Source : MNHN, Paris
R
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
MEMOIRES
\ L * ou
MUSÉUM NATIONAL
D’HISTOIRE NATURELLE
i) i)
Série ; Aj jZoologie.)
TOME XVI
PARIS
ÉDITIONS DU MUSÉUM
36, rue Geoffroy-Saint Hilaire (V e )
rj dÉLM 2^
Source : MNHN, Paris
TABLE DES MATIERES
Pages
Fascicule 1
F. Pax et I. Muller. Zoantharien aus Viêt-Nam . 1-40
Fascicule 2
F. B. Mayer. Les Octocoralliaires plexaurides des côtes occiden¬
tales d’Amérique . 41-56
Fascicule 3
F. Grandjean. Perlohmannia dissimilis (Hewitt) (Acarien. Oribate). 57-120
Fascicule 4
F. Grandjean. Charassobates cavernosus Grandj. 1929 (Acarien,
Oribate) . 121-140
Fascicule 5
J. Carayon. Etudes sur les Hémiptères Cimicoidea. I. 141-172
Fascicule 6
F. Grandjean. Hammation sollertius n.g., n.sp. (Acarien, Oribate). 173-198
Fascicule 7
P. Cass.agn.au. Contribution à la connaissance du genre Tetracan-
thella Schott . 199-258
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
Z uU
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES
DU
MUSÉUM NATIONAL
D’HISTOIRE NATURELLE
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
?l lêQ C 1
MÉMOIRES
DU
MUSÉUM NATIONAL
D’HISTOIRE NATURELLE
NOUVELLE SÉRIE
Série A, Zoologie
TOME XVI.
FASCICULE 1.
Ferdinand FAX und Ingeborg MÜLLER.
. ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM
PARIS
ÉDITIONS DU MUSÉUM
36, rue Geoffroy-Saint-Hilaire (V«)
1957
Source : MNHN, Paris
fuit irai . ■ WWJ, Pans
MÉMOIRES DU MUSÉUM NATIONAL D'HISTOIRE NATURELLE
Série A. Zoologie. Tome XVI, fascicule 1. — Pages 1 à 40.
* ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM
von Ferdinand Pax (Kôln) und Ingeborg Müeler (Braunschweig).
EINLEITUNG.
Die von uns im folgenden beschriebenen Zoantharien wurden
an der Küste von Viêt-Nam gesainmelt. Die Kollektion enthàlt 9 vor-
züglich konservierte, 797 Polypen umfassende Kolonien sowie 6 Ein-
zeltiere, die sich auf insgesamt 7 Arten verteilen. Unter ihnen sind
5 neu für die Wissenschaft. Der Wert der Sammlung wird noch
erhoht durch die pràchtigen farbigen Skizzen, die Herr Nam, Zeichner
am Ozeanographischen Institut in Nhatrang, von drei Zoanthus-Arlen
nach lebendem Material angefertigt hat. Dass es môglich gewesen ist,
dièse Aquarelle in unserer Arbeit zu reproduzieren (PI. XIII), verdan-
ken wir dem tiefen Verstandnis des Herrn Dr. Ranson für die Erfor-
dernisse der Zoantharienforschung und nicht zuletzt seiner nie ermat-
tenden Hilfsbereitschaft. Er hat es auch moglich gemacht, dass der
grôsste Teil der von uns neu beschriebenen Species im Muséum Natio¬
nal d’Histoire naturelle in Paris photographiert werden konnte Diese
Habitusbilder (PI. XI et XII) erganzen in willkommener Weise unsere
Beschreibungen. So sind wir Herrn Dr. Ranson für die grossziigige
und uneigennützige Fôrderung unserer wissenschaftlichen Arbeit zu
herzlichstem Danke verpflichtet.
Ausser dem kiirzlich gesammelten Zoantharien-Material lagen
uns noch 1 Kolonie und etwa 30 Bruchstiicke vor, die Herr Dr. A.
Krempf in den Jahren 1905 und 1910 in Viêt-Nam gesaminelt hat.
Unsere Untersuchung hat ergeben, dass es sich bei der mehr als 1000
Polypen umfassenden KREMPF’schen Ausbeute um 4 Species handelt,
darunter 2, die bisher noch nicht beschrieben worden sind.
Eine von Herrn Kapitan Modest im Jahre 1908 in Viêt-Nam
gefundene Kolonie, die sich im Muséum National d’Histoire naturelle
in Paris befindet, envies sich als die Jugendform einer bereits be-
kannten, auch in der Sammlung Krempf vertretenen Species.
Mémoires du Muséum. — Zoologie, t. XVI.
F. PAX UNP I. MULLER.
ÜBERSICHT DER BISHER AUS VIET-NAM BEKANNTEN ZOANTHARIEN.
FAMILIE ZOANTHIDAE.
1. Zoanthus erythrochloros nov. spec. — Viêt-Nam.
2. Zoanthus viet-namensis nov. spec. — Viêt-Nam.
3. Zoanthus cavernarum nov. spec. — Viêt-Nam.
4. Zoanthus cyanoides nov. spec. — Viêt-Nam.
5. Zoanthus robustus Carlor. — Viêt-Nam und Südaustralien.
6. Zoanthus gnophodes nov. spec. — Viêt-Nam.
FAMILIE EPIZOANTHIDAE.
7. Palythoa singaporensis Pax et Müll. — Viêt-Nam und Singapore.
8. Palythoa stephensoni Carlor. — Viêt-Nam und Grosses Barrier-
RifT.
9. Palythoa titanophila nov. spec. — Viêt-Nam.
10. Palythoa anthoplax nov. spec. — Viêt-Nam.
11. Isaurus asymmetricus Hadd. et Shackl. — Torres-Strasse, Viêt-
Nam, Ceylon, Golf von Manaar.
ANLEITUNG ZUR BESTIMMUNG DER AN DER KÜSTE
VON VIET-NAM VORKOMMENDEN ZOANTHARIEN.
Die an der Kûste von Viêt-Nam nachgewiesenen Krustenanemo-
nen gehoren zwei Familien an, die sich folgendermassen voneinander
unterscheiden :
I. Zoanlliarien mit einem doppelten mesogloealen Sphincter . .
. Familie Zoanthidae.
II. Zoantharien mit einem einfachen mesogloealen Sphincter....
. Familie Epizoanthidae (S. 3).
I. — FAMILIE ZOANTHIDAE.
Die Mesenterienanordnung der Zoanthiden ist stenoknemin, d.h.
bei ihnen ist jederseits das 5. Mesenterium, von der dorsalen Seite aus
gerechnet, ein Stenomesenterium. Ein Fremdkorperskelett fehlt. Zu
den Zoanthiden gehôrt eine einzige Gattung :
Zoanthus J. B. de Lamarck, 1801.
Die Gattung Zoanthus umfasst koloniebildende Warmwasser-
bewohner, bei denen die Mesogloea der Korperwand von einem wohl
entwickelten, netzfôrmigen Kanalsystem durchzogen ist. Die Species
sind teils getrenntgeschlechtig, teils Zwitter. An der Küste von Viêt-
Nam kommen 6 Zoanthus- Arten vor, die sich nach der Beschaffenheit
ihres Cnidoms, dem histologischen Bau ihres Ektoderms, der Piginen-
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN Al’S VIET-NAM.
tierung ihrer Mesogloea, der Gesaintzahl ihrer Mesenterien, der Struk-
tur ihrer Sphinctere, der Fârbung ihrer Tentakel und ihres Perioral-
ringes und schliesslich der Entwicklung ihres Coenenchynis eindeutig
Irennen lassen :
1. Tentakel mit Spirocysten ausgestattet. 3.
— Tentakel spirocystenfrei . 2.
2. In den Mesenterien koinmen zwei Typen von Holotrichen vor.
Der proximale Sphincter besteht aus mehr als 300 Muskel-
maschen. robustus (S. 16).
— In den Mesenterien konnnt nur ein Typus von Holotrichen vor.
Der proximale Sphincter besteht aus etwa 150 Muskelma-
schen. qnaphodes (S. 18).
3. Ektoderm der Tentakel in seiner ganzen Ausdehnung mit Spi¬
rocysten ausgestattet. Holotriche monoinorph. Ektoderm des
Scapus diskontinuierlich, Mesogloea pigmentiert . 4.
— Tentakel nur an der àussersten Spitze mit Spirocysten versehen.
Holotriche dimorph, Ektoderm des Scapus kontinuierlich, Meso¬
gloea ohne Pigmentzellen . cijanoides (S. 14).
4. Gesaintzahl der Mesenterien weniger als 50. . cavernarum (S. 11).
— Gesaintzahl der Mesenterien 50 übersteigend . 5.
5. Tentakel beim lebenden Polypen deutlich braun gefàrbt ;
Perioralring graugriin. Coenenchym diinn, lainellenartig (nicht
über 1 mm dick). Absland der Polypen betrëchtlich (2-6 mm).
Sphincter proximalis mehr als 5 mal so lang wie der Sphincter
distalis, fast 190 Muskelmaschcn umfassend. Spirocysten im
Tentakelektoderm reichlich vorhanden, 15-18 n lang. Mesente¬
rien spârlich pigmentiert. enjthrochloros (S. 5).
— Tentakel beim lebenden Polypen graugriin gefàrbt, Mundsaum
weiss. Coenenchym polsterformig (bis 3 mm dick). Abstand
der Polypen gering (0-2 mm). Sphincter proximalis mehr als
doppelt so lang wie der Sphincter distalis, etwa 40 Muskel-
maschen umfassend. Spirocysten im Tentakelektoderm sehr
spârlich vorhanden, 13-14 n lang. Mesenterien reichlich pigmen-
liert . uiet-namensis (S. 8).
II. — FAMILIE EPIZOANTHIDAE.
Die Familie Epizoanthidae gliedert sich in zwei Unterfamilien :
A. Mesenterienanordnung euryknemin. Fremdkôrperskelett stets
■' vorhanden . Unterfamilie Epizoanthinae.
Bl Mesenterienanordnung stenoknemin. Ein Fremdkôrperskelett
kann fehlen . Unterfamilie Palythoinae.
Vertreter der Epizoanthinae sind bisher an der Küste von Viêt-
Nam nicht beobachtet worden. Aile von dort nachgewiesenen Species
gehôren zur
Source : MNHN, Paris
F. PAX UND I. MÜLLER.
UNTERFAMILIE PALYTHOINAE.
Die Unterfamilie Palythoinae ist in Viêt-Nam durch zwei Généra
vertreten :
a. Fremdkôrperskelett krâftig entwickelt. Polypen symmetrisch.
ohne Hockerbildungen der Korperwand. Gattung Palijthoa.
b. Ein Fremdkôrperskelett fehlt. Polypen asymmetrisch, mit
Hockerbildungen der Korperwand . Gattung Isaurus.
Palythoa J. V. F. Lamouroux, 1816.
Die Gattung Palythoa umfasst solitâr lebende oder koloniebil-
dende, in ihrer Verbreitung auf die Tropenzone beschrànkte, stets
auf dem Untergrunde festgewachsene Palyîhoinen. Die Mesogloea der
Kôperwand entbehrt eines kontinuierlichen Kanalsystems. Dagegen
findet sich in der Mesogloea der Mesenterien ein reich entwickeltes
Kanalsystem. Die Species sind teils getrenntgeschlechtig, teils Zwitter.
Koloniebildende Arten der Gattung Palythoa aus der Gruppe der
Immersae bilden besonders am Innenrande toter Korallenriffe ausge-
dehnte Polster, auf deren eigentümlich elastischer Oberflàche man
wie auf einem weichen Teppich geht. An der Küste von Viêt-Nam
kommen 4 koloniebildende Palythoa- Arten vor, die sich folgender-
massen unterscheiden lassen :
1. Arten mit dünnem Lamellencoenenchym, das nur die Basis
der Polypen verbindet. singaporensis (S. 21).
— Arten mit krâftig entwickeltem Polstercoenenchym, iiber dessen
Oberflàche sich die Polypen im Zustande der Kontraktion nur
wenig oder gar nicht erheben.. 2.
2. Sphincter grossmaschig ; weniger als 30 Maschen. In den Mesen-
terialfilamenten zwei Arten mikrobasischer b-Mastigophoren
(48 (i und 26 n) . stephensoni (S. 26).
— Sphincter kleinmaschig ; erheblich mehr als 30 Maschen. In
den Mesenterialfilamenten nur eine Art mikrobasischer b-Ma¬
stigophoren (49 n). 3.
3. Sphincter mit weit mehr als 50 Muskelmaschen. 44 Mesen¬
terien. Filamente nicht pigmentiert. Tentakelektoderm mit
Holotrichen ausgestattet. titanophila (S. 29).
— Sphincter mit weniger als 50 Muskelmaschen. 32-34 Mesen¬
terien. Filamente pigmentiert. Tentakelektoderm frei von Holo¬
trichen . anthoplax (S. 31).
Isaurus J. E. Gray, 1828.
Solitâr lebende oder kleine Kolonien bildende, stets auf dem
Substrat festgewachsene Palythoinen. Die Mesogloea der Korperwand
entbehrt eines kontinuierlich entwickelten Kanalsystems. Getrennt¬
geschlechtig oder Zwitter. Bezüglich der Unterscheidung der Gattun-
gen Palythoa und Isaurus sei auf oben verwiesen.
An der Küste von Viêt-Nam ist die Gattung Isaurus durch eine
einzige Species vertreten. asymmetricus (S. 34).
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AÜS VIET-NAM.
BESCHREIBUNG DER AN DER KÜSTE VON VIET-NAM
VORKOMMENDEN KRUSTENANEMONEN.
FAMILIE ZOANTHIDAE.
Gattung Zoanthus J. B. de Lamarck, 1801.
a.) Arten, bei denen das Ektoderm der Tentakel in seiner ganzen
Ausdehnung Spirocysten aufweist : slnhlmanni-Grnppe.
1. Zoanthus erythrochloros nov. spec.
Name .— /Xo>pô; grün, spuOpo'? rot. erythrochloros bedeutet also
rotgrün, so genannt, weil Scapus und Scapulus grün gefàrbt sind,
wâhrend das Peristom eine karminrote Fârbung aufweist.
Typus. — Der Typus (PI. XI, fig. 3) befindet sich im Laboratoire de
Malacologie du Muséum National d’Histoire naturelle in Paris.
Systematische Stellung. — Innerhalb der Gattung Zoanthus
gehort Z. erythrochloros, wie schon oben erwàhnt wurde, zur stuhl-
manni- Gruppe, bei der die Tentakel in ihrem Ektoderm in ihrer
ganzen Lange Spirocysten aufweisen. Habituell âhnelt die neue Art
dein von Wii.smore (1909) von den Neuen Hebriden beschriebenen
Zoanthus sandvicensis und dem von dem gleichen Fundort stammen-
den Zoanthus similis, doch unterscheidet sie sich von diesen beiden
Species wesentlich durch den Bau ihres Sphincters.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. 1456, E. 32766. Rocher Noir (Baie de
Cauda près de Nhatrang), 20. Mai 1954.
Geographische Verbreitung. -— Bisher nur von der Küste von
Viêt-Nam bekannt.
Tiefenverbreitung. — Über die Tiefe des Standortes liegen keine
Angaben des Sammlers vor.
Substrat. — Der Untergrund ist kalkfreier Felsboden.
Material. — Zur Untersuchung lag uns eine Kolonie vor, die 123
Polvpen umfasst.
Fàrbung. — Die Farbe der Polypen und des Gonenchyms ist in
konserviertem Zustande hellbeige. Die Fàrbung lebender Exemplare
von Zoanthus erythrochloros hat Herr Nam (Nhatrang) in einer
eindrucksvollen Skizze (PI. XIII, fig. 1) festgehalten. Sie zeigt, dass der
Scapus graugriin, der Scapulus olivgrün gefàrbt ist. Der letztere tràgt
in seinein distalen Abschnitte kurze, schmale Làngsstreifen von
brauner Farbe, ausserdem aber zarte vertiknle Linien, die den Tnsertio-
Mémoires du Muséum. — Zoologie, t. XVI. 2
Source : MNHN, Paris
F. PAX UNI) I. MÜLLER.
nen der Mesenterien cntsprechen. Die Tentakel sind briiun. Das Peri-
stoni ist karminrot gefârbt, mit einer zarten, biâunlichen Radiàrstrei-
fung. Die MundôiTnung umgibt ein verhàltnismàssig breiter, grau-
griiner Perioralring.
Habitus. — Aus einem etwa 1 mm dicken Lamellencoenenchym,
das sich wie ein Teppich von der Unterlage abheben làsst, entspringen
die zylindrischen Polypen, deren Hôhe 3-5 mm, durchsehnittlieh 3,5
mm betrâgt. Der Durchmesser der Polypen schwankt zwischen 3 und
7 mm ; durchsehnittlieh betrâgt er 5 mm. Die Polypen sind also breiter
als hoch. Breite und schmale Polypen stehen in der Kolonie regellos
durcheinander, doch finden sich die breitesten Individuen im allge-
meinen am Rande der Kolonie. Der Abstand der Polypen voneinander
schwankt zwischen 2 und 6 mm. Die Mundoffnung erreicht einen
Durchmesser bis zu 3 mm. In kontrahiertem Zustande ist der distale
Teil der konservierten Polypen nicht angeschwollen. Auch das Aquarell
Nams (PI. XIII, fig. 1) lasst von einer Anschwellung nichts erkennen.
Scapularfurchen sind an den uns vorliegenden Exemplaren nicht
erkennbar. Auf der farbigen Skizze Nams sind an einem Polypen
24 Scapularfurchen angedeutet.
Kôrperwand. — Das Ektoderm der Kôrperwand ist diskonti-
nuierlich entwickelt. Von ihrer gesamten Dicke, die etwa 200 n betrâgt,
entfallen 3 n auf die von zahlreichen Diatomeen bedeckte Cuticula,
27 u auf das Ektoderm, 156 n auf die Mesogloea und nur 14 n auf das
zarte Entoderm. Pigment haben wir in der Kôrperwand nicht beob-
achtet.
Tentakel. — Die Zahl der Tentakel konnten wir auf unseren
Querschnitten nicht mit Sicherheit feststellen. Nams Aquarell (PI. XIII,
fig. 1 b) làsst 64 Tentakel erkennen.
Sphincter. — Der Sphincter distalis (PI. I, fig. 1) besteht aus 16
verhàltnismâssig kleinen Maschen, die im allgemeinen einreihig
angeordnet sind. Nur in der oberen Hàlfte liegen an zwei Stellen je zwei
Maschen nebeneinander. Die grosste Muskelmasche liegt in der Mitte
des Sphinkters. Nimmt der Sphincter distalis in seiner oberen Hàlfte
etwa die Mitte der Mesogloea ein, so nâhert er sich in seiner unteren
Hàlfte der ektodermalen Grenze der Mesogloea.
Der aus fasl 190 Mascheji bestehende Sphincter proximalis (PI. I,
fig. 1) ist mehr als 5 mal so lang wie der Sphincter distalis. Im grôssten
Teil seines Verlaufes nimmt er die Hàlfte der Breite der Mesogloea
ein. Seine breiteste Stelle liegt unterhalb der Mitte. Sein unteres Ende
keilt deutlich aus. In seiner oberen Hàlfte ist er von Ektoderm und En¬
toderm gleich weit entfernt. Seine untere Hàlfte nàhert sich der ekto¬
dermalen Grenze der Mesogloea. Im mittleren Teile sind die Maschen
mehr oder minder schlitzformig. An seinem proximalen wie an seinem
distalen Ende sind sie oval, kreisrund oder unregelmâssig gestaltet. In
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIF.N AUS VIET-NAM.
allen Teilen des Sphincters sind die Maschen durch verhâltnismâssig
dicke mesogloeale Scheidewânde voneinander getrennt.
Stomodaeum. — Die Lange des Schlundrohrs erreicht bei den
konservierten Exemplaren 1200 a. Sein lichter Durchinesser betrâgt
in der Liingsachse 760 u, in der Querachse 250 u. Die Wand des
Schlundrohrs erreicht eine Dicke von 120 a, von denen ungefâhr 20 a
auf das Entoderm, 25 a auf die Mesogloea und 75 a auf das Ektoderm
entfallen. Die Schlundrinne ist gut entwickelt. Ausser der Siphono-
glyphe beobachteten wir nur 6 schwache Furchen, deren Trennungs-
wânde nicht durch mesogloeale Pfeiler gestützt wurden.
Mesenterien. — Die Gesamtzahl der Mesenterien betrâgt 54. In
den Mesenterialfilamenten beobachteten wir in unmittelbarer Nâhe
des bindegewebigen Achsenstranges ein spârlich vorhandenes, korniges
Pigment.
Gonaden. — Die von uns anatomisch untersuchten Exemplare
waren steril.
Cnidom. — Das Ektoderm der Tentakel enthalt Spirocysten von
15-18 a Lange ; durchschniltlich sind sie 17 a lang. Ihre Breite betrâgt
3 a.
Bei der Messung von Nesselkapseln sollte immer angegeben
werden, welcher Méthode sich der Beobachter bedient hat. Auf Grund
sehr zahlreicher Messungen der Spirocysten von Zoanthus erythro-
chloros gelangte Ingebohg Müllf.r zu folgenden Ergebnissen : Auf
Schnitten schienen die Spirocysten 10-14 a, durchschnittlich 12 a lang
zu sein, im Mazerat betrug ihre Lânge 15-18 a, durchschnittlich 17 a.
Die Unterschiede waren also sehr betrachtlich. Hier handelte es sich
in beiden Fàllen uni das gleiche Untersuchungsmaterial ; zur Messung
wurde dasselbe Mikroskop mit demselben Mikrometer verwendet, und
die Ablesung der Werte geschah in beiden Fâllen binnen weniger
Minuten bei gleicher Beleuchtung durch die gleiche Beobachterin. Es
kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Mazerationsmethode die
richtigeren Werte ergibt. Sie liefert nach unserer Erfahrung immer
grôssere Zahlen als die Schnittmethode. Messungen von Nesselkapseln
sollten daher stets im Mazerat vorgenommen werden. Die Mazerations¬
methode gibl, wie schon Seipert (1928, S. 424) betont hat, die Moglich-
keit, in kurzer Zeit grôssere Gewebskomplexe auf ihren Gehalt an
Nematocysten zu priifen. Im Mazerat ist es kaum moglich, eine nur
spârlich vertretene Kapselart zu iibersehen. Auch das relative Hâufig-
keitsverhâltnis der verschiedenen Kapselformen lâsst sich leichl
feststellen. Dagegen ist eine sichere Trennung der Gewebe vor der
Mazeration wegen der Kleinheit der Objekte bisweilen unmoglich.
Wer sich daran erinnert, dass es unter den Zoantharien Arten gibt,
deren Polypen nur eine Korperhohe von einem halbcn Millimeter
erreichen, wird diesem Urteil beipflichten. Innerhalb der Gattung
Zoanthus gibt es eine Artengruppe (stuhlmanni- Gruppe), bei der in
Source : MNHN, Paris
F. PAX UND I. MÜLLER.
den Tentakeln Holotriche sowohl iin Ektoderm wie im Entoderm
vorkommen. Bei den Species der pulchellus- Gruppe finden sie sich
ausschliesslich im Ektoderm, bei den Arten der poriticola- Gruppe nur
im Entoderm. Wie soll man das mit Hilfe der Mazerationsmethode
feststellen ? Bei den Species der pulchellus-Ciruppe und der poriticola-
Gruppe sind die Tentakel frei von Spirocysten. Dariiber gibt das Ma-
zerat natürlich sofort Auskunft. Die stuhlmnnni- Gruppe ist dadurch
charakteresiert, dass Spirocysten sich in allen Teilen des Ektoderms
finden. Dagegen ist ein Kennzeichen der fraseri- Gruppe, dass nur die
àussersten Spitzen der Tentakel mit Spirocysten ausgerüstet sind.
Neben der Mazerationsmethode muss man also auch die Schnittme-
thode anwenden, die auf die Frage nach der natürlichen Lage der
Kapseln im Gewebe eine eindeutige Antwort gibt. Auch der Schnittme-
thode haften freilich Mângel an. Die Zahlenwerte, die man bei der
Messung von Nesselkapseln auf Schnitten erhâlt, sind, wie schon oben
erwâhnt wurde, zu klein. Auch kônnen nur vereinzelt auftretende
Typen auf Schnitten leicht übersehen werden.
Neben den Spirocysten treten in den Tentakeln von Zoanthus
erythrochloros eifôrmige Holotriche auf, deren Faden in grossen Win-
dungen aufgerollt ist. Sie sind 13-15 n, durchschnittlich 14 n lang
und 6 n breit. Ganz vereinzelt finden sich im Ektoderm der Tentakel
mikrobasische p-Mastigophoren von 23 n Lange und 3 n Breite. In
den Mesenterialfilamenten trafen wir 13-14 n lange, durchschnittlich
14 a lange Holotriche an ; sie weisen also genau die gleiche Lange
auf wie die Holotrichen der Tentakel. Ausserdem beobachteten wir
in den Mesenterialfilamenten mikrobasische Mastigophoren, die 29-
32 n, durchschnittlich 31 h lang und 5 a breit waren.
Zooxanthellen. — Einzellige Algen mit einem durchschnittlichen
Durchmesser von 8 a treten im Entoderm des Scapus und der Ten¬
takel sowie in den Mesenterialfilamenten auf. Im Ektoderm haben
wir keine Zooxanthellen gefunden.
2. Zoanthus viet-namensis nov. spec.
Name. — viet-namensis bedeutet in Viêt-Nam lebend.
Typus. — Der Typus (PI. XII, fig. 2) befindet sich im Laboratoire
de Malacologie du Muséum National d’Histoire naturelle in Paris.
Systematische Stellung. - In seiner Fàrbung (PI. XIII, fig. 2a et
2b) erinnert Zoanthus viet-namensis zweifellos an den gleichfalls
an der Küste von Viêt-nam vorkommenden Z. erythrochloros, un-
terscheidet sich von ihm aber deutlich durch den Bau seines Sphin¬
cters (PI. I, lig. 2a et 2b) sowie durch die schwache Ausstattung seiner
Tentakel mit Spirocysten. Er gehort, wie Z. erythrochloros, der stnhl-
manni- Gruppe an.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. 1456, E. 32779. Rocher Noir (Baie de
Cauda près de Nhatrang), 21. Mai 1954.
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
Geographische Verbreilung. — Nach dem gegenwàrtigen Stande
unserer Kenntnisse muss Zoanthus viet-namensis aïs ein Endemis-
mus von Viêt-Nam bezeichnet werden.
Tiefenverbreilung unbekannt.
Substrat. — Kalkstein, der von bohrenden Organismen durchsetzt
ist.
Mate rial. — Uns liegl zur Untersuchung eine Kolonie vor, die 61
Polypen umfasst.
Fàrbung. — In konserviertem Zustande erscheint das uns vor-
liegende Material elfenbeinfarben. Lebend zeigt es ein ganz anderes
Aussehen, wie ein Aquarell Nams (PI. XIII, fig. 2) heweist. Wie bei
Zoanthus ergthrochloros ist auch bei Z. viet-namensis der Scapus grau-
grün gefârbt, doch ist das Grün bei Z. ergthrochloros wesentlich kràf-
tiger. Auf einer der Skizzen Nams erkennt man deutlich, dass der
Scapus etwa 30 braunliche, zarte Làngsstreifen tràgt, die wohl den
Insertionen der Mesentcrien entsprechen. Auch der Scapulus ist grau-
grün gefârbt. Ebenso sind die kurzen Tentakel graugrün, nicht ausge-
sprochen braun wie bei Z. ergthrochloros. Im Zustande der Expansion
sieht das Peristom blass purpurfarben aus. Bei beginnender Kontrak-
tion der Polypen (PI. XIII, fig. 2a) verlieft sich seine Rotfârbung. Die
auf einer kegelfôrmigen Erhebung des Peristoms gelegene Mund-
ofTnung wird von einem weissen Mundsaum eingefasst.
Habitus. — Das Coencnchym ist ziemlich dick. Seine Mâchtigkeit
kann 3 mm erreichen. Aus ihm erheben sich senkrecht die dicht
stehenden Polypen, die hüchstens durch einen Abstand von 2 mm
voneinander getrennt werden. Meistens besteht zwischen ihnen gar
kein messbarer Zwischenraum. Wir haben es hier mit einem typischen
Polsterwuchs zu tun. Die Hohe der Polypen schwankt zwischen 3
und 6 mm ; durchschnittlich betrâgt sie 4,5 mm. Der Durchmesser
der Polypen misst 3-5 mm, im Durchschnitt 4 mm. Im allgemeinen
haben die Polypen eine zylindrische Kôrpergeslalt, doch ist ihr distales
Kôrperende im Zustande der Kontraktion etwas angeschwollen. Zahl-
reichc, ganz zarte Scapularfurchen sind vorhanden, aber es ist un-
môglich, an dem konservierten Material ihre Zahl einwandfrei fest-
zustellen. Die Insertionen der Mesenterien scheinen durch die Korper-
wand hindurch.
Korperwand. — Das Ekloderm der Korperwand ist diskonti-
nuierlich enhvickelt. Die Dicke der Korperwand erreicht etwa 170 a
(Ektoderm 10 r, Mesogloea 130 n, Entoderin 30 n). In der Mesogloea
treten zahlreiche grosse Kanâle auf.
Sphincter. — Für den Sphincter distalis von Zoanthus viet-namen¬
sis ist bezeichnend, dass er aus auffâllig grossen, aber wenig zahlrei-
chen Muskelmaschen besteht und dass die Maschen fast ausnahmslos
Source : MNHN, Paris
10
F. PAX UNO I. MÜLLER.
eine ovale, hier und da eine kreisfôrmige, abcr niemals eine ausgespro-
chen schlitzfôrmige Gestalt aufweisen. Der Sphincter distalis besteht
aus insgesamt 13 Maschen (PI. I, fig. 2a), von denen 11 der gleichen
Grôssenordnung angehôren. Nur 2 Maschen sind wesentlich kleiner
als die übrigen. Im Gegensatze zu den distalen Sphincteren anderer
Zoantharien nehmen die Maschen vom oberen zum unteren Ende
keineswegs kontinuierlich an Grosse ab. Auch ist nur die unterste
Masche durch einen wesentlich grôsseren Abstand von der vorherge-
henden getrennt. Im allgemeinen ist der Zwischenraum zwischen be-
nachbarten Muskelmaschen etwa gleich gross. 11 Maschen sind in
einer Reihe angeordnet, nur 2 liegen so, dass sie neben je eine andere
Masche treten. In seinem ganzen Verlaufe ist der Sphincter distalis
der ektodermalen Grenze der Mesogloea genâhert.
Der Sphincter proximalis (PI. I, fig. 2b) ist mehr als doppelt so lang
wie der Sphincter distalis und besteht aus 41 Maschen, von denen
die bei weitem grôsste am oberen Ende liegt. Im allgemeinen nehmen
die Maschen des Sphincter proximalis von oben nach unten an Grosse
ab. Wâhrend die Muskelmaschen des Sphincter distalis im allgemei¬
nen einreihig angeordnet sind, herrscht im Sphincter proximalis eine
zweireihige Anordnung vor. Auch hier überwiegen Maschen von ova-
lem Umriss durchaus. Schlitzfôrmige Muskelmaschen vermisst man
so gut wie ganz. In seiner ganzen Lange ist der Sphincter proximalis
der ektodermalen Grenze der Mesogloea genâhert.
Stomodaeum. — Das Schlundrohr, das eine Lange von 1250 a
erreicht, hat einen lichten Durchmcsser in der Lângsachse von 880 a
und in der Querachse von 300 a. Die Siphonoglyphe ist gut differen-
ziert ; weitere Lângsfurchen sind nehen der Schlundrinnc nicht zu
erkennen. Die Dicke des Schlundrohres betrâgt nur 80 a, wovon
reichlich 50 a auf das Ektoderm, knapp 10 n auf die Mesogloea und
rund 20 a auf das Entoderm entfallen.
Mesenterien. — Die Gesamtzahl der Mesenterien betrâgt 52-54,
also ebenso viel wie bei Zonnthus erijthrochloros. In den Mcsenterial-
filamenten beobachteten wir reichlich Pigment, das der Mesogloea
angelagert war.
Gonaden. — In einem von uns anatomisch untersuchten Poly-
pen fanden wir eine einzige jugendliche Eizelle.
Cnidom. — Im Ektoderm der Tentakel sind zwar Spirocyslen
vorhanden, aber in sehr geringer Zabi. Sie sind 13-14 n, durchschnitl-
lich 13,5 a lang und knapp 4 a breil. 13-15 a lange und knapp 4 a
breite Holotriche stellten wir in den Tenlakeln sowohl im Ektoderm
wie im Entoderm fcst, doch waren sie im Entoderm wesentlich zahl-
reicher. Daneben traten in den Tentakeln mikrobasische b-Mastigo-
phoren von zweierlei Grosse auf. Die einen waren durchschnittlich
23 a, die anderen 32 a lang. Sowohl im Ektoderm wie im Entodern
des Scapus beobachteten wir Holotriche, die sich in ihren Grôssen-
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AIJS VIET-NAM.
11
verhàltnissen von denen der Tentakel kaum unterschieden (13-15 a,
durchschnittlich 13 a lang und 4,5 n breit). Auch in den Mesenterien
befinden sich Holotriche, die denen der Tentakel und der Kôrperwand
gleichcn. Die mikrobasischen b-Mastigophoren der Mesenterien sind
26-33 a, durchschnittlich 29 a lang und 4,5 a breit.
Zooxanthellen. — lin Entoderm der Tentakel fanden wir einzel-
ligc Algen, die zwei verschiedenen Grôssenklassen angehôren. Die
einen inassen 7-8 a, die anderen 13,5 a im Durchmesser.
3. Zoanthus cavernarum nov. spec.
Name. — caverna , die Hôhle, das Loch. Die Art führt diesen
Nanien, weil Vertiefungen in dem felsigen Substrat ihre bevorzugten
Standorte bilden.
Typus. — Der Typus (PI. XI, fig. 2) wird im Laboratoire de Mala¬
cologie du Muséum National d’Histoire Naturelle in Paris aufbewahrt.
Systematische Stelluny. — In der Bewaffnung seiner Tentakel
mit Spirocysten stinnnt Z. cavernarum mit den Angehôrigen der
stuhlmanni- Gruppe iiberein. Wie bei dem ostafrikanischen Z. stuhl-
manni Carlgr. besitzt auch Z. cavernarum ein von einem diskon-
tinuierlichen Ektoderm überzogenen Scapus, eine schwach differen-
zierte Siphonoglyplie und einen langen, aber schwachen Sphincter.
Immerhin ist der Sphincter von Z. stuhlmanni noch wesentlich krâfti-
ger als derjenige von Z. cavernarum. Wiihrend Z. cavernarum 48 Me¬
senterien aufweist, gibt Cari.grkn (1900, S. 123' die Zahl der Mesen-
lerien von Z. stuhlmanni mit 58-62 an. Bei Z. cavernarum ist die
Mcsogloea der Kôrperwand reichlich mit Pigment ausgestattet ; bei
Z. stuhlmanni kommt anscheinend kein Pigment in der Mesogloea
der Kôrperwand vor.
Mit dem ostafrikanischen Z. sansibaricus Carlgr. stimmt Z.
atvernarum in der schwachen Differenzierung seiner Schlundrinne,
der diskontinuierlichen Entwicklung des Ektoderins im Scapus, dem
Auftreten von Pigmentzellen in der Mesogloea der Kôrperwand und
der Zahl der Mesenterien ( cavernarum 48, sansibaricus 44-48) über-
ein, unterscheidet sich aber von ihm wesentlich durch die ausseror-
dentlich schwache Entwicklung seines Sphincters.
Habituell âhnelt Z. cavernarum dem an den Tuamotu-Inseln
heimischen Z. ransoni Pas et Müll. Aber bei dieser Species ist die
Schlundrinne gut differenzierl. Die Zabi der Mesenterien kann 54
erreichen, und der Sphincter ist sehr kràftig entwickelt. Setzt sich
doch bei Z. cavernarum der Sphincter distalis aus 16, bei Z. ransoni
aus 40 Muskelmaschen zusammen.
Der südaustralische Z. robustus Carlgr. gehôrt wegen des Man-
gels an Spirocysten in den Tentakeln nicht zur stuhlmanni-Gruppe,
kann also keinesfalls mit unserem Z. cavernarum identifiziert wer-
den.
Source : MNHN, Paris
12
F. PAX UND I. MULLER.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. 1443, E. 31995. Ilot Hon Mieu, point
SE (Baie de Cauda près de Nhatrang), 1954.
Geographischc Verbreitung. — Nur aus Viêt-Nam bekannt.
Tiefenverbreitung. — Angaben des Saminlers über die Tiefe des
Slandortes fehlen.
Substrat. — Stark erodiertc Kalkfelsen mit sehr unebencr Ober-
flache. Die Kolonie siedell sich mit Vorliebc in Vertiefungen der Un-
terlage an.
Material. — Uns liegt eine gut erhaltene, stérile Kolonie vor, die
aus 188 Polypen besteht.
Fàrbung. — Die Polypen sind im konservierten Zustande hell-
grau gefârbt mit einem grünlichen Schimmer ; das Coenenchym
zeigt ein dunkleres Grau als die Polypen. Da die Kôrperwand sehr
zart ist, schimmern die Insertionen der Mesenterien durch. Das
Schlundrohr ist griin gefârbt, die Mesenterien sind dunkelgrün. Beob-
achtungen des Sammlers über die Fârbung der lebenden Tiere liegen
nicht vor.
Habitus. — Das Coenenchym ist teils ein flàchenartig entwickel-
tes Lamellencoenenchym, teils bildet es breite, bandfôrmige Stolonen.
Die Hôhe der Polypen schwankt zwischen 3 und 6 mm ; durchscknitt-
lich betrâgt sie 3,5 mm. Der Durchmesser der Polypen schwankt
zwischen 3 und 4 mm, im Durchschnitt betrâgt er 3 mm. Scapular-
furchen sind nicht vorhanden. Auch im Zustande stârkster Kontrak-
tion ist der distale Teil des Polypenkorpers nicht angeschwollen. Der
Abstand der Polypen voneinander betrâgt im Hôchstfalle 4 mm. Die
MundôfTnung ist verhâltnismâssig gross. Ihr Durchmesser erreicht
bisweilen die Hâlfte des Durchmessers des Peristoms.
Kôrperwand. — Das Ektoderm der Kôrperwand ist diskontinuier-
lich entwickelt und von einer ziemlich dicken, sich leicht abhebenden
Cuticula bedeckt, der zahlreiche Foraminiferen anhaften. Die Meso-
gloea der Kôrperwand enthâlt viele Pigmentzellen, auf ihrer dem
Ektoderm zugewandten Seite zahlreiche Kanâle. Die Dicke der gesam-
ten Kôrperwand betrâgt etwa 180 h. Davon entfallen rund 25 n auf
das Ektoderm, 10 n auf die Cuticula, 135 n auf die Mesogloea und 10 n
auf das Entoderm.
Sphincter (PI. II, fig. 3).— Der Sphincter distalis besteht aus nur
16 meist âquidistanten, im allgemeinen uniserial angeordneten Muskel-
maschen, deren Uinriss lànglichoval ist. An seinem distalen Ende dem
Entoderm angelagert, nàhert sich der Sphincter distalis in seinem
Verlaufe mehr und mehr dem Ektoderm.
Der Sphincter proximalis ist auffallend Iang, aber schwach. Er
besteht insgesamt aus nicht weniger als 80 Maschen, von denen einige
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
13
aber so klein sind, dass sie sich in einer Abbildung von normaler
Grosse kauin reproduzieren lassen. Im allgeineinen sind auch die Mus-
kelmaschen des Sphincter proximalis einreihig angeordnet. Nur selten
liegen einmal zwei Maschen nebeneinander, und nur an einer ein-
zigen Stelle fanden wir drei nebeneinander liegende Muskelmaschen.
Die iiberwiegende Mehrzahl der Maschen ist oval oder kreisrund,
doch kommen auch in nicht ganz unbetràchtiicher Zahl schlitzfôrmige
Muskelmaschen vor. Besonders die schlitzformigen Maschen sind
nicht regelmàssig angeordnet ; ein Teil von ihnen liegt transversal,
ein anderer longitudinal. In seinem distalen Abschnitte nimmt der
Sphincter proximalis die Hàlfte, slellenweise sogar mehr als die Hàlfte
der Breite der Mesogloea ein. Sein aus winzigen Muskelmaschen be-
stehendes proximales Ende füllt noch nicht V 20 der Breite der Meso¬
gloea. Fast in seinem ganzen Verlaufe ist der Sphincter proximalis
dem Ektoderm genahert, nur sein ausserstes proximales Ende entfernt
sich vom Ektoderm.
Stomodaeum. — Die Lange des Schlundrohrs' betràgt knapp
1200 r, die Dicke seiner Wandung etwa 50 r, wovon 20 r auf das Ekto¬
derm, 20 n auf die Mesogloea und 10 r auf das Entoderin entfallen.
Das Stomodaeum besitzt eine schwach differenzierte Siphonoglyphe
(PI. III, fig. 4). Andere Liingsfurchen sind kaum zu crkennen. Auf ihre
Anwesenheit deuten hôchsten 10 schwache bindegewebige Pfeiler hin,
die sich von der Mesogloea gegen das Ektoderm des Schlundrohrs
erheben.
Mesenterien. — Die Zahl der Mesenterien betrâgt 48.
Gonaden. — Die von uns anatomisch untersuchten Polypen
waren steril.
Cnidom. — Die Spirocysten im Ektoderm der Tentakel sind 14-
20 r, durchschnittlich 10 r lang und 3 r breit. Die Holotrichen der Ten¬
takel erreiehen eine Lange von 10-18 r, durehschnittlich sind sie 17 r
lang und 5 r breit. Die gleiche Lange zeigen die Holotrichen der Korper-
wand, doch sind sie breiter (7 r) als die Holotrichen der Tentakel (5 r).
Die zahlreichen Holotrichen der Mesenterialfilamente sind 10-19 r,
durchschnittlich 18 r lang. Auch in den Kanâlen der Mesenterien tre-
ten Holotriche auf. Im allgeineinen sind also die Holotrichen in allen
Korperteilen von Zoanthus cavernarum, in denen sie überhaupt vor-
kominen, annahernd von gleicher Lange.
Zooxanthellen. — Sehr zahlreich sind Algensymbionten im Ekto¬
derm der Tentakel. Auch im Gcwebe der Mesenterien, insbesondere
in den Mesenterialfilamenten, kommen Zooxanthellen vor. Aile sind
von gleicher Grosse (8 r).
Mémoires du Muséum. Zoologie, t. XVI.
Source : MNHN, Paris
14
F. PAX UND I. MULLER.
P) Arten, bei denen nur die aussersten Spilzen der Tentakel Spiro¬
cysten aufweisen : fraseri-Gruppe.
4. Zoanthus cyanoides nov. spec.
Name. — KuavosîSr;; stahlblau, schwarzblau. Fiir die Wahl des
Namens war die Farbung des lebenden Tieres massgebend.
Typus. — Der Typus (PI. XI, fig. 1) befindet sich im Laboratoire
de Malacologie du Muséum National d’Histoire naturelle in Paris.
Systematische Stellnng. — Zoanthus cyanoides ist nahe verwandt
mit dem aus den australischen Gewâssern stammenden Zoanthus fra-
seri Carlgr., dessen Cnidom sich durch die starke Reduktion seiner
Spirocysten in den Tentakeln auszeichnet. Wie bei Z. fraseri sind
auch bei Z. cyanoides die vvenigen vorhandenen Spirocysten in ihrem
Vorkommen auf die àusserste Tentakelspitze beschrànkt. Das voll-
stândige Fehlen von Pigmentzellen ist ein weiteres Merkmal, in dem
die beiden Arten iibereinstimmen.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. 1456, E. 32778. Rocher Noir (Baie de
C.auda près de Nhatrang), 21. Mai 1954.
Geographische Verbreitung. — Bisher nur aus Viêt-Nam bekannt.
Tiefenverbreitung. — Angaben des Sammlers iiber die Tiefe des
Standorts liegen nicht vor.
Substrat. — Von Bohrmuscheln stark zerstôrter Kalkstein.
Material. — Das von uns untersuchte Material besteht aus einer
einzigen Kolonie, die 88 Polypen umfasst.
Farbung. — In konserviertem Zustande sind die Polypen weiss
bis elfenbeinfarben und durchscbeinend ; die Mundoffnung der Poly¬
pen ist gelb gefârbt. Die lebenden Tiere (PI. XIII, fig. 3a) habe.n einen
zart graublauen Scapus. Der Scapulus ist stahlblau, ebenso die Tenta¬
kel. Die kontrahierten Tentakel (PI. XIII, fig. 3b) sehen dunkelstahl-
blau aus. Das Perislom ist, wenn stark zusammengezogen, lila gefârbt.
Habitus. — Die Kolonie zeigt deutlich ausgeprâgten Polsterwuchs.
Ihre maximale Lange betràgt 6 cm, ihre maximale Breite 4,5 cm. Ihre
Hôhe übersteigt nirgends 2,5 cm. Aus einem bis 5 mm dicken, rauhen
Coenenchym erheben sich die ganz dicht nebeneinander stehenden Po¬
lypen ; kleine und grosse Polypen stehen innerhalb der Kolonie regel-
los nebeneinander. Am Rande hâufen sich die kleinwiichsigen Poly¬
pen. Die Hôhe der einzelnen Individuen schwankt zwischen 4 und
9 mm ; durchschnittlich betrâgt sie 7 mm. Der Durchmesser der Poly¬
pen misst 4-8 mm, meist 6 mm. Die Kôrperwand der Polypen ist glatt ;
Scapularfurchen sind nicht zu erkennen. Die Insertionen der Mesen-
terien schimmern deutlich durch die zarte Kôrperwand hindurch. Die
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
15
farbige Skizze Nams (PI. XIII, fig. 3) lâsst bei eincm Polypen 22, bei
einem anderen Exemplar 26, bei einem dritten Individuum schâtzungs-
weise 32 Insertionen erkennen. Auf dem Aquarell Nams sind 44 Ten-
takel sichtbar.
Kôrpenvand. — Das Ektoderm der Kôrperwand ist an unseren
Exemplaren stark beschâdigt. Es ist kontinuierlich entwickelt und
von einer Cuticula bedeckt, der zahlreiche Foraminiferen anhaften.
Die Dicke der Kôrperwand betrâgt reichlich 200 r, wovon 180 r auf
die Mesogloea entfallen. Die Breite des Ektoderms betrâgt etwa 15 r,
diejenige des Entoderms weniger als die Hàlfte.
Sphincter. — Der Sphincter von Zoanthus cyanoides ist ausser-
ordentlich lang. Das gilt in erster Linie für den Sphincter proxi-
malis, in geringerem Grade aber auch für den Sphincter distalis.
Der Sphincter distalis ist sehr krâftig. In gleichbleibender Breite
durchzieht er die Mesogloea (PI. III, fig. 5). Er besteht aus insgesamt 36
Maschcn, die nur zuin Teil lânglich-oval, zum Teil aber unregelmâ-
ssig gestaltet sind. Hâufig liegen 2, bisweilen aber auch 3 Maschen
neheneinander. Hier und da wird die ganze Breite der Mesogloea von
einer einzigen grôsseren Masche eingenommen. Die Verteilung der
Maschen ist insofern unregelmàssig, aïs grôssere und kleinere Ma¬
schen regellos durcheinander liegen.
Der Sphincter proximalis ist 19 mal so lang wie der Sphincter
distalis und umfasst reichlich 5 mal so viele Maschen wie dieser. Die
Mehrzahl der Maschen ist klein, oval oder kreisrund. Schlitzfôrmige
Maschen fehlen ganz. Nirgends findet man transversal gelagerte Ma¬
schen. Die grôssten Maschen treten im mittleren Teile des Sphincter
proximalis auf. Fast in seinem ganzen Verlaufe weist der Sphincter
proximalis die gleiehe Breite auf ; dass er an seinem unteren Ende
auskeilt, kann man nicht behaupten. In seiner oberen Hâlfte nimmt
er die Mitte der Mesogloea ein, sein unteres Ende ist der ektodermalen
Grenze der Mesogloea genâhert. Die Breite des Sphincter proximalis
nimmt im allgemeinen %, hier und da auch '4 der Breite der Meso¬
gloea ein.
Stomodaeum. — Die Lange des Schlundrohres betrâgt 1950 r,
der grôssere Durchmesser (lichle Weite) 1100 r, der kleinere 430 u.
Die Schlundrinne ist nur an ihrem aboralen Ende gut differenziert.
Ausser der Siphonoglyphe sind 16 schwache Furchen vorhanden,
deren Trennungswànde nicht durch mcsogloeale Balken gestiitzt
werden. Die Wand des Schlundrohres weist eine Dicke von etwa 120 r
auf, von denen 85 r auf das Ektoderm, 20 r auf die Mesogloea und
15 r auf das Enloderm entfallen.
Mesenterien. — Die Zahl der Insertionen der Mesenterien auf dein
Scapus schwankt, wie schon oben erwâhnt wurde, zwischen 22
und 32. Auf Schnitten zahlten wir in einem Falle 66 Mesenterien. In
Source : MNHN, Paris
F. PAX
[. MULLER.
den Mesenterialfilamenten fanden wir sehr viele, zum Teil leicht kor-
rodierte, durchschnittlich 45 a lange Skleriten von Octocorallien.
Gonaden. — Zwei von uns anatomisch untersuchte Exemplare
erwiesen sich als geschlechtsreife 9 9. Ihre Eier hatten durchschnitt¬
lich einen Durchniesser von 135 a (PI. IV, lig. 6).
Cnidom. — Die Ausstattung der Tentakel mit Spirocysten ist
überaus dürftig. Sie sind so selten, dass man sie sogar im Mazerat
übersehen kann. Auf Schnitten stellten wir fest, dass sie nur in den
âussersten Tentakelspitzen vorhanden sind. Sie erreichen eine Lange
von 18 h. Holotriche waren in den Tentakeln in zwei Typen vertreten.
Nehen Formen, die die Gestalt eines Rotationsellipsoids hatten (9-14 a,
durchschnittlich 12 a lang und 5 a breit) und bei denen der Nessel-
faden deutlich sichtbar war, war noch eine schlankere, stâhchenfôr-
mige, oben und unten abgerundete Form (11-14 a, durchschnittlich
12 u lang und knapp 4 a breit) vorhanden, die weder einen Achsenstab
noch einen Faden erkennen liess. Die Lange der von uns im Ektoderm
der Tentakel beobachteten mikrobasischen Mastigophoren betràgt
22-26 a, durchschnittlich 23 a, bei einer Breite von 3 |i. In der Kôrper-
wand fanden wir Holotriche von 14-16 a, durchschnittlich 14 a Lange
und 6 a Breite, sowie mikrobasische Mastigophoren von 26-33 n,
durchschnittlich 30 a Lange und 5 a Breite.
Zooxanthellen. — Im Entoderm der Tentakel fanden wir Zooxan-
thellen, die einen deutlichen Dimorphisinus erkennen liessen. Hatten
die einen einen Durchniesser von 8 a, so betrug der Durchniesser der
anderen 12 a. Im Entoderm der Kdrperwand machten wir dieselbe
Beobachtung. Dort traten Zooxanthellen mit einem Durchniesser von
9 a, daneben aber auch solche mit einem Durchniesser von 14 a auf.
Auch in den Mesenterien fanden wir viele Zooxanthellen.
y) Arten, deren Tentakel spirocystenfrei sind : pulchelliis-Gruppe,
5. Zoanthus robustus O. Carlgren, 1950.
1950 a. Zoanthus robustus, Carlgren p. 132.
Marne. — robustus eigentlieh aus Eiehenholz, im übertragenen
Sinne stâmmig, stark, kràftig.
Typus. — Über den Verbleib des Typus ist uns nichts bekannt.
Systematische Stellung. — Zoanthus robustus ist durch den Besitz
spirocystenfreier Tentakel ausgezeichnel. Da Holotriche in den Tenta¬
keln nur im Ektoderm vorkommen, gehôrt die Species in die put-
chellus-Gruppe.
Fundort. — Viêt-Nam, 1910, leg. A. Krempf (No. 63).
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
17
Geographische Verbreitung. — Zoanthus robuslus war bisher nur
aus Südaustralien (Port Willunga) bekannt. Über das Vorkommen
der Species in Viêt-Nam liegen in der Literatur keinerlei Meldungen
vor.
Tiefenverbreitung. — Carlgren (1950, S. 133) macht über die
vertikale Verbreitung von Zoanthus robuslus keine Angaben ; auch
Krempf hat keine Aufzeichnungen darüber geniacht.
Substrat. — Korallenkalk.
Material. — In dem uns zur Bestinnnung übergebenen Material
befand sich eine einzige Kolonie, die etwa 140 Polypen umfasst.
Fârbung. — Die von A. Krempf in Viêt-Nam gesammelte Kolonie
ist im konservierten Zustande dunkelbraun gefârbt ; das aborale
Kôrperende der Polypen erscheint schwarzbraun. Polypen und Coenen-
chym zeigen die gleiche Fârbung. Carlgren (1950, S. 133) bezeichnet
die Farbe von Zoanthus robustus als griin. Diesen Barbenunterschie-
den kommt wohl keine grosse Bedeutung zu. Unser Material ist vor
fast einem halben Jahrhundert konserviert worden. Welche Fixie-
rungsflüssigkeit verwendet wurde, ist nicht bekannt, und aus den
Angaben Carlgrens geht nicht einmal eindeutig hervor, ob grün die
Farbe des lebenden oder des konservierten Tieres ist.
Habitus. — Die Kolonie, welche die Forai einer Kalotte hat, ist
5 'Z* cm lang, 3 V 2 cm breit und 4 cm hoch. Die Polypen erheben
sich aus einem mindestens 1 mm mâchtigen Lamellencoenenchym. Der
wechselseitige Abstand der Polypen kann fi mm erreichen. Die Hôhe
schwankt zwischen 3 und 12 mm ; durchschnittlich betràgt sie 6 mm
bei einem 3 mm erreichenden Durchmesser. Das distale Kôrperende
der Polypen ist im kontrahierten Zustande leicht angeschwollen, Sca-
pularfurchen sind nur schwach angedeutet. Eine wenig ausgeprâgte
Lângsfurchung erstreckt sich über den ganzen Kôrper des Polypen.
Kôrperwand. — Die Dicke der Kôperwand betràgt etwa 225 n.
Davon entfallen fast 10 n auf die kràftig entwickelte Cuticula, 20 n
auf das diskontinuierlich ausgebildete Ektoderin, 175 a auf die Meso-
gloea, in der die zahlreich vorhandenen, mehr oder minder kreisrun-
den Zellinseln hauptsâchlich in unmittelbarer Nâhe des Ektoderms
anzutreffen sind, und 10 n auf das Entoderm.
Sphincter. — Die Sphinctere von Zoanthus robustus (PI. IV, fig. 7)
sind ausserordentlich kràftig. In seiner àusseren Form stimmt sowohl
der distale wie der proximale Sphincter mit der von Carlgren (1950, S.
134) verôfTentlichten Zeichnung überein. Nur die Zahl der Muskel-
maschen des distalen Sphincters ist bei den aus Südaustralien stam-
nienden Exemplaren wesentlich grôsser als bei den Stücken aus Viêt-
Nam. Dagegen ist die Zahl der Maschen des proximalen Sphincters an
beiden Lokalitàten etwa die gleiche. In der CARLGRF.Nschen Skizze
Source : MNHN, Paris
18
F. PAX UND X. MÜLLER.
kommt schliésslich auch die Anordnung der Muskelmaschen in Quer-
reihen deutlicher zum Ausdruck aïs in unserer eigenen Zeichnung
(PI. IV, fig. 7). Leider weiss inan nicht, ob Carlgrens Zeichnung mit
Hilfe eines Zeichenapparates angefertigt worden ist.
Stomodaeum. — Die Lange des Schlundrohrs betràgt 2750 a, seine
lichte Weite 600 X 170 a. Die Wandung des Stomodaeums ist etwa
90 u dick, wovon ungefahr 50 a auf das Èktoderm, 30 a auf die Meso-
gloea und 10 a auf das Entoderm entfallen. Die Siphonoglyphe ist nur
schwach differenziert.
Mesenterien. — Carlgren (1950, S. 132) berichtet ; « Mcsenteries
about 50 in number ». Wir fanden sowohl bci einem geschlechtsreifen
Tier wie bei einem sterilen Individuum 52 Mesenterien.
Gonaden. — Eines der Exemplare, die wir in Mikrotomschnitte
zerlegten, war ein 2 mit reifen Eiern.
Cnidom. — Dass die Tentakel von Zoanthus robustus keine Spi-
rocysten besitzen, haben wir bereits oben (S. 16) erwâhnt, eine
Tatsache, die auch von Carlgren hervorgehoben worden ist. Die Holo-
trichen der Korperwand sind 17-19 u, durchschnittlich 18 a lang und
5 a breit. Im Ektoderm der Tentakel haben die Holotrichen eine Lange
von 18-19 a, durchschnittlich 19 a (Messung im Mazerat). Die Holotri¬
chen des Schlundrohrs sind 14-16 a lang (Messung auf Schnitten). In
den Mesenterien koinmen zwei Tvpen von Holotrichen vor : der eine
Typus (17-21 a, durchschnittlich 19 a lang und 8 a breit) ist sehr
hâufig, wàhrend der zweite Typus (9-13 a, durchschnittlich 10 a lang
und 4 a breit) nur spiirlich auftritt (Messung im Mazerat). Auch die
Mesenterialfilamente sind reich an Holotrichen.
Zooxanthellen. — Durchschnittlich 9 a im Durchmesser messendc
Zooxanthellen sind im Entoderm der Tentakel sehr hâufig ; auch im
Entoderm der Korperwand und der Mesenterien treten sie auf.
6. Zoanthus gnophodes nov. spec.
Name. — -fvoçoSSriç düster, dunkel, so genannt wegen der dunklen
Fàrbung der Polypen.
Typus. — Der Typus (PI. XII, fig. 1) befindet sich im Laboratoire
de Malacologie du Muséum National d’Histoirc naturelle de Paris.
Systematische Stellung. — Da die Tentakel von Zoanthus gno¬
phodes spirocyslenfrci sind, gehôrl die Art — ebenso wie Z. robustus
— in die pulchetlus-Gru ppc. Von Z. robustus unterscheidet sich Z.
gnophodes vor allem durch den Bau seines proximalen Sphincters. Bei
Z. robustus umschliesst der proximale Sphincter mehr als 300, derje-
nige von Z. gnophodes dagegen nur etwa 150 Maschen. Auch in der
Gestalt und der Anordnung ihrer Muskelmaschen unterscheiden sich
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN ALS VIET-NAM.
19
die distalen und proximalen Sphinctere der beiden Species voneinan-
der.
Fundort. — Viêt-Nam, 1905, leg. A. Krempf (no. 63).
Viêt-Nam, 1910 (A 14), leg. A. Krempf (no. 63).
Geographisclie Verbreitung. — Bisher nur aus Viêt-Nam bekannt.
Tiefenverbreitung. — Aufzeichnungen des Sammlers über die
Wasserliefe, in der Zoanthas gnophodes vorkonunt, liegen nicht vor.
Substrat. — Über die Beschaffenheit des Substrats konnen wir
bei der aus dem Jahre 1905 stammenden Kolonie keine Angaben
machen, da sie vôllig von der Unterlage abgelost worden ist. Die im
Jahre 1910 gesammelten Polypen (insgesamt 282 Exemplare) sitzen
teils auf Schwammfragnienten (29 Exemplare), auf Algcn (24 Poly¬
pen) oder auf Kalkstein, der von Muscheln und z.T. von Wurmrohren
überzogen ist (101 Individuen). 128 Polypen sind von dem Substrat
losgelôst. OITenbar handelt es sich bei Zoanthus gngphodes um eine
ausgesprochen eurvôke Species.
Material. — Uns lagen von dieser Species aus der Ausbeute des
Jahres 1905 drei Bruchstiicke von Kolonien vor, die 14, 40 und 134
Polypen enthielten. Das grossie Fragment batte eine Lange von 5,5
cm, eine Breite von 4,2 cm und eine Hôhe von 1,5 cm. Über das im
Jahre 1910 gesammelte Material wurde schon im Abschnitt « Substrat *
berichtet.
Fàrbung. — Zoanthus gnophodes is! nussbraun gefârbt. Irgend
welche Farbunlerschiede zwischen Polypen und Coenenchym haben
wir ebensowenig wahrgenommen wie zwischen den einzelnen Regionen
des Polypenkôrpers. Die Kôrperfarbe der Polypen, die sich auf Algen
angesiedelt haben, zeigt einen Stich ins Gelbliche oder Rôtliche,
wodurch die Tierc in ihrem Kolorit ihrcm pflanzlichen Substrat
ahneln.
Habitus. — Die Polypen sind nicht zylindrisch, sondern nehmen
von unten nach oben gleichmâssig an Dicke zu. Den kleinsten Durch-
messer weisen sie unmittelbar oberhalb der Basis auf. Das distale
Ende der Polypen ist auch im Zustande starker Kontraktion nicht
angeschwollen. An der Basis betrsigt der Durchmesser der Polypen
2 mm, am distalen Ende 3-6 mm, durchschnittlich 5 mm. Die Hôhe
der Polypen schwankt zwischen 9 und 14 mm, durchschnittlich niisst
sie 11 mm. Die auf Schwâinmen lebenden Individuen erreichen eine
Hôhe bis zu 19 mm. Durchschnittlich sind sie aber auch nur 10 mm
hoch. Die Oberflàche des Polypenkôrpers weist eine Anzahl unregel-
mâssiger Làngsfurchen auf. An einem Exemplar, bei dem sie einiger-
massen deutlich zu erkennen waren, zâhlten wir 24. Die Polypen
stehen so dicht nebeneinander, dass sich der Abstand zwischen ihnen
kauni messen lâsst. Grosse und kleine Polypen entspriessen vollkom-
Source : MNHN, Paris
20
F. PAX tTND I. MÏ'LLER.
rrien unregelmâssig dem 1-2 mm dicken Coenenchym, das teils als
Lamellcncoenenchym, teils in Form von Stolonen entwickelt ist. Bei
Z. gnophodes kommt Polypenknospung vor, d.h. die Knospen gehen
hier nicht aus den die Basis der Polypen verbindenden Stolonen hervor,
sondern wôlben sich etwa in der Mitte des Polvpenkôrpers vor.
Kôrperwand. — Durchschnittlich weist die Kôrperwand einc
Machtigkeit von etwa 365 n auf, wovon 5 n auf die reichlich mit Dia-
tomeen besetzte Cuticula, 35 h auf das diskontinuierlich entwickelte
Ektoderm, 290 n auf die Mesogloea und 35 n auf das Entoderm entfal-
len. Wenn auch das Entoderm im Durchschnitt nur eine Machtigkeit
von 35 h aufweist, so crreicht es stellenweise doch eine solche von
100-200 n.
Sphincter. — Wie die Sphinctere von Zoanthus robustus (S. 17)
so sind auch diejenigen von Z. gnophodes krâftig (PI. V, fig. 8). Freilich
sind sie nicht annàhernd so stark wie bei Z. robustus. Die Zahl der
Muskelmaschen des distalen Sphincters betragt bei Z. robustus, wie
schon oben (S. 17) erwâhnt wurde, 28, bei Z. gnophodes wird diese
Zahl niemals erreicht. Dafiir sind die Maschen von Z. gnophodes
wesentlich grôsser als bei Z. robustus, wie ein Vergleich von PI. V, fig.
8 und PI. IV, fig. 7 zeigt, die bei gleicher Vergrôsserung gezeichnet und
reproduziert worden sind. Liegen in dem Sphincter distalis von Z.
robustus bisweilen inehr als drei Muskelmaschen nebeneinander, so
sind die Maschen bei Z. gnophodes im allgemeinen cinreihig angeord-
net ; nur an einer einzigen Stelle liegen zwci Maschen nebeneinander.
Der Sphincter proximalis ist bei Z. robustus wesentlich langer
und die Zahl seiner Maschen erheblich grôsser als bei Z. gnophodes.
In dem proximalen Sphincter von Z. robustus zâhlten wir 305 Maschen,
also mehr aïs doppelt so viel. Dafür sind die Maschen bei Z. robustus
kleiner. Bei Z. gnophodes sind die Muskelmaschen, besonders im obe-
ren Teile, mehr schiltzfôrmig, was bei Z. robustus nicht der Fall ist. Die
(lestait des Querschnittes des proximalen Sphincters von Z. gnophodes
ist tvpisch s-fôrmig. Bei Z. robustus nàhert sich das proximale Ende des
Sphincter proximalis dem Entoderm (PI. IV, fig. 7) ; auch fiir Z. gno¬
phodes trifft dies zu, aber das âusserte Ende des Sphincter proximalis
liegt bei dieser Art etwa in der Mitte der Mesogloea, von den beiden
primâren Keimblàttern ungefâhr gleich weit entfernt (PI. V, fig. 8).
Bei einém Polypen, der der Ausbeute des Jahres 1910 entstammt, ist der
Sphincter proximalis ein w r enig breiter als bei den Individuen derjeni-
gen Kolonie, die wir als Typus bestimmt haben. Doch ist der Unters-
chied so gering, dass er nach unserem Dafürhallen niemals die
Aufstellung einer neuen Species rechtfertigen wiirde.
Stomodaeum. — Die Lange des Schlundrohrs betrâgt etwa 1560 n,
sein lichter Durchmesser 540 X 170 n. Ausser der wohl differenzierten
Siphonoglyphe sind 14 Furchen vorhanden, deren Trennungswânde
nicht durch Pfeiler der Mesogloea gestiitzt werden.
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM. 21
Mesenterien. — Die Gesamtzahl der Mesenterieri betràgt 56. Die
Mesogloea der Mesenterien von Z. gnophodes zeichnet sich durch ihre
geringe Màchtigkeit aus. In ihrem Inneren umschliesst sie aufïallend
weillumige Kanâle.
Gonaden. — Die von uns auf Mikrotomschnitten untersuchten
Exemplare waren steril.
Cnidom. — Die Tentakel von Z. gnophodes sind spirocystenfrei.
Ebenso haben wir weder auf Mikrotomschnitten noch in Mazeralen
mikrobasischc b-Mastigophoren gefunden. Holotriche sind zahlreich
vorhanden. In der Ivôrperwand sind sie 15-19 a, durchschnittlich 17 a
lang und 7 a breit, in den Tentakeln 15-18 a, durchschnittlich 17 h
lang und 6 a breit. Die Holotrichen des Schlundrohres und der Mesen¬
terien zeigen die gleichen Masse.
Zooxanlhellen. — Fast aile Kôrperregionen von Z. gnophodes
sind stark mit Zooxanthellen infiziert, am wenigsten das Ektoderm
der Kôrperwand, sehr stark aber das Entoderm der Ivôrperwand und
der Tentakel. Der Durchniesser der Zooxanthellen schwankt zwischen
6 und 8 n ; durchchnittlich betrâgt er 7 a.
FAMILIE EPIZOANTHIDAE.
Gattung Palythoa J. V. F. Lamourôux, 1816.
A.) Koloniebildende Arien mit einem diinnen Lamellencoenenchtjm,
das nnr die Basis der Polypen nerbindet. Auch im Zustande der
Kontraktion ragt ein grosser Teil des Polgpenkdrpers frei über
die Oberflriche des Coenenchgms empor : Gruppe der Liberae.
7. Palythoa singaporensis F. Pax et I. Muller. 1956.
1899. Gemmuria variabilis, v. Heider S. 280.
1956 b. Palythoa singaporensis, Pax u. Müi.ler S. 233.
Marne. — singaporensis aus Singapore stammend. Die Art hat
diesen Namen erhalten, weil das Exemplar, das v. Heider irrtiimli-
cherweise mit Duerdens Gemmaria variabilis identifiziert hat, von
dem italienischcn KriegsschifT « Vettor Pisani » auf der Korallcnbank
von Singapore gesammelt worden ist.
Tgpus. — Als Artur Ritter von Heider seine Beschreibung der
vermeintlichen Gemmaria variabilis verôffentlichte, war er Privatdo-
zent der Zoologie an der Universitât Graz. Spâter wurde er als Pro-
fessor an die Grazer Technische Hochchulc berufen. Herr Prof. Dr.
Reisinger (Graz) war so liebenwürdig, auf unsere Bitte nach dem
Verbleib dér von dem «Vettor Pisani» gesammelten Zoantharien,
iiber die v, Heider in zwei Publikationen (1895 u. 1899) berichtet
Source : MNHN, Paris
22
F. PAX UND I. MULLER.
hat. Nachforschungen anzustellen. Sie hatten folgendes Ergebnis .
v. Heider hat die von ihra beschriebenen Zoantharien in die Tech-
nische Hochschule initgenominen. Dort besteht heutzutage kein zoolo-
gischer Lehrstuhl niehr. Weder in den Saramlungen der Grazcr
Technischen Hochschule noch im Zoologischen Institut der Univer-
sitât Graz haben sich die Zoantharien des « Vettor Pisani » gefunden.
I)a cin Teil der zoologischen Sanunlungen in Graz wâhrend des Krieges
zerstôrt worden sind, muss mit einem hohen Grade von Wahrschein-
lichkeit angenonnnen werden, dass die durch v. Heiokr beschriebenen
Zoantharien vernichtet worden sind. Es handelt sich uni die Typen
von Zoanthus chierchiae v. Hf.idkh (1895), Palythoa brasiliensis v.
Heider (1899) und uni die aùf PI. VI, fig. 9 wiedergegebene Palythoa
singaporensis Pax et Müll. (1956). Herrn Prof. Reisinger bitten wir
fur seine uns sehr wertvolle Hilfe auch an dieser Stelle unseren ver-
bindlichsten Dank aussprechen zu dürfen.
Systematische Stellung. — Pahjthoa singaporensis gehort in die
Artengruppe der Liberae. v. Heider (1899, S. 269) hat die von ihm
vorgenoniniene Identifizierung mit Gemmaria variabilis selbst « als
provisorisch » bezeichnet, nicht zuletzt aus tiergeographischen Griin-
den. Palythoa variabilis ist namlich auf den troiiischen Teil des Atlan-
tischen Ozeans beschrânkt (Pax u. Muller 1956 a, S. 440). Im Kari-
bischen Meer kommt sie in Jamaica, Porto Rico und an den Tortu-
gas vor ; in Westafrika ist sie bei Dakar (Sénégal) gefunden worden.
v. Heider stand bei der Bcstimmung, wie er selbst bedauernd mitteilt,
keinerlei Vergleichsmaterial zu Gebote. Vor nllem aber hat er es unter-
lassen, die Polypen, von denen er Mikrotomschnitte anfertigle, vor
der Einbcttung in Paraffin zu cntkieseln. « Die Anwesenheit von Sand-
kôrnern in den ausseren Schichlen der Kôrperwand » — so berichtet
er (1899, S. 281) — « giebt ... für die Herstellung von mikroskopischen
Schnitten ein fasl unüberwindliches Hindernis. Ich habe verschiedene
Methoden der Erzeugung von Schnittserien versucht, das Ergebnis
bestand jedoch fast ausnahmslos aus undurchsichtigen Prâparaten,
welche nur einen sehr unvollkommenen Einblick in die Anatomie
des Thieres gestatteten und — aus schartigen Messern. Ich muss mich
also darauf beschrànken, einige wenige anatomische Angaben zu ma-
chen, so weit dies eine oder die andere zufallig brauchbar dünn ge-
wordene Stelle einzelner Quer- oder Lângsschnitte gestattete». Ohne
vorherige gründliche Entkalkung und Entkieselung ist es unmoglich,
von einer Palythoa- Art Schnitte zu erhalten, die eine sichere Bestim-
mung môglich maclien. Carlgren (1937, S. 183) hat vollkommen
recht, wenn er behauptet : « Everyone examining the Zoantharia has
learnt how difficult it is lo détermine the members of this group of
Anthozoa ».
Als die vorstehenden Zeilen schon in Fahnen-Korrektur vorlagen,
gelangte eine bereits 1954 erschienene Abhandlung O. Carlgrens zu
unserer Kenntnis, in der der schwedische Gelehrte betont hat, dass sich
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
23
v. Heider zWeifellos geirrt habe, als er die vom « Vettor Pisani » bei
Singapore gesamnielte Patgthoa mit Duerdens Gemmaria variabilis
identifizierte. Carlgren vertritt in seiner Publikation also die gleichc
Anschauung wie wir selbst. Er beschreibt aber (1954, S. 591) als
« Palijthoa heideri ? n. n. » eine aus Westaustralien stammende Palg-
thoa. die sicb durch den Bau ibres Sphinkters und die Beschaffenheit
ihres Cnidoms nicht nur wesentlich von unsercr Patgthoa singapo-
rensis unterscheidel, sondern auch von der v. HEiDERschen Species.
Es liegt nach unsercr Meinung also keine Veranlassung vor, etwa aus
nomenklatorischen Gründen den Speciesnainen singaporensis durch
heideri zu ersetzen, zunial Carlgren selbst seiner Sache nicht sicher
war. Denn er schliesst seine Beschreibung mit den Worten : « I hâve
with hésitation identified the species with v. Heiders « Gemmaria
variabilis » » und versiehl den Narneh heideri mit einem FYagezeichen.
Fundort. — Viêt-Nam, 1910, leg. A. Krempf (no. 63).
Viêt-Nam, Cap St Jacques, 1908, leg. Kapitan Modest
(no. 37).
Geographische Verbreitang. — Bisher isl die Species aus Sin¬
gapore und aus Viêt-Nam bekannl.
Tiefenverbreitang. — Wedcr v. Heider noch Krempf odcr Kapi¬
tan Modest geben an, in welcher Wassertiefe die Art vorkommt.
Substrat. — Die von A. v. Heider (1899, S. 280) untersuchte
Kolonie hatte sicb « auf sleiniger Unterlage » auf einer Korallenbank
angesiedell. Die von Krempf gesammelten Tiere sassen auf Kalkstein,
wie die Reste des Substrats erkennen Iiessen, die auf der Unterseitc
der Kolonie hafteten. Bei den Stiickcn, die Kapitan Modest initge-
bracht hat, handelt es sich uni Epokcn von Wurmrôhren, die selbsl
einen kalkfreien Stein iiberzogen.
Materiat. — Die Sammlung Krempf entbielt Fragmente von 16
Kolonien mit insgcsamt 246 Polypen. Die einzelnen Bruchstiickc be-
standen aus 3-38, durchschnittlich aus 15 Individuen. Die winzige,
nur 7 Polypen umfassende Kolonie, die Kapitan Modest gesammell
hat, bedeckt eine Flâche von 2,6 x 1,5 cm.
Fàrbung. — Cocnenchym und Polypen zeigen (in konserviertem
Zustande) ein Braun mittlerer Intcnsitët mit einem ganz leichten Stich
ins Rôtlich-Braune.
Habitas. — Die uns vorliegenden Kolonien erheben sich senkrechl
aus einem bis zu 4 mm inachtigen Lamellencoenenchym. v. Heider
(1899, S. 283) spricbt von einem « stolonenartigen Coenenchym».
Die Hôhe crwachsencr Polypen betràgt im kontrahierten Zustande
7-17 mm, durchschnittlich 13 mm. Jugendiiche Individuen erreichen
eine Hôhe von nur 5-7 mm. v. Heider (1899, S. 280) berichtet, dass
die Polypen eine Hôhe bis zu 20 mm erreichen. Diese Differenz der
Source : MNHN, Paris
24
F. PAX UND I. MÜLLER.
Messungen erklârt sich daraus, dass v. Heidf.r Polypen vorgelegen
haben, von dcncn manche halb entfaltct, cinige sogar ganz ausgestreckt
waren (PI. VI, fig. 9). Infolgedessen konnte er auch den Durchmesser
der Mundscheibe mit 12 mm angeben und bis 60 Tentakel zâhlen. v.
Heider vermutet, dass Pali/thon singaporensis ektakmàische Tentakel
hat. Sollte seine Annahme zutreffen, dann wiirde sich diese Species
durch die Beschaffenheit ihrer. Tentakelkronc von der Mehrzahl der
Zoantharien unterscheiden. Die meisten Krustenanemonen dürften
isakmâische Tentakel haben. Das uns vorliegende Material reicht
nicht aus, uni diese Frage zu klàren. Nach v. Heidkr (1899, S. 281)
trug die von ihm untersuchte Kolonie 15-30 Scapularfurchcn. Wir
selbst fanden an erwachsencn Stiicken 21-29, meist 28, bei juvenilen
Exemplaren 16-22 Scapularfurchen. Der Durchmesser erwachsener
Polypen schwankt nach unseren Messungen zwischen 6 und 12 mm ;
durchschnittlich betràgt er 10 mm. Jugendforinen erreichen einen
Durchmesser von 3-7 mm. Das distale Kôrperende der Polypen ist
im Zustande der Kontraktion angeschwollen. Das gleiche Merkmal
lasst auch v. Heiders Zeichnung (PI. VI, fig. 9) erkennen. Der Abstand
der Polypen voneinander ist betrâchtlich ; er kann 7 mm erreichen.
Grosse und kleine Polypen stehen in der Kolonie regellos durcheinan-
der.
Fremdkôrperskelett. — « Die voin Mesoderm aufgenommenen
Fremdkôrper bilden » — wie v. Heider (1899, S. 286) berichtet —
« ein Gemisch von kleinen und kleinsten Sandkôrnchen und Fragmen-
ten von Spongien-Skeletttheilen ». Wir fanden die Zusammensetzung
des Fremdkôrperskeletts ziemlich monoton. Schatzungsweise mehr alS
90 % der Fremdkôrper erwiesen sich als Sandkôrnchen, deren Durch¬
messer zwischen 60 und 360 i* schwankte und durchschnittlich 200 h
betrug. Weniger als 10 % der Fremdkôrper bestanden aus Kalk. Nur
vereinzelt traten Bruchstücke von Schwammnadeln auf. v. Heider
(1899, S. 285) erwâhnt, dass Fremdkôrper « in die àusserc Région
des Mesoderms eingedrückt » seien. Nach unseren Beobachtungen
nehmen die Fremdkôrper etwa die HalFte der Breite der Mesogloea
Kitrperwand. — « Auch hier konnte ich » — schreibt v. Heider
(1899, S. 286) bei der Beschreibung der Kôrperwand — « die Abthei-
Iung der Zellen in Kâstchen durch incsogloeale Fortsàtzc und eine
vom Ektoderm vôllig abgesonderte Culicula nicht finden ; mir scheint
demnach diese Bildung bei Zoanthcen noch immer zweifelhaft, ohne
dass ich aber für meine Meinung einen anderen Beweis bieten konnte,
wie, dass ich ein « diskontinuierlichcs Ektoderm » in ineinen Prâ-
paraten selbst noch nicht beobachten konnte ». An dem Vorkommen
eines diskontiuierlichen Ektoderms bei Zoantharien ist natürlich nicht
zu zweifeln. Wohl aber hat v. Heider recht, wenn er der Species
Palijthoa singaporensis ein kontinuierlich entwickeltes Ektoderm
zuschreibt. Etwa die Hàlfte der durchschnittlich 660 n breiten Meso¬
gloea ist, wie wir schon erwàbnt haben, von Fremdkôrpern erfülll.
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
25
Dann folgt in der Richtung auf das Entoderm ein von Freindkôrpern
freier Streifen, der ungefàhr V» der Breite der Mesogloea einnimmt.
Er enthàlt zahlreiche Lakunen und Zellinseln. Das letzte unmittelbar
an das Entoderm grenzende Viertel der Mesogloea ist homogen. Wie
es keine Fremdkôrper enthiilt, so vermisst inan in ihm auch Lakunen
und Zellinseln. Das Entoderm zeigt eine Mâchtigkeit von knapp 50 a.
Uber die Breite des Ektoderms kônnen wir keine zuverlàssigen Anga-
ben machen. Es war in unseren Praparaten auf weite Streck&n hin
zerstôrt oder beschàdigt.
Sphincter. — v. Heiiier (1899, S. 283) bezeichnet den Sphincter
als « schwach ausgebildet ». Diese Kennzeichnung ist durchaus zutref-
fend. Die Lage des Sphincters aùf PI. VI, fig. 10 wieder. Sein dista¬
les Ende liegt etwa in der Mitte der Mesogloea von Ektoderm und Ento¬
derm gleich weit entfernt. Gegen die Mitte hin nahert sich der Ring-
muskel dem Entoderm, und in seiner ganzen proximalen Hàlfte liegt er
dem Entoderm nâher als dem Ektoderm. Im distalen Teile werden die
Maschen durch einen viel kleineren Abstand voneinander getrennt
als im proximalen. Grosse und kleine Muskelmaschen liegen im gan¬
zen Verlaufe des Sphincters ziemlich regellos verteilt. Im allgemeinen
sind die Maschen einreihig angeordnet. Nur am distalen Ende (PI. VII,
fig. 11) liegen ofters mehrere Maschen nebeneinander. Neben ovalen
Maschen kommen auch solche von unregelmàssigem Umriss vor.
Schlitzformige Maschen fehlen ganz.
Stomodneum. — Die Lange des Schlundrohrs hetragt im konser-
vierten Zustande 2700 r, seine lichte Weite 1850 x 425 r. Die Wand
des Schlundrohres ist rund 200 r dick. Davon entfallen fast 90 r auf
das Ektoderm, 80 r auf die Mesogloea und 30 r auf das Entoderm.
Die Bewimperung des Stomodaeums ist sehr deutlich. Die Schlund-
rinne ist gut differenziert. Im Bereiche der Siphonoglvphe ist die Meso¬
gloea stark verdickt (PI. VII, fig. 12), Von der gesamten Dicke der Wand
(180 r) entfallen in der Schlundrinne 30 r auf das Ektoderm, 140 r
auf die Mesogloea und 10 r auf das Entoderm. Die 20 Langsfurchen
des Schlundrohres liegen im wesentlichen im Ektoderm, sind aber
auch in den Scheidewànden zvvischen den Furchen durch ganz schwa-
che Anschwellungen der Mesogloea angedeutet.
Mesenterien. — Die Gesamtzahl der Mesenterien betragt bei er-
wachsenen Exemplaren 74. Jugendliche Individuen weisen nicht mehr
als 36 Mesenterien auf. Die Filamente sind stark pigmentiert.
Gonaden. — Aile von uns auf Mikrotoinschnitten untersuchte
Polypen waren steril.
Cnidom. — Spirocysten haben wir nur im Ektoderm der Tentakcl
gefunden, wo sie bei erwachsenen Tieren eine Lange von 16-20 r,
durchschnittlich von 18 r und eine Breite von 3 r besitzen (Messung
im Mazerat). Bei juvenilen Stücken sind die Spirocysten kürzer (11-
17 r, durchschnittlich 13 r lang). Die im Ektoderm der Kôrperwand
Source : MNHN, Paris
26
F. PAX UNI) I. MULLER.
vorhandenen Holotrichen sind 32-36 n, durchschnittlich 33 p lang und
15 n breit (Messung auf Schnitten) ; vereinzelt treten sie im Bereiche
der Kôrperwand auch in den Lakunen der Mesogloea auf. In den
Mesenterialfilainenten erreiehen sie nach Messungen im Mazerat
eine Lange von 48-56 n, durchschnitlich von 52 n und eine Breite von
18-22 n, durchschnittlich von 20 n. Messungen auf Schnitten ergahen
maximale Lângen von 46 n (vergl. hierzu S. 7). Holotriche finden
sich bei Palythoa singaporensis nur in der Kôrperwand und in den
Mesenterien. Die Art zeigt also das gleiche Verhalten wie in der Gruppe
der Immersae die Angehôrigen der Sektion caribaeorum (vergl. hierzu
Palythoa anthoplax S. 34). Mikrobasische b-Mastigophoren von
verschiedener Lange treten in den Mesenterialfilamentun auf. Sehr
hâufig sind 48-56 n, durchschnittlich 52 n lange, seltener solche, die
nur 18-24, durchschnittlich 20 n lang sind. Bei Jugendformen sind
die mikrobasischen b-Mastigophoren der Mesenterialfilamente 50-52 ii
lang. Das Stomodaeum ist, soweit wir feststellen konnten, frei von
Nesselzellen.
Zooxanthellen. — v. Heider (1899, S. 286) fand das Ektoderm
der Kôrperwand « überall durchsetzt von Zooxanthellen ». Wir be-
obachteten sie sehr zahlreich im Ektoderm der Kôrperwand und der
Tentakel. Auch in der Mesogloea der Kôrperwand traten sie in den
Lakunen auf. Der Durchmesser der Zooxanthellen betragt durchschnitt¬
lich 8 n.
8. Palythoa stephensoni O. Carlgrf.n, 1937.
1937. Palythoa stephensoni, Cari.qren S. 196.
Name. — « I hâve named this species in honour of Prof. T. A.
Stephenson, the excellent author of the « British Sea Anémones » and
member of the Expédition » [Great Barrier R'eef Expédition, 1928-29]
(Carlgren 1937, S. 197).
Typus. — Der Typus hefindet sich im British Muséum (Natural
History) in.London.
Systematische Stellung. — Die von Carlgren vor zwei Jahrzehn-
ten beschriebene Palythoa stephensoni gehôrt der Gruppe der Immersae
an, und zwar der Sektion mammillosa, bei der Holotriche im Ekto¬
derm der Tentakel fehlen, dagegen im Ektoderm des Stomodaeums
vorhanden sind. P. stephensoni stehl zweifellos der gleichfalls von
Carlgren (1937) aufgestellten shackletoni ausserordentlich nahe. Môg-
licherweise sind heidc Species sogar identich. Aher diese Frage kôn-
nen wir an der Hand des uns vorliegenden Materials nicht mit Sicher-
lieit beantworten.
Fundort. — Viêt-Nam (Baie de Cauda près de Nhatrang), Rt. 1422,
E. 28884, (2 Kolonien).
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AÜS VIET-NAM.
Viêt-Nam (Baie de Cauda près de Nhatrang), Rt. 1422, E. 28880,
(1 Kolonie, durch Konkreszenz zweier urspriinglich getrennter Kolo-
nien entstanden).
Geographische Verbreitung. — Bisher nur vom Grossen Barrier-
Riff Australiens und aus Viêt-Nam bekannt.
Tiefenverbreitung. — Über die bathymetrische Verbreitung der
Species liegen keinerlei Angaben vor.
Substrat. — Die von uns untersuchten Kolonien haben sich auf
Korallenkalk angesiedelt.
Material. — Die Sammlung enthàlt 4 Kolonien, von denen 2 durch
Konkreszenz sich sekundâr miteinander vereinigt haben. Wir haben
es also mit zwei einfachen Kolonien und einer Doppelkolonie zu tun.
Die einfachen Kolonien umfassen 66 und 52 Polypen. In der Doppel¬
kolonie zàhlten wir 72 Individuen.
Fârbung. — In konserviertem Zustande sind die Polypen oliv-
braun gefârbt. Polypen und Coenenchyin weisen das gleiche Kolorit
auf. Über die Fârbung der Tiere im lebenden Zustande ist nichts
bekannt.
Habitus. — In ihrem ausseren Aussehen gleichen diese Stücke
vollkoinmen dein von Carlgren (1937, Taf. I, Fig. 5) abgebildeten
Typus. Sowohl die beiden einfachen Kolonien wie das aus zwei
ursprünglich getrennten Kolonien entstandene Verwachsungsprodukt
sind kalottenformig. Die beiden einfachen Kolonien bedecken eine
Flâche von 6x4 cm und von 6x6 cm. Die Zwillingskolonie nimmt
eine Flâche von 7,5 x 5 cm ein. Carlgren gibt als Maximalmasse einer
Kolonie 4,5 x 4 cm an. Sâmtliche Polypen befinden sich im Zustande
stârkster Kontraktion. Über die Oberflâche des Coenenchyms erheben
sie sich 0-2 mm. Audi Carlgren (1937, S. 196) betont in seiner Dia¬
gnose : « Polyps close standing, not, or only a little, projecting above
the surface of the coenenchyme when contracted ». Scapularfurchen
sind an unserem Material nicht zu crkennen. Der Durchmesser der
Polypen schwankt zwischen 4 und 11 mm ; durchschnittlich betrâgt
er 7 mm. Der Mund ist bei den meisten Polypen weil gedffnet. Bei
einem Polypen, dessen Durchmesser 8 mm erreicht, weist die Mundoff-
nung einen Durchmesser von 4 mm auf. Bei einem anderen Polypen
(Durchmesser 11 mm) betrâgt der Durchmesser der Mundôffnung 5
mm. Der wechselseitige Abstand der Polypen ist sehr gering. Im Maxi¬
mum erreicht er 3 mm. Grosse und kleine Polypen stehen meist regel-
los durcheinander, nur in den Randbezirken der Kolonie kommt es
zu einer Hâufung kleinwiichsiger Individuen. Die Hohe der Kolonie
betrâgt etwa 12 mm. Die Inkrustierung von Coenenchyin und Polypen
erscheint schon bei Betrachtung mit einer Lupe als grobkôrnig und
regelmàssig.
Source : MNHN, Paris
F. PAX UND I. MULLER.
Fremdkôrperskelett. — Das Fremdkôrperskelett besteht iiber-
wiegend aus Sandkôrnchen (PI. VII, fig. 13) Schâtzungsweise 30-40 %
môgen aus Calciumcarbonat bestehen. Der Durchmesser der Kôrnchen
schwankt zwischen 210 und 490 n ; durchschnittlich betràgt er 330 n.
Foraminiferen und Radiolarien sind ain Aufbau des Fremdkôrperske-
letts nicht beteiligt. Hier und da treten vereinzelte Bruclistücke von
Sçhwammnadeln auf. « Coenenchynie incrusted with calcareous grains
and few spiculés », berichtet Carlgren. Die Frenidkôrper durchsetzen
den grôssten Teil der Mesogloea, nur ein etwas über 100 n breiter
Streifen rings um jeden Polypen ist nicht inkrustiert.
Ektoderm. — Das Ektoderm des Coenenchyms ist weitgehend
beschâdigt oder zerstôrt. Wahrscheinlich ist es kontinuierlich. Jeden-
falls haben wir auf keinem Mikrotomschnitt Anzeichen dafür gefun-
den, dass es diskontinuierlich entwickelt ist. Das entspricht durchaus
dem Eindruck, den Carlgren gewonnen hat : « Ectoderm of the
coenenchynie probably continous ».
Sphincter. — Über den Bau des Sphincters niacht Carlgren gar
keine Angaben. Wir selbst beobachteten, dass der Sphincter (PI. VIII,
fig. 14) zwar leicht s-fôrmig gekrünimt ist, aber in seinem ganzen Ver-
Iaufe dem Entoderm wesentlich nüher liegt als dem Ektoderm. Auch an
seiner breitesten Stelle nimmt er kaum 1 / 5 der Breite der Mesogloea
ein. Die 28 Muskelmaschen, die ihn bilden, sind fast ausnahmslos
einreihig angeordnet. In der distalen Hàlfte des Sphincters sind die
Ahstande zwischen den aufeinander folgenden Maschen geringer als
in der proximalen Halfte. Die bei weitem grôssten Maschen liegen
etwa in der Mitte des Sphincters. Sic hahen einen unregelmassigen
Umriss, xvàhrend die an sie distalwârts und proximahvàrts grenzen-
den Maschen eine deutliche Neigung zu schlitzfôrmiger Ausbildung
zeigen. Die Muskelmaschen des proximalen Teiles des Sphincters sind
im allgemeinen oval.
Stomodaeum. — Über die Beschaffenheit des Schlundrohrs
kônnen wir keine Aussagen machen. Es war auf allen unseren Priipa-
raten schlecht erhalten.
Mesenterien. — Carlgren (1937, S. 197) berichtet, dass er neben
Polypen mit 40 Mesenterien auch solche gefunden habe, die 44 Mesen¬
terien besassen. Wir haben 42 Mesenterien gezahlt. Sie zeichneten sich
durch den Besitz weitlumiger Knnalc aus. Die Mesenterien, insbeson-
dere ihre Filamente, sind pigmentiert, wie auch schon Carlgren fest-
gestellt hat.
Gonaden. — Die von uns untersuchten Polypen waren steril.
Cnidom. — In den Tentakeln treten in sehr grosser Zahl Spiro-
cysten auf, die nach Messungen im Mazerat 18-23 n, durchschnittlich
20 n lang sind. Carlgrens Messungen ergaben eine Lange von 13-24 n.
Dass das Ektoderm der Tentakel von Palythoa stephensoni keine
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM. 29
Holotrichen enthiilt, hat schon Carlgren berichtet. Wir konnten diese
Tatsache in unseren Praparaten bestàtigen. Selten treten Holotriche
in den Mesenteriallîlamenten auf, wo sie nach unseren Messungen
iin Mazerat 58-68 r, durchschnittlich 61 r lang und 22 r breit sind.
Nach Carlgrens Beobachtungen erreichen die Holotrichen der Mesen-
terialkanâle eine Lange von 65-73 r und einc Breite von 24-25 r. Auch
in den Lakunen der Mesogloea zwischen den Polypen kommen Holo¬
triche vor. Mikrobasische b-Mastigophoren treten in den Mesenterial-
filamenten in zweierlei Form auf. Teils haben sie (nach Messungen
ini Mazerat) eine Lünge von 44-52 r, durchschnittlich von 48 r. Ihre
Breite betràgt nieistens 6 r. Carlgrens Messungen ergaben Làngen
von 46-58 r, und Breiten von 5-5,5 u. Daneben fanden wir Formen, die
22-30 r, durchschnittlich 26 r lang und 4 r breit waren. Es sind dies
offenbar jene Nematocysten, die Carlgren als « type a » bezeichnet
(20-26 r lang, 5 r breit).
Zooxanthellen. — Zooxanthellen fanden wir vor allem in den
Mesenterien und den Mesenterialfilamenten. Aber auch’in den Tenta-
keln kommen sie zahlreich vor.
9. Palythoa titanophila nov. spec.
Name. — ô tfrcavo? der Kalk, »i ?&»] die Freundin. titanophila
heisst also Kalkfreundin. Das Freindkôrperskelett dieser Art besteht
zur Hâlfte aus Kalk.
Typus. — Der Typus PI. XII, fig. 3 befindet sich iin Laboratoire
de Malacologie du Muséum National d’Histoire naturelle in Paris.
Systematischp Stellang. — Innerhalb der von J. V. F. Lamouroiix
*1816) begriindelen Gatlung Palythoa gehôrt P. titanophila zu der
Artengruppe der Immersae, und zwar zur Sektion rubra, die irn Ten-
lakelektoderm neben Spirocysten auch Holotriche aufweist.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. 1486, E. 34061. Ilot Hon Tré, côte occi¬
dentale (Baie de Cauda, près de Nhatrang).
Geographische Verbreitung. — Der angegebene Standort ist bisher
der einzige Nachweis fiir das Vorkommen der Species.
Tiefenverbreitung. — Über die Tiefe des Fundorts ist nichts
bekannt.
Substrat. — Da die uns voriiegende Kolonie vollkommen von der
Unterlage abgelôsi wurde, lâsst sich über die Natur des Substrats
nichts feststellen. Wahrscheinlich sass die Kolonie auf einein kleinen
Steinchen.
Material. — Eine einzige Kolonie von unregelmâssiger Form, die
129 Polypen enthiilt, stand uns bei unseren Untersuchungen zur Ver-
fügung.
Source : MNHN, Paris
30
. F. PAX UND I. MULLER.
Fdrbung. — Die Farbe der konservierten, graugetb schimmernden
Kolonie ist sehr hell, fasl weiss. Das Coenenchym erscheint etwas
grauer aïs die Polypen.
Habitus. — Die Oberflâche der Kolonie ist unregelmàssig gewôlbt.
Ihr wulstiger Randsaum greift allseitig auf die Unterseite iiber, so
dass die Basis, mit der sie auf dem Substrat befestigt ist, nur sehr
klein ist. Die Lange der Kolonie betràgt 9 cm, ihre Breite fast 6 cm,
ihre Dicke bis 1,5 cm. Der Durchmesser der Polypen schwankt zwis-
chen 3 und 9 mm ; im Mittel betràgt er 6 mm. Im kontrahierten Zu-
stande erheben sich die Polypen 0-5 mm über die Flâche des Coenen-
chyms. Der Abstand der Polypen voneinander betràgt 1-6 mm. Auf
einem Mikrotomschnitt waren zwei benachbarte Polypen durch einen
Zwischenraum von nur 600 a getrennt. Grosse und kleine Polypen
stehen in der Kolonie regellos nebeneinander.
Fremdkôrperskelett. — Das Fremdkorperskelett nimmt das ganze
Ektoderm und fast die ganze Breite der Mesogloea ein. Nur ein knapp
50 a breiter Streifen der Mesogloea bleibt von Fremdkôrpern frei.
Etwa 50 % des Fremdkôrperskeletts bcstehen aus Kalk, die iibrigen
aus Sand. Die Grosse der eingelagertcn Kôrnchen schwankt zwischen
35 und 490 a ; durchschnittlich betràgt sie 150 a. Vereinzelt fanden
wir im Fremdkôrperskelett Foraminiferen, Radiolarien sowie Bruch-
stücke von Schwammnadeln.
Kôrperumnd. — Das Ektoderm der Kôrperwand ist kontinuierlicb
entwickelt. Eine Cuticula fehlt. Die Dicke des Ektoderms betràgt 65 a,
diejenige der Mesogloea 660 a, diejcnige des Entoderms 25 a.
Sphincter. — Der sehr lang gestreckte, aber schinale, kleinma-
schige Sphincter (PI. VIII, fig. 15) cnthàlt wcit mehr als 50 Maschcn.
Sein distales Ende liegt an der enlodcrmalen Seite der Mesogloea. Dann
verlàuft cr ein kurzes Stiick in der Mitle der Mesogloea, nàhert sich
weiterhin dem Ektoderm, uni sich sehr bald wieder der entodermalen
Seite der Mesogloea zuzuwenden. Die grôssten Maschen Iiegen im obe-
ren Drittel des Sphincters, nicht an seinem distalen Ende. Die klein-
sten Maschen bilden das proximale Ende. Selbst im oberen Drittel, wo
die grôssten Maschen Iiegen, nimmt der Sphincter nicht mehr als
i /io der Breite der Mesogloea ein, an seinem proximalen Ende nur
'/.,n. Die Muskelmaschcn sind ausnahmslos einreihig angeordnet. Ihre
Form ist im allgemeinen kreisfôrmig bis oval, ihr gegenseitiger Abslaml
wechselnd.
Stomodaeum. — Die Lànge des Schlundrohrs betràgt 1575 a,
seine lichte Weite 1450 X 500 a. Die Wand des Stomodaeums weist
eine Dicke von etwa 140 a auf (Ektoderm 115 a, Mesogloea 10 a, Ento-
derm 15 a). Die Mesogloea ist also im allgemeinen âusserst dünn, nur
in der wohl difTerenzierten Siphonoglyphe Lst sie stark verdickt (60 a).
Etwa vorhandene Furchen des Schlundrohrs sind wegen der schlech-
ten Erhaltung des Schlundrohrektoderms nicht zu erkennen.
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
31
Mesenterien. — Die Zahl dcr Mesenlerien belràgt bei einem er-
wachsenen Polypcn 44. Ein juvéniles Exemplar wies nur 20 Mesenle¬
rien auf. Die Mcsogloca dcr Mesenterien ist ausscrordcntlich diinn,
die Mesenterialkanâle sind weitlumig.
Gonaden. — Die von uns in Mikrolomschnitte zerlegten Polypen
erwiesen sich als sleril.
Cnidom. — Die im Ekloderm der Tentakel zahlreich auftretcndcn
Spirocysten sind 17-22 a, durchschnittlich 20 a lang. In den Mesente¬
rien fanden wir sehr grosse Holotriche von 50-72 a, durchschnittlich
64 a Lange und 11 a Breite. Die Mesenterialkanâle enthalten 42-54 a,
durchschnittlich 40 a lange und 20 a breite Holotriche. In betrâchtli-
cher Hàufigkeit treten in den Mesenterialfilamenten 46-55 a, durch¬
schnittlich 49 a lange und 6 a breite inikrobasische b-Mastigophoren
auf.
Zooxanlhellen. — Zooxanthellen fanden wir ausser im Ektoderm
der Kôrperwand in geringer Zahl im Ektoderm der l’entakel ; das
Entoderm dieser Organe ist algcnfrei. Dagegcn enthàlt das Entoderm
der Mesenterien vicie Zooxanthellen. Ihr Durchmesser belràgt durch¬
schnittlich 12 a.
10. Palythoa anthoplax nov. spec.
Name. — -à *v0o; die Blume, die Bliite ; »i *>■«'? die Platte, die
Tafcl. anthoplax hedeutet also Blütenplalte. Auf dem plattenfôrmigen
Coenenchym erheben sich die zahlreichen, klcinen Blüten ahnelndcn
Polypen.
Typas. — Dcr Typus (PI. XII, fig. 4) belindet sich im Laboratoire
de Malacologie du Muséum National d’Histoire naturelle in Paris.
Systematische Stellung. — In ihrem âusseren Habitus gleichl
Palythoa anthoplax der aus dem Golfe von Guinea stammenden Paly¬
thoa guinensis W. Koch. Beide Species gehôren zur Artengruppe der
Immersae. Beide bilden grosse, starre, etwa 1 cm dicke Platten, unter-
scheiden sich aber wesentlich im Aufbau ihres Cnidoms. P. guinen-
sis gehôrt zur Sektion rubra, bei der Holotriche im Ektoderm der Ten¬
takel vorkominen (Seifert 1928, S. 464). P. anthoplax erweist sich
dagegen als ein Angehôriger der Sektion caribaeorum, die dadurch
gekennzeichnet ist, dass Holotriche nur in der Kôrperwand und den
Mesenterien anzutrefTen sind. P. guinensis hesitzt 12 Scapularfurchen,
P. anthoplax 15-16. Die Gesamtzahl der Mesenterien schwankt bei
P. guinensis zwischen 24 und 30, bei P. anthoplax betrâgt sie 32-34.
Habituelle Ahnlichkeiten bestehen ferner zwischen der in Mombassa
(Ostafrika) und Mauritius vôrkemmenden P. liscia Hadd. et Duerd.
und P. anthoplax. Beide Arten zeichnen sich durch einen plattenfôr¬
migen Wuchs aus, beide gehôren zur Artengruppe der Immersae, die
Source : MNHN , Paris
32
F. FAX UND I. MÜLLER.
Struktur ihres Cnidoms weist beiden ihren Platz in der Sektion cari-
baeorum an. Demgegeniiber bestehen aber zwischen P. liscia und
P. anthoplax betràchtliche Untersehiede. Ist die Kolonie von P. liscia
sandfarben, so ist P. anthoplax schokolodcnbraum gefârbt. Wàhrend
P. liscia zu denjenigen Palgthoa- Arten gehôrt, deren Kôrperwand mit
die kalkreichste Inkrustalion aufweist, so besteht das Fremdkorper-
skelett von P. anthoplax fast ausschliesslich aus Sandkôrnchen. Bei
P. liscia wird der obéré Rand der Kolonie durch eine scharf ausge-
pràgte Coenenchymfalte begrenzt, die bei P. anthoplax vollkommen
fehlt. Die Gesamtzahl der Mesenterien betràgt bei P. liscia 46, bei P.
anthoplax dagegen nur 34. Schliesslich wollen wir nicht vergessen,
dass das Ektoderm der Mundscheibe von P. liscia « is crowded with
pigment particles » (Haddon u. Duerden 1896, S. 147) ; bei P. antho¬
plax ist davon nichts zu bemerken.
Fundort. — Das uns zur Untersuchung vorliegende Material
tragt folgende Fundortnotizen :
Viêt-Nam 1910, leg. A. Krempf (n” 63).
Viêt-Nam, Poulo Dama, 1910, leg. A. Krkmpf (ohne Nuinmerï.
Geographische Verbreitung. — Nach dem gegenwârtigen Stande
unserer Kenntnisse nur in Viêt-Nam vorkommend.
Tiefenverbreitung. — Über die Tiefe des Standorts ist nichts
bekannt.
Substrat. — Aile in der Sammlung Krempf enthaltenen Bruch-
stücke sind gewaltsain vom Substrat losgelôst worden ; aber aus klei-
nen Resten, die an den Fragmenten der Kolonie haften geblieben sind,
erkennt man, dass Palgthoa anthoplax an der Kiiste von Viêt-Nam
auf Kalkstein vorkommt.
Material. — In dem mit No. 63 bezeichneten Glase befanden sich
9 Bruchstücke, von denen das grôsste 8 x 7,5 cm misst und etwa 190
Polypen uinfasst. In dem zweiten, nicht numerierten Glase befanden
sich zwei Fragmente.
Fàrbung. — Aile uns vorliegenden Kolonien sind ausgesprochen
schokoladenbraun gefârbt. Coenenchym und Polypen sind von glei-
cher Farbe.
Habitus. — Die in den beiden Glasern enthaltenen Bruchstücke
sind mehr oder minder ebene Platten, deren Oberflàche nur hier und
da leichte Wôlbungen zeigt. Die Art bildet 7-18 mm, durchschnittlich
11 mm dicke Rinden auf der Gesteinsunterlage. Die Polypen erheben
sich in kontrahiertem Zustande ganz unbedeutend iiber das Coenen¬
chym, und zwar stets weniger als 1 mm. Bisweilen sind an der Stelle,
wo die Polypen ligen, trichterfôrmige Vertiefungen vorhanden. Der
Durchmesser der Polypen schwankt zwischen 3 und 6 mm ; durch¬
schnittlich betràgt er 5 mm. Grôssere und kleinerc Polypen liegen
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
33
regellos durcheinander. Pro qcm zàhlten wir 4,3-7, durchschnittlich
5,4 Polvpen. Die Polypen liegen so dicht nebeneinander, dass ihr
Abstand gar nicht messbar ist.' Auf Mikrotomschnitten betrug er 300-
850 a, durchschnittlich 600 a. Die Zahl der Soapularfurchen betràgt,
wie schon oben erwâhnt wurde, 15-1 G. Die Tentakel sind sehr kurz.
Fremdkôrperskelett. — Das Fremdkôrperskelett besteht fast
ausschliesslich aus Sandkôrnchen, deren Durchmesser 50-390 a,
durchschnittlich 130 a betràgt. Fragmente von Schwammnadeln
beobachteten wir nur in sehr geringer Zahl, àusserst selten Radio-
larienskelette. Der Kalkgehalt des Fremdkôrperskeletts ist sehr gering.
Unter den im Korrosionsprâparat enthaltenen Fremdkôrpern bestehen
weniger als 5 % aus CaCO :! . Die Mesogloea der Korperwand und des
Coenenchyms ist in iher ganzen Breite von Fremdkôrpern durchsetzt.
Korperwand. — Die Màchtigkeit der Korperwand betràgt rund
320 a (Ektoderm 120 a, Mesogloea 160 a, Entoderm 40 % a). Wie schon
auf S. 32 erwàhnt wurde, ist das Peristom nicht pigmentiert.
Sphincter. — Der im Vergleich zu anderen Arten der Gattung
Palythoa kurze Sphincter von Palythoa anthoplax enthâlt 47, fast
nusnnhmslos in einer Reihe angeordnete Muskelmaschen (PI. IX, fig.
16). Wàhrend im oberen und im unteren Drittel Maschen von ellipti-
schem Umriss haufig sind, herrschen im mittleren Drittel schlitzfôr-
mige, transversal gelagerte Muskelmaschen vor. Die grôssten Maschen
liegen in der Mitte oder etwas unterhalb der Mitte des Sphincters.
Ausserordentlich bezeichnend ist die Tatsache, dass das proximale
Ende des Sphincters sich zwar ein wenig verschmâlert, aber nicht
eigentlich auskeilt. Fast in seinem ganzen Verlaufe üegt der Sphincter
dem Ektoderm nàher als dem Entoderm. Die Breite des Sphincters
betràgt überall weniger als die Halfte der Breite der Mesogloea.
Stomodaeum. — Das Schlundrohr erreicht eine Lange von 1270 a.
Seine lichte Weite betrug bei einem Exemplar 1300 x 290 a, bei anderen
Individuen 650 x 500 a. Die Wand des Stomodaeums weist eine Màch¬
tigkeit von etwas inehr als 100 a auf (Ektoderm 75 a, Mesogloea 15 a,
Entoderm 15 a). Das ganze Schlundrohr ist mit 10 a langen Wimpern
bedeckt. Die Siphonoglyphe ist deutlich differenziert, die Mesogloea
in ilirem Bereiche stark verdickt (Ektoderm 20 a. Mesogloea 50 a.
Entoderm 5 a). Die Cilien der Schlundrinne sind 16 a lang. Bezüglich
der Lângsfurchen des Stomodaeums verhalten sich die einzelnen
Polypen verschieden. Im allgemeinen bat das Schlundrohr 14-16
Lângsfurchen, docli konunen auch Individuen vor, deren Schlundrohr
—- abgesehen von der Siphonoglyphe — keinerlei Làngsfurchung
erkennen Uisst. Die Scheidewànde zwischen den Furchen werden
nicht durch mesogloeale Pfeiler gestiitzt. Innerhalb einer Kolonie ist
die Lage der Schlundrinne in den einzelnen Polypen regellos. Die
Siphonoglyphen benachbarter Polypen sind ganz verschieden orientiert.
Source : MNHN, Paris
34
F. PAX UNI) I. MÜLLER.
Mesenterien. — Die Gcsamtzahl der Mesenterien betragt 32 oder
34. Auch in eng umschriebenen Teilen der Kolonie liegen Polypen
mit 32 und solche mit 34 Mesenterien dicht nebencinander (PI. IX,
fig. 17). Die Mesenterialfilamente sind pigmentiert.
Gonaden. — Aile von uns auf Schnitten untersuchten Polypen
waren steril.
Cnidom. — Die Spirocysten im Ektoderm der Tentakel sind
14-20 m durchschnittlich 18 n lang und fast 4 n breit. Holotriche finden
sich in grosser Zahl im Ektoderm der Korperwand und in den
Lakunen der Mesogloea. Das Entoderm der Korperwand ist frei von
Holotrichen. Aber in den Mesenterialkiinâlen sind sic anzutreffen. Die
Holotrichen der Mesenterialfilamente (PI. X, fig. 181 sind 4fi-72 r, durch¬
schnittlich 68 a lang. Ihre Breite betragt 22-24 n, durchschnittlich
23 r. Der Faden der Holotrichen ist 2,5 r breit. In den Mesenterialfila-
inenten finden sich auch mikrobasisclie b-Mastigophoren (PI. X, fig. 19),
die 46-52 r, durchschnittlich 49 a lang und 6 a breit sind.
Zooxanthellen. — Die Infektion des Polypenkôrpers mit Zooxan-
Ihellen ist ausserordentlich stark. In sehr grosser Zahl finden sich
diese Algen im Ektoderm der Korperwand, der Tentakel und des
Peristoms, in der Korperwand auch in den Kanâlen der Mesogloea.
Als Bewohner des Entoderms beobachteten wir sie in der Korperwand
und in den Mesenterien. Der Durchmesser der Zooxanthellen betragt
8-10 a, durchschnittlich 9 a.
11. Isaurus asymmetiicus A. C. Haddon et A. M. Shackleton, 1891.
1891. Isaurus asymmelricus, Haddon et Shacklbton, S. 630.
1891 a. Isaurus asymmelricus, Haddon et Shackleton, S. 684.
1891. Isaurus duchassaingi, Southwell, S. 451.
1898. Isaurus asymmelricus, Haddon, S. 405.
Fundort. — Viêt-Nam, Rt. I486, E. 34062. Côte occidentale de file
de Hon Tré, (Baie de Cauda près de Nhatrang), 1954.
Die Art wurde zum ersten Male von IIaacke (1885, S. 225) aus
der Torres-Strasse erwâhnt. Er berichtete von « a species belonging
probably to a new genus closely allied lo the généra Polythoa and
Zoanthus. This genus would be characterized by showing even exter-
nally a very obvious bilateral symmetry, better, I believe, than any
other Anthozoon». Haddon u. Shackleton (1891 a, S. 685) zweifeln
nicht daran, dass Haacke die Species vorgelegen hat, die sie 1891 als
Isaurus asymmetricus aus der Torres-Strasse beschrieben haben. Sicher
identisch damit ist der von Southwell (1906, S. 451) aus Ceylon
(Point de Galle) und aus dem Golf von Manaar angegebene Isaurus.
Noch niemals ist der im tropischen Teil des Atlantischen Ozeans
heimische Isaurus duchassaingi im Indischen Ozean gefunden worden.
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN AUS VIET-NAM.
35
So diirfte sich das Wohngebiet von Isaurus asymmetricus von (1er
Torres-Strasse über Viêt-Nam bis nach Ceylon and in den Golf von
Manaar erstrecken. Môglicherweise nur ein Synonym von Isaurus
asymmetricus isl der von Gray ( 1807, S. 235) als Pales cliftoni aus
Westaustralien beschriebene Isaurus cliftoni. In diesem Sinne âussert
sich auch Cari.gren (1954, S. 584) : « Besides, it is questionable if
/. asymmetricus Hadd. and Shackl. and cliftoni are not identical
species ». Dagegen dürfte der von Cari.gren (1900, S. 124 u. 1938,
S. 117) und Fax (1909, S. 408) aus Ostafrika (Durban, Madagaskar,
Sansibar) angegebene Isaurus spongiosus (Andr). unter allen Umstân-
den eine von Isaurus asymmetricus verschiedene Art sein.
Habitus. — Von Isaurus asymmetricus lagen uns aus Viêt-Nam
insgesanit fi Exemplare vor, von denen drei der Lange nach aufge-
schnitten xvaren. Die Polypen waren elfenbeinfarben, ihr basaler Teil
war bràunlich gefârbt. Die Hôhe des grôssten Polypen betrug 42 mm,
sein Durchmesser an der breitesten Stelle etwas unterhalb der Korper-
mitte 13 mm. An der Basis wies er einen Durchmesser’von 9 mm auf.
Wàhrend vier jüngere Polypen eine glatte Kôperwand besassen,
trugen die beiden âltesten Individuen vier Reihen nicht sehr krâftig
cntwickelter, ovaler Tuberkeln.
Die Beschreibung, die Haddon u. Shackleton von Isaurus asym¬
metricus gegeben haben, stimmt durchaus mit unseren eigenen Befun-
den iiberein. Die Angaben der englischen Autoren konnen wir nur in
zwei Punkten ergânzen, der Zusammensetzung des Cnidoms und dem
Bail des Sphincters.
Cnidom. — Im Ektoderm der Kôrperwand fanden Haddon u.
Shagki.eton « occasional large nematocysts », im Entoderm «a few
nematocysts, smaller than those of the ectoderm ». Im Entoderm des
Schlundrohs sind nach Haddon u. Shagki.eton kleine ovale Nema-
tocysten vorhanden, âhnlich denjenigen, die im Entoderm der Kôr¬
perwand und der Mesenterien auftreten. Wir selbst beobachteten im
Ektoderm der Kôrperwand Hololriche, die 22-25 r, durchschnittlich
23 r lang und 9-11 u, durchschnittlich 10 r breit waren. Die Spirocysten
im Ektoderm der Tentakel erreichen nach unseren Feststellungen eine
Lange von 14-23 r, durchschnittlich sind sie 19 r lang. In den Mesen-
terialfilamenten fanden wir mikrobasische b-Mastigophoren von 36 r
Lange.
Sphincter. — Den Sphincter beschreiben Haddon u. Shackleton
folgendennassen : « The single mesogloeal sphincter muscle is extre-
mely thick and powerful. The cavities are well filled with muscle
colis ». Der Sphincter von Isaurus asymmetricus isl in der Tat ausser-
ordentlich kriiftig (PI. X, fig. 20). Er besteht aus nicht weniger als 272
Muskelmaschen. Im oberen Drittel nimmt der Sphincter fast die ganze
Breite der Mesogloea ein, in den unteren zwei Dritteln im allgemeinen
mehr als die Hâlfte. Wo er nicht die ganze Breite der Mesogloea
Source : MNHN, Paris
F. FAX UND I. MÜLLER.
erfüllt, ist er der ektodermalen Grenze der Mesogloea genàhert. Der
grôsste Teil der Maschen ist schlitzfôrmig und transversal gelagert.
Da die Muskelmaschen im oberen Teile nur durch dünne mesogloeale
Scheidewânde voneinander getrennt werden, gewinnt der Sphincter
dort auf dem Querschnitt ein netzfôrmiges Aussehen. Ausserordentlich
wechselnd ist die Zahl der in der Breite nebeneinander liegenden
Maschen. Hier und da zâhlt man nur drei Maschen, mitunter steigt
ihre Zahl bis auf neun. Besonders in den unteren zwei Dritteln des
Sphincters treten neben den schlitzfôrmigen Maschen kleine kreisrunde
bis ovale Maschen auf. Nach unten zu keilt der Sphincter aus, und die
Abstànde zwischen den benachbarten Muskelmaschen werden grôsser.
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Charles Hedley). Austral. Mus. Mem. vol. 3, pt. 7, p. 371-394, 4 pl.
Wilsmore !.. J. (1909). — On some Zoantheae from Queensland and the New
Hébrides. Journ. Linn. Soc. (Zool.), vol. 30, p. 315-338, 3 pl.
Verzeichnis der Abbildungen.
Pl. I, flg. 1. Querschnitt durch den doppeltcn Sphincter von Zoanthus erythrochlo-
ros nov. spec. — Original.
Pl. I, flg. 2. Querschnitt durch den doppeltcn Sphincter von Zoanthus niet-namen-
sis nov. spec. a. Querschnitt durch den distalen, h. durch den proxi-
nialcn Sphincter — Original.
Pl. Il, flg. 3. Querschnitt durch den Sphincter distalis und den Sphincter proxi-
tnalis von Zoanthus cauernarum nov. sepe. Beide Sphinctere sind
lang, aber schwach entwickelt. Ihre Muskelmaschen zeichncn sich
durch geringe Grosse aus — Original.
Pl. III, flg. 4. Querschnitt durch einen Polypen von Zoanthus cauernarum nov.
spec. in Schlundrohrohe mit 48 Mesenterien. Man erkennt deutlich,
dass das Kktoderin des Scapus diskontinuierlich entwickelt ist und
von einer zieinlich dickcn. sich leicht abhebenden Cuticula bedcckt
wird. Mesogloea schwarz. Die Siphonoglyphe ist kaum differenziert —
Original;- :
Pl. III, flg. 5. Querschnitt durch den doppelten Sphincter von Zoanthus cyanoides
nov. spec. — Original.
Pl. IV, flg. 6. Querschnitt durch ein fertiles Mesenterium eines weiblichen Zoan¬
thus cyanoides nov. spec. In der Mesogloea des Mesenteriums sieht
man, zwlschen den Iiiern und der Kôrperwand gelegen, drei entoder-
inale Kaniile, an der Basis des Mesenteriums einen quer durchschnitt-
enen Basilarmuskcl — Original.
Source : MNHN, Paris
F. FAX UND I. MULLER.
PI. IV; fig. 7. Querschnitt durch dcn doppelten Sphincter; von Zoanthus robustus
Cari.gr. — Original.
PI. V. flg. 8. Querschnitt durcli den Sphincter distalis und den Sphincter proxi-
malis von Zoanthus gnophodes nov. spec. — Original.
PI. VI, fig. 9. Hahitusbild des von A. v. Heider falsch gedeuteten, im Kriege
wahrscheinlich vernichtetcn Typus von Palythoa singaporensis Pax
et MCll. — Nach A. v. Heider (1899).
PI. VI, fig. 10. Scheinatischc Darstellung der Lage des Sphincters von Palythoa
singaporensis Pax et MCll. innerhalb der Mesogloea. Die eingeràhmtc
Partie ist, starker vergrôssert, in Abbildung 11 dargestcllt — Original.
PI. VII, fig. 11. Distaler Teil des cinfachcn Sphincters von Palythoa singaporensis
Pax et MCll. Die Figur gibt bei starkercr Vergrôsserung den in Abb.
10 eingerahmten Teil wieder — Original.
PI. VII, fig. 12. Querschnitt durch das Schlundrohr von Palythoa singaporensis
Pax et MCll. mit dem Ansatz von 38 Mesenterien — Original.
PI. VII, fig. 13. Lage der Fremdkôrper im mesogloealen Bindegewebe auf cincni
Schnitt durch das Coenenchym von Palythoa stephensoni Carlgr.
Mesogloea schwarz. Die weissen Gewebslücken bezeichnen die Stellen,
an denen sich vor der Bntkieselung des Praparats Sandkôrnchen
befunden haben. Vergrôsserung 280 fach — Original.
PI. VIII, fig. 14. Querschnitt durch dcn cinfachcn Sphincter von Palythoa ste¬
phensoni Carlgr. — Original.
PI. VIII, fig. 15. Querschnitt durch den einfachen Sphincter von Palythoa titano-
phila nov. spec. — Original.
PI. IX, fig. 16. Querschnitt durch den einfachen Sphincter von Palythoa anthoplax
nov. spec. — Original.
PI. IX, fig. 17. Querschnitt durch mehrere Polypcn von Palythoa anthoplax nov.
spec. — Original.
PI. X, fig. 18. Holotriche aus eincin Meseiilerialfilament von Palylhoa anthoplax
nov. spec. in 850 fâcher Vergrôsserung — Original.
PI. X, fig. 19. Mikrobasische b-Mastigophore aus einem Mcscnterialfilament von
Palythoa anthoplax nov. spec. bei etiva 1220 fâcher Vergrôsserung -
Original.
PI. X, fig. 20. Querschnitt durch den einfachen Sphincter von Isaurus asymme-
tricus Hadd. et Shackl. — Original.
PI. XI, Fig. 1. Zoanthus cyanoides nov. spec. Typus !
» Fig. 2. Zoanthus cavernarum nov. spec. Typus 1
» Fig. 3. Zoanthus erythrochloros nov. spec. Typus !
PI. XII. Fig. 1. Zoanthus gnophodes nov. spec. Typus !
» Fig. 2. Zoanthus uiet-namensis nov. spec. Typus !
» Fig. 3. Palythoa titanophila nov. spec. Typus !
» Fig. 4. Palythoa anthoplax nov. spec. Typus !
PI. XIII (en couleurs) Fig. 1. Zoanthus erythrochloros nov. spec.
» » Fig. 2. Zoanthus viet-namensis nov. spec.
» » Fig. 3. Zoanthus cyanoides nov, spec.
» » a. Gesamtansicht einer lebenden Kolonie.
» » h. Detailansicht einiger lebender Polypen.
(Aquarelle von Nam, Ozeanographisches Institut in Nhatrang).
Source : MNHN, Paris
ZOANTHARIEN At!S VIET-NAM.
Druckiehlerberichtigung.
pi. I, lig. 1 lies erythrochloros statt Erythrochloros.
PI. VII, flg. 11 lies Pax et Müll., nicht Pax et Mull.
PI. VII, flg. 12 mùss es Pax et Müll. statt Pax et Mull. heissen.
PI. VIII, flg. 14 lies stephensoni statt Slephensoni.
PI. IX, flg. 16 lies anthoplax statt enlhoplax.
PI. X, flg. 19 lies Mesenterialfllament statt Mcsenterial filament.
PI. X, flg. 20 lies Hadd. statt Hadd
Aut PI. I bis X mùss es rechts unten auf jeder Tafel Pax et Miiller del. statt
Pax et Muller del. heissen.
PI. XI und XII enthalten nicht, wie auf den beiden Tafeln nngegeben, von Pax
und Müller ausgeführte Zeichnùngen, sondern Photographien, die von Herrn Le
Riche (Paris) angefertigt wurden.
REGISTER DER TIERNAMEN.
Die ZilTern hinter den Nanien bedeuten Seitenzahlen. Seiten, auf
denen sich ausführliche Beschreibungen finden, sind durch fetten
Druck hervorgehoben.
Epizoanlhidae 2. 3. 21,
Epizoanlhinae 3.
Gemmaria variabilis 21. 22. 23.
Immersue 4. 26. 29. 31.
Isaurus 4.
Isaurns asyminetricns 2. 4. 34.
— clifloni 35.
— duchassaingi 34.
— spongiosus 35.
Liberae 21. 22.
Pales cliftoni 35.
Palythoa 4. 21. 22. 23.
Palylhoa anthoplax 2. 4. 26. 31 .
— brasiliensis 22.
— caribaeortim 26. 31. 32.
— guinensis 31.
— heideri 23.
— liscia 31. 32.
— mammillosa 26.
rubra 29. 31.
— singaporensis 2. 4. 21.
— shackletoni 26.
Palythoa stephensoni 2. 4. 26.
— litanophila 2. 4. 29.
— variabilis 22.
Palythoinae 3. 4.
Palythoa 34.
Zoanthidae 2. 5.
Zoanlhus 1. 2. 5. 34.
Zoanthns cavernarnm 2. 3. 11 .
— chierchiae 22.
— cyanoides 2. 3. 14 .
— erythrochloros 2. 3. 5. 8.
'9. 16.
— fraseri 8. 14.
— gnophodes 2. 3. 18.
— poriticola 8.
— pulchellus 8. 16. 18.
— ransoni 11.
— robnstiis 2. 3. 11. 16. 20.
— sansibaricus 11.
— sandvicensis 5.
— similis 5.
— stuhlmanni 5. 7. 8. 11.
-—- viet-namensis 2. 3. 8.
Source : MNHN, Paris
40
F. PÀX UND I. MULLER.
ADDENDUM.
Précisions sur les récoltes des Zoanthaires du Viêt-Nam
étudiés par Mr PAX.
1905 — Récolteur Dr Krexipf (Poulo Dama)
Espèce Zoanthus gnophodes nov. spec.
1908 — Récolteur Capitain Modest (Cap St Jacques)
Espèce Epizoanthus singaporensis Pax et Mull.
1910 — Récolteur Dr Krempf
Espèces : Zoanthus robustus Carlgren
» gnophodes nov. spec.
Epizoanthus singaporensis Pax et Mull.
Palythoa antoplax nov. sp.
Viêt-Nam (Baie de Nhatrang)
Rte 1422 — Le 24/12/53 — Ile de la Tortue, pointe Sud
Récolteur : Mr Ranson
Espèce : Palythoa stephensoni Carlgren
Rte 1443 — Le 4/3/54 — Ile Hon Mieu, pointe S.E.
Récolteur : Mr Serene
Espèce : Zoanthus caveriiarum nov. sp.
Rte 1456 — Le 18/5/54 — Rocher Noir.
Récolteur : Mr Serene
Espèce : Zoanthus erythrochloros nov. sp.
» Vietnamensis nov. sp.
» cyanoides nov. sp.
Rte 1486 — Le 26/8/54 — Ile Hon Tre, cote occidentale.
Récolteur : Mr Nguyen Thanh Tri
Espèces : Palythoa titanophila nov. sp.
Isaurus asymmetrisus H ad il et Shackl.
Achevé d’imprimer le 28 juillet 1957.
Imprimé en France.
Le Directeur-Gérant : René Jeannfl.
Maurice Declume, Imprimeur Lons-le-Saunier. — 178-57-360.
Juillet 1957 « Dépôt légal 3* trimestre 1957 — N“ 4706 ».
Source : MNHN, Paris
Fig. 1. Querschnitt durch den doppelten Sphincter von Zoantbus Erythrochloros nov. spec. - Original.
Fig. 2. Querschnitt durch den doppelten Sphincter von Zoanihus viet-namensis nov. spec. a. Querschnitt
durch den distalen, b. durch den proximalen Sphincter - Original.
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc.
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. II
A. Barry imp., Paria F. Pai « I. Mulltr, del.
Fig. 3. Querschnitt durch den Sphincter distalis und den Sphincter proximalis von Zoantbus
cavernarum nov. spec. Beide Sphinctere sind lang, aber schwach entwickelt. Ihre
Muskelmaschen zeichnen sich durch geringe Grosse aus - Original.
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
4
Di.si P ho^i,^teÆ"à£âi^5îS5Sïï.' i " Cu,icul:i b “ iect, wird - Me ” glo “ idi ™-
Source : MFlHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc.
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. IV
A. Barry imp., Pinj F. Pa» « I. Muller, del.
Fig- 6. Querschnitt durch ein fertiles Mesenterium eines weiblichen Zoanthus cyanoides nov.
spec. In der Mesogloea des Mesenteriums sieht man, zwischen den Eiero und der
Kôrperwand gelegen, drei entodermale Kanàle, an der Basis des Mesenteriums einen
quer durchschnittenen Basilarmuskel - Original.
Fig. 7. Querschnitt durch den doppelten Sphincter von Zoanthus robustus Carlgr. - Original.
Source : MNHN, Paris
Source : MMHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. V
Fig. 8. Qjierschnitt durch den Sphincter distalis und den Sphincter proximalis von Zoantbus
gnophodes nov. spec. - Original.
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc.
PI. VI
Fig. 9. Habitusbild des von A. v. Heider falsch gedeuteten, im Kriege wahrscheinlich ver-
nichteten Typus von Palythoa singaporensis - Nach A. v. Heider (1899)
Fig. 10. Schematische Darstellung der Lage des einfachen Sphincters von Palythoa singapo¬
rensis Fax et Midi, innerhalb der Mesogloea. Die eingerahmte Partie ist, stârker
vergrôssert, in Abb. 11 reproduziert - Original.
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
\\
Fig. 11. Distaler Teil des einfachen Sphincters von Palythoa singaporensis Pax et Mull. Die Figur gibt bei stàrkerer Vergrôs-
serung den in Abb. 10 eingerahmten Teil wieder - Original. 2
Fig. 12. Querschnitt durch das Schlundrohr von Palythoa singaporensis Pax et Mull. mit dem Ansatz von 38 Mesenterien - <
Original. —
Fig. 13. Lage der Fremdkôrper im mesogloealen Bindegewebe auf einem Schnitt durch das Coenenchym von Palythoa
stephensoni Carlgr. Mesogloea schwarz. Die weissen Gewebslilcken bezeichnen die Stellen, an denen sich vor der source : MNHN A
Entkieselung des Pràparats Sandkôrnchen befunden haben. Vergrôsserung 280 fach - Original.
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI,
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI,
Source : AANHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fase.
Source : MNHN, Paris
Fig. 18. Holotriche aus einem Mesenterialfilament von Palythoa anthoplax nov. spcc. in etwa 850 fâcher Vergrôsserung -
Original.
Fig. 19. Mikrobasische b-Mastigophore aus einem Mesenterial filament von Palythoa anthoplax nov. spec. bei etwa 1220
fâcher Vergrôsserung - Original.
Fig. 20. Querschnitt durch den einfachen Sphincter von Isaurus asymmelricus Hadd et Shackl. - Original.
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc
Source : AANHN, Paris
mémoires
DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. XI
Fig. 1. Zcanlius cymoùk, ». >p., Typu.l - Fig. 2. Zoantbus sav.rmrum ». sp„ Typu.i
Fig. 3. Zoantbus erythrochloros n. sp.,Typus!
’-tLce
Source : MNHN, Paris
DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. XII
mémoires
Fig. 1. Zoantlius gnopbodes n. sp., Typus!
Fig. 3. Palythoa lilanophila n. sp., Typus!
-Fig 2. Zoantbus viet-namensis n. sp , Typus!
- Fig. 4. Palytboa antboplax n. sp., Typus!
Source : MNHN, Paris
Source : MNHN, Paris
MÉMOIRES DU MUSÉUM. Série A. Tome XVI, fasc. 1
PI. XIII
pinxit.
Fig. 1. Zoanthus erytbrochloros n. sp., Fig. 2. Zoanthus viet-namensis n. sp.,
Fig. 3. Zoanthus cyanoides n. sp. Bei allen Arten stellt a eine Gesamtansicht der Kejjpnie,
.._ f o vJ \
b eine Detailansicht einzelner Polypen dar
Source : MNHN, Paris