridionalis n. sp. von Argentinien; Hellmayr, Bull.
Br. O. €. 19. 1907, 63. — Ch. chapmani n. sp. von Trinidad und Cayenne,
ähnlich Ch. pelagica; Hellmayr, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 62.
Cypselus maximus n. Sp. vom Ronssoro, ähnlich ©. afrisanus; 0.
Grant, Bull. Br. OÖ. C. 1907, 1907, 56.
Trochilidae.
[Siehe Thayer u Bangs unter Abschn. IX, de Marchi u.
Simon Abschn. XII unter Südamerika, Rey Abschn. XIII unter Nisten.]
Cyanolaemus nom. nov. für Coeligena Less. 1832; Stone, Auk 1907, 196.
Cynanthus Sw. 1827 anzuwenden für Jache Elliot 1879; Stone, Auk
1907, 192.
Eupetomena prasina Sim. fällt mit E. macroura (Gm.) zusammen;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 395.
Phaethornis affinis ochraceiventris n. sp. vom Rio Madeira; Hellmayr,
Bull. Brit. Orn. Club 19. 1907, 54.
94 II. Aves für 1907.
Phaethornis ruber und verwandte Formen: Kennzeichen, Verbreitung;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 75—76.
Selasphorus rufus X Atthis calliope, Bastard aus Kalifornien; Thayer
u. Bangs, Auk 1907, 312.
Saucerottea cyanura guatemalae n. sp. von Guatemala; Dearborn, Field
Mus. N. H. Chicago Ornith. Ser. 1. 1907, 97.
Thalurania eriphile baeri n. sp. von Goyaz und Mattogrosso; Hell-
mayr, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 27. — Th. furcata intermedia n. sp. vom
Tocantins; Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 163.
Cotingidae.
Cotinga simoni n. sp. von SW. Colombia; v. Berlepsch, Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 361.
Pachyrhynchus cinerascens Spix fällt mit Querula minor Less. (Hadro-
stomus minor Less.) zusammen; Snethlage, Journ. Orn. 1907, 290.
Tyrannidae.
[Siehe Pyeraft unter Abschn. VII, Hellmayr Abschn. XII
unter Südamerika. ]
H. v. Berlepsch. On the Genus Elaenia Sund.; Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 372—448. — Monographie der Gattung. 49 Arten
sind beschrieben, davon 18 als Subspezies behandelt, 9 Spezies und Sub-
spezies sind neu beschrieben: E. martinica caymanensis von Grand Cayman,
E. m. complexa von Cayman Brac, E. m. remota von Cozumel, E. pelzelni
vom Rio Negro (Brasilien), E. brachyptera von Südwest-Colombia, ähnlich
E. griseigularis, E. obscura tambillana von Nord-Peru, E. gaimardi guia-
nensis von Brit.-Guiana, E. gaimardi bogotensis von Bogota, E. viridicata
delicata von Bahia und Venezuela. Mit Schlüssel zum Bestimmen der Arten.
Derselbe. Studien über Tyranniden; Proc. Fourth Intern. Orn,
Congress 1907, 463—493. — Versuch, die Gattungen der Tyranniden
nach ihren natürlichen Verwandtschaften zu ordnen. Mehrere neue Formen
sind beschrieben: Knipolegus aterrimus heierogyna n. sp. von Nord-Peru,
Xanthomyias n. g., nahe Phyllomyias, Typus: Muscicapa virescens Tem.,
Oreomyias n.g., nahe Tyranniscus, Typus: Pogonotriccus plumbeiceps Lawr.
Agriornis livida fortis n. sp. von Patagonien‘; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 352.
Capsiempis leucophrys n. sp. von Bogota, ähnlich ©. flaveola; v. Ber-
lepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 360.
Centrites Cab. fällt mit Lessonia Sw. zusammen; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 469.
Elaenia siehe oben v. Berlepsch.
Empidonax griseus Brewst. älterer Name als E. canescens Salv.
Godm.; Nelson, Auk 1907, 99.
Euscarthmus iohannis n. sp. vom Purus, ähnlich E. striaticollis;
Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 193. — E. zosterops minor n. sp. vom Tocantins;
II. Aves für 1907. 95
ebenda. — E. griseipectus n. sp. vom Tocantins, ähnlich E. nidipendulus;
ebenda 194. — E. latirostris ist ein Todirostrum; Hellmayr, Novit. Zool.
1907, 47.
Guracava n. g. Tyrannidarum, Typus: @. diffieilis n. sp. von Rio
Janeiro; Ihering, Catalogos Fauna Brazileira 1907, 271.
Heteropelma rufum Pelz. fällt mit Schiffornis maior Des Murs zu-
sammen; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 362.
Horizopus Oberh. 1899 anzuwenden für Contopus Cab. 1855; Stone,
Auk 1907, 192.
Idioptilon n. g., Typus: I. rothschildi n. sp. von Cayenne; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 356.
Knipolegus aterrimus heterogyna n. sp. von Nord-Peru; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congr. 1907, 471.
Leptopogon pileatus faustus n. sp. von W.-Costa Rica, Bangs, Auk
1907, 300.
Mecocerculus hellmayri n. sp. von Öst-Bolivien; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 358.
Musciphaga obsoleta Rib. auf Hemitriccus diops zurückzuführen;
Hellmayr, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 76.
Myiobius erythrurus hellmayri n. sp. von Para; Snethlage, Orn.
Mntsb. 1907, 195.
Ochthoeca keaysi Chapm. fällt mit Caenotriecus simplex Berl. zu-
zusammen; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 485. —
O. polionota pacifica n. sp. von La Paz; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 354.
Onchorhynchus castelnaui Dev. fällt mit O. coronatus (St. Müll.) zu-
sammen; Hellmayr, Nov. Zool. 1907, 12.
Oreomyias n. &., Typus: Pogonotriccus plumbeiceps Lawr.; v. Ber-
lepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 491.
Pipra coelesti-pileata: Unterschiede von P. ezxquisita; Hellmayr,
Novit. Zool. 1907, 359. — P. fasciicauda purusiana n. sp. von Porto
Alegre am Purus; Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 160. — P. hoffmannsi
n. sp. vom Rio Solimoes, Amazonas-Gebiet; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 49.
Pogonotriccus venezuelanus n. sp. von Porto Cabello, ähnlich P.
ophthalmicus; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 357.
Sayornis [Bp.] Gray 1855 anzuwenden für Sayornis Bp. 1854; Stone,
Auk 1907, 196.
Serpophaga pallida n. sp. vom Tocantins, ähnlich S. hypoleuca;
Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 194. ;
Stisopygis hellmayri n.sp. von Bolivia, ähnlich S. icterophrys; Chubb,
Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 63—64.
Todirostrum hypospodium n. sp. von Bogota, ähnlich T. schistaceiceps
v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 354. — T. picatum
g von T. capitale; Hellmayr, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 28. — T. schulzi
n. sp. von Para, ähnlich T. schistaceiceps; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern.
Orn. Congress 1907, 355.
96 II. Aves für 1907.
Tyranniscus petersi n. sp. von Caracas, ähnlich T. vilissimus; v. Ber-
lepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 359.
Tyrannula mezxicana Kaup ist auf Mwyiarchus cinerascens zu be-
ziehen, für die bisher mezxicanus genannte Art ist der Name cooperi an-
zuwenden; Osgood, Auk 1907, 219—220.
Tyrannus chloronotus n. Sp. von Yucatan, ähnlich T. couchi; v. Ber-
lepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 474.
Xanthomyias n. 8., Typus: Muscicapa virescens Tem.; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 490.
Dendrocolaptidae.
[Siehe Hellmayr Abschn. XII unter Südamerika.]
Automolus infuscatus und Verwandte; Verbreitung, Kennzeichen;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 53.
Deconychura longicauda und Verwandte: Kennzeichen und Ver-
breitung; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 367—368.
Dendrocolaptes plagosus tardus n. sp. vom Amazonas; Ihering, Cata-
logos Fauna Brazileira 1907, 255. — D. sancti-thomae hesperius n. Sp.
von W.-Costa Rica; Bangs, Auk 1907, 299.
Philydor columbianus bolivianus n. sp. von Bolivia; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 366.
Sclerurus caudacutus und Verwandte; Kennzeichen, Verbreitung.
S. lawrencei Ridgw. synonym mit S. umbretta (Lcht.); Hellmayr, Novit.
Zool. 1907, 56—58.
Siptormis hellmayri n. sp. von Colombia, ähnlich $S. antisiensis;
Bangs, Proc. Biol. Soc. Washington 1907, 55.
Synallaxis albescens latitabunda n. sp. von W.-Costa-Rica; Bangs,
Auk 1907, 298. — S. frenata Snethl. fällt mit S. mustelina Sd. zusammen;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 52. — $. fuscipennis n. sp. von Ost-Bolivien,
ähnlich S. frontalis; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907,
362. — S. mazimiliani argentina n. sp. von Nordwest-Argentinien; Hell-
mayr, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 74. — S. moreirae: Kennzeichen; Hellmayr,
Bull. Br. O. C. 19. 1907, 76. — S. rutilans amazonica n. sp. von Santarem,
Unterer Amazonenstrom; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 13. — S. r. tertia
n. sp. von Mittel-Brasilien; ebenda 15. — S. simoni n. sp. von Goyaz in
Brasilien, zwischen S. gujanensis und albilora; Hellmayr, Bull. Br. O. C. 19.
190,754.
Thripadectes bricenoi n. sp. von Venezuela, ähnlich T. flammulatus;
v. Berlepseh, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 364. — Th. sclateri
n. sp. von Colombia, ähnlich 7. flammulatus; v. Berlepsch, Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 365.
Xenops genibarbis pelzelni n. sp. von Südost-Brasilien, Kennzeichen
und Verbreitung anderer Abarten; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 54—55.
Xiphorhynchus multostriatus n.sp. vom Tocantins, nahe X. procurvus;
Snethlage, Orn. Mntsb. 1907. 161.
IL: Aves für 1907. 97
Eriodoridae.
[Siehe Hellmayr Abschnitt XII unter Südamerika).
Anoplops berlepschi n. sp. vom Tapajoz, nahe Pithys eristata Pelz.;
Snethiage, Orn. Mntsb. 1907, 162. — A. hoffmannsi n. sp. vom Rio Madeira
in Brasilien; Hellmayr, Bull. Br. O. €. 19. 1907, 52. — A. melanosticta und
hoffmannsi abgebildet; Novit. Zool. 1907, T. 3.
Dysithamnus capitalis squamosus n. sp. vom Tocantins; Snethlage,
Orn. Mntsb. 1907, 162. — D. schistaceus und Abarten; Kennzeichen, Ver-
breitung. D. schistaceus heterogynus n. sp. vom Solimoes, Amazonas-
Gebiet; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 61—63.
Grallaria macularia berlepschi n. sp. vom Guamä; Snethlage, Orn.
Mntsb. 1907, 19.
Hypocnemis myotherina und Abarten: Kennzeichen, Verbreitung;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 20—22.
Phlegopsis borbae n. sp. vom Rio Madeira in Brasilien; Hellmayr,
Bull. Br. ©. 19. 1907, 53. — Ph. nigromaculata und Verwandte; Kenn-
zeichen, Verbreitung; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 388—389.
Rhamphocaenus melanurus und Verwandte: Kennzeichen und Ver-
breitung; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 373—374. — Rh. m. amazonum
n.sp. vom Solimoes, Amazonas-Gebiet; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 66—67.
Sclateria schistacea humaythae n. sp. vom Rio Madeira in Brasilien;
Hellmayr, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 51.
Seytalopus sylwestris und speluncae: Vorkommen: Hellmayr, Bull. Br.
06 1.9:,.1907,5%76;:
Thamnomanes caesius persimilis n. sp. vom Solimoes, Amazonas-
Gebiet: Kennzeichen und Verbreitung der nächst verwandten Formen;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 64—66.
Thamnophilus heterocercus n. sp. von Öst-Bolivien, ähnlich Th. am-
biguus; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 367. — Th.
huberi n. sp. vom Rio Tapajoz, ähnlich Th. cinereoniger und nigrocinereus;
Snethlage, Orn. Mntsb. 1907, 161. — Th. connectens n. sp. von Ost-Bolivien,
ähnlich T'h. dinelli; v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress
1907, 369.
Pittidae.
Pitta atricapila rothschildi vermutlich n. sp. von Marinduque (Philip-
pinen); Parrot, Abhandl. Bayer. Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 223. — P. fastuosa
n. sp. von den Philippinen; Me Gregor, Philipp. Journ. Se. 1907, 286.
Xenieidae.
Traversia lyalli abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T.5, Fig. 2.
Hirundinidae.
[Siehe Pyceraft unter Abschn. VII, Berge, Bertram,
Parrot Abschn. XII unter Deutschland, Fischer-Sigwart
unter Schweiz, Otto, v.Zeyk Abschn. XIII unter Lebensweise, Geyr
von Schweppenburg unter Abschn. XIV.]
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908, Bd.II. H. 4. (II.) 7
98 II. Aves für 1907.
Psalidoprocne pallidigula n. sp. vom Meru-See, ähnlich P. petiti;
Salvadori, Boll. Mus. Zool. Torino No 570, 1907. — Ps. tessmanni n. Sp.
vom Uelle, ähnlich P. petiti; Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 146.
Museicapidae.
[SiehePyeraft unter Abschn. VI, Thienemann, Tischler
Abschn. XII unter Deutschland, Knotek unter Österreich, Rzehak
unter Balkan, Johansen unter Sibirien, Magrath u. Sharpe
unter Indien, Michel Abschn. XIII unter Lebensweise, Myers,
L. Schuster, Rüdiger unter Nisten.]
Batis: Revision der Gattung; Neumann, Journ. Orn. 1907, 348—358.
Batis erythrophthalma n. sp. von Gasaland, ähnlich B. capensis;
Swynnerton, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 109. — B. mystica n. sp. von Ukamba;
Neumann, Journ. Orn. 1907, 594. — B. senegalensis togoensis n.sp. von Togo
und Goldküste; Neumann, Journ. Orn. 1907, 350. — B. orientalis somaliensis
von Somaliland; ebenda 352. — B. minor erlangeri n. sp. von Süd-Abes-
sinien; ebenda 353. — B. m. nyanzae n. sp. vom Victoria Niansa; ebenda
354. — B. m. congoensis n. Sp. von Süd-Kamerun und Angola; ebenda
354, 355. — B. m. littoralis n. sp. von Sansibar; ebenda 356. — B. mystica
n. sp. von Ukamba; ebenda 594.
Bradornis pallidus: kleine Form von Ibaga; 0. Grant, Ibis: 1907,
592. — B. parvus n. sp. von Uganda, ähnlich B. modestus; Reichenow,
Orn. Mntsb. 1907, 171.
Camiguwinia n. 8, Typus: CO. personata n. sp. von den Philippinen;
Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 2. 1907, 346.
Clytomyias insignis oorti n. sp. von Britisch-Neuguinea; Rothschild
und Hartert, Nov. Zool. 1907, 460.
Cryptolopha: Unterschiede von Abrornis, Tickellia und Phylloscopus;
Hartert, Novit. Zool. 1907, 335. — C. budongoensis n. sp. Uganda; Seth-
Smith, Bull. Br. OÖ. €. 21. 1907, 12. — ©. burkii valentini n. sp. von Kansu
und Schensi; Hartert, Vögel pal. Fauna IV. 1907, 497.
Cyornis mindorensis n. sp. von den Philippinen; Mearns, Philipp.
Journ. Se. 2. 1907, 356. — C. paraguae Me Gr. synonym mit (©. platenae
(Blas.) und Siphia erithacus Sharpe; Me Gregor, Condor 1907, 162.
Diaphorophyia ansorgei und chlorophrys abgebildet; Sharpe, Ibis
LITT. RD.
Erythrocercus congicus n. sp. vom Kongowald, ähnlich E. maccalli;
0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 41.
Jantia johnstoniae abgebildet Ibis 1907, T. 4.
Larviora: Bemerkungen über L. obscura, davidi und ruficeps, diese
abgebildet; Hartert, Ibis, 1907 621—623, T. 13.
Mierobainopus n. 8, Typus: M. macgrigoriae (Burton); Bianchi,
Ann. Mus. Zool. St. Petersburg 12. 1907, 70, 73.
Miro traversi abgebildet; Rothschild, Extinct Birds T. 5 Fig. 2.
Muscicapa brevicauda n. sp. vom oberen Kongo, ähnlich M. coeru-
lescens; 0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 107. — M. griseisticta n. sp.
II. Aves für 1907. 99
von den südlichsten Kurilen, Iturup; Parrot, Orn. Mntsb. 1907, 168. —
M. mugimaki Tem. anzuwenden für M. luteola aut. nec. Pall. M. luteola
Pall. bezieht sich auf M. parva albicilla; Hartert, Novit. Zool. 1907, 335.
— M. nareissina jakuschima n. sp. von der Insel Jaku; Hartert, Vögel
pal. Fauna IV. 1907, 491.
Museicapella n. 8., Typus: M. hodgsoni Moore; Bianchi, Ann. Mus.
Zool. St.{Petersburg 12. 1907, 14, 43.
Niltava davidi n. sp. von Fohkien, ähnlich N. sundara; La Touche,
Ball Br DO. C/’21. 1907,1907, 38.
Pedilorhynchus tessmanni n. sp. vom Uelle, ähnlich P. camerunensis;
Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 147.
Poecilodryas leucops albigularis n. sp. von Kap York (Queensland);
Rothsehild und Hartert, Novit. Zool. 1907, 459. — P. nigriventris n. Sp.
von Britisch-Neuguinea, ähnlich P. bimaculata; Hartert, Bull. Br. O. C.
172:21907, 91.
Poliomyias hodgsoni nnd luteola; Unterschiede; Bianchi, Aves ex-
peditionis Kozlowi 113.
Pseudogerygone: Synonymie und Beschreibung der vier neusee-
ländischen Arten P. flaviventris, sylvestris, macleani n. sp. von der Nord-
Insel und igata; O. Grant, Ibis 1907, 542—546.
Rhipidura hutchinsoni n. sp. von den Philippinen, ähnlich R. nigro-
cinnamomea; Mearns, Philipp. Journ. Sc. 2. 1907, 357.
Terpsiphone nigra von den Philippinen; Me Gregor, Philippin. Journ.
Se. 2. 1907, 340, T. 1—3.
Trochocercus bedfordi n. sp. von Mawambi, Kongowald, ähnlich
T. nitens; 0. Grant, Bull. Br. OÖ. C. 19. 1907, 40. — T. kibaliensis n. Sp.
vom oberen Ubangi, ährlich 7. bedfordi; Alexander, Bull. Br. O. C. 19.
1907, 88. — T. megalolophus n. sp. von Gasaland, ähnlich T. cyanomelas;
Swynnerton, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 109.
Campephagidae.
Campephaga rothschildi n. sp. von Borana-Land Ostafrika), ähnlich
C. xzanthornoides; Neumann, Jonrn. Orn. 1907, 594.
Campophaga petiti $ beschrieben; 0. Grant, Bull. Br. C. O. 19.
1907, -87.
Edoliisoma montana minus n.sp. von Britisch-Neuguinea; Rothschild
u. Hartert, Novit. Zool. 1907, 464. — E. morio wiglesworthi n. sp. vom
südlichen Celebes; van Oort, Notes Leyden Mus. 29. 1907, 77.
Malindangia n. g., Typus: M. megregori n. sp. von den Philippinen;
Mearns, Philipp. Journ. Se. 2. 1907, 355.
Pericrocotus brevirostris abgebildet; Blackwelder, Research in China
T. 60. — P. cinereus intermedius n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St.
N. M. 32. 1907, 474.
7E
100 II. Aves für 1907.
Laniidae.
[Siehe Pyeraft unter Abschn. VII, Gengler unter Abschn. VIII,
Gengler, Kleinschmidt, W. Schuster unter Abschn. XII
Deutschland, v. Nozdroviezky, Bela Räcz, L. Schuster
Abschn. XIII unter Lebensweise, Horsbrugh, Tarjän unter
Nisten.]
Caudolanius n. g., Typus: Lanius tephronotus; Bianchi, Aves exped.
Kozlowi 1907, 59.
Chlorophoneus chrysogaster, similis und suahelicus nicht verschieden
nach 0. Grant, Ibis 1907, 589.
Hyloterpe illex n. sp. von den Philippinen; Me Gregor, Philipp. Journ.
Sc. 2. 1907, 348.
Laniarius funebris rothschildi n. sp. vom Hauasch; Neumann, Journ.
Orn. 1907, 595.
Lanius antinorii mauritii n. sp. vom Stephanie-See; Neumann, Journ.
Orn. 19072395:
Lanius excubitor bianchii n. sp. von Sachalin; Hartert, Vögel pal.
Fauna IV. 1907, 424. — L. funebris rothschildi n. sp. von Gallaland; Neu-
mann, Journ. Orn. 1907, 595. — L. excubitorius, intercedens und böhmt:
Maße; 0. Grant, Ibis 1907, 590. — L. minor: Färbung des alten Q ; Gengler,
Orn. Jahrb. 1907, 19—24. — L. senator flückigeri nom. nov. für L. s. rutilans
aut.; Kleinsehmidt, Falco 1907, 68. — L. (Enneoctonus) kobylini nom. noV.
für E. fuscatus Sarudny nec. Less. vom Kaukasus; Buturlin, Mitt. Kaukas.
Mus. 1907, 78. — L. (Enneoctonus) loudoni n. sp. von Nord-Turkestan,
sehr nahe L. (E.) collurio; ebenda 80.
Malaconotus melinoides n. sp. von Kamerun; Reichenow, Journ.
Orn. 1907, 470.
Nilaus: Übersicht der Arten; Neumann, Journ. Orn. 1907, 358—367.
— N. afer erythreae n.sp. von Nord-Abessinien; ebenda 361. — N.a. hilgerti
n. sp. von Schoa; ebenda 362. — N. a. massaicus n. Sp. von den Steppen
am Kilimandscharo; ebenda 363. — N. a. camerunensis n. sp. von Kamerun;
ebenda 364. — N. afer erlangeri n. sp. von Süd-Somali; Hilgert, Orn. Mntsb.
1907,63:
Pachycephala leucogastra und Verwandte: Kennzeichen und Vor-
kommen; Rothschild, u. Hartert Novit. Zool. 1907, 471—472.
Pachysylvia muscicapina griseifrons n. sp. vom Tapajoz; Snethlage,
Orn. Mntsb. 1907, 160.
Pitohwi: Aufzählung der im Leydener Museum befindlichen Arten. —
P. cerviniventris pallidus n. sp. von Batanta; van Oort, Notes Leyden
Mus. 29. 1907, 71.
Pomatorhynchus [Horsf.]) Boie anzuwenden für Telephonus Sw.;
Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 98. |
Telophonus: Revision der Gattung; Neumann, Journ. Orn. 1907,
366—379. — T. senegalus erlangeri n. sp. vom Abaja-See; ebenda 373. —
T. s. pallidus n. sp. von der Goldküste und Süd-Nigeria; ebenda 375. —
T. s. rufofuscus n. sp. von Angola; ebenda 376. — T. s. camerunensis n. Sp.
II. Aves für 1907. 101
von Kamerun; ebenda 375. — T. s. catholeucus n. sp. von. Somaliland;
ebenda 377. — T. australis dohertyi n. sp. von Kikuju; Neumann, Journ.
Orn. 1907, 370. — T. jamesi kismayensis n. sp. von Süd-Somaliland; Neu-
mann, Journ. 1907, Orn. 369.
Corvidae.
[Siehe Pyeraft Abschn. VII, Löns u. Snouckaertvan
Schauburg Abschn. IX, Parrot Abschn. XII unter Europ. Sibir.
Gebiet, Detmers, Köpert, Tischler unter Deutschland,
v. Tsehusi unter Balkan, Nörgaard unter Dänemark, French
unter England, Phillott, Sharpe unter Indien, Rockwell
unter Nordamerika, Altmann,Batey,Ertl,Finley,Gilman,
Warren Abschn. XIII unter Lebensweise, Wigger, Zimmer-
mann unter Nahrung, Soffel unter Psychologie, Vicart de
Bocarmö, Greschik, v. Medreczky, Tilsch unter Ab-
schnitt XIV.]
Corvus corac: Abändern; sardinische Form nicht trennbar; Parrot,
Zool. Jahrb. 1907, 73—78.
Corvus cornix balcanicus gleichbedeutend mit C. c. valachus;
v. Tschusi, Orn. Mntsb. 1907, 11. — C. hassi n. sp. von Tsingtau, ähnlich
C. japonensis; Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 51. — 0. monedula und
dauricus: Verbreitung und Abändern; Parrot, Jahrb. 1907, 6—13. —
C. sardonius als besondere Form angezweifelt; Parrot, Zool. Jahrb. 1907,
72. — CO. torquatus, frugilegus und pastinator: Kritische Bemerkungen;
Parrot, Zool. Jahrb. 1907, 1—6.
COyanopica cyanus und japonica wieder verglichen; Parrot, Zool.
Jahrb. 1907, 22—26.
Dendrocitta sinensis und rufus und deren Abarten; Parrot, Zool.
Jahrb. 1907, 59—64.
Garrulus glandarius und Verwandte; Abändern, Kennzeichen, Ver-
breitung; Parrot, Zool. Jahrb. 1907, 37—53. — @. lendlii n. sp. vom Taurus,
ähnlich @. minor; v. Madaräsz, Orn. Mntsb. 1907, 77.
Nuecifraga caryocatactes: Nachprüfung der Artkennzeichen und deren
Abändern, Kennzeichen von N. rothschildi, hemispila und multipunctata;
Parrot, Zool. Jahrb. 1907, 26—37.
Pica pica: Abändern und Beziehungen zu den unterschiedenen Ab-
arten; Parrot, Zool. Jahrb. 1907, 13—21.
Pyrrhocorax alpinus und graculus: Abändern, Verbreitung; Parrot,
Zool. Jahrb. 1907, 54—59.
Urocissa flavirostris sharpii n. Sp. aus den Zentralprovinzen von
Indien, Bemerkungen über verwandte Arten; Parrot, Zool. Jahrb. 1907, 70.
Paradiseidae.
[Siehe North Abschn. XII unter Australien, Ingram, Simson
Abschn. XIII unter Lebensweise. ]
Cicinnurus goodfellowi n. sp. vom nördlichen Holländisch-Neuguinea,
ähnlich ©. !yogyrus; 0. Grant, Bull. Br. O, ©. 19, 1907, 39,
102 II. Aves für 1907.
Lophorina minor latipennis n. sp. von Deutsch-Neuguinea; Rothschild,
Bull. Br. O. C. 19. .1907, 32.
Paradisornis rudolphi hunti n. sp. von Britisch-Neuguinea; Le Souef,
The Emu 6. 1907, 119.
Pseudastrapia lobata n. g. et sp. von Holländisch-Neuguinea; Roth-
schild, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 25.
Sericornis pusilla nicht verschieden von S. olivacea; Rothschild und
Hartert, Novit. Zool. 1907, 466.
Dieruridae.
Buchanga leucogenis abgebildet; Blackwelder, Research in China T. 61.
Chibia ter-meuleni n. sp. von Java; Finsch, Journ. Orn. 1907, 302.
Sturnidae.
[Siehe Neumann Abschn. VIII, Helm Abschn. XI, Schenk
Abschn. XII unter Österreich, Brauner unter Rußland, Stoffel
Abschn. XIII unter Lebensweise. ]
Fregilupus varius abgebildet; Rotschild, Exstinct Birds T. 1.
Lamprocolius: Verschießen des Gefieders; Neumann, Journ. Orn.
1907, 311.
Necropsar leguati abgebildet; Rothschild, Extincet Birds T. 2 Fig. 3.
— N. rodericanus abgebildet ebenda Fig. 2.
Sarcops: Osteologie siehe Shufeldt unter Abschn. VII.
Icteridae.
[Siehe Gibson Abschn. IX, Tyler Abschn. XIII unter Lebens-
weise, Duprey unter Nisten.]
Agelaius phoeniceus arctolegus n. sp. von Kanada; Oberholser, Auk
1907, 332.
Ploceidae.
[Siehe Seth- Smith unter Abschn. IX, Roberts Abschn. XIII
unter Nisten.]
R. Kemp [Estrilda anambrae n. sp.]; Journ. Orn. 55. 1907, 624.
Amadina sudanensis n. sp. von Nord-Nigeria, ähnlich A. fasciata;
Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 104.
Cinnamopteryx mpangae n. sp. von Uganda, ähnlich (©. tricolor;
0. Grant, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 15.
Cryptospiza sharpei n. sp. vom Kemo-Fluß, französisch Kongo;
Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 46.
Estrilda anambrae n. sp. von Süd-Nigeria; Kemp, Journ. Orn. 1907, 624.
— E. astrild erlangeri n. sp. von Abessinien; Reichenow, Journ. Orn. 1907,
20. — E. astrild massaica n. sp. von Britisch-Ostafrika; Neumann, Journ.
Orn. 1907, 596. — E. a. nyassae n. sp. vom Niassasee; ebenda. — E. a.
nyansae n. sp. vom Victoria Niansa; ebenda. — E. larvata togoensis n. SP.
von Togo; Neumann, Orn. Mntsb. 1907, 167. — E. macmillani n. sp. von
Baro-Fluß, ähnlich E. oceidentalis; 0. Grant, Bull. Br. O. €. 19. 1907, 108.
Il Aves für 1907. 103
Foudia bruante abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 2 Fig. 1.
Hyphantornis feminina n. sp. vom Ronssoro, ähnlich H. abyssinica;
0. Grant, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 15.
Hwypochaera codringtoni n. sp. von Rhodesia; Neave, Mem. Lit. Phil.
Soc. Manchester 51 No 10. 1907, 94 Fig. 2.
Lagonosticta butleri n. sp. vom Gazellenfluß; 0. Grant, Bull. Br.
O. €. 21. 1907, 16. — L. rubricata hildebrandti n. sp. von Ukamba; Neu-
mann, Orn. Mntsb. 1907, 167. — L. v. haematocephala n. sp. vom Niassa-
Gebiet; ebenda 168.
Malimbus fagani n. sp. vom Semliki-Tal, ähnlich M. erythrogaster ;
0. Grant, Bull. Br. O0. C. 21. 1907, 15. — M. malimbica melanobrephos
n. sp. von Oberguinea; Hartert, Novit. Zool. 1907, 491.
Nigrita alexanderi n. sp. von Fernando Po, ähnlich N. luteifrons;
0. Grant, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 16.
Otyphantes lovati Shell. nur alter Vogel von P. baglafecht Vieill.;
Hartert, Novit. Zool. 1907, 495.
Plocepasser mahali ansorgei n. sp. von Benguella; Hartert, Novit.
Zool. 1907, 487. — P. melanorhynchus erlangeri n. sp. von Kismaju, Somali-
land; Reichenow, Journ. Orn. 1907, 4.
Ploceus flavissimus n. sp. von Nordost-Afrika, ähnlich P. galbula;
Neumann, Journ. Orn. 1907, 595. — P. ocularius po n. sp. von Fernando
Po; Hartert, Novit. Zool. 1907, 498. — P. rubiginosus cinnamominus
n. sp. von Mossamedes; Hartert, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 11. — Gleich-
bedeutend mit Ploceus trothae; ebenda 21. 1907, 27.
Pyromelana crassirostris n. sp. vom Ronssoro, ähnlich P. phoeni-
comera; 0. Grant, Bull. Br. OÖ. C. 21. 1907, 14. — P. flammiceps rothschildi
n. sp. von Gallaland; Neumann, Journ. Orn. 1907, 596.
Pytelia belli n. sp. vom Ronssoro, ähnlich P. melba; 0. Grant, Bull.
Br. ®. C;. 21::1907, 14.
Spermestes bicolor permista n. sp. von Nord-Kamerun; Neumann,
Orn. Mntsb. 1907, 166.
Spermospiza rubricapilla $ beschrieben; Seth-Smith, Bull. Br. O.
@:1943907,: 110.
Sycobrotus herberti n. sp. vom Uelle (mittlerer Ubangi), ähnlich S.
insignis; Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 88.
Symplectes eremobius zweifelhafte, aber nicht auf boglafecht zu deutende
Art; Hartert, Novit. Zool. 1907, 495.
Vidua principalis Nestparasit von Estrilda; Roberts, Journ. S. Afr.
Orn. Un. 1907, 9.
Fringillidae.
[Siehe Bianchi und Woodruff Abschn. IX, Krohn,
Lindner, Schacht, Zumstein Abschn. XII unter Deutsch-
land, Rzehak unter Österreich, Bianchi unter Rußland, Na pier
unter Großbritannien, v. Burg unter Schweiz, Blaauw unter Holland,
Magaud d’Aubusson, Mailles und Rogeron unter Frank-
reich, Bonomi, Chidini, Pr. Chigi unter Italien, Schmitz
104 II. Aves für 1907.
anter Atlantische Inseln, Carpenter,CarrigerundPemberton,
Estabrook,HerseyundRockwell, Peabody,Roberts,
Warren unter Nordamerika, Bianchi, v. Hardenberg,
Henninger, Teidoff Abschn. XIII unter Lebensweise, Coch,
Finley unter Nisten, Dame unter Stimme, Svetozär unter Ab-
schn. XIV,’ Bianchi, Hermann, Noorduyn, Ruß’ ınter
Abschn. XV.]
Acanthis cannabina merzbacheri n. sp. vom Tianschan; Schalow,
Orn. Mntsb.- 1907, 3. — 4A. merzbacheri Schal. gleichbedeutend mit A.
sanguinea Hom. Tancre und mit 4A. fringillirostris Bp. nach Buturlin,
Orn. Mntsb. 1907, 46—47. — A. cannabina merzbacheri aufrecht erhalten
von Sehalow, Orn. Mntsb. 1907, 58—59. — A. (Fringilla) flammea nicht
an Stelle von A. linaria zu gebrauchen; Reichenow, Journ. Orn. 1907, 156.
Ammodramus Sw. 1827 anzuwenden für Coturniculus Bp. 1838
(Check List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 193. — A. savannarum intricatus
n. sp. von San Domingo; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 73—74.
Buarremon costaricensis n. sp. von W.-Costa Rica, ähnlich B. assi-
milis,; Bangs, Auk 1907, 310.
Cannabina flavirostris brütet in Irland, dem nördlichen England,
Schottland und westlichen Norwegen; Stejneger, Smithson. Miscellan.
Collections 48. Pt. 4 No 1699 1907, 481.
Carduelis carduelis niediecki n.sp. von Kleinasien; Reichenow, Journ.
Orn. 1907, 623.
Carpodacus incertus 5 beschrieben; Rothschild, Bull. Br. O. €. 21.
10T:
Chaunoproctus ferreirostris abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 3 Fig. 3. — Lebensweise nach Kittlitz; Schalow, Journ. Orn. 1905, 158.
Chloris chloris turkestanicus n. sp. vom nordwestlichen Turkestan;
Sarudny, Orn. Mntsb. 1907, 61. — Ch. ch. rossika vermutlich n. sp. aus
dem mittleren europäischen Rußland; ebenda 63.
Cynchramus pyrrhuloides korejewi n. sp. von Seistan und dem per-
sischen Beludschistan; Sarudny, Orn. Mntsb. 1907, 83.
Diuca behni n. sp. von Bolivia, ähnlich D. speculifera; Reichenow,
Orn. Mntsb. 1907, 201.
Emberiza calandra buturlini n. sp. vom Kastek (Sibirien); Johansen,
Orn. Jahrb. 1907, 202. — E. castaneiceps und yunnanensis abgebildet;
Blackwelder, Research in China T. 63. — E. citrinella: Geographische
Formen; Gengler, Journ. Orn. 1907, 249—282. T. 12 u. 13. — E. koslowi
abgebildet; Bianchi, Aves exped. Kozlowi T. 1.
Emberizoides macrourus itarareus n. Sp. und E. m. ypiranganus n. Sp.
von S. Paulo; Ihering, Catalogos Fauna Brazileira 1907, 389 u. 390.
Erythrospiza githaginea crassirostris, E. g. githaginea, E. g. amantum
und E. g. zediitzi n. sp. von Algier und Tunis: Kennzeichnung dieser
Formen; Neumann, Orn. Mntsb. 1907, 144—146.
Fringilla flammea L. nicht auf F. linaria zu deuten; Reichenow,
Journ. Orn. 55. 1907, 156. — Siehe auch Hartert, Orn. Mntsb. 1907, 97.
II. Aves für 1907. 105
Geospiza magnirostris und strenua abgebildet; Rothschild, Extinet
Birds T. 3 Fig. 1 u. 2.
Heliospiza n. &., ähnlich Anomalospiza, Typus: H. noomeae n. Sp.
von Rustenburg, Transvaal; Gunning, Journ. S. Afr. Orn. Un. III. 1907, 209.
Hortulanus Vieill. anstatt Pipilo Vieill. bedingungsweise anzuwenden;
Stone, Auk 1907, 193.
Kozlowia n. g., Typus Leucosticte roborowskii Przw.; Bianchi, Aves,
exped. Kozlowi 1907, 21, abgebildet Taf. 1.
Linaria Bechst. 1802 anzuwenden für Acanthis Bechst. 1902; Stone,
Auk 1907, 199.
Linota sanguinea s. auch Buturlin, OÖ. M. 1907, 144.
Loxia curvirostra caucasica n. sp. vom Kaukasus; Buturlin, Orn.
Mntsb. 1907, 9. — L. himalayana abgebildet; Bianchi, Aves exped.
Kozlowi T. 2.
Paroaria baeri n. sp. von Araguaya in Goyaz; Hellmayr, Bull. Br.
920.10. 1907, 43:
Passer domesticus var. valloni: Kritisches über die Form; Chigi, Boll.
Soc. zool. Ital. 1907, fasc. I, II u. III. — P. montanus iubtlaeus n. SP.
vom Kaukasus bis China; Reichenow, Journ. Orn. 1907, 470.
Passerherbulus Mayn. 1895 anzuwenden für Ammodramus Sw. 1827
(Check List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 193.
Passerina Vieill. 1816 anzuwenden für Cyanospiza Bd. 1858 (Check
List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 199.
Pyrgilauda: Unterschiede der Arten blanfordi, davidiana, ruficollis;
Bianchi, Aves exped. Kozlowi 1907, 24.
Phrygilus alaudinus excelsus n. sp. von Bolivien; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 35.
Plectrophenax Stejn. 1882 anzuwenden für Passerina Vieill. 1816
(Check List N. A. B.); Stone, Auk 1907, 199.
Poliospiza collaris, erlangeri, reichardi abgebildet; Reichenow, Journ.
Orn. 1907, T. 1. — P. pachyrhyncha abgebildet ebenda T. 2.
Protopyrrhula n. subgen. umfassend die Arten: nipalensis, erythro-
cephala, erythaca und leucogenys; Bianchi, Bull. Ak. St. Petersb. 1906.
V. SerST. 25. 190713.
Pyrrhospiza: Kennzeichnung der Gattung, Beschreibung der vier
Arten punicea, szetschuana, longirostris und humei; Bianchi, Bull. Ac.
St. Petersb. 1907, 185—196. — P. punicea szetschuana n. sp.; ebenda 189.
Pyrrhula: Revision der Formen der Gattung; Bianchi, Bull. Ak.
St. Petersb. 1906, V. Ser. T. 25. 1907, 159—198. — P. owstoni n. sp. von
Formosa; Hartert, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 9.
Serinus serinus: Ausbreitung in Frankreich; Magaud d’Aubusson,
Bull. Soc. d’Acclim. France 54. 1907, 87—96. — Vorkommen bei Paris;
Mailles, ebenda 145. — S. auch: Rogeron, ebenda 346. — S. striolatus
graueri n. Sp. vom Ronssoro; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 84.
Sicalis columbiana und Abarten: Kennzeichen und Verbreitung;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 8—9.
106 II. Aves für 1907.
Spermophila morelleti und sharpei: Unterschiede; Auk 24, 1907, 26—30.
Sporophila leucoptera aequatorialis n. sp. von Mexiana; Snethlage,
Orn. Mntsb. 1907, 193.
Tisa n. 8, Typus: Emberiza variabilis Tem.; Clark, Proc. U. St.
N. M. 32. 1907, 467.
Tanagridae.
Calospiza margeritae (Allen) fällt mit C. formosa (Vieill.) zusammen;
C. formosa sineipitalis n. sp. von Araguay, Brasilien; v. Berlepsch, Proc.
Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 348.
Chlorothraupis carmioli frenata n. sp. von Ost-Peru; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 349.
Cypsnagra ruficollis pallidigula n. sp. vom Madeira, Brasilien; Hell-
mayer, Novit. Zool. 1907, 350.
Nemosia flavicollis centralis n. sp. von Nordost-Bolivien und West-
Brasilien; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 350. — Kennzeichen der verwandten
Arten melanoxantha und insignis; ebenda 351—352.
Phoenicothraupis rubica amabilis n. sp. von Bolivien; v. Berlepsch,
Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 348. — Ph. rubra und Abarten:
Kennzeichen, Verbreitung; Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 44.
Piranga hepatica dextra n. sp. von Jalapa, Mexiko; Bangs, Proc.
Biol. Soc. Washington 1907, 30.
Mniotiltidae.
[Siehe Chapmanu. Embody Abschn. XII unter Nordamerika,
Wayne Abschn. XIII unter Nahrung.]
Basileuterus bivittatus chlorophrys n.sp. von Quito in Ecuador; v. Ber-
lepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 347.
Geothlypis trichas und brachidactyla: Synonymie und Verbreitung;
Chapman,2Auk 1907, 30—34.
Vermivora Sw. 1827 anzuwenden für Helminthophila Ridgw.; Stone,
Auk 1907, 193.
Motaeillidae.
[Siehe Löns und Parrot Abschn. XII unter Deutschland,
Dent, N. F. Ticehurst unter England, C. B. Ticehurst unter
Nord-Afrika.]
Anthus nivescens abgebildet; Reichenow, Journ. Orn. 1907, T. 2. —
A. petrosus Mont. (obscurus Lath. nec Gm.) brütet im westlichen, A. Litto-
ralis Br. im südöstlichen Norwegen; L. Stejneger, Smithson. Miscellan.
Collections 48. Pt. 4 No 1699 1907, 482—-483.
Budytes citreola werae n. sp. von Westsibirien; Buturlin, Orn. Mntsb.
1907, 197. — B. pygmaeus Brehm eine gut unterschiedene Form des Nil-
Deltas; Tieehurst, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 29.
ET en 107
Macronyx ascensi n. sp. vom Meru-See, ähnlich M. croceus; Salvadori,
Boll. Mus. Zool. Torino No 570 1907.
Tmetothylacus tenellus abgebildet; Reichenow, Journ. Orn. 1907 T. 3.
Alaudidae.
[Siehe Ninni Abschn. IX, Parrot Abschn. XII unter Deutsch-
land, ©. B. Ticehurst unter England, Salvadori unter Italien,
Betham unter Indien, B&la Räcz Abschn. XIII unter Stimme.]
Alauda thekla: Abänderungen; Kleinschmidt, Falco 1907, 8—21.
Calandrella brachydactyla dukhunensis abgebildet; Blackwelder,
Research in China T. 58.
Certhilauda albofasciata erikssoni n. sp. von Okahokahana, Süd-
Ovamboland; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 82. — C. a. obscurata
n. sp. von Angola; ebenda 83.
Galerida cristata neumanni n. sp. von Rom; Hilgert, Orn. Mntsb.
1907, 63. — @. cristata somaliensis n. sp. von Zeila; Reichenow, Journ.
Orn. 1907, 49. — @. cristata vamberyi n. sp. von Utsch-Adschi in Trans-
kaspien; Härms, Orn. Mntsb. 1907, 49.
Melanocoryphoides n. g., Typus: M. maxima J. Gd.; Bianchi, Aves
exped. Kozlowi 1907, 36.
Mirafra africana dohertyi n. sp. von British Ostafrika; Unterschiede
von M. tropicalis, occidentalis, grisescens und pallida; Hartert, Bull. Br.
O. €. 19. 1907, 92—94. — M. cranbrooki n. sp. vom Ubangi, ähnlich M.
rufocinnamomea; Alexander, Bull. Br. O. €. 19. 1907, 88. — M. erythro-
pygia: Abändern; Butler, Ibis 1907, 467—472. — M. hypermetra gallarum
n. sp. von Gallaland; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 84.
Otocoris alpestris enertera n. sp. von Unter-Kalifornien; Oberholser,
Proc. Biol. Soc. Washington 1907, 41.
Pyenonotidae.
Andropadus ansorgei n. sp. von Süd-Nigeria, ähnlich A. gracilis;
Hartert, Bull. Br. ©. C. 21. 1907, 10.
Bleda woosnami n. sp. von Uganda, ähnlich B. syndactyla; 0. Grant,
Bull Br.’O. C. 19. 1907 8%.
Criniger barbatus ansorgeanus n. sp. vom Niger-Delta; Hartert, Bull.
Br. 07.60.19: 1907,97
Hypsipetes amaurotis stejnegeri und H. a. ogawae nn. spp. von den
Liu-Kiu-Inseln; Hartert, Vögel pal. Fauna IV. 1907, 464—465. — H.
batanensis n. sp. von den Philippinen, ähnlich 7. fugensis; Mearns, Philipp.
Journ. Sc. 1907, 357. — H. camiguinensis n. sp. von den Philippinen,
ähnlich 7. fugensis und batanensis; Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 1907, 347.
Phyllastrephus ugandae n. sp. vom Victoria Niansa, ähnlich PA.
albigularis; Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 200.
Pyenonotus aurigaster martini vermutlich n. sp. von Sumatra; Parrot,
Abhandl. Bayer. Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 239.
108 II. Aves für 1907.
Zosteropidae.
Zosterops batanis n. sp. von den Philippinen, ähnlich Z. meyeni;
Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 1907, 343. — Z. meyeni Bp. beschrieben;
ebenda. — Z. bowiae n. sp. von Victoria, Australien, ähnlich Z. cinerea;
Horne, The Emu 7. 1907, 36. — Z. halconensis n. sp. von den Philippinen,
ähnlich Z. vulcani; Mearns, Philipp. Journ. Sc. 1917, 360. — Z. laeta n. sp.
von den Philippinen, ähnlich Z. basilanica; Me Gregor, Philipp. Journ.
Sc. 1907, 329. — Z. maxi n. sp. von Java; Finsch, Journ. Orn. 1907, 302.
— Z. meyleri n. sp. von den Philippinen, ähnlich Z. aureiloris; Me Gregor,
Philipp. Journ. Sc. 1907, 348.
Meliphagidae.
Chaetoptila angustipluma abgebildet; Rothschild, Extinet Birds
T. 4a Fig. 2.
Myzomela obscura meeki n. sp. von Britisch-Neuguinea; Rothschild
und Hartert, Novit. Zool. 1907, 479. — Übersicht der verwandten Arten;
ebenda 480.
Ptilotis meekiana n. sp. von Britisch-Neuguinea; Rothschild und
Hartert, Novit. Zool. 1907, 482.
Woodfordia n. g., Typus: W. superciliosa n. sp. von den Salomons-
Inseln; North, Vietor. Natural. 13. 1907, 104.
Neetariniidae.
Anthothreptes carruthersi n. sp. vom Tanganjika-See, ähnlich A.
orientalis; O. Grant, Bull. Br. OÖ. C. 19. 1907, 106.
Cinnyris manoensis n. sp. von Mano, westlich des Niassasees, ähnlich
C. chalybeus; Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 200. — C. marginatus n. Sp.
vom oberen Kongo, ähnlich C. reichenowi; 0. Grant, Bull. Br. O. C. 19.
1907, 106. — CO. mariquensis kiwuensis n. sp. vom Kiwu-See, ähnlich ©.
bifasciatus; Berger, Orn. Mntsb. 1907, 181. — C. olivaceus daviesi n. SP.
von Pondoland; Haagner, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 11; Journ. 8. Afr.
Orn. Un. 1907, 215. — ©. tanganyicae n. sp. vom Tanganjika-See, ähnlich
©. bowvieri; O0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 105.
Eudrepanis decorosa n. sp. von den Philippinen, ähnlich E. pulcher-
rima; Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 1907, 330.
Daenididae.
Coereba trinitatis n. sp. von Trinidad, ähnlich ©. luteola; Lowe, Ibis
1907, 566.
Cyanerpes lucidus isthmicus n. sp. von W.-Costa Rica; Bangs, Auk
1907, 306.
Diglossa montana n. sp. von Guatemala; Dearborn, Field Mus. Nat.
Hist. Chicago Publ. Ornith. Ser. 1. 1907, 97—135.
II. Aves für 1907. 109
Dicaeidae.
Ciridops anna abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 4 Fig. 4.
Eafa maculata Rothsch. Hart. zur Gattung Rhamphocharis zu stellen;
Rothschild und Hartert, Novit. Zool. 1907, 478.
Hemignathus ellisianus abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 4
Fig. 1.
Heterorhynchus lucidus abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T.
4 Fig. 2.
Moho apicalis abgebildet; Rothschild, Extincet Birds T 4a Fig. 1.
Psittirostra psittacea deppei abgebildet; Rothschild, Extinct Birds
T. 4 Fig. 3.
Certhiidae.
[Siehe Me Gregor Abschn. XII unter Indien, Campbell
unter Australien, Gengler, Hesse Abschn. XIII unter Stimme,
Gesang.]
A. 6. Campbell bespricht kurz die australischen Formen der Gruppe,
ihre Nistweise und Eier; The Emu 6. 1907, 180—183.
Certhia familiaris albomaculata n. sp. von Dsharkent; Johansen,
Ornith. Jahrb. 1907, 202. — C. familiaris caucasica n. sp. vom Kaukasus;
Buturlin, Orn. Mntsb. 1907, 8. — C. khamensis abgebildet; Bianchi, Aves
exped. Kozlowi T. 2.
Climacteris placens meridionalis n. sp. von Südost-Neuguinea; Hartert,
Ball Br.0! C; 21.. 1907, 27.
Salpornis spilonota erlangeri n. sp. von Kaffa und Djamdjam; Neu-
mann, Orn. Mntsb. 1907, 52.
Sittidae.
Rupisitta subgen. nov. mit den Arten: Sitta tephronota, obscura,
dresseri, tschitscherini, neumayer, parva, zarudnyi n. sp. von Kleinasien,
syriaca. Unterschiede dieser Arten in Schlüsselform; Buturlin, Mitt.
Kaukas. Mus. III. 1907, 64—73.
Sitta arctica n. sp. von Werchojansk (Ost-Asien); Buturlin, Orn.
Mntsb. 1907, 79. — S. biedermanni n. sp. vom Telezky-See (Altai-Gebiet),
ähnlich S. albifrons; Reichenow, Journ. Orn. 1907, 312. — S. caesia var.
sordida n. var. aus dem nördlichen Deutschland; Reichenow, Journ. Orn.
1907, 312. — S. frontalis hageni n. sp. von Banka; Parrot, Abhdl. Bayer.
Ak. Wiss. II. Kl. 1907, 244. — S. neumayeri tschitscherini: Synonymie;
Witherby, Ibis 1907, 91. — $. syriaca obscura vermutlich identisch mit
S. n. tephronota, ebenso S. s. parva; Witherby, Ibis 1907, 92. — 8. zarudnyi
n. sp. von Kleinasien; Buturlin, Mitt. Kaukas. Mus. 3. 1907.
110 II. Aves für 1907.
Paridae.
[Siehe v. Besserer unter Abschn. IX, Hennemann,
Henninger, Kleinschmidt, Tischler Abschn. XII unter
Deutschland, Klinge unter Dänemark, Rothschild unter England,
N. de Leone und Ronna unter Italien, Pierce Abschn. XIII
unter Lebensweise, Ertl, Pawlas unter Nisten Klein-
sehmidt unter Stimme, Sieber, Tarjän unter Nahrung, Ertl
unter Abschn. XIV.]
E. Hartert. Die Gattung Pholidornis; Journ. Orn. 55. 1907, 620
—622.
Anthoscopus rothschildi n. sp. von Britisch Ostafrika, ähnlich A.
sylviella und sharpei; Neumann, Journ. Orn. 1907, 597. — A. ssaposhni-
kowi n. sp. vom Karatal (Sibirien); Johansen, Orn. Jahrb. 1097, 201.
Acredula trivirgata magna n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St. N.
M. 32. 1907, 475.
Baeolophus bicolor und atricristatus: Verbreitung beider Arten;
Allen, Bull. Amer. Mus. N. H. 1907, 467—481.
Leptopoecile sophiae deserticola n. sp. von Tarim und Gobi; Hartert,
Vögel pal. Fauna IV. 1907, 401.
Pardaliparus albescens und edithae nn. spp. von den Philippinen,
ähnlich P. elegans; Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 1907, 293 u. 294. —
P. venustulus abgebildet; Blackwelder, Research in China T. 62.
Parus montanus kleinschmidti vermutlich auf P. palustris dresseri
zurückzuführen; Selater, Brit. Birds I. 1907, 23—24. — W. Rothschild
tritt dieser Ansicht entgegen; ebenda 44—47. — P. salicarvus und Ver-
wandte nach ihrem Vorkommen besprochen; Kleinsehmidt, Falco 1907,
85—88.
Periparus ater amurensis n. sp. vom Amur und Ussuri; Buturlin,
Orn. Mntsb. 1907, 80.
Pholidornis: Übersicht der Arten; Hartert, Journ. Orn. 1907, 620
—622. — Ph. denti n. sp. von Avakarbi, Kongowald, ähnlich P. rushiae;
0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 41.
Polioptila livida und Abarten: Kennzeichen und Verbreitung; Hell-
mayr, Novit. Zool. 1907, 4—5.
Regulus goodfellowi abgebildet; Ibis 1907 T. 3. — R. satrapa clarus
n. sp. von Guatemala; Dearborn, Field Mus. Nat. Hist. Chicago Publ.
Oru2Sere1l2,1907.897- 1353:
Remiz consobrinus suffusus n. sp. von Korea; Clark, Proc. U. St.
N. M. 32. 1907, 474.
Sylviidae. )
[Siehe Blanc, Butterfield, v. Forstner, Klein-
schmidt Abschn. IX, Gengler, Hesse, Parrot, Reiche-
now, Stresemann, Tischler Abschn. XII unter Deutschland,
Chernelv. Chernelhäza, Grossmann, Nagy unter Öster-
reich, Klinge, Mortensen unter Dänemark, Arnold, Clarke,
U. Av’es für 1907. 111
RW. "NiolsBion;seBrar.ka ng N. F. Tiecehurst unter England,
Snouckaert van Schauburg unter Holland, Magaud
d’Abusson unter Frankreich, Heinroth unter Afrika, Hartert
unter Indien, Howell und Oldys, Palmer unter Nordamerika,
Farren, Finley, Gilman, Grote, Howe, Helm, Nehr-
ling, Pierce, Seemann Abschn. XIII unter Lebensweise, L.
Schuster, Selmons, Wolff unter Nisten, Christoleit,
Schenk unter Stimme, Hennemann, Otto unter Abschn. XIV.]
Accentor collaris tibetanus abgebildet; Bianchi, Aves exped. Kozlowi
T. 3. — A. rufilatus turcestanicus n. sp. von Ost-Turkestan; Reichenow,
Orn. Mntsb. 1907, 29.
Acrocephalus arundinaceus zarudnyi n. sp. von Turkestan; Hartert,
Bull. Br. 0. _C; 21. 1907, :26;
Actinodura ripponi n. sp. von Mount Victoria, Chin Hills, ähnlich
A. egertoni; 0. Grant, und La Touche, Ibis 1907, 186.
Alethe montana n. sp. von Usambara, ähnlich A. anomala; Reichenow,
Orn. Mntsb. 1907, 30.
Anorthura magrathi n. sp. von Safed-Koh, ähnlich A. neglecta; White-
head, Bull. Br. O. C. 21. 1907, 19.
Apalis ansorger zurückzuführen auf Eremomela atricollis; Hartert,
Bull. Br. O. ©. 19. 1907, 94. — A. denti n. sp. von Uganda, ähnlich 4.
rufogularis; 0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 86.
Argya rubiginosa emini n. Sp. von Unjamwesi; Reichenow, Orn.
Mntsb. 1907, 30.
Bathmedonia talboti n. sp. von Libokwa am Uelle-Fluß, Q ähnlich
B. rufa 9; Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 46.
Bowdleria rufescens abgebildet; Rothschild, Extinet Birds T. 5 Fig. 3.
Calamocichla chadensis n. sp. vom Tschad-See, ähnlich C. lepto-
rhyncha; Alexander, Bull. Br. O. €. 19. 1907, 63.
Calamonastes fasciolatus pallidior n. sp. von Benguella; Hartert,
Ball Br. ©. C. 19, 1907,97.
Callene lopezi n. sp. von Libokwa am Uelle-See, ähnlich ©. cyorni-
thopsis; Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 46.
Calliope davidi ist eine Larvivora ; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 51.
Cinclus aquaticus tschusii n. sp. vom Hunsrück; Kleinschmidt und
Hilgert, Falco 1907, 104. — C. przewalskii abgebildet; Bianchi, Aves exped.
Kozlowi T. 2.
Cisticola butleri n. sp. vom Gazellenfluß, ähnlich ©. sylvia; O0. Grant,
Bull. Br; ©. €. 21.. 1907, 1.25 ee sp. vom Gazellenfluß; ebenda.
— 0. isabellina n. sp. von Songea in Deutsch-Ostafrika, ähnlich ©. rufa;
Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 60. — C. petrophila n. sp. von Nord-Nigeria,
ähnlich C. cinerascens; Alexander, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 104. — 0.
stoehri n. sp. von NO.-Rhodesia, Neave, Mem. Lit. Phil. Soc. Manchester
51. No 10 1907, 65—66.
112 II. Aves für 1907.
Cistothorus platensis meridae n. sp. von Venezuela; Hellmayr, Bull.
Br. O. ©. 19. 1907, 74. — Derselbe unterscheidet ebenda: C. p. platensis,
eidouxi, graminicola, polyglottus, atticola, aequatorialis und meridae.
Crateropus carruthers n. Sp. vom oberen Kongo, ähnlich ©. tanga-
njicae; 0. Grant, Bull. Br. O. €. 19. 1907, 106.
Cyanecula suecica robusta n. sp. vom Kolyma-Delta; Buturlin, Orn.
Mntsb. 1907, 79.
Cyanosylvia Brehm 1828 anzuwenden für Oyanecula Brehm 1828;
Stone, Auk 1907, 193.
Donacobius albovittatus Lafr. d’Orb. iuv. von D. atricapillus (L.);
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 42.
Dumetella s. D. W. 1837 anzuwenden für Galeoscoptes Cab. 1850;
Stone, Auk 1907, 193.
Erithacus cairii nur Jugendform von titys; v. Berlepsch, Proc. Fourth
Intern. Orn. Congress 1907, 460. — E. auroreus filchneri n. sp. von
Kiautschou; Parrot, Filchner Exp.China-Tibet. Botan. Zool.Ergebn. 1907,130.
— E.rubecula caucasicus n. sp. vom Kaukasus; Buturlin, Orn. Mntsb. 1907,
9. — E. suecicus auf dem Frühjahrszuge bei Frankfurt a. M.; Kullmann,
Orn. Mntsb. 1907, 64. — E. swynnertoni abgebildet; Ibis 1907 T. 1. —
E. volgae form. n. von der Wolga, nur durch kürzeren Flügel von E. cyane-
culus unterschieden; Kleinschmidt, Falco 1907, 47.
Erythropygia collsi n. sp. von Libokwa am Uelle-Fluß, ähnlich E.
leucosticta; Alexander, Bull. Br. ©. C. 19. 1907, 46. — E. paena benguel-
lensis n. sp. von Benguella; Hartert, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 96. — E.p.
damarensis n. sp. von Damaraland; ebenda. — E. reichenowi n. sp. von
Angola, ebenda 95.
Euprinodes nigrescens: Berichtigung der Urbeschreibung; Hartert,
Bull. Br. O. C. 19. 1907, 9.
Geocichla mindanensis n. sp. von den Philippinen; Mearns, Phillipp.
Journ. Sc. 1907, 359.
G'ymnoecichla nudiceps erratilis n. sp. von W.-Costa Rica; Bangs,
Auk 1907, 297.
Heleodytes harterti n. sp. von West-Colombia, ähnlich 7. albibrunneus;
v. Berlepsch, Proc. Fourth Intern. Orn. Congress 1907, 347.
Kaznakowia kozlowi abgebildet; Bianchi, Aves exped. Kozlowi T. 3.
Larvivora ruficeps n. sp. vom Tsinling-Gebirge in Nord-China; Hartert,
Bull. Br. O. C. 19. 1907, 50.
Merula malindangensis n. sp. von den Philippinen; Mearns, Philipp.
Journ. Se. 1907, 357. — M. mayonensis n. sp. von den Philippinen, ähnlich
M. thomassoni; ebenda 358.
Monticola cyanus tenuirostris n. sp. von Ssemirjetschje; Johansen,
Orn. Jahrb. 1907, 200.
Nannus Billberg 1828 anzuwenden für Olbiorchilus Oberh. 1902;
Stone, Auk 1907, 194.
II. Aves für 1907. 113
Olbiorchilus fumigatus idius Richmond n. sp. von Schantung; Black-
welder, Research in China 498 T. 59. — O. fumigatus peninsulae n. sp. von
Korea; Clark, Proc. U. St. N. M. 32. 1907, 474. — O. fumigatus amurensis
n. sp. vom Amur; ebenda.
Orthotomus mearnsi n. sp. von den Philippinen, ähnlich O. frontalis;
Me Gregor, Philipp. Journ. Se. 1907, 289.
Pholidornis, siehe unter Paridae.
Phyllanthus czarnikowi n. sp. von Mawambi, Kongowald, ähnlich
P. bohndorffi; 0. Grant, Bull. Br. O. C. 19. 1907, 40.
Phylloscopus: Kritisches über die Namen verschiedener Arten, ins-
besondere über Ph. collybita und neglectus und deren nächste Verwandte;
Hartert, Novit. Zool. 1907, 337—339. — Ph. collybita exsul n. sp. von
Lanzarote, Kanaren; Hartert, Vögel pal. Fauna IV. 1907, 505.
Planesticus Bp. 1854 anzuwenden für Merula Leach 1816; Stone,
Auk 1907, 194. — P. tristis rubicundus n. sp. von Guatemala; Dearborn,
Field Mus. Nat. Hist. Chicago Publ. Ornith. Ser. 1. 1907, 137.
Pomatorrhinus: Übersicht der Arten; Bianchi, Aves expedit. Kozlowi
1907, 105—106.
Pratincola maura: Abändern; v. Loudon, Orn. Mntsb. 1907, 1—.2.
— P. rubetra altaica n. sp. vom Altai; Johansen, Orn. Jahrb. 1907, 199.
Prinia metopias n. sp. von Usambara; Reichenow, Orn. Mntsb.
1907, 30.
Ruticilla titys (unter dem Namen Erithacus domesticus) mit den
Arten R. ochrurus und rufiventris zusammen abgebildet und in ihrer Ver-
breitung besprochen; Kleinschmidt, Berajah Lief. 4 1907, T. 1—6. — R.
titys X phoenicurus (unter dem Namen Erithacus domesticus X arboreus),
Bastard von Haus- und Waldrotschwanz abgebildet; Kleinschmidt, Berajah
14864221907 TR.
Sazxicola oenanthe leucorhoa auf Helgoland erlegt; Stresemann, Orn.
Mntsb. 1907, 64.
Schoenicola brunneiceps n. sp. von Uganda, ähnlich Sch. apicalis;
Reichenow, Orn. Mntsb. 1907, 172.
Stachyrhidopsis sinensis n. sp. von China, ähnlich St. ruficeps; 0.
Grant, Ibis 1907, 184.
Sylvia nisoria sibirica n. sp. vom Altai; Johansen, Orn. Mntsb. 1907,
198. — S. nisoria merzbacheri n. sp. vom Tianschan; Schalow, Orn. Mntsb.
1907, 3. — S. semenowi Sarudny fällt mit S. mystacea Menötr. zusammen;
Witherby, Ibis 1907, 86. — S. simplex pallida n. sp. von Barnaut (Sibirien);
Orn. Jahrb. 1907, 199.
Sylviella brachyura: Bemerkungen über die Synonymie der Art;
0. Grant, Ibis 1907, 593.
Sylvietta ansorgei n. sp. von Angola; Hartert,Bull. Br. O. €. 19. 1907, 97.
Thryophilus albipectes und Abarten: Kennzeichen und Verbreitung;
Hellmayr, Novit. Zool. 1907, 2—4.
Tickellia: Kennzeichen der Gattung; Hartert, Novit. Zool. 1907, 335.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1, (II.) 8
114 II. Aves für 1907.
Toxostoma rediviva helva n. sp. von Unter-Kalifornien; Thayer und
Bangs, Proc. New Engl. Zool. Club 4. 1907, 17—18.
Troglodytes troglodytes islandicus n. sp. von Island; Hartert, Bull.
Br20.,€C.21. 1907, 26.
Turdinus moloneyanus iboensis n. Sp. von Süd-Nigeria; Hartert,
Br. 0. € 219719074784.
Xenocopsychus ansorgei n. g. et sp. von Mossamedes; Hartert, Bull.
Br. O. C. 19. 1907, 81—82.
Zosterornis affinis n. sp. von den Philippinen, ähnlich Z. nigrocapitata;
Me Gregor, Philipp. Journ. Sc. 1907, 292.
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Allgemeines, Geschichte, Zeitschriften 1
Museen, Sammlungen 3
Sammeln, Taxidermie 4
Versammlungen . 4
Reisen a 5
Personalien, Todesanzeigen, Lebensbilder . 6
Anatomie, Physiologie, Entwicklung . Au Bar iir 7
Fuß- und Schnabelform, Federn, Farben, a Fig 5 ee
Varietäten, Bastarde, Mißbildungen, Zwitterr . . ». 2 2..2....13
Paläontologie... antenne Es an Se ae
Verbreitung, Wanderung . u... 272 SURL Bel er
Tiergebiste ; 21.2 REN RE RE RIP DE MSIE
Lebensweise . . 2 ee ee ee
Einbürgerung, ga N N Schaden ee ee a
Pflege, Hausgellügeli „ui. u. De ten alle ee ne ee
Krankheiten, : Schmarotzerx: . x vhs. alu Re BI SEAT re
Syetematik, Nomenclatur . . 2. a 2... 2 wu. = al al Er MMS
III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Von
Prof. Dr. Franz Werner (Wien).
Inhaltsverzeichnis am Schlusse des Berichtes.
Verzeichnis der Veröffentlichungen.
Arbeiten, die dem Referenten nicht zugänglich waren, sind mit einem *
bezeichnet; solche, die mit einem f bezeichnet sind, haben paläonto-
logischen Inhalt.
Abel, ©. Der Anpassungstypus von Metriorhynchus. Cen-
tralbl. Min., Stuttgart, 1907 (225—235).
*Abonyi, Sandor. A merges kigyok €es mörgek. (Die Gift-
schlangen und ihr Gift.) Termt. közl. Budapest, 39, 1907 (483
— 486).
*Albrand, Max. Die Anlage der Zwischenniere bei den
Urodelen. Diss. Marburg, 1907 (V-+55).
Allen, Bennet Mills. (1). A statistical study of the sex-
cells of Chrysemys marginata. Anat. Anz., Jena, 30, 1907 (391
—599).
Vorkommen und Zahl der Geschlechtszellen bei Embryonen
von Uhrysemys marginata ,; ihre Zahl ist sehr schwankend, sie
teilen sich erst bei älteren Embryonen (von 10 mm Länge an),
sind selten auf beiden Seiten in gleicher Weise verteilt, namentlich
bevor sie sich in der Geschlechtsdrüse angesammelt haben, welche
aber nur von höchstens 70% erreicht werden. Bei zwei Doppel-
bildungen (davon eine von Chelydra) besaß jeder Embryo die
normale Anzahl von Geschlechtszellen. Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907 p. 87.
— (2). An important period in the history of the sex-cells
of Rana pipiens. Anat. Anz., Jena, 31, 1907 (339—347).
Die Geschlechtszellen von Rana pipiens entstehen im Ento-
derm und wandern in das Mesenterium des Darmes ein zur Zeit,
wenn es sich aus den Seitenplatten des Mesoderms entwickelt.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (III.) 1
2 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Sie gehören vielleicht gar keinem Keimblatt an, sondern sind
Wanderzellen, die bald im Entoderm, bald im Mesoderm gefunden
werden. Mn
tAmmon, Ludwig von. Über jurassische Krokodile aus
Bayern. Geogn. Jahreshefte, München, 18 (1905), 1907 (55—71).
Andersson, Lars Gabriel. Verzeichnis einer Batrachier-
sammlung von Bibundi bei Kamerun des Naturhistorischen
Museums zu Wiesbaden. Wiesbaden, Jahrb. Verh. Natk., 60,
1907 (228—245).
Verf. nennt aus Bibundi Rana aequiplicata Wern., masca-
rensis D. B., albolabris Hall. (Alters- und Geschlechtsunterschiede,)
Petropedetes johnstoni Blngr. (die von Werner beschriebenen
d& sind wahrscheinlich nur 2 2, da das Z& ein Horn auf dem
Tympanum und auch das @ Lumbardrüsen hat; ausf. Beschr.
und Vergleich mit P. newtoni); Arthroleptis variabilis Mtsch. mit
n. var. (s. Ranidae); A. inguinalis Blngr. gehört als var. hierher;
A. macrodactylus Blngr. (von variabilis nicht scharf geschieden),
Rappia concolor Hall., Megalixalus fornasinvii Bianc. (Farben-
varietäten abgeb.) und 1 n. sp. (s. Ranidae), Hylambates rufus
Rchw. var. boulengeri Wern. u. brevirostris Wern. und 1 n. var.
(s. Ranidae), Hylambates aubryi A. Dum., Trichobatrachus robustus
Blngr. (Abb. der Zehenspitze). Cardioglossa gracilis Blngr. (neu
f. d. Gebiet), Nectophryne afra Peters, Bufo regularis Rss. (B.
benguelensis Blngr. ist nur eine Jugendform davon), Herpele
squalostoma Stutchb. Die Exemplare vom Flusse sind durch-
gehends bei allen Arten heller als die aus dem Urwalde.
Andre, Emile. Myiase de la vessie urinaire du Crapaud.
Zool. Anz., Leipzig, 32, 1907 (98—99).
Auffindung einer Oestridenlarve in der Harnblase von Bufo
vulgaris. Unter 112 Exemplaren von Bufo aus demselben Teich
fand sich nur in einem eine solche Larve.
Andrews, C. W. Notes on the osteology of Ophthalmosaurus
icenicus, Seeley, an Ichthyosaurian reptile from the Oxford Clay
of Peterborough. London, Geol. Mag., 4, 1907 (202—208).
Angelini, @. Sulla naturalizzazione della Testudo nemoralis
(Aldrov.) in Sardegna. Roma, Bol. Soc. zool. ital., Ser. 2, 8, 1907
(53—54).
Annandale, N. (1). The fauna of brackish ponds at Port
Canning, Lower Bengal. Part 1. Rec. Ind. Mus., Caleutta, 1,
1907 (42).
— (2). Reports on a collection of Batrachia, Reptiles and
Fish from Nepal and the Western Himalayas. Rec. Ind. Mus.,
Caleutta, 1, 1907 (151—155), Taf.
Verf. bildet Gymnodactylus himalayicus Annand. ab, nennt
Acanthosaura mator Jerd. von Simla in 8000' (&$), 4. tricarinata
Blyth von Chandragiri, Nepal (8000); Calotes versicolor von
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 3
British Sikkim und Kumaon bis 7000, im Darjiling-Distrikt bis
5000‘ gemein; die Art erreicht im Himalaya geringe Größe und
die Geschlechtscharaktere sind schwach ausgeprägt; in Caleutta
schlüpfen die Jungen am Beginn der Regenzeit aus; bis zur Ge-
schlechtsreife vergehen zwei Jahre. Agama tuberculata Gray
wird von Nepal und Simla angeführt (8000°); sie geht in Kumaon
bis 4000° und noch tiefer herab, im Westhimalaya bis 12 000’
aufwärts; sie geht nach Osten nicht so weit wie A. himalayana,
welche noch vom Chasa-Distrikt bekannt und die östlichste Art
ist; sie ist empfindlich gegen Kälte, abgesehen von der Zeit des
Winterschlafes. Die Exemplare von Simla sind von denen von
Kümaon und Nepal in Färbung und Benehmen verschieden.
Mabuia macularia Blyth wird aus dem Terai genannt; Lygosoma
sikkimensa Blyth von Nepal, L. himalayanım von Kumaon (4000
— 7000‘) hier die gemeinste Scincidenart; in Simla noch bis 9000’
häufig; meidet die Sonne, liebt die Feuchtigkeit im Gegensatz
zur vorigen Art; beide sind abgebildet. Neu sind: ein Gecko-
niden- und eine Agamiden-Art (s. das.).
— (3). The distribution of Kachuga sylhetensis. Rec. Ind.
Mus., Caleutta, 1, 1907 (171).
— (4). The occurrence of the Taukte Lizard (Gecko verti-
cillatus) in Calcutta. Rec. Ind. Mus., Calcutta, 1, 1907 (171).
— (5). The distribution of Bufo andersoni. Rec. Ind. Mus,.,
Caleutta, 1, 1907 (171—172).
— (6). Eggs of Tylototriton verrucosus. Rec. Ind. Mus,.,
Caleutta, 1, 1907 (278—279).
— (7). A colour variety of Typhlops braminus. Rec. Ind.
Mus., Caleutta, 1, 1907, (397).
— (8). Reptiles and a Batrachian from an island in the
Chilka lake, Orissa. Rec. Ind. Mus., Caleutta, 1, 1907 (397—398).
Arcangeli, A. Contributo alla conoscenza della struttura
minuta della muccosa stomacale del Tropidonotus natrix. Pisa,
Atti Soc. tosc. sc. nat., Mem., 23, 1907 (304-332), 1 Taf.
tArthaber, G. von. Über den Anpassungstypus von Metrio-
rhynchus. (Erwiderung auf den gleichnamigen Artikel O. Abel’s.)
Centralbl. Min., Stuttgart, 1907 (385—397).
Bau der Wirbelsäule, Schultergürtel, Extremitäten; an der
Extr. fällt der lange Ober- und kurze Unterschenkel und lange
Zehen (besonders die 4.) auf. Verf. trennt die marinen Amnioten
in solche mit reduzierten Vorder- und kräftigen Hinterextremitäten
(Homoeosaurier, Sauropterygier, Crocodilier, Trionychidae) und
solche mit besonders kräftigen Vorder- und verkürzten Hinter-
gliedmaßen (Pythonomorphen, Ichthyopterygier, Cetaceen und
Thalassochelys).
1*
4 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
+— (2). Über die Hinterextremität von Metriorhynchus.
Centralbl. Min., Stuttgart, 1907 (502—508). — Bemerkungen
dazu von E. Auer (536—538).
Asvadourova, Melle. Sur l’origine et la structure des cellules
pigmentaires dans le foie des Urod@les. Paris, C. R. soc. biol. 62,
1907 (1130—1132).
Die Pigmentzellen der Leber von Triton, Salamandra und
Pleurodeles gehen aus Leucocyten hervor.
*Atkinsen, D. Oec. Notes on a collection of batrachians and
reptiles from Central America. Ohio Nat., Columbus, 7, 1907
(151—157).
Ballowitz, E. Über Epithelabstoßung am Urmund. Greifs-
wald, Verh. med. Ver., 1900—1901, 1902 (93—98).
Bannermann, W.B. (1). Note on the breeding of Russell’s
viper (Vipera russelli) in captivity. Bombay, J. Nat. Hist. Soc.,
17, 1907 (808—811).
— (2). A further note on the distribution of the varieties
of Cobra in India. Bombay, J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (1031
— 1032).
*Banta, A. M. The fauna of Mayfields’ Cave. Washington,
D. C. Carnegie Inst. Publ. N. 67, 1907 (22—23).
Barbier, Henri. Sur la faune erpetologique de Pacy-sur-Eure.
Feuille jeunes natural., Paris, 38, 1907 (22—23).
Vorkommen von Rana agıilis, Vipera berus, Coronella austriaca
und Bufo calamita inder Umgebung von Pacy-sur-Eure (Normandie).
Bardeen, €. R. Abnormal development of toad ova fertilised
by spermatozoa exposed to the Roentgen rays. J. Exp. Zool.
Baltimore, 4, 1907 (1—44), 5 Tafeln.
Wirkung von X-Strahlen auf das Sperma von Bufo, welcher
dann zur Befruchtung reifer Eier verwendet wird. Von diesen
entwickeln sich nur wenige und sogar diese nur selten über die
Gastrula hinaus; die Larven zeigen dann vielfache Mißbildungen,
ähnlich wie diejenigen, die direkt dem Einflusse der X-Strahlen
ausgesetzt wurden.
Bataillon, E. (1). Sur l’emission des globules polaires chez
Rana fusca. Paris, ©. R. soc. biol., 62, 1907 (900—903).
Das Perivitellin entsteht bei Rana fusca sowie Bufo vulgaris,
calamita und Pelodytes unabhängig von der Reife des Eies, sowie
davon, ob das Ei in der Bauchhöhle, im Ovidukt oder im Uterus
sich befindet. Bis zur Befruchtung bleibt es im Stadium der
Metaphase des 2. Polkörpers.
— (2). Les mouvements nucleaires prealables a la segmen-
tation parthenogenetique chez les anoures. Paris, C. R. soc. biol.,
62, 1907 (950—951).
In destillierttem Wasser erhalten reife Eier von Rana fusca
einen Impuls zur parthenogenetischen Entwicklung; die dabei
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 5
geschehenden Veränderungen werden auch durch Hitze oder
Kälte hervorgebracht, jedoch durch das destillierte-Wasser schneller.
Babäk, E. Über die funktionelle Anpassung der äußeren
Kiemen beim Sauerstoffmangel. Centralbl. Physiol. 21. Bd. (97
—99)
Bei Sauerstoffmangel wird das Wachstum der Kiemen der
Larven von Rana fusca und arvalis und Salamandra maculosa
angeregt, durch Sauerstoffreichtum zurückgehalten.
Bardeleben, K. v. Zur vergleichenden Anatomie, besonders
Paläontologie des Unterkiefers der Wirbeltiere. Verh. Anat. Ges.
21. Vers. (34—37).
Vorkommen eines Mentale im Unterkiefer u. a. bei vielen
Reptilien und Amphibien mit Einschluß der Stegocephalen.
Banchi, A. Sulla rigenerazione degli abbozzi del fegato e
del pancreas. Ricerche sperimentale sul Bufo vulgaris. Arch.
Ital. Embr. Firenze Vol. 5 (507—532), Taf. 29—31.
Bei Exstirpation der beiden Leberanlagen an jungen Larven
von Bufo vulgaris (von denen die eine, welche das Parenchym
bildet, sich schon sehr früh, vielleicht schon bei der Gastrulation,
differenziert, die andere, aus der das Gangsystem und die Gallen-
kapillaren hervorgehen, dagegen später), tritt keine Regene-
ration ein, eine Anlage kann die andere nicht regenerieren; ebenso
kann der craniale Teil der 1. Anlage die Leber nicht regenerieren,
ihr Wachstumszentrum legt im centralen und caudalen Teil.
Wenn man die ganze Pancreasanlage samt den in der Darmwand
und im Choledochus gelegenen Teil exstirpiert, tritt keine Rege-
ration ein, der Darm kann daher das Pankreas nicht regenerieren.
iBeasley, H. C. Report of footprints from the Trias. Part IV.
London. Rep. Brit. Ass., 1906 (1907) (299—301).
Beceari, Nello. Ricerche sulle cellule e fibre del Mauthner
e sulle loro connessioni in Pesci ed Anfibi. Archivo ital. Anat.
Embriol., Firence, 6, 1907 (660705), 7 Taf.
Beck, 6. Zur Physiologie der glatten Muskeln. Kazani,
Zap. Univ., 74, 6—7, 1907 (1—61). (Russisch.)
Beddard, F. E. (1). Contribution to the knowledge of the
systematic arrangement and anatomy of certain genera and
species of Squamata. London, Proc. Zool. Soc. 1907 (35—68).
Zahlreiche Einzelangaben über die gröbere Anatomie ver-
schiedener Reptilien. Lungenzipfel fehlen unter 8 untersuchten Cha-
meleon-Arten bei C'hamaeleon pumilus und taeniobronchus. Auch
über die Pigmentierung des Peritoneums und der darin befind-
lichen Organe; ferner über Lunge, Leber, Pankreas und Blutgefäße
von Chamaeleolis. Lage des Dottersack-Nabels bei Lachesis,
Bitis und Vipera, das Vorkommen des 2. Kiemenbogens bei
verschiedenen Eidechsen (Zonurus, Tiliqua, Trachysaurus, Ger-
rhonotus), Leber, Pankreas usw. von Zonurus, Pankreas, Milz,
6 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Lebervenen bei @errhonotus, Atemorgane und Gallengänge bei
Heloderma und Varanus.
— (2). Notes upon the anatomy of a species of frog of the
genus Megalophrys, with references to other genera of Batrachia.
London, Proc. Zool. Soc., 1907 (324—352).
Rückenmuskulatur von Megalophrys nasuta; das Sacrum wird
von einem Wirbel getragen, die Wirbel sind opisthocol. Die Musku-
latur wird mit der von Rana und Pelobates verglichen und bietet
Analogien bald zu der einen, bald zu der anderen Form (vgl.
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1908 [407]). — Ref. in
Jahresber. Zool. Stat. Neapel f. 1907 (136).
*— (3). The fauna of Madagascar. Nature, London, 77,
1907 (8).
Bedriaga, 3. v. (1). Wissenschaftliche Resultate der von
N. M. Przewalski nach Central-Asien unternommenen Reisen.
Zool. Teil. Bd. III. Abt. 1. Amphibien und Reptilien. Lief. 2.
Lacertilia. Herausgeg. v. d. k. Akad. d. Wissensch.). St. Peters-
burg, 1907 (73—278), Taf. I—IV,]1.c. Russ. and Deutsch.
— (2). Verzeichnis der von der Zentral-asiatischen Expe-
dition unter Stabs-Kapitän W. Roborowski in den Jahren 1893
—1895 gesammelten Reptilien. St. Peterburg, Ann. Mus. zool.
Ac. Sc., 10, 1905 (1907), (159—200).
Außer einer relativ großen Zahl neuer Arten und Varietäten
(s. Geckonidae, Agamidae, Lacertidae, Boidae) werden in der Arbeit
Phrynocephalus versicolor Strauch von Ssatschsheu, Eremias
vermiculata Blanf. ebendaher, sowie von Chami und dem Nan-
Schan, Taphrometopon lineolatum Brandt von Ssatschsheu, zwischen
dieser Oase und Bugass, sowie vom Lu-Tschun im Tian-Schan,
schließlich Ancistrodon intermedius Strauch von Ssatschsheu,
zwischen Ssatschsheu und Kurluk, in Kurluk (Prov. Zaidam)
und am Fluß Kuku-Ussu im Nan-Schan erwähnt. Die sechs
Teratoscincus-Arten werden in einer Synopsis auseinander gehalten.
— (3). Neue Saurier aus Russisch-Asien. St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Se., 10, 1905 (1907) (210—243).
Begbie, Arundel. The food of Pythons.. Bombay, I. Nat.
Hist. Soc., 17, 1907 (1021).
Bell, E. T. (1). On regeneration and transplantation of the
balancers of embryos of Diemyctylus (with a note on the external
gills). Anat. Anz., Jena, 31, 1907 (283—291).
Balanzierorgane der Larven von Diemyctylus viridescens;
schon bei 3 mm langen Embryonen als keulenförmige, mit einer
bindegewebigen Achse versehene Ektodermaumstülpungen er-
kennbar. Wenn man das Epithel der betreffenden Stelle auf
eine andere Larve transplantiert (nach vorheriger Abschabung
des Ektoderms bei dieser), so entwickelt sich hier ein Balanzier-
organ; dagegen liefert das in gleicher Weise transplantierte Ekto-
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 7
derm der äußeren Kiemen keine Spur einer Kiemenanlage. Wenn
man Stücke von den Balanzierorganen abschneidet, so werden
sie nicht oder nur wenig regeneriert, teilweise aber findet Regene-
ration statt, wenn die Entfernung vorgenommen wird, bevor sie
eine deutliche Erhebung vorstellen.
— (2). Experimentelle Untersuchungen über die Entwick-
lung des Auges bei Froschembryonen. Bonn, SitzBer. Ges. Natk.,
1905, 1906, med. Abt. (56—57).
Entwicklung und Regeneration von Nase und Auge bei
Rana-Larven. Auch eine bei 2.5—4 mm langen Larven aus-
geschnittene Hirnhälfte wurde fast bis zur Größe der intakten
Hälfte regeneriert. Ref. über die Augen- und Nasenregeneration
in Jahrb. Zool. Stat. Neapel f. 1907 p. 142.
Bender, Otto. Die Schleimhautnerven des Facialis, Glosso-
pharyngeus und Vagus. Studien zur Morphologie des Mittelohres
und der benachbarten Kopfregion der Wirbeltiere. Denkschr.
Med. Nat. Ges. Jena, 7. Bd., p. 341—454, 22 figg., Taf. 19—27.
Periphere Verteilung der Schleimhautnerven des Facialis,
Glossopharyngeus und Vagus u. a. bei Menobranchus, Menopoma,
Cryptobranchus, Rana, Trionyx, Clemmys, Testudo, Hatteria,
Gecko, Uroplates, Alligator.
Bethencourt-Ferreira, J. Sur quelques exemplaires de Tortues
gigantesques du Musde Bocage de 1’ Ecole Polytechnique de
Lisbonne. Bull. Soc. Portug. Sc. Nat. Vol. I. fasc. 3, 1907, p. 1—5
(9:.A.) Daf. IV.
Behandelt die traurige Lebensgeschichte einer C'helone mydas
L., die teils an Bord eines portugiesichen Schiffes, teils an einem
Tau remorquiert, von Ascension über Pernambuco nach Portugal
kam und hier noch einige Tage lebte, im Laufe der Reise von
seinem Anfangsgewicht von 382.5 kg die Hälfte verloren hatte.
Ferner über Langlebigkeit der Schildkröten, Schutz vor Aus-
rottung, Fang von Dermochelys an der portugiesischen Küste
(4 Exemplare seit 1808), Verbreitung dieser überall seltenen Art.
Bertelli, Dante. (1). Il diaframma degli Anfibi. Venezia.
Atti Ist. ven., 66, Ser. 8, 9, 1907 (341—348).
— (2). Il significato del diaframma dorsale. Anat. Anz.,
31. Bd. (554—556).
Die Urnierenfalten der Urodelenlarven und die Membranen,
welche die Ovidukte der erwachsenen Tiere enthalten, sind homolog
der Membrana pleuroperitonealis der Säuger (mit Ausnahme von
deren dorsaler Partie). Das Zwerchfell der Amphibien ist dem
der Säuger nicht homolog, es besteht bei den ersteren eine ein-
heitliche Pleuroperitonealhöhle, während bei den Säugern das
Zw. die Brust- und Bauchhöhle trennt. — Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907 p. 249.
8 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Biggs, H. V. The vitality of snakes. Bombay, J. Nat. Hist.
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Bles, E. J. Notes an Anuran development; Paludicola,
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Bolkay, Istvän. (1). Beiträge zur Herpetologie des Komitates
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— (2). Über die Artberechtigung von Rana ridibunda Pall.
Allatt. Közlem., Budapest, 6, 1907 (179—183, mit Taf. XI).
Bonome, A. Sull’ istogenesi della nevroglia normale nei
Vertebrati. Arch. Ital. Anat. Embr. Firenze, Vol. 6, (157—256,
257—345), Taf. 12—20.
Histogenese der Neuroglia vorwiegend bei Reptilien und
Amphibien (Anguis, Coronella, Tropidonotus, Lacerta, T'estudo,
Triton, Hyla); es ergibt sich, daß die Matrix des Zentralnerven-
systems nur eine Art von Zellen liefert, die mit ihrem inneren
Ende an der Membrana limitans interna befestigt bleiben und
neue Zellen von spindelförmiger Gestalt, mit ovalem Kern °
und wenigem Plasma liefern; es sind die Ependymzellen, von
ihnen aus werden neue Generationen von stark färbbaren,
indifferenten Zellen mit rundem Kern gebildet, von denen die
Spongioblasten und Neuroblasten herstammen.
Bon, P. H. Albino von Rana. Amsterdam, Natura, Orgaan
Nederlandsche Natuurhistorische Vereeniging, 1907 (143).
Boulenger, G. A. (1). On the coldblooded Vertebrata of
Saghalien. London, Proc. Zool. Soc. 1907 (414).
Bisher waren von dieser Insel nur Lacerta vivipara, Vipera
berus und Rana temporaria bekannt. M.P.Andersonsammelte
außer obengenannter Eidechse nach Tropidonotus vibakarı Boie,
Ancistrodon blomhoffii Boie, Rana amurensis Blngr., esculenta
L. var. chinensis Osb., Bufo vulgaris Laur. und Bombinator orientalis
Blngr. Fast alles sind wenigstens in Ostasien weit verbreitete
und häufige Arten; der Bombinator ist aus der Mandschurei, aus
Korea und Nordchina bekannt.
— (2). Second report on the Batrachians and Reptiles
colleeted in South Africa by Mr. C. H. B. Grant, and presented
to the British Museum by Mr. C. D. Rudd. London, Proc. Zool.
Soc., 1907 (478—487), Taf. XXI—XXL.
Von den 19 von Grant gesammelten Batrachier-Arten wird
Bufo regularis in verschiedenen Varietäten abgebildet, von B.
carens die Färbung nach dem Leben beschrieben, B. taitanus von
Beira erwähnt, ebenso wie auch Rana galamensis. BR. elegans
Bingr. ist von R. guentheri Blngr. nicht verschieden und daher
überhaupt aus der Fauna Afrikas zu streichen. Auch von Phryno-
batrachus natalensis werden vier Varietäten abgebildet. Arthro-
leptis whytii, die bisher erst aus Britisch-Centralafrika bekannt
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 9
wird, wird von Beira angeführt. Cassina weali Blngr. scheint
identisch mit C. senegalensis. — Unter den 39 Reptilienarten be-
findet sich Cinixys nogueyi von Beira, die von (©. belliana nicht
spezifisch trennbar ist, ebendaher auch der erst aus Madagaskar
bekannte Sternothaerus nigricans, ferner Agama distanti Bingr.
von Woodbush, Homopholis wahlbergi Smith von Coguna (Port.
O.-Afrika), Agama mossambica von Beira (neu für Südafrika),
Zonurus jonesi Blngr. von Zoutpansberg, Platysaurus guttatus
Smith (damit identisch P. intermedius Mtsch.) von Woodbush,
Herpetosaura arenicola Ptrs. von Coguno, Chamaeleon damaranus
Bingr. von Knysna und Woodbush, Typhlops dinga und C’hamae-
tortus aulicus von Beira (beide neu für Südafrika). — Neu sind
je eine Rana- und Monogeltis-Art (s. Ranidae, Amphisbaenidae).
— (3). On Lacerta ionica Lehrs, a variety of Lacerta taurica
Pallas. London, Proc. Zool. 1907 (557—566), Taf. XXX.
— (4). Description of three new lizards and a new frog,
discovered by Dr. W. J. Ansorge in Angola. Ann. Mag. Nat.
Hist. London, 19, 1907 (212—214).
— (5). Descriptions of three new snakes discovered by
Mr. G. L. Bates in South Cameroon. Ann. Mag. Nat. Hist.,
London, 19, 1907 (324—326).
— (6). Deseriptions of two new African lizards of the genus
Latastia. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 19, 1907 (392).
— (7). Description of a new frog of the genus Telmatobius
from Brazil. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 1907 (394).
— (8). Descriptions of new lizards in the British Museum.
Ann. Mag. Nat. Hist., London, 19, 1907 (486—489).
— (9). Remarks on Prof. L. von Mehely’s paper „Zur Lösung
der Muralis-Frage“. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 20, 1907
(39—46).
Verf. hält seine Annahme, daß die primitivsten Formen der
muralis-Gruppe längsgestreift und als eine solche die gestreifte Form
der var. campestris anzusehen sei, gegen M&hely aufrecht,
findet, daß auch die Extreme im Schädelbau zwischen pyramido-
und platycephalen Lacerten durch Übergänge völlig überbrückt
sind, daß, nach Analogie mit Welsen, Characiniden, Schildkröten
und Scinciden, die Formen mit schwach ossifiziertem Schädel von
solchem mit massivem Schädelbau und verknöcherter Schläfen-
region abzuleiten sind, warnt vor der Aufnahme gewisser Merk-
male in die Art-Diagnose (wofür ein Beispiel in der abnormen
Querteilung der Parietalia bei Lacerta muralis aus der Wiener
Gegend, also gerade der typischen Lokalität, gegeben wird, wogegen
das nach Mehely für Z. praticola charakteristisch sein sollende
Interkalarschildchen zwischen Interparietale und Occipitale nicht
nur häufig fehlt, sondern anderseits bei der — nach M. weniger
als muralis nahestehenden L. vivipara häufig vorhanden ist) und
10 III. Reptilia und Amphibisa für 1907.
stellt schließlich die Zacerta cappadocica Werner, für die Mehely
ein n. gen. Apathya errichtet hat, zu Latastia.
— (10). Description of a new Engystomatid frog of the
genus Breviceps from Namaqualand. Ann. Mag. Nat. Hist.,
London, 20, 1907 (46—47), 1 Taf.
— (11). Descriptions of a new toad and a new Amphisbaenid
from Mashonaland. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 20, 1907
(47—49), Taf. III.
— (12). Descriptions of a new frog discovered by Dr. W. J.
Ansorge in Mossamedes, Angola. Ann. Mag. Nat. Hist., London,
20, 1907 (109).
— (13). Description of a new Pit-Viper from Brazil. Ann.
Mag. Nat. Hist., London, 20, 1907 (338).
— (14). Description of a new African snake of the genus
Simocephalus. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 20, 1907 (489—490).
— (15). Descriptions of a new Snake from Nepal. Rec. Ind.
Mus., Caleutta, 1, 1907 (217).
— (16). On a collection of Fishes, Batrachians and Reptiles,
made by Mr. S. A. Neave in Rhodesia, North of the Zambesi,
with field notes by the collector. Manchester, Mem. Lit. Phil.
Soc., 51, 1907 (1—12).
Die Verwandtschaft der Reptilien- und Batrachierfauna mit
der ostafrikanischen ist schon recht deutlich. Außer dem in Süd-
und Ostafrika weit verbreiteten Bufo carens Smith kommen die
beiden ostafrikanischen Arten Phrynomantis bifasciata und Breviceps
mossambicus, von Schildkröten Sternothaerus nigricans in Rhodesia
vor. Von den Eidechsen seien nur @errhosaurus major A. Dum.,
von Schlangen Typhlops mucruso Ptrs., Glauconia longicauda
Ptrs., Helicops bicolor Gthr. (bisher nur aus Angola bekannt
gewesen), sowie Coronella semiornata Gthr. genannt. Von den
Eingeborenen wird das Fleisch der beiden Varanus-Arten (niloticus
und albigularis), von Python sebae und Rana adspersa gegessen.
— (17). Reports on a collection of Batrachia, Reptiles and
Fish from Nepal and the Western Himalayas. Rec. Ind. Mus.,
Caleutta, 1, 1907 (149—151).
Batrachier von Kumaon, Nepal und Simla. Verf. nennt
Leptobrachium monticola Gthr. von Nepal, Bufo melanostictus
Schn. von Nepal und Kumaon bis 7000’, Rana cyanophlyetis Schn.
ebendaher, R. vieina Stol. (= blanfordi Bingr.) von Kumaon,
wo sie im Naini-See vorige Art vertritt, R. tigrina Daud. von
Nepal in 5000° Höhe, R. lömnocharis Wiegm. (Nepal, Kumaon,
Simla), R. formosa Gthr. von Nepal. Annandale berichtet
von Rana cyanophlyctis, daß sie bei Dharampur in den Bergen
von Simla (5000') häufig ist, wenn beunruhigt, sich über die Wasser-
oberfäche gleiten läßt, bei Tag aquatisch lebt, dagegen bei
Nacht weit über Land wandert. Auch R. vicina ist bei Tage
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 11
vorwiegend aquatisch; das $ hat keine Brunstschwielen; die
Larve besitzt große Sauglippen wie die von Rana liebigi.
— (18). A new tortoise from Travancore. Bombay, J. Nat.
Hist. Soc., 17, No. 3, 1907 (560—561), 2 Taf.
— (19). Description of a new lizard of the genus Lygosoma
from Ceylon. Spol. Zeyl., Colombo, 4, pt. 16, 1907 (173).
Brachet, A. La tete et le trone chez les embryons d’Amphi-
biens. Nancy, C. R. ass. anat. 9° session (Lille) 1907 (104—105).
Entstehung des Kopfes, speziell der Kopfnerven bei Rana
fusca. Ausf. Referat in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907 p. 79.
+Branca, W. Eine neue Art von Fußspuren der Iguanodonten.
Berlin, SitzBer. Ges. natf. Freunde, 1907 (11).
Braun, Max. Über die europäische Sumpfschildkröte in
Ost- und Westpreußen. Königsberg, Schr. Physik. Ges., 48,
1907 (94—98).
*Brauner, A. (1). Mitteilungen über die im Jahre 1905 im
Gouvernement Stavropol und in der Krim gemachten Exkur-
sionen. Odessa, Mem. Soc. Nat. 30, 1907 (113—126), russ. und
deutsch.
— (2). Amphibien und Reptilien Bessarabiens.. Kisinev,
Trd. Oboc. jest., 1, 1907 (149—166). Deutsch. Res. (166—173).
Von den 26 Arten und Varietäten des Gebietes werden Rana
ridibunda, Lacerta agilis v. exigua, Eremias arguta, Zamenis gemo-
nensis var. caspius, Coluber quatuorlineatus var. sauromates,
sowie Vipera renardi als osteuropäische, Rana esculenta und
agilis sowie Coluber longissimus als westeuropäische Formen be-
trachtet. In der Arbeit, die auch von einer historischen Ein-
leitung über die bisherigen Resultate der herpetologischen Er-
forschung des Landes begleitet ist, wird auf die Verbreitung der
Arten in den Nachbarländern (Rumänien exkl. Dobrudscha und
Gouvernement Cherson) zusammengestellt und eine Einteilung
des Gebietes in eine Donausteppen- und- in eine Karpathen-
region versucht. _
Braus, H. Über Frühanlagen der Schultermuskeln bei
Amphibien und ihre allgemeine Bedeutung. Anat. Anz., Jena,
30, ErgH., 1907 (192—219).
Entwicklung der Schultermuskulatur von Bombinator pachypus
aus zwei Gruppen spinaler Muskeln, die von Anfang an in ge-
trennten Blastemen liegen, und zwar die eine zwischen Vorniere
und den beiden vordersten Myotomen, die andere lateral von
der Vorniere in der Umgebung von Coracoid, Humerus und Scapula.
Brimley, €. S. Notes on some turtles of the genus Pseud-
emys. Chapel Hill, N. C., J. Elisha Mitchell Sci. Soc., 23, 1907
(76—84).
12 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
+Broili, Ferdinand. Ein neuer Jchthyosaurus aus der nord-
deutschen Kreide. Palaeontographica, Stuttgart, 54, 1907 (139
—162), 2 Taf. %
Broman, Jvar. Über Bau und Entwicklung der Spermien
bei Rana fusca. Arch. mikr. Anat., Bonn, 70, 1907 (330—359),
2 Taf.
Histogenese der Spermien von Rana fusca, die einem von
denen der Rana esculenta, arvalis und mugiens stark abweichenden
Typus angehören. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat Neapel f. 1907
Ra
: Broom, R. On two new reptiles from the Karroo beds of
Natal. Natal Gov. Mus. Ann., 1, 1907 (167—172), Taf. XXVIL.
Brown, Barnum. Gastroliths. Science, New York, N.Y.,
N. Ser; 25, 19307..(392):
Vorkommen von Gastrolithen in Form abgeriebener Kiesel-
steine, zusammen mit Plesiosaurierskeletten in den Niobrara-
Ablagerungen von Süd-Dakota.
Bruner, H. L. On the cephalie veins and sinuses of reptiles,
with description of a mechanism for raising the venous blood-
pressure in the head. Amer. J. Anat., Baltimore, 7, 1907 (1—
117),,3 Taf.
Schädelvenen bei Lacerta, Tropidonotus und Emys; Keıch-
tum an Venensinusbildungen im Kopf sowohl intra- als extra-
cranial; sie können durch einen Constrictor v. jugularis erweitert
werden, so daß eine Intumeszenz des Kopfes bewirkt wird, was
für die Häutung von Wichtigkeit ist. Ausf. Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907 p. 242.
Brüning, Ch. Stimmen und Laute im Terrarium und Aqua-
rium. Wochenschr. f. Ag. u. Terr.-Kunde IV, 1907, (p. 91—92).
Bruno, Alessandro. Sulla cariocinesi nelle cellule epidermiche.
Contribuzioni istologiche. Napoli, Boll. Soc. Nat., 20 (1906),
1907 (38—41), 1 Taf.
Bei Rana fanden sich nicht nur im Stratum Malpighii, sondern
auch in den oberflächlichen Schichten der Epidermis Mitosen
vor, was beweist, daß die Zellvermehrung nicht nur im ersteren
vor sich geht.
Bruntz, L. Le röle glandulaire des endotheliums des canaux
Iymphatiques et des capillaires sanguins renaux chez les larves
des Batraciens anoures. Arch. zool., Paris, ser. 4, 7, 1907 (notes
et revue, CXI—CXIV) (5607, 5611, 5631).
Bei Larven von Bombinator, Bufo und Rana haben die
Endothelien der Lymphgefäße und Nierenkapillaren eine ex-
kretorische Fähigkeit. Auch die Sternzellen der Leber werden
als Nephrophagocyten bezeichnet.
Budgett, J. S. Notes on the Batrachians of the Paraguayan
Chaco, with observations upon their breeding habits and devel-
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 13
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*Calmette, M. Schlangengifte. (In: Handbuch der.....
Immunitäts-Forschg., hrsg. v. R. Kraus u. C. Levaditi. Bd. 1).
Jena (G. Fischer), 1907 (294—310).
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Debruge pres Apt (Vaucluse). Paris, C. R. ass. franc. avanc. sci.,
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tCannon, Geo. L. Sauropodan gastroliths. Science, New
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Auffindung von Gastrolithen von Sauropoden Dinosauriern
in Süd-Wyoming und Colorado.
tCapps, 8. R., jun. The girdles and hind limb of Holosaurus
abruptus, Marsh. J. Geol., Chicago, III, 15, 1907 (350—356).
tCase, E. C. Revision of the Pelycosauria of North America.
Washington (Carnegie Institution, Publication No. 55), 1907
(11+176), Taf.
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Cerruti, A. Sopra due casi di anomalie dell’ apparato ripro-
duttore nel Bufo vulgaris Lanr. Anat. Anz., Jena, 30, 1907
(53—64).
Bei einem 9 von Bufo vulgaris fand Verf. links ein anomales
Ovarium, ein Bidder’sches Organ und einen Fettkörper, rechts
einen Hoden, Ovarialsubstanz und wie links Bidder’sches Organ
und Fettkörper. Beide Müller’sche Gänge endigten blind, der
rechte kürzer als der linke; der Geschlechtscharakter war trotz
des nicht normalen Hodens ein männlicher. Bei einem { von
Bufo wurden in beiden Hoden große, pigmentierte Eichen ge-
funden; Müller’sche Gänge waren nicht zu verfolgen, Bidder’sche
en fehlten. — Ref. im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907,
p- 266.
*Chalande, Jules. Sur le sens de la direction chez le reptiles
et les batraciens. Toulouse, Bul. soc. hist. nat., 36, 1903 (73—75).
tCollot, L. Reptile jurassique (Teleidosaurus gaudryi) trouve
wi a. l’Abbaye (Cote d’Or). Dijon, Mem. Acad. ser. 4, 10,
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14 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
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Courtis, S. A. Response of toads to sound stimuli. Amer.
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Bei Kröten wird zur Zeit der Paarung der Ruf des $ von
d und 9 gehört und lokalisiert, und zwar rein mechanisch und
ohne Überlegung. Die Geschlechter erkennen einander nur durch
„actual contact“.
Crawshay, L. R. On Variations in the Arterial System of
certain Species of the Anura. P. Zool. Soc. London, 1906, p. 1008
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clamata, Bufo boreas und mauritanicus. — Ref. in Jahresb. Zool.
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Le Cron, W. L. Experiments on the origin and differentiation
of the lens in Amblystoma. Amer. Journ. Anat., Vol. 6, p. 245
— 257, 5 Taf.
Bei Embryonen von Amblystoma vermag der Entoderm-
bezirk, der normal die Linse bildet, dies nicht, wenn die Augen-
blase nicht in Kontakt mit der Ektodermstelle bleibt; auch findet
eine Differenzierung der Linse nicht statt, wenn der Augenbecher
entfernt wird.
Cutore, Gaetano. Modificazioni strutturali delle cellule motriei
del midollo spinale durante il letarge. Catania, Boll. Acc.
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Diekerson, Mary €. The frog book: North American toads
and frogs; with a study of the habits and life histories of those
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Die Zapfen der isolierten Netzhaut von Rana kontrahieren
sich bei Belichtung; Erklärung dafür.
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Dogiel, J. Einige Daten der Anatomie des Frosch- und
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Dollo, L. (1). L’audition chez les Ichthyosauriens. Bruxelles,
Bul. Soc. Geol., 21, 1907 (157—163, figg).
Verf. vergleicht den Gehörapparat der Ichthyosaurier mit
dem der Cetaceen und findet, daß die Schalleitung auch bei
jenen auf molekularem Wege durch die hypertrophische Columella,
nicht durch Vermittlung einer Membrana tympani erfolgte. Auch
konnte nachgewiesen werden, daß bei Ophthalmosaurus wie bei
den Cetaceen die das Gehirn mit Blut versorgenden Gefäße in
die Tiefe verlagert sind, so daß sie auch durch das Foramen magnum
in das Gehirn eintreten; dadurch werden die Gefäße durch den
großen Wasserdruck beim Tauchen nicht komprimiert. O. ist
auch durch die großen Augen, welche auf ein häufig im Dämmer-
licht lebendes Tier hinweisen, als tauchende Tierform erkennbar.
Dasselbe gilt auch für den Mosasaurier Plioplatecarpus, wo die
Membrana tympani durch Verkalkung als schalleitender Apparat
in Wegfall gekommen, die Gehörknöchelchenkette hypertrophiert
und die Verlagerung der großen Blutgefäßstämme in die Tiefe
nachweisbar ist. — Ref. in Zool. Centralbl. XV., 1908, p. 642.
16 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (2). Nouvelle Note sur les Reptiles de l’Eocene inferieur
de la Belgique et des Regions Voisines (Eosphargis gigas et
Eosuchus Lerichei). Bull. Soc. Belge Geol. Tome XXI, 1907,
Proc. Verb. (81—85).
Eosphargis gigas wurde im Ypresien (Unter-Eocän) von
Quenast in Brabant gefunden; das Exemplar ist von Interesse
als das erste auf dem Kontinent gefundene, ferner weil es sich
daran nachweisen ließ, daß Zosphargis entgegen der Annahme
von Lydekker, Boulenger und der ursprünglichen von
D o1llo eine thecophore Schildkröte ist und schließlich, weil es,
wie Verf. nachzuweisen verspricht, einen wichtigen Beitrag zur
Geschichte der Entstehung der Atheken zu liefern geeignet ist.
— Eosuchus lerichei ist ein langschnauziges Krokodil aus dem
Eoeän von Erquelinnes im Hainaut, wenngleich die Fundstätte noch
auf französischem Boden, bei Jeumont gelegen ist. Verf. vergleicht
die neue Form, von der ein Schädel von 47 cm Länge vorliegt,
eingehend mit Gavialis, Tomistoma, Thoracosaurus, Holops und
Gavialosuchus; sie gehört zu den Tomistomiden. Eosuchus, ein
langschnauziges, fischfressendes Flußkrokodil, kommt im unteren
Landenien von Erquelinnes mit Champsosaurus, einem lang-
schnauzigen, fischfressenden Fluß-Rhynchocephalen, zusammen
vor. Die langschnauzigen Eusuchia sind mit Ausnahme von
Gavialis voneinander unabhängig entstandene Lokalanpassungen
der kurzschnauzigen Eusuchia an die fluviatile Lebensweise.
Verf. unterscheidet primär und sekundär kurzschnauzige (Aeto-
saurus bzw. Goniopholis) und primär und sekundär langschnauzige
Krokodile (Belodon bzw. Pelagosaurus), die durch Anwendung
des Gesetzes von der Nichtumkehrbarkeit der Entwicklung unter-
schieden werden. — Ref. in Zool. Centralbl. XV, 1908, p. 640.
Donaldson, Henry H. Rana pipiens. Science, New York,
N. Y N:8er.W26,.2907 (78):
Doyon. Les parathyroides de la Tortue. Journ. Physiol.
Pathol. Gen., Paris, Tome 9 (457—459, 2 figg.).
Lage der Parathyreoides bei der „afrikanischen Schild-
kröte‘“ (unterhalb der Aortenbogen, weit entfernt;von der'Thyreoidea,
dicht unter der Thymus), feineren Bau, Jodgehalt (sehr gering
oder gleich Null) und letale Wirkung der Zerstörung.
Drzewina, Anna, et Bohn, Georges. (1). De l’action de l’eau
de mer et de NaCl sur la croissance des larves des Batraciens.
Paris, ©. R. soc. biol., 62, 1907 (880882).
— (2). Action teratogene des solutions salines sur les Larves
des Batraciens. Paris, C. R. soc. biol., 62, 1907 (1060—1062).
— (3). Influence du chlorure de lithium sur les larves des
Batraciens. Paris, ©. R. soc. biol., 62, 1907 (1450—1152).
Wirkung von Seewasser und Salzlösungen auf das Wachstum
der Larven von Rana temporaria und esculenta; mit 5% NaCl
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 17
isotonische Seewasserlösungen hatten die günstigste Wirkung;
viel weniger bei Bufo; dagegen brachte eine isotonische 5% NaCl-
Lösung bei Bufo die Entwicklung fast zum Stillstand, nicht so
bei Rana. Bei LiCl vertragen die ausgeschlüpften Larven von
Rana temporaria die mit NaCl isotonischen Lösungen am besten.
Dubuisson. (1). Formation du vitellus dans l’oeuf des Tortues
et des Batraciens. Paris, C. R. soc. biol., 59, 1905 (427).
— (2). Sur les debuts de la degenerescence dans les ovules
de Batraciens. Paris, C. R. soc. biol., 59, 1908 (531—532).
Duerden, J. E. (1). Variations in the Geometrica group of
South African tortoises. Cape Town, Rep. S. Afric. ass., 1906,
1907 (178—208).
Eine gründliche Untersuchung reichlichen Materials, wie es
vor dem Verf. wohl noch keinem Forscher zur Verfügung stand.
Verf. kommt zu dem Schlusse, daß von den 10 bisher beschriebenen
Testudo-Arten nur drei distinkte Typen unterschieden werden
können, nämlich oculifera, geometrica und tentoria; von diesen läßt
die letztere wieder wenigstens drei gut ausgesprochene Varietäten
erkennen: tentoria, verreauxi und trimeni. Vier übrige sind nicht
genügend charakterisiert und verdienen kaum als Varietäten an-
gesehen zu werden, während T. strauchii als var. zu geometrica
gezogen werden kann. Aus der @eometrica-Gruppe ist tentoria
die am meisten generalisierte Form und hier wieder verreauxi
das Zentrum, von dem die übrigen Varietäten ausgegangen sind.
Die Morphologie und Färbung der einzelnen Formen ist ebenso
wie die geographische Verbreitung in der Arbeit ausführlich
behandelt.
— (2). Genetics of the colour pattern in tortoises of the
genus Homopus and its allies.. Grahamstown, Rec. Albany Mus.
2, 1907 (65—92), Taf. VI, VII, VII.
Über die Zeichnung des Panzers der Homopus-Arten im
Vergleich mit der der übrigen südafrikanischen Landschildkröten.
Sie hängt ab von den Beziehungen des hornfarbigen Grundes zu
der hinzukommenden Melanin-Pigmentierung. Manche haben
keine Pigmentierung, manche eine solche nur in Form einer
schmalen Randzone der Schilder, in anderen ist sie in Form un-
regelmäßiger Flecken und radiärer Strahlen ausgebildet. Alle
übrigen Formen sind als Übergänge dieser aufzuführen. Bei
Testudo kommen dieselben Formen vor. Bei manchen läßt die
Ontogenie Schlüsse auf die Phylogenie der Zeichnung tun, bei
anderen sind die Charaktere der Erwachsenen schon in der Jugend
fixiert. Sowohl die gefleckte als die radiär gestreifte sind von der
zonenförmigen abzuleiten. Der Einfluß der Umgebung ist kaum
von Bedeutung für die Entwicklung der Zeichnungsformen,
weder direkt noch durch Selektion, alle Formen können neben-
einander vorkommen.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (III.) 2
18 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
*Dumont, P. Les Viperes dans nos pays. Nancy, Bull. soc.
sci. nat., ser. 3, 6, 1906 (77—84).
Dunn, Elizabeth H. (1). Supplemental report regarding the
innervation of the leg of Rana virescens. Amer. Journ. Anat.,
Vol. 6. Anat. Rec. (57—58).
Veränderungen der Nerven und Muskeln der Hinterextremität
von Rana nach Durchschneidung der vorderen Wurzeln.
— (2). Cutaneous innervation from the plexus ischio-
coccygeus in the frog Rana virescens, Cope. ibid. (83—90).
Auffindung eines dem Ischiococcygealplexus angehörigen,
einen kleinen Bezirk um die Kloake versorgenden Hautnerven,
der den bei Horus von Plexus pudendus ausgehenden Hautnerven
homolog ist.
Dustin, A.P. (1). La significatıon morphologique des &bauches
genitales embryonaires des amphibiens.. Bruxelles, Ann. Soc.
roy. malac., 42, 1907 (190—195).
— (1). L’origine des gonocytes chez les amphibiens. Nancy,
C.R. ass., anat. 9 session (Lille), 1907 (106—107).
Van Denburgh, John. Preliminary descriptions of four new
races of gigantic land tortoises from the Galapagos islands. San
Francisco, Proc. Cal. Acad. Sci., Ser. 4, 1, 1907 (1—6).
Nach den Ergebnissen der Forschungsreise des Schiffes
„Academy“ nach den Galapagos wurden alle Rassen von Galapagos-
Schildkröten, die man bereits ausgestorben glaubte, noch lebend
angetroffen, mit Ausnahme der von Charles Island, außerdem
aber auch auf zwei Inseln, von denen man noch nicht wußte,
daß sie von Schildkröten bewohnt sind; auch auf Barrington
Island wurden Reste einer anscheinend ausgestorbenen Art, von
der: man ebenfalls noch keine Kenntnis hatte, gefunden. Vier
neue Rassen werden beschrieben (s. Testudinidae)
Edgeworth, F. H. The Development of the Head-muscles
in Gallus domesticus and the Morphology of the Head-muscles
in the Sauropsida. Quart. Journ. Mier. Se. (2) Vol. 51 (511
—556, 39 figg.).
Entwicklung des Visceralapparates und der Kopfmuskulatur
bei C'helone, Alligator, Sphenodon, Agama und C’hamaeleon (u. Gallus).
Er leitet aus den anatomischen Ergebnissen eine Reihe von Eigen-
schaften ab, die den Vorfahren der Sauropsiden zukommen mußten.
— Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1909 p. 99.
Elliot, A. J. M. Some facts in the later development of the
frog, Rana temporaria. Part. I — The segments of the oceipital
region of the skull. @. J. Microsc. Sci., London, 51, 1907 (647
—657), Taf. XXXIX u. XL.
Entwicklung des Kopfes bei Rana temporaria im Larven-
stadium mit besonderer Berücksichtigung der Myotome und der
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 19
dazugehörigen Spinalnerven. Die Segmentierung ist ähnlich wie
bei Necturus (nach Platt).
Eyeleshymer, A. €. The closing of wounds in the larval
Necturus. Amer. J. Anat., Baltimore, 7, 1907 (317—323).
Wundheilung bei Necturus-Larven; eine Hautwunde von
1 mm Wei e schließt sich bei 18°C in weniger als einer Stunde.
Fahr, Aenny. Versuche über Neotenie bei Salamandra
maculosa.. Wochenschr. Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907,
(535 —536).
Favaro, Giuseppe. Ricerche anatomo-embriologiche intorno
alla circolazione caudale et ai cuori linfatiei posteriori degli Anfibi,
con particolare riguardo agli Urodeli. Padova, Atti Acc. ven.
trent., Classe di Sc. nat., N. Ser., 3, 1906 (122—166).
Schwanzkanal bei Stellio, Lacerta, Tropidonotus, Cistudo usw. ;
durch die Haemapophyse. knöchern, in den Zwischenräumen
durch eine Faserplatte abgeschlossen; enthält Aorta, Vena caudalis
und die Vasa segmentaria, Zweige und Ganglien des Sympathicus
und ein segmentales Hautmuskelgefäß; ein subvertebrales Lymph-
system, aus zwei Gefäßen bestehend, ist wohl entwickelt.
Ferreira, J. B. Algumas especies novas ou pouco conhecidas
de amphibios et reptis de Angola (Colleecgao Newton, 1903—1904).
Lisboa, J. Sci. Nat., 7, 1906 (159—171), 1 Taf.
Filatoff, D. Die Metamerie des Kopfes von Emys lutaria.
Zur Frage über die korrelative Entwicklung. Morph. Jahrb.,
Leipzig, 37, 1907 (289—396), 3 Taf.
Metamerenbildung des Embryos von Emys, speziell des 3.
bis 1. Somites, und zwar im Vergleich mit dem Verhalten bei
Cyclostomen, Selachiern und Sauroposiden; die Anlage zeigt sich
zuerst im caudalen Abschnitt des Kopfes; die Entwicklung des
Oculomotorius, Abducens und Trochlearis wird ebenfalls behandelt.
— Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 98, 175.
Filatov, D. P., Entwicklungsgeschichte des Exkretions-
systems der Amphibien. Moskva, Trd. sravnit.-anatom. Inst.
Univ., 1907, 1—5 (1—64), 1 Taf. (s. Ber. f. 1905, p. 18).
*Finkelstein, N. J. Die Blutparasiten der kaltblütigen Tiere
des Kaukasus. Arch. sc.biol. St. Petersburg, 13, 1907 (132—162),
2 Taf.
*Fletcher, T. B. Behaviour of frogs when confronted with
a snake. Spol. Zeyl., Colombo, 4, 1907 (64—-65).
Fraas, E. Aetosaurus crassicauda n. sp. nebst Beobachtungen
über das Becken der Aetosaurier. Stuttgart, Jahresheft Ver.
Naturk., 63, 1907 (101—109), 2 Taf.
Es wird namentlich die Beckenregion ausführlicher be-
handelt, an dem die relative Größe des Iliums den Hauptunter-
schied von den Phytosauriern bildet.
PA
20 III. Reptilia und Ambhibia für 1907.
Francois-Frank, Ch. A. Etudes de mecanique respiratoire
comparee. Mouvements et variations de pression respiratoire
chez le Cameleon vulgaire. Sur la mecanique respiratoire du
Cameleon. Paris, ©. R. soc. biol., 62, 1907 (34—36, 112—113).
— (2). Etudes de me&canique respiratoire comparee. La
respiration chez le Lezard ocelle. I. Notions anatomiques rela-
tives a l’appareil pulmonaire. II. Contractilite et innervation
du poumon. III. Fonctionnement du poumon et des organes
respiratoires externes. Paris, ©. R. soc. biol., 63, 1907 (59—62,
68— 70, 167—170).
*Friedlaender, Adolf. Persistenz des Wolff’schen Ganges :beim
Leguan. (Diss.) Königsberg i. Pr., 1905 (32), 1 Taf.
Fuchs, H. (1). Über das Hyobranchialskelett von Emys
lutaria und seine Entwicklung. Anat. Anz., Jena, 31, 1907 (33—39).
Am Aufbau des Hyobranchialskelettes beteiligt sich der
ventrale Teil des Cornu hyale und die beiden ersten Cornua bran-
chialia, sein Körper wird von den Copulae der betreffenden
Bogen gebildet, indem dieselben wie im Sternum zunächst als
leistenartige paarige Verdickungen der Bogen angelegt werden
und erst vor der Verknorpelung verschmelzen, worauf auch noch
das medianeLoch im Corpus hinweist; auch der Processus lingualis
geht aus einer paarigen Anlage hervor. Ref. im Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 130.
— (2). Über die Entwickelung des Operculums der Urodelen
und des Distelidiums (,‚Columella‘ auris) einiger Reptilien. Anat.
Anz., Jena, 30, ErgH., 1907 (8—34), 2 Taf.
Bei Salamandra atra geht das Operculum aus der Labyrinth-
kapsel hervor; bei Lacerta agilis ist der Stapes ebenfalls ein Derivat
der Labyrinthkapsel und anfangs fast unabhängig von der Extra-
columella, verknorpelt auch selbständig und ebenso verknöchert
er, nachdem er Fortsätze der Extracolumella aufgenommen und
später wieder abgegeben hat, separat. Bei Emys europaea ist
der Stapes im Chondroblastemstadium sowohl mit der Labyrinth-
kapsel als auch mit der Extracolumella im Zusammenhang, die
Verknorpelung erfolgt aber selbständig, wenngleich eine Zeitlang
eine knorplige Verbindung mit der Ohrkapsel vorhanden ist.
Als homolog betrachtet Verf. Operculum der Amphibien, Oto-
stapes der Reptilien und Stapes der Säugetiere, nicht aber auch
die Hyomandibule der Fische. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1907, p. 123.
(3). Untersuchungen über Ontogenie und Phylogenie der
Gaumenbildungen bei den Wirbeltieren. Mitt. 1: Über den
Gaumen der Schildkröten und seine Entwicklungsgeschichte.
Zs. Morph., Stuttgart, 10, 1907 (409—463), 5 Taf. .
Gaumenbildung bei verschiedenen Schildkrötenfamilien. Verf.
unterscheidet einen primären Gaumen; der nur durch den Zwischen-
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 21
kiefer gebildet wird, und eine nur bis zum Zwischenkiefer reichende
primitive Choane von den sekundären Bildungen, die schon be-
ginnen, wenn der vordere Choanenrand vom Zwischenkiefer
durch das Maxillare getrennt wird. Verf. behandelt nun das Ver-
halten des Gaumens und Munddaches bei den einzelnen Familien,
die ontogenetische Entstehung des sekundären Gaumens bei
Emys und Chelone; bei den Säugetieren ist die Gaumenbildung
eine verschiedene. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907,
. 124.
5 Futamura, R. Beiträge zur vergleichenden Entwicklungs-
geschichte der Facialismuskulatur. Anat. Hefte, 1. Abt., 32. Bd.,
p. 479—575, 71 figg.
Facialismuskulatur von Lacerta und Alytes und ihre Ent-
wicklung aus dem Mesenchymgewebe des zweiten Schlundbogens.
Bei den Amphibien gibt es keine vom Facialis versorgte Haut-
muskulatur; die Facialismuskulatur ist bei Alytes in zwei Muskeln
gesondert, von denen der eine dem M. tympano-maxillaris, der
andere dem Intermandibularis posterior entspricht, wozu noch
zwei kleine, für die Gattung charakteristische Muskeln kommen.
Die Facialismuskulatur von Lacerta ist zweischichtig, aus der
oberflächlichen Schicht geht das Platysma, aus der tieferen Schicht
der Digastricus und die Ohrmuskulatur hervor.
Gadeau de Kerville, Henri. Note sur les oeufs de la Tortue
mauritanique (Testudo ibera Pallas). Paris, Bull. soc. zool., 31,
1906 (132—134).
Gandolfi, Herzog. Ein sekundärer Geschlechtsunterschied bei
Lygosoma maragdinum (Less.). Zool.Anz., Leipz., 32, 1907(186—188).
Vorkommen einer vergrößerten Platte auf der Ferse, beim
d von honiggelber Farbe und größer als beim 9. Die Schuppe
ist beim & etwa 10 Mal, beim © 2 Mal so dick als eine gewöhn-
liche. Aus dem bindegewebigen Teil der Haut erheben sich zahl-
reiche schlanke, kegelförmige Zapfen in die Epidermis, von der an
ihrer Spitze nur eine dünne Lage sie überzieht; beim 2 fehlen
diese Zapfen; beim $ die Epitrichialschicht. Die Annahme des
Verf.’s, daß dieser Apparat wie die Schenkelporen der Lacertiden
zum Festhalten des $ am 9 diene, ist ebenso unhaltbar wie bei
den Lacertiden, denn bei Lygosoma hält es sich ebenso wie bei den
Lacertiden und wahrscheinlich allen Eidechsen dadurch fest, daß es
das @ in den Kopf oder in die Flanke beißt, und die einzige weitere
Berührungsstelle der beiden Tiere ist bei den vierfüßigen Eidechsen
die Genitalgegend. Es ist daher vor solchen Deutungen, denen
keine Beobachtung zu grunde liegt, zu warnen!
Geisenheyner, L. Zwei Schlangengeschichten. Zool. Beob.,
Frankfurt a. M., 48, 1907 (24—25).
Bemerkungen über Fang von Tropidonotus tessellatus im
Oktober, starkes Zischen, Fähigkeit eines am Schwanze erfaßten
22 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Exemplares, sich bis zum Arm emporzuheben, ungewöhnliche
Nahrung von Schlingnattern (Molche, Nestvögel). (Sollte es sich
im ersteren Falle, nachdem dem Verf. die Schlangen selbst nicht
vorlagen, nicht um eine Verwechslung mit einer Wassernatter
gehandelt haben? Daß Coronella Mäuse frißt, hat Ref. selbst
gesehen.)
Gemelli, Agostino.. Sulla regenerazione autogena dei
nervi studiata con il mezzo di innesti di arti di Bufo vulgaris in
sede anomala. Atti del congresso dei Naturalisti italiani (Set-
tembre 1906), Milano, 1907 (580—584).
*Gerhartz, Heinrich. Geschlechtsorgane und Hunger. Bio-
chem. Zs., Berlin, 2, 1906 (154—156).
Giacomini, Ereole (1). Ulteriori ricerche sui resti del sacco
vitellino degli involucri embrionali e dei loro rispettivi vasi nelle
testuggini e nei coccodrili. Bologna, Mem. Acc. sc. (Sez. Se.
Nat.), (Ser. VI), 4, 1907 (309—342), 2 Taf.
Über Dottersack, Dottergang, Gefäße und Allantois bei
Emys, Testudo, Crocodilus und Alligator. Der bereits in die
Leibeshöhle aufgenommene Dottersack stimmt im Bau mit Lacerta
und Tropidonotus überein, ebenso ist auch im Hinblick auf die
Beziehungen zwischen den Dottersackresten und den in die Leibes-
höhle aufgenommenen Teilen der Allantois eine Übereinstimmung
zu verzeichnen. Allantois und Dottersack der untersuchten
Krokodile verhalten sich wie bei den Schildkröten. Die Arterie
des Dottersackes verläuft an der Peripherie, die Vene aber central.
Die Abdominalvenen erwachsener Schildkröten können mit den
Umbilicalvenen homologisiert werden. — Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907 p. 85.
— (2). Sulla maniera di gestazione e sugli annessi embrionali
del Gongylus ocellatus Forsk. Mem. Accad. Sc. Bologna (6),
Tomo 3 (399—445, 4 figg.), 2 Taf.
Plazentabildung am distalen Pol des Dottersackes bei Gongylus
ocellatus, Trachysaurus rugosus und COyclodus; bei Seps ist außer-
dem noch am oberen Pole eine allantoide Placenta vorhanden.
Diese Reptilien können als wirklich vivipar betrachtet werden.
Als ovovivipar sind Anguis, Vipera und Coronella zu bezeichnen.
Im Nabelstrang von Gongylus findet sich ein wahrer Dotterstrang,
der einen Canalis vitello-intestinalis enthält.
Giardina, A. I muscoli metamerici delle larve di anuri e la
teoria segmentale del Loeb. Arch. EntwMech., Leipzig, 23, 1907
(259— 323).
Verf. kommt als Ergebnis seiner Experimente über die Be-
wegungen der Muskeln bei Embryonen und Larven von Disco-
glossus zu dem Schlusse, daß die spinalen Reflexe und ihr anato-
misches Substrat in jedem Segment sich selbständig ausbilden,
daß aber entsprechend der fortschreitenden Differenzierung der
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 23
Organe und Gewebe zwischen den segmentalen Zentren Be-
ziehungen und Unterordnungen auftreten, besonders zwischen
denen des Schwanzes und dem Lumbalmark. — Ref. in Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 138.
*Gibbs, Morris, Notestein, F.N. and Clark, H.L. A preliminary
list of the amphibia and reptilia of Michigan. Bibliography bi
Morris Gilbert. Langsing, Rep. Mich. Acad. Sei., 7,:1905 (109
—111).
Gilmore, Charles W. (1). A new species of Baptanodon
from the Jurassic of Wyoming. Amer. J. Sci, New Haven,
Conn., Ser. 4, 23, 1907 (193—198).
1— (2). The type of the Jurassie reptile Morosaurus agilis
redescribed, with a note on Camptosaurus. Washington, D. C.
Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus., Proc., 32, 1907 (151—
165), Taf.
Gisi, Julia. Das Gehirn von Hatteria punctata. Zool.
Jahrb., Jena, Abt. f. Anat., 25, 1907 (71—236).
Ausführliche Beschreibung des Gehirns von Hatteria im
erwachsenen und embryonalen Zustande, im Vergleich mit den
Lacertiliern (Gecko, Agama, Stellio, Uromastix, Calotes, Anolıs,
Lacerta), Chamaeleon, Ophidiern (Acrochordus, Homalopsis, Macro-
pisthodon, Xenopeltis, Zaocys, Coluber, Dipsadomorphus, Naia)
und Schildkröten (Testudo, Emys, Chelone). Das Gehirn ist am
ähnlichsten dem der Lacertilier, von dem es sich aber in mehreren
Punkten unterscheidet; in einigen Beziehungen (Nervenverlauf)
finden sich Anklänge an Amphibien und selbst Fische. — Ref.
im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 153, und Zool. Centralbl.
XV., p. 644.
Goeldi, E. A. Description of Hyla resinifietrix Goeldi, a
new Amazonian tree-frog peculiar for its breeding habits. London,
Proc. Zool. Soc. 1907 (135—140).
Der lebhaft gefärbte Frosch, im Urwalde des Inneren von Para
auf hohen Bäumen lebend, sucht sich zum Laichen eine Asthöhle
aus, schmiert dieselbe mit Harz aus, das von gewissen aromatischen
Bäumen, z.B. Protium heptaphyllum, abtropft und die der
Frosch selbst sammeln soll, und benutzt die bald mit Regenwasser
sich füllende Vertiefung zum Ablegen des Laiches; die Entwicklung
geht in der bekannten Weise vor sich, doch dürfte die Metamorphose
wie bei seinen nächsten Verwandten abgekürzt sein.
Goggio, Empedoele. Studi sperimentali sopra larve di Anfibi
anuri. (Sviluppo indipendente di due porzioni separate per mezzo
di un taglio.) Parte sI (Studio interno). Pisa, Atti Soc. tosc.
sc. nat., Mem., 23, 1907 (20—78), 2 Taf.
Goldfinger, Gizela. Über die Entwicklung der Lymphsäcke
in den hinteren Extremitäten des Frosches. Kraköw, Bull.
Intern. Acad. 1907 (259—277), 1 Taf.
24 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Die Entwicklung der Lymphsäcke geschieht durch Ver-
schmelzung der embryonalen zahlreichen feinen Lymphgefäße
zu größeren Hohlräumen, die durch Septen geschieden sind;
auch an der regenerierenden embryonalen Extremität findet
derselbe Vorgang statt.
Golovin, E. Beobachtungen über die Pigmentzellen der
Wirbeltiere. Kazani, Zap. Univ. 74, 1907, 1 (1—24).
Gough, Lewis Henry (1). Description of a new snake from
the Transvaal. Zool. Anz., Leipzig 32, 1907 (454—455).
— (2). Description of a new species of Atractaspis, colleeted
at Serowe, North Eastern Kalahari. Graham’s Town., Rec.
Albany Mus., 2, 1907 (178—179).
Grimme, A. Eine Mißbildung von Rana temporaria Ant. (!).
Cassel, Abh. Ver. Naturk., 51, 1907 (126), 1 Taf.
Bei einem in der Umgebung von Cassel gefangenen Gras-
frosch fand sich ein fünftes Bein in der Caudalregion zwischen
den beiden normalen Hinterbeinen ausgestreckt, schwächer ent-
wickelt als diese, aber sonst von normaler Gestalt, nur zeigt
sich im Röntgenbild des relativ schwachen Skelets dieser Ex-
tremität eine starke Ausbiegung des proximalen Femur-Abschnittes.
Die Mißbildung wird als Dipygus parasiticus angesprochen; die
Ansicht des Verf.’s, es sei über Mißbildungen bei Amphibien
bisher noch nichts bekannt, ist ganz unrichtig.
*Grinnell, Jesef and 6Grinnell, Hild Wood. Reptiles of Los
Angeles county, Kalifornien. Passadena, Cal., Throop. Polytech.
Inst., Bull. No. 35 (Sei. Ser. No. 1), 1907 (64).
Grosser, 0. (1). Die Elemente des Kopfvenensystems der
Wirbeltiere. Verh. Anat. Ges., 21. Vers. (179—192, 7 Figg.).
— (2). Zur Entwicklung und vergleichenden Anatomie der
Kopfvenen der Wirbeltiere. Centralbl. Physiol., 21. Bd., p. 262.
Entwicklung der Kopfvenen von... Triton, Lacerta, Tro-
pidonotus .... Drei Kopfvenen gehören dem dorsalen Gebiete
des Kopfes an, eine, die Jugularis inferior, liegt ganz ventral;
außerdem wird jeder Kiemenbogen von einer V. branchialis ver-
sorgt. Außer den in den Furchen zwischen den Hauptabschnitten
des Gehirns verlaufenden Abflußbahnen besteht beim Embryo
noch eine dorsomediane Mediana cerebri, sowie eine mächtige, mit
dem Vagus aus dem Schädel austretende Vene; aus dem vorderen
Teil der V. capitis lateralis oder medialis wird bei Reptilien und
Selachiern der große Sinus orbitalis. — Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 24.
*Gruenberg, Benj. €. Compensatory motions and the semi-
cireular canals. J. Exp. Zool. Baltimore, Md. 4, 1907 (447—467).
Grynfeltt, E. (1). Les bourrelets vasculaires des arteres du
segment anterieur de l’oeil chez quelgques Amphibiens. Nancy,
C. R. ass. anat., 9° session (Lille), 1907 (134—146).
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 25
Arterienklappen im vorderen Augenabschnitt bei Rana,
Bufo und Hyla, die nach Vorkommen und Bau von den von
Laguesse bei Teleostiern beobachteten verschieden und bei
blutgefüllten Gefäßen schon bei schwacher Vergrößerung wahr-
genommen werden können; sie kontrahieren sich durch ihre
eigene Muskulatur, spielen also die Rolle von Sphineteren und
vermindern durch zeitweilige Absperrung des Blutzuflusses den
Druck im Augeninnern.
— (2). Les muscles de l’iris chez les amphibiens. Bibliogr.
anat., Nancy, 15, 1906 (177—193, fig.).
Guyenot, E. (1). Action compar&e des pneumogastriques
droit et gauche sur le coeur de la Tortue (Cistudo europoea).
Action du pneumogastrique droit. Action comparee des deux
vagues. Paris, C. R. soc. biol., 62, 1907 (1025—1026, 1032—1033).
— (2). Action du pneumogastrigque sur le coeur des batra-
ciens. Paris, C. R. soc. biol., 62, 1907 (1145—1147).
Gentes, L. Recherches sur l’hypophyse et le sac vasculaire
des Vertebres. Trav. Soc. Biol. Aveachon, 10. Annee, p. 129
—282, 38 figg.
Bau der Hypophyse und des Saccus vasculosus u. a. bei
Bufo, Rana, Salamandra, Lacerta, Tropidonotus, Cistudo (Emys). Die
Hypophyse ist bei allen Vertebraten vorhanden und aus einem
drüsigen und einem nervösen Abschnitt zusammengesetzt; dieser
fehlt bei den Selachiern, ist bei den Cycelostomen und Amphibien
rückgebildet und bei den Reptilien getielt, in seinem unteren
Teil massiv. Der drüsige Abschnitt existiert bei allen Vertebraten,
ist aber bei den höheren anscheinend atrophiert, der Saccus
vasculosus persistiert nur bei Selachiern und Teleostiern auch
im erwachsenen Zustande, bei den Cyclostomen, Amphibien und
einigen Reptilien findet sich noch ein Rest davon. Der S. v.
ist ein ventraler Plexus chorioideus und von der Hypophyse
ganz abhängig. F
Häcker, Valentin. Über Mendel’sche Vererbung bei Axolotln.
Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (99—102).
Bei Kreuzung von schwarzen mit weißen AxolotIn konnte
trotz unvollständiger Prävalenz des dominierenden Charakters
in der ersten Bastardgeneration in der zweiten Generation bereits
mit großer Genauigkeit das Mendel’sche Verhältnis von 3:1 zu
Tage treten. 2
Hammar, J. A. Über die Natur der kleinen Thymuszellen.
Arch. Anat. Physiol. Anat. Abt., p. 83—100, 2 figg., Taf. 6.
Identität der kleinen Thymuszellen mit Blutlymphocyten.
An Zupfpräparaten von Rana und Bufo sieht man, daß sie wie
die Blutlymphocyten ein basophiles Plasma haben und amöboid
sind.
26 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Harrison, Ross Granville (1). Experiments in transplanting
limbs and their bearing upon the problems of the development
of nerves. J. exp. Zool. Baltimore, Md., 4, 1907 (239—281).
Entwicklung transplantierter Gliedmaßenanlagen bei Rana
sylvatica und Bufo lentiginosus. Ausf. Ref. in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 141.
— (2). Observations on the living developing nerve fiber.
Amer. Journ. Anat. Vol. 7, Anat. Rec. p. 116—118; Science (2)
Vol. 26, p. 415—416.
Verf. hat Gewebestücke von 3 mm langen Larven von Rana
in Rana-Lymphe aseptisch suspendiert und gefunden, daß sich
die einzelnen Gewebe typisch differenzieren; auch andere Ex-
perimente beweisen die Auswachstheorie der Nervenfasern.
Hartmann, W. Freßlust einer Riesenschlange. Zool. Anz.
Leipzig, 31, 1907 (270—272).
Verf. berichtet über den Freßakt zweier großer, 25—26 Fuß
langer Exemplare von Python reticulatus, von denen die eine
einen verendeten Schwan im Gewichte von 18 Pfund und zwei
Tage darauf einen Rehbock von 67 Pfund verzehrte, während
die andere innerhalb zweier Tage zwei Rehböcke von 28 und
29 Pfund und dann eine Steinziege von 71 Pfund verschlang,
aber, durch eine Blitzlichtaufnahme erschreckt, die Ziege wieder
von sich gab.
+Hay, ©. P. (1). The fossil turtles of the Bridger basin.
Amer. Geol. Minneapolis, Minn., 35, 1905 (327—342).
— (2). Descriptions of seven new species of turtles from
the Tertiary of the United States. New York, N.-Y., Bull.
Amer. Mus. Nat. Hist., 23, 1907 (847—863), Taf.
Henshaw, H. W. An extension of the range of the wood
tortoise. Washington, D. C., Proc. Biol., Soc., 20, 1907 (65).
Hepbrun, Clara. A peculiar pelvic attachment in Necturus
maculatus. Biol. Bull. Wood’s Holl, Mass., 12, 1907 (375—377).
Das Becken fand sich am 18. Wirbel aufgehängt.
Hines, Cecil Shepard. The influence of the nerve on the
regeneration of the leg of Diemycetylus. Biol. Bull. Wood’s Holl,
Mass., 10, 1905 (44—47).
Hochstetter, F. Über die Beziehung des N. hypoglossus zur
V. jugularis interna bei den Krokodilen. Anat. Anz., Jena, 30,
1907 (72—75).
Verf. bestätigt die Angabe von Grosser und Brezina,
daß bei den Krokodilen der Hypoglossus lateral von der V. jugu-
laris vorüberzieht; diese ist daher schon dort, wo sie vom Hypo-
glossus gekreuzt wird, als Derivat der vorderen Kardinalvene
anzusehen.
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 27
Heine, L. Über die Verhältnisse der Refraktion, Akkommo-
dation und des Augenbinnendruckes in der Tierreihe. Med. Nat.
Arch. Berlin u. Wien, 1. Bd., p. 323—344, fig., Taf. 5.
Accommodation undAugenbinnendruck u.a. auch bei Schlangen.
Hertwig, R. Weitere Untersuchungen über das Sexualitäts-
problem. Verh. D. Zool. Ges., 17. Vers. (55— 73).
Experimente über die Geschlechtsbestimmung, vorgenommen
an Rana esculenta . Nach Ablage des ersten Eierklumpens wurden
die beiden Geschlechter getrennt und erst nach 24 Stunden wieder
zur Paarung zugelassen; dies wurde drei bis vier Mal wiederholt.
Die einzelnen Klumpen waren in bezug auf das Sexualitäts-
verhältnis sehr verschieden. Das Geschlecht wird sicher nicht
im Ovarium bestimmt, da die Eier eines im Laichen begriffenen 2
sich bereits einige Zeit im Uterus befinden. Normalerweise
findet die Befruchtung in einem Zeitpunkte statt, wo die Eier
in einem mittleren Zustande der Sexualtendenzen sich befinden;
sowohl bei Frühreife als Überreife finden starke Abweichungen
nach der männlichen Seite hin statt. Kulturen aus überreifen
Eiern zeigten eine größere Energie als Normalkulturen, und es
trat die Metamorphose früher ein; die Wachstumsenergie von
Eiern, die mit verschiedenem Sperma befruchtet sind, kann eben-
falls verschieden sein. Bei indifferent gebauten Geschlechts-
drüsen kann die Entwicklung sowohl zu männlichen als zu weib-
lichen Tieren führen. Die Neigung überreifer Eier, männliche
Tiere zu liefern, wird auf einen Anlauf zur Parthenogenese, bei
der viele Insekten $ 3 ergeben, zurückgeführt. Ein Experiment,
bei welchem die Eier eines @ in 5 Portionen von 5 verschiedenen
d & befruchtet wurden, ergab, daß den Spermien ein starker
geschlechtsbestimmender Einfluß zukommt. Ein Einfluß von
Ueberreife des Samens auf die Sexualität ist wegen der großen Re-
sistenz der Spermien unwahrscheinlich.
fHooley, R. W. On the skull and greater portion of the
skeleton of Goniopholis crassidens from the Wealden shales of
Atherfield (Isle of Whigt). London, Q. J. Geol. Soc., 63, 1907
(50—62), Taf. II—IV.
*Ishizaka, Tomotaro. Studien über das Habusschlangengift.
Zs. exper. Path., Berlin, 4, 1907 (88—117), mit 1 Taf.
*Jablonski, N. J. Das Flußtal des Burtschum und seine
Fauna (russisch). Prir. i ochota, Moskva, 1907, 11 (16—23), 12
(11—29).
tJanensch, W. Pterosphenus schweinfurthi Andrews und
die Entwicklung der Palaeophiden. Arch. Biont., Berlin, 1, 1906
(307—350), 2 Taf.
Jenkinson, J. W. The influence of salt and other solutions
on the development of the frog. (Report of Committee.) London,
Rep. Brit. Ass., 1906 (1907), (327—328).
28 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
*Jungersen, H. F. E. The Danish Reptilia and Amphibia.
Köbenhavn (Gads Forlag) 1907 (87).
Kammerer, Paul (1). Uber den Kopulationsakt der Erd-
molche (Salamandra Laur.). Zool. Anz., Leipzig, 32, 1907
(33—37).
Bei Begattung von Salamandra maculosa auf dem Lande
werden die Kloaken der beiden Tiere infolge gewaltsamer Drehung
des $ aneinandergebracht, so daß der Spermatophor unmittelbar
in die 2-Kloake eintreten kann. Dagegen werden die Sperma-
tophoren im Wasser auf den Boden abgesetzt und vom 9 mit
der Kloake aufgenommen.
— (2). Über den Kopulationsakt der Erdmolche (Salamandra
Laur.). BlAquarienkunde, Magdeburg, 18, 1907 (373—375).
— (3). Vererbung erzwungener Fortpflanzungsanpassungen.
I u. 1I. Die Nachkommen der spätgeborenen Salamandra maecu-
losa der frühgeborenen Salamandra atra. Arch. EntwMech.,
Leipzig, 25, 1907 (7—51).
Sowohl bei den infolge Wasserreichtums als Larven geborenen
Salamandra atra, als auch bei den infolge Wassermangels als
Vollmolche geborenen Salamandra maculosa konnte Verf. Nach-
zucht erzielen, und in beiden Fällen ist die erzwungene Fort-
pflanzungsänderung vererbt worden, und zwar ist sie bei Bei-
behaltung der veränderten Bedingungen im verstärkten, bei
Rückversetzung in die ursprünglichen Bedingungen aber in ab-
geschwächtem Grade wieder aufgetreten. — Ausf. Ref. in Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 76 und Zool. Centralbl. XVI. p. 226.
— (4). Zuchtversuche mit Geburtshelferkröten. Bl. f. Ag.
u. Terr.-Kunde XVIII, 1907, p. 104-106, 113—114, 125—130,
136—138, 146—150, 156—157, fig.
— (5). Uber künstliche Tiernigrinos. Verh. Ges. Wien 1907,
p. 134—136, und Wochenschr. f. Aq. u. Terr.-Kunde IV, 1907,
p- 6— 7.
Wirkung von hoher Temperatur, starker Lichtstrahlung und
Trockenheit auf die Vermehrung des schwarzen Hautpigmentes
(Auftreten von Melanismus), speziell bei Zacerta fiumana und
Salamandra maculosa.
— (6). Künstlicher Melanismus bei Eidechsen. Zentralbl. f.
Physiol. XX, No. 8, und Wochenschr. f. Aq. und Terr.-Kunde IV,
1907, p. 80—37.
Auftreten von Melanismus bei Zacerta bei einer durchschnitt-
lichen Tagestemperatur von 37°C.; als weiterer Faktor für das
Auftreten dieser Erscheinung kommt Trockenheit in Betracht.
Am stärksten trat Dunkelfärbung bei ZLacerta muralis und ozyce-
phala auf, bei diesen beiden, sowie bei graeca und agilis erstreckte
sie sich auch auf die Unterseite; dagegen war bei L. mossorensis,
bedriagae, serpa, fiumana, taurica und jonica nur die Oberseite
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 29
an der Vererbung beteiligt. Bei den drei letztgenannten Arten,
sowie bei mossorensis und bedriagae ist Melanismus im Freileben
noch nicht beobachtet worden.
— (7). Regeneration sekundärer Sexualcharaktere bei den
Amphibien. Arch. EntwMech., Leipzig, 25, 1907 (82—124).
Regeneration amputierter sekundärer Sexualorgane, bzw.
entsprechend differenzierter Teile des Integuments (Schallblasen
bei Hyla arborea und Rana esculenta, Brunstschwielen von Bufo,
Kämme von Triton, Labiallappen von T. cristatus, Zehenlappen
von T. vulgaris, Schwimmhäute von T. palmatus, Endfäden des
Schwanzes bei 7. palmatus, vulgaris meridionalis und graeca,
boscai und montandoni, Halswarze von T. pyrrhogaster, Fersen-
sporn von T. rusconi, schließlich der blaue Schwanzseitenstreifen
von T .cristatus $ und der gelbe Rückenstreifen von T. eristatus 9 ).
Die Regenerationen waren teils typisch, teils hypotypisch, in
einigen Fällen auch hypertypisch oder hypertrophisch. In manchen
Fällen hypo- und hypertypischer Regeneration werden phylo-
genetische Stadien wiederholt; bemerkenswert sind auch die
kompensatorisch auf die unverletzt gebliebenen angrenzenden
Regionen übergreifenden Farb- und Formhypotypien der Rege-
nerate und der zwischen regenerativer und kompensatorischer
Regulation bestehende Unterschied. — Ausf. Referate finden
sich im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 66 und Zool.
Zentralbl. XVI. p. 225.
. — (8). Nutzen und Schaden der Froschlurche in der Teich-
wirtschaft. Fischereiztg., Neudamm, 10, 1907 (681—684, 694
—698, 709—715, 7293—733).
— (9). Befruchtung und Begattung bei den Amphibien.
Umschau, Frankfurt a. M., 11, 1907 (1004—1005).
— (10). Zur Fortpflanzung des Laubfrosches. Wochenschr.
f. Aq. u. Terr.Kunde IV, 1907, p. 77—78, 92—94, 103—105, fig.
Kampen, P.N. van (1). Amphibien des Indischen Archipels.
Zoologische Ergebnisse einer Reise in Niederländisch-Ost-Indien,
herausgegeben von Dr. Max Weber, 4, 2, Leide (E. J. Brill),
1907 (383—416), 1 taf. 28 cm.
Die Arbeit bringt wertvolle Beschreibungen namentlich von
Froschlarven des ostindischen Archipels wie von Orxyglossus lima,
Rana erythraea, tigrina, chalconota, everetti, jerboa, Rhacophorus
leucomystax, Rh. monticola, Leptobrachium hasselti und mancherlei
andere Nachweise, so des Vorkommens von Rana modesta auf
den Talaut-Inseln und Nusa-Laut östlich von Ambon, der Ver-
schiedenheit von Rana javanica Horst von R. nicobariensis Stol.
(aber möglicherweise Identität mit R. lemniscata Bttgr.), des Vor-
kommens von Rana chalconota auf Celebes, von Rana jerboa und
hosii auf Sumatra, und von R. baramica auf Banka. Ferner
wird Rana everetti Blngr., celebensis Blngr., Rhacophorus leuco-
30 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
mystax (dieser von Saleyer, Timor und Bantimurong) und javanus,
Ixalus aurifasciatus, Microhyla achatina und annectens (diese erst
aus Hinterindien bekannt, neu für Java, beide Arten mit T-för-
migen Endphalangen), Bufo eruentatus Schleg. (= B. borbonicus
Bingr. p. p. und B. montanus Wern.), B. asper (in Copula mit
melanostictus g angetroffen), Hyla dolichopsis (von Ambon,
Talaut- und Kei-Inseln), 4. everetti Blngr. (von Savu) mehr
weniger ausführlich beschrieben. Die sorgfältig zusammengestellte
Tabelle der Verbreitung der Batrachier des indischen Archipels
am Schlusse der Arbeit verzeichnet die enorme Anzahl von nahezu
200 Arten.
— (2). Hyla dolichopsis Cope von Java. Buitenzorg, Bull.
Dep. Agric. Indes Neerl., 8, 1907 (13—14).
Karakasch, N. J. Le cretace inferieur de la Crimee et sa
faune. St. Peterburg, Trav. Soc. nat. Sect. geol. 32, 5, 1907
(1—442, 454—482; Res. franc. 443—453), 26 Taf.
Kahn, R. N., und $. Lieben. Über die scheinbaren Gestalt-
änderungen der Pigmentzellen. Arch. Anat. Physiol. Phys. Abt.,
p. 104—111, Taf. 4—5.
Die Verf. photographierten die Pigmentzellen in der Schwimm-
haut von Rana und zeigten, daß die Fortsätze der Melanophoren
persistieren und nur die Pigmentkörner auf präformierten Bahnen
sich bewegen.
Keith, A., and M. Flack. The form and nature of the muscular
connections between the primary divisions of the Vertebrate heart.
Journ. Anat. Physiol., London, Vol. 41, p. 172—189, 8 figg.
Zusammenhang der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur u. a.
bei Rana und Lacertiliern.
Kellieott, W. E. Correlation and variation in internal and
external characters in the common toad (Bufo lentiginosus
americanus, Le C.). J. Exp. Zool., Baltimore, Md., 4, 1907 (575
—614, 6 fig.), 22 Taf.
Kern, Erich. Riesenschlangen in der Gefangenschaft aus-
gebrütet. Umschau, Frankfurt a. M., 11, 1907 (1030—1032).
— Riesenschlangen in der Gefangenschaft ausgebrütet. Bl.
f. Aq.- u. Terr.-Kunde XVII, 1907 (498—499).
Brutpflege eines 8,40 m langen Exemplares von Python
reticulatus in Hamburg; Eiablage vom 22. August an (30 Eier),
im ganzen 96 Stück. Ausschlüpfen der ersten Jungen am
12. November, im ganzen 27 Stück.
King, Helen D. (1). The spermatogenesis of Bufo lentiginosus.
Amer. J. Anat., Baltimore, 7, 1907 (345—381), 3 Taf.
Verhalten des Chromatins in den Spermocyten von Bufo
lentigoinosus. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 51.
— (2). Food as a factor in the determination of sex in
Amphibians. Biol. Bull., Woods Holl, Mass., 13, 1907 (40—55).
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 3l
Die Nahrung der Larven von Bufo lentiginosus hat keinen
geschlechtsbestimmenden Einfluß.
Kingsley, J.S. (1). The cranial nerves of Amphiuma. Tufts
College, Mass., Tufts Coll. Stud. (Sci. Ser.), 1, 1902 (293—321),
Taf.
— (2). The systematie position of the caecilians. Tufts
College, Mass., Tufts Coll. Stud. (Sci. Ser.), 1, 1902 (323—344), Taf.
Klinge, W. Ein Beitrag zur Biologie der Tritonen. Wochen-
schr. Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907 (469—470, 494
—496, 510—513, 522). — Bemerkungen hierzu von W. Wolter-
storff, T. c. (522—524).
Einrichtung von Molchaquarien, Brunst und Paarung, Ei-
ablage, Aufzucht der Jungen.
Kloss, €. Boden. Notes on the capture of a rare leathery
turtle (Dermochelys coriacea) in Johore waters. Singapore, J.
Straits R. As. Soc., No. 49, 1907 (63—65), 3 Taf.
Klunzinger, €. B. Unsere deutschen Frösche. Stuttgart,
Jahreshefte Ver. Natk., 63, 1907 (LXXIX—LXXXTI).
Knauer, Fr. Die Katzenschlange (Tarbophis fallax Fleischm.).
Wochenschr. f. Aq. u. Terr.kunde IV, 1907, (5—6, fig.).
Beschreibung der Schlange, Lebensweise, Vorkommen, Ver-
breitung, Nahrung; das größte vom Verf. gemessene Exemplar
war 137 cm lang, es stammte aus Sutomore in Süddalmatien.
Knower, H. Mc. E. Effects of early removal of the heart
and arrest of the circulation on the development of Frog embryos.
Amer. Journ. Anat. Vol. 7, Anat. Rec. (161—165).
Wirkung der Exstirpation des Herzens bei jungen Larven
von Rana auf die Entwicklung der übrigen Organe.
Köhler, W. (1). Beiträge zur Kenntnis von Triton montan-
doni Boulenger. Bl. Aquarienkunde, Magdeburg, 18, 1907 (241
—243, 256—258).
Fortpflanzung, Eiablage, Entwicklung bis zum Ausschlüpfen,
Aufzucht der Larven; Abbildung von $ und 2 (photogr.) und
der Eier.
— (2). Der Wasserfrosch dennoch ein Fischfeind? Bl.
Aquarienkunde, Magdeburg, 18, 1907 (408—409).
Kolombatovie, @&. Contribuzione alla fauna dei vertebrati
della Dalmazia. Glasnik H. Naravos. Druzt., Zagreb, 19, 1907
(1—24).
Krefft, Paul (1). Australische Agamiden. Bl. f. Ag. u.
Terr.kunde, XVIIL, 1907 (121—125, 133—135, 3 figg.).
Beschreibung von Amphibolurus barbatus und muricatus,
sowie von Physignathus lesueuri mit eingehender Behandlung
ihrer Lebensweise im Terrarium. Abbildung aller drei Arten.
32 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (2). Zur Biologie des madagassischen Taggeckos (Phel-
suma madagascariense). Wochenschr. Aq. u. Terr.kunde, IV,
1907, p. 273—275.
Schilderung der Jagd dieser Eidechsen auf Küchenschaben,
der Kämpfe und des Liebeswerbens der Männchen, Eiablage.
Kreyenberg, M. (1). Rhacophorus Dennysü Blanf. Wochen-
schr. Aq. u. Terr.kunde, IV, 1907 (521, fig.).
Beschreibung nach Exemplaren von Pingshiang, China, auch
des Laiches, der in den das Wasser (Stauweiher, Reisfelder) über-
hängenden Zweigen des Kampferbaumes abgelegt wird und eine
schaumige, weiße Masse vorstellt, aus der die auskriechenden
Kaulquappen ins Wasser fallen.
— (2). Die Reptilien und Amphibien unseres Schutzgebietes
(Tsingtau). Wochenschr Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907
(209—211, 224—225).
Freileben von Eremias argus, Gecko japonicus, Tropidonotus
tigrinus (diese Schlange vermag nach Art einer Brillenschlange
ihren Hals auszubreiten), Bombinator orientalis, Rana esculenta
v. chinensis, Coluber dione und rufodorsatus, Dinodon rufozonatus,
Bufo raddei und vulgaris, Zamenis spinalis, Callula verrucosa in der
Umgebung von Tsingtau. Die Angabe des Verf.’s, daß im Schutz-
gebiete Giftschlangen fehlen sollen, ist nach Wolterstorff
irrig, da Ancistrodon blomhoffii vorkommt.
Kühlken, J. Können Schlangen ihre Beute hypnotisieren ?
Wochenschr. f. Ag. u. Terr.kunde, IV, 1907 (457).
Verf. zeigt an mehreren Beispielen, daß von einer Hypnoti-
sierung der Beutetiere durch Schlangen keine Rede ist, sondern
daß in vielen Fällen das Raubtier nicht bemerkt oder als Feind
nicht erkannt wird, in anderen Fällen aber wieder die Angst
des Opfers eine so große ist, daß es außer stande ist, sich durch die
Flucht zu retten. Ersteres gilt im allgemeinen für Säugetiere
und Vögel, letzteres für Frösche und Affen.
Lams, H. Contribution & l’etude de la genese du vitellus
dans l’ovule des Amphibiens. Arch. anat. microsc., Paris, 9,
1907 (607—663), 6 Taf.
Dotterbildung in den Eiern von Rana temporaria, speziell
Entstehung der deutoplasmatischen Elemente im Ooplasma. —
Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907 (49).
Lange, Dan. de, jr. Die Kleimblätterbildung des Megalo-
batrachus maximus. Schlegel. Anat. Hefte, Wiesbaden, Abt. 1,
32, 1907 (307—477), 4 Taf.
Beim Riesensalamander geht die Gastrulation in zwei Phasen
vor sich, indem zuerst das Archenteron durch Umwachsung der
Furchungshöhle von Seite der Dotterzellen gebildet wird, dann
aber das kleinzellige Bildungsmaterial für Chorda und Mesoderm
sich einstülpt. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 77.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 33
Laveran, A. (1.) Contribution a l’etude des grandes h&mo-
gregarines des Grenouilles. Une hemogreögarine du Varanus
niloticus. Paris, C. R. soc. biol., 59, 1905 (172—176).
— (2). Sur une hemamibe nouvelle de Testudo pardalis.
Paris, ©. R. soc. biol., 59, 1905 (176—178).
— (3). Sur une hemogregarine du Macroseinque. Paris,
C. R. soc. biol., 63, 1907 (152—154).
Lavrov, $S. Ein Fall von Hermaphroditismus beim Frosch.
Kazani, Prot. Obse. jest., 36—37, 1907 (1—4) (russisch).
+Leeds, E. T. Notes on Metriorhynchus supereiliosus, Desl.
London, Geol. Mag., 4, 1907 (314—319).
tLees, J. H. The skull of Paleorhinus, a Wyoming phy-
tosaur. J. Geol., Chicago, III, 15, 1907 (121—151).
Leeuwen, W., Docters van. Über die Aufnahme der Sperma-
tophoren bei Salamandra maculosa Laur. Zool. Anz., Leipzig,
31, 1907 (649—653).
Bei Salamandra maculosa findet die Copulation Juli bis
September statt. Die vom & ins Moos abgesetzten, dreiseitige,
glashelle Pyramiden vorstellenden Spermatophoren, die mit der
Spitze nach aufwärts gerichtet sind, werden vom Q mit der
Kloake aufgenommen. Die Jungen werden im folgenden Früh-
ling oder Frühsommer geworfen, worauf die reifen Eier wieder
befruchtungsfähig sind. Beschreibung des Kopulationsaktes und
der vorangehenden Liebesspiele.
Letaeg, A. Sur une observation de Pelodyte ponctu& (Pelo-
dytes punctatus Dug£s) faite a Alengon (Orne). Rouen, Bull. soc.
amis sci. nat., 41, 1906 (343—345).
Levi, Giuseppe. Sull’ origine delle cellule sessuali: nota
prelim. Mon. Zool. ital., Firenze, 15, 1904 (244—246).
Lewis, W. H. (1). Experimental studies on the development
of the eye in Amphibia. III. On the origin and differentiation
of the lens. Amer. J. Anat., Baltimore, 6, 1907 (473—509). 83 figg.
Verf. kommt zu denselben Ergebnissen an Embryonen von
Rana palustris und sylvatica wie Le Cron bei Amblystoma;
wahrscheinlich wird die Linsenbildung ausschließlich von der
Retinalportion der Augenblase aus angeregt. Die Größe der
Linsenanlage ist proportional der Größe der Berührungsfläche
zwischen Augenbecher und Entoderm und der Dauer des Kon-
taktes zwischen der Retinalportion und der wachsenden Linse.
— (2). Lens-formation from strange ectoderm in Rana
sylvatica. Amer. J. Anat., Baltimore, 7, 1907 (145—169), 70 figg.
Bei Transplantation der Augenanlage von Rana sylvatica in
die Region der Ohranlage bildet sich vom Ectoderm der betreffen-
den Stelle eine Linse, sobald die Retinalportion des transplan-
tierten Auges das Ectoderm berührt, es gibt demnach keine prä-
determinierte Ectodermstelle für die Linsenanlage.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (III.) 3
34 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (3). Experiments on the origin and differentiation of
the optie vesicle in Amphibia. Amer. J. Anat., Baltimore, 7,
1907 (259—277), 32 figg. 3 Taf.
Werden bei Rana palustris und sylvatica die primären Augen-
blasen in einem Stadium, wenn die Gewebe noch nicht histo-
logisch differenziert sind, nach anderen Körperstellen desselben
oder eines anderen Embryos gebracht, so werden sie in den fremden
Geweben zu normalen Augen. Ausführlicheres Ref. über diese
und ähnliche sehr interessanten Ergebnisse in Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 199.
— (4). Experimental evidence in support of the theory of
ont grow of the axis cylinder. Amer. Journ. Anat., Vol. 6, p. 461
—471, 21 figg.
Transplantation der Augenanlage, von Gehirn- und Ekto-
dermstücken von Amblystoma- und Rana-Embryonen noch ohne
Nervenfasern. Die sich entwickelnden Nervenfasern wachsen in
beliebigen Richtungen, vielleicht auf dem Wege des geringsten
Widerstandes, jedenfalls nicht in prädeterminierten Bahnen. —
Ref. im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 142.
— (5). The origin and differentiation of the otic vesicle in
Amphibian embryos. Amer. Journ. Anat., Anat. Rec. p. 141—145.
Das Acustieus-Ganglion und das Gehirn können bei Larven
von Rana palusiris und sylvatica keine Ohrblasenbildung aus
fremdem Ectoderm anregen. Die Bildung der Ohrkapsel ist ab-
hängig vom Einfluß der Ohrblase auf das Mesenchym, wie sich
daraus ergibt, daß bei Larven mit exstirpierter Ohranlage keine,
bei solehen mit reduzierter Ohranlage auch nur eine reduzierte
Kapsel sich bildete. Es gelang, eine Ohrblasenanlage von Rana syl-
vatica in das Mesenchym zwischen Auge und Ohr bei Amblystoma-
Embryonen zu implantieren, und in einem Falle wurde vom
Amblystoma sogar eine Knorpelkapsel für die Rana-Ohrblase
gebildet.
— (6). Transplantation of the lips of the blastopore in
Rana palustris. Amer. J. Anat., Baltimore, 7, 1907. (137—142),
5 figg., Taf.
Transplantation ausgeschnittener Stücke der vorderen und
seitlichen Lippen des Blastoporus von Rana palustris unter die
Haut der Ohrgegend von Larven mit eben sprossendem Schwanz.
Die Gewebe, die aus dem Stück entstanden (Chorda, ein Teil des
Nervensystems, sowie quergestreifte Muskulatur), waren umfang-
reicher als unter normalen Verhältnissen, dagegen erwiesen sich
die angrenzenden Gewebe der Larve nicht verändert.
Löns, Hermann. Die Waldeidechse als Schwimmerin. —
Das Gift der Frösche. Wochenschr. f. Aq. u. Terr.kunde, IV,
1907, p. 290. — Ein Brutplatz der Lacerta agilis. Ebenda, p. 328,
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 35
fig. — Überwinterung von Chamaeleons. Ebenda p. 330. — Ein
kletternder Grasfrosch. Ebenda, p. 354.
Lönnberg, Einar (1.) Reptilia and Batrachia. (Sjöstedts
Kilimandjaro-Meru Expedition, 4.) Uppsala, 1907 (28), 1 Taf.
Außer zwei Arten von Schildkröten (Testudo pardalis und
Pelomedusa galeata) sammelte Prof. Sjöstedt 30 Arten von
Eidechsen (inkl. 6 Chamaeleons, darunter 1 n. var. von Ch.
bitaeniatus), 19 von Schlangen und 21 von Batrachiern. Verf.
gibt auch ein Verzeichnis der bisher vom Kilimandjaro-Meru-
Distrikt bekannten Reptilien (31 Arten) und Batrachier (17 Arten).
Von den verzeichneten Arten mögen folgende hervorgehoben
werden: Gonatodes africanus (Wern.), Kibonoto und Tanga;
Hemidactylus werneri Torn., Meru; Lygodactylus picturatus Ptrs.,
(im Sudan durch gutturalis ersetzt), Usambara, Tanga; L. conradti
Matsch., Kibonoto, Meru; Agama doriae Blngr., Meru, Kibonoto;
A. planiceps Ptrs., Meru; A. atricollis Smith, Meru; Zacerta jacksoni
Bingr. (kibonotensis n. subsp. ?), Kibonoto und Mombo in Usam-
bara; bisher erst vom Mau-Gebirge bekannt; ausf. Beschr.;
Gerrhosaurus flavigularıs Wiegm. forma intermedia. Verf. kommt
zu demselben Schlusse wie Tornier, das flav. und nigroli-
neatus unter dem älteren Wiegmann’schen Namen zu ver-
einigen sind. Ferner: Chamaeleon dilepis Leach (Färbung im
Leben nach Sjöstedts Notizen). Außerdem mögen von
Schlangen erwähnt werden: Naia melanoleuca Hall. (Exemplar,
das ein Exemplar von Chlorophis verschlungen hatte, das länger
war, als die Naia selbst); Dendraspis angusticeps Smith; D. sjöstedti
n. sp. (ob nicht etwa ein C'hloropkis? aus der Abbildung nicht zu
erkennen!). Schließlich von Batrachiern: eine neue Rana-Art
(s. Ranidae) und neu für das Gebiet R. fuscigula D. B. von Meru
(erst aus W.- und S.-Afrika bekannt), Phrynobatrachus ranoides
Bingr. von Kibonoto (erst aus Natal nachgewiesen), Arthroleptis
minutus Blngr. und bottegi Blngr. von Kibonoto, beide erst aus
Somaliland (erstere auch inzwischen aus dem Sudan bekannt
geworden) und schließlich Aylambates johnston aus Mombo in
Usambara (früher nur aus N. Nyassaland bekannt). Von Bufo
regularis wird nach Sjöstedts Notizen ein nächtliches Konzert
beschrieben. — Bemerkenswert sind auch die Vergleiche, die der
Verf. zwischen der Fauna des Kamerun-Gebirges in Westafrika
und dem ostafrikanischen Kilimandjaro-Meru-Gebiet zieht;
speziell mit Bezug auf das Vorkommen von Eidechsen, welchen
das offene und trockene Kilimandjaro-Gebiet mehr zusagt, als
das Kamerun-Gebiet, wo sich nur zwei Arten von Lacertiden
finden. Ebenso hat Kamerun nur eine Agama gegen drei im
Kil.-Gebiet und viele andere in anderen Teilen ©. Afrikas.
— (2). En dubbelhöfdad huggorm (zweiköpfige Kreuzotter).
Fauna och Flora, Uppsala, 2, 1907 (125—128), Taf.
3*
36 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (3). En för Sverige ny grodart, Rana agilis Thomas. (Rana
agilis, ein für Schweden neuer Frosch.) Fauna och Flora,
Uppsala, 2, 1907 (167—176), Taf.
— (4). Ny forekomst af lökgrodan i Skane. (Neuauffindung
von Pelobates fuscus in Skane.) Fauna och Flora, Uppsala, 2,
1907 (220—221).
Loisel, Gustave (1). Recherches sur les caracteres differentiels
des sexes chez la tortue mauresque. Arch. zool., Paris, ser. 4, 6,
1907 (notes et revue, XXVIII—L).
— (2). Experiences sur la toxicite des oeufs de Canard, de
Poule et de Tortue. Paris, ©. R. soc. biol., 59, 1905 (400—404).
Longstaff, 6. B., and Poulton, E. B. A few notes on South
African Chamaeleons, u. c. London, J. Linn. Soc., Zool., 30, 1907
(45—48).
Bemerkung über Färbung, Farbenwechsel und Freileben von
Chamaeleon dilepis (Buluwaya und Victoria Falls), von Ch. pumilus
(Capetown). Ein Exemplar letzterer Art versuchte eine der
stachligen Acraea-Raupen zu verzehren, mußte aber schließlich
davon abstehen. Ein harter brauner ‚‚Weevil“ (Kornwurm?) wurde
ergriffen, aber sofort ausgelassen. Die dunkle Färbung auf der dem
Licht zugewendeten und die helle auf der vom Lichte abgewendeten
Seite wird in der Weise erklärt, daß dadurch die Helligkeit auf der
einen, der Schatten auf der anderen Seite neutralisiert wird und
dadurch der körperliche Eindruck des Tieres verschwindet. (Wie
erklärt aber P., daß sterbende Chamaeleons auf der vom Licht ab-
gewendeten Seite häufig schwarz, auf der anderen sehr hell, bis
gelblichweiß werden?) Bei Pachydactylus bibronii wurde (Hlang-
wana Hill, Colenso) beobachtet, daß der bei der Chloroformierung
des Tieres abgeworfene Schwanz länger sich bewegte, als das
Tier selbst; biologische Bedeutung als Schutzeinrichtungen,
physiologische Erklärung: Fehlen der respiratorischen und zirku-
latorischen Bahnen, durch die das Chloroform den Geweben zu-
geführt wird (Herdman in der Diskussion der Brit. Assoc.).
Lortet et Gaillard, €. La faune momifiee de l’ancienne
Egypte (Reptiles). Lyon, Arch. Mus. Hist. Nat. 9, 1907, (103
— 105).
Loyez, Marie (1). Sur la vesicule germinative des Reptiles
et des Oiseaux. (Reponse & M. Dubuisson.) Paris, C. R. soc.
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— (2). Sur la formation du vitellus chez les Reptiles et les
Oiseaux (Reponse & M. Dubuisson). Paris, C. R. soc. biol., 62,
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Löwenthal, N. Zur Kenntnis der Knorpelzellen. Anat. Anz.,
30. Bd., p. 19—23, 2 figg.
Inseln (1—3) aus scharf gezeichneten Fäden im Leib der
Knorpelzellen des Caput femoris von Rana.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 37
Ludwig, F. Die musikliebende Eidechse. Aus der Natur,
Stuttgart, 3, 1907 (511—512).
Mändi, Johann. Zählebigkeit der Embryonen des Feuer-
salamanders und deren Überwinterung im Mutterleibe. Wochen-
schr. Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907 (445—446).
In Weibchen, welche durch Chloroform getötet und hierauf
eine Viertelstunde in 10%igem Formaldehyd konserviert worden
waren, erwiesen sich die Embryonen noch als lebend und lebens-
kräftig. Der Feuersalamander hat keine bestimmte Paarungszeit,
sondern ist in der ganzen warmen Jahreszeit paarungslustig.
Macdonald, J. S. The structure of nerve-fibres. Proc. R.
Soc. London B. Vol. 79 (12—21).
Struktur der durch Verletzung mechanisch gereizten Nerven-
faser von Rana. Verf. bestreitet das Vorkommen von Neuro-
fibrillen im Sinne der Autoren. — Ref. im Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1907, p. 139.
Me Murrich, J. P. The phylogeny of the plantar musculature.
Amer. Journ. Anat., Vol. 6 (407—437, 9 figg.); Anat. Rec.
(41—42).
Die Plantarmuskulatur von Amblystoma läßt vier Schichten,
eine Aponeurose, einen Flexor brevis superficialis, medius und
profundus unterscheiden; von Amblystoma leitet Verf. die Ver-
hältnisse bei den Lacertiliern und Säugern ab.
Magnan, A. (1). Extraction des pigments chez les Batraciens.
Paris, C. R. Acad. sci., 144, 1907 (1068—1070).
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C.R. Acad. sci., 144, 1907 (1130—1132).
Marchoux, E., et Salimbeni, A. Un trypanosome nouveau
chez une Hyla voisine de H. lateristriga Spix et Agassiz. Paris,
C. R. soc. biol., 62, 1907 (592—594).
Mareus, H. Über die Thymus. Lebenslauf einer Thymus-
zelle.e Verh. Anat. Ges., 21. Vers. (237—248).
Die verschiedenen Zellbilder in der Thymus von Hypogeophis
werden auf Störungen der Kernplasmarelation zurückgeführt.
Mareucei, Ermete. Sul incrocis dei muscoli nel cinto pelvico
dei Sauru. Atti Accad. Sc. Napoli, Vol. 13, No. 7, 1906, 10 pagg.,
2 Taf., No. 14, 1907, 10 pagg., Taf.
Die Beckenmuskulatur der Eidechsen (Rotator Accessorius,
Extensor und Flexor femoris) läßt drei Typen unterscheiden, von
denen der 1. bei Zacerta und Acanthodactylus, der 2. bei Gongylus
und Secincus, der 3. bei Platydactylus und Hemidactulus gefunden
wird. — Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 136.
Marriner, @. R. On the presence of another Australian frog.
(Hyla ewingii var. calliscelis) in New Zealand. Wellington,
Trans. N. Zeal. Inst., 39, 1907 (144—149).
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—VIM.
Mayet, Valery. Clemmys leprosa. Feuille jeunes natural.,
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*Me Atee, W. L. A list of the mammals, reptiles and batra-
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*Meek, A. The olfactory organs of the Crocodile and the
homologies of the etmoid region. Newcastle, Proc. Durham Univ.
Phil. Soc., 3, 1906—1907 (1—2).
M£hely, Lajos (1). Zur Lösung der ‚„Muralis-Frage“. Vor-
läufige Mitteilung. Ann. Hist.-Nat. Mus. Nat. Hung., Budapest,
5, 1907 (84—88), Taf. II.
Verf. nimmt einen von dem Boulenger’s durchaus ver-
schiedenen Standpunkt in der ‚„muralis“-Frage ein, indem er die
von Boulenger beschriebenen muralis-Formen sieben ver-
schiedenen Arten zurechnet. Er sondert sämtliche muralis-Formen
in zwei Hauptgruppen, eine primitivere und auch phylogenetisch-
ältere platycephale und eine jüngere, mehr fortgeschrittene,
pyramidocephale; die Arten der erstgenannten Gruppe werden
als Relikte einer früheren Erdepoche betrachtet, die gegenwärtig
auf das Mittel- und Hochgebirge beschränkt sind, während die
aus ihnen hervorgegangenen pyramidocephalen Formen mehr die
Niederungen und das Vorgebirge bewohnen. Bei den platy-
cephalen erscheinen die Jungen reticuliert, bei den pyramido-
cephalen längsgestreift; im Alter oft lebhaft grün. Die platy-
cephalen Eidechsen sind nach dem Verf. weniger flink, scheu,
aber tölpisch, die pyramidocephalen hurtig, mehr aufgeweckt und
rauflustig. Der Schädel ist bei der ersteren Formengruppe durch
eine große, häutige Fontanelle in der Lamina supraciliaris und
dem freiliegenden, lateralen Teile des großen, dreieckigen Supra-
orbitale ausgezeichnet; der Schädel ist oben platt, relativ schwach
inkrustiert, das Supraciliare schwach entwickelt und nur in der
Einzahl vorhanden, die Postfrontalia getrennt und ihre Tren-
nungslinie von oben sichtbar. Postfrontale unter dem ersten
Supratemporalschild; Parietalfortsätze schwach, mit breiter Fläche
der häutigen Stirnkapsel angesetzt; aufsteigende Supraoceipital-
fortsätze schwach und niedrig, Pterygoide vor dem Parasphenoid
stark auseinanderweichend; Schläfe niemals mit Hautknochen;
dagegen bei der pyramidocephalen L. peloponnesiaca solche nicht
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 39
nur auf der Schläfe, sondern auch auf dem Unterkiefer. — Ref.
in Zool. Centralbl., XIV, 1907, p. 317.
— (2). Archaeo- und Neolacerten. Ann. Hist. Nat. Mus.
Nat. Hung., Budapest, 5, 1907 (469—493), Taf. X.
Für die primitiveren Formen der muralis-Gruppe, die im
allgemeinen platycephal sind, führt Verf. den neuen Ausdruck
„Archaeolacerten‘“, für die jüngeren, im wesentlichen pyramido-
cephalen den Namen ‚Neolacerten‘ ein. Die Einwände Bou-
. lenger’s werden scharf zurückgewiesen und in allen von diesem
Forscher bestrittenen Punkten die Richtigkeit der M&hely’schen
Angaben nachzuweisen versucht, ebenso auch der Einwand
Werner’s gegen die vorgebrachte Unterscheidung der beiden
Gruppen in ethologischer Beziehung durch zahlreiche Belege ent-
kräftet. Verf. bringt auch die für seine Ansicht sprechende neue
und interessante Tatsache vor, daß bei den Archaeolacerten der
Schwanz gewöhnlich zart, lang, dünn, äußerst gebrechlich und
sehr empfindlich, am Hinterrande jeder oberen Schuppe mit
einer Sinnesknospe versehen ist und ein passives Verteidigungs-
organ vorstellt, während er bei den Neolacerten kräftiger, kürzer
und gedrungener, weniger gebrechlich und empfindlich und als
ein aktives Bewegungsorgan, als Balancierstange beim Lauf und
Sprung anzusehen ist; hier fehlen auch die Sinnesorgane des
Schwanzes oder sind wenigstens stark reduziert.
— (5). Archaeo- und Neolacerten. Math. Termt. Ert.,
Budapest, 25, 1907 (346—358) (magyarisch).
— (4). Archaeo- und Neolacerten. Allat. Közlem., Budapest,
6, 1907 (97—120) (magyarisch). -
— (5). Lösung der Muralis-Frage (magyarisch). Allatt.
Közlem., Budapest, 6, 1907 (58—62), Taf. VII.
— (6). Erdmagnetische Stürme anzeigende Tiere. Allatt.
Közlem., Budapest, 6, 1907 (37—39) (magyarisch).
— (7). Die physiologische Wirkung des Viperngiftes. Allatt.
Közlem., Budapest, 6, 1907 (39—42) (magyarisch).
}Merriam, John €. (1). A new marine reptile from the
Triassic of California. Berkely, Univ. Cal., Bull. Dept. Geol.,
3, 1904 (419—421). ;
— (2). A primitive ichthyosaurian limb from the Middle
Triassic of Nevada. Berkeley, Univ. Cal., Bull. Dept. Geol., 4
(1905) (33—38), 1 Taf.
Modugno, Giovanni. Sui nidi cellulari (Zellennester) del
simpatico della Rana. Contributo alla conoscenza dei caratteri
citologiei delle cellule cromaffini. Napoli, Boll. Soc. Nat., 20
(1906), 1909 (42—58), 1 Taf.
Bau der Zellnester chromaffiner Zellen am Grenzstrang des
Sympathicus von Rana.
40 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Moodie, R. L. The sacrum of the Lacertilia. Wood’s Holl.
Mass., Biol. Bull., 13, 1907 (&4—93).
Chamaeleon, Phrynosoma, Sceloporus, Draco, Iguana, Helo-
derma und Onemidophorus haben zwar zwei Sacralwirbel mit ver-
breiterten Querfortsätzen, aber keine selbständig ossifizierenden
Sacralrippen. Der letzte Dorsalwirbel erwies sich bei Uromastix,
Phrynosoma und bei Lacerta simonyi (ob aber immer?) mit dem
Sacrum. nicht aber mit dem Ilium verwachsen zu sein. Echte
Sacralrippen kommen dagegen bei Schildkröten, Krokodilen,
Sphenodon, Morosaurus und Hoplacanthosaurus vor.
Morgan, T. H., and Stockard, €. R. The effects of salts and
sugar solutions on the development of the frog’s, egg. Wood’s
Holl. Mass., Biol. Bull., 13, 1907 (272—279).
Einwirkung von kombinierten Salzlösungen, sowie von Nalz-
und Zuckerlösungen auf die Eier von Rana sylvatica. Bei einer
0,5% NaCl- und LiCl-Lösung bildet und schließt sich der
Blastoporus noch annähernd normal. Schwache Zuckerlösungen
verlangsamen, starke hemmen die Entwicklung.
Muftie, E. Die Lungenregeneration bei Salamandra maculosa
und einigen andern Amphibien. Arch. EntwMech., Leipzig, 25,
1907 (255—258).
Bei Salamandra, Rana und Bufo erwies sich die Lunge nach
teilweisem oder gänzlichem Verluste als regenerationsfähig; wird
sie nur einseitig exstirpiert, so tritt kompensatorische Hyper-
trophie der unverletzt gebliebenen Lunge auf, bei Exstirpation
beider kommt es zur Hyperplasie, was Verf. auf 'unktionelle Über-
lastung der zuerst regenerierten, noch wenig zahlreichen Lungen-
bläschen zurückführt. Bei Triton ist die Lunge gleichfalls
regenerationsfähig, aber in schwächerem Grade als bei anderen
Amphibien. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 69.
*Mühlhofer, Franz. Die Erforschung des Magdalenenschachtes.
Ein Beitrag zum Studium der Karstphänomene. Globus, Braun-
schweig, 91, 1907 (2397—303).
Müller, Lorenz. Über einen neuen Gecko aus Kamerun und
eine neue colubrine Schlange aus Centralchina.. Zool. Anz.,
Leipzig, 31, 1907 (824—830).
Moequard, F. Les Reptiles de l’Indo-Chine. Conference
faite au Museum d’Histoire Naturelle. Revue Coloniale (juillet
1906), Paris 1907, 59 pagg.
Verf. behandelt für Laien die Reptilien von Indo-China,
wobei auf Nutzen und Schaden besonders Bedacht genommen
wird. Außer zahlreichen Schildkrötenarten (Testudo elongata,
Geovemyda grandis und latinuchalis, Oyclemys dhor, annamensis
und amboinensis, Pyxidea mouhoti, Batagur baska, Kachuga tecta
und cochinchinensis Pavie, Platysternum megacephalum, Trionyx
hurum, sinensis und cartilagineus, Pelochelys und nach Pavie
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 41
auch T'estudo emys) werden drei Arten von Krokodilen (C. palustris,
porosus, siamensis), deren Fang, Verwendung und Schaden etwas
eingehender erörtert wird, ferner von Eidechsen sechs Gattungen
von Agamiden (Draco, Acanthosaura, Calotes, Bronchocoela, Phy-
signathus und Liolepis) mit 13 Arten, ebenso 6 Gattungen von
Geckoniden (Hemidactylus, Gehyra, Ptychozoon, Phyllodactylus
und Eublepharis) mit 9 Arten, drei Varaniden (V. salvator, flavescens
und nebulosus), je eine Gattung und Art von Lacertiden und
Anguiden (Tachydromus sexlineatus und Ophisaurus ludovici),
schließlich vier Gattungen von Scinciden (Tropidophorus, Mabuia,
Lygosoma und Eumeces) mit 15 Arten, von denen 9 auf die Gattung
Lygosoma entfallen, verzeichnet. — Von den Schlangen gehören
zwei Arten zu Typhlops, je eine zu Python (reticulatus), O'ylindro-
phis (rufus) und Xenopeltis (unicolor); die aglyphen Colubriden
sind durch Calamaria pavimentata, Ablabes maior, 4 Simotes-,
3 Coluber- und 2 Zamenis-Arten, Xenelaphis (nach Tirant), Den-
drophis pietus und Rhynchophis boulengeri, 3 Tropidonotus, Am-
phiesma subminiatum, 3 Lycodon, Dryocalamus davisonii, Acro-
chordus, Chersydrus, die opistoglyphen durch Psammodynastes
pulverulentus, 4 Dryophis, Chrysopelea ornata und 4 Dipsado-
morphus, außerdem aber durch 12 Homalopsinen, nämlich Homa-
lopsis, 7 Hypsirhina, Cerberus, Eurostus, Fordonia und Herpeton,
die Proteroglyphen durch 10 Seeschlangen und 9 Elapinen (aus Cal-
lophis, Doliophis, Bungarus und Naia) vertreten. Hierzu kommen
noch 4 Amblycephalus und 4 Crotalinen (zwei Ancistrodon und
zwei Lachesis). Giftschlangen scheinen im Gebiete weder häufig,
noch gefährlich zu sein.
Nieolle, ©., et Comte, C. Sur le röle possible de Hyalomma
aegyptium dans l’infection hemogregarinienne de Testudo mauri-
tanica. Paris, C. R. soc. biol., 58, 1905 (1045—1046).
Nieden, Fritz. Über einige westafrikanische Frösche. (Vorl.
Mitt.) Berlin, SitzBer. Ges. natf. Freunde, 1907 (228—229).
Nikolski, A. M. (1). Reptilien und Amphibien, gesammelt
von Herrn N. A. Zaroudny in Persien 1903—1904. St. Peters-
burg, Ann. Mus. zool. Ac. Se., 10, 1905 (1907) (260—301), 1 Taf.
(russisch).
Außer zahlreichen neuen Arten, Unterarten und zwei neuen
Gattungen (s. Geckonidae, Agamidae, Amphisbaenidae, Lacertidae,
Scincidae, Glauconiidae, Boidae, Colubridae) enthält diese Ausbeute
noch viele andere z. T. sehr bemerkenswerte Arten, wie Bunopus
tuberculatus Blanf., Hemidaciylus persicus Anders., Phryno-
cephalus persicus Fil., Eremias persica Blanf., Ablepharus brandti
Str., Contia persica Anders., Tarbophis iberus Eichw. usw. Auch
das Vorkommen von Anguis fragilis, Coluber longissimus (var.
nigra nov.), Coronella austriaca bei Astrabad, sowie von Psam-
mophis schokarı im Irak-Adschemi ist wegen der weit östlichen
42 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Lage dieser Fundorte von Interesse. Die Batrachier der Coll.
Zarudny gehören den weitverbreiteten Arten Rana esculenta
(jedenfalls ridibunda!), Bufo viridis und Hyla arborea an.
- — (2). Alsophylax laevis sp. nov. Geckonidarum. St. Peters-
burg, Ann. Mus. Zool. Ac. Se., 10, 1905 (1907), (333—335).
*— (3). Zur Verteidigung der Theorie der geschlechtlichen
Zuchtwahl. Charkov, 1907 (22) (russisch).
— (4). Bestimmungstabellen für die Reptilien und Amphibien
des Russischen Reiches. Charkov, 1907 (VI-+182) (russisch).
iNopesa, E. (1). Ideas on the origin of flight. London, Proc.
Zool. Soc., 1907 (222—236).
Verf. schließt aus dem Verhalten des Extremitätenskelettes
verschiedener Pterosaurier (Dimorphodon, Rhamphorhynchus,
Pterodactylus, N yctodactylus), daß diese sich wie die Fledermäuse
aus baumbewohnenden Quadrupeden entwickelt haben, bei
welchen im Zusammenhang mit der Ausbildung eines’ Patagiums
beide Gliedmaßenpaare gleichmäßig für den Flug in Verwendung
gebracht und für die Bewegung auf dem Boden untauglich wurden,
während die Vögel von bipedal laufenden Dinosauriern abzuleiten
sind, bei welchen die Vordergliedmaßen allmählich in Flügel sich
umwandelten, ohne die terrestrische Bewegung zu behindern.
1— (2). Zur systematischen Stellung von Palacrodon. Cen-
tralbl. Min., Stuttgart 1907 (526—527).
*Notestein, F. N. The Ophidia of Michigan with an analytical
key. Lansing, Rep. Mich. Acad. Sei., 7, 1905 (111—125).
Novikoff, M. Das Parietalauge von Lacerta agilis und Anguis
fragilis. Biol. Centralbl., 27. Bd., p. 364—370, 405—414, 9 figg.
Histologie des Parietalauges, das bei Lacerta in der Form
variiert: Das Auge zeigt bei beiden Arten eine unverkennbare
Beziehung zur Rezeption von Lichtstrahlen; die erwachsenen
Tiere besitzen einen das Auge mit dem Gehirn verbindenden
Nerv. Die Retina läßt drei Arten von Zellen erkennen, was einen
relativ hohen Grad von Vollkommenheit anzeigt; die Hauptmasse
des Pigments liegt unterhalb der eigentlichen Retina, so daß die
den einfallenden Lichtstrahlen zugewandte Seite derselben fast
ausschließlich durch lichtrezipierende Elemente besetzt ist. Der
Glaskörper ist ähnlich wie der der paarigen Amniotenaugen, die
Cornea, d.h. der pigmentfreie Teil des Integuments über dem
Auge, durchsichtig, so daß man das Parietalauge kaum für ein
ganz rudimentäres Organ ansehen kann. — Ausf. Ref. im Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 170.
Nussbaum, A. Über die Abhängigkeit der Sekretion der
Drüsen in der Daumenschwiele der Rana fusca vom R. eutaneus
antebrachii et manus lateralis. (Vorl. Mitt.) Anat. Anz., Jena,
30, 1907 (578—579).
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 43
Nach Reizung des betr. Nerven (N. castan. antebr. et man.
lat.) konnte Erweiterung der Drüsenausführungsgänge und ver-
stärkte Sekretion in den Drüsen der Schwiele am Innenfinger
von Rana temporaria beobachtet werden.
Nussbaum, Josef. Ein Fall von Viviparität beim Proteus
anguineus. Biol. Centralbl., Leipzig, 27, 1907 (370—375).
Berichtet über die Geburt eines 12,6 cm langen Grottenolmes
am 12. Oktober 1904, dessen Augen als zwei dunkle Punkte deutlich
bemerkbar waren, und dessen linke vordere Extremität nur zwei
Zehen hatte, während die rechte hintere überhaupt fehlte. Der
linke Ovidukt des Muttertieres erwies sich als von viel größerem
Durchmesser als der rechte, er war sackförmig, dabei sehr dünn-
wandig, die äußere Kloakenöffnung war etwas breiter als ge-
wöhnlich. Verf. weist auch auf den von Michahelles ver-
öffentlichten Fall hin, daß am 17. Juni 1825 die Geburt von
1,5 Zoll langen Grottenolmen vor Zeugen stattgefunden habe.
In dem von Nussbaum beschriebenen Fall ist es weiter bemerkens-
wert, daß die Mutter 13 Monate vor der Geburt keine Nahrung
zu sich genommen hatte. und daß der betreffende Leitungsweg
keinerlei Anpassung an die Ernährung der Frucht erkennen ließ.
Nussbaum, M. (1) Experimentelle Bestätigung der Lehre von
der Regeneration im Hoden einheimischer Urodelen. Arch. ges.
Physiol., Bonn, 119, 1907 (443—450).
— (2). Transport lebender Amphibien. Wochenschr. f. Ag.
u. Terr.-kunde, XIV, 1907 (513).
Einrichtung zum Transport lebender Frösche.
Oelze, F. W. (1). Sandottern im Terrarium. Bl. f. Ag. u.
Terr.kunde, XVIII, 1907 (96—98, 2 figg.).
Beschreibung des Gefangenlebens von Vipera ammodytes.
Daß diese Schlange ihre eigentliche Heimat in Italien haben und
auch in Südbayern vorkommen soll, ist natürlich grundfalsch.
Es ist bedauerlich, daß namentlich letztere Angabe noch immer
auftaucht. Wenn Verf. die Sandotter als „gutartig, duldsam und
fast friedfertig‘“ bezeichnet, so ist diese Angabe wohl mit Vorsicht
aufzunehmen; wenngleich diese Art wirklich eher sich an den
Pfleger gewöhnt als andere Vipern, so kann ein auf ihre Gutartig-
keit vertrauender Pfleger doch leicht sehr böse Überraschungen
erleben (s. p. 111). — 3 Abbildungen von Sandottern beim Freß-
akt s. 374—375.
— (2). Axolotl. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907,
p. 281—283, 2 figg.
Beschreibung, wobei, wie gewöhnlich, das mexikanische Ambly-
stoma mit dem nordamerikanischen A. tigrinum (mavortium)
zusammengeworfen ist. Verf. führt als wahrscheinlichste Er-
klärung für die Neotenie des mexikanischen Axolotls an, daß
früher das Hochland von Mexiko mit Wald bedeckt war, in welchem
44 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Molche sich gut ernähren konnten, dieser in neuerer Zeit aus-
gerodet und das Land den sengenden Sonnenstrahlen preis-
gegeben war, so daß die Axolotl-Molche nur dadurch dem Aus-
sterben entgingen, daß sie schon im Wasser geschlechtsreif wurden.
Weitere Bemerkungen beziehen sich auf Ernährung, Fortpflanzung
und Aufzucht der Jungen. Abbildung des Laiches.
— (3). Der Moloch. Bl. f. Ag. u. Terr.kunde, XVIII, 1907,
p. 293—294, 3 figg.
Beschreibung, einige Worte über das Verhalten in Gefangen-
schaft. Abbildungen nach dem Leben.
— (4). Zwei Riesenfrösche. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII,
1907, p. 472, 2 figg.
Abbildung von Rana catesbyana und adspersa, nebst einigen
Bemerkungen namentlich über die Nahrung beider Arten.
Oga, Ichiro. Ishigame no kaibo. (Die Anatomie von Clemmys
japonica.) Dobuts. Z., Tokyo, 19, 1907 (205—221, 257— 278), 2 Taf.
Ogilby, J. D. A new tree frog from Brisbane. Brisbane,
Proc. R. Soc. Queensland, 20, 1906 (31).
7Osborn, Henry Fairfield. A mounted skeleton of Nao-
saurus, a pelycosaur from the Permian of Texas. New York,
N.Y., Bull. Amer. Mus. Nat. Hist., 23, 1907 (265—270), Taf.
Osburn, Raym. €. Adaptive Modifications of the Limbs’
skeleton in Aquatic Reptiles and Mammals. Ann. N. Y. Acad.
Sc. Vol. 16 (447—482), 2 Taf.
Wirkung der Anpassung an das Wasserleben auf die Extremi-
täten bei Reptilien und Säugern. Verkürzung der Extremität,
Krümmung und Verlängerung nach hinten, Hand in Hand gehend
mit Krümmung der Knochen eine Verlängerung der inneren Finger
oder Zehen; Reduktion oder Verlust der Hintergliedmaßen, distale
Verbreiterung, Parallelismus oder Konvergenz der beiden Glied-
maßen derselben Seite, Verwischung der Unterschiede der einzelnen
Knochen in Form und Funktion, Verlängerung der Finger, Hyper-
phalangie und Hyperdactylie, Auftreten kleiner Knochenstücke,
Concentration des Skeletts mit Ausnahme des distalen Abschnittes,
Verknorpelung der Gelenke und Verlust ihrer Beweglichkeit und
der Vorsprünge für den Muskelansatz.
Otto, Hugo. Neue Beobachtungen über den Winterschlaf
unserer Wasserfrösche. Zool. Beob., Frankfurt a. M., 48, 1907
(280— 281).
Verf. beobachtete mehrmals am Niederrhein Wasser- und
auch Grasfrösche unter dem Eise schwimmend. Er spricht, an
dieses Vorkommen anknüpfend, die Ansicht aus, daß der Frosch
bei kalter Witterung im Wasser bleibt, ohne auch im Winter zu
erstarren, er hält sich zu dieser Zeit auf dem Grunde der Gewässer
auf; erst wenn der Bodenschlamm gefriert, tritt ein wirklicher
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 45
Winterschlaf ein, der also kein freiwilliger, sondern ein aufge-
zwungener Zustand ist.
Ouwens, P. A. On a new method of preserving snakes and
other reptiles.. Buitenzorg, Bull. Dep. Agric. Indes Neerl, 8,
1907 (15—17).
*Pensa, Antonio. Ancora a proposito d’una particolaritä di
struttura del timo ed osservazioni sullo sviluppo del timo negli
anfibli anuri. Pavia, Bull. Soc. Med.-chirurg., 1904 (65—79).
Peracca, M. 6. Spedizione al Ruwenzori di S. A. R. Luigi
Amedeo dis Savoia Duca degli Abruzzi. Nuovi Rettili ed amfibi;
diagnosi perventive. Torino, Boll. Musei zool. anat., 22, N. 553,
1907 (1—3).
Phisalix, €. Sur la presence de venin dans les oeufs de
Vipere. Paris, C.R. soc. biol., 59, 1905 (15—17).
tPlieninger, Felix. Die Pterosaurier der Juraformation
Schwabens. Palaeontographica, Stuttgart, 53, 1907 (209—
—314), 6 taf.
Die ursprüngliche Phalangenzahl der Saurierhand (2, 3, 4,
4, 3) hat bei den Pterosauriern am 2. und 3. Finger um eine
Phalange ab-, am 5. im Zusammenhang mit der Beanspruchung
beim Flug um eine zugenommen, während der 4. unverändert
geblieben ist. Der Spannknochen wird als erstes Carpale oder
Metacarpale oder wie der lange, dünne Knochen neben dem
Radius bei Pterodactylus als Sehnenverknöcherung aufgefaßt.
Pflüger, E. Ob die Entwicklung der sekundären Geschlechts-
charaktere vom Nervensystem abhängt? Arch. ges. Physiol.,
116. Bd., p. 375—383.
Nach Durchschneidung des die Daumenschwiele der männ-
lichen Rana fusca versorgenden Nerven atrophiert die Schwiele
infolge von Lähmung der Empfindung in der Hand des Tieres.
Paton, Stewart. The Reactions of the Vertebrate Embryo
to Stimulation and the Associated Changes in the Nervous System.
Mitt. Zool. Stat. Neapel, 18. Bd., p. 535—581, fig., Taf. 23—25.
Erstes Auftreten von Bewegungen und von Reaktionen auf
chemische, Licht- und Berührungsreize, u. a. bei Amblystoma,
Salamandra, Rana und Lacerta. Da die ersten Herz- und Körper-
bewegungen auftreten, ehe noch differenzierte Nerven am Herzen
vorhanden sind, so schließt Verf., daß durch die zwischen den
Zellen bestehenden Plasmabrücken Impulse geleitet werden können.
Prowazek, S. Beitrag zur Kenntnis des Blutes der Reptilien.
Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (919—920).
Vielfach gelappte Kerne in den roten Blutkörperchen des
javanischen Gecko (wohl @. verticillatus), Bemerkungen über
die weißen Blutzellen.
46 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Polieard, A. Sur les formations mitochondriales du rein des
Vertebres. Paris, ©. R. soc. biol., 59, 1905 (380—382).
Poulton, E.B., and Longstaff, G. B. A few notes on South
African Chamaeleons, ete.. London, J. Linn. Soc. Zool., 30, 1907
(45—48) (s. p. 34!).
Prenant, A. Les cellules ciliees et les cellules muqueuses
(avec leures formes intermediaires) dans l’epithelium oesophagien
du Triton. Paris, ©. R. soc. biol., 58, 1905 (328—329), et Reunion
biologique de Nancy, 1905 (18—22).
Reagan, Albert B. Säugetiere, Reptilien und Amphibien
vom Rosebud-Indiana-Reservatgebiet in Süd-Dakota.. Zool. Anz.,
Leipzig, 32, 1907 (31—32).
Von den Reptilien werden außer Chelydra serpentina? nur
Schlangen genannt (5 Arten); Sistrurus catenatus und Crotalus
horridus? sollen allenthalben sehr zahlreich sein und im Herbst
an warmen Tagen aus den Höhlen in den Rattle-Snake-Buttes
zu Tausenden hervorkommen, um sich zu sonnen.
Reese, Albert M. The breeding habits of the Florida alligator.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., Misc. Collect. Q., 48,
1907 (381—387).
Regaud, Cl., et Favre, K. Recherches sur les fusesux neuro-
musculaires des Ophidiens. Bibliogr. anat., Nancy, 14, 1905
(2938—310).
Renaut, J. Les grains et les vesicules de segregation intra
protoplasmique des cellules du cartilage hyalin. ©. R. ass. anat.
6°session (Toulouse), Nancy 1904 (67—72).
. Reinke, F. Die quantitative und qualitative Wirkung der
Ätherlymphe auf das Wachstum des Gehirns der Salamander-
larve. Arch. EntwMech., 29. Bd., p. 239—284, 30 figg.
Wirkung der Behandlung von Larven von Salamandra mit
Ätherwasser auf das Gehirn im Ganzen und auf die Struktur, die
auf die Vermehrung des Liquor cerebri zurückgeführt wird. —
Ref. im Jahresb. Zool. Stat. f. Neapel 1907, p. 138.
Ribbing, L. Die distale Armmuskulatur der Amphibien,
Reptilien und Säugetiere. Zool. Jahrb., Jena, Abt. f. Anat.,
23, 1907 (587—682), 2 Taf.
Distale Armmuskulatur und ihre Innervierung bei Cheloniern,
Sauriern, Krokodilen und Säugern, mit teilweiser Neubenennung
der ausführlich beschriebenen Muskeln. Discoglossus ist wichtig
für das Verständnis von Rana. Die Armmuskulatur der Chelonier
ist mit der der Urodelen vergleichbar, diese aber schwierig mit der
der Saurier und Krokodile. Hatteria verhält sich saurierähnlich.
— Ref. in Zool. Centralbl. XV. p. 806.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 47
+Riggs, Elmer S. The fore leg and pectoral girdle of Moro-
saurus, with a note on the genus Camarosaurus. Chicago III.,
Field Columb. Mus. Pub., Geol. Ser. 1, 1901 (273—281), Taf.
Rollinat, Raymond. Observations sur la nourriture des
Reptiles du departement de l’Indre. Reptiles utiles. Reptiles
nuisibles. Paris, Bul. soc. nat. acclim., 52, 1905 (1906), (185—198).
Rooy, Petronella Johanna de. Die Entwicklung des Herzens,
des Blutes und der großen Gefäße bei Megalobatrachus maximus
Schlegel. Jenaische Zs. Natw., 42, 1907 (309—346), 6 Taf.
Entstehung des Pericards, einen Tag vor Entstehung des
Herzendothels und primären Herzschlauches, das vorn in die
ersten Aortenbogen, hinten in die Venae omphalomesentericae
übergeht. Die Aorta geht wie das Herzendothel aus ausgeschiede-
nen Mesodermzellen hervor, die übrigen Gefäße als Lücken im
Mesenchym. Auch (im 2. Teil der Arbeit) Referat über die
wichtigsten Arbeiten über Herz- und Gefäßentwicklung bei
Amphibien und Fischen.
Ross, R., J. E. S. Moore and C. E. Walker. On the existence
of centrosomes and other structures in the red blood-corpuscles
of the Vertebrates. Trans. Path. Soc. London, Vol. 58, p. 107
—118, Taf. 3.
Blut von Siredon, Crocodilus u. &. mit besonderer Rücksicht
auf die Granulationen in den Erythrocyten, die als Centrosomen
und Reste von Kernen aufgefaßt werden.
Rothschild, W. A new species of Giant Tortoise. Tring.
Nov. Zool., 13, 1906 (753—754).
Roux, J. (1). Diagnosen neuerer Reptilien aus Asien und
Amerika. Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (762—765).
— (2). Beiträge zur Kenntnis der Fauna von Südafrika.
Ergebnisse einer Reise von Prof. Max Weber im Jahre 1894. VII.
Lacertilia (Eidechsen). VIII. Ophidia (Schlangen). Zool. Jahrb.,
Jena, Abt. f. Syst., 25, 1907 (403—444, 732—742), 3 Taf.
Das Material stammt vorwiegend aus der Ausbeute von
-Prof. Max Weber, z. T. aber auch aus der von Breyer in Trans-
vaal zusammengebrachten Sammlung. Es enthält Phyllodactylus
lineatus Smith vom Büffelfluß bei Laingsburg, Oedura nivaria
Blngr. von Durban und Transvaal, ein großes Exemplar von
Homopholis wahlbergi (Smith) von 190 mm Länge aus Transvaal,
Pachydactylus formosus Smith von .Rustenburg, Transvaal,
P. mariquensis Smith von Öokiep, Klein- Namaland, Rhop-
tropus ocellatus Blngr. von Klipfontein, Klein-Namaland, (Rhop
iropus ist nach dem Verf. synonym mit Phelsuma), Agama
distanti Blngr. von Rustenburg und dem Prätoria-Distrikt,
A. brachyura Bilngr. von Matjesfontein, Kapkolonie, Stein
kopf, Klein-Namaqualand und zwischen dem Oranjefluß
und Jakhalswater; Zonunus jonesi Blngr. vom Limpopo und
48 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Prätoria-Distrikt (Z. vittifer Reichmar ist nur eine Var. von
Z.cordylus L.), Varanus albigularis Daud. und niloticus Laur. von
Natal und Transvaal, Eremias suborbitalis Ptrs. von Matjesfontein,
vom ÖOranjefluß, vom Steinkopf und Jakhalswater, E. burchellii
DB. von Matjesfontein, E. capensis (Smith) vom Steinkopf und
Jackhalswater, Gerrhosaurus typicus (Smith) von Klipfontein,
Mabuia grueizneri vom Prätoria-Distrikt, M. occidentalis Ptrs. von
Klein-Namaland, der Kapkolonie und Transvaal, Typhlosaurus
lineatus vom Steinkopf, O'hamaeleon caffer Bttgr. (seit seiner Ent-
deckung bisher nicht mehr gefunden) von Verulam, Natal, Ch.
damaranus Blngr. vom Prätoria-Distrikt. Als neu haben sich
erwiesen sechs Arten (s. Geckonidae, Lacertidae, Gerrhosauridae und
Scincidae). — Die Schlangenausbeute ist von geringem Interesse.
Die neue Art von Psammophis stellt zweifellos eine bereits be-
kannte Varietät von Trimerorhinus rhombeatus vor.
— (3). Sur quelques reptiles sud-africains. Rev. Suisse
Zool., 15, 1907 (75—86).
Verf. nennt u. a. Typhlops schlegelii Bianc. von Rikatla,
Mozambique, Xenocalamus mechowii von Barotseland, ebendaher
auch Amphisbaena quadrifrons Ptrs.; ferner Acontias plumbeus
Biane. von Shilouvane, Transvaal, Typhlosaurus aurantiacus von
Rikatla, außerdem 2 nn. spp. (Colubridae, Scincidae) und In. var.
(Colubridae).
— (4). Revision de quelques especes de Reptiles et Amphi-
biens du Perou descrites par Tschudi en 1844—1846. Rev. Suisse.
Zool., 15, 1907 (293—303).
Ruffini, Angelo (1). Contributo alla conoscenza della Onto-
genesi degli Anfibi urodeli ed anuri. Nota seconda. Anat. Anz.,
Jena, 31, 1907 (448—472).
Gastrulation von Rana esculenta und Bufo vulgaris, die im
wesentlichen wie bei den Urodelen vor sich geht.
— (2). Contributo alla conoscenza della Ontogenesi degli
Anfıbi anuri et urodeli. Archivio ital. anat. Embriol., Firenze, 6,
1907 (129—156), 3 Taf.
Gastrulation bei Triton cristatus. Drei Zonen der Blastula;
aus der mittleren, enterodermatischen entwickelt sich das Entero-
und Mesoderm. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 79.
— (8). Appunti di citologia intorno agli elementi ecto-
dermici della gastrula negli anfibi urodeli. Nota 3a. Atti
Accad. Fisiocrit.Siena No. 718, 4 pagg., 2 figg.
Im Stadium der eben beginnenden Gastrulation fand Verf.
an Ektodermzellen der Eier von Triton cristatus an den von Dotter-
plättchen freien Stellen im Plasma ein mit Ehrlich’schem Haema-
toxylin färbbares Netz, das die Filarmasse des Protoplasmas
vorstellt.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 49
Ruthven, Alexander 6. A collection of reptiles and amphibians
from Southern New Mexico and Arizona. New York, N. Y.,
Bull. Amer. Mus. Nat. Hist., 23, 1907 (483—603).
Der Beschreibung des umfangreichen, bei Alamogordo in
Neu-Mexiko und bei Tucson in Arizona gesammelten Materials
geht eine eingehende, durch photographische Aufnahmen er-
läuterte Schilderung der Lokalitäten und ihrer Boden- und
Vegetationsverhältnisse voraus. Bei allen Arten wird Literatur,
Vorkommen, Beschreibung der Individuen, Lebensweise, event.
Daten über Fortpflanzung angegeben. Verf. nennt Scaphiopus
couchii von Tucson, Bufo cognatus (T.), alvarius (Sabino Cafion),
punctatus (Alamogordo), lentiginosus woodhousiü (A.), Hyla areni-
color (Sabino Canon, Santa Catalina-Gebirge), Rana pipiens
(S. C., S. Cruz River, T.); ferner 20 Arten von Eidechsen, 12 von
Schlangen und 2 von Schildkröten (Cinosternum sonoriense und
Terrapene ornata). Verf. schließt die sehr ausführliche und für
die Kenntnis des Gebietes wertvolle Arbeit mit einer Besprechung
der beiden Faunen vom tiergeographischen Standpunkte aus.
Rynberk, G. van. Sulla segmentazione metamerica del
midollo spinale ‚Polioneuria o Mielomeria“. Nota} I: Rettili.
Contributo critico e di anatomia microscopia. Mon. zool. ital.,
Firenze, 18, 1907 (140—152).
Das Rückenmark erwachsener Exemplare von Zamenis,
Vipera und Tropidonotus läßt keine Segmentierung erkennen.
Sambon and Seligman, C. G. Descriptions of five new species
of Haemogregarines from snakes. London, Proc. Zool. Soc.,
1907 (283— 285).
Aus den Erythrocyten von Python molurus und spilotes,
Pseudaspis cana, Zamenis flagelliformis und Coluber corais.
Sanzo, Luigi (1). Contrazioni ritmiche antiperistaltiche nell’
intestino terminale di larve di Discoglossus pietus. Roma, Rend.
Acc. Lincei (Ser. V), 16, Semestre 2%, 1907 (149—151).
— (2). Sul ritmo dei cuori di due larve di Disco-
glossus saldate insieme. Roma, Rend. Acc. Lincei (Ser. V), 16,
Semestre 1°, 1907 (979—981).
Satunin, K. A. Skizzen zur Naturbeschreibung des Kaukasus.
V. Am Ufer des Kaspischen Meeres. Jestestv. i geogr., Moskva,
12, 2, 1907 (1—17) (russisch).
Sauerbeck, Ernst. Eine Gehirnmißbildung bei Hatteria
punctata (Sphenodon punctatus). (Eversio encephali e neuroporo.
Transgressus persistens laminae nervosae in epidermiden. An-
ophthalmia duplex partialis [Defectus oculi nervosi et lentis].)
Kritische Monographie als Beitrag zu einer rationellen Teratologie
des Gehirns. Halle, Nova Acta Leop. 85, 1906 (1—120), 2 Taf.
tSauvage, H. E. Vertebres, in: Note sur l’Infralias de Pro-
vencheres.. Chaumont 1907 (6—17), Taf. III.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (III.) 4
50 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Scherer, Jos. (1). Herpetologische Beobachtungen am Kap
Verde. Bl. Aquarienkunde, Magdeburg, 18, 1907 (41—45).
Färbung und Lebensweise verschiedener vom Verf. in Sene-
gambien beobachteter Reptilien (Acanthodactylus scutellatus,
Latastia longicaudata — diese neu für Westafrika —, Agama
colonorum, Chamaeleon senegalensis, Tarentola ephippiata, Nara
haie); auch eine Mabuwia (wahrscheinlich eher ein Lygosoma),
eine Baumschlange, zwei unbestimmte Baumfrösche und Bufo
regularis werden genannt. Abbildung von C'hamaeleon senegalensis.
— (2). Die Atlas-Agame (Agama bibroni). Bl. f. Ag. u.
Terr.kunde, XVIIL, 1907 (421—423, fig.).
Beschreibung des Fanges dieser Agama im Djebel el Melias
im marokkanischen Atlas, sowie der Färbung der beiden Ge-
schlechter nach dem Leben.
— (3). Eine Jagd auf den Nilwaran am Senegal. Bl. f. Ag.
u. Terr.kunde, XVIII, 1907 (1—4), Taf.
— (4). Die Hornviper. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII,
1907 (3831—383, fig.).
Beschreibung des Fanges von Cerastes cornutus in der marok-
kanischen Sahara (Figig.).
Schaeppi, Th. Über den Zusammenhang der Epithelzellen
des Darmes. Arch. Mikr. Anat., 69. Bd. (791—806), Taf. 27.
Darmepithelien von Rana nach Maceration in Osmium-
Essigsäure.
Schmalhausen, J. J. Die Entwicklung des Skelettes der
vorderen Extremität der anuren Amphibien. (Vorl. Mitt.) Anat.
Anz. Jena, 31,107 (#71 187).
Entwicklung des Vorderbeinskelettes bei Pelobates, Bombr-
nator, Hyla, Rana temperaria, Bufo von dem Stadium des Auf-
tretens von Knorpeln an; ein Praepollex existiert nicht. Verf.
konnte embryonal 15 Carpuselemente nachweisen, deren Zahl bei
Pelobates und Bufo auf 7, bei den übrigen auf 5 sich reduziert;
er führt die definitiven proximalen Carpalia auf Verschmelzung
von je drei Stücken zurück.
Schmidt, H. E. Über den Einfluß der Röntgenstrahlen auf
die Entwicklung von Amphibieneiern. Arch. mikr. Anat., Bonn,
71, 1907 (248—253), 1 Taf.
Wirkung von X-Strahlen auf Embryonen von sSeredon mit
eben geschlossenem Medularrohr; die Wirkung war namentlich
auf das Nervensystem eine zerstörende und führte zur Entwick-
lungshemmung, zum Auftreten von Mißbildungen und schließlich
zum Tode.
Schmidt, Martin. Labyrinthodontenreste aus dem Haupt-
konglomerat von Altensteig im württembergischen Schwarzwald.
Stuttgart, Jahreshefte Ver. Natk., 63, 1907, Beilage, Mitt. geol.
Abt. Stat. Landesamt, N.2 (1—10), 1 Taf.
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 51
Schmidtgen, Otto. Die Kloake und ihre Organe bei den
Schildkröten. Zool. Jahrb., Jena, Abt. f. Anat., 24, 1907 (357
—414), 2 Taf.
Verf. untersuchte den Urogenitalapparat zahlreicher Schild-
krötenarten aus den Gattungen Chelydra, Cinosternum, Chrysemys,
Malacoclemmys, Damonia, Clemmys, Emys, Cistudo, Nicoria,
Testudo, Thalassochelys, C'helone, Sternothaerus, C'helodina, Trionyz
und Emyda. Die Kloake ist immer schlauchförmig, dorsal vom
vorderen Ende mündet das Rectum, ventral der Sinus urogenitalis,
Hinter der Mündung des letzteren liegt der Penis resp. die Clitoris,
die diesem sehr ähnlich ist, aber niemals ein freies Ende besitzt.
Zwischen Urodäum und Proctodäum ist eine Grenze wegen der
Kleinheit des letzteren nicht auffindbar. Der aus zwei Längs-
falten lateral von den Urogenitalpapillen entstehende Urogenital-
sinus fehlt bei Trionyx; hier ist nur die Anlage dieser Falten vor-
handen, die bei Emys und Chelone vollständig verwachsen. Die
Harnblase ist bei Emys kugel-, bei T’rionyx birnförmig, bei Testudo
zweizipfligs. Peritonealcanäle waren immer nachweisbar. — Ref.
in Zool. Centralbl. XIV (571).
Schmincke, Alex. Die Regeneration der quergestreiften
Muskelfasern bei den Wirbeltieren. Verh. Phys. Med. Ges. Würz-
burg (2), 39. Bd. (15—130), 2 Taf.
Es wurden von Amphibien Rana, Bufo, Hyla und Triton
untersucht, und es ergab sich, daß die Neubildung stets von den
alten Fasern ausgeht. Bei den Anuren war die Kernteilung ami-
totisch wie bei den Fischen, bei Triton aber auch mitotisch. Die
Regeneration war quantitativ bei Anuren stärker als bei Fischen,
bei Triton nahezu eine vollkommene. — Ref. im Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 65.
Schnee. Eine seltsame Schildkrötenart. (Platemys spixü
D. u. B.) Wochenschr. Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907
(195—196).
Beschreibung der Art und ihres Verhaltens im Terrarium,
Im Gegensatz zum Verf. fand Ref. diese Schildkröte rein aquatisch,
gegen Kälte wenig empfindlich und auch durchaus nicht wählerisch
in der Nahrung.
Schuberg, August (1). Untersuchungen über Zellverbindungen.
Tl. 2. Zs. wiss. Zool. Leipzig, 87, 1907 (551—602), 4 Taf.
— (2). Über Zellverbindungen. Vorl. Bericht. II. Heidel-
berg, Verh. nathist. Ver., N. F., 8, 1907 (426—434).
Über Zellverbindungen zwischen Corium und Epidermis bei
Siredonlarven, Salamandra, Bombinator, Ichthyophis und Proteus.
— Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 60.
Schubotz, H. Bemerkungen über Intercellularstrukturen
und die Cuticula der Amphibienlarven. Arch. Biont., Berlin, 1,
1906 (351—365), 1 Taf.
4*
52 IH. Reptilia und Amphibia für 1907.
Intercellulargebilde und Cuticula des Schwanzes der Larve
von Rana temporaria und Siredon pisciformis. Die Waben des
Cuticularsaumes werden als Ausdruck der alveolären Zellstruktur,
nicht als Sekretionsprodukt betrachtet.
Sehultze, Oskar. Über den Bau und die Bedeutung der
Außencuticula der Amphibienlarven. Arch. mikr. Anat. Bonn,
69, 1907 (544—562), 1 Taf.
Wabiger Saum der Deckzellenschicht an der Epidermis von
Pelobates, Rana und Salamandra;, die Waben sind wahrscheinlich
nach außen geöffnet und secernieren aufquellende Gewebe.
tSeeley, H. G. Evidences of a mandible of a new Labyrintho-
dont from the Upper Karroo beds of Cape Colony (Ptychosphenodon
browni). London, Geol. Mag., 4, 1907 (433—436), Taf. XIX.
Seemann, John. Über die Entwicklung des Blastoporus
bei Alytes obstetricans. Anat. Hefte, Wiesbaden, Abt.1, 33,
1907 (315—409), 9 Taf.
Bildung des Blastoporus, des Mesoblasts, Primitivstreifens,
Darmkanals und der Chorda. — Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1907, p. 77.
Seitz, Adolf L. L. Vergleichende Studien über den mikro-
skopischen Knochenbau fossiler und rezenter Reptilien und
dessen Bedeutung für das Wachstum und Umbildung des Knochen-
gewebes im allgemeinen. Halle, Nova Acta Leop., 87, 1907
(229—370), 14 Taf.
Knochenstruktur zahlreicher rezenter und fossiler Reptilien
vorwiegend nach Schliffen durch Femur, Humerus und Rippen.
Auftreten besonders ausgebildeter Generallamellen, die auf ver-
mehrtes Wachstum nach dem alljährlich eintretenden Winter-
schlaf zurückgeführt werden. Sekundäre Gefäßsysteme im
Knochen, durch Ausfüllung von Resorptionsräumen durch kon-
zentrische Lamellen entstanden, sind besonders bei Dinosauriern
mit Ausnahme von Pteranodon, bei Mosasaurus, Baptanodon,
Plesiosaurus und Trematosaurus zu beobachten; bei den Dino-
sauriern ist die Knochenentwicklung auf der höchsten Stufe und
steht der der Säuger nahe. Sehr ähnlich ist die Knochenstruktur
der Krokodile (Goniopholis, Diplocynodon, Alligator und Orocodilus),
aber auch noch verschiedener anderer Reptilien, wie Palaevaranus,
Varanus usw., dagegen wesentlich verschieden Glaphiorhynchus
und Üricosaurus. — Ref. in Zool. Centralbl. XIV (789).
Sergent, Edmond, et Sergent, Etienne. Hematozoaires de
Rana esculenta en Algerie. Paris, C. R. soc. biol. 58, 1905 (670
—672).
Siebenrock, F. (1). Chrysemys ornata callirostris Gray, eine
selbständige Unterart. Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (790—
— 792) (6531).
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 53
— (2). Die Schildkrötenfamilie Cinosternidae. Wien, Sitzb. Ak.
Wiss., 116, Abt. I, 1907 (527—599), 8 Textfig. 2 Taf. 2Kartenskizzen.
Eine wertvolle Monographie dieser Schildkrötengruppe, die
sich nicht nur auf die Osteologie, Systematik, Ethologie und geo-
graphischen Verbreitung der Cinosternum-Arten selbst beschränkt,
sondern auch auf die verwandtschaftlichen Verhältnisse innerhalb
der Emydiden eingeht. Aus der Gruppe der Dermatemydae wird
Claudius und Staurotypus, die mit den Cinosternidae näher ver-
wandt sind, ausgeschieden und als Unterfamilie Staurotypinae den
Cinosterninae gegenübergestellt; in der Familie Dermatemydae bleibt
nur Dermatemys, die an den Schluß der Chelydroiden-Gruppe zu
stellen ist. Die Cinosterniden sind phylogenetisch von den Chely-
driden abzuleiten, was durch die Ausbildung der rippenförmigen
Fortsätze des Nuchale, der Form des Plastrons und seiner Ver-
bindung mit dem Carapax nachweisbar ist; die Anordnung der
einzelnen Gattungen in ihrer phylogenetischen Aufeinanderfolge
ist folgende: 1. Chelydra, 2. Devisia, 3. Macroclemmys, 4. Claudius,
5. Staurotypus, 6. Cinosternum. Während Chelydra fossil mehr-
fach in Europa und Nordamerika gefunden wurde, sind fossile
Reste von Cinosternum bisher unbekannt, was auch wieder für
das höhere Alter der erstgenannten Gattung spricht. — In der
systematischen Bearbeitung der Cinosterniden wird der Nasen-
schild als vorzügliches Art<nmerkmal eingeführt, die Bedeutung der
Horntuberkelflecke an den Hinterbeinen der Männchen als Stridu-
lationsapparate wahrscheinlich gemacht; die Gattung Dermatemys,
die zu den Chelydroidea im selben Verhältnis steht, wie Platy-
sternum zu den Testudinoidea, wird in Tabellenform mit den
Cinosterniden verglichen, von den eryptodiren, mit Hornschilder-
panzer versehenen Schildkröten eine Synopsis der Gattungen
gegeben, ferner werden die einzelnen Familien, Unterfamilien und
Gattungen der Chelydroidea kurz charakterisiert und die Zu-
gehörigkeit einzelner fossiler Formen zu dieser Gruppe erörtert.
Die rippenförmigen seitlichen Nuchalfortsätze sind am längsten
bei den Chelydridae, etwas kürzer bei den Staurotypinae, am
am kürzesten bei den Cinosterninae. Damit parallel läuft auch
eine Veränderung des Plastrons, das bei den Chelydridae klein,
kreuzförmig, mit unbeweglichen Vorder- und Hinterlappen und
in fester Verbindung mit dem Carapax ist, während bei der
extremsten Gruppe der Cinosternidae das Plastron groß ist, die
Schale vollständig schließt und Vorder- und Hinterlappen sehr
beweglich sind. Verf. bringt den verschiedenen Grad der Aus-
bildung des Plastrons mit der Lebensweise in Verbindung, indem
die Arten mit kleinem Plastron, das Kopf, Gliedmaßen und
Schwanz freiläßt, in Sümpfen leben, in denen sie durch Trübung
des Wassers ihren Verfolgern entgehen können, während die mit
großem Plastron im klaren Wasser leben, in dem sie die vollkommen
54 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
verschließbare Schale vor ihren Feinden, deren Verfolgungen
sie hier mehr ausgesetzt sind, schützt.
Die einzelnen Arten der Cinosterniden, darunter 12 Cino-
sternum, sind sorgfältig beschrieben und es ist auch alles, was
über ihre Ethologie bekannt ist, zusammengestellt; von den
meisten ist der Schädel, von (©. steindachneri Siebenr. und bauriv
Garm. auch das Plastron, sowie auf den beiden Tafeln von beiden
Arten das ganze Tier abgebildet. Ebenso ist die geographische
Verbreitung durch Aufzählung aller bekannten Fundorte von
Cinosterniden, eine Verbreitungstabelle und zwei Verbreitungs-
karten illustriert. Die Zahl der Arten nimmt von Südmexiko
(mit 8 Arten) nach Norden, Osten und Süden ab und beträgt
im Norden der Vereinigten Staaten nur mehr zwei (odoratum und
pennsylvanicum). — Ref. in Zool. Centralbl. XVI. p. 224.
— (3). Über zwei Schildkröten aus Kamerun. Annal. k. k.
naturhist. Hofmus. Wien, XXII, 1907 (1—8, Textfig.), Taf.
Bei jungen Cinixys fehlt die Beweglichkeit des Carapax-
Hinterlappens, weshalb solche vonLatasteundBoulenger
als neue Homopus-Arten beschrieben wurden. Verf. beschreibt
ausführlich, in welcher Weise die Beweglichkeit des hinteren
Carapax-Abschnittes entsteht, und zwar durch Obliteration der
Zacken an der Naht zwischen der 7. und 8. Marginale und dem
4. und 5. Costalplattenpaar, wobei zwischen den glatten Rändern
der genannten Partien Faserknorpel entsteht, dadurch kann der
hintere Schalenrand durch einen entsprechenden Muskelapparat
nach abwärts gegen das Plastron gezogen werden und den Ver-
schluß der Schale bewirken. Die Ausbildung der Gelenkstelle
beginnt an den Marginalplatten und greift von hier aus auf die
Costalia und zum Schluß bei ganz erwachsenen Tieren auf die
Neuralia (zwischen 4. und 5.) über, die übrigens in der Mittel-
linie am geringsten entwickelte Beweglichkeit wird durch den
Bau der Wirbelsäule an dieser Stelle erleichtert. Verf. gibt auch
Beschreibung und Abbildung der komplizierten Windungen von
Trachea und Bronchien dieser Schildkröte, die äußeren Merkmale
nach einem reichen Material aus Kamerun und bildet aus diesem
ein besonders schön gezeichnetes Exemplar ab. Anschließend
finden sich Bemerkungen über die beiden übrigen Cinixys-Arten
Kameruns und die Identität von Homopus nogueyi Lat. mit
Cinixys belliana. Von Sternothaerus gabonensis werden zum ersten
Male erwachsene Exemplare beschrieben; aus Kamerun war die
Art noch nicht sicher bekannt. — Ref. in Zool, Centralbl. XV (643).
— (4). Über einige, zum Teil seltene Schildkröten aus Süd-
china. SB. Ak. Wiss. Wien, Bd. CXVI, Abt. 1, Dez. 1907 (1741
— 1776), 1 Doppeltafel, 3 Textfig.
Schildkröten aus den chinesischen Provinzen Kwang-Si und
Kwang-Tung sind z. T. ausführlich beschrieben, und zwar: Platy-
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 55
sternum megacephalum (es werden die Verwandtschaftsverhältnisse
zu den Chelydriden, vor allem Macroclemmys eingehend erörtert,
auch außer den osteologischen Eigentümlichkeiten die noch un-
bekannten Weichteile beschrieben; ein Teil der Macr. und Plat.
gemeinsamen Schädelcharaktere hängt mit dem Unvermögen,
den mächtigen Kopf in die Schale zurückzuziehen, zusammen.
Auch die inneren Organe weisen auf die Verwandtschaft von P!.
mit den Chelydriden hin. Die schwarze var. unicolor Gray von
Geoclemmys reevesvii wird von Stejneger mit Unrecht kurzweg in
die Synonymie dieser Art gestellt. Bei @. spengleri und C’yclemys
trifasciata wird die Färbung nach dem Leben beschrieben. Die
Stejneger’schen Trionyx-Arten aus Ostasien sind unberechtigt,
wie Verf. an einem reichen Material dartun konnte, die vier
„Arten‘‘ können nicht einmal als Unterarten aufrecht erhalten
werden. Die Gattung Doganıa Gray wird restituiert (Praefrontale
durch Zusammentreten von Frontale und Maxillare vom vorderen
Augenhöhlenrand ausgeschlossen). Neu beschrieben wird Trionyx
steindachneri, auch die morphologischen und ethologischen Ver-
schiedenheiten von T. sinensis werden erörtert. Letztere ist über
drei Regionen, die paläarktische, orientalische und australische,
vom 45°n. bis 10°s. Br. verbreitet.
— (5). Beschreibung und Abbildung von Pseudemydena
umbrina Siebenr. und über ihre systematische Stellung in der
Familie Chelydidae. SB. Ak. Wiss. Wien, Bd. CXVI, Abt.1,
Juli 1907 (1205—1211), Taf. I—Il.
Die Gattung stellt ein Bindeglied zwischen den südamerika-
nischen und australischen Chelydiden vor. Neuralplatten und
Temporalbogen fehlen, Parietosquamosalbogen sehr breit, Parietalia
ungewöhnlich entwickelt, von oben gesehen die ganze Schläfen-
grube bedeckend, Hals die Länge der Rückenwirbelsäule nicht
erreichend, Kiefer schmal (Unterkiefer schmäler als Orbital-
durchmesser), Humeralia sehr klein, durch das Intergulare voll-
ständig getrennt, erstes Vertebralschild nicht größer als zweites.
Krallen an den Vorderbeinen 5, an den Hinterbeinen 4.
Smith, Bertram 6. (1). The breeding habits of Amblystoma
punctatum Sinn. Amer. Nat., Boston, Mass., 41, 1907 (3831—390).
Die Spermatophoren werden bei Amblystoma punctatum nur
an horizontalen Zweigen oder Blättern abgelegt, im Gegensatz
zu den Eiern; sie haben einen durchsichtigen gelatinösen Stiel und
eine weiße, verfilzte, mit Spermien erfüllte Kappe; die Spermien
sind sehr lang, schlank und biegsam, ähnlich wie bei Triton, doch
ist das Mittelstück nur halb so lang. Die Eier werden in bis
faustgroßen Klumpen abgelegt, und zwar später als die Sperma-
tophoren. Sekundäre Geschlechtscharactere, die auf eine Um-
schlingung des 2 durch das $ hinweisen würden, fehlen. — Ref.
im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 257.
56 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (2). The life history and habits of Cryptobranchus
alleghaniensis. Woods Holl., Mass., Biol. Bull., 13, 1907 (5—39).
Biologische Beobachtungen an Urypiobranchus alleghaniensis ;
Aufenthaltsort, Dimensionen, Färbung, Lebensweise; Zahl der
Eier gegen 450; sie sind pigmentlos, die Befruchtung geschieht
im Wasser; Spermatophoren wurden nicht gefunden, die Spermien
können im Wasser etwa 15 Minuten lebend bleiben. Brutpflege
von Seite des Männchens (Bewachung der Eier). Entwicklung
der Eier, des Embryos und der Larve, Dauer des Larvenstadiums.
Schmidt, Ph. Die Atlas-Agame (Agama bibroni) im Terrarium.
Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907 (470—472).
Färbung, Nahrung, Schädlichkeit der Ernährung mit Heu-
pferden; die Eidechse klettert gerne, liebt große Wärme, trinkt,
ist gegen Nässe empfindlich.
Schuster, W. (1). Gemeiner und Kammmolch in Höhen-
regionen. Zool. Garten XLVIII, 1907 (218).
Vorkommen von Molge cristata und vulgaris im Schwarzwald
in einer Höhe von etwa 1100 m.
— (2). Werden Gras- oder Wasserfrösche vom Mäusebussard
(Buteo buteo L.) bevorzugt? Zool. Garten XLVIII, 1907 (189).
Nach den Untersuchungen des Verf.s wurden auf Horsten
des Mäusebussards ausschließlich Grasfrösche (Rana temporaria)
gefunden. Wasserfrösche scheint er nicht zu erwischen. Auch
der Storch scheint vorwiegend Grasfrösche zu fressen.
Soffel, K. (1). Der Bergmolch (Molge alpestris) in der Lüne-
burger Heide. Zool. Garten XLVIII, 1907 (320).
Auffindung von Molge alpestris bei Fallingbostel in der
Lüneburger Haide, der Alpenmolch konnte auch im Winter im
Wasser, unter dem Eise, beobachtet werden.
— (2). Gefräßigkeit des Wasserfrosches (Rana esculenta L.).
Zool. Garten XLVIII, 1907 (353).
Sokolowsky, Alexander. (1). Experimente mit Riesen-
schlangen zur Feststellung ihres Nahrungsquantums. Zool. Anz.
Leipzig, 31, 1907 (2933—296).
— (2). Die Freßleistung der Riesenschlangen. Umschau,
Frankfurt a. M., 11, 1907 (433—434).
Die Gewichtsangaben der verzehrten Tiere (die Angaben be-
ziehen sich auf dieselben Schlangen und dieselbe Nahrung wie
bei Hartmann) sind teilweise nicht unerheblich von denen
bei Hartmann verschieden. Im übrigen bringt diese Mit-
teilung ganz und gar nichts neues über den Gegenstand, denn daß
Riesenschlangen auch getötete Tiere fressen, ferner wie der Schling-
akt vor sich geht, und daß große Schlangen auch große Tiere zu
sich nehmen, ist wohl genugsam bekannt. Dagegen ist es sicher
unrichtig, wenn Verf. sagt, daß bei dem Schlinggeschäft der Unter-
kiefer nach unten „hängt“, und daß (8. 295) die Schulterblätter
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 57
und sämmtliche Rippen der Steinziege aus den Gelenken ‚‚ge-
rissen‘“ (anstatt „gezogen‘‘) waren. Auch die Dauer der Ver-
dauung, das Bad nach der Mahlzeit, die Auftreibung des Körpers
durch die Verdauungsgase und die lange Hungerfähigkeit sind
Dinge, die jedem, der auch kleinere Riesenschlangen in Gefangen-
schaft gehalten hat, bekannt sind.
Sollas, J. B. J. Reptilia and Batrachia. Zoological Record,
XVI, Vol. XLIII, 1906, p. 1—39.
Spalitta, F._ Sur la fonction du ganglion du vague chez la
Thalassochelys caretta. Arch. Ital. Biol., Tome 48 (33—44), Taf.
Über den Vagus und seine Äste bei T’halassochelys, auch
Lagebeziehungen zum Sympathicus, Bau des Vagusganglions. —
Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 179.
Speemann, Hans (1). Neue Tatsachen zum Linsenproblem.
Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (379—386).
— (2). Über embryonale Transplantation. D. med. Wochen-
schr., Leipzig, 32, 1906 (1667—1671).
Im Gegensatz zu Rana fusca regeneriert sich bei Rana esculenta
nach Ausschneiden der Augenanlage eine Linse, hier ist also der
Reiz des Linsenbechers zur Regeneration nicht notwendig.
Ssobolew, L. W. Zur Lehre über die Entwicklung von Para-
physis und Epiphysis bei den Schlangen. Arch. mikr. Anat.,
Bonn, 70, 1907 (318—329), 1 Taf.
Entwicklung von Paraphyse und Hypophyse bei Tropidonotus
und Vipera; bei Tropidonotus entwickelt sich die Epiphyse, bei
Vipera die Paraphyse zuerst; zur Ausbildung eines Parietalauges
kommt es nicht. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907,
P+ 170; "
Steindachner, Franz (1). Uber Homopholis erlangeri (n. sp.)
aus Abessinien ..... und einige Ecaudata aus Kamerun. Wien,
Ann. Nat. Hist. Hofmus., 21, 1906 (149—155), 1 Taf.
Außer der ausführlichen Beschreibung des für neu gehaltenen
Geckos finden sich noch im Nachtrag Notizen über Bufo regularis
aus Deutsch-Kamerun; Verf. hält B. latifrons Blngr. in Über-
einstimmung mit Mocquard, aber im Gegensatz zuNieden
für identisch mit regularis; ferner wird Rana ansorgi Blngr.,
Trichobatrachus robustus Blngr. und Hylambates ocellatus Moca.
vom Nyang-Distrikt erwähnt und die Rana und die letztgenannte
Art ausführlicher beschrieben.
— (2). Herpetologische Notizen (III). Wien, SitzBer. Ak.
Wiss., 116, Abt. I, 1907 (1035—1540), 1 Taf.
Beschreibung eines Exemplares von Ungalia melanura zus
Mexiko, von Hemidactylus ruspolii Blngr. (= erlangeri Stächn.).
Nachweis von Krallen bei Platypholis fasciata Blngr. (= Homo-
pholis erlangeri Stdchr.) an allen Fingern und Zehen, sowie einer
Praeanalpore jederseits beim $, Bemerkungen über Elosia nasus
58 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
und Leptodactylus gaudichaudi, für welchen letzteren der Name
Crossodactylus Dum. Bibr. restituiert wird.
Stejneger, Leonhard (1). A new salamander from Nicaragua.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus., Proc.,
32, 1907 (465—466).
— (2). A new gerrhonotine lizard from Costa Rica.
Washington, D. C., Smithsonian Inst. U. S. Nation. Mus., Proc.,
32, 1907 (505—506).
— (8). A new geckoid lizard from the Philippine islands.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., Nation. Mus., Proc., 38,
1907 (545—546).
— (4). Herpetology of Japan and adjacent territory.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus., Bull. 58,
1907 (I—-XX-+1—57), Karte, Taf.
Eine grundlegende monographische Zusammenfassung der
Reptilien- und Batrachierfauna des japanischen Reiches in seinem
jetzigen Umfange sowie von Korea, der Amur- und russischen
Küstenprovinz und der chinesischen Provinz Petschili und der
Mandschurei. Aus diesem Gebiete sind 50 Batrachier (13 ge-
schwänzte, unter den übrigen 17 Rana-Arten) und 103 Reptlien,
unter diesen 29 Eidechsen, 61 Schlangen (darunter 7 Seeschlangen)
und 7 Schildkröten. Die Anordnung des Stoffes, die sehr exakten
Abbildungen sind ähnlich wie bei den großen Werken von Cope
über die Fauna Nordamerikas; die nomenklatorischen Änderungen
sind z. T. sehr einschneidend. (Vergl. das Ref. in Zool. Centralbl.
XV, 1908, p. 342.) Neu sind 1 Molch (s. Amblystomatinae), drei
Froschlurche (s. Bufonidae, Ranidae).
— (5). A snake new to the District of Columbia. Washington,
D.C., Proc. Biol. Soc., 18, 1905 (73—74).
— (6). A new calamarine snake from the Philippine Islands.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., Misc. Collect. Q., 50, 1907
(30—31).
— (7). Specifie name of Necturus maculosus. Science, New
York, N. Y. (N. Ser.), 25, 1907 (190).
Streeter, George L. Some factors in the development of the
amphibian ear vesicle and further experiments on equilibration.
J. Exp. Zool., Baltimore, Md. 4, 1907 (431—445).
Bei Larven von Rana sylvatica und pipiens entwickelt sich eine
Ohrblase zu einem normalen Ohr auch dann, wenn man sie in
beliebiger Richtung um ihre Achse dreht oder von einer Seite
des Körpers auf die andere in der Acustieus-Begion transplantiert;
die „laterality‘“ tritt noch vor Schluß der Ohrblase auf, indem
eine linke auf die rechte Seite transplantierte O. zu einem linken
Ohr wird. Vollständige Störung des Gleichgewichtes tritt schon
bei geringer Störung der Ohrblase oder ihrer Nerven auf.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 59
Suchard, E. Sur les valvules des veines de la Grenouille.
Paris, C. R., ass. anat., 6° session (Toulouse), Nancy, 1904 (144
—145).
Verf. fand die vonGrubyundHoffmann beschriebenen
Venenklappen von Rana bei R. esculenta und Bufo wieder, und
zwar fanden sich in zahlreichen Venen typische halbmondförmige
Klappen.
Sweet, G. The anatomy of some Australian Amphibia,
Melbourne, Proc. R. Soc. Vict., 20, 1907 (222—249), Taf. XX
und XXI.
Die Verf. schickt ihrer Arbeit eine historische Übersicht über
Literatur über die Anuren-Nephrostomen voraus und findet, daß
Öffnungen der Nephrostomen ins Coelom in allen acht unter-
suchten Arten (Pseudophryne australis, Notaden bennetti, Hyla
aurea, H. lesueurii, COrinia signifera, Chiroleptes alboguttatus,
Heleioporus pictus und Limnodynastes dorsalis) vorhanden sind.
Sie unterscheidet fünf Haupttypen von Nephrostomen und Nieren-
kanälchen; die ersten, die sich niemals verzweigen, öffnen sich
direkt in die Hauptäste der Nierenvenen; sie finden sich bei allen
untersuchten Arten. Die des zweiten Typus sind unverzweigte
Nephrostomen, die in die Harnkanälchen einmünden; nur bei
Notaden bennetti gefunden. Der dritte Typus besteht aus ver-
zweigten Nierenkanälchen, die in die venösen Räume einmünden;
kommen überall vor, besonders entwickelt bei Notaden. Der
vierte Typus besteht ebenfalls aus verzweigten Kanälchen, die
aber in die Harnkanälchen einmünden; nur bei Notaden gefunden.
Der fünfte Typus, ebenfalls nur bei Notaden bekannt, stellt eine
dritte Form verzweigter Kanälchen vor, die an einem oder an
beiden Enden geschlossen sind; die Einmündung in die Nieren-
venen findet sich demnach bei allen Arten, andererseits alle Arten
von inneren Verbindungen bei Notaden. Das Minimum von
Nephrostomen in einer Niere ist 30 bei Hyla lesueuri, das Maximum
1067 in Notaden bennetti. Hyla lesueuri und Crinia signifera
sind in bezug auf die Nephrostomen am meisten degeneriert.
Durch Karmin-Injektionen konnte festgestellt werden, daß die
Nephrostomen Material aus der Leibeshöhle in die Nieren führen.
In allen Arten treten die Vasa efferentia gerade außerhalb der
Nierenarterien in die Niere ein. Bei Heleioporus wurde ein deut-
licher, longitudinal verlaufender Bidder’scher Kanal gefunden, die
Vasa eiferentia verzweigen sich bei allen untersuchten Arten und
treten an den ventralen Teil der Bowman’schen Kapsel heran.
Bei allen Arten, von denen Männchen untersucht werden konnten,
ergab sich, daß die Trennung der männlichen Leitungswege von
den Exceretionsausführungsgängen noch nicht begonnen hat,
ähnlich wie bei Rana esculenta.
60 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
*Szamoylenko, Elisabeth. Muskulatur, Innervation und
Mechanismus der Schleuderzunge bei Spelerpes fuscus. Freiburg
i. B., 1904 (28).
Tago, Katsurja. Eine Studie über die Urodelen von Japan.
Dobuts. Z., Tokyo, 19, 1907 (191—204, 229—248) (japanisch).
Tandler, Julius, und Kantor, Hugo. Beiträge zur Ent-
wicklungsgeschichte des Vertebratengehirnes. I. Die Entwicklungs-
geschichte des Geckogehirns. Anat. Hefte, Wiesbaden, Abt. 1,
33, 1907 (553—663), 8 Taf.
Die Verf. beschreiben 7 Stadien aus der Entwicklungsgeschichte
des Gehirnes von Platydactylus. — Ausf. Ref. im Jahresb. Zool.
Stat. Neapel f. 1907, p. 157.
Tello, F. Degeneration et regeneration des plaques motrices
apres la section des nerfs. Trav. Lab. Rech. Biol. Madrid, Tome 5
(117—149, 16 figg.).
De- und Regeneration der Nervenenden an den Muskeln
nach Durchschneidung des Ischiadicus bei Lacerta, Rana (und
Lepus). — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 173.
Terry, R. The Nasal Skeleton of Amblystoma punctatum
(Linn.). Trans. Acad. Se., St. Louis, Vol. 16 (95—124), 4 Taf.
Entwicklung des Skelettes der Nasenregion bei Amblystoma,
das mit dem von Rana eine ziemlich große Ähnlichkeit aufweist. —
Ausf. Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 123.
‘Thevenin, Armand (1). Sur les dinosauriens du Jurassique
de Madagascar. Paris, ©. R., Acad. sci., 144, 1907 (1302—1304).
i— (2). Paleontologie de Madagascar. IV. Dinosauriens.
Ann. paleont., Paris, 2, 1907 (121—136 et pag. a part av. fig.).
*Thomalla, R. Über Kreuzotterbisse, ihr Vorkommen in der
Provinz Schlesien sowie ihre Behandlung und Vermeidung. Zs.
Med. Beamte, Berlin, 19, 1906 (709—717).
Tornier, Gustav (1). Nachweis über das Entstehen von Albi-
nismus, Melanismus und Neotenie bei Fröschen. Ein neuer
Beitrag zur Biotechnik. Zool. Anz., Leipzig, 32, 1907 (284—288).
Wenn man Froschlarven die Schwanzspitze so wegschneidet,
daß der Schwanzkernrest von einem Stück des oberen Flossen-
saumes überragt wird, so wird der Hautsaum des Regenerates
dort, wo Blutgefäße angeschnitten sind, infolge Überernährung
von Seite des Körpers durch abnorme Ausbildung der Chroma-
tophoren schwarz. Bei Rana wird das Farbkleid schon im Larven-
stadium angelegt, eine albinotische Larve ergab auch einen weiß-
gebliebenen Frosch. Entstehung von Erythrose durch Einwirkung
von 40% Glyzerinlösung oder durch eine 1%Lösung von MgCl?.
Auch durch Einstich mit einer Nadel in den Dotter durch die
Medullarplatte, wobei der Dotter Fruchtwasser aufnimmt, quillt
und einen Druck auf die Haut ausübt, entsteht eine intensive
Rotfärbung der Rückenhaut. Nachkommen eines schwarzen 9
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 61
und weißen $ Axolotls werden im Alter weiß. — Ref. in Jahresb.
Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 66.
— (2). Experimentelles über Erythrose. und Albinismus der
Kriechtierhaut. Berlin, SitzBer. Ges. natf. Freunde, 1907 (81
—89).
Bei Pelobates-Larven wird durch ausschließliche Fütterung
mit pflanzlicher Nahrung das Eintreten der Metamorphose ver-
hindert und es tritt Neotenie ein; dagegen ist das Wachstum
bei reiner Fleischnahrung ein sehr starkes, die Larven werden
tief samtschwarz und gelangen auch rechtzeitig zur Meta-
morphose. Mittelstarke Fleischnahrung bewirkt intensive Gelb-
färbung der Larven, die zu leuchtend roten ‚Volltieren‘ werden,
etwas reichlichere Nahrung graue, reine Pflanzenkost weiße
Färbung; alle diese Färbungen sind aber wenig beständig und
können durch Wechsel in der Nahrung geändert werden.
— (3). Über experimentell erzielte Kopf- und Hinterleibs-
vermehrungen bei Axolotlen und Fröschen. Berlin, SitzBer.
natf. Freunde, 1907 (71—81). -}
Wirkung der Kompression an Eiern von Stiredon im 2.—4.
Zellenstadium, die mit dem animalen Pol nach unten 24 Stunden
komprimiert und dann der freien Entwicklung überlassen wurden.
Die nach dem Grade des ausgeübten Druckes sich ergebenden
Gebilde sind folgender Art: Durch stärkeren Druck auf eine
Seite des schwarzen Feldes Verkümmerung des Medullarwulstes
oder deutliche Abflachung des Schädels. Bei Auseinanderweichen
der beiden vorderen Blastomeren entstehen zwei Köpfe; bei Aus-
einanderweichen einer vorderen und einer hinteren liefert die
hintere ein überzähliges Hinterende, die vordere unter Umständen
ein ganzes Vorderende. Verf. zieht daraus den Schluß, daß
jede der vier Blastomeren einen ganzen Embryo hervorbringen
kann, was aber normalerweise durch ihr festes Aneinanderliegen
verhindert wird, so daß nur ein Organismus entsteht. Werden
die beiden hinteren Blastomeren oder eine hintere von der vorderen
derselben Seite im weißen Felde getrennt, so entsteht gleichfalls
ein überzähliger Rumpf mit After und Schwanz. Für alle diese
Erscheinungen gibt Verf. auch die Erklärung und bemerkt, daß
dieselben Experimente auch bei Rana esculenta ausführbar sind.
— Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 64.
Tsehernof, N. D. Zur Embryonalentwicklung der hinteren
Extremitäten des Frosches. Anat. Anz., Jena, 30, 1907 (593
—612).
Entwicklung von Skelett, Muskulatur und Nerven des
Hinterbeines von Rana arvalis. Die vierte Zehe erscheint
zuerst, der Praehallux ist eine Neuerwerbung, kein Zehenrudiment.
Ref. im Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 131.
62 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Tofohr, Otto (1). Syrische Reptilien. Wochenschr. f. Ag. u.
Terr.kunde, IV, 1907 (169—171, 6 figg.).
Lebensweise von Agama stellio, Ophiops elegans, Lacerta
viridis major und Eumeces schneideri in Gefangenschaft; Ab-
bildung (nach Photographie).
— (2). Reptilienzucht aus Eiern. Bl. f. Aq. und Terr.kunde,
XVII, 1907, (401—405, 6 figg.).
Bemerkungen über die Aufzucht von Tropidonotus natrix
var. sicula, Lacerta agilis, L. viridis major und L. serpa. Aus
Eiern der L. agilis aus Sylt, die am 1. Juli gelegt waren, schlüpften
die Jungen am 17. August, also nach 48 Tagen, aus; von Eiern
derselben Art von der serbisch-türkischen Grenze erst nach
59 Tagen; die Entwicklungszeit bei L. viridis major beträgt 81,
der L. serpa 55 Tage, des Tropidonotus natrix siculus 60 Tage.
Verf. gibt auch an, wie er die Eier behufs erfolgreicher Zucht
behandelte. Aus den Abbildungen ist nicht viel zu ersehen.
— (3). Die Siedler-Agame. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII,
1907 (225—227, 237—238).
Lebensweise und Farbenwechsel von Agama colonorum in
Gefangenschaft.
— (4). Chamäleons. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907
(501—503, 513—514, 2 figg.).
Kennzeichen gesunder Exemplare, Ernährung, Bau und Be-
tätigung der Zunge. Abbildung von C’hamaeleon vulgaris.
Urban, F. Etwas über Salamandra maculosa Laur. Bl. £.
Ag. u. Terr.-kunde, XVIII, 1907, p. 69. Zur Fortpflanzung von
Salamandra maculosa. Ebenda p. 277.
*Vareneov, P. A. Beiträge zur Kenntnis des Transkaspischen
Gebiets. Tiflis Zap. Kavk. Otd. Russ. Georg. Obsc., 76, 1, 1907
(1—72).
*Vasiljev, J. W. Zur Fauna und Biologie der Reptilien auf
der Halbinsel Mangischlak. St. Petersburg, Trav. Soc. nat. C. R.
seances, 38, 1, 1907 (123—126) (russisch ; deutsch. Res.) (127—128).
Versluys, J. Goed ontwikkeld Parasphenoid bij Dermochelys
coriacea. (Gut entwickeltes Parasphenoid bei Dermochelys
coriacea.) Helder, Tijd-schr. Ned. Dierk. Ver., Ser. 2, 10, 1907
(XVIIHI— XIX).
Della Valle, Paolo. Osservazione di tetradi in cellule soma-
tiche. Atti Accad. Sc. Napoli (2), Vol. 13, No. 13, 39 pagg.,
14 figg., Taf.
Die Tetradenbildung hat bei den Reifungsteilungen der
Geschlechtszellen nichts mit der Reduktion der Chromosomen-
zahl zu tun, wie sich an den in den Metaphasen somatischer
Zellen (Darmepithel, Erythrocyten, subkutanes Bindegewebe,
Mundbodenplatte, Kiemenblättchen von Salamandra, Oocyten
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 63
des Bidderschen Organs von Bufo) vorkommenden Tetraden
erwies. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1907, p. 60.
Viethaus, Theodor. Die Entwicklung der Ringelnatter (Tropi-
donotus natrix Boie) nach Ausbildung der Falterform bis zur Er-
hebung der Proamnios. Zs. wiss. Zool., Leipzig, 86, 1907 (55
—99), 3 Taf.
Noch im Stadium der Falterform schließt sich das Prostoma
vollständig. Die durch Erhebung der Seitenlippen entstandene
Metastomialrinne ist schmäler als das Prostoma und in ihrer
Mittellinie erhebt sich eine oft ziemlich lange Metastomleiste,
die von der Vorderlippe durch die Metastomeinsenkung getrennt
ist. Verf. vergleicht die hier vorgefundenen Verhältnisse mit
denen bei der Kreuzotter. Die Primitivrinne, welche auf der
nach Schluß der Metastomrinne entstehenden ansehnlichen
Primitivplatte verläuft, gabelt sich nach hinten, im übrigen ver-
hält sich T. wie die Kreuzotter. — Ref. in Jahresb. Zool. Stat.
Neapel f. 1907 (82).
Wagner, W. Über das Heimatsrecht des Feuersalamanders
im Niederelbgebiet. Hamburg, Verh. Ver. natw. Unterh., 13
(1905—1907), 1907 (113—119).
Waite, E. €. Specific name of Necturus maculosus. Amer.
Nat., Boston, Mass., 41, 1907 (23—30).
Walker, C. E. Observations on the Life history of Leuco-
cytes. Part 3, Proc. R. Sa. London, Vol. 79 (495—502), Taf. 6.
Verf. beoabachtete oft Wanderungen des Chromatins zweier
benachbarter Leucocyten von Siredon, deren Kerne gegeneinander
Ausstülpungen aussenden, die sich miteinander verbinden; durch
den so entstandenen Strang erhält nun die eine Zelle die doppelte
Menge von Chromatin, das die andere ganz verliert.
Wall, F. (1). Report on & collection of Batrachia, Reptilies
and Fish from Nepal and the Western Himalayas. Rec. Ind.
Mus. Calcutta, 1, 1907 (155—157).
Von den Schlangen des Himalayagebietes wird Python
molurus bis 5000’ in Kumaon und bis 6000° in Darjiling gefunden.
Trachischium tenuiceps wird von Chandragiri (8000'), Dipsada-
morphus multifasciatus von Chitlong nachgewiesen, aber auch
Lachesis monticola von Kakanis und Chitlong, L. gramineus von
Katmandu in Nepal (4500°) so daß also die Annahme der Nepalesen,
es gäbe keine Giftschlangen im Lande, nicht richtig ist. In Sikkim
und Kumaon wird Naia tripudians und bungarus sowie Vipera
russellvi bis zu bedeutender Höhe gefunden; im Simla-Distrikt
nur Ancistrodon himalayanus noch bis zu 9000’ Höhe.
— (2). A new krait from Oudh (Bungarus walli). Bombay,
J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (608—611), 1 Taf.
— (3). Some new Asian snakes. Bombay, J. Nat. Hist.
Soc., 17, 1907 (612—618), 2 Taf.
64 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (4). Reduction in the species of the genus Polyodontophis.
Bombay, J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (823—824).
— (5). A popular treatise on the common Indian snakes.
Bombay, J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (857—869), 1 Taf.
— (6). Suppression of Melanelaps mephersoni. Bombay,
J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (995).
— (7). The poisonous snakes of India and how to recognise
them. Bombay, J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (995 —996).
— (8). Encounter between a snake and lizard. Bombay,
J. Nat. Hist. Soc., 17, 1907 (1017—1018).
— (9). Hatching of Dhäman (Zamenis mucosus) eggs and
observations on the egg tooth. Bombay, J. Nat. Hist. Soc., 17,
1907 (1033—1035).
— (10). Tuctoo and snake. Bombay, J. Nat. Hist. Soc.,
1:05: 1907.03).
— (11). On the Hydrophidae in the Colombo Museum.
Spol. Zeyl., Colombo, 4, pt. 16, 1907 (166—172).
— (12). Occurrence of the Indian snake Lycodon striatus
in Ceylon. Spol. Zeyl., Colombo, 4, pt. 16, 1907 (174).
— (13). The Common Indian Krait, Bungarus candidus in
Ceylon. Spol. Zeyl., Colombo, 4, 1907 (174—176).
— (14). Remarkable snake fatality. Spol. Zeyl., Colombo,
4, pt. 16, 1907 (176).
Wallenberg, A. Die caudale Endigung der bulbo-spinalen
Wurzeln des Trigeminus, Vestibularis und Vagus beim Frosche.
Anat. Anz., 30. Bd., p. 564—568, 4 figg.
Verf. fand experimentell bei Rana, daß die spinalen Äste der
sensiblen Hirnnervenwurzeln weiter caudalwärts ziehen als bei
anderen Vertebraten. — Ref. im Jahresb. Zool. Stat. Neapel
f.'1907, 19.7166:
Wandolleck, Benno. Einige neue und weniger bekannte
Batrachier von Brasilien. Dresden, Abh. zool. Mus., 11, 1907,
No. I (1—16), 1 Taf.
Ausschließlich Schiebbrustfrösche aus den Urwäldern von
Petropolis, von Ohaus gesammelt. Außer vier nn. sp. (s. C’ystigna-
thidae, Hylidae) werden noch beschrieben und meist auch farbig
abgebildet: Hlosia nasus Spix, Hylodes miliaris Spix (Rana milhiaris
Spix ist kein Borborocoetes, sondern ein Hylodes), Ceratophrys
appendiculata Gthr., boiei Wied, Paludicala olfersi Mart. (Nat-
tereria lateristriga Stdchr.), Bufo crucifer Wied, Hyla albomargi-
nata Spix.
Werner, Franz (1). Reptilia und Amphibia für 1899. (Jahres-
bericht.) Arch. Natg., Berlin, 68, Bd. 2, H.1 (III), 1902 (1907)
(1—70).
— (2). Die Eidechsennatter. Natur u. Haus, Stuttgart, 16,
1907 (34—36).
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 65
— (3). Zweiter Beitrag zur Kenntnis der Reptilien- und
Batrachierfauna Bosniens und der Herzegowina. Wiss. Mitt.
Bosn. Herc., X, 1907 (1—15).
Die Arbeit ist das Ergebnis einer vom Verf. im Sommer 1903
ausgeführten Reise, deren Route in der Einleitung angegeben ist.
Im ersten Teil der Arbeit sind die vom Verf. gefundenen Arten
in systematischer Reihenfolge behandelt. Bei Zacerta agilis wird
eine Tabelle über die Variation der Postnasal- und Schläfenschild-
chen bei zahlreichen, vorwiegend osteuropäischen Exemplaren ge-
geben, und auch bei Z. viridis typica sind die wesentlichsten Unter-
schiede der gesammelten Exemplare in Pholidose und Färbung
tabellarisch zusammengestellt. Ausführlicher ist auch die Ethologie
der L. mossorensis behandelt, die der Verf. im Gebirgsstock der Baba
planina in der Herzegowina, der außer ihr noch von fünf weiteren
Lacerta-Arten bewohntist, beobachtet. Von Algiroides nigropunctatus
wird ein zweiter Fundort (Jablanica) in der Herzegowina ange-
führt, ebenso wird L. agilis:von der Baba planina aus 1400 m
Meereshöhe, Hemidactytus turcicus von Zavala und Stolac in der
Herzegowina, Rana graeca vom Maklensattel, Ramatal, Jablanica
und Avtovac genannt. Der zweite Teil der Arbeit ist der geo-
graphischen Verbreitung der Reptilien, speziell der Lacerten, im
Gebiete gewidmet, und es wird versucht, auf Grund namentlich
der Reptilienverbreitung die Grenzlinie zwischen mediterraner
und mitteleuropäischer Fauna in Bosnien und der Herzegowina
festzustellen.
— (4). Reptilienschicksale im Terrarium. Bl. f. Ag. u. Terr.
Kunde, XVIII, 1907 (519—520).
Berichtet über ein Exemplar von Python spilotes, seine Er-
krankung an Mundfäule, Selbstausheilung und Tod infolge Ver-
schlingung durch eine Anakonda. Ferner über Wiederbelebung
eines froststarren Crocodilus porosus und über die Fütterung von
Krokodilen.
— (5). Beobachtungen an Riesenschlangen in Gefangen-
schaft. Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907 (53—55, 61—62,
3 figg.).
Gewöhnung an niedrige Wassertemperatur bei Eunectes
notaeus, Gewichtszunahme bei Python reticulatus und sebae
sowie bei Boa constrictor, Erkennung des Trink- und Badegefäßes,
Gewöhnung an bestimmte Ruheplätze, Geruchssinn, Brunst und
Fortpflanzung, Furchtlosigkeit jung eingewöhnter Exemplare,
Anordnung der Fütterung, verschiedene Erscheinungen bei der
Nahrungsaufnahme, Bissigkeit (nur Ungalia, Charina und Eryx
zeigen keine Spur davon), Verweigerung der Nahrungsaufnahme
bei Python molurus var. sondaica Wern. (= P. bivittatus Schleg.).
Die Abbildungen stellen P. molurus var. ocellata Wern. und
Eunectes notaeus vor.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. (III.) 5
66 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (6). Ein Tag auf der Kitchener-Insel. Bl. f. Aq. und Terr.-
kunde, XVII, 1907, p. 267—268, 275—276.
Fang von Naia nigricollis, Mabuia quinquetaeniata und Taren-
tola annularis auf der Kitchener-Insel bei Assuan (Oberägypten).
— (7). Im Sudd des Bahr-el-Gebel. Wochenschr. Aquarien-
kunde Braunschweig IV. 1907 (614, 638—640).
Verf. nennt aus dem Sumpfgebiete des oberen Weißen Nils
(Bahr-el-Gebel) Rana galamensis, Phrynobatrachus natalensis,
mehrere Rappia-Arten, ferner Python sebae und C'hlorophis
wrregularis.
— (8). Die Reptilien und Amphibien. In: Ergebnisse der
mit Subvention aus der Erbschaft Treitl unternommenen zoolo-
gischen Forschungsreise Dr. Franz Werners nach dem ägyptischen
Sudan und Nord-Uganda (XII.). SB. Ak. Wiss. Wien Bd. CXVI.
Abt. 1. 1. Dez. 1907. p. 1823—1926, Taf. I—IV.
Die Reptilien- und Batrachierfauna des ägyptischen Sudan
läßt deutlich die Zusammensetzung aus einem palaearktischen
und einem äthiopischen Teil erkennen; viele Arten des Gebietes
haben eine weite Verbreitung über die ganze ostafrikanische
Subregion. Aus dem ägyptischen Sudan und dem geographisch
nicht verschiedenen Gondokoro-Gebiete (Nord-Uganda) werden
7 Schildkröten, 1 Krokodil, 39 Eidechsen, 3 Chamäleons und
40 Schlangen, zusammen 91 Reptilien, sowie 22 Batrachier ge-
nannt. Die vom Verf. selbst gesammelten Arten sind meist aus-
führlicher beschrieben, und essind auch, wo irgend möglich, Angaben
über Lebensweise, Nahrung, Fortpflanzung, Farbenwechsel und
dergl. gemacht. Für die Rana-Arten des äthiopischen Festlandes,
sowie für die Phrynobatrachus-, Simocephalus- und Leptodira-Arten
wurden Bestimmungstabellen ausgearbeitet. Die Verbreitung der
Reptilien und Batrachier der äthiopischen und palaearktischen
Gruppe ist in zwei besonderen Tabellen dargestellt; auch über
Vorkommen, Schutzfärbung und Fortpflanzungszeit finden sich
Angaben zusammengestellt. Neu sind 3 spp. von Eidechsen
(s. Geckonidae, Scincidae), 1 g. und 2 spp. von Schlangen (s. Colu-
bridae) sowie 6 spp. und 1 var. von Batrachiern (s. Ranidae). Neu
für den Sudan sind auch Mabuia maculilabris, Boodon lineatus,
Chlorophis irregularis, Rana occipitalis, adspersa, galamensis,
Phrynomantis microps. — Ref. in Zool. Centralbl. XV. 1908, p. 343.
*Whittaker, €. €. (1). The status of Eutaenia brachystoma.
Lansing, Rep. Mich. acad. Sci., 7, 1905 (88—92).
*— (2). Variation in the blue racer. Lansing, Rep. Mich.
acad. Sci., 7, 1905 (100—102).
Wieland, 6 R. Gastroliths. Science, New York, N.Y.,
N. Ser., 25, 1907 (66—67).
Hinweis auf die von Cannon gefundenen Sauropoden-
Gastrolithen von S. Wyoming und Colorado, auf weitere, ebenfalls
IH. Reptilia und Amphibia für 1907. 67
glatt abgeschliffene und Reste mariner Organismen (darunter Bryo-
zoen) enthaltende Gastrolithen, welche von den Dinosauriern der
Big-Horn- und Colorado-Lokalität entweder an derselben alten
Strandlinie oder an Strömen, die diese durchschnitten, aufgelesen
wurden. Verf. bemerkt, daß die überaus glatte Oberfläche der
Gastrolithen nicht mit derjenigen, die durch die Wirkung von
Wind oder Wasser hervorgerufen wird, verwechselt werden kann,
daß die Dinosaurier wahrscheinlich die lebhaft gefärbten Steine
auswählten, und daß auch die Otarien, welche ebenfalls Strand-
bewohner sind, Steine verschlingen, sie aber nicht lange im Magen
behalten, daher keine so hohe Politur erhalten. ermutlich hat
der Magen der Dinosaurier eine besondere Ausbildung und Kom-
plikation besessen. — Ref. s. Zool. Centralbl. XV, p. 446.
Willey, A. Hikanala and Jivanna (Mabuia carinata). Spol.
Zeyl., Colombo, 4, pt. 16, 1907 (186—188).
+Williston, Samuel W. The skull of Brachauchenius, with
observations on the relationships of the plesiosaurs. Washington,
D. C., Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus., Proc. 32, 1907
(477—489), Taf.
Wintrebert, P. (1). Sur le developpement des larves d’Anoures
apres ablation nerveuse totale. Paris, ©. R. soc. biol., 58, 1905
(1023—1025).
— (2). Nouvelles recherches sur la sensibilite des Batraciens.
Paris, C. R. soc. biol., 59, 1905 (58—59).
— (3). Sur le developpement de la moelle caudale chez les
larves d’Anoures. Paris, ©. R. soc. biol. 59, 1905 (170—172).
— (4). Sur le developpement de la contractilite musculaire
dans les myotomes encore depourvus de liaison nerveuse reflexe.
Paris, ©. R. soc. biol., 59, 1905 (60—61).
— (5). Sur l’etablissement des foncetions nerveuses chez les
Urodeles. Paris, ©. R. soc. biol., 59, 1905 (168—159).
— (6). Sur la metamorphose de Salamandra maculosa Laur.
dans les regions privees du systeme nerveux medullaire. Paris,
©. R. soc. biol., 59, 1905 (407—408).
— (7). Sur l’ordre d’apparition des orteils et le premier
developpement des membres chez les Anoures. Paris, C. R. soc.
biol., 59, 1905 (576—578).
— (8). Sur la regression de la queue et l’absence des centres
medullaires chez Rana viridis. Paris, C. R. soc. biol., 59, 1905
(578—580).
— (9). Essai de seriation en stades successifs des derniers
temps de la vie larvaire chez les Anoures, d’apres les caracteres
morphologigues des membres posterieurs. Paris, ©. R. soc. biol.,
59, 1905 (690—692).
5*
68 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
— (10). Sur le determinisme de la metamorphose chez les
Batraciens anoures. Paris, C. R. soc. biol., 63, 1907 (57—-59,
85—87, 170—172).
— (il). Sur le determinisme de la metamorphose chez les
Batraciens. La mise des larves hors de l’eau. Paris, ©. R. soc.
biol., 63, 1907 (257—259).
Über die Ursachen, welche die Metamorphose der Anuren
bestimmen. Etwas Kohlensäure im Wasser hat bei Rana tem-
poraria keine beschleunigende Wirkung, die Larven sterben an
Asphyxie. Bei Verhinderung der Lungenatmung tritt die M.
etwas später ein, doch ist die Entwicklung ungestört; die Haut-
atmung funktioniert bei Alytes noch besser; beide sind sehr wichtig,
und es kommt auch bei Störung der Kiemenatmung nicht zur
Asphyxie, wenn sie intakt geblieben sind; auch die Amputation
der Kiemendeckelhaut verursacht keine Störung, ebenso werden
auch die Veränderungen am Schwanze, die oft als Folge der
Operation auftreten, bald wieder ausgeglichen. Wenn die Vorder-
beine durch einfaches Durchbrechen der Opercularmembran vor-
zeitig erscheinen, so wird dadurch das Eintreten ihrer vollen Funktion
nicht beschleunigt. Aus dem Wasser in feuchte Luft gebrachte
Larven vertragen dies sehr gut und verwandeln sich schneller.
Hungernde Larven beginnen die Metamorphose mit der Reduktion
des Darmkanals, nicht mit dem Erscheinen der Vorderbeine. In
Luft atrophieren Kiemen und Schwanz durch Nichtgebrauch.
Für die Metamorphose von Siredon wird die Vererbung als Haupt-
faktor betrachtet. % I
Wolterstorff, W. (1). Uber neue Tritonenformen Österreichs
insbesondere Triton (= Molge) vulgaris subsp. typica forma Kam-
mereri n. f. Zool. Anz., Leipzig, 31, 1907 (710—716).
— (2). Über Triton (= Molge) montandoni Blgr. in Mähren.
Zool. Beob., Frankfurt a. M., 48, 1907 (84—89).
— (3). Über Triton (= Molge) montandoni Blgr. und sein
Vorkommen in Mähren. Wochenschr. Aquarienkunde, Braun-
schweig, 4, 1907 (301—303).
Nachweis des Vorkommens im Odergebirge in Mähren, nach
der Entdeckung von OÖ. Hofmann; auch das Vorkommen von
M. alpestris ist eingehend behandelt.
— (4). Zur Entstehung der Zwergformen bei den Urodelen.
Wochenschr. Aquarienkunde, Braunschweig, 4, 1907 (340—341).
Verf. bringt ein Beispiel von der Entstehung von Molch-
zwergen. Zwei Exemplare von Triton marmoratus waren im Alter
von zwei Jahren, in dem Marmormolche in der Regel schon fort-
pflanzungsfähig sind, nur 78 bzw. 70 mm lang, hatten also nur die
Hälfte der Länge normaler Exemplare, obwohl Kamm- und Bastard-
molche, die mit ihnen unter denselben Verhältnissen (Nahrung
und Größe der Behälter) aufgezogen wurden, großenteils sich sehr
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 69
gut entwickelten. Verf. führt diese Erscheinung auf zu frühen
Eintritt der Verwandlung, zu frühes Verlassen des Wassers,
wobei sie sich außerhalb des Wassers schlechter füttern ließen,
schließlich geringere Widerstandsfähigkeit gegen Darmparasiten
(Flagellaten) zurück. Verf. erwähnt auch einen Zwerg von Pleu-
rodeles waltlii und betrachtet Pl. hagenmuelleri Lat. als Zwergrasse
von Pl. poireti Gerv.
Woodland, W. A curious instance of polymely in the common
frog. Zool. Ann., Leipzig, 32, 1907 (354—357).
Berichtet über eine bei künstlicher Befruchtung erzielte,
aber nicht auf diese als Ursache zurückführbare Polymelie bei
Rana temporaria, wobei im Larvenstadium zwei überzählige Glied-
maßen auf der linken Seite (zu beiden Seiten des normalen Beines)
erschienen, während bei dem verwandelten jungen Frosch beide
Beine hinter den normalen gelegen und durch einen dünnen Stiel
an der Basis des linken normalen Beines befestigt waren. Die
beiden überzähligen Beine standen mit dem Becken in keinem
Zusammenhang.
+Woodward, A. S. On a new Dinosaurian Reptile (Sclero-
mochlus Taylori, gen. et sp. nov.) from the trias of Lossiemonth,
Elgin. London, Q. J. Geol. Soc. 63, 1907 (140—144), Taf. IX.
— (2). On Rhynchosaurus articeps (Owen). London, Rep.
Brit. Ass. 1906 (1907) (293—2), (figg.).
Yung, Emile. Des variations de longueur de l’intestin chez
la grenouille. Paris, ©. R. Acad. sci., 145, 1907 (1306—1308).
Bei Rana fusca ist der Darmkanal relativ kürzer als bei
esculenta, bei beiden im männlichen Geschlecht relativ kürzer als
im weiblichen und bei beiden Arten in beiden Geschlechtern bei
den großen Exemplaren relativ länger als bei den kleinen.
— (2). Sur un cas d’hermaphrodisme chez la grenouille.
Rev. Suisse. Zool., 15 (87—91).
Im linken Genitalorgan Eier und Spermien, im rechten nur
Eier.
— (3). Rana esculenta. Verh. Schweiz. Natf. Ges. Aarau,
88, 1906 (55); Geneve, C. R. Soc. Helvet. Sci. Nat., 88, 1906
(85—87); Arch. Sci. Phys., Geneve (Ser. 4), 20, 1906 (595 —597).
Zschokke, F. Rana fusca Rösel und Triton alpestris Saur.
als Bewohner der Hochalpen. Wochenschr. Aquarienk., Braun-
schweig, 4, 1907 (586—587, 600—601, 612—613, 624—625, 637
—638, 650—651).
Verbreitung dieser beiden Arten in den Hochalpen, nament-
lich in der Schweiz; aber auch für andere Amphibien werden An-
gaben über die vertikale Verbreitung gemacht. Bombinator
pachypus geht bis 1500, Alytes bis 1700, Hyla arborea ganz aus-
nahmsweise (Scesaplana) bis 2100, Salamandra atra bis 3300 m;
Rana fusca bis 2600, esculenta bis 1100, Triton alpestris bis 2700,
70 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
cristatus bis 1200, palmatus bis 900 m. Verf. bringt auch etholo-
gische Daten und Tabellen über Laichablage und Metamorphose
von Rana fusca, aus denen hervorgeht, daß sich Laichablage und
Metamorphose mit der Seehöhe allmählich verschieben, so daß
im Schwarzen See (Böhmerwald) mit 1008 m Höhe erstere An-
fangs Mai, der Schluß der Verwandlung Anfangs August statt-
findet, im Sellasee (2231 m) erstere Anfang (4.—12.) Juni, letztere
Anfang (2.—4.) September sich vollzieht. Ähnliche Notizen wer-
den auch für Triton alpestris gegeben.
Zuckerkandl, E. Die Beziehungen der Arteria brachialis
zur Mechanik der vorderen Extremität. Centralbl. Physiol. 20. Bd.,
p. 760—763.
Verhalten der Arteria brachialis bei T’halassochelys; sie ist
wie bei den Landschildkröten rudimentär, als Ersatz tritt die
A. brachialis lateralis ein; als Erklärung wird die eigentümliche
Lage der Extremität, ähnlich wie bei Talpa, angeführt.
Übersicht nach dem Stoff.
Lıtberatur:
Zoological Record, Vol. XLIII, 1906: Sollas.
Anatomie.
Allgemeines.
Über verschiedene Organe von Eidechsen, Chamäleons und Schlangen:
Beddard (1). — Muskulatur und Skelett von Megalophrys u.a. Batrachiern:
Beddard (2). Entstehung des Kopfes bei Rana fusca: Brachet; Elliot. —
Metamerenbildung des Kopfes bei Emys : Filatoff. — Anatomie der Olemmys
japonica : Oga. Entwicklung der hinteren Extremität von Rana arvalis :
Tsehernoff.
Haut.
Mundschleimhaut von Tropidonotus natrix : Arcangeli. Mitosen
in der Epidermis von Rana : Bruno. Pigmentzellen: Golowin. — Künst-
licher Melanismus bei Lacerta und Salamandra: Kammerer (5, 6). Pig-
mentzellenfortsätze in der Schwimmhaut von Rana persistierend: Kahn
und Lieben. Über das Pigment bei den Batrachiern: Magnan (1, 2).
Flimmer- und Schleimzellen des Oesophagusepithels von Triton : Prenant.
— Zellverbindungen zwischen Corium und Epidermis bei Amphibien:
Schuberg. — Intercellulargebilde und Cuticula des Schwanzes bei Am-
phibienlarven: Schubotz. — Außencuticula der Amphibienlarven: Sehultze.
— Entstehung von Albinismus und Melanismus bei Fröschen: Tornier (1).
Experimentelles über Erythrose und Albinismus bei Pelobates : Tornier (3).
III. Reptilia und Amphibia für 1907. Yl
Skelett.
Vorkommen eines Mentale ım Unterkiefer bei Amphibien und Rep-
tilien: Bardeleben. Hyobranchialskelett von Emys : Fuchs (1). Ent-
wicklung des Operculums und Distelidiums bei Reptilien: Fuchs (2).
Gaumenbildung bei Schildkröten: Fuchs (3). — Abnorme Befestigung des
Beckens bei Necturus : Hepburn. Histologie der Knorpelzellen aus dem
Caput femoris von Rana : Loewenthal. Sacrum der Lacertilier: Moodie.
— Anpassung des Extremitätenskeletts ans Wasserleben bei Reptilien:
Osburn. — Entwicklung des Vorderbeinskeletts der Anuren: Schmal-
hausen. Mikroskopische Struktur der Knochen recenter und fossiler
Reptilien: Seitz. — Entwicklung des Nasenskeletts von Amblystoma puncta-
tum : Terry. Gut entwickeltes Parasphenoid bei Dermochelys : Versluys.
Muskulatur.
Diaphragma der Amphibien: Bertelli. Entstehung der Schulter-
muskulatur bei Bombinator : Braus. — Herzmuskulatur von Rana und
Emys : Dogiel. Entwicklung der Kopfmuskeln bei Reptilien: Edgeworth.
— Facialismuskulatur bei Lacerta und Alytes : Futamura. Metamerische
Muskeln der Änurenlarven: Giardina. Irismuskeln bei den Amphibien:
Grynfeltt (2). Zusammenhang der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur
bei Rana und Eidechsen: Keith and Flack. Phylogenie der Plantar-
muskulatur, von Amblystoma ausgehend: Me. Murrich. — Beckenmusku-
latur der Eidechsen: Mareueei. — Distale Armmuskulatur von Amphibien
und Reptilien: Ribbing. Regeneration der quergestreiften Muskelfasern
bei Amphibien: Sehmineke. — Muskulatur und Mechanismus der Schleuder-
zunge von Spelerpes : Szamoylenko.
Nervensystem.
Schleimhautnerven des Facialis, Glossopharyngeus und Vagus bei Am-
phibien und Reptilien: Bender. Histogenese der Neuroglia bei Reptilien
und Amphibien: Bonome. — Veränderungen im Bau der motorischen Zellen
im Rückenmark der Amphibien während des Winterschlafes: Cutore.
Gehirn des Plethodon glutinosus : Dodds. Innervierung des Herzens von
Rana und Emys: Dogiel.e. — Innervierung der Hinterextremität von
Rana virescens : Dunn (1). Ischiococeygealplexus bei Rana virescens :
Dunn (2). — Hypophyse und Saccus vasculosus bei Amphibien und
Reptilien: Gentes. — Gehirn von Hatteria: Gisi. — Wirkung des Pneumo-
gastricus auf das Herz bei Emys : Guyenot (1, 2). Beziehungen des
Hypoglossus zur Vena jugularis interna bei den Krokodilen: Hochstetter.
— Schädelnerven von Amphiuma : Kingsley. Struktur durch Verletzung
mechanisch gereizter Nervenfasern von Rana : Macdonald. Zellnester
im Sympathicus von Rana : Modugno. Abhängigkeit der Sekretion in
den Drüsen der Daumenschwiele von Rana fusca von N. cutaneus ante-
brachii und manus lateralis: Nussbaum, A. Abhängigkeit sekundärer
Geschlechtsorgane (Daumenschwiele von Rana fusca) vom Nervensystem;
12 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Pflüger. Neuromuskelspindeln bei Schlangen: Regaud et Favre.
Wirkung von Ätherwasser auf das Gehirn von Salamandra : Reinke.
Fehlen der Segmentierung am Rückenmark von Schlangen: Van Rynberk.
— Gehirnmißbildung bei Sphenodon : Sauerbeek. — Vagus und seine Äste
bei T'halassochelys: Spalitta. — Paraphyse und Epiphyse bei den Schlangen:
Ssobolew. Innervierung der Schleuderzunge von Spelerpes : Szamoy-
lenko. — Entwicklung des Gecko-Gehirns: Tandler und Kantor. — De- und
Regeneration der Nervenendigungen an den Muskeln nach Durchschneidung
des Ischiadicus bei Lacerta und Rana : Tello. Spinale Äste der sensiblen
Hirnnervenwurzeln bei Rana: Wallenberg.
Sinnesorgane.
Entwicklung der Nase und des Auges bei Froschembryonen: Bell (2).
— Richtungssinn bei Reptilien und Amphibien: Chalande. Reaktion
der beiden Geschlechter auf den Ruf des Männchens bei Kröten: Courtis.
— Linsenregeneration bei Amblystoma-Embryonen: Le Cron. Pineal-
organ von Sphenodon : Dendy. Zapfenkontraktion der isolierten Netz-
haut von Rana : Ditiler. Gehör der Ichthyosaurier: Dollo (1). — Ent-
stehung von Operculum und Distelidium bei Reptilien: Fuchs (2). — Be-
ziehung der kompensatorischen Bewegungen zu den halbkreisförmigen
Kanälen: Gruenberg. — Accommodation und Augenbinnendruck bei
Schlangen: Heine. Entstehung der Linse und Ohrblase; Regeneration
der primären Augenblase, Transplantation der Augenanlage: Lewis (1—6).
— Geruchsorgane des Krokodils: Mack. Parietalauge von Lacerta und
Anguis : Novikoff. Linsenregeneration bei Rana: Spemann (1, 2). —
Entwicklung der Ohrblase bei Amphibien: Streeter.
Darmkanal und Anhangsorgane.
Mundschleimhaut von Tropidonotus natrix : Arcangeli. Pigment-
zellen in der Leber der Urodelen: Asvadourova. — Regeneration der Leber-
und Pankreas-Anlage bei Larven von Bufo vulgaris: Banchi. —
Parathyreoidea von Schildkröten: Doyon. Über die kleinen Thymus-
zellen: Hammar. — Thymus von Hypogeophis : Marcus. Bau- und
Entwicklung des Thymus bei den Amphibien: Pensa. Flimmer- und
Schleimzellen im Oesophagusepithel von Triton : Prenant. Rhythmische,
antiperistaltische Bewegungen des Enddarms der Larve von Discoglossus :
Sanzo (1). — Darmepithel von Rana:: Schaeppi. — Kloake und deren Anhangs-
organe bei Schildkröten: Scehmidtgen. Variation der Länge des Darm-
kanals bei Rana fusca und esculenta : Yung.
Atmungsorgane.
Wirkung von Sauerstoffmangel und Sauerstoffreichtum auf das Wachs-
tum der Kiemen bei Amphibienlarven: Babäk. Atmungsmechanismus
bei Ohamaeleon vulgaris und bei Lacerta ocellata: Frangois-Franek. — Lungen-
regeneration bei Amphibien: Muftie.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 73
Blut- und Lymphgefäßsystem.
Bau der Arterien bei den Reptilien: Argand. Venen und Venen-
sinus des Kopfes der Reptilien: Bruner. Variation der Arterien bei
Rana- und Bufo-Arten: Crawshay. Herz von Rana und Emys : Dogiel.
— Blutgefäße und Lymphsystem im Schwanzkanal der Amphibien und
Reptilien: Favaro. Entwicklung der Lymphsäcke der Hinterextremität
des Frosches: Goldfinger. Arterienklappen im Auge von Anuren: Gryn-
feltt (1). — Beziehungen des Hypoglossus zur Vena jugularis interna bei
den Krokodilen: Hochstetter. — Zusammenhang der Vorhofs- und Ventrikel-
muskulatur bei Rana und Eidechsen: Keith and Flack. Wirkung der
Exstirpation des Herzens bei Froschlarven: Knower. Entwicklung des
Blutgefäßsystems bei Megalobatrachus : De Rooy. Blutkörperchen von
Gecko: Prowazek; von Siredon, Crocodilus u. a.: Ross, Moore and Walker.
— Rhythmus der Herzen zweier zusammengenähter Larven von Disco-
glossus: Sanzo (2). Venenklappen bei Rana und Bufo: Suchard. —
Arteria brachialis bei T’halassochelys : Zuckerkandl.
Urogenitalsystem.
Excretionsorgane.
Zwischenniere bei Urodelen: Albrand. — Excretorische Tätigkeit der
Lymphgefäß-Endothelien und Nierenkapillaren bei Batrachier-Larven:
Bruntz. Entwicklung des Excretionssystems der Amphibien: Filatow.
— Mitochondrienbildung in der Niere: Policard. Nephrostomen und
Nierenkanälchen australischer Frösche: Sweet.
Genitalapparat.
Vorkommen und Zahl der Geschlechtszellen bei Embryonen von
Chrysemys marginata : Allen (1). — Entstehung der Geschlechtszellen von
Rana pipiens : Allen (2). — Bau und Entstehung der Spermien von Rana :
Broman. Anomalie des Genitalapparates bei Bufo vulgaris : Cerrutti.
— Beginn der Degeneration in den Eiern der Batrachier: Dubuisson (2).
— Morphologische Bedeutung der Genitalanlagen der Amphibien: Dustin
(1). Entstehung der Geschlechtszellen bei den Amphibien: Dustin (2).
— Persistenz des Wolffschen Ganges beim Leguan: Friedlaender. Sekun-
därer Geschlechtsunterschied bei Lygosoma smaragdinum : Gandolfi.
Geschlechtsorgane und Hunger: Gerhartz. — Placentarbildungen bei
Scineiden: Giacomini (2). Sexualitätsproblem: Hertwig. — Regeneration
sekundärer Sexualcharaktere: Kammerer. — Spermatogenese bei Bufo
lentiginosus: King (1). — Nahrung der Larven von Bufo I. ist ohne Einfluß
auf Geschlechtsbestimmung: King (2). — Hermaphroditismus beim Frosch:
Lavrow. Entstehung der Geschlechtszellen: Levi. — Sekundäre Ge-
schlechtsunterschiede bei Testudo ibera: Loise. — Abhängigkeit der
sekundären Geschlechtsorgane vom Nervensystem (Daumenschwiele von
Rana fusca): Pflüger. Urogenitalapparat der Schildkröten: Sehmidtgen.
— Hermaphroditismus bei Rana: Yung (2).
74 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Entwicklung, Regeneration, Fortpflanzung und Öntogenie.
Anlage der Zwischenniere bei Urodelen: Albrand. Vorkommen und
Zahl der Geschlechtszellen bei Chrysemys marginata : Allen (1). Ent-
stehung der Geschlechtszellen bei Rana pipiens: Allen (2). — Über Epithel-
abstoßung am Urmund: Ballowitz. Ausstoßung der Polkörper bei Rana
fusca: Bataillon (1). — Entwicklung der Nase und des Auges bei Frosch-
embryonen: Bell (2). — Entwicklungsgeschichte von Paludicola, Hemisus
und Phyllomedusa : Bles. Entstehung des Kopfes bei Rana fusca :
Brachet. Entwicklung der Spermien von Rana: Broman. Fort-
pflanzung und Entwicklung von Phyliomedusa : Budgett. — Bildung des
Dotters im Ei der Schildkröten und Batrachier: Dubuisson (1). — Placentar-
bildungen bei Scinciden: Giacomini (2). Dottersack und Allantois bei
Schildkröten und Krokodilen: Giacomini (1). — Vererbung erzwungener
Fortpflanzungsanpassungen bei Salamandra: Kammerer (3). — Zucht-
versuche mit Geburtshelferskröten: Kammerer (4). — Fortpflanzung des
Laubfrosches: Kammerer (10). Spermatogenese bei Bufo lentiginosus :
King (1). Dotterbildung in den Eiern von Rana temporaria : Lams.
Keimblatterbildung beim Riesensalamander: Lange. Kopulation bei
Salamandra: Kammerer (1, 2), Leuwen. Ursprung der Geschlechts-
zellen: Levi. Keimbläschen der Reptilien: Loyez (1). Dotterbildung
bei den Reptilien: Loyez (2). — Viviparität bei Proteus: Nussbaum.
Gastrulation bei Rana und Bufo: Ruffini (1); bei Triton: Ruffini (2).
— Entwicklung des Blastoporus bei Alytes: Seemann. Fortpflanzung
von Amblystoma punctatum: Smith (1); von Cryptobranchus alleghaniensis:
Smith (2). Tetradenbildung in somatischen Zellen ‚bei Amphibien:
Della Valle. — Entwicklung der Ringelnatter: Viethaus.
Phylogenie.
Phylogenie des Farbkleidmusters bei Homopus : Duerden (2).
Phylogenie der Gaumenbildung bei Schildkröten: Fuchs (3).
Phylogenie der Plantarmuskulatur: Me. Murrich.
Phylogenie der Lacerta-Arten der Muralis-Gruppe: Mehely (1—5).
Phylogenie der Cinosterniden: Siebenrock.
Variation, Mißbildungen.
Albino von Rana : Bon.
Variation des Arteriensystems bei Anuren: Crawshay.
Fünfbeiniges Exemplar von Rana temporaria : Grimme.
Korrelation und Variation innerer und äußerer Charaktere bei Bufo lenti-
ginosus : Kellieott.
Linsenregeneration bei Rana : Spemann (1, 2).
Zwergformen bei Urodelen: Wolterstorff (4).
Überzählige Hintergliedmaßen bei Rana temporaria : Woodland.
Variation der Darmlänge bei Rana: Yung (1).
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 75
Experimentelle Untersuchungen; Regeneration.
Regeneration der Leber- und Pankreasanlage bei Larven von Bufo vul-
garis: Banchi.
Abnorme Entwicklung von Kröteneiern, die mit Sperma befruchtet waren,
das den Röntgen-Strahlen ausgesetzt war: Bardeen.
Parthenogenetische ( ?) Furchung von Eiern von Rana fusca in destilliertem
Wasser: Bataillon (2).
Über die Bedingungen, welche die Regeneration amputierter Gliedmaßen
bei Froschlarven regulieren: Bauer.
Regeneration und Transplantation der Balanzierorgane der Embryonen
von Diemyctylus viridescens : Bell (1).
Regeneration von Nase und Auge bei Rana-Larven: Bell (2).
Linsenregeneration bei Amblystoma : Le (ron.
Einwirkung von Seewasser und Chlornatrium auf das Wachstum der
Froschlarven: Drzewina und Bohn (1, 2); Einwirkung von Lithium-
chlorid: Drzewina und Bohn (3).
Wundheilung bei Larven von Necturus : Eyeleshymer.
Neotenie bei Salamandra maculosa : Fahr.
Regeneration der Nerven bei Bufo vulgaris : Gemelli (1).
Unabhängige Entwicklung der Teilstücke von Anurenlarven: Goggio.
Entwicklung transplantierter Gliedmaßenanlagen bei Rana und Bufo:
Harrison (1).
Einfluß des Nervs auf die Regeneration der Gliedmaßen von Diemycetylus :
Hines.
Wirkung von Salz- u. a. Lösungen auf die Froschentwicklung: Jenkinson.
Vererbung erzwungener Fortpflanzungsanpassungen bei Salamandra :
Kammerer (3).
Regeneration sekundärer Sexualcharaktere bei Amphibien: Kammerer (7).
Wirkung der Exstirpation des Herzens bei jungen Rana-Larven auf die
Entwicklung der übrigen Organe: Knower.
Linsenregeneration bei Rana sylvatica und palustris : Lewis (1, 2).
Transplantation der Augenanlage bei Rana : Lewi (3, 4).
Transplantation der Ohrkapsel bei Rana : Lewis (5).
Wirkung von Salz- und Zuckerlösungen auf die Entwicklung des Frosch-
eies: Morgan and Stockard.
Regeneration der Lunge bei Amphibien: Muftie.
Wirkung von Ätherwasser auf das Gehirn der Salamanderlarven: Reinke.
Wirkung von Röntgenstrahlen auf die Entwicklung von Axolotl-Eiern:
Schmidt, H. E.
Linsenregeneration bei Rana esculenta : Spemann (1, 2).
Entstehung von Albinismus, Melanismus und Neotenie bei Frösche.n:
Tornier (1); von Erythrose und Melanismus bei Pelobates : Tornier
(3); experimentell erzeugte Kopf- und Hinterleibsvermehrungen bei
AxolotIn und Fröschen: Tornier(2).
76 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Physiologie, Gift, Parasiten, Biologie.
Physiologie.
Physiologie der glatten Muskeln: Beck.
Geschlechtsorgane und Hunger: Gerhartz.
Winterschlaf von Rana : Otto.
Gift und Giftwirkung.
Über Giftschlangen und Schlangengift: Abonyi.
Gifte der Reptilien und Batrachier und Serumtherapie: Calmette, A.
Schlangengift: Calmette, M.
Über das Habusschlangengift: Ishizaka.
Toxische Eigenschaften der Schildkröten-Eier: Loisel (2).
Physiologische Wirkung des Viperngiftes: Mehely (5).
Vorkommen von Gift in den Eiern von Vipera : Phisalix.
Über Kreuzotterbisse und ihre Behandlung: Thomalla.
Parasiten.
Oestridenlarven in der Harnblase von Bufo: Andre.
Blutparasiten der Reptilien und Amphibien des Kaukasus: Finkelstein.
Haemogregarinen der Frösche: Laveran (1).
Neue Haemamöbe von Testudo pardalis : Laveran (2).
Haemogregarine von Macroscincus : Laveran (3).
Neues Trypanosoma aus einer mit H. lateristriga verwandten Hwyla-Art.
Marchoux et Salimbeni.
Neues Eidechsen-Trypanosoma : Martin.
Hyalomma aegyptiacum als Zwischenwirt einer in T'estudo mauritanica
lebenden Haemogregarine: Nicolle et Comte.
Neue Haemogregarinen aus Schlangen: Sambon and Seligman.
Blutparasiten von Rana esculenta in Algerien: Sergent et Sergent.
Biologie (Ethologie).
Nahrung von Python : Begbie.
Lebenszähigkeit von Schlangen: Biggs.
Lautäußerungen von Reptilien und Amphibien: Bruning.
Biologie amerikanischer Giftschlangen: Ditmars (3).
Verhalten von Fröschen, die mit Schlangen zusammengebracht wurden:
Fletcher.
Biologie von Tropidonotus tessellatus und Coronella austriaca: Geisenheyner.
Nahrung von Python reticulatus : Hartmann, Sokolowsky.
Biologie von Triton: Klinge, Wolterstorft.
Wasserfrosch als Fischfeind ?: Köhler.
Biologie australischer Agamiden: Krefft (1).
Biologie von Phelsuma : Krefit (2).
Biologie von Rhacophorus Dennysii : Kreyenberg (1).
Freileben verschiedener Reptilien und Batrachier in Tsingtau: Kreyen-
berg (2).
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 1
Widerlegung der Schlangenhypnose: Kühlken.
Musikliebende Eidechsen: Ludwig.
Zählebigkeit der Embryonen von Salamandra : Mändl.
Gefangenleben von Vipera ammodytes : Oelze (1).
Nahrung von Rana caterbyana und adspersa : Oelze (4).
Nahrung der Reptilien des Departement de l’Indre: Rollinat.
Freileben von Agama bibroni: Scherer (2); von Varanus nilotieus :
Scherer (3); von Cerastes cornutus : Scherer (4).
Gefangenleben von Platemys spixü : Schnee.
Lebensweise von Cryptobranchus alleghaniensis : Smith (2).
Gefangenleben von Agama bibronii : Schmidt.
Gefräßigkeit des Wasserfrosches: Soffel.
Bevorzugung der Grasfrösche als Nahrung vom Mäusebussard: Schuster.
Biologie Syrischer Reptilien in Gefangenschaft: Tofohr (1).
Gefangenleben von Agama colonorum : Tofohr (3).
Gefangenleben von Chamaeleon : Tofohr (4).
Biologie von Coelopeltis monspessulana: Werner (2); sudanesischer Rep-
tilien und Batrachier: Werner (8).
Gefangenleben von Boiden: Werner (4, 5).
Biologie von Rana fusca und Triton alpestris in den Hochalpen: Zschokke.
Faunistik.
Rezente Formen.
Europa.
Frösche Deutschlands: Klunzinger.
Batrachier des Magdalenenschachtes: Mühlhofer.
Reptilien und Amphibien Dänemarks: Jungersen.
Nachträge zur Kenntnis der Reptilien- und Batrachierfauna von Pacy-
sur-Eure, Normandie: Barbier.
Herpetologie des Komitates Gömör-Kishent, Ungarn: Bolkay (2).
Herpetologie von Dalmatien: Kolombatovie.
Reptilien und Batrachier Bosniens und der Herzegowina: Werner (3).
Herpetologie des Gouvernements Stawropol, Rußland: Brauner (1).
Reptilien und Batrachier von Bessarabien: Brauner (2).
Asien.
Bestimmungstabelle der Reptilien und Amphibien des Russischen Reiches:
Nikolsky (4).
Reptilien des Caspischen Ufers von Kaukasien: Satunin.
Reptilien des transkaspischen Gebietes: Varenzow.
Reptilien der Halbinsel Mangyschlak: Vasiljew.
Reptilien und Amphibien aus Persien: Nikolsky (1).
Lacertilia von Zentralasien: Bedriaga (1, 2, 3).
78 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Reptilien des Kurtschum-Tales, Altai: Jablonski.
Reptilien und Batrachier von Sachalin: Boulenger (1).
Reptilien und Amphibien von Tsingtau: Kreyenberg (2).
Schildkröten aus China: Siebenrock (3).
Reptilien und Amphibien des japanischen Reiches und benachbarter Teile
des ostasiatischen Festlandes: Stejneger (4).
Urodelen von Japan: Tago.
Reptilien von Indo-China: Moequard.
Amphibien des indischen Archipels: Van Kampen (1).
Eidechsen, Schlangen und Batrachier von Nepal und West-Himalayas:
Annandale (2), Boulenger (17), Wall (1).
Reptilien und Batrachier von einer Insel im Chilka-See, Orissa, Indien:
Annandale (7).
Brackwasserfauna von Port Cunning, Unter-Bengalen: Annandale (1).
Über die Schlangen Indiens: Wall (2); die Giftschlangen Indiens: Wall (7).
Afrika.
Mumienfauna Ägyptens (Reptilien): Lortet et Gaillard.
Reptilien der Kitchener-Insel in Ober-Ägypten: Werner (6).
Reptilien und Batrachier aus dem Sudd des Bahr-el-Gebel: Werner (7);
des ägyptischen Sudan und von Nord-Uganda: Werner (8).
Reptilien und Batrachier des Kilimandjaro-Gebietes: Lönnberg (1).
Reptilien und Batrachier aus Rhodesia: Boulenger (16).
Reptilien und Batrachier aus Südafrika: Boulenger (2).
Eidechsen und Schlangen aus Südafrika: Roux (2, 3).
Batrachier von Bibundi, Kamerun: Andersson.
Reptilien und Batrachier aus Senegambien: Scherer (1).
Reptilienfauna von Madagaskar: Beddard (3).
Amerika.
Froschlurche von Nordamerika: Diekerson.
Reptilien der Vereinigten Staaten und von N.-Mexiko: Ditmars (1).
Reptilien aus der Umgebung der Stadt New York: Ditmars (6).
Fauna von Mayfields Cave, Washington, D. C.: Banta.
Reptilien und Amphibien von Michigan: Gibbs, Notestein und Clark.
Schlangen von Michigan: Notestein.
Reptilien und Batrachier von Monroe County, Indiana: Meatee.
Reptilien und Amphibien des Rosebud-Indianer-Reservatgebietes in Süd-
Dakota: Reagen.
Reptilien von Los Angelos County, Californien: Grinnell and Grinnell.
Reptilien und Amphibien von Süd-Neu-Mexiko und Arizona: Ruthven.
Reptilien und Batrachier aus Zentralamerika: Atkinson.
Batrachier von Petropolis, Brasilien: Wandollek.
Reptilien von Peru: Roux (4).
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 79
Fossile Faunen.
Europa.
Fossile Reptilien von Apt (Vaucluse): Camons.
Reptilien der unteren Kreide der Krim: Karakasch.
Reptilien des unteren Lias von Provencheres: Sauvage.
Amerika.
Reptilien der Kreide von Bahia: Mawson and Woodward.
Systematik.
Reptilia und Amphibia.
Schleimhautnerven des Facialis, Glossopharyngeus und Vagus: Bender.
Neuroglia, Histogenese: Bonome.
Ricehtungssinn: Chalande.
Muskulatur und Innervierung des Herzens von Rana und Emys : Dogiel.
Dotterbildung im Ei von Schildkröten und Batrachiern: Dubuisson (1).
Entwicklung des Operculums und Distelidiums: Fuchs (2).
Facialismuskulatur von Lacerta und Alytes: Futamura.
Pigmentzellen: Golovin.
Hypophyse und Saccus vasculosus: Gentes.
Melanismus, künstlich erzeugt, bei Salamandra und Lacerta : Kammerer
(5, 6).
Zusammenhang der Vorhofs- und Ventrikelmuskulatur bei Rana und
Lacertiliern: Keith and Flack.
Phylogenie der Plantarmuskulatur: Me. Murrich.
Erstes Auftreten von Bewegungen und Reaktionen auf Reize: Paton.
Mitochondrienbildung in der Niere: Polieard.
Histologie und Physiologie des Hyalinknorpels: Renaut.
Distale Armmuskulatur bei Amphibien und Reptilien: Ribbing.
Centrosomen ete. in den roten Blutkörperchen von Siredon, Crocodilus ete.:
Ross, Moore and Walker.
De- und Regeneration der Nervenendigungen an den Muskeln nach Durch-
schneidung des Nerven bei Rana und Lacerta : Tello.
Reptilia.
Schädelvenen; Blutsinusbildungen: Bruner.
Entwicklung der Kopfmuskulatur und des Visceralapparates: Edgeworth.
Gefäße und Nerven des Schwanzkanals: Favaro.
Dottersack, Dottergang, Gefäße und Allantois bei Krokodilen und Schild-
kröten: Giacomini (1).
Über Keimbläschen und Dotterbildung: Loyez (1, 2).
Sacrum der Lacertilia u. a.: Moodie.
80 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Flug der Flugsaurier: Nopesa (1).
Anpassung der Gliedmaßen an aquatische Lebensweise: Osburn.
Nahrung der Reptilien des Dept. de l!’Indre: Rollinat.
Mikroskopischer Bau des Knochens rezenter und fossiler Reptilien: Seitz.
Squamata.
Anatomische Notizen über verschiedene Eidechsen und Schlangen:
Beddard (1).
Neue Konservierungsmethode: Ouwens.
Aufzucht von Reptilien aus dem Ei: Tofohr (2).
Lacertilva.
Atmungsmechanismus bei Chamaeleon vulgaris und Lacerta ocellata :
Francois-Franck.
Beckenmuskulatur: Mareucei.
Parietalauge von Lacerta und Anguwis : Nowikoff.
Geckonidae.
Kerne der roten Blutzellen von @ecko : Prowazek.
Entwicklung des Gehirns von Platydactylus : Tandler und Kantor.
Teratoscincus, Synopsis der Arten; T'. roborowskii sp.n., Oase Ssatsch-
sheu; Bedriaga, St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 159—162.
— T. roborowskii sp. n., Zentralasien, p. 73; przewalskii Strauch, Neu-
beschreibung, Abbildung p. 85; keyserlingi Strauch, eine distinkte Spezies,
p- 81; Bedriaga, St. Petersburg, 1907.
Alsophylax laevis sp. n. Transkaspien, Nikolski, St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 333—335. — 4. pipiens Pall., Neu-
beschreibung und Abbildung p. 100, Bedriaga, St. Petersburg 1907.
Bunopus, neue Diagnose; B. crassicauda sp. n. Persien; Nikolski,
St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 261, Taf. I, fig. 2, 2a, 1 Taf.
Gymnodactylus microtis Blanf., Bedriaga, St. Petersburg, 1907, p. 99.
Ancylodactylus gen. n. spinicollis sp. n. Kamerun, Müller, Zool. Anz.
31, p. 825.
Pristurus flavipunctatus Rüpp. Neu für N.-Afrika westlich vom
Nil: Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1828.
Phyllodactylus ansorgii sp. n. Angola, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 19, p. 212. — P. eugeniae sp. n. Persien, Nikolski, St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 268—271, Taf. 1, fig. 1 (= Ph. elisae
Wern. — Ref.).
Hemidactylus nepalensis sp. n. Nepal, Annandale, Rec. Ind. Mus.,
Caleutta, 1, pp. 151—155, 1 Taf. — H. erlangeri Steind.—=H. ruspoliüi Blgr.,
Beschreibung, Abbildung, Steindachner, Wien, SB. Ak. Wiss., 116, pp. 1535
—1539, Taf. — H. floweri n. sp. vom Blauen Nil, Werner, SB. Ak. Wiss.
Wien 1908, p. 1830.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 81
Homopholis erlangeri sp. n. Abessinien, Steindachner, Wien, Ann.
Nat. Hist. Hofmus., 21, p. 149, mit Taf. IX (= Platypholis fasciata Blngr.).
Lygodactylus ocellatus sp. n. Pretoria, Roux, Zool. Jahrb. Syst. 25,
p- 406.
Gecko verticillatus Laur., Vorkommen bei Calcutta, Annandale, Rec.
Tod} Mus; 1,1907, p. 171.
Gecko palmatus sp. n. Tonkin, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 19,
p. 486.
Phelsuma madagascariense Gray in Gefangenschaft, Krefft, Wochen-
schr. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907, p. 273.
Luperosaurus macgregori sp. n. Philippinen, Stejneger, Washington,
Nation. Mus. Proc., 33, p. 545.
Platypholis fasciata Blgr., Beschreibung und Abbildung, Steindachner,
Wien, SitzBer. Ak. Wiss., 116, p. 1539, mit Taf.
Pachydactylus weberi sp. n. Namaqualand, Roux, Zool. Jahrb. Syst.
25, p- 408.
Microgecko gen. n. helenae sp. n. Persien, Nikolski, St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 264—268, Taf. I, fig. 4, 4a.
Agamidae.
Australische Agamiden in Gefangenschaft (Physignathus, Amphi-
bolurus), Krefft (1).
Acanthosaura kumaonensis sp. n. Nainital und Mussoorie, Himalayas,
Annandale, Rec. Ind. Mus., Calcutta, 1, pp. 151—155, 1 Taf.
Agama kirmanensis var. n. brevicauda Persien, Nikolski, St. Peters-
burg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 272, — A. stoliczkana Blanf. p. 107,
himalayana Strauch p. 118, lehmanni Nik. p. 126, Neubeschreibung und
Abbildung, Bedriaga, St. Petersburg 1907. — A. bibronii, Freileben,
Scherer (2). Lebensweise in Gefangenschaft: Sehmidt, Ph. A. colonorum,
Lebensweise im Terrarium: Tofohr (3); Beschreibung von Färbung und
Freileben: Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1839. — A. hartmanni
Ptrs., Unterschiede von A. doriae Bingr. u. colonorum Daud.; Werner,
SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1836.
Phrynocephalus; synoptische Tabelle der zentralasiatischen Arten,
Neubeschreibung und Abbildung der älteren Arten p. 137; azwillaris var.
nn. idae p. 159, murielis p. 161, ericae p. 162, klemenzi p. 163; pewzowi
sp. n. p. 173, nikolskit, boulengeri spp. n. p. 187, raddei var. n. boettgeri
p. 195, steindachneri p. 207, salenskyi p. 213, alpherakii p. 222, isseli p. 229,
haeckeli spp. n. p. 237, helioscopus var. n. cameranoi p. 243, suschkini sp. n.
p- 262, Zentral-Asien, Bedriaga, St. Petersburg 1907. — P. koslowi
sp. n. p. 162, schuschkini sp. n. p. 167, guentheri sp. n. p. 168, vlangalii
var. n. nanschanica p. 172, azxillaris varr. n. idae, murielis, ericae p. 168,
Zentral-Asien, Bedriaga, St. Petersburg, Ann. Mus. Zool. Ac. Se. 10. —
P. caudivolvulus var. n. incerta p. 227, suschkini p. 223, boulengeri p. 213.
alpherakü p. 220, kuschakewitschi spp. n. p. 229, raddei var. n. boetigeri
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H. 1. III) 6
82 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
p- 217, nikolskii sp. n. p. 210: Russisch-Asien: Bedriaga, T. ec. pp. 210—243.
— P. olivieri varr. nn. carinipes, brevipes, Persien, Nikolski, T.c. pp. 273
—274, Taf. I, fig. 3.
Physignathus Lesueuri. Lebt auf Bäumen am Wasser und zwar auf
überhängenden Zweigen, springt beim Herannahen des Menschen mit
klatschendem Geräusch ins Wasser. R. Semon Bl. f. Aq. u. Terr.kunde,
XVIII, 1907, p. 186.
Moloch horridus Gray, Abbildung (phot.): Oelze (3).
Iguanidae.
Persistenz des Wolffschen Ganges bei /guana : Friedlaender.
Chamaeleolis, innere Anatomie, Beddard, Proc. Soc. 1907, p. 45, figg.
Anolis longicrus Surinam, godeti Antillen, spp. n., Roux, Zool. Anz.,
31, pp. 762—765.
Tropidurus tschudii sp. n. Peru, Roux, Rev. Suisse. Zool., 15 p. 296.
Anguidae.
Ophisaurus (Pseudopus) apus, Nahrung (kleine Vögel, Mäuse,
Eidechsen, Heuschrecken, Raupen); Verf. scheint zu bestreiten, daß diese
Art Schnecken frißt, was Ref. oft gesehen hat. — Tommasini, Wochenschr.
f. Ag. u. Terr.kunde, IV, 1907, p. 560.
Gerrhonotus, Verwandtschaftsverhältnisse, Beddard, Proc. Zool. Soc.
1907, p. 56. — @. affaroi sp. n. Costa Rica, Stejneger, U. S. Nat. Mus,.,
Proc. 32, pp. 505, 506.
Zonuridae.
Zonurus, Anatomie, mit besonderer Berücksichtigung des Hyoids,
Beddard, Proc. Zool. Soc. 1907, p. 62.
Varanidae.
Varanus niloticus, Freileben am Senegal: Scherer (2).
Teiidae.
Prionodactylus ockendeni sp. n. Peru, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 19, p. 486.
Amphisbaenidae.
Amphisbaena slateri sp. n. Peru, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 19,
p. 487.
Chirindia gen. n. verwandt Placogaster, swynnertoni sp. n. Mashona-
land, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 20, p. 48, Textfig.
Monopeltis granti sp. n. Beira, Boulenger, Proc. Zool. Soc. 1907,
p. 485, fig.
Diplometopon gen. n. zarudnyi sp. n. Persien, Nikolski, St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 276—278, 3 Textfigg.
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 83
Lacertidae.
Lacerta, Stammesgeschichte und Artmerkmale, Mehely, Ann. Hist.-
Nat. Mus. Hung. 5, pp. 87—88, taf. III, 169—193, taf. X. — Math. Termt.
Ert. Budapest 25, pp. 316—358. — Allat. Közlem. Budapest, 6, pp. 97
—126. — T.c. pp. 58—62, Taf. VII. — T.c. pp. 97—120. — Boulenger, Ann.
Mag. Nat. Hist. 20, p. 39, figg. — L. jonica Lohrs, eine Varietät von L.
taurica Pallas, Boulenger, Proc. Zool. Soc. 1907, p. 557, figs. — L. agilis
var. erythronota. Vorkommen zwischen Hannover und dem Stadtwalde
Eilenriede sowie am Warmbüchener Moore bei Misburg, neu für Nordwest-
deutschland. Löns, Wochenschr. f. Aq. u. Terr.kunde, IV, 1907, p. 446.
Nucras emini sp. n. Uganda, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 20,
p- 488.
; Latastia burii sp. n. Somaliland, johnstoni sp. n. Britisch-Zentral-
Afrika, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 19, p. 392.
Apathya für Lacerta cappadocica Wern. Mehely, Termösz. Közlem.,
Budapest LXXXV. 1907, p. 26; ist eine Latastia, Boulenger, Ann. Mag.
N: H. (7): RXLr1907, P.486.
Scapteira grumgrzimatiloi sp. n. Russisch-Asien, Bedriaga, St. Peters-
burg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 240.
Eremias buechneri sp. n. p. 184, velox var. n. roborowskiü p. 181,
multiocellata var. n. koslowi p. 183, Zentral-Asien, Bedriaga, St. Peters-
burg, Ann. Mus. Zool. Ac. Sc. 10. — E.regeli p. 235, »pleskei p. 238,
nikolskii p. 233 spp. n., Russisch-Asien, Bedriaga, St. Petersburg, Ann.
Mus. Zool. Ac. Sc. 10. — E. inornata sp. n. Oranjefluß, Roux, Zool.
Jahrbuch Syst. 25, p. 427.
Gerrhosauridae.
Tetradactylus breyeri sp. n. Transvaal, Roux, Zool. Jahrb. Syst. 25,
p- 430.
Scincidae.
Placenta bei Tiliqua, Trachysaurus, Gongylus : Giacomini (2).
Mabuia laevis, ansorgei spp. n. Angola, Boulenger, Ann. Mag. Nat,
Hist. 19, p. 212. — M. maculilabris Gray, p. 1847, Taf. I, fig. 1—la, und
brevicollis Wiegm. p. 1848, Taf. II, fig. —4a, neu für den aegypt. Sudan,
Werner, SB. Ak. Wise. Wien 1908. — M. wingatiü, Khor Attar, Aegypt.
Sudan, p. 1848, Taf. III, fig. 3—3a, u. mongallensis, Mongalla, Aegypt.
Sudan, p. 1850, Taf. I, fig. 2—2a, nn. spp. Werner, ibid. — M. quinque-
taeniata Licht., p. 1851, striata Ptrs. p. 1854, Beschr. sudan. Ex. Werner,
ibid.
Lygosoma meleagris sp. n. Mt. Ruwenzori, Boulenger, Ann. Mag.
Nat. Hist. 19, p. 488. — L. aloysii-sabaudiae sp. n. Zentral-Afrika, Peracca,
Boll. Musei zool. anat. Torino, 22, pp. 1—3. — L. punctatolineatum sp. n.
Ceylon, Boulenger, Spol. Zeyl. 4, p. 173. — L. smaragdinum, sekundärer
Geschlechtsunterschied, Gandolfi, Zool. Anz., 32, pp. 186—188.
Ablepharus brandtii var. n. brevipes, persicus sp. n. Persien, Nikolski,
St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 283, Taf. I, fig. 5.
6*
54 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Eumeces latiscutatus subsp. n. okadai Japan, Stejneger, Washington,
U. S. Nation. Mus. Bull. 58, p. 200.
Sepsina weberi sp. n. Namaqualand, Roux, Zool. Jahrb. Syst. 25,
p: 437.
Herpetosaura mira sp. n. Transvaal, Roux, Zool. Jahrb. Syst. 25, p. 435.
Typhlacontias gracilis sp. n. Süd-Afrika, Roux, Rev. Suisse, Zool.
15, p. 83.
Rhiptoglossa.
Färbung im Leben, Farbenwechsel und Nahrung von Chamaeleon
dilepis und pumilus, Longstaff and Poulton.
Färbung im Leben u. Farbenwechsel von COhamaeleon gracilis und
laevigatus, Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1861—1863.
Lebensweise von Chamaeleon vulgaris in Gefangenschaft, Tofohr (4).
Pythonomorpha.
Holosaurus abruptus, Osteologie, Capps, J. Geol. Chicago, 15, pp. 350,
356, textfig.
Ophidia.
Ophidia von Michigan mit Bestimmungsschlüssel, Notestein, Rep.
Mich. Acad. Sci. 7, pp. 111—125, mit Textfig.
Lebenszähigkeit: Biggs.
Schlangengift: Calmette, M.
Refraktion und Augenbinnendruck: Heine.
Über die angebliche Hypnotisierung der Beute durch Schlangen:
Kühlken.
Neuromuskelspindeln: Regaud et Favre.
Fehlen der Segmentierung des Rückenmarks bei erwachsenen
Schlangen: Van Rynberk.
Entwicklung von Paraphyse und Epiphyse: Ssobolew.
Glauconidae.
Glauconia hamulirostris, laticeps, spp. nn. Persien, Nikolski, St. Peters-
burg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 286, fig. 4, 5, p. 88, fig. 6, 7.
Boidae.
Lebensweise von Boiden in Gefangenschaft, Werner (4, 6).
Python reticulatus, Nahrungsaufnahme, Hartmann, Sokolowsky (1, 2);
Geburt in Gefangenschaft, Kern; Nahrung von Python molurus, Begbie;
P. regius, neu für den ägypt. Sudan (Gazellenfluß), Werner, SB. Ak. Wiss.
Wien 1908, p. 1865.
Ungalia melanura Gray, vom zentralamerikanischen Festland er-
wähnt, Steindachner, Wien, SitzBer. Ak. Wiss., 116, p. 1535.
Corallus madagascariensis, cookii, Vergleich der inneren Anatomie;
Beddard, Nature 77, p. 8 (s. auch Beddard, Proc. Zool. Soc., London 1908)
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 8
Eryx miliaris, varr. n. roborowskü, koslowi Chinesisch-Zentral-Asien,
Bedriaga, St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 193. — E. per-
sicus Sp. n. Persien, Nikolski, St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10,
p. 290, fig. 8. — E. muelleri Blngr. von Bara, Kordofan genannt, von
Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1866.
Colubridae.
Polyodontophis, Verringerung der Artenzahl, Wall, Bombay, J. Nat.
Hist. Soc. 17, p. 823.
Tropidonotus natrixt, Entwicklung, Viefhaus, Zs. wiss. Zool., 86,
pp. 55—99, 3 Taf.; Mundschleimhaut, Arcangeli. — T. tessellatus, Fang im
Oktober, Geisenheyner. T. xzenura, baileyi spp. n., Tibet, Wall, Bombay,
J. Nat. Hist. Soc. 17, pp. 616—618. T. piscator vaır. unicolor, lateralis,
punctatus, obscurus, ornatus, tytleri, Wall, Bombay, J. Nat. Hist. Soc. 17,
pp- 860—863.
Eutaenia butleri, Whittaker, Rep. Mich. Acad. Sci. 7, pp. 88—92.
Simocephalus butleri sp. n. Bahr el Ghazal, Boulenger, Ann. Mag.
Nat. Hist. 20, p. 489.
Lycodon striatus, in Ceylon, Wall, Spol. Zeyl. 4, p. 174.
Dinodon rufozonatum subsp. n. walli Riukiu, Stejneger, Washington,
U. 8. Nation. Mus. Bull. 58, p. 364.
Spaniopholis kreyenbergi sp. n. China, Müller, Zool. Anz., 31, p- 829
(= Sp. souliei Mocq. = Coluber phyllophis jung. — Ref.).
Coluber longissimus var. n. (?) nigra Persien, Nikolski, St. Petersburg,
Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 293.
Chlorophis irregularis Leach, neu für den ägypt. Sudan (Hellet Nuer),
Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1871, Taf. III, fig. 5a, 6).
Zamenis mucosus, Eier und Entwicklung des Embryo, Wall, Bombay,
J. Nat. Hist. Soc. 17, pp. 1033—1035.
Lytorhynchus gaddi sp. n. Persien, Nikolski, St. Petersburg, Ann.
Mus. zool. Ac. Sc. 10, pp. 294—295, fig. 9.
Oligodon erythrogaster sp. n. Nepal, Boulenger, Rec. Ind. Mus. 1, p. 217.
Coronella austriaca, Vorkommen in Westpreußen, Conwentz.
Contia brevicauda Sp. n., persica var. n. nigrofasciata, Persien, Nikolski,
St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 10, p. 296, fig. 10, p. 298.
Calamaria mearnsi sp. n. Philippinen, Stejneger, Smithsonian Inst.
Misc. Collect. @. 50, p. 30.
Dasypeltis macrops sp. n. Süd-Kamerun, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 19, p. 324.
Tarbophis fallax Fleischm., Beschreibung und Abbildung, Knauer.
Leptodira attarensis n. sp. Khor Attar, Sudan, Werner, SB. Ak. Wiss.
Wien 1908, p. 1875, Taf. III, fig. 6a, b. — L. hotamboeia Laur., Kopf abgeb.
ebenda fig. 7a, b. — Synopsis der afrikanischen Leptodira-Arten: ebenda
p- 1876. — L. tornieri n. sp., D. O. Afrika (Usambara) ebenda, p. 1876.
Dipsadoboa isolepis sp. n, Süd-Kamerun, Boulenger, Ann. Mag. Nat,
Hist. 19, p. 325,
86 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Ooelopeltis monspessulana Herm., Beschreibung und Abbildung,
Werner (2).
Psammophis longementalis, sp. n. Kap-Kolonie, Roux, Zool. Jahrk.
Syst. 25, p. 736 (= Trimerorhinus rhombeatus var. — Ref.).
Xenocalamus bicolor Gther. var. n. lineatus Süd-Afrika, Roux, Rev.
Suisse. Zool. 15, p. 79.
Rhinocalamus ventrimaculatus sp. n. Süd-Afrika, Roux, Rev. Suisse.
Zool. 15, pı 78, figg.
Aparallactus batesii sp. n. Süd-Kamerun, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 19, p. 325.
Chilorhinophis n. g. butleri n. sp. von Mongalla, ägypt. Sudan,
Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908, p. 1881, Taf. III, fig. 8sa.—d.
Hydrophiinae im Colombo-Museum, Wall, Spol. Zeyl. 4, pp. 166
—172).
Naia nigricollis, Speischlange, Dacunha. Vorkommen auf der
Kitchener-Insel bei Assuan, Werner (6).
Bungarus candidus in Ceylon, Wall, Spol. Zeyl. 4, pp. 174—176. —
B. walli sp. n., Oudh, Wall, Bombay, J. Nat. Hist. Soc. 17, p. 608.
Dendraspis sjöstedti sp. n. Kibonoto, Lönnberg, Sjöst. Kilim. 4, p. 17.
— D. mamba sp. n. Transvaal, Gough, Zool. Anz., 32, p. 454.
Viperidae.
Physiologische Wirkung des Viperngiftes, Mehely.
Toxische Eigenschaften der Eier von Vipera, Phisalix.
Systematische Bedeutung der Lage des Nabels, Beddard (1).
Vipera berus, Vorkommen in Westpreußen, Conwentz; in Schlesien,
Thomalla; in Contentin, Corbiere; bei Nancy, Dumont. V. ammodytes,
Lebensweise in Gefangenschaft, Abbildung, Oelze (1).
Cerastes cornutus Forsk., Freileben in Marokko, Scherer (3).
Atractaspis duerdeni sp. n. Süd-Afrika, Gough, Grahamstown, Rec.
Albany Mus., 2 p., 78 fig.
Agkistrodon blomhoffii subsp. n. brevicaudus Korea, China und For-
mosa, Stejneger, U. S. Nation. Mus. Bull. 58, p. 463.
Lachesis itapetiningae sp. n. Brasilien, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 20, p. 338.
Crotalus pulvis sp. n. Nicaragua, Ditmars, New York, Rep. Zool.
Soc. 9, p. 197. — C. lucifer, Varietät, Ditmars, New York, Rep. Zool. Soc.
9, p- 200.
Palaeophidae.
TPterosphenus schweinfurthi Andrews und die Entwicklung der
Palaeophiden, Janensch. Arch. Biont. 1., pp. 307—350, mit 2 Taf.
Pterosauria.
1-Pterosauria, Osteologie, Nopsea, Proc. Zool. Soe. 1907, pp. 224,
228, figs.
TRhamphorhynchus kokeni sp. n. Juraformation Schwabens. Plie-
ninger, Palaeontographica, 53, pp. 209—314, mit 6 Taf.
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 87
Dinosauria.
Gastrolithen, Cannon, Wieland.
tIguanodon, neue Art von Fußspuren, Brauer, SitzBer. Ges. natf.
Freunde 1907, p. 11.
TCamptosaurus, Intercentrum. der Axis, Gilmore, U. S. Nation. Mus.
Proc. 32, pp. 151—165, Taf., Textfig.
TCamarosaurus, Bemerkungen von Riggs, Field Columb. Mus. Pub.
Geol. Ser. 1, pp. 273—2831, Taf.
TMorosaurus, Vordergliedmaßen und Brustgürtel, Riggs, Field
Columb. Mus. Pub. Geol. Ser. 1, pp. 273—281, Taf. — M. agilis, neu-
beschrieben, Gilmore, U. S. Nation. Mus. Proc. 32, pp. 151—165, Taf.,
Textfig.
TBrontosaurus, Skelett, Matthew, Amer. Mus. S. 5, pp. 62—70,
Textfig.
TThecodontosaurus elisae sp. n., Sauvage, Infralias von Provencheres,
p. 14, Taf. III, fig. 5.
TScleramochlus gen. n., taylori sp. n. Trias von Elgin, Woodward,
Q@. J. Geol. Soc. 63, p. 140, Taf. IX.
Emydosauria.
Lage des Hypoglossus bei den Krokodilen: Hochstetter; Geruchs-
organ, Meek.
Alligator mississipiensis, Brutpflege, Reese, Smithsonian Inst. Misc.
Collect. Q. 48, pp. 381—337, Taf.
TAlligatorium franconicum sp. n. Jura Bayerns, Ammon, Geogr.
Jahreshefte. 18, p. 56.
TGoniopholis crassidens, Owen, Beschreibung eines nahezu voll-
ständigen Exemplares, Hooley, @. J. Geol. Soc. 63, p. 50. — @. hartti
Marsh., Beschreibung, Mawson and Woodward, Q@. J. Geol. Soc. 63, p. 132,
Taf. VI.
1Metriorhynchus, Anpassungstypus, Arthaber, Centralbl. M. 1907,
pp- 385—397. — Hinterextremität, Arthaber, Centralbl. M. 1907, pp. 502
—508. — M. jaekeli, Abel, Centralbl. M. 1907, pp. 225—235. — M. super-
ciliosus Desl., Osteologie, Leeds, Geol. Mag. 4, pp. 314—319, fig.
TTeleidosaurus gaudryi sp. n. Jura der Goldküste, Collot, Dijon M&m.
Acad. 10, p. 7.
TThalattosaurus gen. n. alexandrae sp. n. Trias von Californien,
Merriam, Berkeley Univ. Cal. Bull. Dept. Geol. 3, pp. 419—421, Textfig.
TPalaeorhinus, Schädel, Lees, J. Geol. Chicago 15, pp. 121—151,
Textfig.
TAetlosaurus crassicauda Sp. n., Fraas, Stuttgart, Jahreshefte Ver.
Natk. 63, pp. 101—109, mit 2 Taf.
Ichthyosauria.
Anpassung des Gehörapparates an tauchende Lebensweise, Dollo (1).
TIchtyosaurus platydactylus sp. n, Norddeutsche Kreide, Broili, Palae-
ontographica 54, p. 159,
88 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
tOphthalmosaurus icenicus. Seeley, Osteologie, Andrews, Geol. Mag. 4,
pp- 202—208, figg. (s. auch Dollo).
TOymbospondylus petrinus? Trias von Nevada, Merriam, Univ. Cal.
Bull. Dept. Geol. 4, pp. 33—38, 1 Taf.
tBaptanodon reedi sp. n. Wyoming Jura, Gilmore, Amer. J. Sci. 23,
pp. 193—198, mit Textfigg.
Chelonia.
Parathyreoidea, Doyon.
Entwicklung des Gaumens, Fuchs (3).
Toxische Eigenschaften von Schildkröteneiern, Loisel (2).
Cloake und ihre Organe, Schmidtgen.
Cinosternum, Monographie, Siebenrock, Wien, SitzBer. Ak. Wiss.,
116, pp. 527—59)9.
Staurotypinae nov. subfam. Cinosternidarum, Siebenrock, Wien,
SitzBer. Ak. Wiss., 116, pp. 527—599.
Claudius, Monographie, Siebenrock, Wien, SitzBer. Ak. Wiss, 116,
pp- 527—599.
TMacrochelys floridana sp. n. Pliocän von Florida, Hay, Bull. Amer.
Mus. 23, pp. 847—863.
Kachuga sylhetensis, Verbreitung, Annandale, Rev. Ind. Mus. 1,
pP. 171.
Chrysemys ornata callirostris Gray, ist eine selbständige Unterart,
Siebenrock, Zool. Anz., 31, pp. 790—792.
Emys lutaria, in Ost- und Westpreußen, Braun, Königsberg, Schr.
physik. Ges., 48, pp. 94—98. — Musculatur und Innervierung des Herzens,
Dogiel; Hyobranchialskelett, Fuchs, Anat. Anz. 31, pp. 33—39; Metamerie
des Kopfes, Filatoff; Pneumogastricus, Guyenot (1).
Clemmys japonica, Anatomie, Öga, Dobuts. Z. Tokyo, 19, pp. 205
—221, 257—278, 2 taf. — C. leprosa, Mayet, Feuilles jeunes natural. 37,
p- 52.
Chelopus insculptus in Maryland, Henshaw, Washington, Proc. Biol.
Soc. 20, p. 65.
TTerrapene canaliculata sp. n. Pliocän oder Pleistocän von Georgia,
Hay, Bull. Amer. Mus. 23, pp. 847—863.
Pseudemys spp. Brimley, Chapel Hill. J. Elisha Mitschel Sei. Soc.
23, pp- 76—84.
Chrysemys, Geschlechtszellen, Allen (1, 3).
Homopus, Entstehung des Farbkleidmusters, Duerden, Rec. Albany
Mus. 2, pp. 65—92, Taf.
Testudo hoodensis, darwini, chathamensis, phantasticus spp. n. Gala-
pagos-Inseln, Van Denburgh, Proc. Cal. Acad. Sei. 1, pp. 1-6. — T. tra-
vancorica, Sp. n., Boulenger, Bombay, J. Nat. Hist. Soc. 17, pp. 560, 561,
tat. — T. ibera, Bemerkung über die Eier, Gadeau de Kerville, Bull. soc.
zool. 31, pp. 132—134. Geschlechtscharaktere, Loisel
Einbürgerung in Sardinien, Angelini.
III. Reptilia und Amphibia für 1907. 89
+ Plastomenus acupictus sp. m. Eocän von Neu-Mexiko, Hay, Bull.
Amer. Mus. 23, pp. 847—863.
t-Platypeltis antiqua, amnicola, trepida spp. n. Eocän der westlichen
Vereinigten Staaten, Hay, Bull. Amer. Mus. Nat. 23, pp- 847— 863.
tAspideretes singularis sp. mn. Eocän von Neu-Mexiko, Hay, Bull.
Amer. Mus. 23, pp. 847—863.
Bemerkungen über Dermochelys und Chelone, Bethencourt-Ferreira.
Vagus und Vagus-Ganglion bei T’halassochelys, Spalitta.
Beziehungen der Arteria brachialis zur vorderen Extremität bei
Thalassochelys, Zuckerkandl.
tEosphargis gigas, Vorläufige Mitteilung, Dollo (2).
Dermochelys coriacea in den Sohore straits gefangen, abgebildet, Kloss,
S. Straits R. As. Soc. 49, pp. 63—65, 3 Taf. — Parasphenoid vorhanden,
Versluys, Helder Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. 10, pp. XVIII, XIX.
Plesiosauria.
Gastrolithen, Brown.
}.Plesiosaurus nordmanni Eichw. Untere Kreide der Krim (Russ.),
Karakasch, Trav. Soc. nat. 32, p. 277.
TBrachauchenius, Schädel, Williston, U. S. Nation. Mus. Proc. 32,
pp. 477—489, mit Taf.
Theromorpha.
tBolosaurus striatus, Schädel, Case, Bull. Amer. Mus. 23, pp. 653
— 658, Taf., Textfig.
tDiadectes, Restauration, Case, J. Geol. Chigaco 15, pp. 556—559,
Textfig.
}.Dicynodon ingens sp. n. Karoo-Schichten von Natal, Broom, Natal
Gov. Mus. Ann. 1, p. 167.
1Scymnosaurus warreni sp. n. Karroo-Schichten von Natal, Broom,
Natal Gov. Mus. Ann. 1, p. 167.
Rhynchocephalia.
Sphenodon punctatus, Gehirn, Gisi, Zool. Jahrb. Anat. 25, pp. 71
— 236, 1 Taf.; Pinealorgan, Dendy. Gehirnmißbildung, Sauerbeck.
tRhynchosaurus articeps, Beschreibung von Woodward, Rep. Brit.
Ass. 1906, pp. 293, figg.
TClepsydropinae subfam. n., Case, Washington, Carnegie Inst. Pub.
N. 55, pp. 18—37.
1.Dimetrodon giganhomogenes Texas, platycentrus Indianer-Territorium,
navajovicus Neu-Mexiko, longiramus Texas, Perm. spp. n., Case, Washington,
Carnegie Inst. Pub., No. 55, pp. 47—64.
TElcabrosaurus gen. n., baldwini sp. n. Perm. von Neu-Mexiko, Case,
Washington, Carnegie Inst. Pub. No. 55, pp. 18—37.
tNaosaurinae subfam. n., Case, Washington, Carnegie Inst. Pub.
No. 55, pp. 47—64.
90 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
1Naosaurus, Skelett, Osborn, Bull. Amer. Mus. 23, pp. 265—270,
Taf., Textfig.
t.Poliosauridae fam. n., Case, Washington, Carnegie Inst. Pub. No. 55,
pp. 18—37.
tPoliosaurus gen.n. Type T’heropleura uniformis Cope, Case, Washing-
ton, Carnegie Inst. Pub. No. 55, pp. 18—37.
TTheropleura grandis sp. n. Perm. von Texas, Case, Washington,
Carnegie Inst. Pub. No. 55, pp. 18—37.
TTomicosaurus gen. n., T. sp. Perm. von Texas, Case, Washington,
Carnegie Inst. Pub. No. 55, pp. 47—64.
Amphibia (Batrachia).
Wirkung von Sauerstoffreichtum und S.-Mangel auf das Wachstum
der Kiemen von Rana und Salamandra, Babäk.
Beginn der Degeneration in den Batrachier-Eiern, Dubuisson (2).
Morphologische Bedeutung der Genitalanlagen der Amphibien:
Dustin (1).
Ursprung der Geschlechtszellen, Dustin (2).
Entwicklung des Exkretionssystems, Filatow.
Irismuskeln, Grynfeltt (2).
Regeneration sekundärer Geschlechtscharaktere, Kammerer (7).
Befruchtung und Begattung, Kammerer (9).
Transplantation der Augenanlage etc. bei Amblystoma- und Rana-
Embryonen, Lewis (4).
Extraktion und Eigenschaften der Pigmente, Magnan (1, 2).
Regeneration der Lunge, Muftie.
Regeneration der quergestreiften Muskelfasern, Schmincke.
Zellverbindungen zwischen Epidermis und Corium, Schuberg (1, 2).
Intercellulargebilde und Cuticularsaum bei Rana und sSitredon,
Schubotz.
Bau und Bedeutung der Außencuticula bei Amphibienlarven, Schultze.
Experimentelle Erzeugung von Kopf- und Hinterleibsvermehrungen
bei AxolotIn und Fröschen, Tornier (2).
Tetradenbildung in somatischen Zellen bei Salamandra und Rana,
Della Valle.
Ecaudata.
Abnorme Entwicklung von Bufo-Eiern, die durch Sperma reifer
Eier, das mit Röntgenstrahlen behandelt war, befruchtet wurden, Bardeen.
Ausstoßung der Richtungskörper bei Rana fusca, Bufo und Pelodytes,
Bataillon (1).
Entwicklung von Paludicola, Hemisus und Phyllomedusa, Bles.
Exkretorische Fähigkeit der .Endothelien der Lymphgefäße und
Nierenkapillarien, Bruntz.
Entwicklung von Phyllomedusa, Budgett.
Variation des Arteriensystems bei Rana und Bufo, Crawsbay.
Wirkung von Salzlösungen und Seewasser auf Rana- und Bufo-
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 9
Larven, Drzewina und Bohn.
Bewegung der Muskeln bei Embryonen und Larven von Discoglossus,
Giardina.
Getrennte Entwicklung von Teilstücken von Anurenlarven, Goggio.
Arterienklappen des Auges, Grynfeltt (1).
Pneumogastricus, Einfluß auf das Herz, Guyenot (2).
Kleine Thymuszellen bei Rana und Bufo, Hammar.
Entwicklung transplantierter Gliedmaßenanlagen bei Rana und
Bufo, Harrison (1).
Zuchtversuche mit Alytes, Kammerer (3).
Nutzen und Schaden in der Teichwirtschaft, Kammerer (8).
Fortpflanzung des Laubfrosches, Kammerer (10).
Entwicklung und Eigentümlichkeiten der Thymus, Pensa.
Gastrulation von Rana und Bufo, Ruffini (1).
Rhythmische, antiperistaltische Konstraktionen des Enddarms der
Discoglossus-Larve, Sanzo (1).
Rhythmus des Herzens mit einander zur Verwachsung gebrachter
Discoglossus-Larven, Sanzo (2).
Entwicklung des Skelettes der Vorderextremität, Schmalhausen.
Entwicklung des Blastoporus bei Alytes, Seemann.
Venenklappen bei Rana und Bufo, Suchard.
Nephrostomen und Nierenkanälchen australischer Frösche, Sweet.
Entstehung von Albinismus, Melanismus und Neotenie, Tornier (1).
Erythrose und Albinismus bei Pelobates, Tornier (3).
Über die Metamorphose, Wintrebert.
Ranidae.
Geschlechtszellen von Rana pipiens, Allen (2).
Parthenogenetische Entwicklung von Eiern von Rana fusca in
destilliertem Wasser, Bataillon (2).
Regeneration des Auges bei Froschembryonen, Bell (2).
Entwicklung des Kopfes und seiner Nerven bei Rana fusca, Brachet.
Mitosen in der Epidermis von Rana, Bruno.
Zapfenkontraktion der Netzhaut von Rana, Dittler.
Rana pipiens, Donaldson.
Innervation des Hinterbeines von Rana virescens, Dunn (1).
Hautnerv des Ischiococcygealplexus bei R. virescens, Dunn (2).
Entwicklung des Kopfes und Segmentierung der Oceipitalregion bei
Rana temporaria, Elliot.
Entwicklung der Lymphsäcke der Hinterextremität des Frosches,
Goldfinger.
Mißbildung bei Rana temporaria, Grimme.
Experimenteller Nachweis der Auswachstheorie der Nervenfasern bei
Rana, Harrison (2).
Geschlechtsbestimmung bei Rana esculenta, Hertwig.
Einfluß von Salz- und anderen Lösungen auf die Froschentwicklung,
92 III. Reptilia und Amphibia für 1907.
Jenkinson.
Pigmentzellen in der Schwimmhaut von Rana, Kahn und Lieben.
Wirkung der Herzexstirpation bei Rana-Larven, Knower.
Nahrung von Rana esculenta, Köhler.
Dotterbildung in den Eiern von Rana temporaria, Lams.
Entwicklung des Auges und Ohres bei Rana, Lewis.
Transplantation von Blastoporus-Lippen bei Rana, Lewis (6).
Knorpelzellen bei Rana, Löwenthal.
Struktur der Nervenfasern von Rana, Macdonald.
Zellnester im Sympathicus von Rana, Modugno.
Wirkung von Salz- und Zuckerlösungen auf die Froschentwicklung,
Morgan and Stockard.
Wirkung der betr. Nerven auf die Sekretion der Daumenschwiele
von Rana fusca, Nussbaum.
Winterschlaf von Rana, Otto.
Atrophie der Daumenschwiele von Rana fusca nach Durchschneidung
der Nerven, Pflüger.
Zusammenhang der Darmepithelien von Rana, Schaeppi.
Linsenregeneration bei Rana fusca, Spemann (1, 2).
Entwicklung der Ohrblase bei Rana, Streeter.
Entwicklung der Hinterextremität von Rana, Tschernoff.
Variation der Darmlänge bei Rana, Young.
Rana, Albino, Bon, Amsterdam, Natura 1907, p. 148. — R. agtlis
Thomas, neu für Schweden, Lönnberg, Fauna und Flora 2, pp. 167—170,
Taf. — R. esculenta, beiderseitiger Hermaphroditismus, Lavrov, Kazani,
Prot. Obsc. jest. 36—37, 1907, pp. 1—4 (Russ.); Hermaphroditisches Exem-
plar, Yung, Rev. Suisse. Zool. 15, p. 87, fig. — R. ridibunda Pall., Be-
schreibung und Art-Berechtigung, Bolkay, Allat. Közlem. Budapest, 6,
pp. 179—183, Taf. XI. — R. microtympanum sp. n., tigrina Daud. var.
nov. angustopalmata, Malayischer Archipel, Kampen, Zoologische Er-
gebnisse einer Reise in Niederländisch-Ost-Indien, 4, p. 386. — R. ansorgii
Blgr. in Deutsch-Kamerun, Steindachner, Wien, Ann. Nat. Hist. Hofmus.
21, p. 149. — R. albolabris Hall., Geschlechts- u. Altersunterschiede, be-
schrieben von Andersson, Jahrb. Nassau, Ver. Natk. 60, 1907, p. 229. —
R. oceipitelis, p. 1887, delalandii Tsch., adspersa Bibr. p. 1888, galamensis
DB. p. 1893, Taf. IV, fig. 12, neu für den ägypt. Sudan; Werner, SB. Ak.
Wiss. Wien 1908. — R. schillukorum. Khor Attar, Sudan, p. 1890,
Taf. III, fig. 10; gondokorensis, Gondokoro, Nganda, p. 1891, DaiIHEE
fig. 9; venusta, Mongalla, Sudan, p. 1892, Taf. III, fig. 11; spp. nn.
Werner T.c. — R. merumontana sp. n. Meru, Lönnberg, Sjöstedt, Kilima-
ndjaro, 4, p. 21. — R. cryptotis sp. n. Angola, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 20, p. 109. — R. bunoderma sp. n. Angola, Boulenger, Ann. Mag.
Nat. Hist. 29, p. 214. — R. ruddi sp. n. Beira, Boulenger, Proc. Zool. Soc.
1907, p. 480, taf. XXII. — R. bocagei var. n. maculata, p. 160, platyceps
var. n. angolensis, bivittata p. 161, osorioi p. 162, seabrai p. 163, fasciata
p. 164 (praeoceupiert durch R. fasciata Gray) spp. n., Angola, Ferreira, J.
HI. Reptilia und Amphibia für 1907. 93
Sci. Math. Phys. Nat. 7. — R. tsushimensis sp. n. Japan, Stejneger,
Washington, U. S. Nation. Mus. Bull. 58, p. 116. — R. occipitalis abgeb.
bei Scherer, Zoolog. Beobachtungen am Senegal, Wochenschr. f. Ag. u.
Terr.kunde, IV, 1907, p. 667. — R. catesbyana und adspersa, abgeb. bei
Oelze, Bl. f. Aq. u. Terr.kunde, XVIII, 1907, p. 472, 2 figg. — Pyzicephalus
restituiert für R. adspersa Bibr. und Verwandte, Nieden, SitzBer. Ges.
natf. Freunde 1907, p. 223. — Synopsis der aethiopischen Rana-Arten:
Werner, T,c. p. 1897.
Hildebrandtia gen. n. für Rana ornata Pet., Nieden, SitzBer. Ges.
natf. Freunde 1907, pp. 228, 229.
Trichobatrachus robustus Blgr., in Deutsch-Kamerun, Steindachner,
Fr., Wien, Ann. Nat. Hist. Hofmus. 21, p. 149.
Phrynobatrachus natalensis, Farben-Varietäten, Boulenger, Proc. Zool.
Soc. 1907, p. 482, Taf. XXII. — Synopsis der Phrynocephalus-Arten:
Werner, T. c. p. 1901.
Arthroleptis carguejai sp. n. Angola, Ferreira, J. Sci. Math. Phys.
Nat. 7, p. 165. — A. minutus Blngr., neu für den ägypt. Sudan, Werner,
T. ce. p. 1902.
Rappia papyri, Khor Attar u. Mongalla, Sudan, p. 1903, Taf. IV,
fig. 14; pachyderma, Gondokoro, Uganda, p. 1903; balfouri, Gondokoro,
p- 1904, Taf. IV, fig. 15, spp. nn. Werner, SB. Ak. Wiss. Wien 1908.
Polypedates owstoni sp. n. Riukiu, Stejneger, Smithsonian Jnst.
U. S. Nation. Mus. Bull. 58, p. 149.
Rhacophorus dennysii Blanf., Kreyenberg, Wochenschrift Aquarien-
kunde Braunschweig 4, pp. 521, 522. — R. anodon sp. n. Malaiischer Archipel,
Kampen, Zoologische Ergebnisse einer Reise in Niederländisch-Ost-Indien,
4, p. 400.
Paracassina gen. n. (Paracassina obscura Boulenger), Peraeca, Torino
Boll. Musei zool. anat. 22, No. 553.
Megalizxalus lindholmi sp. n. Kamerun, Andersson, Wiesbaden, Jahrb.
Ver. Natk. 60, p. 239. — M. fornasinii Bianc., Zeichnungsvarietäten abgeb.
ebenda p. 238.
Hylambates rufus var. n. aubryioides Kamerun, Andersson, Wies-
baden, Jahrb. Ver. Natk. 60, pp. 228—245. — H. ocellatus Mocq., Vor-
kommen in Kamerun, Beschreibung, Steindachner, Wien, Ann. Nat.
Hist. Hofmus. 21, pp. 149—155.
Engystomatidae.
Phrynomantis microps Ptrs., neu für den ägypt. Sudan, Werner,
SB. AK. Wiss., Wien 1908, p. 1905.
Breviceps macrops sp. n. Namaqualand, Boulenger, Ann. Mag. Nat.
Hist. 20, p. 46, taf. II.
Hemisus marmoratum Ptrs., Entwicklung, Bles, The Work of John
Samuel Budgett, p. 451.
94 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Cystignathidae.
Telmatobius asper sp. n. Brasilien, Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist.
19, p. 394.
Elosia nasus Tsch., Beschreibung, Steindachner, Wien, SitzBer.
Abh. Wiss., 116, p. 1540. — E. divisa sp. n. Wandollek, Dresden, Abh.
zool. Mus. p. 4.
Hylodes petropolitanus p. 7; spp. n. Brasilien, Wandolleck, Dresden,
Abh. zool. Mus. 11.
Ceratophrys ohausi sp. n. Brasilien, Wandolleck, Dresden, Abh. zool.
Mus. 11, p. 10.
Paludicola fuscomaculata Stdr., Entwicklung, Bles, The Work of
John Samuel Budgett, p. 445.
Crossodactylus DB. restituiert für Leptodactylus gaudichaudı DB.,
Steindachner (2).
Hylidae.
Hyla resinifictrix sp. n. Parä, Goeldi, London, Proc. Zool. Soc. 1907,
p. 135, figg. LVI+LVII. — H. ohausi sp. n. Brasilien, Wandolleck, Dresden,
Abh. zool. Mus. 11, p. 14. — H. luteiventris sp. n. Brisbane, Ogilby, Proc.
R. Soc. Queensland 20, p. 31. — H. dolichopsis, Cope von Java, Banka
und Padang, Kampen, Buitenzorg Bull. Dep. Agric. 8, p. 13, 14. — H.
andersoni Baird, Lakehurst, N. Jersey, Davis, New Brighton, Proc. Nat.
Sci. Ass. 9, p. 26. — H. ewingü var. calliscelis, Vorkommen in Neu-Seeland,
Marriner, Wellington, Trans. N. Zeal. Inst. 39, pp. 144—149.
Phyllomedusa hypochondrialis Daud., Entwicklung, Bles, The Work
of John Samuel Budgett, p. 457.
Bufonidae.
Oestridenlarve in der Harnblase von Bufo, Andre.
Regeneration der Leber und Pankreasanlage bei Larven von Bufo
vulgaris, Banchi.
Anomalien des Geschlechtsapparates bei Bufo, Cerrutti.
Reaktion von Bufo auf Gehörsreize, Courtis.
Correlation und Variation der inneren und äusseren Charaktere
bei Bufo lentiginosus, Kelliecott.
Spermatogenesis bei Bufo, King (1).
Nahrung der Larven von Bufo ist ohne geschlechtsbestimmenden
Einfluß, King (2).
Bufo andersoni, Verbreitung, Annandale, Rec. Ind. Mus. 1, p. 171.
— B. regularis, Farben-Varietäten, Boulenger, Proc. Zool. Soc. 1907
p. 479, Taf. XXI; Variabilität von Exemplaren aus Kamerun, Steindachner,
Wien, Ann. Nat. Hist. Hofmus. 21, p. 149—155; B. benguelensis Bingr.,
ist eine Jugendform dieser Art, Andersson, Jahrb. Nassau, Ver. Natk.
60. 1907, p. 244. —B. smithi sp. n. Japan, Stejneger, Smithsonian Inst.
U. S. Nation. Mus. Bull. 58, p.64. — DB. anotis sp. n. Mashonaland,
Boulenger, Ann. Mag. Nat. Hist. 20, p. 48, Taf. II. ü
II. Reptilia und Amphibia für 1907. 95
Pelobatidae.
Pelobates fuscus Vorkommen in Skane, Lönnberg, Fauna och Flora,
Uppsala 2, p. 220.
Pelodytes punctatus bei Alengon (Orne), Letaeg.
Megalophrys, allgemeine Anatomie, Beddard, London, Proc. Zool.
Soc. 1907, p. 324—352, figg.
Caudata.
Anlage der Zwischenniere, Albrand.
Eier von T'ylototriton, Annandale (5).
Pigmentzellen in der Leber, Asvadourova.
Regeneration der Balancierorgane bei Diemyetylus, Bell (1).
Diaphragma, Bertelli (1, 2).
Entwicklung der Linse bei Amblystoma, Le (ron.
Gehirn von Plethodon, Dodds.
Wundheilung bei der Necturus-Larve, Eyeleshymer.
Neotenie bei Salamandra maculosa, Fahr.
Mendelsche Vererbung beim Axolotl, Häcker.
Einfluß des Nervs auf die Gliedmaßenregeneration bei Diemyctylus,
Hines.
Kopulationsakt bei Salamandra, Kammerer (1, 2).
Vererbung erzwungener Fortpflanzungsanpassungen bei Salamandra,
Kammerer (3).
Biologie von Triton, Klinge.
Aufnahme der Spermatophoren bei Salamandra, Leeuwen.
Zählebigkeit der Embryonen von Salamandra maculosa, Mändl.
Regeneration im Hoden, Nussbaum, M.
Über den Axolotl, Oelze (2).
Flimmer- und Schleimzellen im Oesophagus-Epithel von Triton,
Prenant.
Wirkung von Ätherwasser auf das Gehirn der Salamandra-Larve,
Reinke.
Gastrulation bei Triton cristatus, Ruffini (2, 3).
Einwirkung von Röntgenstrahlen auf die Entwicklung von Siredon-
Embryonen, Schmidt, H. E.
Mechanismus und Innervation der Schleuderzunge von sSpelerpes,
Szamoylenko.
Entwicklung des Nasenskeletts bei Amblystoma, Terry.
Wanderung des Chromatins der Leucocyten von Süredon, Walker.
Triton vulgaris subsp. n. dalmatica Dalmatien, Kolombatovie, Glas-
nika Hrvatskoga Nara voslovnoga Drustva 19; T. vulgaris subsp. typica
f. n. kammereri Österreich, Wolterstorff, Zool. Anz., 31, p. 710—716. —
T. montandoni, Köhler, Bl. Aquarienkunde Magdeburg, 18, p. 241—243,
256—258. Vorkommen in Mähren, Wolterstorff, Wochenschr. Aquarien-
kunde Braunschweig, 4, p. 301—303.
96 II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Hynobius nigrescens sp. n. Japan, Stejneger, U. S. Nation. Mus.
Bull. 58, p. 34. — H. fuscus sp. n. Japan, Tago, Dobuts. Z. 19, p. 191—204,
229— 248.
Hemidactylium scutatum, in New York, Davis, New Brighton, Proc.
Nat. Sci. Ass. 9, p. 4.
Amblystoma punctatum, Brutpflege, Smith, Amer. Nat. 41, pp.
381—390, Textfig.
Siredon pisciformis, Mendelsche Vererbung, Häcker, Zool. Anz., 31,
p. 99—102.
Spelerpes collaris sp. n. Nicaragua, Stejneger, U. S. Nation. Mus.
Proc. 32, p. 465.
Amphiuma, Kopfnerven, Kingsley (1).
Cryptobranchus, Ethologie, Smith (2).
Megalobatrachus maximus, Keimblätterbildung, Lange, Anat. Hefte,
32, pp. 307—477, 4 Taf.; Entwicklung des Herzens, des Blutes und der
großen Gefäße, Rooy, Jenaische Zs. Natw., 42, pp. 309—346, 6 Taf.
Necturus maculosus, Stejneger, Science, New York, N. Y. 25, p. 190;
Waite, Amer. Natural. 41, 1907, p. 23, eigentümliche Befestigung de;
Beckens, Hepburn, Biol. Bull. Woods Holl, Mass. 12, pp. 375—377, Textfig;
Wundheilung, Eyceleshymer.
Proteus anguineus, lebendgebärend, Nussbaum, Biolog. Centralbl.,
27, 1907, p. 370—373, fig.
Apoda.
Systematische Stellung, Kingsley, Tufts Coll. Studies, Sci., Ser. 1,
1902, p. 323—344, Taf.
Thymus von Hypogeophis, Marcus, Verh. Anat. Ges. 21. Vers., p.
237—248.
Stegocephala.
tPtychosphenodon gen. n. browni sp. n. Karroo-Schichten der Cap-
Kolonie, Seeley, Geol. Mag. 4, pp. 433—436, Taf. XIX.
tZatrachys Cope, Beschreibung, Case, Bull. Amer. Mus. Nat. Hist.
23, pp. 665—668, Textfig.
II. Reptilia und Amphibia für 1907.
Inhaltsverzeichnis.
Verzeichnis der Veröffentlichungen . .... 2.2.0... ..
Übersicht nach dem Stoff
Literatur, Anatomie I te
Entwicklung, Regeneration, Fortpflanzung und ÖOntogenie
Phylogenie, Variation, Mißbildungen
Experimentelle Untersuchungen, Regeneration .
Physiologie, Gift, Parasiten, Biologie .
Faunistik .
Systematik ur :
Reptilia und ae :
Berlin Lane abere Seai Da SR mia, 0 ge
Lacertilia - £
Rhiptoglossa, ER Ophidia -
Pterosauria .
Dinosauria, Emydosauria, Ichthyosauria
Chelonia . -
Plesiosauria, There ses.
Amphibia (Batrachia) .
Ecaudata
Caudata
Apoda, ah.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1I. (III.) 7
97
87
De
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IV. Pisces für 190%.
Von
Prof. Dr. Karl Eckstein.
(Inhalisverzeichnis siehe am Schlusse des Berichtes.)
I. Verzeichnis der Veröffentlichungen mit Referaten.
Abel, 0. Die Lebensweise der altpalaeozoischen Fische. Verh.
zool. bot. Ges. Wien. Bd. 57. p. (158—168) 1 fig.
l. Anpassungstypen der lebenden halobiotischen Fische (Plankton,
Benthos, Necton; Aculeiform, Compressiform, Macruriform, Depressi-
form, Anguilliform, Fusiform. 2. Anpassungstypen der palaeozoischen
Fische. Die Lebensweise derselben. Die ältesten fusiformen Fische
besitzen keine paarigen Flossen, ebenso die asterolepiformen; bei den
depressiformen Fischen des älteren Palaeozoicums fehlen die Bauch-
flossen, die Brustflossen in den schildartig verbreiterten Teil des
Körpers einbezogen, nur die fusiformen Fische dieser Periode gehören
dem Necton an, die übrigen sind Bodenbewohner. Wildunger Panzer-
fische.
Adams, L. E. The flight of flying Fish. Zoologist (4) Vol. 10. 1906
p. 145—148.
Schwimm- und Flugbewegungen werden vom Schiff aus be-
obachtet.
Agar, W. E. The developement of the anterior mesoderm, and
paired fins with their nerves in Lepidosiren and Protopterus. Trans-
actions R. Society. Edinburgh 45, 1907, p. 611—639, 1 Taf. 7 Fig.
Das Kopfmesoderm ist nicht segmentiert. Entstehung der Augen-
muskeln aus Mesodermelementen; zeitweiser Zusammenhang zwischen
Coelom und Pericard. Der Cervicalplexus. Das vordere Pronephrostom
ist bei beiden Arten konstant. Trennung der Hypoglossus- und der
Brustflossenmuskulatur. Wanderung der Brustflosse nach vorn,
der Beckenflosse nach hinten bis zur Kloake. Lage der letzteren bei
beiden Arten. Vorniere.
Ahlberg, Johannes. Die Trias im südlichen Oberschlesien. Berlin,
Abh. geol. Landesanst. N. F. H. 50, 1906, (1—163), 6 Taf.
Colobodus n. sp.
Arch. f. Natnrgesch 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (1V.) ji
2 IV. Pisces für 1907.
Albert, Federico. Bericht an den Bayerischen Landesfischerei-
verein über den Transport von Lachs- und Forelleneiern und lebenden
Schleien und Forellen nach Rio Blanco im Auftrage der chilenischen
Regierung. Allg. Fisch. Zeitg. Jahrg. 31. p. 497—499. Zweiter Bericht
an den Bayerischen Landesfischereiverein über die Aussetzung von
Lachsen und Forellen in die Flüsse Chiles. Ebenda, 32, p. 13—14.
Aus Deutschland nach der Ostküste Südamerikas und von dort
über die Cordilleren transportierte Eier von Lachs und Forellen
werden erbrütet. Die Erfolge der Aussetzungen werden nachgewiesen.
Die Technik des Transportes und seine Schwierigkeiten.
Allen, W. F. Distribution of the subcutaneous vessels in the
head region of the ganoids Polyodon and Lepidosteus. Washington,
D. C., Proc. Washington Acad. Sci., 9, 1907, p. 79—158, Taf. 1—15.
Polyodon, Lepidosteus. Bezüglich der subeutanen Gefäße stehen
die Ganoiden zwischen Knorpel- und Knochenfischen.
Allis, Edward Phelps, jr. The cranial anatomy of the mail-cheeked
fishes. Anat. Anz., Jena, 30, 1907, p. 568—573.
Die Ergebnisse des unter gleichem Titel in „Zoologica“erscheinenden
Arbeit werden hier in 15 Leitsätzen zusammengefaßt.
Anderton, T. Observations on New Zealand fishes made at Porto-
bello Marine Fish-hatchery. Trans. N. Zealand Inst. Wellington 39,
1907, p. 474—496, Taf. 17—20.
Embryonen und Larven von Knochenfischen. Trigla humu,
Caulopsetta scapha, Rhombosolea plebejus, Peltorhamphus nov-
zealandiae.
Andrea, De, Mose. Relazione sulle condizioni di pesca nel Lago
Maggiore. Acquicoltura lombarda, Milano, 3, 1901, p. 167—168.
Annandale, N. (1). The fauna of brackish ponds at Port Canning,
Lower Bengal Rec. Ind. Mus. Calcutta, 1 Heft 1. 1907 p. 35—43.
Seite 5l werden die beobachteten Fische aufgezählt. 15 Spezies:
Symbranchus, Amblypharyngodon, Macrones, Barbus, Nuria, Haplo-
chilus, Gobius, Apoeryptes, Ophiocephalus, Anabas, Trichogaster.
— (2%). Melanic specimens of the Putia (Barbus ticto). Rec. Ind.
Mus., Culcutta, 7. pt. 1, 1907, p. 81.
Abweichende Färbung der zu Rampur Bhoolia im Rajshahi-
Distrikt, Ostbengalen gefangenen Barben, die mehr oder minder
schwarz gefärbt sind, die Zahl der Strahlen der Rückenflossen ist
meist 7 nicht 8 wie Day (Fauna Ind. Fishes) angiebt.
Anthony, R. (1). La piscifacture du Turbot. Paris, ©. R. Acad.
sci., 145, 1907, (513—516).
Rhombus maximus L. Es gelang in Saint-Vaast-la-Hougue
in den Jahren 1898, 1904 u. 1907 die Eiablage bei gefangenen Fischen
herbeizuführen. Die Ernährung der Jungfische nach Asorption der
Dotterblase. Tagebuchnotizen über die Entwicklung der Eier und
Larven.
— (2). La Piscifacture du Trubot au laboratoire maritime du
Museum (Saint-Vaast-la-Hougue). Bull. Mus. Hist. nat. Paris p. 557
—559. |
IV. Pisces für 1907. 3
Antoni, Nils. „‚Deltabildungen“ (Holmgren) und derartige Strukturen
bei den Ganglienzellen von Lophius. Anat. Anz., Jena, 31, 1907. p. 214
—219, 6 Figg.
„Deltabildung“, d. h. Durchlöcherung des Protoplasmas der
Spinalganglienzellen ist bei Lophius häufig. Es gelingt, diesbezügliche
Analogien zwischen zentralen und spinalen Zellen nachzuweisen.
Arcangeli, Alceste. Istologia e fisiologia dell’ epitelio e delle glandole
stomacali del Box salpa L. Atti del congresso dei Naturalisti italiani
(Settembre 1906), Milano, 1907, p. 572—575. =
Arens, €. Maikäfer als Fischfutter. Fischerei-Zeitung, Neudamm
9.199.
arichläge zur Verwendung von Maikäfern als Forellenfutter
im Anschluß an Ecksteins Ausführungen (s. d.).
Ariens-Kappers, €. U. Untersuchungen über das Gehirn der
Ganoiden Amia calva und Lepidosteus osseus. Abh. Senckenberg.
nat. Ges. Bd. 30. p. 447—500, 1 Taf. 6 fig.
Ariola, V. Due Pesci abissali del Mediterraneo (Nemichthys
mediterraneus Ariola, Alepocephalus rostratus Risso). Aquicoltura
lombarda, Milano, 5, 1904, (125—130, con 1 tav.).
Die genannten zwei Tiefseefische des Mittelmeeres werden
behandelt.
Assheton, R. (1). The development of Gymnarchus nilotieus.
(In) The Work of John Samuel Budgett. Cambridge, 1907, p. 293
—422, Taf. 16—21.
Äußere Erscheinung. Entwicklung des Darmkanals und Gefäß-
systems, der Harn- und Geschlechtsorgane. Beziehungen zwischen
Knochenfischen und Amphibien. Die Ergebnisse werden in 80 Sätze
zusammengefaßt.
— (2). Report upon sundry Teleostean eggs and larvae from
the Gambia River. (In) The Work of John Samuel Budgett. Cam-
bridge, 1907, p. 433—442.
Eier, ihre Entwicklung sowie Jugendformen, wahrscheinlich
Hyperopisus bebe, aus dem Gambio werden beschrieben.
— (3). Certain features characteristic of Teleostean development,
London, Guy’s Hosp. Rep., 61, 1907, p. 345—388.
Gymnarchus niloticus, Eientwicklung. Vergleiche mit den übrigen
Vertebraten.
Assmann, Paul. Über Aspidorhynchus. Archiv für Biontologie
Berlin, 1, 1906, p. 49—79, 2 Taf.
I. Aspidorhynchus acutirostris L. Ag. Länge 1 m Rumpfhöhe
7—8 cm. Das Kopfskelet wird beschrieben und hieran die Besprechung
des Schulter- und Beckengürtels der Flossen, des Rumpfskelets und
des Schuppenpanzers angeschlossen. II. Beiträge zur Kenntnis
der Art A. obtusirostris Wag. Beschreibung der Kopfknochen
(Dresdener und Berliner Exemplar) Unterschiede zwischen A. acuti-
rostris und obtusirostris. III. Systematische Stellung von A. und
Definition der Familie Rhynchodontidae, welche A. und Belonostomus
umfaßt. Definition der Gattung A. — Biologisches. Verwendung des
1#
4 IV. Pisces für 1907.
Rostrums, Vorwärtsbewegung dieses pelagischen Raubfisches. Jura:
Schwaben, England.
Audige, 3. Note sur la structure de la partie anterieure du rein
de quelques Poissons. Toulouse, Bull. soc. hist. nat., 37, 1904, p. 31—33.
Ayers, Howard and Julia Worthington. The Skin End-Organs
of the Trigeminus and Lateralis Nerves of Bdellostoma dombeyi.
Amer. Journ. Anat. Vol.7. p. 327—336. 10 figg.
Die Endigungen des Trigeminus und des „acustico-lateral system“
in der Haut werden beschrieben.
Babak, Edward. Vergleichende Untersuchungen über die Darm-
atmung der Cobitidinen und Betrachtungen über die Phylogenese der-
selben. Nach den in Gemeinschaft mit cand. med. B. Dedek durch-
geführten Versuchen. Biol. Centralbl. Leipzig, 27, 1907, p. 697—1703.
Misgurnus fossilis, M. anguillicaudalis: die Darmatmung kann die
Kiemenatmung ersetzen; bei steigender Temperatur tritt die Darm-
atmung in Tätigkeit. Auslösungsreize. — Cobitis taenıa, Nemachilus
barbatula: der Ersatz ist unvollkommen. Verschiedenes Verhalten
der jungen und alten Nemachilus; alte Exemplare lassen oft Luft
an den Kiemendeckeln austreten. Die phylogenetische Reihenfolge
ist Nemachilus, Cobitis, Misgurnus.
Babak, Edward und B. Dedek. Untersuchungen über den Aus-
lösungsreiz der Atembewegungen bei Süßwasserfischen. Arch. ges.
Physiol. Bd. 119. p. 483—529, 1 fig.
Sauerstoffmangel löst zentral Atmungsrythmus aus. Hervor-
rufung von Dyspnoe und Apnoe durch verschiedene Sauerstoff-
versorgung. Kohlensäure ist kein eigentlicher Atemreiz, höchstens
beeinflusst dieselbe reflektorisch die Atmung.
Baglioni, S. (1). Vergleichende chemische Untersuchungen an den
Muskeln, den elektrischen Organen und dem Blutserum von Torpedo
ocellata. Beiträge zur chemischen Physiologie. Braunschweig, 8, 1906,
p. 456—471.
Die chemische Zusammensetzung der elektrischen Organe von
Torpedo ist trotz der engen entwicklungsgeschichtlichen und mor-
phologischen Verwandtschaft eine durchaus andere als die der Muskeln
desselben Tieres, was sicher als eine chemische Differenzierung anzusehen
ist, die mit ihrer normalen elektrischen Funktion zusammenhängt.
In der allgemeinen chemischen Zusammensetzung nähern sich die
elektrischen Organe hingegen sehr derjenigen des Blutserums desselben
Tieres. Im Gegensatz zu den Muskeln sind die electrischen Organe
sehr wasserreich und sehr arm an Eiweißkörpern. Sie zeichnen sich
ferner durch einen verhältnismäßig großen Alkalisalzgehalt aus, unter
denen — im Gegensatz zu den Muskeln — Natrium bei weitem über-
wiegt. Die Verteilung des leicht diffusiblen bei diesen Tieren so reichl’ch
vorkommenden Harnstoffs erweist sich sowohl in den Muskeln wie
in den elektrischen Organen und dem Blutserum beinahe gleichmäßig.
Die elektrischen Organe enthalten Glykogen, jedoch in etwas geringerer
Menge als die Muskeln.
IV. Pisces für 1907. 5
— (2). Der Atmungsmechanismus der Fische. Ein Beitrag zur
vergleichenden Physiologie des Atemrhythmus. Zeitschr. für allgem.
Physiologie Jena, 7, 1907, p. 177—282, 7 Fig. Taf. 4—9.
An 50 Spezies (Haie, Rochen, Knochenfische) wird der Atem-
mechanismus im allgemeinen erörtert bezüglich der Erneuerung des
Atemwassers, die hierzu notwendigen Muskelkräfte und der ventil-
artigen Vorrichtungen, welche die Richtung, des Atemwasserstromes
bedingen. Der spezielle Atemmechanismus wird bei Selachiern unter-
sucht, ebenso bei Teleostiern und daraus gefolgert: Es gibt keinen
wirklich einheitlichen, d. h. in allen Besonderheiten übereinstimmenden
Atemmechanismus bei den verschiedenen Fischarten. Die Variationen
(Atemtypen) lassen sich auf eine Grundform zurückführen, welche
die allen Fischen gemeinsamen Anforderungen an die Wasseratmung
erfüllt und ihren morphologischen Ausdruck in den einheitlich ge-
bauten peripheren Atemwerkzeugen findet. Die Variationen der Grund-
form des Atemmechanismus der Fische (d. h. die verschiedenen Atem-
typen) stellen zweckmäßige Modifikationen der Atemwerkzeuge dar,
die den besonderen biologischen Bedingungen (Lebensweise) der
verschiedenen Fische genau entsprechen. Im allgemeinen Teil wird
die Beeinflussung des normalen Ablaufes der nervösen Atemtätigkeit
(Eupnoe) der Fische durch abnorme reflektorische Erscheinungen
(Wassermangel, Fremdkörper, Temperatur, Sauerstoffmangel) be-
sprochen.
— (3). Einige Daten zur Kenntnis der quantitativen Zusammen-
setzung verschiedener Körperflüssigkeiten von Seetieren (Fischen
und einigen Wirbellosen). Beiträge zur chemischen Physiologie und
Pathologie IX. 1906. p. 50—66.
Scyllium stellare (catulus) und Orthagoriscus mola. Blutserum,
Harn. Torpedo ocellata und T. marmorata. Blutserum, Uterusflüssig-
keit. Trygon violacea, Conger vulgaris, Dentex vulgaris Blutserum.
Banta, A. M. The fauna of Mayfields Cave. Washington, D. C.
Published bei the Carnegie Institution, 67, 1907, p. 23—25.
Amblyopsis spelaeus De Kay. Beschreibung alter und junger
Exemplare dieses Blindfisches, die Nahrung besteht aus Cyclops,
Caecidotea stygia, (rangonyx.
Barbieri, €iro (1). Ricerche sullo sviluppo dei nervi cranici nei
teleostei. Morph. Jahrb., 37, 1907, p. 161—201, Taf. 6, 7.
Salmo irideus, S. fontinalis. Entstehung der Ganglienleiste des
Kopfes. Die ersten Anlagen der Ganglien, hinzutreten von Zellen aus
dem Ektoderm und aus dem Zentralnervensystem. Dieses und die
Ganglienleiste stehen bis dahin außer Beziehung zu einander. Be-
ziehungen des distalen Endes der Ganglienanlage zu den Kiemen-
spalten. Verschiedenheit der Ganglienanlage und jener der Nerven-
anlage.
— (2). Intorno allo sviluppo dei nervi cranici nei Teleostei. Atti
del congresso dei Naturalisti ıtaliani (Settembre 1906), Milano 1907,
p- 5990—59%6.
6 IV. Pisces für 1907.
— (3). Le Alose dei Mediterraneo e gli Agoni dei laghi lombardı.
Studio preliminare. Rivista mensile di Pesca, Milano, 9, 1907, p. 169
—82, 125—143, 1 Taf.
— (4). Su di una particolare forma di degeneratione osservata
nelle nova di trota arcobaleno (Salmo irideus Gibb.). Revista mensile
di Pesca, Milano, 9, 1907, p. 152—157.
Bardeleben, K. v. Zur vergleichenden Anatomie, bes. Palaeonto-
logie des Unterkiefers der Wirbeltiere. Verhandlg. Anatom. Ges.
21. Vers. p. 34—97.
Das Mentale ist bei Fischen als Praedentale, Praespleniale, Prae-
mandibulare, Praesymphysale beschrieben worden, es findet sich
besonders bei den alten Formen aus der Kohle und dem Old red, bei
Haien, Ganoiden, Teleostiern auch lebenden und bes. bei Acanthopteri.
Der Knochen liegt vor dem Unterkiefer oder bildet den unteren (kau-
dalen) Rand desselben. Das Mentale ist die alte Copula des Unter-
kieferbogens. Die Zähne der höheren Vertebraten entsprechen den
zwischen Dentale und Spleniale gelegenen Zähnen der Fische.
Bassani, F. Su alcuni avanzi di pesci nell’ arenaria glauconiosa
delle isole Tremiti. Rend. Acad. Se. fis. mat. Napoli (3) Vol. 13, p. 156
—160, 4 fig.
Fischreste im Grünsandstein der Tremiti-Inseln.
Baudouin, Marcel. Les parasites de la sardine. Rev. Sci., Paris,
ser. 5, 3, 1905, p. 715—1722.
Bean, Barton A. (1) s. Eigenmann, C. H. u. Bean.
— (2) s. Seale, A. u. Bean.
Beckwith, Cora J. The early development of the lateral line system
of Amia calva. Biol. Bull., Woods Holl., Mass., 14, 1907, p. 23—34,
Taf. 3.
Periphere Nerven. Entwicklung der Organe der Seitenlinie und
der Ohrblase.
Bellini, A. Experiences sur l’elevage de l’anguille en stabulation
a Comacchio. Bull. Soc. Centr. d’Aqui culture et de Peche. Paris 1907.
Referat von Leonhardt. Fischerei-Zeitung, Neudamm X, p. 805—810.
Bellini stellt drei Größengruppen der noch farblosen einwandernden
Aalbrut fest und zog diese in gesonderten Becken auf. Die kleinste
Montee entwickelt sich zu Männchen, die größere zu Weibchen.
Zusammenhang zwischen der Länge der Montee und der Größe und
Schwere der erwachsenen Fische. Zusammensetzung des dar-
gereichten Naturfutters, Rentabilität.
Bender, ©. (1). Die Homologie des Spritzloches der Selachier und
der Paukenhöhle der Amphibien, Sauropsiden u. Säugetiere auf Grund
ihrer Innervation. Verh. anatom. Ges. 21. Vers. p. 383 —43.
— (2). Die Schleimhautnerven des Facialis, Glossopharyngeus
u. Vagus. Studien zur Morphologie des Mittelohres und der benach-
barten Kopfregion der Wirbeltiere. Denkschriften med. Nat. Ges.
Jena 7, p. 341—454. 22 Fig. Taf. 19—27.
Heptanchus, Ontrophorus, Acanthus, Raja, Trygon, Polypterus,
Ceratodus, Menobranchus, Menopoma, Cryptobranchus. Eingehende
IV. Pisces für 1907. 7
Beschreibung der peripheren Verteilung der Schleimhautnerven
der oben genannten Nerven.
Berg, L. S. (1). Description of a new Cyprinoid fish, Acheilognathus
signifer, from Korea, with a synopsis of all the known Rhodeinae.
Ann. Mag. Nat. Hist. London 19, 1907, p. 159—163.
1 n.sp. — Synopsis von 25 Arten der Rhodeinae (Cyprinidae).
— (2). Description of a new Cyprinoid fish, Paraleucogobio
notacanthus from N. China. Ann. Mag. Nat. Hist, London, 19, 1907
. 163— 164.
. — (3). Die Cataphracti des Baikal-Sees (Fam. Cottidae, Cotto-
comephoridae und Comephoridae). Beiträge zur Osteologie und
Systematik. St. Petersburg und Berlin, 1907, (1 + 2 + 75), 5 Taf.
Die von Korotneff 1902 im Baikalsee gesammelten Cottus-ähnlichen
Fische, Cataphracti, werden behandelt. Skelet von Procottus jeittelesi,
Vergleich mit Myzocephalus scorpius und mit den übrigen Baikalsee-
cottiden; Schädel und Wirbelsäule der Cottocomephoriden und Come-
phoriden und Schultergürtel der letzteren. Die Klassifikation der
Baikalsee-Cataphracti. — Verzeichnis der Fundorte. Synopsis der
Arten: 1. Cottidae, Cottus kneri, kessleri, Abyssocottus korotneffi,
gibbosus, boulengeri, Limnocottus godlewski, megalops, Procottus
jeittelesi, Batrachocottus baicalensis, nikolskü, nikolskii var. multi-
radiatus, Asprocottus herzensteini; 2. Cottocomphoridae: Cotto-
comphorus grewingki, 3. Comephoridae: Comephorus baicalensis,
dybowskil. Verzeichnis sämtlicher Fische des Baikalsees, Ursprung
der Fischfauna.
— (4). Verzeichnis der Fische von Russisch-Turkestan. St. Peters-
burg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc., 10, 1905 (1907), p. 316—332.
Auszug a. d. russ. Arbeit „Fische von Turkestan‘ mit Zusätzen.
Cyprinidae 1 n.g. (Aspiolucius) 1 n.sp.
— (5). Notice sur le Gobio rivularis Basilewsky. (Russisch)
St. Peterburg, Ann. Mus. Zool. Ac. Se., 11, 1906 (1907), 2 Seiten.
— (6). Sur l’Aspro streber Sieb. et Acerina schraetser (L.) trouves
dans le delta du Danube (russisch). St. Peterburg, Ann. Mus. zool.
Ac. Sc., 11, 1906, (1907), p. 3—4.
— (?). Notes sur quelques especes palearctiques du genre
Phoxinus. (Russisch). St. Peterburg, Ann. Mus. Zool. Ac. Se., 11,
1906 (1907), p. 196—213, 1 Tab.
Bestimmungstabellen der russischen Phoxinus-Arten.
— (8). Revision des poissons d’eau douce de la Coree. St. Peter-
burg. (Russisch). Ann. Mus. zool. Ac. Se., 12, 1907, p. 1—12.
Siluridae 2 nn. spp. Cyprinidae 1.
— (9). Beschreibungen einiger neuer Fische aus dem Stromgebiet
des Amur. St. Petersburg, Ann. mus. zool. Ac. sc. 12, 1907, p. 418
—423. — Cyprinidae 3 n. sp.
— (10). Einige Worte über die Notiz von V. Gratzianow: ‚Die
Neunaugen des Russischen Reiches.“ (Russisch). St. Petersburg,
Trav. Soc. Cat., 37, 1. 1906 (1907), p. 336—341, deutsches R£s. p. 367
—370.
8 IV. Pisces für 1907.
— (11). A review of the Cobitoid fishes of the basıin
of the Amur. Washington, D. ©. Smithsonian Inst. U. S. Nation.
Mus. Proc., 32, 1907, p. 435—438.
Vergleich des Misgureus fossilis anguillicaudatus (Cantor) mit
dem europäischen M. fossilis und Unterschiede von den chinesischen
M. decemeirrosus. Lefus costata Kress., Nemachilus barbatulus toni
(Dybowski), Cobitis taenia L.
— (12). A review of the species of the ten-spined stickle-backs
or Pygosteus from East Asia. Washington, D. S. Smithsonian Inst.,
Proceedings of the U. S. National Museum 32, 1907, p. 451—454.
Pygosteus (Gasterosteus) pungitius L., P. tymensis (Nikolsky),
P. sinensis (Guichenot), P. sinensis stenurus (Kessler), P. sinnesis
wossnessenskyi (Kessler). Unterscheidungsmerkmale. Analytische
Tabelle.
Bertelli, D. Il significato del diaframma dorsale.. Anatom.
Anzeiger. 31. p. 954—556.
Beziehungen zwischen der Urnierenfalte der Selachier und der
Membrana plewraperitoncalis der Säuger.
Besana, Giuseppe (1). Sulla pesca dei Coregoni nel lago di Como
durante il divieto, a scopo di incubazione. Acquicultura lombarda,
Milano, 3, 1901, p. 223—227, 249—251.
— (2) s. Vinciguerra, D.
Bianchi, V. Belone vulgaris Flem. dans la region orientale du
golfe de Finlande. (Russisch). St. Petersburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sec.,
11, 1906 (1907), (4).
Boeke, Jan. (1). Gastrulatie en dovieromgroeling bij Teleostei.
Versl. Wis. Nat. Afd. K. Akad. Wet., Amsterdam, 15, 1907, p. 607
—615, 2 Tafeln (Deutsch); Proc. Sci. K. Akad. Wet. Amsterdam, 9,
1907, p. 800—808, 2 Taf. (Englisch).
Belone. Die Verdickung des Blastoderms ist der Anfang der
Gastrulation, die Furchungshöhle ist noch nicht vorhanden, die Ein-
stülpung beginnt, welche Chorda u. Mesoderm liefert, das Entoderm
entsteht durch Delamination. Die Oelkugeln des Eies sind konstant.
— (2). Jets over de visscherij in West-Indie. Maatschappij
bevordering natuurkundig onderzoek der Nederlandsche Kolonien,
Bulletin 51, 1906 p. 1—28.
Etwas über die Fischerei in West-Indien.
— (3). The later larval development of the Trachinidae. Tijdschr.
Nederl. Dierk. Ver., Ser. 2, 10, p. 245—254, Taf. 4.
Trachinus vipera and Trachinus draco.
— (4). Ober den bouw van de ganglien cellen in het centraal
zenuwstelsel van Branchiostoma lanceolatum. 1. mededeeling. Versl.
Akad. Amsterdam, Deel 16, p. 5—11, 1 Taf.
Amphioxus, Rückenmark, Ganglienzellen u. Neurofibrillen
desselben. Ganglienzellen der Oblongata, Unterschiede von den Augen-
zellen, mit Haarsaum. Die Struktur der Zellen weist auf die statische
Funktion der meist becherförmig geordneten Zellen hin.
Bojagovlenskij, N. V. s. Chmelevskij, ©. V.
IV. Pisces für 11.07. 9
Bolivar, Ignacio. Indicacion de algunos pesces notables de La
Coruna. Bol. Soc. espan. Hist. nat. T.7. p. 206—209.
Bonivento, Adolio. La Peschiera di valle Figheri. Descrizione.
Rivista mensile di Pesca, Milana, 9, 1907, p. 44—48.
Bonome, A. Sull’ istogenesi della nevroglia normale nei Verte-
brati. Arch. Ital. Anat. Embr. Firenze, Vol. 6, p. 157—345, Taf. 12—20.
Petromyzon. Histogenese der Neuroglıa.
Borcea, 3. (1). Observations sur la musculature branchiostegale
des Teleosteens. Ann. scient. Univ. Jassy T.4. p. 203—225, 17 fig.
Conger, Ophisurus, Muraena, Cyprinus, Carassius, Barbus, Esox,
Balistes, Uranoscopus, Scorpaena, Trachinus, Lophius, Trigla,
Dactylopterus, Rhombus, Cerna, Perca, Lucioperca, Corvina, Mer-
luceius, Motella ?
Die Muskeln der Kiemengegend werden beschrieben.
— (2). Observations sur quelques Raies de la baie de Naples.
Annales scientifiques Universite de Jassy T.4. p. 180—186.
Es gibt konstante Verschiedenheiten zwischen den Individuen
derselben Art, wenn diese aus verschiedenen Meeren stammen. Nach-
gewiesen an Raja punctata Riss., R. asterias Rondelet.
Bordas, L. L’appareil venimeux de la Murene. Naturaliste, Paris,
29. 1907.
Borley, J. ©. The poison apparatus of the Weever. Norwich,
Trans. Nat. Soc., 8. 1906—1907, p. 369—373. — Trachinus.
' Botelho, €. Deux nouveaux trypanosomes des poissons. Paris,
Comptes Rendus societ@ de Biologie 63, 1907, p. 28—29.
Rhamdia quelen mit Trypanosoma rhamdiae; Macrodon mala-
baricus ein seines Fleisches wegen geschätzter Flußfisch Brasiliens
von 30—60 em Länge war befallen von Trypanosoma maerodonis.
Bottazzi, Filippo. Grassi e glucogeno nel fegato dei Selacii. Rend.
Accad. Lincei (5) Vol. 16 Sem. 2. p. 514—517.
Chemische Zusammensetzung der Leber: Fett, Glycogen, Eisen.
Boulenger, 6. A. (1). Zoology of Egypt: The Fishes of the Nile.
Published for the Egyptian Government. London, 1907, 2 vols. 4 to.
(11 + 578), Taf. A—F u. 1—97.
Atherinidae, Cyprinodontidae, Siluridae.
— (2). Fishes. National Antaretic Expedition. Natural History.
Vol. II. Zoology. London, 1907, p.1—5, 2 Taf.
Nototheniidae 4 nn. spp.
— (3). Ona small collection of fishes made in the eastern watershed
of the Transvaal by Capt. G. E. Bruce. London, Proceedings Zoological
Society 1907, p. 307”—311, Taf. 18 u. 19.
Characinidae (3), Cyprinidae (11 darunter 5 n.spp.), Siluridae,
Anguillidae (je 1), Cichlidae (3 Arten) werden aufgezählt und z. T.
beschrieben. Fundorte.
— (4). On the cold-blooded Vertebrata of Saghalien. London,
Proceedings Zoological Society London 1907, p. 414.
Gasterosteus steindachneri Jord. u. Snyd.
10 IV. Pisces für 1907.
— (5). Revision of the African Silurid Fishes of the Subfamily
Clariinae. Proceedings Zoology Society of London 1907, p. 1062—1098.
Synopsis der Genera und der 32 Arten. Beschreibung und Vor-
kommen der letzteren. 1.n.sp.
— (6). On Barbus aureus, Cope, from Natal. Annals and
Magazine of natural History London, 19, 1907, p. 390—391.
Definition. Diagnose der Art. Systematische Stellung.
— (9). Description of a new Cyprinid fish of the genus Labeo
from the Transvaal. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 19, 1907. p. 392.
— Labeo ruddi n. sp.
— (8). On the variations of Stereolepis gigas, a great Sea-Perch
from California and Japan. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 19, 1907,
p. 489—491.
Die Variationen des Stereolepis erläutert durch Vergleich mit
analogen Verhältnissen bei Lates niloticus.
— (9). On an African Barbel hitherto confounded with Barbus
trimaculatus, Peters. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 19, 1907, p. 492
—493.
Barbus decipiens n. sp. wird von Barbus trimaculatus unter-
schieden.
— (10). Description of a new Cichlid fish from Portuguese East
Africa. Ann. Mag. Nat. Hist., London, 20, 1907, p. 50.
Tilapia swynnertoni n. sp.
— (11). Deseriptions of three new freshwater fishes discovered
by Mr. G. L. Bates in South Camerono. Ann. Mag. Nat. Hist. London,
20, 1907, p. 50—52.
Gobiidae und Cichlidae je 1 n. sp., Siluridae 2 nn. spp.
— (12). Descriptions of two new freshwater fishes discovered by
Dr. W. J. Ansorge in Mossamedes, Angola. Ann. Mag. Nat. Hist.
London, 20, 1907, p. 108—109. — Labeo. Paratilapia nn. spp.
— (13). Deseriptions of two new African species of Barbus. Ann.
Mag. Nat. Hist. London, 20, 1907, p. 336—338.
Synopsis der afrikanischen Barbus, darunter 2 neue Arten.
— (14). Descriptions of three new freshwater fishes discovered
by Mr. G. L. Bates in South Cameron. Ann. Mag. Nat. Hist. London,
20, 1907, p. 485—487.
Mastacembelus longicauda n. sp., Barbus callipterus n.sp.,
Nannocharax. Synopsis der Arten, darunter 1 neue.
— (15). Descriptions of three new fishes from Central Africa.
Ann. Mag. Nat. Hist. London, 20, 1907, p. 487—489.
Petersius, Barbus, Amphilius nn. spp.
— (16). On a collection of Fishes, Batrachians, and Reptiles,
made by Mr. S. A. Neave in Rhodesia, north of the Zambesi, with
field notes by the collector. Memoirs of the Manchester, Letirarya
Philosophical Society 51, 1907, p. 1—12.
Aus Flüssen Nordost-Rhodesias wurden bestimmt Mormyrus,
Hydrocyon, Alestes, Distichodus, Labeo, Schilbe, Amphilius, Tilapia
(je 1 Art), Barbus 4 Arten und Barilius neavii n. sp.
IV. Pisces für 1907. 11
— (17). List of the fishes collected by Mr. J. S. Budgett in the
River Gambia, with notes by J. S. Budgett. (Reprint in) The Work of
John Samuel Budgett, Edited by J. G. Kerr. Cambridge, 1907, p. 95
—99.
41 Arten wurden gesammelt, darunter je 1 neue Clarias und Syno-
dontis. — Vgl. Boulenger (5) im Bericht für 1900.
Boulenger, 6. A., N. Annandale, F. Wall, Tate Regan. Report
on & Collection of Batrachia, Reptiles and Fishes from Nepal and
the western Himalayas of the Indian Museum I. Part II. 1907
p. 159—160. Vgl. Regan (11).
Bounhiol, 3. (1). Sur les Poissons comestibles du lac Melah (la
Calle, Algerie). Paris. Comptes Rendus Acad. sciennes. 144, 1907,
p. 513—515.
Die Fauna setzt sich aus Arten der Gattungen Labrax, Mugil,
Chrysophris, Auguilla, Umbrina, Sargus, Solea, Mullus zusammen.
Die Nahrung nach Untersuchungen des Mageninhaltes. Zeit des
Laichens.
— (2). Quelques faits biologiques relatifs aux poissons comestibles
des cotes d’Algerie. Paris, ©. R. ass. franc. avanc. sci. 36, (Reims, 1907,
lre partie), 1907, p. 240—241.
Bouvier, E. L. Quelques impressions d’un naturaliste au cours
d’une campagne scientifique de S. A. S. le Prince de Monaco (1905).
Bulletin de l’institut Oceanographique No. 93. Januar 1907. p. 1—103.
Öberflächenfische: Coryphaena hippurus; Sargassafisch: Anten-
narius marmoratus; Tiefseefische: Cyclothone, Chauliodus, Argyro-
pelecus, Xenodermichthys, Malacosteus, Spinax.
Brachet, A. Contribution & l’&tude de la signification morphologique
du diaphragme dorsal. Mem. Conr. Acad. Med. Belg. Tom. 19. Fasc. 2.
23 pgg. 1 Taf.
Spinax niger. Die Entwicklung des Diaphragma dorsale entspricht
jener bei Acanthias.
Brashnikov, V. Beiträge zur Fauna der russischen östlichen Meere,
gesammelt von dem Schoner ‚‚Storosh“ i. d. J. 1899—1902. (Russisch).
St. Peterburg. Mem. Ac. Se. (Ler. 8), 20, 6, 1907, (2 + 185), 2 Taf.,
1 Karte.
Broch, Hialmar. Undersogelser over Sild i Aarene 1904—1906.
Bergen, Norsk. Tisket., 26. 1907, p. 15—19.
Untersuchungen über den Hering in den Jahren 1904—1906.
Browne, F. B. On the early stages in the life-histories of certain
fresh-water. Norwich, Trans. Nat. Soc. 8, 1906—1907, p. 478—488.
Brüning, Chr. Eigentümliche Flossenbildungen bei Süßwasser-
fischen. Natur u. Haus, Jahrg. 15. p. 260—263, 15 fig.
Bryan, Wm. Alanson. Three new Hawailan fishes. Honolulu,
H. J. Occ. Paprs. Bernice Panaki Bishop Mus. 2, (No. 4), 1906, p. 22
— 97.
Acanthuridae: Zanclus 1 n.sp.; Scaridae: Pseudoscarus 2 n. sp.
Budgett, 3. S. (1). Observations on Polypterus and Protopterus.
12 IV. Pisces für 1907.
(Reprint in) The Work of John Samuel Bugdett, Cambridge, 1907,
p. 16, 42—48, 85, 919.
Auffinden von Polypterus und Protopterus, Tagebuchnotizen.
— (%). On some points in the anatomy of Polypterus. The Work
of John Samuel Budgett, Cambridge, 1907, p. 100—114, Taf. 5—7.
Geschlechtsorgane des Männchens und des Weibchens, Harn-
organe, Abdominalporus, Afterflosse, Gefäßsystem, Cranium.
— (3). On the breeding-habits of some West-African fishes,
with an account of the external features in the development of Proto-
pterus annectens, and a description of the larva of Polypterus lapradei.
The Work of John Samuel Budgett, Cambridge, 1907, p. 119—136,
Taf. 8—9.
Suche nach Palypterus-Eiern. Nestbau und Gewohnheiten des
Protopterus, Entwicklung des Embryo. Nestbau des Gymnarchus
niloticus, Heterotis niloticus, Sarcodaces odoe, Hyperopisus bebe.
Abbildungen der Nester und der Larvenstadien.
— (4). On the structure of the larval Polypterus. The Work
of John Samuel Budgett, Cambridge, 1907, p. 154—177, Taf. 10—12.
Die Entwicklung des Polypterus zeigt Anklänge an die Verhältnisse
bei Elasmobranchiern und Teleostiern.
— (5). Note on the spirales of Polypterus. The Work of John
Samuel Budgett, 1907, p. 193—194.
Einzelne Beobachtungen über das Öffnen und Schließen der
Kiemen.
— (6). Note on habits of Polypterus. The Work of J. S. Budgett
1897 p. 291—292.
Aufzeichnung über das Liebesspiel des Polypterus.
Burckhardt, Rud. Das Zentral-Nervensystem der Selachier als
Grundlage für eine Phylogenie des Vertebratenhirns. 1. Einleitung
und Scymnus lichia. Nova Acta Leop. Car. Halle 73, 1907, p. 241—449,
46 Fig., 5 Taf.
Einleitung: Umfang, System und Methode der Arbeit, das unter-
suchte Material I. Teil: das Gehirn der Palaeoselachier. 1. Scymnus
lichia. Geschichte. Körperform, Kopf und seine Organe. Zentral-
nervensystem, Anatomie und Histologie, Entwicklungsgeschichte.
Die Stellung des Scymnusgehirns innerhalb 1. des Selachiergehirns,
2. des Fischgehirns, 3. des Vertebratenhirns.
Burguieres, E. s. Vinciguerra, D.
Buschkiel, Alfred. Zur Frage nach dem Ursprung anormaler
Flossenbildungen bei Fischen. Wochenschr. Aquar.-Terrar.-Kunde,
Jahrg. 4. p. 66—68.
Anormal große Flossen, warhscheinlich infolge ‚übermäßiger
Regeneration“.
Byrne, L. W. The fishes collected by the ‚Huxley‘ from the North
Side of the Bay of Biscay in August, 1906. Plymouth, J. Mar. Biol.
Ass., 8, 1907, p. 1—.
Calandrueeio, 8. s. Grassi, B.
Calderweod, W. L. The life of the Salmon. London, 190%, 8vo.
IV. Pisces für 1907, 13
Calmette, A. (1). Les venins, les animaux venimeux et la sero-
therapie antivenimeuse. Paris, 1907. (Pisces, p. 302—327).
Synancea brachio var. verrucosa, Cottus scorpius, Scorpaena
grandicornis, diabolus, Sterois, Pelor, Trachinus vipera, Callionymus
lyra, Teuthidae, Batrachus granienus, Thalassophryne reticulata,
Lophius setigerus, Serranus ouatabili, Holacanthus imperator, Tetrodon
stellatus, rubripes, Chylomicterus orbicularis, tigrinus, Silurus glanis,
Muraena moringa. Beschreibung der Giftapparate. Wirkung der
Gifte.
— (2). Venomus Fishes. Poison as a Means of Defense. Scient.
Amer. Suppl. Vol. 64 p. 12, 8 fig.
Calugareanu, D. (1). Die Darmatmung von Cobitis fossilis 1. Mitt.
Über den Bau des Mitteldarms. Archiv gesammte Physiol. Bonn. 118.
p. 42—51. Taf. 1.
Das Darmepithel ist einschichtig. Die Lage der Capillaren zwischen
den Epithelzellen wird genauer untersucht. Letztere bilden eine Decke
über den Capillaren und in besonderer polygonaler Anordnung auch
über den Schleimzellen.
— (2). Die Darmatmung von Cobitis fossilis. 2. Mitt. Über den
Gaswechsel. Archiv gesamte Physiol., Bonn, 120, 1907, p. 425—450.
Die Atmung kann durch Darm, Kiemen und Haut oder durch
Kiemen und Haut oder durch Darm und Haut erfolgen. Letztere dient
besonders der Ausscheidung von Kohlensäure. Die Darmtamung
genügt für diese nicht.
Caraven-Cachin, Alfred. Quelques notes sur la faune ichthyologique
du departement du Tarn. Rev. hist. sci. dep. Tarn, Albi, 28, 1903,
p. 1—22.
Carruceio, Antonio. Sulla Selache maxima Günn. teste avuta dal
Museo zoologico della R. Universita di Roma. (Continuaz. e fine). Roma,
Boll. Soc. zool. ital. Ser. 2, 8, 1907, p. 307—314.
Cauliery, M. et Mesnil, F. Sur les Haplosporidies parasites de
poissons marins. Paris, Compte Rendu societe de Biologie. Paris 58,
1905, p. 640—642.
Cavalie, M. (1). Sur quelques points de la structure de l’organe
electrique (Torpedo galvani.,. Reunion biologique de Bordeaux,
1905, p. 13—15. Abdruck aus Comptes Rendus societe de Biologie.
Paris 58, 1905, p. 158—160. Vgl. Bericht für 1905.
— (2%). Les ramifications nerveuses dans l’organe electrique de
la torpille (Torpedo galvanı). Bibliographie anatomique Nancy, 13,
1904, p. 214—220.
Kurze Angaben über den feineren Bau der Nerven des elektrischen
Organes.
Ceeconi, Giaccomo. Alcune osservazioni intorno ad un alle-
vamento di Salmo irideus Gibb. Acquicoltura lombarda, Milano, 6,
1904, p. 281—287. — Aufzucht.
Cepede, Casimir (1). Contribution & l’etude de la nourriture de la
Sardine. Paris, ©. R. Acad. sci., 144, 1907, p. 770—172.
Durch mikroskopische Untersuchung wird der Mageninhalt
14 IV. Pisces für 1907.
festgestellt: Vorzugsweise bestand er aus Diatomeen-Magma. Die
wichtigsten Diatomeen-Arten werden genannt.
— (2). Quelques remarques sur la nourriture de la Sardine. Paris,
C. R. Acad. sci., 144, 1907, p. 865—867.
Alosa sardina Risso nimmt tierische und pflanzliche Nahrung;
die Untersuchung gestatten noch keine Entscheidung, ob sie in ver-
schiedenen Entwicklungsstadien eine besondere Speise bevorzugt.
— (3). Contribution a l’etude de la biologie de la Sardine. (Alosa
sardina Risso). Feuille jeun. Natural (4) Ann. 38. p. 54—56, 2 fig.
— (4) s. Giard, A.u. Cepede,C.
Chaine, J. Recherches sur la langue des Teleosteens. ©. R. societe
de biologie Paris. p. 62, 1907, 924, et Reun. biol. Bordeaux, 1907, p. 63.
Die Zunge der Teleostier besitzt keine Muskeln. Ligamente ver-
binden den M. entoglossus mit dem Hyoid.
Chapman, F. and Pritehard, &. B. Fossil fish remains from the
Tertiaries of Australia. Melbourne, Proceedings R. Society Vietoria
20, 1907, p. 59—75, Taf. 5—8.
Diodon 2 nn.spp., Labrodon 2 nn.spp., Edaphodon n. sp.,
Ischyodus n. sp., Myliobatis n. sp.
Chifflot, Conte et Vaney. Kyste de l’ovaire chez le Cyprinus auratus.
Compte Rendu association frangaise pour l’avancement des sciences.
35. Session, Lyon 1906, 2. partie, Paris 1907, p. 533—535.
Anatomisch-pathologische Befunde an einem Cyprinus auratus,
der in einem Gartenbecken gehalten, durch die beträchtliche Auf-
treibung seines Bauches aufgefallen war. Ovarial-Cyste.
Chmelevskij, €. V., Gracianov, V. J., Zograf, 3. N., Hindze, B. K.,
Voronkev, N. V., Bogojavlenskij, N. V. Die Fischerei und die Fischzucht
im Nordwest-Gebiete. Trd. Otd. ichtiol. Obse. akklimat., Moskva, 5,
1907, (1 + 315 + 2), 6 Taf. u. 15 Pläne.
Ciaceio, Carmelo. Contributo alla morfologia ed istogenesi del
tessuto mieloide. Monit. zool. ital. Anno 18. p. 127—132.
Anquilla. Scyllium. Das Iymphorenale Gewebe der Niere; sein
Aufbau aus einem feinen Reticulum, dessen Zellen in verschiedenen
Altersstadien stehend entweder junge lymphocytenähnliche auch
basophile Myelocyten mit acidophilem Protoplasma sind oder reife
Erythrocyten und Leucocyten mit basophilen oder acidophilen Granu-
lationen.
Clark, James. An Annotated List of Cornish Fishes. Zoologist (4)
Vol. 11. p. 415—427, 453—459; Vol. 12 p. 13—29.
Verzeichnis der Fische aus Cornwall mit Anmerkungen.
Cligny, A. (1). Migrations marines de la Truite commune, Paris.
C. R. Acad. scı., 145, 1907, p. 1302—1304.
Der von Dahl aufgestellte Satz: ‚Il descend constamment des
eaux douces a la mer des Truites qui ne sont pas les descendants directs
des Truites de mer, et qui appartiennent aux diverses formes de Truites
Se a ayant atteint la mer, ces Poissons deviennent des Truites
e mer“.
IV. Pisces für 1907. 15
— (2). Sur un Lernaeenicus parasite du sprat. Compte Rendu
societe de Biologie Paris, 59, 1905, p. 165—166.
— (3). Transplantation des Poissons marins. Paris. Bul. soc.
centr. aquicult., 18. 1906, p. 105—108.
— (4). Elevage de Salmonides en Allemagne. Paris. Bul. soec.
centr. aquicult., 18, 1906, p. 265—283.
— (5). La biologie du Maquereau. La Science au 20. siecle,
Paris, 4, 1906, p. 330—335, av. fig.
Coester, Oskar. Zur Einbürgerung der Regenbogenforelle. All-
gemeine Fischerei-Zeitung 32. p. 140—142, 377—382.
Vorteile der Einbürgerung von Salmo irideus.
Cohn, Ludwig (1). Über die Schuppen der Seitenlinie einiger
Scopeliden. Zoologischer Anzeiger Leipzig. 32, 1907, p. 366—370,
4 Figg.
De eigentümliche Bau der Seitenlinienschuppen von Harpodon
neherus H. Buch wurde unter Vergleich mit jenen von Saurus myops
Forst. u. Saurida argyrophanes C. u. V., S. nebulosa Cuv. unter-
sucht. Bei ersterem ist eine Rückbildung der Grundplatte und eine
bedeutende Entwicklung der Deckplatte bei festem Verwachsen
eingetreten.
— (2). Die Schwimmblase einiger Sciaeniden. Zoologischer
Anzeiger Leipzig, 32, 1907, p. 433 —440.
Collichthys lucida; Otolithus argenteus, Corvina stellifera Bl.,
C. fureroea Lacep. u. a. Hohle Fortsätze der Schwimmblase umfassen
die Gehörkapsel und die beiden ersten Wirbel; andere (23 Paare) Fort-
sätze verzweigen sich im Körper.
Cole, F. J. A monograph of the general morphology of the Myxinoid
fishes, based on a study of Myxine. Pt. III, the anatomy of the muscles.
Transactions Royal Society Edinburgh 45, 1907, p. 683—757, 4 Taf.
Neben wenigen roten. kleinen plasmareichen Muskelfasern gibt
es viele weiße, große fast plasmalose. Erstere haben wenig Muskel-
säulen, ihr Sarcoplasma hat periphere Kerne; die Querstreifung ist
schwach; ein Blutgefäßplexus umgibt jede rote Muskelfaser. Die weißen
Fasern mit großem Querschnitt, eng gelagerten Muskelsäulen und
zentralen Kernen haben kein peripheres Sarcoplasma. Verteilung der
roten und weißen Fasern auf die einzelnen Nerven. Ausdehnung der
einzelnen Muskeln. Nomenklatur der Muskeln. Muskeln der einzelnen
Körperregionen makroskopisch u. in Schnitten.
Cole, Leon 3. The Occurrence of Heros in Yucatan. Science
N. 8. Vol. 26. p. 637”—638. — Heros urophthalmus, H. affinis.
Comere,3oseph. De l’utilitedes algues dans l’elevage et l’alimentation
des Poissons, & propos de la florule de l’etang de la Pujade. Toulouse,
Bul. soc. hist. nat., 37, 1904, p. 61—68.
Conte s. Chifflot u. Conte.
Coutiere, H. Sur le pretendu appareil venimeux de la Murene Helene.
Bull. Soc. philom. Paris (9) T.9. p. 229—234, 2 fig.
Coutiere faßt am Schluß das Ergebnis seiner Untersuchung in die
Worte zusammen: Il n’existe chez la Murene Helene ni glande & se-
16 IV. Pisces für 1907.
ceretion, ni appareil d’inoculation. Un ensemble de sinus veineux
anastomoses a ete decrit comme tel.
Cozette, M. P. Les parasites des Poissons. Comptes rendus du
congres des societes savantes de Paris. 1906 p. 138—168.
Systematische Aufzählung der Parasiten (Saprolegniaceen — Ne-
matoden) u. ihrer Wirte.
Cozette, P. Les parasites des Poissons, parasites vegetaux (Sapro-
lögniac&es Monoblepharidees). Paris, ©. R. Cong. soc. sav., sech. sci.,
1906 p. 138—168.
Cramer, Rudolf. Über Mene rhombeus (Volta sp.). Berlin, Zeit-
schrift Deutsch. geologisch. Gesellschaft 58, 1906, Aufsätze p. 181—212,
1 Taf. x
Beschreibung nach dem Material des Museums für Naturkunde
Berlin. Definition der Species Mene rhombeus, Stellung der Gattung
Mene im System.
Crettiez, 3. (1). De la culture de ’Omble chevalier du lac Leman.
Mötis et hybrides de ce Salmonide. Paris, Compte Rendu association
francaise pour l’avancement des sciences 35, Session. Lyon, 1906,
2. partie, 1907, p. 498 —506.
Salvelinus umbla L. Aufzucht. Kreuzung mit anderen Salmoniden.
Salmo thononensis.
— (2). Sur la reproduction artificielle des Coregones. Paris,
Compte Rendu association frangaise pour l’avancement des sciences
35. Session. Lyon, 1906, 2. partie, 1907, p. 494—498.
Gewinnung des Laiches und Aufzucht der Coregonen.
— (3). Sur la reproduction artificielle des Coregones. Paris,
Bul. soc. centr. aquieult., 19, 1907, p. 97’—101.
Cronheim, W. Maikäfermehl als Fischnahrungsmittel. Fischerei-
Zeitung, Neudamm. X. p. 298—300.
Cronheim bestätigt auf Grund von chemischen Analysen die von
Eckstein (s. d.) empirisch gefundene Methode.
Cuenot, L. (1). Presentation d’une Sole & deux faces colorees.
Referat über Comptes Rendus societe Biologie Paris 58, 1905, p. 914
—916. Reunion biologique de Nancy, 1905, p. 63—65.
Vergl. Bericht für 1905.
— (2). Nephro-phagocytes dans le coeur et le rein des Poissons
osseux. (©. R. societe de Biologie Paris 62. 1907, p. 750—752 und R£un.
biol. Nancy, 1907, p. 30—32.
Teleostier. Nephrophagocyten werden durch Injektion im Endothel
des Herzrohres und der Kammer, sowie im Iymphoiden Gewebe der
Niere nachgewiesen.
Cummings, Bruce F. Some Fish Notes from the North Devon
Coast. Zoologist (4) Vol. 11 p. 140—142. :
Cunninghan, 3. T. (1). A peculiarly abnormal specimen of the
Turbot. Plymouth, J. Mar. Biol. Ass., 8. 1907, p. 44—46, pl. 3.
Abnorme Steinbutt.
— (2). On a peculiarly abnormal specimen of Turbot. London,
Proc. Zool. Soc. 1907, p. 174—181, 1 Taf.
IV. Pisces für 1907. 17
Beschreibung eines abweichend gefärbten Rhombus maximus.
Betrachtung über den Ursprung der anormalen Färbung.
Daday, E. v. In südamerikanischen Fischen lebende Trematoden-
Arten. Zool. Jahrb., Jena, Abt. f. Syst., 24, 1907, p. 469—590, 6 Taf.
Die Parasiten von Colossoma brachypoma, Salmo pacu, S. pacu-
peba, pacupa, auratus, Myletes bidens, Cataphractes vaca, C. murica,
C. corome, Silurus palmito, megacephalus.
Dahl, Knut. Sildens skjael som middel til studium af sildens
alder, vekst og vandringer. Bergen, Naturen, 31, 1907, p. 352—359.
Die Heringsschuppen als Hilfsmittel für das Studium des Alters,
des Wachstums und der Wanderungen des Herings.
Dannevig and Dahl, K. Artificial fish-hatching in Norway. Trans.
Biol. Soc. Liverpool. 21, 1907, p. 204—269.
Darbishire, A. D. On the direction of the aqueous current in
the spiracle of the Dogfish; together with some observations on the
respiratory mechanism in other Elasmobranch fishes. Journ. Linn.
Soc. Zool. London 30, 1907, p. 86—94. 3 Figg.
Seyllium und Raja ziehen Wasser rhythmisch durch Erweiterung
des Pharynx ein, Rina atmet kontinuierlich dureh undulierende Be-
wegung der häutigen Säume der Kiemenbogen und hat Mund und
Spritzloch beständig offen. Scyllium nimmt Wasser durch Mund und
Spritzloch in 2 getrennt bleibenden Strömen ein, deren einer durch
die hinteren, der andere durch die vorderen Kiemen wieder austritt.
Der Verschluß des Spritzloches bei der Exstirpation wird durch die
Pseudobranchie bewirkt. Raja atmet in der Ruhe nur durch das
Spritzloch.
Dean, Bashford (1). Chimaeroid Fishes and their development.
Carnegie Inst. Washington Publ. No. 32. 172 pagg. 144 Fig. 11 Taf.
Chimaera colliei. Entwicklung des Ovarialeies, Lage und Größe
der Keimbläschen des reifen Eies. Befruchtung: Eindringen über-
zählicher Samenfäden und die Schicksale derselben. Zahlreiche Strahlen-
systeme. Die Entwicklung des Embryos; frühzeitige Entwicklungs-
stadien. Merocyten von verschiedenem Typus. Amitosen. : ‚‚Primitive
Merkmale“. Biologie. Phylogenese. — Dietyorhabdus priseus ist
keine Chimaera sondern eine Muschelschale (Devon). Die Chimaeroiden
des Jura. Ischyodus. Stammform der rezenten Arten, Squaloraja,
Myricanthus, Chimaeropsis. Die Chimaeroiden sind von Selachiern
abzuleiten.
— (2). Dr. Eastmans recent papers on the kinship of the Arthro-
dires. Science, (2) 26, 1907, p. 46—50. -
Eastmans Auffassung wird nicht anerkannt. Arthrodira sind nicht
mit Ceratodus verwandt. Beziehungen der ersteren zu den Pteridich-
thyiden.
— (3). Notes on Acanthodian sharkes. Amer. J. Anat., Baltimore,
7, 1907, p. 209—226.
Skelet, Hautknochen u. ihre Beteiligung am Schädeldach. Wirbel-
säule, Flossen, Schultergürtel mit Hautknochen. Die Seitenlinie gabelt
Arch. f. Naturgasch. 74. Jahrg. 1998. Bd.II. H.1. (1V.) 2
18 IV. Pisces für 1907.
sich bei Climatius u. Ischnacanthus in der Nähe des Dorsalstachels.
Gebiß, Sinnesorgane, Phylogenese, Ursachen des Aussterbens.
Debeyre, A. Sur la presence des cellules dans les &bauches des
racines anterieures. Bibl. Anat. Paris Tom. 16. p. 280—289. 6 Figg.
Vorläufige Mitteilung in C. R. Ass. Anat. 9. Reun. p. 179—180.
Acanthias. Die ventralen Wurzeln der Nerven entstehen aus
Medullarzellen, welche aus dem Rückenmark an die Myotome wandern.
Deganello, U. Gli ordegni nervosi periferici del ritmo respiratorio
nei pesci Teleostei. Roma, Rend. R. Accad. Lincei (5) 16, 1907, 2. Sem.
p. 279—291, 13 Figg. Vorläufige Mitteilung. '
Periphere Organe zur Regelung des Atemrhythmus.
Delpere, de Cardaillac de Saint-Paul, G. Considerations biologiques
et juridiques sur le repeulement artificiel des cours d’eaux. Toulouse,
Bull. stat. pisc. hydrobiol., 1906, No. 4, p. 1—16.
Dendy, A. (1). On the parietal sense-organs and associatid structures
in the New Zealand Lamprey (Geotria australis). Quarterly Journal
Microse. Sci., London (2) 51, 1907, p. 1—29, 2 Taf.
Das Parapinealorgan liegt vor dem Pinealorgan, Morphologie
und Histologie desselben. Pinealnerv, Retina, Reißnerscher Faden.
Beschreibung des Parapinealorgans.. Vergleiche mit Ammocoetes.
Funktion des Pinealorgans zur Empfindung eines Wechsels in der
Lichtintensität.
— (2). The pineal sense-organs and associated structures in Geotria
and Sphenodon. London, Rep. 76. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. 1906
(1907), p. 604—605.
Das Pinealauge von Geotria australis und Petromyzon werden ver-
glichen, bei ersterer ist es hoch entwickelt und zweifellos functions-
fähig. Das Parapinealorgan beider Arten. Histologische Struktur.
Bei Sphenodon gleichen die Sinneszellen jenen der beiden anderen
Arten. Pigment ist unregelmäßig eingelagert. Die Linse ist vollständig
von der Retina getrennt. Histologisch fällt besonders die mit großem
Kern versehene umfangreiche „central cell“ auf, welche wie eine große
Ganglienzelle aussieht.
— (3). The pineal gland. Science Progress, 1907, No. 6. 23 pp.
Diamare, V. e Montuori, A. Se esista glucosio nel sangue dei
Selaci. Comunicazione preliminare. Rivista mensile di Pesca, Milano,
9, 1907, p. 30—32.
Dohrn, Anton. Studien zur Urgeschichte des Wirbeltierkörpers.
25. Der Trochlearis. Mitteilungen zool. Station Neapel, 18, 1907,
p. 143—436, Taf. 10—22.
An Torpedo ocellata, Mustelus vulgaris, Pristiurus, Seyllium,
Gallus, Raja wird die ursprüngliche Segmentation des Wirbeltier-
kopfes studiert.
Doilo, L. (1). Prymnothomus hookeri, poisson pelagique des
l’‚Erebus‘“ et de la ‚Terror‘ retrouve par l’Expedition Antaretique
Nationale Ecossaise. Proceedings Royal Society Edinburgh 27, 1907,
p. 35—45.
l
IV. Pisces für 1907. 19
Nachhistorischer Einleitung werden diePrymnothomusdereinzelnen
Expeditionen der Erebus u. Terror, Challenger, Scotia verglichen.
Die Scotia hat den P. hookeri des Erebus u. Terror wieder gefunden.
Prymnothomus hookeri Richardson wird diagnostiziert, die syste-
matische Stellung wird erörtert: P. wird mit Günther zu den
Paralepidae gestellt. Stellung und Wanderung des Anus bei Gym-
notiden, Stomiatiden Aphredoderiden caudocranıial, oder craniocaudal
in Pay ogenebisehon und ontogenetischem Sinne.
— (2). Les Ptychtodontes sont des Arthroderes. Bruxelles,
Bull. Soc. Geol., 21, 1907, p. 1—12.
Drieberg, C. Keochme Fish of Batticaloa. Spol. Zeyl., Colombo,
4. p. 17. 1907. p. 67—8.
Der Ton, hervorgebracht durch irgend welche Ursache ist schwer
zu beschreiben, auf dem Klavier wiederzugeben durch Anschlag der
Tasten b und c bei leichtem Pedaldruck.
Dröscher, W. (1). Beitrag zur Lebensgeschichte der großen
Maräne. Fischereiztg., Neudamm, 10, 1907, p. 725—729, 741—747.
Vorkommen, Lebensbedingungen, Nahrung, Aufenthalt, Feinde,
Fang; Schutz zur Laichzeit. Künstliche Vermehrung.
— (2). Die Nahrung unserer wirtschaftlich wichtigsten Wildfische.
Fischereiztg.., Neudamm, 10, 1907, p. 757—161, 778—781, 810—813,
821—827, Schluß in XI. 1908 p- u.
Leueiscus rutilus, Scardinius erythrophthalmus, Squalius cephalus,
Squalius leuciscus, Idus melanotus, Leucaspius delineatus, Barbus
fluviatilis, Chondrostoma nasus, Abramis vimba, A. brama, Carassius
vulgaris, Gobio fluviatilis, Coregonus albula.
Dubrueil, © s. Renaut J. u. Dubrueil, G.
Duncker, Georg. Über Regeneration des Schwanzendes bei Syn-
gnathiden. (2. Mitt.) Arch. Entw. Mech., Leipzig, 24, 1907, p. 656
—662, 1 Taf.
Nach Verlust der terminalen Schwanzringe findet einfache Wund-
heilung statt bei Arten, die erwachsen eine verkümmerte Schwanz-
flosse besitzen, oder ohne solche sind; hypertrophische Bildungen
nebst Urostyl entstehen bei Arten mit gut entwickelten Schwanz-
flossen. AuchVerdoppelung der Schwanzflosse kann bei der Regeneration
eintreten. Eine überzählige Schwanzflosse entsteht bei partieller
Abtrennung des Schwanzes. Wiederholt auftretende Regeneration.
Dunford, €. D. The flying-fishproblem. Amer. Nat., Boston,
41, 1907, p. 65— 176.
Die Bewegung der fliegenden Fische, die einzelnen Stadien des
Fluges (der Aufstieg, das Fliegen und Einfallen in das Wasser) werden
erörtert. Angeschlossen werden Studien über die Brustmuskeln.
Exocoetus. Ein Brief Burnes.
Dybowski, B. OÖ nowych badaniach nadfauna Bajkalu. O prze-
sztosci tego jeziora, a takze nieco szezegotow o badaniach dawniejszych
i niektorych faktasch z niemi zwiazanych. Czesc 1, z 4-ma rysunkami.
(Sur les r&sultats de certaines recherches, tant recentes qu’anterieures,
I*
230 IV. Pisges’ für 1907.
concernant la faune du Lac Baikal, ainsi que la question de son
anciennete.) Kosmos, Lwow, 32, 1907, p. 1—50.
Comephorus baicalensis, C. dybowskii.
Eastman, Charles Rochester (1). Mylostomid dentition. Bull.
Mus. Comp. Zool. Harvard Coll., Cambridge, Mass. 50, 1907, p. 209
— 228, 1 Taf., 4 Figg.
Die beiden Unterkieferhälften der Arthrodira sind nicht selbständig
beweglich. Die bisher als Vorderzähne von Mylostoma beschriebenen
Zähne sind Unterkieferzähne von Mylostoma newberryi n.sp. Ver-
gleiche mit Coccosteus und Dipnoern. Autostyler Typus der Kiefer
der Arthrodira.
— (2). Devonic fishes of the New York formations. Albany, N. Y.
St. Educ. Dept., Mus. Mem., 10, 1907, 3—235, pl.
Machaeracanthus, Arthodira, Ostracophori, Holocephali, Ichthyo-
tomi nn. spp.
Eckstein, Maikäfer als Fischfutter. Zeitschrift £. Forst- und Jagd-
wesen 1907, p. 44—48. Referat: Allgemeine Fischerei-Zeitung 32.
p. 123—124. Fischerei-Zeitung, Neudamm X, p. 121.
Sammeln der Käfer, Herstellung und Verwendung des Futters
(für Karpfen).
Eggeling, H. Dünndarmrelief und Ernährung bei Knochenfischen.
Jenaische Zeitschrift f. Natw., 43, 1907, p. 417—529, 3 Tat.
Die Falten der Schleimhaut verlaufen vorwiegend in der Längs-
richtung, daneben tritt eine netzförmige Anordnung gleichzeitig auf.
Krausenförmige Falten sind häufig, isolierte Zotten und Papillen
sind selten. Die Cyprinoiden haben hohe dichtliegende, die Clupeiden,
ebenso die Salmoniden ringförmige Falten. Schlüsse auf die Ernährung
konnten nicht gezogen werden.
Eglit, P. 3.s. Lebedincer, A. A. u Eglit.
Egounofi, S. (1). Histogenese de l’intestin de la Truite. Compte
rendu Soc. Physig. H. N. Geneve 23. Fasc. p. 40—41. — Vorläufige
Mitteilung zu Egounoff (2).
— (2). Developpement histologique du tube digestif de la truite.
Revue Suisse Zool. Geneve, 15, 1907, p. 19—74, Taf. 2 u. 3.
Der Darmkanal von Salmo fario. Das Darmlumen bildet sich
zuerst im Dünndarm und von hinten nach vorn fortschreitend zuletzt
im vorderen Abschnitt des Oesophagus. Die einzelnen Stadien der Lumen-
bildung werden geschildert, sodann die Faltenbildung. Die Anlage der
Drüsen. Im Dünndarm schreitet die Bildung derselben langsam
vorwärts, die Appendices pyloricae erscheinen spät als Ausstülpungen
der Darmwand.
Ehrenbaum, E. (1). Versuche mit gezeichneten Flundern oder
Elbbutt (Pleuronectes flesus). Berlin, Mitt. D. Seefischereiver., 23,
1907, p. 473—479.
Zwischen 3 und 23 % der gezeichneten Fische wurden wieder ge-
fangen. Ergebnisse betreffend Wachstum, Gewichtsverhältnisse,
Nahrungsaufnahme während des Laichens, Richtung der Laichzüge
nach der südwestlichen Ostsee. Referat über Redekes Arbeit über
IV. Pisces für 1907. Bi
gezeichnete Flundern in der Zuider See. Die Flunder laicht nicht
im Brackwassergebiet, sondern nur in der stärker salzigen offenen See.
— (2). Joh. Schmidts Untersuchungen über den Aal. Natur-
wissenschaft. Rundschau 22. p. 339—342, 353—355. — Referat.
Eigenmann, Carl H. (1). On.a collection of fishes from Buenos Aires.
Washington, D. C., Proc. Acad. Sci. 8, 1907, p. 449—458, pl.
Batrachops und Charax, Pomolobus, je 1 n.sp. Cheirodon
und Parodon je 2 nn. spp. Brycon americus n.g. und Denterodon,
Ilyodon n.g. je 1 n.sp. Phenacogrammus n.g. Hemidoras n. sp.,
Plecostoma 1 n.sp., Phalacoros n.g., Typhlichthys 2 n.spp., Geo-
phaga 1 n.sp.
— (2). The poeciliid fishes of Rio Grande do Sul and the La Plata
basin. Washington, D. C., Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus. Proc.
32, 1907, p. 425—433.
Unterscheidung der Gattungen. Analytische Tabelle. Ilyodon
n.g. paraguayense n.sp., Phalloptychus n. g. (Girardinus) januarius
Hensel, Phalloceros n. g. (Girardinus) caudomaculatus Hensel. Ab-
bildungen von Fundulus, Rivulus, Cynolebias.
— (3). Fowlers „Heteroganthous fishes“, with a note on the
Stethaprioninae. Amer. Nat., Boston, Mass., 41, 1907, p. 767—772.
Die südamerikanischen Heterognathen zeigen eine divergente
Evulution seit dem frühesten Tertiär bis auf die Neuzeit. Die bisher
beschriebenen Genera u. Subgenera. Der Stammbaum lautet: Tetra-
gonopterus, Stichonodon, Stethaprion nebst Fowlerina und Brachy-
cheleinus, auf letzteren sind zurückzuführen Myleinen und Serras-
salminen, beide über Mylesinus. Synopsis der Genera der Stetha-
prioninen.
— (4). Divergence and convergence in fishes. Cont. Zool. Lab.
Indian Univ., No. 64 in Biol. Bull., Woods Holl., Mass., 8, 1905, p. 59
—66.
Eigenmann,’C. H. and Bean, B. A. An account of Amazon river
fishes collected by J. B. Steere; with a note on Pimelodus clarias.
Washington, D. C., Smithsonian Inst., Nation. Mus. Proc., 31, 1907,
p. 659—668.
Für den Amazonenstrom zwischen Para und Manaos werden
45 Arten nachgewiesen, z. T. beschrieben, darunter Brachyplatystoma
goeldii n. sp. mit oberen Barteln von doppelter Körperlänge und einem
ebensolchen Faden, der von der oberen Spitze der Schwanzflosse
ausgeht, sowie Br. Taenionema n. subg. steerei mit oberen und unteren
Barteln von halber Körperlänge. Es folgt eine Notiz über die Flossen
und Rückenplatte von Pimelodus clarias (Bloch) aus Paraguay.
Eigenmann, €. H., Mc Atee, W. L. and Ward, D. P. On further
colleetions of fishes from Paraguay. Pittsburgh, Pa., Annals of the
Carnegie Museum 4, 1906—1908 p. 110—157. Taf. 1—13.
254 Fischarten aus Paraguay werden als bekannt aufgezählt.
Für 11 verschiedene Gewässer wird die Fischfauna festgelegt, die Arten
beschrieben u. auf 13 Tafeln vorzüglich abgebildet. Die neuen Arten
gehören den Gattungen Dysichthys, Pimelodella, Iheringichthys,
23% IV. Pisces für 1907.
Hemidoras, Homodiaetus n.g., Corydoras, Tetragonopterus, Brycon
americus n. g., Denterodon n. g., Myleus, Charax, Chaetobranchopsis,
Heterogramma, Henonemus, Sternachella n. g., Sternarchogiton
n.g. an.
Eigenmann, €. H. and Ogle, F. An annotated list of Characın
fishes in the United States National Museum and the Museum of
Indiana university, with descriptions of new species. Washington,
D. C. Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus., Proc., 33, 1907, p. 1—36.
Characinidae. 29 neue Namen erscheinen in der Liste, darunter
22 n.sp. und 2 nn. subspp.
Emeljanenko, P. (1). Beobachtungen über die Entwicklung
viviparer Fische aus den Eiern. (Russisch.) Zurn. Obse. liub. Komm.
rast., St. Peterburg, 14, 1907, p. 215—217.
— (2). Zwillinge von Girardinus caudimaculatus, eine bemerkens-
werte Erscheinung. (Russisch.) Naturfreund, St. Peterburg, 2, 1907,
p. 239— 242.
— (3). Der Chamäleonfisch (Badis badis) und sein Verhalten im
Aquarium. (Russisch.) Naturfreund, St. Peterburg, 2, 1907, p. 275
—278.
Engmann, P. Über Acara caeruleopuntata var. latifrons.
Wochenschrift, Aquarienkunde, Braunschweig, 4, p. 377—378, 389
— 390, 401—402, 413—415.
Evans, H. M. (1). Observations on the poisoned spines of the
Weever-Fish, Trachinus draco. Norwich. Trans. Nat. Soc., 8, 1906
—1907, p. 355 —368.
— (2). Observations on the poisoned spines of the Weever-fish
(Trachinus draco). The British Medical Journal London, 1, p. 73—76.
Symptome der Giftwirkung des Stiches von Trachinus vipera.
Untersuchung der Giftorgane des Trachinus draco. Versuche durch
intravenöse Infection an Katze und Kaninchen. Wirkung des Giftes
auf das Blut von Fischen und Warmblütern. Das aus Versuchstieren
gewonnene Serum kann die Wirkung des Giftes nicht verhindern
aber abschwächen. Geringe Giftmengen können activiert werden
durch das Serum anderer Tiere. Wahrscheinlich ist das Blut ein
„amboceptor“. Die ‚„endocomplements‘“ der Blutzellen.
Evans, William. The Black Sea-Bream (Cantharus cantharus L.
— Cantharus lineatus Mont.), in the Firth of Forth. Ann. Scott.
nat. Hist. p. 148—150, 1 fig.
Evant, Teodoro D’. La formazione amniotica rudimentale di
aleuni pesci (Selaci). Acquicoltura lombarda, Milano, 6, 1904, p. 239
—241.
Evermann, Barton Warren and Goldsborough, E. (1). Description
of a rock-fish new of the genus Sebastodes from California. Washington,
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Sebastodes alexandri n. sp.
— (2). A check list of the freshwater fishes of Canada. Washington,
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IV. Pisces für 1907. 93
— (3). The fishes of Alaska. (With bibliography.) Washington,
D. C., Dept. Comm. Lab. Bull. Bur. Fish., 26, (1906), 1907, p. 219
—360, 1 Taf.
Zoarcidae, Pholidae, Blenniidae, Cottidae, Scorpanidae, Cyelo-
stomi nn. spp.
Evermann, B. W. and Kendall, William Conserve. An interesting
species of fish from the high Andes of Central Ecuador. Washington,
D. C. Proc. Biol. Soc. 18, 1905 p. 91—103.
Evermann, B. W. and Seale, Alvin. Fishes of the Filippine
Islands. (With bibliography.) Washington, D. C., Dept. Comm. Lab.,
Bull. Bur. Fish., 26, (1906), 1907, p. 49—110 + 1—6.
Hypomacrus n.g. 1 sp., Pleuronectidae 2, Scombridae 2, Caran-
gidae 2, Pomacentridae 3, Teuthididae 1, Sparidae 1, Gerridae 3,
Serranidae 6, Syngnathidae 1, Scopelidae 1 nn. spp.
Ewald, Wolig. F. Die Fortnahme des häutigen Labyrinths und
ihre Folgen beim Flußaal (Anguilla vulgaris). Ach. ges. Physiol., Bonn,
161, p. 186—192.
Nach Fortnahme des Labyrinths treten insofern Störungen auf
als die Aale, zumal wenn sie schnell entfliehen wollen, Drehungen
um die Längsachse (Schraubendrehung) ausführen. Ferner werden
kurze Drehungen nach rechts und links, Pendelbewegungen des Vorder-
körpers, die Neigung den Kopf in die Höhe zu biegen, das Herüber-
neigen nach der operierten Seite beobachtet. Unterschiede nach ein-
seitiger und beiderseitiger Operation. — Erhöhung der Reflex-
erregbarkeit und Verminderung der Muskelkraft sind mit der Ent-
fernung des Labyrinths außerdem verbunden.
Eycleshymer, A. €. The closing of wounds in the larval Necturus.
Am. Journ. Anat. 7. p. 317—325. 10 Figg.
Eine Hautwunde von Il mm Durchmesser schließt sich bei 180 C.
in 1 Stunde. Bedeutung der Amitose bei der Heilung.
Fage, Louis (1). Essai sur la faune des Poissons des iles Baleares
et deseription de quelques especes nouvelles. Arch. zool. Paris, ser. 4,
Bd. 7, p. 69—9.
Bisher sind 264 Arten nachgewiesen. 3 neue Arten: Gobius strietus
und Eleotris pruvoti, sowie E. balearicus werden beschrieben. Be-
obachtungen von Epinephelus costae Steind. Trachurus trachurus
Günth., Maena vulgaris C. u. V.
— (2). Apergu sur l’exploitation des fonds maritimes du quartier
du Port-Vendres. Paris. Bul. soc. centr. aquieult. 19, p. 9—31.
— (3) s. Pellegrin, J. u. L. Fage.
Fatio, V. Exemple d’adaptation chez des Poissons. Verh. Schweiz.
Natf. Ges., Aarau, 88, 1906, p. 74—78; Geneve, C. R. Soc. Helvet.
Sci. Nat., 88, 1906, p. 80—82; Archives Sciences Physiques Geneve,
(Ser. 4), 20, p. 590—592.
Fatio behandelt die verschiedenen Modifikationen des Mundes und
die Folgen, welche die Veränderung des Mundes auf den übrigen Teil
des Organismus haben kann. Die Stellung des Mundes entspricht
der Nahrungsaufnahme, hier vom Boden, dort von der Oberfläche des
24 IV. Pisces für 1907.
Wassers. Ein Goldfisch, welcher gezwungen war, seine Nahrung im
engen Aquarium von der Oberfläche zu nehmen paßte sich rasch den
neuen Anforderungen an und erhielt ‚‚une bouche subverticale“. Später
verschob sich die Lage der Schwimmblase. Der Fisch war plötzlich
umgedreht, der Bauch nach oben, der Mund nach unten; die schwach
entwickelten Flossen konnten dieser Umkehr der Gleichgewichtslage
nicht Widerstand leisten.
Fedorow, V. Über die Wanderung der Genitalzellen bei Salmo
fario. Anat. Anz., Jena, 31, p. 219—223. 2 Fig.
Dieselben liegen anfangs in der Splanchnopleura und in der Somato-
pleura. Wenn sich der Darm geschlossen hat, liegen sie unter und zu
den Seiten des Darmes, wandern dann dorsal zu dem Vornierengang
und zur dorsalen Mesenterialfalte.
Field, Irving A. Unutilized fishes and their relation to the fishing
industries. Washington, D. C. Dept. Comm. Lab. Bur. Fish. Doc.,
No. 622, p. 1-50, pl.
Forbes, S. A. On the local distribution of certain Illinois fishes
an essay in statistical ecology. Urbana, Bull. Ill. Lab. Nat. Hist. 7,
p. 273—303, Taf.
Fowler, 6. Herbert s. Holt, E.W.L. u. L. W. Byrne (2).
Fowler, Henry W. (1). Gambusia in New Jersey. Science N. 8.
Vol. 26 1907 p. 639.
Gambusia affinis soll als Feind der Mosquitos in New Jersey
eingeführt werden. Der Fisch wurde beobachtet in Flüssen aus dem
Gebiet der Delaware Bai.
— (2). Further know ledge of some heterognathous fishes. Part 2.
Philadelphia, Pa., Proc. Acad. Nat. Sci., 58 (1906), 1907, p. 431—483.
62 Arten, darunter 3 n. spp. werden behandelt, 5 neue Gattungen
aufgestellt 5 nn. gg., 3 n. subgg.
Pelegrinina n.g. n.sp., Astyanax 2 n.sp., Sphyraenocharax,
Cynocharax, Thoracocharax, Waiteina n. subgg., Coscinoxyron,
Starkina, Sealeina, Cyrtocharax, Belonocharax, Reganina nn. gg.
— (3). Some new and little-known percoid fishes. Philadelphia,
Pa., Proc. Acad. Nat. Scı., 58 (1906), 1907, p. 510—528.
66 Arten werden behandelt. Dules marginatus boninensis n. subsp.
Boulengeria n. subgen., Astrapogon n. subgen.
— (4). Notes on Serranidae. Proceedings Academy Natural
Sciences Philadelphia, 59, p. 249—269.
Nach der Sammlung der Academy of Nat. Sciences in Philadelphia
werden 56 Species benannt; ihre Herkunft ist angegeben; einzelne
Arten werden ausführlich beschrieben. Chrysoperca n. subg. (Morone
interrupta), Serranus phaeostigmaeus n. sp., Epinephelus lightfooti,
Eudulus nom. nov. (Dules auriga), Callidulus n. subgen.
— (5). A collection of fishes from Victoria, Australia. Philadelphia,
Pa. Proceedings Academy Natural Sciences 59, p. 419—444.
35 marine Fische: Catulus, Trygosoptera, Psychichtys n. subg.,
Hydrolagus n. sp., Cheilobranchus, Muraenichthys n. sp., Exocoetus,
Atherina, Macrorhamphosus, Limiculina n. subg., Castelnannia
IV. Pisces fur 1007. 25
n.subg. für Solenognathus, Phyllopteryx für Macrorhamphosus,
Macleayina n.subg. (für Hippocampus) nn.spp., Mionorus n. sp.,
Enoplosus, Terapon, Tetradrachnum, Lepidaplois n. sp., Coris n. sp.,
Brachaluteres, Osbeckia, Diodon, Aracana Spharoides, Tetrodon,
Lesueurina n. g.n. sp., Callionymus, Kathetostoma, Cristiceps, Blennius
n. sp., Diplocrepis.
— (6). Records of Pennsylvania fishes. Amer. Nat., Boston,
Mass. 41, p.5—21.
103 Arten: Peromyzoniden, Acipenseridae, Polyodontidae,
Psallisostomatidae, Amidae, Glossodontidae, Clupeidae, Dorosomatidae,
Engraulidae, Salmonidae, Argentinidae, Anguillidae, Cyprinidae,
Catostomatidae, Sıluridae, Esocidae, Umbridae,
Poeciliidae, Mastacembelidae, Atherinidae, Gasterosteidae, Aphredo-
deridae, Centrarchidae, Percidae, Serranidae, Sciaenidae,
Cottidae, Soleidae u. Gadidae.
— (%). Notes on Lancelets and Lampreys. Proc. Acad. nat. Sc.
Philadelphia, Vol. 59, p. 461—466, 2 fig.
Es werden 4 Branchiostomidae, 3 Eptatretidae, 1 Nysine, 10 Petro-
myzonidae genannt, unter letzteren Oceanomyzon n. g., wilsoni n. sp.
beschrieben.
Fraas, E. Säge von Propristis schweinfurthi Dames aus dem
oberen Eocän von Ägypten. Neu. Jahrb. Min. Geol. Pal. 1907. Bd. 1.
p. 1—6, 1 Taf.
Länge der Säge über 2 m, Beschreibung derselben. Klärung der
Verhältnisse zwischen Eopristis, Propristis, Amblypristis.
Franz, V. (1). Die biologische Bedeutung des Silberglanzes in der
Fischhaut. Biol. Centralbl. Leipzig, 27, p. 278—285.
Derselbe dient wie ein Spiegel zur Reflexion der Lichtstrahlen
Der Fisch sieht in Folge dessen der Wasseroberfläche ähnlich.
— (2). Bau des Eulenauges und Theorie des Telescopauges.
Biol. Centralbl. 27. p. 271—278, 341—351, 8 Figg.
Bei Fischen ist Form und relative Brechkraft (d. h. Brennweite
im Verhältnis zum Durchmesser der stets kugeligen Linse) constant
(Matthiessen, Litteraturangaben). Die Teleskopaugen der Tiefsee-
fische sind gleich den Augen der Flachseefische auf deutliche Sehweite
eingestellt. Ansichten Brauers und Chuns. Die Tiefe des Auges ist
für das Auge das Gegebene, bestimmt durch die erforderliche Linsen-
größe und das Erfordernis des deutlichen Sehens; alle seine weiteren
Eigentümlichkeiten sind Folgeerscheinungen. Das Teleskopauge ist
nicht röhrenförmig ausgezogen, sondern röhrenförmig verengt. Wo
große Linsen und große Augen auftreten atrophieren die Muskeln —
natürlich phylogenetisch gesprochen.
— (3). Über die Bedeutung des sog. „‚Dotterkerns“ im Schollenei.
Verhandl. Deutsche zoolog. Gesellschaft Leipzig, 17, p. 99—105.
19 Figg.
Pleuronectes platessa, P. limanda. Der Dotterkern der Eier ist
ein aus dem Zellkern in das Eiplasma gewanderter Nucleolus.
96 IV. Pisces für 1907.
— (4). Über die Sinnesfähigkeiten der Haifische. Aus d. Natur,
Stuttgart, 2, 1906, p. 566570.
Haie sehen schlecht, riechen sehr gut.
— (5). Der Lumpfisch (Cyelopterus lumpus L.) Natur u. Haus,
Jahrg. 15. p. 323—327, 15 fig.
Freund, L. Anomalien des Fischskeletts. Ergebn. Path. Wiesbaden,
11, p. 709—729. — Litteraturübersicht.
Friedrich, Josef. Transportgefäß für im Wasser lebende Organismen
Schweiz. Patente, Kl. 190 No. 34428 (2), 1 Taf.
Froriep, A. Über Entwicklung und Bau des autonomen Nerven-
systems. Med. Nat. Archiv Berlin u. Wien. Bd. 1. p. 301—321.
Die Untersuchungen werden auch an Torpedo gemacht.
Fritel, P. Les poissons fossiles des environs de Paris. Naturaliste,
Paris, ser. 2, 28, 1906, p. 197—19.
Fulton, T. W. Report on the operations at the marine fish hatchery,
Bay of Nigg, Aberdeen, in 1906. Glasgow, Rep. Fish. Board 1907
p. 256—259.
Fusari, Romeo (1). Contributo allo Studio dei nervi cutanei e
delle terminazioni nervose nella cute e nella mucosa orale dell’ ‚„Ammo-
cotes branchialis““. Atti Accad. Soc. Torino, Vol. 42, p. 192—200,
1 Taf.
Die Kiemennerven des Ammocoetes werden beschrieben, sie geben
Faserbündel an die Gefäße und die Schleimhaut des Kiemenapparates
ab. Sympathische Ganglienzellen liegen zerstreut in dem perivasculären
Plexus der Gefäße.
— (2). Sulla terminazione dei nervi nell’ apparecch’o branchiale
e nel velo boccale di Ammocoetes branchialis. Attı Accad. Sc. Torino,
Vol. 42. p. 493—503, 1 Taf. u. Arch. Sc. Med. Torino, Vol. 31, p. 190
—201, Taf. 2.
An den Hautnerven werden in gewissem Abstand vom Ganglion
besondere Ganglienzellen gefunden u. beschrieben, ebenso die Nerven-
fasern der Mundschleimhaut.
Gadeau de Kerville, Henri s. Brasil, L. und Gadeau.
Gail, de. L’&tablissement de pisciculture de Retournemer. Paris,
Bul. soc. centr. aquicult., 19, p. 49—59.
Garstang, W. s. Petersen, 0. G. J., Garstangu. Kyle.
Gebhardt, Walther. Über das älteste geologisch bekannte Vor-
kommen von Knochengewebe (Placodermen). Anat. Anz. Jena, 30,
Erg. H., (Verhandl. Anatomisch. Ges. 21. Vers.), p. 72—%.
Pteraspis: Der Panzer ist dreischichtig: Lamelläre Schicht; Hohl-
raumschicht enthielt wohl Sinnesorgane oder Hautdrüsen; Dentin-
schicht. Möglichkeit der Verkalkung. Cephalis. Der Panzer ist parallel
geschichtet. Kanäle des Panzers mit Kommunikationen undMündungen.
Asterolepis: Die Schilder zeigen radiär-strahlig-welligen Bau. Cocco-
steiden zeigen eine höhere Ausbildung des Knochengewebes, als die
Ganoiden.
Gemelli, Giovanni. Notizie sulla pesca nel lago d’Orta. Acqui-
coltura lombardo, Milano, 3, 1905, p. 141—144.
IV. Pisces für 1907. 27
Gemzoe, K. J. Om Aalens Alder og Vaekst. Köbenhavn, Ber.
Biol. Stat., 14. (1906), 1907, p. 10—38. — Alter u. Wachstum des Aales.
Genazzini, E. s. Vinciguerra,D.u. Genazzini, E.
Gentes, L. Recherches sur l’hypophyse et le sac vasculaire des
Vertebres. Trav. Biol. Arcachon 10. Annee p. 129—282. 38 Figg.
Petromyzon, Torpedo, Scyllium, Chrysophrys, Mugil, Esox.
Hypophyse; der nervöse Abschnitt derselben, die Neurophyophyse,
fehlt den Selachiern, atrophiert bei Cyclostomen. Saccus vasculosus
persistiert allein bei erwachsenen Selachiern und Teleostiern.
Gervasoni, T. s. Vinciguerra,D.
Giard, Alfred et Cöpede, €. Sur la ponte de la Morue dans le sud
de la mer du Nord. Paris, ©. R. Acad. sci., 145, p. 659—662.
Anschließend an Fulton (1904). Die Eiablage im Pas-de-Calais
findet im Winter zumal im Februar statt, d. h. einen Monat früher als
Fulton angibt. Einwirkung des Golfstromes. Zweimaliges Laichen
an gewissen Örtlichkeiten.
Gilchrist, J. D. F. Description of fifteen new Bouth African fishes,
with notes on other species. Cape Town, Marin. Invest., 4, 1906, p. 143
—171, pls.
nn. spp. in den Fam.: Cottidae, Scorpaenidae, Pleuronectidae,
Zeidae, Gadidae, Halosauridae, Scopelidae, Stomatidae.
Gill, Theodore Nicholas (1). Some noteworthy extra-European
cyprinids. Washington, D. ©. Smithsonian Insh. Mise. Collect. Q.,
48, p. 297—340.
Die außereuropäischen Cypriniden werden einer kritisch ver-
gleichenden Betrachtung unterzogen, bezüglich des Vorkommens,
der Artenzahl, der Unterschiede und Ähnlichkeiten unter Namhaft-
machen charakteristischer Typen.
— (2). The lumpsucker: its relationship and habits. Washington,
D. S. Smithsonian, Miscellaneous Collection 50, p. 175—194.
Cyclopteridae, Skelet, Schädel, Cyelopterus lumpus, Eumicro-
tremus spinosus, Lethotremus muticus, L. awae, L. vinolentus, Cyelo-
pteroides gyrinops, Cyelopterichthys ventricosus, Verbreitung, Biologie,
Nahrung. Fortpflanzung, Jugendstadien, Wirtschaftliche Bedeutung.
— (3). Note on the genus Kuhlia. Proceedings Academy
Natural Sciences Philadelphia, 59, p. 150.
Kuhlia, Kuhludae Cuv. non Dules, Duleidae oder Dulidae Cuv. u.
Val.; der tahıtische Name heißt Mato nicht Malo, daher korrekt
Kuhlia mato.
— (4). The remarkable story of a Greek fish, the Glanis. George
Washington Univ. Publ. 1, p. 5—13.
— (5). Stone-gathering fishes. Amer. Nat. Boston, Mass. 41,
p. 468—469.
Die Frage wird erörtert, ob und wie Semotilus atromaculatus,
S. corporalis, Pimephales promelas und Campostoma anomalum,
Arius australis, ihr Nest zur Eiablage aus Steinen bauen.
— (6). Life histories of toadfishes (Batrachoidids), compared
with those of weevers (Trachinids) and stargazers (Uranoscopids).
28 IV. Pisces für 1907.
Washington, D. S. Smithsonian Miscellaneous Collections 48, p. 388
—427.
Morphologie, Skelet, Lebensweise, Nahrung, Eier an der Schale
von Pinna, Larven. Porichthys, Batrachoides, Thalassophryne,
Uranoscopus, Astroscopus, Kathetostoma, Execestides, Leptoscopus,
Trachinus. Im Anhang wird die Biologie des europäischen Urano-
scopus scaber behandelt.
— (7). How Fresh-Water Fish Care for Eggs. An Interesting
Biologieal Study. Seient. Amer. Suppl. Vol. 64, p. 314-315.
Goddard, Malcolm. Fish remains from the marine Lower Triassie
of Aspen ridge, Idaho. Berkeley, Univ. Cal. Pub., Bull. Geol. 5. p. 145
—148.
Goldsborough, Emund Lee ss Evermann, B. W. und
Goldsborough.
Golovin, E. Beobachtungen über die Pigmentzellen der Wirbel-
tiere. (Russisch.) Kazani, Zap. Univ. 74, 1, p. 1—29.
Grassi, B. e Calandrueeio, S. Riproduzione e metamorfosi delle
Anzuille. Acquicoltura lombarda, Milano, 5, 1903, p. 57—58, 172—75,
110—111, 160—168.
Gratzianow, Valerian (1). Übersicht der Süßwassercottiden des
russischen Reiches. Zool. Anz. Leipzig, 31, p. 654—660.
Tabellarisch, synoptische Zusammenstellung der Genera: Myoxo-
cephalus, Asprocottus, Abyssocottus, Batrachocottus, Cottus, Pro-
cottus und Cephalocottus mit zusammen 19 Arten. Ausführlich
behandelt werden die Arten der Gattung Cottus: minutus, gobio,
koshewnikowi n.sp., sibiricus, spinulosus. Das n.g. Cephalocottus
enthält eine Art amblystomopsis Schmidt, zu Mesocottus n. g. gehört
haitei Dyb.
— (2). Bemerkungen über die während der Studienreise nach
Minsk gesammelten Fische. Moskva, Trd. Kruz. izsl. russ. (Russisch)
prir. 3. p. 145—15l.
— (3). Versuch einer Übersicht der Fische des Russischen Reiches
in systematischer und geographischer Hinsicht. (Russisch). Trd.
Otd. ichtiol. Obse. akklimat. Moskva, 4, p. XXX + 567.
Pseudophidium n.g., Blenniidae, Cottidae, Hexagrammidae,
Plagiostomi nn. spp., Agnathomyxon n.g. wagneri Kessl., Lampreta
opisthodon.
— (4). Die Neunaugen des Russischen Reiches. (Russisch.)
Moskva, Dnevn. zool. otd. obsc. liub. jest., 3. 7—8, p. 18.
— (5). Zur Kenntnis der Neunaugen des Russischen Reiches.
(Russisch.) Moskva, Trd. Otd. ich. Obse. akklimat., 6. p. 353—384.
— (6) s. Chmelevskij, C. T.u. Gratzianow, V.
Green, E. Notes by the Way. Observations during a tour
to Trincomalee via Matale, Nolanda, Dambulla ete. Spol. zeyl.
Colombo, 4, p. 183—184.
Platax vespertilio, „Bathfish“ schwimmt einige Zeit in vertikaler
Lage, dann legt er sich auf die Seite und läßt sich treiben, bevor
er die vertikale Lage wieder einnimmt.
IV. Pisces für 1907. 239
Gregory, William K. The orders of teleostomous fishes. A preli-
minary review of the broader features of their evolution and taxonomy.
Annals of the New York Academy of Sciences 1906 1907, 17 p. 437
—508.
Die neue ausführlich begründete systematische Gruppierung
der Teleostomi stützt sich auf die Schriften von Woodward, Bou-
lenger, Gill, Jordan u. Evermann, Jordan und sucht besonders die
Verschiedenheiten, welche zwischen den Systemen Boulengers und
Jordans bestehen, zu beseitigen.
Greil, Alfred. Über die Bildung des Kopfmesoderms bei Cera-
todes forsteri. Anatomischer Anzeiger Jena, 30, Erg. H., (Verhandl.
Anatomische Gesellschaft 21. Versammlung) p. 59—172.
Der Chordaentoblast wird allmählich reduziert.
Grosser, ©. Die Elemente des Kopfvenensystems der Wirbel-
tiere. Verhandl. Anat. Ges. 21. Vers. p. 179—192. 8 Fig.
Ammocoetes, Scyllium, Trutta, Lophius.
Grotrian. Fischereikarte der Provinz Posen. Hrsg. vom Fischerei-
verein für die Prov. Posen. 1 :300 000. Posen (Fischereiverein).
Gudger, E. W. A note on the hammerhead shark (Sphyrna zy-
gaena) and its food. Science, New York, N.Y. (N. Ser.), 25, p. 1005
—1006.
Der Hammerhai machte — entgegen der verbreiteten Ansicht —
nur geringe Anstrengungen sich zu befreien. Weibchen. Größenangabe.
Geschlechtsorgane waren nicht zu rekognoszieren, infolge der Be-
handlung nach dem Fang. Inhalt des Magens wird untersucht und das
Ergebnis mitgeteilt.
Gurwitsch, Al. Atlas und Grundriß der Embryologie der Wirbel-
tiere und des Menschen. München. 345 pgg. 186 Figg. 59 Taf.
Guyon, Joseph s. Perrier, Peonu. Guyon,J.
Haempel, ©. (1). Über die sogenannte Kauplatte der Cypriniden.
Fischerei-Zeitung, Neudamm X, p. 634—636. Vorläufige Mitteilung.
Die Kauplatte der untersuchten Weißfische ist oval, eiförmig
oder dreieckig oder fünfeckig. In Rinnen zwischen den Wülsten der
Kauplatte greifen die Zähne der Schlundknochen beim Kauen ein.
Eigenschaften der Kauplatte: Härte, feinerer Bau. Entstehung.
Physiologie des Kauvorganges.
— (2). Über die sogenannte Kauplatte der Cypriniden. Diss.
München. Stuttgart (E. Schweizerbart), p. 22. 1 Taf. 25 cm.
Hase, Albrecht. Über das Schuppenkleid der Teleostier. Jenaische
Zeitschrift Naturw. 42, p. 607—668, 26 Figg. Taf. 33 —40. Auch als
Dissertation Jena, 1907.
Die Cyeloidschuppen von Leueiscus, Cyprinus, Salmo, Carassius,
und die Ctenoidschuppen von Perca, Acerina, Sargus, Gobius, Sciaena,
Mugil werden untersucht. Die mesodermale Hyalodentinschicht
der Teleostierschuppe ist homogen, darunter liegt eine lamelläre Faser-
schicht. Die Schuppentasche besteht aus lockerem Bindegewebe,
die normalen Schuppenreihen entsprechen den Körpersegmenten,
Verlauf derselben. Die cycloide Teleostierschuppe wird durch die
30 IV. Pisces für 1907.
Ganoidschuppe von der Placoidschuppe abgeleitet, und zwar ist erstere
in ihrer Gesamtheit dem oberen Teil der Basalplatte der Placoidschuppe
und dem unteren Teil der G@anoidschuppe homolog. Analog sind die
Schmelzschicht der Placoid-, die Ganoinschicht der Ganoid- u. die
Hyalodentinschicht der Cycloid- und Ctenoidschuppe; sie sind harte
Schutzorgane.
Hatta, S. On the gastrulation in Petromyzon. Journ. Coll. Sei.
Japan Tokyo, 21, Art. 11, p. 1-44, 3 Taf.
Die Bildung des Blastoporus und der Urdarmhöhle wird untersucht.
Blastulation u. Gastrulation greifen ineinander, weil die Keimblätter
sich erst während der Gastrulation epithelialanordnen. Die macromere
Hemisphaere und ihr Verhalten. Dotterpfropf fehlt.
Haug, Emile. Pal&ontologie. Documents scientifiques de la mission
saharienne. (Mission Foureau Lamy). Paris (Masson), fasc. 3, 1905,
p. 751—832, — Plagiostomi 1 n.g. I .n.sp.
Hawkes, 0. A. M. (1). The cranial and spinal nerves of Chlamydo-
selachus anguineus (Garm.) London, Proc. Zool. Soc. 1906 p. 959—991,
Taf. 68—69.
Kopfnerven, Spinalnerven, und ihre Beziehungen zum Seitenlinien-
system und zu dem Lorenzinischen Ampullen, sowie zu dem Auge. Die
einzelnen Nerven werden beschrieben.
— (2). On the abdominal viscera and a vestigal seventh branchial
arch in Chlamydoselachus. London, Proc. Zool. Soc. 1907 p. 471
—478.
Oben wie unten treten im Kiefer je 13 Zahnreihen mit je 5 Zähnen
auf. Magen, Lebergang, Spiralklappe mit 43 Umgängen. Richtung
derselben. Leber, Rectaldrüse.. ÖOvarien. Harnleiter münden beim
Weibchen getrennt, Harn- und Samenleiter des Männchens gemeinsam.
Reste eines 7. Kiemenbogens. Porus abdominalis ausnahmsweise
doppelt.
Hawkes, Arthur 3. Eye Migration in Flat-Fishes and Lamarckianism.
Nature Vol. 75 p. 79.
Hay, Oliver P. (1). A new fossil stickleback fish from Nevada. Was-
hington, D. S. Smithsonian Inst., U. S. Nation. Mus. Proc. 32, p. 271
—273. Gasterosteus williamsoni leptosomus n. subsp.
— (2). A new genus and species of fossil shark related to Edestus
Leidy. Science, New York, N. Y.N.S.26, 1907, p. 22—24.
Lissoprion n.g. ferrieri n. sp.
Hein, W. (1). Zur Biologie der Forellenbrut. 2. Über die absolute
Druckfestigkeit der Bachforelleneier. Allg. Fischereiztg. 32. p. 334
— 339. Referat Fischerei-Zeitung Neudamm X. p. 557.
Die Eimembran schützt Dank der in ihr herrschenden Spannung
den Embryo vor mechanisch wirkenden schädlichen Einflüssen. Die
Eier der Bachforelle ertragen bis zum Platzen einen Druck von 1—5 kg.
Je nach dem Alter der Eier ist der Druck verschieden und schwankt
zwischen 245 und 5950 g. Die Eier von verschiedenen Mutterfischen
verhalten sich in relativ engen Grenzen verschieden.
IV. Pisces für 1907. 31
— (2). Investigations into the food requirements of Brown Trout
fry in the hatching trough and in the artifical redd. (Translation).
Dublin, Fish Ireland, Sci. Invert., 1905, (1907), p. 3—16, Taf. 1 u. 2.
— (3). Zur Biologie der Forellenbrut. 3. Wirkungen von Druck,
Stoß, Fall auf die Entwicklung der Eier. Allg. Fischereiztg., München,
32, p. 383—387, 398—402.
Zu- und Abnahme der Widerstandsfähigkeit der Eier im fort-
schreitenden Alter derselben. Nach dem 40. Tage veranlaßt der Druck
das verfrühte Ausschlüpfen. Auf Stoß und Fall reagieren die Eier
vom 10. bis 20. Tage am stärksten. Forelleneier dürfen bis zum 25. Tage
nicht berührt werden. Das Belichten bedingt zahlreiche Verluste.
Dotterblasenwassersucht konnte durch die angewandte Methode
nicht hervorgerufen werden.
— (4). Zur Biologie der Forellenbrut. IV. Zur Kieserbrütung.
Allgemeine Fischereiztg. 32. p. 446—447.
Aus den Versuchsergebnissen werden Schlüsse gezogen bezüglich
der Zeit, wann die Eier in Kies eingebettet werden sollen, sowie über die
Verteilung derselben im Kiesbett.
— (5). Zur Biologie der Forellenbrut. V. Zwei neue Erbrütungs-
versuche. Allgem. Fischereiztg. 32, p. 463—466.
Die Eier wurden zwischen Dachziegeln, die mit 1—1,5 cm Zwischen-
raum auf einandergeschichtet waren, untergebracht. Die Versuchs-
ergebnisse zeigten, daß andauernde Ruhe und ununterbrochene Dunkel-
heit die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung der Eier bilden.
— (6). A contribution to the biology of Trout fry. Dublin, Fish.,
Ireland, Sci. Invest., 1905 (1907), p. 165—178, pls.
Heincke, Erich. Die Ganoiden und Teleostier des lithographischen
Schiefers von Nusplingen. Geol. u. paleont. Abh. Jena. N. F. 8, 1906,
H. 3, p. 159—214, 8 Tat.
Eugnathus vetteri n. sp.
Henking, Hermann. Eine Fahrt des ‚Poseidon‘ in das Fanggebiet
der großen Heringsfischerei, Sept. 1905. Mit Spezialberichten von
Ruppin, Reibisch, Kraefft, Fischer u. Thiess. Berlin, Mitteil. des
Deutschen Seefischereivereins 23, p. 243—305. 1 Karte.
Wechselnder Temperatur- und Salzgehalt als Ursache für das
wechselne Auftreten der kleinen Lebewesen des Wassers. Hering.
Henneguy, L. F. Histogenese de la corde dorsale. Comptes Rendus
Societe de Biologie Paris, T. 63 p. 510—512.
Trutta. Zeitweise findet das Wachstum der Chorda durch Ver-
größerung und Verlagerung der Zellen statt. Eine Vermehrung der
Zellen durch Teilung fehlt. — Später tritt eine lebhafte Mitose ein.
Acanthias. Bau der Caordascheide.
Hennig, Edwin (1). Gyrodus und die Organisation der Pyknodonten.
Palaeontographica, Stuttgart, 53, 1906, p. 137—208, 4 Taf.
— (2). Über einige Pyknodonten vom Libanon. Centralblatt
f. Mineralogie, Geologie und Palaeontologie 1907, p. 360—371. 584
—591.
39 IV. Pisces für 1907.
ui
Auf Grund neu erhaltenen Materials werden frühere Angaben
über Palaeobalistum goedelii, P. ventralis, Mesodon gibbosus Mstr.
ergänzt, Mesodon spinosum neu beschrieben.
— (2). Macropetalichthys pelmensis n. sp. Centralblatt f. Mineral.,
Geologie und Palaeontologie Stuttgart, p. 584—591.
Die obengenannte neue Art aus der Eifel wird beschrieben. Zu-
sammenstellung der 12 ebendaher bekannten Macropetalichtydenfunde.
Henninger, Gustav. Die Labyrinthorgane bei Labyrinthfischen.
Zool. Jahrb. Jena, Abt. f. Anat. 25. p. 251—304, 4 Taf.
Anabas, Macropodus, Trichogaster. Entstehung der Aorta, Be-
deutung der Luftatmung, Sauerstoffbedürfnis; der Darm von Monopterus
wird nicht respiratorisch sein (s. Volz 1906).
Herdmann, W. A. Sea-fisheries research in England. Liverpool,
Trans. Biol. Soc. 21, p. 109—128.
Herre, Albert Christian s. Jordan, D. S. u. Herre, A. C.
Herrick, €. Judson (1). The Central Reflex Connections of Cutaneous
Taste Buds in the Codfish and the Catfish. An Illustration of Functional
Adaption in the Nervous System. (Amer. Ass. Adv. Se.) Science
N. 8. "Vol. 25. p. 736—137.
— (2). The Tactile Centres in the Spinal Cord and Brain of the
Sea Robin, Prionotus carolinus L. Journ. comp. Neurol. Psychol.
Granville Vol. 17 p. 307—327, 15 fig.
Sechs accessorische lobi am frontalen Ende des Rückenmarkes
stehen in Beziehung zu der hohen Entwicklung der Tastorgane an
den freien Strahlen der Brustflosse.
— (3). A Study of the vagal lobes and funicular nuclei of the
brain of Codfish. Journ. Comp. Neur. Granville Vol. 17 p. 67—87. 8 Fig.
Ameirus, Gadus. Tastorgane zur Feststellung der Nahrung
liegen bei ersterem an den Barteln, bei letzterem an den fadenförmigen
Fortsätzen der Flossen. Die Schmeckzentren und der Verlauf der
Schmeckbahnen ist bei beiden deshalb verschieden. Funikularkerne.
Die Region derselben ist ein Correlationszentrum für alle taktilen Reize
der Haut und die entsprechenden Bewegungen.
Herman, W. Zur Einbürgerung der Regenbogenforelle. Allg.
Fisch. Zeitg. 32, p. 140—142.
Nachteile der Einbürgerung von Salmo iridus insoforn, als dadurch
die wertvollere Bachforelle verdrängt wird.
Hesse, E. s. Leger, L. u. Hesse.
Heuscher, 3. Beiträge zu einer Monographie des Aegerisees mit
besonderer Berücksichtigung seiner Fischereiverhältnisse. Schweiz.
Fischereiztg. Pfäffikon, 14 Beil. 1906, p. 59, 1 Taf.
Aal, Hecht, Rötel, Forelle, Schmerle, Alet, Hasel, Schwal, Rottele,
Winger, Trüsche, Groppe, Barsch.
Hindze, B. K. s. Chmelevskij, C. V. u. Hindze.
Hinkelmann, A. Über die im Jahre 1906 ausgeführte Versuchs-
!ischerei auf dem Kaiser Wilhelm-Kanal. Mitt. Deutsch. Seefischerei-
Vsr. Bd. 23. p. 5—7. 1 fig.
IV. Pisces für 1907. 33
Die im Kaiser Wilhelm-Kanal gefangenen Heringe schmeckten
nach Karbol. Ursache: Zufuhr schädlicher Fabrikabwässer. Die
Heringe ertrugen ohne zu erkranken die Beimengung. Der Kanal
ist eine Wanderstraße für Ostseeheringe. Zusammenhang des Kanals
mit dem Laichplatz vor Cuxhafen. Pleuronectidenbrut. Aal.
Hitzel, E. Sur les fossiles de l’&tage albien, recueillis par M. A. Gueb-
hard dans la region d’Escragnolles. Paris, Bul. soc. geol. Ser. 4, 2,
1902, (1905) p. 874—880.
Hijort, Johan. Nogle resultater af den internationale havforskning.
Foredrag. (Einige Resultate der internationalen Meeresforschung.
Vortrag). Aarsb. Norges Fiskerier, Bergen, p. 351—387; Bergen,
Norsk Fisket., 26, p. 413—450.
Hofer, J. Vom Wels (Salut). Schweiz. Fischereiztg. Pfäffikon,
14, 1906, p. 53—59. — Monographie.
Hofer, Bruno. Degenerationserscheinungen bei der Regenbogen-
forelle. Allg. Fischereizeitung. Jahrg. 32 p. 510-511.
An der Regenbogenforelle sind zahlreiche Degenerations-
erscheinungen nachgewiesen, bes. an Geschlechtsprodukten, am
Kiemendeckel, ferner tritt Muskelschwund, Leberschwund auf sowie
die Drehkrankheit.
Hoffmeyer, €. W. Untersuchungen über normales und abnormales
Fischblut. Allg. Fischereiztg. München, 32, p. 50—53.
Die Zahl der roten, sowie der weißen Blutkörperchen im Kubik-
millimeter, der Gehalt des Blutes an Haemoglobin und das Verhältnis
zwischen dem Volumen der Blutkörperchen und dem des Blutes wird
bei Trutta fario, Salmo fontinalis, Salmo irideus, an zusammen 45 ge-
sundenWildfischen aus zwei verschiedenen Bächen untersucht. Dann
wurde der Einfluß der Nahrung (Kasein, Blut und Kasein, Milz) auf die
Zusammensetzung des Blutes an jungen Regenbogenforellen fest-
gestellt. Die alleinige Fütterung mit Kasein muß stets zu schlechten
Resultaten führen. Milz ist das beste Nahrungsmittel. Endlich
wird der Einfluß von Parasiten an Salmo salvelinus mit Triaeno-
phorus nodulosus besetzt, an Brachsen mit Ligulosis sowie an
Karpfen mit Trypanoplasma untersucht.
Holder, Charles F. (1). The nest of the kelp fish. Amer. Nat.
Boston, Mass. 41, p. 587—588. — Heterostichus rostrata. Brutpflege.
— (2). A new Fish for America. Scient. Amer. Vol. 96 p. 496,
2 fig. — Germo macropterus.
Holt, E. W.L. (1). Report on the artifical propagation of Salmonidae
during the season of 1905—1906. Dublin, Fish. Ireland, Sci. Invest.
1905, (1907), p. 174—185.
— (2). Report on the artifical propagation of Salmonidae during
the season of 1906—1907. Dublin, Fish. Ireland, Sci. Invest., 1906
(1907) p. 1—9.
Holt, E. W. L. and L. W. Byrne (1). The Marine Fauna of the
Coast of Ireland. Part 7. First Report on the Fishes of the Irish Atlantic
Slope. Rep. Sea Inland Fish. Ireland 1905 p. 29—54, 1 pl. 3 fig.
Melamphaes eurylepis n.sp., Nerophis 1 n. var.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (IV.) 3
34 IV. Pisces für 1907.
— (2). Biscayan Plankton Part X. — The Fishes. Trans. Linn.
Soc. London (2) Vol. 10 p. 189—201, 5 fig.
Verticale Verteilung der Eier und Larven. Verzeichnis der auf
der Expedition der ‚‚Research‘ gefangenen Fische und Fischlarven.
Praescope und periscope Larven nach dem Tyus der Gonostomatinae
Boulenger bezw. Scopelus glacialis. Stomatidae 5, Anguillulidae,
Syngnathidae, Caridae je 1, Scopelidae 2 Species und 3 Larven sp. ?;
Larven incertae sedis 3 Species. — Man vergl. ebenda G. Herbert
Fowler, 201—204.
Hoyle, W. E. Exhibit of, and remarks on a coloured sketch of a
specimen of Beryx splendens. Memoirs and Proceedings Literary and
Phylosophical Society 5l. Proceedings Januar. 29. 1907. Manchester
AR:
5 Das in einer farbigen Skizze vorgelegte Exemplar stammt von der
Küste der Pyrenaeenhalbinsel.
Hubault, Paul. Le repeuplement des rivieres et l’aquarium du
Trocadero. Rev. sci. Paris, ser. 5, 7, p. 73—75. — Salmoniden.
Hussakof, M. Zebrasoma deani, a fossil surgeonfish from the
West Indies. New York, N. Y., Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. 23,
p. 125—126, pl.
Jablonskij, N. L. Der Marka-Kul-See. (Russisch.) Prir. ochota,
Moskva, 10, p. 1—14, 11, p. 1-8, 12, p. 1—10.
Jaeger, Alfred. Erwiderung auf die in Heft 7/8 dieses Bandes
des Anatomischen Anzeigers erschienene Entgegnung von Frau Reis
und Herrn Nußbaum (Krakau): „Zur Physiologie der Schwimmblase
der Fische“. Anat. Anz. Jena, 30, p. 588—591.
Jaekel, 0. Über Pholidosteus nov. gen. die Mundbildung und die
Körperform der Placodermen. Berlin, Sitz.-Ber. Ges. natf. Freunde,
p. 170—186.
Pholidosteus friedelii wird beschrieben. Auge groß, Kopf- und
Halsplatten von Coccosteus abweichend. Nackenlücke weit. Seiten-
stachel des Spinale ähnlich wie bei Acanthaspis. Unterkiefer mit
Articulare, Angulare u. Gnathale, letzteres dem Spleniale homolog,
Quadratojugale; Kiemen unter dem Hautpanzer; Schwanz lang
peitschenförmig; Basalskelet der Hinterextremität; Pterygopodien.
Merkmale welche für das Vorhandensein der Vorderextremitäten
sprechen, dieselben wurden unter den ‚‚futteralartigen Panzer“
verborgen.
Jaquet, M. (1). Description de l’extremite posterieure du corps
anormale chez deux Motella fusca Risso. Bull. Mus. oc&anogr. Monaco
N0.%, 8 p.1pl.
2 monströse Exemplare von Motella fusca werden morphologisch
und anatomisch untersucht und beschrieben.
— (2). Note sur une forme jeune de Trigla. Bulletin Institut
oceanographique Monaco No. 102, 1907, 5 p., 1 pl.
Eine junge Trigla sp., von 20 mm Länge, bei Monaco gefangen
wird beschrieben.
IV. Pisces für 1907. 35
— (3). Consideration sur les Scorpenides de la Mer de Nice.
Bulletin Institut oc&anographique Monaco No. 109, December 1907,
48 pgg., 33 fig.
Abbildung der Schuppen u. Ötolithen. Mehrere Scorpaeniden
sind am Kopfe beschuppt, die Schuppen liegen unter dem dicken
Tegument versteckt, in einigen Fällen tragen sie hervorragende
Dörnchen. Die Diagnose der Scorpaeniden ist dementsprechend zu
ändern. „tete avec Ecailles cachees dans les teguments“. Gehörknochen.
Verbreitungsgebiet des Sebastes maderensis.. Unterschiede und
Ähnlichkeiten zwischen Scorpaena und Sebastes.
. Ihering, Rodolpho von. Diversas especies novas de peixes Nema-
tognathus do Brazil. Notas prelim. Rev. Mus. Paulista Vol. 1 p. 13—39.
Snn.spp. in: Rhamdioglanis n.g., Heptapterus, Plecostomus,
Ötocinclus, Loricaria, Aspidoras n. g., Corydoras 2.
Inghilleri, F. Sulla eziologia e patogenesi della reste rossa delle
Anguille. Acquicoltura lombarda, Milano, 6, 1904, p. 1—8, 61—69,
93—100. — Rote Pest der Aale.
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special regard to the Danish plaice-fishing. 2. The marking and trans-
plantation experiments with plaice in the Danish waters in the years
1903/06. Kjöbenhavn. Medd. Kom. Havunders, Ser. Fiskeri, Bd. 2,
6 pls.
2 Johnson, Roswell Hill. The individuality and variation of the
pyloric caeca of the Centrarchidae. Madison, Trans. Wis. Acad. Sci.
15, Part 2, p. 713—732, 5 pls.
Johnston, H. W. The scales of Salmon. Glasgow, Rep. Fish. Board,
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4 maps, 1 fig.
— (2). Internal parasites and diseased conditions of fishes. Trans.
Biol. Society Liverpool, 21, p. 270—303, pl. 8.
— (3). On a myxosporidian infection of Gadus esmarkiüi. Trans.
Biol. Soc. Liverpool, 21, p. 304—308, pl. 9.
— (4). Ichthyological notes. (1) An hermaphrodite hake. (2) Gur-
nard with malformed lower jaw. Trans. Biol. Soc. Liverpool, 21,
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Merluccius hermaphrodit, Trigla gurnardus mit deformiertem
Unterkiefer.
— (5). The food of fishes. Trans. Biol. Soc. Liverpool, 21,
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Joleaud, L. Notes sur quelques dents de poissons fossiles du Rio
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Galeocerdo, Sphyrna, Odontaspis, Oxyrhina, Carcharodon, Mylio-
batis, Diodon, Chrysophrys.
Joliy du Sailly. Repeuplement des eaux douces avee des
3F
36 IV. Pisces für 1907.
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1906 p. 113—120, 145—148.
Jordan, David Starr. (1). Fishes. (American nature series.) New
York (Holt), p. XV + 789, 18 col. pls.
— (2). A guide to the study of fishes. In two volumes. New York
(Holt), 1905, p. XXVI + 624, XXVII + 599. 26 cm.
— (3). A review of the fishes of the family Histiopteridae found
in the waters of Japan; with a note on Tephritis Günther. (Renamed
Velifracta) Washington, D. ©. Smithsonian Inst. U. S. Nation. Mus.
Proc. 32, p. 235—239.
Histiopterus typus Schlegel (1843), Misaki, Evistias (Jordan
1907) acutirostris Schlegel 1843, Misaki, Evistias (Jordan 1907),
acutirostris Schlegel 1843, Yohohama, Quinquarius (Jordan 1907)
japonicus Doederlein 1882, Tephritis Günther 1892 chinesische
(Pleuronectide) ist 1794 von Fabricius für eine Dijatere. Für Tephritis
wird vorgeschlagen Velifracta (sinensis Lac&pede) Richardson.
— (4). A review of the fishes of the family Gerridae found in the
waters of Japan. Washington, D. ©. Smithsonian Inst. U. S. Nation.
Mus. Proc., 32, p. 245—248.
Familie Gerridae: 1. Xylstaema Jordan u. Evermann 1895 ery-
throurum (Bloch) 1790. Wakanoura, Oita, Nagasaki. 2. Gerreomorpha
Alleyne u. Macleay 1876 japonica (Bleeker) 1857. Wkaanoura, Naha
(Uiu-Kiu).
— (5). The flying fish problem. American Naturalist Boston,
Mass. 41, p. 347—348.
Das zu lösende Problem ist die Beantwortung der Frage: Schlägt
der fliegende Fisch mit den Flossen ?
— (6). The fossil fishes of California, with supplementary notes
on other species of extinct fishes. Berkeley, Univ. Cal. Pub. Bull.
Dept. Geol. 5, p. 95—144, pl.
Merrianella n.g., Chasmistes, Xynesthes n.g., Rogenio n.g.,
Etringus.n. g., Knightia n. g. je 1 n. sp., Eobrycon n. g., Carcharodon
3.n.sp., Acrodus, Heptranchias, Isurus je 1 n. sp.
Jordan, D. S. and Herre, Albert Christian (1). A review of the lizard-
fishes or Synodontidae of the waters of Japan. Washington, D. S.
Smithsonian Inst. U. S. Nation. Mus. Proc. 32, p. 513—524.
Synodontidae: 1. Trachinocephalus Gill 1861 myops Forster 1891:
2. Synodus Gronow 1763 japonicus (Houtuyn) 1782; 3. Saurida Cuvier
u. Valenciennes 1849 argyrophanes (Richardson) 1846, S. eso n. sp.
Jordan u. Herre 1907, Harpodon Le Sueur 1825 mierochir Günther 1878.
— (2). A review of the Cirrhitoid fishes of Japan. Washington,
D. S. Smithsonian Inst. U. J. Nation. Mus. Proc. 33, p. 157—167.
Cirrhitidae u. Aplodactylidae, Diagnose der Familien; zu ersterer
gehören Isobuna n.g., Jordan 1907 japonicus Steindachn. 1883,
Cirrhitus Lacepede 1803 marmoratus Lacep. 1801, Cirrhitichthys
Bleeker 1856 aureus Schlegel 1843. Zur letzteren zählen die Gattung
Goniistius Gill 1862 mit zonatus Cuv. u. Val. 1830, zebra Doederl. 1883.
IV. Pisces für 1907. 37
Jordan, D. S. and Richardson, Robert Earl (1). On a collection of
fishes from Echigo, Japan, Washington, D. ©. Smithsonian Inst.
Nation. Mus. Proc. 33, p. 263—266,
Cobitidae: Lefua echigonia, Agonidae: Pallasina eryngia, Gobildae:
Chloea nakamurae.
— (2). Description of a new species of killifish, Lucania browni,
from a hot spring in Lower California. Washington, D. ©. Smithsonian
Inst. Nation. Mus. Proc. 33. p. 319—321.
Lucania browni n. sp. Beschreibung der Art; Charakteristik des
heimatlichen Wassers.
Jordan, D. S. and Seale, Alvin (1). List of fishes collected in the
river at Buytenzorg, Java, by Dr. Douglas Houghton Campbell.
Washington, D. C. Smithsonian Inst. Nation. Mus. Proc.33, p. 535—543.
24 Arten aus verschiedenen Familien werden aufgezählt darunter
eine neue Gobilde, Glossogobius campbellianus n. sp.
— (2%). Fishes of the islands of Luzon and Panay. Washington,
D. C. Dept. Comm. Lab. Bull. Bur. Fish. 26, (1906), 1907, p. 1—48
+ 1-5.
Blenniidae: 2 nn. spp., Platycephalidae: Elates n.g., I n.sp.,
Scorpaenidae: Genadius n.g.; Gobiidae I n.g.; 4 nn. spp., Scaridae,
Mullidae, Sparidae, Syngnathidae je 1 n.sp.; Serranidae, Apodes je
2 nn. spp.
. List of fishes collected at Hong Kong by Captain William
Finch, with description of five new species. Davenport, Jowa, Proc.
Acad. Sci. 10, 1905, p. 1—17, pl.
Platycephalidae, Carangidae, Pomacentridae, Scyaenidae, Serra-
nidae, Sphyraenidae, Polynemidae je In. sp.
Jordan, D. S. and Snyder, John ®tterbein. Notes on fishes of
Hawaii, with descriptions of now species. Washington, D. ©. Dept.
Comm. Lab. Bull. Bur. Fish. 26, (1906), 1907, p. 205—218, 2 pls.
Carangidae, Scaridae, Labridae, Serranidae, Stromateidae, je
En.gp:
Jordan, D. S. and Starks, E. Ch. (1). Notes on fishes from the island
of Santa Catalına, southern California. Washington, D. ©. Smith-
sonian Inst. U. S. Nation. Mus. Proc. 32, p. 67—17.
Pediculati, Blenniidae je 1 n.sp., Exocoetidae, Polynemidae,
Lampridae, Scombridae, Lepidopidae, Istiophoridae, Xiphiidae,
Carangidae, Luvaridae, Pomacentridae, Balistidae, Pleuronectidae,
Regalecidae.
— (2%). Note on Otohime, a new genus of gurnards. Washington,
D. C. Smithsonian Inst. U. S. Nation. Mus. Proc. 32, p. 131—133.
Ötohime n.g. nahe Chelidonichthys.. Typ: Trigla hemisticta.
Diagnose der Genera der Trigliden. Japanische Arten.
— (3). List of fishes recorded from Okinawa or the Riu Kiu
islands of Japan. Washington, D. ©. Smithsonian Inst. U. S. Nation.
Mus. Proc. 32, p. 491—504.
82 Arten werden unter Mitteilung mehr oder minder ausführlicher
38 IV. Pisces für. 1907.
Angaben oder durch bloßes Aufzählen namhaft gemacht, darunter
Girella mezina n. sp. aus der Familie der Kyphosidae.
Juday, Chancey (1). Notes on Lake Tahoe, its trout and trout-
fishing. Washington, D. C. Dept. Comm. Lab. Bull. Bur. Fish. 26
(1906), 1907, p. 133—146.
— (2). A study of Twin lakes, Colorado, with especial consideration
of the food of the trouts. Washington, D. ©. Dept. Comm. Lab. Bull.
Bur. Fish. 26, (1906), 1907, p. 147—178.
Juillerat, Eug. Etude sur le Saumon de Calefornie en eau close et
apergu sur son elevage. Paris, Bul. soc. nat. acclim. 52, 1905, (1906),
p. 305—309.
Iversen, Thor. Fiskeforsog i Finmarken sommeren 1906. Aarsb.
Norges Fiskerier, Bergen, p. 309—350, 2 Karten.
Fischerei-Versuche an der Küste Finmarkens im Sommer 1906.
Kämmerer, Paul. Bastardierung von Flußbarsch (Perca fluvia-
tilis L.) und Kaulbarsch (Acerina cernua L.) Archiv Entwicklungs-
Mechanik 23, p. 511—551, 2 Taf.
Perca fluviatilis $ X Acerina cernua $ und umgekehrt. Charakter
der Bastarde: Flossen, Färbung, Zeichnung, Zahl der Schuppen und
Flossenstrahlen. Die Variabilität der Kreuzungsprodukte ist groß,
auch intra-individuell d.h. paarige Organe sind bei demselben Indi-
viduum rechts u. links verschieden. Vorkommen der Mischlinge in der
freien Natur, sie sind meist positiv photo- und helio- und thigmotaktisch.
— Acerina cernua X A. schraetser, Perca fluviatilis X A. schraetser,
Perca £fluviatilis X Lucisperca sandra, Aspro zingel x Cottus gobio,
Laichform, Eintritt der Geschlechtsreife. Bedeutung der Hochzeits-
farben der Männchen. Einfluß der Temperatur auf die Entwicklung
der Eier. Die postembryonale Entwicklung dauert nach dem Aus-
schlüpfen etwa 3 Monate.
Kampen, P. N. van (1). Über zwei Scomber-Arten des Indischen
Archipels. Buitenzorg, Bull. Dep. Agric. Indes Neerl. 8. p. 1—8, 1 Taf.
Im Indischen Archipel kommen die folgenden Arten vor: 1. Se.
kanagurta Cuv., C.V., Klunz., Fowler = loo C.V. Blkr. = micro-
lepidotus Day, Rüpp. = chrysozonus Rüpp. = molluccensis Blkr.,
— reani Day; 2. Sc. negleotus n.n. (= kanagurta Blkr., Kner nec
Cuv., = brachysomus Day nec Blkr.; 3. Sc. brachysomus Blkr.
— (2). Galeocerdo fasciatus n. sp. aus dem Indischen Archipel.
Buitenzorg, Bull. Dep. Agric. Indes Neerl. 8. p. 9—12.
Die bei Batavia gefangenen neue Art wird beschrieben.
— (3). Kurze Notizen über Fische des Java-Meeres. Batavia,
Nat. Tijdschr. 67, p. 120—124.
Histiophoridae von Batavia, Rhinodon typicus Sm. Nahrung.
Kapelkin, W. Die biologische Bedeutung des Silberglanzes der
Fischschuppen. Biol. Centralbl. 27, p. 252—256.
Der Glanz ist abhängig von dem Vorhandensein von Guanino-
kalk auf den Schuppen und in der Haut. Verteilung des Silberglanzes
auf dem Körper, Verhältnis der Stärke des Glanzes zur (schmalen)
IV. Pisces für 1907. 39
Gestalt des Fisches. Der Glanz ist als Anpassung an die Lichtbrechung
des Wassers ein Schutzmittel.
Kappers, €. A. Untersuchungen über das Gehirn der Ganoiden
Amia calva und Lepidosteus osseus. Abhandl. Senckenb. Naturf.
Ges. Frankfurt a. M. 30, p. 447—500, 6 Figg., Taf. 18.
Kappers, €. A. A. und Theunissen, W. F. Zur vergleichenden
Anatomie des Vorderhirns der Vertebraten. Anatomischer Anzeiger
Jena, 30, p. 496—509.
Das Vorderhirn von Petromyzon zerfällt in einen supraventri-
eulären und einen subventrikulären Abschnitt, weil der obere Teil der
Vorderhirnwand nach innen umgeschlagen ist; die Commissura anterior
liegt dorsal. Der Ursprung der Taenia (Tractus olfacto-habenularis)
liegt größtenteils oberhalb und seitlich des Ventrikels, die Taenia
selbst sammelt sich supraventriceular in der medialsten Lippe. Eine
Verdickung des Vorderhirnbodens als Corpus striatum ist kaum aus-
gebildet. Vergleiche mit Chimaera monstrosa, Amia calva, Galeus
canis.
Karakasch, N. L. Le cretace inferieur de la Crimee et sa faune.
(Russisch). St. Peterburg, Trav. Soc. nat. Sect. geol. 32, 5, p. 1—442,
454—482; Res. franc. p. 443—453, 28 Taf. — Gyrodus picteti n. sp.
Kaskarov, D. N. Das Skelet der Siluroidei. Moskva, Russisch.
Trd. sravnit.-anatom. Inst. Univ. 1—5, p. 1—91, mit Taf. 1. Vgl.
auch Moskva, Zap. Univ. 22.
Kawraiskij, F. F. Die Störarten der Kaukasusländer. (Russisch.)
Tiflis. (Kaukas. Museum), p. 2 + XII+78 Deutsch. 2+ XII
+ 52, 14 Taf.
Keith, A. und Martin Flack. The form and nature of the muscular
connections between the primary divisions of the vertebrate heart.
Journal Anat. Phys. London Vol. 41. p. 172—189.
Vorhofsmuskulatur und Ventrikelmuskulatur bei Scyllium,
Salmo.
Kendall, William Converse s Evermann, B. W. u. W.C.
Kendall.
Kerr, J. 6. (1). The development of Polypterus senegalus Cuv.
(In) The Work of John Samuel Budgett, J. S. Mem. Vol. Cambridge,
p. 195—284, Taf. 13—15.
Frühe Entwicklungsstadien werden geschildert; eine Chordarinne
wird gebildet; die Hypochorda, welche als rudimentär gewordene
Chorda gedeutet werden kann, geht an beiden Enden in das Entoderm
über; Zellen derselben mit winzigen Vacuolen. Ausführliche Entwick-
wicklungsgeschichte des Darmkanals: Mundhöhle, secretorisches Epithel
der Haftorgane, Lunge, Pancreas, Leber, Vorniere, Kiemen, Aorta,
Venensystem, Chondrocranium, Gehirn, Epiphyse, Cerebellum, Telen-
cephalon, membranöses Pallium, Geruchsorgane, Gliedmaßen, Harn-
u. Geschlechtsorgane, Vorniere. Das Ergebnis der Untersuchung wird
in 48 Sätze zusammengefast.
— (2). The development of Polypterus. Proc. R. Phys. Soc.
Edinburgh, 17, p. 73—75.
“
40 IV. Pisces für 1907.
Vorläufige Mitteilung über die vorhergehende Abhandlung.
Kishinouye, Kamakichi (1). Hompo ni sansuru 3 shu no Amadai.
Dobuts. Z. Tokyo, 19, p. 56—60.
Die 3 Latilusarten Japans. Latilus ruber, auratus nn. spp.
— (2). Homposan Kurodai Zoku no uwo 4 shu. Dobuts Z. Tokyo,
19, p. 326—329.
Die 4 japanischen Arten der Gattung Sparus. S. chrysopterus.
n. Sp.
(3). Notes on the natural history of the Sardine. Tokyo, J.
Imp. Fish. Bur. 14, p. 71—105, pls. 13—21.
Clupea 3 nn. spp., Engraulis koreanus n. sp.
Kittler, ©. Über die Zucht von Pyrrhulina filamentosa Cuv. et Val.
Wochenschr. Aquar.-Terr.-Kunde Jahrg. 4, p. 545—546.
Kniper, Taco. Untersuchungen über die Atmung der Teleostier.
Arch. ges. Physiol. Bonn, 117, p. 1—107, 1 Taf.
Barbus fluviatilis s. plebejus, Telestes muticellus, Carassius
auratus. Biologie dieser Fische, regelmäßige oder normale Atmung,
Einfluß, den die Atmungsbewegungen von ihnen gesetzten physischen
Widerständen empfinden, Einfluß des Gasgehaltes ‘des Wassers.
Atmung außerhalb des Wassers. Die Änderungen der Atmung bei
unveränderter Wassertemperatur. Atmungsreflexe; Wirkung mecha-
nischer und elektrischer Tast- und Schmerzreize. Allgemeine
Schlußfolgerungen.
Knipowitsch, N. (1). Zur Ichthyologie des Eismeeres. Die von der
Russischen Polar-Expedition im Eismeer gesammelten Fische. St.-
Peterburg, Mem. Ac. Sc. Ser. 8, 18, 5, p. 53, 2 Taf. — Cottidae nn. spp.
— (2). Ichthyologische Untersuchungen im Eismer. I. Lycodes
und Lycenchelys. Memoires Academie imperial. des sciences de $St.-
Petersburg. Ser. VIII Vol. XIX No.1 Petersburg 1906 p. 1—130.
245 Exemplare Lycodes, 21 Lycenchelys, welche im ganzen zu
12 Arten (darunter 3 neue Arten, 2 neue Varietäten und 3 neue Formen)
gehören. Die Nova sind Lycenchelys sarsi u. septentrionalis, Lycodes
rossi f. typica, megalocephala, intermedia, subaretica, Lycodes maris
albin. sp., L. attenuatusn. sp., L. vahli Reinhardt var. n. septentrionalis.
Köhler, W. Beiträge zur Biologie der Ophiocephalidae (Schlangen-
kopffische). Blätter Aquarienkunde Magdeburg, 18, p. 13—16, 21—23.
Koken, Ernst. Über Hybodus. Geologische und palaeontologische
Abhandlungen Jena, IX p. 261—275 — Heft 4, p. 1—18, 4 Taf.
Die Hai-Gattung Hybodus wird nach einem 2 m langen völlig un-
verletzten Hybodus hauffianus und nach Berücksichtigung älterer
Funde geschildert. Körperform, Haut, dermale Sinnesorgane, Be-
zahnung, Kopfskelet, Lippenknorpel, Wirbelsäule, unpaare Flossen,
Brustflosse, Beckenilosse.
Kolif, W. Sulla fisiologia del ceuore dei pesci Teleostei. Roma,
Rend. R. Acc. Lincei, 16, p. 479—490.
Kolmer, Walter. Zur Kenntnis der Riechepithelien. Anatomischer
Anzeiger, Jena, 30, p. 513—517.
IV. Pisces für 1907. 41
Gobio, Scardinius, Silurus. Der feinere Bau der Riechzellen
wird mit Hilfe der Ramonschen Silberreduktionsmethode untersucht.
Die Zellen sind morphologisch variabel, haben wohl auch verschiedene
physiologische Funktion.
Kolombatovie, 6. Contribuzione alla fauna dei vertebrati della
Dalmazia. Pesci. glasnika Naravosl. Druzt. Zagreb, 19, p. 1—8.
Kolster, Rud. (1). Über die Magenschleimhaut von Centrophorus
granulosus. Anat. Hefte, Wiesbaden, Abt. 1, 33, p. 491511, mit
2 (1) Taf.
Das Oberflächenepithel besitzt acidophil granulierte Becherzellen.
Den etwaigen Einwurf, sie seien parasitäre Öoceidienzellen, sucht der
Autor zu widerlegen.
— (2). Weitere Beiträge zur Kenntnis der Embryotrophe. 1. Die
Embryotrophe bei den Lophobranchiern. Anat. Hefte, Wiesbaden,
Abt. 1, 34, p. 401—427, 2 Taf.
Nerophis ophidion: Der Eierträger des Männchens ist nur zeitweise
vorhanden, er steht in offener Verbindung mit dem Wasser und enthält
2 oder 4 Reihen Eier. Epitheleinstülpungen und Drüsenbildungen
fehlen. — Siphonostoma dumerilii, S. typhle: Die Bauchhautfalten
sind stets vorhanden. Die Eier liegen nicht bei allen Arten in Nischen.
— Hippocampus brevirostris hat einen geschlossenen Brutsack;
der Eingang desselben liegt hinter dem After. — Die Embryonen
verschlucken die zwischen den Eiern und der Brutsackwand gelagerte
fetthaltige Masse und absorbieren dieselbe. Der flüssige Inhalt des
väterlichen Brutsackes ersetzt das von den Eiern der übrigen Teleostier
aufgenommene Wasser, das ergibt sich aus dem Vorhandensein eines
perivitellinen Raumes. — Die Zuführung von Erythroeyten oder
deren Derivate spielt eine dominierende Rolle.
Koroineif, A. Die Comephoriden des Baikalsees (Wissenschaftliche
Ergebnisse einer Zoologischen Expedition nach dem Baikalsee etc.
2. Lief.) Kiev und Berlin, 1905, (Russisch) p. 1—30 und deutsch. Res.
31—39, 3 Taf. 32 cm.
Monographische Bearbeitung der Gattung. Comephorus, C. bai-
calensis, ©. dybowsküi n.sp. Anatomische Beschreibung. Biologie,
Systematik, Anatomie.
Kuliabko, A. A. Anwendung der künstlichen Zirkulation am
abgeschnittenen Fischkopf. Russisch. St. Peterburg, Memoires
Academie imp£riale des Sciences, St. Petersbourg (Ser. 8), 20, 7, 1907,
22 pgg. 2 Taf.
Künstler, J. Observations sur ’Amiurus nebulosus. Paris, Compte
Rendu soe. de Biologie 62, p. 922—924; Reun. biol. Bordeaux, p. 61
—63. — Biologie.
Kyle, H. M. (1). Memorandum über die internationalen Schollen-
messungen mit besonderer Berücksichtigung der Methoden, welche
statistische Angaben behandeln. Cons. perman. intern. Explor. Mer.
Proc.-Verb. Vol.7 p. 83—103.
42 IV. Pisces für 1907.
— (2) s. Petersen, C. G. Joh, W. Garstang u. H.M.
Kyle.
Labailly, €. Sur les Hematozoaires nouveaux parasites de la
Barbue (Bothus (Bothus rhombus L.) Paris, C. R. soc. biol. 59, 1905,
. 304.
4 Lafite-Dupont. Recherches sur l’audition des Poissons (Reunion
biol. Bordeaux). €. R. Soc. Biol. Paris, T. 63, p. 710—711.
Mustelus, Torpedo, Trigla, Gunnellus, Balistes, Mullus, Solea
nehmen rhytmische (Stimmgabel-) Töne nicht wahr. Die Knochenfische
sind empfindlich für Lärm und Geräusche, die Knorpelfische nicht.
Laloy, L. La couleur des poissons et la selection naturelle. Rev.
scient. (5) T.8 p. 809—810. Referat über Popoff: Biolog. Central-
blatt XXVI 1906.
Landaire, F. L. On the Place of Origin and Method of Distribution
of Taste Buds in Ameiurus melas. Amer. Ass. Adv. Sc. Science N. S.
Vol. 25 p. 735—736; Journ. comp. Neurol. Psychol. Granville, Vol. 17,
p. 1—66, 1 Taf., 4 fig.
Die Schmeckorgane sind in verschiedenen Gruppen angeordnet,
ihre Innervierung, ihr Auftreten in den einzelnen Regionen der Mund-
und Kiemenhöhle werden angegeben. Bedeutung der Gruppierung
für die Bedürfnisse der Ernährung.
Lauppe, L. Beiträge zur Biologie von Badis badis. Wochenschr.
Aquarienk. Braunschweig, 4, p. 570—571.
Lavauden, Louis. Repeuplement en Salmonides des cours d’eau
de montagne. Paris, Bul. soc. centr. acquicult. 17, 1905, p. 191—198.
Lavollee, &. Contribution a l’etude du Poisson Chat, son acclimati-
sation dans le reservoir de Saint-Fargeau (Yonne). Paris, Bul. soc. centr.
aquicult. 18, 1906, p. 289—298.
Lebedincev, A. A. u. Eglit, P. J. Das Laichen der kleinen Maräne
(Coregonus albula L.) in dem Pestovo-See im Jahre 1907. (Russisch.)
Vest. rybopromysl. St. Peterburg, 22, p. 536—546.
Leger, Louis (1). Sur la presence d’un Trypanoplasma intestinal
chez les Poissons. Paris, ©. R. soc. biol. 58, 1905, p. 511—513.
— (2). Argules et Salmöniculture. Paris, Bul. soc. centr. aquicult.
18, 1906, p. 4147.
— (3). Le laboratoire de pisciculture de l’Universite de Grenoble,
son role et son fonetionnement. Annales Universite Grenoble, 19,
p. 103113.
Bericht über die Einrichtung, Ziele und Aufgaben der Fischzucht-
anstalt. Veröffentlichungen derselben.
Leger, L. et Hesse, E. Sur une nouvelle myxosporidie parasite de
la Sardine. Paris, C. R. Acad. sci. 145, p. 85—87.
Clupea pilchardus Walb. — Alosa sardina Cuv. ist befallen von
Coccomyxa morovi Leger u. Hesse.
Legros, R. Sur quelques cas d’asyntaxie blastoporale chez
’Amphioxus. Mitth. zool. Stat. Neapel Bd. 18. p. 440—534, 6 fig.
Taf. 8, 9. — Genese des Mesoblastes.
IV. Pisces für 1907. 43
Leonhardt, E. (1). Die Plötze (Leueiscus rutilus L.) Fischerei-
zeitung Neudamm, 10, p. 1—6, 22—24. — Monographische Bearbeitung.
— (2). Der Werdegang eines Speisekarpfens.. Natur u. Haus.
Jahrg. 16. p. 24—27, 1 fig.
Populäre Schilderung.
— (3). Tetragonapterus rubropietus Berg. Natur u. Haus,
Jahrg. 15. p. 115—117, 1 fig.
Lepinay, S. Psychologie des Poissons. Quelques anecdotes. Bul.
Museum, Paris, p. 476—479.
Leriche, Maurice (1). Sur la faune ichthyologique et sur l’äge des
faluns de Pourey (Marne). Paris, ©. R. Acad. sci. 145, p. 442 —444.
Vertreter der Labridae, Lepidosteidae, Amiadae, Carchariidae,
Lamnidae, Myliobatidae, und Pristidae wurden bestimmt.
— (2). Contribution & l’e&tude des poissons fossiles du nord de la
France et des regions voisines. (These fasc. sci. Lille), 1906 (430, av.
fig. pls. et atlas). Auch: Lille, Mem. soc. geol. 5, 1906, p. 1—430.
Levander, K.M.(1). Om larver af Dibothriocephalus latus L. hos ins-
jölax Meddelanden pro fauna et flora fennica 1906 p. 93 u. 196.
Salmo lacustris ist der Wirt.
— (2). Smärre zoologiska notiser Meddelanden pro fauna et
flora fennica 1906 p. 74—-75 u. 196.
Lota vulgaris; in der Leber Triaenophorus nodulosus Pall.;
im Bauchfell, Dibothriocephalus latus und Abothrium rugosum; auch
Ascaris wird in der Leber der Quappe gefunden.
Levi, Ett. Contributo anatomo-comparativo alla conoscenza dei
tratti tetto-bulbari. Studio eritico e sperimentale. Riv. Pat. Nerv. .
Ment. Firenze 12. p. 113—148. F. 5—8.
Chimaera. Die Fasern des Tractus tecto-bulbaris.
Linko, A. K. Untersuchungen über das Plankton des Barents-
Meeres. (Russisch. St. Peterburg, Comite zur Unterstützung der
Küstenbewohner des russischen Nordens, p.2 + 245 + 1. 30 cm.
Linstow, v. Zwei neue Distomum aus Lucioperca sandra der
Wolga. St. Peterburg, Ann. Mus. zool. Ac. Sc. 12, p. 201—202.
Linton, Edwin (1). Note on the habits of Firasfer affınis. Amer.
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Biologische Beobachtungen an Fierasfer affinis und seinem Wirt.
Stichopus moebi.
— (2). Notes on Calyptrobothrium, a cestode Genus found in
the Torpedo. Proceedings U. St. Nationalmuseum Washington XXXII,
1907, p. 275—284.
Tetranarce occidentalis ist von obengenanntem Parasit befallen.
— (3). A Cestode parasite in the flesh of the butterfish. Washington
D. ©. Dept. Comm. Lab. Bull. Bur. Fish. 26, 1906, p. 111—132, 2 pl.
Lloyd, R. E. (1). Contributions to the Fauna of the Arabian Sea,
with descriptions of new Fishes and Crustacea. Rec. Ind. Mus. Caleutta,
pt 1, p.14
Ophididae, Triglidae, Pleuronectidae, Plagiostomi nn. spp.
44 IV. Pisces für 1907.
— (2). Notes on a collection of marketable fish from Akyab,
with a description of a new species of Lactarius. Rec. Ind. Mus.
Caleutta, 1, p. 219—230, 1 pl.
Lactarius burmanicus n. sp. Selachier 7, Teleostier 62 Arten.
— (3). Nudiclava monacanthi the type of a new Genus of Hy-
droids parasitic on Fisch. Rec. Ind. Mus. Calcutta, 1 pt. 4, p. 2831—
289, with 2 pls.
Nudiclava monacanthi n. sp. schmarotzt auf Monacanthus to-
mentosus des indischen Oceans.
Lönnberg, Einar (1). Fishes. Sjöstedts Kilimandjaro - Meru
Expedition, 5. Upsala, p. 7.
Barbus macropristis n. subsp. meruensis, B. usambarae n.sp.,
Petersius tangensis n. sp., Fundulus palmquisti n. sp.
— (2). Fische. Ergebnisse der Hamburger Magalhaensischen
Sammelreise 1892—93. Lfg. 8 No. 6. Hamburg (L. Friederichsen u. Co.),
Bd. I. 1896—1897. 16 Seiten, 1 Taf.
46 Arten, darunter In. sp. u. 10 für das Gebiet neue Arten werden
beschrieben. Etmopterus paessleri.
Unter zahlreichen nicht bestimmbaren Jugendformen wurde
Macruronus magellanicus n. sp. gefunden.
— (3). Tonfisk fangad i Bohuslän. Fauna och Flora, Uppsala,
2, p. 180.
Tunfischfang.
— (4). Tonfiskar och maknillar. Sv. Fisk. Tidskr., Uppsala,
16, p. 129 — 134 with pl.); Fauna och Flora, Uppsala, 2, p. 197 —
201, pl.
Tunfische und Macrelen.
— (5). Silfvertorsken, Gadiculus argenteus. Fauna och Flora,
Uppsala, 2, p. 208—211, pl.
Löns, Hermann. Beiträge zur Landesfauna. 4. Hannovers Süß-
wasserfische. Hannover, Jahrb. Prov. Mus. 1906—1907, 1907 p. 88—94.
Lo Bianco, Salvatore. L’origine dei barbigli tattili nel genere
Mullus. Rend. Accad. Lincei (5) Vol. 16. Sem. 1 p. 577—586, 8 fig.
Lochner von Hüttenbach. Die Laichzeit der Coregonen im
bayerischen Teil des Bodensees im Spätherbst 1906. Allg. Fisch. Zeitg.
Jahrg. 32. p. 76—17.
Die Witterung ist von bedeutendem Einfluß.
Lohmeyer, Carl. Übersicht der Fische des untern Ems-, Weser-
und Elbgebiets. Bremen, Abh. natw. Ver., 19, p. 149—180.
Es werden 91 Arten aufgezählt unter Angaben über Laichzeit,
Örtlichkeit des Vorkommens, wirtschaftliche Bedeutung. Sodann
folgt ein berichtigter Abdruck des im Jahre 1795 von Seetzen auf-
gestellten Verzeichnisses der Jeverschen, Oldenburgischen und Ost-
friesischen Fische: 133 Arten, unter welchen 58 Hochseefische sind,
während 13 Süßwasser-Arten irrtümlich angeführt sind.
Lombroso, Ügo. Über einige besondere Regulationsvorgänge
IV. Pisces für 1907. 45
der Atmungsbewegungen bei Knochenfischen. Archiv ges. Physiol.
Bonn, 119, p. 1—28. (5411).
Der normale Atmungsmechanismus der Teleostier Telestes muti-
cellus und Barbus fluviatilis wird geschildert. Die Folgen verschiedener
experimentell dargestellter mechanischer Änderungen im normalen
Zyklus der Atembewegung wurden festgestellt. Die Anderungen
waren: Stenose der Mundöffnung, Stenose der Kiemendeckelspalte,
Insuffizienz der ersteren wie der letzteren Ergebnisse. Die Bewegung
des Unterkiefers ist funktionell von jener des Kiemendeckels abhängig.
Der Atmungsapparat zeigt eine zweckmäßige Anpassung an die
experimentell geschaffenen neuen Verhältnisse.
Lühe, Max. Die Laichstätte unserer Aale. Königsberg; Schr.
physik. Ges. 48, p. 88—91.
Referat über Johs. Schmidt, Contributions of the Life-history
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Lupu, Helene. Note sur le Cobitis fossilis. Ann. scient. Univ.
Jassy T.4 p. 165—172, 3 Fig.
Der Darm zerfällt in drei Abschnitte, der vordere verdauende
Abschnitt ist reich an Becherzellen, in mittleren verschwinden die
Schleimhautfalten, die Epithelzellen werden niedriger, die Blutgefäße
sind reich entwickelt; der hintere Abschnitt dient der Atmung, welche
durch die zwischen die platten Zellen des einschichtigen Epithels ein-
dringenden Capillaren vermittelt wird. Untersuchung der aus dem Darm
entleerten Gase.
Luther, A. Abramidopsis buggenhagii Bloch fran Haapavesi.
Helsingfors, Meddelanden Societas pro Fauna et Flora Fennica 31.
1906, p. 31—32 und 211. Abramidopsis buggenhagii Bloch aus
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Intestine in the contracted Condition. Vorläufige Mitteilung. Ana-
tomischer Anzeiger 30. p. 426—433. 5 Figg.
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bei Kontraktionen.
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Pl3#61u; 7:
1. On a Porbeagle thark with a large suboral Aperture; 2. On ate
of the Ling: Molva molve L.
46 IV. Pisces für 1907.
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Maier, H. N. Altersbestimmung bei Fischen. 1. Meeresfische.
Allg. Fisch. Zeitg. Jahrg. 32 p. 26—32, 7 fig.
Pleuronetes platessa, P. microcephalus: Altersbestimmung nach
den Ringen der Schuppen, den Otolithen, sowie nach der Meßmethode.
Mandee, Rudolf (1). Poecilia reticulata, Peters. Natur u. Haus,
Jahrg. 16. p. 422—45, 1 fig.
— (2). Die Labyrinthfische (Labyrinthici). 2. Zucht, Pflege und
Fortpflanzung. Natur u. Haus Jahrg. 15. p. 311—315, 1 fig.
Mangold, Ernst. Über das Leuchten der Tiefseefische. Archiv
gesamte Physiologie, 119, p. 583—601.
Maurolicus pennantiü lebend beobachtet. Die Ergebnisse werden
mitgeteilt unter Berücksichtigung der Literatur. Anordnung u. Struktur
der Leuchtorgane bei Scopeliden. Theorie der Funktion der Leucht-
organe. Nervöse Versorgung des Organs. Wirkung von Giften auf
leuchtende Organismen, Lichtempfindlichkeit des Maurolicus,
Wanderungen der Tiefseeformen nach höheren Meeresschichten.
Marechal, 3. Sur l’ovogenese des Selaciens et de quelques autres
Chordates. Premier memoire: morphologie de l’element chromosomique
dans l’ovocyte 1 chez les Selaciens, les Tel&osteens les Tuniciers et
l’Amphioxus: Cellule 24. p. 1—239. 11 Taf.
Die Reifung des Eies bei Amphioxus, Petromyzon, Scyllium,
Pristiurus, Trigla, Gasterosteus bis zur Bildung der Oocyte 1. Ordnung.
Deconcentration und Reconcentration der Chromosomen. Individualität
der Chromosomen. Die Synapsis als Vorbereitung für die Reduktion
der Chromosomen. Bei allen untersuchten Arten sind die einzelnen
Stadien homolog.
Martin, 3. W. The Fauna of Glencairn. 3. The Fishes. Trans.
Journ. Proc. Dumfriessh. Galloway nat. Hist. antiq. Soc. Vol. 18.
p. 30—34.
Matthew, 6. F. New Genus and a New Species of Silurian Fish-
Trans. R. Soc. Canada (3) Vol. 1. 4 p. 7—12, 1 pl.
Ctenopleuron n. g., nerepisence n. sp.
Mawas, J.s. Policard, A.u. Mavas.
Mawson, J. and Woodward, A. S. On the Cretaceous formation
of Bahia (Brazil), and on Vertebrate fossils collected therein. London,
Quarterly Journal Geol. Soc. 63, p. 128—138, 6—9.
Chiromystus mawsoni Cope, Diplomystus longicostatus, D. sp.,
Megalurus mawsoni Woodw., Belonostomus carinatus n. sp. Lepidotus
mawsoni Woodw., Mawsonia n. g., gigas n. sp., Acrodus nitidus
Woodw.
Mazza, Felice (1). Sulle branchie supplementari di aleuni Ciprino-
dontini. Atti del congresso dei Naturalisti italiani (Settembre 1906),
Milano, 1907, p. 615—621) 3 tav.
Lebias, Girardinus, Jenynsia, Orestias besitzen eine dem 1. Kiemen-
IV. Pisces für 1907. 47
bogen am dorsalen Ende ansitzende Ergänzungskieme. Dieselbe wird
beschrieben.
— (2). Sul grado di sviluppo delle cellule germinali in quelle
Anguille distinte a Cagliari col nome di Filatrotas. Atti del congresso
dei Naturalisti italiani (Settembre 1906), Milano, 1907, p. 622—631,
3 tav.
Anguilla ; die Keimdrüsen. Aale von 24-25 cm können wie die älteren
ein Hochzeitskleid tragen, obgleich die Keimdrüsen noch nicht ent-
wickelt sind. Das Fächerorgan ist für das $ nicht charakteristisch,
da bis zu 36 u. 38 cm jeder Aal es besitzt. Bis zu seiner Verwandlung
in ein bandförmiges Organ entwickeln sich Hoden und Ovarien parallel.
Ihre Elemente sind noch nicht differenzierte Keimzellen. Aale mit
Fächerorganen finden sich im Meer und fern davon.
Mazzarelli, Guiseppe (1). Per gli studi di Acquicoltura in Italia.
Acquicoltura lombarda, Milano, 5, 1903, p. 81—85.
— (2). La mortalita degli Agoni. (Alosa finta Cuv.) nel lago di
Lugano. Relazione. Acquiroltura lombarda, Milano, 6, 1904, p. 157
—167.
— (3). Intorno alle diverse dimensioni assumono i Pesci negli
allevamenti. Acquicoltura lombarda, Milano, 6, 1904, p. 313—316.
Verschiedene Größen, welche die Fische bei der Aufzucht erreichen.
— (4). La pesca degli Agoni (Alosa finta) con la canna durante
il periodo di frega oovero su l’eterna quistione del lago di Como. Con-
siderazioni. Revista mensile di Pesca, Milano, 9, p. 271—278.
Meek, S. E. (1). Synopsis of the fishes of the great lakes of Naca-
ragua. Chicago, Ill. Field Columb. Mus. Pub. Zool. Ser. 7, No. 4, p. 97
—132.
Charakteristik der Seen. Bestimmungstabellen der darin vor-
kommenden Familien und Gattungen. Neue Arten gehören den
Gattungen Rhamdia, Astyanax, Bramocharax, Dorosoma, Melaniris,
Pomadasis, Cichlasoma an. Zusammen 35 Arten darunter 8 nn. spp.
mit 1 n. subgen. Erythrichthus (Cichlasoma).
— (2%). Notes on fresh-water fishes from Mexico and Central
America. Chicago, Ill. Field Columb. Mus. Pub. Zool. Ser. 7, No. 5,
p. 133—157.
Gobiesocidae In. sp., Gobiidae In. sp., Cichlidae 2 n. sp., Silu-
ridae und Poecilidae 2 nn. spp. zusammen 87 Arten, darunter 7 nova.
Meissner, Walerian. Neue Beiträge zur vergleichenden Anatomie
des Schultergürtels der Acipenseriden. Zool. Anz. Leipzig, 32,
p. 465—468.
Untersucht wurden Acipenser ruthenus, A. nudiventris (= shypa),
A. stellatus, shenorhynchus, güldenstaedtii u. Pseudoscaphirhynchus
kaufmanni, sie weisen wesentliche Unterschiede im Bau des Schulter-
gürtels auf. Derselbe ist beweglich, ein besonderer unpaarer Haut-
knochen ist vorhanden. Interclavicula (= Episternum) ferner ist ein
M. trapezius vorhanden. Für A. sturio wird der alte Gattungsname
Sturio vorgeschlagen, für die anderen ist Acipenser beizubehalten.
48 IV. Pisces für 1907.
Menel, Emanuel (I). Erwiderung auf ‚„Berichtigendes“ von
Ruzicka. Arch. mikr. Anat. 70, p. 170—172.
Verf. weist Angriff betr. seiner 1902 veröffentlichten Arbeit
zurück.
— (2). Über das Negativbild der ‚„tigroiden Achsen‘ im Lobus
electricus am Fibrillenpräparat. Anat. Anz. Jena, 30, p. 624—630.
Torpedo. Die Ganglienzellen des Lobus electricus des Gehirns
enthalten zwei äußere Fibrillenschichten, die spiralige ‚Verdichtung‘
von Neurofibrillen, und eine innere Neurofibrillenmasse. Tellos Befunde
werden bestätigt. Einfluß der tigroiden Substanz auf die Neurofibrillen.
Meschinelli, L. L’Ameiurus nebulosus L. S. nel Vicentino. Rivista
mensile di Pesca, Milano, 9, p. 49—50.
Mesnil, F.s. Caullery, M. u. Mesnil.
Messing, S. V. Quelques donnees sur la question des voies optiques
chez les poissons osseux. Russisch. Mem. Ac. sc. St. Peterburg, Ser. 8,
20, 10, p. 18. 2 Taf.
Miall, L. €. The Sirenoid Ganoids with a description of the British
fossil teeth of Ceratodus. 2. (Postseript) London, Monogr. Palaeont.
Soc. 61, p. 33.
Ceratodus polymorphus = C. latissimus.
Miller, Newton. The fishes of the Montagua river, Guatemala.
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Cichlasoma 3 nn. spp.; Thyrina 1.n. sp.
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Herings während der Fortpflanzungstätigkeit. (7. Intern. Physiol.
Kongr. Heidelberg.) Zentralbl. Physiol. Bd. 21. p. 476. München.
med. Wochenschr. Jahrg. 54, p. 2156.
Männliche Exemplare sind reicher an basischem (Diaminosäuren)
Stickstoff als weibliche.
— (2). The Food Value of the Herring. 25th. ann. Rep.
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Miranda, Ribeiro, A. de. Fauna Braziliense. Peixes. 1. Arch.
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Montuori, A.s. Diamare, V.u. Montuori,A.
Morris, Earl Leonard s. Starks,E.C.u. E.L. Morris.
Moser, Fanny. Beschreibung einer Duplicitas anterior der Bach-
forelle und Besprechung der Theorie von Fr. Kopsch über Bildung
des Wachstumszentrums für Rumpf und Schwanz. Anatomischer
Anzeiger, 30, p. 33—52, 81—106.
IV. Pisces für 1907. 49
Die untersuchte Bachforelle besaß zwei Aorten, drei Vornieren-
gänge, ebensoviel Wimpertrichter und verkümmerte Vornierenkammern
aber keinen Glomerulus. Die Duplieitas anterior ist stets auf eine
doppelte Anlage zurückzuführen; die Conerescenztheorie sowie die
Theorie von Kopsch werden verworfen.
Muratet, L.s. Sabraze&su. Muratet.
Muddula, A. La pesca nel compartimento marittimo di Ancona.
Rivista mensile di Pesca, Milano, 9, p. 202—214.
Neudörier, Arthur. Versuche über die Anpassung von Süßwasser-
fischen an Salzwasser. Arch. Entw.-Mech. Leipzig, 23, p. 566-578.
Die Grenze der Anpassungsmöglichkeit liegt bei einer Salzlösung,
deren Gefrierpunkt in der Nähe von 0,1 liegt. Die Kiemen von Petro-
myzon planeri, Acipenser ruthenus, Esox, Carassius, Cyprinus sind
durchlässig für Salze, die von Anguilla nicht. Anguilla verträgt die
Versetzung in Seewasser. Der osmotische Druck der Körperflüssigkeit
ist — Anguilla ausgenommen — abhängig von dem Druck der Um-
gebung.
Neveu-Lemaire. Sur un nouvel Acanthoc£phale parasite des
Poissons du genre Orestias. Paris, C. R. soc. biol. 59, 1905, p. 31-32.
Echinorhynchus orestiae n. sp. als Parasit von Orestias wird
beschrieben.
Newman, H. H. Spawning behavior and sexual dimorphism in
Fundulus heteroclitus and allied fish. Biol. Bull. Woods Holl. Mass.
12, p. 314—348.5 Abb. Taf. 27.28. — Laichen. Sexueller Dimorphismus.
Ninni, Emilie. Metacromatismi in pesci raccolti nel mare e nelle
lagune di Venezia. Atti del congresso dei Naturalisti italiani (Settembre
1906), Milano, 1907 p. 585—589.
Nerdgaard, ©. Jagttagelser over sildens aate. Trondhjem, kgl.
Vid. selsk. Skr. No. 2, p. 17.
Beobachtungen über den Mageninhalt des Herings.
Nüsslin, ©. (1). Coregonus wartmanni Bloch und marophthalmus
Nüssl. Differentialdiagnose für das Stadium der Dottersackbrut.
Biol. Centralbl. Leipzig, 27, p. 440—447.
1. Merkmale der Brut, die mit Unterscheidungsmerkmalen der Eier
der beiden Arten in Korrespondenz stehen: Eiergröße und Größe der
Dottersackfische: Das Auftreten rot gefärbten Öles am Vorderende des
Dottersackes und in den Eiern, das spezifische Gewicht. 2. Merkmale,
welche für Brut und erwachsene Fische gleichlaufend sind: Auge.
Kopf, Pigmentierung. 3. Spezifische Merkmale der Dottersackperiode:
Größe der Brustilosse, Höhe des unpaaren Flossensaumes, Umfang
und Form des Dottersackes; Schwimmvermögen; Stellung der Mund-
öffnung, Aufenthalt.
— (%). Der Fang der Blaufelchen zur Laichzeit. Allg. Fisch. Ztg.
Jahrg. 32, p. 251— 254.
Coregonus wartmanni Bl. Gefahren, welche die neuerdings ein-
geführten Fangmethoden während der Laichzeit für den Fischbestand
mit sich bringen. Vorschläge zur Abwehr.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (1V.) 4
350 IV. Pisces für 1907.
— (3). Die künstliche Fischzucht beim Blaufelchen. Allg. Fisch.-
Zeitg. Jahrg. 32, p. 278—280.
Man soll die Methode der Ausbrütung von Blaufelcheneiern in
Anstalten verlassen und statt derselben die auf Schiffen befruchteten
Eier dem See anvertrauen; wenn dies unmöglich ist, der Natur den
Laichvorgang überlassen und den Fang zur Laichzeit verbieten.
Nusbaum, Jozef (1). Zur Teratologie der Knochenfische, zugleich
ein Beitrag zu deren Regeneration. Arch. Entw.-Mech. Leipzig, 24,
p. 114—123. 1 Taf.
Cyprinus carpio mit Mißbildung in der Region hinter dem After.
Veränderung der Wirbelsäule. Histologie.
— (2). Materialien zur vergleichenden Histologie der Hautdecke
der Wirbeltiere. 3. Zur Histogenese der Lederhaut und der Cycloid-
schuppen der Knochenfische. Anat. Anz. Jena, 30, p. 297—310.
10 Figg.
Die Entwicklung der Schuppe der Regenbogenforelle, Salmo
irideus, wird erforscht. Bildung der Schuppenpapille in der Cutislamelle.
Die Schuppenpapille ist zweischichtig, die obere Schicht liefert die
Deckschicht der Schuppe. Wachstum derselben. Die feine Streifung
der Schuppe ist der Ausdruck von besonderen physikalischen Ver-
änderungen. Die Teleostierschuppe ist einer schmelzlosen Selachier-
schuppe homolog.
— (3). Zur Histologie der tätigen Gasdrüse und des Ovals bei den
Teleostiern. (Eine Antwort an Alfred Jaeger.) Anat. Anz. Jena, 31,
p. 169—174.
Zurückweisung der von Jäger, Anat. Anz. 30 No. 22/23 gemachten
Einwände.
— (4) s. Reisu. Nusbaum.
Ogilby, 3.D. (1). Symbranchiate and Apodal fishes new to Australia.
Brisbane, Proc. R. Soc. Queensland, 20, 1906, p. 1—15.
Rhabdura n. g. Ophthalmichthys 1 n. sp.
— (2). Some new Pediculate fishes. Brisbane, Proc. R. Soc.
Queensland, 20, 1906, p. 17—25.
Aeschynichthys n. subgen. für Diceratias Gthr., Rhycherus n. g.
(nahe Chironectes) wildiin. sp. Tathicarpus n. g. (nahe Brachionichthys)
butleri n. sp., T. muscosus n. sp.
— (3). Notes on exhibits. Brisbane, Proc. R. Soc. Queensland,
20. 1906, p. 27—30. — Antennariidae.
— (4). On a new Terapon from the Stanthrope district, Southern
Queensland. Brisbane, Proc. R. Soc. Queensland, 20, 1906, p. 37
—40. — Terapon idoneus n. sp.
Ogle, Fleteher s Eigenmann, C. H.
Osborn, Henry Fairfield (1). The great Cretaceous fish Portheus
molossus Cope. New York, N. Y. Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. 20, 1904,
p. 377381, 1 pl.
— (2). Destruction of mosquitoes and their larvae by fish and
lime. Bombay, J. Nat. Hist. Soc. 17, No. 3, p. 832—833.
IV. Pisces für 1907. 51
Osburn, Raymond €. (1). The origin of vertebrate limbs. Recent
evidence upon this problem from studies on primitive sharks. New York,
N.Y. Ann. Acad. Sci. 17, p. 415—436.
Die paarigen und unpaaren Flossen sind ursprünglich ähnliche
Anlage. Alle Flossen sind lokale Auswüchse der Körperwand.
— (2). Observations on the Origin of the Paired Limbs of Verte-
brates. Amer. Journ. Anat. Vol.7 p. 171—194, 5 Taf.
Cestracion (Heterodontus) japonicus, Chlamydoselachus anguineus,
Torpedo, Spinax, Mustelus. Seitenfaltentheorie der Flossen.
— (3). New Evidence from primitive Sharks on the Origin of the
Limbs of Vertebrates: Science (2) Vol. 25 p. 729—730.
Vorläufige Mitteilung zuOsburn (2). Heterodontus japonicus
Dum. u. Chlamydoselachus anguineus Garm. Embryologische Unter-
suchungen zeigen die primäre Ähnlichkeit zwischen den paarigen und
unpaarigen Flossen.
Osorio, B. (1). Noticia sobre uma especie a juntar ao catalogo dos
peixes de Portugal de Felix Capello. Lisboa, J. Scı. 7, 1906, p. 151—152.
Notiz über eine Species, welche in Felix Capellos Catalog portu-
giesischer Fische nachgetragen werden muß.
— (2). Indicacoes de algumas especies que devem ser accrescentadas
a fauna ichthyologica da Ilha de S. Thome. Lisboa, J. Sci., 7, 1906,
p- 156—158. — Zur Fischfauna von St. Thome.
— (3). Description d’un poisson des profondeurs appartenant ä
un genre nouveau et trouve sur les cotes du Portugal. Lisboa, J. Sci.
7, 1906, p. 172—174, pl. — Lophocephalus n. g. anthrax n. sp.
Ostroumoffi, A. (1). Zur Entwicklungsgeschichte des Sterlets
(Acipenser ruthenus). 3. Plexus cervicalis. Zool. Anz. Bd. 31, p. 723
— 725.
Acipenser ruthenus. Der Plexus cervicalis 4—5 cm langer
Exemplare wird beschrieben.
— (2). Zur Entwicklungsgeschichte des Sterlets (Acipenser
ruthenus). 4. Gefäßsystem des Kopfes. Zool. Anz. Bd. 32 p. 185—185.
Venen und Lymphgefäße.
— (3). Zur Entwicklungsgeschichte des Sterlets (Acipenser
ruthenus). 4. Das Gefäßsystem des Kopfes. Zool. Anz. 32, p. 404—407.
Arterien.
Packard, Wales H. The Effect of Carbohydrates on Resistance
to Lack of Oxygen. Amer. Journ. Physiol. Vol. 18 p. 164—180.
„Carbohydrates injected peritoneally into Fundulus incease their
resistance to lack of oxygen. Decrease in resistance to lack of oxygen
by Fundulus embryos is probably due to the using up of carbohydrate-
material stored in the egg.““
Palacky, Jan. Das neue Bild der afrikanischen Ichthys. Prag,
Sitz. Ber. Böhm. Ges. Wiss. 1906, No. 7, p. 1—4.
An der Hand des Verzeichnisses der afrikanischen Fische von
Boulenger (Ann. Mag. Nat. Hist. (7) 16 N. 91. Juli 1905) wird die geo-
graphische Verteilung der wichtigsten Fischgruppen Afrikas erörtert.
4*
52 IV. Pisces für 1907,
Pappenheim, P. (1). Zur Systematik und Variationsstatistik
der Mormyriden hauptsächlich aus den deutsch-afrikanischen Schutz-
gebieten. Nach dem Material des Königlichen Zoologischen Museums
zu Berlin. Mitteilungen a. d. Zoologischen Museum Berlin 3, p. 339
—.367,, 3.!Dak.
Die Gattungen Mormyrops, Petrocephalus, Isichthys, Marcusenius,
Hippopotamyrus, Gnathonemus, Campylomormyrus, Genyomyrus,
Mormyrus, Hyperopisus, Gymnarchus mit zusammen 32 Arten,
darunter 4 neue: Hippopotamyrus castor, Gnathonemus longibarbis,
Mormyrus agnus und M. tapirus werden behandelt.
— (2). Ein zweiter Fall von Mopsköpfigkeit bei einem Lumpenus
lampetriformis (Walb.) aus der Apenrader Föhrde. Berlin, Sitz. Ber.
Ges. natf. Freunde, p. 349—550.
— (3). Ein Beitrag zur Osteologie des Fischschädels: Die Mor-
myriden-Gattung Campylomormyrus Blkr. Zool. Anz. Leipzig 32,
p. 137—139. Abbildungen.
Campylomormyrus elephas Blgr., ©. tamandua Gthr. Die Be-
teiligung der vorderen Knochen des Kopfes an der Rüsselbildung:
der präorbitale Schädel ist durch spangenförmige Ausbildung der
vorderen Knopfknochen verlängert; beteiligt sind dabei Mesethmoid,
Nasale, Vomer, Palatinum, Orbitosphenoid, Alisphenoid u. Para-
sphenoid im Oberkiefer; im Unterkiefer Dentale und Articulare.
Die Verbindung zwischen Quadratum und Articulare ist eine knöcherne,
jene zwischen Dentale u. Articulare ist durch lose Anlage hergestellt.
Form des Maxillare. Funktion des Rüssels als Schlammwühler oder
„Schlammheber“. Geographische Verbreitung: Vom Benue über
Kamerun zum Kongo.
Parker, ©. H. The Interrelation of Sensory Stimulations in
Amphioxus. (Amer. Ass. Adv. Sc.) Science N. 8. Vol. 25 p. 724—725.
Die Empfindlichkeit der Haut gegen schwache Säuren und gegen
warmes Wasser und Lichtreize ist an verschiedenen Körperstellen
verschieden.
Paton, St. The Reactions of the Vertebrate Embryo to Stimulation
and the associatid changes in the nervous System Mitt. Zool. Station
Neapel Bd. 18 p. 535—581. Fig. Taf. 23—25.
Pristiurus, Scyllium, Torpedo, Salmo. Die erste Reaktion auf
Reize verschiedener Art. Erste Bewegung des Herzens u. erste Körper-
bewegungen sind vor dem Auftreten differenzierter Nerven nachweisbar.
Neurofibrillen als leitendes Element. Zellfortsätze, die Neurofibrillen
enthalten, sind Nerven.
Patterson, Arthur H. Some Fish-Notes from Great Yarmouth
for 1907. Zoologist (4) Vol. 11, p. 460—464.
Pavesi, Pietre. Gli Acipenseri nostrali. Communicazione preli-
minare. Rend. Ist. lombard. (2) Vol. 40. p. 332—345.
Pawlowsky, E. Zur Kenntnis der Giftdrüsen von Scorpaena
poreus und Trachinus draco. Russisch. Trav. Soc. nat. St. Peterburg,
37, 1, 1906 (1907) p. 316—336. Deutsches Resume p. 367, 1 Taf.
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Payne, F. The reactions of the blind fish, Amblyopsis spelaeus, to
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Pell, Mariska. A halak oldalszerveröl Allatt. Közlem. Budapest, 6,
p- 685—82, Taf. 8 u. 9.
Über die Seitenorgane der Fische.
Pellegrin, Jacques (1). Siluride nouveau du Fouta-Djalon. Bul.
Museum, Paris, p. 23—25.
Paramphilius n. g. trichomycteroides n. sp.
— (2). Characinides americains nouveaux. Bul. Museum, Paris,
p. 23—27. — Tetragonopterus 1 n. sp.
— (3). Liste des Poissons recueillis a Madagascar par M. F. Geay.
Description d’une espece nouvelle.. Bul. Museum, Paris, p. 201—206.
Bedotia n. sp.
— (4). Poissons du sud Cameroun recueillis par la mission Cottes.
Bul. Museum, Paris, p. 319—322.
Auchenoglanis ballayi n. var. gravoti. Barbus camptacanthus
n. var. cottesi.
— (3). Sur le genre Ptychochromis et sa division en esp£eces.
Bul. Museum, Paris, p. 322—324.
— (6). Sur la gibbosite frontale chez les Poissons du genre Ptycho-
chromis. Paris, ©. R. Acad. sci. Paris 144, p. 1168—1170.
Die Stirnwucherung existiert niemals bei jungen Tieren; sie tritt
nur bei Männchen auf, mit zunehmendem Alter nimmt sie an Größe zu.
Ihr Maximum der Entwicklung zeigt sie außerhalb der Laichzeit.
— ob sie Reservestoffe für die Geschlechtsdrüsen liefert ?
— (9). Sur Pineubation buccale chez l’Arius fissus C. V. Comptes
rendus Acad. sci, Paris, 145. p. 350—352.
Das Männchen von Arius fissus trägt die Eier bis zum Ausschlüpfen
im Maul und pflegt die Brut nach dem Ausschlüpfen bis zum Ver-
schwinden des Dottersackes. In dieser ganzen Zeit hungert das
Männchen. Im Ovarium finden sich gleichzeitig etwa 20 reife Eier.
— (8). Mission des pöcheries de la cöte occidentale d’Afrique
dirigee par M. Gruvel Poissons. (2. Note). Paris, Bulletin soeiete
zoologique de France p. 83—89.
68 Spezies Süß- und Seewasserfische darunter eine neue Varietät:
Solea senegalensis n. var. m’baoensis. — Anschließend eine Diskussion
über Sardinen. Epinephelus. — 1. Note vgl. Bull. Soc. Zool. France
30. 1905. p. 135—141.
(9). Poisson nouveau du genre Alestes. Paris, Bulletin societ&
zoologique de France 32, p. 139—140. — Alestes erythropterus n. sp.
— (10). Sur une collection de Poissons recueillis par M. E. Haug
ä Ngomo (Ozooue). Paris, Bul. soc. philom. ser. 9, 9, p. 17—42.
Die Seefische: Elops lacerta C. V., Syngnathus kaupi Blkr.,
Polynemus quadrifilis ©. V., Corvina nigrita C. V., Psettus sebai €. V.,
Trachynotus goreensis ©. V., Cynoglossus senegalensis Kaup, Eleotris
senegalensis Steindachn., Gobius lateristriga Dumeril, steigen 200 km
in das völlig süße Wasser des Ogooue bis zum Zufluß aus dem
54 IV. Pisces für 1907.
Zomanghe-See hinauf. 48 Spezies werden aufgezählt, z. T. ausführlich
beschrieben und abgebildet.
— (11). Sur un Poisson acanthopterygien eocene Paris, Bul.
soc. philom. ser. 9, 9, p. 171—179.
Parapygaeus n. g. polyacanthus n. sp. wurde am Monte Bolca
bei Verona gefunden. Ausführliche Beschreibung und Abbildung.
Systematische Stellung. Verhältnis zur Gattung Pygaeus.
— (12). La presence de Nandides en Afrique. Paris, Compte
Rendu Association frangaise pour l’avancement des sciences, 35. Session,
Lyon, 1906, 2. partie p. 553—554.
Nandiniden seither nur aus Asien (Nandus, Catopra, Badis) und
aus Amerika (Polycentrus und Monocirrus) bekannt sind von Bou-
lenger (Proc. Zool. Soc. London 1901) auch in Afrika durch Poly-
centropis abbreviata nachgewiesen.
— (13). L’incubation buccale chez deux Tilapia del’Ogoou£.
Paris, Compte Rendu association frangaise pour l’avancement des
sciences. 35 Session, Lyon, 1906, 2. partie, Paris 1907, p. 555—558.
Brutpflege durch Aufnahme der Eier und Jungen in die Mund-
und Kiemenhöhle bei Tilapia flavomarginata Boul., T. galilaea Arted.
u. T. melanopleura Dumeril. Allgemeines über die Brutpflege der
Fische.
— (14). Les Cichlides comme Poissons d’ornement. Observations
en aquarium. Paris, Bull. soc. nat. acclim. 52, 1905 (1906) p. 300—303.
— (15). Les Poissons d’eau douce de I’Indo-Chine. Paris, Bul.
soc. nat. acclim. 53, 1907 (1906), p. 268—280, 319—325.
- — (16). Les Poissons du lac Tcehad. Rev. sci. Paris, (ser. 5), 7,
1907, p. 614—618.
Allgemeiner Überblick über die Fischfauna des Tschadsees;
dieselbe im Verhältnis zur afrikanischen Fischfauna. Die inter-
essantesten Formen der einzelnen im Tschadsee vorkommenden Fische
werden mit kleinen Erklärungen versehen aufgezählt.
— (17). Le spöcheries de la cöte de l’Afrique occidentale frangaise.
Paris, Bull. soc. centr. aquicult. 18. 1906, p. 2399 —305.
— (18). L’incubation buceale chez les Poissons. La science au
20. siecle, Paris, 5, p. 182—184.
— (19). Mission permanente frangaise en Indo-Chine. Poissons
du Tonkin. Bull. Mus. Hist. nat. Paris p. 499—503.
2 nn. spp. in: Luciobrama, Ischikania.
— (20). Mission du Bourg de Bozas. Poissons, M&m. Soc. zool.
France T.20, p. 419—430, 3 fig.
Tetrodon, Clarias, Schilbe, Barbus, Alestes, Petersius, Distichodus,
Pantodon, Xenomystus, Mormyrops, Petrocephalus, Gnathonemus,
Mormyrus, zusammen 18 Arten.
Pellegrin, 3. et Fage, Louis. Description d’un Eleotris mediterranee
nouveau. Paris, Bulletin societe zoologique de France 32, p. 11—12.
Eleotris balearicus Pell u. F
Perrier, Leon et Guyon, Joseph. La station de Salmoniculture
IV. Pisces für 1907. 55
de Vizille (Isere) et l’organisation rationelle du repeuplement des
aux de France. Paris, Bul. soc. centr. aquicult. 18, 1906, p. 196—211.
Persico, P._ Un nuovo acquisto per le acque dolei europee.
Acquicoltura lombarda, Milano, 5, 1903, p. 20—21. Salmo mykiss.
Pesce, P. A. Contributo alla conoscenza dei tumori nei Pesci.
Revista mensile di Persa, Milano, 9, p. 223—225.
Petersen, €. 6. 3. (1). Om Lysets Indflydelse paa Aalens Van-
dringer. Kjöbenhavn, Ber. Biol. Stat. 14. (1906), 1907, p. 1—9.
Einfluß des Lichtes auf wandernde Aale. Sie werden zurück-
gehalten u. passieren die erleuchtete Stelle nicht.
Petersen, €. 6. Joh., W. Garstang und H. M. Kyle. Summarischer
Bericht über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse in betreff
der Scholle und der Schollenfischerei. A. des Kattegats, B. der Nordsee.
Cons. perman. intern. Explor. Mer. Rapp. Vol.7, p. 55—150.
Pettit, Auguste. Sur I’hypophyse de Centroscymnus caelolepis
Boc. et Cap. Paris, 0. R. soc. biol. 61, 1906, p. 62—64.
Philippi, E. ,‚Spermatophoren“ bei Fischen. Verhandlungen
Deutsche zoologische Gesellschaft, Leipzig, 17, p. 105—108.
Glaridichthys januarius Hens. und G. decem-maculatus Jenyns.
Bei der momentanen Copula berühren sich die Geschlechtsöffnungen
nicht. Die Spermatozoen werden als ellipsoidale Spermozeugmata
übertragen, die umgelegte Analflosse dient zur Leitung des Samens.
Derselbe klebt durch einen dem Hoden entstammenden Klebstoff.
Das Weibchen nimmt die Spermozeugmata, die keine Hülle besitzen,
aktiv durch Muskeltätigkeit oder durch Vacuum-Wirkung auf.
Pietschmann, Viktor. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise
nach Island, an die atlantische Küste von Marokko und in die westliche
Hälfte des Mittelmeeres. Annalen Naturhist. Hofmuseum Wien, 21.
1906, p. 72—148.
1. Fische aus der Bucht von Ingolfs Höfeli in Süd-Island.
Charakterfisch für Tiefen von 70—90 Faden ist Sebastes marinus L.,
für Tiefen von 25—26 Faden wo ersterer ganz fehlt ist Gadus virens
Charakterfisch. Es wurden gefangen Raja (2), Squalus (1), Acantho-
rhinus (1), Clupea (1), Ammodytes (1 Art). Kritische Diagnosen der
Ammodytesarten, ferner Gadus (5), Molva (1), Enchelyopus (1 Art),
Pleuronectiden (4), Sebastes, Lumpenus, Anarhichas, Lycodes,
Lophius (je 1 Art).
2. Fische von der atlantischen Küste von Marokko. Die vor
Magador, Agadir und Azamor gefangenen Fische sind Torpedo (2),
Dasyatis (1), Raja (5), Myliobatis, Pteroplatea, Oxynotus, Squalus
je (1), Seyliorhinus, Mustelus (je 2), Sphyrna, Carcharinus (je 1 Art),
Clupeidae, Gadidae, Percidae, Sciaenidae (je 2), Sparidae und Mullidae
(je 4), Scombridae, Trichiuridae, Zeidae (je 1), Pleuronectidae (3),
Triglidae (2), Lophius (1 Art).
3. Fische von der Küste von Tunis und Tripolis. 50 Spezies.
Stets ausführliche Morphologie, Variabilität; Lophius.
Piper, H. Über das Hörvermögen der Fische. Münchener med.
Wochenschr. 53, 1906, p. 1785,
56 IV. Pisces für 1907.
Die Art der Schallwirkung im inneren Ohr bietet nach den an-
gestellten Versuchen erhebliche Schwierigkeiten für die Mach-Breuersche
Theorie, nach welcher die Funktion des Labyrinthes nur dem Raum-
sinn dienen soll.
Pittrich, Bruno. Über Zucht und Pflege von Betta pugnax (Cantor)
var. trifasciata (Bleeker.) Wochenschr. Aquar.-Terr.-Kunde, Jahrg. 4,
p. 287—288, 297—299, 313—815, 3 fig.
Plehn, W. Was ist eigentlich ein Fisch? Schweiz. Fisch.-Ztg.
Jahre. 15, p. 154-157, 212214.
Poche, Franz. Welchem Fische gebührt der Name Torpedo?
Zool. Anz. 32, p. 172—174.
Kritische Erörterung des Gebrauches des Namens Torpedo von
Seiten Gills (Proc. U. St. Nat. Mus. XVIII 1895, 1896, p. 161—165).
Policard, A. et Mawas, 3. Le tissu Iymphoide du rein des
Teleosteens. 0. R. ass. anat. Nancy, 9. session, (Lille), p. 25—29.
Abramis, Cyprinus. Zwei Arten von Zellen im N
Gewebe der Niere werden beschrieben.
Popta, € M. L. (f). Einige Fischarten aus China, DO ,
lampertii und Chanodichthys stenzi nn.spp. Zool. Anz. Leipzig,
32, p. 243—251.
Außer den beiden genannten ausführlich beschriebenen neuen
Arten werden auch Cyprinus carpio L., Silurus asotus L., Pseudo-
bagrus fulvi-draco Rich., Ophiocephalus argus Cant. u. Siniperca
chuatsi Basil kurz behandelt.
— (2). Wachstumsverhältnisse bei einigen Fischarten. Verhandlung
Ges. Deutscher Naturforscher Leipzig, 78 (1906), 2, 1, 1907, p. 298—302.
Die verschiedenen Teile des Fischkörpers und der Flossen haben
nicht stets dieselbe Wachstumsenergie. Untersuchungsmethoden.
25 Spezies in der Übersichtstabelle. Besondere Angaben über Macrones,
Ösphromenus, Tylognathus, Leptobarbus, Nemachilus, Clyptosternum,
Gyrinocheilus, Barbus.
Pratt, Joseph Hyde. Fishes of North Carolina; a Review Journ.
Elisha Mitchell scient. Soc. Vol. 23. p. 175—183, 1 fig.
Priem, F. (). Poissons tertiaires des possessions africaines du
Portugal. Lisboa, Com. Serv. Geol. 7, p. 74—79, pls. 1 u.'2,
— (2%). Notes sur les poissons fossiles de Madagaskar. Bull. Soc.
geol. France (4) T. 7 p. 462—465, 8 fig.
Fischreste aus dem Jura und der Kreide von Madagaskar werden
beschrieben: aus den Oxfordschichten von Andranosamotana. —
Strophodus, Scapanorhynchus, Lamna, Corax, Oxyrhina, Notidanus,
Carcharodon.
Pritehard, ©. B. s. Chapman, F. u G. B. Pritchard.
Quiney, Ch. Notice sur les plantes et les Poissons des cours d’eau
et etangs de l’arrondissement de Chalon-sur-Saöne. Bul. soc. sei. nat.
33, (n.s. 13) p. 62—119.
Rand, Herbert W. The functions of the spiracle of the skate. Amer.
Nat. Boston, Mass. 41. p. 287—302.
IV. Pisces für 1907. 57
Raja erinacea. Am Öber- und am Unterkiefer sitzt einwärts der
Zähne eine Hautfalte, die respiratorische Klappe, welche den Eintritt
des Wasserstroms durch den Mund regelt. Das Spritzloch wirkt
inspivatorisch, nur ausnahmsweise exspiratorisch.
Rauther, Max (1). Das Tierreich. 1. Fische. Leipzig. Sammlung
Göschen. No. 356. 154 Seiten 8%. Geb. 0,80 M.
— (2). Einige Beobachtungen über die Hautdrüsen von Siluriden.
Gießen, Ber. Ges. Natk. natw. Abt. (N. F.) 1 (1904-1906), 1907,
p. 88—98, 1 Taf.
Einzellige, eiweißhaltige Drüsen werden in der Haut von Callichthys
und Loricaria gefunden. Plecostomus commersoni hat secernierende
Leydigsche Drüsen.
Raveret-Wattel, © (1). Influence d’une nourriture abondante
sur la fecondite du Poisson. Paris, Bul. soc. centr. aquieult. 17. 1905,
p. 113—114.
— (2). Sur l’elevage de la Truite en Danemark. Paris, Bul.
soc. centr. aquicult., 18, 1906, p. 35—40.
— (3). La piseieulture. 1. Traite pratique de l’elevage industriel
du Poisson (Salmonides). — 2. Le repeuplement des eaux et l’exploitation
des etangs. Paris (P. Klincksieck), t. 1, 1904; 1.2, 1907, p. VI + 508.
21 cm.
Redeke, H. €. (I). Rapport over onderzoekingen betreffende de
visscherij in de Zuiderzee ingesteld in de jaren 1905 en 1906. ’s Graven-
hage (Van Cleef), p. 71, mit 5 Beilagen, resp. 155, 51, 19, 22, 21, 38 Taf.
2 Karten.
Bericht über die in den Jahren 1905 u. 1906 bezüglich der Fischerei
in der Zuiderzee angestellten Untersuchungen. Referat s. Ehrenbaum.
— (2). Onderzoekingen omtrent de voortplanting en den groei
van den kabeljauw en eenige zigner verwanten in de zuidelijke Noordzee.
Meded. Vissch. Helder, 14, p. 85—88.
Untersuchung über Fortpflanzung und Wachstum des Kabeljaus
und einige seiner Verwandten in der südlichen Nordsee.
Reed, Hugh Daniel. The poison glands of Noturus and Schilbeodes.
American Naturalist, Boston, Mass., 41, p. 553—566.
Alle Arten Noturus und Schilbeodes — S. funebris wurde nicht
untersucht — besitzen einen Porus hinter dem Kiemendeckel über der
Brustflosse, welcher die Öffnung der Giftdrüse bildet. Versuche mit
Schilbeodes gyrinus ergaben, daß das Sekret der Drüse giftig ist.
Außerdem treten bei Sch. gyrinus u. S. nocturnus ähnlich gebaute
Drüsen am Grunde der Brust- u. der Rückenflossen auf. Flossendrüsen
werden bei denjenigen Arten nicht gefunden, welche wohl entwickelte .
serrae an den Flossen haben. Schilbeodes leptacanthus wird beide Arten
der Drüsen besitzen. Bau und Funktion der Drüsen.
Reeves, Cora D. The breeding habits of the rainbow darter (Etheo-
stoma caeruleum Storer); a study in sexual selection. Biol. Bull.
Woods, Holl, Mass. 14, p. 35—59.
Biologie, Geschlechtsunterschiede und Eiablage. Die Eier kleben
58 IV. Pisces für 1907.
am Boden, kein Nestbau, das Männchen beaufsichtigt die Gegend,
wo die Eier abgelegt wurden.
Regan, €. F. (1). Pisces. Biologia Centrali Americana p. 33—168,
ls.
n Xenatherina n.g., Amiurus, Rhamdia, Aelurichthys, Centro-
pomus, Moxostoma, Gerres, Alganesea, Brycon nn. spp.
— (2). Deseriptions of new Loricariid Fishes from South America.
Proceedings Zool. Soc. London 1907 p. 795—800.
Plecostomus iheringi, margaritifer, strigaticeps, albopunctatus,
goyazensis nn. spp., Octocinclus paulinus n. sp., Arges heterodon,
retropinna nn. spp.
— (3). Deseriptions of the Teleostean fish Velifer hypselopterus,
and of a new species of the genus Velifer. London, Proc. Zool. Soc.
p. 633—634.
Velifer hypselopterus von Japan u. multiradiatus n. sp. von der
Nordwestküste Australiens. Allotriognathi n. subord.
— (4). On the anatomy, classification and systematic position
of the Teleostean fishes of the sub-order Allotriognathi. Proc. Zool.
Soc. London, p. 634—643, Fig. 166—171.
Lampyris luna, Velifer hypselopterus, Trachypterus taenia,
Regalecus, Lophotes cepedianus, L. fiskii, Eumecichthys, Skelet und
Schädel im besonderen. Die Lamprididen, Veliferiden, Trachypterididen
u. Beryciformes werden als Allotriagnathi zusammengezogen, welche
in Salenichthyes (Lampyris), Histichthyes (Velifer) u. Taeniosomi
(Trachypterus u. Lophotes) eingeteilt werden. Verwandtschaftliche
Beziehungen zu den Beryciformes, über welche sie gestellt werden.
— (5). Descriptions of three new fishes from Yunnan, collected by
Mr. J. Graham. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 19, p. 63—64.
Schizothorax, Discognathus, Silurus nn. spp.
— (6). Diagnoses of new Üentral-American freshwater fishes of
the families Cyprinodontidae and Mugilidae. Ann. Mag. Nat. Hist.,
London, 19, p. 64—46.
Diagnosen von Rivulus flabellicauda, R. godmanni, Poecilia
salvatoris, Xiphophorus strigatus u. X. brevis, Agonostomus macra-
canthus, A. salvinı.
— (7). Descriptions of six new freshwater fishes from Mexico
and Central America. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 19, p. 258—260.
3 Pimelodus, 2 Gambusia, 1 Sieydium.
— (8). Descriptions of two new Characinid fishes from Argentina.
Ann. Mag. Nat. Hist. 19, p. 261.
Pogonocharax n.g., rehi n. sp., Phoxinopsis typicus n. sp.
— (9). Description of two new Characinid fishes from South
America. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 20, p. 402—403.
Mimagoniates n.g. barberi n.sp., Ctenocharax n.g. bogotensis n. sp.
— (10). Note on Raia undulata Lacep. Ann. Mag. Nat. Hist.
London, 20, p. 403—404.
Vorkommen an den Küsten von Cornwall. Vergleiche mit anderen
britischen Reja-Arten.
IV. Pisces für 1907. 59
— (11). Fishes Reports on a collection of Batrachia, Reptiles
and Fish from Nepal and the Western Himalayas. Rec. Ind. Mus.
Caleutta, 1, Part. II 1907 p. 157—158.
Cyprinidae (Barbus, Oreinus, Diptychus), Siluridae (Sacco-
branchus, Euchiloglanis), Ophiocephalidae (Ophiocephalus).
— (12). Description of a new Cyprinid fish of the genus Danio
from Upper Burma. Rec. Ind. Mus. Calcutta, 1, p.395. — Danio n.sp.
Reibisch, J. Über die Verbreitung junger Plattfische des ersten
Jahrganges an der deutschen Ostseeküste in den Jahren 1905 und
1906. Mitt. deutsch. Seefischerei Ver. Bd. 23. p. 34—50.
Untersuchungen über den Aufenthalt einjähriger Plattfische in
der Ostsee. Pleuronectes flesus, P. platessa, Rhombus maxinus. Angaben
über Bodenbeschaffenheit, Temperatur, Salzgehalt, Zahl und Längen
der gefangenen Schollen und Flundern an verschiedenen Fang-
plätzen. Es findet alljährlich eine Überwanderung von laichreifen
Schollen aus der westlichen nach der östlichen Ostsee statt.
Reid, Clement and Reid, Eleanor M. The fossil flora of Tegelen-
sur-Meuse, near Venloo, in the Province of Limburg. Amsterdam,
Verh. K. Akad. Wet. 2. e Sect. 13, No. 6, p. 14. — Auch die Fische
werden aufgezählt.
Reighard, Jacob. A guide to the study of fishes. By David Starr
Jordan. Science, New York, N. Y. N. Ser., 22, 1905, p. 861—865.
Referat. Vgl. Jordan (1).
Reis, Karolina und Nusbaum, Josef. Erwiderung auf den von
Dr. A. Jaeger in Bd. 29, No. 24 des anatomischen Anzeigers
veröffentlichten Artikel: „Zur Physiologie der Schwimmblase der
Fische“. Anat. Anz. Jena, 30, p. 204—207. — Vgl. Aug. Nus-
baum ß).
Reitz, A. Der Scheibenbarsch (Mesogonistius chaetogon), seine
Zucht und Pflege im Zimmeraquarium. Wochenschr. Aquar.-Terrar.-
Kunde Jahrg. 4, p. 664—665.
Rennie, John. Centrolophus niger, Gmelin on the Scottish Coast,
with a Note on one or two Points in its Structure. Ann. Scott. nat.
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Reuss, Hans. Die Fischfeinde aus der niederen Tierwelt. Allg.
Fischereiztg. München, 31, 1906, p. 261—267, 288—291, 329—334,
382—387, 408—411, 446448, 491—493, 514—516; 32. 1907, p. 2
_—4, 98100.
Richardson, 3. A. Salmon hybrids. Science, New York, N.Y.
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Richardson, Robert Earls. Jordan, D.S.u.Richardson.
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eier. Fischerei-Zeitung Neudamm, X, 373—376.
Vorteile der Methode. Biologie der jungen Fische.
Rolle, Wilh. Die Zucht von exotischen Zierfischen. Allg. Fisch.-
Zeitg. Jahrg. 32, p. 338—3%.
Maulbrüter: Chromis multicolor, Chr. tristrami, Nutroplus
60 IV. Pisces für 1907.
carpintis, ferner Heros facetus, sowie Zahnkarpfen, Barben, Paradies-
fisch.
Roques, Lucien. Considerations sur la technique employee a l!’etude
du chimisme respiratoire des Poissons et description d’un appareil
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Roule, L. Notes ichthyologiques. Less Scorpenid®s de la Mediterrande.
Archives Zoologie Experimentale Paris, ser. 4, Bd.6, 1907, notes et
revue, 14—29.
Die Familie der Scorpaeniden ist im Mittelmeer vertreten durch
mehrere Formen, welche in die 2 Gattungen Sebastes und Scorpaena
gehören, Sebastes dactylopterus Del. und S. maderensis C. V. leben in
tiefen Zonen. Scorpaena scrofa L. und $. poreus L. sind die wichtigsten
Vertreter dieser Gattung, ferner kommen vor: Scorpaena lutea Risso
und ustulata Lowe.
Rynberk, &. van. Sulla metameria nel sistema nervoso simpatico.
1. L’innervazione pigmentomotrice. Arch. Fis. Firenze Vol. 3. 1906,
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regulatorischen Einfluß auf die Hautfärbung aus. ‚„‚Pigmentomotorische
Funetion“.
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— (2). Nyir ela fägaetir & Islandi, Reykjavik Skyrsla nätturufr.
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Salzer, Über Augenkrankheiten bei Fischen. Allgem. Fisch. Ztg.
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Ursachen sind die Larven verschiedener Saugwürmer (Hemi-
stomum spathaceum) und Saprolegnien, sowie Microorganismen.
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und biologische Untersuchungen. Arch. Hydrobiol. Planktonkunde
Bd. 2 p. 143—185, 31 fig.
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Medd. Soc. Fauna et Fl. Fenn. 31. 1906, p. 58—60; deutsches Ref.
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Barbus, Tinca, Perca. Die Neubildung setzt spät ein, sie geht
stets von alten Fasern aus. Junge Fibrillenzüge im Granulations-
gewebe der Wunde, entstehen direkt aus der alten Faser oder indirekt
aus vorher entstehenden terminalen oder lateralen Spaltungsprodukten.
Die Nerventeilung erfolgt durch Amitose.
Schnaudigel, Otto A. F. Neurofibrillen in den Retinalganglien-
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Demonstrationen der Neurofibrillen in den Retinaganglienzellen
von Acanthias vulgaris. Technik. .
Schneider, Guigo (1). Om fiskarnas val af föda och fisks jukdomar
i trakten af Aneboda fiskeriförsöksstation. Skrift. Sverig. Fiskerifören.
No. 2,17 p.
— 2). Pelagische Eier und Jugendformen von Östseefischen,
gesammelt auf den schwedischen hydrographischen Expeditionen
in den Jahren 1902—1907. Svensk. hydrograf. biol. Komm. Skrift.
Bd. 3. No.12, 12 p.
Schreiner, A. u. K. E. Schreiner. Neue Stadien über die Chromatin-
reifung der Geschlechtszellen. 2. Die Reifung der männlichen Ge-
schlechtszellen von Salamandra maculosä (Laur.), Spinax niger (Bonap.)
u. Myxine glutinosa (L.) Arch. Biol. 22. p. 419—492. Fig. Taf. 22—26.
Die homologen Chromosomen bilden bei der 1. Hälfte der Reifungs-
periode durch Vereinigung bivalente bügelförmige Chromosomen.
Trennnug derselben bei der ersten heterotypischen Reifungsteilung
— Reduktionsteilung. Längsteilung der Einzelehromosomen bei der
2. — homoeotypischen — Reifungsteilung = Aequationsteilung.
62 IV. Pisces für 1907.
Verhalten der Chromosomenkörnchen während der Teilungsvorgänge.
Qualitätenmischung der elterlichen Vererbungssubstrate bei der
Conjugation. Die Cytocentren von Spinax enthalten Stäbchen wie jene
von Myxine.
Schubert, Hugo. Meine Beobachtungen beim Laichgeschäft der
Panzerwelse (Callichthys punctatus D’Orb.) Wochenschr. Aquarien-
kunde, Braunschweig, 4, p. 546.
Schubert, R. 3. (1). Über Fischotolithen aus dem sardinischen
Miocän. Verhandlungen geol. Reichsanstalt Wien 1907, p. 341—443.
Vorwiegend Scopelus-Otolithen. Schlußfolgerungen auf die
Absatztiefe des Mergels von Fangario. Bei Florinas finden sich nur
Küstentypen.
— (2). Weitere Fischotolithen aus dem sardinischen Miocän und
aus dem Pliocän von Bologna. Verh. geol. Reichsanst. Wien 1907,
p- IB—IN.
Otolithen von Hoplotethus, Macrurus, Pleuronectes, Scopelus
aus Sardinien als Ergänzung der früheren Mitteilung. — Von Bologna
stammen Scopelus-Otolithen, aus Ungarn Xenodermichthys-Otolithen.
Sehultze, Leonhard. Die Fischerei an der Westküste Süd-Afrikas.
Bericht über Untersuchungen an der Deutsch-Südwestafrikanischen
Küste und am Kap der Guten Hoffnung. (Mit Berücksichtigung
sämtlicher Nutztiergruppen.) Berlin, Abh. D. Seefischereiver. 9, p. IV
+: Ne;
Schultze, Oskar. Über die elektrischen Organe der Fische. Verhandl.
Ges. Deutscher Natforscher u. Ärzte 77. Vers. Meran 1905 IV, 2, 1906,
p. 399—403.
Die Entwieklung der elektrischen Platte aus quergestreiften
Muskelfasern. Mit der Rückbildung der quergestreiften Materie geht
eine starke Wucherung des kernhaltigen Sacroplasmas Hand in Hand.
Das letztere ist Sitz und Quelle der elektromotorischen Prozesse.
Bezüglich der Art der«Nervenendigung an oder innerhalb dieser elektro-
plasmatischen Platte wird das Vorhandensein netzförmiger Nerven-
endausbreitungen festgestellt.
Scott, A. (1). Faunistic notes. Liverpool, Trans. Biol. Soc. 21,
p. 191—198, pls. 1—5.
— (2). Notes on the food of young fishes. Liverpool, Trans. Biol.
Soe. 21, p. 199— 203, pls. 6—7.
— (3). Sea-fish hatching at Piel. Liverpool, Trans. Biol. Soc. 21,
p. 129—133.
Seoit, 6. &. Further notes on the regeneration of the fins ol
Fundulus heteroclitus. Biol. Bull. Woods Holl, Mass. 12. p. 385 —400.
Fundulus heteroclitus. Niedere Temperatur hemmt die Rege-
neration abgeschnittener Flossen. Die Schwanzflosse regeneriert
schneller als die Brustflossen: Anpassung der Regeneration an die
Funktion des Organs, bei jungen und bei gut genährten Exemplaren
ist sie ebenfalls rascher.
IV. Pisces für 1907. 63
Seott, T. Some observations on the food to the Herring. Glasgow,
Rep. Fish. Board, p. 260.
Seabra, A. F. Sur un cas teratologique observe chez Atherina
presbyter, Cuv. et Val. Bull. Soc. Portug. Sc. nat. Vol. 1. p. 29.
Seale, A.s. Evermann,B. W.u. A. Seale.
Seale, A.s. Jordan,D.S.u. A. Seale.
Seale, Alvin and Bean, Barton A. On a collection of fishes from
the Philippine islands, made by Maj. Edgar A. Mearns, surgeon. U. S.
Army, with descriptions of seven new species. Washington, D. ©.
Smithsonian Inst. U. S. Nation. Mus. Proc. 33, 1908 (November 21,
1907) p. 229—248.
Beschrieben werden Cypriniden: 1 neue Barbus, Mearnsella n. g.,
ln. sp., Polynemidae, Serranidae, Scarichthyidae, Scaridae, Labridae
je 1 n. sp., ferner mit einzelnen Angaben über Menge des Vorkommens,
Alter und Größe 124 Arten genannt.
Selaputin, 6. Zur Kenntnis des Skelets der Sıluriden. Der Schädel
von Clarıas. Russisch. Moskva, Trd. sravnit.-anatom. Inst. Univ.
1—5, p. 1-38. Vgl. Moskva, Zap. Univ. 22.
Senior, Harold D. (1). Teleosts with a Conus arteriosus having
more than one Row of Valves. American Journal Anat. Vol. 6. Anat.
Roc. Vol. 1. p. 88—84.
Pterothrissus gisu. Beschreibung des Conus arteriosus. Vergleiche
mit Amia, Albula, Megalops, Tarpon.
— (2). The conus arteriosus in Tarpon atlanticus (Cuvier u.
Valenciennes.) Biol. Bull. Woods Holl. Mass. 12, p. 146—151.
Unterschiede des Conus arteriosus bei Tarpon atlanticus von
jenem von Amia.
— (3). Note on the conus arteriosus of Megalops eyprinoides
(Broussonet). Biol. Bull. Woods Holl, Mass. 12, p. 378—379.
Beschreibung des Conus arteriosus von Megalops cyprinoides
und Vergleich mit jenem bei Tarpon und Albula.. Der Conus von
Chanos chanos.
Service, Robert. Seasonal Movements of Fishes in the Solway
Area. Trans. Journ. Proc. Dumfriessh. Galloway nat. Hist. antig.
Soc. Vol. 18. p. 149—152.
Simroth, Heinrich. Über die Verbreitung der Haifische. Leipzig,
Sitz. Ber. natf. Ges. 33. (1906) 1907, p. 11—25.
Die Haifische werden zum Prüfstein der Pendulationstheorie
gemacht und die Familien der ersteren, fossile und rezente, hinsichtlich
ihres Vorkommens charakterisiert. Die Squaliden halten der aller-
kritischsten Beachtung von dem Gesichtspunkt der Pendulations-
theorie aus vollkommen stand.
Smith, Bertram 6. (1). The life history and habits of Cryptobranchus
allegheniensis. Biol. Bull. Woods Hole 13. p. 5—39. 14 Figg.
— (2). The Habits and Life history of Cryptobranchus alle-
gheniensis. Science (2) 25. p. 784—85. — Vorläufige Mitteilung zu
Smith (1).
Snyder, John Otterbein. A review of the Mulidae, surmullets, or
64 IV. Pisces für 1907.
goat-fishes of the shores of Japan. Washington, D. ©. Smithsonian
Inst. U. S. Nation. Mus. Proc. 32, p. 87—102.
Pseudopeneus moana, ischyrus, spilurus, barberinus, indicus,
chrysopleuron, pleurospilos, Mulloides japonicus, Upeneus bensasi,
sulphureus, tragula, subvittatus.
Snyder, 3. ©.s. Jordan,D.S. und J.O.Snyder.
Srdinko, Otakar. OÖ vyvoji nadledviny u Lophobranchn. Prag,
Rozpr. Cesk& Ak. Frant. Jos. 16. p. 6. 1 Taf.
Über die Entwicklung der Nebenniere bei den Lophobranchiern.
Standfuss, Rich. Vergleichend histologische Studien an den
Malpighischen Körperchen der Niere der Wirbeltiere. Archiv Mikr.
Anat. Bd. 71. p. 116—128. Taf. 10.
Esox, Cyprinus, Tinca. Die Malpighischen Körperchen, ihre
Größe, Gestalt, feinere Struktur, Lagerung und ihr Verhalten zu den
Harnkanälchen.
Stansch, K. Poecilia caucana Steind., ein neuer lebendgebärender
Zahnkarpfen. Wochenschr. Aquar.-Terr.-Kunde Jahrg. 4. p. 155—154,
1 fig.
Neu bei Aquarienliebhabern eingeführt.
Starks, Edwin Chapin (1). On the Relationship of the Fishes of the
Family Siganidae. Biol. Bull. Woods Holl, Vol. 13, p. 211—218, 1 fig.
Die Siganiden bilden einen Seitenstamm der Acanthuriden in der
Richtung auf die Plectognathen.
— (2) s. Jordan, D. S. und E.C. Starks.
Starks, Edwin Chapin and Morris, Earl Leonard. The marine fishes
of southern California. Berkeley, Univ. Cal. Pub. Zool. 3, p. 159—251.
Pleuronectidae 1 n. sp.
Stead, D. &. (1). Chlamydoselachus in New South Wales. Zool.
Anz. Leipzig, 32, p. 305—304.
Chlamydoselachus anguineus Garman wurde für Neu-Süd-Wales
nachgewiesen. Fundorte. Größenangabe.
— (2). (Fauna of New South Wales.) Zool. Anz. Leipzig, 31,
p. 127.
Proceedings Linnean Society New South Wales. 26. Sept. 1806.
Für Neusüdwales werden Dasyates 2 nn.spp., Epinephelus, Genyo-
roge, Emmelychthys, Auxis, Gasterochisma, Bramichthys, Spheroides,
je I n.sp. genannt. — Germo germo Lacep. 1903 bei Port Mac-
quarie; Gefährlichkeit des Dasyasis sephen.
— (3). Note on a small collection of Fishes from Suwarow Island.
Sydney, p. 1—9, 2 pls. Canthigaster, Pomacentrus nn. spp.
— (4). Additions to the Fish Fauna of New South Wales (No. 1)
Sydney, p. 1—27, 6 pls.
Steche. Über leuchtende Oberflächenfische aus dem malayischen
Archipel. Verh. D. zool. Ges. Leipzig, 17, p. 85—93.
Photoblepharon (Sparus) palpebratus Bodd., Heterophthalmus
katoptron Blkr. Fam. Carangidae. Beschreibung beider Arten. Inten-
sität der Leuchtkraft. Leuchtorgan ist eine Drüse die in einer Grube
IV. Pisces für 1907. 65
des Orbitalringes gelegen ist. Bau derselben. Leuchtkraft des toten
Tieres.
Steindachner, F. (1). Fische aus Südarabien und Sokotra. Wien,
Denkschr. Ak. Wiss. 71, 1 Halbband, p. 123—168, 2 Taf.
154 Arten werden aufgezählt, teilweise unter kurzer Angabe der
Größe, der Farbe und des Vorkommens.
Salarias, Solea, Sciaena je 1, Gerres, Exocoetus, Labeo, Pseudo-
scarus 2 nn. spp., Isobuna n. g., Zusammenstellung der bisher von der
Süd- und Ostküste Arabiens bekannten 340 Fischarten.
— (2). Über Homopholis erlangeri (n. sp.) aus Abessinien,
Alestes sadleri Blgr. $ und Q aus dem Victoria Nyansa und Varico-
rhinus tornieri (n. sp.) aus Deutsch-Kamerun. Annalen Naturhist.
Hofmuseum Wien 21, 1906, p. 149—155.
Alestes sandleri, die bisher unbekannten Männchen sowie Weibchen
werden beschrieben, ebenso die genannten neuen Arten.
— (3). Über eine neue Arges-Art aus den Hohen Anden von
Cayendelet, Arges theresiae n. sp. Anz. Akad. Wiss. Wien math.-nat.
Kl. Jahrg. 44. p. 228—229.
Arges theresiae n. sp. steht A. chotae Regn., A. festae Blgr. u.
A. longifilis Stdr. in mancherlei Beziehung nahe. Beschreibung der
n.sp. Länge 7,5 cm.
Sterzi, @. Il sistema nervoso centrale dei Vertebrati. Ricerche
anatomiche ed embriologiche. Vol. 1. Ciclostomi Padova. 731 pgg.
194 Figg.
Das Centralnervensystem der Cyclostomen. Rückenmark, Hirn-
anlage; Archiencephalon u. seine Gliederung; Chorda; Cerebellum,
Hypophyse; Blutgefäße u. Lymphräume, Bindegewebe des Central-
nervensystems, Skelet, Gehirnkapsel, Rückenmark, die Meningen.
Lymphräume im Nervensystem.
Stieler, Paul. DBarilius neglectus n. sp. Bl. Aquarienkunde,
Magdeburg, 18, p. 168.
Stockard, Charles R. (1). The artificial production of a single
median cyclopean eye in the fish embryo by means of sea water solutions
of Magnesium Chloride. Arch. Entw. Mech. Leipzig, 23, p. 249—258,
8 Figg. Science N. S. Vol. 25. p. 783—784.
Fundulus. Die Eihaut ist sehr durchlässig für LiCl in frühen
Stadien, und für KCl, welches das Herz beeinflußt, beide wirken nach
Verlauf von 2 Stunden tötlich. Entwicklnug der Eier außerhalb
des Wassers auf feuchten Platten; rechtzeitig ins Wasser gebracht
liefern solche Eier lebensfähige Embryonen, anderenfalls verbraucht
der Embryo binnen 33 Tagen den vorhandenen Dotter u. stirbt.
Embryonen sind positiv heliotropisch u. negativ geotropisch. Trauben-
zuckerlösung mit destilliertem Wasser (Osmose) tötet die Embryonen,
solche mit Seewasser bringt sie zum Ausschlüpfen. Einfluß weiterer
verschiedener Reagentien auf junge und bereits entwickelteLarven.
Vgl. Stockard (3).
— (2). Observations on the natural history of Polyodon spathula.
American Naturalist Boston, Mass. 41, p. 753—766.
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. 11. H.1. (1Y.) 5
66 IV. Pisces für 1907.
Beschreibung, Größenangaben, Aufenthaltsorte und Lebens-
gewohnheiten, Nahrung, Laichen, Fangmethoden.
— (3). The influence of external factors, chemical and physical,
on the development of Fundulus heteroclitus. J. Exper. Zool. Baltimore.
Md. 4, p. 165—201. 17 Figg. Science N. 8. 25. p. 780—781 (Vorläufige
Mitteilung). Am. Ass. Adv. Se.
Fundulus. Entstehung von Cyclopie unter dem Einfluß vom
Mg Cl,-Lösungen und Mg Cl, + Na Cl-Lösungen. Vgl. Stockard (1).
— (4). The Embryonie History of the Lens in Bdellostoma
stouti in Relation to Recent Experiments. The American Journal of
Anatomy VI. 1906—07. p. 511—575.
Die Bildung der Linse ist direkt abhängig von der Berührung
der Augengrube mit dem Ektoderm. Diese Berührung ist notwendig,
um die Bildung der Linse einzuleiten. Sie muß eine dauernde sein.
Werden beide durch wucherndes Mesenchym getrennt, so degeneriert
die Linse. Auf die Umwandlung der Augenblase in den Augenbecher
ist die Linse ohne Einfluß.
— (5). The Influence of Osmotic Pressures. 6. Year Book Carnegie
Inst. Washington p. 119.
Hypertonische Lösungen sind schädlicher als hypotonische.
Stoll, A. A. Über Bastarde von Teleskopen und anderen
Varietäten des Goldfisches. Russisch. Naturfreund St. Peterburg, 2,
p- 391—400.
Stuekenberg, A. Die Fauna der oberkarbonischen Schicht des
Wolgadurchbruches. Russisch. Mem. Com. geolog. St. Peterburg,
N. Ser. 23, 1905, p. I-XIV + 1--110; deutsches Res. p. 111—114,
13 Taf.
Studer. La mortalitä degli Agoni (Alossa finta) nel lago Ceresio.
Acquicoltura lombarda, Milano, 4, 1902, p. 116.
Studnicka, FE K. Über einige Grundsubstanzgeweben. Anat.
Anz. Bd. 31, p. 497—522, 15 fig.
Raja, Torpedo, Scyllium; Gewebe der jungen Zahnpapille. Ammo-
coetes: Corium u. Schleimknorpel. Amphioxus und Lophius: Corium
u. subeutane Gallertschicht. Lophius u. Ophidium: Pericerebrales
Gewebe. Lophius u. Orthagoriscus: Gallert- und Hyalingewebe im
Skelet. Grundsubstanzen entstehen durch Umwandlung eines netzartig
gebauten Embryonalgewebes sowohl intercellulär als auch zwischen
Zellschichten. Sie entsprechen einem Exoplasma. Zellen fehlen entweder
stets im Grundsubstanzgewebe, oder sie treten später auf, oder früher
vorhandene Zellen gehen verloren, ohne das die Lebensfähigkeit des
Grundsubstanzgewebes beeinträchtigt wird.
Stürtz, F. Einige Beobachtungen über die Zucht exotischer Fische
in offenen Bassins. Russisch. Naturfreund, St. Peterburg, 2, p. 236
— 239.
Sullivan, Michael X. The physiology of the digestive tract of
Elasmobranchs. Washington, D. C. Dept. Comm. Lab. Bull. Bur.
Fish. 27, p. 1—27.
IV. Pisces für 1907. 67
Summer, Franeis B. Further Studies of the Physical and Chemical
Relations Between Fishes and their Surrounding Medium. Amer.
Journ. Physiol. Vol. 19. 1907 p. 61—96, 2 fig.
Fundulus heteroclitus, Umbra limi, Ameiurus sp., Cyprinus carpio
var. specularis, Tautoga onitis. Verschiedenheiten in den osmotischen
Erscheinungen bei verändertem Druck des Wassers, Gehalt desselben
an Salz, Zucker, die Giftigkeit gewisser Fische als Folge von Druck
und Salzgehalt, die Beziehungen der Kiemen zu Osmose und Diffusion
und ihre Änderungen sind zurückzuführen auf das wechselnde physio-
logische Verhalten der Fische.
Sundvik, 0. Über das Bindegewebe des Fischdarmes unter be-
sonderer Berücksichtigung von Oppels Stratum compsctum. Vor-
läufige Mitteilung. Anat. Anz. Jena, 30, p. 310—315.
Die Darmserosa ist eine mehr oder minder verdickte Membran,
welche im Trypsin unlösbar bleibt (Pleuronectes, Exocorus volans,
Muraena helena), das Stützgewebe der Tunica muscularis ist ein-
förmig. Das Stratum compactum der Mucosa ist bisher gefunden bei
Esox lucius, Trutta fario, Salmo hucho, Tinca vulgaris, Myxine glutinosa;
Charakteristik derselben. Eine einheitliche Abgrenzung des Begriffes
„Stratum compactum“ ist nicht aufrecht zu erhalten.
Suomalainen, E.E W. Cottus quadricornis löydetty Saimaan
vesistöstä. Helsingfors, Medd. Soc. Fauna et Fl. Fenn. 31, 1906, p. 64
—65; deutsches Referat 211.
Cottus quadricornis aus dem Gebiete des Saima-Sees.
Supino, F. (1). Il cranio dei Pesci. Roma 100 pagg. 40 Figg.
Schädel von Cyclostomen, Selachiern, Ganoiden, Dipnoern.
Interopereulum von Lepidosteus, Hypohyale von Amia und Lepi-
dosteus. Unter Bezugnahme auf seine von 1901—1906 veröffentlichten
Arbeiten werden die Teleostier ausführlich behandelt.
— (2). Osservazioni sul numero dei nervi oceipitospinali dei
Teleostei. Ricerche Lab. Anat. Roma Vol. 12. p. 253—256. 2 Fiegg.
Conger. Der Hypoglossus junger Larven besteht aus drei Nerven.
— (3). Össervazioni sopra icorpi postbranchiali dei Pesci. Ricerche
Lab. Anat. Roma. Vol. 12. p. 253—256. 2 Figg.
Die postbranchialen Körper der Leptocephalen Fischlarven
(Conger, Anguilla) liegen als kleine Bläschen zwischen Pharynx und
Pericard.
Surbeck, G. Die Besetzung bayerischer Seen mit Peipussee-
maränen. Allg. Fisch. Zeitg. Jahrg. 32. p. 35—37. — Referat
Fischerei-Zeitung Neudamm X. p. 105.
Es wird über die Besetzung der bayerischen Seen mit 15cm langen
Setzlingen von Coregonus maraena berichtet, welche in der Fisch-
zuchtanstalt Starnberg durch Erbrütung aus Rußland bezogener Eier
erhalten wurden.
Suvoro,. E. K. Eine Fahrt in das Gouv. Astrachan, nach dem
nördlichen Teil des Kaspischen Meeres und dem Bulak-See. Russisch.
Vest. rybopromysl. St. Peterburg, 22, p. 505—536.
5°
68 IV. Pisces für 1907.
Swenander, Gustaf. Über die Ernährung des Embryos der Lamna
cornubica (Zoologiska studier tillägn. T. Tullberg). Uppsala, p. 283
—288, 1 Taf.
Die Embryonen verlieren zeitig den Dottersack, besitzen einen
sehr voluminösen Magen. Die vielen Kapseln mit zahlreichen Eiern
werden von den wenigen zur Entwicklung gelangenden Embryonen
resorbiert.
Swinnerton, H. H. The Stickleback: Its Personal and Family
History. 54. Ann. Report and Transactions Nottingham Natural.
Soc. p. 34—40, 1 pl. — Spinachia.
Szily, Aurei von (1). Histiogenetische Untersuchungen. Teil 1.
Anat. Hefte. Wiesbaden. Abt. 1, 33, p. 227—313. Taf. 14—25.
Salmo fario, Salmo salar. Cleithrum und Supracleithrale der
knöchernen Flossenstrahlen werden aus einzelnen in das Bindegewebe
wandernden Ectodermzellen gebildet. Das Mesenchym ist nicht ein
Derivat des mittleren Keimblattes allein, sondern ein histologischer
Begriff.
— (2). Die einleitenden Vorgänge zur Bildung der knöchernen
Flossenstrahlen in der Schwanzflosse bei der Forelle, zugleich ein
Beitrag zur Phylogenese dieser Hartgebilde. Anat. Anz. Jena, 31,
p. 347—8364. 8 Figg.
Trutta. Bei der Bildung der knöchernen Flossenstrahlen der
Schwanzflosse entsteht in der Basalschicht der Epidermis eine
segmentierte Schmelzmembran, an welcher durch Verdichtung des
Mesoderms der Flossenstrahl auftritt. Cutiszellen drängen ihn von der
Kpidermis ab. Möglichkeit der Beteiligung der Epidermis an der
Bildung der Flossenstrahlen. Ahnlichkeit in der Entstehung der
Strahlen und der Placoidorgane; phylogenetische Bedeutung derselben.
Die früheren (vgl. Szily 1) Angaben über die Auswanderung von
Epithelzellen in das Bindegewebe werden zurückgezogen.
Terry, Robert 3. A neuroglia syncytium in Batrachus (Opsanus)
tau. Anat. Anz. Jena, 31, p. 27—30. — Feinerer Bau der Neuroglia.
Theunissen, W. F.s. Kappers,C.U.u. W.T.Theunissen.
Thilo, Otto (1). Das Schwinden der Schwimmblasen bei den
Schollen. Zool. Anz. Leipzig, 31, p. 393—406.
Die Pleuronectiden haben in vieler Beziehung Verwandschaft
zu den scomberartigen Hartflossern (Zeus). Beide stimmen im Bau
des Knochengerüstes und der Eingeweide überein und zwar bezüglich
des Kiemenkorbes, der sackartigen Erweiterung des Magens, der Lage
der Eingeweide und des Baues der Schwimmblase. Das Schwinden der
Schwimmblase wird durch die Lebensweise am Meeresboden und die
dort herrschenden Druckverhältnisse erklärt. Die Scholle wird vom
Oberflächenfisch zum Grundfisch. Technisches. Präpäration.
— (2). Luftdruckmesser im Tierreiche. Umschau, Frankfurt a. M.,
11, p. 544—548.
Bei Schwimmblasen mit hoher Gasspannung sind Vorrichtungen
vorhanden zur Wahrnehmung des Grades der Ausdehnung der Blase.
IV. Pisces für 1907. . 69
Die verschiedenartigen Verhältnisse bei Clupea (Gabelrohr), Misgurnus,
Cyprinus (Webersche Knöchelchen) werden beschrieben.
— (3). The Manometric Apparatus of Fishes. Nature’s Mechanical
Adaptations. Scient. Amer. Suppl. Vol. 64, p. 301—302, 7 fig.
Thompson, P. R. Some rare fishes caught locally. Newcastle,
Proc. Univ. Durham Phil. Soc. 3, 1906—7, p. 3—4.
Thumm, Johannes (1). Pyrrhulina brevis Steind. Natur u. Haus,
Stuttgart, 16, p. 49—51.
— (2). Tetrodon culeutia. Natur u. Haus Jahrg. 16, p. 18—22.
— (3). Poecilia mexicana Steindachner. Natur u. Haus Jahrg. 15
p- 369—371, 1 fig.
— (4). Geophagus taeniatus Steind. Natur u. Haus, Jahrg. 15
p- 337—340, 2 fig.
— (5). Acara coeruleo-punctata var. latifrons Steind. Kn. Natur
u. Haus, Jahrg. 15, p. 361—365, 1 fig.
Tichenko, S. Bericht über eine Fahrt nach Simbirsk im Frühjahr
1905 zwecks Befruchtung von Sterleteiern. Russisch. Kazani, Prot.
Obse. jest. 36—37, p. 1—4.
Todd, R. A. Second Report on the Food of Fishes (North Sea, 1904
—1905). Rep. North Sea Fish. Invest. Comm. 1904—1905, Pt. 1,
p. 49—163, 6 fig.
Tomaseill, Andrea. Alcune particolaritä dı struttura delle cellule
nervose dei ganglı spinali e cefalici di Ammocoetes branchialis e di
Petromyzon planeri. Anat. Anz. Jena. 30, p. 229—232.
Petromyzon: Die Fibrillen in den Spinalganglienzellen verlaufen
bündelförmig wie in den Achsenzylindern und bilden kein Netz. Ammo-
coetes: Kopfganglien mit zweierlei Zellen; die größeren ohne erkenn-
baren Verlauf der Fibrillen; die kleineren mit dicken, wenig geteilten
Fibrillen. Die Achsenzylinder sind arm an Fibrillen.
Traquair, R. H. (1). The Ganoid fishes of the British Carboniferous
formations. (Part 1 Palaeoniscidae. No. 3) London, Monogr. Palaeonto-
graphical Society 1907, 61, p. 87—106, Taf. 19—23.
Fortsetzung von 1901 (vgl. diesen Bericht für 1901 p. 48) Elo-
nichthys denticulatus, striatusus, Anhang zu Elonichthys (obliqus,
ornatus). Die Gattung Gonatodus, G. punctatus, macrolepis, par-
videns, Gattung Drydenius, D. insignis, molyneuxi. Gattung Gry-
phiolepis, G. striatus.
— (2). Report on fossil fishes collected by the geographical survey
of Scotland from shales exposed on the shore near Gullane, East
Lothian. Edinburgh, Trans. R. Soc. 46, p. 103—117, 2 pls.
Acanthodes, Rhizodus, Coelacanthus, Gonatodus, Elonichthys,
Rhadinichthys, Nematoptychius, Wardichthys. Beschreibung. Geo-
logische Schlußfolgerungen.
Tretjakoff, D. Die peripherische und centrale Endigung des Gehör-
nerven bei Ammocoetes und Petromyzon fluviatilis. Folia neuro-
biologica. Leipzig Bd. 1 p. 14—29, 2 Figg.
Tricht, B. van. Over den invloed der vinnen op den vorm van
het rompmyotoom. (On the influence of the fins upon the form of the
70 IV. Pisces für 1907.
trunk-myotome.) Amsterdam, Versl. Wis. Nat. Afd. K. Acad. Wet.
15, p. 874—878, 1 pl. (Dutch); Amsterdam, Proc. Sci. K. Acad. Wet. 9,
p. 814-818, 1 pl. (English). — Mustelus vulgaris. Differenzierung
der Flossenmuskulatur.
Usakov, B. Heilung der Fische von der Gyrodactylus-Plage.
Russisch. Naturfreund, St. Peterburg, 2, p. 400—402.
Vaillant, Leon (1). Poissons (de 1’) Expedition antarctique
francaise (1903—1905). Paris (Masson) 1907 p. 1—52.
Fam. Discobolidae: Careproctus n. sp.; Fam. Trachinidae: Noto-
thenia 6 nn. spp.; Champsocephalus n. sp. 1; Artedidraco n. g. mirus
n. sp.; Gadidae, Lycodidae; Trachinidae 6 n. subsp. 1 n. var.
— (2%). La fauna des Poissons de la region polaire antaretique
Paris, ©. R. cong. soc. sav. 1906, p. 168—170.
Vaney s. Chifflot u. Vaney.
Vaughan, Mervyn. Observations on the Flight of Flying Fishes.
Trans. Edinburgh Field Nat. mier. Soc. p. 406—410. Note by Beatrice
Sprague p. 410—411. (Flügelschlag.)
Veit, Otto. Über einige Besonderheiten am Primordialeranium
von Lepidosteus osseus. Anat. Hefte, Wiesbaden, Abt., 1, 33, p. 155
— 203.
Der Schädel eines 15 cm langen Exemplares wurde in Quer-
schnittserien zerlegt und das Cranium nach der Plattenmodellier-
methode rekonstruiert. Der erste Anstoß zur Rückbildung der Myotome
der Occipitalregion dürfte in einer verminderten Beweglichkeit der
Skeletteile gegeben sein. Das Auftreten des Interorbitalseptums
bei Notidaniden zwingt zur Annahme, daß der kielbasische Schädel
viel ursprünglicher ist, als meist angenommen wird; der tropibasische
Schädel ist neben den platybasischen zu stellen. Den doppelten Boden
der Occipitalregion ist von besonderer Bedeutung. Die Labyrinthorgane
zeigen eine beginnende Ausdehnung auf die Occipitalregion. Der Verlauf
des Glossopharyngeus durch die Ohrkapsel ist vielleicht primär. Das
Verhalten des Recessus dorsalis des Spritzlochkanals entspricht jenem
beiAmia. Der den Saccus vasculosus beherbergende Raum bei Lepidosteus
entspricht dem Augenmuskelkanal von Amia. Sein Dach ist ein in-
struktives Beispiel für die Entstehung eines Teiles eines Ersatzknochens
auf der Grundlage einer bindegewebigen Membran, die ontogenetisch
nicht mehr verknorpelt, aber doch phylogenetisch auf einen Teil des
Knorpelschädels zurückgeführt werden muß. Das Verhalten der Tri-
geminofacialiskammer im Verein mit dem Processus basipterygoideus
findet in der lateralen Nische des Augenmuskelkanals von Amia ihr
Analogon; weitere Vergleiche mit Teleostiern u. Selachiern.
Vincent, Sw. and Fl. D. Thompson (1). The Islets of Langerhans in
the Elasmobranch Fishes. (Proc. physiol. Soc.) Journ. Physiol. Cam-
bridge Vol. 35 p. 45—46. — Vorläufige Mitteilung.
— (2%). On the Relations between the ‚Islets of Langerhans“
and the zymogenous tubules of the Pancreas. Internat. Monatsschr.
Anatomie u. Physiologie 24. p. 61—102. Taf. 4, 5.
IV. Pisces für 1907. 7
Das leptochrome Gewebe entspricht den Langerhansschen Inseln;
daneben kommt ein bathychromes Gewebe vor. Das Verhältnis der
ersteren zu den gewöhnlichen Zymogenschläuchen. Veränderungen
der Drüse bei Inanition und Erschöpfung. Eine innere Sekretion der
Inseln ist wahrscheinlich.
Vineiguerra, D. Besana, 6. Burguieres, E. Genazzini. E. Gervasoni,T.
Relazione della commissione di inchiesta sulla pesca nel lago di Como.
Acquicoltura lombarda, Milano, 4, 1902, pas rini.
Volmerange. Repeuplement des cours d’eau en Salmonides. Boite-
filtre. Paris, Bul. soc. centr. aquicult. 17, 1905, p. 294—296.
Volz, W. Catalogue of the fishes of Sumatra. Batavia, Nat.
Tijdschr. 66, p. 35 —250.
847 Arten werden genannt und ihr geographisches Vorkommen
im einzelnen angegeben, 62 derselben kommen ausschließlich in
Sumatra vor. 437 sind Seefische, 225 Süßwasserfische, 80 kommen
im See- und Brackwasser vor; von 66 ist der Aufenthalt nicht mit
Sicherheit festgestellt. 31 Arten gehen von Süßwasser in die Fluß-
mündungen u. Buchten, 9 wurden ausschließlich in diesen gefunden,
sie wandern also weder in die See noch in das Süßwasser.
Voronkov, N.V.s..Chmelevskij,C.V. u.N.V.Voronkov.
Vutskits, György. Halfaunänk egy uj koresa. Allatt. Közlem.
Budapest, 6, p. 120—128, Taf. 10.
Ein neuer Fischbastard der ungarischen Fauna.
Waite, Edgar R. (1). The generic name Crepidogaster. Sydney,
N. 8. W. Rec. Austr. Mus. 6, p. 315.
Aspasmogaster n.g. für Crepido- gaster Gthr.
— (2). A basic list of the fishes of New Zealand. Christchurch,
N. Z. Rec. Canterbury Mus. 1, p. 1—55.
Wallace, William. Report on the Age and Growt-rate of Plaice in
the Southern North Sea, as Determined by the Investigation of Otoliths.
Rep. North Sea Fish Invest. Comm. 1904—05 Pt. 1, p. 1-47, 5 pls.,
13 fie.
Wallenberg, Adolf (1). Beiträge zur Kenntnis des Gehirns der
Teleostier und Selachier. L. Edinger gewidmet. Anat. Anz. Jena, 31,
p- 369—399. \
Cyprinus auratus, Tinca vulgaris, Trutta fario, Esox, Exocoetus,
Lophius piscatorius, Scyllium catulus, Torpedo marmorata. Die Er-
gebnisse der Untersuchung über sensible Hirnnerven und ihre End-
kerne werden geschildert, eigenartige Befunde an Augenmuskelkernen
der Selachier angeschlossen, worauf die Beschreibung der sekundären
sensiblen Bahnen bei Teleostiern und Selachiern folgt und zum Schluß
einige aus dem Vorder-, Zwischen- und Mittelhirn stammende Faser-
züge behandelt werden.
— (2). Neue Beiträge zur Anatomie des Gehirns der Teleostier
und Selachier. 14. Vers. norddeutsch. Ver. Psychiatr. Neurol. Danzig.
Alle. Zeitschr. Psychiatr. Bd. 64, p. 715—716.
Degenerationsresultate nach experimentellen Läsionen der Zentral-
organe vermittelst der Marchi-Methode bei Cyprinus auratus, Tinca
72 IV. Pisces für 1907.
vulgaris, Sceyllium catulus, Torpedo marmorata. — Weigert-Studien
bei "Forelle, Hecht, Lophius piscatorius, Exocoetus, Torpedo, Car-
charius.
Wallinger, W. A. Estuary fishing, some remarks on its decadence,
as an industry, in the Konkan, Western India. Bombay, Nat. Hist.
Soc. 17, No. 3, p. 620—636.
Walter, E. Die Laichzeit der Regenbogenforelle und Bemerkungen
zur Laichzeit der Forellen überhaupt. Fischerei-Zeitung Neudamm
10, p. 69—72 u. 85—89.
Walton, L. B. The Relation of Variability to Food Supply as
Illustrated by the Withe Daisy, Chrysanthemum leucanthemum L.
and the Yellow Perch, Perca flavescens Mitch. Amer. Ass. Adv. Sec.
Science N. S. Vol. 25, p. 728.
Perca flavescens im Erie-See gefangen, teils an 1 Stellen mit reicher
Nahrung, teils dort, wo Mangel herrschte. Der Index der Variabilität
zeigte keine auffallende Verschiedenheit.
Wanke. Zur Kieserbrütung. Allg. Fisch.-Ztg. Jahrg. 32, p. 472
—474.
Die Angaben Heins (s. oben) werden auf Grund eigener in größerem
Umfang angestellter Versuche bestätigt.
Ward, David Perkins ss Eigenmann, ©. H.u. D. Ward.
Weber, A. Recherches sur quelques stades du developpement
du coeur des Lophobranches. Bibliogr. anat. Nancy, 15, 1906, p. 266
—287.
Weber, M. (1). Süßwasserfische von Neu-Guinea; ein Beitrag
zur Frage nach dem früheren Zusammenhang von Neu-Guinea und
Australien. In:-Nova Guinea, Vol. 5. Zoologie, Lieferung 2, Leiden,
1908.
Blenniüidae 1, Gobiidae, 6, Pleuronectidae 3, Serranidae 3 n. sp.,
Atherinidae 9 n. sp. In. g. (Glossolepis), Scomberesocidae 1, Syngna-
thidae 1, Siluridae 2 nn. spp.
— (2). On the fresh-water fishfauna of New Guinea. Amsterdam,
Kon. Ak. Wet. p. 1—4. Vergl. Weber (1, 3).
— (3). De vischfauna van Nieuw-Guinea. Versl. wis. nat. Afd.
Acad. Wet. Amsterdam D. 15, p. 368—372. — On the Fresh-Water
Fish Fauna of New-Guinea. Proc. Sect. Sc. Acad. Wet. Amsterdam
Vol. 9, p. 462—465.
Pseudomugil, Rhombatractus, Melanotaenia, Eumeda, Lambertia,
Glossolepis, Apogon, Hemipimelodus. Zusammenhang der Fisch-
arten Neu-Guineas mit der Fischfauna von Australien.
— (4). Eine zoogeographische Prophezeiung. Zool. Anz. Leipzig,
32, p. 401-404.
„Tiergeographische Überlegung führte mich dazu, die Erwartung
auszusprechen, daß Vertreter der Melanotaeniinen auch auf den Aru-
inseln vorkommen werden“. Diese Erwartung wurde durch Nachweis
von Rhombatractus patoti n. sp. auf den genannten Inseln be-
stätigt.
IV. Pisces für 1907. 73
Weiss, F. Untersuchungen über die Bildung des Lachsprotamins.
Zeitschr. physiol. Chem. Bd. 52, p. 107—120.
Genaue Bestimmungen des Argininvorrats der Muskelsubstanz
eines rheinaufwärts wandernden Lachses, sowie des Prozentgehalts
des Muskeleiweißes an Arginin bestätigen die Folgerungen Kossels
und führen zu dem Schluß, daß die Protaminbildung im Hoden des
Lachses auf eine ‚Reduktion‘ (im biologischen nicht im chemischen
Sinn) des Muskeleiweißes zurückzuführen ist. Neben Arginin wurden
gleichzeitig Histidin und Lysin bestimmt.
Weissenberg, Rich. Über die quergestreiften Zellen der Thymus.
Archiv Mikroskop. Anatomie 70. p. 193—226. Taf. 12.
Bei Selachiern (Embryonen von Seyllium canicula Cuv. von 5
und 6 cm Länge) ließ sich das Hineingeraten ausgebildeter quer-
gestreifter Muskelfasern in die bindegewebigen Scheidewände zwischen
den Thymus lobuli infolge eines Durchwachsungsprozesses von
Muskulatur und Thymusläppchen aufs deutlichste nachweisen und
bei einem jungen Postembryonalstadium von Seylilum stellare (L.)
Günth. konnten im Inneren des Thymus in die Bindegewebssepten
eingeschlossene quergestreifte Muskelfasern beobachtet werden.
Wellburn, E. D. A list of the fossil fishes of the carboniferous
rocks of Yorkshire, with their distribution. Proceedings Yorkshire
Geological Society 16, p. 198—204.
Werner, F. Ergebnisse der mit Subvention aus der Erbschaft
Treitl unternommenen zoologischen Forschungsreise nach dem
ägyptischen Sudan und Nord-Uganda. 5. Beiträge zur Kenntnis der
Fischfauna des Nils. Wien, Sitz. Ber. Ak. Wiss. 115, 1906, I. 2. Band
CXV. Heft 7 p. 1097—1158, 4 Tafeln.
Aufzählung der Arten, Übersicht ihrer Verbreitung in Afrika.
Morphologische, biologische Angaben über Arten von Polypterus,
Protopterus, Mormyridae, Notopteridae, Osteoglossidae, Characinidae,
Cyprinidae, Siluridae, Cyprinodontidae, Ophiocephalidae, Anabantidae,
Serranidae, Cichlidae, Bemerkungen über Lebensweise und Nahrung
der Fische des Nilstromgebietes. Kiemenfilterapparat.
Westerlund, A. Studien über die Atembewegungen der Karausche
mit besonderer Rücksicht auf den verschiedenen Gasgehalt des Atem-
wassers. Skandinavisches Archiv Physiologie (Leipzig) 18, 1906,
p- 263—280.
Die Frage des nervösen Atmungsmechanismus der Fische wird
durch das Studium der Atembewegung unter dem Einfluß ver-
schiedener Faktoren, nämlich des Sauerstoff- und des Kohlensäure-
gehaltes des Respirationswassers beantwortet. Die Atmung der
Karausche gehorcht denselben Gesetzen, wie die der homoiothermischen
luftatmenden Tieren, im Gegensatz zu Schoenlein-Willem und Bethe.
Unterschiede in der Atmung der Karausche und der Selachier liegen
bezüglich obiger Frage nicht vor.
Wetzel, ©. Die Entwicklung des Ovarialeies u. des Embryos
chemisch untersucht mit Berücksichtigung der gleichzeitigen mor-
phologischen Veränderungen. 2. Die chemische Zusammensetzung
74 IV. Pisces für 1907.
der Eier des Seeigels, der Seespinne, des Tintenfisches und des Hunds-
haies. Archiv f. Anatomie u. Physiologie, Physiol. Abt. p. 507—542.
Scyllium canicula.
Widakowich, Viktor (1). Über eine Verschlußvorrichtung im Ei-
leiter von Squalus acanthias. Zool. Anz. Leipzig, 31, p. 636—643.
Der Uterusabschnitt kann durch eine besondere Vorrichtung
abgeschlossen werden, welche in der Morphologie der Mucosa und des
Muscularis longitudinalis begründet ist.
— (2%). Über den Uterus von Squalus acanthias. Bemerkungen
zur Entwicklungsgeschichte der Haie. Zeitschr. wiss. Zool. Leipzig,
88, p. 499—544, 2 Taf.
Nach dem Verhältnis der Uterusinnenfläche, zur Eioberfläche
gehört Squalus acanthias zur 2. Gruppe der Ercolanischen Ent-
wicklungsskala der Placenta. Die Papillen der Uterus-Mucosa kommen
durch häutige Umfassung der gewunden verlaufenden Randarterien
zustande. Zwischen der Dauer der Gravidität und der Länge der Pa-
pillen besteht keinerlei Beziehung. Das Papillenepithel ist dem der
Harnblase vergleichbar. Es wird stellenweise abgestoßen und bis zur
nächsten Gravidität regeneriert. Der Uterus wird von zwei Gefäß-
stämmen, einem organotrophischen und einem embryotrophischen mit
Blut versorgt. Besondere Venentaschen schützen die Uterusarterien
vor Compression während der Eipassage. Die Hüllen der Uteruseier.
Die Nidamentalorgane bestehen aus sekretliefernden und sekret-
formenden Teilen, sie sind bei S. rudimentär im Vergleich zu jenen
der Eier legenden Arten. Der obere Abschnitt des Oviduktes hat be-
sondere sekretbereitende Zellen. Die Schwankungen im Eigewicht
sind beträchtlich. Die Gewichtszunahme des Embryo im Laufe der
Entwicklung beträgt 40 %, des Eigewichtes. Plagiostomen mit
komplizierter Uterusmucosa führen den Föten mehr Nährmaterial zu
als solche mit weniger komplizierter Mucosa.
Wilder, Bnrt @. Some Little-known Shark Brains, with Suggestions
as to Methods. Amer. Ass. Adv. Sc. Science N. S. Vol. 25. p. 733.
Cestracion, Pristiophorus, Squalus, Scymnorhinus, Sphyrna. Gehirn,
Verwandtschaft, System, Methoden der Untersuchung.
Wilson, A. W. 6. Chubs’ nests. The American Naturalist, Boston
1907, p. 323—327.
Allgemeine Charakteristik der Steinhaufen, deren Erbauer vom
Volk „Awadosi‘ oder „Chub‘ genannt werden; Semnotilus corporalis
Mitchell.
Witeaves, F. 3. Illustrations of Devonian Rocks of Canada. Part. 3.
Supplementary Notes. Trans. R. Soc. Canada (3) Vol.1 Sect. 4,
p- 245—266, 4 pls.
Wolff, Max. Bemerkungen »zur Morphologie und zur Genese
des Amphioxus-Rückenmarkes. Biol. Centralbl. Bd. 27 p. 186—192,
196— 212, 225—232, 6 fig.
Die graue Substanz des Amphioxus-Rückenmarkes. Der Edingersche
neue Hirnnerv. Wachstumserscheinungen im Amphioxus-Rücken-
mark. Eine Schlundringtheorie des Rückenmarks.
IV. Pisces für 1907. 75
Woodland, W. On the Anatomie of Centrophorus calceus (crepi-
dalbus Bocage u. Capello) Gthr. Proc. Z. Soc. London f. 1906 p. 885
—886, F. 127—138, T. 57—62. — Milz.
Woodward, Arthus Smith (1). The fossil fishes of the Enelish
Chalk. Pt. 3. London, Monogr. Palaeont. Soc. 61, p. 97—128, pls. 21
—26.
Ichthyodectes, Protheus, Saurodon, Plethodus, Elops, Osmeroides,
Dinelops, Pachyrhizodus.
— (2). On a new Leptolepid fish from the Weald Clay of South-
water Sussex. Ann. Mag. Nat. Hist. London, 20, p. 3—95, pl. 1.
Leptolepis valdensis n. sp.
— (3). Upper cretaceous fish-remains from the Provinces of
Sergipe and Pernambuco, Brazil. The Geological Magazine London,
N. S. 4, 1907, p. 193—197, Taf. 7.
Euchodus subaequilateralis Cope, Palaeobalistum flabellatum
Cope, Apocopodon sericeus Cope, Rhinoptera prisca n.sp., Lamna
serra Woodw., L. appendiculata Agass., Scapanorhynchus subulatus
Ag., Corax pristodontus Ag. aus der Kreide Brasiliens.
— (4). Notes on some Upper Cretaceous Fish Remains from the
Provinces of Sergipe and Pernambuco, Brazil. Geol. Mag. N. S. (5)
Vol. 4, p. 193—197, 1 Taf.: Rhinoptera prisca n. sp.
— (5)s. Mawsoy, J. u. A. Woodward.
Wright, Albert Hazen. A graphic method of correlating fish
environment and distribution. American Naturalist Boston, Mass.
41, p. 351—354. — Versuch einer graphischen Darstellung.
Zacharias, Otto. Una voce dall’ Italia sui rapporti tra la Scienza
e la Pesca. Acquicoltura lombarda, Milano, 6, 1904, p. 319—326.
Ziegler, H. E. Skelet der Knorpelfische (Selachier, Elasmobranchier)
Zoolog. Wandtafeln, hrsg. v. Carl Chun. Serie 2, Taf. 13. 200 + 140 em.
Text (6 8.) in 4°. Berlin (Th. G. Fischer u. Co.), 1907. 12 M., auf-
gezogen mit Stäben 16 M.
Zimmermann, E.R. (1). Zu dem massenhaften Absterben von
Fischbrut in den Neckarzeilen und Rheinsporen usw. Allg. Fisch.-
Zeitg. Jahrg. 32. p. 496—498. — Winke zur Abwehr.
— (2). Beobachtungen bei der Aufzucht des Chanchito (Heros
facetus). Wochenschr. Aquar.-Terrar.-Kunde, Jahrg. 4, p. 13—15,
29—31, 1 fig.
Zolotnisky, N. 1 costumi di un pesce viviparo (Girardinus decem-
maculatus). Riassunto. Acquicoltura lombarda, Milano, 5, 1903,
p- 169—171.
Zuk, Vladimir. Ammocoetes. Der Bau der Neunaugenlarve.
Russisch. Trav. laborat. zool. 17, St. Peterburg, = Trav. Soc. nat.
36, 4, p. 1-36, Taf. 1—4.
Zograf, 3. N.s. Chmelevskij, C. V. u. J. N. Zograf.
— Der Preßluftstab. Alle. Fisch.-Zeitung. Jahrg. 32, p. 143
—144.
Beschreibung einer neuen Methode zur Versorgung des Wassers
der Fischtransportgefäße mit frischer Luft.
76 IV. Pisces für 1907.
.. . Die Fischzuchtanstalten der Schweiz. IV. Anstalt St.Maria
in Promenthoux bei Nyon. Schweiz. Fisch.-Ztg. Jahrg. 15, p. 283
— 2%.
. ... Eine badische Forellenzuchtanstalt. Die Forellenzucht-
anstalt Überlingen. Schweiz. Fisch.-Zeitg. Jahrg. 15, p. 205—208,
4 fig.
; Unterscheidungsmerkmale der Eier und der Alevins resp.
der Dottersackbrut, von Blaufelchen (Coregonus wartmanni Bloch)
und Gangfisch (Coregonus macrophthalmus Nüsslin). Schweiz. Fisch.-
Zeitg. Jahrg. 15. p. 210—212.
Ein kurzes Referat über Nüsslins Arbeiten der letzten Jahre.
II. Übersicht nach dem Stoff.
Ontogenie, Histogenie, Organogenie.
Eireifung, Amphioxus, Petromyzon, Sceyllium, Pristiurus, Trigla: Marechal
— Eientwicklung, Dauer: Moequard. — Chromatinreifung, Spinax, Myxine:
Schreiner, A. u. K. Schreiner. — Teleostier: Assheten. — Dotterkern, Eier,
Pleuronectes: Franz. — Erste Furchung, Acipenser: Tiehenko. — Mesoblast,
Amphioxus: Legros. — Grundsubstanzgewebe, Selachier, Amphioxus: Studnicka.
- — Mesodermbildung, Lepidosiren, Protopterus: Agar. — Kopfmesoderm, Cera-
todus: Greil. — Cycelopie, Fundulus: Stockard (3). — Ei, Reaktion auf Salze,
Fundulus: Stockard (1). — Flossen, Regeneration, Fundulus: Scott, 6. 6. — Ei,
Wundheilung, Necturus: Eyeleshymer. — Övarialei, Embryo, Chemie, che-
mische Zusammensetzung, Scyllium,: Wetzel. — Schwanz, Regeneration, Syn-
gnathus: Duncker. — Muskelfasern, Regeneration, Barbus, Tinca, Perca:
Sehmineke. — Regeneration, Cyprinus: Nusbaum (1), Neumeyer. — Doppel-
bildung, Trutta: Moser. — 'Spermatophoren, Glaridichthys: Philippi. —
Embryonen, Larven, Knochenfische: Anderson. — Embryo, Entwicklung,
Protopterus, Polypterus: Budgett (3). — Embryo: Ernährung, Lamna: Swe-
nander. — Gastrulation, Teleostier: Boeke (1). — Petromyzon: Matta. — Späte
Larvenstadien, Trachinus: Boeke (3). — Flossenstrahlen, Salmo: Szily (1,2). —
Hyperopisus; Assheton (2). — Süßwasserfische: Browne. — Gadidae: Schmidt
(?2). — Vipivare Fische: Emeljanenko. — Larven, Entwicklung, Argentina,
Mallotus: Schmidt, J. (1). — Entwicklung, Polypterus: Kerr (1, 2), Budgeit (4).
— Holocephalia: Dean (1). — Plexus cervicalis, Acipenser: Ostroumoff. —
Chorda, Histogenese, Trutta, Acanthias: Henneguy. — Ernährung, Embryonen,
Lamna; Swenander. — Embryotrophe, Lophobranchier: Koster (2). Te Rene
Acerina, Lucioperca, Cottus: Kammerer. — Flossen, Ursprung: Osburn (1, 2, 3).
— Flossenstrahlen, Cleithrum, Mesenchym: Szily (1, 2). — Embryonen, Fönulds:
Packard. — Copula, Garidichthys: Philippi. — Spermatophoren, Garidichthys:
Philippi. — Genitalzellen, Wanderung, Salmo: Fedorow. — Ovarialeier, Arius:
Pellegrin (7). — Kopfnerven, Entstehung, Salmo: Barbieri. — Trochlearis,
Selachier: Dohrn. — Nervensystem, Histogenese, Torpedo, Sceyllium, Salmo:
Paton. — Kopfnerven, Salmo: Barbieri, €. (1). — Selachier: Pighini. —
Autonomes Nervensystem, Torpedo: Froriep. — Flossenmuskulatur, Ent-
stehung, Mustelus: v. Trieht. — Kopfmesoderm, Ceratodus: Greil. — Kopf-
IV. Pisces für 1907. 17
segmentation, Selachier: Dohrn. — Kopfnerven, Teleostier: Barbieri (2).
— Darmkanal, Salmo, Entwicklung: Egounofi (1, 2). — Herzbewegung,
Embryo, Salmo: Torpedo: Paten. — Primordialeranium, Lepidosteus: Veit.
— Herz, Entwicklung, Lophobranchier: Weber, A. — Niere: Andige. —
Lymphorenales Gewebe, Anguilla, Seillium: €iaeeio. — Forellenbrut:
Hein (1—6). — Rüudimentäres Amnion: Evant. — Incubationsdauer der Eier:
Moequard. — Seitenlinie, Entwicklung, Amia: Beekwith, — Schwimm-
blase, Lophobranchier: Weber. — Nebenniere, Lophobranchier: Srdinko. — Ur-
nierenfalte, Selachier: Bertelli. — Neuroglia, Petromyzon: Bonome. — Diaphragma
dorsale, Spinax: Brachet. — Amphioxus, Rückenmark: Wolff. — Zwillinge,
Girardinus: Emeljanenko (2). — Chorda dorsalis, Trutta: Henneguy. — Mus-
kulatur, Necturus: Me Gill (1). — Nerven, Gefäße, Entwicklung: Ostroumoii
(1,2,3). — Linse, Entstehung: Stockard (4,6). — Postbranchiale Körper:
Supino (3). — Flossenmuskulatur, Mustelus: Trieht. — Langerhanssche Inseln,
Elasmobranchier: Vineent u. Thompson (1, 2). — Haie, Entwicklungsgeschichte:
Widacowieh (2). — Lederhaut, Cyeloidschuppen, Knochenfische: Nusbaum (2).
Histologie, Anatomie, Morphologie.
Einführung: Miranda-Ribeiro. — Neunaugenlarve: Zuck. — Eier, Unter-
scheidung, Coregonus: Anonymus. — Kopfmesoderm, Brustflossen, Lepidosiren,
Protopterus: Agar. — Paarige Flossen, Selachier: Osborn (2, 3). — Entwicklung,
Polypterus: Kerr (1). — Grundsubstanzgewebe: Studnieka. — Knochengewebe,
Placodermen: Gebhardt. — Flossenstrahlen, Salmo: Szily (1, 2). — Rückenmark,
Myliobatis: Schackerl. — Gehirn, Histologie, Cyclostomen: Sterzi. — Haie: Wilder.
— Amia, Lepidosteus: Kappers. — Chimaera: Levi. — Vorderhirn, Petromyzon:
Kappers u. Thennissen. — Hypophyse, Petromyzon, Torpodo, Seyllium, Chryso-
phrys, Mugil, Esox: Gentes. — Ganglienzellen, Neurofibrillen, Amphioxus:
Boeke (4). — Selachier: Schnaudigel. — Petromyzon, Ammocoetes: Tomaselli.
— Muskelfasern, Myxine: Cole, F. J. — Bindegewebe, Darm, Platessa, Muraena,
Exocorus: Sundvik. — Lymphorenales Gewebe, Anguilla, Sceyllium: Ciaceio. —
Lymphnetz, Niere, Abramis, Cyprinue: Policard u. Mawas. — Thymus, quer-
gestreifte Zellen, Selachier: Weisenberg. — Neophrophagocyten, Herz, Niere:
Cu&enot (2). — Anatomie, Ammocoetes: Zuek. — Comephoriden: Korotneff. — Mal-
pighische Körper, Esox, Cyprinus, Tinca: Standfuß. — Niere, IymphoidesGewebe:
Policard u. Mawas. — Eingeweide, Chlamydoselachus: Hawkes. — Ganglienzellen,
Detabildungen, Lophius; Antoni. — Lobus electricus, Torpedo: Menel (2). —
Centralnervensystem, Selachier: Burekhardt. — Nervenwurzeln, Acanthias: De-
beyre. — Parapinealorgan, Geotria: Dendy (1,2, 3). — Bau der Sehbahnen, Pleuro-
nectes: Messing. — Riechepithelien: Kolmer. — Nerven der Mundschleimhaut,
des Kiemenapparates: Fusari (1,2). — Normales und abnormales Fischblut:
Hoifmeyer. — Bauchspeicheldrüse, Box: Areangeli. — Magenschleimhaut, Centro-
phorus: Kolster (1). — Darmepithel, Cobitis: Lupu. — Diaphragma dorsale Spinax:
Brachet. — Centrophorus, Anatomie: Woodland. — Skelet, Knorpelfische:
Ziegler. — Selache maxima: Carrueio. — Primordialeranium, Lepidosteus: Veit.
— Gehirn, Teleostier, Selachier: Wallenberg (1, 2). — Morphologie, Batrachoiden,
Trachiniden, Uranoscopiden: Gill (6). — Schuppen, Histologie, Teleostier: Hase.
— Organisation, Pyknodonten: Hennig (1). — Blut, normal und anormal:
78 IV. Pisces für 1907.
Hoifmeyer. — Pholidosteus, Placodermen, Körperform: Jaekel. — Morphologie,
Hybodus: Koken. — Fundulus, sexueller Dimorphismus: Newman. — Jugend-
stadien, Coregonus: Nüsslin (f). — Histologie, monströse Cyprinus: Nusbaum
(1). — Hautdecke, Histologie: Nusbaum (2%). — Teleostier,Gasdrüse, Histo-
logie: Nusbaum (3). — Plehn. — Reighard.
Phylogenie.
Chimaera: Dean (1). — Arthrodira: Dean (2). — Acanthodes: Dean (3). —
Altpalaeozoische Fische: Abel. — Variabilität, Lophius: Pietschmann.— Varietäten-
bildung, Carassius: Stoll. — Acanthodidae: Dean (3). — Holocephala: Dean (1).
— Zentralnervensystem, Seymnus: Burckhardt. — Divergenz u. Convergenz:
Eigenmann (4). — Flossen: Osburn. — Knochenfische: Gregory. — Genealogie,
Siluriden: Kaskorov. — Knochenfische: Assheton (1, 3). — Selachier: Bender
(1), Bertelli. — Variation, Heimat: Borcea (2). — Sterolepis: Boulenger (8). —
Heterognathus: Eigenmann (3). — Färbung u. Auslese: Laloy. — Squalidae:
Wilder. — Ptychodonten: Dollo (2). — Auge, Pleuronectiden, Lamarkismus:
Hawkes. — Siganidae: Starks.
System und Nomenklatur.
Pedieulati: Ogilby (2). — Rhynchodontidae, Belonostomus, Aspidorhynchus:
Assmann. — Pygosteidae: Berg (12%). — Afrikan. Barbus: Boulenger (13). — Mene:
Cramer. — Prymnothomus: Dollo (1). — Poeciliidae: Eigenmann (2). — Hetero-
gnathi: Fowler (2). — Percoidae: Fowler (3). — Serranidae: Fowler (4). — Cypri-
niden: Gill (1). — Kuhlia: Gill (2). — Histiopteridae, Teleostier: Gregory. —
Tephritis, Velifraeta: Jordan (3). — Gerridae: Jordan (4). — Otohime: Jordan
u. Starks (2). — Scomber: v. Kampen (1). — Mormyriden: Pappenheim (1). —
Ptychochromis: Pellegrin (5). — Torpedo: Poche: — Velifer: Regan (3). —
Allotriognathi: Regan (4). — Messen der Fische: Samter. — Crepidogaster:
Waite (1).
Haut.
Haut, Ammocoetes: Zuck. — Silberglanz der Haut: Franz, Kapelkin. —
Lederhaut, Knochenfische: Nusbaum (1). — Schuppe, Bau derselben: Hase. —
Salmo irideus: Nusbaum, J. (2). — Scopelidae: Cohn (1). — Hering: Dahl. —
Salmo: Johnstone. — Pleuroneetes: Maier. — Hautzellen, Drüsen, Callichthys,
Loricaria, Plecostomus: Rauther (2). — Stirnhöcker, Ptychochromis: Pellegrin
(6). — Haftorgane, Polypterus: Kerr (1). — Subeutane Gefäße, Polyodon, Le-
pidosteus: Allen. — Acanthodes: Dean (3). — Schuppen, Pigment, Scor-
paenidae: Jaquet (3).
Skelet.
Im allgemeinen: Knochengewebe, Placodermen: Gebhardt. — Placo-
dermen: Jaekel. — Allotriognathi: Regan (4). — Ammocoetes: Zuek. — Ano-
malien: Freund. — Cataphracti: Berg. — Siluridae: Kaskarow. — Selachier,
Elasmobranchier: Ziegler. — Myxinoiden: Ayers u. Jackson.
HautskeletundZähne: Panzer, Placodermen: Gebhardt. — Pholi-
dosteus: Jaekel. — Zähne, Chlamydoselachus: Hawkes (2). — Arthrodira: East-
IV. Pisces für 1907. 79
man. — Acanthodes: Dean (3). — Chimaera: Dean (I). — Scorpaeniden:
Jaquet (3).
Achsenskelet, Wirbelsäule, Rippen: Schulter-- und
Beckenknochen, Aspidorhynchus: Assmann. — Chorda, Myxinoiden: Sterzi. —
Chorda, Trutta: Henneguy. — Hypochorda, Polypterus: Kerr. — Chorda,
Histogenese, Trutta, Acanthias: Henneguy. — Flossenstrahlen: Szily (1, 2).
Schädel und Visceralskelet: Aspidorhynchus: Assmann.
— Schädel, Cycelostomen, Selachier, Ganoiden, Dipnoer: Supino (1). — Schädel,
Clarias: Selaputin. — Schädel, mail-cheeked fishes: Allis. — Polypterus: Budgett
(3). — Allotriognathi: Regan. — Campylomormyrus: Pappenheim (3). — Chimaera:
Dean (1). — Centrophorus: Woodland. — Primordialeranium: Lepidosteus: Veit.
— Unterkiefer, Arthrodira, Mylostoma: Eastman (1), Dean (2). — Mentale,
Selachier, Ganoiden, Acanthopteri: v. Bardeleben.
Gliedmaßen: Pholidosteus, Placodermen: Jaekel. — Polypterus:
Kerr (1). — Dipnoer: Agar. — Acanthodes: Dean (3). — Schultergürtel, Aci-
penseridae: Meißner. — Flossen, Regeneration, Fundulus: Seott. — Flossen,
eigentümliche Bildung, Süßwasserfische: Brüning. — Flossen, Pimelodus: Eigen-
mann u. Bean.
Muskeln, Bänder, Gelenke.
Muskulatur, Myxinoiden: Ayers u. Jackson. — Muskeln, Hering: Milroy (1).
— Glatte Muskulatur, Necturus: Me Gill (1,2). — Muskulatur, Ammocoetes:
Zucek. — Flossenmuskulatur, Mustelus: v. Trieht. — Brustmuskeln, Exocoetus:
Duniord. — Muskelfasern, Myxine: Cole. — Herzmuskeln, Seyllium, Salmo:
Keith u. Flack. — Augenmuskeln, Protopterus: Agar. — Musculus trapezius:
Meißner. — Muskeln, elektrisches Organ, Torpedo: Baglioni (1). — Zunge,
Teleostier: Chaine, — Lampetra: Gracianow. — Muskeln der Kiemengegend:
Borcea. — Mandibular- und Pharyngealmuskeln, Acanthias, Raja: Marion.
Elektrisches Organ.
Schultze, ©. — Torpedo: Cavalie (1, 2). — Chemie desselben: Baglioni (1).
Nervensystem.
Allgemeines: Histogenese, Reaktion auf Reize, Pristiurus, Scyllium,
Forpedo, Salmo: Paton.
Hirn und Rückenmark, Parietalregion: Vorderhirn:
Kappers u. Theunissen. — Polypterus: Kerr (tl). — Rückenmark, Prionotus:
Herrick (2). — Ganglienzellen, Neurofibrillen, Amphioxus: Boeke (4). — Ganglien-
zellen, tigroide Substanz, Torpedo: Menel (2). — Gehirn, Histologie, Cyelostomen:
Sterzi. — Haie: Wilder. — Amia, Lepidosteus: Kappers. — Chimaera: Levi. —
Acanthias: Debeyre. — Zentralnervensystem, Seymnus: Burckhardt. — Gehirn,
Petromyzon: Sehilling. — Hypophyse, Centroseymnus: Pettit. — Hypophyse,
Saccus vasculosus: Petromyzon, Torpedo, Scyllium, Chrysophrys, Mugil, Esox:
Gentes. — Hypophyse, Centroseymnus: Pettit. — Plexus cervicalis, Acipenser:
Ostroumofi (1). — Cranial- u. Spinalnerven, Chlamydoselachus: Hawkes (1).
— Schmeck- und Tastnerven, Ameiucus, Gadus: Herrick (3). — Rückenmark,
Prionotus: Herriek (2). — Morphologie, Genese, Amphioxus: Wolff. — Ganglien-
80 IV. Pisces für 1907.
zellen, Amphioxus: Boeke (4). — Anatomie, Myliobatis: Schackerl. — Medulla
oblongata, Ganglienzellen, Amphioxus: Boeke (4). — Epiphyse, Polypterus:
Kerr (1). — Pinealorgan, Geotria: Dendy (1, 2).
PeriphereNervenundSympathicus: Ganglienzellen, Ammo-
coetes, Petromyzon: Tomaselli. — Ventrale Wurzeln, Acanthias: Debeyre. —
Spinalganglienzellen, Lophius: Antoni. — Kopfnerven, Salmo: Barbieri. — Kopf-
und Spinalnerven, Chlamydoselachus: Hawkes (1). — Seitenlinie, Chlamody-
selachue: Hawkes (1). — Trigeminus, Bdellostoma: Ayers u. Worthington. —-
Selachier, Schleimhautnerven: Bender (2). — Periphere Nerven der Atemor-
gane, Teleostier: Deganello. — Periphere Nerven, Dipnoer: Agar. — Hypoglossus,
Conger: Supino (2). — Plexus cervicalis, Acipenser: Ostroumoff (2). — Nerven
der Haut u. Mundhöhle, Ammocoetes: Fusari (?). — Nerven der Kiemen,
Ammocoetes: Fusari (1). — Autonomes Nervensystem, Torpedo: Froriep (2). —
Pigmentatorische Funktion, Solea, Rhomboidichthys: v. Rynberk. — Nerven
des elektrischen Organs: Cavalie.
Hautsinneswerkzeuge: Empfindlichkeit der Haut, Amphioxus:
Parker. — Organ der Seitenlinie, Entwicklung, Amia: Beekwith. — Seitenlinie,
Acanthodes: Dean (3). — Seitenlinie, Scopeliden: Cohn (I). — Seitenorgan;
Chlamydoselachus: Hawkes (1). — Seitenorgan: Pell. — Leuchtorgane, Mau-
rolicus: Mangold. — Leuchtende Oberflächenfische: Steche.
Riechwerkzeuge: Centrophorus: Woodland. — Polypterus: Kerr (1,
2). — Riechepithelien, Gobio u. a.: Kolmer.
Schmeckwerkzeuge: Ameiurus: Landaire.
Hörwerkzeuge: Gehörnerven, Ammocoetes, Petromyzon: Fretjakoff.
— Funktion: Lefite-Dupont. — Schleimhautnerven: Selachier: Bender (2). —
Ötolithen, Pleuroneetes: Maier. — Gehörnerven: Tretjakoff.
Sehwerkzeuge: Amphioxus: Parker. — Linse, Bdellostoma: Stoekard
(4, 6). — Cyelopie, Fundulus: Stockard (3). — Parapinealorgan, Geotria, Sphenodon:
Dendy (1, 2, 3). — Teleskopauge: Franz (2). — Knochenfische: Messing. — Krank-
heiten: Salzer.
Tastorgane: Ameiurus: Herrick (3).
Darmkanal.
Allgemeines, Ösophagus, Magen, Darm, Pankreas,
Leber: Eingeweide, Leber, Reetaldrüse, Chlamydoselachus: Hawkes (2). —
Darmkanal, Entwicklung, Salmo: Egounofi (1, 2). — Darm, Bindegewebe,
Platessa, Muraena, Exocorus: Sundviek. — Dünndarmschleimhaut, Teleostier:
Eggeling. — Darm, Cobitis, Lupuı. — Darm, Entwickelung, Gymnarchus:
Assheton (1). — Darmepithel, Respiration, Cobitis: Calugarcanu (1, 2). — Darm-
atmung, Misgurnus, Cobitis, Nemachilus: Babak. — Pankreas, Langerhans-
sche Drüsen: Vineent u. Thompson. — Darmepithel, Box salpa, Arcangeli. —
Pylorusanhänge, Centrarchidae: Johnson. — Magenschleimhaut, Centrophorus:
Kolster (1).
Mund, Pharynx, Kiemenspalten: Mund, Polypterus: Kerr.
— Kiemen, Pholidosteus: Jaekel. — Periphere Nerven, Atmungsorgane: Deganello.
— Respiratorische Klappe, Raja: Rand. — Atmung, Scillium, Raja: Darbishire:
Muskeln der Kiemengegend: Borcea. — Nerven der Kiemen: Fusari (2). — Nerven
IV. Pisces für 1907. 81
der Mundschleimhaut: Fusari (1). — Atmen, Selachier, Teleostier: Baglioni. —
Ergänzungskieme, Lebias, Girardinus, Jenynsia, Orestias: Mazza (1). — Labyrinth,
Anabas, Maceropodus, Trichogaster: Henninger. — Postbranchiale Körper, Lepto-
cephalus: Supino (3). — Thymus, Scyllium: Weissenberg. — Mund, Zähne, Zunge,
Cyelostomi: Graeianev. — Zunge, Knochenfische: Chaine. — Kauplatte, Cyprinus:
Haempel, Hawkes, Mazza. — Spritzloch, Selachier: Bender (1).
PneumatischeAnhänge: Lunge, Polypterus: Kerr (1,%). — Schwim-
blase, Callichthys, Otolithus: Cohn. — Verschwinden derselben, Pleuro-
nectiden: Thilo (1). — Funktion derselben, Teleostier: Thilo (2, 3). — Gasbildung,
Gasabsorption, Knochenfische: Jäger, Reis u. Nusbaum. — Cypriniden: Guyenot.
— Ursprung, Lophobranchier: Weber. — Labyrinthorgan, Labyrinthfische:
Henninger. — Gasdrüse tätig, Histologie: Nusbaum (3).
Gefiäßsystem und Leibeshöhle.
Leibeshöhle: Polypterus: Kerr. — Lymphorenales Gewebe, Anguilla,
Sceyllium: Ciaeceio. — Lymphnetz, Niere, Abramis, Cyprinus: Policard u. Mawes.
— Pericard, Entwicklung, Protepterus: Agar. — Herzbewegnug, Embryo,
Pristiurus, Scyllium, Torpedo, Salmo: Paton.
Herz und Blutgefäße: Conus arteriosus, Pterothrissus, Tarpon,
Megalops: Senior (1, 2, 3). — Herzmuskel, Seyllium, Salmo: Keith u. Flack. —
Gefäße des Kopfes, Acipenser: Ostroumoff (2). — Artierien, Acipenser: Ostrou-
moff (3). — Gefäße, Entwicklung, Polypterus: Kerr (1,2). — Gymnarchus: Assheton
(1). — Aorta, Entstehung, Anabas: Henniger. — Venen des Kopfes, Entwicklung,
Ammocoetes, Scyllium, Trutta, Lophius: Grosser. — Subcutane Gefäße, Polyodon,
Lepidosteus: Allen. — Zirkulationsorgane, Monopterus: Volz. — Herz, Ent-
wicklung, Lophobranchier: Weber. — Gefäßsystem, Polypterus: Bugdett (3).
— Nephrophagocyten, Teleostier: Cuenot (2).
Lymphdrüsen und Lymphgefäße: Mil, Centrophorus: Wood-
land. — Lymphgefäße, Polyodon; Allen. — Lymphräume im Nervensystem,
Myxinoiden: Sterzi. — Lymphorenales Gewebe, Angulila, Seyllium: Ciaceio.
— Knochenfische: Policard u. Mawas (1). — Thymus, Zellen, Selachier: Weissen-
berg.
Leibeshöhle: Diaphragma dorsale, Spinax: Brachet, Bertelli.
Harn- und Geschleehitsorgane.
Vorniere, Polypterus: Kerr. — Dipnoer: Agar. — Lymphorenales Gewebe:
Policard u. Mawas, Ciaceio. — Malpighische Körperchen, Cyprinus, Esox, Tinca:
Standfuß. — Chlamydoselachus: Hawkes (2). — Keimdrüsen, Anguilla: Mazza.
— Dimorphismus, Fundulus: Newman. — Eileiter, Verschlußvorrichtung,
Uterus, Squalus: Widakowiech (1,2). — Uterus, Centrophorus: Woodland. —
Niere: Audige. — Polypterus: Budgett (2). — Ovarialeyste, Cyprinus: Chiiflot,
Conte u. Vaney. — Geschlechtsorgane, Aal: Mazza (2). — Entwicklung, Gym-
narchus: Assheton. — Nephrophagocyten, Teleostier: Cuenet. — Nebenniere,
Lophobranchier: Srdinko.
Physiologie.
Atmung, Selachier: Darbishire. — Teleostier: Kniper, Miranda Ribeiro. —
Amiurus: Levander. — Kiemenbewegung, Polypterus: Budgett (5). — Respira-
Arch. f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd. II. H.1. (IV.) 6
82 IV. Pisces für 1907.
torische Klappe, Raja: Rand. — Atemmechanismus: Baglioni (2), Roques. — Luft-
atmung: Henniger. — Atmen, Regulationsvorgänge, Teleostier: Lombroso. —
Atembewegung, Karausche, Selachier, Westerlund. — Darmatmung: Calugareanu
(1,2), Babak, Babak u. Dedek, Henninger, Lupu. — Herzbewegung, Embryo:
Paton. — Herz, Teleostier: Kolif. — Chemische Zusammensetzung, Körper-
flüssigkeiten: Baglioni (3). — Chemische Zusammensetzung der Leber,
Selachier: Bottazi. — Salmo, Blut, anormal, normal: Hoffmeyer. —
Blut, Selachier: Diamare. — Muskeln, Hering: Milroy (1). — Muskulatur,
Kontraktion, Neeturus: Me &6ill (1, 2). — Chemie der Muskeln, des
elektrischen Organs und Blutserums, Torpedo: Baglioni (1). — Nahrung und
Fruchtbarkeit: Raveret- Wattel (1). — Ernährung, Knochenfische: Eggeling.
Variabilität, Nahrung: Walton. — Ausschlüpfen der Jungen, Sauerstoffgehalt,
Temperatur, Coregonus: Lebedinceo u. Eglit. — Haut, Empfindlichkeit, Amphioxus:
Parker. — Silberglanz: Franz (1). — Darmdrüsen: Arcangeli. — Darm, Elasmo-
branchier: Sullivan. — Labyrinthfische: Henninger. — Magenschleimhaut:
Koster. — Bauchspeicheldrüse: Arecangeli. — Mundstellung, Carassius: Fatio.
— Kiemenfilter, Nilfische: Werner. — Farbwechsel, Haut, See, Lagunen: Ninni.
— Künstliche Zirkulation: Kuliabko. — Ei, Befruchtung, Chimaera: Dean (1).
— Forellen-Eier, Hein (1—6). — Schwimmblase, Gasbildung, Absorption: Nus-
baum (3), Jäger, Reis u. Nusbaum. — Webersche Knöchelchen, Gabelrohr,
Clupea, Misgurnus, Cyprinus: Thilo (2). — Schwimmblase, Funktion: Thilo
(2, 3), Guy¬. — Ernährung, Embryo, Lamna, Swenander. — Wachstum des
Fischkörpers: Popta (2). — Physikalisch-chemische Beziehungen, Fische, Um-
gebung: Sumner. — Anpassung an Salzwasser: Neudörfer. — Salzgehalt und
Temperatur: Henking. — Reaktion auf Salzlösungen: Stockard (1); — Osmo-
tischer Druck: Stoekard (5). — Reaktion auf Reize: Paton. — Widerstands-
fähigkeit gegen mechanische Eingriffe, Entwicklung, Forelleneier: Hein (I—6).
— Licht, Aal: Petersen (1). — Fliegen: Dunford, Jordan (5), Vaughan. —
Hören: Lafite-Dupont, Piper, — Gesicht, Geruch, Haie: Franz (4). — Labyrinth,
Wegnahme, Aal: Ewald. — Sehen: Amphioxus: Parker. — Lichtreize, Blind-
fische: Payne. — Leuchtende Oberflächenfische: Steehe. — Leuchten, Tief-
seefische: Mangold. — Tastorgane u. Schmeckzentren, Ameiurus: Herrick (3).
— Nervensystem, Adaption: Herrick (I). — Sympathicus, Hautfarbe, Solea,
Rhomboidichthys: v. Rynberk. — Giftwirkung: Evans, H. M. (1, 2). —
Wundheilung, Ei: Eyeleshymer. — Regeneration, Schwanz: Duneker. — Muskel-
fasern: Sehmineke, — Temperatureinflüsse, Fundulus: Scott, @. @. — Geschlechts-
reife, Aal: Mazza (2). — Injektionsversuche, Fundulus: Packart. — Lachsprotamin-
bildung: Weiss.
Gifte und 6iftdrüsen.
Scorpaena: Pawlowsky. — Trachinus: Borley, Evans (1,2). — Noturus,
Schilbeodes: Reed. — Muraena: Bordas, Coutiere. — Wirkung des Giftes s. Phy-
siologie. — Giftfische: Calmette (1, 2).
Biologie.
Im allgemeinen: Hjort, Lepinay. — Salmo: Calderwood. — Core-
gonus: Dröscher (1). — Etheostoma: Reeves. — Cryptobranchus: Smith, B. 6.
(1,2). — Palaeozoische Fische: Abel. — Fierasfer, Gewohnheiten: Linton. —
IV. Pisces für 1907. 83
Fliegen: Adams, Jordan (5), Dunford. — Wirkung von Salzwasser: Neudörfer,
Paton, Stockard (1). — Cyclopterus lumpus: @ill (2). — Nilfische: Werner.
Variabilität: Lophius: Pietschmann. — Raja: Borcea (2).
Wachstum: Popta. — Aal: Gemzo£.
Wanderung, Wachstum:Hering: Schuppe: Dahl. — Scholle:
Johannsen, Kyle (1). — Fische, Zuidersee: Bedeeke. — Alsier: Bounhiol. —
Batrachoididen, Trachiniden, Uranoscopiden: Gill. — Badis: Emeljanenko, Lauppe.
— Amiurus: Künstler. — Forelle: Hein. — Sardine, Japan: Stockard. — Chimaera:
Dean (1). — Tunnfische: Makrele: Lönnberg, Cligny (5), — Alosa: Cöpede (1, 2, 3),
Lavollee.
Psychologie: Lepinay. — Aal, stagnierendes Wasser, Algen: Sabrazes
et Muratet. — Polyodon: Stockard (2. — FischevonAlgier: Bounhiel (2).
— Jugendstadien: Süßwasserfische: Browne — Verteidigung,
Gift: Calmette (2). — Uranoscopus: Gill (6). — Ophiocephalidae: Köhler. —
Comephoriden: Korotneff. — Cryptobranchus: Smith, B. 6. (1,2). — Leuch-
tende Oberflächenfische: Steche.
Nahrung und Nahrungsaufnahme: Campylomormyrus:
Pappenheim (3). — Kiemenfilter: Werner. — Nahrung: Werner. — Seefische:
Johnstone (5), Scott. — Süßwasserfische, Wirtschaftsfische: Dröscher. — Sphyrna:
Gudger. — Hering: Nordgard. — Chela: Osborn (2). — Trutta, Nahrung: Inday (2).
— Sardine: Cepede (1, 2, 3). — Hering: Nordgaard, Scott, T. — Sphyrna: Gudger.
Rhombus maximus, Jungfische: Anthony (1). — Maikäfer als Fischnahrung:
Arens, Eckstein, Cronheim. — Ambryopsis, Nahrung: Banta. — Bedeutung der
Algen: Comere. — Cyclopterus: Gill (2). — Batrachoiden: Gill (6). — Mosquitos-
Vertilgung durch Fische: Ossborn (2). — Polyodon: Stockard (2).
Wandern: Einfluß des Lichtes: Petersen. Gezeichnete Schollen:
Johansen, Schmidt. — Forelle, Wanderung zur See: Cligny (1). — Hering: Dahl.
— Stör, Kaukasus: Kawraisky. — Pleuronectes: Ehrenbaum (1), Johansen,
Kyle (1), Hawkes, A.
Aufenthalt: Tiefe u. Temperatur, arktisch: Knipowitsch. — Tiefsee:
Ariola, Bouvier, Korotneff. — Plankton, Barent-Meer: Linko. — Öberflächen-
fische: Bouvier. — leuchtende Öberflächenfische: Steche. — Polyodon:
Stockard (2).
Laichen: Fundulus, Laichen, sexueller Dimorphismus: Newman. — Aal:
Ehrenbaum (2), Grassi u. Caladruceio, Lühe. — Copula: Garidichthys: Philippi.
— Künstliche Befruchtung, Sterlet: Tichenko. — Etheostoma: Reeves. — Vivi-
pare Fische, Girardinus: Emeljanow, Zolotnisky. Poecilia: Stanseh. — Gadus
morrhua: Girard u. C&pede. — Coregonus: Lebedincev u. Eglit. — Laichzeiten,
Bodensee: Lochner von Hüttenbach. — Callichthys: Schubert. — Stör: Kawraisky.
— Laichen, Liebesspiele, Polypterus: Budgett (6). — Pleuronectes: Ehrenbaum (1).
— Cyelopterus: Gill (2). — Batrachoides: Gill (6). — Spermatophoren, Clari-
dichthys: Philippi. — Kabeljau, Nordsee: Redeke (2). — Panzerwelse: Schubert, H.
— Polyodon: Stockard (2). — Laichzeit, Regenbogenforelle: Walter.
Brutpflege: Arius: Pellegrin (7, 18). Tilapia: Pellegrin (13, 18). —
Embryotrophe, Lobhobranchier: Kolster (2). — Embryonen, Ernährung, Lamna:
Swenander. — Süßwasserfische: Gill (%). — Nest, Herostichus: Holder (1), Wilson.
— Stein-Nester: Gill (5), Wilson. — Nestbau, Gymnarchus u. a.: Budgett (3).
— Vivipare Fische: Emeljanenko.
6*
84 IV.» BPisces für 17.
Eier und Jugendstadien: Lönnberg (2). — Aal: Ehrenbaum (2).
— Larvon: Trachinus: Boeke (3). — Gadus: Redeke. — Argentina, Mallotus:
Schmidt. — Ausschlüpfen aus dem Ei, Girardinus: Emeljanow. — Postlarvale
Stadien, Merluceius, Raniceps, Mova: Schmidt. — Molva: M’Jntosh (1). —
Pelagische Jugendstadien: Sehneider (2). — Wachstum, Gewichtszunahme,
Pleuronectes: Ehrenbaum (4). — Wachstum verschiedener Teile des Fischkörpers:
Popia. — Jugendstadien britischer Süßwasserfische: Browne. Metamorphose
neuseeländer Fische: Anderton. — Jugendstadien, Clupea, Maßtabellen:
Suvorov. — Amblyopsis: Banta, Johansen. — Gymnarchus, Sacrodaces u. a.:
Budgett (3), Johnston. — Hyperopisus, Jugendformen: Assheton (%). — Herings-
schuppe: Dahl. — Aal, Wachstum: Gemzoe, Bellini. — Größe, laichreifer Core-
gonus albula: Lebedincev u. Eglit. — Cyclopterus: Gill (2). — Forellenbrut:
Hein (1—6). — Trigla: Jaquet (2%). — Coregonus Wartmanni u. macrophthalmus:
Nüsslin (1). — Pleuronectes, einjährig, Ostsee: Reibisch. — Jugendformen,
Nahrung: Seott, A. (2).
Pathologie: Degeneration, Salmo: Barbieri (4). — Doppelbildung,
Trutta: Moser. — Girardinus: Emeljanov. — Anomalien des Skeletes; Freund.
— Motella monströs: Jaquet (1). — Ovarialcyste, Cyprinus: Chifflot, Conte u.
Vaney. — Regeneration, Schwanzende, Syngnathiden: Duncker. — Wirbelsäule,
Schwanz, Cyprinus: Nusbaum (1). — Degeneration, Flossen, Fundulus: Scott.
— Regenbogenforelle: Hofer. — Färbung: Ninni. — Melanismus, Barbe: Annan-
dale (2). — Mopsköpfigkeit, Lumpenus: Pappenheim (2). — Flossen: Brüning.
— Anormal große Flossen: Buschkiel. — Künstliche Einäugigkeit, Fundulus:
Stockart (1). — Färbung, Rhombus maximus: Cuningham (1). — Scholle, Fär-
bung: Cuenot (1). — Hermaphroditismus, Merlucicus: Johnstene. — Sterben,
Alosa, Lugamer See: Mazzarelli (2). — Alosa, Lago Ceresio: Studer. — Tumor
bei Fischen: Pesee. — Augenkrankheiten: Salzer. — Atherina monströs: Scabra.
— Fischsterben, Brut, Neckar, Rhein: Zimmermann (1). — Abnorm, Pleuro-
nectes: Cunningham (1). — Rote Pest, Aal: Inghilleri. — Hermaphrodit, Mer-
luceius: Johnstone (4). — Unterkiefer, abnorm, Trigla: Johnstone (4). — Kopf,
monströs, Hai: Me Intosh (1).
Bastarde: Ungarn In. Bastard: Vutskito. — Barsch u. Kaulbarsch:
Kammerer. — Carassius auratus: Stoll. — Salmoniden: Richardson. — Störe:
Kawraisky. — Salvelinus umbla: Crettiez (1).
Parasiten und Feinde: Fischfeinde, niedere Tiere: Reuss. —
Britische Fische: Seetit. — Trematoden, Südamerika: Daday. — Gyrodactylus:
Usakow. — Nudiclava (Hydroid): Lloyd (3). — Haplosporidien: Caullery u. Mesnit.
— Myxosporidien: Leger u. Hesse, Johnstone (2). — Trypanoplasma: Leger (1).
— Trypanosomen: Botelloe. — Saprolegnien, Monoblepharideen: Cozette. —
Distomum: Linstow. — Haematozoen: Lebailly. — Echinorhynchus: Neveu-
Lemaire. — Argulus: Leger. — Lernaeenicus: Cligny. — Sardine: Baudouin,
Leger u. Hesse. — Entoparasiten: Johnstone (1). — Dibothriocephalus:
Levander (1). — Lota, Parasiten: Levander (2). — Calyptrobothrium: Linton (2).
— Cestoden: Linton (3).
Fischerei und Fischzucht.
Wertlose Fische: Field ( ). — Nährwert, Hering: Milroy (2). — Fischzucht-
laboratorium, Crenoble: Leger (3). — Vizille: Perrier u. Guyon, de Gail. — Schweiz,
IV. Pisces für 1907. ö 85
Überlingen: Anonymus. — Astrachan: Mitrepolisky. — Aneboda: Schneider (8).
— Fischereikarte Posen: Grotrian. — Altersbestimmung, Wanderung, Hering:
Dahl. — Pleuronectes: Maier. — Gezeichnete Schollen, Island: Schmidt, 3. (3).
— Nordsee: Wallace. — Dänische See: Johansen. — Gezeichnete Fische: Fohn-
stone (1). — Messen toter und lebender Fische: Samter. — Kieserbrütung: Hein
(1—6), Riedel, Wanke. — Künstliche Befruchtung, Sterlet: Tichenko. — Ein-
bürgerung, Regenbogenforelle: Cöster, Herrmann, — Salmoniden: Holt (1, 2),
Anthony, Perrier u. Guyon, Geil, Leger. — Chile: Albert. — Seefische: Cligny (3). —
Peipusmaraene, Bayern: Surbeck. — Biologische und juristische Betrachtung:
Delpere. — Silurus: Lavoll&e. — Wiederbevölkerung der Gewässer: Salmoniden:
Lavander, Ravaret-Wattel, Volmerange, Hubault, Jolly du Sailly, Delpere
de Cardaillac. — Aufzucht, Größe: Mazzareili (3). — Rhombus maximus: Anthony
(1,2). — Leuciscus: Leonhard (I). — Karpfen: Leonhard (2). — Salvelinus:
Crettiez (1). — Coregonen: Crettiez (2, 3). — Salmoniden: Ceeconi, Cligny (4). —
Exotische Fische: Sturz. — Fang: Norwegen: Dannewig u. Dahl. — Comersee:
Vineiguerra. — Westindien: Boeke (2). — Figheri: Bonivento. — Hering: Broch.
— Seefischerei: Me Entosh (3), Scott, A. (3). — Kabeljau, Nordsee: Redeke (2).
— Einjährige Plattfische, Ostsee: Reibisch. — Rußland: Chomelevsky u. Gra-
eianov. — Finmarken: Iversen. — Aberdeen, Nigg: Fulton. — Lago d’Orta: Ge-
melli. — England: Herdmann. — Aegerisee: Heuscher. — Kaiser Wilhelmskanal:
Hinkelmann. — Meeresforschung: Hjert. — Lake Tahoe: Inday (1). — Twin lakes:
Juday (2). — Lachs, Kalifornien: Juillerat. — Japan: Me Intosh (2). — Ossolani,
Waldstoni-See: Monti. — Ancona: Mundula. — Polyodon: Stockard (2). —
Westafrikanische Küste: Pellegrin (17). — Zuidersee: Redeke (1). — Süd-
afrlka, Westküste: Sehultze, L._— Nordsee: Todd. — Indien: Wallinger.
— Fischzucht: Italien: Mazzarelli, Zacharias, Besana, Mitropolisky, Monti,
Bounhiol, Petersen, Kawraisky, Schulze, Chmelevsky, Wallinger, Boeke.
— Pyrrhulina: Kittler. — Blaufelchen: Nüsslin (2, 3). — Mosogonistius: Reiz.
— Barilius: Stieler. — Heros: Zimmermann (2). — Labyrinthiei: Mandee (2).
— Cichlidae: Pellegrin (14). — Betta pugnax: Pittrich. — Zierfische, exotische:
Rolle, Stürtz. — Gambusia mosquitos: Fowler (1), Osborne (2). — Bedeutung der
Algen: Comere. Sabrazes et Muratet, Billard u. Bryant. — Fischfutter, Maikäfer:
Arens, Cronheim, Eckstein. — Transportgefäße: Friederich. — Peßluftstab:
Anonymus. — Wandernde Aale: Petersen (2).
IN. Faunistik.
Lönnberg, Simroth, Wright.
Aretis, Antarktis.
Antarktis: Boulenger (2), Vaillant (1, 2).
Eismeer: Knipowitsch (1, 2).
North Devon: Coast: Cunnings.
Palaearktis: Berg (7),
Barentsmeer: Linko.
Europa.
Island: Saemundsen, Pietschmann.
86 IV. Pisces für 1907.
Finland: Sandman. — Finischer Busen: Bianchi. — Haapa-
vesi: Luther. — Saimasee: Suomalainen.
Skandinavien: Bohnslan, Lönnberg (3).
Britannien: Hoyle. — Great Yarmouth: Patterson. — Corn-
wall: Clark, Regan (10). — England (foss.): Traquairf(1), Woodward (1)
(foss.).. — Firth of Forth: Evans. — Irland, See: Holt u. Byrne (1).
— Glencairn: Martin. —Lambay: Seharf. —NewCastle: Thompson.
— Scottland: Rennie, Traquair. — Sussex: Woodwaard (2) (foss.).
— Yorkshire: Wellburn (foss.).
Holland: Zuider See: Redeke (Il).
Rußland: Russische Meere: Braschnikow. — Krim (foss.):
Karakasch. — Wolga (foss.): Stuckenberg. — Süßwasser: Gratzianow
(1,3, 4,5). — Phoxinus: Berg (10).
Italien: AdriatischesMeer: Insel Tremiti: Bassan.— Comer-
see: Besana.. — LombardischeSeen: Barbieri (3). — MonteBolca
(foss.): Pellegrin (11). — Bologna (foss.): Schubert (2).
Frankreich: Süßwasser: Daguin. — Nordfrankreich,
(foss.): Leriehe (2). — Biscaya: Byrne, Holt u. Byrne (2. — Chalonsur
Saone: Quiney. — Du Tarn: Caraven-Cachin. — Esceraquolles
(foss.): Hitze. — Port Vendres: Fage(2). — Pourcy, Marne: Le-
riche (1). — Provench£res, (foss.): Sauvage (2). — Yonne: Lavollee.
Portugal, Küste, Tiefsee: Osario (1, 3).
Mittelmeer, Scorpaeniden: Roule, — Electris: Pellegrin u. Fage.
Balearen: Fauna: Fage (l).
Dalmatien, Fauna: Kolombetovie.
Deutschland: Hannover: Löns.. — Ems, Weser, Elbe: Lohmeyer.
Schweiz, Ägerisee: Heuscher.
Ungarn, foss.: Sehubert (2).
Donau, Acerina: Berg (6).
Schwarzes Meer, Fauna, Acipenseridae: Kawraisky.
Sardinien, ÖOtholithen: Sehubert, J. R. (1, 2).
Asien.
Russisches Reich, Fauna: Gratzianow (1, 3,4,5).. — Phoxinus:
Berg (10). — Barentsmeer: Linko.
Kaukasus, Fauna, Acipenseridae: Kawraisky.
Kaspisches Meer: Satunin, Kawraisky. — Clupea: Suvorov.
Turkestan, Fauna: Berg (4,5).
Baikalsee, Fauna: Dybowski. — Cataphracti: Berg (3). — Com-
phoridae: Korotneff.
Ostasien: Pygosteus: Berg (12).
Ostasiatische Meere: Fauna: Brachnikov.
Amur: Cobitiden, Cypriniden, Siluriden: Berg (9).
Sachalin: Gasterosteus: Boulenger (8).
Japan: Cirrhitidae: Jordan u. Herre (1). — Gerridae: Jordan (3, 4). —
Mullidae: Snyder. — Histiopteridae: Jordan. — Synodontidae: Jordan u. Herre (2).
— ÖOtohime: Jordan u. Starks. — Clupeidae: Kishinouye (1, 2, 3). — Barilius:
IV. Pisces für 1907. 87
Stieler. Echigo: Jordan u. Richardson (1). — Okinawa (Riukiu): Jordan
u. Starks (3). — Bonininsel, Barsche: Fowler.
Korea, Süßwasserfauna: Acheilognathus: Berg (1, 8).
China: Neue Arten: Popta (1), Berg (2). — Yunnan: Regan. — Hong-
kong, Fauna: Jordan u. Seale (3).
Indischer Archipel: Kampen (1).
Indo-China, Süßwasserfauna: Pellegrin (5).
Tonkin: Pellegrin (19).
Burma: Akyab: Lactarius: Lloyd (2), Regan (12).
Bengalen: Brackwasserfauna: Annandale.
Nepal, Westhimalaia: Regan (11).
Golf Aden: Lloyd (1, 2).
Arabisches Meer: Fauna: Lloyd (1). — Küstenfauna: Steindachner (1).
Sokotra: Steindachner (1).
Malayische Inseln: Scomber: Kampen (1, 2).
Sumatra: Fauna: Volz.
Java: Flußfische: Jordan u. Seale (1). — Meeresfische: v. Kampen (2, 3).
Philippinen: Seale u. Bean, Evermann u. Seale,
Luzon: Jordan u. Seale (2).
Panay: Jordan u. Seale (2).
Afrika.
Naudidae: Pellegrin (12). — Barbus: Boulenger.
Vicetoria-See: Steindachner (2).
Deutsch-Ost-Afrika: Mormyriden: Pappenheim (1).
Marokko, Tunis, Tripolis: Pietschmann.
Algier: Melahsee: Bounhiel (1).
Nil: Fauna: Boulenger (1), Werner.
Kilimandjaro-Meru-Gebiet: KLönnberg (1).
Sudan: Werner.
Abessinien: Steindachner (2).
Britisch Central Afrika: Boulenger (5, 9, 13, 15, ?).
Portugiesisch Ostafrika: Cichidae (foss.): Boulenger (10).
Madagaskar: Fauna (foss.): Pellegrin (3), Priem (2).
Rhodesia: Barilius: Boulenger.
Transvaal: Boulenger (16). — Gambia: Boulenger (?).
Natal: Boulenger (6. — Transvaal: Boulenger (3, %).
Süd-Afrika: Neue Seefische: Gilchrist. — Neue Süßwasserfische
(Angola): Boulenger (12). Fischerei: Sehultze. @ilchrist, Palacky.
Französisch Westafrika: Pellegrin (8).
Ngomo: Pellegrin (10).
Kamerun: Steindachner (2), Pellegrin (4).. Boulenger (10, 11, 13, 14).
Kongo: Barbus: Boulenger.
Tschadsee: Fauna: Pellegrin (16).
Iberiaküste: Pellegrin (8).
Gambia: Assheton.
Fouta-Djalon: Welse: Pellegrin (1).
Tunis: Guelma, foss.: Sauvage (1).
Sahara: Balaeont.: Haug. — Oro: Joleaud.
88 IV. Pisces für 1907.
Nordamerika.
Holder (2): Characidae: Eigenmann u. Ogle.
Alaska: Evermann u. Goldsborough (3).
North Devon: Cunnings.
Kanada: Süßwasserfische: Evermann u. Goldsborough (2).
Witeaves. ;
Pennsylvanien: Fowler (6). — New York: Osborn (1).
Idaho: foss.: Goddard.
Illinois: Forbes. — Nord-Carolina: Prall.
California: Sebastodes: Evermann u. 6Goldsborough (1). — Marine
Fauna: Jordan u. Richardson (2). — Südkalifornien: Marine Fauna: Starks
u. Morris. — foss.: Jordan (6). — Santa Catalina: Jordan u. Starks (1).
Colorado: Twin lakes: Inday (2).
Tahoesee: Inday (I). — Yuman: Regan (5). — Yucatan: Cole, L. 3.
Mexiko: Regan (%).
Zentralamerika: Süßwasserfauna: Meek (2). — Cyprinodontiden
u. Mugiliden: Regan (1).
Guatemala: Montaguafluß: Miller.
Nicaragua: Fauna der Seen: Meek (I), —Südamerika: Regan
(2, 9).
Südamerika, Charciniden: Regan (2, 9).
Anden: Steindachner (3).
Brasilien: Miranda-Ribeiro, Meek.
Paraguay: Eigenmann, Mc Atee u. Ward, v. Ihering. — foss.,
Bahia: Mawson u. Woodward. — Kreide: Woodward (3).
Pernambuco, foss.: Woodward (4).
Columbia: Heterognathi: Fowler.
Ecuador: Evermann u. Kendall.
Amazonenstrom: Fauna: Eigenmann u. Bean.
Südamerika: Eigenmann (3).
Rio Grand do Sulu. La Plata: Poeciliidae: Eigenmann (2).
Argentinien: Regan (8).
Buenos Aires: Eigenmann (1).
Westindische Inseln: Fowler. — foss.: Hussakof.
Zentralamerika: Meek (2), Regan (6, ?).
Magalhaensstraße: Lönnberg (2).
foss. Devon:
Australien, Neu-Guinea, Polynesien.
Aru-Inseln: Weber, M. (4)
Australien: ®gilby (1), Regan. — foss.: Chapmann u. Pritchard.
Queensland: Ogilby (2, 4,?).
Neu-Süd-Wales: Stead (1,2, 4).
Sydney: Tiefsee: Me Culloch.
Viktoria: Fowler (5).
Neu-Seeland: Anderton, Waite (2).
Neu-Guinea: Süßwasserfauna: Weber, M. — Fischfauna: Weber (2).
Tasmanien: Me Culloch.
Hawai: Bryan, Jordan u. Snyder, Fowler.
Suwarow-Inseln: Stead (3).
IV. Pisces für 1907. 89
Fossile Fische.
Nordfrankreich: Leriche. — Paris: Fritel. — Pourey: (Marne): Leriche (2).
— Escraquolles: Hitzel. — Provencheres: Sauvage (2). — California: Jordan (6).
— England: Traquair (1), Woodward (1). — Sussex: Woodward (2). —
Yorkshire: Wellburn. — Krim: Karakasch. — Wolga: Stuckenberg. — Monte
Bolea: Pellegrin (11). — Bologna: Schubert (2). — Ungarn: Sehubert (2), —
Madagascar: Pellegrin (3). — Kanada: Witeaves. — Idaho: Goddard. — Per-
nambuco: Woodward (4). — Bahia: Mawson u. Woodward. — Westindien:
Hussakof. — Australien: Chapmann u. Pritchard.
Kaenozoische Fische.
Tertiär: Guelma, Cichlidae: Sauvage. — Angola u. Mozambique: Priem. —
Westindien: Hussakof. — Australien: Chapman u. Pritchard.
Eocen: Monte Bolea: Italien: Pellegrin.
Mesozoische Fische.
Kreide: Osborn. — Brasilien: Mawson u. Woodward. — Libanon: Hennig.
— Brasilien: Woodward. — Escragnolles: Hitzel. — Krim: Karakasch. — England:
Woodward. — Wealden: Woodward. — Lias, Prevencheres: Sauvage (2). — Litho-
graphische Schiefer Nusplingen: Heincke. — Trias, Oberschlesien: Ahlburgh.
— Idaho: Goddard.
Palaeozoische Fische.
Perm, Idaho: Hay. — Yorkshire: Wellburn. — Kohle, Britannien: Tra-
quair. — Obercarbon, Samara: Stuckenberg. — Untercarbon, Schottland:
Traquair. — Devon, New York: Ohio: Eastman.
IV. Systematisches Verzeichnis der Nova.
Teleostei.
Plectognathi.
Canthigaster australis n. sp. Stead (3).
Diodon formosus, connewarrensis nn. spp. Chapman u. Pritchard.
Pediculati.
Aeschynichthys n. subg. Ogilby (2).
Antennarius avalonis n.sp. Jordan u. Starks (1).
Rhycherus n.g. wildii n.sp. Ogilby (2).
Tathicarpus n. g. butleri, muscosus nn. spp. Ogilby (2).
Opisthomi.
Mastacembelus longicauda n.sp. Boulenger (13).
Acanthopterygii.
Ophidiidae.
Pseudophidium n.g. giganteum Kittl. Gratzianow (3).
Diplacanthopoma squamiceps n. sp. Lloyd (1).
Zoarcidae.
Lycodes jordani n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
90 IV. Pisces für 1907.
Pholididae.
Pholis gilli n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
Blenniidae.
Blennius thysanius n. sp. Jordan u. Seale (2). .
Petroscirtes kocht n. sp. Weber, M., — vulsus n. sp. Jordan u. Seale (2).
Salarias simonyi n. sp. Steindachner (1).
Starksia holderi n. sp. Jordan u. Starks (1).
Trigrammus n. subg. Gratzianow (3).
Lumpenus longirostris n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
Gobiesocidae.
Gobiesox fulvus n. sp. Meek (2).
Aspasmogaster n.g. Waite (1).
Notothenitdae.
Notothenia scotti, hodgsoni nn. spp. Boulenger (?).
Champsocephalus macropterus n. sp. Boulenger (2).
Bathydraco macrolepis n. sp. Boulenger (2).
Triglidae.
Otohime n. g. Jordan u. Starks (2). =
Peristethus adeni n. sp. Lloyd (1).
Agonidae.
Pallasina eryngia n. sp. Jordan u. Richardson (1).
Hoplichthyidae.
Hoplichthys haswelli n. sp. Mc Culloch.
Platycephalidae.
Elates n. g. thompsoni n. sp. Jordan u. Seale (2).
Insidiator detrusus n. sp. Jordan u. Seale.
Cottidae.
Cottus chamberlaini n. sp. Evermann u. Goldsborough (3), — koshnewkowi n. sp.
Gratzianov (1).
Cottinella n. subg. Berg (3).
Mesocottus n. g. Gratzianow (1).
Cephalocottus n. g. Gratzianow (1).
Artediellus europaeus, scaber nn. spp. Knipowitsch.
Batrachocottus nikolskii n. var. multiradiatus Berg (3).
Blennicottus clarci n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
Icelinus burchami n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
Cottunculus spinosus n. sp. Gilchrist.
Taurulus n. subg. (Myxocephalus) bubalis Euphr. Gratzianow (3).
Thecopterus n. g. aleuticus n. sp. Smith, H.
IV. Pisces für 1907. 91
Comephoridae.
Comephorus dybowskii n. sp. Korotneff.
Hexagrammidae.
Hexagrammoides n. g. Gratzianow (3).
Scorpaenidae.
Sebastodes alexandri n. sp. Evermann u. Goldsborough (1), — swifti n. sp. Ever-
mann u. Goldsborough (3).
Gennadius n. g. stoliczkae Day. Jordan u. Seale (2).
Hypomacrus n. g. albaiensis n. sp. Evermann u. Seale.
Tetraroge monacanthus, gymnoderma nn. spp. Gilchrist.
Gobiidae.
Eleotris fimbriatus n. sp., heterodon n.sp., nesolepis nn. spp. Weber, A. (1). —
kribensis n. sp. Boulenger (10), balearicus n. sp. Pellegrin u. Fage, pruvoti
n. sp. Fage.
Pogoneleotris microps n. sp. Weber, A.(1).
Botrychus zonatus n. sp. Weber, A. (1).
Oxyurichthys laterisquamatus n. sp. Weber, A. (1).
Gobius beauforti n. sp. Weber, A. (1), — panayensis n. sp. Jordan u. Seale (2), —
strictus n. sp. Fage (1).
Glossogobius campbellianus n. sp. Jordan u. Seale (1).
Rhinogobius lungi, ocyurus nn. spp. Jordan u. Seale (2).
Chloea nakamurae n. sp. Jordan u. Richardson.
Creisson n. g. validus n.sp. Jordan u. Seale (2).
Oplopomus vergens n. sp. Jordan u. Seale (2).
Sicydium pittieri n. sp. Regan (%), — altum n. sp. Meek (2).
Pleuronectidae.
Platophrys palad n. sp. Evermann u. Seale.
Pleuronichthys ritteri n. sp. Starks u. Morris.
Laeops nigrescens n. sp. Lloyd (1).
Solea cleverleyi n.sp. Gilchrist.
Plagusia marmorata n. var. africana Gilchrist.
Pardachirus klunzingeri n. sp. Weber, A. (1).
Synaptura villosa n. sp. Weber, A. (1), — regani n. sp. Gilehrist. — sorsogonensis
n.sp. Evermann u. Seale.
Cynoglossus acaudatus n. sp. Gilchrist.
Symphurus vittatus n. sp. Weber, A. (1).
Zeidae.
Pseudocyttus n. g. Gilehrist.
Cyttosoma maculatus, rhomboidales, verrucosum nn. spp. Gilchrist.
Neocyttus n. g. Gilchrist.
Scombridae.
Scomber neglectus n.sp. Kampen (1).
Nesogrammus n.g. (near Scomberomorus) piersoni n.sp. Evermann u. Seale.
92 IV. Pisces für 1907.
Carangidae.
Caranz altissimus n. sp. Jordan u. Seale (3), — dasson n.sp. Jordan u. Snyder,
— freeri n. sp. Evermann u. Seale, — guedesinfanter n. sp. Priem.
Citula halli n. sp. Evermann u. Seale.
Scaridae.
Callyodon clerae n.sp. Jordan u. Seale (%), — latifasciatus n.sp. Seale u. Bean.
Pseudoscarus arabicus n.sp. Steindachner, collana n. var. eques Steindachner,
helitropinus, vitriolinus nn. spp. Bryan.
Scaridea acrosa n.sp. Jordan u. Snyder.
Labridae.
Thalassoma neanis n. sp. Jordan u. Snyder.
Choerops zamboangae n. sp. Seale u. Bean.
Labrodon confertidens, depressus nn. spp. Chapman u. Pritchard.
Pomacentridae.
Pomacentrus popei, alexanderae, philippinus nn, spp. Evermann u. Seale. —
suvarovensis D. Sp. Stead (3).
Abudefduf turchesius n. sp. Jordan u. Seale (3).
Cichlidae.
Batrachops scottii n. sp. Eigenmann.
Cichlasoma alfari, milleri, granadense, dorsatum, nigritum nn. spp. Meek (2),
— acutum, globosum, manana nn. spp. Miller.
Erryethrichthus n.subg. Meek (2).
Palaeochromis n. g. daresti, rousseleti nn. spp. Sauvage (1).
Paratilapia angusticeps n. sp. Boulenger (12).
Tilapia swynnertoni n. sp. Boulenger (11).
Heterogramma corumbae n.sp. Eigenmann u. Ward.
Chaetobranchiopsis australe n.sp. Eigenmann u. Ward.
Geophagus australe n. sp. Eigenmann.
Teuthididae.
Lo unimaculatus n. sp. Evermann u. Seale.
Zebrasoma deani n. sp. Hussakof.
Acanthuridae.
Zanclus ruthiae n. sp. Bryan.
Mullidae.
Upeneus luzonius n.sp. Jordan u. Seale (2).
Pseudopeneus ischyrus n. sp. Snyder.
Sparidae.
Scolopsis bulanensis n. sp. Evermann u. Seale, — luzonia n. sp. Jordan u. Seale (2).
Girella mezina n.sp. Jordan u. Starks (3).
Sparus chrysopterus n. sp. Kishinouye (2).
IV. Pisces für 1907. 93
Pristipomatidae.
Pomadasis grandis n, sp. Meck (2).
Lactariidae.
Lactarius burmanieus n.sp. Lloyd (2).
Gerridae.
Gerres simillimus n. sp. Regan (1), — socotranus n. sp. Steindachner (1).
Leiognathus stercozarius, edwardsi nn. spp. Evermann u. Seale.
X ystaema baconensis n. sp. Evermann u. Seale.
Seriaenidae.
Sciaena heinii n. sp. Steindachner (1).
Pseudosciaena undovittata n. sp. Jordan u. Seale (3).
Pseudochromididae.
Latilus ruber, auratus nn. spp. Kishinouye (1).
Serranidae.
Chrysoperca n. subg. Fowler (4).
Epinephelus lightfooti n. sp. Fowler (4).
Cephalopholis kendalli, obtusauris nn. spp. Evermann u. Seale, — maculatus n. sp.
Seale u. Bean.
Serranus phaeostigmaeus n. sp. Fowler (4).
Roseveltia aloha n.sp. Jordan u. Snyder.
Eudulus n.n. Fowler (4).
Callidulus n. subg. Fowler (4).
Centropomus altus n. sp. Regan (1).
Priopis lungi n.sp. Jordan u. Seale (2).
Apogon beauforti, sandei, wichmanni nn. spp. Weber, M. (1, 3).
Amia jenkinsi n.sp. Evermann u. Seale, — cavitensis n. sp. Jordan u. Seale (2),
— elizabethae n. sp. Jordan u. Seale (3).
Astrapogon n. subg. Fowler (3).
Apogonichthys mentalis n.sp. Evermann u. Seale.
Lutianus luzonius n.sp. Evermann u. Seale.
Terapon idoneus n. sp. Ogilby (4).
Mionorus ramsayi n.sp. Fowler (5).
Nemipterus worcesteri n.sp. Evermann u. Seale.
Isobuna n.g. japonica n. sp. Steindachner (1).
Quinquarvus n.g. Jordan (3).
BEvistias n. g. Jordan (3).
Centrarchidae.
Dules marginatus n. subsg. Fowler (3).
Boulengerina n. subg. Fowler (3).
Parapygaeus n. g. polycanthus n. sp. Pellegrin (11).
Berycidae.
Lophocephalus n. g. anthrax n.sp. Oserio (3).
94 IV. Pisces für 1907.
Alletriognathi.
Velifer multiradiatus n. sp. n. subord. Regan (3).
Anaeanthini.
Gadidae.
Laemonema globiceps n. sp. Gilchrist.
Macruridae.
Macrurus nigromaculatus n. sp. Me Culloch.
Macruronus magellanicus n. sp. Lönnberg (2).
Percesoees.
Stromateidae.
Ariomma evermanni n. sp. Jordan u. Snyder.
Sphyraenidae.
Sphyraena putnamiae n. sp. Jordan u. Seale (3).
Polynemidae.
Polydactylus opercularis n. sp. Seale u. Bean, — rophomus n. sp. Jordan u. Seale (3).
Mugilidae.
Agonostomus macracanthus, salvini nn. spp. Regan (6).
Atherinidae.
Atherina mochon n. var. aegyptia bonapartii n. sp. Boulenger (1).
Bedotia geayi n. sp. Pellegrin (3).
Xenatherina n.g. lisa Regan.
Thyrina meeki n. sp. Miller.
Melaniris sardina n.sp. Meek (1).
Pseudomugil novae-guineae n.sp. Weber, M. (1,3).
Rhombatractus affinis, sertaniensis, lorentziüi, kohii, patoti nn. spp. Weber, M.
(1, 3), — patoti n.sp. Weber, M. (4).
Melanotaenia maculata, dumasi nn. spp. Weber, M. (1,3).
Glossolepis n. g. incisus n. sp. Weber (1).
Merriamella n. g. doryssa n. sp. Jordan (6).
Cobitopsidae.
Rogenio n. g. doryssa n. sp. Jordan (6).
Scombresocidae.
Exocoetus socotranus n. sp. (?) Steindachner.
Hemirhamphus caudovittatus n. sp. Weber, M. (1,3).
Hemibranchii.
Syngnathidae.
Hippocampus bleekeri, agnesae nn. spp. Lowler (3).
Macleayina n. subg. Fowler (3).
IV. Pisces für 1907. 95
Doryichthys caudocarinatis n.sp. Weber, M. (1), — spaniaspis n. sp. Jordan
u. Seale (2).
Corythroichthys clerae n.sp. Evermann u. Seale.
Castelnauina n. subg. Fowler (3).
ÜOentriscidae.
Limiculina n. subg. Fowler (5).
Heteromi.
Halosauridae.
Halosaurus niger n. sp. Gilchrist.
Haplomi.
Amblyopsidae.
Typhlichthys osborni, wyandotte nn. spp. Eigenmann (1).
Cyprinodontidae.
Cyprinodon richardsoni n. sp. Boulenger (1).
Fundulus palmquisti n. sp. Lönnberg (1).
Rivulus flabellicauda, goldmanni nn. spp. Regan (6).
Lucania browni n. sp. Jordan u. Richardson (2).
Ilyodon n. g. paraguayense n. sp. Eigenmann (1).
Gambusia annectens, terrabensis nn. spp. Regan (%).
Xiphophorus brevis, strigatus nn. spp. Regan (6).
Poecilia amates n. sp. Miller, — salvatoris n. sp. Regan (6), — tenuis n. sp. Meek (2).
Platypoecilus tropicus n. sp. Meek (2).
Phalloceros n. g. caudomaculatus n.sp. Eigenmann (1, 2).
Phalloptychus n. g. januarius n. sp. Eigenmann (2).
Scopelidae.
M yetophum gilberti n. sp. Evermann u. Seale.
Saurida eso n. sp. Jordan u. Herre.
Bathypterois filiferus, ater nn. spp. Gilchrist.
Apodes.
Gymnothorax philippinus n.sp. Jordan u. Seale (2).
Jenkinsiella nectura n.sp. Jordan u. Seale (2).
Muraenichthys devisi, ogilbyi nn. spp. Fowler (5).
Rhabdura n. g. Ogilby (1).
Ophthalmichthys intermedius n.sp. Ogilby (1).
Symbranchii.
Dysichthys australe n. sp. Eigenmann u. Ward.
Ostariophysi.
Loricariidae.
Plecostomus laplatae n. sp. Eigenmann.
96 IV. Pisces für 1907.
Siluridae.
Clarias langior n. sp. Boulenger (11).
Copidoglanis novae-guinea n.5p. Weber (1).
Silurus grahami n.sp. Regan (5).
Amiurus meeki n.sp. Regan (1).
Macrones brashnikowi, herzensteini nn. spp. Berg (8).
Chrysichthys rueppelli n. sp. Boulenger (1).
Pimelodus brachycephalus, boucardi, rogersi nn. spp. Regan (7),
Pimelodella mucosa n.sp. Eigenmann.
Hemipimelodus velutinus n. sp. Weber, M. (1, 3).
Rhamdia heteracantha, brachycephala, salvini, underwoodi nn.spp. Regan (1), barbata,
regani nn. spp. Meck (I).
Amphilius hargeri n. sp. Boulenger (15).
Paramphilius n. g. trichomycteroides n.g. Pellegrin (1).
Auchenoglanis ballayı n. var. gravoti Pellegrin (4).
Brachyplatystoma goeldii n. sp. Eigenmann u. Bean.
Taenionema n.subg. steerei n.sp. Eigenmann u. Bean.
Aelurichthys scutatus, isthmensis nn. spp. Regan (1).
Galeichthys quentheri n. sp. Regan (1).
Henonemus n. g. intermedius Eigenmann u. Ward.
Homodiaetus n.g. anisitsi n.sp. Eigenmann u. Ward.
Iheringichthys megalops n. sp. Eigenmann u. Ward.
Synodontis batesii n. sp. Boulenger (11).
Corydoras australe n.sp. Eigenmann u. Ward.
Hemidoras paraguayensis n. sp. Eigenmann.
Cyprinidae.
Moxostoma mascotae, parvidens nn. spp. Regan (1).
Labeo ruddi n. sp. Boulenger (7%). — ansorgii n. sp. Boulenger (12), — parvus n. Sp.
Steindachner (1).
Discognathus yunnanensis n. sp. Regan (5).
Varicorhinus brucii n. sp. Boulenger (3), — Zornieri n. sp. Steindachner (2).
Barbus polylepis, brucii, sector, elephantis nn. spp. Boulenger (3), — decipiens
n.sp. Boulenger (9). — aspilus, trispilomimus nn. spp. Boulenger (13),
callipterus n. sp. Boulenger (14), — johnstoni n. sp. Boulenger (15), — campta-
canthus n. var. co!tesi Pellegrin (4), — quinquemaculatus n. sp. Seale and Bean,
— mylodon n.sp. Berg (8), — macropristis n. subsp. meruensis, usambarae
n. sp. Lönnberg (1).
Sohizothorax taliensis n.sp. Regan (5), — pseudoaksaiensis n. subsp. Berg (4).
Diptychus annandalei n. sp. Regan (11).
Rasbora punctulatus n. sp. Seale u. Bean.
Danio browni n.sp. Regan (11).
Xenocypris sungariensis n. sp. Berg (9), — lampertii n. sp. Popta (1).
Algansea affinis, stigmatura nn. spp. Regan (1).
Phoxinus czekanowskii n.subsp., ignatowi, grumi, perenurus, sacraliensis
nn. subspp. Berg (%).
Acheilognathus signifer n. sp. Berg (1).
Leucogobio n. g. notacanthus n. sp. Berg (2).
IV. Pisces für 1907. 97
Aspiolucius n. g. Berg (4).
Barilius neavii n. sp. Boulenger (16), — neglectus n. sp. Stieler.
Mearnsella n. g. alestes n. sp. Seale u. Bean.
Chasmistes oregonus n. sp. Jordan (6).
Leptobotia mantschuria n. sp. Berg (9).
Lefua echigonia n.sp. Jordan u. Richardson (1).
Plagiognathops n.n. Berg (9).
Gymnotidae.
Sternarchella n. g. schoti Stdr. Eigenmann, Atee u. Ward.
Sternarchogiton n. £.
Sternarchorhamphus n.g. nattereri Steindachner, Eigenmann, Atee u. Ward.
Characinidae.
Phoxinopsis n.g. typicus n. sp. Regan (8).
Pogonocharax n.g. rehi n. sp. Regan (8).
Alestes erythropterus n. sp. Pellegrin (9).
Pellegrinina n. g. hetrolepis n. sp. Fowler (2).
Phenacogrammus n.g. interruptus n.sp. Eigenmann (1).
Petersius woosnami n.sp. Boulenger (15).
Petersius tangensis n. sp. Lönnberg (1).
Brycon guatemalensis n. sp. Regan (1).
Bryconamericus n. g. exodon n. sp. Eigenmann (1).
Tetragonopterus n. sp. Pellegrin (2).
Eobrycon n. g. Jordan (6).
Astyanaxz emperador, orthodus, atratoensis, megalops nn. spp., rutilus n. subsp.
Eigenmann u. Ogle, — atahualpianus, nasutus n. sp. Meek (1).
Deuterodon n. g., igquape n. sp. Eigenmann.
Hemigrammus micropterus, tridens, boulengeri, anisitsi, santae, inconstans
nn. spp. Eigenmann u. Ogle.
Aphyocarax rathbuni, stramineus nn. spp. Eigenmann u. Ogle.
Cynocharax n. subg. (Üyriocharax) Fowler (2).
Bramocharax elongatus n. sp. Meek (1).
Thoracocharax n. subg. (Pseudocorynopoma) Fowler (2).
Charax atratoensis caliurus nn. spp. Eigenmann u. Ogle.
Otenocharax n. g. bogotensis n. sp. Regan (9).
Cheirodon ribeiroi, micropterus nn. spp. Eigenmann (1).
Mimagoniates n. g. barberi n. sp. Regan (9).
Coscinoxyron n. g. eulter n. sp. Fowler (2).
Odontostilbe microcephalus n. sp. Eigenmann u. Ogle.
Evermannolus n.n. Eigenmann u. Ogle.
Gübertolus n.n. Eigenmann u. Ogle.
Waiteina n. subg. (Serrasalmus) Fowler (2).
Myleus levis n.sp. Eigenmann u. Me. Atee.
Holopristes riddlei n. sp. Eigenmann u. Ogle.
Reganina n.g. Fowler (2).
Starksina n. g. Fowler (2).
Sealeina n.g. Fowler (2).
Arch, £f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908. Bd, Il. H.1, (IV,) 7
98 IV. Pisces für 1907.
Cyrtocharax n. g. Fowler (2).
Belonocharax n. g. beani n. sp. Fowler (2).
Siphyraenocharax n.subg. (Acestrorhynchus) Fowler (2).
Nannocharax ocellicauda n. sp. Boulenger (19).
Leporinus parae n.sp. Eigenmann u. Ogle.
Parodon paraguayensis, piracicabae nn. spp. Eigenmann (1).
Curimatus boulengeri, brevis nn. spp., luciscus bolivae n. subsp. Eigenmann u. Ogle.
Prochilodus beani n. sp. Eigenmann u. Ogle.
Malacopterygii.
Stomivatidae.
Neostomias n. g. Gilchrist.
Eustomias, filiferum n. sp. Gilchrist.
Clupeidae.
COlupea immaculata, okinawensis, mizun nn. spp. Kishinouye.
Knightia n. g. eocaena n.n. Jordan (6).
Pomolobus? melanostomus n. sp. Eigenmann.
Dorosoma chavesi n.sp. Meek (1).
Engraulis koreanus n. sp. Kishinouye (3).
Mormyridae.
Mormyrus guus n. sp. Pappenheim (1).
Elopidae.
Osmeroides latifrons n. sp. Woodward (1).
Dinelops n. g. ornatus n. sp. Woodward (1).
Leptolepidae.
Leptolepis valdensis n. sp. Woodward (2).
Etringus n. g. scintillans n. sp. Jordan (6).
Ganoidei.
Holostei.
Xynesthes n. g. velox n. sp. Jordan (6).
Belonostomus (?) carinatus n. sp. Mawson u. Woodward.
Eugnathus vetteri n. sp. Heineke.
Gyrodus (?) picteli n.sp. Karakasch.
Mesodon spinosum n. sp. Hennig (2).
Colobodus chorzowiensis n. sp. Ahlburg.
Arthrodira.
Dinichthys dolichocephalus, .n. sp. Eastman.
M ylostoma newberryi n. sp. Eastman.
Glyptaspis abbreviata n. sp. Eastman (2).
Macropetalichthys pelmensis n. sp. Hennig (3).
Protilanichthys fassatus n. sp. Eastman (2).
Pholidosteus n. g. (Coccosteus) friedelii n. sp. Jaekel.
IV. Pisces für 1907. 99
Crossopterygii.
Mawsoni n.g. gigas n.sp. Mawson u. Woodward.
Ostracophori.
Antiarchi.
Asterolepis clarkeı n. sp. Eastman (2).
Ostracodermi.
Cyathaspis barroisi n. sp. Leriche.
Pteraspis gosseleti, traquairi nn. spp. Leriche.
Chondropterygii.
Holocephali.
Hydrolagus waitei n. sp. Fowler (5).
Psychichthys n. subg. (Hydrolagus) Fowler (5).
Edaphodon sweeti n.sp. Chapman u. Pritchard.
Ischyodus mortoni n.sp. Chapman u. Pritchard.
Ptyctodus punctatus n. sp. Eastman (2).
Plagiostomi.
Galeocerdo fasciatus n. sp. Kampen (2).
Hemipristis chiconis n. sp. Jordan (6).
Carcharodon arnoldi, riversi, branneri nn. spp. Jordan (6).
Isurus smithii n.sp. Jordan (6).
Acrodus wempliae n. sp. Jordan (6).
Heptranchias andersoni n.sp. Jordan (6).
Etmopterus paessleri n. sp. Lönnberg (2).
Platyspondylus n.g. foureaui n.sp. Haug.
Raja punctata n.f. Pietschmann.
Malacobatis n. g. Gratzianow (3).
M yliobatis moorabbinensis n. sp. Chapman u. Pritchard.
Rhinoptera prisca n. sp. Woodward (3).
Narcine mollis n. sp. Lloyd (1).
Ichthyotomi.
Cladodus prototypus n. sp. Eastman (2).
Ineertae sedis.
Machaeracanthus longaevus n. sp. Eastman (2).
Lissoprion n.g. ferrieri n.sp. Hay (2).
Cyelostomi.
Agnathomyzon n. g. caspicus n. sp. Gracianow (3).
Polistotrema deani n. sp. Evermann u. Goldsborough (3).
7%
100 IV. Pisces für 1907.
Inhaltsverzeichnis.
Seite
I. Verzeichnis der Veröffentlichungen mit Referaten . . ....... 1
11. Übersicht nach: dem. Stoff — : Krenaltph 2 12.20, ee 76
Ontogenie, Histogenie, Organogenie . „nun... 20 2 u 76
Histologie, Anatomie, Morphologie. . . = “u... = on eurer 77
Phylogenie; System und Nomenklatur; Haut, Skelett . . ...... 78
Muskeln, Bänder, Gelenke; Elektrisches Organ; Nervensystem . . . . 79
Darmkanal! sn: wusste ae ee ee 80
Gefäßsystem und Leibeshöhle; Harn- und Geschlechtsorgane; Physiologie 81
Gift und: Giftdrusen;, Biologie, sun sn 30 Wine ne el ee 82
Rischerei, und. Rischzucht 3... 0.0 ver ne a re 84
KTSHRaumstile War ren sea te ee ee Ne 835
Arktıs, Antarktis; "Europa \ as mente os ee ne ee 85
DE) 0 EA en AR SR RENNENS ne alone io 0 0 © 86
AFTER ee, EN TV 87
Nordamerika; Australien, Neu-Guinea, Polynesien . .. :» ..... 88
Fossile Fische; Kaenozoische Fische; Mesozoische Fische; Palaeozoische
Bische: u. N re N BSR 89
IV. Systematisches Verzeichnis. der. Nova’... „2.2 2 Se 89
Teleostei, Plectognathi, Pediculati, Opisthomi, Acanthopterygü, Ophi-
diadae), Zoateidae za .n we we ee ee. 2er EEE 89
Pholididae, Blennidae, Gobiesocidae, Nototheniidae, Triglidae, Agonidae,
Hoplichthyidae, Platycephalidae, Cottidae . . . . 222.2... 90
Comephoridae, Hexagrammidae, Scorpaenidae, Gobiidae, Pleuronectidae,
Zeidae,zScombridae. me ee era tee „1er Tele 91
Carangidae, Scaridae, Labridae, Pomacentridae, Cichlidae, Teuthididae,
Acanthuridae, Mullidae, Sparidae'. .. ! 2. .n 0... Soc 92
Pristipomatidae; Lactariidae, Gerridae, Sciaenidae, Pseudochromididae,
Serranidae, Centrarchidae, Beryeidae „ 2 2. 2. 2m. ne 93
Allotriognathi; Anacanthini, Gadidae, Macruridae; Percesoces, Stroma-
teidae, Sphyraenidae, Polynemidae, Mugilidae, Atherinidae, Cobi-
topsidae, Scombresocidae; Hemibranchi, Syngnathidae ..... . 94
Centriscidae; Heteromi, Halosauridae; Haplomi, Amblyopsidae, Cyprino-
dontidae, Scopelidae; Apodes; Symbranchii; Ostariophysi, Loricariidae 95
Siluxidae, Cypriaidae 22. Be ee an. ee Pe 96
Gymnotidae, ''Charaeinidae.. „25.0 sun. a ee 97
Malacopterygii, Stomiatidae, Clupeidae, Mormyridae, Elopidae, Lepto-
lepidae; Ganoidei; Holostei; Arthrodira . . ... 2.2.2... 0. 98
Crossopterygii; Ostracophori; Antiarchi; Ostracodermi; Chondropterygü,
Holocephali; Plagiostomi; Ichthyotomi; Incertae sedis; Cyclostomi . 99
Nr ———
Archiv f. Naturgesch. 74. Jahrg. 1908.
Em. Trojan, Holostaspis sita.
Lichtdruck von A. Frisch, Berlin W 35.
Taf...
Archiv f. Naturgesch. 74 Jahrg 1908.
2.J Thomas Litk.Iast, Berlin 5.32.
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Embr. Strand, 2 Arbeiten über nordafrikanische Spinnen.
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Archiv. Naturgesch. 14 Jahrg. 1008.
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RR Michaelsen. Zur Kenntnis d. Tubifieiden.
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Archiv f. Naturgesch. 74 Jahrg.1908.
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Archiv f. Naturgesch. 74 Jahrg.1908.
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Archiv f. Naturgesch.1908.
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Felber, dess, Per
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